Nr. 362 Erstes Via« Dienstag, 27. Dezember |938 188. Zahrgang Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen DkUck und Verlag: vrühlsche Universitatsdruckerel R. Lange ht Gießen. Zchristleitung und Geschäftsstelle: Zchulftratze 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzergen von70mm Breite 50 Rpf..Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.250/o mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Belegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- tu behördliche Anzeigen 6 Rpf. 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Motta auch mit scharfen und unzweideutigen Worten reinen Tisch machen und die unverschämtesten Lügenmärchen zurückweisen müssen, mit denen die Beziehungen zwischen der Schweiz und Deutschland vergiftet werden sollten. Daß er dabei soweit ging, eine der Hauptquellen lediglich nicht mit dem Namen, sonst aber völlig unverkennbar ^u bezeichnen, zeigt, für wie nötig er eine Warnung vor gerade dieser Quelle hielt. Und wenn im übrigen die erwähnten Kreise noch nicht die Hoffnung aufgegeben haben, daß namentlich auf wirtschaftlichem Gebiet die Schwierigkeiten gewissermaßen von selber, jedenfalls ohne einschneidende Aenderungen, wieder verschwinden könnten, so muß immerhin festgestellt werden, daß sich die durch die Abwertung des Schweizer Frankens im Herbst 1936 aufgepeitschte neue Konjunktur im Jahre 1938 langsam aber stetig verschlechtert hat, ohne daß, trotz Bewilligung namhafter Kredite für die Zwecke der Landesverteidigung und der sonstigen Arbeitsbeschaffung, bis jetzt ein Ende abzusehen wäre. Das einzige Gebiet, auf dem die Bilanz des Jahres 1938 für die Schweiz einigermaßen günstig ausfällt, ist somit das Gebiet der Außenpolitik, weil der Grundsatz der schweizerischen Neutralität von Deutschland, Italien und ...'der Genfer Liga erneut bekräftigt worden ist. Die letztgenannte Anerkennung war freilich eine zweischneidige Angelegenheit, weil es im Falle eines Streites der Liga auf Grund der neuen Formulierung vermutlich gelungen wäre, die Schweiz erst recht in den Konflikt hineknzuziehen. Immerhin kann man im Das Jechr 1938 war für die schweizerische Eidgenossenschaft durch das Bemühen gekennzeichnet, im Gegensatz zu den großen Umwälzungen, die vor allem in Europa, aber auch oerschiedenenorts sonst in der Welt zu verzeichnen waren, innerhalb des eigenen Herrschaftsbereichs möglichst wenig Aenderungen eintreten zu lassen. Da jedoch die weltpolitischen Entwicklungen selbst an der bedächtigen Schweiz nicht ganz spurlos vorübergehen konnten, ergab sich für die schweizerische Regierung die Alternative, entweder einen entschiedeneren, an das „Autoritäre" anklingenden Ton anzuschlagen, oder aber die „Regierungsplattform" zu verbreitern. Die Entscheidung der schweizerischen Regierung, bzw. der hinter ihr stehenden Kreise, hat in der Praxis darin bestanden, daß sie sich vorläufig nicht entschieden,- sondern gewissermaßen eine Politik des „weder — noch" betrieben hat: Die ursprünglich geplante Heranziehung des „gemäßigten" Teils der Sozialdemokratie zur „Regierungsmitverantwortung" ist einstweilen unterblieben, weil sich die Sozialisten in der Frage der Landesverteidigung, wie in der Frage der Arbeitsbeschaffung, wie in der Frage der Finanzwirtschaft, weder rückhaltslos noch schnell genug umzuftellen vermochten, aber auch weil die für die Schweiz immer mehr oder weniger beispielhafte innerpolitische Entwicklung in Frank- .reich eher weiter nach rechts als weiter nach links gerichtet war, und schließlich, weil matt in Bern im Laufe des Jahres zu Recht ober zu Unrecht den Eindruck gewonnen hat, daß die schweizerische Sozialdemokratie flügellahm geworden sei... Diese Politik, die eine Politik des Weiterwurstelns ist, konnte jedoch nur durch Mittel ermöglicht werden, von denen man mindestens sagen muß, daß sie nicht unbedenklich erscheinen: Um den bürgerlichen Durchschnitts-Schweizer aufzupulvern, ging man soweit, die Parole „Die Demokratie in Ge- gegebenen Konflikten zu feiner Zeit einfteUen will.. buriurmi uei ; In strenger Folgerichtigkeit mit dieser Außen-1 gefeiert wurde. Politik setzte 1938 eine in der holländischen Geschichte! beispiellose Ausrüstung ein. Es muß erwähnt werden, daß das Land in jahrelangem Vertrauen auf die Genfer Liga feine Landesverteidigung stark vernachlässigt hatte. Galt es darum, vorerst den Rückstand einzuholen, so zwangen die Ereignisse des Jahres das Land, schließlich weit darüber hin« auszugehen und eine Aufrüstung einzuleiten, die im Rahmen der Möglichkeiten das Höchstmaß einer militärischen Sicherheit.gewährleisten soll. Im Einklang nut' den außenpolitischen militärischen Zielen wurde auch die Wirtschaftspolitik des Landes jenen Bestrebungen untergeordnet, die man wohl niemals als autarkisch ansprechen kann, denen aber doch erkennbar der Wunsch nach möglichst weitgehender wirtschaftlicher Selbstbefriedigung zugrunde liegt. Dabei lassen sich gewisse Ansätze einer Wehrwirtschaft erkennen, und wenn auch Holland nie, in vollem Umfange auf Einfuhren verzichten kann, so geht doch das Bestreben der Regierung dahin, das Land wenigstens auf den lebenswichtigsten Gebieten der Wirtschaft fo daftchen zu lassen, daß Wiederholungen gewisser Gefahren aus dem Weltkrieg oermieben werden. Diese Umstellung Hollands auf allen Gebieten wäre kaum möglich gewesen, wenn nicht unter dem Zwange der internationalen Ereignisse das Nationalgefühl der Holländer eine Auferstehung erlebt hätte. Die politischen Gegensätze im Lande sind im letzten Jahre wesentlich abgeschwächt, und die Regierung kann, von unvermeidlichen Meinungsverschiedenheiten abgesehen, in den Grund- zögen ihrer Politik heute zweifelsohne auf die überragende Mehrheit des Volkes rechnen. Die Selbstbesinnung des Volkes auf das Vaterländische fand ihren Höhepunkt in der Anteilnahme des ganzen Landes an der Geburt der Thronfolgerin Beatrix am 30. Januar und äußerte sich erneut überzeugend gelegentlich des vierzigjährigen Regierungsjubiläums der Königin Wilhelmina, das im September von allen Washingtons Niederlage auf der panamerikanischen Konferenz. Eigener Bericht des Gießener Anzeigers. Sorgen der Eidgenossen. Ü8. B e r n, im Dezember 1938. Weltpolitik auf neuen Wegen. Oie Ausländskorrespondenten des Gießener Anzeigers berichten über die weltpolitische Lage zur Jahreswende 1938/39. feinen <5elbftänbigfe'itserroägungen heraus nicht mehr fortzusetzen wünschte. Das offene Bekenntnis zur neuen außenpolitischen Ausrichtung erfolgte in der letzten Septemberhälfte in Genf, wo sich die Niederlande von der einzigen politischen Verpflichtung, nämlich der aus dem Artikel 16 der Völkerbundsakte, vor aller Welt lossagten. Die kritischen Septembertage bewiesen im übrigen durch die Art der holländischen Abwehr- oorbereitungen, die nicht die geringste Zusammenarbeit mit den Mobilisierungsmaßnahmen anderer Westmächte erkennen ließen, die vollkommene Un- Haltbarkeit der gelegentlich immer wieder aufge- tauchten Gerüchte über das Bestehen politischer Abmachungen mit England. Schließlich hat die holländische Oeffentlichkeit einmütig eine engere politische Bindung selbst mit dem befreundeten Belgien abgelehnt, die in den Tagen des belgischen Königsbesuches Ende November von belgischer Seite nicht ungern gesehen worden wäre. Wenn so im Verlauf des Jahres mit Konsequenz die bestehenden wenigen politischen Verpflichtungen gelöst und anderseits neue politische Bindungen mit aller Eindeutigkeit abgewiesen wurden, so darf diese unzweideutige Selbständigkeitspolitik, wie Außenminister Patijn noch im November in der Kammer klar zum Ausdruck brachte, doch keineswegs als unbedingte Neutralitätspolitik angesprochen werden. Auch im Hinblick auf Neutralität will sich Holland seine vollständige Selbständigkeit bewahren, d. h. die volle Handlungsfreiheit, von Fall zu Fall zu entscheiden, wie es sich gegenüber überwiegenden Mehrzahl der amerikanischen Staaten keine Gegenliebe. Der Wortführer dieser Länder war Argentinien, das einen Gegenvorschlag einbrachte und dabei von dem an die USA. unmittelbar angerenzenden Mexiko besonders nachhaltig unterstützt wurde. Der Streit zwischen den beiden Richtungen war um ein einziges Wort entbrannt, das Wörtchen „a n - der e". Während die USA. nämlich dauernd nur von einer gesamtamerikanischen Einheitsfront gegen den Angriff eines nichtamerikanifchen Staates sprach, wollten Argentinien und seine Freunde diese Einheitsfront ganz bewußt auch auf Angriffe „a n - derer Staaten" ausgedehnt wissen; in diesem Falle also evtl, auch von einem amerikanischen Staat. Damit wäre aber der ganze nordamerikanische Plan ins Wasser gefallen, denn diese Einheitsfront konnte sich einmal durchaus auch gegen Nordamerika selbst richten. - So hatten sich die Gegensätze auf der Konferenz täglich verschärft und wurden von der gesamten Weltöffentlichkeit mit steigender Spannung verfolgt. Am Donnerstag war nun die Konferenz in ihr kritisches Endstadium eingetreten. Die argentinische Regierung hatte ihren Hauptoertreter Moreno in Lima wissen lassen, er habe unbedingt auf der eindeutig feftgelegten Haltung der argentinischen Regierung zu beharren und gegen jede andere Lösung zu stimmen. Damit hatte Argentinien alle anderen Möglichkeiten, so auch verschiedene Vermittlungsvorschläge, glatt zurückgewiesen. Die eindeutige und feste Haltung Argentiniens, das im Namen fast aller amerikanischen Staaten sich mit Schärfe gegen die nordamerikanifchen Dorherrschastsbestrebungen wandte, halte denn auch den gewünschten Erfolg: USA. zog feinen Vorschlag zurück, 21 Staaten stellten sich hinter Argentinien, der Vertreter der USA aber kehrte um eine Hoffnuna ärmer und eine lehrreiche Schlappe reicher nach Washington zurück. Enttäuschung in Reuyork. „Nur die Fassade einer gemeinsamen Front" N e u y 0 r k, 26. Dez. (DNB.) Nur mühevoll verhehlt die nordamerikanische Presse ihre bittere Enttäuschung über die Lima-Konferenz. Die Blätter geben zu, daß das Endergebnis weit hinter den ursprünglichen Erwartungen zurückbleibe. Die Sunday Times beschäftigt sich mit dem Solidaritätsproblem, wobei sie zugibt, daß der praktische Wert der Lima- ' Entschlüsse von dem Eifer abhängen werde, mit dem die lateinamerikanischen Staaten sie durchführten. Die New Port Herald Tribüne-schreibt, man hab- lediglich d i e Fassade einer gemeinsamen Front errichten können. Es handele sich dabei allerdings mehr um eine Warnung gegen einen unmittelbaren Angriff von außen als um einen Bremsschuh gegen „ideologische Durchsetzung". Die psychologische Wirkung der Lima-Deklaration habe leider durch wochenlanges Feilschen eine starke Einbuße erlitten. Alle Zeitungen sprechen mit schlecht verhohlenem Aerger von Argentinien als dem „Hauptschuldigen", der die geheimen und offenen Pläne Washingtons durchkreuzt habe, feine eigene Auffassung überall durchsetzen konnte uni) sich gegen die Einflüsterungen einer „totalitären Invasion" besonders störrisch, ja geradezu „empörend gleichgültig" gezei^ hab^ ------ ,—..., ... l schweizerischen Lager denken: „Ende gut, alles gut!", fahr!" entstehen zu lassen, was wiederum die Psy-1 der große Zusammenbruch der Genfer Liga nach chose der sogenannten geistigen Landesverteidigung, der Münchner Einigung hat diese Gefahr auch von sowie — namentlich im Herbst und im letzten Quar- j der Schweiz abgewendet. und Währungsfragen beinahe ebenfalls zu dem Ausbruch einer Krise in den letzten Wochen des Jahres geführt. Diese Schwierigkeiten hat der Finanzminister vorläufig durch die Ersetzung des liberalen Finanzminister Gerard durch den Katholiken Janssen zu überbrücken vermocht. Gerard mußte gehen, weil er eine Spar- und Deflationspolitik durchführen wollte, gegen die sich nicht nur die Sozialisten, sondern auch zahlreiche Wirtschaftskreise erhoben haben. Die Ausfuhrmöglichkeiten sind nämlich infolge des Sinkens, des englischen Pfundkurses in der letzten Zeit beengt worden, so daß sich die belgische Ausfuhr zu einer Senkung der Preise veranlaßt sah, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Anderseits mußten die Ein- sührwaren fünf Prozent höher als im letzten Jahr bezahlt werden. Immer mehr erhebt sich daher die Forderung nach Anlehnung des Belga an das englische Pfund, was einer Entwertung des Belga um etwa sechs Prozent gleichkommen würde. Die Frage einer Revision der Wirtschaftsund Währungspolitik wird sich daher höchstwahrscheinlich der Regierung zu Beginn des neuen Jahres stellen, und vermutlich wird eine Regierungsumbildung notwendig werden Da Ministerpräsident Spaak das Vertrauen des Königs genießt, sind seine Aussichten, daß er auch weiterhin die Geschäfte des Landes führen wird, ziemlich groß'. Holland frei von Vindungen. Gr. A m ft e rbam, im Dezember 1938. Die Enttäuschung über den Fehlschlag der kollektiven Sicherheit im Schoß der Genfer Liga, die im vorigen Jahr die Wenduna der niederländischen Gesamtpolitik einleitete, hat sich in diesem Jahre zu dem Streben nach einer ausgesprochenen Selb- ständigkeitspolitik verdichtet. Holland hat seinen Stolz darein gesetzt, 1938 vollkommen selbständig seinen Weg zu gehen, und zwar auf allen Gebieten internationaler Berührungsmöglichkeiten; und man ist gewillt, die Folgen dessen voll zu tragen. Im Lichte dieser Politik gesehen, erklären sich die außenpolitischen Tatsachen des Jahres 1938. Anfang des Jahres lehnte Holland eindeutig ein d eutf,ch e s Garantieangebot ab, das in feinen Grundzügen der deutschen Garantie der belgischen Unantastbarkeit entsprechen sollte. Man erklärte, daß die Unantastbarkeit des Landes für die Niederlande nicht der Gegenstand internationaler Abmachungen fein könnte. Im Mai wies sodann die niederländische Oeffentlichkeit eine Anregung von der anderen Seite, die Einbeziehung der Niederland in die Front der westlichen Demokratien, mit aller Schärfe zurück; die Regierung erachtete sie noch nicht einmal einer Stellungnahme wert. Inzwischen hatte sie das sogenannte Oslo-Abkommen mit Belgien, Luxemburg und den skandinavischen Staaten gekündigt. Obwohl dies Abkommen rein wirtschaftlicher Natur mar. enthielt es doch Bindungen, die Holland aus N. Brüssel, Dezember 1938. Die Regierung Spaak hat die vor zwei Jahren von König Leopold II. vorgezeichnete neue Außenpolitik, die in der Lösung des engen Bündnisver- hältniffes zu Frankreich und Großbritannien und in der Wahrung einer absoluten Neutralität besteht, auch in dem zu Ende gehenden Jahr konsequent durchgeführt. Die Vorteile dieser Unabhängigkeitspolitik sind dem belgischen Volk während der ernsten "Septemberkrise besonders klar vor Augen getreten. Die belgische Regierung hat während dieser Krise eine Teilmobilmachung zum Schutze der gesamten belgischen Grenzen vorgenommen, aber infolge der international anerkannten neutralen Stellung Belgiens hat die belgische Bevölkerung mit Ruhe den Verlauf der Krise verfolgen können. Diese erste entscheidende Prüfung für die neue belgische Unabhängigkeitspolitik hat auch die letzten Gegner dieser Politik entwaffnet, fo daß sie heute gewissermaßen von dem ganzen belgischen Volk gebilligt wird. Dagegen hat der von Ministerpräsident Spaak in den letzten Wochen unternommene Versuch, seine sozialistischen Parteifreunde, denen gegenüber er übrigens in außenpolitischer Hinsicht eine bemerkenswerte Unabhängigkeit gezeigt hat, zu einer positiveren Haltung gegenüber Nationalspanien zu veranlassen, bisher keinen Erfolg gehabt, und es wäre in den letzten Wochen wegen dieser Frage beinahe zum Ausbruch einer Ministerkrife gekommen. Ministerpräsident Spaak, dessen realistische und allein auf das nationale Interesse eingestellte Außenpolitik ihm die Feindschaft der alten Marxisten vom Schlage Vanderveldes zugezogen hat, hatte im November beschlossen, durch Entsendung eines Handelsvertreters nach Burgos die wirtschaftlichen Beziehungen mit Nationalspanien wiederaufzunehmen. Gegen diesen Beschluß liefen und laufen auch heute noch die Sozialisten um Vandervelde Sturm, dieser hat auch in Barcelona gegen die Regieruna intrigiert Daraufhin rief der rote Barcelona-Ausschuß feinen Botschafter aus Brüssel zurück, worauf jedoch Ministerpräsident Spaak mit der Abberufung des belgischen Vertreters in Barcelona antwortete. Einige Tage später billigte Senat und Kammer diese mutige und entschlossene Haltung Spaaks. Da inzwischen jedoch gewisse Schwierigkeiten in der Ernennung eines belgischen Vertreters in Burgos aufgetaucht sind, weil die belgische Regierung anscheinend mit dieser Ernennung nicht die juristische Anerkennung Na- tionalfpanfens verknüpfen, sondern diese Frage offen lassen möchte, hat Vandervelde die sozialistischen Minister ermächtigt, vorläufig in der 'Regierung zu bleiben, allerdings nur bis zu dem Tage, wo der belgische Handelsvertreter in Burgos ernannt fein wird.. Die deutsch - belgischen Beziehungen sind im abgelaufenen Jahre freundschaftlich geblieben, wenn auch die wirtschaftlichen Beziehungen unter der belgischen Hochschutzzollpolitik zu leiden hatten. In der Innenpolitik haben die FinanzA. E. Lima, 24. Dezember. Die Konferenz von Lima ist am Freitag mit einer von einundzwanzig amerikanischen Staaten angenommenen und von Argentinien eingebrachten Entschließung zu Ende gegangen, in bef diese Staaten erklären, „daß sie eine enge Solidarität gegen jeden fremdländischen Eingriff oder Tätigkeit auf den beiden amerikanischen Kontinenten bewahren wollen". Die Solidaritätserklärung gliedert sich in fünf Punkte. Im ersten Punkt versichern die amerikanischen Republiken ihre kontinentale Solidarität und ihren Willen, im Hinblick auf die Aufrechterhaltung der Grundsätze dieser Solidarität zusammenzuarbeiten. Im zweiten Punkte erklären sie ihre absolute Souveränität und ihren Willen, ihre Grundsätze zu verteidigen und aufrechtzuerhalten gegen jede ausländische Intervention oder Tätigkeit, wodurch sie gefährdet werden könnten. Im dritten Punkte erklären sie, im Falle einer Kriegsgefahr, durch die irgendeine der amerikanischen Republiken bedroht würde, sich gegenseitig zu konsultieren und sich der Mittel zu bedienen, die die Umstände ratsam erscheinen lassen. Die Achtung vor der Persönlichkeit, der Souveränität und der Unabhängigkeit eines jeden amerikanischen Staates bleibt das Hauptelement der kontinentalen Solidarität. In Punkt vier wird bestimmt, daß diese Konsultationen aufAnregung jedes amerikanischen Staates und in jeder Hauptstadt des Kontinents stattfinden können, ohne daß dafür irgendwelches diplomatische Protokoll ausgestellt wird, damit auf diese Weise die Konsultationen erleichtert werden. Der letzte Punkt stellt fest daß die vorstehende Erklärung die Bezeichnung „Erklärung von Lima" erhält. Diese Erklärung ist einstimmig Angenommen worden. Die brasilianische Abordnung hat vor dem Unterzeichnungsakt eine Mitteilung ausgegeben, in der es heißt, Brasilien habe der panamerikanischen Solidarität eine weitergehende und bestimmtere Form geben wollen. Es wolle der gegenwärtigen Form jedoch beistimmen, da es überzeugt sei, daß diese Formel inderZukunfter- weitert werde. Die ganze Tagung drehte sich im Grunde genommen nur um einen Vorschlag der Vereinigten Staaten, der bei unveränderter Annahme nichts anderes als die Vorherrschaft der USA. in ganz Amerika bedeutet hätte. Zu diesem Zwecke hätten sich die Vereinigten Staaten die Rolle eines Beschützers der Kleinen zugelegt und schließlich noch, um ihre These, besonders wirkungsvoll zu machen, den anderen Staaten Amerikas angebliche Gefahren aufgezeigt, die ihnen von dem Angriff eines nichtamerikanifchen Staates drohen könnten. Diese angeblichen Gefahren hätten USA. mit einer deutlichen Blickwendung gegen Deutschland und Italien aufzuzeigen für zweckmäßig gefunden, um den amerikanischen Staaten den Vorschlag einer „Einheitsfront" schmackhafter zu machen. Die gleiche Tendenz • verfolgt übrigens Moskau. Noch vor wenigen Tagen war in einem Artikel der „Jswestija" zu lesen gewesen, der tiefste Sinn dieser Konferenz wäre nichts anderes als die Herstellung einer antifaschistischen Front. Dieser Artikel ist auch in Lima nicht ungelesen geblieben und hat sehr nachdenklich gestimmt. Die nordaMkikanische These fand aber bei der M $ttV\ hat ein ( beschlösse in die ! wurde d -ektol nis, das i künftig tr trägt nur Lrauereib erzeugten fiter 10,50 10,70 Mo 10,90 Ma eines Reck nicht meh, die bereit wesen sin Mchsma ftch her ( liche Ue für Sune rin) herx wurde, i wir- bet Hektoliter Vorschrjfi halt anzi abzugebei Rech, weindever mittelbar Ä' Kx 5(5« la^'Ard und Lj* sche"L c W£oi L-Ä * gon falt ! riimmtei Pros sürö Jer/j 9?e'^Zl Ä * ’l't vollen Ge Aenerawa das Geb' Lewegnnc nihnmg/ ralbaurat । von der 1 ist befugt, Midigen D An M künftig i punkte Dienftftell und der den Diei und der lichen Al Bei W' baurat bi (Staate* nahmen, 1 rats berü zur Kennt nchlnigun? wenigen h TMmzv ohne ieiro werden d für solch Mittel n gabmgeb der Be« bauten l kam de sti mmt n rechtzeiti, Teneralb Gin Burc W'Ndung lchreitet Li"ir jolonne ;°kragor ^rersstad ^r°be c ^kreuzr ^ana sc Bolsck feenber »rstan Munqei Meldet Hoftfe, 7"» in s'lo» L.a 3a Sf 61 2 betru >in: -İf Stz gedacht. Wie glücklich bin io ab nun für immer dieses Nun Das Ehrenkreuz der deutschen Mutter Weihnachten mit dem Führer Adolf Hitler bei seinen alten Kämpfern in München. und unserer deutschen Jugend schenkte, danket alle Gott! acht und mehr Kindern in Gold verliehen. Jeweils am Muttertage werden die Ortsgruppenleiter der NSDAP, den kinderreichen Müttern diese Auszeichnung überreichen. Das Lhren- kreuz trägt die Inschrift: „Das Kind adelt die Mutter." Meine Volksgenossen! Das deutsche Volk hat heute nicht nur Anlaß, Männern und Frauen gleichen Volkstums in Dankbarkeit sich zu erinnern. Das vergangene Jahr hat nicht nur das deutsche Volk selbst erprobt, es hat auch seine Freunde und Freundschaften in der Welt erprobt. Wir wissen, daß in schicksalsreichen Stunden der D u c e mit dem italienischen Volk sich in Entschlüssen, die für diesen großen Mann und für das italienische Imperium ebenfalls schwer gewesen sind, rückhaltlos an die Seite Deutschlands gestellt haben. Das deutsche Volk wiederholt dafür Benito Mussolini und dem italienischen Volk an diesem unserem innerlichsten Feiertag den Dank. Was der Führer und der Duce mit ihren autoritären Staaten für die Ordnung der Welt durch ihre einander verwandten Ideen bedeuten in der Abwehr des seelen- und völkerzerstörenden Bolschewismus, das wird für alle Zeiten in die Weltgeschichte eingehen. Es ist unsere tiefe Ueberzeugung, daß die beiden Männer für unsere Generation und für kommende Generationen bestimmt sind, Saume i ft e r eines glücklicheren Weltgebäude s zu fein und Völkern, die Kulturen schaffen, die Wege zu weisen. Wir dürfen uns glücklich preisen, als Zeitgenossen dieser großen Gestalter von Völkerschicksalen zu leben. Am Ende des für uns Deutsche so bedeutungsvollen Jahres sagen wir Dank dem Führer, der uns Führer war zu den großen Ereignissen, der uns Führer war in den großen Ereignissen, der uns den Erfolg gesichert hat. Wir wollen dem Führer danken, tagaus, tagein, durch unsere Haltung, durch unser handeln, durch unsere Arbeit. Indem wir uns würdig zeigen des Führers, danken wir dem, der uns den Führer gesandt, wir danken ihm, daß er den Führer uns gesund erhielt, daß er dem Führer zu neuen großen Taten die Kraft gab, daß er in diesen Tagen Adolf Hillers wirken segnete, daß er es segnete in der Gröhe und Stärke, die er unserem Volke gab und in dem Glück, das er uns „Wir wollen uns des Führers würdig zeigen!" Rudolf Heß verkündet in seiner Weihnachtsansprache am Heiligen Abend die Stiftung des Ehrenkreuzes der deutschen Mutter. damit der Darrt eines ganzen Volkes an die besten seiner. Mütter sichtbaren Ausdruck gefunden. 3 Millionen deutscher Mütter werden nunmehr am Tage der deutschen Mutter 1939 erstmalig in feierlicher Weise die neuen Ehrenzeichen durch die Hoheitsträger der Partei verliehen bekommen. Jahr um Jahr werden diese Feiern sich dann am Muttertag wiederholen. „Das Kind adelt die Mutter!", so steht auf der Rückseite des Ehrenkreuzes geschrieben. So werden die Feiern am Muttertag aufs neue künden van jener Wandlung in der inneren Haltung des deutschen Menschen, von wiedererwachtem Willen zum Kind, den der Nationalsozialismus mit Recht als den größten seiner Erfolge bezeichnen darf. Daneben gilt dieser Dank auch den Altmüttern, die unter den schwersten Verhältnissen in der Zeit während und nach dem Kriege ihrem Volk und seiner Zukunft dienten wie unsere Jungmütter von heute. Ohne die großen Hilfeleistungen, wie sie heute im Hilfswerk für Mutter und Kind der NSV. gegeben find, haben sie die Sorge um das tägliche Brot, die ganze Last der Kindererziehung auf den eigenen Schultern getragen. Die Partei wird niemals müde werden in ihrer Erziehungsarbeit, die der Achtung der Mutter gilt. So wird sich die Ehrung der deutschen Mutter nicht nur auf den Muttertag und auf die Verleihung des Ehrenkreuzes beschranken. Auch im öffentlichen Leben wird die kinderreiche Mutter in Zukunft den Platz einnehmen, der ihr zukommt. Sämtliche Mitglieder der Jugendformationen der Partei werden ihr die Achtung erweisen. Darüber hinaus aber werden die' Trägerinnen des Mutterehrenkreuzes in Zukunft alle jene Bevorzugungen genießen, die uns gegenüber den verdienten Volksgenossen, gegenüber Kriegsbeschädigten und Opfern der nationalsozialistischen Erhebung bereits Selbstverständlichkeit geworden find. Ehrenplätze bei Veranstaltungen der Partei und des Staates, Vortrittsrecht an Behördenschaltern^ Verpflichtung der Schaffner zu bevorzugter Platzanweisung in Eisen- und Straßenbahn. Dazu kommt eine Altersversorgung mit bevorzugter Aufnahme in Altersheimen für alleinstehende Mütter München, 24. Dez. (DNB.) Die alten Münchener Parteigenossen begingen auch in diesem Jahre das Weihnachtsfest als Gäste des Führers, der — wie in all den vorausgegangenen Jahren — in den* Mittagsstunden des Heiligabend wieder in ihrer Mitte weilte, wieder zu ihnen sprach. Dem großen Saal des Löwenbräukellers gaben Tannengrün und Weihnachtsbäume ein festliches Gepräge. Weihnachtlicher Schmuck zierte die vielen langen weiß gedeckten Tische, und davor saßen nahezu 1300 Männer im Braunhemd. Mit der Bescherung war in diesem Jahre zum ersten Male eine Verlosung verbunden. Wertvolle Säch- und Geldpreise kamen zur Verteilung. Dor etwa sechs Wochen hatte der Adjutant des Führers, SA.-Obergruppenführer Brückner, Spenden „mobilisiert" bei Reichs- und Gauleitern, Reichsministern, Parteidienststellen und Behörden, Wirtschaft und Industrie. Die lachenden Augen der Beschenkten an diesem Weihnachtstage bestätigten, daß die Mühe und Arbeit von Erfolg gekrönt waren. Der Haupttreffer, ein KdF. - Wagen, gestiftet von den Volkswageniperken, fiel auf einen Münchener S2l.-Scharsichrer« dex hochbeglückt den Gutschein entgegennahm. Rundfunkapparate, Zuschüsse zur Beschaffung von Motorrädern, KdF.-Fahrten, Lebensmittel und viele andere Spenden bildeten die nächsten Preise. Als gegen 13 Uhr der Führer mit Gauleiter Adolf Wagner und Obergruppenführer Brückner den Saal betrat, grüßte ihn herzlicher und dankbarer Jubel. Nach dem gemeinsamen Mittagsmahl, bei dem die Kapelle der Leibstandarte festliche Musik vortrug, machte sich Gauleiter Adolf Wagner zum Sprecher der alten Garde und gab mit wenigen Sätzen den Gefühlen Ausdruck, die in dieser unvergeßlichen Stunde die 1300 Männer im braunen Hemd beseelten. „Es gibt wohl keinen Menschen", so rief Gauleiter Wagner aus, „der mit größerem Recht und froher nach getaner Arbeit Weihnachten feiern kann als Sie, mein Führer. Es ist aber auch kein glücklicheres Volk auf dieser Erde als Ihr deutsches Volk! Sie sind uns in unserem deutschen Vaterhaus unser Vater. Und so wünschen wir Ihnen von Herzen frohe Weihnachten! Dann sprach derFührer. Er brachte einleitend zum Ausdruck, daß er Heuer mit ganz besonders Das Ehrenkreuz für die deutsche Mutter wird in Bronze, Silber und Gold für kinderreiche Mütter verliehen. — (Scherl-Bilderdienst-M.) des deutschen Volkstums darstellt, sind im Reichsgesetzblatt vom 24. Dezember 1938 eine Satzung und Durchführungsvorschriften erschienen. Hiernach können Mütter das Ehrenkreuz erhalten, falls a) die Eltern der Kinder deutschblutig und erbtüchtig sind, b) die Mutter der Auszeichnung würdig ist, c) die Kinder lebendgeboren find. Das Ehrenkreuz wird an Mütter mit mindestens vier Kindern und in drei Stu- f e n verliehen. Die Vorschläge auf Verleihung des Ehren kreuzes der deutschen Mutter werden vom Bürgermeister von Amtswegen oder auf Antrag des Ortsgruppenleiters der NSDAP, oder des Kreiswarts des Reichsbundes der Kinderreichen ausgestellt. Die Aushändigung des Ehrenkreuzes, dem ein den Namen des Führers enthaltendes Besitzzeugnis beigefügt ist, erfolgt im ganzen Reich einheitlich am Muttertag durch die Ortsgruppenleiter der NSDAP. Zu der Stiftung des Ehrenkreuzes der deutschen Mutter schreibt die NSK. u. a - „Die deutsche kinderreiche Mutter soll den gleichen Ehren- P l atz in der deutschen Volksgemeinschaft erhalten wie der Frontsoldat, denn der Einsatz von Leib und Leben für Volk und Vaterland war der gleiche wie der des Frontsoldaten im Donner der Schlachten." Mit diesen Worten hat der Haupt- dkenstleiter der NSDAP. Dr. W a o n e r bereits in Nürnberg im Auftrage des Führers die Schaffung eines Ehrenzeichens für die kinderreiche deutsche Mutter angekündigt. Mit der Weihnachtsbotschast des Stellvertreters des Führers ist diese Ehrung Wirklichkeit geworden. In einem schlichten, würdigen Ehrenkreuz hat der Dank des Führers und ihrer Nation aufopfernd und hingebend mitgewirkt. Wir Männer stehen im Banne eines großen Schaffens, wir sind leidenschaftlich tätig in unserer täglichen Arbeit, uns steht oft in unseren Aufgaben das Ziel sichtbar vor Augen. Sie, die Frauen aber, haben so häufig die schweren Pflichten, die schweigend ertragenen Lasten. Sie nehmen uns so hundertfältig die täglichen Sorgen ab, sie umgeben unserem eigensten Leben die Wärme. Sie haben vor allem in ihren Händen das Schicksal der Jüngsten einer kommenden Generation, für die wir uns mühen, ein schönes Erbe zu hinterlassen. Und oft sind die Forderungen, die an auslandsdeutsche Frauen gestellt werden, besonders hart — die Frauen, die an der Seite ihrer Männer, manchesmal fern von allem, was das Leben leichter zu gestalten vermag, aus- harren müssen. Den deutschen Frauen gerade zu dieser Weihnacht am Ende eines Jahres, das vielen von ihnen schwere Sorgen um das Liebste auf der Welt gebracht hat. Dank z n s a g e n, ist mir ein Bedürfnis. Zugleich kann ich der kinderreichen deutschen Mutter auf den Weihnachtstisch eine Gabe legen, die der Führer für sie bestimmt hat. Eine Gabe, die er in einer Verordnung mit folgendem Sah der Oeffentlichkeit übergibt: „Als sichtbares Zeichen des Dankes des deutschen Volkes an kinderreiche Mütter stifte ich das Ehrenkreuz der deutschen Mutter." Dieses Lhrenkreuz wird an Mütter mit vier bis fünf Kindern in Bronze, an Müttern mit sechs bis sieben Kindern in Silber und an Mütter mit Gülle Feieriagsfiunde. Weihnachten ist sicher das privateste Fest. Für jeden, er mag in der Kampffront einer aufbauen« den Nation stehen, wo er will, bringt der Dezember mo not eine aufs äußerste gesteigerte Tätigkeit. Je näher die Feiertage heranrückten, desto mehr Abend- und Nachtstunden mußte man der Tagesarbeit hinzufügen. Neben der beruflichen Arbeit lief eine frohbeschwingte Geschäftigkeit im Sprintertempo einher, manchmal schwer miteinander zu vereinen: schließlich hat jeder den alljährlich wiederkehrenden Ehrgeiz, die Seinen mit hübschen Geschenkeinfällen zu Überraschen, nachdem man vorsorglich sein Weih nachts paket für die NSV. schon vor Wochen abgeliefert hat. Wer es mit feiner Arbeit im großen Rahmen der Volksgemeinschaft ernst nimmt, dem wurde die Zeit für die privaten Besorgungen vielleicht beängstigend knapp: aber in verzweifelten Fällen half der Silberne und der Goldene Sonntag oder eine hastig erübrigte Abendstunde vor Ladenschluß. Und siehe da, wir machten wie immer die Erfahrung, daß wir manchen Wunsch, mit dem mir Freude verschenken wollten, zwar streichen mußten, weil der Geldbeutel ja auch ein gewichtiges Wort mitzureden hat — aber im Grunde genommen war dann schließlich doch dem redlichen Bemühen um weise Einteilung der verfügbaren Mittel Erfolg beschieden. Jeder für sich spürte es von neuem, daß Geben seliger ist denn Nehmen und daß ein sorgsam, ja vielleicht gar mühsam zusammengespartes Geschenk um so mehr beiderseitige Freude macht, je mehr der Schenkende sich sagen darf, daß es nicht ohne diesen und jenen Verzicht möglich wurde. Dann kam am Heiligen Abend der (snbfpurt, die letzte große Anspannung, hinter der man die sichere, friedvolle Versponnenheit der beiden Feiertage wußte. Für manchen wurde es spät und später, bis er sich endlich aufatmend unter den strahlenden Lichterbaum setzen konnte. Aber nun waren sie doch da, diese beiden Tage der heiteren inneren Einkehr, der bescheidenen Genüsse, des Ausruhens und des stillen, aber innigen Dankes an alle, die uns den gesicherten Frieden und die Behaglichkeit dieses Festes bereiteten. Und da Weihnachten das Feft der Familie ist, so gingen die geruhsam sinnenden Gedanken naturgemäß zunächst in den unmittelbaren Umkreis. Seien wir gerecht: Die Hauptlast der weihnachtlichen Vorbereitungen und Sorgen lag doch wieder wie immer auf den Schultern unserer Frauen, und Mütter, die ohnehin den Tag meistens als erste beginnen und als letzte enden. Weder die Vielfältigkeit noch die Umsicht und Sorglichkeit ihres langen Arbeitstages wird uns meistens bewußt, weil wir fast immer nur die Ergebnisse ihrer Arbeit sehen und genießen, nicht aber den Anlauf, die Planung, die Vorbereitung, die Einteilung und die Verarbeitung der Rohwerte. Und da fällt uns zur rechten Stunde wieder einmal ein, daß ja 80 v. H. des deutschen Volkseinkommens eben durch die Hand unserer Frauen und Mütter gehen, dis also mit Verwaltung, Einteilung und Verwertung ihren wohlgemessenen Anteil an diesem Einkommen selbst mitverdienen. Und gerade, weil sie es nicht gewöhnt sind, von ihrer stillen Präzisionsarbeit viel herzumachen, die selbst unter Schwierigkeiten immer alles in Ordnung und zur rechten Zeit bereit hält, deshalb haben wir ihnen unter dem Tannenbaum recht herzhaft Dank gesagt, schon deshalb, weil die Feiertage ihnen eher mehr als weniger Arbeit brachten. Vom warmen Weihnachtszimmer, vom Umkreis der Familie gleiten die Gedanken des Ruhenden hinaus zu den Nachbarn, erfassen den ganzen Ort und durcheilen schließlich das ganze große deutsche Vaterland. Ueberall hatten sie jetzt ihre Weihnachtsbäume, auch dort, wo bis zum Frühjahr oder gar bis zum Herbst Deutsche zu Millionen in verzweifeltem Abwehrkampf standen, im Lande Oesterreich und im Sudetengebiet. Wie hätte ihr Weihnachten wohl ohne die großen Befreiungstaten unseres Führers ausgesehen? Wieviel Tausende hätten in den Gefängnissen geschmachtet, wieviel Hunderttausende hätten gehungert und gefroren? Selbst im Sudetenland hat die bitterste Not in diesen wenigen Wochen gelindert werden können und das Heer der Erwerbslosen ist dezimiert. Mit welchem Stolz hat der Führer die deutsche Einsatzbereitschaft der deutschen Volksgemeinschaft besonders nach der Rückkehr des Sudetenlandes anerkannt! Wir hatten ein wenig Urlaub genommen und waren unter den Weihnachtsbaum gegangen, um geruhsam den stillen Frieden der Feiertage zu genießen, fern vom Getriebe der Welt, einmal ganz privat. Und siehe da, selbst in solchen Stunden lassen sich die Gedanken nicht ganz auf den kleinen Kreis des eigenen, persönlichen Bereichs bannen. Sie weiten sich von selbst in die große deutsche Welt um uns herum. Denken wir rasch einmal zurück an die Weihnachtstage der Inflationszeit, der künstlichen Scheinblüte, der Millionenheere der Arbeitslosen, der völligen Machtlosigkeit — und wir wissen, welchen mitarbeitenden Dank wir alle miteinander dem neuen Deutschland und seinem Führer schulden. Machen wir noch einen schnellen Gedankenausflug von unserem Wechnachtszimmer nach Berchtesgaden auf den Obersalzberg und legen wir dem Mann, der Deutschlands Geschicke lenkt, still und unsichtbar ein dankbares Gelübde unter seinen Tannenbaum! Reiches lebend — sich neuerdings so einmütig zu ihrem Volkstum bekannt und damit sowohl eine symbolische, wie auch eine praktische Entscheidung vollzogen haben: der Memeldeutschen. In den vergangenen Weihnachtsreden habe ich immer der leidenden deutsckbewußten Volksgenossen im Gebiete des ehemaligen Oesterreich gedacht. Wie glücklich bin ich, daß cs diesesmal und ab nun für immer dieses Gedenkens nicht mehr bedarf. Jetzt dürft ihr offen diese Rede hören — als freie Deutsche im freien gemeinsamen Deutschland. , Meine Volksgenossen! Führen wir Männer im Zeichen einer solchen geschichtlichen Größe, wie wir sie jetzt erleben, ein Dasein, das mehr Anspannung erfordert als gemeinhin ein ruhiges oder behagliches Leben, so haben nicht minder die Frauen des deutschen Volkes am großen Schicksal Berlin, 24. Dez. (DNB.) Am Weihnachtsabend sprach der Stellvertreter des Führers wieder zu den Deutschen in aller Welt. Er führte u. a. aus: Meine lieben deutschen Volksgenossinnen und Volksgenossen im Ausland und in der Heimat! Es ist nun zum 6. Mal Weihnacht in Deutschland eingezogen, seitdem Adolf Hitler das Deutsche Reich und das deutsche Volk führt. Und es ist zugleich das 6. Mal, daß die gesamte deutsche Nation, die Heimat und das Auslandsdeutschtum gemeinsam, in einer kurzen halben Stunde vereint sind am Abend des gemütstiefften aller deutschen Feste. Eine deutsche Stimme trägt das Gedenken der Heimat zu euch Deutschen dort draußen in aller Welt. Und sie bringt uns in die Heimat zugleich das Bekenntnis eurer Sehnsucht nach unser aller einzigen und geliebten Heimstatt, nach Deutschland. Für das Geschenk eines an großen und wunderbaren Erlebnissen übervollen Daseins haben wir der Allmacht zu danken versucht in den Freuden, die wir unseren Kindern machten, die wir unseren Brüdern und Schwestern, unseren Eltern und Freunden darbrachten. Und die wir vor allem darbrachten denen, die der Hilfe bedürfen. Gerade in dieser Weihnacht haben wir besonderen Anlaß, unserem Herrgott zutiefst dankbar zu fein. Dankbar zu sein, daß er den Weg, den Adolf Hitler durch den Nati- nalsozialismus mit dem deutschen Volke einschlug, so sichtbar gesegnet hat. Daß er ihn so sichtbar gesegnet hat in den Taten, die der Führer mit der Deutschen Nation besonders im letzten Jahre vollbringen konnte. Die Größe dieser gewaltigen Ereignisse — sie wird uns erst dann so recht klar, wenn wir bedenken, daß es gerade er st 2 0 Jahre her sind, seit jener Weihnacht, die wohl die unglücklich st e gewesen ist, die das deutsche Volk überhaupt erlebte. Diesen Aufstieg aus tiefstem, seelischem, materiellem und politischem Elend zu einem Volke, das nie größer und nie entschlossener und damit stärker war als heute, das nie zuvor das Glück innerer Einheit und gemeinsamer votkticher Festesfreude fo erlebte wie heute; das ist das deutsche Wunder — das deutsche Wunder, vor dem wir immer wieder überwältigt und dankbar stehen. So ist diese Stunde eine der glücklichsten Stunden, die das deutsche Volk überhaupt zu erleben vermag. Es sind drei geschichtliche Vorgänge, auf die das wiedererstarkte Deutschland als historisch entscheidende Ereignisse in diesem Jahre zurückblicken kann: die Heimkehr Oesterreichs, die Heimkehr des Sudetenlandes und die Entstehung des Walles im Westen. Jede einzelne Tat ist so groß, daß viele Generationen vor uns stolz darauf gewesen wären, wenigstens eine erlebt zu haben. Und es wäre dieses Erlebnis dann auch der Lebensinhalt dieser einen Generation gewesen. Es waren schwerste Entscheidungen, die Adolf Hitler ganz allein auf sich nahm, die er in Einsamkeit gefällt unb die auch nur er allein vor dem Schicksal und vor seinem Volk trug — Entscheidungen, die nur Segen gebracht und Leiden geendet. Ist eine Nation nicht glücklich zu nennen, die solches von ihrem Führer sagen kann? Gewiß — wir sind stolz, daß Deutschland um zehn Millionen Seelen und um das Land, das ihnen gehört, reicher geworden ist. Noch stolzer aber empfinden wir, daß damit zehn Millionen das Erhabenste wiederfanden, das eine höhere Macht uns auf dieser Erde gegeben hat: d ie Freiheit. Bei dem Ringen um die Freiheit dieser Millionen wurde das deutsche Volk auf die Probe gestellt. Und das deutsche Volk hat diese Probe bestanden! Es zeigte sich zweimal innerhalb weniger Monate der unerhörten Nervenanspannungen gewachsen, die diese Tage der österreichischen und der sudetendeutschen Entscheidung bedeuteten. Die Kraft dazu gab ihm der unerschütterliche Glaube an den Führer, der wie stets als leuchtendes Beispiel vor seinem Volke stand. Die Kraft gab den Deutschen im alten Reich, in der Ostmark, im Sudetenland und im Ausland der Glaube an die unbedingte Richtigkeit des Handelns Adolf Hitlers. Die Kraft des Glaubens gab ihnen d i e segnende Hand des Schicksals, die sie über Adolf Hitler fühlten. Die Voraussetzung für die unerhörten Erfolge des vergangenen Jahres war die unermüdliche Arbeit, die das deutsche Volk seit der Machtergreifung geleistet hat. Bis an die Grenze feiner Kraft hat es gearbeitet. Mit höchster Energie und härtester Entschlossenheit. Immer wieder gaben Führuna und Gefolgschaft — drinnen und draußen — Das Letzte an Einsatzbereitschaft her. So wurde aufgebaut, wie nicht zuvor nach einem Zusammenbruch aufgebaut wurde, so erstand eine Wirtschaft, die schweren Stürmen gewachsen ist. So wurde das Leben unseres Volkes gesichert. Eine Rüstung wurde buchstäblich aus dem Boden gestampft, die stärkste Luftwaffe der Welt, das H e er , würdig des vergangenen, eine neue Marine, würdig der vergangenen. Unzählige junge deutsche Männer wurden zu Soldaten herangebildet. Hunderttausende deutscher Arbeiter sind aus ihren Heimatdörfern und Heimatstädten gezogen als eine kleine, neuzeitliche Völkerwanderung, den WallimWesten zu schassen — diesen Wall, der eine unbezwingbare Festungskette des Schutzes für uns alle, für unsere Frauen, für unsere Kinder und zugleich für unsere Kulturwerte geworden ist. Eine Armee von Arbeitern hat die Armee der Soldaten kraftvoll ergänzt. Hervorragend haben sich all die Organisationen bewährt, die Adolf Hitler schuf und die ihm dienen, ihm, seiner Weltanschauung und der Sicherung und Gestaltung des Lebens seines Volkes. In der Rückschau dieser stillen Stunde wollen wir auch die Größe der Verpflichtungen uns vor Augen führen, die die Größe der Ereignifse der letzten Monate von uns fordert, lieber allem steht: Arbeit und Pflichttreue bis zum letzten. Ich weiß, daß ihr, meine Ausländsdeutschen, auch hier nicht zurückstehen werdet, so wenig wie chr zurückstandet gegenüber den anderen Deutschen, als ihr in entscheidenden Stunden durch euere aufrechte Haltung halset: Ihr habt unseren Gegnern draußen das sichtbare Beispiel des Glaubens an unser Recht, des Glaubens an den Führer und des felsenfesten Vertrauens an den Erfolg feines Handelns gegeben! Wir gedenken der Deutschen, die — außerhalb des Berlin, 26.Dez. (DNB.) Der Stellvertreter des Führers hat in feiner Weihnachtsansprache verkündet, daß der Führer als sichtbares Zeichen des Dankes des deutschen Volkes an kinderreiche Mütter ein „Ehrenkreuz der deutschen Mütter" gestiftet hat. In Verfolg dieser Stiftung, die eine Auszeichnung der deutschen Mutter als Trägerin der Familie und Erhaltung glücklichen Empfindungen den Weihnachtstag mit feinen alten Münchner SA.-Männern und Parteigenossen verbringen könne. In mitreißenden Worten schilderte er zum Jahresende noch einmal die großen Entscheidungen der deutschen Politik, die in diesem Jahre zu Erfolgen von unvorstellbarer geschichtlicher Bedeutung führten, und gedachte dabei insbesondere auch der Volksgenossen in der befreiten Ostmark und im Sudetenland, die nun zum erstenmal nach Jahren der Not und Unterdrückung das Weihnachtsfest im großdeut- schen Reich feiern können. Der Führer würdigte insbesondere auch das Verdienst der nationalsozialistischen Bewegung, deren Erziehungsarbeit in diesem Jahre reiche Früchte getragen habe, und schloß mit einem von tiefem Glauben an die Kraft des deutschen Volkes getragenen hoffnungsfrohen Ausblick in das kommende Jahr der deutschen Geschichte. Mit beispielloser Begeisterung und minutenlangen Heil-Rufen folgten die alten Münchner Kampfgenossen den Worten des Führers, der ihnen mit feiner von Herzen kommenden und allein für sie bestimmten Rede wieder ihr schönstes. Weihnächte geschenk bereitet hatte. Professor (Siedler Generalbaurat für die Hauptstadt der Bewegung. Berlin, 24. Dez. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat den Architekten Professor Hermann G i e s l e r zum Generalbaurat für die Hauptstadt der Bewegung München bestellt für die Durchführung der städtebaulichen Maßnahmen, die zur Anlage und zum Ausbau sowie zur planvollen Gestaltung der Stadt erforderlich sind. Der Generalbaurat kann seine Befugnisse auch über das Gebiet des Stadtkreises der Hauptstadt der Bewegung hinaus ausüben, soweit dies zur Durchführung seiner Aufgabe erforderlich ist. Der Gene- ralbaurat stellt den Gesamtbauplan für die Hauptstadt der Bewegung auf und entscheidet über alle von der Plangestaltung berührten Interessen. Er ist befugt, die zur Erreichung dieses Zweckes notwendigen Maßnahmen und Anordnungen zu treffen. Der Generalbaurat sorgt dafür, daß alle seinen Aufgabenbereich berührenden Entscheidungen künftig unter einheitlichen Gesichtspunkten ergehen. Er kann sich von allen. Dienststellen des Reiches, des Landes Bayern und der Hauptstadt der Bewegung und von den Dienststellen der Partei, ihrer Gliederungen und der angeschlossenen Verbände die erforderlichen Auskünfte über Bauvorhaben geben lassen. Bei Meinungsverschiedenheiten trifft der Generalbaurat die notwendigen Anordnungen. Alle von Staats- oder Parteistellen beabsichtigten Maßnahmen, die das Aufgabengebiet des Generalbau. rats berühren, sind ihm vor ihrer Ausführung zur Kenntnis zu bringen und -bedürfen seiner Genehmigung. Der Generalbaurat bezeichnet diejenigen Hoch- und Tiefbauten, Platzanlagen und Straßenzüge, deren Ausführung und Aenderung ohne seine Zustimmung nicht in Angriff genommen werden darf. Vor dieser Zustimmung darf über die für solche Bauvorhaben und Anlagen bestimmten Mittel nicht verfügt werden. Bei allen im Aufgabengebiet des Gsneralbaurats der Hauptstadt der Bewegung geplanten Bauten mit einem umbauten Raumbedarf von über 30 000 Kubikmeter kann der Bauplatz von dem Generalbaurat bestimmt werden. Derartige Bauvorhaben sind daher rechtzeitig vor der Wahl des Bauplatzes dem Generalbaurat anzuzeigen. Einbau der Gemeindebiersteuer in die Neichsbiersteuer. Berlin, 24. Dez. (DNB.) Die Reichsregierung hat ein Gesetz zur Aenderung des Biersteuergefetzes beschlossen, das den Einbau der Gemeindebiersteuer in die Reichsbiersteuer bringt. Zu diesem Zweck wurde die Reichsbiersteuer um vier Mark je Hektoliter erhöht, damit das gleiche Ergebnis, das die Gemeindebiersteuer bisher gebracht hat, künftig in die Reichskasse fließt. Die Biersteuer beträgt nunmehr für jedes Hektoliter der in einem Brauereibetrieb innerhalb eines Rechnungsjahres erzeugten Biermenge von den ersten 2000 Hektoliter 10,50 Mark, von den folgenden 8000 Hektoliter 10,70 Mark, von den folgenden 10 000 Hektoliter 10,90 Mark usw. Für Hausbrauer, die innerhalb eines Rechnungsjahres aus selbstgewonnener Gerste nicht mehr als zehn Hektoliter Bier herstellen und die bereits vor dem 1. April 1930 in Betrieb gewesen sind, ermäßigt sich der Steuersatz auf sechs Reichsmark für einen Hektoliter, ferner ermäßigt sich der Steuersatz für Berliner Weißbier und ähnliche Biere von 3/< auf Vs, während der Steuersatz für Jung- und Braubier, das mit Süßstoff (Sacharin) hergesftllt wird, von Vz auf Va heruntergesetzt wurde. Für Bier, das in das Inland eingeführt wird beträgt die Biersteuer 13 Mark für einen Hektoliter. Als Neuerung erscheint noch das Verbot, Vorschriften über die Bereitung von Bier im Haushalt anzupreisen, zu veräußern oder unentgeltlich abzugeben. Vom 1. Januar 1939 an darf das Bier für Rechnung von Ländern, Gemeinden und Ge- meinüeverbänden mit keinerlei Abgaben mittelbar oder unmittelbar belastet werden. Fortschreiten der nationalspanischen Offensive. Bestürzung in Barcelona. Burgos, 26. Dez. (DNB.) Nach der lieber- Windung der sowjetspanischen Befestigungslinien schreitet der nationale Vormarsch an der Lerida- Front im verstärktem Tempo fort. Die nördliche Kolonne erreichte die an der Hauptstraße Lerida— Tarragona, 25 Kilometer östlich von Lerida gelegene Kreisstadt Borjas Blancas. Die südlich der Straße operierenden Einheiten besetzten die Straßenkreuzungen Granadella—Pobla und drangen bei Grana della in die Provinz Tarragona ein, wo die Bolschewisten in dem den Zugang zur Küste sperrenden L l o n a - G e b i r g e ihr wichtigstes Widerstandszentrum besitzen. Die bolschewistischen Stellungen am Ebro sind infolge des schnellen Vorgehens der Nationalen im Rücken bedroht. Wie der nationalspanische Heeresbericht weiter meldet, besetzten die nationalen Truppen die Ortschaft C u g u l l, 20 Kilometer südöstlich von Lerida, ferner im Abschnitt Tremp Villanova Mena, 25 Kilometer südöstlich von Tremp. Auch i m B o - genzwischenBegreundEbro konnten sie einige Stellungen erobern. Die Zahl der Ueberläu- fer betrug nicht weniger als 1600. Im Luftkampf wurden zehnrotspanische Flugzeuge abgeschossen. Wie aus Barcelona bekannt wird, hat die nationalspanische Offensive in den bolschewistischen Krei- sen die größte Befürchtung ausgelost. Die Blätter fordern angesichts der neuen Schreckenswelle immer wieder zur Bewahrung der Ruhe auf. Die kommunistische Zeitung „Mundo Obrero" benutzt die Gelegenheit, um erneut umfassende Verhaftungen und Erschießungen zu fordern, „da die Feinde im Innern für die Erfolge des äußeren Feindes verantwortlich feien". Die bolschewistischen Oberbonzen treffen bereits Vorbereitungen, um sichere Plätze aufzusuchen. Ein Teil der „Ministerien" und sonstige „Behörden" soll angesichts der nationalen Offensive nach anderen Plätzen verlegt werden. Man spricht von Valencia, Cartagena und Albacete. Neue bolschewistische »Todesurteile". Riga, 26. Dez. (DNB.) Wie aus Moskau verlautet, ist Prof. Ramsin vor kurzem erschossen worden. Ramsin, einer der bekanntesten Spezia- listen für Elektrotechnik in der Sowjetunion, ist schon einmal als Hauptfigur eines Mon- streprozesses zum Tode verurteilt worden. Damals hatten Ramsin und seine Leidensgenossen „gestanden", in Industrie und Technik umfangreiche Sabotageakte verübt und mit dem französischen Geheimdienst in Verbindung gestanden zu yaben. Das Todesurteil war in eine zehnjährige Zuchthausstrafe umgewandelt worden. Schon 1936 jedoch wurde die völlige Begnadigung verfügt, in Anbetracht deren vollständigen „Gesinnungswechsels", wie es damals hieß. Seitdem war Prof. Ramsin wieder als technischer Berater verschiedener Industrieunternehmen tätig gewesen. Erst vor kurzem soll er von neuem unter „Sabotageverdacht" verhaftet und im Geheim- verfahren abgeurteilt worden sein. Das Urteil sei diesmal unverzüglich vollstreckt worden. Ebenso soll der frühexe Volkskommiffar für Gesundheitswesen, Kaminski in aller Heimlichkeit ins Jenseits befördert worden fein. orten, tn denen häufig Ueberfälle und Anschläge verübt worben find, mit sofortiger Wirkung aus dem polnischen Staatsgebiet ausgewiesen. * In dem kroatischen Wallfahrtsort Maria-Bistrica bei Agram stürmte eine Gruppe von Bauern die Gendarmeriekaserne und zertrümmerte sämtliche Fensterscheiben. Die Gendarmen machten von der Schußwaffe Gebrauch. Zwei Personen wurden getötet und vier verletzt. * In Ankara hat der außerordentliche Kongreß der Republikanischen Volkspartei als Nachfolger Atatürks den neuen Präsidenten der Republik, Ismet Jnönü, zum Vorsitzenden der Partei, für immer, ausgenommen in Fällen der Krankheit, des Todes oder der Demission, bestimmt. * Der japanische Reichstag wurde am Mon- tagvormittaa durch den Kaiser eröffnet. Nachdem Ministerpräsident Fürst Konoye in feierlicher Zeremonie dem Herrscher iie kaiserliche Botschaft überreicht hatte, wurde diese vom Kaiser vor dem Hause verlesen. In der Botschaft heißt es: Um eine neue Ordnung in Ostasien zu schaffen und einen dauernden Frieden im Fernen Osten sicherzustellen, tst es nötta, daß der nationale Geist und die vereinigten Kräfte der Nation noch mehr aur Entfaltung gebracht werden. Wir erwarten, daß die Ziele des Konflikts erreicht werden und verlassen uns auf die Treue unserer Untertanen". * In Uruguay wurde verschiedentlich von kommunistischem Pöbel versucht, italienische See- Offiziere und Mannschaften durch freche und beleidigende Zurufe zu provozieren. Dank der Disziplin der italienischen Soldaten ist es aber nirgends zu Zwischenfällen gekommen. Kunst und Wissenschast. Glückwünsche zum 85. Geburtstage des Archäologen Wilhelm Doerpfeld. Der bekannte Archäologe Professor Dr. phil. h. c., Dr. jur. h. c., Dr.-Jng. e. h. W. D o e r p f e l d, der seit vielen Jahren auf der griechischen Insel Leukas seinen Wohnsitz hat, beging am 26. Dezember seinen 8 5. Geburtstag. Aus Anlaß seines 80. Geburtstages ist ihm bereits für feine außerordentlichen wissenschaftlichen Verdienste der Ädlerschild des Deutschen Reiches verliehen worden. Der Führer und Reichskanzler hat an Prof. Doerpfeld das folgende Glückwunschtelegramm gerichtet: „Zur Feier Ihres 85. Geburtstages übermittle ich Ihnen meine herzlichsten Glückwünsche. Ihre vorbildlichen Ausgrabungen in Olympia, in Troja und Pergamon, auf den Homerischen Inseln und an vielen anderen klassischen Stätten Griechenlands sind Zeugnisse Ihrer reichen und tiefgründigen Forschungstätigkeit und sichern Ihnen und der deutschen archäologischen Wissenschaft ein unvergängliches Verdienst." — Reichsererziehungsminister Rust, den Prof. Doerpfeld bei seinem Aufenthalt in Griechenland beim ersten Spatenstich für die neuen Ausgrabungen in Olympia durch die Stätten des alten Hellas begleitete, übersandte dem verdienten Forscher als Glückwunsch sein Bild mit einem Handschreiben. Der tschechische Schriftsteller Karl Capek f. Am Weihnachtssonntag ist an den Folgen einer Grippe in Prag der auch in Deutschland bekannte Schriftsteller Dr. Karl Capekgestorben. Capek war einer der engsten Freunde des ersten Präsidenten der Republik, M a s a r y k, und hat auch in drei Bänden seine Gespräche mit Masaryk veröffentlicht. Capes, dessen Haltung nickt als deutschfreundlich zu bezeichnen war, hat Romane, Reisebücher und Bühnenstücke geschrieben. Aus aller Wett. Zwei Zugunfälle im Deihnachlsverkehr. Am Samstag ist auf dem Bahnhof Wartha an der Werra an her Hauptstrecke Weißenfels—Bebra ein Leerzug auf einen Eilgüterzug aufgefahren. Zwei Wagen des Güterzuges Gerieten in Brand, zwei weitere entgleisten. Zwei Zugbedienstete wurden verletzt, ein Schaffner und ein Zugführer, beide aus Frankfurt a. M. Die Verletzungen des Schaff-- ners waren fo schwer, daß er nach kurzer Zeit fta r b, während der Zugführer nur leichte Verletzungen daoontrug. Am ersten Feiertag wurde bei den Aufräumungsarbeiten unter den Trümmern des Zuges eine völlig verkohlte Leiche gefunden. Es wird angenommen, daß es sich um den Reichsbahngehilfen Fritz. Karl Hotzel aus Gerstungen bandelt, der den Güterzug zur Heimreise benutzt haben dürfte und seit dieser Zeit vermißt wird. Reisende sind nicht zu Schaden gekommen. ♦ Am 25. Dezember fuhr der Schnellzug D 34 Berlin—Köln im Bahnhof Helmstedt auf eine Rangierlokomotive auf, wobei Lokomotiv-Personal verletzt wurde. Beide Lokomotiven und Wagen e n t gle ift e n. Reisende wurden nicht verletzt. Die Reisenden wurden mit D 40 weiterbefördert. Eine Untersuchung ist eingeleitet worden. Zwei Lohnarbeiter tödlich verunglückt. In der Frühe des 24. Dezember sind die Bahnarbeiter Johann Rottmeier und Joseph Rit- aelz von Fünfstetten in Mündling (Bayern) zwischen den Geleisen liegend t o t aufgefunden worden. Die beiden Männer waren zum Schneeschaufeln angefordert gewesen und haben allem Anschein nach bei dem Schneetreiben und der Dunkelheit einen herankommenden Zug nicht beachtet, von dem sie überfahren wurden. Rottmeier war Vater von sieben Kindern, Ritzelz hinterläßt drei Kinder. Der schreckliche Unglücksfall hat in Fünfstetten tiefe Erschütterung hervorgerufen. Zwei Todesopfer eines Autounglücks. An einem unbeschrankten Bahnübergang bei Hoffnungsthal wurde ein mit zwei Personen besetzter Kraftwagen von einem Personenzug erfaßt und vollständig zertrümmert. Der Fahrer des Wagens, ein 25jähriger Bäckergehilfe, starb bald nach der Einlieferung ins Krankenhaus, während der 18jährige Mitfahrer auf der Stelle tot war. Der Fahrer des Wagens muß wohl den Zug bemerkt haben, hat aber auf der abschüssigen und glatten Straße den Wagen nicht mehr rechtzeitig bremsen können. Nach strenger Kälte Tauwetter in England. Nach den schneereichsten Weihnachtstagen, die man in England seit 70 Jahren erlebt hat, setzte am Montagnachmittag allgemein Tauwettev und Regen ein. Kälte und Nebel hatten den Weih« nachts verkehr erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Aus dem Lande waren die meisten Straßen für jeden Verkehr unpassierbar. Viele Dörfer waren Kanadas Ausrüstung. Nur die Luftwaffe bislang befriedigend ausgebaui. Seebefestigungen am Stillen Ozean. ab. Londo n, 27. Dezember. lieber die Aufrüstung Kanadas veröffentlicht die „Time s" einen Sonderbericht ihres Korrespondenten in Ottawa. Nach einem Rückblick auf die Verminderung der Miliz und der Rüstungsaufwendungen feit dem Weltkrieg werden Zahlenangaben über den gegenwärtigen Zustand gemacht. Kanadas Rüstungshaushalt erreichte in den letzten drei Jahren die Höhe von 92 Millionen Dollar, das stehende Heer beträgt nur rund 4000 Mann, während die nichtständige Miliz eine Effektivstärke von 45 000 Mann hat (als Soll-Stärke waren vor einigen Jahren 95 000 Mann festgelegt worden). Dieses Milizheer besteht aus 16 Kavallerieregimentern, 4 Panzerwagenkorps und 91 Jnfan- terieeinheiten, von denen sechs Tankbataillone find. Artillerie und Signalkorps routben in der letzten Zeit vergrößert, die Artillerie von 97 auf 146 Einheiten. Kanada hatte große Schwierigkeiten, die M e ch a- nifierung feines Heeres durchzuführen, dg die in England untergebrachten Aufträge nicht erfüllt wurden. So sind z. B. die 1935 bestellten Flakgeschütze bis heute noch nicht geliefert, englische Firmen verlangten eine dreijährige Lieferzeit für schwere Geschütze. Einaig die Luftwaffe hat einen befriedigenden Aufschwung genommen. Seit 1937 bis 1938 heftest die reguläre Luftstreitmacht aus zehn Geschwadern und insgesamt 2070 Mann (zum Vergleich: 1936 — 600 Mann). Dazu tritt ein nichtständiger Zweig aus 12 Geschwadern mit 1450 Mann. Rekruten für die Luftwaffe meldeten sich in zufriedenstellender Anzahl. Der Bericht weist dann noch auf den Ausbau der Befestigungen an der Küste des Stillen Ozeans hin. Auf der atlantischen Seite sind keine neuen Küstenbefestigungen angelegt worden, dagegen Militärflughäfen in Dartmouth bei Halifax, Yarmouth, Truro und Sydney. Im Zuge ihrer Äufrüftungsbemühungen hat die kanadische Regierung ihre Rüstungsindustrie ausgebaut und ist heute in der Lage, neben Flugzeugen auch Munition, Gasmasken, Stahlhelme und Scheinwerfer in größeren Mengen herzustellen und an England zu liefern. Dagegen wurde noch keine Fabrik für schwere Artillerie und Tanks gebaut oder eingerichtet. Ruhige Weihnacht in Frankreich. Oer pariser ließ es sich schmecken. — Oie französisch-italienischen Beziehungen im Hintergrund. — Differenzen in der Sozialistischen Partei. E. F. Paris, 26. Dezember. Das Wechnachtsfeft vertief in Frankreich nach althergebrachter ~ Sitte und ohne besondere Ereignisse. Am Montag ist überall die Arbeit wieder aufgenommen worden, da in Frankreich nur der erste Weihnachtstag Feiertag ist. Arn Sonntag waren die Pariser Straßen mit Ausnahme der Boulevards fast leer. Die meisten Pariser verbrachten den Weihnachtstag zu Hause im Kreise der Familie, nachdem sie die Christnacht bis in die frühen Morgenstunden hinein Reveillon gefeiert hatten. Die Pariser Restaurants waren wieder voll bis auf den letzten Platz, obgleich das tradittonelle Reveillon-Essen, bei dem die Weißwurst, die Gänfe- leber-Pastete und die Pute die Lieblingsgerichte bildeten, in diesem Jahre teurer als je zu- vor waren. Im allgemeinen herrschte ausgelassenste Fröhlichkeit, und der Champagnerkonsum war größer als in den früheren Jähren. In den Pariser Gaststätten sah man in diesem Jahre toi eher zahlreiche Ausländer, insbesondere Engländer, die über i den Kanal gekommen waren, um in Frankreich ein fröhliches und champagnerreiches Christmas zu feiern. In allen Pariser Kirchen wurden, wie alljährlich, die Mitternachtsmessen zelebriert, aber in einigen mittelfranzösischen Orten mußten die Messen wegen der Kälte ausfallen. Im allgemeinen war das Wetter an Weihnachten weniger kalt als die Tage zuvor. In Paris wurden 5 bis 7 Grad unter Null gemessen. Aber Mittelfrankreich meldete Temperaturen bis zu 21 Grad unter Null. Der Loire-Fluß zum Beispiel ist an vielen Stellen kilometerweit zugefroren. Selbst an der Riviera herrschte ftrenge Kälte, und das sonst so sonnige Marseille erwachte am Weihnachtsmorgen im weißen Kleid. Seit einem halben Jahrhundert haben die Marseiller keinen Schnee in solchen Mengen in ihrer Stadt gesehen. Die Pariser Weihnachtspresse scheint im allgemeinen die Feiertagsruhe nicht stören zu wollen. Die großen politischen Ereignisse von internattonaler Bedeutung werden in den Blättern des ersten Feiertages nur vorübergehend gestreift und in den Montagszeitungen ebenfalls nur hier und da erörtert. Nach wie vor steht die Frage der französisch - italienischen Beziehungen im Vordergrund des Interesses. Nachdem der französische Ministerrat am Samstag beschlossen hatte, die italienischerseits erfolgte Kündigung der römischen Abkommen von 1935 mit einer Note zu beantworten, die der französische Botschafter in Rom voraussichtlich heute oder morgen überreichen soll, stellen die Blätter die verschiedenartigsten Vermutungen über dieses Schriftstück an, über dessen Inhalt man in zuständigen Kreisen vorläufig noch strengstes Geheimnis wahrt. Der dem Quai d'Orsay nahestehende „Petit Parisien" glaubt zu wissen, daß die französische Regierung einmal die in der italienischen Note enthaltenen Argumente zurückweisen wird und zum anderen den französischen Standpunkt unterstreicht, den die Regierung gegenüber allen möglichen territorialen Forderungen Italiens angenommen hat, d. h. die Unantastbarkeit des französischen Imperiums mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu verteidigen. Auch bar „3our" ist der Ansicht, daß die französische Note eine in die diplomatische Sprache übersetzte Wiedergabe der Erklärungen fei, die Außenminister Bonnet vor dem Parlament abgegeben habe. Es werde sich also um die A b - lehnung aller territorialen Zugeständnisse und irgendwelcher Vorteile handeln, die insbesondere hinsichtlich Tunis über die Abkommen von 1935 hinausgehen könnten. Auf dem Kongreß des Nationalrats der Sozia- l ist i sch en Partei, der am 24. Dezember begonnen hatte, ist es zu schweren Zusammenstößen zwischen den Anhängern des Parteiführers Löon Blum und dem Generalsekretär der Partei, Paul F a u r e, gekommen. Während Lson Blum das Abkommen von München heftig bekämpfte, trat Paul Faure für eine Billigung dieses Abkommens ein, wenn er es auch nicht gerade begrüßte. Wie nach den Vorentscheidungen, die in den einzelnen Departements den Beratungen des Natto- nalrates vorausgegangen waren, nicht anders zuerwarten war, haben die Ansichten Löon Blums eine größere Gefolgschaft gefunden. Die Mitglieder des Nattonalrotes der Sozialistischen Partei sprachen sich denn auch am Sonntag mit 18 gegen 11 Stimmen bei vier Enthaltungen für bie Blumschen Gedankengänge aus. Von verschiedenen Mitgliedern des Nationalrates war gemäß den örttichen Anweisungen der Parteiorganisationen versucht worden, eine Brücke zwischen den Anschauungen Leon Blums und Paul Faures herzustellen. Diese Bemühungen erwiesen sich jedoch vorläufig als erfolglos. Von der Mehrheit der Mitglieder der Sozialistischen Partei wird die neue Entwicklung bedauert, von der man befürchtet, daß sie zu einer Spaltung der Partei führen könnte oder doch zumindest zu einer Niederlegung der Aemter durch Paul Faure. Lediglich auf dem äußersten linken Flügel der Partei wird die neue Lage begrüßt. Oer Generalresident von Tunis in Paris. Paris, 26. Dez. (Europapreß.) Der General- resident von Tunis, L a b o n n e , ist am Montag- Dormittag in Paris eingetroffen. Er wird Besprechungen mit dem Ministerpräsidenten Daladier und dem Außenminister Bonnet über die Reise Daladiers nach Tunis und den übrigen französischen Besitzungen in Nordafrika haben. Die „Epoque" meldet, daß Daladier am 1. Januar abends Paris verlassen und in Toulon am 2. Januar früh an Bord eines Kreuzers die U e b erfahrt nach Korsika antreten werde. Der Aufenthalt des Ministerpräsidenten in Korsika wird nur drei Stunden dauern, da er schon am 3. Januar früh in Bizerta (Tunis) eintreffen wolle. Bei seinem Aufenthalt in Tunis werde Daladier vor allem den südlichen Teil des Landes besuchen und die Verteidigungsanlagen besichtigen. Nach einem kurzen Besuch von Algerien werde Daladier dann am 10. ober 11. Januar wieder in Paris eintreffen. Daladier wird an Bord des Panzerkreuzers „Emile Bertin", der von zwei Kreuzern des Mittelmeergeschwaders begleitet wird, die Ueberfahrt nach Korsika und Tunis durchführen. Kleine politische Nachrichten. Der Reichsminister des Auswärttgen, von Ribbentrop, empfing am Samstagvormittag den kaiserlich - japanischen Botschafter O s h i m a und überreichte ihm im Auftrage des Führers und Reichskanzlers bas Großkreuz des Ordens vom Deutschen Adler. * Die nationalspanische Stadt Ibiza, vor deren Strand bolschewistische Flieger das Panzerschiff „Deutschland" heimtückisch mit Bomben bewarfen, sandte zum Weihnachtsfest einen prächtigen Kranz für die Gefallenen des Panzerschiffes nach Wilhelmshaven. Der Kommandant legte den Kranz am Ehrenmal der „Deutschland"-Gefallenen auf dem Wilhelmshavener Ehrenfriedhof nieder. * Der nationalfpanifche Minister für die öffentliche Ordnung, Generalleutnant M a r t i n e z Anido, ist im Älter von 67 Jahren nach kurzer Krankheit gestorben. Martinez Anido mar unter Prirno de Rivera als Innenminister durch feine energischen Maßnahmen zur Wiederherstellung der Ordnung hervor- getreten. Von Franco wurde er mit dem Ministerium der öffentlichen Ordnung sowie mit der Leitung des Amtes für Tuberkulosebekämpfung betraut. ♦ In letzter Zeit haben sich im OIsa- Gebiet zahlreiche zum Teil schwerere Zwischenfälle ereignet. Das schlesische Wojewodschaftsamt hat nun 100 tsche chisch e Staatsbürger aus zwei Grenz Furchtbares Eisenbahnunglück in Rumänien. Bisher 93 Tote, 142 Schwerverletzte. Zwei Züge in voller Fahrt zusammengestoßen. völlig isoliert. Der Dienst nach dem Kontinent lag brach. Die Kältewelle mit ihren Begleiterscheinungen bedeutet für das Londoner Transportamt allein einen Verlust von mehreren Millionen Reichsmark. Rund fünf Millionen Fahrgäste wurden weniger befördert. Während der Weihnachtstage kamen elf Menschen bei Bränden ums Leben; vier st a r b e n an den Folgen der Kälte. Insgesamt hat die Kältewelle in England rund 100 Menschenleben gefordert. Wolfsplage und sirenge Kälte in Schweden. Zahlreiche Rudel von Wölfen sind während der Weihnachtsfeiertage aus den Wäldern der Provinz Iämtland im mittleren Schweden bis in die Nähe der Dörfer und Gehöfte vorgedrungen. Nur wenige Kilometer von einem bekannten Winterkurort entfernt wurde ein Rudel von acht Wölfen gesichtet. Verschiedentlich sollen Bauern bei ihren Fahrten über Land von Wölfen verfolgt worden sein. Die Bevölkerung verläßt die. Häuser nur noch bewaffnet. In Nord-Schweden herrschte an den Weihnachtstagen eine Kälte von mehr als 3 0 Grad Celsius. Geheimnisvolle Explosion in Algier. In Algier ereignete sich in einem kleinen Restaurant in der Rue Blanchard eine heftige Explosion. Dabei wurden eine Person getötet und zwanzig lebensgefährlich verletzt; zwei Personen werden noch vermißt. Die Ursache der Explosion konnte bisher noch nicht festgestellt werden. Man glaubte zunächst, es handle sich um eine Gasrohr- explosion. Die letzten Untersuchungsergebnisse lassen jedoch einen verbrecherischen Anschlag vermuten. Die Explosion war so heftig, daß in weitem Umkreis die Fensterscheiben zertrümmert wurden. In der Straßendecke vor dem Restaurant ist ein tiefer Riß entstanden. Eine Reihe benachbarter Häuser mußte geräumt werden, da Einsturzgefahr besteht. Ein Kind von landendem Flugzeug getötet Als dieser Tage ein Postflugzeug auf der Insel Urk (Zuidersee) landete, ereignete sich ein schwerer Unfall. Ein Kind wurde von den Tragflächen gestreift und getötet. Das Unglück ist darauf zurückzuführen, daß das Flugzeug im Nebel auf dem Eise landen mußte, wo sich zahlreiche Neugierige eingefunden hatten, die voller Ungeduld auf das Eintreffen des Flugzeuges mit der Weihnachtspost warteten, da ditz Insel Urk schon seit mehreren Tagen von der Außenwelt völlig abgeschnitten war. Eisenbahnräuber auf den Philippinen. Eifenbahnräuber bestiegen einen Schnellzug, der von Manila in die nördlich gelegene Goldgräberstadt Baguio fuhr. Sie überfielen die beiden Postbeamten im Postwagen, hackten sie mit Buschmessern zu Tode, raubten 150 000 Dollar in Goldbarren und Banknoten, hielten dann den Zug an und entkamen unerkannt im Urwald. Wetterbericht Die Großwetterlage hat über die Feiertage eine Umstellung erfahren, die auch für uns Bedeutung hat. Ein vom Atlantik rasch nach Skandinavien vorgestoßener kräftiger Tiefdruckwirbel hat eine Zufuhr milder Meeresluft auf das Festland in Gang gebracht, die sich auch bei uns auswirken wird. Dabei kommt es am Dienstag zu verbreiteten Niederschlägen, die zunächst aus Schnee bestehen, die dann aber als Regen niedergehen dürften. Im nach- sioßenden Hochdruckgebiet kann dann wieder mit besserem Wetter gerechnet werden. Die Fröste erfahren eine wesentliche Milderung. Vorhersage für Dienstag und Mittwoch: Zunächst verbreitete Niederschläge, die in Regen übergehen werden. Anschließend zeitweise heiter, bei lebhaften, über West nach Nord drehenden Winden fortschreitende Milderung. Vorhersage für Donnerstag: Voraussichtlich wieder zunehmende Unbeständigkeit und Niederschlagsneigung. Wesentlich milder als bisher. Lufttemperaturen am 26. Dezember: mittags —4,8 Grad Celsius, abends —13,1 Grad; am 27. Dezember: morgens —10,2 Grad. Maximum —3,8 Grad, Minimum heute nacht —14,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe.am 26. Dezember: —0,8 Grad, am 27. Dezember: morgens —0,9 Grad. — Sonnenscheindauer 4,5 Stunden. Wintersport-Wetterdienst. Rhön. Wasserkuppe: Bedeckt. —12 Grad, Gesamtschneehöhe 20 cm, Neuschnee 1 cm, Firnschnee; Schi und Rodel sehr gut. Taunus, Kleiner Feldberg: Bedeckt,- — 12 Grad, Gesamtschneehöhe 11 cm, verweht, Schi und Rödel mäßig. — Großer Feldberg: Bedeckt, —12 Grad, Gesamtschneehöhe 11 cm, verweht, Schi gut- Rodel mäßig. Schwarzwald, Feldberg: Heiter, — 9 Grad, Gesamtschneehöhe 30 cm, Pulverschnee, Schi mäßig, Rodel gut. Bukarest, 26. Dez. (Europapreß). 3n den frühen Morgenstunden des Weihnachtssonntags ereignete sich zwischen Etutea und Galah in Rumänien ein schweres Eisenbahnunglück, das nach den neuesten Ermittlungen 9 3 Tote und 142 Schwerverletzte gefordert hat Die Nachricht von dem Unglück wurde erst am Montag in Bukarest bekannt, da infolge der starken Schneefälle und der strengen Kälte die Telefonverbindungen unterbrochen waren. Das Unglück ereignete sich dadurch, daß zwei Züge in voller Fahrt zusammenstießen. Der rumänische Transportminister und ein Untersuchungsausschuß haben sich an die Unglücksstätte begeben. lieber das Unglück wurde folgender amtlicher Bericht veröffentlicht: „3n der Nacht zum ersten Weihnachtsfeiertage stießen zwischen den Eisenbahnstationen Etulea und Frecahei auf der Bahnstrecke Galah—Besarabeaska zwei Personenzüge zusammen. 3nfolge der außerordentlichen Wucht des Zusammenstoßes wurden beide Lokomotiven sowie sieben Personenwagen vollkommen zertrümmert. Nach den bisherigen Angaben sind 80 Tote und 254 Verwundete zu beklagen. Der Zusammenstoß ereignete sich infolge falscher W e i ch e n st e l l u n g. Die Generaldirektion der rumänischen Eisenbahnen hat sofort nach Erhalt der Nachricht von der Katastrophe zwei Hilfszüge mit Sanitätspersonal und Material an die lln- glücksstätte entsandt. Die Mehrzahl der Verwundeten wurde im Krankenhaus von, Belgrad untergebracht." Man befürchtet, daß sich die Zahl der Toten noch erhöhen wird, da etwa hundert Verletzte in Lebensgefahr schweben. Unter den Opfern befinden sich viele Offiziere und Soldaten, die eben ihren Weihnachtsurlaub angetreten hatten. Der Verkehrsminister, der an der Ungtücksstelle wellt, hat die Verhaftung der beiden für das Unglück verantwortlichen Stationsvorsteher ange« ordnet. 3m Zusammenhang mit dem Eisenbahnunglück wird mitgeteilt, daß bereits seit Tagen zahlreiche telegraphische und telefonische Verbindungen durch schwere Schnee stürme unterbrochen waren. Seit 5 Tagen sind besonders viele telegraphische Verbindungen der Eisenbahn gestört. Als Ursache des Zusammenstoßes wurde folgendes festgestellt: Der Bahnhofsvorsteher von Galah hatte dem einen Lokomotivführer den schriftlichen Auftrag gegeben, bei eingleisiger Strecke nicht, wie sonst üblich, bei Frecahei auf den entgegenkommenden Zug zu warten, sondern bereits in der nächsten Station Etulea, wahrscheinlich, weil der Gegenzug Verspätung hatte. Dieser aber wartete nicht in Ltulea, weil er ohne Kenntnis war. So kam es zu dem Zusammenstoß. — Ein anderes Eisenbahnunglück ereignete sich am Freitag in Siebenbürgen. Der Schnellzug Bukarest — Großwardein fuhr in Listecul zwischen Vlasendorf und Dreikirchen auf einen Personenzug, der sich auf einem falschen Gleis befand. Zwei Fahrgäste und ein Heizer wurden getötet, sieben Personen wurden verletzt. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. XI. 38: 10718. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM.- 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkäufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Für Silvester zum Heringssalat! deutschen Salzheringe besonders schön ter der Wasserleitung ab. Da- ist alles. Tausende benutzen bereit« ohne Bürste schnell sauber! Man löst etwas Kukident- Pulver in Wasser auf/ Das Gebiß wird durch Kukideiü vollkoinme» sauber, viel sauberer als mit der bisherige« Methode, außerdem desinfiziert. Kein llblerGe» ruch und Geschmack mehr. Aufklärungsschrift kostenlos. 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In tiefer Trauer: Plötzlich und unerwartet entschlief nach kurzer schwerer Krankheit mein lieber unvergeßlicher Mann, mein treusorgender Vater, Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager, Onkel und Pate August Kling im Alter von 38 Jahren. Ida Kling, geb Kreiling Alwin Kling nebst Angehörigen Die Einäscherung findet Donnerstag, den 29. Dezember, nachm. 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof in Gießen statt. 8627V Am Samstag, dem 31. Dezember bleiben unsere Geschäftsräume wegen Abschlußarbeiten geschlossen Bezirkssparkasse Gießen Hauptstelle Gießen, Johannesstraße 5 und Zweigstelle Kaiserallee 10 Stück 65 Pf. Lebende Spiegel-Karpfien reinschmeckend, in gllen Größen. Bestellungen erbitten wir frühzeitig. Wieseck fAlicestraße 42), den 27. Dezember 1938. [ Verkäufe Älter Gasthof in guter Lage Marburgs/M. groß. Umsatz, sich. Existenz, ist sofort zu vermieten o. zu verkaufen. Erf. bei Pacht Mk. 2-3000-, bei Kans Mk. 8-10000.9706. d.P. Schrots, Marburg' L. Tel. 2365. 3 schöne Wem sehr bist, abzug. 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A.-G., Chemnitz. 8623V [Stellenangebote Tüchtiges Hausmädchen in kleinen Haushalt zum l.Febr. gesucht. Vorzu- stellenvonlOUhr vormittags an. Näher, im Gieß. Anzeiger, «sess Wer seine Kundschaft, seine Freunde und Bekannten zum Jahreswechsel beglückwünschen will, wählt dazu am zweckmäßigsten eine Glückwunsch-Anzeige im Gießener Anzeiger Bestellungen der Anzeigen für die Silvester-Nummer möglichst frühzeitig erbeten Verlag des Gießener Anzeigers ... ______________________8517V Keine Zeugnisse in Urschrift lonoerri nut Zeugnis- abichristen Dem Br- werbungslchretben bei- «egen - Lichtbilder unoBewerbungSunter- 'tgen müßen zur Vermeidung von Verlusten auf oet Rückseite Warnen und Anschrtrt beü Bewerbers tiaaenl In der Nacht zum Heiligen Abend gegen 11.55 Uhr entschlief sanft nach langem, schwerem Leiden meine liebe Frau, unsere treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Schwiegertochter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Kätchen Faulstich, geb. Heger im 51. Lebensjahr. Mali ver 1. Jan. 1939 oder später gesucht. Schristl. Angeb. mit Ge- haltsansprüch.an Ed. Gondner, Gießeml8575D (Stellengesuche KräftiaerNunge 15 Jahre, sucht WIM in größer. Auto- revaratur- Werkstatt. Verpflegung und Familienanschl. erwünscht. Schriftliche Angebote u. 05665 an den Gießener Anzeiger erbet. Heinrich Faulstich, Metzgermeister Ernst Faulstich Else Faulstich Hilmar Heger Werner Paffenholz. Gießen (Bahnhofstraße 59), den 24. Dezember 1938. Die Beerdigung findet statt am Mittwoch, dem 28. Dezember, nachmittags 3l/2 Uhr auf dem Neuen Friedhpf. 8624D Elche zwischen Meer und Memel von Martin Kakies Insgesamt 120 Seiten mit 82 hervorragenden Naturaufnahmen des Verfassers auf 56 Kunstdrucktafeln. 3n Leinen gebunden RM. 3,60. Bestellungen nehmen alle Buchhandlungen und der Verlag entgegen. Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde Um stille Teilnahme bitten die trauernden Hinterbliebenem Künstliche Zähne Stadttheater Nr.302 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Dienstag. 27. Dezember 1038 Leistungssteigerung. Don Or.-Ing. Karl Arnhold, Leiter des Amtes für Äerufserziehung und Äetrieböfuhrung in der Deutschen Arbeitsfront. NSG. Die industrielle Produktion hat um die Wende dieses Jahrhunderts eine entscheidende Wandlung erfahren. Bis dahin ging die Entwicklung in tastenden Versuchen, gewissermaßen in einem natürlichen Wachsen vor sich. Don da an aber wurden die Möglichkeiten des vorteilhaftesten Produzierens untersucht und die Ergebnisse dieses Untersuchens ebenso planmäßig in die Praxis umgesetzt. Die ungeheuren Möglichkeiten, die in einem solchen Vorgehen lagen, wurden wohl von Taylor zum erstenmal in ihrer vollen Bedeutung erkannt and von ihm zu der sogenannten „Wissenschaftlichen Betriebsführung" ausgebaut. Auf dieser Grundlage hat sich im Laufe der Zeit eine Reihe weiterer betriebsorganisatorischer S y st e m e entwickelt und ist zu wesentlichen Teilen überhaupt die moderne Betriebswissenschaft aufgebaut worden. All diese Systeme und Maßnahmen gehen im Grunde darauf aus, den Menschen als „Leistungsfaktor", so wie er gerade zur Verfügung steht, für produktive Zwecke einzusetzen. Sicher ist man auch hier inzwischen schon weitergekommen und hat den Menschen für diese Zwecke durch bestimmte zusätzliche Maßnahmen geeigneter zu machen gesucht. Aber im Grunde behandelt man ihn eben doch immer nur als Faktor Vnter Faktoren und läßt damit die wichtigsten Quellen feiner Leistungskraft unausgeschöpft. Heute wissen wir durch sorgfältige Studien, aber noch mehr durch Erfahrungen, daß deutsche Menschen zu sehr viel größeren Leistungen fähig sind, wenn es gelingt, sie zu einem innerlichen freien Mitgehen zu zwingen. Das hat uns zunächst einmal der Krieg gelehrt, wo die Menschen auch nicht um Lohn und Geldeswert ihr Letztes hergaben. Man sage nicht, daß das, was im Krieg möglich war, auf anderen Gebieten grundsätzlich nicht möglich ist. In der Politik ist der Beweis jedenfalls schon erbracht, daß man die Menschen auch im täglichen Leben über ein bloßes Mitlaufen hinweg zu einem bewußten Einsatz ihrer Kräfte bringen kann. In der Wirtschaft gibt es auch heute schon viele Betriebe, in denen die Menschen nicht mehr lediglich Statisten, sondern Akteure find. Es ist dieses insbesondere überall dort der Fall, wo der leitende Mann sich nicht auf das Organisieren und Leiten beschränkt, wo vielmehr von ihm Kräfte einer lebendigen Führung ausgehen. Diese echte Führung ist Sache der Persönlichkeit. Sie ist daher auch weder erlernbar noch lehrbar. Führung kann aber schwer oder leicht sein •— je nach den Voraussetzungen, unter denen sie erfolgt. Zu den Voraussetzungen, die die Führung Im Betrieb leicht machen, gehört: 1. Daß die Menschen im Betrieb führbar sind, d. h., daß sie nicht auf irgendeine begrenzte Arbeitsverrichtung abgerichtet, sondern zur Arbeit erzogen sind. Rur so können sie auf leise Mittel, die gerade das Führen kennzeichnen und so wirksam machen, mit der notwendigen Leichtigkeit reagieren. Darum ist das Fundament aller Be- trie'bsführung die nationalsozialistische Berufs- d r ziehung, die ihre Ausgabe nicht auf die Vermittlung von Fertigkeiten beschränkt, sondern jeden Arbeiter zum berufsstolzen, auf breiter Bgsis geschulten Könner zu machen versucht. 2. Daß aus der Ordnung der Sachwelt keine Störungen erwachsen. Ist nämlich die Sachwelt mir nach rechnerischen Gesichtspunkten geordnet, dann entstehen leicht Hemmungen, die von vorzeitigem Müdewerden, über Arbeitsunlustgefühle bis zu stiller Auflehnung, ja oft genug zu erbittertem Haß führen können. Daher darf oer Mensch nicht in die Sachwelt eingeordnet, sondern die Sachwelt muß nach dem Menschen geordnet werden. Hierher gehören alle Fragen der Arbeitsplatzgestaltung, der Arbeitsführung, der LohngerechGießener Gtadttheater. Giuseppe Verdi: „Aida." Verdis „Aida", die großartige Zusammenfassung der in der Tradition der italienischen Oper wirkenden Kräfte, ist zugleich eines der repräsentativsten Bühnenwerke geworden. Der auf der Höhe der Fünfziger steheirde Meister fand hier alle Bedingungen gegeben, die ihn zur Erfüllung seines Ideals der italienischen großen Oper führten: eine Handlung, die abseits von den Üblichen Bühnenintrigen, mit ihrem Kampfe zwischen Pflicht und Liebe, zwischen dem Gebot strenger Gesetzlichkeit und der Neigung des Individuums ins Allgemein-Menschliche hoher Leidenschaftlichkeit und sittlicher Forderung wies, und die der Entfaltung prunkhaften Aufgebots an Chören, Aufzügen und Tänzen organisch aus dem Verlauf des Geschehens als dramatische Bedingtheit rechtfertigte und nicht nur gewohnheitsmäßiger Schaulust diente. Gewiß war die Entwicklung des deutschen Musikdramas Verdi nicht unbekannt geblieben; aber er ist nie von dem in seinem Lebenswerk vorgezeichneten Wege abgewichen, und so wurde auch „Aida" wiederum zum Beweis für die Lebensfähigkeit der Nummernoper. Allerdings stößt Verdi hier zur geschlossensten Einheit zwischen Situation, Wort und Musik vor, und das innere Fortschreiten der Handlung wird zum organischen übergangslosen Heranwachsen der Szenen aus den dramatischen Triebkräften. Als Bedingung für den Auftrag des Khediven Ismael Pascha für seine anläßlich der Eröffnung des Suezkanals in Kairo erbaute italienische Oper hatte Verdi unter anderem gefordert, daß er auf seine Kosten jemanden zum Einstudieren und zur Leitung der „Aida"-Uraufführung (24.12. 1871) entsenden wollte, um eine werkgetreue Wiedergabe zu gewährleisten. Die Aufführungen an den italienischen Bühnen überwachte er persönlich in stetem Kampfe gegen die Mechanisierung des Theaterbetriebes. „Aida" ist angesichts der Größe der aufzubietenden Mittel und der außergewöhnlichen Anforderungen an die gesanglichen und darstellenden Kräfte nur an unseren großen Bühnen heimisch geworden. Da verdient es vollste Anerkennung, ja Bewunderung wagenden Werkwillens, daß die Aufführung des ersten Weihnachtstages in jeder Hinsicht die Bedingungen des Werkes erfüllte und so zum bedeutsamen Markstein der Theatergeschichte Gießens wurde. Dos stark im ägyptischen Kolorit verwurzelte K stellt d^n Bühnenbildner vor eine verantwor- npM ata and) üußeclL wtLreMÄL tigkeit, der Arbeitsverteilung, der Arbeitsanleitung, der Befehlsordnung — wie überhaupt des organisatorischen Aufbaues des ganzen Betriebes. Der organisatorische Ausbau muß ein Führungsaufbau sein, d. h. der Betrieb muß organisatorisch so geordnet sein, daß der Führungswille unverfälscht Überallhin durchdringen kann, aber auch, daß die Betriebsführung jede Regung verspürt, die den Führungserfolg gefährden könnte. Das Taylor- sche „Funktionalsystem" wird diesen Ansprüchen nicht gerecht. Es setzt an die Stelle des persönlichen, von der Betriebsführung zur Unterführung uns von dort zu den Arbeitern gehenden Kontaktes die rechnerische Steuerung von Funktionen. Daher kann unter dem Funktionalsystem nie die erst zur höchsten Leistung befeuernde persönliche Verpflichtetheit, ja überhaupt keine echte Führung entstehen. Die einzige Ordnung, unter der das alles allein möglich ist, ist — wenigstens für den deutschen Menschen — d i e soldatische Ordnung, die wir, auf industrielle Verhältnisse übertragen, Stablinienordnung nennen. All die Maßnahmen, die die hier kurz gekennzeichneten Voraussetzungen für eine wirkliche Führung im Betrieb schaffen, fassen wir unter dem Begriff der organischen Betriebsgestal- t u n g zusammen. Dieser Begriff verdankt sein Entstehen der Vorstellung, daß der Betrieb kein „Mechanismus", wie ihn die Tayloristen sehen, sondern eine lebendige Einheit von Menschen, ein Organismus, ist, der nur dann zur vollen Wirkung und Leistung kommt, wenn sein innerer Aufbau oen Gesetzlichkeiten des Lebens entspricht. Eine brennende Frage ist heute: Wie sind die Voraussetzungen, von denen wir bisher sprachen, in der Praxis der Tausende von deutschen Betrieben zu verwirklichen? Wir sagten bereits, daß es sich für uns nicht um ein neues System handele, das an die Stelle des alten treten solle, baß also die organische Betriebsgestaltung nicht ein System ist, das man wie einen Konfektionsanzug irgendeinem Betrieb „verpaffen" könnte. Einen Betrieb organisch gestalten kann man immer nur unter jeweiliger Berücksichtigung sämtlicher Umstände, angefangen von dem Schlag der Bevölkerung, die dem Betrieb seine Mannschaft stellt, bis zu der Persönlichkeit des Mannes, der mit der Betriebsführung beauftragt ist. Das ist aber nur an Ort und Stelle möglich und geschieht heute in vielen deutschen Betrieben durch besondere Ingenieurtrupps, die das Amt für Berufserziehung und Betriebsführung in der DAF. der Wirtschaft für diese Zwecke zur Verfügung stellt. Diese Ingenieurtrupps kommen in die Betriebe, in die man sie ruft. Sie kommen aber nicht mit einem fertigen Rezept, sondern sie klopfen erst einmal vorsichtig den Betriebskörper ab, den es zu heilen oder zu stärken gilt. Da geht es vor allem einmal darum, den schwächsten Punkt zu finden, denn von diesem Punkt, oder dem engsten Querschnitt, wie man betriebsorganisatorisch wohl sagt, hängt oft die Leistung des ganzen Betriebes ab. Von diesem Punkt aus werden nun all die Fragen der Menschenauswahl, Menscheneingruppieruna, der Behebungen von Arbeitsschwierigkeiten, oer Entwicklung von Arbeitsbestoerfahren, der Gruppen- und Werkstatteinteilung, der Arbeitsplanung, der Postenbesetzung aufgerollt und so der Aufbau des ganzen Betriebes vom Menschen aus in Angriff genommen Durch ein solches Vorgehen gelang es, mit Hilfe der organischen Betriebsgestaltung immer wieder u n - geahnte Kraft - undLeistungsreserven freizusetzen, die selbst die besten Fachleute in Erstaunen setzen. Die ersten Versuche dieser Art von Betriebsberatung und Betriebsverbesserung reichen zurück bis lns Jahr 1924. Ausgangspunkt war eine F o r - schungsstelle für industrielle Arbeit in einem Betrieb des Westens. Mitarbeiter kam später zu Mitarbeiter, so daß in langsamer Aufbauarbeit bis zum Jahre 1935 alle methodischen Fragen geklärt werden konnten. In diesem Jahre wurden 23 Betriebe in verschiedenen Wirtschaftszweigen erfolgreich bearbeitet. Nun ging es in die Betriebe: Karl Löffler hat im Laufe der Jahre stets sein Mitgehen mit den Forderungen des Werkes unter Beweis gestellt. Was er aber diesmal schuf an Stil- getreuheit und Stimmungsgebundenheit der ständig wechselnden Bilder, kann mit gutem Recht den Leistungen großer Bühnen zur Seite gestellt werden. Die gesetzliche Strenge des zweiten Bildes (Tempel des Vulkan) und der Schlußszenen (Phta-Tempel), ganz besonders aber das vierte Bild mit seiner naturnahen, perspektivischen Weite der Nillandschaft fanden durch eine sinngemäße Führung der Beleuchtung (Remigius Konen) stärkste Auswirkung. Auf diesem Hintergründe entfalteten sich die Massenszenen in bewußt gegliederter Anordnung der Fülle; zumal das vierte Bild (Heimkehr der siegreichen Krieger) war äußerst durchgestaltet und reich ausgestattet mit Feldzeichen und Siegestrophäen. Von eigenem Reiz war die Szene im Gemach der Amneris, durchlebt in der Bewegung der dienstbaren Frauen. (Spielleitung: Gert B u ch h e i m , gleichzeitig auch als Bote mit dramatisch bewegtem Bericht.) So erwiesen denn auch die Tänze (Thea Maaß) die Stellung, die ihnen Verdi mit dramatischer Bindung zugedacht hat; im zweiten Bild der Tempeltanz als kultisches Erleben, der Mohrentanz aus dem Milieu erwachsend, und im vierten Bild der Tanz integrierender Bestandteil der Siegesfeier. Ebenso waren die Chöre (Heinz M a r k w a r d t) der Szene engstens verknüpft. In der Zahl der Mit- wirkenden gehörig verstärkt, wurden sie besonders im Finale des zweiten Aktes zum aktiven dramatischen Element durch die Intensität des Klanges mit stellenweise überwältigenden Akzenten. Ganz besonders stimmungserfüllt aber waren die Tempelgesänge des zweiten Bildes, die geführt von der ersten Priesterin (Friedel F o r n a l l a z), in ihrer feinen Austönung und klanglicher Ausgeglichenheit die Weihe der Szenen trugen. Paul Walter ließ das Werk zu voller Größe sich erschließen mit energischer Herausstellung der dramatischen Höhepunkte im zweiten Finale und vornehmlich der von höchster Leidenschaft und starkem Wechsel der Gefühlserregtheit bewegten Nilszene. Stets wahrte er wohlabgewogenes Gleichmaß zwischen Bühne und Orchester in wechselseitigem Eingehen aufeinander; verheißungsvoll im Vorspiel mit plastischer Klarheit der sich überschneidenden Thematik; visionsgleich, bildhaft im Vorspiel zur Nilszene; menschlich durchfühlt im letzten Bilde, dabei die Feinheiten des solistischen Anteils der einzelnen Instrumente zu höchster Geltung führend. Die hohen Aufgaben, die Verdi den Solisten stellt, ließen die Kräfte bis zum Letzten wach werden. Anni A s s i o n verlieh der Aida die Züge weiblichen Erlebens im Hin- und Hergeworfensein als SllgLM uüj) lißtante MMür iw inumi in den letzten beiden Jahren waren es schon über 100 Betriebe in 18 verschiedenen Wirtschaftszweigen, denen wir helfen konnten und die wir zum Teil vor dem Zusammenbruch retten bzw. für die wir überhaupt erst einmal wieder eine wirtschaftliche Grundlage schufen. In der Beratungs« und Untersuchungsarbeit stehen uns heute erfahrene Mitarbeiter zur Verfügung, und zwar grundsätzlich für jede Dienstart der deutschen Wirtschaft. Doch kann bei der immerhin begrenzten Zahl von Mitarbeitern jetzt nicht auf einmal jedem Wunsch und jeder Aufforderung aus den Betrieben Rechnung getragen werden. Zunächst einmal heißt es heute für uns, Muster- und R i ch t b e triebe in jedem Wirtschaftszweig her- ausmstellen. Die weitere Entwicklung wird dabei weit darüber hinausgehen. Wir stehen hier zweifellos vor noch uneröffneten Schatzkammern unseres Volkes. Ehrfurchtsvoll haben wir die ersten Schritts in ihre Vorhöfe zu tun gewagt. Wettlauf mit dem weißen Tode. Aus dem Fahrtenbuch von Knud Hasmuffen. — Begegnung mit dem „Vater der Eskimos". Dor fünf Jahren haben die Eskimos ihren besten Freund und Jagdgefährten verloren. Knud Rasmussen, im ganzen Norden als „Vater der Eskimos" bekannt, starb nach der Rückkehr aus dem Grönlandeis. — Unser Mitarbeiter begegnete dem dänischen Forscher in einem isländischen Hafen und schildert hier seine letzte Ausreise. Es gibt nicht viele Menschen, die zum Vergnügen nach Island fahren. Vielleicht sind die Wetterberichte daran schuld. Denn Island ist die Heimat der Stürme und berüchtigten „Tiefs", man muß bei dem Namen gleich an Seekrankheit denken. Selbst mutige Nordlandfahrer suchen sich für die Ueberfahrt einen möglichst großen Dampfer aus. Um so verständlicher war meine Ueberraschung, als ich eines Tages im Hafen von Reykjavik ein kleines, blitzsauberes Schiffchen entdeckte, das sich neben den tranbefleckten und verrosteten Fischdamp-- fern sonderbar ausnahm. Bald saß ich mit dem Mann zusammen, der in dieser Nußschale über den Ozean geschaukelt war. Er erzählte jedoch wenig von der aufregenden Fahrt und nahm nicht mal die Pfeife aus dem Mund, als er so nebenbei bemerkte, daß er noch weiter ins ewige Eis nach Grönland wollte. Freund aller Eskimos. Ich wagte nicht, an feinen Worten zu zweifeln. Denn dieser Mann in dem abgetragenen, schäbigen Oelmantel war Knud Rasmussen, der bekannte Grönlandforscher und Freund aller Eskimos. Nein, ich brauchte nicht zu fragen, weshalb er so gern nach dem stürmischen Nowen fuhr. Auf ihn machte diese rauhe Gegend sicherlich einen prächtigen Eindruck. Die kalten Polarländer waren ihm längst zur Heimat geworden. Knud Rasmussen hatte ja selbst etwas Eskimoblut in den Adern, seine Mutter war Grönländerin. Zwischen den Eisbergen der Arktis, in Schneesturm und Polarkälte verlebte er seine Jugendzeit. Er kannte die Sitten und Bräuche der fernsten Polarstämme und konnte sich mit jedem Eskimo mühelos unterhalten. Der angeborene Wandertrieb seiner Ahnen ließ auch ihn nicht zur Ruhe kommen. Aber Knud Rasmussen brauchte nicht die kostspielige Ausrüstung der anderen Polarforscher. Mit dem Jagdgewehr verschaffte er sich auf seinen Schlittenfahrten die nötige Wegzehrung. Er verstand es, „v o m Lande zu lebe n", und reifte so einfach wie seine Eskimofreunde, die sich glücklich schätzten, wenn er sie in ihren bescheidenen Iglus, den Schneehäusern, besuchte. So erhielt er den Beinamen „Vater der Eskimos" und ist für immer mit der Geschichte des kleinen Jägervölkchens verbunden. Von Knud Rasmussen erfuhr ich zum erstenmal, daß es in Grönland, genau genommen, keine richtigen Eskimos gibt. Die dortigen Eingeborenen haben sich stark mit den ansässigen Dänen vermischt. Sie nennen sich Grönländer und finden das besonders vornehm. Bei ihnen hat die Zivilisation mit allerlei wertlosem Tand längst Einzug gehalten. Strapazen und Gefahren. Rasmussen hielt sich meistens bei einem kleinen Stamm von Polareskimos im äußersten Norden von Grönland auf. Mit einem Hundeschlitten und zwei Eskimos als Begleitern zog er im Jahrs 1923 längs der Nordküste Kanadas nach Alaska. Seit Menschengedenken war keine ähnliche Schlittenreise unternommen worden. Sie dauerte über ein Jahr. Mehr als 10000 Kilometer wurden zurückgelegt, das entspricht der Luftlinie Berlin—Tokio. Der Polarforscher sprach ungern von den Strapazen und Gefahren seiner weiten Reisen. Doch seine Tagebücher erzählen genug. Eins der bekanntesten Werke des Forschers, „In der Heimat des Polarmenschen" schildert seine schwerste Zeit an der Nordküste Grönlands. Auf dieser Reise wurde Ras-- müssen zum erstenmal vom Jagdglück verlassen. Als er nach langer Schlittenfahrt mit seinen tapferen Begleitern an der Küste des Nördlichen Eismeeres stand, war der Proviant fast aufgezehrt. Die Männer hatten den Angaben einer amerikanischen Karte vertraut und glaubten hier gute Jagdmöglichkeit zu finden. Jetzt zeigte sich, daß das ganze Land mit Eis bedeckt war. Ein verhängnisvoller Irrtum! Nirgends war eine Spur von Wild! Nur in den offenen Eismeerfjorden zeigten sich bisweilen Köpfe von Seehunden. Aber man konnte nicht zu ihnen gelangen. So bald sie den tödlichen Schuß erhielten, sanken sie wie Steine in die Tiefe. Alles für die Wissenschaft' Schleunigste Umkehr hätte das Schlimmste oer* hüten können. Ader die Männer dachten nur an ihre Forschertätigkeit. Für die Wissenschaft schien ihnen kein Einsatz zu hoch. Als sie die Arbeit beendet hatten, waren ihre Körper vom Hunger geschwächt und den kommenden Strapazen kaum noch gewachsen. Der Rückmarsch über das Inlandeis war ein erbitterter Wettlauf mit dem weißen Tod. Nebel und Schneestürme erschwerten das. Vorwärtskommen. Noch weit vom Ziel mußte der letzte Schlittenhund geschlachtet werden. Als wieder festes Land erreicht war, ging ein Grönländer auf die Jagd und kehrte nicht mehr zurück. Mit zerfallenen Gesichtern und frostzerstörten Gliedern erreichten die übrigen Männer eine menschliche Ansiedlung. Noch einmal griff der Tod in ihre Reihen. Kurz vor dem Ziel erlag ein Forscher den unmenschlichen Strapazen der Fahrt. Knud Rasmussen ließ sich jedoch niemals entmutigen. Stets fuhr er von neuem nach Norden. Im Sommer 1933 drehte er einen Eskimofilm an der Ostküste Grönlands, der später auch in Deutschland viel Beifall fand. Aber Rasmussen sollte die Uraufführung nicht mehr erleben. Schwer- krank wurde er an Bord des heimkehrenden Polarschiffes gebracht. Sein abenteuerliches, wild bewegtes Leben fand unverhofft einen traurigen Abschluß. Am 21. Dezember des gleichen Jahres starb er in einem Krankenhaus zu Kopenhagen an den Folgen einer Fleischvergiftung. In den Schneehütten des hohen Nordens warten die Eskimos vergebliche auf die Wiederkehr ihres Freundes ... Rudolf Jacobs. zwischen den Banden zur Heimat und der Leidenschaft zum Heerführer des Feindes. Der ständige Wechsel zwischen dem Bedrücktsein durch die Stellung und dem Bewußtwerden als liebende Frau trat menschlich nahe heraus. Ihre stimmlichen Mittel blühten mit führender Fülle besonders im Ensemble auf; voll hingebender Wärme in der Opfer» bereitschaft des Schlußdildes. Gleich stark in ihrer Liebe zu Radames hat Verdi die Amneris gezeichnet. Ilse W inhold ließ das nicht nur gesanglich-musikalisch glaubhaft werden, sondern auch durch die Eindringlichkeit ihrer Darstellung; lauernd, berechnend in der Erforschung des Innern ihrer Nebenbuhlerin (drittes Bild), ergreifend im Kampf um den verlorenen Geliebten, mit besonderem lyrischen Erfülltsein in Klang und stimmlichem Ausdruck. Heinrich Durst als Radames gewann mit der Entfaltung und Lösung sieghaften Stimmklangs zumal am Schluß der Nilszene starke dramatische Akzente. Seine Romanze im ersten Akt ließ ebenso die Ergiebigkeit seiner Stimmhöhe erkennen wie das Schlußbild (Abschied vom Leben) mit seinem lyrischen Nachgeben. Es war augenscheinlich, daß sich im Finale des zweiten Aktes mit dem Auftreten des Amonasro (Gustav Bley) die dramatischen Fäden merklich strafften, und durch das Fanatische, fast Dämonische, das Gustav Bley diesem Aethiopier-Fürsten gab, wurde die Katastrophe mit Unerbittlichkeit beschworen, mit dramatischer Wucht bei hohen stimmlichen Akzenten und leidenschaftlich durchglühter Gebärde. Als Walter der Gesetzlichkeit war Herbert H i r ch e als Oberpriester voll Haltung, Strenge und Gemessenheit mit farbkräftiger gesanglicher Linie und besonderer Eindringlichkeit in der Gerichtsszene. Dem König verlieh Erwin B u g g e Würde und stimmliches Ausmaß. So wurde die Feiertagsaufführung zu einem Festtag für unser Theater, auf den es mit Recht stolz sein kann. Das bezeugte der ständig sich steigernde Beifall. Dr. Hermann Hering. Franz Lehär: „Die lustige Witwe." Lehars „Lustige Witwe", in Gießen vor fünf Jahren zum letzten Male gegeben, machte am zweiten Weihnachtsfeiertag ein nahezu ausverkauftes Haus. Der Erfolg ist etliche Jahrzehnte alt. „Die lustige Witwe" ist unter den Vorkriegsoperetten die bei weitem populärste gewesen. Nur die ältere Generation wird sich erinnern, welcher Verbreitung sich die bekanntesten Melodien, wie das Vilja-Lied, das Lied vom dummen Reiter und der Schlager Corn MaM fcb WLL MÄs die damals die klastische Operettentradition der^Wie- ner Schule aufzulösen oder doch zu durchbrechen: begann, bestimmte auch jetzt wieder den Erfolg. Das Libretto mag seinerzeit unmittelbarer, vielleicht sogar aktuell gewirkt haben. Arn Text empfindet man die zeitlichen Abstände am deutlichsten; aber Operettentexte sind, von wenigen Ausnahmen abgesehen, so beschaffen, daß man mit dem Versuch etwaiger Modernisierung wenig gewinnen würde. Auch hier ist das, was wir in diesem Sinne als historisch empfinden — wir denken-beispielsweise an die Jugendstildekoration des dritten Aktes — durchaus Bestandteil des Ganzen, und eine „Lustige Witwe" im Kostüm von 1938 würde vermutlich viel vom Reiz des ursprünglichen Eindrucks verlieren. Die Spielleitung — Gert Buchheim — hatte also mit gutem Grunde auf eine aktualisierende Neufassung verzichtet und gab die Operette in dem ihr zukommenden Rahmen: mit Betonung der repräsentativen Ensemble-Auftritte wie der entscheidenden Dialog-Szenen, mit leichter Ironie und sanfter Pikanterie und einem vorn Musikalischen her angeregten Spieltempo. Herr Markwardt am Dirigentenpult brachte die Glanzstücke der Partitur mit sicherem Gefühl für Wirkung heraus. Das berühmte Herren-Septett vom schwierigen Studium der Weiber mußte gleich zweimal wiederholt werden. Der Ausstattungsstab (Bühnenbild: Löffler; Kostüme: Andreae-Endrich; Beleuchtung: Konen) trug nicht minder zum Erfolge bei als die Tanzgruppe, die besonders im Schlußakt Triumphe feierte; Ballettmeisterin Thea Maaß tanzte eine stilgerechte Einlage. * Eva Eckert hatte mit der Titelpartie eine ausgesprochene Paraderolle; sie sang und spielte — jederzeit geschmackvoll und sicher — mit der Eleganz, der Koketterie und dem spritzigen Temperament, das die Hanna Glawari zu einer der populärsten Operettenfiguren gemacht hat. Herr Waltz als Danilo befand sich ebenfalls in angeregter Spielstimmung und fang seine Kavaliersrolle in bester Form. Friedel Fornallaz als Valencienne und Heinrich D u r st als Rosillon ergänzten sich gesanglich und darstellerisch als zweites Paar sehr geschickt. Herr Erl er als leicht vertrottelte Exzellenz und Herr Haars als Niegus brachten mit rauhem Kehllauten und den üblichen Akzentverschiebungen das balkanische Element zu drastisch-heiterer Wirkung. Auch alle andern standen wacker auf ihrem Posten. ♦ Der Beifqst nahm stellenweise stürmische Fors UiSü älh ‘ Haus IhyriQ^ j Aus der Stadt Gießen. Weiße" eihnacht im Sonnenglanz. Vorsicht bei der Verwendung von JeuerwerkskSrpem. Schaffende Stille. Wenn wir an die Tage denken, die uns noch von dem neuen Jahr trennen — „Stille Zeit" heißen sie im Munde des Volkes — so bemächtigt sied unser eine Stimmung ganz eigener Art, besinn- licher als zu anderen Zeiten des Jahres. Zumal den bäuerlichen Menschen, der mitten in die stumme Herrlichkeit der winterlichen Natur hineingestellt ist und mit ihr lebt, weiß sie mit wunderlicher Gewalt anzurühren. Ist es nicht so, daß die Weihnachtstaae und -nächte gleichsam wie ein festlich erhellter und geschmückter Raum sind, in den sich der Himmel mit allen Ster- nen herunterzuneigen scheint? Und durch den Klang und Glanz dieses Raumes schreiten mir Menschen — Kinder und Greise, Mann und Frau — ein- trächtlich, festlich und hochgestimmt, von verhaltenem Jubel umfangen. Am Ende des Raumes aber tut sich ein Tor auf, lautlos und hoch! Hinter uns verhallt der Jubel, entschwebt der festliche Glanz, und unser Blick, der noch von bunten Schimmern geblendet ist, sammelt sich auf das vor uns liegende weiße Land, darüber der Himmel wieder hoch und weit und unabsehbar ausgespannt ist, und in das wir nun hineinschreiten, nachdenklich hingegeben an die Stille des Weges, der uns noch trshM von einem neuen Beginn. Lautlos flockt der Schnee und deckt die Felder zu. Fast unwirklich dünkt es uns, daß hier einmal Korn und Klee geblüht haben, daß hier Saat und Ernte gewesen sind: und es ist doch, als ob es gestern noch war! So eilt die Zeit — wie rinnender Sand im Stundenglas. Wieder geht ein Jahr zur Neige. Rückschauend umfaßt der Blick das Vergangene in Bild und Gleichnis. Im Lichte dieser stillen weißen Tage schauen wir mit anderen Augen als sonst, erkennen wir die Dinge und ihr Wesen tiefer und klarer als im Gleichschritt des Werktags. Seht, es dünkt euch, die Erde habe sich in ihrem eigenen Herzen schlafen gelegt, so leise sind olle Dinge geworden. Es ist, als hielten sie den Atem an. um die alte Erde in ihrem Schlaf nickt zu stören. Und so tief scheint uns dieser Schlaf, als sollte es nie mehr ein Erwachen geben aus dieser kalten, starren Umarmung. Aber ihr wißt es selber: es ist schaffende Stille, die um euch schweigt, es ist ruhendes Leben, das in der Abgeschlossenheit Kräfte sammelt auf den Tag des Erwachens hin. Fast ein ganzes Jahr lang hat die Mutter Erde geschenkt, sich selbst verschenkt und verströmt. Nun ruht sie und sinnt und träumt über ihrem ewigen Schoß von dem Wunder eines neuen Werdens. Auch wenn ihr's nicht in Worte faßt: in euch und uns allen ist dieser uralte heilige Glaube an das Licht, an das Leben, an den Sieg des Lichtes über die Finsternis, an den Sieg des Lebens über den Tod. Laßt fester uns zusammenrücken, Mensch zu Mensch, Gemeinschaft zu Gemeinschaft — nicht in Lärm und lautem Getue, sondern im Schein dieses guten, wärmenden Lichtes der „Stillen Zeit". N. B. ' Dornotizen. Tageskaleuder für Dienstag. Stadttheater: 15 bis 17.30 Uhr: „Frau Holle"; 20 bis 22.30 Uhr ,Lauter Lüge". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Der Blaufuchs". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Pfingstorgel". Stadttheater Gießen. Heute nachmittag findet eine Wiederholung des Märchens „Frau Holle" von Walter Osterspey statt. Spielleitung: Hermann-Schultze-Griesheim, musikalische Leitung: Heinz Markwardt, Tänze: Thea Maaß. Anfang der Vorstellung 15 Uhr, Ende 17.30 Uhr. Außer Miete! — Am Abend findet die Erstaufführung der modernen Gesellschaftskomödie „Lauter Lügen" von Hans Schweikart statt. Das Stück hat sich im Laufe dieser Spielzeit fast alle Bühnen des Reiches erobert. Spielleitung: Hermann Schultze- Griesheim, Bühnenbilder: Karl Löffler. Die Vorstellung findet gleicheitig als 13. Vorstellung der Dienstag-Mete statt. Anfang 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr. Diesmal hatten wir Weihnachtsfeiertage, die sich in ihrer äußeren Aufmachung sehen lassen konnten. Sie entsprachen durchaus dem, was man von einer schönen Weihnachtszeit erwartet, nämlich Schnee, Kälte und Sonnenschein. Die reichlichen Schneesalle der Tage vorher und die niedrigen Temperaturen hatten bewirkt, daß die weiße Herrlichkeit auch m den Straßen der Stadt liegen geblieben und nicht gleich zu Dreck geworden war. Hinzu kam wahrend der Feiertage ein herrlicher, winterlich klarer Himmel, der zwar zeitweilig Bewölkung aufwies, zum großen Teile aber doch der Sonne unbehindert den Weg zur Erde freigab, so daß wir ein Weihnachts- bild erlebten, das wirklich eine Freude war und viele auch zu einem schönen Spaziergang durch die winterlich weiße und kalte, aber im Sonnenglanz wunderbare Landschaft veranlaßte. So war denn das landschaftliche Weihnachtsbild durchaus stilgerecht im Rahmen aller Erwartungen. Nicht ganz so nach allen Regeln der Gesetzmäßigkeit wickelte sich Weihnachten auf anderen Gebieten ab. Die Reichsbahn konnte zwar — im Gegensatz zu dem Zugverkehr mit vielstündigen Verspätungen während der Tage vor dem Feste — den Zugverkehr in unserer engeren Heimat an beiden Feiertagen ziemlich planmäßig durchführen, so daß die Züge im großen und ganzen ohne allzu starke Verspätung fuhren. Der Reisendenverkehr nach und von der näheren Umgebung war am ersten Feiertag und am Abend des gestrigen zweiten Feiertages auch ziemlich stark und konnte glatt bewältigt werden. Dagegen hatte der Postbetrieb noch allerlei Nachwelten von den Tagen vor dem Feste zu bewältigen, und auch heute ist auf diesem Gebiete des weihnachtlichen Geschehens allerlei noch nachzuholen. So sah sich denn die Gießener Post am gestrigen zweiten Feiertag gezwungen, zur Beseitigung der aufgehäuften Paketberge von dem Paketversand vor den Feiertagen, der unter den gewaltigen Zugverspätungen zu leiden gehabt hatte, eine Paketzustellung in der Stadt und in den Landorten durchzuführen. Manches Weihnachtspaket kam dadurch zwar Weihnachten -ei LPD. Frankfurt a. M., 26. Dez. Schwere Tage hat die Reichsbahn hinter sich. Durch das Winterwetter mit seinen vielen Schwierigkeiten war der Fahrplan erheblich in Unordnung geraten, und die stundenlangen Verspätungen, die besonders in der Vorweihnachtswoche auftraten, machten die Weihnachtsreise nicht immer angenehm. Sie mußten aber hingenommen werden, da die Betriebssicherheit bei der Reichsbahn vor alles geht! Der Weihnachtsverkehr war bis zum 23. Dezember erheblich stärker als im vergangenen Jahre, dann aber flaute er ab, denn viele Reisende haben offenbar wegen der Verspätungen auf die geplante Weihnachtsreise verzichtet, so daß sich der Gesamtweihnachtsverkehr etwa auf der Hohe des Vorjahres hielt. Während der Feiertage fuhren die meisten Züge wieder einigermaßen im vorgesehenen Fahrplan, nur ab und zu kamen noch Verspätungen vor. Die Wintersportzüge nach dem Vogelsberg und nach der Rhön wurden nicht gefahren, da geringe Nachfrage herrschte, und die nach dem Taunus am ersten Feiertag eingelegten Züge wurden nur für die Hinfahrt benötigt, denn für die Rückfahrt reichten die Plätze in den fahrplanmäßigen Zügen ebenfalls aus. Durch die Kälte und den schneidenden Wind zogen es doch viele Wintersportle'r vor, die Festtage im Kreis der Familie zu verbringen. Der Rückreiseverkehr setzte am zweiten Feiertag in den späteren Nachmittagsstunden ein, während die Weihnachtsurlauber, die weitere Strek- ken zu fahren hatten, meist erst am Dienstag im Laure des Tages und der Nacht nach Frankfurt zurückkehren werden. hinaus in die verschneiten Gebirge. Die Wintersportler hatten sich besonders auf Weihnachten gefreut, und die wirklich Zünftigen waren schon am Heiligen Abend, manche sogar noch an den Feiertagen, aber doch mit reichlicher Verspätung in den Besitz des Empfängers. Und heute hofft man, die letzten Teile dieser Paketberge fortschaffen zu können. Die Feuerwache konnte während der Feiertage fast vollständige Feiertagsruhe genießen, nur am ersten Feiertag abends muhte sie nach der Alicen- straße ausrücken, um dort einen Rohrbruch und dessen Folgen' zu beseitigen. Die Bereitschaft der Sanitätskolonne vom Deutschen Roten Kreuz hatte während der Feiertage nur Krankentransporte zu fahren, bis auf einen Fall, bei dem ein auf der Rodelbahn verunglücktes Kind mit einem Beinbruch Streut den Vögeln Futier! nach der Chirurgischen Klinik verbracht werden mußte. Völlige Feiertagsruhe hatten die Polizei und die Gendarmerie, da erfreulicherweise während der Feiertage alles so schön brav blieb, daß diese Behörden keinen Anlaß zum Eingreifen hatten. In den Straßen der Stadt war der Fußgängerverkehr verhältnismäßig schwach, da einerseits die ziemliche Kälte den Aufenthalt in der warmen Stube besonders angenehm machte, anderseits die Schneeverhältnisse und insbesondere manche glatte Stellen auf den Fußsteigen und auf den Fahrbahnen das Marschieren zu einer besonderen Anstrengung machten. Daß dagegen der Rodelbetrieb, das Schlittschuhlaufen und auch der Schilauf ganz auf Hochbetrieb gestimmt waren, versteht sich von selbst und sei hier nur der Vollständigkeit halber verzeichnet. So hatten wir denn zwei Weihnachtsfeiertage, mit deren Verlauf man durchweg zufrieden sein konnte. Und am heutigen dritten Feiertagmorgen, während wir diese Zeilen schreiben, ist das Schneetreiben wieder kräftig im Gange und verheißt allen Freunden des Wintersports weitere Freuden. der Reichsbahn. noch früher, in den Vogelsberg, m die Rhön oder gar in den Schwarzwald gefahren. Dort gab es genügend Schnee, denn es hatte tüchtig geschneit, so daß man bei 20 bis 25 Zentimeter Schneehöhe und 10 bis 12 Grad Kälte sehr schön Schiläufen konnte. Auch die Rodler kamen auf ihre Rechnung. Nur mit den Quartieren soll es da und dort gehapert haben, man mußte dann oft lange suchen, bis man eine Bleibe für die Nacht hatte. Die Orte, die als „Schneeparadiese" gelten, hatten ihre verfügbar en Betten schon lange vor den Feiertagen vergeben. Im Taunus waren die Wintersportmöglichkeiten mäßig. 10 Zentimeter Schnee genügten bei den steinigen Wegen und Schneisen eben noch nicht, um einwandfreien und vor allem gefahrlosen Sport zu treiben. Am ersten Feiertag war es noch besser als am zweiten, denn der Wind trieb den Schnee weg, so daß das Feldbergplateau zeitweise beinahe schneefrei war. An anderer Stelle wurde der Schnee zu mächtigen Wehen aufgetürmt. Immerhin sah man Schihäserln und Rodler, zwar nicht rn den Massen wie an guten Wintersport- sonntagen, aber bei bescheidenen Ansprüchen kamen sie doch noch auf ihre Kosten. Die Fußgänger waren dagegen recht zahlreich, denn der wolkenlose blaue Himmel lockte, und die vom Winter hergezauberte Rauhreifpracht verwandelte Wege, Schneisen und Wälder in ein weißes Märchenreich, das immer wieder begeistert bewundert wurde. Wer mit Kraftwagen in den Taunus gefahren war, hatte wenig Freude. Die Straßen konnten wegen der Glätte nur langsam und mit Vorsicht befahren werden, und der Gipfel des Feldberges blieb vielen Wagen unerreichbar. In den Odenwald waren besonders nach der Neunkircher Höhe und der Tromm zahlreiche Win- tersportter gekommen, wo sich bald reger Sportverkehr entwickelte. Bei dem vielerorts üblichen Abbrennen von Feuer» werkskörpern zu Silvester werden häufig ernste Personen- und Sachschäden verursacht, weil fahrlässig ober mißbräuchlich verfahren wird. Es ergeht daher an alle Volksgenossen die dringende Aufforderung, bei der Verwendung von Feuerwerkskörpern die erforderliche Vorsicht walten zu lassen und zu Der« hindern, daß Feuerwerkskörper gefährlicher Art in die Hände Jugendlicher gelangen. Jeder sorge ferner dafür, daß auch die für die Abgabe an Jugendliche zugelassenen Feuerwerkskörper, deren Verpackung die Aufschrift „Verkauf an Jugendliche unter 16 Jahren erlaubt" trägt, nicht mißbräuchlich oder fahrlässig verwendet werden. Schützt euch vor Schaden und Strafen. Eltern, seid euch eurer Aufsichtspflicht bewußt! Zugleich ergeht an alle Personen, die Feuerwerkskörper feilhalten, die dringende Mahnung, die hinsichtlich der Abgabe von Feuerwerkskörpern an Personen unter 16 Jahren bestehende gesetzliche Regelung genauestens zu beachten. Verstöße hiergegen werden unnachsichtlich geahndet werden. Gießener Dochenmarktpreise. * Gießen, 27. Dez. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, % kg 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, bas Stück 4 bis 9. Eie^ ausländische Kühlhauseier, Klasse A 11%, Wirsing, % kg 9 bis 10, Weißkraut 7 bis 8, Rotkraut 9 bis 10, gelbe Rüben 9 bis 10, rote Rüben 9 bis 10, Unterkohlrabi 8 bis 10, Grünkohl 12 bis 15, Rosenkohl 30 bis 35, Zwiebeln 12 bis 15, Meerrettich 35 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 35, Kartoffeln, % kg 4 Pf., 5 kg 40 Pf., 50 kg 3 bis 3,50 Mark, Aepfel, % kg 40 bis 45 Pf., Blumenkohl, das Stück 20 bis 50, Endivien 5 bis 12, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 15 Pf- d t je n t« Hochbetrieb auf Eislaufbahnen. Harte Hockey-Kämpfe. - Umjubelte Eis-Kunstläufer, „Lis-Deihnacht" in Berlin. Einer alten Tradition entsprechend, war das Eisport-Programm des Berliner Sportpalastes an den Feiertagen wieder ganz hervorragend und die Zu- chauer, die die Halle bis auf den letzten Platz be- ctzten, hielten mit Beifall nicht zurück. Im Eishockey siegten die kanadischen Smoke Eaters über eine Berliner Mannschaft mit 5:1 (2:1, 1:0, 2:0). Die Gäste vermochten jedoch keineswegs restlos zu überzeugen. Im Mittelpunkt des kunstläuferischen Geschehens tand Cecilia Co Hedge, die nach ihrem Siege iber Megan Taylor in der britischen Meisterschaft einen stürmischen Empfang zu verzeichnen hatte. Die Londonerin zeigte eine schwierige Kür, in der vor allem die Sprünge gefielen. Unter vier Zugaben ließen sie die begeisterten Berliner nicht vom Eis. Eine Ueberraschunq war Herb. A l l w a r d, der die Abwesenheit Felix Kaspars fast vergessen machte. Der Wiener gab seinem Lauf eine bewußt männliche Note und erhielt dafür starken Beifall. Ilse und Erik P a u s i n wurden nicht minder stark gefeiert. Winkelmann-Löhner muhten chre Tänze mehrere Male zeigen. SC. Riessersee — BSE. Budapest 5:2 (1:2, 2:1, 2:1). Die Olympia-Eisbahn in Garmisch-Partenkirchen wurde am ersten Feiertag eröffnet. Im ersten Eishockey-Spiel um den Ritter-von-Halt-Pokal standen sich der deutsche und der ungarische Meister gegenüber. Der BKE. Budapest, der den Pokal bereits Rundfunkprogramm Mittwoch, 28. Dezember. 6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur zweimal gewann, wurde vom SC. Riessersee überlegen 5:2 (1:0, 2:1, 2:1) geschlagen. Die Bayern hatten eine wundervoll ausgeglichene Mannschaft zur Stelle. Die ausgezeichneten Kunstlauf-Darbietungen von Eva Pavlik, Eva Friemal (beide Wien), Gudrun Olbricht (Berlin), Gerda Grimminger (München) und Benno Faltermeier fanden lebhaften Beifall. Im zweiten Spiel um den Ritter-von-Halt-Pokal standen sich am zweiten Weihnachtsfeiertag im Olympia-Eisstadion von Garmisch-Partenkirchen vor einigen tausend Zuschauern der ungarische Meister BKE. Budapest und die Zehlendorfer Wespen gegenüber. Die Ungarn spielten viel bester als gegen Rießersee und schlugen die Berliner klar mit 5:3 (2:0, 2:2, 1:1). Unentschieden in Frankfurt ^- -nzenberg gegen Obbornhofen, Wodu' .? CuuJ. — 26.2. Wphnüach Münzend"'Z, Sodcl — Obbornhofen (13./42.1.-R. Bayreuth) mit 27 und 32 Meter und 145 Punkten einen Soldatensieg. Gute Leistungen zeigte auch der Nachwuchs, brachte es doch der Sieger der Jugendklasse Karl Wunderlich (Bischofsgrün) auf 29 Meter. Eröffnungsspringen in Reit im Winkel. Mit dem Schispringen am ersten Weihnachtsfeiertag weihte der Wintersportverein Reit im Winkel die neue Steibachschanze ein. Unter den 80 Springern, die sich infolge der günstigen Schneelage zum Start gemeldet hatten, befand sich auch der tüchtige Salzburger Jungmanne Bradl, der erstmals nach seinem Beinbruch wieder mitmachte und durch einen feinen Sieg in feiner Klasse verriet, daß er von seinem alten großen Können nichts eingebüßt hat. In der Gesamtwertung belegte er den dritten Platz. Sieger wurde der in München lebende Norweger Randmod Sörensen, der zwar nicht die größten Weiten erreichte, dafür aber am besten bewertet wurde und so knapp zum Erfolg vor dem Partenkirchener Eisgruber kam, der mit 65 Meter im zweiten Durchgang den ersten Schanzenrekord aufstellte. Weitere Wiutersporkkampfe. Die Schisportler hatten an den Weihnachtstagen nicht überall Wetterglück. In den Hochgebirgen fiel zwar verschiedentlich Neuschnee, aber die Schneedecke blieb doch so schwach, daß man sich hier und da zu Absagen der schisportlichen Veranstaltungen entschließen mußte. So mußten die Wettbewerbe im Riesengebirge abgesagt werden. Das für den zweiten Feiertag vorgesehene Springen aus der Himmelsgrundschanze in O b e r sch r e i b e r- hau mußte ebenfalls gestrichen werden. Auch der Harz blieb ohne schisportliche Veranstaltungen, da das Springen in Braunlage abgesagt und auf den Neujahrstag verlegt werden mußte. 70 Springer gingen über die C.-A.-Seydel- Schanze am Aschberg. Der Sudetendeutsche Steinmüller aus Schwaderbach siegte mit Note 218,4 (48 und 50 Meter) vor Paul Krauß I. (Iohann-Georgenstadt) mit Note 214,9 (zweimal 47 Meter) und Schneidenbach (Aschberg). Den ersten Abfahrtslauf über 1800 Meter auf der Sachsenabfahrt am Sestenberg gewann der deutsche Wehrmachtmeister im 50-Kilometer- Dauerlauf, Oberjäger Kurt Poppa (I. R. Dresden), in der ausgezeichneten Zeit von 1,49 Minuten. Den zweiten Platz belegte Fxicke (Luftwaffe Dresden) in 1,52. Schlesiens Rodelsportzeit wurde am zweiten Feiertag mit dem Rennen in Bad Flinsberg ein geleitet. Der einheimische Europameister Walter Feist siegte in 8,14 vor seinem Landsmann Walter Kluge, der 8:54,5 Minuten benötigte. Schispringen in Seefeld. Da im bayerischen Alpengebiet die Schneedecke an den Feiertagen noch zu dünn und schwach war, statteten zahlreiche der bekanntesten Springer kleineren Schanzen einen Besuch ab. So hatte auch das Springen in Seefeld mit 45 Mann eine gute Besetzung gefunden. Zwar konnte hier die Iahnschanze nicht benutzt werden, dafür aber hielt die kleine Seefelder Sprungbahn alle Erwartungen. Es gab sehr gute Leistungen und für den Iungmannen 9 en ne» mein (Ordensburg Sonthofen) einen Sonderpreis ür den schönsten Sprung des Tages. Der Sieger der Klaffe I, Hubert Hammerschmidt (ff Innsbruck) erhielt den Sonderpreis für den weitesten Sprung des Tages. Springen auch im SfubaifaL Ein großer Teil der gleichen Springer ging am zweiten Weihnachtstag in Fulpmes (Stubaital) an den Start. Die 28 Teilnehmer erreichten auf der Schanze, die sich in glanzendem Zustand befand, gute Leistungen. Sieger in Klaffe I wurde Helmut Lantsch- ner mit Sprüngen von 39,50 und 40 Meter (Note 111,9) vor Walter Dellkarth (Innsbruck) mit 36 und 25 Meter (102,5) und Siegfried Hafelwanter (Sonthofen) mit Note 101,9. Paul Hafelwanter (Sonthofen) gewann in Klaffe II (36,40 Meter - 105,5) und bei den Jungmannen errang wieder Beppi Iennewein (Sonthofen) mit Sprüngen von 35 und 36 Meter (Note 106) den ersten Platz. Erster Sieg von Paul Krauß IL Beim Weihnachtsspringen in Johann-Georgenstadt errang der Olympiaspringer Paul K r a u ß II. seinen ersten Sieg in diesem Winter. Paul Krauß, der beim I.-R.Plauen dient, erzielte Weiten von 59, 63 und 54 Meter und wurde mit der Note 338,1 überlegener Sieger der Klasse I vor dem Sudetendeutschen Max Meichsner (Bärringen) mit 50, 53 und 56 Meter (Note 290,3). Der zweitbeste Springer war der Iung- mannenfieger Hans Remer (Bärringen) mit der Note 295,6 für Sprünge von 49,5, 59 und 58 Meter. Der tiefe Schnee ließ größere Weiten nicht zu. Dinkersporlauftakk im Fichtelgebirge. Ein Weihnachts- und Wintersportwetter, wie man es sich nicht besser denken kann, begünstigte die erste Schisportveranstaltung dieses Winters im Fichtelgebirge. Deshalb hatten sich zu dem Sprungwettbewerb auf der Ochsenkopfschanze bei Bischofsgrün zahlreiche Springer eingefunden, und ebenso tummelten sich viele Tourenläufer auf den Höhen ringsum. Die Schneelage auf der Ochsenkopffchanze war gut, doch mußte der Anlauf wegen Vereisung im oberen Viertel etwas verkürzt werden. So lagen die weitesten Sprünge bei 32 Meter. In der Haupt- klasse gab es durch Unteroffizier Hans Wehrmannj Werkpause. 9.30: Gaunachrichten. 9.40: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 11.30: Ruf ins Land. 12: Mittaaskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.15: O holde Frau Musical 15: Bilderbuch der Woche. 15.15: Was braute uns das Jahr Neues in Technik und Wirtschaft. 15.30: Frauenschaffen der Gegenwart. „Die Kornponisttn Philippine Schick." 16: Kaffee verkehrt aus Wien. 18: Ein Wort an alle. 18.10: „Brennende" Weihnachtsbäume. 18.30: Alte Schlager und Volksmusik. 19: Fliegendes Deutschland. Kreuz und quer durch das Fliegerjahr 1938. 19.15: Tages- spiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. 20: Nachrichten. 20.15: Orchesterkonzert. 21.20: Kammermusik. 22: Nachrichten. 22.15: Kamerad, wo bist du? 22.30: Musik aus Wien. 24 bis 2: Nachtkonzert. m Fl; Gießener Schlachlviehmarkt erst Mittwoch. Der Schlachtviehmarkt in Gießen ist vom heutigen Dienstag, 27. Dezember, auf den morgigen Mittwoch, 28. Dezember verlegt worden. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) D. TU. in 21. Da in Ihrer Anfrage jegliche nähere Anaaben über tatsächliche und übermäßige, oder solche Beeinträchtigungen durch die Anlagen auf dem Nachbargrundstück, die nach den örtlichen Verhältnissen als ungewöhnlich zu bezeichnen sind, fehlen, kann ich Ihnen nur eine ganz allgemeine Auskunft geben. Zu Punkt 1 und 2 Ihrer Anfrage: Es besteht feine gesetzliche Handhabe, dem Eigentümer des Nachbargrundstücks die Errichtung der in Ihrer Anfrage näher bezeichneten Anlagen zu verbieten, selbst wenn die Bauten nahe an der Grenze zu Ihrem Grundstück aufgeführt werden. Auch ein Recht darauf, daß Licht und Aussicht nicht verbaut werden, steht niemand kraft Gesetzes zu. Ich emp- fehle Ihnen daher, im Wege gütlicher Vereinbarung mit Ihrem Nachbar zu einem Ausgleich zu kommen Notfalls können Sie sich mit Ihren Beschwerden an das Gericht ober an das Kreisamt wenden. Zu Punkt 3 Ihrer Anfrage weise ich Sie darauf tyn, daß es Sache der Ortspolizeibehörde ist, für Abhilfe zu sorgen, wenn verbotswidrig Spülwasser usw. in die Straßenrinne gegossen wird. Sie können natürlich die Polizei auf diesen Mißstand aufmerksam machen. L. f). Für einen Mieter, der während seiner längeren Abwesenheit nicht für die ihm obliegende Reinigung der Treppen seines Stockwerks sorgt, kann der Hausbesitzer die Vornahme der Reinigung veranlassen und ihm die Kosten hierfür berechnen. Im übrigen bleibt es gewöhnlich der Vereinbarung von Hausherrn und Mietern Vorbehalten, wie oft die Treppen zu reinigen sind. Hierbei ist vor allem darauf zu achten, daß andere durch den Zustand der Treppen keinen Schaden nehmen, da Dann unter Umständen Schadensersatzansprüche geltend gemacht werden können. gestellte und Arbeiter des öffentlichen Dienstes erhalten ihre Dienstbezüge auch dann wetter, wenn sie keinen eigenen Hausstand haben und die Uebung nicht länger als vier Wochen gedauert hat. Eine etwa erhaltene Familienunterstützung (Mietbeihilfe) ist anzurechnen. Da es sich um außerordentliche Maßnahmen gehandelt hat, wird in Uebereinstimmung mit dem RAM. den Betrieben der freien Wirtschaft empfohlen, in Würdigung der besonderen Umstände sich dieser Regelung, wie sie für die Angehörigen des öffentlichen Dienstes getroffen ist, anzuschließen und von einer Anrechnung des Uebungsurlaubes auf den Erholungsurlaub bei Angestellten und 21 rw beitern, die in dieser Zeit einberufen waren, auch dann abzusehen, wenn Lohn oder Gehalt ganz oder teilweise weitergezahlt worden sind. Die Teilnahme von Wehrpflichtigen d. B. an dem Einsatz der Wehrmacht anläßlich der Wiedervereinigung Oesterreichs und der sudetendeuffchen Gebiete mit dem Deutschen Reich hat außergewöhnliche Anforderungen an alle Beteiligten gestellt. Infolgedessen hat der Reichsminister des Innern im Einvernehmen mit dem OKW. und den beteiligten Reichsministern in einer Sonderregelung für die Teilnahme an dem Einsatz in Oesterreich und Sudetenland folgendes beftimmt: Bei Beamten, Angestellten und Arbeitern des öffentlichen Dienstes, die aus Anlaß oder in Zusammenhang mit der Wiedervereinigung Oesterreichs und der sudetendeutschen Gebiete mit dem Deutschen Reich zum Wehrdienst eingezogen worden sind, findet eine Anrechnung des Uebungs- urlaubs auf den Erholungsurlaub nicht statt. An- Llufang 'm Sl. Moritz. Das internationale Eisbockeyturnier um den Po» kal von St. Moritz brachte am ersten Tag zwei Spiele. CS. d'Hiver Brüssel war über Göta Stockholm 4:2 (0:1, 2:0, 2:1) und Mailands Schwarze Teufel triumphierten 2:0 (1:0, 1:0, 0:0) über die verjüngte Mannschaft von St. Moritz. Ein Lehrspiel der Smofe Lockers. Am zweiten Weihnachtsfeiertag waren beim Eis- fest im Berliner Sportpalast die kanadischen Vertreter für die Eishockey-Weltmeisterschaft, die Smoke Eaters, in ihrem Kampf gegen eine deutsche Auswahl gegenüber dem Vortage kaum wieDerzuer- fennen. Sie wollten dem Reichssportführer und den Berlinern zeigen was wirklich in chnen steckt. Ihre Schnelligkeit, unerhörte Stockführung, blitzschnelles Reagieren beim Stellungsspiel und Schußsicherheit aus allen Lagen schufen eine Klassenüberlegenheit und führten zum verdienten Sieg von 9:1 (3:0, 4 0, 2:1) Toren. Die deutsche Auswahl erhielt eine Lehrstunde. Die Kunstläufe brachten die Wiederaufnahme der sportlichen Beziehungen zwischen Deutschland und der Tschecho-Slowakei durch den Start der Landesmeisterin Eva N y k n o v a. Die erst 14jährige zeigte ein Programm, welches das Talent einer wahren Meisterin verriet. Zu Heller Begeisterung riß dis Zuschauer die Weltmeisterin und neue britische Meisterin Cecilia C o l l e d g e hin. Die Geschwister P a u s i n bestachen abermals mit ihren Eistänzen. VI. Akademische Winterspiele. Für die vom 19. bis 26. Februar in der norwegischen Stadt Drontheim stattfindenden VI. Akademi» schen Winterspiele haben bisher 12 Nationen ihre Teilnahme zugesagt. Es sind dies: Deutschland, Belgien, Finnland, Frankreich, Holland, Lettland, Portugal, Polen, Schweden, die Schweiz, Ungarn und Norwegen. Die Durchführung ist gesichert, da Stadt und Staat ihre finanzielle Unterstützung beschlossen I) oben* Eisenbahnzug fährt in eine Schafherde. 18 Tiere getötet. LPD. Büdingen, 26. Dez. Auf der Strecke B i I b e l — S t o ck h e i m, in der Nähe von A l t e n- stadt, fuhr ein Eisenbahnzug an einem schrankenlosen Bahnübergang in eine Schaf- Herde, die gerade über den Bahnübergang au die andere Seite des Weges hinüberwechseln wollte. Dabei wurden 18 Schafe getötet. Die Tirre gehörten einer Wanderschafherde an. Landkreis Gießen. § Watzenborn-Steinberg, 26. Dez. Am ersten Weihnachtsfeiertag veranstaltete das Musik- korps des Infanterie-Regiments 36 Friedberg in der Volkshalle ein M i l i t ä r k o n z e r t. Unter Leitung von Musikmeister Harzmann brachte die Kapelle Musikstücke der Komponisten Keil, Rixner, C. M. v. Weber, Robrecht, Oliveri, Heinitz, Reindel, H. Löhr, P. Prager, C. Raht und Köthel. Die zahlreichen Besucher dankten der Kapelle mit reichem Beifall. 5 Albach, 26. Dez. Am heutigen Tage feierten die Eheleute Philipp Schmidt II. und Marie, geborene Hahn, das Fest der Silbernen Hochzeit. Unseren Glückwunsch. △ Hungen, 26. Dez. Infolge der starken Schneefälle vor dem Weihnachtsfeste und der dann folgenden Schneewehen waren in der Umgegend die Straßen so stark verschneit, daß es am ersten Feiertage des Einsatzes der Feuer* wehr bedurfte, um die Fahrbahnen sreizu- legen. Besonders die zahlreichen Milchfuhrwerke der hiesigen Molkerei hatten stark unter dem Schneefall zu leiden und benötigten die doppelte Zahl der Gespanntiere gegen sonst, um die Milch nach der Molkerei zu schaffen. Kreis Lauterbach. £ Ulrichstein, 27. Dez. Unser Mitbürger Adolf Keil und Frau Anna, geb. Jäckel, konnten am zweiten Weihnachtsfeiertag das Fest der Silbernen Hochzeit feiern. Wir gratulieren. Kreis Alsfeld. > Deckenbach, 25. Dez. In der Nacht zum Samstag, 24. Dezember, ist der a l t e st e E i n w o h - n e r unseres Dorfes, Ludwig Scholl II., der am 30.August d.I. sein 9 3. Lebensjahr vollendet hatte, g e st o r b e n. Professor Or. Otto Schmjedtgen f. LPD. Mainz, 24. Dez. Im Aller oomiS Jahren ft a r b am Donnerstag Professor Dr. Otto Schmiedtgen, der Direktor des durch Hine prähistorischen Sammlungen in der wissenschaftlichen Welt weichin bekannten Mainzer Naturhisto- rischen Museums. Er wurde kurz vor dem Weltkrieg als Nachfolger von Professor von Reichenau, dessen Assistent er vorher gewesen war, Direktor des Museums. Schmiedtgens Name hat in der wissenschaftlichen Welt einen guten Klang durch seine Erforschung der Geschichte des Mainzer Beckens, der Wallertheimer Funde und der Mosbacher Sande. Feuerwehr und Rettungswache hatten zu tun. Lpd. Frankfurt a. M., 26. Dez. Die Witterung an den Weihnachtsfeiertagen brachte ziemlich viel Unfälle mit sich, so daß die Rettungswache zahlreiche gestürzte Personen in die Krankenhäuser bringen mußte. Die Feuerwehr mußte bei insgesamt 18 Wasserrohrbrüchen eingreifen und außer einigen kleinen Bränden auch das Feuer löschen, das an einer Tankstelle am Platz der SA. ausgebrochen war. Zugunfall im Bahnhof Erdbach. 5 Reisende verletzt. Lpd. Frankfurt a. M., 26. Dez. Die Reichsbahndirektion teilt mit: Am 26. Dezember, 15.22 Uhr, entgleiste int Bahnhof Erdbach auf der Ne- । benbahnstrecke Westerburg—Herborn bei Ausfahrt : eines Personenzuges der zweite Wagen hinter der Lokomotive, jedenfalls infolge vorzeitiger Um- : stellung der Weiche. Der Wagen fiel um. Vier i Reisende erlitten Schnittwunden, einer i einen Oberschenkelbruch. Der Verletzte kam nach \ Herborn ins Krankenhaus. Der Zugverkehr wird durch diesen Unfall nicht gestört. Aus der engeren Heimat. Weihnachtsmann beschenkt Kriegspferde. * Alsfeld, rs. Dez. Ein- sinnige Weih- nachtsehrung bereitete die hiesige Tierschutzgruppe drei Kriegspferden, die als Veteranen des Weltkrieges heute noch in unserer Stadt bei einigen Fuhrunternehmern tätig sind. Jedes der drei Pferde erhielt als Weihnachtsgeschenk je ein Kommißbrot und ein Paket mit Würfel- zucker. Die Besitzer der Tiere wurden mit einer Auszeichnung belohnt. VfB-R Gießen - Brigittenauer AL. (Wien) 5:5. Cin prächtiger Kampf auf dem Waldsporiplah. - Oie Grünweißen in großer Form. Tormann war sehr auf dem Posten und faustete bravourös darüber. Der Eckball brachte nichts ein. Leider gab es im weiteren Verlauf des Spieles einen Unfall. Kramer, die motorische Kraft in der Mannschaft, wurde unglücklich getroffen, stürzte und erlitt anscheinend einen Rippenbruch. Er mußte vom Platz getragen werden. Fröhlich, der bis dahin als Linienrichter das Feld entlang rannte, trat ein, ohne ihn ganz ersetzen zu können. Unverändert heftig ging der Kampf weiter. Allerdings schienen nun allmählich die Gäste dem Tempo der ersten Halbzeit zum Opfer zu fallen. Sie konnten den Ton nicht mehr angeben. Trotzdem stand das Spiel bis zum Schluß auf einem beachtlichen Niveau. Die Zuschauer wurden aus der Spannung nicht entlassen. Einen Strafstoß von Heß brachte den Ausgleich 4:4. Nun ging es um die Entscheidung! Ein Elfmeterball brachte den Wienern noch einmal Torvorsprung, dessen sie sich allerdings nicht lange erfreuen konnten, denn zwei Minuten vor Schluß zog Geslar auf schöne Vorlage von Berlenbach zum 5:5 gleich. So endete das Spiel mit einem Ergebnis, das dem Spielverlauf entsprach. Für die Leute vom Waldsportplatz ist der Ausgang dieses Kampfes sehr ehrenvoll, denn gegen eine ehemalige Berufsspielermannschaft Wiener Prägung so zu bestehen, setzt eine geschlossene Leistung voraus. Deutsche Radfahrer in großer Iorm. Deutscher Sieg im Radlcinderkampf. Die Schweiz in Stuttgart mit 19:14 Punkten geschlagen. Im Mittelpunkt der Stuttgarter Weihnachtsradrennen stand diesmal der Länderkampf Deutschland gegen die Schweiz, der vor 4000 Zuschauern mit einem deutschen 19:14-Sieg endete. 8m Kampf der Steher gewannen die Deutschen Stach (Berlin) und Umbenhauer (Nürnberg) mit 13 Punkten gegen die Schweizer Heimann und Gilgen mit 11 Punkten. Wesentlich eindeutiger war der deutsche Sieg im Omnium der Amateure, da die Eidgenossen Weltmeister Knecht und Ganz gegen die Deutschen Weimer (Stuttgart) und A e y m a n s (Krefeld) keinen einzigen Wettbewerb gewannen. Im Rahmenprogramm gewannen Bühler-Weimer (Stuttgart) Mit 44 Punkten und 42,5 Kilometer auch noch das Mannschaftsfahren über eine Stunde. Scherens besiegte Weltmeister van Vliet. Am ersten Weihnachtstag wurde im Genter Sportpalast ein Radsportprogramm mit Spitzenkönnern abgewickelt. Im Mittelpunkt stand der Fliegerkampf mit Weltmeister van Vliet, dem früheren Weltmeister Scherens und dem Italiener Loatti. Scherens konnte sich für die vielen Niederlagen nach den Amsterdamer Titelkämpfen erstmalig an dem Holländer revanchieren. Er siegte im Gesamtergebnis mit 5 Punkten vor van Vliet 7V2 Punkten und Loatti 8V- Punkten. In den drei Zweierläufen blieben Scherens über Loatti, van Vliet über Loatti und van Vliet über Scherens erfolgreich: der Dreierlauf wurde von Scherens vor Loatti und van Vliet gewonnen, während im Zeitfahren über 500 Meter Scherens mit 31,8 Sekunden der Schnellste war; van Vliet und Loatti benötigten je 32 Sekunden. . Dazu gab es ein Omnium, das von der Mannschaft Kaers-Debruycker im Gesamtergebnis mit 9 Punkten vor Slaats - Pellenaers 5 Punkten und Pelisfier- Fournier 4 Punkten gewonnen wurde. Arents siegt in Paris. Zu einem schönen Sieg kam der deutsche Straßenmeister Josef Arents (Köln) bei den Berufsradrennen am ersten Weihnachtsfeiertag auf der Pariser Winterbahn. Im Rahmen des Wettbewerbs Frankreich—Ausland, den die Franzosen überlegen mit 4:1 gewannen, holte sich Arents das 15-Kilo- meter-Rennen hinter kleinen Motoren in 16:27,6 vor Bertocco (mit 15 Meter), van Amsterdam (100 Meter), Mithouard (200 Meter), Rossi (240) und Maye (mit 270 Meter Rückstand). Auch olle übrigen Kämpfe des Omniums waren heiß umstritten. Im 10-Kilometer-Punktefahren belegte der junge Biese- selder Fritz W e n g l e r hinter P. Maye und La- p^bie einen guten dritten Platz vor Guerra, Maje- rus und Frechaut. Guerra-Olma (Italien) sicherten sich das 50-Kilometer-Mannschaftsrennen mit neun Punkten in 1:05:07,6 vor Clemens-Majerus 6 P. und Mithouard-Goujon. Mit einer Runde im Rückstand wurden hier die Deutschen Wengler-Arents Siebente. Radrennen vor 1OOOO Zuschauern in Dortmund. Die Dortmunder Westfalenhalle war am Abend des zweiten Feiertages bis auf den letzten Platz ausverkauft. Rund 10 000 Zuschauer sahen zunächst bei den Amateuren einen scharfen Kampf zwischen Pur a nn und Hasselberg. Nach den Zweierläufen — hier schlug Purann seinen Rivalen Hasselberg in 12,0 Sekunden — hatte Purann mit 10:8 Punkten die Führung. Der Bochumer gewann dann den Diererkampf, aber Purann rettete durch seinen Kalender und Almanache für 1939. Auf dem Waldsportplatz gab es am gestrigen zweiten Weihnachtsfeiertaq einen Kampf, wie man ihn bisher selten auf Gießener Fußballplätzen sah. Schade nur, daß nicht mehr Zuschauer den Weg zum Waldsportplatz fanden, der sich gestern in seiner ganzen landschaftlichen Schönheit, in der Helle eines strahlenden Schneefeldes, umkränzt von dunkelgrünen Tannen und im Scheine der Sonne geradezu festlich ausnahm. Die Vereinsleitung hatte dabei alles getan, um dem Spiel den Erfolg zu sichern. Der Schnee war geräumt und gewalzt worden, so daß für die Mannschaften ein, den Umständen entsprechend, recht gutes Spielfeld zustandekam. Auch die Plätze der Zuschauer waren vom Schnee befreit, so daß man es aushalten konnte, wenng^ich kalte Füße nicht zu vermeiden waren. Da half auch alles Trampeln nichts! Aber keiner der Zuschauer verließ den Platz, bevor der^Schlußpfiff des Schiedsrichters erklang. Wer gekommen war, brauchte den Besuch nicht zu beteuern Es gab ein Spiel zu sehen, an dem man seine helle Freude haben konnte. Herzliche Begrüßung. Dem Kampf ging eine herzliche Begrüßung der Gäste voraus. Im Auftrag des Vereins hieß Sportkamerad Overbeck die Wiener Elf willkommen. Dann sprach der Kreisgeschäftsführer Hermann Wagner im Auftrage des Kreisleiters und hieß die Gäste mit besonderer Freude deshalb willkommen, weil man in ihnen nicht nur eine Fußballmannschaft schlechthin sehe, sondern die Brüder aus der Ostmark, die nach schwerer seelischer und materieller Not in das Vaterland zurückgefunden haben, zurückgefunden in die Gemeinschaft der 80 Millionen deutscher Menschen. Stolz und glücklich dürften wir sein, so fuhr der Redner fort, in diesem Großdeutschland zu leben, das uns der Führer geschaffen habe und das bewacht werde von scharfen Schwertern. Der Reisebegleiter der Wiener Elf erwiderte, daß sich auch die deutschen Brüder in der Ostmark jederzeit bewußt seien, was sie zu tun hätten für Reich und Führer und bereit seien, sich einzusetzen mit aller Kraft und, wenn es sein müsse, mit dem Opfer des Lebens. Die Mannschaften. Die beiden Fußballmannschaften liefen dann in das Spielfeld. Die VfBer im bekannten Dreß, die Gäste in blauweiß gestreiftem Trikot und blauer Hose. Die Platzbesitzer hatten neben ihrem neuen Tormann Wunderlich zwei weitere neue Spieler aus Eschwege in ihren Reihen: Geslar und Goris- sen! Sie verstanden sich schon sehr gut mit der Mannschaft und trugen wesentlich zum Erfolg bei. Die Grün-Weißen traten mit folgender Mannschaft an: Wunderlich Leutheuser I Leutheuser II Krämer Heß Kramer Berlenbach Fischer Geslar Gorissen Lehrmund Belk Babisch Petrak Bazalt Jlek Kloiker Korylek Winner Rister Neuberger Scharer Brigittenauer AC. Spielbeginn mit lleberraschvngen. Die Gäste ließen sehr erkennen was sie konnten. Ja, man hatte schon nach wenigen Auaenblicken den Eindruck, daß es für die Gießener nicht viel zu bestellen gab. Wenn auch die Platzbesitzer das Spiel offen halten konnten, so brillierte die Elf von Wien doch mit einem Kombinationsspiel, gegen das die VfBer zunächst nicht ankommen konnten. Sie hatten olle Mühe an den Ball zu kommen, mußten viel laufen und rascher starten als je in Spielen zuvor. Aber mit den Anforderungen, die der Gegner stellte, wuchs auch die Leistung der Grün-Weißen, wuchs ihr Eifer, der die Mannschaft während der ganzen Spielzeit auszeichnete. Immerhin konnten die Gießener nicht verhindern, daß in der 7. Minute das erste Tor fiel. Der Tormann war bei einem Gedränge vor dem Tor und mühsamer Abwehr gestürzt, so daß der unmittelbar vor dem Tor stehende Linksaußen der Gäste aus einem Meter Entfernung eindrücken konnte. Eine Minute später folgte das zweite Tor. In zügigem und raumgreifendem Spiel trieben die Gäste den Ball nach vorne, vollzogen ziclbewußten Flankenwechsel und beschlossen mit unhaltbarem Torschuß. Das rüttelte nun die Grün- Weißen gewaltig auf. Von Depression keine Spur! Vielmehr fanden sie sich zu einer besseren Mannschaftsleistung und wuchsen an den Gegner heran. Das war im Interesse des Spieles sehr erfreulich, denn der Kampf gewann immer mehr an Spannung. Die Wiener begeisterten weiter mit ihrem ausgezeichneten Kombinationsspiel, mit einem Zuspiel, das wohl kaum einer der Zuschauer auf dem Schneefeld je so exakt erwartet hätte. Sie forderten damit die Grünweißen immer mehr heraus. In der 17. Minute fiel das dritte Tor für die Gäste — allerdings ans klarer Abseitsstellung heraus. Nun war in wohl vielen der gespannt folgenden Zuschauern die Mei- rmng fest, daß die Platzbesitzer um eine klare Niederlage nicht herumkommen würden. Doch es kam wieder einmal anders! Die Grünweißen zogen nun öfter oor das Tor der Ostmärker, wurden öfter gefährlich, vergaben einige Chabcen, schossen auch darüber, aber schließlich schoß Heß in der 33. Minute mit einem tadellosen Weitschuß in die rechte obere Ecke das erste Gegentor, das viel bejubelt wurde und der Mannschaft Rückhalt und weiteren Auftrieb gab. Nach glänzender Kombination vor dem Gästetor wurde wenig später der Ball genau zu Geslar gegeben, der gut in Schußstellung lief und mit wunderbarem Torschuß auf 3:2 verkürzte. Das Selbstvertrauen der Einheimischen wurde nun feslenfest, und in der Folge wurden sie zu einem gleichwerttgen Gegner. Das, was die Wiener an ausgefeilter Balltechnik voraus hatten, ersetzten die Platzbesitzer durch großen Eifer. Dramatische zweite Halbzeit. Geslar eröffnete die zweite Halbzeit mit einem Schuß knapp über das Tor. Dann waren die Gäste wieder am Zug. Dem Tormann Wunderlich war in kritischem Augenblick die Sicht versperrt und es blieb ihm nichts übrig, als das Leder aus den Maschen zu holen. 2:4! Dann gab es eine Duplizität des Falles: eine Minute nach dem Wiederanstoß kamen die Gießener in Tornähe und diesmal war es ein Gästeverteidiger, der seinem Tormann die Sicht nahm. Berlenbach schoß und verkürzte auf 3:4. Eine große Chance zum Ausgleich bot sich, als im Strafraum der Wiener Hand gemacht wurde. Kramer schoß sehr genau, hatte den Ball so berechnet, daß er dicht unter die Latte kommen mußte, aber der — Kosmos-Taschenkalender für d i e Jugend 19 3 9/40. Mit vielen Zeichnungen, Tabellen und Lichtbildern. 240 Seiten. Leinen 1,50 Mark. Franckh'sche Verlagshandlung, Stuttgart. — (351) — Junge, das ist was für dich! Hier hast du Platz, das ganze Jahr über Notizen zu machen. Oder du solltest etwas wissen für die Schule, Zahlen, Tatsachen zu Heimat- und Völkerkunde, zu Physik oder Mathematik. Auto- und Verkehrszei- chen Morsezeichen, praktische Winke für erste Hilfe bei Unglücksfällen, für Fahrt und Lagerleben, über Sport, über Technik, oder ein paar Scherze und liatsel zur Unterhaltung deiner Kameraden — alles findet du im Kosmos-Taschenkalender! Es sind Bilder, Uebersichten, Tabellen da und sogar ein großes Preisausschreiben mit vielen wertvollen Gewinnen. Blodigs Alpenkalender 193 9. (14. Jahrgang.) 98 Blätter im Format 19,5X23 cm mit großen beschrifteten Bildern, darunter drei Dierfarben-Kunstblätter, vier Anstiegsblätter, Aufhange- und Stellvorrichtung. Verlag des Blodigschen Alpenkalenders^ Paul Müller, München 2. Preis Eine weitere kritische Würdigung der Mannschaften erübrigt sich. Die Wiener imponierten durch ihre edle Art der Spielführung, die Platzbesitzer durch ihren Einsatz und ihre Leistungssteigerung am Können des Gegners. Schiedsrichter Post (Wiefeck) war dem Spiel ein aufmerksamer Leiter, der wenig übersah und nicht zu viel pfiff. Die Mannschaften machten ihm außerdem sein Amt leicht. tz 1. FC. Bamberg — Brigittenauer AC. 5:2 (3:1). Wiener Fuhballgäste hatte der 1. FC. Bamberg' am ersten Feiertage, und zwar den Brigittenauer AC. Vor etwa 1800 Zuschauern gab es einen spannenden Kampf, bei dem die Einheimischen in der ersten Halbzeit überlegen spielten und durch Witter- auf, Scharrer, Krauß zu drei Treffern kamen. In der 40. Minute konnte Telk den ersten Gegentreffer der Wiener anbringen. Nach dem Wechsel sah man von den Gästen ein ganz ausgezeichneter Spiel, das die Zuschauer immer wieder zu Beifall hinriß. Erfolge blieben aber aus. Bamberg kam vielmehr in der 57. und 62. Minute durch Krauß und Krügel zu zwei weiteren Toren, während bei den Wienern wiederum Telk fast mit dem Schlußpfiff zusammen zum zweitenmal erfolgreich war. zweiten Platz den Gesamtsieg. Stark gefeiert wurden Kilian und Vopel, die itp Omnium gegen ihre Landsleute eine überlegene Rolle spielten. Größtes Interesse fanden die drei Steherläufe, von denen besonders die beiden letzten im Zeichen scharfer Kämpfe standen. Im ersten Lauf lag Metze von Beginn an vor Lohmann und verteidigte die Spitze sicher. Im zweiten Lauf war dann Lohmann erfolgreich. Metze und Lohmann überholten dann im dritten Lauf sofort den Italiener Severgnim und lieferten sich einen' spannenden Zweikampf, den Weltmeister Metze zu seinen Gunsten entscheiden konnte. Olympische Eintrittspreise festgesetzt. Das Organisationskomitee für die 12. Olympischen Spiele 1940 in Helsinki hat die Preise,für die Eintrittskarten festgesetzt. Nachdem der Plan eines Sta- dion-Passes fallengelassen worden ist, werden für alle Veranstaltungen der Spiele nur Einzel- karten ausgegeben. Die dadurch bedingte Riesenzahl von Karten gliedert sich in Sitzplätze und Stehplätze. Beide Plätze sind je noch einmal in Plätze erster und zweiter Ordnung unterteilt. Die Höhe der Eintrittspreise schwankt zwischen 10 und 250 Finnmark (100 Finnmark = 5,25 Reichsmark). Kurze Sportnotizen. Die Ausbildungs- und Lehrarbeit des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen im Jahre 1939 weist einige wichtige neue Punkte auf, so die Führernachwuchs-Schulung, die einer Verjüngung der Amtsträgerschaft dienen soll, und den einheitlichen Ausbau des gesamten fachlichen Ta- gungs wesens. Ein Handball - Gaukampf zwischen Mittelrhein und Hessen ist zum 15. Februar vereinbart worden. Das Treffen wird in Koblenz statt- finden. ---Oberführer Willi Brandner wurde vom Gauleiter und Reichskommissar für die sudetendeutschen Gebiete, Konrad Henlein, zum persönlichen Beauftragten für die Fragen der Leibesübungen ernannt. Der Leiter der Turnschule Asch, Toni Sandner, wurde kommissarischer Gau-Aus- bildungsleiter. Charly Mills, Deutschlands Meisterfahrer auf der Trabrennbahn, hat es nun doch noch geschafft. In Mariendorf errang er mit Maria im Julklapp- Rennen den 3000. Sieg. Der neue Weltrekordmann war in seiner 16jährigen Laufbahn 16mal Deutscher Champion. Das Weihnachtsschwimmen „Quer durch die Seine" in Paris wurde auch diesmal ausgetragen, obwohl die Temperatur sehr niedrig war. Bei den Männern siegte K r a k o w s k i (Scuf Paris) in 2:19,6 Minuten für die etwas mehr als 200 Meter lange Strecke, während bei den Frauen Frl. L a i n 6 in 3:22,6 Minuten erfolgreich war. Neuen südafrikanischen Rekord über 440 Meter lief der britische Empire-Meister Dennis Shore, ein Mitglied der südafrikanischen Olympiamannschaft, bei den Transvaal-Meisterschaften in Johannesburg. Die neue Rekordmarke steht auf 47,0 Sekunden! Jack Metcalfe (A u st r a l i e n), der Olympiadritte im Dreisprung, zieht sich vom aktiven Sport zurück und wird der australischen Olympiamannschaft für Helsinki 1940 nicht mehr angehören. Metcalfe hielt bis zu den Spielen 1936 in Berlin den Dreisprung-Weltrekord mit 15,78 Meter. Der Japaner Tajima verbesserte ihn in Berlin auf genau 16 Meter. Charles Lacquehay, der französische Steher-Weltmeister der Jahre 1933 und 1935 und Gewinner zahlreicher Straßen- und Bahnrennen in Europa und Amerika, hat sich auf ärztliches Anraten endgültig vom aktiven Sport zurückgezogen. RM. 2,90. — (480) — Auch der neue Jahrgang des Alpenkalenders wird mit seinen vielen ausgezeichneten (teilweise farbigen) Bergbildern allen Naturfreunden und Alpinisten eine willkommene Gabe und ein treuer Begleiter durch das Jahr 1939 sein. Der Kalender ist zum Aufstellen eingerichtet; die einzelnen Bilder können gesammelt werden. Das Vorwort des Herausgebers, Dr. Karl Blodig, ist unter dem frischen Eindruck der Heimkehr Deutschösterreichs ins Reich geschrieben und klingt in einen jubelnden Dank an den Führer aus. — Jagd -Abrei ßkalender 1 939. 25. Jahrgang. Herausgegeben von der Hauptschriftleitung der „Deutschen Jagd". 165 gut illustrierte Blätter mit wertvollen Textbeiträgen und Kalendarium. Preis RM. 2,50. Verlag. Deutsche Jagd, I. Neumann - Neudamm. — (435) — Praktische Ratschläge, Wegweiser für Hege, Fütterung, Waffenbehandlung, Hundezucht wechseln mit Gedichten, Anekdoten und Humoresken aus dem Jägerleben. Alles rankt sich um den fchönen bildlichen 'Schmuck des KalepderL. Sie körperliche Entwicklung des Soldaten. Äon Oberstarzt Or. H. Mütter,Oberkommando des Heeres, Heeres-Sanitatsinfpektion. Seitdem wir wieder ein Volksheer haben, bringen während der Hauptfesttage zahlreiche Sonderzüge die Soldaten zu kurzem Urlaub in die Heimat. oo sind auch diesmal in der Zett von Weichnaclsten und Neujahr Söhne und Brüder zum erstenmal im Waffenrock des Soldaten auf Urlaub nach Hause gekommen. Da nicht alle Wehrmachtsangehörige gleichzeitig Urlaub haben können, ist ein Teil Weihnachten zu Hause gewesen, während die übrigen mit ihren Kameraden in den Kasernen gefeiert haben. Diejenigen aber, die Weihnachten tu den Kasernen blieben, werden das Neujahrsfest mit ihren Angehörigen daheim verleben. Vor wenigen Wochen sind die Rekruten in die Kasernen ein gerückt. Doch werden die Eindrücke und Erlebnisse während dieser ersten Wochen des Soldatenlebens Unterhaltungsstoff genug für tüf Urlaubs zett bieten. Wenn Vater selbst Soldat war, wird er mit besonderem kritischen Blick den Sohn in Uniform mustern und mit Befriedigung feststellen, daß er schon einen durchaus soldatischen Eindruck macht. Die Mutter denkt vielleicht erst an das leibliche Wohl. Denn wenn der Junge nach Hause kommt, soll er während der Tage doch auch tüchtig zu essen haben. Mit Genugtuung hat sie aber schon beim ersten Blick erkannt, " daß der Junge gar nicht ausgehungert aussieht. Trotzdem wird es ihm im Elternhaus besonders gut schmecken, und er wird der Mutter durch die Tat beweisen, daß er die Früchte ihrer Kochkunst noch höher schätzt als die Soldatenkost Wenn der Sohn von den „Speisezetteln" einer Woche erzählt, wobei das Sonntagsessen besonders liebevoll geschildert wird, dann schaut vielleicht der Vater in Erinnerung an die eigene frühere Dienstzeit manchmal etwas ungläubig drein. Haben die Eltern sich nun überzeugt, daß der Rekrutensohn sich körperlich ganz gut herausgemacht hat, so ist dies nicht nur ein subjektives Urteil, sondern steht durchaus im Einklang mit den „dienstlichen Ermittlungen". Die Entwicklung des Körpergewichts ist bekanntlich ein wichtiger Gradmesser für die Beurteilung des Gesundheitszustandes und zeigt, ob die Ernährung nach Menge und Wert ausreichend ist. Alle Rekruten werden während des ersten Halbjahres monatlich gewogen, spä- techin vierteljährlich. Das festgestellte Gewicht wird jedesmal im Gesundheitsbuch eingetragen. Um ein Bild über das Verhalten des Körpergewichtes der jungen Soldaten im ganzen Reich zu gewinnen, hat der Heeres-Santtätsinspekteur die Ergebnisse der regelmäßigen Wiegungen einge fordert. Es wurde im Sommer 1938 getrennt berichtet über die im November 1937 eingetretenen Rekruten und über die Soldaten, die das erste Dienstjahr hinter sich hatten. Bei diesen älteren Soldaten wurde das Körpergewicht mit dem „Einstellungsgewicht" verglichen, bei den Rekruten wurden die monatlichen Gewichtsunterschiede nebeneinander gestellt. Eine Gewichtszunahme ist bei einem Menschen, der noch in der körperlichen Entwicklung ist, der objektiv meßbare Erfolg einer regelmäßigen, gesunden Lebensführung bei ausreichender und richtig zusammengesetzter Nahrung. Ein Stehenbleiben im Gewicht kann Ausdruck dafür sein, daß der Mensch körperliche Anstrengungen gewohnt ist, und daß sich der Körper durch ausreichende Ernährung vor dem Diensteinttitt schon im ausgeglichenen Gewichtsverhältnis befand. Eine Gewichtsababnahme im Laufe der Ausbildung kann anzeigen, daß durch die vielseitige körperliche Inanspruchnahme „überflüssiges" Fett und vor allem Wasser verlorengeht. In den meisten Fällen wird also auch eine Gewichtsabnahme durchaus normal und gesundheitlich von Vorteil fein, sie kann aber auch das erste objektive Anzeichen für eine versteckte Krankheit sein. Darum ist die „Gewichtskurve" des Soldaten für jeden Truppenarzt ein ärztlich besonders wichtiges Dokument. Nun zum Ergebnis der dienstlichen Ermittlungen, die in solchem Umfange noch nicht angestellt wurden. Nach dem Ausbildungshalbjahr hatten von den Rekruten zugenommen 70 v. H. waren im Gewicht stehengeblieben 10 „ hatten abgenommen 20 „ Nach dem 1. Dienstjahr hatten von den Soldaten zugenommen 73 v. H. waren im Gewicht stehengeblieben 9 „ hatten abgenommen ( 18 „ Diese Zahlen zeigen, daß in der Regel s ch o n n a ch der Rekrutenzeit die Gewichtszunahme beendet ist. Verfolgt man die Gewichtszunahme der Rekruten in den einzelnen Ausbildungsmonaten, so ergibt sich folgendes Bild: Bei den Rekruten, die an Gewicht zunahmen, stieg das Körpergewicht nach dem 1. Dienstmonat um 2,1 kg 2. „ weiter um 0,3 kg auf 2,4 „ 3. w „ 0,3 „ „ 2,7 „ 4. „ 0,1 „ w 2,8 „ 5. „ keine Zunahme =2,8 „ Die Hauptzunahme ist demnach nach dem 1. Diensi- monat zu verzeichnen, fte beträgt % der Gewichtszunahme während der Ausbildungszeit der Rekruten. Diese Zahlen geben den Heeresdurchschnitt an. Etwa 46 v. H. aller Rekruten hatten eine Gewichtszunahme bis 2 kg am Ende der Ausbildungszeit erreicht. 12 v. H. der Rekruten gehörten zu einer Gruppe, die in 5 Monaten 5 bis 10 kg (!) zugenommen hatten. Die durchschnittliche Gewichtszunahme der Soldaten nach dem ersten Dienstjahr betrug im Heeresdurchschnitt 3,0 kg. Auch diese Zahl sagt aus, daß in der Regel schon während der Ausbildungszeit der Rekruten der Körper im ausgeglichenen Gewichtsverhältnis ist. Diese Zahlen sind derbe st e Beweis fürdie richtige Ernährung der Soldaten. Nicht umsonst errechnet der Truppenarzt monatlich die Kalorienmengen der verabfolgten Kost und sind alle für die Verpflegung verantwortlichen Stellen bemüht, gehaltvolle, reichliche und schmackhafte Kost zu schaffen. Diese Feststellungen werden auch für die Eltern unserer Soldaten beruhigend sein. Trotzdem wird der Sohn bei Urlaubsende einen Rest des Weihnachtsstollens ober eine Wurst als Reiseproviant zum Standort nicht ablehnen, denn ein richtiger Soldat ist für „überplanmäßige Fettigkeiten" gern empfänglich und wird sie schon in froher Erinnerung an einen schönen Festtagsirrlaub mit Kameraden teilen Uxjto MbrwLenü LkWLLterk--:——