Nr. 200 Erstes Blatt 188. Jahrgang Samstag, 27./5onntag,28. August 1938 Lrjchem, tflgltd), außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernfprechanfchlüffe unter Sammelnummer 225) Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siesten Postscheckkonto: Zrantfurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vruck und Verlag: vrühlsche UniverfitStrdruckeret «.Lange In Stehen. 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Das ungarische Staatsoberhaupt hatte dem italienischen König und dem Regierungschef Mussolini Besuche in Rom und in Neapel abgestattet, hat dann die führenden Männer Polens in Krakau und Warschau gesehen und darackf dem Oberhaupt des nationalsozialistischen Deutschland den Besuch obgestattet, der jetzt seit einer Woche das wichtigste Thema nicht nur der deutschen und der ungarischen, sondern nahezu der gesamten europäischen Presse ist. 2m Ausland pflegt man die hochpolitische Bedeutung irgend eines Aktes an der Reaktion der Börse zu messen. Man wird an den Tagen, an denen Admiral von Horthy, seine Gemahlin und eine Reihe seiner Mitarbeiter in Deutschland weilten, keine charakteristische Kursbewegung feststellen können. Trotz allem Gerede wird es doch von nüchtern denkenden Menschen als natürlich angesehen, daß sich die Oberhäupter zweier befreundeter Bölter besuchen und einander die Einrichtungen ihrer Länder zeigen, die als wichtig urtt) charakteristisch anzusehen sind. Selbst wenn man die Texte der , Reden, die zwischen'dem Führer und Reichskanzler und seinem Gast gewechselt worden sind, aufs genaueste prüft, wird man keinen Gedanken finden können, der mit Frieden und ruhiger Entwicklung unvereinbar wäre. Es ist selbstverständlich, daß Admiral von Horthy und Adolf Hitler jener Jahre gedacht haben, in öeneif ihre Völker für ihre gemeinsame Sache gegen eine Uebermacyt im Felde standen, und daß sie die Gefahren behandelten, die ihnen in der Nachkriegszeit durch die' Unvernunft der früheren Gegner und durch Umsturz im Innern heraufbeschworen worden sind. Ein Teil der ausländischen Presse hat versucht, aus den Orten, die Admiral von Horthy besuchte, und an denen sein Gastgeber ihm Proben der deutschen Kraft und des deutschen Aufbauwillens gezeigt hat, Schlüsse auf geheime politische Absichten zu ziehen. Daß der in Budapest residierende Reichsverweser die andere Hauptstadt an der Donau, Wien, als erstes Besuchsziel wählte, ist geschichtlich und geographisch so einleuchtend, daß es als selbstverständlich angesehen werden muß. Von Wien ist Admiral von Horthy unmittelbar nach Kiel gesah- l| ren, wo seine Gemahlin den neu^n' deutschen Panzerkreuzer „Prinz Eugen" taufte. Reichsverweser von Horthy ist zwar Admiral; aber sein Land hat keine Küste mehr. Man ehrte den letzten Befehlshaber der alten habsburgischen Kriegsflotte, wenn man ihm Gelegenheit gab, dem Stapellauf eines großen neuen deutschen Kriegsschiffes beizuwohnen und bei der Namensgebung mitzuwirken, die Erinnerungen an die gemeinsame Geschichte Deutschlands, Oesterreichs und Ungarns wachruft. Alle Auslegungskunst unfreundlicher ausländischer Berichterstatter hat nicht vermocht, hier irgendwelche geheimen Hintergedanken hineinzudeuten. In der publizistischen Behandlung ist die deutsche Kriegsflotte während der letzten Jahre etwas im Hintergrund geblieben. Die gewaltige Flottenparade in der Kieler Bucht hat dem deutschen Volk und auch dem Ausland gezeigt, daß sich der nationalsozialistische Staat nicht auf den Ausbau des Heeres und der Luftwaffe allein beschränkt hat, sondern auch bereit und imstande ist, das Reich zur See aus- -reichend zu schützen. Ein weiterer Tag des Horthyfchen Besuchs galt der Insel Helgoland und dem größten deutschen Handelshafen, Hamburg. Dieser große Welthafen mit seiner Verbindung nach dem Rhein wird nach Fertigstellung des Rhein—Main—Donaukanals in noch viel.größerem Maße Eingangs- und Ausgangs- dor für den ungarischen Handel werden, als bisher. Viele Jahre lang hatte man vom Niedergang des Hamburger Hafens gesprochen. Das Oberhaupt des amgarifchen Staates hat sich durch den Augenschein d«von überzeugen können, daß Hamburg zu neuem Leben erwacht ist und Gewähr dafür bietet, eine große Aufgabe zu erfüllen. Am eindrucksvolsten für Admiral von Horthy und seine Begleitung sind zweifellos jene beiden Tage in Berlin gewesen, an frenen die von den beiden befreundeten Staatsmän- mern durchfahrenen Straßen von einem nach Hun- «derttausenden zählenden Menschenspalier angefüllt Waren. Die Ankunft auf dem Lehrter Bahnhof, der ^Einzug ins Reichspräsidentenpalais, tags darauf die große Wehrmachtparade und die Festvorstellung in lder Staatsoper, schließlich auch der Besuch in Char- llottenburg und'die Abfahrt vom Lehrter Bahnho iin das Wildgehege Hermann Görings in der Schorf- lheide werden nach der Bekundung der den Reichs- werweser begleitenden Männer bleibende Eindrücke lein. Nicht anders wird es an den letzten Tagen der Vefuchsfahrt sein, an denen der ungarische Gast Wesen und Einrichtungen der Partei in Augenschein inehmen wird. Wo das ungarische Staatsoberhaupt, seine Gemahlin und die ihn begleitenden Politiker und Militärs sich zeigten, wurden sie überall mit herzlichen Heil- und Elien-Rufen begrüßt. Das deutsche Volk erlebte den Besuch mit und brachte in der Person Horthys dem ungarischen Volk Sympathiekundgebun- I «en dar. Beide Völker sind entschlossen, sich den I -zersetzenden Kräften entgegenzustellen, die ihren Nährboden in politischer Ünehre und wirtschaftlicher Schwäche finden. Selbstoerleugnende Aufbauarbeit äst das wirksamste Mittel gegen jene rote Zersetzung, die in Räterußland ihre Triumphe gefeiert hat und die mit unverkennbarem Erfolg auch auf gewisse □nöerß Länder verpflanzt worden ist. i Vor fahren ist Admiral von Horthy an die Spitze jener Männer getreten, die den roten Terror des Juden Bela Khun brachen und die Voraus- etzungen dafür schufen, daß sich Unaarn aus der würgenden Schlinge unerträglicher Friedensbedin- Herzlicher Abschied Horthys vom Führer. Besuch bei Generalseldmarschall Göring. - Heute vormittag in Nürnberg eingetroffen. Horthy am Grabe Friedrichs des Großen. Potsdam, 26. Aug. (DNB.) Am letzten Tage des denkwürdigen Berliner Aufenthaltes führte der Weg des ungarischen Staatsoberhauptes zu einer der größten Weihestätten preußisch-deutscher Ge- chichte, nach Potsdam. Die Stadt des großen Preußenkönigs, die den Reichsverweser des Königreiches Ungarn mit Freude und Herzlichkeit begrüßte, hatte die Mauern ihrer ehrwürdigen Gebäude mit K MM I . I Mch Zu Beginn feiner Besichtigungen in der Soldatenstadt Potsdam legte das ungarische Staatsoberhaupt am Grabe Friedrichs des Großen in der Garnifon- kirche einen Kranz nieder. Unser Bild zeigt, wie Admiral v o n H o r t h y sich in Begleitung des Kommandanten von Potsdam, Oberst Hartmann, in die Gruft des Großen Königs begibt. (Scherl-M.) einer Fülle leuchtender Fahnen geschmückt. Aus seinem Wege durch das historische Potsdam verweilte Reichsoerweser von Horthy einige Zeit auf Schloß Sanssouci und in der Garnison- k i r ch e, wo er am Grabe Friedrichs des Großen einen prachtvollen Kranz niederlegte. Während verhaltene Orgelklänge des ersten Satzes aus dem Flötenkonzert Friedrichs des Großen durch den Kirchen- raum schweben, besichtigt der Reichsoerweser, geleitet vom Stadtkommandanten, Obersten Hartmann und den Potsdamer Heerespfarrern das historische Gotteshaus. Ihnen voran trugen zwei Unteroffiziere des JR. 9 den riesigen Lorbeerkranz, den das ungarische Staatsoberhaupt am Grabe des großen Preußenkönigs niederlegte. Auf der Kranzschleife in den ungarischen Farben liest man die Widmung: „Dem unvergänglichen Vorbild militärischer Tugenden. Nikolaus von Horthy." Während die hohen ungarischen Gäste das von der ruhmreichen Tradition der deutschen Armee kündende Gotteshaus besichtigen, erklärte Heeres- pfarrer D a m r o t h die Geschichte der Garnisonkirche, die seit dem 21. März 1933, dem Tage von Potsdam, auch mit der Geschichte des Dritten Reiches eng verbunden ist. Die Fahrt führte dann durch den herrlichen Park von Sanssouci und ging vorbei am Neuen Palais zum Schloß Sanssouci, das der Reichsoerweser und seine Gemahlin sowie die übrigen Gäste unter Führung von Ministerialdirektor Dr. Gall besichtigten. Durch die fahnengeschmückten Straßen Potsdams ging die Fahrt zurück zur Reichshauptstadt. Empfang im Charlottenburger Schloß. Berlin, 26. Aug. (DNB.) Zu Ehren S. D. des Reichsverwesers des Königreiches Ungarn und I. D. Frau von Horthy gaben in Anwesenheit des Führers und Reichskanzlers der Reichsminister des Auswärtigen und Frau von Ribbentrop heute ein Frühstück im Charlottenburger Schloß. Gegen 13.15 Uhr war die Anfahrt der Ehrengäste beendet. Brausende Heilrufe und militärische Kommandos kündeten die Ankunft des Reichsverwesers von Horthy und des Führers. Als beide im Wagen vor dem Parkeingang vorfuhren, präsentierten die Ehrenformationen der Wehrmacht. Am Schloßportal wurden der Führer und Reichsverweser von Horthy und I. D. Frau von Horthy, die von Staatsminister Meißner begleitet war, von dem Reichsminister des Auswärtigen und Frau von Ribbentrop empfangen und zur Goldenen Galerie geleitet. An dem anschließenden Frühstück nahmen von ungarischer Seite teil: Ministerpräsident von Jm- redy, der Minister des Aeußern von Kanya, der Chef der Kvbinettskanzlei Dr. von Uray, Honved- ftnimster General der Infanterie von Ratz, der Chef der Militärkanzlei Feldmarfchalleutnant Janyi, der königlich-ungarische Gesandte in Berlin Feldmar- schalleutnant Sztojai, Minister Graf Csaky, sowie Pressechef Ministerialrat von Szentjstvany; ferner der Erste Flügeladjutant des Reichsverwesers, Oberst von Koos, Reifemarschall Oberst von Brunswik und die übrigen Herren der Begleitung des Reichsverwesers. Von deutscher Seite waren erschienen: die Reichsminister Dr. Gürtner, Graf Schwerin von Krosigk, Dr. Frick, Dr. Goebbels, Darre, Rust, Dr. Frank, Dr. Dorpmüller, Funk, der Chef der Reichskanzlei Reichsminister Dr. Lammers, der Chef der Präsidialkanzlei Staatsminister Meißner, der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine Generaladmiral Dr. h. c. Raeder, der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht General der Artillerie Keitel, Reichsführer ff Himmler, Stabschef der SA. Lutze, die Reichsleiter Dr. Ley, Dr. Dietrich, Buch, Bouhler, von Schirach und die Staatssekretäre General dec Flieger Milch, Reinhardt, Bohle, Hanke, Keppler, von Weizsäcker und Tschammer und Osten. Außerdem waren anwesend die Reichsfrauenführerin Scholtz-Klink, der Oberbürgermeister und Stadt- Präsident Dr. Lippert und andere führende Persönlichkeiten aus Staat, Wehrmacht und Partei mit ihren Damen. An das Frühstück schloß sich ein Rundgang durch die historischen Räume des Charlottenburger Schlosses. Gegen 15 Uhr traten der Reichsverweser und der Führer und Reichskanzler und I. D. Frau von Horthy, begleitet vom Reichsminister des Auswärtigen, unter dem begeisterten Jubel der die Wegstrecke säumenden Menge die Fahrt zum Lehrter Bahnhof an. Der Abschied in Berlin. Der Reichsverweser des Königreiches Ungarn, Admiral von Horthy, und Frau von Horchy haben nach zweitägigem Aufenthalt in der Reichs- Hauptstadt am Freitag um 15.30 Uhr nach herzlicher Verabschiedung vom Führer Berlin wie'M# i : 14 Ä /■ Auf unserem Bilde aus dem Charlottenburger Schloß sieht man das Eintreffen des Führers und Reichskanzlers, der Ihre Durchlaucht Frau von Horthy führt. Im Hintergrund links folgen der ungarische Reichsverweser mit Frau von Ribbentrop, daneben Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop. — (Scherl-Bilderdienst-M.) gungen allmählich lösen konnte. Die Aufbauarbeit in beiden Ländern weist viele ähnliche Züge auf. Deutschland hat sich in den letzten fünf Jahren von jenen Bindungen freigemacht, die eine stete politische Gefährdung bedeuteten und die das deutsche Volk unter ein Äusnahmerecht stellten. Das deutsche Volk hat den Aufstieg des ungarischen Volkes mit herzlicher Sympathie begleitet, und es wünscht, daß die Freundschaft sich weiter vertiefen möge. Dr. Cr. Generalmajor a. D. von Hindenburg von Horchy empfangen Berlin, 26. August. (DNB.) Der ungarische Reichsverweser Admiral von Horthy und Gemahlin empfingen am Freitag im „Haufe des Reichspräsidenten" Generalmajor a. 2). von Hindenburg und Frau von Hindenburg. KdF.-llrlauber bei den deutschen Flottenmanövern. An Bord des „W i l h e l m Gustloff", 26. 2Iuq (DNB.) Die Teilnehmer an der 13. KdF.- Fahrt des Motorschiffes „Wilhelm Gustloff" waren heute zusammen mit den Urlaubern der übrigen KdF.-Flotte, gebildet aus den Schiffen „Der Deutsche", „Berlin", „Sierra Cordoba" und „Oceana", Zeugen eines Teiles der Herb st Manöver der deutschen Kriegsmarine, die der Fahrt einen für alle Urlauber unvergeßlichen Höhepunkt gaben. Am 26. August zogen seit den frühen Morgenstunden in der Nordsee bis in die Nähe der deutschen Küste packende Manöverbilder an den Augen der KdF.-Fahrer vorüber. Um die KdF.-Fahrer richtig in die Uebungen der Kriegsmarine einschalten zu können, hatte man auf den Schiffen „Wilhelm Gustloff", „Berlin" und „Der Deutsche" zusammen mit den Kriegsschiffen der blauen Partei, die unter der Führung des Konteradmirals D e n f ch standen, einen Geleitzug gebildet, der von den Seestreitkrästen der roten Partei des Vizeadmirals Marschall angegriffen werden mußte, mit dem Manöverziel, die Fahrzeuge zu vernichten. Für die KdF.-Schiffe „Sierra Cordoba" und „Oceana", die gesondert zu einem Geleitzug zusammengestellt worden waren, hatte man das gleiche Manöverziel vorgesehen. Mehrere tausend Urlauber, die größtenteils zum erstenmal auf dieser Nordlandfahrt das Meer zu Gesicht bekommen hatten, erlebten U-Boot- und Kreuzerangriffe, sahen Seeflugzeuge, Zerstörer, Schnell-, Torpedo- und Minenräumboote in voller Aktton und bekamen so ein eindrucksvolles Bild von der Schlagkraft und Einsatzbereitschaft der neuer« ftanbenen deutschen Kriegsmarine vermittelt. Die KdF.-Flotte befand, sich, als sie das Manö- oergebiet durchquerte, vom schönsten Wetter begün« stigt, auf einer Norwegenreise. Kabinettsumbildung in Belgrad. Kein Richtungswechsel. Belgrad, 26. Aug. (DNB.) Das Kabinett Dr. Milan Stojadinowitsch wurde Freitag umgebildet. Es schieden aus und wurden zur Disposition gestellt der Kriegsminister Armeegeneral Ma ritsch, der Industrie- und Handelsminister Dr. Urbanitsch sowie, der Minister für körperliche Ertüchtigung Dr. Mile titsch. An ihrer Stelle wurden ernannt zum Kriegsminkster der seitherige Chef des Generalftabes, Armeegeneral Ne- d i t f ch , zum Industrie- und Handelsminister der Abgeordnete Ingenieur Nicolaus Kabalin und zum Minister für körperliche Ertüchtigung der Spli» ter Oberbürgermeister Dr. Mirko Buitjch. Die Umbildung, die sechste seit dem Bestehen der Regierung Stojadinowitsch, war schon seit längerer Zeit vorgesehen und bedeutet keinerlei Aende-"- ' der Linie der Regierungspolitik. der verlassen, um sich über Eberswalde nach der S ch o r f h e i d e zu begeben. Auf der Fahrt durch die prächtig geschmückte Feststraße vom Schloß Charlottenburg bis zum Lehrter Bahnhof bildeten Abordnungen der Wehrmacht u?.d aller Parteigliederungen ein dichtes Spalier. Eine nach vielen Zehntausenden zählende Menschenmenge bereitete dem Reichsoerweser und dem Führer herzliche Kundgebungen. Auf dem Vorplatz des Bahnhofes marschierten je eine Ehrenkompanie des Heeres, der Luftwaffe und der Kriegsmarine auf. Auf dem Bahnsteig fanden sich die Mitglieder des Reichskabinetts, die Reichsleiter, die Oberbefehlshaber des Heeres und der Kriegsmarine, der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, der Stadtpräsident und viele andere führende Persönlichkeiten von Staat, Partei und Wehrmacht ein. Kurz vor 15.30 Uhr traf die Wagenkolonne auf dem Bahnhofsvorplatz ein. Reichsoerweser von Horthy und der Führer schritten die Front der Ehrenkompanien ab und begaben sich mit Frau von Horthy, die von Reichsminister von Ribbentrop begleitet wurde, in die Bahnhofshalle. Der ungarische Ministerpräsident, der ungarische Minister des Auswärtigen, der Chef der Kabinettskanzlei des Reichsverwesers, der ungarische Honved- minister, begleitet von den deutschen Reichsministern, sowie der ungarische Gesandte in Berlin, der Chef der Militärkanzlei des Reichsverwesers und die übrigen ungarischen Gäste sowie der Ehrendienst schlossen sich an. Auf dem Bahnsteig überreichten zwei kleine ungarische Mädchen in ihrer bunten Heimpttracht dem Reichsoerweser und Frau von Horthy Blumensträuße. Auf den beiden anderen Bahnsteigen des Bahnhofes hatten Jungvolk und BDM. Aufstellung genommen, die dem Reichsverweser und dem Führer freudig zujubelten. Der Reichsverweser und Frau von Horthy verabschiedeten sich durch Handschlag von allen zur Verabschiedung erschienenen Persönlichkeiten Der Führer überreichte Frau von Horthy einen großen Blumenstrauß. Der Reichsverweser unterhielt sich noch minutenlang mit dem Führer und setzte dieses Gespräch auch noch von der offenen Tür des Salonwagens aus fort, als der Zug sich um 15.30 Uhr in Bewegung setzte. ♦ » I» f ... [W > ,z t Hier sieht man die beiden Staatsoberhäupter wenige Minuten vor der Abfahrt des Zuges nach Eberswalde. Am Wagenfenster links der ungarische Ministerpräsident vonJmrädy. — (Scherl-Bilderdienst-M.) . nroye ^epvorileuung sur die ungarischen Gaste in der Berliner Staalsover. Auf unserem Bilde sieht man in der Großen Ehrenloge (von links) Reichsminister Freiherr v o nR eu r a t h Ministerpräsident Generalfeldmarschall Göring, Frau von Horthy, den Führer und Reichskanzler, Admiral v o n H o r t h y und Frau Emmy Göring. - . (Schecl'Bilderdienst-M.) Sei Feldmarschall Göring in Karinhall. Abreise nach Nürnberg. K a r i n h a l l, 26. Aug. (DNB.) Kurz nach 16 Uhr trafen, von brausenden Heilrufen empfangen, der Generalfeldmarschall und Frau Göring auf dem Bahnhof Eberswalde ein. Pünktlich zur festgesetzten Zeit lief der Sonderzug ein, dem als erster der R e i ch s v e r w e s e r, der ebenso wie der Generalfeldmarschall das schlichte Grün des Weidmanns trug, und Frau von Horthy verließen. Die Gastgeber entboten ihnen den ersten Willkomm. Dabei überreichte Frau Göring Frau von Horthy einen prachtvollen Rosenstrauß. Auf dem Wege zur Schorfheide bildeten die Formationen und Gliederungen der Bewegung, die Werkscharen, Gendavmerie, die Belegschaften der Betriebe und die Bevölkerung ein jubelndes Spalier. lieber die Autobahn und den Finow-Kanal ging es in die Schorfheide. Im Wisentgehege verließen die hohen Gäste die Wagen, da sich gerade einige der urigen. Tiere in der Nähe des Gatters zeigten. Unter den frohen Klängen der Waldhörner, die die Gäste mit dem Jägergruß empfingen, fuhren sie dann in den Wachhof Karinhall ein. Als sich der Himmel kurz nach der Ankunst aufgeklärt hatte- führte der Feldmarschall Admiral Horthy im Jagdwagen in das Elchgehege. Dabei hatte der Admiral Gelegenheit, aus dem Bestände neben mehreren Stangenelchen auch dem stärksten Elch, einen kapitalen vierjährigen Schaufler, zu sehen. Begeistert gab der hohe Gast seiner Freude über das Erleben des deutschen Waldes und Wildes Ausdruck. Frau Göring hatte unterdessen Ihrer Durchlaucht die unmittelbare Umgebung des Waldhofes gezeigt. Nach der Rückkehr nach Karinhall führten der Feldmarschall und Frau Göring ihre Gäste durch den Waldhof. Auf Wunsch und zur besonderen Freude I. D. wurde die kleine Edda Göring gebracht. Eine besondere Ueberraschung bereitete der Ministerpräsident seinen Gästen, indem er ihnen die neueste Filmwochenschau vorführen ließ, die bereits einen vorzüglichen Bildbericht über den Besuch der hohen Gäste in Deutschland zeigte. Nach bem Abendessen geleiteten der Generalfeldmarschall und Frau Göring die hohen Gäste zum Bahnhof Friedrichswalde-Schorfheide, wo der Sonderzug des Reichsverwesers abgestellt war. Die Bevölkerung begrüßte Admiral von Horthy und Frau von Horthy noch einmal mit stürmischen Beifallskundgebungen und ließ ihre Gefühle herzlicher Zuneigung in einem Fackelzug ausklingen, mit dem sie die hohen ungarischen Gäste ehrte. Die Gliederungen der Partei waren dazu angetreten und zogen an ihnen vorbei. Nach herzlichem Abschied von den Gastgebern setzte das Reichsoerweserpaar mit seiner Begleitung die Reise nach Nürnberg fort. 3n Nürnberg. Nürnberg, 27. Aug. (DNB. Funkspruch.) Der Reichsverweser des Königreiches Ungarn, S. D. Admiral van Horthy, und I. D. Frau von Horthy trafen, von Berlin kommend, am heutigen Samstagvormittag, 9.15 Uhr, im Sonderzug i n Nürnberg ein. Auf dem Hauptbahnhof wurden die hohen Gäste vom Stellvertreter des Führers und Frau Heß empfangen. Mit Gauleiter Julius Streicher, dem bayerischen Ministerpräsidenten Siebert und dem Kommandierenden General des 13. Armeekorps, General der Kavallerie Freiherr von W e i ch s, waren zahlreiche weitere führende Persönlichkeiten von Partei, (Staat und Wehrmacht anwesend. Die Stadt der Reichsparteitage, die sich aus Anlaß des Besuches des ungarischen Reichsverwesers in festlichem Schmuck zeigt, bereitete den Gästen einen jubelnden Empfang. Unterredung mit Zmredy und Kanya. Die ungarischen Minister über ihre Erlebnisse auf der Reise und über politische Tagesfragen. Berlin, 27. Aug. (DNB.) Ungarns Ministerpräsident Dr. von Jmredy hat, bevor er am Freitagnachmittag Berlin verließ, den außenpolitischen Schriftleiter des „D. B.", Dr. Theodor Sei- b e r t zu einer Unterredung empfangen, an der auch der ungarische Außenminister von Kanya teilnahm und bei der Ungarns Regierungschef zum ersten Male für die internationale Öffentlichkeit zu der Konferenz der Kleinen Entente und der Verlautbarung von B l e b Stellung nahm. Der Ministerpräsident, so entnehmen wir dem „23. B", eröffnete die Unterhaltung mit einer warmherzigen Schilderung der großen Eindrücke, die er und seine Reisekameraden schon in den ersten Tragen ihres Deutschlandbesuches empfangen haben. Es fei schwer, diese Eindrücke in Worte zu kleiden, aber eines wünsche er hervorzuheben: „Wir Huben in kiel, auf der Fahrt durch die Jlorbmarf und nach Helgoland, vor allem aber angesichts des brausenden Arbeitslebens im Hamburger Hafen die Ueberzeugung gewonnen, daß das neue Deutschland große plane nicht nur schmiedet, sondern auch verwirklicht. Dir haben die Erfolge gesehen, nicht nur die Absicht!" Die Frage, ob sich bisher bereits Gelegenheit zu politischen Besprechungen eraeben habe, beantwortete Exz. von Jmredy bejahend. Besonders der Tag von Helgoland und die gemeinsame Fahrt auf der „Patria" habe Gelegenheit zu wertvollen Unterhaltungen der unaarischen Staatsmänner mit dem Führer und dessen Mitarbeitern gebracht. Das ganze Feld der aktuellen politischen Fragen sei dabei berührt worden und habe ihm ein umfassendes Bild der deutschen Ansichten gegeben; dabei sei es ihm möglich gewesen, auch Ungarns Gedanken vor den deutschen Gesprächspartnern zu entwickeln. Das Gespräch wandte sich bann der Verlautbarung von B l e d zu, die das Verhältnis zwischen Ungarn und den Staaten der Kleinen Entente betrifft und die durch die verschiedenartigen Berichte der internationalen Presse ein Rätselraten verursacht hatte. Herr von Jmredy erklärte die unbestimmte Art des (Kommuniques von Bled mit der Tatsache, daß in Bled noch kein festes Abkommen geschlossen, sondern nur die Absichten und die rohen Grundlinien einer solchen Verständigung bekanntgegeben würben. Die Wehrfreiheit Ungarns sei zwar an sich vom ungarischen Standpunkt einf Selbstverständlichkeit, bisher aber von den Landern der kleinen Entente noch nicht formell anerkannt worden. Der Verzicht auf die Anwendung von Waffengewalt sei übrigens nichts anderes als eine nochmalige ungarische Bestätigung der bekannten Verpflichtung aus dem kellogg pakt. Das ganze Abkommen aber stehe und falle mit der Haltung der Länder der Kleinen Entente gegenüber den Teilen des ungarischen Volkes, die feit dem Vertrag von Trianon innerhalb dieser Länder leben. Außenminister von Kanya erläuterte diesen wichtigen Punkt auf folgende Weise: Es handele sich um ein klares Junktim (Verbindung) zwischen Wehr- freiheit und Verzicht auf Waffenanwendung einerseits und dem Minderheitenschutz auf der anderen Seite. Und zwar könne 1. das Abkommen erst in Kraft treten, wenn auch über die von der Tschecho-Slo- wakei abzugebende Minderheitenerklärnug vollständige Uebereinstimmung erzielt worden ist, und 2. werde Ungarn fein Verhalten selbstverständlich danach einrichten, in welcher Weise die in dieser Minderheitenerklärung gegebenen Versprechungen einge» halten werden. Dr. von Jmredy fügte hinzu, daß eine Verständigung mit Jugoslawien und Rumänien bereits erfolgt und auch schon — einschl. der Minderheitsverabredungen — formuliert worden ift. Diese beiden Abkommen konnten nur deshalb noch nicht in Kraft gesetzt werden, weil Rumänien und Jugoslawien die Haltung der Tschecho-Slowakei abzuwarten wünschen. x Sowohl der Ministerpräsident als auch der Außenminister erklärten hierauf die Gründe, die Ungarn zwingen, für die Behandlung der ungarischen Volksaruppe in der Tschecho-Slowakei besondere und weiter- gehende Bedingungen zu stellen, als das gegenüber den beiden anderen Ländern notwendig erscheine. Sie wiesen in diesem Zusammenhang auf den Charakter dieses Landes als eines Nationalitätenstaates hin. Bisher aber hat die Prager Regierung ihre Zustimmung zu dem Plan von Bled noch nicht erteilt, weshalb auch noch keine enbgirltiqe Verständigung getroffen werden konnte. „Der Grundgedanke des Abkommens", so faßte der Außenminister zusammen, „ist die Anbahnung aller Maßnahmen — vor allem auf dem Gebiete der Minderheiten —, die geeignet sind, die Hindernisse aus dem Wege zu räumen, die einer Normalisierung der Beziehungen in Südosteuropa im Wege stehen." Aus die Frage nach dem Stande der deutschungarischen Wirtschaftsbeziehungen anlwortete Exzellenz von Imredy, daß er Unterhaltungen mit Reichsminister Funk und Staatssekretär Brinkmann gehabt habe, die sich aber im Rahmen einer allgemeinen Behandlung der einschlägigen Probleme hielten. Diese Dinge würden nach Abschluß der Deutschlandreise von den zuständigen Fachleuten beider Länder weiterverfolgt werden. Der Ministerpräsident hob jedoch anerkennend hervor, daß dank dem beiderseitigen guten Willen die durch den Anschluß Oesterreichs verursachten Uebergangs- schwierigkeiten technischer Art auf diesem Felde* im allgemeinen leicht und rasch überwunden' werden konnten. Line schwierigere Frage sei die Holzversorgung Westungarns, die bisher wesentlich aus österreichischen Daldbeständen gedeckt worden war. Ein weiteres aktuelles Problem sei die Angleichung des beiderseitigen Warenaustausches, der gegenwärtig durch die starke ungarische Exportspihe für die ungarische Seite schwierig geworden sei. Ministerpräsident und Außenminister schlossen die einstündige Unterhaltung mit der nochmaligen Versicherung, welch starken Eindruck die herzliche Gastfreundschaft des Führers und des deutschen Volkes auf sie gemacht hat. Noch kein Rückgang des Hochwassers. Schwere Schäden in Schlesien. fronten ft ein, 27. Aug. (DNB.) Während die erste Hochwasserwelle der Neiße und ihrer Nebenflüsse im Kreise Frankenstein glimpflicher verlief als im Glatzer Bergland, brachte die zweite Welle empfindliche Schäden. In Frankenberg ragten zum Teil nur noch die Wipfel der Obstbäume aus den Fluten heraus. Lehrgangsteilnehmer der Motorsportschule Kreischwitz des NSKK., die sich auf einer Fahrt nach Wünschelburg befanden, mußten zu Hilfe gerufen werden. Ein Trupp der NSKK.-Mannschaft half unter Lebensgefahr der von den Wassermassen eingeschlossenen kleinen Gemeinde Pilz. In Görlitz steigt das Hochwasser der Neiße weiter. Um 16 Uhr verzeichnete der Pegel einen Stand von 3,34 Meter über dem normalen Wasserspiegel. S^hr schlimm haben die Fluten in Hagenwerder gewütet. Der Verkehr wird dort durch Kähne aufrechterhalten. In Laub an wurden die Ortswehren, die Technische Nothilfe und die SA. und ff alarmiert. Aus Marklissa wird gemeldet, daß die Talsperre Goldentraum überläuft. In Glatz begann nach vorübergehendem Nachlassen des Neiße-Hochwassers durch neue Regengüsse die Flut erneut 3 u {teigen. Die Straßen um den Glatzer Stadtbahnhof bildeten eine zusammenhängende Seefläche. Diele Stunden war der Verkehr von der Ebene nach der oberen Grafschaft gesperrt. Auch die große Neißebrücke bei Kamenz wurde unpassierbar. . Die Hochwasserwelle der Oder hat, wie aus Breslau gemeldet wird, im Laufe des Freitag vormittag Kofel passiert und strömt auf Breslau zu. Man rechnet damit, daß die Welle bis Sonntag früh Breslau passiert haben wird. Durch den anhaltenden Regen führt auch der Bober Hochwasser. Unterhalb des Bunzlauer Wehres ist er schon über die Ufer getreten. Der Queis hat bei Aschitzau Wiesen und Felder überschwemmt. Die Ueberschwemmung ist größer als die letzte im Mai dieses Jahres. In Waldenburg mußte infolge des Hochwassers die Förderung der Fürstensteiner Grube auf einer Sohle eingestellt werden. In F e l l h a m m e r brachte der Lässigbach eine große Sturzwelle mit sich, die fast den ganzen Ort überschwemmte. In Bad Salzbrunn sind fast alle über den Salzbach führenden Holzbrücken von den Fluten weggerissen worden. In Nieder-Salzbrunn wurde fast das ganze Getreide von den Feldern weggeschwemmt. Die anhaltenden Regenfälle im Lausitzer und im Jfergebirge haben auch im sächsischen Gebiet der Neiße schwere Hochwasserschäden verursacht. An der Küpper, einem Nebenfluß der Neiße, brach der Damm des neuen Flußbettes Die Fluten ergossen sich durch eine 40 bis 50 Meter breite Durchbruchstelle gegen das Dorf Türchau hin und überschwemmten es. Im Gebirgskreis Landeshut ist der Landwirtschaft großer Schaden bei der Halmfruchternte erwachsen. Auch in der Tschecho-Slowakei Prag, 26. Aug. (DNB.) Diele Flüsse in der Tschecho-Slowakei sind außerordentlich ange- schwollen. Die Elbe ist bereits um drei Meter über ihren Normalstand gestiegen. Durch Hochwasser ist stellenweise auch die Bahnverbindung Halbstadt—Braunau—Delberg in Nordwest-Böhmen un» terbrochen. Die Reichenberger Talsperre ist übergelaufen. Die K a m n i tz, die seit gestern wiederum um einen halben Meter gestiegen ift, "hat in Josefsthal weite Gebiete überschwemmt. Im Riesengebirge sind viele Stege und Brücken abgerissen worden. Alle Nebenflüsse der Elbe sind aus den Ufern getreten. In Reichenau stehen alle Straßen unter Wasser. Der Sturmwind hat im böhmischen Jser- und Riesengebirge große Windbruchschäden gebracht. Große Schäden sind auch im Brüxer und Komotauer Gebiet zu verzeichnen. Aus dem Erzgebirge wird ebenfalls bedeutender Waldschaden gemeldet. Zn Drei Tagen bis 242 Liter Niederschlag auf den Quadratmeter. Breslau, 27. Aug. (DNB." Funkspruch.) Wie die Reichswetterdienststelle in Breslau meldet, wurden in Schlesien von Mittwoch früh 7 Uhr bis Samstag früh 7 Uhr im Gebirge vielfach mehr als 2 0 0 Liter pro Quadratmeter gemessen. Die Messungen ergaben z. B. im Jsergebirge: Heufuder 242 Liter pro Quadratmeter, Flinsberg 203; im Riesengebirge: Schneekoppe 225, Oberschrei- berhau 186; im Wilenburger Bergland: Seilbrunn 131; im Glatzer Gebirge: Haselschwerbt 170. Wenn das Regenwasser nicht ablaufen würde, hätten sich an allen diesen Stellen riesige Seen bis zu 20 Zentimeter Tiefe gebildet. Japanischer Generalangriff auf Hankau. Einsatz stärkster Kräfte. Tokio, 27. Aug. (DNB. Funkspruch. Ostasien- bienft.) Nach einer amtlichen Meldung hat der japanische Generalangriff auf Hanta u am Samstagmorgen um 6 Uhr begonnen. Ausaehend von der Brückenkopfstellung westlich von Tuishiang und dem Poyang-See erreichten die Angriffstruppen bereits eine strategisch wichtige vorgeschobene chinesische Verteidigungslinie westlich des Poyang-See. Gleichzeitig griffen japanische Ein- beiten nördlich des Jangtse in der Nähe von Lu- chau in südwestlicher Richtung Hankau an. Der Großanariff auf Hankau zu beiden Seiten des Jangtse erfolgt mit Einsatz ft ä r f ft e r Kräfte in zwei Gruppen, die tfnter dem Oberbefehl des Generals Hata stehen. 23 Todesopfer des jüdischen Bombenanschlags. I e r u s a l e m, 27. Aug. (DNB. Funkspruch.) Die Zahl der bei dem jüdischen Bombenanschlag in Jaffa zu beklagenden Todesopfer hat sich nach dem zweiten amtlichen Bericht auf 2 3 21 r a b e r erhöht. Die T e 1 e p h o n v e r b i n d u n g e n zwi" schen Beirut, Damaskus und Kairo sind unter- brochen. e sie in orte weggelassen habe, weil : e n zlarlgtiff diesem den. men der Heuer Schlag gegen deutsche Kulturarbeit Den Sudetendeutschen soll wieder ein Theater entzogen werden. fce durch ihre Haltung die Ausgleichsbemühungen her Prager Regierung mit den Sudetendeutschen Köre. Bei der sprichwörtlichen Fairneß der ^ng- iönbcr wäre der deutschen Presse dieser Dorwurf wahrscheinlich nicht gemacht worden, wenn man drü« 1 en in London auch die wirkliche tschechische Dresse und nicht nur die für die Täuschung des Luslanbes deutsch geschriebene Tschechenpresse lesen [ würde. zu dem kommunistischen Bürgerkriegsdokument, daß aus dem tschechischen Wortlaut lediglich zwei sie eine Beschimpfung Lord Runcimans darstellten. Das Dokument bedeute für die SDP. keinerlei % ',o faßt« w Meinung 'dem TMr 'd, die hjndeo emer Norma- Osteuropa im zu lenken. Bisher hat unsere Anhängerschaft im Sinne unserer Weisungen alle diese Angriffe duldend hinge- nommen und selbst auf das gesetzliche Recht der Notwehr verzichtet, um jede Mißdeutung derartiger Zwischenfälle auszuschließen. Die Parteifühlung sieht sich mit Rücksicht auf die jüngste Entwicklung außerstande, die Verantwortung für Freiheit und Vermögen ihrer Anhänger weiter,, zu tragen. Sie zieht deshalb die ergangenen Weisungen, sogar auf das Recht der Notwehr zu verzichten, zurück und stellt es den Anhängern frei, in allen Fällen, in denen sie angegriffen werden, von diesem Recht Gebrauch zu machen. Sie weist die Kameraden lediglich an, die gesetzlichen Voraussetzungen und Grenzen streng zu beachten. Die Rechtswahrer werden hiermit angewiesen, der Amtswalterschaft die erforderlichen Belehrungen zu erteilen. (gez.) Dr. Fritz Zöllner, Karl Hermann Fran V Tschechischer Gegenausruf. Prag, 27. Aug. (Europapreß.) Zu dem von der Sudetendeutschen Partei im Laufe des Freitag ausgegebenen Aufruf, in dem diese ihre Angehörigen das bisher von ihr verweigerte Recht der Selbstverteidigung wieder freigibt, erließ die tfch echo-slowakische Regieruna am Freitagabend einen in schärfster Form gehaltenen Gegenaufruf, mit dem sie der Sudetendeutschen Partei das Recht zu dieser Maßnahme abzusprechen versucht, ohne darüber hinaus in irgendeiner Form den berechtigten Forderungen der Sudetendeutschen gerecht zu werden. Sudetendeutsche Abordnung bei Lord Runeinian. Prag, 26. Aug. (DNB.) Das Presseamt der SDP. teilt mit: Am Freitagvormittag um 11 Uhr empfingen Lord R u n c i m a n und sein Stab eine Delegation, bestehend aus den Mitgliedern der V e r h a n d - lungsdelegation der SDP. Dr. Rosche, dem Hauptleiter für Sozialpolitik Abg. Birke, dem Verbandsleiter des Deutschen Industrie- und Han- delsangestelltenoerbandes Mölder, dem Vorsitzenden der Deutschen Arbeitergewerkschaft Josef Bude und dem Obmann der Deutschen Christlichen Gewerkschaften Abg. Schütz. Don der Abordnung wurde die Lage der deutschen Arbeitnehmer, und Angestellten in Privat- und Staatsdienst vorgetragen. Die Besprechungen werden in der nächsten Woche fortgesetzt. Frage an Hodza. Ten Engländern zur Beachtung empfohlen. nur bis an die Schuhsohlen. Was das tschechische Blatt sich hier leistet, stammt aus den Archi- , oen der Greuelpropaganda unserer ehemaligen Kriegsgegner. Es ist eines der übelsten Stücke jener vielleicht nicht wirkungslosen, immer aber zynischen und verlogenen Kriegshetze, mit der die Entente Deutschland während des Weltkrieges überschüttete. Wenn heute tschechische Blätter in immer zügelloserer Weise ihr wahres Gesicht enthüllen, so werden sie, ihre Leser und das ganze Tschechentum sich klar darüber sein müssen, daß ihnen die Folgen ihres Tuns nicht erspart bleiben. Will Prag sich nicht mit diesen frivolen Kriegshetzern identifizieren, so ist das Mindeste, was man erwarten kann, daß die Zensur gegen derartige, in ihrem Haß und in ihrer abgrundtiefen Verlogenheit jedes Maß überschreitende Ergüsse tschechischer Blätter einschreitet. Haßgemmschast mit den Kommunisten. Schreiben an Benesch. Prag, 27. Aug. (DNB.) Die kommunistischen Störungsaktionen gegen eine Regelung der sudetendeutschen Frage im allgemeinen und gegen die Mission Runcimans im besonderen werden mit offener Mitwirkung und Unterstützung durch die tschechischen Parteien planmäßig weitergeführt. Die Agenten Moskaus ziehen weiterhin Hetzversammlungen auf und inszenieren eine Flut van Prvtestschriften an die Prager Regierung. So sandte jetzt die kommunistische Ortsorganisatton in Dimokur bei Podebrad an den Staatspräsidenten ein Schreiben, in dem vor jeglichen Zugeständnissen gewarnt und „entschiedenes Handeln" gefordert wird. Wie bei anderen kommunistischen Aktionen ähnlicher Art ist auch dieses Schreiben an B e n e s ch von den O r t s« Organisationen der tschechischen Parteien unterzeichnet. Unterschrieben haben in die- fern Falle neben der Kommunistischen Partei die Organisationen der Tschechischen Dolkssozialen, der Tschechischen Klerikalen Dolkspartei, der Agrarpartei und der Gewerbepartei. Das kommunistische Blatt „Rude Pravo" zählt heute noch zwölf weitere Gemeinden auf, in denen solche Aktionen gemeinsam von Tschechen und Kommunisten veranstaltet wurden. Auch in diesen Fällen sind an Benesch Schreiben ähnlichen Inhalts abgesandt worden. Das Recht der Aotwehr. Aufruf au die Sudetendeutschen. Prag, 26. Aug. (DNB.) Bisher hatte die absolute Zurückhaltung der Sudetendeutschen Partei und die große Disziplin der sudelendeutschen Bevölkerung die in ständiger Zunahme begriffenen Zwischenfälle ruhig über sich ergehen lassen, im Vertrauen darauf, daß der Staat endlich Mittel und Wege finden wird, dem Treiben der marxistischen und tschechischen „unverantwortlichen Elemente" ein Ende zu bereiten. Da dies bisher nicht geschehen ist oder noch nicht zu dem notwendigen Erfolge führte, hat sich Die fiel» tung der S D P. veranlaßt gesehen, den folgenden Aufruf zu erlassen, der sich zunächst einmal gegen jenen Teil der Wegelagerer wendet,.die dem mar- xi st i s ch e n M o b angehören: Berlin, 27. Aug. (DNB.) Die unverschämten Zeleidigungen des deutschen Soldatentums durch schechische Hetzblätter haben, wie nicht anders zu i-Unarten war, in der deutschen Presse ein lebhaftes i5cho gefunden, das an Bestimmtheit nichts zu wün- chen übrig läßt. So schreibt der „Völkische Beobachter" m (einer Samstagmorgenausgabe im Anschluß an die Reibung aus Prag mit der Notiz aus dem „Mo- :.avsposlezski Denik" u. a.: Am gleichen Tage, an dem der tschechische Ministerpräsident Hodza im Paris Soir" erklärt, daß die Gegensätze zwischen ' Deutschen und Tschechen mehr formaler, als sach- icher Natur seien und auch einer Verständigung 3rags mit Deutschland nichts im Wege stehe, ver- sfentlicht das tschechischen Wirtschafte r e i en nahestehende mährisch-schlesische Tagblatt i diese Unverschämtheiten. Derartige Gemeinhei- ... 'traft man am besten mit Verachtung. CÖenn wir trotzdem auf diese üblen Ausfälle ein- ehen, so nur deshalb, weil aus ihnen in g e « a b e 3 u klassischer Form ber tschechische Geist des Deutschenhasses unb ber Unversöhnlichkeit weht, ber vom amtlichen 3rag stets bestritten wirb; Herr Hob za selbst hat erklärt: „Wir kennen keinen Haß gegen Deutsch- \ tanb." Wir fragen ihn heute vor aller Welt, was :ir eigentlich unter Deutschenhaß versteht, roenn ber» rüge Ausbrüche haßerfüllter tschechischer Leiben- chaft nicht nur möglich sind, fonbern auch amt« ! icherseits gebulbet werben. In ber eng- eschen Oesfentlichkeit ist erst vor wenigen Tagen ber deutschen Presse ber Vorwurf gemacht worben, baß gration streng vertraulich geliefert würden. Mit ber weiteren Bemerkung, baß „Futtermittel" (!) zugeteilt würben, wirb lediglich umschrieben, baß die in der Tschecho-Slowakei betriebenen Vor- Bereitungen der Moskauer Filiale sich auch auf den offenen Umsturz erstrecken. Besonders interessant ist die hervorragende Rolle, die ber ausländischen Emigration vor allem als Trägerin ber in ber vierten Gruppe ber Sturmsektion ber kommunistischen Aktionsausschüsse zusammengefaßten „Kampfabteilungen" zugewiesen wirb. Aus bem Dokument geht hervor, bas sich unter bem Namen „Kurzweil, Roge, Zeibert" usw. unter ben „Sturmtrupplern" barunter eine ganze Reihe 3üben befinben. Als einer ber obersten Befehlsgeber wirb ber Prager Stabtrat Egon Erwin Kisch genannt, ber burch sein berüchtigtes Wirken als „fliegenber Reporter" und als unmittelbar Beauftragter der Moskauer Zentrale hinreichend bekannt ist. Die „Sudetendeutsche Bauernzeitung" bemerkt P r a g, 26. August. (DNB.) Wie die tschechischen Blätter gegen bas Deutschtum unter Dulbuna Der Behörden hetzen, zeigt ein im „Moravskoslezski Denik" unter bem Titel „D a s waren nicht Solbaten, fonbern Dieh" erschienene Notiz, welche von Seleibigungen gegen beut» fche Solbaten trieft. Die Notiz lautet: ,211s bie Deutschen bie französische Stabt Lille erobert hatten, begannen sie zu plunbern. Als sie sich gründlich bereichert hatten, ordnete ber Befehlshaber bie Musterung ber Frauen von 18 bis 30 Jahren an. Diese unglücklichen Frauen fanbte er in bie Schützengraben als Prostituierte. Diese Schandtat des 20. Jahrhunderts bleibt Eigentum der preußischen Kultur, denn bis zu dieser Zeit war sie nicht einmal durch die Men- schenfresser in Afrika und Australien nachgeahmt worden Wir werden nach und nach Proben der deutschen Kultur veröffentlichen, damit die Oesfentlichkeit sie sich ins Gedächtnis schreibe." Dieses Produkt tschechischer Dölkerverhet- ,ung spricht für sich. Unverständlich ist aber, daß Die gegen die sudetendeutsche Blätter so streng gehandhabte Zensur gegen diese unerhörten Beleidigungen des deutschen Volkes und des Deutschen Soldaten nicht einschreitet, noch dazu, wenn mgekündigt wird, daß weitere derartige Unverschämtheiten folgen werden, die nur Den Zweck Haden, die tschechische Psychose gegen das Deutschtum weiter aufzureizen und zu, ver- tärten. iuntlptu») mSwrel: Wenn hätten sich bis iü 2° 3en* Mgerkriegsvorbereiiimgen der Kommunisten ,,Mobi;isierungsplan" nach den Richtlinien von Moskau. Prag, 26. Aug. (DNB.) Die Kreis-, Bezirks- und Ortsleitung ber Subetenbeutfchen Partei, bie Deutsche Theaterbaugerneinbe unb bie Deutsche Theatergerneinbe in Brünn haben an ßorb Run - ciman unb Ministerpräsibent Dr. Hobza Protesttelegramme gegen ben heutigen Beschluß bes Brünner Stabtrates gerichtet, in bem ber Deutschen Theatergerneinbe bas bisher ihr zur Verfügung ftehenbe Reboutentheater entzogen wirb. Die Depesche an ßorb ’Runciman lautet: „Die unterzeichneten Parteistellen unb Körperschaften bes Brünner Deutschtums erheben vor ber gesamten europäischen Oesfentlichkeit schärfsten Einspruch gegen ben heutigen Beschluß ber Brünner tschechischen Rathausmehrheit, burch welche das Redoutentheatergebäude dem deutschen Theater zugunsten einer fremd- völkischen Mehrheit entzogen werden soll. Das Brünner Deutschtum verliert damit das einzige von der Brünner Gemeinde für deutsche Theaterzwecke bisher zur Verfügung gestellte Gebäude. Damit wird das dem deutschen Theaterleben in Brünn im Jahre 1919 durch Wegnahme des v o n den Deutschen gebauten Stadtthea- „Kameraden! Die letzten U e b e r f ä 11 e auf unsere Kameraden unb Angehörigen ber Volksgruppe burch marxistische Terroristen beweisen, baß es sich hierbei nicht um zufällige Einzelaktionen, fonbern um ein planmäßiges Vorgehen ber marjifti« j cf) e n Gegner hanbelt. Es soll baburch bei ben auslänbischen Beobachtern unserer Verhältnisse zweifellos ber Einbruck erweckt werben, als ob es hierzu- lanbe noch ernst zu nehmenbe Gegner unserer Bewegung gäbe, bie bereit unb fähig wären, sich burch Anwendung von Gewaltmitteln als politischer Faktor zu behaupten. Es geht somit ben marxistischen Gegnern barum, ihre tatsächliche Bedeutungslosigkeit im subetenbeutfchen Gebiet zu verschleiern unb burch berartige lleberfälle unb vorbereitete Zwischenfälle bie Aufmerksamkeit auf sich *5 3.T? Endlich da. J b,elcr Ain, ^en einge. Der. ?unt> 3ugo. '°°>°kei abzu. hu nbe' die °lung der 'N der und weiter, ’?5 gegenüber 'O'g erscheine. !nS *1 ben anonalitätenc er Regierung ed noch nicht Mtiqe Ver, Ueberrafdjung, benn sie sei immer schon baoon überzeugt gewesen, baß bie „legale ßinie" bes tschechoslowakischen Ablegers ber Moskauer Internationale boch nur eine plumpe Täuschung ber unoeränberten Weltrevolutionspläne war. Das Dokument sei jeboch geeignet, ben vom Kommunismus unterhöhlten tschechischen bürgerlichen Volksfrontparteien bie Augen zu öffnen. Englische Anleihe für Prag? ß o n b o n , 27. Aug. (DNB. Funkspruch.) Der marxistische „Daily Heralb" bringt zahlreiche Berichte zu bem tschechischen Problem. Hierbei findet sich auch eine Information, daß man die Möglichkeit einer englischen Anleihe für bie tschecho-slowakische Republik erwäge, angeblich, um ben subetenbeutfchen Notstandsgebieten zu helfen. Mit dieser Meldung des Blattes erhalten jene früheren Mitteilungen der englischen Presse über die bedeutsame wirtschaftliche Seite Der Tätigkeit ßorb Runcimans klareres ßicht. rcn jebe ein befonberer ßeiter ernannt wirb, bie sogenannte revolutionäre Gruppe, bie Pressegruppe, die Gruppe der Propaaandasektion und die Gruppe der Sturmsektion. Diese, so heißt es in dem Dokument wörtlich, wird sich aus den Kampfabtei- lungen und der Auslandsemigration zusammensetzen. Die Einteilung der Bereitschaft erfolgt nach den Richtlinien des Moskauer Politbüros, unb zwar werben jeber Gruppe Mitarbeiter ber sogenannten proletarischen Verteidigung zugeteilt. Nach der Geheimanweisung soll die Tätigkeit sich insbesondere auf das ß a n b konzentrieren, wo „die Polizei nicht genügend Kräfte zur äugen- blicklichsn Vernichtung der umstürzlerischen Arbeiten hat". In der Anweisung werden als erstes große Flugblattaktionen vorgesehen, die insbesondere „bem Programm ber SDP. anzupassen" (!) seien. Es wirb weiter barauf hingewiesen, daß innerhalb drei Tagen ein genaues Verzeichnis ber unterstützten unb untergebrachten Emigranten angefertigt wirb und Verbindungen mit ben Auslandsemigranten angeknüpft werden. Es heißt in dem Dokument, bas nach bem ßefen vernichtet werden soll, baß man auf jebe Akti c> n (i) vorbereitet sein müsse und bie Befehle für bie revolutionären Avantgarbe-Gruppen der Emr- 6er Regierung keine Schwierigkeiten in ben Weg legen mürbe. Was bie 4O-Stunben- woche anbelange, so sei festzustellen, baß bereits in verschiebenen Werken ber Rüstungsinbustrie Aen- berungen vorgesehen ober durchgeführt seien. Die Gesamtarbeitszeit in der Woche könne in "'n Werken noch weiter gesteigert wer- Auch in der Privatindustrie konnten im Rah- von Kollektivverträgen Aenderungen in Arbeitszeit zugebilligt werden. t e r s begangene Unrecht durch einen weiteren solchen Akt vermehrt. Wir machen Eure Durchlaucht auf diese schwere Schädigung des deutschen Kulturlebens in Brünn auf- merksam und bitten Sie, sich durch Entsendung eines Beauftragten Ihrer Mission über dieses typische Beispiel aus der großen Zahl ber Schädigungen ber beutschen Volksbelange in der Gemeinde mit der größten deutschen Einwohnerzahl näher zu informieren." Die Depesche an Ministerpräsident Dr. Hodza hat folgenden Wortlaut: „Nachdem wir uns bereits vor Monaten an Sie, Herr Ministerpräsident, in der Brünner Theaterangelegenheit gewendet haben, rufen wir Sie wegen des uns endgültig durch die Brünner tschechische Rathausmehrheit zu« gefügten Unrechts an. Der Brünner Stadtrat hat heute beschlossen, das von der Gemeinde dem deutschen Theater bisher zur Verfügung gestellte Redoutengebäude zu entziehen und dieses einer kleinen, gar nicht deutschen Jnteressentengruppe zu übergeben. Bevor dieser Beschluß von der Gemeindevertretung sanktioniert wird, bitten wir Sie um Ihr Einschreiten." Ipruch- eldung n« V« IO» erreichen nfaU nn- geitefl Ib Prag, 26. Aug. (DNB.) Die „Sudetendeutsche Bauernzeitung", ein Zweigblatt der „Rundschau Konrad Henleins, veröffentlicht im vollen Wortlaut ein Dokument, das geeignet ist, die Arbeit der Komintern in ber Tschecho-Slowakei unb ihre wahren Hintergründe von neuem aufzudecken unb zu unterstreichen. Es hanbelt sich derbem Dokument um einen Beschluß ber U V K S B., Sektion Prag, zur Herausgabe eines „M o - bilisierungsplane s", ber an „alle Führer ber Sturmorganisationen unb Propaganbatruppen der Kommunistischen Partei in ber Tschecho-Slowakei" geheim gerichtet ist. Der Beschluß ist unterzeichnet von bem Führer ber Ortssektion ber Komintern, Klement Gottwalb. In bem Dokument, bas als „Befehl Nr. 8—1" herausgegeben ist, wird zunächst auf bie Notwenbig- feit ber Äenberung ber kommunistischen Taktik, die bekanntlich zunächst unter bem Deckmantel ber Demokratie ihre bunflen Ziele verfolgte, hingewiesen unb Anweisung zur Vorbereitung „ illega - (er Arbeit" gegeben. Hierzu wirb m dem „Beschluß" zunächst von der Ortssektion ber Komintern „proletarisch^ Parteibereitschaft" (!) angeorbnet unb bie Ernennung von Aktionsausschüssen vor- qenommen. Diese Aktionsausschüsse zerfallen nach der geheimen Anweisung in vier Gruppen, für de- Oaladier bleibt fest. Paris, 26. Aug. (DNB.) Die Aussprache zwischen bem Ministerpräsibenten und der Abordnung des ß i n k s a u s s ch u ss e s ber Kammer hat kein endgültiges Ergebnis gebracht. Wie aus ben Wandelgängen ber Kammer hierzu verlautet, habe D a I a b I e r feine bekannte Stellungnahme bei behalten. Er habe nicht im geringsten die Absicht, so habe er erklärt, bas Gesetz über bie Dierzigstunbenwoche anzutasten, jeboch habe er ben festen Willen, bie Bebürfnisse ber ßanbes» oerteibigung ficherzustellen. Der Ministerpräsibent habe ebenfalls bie Vermutung von sich gewiesen, die Regierungsmehrheit änbern zu wollen. Gegenüber bem Wunsch der Sozialdemokraten und Kommunisten auf eine frühere Einberufung der Kammer habe er schließlich erklärt, baß im Notfälle ben Umftänben entsprechens ber Ministerrat eine solche Entscheidung treffen würde. Slum Unff ein. Paris, 26. Aug. (DNB.) Wie aus ben Wanbel- gängen ber Kammer verlautet, hat die sozialbemo- kratische Parlamentsgruppe bis in ben späten Nachmittag hinein getagt. Dor ben Abgeordneten und Senatoren sowie Den Mitgliedern des Verwaltungsausschusses der Partei ging ßeon Blum insbesondere auf die außenpolitische ßage ein. Er schloß feine Ausführungen mit der Erklärung, daß angesichts der augenblicklichen Umstände die Sozialdemokratische Partei den Ausgaben 12 fiter aöratmeier. fier«. drei Ml hochm'str I rbinbung W ■ lesi-BöhM w lerre ist Übel' t gestern wiebel' .gen ist, Xin rnmt 3m R'-' nö Brü-ken ab- r (Elbe sind aus au stehen alle mwind hat.'"' e große Wind- üben sind ach zu verzeichnen. >nfaÜ5 bedeuten- TschechischeDeleidigung des deutschen Gowaieniums präg enthüllt sein wahres Gesicht. — Llnd die ^Regierung Hodza sieht duldsam zu. Unfall bei litauischen Seeübungen. TNilitärflugzeug abgestürzt. Das litauische Schulschiff „Präsident Srnetona" hielt zusammen mit einem Militärflugzeug auf See unweit des Badeortes Polanaen Uebungen ab. Aus unbekannter Ursache stürzte das Flugzeug ab. Die aus zwei Mann bestehende Besatzung versuchte sich durch Fallschirmabsprung zu retten. Während ein Mann noch lebend aus den Wellen aufgefischt werben konnte, trieb ber zweite weit in bie offene See ab, wo er ertrank. Das Flugzeug versank spurlos. Wetterbericht Das Schlechtwettergebiet, bas seit Tagen in Mit- telbeutschlanb zu anhaltenben Regenfällen führte, nahm am Freitag auch stärkeren Einfluß auf Westdeutschland, so daß es hier bei starker Bewölkung ebenfalls zu Niederschlägen kam. Die Belebung der Wirbeltätigkeit über England, die wieder eine lebhafte Luftströmung in Gang bringen wird, läßt vorübergehend eine leichte Besserung des Wetters in Westdeutschland erwarten. Beständigkeit ist aber nicht wahrscheinlich. Vorhersage für Sonntag: Veränderliche Bewölkung, zeitweise auch aufheiternd, trocken. Bei schwachen vorübergehenden westlichen Winden Temperaturen wenig geändert. Vorhersage für Montag: Bei auf- frischenden westlichen Winden freundlicheres, aber nicht beständiges Wetter. ßufttemperaturen am 26. August: mittags 15,6 Grad Celsius, abends 15,1 Grad; am 27. August: morgens 14,6 Grad. Maximum 16,4 Grad, Minimum heute nacht 14,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 26. August: abends 15,8 Grad; am 27. August: morgens 15,2 Grad. Hauptschriftleiter vr. Friedrich Wilhelm ßange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum« schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. ßange (in Urlaub), i. V.: Ernst Blumschein; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. VII. 38: 9034. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. ßange, K.-G., sämtlich in Gießen. Mvnatsbezugspreis RM.- 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkausspreks 10 Pf. unb Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. der deutsch, antwortete i er Unter- und Staats- die sich aber Handlung der Diese Dinge andreise von der Lander islerprasident >si dank hem; »rch den 2ln- Uebergangs- diesem Selbe überwunden' te Frage sei , die bisher llaldbeslanden -res aktuelles beiderseitigen tig durch die die ungarische i sei. ter Wolfen die chmaligen Der- f)er$iid)e Saft’ uffdjen Volkes Die von uns roiebergegebenen Aeußerungen aus her tschechischen Presse stellen keine Einzeler^- Meinung ober „bedauerliche Entgleisungen" ! ar. Derartige Haßergüsse finden sich täglich in rieten tschechischen Blättern. Ein Prager Minister hat einmal den Ausspruch getan, daß es ein Glück itir die Tschechen sei, daß die Welt ihre Tresse nicht lesen kann, denn es würden rjnen dadurch viele -Unannehmlichkeiten erspart. Das i't ein wahres und offenes Wort. Wir glauben richt, daß die Engländer mit Engelszungen zu ben Tschechen reben würben, wenn sie von ihnen bau- arnb mit ben gleichen Unverschämtheiten bebadjt würben, wie bas Deutschtum. Vor ein paar Tagen wagte es die Prager Journaille, ben allen Deutschen heiligen Soldatenkönig Friedrich in der ! schamlosesten Weise zu beschimpfen und damit bas '«eutsche Volk zu verletzen. Heute wirb bie Ehre 1 e r deutschen Wehrmacht bespritzt. IZleichzeitig aber hat man die freche Stirn, weitere sulche Schmähartikel anzukündigen. Der englische Vorwurf war also an bie falsche Abresse gerichtet. Die Zurückhaltung ber beutschen Presse angesichts ter seit Jahr unb Tag erfolgenben ununterbrochenen i chechischen Anpöbelungen ist beispiellos. Ueber bie i chechischen Frechheiten schweigenb hinwegzugehen — bas wäre freilich zuviel verlangt! Was man hoffentlich auch in ßonbon einfehen wirb. Die „Berliner B o r s e n z e i tu n g" schreibt: Dir empfehlen diese charakteristische Aeußerung 'schechi scher Verlogenheit unb 23er» ^or fenbeit genauester Beachtung. Das tschechi- che Blatt produziert, um zu beleidigen und zu ' etzen, ein Greuelmärchen von besonders c em ein er Ar t. Die Veröffentlichung ist ein ungewöhnlich herausfordernder Versuch, ben beutschen solbaten des Weltkrieges und in ihm bas deutsche Volk zu beleidigen. Wir empfehlen die leufjerung des tschechischen Blattes der allgemeinen Aufmerksamkeit, besonders auch militärischer Beobach- i?r, die neuerdings die Auffassung propagieren, die Tschechen seien versönlich, aber die deutsche Presse °i aufgeregt und wirke störend. Was würden eng» ■ sche Blätter sagen wenn etwa Tschechen versuchen würden, den Ehrens'child des britischen Frontsoldaten in so gemeiner Weise zu beschmutzen? Das tschechi- iche Blatt kündigt weitere Unverschämtheiten an. Die tschechische Regierung duldet ein solches '.Betragen und macht sich dadurch, wie schon so oft, mitschuldig an der durch die tschechischen Hetzer > letriebenen Verbreiterung der Kluft zwischen Berlin tnb Prag. Der „Berliner Lokalanzeiger" hebt her- ivr, daß bie unerhörten Ausfälle unter D u l - tung der Behörden erfolgten, und schreibt iann u. a.: Die Sudeleien des tschechischen Blattes reichen weder den deutschen Soldaten des Weltkrieges, noch ben deutschen Solbaten vop heute auch u Wessel-Wall 44. und Lieferbar durch: Gaswerk-Biohumwerk Ruf 31682 Gegründet 1894 Gießen, Bahnhofstr. 49, Rn! 3941 Wir suchen für den weiteren Ausbau für die Bezirke Giegea, Marburü, Dillenbiirö einen tüchtigen Vertreter 5520 V Schrift!. Angeb. unter 03882 an den Gieh. Anz. Alb.Sternberger Buchhandlung, Bad-Nauheim. den kraftvollen Natur-Humus-Dünger Beginn der Sprechstunde: Montag, 29. August 5503D Verwende bei allen Gartenarbeiten »GESUCHT 1-1 x/l Autostunden v. FFM. WOCHENENDE auf abgeleg. 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Sv wurde es dann unter Friedrich dem Großen nach dem Bau des Finow-Kanals möglich, die mitteldeutschen Salze ans der Gegend um Magdeburg auf dem Wasserwege bis nach Stettin und damit in den Ostseeraum zu befördern. Im 19. Jahrhundert begann die große Zeit des Kanalbaues, die durch die industrielle Entwicklung und die Einigung des Reiches ausgelöst wurde. In jener Zeit wurden auch die Pläne propagiert, nach denen ein großer Kanal von des Reiches Grenze, vom Rheinstrom über die Ems, die Weser, die (Elbe, die Oder, das Weichseltal erreichen sollte. Vor allem nachdem im Jahre 1866 Hannover endgültig dem preußischen Staate einoerlei’bt worden war, propagierte pian aus politischen Gründen dieses Projekt,' um die brandenburgischen Stammlande über das neue Land Hannover mit den preußischen Besitzungen im Westen enger zusammenzuschließen. Nach vielfältigen Widerständen wurde schließlich als erster Teil eines derartigen Kanales der Dortmund—Ems-Kanal gebaut, später kam der Ausbau dieser Wasserstraße bis zur Weser hinzu. Damit hatte man erreicht, daß das industrielle Kraftzentrum des jungen Reiches, das Ruhrgebiet, einen Zugang zu den deutschen Seehäfen erhielt und d er Rhein mit einer deutschen Mündung ausge stattet wurde. Was immer noch fehlte, war aber jene große Lebensader, die den Zusammenschluß des industriellen Westens mit dem Agrar- Osten bringen sollte. Im Weltkriege empfand man es sehr schmerzlich, daß das Stück Kanal zwischen Weser und Elbe fehlte, das die Stromgebiete des Ostens und des Westens, die nun beide bereits aus- gebaut waren, zu einem einheitlichen Wasserstraßensystem verband. Manche der vielen Massentransporte, die der Weltkrieg bedingte, hätte man gern über einen solchen Weg geleitet. Aber erst vom Jahre 1926 an begann man mit dem Bau dieser noch fehlenden Strecke, ein Bau, der nur zögernd sortqeführt wurde, und erst in dem großen Wasserstraßenprogramm nach dem Jahre 1933 seine schnelle Förderung und Fortsührung sand. Wenn jetzt in diesem Herbst das Schiffshebe - werk in Rothensee bei Magdeburg cin- geweiht werden wird, so sind damit von Duisburg bis Magdeburg 460 Kilometer Wasserstraße 'ausgebaut worden. Dieses Schiffshebewerk ist übrigens nächst dem bei Niederfinow in der Mark Brandenburg das größte Schiffshebewerk der Welt. Nun werden die Schiffe, die auf dem Kanal von den Stromgebieten des Westens kommen, hier über einen Zweigkanal in Hier wohnt er, sagt die Stimme. Ja, sagt eine zweite. Aber er soll so scheu sein. Was heißt das nun? Natürlich muh ich sogleich aufstehen und leise zum Fenster schleichen, es war immerhin eine ziemlich treffende Bemerkung. Ich schaue hinaus, und weil das nicht mehr zureicht, stecke ich den Kopf durch das Gitter. Aber in diesem Augenblick dreht sich das eine der beiden Wesen noch einmal um und sieht, mich mit gerecktem Hals und lächerlich zerrauftem Haar, ich kann um alles in der Welt den Kopf nicht schnell genug wieder einziehen. Es gibt freilich auch dreistere, die stehen plötzlich vor der Tür und kichern und stoßen sich an. Nach einer Weile klopft es auch wirklich, und dann knöpfe ich in Gottes Namen den Hemdkragen zu und führe die beiden herein. Die eine hat einen Zettel mitgebracht, damit ich ihr einen Vers darauf schreibe, sie sammelt solche Zettel. Die andere aber, die Hübschere, ist eigentlich nur spaßeshalber gekommen, um mir dabei zuzuschauen. Sie hat überhaupt noch keinen lebendigen Dichter gesehen, immer nur Denkmäler. Nun, was mich betrifft, ich bin keineswegs aus Stein, sondern ein zugänglicher Mensch. Man darf bei mir in der Stube umhergehen und alles genau betrachten, darf sich in jeden Stuhl setzen und Bilder aus dem Fach kramen, und wenn man einen üppigen Mund hat und winzige Sommersprossen auf der Nase, dann darf man auch Fragen stellen, obwohl mir dabei der Reim wieder entfällt, den ich eben gefunden habe. Ob ich denn diese vielen Bücher auch alle gelesen hätte? Einige. . Und wie das eigentlich zuginge, ob ich mich einfach hinsetzte und schon fiele mir etwas Gereimtes ein? Ach nein, erkläre ich, viel öfter etwas Ungereimtes. Aber die Leute merken es gar nicht immer. Natürlich, sagt has Fräulein, als habe es ohnehin nichts Besseres von mir und den Leuten erwartet. Und ob ich immer nur Verse mache ober manchmal auch etwas anderes? Ja? Was denn zum Beispiel. Zum Beispiel diese Uhr an der Wand, behaupte ich, um mir ein neues Ansehen zu geben. So. Und die Bilder vielleicht auch? Ja, sage ich zerstreut, denn ich habe den Reim wieder gefunden. Und diesen Krug auf der Truhe? Jawohl, erkläre ich, auch den, mein Kind! Und woraus? v , ., Aus Lehm und Geist, sage ich und schreibe meinen Vers auf den Zettel. . Aber dann müssen wir beide lachen, denn ich habe schändlich ausgeschnitten, es klebt ja eine Marke unten auf dem Krug. Nein, sagt die Freundin säuerlich, nein, Liese, du bist entschieden zu vorlaut. Sie ist die Weitere von den beiden, sie hat keine Sommersprossen auf der Nase. Das Kind aber verstummt, und ich wende mich auch wieder zu meinem Gedicht, ein wenig betreten. Es ist ja wahr, ich sollte mehr Würde zeigen, das bin ich dem Ansehen meiner Zunft schuldig. Wohin kämen wir, wenn jedes stupsnäsige Mädchen seinen Spaß mit uns treiben könnte? Wenn gar die Leute ansingen, bei allem, was wir ihnen zeigen, auch den Boden zu besehen! Nein, mir dürfen uns nicht zu sehr gemein machen, auch in dem nicht, was sterblich an uns ist. Denn der Gott, der nur einmal merken läßt, daß er eine weniger erhabene Kehrseite hat, der ist auch schon entthront. Ich bin freilich nur ein kleines Licht unter so vielen Leuchten. Und wenngleich man sagt, es sei kein Heiliger so gering, daß er nicht doch darauf hielte, seine eigene Kerze zu haben, zuweilen ist es mir dennoch viel wert, wenn einmal ein Bauer an mein Fenster tritt und ein paar verständige Worte mit mir redet. Oder wenn sonst jemand kommt, nicht, weil er etwas besonders Tiefsinniges von mir hören möchte, sondern weil er meint, ich sei vielleicht auch ein Mensch, dem Fleisch und Blut lieber ist als Papier und Tinte. Gut, wenn Gott einem von uns manchmal die Zunge löst, daß er den Menschenbrüdern etwas zum Trost sagen kann. Aber in uns allen ist das Beste stumm. Auffahren in Frankreich. Das Autofahren in Frankreich ist ein Kapitel für sich. „Individuell" ist ein viel zu schwacher Ausdruck für das, wie der Franzose fährt. Zunächst einmal kann er auf der Landstraße keinen Vorfahrer leiden, er muß überholen. Dazu kommt eine kindliche Freude am Hupen: ein einzelner Wagen veranstaltet wahre Hupsymphonien, die Unwillen, Warnung, freundliche Begrüßung und noch vieles andere mehr ausdrücken. Der Franzose ist ein scharfer, aber guter Fahrer. In drei Wochen Fahrt durch Frankreich habe ich, so plaudert Dr. Rudolf Peche! im Septemberheft von Velhagen & K 1 asings Monatsheften, nur einen wirklich rücksichtslosen Fahrer erlebt. Der französische Automobilist behält seinen Wagen in der Hand, aber er fährt fast nur auf Bremse; doch das hat der Konstrukteur einkalkuliert. Man gewöhnt sich bald an Dinge, die dem in der die Elbe einfahren können und dann Hamburg und Dresden und über den Ihle- und Plauer-Kanal Berlin, Stettin, Breslau, Bromberg, Danzig erreichen können. Zum ersten Male kann man nun von einer einheitlichen und geschlossenen deutschenBinnenschiffahrt sprechen. Der Bau dieses Kanals und die Hoffnungen auf den Derkehrsauffchwung, die man daran knüpft, haben Veranlassung zu einer Anzahl weiterer Projekte gegeben. So wird der Mittellandkanal selbst in einer technischen Meisterleistung mit einer großen Brücke bei Magdeburg noch über die Elbe geführt werden, um einige Kilometer weiter den Jhlekanal, der den direkten Zugang zur Havelwasserstraße vermittelt, zu erreichen. Diese Kanalüberführung über die Elbe soll im Jahre 1942 fertiggestellt sein. Es wird sich dann dem Schiffer auf der Elbe das seltsame Bild bieten, daß über seinem Kopf noch einmal ein Kahn seinen Weg nimmt. Weiterhin ist man darangegangen, d i e Saale bis Merseburg für 1 000 - Tonnen» Kähne auszubauen und von dort aus durch den Elster-Saale-Kanal auch für Leipzig einen Wasseranschluß zu schaffen. Dieser Dem Auge das Beste! Lassen Sie sich beraten von Optiker dem Optiker Ihres Vertrauens I Seltersweg 33 / Kassenlieferant. Südflügel des Mittellandkanals wird in wenigen Jahren fertiggestellt sein. Im Netz der Berliner Wasserstraßen ist man eifrig dabei, sowohl die Kanäle, als auch die Schleusen für die Aufnahme des Mittellandkanalverkehrs vor allem für den Verkehr mit Schiffen von 1000 Tonnen Tragfähigkeit einzurichten. Auch das westlichste Stück des Mittellandkanals, der Dortmund-Ems-Kanal, wird zur Zeit vergrößert, hier geht man schon daran, sich auf das 1500-Tonnen-Schiff einzustellen. Da mit einer ständigen Ausweitung des Verkehrs auf Kanälen und Flüssen gerechnet wird, schweben zur Zeit eine Anzahl weiterer Kanalprojekte, wird der Ausbau anderer Wasserstraßen bereits tatkräftig vorgenommen. Wir können nur einige der bedeutendsten Arbeiten nennen. So wird von Bramsche am Mittellandkanal aus der Hansa-Kanal gebaut, der eine kurze Verbindung aus dem westdeutschen Industriegebiet zu den deutschen Seehäfen Bremen, Hamburg und Lübeck bildet. Im Osten wird der M a s u r e n k a n a l die dortige Seenplatte mit dem Hafen Königsberg verbinden, während in Oberschlesien die Oder durch den Adolf - Hitler - Kanal von Cosel bis in das dortige Industrie-Revier nach Gleiwitz verlängert wird. Das größte Kanalprojekt ist die Verbindung des Rheins mit der Donau. Hierfür wird der Main bis Bamberg ausgebaut werden, von dort soll ein Kanal über Nürnberg-Fürth gehen, der bei Kelheim in die Donau münden soll. Ein anderer Plan sieht die Verbindung dieser beiden Ströme über den Neckar und einen Neckar- Donau - Kanal von Plochingen bis Ulm vor. Jedoch ist dieser zweite Plan noch nicht vor der endgültigen Verwirklichung, während die erstgenannte Wasserstraße bereits im Jahre 1945 befahrbar sein soll. Biedenkopfs Heimatmuseum zählt über 1OOOOO Besucher. Lpd. Biedenkopf, 26. Aug. Das Heimatmuseum in Biedenkopf hat bereits mehr als 100 000 Besucher aufzuweisen, für ein Heimatmuseum eine sehr erfreuliche Ziffer. In der letzten Zeit konnten die Sammlungen des Museum wesentlich vermehrt werden, so daß es heute einen getreuen und f a ft lückenlosen Ueberblirf über d i e Geschichte und auch das V o l k s t u m des hessischen Hinterlandes gibt. Furcht der Verkehrsordnung erzogenen deutschen Fahrer zunächst ungeheuerlich dünken, und die sich bei dem unvorstellbar dichten Verkehr in Paris ins Extrem steigern: man überholt rechts, man fährt von rechts auf die andere Straßenseite und parkt dort in der eigenen Fahrtrichtung, um unvermittelt wieder in den Verkehr einzubiegen — aber es geht gut. Und in Paris wird wenig geschimpft. Der Franzose hat bei aller scheinbaren Rücksichtslosigkeit doch eine fabelhafte Disziplin: die Disziplin des Fahrenkönnens und des Ausnutzens jeder Chance. Daß der Pariser Verkehr sich so abwickelt, wie er es tut, ist diesem Umstand zu danken. Aber ebensosehr der individuellen Verkehrsregelung durch die einfach bewunderungswürdige Art der Verkehrsschutzleute, unter denen der Verkehrsschutzmann zu Pferde einen schlechthin imponierenden Eindruck macht. In Paris offenbart sich der Weltstadtcharakter auch in der Klasse der Taxichauffeure — man weiß nie, ob man einen russischen Offizier oder einen Tonkinesen erwischt: fahren tun sie alle wie der Teufel. Hochschulnachrichten. Der Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung hat den ordentlichen Professor Dr. Theodor Mayer in Freiburg i. Br. zum 1. Oktober in gleicher Diensteigenschaft an die Universität Marburg berufen und ihm die durch das Ausscheiden des Professors Dr. Stengel freigewordene planmäßige Professur für mittelalterliche Geschichte verliehen. Zugleich ist Professor Dr. Mayer zum Direktor des Instituts für mittelalterliche Geschichte, geschichtliche Hilfswissenschaften und geschichtliche Landeskunde ernannt worden. Ernannt wurden: Dozent Dr. Freiherr von Gemmingen-Homberg an der Universität Greifswald zum ordentlichen Professor für Strafrecht und Strafprozeßrecht an der Universität Halle; der ao. Professor Dr. Adolf M e y n an der Universität Leipzig zum Ordinarius für Veterinär-Hygiene in Leipzig. In der Physikalisch-Mathematischen Klasse der Preußischen Akademie der Wissenschaften in Ber - l i n wurden der Professor für Geographie Dr. Hans A h l m a n n in Stockholm und der Professor für Physik Dr. Owen Willi-ams Richardson in Lon- don zu korrespondierenden Mitgliedern ernannt. Sein fünfzigjähriges Doktorjubiläum beging kürzlich der em. o. Honorar-Professor für Indische Philologie, Kulturgeschichte und Bibliothekswissenschaft, ehemaliger Direktor der Universitäts-Bibliothek Göttingen Dr. phil. Richard F i ck. schen Platz finden könnten, die jedenfalls England allein zu stellen nicht in der Lage wäre. Ehe man freilich an eine großzügige und wirtschaftlich sinnvolle Siedlung denken kann, müßten die wirtschaftlichen Verhältnisse grundlegend gebessert werden. Der Farmer in Kanada fuhrt em recht bescheidenes Leben. Er wirtschaftet extensiv, wie übrigens auch in den meisten Gebieten der Vereinigten Staaten. Seine Behausungen sind oft primitiv. Aber eine wesentliche Intensivierung der Wirtschaft, die doch eine dichtere Besiedlung mit sich bringen würde, setzt zunächst eine Besserung „ber Ab- fatzoerhältnisse voraus. Port Arthur an der USA. reist, wird auch eine verhältnismäßig kurze Fahrt einen Einblick in unverdorbene amerikanische Natur vermitteln, und zwar nicht aufgehoben in Parks, sondern als Gesicht der Landschaft überhaupt dargeboten. Und was an Wirtschaft aus dem Lande blüht — natürlich van den Städten abgesehen — ist noch größtenteils Kolonisation, die mit dem Boden ringt. den Bewohnern Achtung vor der deutschen Verwaltung einzuflößen, und ihr deutschesKolonial- system war den Lebensbedürfnissen der eingeborenen Bevölkerung ange - paß t." Ich frage hier nicht, wie sich dies Bekenntnis mit der kolonialen Schuldlüge verträgt, die dazu herhalten mußte, Deutschland seiner Kolonien zu berauben, sondern nehme das Urteil so wie es dasteht und frage: Was hat nun England als Mandatsmacht getan, um die „natürlichen Hilfskräfte" Ostafrikas und feiner Anteile an Kamerun und Togo weiterzuentwickeln? In Ostafrika steht Sisalhanf dem Wert nach an erster Stelle der Produktion. Seine Kultur wurde von den Deutschen eingeführt, und es gibt in ganz Ostafrika, vom Kenya bis zum Sambesi, keine einzige Sisalagave, die nicht von den auf deutschen Plantagen ,fur deutschen Zeit gepflanzten abftammte. Ebenso haben die Deutschen den Kaffeeanbau in Ostafrika eingeführt, und auch der erste Teestrauch wurde, schon vor der Mandatszeit, auf einer deut- bie Würste im Stich und verschwand im Tuntet Sein nächster Besuch in der gleichen Nacht galt einem Keller, in dem er Lebensmittel vermutete Auch hier wurde er gestört und ^nutzte Feriengelo geben. L., der verfolgt wurde, nahm seinen Weg zum Main und tauchte mit den Kleidern in den Fluten unter. Seine Verfolger konnten ihn aber stellen. Der Staatsanwalt beantragte vier Jahre Zuchthaus, fünf Jahre Ehrverlust und Siche- rungsoerwahrung gegen den Angeklagten. Das Gericht erkannte denn auch auf diese Strafe gegen den Rückfälligen. Gegensätze, wie man sie in Amerika so oft antrifft. Der erste Eindruck, den eine Reise durch kanadische Ebenen hinterläßtz dürfte natürlich der von der Größe und Weite fein. Wieviel freien Platz es doch noch auf dieser Welt gibt! Und in der Tat! Mit etwas über 9,5 Millionen Quadratkilometer erreicht Kanada fast die Größe Europas (10 200 000 qkm). Während aber in Europa 520 Millionen Menschen wohnen, sind in Kanada nur 10 377 000 beheimatet. Kommen in Europa also auf einen Quadratkilometer 51 Bewohner, so in Kanada nur rund 1,1. Die Bevölkerungsdichten verhalten sich also fast genau wie 50:1. Dazu kommt, daß sich auch in Kanada ein besonderes Anwachsen der Großstädte bemerkbar macht. Montreal, die hauptsächlichste Handels- und Industriestadt, hat rund 815 000 Einwohner, gegenüber der Gesarnt- beoölkerung des Landes eine ganz außerordentlich hohe Zahl. Es unterliegt natürlich keinem Zweifel, daß in Kanada noch viele Millionen Men- Wenn man Nordamerika kennen lernen will, darf man sich möglichst nicht auf die Vereinigten Staaten beschränken, sondern muß am besten einen Eindruck vom britischen Dominion Kanada gewonnen haben, ehe man das sogenannte Land der unbegrenzten Möglichkeiten betritt. Kanada ist eben doch noch ein Stück Welt für sich, das einerseits zweifellos trotz vieler Uebereinftimmungen einen Kontrast gegenüber USA. erkennen läßt und anderseits ein Bild Amerikas vermittelt, das zum großen Teil jedenfalls noch an den ^Zustand des Erdteils erinnert, wie er vor 100 und vor 200 Jahren gewesen ist. Die unendliche Weite, die Urwüchsigkeit kaum von Menschenfuß betretenen Bodens wird dem klar, der etwa einmal von St. John herunter nach Montreal fährt. Es gibt nicht viel Gebiete auf der Welt, die wohl so viel ursprüngliche Natur zeigen, aber gleichzeitig doch wieder einen Blick gewähren in den Eroberungszug des Menschen gegen noch kaum berührte Gegenden des Erdballs. Eine solche Fahrt ist gewissermaßen lebendige Entdeckungs- und Kolonisationsgeschichte, die man bequem aus dem Aussichtswagen genießen Fann. — Urwald und Pullrnan-Expreß, auch zwei polare Einbrecher sprang auf der Flucht in den Main. Lpd. Frankfurt a. M., 26. Aug. Dem ^jährigen Angeklagten, der im blauen Sportkittel vor der Großen Strafkammer stand, sah man es nicht an, daß er in seinem Leben schon über fünfzehn Jahre i n Gefängnissen und Zuchthäusern zugebracht hat. Er macht einen völlig clair, New Jersey, ließ sich eine Frau von ihrem Manne scheiden, weil er anstatt m seinem Bette durchaus auf einer Plattform schlafen wollte, die er sich in einem Baume gebaut hatte. In Ohio hatte ein Mann eine Frau mit einem Glasauge geheiratet. Erst nach der Hochzeitsfeier hatte er diesen Schönheitsfehler entdeckt und war wutentbrannt zum Scheidungsrichter gelaufen, um sich von der Frau wieder zu trennen. Der Richter ging aber nicht darauf ein, sondern belehrte ihn, daß l auch hier die Regel gelten' müsse, daß ein Käufer sich die Ware vor dem Abschluß des Kaufes an- fehen müßte. Ein Mann in Kansas City wollte darauf bestehen, daß feine Frau ihn zu allen Ring- und Boxkämpfen begleitete, und als sie sich weigerte, strengte er die Scheidungsklage an. Er wurde jedoch abgewiesen. Dagegen wünschte eine Frau in Indiana, von ihrem Manne geschieden zu werden, weil er es vorzog, in die Abendschule zu gehen, statt sie ins Kino zu- führen; auch sie hatte kein Glück. In Neuyork war ein Mann mit dem Kaffee, den feine Frau bereitete, nicht zufrieden und verlangte die Scheidung, aber der Richter fand den Grund nicht genügend. Ein anderer Neuyorker wollte seine Che aufgehoben sehen, weil er sich betrogen fühlte; fein Schwiegervater hatte ihm eine Anstellung für 25 Dollar wöchentlich als Zugabe zu seiner Frau versprochen; er bekam auch beides, aber die Anstellung dauerte nur einen Monat. Der Richter setzte ihm jedoch auseinander, daß die Ehe kein Geschäftsabschluß sei, und verweigerte die Scheidung. Hundert Jahre Fez. AS. Kairo. .harmlosen Eindruck, dabei ist er der Kriminalpolizei 1 feit langem als einer der geriebensten Einbrecher bekannt Er war u. a. 1931 Mittäter bei- einem schweren Einbruch in der Allerheiligenstraße, wo em Tresor aus der Wand gebrochen wurde. Der aus IGießen gebürtige Angeklagte Albrecht L. ging I anfangs Juni mit einem Koffer nach Fechenheim. „. rr r iVor einer Metzgerei stellte er den Koffer ab, schlug schen Missionsstation unweit des Niassasees ge-1 .R Fenster ein und kletterte ins Haus. Im Laden pflanzt. Deutsche Verwaltungsbeamte haben die Um- plünöerte er die Kasse und hing eine Anzahl Würste geborenen von Bukoba, am Westufer des Victoria- yUs er den Koffer holen wollte, rief jemand aus Sees, zuerst gelehrt, Robusta-Kaffee einem Fenster des oberen Teiles des Hauses. L. Uetz und ein deutscher Reispflanzer und Muhlenbesitzer hat die Reiskultur in der Gegend von Muansa, die jetzt ansehnliche Erträge liefert, eingeführt. Deutschland hat die landwirtschaftliche Station von Amani, unweit Tanga, gegründet, die von der Mandatsverwaltung immer noch nicht auf den Stand gebracht worden ist, den sie zur deutschen Zeit besaß. Die ostafrikanischen Goldvorkommen find alle schon unter der deutschen Verwaltung entdeckt und dum Teil I auch ausgebeutet worden. Selbst das Gold im Lupa-1 Gebiet, wo die Ausbeute erst zur Mandatszeit begann, hat ein deutscher Elefantenjäger gefunden. Auf der Insel Mafia gab es eine deutsche Station, auf der zur Bekämpfung der Tsetse Studien gemacht wurden, die von den englischen Tierärzten I immer noch nicht zum erfolgreichen Abschluß gebracht worden sind, und das rettende Mittel gegen die Schlafkrankheit, die Ostafrika mit einer verderblichen Invasion bedrohte, wurde von der deutschen Wissenschaft gefunden. Dasselbe gilt von den zwei andern sanitären Geschenken Deutschlands an alle von Malaria verseuchten Gebiete, die beide dem Chinin überlegen sind, dem Atebrin und Plas- (JHL Seilersweg Nr. 67 adlO Telephon Nr. 3170 eparaturen ,«g? l freilich, ob cs richtig sein würde, die Waldgebiete allzusehr auf Konto der Landwirtschaft zu verdrängen, wenn schon die Wälder noch manche Gebiets-1 reserve bieten. Die Landwirtschaft könnte mehr, und zwar viel mehr Menschen durch intensivere Wirtschaft ernähren, wenn genügend Absatz da ist. Der kanadische Wald gehört aber zu den letzten großen Walübeständen der Welt, und man wird jedenfalls gut tun, bei dessen Zerstörung nicht in die Fußtapfen der USA. zu treten. Wenn er pfleglich behandelt wird, kann er eine Quelle des Wohlstandes bleiben. Ich weiß nicht, wieviel Milliarden Dollar die Vereinigten Staaten geben würden, wenn fiel die Hälfte des Waldes rasch zurückgewinnen könnten, den sie im Raubbau vernichtet haben. Die kanadische Regierung in Ottawa ist klug genug, den Reichtum des Landes mit Sorgfalt zu hüten. Eine Forstwirtschaft in unserem Sinne wird es dabei auf Jahrzehnte hinaus kaum geben können. So hat man alles in allem von Kanada den Eindruck, daß die Natur dieses Land reich gesegnet hat. Die klimatischen Verhältnisse im Norden lassen gewiß manche Einschränkungen zu. Aber es fehlt in Kanada an Menschen, um den Segen des Bodens gebührend zu heben, und nicht nur an Menschen, sondern auch an wirtschaftlicher Vernunft bei Staaten, die menschenarme Gebiete beherrschen, um dazu beizutragen, daß eine Steigerung des Ertrages sich wirklich zum Segen aus- wirken würde. Für jeden, der von Kanada nach Durch Kanada nach USA Von Or. Rudolf Albert. nv. Leistung und Rechte in Afrika. T i k o , Kamerun, den 23. Juli 1938. Die Summe einer halbjährigen Studienreise durch Afrika, deren Hauptzweck es war, die kolonialwirtschaftlichen Leistungen des letzten Menschenalters zu beobachten und von ihnen aus ein Bild zukünftiger Entwicklungsmöglichkeiten zu gewinnen, kann auf verschiedene Art gezogen werden. Ich möchte es jetzt, wo ich im Begriff bin, an Bord eines deutschen Motorschiffs, des „Pelikan" zu gehen, der uns in die Heimat zurückbringen soll, in der Weise tun, daß ich die heute noch fortwirkenden deutschen kolonialen Leistungen damit vergleiche, was in unfern alten Schutzgebieten, die uns unter der unwahrhaftigen Mandatsformel genommen wurden, seitdem von den Mandatsoerwaltungen aufgebaut worden ist. Ich bin weit davon entfernt, die englische, französische und belgische Kolonialpolitik und Kolonialwirtschaft innerhalb der eigenen afrikanischen Besitzungen dieser Mächte zu bekritteln. Wenn ich mich auf einem bestimmten Gebiet, dem der Eingeborenenpolitik, gegen sie erkläre und namentlich die englische für gefährlich, ja verderblich halte, so hat das nichts mit der Anerkennung der Fortschritte zu tun, die im ganzen genommen in jenen Kolonien gemacht worden sind und noch gemacht werden. Ich möchte das speziell auch von den Franzosen sagen, denen zu Unrecht mangelnde koloniale Befähigung vorgeworfen wird. Das Bild ändert sich aber, sobald man die Mandatsgebiete besucht. Da fällt es auf, wie wenig fruchtbar die neue fremde Verwaltung gegenüber der alten deutschen sich bisher gezeigt hat. Am auffallendsten ist das in Ostafrika, aber auch hier am Großen Kamerunberg, der zum englischen Mandatsanteil gehört, erhält man einen lebhaften Eindruck von deutscher kolonialer Tüchtigkeit. Mir ist hier ein Blatt auf den Tisch geflogen, das an ein englisches Weißbuch vom Jahre 1922 über die damaligen Verhältnisse in den Kolonien des Empire erinnert. Darin finden sich die folgenden — auf die Mandatsgebiete bezüglichen — Sätze: „Die deutsche Verwaltung strebte danach, die Kolonien dadurch so fruchtbar wie möglich zu machen, daß sie ihre natürlichen Hilfskräfte nach Möglichkeit entwickelte, und sie tat das mit Erfolg. Sie verstand es weiter, kreuz und quer durch den Schwarzen Erdteil Briefe von einer Afrika-Reise. Don Dr. Paul Rohrbach. Zeichen vergangener Fremdherrschaft" — gemeint ist die türkische — bekämpft. Aber die große Masse der Städter — der Fellache trägt keinen Tarbusch — sieht in ihm doch noch die „nationale Kvpfbedek- kung". Die besten Tarbuschs werden auch heute noch — in Europa produziert. Sie kommen ans der Tschecho-Slowakei, die eigene Tarbuschfabriken besitzt. Konkurrenten für die tschechischen sind die neu gegründeten ägyptischen Tarbuschfabriken, die durch ihre billigeren Preise jenen den Rang ablaufen. Die Mehrzahl von Rhinozeros. Dr. Ho/Hb. Liverpool. Die Engländer haben Sorgen. Jetzt ist eine lebhafte Erörterung im Gang, wie eigentlich in englischer Sprache die Mehrzahl von Rhinozeros zu bilden fei. Diese wichtige Frage geht auch uns an. Sollen wir nun sagen: Rhinozerosse? Oder sollen wir' uns versteigen zu Rhinozerössern? Vielleicht finden sich Liebhaber, die die philologischen und grammatikalischen Hintergründe dieser Frage in das durchdringende Scheinwerferlicht ihres wohlerworbenen Wissens rücken. Ohne uns mit diesen Hut kam dem türkischen Sultan Achmed II. zu Gesicht, und dieser fand daran Gefallen. Achmed II. führte diese eigenartige Kopfbedeckung zunächst in seiner Armee ein und dann allgemein bei seinen Untertanen, die zunächst nur widerwillig davon Gebrauch machten. Don der Türkei fand der „Fez" feinen Weg in die von der Türkei unterworfenen arabischen Länder und über Aegypten hinweg nach Nordafrika. Damit wurde er sozusagen ein Kennzeichen der Muselmanen. Das erste Land, das den Fez nach fast hundertjähriger Geschichre verbot, war das gleiche, das ihn zuerst eingesiihrt hatte: die Türkei. 1926 sprach Kemal Atatürk für seine Untertanen ein Fez-Verbot aus. Die rote Kopfbedeckung war in Bann getan, als Zeichen der Rückständigkeit gebrandmarkt. Der Iran folgte nur wenig später dem türkischen Beispiel, so ist der Tarbusch auch aus dem neuen Persien verbannt. — In Aegypten gibt es eine kleine Gruppe, die heute den Tarbusch als „unmodern, rückständig und Dieses Jahr ist genau ein Jahrhundert vergangen, seit erstmals jene rotleuchtende orientalische Kopfbedeckung geschaffen wurde, die man in der Türkei „Fez", in Aegypten „Tarbusch", in Syrien und Tripolis „Taghieh", in Algerien, Tunesien und Marokko aber „Sheshia" nennt. Dieser „Fez" — so genannt nach der Stadt „Fez" m Marokko, wo eine Zeitlang.die besten Produkte dieser Art geliefert wurden — wurde zum erstenmal vor hundert Jahren von einem griechischen Hutmacher dem Publikum vorgeführt. Dieser rotleuchtende, randlose Sachverständigen im geringsten anlegen zu wollen, geben wir aus einer Zuschrift an die „Times" folgende Erwägungen eines kurz entschlossenen Praktikers wieder. Er schreibt, wobei wir sinngemäß ins Deutsche übertragen: „Die Mehrzahl Rhinozerosse scheint am einwandfreiesten. Aber auch dieser Ausdruck hat noch einen etwas pedantischen Klang. Ist nicht die Zeit gekommen, unsere wortgeschichtlichen Vorurteile etwas in den Hintergrund zu rücken und den Sprachgebrauch des Durchschnittsbürgers anzunehmen und frei weg von der Leber einfach Rhinos zu sagen?... Zoo für zoologischer Garten ist jetzt allgemeiner Sprachgebrauch geworden. Hoffentlich nehmen wir nach demselben gemeinverständlichen Grundsatz auch die Benennung der Insassen des Zoos vor, die beängstigend lange Namen haben. So würde ich also für Rhino und mit einer gewissen Zaghaftigkeit auch für Schimp (Schimpanse) plädieren." Wir wollen — um nicht mit den erwähnten philologischen Sachverständigen in Streit zu kommen — nicht verwegener als der englische Einsender sein und erwähnen feinen Vorschlag mit derselben „Zaghaftigkeit", mit der ihn der Engländer gemacht hat. Der erste Brandschaden seit 600 Jahren. AS. Riga. Eines der schönsten und historisch wertvollsten Gebäude des alten Stadtkernes von Riga wyrde durch einen Brand sehr gefährdet. Durch einen schadhaften Schornstein geriet im weltberühmten „Schwarzhäupterhaus" ein Nebenraum in Brand, worauf sich das Feuer in die Decke des herrlichen großen Saales hineinfraß. Durch Hitze und Rauch wurden das einzige nach dem Leben gemalte Porträt Peters des Großen und ein Porträt Kaiser Alexanders II. von Rußland erheblich beschädigt. Die übrigen cutt Saal befindlichen Porträts russischer Kaiser und schwedischer Könige haben glücklicherweise wenig gelitten. Das Schwarzhäupterhaus gehört heute noch der „hochwohllöblichen Kompanie der Schwarzen Häupter", einer Vereinigung deut, flrtorenen. die selbst danach »-rlanq-n. daß die Mit Sauerkraut und Klötze ... und sonst allerlei, straffer Autorität geübte Gerechtigkeit und Fürsorge D ' , der deutschen Zeit bald wiederkehren möge. Und Reuyork. damit sage ich Afrika für diesmal Lebewohl! Daß Sauerkraut und Klöße eine Rolle vor dem Scheidungsrichter spielen können, sieht man mit 1 Erstaunen aus einer Aufzählung seltsamer Scheidungsfälle, von denen in der letzten Zeit aus Amerika berichtet wurde. In Saint Louis wünschte eine Frau geschieden zu werden, weil ihr Gatte ihr Vorwürfe gemacht hatte, daß sie bei der ersten gemeinsamen Mahlzeit Sauerkraut und Rippespeer Hudson-Bai soll den größten Getreidesilo der SBelt aufgetragen hatte. Allerdings war der Richter mit aufweisen, um den Mais und Weizen von dort auf diesem Grund doch nicht einverstanden, ^?ndern gab dem Wasserwege in den eisfreien Monaten ver-1 ihr nur den dringenden Rat, ein neues Kochbuch fruchten zu können, aber man hat bei der Errich- zu kaufen. Man scheint in Saint Louis überhaupt tung sicher manche Zukunftshoffnung vorweggenom- auf gutes Essen Gewicht zu legen; denn in einem men. Fast 40 v. H. des Landes sind mit anderen Fall, der in dieser Stadt spielte, war es der Wald bedeckt, ein Hundertsatz, der sich wesent- Ehemann, der vor dem Richter erschien und die lich erhöht, wenn man den unfruchtbaren Norden Scheidung begehrte, weil die Klöße, die seine Frau zunächst überhaupt abziehen würde. Die Frage ist ihm vorletzte, ihm am Gaumen kleben blieben. ...... ................. Auch hier war der Richter nicht zu erweichen, und wenn es nach ihm geht, kleben die Klöße noch immer am Gaumen des armen Mannes. In Mont- mochin. Wenn man die englischen Mandatsberichte über Ostafrika lieft, so spürt man durchweg das Bemühen, vor der Mandatskommission des Völkerbundes ein möglichst glänzendes Bild von den Leistuj-gen der Mandatsverwaltung zu entrollen. Wer aber näher zusieht, der merkt bald die nur den Unkundigen täuschende Aufmachung. Es ist schlechterdings nichts Neues, Eignes, was die Mandatsverwaltung leistet. Alles ist nur Fortsetzung, im besten Fall bescheidener Weiterbau auf den zur deutschen Zeit gelegten Grundlagen. Direkt verschlechtert hat sich gegen früher die „Achtung" der Eingeborenen gegenüber der Mandatsverwaltung. Kein Eingeborener hat Respekt vor der formalistischen englischen Justiz, die bei Diebstählen der Eingeborenen geradezu Rechtsverweigerung für den Weißen bedeutet und die auch nichtbeamtete Engländer zur Verzweiflung bringt . (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Hier in Kamerun sind die Engländer vernünftig » ßmhr hrä ^auckiers genug gewesen, den deutschen Pflanzern, deren Be- triebe nach der Beschlagnahme sehr bald verwahr- Ad. Singapur, losten, im Jahre 1925 den Rückkauf zu erlauben. Minggu, der bekannte Munzentaucher im Hasen Damit ist unter der Mandatsverwaltung ein prak- von Singapur, ist von feinem Schicksal ereilt tisches Stück deutscher Kolonialwirtschaft wieder worden. Er, der fast em halbes Jahrhundert lang lebendig geworden, das in Afrika seinesgleichen zum Ergötzen der Zuschauer die von Bord der sucht. Beinahe 20 000 Schwarze arbeiten auf den großen Ostasien-Fahrer herabgeworfenen Münzen deutschen Kakao-, Kautschuk-, Oelpalmen- und Ba- mit unglaublichem Geschick wieder heraufzuholen nanenpflanzungen. Die Banane ist gegenwärtig das verstand, ist von einem Haifisch angegriffen und führende Produkt am Großen Kamerunberg; unser schwer verletzt worden. Die Passagiere eines Per- Pelikan nimmt 50 000 „Bündel" Bananen, 5 Mil- sonendampfers waren Zeugen dieses schaurigen Honen Einzelfrüchte, in feinen Kühlräumen mit nach Dramas. Sie sahen den Hai, versuchten auch, durch Deutschland, und er ist nur eins von der Flotte von Geschrei Minggu noch zu warnen, doch war er bisher sieben Bananenschiffen der Afrikanischen der Münze schon nachgesprungen. Das Wasser um Fruchtcompanie in Hamburg, die diesen Dienst ver- ihn herum färbte sich rot Er tauchte noch einmal sehen. Wer die koloniale Befähigung des Deutschen auf und schrie um Hilfe, und seine Freunde ver- in Zweifel zieht, der tut es, wenn er von Afrika mochten ihn aus dem Wasser zu ziehen, aber seine überhaupt eine Ahnung hat, wider fein besseres Verletzungen waren derart schwer, daß er kurz Wissen. Leistung verleiht Rechte, und noch darauf an ihren Folgen verschied. — An Minggu hat es keine koloniale Leistung in Afrika gegeben, hat sich erneut ein Aberglaube der Eingeborenen die über die deutsche ginge. Das gilt für den Auf- bewahrheitet, daß die Haie stets den Aeltesten zuerst bau der Wirtschaft wie für die Erziehung der Ein- anfallen. Das erste Rasthaus der Reichsautobahnen wird am Samstag am Chiemsee eröffnet. Das Rasthaus (unser Bild) fügt sich in seiner vollendeten Architektur völlig der Landschaft an und enthält neben Räumlichkeiten für die Beherbergung von zahlreichen Gästen auch sehr schöne im bayerischen Stil ausgestattete Wirtsraume. Zahlreiche andere Rasthäuser an den Reichsautobahnen werden diesem ersten Bau folgen. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Geschichten aus aller Wett. Oie Deutschen Lugen ^Meisterschaften 1938 Endspielgegner in den Turnieren ermittelt Run-sunkprogramm Entscheidung im Ziihrer-Zehnkamps landen, Boden Ballon für ein Aufstand, als vor einiger Zeit die ver- wegendsten unter den jungen Angestellten den Mut mit dichten Wolken überraschte. Er wollte kam aber erst um Mitternacht auf den herab, wo er sich todmüde neben seinen legte und einschlief. gelassen wurde, natürlich nur während des Som- mers. Es ist wahrscheinlich, daß die bunte Krawatte einen nicht weniger lebhaftes Meinungsstreit Hervorrufen wird, und vielleicht wird dann, wenn die strengen Hüter der City-Tradition endlich nachgeben, die Mode schon vorüber sein und keiner mehr von der Erlaubnis Gebrauch machen wollen. Gesegneter Schlaf. B. Amiens. Ein Bauer in Athies in der Nähe von Amiens war an einem der letzten Morgen höchst überrascht, als er wie üblich am Morgen durch seinen Garten ging und mitten auf dem Gemüsebeet einen halbentleerten Ballon vorfand. Noch mehr aber staunte er, als er daneben die völlig regungslose Gestalt eines Mannes liegen sah. Zunächst glaubte er, der Mann sei tot; als er jedoch näherkam, belehrten ihn gewaltige Schnarchtöne eines Besseren. Schließlich weckte er den Mann auf, der sehr verdutzt um sich sah und, als er seine Lage begriff, um Entschuldigung bat, daß er sich gerade einen Garten als Landungsplatz ausgesucht hatte. Später, als die beiden beim Frühstück faßen, erzählte der Ballonfahrer, er habe an einer Wettfahrt von Bethune aus teilgenommen und sei zu einer Notlandung gezwungen worden. Er war bei sinkender Nacht in etwa 1500 Meter Höhe, als ihn ein Gewitter Sieg kommen wollen. Grohen-Buseck — 1900 II. Die Reserve, die bei den seitherigen Spielen die Ligamannschaft durch Abgabe von Spielern unter« stützen mußte, bestreitet ihr erstes eigenes Spiel nach der Sperre. Obwohl auch hier nicht alle Spieler restlos zur Verfügung find, ist mit der Besetzung Wißmar (Klingelhöffer), Schneider, Jager, Günther, Hain, Lehrmund, Kirchner, Schmidt, Zeller, Heuser, Koch II. (Klein, Ziegler) der Stamm vorhanden, der auch die Derbandsspiele bestreitet. Sportverein 1920 Lottor. Oberurfd in Lollar als Gast! Nach längerer Spielpause treten am morgigen Sonntag die 1. und 2. Mannschaft des Sportvereins wieder auf den Plan. Ein fälliges Freundschaft^ rückspiel nachholend, werden daher die Gäste aus Oberursel erwartet. Das Vorspiel zu Ostern fonm« die Lollarer 1. Elf knapp, aber verdient mit 3:2 für sich entscheiden. Die Gäste aus dem Frankfurter Be- zirk sind ja hier schon bekannt und spielen einen zweckmäßigen Fußball. Oberursel hat inzwischen an Spielstärke nichts eingebüßt. Im Gegenteil? Nur ganz knapp wurde ihnen dieses Jahr der Aufstieg in die Gauliga von Dunlop-Hanau streitig gemacht. Aber auch die Lollarer Spieler waren während der Sommerspielpause nicht ganz untätig. So benutzten sie ihre freie Zeit zu eifrigem Training. Auch konnte die 1. Elf in zwei Heimspielabenden gegen achtbare Gegner ihre Kräfte messen. Einmal gegen die Luftwaffe Gießen, das die Flieger in einem aufopfe- rungsvollen Kampf noch in letzter Minute unentschieden 3:3 gestalten konnten. Das andere Mal konnte die Elf der Lollarer gegen den starken Mili« tärsportoerein Wetzlar mit 2:1 den Sieger stellen. Die einheimischen Spieler sind also doch etwas gewappnet. Das besagt aber nicht, daß sie gegen den großen Gegner von morgen keinen schweren Stand mehr hätten. Für die Elf gilt es morgen, sich in eine Form zu spielen, die wieder einen hoffnungs- volleren Lichtblick für die kommenden Verbandsspiele gibt". Dies sollte der Mannschaft um so eher gelingen, nachdem sie noch eine Verstärkung von zwei neuen Spielern erhalten hat. Mit der zur Zeit stärksten Mannschaftsaufstellung: K. Ziegler; Wiß- ner, Geißler; Hörstel, Thielmann, Will; A. Ziegler, Gerlach. W. Ziegler, Schaaf, A. Rudolf dürfte Lollar mindestens einen guten Eindruck machen. Lollar II — Oberurfd II. Die 2. Mannschaft bestreitet das Spiel ebenfalls in stärkster Aufstellung. Im Vorspiel mußte die Elf eine katastrophale Niederlage einstecken. Diesmal dürfte es aber nicht zu 11 Toren Unterschied fern« men. Die Mannschaft befindet sich gegenwärtig in einer ganz guten Form, die sie ebenfalls in ihren letzten Spielen unter Beweis stellen konnte. (Spielvereinigung 1926 Leihgestern. . Spogg. Leihgestern I — FC. Oberurfd 04 Reserve, i Am morgigen Sonntag erwartet die Spielver« [ einigung 1926 Leihgestern die Reserve des Meisters ! der Gruppe Friedberg zum fälligen Rückspiel. Das i Vorspiel endete 3:3 unentschieden. Wie das sonntäg- ; Spiel ausgehen wird, ist nicht vorherzusagen, • da die Gäste einen guten Fußball spielen. Die Leih- : gesterner werden alles hergeben müssen, um die I Oberurseler niederzuhalten. Leihgestern bestreitet das I Spiel mit folgender Mannschaft: Krämer; Velten, - K. Laux; Wedemann, Funk, Textor; Martini, Ar- ; nold, Krick, G. Laux, Heß. Vorher spielt die Jugend- - mannschaft gegen die 1. Jugend der Spielvereinigung , 1900 Gießen. Bei unverändert trübem und regendrohendem Wetter traten die jugendlichen Meisterschaftskämpfer am Freitag in die Nachmittagswettkämpfe ein. In den Mannschaftsspielen trafen sich Zwar nur die Unterlegenen in der Trostrunde; trotzdem war man aber auch hier mit Begeisterung bei der Sache. Nicht minder hart kämpften die Tennisspieler. Der Führer-Zehnkampf rief die Teilnehmer noch einmal zum 20-km-Orientierungs-Gepäckmarjch, der den Schlußstrich unter diesen schwierigen Mehrkampf setzte. In der Trostrunde des Fußball-Turniers war Berlin (Blauweiß Berlin) über Nordsee (Sparta Bremerhaven) 4:2 siegreich. Das Gebiet Schlesien (STC. Görlitz) hatte Freilos. — In der Trostrunde der Hockeyspieler unterlag Hessen- Nassau (RD. Limburg) der Vertretung ^des Gebietes Saarpfal; (HC. Speyer) 1:5 (1:3); hier war Ostland (DfK. Königsberg) spielfrei. — Bei den Handballern schließlich triumphierte in per Trostrunde Oestereich (Wiener SC.) über Franken (SpVgg. Fürth) mit 11:9 (6:1). Hessen-Nassau (Allianz Frankfurt) bezwang Polizei Hamburg äußerst knapp mit 5:4 (4:0). Im Schwimm st adion wurden die Vorkämpfe fortgesetzt. Sowohl in den reinen Schwimm- mettbemerben als auch in den Kunstspringen sah man vorzügliche Leistungen, die sehr beifällig aufgenommen wurden. Arn K u n st s p r i n g e n des B D M. beteiligten sich 24 Kämpferinnen. Nach zwei Pflicht- und zwei Kürübungen qualifizierten sich Heinze (Berlin) mit 46,87 P., Schloßnagel (^ranken) mit 45,30, Tartaref (Westfalen) mit 41,47, Hartenstein (Sachsen) mit 39,77, Kräcker (Oesterreich) mit 39,39 und Siekeleit (Berlin) mit 38,66 Punkten für die Entscheidung. In den Endkampf Feierliche Verpflichtung der Wettkanipfteilnehmer. Im Rahmen einer eindrucksvollen Feierstunde fand am Freitagabend im Städtischen Saalbau in Frankfurt a. M. bie feierliche Verpflichtung der 2000 Wettkampfteilnehmer an den ersten Deutschen Jugendmeisterschaften statt. Zu der Veranstaltung hatten sich zahlreiche geladene Gäste eingefunden, an ihrer Spitze Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger, Generalleutnant L e e b , Oberbürgermeister Staatsrat Dr. Krebs sowie zahlreiche Vertreter der Gliederungen der Bewegung, des Staates, der Wehrmacht und des Arbeitsdienstes, während den Saal und die weiten Ränge die 2000 Wettkampfteilnehmer füllten. • Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger hielt nach dem Einzug der Fahnen eine packende Ansprache an die jungen Wettkämpfer, in der er sie an die Aufgaben erinnerte, die ihnen gestellt seien und eine umfassende Schilderung der Sportbewegung innerhalb der HI. vor und nach der Machtübernahme gab. Durch die Neuorganisation des deutschen Sportes nach den nationalsozialistischen Grundsätzen sei nunmehr die Sicherung des Nachwuchses im deutschen Sport gewährleistet. Jetzt sei die HI. zu den ersten Jugendmeisterschaften des Kunstspringens der HI. kamen: Ernst (Westfalen) mit 88,33 P., Scheffel (Mittelelbe) mit 76,81, Langer (Mittelrhein) mit 73,40, Feh (Hochland) mit 73,07, Dürel (Niedersachsen) mit 72,57 und Betzinger (Westfalen) mit 72,40 Punkten. Die besten Zeiten in den weiteren Schwimm- roettberoerben erzielten: 100-Meter-Brust (HI.) Rogalski (Ostland) 1:16; 400-Meter-Kraul (HI.): Köninger (Mittelelbe) 5:13,7; 100-Meter- Brust (BDM.): Heidemann (Mittelelbe) 1:29,2. 200-Meter-Drust (BDM): Heidemann (Mittelelbe) 3:07,8; 100-Meter-Rücke« (BDM): Kellermann (Ruhr-Niederrhein) 1:25,6. Der Führer-Zehnkampf wurde mit dem 20=km - Orientierungs - Gepäckmarsch abgeschlossen. Das Gebiet Württemberg kam zu einem Doppelerfolg. Benz gewamr in Stufe A überlegen und in Stufe B sicherte sich Barth noch klarer den Sieg. Schnell voran kamen die Tennisspieler. Im HJ.-Einzel stehen bereits die letzten Pier fest. Es sind Günther (Hessen-Nassau), Neugebauer (Schles.), Gies (Ruhr-Niederrhein) und Barnscheidt (Ruhr-Niederrhein). Im Viertelfinale gab es folgende Ergebnisse: Günther (Hessen-Nassau) — Bischoff (Mittelelbe) 6:1, 6:3, Jörger (Saarpfalz) — Neugebauer (Schlesien) 5:6, 5:6, Gies (Ruhr-Nie- derrhein) — Krengel (Sachsen) 6:1, 6:0, Barnscheidt (Ruhr-Niederrhein) — Baß (Ostland) 6:5, 6:0. Die ^.letzten Acht" in den Doppelspielen sind bei der HI. wie auch beim BDM. schon bereits fest. Die Kämpfe im Rollschuhlaufen brachten die Kür des BDM., wobei Lydia Wahl und die Frankfurterin Jenny Mosler den besten Eindruck hinterließen. Auch bei der HI. und im Paarlaufen sah man erfreulich gute Leistungen. der aber, genau wie im Vorspiel, unter starkem Beistand Fortunas zustande kam. Bei all der Freude über den errungenen Erfolg vergaßen die ,,Dunlopmänner" aber nicht das Mißgeschick des Gegners. Und so entstand denn aus dieser sportlichen Kameradschaft jene Freundschaft, die im Spiel immer wieder ihren Ausdruck findet. Für die Blau- weißen ist es unangenehm, bei diesem "Revanchespiel" abermals auf verschiedene gute Kräfte verzichten zu müssen, mit der Mannschaft Fischer, Zeiler, Lippert, Erhard, Rensing, Hormel, Theiß, Bergmann, Koch I., Löbsack, Kociok ist aber trotzdem eine Vertretung zur Stelle, die den Gästen alles aboerlangen wird, wenn sie abermals zum auf Farbe eingestellt ist, nicht etwa nur auf ge« dämpfte und einfache, sondern auf bunte und leuchtende. Die Anhänger der Tradition haben darauf bemerkt, daß solche Farben nur schlecht mit den dunklen Anzügen zusammenstimmen werden, aber die Verfechter der bunten Krawatten antworten darauf, daß gerade diese Disharmonie als Ausdruck der höchsten Eleganz betrachtet werden wird. Es solle niemand befürchten, daß eine rote, gelbe oder grüne Krawatte nicht zu ihm passe; sie würde im Gegenteil als ein kühner Farbenfleck wirken, der die vornehme Erscheinung dessen, der den Mut habe, sie zu tragen, erst ins rechte Licht setzen werde. Der Gipfel der Eleganz wird in der Zusammensetzung mehrerer Farben bestehen, und man sieht schon voraus, daß die schottischen Muster in ihren grellsten Zusammensetzungen die große Mode darstellen werden. Wenn dies der Vorstoß der Krawattenfabrikanten ist, so wird man doch auch die Meinung der Geschäftsleiter hören müssen. Man weiß, daß alle Angestellten der Banken, der Industrie- und Versicherungsgesellschaften, der großen und kleinen Geschäfte, aber auch der Advokaten an der lieber- lieferung festhalten, gestreifte Hosen und schwarzes Jackett und dazu die bisher dunkle Krawatte zu tragen. Es ist nicht so leicht, eine Umwälzung in der Londoner City hervorzurufen. Was war das Jeder englische Geschäftsmann, der in der Londoner City zu tun hat, glaubt sich für immer dazu verurteilt, sich schwarz oder wenigstens in dunklen Farben zu kleiden. Jetzt kommt aber denen, die dieser trüben Uniform müde sind, unerwartet Hilfe Die Wettkämpfe des zweiten Tages der Deutschen Jugendmeisterschaften in Frankfurt am Main wurden bei trübem und kühlem Wetter abgewickelt. Der Vormittag brachte die vorentscheidenden Treffen im Fußball, Handball und Hockey, die Fortsetzung des Führer-Zehnkampfes und des Tennisturniers, außerdem den Beginn der Schwimmwettbewerbe. Im Fußball werden Franken (Franken Nürnberg) und Ruhr-Niederrhein (Hamborn 07) bt ' Endkampf bestreiten. Die Nürnberger siegten mit 2:1 (2:1) über Baden (1. FC. Pforzheim) und die Rheinländer waren mit 5:0 (4:0) über Hessen-Nassau (Kickers Offenbach) erfolgreich. Während die recht hart spielenden Bayern in den Schlußminuten sehr um den Sieg bangen mußten, konnten es sich die Rheinländer, die wieder mit prächtigen Stürmerleistungen aufwarteten, erlauben, in der zweiten Halbzeit verhalten zu spielen. Im Handball waren beide Vorschlußrundcn- spiele hart umstritten. Eine feine Leistung vollbrachte Baden (Post Mannheim) mit dem 9:7-(3:3-)Siea über den Sieger von Breslau, Mittelelbe (Pol. Magdeburg). Die Mannheimer lagen anfangs 3:1 und nach der Pause 8:3 und 9:4 in Front, mußten dann aber alle Kräfte aufbieten, um ben^ieg zu halten. Im zweiten Spiel war Westfalen (Eintracht Dortmund) mit 12:9 (6:6) • über Schlesien (Post Oppeln) erfolgreich. Fünf Minuten vor Schluß stand Am 20. 3uli 1940 Beginn der Olympischen Spiele. Das Finnische Olympische Komitee beschloß am Freitag, den Beginn der Olympischen Somme r s p i e 1 e aus Samstag, 2 0. Juli, festzusetzen. Großer Preis von Baden. Italienischer Triumph. Die Internationale Rennwoche in Baden-Baden erreichte am Freitag mit der Entscheidung des „Großen Preises von Baden" ihren Höhepunkt. Diese über die Derhydistanz von 2400 Meter führende Prüfung im Werte von 50 000 Mark hatte eine erstklassige internationale Besetzung aufzuweisen. Leider war aber das deutsche Aufgebot nicht stark genug, um den Ausländern den Weg zum Sieg zu verlegen. Das Rennen gestaltete sich zu einem neuen großen Triumph des italienischen Stalles bei Solbo, besten beide Vertreter in Front endeten. „P r o c l e" (P. Caprioli), der bereits am Eröffnungstag das Fürstenbergrennen gewonnen hatte, siegte leicht vor seinem Stallgefährten „Gaio", der auch im Vorjahr Zweiter war, und den beiden Franzosen „Vatellor" und „Dabji". Auf den fünften Platz kam „Abend- frieben" vor „Zurs" und „Majoran'. Elritzling war nicht am Start. Gpielvereinigung 1900 Gießen. 1900 — Dunlop Hanau. Vor bem ersten Zusammentreffen, bas um den Aufstieg zur Gauklasse erfolgte, waren die Aussichten recht günstig für die Blauweißen. Um so betrübter war man bann, als die Gäste in einem glänzenden Spiel einen glücklichen Sieg errangen und bim Blauweißen 50 v. H. ihrer Aufstiegschancen raubten. Der weitere Verlauf der Aufstiegsspiele gestaltete sich aber so, daß sich den Blauweißen beim Rückspiel in Hanau nochmals eine große Ehance ergab. Denn im Falle eines Sieges wäre das unter Vorbehalt ausgetragene Spiel in Elz wiederholt worden, so daß sich hier in letzter Minute alles noch zum Guten hätte wenden können. Doch vergeblich wartete man in Hanau auf die im Manöver befindlichen Sack, Quick und Krämer, und so mußte dieses Spiel mit Ersatz ausgetragen werden, wodurch sich wieder ein Sieg der Hanauer ergab, für Küche und Haus. 10: Schulfunk: Von Volk zu Volk. 11.45: Warum meckert Herr Meier? Heitere Szenen über ein ernstes Thema. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Schöne Weisen aus aller Welt. 15: Kleines Konzert. Gitarre-Musik. 16: Nachmittagskonzert. 17.30: Standard-Werke, Konstanz: Werkskonzert des BDM. 18: Zeitgeschehen. 18.30: Der fröhliche Lautsprecher. 19.20: Zwei Wörtln — drei Wochen. Eine österreichische Geschichte aus dem Jahre 1933. Von Christian Kreuzhakler. 19.30: Von den Reichswettkämpfen der Hitler-Juaend. 20: Nachrichteck. 20.15: Orchesterkonzert. 22: Nachrichten. 22.20: Politische Zeitungsschau. 22.35: Unterhaltung und Tanz. 24: Nachtmusik I. 2 bis 3: Nachtmusik II. non einer Seite, der man eine gewisse Berechtigung hatten, sich im Büro am Samstag früh im Sportrum Mitreden nicht absprechen kann. Der Verband anzug einzufinden. Es gab Erörterungen, bie meh- ber Krawattenfabrikanten hat beschlossen, für den rere Monate dauerten, bis schließlich ganz aus- Herbst eine Krawattenmode einzuführen, bie ganz nahmsweise am Samstagfrüh der Sportanzug zu- Kleine Strafkammer Gießen. Der H. O. aus Gießen, der bereits mehrmals vorbestraft ist, hatte wegen Unterschlagung eine Gefängnis st rafe von drei Monaten, erhalten. Er hatte ein Pferd unter Eigentums- vorbehalt gekauft und es trotz dieses Vorbehaltes an einen Dritten weiterverkauft. Der Angeklagte hatte gegen das erstinstanzliche Urteil Berufung eingelegt, bie er aber während der Berufungsver« Handlung mit Zustimmung der Staatsanwaltschaft zurücknahm. Weiterhin hatten sich der A. St., der I. St. und der Fr. D., alle aus Griedel bei Butzbach, wegen gefährlicher Körperverletzung und in Tateinheit hiermit wegen Freiheitsberaubung, der A. St. außerdem noch wegen leichter Körperverletzung, vor der Kleinen Strafkammer zu verantworten. In dem ersten Verfahren vor dem Einzelrichter in Butzbach hatte der A. St. eine Gesamtgefängnisstrafe von sieben Wochen erhalten, während die beiden anderen Angeklagten freigesprochen wurden. Gegen dieses Urteil hatte die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt. Der Anklage liegt folgender Sachverhalt zugrunde: In der Nacht zum 25. Oktober vorigen Jahres tagte in Griedel einer der dortigen Kegelklubs. Im Verlaufe des Abends sprach man gehörig bem Alkohol zu. Besonders ein Griedeler Einwohner, der sich dem jetzigen Verfahren als Nebenkläger angeschlossen hatte, war stark angetrunken. Man «verwarnte den Betrunkenen mehrmals und drohte scher lebiger Kaufleute, bie im Jahre 1445 vom Rigaschen Rat bestätigt wurde. Das Haus der SlHwarzen Häupter befindet sich am Rathausplatz, bie Grundsteinlegung erfolgte zu Beginn des 14. Jahrhunderts. Seine herrliche Backsteinfastabe erhielt es im 17. Jahrhundert. Kaiser und Könige waren Gäste der Schwarzen Häupter, Peter der Große hat dort den zwei ganze Sektflaschen fassenden Freundschaftshumpen auf einen Zug geleert. Katharina die Große hat hier ihren Schuh beim Tanzen verloren, und in neuester Zeit hat sich hier König Gustav von Schweden an den herrlichen Erzeugnissen schwedischer Silberschmiedekunst ergötzt, die sein Vorfahre auf bem Thron, Gustav Adolf, den Schwarzhäuptern schenkte. — Der aufopferungsvollen Arbeit der Feuerwehr ist es zu danken, bah den Flammen bie unersetzlichen Kunstschätze nicht zum Opfer gefallen sind. Es verdient noch erwähnt zu werden, daß es der erste Feuerschaden war, der im Lause von 600 Jahren bas Schwarzhaupter- Haus heimgesucht hat. Es lebe bie bunte Krawatte! B. London. bas Treffen noch 9:9, dann spielten bie Westfalen ihre größeren Kraftreserven aus. ImHockey sind Niedersachsen (DHC. Hannover) und Sachsen (Wacker Leipzig) die Endspielgegner. Niedersachsen schlug Franken (Nürnberger THE.) mit 2:1 (1:0), wobei Nürnbergs Torhüter eine höhere Niederlage vermied, und Sachsen bezwang Hamburg (Uhlenhorster HC.) in der verlängerten Spielzeit mit 4:3 (3:3, 1:3), nachdem die Hamburger bei der Pause 3:1 geführt hatten. Im Schwimmbecken wurden in vier Wettbewerben Vorkämpfe ausgetragen. Die besten Zeiten erzielten hier: 200 Meter Brust (HI.): Minnich (Hessen-Nassau), 2:55,1 Minuten. 100 Meter Rücken (HI.): Rundmann (Nordsee), 1:15,2 Minuten. 200 Meter Kraul (HI.): Köninger (Mittelelbe), 2:24,1 Minuten. 400 Meter Kraul (BDM.): Feldmann (Sachsen), 6:14,5 Minuten. Der Führer-Zehnkampf wurde mit bem Keulen-Zielwerfen und dem KK.-Schießen (aufgelegt und freihändig) fortgesetzt. Nach neun Hebungen lag in Stufe Ä (18 bis 32 Jahre) weiterhin Benz (Württemberg) mit 8527 Punkten vor Winge r t (Würtemberg) mir 8261 P., Schiers (Kurmark) mit 8221,5 P. und bem Vorjahrssieger Habermann (Kurmark) mit 8130 P. in Front, währenb in Stufe B (über 32 Jahre) Barth (Württemberg) mit 7932,5 Punkten feine Spitzenstellung vor Birkigt (RIF.) mit 7165,5 Punkten behauptet hatte. in Frankfurt a. M. angetreten, unb er fei sicher, baß bie Leistungen auch diesmal beweisen werden, daß der eingeschlagene Weg der richtige ist. Das höchste Ziel sei bie Schaffung eines gesunden und kräftigen deutschen Jungen oder Mädel, aus denen gesunde Männer und Frauen würden, die wir brauchten. So müsse die Jugend nach bem Willen des Führers geformt werden, um das wunderbare Erbe dereinst übernehmen zu können, das uns der Führer Adolf Hitler erarbeitet, erhalten, vermehrt und gesichert hat. „Die Zukunft unseres Volkes seid Ihr!" Der Chef des Amtes für Leibesübungen in der Reichsjugendführung, Obergebietsführer Dr. Schlün- d e r, dankte dann dem Gauleiter und der Stadtverwaltung Frankfurt a. M. für die freundliche Aufnahme und dafür, daß sie es möglich gemacht hätten, die Jugendmeisterschaften im Gau Hessen-Nassau bzw. in der Stadt des Deutschen Handwerks abzuhalten. Dann nahm er die Verpflichtung der Wettkampfteilnehmer vor. Diese erhoben sich von ihren Sitzen und sprachen die Worte: „Wir geloben, die Gesetze und Regeln des sportlichen Wettkampfes zu halten. Wir wollen im ritterlichen Kampfe unsere Kräfte messen zur Ehre der HI., für bie Kraft und Größe der deutschen Nation." Sonntag, 28. August. 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.10: Römisch-kathol. Morgenfeier. 8.50: Serenaden-Musik. 9.25: Dichter aus der Ostmark: Ernst Kratzmann liest. 9.45: Chorgesang. 10.15: Hoch steht das Korn, bie Aehre reift... 11: Aus bem Römer Frankfurt a. M.: Feierliche Verleihung bes Goethe-Preises ber Stabt Frankfurt am Main 12: Musik am Mittag. 13: HJ.-Reichswett« kämpfe. 13.15: Musik am Mittag. 14: Für unsere Kinber: Kasperle zaubert! 14.30: Uns gehört ber Sonntag! Ein Reigen sorgloser Melodien. 15: Unterhaltungskonzert mit Berichten: 1. Leichtathletik-Lan- derkampf Deutschland — Schweden in Stockholm. 2. Weltmeisterschaft der Radfahrer in Amsterdam. 3 Autorennen um den Großen Bergpreis von Deutschland auf dem Großglockner. 4. Internationales Reitturnier in Insterburg. 18: „Mit dem rechten Fuß zuerst!" Ein Leitfaden für Frühaufsteher. 19- Aus bem Goethehaus Frankfurt a. M.: Kammermusik 19.30: Sportspiegel bes Sonntags. 19.45: Reichswettkämpfe ber HI. in Frankfurt a. M. 20: Nachrichten. 20.10: „Hans Sachs." Komische Oper in 3 Aufzügen. 22: Nachrichten. 22.15: Sportbericht. 24: Nachtkonzert I. 2 bis 3: Nachtkonzert II. Montag, 29. August. 5 Uhr: Frühmusik. 5.45: Ruf ins ßanb. 6: Mor- qenlieb, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Bäber- tomert. 9.40: Kleine Ratschläge für ben Garten. 9 50: Genügend Freizeit für Jugendliche. 10: Schulfunk: Sechse kommen durch die ganze Welt. Em Märchenspiel nach Grimm. 11.45: Volk und Wirtschaft: Wann kann ich ausziehen? 12: Schloßkonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Schloßkonzert. 14: Nachrichten 14.15: Musikalische Kurzweil. 15: Für unsere Kinder: Jetzt basteln wir ... 16: Nachmittagskonzert. Das Mikrophon unterwegs. 18: Zeitgeschehen 18.30: Der fröhliche Lautsprecher. 19.10: Ein Herz im Lärm der Welt. Hörfolge zum 20. Todestag des Dichters Max Dauthendey. 20: Nachrichten. 20.15: Stuttgart spielt auf. Virtuoses perpetuum mobile. 22: Nachrichten. 22.15: Kamerad, wo bist du? 22.30: Nachtmusik und Tanz. 24: Nachtkonzert I. 2 bis 3: Nachtkonzert II. Dienstag, 30. August. 5 Uhr: Frühmusik. 5.45: Ruf ins Land. 6: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Bäderkonzert. 9.40: Kleine Ratschläge Ein spannender Film: „Geheimzeichen L B. 17". ier= Sie t" das SP- bei messen des Gerichtes gestellt. Aus aller Wett. 1 SOM ben annehmenverstanden Eine Szene aus dem Terra-Film „G e h e im z e ich e n L. B. 17", mit dem das Lichtspielhaus OPEL-Super6 2,5 Ltr. - 6 Zyl. - 55 PS Karl Gutmann von Mk. 3350 an ab Werk kurzfristig lieferbar! im 66. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen: Unverbindl. Probefahrten Motorwagen-Verkaufsges. m.b.H GIESSEN Gießen (Schützenstraße 9), den 27. August 1938. Frankfurter Str. 52 — Fernruf Nr. 2847 5512 A 03914 'Ufern deine Mitglied der Elektro-Gemeinschaft 3 Pianos R. Schönau v> !| Pianohaus, Bahnhofstr. 76 die Köstliche, überall zu haben. GeorgEidmann,Gießen bestimmt bei 3203 V ohne Aerger. Bahnhofstraße 24 - Anruf 2872 534D ZUM UMZUG Gardinen, Dekorationen Asbest vom Spezial-Haus 3n Gehr. 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Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II Gewinnauszug 5. Klasse 51. Preußisch-Süddeutsche (277. Preuß.) Klassen-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Pelikan-Apotheke, Kreuzplatz 2 Herrn. Elges, Drog., Seltersweg 66 Emil Kam, Drog., Schulstraße Aug. Noll, Drog., Bahnhofstr. 53 O. Winterhoff, Drog., Kreuzpl. 9-10 Parfümerie Koch, Seltersweg 63 Parfümerie Muhl, Mäusburg 8 Parfümerie H. Plank, Seltersweg 8 und Schönheit wert, nimmt zur Pflege des Körpers nur „Steckenpferd“ § 223 a. Weiterhin soll der A. St. den Nebenkläger 16. Ziehungstag In der heutigen 4 Gewinne zu 6 Gewinne zu 8 Gewinne zu 376929 18 Gewinne zu 191927 192672 54 Gewinne zu 108559 127131 Zentralheizungen, Warmwasserbereitungen Badeeinrichtungen, Be- u. Entwässerungen Extra dünne Rasierklingen, der richtige Rasierapparat, Klingenschärfer,Pinsel,Spiegel bekommen Sie preiswert bei modern, sehr gut erhalten, preiswert 5523A in Gießen nach der sommerlichen Pause nun die neue Spielzeit eröffnet. Hauptmann "Terno (Willy Birgel) und Kommissar Borel (Otto Wernicke) haben eine Spur gefunden, die ihnen die Suche nach dem geheimnisvollen Kurzwellensender ermöglichen soll, dessen sich der Anarchist Lenski zur Befehlsübermittlung an seine Banden bedient. — (Photo: Terra.) Gerade jetzt, nach der tropischen Hitze, ist der menschliche Körper doppelt empfindlich. — Mor was fi ollen 9 hell ur ltthahr Später ben, un Pracht । etwas t lie aui3u gelinde, Aschen u De'ch und * auf J'n and. Der Internationale Luftfahrtoerband hat den Flug des Diplomingenieurs Karl B 0 d e auf Schraubenflugzeug Focke-Wulf FW. 61 mit einer Gesamtstrecke von 230,248 Kilometer als W e l t b e st l e i -- ft u n g anerkannt. hapag-Schulschiff „Admiral karpfanger" verloren? Nachdem nunmehr etwa 6 Monate seit der letzten Meldung verstrichen sind, die das Schulschiff der Hamburg-Amerika-Linie, „A d m i r a l, K a r p f a n - g e r", abgegeben hat, muß leider mit der Möglichkeit gerechnet werden, daß das Schiff verloren ist. Das Schiff hat am 8. Februar den südaustralischen Hafen Port Germein mit einer Ladung Weizen in Säcken verlassen. Seine letzte Nachricht hat es vom südlichen Teile des Stillen Ozeans gegeben. Da nach Nachrichten anderer Schiffsleitungen zur Die drei, Angeklagten bestritten entschieden, sich strafbar gemacht zu haben. Da auch der jugendliche Belastungszeuge für sein Alter äußerst reichlich an dem fraglichen Abend dem Biere zugesprochen hatte, gestaltete sich der Nachweis der Täterschaft äußerst schwierig. Ein Zeuge, der den Nebenkläger aus seinem engen Gelasse befreite, mußte, da er schwer erkrankt ist, in der hiesigen Klinik gehört werden. Die Verteidigung hatte einen weiteren Entlastungszeugen benannt, der von Butzbach herbeigeholt werden mußte. Nachdem dieser Zeuge gehört worden war, hielten der Vertreter der Anklage, der Anwalt des Nebenklägers und der Verteidiger ihre Plädoyers. In seinen Ausführungen entwarf der Staatsanwalt ein eingehendes Bild von den Vorkommnissen in Griedel an dem fraglichen Abend und setzte sich besonders mit der Aussage des Kronzeugen F. auseinander. als wenn noch niehl noch das 1 48461 51455 66206 73502 76166 80708 81343 81td6 82331 88600 88933 103394 105439 107813 118756 ------ ------ ------ ------ Frau Christine Gutmann, geb. Größer und alle Angehörigen klage sieht in diesem Einsperren nicht nur Freiheitsberaubung, sondern auch, da es in fraglichen Spätherbstnacht bereits fror, eine das Leben gefährdende Behandlung im Sinne des Sn Qm' Sä SÄ’ o eine Ä Ä 0 UBe' Die Trauerfeier findet Montag, den 29. August, nachmittags 3% Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt für Damen und Herren von Schneberger. gibt dem Körper die richtige Wärme. — Große Auswahl und preiswert. Gestern verschied nach langem, schweren Leiden mein herzensguter Mann, unser lieber Bruder, Schwager und Onkel Jun Ijan, «Wiai Qis die f Mir iai nadi ein, 3°9en, Ui °ns den e er Flch ®i*1 fyibtn -J V UV Willi v V L I ~ I - I------- . t v v . seien im Sinne der Anklage schuldig. Er beantragte gegen sie an Stelle einer an und für fich verwirkten Gefängnisstrafe von fünf Wochen eine Geldstrafe von je 150 RM. Der Nebenkläger beantragte weiterhin, Werden d leber fQn und Frist und ab, I Dieser Zeuge habe wohl im ersten Verfahren versucht, die Angeklagten zu schützen. Unter dem Zwange des Eides habe er aber dann, wie im vorliegenden Verfahren, die Wahrheit gesagt. Es sei wohl möglich, daß verschiedene Zeugen die Angeklagten in der kritischen Zeit an anderen Stellen des Dorfes gesehen hätten. Dies schließe aber nicht die Täterschaft der Angeklagten aus, dies um so mehr, als ja der genaue Zeitpunkt der Tat nicht feststünde. Die Angeklagten die kleinen schließlich in manche« „sp°b< Dadurch, man sich Worte der maaae leo manchmal dann keim übler Ges Oder jo nehmen? die Rinb' Kleidern Und wer womögli du banr Wisch_ ii der sch Porto v ins hau Man Aeiniqk lächelnd hinweg ausaeg mit he sie mit lächeln alles i ein. w! Man Aussteh mag e- genomn her 3r, es her i einmal e lei, darük V echM len M' verqchr muß, \ tragen dende ü- ii nb rette ihm, man würde ihn in den Transportkäfig des' Gemeindeebers, in den sogenannten „Watzenkasten", sperren. Gegen 2 Uhr sollen die drei Angeklagten den betrunkenen Zeugen, den man zu anderen Gelegenheiten im gleichen Zustande mit dem Schubkarren im Dorf einhergefahren hatte, in den „Watzenkasten" gesperrt und das eigenartige Gefährt unter großem Getöse in eine nach Rockenberg führende Straße gefahren haben. Sie sollen das fahrbare Gefängnis dort einfach stehengelassen haben. Der Nebenkläger saß nun während der ganzen Nacht, in der es stark fror, in seinem Derschlag. Trotz allen Rumorens gelang es ihm nicht, die Wände des Kastens zu durchbrechen. Er will aber nicht gewußt haben, daß er das Schloß leicht hätte öffnen können, wenn er durch die eine seitliche Lattenwand des „Watzenkastens" gegriffen hätte. Erst gegen Morgen wurde der Nebenkläger durch einen Passanten befreit und konnte, vollkommen durchfroren, nach Hause gehen. Die Anden Angeklagten eine Buße von 70 RM. aufzuerlegen. Der Verteidiger beantragte nach längeren Ausführungen, die Angeklagten freizusprechen. Das Gericht hob das erstinstanzliche Urteil auf und verurteilte die drei Angeklagten wegen gefährlicher Körperverletzung in Tateinheit mit Freiheitsberau- einer anderen Gelegenheit in den völlig verschlammten Dorfbach geworfen haben. In diesem Falle kann der Nebenkläger aber nicht genau sagen, ob der Angeklagte wirklich der Tätet war. Mein andere^ solchen e Das n gewisse, Hal gera' fraglichen Zeit ungewöhnlich viele Eisberge ge- chilenischen und der M^mschen ^iegsmaHne^n« sichtet worden sind, besteht die Möglichkeit, daß das geleitet worden ist hat leider bisher keinen. Erfolg Schiff mit einem solchen Eisberg zusammengestoßen gebracht. Obwohl die Hoffnung, das Schiff aufzu- ist. An Bord befinden sich 60 deutsche Seeleute. Die finden, nur noch gering ist, werden alle Versuche Suche nach dem Schiff, die mit Unterstützung der fortgesetzt. bung an Stelle einer an und für sich verwirkten Gefängnisstrafe von fünf Wochen zu einer Geldstrafe v o n 1 0 5 R M. Außerdem legte es den Angeklagten eine Buße von 40 RM. auf. Soweit der Ä. St. weiterhin wegen leichter Körperverletzung angeklagt war, sprach die Kammer ihn frei. Der Staats- ariwalt hatte insoweit die Entscheidung in das Er- Giefcen, den 27. August 1938. 5515D . idenn 24jahre hat er unserem Betrieb angehört und stets mit vorbildlicher Pflichttreue seine ganze Kraft und sein reiches Können eingesetzt Wir bedauern aufs tiefste den Verlust dieses tüchtigen, allseitig geschätzten Mitarbeiters und warmherzigen Kameraden und werden ihm allezeit ein ehrendesGedenken bewahren. Betriebsführung und Gefolgschaft der Großwäscherei „Edelweiß“ Am 26. August starb unser Betriebszellenobmann und Waschmeister Herr Karl Gutmann Rechnung E(ke für ei°e o SesseX 56,‘* I »Sto^aCb 24.- \ -i Lesetisch 27./Z8. August IYZ8 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesten) Nr. 200 Drittes Blatt Große M- und Enveiierungsbauien für die llniverW Gießen Aus Der Stadt Gießen 3 T § 1 Das Modell für den großzügigen Erweiterungsbau der Medizinischen Klinik. Der vorgesehene Neubau für die Landwirtschaftlichen Institute. 1 Das Modell des Neubaues der Anatomie. (Aufn. [4]: Neuner^ Gieß. Anz.) Modell für die Neugestaltung des Landgraf-Philipp- und Brand-Platzes. ...... Der Gauleiter hat der Ausstellung — nicht zuletzt durch die Bereitstellung großer Mittel — jegliche Förderung zuteil werden lassen. Ihm gebührt das Verdienst, eine Ausstellung ermöglicht zu haben, die Interessenten aus dem ganzen Reich in die Durch die Initiative des Gauleiters und Reichsstatthalters Sprenger ist es möglich geworden, Oberhessen in der Van- md Siedlmigsaussiellung in Franksnrl Schon seit geraumer Zeit sind alle beteiligten Stellen mit Plänen und Projekten beschäftigt gewesen, die dem Ausbau und der Erweiterung der Einrichtungen unserer Landesuniversität Gießen dienen sollen und geeignet sind, ihr weitere Entfaltungsmöglichkeiten für die wissenschaftliche Arbeit zu verschaffen. In langen Beratungen wurden von der Landesregierung Beschlüsse gefaßt, die nun greifbare Form angenommen haben. In diesen Tagen wurde letzte Hand an eine Reihe von Modellen gelegt, die unter der Leitung des Hessischen Hochbauamtes Gießen entstanden und so weit gediehen sind, daß sie am gestrigen Freitagnachmittag nach'Frankfurt a. M. gebracht werden konnten, um dort auf der großen Deutschen Bau- und Siedlungsausstelluna der breitesten Öffentlichkeit gezeigt zu werden. Gleichzeitig gab die Landesregierung der Gießener Presse Gelegenheit, die Projekte kennenzulernen und die Modelle in Augenschein zu nehmen, die exakt maßstäblich angefertigt sind und klar erkennen lassen, wie schön und großzügig die Neu- und Erweiterungsbauten für die Landesuniversität gedacht sind. Durch diese Bauten dürften sich künftig wohl noch mehr Studenten, besonders für die Universität Gießen, genehmigt. Oie Modelle auf der Ausstellung. Wenn wir uns in einigen Sätzen den Modellen selbst zuwenden, die zum Teil aus der Hand e i n - heimischer Kun st Handwerker hervorgegangen sind, dann darf schon jetzt behauptet werden, daß sie für die große Ausstellung in Frankfurt am Main, jeweils in ihren Abteilungen, besondere Aninteressieren. Die Bauprojekte sind zum größten Teil bereits von der Landesregierung genehmigt. Heber den Zeitpunkt der Ausführung läßt sich zur Zeit nichts sagen. Nachstehend geben wir einen kurzen Ueber- blick über die einzelnen Vorhaben. Vor allem ist ein Neubau der Anatomie geplant, der in unmittelbarer Nähe des Physiologischen Instituts erstehen soll. Einen umfangreichen Erweiterungsbau wird die Medizinische Klinik erfahren. Das Physikalische Institut in der Stephanstraße wird ebenfalls erheblich erweitert werden und insbesondere Einrichtungen er- haten, die der Forschungsarbeit dienen sollen. Auch die Chirurgische V e t e r i n ä r k l i n i k soll durch räumliche Ergänzungen günstigere Bedingungen für ihre Arbeit erhalten. Mit einer Vergrößerung der wissenschaftlichen Arbeitsräume darf auch das Tiers euch en-Institut rechnen. Eine Erweiterung wird ferner die Medizinische Poliklinik erfahren, für die ein H ö r s a a l Spaß oder Ernst. Sie kennen doch die kleine Geschichte von der Ohrfeige. Nicht ? Das war so: Zwei Geschäftsfreunde hatten eine Besprechung, bei der es sehr lebhaft zuging. Im Laufe der Auseinandersetzung gab der eine dem andern eine kräftige Ohrfeige. Der Empfänger verzog keine Miene und fragte nur: „War das Spaß oder Ernst?" Er erhielt zur Antwort: .Mein vollkommener Ernst!" Darauf sagte der andere: „Das war Ihnen auch geraten; denn einen solchen Spaß kann ich nicht vertragen!" — Das mag ein belangloser Scherz sein. Aber cm gewisser Reiz steckt doch darin. Denn in Wirklichkeit hat gerade der, der die Ohrfeige erhielt, Spaß vertragen können. Er schob nämlich eine ernst werdende Angelegenheit auf die Gleise des Spaßes und rettete so die ganze Lage. Oder hätte er zurück- schlagen sollen? Mit den Ohrfeigen, seien es nun moralische oder wirkliche, ist es überhaupt eine eigentümliche Sache. Haben wir eine verdient, dann sollen wir sie ruhig annehmen. Es gehört vielleicht mehr Mut dazu, als wenn wir sie zurückgeben. Mehr Mut und noch mehr Hebung. Aus einer unangenehmen Sache noch das beste herauszuholen, ist eine Kunst, die verstanden sein will. Gar viele stolpern schon Über die kleinen Aergernisse des Alltags. Man kann ja schließlich auch nicht alles hmunterschlucken. Aber in manchen Fällen sollte man wirklich einmal die „spaßige" Seite sehen. Dadurch, daß man alles tragisch nimmt, macht man sich das .Leben nur schwer. Man darf die Worte der Mitmenschen nicht immer auf die Goldwaage legen. Im Frohsinn oder Hebermut wird manchmal über das Ziel hinausgeschossen. Wer dann keinen Spaß verstehen kann, ist eigentlich ein übler Gesellschafter. Oder soll man alle Geschehnisse des Alltags ernst nehmen? Sollen wir uns darüber ärgern, wenn die Kinder mit schwarzen Händen und schmutzigen Kleidern Heimkommen? Wird dadurch etwas besser? Hnd wenn dir ein Neidhammel einen groben Bries, womöglich noch ohne Namen, zusandte, was tust du dann? Aergerst du dich oder wirfst du den Wisch ins Feuer und freust dich darüber, daß der Schmutzfink soviel Zeit, Papier, Tinte und Porto verschwenden mußte, um dir diesen Erguß ins Haus zu senden? Man sollte mehr lächeln bei solchen alltäglichen Kleinigkeiten. Man muß mehr Spaß verstehen, mit lächelnder Leichtigkeit über alltägliche Aergernisse hinwegschreiten und sich sein Leben froher und ausgeglichener gestalten. Auch wenn dir dein Freund mit herzhaften Grobheiten kommt, steht es bei dir, sie mit gleicher Münze zu bezahlen, ober aber zu lächeln und ihn so bald zu entwaffnen. Es ist ja alles nur halb so schlimm. Viele sehen das erst ein. wenn es zu spät ist. Man sollte sich deshalb schon am Morgen oeim Aufstehen das eine vornehmen: Alles Hnangenehme, mag es kommen, wann es will, wird nicht wichtig genommen! Alles andere aber, sei es nun ein froher Brief von Freunden, den wir erwarten, fei es der Geldbriefträqer, den wir ja schließlich auch einmal erwarten, oder etwas anderes, ganz einerlei, darüber wird sich schon im voraus gefreut! Nur so erhalten wir uns die Arbeitsfreudigkeit, den Willen zur Tat, und wenn es einmal schief geht, bann vergessen wir nicht, baß man auch Spaß vertraaen muß, selbst wenn es wie bitterer Ernst aussieht. H. Von der Landesregierung genehmigt. In Modelten für die Bau- und Giedlungsausstetlung in Frankfurt a.M. fertiggestettt. - 4 PZäre es nicht ein naheliegender Gedanke, aus der Ronneburg ein Erholungsheim zu machen, das abseits von allem Verkehr ideal diesem Zwecke dienen könnte. Neben der Ronneburg wird man in der Ausstellung auch der Burg Münzenberg be- gegnen, die in ihrer landschaftlich herrlichen Lage ein beliebtes Ausflugziel ist. In der Gruppe der Schlösser und Burgen ist ferner dem Büdinger Schloß, wie der Stadt Büdingen überhaupt, breiter Raum eingeräumt. Büdingen mit seiner Steinarchitektur, mit seinen schönen Fachwerkbauten ist in vielen Bildern fest- gehalten und als Zeugnis feiner mittelalterlicher Baukunst dargestellt. Oberhessische Bürgerhäuser, wie auch Rathäuser in charakteristischen Fachwerkbauten werden erkennen lassen, daß sich der hessische Fachwerkstil neben den nord- und süddeutschen Machwerken gut behaupten kann. Neben den Bauwerken des Mittelalters wird um fere engere Heimat aber auch mit Bauwerken modernen Charakters in Erscheinung treten. Aus Gießen wird man Bilder von den Inst'.tuten und Einrichtungen der Landes-Hniversität lehen. Breiter Raum ist den Staatsbädern eingeräumt. Aus Bad-Nauheim liegen Modelle der gesamten Badeanlagen vor, die einen umfassenden Gauhauptstadt führen wird. Für unsere engere Heimat ist es besonders erfreulich, daß sie in vielerlei Form an dieser «chau beteiligt sein wird. Hessen, insbesondere auch Ob er'h essen, wird dort mit zahlreichen Bau- unb Kulturbenkmälern in Erscheinung treten. Die ßanbesregierung hat es nicht fehlen lassen, ber großen Sache förderlich zu sein. Unter den vielen Einzelheiten, die aus Oberhessen zur Ausstellung beigesteuert werden, kann in erster Linie die Ronneburg bei Büdingen genannt werden. Die Ronneburg nimmt deshalb einen besonderen Ehrenplatz ein, weil sie nach architektonischer Gestalt und m der bevorzugten Lage über Wetterau und Kinzigtal in aller Ursprünglichkeit erhalten ist. Schade nur, daß sie nicht ganz m dem baulichen Zustand ist, der ihrer würdig wäre. Es bedürfte mancher Ausbesserung von außen her, wie auch eines durchgreifenden Innenausbaues. Tageskalender für Samstag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Andalusische Nächte". Taaeskalender für Sonntag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Andalusische Nächte". - Sportabzeichen-Radfahren: 9 Hhr „Karlsruhe . Hilde Hildebrand im Gießener Stadttheater. Am Montag, 29. August, findet das einmalige Gastspiel der Bühnen- und Filmkünstlerin Hildebrand mit H. Ibsens Schauspiel "<^oba Gabler" statt. Die Vorstellung beginnt um 20 Uhr. Es wird gebeten, die vorbestellten Karten möglichst an der Tageskasse abzuholen. Sonntag ist die Kasse geschlossen. Große Wäsche Montagmorgen. Wissen die Männer eigentlich, was für eine große Bedeutung dieser Tag hat? In allen Waschküchen ist Hochbetrieb. Das Feuer brennt hell unter dem Kessel, die Wäsche brodelt, der Wasserhahn rauscht, es riecht nach Wasser und Seife. Später hört man das eifrige Rubbeln und Schrubben, und noch ein wenig später breitet sich die weiße Pracht auf dem Rasen zum Bleichen aus. Kann es etwas Schöneres geben, als Wäsche zu gießen oder sie aufzuhängen? Die Sonne scheint, der Wind weht gelinde, die Wäsche duftet so herrlich nach Feuchte und Frische, man geht auf dem wachen Rasen auf und ab, so, hier noch eine Klammer, dort noch eine! Nun hängt alles, und kein Feldherr kann mit mehr Befriedigung die Reihen seiner Soldaten überblicken, als die Hausfrau nun ihre Wäsche auf der Leine! Mir fällt der Montagmorgen in der kleinen Lahnstadt ein, wo die Frauen mit Handwagen zum Fluß zogen, und dort die Wäsche spülten oder daneben auf den großen Wiesen bleichten. Die Baumreihe an der Flußstraße wurde dann zum Spannen der Seile benutzt, wo die Wäsche fröhlich flatternd trocknete. In Mainz gibt es sogenannte Waschbrücken, die werden den Sommer über am Kai verankert, und jeder kann sie benutzen, um seine Wäsche dort zu waschen und zu bürsten, denn das Rheinwasser soll weich und gut wie Regenwasser sein. Hnd die Mainzer Frauen stehen Montags lieber eine Stunde früher auf, um einen guten Platz auf den Waschbrücken zu erobern. . Ein anderes Bild taucht noch vor mir auf: cm märchenblauer italienischer See, mit firnen uno Zypressen. In einem kleinen Hafen sind die Wäscherinnen am Strand. Sie knien auf Holzbrettern, dicht überm Wasser, Holzschuhe an den Fußen und bürsten ihre Wäsche. Von der Seife ist das Wasser bis weit hinaus milchig gefärbt. Große braune, baumwollene Sonnenschirme schützen die fleißigen Waschkauen vor der allzu heißen Sonne. Ebenso flink wie die Hände aber waren die Zungen, und weithin hörie man das" Lachen und Schwätzen Nach einem Sprichwort in der Schweiz darf sich d i e Frau eines treuen Ehegatten rühmen, du gutes Wetter bei ihrer großen Wasche hat. 2H)o, Hausfrauen, paßt auf bei der nächsten Walche, wa 'hr für Wetter habt! t. L. bt. Bornofiien sich das alles zu einem Bilde fügen, das in städtebaulicher Hinsicht sehr günstig wirken dürfte. Das Modell, das ebenfalls maßstäblich geschaffen ist, laßt einen klaren Eindruck gewinnen, wie der Platz aussehen wird, wenn das Projekt verwirklicht sein wird. Auch dieses Modell ist in bunten Farben gehalten, und — da auch das Fachwerk vollendet darin wiedergegeben ist--es bietet wohl für jedermann, der es zum ersten Male zu Gesicht bekommt, einen überraschenden Anblick. Weiteres Modell: Groß-Sportfeld G eßen. Für unsere Stadt ist gegenwärtig ein weiteres großes Modell In Arbeit. Das geplante Groß- Sportfeld, das auf den Wiesen hinter dem Amtsgericht erstehen soll, wächst nun zunächst im kleinen Maßstab heran. Hierbei hat sich die B e h ö r d l i ch e Planungsgemeinschaft unter der Führung von Ministerialrat Löber besonders eingesetzt und Richtlinien gegeben. Leider hatten wir bisher noch keine Möglichkeit, dieses Modell zu sehen. Wir werden deshalb zu gegebener Zeit darauf zuruckkom- men. * Die Stadt Gießen wird also mit einer Reihe außerordentlicher Stücke bei der Deutschen Bau- und Siedlungsausstellung in Erscheinung treten, die das besondere Interesse unseres Gauleiters und Reichs- statthalters genießt. Zeigt er doch, in welch nach- drücklicher Form er den Forderungen der Baukunst in der Gegenwart und für die Zukunft gerecht wird. Neben den Modellen wird selbstverständlich auch em reiches Bildmaterial gezeigt werden, das auch denjenigen, der unsere Stadt Gießen noch nicht kennt, wissen lassen wird, daß es sich lohnt, Gießen einmal einen Besuch abzustatten. Für unsere Gießener Bevölkerung aber wird es interessant sein, die Modelle im großen und festlichen Nahmen der Ausstellung zu sehen, für die sie eine wertvolle Bereicherung darstellen und dementsorechenb sicherlich einen würdigen Platz finden werden. Ziehungskraft darstellen werden. Die Modelle sind Musterbeispiele einer minutiösen handwerklichen Arbeit. Sie sind in allen Einzelheiten so angefertigt, wie der Bau selbst erstehen wird. Die Modelle lassen ferner erkennen, daß sich das Hessische Hochbauamt um eine Gestaltung der Neubauten bemüht, die dem Geiste unserer Zeit entspricht. Wenn eines Tages diese Modelle verwirklicht sein werden, dürften sie unserer Stadt zur Ehre gereichen. Gleichzeitig wird unsere Hnioersität mit vielen Hochschulen des Reiches, auch mit denen der Großstädte, gleichwertig in Wettbewerb treten dürfen. Die Modelle find verhältnismäßig groß und nehmen Flächen bis zu 2 X 2 Meter ein. Sie sind durchweg farbig gehalten und erscheinen so ungemein lebendig und plastisch. Drandplatz in neuer Gestalt. Im Zusammenhang mit den Modellen für die Erweiterungsbauten unserer Landesuniversität wird ein weiteres Modell die Aufmerksamkeit der Bevölkerung unserer Stadt finden. Ebenfalls für die Bau- und Siedlungsausstellung wurde ein Modell geschaffen, das eine projektierte Umgeftaltung des Landgraf-Philipp-Platzes bzw. Brandplatzes veranschaulicht. Es handelt sich darum, den Brandplatz zu verschönern und zu bereichern. Die prächtigen alten Fachwerkbauten des Neuen Schlosses und des Polizeidirektions- g e b ä u d e s (wie auch des K r e i s a m t e s) sollen eine reizvolle Ergänzung erfahren. Das Gebäude, das jetzt bas Hniverfitäts-Reitinstitut birgt, soll — so sehen es Plan und Modell vor — die gleiche Gestaltung erfahren, wie der schöne Fachwerkbau, in dem die Polizei ihre Räume hat. Dann soll die gesamte Gebäudeflucht der Polizei zur Verfügung stehen. Dadurch wird sich eine breite Front ergeben, die an der Stelle, an der heute die Brandgasse zwischen beiden Gebäuden hindurchführt, durch einen reich gegliederten Turm eine Heberhöhung erfahren soll, die' einen reizvollen Gesamteindruck entstehen lassen wird. Kreisamt und Neues Schloß selbst werden keinerlei Veränderung erfahren, wohl aber wird gebaut werden soll. Da sich durch die zahlreichen Erweiterungsbauten gesteigerte Bedürfnisse hinsichtlich der Beheizung, der Wasserversorgung usw. ergeben werden, ist damit zu rechnen, daß auch eine G^r o ß k e s s e l a n - läge geschaffen werden muß, die allerdings bisher in Entwurf und Modell noch nicht vorliegt. |IU1U,U11V1=, o ., _____„ , „ Auf weitere Sicht gestellt ist ein großzügiger ! große Bau- und Siedlungs-Aus st el- Neubau der Landwirtschaftlichen 3 ti ft i = 11 u • , n Frankfurt a. M. errichten zu kön- tute, für den die Mittel erst in einem fpateren | nen ~ r- " - — Haushaltsplan der Landesregierung eingesetzt wer- ; den. Immerhin ist jetzt bereits für diese Institute ein Modell hergestellt worden, das erkennen laßt, welches hohe Interesse man bei der Landesregierung auch den wissenschaftlichen Fächern der Landwirtschaft angedeihen läßt. Durch den Ankauf eines großen Gartengrundstückes in der Frankfurter Straße ist die Voraussetzung für eine Vergrößerung der Kinderkli - nik durch Innenausbau geschaffen werden. Mit Ausnahme des Neubaues des Landwirtschaftlichen Instituts, des Ausbaues der Kinderklinik und der Groß-Keffelanlage sind die angeführten Projekte von der Landesregierung gutgeheißen und 8 1 8 8 8 8 11 I g|**«**5 W 0. s*\ § 8 ’! S» k- tz /M Reichs st raßen samml ungen. RM. 1 210 999,83 Eintopfspenden: Cttcovin- £ö6in Blüten. ten * 1933/34: 1934/35: 1935/36: 1936/37: 1933/34: 1934/35: 1935/36: 1936/37: RM. 4 984 183,57 RM. 6 670 363,99 RM. 7 079 254,44 RM. 8 313 939,59 RM. 1 217 248,17 RM. 1 385 195,29 RM. 1 450 147,71 RM. 1 451 300,29 1933/34: 1934/35: 1935/36: 1936/37: RM. RM. RM. 328 367,77 416 796,15 916 252,18 gestrigen Freitagnachmittag ist der 25 Jahre alte Zimmermann Karl Kornmann aus Rüddings- hausen, der hier bei Dach arbeiten beschäftigt war, vom Dache des Hauses abgestürzt. Der bedauernswerte junge Mann schlug dabei so heftig auf die Erde auf, daß der Tod auf der Aus der engeren Heimat. Vom Dache tödlich abgestürzt. Geilshausen (Kreis Gießen), 27.Aug. Am Karotten 10 bis 12, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 8 bis 12, Bohnen, grün 25, gelb 25, Tomaten 18 bis 25, Zwiebeln 10 bis 15, Meerrettich 45 bfe 50, Pilze 30 bis 60, Kartoffeln, % kg 5 Pf., 5 kg 55 Pf., 50 kg 4 bis 4,25 Mark, Frühäpfel, % kg 40 bis 50, Falläpfel 12 bis 15, Pfirsiche 45 bis 55, Brombeeren 40 bis 50, Preiselbeeren 35 bis 40, Birnen 25 bis 50, Pflaumen 40, Mirabellen 40, junge Hähne 1,10 bis 1,15, Suppenhühner 90 Pf. bis 1,05 Mark, Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., Blumenkohl, das Stück 10 bis 50, Salat 8 bis 15, Salatgurken 10 bis 35, Einmach- qurken 2 bis 6, Endivien 5 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 10, Sellerie 20 bis 25, Rettich 5 bis 15, Radieschen, das Bündel 8 bis 12 Pf. Abgabe der Iührermarke zum Heichsparteitag 4938. Die von der Deutschen Reichspost zum Reichsparteitag 1938 herausgegebene Sondermarke mit dem B^lde des Führers und die Sonderpostkarte mit demselben Wertstempel, die außerdem auf der linken Hälfte der Anschriftseite am oberen Rande ein Bild der Nürnberger Burg trägt, werden vom 1. September an bei allen Postämtern und Amtsstellen der Deutschen Reichspost abgegeben. Gießener Wochenmnrktpreife. * G i e ß e n , 27. Aug. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, % kg 1,52 Mark, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 9, Eier, deutsche, Klasse S 13, Klasse A 12%, Klasse B 12, Klasse C 11%, Klasse D 10%, ausländische 12, Weißkraut, werden. ** Tomate von 450 Gramm Gewicht geerntet. Der Besitzer eines Kleingartens an der Döringstraße konnte gestern eine Tomate ernten, die das außerordentliche Gewicht von 450 Gramm hatte. ** Blühende Magnolien am Stadttheater. Einer der beiden Magnolienbäume am Stadttheater erfreut gegenwärtig die Vorübergehenden mit einigen schönen und kräftig entwickel- Jn der gestrigen Ausgabe des „Gießener Anzeigers" wurde in einem Artikel „Das unfaßbare Wunder" des f ü n f j ä h r i g e n B e st e h e n s d e s Deutschen Winterhilfswerkes am 28. August gedacht. Dabei wurde mit berechtigtem Stolz heroorgehoben, daß sich das Wort des Führers bewahrheitet hat: „Das Winterhilfswerk ist für uns Nationalsozialisten eine stolze Herzensangelegenheit! Ferner wurde betont, daß bei dem Aufkommen der Spenden kein Jahr einen Rückschlag gebracht hat. Diese Etappe des Winterhilfswerks ist Anlatz genug, auch in unserer engeren Heimat einmal Ruckschau auf die Leistungen dieses großen, in der ganzen Welt einzigartigen Hilfswerkes einer Volksgemeinschaft zu halten. Neben den gewaltigen Ergebnissen an Geldspenden und Sachleistungen der verschiedensten Art ist es doch auch hier m hervorragendem Maße der Wandel in der Gesinnung, m der Einsatz- und Leistungsbereitschast aller Volksgenossen, der gegenüber der Zeit vor der nationalsozialistischen Revolution seit 1933 in steigendem Maße zutage tritt. Gewiß ist nicht zu übersehen, daß auch schon früher wahrhaft sozialgestnnte Menschen ein warmes Herz für die Not bedrängter Volksgenossen hatten und nach besten Kräften zu helfen bemüht waren. Aber der in umfassender Organisation immer wieder durchgeführte Massenein- satz aller Volksgenossen für dieses Hilfswerk und die unermüdliche Opferbereitschaft aller Schichten m Stadt und Land sind doch erst möglich und zur Tat geworden durch den Geist und die Kraft des Nationalsozialismus, durch die Erziehung zum Gemein s ch a f t s g e d a n k e n , die der Führer durch seine Bewegung dem ganzen deutschen Volke zum Segen der Gesamtheit angedeihen ließ. Diese Erziehung hat es denn auch schon in kurzer Zett zuwege gebracht, daß jedermann den Einsatz für die Arbeit der NSV. und des WHW. als eine Selbstverständlichkeit und als Ehrendienst für die Volksgemeinschaft ansieht. Was vor dem Umbruch von 1933 — sagen wir es offen — den meisten einfach unvorstellbar gewesen wäre, wurde schon bei dem ersten WHW. im Winter 1933/34 zur s e l b lt v e r - st ä n d l i ch e n Tat: Männer aller Schichten und Berufe, der Universitätsprofessor neben dem Stu- denten, der Behördenleiter neben seinen Beamten, der Industrielle Seite an Seite mit den Arbeitern, den Handwerksmeistern und den Angehörigen der 7 6. Geburtstag feiern. Ihr Sohn Karl Schäfer kann übrigens am gleichen Tage seinen 40. Geburtstag feiern. 8 Lang-Göns, 27. Aug. Am 30. August vollendet Frau Anna Elisabeth Euler Wwe., Hund- staatenstraße, ihr 8 4. Lebensjahr, und am 31. August feiert Frau Elisabeth Müer Wwe., Holzheimer Straße, ihren 8 6. Geburtstag. Beide Frauen sind noch recht rüstig, können im Haushalt noch allerlei helfen und nehmen an allen Geschehnissen regen Anteil. Unsere herzlichen Glückwünsche! Landkreis Gießen. * Großen-Linden, 27. Aug. Am kommen- den Montag, 29. August, kann unsere Einwohnerin, • die Witwe Elise Schäfer, geb. Kreiker, Obergasse Nr. 1, in geistiger und körperlicher Frische ihren Die Abschlußzahlen für das Winterhilfswerk 1937/38 liegen bis jetzt noch nicht tor, sie werden aber sicherlich wiederum eine eindruck-^olle Sprache reden. Aus dem Wirken des WHW.. ist nach eiyem Bildbericht, den die Gauamtsleitung der NSV. im September 1937 herausgegeben hat, noch folgendes hervorzuheben: Das Sachspendenaufkommen im Gau Hessen-Nassau in den vier Winterhilfsjahren von 1933 bis 1937 belief sich auf RM. 24 636 555,86. Als Sonderaktion des WHW. am alljährlichen Tag der nationalen Revolution wurden an Gutscheinen zum 30» Januar 1936/37 insgesamt 996 898 Stück zu 60 Pfennig mit einem Geldaufwand von RM. 598138,80 verausgabt. Die von der HI. und dem DJ. durchgeführten Brotsammlungen brachten folgendes Ergebnis: 1935/36 = 280 658 Brote mit einem Gesamtgewicht von 912138,5 Pfund: 1936/37 — 312 766 Brote mit einem Gesamtgewicht von 1 037 861 Pfund. Die Kartoffelausgabe in den Winterhilfswerken 1933/36 im Gau. Hessen-Nassau belief sich einschließlich Aufkommen und Käufen auf 572 465 Doppelzentner. An Weihnachtspaketen wurden in den Winterhilfswerken 1935/36 und 1936/37 insgesamt 285 696 Stück im Werte von 3 247 104,58 Mark verteilt. Diese Zahlen beweisen überzeugend, daß auch für unsere engere Heimat dus Wort volle Gülttgkeit hat: „Das Winterhilfswerk ist der Ausdruck tatgewordener Volksgemeinschaft." Diese Zahlen zeugen ebenso von dem guten Geist, der auch in unserer engeren Heimat überall lebendig ist und der die Gewißheit gibt, daß das Winterhilfswerk im Dienste unserer Volksgemeinschaft auch in Stadt und Lank des Kreises Wetterau stets opferfreudige Helfer und damit treue Mitarbeiter am Aufbauwerk unseres Führers haben wird. B. Ueberblicf gestatten. Auch dos Kerckhoff-Jnstitut, das in Personal-Union zur Universität Gießen gehört, ebenso das Balneologische Institut, das überhaupt ein Institut der Landes-Universität darstellt, werden in Modellen und Bildern gezeigt. Bad Salz- Hausen, das als ein Bad der Zukunft angesehen werden darf, ist nicht weniger im Rahmen der Ausstellung und der Gruppe der Bäder berücksichttgt. Men zeigt Sau- und viele Kunstdenlmäler. Die Ausstellung in Frankfurt a. M. gibt durch ihre Gestaltung und Aufgliederung die Möglichkeit zu einer universellen Ueberschau über die Bau- und Kunstdenkmäler aus Vergangenheit und Gegenwart. Es ist selbstverständlich, daß das Land Hessen hier vieles beizusteuern hat und wesentlich mit dazu beiträgt, das Gesicht der Gesamtschau zu beftimmen. Von den einzigartigen Modellen antiker Tempel aus Rom und Achen, die, aus Kork ge° fertigt, nur in zwei Exemplaren vorhanden sind (im Landesmuseum Kassel und im Landesmuseum Darmstadt) bis zum Modell des Neubaues des Forschungsinstituts für Zellulose-Chemie an der Technischen Hochschule zu Darmstadt ist in der Ausstellung ungefähr alles zu sehen, was auf allgemeines Interesse rechnen darf. Da wird man Pläne, Zeichnungen und Bilder von Klöstern, Schlössern, Kaiserpfalzen, von Kirchen und Domen finden und sich hineinvertiefen können in die künstlerischen Formen, die uns .aus der Vergangenheit überliefert und erhalten geblieben sind. Da begegnen dem Besucher die charakteristischen Dome von Mainz und Worms, die feinen Rathäuser von Lorsch, Heppenheim, Alsfeld und Michelstadt, die Kaiserburgen von Seligenstadt, Ingelheim und Wimpfen, ein herrliches Modell der Katharinenkirche von Oppenheim, und aus der Frühzeit deutscher Geschichte wird man eine germanische Siedlung in ihrem Aufbau studieren können. Darmstadt zeigt ein Modell eines Schloßbaues, der nicht ausgeführt wurde, das aber eine Monumentalität offenbart, die jedem Besucher gesteigerte Aufmerksamkeit abnötigen wird. Auch das Schuhknechtsche Exerzierhaus, das ebenfalls im Modell vorhanden ist, wird viel Interesse finden. Neben den Baukunstwerken aus früheren Jahrhunderten sind die Neubauten für die Technische Hochschule Darmstadt wiedergegeben, die den schlichten und doch so repräsentativen Baustil der Gegenwart, des neuen Deutschland eindrucksvoll veranschaulichen. Selbstverständlich wird auch das große Darmstädter Sportfeld in Modell und Bildern erscheinen. Die Ausstellung in ihrer Gesamtheit wird ein einzigartiges Dokument des deutschen Aufbauwillens im Dritten Reich sein, wie er unter dem Willen des ersten Architekten und Baumeisters Adolf Hitler entfaltet wurde. Sie wird erkennen lassen, welche große Bauaufgaben für die nächste.Zukunft gegeben sein werden, sie wird aber auch Tn großer Rückschau zeigen, auf welch kräftigen Säulen die deutsche Baukunst von der Vergangenheit her ruhen kann. freien Berufe, kurzum alle nähmen die Sammelbüchse des WHW. in die Hand und gingen damit hinaus auf die Straßen und die Plätze, von Haus zu Haus, von Wohnung zu Wohnung, um überall die Spendeabzeicken der helfenden Kameradschaft des ganzen deutschen Volkes zu verkaufen und dadurch Geldmittel für die großen Aufgaben des Winterhilfswerks herbeizuschaffen. Bei Wind und Wetter, vom Samstagabend bis tief in die Nacht hinein, vom Sonntagmorgen bis zum Sonntagabend, waren sie unverdrossen mit den Sammelbüchsen unterwegs. Und vielfach erlebte man dabei einen Wettbewerb der Sammler, deren Ehrgeiz darauf gerichtet war, den Betrag in der Sammelbüchse nach bester Möglichkeit bis zur äußersten Grenze zu steigern. Fürwahr: eine vorbildliche Gemeinschaft des Sozialismus d e r T a t, in gleicher Weise ehrenvoll für die Spender, wie auch für die Sammler. So ging es in jedem Winter, entweder als Sammler von Haus zu Haus, oder auf Straßenplätzen, beim Kassieren vom Eintopfessen oder bei den Sonderaktionen, Kleidersammlung usw., stets stellte sich auch in unserer engeren Heimat die Volksgemeinschaft mit allen Kräften in den Dienst des großen Hilfswerkes und bekundete damit durch die Tat, daß sie sich als O p f e r g e m e i n s ch a f t i m Dienste d e r Volksgesamtheit betrachtete. Die Ergebnisse dieses Gemeinschaftswerkes verdienen denn auch immer wieder vollste Anerkennung. Für das Winterhilfswerk wurden Im Gau Hessen-Nassau folgende Spenden (uns liegen gegenwärtig die Ergebnisse von 1933 bis 1937 vor) aufgebracht: Geldspendenaufkommen: Fünf Jahre WHW. im Gau Hessen-Nassau Eindrucksvoller Gesinnungswandel. — Bedeutsame Zahlen. verwenden 5ie auch^umtinmachen ** Probealarm ber Feuersirene. Von der Feuerwache wird am heutigen Samstag zu verschiedenen Zeiten eine neuaufgebaute Feuersirene probeweise in Betrieb gesetzt werden. Es besteht also beim Erjpnen dieser Sirene kein Grund zur Beunruhigung. r ** Handgeschriebene Absenderan- schristen zu Drucksachenantworten. Nach einem Erlaß des Reichspostministeriums dürfen von jetzt an auch den Drucksachen im Inland Briefumschläge, Streifbänder und Karten für etwaige »(Stelle eintrat. % kg 8 bis 10 Rotkraut 8 bis 10, gelbe Rüben und I Antwortsendungen auch mit handgeschriebener An- X- Kg ö vis iu, junuuu schrift des Absenders der Drucksache beigegeben TTUztLex Citrovin Fabrik Frankfurt M. Zwei hinter Gisela. ZRomtm von Hans Hirthammer. Urheberrechtschutz Verlag Oskar Meister, Werdau/Sa. Schluß. Nachdruck verboten. Mit einer halben Bewegung, fast unbewußt, gab sie sich feiner Umarmung hin. Sein Mund, der sich kaum mehr von dem ihren zu lösen vermochte, wurde ihr zur Offenbarung alles dessen, wonach sie sich gesehnt hatte. Später standen sie vor dem kleinen Fenster, und während sie über die weite, von Gottes Sonne beschienene Landschaft hinschauten, wußten sie beide, daß sie sich für immer gehörten. Gisela netzte mit der Zunge ihre Lippen. „Ich hab dich lieb, Peterle!" Er schloß seine Hand um ihre Finger. „Gisela, du wirst meine Frau werden. Bevor ich dich aber darum bitte, muß ich dir ein Geständnis ablegen. Ich heiße nicht Bürger, sondern mein Name ist Stoll. Wegen irgendeiner dummen, verfahrenen Geschichte ist Vater Kindlmann auf diesen Peter Stoll nicht gut zu sprechen, und Lore Jasper hatte darum den Vorschlag gemacht, mich unter einem anderen Namen bei ihm einzuführen. Nun ist es etwas anderes. Er kennt mich jetzt und wird mir gern glauben, daß jene Vorwürfe nichts weiter find, als die haltlosen Verdächtigungen eines Schurken." Gisela war sehr blaß geworden. Ihre Augen irrten hilflos in die flimmernde Weite der Landschaft. Um die Mundwinkel grub sich ein bitterer Zug. Gab es denn kein Glück auf dieser Welt? Warum mußte dieses Erlebnis, kaum daß es begonnen hatte, schon wieder vernichtet und zertreten werden? — Peter Stoll! Jener Mann also, der es auf ihre Erbschaft abgesehen hatte? Jener Mensch, der mit dem jungen Kindlmann befreundet war und von ihm gewisse Andeutungen erhalten haben mochte! Ah, nun erst durchschaute sie das ganze schurkische Spiel. Natürlich wußte er ganz genau, daß sie Gisela Mertens war! Lore Jasper wird es ihm längst erzählt haben, vermutlich war auch sie am Komplott beteiligt. Sie war ja die einzige Vertraute Grützmachers gewesen, und es war anzunehmen, daß sie von dem Testament Kenntnis hatte. Und nun, da der ursprüngliche Plan nicht geglückt war, hatte mans auf diese Weise versucht! Nicht übel! Er hatte die Rolle des Liebhabers ttefflich gespielt, dieser Herr Stoll, und sie war brav auf den Schwindel hereingefallen. Peter betrachtete erschreckt die sähe Verwandlung. „Gisela!" flüsterte er. „Ist es so schlimm? Was hast du nur?" Er versuchte seine Arme auf ihre Schultern zu legen, aber sie entzog sich ihm mit einer heftigen Bewegung und eilte auf die Leiter zu. „Gisela!" Wie aus allen Wolken gefallen starrte er ihr nach. Du lieber Gott, was war denn geschehen? War es möglich, daß sein ehrliches Geständnis sie so heftig gekränkt hatte? Gisela langte ohne Unfall am Fuß der Leiter an, und eine Zeit später sah Peter, wie sie drunten den Hof überquerte. Nicht ein einziges Mal blickte sie zu ihm empor. 39. Als der Notar in dem Eintretenden seinen Sohn erkannte, verzog er mißmutig das Gesicht und beugte sich wieder über seine Arbeit. Toni verkniff ein Lächeln. Er warf sich in den Sessel, der dem Schreibtisch des Vaters gegenüber» stand und prüfte sorgfältig feine Fingernägel. Es dauerte eine geraume Zeit, bis er endlich den Kopf hob. ,L>u scheinst dich gar nicht zu wundern, daß ich schon wieder in Breslau bin!" . „Man gewöhnt sich allmählich daran!" sagte der Notar nebenhin, ohne von dem dicken Aktenbündel aufzusehen, mit dessen Studium er gerade beschäftigt war. „Ein erfreuliches Zugeständnis! Ich war schon darauf gefaßt, daß du mich wieder Hinauswersen würdest ft' „Da solche Maßnahmen zwecklos sind, wie deine Anwesenheit beweist, so erspare ich mir's, sie zu wiederholen. Immerhin kannst du mir bei Gelegenheit sagen, was du mir wieder für Ueberraschungen zugedacht hast!" „Ich wollte nur hören, wie du über diesen Mord denkst. Oder solltest du gar nichts davon gelesen haben?" „Was für ein Mord?" „Frau Kretschmar ist ermordet worden, die Wirtin von Gisela Mertens." Nun hatte er den Vater doch so weit, daß er seine Akten beiseiteschob. „Die Wirtin von Gisela Mertens? Ein merkwürdiger Zufall, aber doch wohl nicht mehr, ein Raubmord?" „Nein, der Täter wollte sich einer Mitwisserin entledigen, die gefährlich zu werden drohte. Leider bin ich es, der an dem Tod der armen Frau gewissermaßen die Schuld trägt. Oder auch du!" „Ich? Was soll das heißen?" ^awohl, du, lieber Vater! Wenn du meinen V.ldacht ernst genommen hättest, dann hätte diese Katastrophe vermieden werden können, und Radegast hätte nicht als Mörder zu enden brauchen." Der Notar sprang vom Sessel hoch. Sein Gesicht zeigte eine fahle Blässe. „Radegast —?" „Ja, es ist zu Ende mit ihm. In dem Augenblick, als er wegen des Mordes an Frau Kretschmar verhaftet werden sollte, jagte er sich ein, Kugel durch den Kopf." „Also — also doch Radegast!" Er ließ sich mit einem unterdrückten Stöhnen in den Stuhl zurück- sallen. „Da hab' ich dir demnach — bitter unrecht getan!" „Laß nur gut sein, Vater, es geschah ja schließlich im guten Glauben!" Und dann berichtete Toni, wie sich alles zugetragen hatte, angefangen von Radegasts (Eintreffen in Berlin bis zu seinem Ende. „Man hat bei der Durchsuchung seiner Koffer eine von ihm angefertigte Abschrift jenes Testaments gefunden. Außerdem entdeckte man verschiedene Aufzeichnungen, die ebenfalls aus deinen Akten stammen und sich auf eine gewisse Dorothea Malick beziehen." „Ach!" rief der Notar verblüfft. „Das ist dieser Prozeß wegen der schwindelhaften Grundstückskäufe. Nun begreife ich, wie es möglich war, daß die Frau unser Beweismaterial so geschickt zu entkräften wußte. Sie war also über die Schritte meiner Mandanten unterrichtet worden!" „Von Radegast, der dafür als Gegenleistung die Mittel erhielt, um seine Rolle als vermögender Heiratskandidat überzeugend spielen zu können. Frau Malick ist inzwischen verhaftet worden, samt ihrem Freund, einem gewissen Kagereit. Das Pärchen scheint allerlei auf dem Kerbholz zu haben." Vater Kindlmann atmete auf. „Gott sei Dank, dann besteht ja begründete Aussicht, daß meine Mandanten endlich zu ihrem Recht kommen!" „Schön! Aber nun zum eigentlichen Zweck meines Besuches. Fräulein Jasper hat mich und — meine Braut in einem Eilbrief gebeten, daß wir sofort kommen und ihr helfen sollten, die Sache zwischen Fräulein Mertens und Peter Stoll in Ordnung zu bringen. Es scheinen sich da allerhand Mißverständnisse eingeschlichen zu haben." „Peter Stoll?" wunderte sich der Notar. „Ah, nun geht mir ein Licht auf. Das ist also der junge Mann, der sich bei Lore Jasper einquartiert hat? Hm, ich muß gestehen, daß ich einen ganz angenehmen Eindruck von ihm gewonnen yabe. Zum anderen sehe ich ein, daß unsere Gisela Mertens einen Mann braucht. — Liebt sie ihn denn?" „Alle Anzeichen scheinen darauf hinzuweisen. Aber nun hat er ihr seinen Namen verraten, denn er wußte doch nicht, daß sie jene Gisela Mertens ist, in deren Herzen Peter Stoll immer noch al^ Bösewicht herumspukt, dank der von Radegast ein- gefädelten Intrigen." Der Notar kniff ein Auge zu. „Und er weiß wirklich nicht, daß sein Mädel die Erbin von Lauterbrunn ist?" „Mein Wort, Vater! Stoll hat nicht die geringste Ahnung davon. Er liebt Gisela Werner und hält sie für irgendeine kleine Büroangestellte." „Da hat sich ja ein schönes Durcheinander zusammengebraut! — Und ich soll nun, wenn ich dich recht verstehe, die Finger in diesen heißen Brei stecken?" „Heli wird dir dabei helfen! Darf ich sie dir vor- stellen? Ich habe sie mitgebracht. Sie sitzt draußen bei der Mutter. Die zwei haben sich bereits ange- freunbet." Der Notar fluchte ingrimmig. „Herein mit ihr! Wenn sie schon hier ist, dann kann ich sie mir ja einmal ansehen." „Na eben!" stimmte Toni zu und sprang zur Tür, um Heli zu rufen. Als ein wenig später das Mädchen ihrem zukünftigen Schwiegervater die Hand entgegenstreckte, war keine Spur von Befangenheit an ihr festzustellen. „So also sehen Sie aus?" lächelte sie. „Ich habe Sie mir viel schlimmer vorgestellt!" Der Notar mußte sich vor solchem Freimut endgültig geschlagen geben. „Wirklich?" polterte er. „Der Bengel muß ja ein nettes Konterfei von mir entworfen haben. — Ich kann Ihnen jedenfalls meine Bewunderung nicht versagen, daß Sie es mit meinem Jungen aufnehmen wollen. Für mich ist er längst ein hoffnungsloser Fall!" „Ich glaube, Sie waren zu wenig streng mit ihm. Die Jugend von heute braucht eine straffe Führung!" „Ha, ha!" lachte Kindlmann. „Aus dieser Richtung weht der Wind. Na, da will ich denn mal im Keller Umschau halten, ob wir für hellte abend einen ay- ständigen Tropfen haben, um das Ereignis nach guter, alter Sitte zu begießen." Heli wollte eine Antwort geben, aber in diesem Augenblick wurde Gisela gemeldet. 40. Volle zwei Tage hatte es Gisela ausgehalten und hatte mit allen Kräften versucht, den geliebten Mann zu vergessen. Aber je mehr sie sich bemühte, mit ihren Sinnen zu Walter Radegast zurückzu- finden, desto deutlicher fühlte sie, daß es nach dem Geschehnis im Turmzimmer keinen Weg mehr zu ihm gab. Peters Küsse, seine Umarmungen hatten sie sehend gemacht. Sollte Radegast von ihr denken, was er wollte: niemals würde sie feine Frau werden können. Sie hatte es ihm geschrieben, hatte ihm den Der- lobungsring zurückgesandt, und als sie den Brief zur Post gegeben hatte, war ihr etwas leichter ums Herz geworden. Und sie hatte sich in die Arbeit gestürzt, hatte angepackt, wo es etwas anzupacken gab. Sie kam zu Frau Schmidt und wollte sich in der Milchwirtschaft unterweisen lassen. Sie tauchte in der Küche auf und stürzte die Köchin, die sich in ihrem Machtbereich bedroht sah, in die heftigsten Erschütterungen. Sie wagte sich sogar in die Ställe, um den Viehmägden ihre Arbeit abzugucken. Aber alle diese Unternehmungen, so leidenschaft- kreis Friedberg. -Münzenberg, 27. Aug. Am morgigen Sonn- taq kann Frau Margarethe S a m e s , geb. Walter (Junkermühle), ihren 8 2. Geburtstag feiern. (Unseren Glückwunsch!) Kreis Alsfeld. Deckenbach , 27. Aug. Der alte st e Ein - w o h n e r unserer Gemeinde, Ludwig Scholl l!., kann am kommenden Dienstag, 30. August, im Kreise von .zwei Kindern, zwei Enkeln und vier Urenkeln seinen 9 3. Geburtstag feiern. Die.Lebensgefährtin des hochbetagten Mannes weilt nicht mehr unter den Lebenden. Ludwig Scholl II. Durfte wohl einer der ältesten Einwohner des Kreises sein. Feuer in einer Wormser Ho'zwarenfabrik. Lvd Worms, 26. Aug. Eisenbahnbeamte der Station Worms-Brücke bemerkten in der Spezial- sabrik für Schuleinrichtungen und Raumsparmöbel von Hermann Rauch jr. einen Feuerschein. Die von ihnen herbeigerufene Feuerwehr fand zwei Holzwände im Fabrikgebäude teilweise brennend vor. Auch fertige Möbelstücke waren dem Feuer zum Opfer gefallen. Der Brand scheint von der Spritzanlage ausgegangen zu sein, in der Zelluloselacke aufbewahrt werden. Der Betrieb der Fabrik ist nicht gestört und wird im bisherigen Umfang weitergeführt. Sieben Lahre Zuchthaus wegen versuchten Kind-smordes. LPD. Mainz, 26. Aug. Das Schwurgericht hatte sich in dieser Woche mit der scheußlichen Tat einer Mutter zu befassen. Die 25jährige Ehefrau 'Zinna Katharina H. aus Worms war angeklagt, am 19. April d. I. mit Dorsatz und Ueberlegung versucht zu haben, ihr dreijähriges Töchterchen Marianne ums Leben zu bringen, indem sie dem Kinde einen Schal um den Hals legte und diesen verknotete. Als sich die Kleine instinktiv wehrte, hielt die entmenschte Mutter dem Kind so lange den Mund zu, bis es sich nicht mehr regte. Durch den Hausverchalter wurde die Tat vorzeitig entdeckt und das unglückliche Kind vor dem sicheren Tode gerettet. In dreitägiger Verhandlung kam das Gericht zu der Erkenntnis, daß die Angeklagte schuldig s e i. Sie wurde wegen versuchten Mordes zu sieben Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust verurteilt. Da sie geständig war, wurden ihr vier Monate Untersuchungshaft 'in Anrechnung gebracht. Wegen der Gemeingefährlichkeit der Verurteilten ist nach ihrer Enthaftung aus Gründen der öffentlichen Sicherheit ihre Unterbringung in einer Heil- und Pflegeanstalt erforderlich. Rach dem Urteil des medizinischen Sachverständigen ist die Angeklagte infolge angeborenen Schwachsinns vermindert zurechnungsfähig, so daß der § 51, Absatz 2, in Anwendung kam. Rach dem Urteil kommen die Gründe, die die Angeklagte für ihre Tat anführte, nämlich schlechte Behandlung durch ihren Ehemann, nicht in Betracht. Der Ehemann hat sie weder bedroht noch mißhandelt und nur dann mit ihr gescholten, als ihre eheliche Untreue feststand und weil die Frau ihr Töchterchen Marianne schlecht behandelte. Der Ehemann sagte auch noch während der Verhandluna zu Gunsten der Frau aus. Das Gericht stellte sich auf den Standpunkt, daß die Angeklagte die Tat lediglich aus Egoismus heraus habe vollbringen 25 Lahre Gießener Hütte. Jubiläumsfeier in 2200 Meter Höhe. Dick wie Watte lag am Morgen des 21. August der Rebel um die festlich geschmückte Gießener Hütte. Kaum 5 Meter drang der Blick in die feste weiße Masse. Seit 25 Jähren wurde das schmucke Häuschen jährlich Hunderten von Bergsteigern zum Stützpunkt für ihre Touren, und oftmals bot es ihnen Schutz vor Regen, Schnee und Sturm. Viele bekannte und berühmte Namen findet man, wenn man die Seiten des Hüttenbuches zurückblättert, und manchen Eintrag des Labes über gasttiche Ausnahme und Bewirtung. Und so waren auch jetzt aus nah und fern viele Freunde dieses schönen Fleckchens Erde herbeigeeilt, um den Tag des 25jährigen Bestehens der Gießener Hütte festlich zu begehen. Vor allem waren es namentlich viele Gießener, die teilweise schon einige Tage vorher eingetroffen waren und die umliegenden Gipfel, wie Hochalm- spitze, Säuleck, .Schneewinkelspitze, bei herrlichem Wetter bestiegen hatten. Viele Alpenoereinszweige aus den Nachbargebieten hatten Vertreter gesandt. Auch die einheimische Bevölkerung aus Gmünd und Malta war mit ihrem Zweigführer, Pg. M e i ß n i tz e r, erschienen. Da dicke '.Regentropfen den Nebel des Morgens abgelöst hatten, versammelten sich die Festteilnehmer im gemütlichen Gastraum der Hütte. Der Führer des Zweiges Gießen-Oberhessen, Pg. Wrede, begrüßte die Erschienenen. Er wies in feiner Ansprache auf die großen politischen Ereignisse hin, die seit der Einweihung der Hütte eingetreten waren, und gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß durch den Anschluß Oesterreichs an Deutschland jetzt die Hütte auf deutschem Boden steht. Seine Ansprache klang mit einem „Sieg-Heil!" auf den Führer aus. Notar Dr. Spohr gab dann einen U berblick über die Entstehung und Entwicklung dcr Hütte, wobei er besonders die Verdienste, die sich der Ehrenvorsitzende des Zweigvereins Gießen-Oberhessen, Professor Hedderich, sowie die Herren Sauer, Meyer, Kohlrnayr imd Frido Kordon erworben hatten, würdigte. Er betonte die harmonische Zusammenarbeit mit der Sektion Gmünd, die unter Führung von Frido Kordon vor 25 Jahren den Weg zur Gießener Hütte gebaut hatte. Auch der Li e fei, die seit 16 Jahren Hüttenpächterin ist, spendete er Lob und Anerkennung für ihre Tätigkeit, die besonders in der Zeit der Inflation und Grenzsperre keine leichte war. Pg. Meißnitzer überbrachte die Glüawünsche des Zweiges Gmünd und der anderen vertretenen Zweige, während Oberlehrer Schmid im Namen der Bevölkerung des Maltatales gratulierte. Der bekannte Bergsteiger und Erschließer der Ostalpen Frido Kordon in Graz wurde zum Ehrenmitglied des Zweiges ernannt. Er war es, der zuerst auf die Schönheiten des Gebietes um die Hochalmspitze hinwies und den Bau einer Hütte im Gößbichl vorschlug. Mit Rat und Tat stand er stets den Gießenern beim Bau der Hütte zur Seite und warb durch Wort und Schrift für ihren Besuch. Pg. Wrede schloß die kleine Feier mit folgenden Worten: „Wir wollen weiter bauen an dem Werke, das vor 25 Jahren mit Idealismus, Begeisterung und Opfersinn geschaffen und später weitergeführt wurde. Wir wollen fernerhin die Liebe zu unseren herrlichen Bergen pflegen und in aller Zukunft treue Hüter des alpinen Gedankens sein. Möge die Gießener Hütte zur Erreichung dieses Zieles auch weiterhin beitragen." Anschließend war ein gemeinsames Mittagessen im Gastraum der Hütte. Inzwischen hatte sich das Wetter aufgeklärt und die schneebedeckten Gipfel grüßten die absteigenden Festgäste. Unten im Tal trafen sich am Abend die Gmündner und Gießener zu einem kameradschaftlichen Beisammensein im Gasthof Hofinger. Der Vorsitzende des Zweigvereins Gmünd, Pa. Meißnitzer, begrüßte die Erschienenen. Ortsgruppenleiter Pg. genfer und Bürgermeister Kotziann überbrachten Glückwünsche von Partei und Stadtgemeinde Gmünd. Sie schilderten die Leiden der Bevölkerung in den langen Jahren des Kampfes und der Verfolgung. Besonders die Bewohner des Liesertales waren es, die sich am eifrigsten an den Kämpfen des Jahres 1934 beteiligt hatten und daher ganz besonders die Unterdrückungsmaßnahmen des Schuschniggsystems zu spüren bekamen. Pg. Wrede dankte den Gmündern für den herzlichen Empfang. Indem er'auf die freundschaftlichen Beziehungen hinwies, die seit Erreichung der Hütte zwischen den Gmündern und den Gießenern bestehen, bat er sie, diese langjährige Freundschaft dadurch zu befestigen, daß auch einmal die Gmündner Gießen und seine Umgebung besuchen. Um der borfierm Bevölkerung einmal ein Bill» unserer Gegend zu machen, wurden Lichtbilder van der engeren und weiteren Umgebung von Gießen gezeigt. Die fröhlichen Klänge der Musik leiteten zum hei- feren Teil des Abends übet. Schöne alte Kärntner Lieder, vorgetragen unter Leitung von Oberlehrer Schmid aus Malta, wechselten mit den heiteren Liedern vom Rhein. Und bald drehte sich alles, Kärntner und Hessen, im frohen Rund des Tanzes. Früh am Morgen war es, als das kleine Berg- ttädtchen wieder zur Ruhe kam. Wirtschaft. Fwd. Andienungspflicht für Futter- getreide in Hessen-Nassau aufgehoben. Der Vorsitzende des Getreidewirtschaftsoerbandes Hessen-Nassau ordnet mit Zustimmung des Vorsitzenden der HV. der deutschen Getreide- und Futtermittelwirtschaft an, daß Lieferungen von Futtergetreide vorn Erzeuger an einen Verteiler innerhalb des Getreidewirtschaftsverbandes Hessen- Nassau von der Andienungspfticht ausgenommen sind. Weiter entfällt die Andienungspflicht für Verkäufe und Lieferungen von Futtergetreide von einem Verteiler an einen Verbraucher, sofern die gelieferte Menge 500 Kilogramm nicht übersteigt. — Dagegen bleibt die Andienungspfticht gemäß Ziffer 8 Abs. 1 der Anordnung der HVDGuF. vom 1. Juli 1938 bestehen. Mein-Mainische Börse. rNittagsbörse abbröckelnd. Frankfurt a. M., 26. Aug. Die Börse verharrte in fast völliger Geschäftsstille. Die Umsätze am Aktienmarkt kamen meist über Mindestbeträge nicht hinaus. Bei der Enge der Märkte war die Kursentwicklung wieder stark vom Zufall abhängig. Es zeigte sich indessen heute eher Abgabeneigung, während Käufe nur ganz vereinzelt erfolgten. Infolgedessen bröckelten die Kurse vorwiegend um Bruchteile eines Prozentes ab, insbesondere im Verlaufe, wo die Schrumpfung des Geschäfts noch Fortschritte machte. Soweit anfangs etwas höhere Kurse Vorlagen, gingen sie später meist auf den Vortagsstand, teilweise auch darunter, zurück. Etwas stärkere Rückgänge hatten Feldmühle Papier mit 121,50 (124,25), AEG. mit 105,25 (106,75) und Bemberg mit 120,25 bis 119,50 (121). IG.-Farben ließen auf 144,50 (145,13), Vereinigte Stahl auf 98 (98,50), Rheinstahl auf 127 (127,50), Gesfürel auf 124,50 (125,50), dement Heidelberg auf 147,25 (148), BMW. auf 141,50 (142,25) und Deutsche Erdöl auf 117,50 (118) nach. Etwas fester lagen Daimler mit 124,75 (124), Mannesmann mit 101,25 (100,75) und Conti Gummi mit 188,50. Am Rentenmarkt waren Reichsaltbesitz bei kleiner Nachfrage auf 129,75 (129,55) und Reichsbahn-VA. auf 122,40 (122,25) erhöht, hingegen ermäßigten sich Kammunal-Umschuldung um 10 Pf. auf 94,30. Industrie-Obligationen waren leicht angeboten und vorwiegend 0,25 bis 0,50 v. H. schwächer. Der Pfandbriefmarkt lag ruhig und unverändert, ebenso die meisten Stadtanleihen. Von Reichstiteln stellten sich 4 o. H. 1934er auf 99,50 (99,40). Im übrigen war das Geschäft in festverzinslichen Werten ebenfalls äußerst gering. In der zweiten Börsenstunde stockte am A k - ti en mar ft das Geschäft, der bevorstehende Ultimo machte sich dabei ebenso wie der anhaltende Ordermangel bemerkbar. Im gryßen und ganzen wiesen die Kurse keine nennenswerten Abweichungen auf, wenngleich mäßige Rückgänge, insbesondere gegenüber dem Vortag, überwogen. IG.-Farben 144,25 nach 144,50, Daimler 124 nach 124,75, Mannesmann 100,90 nach 101,25, Reichsbank 179 bis 178,75 (180), ferner waren von später notierten Werten Metallgesellschaft auf 119,75 (121), Aschaffenburger Zellstoff auf 112,50 (114), Scheideanstalt auf 203 (204,25) und u. a. Demag auf 136,50 bis 135,50 (138) rückgängig, hingegen notierten Rhein. Braunkohlen nach Pause höher mit 199 bis 200,50 (198,25). Am Einheitsmarkt lagen Bankaktien teilweise niedriger und von Jndustriewerten wurden Pfälz. Mühlenwerke nach Minus-Ankündigung mit 135 bis 140 (zuletzt 145 notiert) geschätzt. Abendbörse ruhig. An der Abendbörse blieb es auf allen Marktgebieten äußerst ruhig, da die Kundschaft in der Auftragserteilung zurückhaltend blieb. Die wenigen, meist ohne Umsatz zur Notiz gekommenen Papiere zeigten nur geringe Veränderungen, wobei aber in Angleichung an den niedrigeren Berliner Schluß- Wie steht es mit Ihren Augen ?--Sehschärfe und hiermit Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden lassen sich durch eine Brille steigern, sprechen Sie doch einmal persönlich mit mir darüber. xjF der Optiker am Bahnhof 63?i> j.eferant auch Ihrer Krankenkasse! stand noch leichte Abbröcklungen überwogen. U. a. notierten IG.-Farben mit 144 (144,13), Scheideanstalt mit 202,50 (203), Metallgesellschaft mit 119,50 (119,75), von Montanwerten Buderus mit 104 (104,50), Deutsche Erdöl mit 117 (117,50), aber Verein. Stahl uno. 98, Rheinstahl uno. 127, Hoesch unv. 103,75 und Mannesmann mit 100,75 (100,90), ferner Gesfürel mit 124 (124,50), RWE. mit 114 (114,13), Bekula uno. 143,50. Von Maschinenaktien stellten sich Adlerwerke auf 100,25 (100,50), Demag auf 135,25 (135,50), Moenus auf unv. 120,50, MAN. auf unv. 121 und Rheinmetall auf 120,50 (121). Am Rentenmarkt ermäßigten sich 5 o. H. Gelsenkirchen Berg auf 100,35 (100,65) und im Freiverkehr Kommunal-Umschuldung auf 94,25 (94,30), während Farden-Bonds zum Mittagskurs von 121 gefragt wurden. Aus aller Welt. Musikinstrumenke aus neuem Werkstoff auf der Leipziger Wesse. Die Schaffung neuer deutscher Werkst o f f e hat auch auf dem Gebiet des Musikinstrumentenbaues unvorhergesehene Entwicklungsmöglichkeiten mit sich gebracht. Die diesjährige Leipziger Herbstmesse bietet Gelegenheit, dies an eindrucksvollen Beispielen zu verfolgen. Um einige Scr bereits erreichten Ergebnisse auch praktisch unter Beweis zu stellen, findet am 29. August in der Alten Handelsbörse in Leipzig ein Musikabend unter dem Motto Hausmusik mit allerlei Instrumenten" statt. In diesem Konzert gelangen durch Leip- ziger Künstler verschiedene Instrumente aus neuem Werkstoff (Plexiglas) zur Vorführung. . Feuertod dreier Kinder in jugoslawischem Bauernhaus. In dem Dorfe Bogomol auf der Adriainsel Hvar brannte ein Bauernhaus nieder, während die kleinen drei Kinder der darin wohnenden Familie P l a w s ch i t s ch schliefen und die Eltern auf dem Felde arbeiteten. Deutsche Reisende, die sich zur Zeit dort aufhalten, holten aus dem brennenden Hause das älteste Kind heraus, das aber nach vier Stunden an Rauchvergiftung ft a r b. Die beiden kleinen Kinder konnten nicht gerettet werden. Man vermutet, daß durch Funkenflug aus dem Herdfeuer, das nicht gelöscht worden war, das Unglück entstand. lich sie anaeparft wurden, führten über kurz oder lang zu offensichtlichen Mißerfolgen. Mutter Schmidt zeigte ihr den Garten, dessen Pflege feit langem vernachlässigt worden war. Gisela begann sogleich mit großem Eifer das Unkraut zu jäten, die Blumenbeete zu harken — aber es konnte geschehen, daß ihr mittendrin der Kopf niedersank in einem schreckhaften Bewußtwerden ihrer Verlassenheit. Und nun war der Brief an Radegast nach Lauterbrunn zurückgekommen mit dem Vermerk: „Adressat verstorben." Gisela war fassungslos, bestürzt, aber so sehr sie aus ihr Inneres horchte — nichts regte sich, was einem Schmerz oder einem Mitleid gleichgekommen wäre. Statt dessen geschah es, daß diese Nachricht sie gegen Peter Stoll auf eine merkwürdige Weise versöhnlich ftimmte; gleichsam als sei mit dem Tod des Anklägers die Schuld des Angeklagten gesühnt worden. Warum eigentlich hatte sie sich über diese Dinge nicht mit Notar Kindlmann ausgesprochen? Er war ihr ein väterlicher Freund, sicher würde er ihr auch hierin zu raten vermögen. Er hatte doch Radegast gut gekannt, und er wußte von dem Vorwurf, der gegen Peter Stoll und seine Schwester erhoben war. Ja, Kindlmann, ihm durfte sie vertrauen, ihm durfte sie ihre Not gestehen! Und so groß war die Sehnsucht nach Hilfe und Zuspruch, daß sie noch in der gleichen Stunde nach Breslau fuhr. Mit einem frohen, gläubigen Lächeln betrat sie Kindlmanns 'Büro — und prallte im nächsten Augenblick entsetzt zurück. Diese junge Dame — war das nicht Heli Stoll? Seine Schwester? Alles andere hätte sie eher erwartet als dieses Zusammentreffen. „Bleiben Sie ruhig hier!" rief der Notar, als Gisela sich mit einer verlegenen Entschuldigung zurückziehen wollte. „Sie kennen doch Fräulein Stoll, nicht wahr?" Gisela blickte mit dem Ausdruck höchsten Staunens auf den Sprechenden. Wußte er denn nicht, welche Rolle Fräulein Stoll gespielt hatte? „Die junge Dame ist meine zukünftige Schwiegertochter!" fuhr der Notar lächelnd fort. „Und das ist mein Sohn Toni, ein ausgesprochener Taugenichts; ich habe aber die Ueberzeugung gewonnen, daß ihm seine Braut die Flausen austreiben und doch noch was halbwegs Brauchbares aus ihm machen wird." In Giselas Kopf jagten die Gedanken. Wenn Kindlmann keine Bedenken hatte, Heli als feine Schwiegertochter anzuerkennen, dann — dann konnten doch jene Beschuldigungen gar nicht auf Wahrheit beruhen? Dann war ja auch Peter---? Der Notar mochte ihre Gedanken erraten haben. Er lud sie mit einer Handbewegung zum Sitzen ein. „Es trifft sich gut, daß sie gekommen sind und mir so die Fahrt nach Lauterbrunn erspart haben. Ich bin Ihnen nämlich einige Aufklärungen schuldig. — Hört mal, ihr beiden, ich glaube, die Mutter hat euch eben gerufen. Wahrscheinlich veracht sie vor Sehnsucht, euch beide an ihr Herz zu drücken. Wollt ihr der Guten nicht eine Weile Gesellschaft leisten?" Die beiden verstanden den Wink und verließen das Zimmer. Der Notar faßte nach Giselas Hand. „Sie wissen, liebes Kind, daß ich es bisher peinlich vermieden habe, mich in ihre privaten Angelegenheiten zu mischen. Ich hielt mich nicht für berechtigt, an Dinge zu rühren, die nur Sie selbst angehen, und habe auch Fräulein Jasper gebeten, dieses Thema nicht zu berühren, wenn Sie nicht selbst davon anfangen würden." Gisela senkte den Kopf. „Sie meinen — meine Verlobung mit Radegast?" „Ganz richtig! Da Sie mich nicht nach meiner Ansicht fragten, hatte ich kein Recht, mich darüber zu äußern. — Nun aber sind Ereignisse eingetreten, die mich veranlassen, meine Haltung zu ändern." „Ja, ich weiß, Radegast ist gestorben." „Er hat Selbstmord verübt. — Das wußten Sie noch nicht?" Sie wußte vieles nicht, aber im Verlauf der nächsten halben Stunde erfuhr sie alles. Mit Entsetzen hörte sie von der Ermordung der armen Frau Kretschmar, mit hellem Grauen sah sie in Walter Radegast das Bild eines kaltblütigen Schurken gezeichnet und vernahm endlich mit immer heftiger klopfendem Herzen die Ehrenrettung von Peter Stoll und seiner Schwester. Sie erfuhr die seltsame Geschichte seiner Liebe zu einer Unbekannten, deren Bild er gesehen, deren Brief er gelesen hatte. „Unser Verdacht war unbegründet!" schloß der Notar. „Denn er weiß ja heute noch nicht, daß Sie Lauterbrunn geerbt haben!" Gisela hatte seinen Worten mit einer fast gierigen Aufmerksamkeit gelauscht. Nun hob sie zögernd, müde die Hand. „Und doch hat er die Gisela Mertens vergessen, als er die Gisela Werner kennenlernte!" „Ach Sie Kind!" lächelte der Notar. „Mußte er denn nicht jede Hoffnung aufgeben, das Mädchen noch zu gewinnen, das einen anderen erwählt hatte? Und als er dann Gisela Werner sah, jenes Mädel, das dem Bild der Geliebten so auffallend ähnelte — du lieber Gott, da war es doch selbstverständlich, daß er dieser anderen mit aller Leidenschaft seines Herzens verfiel! Ich kann darin keine Untreue finden, höchstens eine Bestätigung seiner Gefühle für die Eine, Einzige, nach der er sich sehnte." Als Kindlmann nach diesen Worten aufblickte, sah er, daß Gisela weinte. Da stand er auf, strich mit einer etwas ungelenken Zärtlichkeit über ihre Schultern und verließ das Zimmer. Nach einer Weile kam Heli herein. Mit einer schwesterlichen Bewegung umschlang sie die Weinende. „Gisela! — Ich bin so glücklich, daß du ihn lieb hast! Sieh, Lore Jasper hat uns geritten, weil sie sich keinen Rat mehr mußte, wie der Verzweifelte zur Vernunft zu bringen wäre. Wir wollen jetzt nach Hengersdorf hinausfahren! Willst du nicht mitkommen, Gisela, und uns helfen?" „Ach Heli, ich — ich schäme mich! Diese Geschichte — mit Radegast---!" „Aber Kind, das ist doch jetzt alles vorbei! Du darfst nicht mehr an die Vergangenheit denken. Mein Bruder, der arme Junge — komm, wir wollen ihn Überraschen!" Eine Stunde später hielt das Auto vor dem Hause in Hengersdorf. Aber es stellte sich heraus, daß Peter Stoll nicht anwesend war. Lore Jasper begrüßte die Besucher mit einer Begeisterung, die deutlich genug verriet, wie sehnsüchtig sie einen Beistand erwartete. Sie berichtete, welche Not sie mit Peter hatte. „Er spricht kaum mit mir. Er geht mir aus dem Wege, treibt sich tagelang draußen herum!" Gisela warf mit einer heftigen Gebärde den Kopf zurück. „Sie wissen nicht, wo er jetzt sein könnte? Ich möchte ihn suchen!" „Vielleicht droben im Lauterbrunner Wald! Ich sah ihn gestern abend aus dieser Richtung nach Hause kommen!" Und Gisela machte sich auf den Weg, mit festen, zielbewußten Schritten. Alle Bedenken, alle Zweifel waren versunken. Willig, mit der Demut des Stolzes, folgte sie dem Befehl ihres Herzens. Nach einer Zeit bog ein schmaler Seitenpfad von der Landstraße ab. Den schlug sie ein. Er führte zu einem Bach und weiter an seinem Ufer hin bis hinauf zum Walde. Ihr Gefühl sagte ihr, daß sie ihn dort finden würde, an der Stelle, an der sie mitsammen Erdbeeren gesucht hatten. Sie wanderte dahin, ohne Unruhe, ohne Hast, sieghaft in der Kraft ihres jungen Lebens. Plötzlich entdeckten ihre spähenden Augen Peters Gestalt weit droben am Waldrand. Er stand gegen einen Baum gelehnt und schien in tiefes Grübeln versunken. Da tat Gisela einen tiefen Atemzug und setzte sich in Trab. Sie lief, was die jungen Beine hergaben, sprang über Löcher und Gräben, jagte über eine langgestreckte Wiese hin, in einem einzigen Rausch des Glückes, in einem kindlichen Uebermut. Als Peter Stott das laufende Mädchen entdeckte, glaubte er, das Herz müsse chm stillstehen vor freudigem Schreck. Er sprang auf, wollte ihr ent« gegeneilen — und blieb doch stehen, gebannt vom Anblick ihrer jungen, blühenden Schönheit, die sich in der Bewegung, im Spiel ihrer Muskeln beglückend offenbarte. Sie kam, schon von weitem winkte sie ihm fröhlich zu — und aller Schmerz, alle Bitterkeit, alle Verzweiflung waren vergessen. Und dann hing sie an seinem Hals, und ihre Küsse drohten ihn zu ersticken. „Mädel, mein Mädel!" stammelte er, während er sie immer wieder an sich preßte. „Peterle!" Sie schmiegte ihr Gesicht mit zärtlicher Inbrunst an das seine. „Warum hast du mir das nicht gleich gesagt, daß du damals meinen Brief gelesen hast? Und daß du mein Bild zurückbehalten hast. Und warum bist du damals nicht zu Hause geblieben, als ich deine Schwester besuchen kam? Es wäre uns beiden so viel erspart geblieben!" Peter prallte zurück. „Du bist — Gisela Mertens?" fragte er bestürzt. Sie umklammerte angstvoll seinen Hals. „Peterle! Der Gedanke an Radegast braucht dich nicht zu beunruhigen. Ich schwöre es dir: Kein Mensch war mir gleichgültiger als er. Ach, wärst du doch statt seiner zum Stelldichein gekommen!" Peter starrte sie an, wollte Fragen stellen, aber dann riß er sie mit einem hellen, fröhlichen Lachen an sich und bedeckte den Mund, den Hals der Geliebten mit glühenden Küssen. Später, als sie eng aneinandergeschmiegt zwischen den Bäumen dahinwanderten, erzählte sie ihm, wie Radegast geendet hatte, erzählte chm die ganze Geschichte von Anfang an. Er hatte mit äußerster Spannung zugehört. „Aber warum denn alle diese verzweifelten Bemühungen? War denn der Kerl wirklich so in dich vernarrt?" „In mich wohl weniger als in mein Erbe!" „Ach!" staunte er. „Du hast eine Erbschaft gemacht? Davon weiß ich ja gar nichts!" „Mein Gott!" seufzte sie verzweifelt. „Er begreift immer noch nicht! Er glaubt immer noch an den Erholungsurlaub! Er glaubt immer noch, daß man in Lauterbrunn Zimmer an Sommergäste vermietet!" „Gisela!" „Na endlich!" lachte Gisela. „Ader nun mach kein böses Gesicht, auch wenn ich dir gestehe, daß ich selber die Erbin von Lauterbrunn bin!" Es dauerte lange, bis er sich von seiner Verblüffung erhalten hatte. Dann strich er ihr übers Haar. „Ich könnte die ein« Gisela nicht lieber haben als die andere!" „Das sollst du auch nicht!" lächelte sie. „Denn sonst kratzt die eine der anderen die Augen aus!" Ende. es wird kühler 1.28 p. m 1.40 p. m 1.98 p. m 2.10 p. m Tuchschotten-Noppfe, 70 cm br., 2.25 p. m 2.85 p. m 3. 21.15-22.00 Spitzen-Jacquard, 130 cm breit 4.45 für das schöne Wollkleid p. m 5.25 6.60 p. m 6.95 Stoff- Spezialhaus Bernard L Sohn Gießen, Plockstraße 14-16 von 5496 A Frisolaine long, 130 cm br., das modische Gewebe in aparten Herbstfarben, p. m und schon finden Sie die ersten Herbstboten im Stoff-Spezialhaus. 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Deutscbe StenoOrafenschaft Ortsverein Giefeen 5489d Bitte ausschneiden und auf heben! Neue Lehrgänge in Kurzschrilt beginnen am Freitag, dem 2. September 1938, in der öffentlichen Handelslehranstalt, Werner- wall - am Oswaldsgarten - nach folgendem Stundenplan: Zeit Dienstags und Freitags 1. 19.30-20.30 2. 19.30-20.30 3. 19.30-20.30 4. 19.30-20.30 Anfänger-Lehrgang Fortbildung und Wiederholung Diktat 60-80 Silben m. Übungen Eilschrift-Lehrgang für Anfänger 5. 20.30-21.30 6. 20.30-21.30 7. 20.30-21.30 8. 20.30-21.30 Eilschrift - Fortgeschrittene Diktat 100-120 Silb.m. Übungen Diktat 140-160 Silb. m. Übungen Diktat 180 Silben und höher mit Praktikerübungen Preise: Anfänger-Lehrgang RM. 6.—. Angehörige der Wehrmacht, Mitglieder und Lehrlinge RH 5 — Ermäßigte Preise für die übrigen Kurse bis zu RM. 3.—, bzw. RM. 2.—. Neue Lehrgänge in Maschinenschreiben beginnen am Freitag, dem 2. September 1938, in dergleichen Schule, tvie oben, nach folgendem Stundenplan: Zeit Dienstags und Freitags Alsfeld: Donnerst., 1.9., Hotel Deutsch. Haus, V. 9-12 Lauterbach: Donnerst., 1.9., Bahnhofhotel Deutsches Haus, von 2-6 Uhr Schlitz: Freitag, 2. 9«, Bahnhofhotel, von 9-12 Uhr Gedern: Freitag, 2. 9., Hotel zur Träube, V. 2-6 Uhr Büdingen: Samstag, 3. 9., Hotel Stern, von 9-12 Uhr Nidda: Samstag, 3. 9., Hotel Hanauer Hof, v. 2-6 Uhr Hungen: Montag, 5.9., Hotel Solmser Hof, v. 9-12 Uhr Butzbach: Montag, 5.9., Hotel Hess. Hof, v. 2-6 Uhr. P.FIeischer, Spezial-Bandagen,Freisbach(Pfalz) Hartbrennholz, ä Wagen 5 Mk., Anmachholz. ä Wagen 6 Mk., 1 Sack Anmachholz 1 Mk. frei Keller. 692D J. Wellhöfer, Telephon 2313, Marb.Str.24. Friedberger Herbstpserdemarkt mit Prämiierung am Dienstag, dem 11. Oktober 1938 Zn folgendenKlassenkönnenoonLandwirten, Gewerbetreibenden Reich 3 garte nfth au (Effen VOM 26. APRIL BIS 9,OKTOBER 1958 Marie Stang Hans Zughard geben ihre Verlobung bekannt Äad Kreuznach Gießen Manteuffelstraße 3 Ludwigstraße 36 t 28. August 1938 5493D Herzlichen Dank für die uns zur Vermählung erwiesene Aufmerksamkeit Emst Znderthal, Apotheker und Frau Friedel, geb. Schwalm Eiterfeld Mhön) . 03670 STADTTHEATER GIESSEN Montag, den 29. August, 20 Uhr: Einmaliges Gastspiel! Milde Mildebrand mit Berliner Ensemble in Die MW UMltoni Berufserziehungswerk Ilebungsstätte Giehen Wir beginnen mit folgenden Lehrgemeinfchaften und Aufbau» kameradscharten: Art der Maffnahme: Dovvelftd. Gebühr Beginn 1. Fachabteilung Eisen und Metall: Werkstoff- und Arbeitskunde, Fach- zeichnen, Fachrechnen (für Angelernte und Hilfskräfte).......... 20 Fach- und Werkstoffkunde, Fachzeichnen, Fachrechnen (für Facharbeiter im Maschinenbau)...... 20 Vorbereitung auf die Meisterprüfung (s.Facharbeiter im Maschinenbau und Elektrotechnik)......... 50 2. Fachabteilung Handel: Buchführung für Anfänger...... Buchführung für Fortgeschrittene. Arbeitsgemeinschaft f. Bilanzbuchhalter (Vorbereitung a. d. Bilanzbuchhalter-Prüfung) ............ Englisch für Anfänger........... Englisch für Fortgeschrittene..... Arbeitsgemeinschaft f. die englische Sprache (einige Teilnehmer mit guten Kenntnissen werden noch zugelassen) ...................... Arbeitsgemeinschaft f.d. französische Sprache (gute Kenntnisse Voraussetzung) ....................... Gutes Deutsch................. Kaufmännisches Rechnen I...... Plakatschrift für Anfänger....... Plakatschrift für Fortgeschrittene.. Kurzschrift für Anfänger (K. 1)... Kurzschrift f. Fortgeschrittene (K.2) Eilschrift für Anfänger (St. 3) . . . Eilschrift für Fortgeschrittene (K.4) Maschinenschreiben für Ans. (M.l) Maschinenschreiben f. Fortg.(M.2) Uebungssirma „Tertilaroschandel" (für männliche Teilnehmer)..... 20 20 20 20 20 20 20 20 20 15 10 20 20 20 20 20 20 '/»Jahr 8.— 12.9.38 8.— 12.9.38 25— 12.9.38 8.— 2.9.38 8— 5.9.38 10.— 6.9.38 10.— 7.9.38 10— 7.9.38 8.— 9.9.38 8.— 9.9.38 8.— 8.9.38 8— 6.9.38 8— 6.9.38 6— 7.9.38 8.— 8.9.38 8.— 8.9.38 8.— 8.9.38 8.— 8.9.38 10— 8.9.38 10.— 8.9.38 6.— 2.9.38 Persönliche Anmeldung muff spätestens 8 Tage vor Beginn bei der DAF-Abteilung für Berufserziehung und Betriebsfülirung m der Kreiswaltung Wetterau, Gieffen, Schanzenstraffe 18, Zimmer 22, Fernruf 2141, vorliegen. Lehrlinge, soweit zuge- lnffen, erhalten 25% Rachlaff auf die obigen Gebühren. Teilnehmer mit oder aus kinderreichen Familien erhalten besondere Ermäffigung. Die Gebührenzahlung muff mit der Anmeldung erfolgen. Lehrgemeinschaften und Aufbaukameradschaften für viele andere Berufe sind in Vorbereitung. Interessenten wollen sich zwecks Auskunft an uns tvenden. 5357D und Händlern Pferde des Kalb und Warmblutes zur Prämiierung vorgeführt werden: a) Zweijährige Hengste b) Zweijährige Stuten c) Dreijährige Stuten d) Vier- bis achtjährige Stuten e) Zuchtpferoefamilien. Oie Pferdeprämiierung erfolgt unter Mitwirkung der Landesbauernschaft Hessen-Nassau, Hauptabteilung II, Bauernkammer und des Landespferdezuchtvereins. Anmeldungen zur Prämiierung werden bis zum 10. Oktober 1938 entgegengenommen. - Prämiierungsplan und Anmeldeformulare int) auf der Bürgermeisterei erhältlich. Rebberg, den 22.August 1938. Ser Bürgermeister •>) Ißt p. »HEDDA GABLER« Schauspiel von Ibsen 5505D Sonntag, den 28.und Montag, den 29.August 1938 KIRMES in Wirtschaft"»20R BURG", KLEIN LINDEN la Militärmusik, ausgesührt von der Kapelle desJnf.-Regts. 80. Frisch geschlachtet. Für guteSveisen u.Getränke ist bestens gesorgt. 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Sturmführer M Sturm 4 der Motorstandarte 147 Hindernisse geschaffen, die den Reiz des Wettbewerbs auch für die Zuschauer erhöhen werden. In den letzten Tagen dieser Woche herrschte auf dem Hoherodskopf für die Vorbereitung des Festes schon ein reger Betrieb. Unmittelbar vor dem Clubhaus wurde mit Hammer und Schraubenden. so sind Bevor zutreten, die Gliederungen Um nun 4/M 147 für Partei gestellt werden. Mannschaft des Motorsturmes schweren Kämpfe in Nürnberg niemals wünschen wollen — schlechtes Wetter herrschen sollte. Leider das einigen tau= Festgästen Untergewähren kann, — was wir zu Hoherodskopf-Fest zurückzulegen. So vieles ist es, was den Reiz des Bergfestes und seine Anziehungskraft ausmacht: das kameradschaftliche Beisammensein aller derer, die im'Michs- bund für Leibesübungen vereinigt find, das Erlebnis der Kameradschaft also. Die körperliche Lei- stungsprüfung vereint alle in gleichem Streben und im ritterlichen Kampf um den Sieg. Immer hat man die großartige Landschaft vor Augen, das Rauschen der Wälder in den Ohren und das gleichmäßige Wehen des Windes um die Wangen — VHC.er sich unter die Festgäste bege- sie sich am Bormittag wieder zu einer Reichsmannschaft des NSKK. nach Nürnberg abfahren und in Nürnberg-Altdorf in dem Wehrsportlager des NSKK. Quartier beziehen. Das Wehrsportlager des NSKK. — das dürfte viele Sportfreunde in unserer Stadt interessieren — steht unter der Leitung des Abteilungschefs für Wehrsport, Standartenführer Paulus, der in Wetzlar und Gießen durch seine vielseitige sportliche Betätigung allgemein bekannt war. Festes bilden. x Das Fest wird auch in diesem Jahre wieder durch den Kreis 11 (Wetterau) im DRL. ausgerichtet. Die Gesamtleitung liegt in Händen von Sturmführer O t t e r b e i n (Friedberg). lieber all das Getriebe des Wettkampfes hinaus wird aber das Hoherodskopf-Bergfest wieder ein Fest der Besinnlichkeit und der Heimatliebe sein. Wer könnte sich je des starken Eindrucks erwehren, den immer wieder die weite Landschaft auf. jeden macht, der mit offenen Augen seine Heimat zu sehen gewohnt ist. Wenn der Sonntag klares Wetter Es wäre erfreulich, wenn es der Reichsmannschaft des NSKK. aus unserer Stadt gelingen sollte, in Nürnberg gute Figur zu machen und mit guten Ergebnissen aufzuwarten. Die Mannschaftsaufstellung, wie sie in Nürnberg eingesetzt werden wird, . steht noch nicht fest. Die Entscheidung darüber wird voraussichtlich erst nach dem Kursus fallen. „fit" zu machen, wird in diesen Tagen der Reichstrainer für Basketball im Reichsbund für Leibesübungen, Clausen (Berlin), nach Gießen kommen und die Mannschaft in einem dreitägigen Kursus einem Spezialtraining unterziehen. Am Sonntag, 4. September, wird die Gießener könnten auch die besten Beziehungen zur Reichswetterdienststelle Frankfurt am Main nichts nützen, wenn es am Hoherodskopf regnen wollte. Und das will es leider oft! Am Mittwoch waren wir oben! Da war Heller Sonnenschein, tiefblauer Himmel und blendend weiße Wolken zogen von den Horizonten herauf, um sich über dem Berg aufzulösen. Dabei war es nicht heiß, denn eine frische Brise wehte über die Hänge. Es bleibt uns nur zu wünschen übrig, daß das Wetter am Sonntag so sein möge, wie es am Mittwoch war — Für die Vorbereitungen technischer Art, für die Herrichtung der Sprunggräben, der Laufbahnen usw. haben sich wieder die Schottener Turner eingesetzt. Mlt Hacke und Schaufel waren sie dabei, 20 Gruben für den Weitsprung, 6 Gruben für den Wer „Betrieb" haben will, wird an den Kampf-- ftätten sein, und am Clubhaus (am Nachmittag wird auch getanzt werden können) und wer sich für einige Zeit der inneren Ruhe und Sammlung anheimgeben will, braucht nur wenige Schritte zu gehen, um in stillsten Schneisen zu sein. Fahnen im Winde, Jugend im leuchtenden Sport- Sturm 4/M 147 Gießen Vaskeiball - Reichsniannschast des ASM Das Wort „Hoherodskopf-Bergfest" bekommt immer volleren und tieferen Klang. Das Wort ist zu einem Begriff geworden! Obwohl das Fest doch erst zum sechsten Male gefeiert wird! Und dies mit Unterbrechung über Jahrzehnte! Gemessen am Feldbergfest, das in diesem Jahre zum 83. Male gefeiert, worden ist, ist die große Heerschau der Leibesübungen auf dem Hoherodskopf sehr jung. Dabei hat das Hoherodskopf-Bergfest schon im vorigen Jahre, was zahlenmäßig die Beteiligung angeht, das Feldbergfest übertroffen. In diesem Jahre wird es wieder so sein! Etwa 2600 aktive Wettkampfteilnehmer haben Meldungen abgegeben. Unsere Gießener Vereine, aber auch die sehr aktiven Vereine von Großen-Linden, Wieseck, Heuchelheim. Lollar usw. werden sehr stark vertreten sein. Es wird keinen Verein des Reichsbundes für Leibesübungen im Kreis 8 und im Kreis 11 geben, der nicht 'dabei ist. Auch die Schiläufer, die ihren Berg sonst zu anderer Jahreszeit aufzusuchen pflegen, werden mit in den Wettbewerben vertreten sein. Der Vogelsberger Höhenklub hatte sich schon im vorigen Jahr gerne entschlossen, sein bisheriges Hoherodskopf-Fest mit dem Reichsbund für Leibesübungen — dem der VHC. ja auch angehört — gemeinsam abzuhalten. Selbstverständlich ist auch in diesem Jahr wieder die SA. dabei. Die SA.-Kampfspielgemeinschaft Gießen wird sich mit ihrer Leichtathletik-Mannschaft beteiligen und die bisherigen Ergebnisse lassen vermuten, daß man den Namen der Kampfspielgemeinschaft unter den Ersten in den verschiedenen Wettbewerben zu suchen haben wird. Und noch eins kommt hinzu: zum ersten Male werden in diesem Jahre die SA.-Reiter mit dabei fein. Ein ganz neues Element im Gesamtbild des Bergfestes! Da empfiehlt sich für alle, die ein „Spekulier-Eisen", ein Fernglas, im Besitz haben, dieses mitzubringen. So viel mir bisher hören konnten, führt der Distanzritt über viel freies Land hinüber zum Gockerstein, hinunter nach Breungeshain und zurück zu den Clubhäusern. Auf der Strecke werden und Fröhlichkeit, Schaufreude und Heimaterlebnis, das alles wird auch diesmal wieder das Hoherodskopf-Bergfest bestimmen, zum Erfolg und zu einer freundlichen Erinnerung werden lassen, die für ein Jahr nachklingen wird. N. seiner Eigenschaft als Gauobmann . aus seinem Sturm bereits vor einiger Zeit einige Kameraden ausgewählt, die sich mit Lust und Liebe dem Basketballspiel widmeten und dank systema- Hochsprung, 12 Kampfringe für . . herzurichten. Diese zahlreichen Kampfstätten (mehr als in den Jahren vorher) sind notwendig, um die große Zahl der Teilnehmer rasch an vielen Plätzen einsetzen zu können. Selbstverständlich werden die Laufzeiten wieder elektrisch gemessen, selbstverständlich wird wieder um den Wilhelm-Will-Schild gekämpft, die SA. wird ihre Wehr- und Mannschaftskämpfe durchführen und wiederum wird auch die völkische Aussprache einen wichtigen Bestandteil des den, werden sie sich am Vormittag wieder zu einer kurzen Feier am Ehrenmal für die gefallenen VHC.- Brüder auf der Herchenhainer-Höhe vereinigen, um dann in gemeinsamer Wanderung, den vertrauten und doch immer schönen Weg zum Hoherodskopf ist die Ehre zuteil geworden, für das Basketball- " ' ' in Nürnberg tischer und verständnisvoller Schulung bald eine ansprechende Leistung erreichten. Nun also werden die Kameraden zu beweisen haben, was sie zu leisten vermögen, denn in Nürnberg gilt es, im Turnier gegen sieben andere Mannschaften am ' Reichsmannschaften von anderen bringt, werden wieder viele Augen hinüberschweifen zu den Höhenzügen des Taunus, des Spessarts und. der Rhön. Und mancher Festbesucher wird sich die Zeit nehmen, die kurze Wanderung zum Taufstein zu unternehmen, auf den Turm zu steigen und Ausschau zu halten, die von dort oben aus unbehindert nach allen Richtungen möglich ist. Und wer dann dabei auch einen Blick über die Geländer der Plattform unmittelbar in die Tiefe wirst, kann in einen Urwaldbezirk hineinsehen, in dem mächtige Baumriesen liegen und unberührt so blei- sie ohne menschliches Zutun gefallen schlüssel hantiert und ein großes Festzelt oufge- baut, send kunft wenn einem 3—SäJ Die Henne und das Wunschlorn. Ein Märchen von Hans Friedrich Blunck. Wie's gekommen war, hat man niemals feststellen können, aber wahr ist: Bobbe Nies — das ist der kleine Wicht unter der Dachluke —, Bobbe Nies, sage ich, hatte eines Tages sein Wunschkorn verloren. Und so sehr er forschte und den ganzen Hof absuchte: die Macht, böse und gute Wunsche auszusprechen, war von ihm gegangen, das Korn war wie in die Erde versunken. . Nun war zu jener Zeit gerade eine ausgediente Glucke auf seinem Hof, der hatte der Bauer noch einmal Enteneier untergelegt, die sie mit viel Liebe ausgebrütet hatte. Sie war eine gute Mutter, hatte aber arge Kopfschmerzen über die Kinder, die sie nicht vom Wasser abtreiben konnte. Darüber schlief sie schlecht und fraß hastig, was sie an Körnern vorfand, ohne Geschmack und Unterschied. Als sie nun an jenem Morgen, wo Bobbe Nies nach dem Wunschkorn suchte, gerade wieder seufzte, ihre Töchter möchten zu richtigen Kücken werden, geschah es, daß die Entchen auf dem Teich zu spaddeln anfingen, quiekten, schief lagen und mit Mühe und Not als Hühnerkücken das Ufer erreichten. ' ,, Der Bauer, der gerade vorbeiging, machte zwar ein Gesicht, wie er sein Lebtag feine gezogen hatte, und wischte sich über die Augen. Aber es hals nichts, eine Glucke hatte auf einmal echte Huhner- kücken unter den Flügeln, blähte sich vor Stolz und wünschte dem glotzenden Bauern, daß er selbst einmal erführe, wie's in einem Gluckenstall zuginge. Worauf sich ein Wind erhob und der Mann federleicht die Stiege hochwirbelte, bis er schreiend durchs Hühnerloch kriechen mußte. . Auf solchen Lärm war auch die Bäuerin hinzu- gefommen. Da blähte sich die Glocke zum zweitenmal lüftete die Flügel ein wenig, so daß man • die zwölf Kückenhälse gerade erblicken konnte, und wünschte der Frau, daß sie statt ihres unnutzen Treibens in Küche und Keller wie eine rechtschaffene Henne leben möchte. Im gleichen Augenblick stand ihr ein braunes Federvieh gegenüber, das ein entsetzliches Gekakel erhob, so abscheulich, daß niemand wußte, ob’s aus Hunger oder Gram war. Sogar der Hahn, der neugierig hinzukam und nichts Rechtes zu antworten vermochte, hatte seine liebe Not mit der Neuen, sie flog ihn bei aller Tröstuna an, als sei's eine aus dem Hühnerstall des Leibhaftigen. Die Glucke begriff indessen durchaus nicht recht, was um sie vorging. Sie wünschte sich Regenwürmer, und ,ber Hühnerhof war voll davon, sie wünschte, der Bauer möge wieder ihre Kücken besehen, und der steckte gleich den Kopf aus dem Stiegenloch. Die Glucke hätte auch gern einen räumigeren Stall gehabt und sah, als sie kaum dran dachte, wie der große Hof sich verschob, als hätte ein Wind ihn eingedrückt, und wie zu allen Fenstern Hühnerleitern führten und aus allen Heuböden die schönsten Kakelecken wurden. Es war eine wunderschöne Stunde, und der wackeren Glucke wäre wohl auch weiter alles zum besten gegangen, wenn der Nies nicht in seiner Bequemlichkeit peinlich betroffen gewesen wäre. Er hatte sich von seinem Schmerz über das verlorene Wunschkorn noch nicht erholt und mußte zu seiner Ueberraschung spüren, wie sich, er verstand nicht warum, plötzlich sein sauberes Stübchen unter den Ziegeln zu einem häßlichen Strohnest verschob, wie die Bäuerin zu einer unansehnlichen Henne wurde und der Bauer aus dem Hühnerloch krähte. Er ahnte schließlich, daß sein verlorenes Wunschkorn die Ursache aller Verwirrung war, aber wie er den Träger finden sollte, wußte er nicht. Ein guter Zufall hals ihm. Als die Glucke sich nämlich an den Würmern so recht feist gelabt hatte und träge blinzelnd ihre stattlichen Töchter bejah, stieg, wie bei jedermann in der Sattheit, der Dunkel in ihr auf. Der Haushahn, der gerade einer Silberhenne beim Kakeln half, schien ihr, ein dürftiger Eheherr, und weil sie selbst ihre besten Jahre hinter' sich hatte, seufzte sie und wünschte von Herzen, daß ihre Töchter einmal in höhere Gesellschaft kämen. • . , , Kaum hatte sie solches zu Ende gedacht, da sah sie von einer großen bunten Wolke eine kleine neblige Stiege bis zum Hühnerhof hinunterfallen, die war mit lauter tauglänzenden Sproßen bedeckt und verlor sich hoch oben im roten und braunen Abendrot. Es dauerte eine Weile, bis die Glucke begriff, daß auch das für sie geschah. Dann rief sie ihre zwölf Töchter zusammen, ging mit rauschenden Flügeln am Hahnemann vorbei und begann die silberne Leiter hinaufzuhüpfen. Der Bauer, der noch immer mit dem Kops im Hühnerloch lag, sperrte Mund und Augen auf vor Erstaunen, dem Nies aber, der gerad das Stroh aus seiner Stube warf, dämmerte auf, daß alles Federvieh Körner frißt. Und weil er ein flinker Bursche und sorglich auf die alte Ordnung bedacht war, schwang er sich windschnell zur Leiter hinüber, kroch dem untersten Kücken unter die Federn und krabbelte der Frau mit dem Wunschkorn nach. Die Henne riß ihre eiergelben Lider weit auf, als sie sich oben auf der Treppe fand. Mitten in der Wolke war nämlich ein gläserner ©aal; Tische und Stühle standen an den Wänden. Unter einem Kronleuchter aus brandrotem Nebel tanzten Win- dische, weiße federleichte Gestalten, die den Boden kaum berührten und luftig umeinander wirbelten. Was sollte sie tun? Die wackere Glucke setzte sich mit den Hühnchen an einen Tisch, vermutete, es käme schließlich alles, wie es nach Verdienst kommen müßte, plusterte sich auf und wartete auf Tänzer für ihre Kinder. Eine Weile blieb sie für sich. Es blies falt; es gab auch nichts zu essen und zu trinfen, und sie fror abscheulich. Solche Entbehrung schien ihr aber zur neuen Gesellschaft zu gehören, und weil ihr das Glück der Kinder die Hauptsache war, sah sie jedes Wesen, das nah oorüberfam, verlangend an und winkte ihm freundlich, doch einmal mit einer ihrer Töchter zu tanzen. Fiel aber feinem ein. Da war sie froh, als ein Männchen mit roter Mütze, das auch ein Fremder zwischen den Windischen schien, bei ihr Platz nahm. Er war ein höflicher Bursch, forderte bald mit einem Kratzfuß eines der jungen Fräulein auf und schwenkte es zur Musik, die der Wind auf Hörnern und Geigen blies, luftig durch den Saal. Dann setzte er sich, trocknete sich die Stirn und zog die Mutter höflich ins Gespräch. Solch ein Saal sei ja ganz schön, meinte er, aber eigentlich ginge doch nichts auf der Welt über einen sauberen Hühnerhof. Die Glucke war betroffen über die Wahrheit der Worte; sie wußte aber nicht, ob sie dem zustimmen dürfe, ohne ihre Fürnehmheit zu verlieren. Es sei ja eine gute Sache um Luft und Licht, meinte der fremde Herr weiterhin, wie die vornehmen Leute es heute pflegten, aber es gehören doch auch einige Würmer und eine gute Weizenernte zum Leben. Die Glucke spürte Frost und Hunger, nickte und dachte schmerzlich an den Stall daheim. Ja, sagte der Fremde, aber er wisse einen Zauber, mit dem man so viele Körner beschaffen könne, wie man brauche. Wenn die Frau Glucke ihm nur ein einzelnes besorgen wolle — ach, das ginge gar nicht so schwer. Sie brauchte ihm zum Beispiel nur die Körner aus ihrem Kropf in seine Mütze zu wünschen. Die Glucke sah steif in den Saal; sie wußte nicht, ob das noch eine geziemliche Unterhaltung sei. Sie brauche nur zu denken, scherzte der Fremde, daß ihm einige Körner zuflögen, dann wolle er ihr fofort eine wohlfeile Mahlzeit besorgen. Der Herr hatte dabei seine Kappe gezogen und sah sein Gegenüber lächelnd an. Als er nun so recht freundlich bat, hätte die Glucke dem Fremden wohl gern einen Gefallen erwiesen, sie war nur unsicher, ob sie nicht die Ordnung verletzte. Plötzlich aber, während sie noch an dem Wunsch dnickte, hatte der andere ein kleines Korn in der Mütze und redete in einer kaum verständlichen Sprache vor sich hin. Und während die Henne noch mit knurrendem Magen auf ihr Wunder wartete, merkte sie plötzlich, wie der gläserne Saal zum irdischen Hühnerhof wurde, wie die kleinen Kücken große Schnäbel bekamen und wie auch der Hof wieder ein richtiges Haus mit Dach und Scheune wurde. Die Bäuerin schüttelte sich verdutzt die Federn ab, rupfte und zupfte an sich herum und begann laut über ihr Abenteuer zu schelten; der Bauer polterte die Leiter hinab, die unter ihm knackte und sackte. Aber die wackere Glucke fand wirklich einen Haufen gelben, süßen Weizens, wie ihr der Fremde mit der roten Mütze versprochen hatte. Da war ihr die Veränderung gar nicht so unangenehm, sie hatte Hunger und scharrte im Glück des Ueberflusses ihr Mahl nach allen Seiten. Und gewiß ist's auch besser, wenn die Wunschkörner bei denen bleiben, die sparsam und bedächtig damit umzugehen wissen; Menschen und Hühnervolk haben den rechten Gebrauch noch nicht gefunden. Das Recht im täglichen Leben. Auftel- Mechallspflichi nach neuem Gerecht Entscheidungen ans dem Arbeitsrecht 3n ge- der ist, die an Der Kündigungsschutz für Schwerkriegsbeschädigte. hältnissen, in denen die Ehegatten während der Ehe gelebt haben, üblich war, oder nicht. Hat die Frau dagegen viele Jahre im Geschäft des Mannes mitgearbeitet, so wird man ihr einen Unterhalt zusprechen, sogar so weit, daß sie sich eine eigene Existenz gründen kann. Selbstverständlich ist der Mann ganz von der Unterhaltspflicht befreit, wenn die Frau den Unterhalt aus dem Stamm ihres Vermögens bestreiten kann. Der Anspruch auf den nach den Lebensverhält- nissen angemessenen Unterhalt kann in zahlreichen Fällen nicht verwirklicht werden, weil der Unterhaltsverpflichtete außer seinen Verbindlichkeiten gegenüber dem geschiedenen Gatten auch noch andere Ansprüche $u befriedigen hat. Hier hat man eine passende Lösung in der Form gefunden, daß der Unterhaltsanspruch nach Billigkeit bemessen werden soll, und zwar in der Form eines Beitrages zum Unterhalt des Bedürftigen. Es werden die Verhältnisse des Einzelfalles sorgfältig berücksichtigt werden. Bei Allein- oder überwiegend Schuldigerklärung der Frau steht dem Manne auch künftig ein Unterhaltsanspruch zu, soweit er sich nicht selbst unterhalten kann. Aber es steht ihm kein standesmäßiger, sondern ein angemessener Unterhalt zu. Neu ist auch die Regelung, daß künftig eine Unterhaltspflicht unter geschiedenen Ehegatten bann in Frage kommt, wenn beide für schuldig,'keiner von ihnen aber für überwiegend schuldig erklärt ist. Aber auch hier soll der Unterhaltsanspruch nur ein Billig- «k e i t s a n s p r u ch sein. Bei der Bemessung dieses Beitrags sollen auch die Vermögens- und Erwerbsverhältnisse der unterhaltspflichtigen Verwandten des bedürftigen Ehegatten mit berücksichtigt werden. Eine ähnliche Regelung findet für die Fälle der Scheidung ohne Verschuld statt. Enthält das Urteil keinen Schuldausspruch, so hat der Ehegatte, der die Scheidung verlangt, den anderen Unterhalt zu gewähren, wenn dies mit Rücksicht auf die Bedürfnisse und die Vermögens- und Erwerbsverhältnisse der geschiedenen Ehegatten und der unterhaltspflichtigen Verwandten des bedürftigen Ehegatten entspricht. Unter diese Regelung fällt auch der Unterhaltsanspruch im Falle der Scheidung wegen Geisteskrankheit. Bisher bestand eine Unterhalte- pfhicht des gesunden Ehegatten im Falle der Scheidung wegen Geisteskrankheit gegenüber dem geisteskranken Ehegatten, als wenn der gesunde Ehegatte allein für schuldig erklärt worden wäre. Abweichend von der bisherigen Ausgestaltung ist die Unterhaltspflicht gegenüber dem geisteskranken Gatten nach der Scheidung auch auf eine Billigkeitsoerpflichtung zurückgeführt. Das neue Eherecht schafft so die Möglichkeit, ohne an starre Gesetzesbestimmungen gebunden zu sein, Entscheidungen zu treffen, die dem Rechtsempfinden des Volkes entsprechen. lung landwirtschaftlicher Betriebe eingetretenen Verhältnisse sind heute schon fast allgemein bekannt. Die Zahl der Abkömmlinge einer Landwirtsfamilie, die durch Aufteilung des elterlichen Betriebs an Ort und Stelle eine schmale Existenz begründen wollten, wurde von Generation zu Generation größer. Das vorhandene Land wurde jedoch immer knapper und die Gemengelage der Grundstücke immer ungünstiger und unwirtschaftlicher. Die Durchschnitte- größe der Besitzungen sank mehr und mehr. Die ganze Lebenskraft und Lebensarbeit mußte immer erneut darauf verwendet werden, nach der Zerschlagung des elterlichen Hofes den neuen kleinen Besitz meist zu stark überhöhtem Erwerbspreis aufzubauen. Dazu waren vielfach auf Grund der Teilungsverträge größere Herauszahlungen zu leisten, oder bedeutende Pachtgelder an die nicht ortsansässigen Geschwister, die einen Landteil erhalten hat- ten, zu zahlen. So wurden in der Vergangenheit diese Erbteilungen oder Auseinandersetzungen vielfach der Anlaß zu einem dauernden Zerwürfnis und Auseinanderleben der nächsten Blutsverwandten, der Brüder und Schwestern. Denn die weichenden Kinder verlangten meist mehr als ihnen Der Grundsatz, daß der allein als schuldig schiedene Gatte unterhaltspflichtig und nur schuldlos geschiedene Gatte unterhaltsberechtigt mußte im neuen Ehescheidungsrecht für alle Fälle beibehalten werden, in denen die Schuld dem Zusammenbruch der Ehe klar und eindeutig ausschließlich oder wenigstens überwiegend einem Gatten zur Last gelegt werden kann. Nur besteht jetzt ein Unterschied insofern, als bei Bemessung des Unterhalts im Falle der Alleinschuld nicht mehr von dem standesmäßigen Unterhalt des Unterhaltsberech- tkgten ausgegangen wird. Bei der Bemessung des Unterhalts ist jetzt von dem Betrag auszugehen, der nach den Lebensoerhältnisfen beider Ehegatten als angemessen erscheint. Der allein oder'über- wiegend schuldig erklärte Mann hat jetzt der Frau den Unterhalt zu gewähren, soweit die Einkünfte aus dem Vermögen der Frau und die Erträgnisse einer Erwerbstätigkeit, die man von ihr unter" Umständen erwarten kann, nicht ausreichen. Man wird also einer geschiedenen jungen, kinderlosen Frau nicht nur zumuten können, daß sie ihren Unterhalt selber verdient, sondern man wird sogar von ihr verlangen müssen, daß sie ihr Möglichstes tut, um einem eigenen Erwerb nachzugehen. In der amtlichen Beqründuna zum neuen Eherecht heißt es sogar wörtlich, daß bei der Stellung, die der erwerbstätigen Frau heute im Wirtschaftsleben, wie überhaupt im sozialen Gefüge des Volkes zukommt und bei der heutigen Auffassung vom Werte der Arbeit als einer Verpflichtung gegenüber der Volksgemeinschaft, es für die Frage, ob eine geschiedene J^rau sich zum Teil auf den Verdienst durch eigene Arbeit verlassen muß, nicht mehr darauf ankommen kann, ob eine solche Erwerbstätigkeit bei den Ver- Das neue Eherecht vom 6. Juli 1938 bringt auch eine neue Regelung der Unterhaltspflicht geschiedener Ehegatten. Bisher herrschte der Grundsatz, daß der allein für schuldig erklärte Mann der geschiedenen Frau den standesmäßigen Unterhalt insoweit zu gewähren hatte, als sie ihn nicht aus den Einkünften ihres Vermögens und, sofern nach den Verhältnissen, in denen die Ehegatten gelebt haben, Erwerb durch Arbeit der Frau üblich war, aus dem Ertrag ihrer Arbeit bestreiten konnte. Die allein für schuldig erklärte Frau hatte dem geschiedenen Mann den standesmäßigen Unterhalt insoweit zu gewähren, als er außerstande war, sich selbst zu unterhalten. Dies hat dazu geführt, baß im Ehescheidungsverfahren in der erbittertsten Weise um Schuld ober Nichtschuld gekämpft wurde. Es wurden auch dadurch Entscheidungen getroffen, die nicht dem Rechtsempfinden des Volkes entsprachen. Man braucht sich nur den Fall zu vergegenwärtigen, daß eine junge kinderlose Frau nach kurzer Ehe geschieden wurde. Dann hatte der allein für schuldig erklärte Mann ihr lebenslang den standesmäßigen Unterhalt zu gewähren. Gmudstucksverkehr auf dem Lande. Die Folgen der durch die schrankenlose Ausnal)mefällen, wenn nämlich die Urlaubsgewäh« rung selbst nicht mehr möglich ist, könne ein Anspruch auf das Urlaubsgeld auch für sich allein er« worben werden. Aus diesen grundsätzlichen Erwägungen folgerte das Reichsarbeitsgericht für ben vorliegenden Fall, daß ein Urlaubsanspruch überhaupt nicht mehr entstehen kann, wenn infolge dauernder Arbeitsunfähigkeit die vertragliche Arbeit am maßgebenden Urlaubsstichtag überhaupt nicht mehr geleistet wird und so eine Befreiung von der Arbeit praktisch nicht mehr möglich ist. (Urteil vom 27. April 1938, RAG 246/38.) Das Urteil ist bemerkenswert, weil das Reichsarbeitsgericht in ihm der bisherigen Auffassung von dem Entgeltcharakter des Urlaubs eine Absage erteilt. Der Gefolgsmann hatte seinen Urlaubsanspruch übrigens auch damit zu begründen versucht, daß seine Firma die.Möglichkeit gehabt habe, ihn auf einem anderen Arbeitsplatz zu beschäftigen, für den feine Kräfte noch ausgereicht hätten. Aber auch dieser Versuch, in derartigen Fällen den Urlaubsanspruch auf dem Umwege über die Fürsorgepflicht des Unternehmers (§ 2 des Arbeitsordnungsgesetzes) Zu begründen, wurde vom Reichsarbeitsgericht als verfehlt zurückgewiesen. llnkameradschastlichesVephaltenbestrast Der Reichstreuhänder der Arbeit für das Wirt- fchaftsgebiet Brandenburg hatte einen Gefolgsmann eines Berliner Industrieunternehmens oefchulbigt, als Angehöriger ber Gefolgschaft den Arbeitsfrieden im Betriebe durch böswillige Verhetzung der Gefolgschaft gefährdet und den Gemeinschaftsgeist innerhalb der Betriebsgemeinschaft fortgesetzt böswillig gestört zu haben. Die Verhandlungen vor dem Ehrengericht für den Reichstreuhänderbezirk Brandenburg hat durch die Vernehmung des Angeklagten und die umfangreiche Beweisaufnahme die Berechtigung der Anklage ergeben. Sa hatte der Gefolgsmann u. a. feinem Ko- lonnenführer Prügel angedroht, Vertrauensmänner als Lügner bezeichnet und von ihnen behauptet, daß sie keine Arbeiter seien, weil sie als Vertrauensmänner sich nicht mehr für die Belange der Gefolgschaft eingesetzt hätten. Einem Arbeitskameraden, der das Amt eines KdF.-Walters im Betrieb begleitet, hatte er Schwierigkeiten beim Verkauf von nationalsozialistischem Schrifttum bereitet und ihn in ehrverletzender Weise beleidigt, einen anderen hatte er aus nichtigem Grunde tatsächlich angegriffen. Der Vorsitzende des Ehrengerichts führte in feiner Utteitebegrünbung u. a. aus, daß das Verhalten des Angeklagten jegliches Einfühlungsvermögen in bie Betriebsgemeinfchaft vermissen lasse und daß es auf eine innere verhärtete Einstellung zurück- zufuhren sei, weil ber Angeklagte trotz "aller Er- * Mahnungen sich nicht habe bessern wollen. Beson- ders wurde ihm zum Vorwurf gemacht, daß er, nachdem sich die Unhaltbarkeit seiner Anschuldigungen herausgestellt hatte, nicht den Mut aufgebracht ^aL'-?\be' ben Arbeitskameraden zu entschuldigen. Weil der Angeklagte geständig war und sich als bewahrter Frontkämpfer Verdienste um das Vater- lanb erworben hatte, er außerdem noch heute an einer im Felde geholten Krankheit zu leiden hat, sah das Ehrengericht von einer strengen Bestrafung ?lr 9ro,büd>en Verstöße gegen die Betriebsgemein- Ithaft ab und erkannte nur auf eine Ordnungsstrafe m Hohe von 100,— RM. hin, daß er erstens mit einer Strafe belegt und außerdem dazu verurteilt wird, die Kosten des Termins zu tragen, der infolge feines unentschuldigten Ausbleibens verlegt werden muß. Nicht anders liegt der Fall bei Zeugen, die auf die Ladung hin dem Gericht beispielsweise schreiben: „Ich bin am fraglichen Tage beruflich verhindert" ober „ich kann wegen Parteidienstes nicht erscheinen". Grundsätzlich ist zu sagen, daß der nicht erscheinende Zeuge nur dann einer Strafe entgeht, wenn er feine Abwesenheit genügend entschuldigt hat. Ueblicherweise kann eine Verhinderung durch den Beruf nicht als Entschuldigungsgrund anerkannt werden mit Rücksicht daraus, daß Kinder ist oder nicht. Insbesondere steht die Zulage auch Ehefrauen zu, deren Ehemann in einem bezahlten Arbeitsverhältnis steht. Aus dem Wesen der Verheiratetenzulage läßt sich die Rechtfertigung einer anderen Beurteilung nicht ableiten, da für die uneingeschränkte Zahlung der Verheiratetenzulage sowohl soziale, als auch praktische und vor allem bevölkerungspolitische Gründe ins Feld, geführt wer» den können. Auch die Berufung darauf, daß die Bezahlung der Zulage an Verheiratete, von denen der Ehemann und die Ehefrau verdienen, eine Förderung des Doppeloerdienertums fein würde, schlägt nicht durch, da nach der neueren Entwicklung das Doppelverdienen von Eheleuten nicht mehr ohne weiteres mißbilligt werden kann, vielmehr unter dem Gesichtspunkt der Bevölkerungspolitik neuer- bmgs anbere ethische Grundsätze die Gesetzgebung beeinflussen. In wirtschaftlich bestimmten Fragen wie z. B. der Frage des Doppeloerdienertums' unterliegen die Anschauungen darüber, was einer Blunden Rechte- und Volksauffassung entspricht je Arbrerct?irtf(^ftlid)en eines Volkes dem ^^lel. ^hnen Rechnung zu tragen, ist Sache des Gesetzgebers, bei Tarifordnungen Sache des Reichs- treuhanders der Arbeit, ber bei bem Erlaß einer ^arir°5?nxUn9 «efen Anschauungen unb ben beten- berenJBeburfniffen bes ihm unterstellten Wirtschafts, gebietes Rechnung tragt. ’ 1 Kein !Maubsanspruch bei dauernder Arbeitsunfähigkeit. Durch dausrnde Arbeitsunsähigk-it des Oefolg. tml*.911ebe5 .JJ'. 3eit 6es maßgebenden Ur- l-ubsstichtag-s wird die Entstehung eines Urlaubs, ""wruchs chlechthm ausgejchlosten. Es entsteht in falbem Falle also mcht etwa ein Anspruch auf die geldliche Urlaubsoergutung als Abgeltung Ein Gefolgsmann wurde Ende" Mai 'entlassen nachdem er feit November des Doraufgegangenen wahres arbeitsunfähig war und sich herausgestellt hatte, daß es sich um einen dauernden Zustand hon- dclle^Da bei ber Entlassung seit bem letzten Urlaub 12 Monate verstrichen waren, so war ber Gefolgsmann ber Meinung, inzwischen einen neuen Urlaubsanspruch erworben zu haben. Er klagte infolgedessen bas Urlaubsaeld ein. Das Reichsarbeitsgericht wies seinen Anspruch in Übereinstimmung mit dem Lanbesarbeitsgericht ab Es sei, so führte es in seiner Segrünbung aus öinn unb Zweck bes Urlaubs, bem Gefolgsmann' der längere Zeit ununterbrochen gearbeitet habe' eine Reihe von arbeitsfreien Tagen zum Zwecke der Erholung zu gewähren. Der eigentliche Inhalt eines erworbenen Urlaubsanspruchs bilbe also stets die zur Erholung notmenbige Freizeit, so daß der Anspruch auf die geldliche Urlaubsvergütung gar nicht für sich allein erworben werdLn könne. 9Uir jn Zeugen muffen erscheinen. Immer wieder kommt es vor, daß zu einem an- KAe" Genchtstermin Zeugen nicht erscheinen. jenbGnt f,c nad> Erhalt der Terminsladung das Ladungsformular an bas Gericht mit dem Vermerk zurück: „Ich kann in der Sache nichte aussagen. Das geht natürlich nicht. Abgesehen davon, daß der Richter im Termin durch Frage. blnt beugen feststellen muß, ob dieser 3U ber °ussagen kann, fann ja ber Zeuge von sich aus vorher Überhaupt nicht beurteilen, was er im einzelnen ae- fragt wird, und damit auch nicht wissen, ob er hierzu Aussagen machen kann oder nicht. Das Zuruckienden der Ladung mit bem vorher ermähn- un jft fiir bas Gericht vollkommen UN. beachtlich, b. h. mit anberen Worten, ber ^cuae bleibt unentschulbigt aus. Die Folge ist weiter- Taubheit schützt nicht vor Strafe. Ein Rabfahrer, ber auf bie lauten Hupensignale bes Kraftfahrers nicht zur Seite wich, würbe von einem Genbarm ungehalten. Auf alle Fragen zuckte ' ber Rabler nur bie Achseln. Schließlich zeigte er auf feine Ohren unb auf ein kleines Schilb, bas auf bem Schutzblech befestigt, aber sehr verschmutzt war Erst nach bem Saubern erschienen bie drei schwarzen Punkte auf gelbem Untergrund. Die gegenseitige Verständigung konnte nur schwer erfolgen. Unter Zuhilfenahme der Zeichensprache gelang es schließlich, dem Radler klarzumachen, daß er sich verkehrswidrig verhalten habe. Er durfte nicht in ber Mitte, fonbern muß stets äußerst rechts fahren. Außerbem trug er an bem linken und rechten Oberarm nicht bie abge stempelten Binde n , bas amtlich festgelegte Zeichen für einen körperlich Behinberten, auf ben alle Verkehrsteilnehmer die größte Rücksicht nehmen sollen und auch wollen. Die Anbringung von derartigen Zeichen an Fahrzeugen ist aber ausdrücklich verboten, weil sie wegen der Verschmutzung leicht übersehen werden. Der Gendarm mußte den Radfahrer zur Be. ftrafung und zur Vorführung seines Rades zur An* zeige bringen. Das Landesarbeitsgericht verurteilte den Beklagten zur Zahlung des Lohnes bis zum 28. Februar 1938. Es ging also über das Urteil des Arbeitsgerichtes weit hinaus. In der Urteilsbegründung wurde ausgeführt, daß die Dreimonatejrift nach § 16 des Schwerkriegsbeschädigtengesetzes erst mit dem Tage ber Wirksamkeit ber Kündigungsfrist zu laufen beginne. Die Kündigungsfrist werde nach § 18 bes gleichen Gesetzes aber erst mit bem Tage ber Antragstellung bei ber Hauptfürsorgestelle wirk- Berheiraieienzulage für Ehefrauen. Auf Grund einer Tarifordnung, die eine Der- heiratetenzulage vorfieht, hatte eine Angestellte, oeren Ehemann arbeitslos mar, eine Derheirateten- ,)ulage von monatlich RM. 20,— erhalten. Nachdem ter Ehemann eine Stellung gefunden hatte, zog die Firma der Ehesrau die bisher gezahlte Zulage ab. C.ne Klage vor dem Arbeitsgericht verurteilte die hu^a>.3Ur A.hlung der Verheiratetenzulage. Die Reichstreuhänder der Arbeit m Är'f° mU"9 enthält folgende Bestim- §?nL^^'ratete und solche Ledige, die alleinige SÄL P™VrIier smd, erhalten einen Zu- ?Än?"b7v °Jfc 1 monatlich RM. 20,— be- Mindas^!k- $orfd)riften der Tarifordnungen sind Mmdestbestlmmungen und in jedem Fall einzu- gatten unb ber etwa aus ber Ehe heroorgegangenen Prämien rechtzeitig bezahlen! /v?Ta%<%$59eri$t in einer Entscheidung /nr ?51/37) ausgeführt, daß es gegen Treu unb Glauben verstoße unb deshalb eine unzulässige Jtetetsausubung bedeute, wenn der mit der Beitragszahlung in Verzug befindliche und über die Folgen des Verzuges unterrichtete Haftpflichtoersicherungsnehmer erst in Kenntnis eines Schadens- faUes Öen rückständigen Beitrag einzahlt unb so einer Geltenbmachung von Schabensersatzansprüchen ues Verletzten zuvorzukommen trachtet. Unter olteen Umftanben könne er feinen Versicherungs- schütz mehr verlangen. . In einem Kommentar des Reichsjustizministe, riums in der „Deutschen Justiz" wird betont, daß öie(e Entscheidung für manche Versicherungsnehmer eine ernfte Warnung bedeute, denn nach ihr habe die Zahlung im Falle bes Verzuges keinen Zweck mehr, wenn ber Schaben, nicht aber bereits ber Versicherungsfall eingetreten und zur Kenntnis des Versicherungsnehmers gelangt fei. Die Entscheid Dung bedeute zugleich eine Mahnung für den Ber- sicherungsnehmer, die fälligen Prämien pünktlich 3U Zahlen. Die Entscheidung werde sinngemäß auch m der Krankenversicherung zu gelten haben. Auch hier habe sich der Mißstand herausgebildet, daß die Prämien öfter erst nach Eintritt der Krankheit von dem säumigen Versicherungsnehmer gezahlt werden. Da die Krankheit allein nicht Versiche- rungssall fei, vielmehr, soweit Aufwendungen zu ersetzen sind, die Behandlung hinzufommen müsse, sei Das Problem das gleiche. Auch bei der Kran- kenversicherung würde nach der Entscheidung des Reichsgerichts die Zahlung der Prämie im entsprechenden Falle zwecklos gewesen sein. Dabei wäre es nicht auf den Eintritt" der Krankheit allein, sondern auf die Kenntnis des Versicherungsnehmers abzustellen, ein Umstand, der in der Krankenversicherung, wo Versicherter unb Versicherungs- rungsnehmer häufig nicht die gleichen Personen seien, von wesentlicher Bedeutung fei. Oberlahnstein war am 17. Oktober 1937 ein Betrieb geschloßen worden. Der Besitzer entließ daraufhin die ganze Belegschaft fristlos. Nach einer Rücksprache mit dem Vertreter der DAF. ließ er sich bewegen, die Arbeiter noch zwei Wochen und die Angestellten bis Monatsende zu entlohnen. Mit dieser Regelung war ein Schwerkriegsbeschädigter nicht einverstanden. Er vertrat ben ©tanbpunft, baß ihm auch bei Schließung bes Betriebs nur mit Genehmigung der Hauptfürsorgestelle für Schwerkriegsbeschädigte hätte gekündigt werden dürfen und verlangte bie Bezahlung seines Lohnes für die Dauer von drei Monaten. Das zuständige Arbeitsgericht in Oberlahnstein verurteilte ben Beklagten zur Zahlung von 524 Mark. Gegen dieses Urteil legten Kläger und Beklagter Berufung ein, die vor dem Landesarbeitsgericht in Frankfurt verhandelt wurde. der Zurückbleibende, der ja den Ertrag der ihm zur Verfügung stehenden kleinen Fläche "kannte, zu leisten vermochte. Der auf ber Scholle Verbleibenbe wehrte sich instinktiv von vornherein gegen die Uebernahme von Lasten, von denen er wußte, daß er sie auch beim besten Willen nicht würde erfüllen können. In diese' ungesunde Entwicklung hat das Reichserbhofgesetz zunächst eingegriffen und alle noch lebensfähigen selbständigen landwirtschaftlichen Betriebe in Größe einer Ackernahrung (von etwa 30 Morgen aufwärts) zu unteilbaren Erbhöfen erklärt. Die weichenden Erben erhalten eine den Kräften des Hofes entsprechende Berufsausbildung und Ausstattung in Geld. Aber auch den erbhoffreien Besitz konnte der nationalsozialistische Staat nicht weiter der schrankenlosen Aufteilung, Zersplitterung, Unwirtschaftlichkeit und damit letzten Endes der Verschuldung überlassen. Die im Januar 1937 neu- gefaßte Grundstücksverkehrsbekanntmachung soll bei richtigem Gebrauch durch die mit der Durchführung beauftragten Regierungsstellen (K?eisämter unb Landratsämter) und die Organe des Reichsnährstandes (Kreisbauernführer) ein geeignetes Mittel zur Durchführung nationalsozialistischer Bodenpolitik sein. Einer ber wesentlichen Grunbsätze dieses nationalsozialistischen Gesetzes ist ber, baß einem Grunbstückserwerbsgefchäft in ber Regel bie Genehmigung zu versagen ist, wenn ber Erwerber nicht Bauer ober Lanbwirt im Hauptberuf ist. In biefem Zusammenhang verdient eine Entscheidung der zuständigen Regierung als Beschwerdestelle Beachtung, weil sie besonders für unsere hessischen und nassauischen Verhältnisse von allgemeiner Bedeutung ist. Ein kleiner landwirtschaftlicher Betrieb von etwa elf Morgen sollte unter vier Kinder, von denen nur zwei Landwirt im Hauptberuf waren, gleichmäßig aufgeteilt werden. Die Grundstücke standen zu Lebzeiten der Eltern teils in deren Allein-, teils in ihrem Miteigentum. Die Entscheidung stellt zunächst fest, daß die Aufteilung eines solchen Betriebes, bei dem es sich um verschiedene Eigentumsarten handelt, ein genehmigungspflichtiger Vorgang ist, da es in Hessen und Nassau als früherem Realteilungsgebiet sich regelmäßig um solche Betriebe handelt, bei denen beide Elternteile Grundstücke eingebracht, oder sie später gemeinschaftlich erworben haben. Solche Betriebe'stellten eine Wirtschaftseinheit bar, gegenüber ber die zufälligen Unterschiede in den Eigentumsverhältnissen zurücktreten müßten. Bemerkenswert an dieser Entscheidung sind besonders folgende Ausführungen, welche die Zuteilung eines Viertels der vorhandenen Aecker an eine im Haushalt verbleibende Schwester des den Betrieb übernehmenden, die Landwirtschaft betreibenden Bruders betreffen. In ber Beschwerbe war behauptet worben, baß die Versagung der Genehmigung zur Vierteilung des Betriebes gerade für die non Jugend an zu Haufe mitarbeitende ledige Schwester eine ungeheure und schwere Unbilligkeit und große Härte darstellen würde. Die Entscheidung tritt dieser Behauptung mit bem Hinweis ent- geqen, baß sich diese Auffassung allein aus der bisher im Freiteilungsgebiet üblichen artfremden Rechtsvorstellung herleite, das nämlich der oder die (Mit-) Eigentümer mit ihrem Eigentum, also auch einem landwirtschaftlichen Betriebe nach Belieben verfahren können. Die lebige Schwester, die bereits 37 Jahre alt sei, werde laut notarieller Vereinbarung weiterhin im Haushalt ihres Bruders, des Landwirts, verbleiben. Soweit für den bie Lanbwirtschaft im Hauptberuf Betreibenben eine angemessene Herauszahlung (nach dem wirklichen oder Ertragswert be_r Grundstücke bemessen) trag- bar fei, solle ihr diese zukommen. Im übrigen lonne sic durch em Einsitzrecht im vorhandenen Hausgrundstück (nicht durch ein Nießbrauchsrecht uu den Ackergrundstücken) für ihren weiteren Aufenthalt sichergestellt werben. Der Grunbstücksüberlassung im Umfange eines Viertels an eine weitere Tochter, die mit einem Ziegeleiarbeiter verheiratet sei, könne nur insoweit zugestimmt werden, als die Eigen b ew ir t- L GrrV?" V*Urd) ?ie Uedernehmer künftig sicher- gestellt fei. Es werde für die zuständigen Stellen Er" Db b,e betreffende Arbeiterfamilie i»«Q®h9e U£rb bcr-ßQ9e ^i. ein ihr zugedach- tes Ackergrundstuck für ihre Eigenverf o r g u na an Kartoffeln und Gemüse sachgemäß zu bebauen. diese Ursache wohl für jeden Tag geltend gemacht werden kann. Also auch im Falle einer beruflichen Verhinderung müssen schon ganz besonders gewichtige Ausnahmegründe vorgebracht werden. Wer mitteilt, daß er dienstlich oder parteidienstlich verhindert ist, muß eine entsprechende Bescheinigung seiner vorgesetzten Behörde ober Parteibienststelle bem Gericht vorlegen, wenn er nicht als unentschuldigter Zeuge gelten will. Selbstverständlich gilt diese Entschuldigung auch nur jeweils für einen Termin. Setzt das Gericht infolge Fehlens eines Zeugen einen neuen Termin an, so muß er selbstverständlich nunmehr zu diesem erscheinen.