s Montag, 28. Zebruar 1958 Nr. 49 Erstes Blatt 188. Jahrgang WzeadmiralWoisvmÄocha Aeuer Schauprozeß in Aloskau gegen ehemalige Sowjelgrößen und er m r e J t T r r d r 5f- s :e n wurde Ehrenführer der Marine-Hitler-Jugend. Das Büchlein enthält manches Persönliche aus dem an Erlebnissen und Erfahrungen reichen Leben des Admirals und eine Reihe von Reden und Ansprachen, die ein eindrucksvolles Bild seines verdienst» vollen Wirkens geben. das Kommunique offenbar in dem Bestreben, möglich viele Fliegen mit einem Schlage zu erledigen, bemerkt, nicht nur von den unterirdischen Gruppen der Trotzkisten und der „Rechtsoppositionellen", sondern auch von Sinojew-Anhängern, Menschewisten, Sozialrevolutionären und bourgoisen Nationalisten aus fast allen Sowjetrepubliken gebildet. Der „Block" habe alle seine Hoffnungen auf die ,bewaffnete Unter st ützung" auslan- discherAngreifer gesetzt und ihnen dafür einzelne Länder der Sowjetunion als Beute versprochen Natürlich wird von neuem Leo Trotzki als Hauptanstifter der Verschwörung genannt. Trotzki habe, so wird nebenbei bemerkt, schon 1921 (!) mit einer und im Jahre 1926 mit einer zweiten ausländischen Spionageorganisation in Verbindung gestanden! Was die angebliche terroristische Tätigkeit der Angeklagten anbelangt, so hätten diese, wie nunmehr „erwiesen" sei, bereits den früheren Leiter der Staatsplankommission, k u i b y - Moskau, 28. Febr. (DJIB.) Soeben wird ein neuer Hochverratsprozeß gegen zahlreiche frühere hohe Parteifunktionäre angekündigt. Rach einer amtlichen Verlautbarung haben das Jnnen- kommisfariat und die GVU. die Untersuchung gegen eine neue V e r s ch w ö r e r g r u p p e des sog. „rechtsoppositionellen Trotzki stifchen Blocks" beendet. Des hoch- und Landesverrats seien angeklagt: Bucharin, früheres Mitglied des Politbüros der Bolschewistischen Partei und erster Präsident der Komintern, Rykow, früherer Vorsitzender des Rates der Volkskommissare der Sowjetunion und späterer Volkskommissar für Post und Telegraph, Jagoda, bis 1936 „Jnnenkommissar" (GPU -Chef) und dann bis zu seiner Verhaftung im April 1937 Postkommissar, Krestinski, ehemaliger Botschafter in Berlin, bis 1937 erster Stellvertreter des Autzenkommissars, dann stellvertretender Justizkommlssar, Iwanow, bis 1937 Volkskommissar für Holzindustrie, Tschernow, bis 1937 Volkskommissar für Landwirtschaft, R. G r i n k o, bis 1937 Volkskommissar für die Fi- nallzen, B e s s e n o w , bis 1936 erster Botschaftsrat an der Sowjetbotschaft in Berlin, R a k o w f k i, bekannter Trotzkist, früher Vorsitzender des Rates der Volkskommissare in der Ukraine, ab 1923 Botschafter in London, 1925 bis 1927 in Paris, Rosenholz, bis 1937 Autzenhandelskommiffar, S e - l e n s k i, früher Sekretär der Bolschewistischen Partei Sowjetmittelasiens, Ikranow, früher Präsident des Rates der Volkskommissare in der Talaren- Republik, Scharangowitfch, früher Generalsekretär der Bolschewistischen Partei Weihruhlands, ferner die Aerzte Lewin, Chef des Kreml-Krankenhauses, pletnfow, Herzspezialist, Kasakow, Subarew, Bulanow, Maximow, Krjutschkow sowie Winogradow. und europäischen Aufgabe, Brücke und Mittler ZU anderen Völkern zu sein, nur als freier, unabhängiger Staat genügen kann. Es soll nicht verschwiegen werden, daß aus einigen europäischen Zentren neben diesem Echo auch andere Stimmen vernehmbar sind, die von einer m i ß - verständlichen Auffassung der jüngsten Ereignisse herrühren und geeignet sein könnten, weitere Mißverständnisse heroorzurufen. Um gewissen Deutungen vorzubeugen erscheint es angebracht, an die nachdrückliche Erklärung des Bundeskanzlers zu erinnern, daß der Oesterreicher, der sein Vaterland frei und unabhängig will, dabei an alles andere, nur nicht an den Friedensvertrag von 1919 denkt." Weiter wird in dem Artikel darauf hingewiesen, daß der innere Friede in Oesterreich nur dann gedeihen könne, wenn alle in Betracht kommenden Gruppen unter dem Begriff Friede eine ehrenvolle Vereinbarung verstehen, die unter deutschen Männern ehrlich zu halten ist, nicht aber eine Deckung, hinter welcher der Kampf weitergeführt wird. In dem Artikel wird dann vor einer illegalen Betätigung gewarnt. Das Regierungsprogramm, das der Bundeskanzler vor wenigen Tagen entwickelt habe, stelle bestimmte erfüllbare Anforderungen an alle Schichten der Bevölkerung. Gegen Ausschreitungen der presse. Wien, 26. Febr. (DNB.) Die amtliche „Wiener Zeitung" veröffentlicht eine Presseoerordnung, die bestimmt: Wer vorsätzlich oder grob fahrlässig durch den Inhalt eines Druckwerkes den inneren Der neue Schauprozetz gegen die 21 des Hochverrats angeklagten früheren Sowjetgewaltigen (unter ihnen befinden sich nicht weniger als 11 frühere Vokskommifsare) ist bereits der 5. in der Reihe der großen sowjetischen „Hochverrats"-Prozesse der letzten Monate. Während der Gegenstand der Anklage im wesentlichen mit den früheren Vorbildern übereinstimmt, stellt doch das Ausmaß der Anschuldigung en und der Schwere der angeblich von den Angeklagten begangenen Verbrechen alles bisher Dagewesene weit m den Schatten. Man darf in der Tat gespannt sem auf die Einzelheiten der „Geständnisse" der Angeklagten, die mit derselben Bereitwilligkeit und Ausführlichkeit ihre Mordpläne gegen Lenin aus dem Jahre 1918 entwickeln dürften, wie ihre angebliche landesverräterische Tätigkeit aus dem Jahre 1937. Wenn die neuen gegen den sog. Oppositionsblock erhobenen Anschuldigungen ungeheuerlich zu nennen sind — dies trifft besonders zu auf die angebliche Ermordung Kuibyschews, Menschinskis und des Dichters Maxim Gorki, an deren natürlichen Tod niemand bisher gezweifelt hat — so mutet die gegen ausländische Staaten (zunächst werden keine Namen genannt) in diesem Zusammenhang vorgebrachten Anwürfe fast noch aberteuerlicher an. Diese sind nur die Erklärung dieser furchtbaren Psychose der Sowjetgewaltigen, die, wie man glauben kann, jeglichen Sinn für Maß und Ziel verloren haben. Em großer Teil der Angeklagten ist bereits seit viel en Monaten in Haft, em Zeitraum, schew, der im Jahre 1935 gestorben ist, den früheren GpU.-Lhef W e n s ch i n s k i sowie den Dichter Waxim Gorki ermordet, und zwar mit Hilfe der gleichfalls zu der Verschwörung gehörenden Aerzte Lewin, Kasakow, Winogradow und pletnjow. Natürlich wird den Angeklagten auch von neuem der Word an dem bolschewistischen Parteisekretär Kirow in die Schuhe geschoben. Weiter habe die Untersuchung erwiesen, da^ Bucharin und Trotzki bereits im Jahre 1918 eine Verschwörung angezettelt hätten mit dem Ziele, Lenin, Stalin und den damaligen Präsidenten des Zentralvollzugsausschusses Swerdlow „zu verhaften und zu ermorden" In dieser Beleuchtung müsse man, so heißt es am Schlüsse der Verlautbarung, auch die späteren Verbrechen der Angeklagten sehen. Der Theaterprozeß gegen die genannten 21 Angeklagten soll a m 2. M ä r z v o r demMi- litärgencht in Moskau beginnen. „Man darf annehmen, daß das Echo der Rede des Bundeskanzlers noch geraume Zeit fortdauern wird und daß noch manche Deutungen und auch Fehldeutungen zu vernehmen sein werden. Aber schon heute kann festgestellt werden, daß der deutsche Friede, wie er zwischen dem Bundeskanzler und dem Reichskanzler abgeschlossen wurde, von der Bevölkerung Oesterreichs freudig begrüßt und hoffnungsvoll als Ausgangspunkt ehrlicher freundschaftlicher Beziehungen zwischen den bei den deutschen Staaten bewertet wird. Wie nicht anders zu erwarten war, ergeben sich in den Urteilen und Meinungen des Auslandes über den geschichtlichen Akt vom 12. Februar und Über die maßgeblichen Erklärungen, die hierzu abgegeben wurden, beträchtliche Unterschiede. Dennoch dürfen wir mit Genugtuung feststellen, daß die Weltmeinung z w e i T a t- fachen als unabänderlich gegeben ansieht und daher außer Diskussion läßt. Die eine daß Oesterreich ein deutscher Staat ist, der sich dem Schicksal des deutschen Volkes verbunden weiß und sich mit vollkommener Klarheit der Verpflichtungen bewußt ist, die er als Tröger ältester deutscher Kultur zu erfüllen hat: die andere, daß Oesterreich seiner großen durch alle 1 sra.oAVxoWäWo. her Geschickte unveränderlich deutschen Wien, 27.Febr. (DNB.) Unter dem Titel „Der Sinn des deutschen Friedens" veröffentlicht die amtliche „Wiener Zeitung" einen von besonderer Seite gezeichneten Kommentar zur Rede des Bundeskanzlers Schuschnigg. In dem Artikel, der von allen großen Wiener Morgenblättern veröffentlicht wird, heißt es u. a.: StalmwilldieletzteSäubemngsMonrechtsertigen Die schwere Erschütterung des bolschewistischen Regimes ist offensichtlich. Lnnayme von Anzeigen für die ‘Uhttagsnummer bis8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps.. für Text- anzeigen von70mm Breite 50 Rps..Platzvorschrift nach Dort) Dereinbg 25"/„ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie ein» spaltige Gelegenheitsanzei- gen 5 Rps., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u, behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Elf frühere Volkskommissare, ferner Diplomaten und Aerzte unter der Anklage der Spionage, ■ der Schädlingsarbeit und des antibolschewiffischen Terrors. Chef der Admiralität suchte er das erste Chaos der Revolte zu überwinden. Die Jugend aufzurufen zur Strenge gegen sich selbst, zu opfermutiger Hingabe an das Vaterland wurde die große Aufgabe Trothas, der mit der Machtübernahme Erfüllung und Ab- schluß zuteil wurde. Als preußischer Staatsrat baute den Reichsbund deutscher Seegeltung auf und „Der Sinn des deutschen Friedens Ein amtlicher Kommentar zur Schuschnigg-Hede. qenb. Sein „Großdeutscher Jugendbund" olqt ihm mit Begeisterung. Nach dem Umbruch 1933 werden diese feine verdienstvolle Arbeit und seine Leistungen anerkannt durch die Ernennung zum Preußischen Staatsrat, 1934 zum Leiter des Reichsbundes deutscher Seegeltung, 1935 zum Ehrenführer der Marine-Hitler-Jugend. In der Berührung mit der Umwelt strömt Trothas Persönlichkeit, sei es im Verkehr unter Kameraden, sei es im Verhältnis des Vorgesetzten zum Unten qebenen oder des Führers zur Gefolgschaft lenen gewinnenden Zauber gütiger Menschlichkeit aus die sich bei allem Ernst, mit der Heiterkeit eines köstlichen auch unter schwersten Prüfungen nie versagenden Humors verbindet. Sein Verhältnis zu Höhergestellten wie zu Untergebenen richtet er aus auf die kameradschaftliche Forderung „selbstlos em- zufvrinqen, wo man des Nebenmannes Schwachen weiß auch da, wo man sie beim Vorgesetzten heraus- fühlt" Im Verhältnis des Vorgesetzten zum Untergebenen lehnt er ein „falsches Sichgleichstellen , ein ' sich volkstümlich beliebt machen, mit dem gar nichts gewonnen ist", ab. Durch „feinfühlend sich aus= wirkendes Interesse für Heimat und Familie durch „warmherzige Aussprache zur rech en Zeit, frei von militärischem Zwang", sucht er „treue ^^lgschast für das ganze Leben zu schaffen . Das ist ihm ge lungen, wohin er auch kam. Das harte Geietz vom Befehlen und Gehorchen löste sich 'N se'ner^and in väterlicher Führung und begeisterte Gefolgschaft aust Mögen diesem seltenen Manne noch viele Jahre segensreichen Wirkens für Volk und Vaterland be- schieden sein. , t zier-Beruf ergriff. „Nicht aus Abenteuer-Lust jugendlicher Begeisterung, sondern aus einfacher Ueberlegung heraus" wählte er die Seeoffizier- Laufbahn und trat 1886 in die Kaiserliche Marine ein. Mit „Ernst, Fleiß und Ausdauer" kämpft er sich durch die ersten harten Jahre seemännischer Erziehung Nach Kommandos bei der Torpedo-Waffe, Die damals auf den kleinen Booten einen ganzen Mann erforderten, anschließend in Ostafrika, wo er mit Wißmann in Berührung tritt, und auf der Marine-Akademie, erhält er als Admiralstabsoffi- zier beim Kreuzer-Geschwader 1900 während des Boxer-Aufstandes in den schweren Kämpfen um der für die GPU. erfahrungsgemäß genügt um jeden etwaigen Widerstand zu brechen Daß 'ogar der frühere GPU.-Chef Jagoda selbst, der seinerzeit wegen krimineller Verbrechen verhaftet wurde, nunmehr als Landesverräter in einem öffentlichen Prozeß auftreten wird, entbehrt nicht des besonderen Interesses. . Natürlich sind nicht alle gestürzten Sowjetkory- phäen unter den 21 Angeklagten zu finden. Man vermißt insbesondere die bisherigen Dolkskommis- fare Rudsutak. Antipow, Meschlauk, Bubnow, Kaminski sowie zahlreiche verhaftete Sowjetdiplomaten. Aber es dürfte zunächst den Veranstaltern dieses Schauspiels weniger darauf ankommen, mit einem Schlage mit all den gestürzten, verschollenen oder verhafteten ehemaligen Spitzenfunktionären aufzuräumen. Der Zweck des bevorstehenden Prozesses dürfte es vielmehr fein, der Sowjetöffentlichkeit eine Art von „Rechtfertigung" stür dis furchtbare Säuberung der letzten Mo- nate zu liefern, die dem Ausmaß dieser Aktion entsprechend auch die nötigen bombastischen An- klagen ms Feld führen muß. Selbst wenn man die Frage beiseite lassen wollte, ob diese ungeheuerlichen Anschuldigungen gegen die bisherigen Vertrauten des Kreml im Partei- und Staatsapparat der Sowjetunion begründet oder erfunden sind, wird man zu dem Ergebnis kommen, daß die fürchterliche moralische Erschütterung des Sowjetstaates unbestreitbar geworden ist. Auf „AnwÄsuna der Spionagedienste ausländi- cher Staaten", heißt es in der Mitteilung, habe die genannte Gruppe sich organisiert, um Spionage zugunsten ausländischer Staaten zu treiben sowie „Schädlingsarbeit, Sabotage und Terror auszunützen, die Militärmacht der Sow- etunion zu untergraben, einen militärischen 11 e b e r f a H dieser Staaten auf die Sowjetunion, die Niederlage der Sowjetunion, die Zerstückelung der Sowjetunion, die A b t r e n n u n g ber Ukraine, Weißrußlands, der mittelasiatischen Sowjetrepubliken, Georgiens, Asserbeidschans und der fernöstlichen Küstengebiete zugunsten derselben Staaten und chließlich den Sturz der Sowietregie. runq herbeizuführen sowie die Wiedecherstellung des Kapitalismus und der Macht der Bourgeoisie zu verwirklichen." Der „oppositionelle Trotzkisten-BIock" werd-, wie Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vni» und Verlag: vrühlsche Unioerfitätsörudcrd R. fange in Sieben. Schriftleitung und SeschSftxftelle: Schulftratzt?_______ Don A. Scheibe, Fregattenkapitän a. D. Vizeadmiral Adolf von Trotha entstammt einer alten preußischen Offiziersfamilie. Der Vater fiel als Hauptmann und Kompanie-Chef im 4. Garde- Grenadier-Regiment .Königin" im Oktober 1870 beim Sturm auf Le Bourget, als er feinem zu Tode getroffenen Regimentskommandeur beisprang. Der Großvater nahm unter Blücher am Freiheitskriege teil. Vorfahren haben in der Armee Friedrichs des Großen bei Roßbach und Leuthen gekämpft und geblutet. Es entsprach also der alten Familien- Tradition, wenn auch Adolf von Trotha den Offi- Don Admiral von Trotha ist soeben -in Büchlein: „Persönliche- Br e - R-d en dienen Ä Dr M von Burgen ta Verla-, nA Martin'Warneck, Berlin, herausgegeben hat. (Preis kart 2 80 RM mit vielen Bildern.) G^ieraladmiral Rn-der der Oberbefehlshaber der Kr,-gsmar.n°, ha" ebenso wie der Jugendführer de-- D-usichen R-i- LhL" Md°m"unf ÄeM£, von Trotha gibt selber einen kurzen Abriß seines Le- b-ns. In der Wmchals Schekr. Als'WechielMe H Geschichte unveränderlich deutschen des Staves an uer Lrjcheini rüg Itrh. autzer Sonntags and Feiertags Betlagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monals-vezngsprets. Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte e 180 Zustellgebühr „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt zernsprechanfchlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Gießen Postscheckkonto: firaittfurt am Main 11686 Tientsin die Feuertaufe j Die 1901 erfolgende Berufung in den engeren Mitarbeiterstab des Admirals von Tirpitz, bei dem er die nächsten fünf Jahre bleibt, wird für seine Laufbahn und für sein ganzes späteres Leben entscheidend. Zwischen den beiden Männern entsteht . ein immer enger werdendes persönliches Vertrau- . ensverhältnis, 'dessen Herzlichkeit und Tiefe neben der Spannweite der ausgetauschten Gedanken besonders aus dem Briefwechsel zwischen den beiden Männern herausleuchtet. (Siehe „Volkstum und Staatsführunq" und die Biographie „Tirpitz", beide von Vizeadmiral von Trotha.) Mit Stolz dart Trotha sagen, daß der Großadmiral „kein Geheim- Nis vor ihm gehabt hat". Dieses enge, sich spater zur Freundschaft entwickelnde Bertrauensverhaltms zu seinem „Meister" bleibt auch bestehen, als Trotha ?n der folgenden Zeit Admiralstabs-Ofs.z.er be. der Flotte Kreuzer- und Limenschiffskornmandant, Ab teilungschef im Marine-Kabinett und gleichzeitig Flügel-Adjutant des Kaifrs wird. ~ Es vertieft sich im Weltkriege, der Trotha von 1916 bis zum Ende als G E) e f d" Stabes der Hochseeflotte und damit als ersten Berater an der Seite des Admirals Scheer sieht. In dieser verantwortlichen Stellung erlebt er Krönung fei"Er®eae"fJWfteÄnuh?qe^ ?eLnne. °e7 übe^qt®' unV m "die Ties- We, W die wägende Vorsicht, dl- all- Entschlüsse vo reifen läßt, bildete eine glückliche Ergänzung zu dem beweglichen Temperament seines Fl°ttench, Er war in des Wortes wahrster Bedeutung ° , - Seele des Flotten-Stabes. Seine in. KiDinoi ,'s. wsru— Kampf für eine bessere deutsche Z ? „Der smsäääAää- der Vergangenheit m den Ösen zu w l ^ln- terstütsi die Widerstandobewegung^g-g^^^ ber nähme des Versailler D ... öarüber ge; Schmachparagraphen, urtd äußert „Ich genüber dem Reichswehrmmis w ,T grage bitte, sich daran zu ^"^^^achparagraph-n Perber Nichtannahme der Scktmachpar^g stelle, sönlich vor das Off 8 brauchen auf mei- — Können Sie mich danach ni m < n dann bin N-M Posten, dann werde ^ch sosv g^rine aus,asb ich aber sicher, daß sich die g° S mi» Sonst erwarte ,ch daß d - Resl-run« « > vorgeht, wie ihr das richt g erschein^ verhaften laßt, oder ”^ [ie I 1 1 ( Massen und Ich kann von d'°lem «'andpu kt r-ck2(bgang werde all- Folgen trägem m ! ausopserungs- aus der Warme w.dm-t ^r;,ch m,t freudiger Hingabe der• JS n Deutschlands. CEr "beginnt lie in richtiger Erkenntnis b-, der Sn- Frieden oder d i e zwischen st aatllchen Beziehungen Oesterreichs zu einem anderen Staat ernstlich gefährdet, wird unbeschadet einer strafgerichtlichen Ahndung von der Bezirksoerwaltungsbehörde mit einer Geldstrafe bis zu 2000 Schilling oder ArreftbiszudreiMo- » a t e n bestraft. Bei wiederholten Verstößen gegen diese Bestimmungen kann die Bewilligung zur Herausgabe der Zeitung für eine bestimmte Zeit oder für dauernd entzogen werden. personalveränderungen in der Vaterländischen Front. Wien, 27. Februar. (DNB.) Bundeskanzler Dr. Schuschnigg hat Personaloeränderungen in der Vaterländischen Front angeordnet, die mit der notwendigen Konzentration aller Patrioten begründet wird. Der Landesleiter der Vaterländischen Front in Steiermark, Dr. G o r b a ch , ist in das Amt des Frontführers berufen worden. Seine Stelle hat der Generalsekretär der Vaterländischen Front, Z e r - natto, selbst übernommen und mit ihrer Leitung den Generalsekretärstellvertreter der Vaterländischen Front, Jng. D w o r s ch a k, betraut, der bereits nach Graz abgereist ist. Die Landeshauptleiter von Niederösterreich Dr. Reicher, von Salzburg Dr. R e h r l und von Tirol Dr. Schumacher sind zu den Landesführungen der betreffenden Gebietsorganisationen der Vaterländischen Front berufen worden. Dr. I u r y ist zum Stellvertreter des hauptpolitischen Referenten bei der Frontführung ernannt worden. VolkspoNti- scher Referent beim Amt der Frontführung ist Innenminister Dr. Seyß-Jnquart. Dr. Jury entstammt dem nationalen Lager und gehörte dem Siebenter Ausschuß für nationale Befriedung an. Hochschulen und höhere Schulen in Graz geschloffen. Dien. 27. Febr. (D71B.) Nachdem am Freitag die Grazer Hochschulen gesperrt worden sind, wurde jetzt die gleiche Maßnahme auch für alle höheren Schulen getroffen, wie lange die Sperre dauern wird, ist nicht bekannt. Ausländische Hetzer entlarvt. Gefälschte Dokumente als „Grundlage" für dreiste Anschuldigungen der AO. Luxemburg, 26. Febr. (DNB.) Vor dem Polizeigericht in Luxemburg wird ein Prozeß verhandelt, der einen aufschlußreichen Einblick in Praktiken der internationalen Brunnenvergifter gestattet, die durch ihre schamlose Hetze gegen das neue Deutschland immer wieder eine wirkliche Befriedung der Welt verhindern. Angeklagt sind ein gewisser, mehrfach vorbestrafter Rasselet und ein Journalist Mailing, die mit Hilfe gefälschter Dokumente die unglaublichsten Verleumdungen gegen die AO. der NSDAP, verbreitet haben. Die luxemburgische Monatsschrift „Die neue Zeit" hatte im Sommer vorigen Jahres auf Grund angeblich echter Urkunden behauptet, die AO. in Luxemburg sei eine Spionage - und Best e ch u n g s z e n t r a l e, die „ungeheure Summen" an die „Faschisten" Luxemburgs, Belgiens, Frankreichs und Englands zahle (!). Vor allem habe auch der Führer der Rexiften, De grelle, großen Summen erhalten. Die deutsche 'Gesandtschaft hatte sich sofort gegen diese unverantwortliche Hetze verwahrt, und die in den Sudeleien mit voller Namensnennung angegriffenen Personen hatten Verleumdungsklage eingereicht, der sich der Staatsanwalt auf Veranlassung der luxemburgischen Regierung angeschlossen hatte. Die Ermittlungen des Staatsanwaltes ergaben, daß die angeblichen „Urkunden" sämtlich gefälscht waren, und zwar durch Rasselet, der sein Verbrechen auch bereits eingestanden hat. Dabei konnte festgestellt werden, daß Rasselet den alten Stempel eines Sportvereins in einen Stempel der AO. umgefälscht hatte. Der Journalist Molling mußte zugeben, daß er von der Fälschung der Dokumente gewußt hat. Der Staatsanwalt, der betonte, daß die Angeklagten offensichtlich böswillig gehandelt haben, hat gegen beide Fälscher Gefängnis beantragt. Das Urteil steht noch aus. „Am Scheidewege." England mutz die wahre Lage erkennen. London, 28. Febr. (DNB.) Im Observer schreibt Garvin: „Welcher Weg führt zum Frieden?" Die mit dem Rücktritt Edens aufgeworfenen Fragen umfaßten den ganzen Komplex der Weltpolitik und alle Realitäten einer Wahl zwischen Frieden und Krieg. Man könne nur hoffen, daß Besprechungen mit Deutschland den englisch-italienischen Besprechungen parallel liefen. Die Tat Chamberlains beruhe nicht auf Schwäche, sondern auf Mut und zeichne sich durch Entschlußkraft aus. Man stehe aber wieder einmal an einem Scheidewege. Niemals sei der Weg, der zum Frieden und der, der zum Kriege führe, klarer vorgezeichnet gewesen. Ein Erfolg der Opposition in dieser Frage würde sicher und schnell zum Kriege führen. Eden habe zugegeben, daß der Frieden nur auf der Grundlage eines Kompromisses zwischen demokratischen und autoritären Staaten Zustandekommen könne. Mussolini habe den ernsten Wunsch geäußert, mit der britischen Regierung in eine Besprechung aller Streitfragen einzutreten. Er habe nicht versucht, der britischen Regierung die Hände zu binden, und das Kabinett sei ebenso wenig wie vorher gezwungen gewesen, irgendwelche Vorschläge anzunehmen. Wenn Mussolini dabei darauf verwiesen habe, daß es die letzte Möglichkeit zu Besprechungen sein könnte, habe er die wahre Sachlage in Europa beleuchtet. Nur eine tiefwurzelnde Feindschaft könne daraus eine Drohung an die britische Regierung oder ein Eingeständnis eigener Schwäche herauslesen. Das in einer derartigen Unterstellung liegende doppelte Uebel zeige, wie aufgewühlte Leidenschaften weiter vergiften und wie Kriege gemacht würden. Beim gegenwärtigen Stand der Dinge bedeute ein Verharren beim Prinzip die Zer- störung der diplomatischen Beziehungen zwischen Demokratien und autoritären Staaten. ♦ Die englische Links Opposition hat ihre Ankündigung wahr gemacht und entfacht gegen die Regierung Chamberlains eine große Demon- strationskampagne. Während des Wochenendes find etwa 100 „P r o t e ft v e r s a m m - l u n g e n" organisiert worden. Ueberall griffen Frankreichs Außenpolitik bleibt im alten Gleis. Berftändigunesversuche mit den autoritären Staaten, aber Festhalten an Moskau und Genf. Paris, 26 Febr. (DNB.) Außenminister D e l - b o s erklärte vor der Kammer, in der gegenwärtigen Lage Europas fei es die erste Pflicht Frankreichs, „seine materiellen und moralischen Kräfte auf ein Höchstmaß zu entwickeln". In diesem Sinne habe die Regierung eine neue Anstrengung für die Landesverteidigung beschlossen. Die letzten Ereignisse seien schwerwiegend, aber Frankreich sei nicht isoliert, „noch sei die Genfer Liga unwiderruflich zur Schwäche verurteilt". Der Krieg sei keineswegs unvermeidlich. Einige schlügen eine Politik der Zurückhaltung und der Beschränkung auf den Westen vor. Das hieße vergessen, daß Frankreich, außer seinem materiellen Vermögen auch ein moralisches zu verteidigen habe. Frankreich wolle nicht der Gendarm der Welt sein. Warum sollte man Unterstützungen ankündigen, die Frankreich nicht gewähren könne? Die Frage der Beziehungen zu Italien sei mit den englischen Ministern ausführlich behandelt worden. Es fei wünschenswert, daß den Streitigkeiten in Spanien ein Ende gesetzt werde. Wenn die Entsendung von Menschen und Waffen eingestellt würde, würde eine allgemeine Liquidation möglich werden, in die die abessinische Angelegenheit eingeschlossen werden könnte und die von Genf gebilligt werden würde. Nachdem Delbos sodann sein Vertrauen in die Solidarität zwischen England und Frankreich bekundet hatte, erinnerte er an die Freundschaft Frankreichs zu Polen und der Kleinen Entente. Weiter erklärte Delbos, er vertraue ayf die „Friedfertigkeit" des französisch - sowj etrussifchen Paktes. Die Regierung sei entschloßen, ihn loyal anzuwenden. Die Regierung werde nach wie vor die Genfer Liga verteidigen, deren Schwäche man, Rechnung tragen müsse. Einige Großmächte seien gegen Genf. Die französische Regierung schließe daraus nicht, daß eine Verständigung mit diesen Staaten unmöglich sei, aber eine Verständigung setze einen gemeinsamen Willen voraus, Europa vor dem Zusammenbruch zu retten, von dem es bedroht sei. Wenn Europa nicht untergehen wolle, müsse es aufhören, sich zu zerreißen. Delbos ging dann auf die Donaufrage ein und bekräftigte aufs Neue die Freundschaft Frankreichs zur Tschechoslowakei. Er erklärte, daß die Verpflichtung Frankreichs gegenüber der Tschechoslowakei gegebenenfalls treu ein- gehalten werden würde. Die Bestrebungen der Negierung würden darauf gerichtet sein, loyal Möglichkeiten der Entspannung zu suchen. Sie habe jedoch den Willen, um dieser Entspannung willen nichts preiszugeben. Der Abgeordnete M o n t i g n y (Linksdemokrat und Unabhängiger Radikaler) erklärte, er habe eine undankbare Rolle zu erfüllen mit der Feststellung, daß Frankreich nicht mehr die Politik seiner Vorliebe spielen könne, sondern die der Notwendigkeit und seiner Möglichkeiten führen müsse. Große Worte seien das schlimmste. Wirtschaftliche Sühnemaßnahmen? Das abessinische Abenteuer habe ihre Nutzlosigkeit erwiesen. Eine Mobilisierung? Die Zeit des Rheinlands und des Brenners sei vorüber. Es sei für Frankreich heute unmöglich, über Belgien zu marschieren. Weiter sei die deutsche Industrie stärker als die französische, und der Erzeugungsrhythmus in Deutschland sei schneller als in Frankreich, das sich gegenwärtig in voller Krise befinde. Unter diesen Umständen müsse man bj e Außenpolitik den militärischen Möglichkeiten analeichen. Der Ab- aeordnete machte dann den Vorschlag einer Abstimmung, in Oesterreich, die von Neutralen kontrolliert werden könne und stellte die Frage, ob die Regierung überhaupt die Möglichkeit habe, eine Politik der „Würde" zu führen. Was bedeute die Forderung der Kommunisten, daß die Regierung das Recht in Spanien wiederher st eilen müßte? Entsendung von Kriegsmaterial würde ein Vorwand für andere Länder sein, das gleiche zu tun. Seien die Vorräte Frankreichs an Kriegsmaterial so groß, daß eine Abgabe an Spanien durchgeführt 'werden könnte? Der ehemalige TNinisterpräsident Flandin übte scharfe Kritik an der Außenpolitik der Volksfront, die sich auf wertlose Garantien der Genfer Liga stütze. Das System der „kollektiven Sicherheit" platze überall. Der Genfer Verein habe so oft versagt, daß man sich nicht auf ihn stützen könne. Flandin trat für Verhandlungen mit Italien und Deutschland ein. Diejenigen, die von Unter- Handlungen mit Deutschland abrieten, hätten die Jugend beider Länder nicht befragt. Der weitaus überwiegende Teil der Jugend sei für eine Verständigung. Auf neue Ereignisse könne man eben nicht mit alten Formeln antworten, wenn die Regierung eine Entscheidung noch länger hinaus- schiebe, könnte es zu spät sein. Ministerpräsident Chautemps erklärte, es sei ungerecht, Frankreich für Schwierigkeiten verantwortlich machen zu wollen, die es nicht verschuldet habe. Es sei notwendig, unter den Franzosen eine Einigung über klare Auffassungen herbeizuführen, die man sich dann aber auch zu verteidigen entschließe. Die Regierung lehne schon jetzt gewisse Forderungen ab, wie beispielsweise den Verzicht auf die kollektive Sicherheit, der zur Folge haben würbe, daß die kleinen Staaten den Großmächten ausgeliefert würden. Was die Verständigung mit den totalitären Staaten angehe, so erlaube es weder die Sorge um die französische Sicherheit, noch diejenige um die Würde Frankreichs, eine Derzichtspolitik zu betreiben. Mit deutlicher Anspielung auf die kommunistischen Forderungen erklärte Chautemps dann, daß die Regierung andererseits aber auch eine sogenannte Aktivierungspolitik ablehne, da sie für den Frieden gefährlich sei. Der französisch-fowjetrus- fische Pakt fei für Frankreich kein ideologisches Abkommen. Er stehe allen offen und bedrohe niemanden. Er sei ein Friedens- und fein Kriegsinstrument. Man müsse sich daher davor hüten, den Zweck dieses Paktes zu ändern, um nicht bei den Nachbarn Frankreichs gewisse Besorgnisse auszulösen. Das Ziel Frankreichs fei nicht zwel sich gegenüb er stehende Blocks, sondern Sammlung aller friedliebenden Nationen, um den Krieg zu'verhindern. Er glaube, tzaß Frankreich, ohne die Freundschaft zu England, die die Grundlage der französischen Politik darstelle, irgendwie zu trüben, seiye überlieferungsmäßige Politik fortsetzen könne. Die Genfer Liga sei die beste Garantie des Friedens und der Zivilisation. Frankreich hege gegenüber dem italienischen Volke Gefühle freundschaftlicher Sympathie. Es wäre glücklich gewesen, mit der italienischen Regierung neue Abkommen zu treffen. Aber es seien Konflikte aus- gebrochen, die die französische Regierung aufrichtig beendet sehen möchte. Wenn Frankreich genügende Garantien für die Nichteinmischung in die spanischen Angelegenheiten und die Aufrechterhaltung der Lage im Mittelmeer erhalte, würde es sich außerordentlich glücklich schätzen, die Beziehungen zu Italien enger zu gestalten. Der TNinisterpräsident ging sodann auf die deutsch-französischen Beziehungen ein. So friedliebend Frankreich auch sei, und so sehr man eine Annäherung wünsche, so müsse man doch zugeben, daß die letzten Ereignisse und Erklärungen nicht geeignet seien, diese Annäherung zu erleichtern. (?) „Ich bestätige nach Poon Delbos", so betonte Chautemps, „daß Frankreich sich nicht seiner Pflicht entziehen kann, die mitteleuropäischen Staaten und die Tschechoslowakei zu beschützen." Frankreich könne auch nicht die Einmischung ausländischer TNächle in Spanien dulden. Es werde nicht unter dem Druck von Drohungen auf eine Politik verzichten, die ihm zur Ehre gereiche. Chautemps gab fodann der Hoffnung Ausdruck, daß es ihm gelingen werde, deutsch-französische Annäherungsoerhandlungen zu einem glücklichen Abschluß zu führen. Auf „gewisse Drohungen" habe die französische Regierung durch die Verstärkung der Landesverteidigung und die Beschleunigung der Herstellung des Rüstnngsmaterials geantwortet. Das französische Volk müsse sich darüber klar werden, daß man in eine „Periode der Energie" ein trete. Die französische Republik werde im Frieden und nicht im Kriege die Hindernisse überwinden, die sich ihr entgegenstellen. Um Mitternacht fand die außenpolitische Aussprache mit der Bekanntgabe des Abstimmungsergebnisses über die Vertrauensentschließung für die Regierung ihren Abschluß. Für die Regierung haben 439, gegen die Regierung 2 Abgeordnete gestimmt, der Rest von etwa 160 Abgeordneten hat sich der Stimme enthalten. Die Soivielregiemng als Weberin der Verschleppung des Generals Miller entlarvt. General Skoblin war pariser Spitzel der GM. Vertreter der Linksopposition mit ihren gewöhnlichen Argumenten die Regierung an. Auch der Führer der Opposition, Attlee, befand sich unter den Rednern. Der englische Faschistenführer Sir Oswald Mosley sprach sich dagegen in einer Versammlung am Sonntag für die Politik Chamberlains aus. England habe sich i n einer ähnlichen Lage wie vor 1914 befunden. Chamberlain habe schließlich die „verrückte englische Politik" erkannt und den richtigen Weg eingeschlagen. In bezug auf die deutsche Koloyialforderungen sagte Mosley, es sei immer gut, vernünftig eZuge- st ä n d n is s e zu machen. Keine Illusionen. Die Tschechoslowakei muß sich auf sich selbst verlassen. Prag, 28. Febr. (DNB. Funkspruch.) Der Vorsitzende der tschechischen Agrarpartei, Abgeordneter Beran, erklärte, man dürfe sich nicht in Sorglosigkeit über die Sicherheit des Staates einwiegen lassen. Breite Schichten des Volkes in der Tschechoslowakei seien nicht genügend über die Entwicklung der letzten Jahre unterrichtet worden. Dadurch könnten sich leicht Enttäuschungen einstellen. Wenn sogar England durch den Mund seiner Politiker verkünde, daß es sich geirrt habe, so wäre es gewiß ein Fehler, wenn man in der Tschechoslowakei die Wahrheit verheimlichen wollte. Wenn die englischen Politiker die kleinen Völker warnten, so sei das richtiger, als wenn man enttäuscht würde. „Ich glaube nicht an einen Krieg", sagte Beran, „ich glaube im Gegenteil, daß wir diese schweren Zeiten überwinden werden. Wir dürfen nur unsere Nachbarn nicht unnütz reizen. Wir müssen uns in erster Linie auf uns selb st verlasse n." Rumäniens neue Verfassung in Kraft. Bukarest, 27. Febr. (DNB.) Rumäniens neue Verfassung wurde Sonntag mittag im Rahmen eines Staatsaktes i n K ra f t g e s e tz t. Im Thronsaal des Schlosses nahm Ministerpräsident Patriarch Miron Cristea in Anwesenheit des Kabinetts, der Generalität, der hohen Geistlichkeit und der Vertreter der in- und ausländischen Presse das amtliche Ergebnis des Volksentscheides vom 20. Februar von den höchsten Richtern des Landes entgegen und brachte es König Carol zur Kenntnis. Der Patriarch und die Minister (außer dem kranken Marschall Averescu) schworen nacheinander den EidaufKönigund Verfassung und unter* .zeichneten das neue Grundgesetz des rumänischen Staates, darauf gelobte der König, die Verfassung zu bewahren und stets zu verteidigen. Er dankte allen, die am Zustandekommen der Verfassung beteiligt waren und sicherte dem schaffenden Volke die gerechte Vertretung seiner Belange zu. Dann nahm der König, neben dem der Kronprinz stand, die Glückwünsche des Diplornati- s ch e n Korps entgegen. Dor dem Schloß waren die Führer und Führerinnen der rumänischen Staats- lugcnö „W a ch t des Landes" aufmarschiert, für deren Huldigung der König vom Balkon des Schlaf- ses aus dankte. Paris, 28. Febr. (DNB-Funkspruch.) Der Untersuchungsrichter in der Verschleppungsangelegenheit des weißrussischen Generals Miller, der am 22. September vergangenen Jahres spurlos verschwunden ist, wird nun die Zeugenvernehmung fortsetzen, nachdem die Untersuchung in den letzten Wochen zu der einwandfreien Feststellung geführt hat, daß die Sowjetregierung bzw. die GPU. die Urheber dieser Verschleppung waren. Der „Matin" weist darauf hin, daß General S k o b l i n , der bei der Verschleppung des Generals Miller ebenfalls verschwunden ist, das ausführ en de Organ der GPU. gewesen ist. Als Chef einer weißrussischen Organisation in Paris, dessen Aufgabe darin bestand,'Beobachter nach Rußland zu schicken, um sich über die politische und wirtschaftliche Lage zu unterrichten und den Widerstand gegen das Sowjetregime zu organisieren, arbeitete Skoblin Handin Hand mit Moskau. Er teilte der GPU. jeweils die Entsendung eines Beobachters mit, so daß die Leute beim Betreten sowjetrussischen Bodens sofort verhaf- Berlin, 26. Febr. (DNB.) In Gegenwart zahlreicher Vertreter der Partei, der Staates und des kulturellen Lebens sowie der ausländischen Presse wurde die von München nach Berlin gebrachte Ausstellung „Entartete Kunst" eröff- n e t. Die Schau dieser Machwerke hat gegenüber der Ausstellung in München noch eine Erweiterung durch früher in Berliner Galerien gezeigte Scheußlichkeiten erfahren. Die Eröffnung fand im alten Reichstagsgebäude statt. Reichskulturwalter SA.- Brigadeführer Mo r aller zeigte in feiner Ansprache, wie notwendig es sei, das Gedächtnis der Menschen und Völker wachzuhalten und immer wieder zu wecken. Während der Systemzeit hatten breite Schichten des Volkes überhaupt keinen Einblick in den vollen Umfang des kulturellen Zusammenbruches in Deutschland. Deswegen konnten auch die Vertreter und Verteidiger der Zerfallskunst, soweit sie es nicht vorgezogen hatten, unter Zurücklassung ihrer „Werke" aus Deutschland zu verschwinden, bald nach der Machtübernahme wieder auf den Plan treten, um den Versuch zu machen, ihre „Kunst" weiter an den Mann zu bringen, bis der Führer am Tag der deutschen Kunst in München ein für allemal reinen Tisch machte. Mit überzeugenden Worten zeigte M o r a l l e r, wie weit diese nur durch ihre Frechheit noch übertroffene Instinktlosigkeit jener kulturellen Halbwelt gegangen ist, wie eindeutig die Tendenz der Zersetzung und Zerstörung aller Werte war, wie verheerend die Ergebnisse dieser Derfallsperiode für unser kulturelles Leben waren. Nur in der restlosen Entlarvung liege die Gewähr, daß niemals wieder auf t e t werden konnten. Mehr als 10 solcher Beobachter sind spurlos verschwunden, es unterliegt keinem Zweifel, daß sie nicht mehr Unter den Lebenden weilen. Die Tätigkeit Skoblins hat in weißrussischen Kreisen nach und nach Mißtrauen erregt. Das veranlaßte General Miller, feine weiteren Agenten mehr nach Sowjetrußland zu senden. Skoblin lief dadurch Gefahr, bei der GPU. in Ungnade zu fallen. Hierauf ist sein Plan zurückzuführen, G e - neral Miller z u entführen, um fid) selbst an die Spitze der Weißrussen in Paris zu stellen, und seine Spiönagetätigkeit fortsetzen zu können. Die Untersuchung hat ferner ergeben, daß der sow- jetrussische Dampfer „Marja Uljanowa", an dessen Bord General Miller wahrscheinlich entführt wurde, den Hafen Le Havre sofort verlassen hat, nachdem der Pariser Kraftwagen auf dem Hasen- gelänöe eingetroffen war, der Stunden vorher an dem Orte gesehen worden war, an den Skoblin den General Miller hinbestellt hatte. deutschem Boden der Versuch einer Wiederholung mit Aussicht auf Erfolg unternommen werden könne. Wer einen Blick in diese Ausstellung geworfen habe, wisse, daß sie keiner Erläuterung bedürfe. Das Volk selbst solle sich in dieser Ausstellung, die nach dem Willen des Führers in allen größeren Städten des Reiches gezeigt werde, sein Urteil bilden über die vielgestaltigen Formen des bolschewistischen Chaos, die von Bürgerkriegs- fabrikation, sexueller Perversität, Zynismus in religiösem Gewände, pazifistischer Harmlosigkeit und barbarischer Primitivität bis zum kalten Wahnsinn, hinüberwechseln. Auch aus den schier unerschöpflichen gedruckten jüdischen Bekenntnissen gab Moraller zahlreiche Beispiele harmloser und unverhüllter Dernichtungswut, des Wahnsinns und der Verbrechen, die von Fremd- rassigen an der Seele der deutschen Nation begangen worden sind. Das nationalsozialistische Deutschland wolle nicht die Kunst reglementieren, es rufe das Volk selbst zum Richter auf, in der Gewißheit, daß sein gesundes Fühlen und Empfinden der entarteten Kunst mit der gleichen Unfehlbarkeit das Urteil sprechen werde, mit der es die seinem deutschen Wesen gemäße Kunst heute schon erkannt habe als den wahren Ausdruck der ewigen deutschen Seele. Neichsminister, 2)r. Goebbels besuchte am Sonntagmittag die Ausstellung „Entartete Kunst", die gut besucht war. Der Minister besichtigte ein- gehend die Dokumente der Verfallzeit, die nun auch in Berlin der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. x Ausstellung „Entartete Kunst" in Berlin. Eröffnung durch Reichskulturwalter Moraller. Generalsüdmarschall Görings Zagdbeuie in Sialowieza zessin. * r Pariser Stadt« d r e fein, aber nicht unterliegen, Lebensauffassung verhindert, so erfüllt vom Begriff des Nichtigkeit des Emzellebens der Stunde. Die Chinefen Kavallerie und Infanterie zusammen- fehten, die Nordostgrenze von Korea bei Keikoh überschritten. Obwohl der gröszte Teil des Verbandes am 26. wieder auf sowjetruffifches G e - biet übertrat, blieben kleinere Abtei- t r !N T* r :Ä‘ s ie n Wie geht'S den Kindern? Im Sommer haben sie Sonne, Lust und Freiheit in Fülle, aber jetzt sehen sie doch etwas mitgenommen aus. Appetitlosigkeit, Müdigkeit und Blutarmut sind die deutlichen Merkmale der Stubenluft. Geben Sie Ihren Kindern das blutbildende Bio- f er rin, damit sie kräftig und widerstandsfähig werden. Bioferrin ist in allen Apotheken erhältlich. X'b'X r a \ (BAYER) \E / XrV China wird besiegt weil es die chinesische Seine Philosophie ist Weltganzen, von der lungen auf koranischem voden zurück. Sowjetrussische Flugzeuge haben außerdem zweimal die Grenze überflogen. Das japanische Hauptquartier hat die nötigen entschiedenen Am kommenden Sonntag findet die März-Reichs- straßensammlung des Winterhilfswerkes statt, bei der diese hübschen Porzellanfiguren, die die einzelnen deutschen Wehrmachtsteile und Waffengattungen veranschaulichen, zum Verkauf gelangen. — (Scherl-Bilderdienst-M.) erzwingen und um den Bolschewismus in Östasien auszutreiben. In diesem Vorhaben läßt es sich nicht durch britische Schlachtschiffe in Honkong und durch nordamerikanische Rüstungen hindern. immer keine Nation. Der Begriff eines Vaterlandes ist erst neueren Datums. Hauptstadt abstattete. Eine japanische Militärmission besichtigte in Begleitung des Militär- und Marineattach^s der japanischen Botschaft in Rom die Fiat- Flugzeugwerke in Turin und wohnte auf dem Flugfeld Mirafiori Hebungen der italienischen Luftwaffe bei. Bolschewistische Grenzverletzung im Fernen Ost. Sowjettruppen überschreiten die Nordostgrenze von Korea. Tokio. 28. Febr. (DNV.-Funkspruch.) Wie das Kleine politische Nachrichten. Das deutsche Panzerschiff „Admiral Scheer" kam Samstagmorgen in Gibraltar an. Konteradmiral von Fischet war bei einem Besuch an Bord des britischen Schlachtschiffes „Nelson" Gast des Admirals Sir Roger Back - House. * Der österreichische Bundespräsident Mikl as hat dem Botschafter v o n P a p e n in Ab- , schiedsaudienz empfangen. Der Botschafter ist inzwischen von Wien abgereist. lasse, könne nur als eine Teillösung betrachtet werden. Er könne nur wiederholen, daß eine Versöhnung zwischen Irland und Großbritannien unmöglich sei, solange die Einheit Irlands nicht hergestellt werde. * Der nordirtsche Finanzminister I. M. Andre w s , der während der englisch-irischen Verhandlungen in London war, erklärte bei seiner Rückkehr nach Belfast, die Frage der Teilung Irlands sei jn London nicht b e r ü h rt worden. Die Teilungsfrage sei schon seit 1921 mit dem englisch-irischen Vertrag erledigt. und der Geschehnisse ... ________ leben ebenso für das heute wie für das Jahr 2038. Die Japaner aber sind Kinder des 20. Jahrhunderts, der heutigen Zivilisation, und die Ziele ihrer Politik sind enger begrenzt, Tokio hat erklärt, daß es alle seine Machtmittel einsetzen wird, um in seinem Sinne einen Dauerfrieden mit China zu Mainzer Iubiläunis-Iaffenacht. Die ganze Mainzer Bevölkerung und die nähere und weitere Umgebung nimmt mit Hingabe Anteil an dem 100jährigen Jubiläum des Mainzer Carneval - Vereins. Oberbürgermeister Dr. Barth hatte Ihre Tollitäten Prinz und Prinzessin Carneval Martin I. und Hildegard I., das närrische Staatsministerium des MCV., das Komitee des Mainzer Carneval-Clubs und die Generalitäten der Garden zu einem Empfang geladen und überreichte dem Prinzenpaar und dem Präsidenten des Mainzer Carneval-Vereins, Heinrich Bender, eine große Denkmünze und eine künstlerisch ausgeführte Urkunde Darauf trugen sich das Prinzenpaar und Ministerpräsident Bender m das Goldene Buch der Stadt ein. Prinz Carneval Martin I. dankte für die hohe Auszeichnung. Ministerpräsident Bender sah den schönsten Lohn für die Mühe des MCV. in dem außerordentlichen Erfolg der Jubiläumskampagne. Am Nachmittag erfolgte vor dem närrischen Hoftheater die Vereidigungder Gar- distenrekruten. Kriegsminister Fritz Eberhardt verkündete die allgemeine Mobilmachung aller stehenden, laufenden und liegenden Heeresgruppen und nahm ihnen den Schwur auf das närrische Banner ab, Kämpfer zu sein im Streit bei Weck Worscht und Woi mit dem Schlachtruf: Määnzer Blut is kä Buttermilch. Die Uraufführung des von Josef La m b met verfaßten preisgekrönten Fastnachtsstücks „W e n s hott, den h o t t' s" oder „Die Rache der Narretei" im „närrischen Hoftheater" lißs vom -stapel. In köstlichen Szenen, zu denen Georg Zimmer- Emden Gesangseinlagen in der musikalischen Bearbeitung von Fr. Menge beisteuerte, ließ das Ensemble unter stürmischem Beifall die drollige Handlung ablaufen. Der Präsident des rate, Failliot, und seine ersten Mitarbeiter in der Stadtverwaltung, sowie Vertreter verschiedener Ministerien und der französischen Eisenbahnen trafen zu einem mehrtägigen Besuch in Köln ein. Sie erwidern damit den Besuch des Oberbürgermeisters Dr. Schmidt, den dieser anläßlich der Pariser Weltausstellung, wo Köln durch einen eigenen Pavillon vertreten war, der französischen Wohin söhri Zapans Weg? Äon E. v. llngern-Sternberg. In der Mandschurei und im Norden Chinas war die japanische Marschstraße seit langem vorgezeichnet. Ein gelegentliches diplomatisches und strateai- sches Zurückweichen blieb Schein. Wenn der Marsch einst zum Stehen gekommen ist, so wird man es Weltgeschichte nennen. Noten und Proteste, die ge- Auch in Düsseldorf ist das Narrenschiff mit vollen Segeln in die drei tollen Tage hineingesteuert. Der Samstag brachte mit vielen luftigen Festen den Auftakt. Am Sonntag setzte das Fastnachtstreiben m den Straßen ein. Den Hauptanziehungspunkt bildete die große närrische Parade von dem Prinzen Karl. In fröhlichem Zug zog das närrische Volk an dem Prinzenpaar vorüber und brachte ihm humorvolle Huldigungen dar. Es war eine prächtige Schau. Eine Gruppe origineller als die andere. Unter den Zuschauern sah man viele auswärtige und ausländische Besucher. Glanzvoller Münchener JaschiflgSzug. Der Münchener Faschingszug war auch in diesem Jahr ein Ereignis, das dem Rufe Münchens als Stadt des Frohsinns und des Humors Ehre machte. Mit den zahllosen auswärtigen Gästen waren mindestens 300 000 Zuschauer aus der Stadt herbeigeströmt, um den Zug mit dem Motto „Das Narrengericht, närrisches Zeitgeschehen im Spiegel des Humors" vorüberziehen zu sehen. Eine zündende Nummer folgte der anderen. Daß auch unsere Soldaten Humor haben, bewiesen die vielen Gruppen „Bunter Oktoberfest-Bilderbogen", gestellt von Wehrmachtsabteilungen der Münchener Garnison. Schallendes Gelächter empfing die „Leseblüten der Auslandspresse". Spaß machten auch die Gruppen vieler Betriebe und Innungen, die u. a. ein „ferngeheiztes Röhrenkleid für Damen" und an Stelle des Tierkreises einen regelrechten „Bierkreis" zeigten Nicht weniger als 21 Untergruppen stellte die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" unter der Devise „Wimmerlmoos wird Kurort". Schließlich nahte der prunkvolle Höhepunkt mit acht Wagen der Narrhalla und auf einer riesigen Lokomotive der Faschingsprinz Michl I. mit feiner Prin- Am Sonntagmorgen zogen die Garden zum großen Wecken aus. Prinz und Prinzessin Carneval hielten eine gewaltige Heerschau vor dem narnichen hoftheater ab. Am Nachmittag hielt der Mainzer Carneval-Derein seine große Prunk- und y r ? nv densitzung. Nach dem Eröfsnungsstuck und dem Einzug des Prinzenpaares konnte Präsident B e n - der Gäste aus ganz Deutschland begrüßen. Mit stürmischem Beifall wurde die Mitteilung begrufzt, daß auch Gauleiter und Reichsstatthalter S p r e n - g er sich unter den Ehrengästen befinde. In der gesteckt vollen Narhalla herrschte eine glanzende Stimmung. Tolle Tage in Köln und Düsseldorf. Unter dem Zepter von Prinz Hubert I Haben in ßöln die drei tollen Karneva Ist a g e begonnen Am Samstagabend wurde der Kölner Karneval mit dem traditionellen Geisterzug einge- leitet. In Kostümen und Masken, in denen der nar- rifcbe Frohsinn Triumphe feierte, begleiteten die ge- spensterhaften Gestalten den Kölner Prinzen zum Rathaus, wo ihm der Stadtschlussel überreicht wurde. Am Sonntag strömte die Bevölkerung mit zahlten Gästen aus allen Teilen Deutschlands in die Innenstadt um den Aufmarsch der sogenannten Deed e l s z o e g" zu erleben in denen der Kölner Karnevalshumor sich am echtesten äußert. X Bei der Jagd in Bialowieza, an der Generalfeldmarschall Goring auf Einladung des polnischen Staatspräsidenten Moscicki teilnahm, gelang es dem Generalfeldmarschall, sechs Wildschweine zu erlegen. Unser Bild zeigt Hermann G ö r i n g vor der Jagdbeute. (Scherl-Bilderdienst-M.) Prinz Karneval schwingt sein Zepter. wechselt werden, bleiben beschriebenes Papier, aber ; mit dem Papier stopft man keine scharf geladenen > Kanonen. Es gibt in Japan kein Zurück und scheinbar , auch keine Ruhepause. Man kann sich kaum über die Tatsache Hinwegtäuschen, daß die aktiven und stim- mungsgemäßen Schwierigkeiten, die sich Japan auf feinem Wege entgegenstellen, überwunden werden, denn die Wirren im „Fernen Westen" begünstigen das japanische Bestreben. Beim japanischen Vorgehen ist jedoch zu bedenken, daß es Tokio nicht auf den Neuerwerb riesiger Landstrecken auf dem asiatischen Kontinent ankommt, die für die japanische Kolonisation untauglich sind. Es will vielmehr Abflußmöglichkeiten für den Überschuß feiner Bevölkerung und Absatzgebiete für feine Produktion finden, es will sich gegen die Ansteckung durch den Bolschewismus sichern. Deshalb zeigen seine Wegweiser nach dem Süden. So geschieht es denn, daß der Ferne Osten nicht nur vor großen Ereignissen steht, sondern sich schon mitten in der Umwälzung befindet. ' Dem Vordringen Japans stellen sich verschiedene Machtsphären entgegen. Im Pazifik haben die Vereinigten Staaten gegen Japan ein Parallelprogramm der Kräfte gebildet, dessen Zentrum die hawaiinseln mit dem Kriegshafen Pearlharbour bilden. In diesem amerikanischen Bollwerk sind mehr als 50 v. h. der Bewohner Chinesen oder Japaner, das ist eine ostasiatische Wachstumsspitze mitten im amerikanischen Kraftfeld. Eine Seitenlinie des Parallelogramms erstreckt sich vom Panamakanal nach dem Oelhafen Dutch-Harbour auf den Aleuten und biegt von hier ab nach Cavite auf den Philippinen, das den Verträgen gemäß zum mindesten bis zum Jahre 1945 ein militärischer Stützpunkt der USA. bleibt. Der andere Schenkel geht von Cavite nach Tuila auf Samoa. Die japanischen Gegenlinien weisen von den stark befestigten Bonin-Jnseln nach Formosa und nach den früher deutschen Marianen und Karolinen, im ganzen 3900 größere und kleinere Inseln. — Englands Hauptaufgabe ist die Sicherung des Weges nach Indien und nach feinen fernöstlichen Kolonien (Singapur, Hongkong). Durch den japanischen Vorstoß auf Kanton ist die strategische und politische Bedeutung Hongkongs besonders in das Blickfeld der interessierten Machte getreten. Die Europäer, die Hongkong nicht kennen, mögen sagen: Hongkong ist ein Seehasen in China, der England gehört. Das trifft aber nicht die ganze Wahrheit. Die Chinesen sagen: Wir haben den Engländern einen Hügel aus Granit abgetreten, aber sie haben ihn in einen Berg von Gold verwandelt. Hongkong ist eine Insel, die nur 83 qkm groß ist. Sie ist vom Festland durchweinen 400 Meter breiten Kanal getrennt. Auf dem Festlande besitzt England weitere 930 qkm. Die beiden Städte, Viktoria auf der Insel und Kaulun auf dem Festlande find durch einen schmalen Kanal getrennt. Der Hafen gehört zu den schönsten der Welt, er umfaßt eine geschützte Wasserfläche von 30 qkm. Hongkong ist- nicht nur eine erstklassige Flotten- und Flugzeugbasts, es ist auch der Zentralsitz der meisten großen Unter- nehmungenin China. Auf der Marinewerft.trifft man Kriegsschiffe aller Gattungen, vom Schlachtschiff bis zum Unterseeboot, und im Flughafen auf dem Festlande Flugzeuge aller Typen. , Aber so imponierend die britische Feste tn den südchinesischen Wassern auch ausnehmen mag, fo ist ihr Einflußradius im gegenwärtigen Konflik doch ein begrenzter. Hongkong in Verbindung nut Singapur ist als Schutzwall im fudchmefi chen Meere gedacht, als ein Riegel vor dem Jndimien , Meere. Es ist ferner zu beachten, daß wenige Kilo- ( meter vor Hongkong die kleine nur 11 Quadrat- ( Kilometer große portugiesische Kolonie M a. c a o ! liegt, die strategisch keinen Wert hat, weil der ha- < fen verschlammt und für größere Schiffe unzugang- < lieh ist. Aber Macao mit feinen 0p'umhohlen und ; Tanzsälen entzieht sich der britischen Beaufstchti- , gung unb ist ein Sammelplatz fiir Abenteurer und ; Spione di von dort über Flottenverschiebungen , und andere militärische Dinge berichten konnem Hongkong muß unwillkürlich .auch durch die nahe Nachbarschaft von Kanton in ^Dlitleibenfdjaft fl - Aoaen werden. Operationen auf dem Perlfluß berühren britisches Gebiet, und die Japaner werden kaum auf die Dauer die über Hongkong geleiteten Waffentransporte für die bei Kanton stehenden G$iclma3fflenkann5porte, die aus dem fran3Ö|iWen Indochina über Pünan ins Innere Chinas ge- MWMMW Sä»»“ «KBss -finÄV« « B- 5= nimmt seinen Fortgang. 3f erf men, so wäre damit auch das h nierian kong in japanischen Hunden. Aber ryr gnbOs auch die Verbindung nut dem stanz^M müfeig, china wurde unterbrochen. Es ist v woIlenz die aus diesen Tatsachen Schluff 3 ^Mcirisch unter« sich schicksalhaft weiter entwickeln. M °ber liegt China aus allen Fronte . ? und Um- trösten sich mit der Tatfach, $ ^rettet hätten fang China in der Vergangenheit gerer - uni? jetzt wieder tun wurden , Ih« PH. ermöqlicht es den Chmejen z i - 6ie gQpa> das Heute nicht ankommt «" J Mongolen, ner, ebenso wie einst die Mandschu^ mürben Die im Gewimmel der ^in*n i|( daß die japa- Ausgeklärteren allerdings w I , besseren Nische U-b-rl-g-nheit nicht allei (udjen Massen und in der b° '°r-n Ehrung ist, !>- wissen, d°b, w°nn J p einen mw Macht °rgre>st, die Levoirer Handel roirt seriellen Vorteil hab Geordnete, wenn auch sich entwickeln und eine georonei z^hlstand bürokratische R°»>erungs!°rm wmd ben Herder ärmsten »“ WS Die furchtbaren „Bremen, Schlüssel zur Welt" Italien beteiligt sich an der großen deutschen Kolonialausstellung. Brernen, 26. Febr. (DNB.) Vorn 25. Mai bis 19. Juni 1938 gelangt in Bremen die vom Institut für Deutsche Kultur- und Wirt» schastspropaganda veranstaltete Ausstellung „Bremen — Schlüssel zur Welt" zur Durchführung. In der „Miliza Faseista" veröffentlicht jetzt Direktor General Melchiori einen Artikel, in dem er seine Reiseeindrücke in der Hansestadt Bremen unter der Überschrift „Bremen — Schlüssel zur Welt" schildert. Der General stellt fest, daß Bremen heute Deutschlands größter Einfuhrhafen ist. Nych einer Würdigung der Verdienste des Nationalsozialismus um die Verwirklichung der nationalen Einheit und nach einem Rückblick auf die traurige Periode kommunistischer Herrschaft erklärt Melchiori, daß Bremen sich heute insbesondere auf eine wichtige Aufgabe vorbereite, da es zum Sitz der neuen deutschen Kolo- nialausftellunq ausersehen sei, der .Welt Deutschlands Recht auf Rückgewin- nung seiner Kolonien vor Augen zu führen. Italien beteilige sich in großem Stil an dieser Ausstellung, und zwar mit einer geschichtlichen Darstellung seiner Eroberungen in Afrika und der kolonisatorischen Fähigkeiten des faschisti- scheu Italiens. Diese Ausstellung könne man als die „Italienisch - Deutsche Kolonialaus- ft e 11 u n g" bezeichnen. Bei feinem Besuch in Bremen brachte der Verfasser zum Ausdruck, daß man die Beteiligung Italiens an der Ausstellung von zwei Gesichts- punkten betrachten müsse: Erstens, Italien werde m Bremen dem nationalsozialistischen Deutschland die italienische S a.1 i ö a r i t ä t für die deutschen Kolonialforderungen erneut betonen. Zweitens, Italien werde sein Recht, sich seinen Platz an der Sonne zu erobern, beweisen, denn es handle sich um ein Recht, das sich aus Italiens ungeheuren Werken in den alten Kolonien sowie den in den neuen Kolonien des Imperiums in Angriff genommenen Arbeiten ergebe. Die Bremer Ausstellung erhalte für Italien insofern eine besondere Be- beutung, als hiek ein neuer Beweis für b t e Brüderlichkeit zwischen Italien und Deutschland erbracht werde. Die nächste Ueichsstraßensannnlung. Hauptquartier der japanischen Armee bekannt gibt, haben fowjetrufsische Truppenverbände, die sich ausiAbwehrmahnahmen sofort ergriffen. Der Einladung des Oberbürgermeisters Reichsleiter Fiehler zum Ball der Stadt Münch e n waren zahlreiche Ehrengäste gefolgt, so Reichsaußenminister von Ribbentrop, Reichsschatzmeister Schwarz, Ministerpräsident Siebert und Gauleiter Staatsminister Adolf Wagner, der Kommandierende General des VII. Armeekorps, General der Infanterie Ritter von Schoberth, sowie zahlreiche weitere führende Persönlichkeiten aus Partei Staat, Wehrmacht, Wissenschaft, Kunst und Wirtschaft. Unter Mitwirkung hervorragender künstlerischer Kräfte zog ein glanzvolles Festspiel vorüber, dem um Mitternacht der prunkvolle Emzug des Prinzenpaares mit seinem Hofstaat folgte. De Valero über die engliich-irischen Verhandlungen wenig hoffnungsvoll. London, 28. Febr. (DNB. Funkspruch.) Der irische Ministerpräsident de Valero gab in einer Unterredung mit einem Vertreter der Preß Atzo- ciation wenig zuversichtliche Erklärungen über die englisch-irischen Besprechungen ab. Er fei fetzt fast vo11 ig verzweifelt, weil er nicht glaube, daß irgend eine Vereinbarung erzielt werden könne, die die Teilungsfrage mit einbeziehe. Jede Vereinbarung aber, die Irland in zwei Telle getrennt Unter Prinz Karnevals Szepter. Kleine deutsche Faschingskunde. Von Franz $. Schwarzenstein. Vor einigen Jahren hatte ich in Mainz während des Karnevals — hier sagt man allerdings meist „Fassenacht" — ein merkwürdiges Erlebnis: Wir saßen in einer der vielen gemütlichen, kleinen Weinkneipen der Altstadt, in die selbst während des Karnevals nur selten Fremde kommen, mit einer übermütig-lustigen Gesellschaft Mainzer Bürger zusammen. Es wurde gelacht und gescherzt, der urwüchsige Humor des hessischen Volkes schlug wahre Purzelbäume, und am lustigsten und witzigsten war ein schmalwangiger, dunkelhaariger Mann, der am Schmalende des Tisches gewissermaßen „präsidierte". Immer neue Spässe sprudelte er hervor. Dann und wann tätschelte er seinen prächtigen Schäferhund, und plötzlich sah ich, daß sein linkes Auge mit einer schwarzen Tuchklappe bedeckt war. Die Erklärung folgte bald: Dieser Mann, der als Inbegriff rheinischer Karnevalsfröhlichkeit erschien, er war blind! Und lächelnd gestand er mir später, daß er in der Faschingszeit keinen Abend ausläßt, um das schönste Fest seiner Heimat begeistert mitzufeiern. Kann es ein packenderes Zeugnis für die enge Volksverbundenheit des deutschen Faschings geben, als dieses kleine, aber tiefe Erlebnis mitten im buntesten Trubel der Fastnacht? Alle reißt es mit magischer Gewalt mit, jung und alt, reich und arm. An den Haupttagen des Karnevals schließen in den rheinischen Städten Büros und Läden und Schulen. Niemand soll von der Festfreude ausgeschlossen sein. Wochenlang wurden von den Talenten aus allen Kreisen der Bürgerschaft witzige Reden und Reime zusammengebastelt. Nun steigen Männlein und Weiblein in die „Bütt", die als Faß gestaltete Rednertribüne der Karnevalssitzungen, und attackieren mit ihren Pointen die Lachmuskeln der Zuhörer. Viele holen ihre farbigen Kostüme aus den Truhen, schmücken sich mit Papierblumen und lustigen Hüten, nehmen die „Pritsche" zur Hand, jenes lärmörzeugende Instrument aus Holz oder Pappe, ohne das nun einmal ein rechter Karneval nicht vorstellbar ist, und hinaus geht's auf die Straße! Wer nicht gleich erkannt sein will, wenn er einem lieben Mitbürger — oder besser einer hübschen Mitbürgerin — mit der „Pritsche" ordentlich eins auf den Rücken gebrannt hat, der legt dazu eine Gesichtsmaske an. Hei, was gibt das manchmal für „Schlachten" in den Straßen! Ganze Berge zerschlagener Pritschen liegen hinterher auf dem Pflaster, und die Straßenfeger freuen sich sogar beim Auskehren darüber; denn je mehr Pritschentrümmer, desto besser die Stimmung. Schon die Kinder tun dabei in hübschen Kostümen mit: allerliebste kleine Biedermeierdämchen oder Rokokoherrchen, Pierrots und Pierretten trippeln einher und wetteifern mit den süßen Miniatur-Marketenderinnen, kleinen Mädchen, die sich in hohen Schaftstiefelchen unter kurzen, bauschigen Röckchen im Lager der Karnevalsgarden tummeln! Karnevalsgarden! Das ist wieder eine jener Erscheinungen, die den Karneval in Düsseldorf und Köln, in Mainz und Mannheim und München so reizvoll machen. Ganze Bataillone in ihren Absichten durchaus friedlicher Soldaten marschieren in prächtigen Rokokouniformen auf, angeführt von kecken Offizieren hoch zu Pferd, die mit blankem Degen vor den Schönen der Stadt salutieren und dabei sanft den federgeschmückten Dreispitz neigen. Sie haben sogar ihren General, diese Faschingssoldaten. Er wird jedes Jahr neu bestimmt; er hat eine märchenhaft schöne Filmprinzenuniform an und wohnt im besten Hotel, selbstverständlich umgeben von einem nicht weniger prunkvoll gekleideten Generalstab. Vor dem Hauptquartier steht unbeweglich die Wache mit einem Gewehr, das niemals schießen wird, weil es nur aus Holz ist... Und das Schilderhaus sieht aus wie eine riesige Sektflasche ... Die Aufgaben dieser „närrischen Armee" sind leicht; sie bestehen im wesentlichen darin, gut auszusehen, hin und wieder einen tüchtigen Schluck aus der Feld (Wein-) flasche zu nehmen und den Prinzen Karneval oder die Prinzessin samt dem zugehörigen Hofstaat zu schützen. Vor wem, das hat sich bisher noch nicht herausgestellt, es sei denn vor allzu stürmischen und zahlreichen Verehrerinnen und Verehrern .. Dieweilen so ein richtiger Faschingsprinz meist ein hübscher, lieblich anzuschauender Sohn seiner Stadt sein soll... Was von einer Prinzessin als selbstverständlich vorauszusetzen ist! Die Münchener sind sogar auf den Einfall gekommen, ihrem Prinzen eine weibliche Gapde mitzugeben; 24 ausgesucht hübschen Münchener Mädels ist der Beherrscher des Faschings anvertraut, und in einem prächtigen Thronsaal wird er die Besucher aus aller Welt zur Audienz empfangen. Im „Rosenmontagszug", diesmal am 28. Februar, ersteht in allen Karnevalsstädten — nach zahllosen Faschingsbällen, Redouten, Balpares, Kappensitzungen, Fremdensitzungen, Kreppelkaffees, Damensitzungen, Haubensitzungen, Maskenbällen unter der Leitung des „Elferrats" — der Höhepunkt des Karnevals. Witz und übermütige Laune, aber auch Humor und derbe Kritik werden bei der Ausstattung der Wagen und Kostümgruppen freigebig verspritzt; die Garden marschieren mit Musik und Troß auf, und die Luft ist erfüllt vom Jauchzen der oft mehr als hunderttausend Köpfe zählenden Menge: ein herrliches, packendes, unvergeßliches Bild! Neben diesem eigentlichen Karneval, der Formen der altrömischen „Saturnalien" mit Resten der altgermanischen Feier der Wintersonnenwende und mancherlei Traditionen der Neuzeit vermischt, lebt in Deutschland noch eine zweite Art des Faschings. Für sie paßt eigentlich der Name „Karneval" nicht, weil sie durchaus eigene Gesetze und Formen hat. In bestimmten Teilen Südwestdeutschlands, besonders in Baden, Württemberg und der Bodenseegegend, hier und da auch in den Bayerischen Alpen, erhielt sich aus grauer Vorzeit die Narrentradition. Um die „Fastnacht" oder „Fasenacht", d. h. die Fasel- oder Schwärmnacht, weil „Faseln" nichts anderes als Possentreiben bedeutet, gehen die nach bestimmten Regeln kostümierten und maskierten „Narros" auf die Straßen. Etliche schlagen mit riesigen Glocken Lärm, andere singen althergebrachte Lieder, necken die Zuschauer, verlesen ©ünöenregi« [ter, verteilen Zuckerwerk an die Kinder und treiben mancherlei Allotria. Eine solche „Fasnet" in den schon durch ihre mittelalterliche Architektur äußerst reizvollen Städtchen — Rottweil, Villingen oder Offenburg im Schwarzwald, in Stockach oder in UeberUngen am Bodensee ist für immer unvergeßlich. Bei den großen Umzügen der Narrenzünfte oder beim „Narrentreffen", das alle zwei Jahre in einer anderen Stadt des alten Alemannengaues stattfindet, tragen die zünftigen Narren ihre bunten Kleider und holzgeschnitzte, handbemalte Larven. Hinzu kommen allerlei symbolische Attribute wie gewaltige mit Holzmehl gefüllte Würste zum Necken der Zuschauer, Fuchsschwänze als Zeichen der Schalkheit, Glocken, Holzschwerter, Stäbe mit Kuhschwänzen, Holzklappern usw. Besonders künstlerisch im Ausdruck sind die Holzlarven der Dillinger „Narros", die dazu weiße, mit Tierfiguren bemalte Anzüge und bis 60 Pfund schwere Glocken tragen. Aehnlich sehen in Konstanz die „Hemdglonker" aus, deren Name schon darauf hindeutet, daß sie zu bembartigen Gewändern große Schellen tragen, mit denen ein toller Lärm, vollführt wird. In einer anderen Bodenseestadt, dem altertümlichen Ueberlingen, treiben die „Karbatschenkneller" ihr Wesen, indem sie wahre Peitschenknallkonzerte vollführen. In Elzach treten „Schuddige" mit Teufelsmasken und „Taganrufer" auf und hänseln mit langen hölzernen Scheren die Menschen am Wege. Bersihmt ist endlich der Rottweiler „Narrensprung", ein Fast- nachtsumzug von mehr als 300 maskierten Narren in farbenprächtigen, originell geschmückten Gewändern, bei dem alle Teilnehmer sich in bestimmtem Takt tanzend und springend durch die Stadt bewegen. Schellen erklingen, Pritschen klappern, und die traditionellen Narrenreime und Narrenrufe erfüllen die Luft. Dazu tritt das „Juchzgen", der ohrenbetäubende Narrengruß, der in nichts anderem als der in verschiedenem Tonfall wiederholten Silbe „Hu" besteht... Mögen die äußeren Formen beim rheinischen und Münchener Karneval und bei der südwestdeutschen Fastnacht auch verschieden fein, innerlich besteht doch ein inniger Zusammenhang; das fühlt der Besucher gerade dann deutlich, wenn er nach Schluß des Maskentreibens sich in den alten Schenken zu den Menschen setzt: Es gilt hier wie dort des Alltags Griesgram zu vergessen und der Lebens- bejahung eine Hekatombe der Fröhlichkeit zu opfern! Dritter Film-Volkstag. Im ganzen Reich hatten sich über 2200 Lichtspielhäuser in den Dienst des Film-Volks« t a g e 5 gestellt und verhalfen dieser von der Volksverbundenheit des neuen deutschen Filmschaffens zeugenden großzügigen Werbeveranstaltung zu einem vollen Erfolge. Der Besitz der Film-Fibel, die für 10 Pf. zu erwerben war, gab vielen Gelegenheit, Spitzenwerte der deutschen Filmindustrie zu sehen. In jedem Kino gab es ein volles Programm mit Wochenschau, Kultur- und Hauptfilm, die von den Verleihern bereitwillig für den guten Zweck zur Verfügung gestellt worden waren. Die große Beteiligung aus allen Kreisen der werktättgen Bevölkerung ließ den Tag zu einem schönen Auftakt für die in den nächsten Tagen in Berlin stattfindende Jahrestagung der Reichsftlmkamrner werden. Wetterbericht Die Umgestaltung zu einer Westwindwetterlage hat über das Wochenende rasche Fortschritte gemacht, so daß bereits der Sonntagvormittag einen Durchzug der ersten Störungsfront, aber noch keine nachhaltige Verschlechterung brachte. Die vom Atlantik ausgehende Wirbeltätigkeit setzt sich fort und wird auch bei uns wechselhaftes, unbeständiges Wetter bringen. Aussichten für Dienstag: Wechselnd bewölkt und zeitweise auch Regen. Bei lebhaften Winden aus Süd bis West mild. Lufttemperaturen am 27. Februar: mittags 9 Grad Celsius, abends 6,7 Grad; am 28. Februar: morgens 4,9 Grad. Maximum 9,9 Grad, Minimum heute nacht 3,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 27. Februar: abends 0,2 Grad; am 28. Februar: morgens 0,7 Grad. — Niederschläge 2,5 mm. — Sonnenscheindauer 2,8 Stunden. Wintersportberichl. Schwarzwald. Feldberg: heiter, —4 Grad Celsius, Gesamtschneehöhe 180 cm, Pulverschnee, Schi und Rodel sehr gut. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum, schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder- Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt dec Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. I. 38: 11000, Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K °G., sämtlich in Gießen. Manatsbezugs- preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. im 60. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Mathilde Stracke und Kinder Gießen (Bergwerk), den 28. Februar 1938, I310D Statt jeder besonderen Anzeige. 1307 V Minna Weigel und Kinder. Gießen (Schillerstraße 19), den 28. Februar 1938. 0889 Die Beerdigung findet auf Wunsch des Entschlafenen in aller Stille statt. Spezialiabrik vergibt Gen.-Vertrieb für gef. gesch. Haushaltschlager. Umwälz., vrakt. Ernndg. Schon ansängl. 70-80 Mk. Wochenverdienst nachweisbar. Berus gleich, a. Nebenberuf (Handwerker). Mit 100—200 Mk. Betriebskapital sol. Eristenz. Zuschr. u. 5768 an Dr. Glock’s Anzeiq.-Expeflition, Karlsruhe. ______________________________1305 V Für die erwiesene Teilnahme beim Heimgang unseres lieben Entschlafenen sagen wir allen herzlichen Dank. Vermietungen*! 3-Zimmer- Wohnung mit Badezimm., Bodenkammer u. Gartenanteil im südl. Stadtteil zum 1. April zu vermieten. Schriftl. Bewerbungen erbeten Baugenoffenfthoft 1894. e.G.m.v.6. Gietzen - 1316^ | Mietgesuche | HM« ev. mit 3-Zim.- Wohnung zu miet, gesucht. Schriftliche Angebote unt. 0887 an d. Gieß. Anz. Ordentliches Tagesmädchen gesucht. i3i2D Am Nahrungs- berg 16 I. Stellenangebote Suche anständig, ehrliches Mädchen für tagsüber. Schriftliche Angebote unt. 0800 an den Gießener Anzeiger erbet. Auf sofort Halbtagsmädchen nicht unter 18 I. gesucht. i3iiD Vorzustellen zw. 3u.4Uhrnachm. Auf der Weinerde 6 II. beiDr.Hemnann [Stellengesuche! Miet« würde Haushalt führen bei 1 ob. 2 Personen geg. Kostu.Wolmung Schr.Ang. unter 0890 an d.G. A. Verkäufe Radio (Allstrom) für 40 Mk. zu verkaufen. Schriftl. Angeb. unt. 0885 an d. Gieß. Anz. Gestern abend entschlief sanft nach langem Leiden unsere liebe, gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Schwester Dr. Auguste Haase, geb. Weicker Dr. Elisabeth Hoffmann, geb. Weicker Dr. Karl Weicker Georg Haase, Studienrat Dr. Wilhelm Hoffmann Else Weicker, geb. Sauer und vier Enkel. Darmstadt, Karlstraße 97. den 26. Februar 1938. Bochum, Frankfurt a. M.-Höchst, Mainr Heute morgen um B1/» Uhr entschlief sanft nach schwerem Leiden mein lieber Mann, unser unvergeßlicher Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Die Beerdigung findet am Montag, dem 28. Februar, nachmittags um 3 Uhr, auf dem Friedhof an der Nlederramstädter Straße statt. Beileidsbesuche dankend abgelehnt Frau Auguste Weidcer geb. Schoedler Witwe des Oberregierungsrates Friedrich Weicker. Hugo Stracke Fahrsteiger i. R. Gewinnauszug 5. Klasse 50. Preußisch-Süddeutsche (276. Preuß.) Klasseu-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 17. Ziehungstag • 26. Februar 1938 In der heutigen Dormittagsziehung wurden gezogen 4 Gewinne -u 10000 RM. 144959 226819 6 Gewinne zu 5000 RM. 121023 265196 282741 16 Gewinne zu 3000 RM. 21956 49680 58766 159222 231365 247344 248531 320270 10 Gewinne zu 2000 RM. 19852 57450 100368 338497 397977 48 Gewinne zu 1000 RM 3304 31717 67436 84951 91736 127592 133958 158719 184292 203374 227098 252719 260196 261005 264594 277023 307469 315016 327356 337246 342443 346795 354283 381729 100 Gewinne zu 500 RM 4137 13075 29360 35446 36692 45193 45941 64756 65714 70577 74757 75458 82264 88319 88500 105193 133797 154956 156830 159978 160013 162709 166416 169947 174630 176108 182341 189418 210944 228053 228693 231892 257672 278758 278875 284031 287125 292774 294337 296632 307874 311469 315566 331225 357171 357313 358655 364199 365504 393412 2150 3932 5241 110687 137082 160273 178133 192907 208708 222857 237722 262467 271104 305147 322683 352721 367084 390922 108965 134653 159069 175318 189963 203976 222202 234944 254942 270856 290016 320616 348605 366997 388595 112886 149199 163296 180385 194478 209191 226217 241434 264914 276308 305198 326126 355498 374313 391251 114473 152272 164540 181281 197155 214067 228567 243187 266808 277425 305281 331729 359319 375496 395328 153889 165859 181977 198875 217082 230674 244303 267866 283085 305930 332389 362738 378837 397274 214 Gewinne zu 300 RM ---------- 22884 25066 28720 33172 36033 42424 55696 62556 64403 71889 79953 91053 ------ ------ ------ . - 115416 21247 54583 94385 125886 158948 167222 187345 200155 222118 233116 254443 270350 287648 312783 343555 366878 387379 Vn der heutigen Nachmittagsziehung wurden gezogen 2 Gewinne zu 30000 RM. 150640 2 Gewinne zu 10000 RM. 227150 4 Gewinne zu 5000 RM. 185824 240111 2 Gewinne zu 3000 RM. 166215 12 Gewinne zu 2000 RM. 75375 170208 218874 273913 324458 391284 46 Gewinne zu 1000 RM. 8384 34822 54703 69894 118946 171836 199952 208556 220448 227690 238372 256525 263916 265224 277981 311437 337586 339753 345237 352269 368287 369022 397624 72 Gewinne zu 500 RM 6235 16703 19588 20012 57028 58108 77941 83742 89020 100345 136735 165226 191699 195957 217908 218357 223128 232271 259888 264750 265856 280875 282496 285250 288830 297673 305230 3'3128 339040 339717 349231 353630 354062 372643 374253 381615 1977 4133 8476 14889 113031 119714 130641 172012 200282 219272 254372 276322 311573 345492 387243 121335 138236 179273 202507 220359 260924 276950 320321 346939 123011 148386 182753 203564 223725 267318 278646 321977 363896 105252 119561 126272 165411 194154 214357 249544 269574 298220 344832 379941 116702 124520 150282 187252 205035 224413 268518 282368 332788 365982 162 Gewinne zu 300 RM ---- ------ ---- 20215 28103 36582 39320 41602 45444 46136 49661 55799 67601 81444 96507 97801 99290 101322 117301 125100 154471 190246 209707 232941 269230 294626 339357 379248 55799 67601 81444 96507 97801 ----- ------ 113687 115078 3m Gewinnrade verblieben: 2 Gewinne zu se 1000000, 2 zu je 500000, 2 zu je 75000, 4 zu je 50000, 2 zu je 30000, 10 zu je 20000, 40 zu je 10000, 74 zu je 5000, 148 zu je 3000, 464 zu je 2000. 1158 zu je 1000, 2038 zu je 500, 4134 zu je 300, 97922 zu je 150 NM. Oeffentliche Mahnung. Das 4. Ziel Gewerbesteuer 1937 einschließlich der infolge endgültiger Veranlagung bis Ende d. M. fälligen Beträge und die 1. Rate Bürgersteuer 1938 werden hierdurch zur umgehenden Zahlung gemahnt, andernfalls muß die Beitreibung emgeleitet werden. Säumniszuschläge sind ab 1. März 1938 zu zahlen. Gießen, den 26. Februar 1938. 1315C Sladtkasse Gietzen. Faschingstrubel im Saalbau Waldtust Anfang 8.11 Uhr Alten-BUSeCk 1309D m.K./52v37b Zwangsversteigerung. Am Montag, dem 4. April 1938, vormittags 9 Ahr. wird im Amtsgerichtsgebäude in Gießen, Zimmer 204, das dem verstorbenen Bergwerksdirektor Wilhelm Hermann Meyer in Gietzen zugeschriebene Grundstück versteigert: 1300D Grundbuch für Gießen, Band 18, Blatt 794: Kr. 1, Flur IV, Nr. 157, hofreite Betrag am kleinen Steinweg, rechts der Schätzung (Gartenstrahe 28), 653 qm 25 000,— RM. Einheitswert (1.1.35) beträgt 24 000,— RM Gießen, den 24. Februar 1938. Im Auftrage des Amtsgerichts Gießen: Karle, Ortsgerichtsvorsteher. K 54/37- Zwangsversteigerung. Am Montag, dem 28. März 1938, vormittags 9 Uhr, werden im Amtsgerichtsgebäude zu Gießen, Zimmer 204, die der Appel, Marie, geb. Moll, Witwe des Georg Appel des Dritten zugeschriebenen Grundstücke versteigert: 1301D Grundbuch für Gießen, Band 66, Blatt 3954: Ar. 2, Flur VII, Ar. 91, Bauplatz am untersten Weiher, 1244 qm Ar. 3, Flur VII, Ar. 179, Acker auf dem Aulweg hinter dem Weiher, 137 qm Ar. 4, Flur VII, Ar. 180, Acker daselbst, 2483 qm Ar. 5, Flur IX, Ar. 85, Acker am Schlangenzahl auf dem Aulweg. 262 qm Ar. 6, Flur IX, Ar. 86, Acker daselbst, 4863 qm Ar. 7, Flur IX, Ar. 132, Acker am Schlangenzahl beim Zollstock, 2075 qm Betrag der Schätzung 4354,— RM. 411,— w 4345,25 „ 393,— „ 5835,60 „ 1556,25 „ Zusammen 16895,10 RM. Einheitswert (1.1.35) des Grundstücks zu Nr. 2 als Bauplatz = 4980,— RM., der Grundstücke zu Nr. 3 — 7 als landwirtschaftliche Grundstücke = 1450,— RM. Die Wirksamkeit von Geboten ist, soweit landwirtschaftliche Grundstücke in Frage stehen, aus Grunh der Grundstücksverkehrsbekanntmachung vom 26.1.37 i. Derb, mit der Ausf.-DO. vom 22.4.37 von der durch die Bieter im Versteigerungstermin bei Gebotsabgabe vorzulegenden Genehmigung des Kreisamtes Gietzen abhängig. Gieeßn, den 10. Februar 1938. Im Auftrage des Amtsgerichts Gießen: Karle, Ortsgerichtsvorsteher. eibwarmerWHasdien BORRMANN5: Gießen - Neustadt 5 - Ruf 4165 ■ _________________________________1313 A