Nr. 22b (Irftes Blatt 188. Zahrgang Dienstag, 27. September 1938 tri(t)eini tdqltct), außer 5onntaqd und feiertags Beilagen: Die 3Uu|triertt Gießener Familienbläiter f)etmaltm'BtIb Die5d)oQe Monats-Bezugsprets: •Dtii 4 'Beilagen 1.95 Qt)ne 3Uuftrierte , l 80 Zustellgebühr . -.25 Auch bei 'Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernfprechanschlüffe anter Sammelnummer 225) Anschrift für Drahtnach- richten Anzeiger Stehen Postscheckkonto: Hranksurt am Main 11686 Siehemr Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Drutft und Verlag: vrühlsche Univerfitatsdruckerei R. Lange in Gießen. Schristleimng und Geschäftsstelle: Zchulftraße ? Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer vis8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für I mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Npf., für le^t* anzeigen von 70mm Brett« 50 Npf.,Platzvorschrift nach oorh Dereinbg. 25°/0 mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheilsanzeigen 5 Npf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts» u. behördlicheAnzeigen6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Deutschlands Geduld ist zu Ende. „Wir sind entschlossen, Herr Benesch mag seht wählen!" imarschall Gorina, Reichsaußenminister ck, Reichsführer jf Himmler, Reichs- Adolf Hitler während seiner Rede. In der ersten Reihe von links: Reichsminister Dr. G o e b- bels, Reichsminister Rudolf Heß, Generalfeldmarschall Görin - «>«*A**-6-*-**t.v..f*»* von Ribbentrop, Reichsminister Dr. Fric", ..... ' Minister R u st. — (Scherl-Bilderdienst, Berlin.) haben. Hinter den Fahnen marschierten Angehörige des fudetendeutschen Freikorps durch den Mittel- gang in die Halle ein. Dr. Goebbels als Dolmetsch des deutschen Volkes. Des Führers Fahrt zum Sportpalast. Berlin, 26. Sept. (DNB.) Schon Stunden vor Beginn der Kundgebung im Sportpalast bildete der Wilhelmsplatz den Anziehungspunkt für viele tausende Männer und Frauen, die auf den Augenblick der Abfahrt des Führers warteten. In dichten Ketten umsäumte die Bevölkerung, kleine Hakenkrettz- fähnchen in der Hand, die Straßenfronten, an denen ff» und SA.-Formationen den Absperrdienst versahen. Als Erster verließ Reichsminister Dr. Goebbels, begleitet von den Heilrufen der Menge, das Propagandaministerium Kurz vor 20 Uhr starteten dann die Motorradfahrer mit der gelben Flagge. Die Spannung der Menge erreichte ihren Höhepunkt. Alle Blicke richteten sich auf das Portal der Reichskanzlei, aus dem der Wagen des Führers nunmehr jeden Augenblick in die Wilhelm- straße einbiegen mußte. Orkanartige Begeisterung brach los, als dann der Führer, im Wagen ftehend, und der heilrufenden und fähnchenschwingenden Menge dankend, zur Leipziger Straße fuhr, um sich zum Sportpalast zu begeben. Die Halle Stunden vorher überfüllt. Wer etwa eine oder zwei Stunden vor dem Beginn der Kundgebung den Raum betrat, blieb zunächst einmal einen Augenblick atemlos und gebannt stehen, um das Bild und die Stimmung/ die sich ihm darboten, auf sich wirken zu lassen. Tausende und aber Tausende füllten die weit Fläche der Halle, die riesigen Tribünen, die Treppen und Galerien. Ununterbrochen klangen die alten Kampflieder der Bewegung. Eindrucksvoll war auch der äußere Rahmen. Mächtige Pylonen, auf denen der Hoheitsadler feine Schwingen breitete, bildeten neben einem gewaltigen goldumrahmten Hakenkreuzbanner den Hintergrund der Ehrentribüne, auf der die Mitglieder der Reichsregierung, die Reichsleiter und andere führende Persönlichkeiten der Partei sowie die Generalität Platz genommen hatten. Links vom Führerpult eine Reihe Männer in schlichtem Grau der Zioilkleidung: d i e Führer der Su- detendeutschen Partei. Ueber der Ehrentribüne ruft ein mächtiges Spruchband das Gelöbnis in die weite Halle herab: „Die Deutschen in der Tschecho-Slowakei sind weder wehrlos, noch find sie verlassen. Das möge man zur Kenntnis nehmen!" Als die Reichsminifter und die Reichsleiter in der Halle erschienen, wurden ihnen stürmische Ovationen dargebracht, die beim Eintreffen des Generalfeld- marschalls Göring besonders herzliche Formen annahmen. Der Badenweiler Marsch ertönte und schon brauste ein einziger Iubelschrei: Der Führer hat die Halle betreten! Gefolgt von seinem Stellvertreter, Reichsminifter Rudolf Heß, Reichsminifter Dr. Goebbels und Reichsführer ff Himmler schritt er durch dieses gewaltige Brausen zur Ehrentribüne. Zwei Fahnen, in Berlin noch unbekannt, wurden dann in den Saal getragen: die Fahnen der Sudetendeutschen Partei, für die gerade in diesen Wochen so viele der Besten unserer sudetendeutschen Volksgenossen ihr Leben geopfert Der Reichspropagandaleiter Reichsminifter Dr. Goebbels eröffnete dann die Kundgebung: Mein Führer! so sagt er: In einer geschichtlichen Stunde, die Europa in atemloser Spannung hält, sprechen Sie zur deutschen Ration und zur ganzen Welt. In dieser schicksalsschweren Stunde ist Ihr Volk einmütig und geschlossen um s i e versammelt. Die jubelnde Begeisterung und die harte Entschlossenheit, mit der Sie hier im Sportpalast empfangen worden sind, erfüllt in dieser Stunde die ganze deutsche Ration. AufIhrVolk können S i e s i ch verlassen, genau so, wie dieses Volk sich auf Sie verläßt. W i e ein Mann steht es geschlossen hinter Ihnen. Keine Bedrohung und kein Druck, sie mögen kommen woher auch immer, können Sie, das wissen wir, von Ihrem und unserem unabdingbaren Rechtsanspruch abbringen. In dieser Gesinnung und felsenfesten Überzeugungskraft ist mit Ihnen das ganze deutsche Volk einig. Ost haben wir es in den großen Stunden der Ration gesagt und gelobt Jetzt in der Stunde ernstester Entscheidung wiederholen mir es vor Ihnen aus vollem und starkem Herzen: Führer befiehl, mir folgen! Beifallsstürme folgen jedem Satz der Ansprache, sie steigern sich zu einem einzigen Iubelschrei, als dann der Führer das Rednerpult betritt. Der Führer spricht Deutsche! Volksgenossen und -genossinnen! Am 20. Februar habe ich vor den deutschen Reichstagsabgeordneten zum erstenmal eine grundsätzliche Forderung unabdingbarer Art ausgesprochen. Damals hörte mich die ganze Ration, und sie hat mich verstanden! Ein Staatsmann hat dieses Verständnis nicht aufgebracht. Er ist beseitigt und mein Versprechen von damals ist eingelöst! Zum zweiten Male sprach ich dann vor dem Reichsparteitag über diese selbe Forderung. Und wieder horte diese Forderung die Ration. Heute trete ich nun vor Sie hin und spreche zum ersten Male vor dem Volk selbst, so wie in unserer großen Kampfzeit, und Sie wissen, was das bedeutet! (Stürmische Sieg-Heil-Rufe.) Es darf nunmehr für die Welt fein Zweifel mehr übrig bleiben: Jetzt, spricht nicht mehr ein Führer ober ein Mann, jetzt spricht das deutsche Volk! (Tosender Beifall der Massen.) Wenn ich jetzt Sprecher dieses deutschen Volkes bin, dann weiß ich: In dieser Sekunde stimmt Wort für Wort das ganze Milli o n e n v o l k in meine Worte ein! Bekräftigt sie und macht sie z u seinem eigenen Schwur! (Die Zehntausende jubeln dem Führer stürmisch zu.) Mögen die anderen Staatsmänner sich überprüfen, ob das auch bei ihnen der Fall ist! Die Frage, die uns in diesen letzten Monaten und Wochen auf das tiefste bewegt, ist altbekannt: Sie heißt nicht so sehr: Tschecho-Slowakei, sie heißt: Herr Benesch? (Pfui-Rufe.) In diesem Namen vereinigt sich all das, was Millionen Menschen heute bewegt, was sie verzweifeln läßt, ober mit einem fanatischen Entschluß erfüllt. Warum aber konnte diese Frage zu solcher Bedeutung emporsteigen? (Fortsetzung der Führerrede im Jnnern des Blattes.) Llnfer letztes Wort In entscheibungsvoller Stunde der Ration tritt der Führer vor sein Volk. Die Berliner, die die alte Kampfstätte der Nationalsozialisten füllen und an den Straßen der Reichshauptstadt dem Führer auf einem Weg zum Sportpalast begeisterte Huldigungen barbringen, sind in biejer Stunde bie Reprä- entanten ber ganzen beutschen Nation, die am Rundfunk Zeuge ist bes feierlichen Gelöbnisses zwischen Führer und Volk, zusammenzustehen in un- wanbelbarer Treue mag kommen, was kommen mag. Aber auch die ganze Welt hat noch niemals so wie gestern einer Rebe bes Führers gespannt entgegengesehen. Sie weiß nun heute erneut, baß das deutsche Volk hier gesprochen hat. Sie hat es, gern oder widerwillig, zur Kenntnis nehmen müssen, daß des Führers Wille seines Volkes Wille ist und seine Forderung die unabdingbare und einmütige Forderung einer ganzen Nation von 75 Millionen, die im tiefen Bewußtsein ihrer Verantwortung wie im selbstbewußten Gefühl ihrer Kraft aus vollem Herzen den Frieden aufrichtig bejaht, weil sie nur im Frieden die gigantischen Aufgaben zu lösen vermag, bie ihr auf allen Lebensgebieten gestellt sind, bie aber im gleichen Bewußtsein ihres moralischen Rechts entschlossen ist, mit allen Mitteln einem Zustand ein Ende zu machen, der für 3V, Millionen Menschen deutschen Bluts vor die Wahl zwischen elender Sklaverei oder sicherer Ausrottung stellt und den ein großes stolzes Volk wie das deutsche als seiner unwürdige, unerträgliche Schmach empfindet. Der Führer hat noch einmal bargelegt, baß die deutsche Außenpolitik weltanschaulich festgelegt und bedingt ist durch den einzigen Zweck der Erhaltung und Daseinssicherung des deutschen Volkes und er hat allen denen, die der nationalsozialistischen Außenpolitik immer wieder imperialistische Eroberungspläne unterstellen, um mit solchen Ammenmärchen in Schrecken und Angst zu setzen, mit Mißtrauen und Argwohn.gegen unser friedliebendes, seiner Arbeit nachgehendes Volk zu erfüllen, mit allem Nachdruck erklärt, daß aus diesem selbstgesteckten außenpolitischen Ziel eine natürliche Begrenzung und Beschränkung folgert, bie wir in den fünf Jahren nationalsozialistischen Regimes mehr als einmal unter Beweis gestellt haben, obwohl die Welt in ihrer Einstellung zu Deutschland während ber letzten zwanzig Jahre uns wahrhaft Anlaß genug gegeben hat, auf Vergeltung und Rache zu sinnen, statt unfern Versöhnungswillen unb unsere Frie- densbereitschaft zu befunben. Der Führer erinnerte an unsere immer wieberholten Vorschläge zur Begrenzung ber Rüstungen, zur Abschaffung ber Angriffswaffen, zur Humanisierung ber Kriegführung. Sie alle sind von ben anbern überhaupt nicht dis- futiert ober abgelehnt worden, weil man ber irrigen Meinung war, Deutschlanb bie Gleichberechtigung versagen und am Boden halten zu fernen. Erst als alle biese Bemühungen auf starre Ablehnung gestoßen waren, würbe bie heutige deutsche Wehrmacht geschaffen, bie heute in einer Stärke, wie sie bie Welt noch nie gesehen hat, bas beutsche Land in ihre Obhut genommen hat. Trotzbem hat ber Führer aus bem tiefen Verantwortungsgefühl bes Frontfolbaten heraus, ber ben Krieg kennt unb beshalb ben Frieden will, mit zäher Energie alle die Probleme angepackt, die den Keim künftiger Konflikte mit Deutschlands Nachbarn in sich trugen. Das deutsch-polnische Verhältnis wurde auf eine Basis gestellt, die ein friedliches Zusammenleben zweier Völker ermöglicht, zwischen denen schon so etwas wie eine Psychose unabänderlicher Erbfeindschast im Entstehen war. England wurde mit dem Flottenabkommen die Hand gereicht, freilich unter der Voraussetzung, daß beide Völker entschlossen sind, niemals wieder gegeneinander das Schwert zu ziehen, Frank- reich erhielt die feierliche Versicherung, daß nach der Rückkehr des Saarlands kein territoriales Problem mehr uns entzweien könne, und mit dem faschistischen Italien verbindet uns eine unlösbare Freundschaft, ein starker Herzensbund, ber auch in beiben Völkern seine festen Wurzeln geschlagen hat. Der immer roieber aufbraufenbe Beifall ber lau» senbe, bie ben Sportpalast füllten, mögen dem Duce beweisen, wie beglückt das beutsche Volk ist, in ernster Stunbe in dem italienischen Imperium einen Freunb zu wissen, her debingunqslos zu ihm steht. Wenn so bas Deutsche Reich rings um seins Grenzen nirgenbs Anlaß sieht, mit seinen Nachbarn nicht in Frieden unb Freundscha't zu leben, so bleibt als einziges Problem, bas gelöst werben muß unb, wie ber Führer mit allem Ernst erklärte, auch gelöst werben wirb, nach ber Rückgliederung Oesterreichs, bas Schicksal bes Sudeten- l a n b e s. Seine Vereinigung mit bem Reich ist bie letzte territoriale Färber ung, bis Deutschlanb in Europa zu stellen hat. Das ist eine feierliche Versicherung, hinter ber bie g"ize Aitt- richtigkeit bes Nationalsozialisten steht. Die Welt möge sie richtig werten unb aus ihr die ganze Frie- bensbereitschaft bes beutschen Volkes ersehen. Aber bie Welt möge auch überzeugt sein, baß das beutsche Volk entschlossen ist, ber Qual ber Sudetendeutschen ein Ende zu machen. Doller Empörung branb» markte ber Führer Beneschs Terrorregime, bas dis Sudetendeutschen mit brutalem Zynismus vor bie Wahl stelle, entweder zu 93olfsnerräfern ober zu Landesverrätern zu werden, und mit nachdrücklichem ■ W ff 'S' ff X. « - M- - . • , .... „• • ***■ j****** •• Ts» ■f ' - z; , s. ? Ein Blick in den bis auf den letzten Platz gefüllten Sportpalas^ Im Mittelgang die Sudeten- deutschen, die zu ber Kunbgebung erschienen unb von den Berlin) tigenben Jubel begrüßt worden waren, — .(Scherl-Bilderdienst, Berlin.) es nicht anders ein Ende zu machen. praktische deutsche MedeuspolM hier die gemeinsame weltanschauliche Basis die Ich bin weiter gegangen. Ich habe Frank- \m Din melier ueuuiiuen. sjuii uuut. u *■ u 11 *• , o----- . ' - ' . ... m ich sofort nach der Rückgabe des S a a r g e - s Voraussetzung für em eichteres gegenseitiges Ver- etes an Deutschland, die durch eine Abstirn- stehen bildet: Dem Verhältnis Deutsch- r e l So bitter dies für den einzelnen sein mag: über nüchtern ausgesprochen: „Den Staat brauchen wir. allem steht bei uns letzten Endes doch das G e • sagte er, „weil von diesem Staat aus die pcutmr samtinteresse unseres Volkes. Dieses Inter- Wirtschaft, die deutsche Industrie am leichtesten esse aber heißt: in Frieden arbeiten zu Bomben zu zerstören sind." Und dieses Staes kö. ngeüt Diese ganze Arbeit für den Frieden, 1 dient sich nun der Bolschewismus als 1 Knechtschaft und Sudetendeutscher F. W. L. diese beiden Jahrzehnte hindurch seine Machtstellung gesichert, und es hat nicht den leisesten Anschein, daß dieser eitle und ehrgeizige Streber, der aus persönlicher Machtgier sich niemals gescheut hat, Volker aufeinanderzuhetzen, jetzt begriffen hätte, daß seine Stunde geschlagen hat. Dieser Herr Benesch ist noch niemals mit der Waffe in der Hand für das Schicksal seines Volkes eingetreten, zur gleichen Zeit, als der Führer des nationalsozialistischen Deutschland als Kriegsfreiwilliger im Schützengraben stand, spielte Herr Benesch in den Hauptstädten des Westens den eleganten Mann und ließ die anderen die Rechnungen bezahlen, die seine hochverräterische und verlogene Politik kostete. Wie damals, als er keineswegs daran dachte, sich in die tschechische Legion ern- zureihen, so geht auch heute Herrn Benesch die.p e r - sönliche Sicherheit über alles. Wahrend er alle Anstalten trifft, um sein Volk in einen Kampf zu stürzen, in dem es sich verbluten muß, steht bereits der fünfmotorige Doppeldecker bereit, um Herrn Benesch über die Grenzen in Sicherheit zu bringen, dorthin, wo auch sein auf höchst merkwürdige Weise zusammengerafftes Vermögen sicher angelegt ist. Das tschechische Volk, das von Herrn Benesch und seinem Klüngel auf die gewissenloseste Weise betrogen und ausgebeutet worden ist, wird in dieser für seine Zukunft schicksalhaften Stunde sich die ernste Frage vorlegen müssen, ob dieser Hasardeur auf der lands zu Italien. Gewiß, die Lösung dieses Problems ist nur zu einem Teil mein Verdienst, zum anderen Teil ist es das Verdienst des seltenen großen Mannes, den das italienische Volt das Glück hat, als seinen Führer besitzen zu können. (Orkanartiger Beifall.) Dieses Verhältnis hat die Sphäre einer rein wirtschaftlichen oder politischen Zweckmäßigkeit längst verlassen und ist über Verträge und Bündnisse hinweg zu feinem wirklichen star k e n Herzensbund geworden. (Tosende Begeisterungskundgebungen.) Es hat sich hier eine Achse gebildet, die durch zwei Völker -dargestellt wird, di« sich beide weltanschaulich und politisch i n einer engen unlösbaren Freundschaft gefunden haben. (Eine Welle tötender Begeisterung begleitet die Worte des Führers.) Auch hier habe ich einen endgültigen und einmaligen Schritt vollzogen — im Bewußtsein der Verantwortung vor meinen Volksgenossen. Ich habe ein Problem aus der Welt geschafft, das für uns von jetzt ab überhaupt nicht mehr existiert. Ich habe in diesen Jahren wirklich eine praktische Friedenspolitik betrieben. Ich bin an alle scheinbar unmöglichen Probleme herangegangen mit dem festen Willen, sie friedlich zu lösen, selbst aus die Gefahr mehr oder weniger schwerer deutscher Verzichte hin. Ich bin selbst Frontsoldat und weiß, wie schwer der Krieg ist. Ich wollte ihn dem deutschen Volke ersparen. Ich habe daher Problem um Problem ungefaßt mit dem festen Vorsatz, alles zu versuchen, um eine friedliche Lösung zu ermöglichen. Das schwierigste Problem, das ich vorfand, war das deutsch-polnische Verhältnis. Es bestand die Gefahr, daß die Vorstellung einer „Erbfeindschaft" von unserem wie auch vom polnischen Volk Besitz ergreifen würde. Dem wollte ich vorbeugen. Ich weiß genau, daß es mir nicht gelungen wäre, wenn damals Polen eine demokratische Verfassung gehabt hätte. Denn diese Demokratien, die von Friedensphasen triefen, sind die blut- gierigsten Kriegshetzer. In Polen herrschte nun keine Demokratie, sondern ein Mann! Mit ihm gelang es in knapp einem Jahr ein Ueberem- kommen zu erzielen, das zunächst auf die Dauer von 10 Jahren grundsätzlich die Gefahr eines Zusammenstoßes beseitigte. Wir alle sind überzeugt, daß dieses Abkommen eine dauernde Befriedung mit sich bringen wird. Wir sehen ein, daß hier zwei Völker sind, die nebeneinander leben muffen, und von denen keines das andere beseitigen kann. Ein Staat von 33 Millionen Menschen wird immer nach einem Zugang zum Meere streben. Es mußte daher ein W e g d e r D e r st a n d l - gung gefunden werden. (Die Worte des Führers finden ein stürmisches Echo.) Er ist gefunden worden und wird immer weiter ausgebaut. Das Entscheidende ist, daß die beiden Staatsführungen und alle vernünftigen und einsichtigen Menschen in beiden Völkern und Ländern den festen Willen haben, das Verhältnis immer mehr zu bessern. Es war eine wirkliche Friedenstat, die mehr wert ist als das ganze Geschwätz im Genfer Völkerbundspalast. (Minutenlanger Beifall.) Ich habe in dieser Zeit nun versucht, auch mit den anderen Nationen allmählich gute und sie werden dann am besten leben, wenn sie z u - sammenarbeiten! (Abermals minutenlange Beifallskundgebungen.) Nach diesem einmaligen und unwiderruflichen Verzicht habe ich mich einem weiteren Problem zu- gewandt. das leichter zu lösen war als andere, weil Prager Burg, dieser unbelehrbare ^Katastrophen- Politiker nicht das schwer st e Hindernis auf dem Wege zu einer Verständigung mit dem großen deutschen Nachbarn ist. allerdings eineAufrüstung vollzogen, wie sie die Welt noch nicht gesehen hat. (Stürmischer Beifall braust dem Führer entgegen.) Ich habe wassenlosigkeit angeboten, solange es ging. Nachdem man das aber ab- lehnte, habe ich dann allerdings keinen halben Entschluß mehr gefaßt. Ich bin Nationalsozialist und alter deutscher Frontsoldat! (Begeisterung und stürmische Heil-Rufe.) Wenn sie die Welt ahne Waffen nicht wollen, gut; dann deutsches Volk trage auch du jetzt deine Waffe. (Stürmischer Beifall.) Ich habe in diesen fünf Jahren tatsächlich ausgerüstet. Ich habe Milliarden dafür verwendet. Das muß das deutsche Volk jetzt wissen. (Minutenlange brausende Heilrufe.) Ich habe dafür gesorgt, daß ein neues Heer mit d e n mo- (Fortsehung von der ersten Seite.) Ich will Ihnen, meine Volksgenossen, ganz kurz noch Einmal Wesen und Ziele der deutschen Außenpolitik wiederholen. Die deutsche Außenpolitik Iff zum Unterschied zu vielen demokratischen Staaten weltanschaulich f e st gelegt und bedingt. Die Weltanschauung dieses neuen Reiches ist ausgerichtet auf Er Haltung und Dasein ssicherung unseres deutschen Volkes. Wir haben kein Interesse, andere Völker zu unterdrücken. Dir wollen nach unserer Fasson selig werden; die anderen sollen es nach der ihren! Diese in unserer Weltanschauung rassisch bedingte Auffassung führt zu einer Begrenzung unserer Außenpolitik, d. h. unsere außenpolitischen Ziele sind keine unbeschränkten, sie sind nicht vom Zufall bestimmt, sondern festgetegt in dem Entschluß, alle in dem deutsch en Volk zu bienen, es auf dieser Welt zu erhalten und sein Dasein zu sichern. Wie ist nun heute die Lage? Sie wissen, daß man einst unter dem Motto: „Selbstbestimmungsrecht der Völker" auch das deutsche Volk mit einem Glauben an überstaatliche Hilfe erfüllte und es damit auf die Anwendung seiner eigenen Kraft bis zum allerletzten verzichten ließ. Sie wissen, daß dieses Vertrauen von damals au f d as schmählichste hintergangen wurde! Das Ergebnis war der Vertrag von Versailles! Sie alle kennen die furchtbaren Folgen dieses Vertrages! Sie alle erinnern sich noch, wie man unserem Volk erst die Waffen stahl und wie man das dann waffenlose Volk später mißhandelte! Sie kennen das furchtbare Schicksal, das uns anderthalb Jahrzehnte lang getroffen und verfolgt hat. Und Sie wissen: Wenn Deutschland heute trotzdem wieder groß, frei und stark geworden ist, dann hat es dies ausschließlich feiner eigenen Kraft zu verdanken! Die Umwelt hat nicht dazu beigetragen. Sie hat in diesem Fall versucht, uns zu erpressen und zu unterdrücken, solange es ging, bis endlich aus dem deutschen Volke selbst die Kraft erwuchs, dieses unwürdige Dasein zu beenden und wieder den Weg zu gehen, der einer großen und freien Nation würdig ist. (Die Menge bereitet dem Führer eine begeisterte Ovation.) Obwohl wir nun heute aus eigener Kraft wieder frei und stark geworden sind, bewegt uns doch kein Haß gegen andere Nationen. Wir wollen nichts nachtragen. Was auch war; wir wissen: Die Völker sind nicht dafür verantwortlich zu machen, sondern nur ein kleiner gewissenloser Klüngel internationaler Profit- und Geschäftemacher, die nicht davor zurückschrecken, wenn notwendige ganze Völker für ihre gemeinen Interessen zugrunde gehen zu lassen. Wir hegen deshalb keinen Haß gegen die Völker um uns und haben das auch bewiesen. Die deutsche Friedensliebe ist durch Tatsachen erhärtet: Kaum hatten wir die Wiederherstellung der deutschen Gleichberechtigung begonnen, da schlug ich als sichtbarstes Zeichen des Verzichts auf „Revanche" der anderen Welt eine Reihe von Abkommen vor, die in der Linie einer Begrenzung der Rüstun gen lagen. Mein er ft er Vorschlag war: Deutschland ver- Keine Differenzen mehr zwischen uns und Frankreich Wir haben nichts gegen das tschechische Volk, das hat der Führer in seiner Sportpalast-Rede noch einmal ausdrücklich erklärt, wenn das sudetendeutsche Problem gelöst ist. Hierzu allerdings hat der Führer Deutschlands letztes Wort gesprochen und in vollem Begreifen des Ernstes der Stunde, aber hart und stark, in selbstbewußter Entschlossenheit tritt das deutsche Volk einmütig hinter den Führer, bereit, alles auf sich zu nehmen, was die Entscheidung des Führers von ihm verlangt, denn es weiß, daß feine Entschlüsse auch diesmal nur einem einzigen Ziel dienen, dem Wohl, der Größe und Zukunft Deutschlands, der Sicherung seiner Lebensrechte und Daseinsgrundlagen. So ist das deutsche 23olf, das bereitwillig Opfer gebracht hat, wenn sie der Erhaltung und Sicherung eines Friedens der nationalen Ehre und Gleichberechtigung unter den Völkern dienen konnten und gedient haben, nunmehr ebenso eiftrn entschlossen, wenn Herr Benesch " '1*L haben will, mit allen Mitteln der Unterdrückung von 3V2 Millionen meine Volksgenossen, ist nicht eine leere Phrase, sondern dieses Werk wird erhärtet durch Tatsachen, die kein Lügenmaul beseitigen kann! (Abermals brauste Minuten lang Ovation auf Ovation dem Führer entgegen.) Zwei Probleme waren übrig geblieben. Hier mufete ich einen Vorbehalt machen. 10 Millionen Deutsche befanden sich außerhalb der Reichsgrenze in zwei großen geschlosse- nen Siedlungsgebieten: Deutsche, die zum Reich als ihre Heimat zurückwollten! (Stür- mischer Beifall' bestätigt diese Worte.) Diese Zahl von 10 Millionen stellt keine Kleinigkeit dar. Es handelt sich um ein Viertel jener Zahl, die Frank- reich als Einwohner besitzt. Und wenn Frankreich über 40 Jahre hindurch seinen Anspruch auf die wenigen Millionen Franzosen in Elsaß-Lothringen nie aufgegeben hat, dann hatten wir bei Gott und der Welt ein Recht, unseren Anspruch auf diese 10 Millionen Deutsche aufrecht zu erhalten. (Neu em- setzende Beifallsstürme.) meine Volksgenossen! Cs gibt eine Grenze, an der die Nachgiebigkeit a u f h ö - ren muß, weil sie sonst zur verderblichen Schwäche würde. Ich hätte kein Recht, vor der deutschen Geschichte zu bestehen, wenn ich die 10 Millionen einfach gleichmütig preisgeben wollte. Ich hätte dann auch kein moralisches Recht, der Führer dieses Volkes zu sein. Ich habe genug Opfer des Verzichts auf mich genommen. Hier war die Grenze, über die Vernichtende Abrechnung mit Benesch Oes Führers große Rede im Berliner Sportpalast. langt unter allen Umständen die Gleichberechtigung, ist aber bereit, auf jede weitere Wehr und Waffe zu verzichten, wenn die anderen Völker dasselbe tun, also allgemeine Abrüstung, wenn notwendig, bis zum letzten Maschinengewehr. Dieser Vorschlag wurde nicht einmal zum Anlaß einer Diskussion genommen. Ich machte einen zweiten Vorschlag: Deutschland ist bereit, seine Armee auf 200 000 Mann zu begrenzen, unter der Voraussetzung, daß auch die anderen Staaten auf den gleichen Stand abrüsten. Auch das wurde abgelehnt. Ich machte n o'ch einen Vorschlag: Deutschland ist bereit, wenn es die anderen wollen, auf alle schweren Waffen, auf die sogenannten Angriffswaffen zu verzichten, auf Tanks, auf Bombenflugzeuge, ja wenn notwendig überhaupt auf Flugzeug«, auf schwere und schwerste Artillerie. Man hat das wieder abgelehnt. Ich ging weiter und schlug nun für alle europäischen Staaten eine internationale Regelung mit einem 300 000-Mann- Heer vor. Auch dieser Vorschlag wurde abgelehnt. Ich brachte noch weitere Vorschläge: Beschränkung der Luftflotten, Beseitigung des Bombenabwurfes, absolute Beseitigung des Giftgaskrieges, Sicherung der nicht in der Kampflinie liegenden Gebiete, Beseitigung wenigstens der schwersten Artillerie, Beseitigung schwerster Tanks. Auch das wurde abgelehnt Es war alles umsonst! Nachdem ich so zwei Iahre lang der Well A n - gebot um Angebot gemacht hatte, nur Ablehnung und immer wieder Ablehnung erfuhr, gab ich den Befehl, die deutsche Wehrmacht auf den Stand zu bringen, der zu erreichen überhaupt möglich wäre, und jetzt kann ich es offen gestehen: Wir haben dann ich nicht hinweg konnte. Wie richtig das war, ist durch die Abstimmung in Oe st erreich bewiesen worden. Da^ mals wurde ein glühendes Bekenntnis abgelegt, ein Bekenntnis, wie die andere Welt sich das f’*er nicht erhofft hatte. Allein wir haben es ja erlebt: für Demokratien ist eine Volksabstimmung in dem Augenblick überflüssig oder sogar verderblich, in. dem sie nicht zu dem Resultat.führt, das sie sich s e l b st erhoffen. (Brausende Zustimmung.) Trotzdem wurde dieses Problem gelöst zum Glück des ganzen proben deutschen Volkes. Und nun stehl vor uns das lehke Problem, das gelöst werden muß und gelöst werden wird! (Tosender Beifallssturm.) Es ist die letzte territoriale Forderung, die ich Europa zu stellen habe, aber es ist die Forderung, von der ich nicht abgehe, und die ich, so Gott will, erfüllen werde. (Stürmische Begeisterung der Dassen.) Die Geschichte dieses Problems: 1918 wurde unter dem Motto „S e l b st b e st i m m u n g s - recht der Völker" Mitteleuropa zerrissen und von einigen wahnwitzigen sogenannten Staatsmännern neu gestaltet. Ohne Rücksicht auf die Herkunft der Völker, auf ihr nationales Wollen, auf die wirtschaftlichen Notwendigkeiten hat man ' damals Mitteleuropa atomisiert und willkürlich sogenannte neue Staaten gebildet. (Pfui-Rufe.) Diesem Vorgang verdankt dieTschecho-Slowakei ihre Existenz. (Neue stürmische Entrüstungsrufe.) Dieser tschechische Staat begann mit einer einzigen Lüge. Der Vater dieser damaligen Lüge hieß Benesch. (Wieder gellen die Pfui-Rufe minutenlang.) Dieser Herr Benesch trat damals in Versailles auf und versicherte zunächst, daß es eine tschecho - slowakische N a - t i o n gebe. (Mit Lachen quittiert der Sportpalast diese Behauptung.) Er mußte diese Lüge erfinden, um der dürftigen Zahl seiner eigenen Volksgenossen einen etwas größeren und damit berechtigteren Umfang zu geben. Und die in geographischen und volk- lichen Hinsichten stets nicht lehr ausreichend bewanderten angelsächsischen Staatsmänner haben es damals nicht für notwendig befunden, diese Behauptungen des Herrn Benesch nachzuprüfen. Denn sonst hätten sie gleich feststellen können, daß es eine tschecho-slowakische Nation nicht gibt, sondern nur Tschechen und Slowaken und daß die Slowaken von den Tschechen nicht wissen wollen, fon- dem... (die Schlußworte dieses Satzes gehen in tosenden Beifallsdemonstrationen der Zehntausende verloren.) So haben nun diese Tschechen zuletzt durch Herrn Benesch die Slowakei annektiert. Da dieser Staat nicht lebensfähig schien, nahm man kurzerhand dreieinhalb Millionen Deutsche entgegen ihrem Selbstbestimmungsrecht und ihrem Selbstbestimmungswillen. (Psui-Ruse.) Da auch das nicht genügte, mußte noch über eine Million Magyaren hinzu kommen, dann Karpatho-Russen und endlich noch mehrdere hunderttausend Polen. Das ist dieser Staat, der sich später dann Tsche- cho-Slowakei nannte — entgegen dem Selbstbestim- mungsrecht der Völker, entgegen dem klaren Wunsch und Willen der vergewaltigten Nationen. Wenn ich hier zu Ihnen spreche, dann empfinde ich selbstverständlich das Schicksal aller dieser Unterdrückten. Ich empfinde mit dem Schicksal der Slowaken, der Polen, Ungarn und Ukrainer. Sprecher bin ich natürlich nur für das Schicksal meiner Deutschen. (Tosende Begeisterung.) Emst erklärte er, daß Deutschlands Geduld nun ihre Grenze gesunden habe, daß er als Sprecher seiner sudetendeutschen Landsleute ihren Anspruch auf Selbstbestimmung ihres Schicksals betreten werde und er es nicht zulassen werde, daß Herr Benesch wieder auf Ausflüchte sänne, uifl sich der Durchführung eines bereits angenommenen Abkommens über die Abtretung der sudetende-utschen Gebiete an das Reich zu widersetzen oder durch Verschärfung des Terrorsystems ein entvölkertes, nieder- getretenes Land zu hinterlassen. Das in Prag überreichte Memorandum, unser letzter und endgültiger Vorschlag, enthält nichts anderes, als die Realisierung dessen, was Herr Benesch bereits angenommen hat. Die Modalitäten entsprechen den Bestimmungen des Saarstatuts; den englisch-französischen Anregungen auf internationale Kontrolle der Grenzziehung und Volksabstimmung in den strittigen Gebietsteilen, hat Deutschland weitgehend entsprochen. Benesch bleibt also kein Ausweg, er wird uns am 1. Oktober das sudetendeutsche Gebiet übergeben müssen. Benesch hat die WahlzwischenKrieg und Frieden in seiner Hand. Wir wissen, daß das t s ch e ch i s ch e V o l k den Frieden wünscht. Aber der Mann, der es in den letzten zwanzig Jahren in eine so schiefe politische Lage hineinmanöveriert hat, will keinen Frieden. Mit Strömen von Blut hat er sich b i e t e s an Deutschland, die durch eine Abstimmung entschieden wurde, erklärt, daß es nun überhaupt keine Differenzen mehr zwischen uns gebe. Ich sagte, daß die elsaß- lothringische Frage für uns nicht mehr existiert. Es ist ein Grenzgebiet. Das Volk dieses Landes ist eigentlich in den letzten Jahrzehnten niemals um seine eigene Meinung gefragt worden. Wir haben die Empfindung, daß die Bewohner dieser Provinz am glücklichsten sind, wenn um sie nicht wieder gekämpft wird. Wir alle wollen kein en Krieg mit Frankreich. Wir wollen nichts von Frankreich! Gar nichts! (Minutenlange stürmische Ovation.) Und als das Saargebiet dank der loyalen Auslegung der Verträge durch > Frankreich — das muß ich hier bestätigen — ins Reich zurückgekehrt war, habe ich feierlich versichert: Nunmehr sind alle territorialen Differenzen zwischen Frankreich und Deutschland beseitigt. Ich sehe heute überhaupt keine Differenzen mehr zwischen uns. Es sind zwei große Völker, die beide arbeiten und leben wollen. Und Als Herr Benesck damals diesen Staat zusammen l o g, da versprach er feierlich, ihn nach, Schweizer System in Kantone einzuteilen, denn: es waren unter den demokratischen Staatsmännern einige, die doch Gewissensbisse empfanden. Wir' wissen alle, wie Herr Benesch dieses Kantonalsystem gelöst hat. Er begann ein Terrorregime? Schon damals versuchten die Deutschen, gegen diese: willkürliche Vergewaltigung zu protestieren. Sie- wurden zusammengeschossen (stürmische Pfuirufe) und seitdem setzte nun ein Ausrot' t u n g s f r i e g ein. In diesen Jahren der „fried' lichen" Entwicklung der Tschecho-Slowakei mußten nahezu 600 000 Deutsche die Tschecho-Slowakei verlassen. Dies geschah aus einem sehr einfachen Grunde. Sie hätten sonst verhungern müssen- Die gesamte Entwicklung seit dem Jahre 1918 bis 1938 zeigt eines klar: Herr Benesch war entschloß sen, das Deutschtum langsam auszurotten. (Immer stürmischer werden die Pfuirufe der Zehn- tausende.) Und er hat dies auch bis zu einem dem ft en Waffen ausgerüstet wurde, die es gibt. Ich habe meinem Freund Göring den Befehl gegeben: Schaffen Sie mir jetzt eine Luftwaffe, die Deutschland vor jedem deutbaren Angriff schützt. (Kaum kann der Führer diesen Satz beenden, so brausen Jubel, Beifall und Zustimmung empor.) So haben wir eine Wehrmacht aufgebaut, auf die heute das deutsche Volk stolz sein kann, und die die Welt respe ktieren wird, wenn sie jemals in Erscheinung tritt. Wir haben uns die b e st e Luftabwehr und die befte Tankabwehr geschaffen, die es auf der Erde gibt. (Wieder bricht der Beifallssturm minutenlang los.) Es ist in diesen fünf Jahren nun Tag und Nacht gearbeitet morden. Auf einem einzigen Gebiet ist es mir gelungen, eine Verständigung herbeizuführen. Ich werde darauf noch zu sprechen kommen. Trotzdem aber habe ich die Gedanken der Rüstungsbeschränkung und Abru- stungspolitik weiter verfolgt. wissen Grade erreicht. (Die Pfuirufe dauern m>- nutelang.) Er hat unzählige Menschen in tieft' st es Unglück gestürzt. Er hat es fertig gebracht, Millionen Menschen scheu und ängstlich zu machen- Unter der fortwährenden Anwendung seines Teta rors ist es ihm gelungen, diese Millionen mundtot zu machen, und in derselben Zeit entstan^ dann auch Klarheit über die „i n t e r n a t i o n°" len" Aufgaben dieses Staates. Man nun gar kein Hehl mehr daraus, daß dieser ötaan dazu bestimmt war, wenn notwendig, gegen Dem land eingesetzt zu werden. Ein französischer MH1; fahrtminister, Pierre Eot, hat diesen Wunsch dauerhafte Verhältnisse herbeizuführen. Wir haben, Garantien gegeben für die Staaten im Westen und allen unseren Anrainern die Unversehrtheit ihres Gebietes von Deutschland aus zugesichert. Das ist keine Phrase. Es ist das unser heiliger Wille. Wir haben gar kein Interesse daran, den Frieden zu brechen. Diese deutschen Angebote stießen auch auf wachsendes Verständnis. Allmählich lösen sich immer mehr Völker von jener wahnsinnigen Genfer Verblendung, die — ich möchte sagen — nicht einer Politik der Friedensverpflichtung, sondern einer Politik der Kriegsver- pflichtung bient. Sie lösen sich und beginnen, die Probleme nüchtern zu sehen, sie sind verständigungsbereit und friedenswillig. Ich bin weiter gegangen und habe England die Hand geboten! Ich habe freiwillig darauf verzichtet, jemals wieder in eine Flottenkonkurrenz einzutreten, um dem Britischen Reich das Gefühl der Sicherheit zu geben. Ich habe das nicht etwa getan, weil ich nicht mehr würde bauen können — darüber soll man sich keiner Täuschung hingeben —, sondern ausschließlich aus dem Grund, um zwischen den beiden Völkern einen dauerhaften Friede n zu sichern. Freilich eines ist hier Voraussetzung: Ls geht nicht an, daß der eine Teil sagt: „Ich will nie wieder Krieg führen, und zu diesem Zwecke biete ich dir eine freiwillige Begrenzung meiner Waffen auf 35 v. h. an“ —, der andere Teil aber erklärt. „Wenn es mir paßt, werde ich von Zeit zu Zeit schon wieder Krieg führen.“ Das geht nicht! (Lebhafte Pfui-Rufe.) Lin solches Abkommen ist nur dann moralisch berechtigt, wenn beide Bölter sich in die Hand versprechen, niemals wieder miteinander Krieg führen zu wollen. (Begeisterter Beifall.) Deutschland hat diesen Willen! Wir alle wollen hoffen, daß im englischen Volk diejenigen die Ueber- hand bekommen, die des gleichen Willens sind! (Tosende Beifallsstürme.) Eingangspforte. Nicht mir haben die Berührung mit dem Bolschewismus gesucht, sondern der Bolschewismus benutzt diesen Staat, um einen Kanal nach Mitteleuropa zu besitzen. Nun setzt das Schamlose ein. Dieser Staat, der nur eine Minderheit als Regierung besitzt, zwingt die Nationalitäten, eine Politik mitzumachen, die sie eines Tages dazu verpflichtet, auf die eigenen Brüder zu schießen. (Anhaltende Pfuirufe.) Herr Benesch verlangt vom Deutschen: „Wenn ich gegen Deutschland Krieg führe, hast du gegen die Deutschen zu schießenn. Und wenn du das nicht willst, bist du ein Staatsveräter, dann lasse ich dich selbst erschießen." Und dasselbe fordert er auch vom Ungarn, vom Polen. Er fordert von Slowaken, daß er für Ziele eintritt, die dem slowakischen Volk gänzlich gleichgültig sind. Denn das slowakische Volk will Frieden haben und keine Abenteuer. Herr Benesch aber bringt es fertig, diese Menschen zu Landesverrätern oder zu Volksverrätern zu machen. Entweder sie verraten ihr Volk, sind bereit, gegen ihre Volksgenossen zu schießen, oder Herr Benesch sagt: „Ihr seid Landesverräter und ihr werdet dafür von mir erschossen." . Gibt es eine größere Schamlosigkeit, als fremde Menschen zu zwingen, unter Umständen gegen ihre eigenen Volksgenossen schießen zu müssen, nur weil ein verderbliches, schlechtes und verbrecherisches Staatsregime das so verlangt? Ich kann hier versichern: Als wir Oesterreich beseht hatten, war mein erster Befehl, kein Tscheche braucht, ja darf im deutschen Heere Dienst tun. Ich habe ihn nicht vor einen Gewissenskonflikt gestellt. Wer sich aber Herrn Benesch widersetzt, der wird vor allem auch wirtschaftlich tot gemacht. Diese Tatsache können die demokratischen Weltapostel nicht weglügen. In diesem Staat des Herrn Benesch sind die Folgen für die Nationalitäten g.r a u e n h a f t gewesen. Ich spreche nur für die Deutschen. Sie haben die größte Sterblichkeit aller deutschen Dolksstämme, ihre K i n d e r a r m u t ist die größte, ihre Arbeitslosigkeit die furchtbarste. Wie lange soll so etwas andauern? 20 Jahre lang haben die Deutschen in der Tschecho-Slowakei und hat das deutsche Volk im Reiche dem .zusehen müssen, nicht weil es das jemals hinnahm, sondern weil es einfach ohnmächtig war und sich in der Welt der Demokratie nicht helfen konnte vor dieseb Peinigern. (Tosende Pfuirufe.) Ja, wenn irgendwo ein Landesverräter nur eingesperrt wird, wenn ein Mann, der meinetwegen von der Kanzel herunterschimpft, in Sicherheit genommen wird — dann gibt es Aufregung in England und Empörung in Amerika. Wenn aber Hundert tauf ende von Menschen vertrieben werden, wenn Zehntausende ins Gefängnis kommen und T a u * sende niedergemetzelt werden, dann rührt das diese Patentweltdemokraten nicht im geringsten. (Tosende Pfuirufe.) Wir haben in diesen Jahren vieles gelernt. Wir empfinden tiefe Verachtung für sie. (Wieder minutenlange Pfuirufe.) Line einzige Großmacht sehen wir in Europa und einen Mann an der Spitze, die Verständnis besitzen für die Notlage unseres Volkes. Es ist, ich darf es wohl aussprechen, mein großer Freund Benito Mussolini. (Donnernder Beifallssturm.) Was er in dieser Zeit getan hat, und die Haltung, die das italienische Volk einnimmt, werden wir nicht vergessen! And wenn einmal die Stunde einer gleichen Not für Italien kommt, dann werde ich vor dem deutschen Volke stehen und es auffordern, die gleiche Haltung einzunehmen. (Eine Kundgebung ungeheurer Begeisterung schlägt dem Führer entgegen.) Auch dann werden nicht zwei Staaten sich verteidigen, sondern ein Block. Ich habe am 20. Februar dieses Jahres im Reichstage erklärt, daß im Leben der 10 Millionen Deutschen außerhalb unserer Grenzen eine A e n d e - r u n g eintreten muß. Herr Benesch hat es nun auch anders gemacht. Er setzte mit einer noch radikaleren Unterdrückung ein. Es begann ein noch größerer Terror. Es begann die Ze non Auflösungen, von Verboten, Konfiskationen und so weiter. Dies ging so fort, bis endlich der 21. Mai kam. Und Sie können es nicht bestreiten, meine Volksgenossen, daß wir eine wirklich beispiellose Geduld an den Tag gelegt haben (Stürmische Zustimmung der Massen.) Dieser 21. Mai war unerträglich. Ich habe auf dem Reichsporteitag seine Geschichte dargestellt. In der Tschecho- Slowakei sollte endlich eine Wahl stattfipden, die nicht mehr hinauszuschieben war. Da erfänd Herr Benesch ein Mittel, um die Deutschen dort einzuschüchtern: Die militärische Besetzung der Gebiete. (Entrüstungsschreie der Massen.) Diese militärische Besetzung will er auch jetzt weiter aufrechterhalten, in der Hoffnung, daß es keiner wagen wird, gegen ihn aufzutreten, solange seine Schergen im Lande sind. Es war jene freche Lüge des 21. Mai, daß Deutschland mobil gemacht hätte, die nun herhalten mußte, um die tschechische Mobilmachung zu bemänteln, nehmen, daß aber in dem damlt wieder geduldig etwas hinzueinmal der Augenblick kommt, Schluß ist! (Ein Beifalls- Eigenart unserer deutschen Mentalität ist, lange und immer zu beschönigen und zu motivieren. Was dann kam wissen Sie: Eine infame internationale Welthetze. Deutschland hatte nicht einen Mann einberufen. Es dachte überhaupt nicht daran, oie es Problem milU-irisch zu lofen. Ich hatte immer nach die Hossnung, die Tschechen würden in letzter Mi- bö$ ’bieLc Tyrannei nicht länger aufrechtzuerhalten wäre. Aber Herr Benesch stand auf daß man sich mit Deutschland gedeckt durch Frankreich und durch England alles e r 1 a“b..e n rfönne! Es kann ihm ja nichts pasfie- r,en- (stürmische Pfuirufe.) Und vor allem: Hinter ihm steht, wenn alle Stricke.reißen, Sowjetrußland. (Erneute stürmische Pfui-Ruse.) So war die Antwort dieses Mannes dann erst recht: Nieder- Ichießen, verhaften, einkerkern, für aUe jene, die ihm irgendwie nicht passen. So kam dann meine Forderung in Nürnberg Dle,e Forderung war ganz klar: Ich habe es dort dpm ersten Male ausgesprochen, daß jetzt das ^>.e l b st b e st i m m u n g s r e ch t für diese 3V2 Mil- honen endlich — fast 20 Jahre nach den Erklärungen des Präsidenten Wilson — in Kraft treten muß. Und wieder hat Herr Benesch feine Antwort gegeben: neue Tote, neue Eingekerkerte, neue Verhaftungen! Die Deutschen mußten zu fliehen beginnen. Und dann kam England. Ich habe Herrn Ehamberlain gegenüber eindeutig erklärt, was wir jetzt als einzige Möglichkeit einer Lösung ansehen. Es ist die natürlichste, die es überhaupt gibt. Ich weiß, daß alle Nationalitäten nicht mehr bei diesem Herrn Benesch bleiben wollen. (Stürmisch stimmen die Massen zu.) Allein ich bin in erster Linie Sprecher der Deutschen und für diese Deutschen habe ich nun geredet und versichert, daß ich nicht mehr gewillt bin, tatenlos und ruhig zuzusehen, wie dieser Wahnsinnige in Prag glaubt, 3V2 Millionen Menschen einfach mißhandeln zu können. (Minutenlange, stürmische Zustimmung.) Und ich habe keinen Zweifel darüber gelassen, daß nunmehr die deutsche Geduld endlich doch ein Ende hat. Ich habe keinen Zweifel darüber gelassen, daß es zwar eine sturm läßt den Sportpalast bei dieser Erklärung des Führers erdröhnen.) Und nun haben endlich England und Frankreich an die Tschechoslowakei die einzig mögliche Forderung gerichtet: das deutsche Gebiet freizugeben und an dos Reich abzutreten. (Stürmische Zustimmung der Zehntausende.) Heute sind wir genau im Bilde über die Unterhaltungen, die damals Herr Benesch geführt hat. Angesichts der Erklärung Englands und Frank- reichs, sich nicht mehr für die Tschecho-Slowakei j einzusetzen, wenn nicht endlich das Schicksal dieser Völker anders gestaltet würde und die Gebiete frci- geben würden, fand Herr Benesch einen Ausweg. Er gab an, daß diese Gebiete abgetreten werden müssen. Das war seine Erklärung! Aber was tat er? Nicht das Gbiet trat er ab, sondern die Deutschen treibt er jetzt aus! (Stürm. Pfui-Rufe.) Und das ist jetzt der Punkt, an dem das Spiel aufhört! (Brausender Beifall.) Herr Benesch hatte kaum ausgesprochen, da begann seine militärische Unterjochung — nur noch verschärft — aufs neue. Wir sehen die grauenhaften Ziffern: an einem Tage 10 000 Flüchtlinge, am nächsten 20 000, einen Tag später schon 37 000, wieder zwei Tage später 41 ÖOO, dann 62 000, bann 78 000, jetzt sind es 90 000, 107 000. 137 000 und heute 214 000. (Stürm. Pfui-Rufe.) Ganze Landstriche werden entvölkert, Ortschaften werden niedergebrannt, mit Granaten und Gas versucht man die Deutschen auszuräuchern. (Stürm. Pfui- Rufe.) Benesch aber sitzt in Prag und ist überzeugt: „Mir kann nichts passieren/am Ende stehen hinter mir England und Frankreich." And nun, meine Volksgenossen, glaube ich, daß der Zeitpunkt gekommen ist, an dem nun Fraktur geredet werden muß. (Eine Doge überschäumender Begeisterung begleitet diese Feststellung des Führers.) Wenn jemand 20 Iahre lang eine solche Schande, eine solche Schmach und so ein Anglück erduldet, wie wir es getan haben, dann kann man wirklich nichk bestreiten, daß er f r i e d e n s l i e b e n d ist. Wenn jemand diese Geduld besitzt, wie wir sie an den Tag gelegt haben, kann man wirklich nicht sagen, daß er kriegslüstern sei. Denn schließlich Hal Benesch 7 Millionen Tschechen, hier aber steht ein Volk von über 75 Millionen. Das deutsche Memorandum. Ich habe nunmehr ein Memorandum mit einem letzten und endgültigen deutschen Vorschlag der britischen Regierung zur Verfügung gestellt. Dieses Memorandum enthält nichts anderes als die Realisierung dessen, was Herr Benesch bereits versprochen hat. Der Inhalt dieses Vorschlages ist sehr einfach: Jenes Gebiet, das dem Volke nach deutsch ist und seinem Willen nach zu Deutschland will, kommt zu Deutschland (donnernder Beifall der Massen), und zwar nicht erst dann, wenn es'Herrn Benesch gelungen sein wird, vielleicht ein ober zwei Millionen Deutsche ausge- trieben zu haben, sonbern jetzt, und zwar sofort! (Ungeheure Begeisterung. Sieg-HeilMufe und Sprechchöre.) Ich habe hier jene Grenze gewählt, die auf Grund des seit Jahrzehnten vorhandenen Materials über die Volks- und Sprach- aufteilung in der Tschecho-Slowakei gerecht ist. Trotzdem aber bin ich gerechter als Herr Benesch und will nicht die Macht, die wir besitzen, ausnützen. Ich habe daher von vornherein festgelegt: Dieses Gebiet wird unter die deutsche Oberhoheit gestellt, weil es im wesentlichen von Deutschen besiedelt ist, die endgültige Grenzziehung jedoch überlasse ich dann dem Votum der dort befindlichen Volksgenossen selb st! Ich habe also festgelegt, daß in diesem Gebiet dann eine Abstimmung stattfinden soll. Und damit niemand sagen kann, es könnte nicht gerecht zugehen, habe ich das Statut der Saarabstimmung als Grundlage für diese Abstimmung gewählt. (Brausender Beifall.) Ich bin nun bereit und war bereit, meinetwegen im ganzen Gebiet abstimmen zu lassen. Allein dagegen wandten sich Herr Benesch und seine Freunde. Sie wollten nur in einzelnen Teilen abstimmen lassen. Gut, ich habe hier nachgegeben. Ich war sogar einverstanden, die Abstimmung durch internationale Kontrollkommissionen überprüfen zu lassen. Ich ging noch weiter und stimmte zu, die Grenzziehung einer deutsch-tschechischen Kommission zu überlassen. Herr Chamberlain meinte, ob es nicht eine internationale Kommission fein könnte. Ich war auch dazu bereit. Ich wollte sogar während dieser Abstimmungszeit die Truppen wieder zurück ziehen, und ich habe mich heute bereit erklärt, für diese Zeit die britische Legion einzuladen, die mir das Angebot machte, in diese Gebiete zu gehen und dort die Ruhe und Ordnung aufrechtzuerhalten. (Stärkster Beifall der Massen.) Und ich war dann fernerhin bereit, d i e endgültige Grenze durch eine internationale Kommission festfetzen zu lassen und alle Modalitäten einer Kommission zu übergeben, die sich aus Deutschen und Tschechen zusammensetzt. Der Inhalt dieses Dernorandurns ist nichts anderes als die praktische Ausführung dessen, was Herr Benesch bereits versprochen hat, und zwar unter größt en international en Garantien. Herr Benesch sagt nun, dieses Memorandum sei eine „neue Lage". Und worin besteht in Wirklichkeit die «neue Lage"? Sie besteht darin, daß das, was Herr Benesch versprochen hat, dieses Dal ausnahmsweise auch gehalten werden soll! (Stürmischer, langanhalkender Beifall.) Das ist die „neue Lage" für Herrn Benesch. (Lachen.) Was hat der Dann in seinem Leben nicht alles versprochen! Und nichts hat er gehalten! (Pfui-Rufe.) Jetzt soll zum ersten Dale von ihm etwas gehalten werden. Herr Benesch sagt: Wir können aus dem Gebiet nicht zurück. Herr Benesch hat also die Uebergabe dieses Gebietes so verstanden, daß es dem Deutschen Reich als Rechtstitel gutgeschrieben, aber von den Tschechen vergewaltigt wird. (Zurufe.) Das ist jetzt vorbei! (Brausender Beifall.) Ich habe jetzt verlangt, daß nun nach 20 Jahren Herr Benesch endlich zur Wahrheit gezwungen wird. Er wird am 1. Oktober uns dieses Gebiet übergeben müssen. (Donnernder Beifall.) Herr Benesch setzt seine Hoffnungen nun auf die Welt, und er und seine Diplomaten machen kein Hehl daraus. Sie erklären: Es ist unsere Hoffnung, daß Chamberlain gestürzt wird, daß Daladier be- seittgt wird, daß überall Umstürze kommen. Sie setzen ihre Hoffnung auf Sowsetrußland. Er glaubt dann noch immer, sich der Erfüllung seiner Verpflichtungen entziehen zu können. Und da kann ich jetzt nur eines sagen: Nun treten zwei Männer gegeneinander auf: Dort ist Herr Benesch! Und hier st e h e ich! (Die Zehntausende springen von ihren Plätzen auf und bereiten dem Führer eine großartige Kundgebung.) Wir sind zwei Menschen verschiedener Art. Als Herr Benesch sich in dem großen Völker- ringen in der Welt herumdrückte, da habe ich als anständiger deutscher Soldat meine Pflicht erfüllt. (Stürmische Heilrufe.) Und heute stehe ich nun diesem Mann gegenüber a l s der Soldat meines Volkes. (<£in Jubel ohnegleichen, unaufhörlich danken die Massen dem Führer mit stürmischen Heilrufen.) Ich habe nur weniges zu erklären: Ich bin Herrn Chamberlain dankbar für alle feine Bemühungen. Ich habe ihm versichert, daß das deutsche Volk nichts anderes will als Frieden. Allein, ich habe ihm auch erklärt, daß ich nicht hinter die Grenzen unserer Geduld zurückgehen kann. Ich habe ihm weiter versichert und wiederhole es hier, daß es — wenn dieses Problem gelöst ist — für Deutschland in Europa kein territoriales Problem mehr gibt! Und ich habe ihm weiter versichert, daß in dem Augenblick, in dem die Tschecho-Slowakei ihre Probleme löst, das heißt, in dem die Tschechen mit ihren anderen Dinderheiten sich auseinandergeseht haben, und zwar friedlich und nicht durch Unterdrückung, daß ich dann am tschechischen Staat nicht mehr interessiert bin. And das wird ihm garantiert! Dir wollen gar keine Tschechen! (Starker Beifall.) Allein, ebenso will ich nun vor dem deutschen Volke erklären, daß in bezug auf das sudelendeutsche Problem meine Geduld jetzt zu Ende ist! (Dit jubelnder Begeisterung nehmen die Zehntausende diese Worte des Führers auf.) Ich habe Herrn Benesch ein Angebot gemacht, das nichts anderes ist als die Realisierung dessen, was er selbst schon zugesichert hat. Er hat jetzt die Entscheidung in seiner Hand! Frieden oder Krieg! (Ein rasender Jubelsturm bedingungsloser Zustimmung.) Er wird entweder dieses Angebot a k z e v t i e - ren und den Deutschen jetzt endlich die Freiheit geben, oder wir werden diese Freiheit uns s e l b st h o le n! (Die Begeisterung reiht die Denge zu immer neuen Stürmen des Beifalls hin.) Das muß die Welt zur Kenntnis nehmen: In viereinhalb Jahren Krieg und in den langen Jahren meines politischen Lebens hat man mir eines nie vorwerfen können: Ich bin niemals feige gewesen! (Grenzenloser Jubel.) Ich gehe meinem Volk jetzt voran als fein e r ft e r Soldat, und hinter mir, (Ununterbrochen branden die jubelnden Heil-Rufe zum Führer empor) das mag die Welt wissen, marschiert jetzt ein Volk, und zwar ein anderes als das vom Jahre 1918! (Jeder Satz findet lauten und anhaltenden Widerhall bei den begeisterten Massen.) Wenn es damals einem wandernden Scholaren gelang, in unser Volk das Gift demokratischer Phrasen hineinzuträufeln — das Volk von heute ist nicht mehr das Volk von damals! Solche Phrasen wirken auf uns wie Wespenstiche, wie sind dagegen jetzt gefeit. (Beifall.) In dieser Stunde wird sich das ganze deutsche Volk mit mir verbinden! Es wird meinen Dillen als feinen Dillen empfinden, genau so wie ich seine Zukunft und sein Schicksal als den Auftraggeber meines handelns ansehe! And wir wollen diesen gemeinsamen Dillen jetzt so stärken, (bei diesen Worten erheben sich die Zuhörer) wie wir ihn in der Kampfzeit besahen, in der Zeit, in der ich als einfacher unbekannter Soldat auszog, um ein Reich zu erobern und niemals zweifelte an dem Erfolg und an dem endgültigen Sieg. Da hat sich um mich geschlossen eine Schar von tapferen Dannern und tapferen Frauen. And sie sind mit mir gegangen. And so bitte ich dich, mein deutsches Volk: Tritt jetzt hinter mich. Dann für Dann, Frau um Frau. (Der Jubel steigert sich zum Orkan. Die Dassen springen auf, sie rufen minutenlang dem Führer zu.) In dieser Stunde wollen wir alle einen gemeinsamen Willen fassen. Er soll stärker sein als jede Not undGefahr. Und wenn dieser Wille stärker ist als Not und Gefahr, dann wird er Not und Gefahr einst brechen. Wir sind entschlossen! Herr Benesch mag jetzt wählen! (Ein unbeschreiblicher Sturm äußerster Begeisterung dankt dem Führer für diese Rede Immer wieder erstickt das donnernde Heil-Rufen der Zehn- tausende das Händeklatschen, bis es wieder von neuen Begeisterungsstürmen abgelöst wird. Denn bilden sich Sprechchöre: Führer befiehl — wir folgen —. Die Kundgebung endet in unbeschreiblichem Jubel. Noch einmal brandet der Jubel ungestüm dem Führer entgegen, als er den Sportpalast verließ. Da sprangen die Menschen auf die Stühle und Bänke, und wie eine Selbstverständlichkeit erklang plötzlich aus ihrer Mitte das alte Kampflied: ;,2)er Gott, der Eifen wachsen ließ, der wollte keine Knechte." Feder Tippfehler kostet Zeit Und Geld. Gutes und reichliches Licht hilft Fehler und daher Zeitverlust vermeiden. Neben guter Allgemeinbeleuchtung gehört an den Schreibtisch eine Leuchte mit einer 60-Watt-W Lampe. Osram-W-Lampen gibt es für 40,60,75 und 100 Watt in den Elektrolicht-Fachgeschaften. Verlangen Sie immer die weltbekannten innenmattierten Oer Räumungsplan Präsidenten Chamberlain zur Weitergabe an Außerordentlicher Eindruck der Rede im Ausland Der Duce sprach in Verona. britische Legion in benv Abstimmungsgebiet die Ordnung aufrechterhalten soll. Der „Daily Telegraph" meint, daß die Tur zu Verhandlungen noch nicht unwiderruflich verriegelt sei Die Welt habe noch eine Atempause. Die „Daily Mail" meint, daß die Aussichten sich durch die Rede des Führers nicht verschlechtert hätten. Denn der Führer habe zwar seine Bedingungen an Prag wiederholt, aber auch dem deutschen Wunsche nach Frieden Ausdruck gegeben. Das Blatt erklärt, daß man die Atempause jetzt dazu benutzen müsse, um die Rede des Führers gründlich zu studieren. P a r i s , 27. Sept. (DRB. Funkspruch.) Die Rede des Führers wird von sämtlichen Blättern sehr ausführlich wiedergegeben. „Die Tür bleibt zu weiteren Verhandlungen offen." Diese Ansicht wird mit erleichtertem Aufatmen erörtert. „P e t i t P a r Uten meint, es wäre übertrieben zu sagen, daß Adol Hitler eine friedfertige Rede gehalten habe; es fei aber auch keine Kriegsrede gewesen. Trotz allem breche die Rede des Führers die B r ü ck e n i ch t a b und schließe nicht die Tur zu Verhandlungen. Die Anstrengungen zur Erhaltung ,des Friedens würden also fortgesetzt werden. In einer Auslassung der H a v a s - Agentur heißt es die Rede habe die gegenwärtige Spannung nicht verschärft. Das fei der erste Eindruck in diplomatischen Kreisen. Wenn man anderseits vermerke, daß der Deutsche Kanzler keine neue For- | berungen vorgebracht habe, und seine Versicherung Tage Zeit, um die f r i e d l i ch e L ö s u n g zu firn den. Bricht aber ein Konflikt aus, so wird er zunächst lokalisiert. Ich glaube immer noch, daß sich Europa nicht selbst mit Feuer und Schwert überzieht, um in diesem Feuer umzukommen, lediglich um das faule Ei von Prag zu kochen. Kommt es aber dazu daß der Konflikt uns direkt an- geht, dann werden wir kein Zögern kennen oder zulassen. Havas betont die friedlichen Erklärungen des Führers an Frankreich. _„je deutsche Sprachinseln liegen, die bei der Volksabstimmung sich ohne Zweifel in der Mehrheit zum deutschen Volkstum bekennen werden. des 'Liktorenbündels sind für dieses neue Europa. — Stürmische Beifallskundgebungen feierten auch Muffig, 26. Sept. (DRB.) Die nordböhmischen Elektrizitätswerke melden aus Türmitz, daß Montag abend von 19.30 bis 21.30 Uhr die Strom- lieferung unterbrochen war. Don dieser Maßnahme waren betroffen: die Bezirke Warns- dorf, Rumburg, Schluckenau, Böhmisch-Letpa, Kotz- schen-Bodenbach, Teplitz-Schönau und einige Teile anderer sudetendeutscher Bezirke. Damit war prak- tisch der Bevölkerung von Nord- und Nordwestböhmen das Mithoren der Führer-Rede unmöglich gemacht worden, ganz abgesehen von der Tatsache, daß bie meisten Runbfunkempfanger schon vorher beschlagnahmt würben. Konrad Henlein in Asch. Asch, 27. Sept. (DNB.) Konrad Henlein ist am Montagvormittag an der Spitze einer Freikorps-Abteilung in Asch eingetros- fen unb hat sich mit den FS.-Männern sofort an die Sicherungslinie des Ascher Gebietes bei Haslau begeben. Die Sicherungslinie verläuft jetzt von der sächsischen Grenze über den Bahnhof Voi- tersreuth nach Haslau unb Liebenstein und lehnt ich dort an die Grenzlinie der bayerischen Ostmark an. Die Straßen in das Ascher Gebiet sind für den Verkehr gesperrt. Barrikaden sichern gegen überaschende Vorstöße tschechischer Truppen, deren vorderster Posten 2 Kilometer nördlich von Franzensbad liegt. Zu größeren Kampfhandlungen ist es bisher noch nicht gekommen. In der vergangenen Nacht kam es in der Nähe von Oderlohma zu einem kleinen Feuergefecht, bei dem auch Konrad Henlein und fein Stellvertreter Karl Hermann Frank zugegen waren. Die Manner der Fp. erwiderten das Feuer einiger tschechischer Maschinengewehre. Es konnte beobachtet werden, daß auf tschechischer Seite drei Soldaten, die offenbar von Kugeln getroffen waren, umsanken. Auf sudeten- deutscher Seite gab es keine Verletzte. In der Stadt Asch wird ab Mitternacht die im Reichsgebiet angewandte Rechtsfahrordnung im Straßenverkehr eingeführt. Alle Behörden unb Amtsstellen im Bezirk Asch haben ihre Amtstättg- feit voll ausgenommen. Ihre Amtsführung erfolgt bis auf weiteres nach den bisherigen Vorschriften unter- der Oberaufsicht der Beauftragen der SDP. Es ist zwecklos, daß die Diplomaten sich noch weiter darum bemühen, Versailles zu retten. Das in Versailles mit einer pyramidalen Unkenntnis von Geographie und Geschichte konstruierte Europa, eben dieses Versailles liegt in den letzten Zügen. Sein Schicksal wird sich in dcn nächsten Wochen entscheiden, und in eben diesen Wochen kann das neue Europa erstehen, das Europa der Gerechtigkeit für alle und der Versoh- tschecho-slowakische Note wurde durch einen Sonder- schärft habe. kurier nach Warschau gebracht und kam hier am „Figaro" schreibt, die Rede Adolf Hitlers ent» 26. September, 13 Uhr, an. In Warschau wird dazu halte nichts, was die schon gefährliche ßage noch folgendes amtliche Kommunique ausgegeben: Die verf f n l,eaen. bie Abolf Hitlers, von benen biefer gesprochen habe, einsichtiger hätten sein sollen. Die Demokraten aber seien berüchtigt für ihre Langsamkeit, bie jeboch kein unmenschliches Verbrechen sei. Der Führer habe versichert, baß sich sein Memoranbum nicht wesentlich von den englisch-französischen Vorschlägen unterscheide. Diese Versicherung scheine bie Aussicht ür eine Klärung offenzulassen. Auch der „Matin" stellt fest, baß die Verhandlungen fortgesetzt werden könnten. „Jour" chreibt, bie Erklärung über E l s a ß - L o t h r i n- ; e n verdiene Beachtung. Der Führer habe die ubetendeutsche Frage in einen persönlichen Streit mit Benesch umgewandelt. Im gleichen Blatt heißt es bann, baß bie Rebe im Sportpalast, ebenso wie die Nürnberger Rebe weber eine Verschärfung.zur Lage, noch bie wün- chenswerte Entspannung gebracht habe. Sie habe )ie Möglichkeit zu einer Verstänbiaung offengelassen. Man müsse übrigens feststellen, oaß bie Bekanntmachung bes Prager Rundfunks, wonach jebes Mitglied des Sudetendeutschen Freikorps, das auf tschecho-flowakifchem Gebiet angetroffen werde, a l s Verräter erhängt werde, absolut zu mißbilligen sei. ' Die bekannt deutschfeindliche E p o q u e geht an ber Tatsache bes Selbstbestimmungsrechtes unb ber Prager Zusage, bas sudetendeutsche Gebiet abzutreten, gänzlich vorbei und behauptet, obwohl der Führer es deutlich sagte: „Wir wollen keine Tschechen!", was solle die Rede des Führers anbers bedeuten, als daß er entschlossen sei, mit Gewalt zur kompromißlosen Unterwerfung unb Verni chtunq bes unglücklichen tschechoslowakischen Volkes (!) zu kommen, ebenso wie er burd) Gewalt bie Unterwerfung unb Vernichtung bes unglücklichen kleinen österreichischen Volkes erreicht habe. (!!) Steigende Räumungsbewegungen in Paris. P a r i s , 26. Sept. (DNB.) Das Ministerium für öffentliche Arbeiten veröffentlicht folgenbe Mitteilung: Die nationale Eisenbahngesellschaft hat am Samstag unb in ber Nacht zum Sonntag zahlreiche zusätzliche Züge für bie Abreise aus Pa- r i s eingesetzt. Alle Maßnahmen sind getroffen, um ber fteigenben Räumungsbewegung nachzukommen. Infolge ber Umftänbe forbert bet Minister für öffentliche Arbeiten bie Personen, bie Paris zu verlassen wünschen, auf, bie Erleichte- Genf. (Gellenbes Pfeifkonzert, bas Mussolini zu ber frischen Bemerkung veranlaßt „Genf ist bereits in einem Zustand der Auflösung. Alle, die sich Italien widersetzen, müssen so enden.") Die Worte, mit benen er damals auftrat, haben, wie bas die letzten 20 Jahre in ber Geschichte zeigen, auch nicht b e n gering ft en Bestanb. Was nun bie weitere Entwicklung betrifft, so kann sie auf folgenber Linie ablaufen: Es gibt noch einige Das deutsche Memorandum für Prag. Deutschlands Forderungen für die Durchführung der Abtrennung des Gudetenlandes diese Rebe Mussolinis.____ Hauptschriftleiter vr. Friebrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bes Hauptschriftleiters: Ernst Blum« schein. Verantwortlich für Politik und für bie Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Ifygriot fürben übrigenTeil: Ernst Blumschein. Anzeigenlelter: Hans Beck. Verantwortlich für ben Inhalt ber Anzeigen: Theober Kümmel. D.A.VIH.38 : 8916. Druck unb Verlag: Brühlsche Universitätsbruckerei R Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Manatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit ber Illustrierten 5 Pf. mM. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 19a/ gültig. Das beutfche Memoranbum, bas in Gobesberg am 23. September bem englischen Premierminister Chamberlain zur Weiterleitung an Prag überreicht unb nunmehr veröffentlicht wurde, widerlegt die künstliche und von gewissen Faktoren genährte Auffassung, als ob die deutsche Regierung durch den Führer in Godesberg neue Bedingungen aeftellt habe. Denn es zieht lediglich bie praktischen i prauoenren ^ijaniueuum 0 u i x» m - Folgerungen aus ben in Prag übermittelten Dor- d i e tschechische Regierung ubergegebenc schlügen, bie Chamberlain unb Dalabier am 16. Sep- Memorandum Hal folgenden Wortlaut: tember dort durch die Vertreter ihres Landes ge- Die von Stunde zu Stunde sich mehrenden Nachmacht und denen nach einigem Hin und Her bie rieten über Z w.i s ch e n f äl l e im o übet en = Regierung Hobza sich unterwarf. Die vorgesehene lanbe beweisen, baß bie Lage für das touoetem und von Prag bewilligte Abtretung der su- deutschtum völlig unerträglich und damit betendeutschen Gebiete war also pnn- zu einer Gefahr für ben europa N.ch en zipiell bie Grundlage, von der aus in Godesberg F r i e d e n geworden ist. Es ist daher unerlayiich. über die Ausführungs- und Durchführungsbestim- haß die von der tfchecho-slowakischen mungen verhandelt wurde. Sie, nichts anderes, Regierung anerkannte Abtrennung bildeten den Gegenstand der Beratungen. Deutsch- d e s Sudetenlandes nunmehr ohne 1 e o e land fordert, daß das gesamte sudetendeutsche Ge- ro e4 t e r e 23 e r 3 ö g e r u n g erfolgt. biet bis zum 1. Oktober von den Tsche- Auf beiliegender Karte (Karte wird von Der chen geräumt und von deutschen Trup- Delegation mitgebracht) ist das a 0 z u t r e n = pen befett wird. An unb für sich ist es selbst- n enöe s u d e t e n d e u t s ch.e G e b ie t rot schraf- verständlich, daß gegenüber den Machenschaften der siert. Die Gebiete, in denen ü b e r die zu ve- neuen Prager Regierung und vor allem gegenüber s e tz e n d e n Gebiete hinaus eben s al. s den Methoden des'Herrn Benesch ein möglichst nahe- „ 0 ch ab gestimmt werden mutz, sind grün liegender Zeitpunkt für die Räumung ausgesprochen schraffiert eingezeichnet. werden mußte, denn der Huffitenterror bringt gerade Die endgültige Grenzziehung mutz über Sudetendeutschland eine Welle der Deutschen- b^m Willen der Betroffenen entsprechen Um diesen Verfolgungen, der ein Damm gezogen werden muß. Willen festzustellen, ist eine gew iss e Zeit zur Wenn sich Franzosen und Engländer darüber auf- hß 0 r bereitung der Wahl erforderlich, way- reqen baß der erste Oktober als Termin gewählt renb ber Unruhen unter allen Umständen verhindert worden ist, so muß ihnen doch mit aller Deutlich- werden müssen. Es muß eine paritätische Situation feil erklärt werden, daß der kurzfristig angesetzte geschaffen werden. , ., . Raumunqstermin durchaus jenem Diktat entspricht,! Das in der anliegenden Karte bezeichnete das im Jahre 1918 in E l s a ß - L 0 t h r i n g e n d e u t s ch e Gebiet wird v°n deutschen durchgeführt werden mußte. Damals hatten wir das x r u p p e n besetzt ohne Rücksicht daraus, ob sich Gebiet der ehemaligen Reichslande in ebenso kurzer hei der Volksabstimmung vielleicht in diesem oder Frist, wie sie den Tschechen vorgeschlagen wird, fiu je4iem Teil des Gebietes eine tschechische Mehrheit verlassen. Wir hatten alle Befestigungen, alles be- herausstellt. Andererseits ist das strittige Ge- hördliche und private Eigentum den Franzosen zu hset von tschechisch,en Truppen besetzt übergeben. Man kann sich also in Frankreich unmöglich über diese deutschen Forderungen wundern. Wenn die Tschechen heute die Welt darüber zu Ge- fühlsausbrüchen veranlassen möchten, daß tschechoslowakisches Staatseigentum in deutsche Hände gerät oder gar die tschechische Abwehrlinie, 1 _ /nwu RunffDrucbl Die bie nach bem Vorbild des Maginotsystems gegen London, 27. Sept. lDNB. Funk prucytt Deutschland gezogen wurde, dann läßt sich darauf große Rede des Führers im‘ t °ins°ch erwidern. d°ß 1918 in Maß-Lothringen die ihrer klaren, e.ndenttqen Sprache m der gesamten glechen Gefühle auf deutscher Seite lagen, bie von englischen Oeffenttrchkeltemen u n g e h e u e r st den Franzosen nicht berücksichtigt wurden, während k e n Ei n dru ck ^mte^affen. Deutschland es den Tschechen freistellt, auf schein Volksboden eine neue Befestigungslime KU Helt durchgesuhrte Abrechnung mit dem - errichten. Für die Tschecho-Slowakei kommt noch system des ^/rrn Benesch die Augen aeoss hinzu daß das staatliche Eigentum und die Be- n e t. Man erkennt emimutig, daß hier e n Probl m festigungslinie bezahlt wurden auch mit s ude ten-oorliegt, das rasch und endgulttS S.el ost deutschen S t e u e r g e I b e r n , daß also nicht werden muß Auch in ber englischen Pr e s 11 e aUe n die Tschechen die Ausgaben dafür hatten. wohl noch keine Fuhrerrede ein ohnlich stark Mit den von den Tschechen beliebten Einwänden Interesse gesunden. Dabei muß man ol[erbmgs d kann jede Räumung bis auf den Sanktnimmerleins- Feststellung machen, daß b-- breüs von Prag zm tag verschoben werden und sie , sollte es vielleicht gestandene Abtretung des Sndetenlandes IMM auch. Baß Deutschland am End- seiner Geduld ist n ° ch wenig B-rst and ni S./wdet. V.elmeh und übrigens großmutig genug den Tschechen noch haben die 3°'tung°n alle moschen ® 1" “ 0 " ö c einen Termin läßt ist ein Beweis dafür, daß zu machen, ohne dabei aber m der läge zu jein, Deutschland trotz aller Provokationen in geradezu ihre entgegengesetzte nock^d e vorbildlicher Weise bestrebt ist, btt notwendige Ab- tig zu begründen. Nebenbei taucht rmmer noch di trennung der nichttschechischen Gebiete möglichst falsche Hoffnung auf, daß Deut^chland sich etw ruhig vorzunehmen. Nachdem die englische und die doch noch auf wettere Verhandlungen oder Kom- französische Regierung diese Notwendigkeit bejah- promisse emlassen konnte. ten und Prag Damit 'einverstanden war, ist es für Die „T i m es" nennt, tue rmnfeen bie Ruhe und ben Frieden Europas am vorteilhaf- lich offensive Grftorung , zu ^er zugegebenermaß testen, wenn die deutschen Teile des tschecho-slowa- völlig berechtigten Frage - »amlich dm kischen Staates so schnell wie möglich vom eigent- Recht der Sudetendeutschen, Tm ttoerh”*-. lieben tschechischen Körper getrennt wenden. Das einigt zu werden. Die Erste Frage im ! Memorandum sieht neben dem Uebergang ber un- deutschen Problem sei gelost. Die beiden Volke , zweifelhaft sudetendeutschen Gebiete an das Reich Tschechen und Deutsche, sollten S-tr ennt und dle ohne jede vorherige Abstimmung gemäß den eng- deutsche Bevölkerung m tt de m Me ch e v e r e i n t lisch-französischen Vorschlägen in den Gebieten mit werden. Die Meinungsverschiedenheit, die zw chen nicht ganz klarer Volkszugehörigkeit eine Volks- England und Frankreich auf bet einen .undDeutfch- ab ft im mung ebenfalls gemäß den englisch-ftan- land auf ber anderen Seite bestehe sei eine Mei infiidien Vorschlägen, und zwar bis zum 25. No- nungsverschiedenh eit über oie JJte vember vor. und sie stellt es den Tjchechen anheim, tho de. Die „Times" begrüßtem ubng-n.^dab^>- die sich ergebenden Korrekturen der Grenzen durch s...... eine deutsch-tschechische oder durch eine internationale i Kommission bestimmen zu lassen. Auch in diesem Falle ist also in dem deutschen Memorandum nichts absolut Neuartiges, nicht eine Verschärfung der m Berchtesgaden mit Chamberlain besprochenen Lösung geschehen, sondern es sind nur die Ausfüh- rungsbestimmungen getroffen worden. Die nachträgliche Aufregung wird natürlich von ben Tschechen benutzt, um sich ber zuerst zugesagten Unterwerfung unter bas Chamberlain-Programm mit ben beliebten Mitteln unb Ausflüchten zu entziehen. Dazu ist es natürlich zu spät. Aber Englanb sollte bebenfen, baß die Heimkehr ber 3% Millionen Subetenbeutscher ins Reich nur burd) bie Durchführung bes Memorcmbums gewährleistet werben kann, unb baß biefe Auswirkung bes Selbstbestimmungsrechtes ber Subetenbeutschen ebenso erfolgen muß wie bie Gewinnung bes Selbstbestimmungsrechtes ber Iren. In bie Kämpfe um bas irische Selbstbestimmungsrecht hat auch keine außenstehenbe Macht ein-1 gegriffen, kein Deutscher ober Franzose ist damals gegen die Briten marschiert. Nachdem durch Chamberlains Spruch in Berchtesgaden das Urteil über bie Zusammensetzung ber Tschecho-Slowakei unb ba- mit auch über bie Unfriebensoerträge von St. Germain unb Trianon gefällt und von den Tschechen angenommen war, gilt es, dieses Urteil der Vernunft ruhig und energisch zu vollziehen. Und nur über diesen Vollzug wird im deutschen Memorandum ge-1 sprachen. Deutschland weicht keinen Schritt vom Boden des Rechts. Es ist nunmehr an Prag, die von Deutschland in so maßvoller Weise gebotene Basis für eine endgültige Auseinandersetzung zu betreten unb die praktische Durchführung ber Gebietsabtretung sowie bie Vorbereitungen ber Volksabstimmung in ben von Deutschlanb bezeichneten Gebieten zu beschleunigen. Wenn nicht von anberen Erkenntnissen, so sollte bie Prager Regierung wenigstens von ber __.3_____v_ _______ , ..... Einsicht ausgehen, baß bie katastrophale Finanzlage verzeichne, baß hier zwei Männer, nämlich B c - ber Tschechei eine schleunige Revision ber bisherigen nesch und er selbst, einanber gegenüberstanben, so Prager Katastrophenpolitik zwingenb verlangt. D. S. gelange man zu ber Schlußfolgerung, baß ber Füb- rer sich bemüht habe, ben Streitfall auf bas Reich «*4U0tt)Clu)Ct1OC t|d)Cu)l|Q)C VlOtC I unb die Tschecho-Slowakei zu beschränken unb ber ön Idolen außenpolitischen Doktrin bes Nationalsozialismus y v ' entsprechend den Konflikt zu lokalisieren, der Warschau, 26. Sept. (Europapreß.) Das tsche- sich in Anbetracht des Widerstandes ber Prager Re- cho-slowakische Außenministerium überreichte am gterung für bie Gesamtheit aus ber Forberung bes 25. September bem polnischen Gesanbten in Prag, beutschen Memorandums ergeben könnte. Unter bie- Pap e, eine Note, bie bie Antwort auf b i e fen Umftänben könne man sagen, baß bie Rebe bie polnischeNote vom 21. September barstellt. Die gegenwärtige internationale Lage nicht Der« Verona, 26. Sept. (DNB.) Zum Abschluß sei- 1 ner Besichtigungsreise burd) Venetien hat Mussolini am Montagvormittag auf einer faschistischen Kunb- gebung ber Provinz Venetien noch einmal gesprochen: Der Duce führte aus: Unsere Gegner, auf bie ich in meiner Rebe vor ben Schwarzhemben in Bel- luno arffpielte, unsere Gegner, bie unter dem Zeichen der Freimaurerei, von Hammer und Sichel stehen, haben in den letzten Tagen törichte Hoffnungen gehegt. Die Entwicklung der Er- eignisse, die in diesen Tagen erneut die Menschheit in Atem hält, erlaubt uns heute, die Situation klar zu definieren. Man muß die Anstrengungen, die der britische Premierminister unternommen hat, um eine friedliche Lösung der Probleme! der Stunde zu ermöglichen, anerkennen unb.^v^u — ------v-n---; . würdigen. Die gleiche große Würdigung ver- nung zwischen den Völkern. Wir Schwarzhemoen dient d i e bisher von Deutschland be- «„s M.f- — ffnrnna. tübefene Langmut. Das Memorandum weicht nicht von den in London vereinbarten Linien ab. Der Präsident der Tschecho-Slowakischen Republik war einer der Hartnäckigsten, die die Auslösung der Habsburger Monarchie betrieben. Damals sprach er von einer böhmischen Nation, und seine Zeitsd)rift erschien unter dem Namen „Tschecho-Slowakische Nation". Er warb überall für seine Idee, auch in Nr.226 Zweites Blatt Eießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Dienstag. 2 7. September 1938 Der Tod am Thelon-River. Aus dem Tagebuch eines verlorenen Kampfes in Kanada. Der junge Engländer, von dem die Rede ist, heißt Edgar Christian. Er zog, achtzehnjährig, mit seinem Vetter und Freund John 5) o r n b t), der sich als unerschrockener Forscher und Trapper bereits einen Namen gemacht hatte, und mit einem weiteren Kameraden, dem achtundzwanzigjährigen Harald Adlard, im April 1926 nach dem kanadischen Norden. Sie wollten im Thelon-Wildschutzgebiet überwintern- und eine neue Route vom Großen Sklavensee zur Chesterfield-Einsahrt an der Hudsonbai ausfindig machen. Von der Expedition wäre nicht viel zu berichten denn sie erreichte nie ihr Ziel und auch über den Tod dieser drei Engländer könnte man wenig aussagen, wenn man nicht das Tagebuch des jungen Edgar gefunden hätte. Eine Streife der Königlich- Kanadischen berittenen Polizei — offenbar durch Trapper aufmerksam gemacht — fand im Juli 1929 in einer Blockhütte am Thelon-River die drei Leichen, untersuchte die Hütte und verfaßte einen Bericht an die vorgesetzte Behörde. Es wurde da nicht weiter viel Aufhebens gemacht. So etwas ereignet sich häufiger im Norden Kanadas. Hier also ist von einem Jungen und von einem Tagebuch die Rede. Sein Vater, der alte Oberstleutnant W. F. Christian, hat es der Oesfent- llchkeit nicht oorenthalten, er übergab es ihr „mit der Hoffnung, daß es einige aus dem Heranwachsenden Geschlecht erreichen und mit demselben Mut, derselben Treue und Ausdauer beseelen möge", die sein Sohn zeigte. Und es heißt da weiter in einem Vorwort zu diesem Tagebuch (das jetzt in deutscher Uebersetzung unter dem Titel „Das tapfere Herz" in der Franckhschen Verlagsbuchhandlung, Stuttgart, erschien): „Nun, da Edgar Christians Eltern sich'entschlossen haben, das ganze Tagebuch zu veröffentlichen, dürfte ihm ein bleibender Platz in d e r Geschichte arktischer Abenteuer und arktischer Tragödien gesichert sein. Denn von diesen Unternehmen stehen die Fehlschläge unserem Herzen näher als.die Erfolge, da sie den menschlichen Geist noch in seinem letzten Kampf, im Kampf mit dem Tode, unbesiegt uns zeigen. Die Geschichte dieses Jungen beweist, daß die Jugend auch in der letzten Verlassenheit, der ein Mensch ausgesetzt werden kann, des höchsten Mutes und der äußersten Tapferkeit noch fähig ist." Dieser Edgar Christian brach also mit seinen älteren und erfahrenen Kameraden auf. Es gibt da ein paar Briefe an seine Eltern, voll von begeisterten Worten sind über das Land, über die Städte, die sie auf ihrer Fahrt berührten. Er lernt viele alte Trapper und Jäger kennen und hört von ihnen gute Worte über seinen „Jack", über John Hornby. Das ist ein Kerl, sagen sie, der weiß besser Bescheid in Kanada als sonst einer, und der hält mehr aus als ein Indianer. John Hornby wird des Jungen Abgott. Zwar hat er nun, da sie durch das Land ziehen, da sie mit ihrem Boot über die Seen und' Flüsse fahren, schon andere Augen bekommen. Er ist kein romantischer, verspielter Träumer und Abenteurer. Er weiß jetzt seinen Weg; er hält durch, obwohl er manchmal nicht weiter kann, wenn die Moskitos ihn böse zerstochen haben und wenn die Last zu schwer wird. Einmal schreibt er seinem Vater, daß er jetzt fleißig Tagebuch schriebe, um seine Eindrücke festzuhalten und Unbekanntes über die Tier- und Pflanzenwelt aufzuzeichnen. Von John Hornby weiß er, daß die Regierung eine ganz hübsche Summe zahlte für dessen Aufzeichnungen über die Wanderungen der Kckribus, der kanadischen Renntiere. Edgar will sich ein paar Dollars nebenher verdienen. Wochen und Monate in der Einsamkeit der Wälder, in der Debnis/ber Tunbrcn. Beschwerliche Märsche. In solchen Zeiten zeigt sich ber Charakter. Aber ba gibt es kein Nörgeln, denn das wäre Versagen und Abstieg. Adlard rr^te wohl manchmal später, als der harte Winter s 'm ihrer Blockhütte am Thelon-Fluß überfiel, zum Selbst- bedauern, aber der Junge bringt keine Klage über seine Lippen. Der Winter kam und mit ihm die ungeheure Kalte, da das Thermometer auf m i n ws 4 0'® r ab sank Die Männer saßen in ihrer Hütte unb warte- ten die großen Stürme ab. Wenn der Wind nach- uetz, diese eisigen Wehen, dann gingen sie auf die Jagd. Aber das, was sie fingen, war nur spärlich. Der See fror zu, die Tiere und Vögel verzogen sich vor dem Winter, und die Karibus', mit denen ihr Plan fallen und gelingen konnte, ließen sich nicht sehen. Jedes Abenteuer birgt Gefahren, sonst ist es kein Abenteuer. Edgar wußte das. Hornby wurde von Jenen unberechenbaren Faktoren besiegt, die schon oft alle Berechnungen des sich mit Naturkräf- ten messenden Menschen über den Hausen gewor- fen haben. In ihrem Fall war es das Ausbleiben der normalen Karibuwanderungen und ein selbst in diesen Regionen ungewöhnlich 'langer Winter. Das Wild, das sich in diesem Schutzgebiet sonst in Fülle aufhielt, blieb aus. — Da liegt dieses Tagebuch vor mir. Der Junge schrieb es, wenn der Tag und die Arbeit vorbei waren. Immer nur ein paar Sätze, das, was sie taten, was sie erjagten und die Temperatur. Mehr nicht. Zuweilen stellt er wohl Berechnungen an, wie lange der. Vorrat wohl noch reichen würde. Er tut das nüchtern und sachlich. Am 5. Dezember heißt es: „Taten nicht viel, müssen Nahrung sparen. Müssen jetzt das Fallenstellen wohl oder übel aufgeben und eine Art. Winterschlaf halten und sehen, wie wir zu etwas Eßbarem kommen, ohne zu jagen. Macht in diesen kurzen, kalten Tagen zu viel Appetit." Sie hungern Wochen und Monate hindurch. Zuweilen jagen sie ein Schneehuhn, ein paar Fische ober einen Fuchs. Aber das reicht immer nur für eine Mahlzeit. Sie hoffen immer noch auf die Ka- ribus. Aber sie bleiben aus. Und dann haben sie keinen Vorrat mehr. Sie zerreiben Knochen, die von früheren Bewohnern ber Hütte in ber Nähe vergraben worden waren. Sie essen Tierfelle und werben schwächer unb schwächer. Die Kälte läßt nicht nach. Am 14. April trägt ber Junge ein: „3ad immer nach verstopft, ich auch. Es fällt mir aber furchtbar schwer, es Jack gleichzutun, der bewundernswert weiterkämpft. Harold bei Tagesan- brudj völlig durcheinander. Ich wurde schließlich einige Knochen los, fühle mich aber sehr schwach..." Die drei Männer leiden furchtbare Schmerzen. Die elende Nahrung wütet in ihren Eingeweiden, die Knochen, die Fellhaare, diese ganze ekelhafte Kost, die sie sich mühsam bereiteten. Dazu kommt, daß in Hornbys Bein Muskelschmerzen auftreten. Er leidet unsäglich, und der Junge bekümmert sich weiter um Nahrung, hält den Kranken aufrecht und tut, was er kann. Die Eintragung vom 16. April lautet: „Jack.schlief ein und wurde bewußtlos. Können im Augenblick gar nichts tun. Harold und ich so ermüdet, daß wir kaum noch Jack im Auge behalten können. Mein Herz schlägt noch. Atem Regelmäßig." Einen Tag später stirbt Hornby, der große Trapper unb Forscher, dieser herrliche Kamerad. Drei Wochen später folgt ihm Adlard nach. Der Junge ist allein, und um ihn ist die tödliche Einsamkeit des weiten Schneelandes, und vor der Hütte liegen die steifgefrorenen Körper seiner Kameraden, die er in Hubsonbai-Decken einnähte. Aber er hat noch Hoffnung, sein ungeheurer Lebenswille hält ihn wach. Unter Umftänben, bie ein weniger tapferes Herz dem Wahnsinn oder Selbstmord zugetrieben hätten, hielt er aus. Er ernährt sich von kümmerlichen Resten, die er vor der Hütte findet und leibet unsagbare Schmerzen. Sein Körper ist durch unb durch verstopft. Aber dennoch schreibt er sein Tagebuch, beobachtet präzise den Gang seiner Krankheit unb schildert ganz sachlich, wie ein Arzt, die Symptome feines körperlichen Leidens, die 'Behandlung, unb erhebt bamit den gesunden Menschenverstand zur einsamen Höhe des Heldentums. Hans Albers und Camilla Horn an der Theke. ■Wi A H; W M Sie spielen beide in dem preisgekrönten Film „Fahrendes Volk". — (Foto: Tobis.) Am 1. Juni lautet die Eintragung: 9 Uhr vormittags. Schwächer als je. fyab gegessen, was ich konnte. Hab' noch mehr ba, aber bas Herz? Draußen heller Sonnenschein. Will sehen, ob es gut tut, wenn ich rausgehe, Holz zu holen für die Nacht. Treffe jetzt Vorbereitungen. War draußen, zu schwach, vollständig fertig. Hab' es zu lange anstehen lassen." Dann bricht sein Buch ab. Er starb einsam und allein und konnte der Welt nicht mehr den Tod dieses herrlichen Mannes uyd Kameraden Hornby und feine Taten künden, wie er es wohl noch hoffte. Keine Anklage gegen feinen Führer unb Freund ist irt seinen Auszeichnungen zu finden, kein Wort des Leibes. Er schrieb zuletzt noch seiner Mutter und dankte ihr- für alles, was sie an ihm getan hatte« Mnn nimmt- zur täglichen Hautpflege -.23, -.45, -.90, Er versicherte seine Geschwister seiner Liebe und baf immer wieder: „Gebt Jack nicht die Schuld!" Inspektor T r u n d l e von der Königlich Berittenen Kanadischen Polizei, Unterabteilung Großer Sklavensee, schrieb am 12. August 1919 seinen Bericht. Das war das Ende. Es gibt da ein paar gute Worte in dem Buch „Das tapfere Herz" zu Anfang; sie lauten: „Es mag wenige Edgar Christians geben, aber es gibt viele, die fein möchten, was er war. Hier also ist ein Vorbild, an dem seinen eigenen Wert zu messen keiner zu stolz sein sollte; hier in einem Jungen von achtzehn Jahren das vollendete Muster eines Mannes." . Hans H. Henne. Straßenbahnwagen stürzt um. Drei Schwer- und viele Leichtverletzte. LPD. Mainz, 26. Sept. Ein nicht alltägliches Verkehrsunglück ereignete sich am Montagmittög am Bahnhofsvorplatz in Mainz. Ein dicht besetzter Straßenbahnwagen der von dem Vorort Bretzenheim kommenden Linie 8 fuhr nach lieber» querung der Eifenbahnüberführung am Binger Schlag die abfallende Aliceftraße hinunter. Am Fuße dieser Straße, von der aus die Gleise in einem Bogen zur Bahnhofstraße führen, sprang der Wagen aus dem Gleis, rollte einige Meter über das Pflaster und stürzte bann unter dem Angst- gefchrei ber Menschen, in eine Wolke von Staub gehüllt, um. Straßenbahnbedienstete und das Personal eines zufällig vorüberfahrenden Sanitätsautos zerschlugen die Scheiben der nach oben liegenden Fensterreihe des umgestürzten Wagens, halfen den Insassen aus dem Wageninnern und leisteten ihnen die erste Hilfe. Alsbald war auch Polizei und Feuerwehr zur Stelle. Drei von den Fahrgästen wurden schwer, ein Dutzend andere leichtverletzt und sofort dem Städtischen Krankenhaus zugeführt. Die Leichtverletzten konnten bereits nach einigen Stunden das Krankenhaus wieder verlassen. Im Laufe des Nachmittags trafen von Wiesbaden und Darmstadt Sachverständige ein, um Ursache unb Verantwortung für den Vorfall zu ksären. Das Unglück hätte noch größere Ausmaße annehmen können, wenn zufällig ein Wagen der anderen den Bahnhofsplatz berührenden Straßenbahnlinien die Unfallstelle passiert hätte; der Unglückswagen wäre ihm dann in die Flanke gefahren. Motorrad gegen Lastwagen. Ein Toter, ein Schwerverletzter. LPD. Mainz, 26. Sept. Ecke Neubrunnenstraße und Große Bleiche rannte ein Motorradfahrer gegen einen Lastkraftwagen. Der Motorradfahrer wurde tödlich, sein Beifahrer schwer oerle tz.t. „Fahrendes Volk". Lichtspielhaus. Auch dieser Film ist, wie die „Heimat" nach Sudermanns Schauspiel, vor wenigen Wochen auf der Biennale in Venedig von einem internationalen Gericht preisgekrönt unb mit einer Medaille für die künstlerische Gesamtleistung ausgezeichnet worden. „Fahrendes Volk" führt, wie ber Titel an^eutet, mitten hinein in die bewegte, farbige, noch immer von Romantik umwitterte Welt des großen Wanderzirkus, ber mit riesigen Wagenkolonnen von Stabt zu Stabt zieht, seine Zelte aufschlä^t, roieber abbricht und weiterzieht ... zur nächsten Stadt, zur neuen Vorstellung. Der Film hat ein sehr einprägsames Leitmotiv daraus entwickelt: das Bild ber Männer, die im Takt mit wuchtigen Vorschlaghämmern bie Zeltpfähle in ben Boden rammen, kehrt, die bewegte Handlung durchbrechend, immer wieder und bringt ben unruhigen Lebensrhythmus ber Leute vom grünen Wagen mit symbolhafter Treffsicherheit bem Beschauer zum Bewußtsein. Zwar ist der Zirkus an sich schon ein auch für ben Film reizvoller unb vielfältig ergiebiger Stoff, aber bie Hersteller haben sich nicht bamit begnügt, etwa nur die Oberfläche und schillernde Außenseite zu photographieren: nächtlichen Anmarsch, Paradeauszug durch bie Stabt, harte Probenarbeit unb erregenden Glanz der Vorstellung mit Akrobaten, Pferden, Tigern, Elefanten und bem ganzen Abenteuer ber Schaufreube und Sensationslust, bie noch immer bas Herz aller kleinen unb großen Kinder bewegt : es fehlt hier gewiß, rein handlungsmäßig, nicht an Sensation, aber bas Beste an biesem Film ist doch wohl bas unsensationell Menschliche, bie5 nämlich, daß er hinter bie Kulissen greift unb hineinleuchtet in Wohnwagen, Stallzelt und Lagerplatz und das fahrende Volk auch außerhalb ber grellen Scheinwerferkegel zeigt, ohne Schminke und gefälliges Lächeln, im nüchternen Alltag. Es ist eine ber hübschesten Episoben in biesem von Jacques F e y d e r mit Phantasie, Temperament und großer Bewegung in Szene gesetzten Film, wenn bie freudige Nachricht, baß ein Kind im Wohnwagen inmitten des fahrenden Volkes als in einer großen Familie geboren fei, wie ein Lauffeuer von Mund zu Munde geht: es ist ein Junge! Das geschieht aber freilich erst ganz zuletzt, und vorher hat sich eine Menge ereignet, ein ganzer Roman ist abgelaufen voller Spannung, voller Leidenschaft und verwegener Abenteuerlichkeit. Unterwegs, auf bem nächtlichen Marsch, springt ein junger Mensch im Dunkel in einen der. rollenden Wagen hinein unb wirb ba von einem Mädchen mit Herzklopfen und scheuer Zärtlichkeit empfangen. Und in einen andern Wagen ber langen Reihe springt aus bem Dunkel ein anderer Mann, unrasiert unb verwilbert, ein entwichener Sträfling auf ber Flucht; er wird weit weniger herzlich aufgenommen, aber bennoch verborgen, als es ernst wird, denn schon knattern die Motorräder der Verfolger heran, und es gibt einen mächtigen Aufruhr in der nächtlich wandernden Zeltstadt. Unb ein wenig später stehen dann die beiden Männer sich gegenüber: der ältere und ber junge, Vater und Sohn, aber der Sohn weiß nicht, daß es ber Vater ist. Der entflohene Sträfling hat ber Mutter versprochen, zu schweigen, und er schweigt auch unb hilft dem Jungen bei feiner Liebesgeschichte, die von vielen Schwierigkeiten bedroht ist, bis zu dem guten Ende, bas sich mit jener vielstimmig von Mund zu Munde gehenden Freudenbotschaft ankündigt: Der Mann,und heimliche Vater, der da aus der Nacht auftaucht und wieder im Dunkel verschwindet, als eine böse Vergangenheit aufs neue ihre Forderungen anmeldet, ist Hans Alders, und wenn er auch in Cowboyhut und Fellhosen einen großartigen Anreißer macht, der den gaffenden Leuten bie Wunder des fahrenden Volkes verkündet, so haben wir ihn boch selten so verhalten und gedämpft fpiel-en sehen, mit trvcknem Humor und verstecktem Gefühl, wahrhaftig als einen Vater, ber mit Stolz und leiser Rührung seinen großen Jungen betrachtet unb ihm hilft. Neben ihm erscheint im Vordergrunbe ber Ereignisse Francoise Rosay — mir kennen sie gut aus ben Filmen „Die klugen Frauen" und „Mein Sohn, der Herr Minister" —: eine prachtvolle Person; sie spricht ausgezeichnet deutsch, fast ohne Akzent, sie beweist als Dompteuse mit einer Tigergruppe großen Schneid, und sie zeigt sich den Konflikten und Wechselfällen - eines bewegten Lebens nicht ohne Humor, mit Fassung, Energie und am Ende mit einem warmen, mütterlichen Gefühl gewachsen. Ueberhaupt ist hier ein sehr ebenmäßiges, sauber zusammenspielendes Ensemble am Werke, in dem Hannes Stelzer in der heftigen Leidenschaft eines jungen Liebhabers, Herbert H ü b n e r als Zirkus- bireftor Barlay, Camilla Horn als bie intrigante Kunstreiterin Pepita, Irene von Meyendorff und Alexander Goll in g Hervorhebung verdienen. — (Tobis.) * Im Beiprogramm: bie Fox-Wochenschau; schöne Tieraufnahmen in natürlichen Farben; unb Heinz Rühmann, der sich mit gewinnenden Worten für ein neues Lustspiel „13 Stühle" emsetzt. . 1 1 Hans Thynot. Wolsenbüiieler Serenade. Von Werner Schumann. Wir wissen, es alle, bie wir aus ber Großftabt unversehens in Einsiedelei, Dorfstille unb verklungene Winkel geraten, was es mit bem Ausspannen unb Aufatmen auf sich hat. Der Frieben, ber uns da überrieselt, der leisere Gang des Lebens, ber unserem noch stürmischen Schritt entgegentritt, versetzt uns zunächst in Spannungen. Unb ein fremder Ort, wenn wir ihn zur Abendstunde betreten, hat ohnehin etwas Erregendes. Es ist das Nicht- Auskennen, das mähliche Hineintasten in die Atmosphäre des Unbekannten, das alle Sinne erregt. So ging es mir, obwohl ich öfters dort war, in der kleinen, feinen Herzogstadt Wolfenbüttel. Tief unb friebvoll lag sie in ben Maschen ihrer bunklen Gärten, süßer Verwesungsgeruch war über bem Schloßplatz, und ein Gewitter stand entladungsbereit über dem Turm des Schlosses. Warm fegte der Herbstwind durch die engen Straßen, bewegte die Wetterfahnen des Rathauses und trieb die Menschen vorüber wie das gelbe und braune Laub. Nicht anders ist dieser Abend als jener vor nunmehr 160 Jahren, ba Lessing Frau Eva König heimführte und hinaufzuführen gebuchte aus allen Wirrnissen bitterer Jahre in eiye erträumte Welt von bürgerlichem Frieden, denn er „wollte es auch einmal so gut haben, wie andere Menschen ..." Unb ahnte doch nicht, daß ihm das Schicksal all dies zu tun gebot, damit er den bitteren Kelch bes Leibes bis zur Neige leere; bah es ihm alles zu schenken oorgab, um ihm alles roieber zu nehmen: den geliebten Sohn — eine Winzigkeit nur, ein Elendsbündel, das kaum zu atmen begonnen hatte — und zwei Wochen darauf auch Eva, „ber alles, roas Herz an ihm war, gehörte." Wer hatte wohl bis bahin Lessings Herz entdeckt, wer feinen Anhauch empfangen in der weiten deutschen Welt? Die Gebirge seiner Gedanken hatten es begraben; unb da oben wehte eine kühle Luft. Nun hörte man mit Ehrfurcht und Erschütterung den verhaltenen Aufschrei: „Meine Freude war kurz", schrieb er dem Freunde, „und ich verlor ihn so ungern, diesen i Sohn! Denn er hatte so viel Verstand, so viel Verstand! Glauben Sie nicht, daß die wenigen Stunden meiner Vaterschaft mich schon zu so einem Affen von Väter gemacht haben! Ich weiß, was ich sage. War es nicht Verstand, daß man ihn mit eisernen Zangen auf die Welt ziehen mußte? Daß er so bald Unrath merkte? War es nicht Verstand, daß er die erste Gelegenheit ergriff, sich wieder davon zu machen? Freilich zerrt mir der kleine Ruschel» köpf auch die Mutter mit fort!" Ein Patschhändchen von Schreien und Lachen und Singen hatte sich der ernste Mann gewünscht. „Aber", stellte er in einem bebendem Satze fest, „es ist mir schlecht bekommen." Hier war es, in diesem einstöckigen, weinumsponnenen, matt erleuchteten Häuschen mit dem Blumengärtlein davor, wo er freundlichere Tage erhofft, gearbeitet und endlich allem bürgerlichen Glück entsagt hatte. Er hatte es bezogen, als er abermals allein war, einsamer denn je zuvor. Und es ist wahrhaftig ein Eremitenhaus, ohne unmittelbare Nachbarschaft. Man steht, betritt man das Rosengärtlein, außerhalb des Bannkreises von Wolfenbüttel. Zu beiden Seiten des Eingangs leuchteten dem Eindringling die prallen Trauben entgegen. Leise mäht die Sichel des unsichtbaren Gärtners. Und die letzten, roten Rosen des Sommers verblühn in der nachtdunklen Stunde. 3eitfd>riffen. — Ein großzügiger Bildbericht über den Reichsparteitag leitet -bie neueste Ausgabe ber ltust r i r t e n Zeitung Leipzig" ein. — Das Münchner Künstlerhaus wirb in einer vortrefflichen Bilbauswahl bem Leser vorgeführt. Es folgt eine Seite „Kunst der Ostmark" mit neuen Plastiken und Gemälden. — „Künstlerferien am Tegernsee": unter diesem Titel sehen wir Bilder, auf denen eine große Zahl bekannter Mitglieder, der Schauspiel- und Opernbühne als Feriengäste am Tegernsee gezeigt werden. Nach München führt auch der Beitrag „Opernfestspiele München 1938". Hochschulnachrichten. Geh. Rat Professor Dr. Albrecht Penck, ber em. Ordinarius für Geographie an der Universität Berlin, beging seinen 80. Geburtstag. Zu seinen bedeutendsten Werken zählt die zweibändige „Morphologie der Erdoberfläche". Sein besonderes Interesse wandte der hervorragende Wissenschafter den länderkundlichen Forschungen unb bem Studium ber Formationen des Eiszeitalters zu. Er peröffentüdUe 1882 eine groß angelegte Untersuchung über die „Vergletscherung der Alpen", welche 1902 durch das grundlegende Werk über „Die Alpen im Eiszeitalter" ergänzt wurde Pencks Dolkstum- forschung fand ihren Niederschlag in der von ihm ausgearbeiteten „Karte des deutschen Volkstums in Mitteleuropa", die heute in weitesten Kreisen verbreitet ist. Internationaler Merkongreß in Vad-Aauheim it er (Nachdruck verboten!) 25. Fortsetzung. ig. Sie ist Geschmack dessen Brüstung ganz mit blühenden Geranien be» „So pflanzt war. * Suh an- den „er wird Sie morgen mit ihr zusammenbringen, damit Sie ihr ungefähr sagen können, was sie zu tun hat. Es ist ein Fräulein Thea Bertram, ich kenne sie nicht, aber das ist auch nicht nötig. Sie ist Detektivin von Beruf, eine für meinen Geschmack reichlich unweibliche Beschäftigung, aber in diesem Falle muß ich natürlich froh sein, daß es Frauen gibt, die eine solche Tätigkeit ausüben. Sie geben ihr gleich ein Schreiben mit, das so gehalten sein muß, daß man sie auf keinen Fall wieder Zurück- schicken kann, und Sie erholen sich so lange bei Ihrer Mutter. Alles Nähere erfahren Sie morgen." „Sie können ganz auf mich zählen, Herr Baron." die ihr einen guten und netten Eindruck machte, zwei Treppen hinauf in ihr Zimmer, das von der Größe eines kleinen Saales war. Dore ging an dos Fenster und sah hinaus. Es war die Rückseite des Schlosses. Wenn sie sich vorbeugte, sah sie unten eine breite, mit roten Fliesen belegte Terasse, auf der verschiedene Tische mit bunten Schirmen und auch mehrere Liegestühle standen, die Terrasse war abgeschlossen durch ein Geländer, Das also war Geralds Heimat. Das war die Stätte, auf der sich sein Leben abgespielt hatte, viele Jähre lang, mit einer anderen Frau. Dore fühlte doch immer wieder den feinen Stich, wenn sie an diese Frau dachte — ob sie wirklich so schon war? — uckd ob Gerald ...? Fort mit diesen Ge- danken! _ ... Sie lähmten nur und hinterten sie an der Erfüllung chrer Aufgabe, einer Aufgäbe, die schwer und — vielleicht nutzt ungefährlich war. Fiedler hatte ihr neben genauesten Instruktionen auch ein ungeschminktes Bild der Lage gegeben, in die sie selbst bei Unvorsichtigkeit geraten könnte. Einen Augenblick beschlich sie ein leises Frösteln, aber sie riß sich energisch zusammen — sie würde Gerald beweisen, daß es noch andere Frauen gab als Carola, nicht so schön, aber dafür zuverlässig — und das war auf die Dauer doch mehr wert. Das Leben auf einem großen Herrensitz ist nicht ohne Reiz für ein Stadtkind, das zum ersten Male den Betrieb eines Gutes kennenlernt. Dore hat so viel zu sehen und Neues zu lernen, daß sie kaum wußte, wo sie anfangen sollte. Sie empfand sehr richtig, daß sie vor allem einen Ueberblick über die Gesamtverhältnisse bekommen mußte, ehe sie an ihre eigentliche Aufgabe gehen konnte. Die beiden ersten Tage brauchte sie hauptsächlich, um sich als Gutssekretärin einigermaßen zurechtzufinden, aber erstens hatte sie eine rasche Auffassungsgabe und dann war Oberinspektor Melchior sehr nachsichtig der Aushilfe gegenüber. Und Herr Suhl — mit ihm hatte sie am meisten zu tun — hatte sich ganz offenkundig in sie verliebt; das wirkte sich sehr angenehm aus; er übernahm einen Teil ihrer Arbeit, nur um mit ihr möglichst viel auf dem Büro zusammensitzen zu können. Dore fand ihn ausgesprochen angenehm, und wenn sie ihn auch nicht irn geringsten ermutigte, so war sie doch sehr liebenswürdig zu ihm. Erstens, weil er tatsächlich ein netter Bursche war und Niemals zudringlich wurde, und zweitens: er war in seiner Verliebtheit sehr viel redseliger als die übrigen Leute, mit denen sie zusammenkam. „Es ist viel für Herrn Melchior, diese zwei Güter auf einmal", sagte sie am dritten Tage ihrer Anwesenheit, als Melchior sie gerade verlassen hatte; man hörte das Klappern der Hufe noch vom Hof herüberschallen. „Dies dauernde Hin- und Her« pendeln ist doch eine Strapaze." „Sicher", stimmte Suhl ihr bei, „na, wenn der Petry die Sache übernimmt, kann er ja wieder auf Jägerhof bei seiner Alten bleiben." — Herr Petry will das Gut übernehmen?" Suhl entging der gespannte Ton der Frage. „Will „Ich wußte, daß ich mich auf Sie verlassen konnte, Fräulein Schneider", sagte Gerold herzlich, als er in der Halle seines Hotels mit ihr zusammensaß. „Oh, Herr Baron, das ist doch selbstverständlich", stammelte sie gerührt und errötend; dem jungen Herrn hatte sie immer ihre stille Verehrung entgegengebracht. „Selbstverständlich?" wiederholte Gerald bitter. „Ich habe inzwischen begreifen gelernt, daß Zuverlässigkeit durchaus nichts Selbstverständliches ist. Und auch mein Onkel scheint seine Meinung über mich inzwischen geändert zu haben." „Das dürfen Sie nicht sagen, Herr Baron", widersprach Fräulein Schneider lebhaft. „Und mit ollem Respekt — ich finde es nicht recht von Ihnen, daß Sie so lange nichts von sich hören ließen. Es hat den alten Herrn bitter gekränkt — und er ist doch jetzt über siebzig, da weiß man nie, wie lange jemand noch lebt." Gerald war bloß geworden. „Heißt das tatsächlich, daß nie ein Brief von mir in die Hände meines Onkels gelangt ist?" fragte er heiser. „Nie! Das weiß ich genau. Aber — Herr Baron — haben Sie „Natürlich habe ich geschrieben, mindestens viermal. Und schließlich geschwiegen, weil nie eine Ant- wort kam. Also hat der Doktor doch recht. Ich wollte es nicht glauben", sagte er mehr zu sich selbst. Dann erklärt er Anna Schneider in großen Zügen, warum er sie nach Berlin geholt hotte. „Dieser Dr. Fiedler hat eine sehr tüchtige Detektivin an der Hand", schloß er seine Schilderung, der Alma Schneider erstaunt und aufmerksam lauschte, Die Intendanz des Stadttheaters teilt mit, daß die nächste Aufführung von „Ein Sommernachtstraum" erst in etwa drei Wochen stattfindet, da das Städtische Orchester nur zur Eröffnungsvorstellung zur Verfügung steht, um anschließend, nach der strengenden Sommerarbeit in Bad-Nauheim, in wohlverdienten Urlaub zu gehen. — ist gut", lachte er harmlos, „wollen will er's schon lange. Aber der Alte oben ist halsstarrig. Er läßt ihn zwar arbeiten, — allzuviel versteht er nicht", schaltete er geringschätzig ein. „Nur eine feste Stellung gibt er ihm nicht." „Aber warum denn nicht?" stellte Dore sich Kamst du zurück, Dore? ' Roman von Hedda Lindner. Copyright by Earl Duncker Verlag, Berlin W 35. Straßenbahnumbau Ludwigsplatz — Kaiserallee. Die Neuverlegung der Straßenbahnschienen vom Ludwigsplatz durch die untere Kaiserallee im Rahmen der völligen Neugestaltung dieses Straßenzuges ist seit gestern in ein neues Stadium getreten. Nachdem ein Gleispaar der Weiche am Ludwigsplatz in seine neue Lage gebracht ist, geht nun von der besten Seite. Gietzener Dochenmarktpreije. * G i e ß e n, 27. Sept. Auf dem heutigen Wochen« markt kosteten: Deutsche seine Molkereibutter, kg 1,52 Mark, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 9, Eier, ausländische 11 bis 12 k», Wirsing, % kg 8 bis 10, Weißkraut 8, Rotkraut 10 bis 12, gelbe Rüben und Karotten 10 bis 11, rote Rüben 10, Spinat 20 bis 25, Römischkohl 8 bis 12, Bohnen, grün 25 bis 30, gelb 25 bis 30, Feldsalat, Vio 10, Tomaten, kg 15 bis 30, Zwiebeln 10 bis 15, Meerrettich 45 bis 70, Rhabarber 12 bis 15, Kürbis 8 bis 9, Pilze 45 bis 50, Kartoffeln, kg 4 Pf., 5 kg 40, 50 kg 3,30 dis 4 Mark, Aepfel, kg 25 bis 45 Pf., Falläpfel 14 bis 15, Birnen 25 bis 45, Brombeeren 40 bis 50, Preiselbeeren 40 bis 45, Hauszwetschen 21 bis 23 Pf-, junge Hähne 1 bis 1,20 Mark, Suppenhühner 90 Pf. bis 1,05 Mark, Blumenkohl, das Stück 10 bis 50 Pf.^ Salat 8 bis 15, Endivien 5 bis 15, Salatgurken 10 bis 30, Einmachgurken 2 bis 6, Oberkohlrabi 5 bis 12, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 35, Rettich 5 bis 15, Radieschen, das Bündel 8 bis 10 Pf. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) B. in G. Da der Mietzins der in Frage stehenden Wohnungen unter 1000 RM. liegt, unterliegen die Wohnungen den Besttmmungen des Mieterschutzgesetzes. Nach diesen ist eine Aufhebung des Miet- Verhältnisses nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Die wichttgsten Mietaufhebungsgrunde sind: erhebliche Belästigung, Mietrückstand und dringender Eigenbedarf. zum Teil origineller Gedankengange der modeschal« fenben Industrie. Dor allem war der bunten Faro» breiter Spielraum gegeben. Der bunte Pullover, die Vorderseite mit breiten Querstreifen (Achtung, nur für schlanke Damen!), die Rückseite einfarbig und, glatt verarbeitet, wurde in mehreren Varianten ge« zeigt und bewies aparte Wirkung. Die eleganten Venusblusen in freundlichen Farben, schon gestreift, ausgeführt in verschiedenstem Material, dürften wohl vielen Zuschauerinnen gefallen haben. Im Zusammenhang damit wurden Komplets getragen, die mit Staffen in der gleichen Farbe wie die Bluse gefüttert waren. Mit Freude sah man die Nachmittags. und die Abendkleider aus Dresdener Web-, spitze aber auch jene aus Lindener Samt, aus jenem’ sympathischen Gewebe, das diesmal durch kühne Einfügung lebhaft bunier Farben zu erstaun- liehen Wirkungen geführt wurde. Das Vormittags- kleid, die Bluse, das Nachmittagskleid für das Haus, das Komplet, das Abendkleid und das große fest- liche Kleid wurden in organischer Folge des Tages- ablaufs gezeigt und damit auf die vielen Möglichkeiten hingewiesen, die für eine persönliche und geschmackvolle Bekleidung gegeben sind. Man ließ es auch diesmal nicht bei der Vorführung zeitgemäßer Bekleidung allein bewenden. Vielmehr wurde wieder Dublee-, Silber- und Goldschmuck gezeigt. Auch Schmuck unter Verwendung synthetischer und echter Steine, und durch praktische Anwendung gleichzeitig bewiesen, in welch ferner Form der Schmuck die Wirkung eines Kleides, einer Bluse usw. zu heben vermag. Die Modenschau ließ außerdem erkennen, welche Wege die Hutmode für den kommenden Winter zu gehen beabsichtigt; man ah Strumpfneuheiten, erfuhr von Neuheiten auf dem Gebiete der Schnittmuster und hörte Grund- ätzliches über die Bedeutung der Frisur für die Erreichung einer harmonischen Erscheinung. Frl. Lore Wilden als Ansagerin legte wohl- bemessene Beredsamkeit an den Tag, wußte geschickt auf viele Einzelheiten der Verarbeitung der Stoffe, auf neue Formen und auf ungeschriebene Gesetze aufmerksam zu machen, die befolgt werden müssen, wenn eine Frau oder ein junges Mädchen als gut angezogen gelten will. Daß sie ihre Erläuterungen mit mancher humorvollen Bemerkung begleitete, trug wesentlich zur Unterhaltung bei. Die Haus- kapelle Kleber bot zu den Vorführungen uner- müdlich gute Musik. Die Damen, die die reiche Re- vue der Kleider, Blusen, Mäntel, und Komplets zu zeigen hatten, wurden ihrer Aufgabe mit der Sicherheit der Erfahrung gerecht und zeigten die Dinge Aus der Stadl Gießen. Gemeinsames Glück. Sie gehen eng aneinandergeschmiegt durch die Geschäftsstraßen der Innenstadt. Es ist nichts als Glück zwischen ihnen, und der Blick, mit dem sie sich gelegentlich ansehen, der verstohlene Händedruck, Den sie dann und wann tauschen, verrät offensichtlich, daß es Liebesleute sind. Ja, sie haben sich kürzlich verlobt, und ihre Erwartung gilt bem Tage, an dem sie sich als Eheleute verbinden werden. Aber gegenwärtig haben sie noch sehr dringliche Aufgaben. Und so merkwürdig es erscheinen mag: hier erweist sich das junge Mädchen entschieden tatkräftiger als der junge Mann. Ihr Verhalten in dieser Angelegenheit ist überhaupt viel mehr von praktischen Erwägungen dikttert, während er höflich zurückhaltend bleibt. Offen gestanden: manchmal erscheint es ihm geradezu peinlich, sich immer wieder mit diesen Dingen befassen zu müssen. Da sind zum Beispiel die Schaufenster. Kann es für ein verlobtes Mädchen etwas Interessanteres geben als diese Schaufenster, an denen man entlangschlendern und in aller Muße die ausgelegten Waren betrachten kann? Junge Männer indessen haben genau wie ihre älteren Geschlechtsgenossen weniger Vorliebe für einen Schaufensterbummel. Aber gelingt es nicht trotzdem den Frauen, diese stille Abneigung in der liebenswürdigsten Weise zu besiegen? Ist es nicht ganz und gar selbstverständlich, daß sie sogar ihren Verlobten von der Nützlichkeit und unbedingten Notwendigkeit der ausgiebigen Schaufensterbetrachtung überzeugen? So gehen nun die beiden an den Schaufenstern entlang, und die entzückten Ausrufe de? jungen Mädchens werden sekundiert von dem Nicken des jungen Mannes, der gelegentlich auch eine Bemerkung fallen läßt, die nach Sachkunde aussehen soll. Ist es aber wirklich Sachkunde? Hat er bereits vorher etwas gewußt von den Vorzügen einer Reformküche? Ist es ihm schon einmal eingefallen, über den Unterschied zwischen polierter Birke und gewachstem Ahorn für ein . Schlafzimmer nachzudenken? Hat er sich jemals mit den verschiedenen Holzarten für ein hübsches Wohnzimmer beschäftigt? Nein, das wohl nicht, aber nun werden Öteje Fragen sozusagen brennend wichtig. Und vor allen Dingen: man muß sich auch durch den Augenschein überzeugen. Weshalb es nicht nur bei der Schaufensterbetrachtung bleibt. Ob er viel oder wenig Neigung hat, dem jungen Mann erwächst die Pflicht, mit seiner Braut allerlei Geschäfte aufzusuchen, wobei sie eine erstaunliche Initiative entwickelt und den Verkäufern mit vielen Hinweisen und Fragen ihre Wünsche erklärt. Später aber sitzen beide in einer kleinen Kaffeestube. Und hier ist es wieder der junge Mann, der das Wort führt und von einer schönen Zukunst spricht. Unterdessen aber drücken sie sich die Hande und sind sich wundervoll einig: es ist ja bei aller Verschiedenheit ein stilles, gemeinsames Gluck. H. W. Dornotizen. Tageskalender für Dienstag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Der Fall Deruga".— Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Fahrendes Volk".— Modenschau: 16 und 20 Uhr im Cafe Amend „Schmuck und Mode Herbst 1938". Nächste Aufführung „Ein Sommernachtstraum". ausgeglichen, daß man Kohlensäure in die Badewanne einftrömeh lasse. Viel Beachtung fand das Referat von Regie- rungsbaurneister Oberingenieur W e v e l m e y e r (Bad Salzuflen) über die neuen Werkstoffe in ihrer Verwendbarkeit für Heilquellenleitungen, lieber die Eigung eines Werkstoffes entscheide seine Güte und Verarbeitbarkeit. Der Güteanspruch werde nach der Verwendungsart des Heilwassers bestimmt. Das Trinkwasser dürfe durch den Werkstoff weder im Geruch, noch im Geschmack oder Aussehen beeinträchtigt sein. Die Bestandsdauer des Werkstoffes gegen chemisch-physikalische Einflüsse (Korrosion) und Verschleiß sei bedingt durch die Zusammensetzung des Werkstoffes und des Wassers. Kunststoffe, wie Mipolam und Neoresit, erfüllten schon sehr weitgehende Wünsche. Bei den ferami- schen und Kunststoffen fei die Konstruktion der Rohrverbindungen noch verbesserungsfähig. Die übrigen Referate beschäftigten sich mit einzelnen Meßgeräten und Spezialfragen der Badertechnik. Gleichzeitig fand eine Sitzung der Abteilung Werbung statt, in der die Vertreter Italiens und Deutschlands die schwebenden Fragen der propagandistischen Praxis der Bäder und die wissenschaftliche Werbung der Bäder und Kurorte besprachen. Die ärzliche Abteilung beschäftigte sich in ihrer Sitzung mit der Ernährung und Diät in Bädern und Kurorten. Zu diesem Thema sprachen ein Badearzt, ein Kliniker und em Kurdirektor. Mode und Schmuck im Herbst 1938. Modenschau im (Safe Amend. Wieder einmal gab es gestern nachmittag im Caf6 Amend in unterhaltsamer Form Gelegenheit, einen Ueberblick über deutsches Modeschaffen zu gewinnen. Die Modenschau der Gemeinschaftswerbung deut- scher Industrie gab in unserer Stadt ein Gastspiel und zeigte in zweckmäßiger und geschmackvoller Form all das, was Frauen interessiert, wenn der Winter kommt und die Umstellung in der Kleidung notwendig wird. Die Modenschau gab hier eine Fülle von Anregungen. Viele Möglichkeiten zur persönlichen Gestaltung der Kleidung wurden offenbar. Nicht nur die fertigen Kleider, Mäntel, Blusen und Komplets wurden empfohlen, sondern wertvolle Anleitungen für eigene Arbeit vermittelt, ja zu eigener Arbeit aufgefordert. Die Vorführung bewies eine Reihe reizvoller und tehend geben wir nochmals die wesentlichen Bedingungen bekannt. * Aufnahmebedingungen sind: Abgeschlossene Schul- bilbung, Alter von 18 bis 34 Jahren, arische Abstammung (junge Mädchen unter 18 Jahren, die sich schon für die Ausbildung als Schwester vor« merken lassen wollen, können in der Haush altungs- schule der Wernerschule des DRK. Berlin-Lankwitz ausgenommen werden, oder auch in DRK.-Mutter- häusern als Wirtschaftsschülerin). Kosten entstehen, der Schülerin durch die Ausbildung nicht. Die Ausbildung in der allgemeinen Kranken- pflege dauert zwei Jahre. Wirkungsmöglichkeiten nach abgelegtem Staatsexamen bestehen in allen Zweigen der Krankenpflege, bei Spezialausbildungen auf diesen Gebieten: Operationssaal, Narkose, Röntgen, Laboratorium, Apotheke, Massage und Gymnastik, Hauptküche, Diätküche, Wirtschaftsbetrieb, Verwaltung, außerdem Tätigkeit als Hebamme und Wochen, und Säuglingsschwester. Fortbildung geschieht in der Schwesternhochschule der Wernerschule des DRK. Berlin-Lankwitz. Hier werden die Schwestern in einem Jahreskursus zur Leitung von Krankenanstalten oder Schwesternschaften vorbereitet. Kurze Fortbildungskurse für alle DRK.-Schwestern; Vorträge, Besichtigungen, Besprechungen u. a. m. dienen der Erweiterung von beruflichen Kenntnissen, der Vertiefung weltanschaulicher und allgemeiner Bildung auf den Gebieten von Kunst, Wissenschaft, Volkswirtschaft. Die DRK.-Schwester erhält ein gestaffeltes Taschengeld, freie Station und Kleidung, weitestgehende Krankenfürsorge durch das Mutterhaus. die vorgesehene Seitwärtsverlegung des anderen Gleispaares und zugleich die entsprechende Neufuh- rung der Schienen durch die untere Kalserallee vor sich Eine große Zahl von Arbeitern ist eifrig habet die Arbeiten schnell voranzubringen, damit sie etwas bis zum Ende dieser Woche zum Abschluß kommen. Während dieser Ilmbauarbeiten wird der Straßenbah'nverkehr an der Baustelle durch Umsteigen in Pendelwagen, die nur zwischen der Artilleriekaserne und der Baustelle bzw. umgekehrt zwischen Bahnhof und Baustelle verkehren, dergestalt aufrechterhalten, daß die Wagen aus beiden Richtungen bis an die Umbaustelle heranfahren, die Fahrgäste dann von einem Wagen zum anderen ein kurzes Stück Weges gehen müssen und anschließend ihre Fahrt fortsetzen. Dank dieser Regelung ist es möglich, den 7^-Minuten-Verkehr aufrechtzuerhalten, wenn es auch für die Fahrgäste ein wenig un« bequem ist, daß sie auf dem Bauplatz ein kurzes Stück Wegs marschieren müssen. BDM. - Werkgruppe 1/116 BDM. -Werkgruppe 1/116 Sport: Der Dienst am 27. 9. fällt aus. Oie Schwester vom Deutschen Roten Kreuz. Die Schwester ist für den Arzt eine unentbehrliche Hilfskraft, wenn sie allen Voraussetzungen ihres Berufes entspricht. Jede Frau, jedes Mädchen, die DRK.-Schwester werden will, muß sich klar sein über den Pflichtenkreis, den gerade dieser Beruf in sich schließt, größer und auch schwerer als andere Frauenberufe. Hingabe und Treue zur Arbeit, Hintansetzung des eigenen Ich, und dabei doch starke Persönlichkeit, das sind die Grundlagen des Schwesternberufes. Schwesternarbeit im Deutschen Roten Kreuz ist vielseitig. Es geht hier nicht nur um Linderuna von Leiden durch sachgemäße Pflege, sondern auch um Verständnis für seelische Not, um Menschenkennt- nis, um feinfühliges Verstehen. Gerade hierin ist die DRK.-Schwester die beste Helferin des Arztes, weil sich der Kranke während der Pflege mehr offenbart, als bei ärztlicher Behandlung. Versteht die Schwester in kluger Weise, Mittler zwischen Arzt und Patient zu sein, so wird das höchste Ziel, gegenseitiges Vertrauen und kameradschaftliche Zu- iammenarbeit, zum Wohle der Kranken erreicht. Das DRK. nimmt jederzeit Schwestern auf und bildet junge Mädchen für diesen Beruf aus. Nach- Der erste Anblick von Schloß Rehwaldau machte einen tiefen Eindruck auf Dore. So groß und wuchtig hatte sie es sich nicht vorgestellt. Sie wurde von dem Assistenten, Herrn Suhl, in Küppingen abgeholt, einem angenehmen jungen Manne, der das Gutsauto geschickt über zum Teil recht holprige Straßen steuerte. Sie schien ihm gut zu gefallen, er hatte sich wohl unter der Cousine von Fräulein Schneider etwas ähnlich Altjüngferliches vorgestellt und war angenehm überrascht. Jedenfalls, als er hörte, daß sie zum ersten Male auf dem Lande war, schlug er sofort einen Umweg vor, um ihr einiges von dem Gut Rehwaldau zu zeigen. Sie fuhren ein Stück durch den Wald, ein paar Rehe waren höflich genug, zu ihrer Begrüßung zu erscheinen, und dann — bei einer Biegung — trat breit und wirkungsvoll die langgestreckte Vorderseite des Schlosses aus den hohen Bäumen des Parkes heraus. „Wie schön!" sagte Dore unwillkürlich. Herr Suhl nickte wohlgefällig. „Es macht sich, unser Schloß. Sie werden ja auch drin wohnen, im Zimmer Ihrer Kusine." „Ach, wohnen Sie nicht alle drin?" „Nein. Für die Beamten ist das Jnspektorhous eingerichtet, weil wir eigentlich keinen Inspektor haben. Der Oberinspektor Melchior von Jägerhof — das ist das Gut, das noch zu uns gehört — kommt jeden Tag herüber. Und dann find noch zwei Assistenten da — ich bin der erste — und der junge Herr von Petry, der arbeitet so als eine Art In- spektor." „Und der alte Herr Baron?" „Oh, der ist noch fix auf den Beinen. Um den Kleinkram kümmert er sich ja nicht, aber alle Sachen von Bedeutung entscheidet er, bas läßt er sich nicht nehmen. Ja, da wären wir ja." Er fuhr mit Schwung am Seiteneingang vor. „Und da ist ja auch die Mamsell, die wird Ihnen Ihr Zimmer zeigen. Wir essen abends zusammen im kleinen Saal. Auf Wiedersehen, Fräulein Bertram!" „Auf Wiedersehen und vielen Dank!" Etwas benommen folgte Dore Fräulein Gertrud, dumm. v „ .< Suhl zögerte etwas. Aber dann siegte der Wunsch, seiner Angebeteten interessant zu erscheinen, übet seine Diskretion. „Ja, wissen Sie, Fräulein Thea, begann er, ,cha ist hier vor so rund zwei Jahren eine böse Geschichte geschehen. Ich war damals noch nicht do, ich weiß es von den andern. Da war noch ein anderer Neffe, auch ein Baron Heßling, und der soll den Alten angeschossen haben — wegen Geld. Er soll es dann doch nicht gewesen fein, aber weil seine Frau sich hat scheiden lassen, ist et weggegangen, und man hat nie wieder von ihm gehört." „Hat er denn nicht 'mal an seinen Onkel geschrieben?" „Nie! Und das war nicht recht von rhm. Dar sagt sogar der Oberinspektor, der sonst nichts auf den jungen Baron kommen läßt." Dore fühlte ihr Herz klopfen. — Stellen Sie den genauen Weg der Post fest! lautete ihre erste Instruktion. ' . ... „Vielleicht hat er geschrieben, und der Brief ist verloren gegangen. Bei so viel Menschen kann dar schon mal vorkommen." „Hier nicht", erklärte Suhl entschieden. „Der Postbeamte in Küppingen steckt die ganze Post in eine große Mappe und schließt zu, den andern Schlüssel hat der Herr Baron, und alles geht durch feine Hand." „Und wenn er verreist?" „Er verreist nichts oder mal höchstens ein, zw«» Tage. Dann kriegt Melchior den Schlüssel oder Evers." „Wer ist Evers?" „Der erste Diener, Kammerdiener und so. Er ho> über das Personal zu bestimmen und ist auch scho" seit Ewigkeiten im Haus." * „Und ein anderer kann an die Post nicht heran- fragte Dore enttäuscht. „Keiner. Wenn Sie Liebesbriefe bekommen !»n, dann müssen Sie sie postlagernd Küppingen bestellen." „Ach Unsinn!" Dore zwang sich zu einem bann* losen Lachen. „Und was denkt man nun, wo ot- junge Baron sich aufhalt?" fragte sie weiter. Herr Suhl freute sich, sie mit dieser Geschichte |n gefesselt zu haben, und gab bereitwillig Auskunft, (Fortsetzung folgt!) Lpd. Bad-Nauheim, 26. Sept. Am Montagvormittag nahmen die verschiedenen Abteilungen des Bäderlongrssies ihre Arbeit auf. Die stärkste Beachtung fanden die Beratungen der technischen Abteilung, die sich zunächst mit Der Erwärmung gashaltiger B ad ewässer beschäftigte, lieber die deutschen Erfahrungen aus diesem Gebiete sprach Dipl.-Jng. Wollmann, der Referent für Bädertechnik im Reichsfremd en- verkehrsverband. Drei Gase seien es, die m deutschen Heilwässern einen therapeutischen Wert be» sitzen- die freie Kohlensäure, das Radon und der Schwefelwasserstoff. Diese drei Gase neigten dazu, die Lösungsmittel zu verlassen, deshalb mußten technische Einrichtungen getroffen werden, daß aus dem Weg bis in die Wanne fo wenig Gas wie mag- lich verloren gehe. Besonders gelte das für diejenigen Einrichtungen, in denen gashaltige Wasser erwärmt werden. Die besten Erfahrungen wurden bisher bei solchen Einrichtungen gemacht, bei denen das Wasser kalt in die Wanne lauft und, rote m Bad Kissinaen, in der Wanne selbst erwärmt wird. Dr. Stanko Miholic (Belgrad) führte ebenfalls aus, daß es möglich sei, gashaltige Wässer ohne merklichen Gasverlust in der Weise zu erwärmen, daß das in der Badewanne befindliche Badewasfer rasch erhitzt werde. Ein französischer Vertreter, Pierre Urbain (Paris), teilte mit, daß in Frankreich kalte gashaltige Wässer wenig benutzt würden. In einigen Fällen werde der Gasverlust in der Weise Aus der engeren Heimat. Nistkästen müssen gereinigt werden. LPD. Die Erfahrung Hot gezeigt, daß bewohnt gewesene Nistkasten im folgenden Jahre sehr häufig leer bleiben. Der Grund ist darin zu suchen, daß sich in ihrem Innern etwas Störendes befindet, das die Vögel nicht selbst entfernen können. Die Spatzen überbauen mitunter Gelege und Nesthocker der Meisen. Das gleiche tun Wespen und Hornissen. Eingegangene Brut sowie Läuse, Flöhe und Milben, die der Vogel selbst in die Brutstätten verpflanzt, oder auch nur ^ine zu große Menge alten Gonistes, können ebenfalls die Ursache sein, daß Nistkästen leer bleiben. Ein Vogel benützt nämlich nur in feite» nen Ausnahmefällen zum zweitenmal ein altes Nest. Dieses wird aber von den Meisen nicht entfernt, sondern in der Regel überbaut. Dadurch füllt sich allmählich der ganze Raum aus, und das letzte Nest rückt schon sehr hoch herauf zum Flugloch. Da auf diese Weise das Licht in den Brutraum fällt und dieser zugleich einem räuberischen Eingriff mehr aus- gesetzt rst, als in größerer Tiefe, unterbleiben weitere Bruten so langem bis der Nistkasten wieder aus- geraumt ist. Ein solches Gerät wird auch während des Winters kaum als Unterschlupf- und Uebernach- tunasgeleaenheit benützt. Wer also auf die Erhaltung und Vermehrung der nützlichen Meisen im Obstgarten und im Wold Wert legt, um sich ihre Mithilfe bei der Bekämpfung tierischer Schädlinge zu sichern, tut gut daran, aus den dort Hangenden Nistkästen jährlich im Oktober das alte Genist zu entfernen. Sollten hierbei Fledermäuse angetroffen werden, so hüte man sich, sie zu vertreiben. Sie sind genau so nützlich wie die meisten kerbtiervertilgenden Vögel. Das jährliche Ausräumen gewährleistet gleichzeitig eine längere Lebensdauer des Nistgerötes. Diphtherie-Schutzimpfung im Kreis Schotten. * Schotten, 26. Sept. In der Stadt und in einem Orte des Kreises Schotten sind in jüngster Zeit wieder Fälle von Diphtherie auf- getreten. Der Amtsarzt des Staatlichen Gesundheitsamtes des Kreises Schotten fordert daher in einem dringenden Appell an die Eltern auf, ihre Kinder vom e r ft e n Lebensjahre ob, soweit sie die Schutzimpfung gegen Diphtherie noch nicht erhalten haben, schutzimpfen zu lassen, um so mehr es den Anschein habe, daß die Seuche wieder im Zunehmen begriffen fei. Der Amtsarzt betont, daß diese Impfung völlig gefahrlos ist unb weder Narben, noch sonstige Schädigungen hinterläßt, aber den Kindern wirksamen Schutz vor ^l^,schlimmen Krankheit bietet. Er bezeichnet es bnr Volksgesundheit als selbstverständ- zulasten^ ern' ^re Binder schutzimpfen Vorn 3ug überfahren und getötet. 5 r i e b b e r g , 26. Sept. Der Bahnarbeiter Gg. L) l e n l l n n aus Schwalheim wurde am Sonntaq- vormittag, als er sich dienstlich auf dem Bahnkörper der Strecke Friedberg—Hanau in der Nähe des Stellwerkes Friedberg befand, von einem Per - J~D*n überfahren und auf der «t e l l e getötet. Der bedauernswerte Monn hatte bei ferner Arbeit den herankommenden Zug nicht gehört und auch nicht gesehen. Um den Verunglückten trauern seine Frau und vier Kinder. Landkreis Gießen. = l einbach , 26. Sept. Am Samstag fanden hier die diesjährigen O b st v e r st e i g e r u n g e n statt. Da sowohl die Gemeinde Steinbach als auch die Pfarrei Steinbach nur eine geringe Ernte an lhren Baumen hatte, konnten nicht alle Obstliebhaber befriedigt werden. Die Preise waren erträglich. Die Pfarrei, die vergangenes Jahr 1600 RM. erlöste, hatte dieses Jahr eine Einnahme von 135 RM. aus 30 Losen, in die die Bäume eingeteilt waren. * Ober-Bessingen, 26. September. Der 26 Jahre alte Maurer Karl Schiefer st ein von hier üer unglürf te bet d e r A r b e i t. Der bedauernswerte Mann mußte mit einem Unterschenkelbruch nach Gießen in die Klinik gebracht werden. Kreis Büdingen. * Berstadt, 26. Sept. Die 12 Jahre alte Schülerin Korola Koch erlitt bei einem schweren Sturz einen Bruch des linken Oberarms. Das Kind wurde in die Gießener Klinik eingeliefert. * BadSalzhaufen,26. Sept. Hier ist gegenwärtig eine große Bohranlage geschaffen worden, mit deren Hilfe die Erschließung einer Solquelle zur Speisung für das g e •= plante Sol-Freibad erfolgen soll, lieber das bisherige Ergebnis und den Zeitpunkt des Abschlusses der Bohrarbeiten ist bisher noch nichts bekannt geworden. Kreis Alsfeld. * Deckenbach, 27. Sept. Am morgigen Mittwoch, 28. Sept., kann unser Mitbürger, Heinrich Muller VII. seinen 8 2. Geburtstag begehen. Der alte Herr ist in unserer Gemeinde der einzige Mann, der bei der Marine feiner Militärpflicht genügt hat; er diente in Wilhelmshaven. Dem Jubilar herzliche Glückwünsche. Wirtschaft. Zollfreie Einfuhr deutscher Waren nach Oesterreich. DNB. Der wirtschaftliche Zusammenschluß des Landes Oesterreich unb des Altreichs ist planmäßig fortgeschritten. Die Zollregelung zwischen den beiden Wirtschaftsgebieten hat dieser Entwicklung Rechnung getragen. Die deutschen Zölle für österreichische Waren sind schon am 26. März 1938 fortgefallen. Bei dem Warenverkehr in der anderen Richtung war wegen der wirtschaftlichen Lage Oesterreichs zunächst noch Vorsicht geboten. Der Abbau der öfter* reichischen Zölle gegenüber dem Altreich konnte daher erst später beginnen und nur schrittweise vor sich gehen. Er erstreckte sich fürs erste nur auf einen, wenn auch erheblichen Teil verschiedener Jnduftrie- unb landwirtschaftlicher Erzeugnisse, insgesamt auf etwa ein Fünftel des früheren Warenverkehrs aus Deutschland nach Oesterreich. Diese Teilregelung trat am 1. Juli 1938 in Kraft. Mit Wirkuna vom 1. Oktober 1938 hat nunmehr her Reichsminister der Finanzen auch für crfe übrigen Waren deutschen Ursprungs, die aus dem Altreich nach Oesterreich eingeführt werden, die österreichischen Zölle aufgehoben. Der Schutz der öfter» reichischen Wirtschaft, soweit es noch eines solchen bedarf, ist durch geeignete Maßnahmen sichergestellt. Rhein-Mainische Börse. rMkkagsbörse: Detter schwach. Frankfurt a. M., 26. Sept. Die Börse war am Aktienmarkt weiter schwach. Seitens der Kundschaft setzten sich mäßige Verkäufe fort, und auch aus Börsenkreisen erfolgten kleine Abgaben. Diesen stand nur schwache Aufnahmebereitschaft gegenüber, so daß bei sehr ruhigem Geschäft die ersten Kurse erneut durchschnittliche Einbußen von 1,50 bis 2,50 v. H. aufwiesen. Später kam es auf Teilgebieten bei kleinen Rückkäufen zu mäßigen Erholungen, im ganzen hielt aber die Zurückhaltung und die lustlose Stimmung an. Stark ermäßigt waren Schuckert mit 171,40 (175,50), Daimler mit 125 (129), Buderus Eisen mit 102,50 (107) und Demag mit 138 (141,50). Von Bergwerkswerten verloren Verein. Stahl 2,50 v. H., Rheinstahl 2,25 v. H., Mannesmann 2,50 v. H. unb Hoesch 1,75 v. H., Klöckner mit 113,50 (114,25) unh Harpener mit 145,50 (146) konnten sich besser behaupten. Am Elektromarkt gingen AEG. auf 109 (110,75), Lah- meyer auf 117 (119) und Gesfürel auf 131,50 bis 130,50 (133) zurück. JG.-Farben ermäßigten sich auf 147,50 bis 147 (149), ferner Reichsbank auf 177,50 (179,50), Berger Tiefbau auf 144 (146,25), Deutsche Linoleum auf 148,25 (150,50), Bemberg auf 126 (127,50) u. a. Eßlinger Maschinen auf 98 (99,75). Auch am Rentenmarkt kam eher Angebot heraus. Reichsaltbesitz fielen auf 128,25 (129), Reichsbahn-VA auf 123,90 (124,25). Im Freiverkehr gingen Kommunal-Umschuldung auf 93,65 (93,75), späte Schuldbuchforderungen auf 98 (98,40), 4proz. Rentenbank-Ablösung auf 91,13 (91,50) zurück. Liquidationspfandbriefe bröckelten zumeist 0,13 S). ab, auch Industrie-Obligationen ermäßigten pch bis 0,25 v. H., und verschiedene Stadtanleihen logen 0,13 bis 0,40 v. H. schwächer. Goldpfandbriefe und Staatsanleihen notierten unverändert. Der Freiverkehr brachte ebenfalls zumeist Rückgänge. Katz & Klumpp 91 bis 93 (94 bis 96), Rastatter Waggon 42 bis 44 (44 bis 46), Verem. Fränk. Schuh 70 bis 72 (73 bis 75), Ufa 71 (72), andererseits wurden Growag mit 74 (73) gesucht und Dingler blieben mit 84 bis 86 behauptet. Tagesgeld unverändert 2,25 v. H. Abendbörse freundlich. Im Nachgang zu der erholten Mittagsschlußten- denz war die Haltung an der Absndborse weiter freundlich. Es lag etwas Saufintereffe vor, während Abgaben kaum noch erfolgten. Die llmfä ■" '»rreicb= ten kein besdüdetes Ausmaß, da eine gewisse Zurückhaltung Derblieb. Im allgemeinen ergaben sich Erhöhungen von 0,50 bis 1 v. H., doch waren eine Reihe von Werten darüber hinaus fest. Schuckert fliegen noch um 2,25 v. H. über Berlin auf 174,75 (171,40). ferner sprangen Gebr. Junghans auf 104,75 (101,25) und AG. für Verkehr zogen auf 118,50 (116) an. Fest lagen außerdem Buderus mit 105 (103), Hoesch mit 105,50 (104), Bemberg mit 127,50 (125,50), Gesfürel mit 132,75 (131,50), West- deutsche Kaufhof mit 93 (91,75), Metallgefellfchaft mit 122 (120,25) und je 1 v. H. gewannen Daimler mit 127, Demag mit 139, Rheinmetall mit 125,50. Von den führenden Werten hatten Verein. Stahl mit 97,50 (97) mehr Geschäft, Farben er- höhten sich auf 149 (148,75), Mannesmann auf 104 (J 03,75) und Rheinstahl auf 136,50 (136). Etwas schwacher lagen Deutsche Linoleum mit 147 (148,25). 2lm Rentenmarkt erholten sich Reichsaltbesitz auf 128,65 (128,25), Reichsbahn-VA. und 6 v. JG.- Farben um je 0,13 v. H. auf 124,25 bzw. 120,25, hingegen gaben 5 v. H. Gelsenkirchen Berg 0,75 d. H. nach auf 99,25 und im gleichen Ausmaß niedriger notierten nach Pause 5 v. H. Mühlheimer Berg mit 99,75. Im Freiverkehr nannte man Kom- munal-Unschuldung mit 93,65. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 26. <5ept. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 kg) in Mark: Weizen W 9 198, W 11 200, W 12 201, W 13 202, W 16 205, W 18 207, W 19 209, W 20 211; Roggen R 11 183, R 12 184, R 14 186, R 15 187, R 16 189, R 17 190, R 18 191, R 19 193 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete; Weizenmehl Type 812 W 13 28,85, W 16 28,85, W 18 28,85, W 19 28,85, W 20 (Kreis Alzey) 28,85, W 20 (Kreis Worms) 29,20; Roggenmehl Type 997 R 12 22,45, R 15 22,80, R 16 22,95, R 18 23,30, R 19 23,50 plus 0,50 Mark Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W13 10,75, W 16 10,90, W 18 11,00, W 19 11,10, W 20 11,20, Roggenkleie R 12 9,95, R 15 10,15, R 16 10,25, R 18 10,40, R 19 10,50 Mühlenfestpreis ab Mühlenstation; Wiesenheu mit Besatz (bis %) 5,00, Wiesenheu mit unerheblichem Besatz (etwa Vto) 5,80 bis 6,00, Weizenstroh 2,80, Roggenstroh 2,90 bis 3,00, Hafer- und Gerstenstroh 2,40 bis 2,50, Kleeheu 7,00 bis 7,50 ab Erzeuger-Verladestation. Frankfurter Schlachtoiehmarkt Frankfurt a. M-. 27. Sept. (Dorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 318 Kälber, 176 Hämmel, 171 Schafe, 3200 Schweine. Es kosteten: Kälber 35 bis 65 Mark, Hämmel 32 bis 52, Schafe 22 bis 42, Schweine 52 bis 59 Mark. Marktoerlauf: Kälber und Schweine zugeteilt; Schafe und Hämmel mittelmäßig. Rundfunkprogramm Mittwoch. 28. September. 5 Uhr: Don Breslau: Frühmusik. 5.45: Ruf ins Land. 6: Morgenlied, Morgenspruch, Gymnastik. 6.30: Von Köln: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.05: Wetterbericht. 8.10: Gymnastik. 8.30: Aus Bad Bertrich: Bäderkonzert. 9.30: Nur Frankfurt: Gaunachrichten. 9.40: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 10: Von München: Schulfunk. 11.45: Volk und Wirtschaft: Aus Holz wird Seide. 12: Aus den Butzbacher Werken in Butzbach: Werkskonzert. 13.15: Don Stuttgart: Mittagskonzert. Deutsche und italienische Unterhaltungsmusik. 14: Nachrichten. 14.10: „100 Prozent Stimmung!" 15: Bilderbuch der Woche. 15.15: Politischer Scheinwerfer. 16: Aus Bad Bertrich: Nachmittagskonzert. 18: Zeitgeschehen. 18.30: Der fröhliche Lautsprecher. 19: Fliegendes Deutschland. 19.15: Unterhaltungskonzert. 20: Nachrichten. 20.15: „Schneider Wibbel". Komödie von Hans Müller-Schlösser. 21.30: Johann Strauß spielt Ehopin. 22: Nachrichten. 22.30: Von Wien: Musik aus Wien 24: Von Stuttgart: Nachtkonzert I. 2 bis 3: Don München: Nachtkonzert IL SJ.Jporf Leichtathletik-Meisterschaften der HZ. Die HJ.-Mannschaftskämpfe haben nunmehr ihren Höhepunkt erreicht. Der vergangene Sonntag bot den HI.-Mannschaften abermals Gelegenheit, in den Kampf um die Meisterschaft einzugreifen. Die Stelle für Leibeserziehung der Hitlerjugend im Dann 116 hatte zur Durchführung der leichtathletischen Wettbewerbe die Sportanlage der Universität Gießen zur Verfügung gestellt bekommen. Die HI.-Mannschaften der Vereine: Tv. Heuchelheim, Sprelvereinigung 1900 Gießen, VfB.-Reichsbahn Gießen und Männerturnverein Gießen nahmen den Kampf miteinander auf. Noch selten sind in den letzten Jahren derart schone leichtathletische Kämpfe durchgeführt worden, wie an diesem Sonntag. In den Cinzelwettdewerben, bei denen jeweils drei Junggenossen für eine Mannschaft gewertet werden und die aus: 100 Meter, 1200 Meter, Kugelstoßen (6,25 kg), Diskuswerfen (1,75 kg), Keulen- mettmerfen, Hochsprung, Weitsprung und der 4mal 100-Meter-Staffel bestanden, wurden, wie den Einzelergebnissen zu entnehmen ist, sehr beachtenswerte Leistungen erzielt. Sie sind insbesondere deshalb erfreulich, weil den HI.-Mannschaften auch Jugendliche der Jahrgänge 1922/23 angehörten. Alle Wett- bewerbe wickelten sich reibungslos ab. Mit der 4X100-Meter°Staffel fanden die HJ.- Mannschaftskämpfe ihren Abschluß. Die erzielten Einzelergebnisse: 100 Meter. Tv. Heuck)elheim: Erich Rinn 11,5, W. Lang 12,1, Freitag 12,4, Ludwig 12,6, W. Rinn 12,8 Sek.; Mtv.: Berkenhoff 11,6, Göbel 11,6, Becht 11,7, Rau 12,1 Sek. ; DfB.-R.: Menzel 11,7, Pletsch 11,8, Dietrich 12,2, Marquardt 12,3 Sek.; 1900: Adolph 11,7, Hinrichs 12,0, Adam 12,5, Wolf 12,7 Sek. 1200 Meter. Tv. Heuchelheim: Beppler 3:41,9, Kreiling 3:43,3, Steinmüller 3:57,0, Rinn 4:01, Herr 4:02 Min.; Mtv.: Engelbach 3:43,8, Weigand 3:52,3, Wagner 3:56,7 Min.; DfB.-R.t Gemmer 3:32,0, Heller 3:33/4, Cawein 3:42,4, Klee 3:46,0, Kuhl 3:46,9 Min.; 1960: Deibel 3:33,1, Schmidt 3:42,8, Schmück 3:51,3, Döll 4:01,0 Min. Hochsprung. Tv. Heuchelheim: Schmidt 1,49, A. Rinn 1,44, Sock 1,44, Krieger 1,44, W. Rinn 1,49 Meter; Mtv.: Berkenhoff 1,64, Rau 1,49, Mök- fei 1,44 Meter; DfB.-R.: Schwarz 1,64, Marquardt 1,59, E. Oehler 1:54,5 Min.; 1900: Adolph 1,59, Hinrichs 1,49, Jox 1,39, Schmück 1,39 Meter. Weitsprung : Tv. Heuchelheim: E. Rinn 6,50 W. Rinn 5,29, Hahn 5,20, Schmidt 4,97, Ludwig 4,84, Lang 4,78 Meter; Mtv.: Berkenhoff 6,14, Rau 5,76, Göbel 5,18, Becht 5,07 Meter; DfB.-R.: Men- zel 6,45, Schäfer 5,79, E. Oehler 5,78, Kronauer 5,62, Büdenbender 5,41, Klee 4,73 Meter; 1900: Hinrichs 5,24, Hengst 5,21, Engel 5,19, Schmucker 5,19, Korell 5,04 Meter. Kugel st oßen (6,2 kg). Tv. Heuchelheim: E. Rinn 10,89, W. Rinn 10,86, Sack 10,51 Meter; Mtv.: Jughardt 11,29, Ekkardt 9,33, Rau 8,76 Tiefer; DfB.-R. Menzel 12,00, Schmuck 10,75, Schie- ferftein 9,72, Schmidt 9,72 Meter; 1900: Adolph 10.48, Schneucker 8,79, Adam 8,74, Korell 8,73, Wißner 8,03 Meter. Diskuswerfen (1,75 kg). To. Heuchelheim: Rinn 63,35, Lang 55,25, Ludwig 52,10 Meter; Mtv.: Jughardt 66,30, Ekkardt 57,20, Möckel 53,00, 21,39 Meter; DfB.-R. Schmuck 29,69, Büdenbender 28,91, Pletsch 27,58, Kronauer 27,30 Meter; 1900: Schneucker 25,56, Aham 21,19, Deibel 21,01 Meter. Keulenweitwurf Tv. Heuchelheim: E. Einn 63,35, Lang 55,25, Ludwig 52,10 Meter; Mtv.: Jugwardt 66,30, Ekkardt 57,20, Möckel 53,00, Weigand 55,70 Meter; DfB.-R.: Schäfer 62,30, Döll 59,20, Gemmer 59,10 Meter; 1900: Eckel 65,65, Engel 59,15, Hallstein 56,75, Hengst 50,80 Meter. 4 X 100-Meter-Staffel: 1. Mtv. Gießen 45,8, 2. DfB.-R. Gießen 46,8, 3. Tv. Heuchelheim 46,9, 4. Spielvereinigung 1900 Gießen 48,6 Sek. Die ersten punktekämpse der Kreiskiaffen. lleberraschende Ergebnisse. - 11 Spiele ausgefallen. I. Kreisklasse: Lollar — Großen-Buseck 1:3; Heuchelheim — Klein-Linden 4:1; Rüddingshausen gegen Wißymr 3:0. II. Kreisklasse: Grünberg — Niederohmen 1:4; Harbach — Saasen 1:1; Londorf — Treis 8:0. Der erste Spielsonntag begann wenig verheißungsvoll; nicht weniger wie elf Spiele fielen aus. Ader auch die ausgetragenen Spiele ergaben zum Teil irreguläre Ergebnisse, da verschiedene Mannschaften besonders stark unter Spielermangel zu leiden hatten. Großen-Buseck brachte es fertig, die gefürchteten Lollarer auszupunkten. Heuchelheim überraschte durch einen klaren Sieg. Daß der Platz in Rüddingshausen für fremde Mannschaften sehr gefährlich ist, mußte Wißmar erfahren, das trotz Feldüberlegenheit verlor. Nieder-Ohmen weilte in Grünberg und konnte erwartungsgemäß einen sicheren Sieg landen, doch hätte man den Grünbergern etwas mehr Widerstand zugetraut. Saasen hatte in Harbach einen Gegner vorgefunden, der zur Hergabe der ganzen Kraft zwang. Londorf zeigte sich von der besten Seite und siegte haushoch über seinen Widersacher Treis. SB. 1920 Heuchelheim I — Tv. Klein-Linden I 4:1 (4:0). Die Heuchelheimer fertigten die Klein-Lindener mit einer einwandfreien Niederlage ab. Die Einheimischen spielten in der ersten Halbzeit durchweg eine Klasse besser als die Gäste. Die Gäste fielen dem flüssigen Kombinationsspiel und verwirrenden Vorstößen der Blauweißen zum Opfer. Hinzu kam noch der vorbildliche Eifer und Einsatzbereitschaft der Mannen Heuchelheims. Klein-Linden hatte Anstoß, Heuchelheim spielte mit der Sonne gegen den Wind. Bald nach Spielbeginn mackste sich die technische Ueberlegenheit der Blauweißen bemerkbar. Christ wurde in aussichts- reicher Stellung gelegt, der gegebene Elfmeter wurde von ihm unhaltbar verwandelt. Durch wunderschönes Zusammenspiel kam der Halbrechte Heuchel- heims zu einem präzisen Schuß und es hieß 2:0. Die gute Deckung der Heuchelheimer Schlußmänner ließ den Gegnern keine Chance zum Torschuß. Wieder lag der blaue Sturm im Angriff, der Mittelstürmer wandte sich an zwei Verteidigern und dem Tormann vorbei und sandte zum dritten Male ein. Ein für die Einheimischen an der 16-Meter-Grenze gegebener Strafstoß wurde verschossen. Kurz darauf wurde der blaue Rechtsaußen mit einer weiten Vorlage bedacht. Er setzte nach und schoß mit scharfem Flachschuß den 4. Treffer für seine Farben. Nach der Pause ließ das Tempo des Kampfes nach. Heuchelheim verschoß noch einen Elfmeter, während Klein-Linden durch Strafstoß zum Ehrentore kam. Klein-Linden hatte sich ganz auf Verteidigung eingestellt, oft befanden sich 21 Mann in der Spielhälfte der Gäste. Zahlreiche Schüsse der Heuchelheimer Stürmer verfehlten knapp das Ziel ober landeten in den Händen des gegnerischen Torwarts. Harbach I — Saasen I 1:1. Am Sonntag begegneten sich die ersten Mannschaften von Harbach und Saasen. Das Spiel wurde auf dem neuen Sportplatz, der an der Straße zwischen Harbach und Hattenrod liegt, ausgetragen. Harbach mußte mit Ersatz antreten. Es entwickelte sich ein sehr flottes und temperamentvolles Spiel. Saasen zeigte sich erst technisch etwas besser, und konnte in Führung gehen. Die Harbacher Mann- schäft fand sich aber dann zusammen und ging zum Angriff über. Die Saaseyer sahen sich bei einem Angriff des Harbacher Sturms gezwungen, einen Elfmeter zu veranlassen, der dann den Ausgleich brachte. 1900 II — Sportverein 1926 Steinbach 11:0 (3:0). Die Gäste waren nicht vollzählig zur Stelle unb mußten eine hohe Niederlage hinnehmen. Bis zur Pause konnten sie noch einigermaßen mithalten, aber in der zweiten Hälfte war ihr Schicksal be» siegelt. Das Spiel begann mit schön vorgetragenen Angriffen der Gäste. Doch bald spielten sich die Blauweißen eine Ueberlegenheit heraus, die bis zur Pause anhielt. Aber es dauerte lange bis der erste Treffer fiel. Gegen Ende der ersten Halbzeit erst war der Bann gebrochen und kurz hintereinander fielen drei Tore. In der zweiten Spielhälfte konnten doch die jungen Spieler von Steinbach nicht mehr mithalten und der Sturm der Blauweihen kam noch achtmal zum Torschuß. Heimische Leichtachieten in Weilburg erfolgreich SA.-Sampsspielgemewschafl: 2 erste. 4 zweite. 2 dritte Siege! Am Sonntag beschickte die SA.-Kampflpielgemein- schäft Gießen die anläßlich des großen Marathon- lauses in Weilburg stattfindenden nationalen leichtathletischen Wettkämpfe. Die aus 6 Männern bestehende Mannschaft errang mit 2 ersten, 4 zweiten und 2 dritten Siegen einen guten Erfolg. 1 0 0 Meter, Klasse I: 1. Jung, VfB. Diez, 11,3 Sek.; 2. Mayer, SA.-Kampfspielg., 11,4; 3. Fr. Koch, SA.-K., 11,5; 4. Stahlhut, Heuchelheim, 11,6 Sekunden. — Ein äußerst scharfes Rennen, vom Start bis zum Ziel, bei dem die Teilnehmer noch keine 2 Meter auseinanderlagen. 2 00 Meter, Klaffe I: l. Juna. Diez, 23,7 Sek.; 2. Koch, SA.-K., 24; 3. Horn, SA. J 33, 24,4 Se- künden. Jung oenxmn sicher gegen den sich gut haltenden Fr. Koch, während Maner durch nicht einwandfreie Zeitnahme um die Teilnahme am Endlauf kam. Die 4X100-Meter-Staffel wurde in zwei Dorläufen ausgetragen und ohne Endlauf nur nach der erzielten Zeit entschieden. Auch hier wurde die Gießener SA.-Kampfspielgemeinschaft benachtei- ligt. In der Aufstellung: Butz, Kochi, Koch II, Mayer laufend, gewann sie ihren Dorlauf gegen die SA.-Standarte J 33 überlegen in 47,4 Sekunden, während DfB. Diez, durch Einstellung eines Jugendlichen verstärkt, im anderen Lauf eine Zeit von 46.9 erzielte und damit Sieger war. Die wohl beste Leistung bot Willi Koch im 100- Meter-Lauf, Klasse II. Er siegte nach gewonnenem Dorlauf mit persönlicher Bestleistung in ungemein hartem Kamps auf der ganzen Strecke. Mit dieser Leistung erntete er den verdienten Erfolg für ein fleißiges Training. 100 Meter, Klasse II: 1. W. Koch, SA.-K., 11,6 Sek.; 2. Schwarzbach, Diez, 11,7; 3. Peter, J 33, 11,9 Sekunden. Im 3000-Meter-Lauf, Klasse II, hielt sich Stürmer ganz ausgezeichnet. Das Feld blieb die ersten 1000 Meter dicht beisammen, aber bald konnten die Läufer das von dem bekannten Diezer Langstreckler Crecelius vorgelegte Tempo nicht mehr hol- ten. Nur Stürmer blieb dabei, konnte aber den Sieg bes Diezers, der mit 15 Meter Vorsprung gewann, nicht gefährden. Das Speerwerfen, Klasse I, gewann Jacob mit 48,50 Meter und belegte außerdem noch den 3. Platz im Kugelstoßen der Klasse II. Mit den in Weilburg errungenen Erfolgen schloß die Leichtathletikabteilung der Gießener SÄ.-Kampf- spielgemeinschaft voraussichtlich die diesjährige Wett, kampfsaison ab. die der jungen Abteilung schone Er-, folge eingebracht hat. Durch vorbildlichen Kampf- gelst und größte Einsatzbereitschaft konnte die Mann- schäft von allen von ihr beschickten Iportlichen Veranstaltungen der näheren und weiteren Umgebung mit Siegen oder guten Plätzen heimkehren und so die . Gießener SA. würdig vertreten. Schleenbecker und Stahlhut in großer Form. Nachdem der Heuchelheimer S t a h l h u t schon am Vorsonntag bei leichtathletischen Wettkämpfen in Höhr-Grenzhausen a. Rhein, an denen er auf Der- anlaffung des Gaues teilnahm, feine beständige Form unter Beweis stellen konnte (gewann er* doch den Dreikampf sowohl als auch den Weitfprung), gelang es ihm auch am letzten Sonntag bei den 11. nativ- nalen Wettkämpfen in dem wunderschön gelegenen Städtchen Weilburg gute Erfolge zu erzielen. Er wurde überlegener 1. Sieger im Fünfkampf (100 m, Weitfprung, Kugelstoßen, Keulenwerfen und 3000-m- Lauf) sowie außerdem 1. Sieger im Weitsprung mit der guten Leistung von 6,70 m. Im Hochsprung mußte er allerdings dem talentierten Schleen- b e ck e r vom To. Ruttershausen, der mit 1,84 m einen neuen Gaurekord aufstellte, und der noch zu den schönsten Hoffnungen berechtigt, den Vortritt lassen. Bei den B e r v f s b o x k ä m p f e n in Düsseldorf, die überaus schwach besucht waren, verlor der deutsche Schwergewichtsmeister Kölblin gegen den Kanadier D elaneg nach Punkten. Adolf Heuser, unser Halbschwergewichts-Europameister, schlug den Engländer; Seallr Y hoch nach ^unfiegC Schützen im Saumeisterschaftskampf. Oberhessische Schützen in guter Form. In den vergangenen Wochen kämpften die Schützen des Gaues Hessen um ihre Gaumeisterschaften. Die Wettkämpfe fanden an zwei verschiedenen Sonntagen in Kassel und in Frankfurt statt. Auch unsere oberhessischen Schützen, insbesondere auch der Schützenverein Gießen lagen im Wettbewerb mit den großen Frankfurter und Wiesbadener Vereinen. Wenn es unseren heimischen Schützen auch nicht gelang, in der starken Konkurrenz zu Meisterehren zu kommen, so wurden doch beachtliche gute Ergebnisse erzielt. Im Kleinkaliberschießen (militärischer Anschlag) der Jugendklasse kam der Klein- kaliberschützenoerein Leihgestern zu einem dritten Sieg mit 490 Punkten. Gaujugendmeister wurde Erich Katzenmeyer von der Schützengesellschaft Nidda. Im Kleinkaliberschießen (beliebigen Anschlags) kam die Schützengesellschaft Nidda mit 473 Ringen zum ersten Siege. _ Im Wettkampf mit Wehrmannbuchsen (15 Schutz auf die 175 Meter gegen die 20er Scheibe) gewann der Dorjahressieger, der Kasseler Schützenozrein mit 909 Ringen wieder die Meisterschaft. An zweiter Stelle folgte der Schützenverein Gießen mit nur 5 Ringen Unterschied, also mit 904 Ringen. Dritter wurde der Frankfurter Schützenver- ein mit 895 Ringen. Beim Schießen mit S ch e i b e n p l st o l e (60 Schuß auf 50 Meter, 20er Scheibe) kam die Wiesbadener Schützengesellschaft zur Meisterschaft mit 3450 Ringen, vor dem Frankfurter Schützenverein mit 3514 Ringen und dem Gießener Schütze n v e r e i n mit 3485 Ringen. In der Einzelbewertung belegte der Gießener Schütze Georg Schilling hinter dem bekannten Schützen der Nationalmannschaft, Dr. Wehner (Wiesbaden), mit 940 Ringen den zweiten Platz. Im Dierwaffenkampf (Kleinkaliber, Wehrmann, Scheibenbüchse und Scheibenpistole, je sechzig Schuß) fiel die Gaumeisterschaft an den Schützenverein Frankfurt a. M. mit 3449 Ringen, dicht gefolgt von der Wiesbadener Schützengesellschaft mit 3445 und dem Schützenverein Gießen mit 3348 Ringen. Ehrennadelschießen in Wißmar. Die Schützengruppe der Kriegerkameradschaft Wißmar zeigte am Sonntag ihr Können. In Gegenwart des Kreisschießwartes Arm brecht wurden bei reger Beteiligung folgende Ehrennadeln des Kyff- häuserbundes errungen: Die große goldene Ehrennadel: Franz Antonioli, 160 Ringe. Die goldene Ehrennadel: 1. Hch. Becker, 50 Jahre alt, 154 Ringe; 2. Karl Schwalm, 154 R.; 3. Hch. Frey, 151 R. Die silberne Ehrennadel: 1. Otto Hofmann, 140 Ringe; 2. Daniel Seibel, 138 R.; 3. Gg. Kehr, 135 R. Die bronzene Ehrennadel: 1. W Mandler, 134 Ringe, 2. Hch. Stroh, 128 R.; 3. W. Todt, 126 R.; 4. K. Stroh, 120 R. Aus aller Wett. 42 köpfige Verbrecherbande festgenommen. Dem Reichskriminalpolizsiamt in Berlin ist es nach umfangreichen Ermittlungen gelungen, eine 42köpfige Verbrecherbande zur Strecke zu bringen, die in den Jahren 1930 bis 1937 systematische Raubzüge in zahlreichen Städten im Reich, so u. a. in Frankfurt a. M., in Wiesbaden, Mainz, Mannheim, Kassel, durchgeführt hat. Nach den bisherigen Feststellungen sind den Banditen Werte von etwa 2 25 000 Mark in die Hände gefallen. In eigenen Kraftwagen unternähmen die Banden- mttglieder unter Anführung des 36 Jahre alten- Erich Böschel von Berlin aus Fahrten in das Reich und verübten vor allem Wohnungseinbrüche. In der Hauptsache hatten sie es auf Bargeld, Gold- und Schmucksachen, Tafelsilber sowie teuere Pelze abgesehen. Nicht weniger als 152 Einbrüche konnten den Verbrechern nachgewiesen werden, doch ist es nicht ausgeschlossen, daß diese Zahl sich noch Vorgeschichte H a n n o v e r, 25. Sept. (DNB.) Die 5. R e i ch s - tagung für DeutscheVorgeschichte wurde mit einer großen öffentlichen Kundgebung in Hannover eingeleitet. Partei, Wehrmacht, Arbeitsdienst und Behörden hatten Vertreter entsandt. Außer den 500 Tagungsteilnehmern waren Tausende von Volksgenossen erschienen. Fanfarenklänge der HI. begrüßten Reichsletter Alfred Rosenberg, der nach einem Dank an Amtsleiter Professor Dr. Re i n erth und seine Mitarbeiter u. a. ausführte: Wir durchleben augenblicklich Schicksalsstunden Europas, und es mag scheinen, als ob eine Forschung, die Problemen einer jahrtausendealten Entwicklung nachgeht, von diesem heutigen Leben sich fernab 'hewege. Gewiß erfordert diese Erforschung der Vorgeschichte viel Liebe, Mühe und Entsagung, und doch ist gerade diese Wissenschaft heute ungeheuer lebensnah geworden. Zwei Ergebnisse vor allen Dingen sind es, die das unterstreichen. Wir waren bisher gewohnt, etwa die Zeit von der Christianisierung bis zur Gegenwart als eine gleichsam erdrückend lange Epoche der deutschen Geschichte zu bewerten, der gegenüber alles übrige an Ausmaß und Tiefe nicht in Frage kam. Heute begreifen wir, daß das geschichtliche Bewußtsein viel weiträumiger geworden ist; denn vor dem Jahre 800, ja vor Hermann, haben sich schon geschichtlich erweisbare lange Entwicklungen geoffenbart, an die frühere Geschlechter kaum denken konnten. Die letzten rund 1500 Jahre erscheinen dann in der Gesamtentwicklung als eine Spanne, hinter der Jahrtausende stehen und nach der — so hoffen wir — ebenfalls Jahrtausende kommen werden. Das Zweite ist, daß der Begriff „Europa gerade durch die Vorgeschichte einen viel lebendigeren Charakter erhalten hat. Der Nachweis, daß die europäischen Völker nicht ein zufälliges Sammelsurium von wilden Stämmen aus Klein-Asien oder dem Kaukasus darstellen, sondern daß sie u r g e - boren auf europäischem Boden entstanden sind und umgekehrt, ihre Kräfte bis weit nach dem Indus geschickt haben, das erst beginnt ein neues gesamteuropäisches Bewußtsein zu zeitigen. Im konfessionellen Geschichtsbewußtsein hat man unseren Kontinent das ..Abendland" genannt, Asien das „Morgenland", wo nicht nur — physikalisch i gesehen — die Sonne 'aufgehe, sondern von wo aus auch alle . Kultur und Religion gekommen sei. Mit dem neuen europäischen Bewußtsein bricht diese alte Konstruktion im Bild der Vorgeschichte und Rassenkunde in sich zusammen. So wie man sich bemühte, die Rassenkunde als eine volkaufspaltende Lehre zu zeichnen, so ist man heute daran, diese Wissenschaft als eine die Völker Europas trennende Anschauung hinzustellen. In Wirklichkeit bildet gerade sie, gemeinsam mit den Erkenntnissen der Vorgeschichte, ein neues einigendes Band um alle e u r o « päischen Nationen im Sinne eines tiefen Bewußtseins der Verwurzelung sämtlicher Europäer im alten heimatlichen Boden Europas. Die alte konfessionelle Idee vom Abendland ist untergegangen, das kneue, volksbewußte Europa aber hat bereits seine' große Wiedergeburt begonnen. Zum Schluß gedachte Reichsleiter Rosenberg der Vorkämpfer' der deutschen Vorgeschichte, vor allem Kossinnas, die gegen alle Anfeindungen einer kurzsichtigen oder böswilligen Geschichtsbetrachtung in stiller,' zäher Arbeit die Grundlagen schufen für ein neues Geschichtsbild. So reicht die Forschung der Vorgeschichte unmittelbar in die großen Kämpfe unserer Tage hinein. Europas Schicksalskampf auch im Osten ist ohne die Aenderung des alten Geschichtsbildes nicht zu verstehen, und gerade diese Tage, wo rin neuer Aufbruch der Awaren versucht wird, da steht Deutschland in der Verteidigung Europas, wie einst Griechenland und Rom dieses alte Europa gegen Vor- derasien verteidigten. Und alle Völker, die das begreifen, erst sind reif, die europäische Schicksalsgemeinschaft zu schirmen. * Die. Reichstagung wurde mit der Sitzung des Amtes für Vorgeschichte fortgesetzt. In Gegenwart von Reichsleiter- Rosenberg, sämtlicher Gau- schulungsleiter und der Landesleiter des Reichsbundes gab Reichsamtsleiter Professor Reinerth einen Bericht über die Arbeit der Partei für die Vorgeschichte. Ueberall entstehen aus eigener Arbeit Archive und Gaukarten der Vorgeschichte. Reichs- amtsfeiter Reinerth berichtete weiter über die Vorarbeiten zur Schaffung des Rechtsinstitutes für deutsche Vorgeschichte. Anschließend forderte Reichsleiter Alfred' Rosenberg die Gauschulungsleiter zum gesteigert en Einsatz für die Vorgeschichte aus. Die letzte Entscheidung über die weltanschaulichs Auswertung der Forschungsergebnisse könne allem ckon der Partei und ihrem zuständigen Amt getroffen werden. In der Arbeitssitzung der Reichsjugend, führung führte Gebietsführer Brennecke aus, diS HI. könne an der Vorgeschichte nicht vorübergehen. denn diese trage dazu bei, Verständnis zu wecken für die Taten von Geschlechtern, aus berem Blut heraus wir heute lebten und kämpften. (Letzte Meldungen.) persönliche Mitteilung Chamberlains an den Führer. Lir Horace Wilso r als Ucberbringer in Berlin. London, 26. Sept. (DNB.) Ministerpräsident Chamberlain hat Montagmorgen eine Person- liche Mitteilung an den Führer gerichtet, mit der sich Sir Horace Wilson im Flugzeug nach Berlin begeben hat. Eine amtliche Mitteilung darüber lautet: „Der Premierminister hatte heute morgen weitere Beratungen mit den französischen Ministern. Der Premierminister hat sich mit voller Zustimmung der französischen Minister entschlossen, eine persönlicheMitteilung an ben beutschen Kanzler zu richten, und Sir Horace Wilso ist heute morgen zu diesem Zweck nach Berlin abgereist." — Sir Horace Wilso stattete in Berlin dem Führer und Reichskanzler am Montag, um 17 Uhr, einen Besuch ab. Heute Sondersitzung des britischen Parlaments. Auszenpolitischer Bericht Chamberlains. London, 26. Sept. (DNB.) Der Sprecher des Unterhauses, E. A. F i tz r e y , und der Wortführer des Oberhauses, Lord <5 t a n 1) o p»e , haben bekannt- gegeben, daß beide Häuser des Parlaments am M i 11 w o ch , 28. September, um 14.45 Uhr zu einer Sondersitzung zusammentreten werden. Nach der üblichen einstündigen Fragezeit wird Ministern Präsident Chamberlain einen ausführlichen Bericht über die außenpolitische Lage und vor allem nähere Einzelheiten über seine beiden Besuche beim Führer geben. Das Oberhaus wird sich unmittelbar nach dem Zusammentritt vertagen, damit die Lords Gelegenheit haben, die Erklärungen Chamberlains im Unterhaus zu hören. * Generalstabschef Gamelin, in dessen Begleitung sich Hauptmann Petitbone vom französischen Generalstab befindet, wurde in Croydon von Kriegsminister Hore-Belisha begrüßt. Gamelin und Petitbone begaben sich hierauf in die französische Botschaft, wo sie von D a l'a d i e r und Bonnet empfangen wurden. General Gamelin suchte am Montagnachmittag den Chef des englischen General st abes auf. Gamelin hat um 18 Uhri London wieder verlassen. Wetterbericht Im Gegensatz zu Mittel- und Ostdeutschland, wo sich noch ungestörtes Schönwetter fortsetzt, hat sich im Westen des Reiches Unbeständigkeit mit Regenfällen eingestellt. Unser Gebiet befindet sich zwischen beiden Einflüssen, wobei sein westlicher Teil mch't unbeständiges, der Großteil aber noch freundliches Wetter zeigt. Die Unbeständigkeitszone wird noch etwas ostwärts Raum gewinnen, ohne aber vorerst eine durchgreifende oder nachhaltige Verschlechte, rung herbeizuführen. Vorhersage für Mittwoch: Morgens vielfach diesig, sonst im wesentlichen freundlich, nicht mehr ganz störungsfrei. Winde meist um Süd. Vorhersage für Donnerstag: Unbeständiger, aber doch teilweise freundlich. Lufttemperaturen am 26. September: mittags 25,3 Grad Celsius, abends 12,3 Grad; am 27. September: morgens 8,4 Grad. Maximum 25,4 Grad, Minimum heute nacht.7,3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 an Tiefe am 26. September: abends 15,7 Grad, an 27. September: morgens 12 Grad. — Sonnenschein- dauer 9,1 Stunden. erhöht. Die gestohlenen Sachen wurden regelmäßig zu einem bestimmten Kreis von Hehlern gebracht, die dann für den Weiterverkauf Sorge trugen. Die auf den Raubzügen erbeuteten Gold- und Silbersachen wurden im Kellerraum eines Hauses in Berlin stets sofort eingeschmolzen. Welche verbrecherische Aktivität die Banditen entwickelten, geht aus der Tatsache hervor, daß hier an manchen Tagen bis zu 80 Kilogramm Gold und Silber „verarbeitet wurden. Erster deutscher Volkskundetag in Braunschweig. Die „Arbeitsgemeinschaft für deutsche Volkskunde" veranstaltet vom 29. September bis 2. Oktober in Braunschweig den ersten deutschen Volkskundetag' Auf der Tagung des Verbandes deutscher Vereine für Volkskunde in Basel hielt Professor Dr. John Meier (Freiburg i.Br.) die Begrüßungsansprache. Die 180 Mitglieds vereine umfassen das gesamte deutsche Sprachgebiet. Professor Meier betonte insbesondere auch die Mitarbeit schweizerischer Forscher an den Veröffentlichungen des Verbandes und gedachte des Schweizer Volkskundlers Hoffmann-Krayer. Die Schweiz habe heute das beste Volkskunde-Institut. — Im Namen der schweizerischen Gesellschaft für Volkskunde dankte Professor Dr. K. Meuli (Basel), wobei er auf die Gemeinsamkeit von Sprache und Wissenschaft hinwies. Dann begannen die Vorträge und Besichtigungen. In Freiburg erfolgt ein Empfang durch die Stadt Freiburg, wo sich das Deutsche Volkslied- Archiv befindet. Der Wirbelsturm in USA. . . forderte 600 bis 700 Todesopfer. Die Zahl der Opfer des W ir b e Ist u ?m e s , der vor einigen Tagen über die Küstengebiete der Neuenglandstaaten dahingegangen ist, hat sich noch weiter erhöht. Die Zahl der Toten beträgt jetzt 600 bis 700. In den Krankenhäusern befinden sich mehr als 1000 23 erlebte. Etwa 60 000 Personen sind obdachlos. Die Sachschäden werden auf etwa 400 Millionen Dollar (etwa eine Milliarde Reichsmark) beziffert. An einer einzigen Stelle der Küste, auf Rhode-Island, wurden zahlreiche Personen, die das Naturschauspiel beobachteten, von der Sturmflut hinweggeschwemmt. Die Leichen von 69 von ihnen wurden bisher aufgefunden; 61 Personen werden noch vermißt. Kleine politische Nachrichten. Der Führer und Reichskanzler empfing die Leiter der zur Zeit in Deutschland weilenden mandschurischen Freundschafts- und W i r t s ch a f t s m i s s i o n , den Wirtschaftsminister und Kaiserlich Mandschurischen Sonderbotschafter Han Yun-chieh, den stellvertretenden Führer der mandschurischen Einheitspartei Masahito Amakasu und den Vizepräsidenten Junsaburo Fukumoto. Reichsminister Dr. Goebbels empfing im Beisein von Reichspressechef Staatssekretär Dr. Dietrich die Hauptschriftleiter der Berliner Blätter und Vertreter der großen Prövinz- Zeitungen und gab ihnen einen ausführlichen Ueberblicf über die augenblickliche politische Lage. Vorgeschichte und europäisches Vewußtsein. 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