Mittwoch, 27.)uli 1938 188. Jahrgang :rj?5 Erstes vlatt Chamberlain erläutert Runcimans Mission England schaltet sich ein. Egt d°b d-° M7m°n7 noch nicht gekommen lei, Stehende tun um die Zurückziehung der NU-I°N- in dem sie Mit Erfolg intervenieren könne. Die Re-sdifchen Freiwilligen aus. Spanien zu epleichte , aieruna Franco hätte den britischen Vorschlag für damit dieses Land auchort eme^ Bedrohung für die Untersuchung gewisser Fälle absichtlicher Angriffe Iden Frieden Europas darzustellen. in Be rü pf. Südwest 3440 ;en 3417, Kurpfalz >stmark 3355, Nord- 1262, Ostmark 3238 suchen, bereit sind, um des Friedens willen die Ehre oder britische Lebensinteressen zu opfern. Unser Wiederaufrüstungsprogramm macht schnelle Fortschritte. Tag für Tag wird die bewaffnete Stärke dieses Landes größer. Aber wenn es gut ist, eine ungeheure Stärke zu besitzen, so würde es doch tyrannisch sein, sie zu benutzen." Chamberlain wandle sich hierauf dem Pariser K ö n i g s b e s u ch zu. Die Einigkeit zwischen Frankreich und Großbritannien sei nicht gegen ein anderes Volk oder eine Kombination anderer Völker gerichtet. Es habe keinerlei neue Versprechungen und keinerlei neue Verpflichtungen auf beiden Seiten gegeben. Zur Spanienfrage erklärte der Premierminister, die britische Regierung sei davon über- Oer Chacofrieden. Am 21. Juli 1938 unterzeichneten in Buenos Aires die bevollmächtigten Vertreter Paraguays und Boliviens den Frie- densoertrag, durch den beide Länder die von einem internationalen Schiedsgericht festgelegte Grenzziehung im Chaco-Gebiet «nnehmen. -876, Hessen 1872, Ostmark 1847 unb hießen. Frap Häringen 1807, Oft- ichland 1756, Normalen 1719, Berlin- rung. Fürst Franz von Liechtenstein f. Vaduz, 26. Juli. (DNB.) Fürst Franz I. von Liechten st ein, der bereits IM Marz d. I. den Thronfolger, seinen Großneffen, den Prinzen Franz Joseph mit der Ausübung der ihm verfassungsmäßig zustehenden Rechte betraut hatte, ist auf Schloß Feldberg im Alter von 85 Jahren ge- Neue Präsidentschaftskandidatur Roosevelts? (investigator) und Vermittler würde natürlich 1 unabhängig von der britischen Regierung sein, und er würde lediglich persönlich handeln. Es würde natürlich notwendig sein, daß ihm alle 2N ö g l i ch - teilen sowie alle Informationen zur Verfügung gestellt würden, damit er seine Aufgabe zu erfüllen vermöge. Ich hoffe, daß die Fragen, die bisher unlösbar erschienen, sich unter dem Einfluß eines solchen Vermittlers als weniger hartnäckig erweisen werden, als wir das gedacht haben. Die britische Regierung ist glücklich, daß Lord Run- ciman bereit ist, diese Aufgabe auf sich zu nehmen, vorausgesetzt, daß er, wie ich hoffe, des Vertrauens der Sudelendeutschen versichert wird, und daß er den Beistand der tschecho- slowakischen Regierung erhält. Die britische Regierung habe sich ständig dafür eingesetzt, daß man in einer sehr delikaten und schwierigen Lage die Geduld bewahre. Wenn eine friedliche Lösung dieser tschechischen Frage ge-z fundem werden könnte, so würde der Weg nunmehr wieder für eine weitere Anstrengung zu einer allgemeinen Befriedung offen fein. Das deutsch-englische Flotten- Abkommen ist ein Beweis dafür, daß ein ' vollständiges Aebereinkommen zwischen einem demokratischen und totalitären Staat möglich ist. Ich sehe nicht ein, warum diese Erfahrung sich nicht wiederholen sollte. In diesem Abkommen hat Hitler eine bemerkenswerte Geste höchst praktischer Art zum Schutze des Friedens gemacht (lebhafter Beifall), dessen Wert bisher noch nicht genügend gewürdigt worden ist." Chamberlain schloß mit der Feststellung, daß sich die Atmosphäre allgemein aufge- Was hing ton, 26. Juli. (DNB.) In einer Wahlrede, die Innenminister Ick es im Rundfunk hielt, deutete er die Möglichkeit eines dritten Amtstermin es des Präsidenten Roosevelt an. Ickes setzte sich insbesondere mit der Opposition auseinander, deren Obstruktionspolitik eines Tages eine Lage schaffen könne, in der alle Zweifel an Rooie- velts Volkstümlichkeit am besten dadurch beseitigt würden, daß man der Bevölkerung Gelegenheit gebe, unmittelbar für oder gegen ihn und seine Politik zu stimmen. Die bereits seit Wochen anhaltenden Gerüchte, Roosevelt werde 1940 erneut kandidieren, erhielten durch diese Rede neue Nahst o r b e n. Die Regierung des Fürstentums Liechtenstein hat Fürst Franz Joseph II. übernommen. Dem Fürsten hat der Führer und Reichskanzler telegraphisch seine Anteilnahme zum Tode des Fürsten Franz übermittelt. * Fürst Franz I. war 1853 als Sohn des Fürsten Alois geboren. Seine Mutter war eine Gräfin Kinsky. Er folgte seinem Bruder Johann II., der über 70 Jahre Regent gewesen war, am 11. Febr. 1929 in der Regierung. Von 1894 bis 1898 war er österreichisch-ungarischer Botschafter in Petersburg gewesen. Sein Nachfolger, Fürst Franz Joseph II., ist 1906 als Sohn des Prinzen Alois von und zu Liechtenstein und der Prinzessin Elisabeth Amalie, einer geborenen Erzherzogin von Oesterreich, geboren. Er hat die Hochschule für Bodenkultur in Wien absolviert. Das Haus Liechtenstein ist seit dem Mittelalter in Niederöstereich und Mähren heimisch. Die Erwerbung der Herrschaft Schellenberg und Vaduz, die das souveräne Fürstentum Liechtenstein bildet, erfolgte um die Wende des 18. Jahrhunderts durch den Fürsten Adam, der auch die berühmteste Privatgemäldesammlung Wiens, die Liechtenstein-Galerie, gegründet hat. Ztaüens Rassenpolitik. Parteisekretär Ltarace empfängt die italienischen Rassenkundler. Rom, 26. Juli. (DNB.) Die faschistischen Uni- versitätsprofessoren, die unter der Schirmherrschaft des Ministeriums für Volksbildung die Leitsätze, die der faschistischen Rassentheorie als Grundlage dienen, ausgearbeitet haben, sind in Anwesenheit des Ministers für Volksbildung Alfieri von Parteisekretär Minister S t a r a c e empfangen worden. Starace hat den Professoren seine Genugtuung für Form und Inhalt der Leitsätze ausgesprochen und daran erinnert, daß der Faschismus seit 16 Jahren praktisch eine Rassenpolitik verfolge, die darauf gerichtet sei, eine quantitative und qualitative Hebung b^r Rasse zu verwirklichen. Der Duce habe mehrfach in seinen Chamberlain wandte sich nunmehr der t s ch e ch o- slowakischen Frage zu. Wir sind uns wiederum bewußt, daß alles Material vorhanden ist, das zu einem Bruch des Friedens führen kann, mit allen unberechenbaren Folgen, falls diese Angelegenheit nicht kühn und mit einem vernünftigen Maß von Beschleunigung behandelt wird. Daher haben wir in enger Verbindung mit Frankreich alles getan, um eine friedliche Lösung des Streits zu erleichtern. Es fei nicht wahr, daß die britische Regierung die tschecho-slowakische Regierung gepreßt habe Unsere Sorge hat vielmehr darin bestanden, daß die tschecho-slowakische Regierung allzu hastig eine Lage behandeln könnte, die so delikat ist. Es ist doch äußerst wünschenswert, daß beide Parteien nicht in die Lage geraten, in der sie festsitzen. Die britische Regierung habe es daher der tschecho-slowakischen Regierung dringend angeraten, ihren Vorschlag Henlein zu unterbreiten, bevor sie diesen ihrem Parlament zuleite. Wenn es irgend möglich sei, daß ein durch Verhandlungen erzieltes Uebereinkommen zwischen den Führern der Sudetendeutschen und der tschechischen Regierung erzielt werden konnte, bevor das Statut tatsächlich dem Parlament zugeleitet werde, so sei das offensichtlich die beste aller ßöf ungen. Im Laufe der Zeit ist es ,edoch zweifelhaft erschienen, ob ohne eine Hilfe von außerhalb ein freies Abkommen zwischen den Sudelendeutschen und der tschechischen Regierung zu erzielen war. Unter diesen Umständen hat die britische Regierung auf ein Ersuchen der tschecho-slowakischen Regierung hin dem Vorschlag zugestimmt, daß eine Person mit den erforderlichen Erfahrungen und Qualitäten diese Frage an Ort und Stelle nachprüfen und versuchen solle, falls das notwendig ist, Wittel und Dege vorzu- schlagen, welche die Verhandlungen zu einem Erfolg führen. Ein solcher Untersucher nungen über den Haufen wirft, in absehbarer Zeit die Vertreter Paraguays und Boliviens sich die Freundeshand reichen werden und das panamerikanische Ideal Roosevelts verwirklichen helfen. „Unabhängiger Beobachter und Vermittler." Slltttbog. Sutl| 1 Kilometer nach» :™£pe Hannover,» 'e Egau an der» J9en vollbrachten! n°ch Lützen, i (Darmstadt), berii ■n erreichte, unb! Wer bei Lauchas W°9ramn,!l Kunshlugmeister; [ I ' Besichtigung besti Kunst zeigte. auf britische Schiffe angenommen. Die britische Regierung habe vorgeschlagen, daß diese Untersuchung von je einem britischen und einem spanischen Marine-Offizier durchgeführt werden sollen. „Das englisch-italienische Abkommen haben wir", so erklärte Chamberlain, „niemals als ein bloßes zweiseitiges Abkommen zwischen Italien und Großbritannien angesehen." Die britische Regierung sei der Ansicht, daß die Lage in Spanien eine ständige Bedrohung des Friedens in Europa sei, und aus diesem Grunde habe sie erklärt, daß diese Bedeutung beseitigt werden müsse, ehe das Abkommen in Kraft treten könne. „Es ist nicht unsere Schuld und nicht die Schuld der italienischen Regierung, daß diese Voraussetzung ni cht eingetreten ist. Wir werden alles in unserer Macht m hio QitriiH’jip'hiinn der auslän- iben blei, platzen Ar! Ä;v* halb vor jeder Vermischung und Verfälschung hüten. Rassengesetze in diesem Sinne seien bereits in den Gebieten des Imperiums erlassen worden. „Was die Juden anbetrifft", erklärte Starace, „so betrachten sie sich feit Tausenden von Jahren überall und auch in Italien als eine .besondere und den anderen überlegene Rasse*, es ist bekannt, daß trotz der toleranten Politik des Regimes die Juden in allen Nationen durch ihre Menschen und Mittel den Gsneralstab des Antifaschismus gebildet haben." Starace kündigte schließlich an, daß die hauptsächliche Tätigkeit der faschistischen Kultur-Institutionen im kommenden Jahr die Ausarbeitung und Verbreitung der faschistischen Rassenprinzipien sein werde. Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm Höhe für Anzeigen von 22 mm Brette 7 Rps., für Text- anzeigen von70mm Breite bORpf.,PIatzvorschrist nach oorb- 93ereinbg.25°/0 mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-., Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- n. behördlicheAnzeigen6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Im Gegensatz zu den bisherigen tschechischen Pressestimmen, welche davon sprachen, das; der tschechische Nationalitätenplan durch einen eigenmächtigen Akt der Staatsgewalt bzw. durch einen Scheinbeschluß des Parlaments in Gang gesetzt werden sollte, hat nunmehr die Prager Regierung eine Erklärung veröffentlicht, wonach das, Nationalitätenstatut, das neue Sprachengesetz und das Selbstverwaltungsgesetz zunächst mit den Volksgruppen, insbesondere mit den Vertretern der Sudetendeutschen Partei besprochen und nach Abschluß dieser Verhandlungen erst dem Parlament zugeleitet werden sollen. Diese Ankündigung bedeutet eine völlige Umkehrung der bisherigen tschechischen Taktik, und es ist kein Zweifel, daß dieser Richtungswechsel nicht nur auf die energische Haltung der einzelnen Volksgruppen, sondern wohl auch auf die Einwirkung der „Freunde im Westen", d. h. Frankreichs und Englands, zurückzuführen ist. Die britische Regierung, der offenbar an einer friedlichen Lösung des tschechisch-sudetendeutschen I Problems sehr gelegen ist, hat sich jetzt ja auch in Reden und Schriften darauf verwiesen, daß das italienische Volk der indo-europäischen Rassengruppe zugehöre. Mit der Schaffung des Imperiums fei die italienische Rasse mit anderen Ra ss e n in Berührung gekommen. Sie müsse sich deshalb vor jeder Vermischung und 23 er» Nie Unruhen in Palästina. Jerusalem, 26. Juli. (Europapreß.) Der neue jüdische Terrorakt in Haifa hat im ganzen Lande zu zahlreichen Zusammenstößen geführt. Von dem im Hafen ankernden Schlachtschiff „Repulse" wurden Maschinengewehre zur Verstärkung der Aus- rüftung der englischen Truppen an Land gebracht. In Mishmar-Hayarden, einer jüdischen Siedlung in Galiläa, wurde« im Verlauf eines Feuergefechts zwei Araber und zwei Juden getötet. In einigen Fällen gelang es der Polizei, Zeitbomben unschädlich zu machen. Eine solche Zeitbombe wurde in einem Lichtspieltheater Jerusalems entdeckt, eine zweite in einer Straße der Jerusalemer Altstadt. In letzterem Fall handelte es sich um eine Landmine in einer von Arabern bewohnten Straße. Die Explosion hätte zweifellos schwere Folgen gehabt. In Jerusalem wurden zwei Araber, die vor kurzem zum Tvde ver- urteilt worden waren, im Zentralgefängms hingerichtet. Der Ausbruch eines allgemeinen arabischen Streiks in Palästina wurde vom Kolonialamt bestätigt. Gleichzeitig wird jedoch hinzugefügt, daß die Mandatsbehörde durchaus Herr der Lage feü 4r|d)etni täglich, außer Sonntags und Feiertags feflagen: Die Illustrierte Siebener Familienblatter Heimat im Bild • DieScholle " MonatZrvezngsprets: Alt 4 Beilagen RM.I.95 Oi)tie Illustrierte . 1.80 gllstellgebühr . -.25 Auch bei Nichterscheinen non einzelnen Nummern »folge höherer Gewalt §ernfprechanschlüffe örter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: firanffutt am Main 11686 er 250er-MaschiM 54 Kilometer, urö er 175er-Klasse mit meter erfolgreich. 5. Aeumann. Siebener F-hr-i »j nen StnWmM Rennen, das dach irMenbt W 91 )ch°n nach?" leuman" ® p' Ä w-npE $ Hieb bann am 'pe b '" nr, lieferte samw'n utw ‘■■w sB « S-S-r "j tat), " a kamen en "y iim ’n, * st daß «i » W* Ils sich die Vereinigten Staaten dazu entschlossen en, den europäischen Angelegenheiten den ten zu kehren, lag es in den Plänen des Prä- tten Roosevelt, mehr als bisher Latein- erika politisch und wirtschaftlich zu erfassen, r der Lauf der Ereignisse lähmte alle Kalkula- en, der abgeglittene Dollar warf viele Berech- gen über den Haufen, und die Katastrophen im nen Osten gaben Washington nicht die Möglich- , alle Energien nach Südamerika spielen zu m. Das Weiße Haus sah sich zu großer Behut- feit in der Behandlung lateinamerikanischer gen gezwungen, die den Vorgängern Roosevelts fern lag. Der Panamerikanische Kon - igieß in Montevideo vom Jahre 1932 Iwhnte Roosevelt noch mehr zur Vorsicht, er stieß i av eine entschiedene Opposition. Lateinamerika Imllte sich nicht länger den Dollarimperialismus lud die im We E proklamierte Monroedoktrm |cl;1 aeleatl. yul ... 18« allen lassen, die in Washington als eine S ch u tz- verstärktem Maße dadurch in die mitteleuropäischen Ih rrschaft Nordamerikas über den ganzen Korn Auseinandersetzungen eingeschaltet, daß sie den be- Uirent ausgelegt worden war und verschiedentlich f(mnten Politiker Lord Runciman nach Prag 1 hi Einmischung in Die inneren Angelegenheiten will. Wie aus dem tschechischen Presse-Echo j dsi lateinamerikanischen Staaten geführt hatte. h^vorgeht, ist man in Prag in Wirklichkeit von ' ^Washington zog die Lehre aus dem Mißerfolg ^nbunq ber Dinge nicht sehr entzückt. Es ■ iü Montevideo und zeigte sich auf dem folaenöen für bie ^rren im Hradschin, im Parlament p. namer ikamschen Kongreß in Bue-I^ . tschechischen Generalstab künftig immer Ss Aires in einem ganz neuen Lichte. Die ft, Origer werden, mit den alten Methoden der Kimmung und die Lage hatten sich in den vier unb ber Verzögerungen der nun ein- Mhren von 1932 bis 1936 grundlegend^geandert. maI notwendigen Entscheidungen auszuweichen. Der P-nsident Roosevelt ersten persönlich mBue- Scheinwerfer der öffentlichen Meinung in England, ffy- Aires, aber er hielt nicht den Kommandostab ft.^ allgemeinen von den kontinentalen Din- 1 m ber Hand, sondern einen Olivenzweig Er hatte 1^' viel versteht, und der man deshalb aller- ! M dem damaligen Präsidenten von Argentinien gQnb ubern konnte, wird nun stärker, als es G eneral Justo eine lange Unterredung unter vier U ^sch/chen lieb ist, das Chaos der Prager Re- ! Lägen, deren Ergebnis die Absage Wash in g-.'^ beleuchten müssen. Wieweit frei- l ns an die Monroe doktr in war. Die Ver- « bi” Entsendung des Lords Runciman einen £.*n Staaten anerkannten felerlich die volle ’attWn Erfolg zeitigen wird, das bleibt abzu- (-lbsiandigkeit und Unabhängigkeit der latelname- Senn es verfolgt ja nicht nur das zähe Aschen (Staaten, taum datz sie den Platz eines r^t unfriedliche Ziele mit feiner ter- ,-jimus inter pares beanspruchten. Die nordame- ^ristischen, sowjetfteundlichen Unterdrückungspoli- ' iranischen Marlnetruppen wurden aus Nicaragua ft. 0^ern e5 [eiber auch die Engländer all- Mruckgezogen und die sog Pratt lausel, die ' bewiesen, daß sie das Prädikat eines ehr- I ts Souveränität Kubas beeinträchtigte, wurde o ' gerabe in ber tschechischen Frage ^(gehoben. So sollte denn das panamenka- „ , errj- verdienen müssen. So wird man sich über i "(che Ädeal einen neuen Antrieb erhalten bie englische Initiative in Prag erst dann ein Ur- Oiooseoelt konnte nun unter voller Beistlmmung bilden können, wenn sie geglückt oder miß- d-- Kongresses in Buenos Aires fein politisches h. Ev. Engramm entwickeln. Der Panamerikanismus auf y ' * d-7 Grundlage demokratischer Prinzipien und der JlH Llchtunq des Krieges wurde zum Dogma erhoben. , - Je 240 Millionen Bewohner des amerikanischen London, 26. Juli. (DNB.) Im Unterhaus intinente sollten, hieß es, den 540 Millionen Be^ erklärte Premierminister Chamberlain: „Ich iw hnern des zerrissenen Europa ein Beispiel der kann mir nicht vorstellen, daß irgend jemand im lEnigteit und der Friedfertigkeit geben. Ja, die Pa- Unterhaus dem nicht zustimmen könnte, was wir ihre eines amerikanischen Völkerbundes als Gegen- so häufig als das Hauptziel der auswärtigen Politik zum Genfer Bunde, den viele lateinamerika- der Regierung bezeichnet haben, nämlich die Er- Wchen Staaten aufs tiefste enttäuscht verlassen richtung und Erhaltung des Frie- ■üben und noch verlassen, wurde in der amerikani- dens und die Beseitigung aller Kon- Wsisn Presse eifrig aufgeworfen. Die Abmachungen fliktsurs/achen, soweit das praktisch möglich Uh panamerikanischen Kongresses in Buenos Aires ist, sowie der Beseitigung der Reibungen und Be- lltoirben durch den Nichtangriffs- und Freundschafts- schwerden der Länder gegeneinander. Niemand mag ||o;tt von Rio de Janeiro ergänzt, dem sich ein gro- sich einbilden, daß wir, obgleich wir den Frieden ![lir Teil der südamerikanischen Länder anschloß. ........ M,।------—----- ■ Nun stellt man sich Lateinamerika fälschlicher- - Mise vielfach als eine relativ geschlossene Ein- Telegramme mit der dringenden Bitte ge- U^ i t vor. In Wirklichkeit aber umfaßt es zwanzig dichtet, einem Chacoftieden zuzustimmen, und fo »Linder, die sich in ihrer rassischen Zusammensetzung konnte ... benn endlich am 1. Juni die Frie- II ULb politischen Ausrichtung nicht weniger al5 016 b e n 5 E o n f e r e ti 3 in Buenos Aires ver- I» iManischen Staaten Europas voneinander u n t er= [amme{n jjie nun endlich insofern zu einem posi- II n" ^^Nieinsam ist iljnen nur die katho- Resultat geführt hat, indem sich La Paz und W Religion und Mit Ausnahme vom portu- Asuncion bereit erklärt haben, der Grenzziehung .'esisch sprechenden Brasilien die spanische unb ben Bestimmungen einer neutralen Kom- e. Es liegt deshalb auf der Hand daß zuzustimmen, die sich aus Vertretern -r panamerikanische Gedanke nicht überall mit der ft,^ Bereinigten Staaten, Argentiniens, Brasiliens, pichen Begeisterung aufgegnften worden ist. Be- Perus und Uruguays zusammensetzt. Man t lmoers störend wirkte sich der Chaco krieg b^^ alrQ erwarten, daß, wenn nicht unvorher- ^ilchen Bolivien und Paraguay aus, der mit Er- |ebene Umstände eintreten und der Chauvinismus ‘■^rung geführt wurde, und in dem alle Vermttt-ben beiden feindlichen Ländern nicht alle Berech- [I ^»igsversuche Washingtons und der neutraler; gro- .... - • -■ 'r ; h ABC - Staaten (Argentinien, Brasilien und Gpile) gescheitert waren. Solange nicht e'in Chaco- l'eden zustande kam, war es unmöglich, die panamerikanische Einigkeit als ein Ideal hinzustellen. Die offenen Feindseligkeiten in der „Grünen Blle" wurden zwar schon vor ungefähr zwei ^hren eingestellt, eine vorläufige Demarkations- ftie war gezogen worden, man tauschte die Gelegenen aus, aber von einem Frieden war man [ ch sehr weit entfernt. Asuncion und La Paz ftnden sich feindlich gegenüber, weigerten sich, die °2lomatischen Beziehungen' wieder aufzunehmen, ftd oft genug schien es, daß die Kanonen wieder | Chaco zu sprecheen anfangen würden. Die festen Schwierigkeiten bereitete die Regelung der ^renzfragen. Paraguay, das fast den ganzen livaco besetzt hatte, betrachtete sich als Sieger und Siigte sich keineswegs geneigt, sich diesen Sieg k malern zu lassen. Bolivien erkannte diesen ^ egerstandpunkt nicht an, es wollte einen schmalen «'.reifen im Chaco nicht aufgeben, in dem sich ein pitroleumhaltiges Terrain befindet, es verlangte l^ner einen direkten Zugang zum Paraguaystrom, seine Produkte via Buenos Aires direkt an den ^lantischen Ozean verschiffen zu können. , hat langer und schwieriger diplomatischer Ver- . molungen bedurft, ehe es gelang, die beiden feind- ^tyen Staaten zusammen mit den Neutralen am E"vztisch zu versammeln, um endlich einen rie&e.n herbeizuführen. Präsident Roosevelt tte an die Präsidenten von Bolivien und Para- e n. E: Mairn ); Obersturmführer ■ ijarfiit)rer Maurer W gefcht wegen - tung); StanW t Diesenbach (D|i' I memann (yrankn, sialen, 632), Ober- 625), Sturmsührer Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Univerfität-dru-kerei «.Lange l« Siehe«. Schristleitung und SeschSftLftelle: Schulsttahe 7 als toipen peuie, vatz '.pianeua der die Schüsse auf der | gegeben hatte. Wir wissen, f ihre Kameraden. Wir erinnern nur an den Siexek von Ondurman. an die Kapitäne der „Bari- drückt zu werden. Zugosiawiens politische Linie. Stojadinowitsch sprach in Split. Was bringt die -15. Deutsche Rundsunkausstellung? Belgrad, 26. Juli. (Europapreß.) Ministerpräsident Dr. Stojadinowitsch ist auf einer Inspektionsreise entlang der Adriatischen Küste in Split eingetroffen, wo ihm der Kommandant der englischen Mittelmeerflotte, Admiral Sir Alfred P o u n d , einen Besuch abstattete, welchen der Ministerpräsident auf dem englischen Flaggschiff „War- spite" erwiderte. Auf einer Tagung der jugoslawischen Regierungspartei erklärte der Ministerpräsident, das heutige Jugoslawien sei viel stärker als das Vorkriegs- Serbien und könne daher eine viel unabhän- aigere Außenpolitik führen. Es könne Freundschaften und Bündnisse mit allen Staaren aufrechterhalten, und sowohl den alten, als auch den neuen Freunden treu bleiben. Man könne wohl dieses oder jenes sremde Land lieben, aber nur in einem einzigen Jugoslawien sterben. — Stojadinowitsch wies darauf hin, wie wichtig für Jugoslawien die Meeresküste sei. Es sei daher seine erste Pflicht, an der Adria den Frieden zu sichern. Das sei der Sinn des Abkommens mit Jta- l i e n. Auf die Innenpolitik eingehend, sagte Stojadinowitsch eine Verständigung mit der Kroatischen Bauern-Partei sei wohl möglich, aber über drei Fragen könne es keine Diskussion geben, nämlich über der Monarchie und die Dynastie, über die nationale und völkische Einheit, und über die Aenderung der Verfassung im gegenwärtigen Augenblick. Rach her Einnahme Kmkianqs Schanghai, 26. Juli. (Europapreß.) Rach den । letzten Meldungen über die Einnahme Kiukiangs i leisten einzelne chinesische Truppenteile in verschie- i denen Stadtteilen noch verzweifelten Widerstand, = um den Rückzug der nach dem Fall der Stadt nach i Westen zurückflutenden Armee zu decken. Die japa- ) nischen Flußboote haben jedoch Kiukiang be- • rette passiert und die abziehenden chinesischen Trup- ; pen unter Feuer genommen. Gleichzeitig sind ja- oerwurM im M , je ein Weck von R solle nicht Bayreut Richtlinie für die < den süddeutschen Rc Prag, 26. Juli. (DRV.) Das sudetendeutsche Tageblatt „Die Zeit" nimmt zu der Entsendung Lord Runcimans nach Prag Stellung. Der Zweck dieses Besuches wäre, das Problem und dl e Ursachen der Meinungsunterschi^ede über dessen Lösung zu untersuchen und in der «ache durch Rat und Einfluß gegebenenfalls zu v er nt i t t e l n. Es wäre weiter sehr wichtig, daß Runci- man jede Hilfe erfahre, und daß ihm die verschiedenen Standpunkte und die in Frage kommenden Schwierigkeiten offen und eingehend von allen maßgebenden und gut unterrichteten Stellen dargelegt würden. In maßgebenden Kreisen der Sudetendeutschen Partei erkläre man hierzu, daß die Sudetendeutsche Partei selbstverständlich zu schlagen und schwere Artillerie sowie das übrige rollende Kriegsmaterial über den Fluß zu schaffen. Die Milizen stießen auf dem rechten Ebroufer in den meisten Fällen nur auf nationale Wachtposten, denen sie an Zahl hundertfach überlegen waren. Erst zehn bis fünfzehn Kilometer hinter dem Ebro- Ufer stießen sie auf die eigentlichen nationalen Wi- derstandslinien. Diejenigen sowjetspanllchen Einheiten, die i m S ü d e n von A m p o st a den Fluß überschritten hatten, wurden bereits wenige Stunden später fast vollkommen vernichtet, da es den Rationalen möglich war, aus Tortosa Verstärkungen heranzuholen. Auch diejenigen, die bei M e g u i n e n z a den Fluß überquert haben, sind geschlagen morden oder befinden sich gegenwärtig, da die Brücken hinter ihnen zerstört wur- terzogen. Rach japanischen Meldungen hat es den Anschein, als ob mit der Einnahme Kiukiangs die ganze chinesische Jangtse-Front ins Wanken gekommen sei. In chinesischen Meldungen aus Hankau wird der Fall Kiukiangs zugegeben. Es wird zugleich betont, daß die Japaner sehr schwere Verluste gehabt hätten. Die chinesischen Truppen sollen sich in voller Ordnung zurückgezogen haben. Die Verteidiger des berühmt gewordenen Löwenberges unterhalb Kiukiangs haben nach den chinesischen Berichten ihre gesamte Artillerie in Sicherheit gebracht. Grenzzwtschenfatt am Murifluß Tokio, 27. Juli. (DRB. Funkspruch. Ostasien- dienst.) Der Sprecher des Autzenamtes erklärte, am Ussurifluß bei Hsinhsingtung, 120 Kilometer südlich von Chabarowsk, habe eine sowjetrussische Militärabteilung in Stärke von 100 Tlann, die mandschurische Reisende beschossen und festgenommen hatte, eine zu mandschurischem Gebiet gehörende Flußinsel besetzt. Später seien die in der Nähe des Ussuri- flusses gelegenen Dörfer Hsinhsingtung und Cniau- lintse oon den Sowjetrussen überfallen und in Brand ge st eckt, worden. Nach einem heftigen Gefecht, das fünf Stunden dauerte, sei die sowjetrussische Abteilung von stärkeren mandschurischen Grenzwachtruppen vertrieben worden. Die Verluste seien noch unbekannt. Der Sprecher teilte dazu ergänzend mit, daß die Regierung in Hsin- king am 23. Juli wegen dieses Zwischenfalles stärksten Protest beim sowjetrussischen Generalkonsul in Chardin eingelegt habe. Kleine politische Nachrichten. Der französische Außenminister Bonnet hatte eine einstündige Unterredung mit dem amerikanischen Finanzminister M o r g e n t h a u , die sich ausschließ, lich auf außenpolitische Fragen bezogen hat. Mor- genchau hat sich an die französische Riviera begeben, wo er mit seiner Familie einen Erholungsurlaub nehmen wird. Lebensfreude, Humr irnner Mozart Bert darairf, aus mißen zu können. M wenn sich etll A Besseren. Salzb >re Tage, feit Echt wurde. 3)a; "an. Die FeMe/c . Wn, denn ihre € P jeder. „Ml 'm Jet dritte Tag Am Dienstag röt Ke Neuinszenierm Van und Jjol Volt Der Füh dieser zweite! Vorstellung bekam Se/etzung der Ute und ÜJlartlja Fuch ehrend der deutsü SN'" Pari Wern der Berit I ^nischen und r ■ •Urte, waren es die Sowjetspanischer Vorstoß an der Ebro-Mündung. S'a r a g o s s a, 27. Juli. (Europapreß.) In nationalspanischen Kreisen wird zugegeben, daß den sowjetspanischen Milizen das in der Nacht zum Montag durchgeführte Ueberraschungsma- növer am Ebro zwischen Mequinenza, das am Zusammenfluß des Segre und des Ebro, und Ampofta, das unweit der Ebromündung liegt, in seinem ersten Abschnitt zum Teil gelungen ist. Unter dem Schutz der Nacht und bei sehr niedrigem Wasserstand gelang es dem Feind an zahlreichen Stellen zwischen diesen beiden Orten, nach nationalen Schätzungen etwa sechs bis sieben Divisionen - auf das rechte Ebro ufer zu werfen. Das Manöver gelang, weil in diesem Abschnitt die Nationalen keine großen Truppenmassen bereit hielten und an den meisten Stellen nur eine einzige nationale Linie bestand Die Sowjetspanier dagegen haben die besten Divisionen, die sie noch besitzen, zu dieser Offensive eingesetzt, nämlich die Divisionen „Lister" und „Campesino", sowie die 35. und 45. internationale Division, die von den nationalen Truppen an der Pyrenäenfront nach Frankreich abgedrängt worden waren und von dort wieder nach Katalonien zurückgebracht wurden. Infolge des niedrigen Wasserstandes war es den sowjetspanischen Milizen möglich, in wenigen Stunden an verschiedenen Stellen Pontonbrücken „Oie letzten Schuldigen." Berlin. 26. Juli. (DBB.) Der „Völ. kifche Beobachter- veröffentlicht zum vierten Jahrestag des 25. Juli 1934 folgen- den Artikel: hellt habe. Auf dem gesamten Kontinent sei eine Entspannung der Lage eingetreten, die vor sechs Monaten noch bedrückend gewesen sei. Zu dieser Besserung der Atmosphäre und der Minderung der Spannung glaube er, habe die britische Regierung ihren Beitrag geleistet. Sie beabsichtige, das sort- zusetzen Sie hoffe, auf diese Weise Sicherheit und Vertrauen nach Europa zurückzubringen. Matter Hunctman. heit zu sehen, wie die künstlerische Leistung in die Obhut der Rundfunkingenieure genommen wird usw. Jeder Ausstellungstag werde beschlossen durch eine Großveranstaltung der Reichsrundfunkgesellschaft in Halle 1. Der Oberspielleiter des Fernsehsenders sprach hierauf über den Aufbau der Halle des deutschen Fernsehens und über die künftigen Aufgaben der Programmgestaltung. Ein riesiges Atetter, doppelt so breit wie das Proszenium des Deutschen Opernhauses (22 Meter breit, 9 Meter hoch, 10 Meter tief), enthält Fernsehbühne, Laufgang für Fernsehkamera, Orchesterpodium und technische Nebenanlagen. Ministerialrat Diplomingenieur Flanze vom Reichspostministerium beschästtgte sich mit der Arbeit der Deutschen Reichspost für den Rundfunk und besonders auf dem Gebiete des Fernsehens. Generaldirektor Hahnemann sprach als Vertreter der deutschen Rundfunkindustrie und Mitglied der Ausstellungsleitung über den Induft r i e t e i l her Ausstellung. Er führte aus, daß die deutsche Rundfunkempfängerindustrie m diesem Jahr wieder eine sta11liche Reihe neuer Empfänger typen herausbringe, die sich durch besondere Steigerung der Qualität und weitere Vereinfachung der Bedienung, vor allem aber durch eine wesentliche Verbilligung auszeichneten. x sein solle. Die tschechische presse hält sich zurück. Lord Walter Runciman ist 1870 Sohn eines Reeders geboren und wurde nach seiner Erziehung im Trinity College in Cambridge selbst ®tei Todesopfer Südwand solche Ber N.ums Leber Kn NN Trödi RÄ k-ä; UÄ N w, 9etifle ÄH**#« j!] H)q[x pQ1Jfer a tzSä KZI n1, M ibo- fus W ifo ’bt eindlicher Gegenangriff leicht zurückgeschlagen. In nationalspanischen Kreisen zeigt man sich durch diese Offensive der Sowjetspanier keineswegs beunruhigt und betrachtet sie als sehr gewagt, da die Milizionäre Gefahr laufen, zwischen den nationalen Widerstandslinien und dem Ebro-Fluß zer- 3n % Ze" s n"rfv »hesier' c r ba n rt\je, Md-, (ranrf Salzb» Berlin, 26. Juli. (DNB.) Die Reichsrundfunkkammer gab auf einem Presseempfang einen Ueber- blick über die Sehenswürdigkeiten der 15. Großen Deutschen Rundfunkausstellung, die vom 5. bis 21. August im Berliner Messegelande stattfindet. Präsident Kriegler erwähnte die Sonder- schau „Wunder der Sendung", bei der den Ausstellungsbesuchern ein Blick hinter die Kulissen des Rundfunks vermittelt wird. Er beschäftigte sich weiter mit der F e r n s e h h a l l e, deren. größte Sensation diesmal das Fernsehtheater zu werden verspräche, in dem die Fernsehsendungen auf einer großen Fläche, ähnlich der Leinwand im Kino, projiziert würden. Das Merkmal dieser Rundfunkausstellung würde die Sicherung einer volkstümlichen Versorgung der Rundfunkteilnehmer mit Empfangsgeräten sein. Der Reichsintendant des deutschen Rundfunks und Generaldirektor der Reichsrundfunkgesellschaft Dr. Glasmeyer gab einen Ueberblick über die Absichten, die der Reichsrundfunk auf der diesjährigen Rundfunkausstellung zu verwirklichen gedenkt Die Reichsrundfunkgesellschaft hat u. a. in der Halle , Wunder der Sendung" ein vollständiges Rundfunkhaus erbaut. Der Besucher kann hier nicht nur — worauf der Reichsintendant besonders hinweist — die Arbeit vor dem Mikrophon beobachten. Zum ersten Male hat er auch Gelegen- Re SDP. ist zu jeder Information bereit Die „Zeit" zur Entsendung Runcimans. Reeder. Seit 1902 war er liberales Unterhaus- , Mitglied. 1908 wurde er Unterrichtsminister des j liberalen Kabinetts Campbell - Bannermann und ; 1911 bis 1914 Landwirtschaftsminister. Als Handels- Minister war er im Kriegskabinett, schied aber 1916, ; als Lloyd George eine neue Regierung bildete, aus. Zu ihm stand er innerhalb der liberalen Partei in , heftigster Opposition. 1931 wurde er im Kabinett Macdonald Präsident des Handelsamtes und als ■ solcher Vorkämpfer des Schutzzolls. Auch im Kabi- nett Baldwin blieb er Handelsminister. Nach dem Kabinettswechsel wurde er als Peer m das Oberhaus berufen. Echo der presse. London, 27. Jüli. (DNB. Funkspruch.) Die der Regierung nahestehenden Blätter legen großen Wert daraus, es klarzumachen,.daß Lord Runciman in privater Eigenschaft und vollkommen unabhängig nach Prag geht und daß sich seine Dortige Tätigkeit in keiner Weise vor einem amtlichen Hintergrund abspielen soll. Die größte Beachtung findet auch die Erklärung der sudetendeutschen „Zeit", aus der man die Zustimmung der Sudetendeutschen Partei zu der Mission Ruci- mans herauslesen will. Für die Abreise Lord Runcimans ist kein Datum festgesetzt. Gut unterrichtete Kreise rechnen etwa mit dem 6. August. „Daily Mail" schreibt, daß Lord Ruciman vor seiner Abreise nach Prag die Läge mit Lord Halifax eingehend besprechen werde. Die „Times" sagt, eine der Hauptaufgaben seiner Mission sei, die persönliche Fühlung mit den Sudetendeutschen aufzunehmen. Die Forderung der Sudetendeutschen, daß sie nicht als Minderheit anzusprechen seien, sondern als nationaler Partner in der Tschechei, sei natürlich. Man müsse zugeben, daß ihnen Grund zu dieser Hoffnung geboten worden sei. Zur Zeit der Friedensverhandlungen hätten sie vergebens versucht, in Oesterreich bzw. Deutschland eingegliedert zu werden. Sie seien mit der Erklärung Beneschs getröstet worden, daß die Tschecho- Slowakei eine Art Schweiz werden solle. Die „Times" stellt schließlich fest, daß die Wünsche der Einwohner der in Frage kommenden Gebiete am wichtigsten seien. Ein unparteiischer Untersucher werde zweifelos sein Bestes tun, um dies sicherzustellen. Auch „Daily Mail" hebt herbor, daß Lord Runciman ein von jeder Regierung unabhängiger Vermittler und Untersucher sein werde. Europa werde verstehen, daß seine Anwesenheit in Prag England nicht verpflichte, in der Streitfrage Partei zu ergreifen oder sich an ihr zu beteiligen. Die Beauftragung Lord Runcimans sei der erste Schritt zur Wiederherstellung des allgemeinen Vertrauens. sich gegen die Entsendung des britischen Ratgebers zu wenden. Der Verdacht, der selbst in der britischen Öffentlichkeit aufgetaucht sei, die Präger Regierung werde der Absicht Chamberlains nicht zustimmen, wird weit zurückgewiesen. Vom Prestlgestandpunkt aus wäre es wohl möglich, die Entsendung Runcimans unangenehm aufzunehmen, aber Prag, betreibe eben keine Prestigepolitik. Nein, Prag denke wie „Ceske Slovo" versichert, anders: „Uns m der Tschecho-Slowakei ift a n b e m b r i1 i s ch e n Interesse q et eg en". Aber das Nationalistenblatt P r a s z k y L i st" verrät die geheimsten Mechi- s'chen Wünsche, indem es zu Runcimans Mission sagt: „Seine Vermittlung wird kein entscheidendes Gewicht Haden". Das Parlament emberusen. Aber das Nationalitätenstatut kommt vorerst noch nicht zur Sprache. Prag, 26. Juli. (DNB.) Ministerpräsident Dr. Hodza hat den Kammerpräsidenten Malypetr ersucht, das Abgeordnetenhaus, das seit dem 10. Mai nicht mehr getagt hat, zu D i e n 5 t a g , 2. August, einzuberufen. Dem Abgeordnetenhaus werden einige Gesetzentwürfe der Regierung vorgelegt werden, aber noch nicht die Vorschläge zur Regelung der Nationalitätenfrage. Wann es zu deren Vorlage kommen wird, ist von den Verhandlungen der Regierung mit den Äoali« tionsparteien einerseits und mit der Sudetendeutschen Partei anderseits abhängig. Der endgültige Tert des Nationalitätenstatuts soll am Dienstag vorn politischen Ministerausschuh fertiggestellt werden. Der Nationalitätenkodex — Novelle zum Sprachengesetz, Nationalitätenstatut und Frage der Selbstverwaltung in den territorialen Verbänden — soll in der nächsten Woche Gegenstand offizieller Verhandlungen mit den einzelnen politischen Parteien der Na- tionalitäten, insbesondere der Sudetendeut- schon Partei, bilden. Daran sollen auch Vertreter der Regierungspartei teilnehmen. Der Nationali- tätenkodex soll dem Parlament erst nach diesen Verhandlungen vorgelegt werden. Prag, 27. Juli. (DNB. Funkspruch.) Die Mission Runcimans findet in der tschechischen Presse eine seltsame Aufnahme. Eigene Stellungnahmen fehlen fast vollständig, man beschränkt sich auf die Wiedergabe französischer und englischer Zeitungs- stirnmen. Unter den größeren Blättern bringt nur bas linksgerichtete „Ceske Sloo o", das Beziehungen zur Prager Regierung unterhält einen Kommentar, der vielleicht kennzeichnend ist für die wirkliche Einstellung der Tschechen, die nur dem mächtigen England gegenüber das Gesicht wahren wollen. Das Blatt versichert zunächst mit überlauter Betonung, daß es sich gar nicht darum handele, Prag zu größerer Beeilung zu veranlassen, denn es habe j a s ch o n „a 11 e s m ö g l i ch e" g e t a n, um seinen „guten Willen" zu zeigen. Man habe keine Grunde, Das deutsche Volk hat den vierten Jahrestag des . 25. Juli 1934 zum Anlaß genommen, den ge. -allenen Kämpfern — und mit ihnen dem ganzen österreichijchen Nationalsozialismus— seinen heißen Dank abzustatten. Zum erstenmal ist uns allen, die wir das Ringen der Ostmark um ihre deutsche Seele nur aus der Ferne unter Lebt haben, restlos klar geworden, wie schwer dieser Kampf war und welche übermenschlichen Opfer und Leistun- gen er erforderte. Denn jahrelang war der Mund der in Schuschniggs Kerkern sitzenden Mittampfer versiegelt gewesen, jahrelang verbot die Rücksicht auf die Angehörigen der Toten die volle Enthüllung der Wahrheit, denn noch standen fremde Bajonette hinter dem volksfremden Schuschnigg-Regiment, noch gab es das „legitime" Oesterreich von St. ©er- main. Welchen Platz die österreichischen National, ozialisten in der Gesamtgeschichte des Hilden, 'ampfes der Ostmark einnehmen, hat der Stell. Vertreter des Führers am Samstag m Klagenfurt mit eindringlichen Worten geschildert Und er verband damit das heilige Gelöbnis, dafür zu sorgen, daß die Toten der Jahre 1934 bis 1938 die letzten Opfer dieses über tausendjährigen Rin. gens sein werden. Hunderte von österreichischen Nationalsozialisten sind im offenen Kampf mit den Inhabern der von außen gestützten Staatsgewalt einen Soldatentod gestorben. Ist es ein Wunder, daß unser Gefühl am stärksten bewegt wird durch den Opfer, tob jener 1 3, die fern von ihren Kameraden - im Augenblick einer schweren äußeren Niederlage--. ihr junges Leben am schimpflichen Galgengerust I enden mußten? Daß wir mit Bewunderung uni Dank ihrem Gedächtnis huldigen, die nach b« Schilderung aller Augenzeugen jener grauenvollen Tage samt und sonders wie Helden gestor. b € n sind? Ein Engländer hnt den Galgentod von , Planetta und Holzweber miterlebt: das ist sein 1 Urteil: „Keiner hat auch nur den geringsten Augen. I blick durch ein Wort, durch einen Ton, eine Be. roegung oder durch einen sonstigen Ausdruck auch nur das geringste Zeichen von Furcht oder Zurück« weichen verraten... Kein Zweifel, diese Manner starben wie Helden!" Mit dem Ruf „Es leb« Deutschland! Heil Hiller!" auf den Lippen —alle 13. Und diese Männer wagt das führende Blatt eng? lischer Zunge, wagen die Londoner „Time s' heute eine „Bande politischer Raufbold e* zu nennen. Sie wagt man als ,,M örder gu be, zeichnen, weil angeblich durch ihre Kugeln im Auf rühr des 25.Juli der Bundeskanzler Dollfuß getroffen wurde. Wir wissen heute, daß Planetta nicht der Mann war, '=^"’ru m,f hewl flüchtenden Dollfuß abgegeben hatte daß Planetta sich nur deshalb zu dieser Tat be kannte, weil Schuschnigg angedroht hatte, jeden zehnten Mann der Hunderte von verhafteten Na> tionalsozialisten zu erschießen, wenn der Täter sich j nicht freiwillig meldete. Und überhaupt niemad hat je behauptet, daß einer der anderen zwölf am Tode Dollfuß' schuldig gewesen sei. Zwei von ihnen mußten lediglich deshalb am Würgegalgen sterben, weil sie für flüchtige Kameraden Sprengstoffe aus. > bewahrt haben sollen. Wenn man aber auch nur die Bilder dieser 13 betrachtet, ihre offenen um) anständigen Gesichter, bann kann man nur beji traurigen Mut jener ausländischen Zeitungsschn5 j der bestaunen, die es wagen, diese MänNepals „Mörder" und „Hooligans" zu beschimvfen — nun Jahre nach ihrem heldischen Sterben. Solche um Urteilsverrenkungen sind nux erklärlich aus einer Mentalität heraus, die nicht mehr das geringste mit jenem Geist zu tun hat, der das britische Weltreich schuf. Dieses Reich ist nicht in ungelüfteten Redat- tionsftuben auf dem Papier ausgeheckt, sondern von ganzen Kerlen erkämpft worden, bie von keinerlei Skrupeln und Sentimentalitäten beeinträchtigt waren. Wenn irgendeine Staates- schichte Europas „mit Blut und Eisen" geschrieben worden ist, so die Britanniens! In keinem zweiten Lande unseres Erdteils war der politische Mord — der Königsmord vor allem — so zu Hausi, wie auf den brillschen Inseln, keine Nation hat für ihre Einigung solche Ströme von Blut vergossen. Unb bis in unsere Gegewart hinein hat Britnn- nien Männer als Helden verehrt unb gefeiert, die nach gewöhnlichen menschlichen Gegriffen w e ! mehr Anwartschaft auf den Titel ein eil , Mörders" batten als Holzweber, Planetta und» immer bereit sei, durch Darlegung ihres Standpunktes eine objektive Informierung zu ermöglichen und dadurch beizutragen, daß das schwierige Nationalitätenproblem einer Losung näher gebracht werde. Es bedeute weiter eine begrüßenswerte Klarstellung, daß Runciman nicht nur als ein von der britischen, sondern auch von jeder anderen Regierung völlig unabhängiger Beobachter und Gutachter tätig KM WZ w» IRZ X ®prirttwortlich gemacht werden.^ W-der ein Dolllnß noch ein Schnschniaa 1 »wn sich aus den Mut und die Verblendung atif^Ä Tracht, sich dem klaren Willen der öfterreirbif^ Deutt-den so lange Zu widersetzen, wenn sie nom Auslände her ständig aufgehetzt und in if’r’rl l sinnlosen Widerstand bestärkt wo^d->n wären. '■ s^wntzigen Egoismus fremder Mächte. b*e j| Maihtversiärkung Deutschland«; w't rrtfon |j ", hinter^pihen versuchten, hohen die Schergen 'M W'"ner Regimes ihren rühmlosen llnleroo'^ 1111 oerdanken. Daß bas Urteil der Mpschjchfe so M wird und nicht anbers. b-weist die qan»e r»H NenHeie- Niemols hat die Menschheit auf die ihre Snmvath'e volksfremden Tnropnen — immer ober - Hat sie den T n r a n n Ueberminbern oebuldigt. D»r ?5 1934 mon bie ersie offene Rebellion eine*’ oefn teten Volke«; geo"n seine Unterbrncker. Wa«^ w''v . netta unb seine K^nu"r^den ae^n haben, war a'*1*'1 bas nfei*e. was Wilhelm e l l an dem j noat G"tzler lot. Auch Test« Tat war — aw W* ’ llob h(»r ,.T i m " aem-ssen — die Tal eiM4 Raufbolde und Barbers N"- eine müde feefe 'ann den Getzlern Neuheit kann Do^j und Schuschniag Z'mutebosten datz sie .hcrt'l4~^ waren xu saoen. datz ft» bi» M»hrheit ihrer feiste hinter sich lm"-n" ^-r die frlrfr Oni* unb d»n Geill l»in»« Voltes so voll^ändfo '-nnt m»r miber bell»-"«; W'llen — e« gibt bufb^ \ Beweise dafür — an seinem Irrtum bis zum E«» fremde Geschäftskasse tut? H. E. Salzburgs Festspiele, Dienst am Werk Aus aller Welt Rückflug nach den Azoren in 14 Stunden 20 AUn. zum ver- flug nach den Azoren. Deutsche und amerikanische Gäste wohnten dem Schleuderflugstart bei Es gelang der „Nordmeer" mit der Besatzung Blankenburg, Brix, Eger und Küppers die 3850 Kilometer lange Strecke zwischen Neuyork und den Azoren in 14 Stunden und 20 Minuten zu bewältigen. Damit ist auch dieser dritte deutsche Flug im Rahmen der diesjährigen Versuchsreihe jur Schaffung eines regelmäßigen Luftpostverkehrs über den Nordatlantik vollkommen geglückt. Das mit vier Junkers - Schwerölmotoren ausgerüstete Hochseeschwimmerflugzeug HA 139 von Blohm & Voß hat sich dabei ausgezeichnet bewährt. Tödlicher Absturz am Sonntagshorn. Beim Aufstieg zum Sonntagshorn über den sogenannten Kraxenbach glitt ein Sommerfrischler aus Traunstein aus und stürzte ab. Auf dem Transport ins Krankenhaus Ruhpolding erlag der Verunglückte den Verletzungen. Dreister Raubüberfall in Marseille. In einer Marseiller Dorstadt überfielen am hellichten Tage fünf maskierte und bewaffnete Banditen drei Angestellte eines Unternehmens für öffentliche Arbeiten, die in einer Bank die Wochenlohngelder abgehoben hatten. Die Ueberfallenen wurden mit dem Leben bedroht und muhten das Geldpaket im Werte von 100 000 Franken den Räubern überlassen, die in einem bereitstehenden Kraftwagen eilends das Weite suchten. Zwei Tote beim Absturz eines englischen Militärflugzeuges. Bei Nachtmanövern mit Scheinwerfern stürzte ein Flugzeug aus über 3000 Meter Höhe ab. Zwei Zentralen deutscher Forschung Aus der Arbeit der Kaiser-Wilhelm-Gesellschast. Lustexpreß mit Komfort. Was dem Fluggast von morgen geboten wird. Srste Kurzreise mit der Zu 90 Don unserer Berliner Schristleitung. le. , ' 3"h Drei Todesopfer der Marmolata-Südwand. Sn der Südwand der Marmolata sind drei italienische B e r g st e i g e r vom Akademischen Alpenklub ums Leben gekommen. Sie brachen von Wolkenstein im Grödnertal'auf und verbrachten die Nacht in der Contrin-HMe. Frühmorgens begannen sie den Aufstieg in die etwa 1000 Meter hohe, schwer zu erkletternde Felswand. Als die drei am nächsten Tage nicht zur Hütte zurückkehrten und Rückfragen in anderen Hütten ergaben, daß sie auch nicht nach einer anderen Seite abgestiegen waren, machte man sich auf die Suche. Ein Träger fand sie am Fuße einer Geröllhalde, fast bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt, tot auf. Wahrscheinlich ist ein Mitglied der Gruppe beim Klettern abgestürzt und hat die beiden Begleiter bei dem über 100 Meter tiefen Sturz mitgerissen. Die drei Verunglückten waren noch am Seil. Einer von ihnen ist der 30- jährige Trientiner Dallago, der sich vielfach als geübter Kletterer in den Dolomiten und als tüchtiger Schilehrer ausgezeichnet hatte. Der Schiläufer Hanns Bader tödlich abgesiürzl. Wie die Deutsche Bergwacht meldet, ist am Oefele- kopf der Schiläufer Hanns Bader aus Mi t - t en w a l d tödlich abgestürzt. Bader sackte an einer 2 Meter tiefen Stelle ab und fiel dann rücklings aus 180 Meter Höhe in eine Steinrinne, auf der er noch 60 Meter weiter abgetrieben wurde. Die dabei erlittenen Verletzungen waren sofort tödlich. Die Leiche konnte geborgen werden. Hanns Bader, der im Alter von 18 Jahren stand, war ein ausgezeichneter Abfahrtsläufer und Schispringer, dessen schitechnische Leistungen in Fachkreisen allgemein anerkannt wurden. Wir haben es auf dem grünen Rasen des Tempelhofer Flugfeldes nachgemessen: nicht mehr als 50 Meter Anlauf gebrauchte das neue Großraum-Flugzeug J u 90, um in unbeladenem Zustande vom Boden loszukommen. Und als wir dann selber drin saßen — als „zahlende Nutzlast" von 4000 bis 6000 Kilogramm, einschließlich der Frachtzuladung — und als somit die Maschine ein Gesamt-Abfluggewicht von 23 Tonnen hatte, da war die Startbahn vielleicht um ganze 200 Meter länger. Dies war die erste überraschende Feststellung, die wir auf unserem kurzen Rundflug über die Reichshauptstadt machten. Aber während wir noch über den hohen wirtschaftlichen Wert des so günstigen Verhältnisses von Motorleistung und Transportfähigkeit nachdachten, drängte sich uns schon eine zweite Wahrnehmung auf, die jeden künftigen Benutzer her Ju 90 gleichfalls in Staunen versetzen wird: die geradezu unwahrscheinliche Ruhe und Gleichmäßigkeit, rytt der sich dieser „Salon der Lüste" bewegt. z Das will etwas heißen, denn abgesehen davon, daß an diesem Tage ein recht windiges und böiges Wetter herrschte, haben ausgedehnte Stadtlandschaften immer die unangenehme Eigenschaft, über sich die berühmten Luftlöcher zu erzeugen. Rumpf und Flügel der Ju 90 sind jedoch so gewaltig, daß es der Kunst des Piloten fast immer gelingt, auch heftigere Windstöße auszugleichen. Die Flugbegleiterin der Deutschen Lufthansa jedenfalls, die mit ihrer linken Hand ein großes Tablett voller Gläser balancierte, vergoß keinen einzigen Tropfen der kostbaren Flüssigkeit. Das war wohl überhaupt — abgesehen von seinen fliegerischen Leistungen — der stärkste Eindruck, den das jüngste Erzeugnis der Junkerswerke in Dessau hinterließ: Eine durch die weiträumige Gestaltung bedingte Behaglichkeit und Bequemlichkeit des Reisens, wie sie kaum ein anderes deutsches Flugzeug bisher auf- weiftn konnte. Ein paar Zahlen, deren Bedeutung jeder in seiner eigenen Wohnung nachprüfen kann, mögen das erläutern. Die Rumpfbreite der Ju 90 beträgt 3 Meter, bei der bekannten Ju 52 nur 1,75 Meter. Die Grundfläche der Passagierkabine einschließlich der Nebenräume umfaßt 37 Quadratmeter im Vergleich zu 10 Quadratmeter der Ju52. Die Höhe des Fluggast- raumes beträgt etwa 3 Meter und seine Länge 10,30 Meter. So hat die Kabine einen Gesamt- Inhalt von 55 Kubikmeter, was bedeutet, daß bei der Ju 90 auf jeden der 40 Passagiere ein nutzbarer Kabinenraum von 1,96 Kubikmeter entfällt gegenüber 1,31 Kubikmeter bei der Ju52, wenn man die sonstigen Nebenräume, die ja auch der Behaglichkeit der Fluggäste dienen, mit in Betracht zieht. Zu diesen Nebenräumen gehört ein zwischen dem Führer- und Fluggastraum gelegener vorderer N u tz r a u m, der die Einrichtungen für Wirt- schaftsbetrieb wie Mitropa-Küche mit Kühlschrank, Anrichte, Dorratsraum, Platz für die Stewards sowie einen Garderoben- und Gepäckraum umfaßt. Hinter dem Fluggastraum liegt der sogenannte Achter-Nutzraum, der aus zwei Toiletten mit Waschgelegenheit, einem Postraum, einer Kleiderablage und einem weiteren Gepäckraum besteht. Die Fluggastkabine selber, die fünf verschiedene Abteile mit je vier Sitzen enthält, ist mit großem Komfort ausgestattet. Dor den bequem gepolsterten Bänken können verstellbare Tische auf- gestellt werden. Der Gesamtraum wird indirekt beleuchtet. Leselampen über jedem Sitz erhöhen die Behaglichkeit, breite Gepäckhalter und Taschenablagen unter jedem Sitz können auch einen umfangreichen Reisebedarf der Fluggäste aufnehmen. Der Fluggastraum ist außerdem mit gerud) freier Warmluftheizung (für den Winter und für große Höhen) sowie mit Vorrichtungen versehen, die jedem Fluggast eine beliebige Menge Frischluft zuführen. Die allgemeine Belüftungsanlage rechnet mit einem Luftumsatz von 600 bis 800 Liter pro Passagier und Minute! Daß die Wände der Kabine schalldicht isoliert sind, versteht sich bei den moder- nen Verkehrsflugzeugen fast schon von selbst, und dennoch ist man immer wieder erstaunt, eine Unterhaltung im normalen Gesprächtston, wie etwa in der ersten Klasse eines v-Zuges, führen zu können. Aber dieser ganze Komfort bedeutet nicht, daß hier ein unnötiger „Luxus" getrieben würde. Denn das Großraum-Flugzeug vom Schlage der Ju 90 hat ja die Zukunftsaufgabe, große internationale Streckenflüge von einer Zeitdauer bis zu acht Stunden und von einer Entfernung bis zu 3000 Kilometer zu unternehmen. Hieraus ergibt sich die zwingende Notwendigkeit, alles nur Mögliche für die Bequemlichkeit der Fluggäste zu tun — eine Aufgabe, die nur zu lösen war, wenn man den N u tz r a u m erheblich vergrößerte und dementsprechend die Motoren- leistung steigerte. Bei Langstrecken- und Nachtflügen kann deshalb auch eine andere Raumaufteilung des Kabinenraums vorgenommen werden. Große, mit Ruhebetten ausgestattete Abteile tragen bann dem gesteigerten Bewegungs- ober Ruhebedürfnis der Fluggäste Rechnung. Auch ein mit Ausfichtsfensterchen vorgesehener Wandelgang kann eingebaut werden. Es ist fast schon ein kleiner „Zeppelin mit Flügeln", der auf diese Weise entsteht. Bei verringerter Passagierzahl kann natürlich auch die Reichweite des Flugzeuges noch erheblich gesteigert werden, und zwar bis auf 4000 Kilometer, falls auch andere und stärkere Motoren als die jetzigen zur Verfügung stehen. So darf man wohl mit Recht sagen, daß der Ju 90, die demnächst in den planmäßigen Luftverkehr ein« gesetzt werden soll, noch eine große Zukunft be- schieden ist. Sie wird dem Vorbild ihrer älteren Schwester, der su 52, nacheifern, die noch heute das meistgeflogene Großflugzeug der ganzen Welt ist. H. Evers. stche jeder. „Tristan und Zsolde" in neuer Besetzung. Der dritte Tag der Bahreuther Festspiele. Am Dienstag ttiurbe im Bayreuther Festspielhaus die Neuinszenierung von Richard Wagners T r i - ft an und Isolde" zum erstenmal wiederholt. Der Führer ließ es sich nicht nehmen, auch dieser zweiten Aufführung beizuwohnen. Die Vorstellung bekam ihr besonderes Gepräge durch die Besetzung der Titelrollen mit Carl Hartmann und Martha Fuchs. Als im vergangenen Jahre während der deutschen Kulturwoche auf der Weltausstellung in Paris „Tristan und Isolde" von den Künstlern der Berliner Staatsoper gleichfalls unter der szenischen und musikalischen Leitung von Heinz Tietjen und Carl Elmendorfs aufgeführt wurde, waren es die Isolde von Martha Fuchs und Salzburg, 26. Juli. (DNB.) Auf einem Presseempfang sprach Landesstatthalter Dr. Reit- ter über Grundgedanken und Pläne der Festspiele. Systempolitiker hätten die Festspiele für ihre Ziele mißbraucht, und volksfremde Elemente hätten sich benommen, als ob Salzburg ihnen gehörte. Dabei habe Arbeitslosigkeit und Hunger geherrscht, politische Spannung und Polizeiregime. Es habe nun gegolten, zu erhalten, was gut und brauchbar war, und auszuscheiden, was nicht gebraucht werden konnte. Die frühere Zeit habe unter einer Ueber- jchätzung des Reproduktiven und unter einer Unterschätzung des Produktiven gelitten. Man habe nur mehr die Darstellung herausgestellt, nicht mehr Werk und Schöpfer. Der Dienst am Werk sei aber wichtiger als die Herausstellung festhält und das schon zusammenbrechende Trug- oebäude mit Lug und Betrug zu stützen versucht, muß schmählich untergehen. So ist es immer gewesen und so wird es immer bleiben. Der internationale Verlehrswn In den letzten Wochen ist das deutsche Volk wieder einmal Zeuge einer großangelegten, für unser Empfinden und Denken kaum vorstellbaren Lügenhetze in einem Teil der Auslandspresse geworden. Wir haben daraus entnehmen müssen, daß der „Weltmarkt" für eine derartig schmutzige Berichterstattung offenbar,noch immer sehr aufnahmefähig ist. Weder die Verleger noch die politisch verantwortlichen Leiter dieser Presseorgane scheinen sich ein Gewissen daraus zu machen, die Völker gegeneinander in den Krieg zu Hetzen, wenn nur die Sensation die Auflagenziffer hochtreibt und das Geschäft zum Blühen bringt. Um so erfreulicher wirkt der Aufruf, den der Präsident des Verbandes der Internationalen Zeitschriftenpresse, Willi Bischoff, erlassen hat, und der von den zum Exekutivkomitee gehörenden französischen, italienischen, polnischen und ungarischen Vertretern mit unterschrieben wurde. Der Ausruf fordert von den Mitgliedern des Verbandes, daß sie sich gerade in dem äugen- Einig- Stunden, nachdem das Lchwabenflugzeug ' ^-n. wurden w^end der dritte mit Ä sä »ä :«in 60 3'ug.HA 139 „Nordmeer" vom KatapuMchiff M°n 101 Mann verloren, riese nland" zum ersten diesjährigen Rück-t der Ausführenden. Wenn wir jetzt Mozart Herausstellen, so haben wir ein Recht dazu. Wir erheben den Anspruch, eine deutsche Festfpielstadt zu werden und zu sein, denn diese Stadt nimmt mit ihrer tausendjährigen Vergangenheit nun eine hervorragende Stellung im Rahmen der deutschen Kulturentwicklung ein. Man beschränkt sich aber nicht auf Mozart und nicht auf deutsche Meister. Es sei das Ziel, die Kunst der Welt so gut wie möglich herauszustellen, international zu bleiben. Jede Form des Internationalismus müsse aber über das Volk gehen. Denn der Mensch sei verwurzelt im Volk. Jedoch sei es ausgeschlossen, je ein Werk von Richard Wagner aufzuführen. Es solle nicht Bayreuth Konkurrenz gemacht werden. Richtlinie für die Zukunft solle all das fein, was den süddeutschen Raum auszeichne: heiteres Wesen, Lebensfreude, Humor. Ein wichtiges Vorbild werde immer Mozart bleiben. Salzburg lege größten Wert darauf, ausländische Besucher begrüßen zu können. Es habe sich nichts geändert, und wenn sich etwas geändert habe, bann nur zum Besseren. Salzburg habe jetzt bessere und glücklichere Tage, seit der tausendjährige Traum verwirklicht wurde. Das müsse auch den Ausländer freuen. Die Festspiele seien auch ein Beitrag Frieden, denn ihre Sprache — die Musik — Zemente wertvolle Hilfe geleistet. Zu den größten gehört das Institut für Physikalische Chemie und Elektrochemie, das mit über 100 Mitarbeitern den großen Komplex der Kolloidforschung bearbeitet und besonders wichtige Untersuchungen über die Eigenschaften der Kunststoffe anstellt. Für die Bedürfnisse der Land- und Forstwirtschaft wirkt das Kaiser-Wilhelm-In- stitut für Züchtungsforschung in Müncheberg, das auf die Züchtung eiweißreicher, ölreicher und faferstosfreicher Sorten bei den einzelnen Kulturpflanzen hinarbeitet; dabei werden durch eine Zweigstelle in Süddeutschland, die in diesem Jahre bei Heidelberg errichtet wurde, und durch eine Zweigstelle in Ostpreußen die Verhältnisse bei verschiedenartigem Boden und Klima untersucht, und nach dem Anschluß Oesterreichs ist eine weitere Zweigstelle im Voralpengebiet geplant. Die Arbeiten des Kaiser-Wilhelm-Jnstituts für Biologie in Dahlem eröffnen der Züchtungs- und Dererbungsforschung auf pflanzlichem Gebiete neue Wege; ihre Einrichtungen sind in letzter ßeit erneuert und ergänzt worden. Zu den modernsten und besteingerichteten Instituten gehört nach dem gründlichen Umbau das Kaiser-Wilhelm- Institut für Biochemie, dessen Arbeiten sich besonders mit dem Cholesterin und der Struktur krebserregender Substanzen befassen. Mit der Seenkunde beschäftigen sich die Li mno logische Station Niederrhein in Krefeld, die im vergangenen Jahre eingegliedert wurde, im Zusammenhang mit den gleichartigen Instituten Langenargen, Plön und Lunz. Die Arbeiten des Kaiser-Wilhelm-Jnstituts für Arbeitsphysiologie in Dortmund befassen sich mit dem zweckmäßigen Einsatz der menschlichen Arbeitskraft, der Erhaltung der Arbeitsfähigkeit im höheren Alter, der Berufswahl der Jugendlichen und der Ueberwachung der körperlichen Entwicklung und der Hebung der Arbeitsleistung durch Beseitigung der Verlustquellen. Neben diesen Instituten stehen die anderen, die auf Gebieten rein wissenschaftlicher Forschung nicht minder große Aufgaben zu lösen haben: die Kaiser- Wilhelm-Institute für medizinis che Forschung in Heidelberg, für Anthropologie, menschliche Erblehre und Eugenik in Dahlem, für Hirnforschung in Buch, für Physik in Dahlem, für Chemie in Dahlem, für Strö - mungsforschung in Göttingen, die Deutsche Forschungsan st alt für Psychiatrie in München, deren Ergebnisse für unsere Gesetzgebung zur Verhütung erbkranken Nachwuchses grundlegend geworden sind, die Forschungsstation für Mikrobiologie, in Sao Paulo in Brasilien, die Tropenkrankheiten wie Lepra- und Hakenwurmkrankheiten bearbeitet, die Vogelwarte Rossi t t e n, die bereits 760 000 Vögel zu Beobachtungszwecken beringt hat, und das Deutsche Entomologische I n st i t u t mit seinen ausgedehnten Jnsektensammlungen, dessen Arbeiten auch für die Schädlingsbekämpfung von Nutzen sind. Von besonderer Bedeutung ist im Hinblick auf unsere Beziehungen zu Italien das I n ft i t u t für Kunst- und Kulturwissenschaft in Rom geworden, das vor allem die Beziehungen der deutschen zur italienischen Kunst untersucht und ein wichtiger Faktor in den deutschätalienischen kulturpolitischen Bestrebungen ist. der Tristan von Carl Hartmann, die zu dem großen Erfolg der deutschen Aufführung in der Pariser Öffentlichkeit wesentlich beigetragen haben. Auch mit den hohen Maßstäben gemessen, die in der Bayreuther Premiere Marx Lorenz und Frida Leider aufgestellt haben, erwies sich die Neube- setzuna als ebenbürtig. Martha Fuchs verkörperte die Isolde mit der Hoheit einer germanischen Königin, gab der liebenden Frau alle Leidenschaft, die aus der Musik emporzüngelt und bezwang gleichermaßen durch die Innigkeit und die dramatische Kraft ihres leuchtenden Soprans. Carl Hartmann war ein Tristan von reckenhafter Haltung, dessen metallischer Tenor besonders die dramatischen Ansprüche der Rolle spielend bewältigte und noch den heftigen Ausbrüchen des todwunden Helden Glanz und Rundung gab. — Die übrigen Rollen waren so wie in der ersten Aufführung besetzt. Starken Beifall erfüllte nach jedem Akt das ausoerkaufte Haus, obwohl die Künstler in Bayreuth nicht vor dem Vorhang erscheinen. D. K. K. Oie Tobisprodukiion 1938/39. Die Terra, die 25 neue Filme und drei „Ueber- läufer" anmeldet, hat von diesen 28 Filmen elf fertig oder im Schnitt, zwei weitere Filme befinden sich im ^Atelier! Die Gustaf-Gründgens- Produktion der Terra bereitet zwei Filme vor: „Der Schritt vom Wege", nach Theodor Fontanes „Effi Briest", mit Marianne Hoppe in der Hauptrolle, und „Gösta Berling", nach dem Roman von Selma Lagerlöf, Hauptrolle: Gustaf Gründgens. Wolfgang ßiebeneiner hat die Aufnahmen für den Film „Du und Ich" — nach Froweins Roman „Du selber bist das Rad", Hauptrolle: Brigitte Horney — beendet. Er inszeniert ferner den Fliegerfilm „Ziel in den Wolken" und den Heinz-Rühmann-Film „Der Florentiner Hut". Heinz Rühmann, dessen Emo-Filme „13 Stühle" sich im Schnitt befindet, dreht den Film „Nanu, Sie kennen Korff noch nicht!", er hat ferner die Spielleitung für den Film „Lauter Lügen" — nach Schweikarts erfolgreichem Lustspiel — übernommen. Der Lui s -Tre n ke r- Film „Liebesbriefe aus dem Engadin" ist ein heiterer Bergfilm. Fertig gedreht sind die Filme „Schwarzfahrt ins Glück", mit Ruch Hellberg, Collande und Deltgen, „Schatten über St. Pauli", mit Marieluife Claudius, Knuth, Paulsen und Loos, „Fracht von Baltimore", mit Hilde Meißner und Attila Hörbiger, „Steputat & Co.", mit Brausewetter, Haack> Barko, Dunskus, und „Liebelei und Liebe", mit Paul Hörbiger, Carla Rust und Gifela Uhlen. Im Atelier befindet sich der Film „Stimme aus dem Aecher", der ein großes Rundfunkthema gestalten will. Harald Paulsen ist sein Spielleiter. Geza von B o l - v a r y inszeniert einen Opernfilm mit Martha Eggerch und Jan Kiepura, eine Verfilmung des Romans von Zorn „Zwischen Strom und Steppe", und „Frau Mischen den Fronten". Hauptrolle: Paula Wessely. Der Spieleiter Ucicky wird ein Thema aus der Zeit des Weltkrieges gestalten, den Film „Aufruhr in Damaskus", Brigitte Horney werden wir in der weibliche Hauptrolle des Films „Radium" sehen. blicklichen Zeitpunkt auf dem Boden internationaler Anschauungen und Möglichkeiten einsetzen für eine in Inhalt und Form, in Wort und Bild wahre und vornehme Pressegestaltung, um so durch die Entgiftung der politischen und menschlichen Atmosphäre zu einer wahrhaften Völkerverständigung beizutragen. Der Aufruf stellt eine Tat dar, die beispielgebend sein sollte auch für die Tagespresse. Denn man fragt sich mit Recht, warum das, was bei den Zeitschriften möglich ist, nicht auch von den Zeitungen beherzigt werden könnte. Die faule Entschuldigung, man könne die Pressehetze in den demokratischen Staaten nicht verhindern, weil dort die Freiheit der persönlichen Meinungsäußerung garantiert werden müsse, kann hier wahrhaftig nicht mehr herhalten. Denn auch der Mörder oder Dieb, der an feinen Mitmenschen ein Verbrechen verübt, wird in diesen demokratischen Staaten zum Schweigen gebracht, ohne daß man auf sein angebliches „Freiheitsbedürfnis" Rücksicht nimmt. Warum also sollte man mit den Verbrechern, die nicht ein Einzelwesen, sondern ein ganzes Volk und die ganze Welt vergiften, die durch ihre Kriegshetze Millionen unschuldiger Menschen in den Tod jagen möchten, warum soll man diese Verbrecher anders und besser behandeln als den Mann, der einen Griff in die Ein eindrucksvolles Bild von der umfassenden Arbeit, die die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft heute leistet und die eng verbunden ist mit den Lebensbedürfnissen unseres Volkes, entwirft'ihr Geschäftsführender Vorstand Dr. Ernst T e l s ch o w in einer Uebersicht, die er in den „Forschungen und Fortschritten" veröffentlicht. Die Gesellschaft, die sich neben der Forschung über die Grundlagen der Wissenschaft mit ihren Arbeiten auch weitgehend für die Ziele des Dierjahresplanes einsetzt, unterhält jetzt 36 Forschungsinstitute mit einem Mitarbeiterstab von ungefähr 1700 Personen, unter denen 550 Wissenschaftler sind. Vier Institute liegen im Ausland, in Italien, in der Schweiz und in Brasilien. Im letzten Jahre sind drei Institute hinzugekommen, das Kaiser-Wilhelm-Jnsti- t u t für Biophysik in Frankfurt a. M., das besonders auf dem Gebiet der Strahlungsforschung im Hinblick auf ihre Wirkung auf den menschlichen und pflanzlichen Organismus arbeitet und in dem Radiumbad Oberschlema eine Zweigstelle zur Erforschung der balneologischen Wirkung der Radiumstrahlung besitzt, zweitens die Deutsche Forschungsanstalt für Bastfasern in S o r a u , die im Hinblick auf unsere Rohstoffversorgung mit einheimischen Fasern eine ganz besondere Bedeutung hat und daher in größerem Maßstabe neugebaut werden wird, drittens das Kaiser-Wilhelm-Jnstitut für Tierzüchtung und tierische Ernährung, das im Herbst bereits eröffnet wird und eine Domäne in der Große von 1000 Hektar für feine/Arbeiten zur Verfügung erhalten soll. Zu den Instituten, deren Arbeiten gerade heute in besonderem Maße das Interesse einer größeren Oesfentlichkeit finden, gehören die folgenden, die mit den für unsere Wirtschaft wichtigen Fragen zu tun haben. Das Kaiser-Wilhelm-Jnstitut für Kohlenforschung in Mülheim ist durch die dort entwickelte Benzinsynthese nach Fischer-Tropsch in der ganzen Welt bekannt geworden und hat durch deren Anpassung an den deutschen Fettsäurenbedarf eine Steigerung der Paraffinausbeute erreicht. Nach den Arbeiten des Schlesischen Kohlenforschungsinstituts in Breslau werden die nicht backenden Feinkohlen des Ober- und Niederschlesischen Reviers zur Teer-, Oel- und Benzingewinnung herange- zogen. Das Kaiser-Wilhelm-Jnstitut für Eisenforschung in Düsseldorf prüft die Möglichkeiten, durch geeignete Aufbereitungsver- fahren arme deutsche Eisenerze für die Verhüttung brauchbar zu machend Das Kaiser-Wilhelm- Jnstitut für Metallforschung in Stu 11- gart, das sich mit den Nichteisenmetallen beschäftigt und vor kurzem 500 000 Mark für einen Er- roeiterung'sbau erhalten hat, bearbeitet erfolgreich die Herstellung neuer Legierungen, zerstörungsfreie Werkstoffprüfung und Werkstoffersparnis durch geeignete Konstruktionen. Dem Kaiser-Wilhelm- Jnstitut für Lederforschung in Dresden ist es in Zusammenarbeit mit der Industrie gelungen, durch ein besonderes Gerbverfahren ein reißfestes und sehr gut gerbbares „Fischleder" zu erhalten, das nicht nur die Rohhäuteeinfuhr entlastet, sondern auch ein wertvoller Exportartikel zu werden verspricht. Das Kaiser-Wilhelm- Jnstitut für Silikatforschung in D ah- l e m hat bei dem Bau der Reichsautobahnen durch die Begutachtung und Erprobung der deutschen ÄÄ °"b°t ble volle ffS1'. * fremde *?W " 'Jn?«bern btr K» Gnliait, VA* ®e "th den DpiJ| ■ 7ren Kameraden N 'Keren Niederlaa« fr Talgengei [. Bewunderung die nach n jener grauenve. S-ld-n geftt ‘ den Talgentod terlebt; das ist | 'en geringsten Aue einen Ton, eine lftigen Ausdruck i Furcht oder Juri weifel, diese Mo dem Rus „Es I den Lippen-alü s führende Blatt Londoner „Time; cherRaufbold! s „Mörder" zu! ihre Kugeln im L-. leskanzler Dollst heute, daß Plane die Schüsse aus m hatte. Wir mifl iü) zu dieser Tat ngedroht hatte, j > von verhafteten , roenn der Täter d überhaupt niefn der anderen zwöls c- »n sei. Zwei von Bir Würqegalgen steck oben Sprengstoffe gj i man aber auch r. tet, if)re offenen r form man nur > lifdren Zeitungsfcb i, diese Ttäxvtwi 1 -I Sterben. Solche r c erNärlich aur w mehr das gering' das britische W in ungelüsteten W ; ier ausgeheckt, N’M rkämpft Worten. ) Sentimentalitäten. iraendeine W- und Eisen" rfnejf ens! In keinem - der politische N allem - jA. n keine Nation h° ne non Blut nerW äjsÄ; auf den , lieber, M iem mir aNM > Kapitane,der „b ztevben ■■■ °°° - btrtaupf «ch« u W' i® Ilenr °N 6,*Ä S" Ur6* ichtt nuni 15 b-Ä" toiiien „ MN« n •'*5 tükW- pq und -)§fden. l'ch ÄirfrtnW J ih y/Lr olterre ^hen Wenn.rii und >"' 0 al,faebrh»n wäre"- nA r il d' qfln,f - rL-K piiito V311 V^f Ruf 2464 Seltersweg 44 _ n. | Mietgesuche I 7-Zinnn.-Wohnung ,d mit Bad und zurnl.Septemb. Gelegenbeit! Bis- Balkon, iGLORlfl OPEL-Super6 Die Sommerdelikatesse Unverbindl. 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Die Scharen der Fischreiher verteilten sich zum Fluge m das Lahn- und Wettertal und kehrten von da — reich mit Beute beladen — zurück. Für die damalige Lang- Gönser Äugend war das immer em Schauspiel, wenn die Fischreiher ihre Jungen futterten. Da die, Nester sehr lose und durchsichttg gebaut waren, konnte man die grünen Eier und spater auch die Jungen bequem sehen. Dann und wann versuchte auch ein Waghalsiger, die Eier aus einem nicht allzu hoch gelegenen Neste zu mausen. Wenn1 man heute die 70jährigen Männer danach fragt, so lächeln sie nur Aber dabei waren sie alle einmal. Als dann im Jähre 1888 — also vor 50 Jahren — die Eichen nach Ansicht der Forstbehorde geschlagen werden mußten, war es mit der Herrlichkeit vorbei Die Fischreiher kamen nicht wieder. Nach einer anderen glaubwürdigen Mitteilung sollen, die Fischpächter im Lahn- und Wettertal mit dazu geholfen haben, daß die Bäume und damit die Fischreiher- Kolonie verschwanden. Zeitschriften. — Das neue Heft der „Siren e", der Luftschutz- Illustrierten, berichtet von einem Frauen-Lehrgang in der Reichsluftschutzschule, von der Widerstandsfähigkeit der Dolksgasmaske und von der Luftschutzwerbung im Jsarwinkel. Fesselnde historische Bildberichte erzählen von germanischen Burgen vor 4000 Jahren und von den Eroberern der Welt, Den Segels chiffen. ___ Nur Gießen. Seltersweg 18 Ruf 2467 4981A Händler Sonderpreise! In seinem anderthalbstündigen Vortrag sprach Ministerialrat Dr. Kühne über die Grundsteuerreform, die Entstehungsgeschichte und den Ausbau des Gesetzes, sowie die Billigkeitsmaßnahmen, und machte zum Schluß einige Ausführungen über die Hauszinssteuer. Der Vortrag war ausschluh- und lehrreich und klärte manche Zweifelsfrage. In der anschließenden Aussprache wurden zahlreiche Fragen aus dem Zuhörerkreis gestellt, die sich vorwiegend auf die Grundsteuer des Baulandes und die Hauszinssteuer bezogen. Nach Beantwortung der Fragen durch den Redner sprach der Verbandsleiter dem Vortragenden und den Teilnehmern sur ihr reges Interesse seinen Dank aus. Mit dem Treuegelöbnis auf den Führer schloß er die Tagung. Wegen Totschlags acht Jahre Zuchthaus. LPD. Hanau, 26. Juli. Das Schwurgericht Hanau verurteilte am Dienstag den 49 Jahre alten Karl Alb ach aus Hanau wegen Totschlags zu acht Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust. Albach hatte in der Nacht zum l.Mai der mit ihm seit fünf Jahren in wilder Ehe lebenden geschiedenen Frau Paula Ho sack er aus Hanau nach vorausgegangenem Streit, dem wilde Eifersucht zugrunde lag, einen tödlichen Stich in die Halsgegend, der den Kehlkopf durchschmtt, versetzt. Dor 50 Jahren: Wegzug der Fischreiher aus Lang-Göns. 8. Lang-Göns, 26. Juli. Die alteren Einwohner unseres Dorfes können sich noch sehr wohl auf die großen Fischreiher-Kolonien auf der Anhöhe nach Niederkleen zu (etwa 100 bis 150 Meter rechts der Straße) entsinnen. Hunderte von Mmjvei Llebler Besuch in der Mansarde. LPD. Frankfurt a. M., 26. Juli. Der 32jährige Franz Rückert aus Gießen.unterhielt mit einer Hausangestellten em Verhältnis. Als er das Mädchen einmal besuchte, sah er m Der Küche die Mansardenschlüssel liegen. Er schlich sich in die Mansarde und stahl em Sparbuch des Mädchens und 20 Mark Bargeld. Mit Hilfe einer gefälschten Vollmacht gelang es ihm, 240 von der Sparkasse abzuheben. Außer des Diebstahls im Rückfall und der schweren Urkundenfälschung machte sich R auch der Unterschlagung schuldig. Kletdungs- tücke, die er auf Abzahlung unter Eigentumsvor- bebalt gekauft hatte und die noch nicht voll bezahlt waren, versetzte er. Das Schöffengericht verurteilte R. zu eineinhalb Jahren Zuchthaus. Tagung der Haus- und Grundbesitzer. Der Verband der Haus- und Grundbesitzervereine des Rhein-Main-Gebietes hielt am Samstag im Saale der Industrie- und Handelskammer m Mainz seine 3. Arbeitstagung ab, die m der Hauptsache der Grundsteuerreform gewidmet war. Als Redner hatte der Verband den Grundsteuersachbearbeiter im Reichsfinanzministerium, Ministerialrat Dr. Kühne (Berlin), gewonnen. Infolgedessen waren der Einladung nicht nur die Vertreter der Vereine, sondern auch zahlreiche Bürgermeister, Finanz- und Gemeindebeamte gefolgt. _ Eingangs der Versammlung behandelte der Verbandsleiter Dr. Gauß (Darmstadt) vermiedene Orqanisationsfragen. Danach berichteten Derems- vertreter über die bisherigen Erfahrungen nut der Grundsteuerreform und über die Behandlung der Billigkeitsrichtlinien. mit 2 - Farbbandeinrichtung MehrfachzeilenschalL abged. Typenhebel u. vielen anderen Vorteilen Die bewährte Kleinschreibmaschine für RM. 220.- in bekannter Mercedes-Qualität Günstige Monatsraten. Verlangen Sie Prospekte und aus- führl che Angebote von Franz Vogt 6 Co. dem fortschrittl. Bürobedarfshaus mit über 25jährig. 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Er hat das E I lchen Erbsvlgekriege I seiner Zeit, den tl von Marlborough von dem großen B I ^'"er Kriegsgefang II haft philosophische ’ jj Episode blieb feine II £ R nach Warsck II 6l«rfen als Keorgo M »eih Km®*"’ de || J !■ Aber mieoiel l- ■ Jkntter des Jäter allen ■ S'SränM^ei ■ J Mrk im 2[uqe , ■ Milden gnfrigen K* Mai er ■ » liihtte i ■ A «I ebenfo r Hl' ü Un,9nabe. E |l> L torifOen i« .C . stellt i I Unb doch j» E .^i’enstDeqes ] U E rsteh.der ■ lein ■ iE" gewürdigt I i:'J^nL®?UrnQle ■ Ni J^eriQls I t*' Men"'.k .etBl I We- ?enlo i ■NBb." Sil» |Mi HÄ ■Mltir JJ'h de ■I"'""Nleit'J? «i'l »»- ®i Armaturenfabrik sucht einen geeigneten Vevüretev der bei der Jnstallateur- kundschaft eingeführt ist. Ein Herr mit Wagen wird bevorzugt. 4955° Oelnti® 5©mte.3fetloön 1.1D. Für meine Anstreicherei, Taucherei eine tüchtige, selbständige, energische Srallfllsleiilti zum alsbaldigen Eintritt gesucht. Handgeschriebene ausführliche Bewerbungen unt. 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Juli: morgens 20,1 Grad. — Niederschläge 2 mm. — Sonnenschein- dauer 11,5 Stunden.________________ Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst B um« schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr ftr W Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot (in Urlaub, i. D.: Dr. Fr. W. Lange); für den übngeft Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck (in Urlaub). Verantwortlich für dm Inhalt der Anzeigen: i. D. Hans Thein. D.A. VL 38: 9035. Druck und Verlag: Brühlsche Universttatsdruckerei R-Lange, K -G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, müder Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pst und Samstags 15 Pst, mit der Illustrierten 5 Pst mehr Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. ____________________ WW 250 Gramm 19,, Junger Iameuslism der Gelegenheit hat, sich in allen Fächern des Damenfaches auszubilden, u. eine ünge Muse of. gesucht. 977D Loses Henkel Spezial- Damen - Friseur Wetzlar Langgasse 58 Fernsvrech.2643 Lehrjunge oder jüngerer Geselle f. sofort gesucht. [03378 H. Weigand, Installateur, Großen-Linden, Bahnhofstraße. Ordentl., braves MdKen das etwas Hausarbeit versteht, sofort gesucht bei aut. Lohn. 03418 Invaliden- und Krankenkasse frei ..Znm Adler“ Marktplatz 20 Pt. M. 20000 an erster Stelle auch geteilt, auszuleihen. Schr. Angebote unter 4982V a.d.G.A./- soojm. gegen 20fache Sicherheit und gute Zinsen von Selbstg.zuleihen ges.Schr.Ang.u. 03400 a.d.G.A. 2 Beilen gut erhalten,verschied.Porzellan, getrag. Herren- Kleider (kleine Figur) billig ab- zugeb. Bon nachmittags 3 Uhr ab Ebelslrafte 21. 2 gebrauchte Nachtschränkchen mit Marmorpl. billig zu verkauf. Ludwigstr. 40 I. 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Familie Karl Rinn, Architekt Familie Ernst Rinn Edgar BORRMANN5: Gießen, Neustadt 5-7, Ruf 4165 schweren Leiden meine liebe Tochter, unsere gute Schwester, Schwa- gerin und Tante Fräulein Margarete Rinn Heuchelheim, Halle, den 27 Juli 1938. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 28. Juli, nachmittags 5 Uhr, vom Trauerhause Brauhausstrafie 53 aus statt ■ stets BRNO Gießen, Bahnhofstr. 49, Ruf 3941 Mittwoch, 2 k. Zull 1958 Gießener Anzeiger tSeneral-Anzeiger für Oberhesfen) Ar. 173 Zweites Blatt Kür den Büchertisch aber man wird Paul Fechter zustimmen müssen, der Tage des Zusammenbruchs litär und Freikorps ein sch Das Abenteuer des Geistes joGra»”1 Astmvegry — 03412 istreicherel, ?me tüchtige, !, energische Der König nnd die Kaiserin. Der neue historische Roman Werner Beumelburgs. ;en Eintritt geschriebene aus- oerbungen unt. äckenlosenZeug- - . erbeten. l«nD hieserfieiil fabrlk, Lieh' ruf 317. — Hermgnn Glöckner: Das Abenteuer des Geistes. 376 Seiten. Brosch. 8,80 Mark, geb. 10,80 Mark. Fr. Frommanns Verlag, Stuttgart, 1938. — (173) — Das Werk des Gießener Philosophen wünscht nicht als Schulphilosophie gewertet zu werden: es stellt sich dar als eine Möglichkeit oder Form philosophischer Forschung und Aeußerung, die man vielleicht als Personlich- keitsphilosophie bezeichnen kann insofern, als sie vorwiegend in „Selbst-Erforschung und Meditation besteht und sich bemüht, ihre Erkenntnisse und Ergebnisse vor allem aus _ eigener Lebenserfahrung zu gewinnen, was indessen nicht ausschließt, daß die Probleme, Erfahrungen und Erkenntnisse, welche die jahrtausendalte Geschichte der Philosophie verzeichnet, weitgehend in den Ablauf der Betrachtung einbezogen und in ihr verarbeitet sind. (Das gilt vornehmlich für Kant und Hegel, Goethe und ! Schiller.) Bemerkenswert erscheint ferner, daß das AS; T; 7°ns Beck Inhalt der An, - 9035. Druck ufereiR.Lange ^ugspreis RM' wit der Jllu- 10 Pf. September 1937 pu* 246' rel9el r SondCfP jiche Anliegen, dis gegenwärtige Aufgabe der Philosophie, eine Einigung zu erzielen vermochten, beschloß Glöckner, das damals dort verhandelte Thema auf seine Weise in Angriff zu nehmen. Das Ergebnis ist (unter Einbeziehung und Neuformung älterer Entwürfe) dieses Buch, das, vom Standpunkt des Mannes aus geschrieben, in erster Lime und ganz allgemein vom Manne handelt, d. h. von der männlichen Persönlichkeit in Linern philosophisch hohen und weiten Sinne. Dies gibt dem Buche sowohl seinen charakteristischen Standort als auch Wirkungs- und Ausstrahlungsmoglichkeiten besonderer Art; es wendet sich an Leser, „welche die Ohnmacht des Verstandes erlebt haben, aber darum die irrationalen Mächte der Seele keineswegs für ie deutsche . I I Dichters und der Wahrhaftigkeit des Forschers gezeichneten Charakterbilder dieser beiden großen Gegenspieler und der großen Zahl der Mitwirkenden in diesem deutschen Drama tritt ebenbürtig Beumelburgs Schilderung der großen Schlachten von Mollwitz bis Torgau mit dem ergreifenden, in die Zukunft weifenden Bilde der Episode aus der Torgauer Schlacht, die in den Abendstunden Preußen und Oesterreicher zu einer stummen Kameradschaft zusammenführt, Friede und Versöhnung verheißend. Beumelburgs ungemein konzentrierte, aber immer an Spannungen und dramatischen Akzenten reiche und bedachtsam abgestufte Sprache verzichtet auf alle Ueberschwänglichkeiten. Ein großer Gegenstand hat eine ihm würdige Gestaltung gefunden. Fr. W. Lange. sich in einer ausgezeichneten Besprechung namentlich für das letzte als für ein Porträt Holbeins von eigener Hand einsetzt: „.. .so muß der Meister dieser Bildnisse geblickt haben. So kühl aus schmalen Augen — und so müde des eigenen Wissens, so illusionslos und fremd in dieser Welt des Bildersturms, der ihn aus der Heimat trieb, und der Kämpfe um schemenhafte Abstraktionen, so überlegen, ohne jeden Schatten von Pose, so sachlich, ohne Wärme, aber auch ohne Härte Das ist überaus treffend gesagt; wer die Galerie dieser Bildnisse durchblättert (man wird nicht müde, das zu tun) und dann bei dem letzten verweilt und vergleicht, wird Fechters Formulierung bestätigen müssen. Man wird vielleicht hinzufügen dürfen, daß diese Bildnisse viel eher an den Maler des Totentanzes denken lassen als an einen Hofmaler mit dem Titel Peintre du Roi: das lehrt etwa ein Blick auf das unerhörte Porträt Heinrichs VIII., dieses brutale, fleischige, ja feiste Männergesicht mit den kalten und gnadenlosen Augen und dem merkwürdig zarten, schmalen und feingezeichneten Mund. II- lusionslosigkeit ... das ist das rechte Wort, und Sachlichkeit. Es gibt keine fachlichere Zeichnung und j Malerei (selbst bei Dürer nicht) als sie auf diesen behaupten. Beide empfanden tief und schmerzlich den Konflikt, ausländische Mächte als Bundesgenossen in diesen deutschen Bruderkrieg hineinzuziehen. Kaum eine Episode ist von Beumelburg erregender geschildert als der Versuch des Königs, durch die Abrede von Klein-Schnellendorf 1741 dem unnatürlichen Bündnisse mit den Feinden des Reiches zu entgehen und im Bunde mit der Kaiserin das Reich von den Franzosen zu befreien. Mißtrauen und Stolz hinderten Maria Theresia, um den Preis Schlesiens der deutschen Zwietracht ein Ende zu machen.-Der Kampf ging weiter fast bis zur völligen Erschöpfung der beiden deutschen Mächte, während das englisch-französische Ringen um das gewaltige überseeische Kolonialreich den deutschen Bruderkampf zum Weltkrieg ausweitete. Scharf und klar stellt Beumelburg die beiden größten Gestalten dieser Zeit vor uns hin, wir spüren den inneren Zwiespalt, mit dem beide immer wieder zu kämpfen haben, sehen ihre Einsamkeit in einer Umgebung, die ihre Motive nicht versteht, ihre Entschlüsse mißbilligt, sehen ihre Größe in den bitteren Stunden der Niederlage, der Enttäuschung, der inneren Not. Und neben die mit der Intuition des ziehen zu lassen, — obwohl oder vielleicht eben well das Wenigste darunter besonders bekannt oder gar berühmt ist in Holbeins riesigem Oeuvre aus knapp drei Lebensjahrzehnten: außer dem Porträt Heinrichs VIII. eigentlich nur die des Baseler Bürgermeisters Jakob Meyer und der Dorothea Meyer, Vorstudien zu dem Madonnenbilde im Darmstädter Schloß. Wen findet man sonst: neben dem König zwei seiner Frauen, die Boleyn und Jane Seymour, Diplomaten und Kaufleute, Ritter und Gelehrte, Kirchenfürsten und Damen, bekannte und unbekannte, aber jedes Bildnis vollkommener Spiegel einer Persönlichkeit, eines menschlichen Schicksals, jedes, wie Geheimrat Waetzold in seinem vortrefflichen Geleitwort bemerkt, „zum Greifen" nah und deutlich. Wunder über Wunder: diese so ungeheuer fachliche Kunst wirkt gerade hier, im Porträt, nirgends kühl oder erkältend; wohl realistisch, ohne die mindeste Verschleierung oder Beschönigung, ... aber mit welcher behutsamen Zartheit, ja Zärtlichkeit, die wiederum niemand dem Manne jenes späten Selbstbildnisses zutrauen möchte, sind die Frauenbildnisse gegeben: die Cecily Heron, die kindlich junge Lady Parker und die Lady Elizabeth Audley vor allem, in hauchfeine Konturen gefaßt, wieviel Blutwärme und Temperament, wieviel Beseelung, Geist und Anmut in den Gesichtern dieser Damen, die vor vierhundert Jahren lebten und starben. Man könnte von jedem der Bildnisse eine Geschichte erzählen, jedes abtasten und seinem Linienspiel nachgehen — sie gehören, wie Waetzold bemerkt, über ihren Urkundenwert hinaus (denn eine große Zahl von Holbeins Werken, zu denen die Handzeichnungen Entwürfe und Studien waren, find verloren) dank ihrer Schönheit zu den Weltwundern der Kunst. Von den 24 Blättern ist nur eines in Deutschland (Dresden Kupferstichkabinett), die meisten in Windsor Castle, der Rest in Basel. Die Wiedergabe muß hervorragend genannt werden. Dabei kostet das Bändchen noch nicht einmal eine Mark; jeder kunstliebende Deutsche sollte es besitzen. Hans Thyriot. von Hutten. Unter Berücksichtigung neuerer Forschungsergebnisse herausgegeben von Professor Dr. Otta, Clernen. Mit 32 Bildtafeln. Preis in Seinen geb. 8,50 Mark, im Insel-Verlag zu Leipzig. — (203) — Vor genau 450 Jahren wurde der ritterliche Dichter des Humanismus und der Reformation auf der Steckeiburg im Kreise Schlüchtern geboren. Die dort unter der lebhaft interessierten und fördernden Schirmherrschast des Gauleiters Sprenger veranstalteten Hutten-Festspiele sollen unser Volk auf die Bedeutung eines Mannes Hinweisen, der den Deutschen zuerst den Weg zur Nation wies, der im Kreise der jüngeren Humanisten, von der Wärme vaterländischer Gesinnung durchdrungen, am entschiedensten und feurigsten für die Reformation eintrat und im Kamps für die religiöse Freiheit und Unabhängigkeit der deutschen Kirche zugleich den Kampf für die Größe und Einheit der deutschen Nation sah. So ist die Neuauflage der besten und lesenswertesten Biographie, die wir kennen, obwohl sie vor fast 70 Jahren geschrieben wurde, heute hochwillkommen. David Friedrich Strauß, der damals in Darmstadt der vielseitig interessierten Erbgroßherzogin Alice freundschaftlich verbunden war, schildert mit liebevollem Verständnis, aber ebenso unbedingter Wahrhaftigkeit ungemein anschaulich und lebendig den abenteuerlichen Lebensweg Huttens, dessen Schicksal es war, mit ungeheurem Elan sich in die Händel dieser Welt zu stürzen, immerdar und überall die Fahne des Rechts und der Wahrheit zu ergreifen und hochzuhalten und nach unbedingtem Einsatz seiner ganzen Person in jungen Jahren schon, von tückischer Krankheit gefällt, zugrunde zu gehen. Der schönen Neuausgabe des Straußschen Werkes, die Otto Clernen besorgt hat und der Verlag mit zahlreichen ganzseitigen Porträts Huttens und seiner Zeitge- no en geschmückt hat, wünschen wir viele aufmerk- same Leser. Fr. W. Lange. — Gottfried Keller: Briefe, ausgewählt von Carl Beck, Insel-Bücherei Nr. 528. Preis geb. 0,80 RM. (175) im Insel-Verlag, Leipzig. Das menschliche Porträt des großen schweizerischen Dichters ist vielfach verzerrt auf die Nachwelt gekommen. Heute noch lebt er wesentlich fort in mehr ober minder gutmütigen Anekdoten als mürrischer.Verächter der Frauen und Freund eines guten Tropfens. Daß er ein rührend gütiger und besorgter Bruder war, ein mitteilsamer und anhänglicher Freund, sehen wir aus dieser kleinen sorgfältig getroffenen Auswahl seiner Briefe, die ebenso von eigenen Sorgen und Nöten sprechen, wie sie Liebe und Verständnis für die Menschen zeigen, denen es gelungen ist, die Mauer zu durchbrechen, die der verschlossene Dichter nach vielen Enttäuschungen und Mißverständnissen um fein überempfindliches Herz errichtet hat. Carl Beck hat zu der Brief-Auswahl ein schönes Nachwort geschrieben. L. 1 — Hanns Arens: Karl Heinrich Wag- ! q e r l. Der Mensch und der Dichter. Mit Scheren- [ schnitten, Zeichnungen, Photos und einer Hand- i schristenorobe des Dichters. 45 Seiten. Werkstätten = der Stadt fyatfe, Burg Giebichenstein. — (202) — i Wir haben uns seit Jahren nach Kräften für die ; ursprüngliche dichterische Begabung des Oester- ) reichers Karl Heinrich Waggerl eingesetzt, und unsere j Leser werden sich, wie wir annehmen, außer zahl- 1 reichen kleineren Beiträgen vor allem des schönen Romanes vom „Jahr des Herrn" mit Freuden erinnern, den wir vor einiger Zeit in der Unterhaltungsbeilage abaedruckt haben. Hanns Arens entwirft in dem vorliegenden, sorgfältig ausgestatteten, in einer klaren Fraktur gedruckten Bande aus freundschaftlicher Verbundenheit mit dem Dichter und aus liebevoll einbringenbem Verständnis ein anziehendes Bild von Waggerls Leben und Werk, und dieses Bild gewinnt um so persönlichere Züge, als dem Dichter'selbst reichlich das Wort gegeben wird, und die angezogenen Stellen aus seiner Lebensgeschichte und seinen Büchern sehr charakteristisch genannt werden müssen, llebrigens findet man auch bei Waaaerl vorzügliche Bsilviele für bas interessante Phänomen ber künstlerischen Doppelbegabung, wovon hier in ber letzten Zeit bes öfteren bie Rede gewesen ist; bas belegen vor allem die in den Text eingestreuten Bildbeigaben. — Das schmale Buch wird allen Freunden des Dichters willkommen sein und ist sehr baiu angetan, ihm Hans Thyriot. , wußten..... »en Funktionen die 5«^ ss-*- Aomwe. — Joses Martin Bauer: Der Doppelgänger. 217 Seiten. Ganzleinen 3,80 Mark. Ver- lagshaus Bong & Co., Berlin. — (106) — Dies ist eine nach der Eingangserzählung benannte Novellen- ammlung des bayerischen Dichters Josef Martin Bauer, den unsere Leser aus gelegentlichen Beiträgen zum Feuilleton und zur Unterhaltungsbeilage kennen. Von seinen früheren Büchern haben wir die Romane „Achtfiedel" und „Das Haus am Fohlenmarkt" besprochen. Aehnlich geschlossen, wie sich im „Fohlenmarkt" die Welt einer kleinen Stadt vor dem Leser auftut, ist in den Erzählungen dieses Bandes eine einfache bäuerliche Welt lebendig, und der gelassene und fachliche Stil Bauers ist ihrer Darstellung günstig und angemessen. Auf den ersten Blick zwar sehr voneinander verschieden, haben die Novellen dieses Bandes doch etwas allen Gemeinsames, das ihre Zusammenfassung gerechtfertigt erscheinen läßt: das ist nicht nur die bäuerliche Umwelt im allgemeinen, sondern im besondern dies, daß die Menschen, bie als bie schlichten Helden ber Begebenheiten erscheinen, alle (wie bie Ankünbigung des Verlages sich ausbrückt) innerlich „an ben Grenzen" leben; man kann auch sagen: vor einer Entscheibung, an einem Wendepunkt, einem Schicksal gegenüber, vor dem der einzelne, Mann ober Weib, sich zu bewähren hat. Liebe und Tod, Heimat und ererbter Besitz sind die Mächte, bie bas bäuerliche Dasein dieser Menschen regieren. Sehr reizvoll zu vergleichen, wie in den Erzählungen „Der Doppelgänger" und „Matthäus Deinböck" ein ähnliches Thema zu ganz verschiedenen Lösungen gelangt: hier und dort wird geschildert, wie ein Mann sich verhält, dem die Gewißheit seines nahe bevorstehenden Todes zuteil wird. Die Erhebung des Einzelschicksals ins Allgemeine erlebt man in der starken Erzählung von der „Bäuerlichen Anabasis", die den Schluß des Bandes bildet und die von der Heimsuchung und dem Heimweh deutscher Bauern auf den eisigen russischen Leichenfeldern des Winters 1812 berichtet. Hans Thyriot. Biographisches. — David Friedrich Strauß: Ulrich zyv^A gegen Mache I Sicherheit um . gute Zinsen von Lelbstg.zuleiben ges.Schr.Ang.u. > 103400 aAO M. W an erster Stelle autfi aeteilt, aus- iuteinen, Schr. Angebote unter /MUa.d.G.A.. — Melchior Vischer: Münnich, Feldherr, Ingenieur, Hochverräter. Preis 12 Mark. Mit 12 Abbildungen. Sozietäts-Verlag m Frankfurt a. M. — (138) — Das 18. Jahrhundert ist wie keines vorher oder nachher reich an wahrhaft kosmopolitischen Gestalten, die den Großen die- _ $ßerncr Beumelburg: Der König fer Welt Arm und Kopf leihen, ohne nach -politiE u n ö j e Kaiserin, Friedrich der Große und und Glauben zu fragen. Ihr Vaterland war oon, g^arja Theresia. Preis in Ganzleinen geb. 7,80 Mk. wo man sie brauchen konnte. Daß dies in ben sei- sQerlQg Gerharb Stalling in Oldenburg i. O. — teuften Fällen ihre deutsche Heimat war, die zer- -x\t die.Tragödie des deutschen Volkes, splittert und machtlos ihre besten Söhne dem 21115= erjt in unseren Tagen Adolf Hitler mit der land als Feldherren und Staatsmänner zur Ver- Schaffung des Großdeutschen Reiches ein Ende be= fügung stellte, ist einer der tragischen Zuge in der hat, daß, solange es ein Deutschland gibt, Geschichte des deutschen Volkes. Trotz seines an gegen Deutsche gestanden haben und Abenteuern überreichen Lebens, das den oldenbur- deutsche Zwietracht ausländischen Mächten stets der gischen Deichgräsensohn aus weit verzweigtem und hefte Helfer war, Deutschland niederzuhalten. Eine schon früh in den Händeln der Zeit agierenden ur= ber tragischsten Szenen in dieser Tragödie deut- sprünglich bayrischem Bauerngeschlecht durch aller Schicksals hat Beumelburg zum Gegenstand Herren Länder und über alle Kriegsschauplätze neuen Romans gewählt, der die gleicherweise Europas schließlich als Felümarschall und Reichs- grandiosen und in tiefstem Sinne deutschen Ge- graf an die Stufen des russischen Zarenthrones galten des Preußenkönigs Friedrich und der letzten stellte, war Münnich fein Glücksritter wie so viele Habsburgerin Maria Theresia gegenüberstellt. Der seiner Zeitgenossen. Der kluge und energische 23ater ^ampf zwischen ihnen begann, wie so viele Kämpfe hatte ihn in eine harte Schule genommen, so mürbe Deutschen vor ihnen begonnen hatten, aus er wie der Vater ein Wasserbauingenieur von hohen einer bestimmten machtpolitischen Situation heraus Graben, ber seine Kunst beim Bau bes Laboga- um begrenzter machtpolitischer Ziele willen, aber Kanals unter Beweis gestellt hat. Bis er aber Jo er cn.öete ;n einem Kampf um die letzte Entscheidung weit war, Hot er freilich in Diensten der Landgrafen über den Führungsanspruch im Reich, äußerlich von Darmstadt und Kassel nach dem Brauch seiner zwar noch mit einem Remis, im tiefsten Qeit das Soldatenhandwerk von der Pike auf ge- ^ern ft-och schon mit der jetzt unausweichlich gelernt Er hat das Glück gehabt, während des spani- wordenen Forderung der in drei furchtbaren Kriegen dien Erbfolgekrieges die bedeutendsten Feldherren geschmiedeten jungen preußischen Großmacht, sort- einer Zeit, den Prinzen Eugen und den Herzog an ö,a5 Banner des Reiches den Deutschen voran- von Marlborough zu Lehrmeistern zu haben, aber fragen. Beide standen im Kampf in höchstem von dem großen Bischof Fenton lernte er wahrend Maße erfüllt von ihrer Mission. Friedrich begann . seiner Kriegsgefangenschaft in Cambrai eine wahr- fcen Krieg um Schlesien im tiefsten Bewußtsein [ hast philosophische Betrachtung dieses Lebens. Eine feiner Pflicht, eine einmalige Situation nicht un- 1 Episode blieb seine Arbeit am Diemel-Fulda-Kanal, genützt verstreichen zu dürfen, sein innerlich ge- er ging nach Warschau in bie Dienste Augusts bes fundes unb starkes. Preußen aus ber Enge des Starken als Reorganisator ber polnischen Armee, brandenburgischen Kleinstaats emporzuheben zur i aber bald noch weiter nach Osten, an ben Hof Pe- deutschen und europäischen Großmacht. Mana ters des Großen, der ihm lohnende Aufgaben ver- Theresia entschied sich gegen die Mahnungen ihrer hieß. Aber wieviel Schwierigkeiten sowohl aus dem zaghaften Ratgeber für den Appell an die Waffen ( Charakter des Zaren, wie aus der russischen Um- im Bewußtsein ihres moralischen unb historischen [ weit erwuchsen allen benen, bie wie Münnich, mit Rechts,' bas ihr überkommene Erbe unversehrt zu ! deutscher Grünblichkeit an ihr Werk gingen und nur ihr Werk im Auge hatten. Er würbe in bie nicht abreißenden Intrigen am Zarenhof hineingezogen, stieg unter der Kaiserin Anna zu den höchsten Aem- tern empor, führte ihre Kriege gegen Polen und Türken, fiel ebenso schnell bei der Kaiserin Elisa-1 bett) in Unqnabe. Erst Peter III. holt ben Greis aus der sibirischen Verbannung, und Kaiserin Katharina II. stellt ihn noch einmal in höchste Aemter. Und doch ist er trotz dieses Auf und Ab seines Lebensweges kein Abenteurer und Glücksritter, immer steht der solide deutsche Facharbeiter in ihm für fein Werk gegen Intrigen und Rankünen, eine Persönlichkeit von Format, die es verdient, so eingehend gewürdigt zu werden, wie es Melchior Vischer an Hand eines außerordentlich vielseitigen und mit der Spürnase des Forschers ausgeschöpften Dokumentenmaterials in diesem umfangreichen, weit ausholenden Buch unternommen hat. Vischer hat seinen Helden in die Geschichte seiner Zeit gestellt und diese Querverbindungen, die er geschaffen hat, machen ebenso wie die vielen bezeichnenden Einzelheiten, die Vischer aus seinem Material 3ur »Ku«««»««» ..... ,...... --M - - Mustrierung herbeibringt, das Buch so ungernem J ^ssen Vorstudien teilweise zeitlich weit zu- anschaulich und farbig. Mögen einzelne Charaktere, einem äußeren Anlaß feine Entstehung wie Peter der Große, Osterrnann und Biron, in ^^cmkt und gewissermaßen als ein Protest konzi- ber Schilderung Vischers etwas einseitig überspitzt murbe. qti ' bie unbefriedigenden Ergebnisse erscheinen, als Ganzes gewinnt man aus dem breit einer Berliner Philosophen-Tagung im angelegten Werk einen plastischen Eindruck von den ' „ - sicher ^as Thema „Seele und politischen Kräften der Zeit und dem großartigen ? D<'anbeIt wurde. Enttäuscht von der Ab- Schasfen einer so vielseitigen begabten unb starken standenheit ber bort gehaltenen Vorträge, bie Persönlichkeit wie Münnich. Fr. W. Lange. ÜQ’m großen Wandel ber Zeit berührt ober Büdnisie Hans Holbeins. a? ergriffen sch - 9ritfnnFi» hsr — Hans Holbein d. I.: B i l b n i s s e. 24 farbige Hanbzeichnungen. Mit einem Geleitwort von Wilhelm W a e tz 0 1 b. Im Insel-Verlag, Leipzig. — (189) —Dieses schmale Bänbchen, Nr. 95 ber Insel-Bücherei, enthält große Kostbarkeiten. Don ben etwa 400 bezeugten unb erhaltenen Hanbzeichnungen Hans Holbeins bes Jüngeren, bes bekanntesten und bebeutenbsten aus der Augsburger Künsterfamilie, sind hier 24 Porträtzeichnungen vereinigt, von wel- chen bie erste unb bie letzte in ber Reihe zwei Selbst- bilbnisse sinb, ein frühes (vom Jahre 1523) unb eins aus. ber. letzten Lebenszeit, mit etwa 40 Jahren, *.Ur3 bevor bie Pest ben Maler hinwegraffte; beibe Unb allerdings als Selbstbildnisse nicht unbestritten, — Josef Hofmiller: Revolutions- :a geb ui. 1918/19. Aus den Tagen ber Münchener Revolution. Preis 7,50 RM. geb. Verlag für Buchwerbung Karl Rauch, Mark-Kleeberg bei Leipzig. — (198) — Hofmiller hat sich als feinfinniger Essayist unb warmherziger Buch- und Theaterkritiker, der empfangene Anregungen zu einem neuen Kunstwerk zu gestalten vermochte, einen Namen gemacht, der sein vorzeitig abgeschlossenes Schaffen weit überdauern wird. Aus feinem Nachlaß hat feine Witwe nun die Aufzeichnungen veröffentlicht, die sich Hofmiller, damals Gymna- sialprofeffor in München, tn den Reoolutionstagen 1918/19 gemacht hat, in dem Bedürfnis, sich selber Klarheit zu verschaffen über die erregenden Ereignisse dieser niederdrückenden Wochen des Zusammenbruches unb über seine eigene Stellung zu ihnen. Ungeschminkt, ohne Rücksicht auf hergebrachte Meinung unb Konvention, wie es überhaupt seine Art wur, hat er biesen Notizen Tag für Tag eine Eindrücke anvertraut. Er sah sehr nüchtern )ie Fehler des zusammengebrochenen Systems, aber ebenso nüchtern würbe ihm klar, baß bieser Umsturz keine N>ferische Revolution war unb von.^^ keine/bie einfacher, un= diesen Nooembermannern auch ene °wv l ^^jscher und sparsamer wäre als diese, dabei eitle wie ^Kurt vollkommen in jeglicher Beherrschung alles Tech- eines ludstchen b Dolksführern nischen und Handwerklichen. Eines der größten unb ?tneü' mrV 1?1nn her föcfdiidVe W nachbenklich machenben Erlebnisse vor bem Realität lab Hof- kleinen Bilderbuch — man kann bas freilich nicht 9c!Jar^.en.'?Itcf Nerrteck-n bin- nur bei Holbein, fonbern auch bei zahlreichen seiner Mller d 1 e 1 arnmer 11che Fe 1 gheit, Verstecken W f en ^^'en hier war bereits ein abfo= ^n; MP luter Höhepunkt künstlerischer Gestaltung unb Aus- Rabikalisrnus bes Spartakus-Spuks, dem dann JJtiJ bru£fgf^^eit erreicht, den wir in vier Jahrhun- ... ,, - y ^„p^ffharfen B^bachters derten nicht überstiegen haben, ber vielleicht, mit UnnT£eua^5 ^^uf7eidmunaen gleichen Mitteln, überhaupt nicht Überboten werben bes Wahnsinns bieser Tage sind fann. Man pirb nicht mübe, wir sagten es schon, von unschätzbarem Wert. • • $ ‘ öie schmale Bildergalerie aufzublättern unb Namen Mnnich I nach Namen, Gesicht nach Gesicht, an sich vorüber- vertrauenswürbiger halten — sondern die entscheidende Wendung zur Freiheit in einem Unbedingten vermuten, welches sich im Verstände so gut wie in der Anschauung, im Fühlen so gut wie im Wollen auswirken kann, ohne auf einer dieser Fähigkeiten zu beruhen..." Der systematische Aufbau der Betrachtungen gruppiert sich um vier große Fragenkomplexe, deren innere Kontinuität und Wechselbeziehung sich erst dem aufmerksam mit- denkenden Leser erschließen werden: der erste ergibt sich aus dem schöpferischen Wesen und Willen des Geistes; der zweite aus der eigentümlichen Persönlichkeit des Philosophen, seiner Stellung und seiner Aufgabe in der Welt; der dritte bezieht sich auf die freie Handlung und das „Wagnis, welche sie in sich schließt"; der vierte und letzte handelt vom Glück, als vom „unverdienten Gelingen dieses Wagnisses in der Schicksal schaffenden Persönlichkeit^. — Der Referent ist sich darüber klar, baß auch mit bieser allerknappsten Zusammenfassung bes Inhaltes ber vier großen Kapitel, welche das Buck) ausmachen, vom Ganzen noch immer herzlich wenig ausgefagt wirb; aber es scheint im. begrenzten Rahmen eines Zeitungsreferates' kaum möglich, mehr als bie Anbeutung von.Zusammenhängen zu vermitteln, beren Darlegung keinerlei Abbreviaturen gestattet, wenn bie Durchbringung bes Gesamtgefüges nicht in Frage gestellt merben soll. Man muß sich also schon bie Zeit nehmen — das Werk ist natürlich nichts für eilige Leser —, selbst in ben Aufbau bieser Philosophie einzubringen, die vom Abenteuer des Geistes, von der schöpferischen Persönlichkeit und von einem vielfältig gefährlichen Leben handelt: man wird sich belohnt und mannigfach angeregt finden. Der vielleicht allgemeinste, aber sicher nicht unwesentlichste Gewinn der Lektüre scheint uns darin zu bestehen, daß der Leser von Anfang an genötigt wird, intensiv mitzudenken, sofern er sich von ber Lektüre Genuß unb Nutzen verspricht: dazu Hilst ihm der ausgezeichnete Stu dieser Abhandlung, der (abgesehen von der selbstverständlich vorauszusetzenden Klarheit) sehr unmittelbar und oft suggestiv auf den Leser emmirtt. ------ 1 1 Hans Thyriot. neue Freunde zu gewinnen. für die imperiale Größe Roms ihr Leben hin MS (W betriebsbereit gemach! in der Sekunde 23 on Friedrich Freksa. wie das kommt. Ich habe meine örei ne haben natürlich einen Vorteil: sie widmen sich so lieb und habe für sie alles getan, ber Kinderpflege nur in ihren freien Stunden, für « Alki IHM AM t I V-» Ma(aa Slic rtvl AKAY" l - nm « ■ f- . < » - rwx I < - Kinderchen mein Mann gibt ihnen kein böses Wort — aber beging sein goldenes Dol in Wesel geboren, promt ■ gebracht wurde? In einem Kampf, den Graf von Schlieffen, der deutsche Generalstabschef, 1909 als Muster einer Dernichtungsschlacht hinstellte, eine Theorie, die in der Tannenbergschlacht 1914 eine gewisse Bestätigung fand. Bisher hatten^die Wissenschaftler, die über den Verlauf der Schlacht bei Cannä durch römische Historiker, vor allem wieder Titus Livius, ziemlich genau unterrichtet sind, sich nicht über die Frage einig werden können, ob der Kampfplatz nördlich oder südlich des Flusses zu suchen sei. Jetzt aber scheinen bie Toten von Cannä wiederauferstanden zu sein, um in diesem Meinungsstreit ein gewichtiges Wort mitzureden. Seit etwa zehn Jahren sind auf dem Nordufer des Dfanto Nachforschungen nach den Gräbern der etwa 70 000 Gefallenen dieser Massenschlacht des Altertums unternommen worden, immer ohne Erfolg, gaben. Schließen wir diese Betrachtung mit einem Bilde altrömischer Größe: Als die Kunde von der furcht, baren Niederlage bei Cannä in der Hauptstadt ein- traf, ließ der Senat, der selbst 80 Mitglieder in der Schlacht verloren hatte, sofort aus dem Hafen Verantwortung für die Vernichtung des römischen Heeres trug, entgegen, um ihm ... dafür zu dan. Fen, daß. er nicht an der Zukunft des Staates ver. zweifle. Und dieser heroische Geist der Römer ermöglichte nach vielen Jahren den Endsieg über die Karthager und den Wiederaufstieg des römischen Reiches zur Beherrscherin der ganzen damals be. kannten Welt. Durch die Erneuerung dieser opfer. torsubiläum. Er ist 1864 ... r vierte 1888 in München, wurde 1891 Privatdozeiu in Halle, 1896 ordentlicher Professor in StraßdurA seit 1902 war er Mitglied der Kommission für D”1 Revision des Strafrechts, feit 1912 Mitglied &c~ Reichstags, nach dem rKiege wurde er Honorars feffor an der Universität München und Drbinartu an der Technischen Hochschule, seit 1933 war er au an der Universität ordentlicher Professor, l9"’ Der ehemalige ordentliche Professor des Stra>° rechts an der Universität München, Geheimrat F r i tz v a n C a l k -r, ,..... heit einfügt, dann ist es gut. Es gibt kinderliebe Väter, die besser um ihre kleinen Einjährigen und Zweijährigen Bescheid wissen als die Mutter. Aber denn einige Dutzend Gräber, die man fand, stellten sich stets als mittelalterliche Begräbnisstätten heraus. Die Nachgrabungen wurden nunmehr auf das Südufer des Flusses verlegt mit dem Ergebnis, daß in unmittelbarer Nähe der Stelle, an der einige kümmerliche lleberrefte des ehemaligen Städtchens Cannä festgestellt worden sind, e i n riesiges -Gräberfeld entdeckt wurde. In Einzelgräbern, die die Spuren eiliger Herstellung aus rohen Steinen tragen und dazwischenliegenden Massengräbern wurden bisher etwa 15 000 Skelette gefunden. Dabei handelt es sich offenbar nur um einen kleinen Teil des Gräberfeldes, das im ganzen rund 20 000 Quadratmeter bedecken dürfte. Seitdem wogt der Meinungsstreit über die Bedeutung dieses Fundes hm und her. Uly einen alten Friedhof der Stadt Cannä, die unmittelbar vor ihrem Verschwinden im 13. Jahrhundert nur 2000 bis 3000 Einwohner zählte, kann es sich angesichts der großen Zahl der Skelette kaum handeln. Auffallend ist, daß die Toten auf zwei verschiedene Arten beigefetzt worden sind: die einen liegen auf der rechten Seite, die Wange in der rechten Hand, in der Stellung von Schlafenden, eine Bestattungsart, die auch sonst bei den Italienern vorkommt; die anderen dagegen ruhen mit über der Brust gekreuzten Armen, was stark orientalisch anmutet. Sind erstere die Leichen der Römer, letztere d,e der Karthager? Die Wissenschaftler prüfen noch diese Frage. Der Umstand, daß ein Teil der Toten in Einzelgräbern, ein anderer Teil in Massengräbern bestattet worden ist, ließe sich einleuchtend dahin erklären, daß die Sieger einzeln, die Besiegten dagegen in größerer Zahl in die Gräber versenkt wurden. Merkwürdig ist, daß außer einigen Pfeilspitzen — deren Form nicht römisch sein dürfte — bei den Toten keine Waffen oder sonstige Gebrauchsgegenstände gefunden wurden; jedoch erzählt Livius, Hannibal habe Befehl gegeben, den Gefallenen vor der Beisetzung die Waffen und alle Wertgegenstände abzunehmen. Auch die Tatsache, daß bisher keine Pferdegerippe ausgegraben wurden, besagt nicht viel, denn es ist anzunehmen, daß die Pferdekadaver dort verscharrt wurden, wo die Pferde gefallen sind, und daß man vielleicht im weiteren Verlauf der Ausgrabungen daraus stoßen wird. Für die Annahme, daß diesmal wirklich die Toten der Schlacht von Cannä aufgefunden wurden sind, spricht schließlich die Feststellung, wonach es sich bei den Skeletten meist um die Reste junger und kräftiger Männer, also wohl von Soldaten, handeln dürfte. Die Ausgrabungsleitung hat atfe' Vorkehrungen getroffen, um mit Hilfe der Wissenschaft die Frage zu klären, ob es sich hier in der Tat um die lleberrefte jener Helden handelt, die Hochschulnachrichten. ehemalige Ordinarius der humanischen PH» an der Universität Greifswald, Dr. (Sbrnunl willigen Vaterlandsliebe führt heute der Duce Jta. lien zu neuer Größe und neuem Ruhm empor. Ewigkeit des Imperiums! Der Ausbau des Fernseh-7ilm-funl- empfange». Im „Völkischen Beobachter" beschäftigt sich Reichs» poftminifter Dr. Ohnesorge mit dem geplanten Ausbau des Fernseh-Rundfunkempfanges. In dem Öen der Rundfunk-Ausstellung 1937 und der ellung 1938 liegenden Zeitraum ist die deutsche Fcrnsehnorm — 441 Zeilen mit 25 Bildwechseln worden. Bereits vor Monaten wurde in Berlin der erste Sender aufgestellt, der nach dieser Norm ar« beitet. Die Versuche haben gezeigt, daß der Sender imstande ist, Berlin einwandfrei mit Fernseh-Rund» funk zu versehen. Nach den Ankündigungen de; Reichspostministers ist geplant, den Fernseh-Rund« funk im Herbst d. I. der Berliner Bevölke« die Mutter aber ist gerade die Pflege des Kleinen die Hauptpflicht ihres ganzen Daseins. Viele Frauen und Mädchen reden zu kleinen Kindern in einer nachgeahmten Kindersprache, die den Männern läppisch dünkt: „Tindchen, Tindchen, ssöön ruhi sein, ssöön Hafen! Bao fein, Tindchen!" Das ist natürlich in dem Sinne, daß ein Kind sprechen lernen soll, vollendeter Unsinn. Aber hier macht der Ton die Musik. Das Kind soll das Gefühl Haden, mit einem anderen Kinde zusammen zu sein. Trotzdem ist diese Art von Sentimentalität ge^en kleine Kinder schädlich. Das Kind will ernst genommen sein. Denn was so ein kleines Wesen vom ersten bis zum dritten Jahr lernen muß an Bewegung, an Selbstbeherrschung, an Benehmen, an Worten, das ist eine außerordentliche geniale Leistung! Kinder lernen, indem sie nachahmen, indem sie wiederholen. Und dafür haben die Großeltern, weil fie abgeklärt sind, mehr Verständnis als die Kindeseltern. Der Großvater macht etwas vor, und das Kind macht es nach. Und der Großvater wird nicht müde, das Dormachen zu wiederholen, wird nicht müde, dem Kind ein Wort vorzusprechen und den Gegenstand zu zeigen und damit zu spielen, bis das Kind begriffen hat, was gemeint ist. Frühzeitig können sich in Kindern Eigenschaften entwickeln, die für das ganze Leben maßgebend sind. Ich kannte eine junge Sängerin, die mir beiläufig erzählte, ihr Talent wäre von den Großeltern geweckt worden. Die Großmutter setzte sich sonntagnachmittags, wenn sie zum Besuch kam, ans Klavier und sang hübsche Volkslieder, und der Großvater bückte sich zu der Kleinen und fing an, mit ihr zu tanzen und das Lied mitzusummen. Und da der Großvater summte, so summte sie auch und lernte Rhythmus und Ton im wahren Sinne des Wortes spielend. Ein kleiner Junge konnte es sich nicht abgewöh- nen, wo er diese nur erwischen konnte, Kreide und Farbe zu nehmen und damit den Fußboden zu verschmieren. Da konnten keine Schläge helfen. Aber der Großvater, ein Architekt, nahm das Kind zu sich, setzte es auf den Schoß, legte einen Pappkarton hin und bunte Bleistifte, und da konnte nun der Kleine nach Herzenslust Farben auf die Fläche schmieren. Dann nahm der Großvater ein anderes Blatt und zeichnete mit ein paar schönen Umriß- linien einen Kopf, und dec kleine Kerl machte das Wenn Kinder erst so weit sind, daß sie andere Kinder zu Spielkameraden haben, dann fd)affen fie sich ihr eigenes Kinderreich. Dann haben die Eltern nur Milde zu üben, zu dämpfen, wenn sie zu heftig find; denn nun sind die Kinder soziale Wesen, eines hält das andere im Zaum. Das ifl auch der Grund, warum Sprossen aus kinderreichen Familien es im Leben um soviel leichter haben. Sie sind an die Gemeinschaft gewöhnt. Und das ist je das Geschick des Menschen, er muß mit der Gemeinschaft leben. So erholsam Einsamkeit sein kam dauernde Einsamkeit zerdrückt den Menschern weil er als Gemeinschaftswesen von Gott geschaffen ist Der lologie _ _______r_______ Stengel, feiert am 28. Juli fein 70jähriges W torjubiläum. Er ist 1845 in Halle geboren, studiert in Halle und Rom, promovierte 1868 und wurß nach Studienreifen durch Frankreich und Englaü 1870 Privatdozent in Basel, nach Studienreise! durch Italien 1873 ordentlicher Professor in Mal' bürg, danach in Greifswald. Don 1907 bis 191- war er Mitglied des Reichstags. Der greife Gelehrt lebt in Marburg. Der ordentliche Professor für Psychologie an de" Universität Jena, Dr. Felix Krüger, schied ^0 seinen Antrag aus dem Amt. Er ist 1874 in PoW geboren, habilitierte sich 1903 in Leipzig, mar oo» 1906 bis 1908 Professor in Buenos Aires, , 19^ Extraordinarius in Leipzig, 1910 ordentlicher Professor in Halle, 1912 Austausch-Professor in Neu- York, 1917 ordentlicher Professor an der UniverjM Leipzig, deren Rektor er 1935 war. Seine Arbeiten beschäftigten sich in der Hauptsache mit Gntwid' lungspsychologie, Psychologie der Werte und Ton Psychologie. Er war Leiter der Gesellschaft der deutschen Philosophie und des Forschungsinstituts Psnchologie, Dr. scient. et litt. h. c. und Dr.-Jng. e.» Rom, Juli 1938. Wie oft schon hat man als das innerste Wesen des Faschismus die bewußte Synthese zwischen dem altrömischen Imperium und dem von Mussolini neubegründeten Groß-Italien bezeichnet? In der Tat knüpfen die Großtaten des Faschismus fast immer mit betonter Absicht an hervorragenden Leistungen berühmter Männer des römischen , Altertums cm, und nicht selten wird dabei auch rein äußerlich eine Verbindung hergestellt, die der Mitwelt eindringlich die Ewigkeit des Imperiums vor Augen führt. Das „M a f f e n t h e a t e r" beispielsweise war schon den alten Römern wohlbekannt. So griff der Duce auf eine uralte Überlieferung zurück, als er, der von Beginn der Bewegung an dem Faschismus als Richtlinie vorgezeichnet hatte, „ins Volk zu gehen", feinen Mitarbeitern die Verwirklichung des „Theaters der Massen" zur Aufgabe setzte. Der „Große Zirkus" ist bis auf wenige lleberrefte verschwunden, das Kolosseum für Theaterzwecke wenig geeignet. Aber ganz in der Nähe, mitten im Capenapark, erheben sich die riesigen Ruinen der Caracalla-Thermen. In diese gewaltigen Mauerreste baute der Bühnentechniker der Königlichen Oper, Pericle A n s a l d o, im Auftrage des Gouverneurs von Rom, des Fürsten Colonna, das „Theater der Zwanzigtaufen d". In neunzig Tagen errichteten etwa 600 Arbeiter eine Bühne von 1800 Quadratmeter zwischen zwei 45 Meter hohen Mauerzacken des „Calidariums" und davor, fächerförmig sich ausbreitend und bis zu acht Meter Höhe ansteigend, einen 8000 Quadratmeter bedeckenden Zuschauer- raum. Von jedem einzelnen der 20 000 Sitzplätze aus hat der Zuschauer einen unbehinderten Ausblick auf die Bühne und — was die Ueberwindung großer akustischer Schwierigkeiten notwendig machte — einen vollkommenen musikalischen Genuß. Auf dieser mächtigen Freilichtbühne werden in der Zeit vom 30. Juni bis 15. August 29 Opernvorstellungen gegeben. Dabei wirken neben 300 Technikern 500 Künstler und 1500 Statisten, ferner 180 Chorsänger, 180 Musiker und 65 Tänzerinnen mit. Eröffnet wurde das Massentheater mit einer Vorstellung der „G i o c o n d a" von Ponchielle, der der Duce in Begleitung des Parteisekretärs Minister Starace, des Dolkskulturminiifters Alfieri und des Gouverneurs Fürst Colonna beiwohnte. Die 20 000 Zuschauer rasten vor Begeisterung, als G i g l i, der die Hauptrolle des Enzo glänzend gesungen hatte, zum Schluß die von Puccini komponierte, klangvolle ,J) n m n e an R o m" anstimmte. Die Aufführung selbst stand auf bemerkenswert künstlerischer Höhe. In den nächsten Wochen werden die Opern „Me- fiftofele", „Aida", „Lohengrin", „Jsabeau" und „Turandot" gegeben werden, so daß den Römern und den auswärtigen Besuchern der Hauptstadt Gelegenheit geboten sein wird, in einem an die majestätische Größe des antiken Rom erinnernden Rahmen musikalische Meisterwerke in erstklassiger Darbietung zu genießen. Eines der ehrwürdigsten Heiligtümer des alten Rom wird in Kürze wieder zum Wahrzeichen des erneuerten Imperiums werden, die „Ara Pacis Augustae“. Der Altar des Augustus-Frie- dens wurde in den Jahren 13 bis 9 v. Chr. auf Beschluß des Senats zum Dank für die glückliche Heimkehr des Kaisers aus Syrien, Spanien und Gallien errichtet, galt also der Verherrlichung des inneren und äußeren Friedens, den Augustus bereits feit 17 Jahren in allen Teilen des Reiches aufrechterhalten hatte. Vorher schon hatte der Senat im Einverständnis mit dem Oberpriester und den sonstigen religiösen Behörden angeordnet, daß dem Kaiser noch zu seinen Lebzeiten göttliche Ehren zu erweisen seien. Der Altar des Augustus-Frie- dens wurde außerhalb der damaligen Stadtmauer, auf dem Campo Marzo, errichtet; es ist anzunehmen, daß dort einem Standbild des Augustus die Ehrungen und Opfer dargebracht wurden, die einem Gotte zukamen. Im Laufe der Jahrhunderts wuchs der Boden der Umgebung über das Bauwerk empor, und am Ende des 13. Jahrhunderts erhob sich Eine junge Mutter klagte mir ihr Leid: „Ich weiß nicht, wie das kommt! Ich habe meine drei Das ewige Imperium 23on unserem 3R. G.-Korrespondenten nach. Der wilde Trieb ward abgelenkt auf diese Blätter, und der Sechsjährige schon konnte erstaunliche Männerchen und Tiere zeichnen, ja, sogar ein Erinnerungsbild machen von schiefen Häuschen, die um einen kleinen Teich standen. Dies Kind ist ein ganz bedeutender Maler geworden. Wäre der Großvater nicht gewesen, so wäre der Trieb vielleicht im Beginn schon erstickt worden. Es ist eine alte Erfahrung, daß, wenn Eltern viele Kinder haben, die jüngeren froher und reicher aufwachsen als die älteren, denn es steckt in dem Erwachsenen etwas, was für Kinder sehr schlimm sein kann: der Erziehungstried. Da hatte ein kleiner Junge in der Ersenbahn einen Kirschkern ausgespuckt auf das Helle Kleid der Dame gegenüber. Der entrüstete Vater gab ihm eine heftige Ohrfeige, so daß die Dame bittend eingriff: „So schlimm ist es doch nicht gewesen!" Da gab der Vater dem Jungen eine zweite Ohrfeige und sagte: „Ich kann mein Kind erziehen, wie ich will! Schweinereien dulde ich nicht!" Es ist natürlich ganz falsch, daß ein Mensch behaupten darf: Ich kann mein Kind erziehen, wie ich will! Denn er ist ja mit dem Kinde dem ganzen Volke verpflichtet! Es gibt zum Glück ein Ausgleichsgesetz: Die Kinder erziehen nämlich auch ihre Eltern, wenn diese nämlich erziehungsfähig sind! Die Eltern merken sehr bald, daß mit einem kleinen Trotzkopf nichts anzufangen ist durch Härte, daß sich das Kind immer mehr verkrampft, und sie merken sehr gut, wenn ein kleiner leichtsinniger Bengel mal einen Klaps braucht, damit er zum Nachdenken kommt. Es gibt Kinder, die aus Wißbegier die Erwachsenen mit ihren dauernden Fragen peinigen: Warum? Warum? klingt es immer wieder. Dagegen gib es auch ein Mittel. Das Kind kann zum Nachdenken geführt werden, wenn es bei bestimmten Fragen die Antwort erhält: „Das weißt du! Besinne dich nur darauf!" Die Erwachsenen begreifen sehr oft nicht, daß das Kind im wahren Sinne des Wortes alles spielend lernt. Wenn ein Kind dauernd fragt, so übt es sich im Fragespiel. Dem ist abzuhelfen, wenn dem Kind eine Beschäftigung gegeben wird. Natürlich müssen die Eltern heraussind^n, womit sich das Kind gern beschäftigt; auch wechselt es feine Neigung. Vor allem ist jedes Kind ftvh, wenn es selbst etwas schafft. Daher das Bauen der Kinder und r u n g zugänglich zu machen. Der Preis der Geräte wird so gehalten sein, daß mit einer größeren Käuferzahl zu rechnen ist. Ziel ist, möglichst weite K re i f e an den Fernseh-Rundfunk heran« zuführen. Nach Berlin sollen die Gebiete um den B r o ck e n - u n d F e l db e r g - S e n d e r m den Fernseh-Rundfunk einbezogen werden. Späte Kunde wenn sie zu meinen Eltern kommen, dann sind sie wie ausgewechselt, dann strahlen sie, und Ferien, die sie bei ihnen verleben können, sind für sie das Schönste, was es gibt! Woher kommt das? Wir sind doch die Eltern! Aber die Kinder lieben die Großeltern mehr als uns!" — Solchem mütterlichen Eifersuchtsausbruch bin ich im Leben vielfach begegnet. Und in der Tat fühlen sich Kinder in der Regel bei den Großeltern am wohlsten. Woran das liegt? — Eine kluge Frau sagte einmal: „Glücklich werde ich auch erst als Großmutter sein, denn wir sind für die Kinder nur Durchgangsstation, in ihnen kommen die Großeltern wieder zur Welt!" Diese Beobachtung ist biologisch nicht schlecht, wenn auch übertrieben. Ader tatsächlich scheinen die Kinder oft eher Charakterseiten der Großeltern zu entfalten als die der eigenen Eltern. Etwas anderes spricht noch mit. Großeltern stehen kleinen Kindern mit größerer Ruhe und Gelassenheit gegenüber. Su freuen sich an der Jugend, aber gleichzeitig haben sie auch den stillen Ernst. — Eine Mutter ober ein Vater, die ein kleines Kind aus einem Fehler ertappen, fühlen sich gle-ichsam beleidigt, daß das eigene Kind so etwas „Schreckliches" hat machen können — und vielleicht hat es nur aus Ungeschick die Decke mit der schönen Kaffeetasse heruntergezvgen, so daß die Scherben am Boden liegen. Großeltern behalten die Kinder im Auge, sie verhüten ein solches Unglück, und wenn es geschehen ist, nun, dann ist es eben geschehen! Es bricht nicht der elterliche Jähzorn aus, unter dem Kinder zuweilen so sehr leiden. Kleine Kinder sind ganz Wille! Sie können schwache und nervöse Eltern schon in der Wiege tyrannisieren. Und die Mutter wundert sich dann, daß ein Kindermädchen mit ihrem süßen kleinen Buben viel besser fertig wird als sie selbst. Nun, das Kind weiß ganz genau, wenn es in Anwesenheit der Mutter schreit, wird es bestimmt aus dem Bettchen herausgenommen und gewiegt. Ist nur das Mädchen da, so weiß das kleine schlaue Ding von vier, fünf Monaten aber ebenfo genau, es wird nicht aufgenommen — und dann gibt es Ruhe. Jeder, der Kinderpflege kennt, weiß daß Ordnung im Leden des Kindes herrschen muß. Meist über dem Altar der Palazzo Ottoboni-Almagia, der einen Teil der Umfassungsmauern als Fundamente benutzte. v , Vielleicht ist es diesem Umstande zu verdanken, daß der Altar der Nachwelt fast vollständig erhalten geblieben ist. Im Jahre 1903 wurden einige kleinere Bruchstücke ausgegraben, die ihren Weg in die Museen von Paris, Rom und Florenz nahmen. Erst in der neueren Zeit ist man auf Veranlassung Mussolinis an die mit großen technischen Schwierigkeiten verbundene Arbeit herangegangen, die unter dem Palazzo Ottoboni liegenden Teile des Altars ans Tageslicht zu befördern. Die italienischen Museen erstatteten die in ihrem Besitz befindlichen Stücke zurück, die ins Ausland gelangten Teile wurden ergänzt, und so wird in nicht allzu ferner Zeit der Altar des Augustus-Friedens neben dem gewaltigen Rundbau der — ebenfalls auf dem Campo Marzo — als Mausoleum für die sterblichen lleberrefte des großen Kaisers errichtet wurde, wieder aufgestellt werden können. Das Bauwerk, das ganz aus weißem Marmor hergestellt ist, besteht in der Hauptsache aus einer 6,35 Meter hohen Mauer, die einen Hof von 11,62 Meter Länge und 10,55 Meter Breite einfaßt. Diese Mauer ist horizontal in drei verschiedenartig bearbeitete Bänder aufgeteilt. Das untere Band, das vom Boden etwa 1,50 Meter hoch reicht und das mittlere Band von rund 1,80 Meter Breite sind reich mit plastischen Girlanden und Rankenwert geschmückt, während das letzte obere Band . aus Reliefplatten mit Menschen- und Tierdarstellungen zusammengesetzt ist, die unter anderem „Italia" und „Roma", das Opfer des Aeneas und die Auffindung von Romulus und Remus zeigen. Der Duce hat das Monument, das als ein hervoragen- des Beispiel der Hofkunst zur Zeit des ersten römischen Kaisers gelten darf, als Symbol der Geburt des Imperiums der Cäsaren dem Volk von Rom anvertraut, das unter dem Zeichen des Liktoren- bündels das neue römische Reich hat erstehen sehen. Die Hauptstadt Italiens hat sich in diesen Tagen um einen neuen großen Tempel aus der früheren Kaiserzeit oder gar der republikanischen Aera bereichert. In der Via delle Botteghe Oscure, in dem weiten Campo Marzo, stieß man bei Ausschachtungsarbeiten auf ansehnliche Reste, die höchstwahrscheinlich von dem Tempel der.Göttin Bellona herrühren.. Zunächst entdeckte man, sauber aneinander gereiht, die „Trommeln" von sieben kannelierten Marmorsäulen, die an ihrer Basis 1,20 Meter Durchmesser besaßen und zehn Meter hoch gewesen sein müssen. Bei einigen dieser Säulenreste fand man noch die korinthischen Kapitäle mit reichem Blattschmuck »n vorzüglicher Erhaltung. Weitere Nachgrabungen förderten Bruchstücke schön gearbeiteter Simse und einen Teil der Grundmauern des Tempels zutage. Die Ausgrabungsarbeiten sind noch 'm Gange, aber die bisherigen Funde deuten bereits darauf hin, daß man einen der größten Tempel des antiken Roms entdeckt hat. Die ganze Lage der Säulenteile rechtfertigt die Annahme, daß der Tempel durch ein schweres Erdbeben zum Einsturz gebracht worden ist. (Rom hat seit seiner Gründung nicht weniger als 44 Erdbeben erlebt.) Er wurde von den Römern mit Neubauten sozusagen zugedeckt, wodurch er dem Schicksal vieler anderer römischer Kunstwerke, in den Oefen der Kalkbrenner zu enden, entgangen ist. Die Vermutung, daß es sich bei dem Fund um den Tempel der altrömischen Kriegsgöttin Bellona handelt, stützt sich auf Angaben alter Schriftsteller, besonders des Titus Livius und des Cassius Dio, wonach der Tempel in der „heiligen Zone" nordöstlich des „Cirkus Flaminius" gestanden haben muß. Wenn diese Annahme durch die weiteren Funde bestätigt werden sollte, so ist Rom ein Bauwerk von höchster geschichtlicher Bedeutung wieder geschenkt worden. Der Bellona-Tempel wurde 296 bis 298 v. Chr. von dem Zensor Appius Claudius erbaut; er diente häufig als Versammlungsraum des Senats, der dort die Abgesandten fremder Länder und die siegreichen Feldherren, die im Tri- von der „Ieaneite^-Expediiion. Von der Henrietta-Insel, einer der Neusibirischen Inseln, kommt die Meldung, daß der Biologe Leonow, der Leiter der dortigen Polarstation, aus einem westlichen Vorgebirge der Insel einen Kupfer- Zylinder mit einem Bericht des Kapitäns De L o n g, des Führers der amerikanischen Polar- expedition an Bord des Dampfers „Jeanette' gefunden hat. Die „Jeanette", die von amerikanischen Privatleuten zu einer Expedition ausgerüstet war, die durch die Behringstraße den Nordpol erreichen sollte, war im Jahre 1879 ausgefahren. Im September fror das Schiff in der Nähe der Herold- Inseln ein und wurde 21 Monate lana in das Gebiet nordwestlich der Neusibirischen Inseln abgetrieben. Dort wurden die Jeanette- und Henrietta-Insel entdeckt — die ganze Gruppe orhielt den Namen De Long-Jnseln —, aber das Schiff sank am 13. Juni 1881, und nur die Boote, Schlitten und der Proviant wurden auf das Eis gerettet. Auf Eissch»r len wurden die Nordpolfahrer weiter nach Nikb- westen getrieben; als die Reise in Booten fortgesetzt wurde, erreichte eine Abteilung unter Melville, die abgetrennt wurde, einen Mündungsarm der ßna und wurde durch Tungusen gerettet, während Dr Long weiter westlich landete und mit den 11 Leuten, die bei ihm waren, dem Hunger erlag. Erst im März 1882 wurden die Leichen der Polarf'ahrer ausgefunden. De Long hatte eine Gruppe seiner Leute nach der Henrietta-Insel entsandt, die nach einem äußerst beschwerlichen Marsch über die Eisfeldei dort eintrafen und den Zylinder mit einem Dokument, in dem der Reiseweg der Expedition beschrieben wurde, niederlegten.' Nag: Von IrtJJ n DOn weitem h Kto?.,!)re M Mer Mi u b,er und,( te-SB, und t FS"«" Ife* Ate ||Vinö,ei^end)UQn! i&iU'S E& J'ne Qth1 Qr9 qest lih' ? $u!ln üd Ik $ KK W ; JMrr11S ; < ■ .le. r in =trM< :h Ai Tu . ürol)be „ zum Schrecken des Vaters stellt sich nach der Ord- SUnoer,(Slternunö®rofjeUern nungsuhr des Kindes der ganze Haushalt ein. Wenn der Vater sich dieser Ordnung mit Gelassen- das Stricken von Pferdeleinen durch Garnrollen. Wenn so etwas wächst, länger wird, stellt sich die erste Arbeitsbefriedigung ein. Darum haben es ja — ____________ . Landlinder so gut, weil sie spielend die Arbeit der j wurde er emeritiert, er ist Mitglied der Akadenn Großen rnitoerrichten. 1 des Deutschen Rechts. umph in die Hauptstadt zurückzukehren wünschten, empfing. Vor dem Tempel erhob sich die Säule (Columna Bellica), von der aus das Priesterkollegium der Fetialen, das den völkerrechtlichen Verkehr in sacralen Formen abwickelte, durch einen symbolischen Speerwurf den Krieg erklärte. Sobald die ganze Grundfläche des Tempels frei- — . . , , . . - . « gelegt fein wird, werden die großartigen lleberrefte oon Dftia Marmetruppen Herangehen, um t bie Ord. wieder aufgerichtet werden und einen eindrucks-, nung und Ruhe in ^pni a« en vollen Schmuck der neuen Verkehrsader bilden, zu! unterdrückte unnachsichtlich al e Kundgebungen des der die Via delle Botteghe Oscure erweitert werden soll. Defaitismus, ordnete die Aushebung per lojaprigen Cannä! Wer hätte nicht schon den Namen an und bewaffnete 8000 Sklaven. Einem Send« dieser antiken Stadt am Südende der apulischen boten der Karthager, der den Austausch von 10 000 Ebene unweit der Mündung des Dfanto (Ausdus) Gefangenen, darunter viele Sohne der Senatoren, gehört, bei der den Römern am 2. August 216 j anbot, wurde bedeutet daß er unverzüglich die o. Chr. von den Karthagern unter Führung Hanni- Stadt zu verlassen habe und schließlich zog der bals die schwerste Niederlage ihrer Geschichte bei- ganze Senat dem Konsul Teren ius Darro, der die «>*>?■'>•'i »*«, „.. Autobesitz und h°l leibe 'ch tU^er na fie bis dahm W La anwesenden man »in Augenblick, da de anderen legen n 7di- -u difeit und meldet IP Cjj meinen Koffer, di rlege das lache nd zu ü ich, wir halten sch Na ja, dann sitzt ma eitung hervor und IL Denn letzt komm neuen Säfte begri hier zugestiegen is manchmal auf eir )ig fühlende Brust b muß doch so ein u Nan erhält dann V sie sorgsam wieder anzt sich aufs neue ch nicht zum Lesen! ir nun erst einmal s gibt da gewisse ü Werteren. Ich wil Da ist zuerst der K : ojer Zeitgenosse und ißt still, stört nicht, 1 will. Nur manchmal bwesenö vor sichshin ische Gottheit — nc ann nett fein wollei icht zu erschrecken - Manchmal, aber sehr; 'ne Kreuzworträtsel-8 •: Zch hab'- I ’ riebt, >' ’ ?ann ist da bas erf Mchend durch feine Swn. Ts bat flotiib; schreibt sich jede Etc -cht und die von ■iNten Borräte. B -'M! Ähre Unterhai . kr, alle Reisegefährten erschöpft sch an der regelmäßigen AM s »Aerzechung, ist hie n Durchweg angenehr s Mratete Ehepaare, fi P fdbft beschäftigt. Lrff angenehn H I-lch- di- f0 tur ! 311 dm g, •3NN™2*16< Hr.I73 Drittes Blatt Es ist Sommer, seit ein paar Tagen sogar „rich- Glückliche Autobesitzer! Ein ganz klein wenig beneide ich euch und habe Wunschträume in Richtung Volkswagen! Aber na, die Eisenbahn ist auch was Schönes: sie ist sogar etwas sehr Schönes, nur die Leben Mitreisenden sind nicht immer etwas Schönes. Wenn man z. B. in einen V-Zug einsteigt und vom Gang aus in die Abteile blickt, da hat man oft uerst den „angenehmen" Eindruck: Wenn Blicke oten könnten! Da sie es nicht können, wagt man chüchtern, eine Tür zu öffnen und auf drei leere Plätze deutend zu fragen: „Gestatten, ist hier noch in Platz frei?" Antwort: Eisiges Schweigen, unverhohlene Ablehnung aller gegen den Eindringling. Endlich, weil man beharrlich stehen blieb, murmelt iner, notgedrungen: Ja. Die Kofferplätze sind natürlich alle besetzt! Blickt nan als Frau sich hilfesuchend um, so erwacht edoch meistens — das muß ich lobend erwähnen! — die bis dahin schlummernde Ritterlichkeit des twa anwesenden männlichen Mitreisenden. Doch in ietn Augenblick, da der „Ritter" meinen Koffer auf inen anderen legen will, erwacht über ihrem Ro- nan die zu dem anderen Koffer gehörende Weib- ichkeit und meldet spitz und empört: „Aber nicht iu| meinen Koffer, der andre muß drunter". Ich pflege das lächelnd zu gestatten, denn: mein Koffer md ich, wir halten schon einen Puff aus. Ra ja, dann sitzt man endlich, man holt sich seine Zeitung hervor und — nein, lesen tu ich noch >icht. Denn jetzt kommt der freundliche Mann, der ie neuen Gäste begrüßt: „Die Fahrkarten, bitte, )er hier zugestiegen ist!" Trotz amtlicher Miene ist as manchmal auf einer Reise „unter Larven die inzig fühlende Brust". Wieviel Langmut und Ge- >uld muß doch so ein Eisenbahnschaffner aufbringen! Man erhält dann seine Karte bestrichen zurück, it sie sorgsam wieder in die Handtasche und ver- hanzt sich aufs neue hinter der Zeitung. Immer och nicht zum Lesen! Ich tu bloß so und betrachte lir nun erst einmal in Ruhe meine Mitreisenden, 's gibt da gewisse Typen, die in allen Abteilen riederkehren. Ich will einige davon beschreiben> Da ist zuerst der Kreuzworträtsellöser. Ein harm- s»ser Zeitgenosse und angenehmer Mitreisender. Er itzt still, stört nicht, weil er selbst nicht gestört sein vill. Rur manchmal murmelt er leise, wie geistes- bwesend vor sich»hin: „Nordische Gottheit, — nordische Gottheit — nordische---" Wenn Sie ann nett sein wollen, so flüstern Sie — um ihn licht zu erschrecken — „Ase", denn das stimmt. Manchmal, aber sehr selten, gibt es dann im Abteil ine Kreuzworträtsel-AG., und dann ist der Bann ebrochen. Ich hab's aber bisher nur einmal riebt. Dann ist da das erstmalig alleinreisende Mädel, rfrischend durch seine unverhohlene Freude am Iteuen. Es hat Notizbuch und Bleistift zur Hand r für nt 6r Xjp* *. ichWen. , humai'if'teL 5 Sei 7 juii fti® 1 1* '»d * oo'erte 1»> w graut“1* 15 ibr ** k »‘VÄ* ' ' ort a*1 «eher' ' «mV* t bu"8 b«f’> *0 ber S.N| *3*1 3=i|t berS5»™ uf alle Reisegefährten als eine Art Wasserfall, oder ie erschöpft sich an den zunächst Sitzenden mit der P regelmäßigen Abständen wiederkehrenden Frage: ,Verzeihung, ist die nächste Station wohl I?" Durchweg angenehme Mitreisende sind jungier- >iratete Ehepaare, sie sind meist stillvergnügt. mit ' ch selbst beschäftigt. Weniger angenehm sind die Reiseprotzen. Das ini> solche, die so tun, als wären sie nur aus Mit- ird einmal zu den gewöhnlichen Sterblichen in der Wagenklasse herabgestiegen. Sie reifen mit allem haben, d°M W* reid). Dann habe« - zu dampsen, w<««l |inb bie Sinta I m im iroifen au- o» rf l-ichi-r W«1 0T muh Ml y*1. St de" von ®ott sei*“'' 'gen werden. / mbe ^-Expedition. ner der Neusibirisch, daß der Biologe & M Polarstation,, e. er Insel einen Kupj« : des Kapitäns Ji amerikanischen Poll- npsers „Seanetit ", die von amerifar Expedition ausgech- raße den Nordpol r 1879 ausgefahren. L der Nähe der ‘ mb schreibt sich jede Station auf, genießt die schöne Aussicht und die von Muttern und Freundinnen lingepackten Vorräte. Beneidenswert, so ein junger Nagen! Ihre Unterhaltung erstreckt sich entweder dt L-W ul( । / jnate lana in das A ischen Inseln abgeti e- und HenriettfG e orijiett ben Nair djiff (antarn 13. Men unb der P rettet. Aus 1 weiter nach N in booten sorigi a unter Melvili rnndungsarm der L gerettet, während i und mit den 11 & ; hunger erlag. Gri'r ' •n der Polarfahrer j e Gruppe seiner Lr 5 tsandt, die nach E , ich über die EiB i ;nber mit einem \ ,q der ExpMtron t lggehender". Und Sommer ist Reisezeit, ob das Letter nun schön ist, oder nicht. Je nach Tempe- rayrent hat man erst gar keine Lust, oder aber man itzt schon viele Monate vorher über Kursbuch und Wanderkarte. Das Reisefieber kommt auf alle Fälle, und sei es erst am Abend vur dem ersten Ur- aubstag. Das Liebesnest. Von Jtia Eleonore. Im „Seegarten" war Schützenball. Man konnte e schon von weitem hören an dem Geschmetter der Uechmusik und den übermütigen Juchzern der Burschen, die ihre Mädels im Tanz herumschwenkten. 1 Nahezu ganz Fvohberg und der Ramsqau waren i dem großen, tannen- und bändergeschmückten testsaal versammelt. Denn der Frohberger Schüt- moerein feierte sein 50jähriges Bestehen, — da gib es Freibier und „Seegartener Schmankerl" dazu, die bekannt zarten Schweinsbratwürste. Und die ^usik war auch nicht schlecht — es war eine or- fc ntlid) handfeste Tanzmusik, die so kräftige Spaße tnn Nagelschuhen und trinkfesten Männern gewohnt mar. Unermüdlich spielte sie ihre Schottisch und Mfa und Ländler, und die schönen alten Sol- ditenmärsche alle. Die Räder der Mädchenrocke leisten, die weißbestrumpften Füße in Trachten- jsäiuhen stampften und sprangen, daß die Bretter krachten, die Bierkrüge wanderten eifrig hin unb ji)it zwischen Durstigen und Schanktisch, während |bir Lärm und der Qualm immer fröhlicher um die »Nhitzten Gesichter quirlte. I Nur der Wurzer Alois, der rothaarige Sohn vom i&egartenroirt, saß stumm und trübselig dabei und Mihrte sich nicht. Er war kein schlechter Tänzer und hi hätte auch nicht lang zu wählen brauchen unter |bin anwesenden Schönen, denn der „oeegarten hmt) in gutem Ansehen weit und breit. Aber er Wö-nmerte sich um niemand. Wie festgefroren hockte n auf seinem Platz und starrte in den gegenuver- lyifgenben Fensterwinkel. Dort saß die Leermoser- M ristel immer wenn Tanzmusik war, und alle seine M danken galten nur ihr, schon seit den Tagen, als « l'e noch in die Feiertagsschule gingen, öie hatte es Lomals schon arg getrieben mit ihm, obwohl sie ’ hr eine arme Kleinbauerntochter war — ,,elne, •i> nicht einmal ein richtiges Heiratsgut mitkriegt, Mis der alte Wurzer gemeint hatte. Und schließlich N te sie bann auch ben Leermoser Franz genommen, fei Herrn Postsekretär aus Untersee. I Alois seufzte schwer auf in Erinnerung. Dann ht1f er nach bem Bierkrug unb leerte ihn auf einen Bbg. Die Elendszeit war ja jetzt glücklich vorbei. Wir brave Leermvser lag unter der Erde, über an« Ee thalb Jahre schon. Er war an den Folgen einer uchfellentzündung gestorben. Und die Christel Wcr wieder in Frohberg, hübscher und vergnügter ps je. Daß sie nicht kam, die Christel? Alvis schaute sin- zu den Tanzenden hinüber. Er saß jetzt bereits teS2fm »*• rnemPlQnge5. gn b. > »37 Ml ,Qd) dreser Norm o '^t. baß der Senk n m>t Fernseh-Rml , ^kundlgunoen k ' Fernsch-Ruii nhner Bevölk, chm. Der Preis i daß mit einer qro AeUst, möglich^ chh-Rundfunt Hera- die Gebiete u- )bergsSenber Aus der Stadt Gießen Reisende — Mitreisende. .935 L mü $ Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Mittwoch, 27.ZuliM8 „Äomfort": Reisekissen, Hutschachteln, Picknickkvffer, Lorgnon, sie ziehen ihre Handschule niemals aus, sie beanspruchen alles erreichbare Personal, sitzen sehr unruhig, nörgeln an allem herum und duften nach allen Wohlgerüchen Arabiens. „Angenehm" sind auch Raucker im Nichtraucherabteil, und dann die „Zugleme". Im Zuge sitzen wir während der Reise ja alle, aber diese Leute haben ihren Kampf mit dem Luftzug. Da gibt's dann die schönsten Meinungsverschiedenheiten zwischen Lufthungrigen unb Zugleuten, unb manche von ben letzteren gehören schon zu bem Typ, ben einmal einer meiner Mitreisenben mit bem Namen „Reiseekel" beehrte. Natürlich erst, als er ausgestiegen war! Soll ich noch von 'den kleinen unb kleinsten Mitreisenden erzählen? Ach, die lieben kleinen Plappermäulchen, denen auch die Einsieblerkrebse unter ben Reisenden gerne zuhören, die der Sonnenschein des ganzen Abteils^sind! Aber ach, die unerzogenen Rangen, die verwöhnten Kleinkinder, — o weh, es fliehen nicht nur die Junggesellen! Doch, ich habe genügend studiert hinter meiner Zeitung, nun will ich sie endlich — lesen. M. D. Die „Bauernschä'nke" bei der Viehverfieigerungshalle Rhein-Main. In ben vergangenen Wochen ist unmittelbar neben ber großen Viehversteigerungshalle Rhein- Main auch bie „Bauernschänke" entstauben, bie voraussichtlich im September ihrer Bestimmung übergeben werben kann. Die Schänke steht im rechten Winkel zur Versteigerungshalle, so dnß bie Marktanlage nun einen sehr geschlossenen Einbruck macht. Das Haus bietet sich in harmonischen Verhältnissen bar unb macht mit seiner Fachwerkkonstruktion einen ausgezeichneten Einbruck. Unser Bilb zeigt bie Bauernschänke im gegenwärtigen Bauzustanb — im Hintergrunb bie Viehversteigerungshalle. (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) ■r X X V ... '■ 'M '/ Aus den Gießener Gerichtssälen. Vezirksschöffengericht Gießen. Im Juni vorigen Jahres war ber H. H. aus Effen-Borbeck im Kurlazarett in Wiesbaden. Nach- bem er bort entlassen wurde, hatte er noch einige Tage Urlaub. In dieser Zeit mietete er sich in einem Wiesbadener Hotel ein, das er aber nach zwei bis drei Tagen verließ, vhne seine Zeche bezahlt zu haben. Obwohl er kein Geld mehr hatte, mietete sich ber Angeklagte, nachdem er zwei Nächte bei einem Bekannten geschlafen hatte, bei der Frau L. ein und wohnte dort drei Tage. Auch diese Wohnung verließ er wieder ohne Bezahlung. Nachdem es ihm endlich gelungen war, in Mainz 5 RM zu erhalten, damit er zu Verwandten fahren konnte, reifte er über Frankfurt zu diesen nach dem Vogelsberg. Er bat sie aber nicht um das Fahrgeld nach seinem damaligen ständigen Aufenthaltsort, sondern sagte ihnen, daß er seinen Urlaub bei ihnen verbringen wollte. Am Tage nach seiner Ankunft öffnete er, als seine Verwandten nicht zu Hause waren, deren Weißzeugschrank mit einem Schlüssel und entwendete aus einer Kassette in bem Schrank 540 NM., einen golbenen Ring unb ein oergolbetes Anhängsel. Seinen Verwanbten feilte er später mit, baß er in Frankfurt seine Koffer holen wollte; bar= rauf fuhr er fort, um nicht roieber zurückzukehren. Der Angeklagte verstaub es, innerhalb weniger Tage bas sauer verdiente Geld seiner Verwandten zu vergeuden. Zuerst fuhr er nach Frankfurt, kleidete sich dort neu ein und verbummelte mit einigen anderen eine ganze Nacht. Hierauf fuhr er nach Hanau, um einen Bekannten zu besuchen. Er mietete sich dann in einer Wirtschaft in Klein-Stein- heim ein und trug sich als v. Sp. in den Meldebogen ein. Nachdem er zwischendurch wieder einen Tag in Frankfurt verbracht hatte, machte er in Hanau einen neuen „Schlag", zuerst in einer Kantine und dann im Sperlingshaus. In letzterer Wirtschaft allein belief sich die Zeche auf etwa 100 RM. Aber schon hier hatte der Angeklagte kein Geld mehr, unb er bat bie mit ihm Zechenben, obwohl sie von ihm eingelaben waren, boch für ihn zu bezahlen, ba er kein Gelb mehr bei sich habe. Diese zahlten benn auch im Glauben, baß H. ihnen bas Gelb aurücferftatten werbe, was aber nicht geschah. Da bas gestohlene Gelb nun alle war, stellte ber Angeklagte sich ber Polizei, bie ihn zu seinem damaligen ständigen Aufenthaltsort zurückbrachte. Nachdem er dort aus der Untersuchungshaft entlassen worden war, fuhr er nach Hause. Aber auch dort blieb er nicht lange. Nachdem er nicht nur eigene Sachen, sondern auch solche 'einer Eltern verkauft hatte, trieb er sich wieder herum. Dabei verging er sich abermals gegen bas Gesetz, so baß er in Mainz erneut in Untersuchungshaft genommen werben mußte. Gerabe biefer Umstand, daß der Angeklagte nicht versuchte, ein geordnetes Leben anzufangen, sondern abermals straffällig wurde, zeigte dem Gericht, daß nur eine strenge Strafe geeignet sein kann, ihn wieder auf den richtigen Weg zu bringen. Das Gericht verurteilte ihn wegen schweren Diebstahls und wegen Betrugs in zwei Fällen zu einer Gesamtgefängnis strafe oan neun Monaten. * Außerdem hatte sich noch der H. R. aus Sontra wegen schwerer Urkundenfälschung in Tateinheit mit Betrug zu verantworten. Der Angeklagte hatte in drei Fällen als Vertreter Bestellscheine auf Waren ausgestellt und mit Namen unterzeichnet, ohne hierzu beauftragt zu sein. Für diese angeblichen Bestellungen erhielt er von seiner Firma eine Provision von 48 RM. Der Angeklagte gibt an, aus Not gehandelt zu haben. Da ihm dies nicht widerlegt werden konnte, verurteilte ihn das Gericht unter Zubilligung mildernder Umstände zu einer Gesamt- gefängnisftrafe van zwei Monaten. Große Strafkammer Gießen. Gestern hatte sich der A. Ä. aus Nieder-Bessingen vor der Großen Strafkammer wegen schweren Diebstahls im Rückfall zu verantworten. Der Angeklagte, der im Jahre 1934 arbeitslos wurde, benutzte seine freie Zeit, anstatt sich um Arbeit zu bemühen, zu ausgedehnten Diebesfahrten in die nähere unb weitere Umgebung. So machte, er den ganzen Vogelsberg und die Wetterau unsicher, er erstreckte feinen „Wirkungskreis" sogar bis weit in bas Hinterlanb. Er nahm von zu Hause eine ansehnliche Menge Diebeswerkzeuge mit, bie er unterwegs nach unb nach vervollstänbigte. Dem Angeklagten konnten sieben schwere Einbruchsbiebstähle sowie ein einfacher Diebstahl unb ein versuchter schwerer Diebstahl nachgewiesen werben. Besvnbers gravie- renb war ein Fall in Homberg a. b. Ohm, wo er ein Juweliergeschäft restlos ausplünberte. Der Angeklagte war in ber gestrigen Hauptverhandlung vollkommen geftänbig unb behauptete, aus wirtschaftlicher Not gehandelt zu haben. Diese Einlassung wurde ihm vom Gericht jedoch nicht geglaubt, da er einfach alles stahl, was nicht niet» und nagelfest war, obwohl er für die gestohlenen Gegenstände teilweise gar keine Verwendungsmöglichkeit hatte. Da ber Angeklagte seit zwei Jahren ein orbentliches Leben führt unb in vollem Umfange geftänbig war, billigte bas Gericht ihm noch einmal mildernde Umstände zu, so daß er am Zuchthaus vorbeikam. Immerhin hielt die Kammer mit Rücksicht auf bie außerordentliche Schwere ber einzelnen Fälle eine exemplarische Strafe für not» menbig und erkannte auf eine Gesamtgefäng» nisftrafe von vier Jahren. Sechs Monate ber Untersuchungshaft kamen in Anrechnung. * Die nächste Anklage wegen Unterschlagung im Amt und Urkundenvernichtung richtete sich gegen ben P. St. aus Großen-Linden. Der Angeklagte, ber als Posthelfer beschäftigt war, bestellte Nachnahmepakete schon vor bem Zeitpunkt, an bem biese eigentlich zur Austragung kommen sollten, unb steckte bie Nachnahmegebühren in feine Tasche. Diese Fehlbeträge beckte er mit Gelbeingäugen aus späteren Zustellungen; so stopfte er ein Loch mit bem anbern. Zur Verheimlichung dieser Manipulationen änderte er, entsprechend seinen Betrügereien, die Eingangsdaten ab, so daß er dieses' Spiel eine ganze Weile unentdeckt fortsetzen konnte. In seinem Bestreben, feine Verfehlungen zu vertuschen, ließ er sich auch noch dazu hinreißen, drei Paketkarten zu vernichten. Der Angeklagte war restlos geständig und gab zu seiner Entschuldigung seine wirtschaftliche Not an. Da tatsächlich festgestellt werden konnte, daß der Angeklagte in sehr traurigen wirtschaftlichen Verhältnissen lebt und auch in seiner Familie großes Pech gehabt hat sowie mit Rücksicht auf sein Geständnis erkannte das Gericht auf die gesetzliche Mindeststrafe von einem Jahr Zuchthaus. Trotz der Geringfügigkeit ber unterschlagenen Beträge mußte auf eine Zuchthausstrafe erkannt werden, da der Angeklagte als Beamter im strafrechtlichen Sinne anzusehen ist. Immerhin empfahl das Gericht, mit Rücksicht auf die besonders gelagerten Verhältnisse, die Einreichung eines Gnadengesuches. Dornotizen. Tageskalender für Mittwoch. Gloria-Palast (Seltersweg): „Manuel". bei ber dritten Maß Bier, unb braufeen ftanb ber gute Wein umsonst auf Eis, — weil sie ihm so bestimmt zugesagt hatte für heute abenb. Ob ba nicht am Enbe ein anberer daran schulb war, bafe sie nicht kam? Der Krumbichler Lenz vielleicht ober ber Sonnleitner Hansl? Er hatte bie zwei ben ganzen Abenb noch nicht gesehen. Unb ber Sonnleitner war ja besonders hinter ihr her, seit sie Witwe war. Das war überhaupt so ein Schleicher, ber es ganz fein anfing mit zuckrigen Reben unb kleinen Angedinben — manche Dirn war schon barauf hereingefallen. Mit einem roütenben Ruck ftanb Alois auf unb schob sich burch bie Tanzenben. Nach rechts unb nach links spähend durchwanderte er ben Saal, obgleich er vor kurzem erst bie Christel gesucht hatte. Er fanb sie auch diesmal nicht. Unb ber Hansl fehlte auch. Von eifersüchtigen Ahnungen verfolgt, ging er ins Haus unb holte seinen Hut, benn zu ben Feiertagshosen gehört für einen richtigen bayrischen Burschen ber grüne Festhut, auch für ben kürzesten Weg. Unb weit hatte er ja nicht zu gehn. Die Christel bewohnte zwei hübsche, ebenerdige Stuben in einem Gärtnerbaus, das auf einer Anhöhe über bem See lag. Als kurz nach bem Tob ihres Mannes ihr Bruber baheim den Hof übernahm, hatte sie sich hier eingerichtet — „auf einen gemütlichen Lebensabend", wie sie manchmal sagte. Das Haus lag in Dunkelheit, als Alois ankam. Ueber dem schwach schimmernden Mauergeviert und schwarzem Gebüsch ruhte der Sternenhimmel frjed- fam klar. Alois ftanb am Zaun, unschlüssig hin- überspähenb. Recht schön war es hier, so still, so ungestört — wie geschaffen für ein Liebesnest! Vorsichtig drückte er die Klinke ber Gartentür nieber, sie war unverschlossen unb gab nach. Auf her Rasenkante bes Kiesweges pirschte er sich zum Haus hin. Nach einigen Schritten bemerkte er, bafe eines ber Fenster offen ftanb unb blieb stehen. Eine Weile hörte er nichts, als feinen hämmernben Herzschlag. Dann ging eine Tür drinnen, eine weibliche, sanfte Stimme sprach halblaut — Alois reckte hor- chenb ben Kopf — es war bie Christel, bie brin- nen sprach: „Du bist aber heut spät kommen, Hansl! Wo warst benn so lang? Schau, is ja schon Nacht ..." Alois ftanb da, als hätte ihn ber Schlag getroffen. Er horchte immer noch mit angehaltenem Atem, obwohl es roieber ganz still geworden war. Erst die Schritte eines späten Wanderers verscheuchten ihn aus dem Garten. Er bog in den Uferroeg ab, nur für ein paar Minuten, bann trieb ihn die Eifersucht zurück. Hansl, hatte sie gesagt zu dem Lackl, zu dem windigen. Hansl! Und wie lieb und süß! Er ballte die Fäuste und holte tief Atem, wie vor einem Kampf. Aber wart nur ein disserl, dachte er, wart nur, bis ich dich erwisch! ... Und er schwelgte in rachelüsternen Vorstellungen, wie er den Sonnleitner Hans schlagen würde, bis er sich nicht mehr rühren konnte. Es war sein einziger Trost in den langen Stunden dieser Nacht, während er wieder und wieder das Haus umschlich. Denn das mißgünstige Schicksal wollte es, daß er der Wartende blieb. Im Morgengrauen verließ er endlich den Platz seiner, erfolglosen Nachtwache, um nicht noch von Frühaufstehern etndeckt und zum Leutespott zu werden. Auf dem Heimweg schwor er sich, nicht mehr ein Wort mit der Christel zu reden, wo er ihr auch begegnen sollte. Es würde ihm schwer fallen, aber es mußte sein. Sie sollte merken, daß er ein.ganzer Kerl war, ein Mann mit Grundsätzen. Um die Härte diests mannhaften Vorsatzes wenigstens für diesen Tag etwas zu lindern, legte er sich sofort schlafen. Er schlief trotz seines Liebeskummers bis zum späten Nachmittag. Dann überfielen ihn die Nachwehen der eifersüchtigen Wut mit doppelter Wucht. Dagegen gab es für den Alois nur ein Mittel: Rauchen! Ein paar recht dicke Zigarren qualmen. Die Rauchwaren im „©eeqarten" hatte der sparsame Vater zur Kontrolle im Nebenzimmer der Gaststube aufbewahrt. Und dort wartete seit einer geraumen Weile die Versuchung seiner Charakterfestigkeit in Gestalt der Leermoser Christel. Rosig und gutgelaunt, in einem fröhlich gemusterten Kleid, saß sie auf der Fensterbank, ganz allein. „Bist bös auf mich?" fragte sie, weil er nach kurzem Gruß an ihr vorbei auf den Rauchwarenschrank zusteuerte. „Schau, es tut mir ja selber leib, aber ich hab net kommen können, gestern. Ich hab' meine Tanzschuh' zum Besohlen geben unb hab immer gewartet barauf, unb wie ich bann nachfragen 'gangen bin, war er net einmal daheim, ber Schuster. Hätt' ganz vergessen darauf über seiner Festred', sagt mir bie Hanni. Weil er boch einer von ben ältesten Mitgliebern ist vom Schützenverein. Und ba kannst bir boch benfen, daß man ..." „Ist schon gut", unterbrach er sie. „Is schon lang vergessen, reben wir nimmer brüber!" Er hatte sich umständlich seine Zigarre angezündet und ging nun zum Schanktisch, ohne sie anzusehen. Mit sinnlosem Eifer begann er Bierflaschen unb Gläser von einer Seite auf bie andere zu räumen. Die Christel betrachtete ihn lächelnd. „Mir is' recht. Ich bin auch net deswegen kommen, ich wollt' dich was fragen, Alois" ... sie wartete einen Augenblick, doch er sah nicht auf. „Weißt, ich möcht mein zweites Zimmer vermieten an Sommerfrischler und da hab ich gemeint, wenn einmal wer nachfragen sollt' bei euch, könntest mir doch Leute heraufschicken!" „So so, hast gemeint!" Seine Stimme klang heiser. Die Gläser fingen an bedrohlich zu klappern unter seinen Fingern. „Hast an mich gedacht, ausgerechnet an mich!" — „Freilich, kommen doch soviel' Leut' zu euch. Aber weißt, die Geschicht hat nämlich einen Haken ..." „Freilich, dein Hansl ..." „Ah, das weißt schon?" Sie lachte. Alois starrte sie verblüfft an. Sie lachte wahrhaftig. Sv eine ausgeschämte Person! Sie machte gar kein Hehl aus ihrem Lebenswandel — im Gegenteil, sie freute sich auch noch, daß er davon wußte. Er beugte sich vor, als wollte er zum Schlag aus- holen. „Wird's dir net leid tun, wenn du's ausräumen mußt, dein Liebesnest?" „Das will ich ja grab net", rief sie schnell, „deswegen bin ich ja zur dir kommen. Du mußt mir die richtigen Leut schicken, bie sich net baran stören. Ist boch auch nix dabei! Weißt, wenn man's einmal gewöhnt is, merkt man's fast nimmer, bafe ba ein Schwalbennest ist ..." „Ein Schwalbennest?" „Freilich, bas Nest vom Hansl boch! Er war einer von ben Ersten, ber zu bauen angefangen hat unb gerab’ bei mir über bem Ofen, und ich hab mir noch denkt ..." Aber sie kam nicht dazu, ihm zu erzählen, wie abergläubisch froh sie den Nestbau des kleinen Vogels beobachtet hatte und wieviel Freude sie erlebt hatte an ihrem Hansl, der seitdem so allein hauste, wie sie selbst. Denn der Alois war plötzlich in ein schallendes Gelächter ausgebrochen. Wie ein Verrückter lachte er, als wollte er gar nicht mehr aufhören. Aber was er sich alles fortlachte, verriet er ihr erst später, als sie sich einig waren darüber, bafe sie sich künftig keine Sorgen mehr zu machen brauchte, wenn sie einmal seine Wurzerin war. „Da kannst bann Schwalbennester haben, grab mehr wie genug, unb ich werb' auch barauf schauiU, bafe sie's im Seegarten gut haben, bie Schwalben", versprach er ihr. Damit war bie Christel zufrieben, . . „benn wo bie Schwalben hausen, ba wohnt bas Glück!" meint sie. Das glaubte ber Alois auch gern. Er sagt es heute noch jebes Jahr, wenn bie Schwalben kom« men. Unb er weiß auch warum... 14: Wirtschaft Verleihung von HL -Ehrenzeichen Aus der engeren Heimat 9. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) Noch am Morgen des Mittwochs mar Gisela Mertens entschlossen, sich zu dem Stelldichein unter keinen Umständen einzufinden. Wie hatte sie sich auf diesen Unsinn einlassen können! So tief war man denn doch noch nicht gesunken, daß man sich einem wildfremden Menschen an den Hals werfen mußte, daß man Ge- aer des der Straße DHE übernimmt allein bte- Wegemarkierung in Oberhessen. LPD. Schotten, 26. Juli. Seit Jahren hat sich der BogelsbergerHöhen-Club (VHC.) um die Markierung der Wanderwege in Oberhessen, insbesondere im Vogelsberg und in der Wetterau, große Verdienste erworben. In manchen Gegenden wurde die farbige Wegemarkierung aber auch von anderen Wanderinteressenten ausgeführt. Nunmehr hat, wie der Haupt- norstand des VHC. mitteilt, der Reichsstatthalter in Hessen — Landesregierung — dem VHC. für das Wandergebiet in Oberhessen das alleinige Recht zur Anbringung von farbigen Wegebezeichnungen in den Staats- und Gemeindewaldungen widerruflich gewährt. Landkreis Gießen. * Heuchelheim, 27. Juli. Als der Landwirt Wilhelm Rinn gestern vormittag mit seinem Kuhfuhrwerk ins Feld fahren wollte, verunglückte er dadurch, daß die Kuh wild wurde. Der bedauernswerte Mann erlitt dabei Kopfverletzungen und einen Beinbruch, so daß er nach Gießen in die Klinik gebracht werden mußte. ch A l l e n d o r f (Lahn), 26. Juli. Wie von einigen Nachbarorten aus am Samstag größere Scharen von Störchen beobachtet wurden, so waren auch in der Nähe unseres Dorfes 14 Störche zu sehen, die unser Dorf überflogen und sich bann auf einem benachbarten Wiesengrund niederließen. <5p Beuern, 26. Juli. Der Schmiedemeister Wilhelm Krämer von hier fuhr gestern mittag mit seinem Lehrling auf einem Motorrad in Richtung Reinhardshain. Infolge Reifenbruchs an der Maschine stürzten beide im Walde in der Nähe von Geilshausen. Während der Lehrling zum Glück glimpflich davonkam, mußte der Meister wegen seiner Verletzungen mit dem Auto nach Der Re-ichsjugendführer Baldur von Schirach verlieh am 1. Juli 1938 im Bereich des Bannes 116 (Wetterau) nachstehenden Jgg. das H I. - Ehrenzeichen: Fritzheinz Köhler, Rodheim v.d. H.: Heinrich Heinz, Nieder-Rosbach; Erich Hellmes,Gam- bad); Heinz Ludo rf, Bad-Nauheim: Harry Jacobi, Nieder-Rosbach: Karl Behau, Nieder- Wöllstadt; Erwin Bender, Griedel: Otth Henninger, Obbornhofen: Gustav Becker, Stangenrod: Willi Block, Obbornhofen: Rudolf Bornmann, Trier; Willi Büttel, Gießen: Alfred Guth, Bad-Nauheim; Helmut Guckes, Gießen: Alfred Mauer, Friedberg; Rudolf Damm, Ober-Eschbach; Helmut Schröter, Bönstadt; Wilhelm Lang, Bönstadt: Wilhelm Kröll, Bönstadt; Hans Jacobi, Holzhaufen; Bernhard Flohr, Holzhausen; Otto Ludwig, Gießen; Ewald Watz, Großen-Linden; Kurt Lauer, Hungen; Erich Reitz, Inheiden; Ludwig Reitz, Inheiden; Günter Wilhelm, Inheiden; Otto Seipp, Lollar; Karl Trätsch, Münzenberg; Hans H e i e t t, Darmstadt; Willi Größer, Großen-Linden; Alfred Geißler, Dorf-Gill; Karl Müller, Dorf-Gill; Wilhelm Lotz, Allendorf; NS.-Gemeinschaft „Äraff durch Freude". Omnibusfahrk zum Grohflugtag am 31. Juli 1938 in Frankfurt a. 2H. Am Sonntag, dem 31. Juli, findet auf dem Weltflughafen Rhein-Main ein Großflugtag statt, bei dem sich folgende Flieger zeigen werden: Fieseler Storch, zum erstenmal in Frankfurt a.M.; Feldwebel Falderbaum, Deutscher Meister im Geschicklichkeitsmotorflug 1938; Lochner — Graf von Hagenburg — Olzmann, die deutsche Kunstflugkette; Flugkapitän Hanna Reitsch — Heini Dittmar, Geschicklichkeitsflug im Segelflugzeug; Massenfallschirmabsprung, großes Tagesfeuerwerk. Fahrpreis einschl. Eintritt RM. 5,—. Abfahrt um 12.00 Uhr am Haus der DAF. 4987 D Zusammenfassung der Bestimmungen über das Arbeitsbuch. Die grundlegenden Bestimmungen über das Arbeitsbuch sind in einem 36 Seiten umfassenden Heft „Die Vorschriften über das Arbeitsbuch" zusammen- aestellt worden. Betrieben, Haushaltungen, Organi- sationen und Verwaltungen wird durch dieses als amtlicher Sonderdruck erscheinende Heft die Möglichkeit geboten, sich über den gegenwärtigen Stand der Arbeitsbuchbestimmungen eingehend zu unterrichten. Das Heft wird zum Selbstkostenpreis von 20 Rpf. Gemeinderat in (Schotten. * Schotten, 26. Juli. In seiner gestrigen Sitzung sprach sich der Gemeinderat dahin aus, daß alljährlich einige Straßen der Stadt mit Kleinpflaster versehen werden. Bei dem zunehmenden Kraftfahrverkehr und der damit verbundenen Staubentwicklung ist die Pflasterung auch im Interesse der Stadtverschönerung eine dringende Notwendigkeit. Für dieses Jähr find die Ludwig- straße und der sogenannte Ballonplatz vorgesehen. Die Pflasterung wird sofort ausgeschrieben und in nächster Zeit durchgeführt. Die Stadt kann unmöglich die Kosten allein auf sich Übernehmen und muß, da die Pflasterung auch im Interesse der Anlieger liegt, einen Teil der Kosten, und zwar 2/«, nach den gesetzlichen Bestimmungen auf die Anlieger ausschlagen. Zwei hinter Gisela. Vornan von Hans Hirthammer. Urheberrechtschutz Verlag Oskar Meister, Werdau/Sa. Sudetendeutsche Wein IW Ws sS'k . ®iei Ml RS 1S; 'm rvejM nun b ist D? Kei HM fühle heuchelte und sich verkaufte, um sein Ziel zu erreichen. Aber die Tücke des Zufalls wollte es, daß gerade an diesem Tag Herr Hasselschwert in einer besonders schlechten Laune war. Es war reineweg der. Teufel los. Fräulein Hinterhuber, auf deren breite Schultern schon am Vormittaa ein Donnerwetter mit Blitz und Hagel niedergeprasselt mar, schlich umher wie ein ausgehungerter Löwe und fauchte l/nheildrohend, o oft Herr Hasselschwert sich nur von ferne sehen ließ. Auch Weißfloh hatte schon seinen wohlgemessenen Teil erhalten und kam aus dem Stottern nicht heraus. Gleich nach der Mittagspause — Gisela hatte ein langes Diktat zur Unterschrift vorgelegt — brach, auch über sie das Unheil herein, nur weil sie nach Hassel- schwerts Ansicht einige Satzzeichen nicht richtig ein* gefügt und weil sie ein paar Wendungen, die ihr unmöglich erschienen waren, durch bessere ersetzt hatte. Herr Hasselschwert schrie, tobte, hüpfte wie ein Gummimann auf seinem gepolsterten Sessel auf und nieder. „Unverschämtheit, Schweinerei — tolle Wirtschaft!" das waren noch die harmlosesten Ausdrücke, die Gisela zu hören bekam. Das wäre aber alles noch zu ertragen «gewesen. „Man sagte mir, daß Sie sich in Ihrer Freizeit noch nebenberuflich betätigen. Da ist es freilich keii Wunder, daß Ihre Leistungen im Büro zurückgehen. In Zukunft hört das auf, haben Sie verstanden? Sie haben sich ausschließlich der Arbeit zu widmen, für die Sie bezahlt werden, und wenn Ihnen das nicht paßt, dann können Sie gehen." Als Herr Hasselschwert sich endlich ausgetobt hatte, durfte sie an ihre Schreibmaschine zurückkehren. Den Brief mußte sie noch einmal schreiben. Babett Hinterhuber hatte reichlich zu tun, bis es ihr gelungen war, das hemmungslos schluchzende Mädchen einigermaßen zu trösten. ,Hch habe da noch eine dringende Sache. Sie können doch etwas länger bleiben?" „Nein!" sagte Gisela. „Es tut mir leid, ich habe etwas Wichtiges zu erledigen!" Sie staunte selbst über ihre Entschlossenheit. ..So?" sagte Hasselschwert schnaubend und rollte seine Froschaugen. Gisela machte sich auf etwas Schreckliches gefaßt, aber — es geschah nichts. „Gut, dann gleich morgen früh!" sagte Herr Hasselschwert und ließ sie gehen. Herr Weißfloh, getrieben vom Mitleid seines fühlenden Herzens, wollte Gisela auf dem Nachhauseweg begleiten, wie er es schon mehrmals ge» 1 tan hatte. Für ein voraussichtlich am 1. Oktober hier zur Errichtung kommendes Lager RAD. werden die städtischen Wiesen an ' nach Rudingshain—Michelbach zur Verfügung ge- stellt, auch den vom RAD. gestellten Bedingungen wird entsprochen. . Die Errichtung des HI.-Heimes wird vorwärts getrieben. Als Platz hierfür ist bas Grund- stück am Eingang zum Auweg über der neuen Siedlung vorgesehen. 5 Uhr: Frühmusik. 5.45: Ruf ins Land. 6: Gym- nastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8-ll): Gymnastik. 8.30: Bäderkonzert. 9.40: Kleine Ratschlage für Küche und Haus. 11.45: Volk und Wirtschaft. 12: Mittagskonzert. 12.40: Reichssendung: Deutsches Turn- und Sportfest Breslau 1938. Rückblick auf die Vormittagskämpfe des zweiten Tages. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert (Fortsetzung). 14: Nachrichten. 14.15: Musikalische Kurzweil. 15: Für unsere Kinder. 16: Nachmittagskonzert. 18: Unsere Kolonien. Deutsche in der Fremde. 18.10: Der fröhliche Lautsprecher. 19: Reichssendung: Tao der Wettkämpfer. Rückblick auf den zweiten Hauptfesttag des Deutschen Turn- und Sportfestes Breslau 1938. 20: Nachrichten. 20.15: Neue deutsche und englische Unterhaltungsmusik. 21: Bismarck siegt bei Nikolsburg. Ein Hörspiel zum 40. Todestag Bismarcks (29. Juli). 22: Nachrichten. 22.30: Unterhaltung und Tanz. 24 bis 3: Nachtmusik. Drückende Hitze laste Unbarmherzig schickt Ltrahlen vom blauen lörmlich im häuserm Mait weich werden I sam geregelt ohne Ur S geschmückten v anner, mit gol unb unbewegt. Alles [ein Windhauch schas die Menschen nicht durch die Straßen, s durcheinander und t in Breslau etwas. 211 freut sich, nimmt nie er falsch über die Str Mgen in eine der u; Erich Mohr, Garnboch; Hans Stehr, Pohl- Göns; Ernst Jacobi, Holzhausen; Wolfgang Hering, Friedberg; Heinz Herzberger, Friedberg; Paul Schwab, Friedberg; Alfred Blecher, Rodheim; Heinrich Laube r, Obbornhofen; Karl Diehl, Ettingshausen; Otto ^Pfeffer, Grünberg: Fritz Zinn, Treis; Georg Wilhelm, Nieder-Erlenbach; Albert Faulstich, Okarben; Ludwig Christ, Griedel; Ludwig Bender, Griedel; Eugen Gärtner, Nieber-Weisel; Hans Rappili, Butzbach; Wilhelm Kißler, Butzbach; Willi Nickel, Butzbach; Hugo Koppel, Rodheim; Heinrich Sch aller, Nieder-Esch- bad); Heinrich Hieranjeni, Groß-Karben; Heinrich Bull mann, Nieder-Rosbach; Heinrich Blecher, Nieder-Rosbach; Wilhelm Welter, Nieder-Rosbach; Arthur Beute, Gießen; Ludwig Dörr, Gießen; Friedel Cüsters, Gießen; Wolfgang Weerth, Gießen; ''Karl Sturm, Gießen; Helmut Schmidt, Gießen; Hermann Lynker, Gießen; Adolf E m s b a ch , Gießen. Diese Jgg. werden ersucht, ihre genaue Anschrift bis spätestens 2. August an den Leiter der Personalstelle des Bannes 116 mitzuteilen. -*i md zum Fr Wn im Lause des Necho-Slowalei ein1 [ren haben alle Hand fierten Breslauer ; Mt den braven Stijn, und ihre linii 'ia« von innen Wir i Äb“Aä'*9'n «ich 6 ! hi. e M«6 °°r n,e Wagenfenster hrrf- ^En.MeilenZ E Zug in die Bah wnnschasien Wen LpK erften Smä ! ti?‘ «w für bi« ÄtyJ ganzes voll- ftei fiuMf schilp |S"M Hause gebracht und in ärztliche Behandlung gegeben werden. △ Hungen, 26. Juli. Beim Lehmgraben in der Grube der Dampfziegelei Hungen stieß man am gestrigen und am heutigen Tage auf eine Anzahl Knochenfunde, beren Bergung sofort sicher- gestellt wurde. Da in der Nähe der Ziegelei der Feldheimer Wald liegt, und dort das in früheren« Zeiten untergegangene Dorf Feldheim seinen Platz hatte, nimmt man an, baß es sich bei den jetzigen Knochenfunden, die gut erhalten geborgen werden konnten, um die Ueberrefte von Bestattungen auf dem damaligen Friedhof des Ortes Feldheim handelt, vielleicht auch um Gebeine von Soldaten aus der Zeit Napoleons. Kreis Schotten. * (Sd) ott en, 26. Juli. Der Arbeiter Karl Spa. mer kam auf feinem Arbeitsplatz in der Nähe von Niederaula so unglücklich in den Bereich eines Auf- zuges, daß er auf der Stelle totgebrückt würbe. Kreis Wetzlar. Hl Wißmar, 26. Juli. Am Eommenben Samstag besteht bie hiesige Filiale ber Zigarrenfabrik von Rinn & Cloos feit 40 Jahren. Dieses Jubiläum soll in einer Betriebsfeier festlich begangen werben. rir , * Dutenhofen, 26. Juli. Der Kraftfahrer Joachim Balser aus Wetzlar stürzte hier mit seinem Motorrab so unglücklich, baß er mit einem Schlüsselbeinbruch unb Hautabschürfungen nach Gießen in bie Klinik gebracht werben mußte. bei Abnahme von weniger als 10 Stück, 15 Rpf. bet Abnahme von 10 und mehr Stück, zuzüglich Porto von der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung unb Arbeitslosenversicherung, Büro Veröffentlichungen, Berlin-Charlottenburg 2, Harbenbergstraße 12, Postscheckkonto Berlin NW 7, Nr. 4096, abgegeben. * Donnerstag, 16.42 Uhr, Ankunft unserer Pimpfe. Die Gießener Pimpfe, bte sich gegenwärtig noch auf ihrer Hessen-Nassau-Fahrt befinben, kehren am morgigen Donnerstag um 16.42 Uhr mit Sonberzug von Limburg kommend hierher zurück. ^Runbfunfprogramm Donnerstag, 28. Juli. nen meist leicht ab. Dagegen lagen Kommunal-Umschuldung eine Kleinigkeit höher mit 94,85 (94,75). Das Pfandbriefgeschäft war gering, Liquidationswerte zogen z. T. weiter ym 0,13 v. H. an. Stadtanleihen und Staatspapiere notierten zumeist unverändert, während Industrie-Obligationen uneinheitlich blieben; niedriger erneut 5 v. H. Eisenbahn- Bank mit 80,25 (81). Der Freiverkehr war nahezu . geschäftslos, einige Umsätze erfolgten in Dingler Maschinen zwischen 88,50 bis 89 (90). Abendbörse still. An ber Abendbörse herrschte auf nahezu allen Gebieten ausgeprägte Geschäftsstille. Die Haltung war gegen den teilweise etwas erholten'Mittagsschluß wenig verändert, wenngleich sich nicht alle notierten Kurse ganz behaupten konnten. Bei Min- destumsatz notierten IG. Farben mit 151,50 (151,75). Montanwerte konnten sich vorwiegend behaupten, Mannesmann jedoch 0,25 v. H. leichter mit 108,50, dagegen Rheinstahl 141,50 (141), ferner Hoesch lOy^O (109,25), Verein. Stahl unverändert 103,75, ebenso Buderus mit 112. Bei Maschinenaktien erfolgten zumeist Herabsetzungen; MAN. 125 (127), Demag 140 (141), Moenus 126 (126,50), Rhein- metall 128,25 (128,50), BMW. 144,50 (145), Adler unverändert 109,50. Sonst notierten u. a. Scheibeanstalt mit 222, Bemberg mit 130, Gesfürel mit 133,50, «Schlickert mit 165, VDM. mit 167, Bekula mit 152, Deutsche Erdöl mit 126,25 (126,75) unb Licht unb Kraft mit 135 (135,25). Bankaktien kamen wie mittags zur Notiz. Der festverzinsliche Markt lag gleichfalls überaus ruhig. JG.-Farben- Bonds unverändert 121,50, Dekosama II unverändert 152,13, ferner im Freiverkehr Kommunal-Um- fchuldung unverändert 94,85. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 26. Juli. Auftrieb: KälbV 821 (gegen 766 am 19. Juli), Hämmel und Schafe 120 (99), Schweine 3957 (4201). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Kälber a) 62 bis 65 (62 bis 65), b) 55 bis 59 (55 bis 59), c) 43 bis 50 (44 bis 50), d) 35 bis 40 (35 bis 40). Hämmel b2) 46 bis 48 (46 bis 50), c) 42 bis 45 (42 bis 45), d) 36 bis 40 (34 bis 38). Schafe a) 39 bis 42 (39 bis 42), b) 33 bis 38 (33 bis 37), c) 28 bis 32 (26 bis 30). Schweine a) 60 (60), bl) 59 (59), b2) 58 (58), c) 56 (56), d) 53 (53). Sauen gl) 57 (57). Marktverlauf: Kälber und Schweine zugeteilt, Hämmel und Schafe mittelmäßig. Gießener Schlachtviehniarlt. Zum gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtviehverteilungsmarkt) in der Viehoersteige- runqshalle Rhein-Main in Gießen wurden 3 Ochsen, 8 Bullen, 32 Kühe, 23 Färsen, 100 Kälber, 244 Schweine, 2 Schafe aufgetrieben. Preise: Ochsen 43 Pf., Bullen 37 bis 42, Kühe 23 bis 42, Färsen 35 bis 43, Kälber 35 bis 61, Schafe 40 Pf. je Pfund Lebendgewicht. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgende Preise bezahlt: Klasse a) (150 kg und mehr) 1,18 Mark, bl) (135 kg bis 149,5 kg) 1,16, b2) 120 bis 134,5 kg) 1,14, c) (100 bis 119,5 kg) 1,10, d) bis f) (unter 100 kg) 1,04, gl) und i) (fette Specksauen und Altschneider) 1,12, g?) und h) (andere Sauen und Eber) 1,08 Mark. Marktverlauf: Großvieh und Schweine zugeteilt. Schafe und Kälber lebhaft. Alles ausverkauft. Mein-Mainische Börse. Mitlagsbörse: Aktien zumeist schwächer. Frankfurt a. M., 26. Juli. An der Börse hielt die Geschäftsstille in vollem Umfange an; es herrschte allgemein Zurückhaltung, da Anregungen fehlten. Insbesondere ist die Beteiligung der Kundschaft zur Zeit äußerst schwach. Der Aktienmarkt lag überwiegend etwas schwächer, da dem nur in kleinem Umfange vorliegenden Angebot kaum Aufnahmeneigung gegen« überstand, wobei der bevorstehende Ultimo nicht ohne Einfluß gewesen fein dürfte. Insbesondere nach den ersten Notierungen gingen die Kurse zurück. Zunächst eröffneten Reichsbank mit 187,25 (188,75) und andererseits Siemens nach Pause mit 193 (191,75) über den Durchschnitt von 0,50 bis 1 v. H. hinaus ein. Von Bergwerkswerten ließen Hoesch und Mannesmann je 0,50 v. H., Verein. Stahl 0,75 v. H. und Rheinstahl 1 v. H. nach. In der chemischen Gruppe stellten sich IG. Farben auf 151 (151,50) und Metallgesellschaft auf 127 bis 126,50 (127,25). Von Zellstoffpapieren ermäßigten sich Waldhof auf 139,50 (140,65), Aschaffenburger mit 120,75 und Feldmühle mit 130 lagen kaum verändert. Am Elektromarkt bröckelten AEG. und Licht und Kraft je 0,25 v. H. ab, ferner kamen noch Daimler mit 133,50 (134) zur Notiz. Der Rentenmarkt lag zwar sehr ruhig, aber weiterhin behauptet. Reichsaltbesitz 131, Reichsbahn- Vorzugsaktien 124, beide unverändert. Im Freiverkehr bröckelten verschiedene Jndustrie-Obligatio- „Es geht heute leider nicht. Bitte, jeien Sie mir nicht böse!" Wie hätte Herr Weißfloh böse fein können. Er drückte ihr die Hand und ging still seines Weges. Gisela eilte auf den nächsten Stadtbahnhof zu, loste eine Fahrkarte und fuhr zum Bahnhof Zoo. Sie fühlte sich gebemütigt, getreten, einem widersinnigen Schicksal ausgeliefert. Nein, es war wirklich nicht mehr zu ertragen. Unb nun sollte sie auch noch auf bas Einzige verzichten müssen, was ihr bas Dasein lebenswert machte? Sie sollte bie Schule nicht mehr besuchen, ihrer Neigung nicht mehr folgen bürfen? Sie fuhr also doch zum Zoo. Aus Trotz — oder vielleicht auch einer kleinen Hoffnung wegen. „Warum soll ich es nicht tun?" überlegte sie. „Was ist denn schon dabei? Ich kann mir ja den Herrn einmal ansehen. Vielleicht gefällt er mir! Vielleicht ist es alles gar nicht so schlimm?" Als sie aber am Bahnhof Zoo ausstieg, bekam sie Herzklopfen. Nun mußte man sich entscheiden. Soll man sich wirklich auf dieses Abenteuer ein* lassen? Gisela warf den Kopf zurück, kaufte bei einer Blumenfrau vor dem Bahnhof ein paar Veilchen unb schritt mit Tobesverachtung auf bie Normaluhr zu. Es war einige Minuten vor fünf. Währenb sie vor ber Uhr auf unb ab schritt, durchjagte sie ein Schauer ber Erregung nach dem andern. Genau so war ihr vor ber Aufnahmeprüfung in ber Kunstgewerbeschule zumute gewesen. Ein paarmal versuchte sie auszubrechen, aber die Uhr wirkte wie ein Magnet unb zog sie immer wieber an. Fünf Minuten nach fünf. Oh, er schien nicht zu kommen. Gott sei Lob unb Dank, er kam nicht. Er hatte sich für ein andere Zuschrift entschieden. „Verzeihen Sie, mein Fräulein, ich glaube, Sie sind bie junge Dame, bie ich hier treffen soll." Gisela starrte erschreckt auf den Herrn, ber sie angesprochen hatte. Sie sah zwei Augen, bie sie hinter einer Hornbrille aufmerksam musterten, sie sah ein schmales, glattrasiertes Kinn, einen hellen Trenchcoat, einen weichen braunen Filzhut. Der Herr zog einen Brief aus ber Tasche unb zeigte ihn ihr. Es war der Brief, den sie geschrieben hatte. So sah ber Herr also aus’ Hm, eigentlich hatte sie sich ein ganz anberes Bild von ihm gemacht, laber sie hätte jetzt nicht mehr sagen können, wo- burd) sich ihr Phantasiebilb von ber Wirklichkeit unterschieben hatte. Er brückte ihr einen Strauß weißer Nelken in die Hand. „Nehmen Sie! Ein bescheidener Gruß des Frühlings! Ich bin überzeugt, daß Sie Blumen ebenso lieben wie ich." „Danke schon!" sagte Gisela und nahm den Strauß. Walter Radegast lächelte und faßte behutsam ihren Arm. ,Zch habe dort drüben einen Wagen stehen. Würden Sie mir gestatten. Sie einzulaben? Vielleicht einen kleinen Ausflug in den Grünewald — ober wohin Sie sonst wollen!" Giselas Augen verrieten nur allzu deutlich ihre freudige Ueberraschung. ,Zn den Grünewald, ja — bas wäre sehr schon?" Radegast führte sie über den Damm. Als er sich dem Auto näherte — es war das Kabriolett von Frau Malick —, sprang ein uniformierter Chauffeur aus dem Führersitz und riß den Schlag auf. Radegast gab ihm einen Wink. „Hören Sit, Willy, ich glaube, wir schlagen das Verdeck zurück. Es ist ein so schöner, warmer Frühlingstag, es wäre ein Verbrechen, in einem geschlossenen Wagen zu fahren." Er selbst legte mit Hand an unb ließ bann, als bie Arbeit beendet war, Gisela einsteigen. Gisela würbe sich selbst belogen haben, wenn sie sich nicht eingeftanben hätte, baß der Anfang höchst vielversprechend war. Radegast erwies sich als ein kluger Schüler seines erfahrenen Lehrers Kagereit. Er verhielt sich eins ganze Zeit schweigend und ließ Gisela ungestört die Fahrt genießen. Erst als ber Wagen schon weit braußen trat unb in bie Avus einbog, begann er zu sprechen, halblaut, unaufbringlich, fast schüchtern. „Id) danke Ihnen, daß Sie gekommen sind, liebes Fräulein. Ich habe auf meine Anzeigen sehr viel Zuschriften bekommen, aber Ihr Brief — ich gestehe es Ihnen gern — war der einzige, der mich ansprach, der einzige, aus dem mir ein ehrliches, warmfühlendes Herz entgegenzuschlagen schien. Ich habe alle anderen Angebote vernichtet unb meine Hoffnung einzig auf Sie gefetzt. — Ah, sehen Sie nur, ein bei Rehe, wie reizend! — Es tut einem unendlich wohl, einmal wieder dem Trubel ber Großstadt ent* rinnen zu können. Geht es Ihnen nicht auch f°- Gisela nickte. „Sie haben recht! Es ist schön. Ich komme so selten heraus. Man weiß gar nicht mehr, wie das ist! Bäume und Tiere und ein blauer Himmel! (Fortsetzung folgt!) .»Hier oben ist es sogar noch gemütlicher!" stellte Lore fest unb knipste bte Tischlampe an. „Nun wollen wir bei gebämpftem Ächt ibie Geister des Weines beschwören." Toni warf ab unb zu einen Blick hinunter auf He-rrn Radegast, der sich immer unmöglicher benahm. Die Mädchen kicherten verlegen unb schienen sich ziemlich unbehaglich zu fühlen. Als -ex später eine nach der anderen zu küssen betonn, wurden auch andere Gäste auf Radegast aufmerksam. Jemand winkte den Kellner heran und flüstert ihm etwas zu. „Der Kerl ist den Sekt nicht gewohnt. Er hat doch in seinem Leben noch keinen getrunken. — Seht euch diese Peinlichkeit an!" Der Kellner hatte den Geschästsführer geholt, ber nun an ben Tisch von Radegast trat. Radegast begann zu toben. Die beiden Mädchen, bie wohl einsahen, daß sie sich in ber Wahl ihres Freunbes geirrt hatten, ftanben naserümpfenb auf, rafften ihre Sachen an sich unb eilten bavon. Alles begann zu lachen. „Werfen Sie bock; ben Burschen hinaus?" rief jemanb. „Er scheint bas Lokal mit einer Destille verwechselt zu haben!" Einige von den Gasten standen auf unb stellten sich hinter ben Geschäftsführer. Nun schien ber Betrunkene boch einzusehen, baß es keinen Sinn hatte, hier zum allgemeinen Gau- bium ben wilben Mann zu spielen. Er zog knirschend seine Brieftasche, bezahlte seine Zeche unb machte sich mit eingezogenem Kopf aus dem Staub. „Skanbalos!" rief Toni. „Ich bin bloß neugierig, was mein alter Herr zu feinem so seltsam verwarn beiten Rabegast zu sagen hat. Nun aber Schluß ba- mit! Auf bas Wohl unserer Damen! Stoß an. Peterlein." 10. angerät. Es herrscht N nichts ist diese { das zu wissen, de V einsallen würde, W könnte aud) dies, tz aus der Nuhe br /der Innenstadt «joM die ooltsbeui We würdig empfanc macht man fit 1 -Wf unh Mim iy MW Bi X AD iE L- , M zf^'V $'<&/.-' $>" i 7 M, tz • "" *> S AWWU i f