Hr.97 Erster Blatt 188. Zchrgang Mittwoch, 27. April M8 fcr)d)etnt tüy Nch. außer Sonnlays and Feierlags Beilagen: Die Illustrierte Gieszener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monatr-Sezugsprelr: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Kernsprechanfchlüsie unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach. richten Anzeiger Sieben poftfchecklonto: granlfurt am Main 11686 Sietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Univerfitätsdruckerei R. Lange in Gießen. Schriftleitvng und Geschasttftelle: Zchulstraße 7 Annahme von Anzeigen für die Mitlagsnummer bis8'/,UhrdesDormittags Grundpreise für 1 mm Höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von 70mm Breite bORpf.,Platzvorschrifl nach vorh Derembg 25°/„ mehr. Ermäbigte Grundpreise: Stellens, Vereins«, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzei» aen, Bäder-, Unterrichts« u. behördliche AnzeigenSRpf. Mengenabschlüsse Staffel B Der nationale Feiertag des deutschen Volkes. Das Programm der Feiern des ^l.Mai in der Reichshauptstadt. Kundgebung der Jugend. Berlin, 26. April. (DNB.) Die großen Feiern des 1. Mai werden in der Reichshauptstadt um 6 Uhr mit dem Aufmarsch von 121 000 Hitlers ungen, Pimpfen und B D M. - Mädels im Stadion beginnen. Gegen 8 Uhr folgt der Einmarsch von 1000 Fahnen und Wimpeln. Es erklingt das Lied „Auf hebt unsere Fahnen" Nach der Meldung der Formationen durch Obergebietsführer A x m a n n und Fanfarenfpiel spricht der Jugendführer des Deutschen Reiches Baldur von S ch i r a ch. Der Gesang des Liedes „Nur der Freiheit gehört unser Leben" leitet zur Rede von Reichsminister Dr. Goebbels über. Um 8.30 Uhr fährt der Führer von der Reichskanzlei über die Wilhelmftraße—Straße Unter den Lindem—Pariser Platz—Brandenburger Tor—Hin- denburgplatz—Charlottenburger Chaussee—Berliner Straße—Knie-Bismarckstraße—Kaiserdamm—Adolf- Hitler - Platz — Heerstraße — Reichssportfeldstraße — Stadionallee zum Stadion, wo er gegen 8.50 Uhr eintreffen wird. Der Reichsjugendführer erstattet dem Führer Meldung. Nach dem Gesang des Liedes „Grotzdeutschland" wird der Führer sprechen. Die Kundgebung findet gegen 9.15 Uhr ihr Ende. — Nach der Kundgebung werden die Hitler- jungen durch den Hilfszug Bayern verpflegt. Ieüsitzunq der Reichskuliurkammer. Die Festsitzung wird um 10 Uhr mit der Jntonie- rung der Ouvertüre zu „Oberon" emgeleitet. Nach dem „Frühlingsgruß an das Vaterland" von Max von Schenken'dorf, oorgetragen von Henrich G e - orge, folgt der erste Satz aus der 5. Sinfonie von Beethoven, der zur Rede des Präsidenten der Reichskulturkammer Dr. Goebbels, zur Verkündung des Nationalen Film- und Buchpreises sowie zur Führerhuldigung durch Reichsminister Dr. Goebbels überleitet. Etwa um 11 Uhr findet die Feier mit dem Gesang der Nationalhymen ihren Abschluß. Oer Staatsakt im Lustoarten. Zwischen 9 und 11 Uhr wird auf dem Königsplatz, Unter den Linden und im Lustgarten die schaffende Bevölkerung Aufstellung nehmen. 717 Fahnen und Feldzeichen marschieren im Schlüter- hof auf. Um 11.30 Uhr ist der Fahneneinmarsch. Die drei Musikzüge der Lufrwalfe spielen den Marsch „75 Millionen — Ein Schlag". Mit dem Eintreffen des Führers auf der Schloß- brücke beginnt um 11.58 Uhr der Staatsakt. Der Führer wird die Ehrenkompanien der Luftwaffe und der ^-Leibstandarte Adolf-Hitler abschreiten. Dann wird Reichsminister Dr. Goebbels das Wort nehmen, woran sich eine Ansprache des Reichsorganisationsleiters Dr. Ley anschließt. Hierauf spricht der Führer. Mit den Liedern der Nation findet die Kundgebung ihr Ende. Fackelzug und Abendkundgebung. An dem großen Fackelzug und der Abendkundgebung werden sich die Wehrmacht, die Leibstandarte ff Adols Hitler, Schutzpolizei, Feuerlöschpolizei, Arbeitsdienst, SA.-Standarte Feldherrnhalle, Formationen der SA, Werkscharen, NSKK., NSFK., Politische Leiter, NSKOV., NSDStB, Bahnschutz, Postschutz, Luftschutz, Technische Nothilfe, NS.-Marinebund, Reichskriegerbund, Reichs- treu-ebund, das Rote Kreuz und die ff beteiligen. Gegen 19.30 Uhr treten die Formationen am Bahnhof Gesundbrunnen an. Um 21.30 Uhr wird der Aufmarsch im Lustgarten beendet sein. Nach dem Fahnenausmarsch wird um 22 Uhr Generalfeldmarschall Göring eintreffen Die Kundgebung, in deren Mittelpunkt die Rede des Generalfeldmarschalls Göring stehen wird, wird mit dem Großen Zapfenstreich gegen 23 Uhr beschloßen. Deutsche Arbeiter Ehrengäste der Reichsregierung. Am Nationalfeiertag des deutschen Volkes werden, wie in jedem Jahr, deutsche A r b e 11 e r aus allen Gauen des R e i ch e s Gaste der Reichsregierung in Berlin fein. Die Abordnung fetzt sich zusammen aus den Siegern des Reichsberufswettkampfes und 3 0 Arbeitskameraden aus Oesterreich. Die Arbeitskameraden treffen am Vormittag des April in Berlin ein. Am Nachmittag werden sie im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda von Dr. Goebbels in Anwesenheit des Reichsorganisationsleiters Dr. L e y und des Reichs- juqendführers Baldur von Schirach empfangen. Am 1. Mai nehmen die Arbeiter an der Jugend- kundqebung im Olympia-Stadion und an dem Staatsakt im Lustgarten teil. Am Nachmittag des 1. Mai werden sie im Hause des Reichspräsidenten vom Führer empfangen. Abends beteiligen sie sich an der Maifeier eines großen Berliner Werkes. Am Montag werden sie mittags durch den Oberbürgermeister Dr. Lippert im Berliner Rathaus empfangen. Nachmittags sind sie Gäste des Reichsorganisations- leiters Dr. Ley. Bei dieser Gelegenheit sehen sie die Sehenswürdigkeiten und Schönheiten von Potsdam. Abends ist ein Besuch des Deutschen Opernhauses vorgesehen. Am Dienstag sind sie Gaste des Reichsleiters für die Presse der NSDAP. Amann und treten am Abend des 3. Mai die Fahrt in ihre Heimatorte an. Oie Praxis im Reicksberufsweiikampf. Hamburg, 26. April. (DNB.) Innerhalb des Reichsberufswettkampfes stand der Dienstag im Zeichen der praktischen Wettkämpfe. Dabei entsprechen die Leistungsklass.en den verschiedenen Altersstufen. Die erstmalige Beteiligung der Erwachsenen an diesem Berufswettkampf gibt die Möglichkeit einer Leistungskontrolle der Facharbeit im Rahmen der Gesamtvolkswirtschaft. Die Materialien für die Arbeiten werden von den Hamburger Betriebsführern zur Verfügung gestellt. Werkmeister, Gewerbeoberschullehrer und Vertreter der DAF. beaufsichtigten die Arbeiten. Man ist dabei bestrebt, nach Möglichkeit die neuen Werk- stoffe zu verwenden. Der gegenwärtig in Hamburg weilende britische Botschafter in Berlin, Sir Neville Henderson, besuchte einige der praktischen Wettkampfstätten des Reichsberufswettkampfes und bewies dabei ein reges Interesse für den Leistungskampf aller schaffenden Deutschen. Ser erste Parteitag des geeinten Sndetendentschtnms. •i ' Ss- , -St> feo MMWW 4 ' * )• Ms /' A,-'ch- Mi Ä -H Der Parteitag des geeinten Sudetendeutschtums in Karlsbad erreichte am Sonntag mit jener großen Rede Konrad Henleins feinen Höhepunkt, in der dieser als Führer der dreieinhalb Millionen Deutschen in der Tschechoslowakei eine letzte Mahnung an die Prager Regierung richtete und in acht eindeutigen Forderungen das sudetendeutsche Friedensprogramm ausstellte. Unser Bild zeigt am Mikrophon den Stellvertreter Konrad Henleins, Abgeordneten K. H. Frank; links neben ihm Konrad Henlein. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Auf der Suche nach Rückendeckung. Tschechische Denkschrift für die Londoner Besprechungen. Paris, 26. April. (DNB.) Außenminister B o n - n e t empfing den tschechischen Gesandten in Paris. Er soll im Anschluß an die sudetendeutsche Tagung in Karlsbad und angesichts des beoorstehen- derk Besuches der französischen Staatsmänner in London dem französischen Außenminister ein Memorandum über die deutsche Minderheit in der Tschechoslowakei überreicht haben. In diesem Dokument setzt die Prager Regierung ihre früher „zugunsten der Minderheit" getroffenen Maßnahmen auseinander und führt diejenigen Maßnahmen an, die sie noch zu treffen beabsichtige. Weiterhin werden die Forderungen Henleins erwähnt, die nach Ansicht der Prager Regierung u n a n - n e t) m b a r erscheinen, da sie die Integrität und Unabhängigkeit der Tschechoslowakei in Frage stellen. Bonnet empfing sofort nach der Aussprache mit dem tschechoslowakischen Gesandten auch den s o w - jetrussischen Botschafter in Paris und hatte darauf noch eine längere Besprechung mit Ministerpräsident Daladier. ♦ Die tschechische Presse lehnt die Rede Konrad Henleins unter fadenscheinigen Gründen durchweg ab, ohne sachlich zu den Forderungen der S>u- detendeutschen Stellung zu nehmen. Eine Ausnahme macht der „D e n k o w", das Hauptblatt der tschechischen Agrarier, der die Karlsbader Forderungen zwar ebenfalls „in vielerlei Richtung als unlannehmbar" bezeichnet, aber dann fortfährt: Wir wollen und wünschen ein freundschaftliches Zusammenleben. Wir wollen unsere Mitbürger vor allem in nationaler Hinsicht in keiner Weise beengen. Wir wünschen keine nationalen Kämpfe. Die offiziöse „Prager Presse" meint, die Rede schaffe klare Verhältnisse und verweist, indem es Henleins Forderungen umgeht, duf das bestehende Nationalitätenstatut. Das der Prager Burg nahestehende „Ceske Slovo" findet das Programm Henleins den „Lebens- und Existenzinteressen des tschechoslowakischen Staates widersprechend". Ob mit der Sudetendeutschen Partei eine Einigung möglich sei oder nicht — die Prager Regierung werde ihr Minderheitenprogramm weiter durchführen. D:e rechtsgerichtete „N a r o d n y N o v i n y", das Blatt der tschechisch-nationalen Vereinigung, spricht von einem „Diktat" Henleins, das nicht einmal eine annehmbare Derhandlungsgrundlage biete. Nicht eine Hand breit werde das tschechische Volk mehr nach- aeben, als anständig und ihm und dem Staate gesund sei. Das gesamte ..verdeutschte' Grenzgebiet befinde sich im Zustand einer Art „Henlein-Psychose". Wahr sei, daß die deutsche Bevölkerung volle Disziplin wahre. Aus Prager Regierungskreis e.n verlautet nichts Positives zu den von Konrad Henlein bekannt- gegebenen Forderungen des Sudetendeutschtums. Man vertritt die Ansicht, daß Henlein „keinen konkreten Vorschlag zur Lösung der Minderheitenfrage" gebracht hätte (!), und scheint damit die völlige Zurückhaltung den Sudetendeutschen gegenüber begründen zu wollen. Zu den acht Punkten Henleins über eine neue Staats- und Rechtsordnung wird erklärt: Heber die negativen lasse sich schwer diskutieren, aber auch die positiven seien zum Teil nicht genügend klar. Die Prager Regierung ist anscheinend entschlossen, in der Nationalitätenfrage wie bisher weiterzuarbeiten. Wie man weiter hört, befaßten sich maßgebende Stellen mit der Frage, inwieweit ein Bekenntnis zur nationalsozialistischen Weltanschauung „zulässig" fei. Eine klare Stellungnahme liegt noch nicht vor. Seltsamer Zensurerlaß in praa. Prag, 26. April. (DNB.) Die Prager Oberstaatsanwaltschaft hat angeordnet, daß alle Nachrichten, die Zweifel über den Bündniswert Frankreichs, Sowjetrußlands und der Kleinen Entente aufkommen lassen, ebenso auch die Wiedergabe der inneren Verhältnisse dieser Staaten in dein Sinne,, daß sie nicht imstande sein würden, ihren Bündnisverpflichtungen nachzukvm- men, als Alarmnachrichten unterdrückt werden. Die sudetendeutschen und ungarischen Senatoren richteten an den Ministerpräsidenten die Anfrage, ob er bereit ist, zu veranlassen, daß derartige eigenmächtige Eingriffe in d i e verfassungsmäßig gewährleistete Pressefreiheit unterbleiben. Zusammenschluß der Deutschen Westpolens. Bromberg, 26. April. (DNB.) Am Samstag und Sonntag veranstaltete die Deutsche Vereinigung eine Versammlungs welle, die im Zeichen der Einheit und des Zusammenschlusses allerDeutscheninPolen stand. In 40 Versammlungen haben etwa 25 000 deutsche Volksgenossen ihr Bekenntnis zum nationalsozialistischen Ideengut bekundet. Die 40 Versammlungen erfaßten sämtliche Kreise der Provinz Pommerellen undPosen. Sie standen unter dem Leitspruch: „In deinem Volke liegt deine Kraft". Begeisterung schlug in allen Versammlungen den Rednern der Deutschen Pereinigung entgegen, als der sprechende Ausdruck für den Willen der Deutschen in Polen, gemeinsam als geschlossene Volksgruppe für die deutschen Organisationen, Schulen und Kirchen einzutreten. Die Versammlungen cker- liefen überall ohne Störung. Licht und Schatten. So interessante und bedeutsame Entwicklungen in der europäischen Politik gegenwärtig auch zu beobachten sind, — unsere stärkste, auch gefühlsmäßige Anteilnahme erheischt doch die Zuspitzung der Nationalitätenfrage in der Tschechoslowakei, d. h. der Kamps, den unser Fleisch und Blut dort um seine Lebensrechte führt. Mit - jener zwingenden Gewalt, die sich immer dann einstellt, wenn offene Probleme verschleppt und Krankheitsherde mit taktischen Kunstgriffen verdeckt werden, hat sich diese für den europäischen Frieden so entscheidende Frage im Laus der Zeit -ganz von selbst in den Vordergrund geschoben. Die letzten Aeußerungen tschechischer Staatsmänner spiegeln diese Entwicklung sehr deutlich wider. Wird man aber auch die Zeichen der Zeit erkennen und den Mut und die Einsicht für die längst fällige grundsätzliche Umstellung des Kurses aufbringen? Die jüngsten programmatischen Kundgebungen der Sudetendeutschen Partei, der einzig legitimierten Interessenvertretung des deutschen Staatsvölkes in der Tschechoslowakei, sind in ihrem eindeutigen, ernsten politischen Sinn ebenso wenig zu verkennen, wie dis Verantwortung, die auf der Prager Regierung lastet. Auf der Ebene der üblichen „Minderheitenpolitik", mit dem alten System der Versprechungen, des Hinhaltens und der kleinen Zugeständnisse, sind die Dinge nicht mehr zu meistern. Vermutlich wird nun in der internationalen Presse in künstlicher Erregung gemacht werden ob des „Ausmaßes" der sudetendeutschen Forderungen. Aber das spricht nicht für die Willkür ober gar Un- gebührlichkeit dieser Ansprüche, sondern beweist nur, wie wenig entwickelt und wie verhärtet das sogenannte Weltgewissen immer noch ist, wenn es um deutsche Belange geht. Das Sudetendeutschtum, das es feiner Zahl und Bedeutung nach mit so manchem europäischen Staatsgebilde aufnehmen kann, verlangt nur fein gutes, ihm zwanzig Jahre schon vorenthaltenes natürliches Recht. Nicht mehr — aber auch nicht weniger! Das ist der eindeutige Sinn der jüngsten Karlsbader Proklamationen. Und wenn im klaren Lichte dieser Forderungen die bisherigen Absichten der Prager Regierung sich als unzulänglich erweisen, dann wird man eben den Mut zur Korrektur endlich aufbringen müssen. Das wäre nicht nur verantwortungsbewußt, nicht nur geboten im Hinblick auf die machtpolitischen Wandlungen Europas, sondern auch vom Standpunkt der eigenen Interessen klüger gls das Beharren auf Methoden, mit denen man die Dinge nur zu ihrer gegenwärtigen, von niemand ernsthaft mehr geleugneten Zuspitzung gebracht hat. Im übrigen ist nicht zu verkennen, wie sehr auch dieses Problem ein ganz typisches Kind jener unheilvollen Nachkriegspolitik ist, die statt Befriedung durch Ausräumung der Krankheitsursachen zu schassen, ihre ganze Anstrengung darauf richtete, im Siegerwahn begangenes Unrecht zu erhalten und mit Gewalt zu drohen für den Fall, daß sich aus der Verewigung^ solcher Unnatur Spannungen und Schwierigkeiten ergeben. Weil die „kollektive Sicherheit" und die zumeist als „Regionalpakte" frisierten Bündnisse für diese unfruchtbaren und gefährlichen Zwecke gedacht waren, deshalb mußte deutscherseits von Anfang an ein ganz klares Wort gesprochen werden. Heute stehen wir mit diesen Erkenntnissen längst nicht mehr allein, und es dürfte auch in Prag zu denken gegeben haben, daß kürzlich eine offiziöse Belgrader Zeitung den Tschechen mit allem Nachdruck den freundschaftlichen Rat gab, nicht eine Politik der Unvernunft, im Vertrauen auf die Bündnisse, zu treiben, sondern den Weg des Ausgleichs und der Verträglichkeit zu geben. Solche Voraänge sind nicht unwichtig Nicht nur, weil sie in sich selbst eine schlagende Widerlegung der ganzen Kollektiv- und Bündnispolitik darstellen, sondern auch als Snmvtom her Gesun - b u n g und Besinnung Europas. Gewiß werben gerade in dielen Tagen von der internationalen Presse reichlich kühne Wechsel auf eine Gefamtwandlung zum Besseren gezogen, und Betrachtungen über eine ..grunbfeaenbe Neuorientierung der europäischen Politik" sind wohlfeil. Aber auch wenn man die nötigen Abstriche macht und den hier und da waltenden taktischen Zweckovtimismus in Rechnung stellt, sind die positiven Ansätze im augenblicklichen diplomatischen Entwicklungsabschnitt nicht zu verkennen. Einen untrüglichen, negativen Beweis liefert allein schon der Unmut und das Mißvergnügen, mit dem man in Moskau den Gana der T>inae im Bereich der englisch-italienischen und nun auch d-r französisch-italienischen ^Beziehungen verfolgt. Sebent es dnch nun so, gls werde der Wirkungsbereich der Mittelmeerverftändigung nicht auf Italien und England beschränkt bleiben sondern ein- Entspannung auch zwischen Frankreich ,unb Italien hemufführen. Daß in Frankreich unter Daladier auch außennolitisch ein neuer Wind webt, daß man dort endlich zu einer den neuen Wirklichkeiten des euronäischen Lebens mehr angepaßten Politik zuAickzufinden versucht, dafür liegen eine Reibe von Merkmalen vor. Freilich, wenn die französische Politik jetzt unter dem Druck der Berbältnisse den Weg des direkten Ausgleichs mit Italien geht, bann bleibt- in jeder Weise der Beweis noch offen, daß es sich hier nicht nur um Wendigkeit, sondern um grundsätzliche Abkehr von der Kollektiv-Politik im weitesten Sinne handelt. Man darf schließlich nicht vergessen, daß Frankreich uns zwar stets in kollektive System hinein- ^iehen wollte, für sich selbst aber stets das Recht zu höchst intimen zweiseitigen Verhandlungen und Abreden in Anspruch nahm. Immerhin ist es auf jeden Fall beachtlich, mit welch schneidender Schärfe der „Temps" der Absicht der rotspanischen Machthaber eine Absage erteilt hat, auf dem Wege über Genf neue Schwierigkeiten in der spanischen Frage hervorzurufen. Man könne es nicht dulden, so hieß es da, daß die sich anbahnende Entspannung zwischen den Großmächten durch Genfer Intrigen gestört werde — eine Erkenntnis, von der Europa noch viel profitieren kann, wenn sie zum Grundsatz der französischen Politik wird. Wie nun auch die Dinge sich hier weiter entwickeln — die deutsche Politik kann und wird alles vorbehaltlos begrüßen, was zur Beseitigung weiterer Spannungsmomente in Europa beiträgt und den europäischen Friedensprozeß fördert. Mit anderen Worten: es muß sich auch tatsächlich um reine Befriedungsaktionen, ohne Vorbehalte und Hintergedanken, handeln, um die Bereitschaft, die drängenden Probleme um ihrer selbst willen zu lösen. Eine Entspannungspolitik, die gewisse Unstimmigkeiten nur deshalb aus der Welt schaffen wollte, um sich mit um so größerem Nachdruck Werken des Unfriedens in anderer Richtung widmen zu können — eine solche Politik verdiente diesen Namen aewih nicht. Sie wäre ein Rückfall in die alten, heute aussichtslosen Methoden, die europäischen Verhältnisse aus einem allgemeinen Gegensatz zu Deutschland aufzubauen. Es ist nicht unsere Schuld, wenn sich solche Gedanken angesichts der eigenartigen Atmosphäre einstellen, die die französisch-englischen Besprechungen umgibt. An dem Punkt, den der „Temps" so nachdrücklich herausstellte, daß nämlich die französisch-englische Entente eine Realität darstelle, genau so wie die Achse Berlin—Rom, wird gewiß niemand Anstoß nehmen. Das Programm, „die besten Möglichkeiten für eine loyale Zusammenarbeit dieser beiden Mächtegruppen zu schaffen", trifft sogar den Nagel aus den Kopf. Um so merkwürdiger erscheint aber die Zuspitzung der Besprechungen Daladiers und Bonnets mit ihren englischen Kollegen auf das militärpolitische Gebiet. Wenn von engen militärischen Bindungen zwischen den beiden Westmächten, von Vorbereitungen für das Zusammenwirken der beiderseitigen Streitkräfte im Kriegsfall, von gemeinsamem Oberbefehl, von der Durchführung eines gemeinsamen Rüstungs- programms die Rede ist, wenn schließlich noch Generalstabsbesprechungen nach dem Londoner Besuch Daladiers angekündigt werden — und dies alles mitten im Frieden und unter Einsatz geräuschvollster Begleitmusik in der Presse —, dann drängen sich doch mancherlei Fragen auf. Denn durch den Hinweis englischer und französischer Blätter, es handele sich bei all diesen seltsamen Vorkehrungen um die Fortsetzung der Politik, die im Frühjahr 1936, nach der Wiederherstellung der deutschen Souveränität im Rheinland, zwischen, beiden Mächten eingeleitet wurde, wird die Angelegenheit in keiner Weise plausibler. Im Gegenteil, wenn England damals gegenüber Frankreich und Belgien eine einseitige Sicherheitsgarantie übernahm, so mochte das unter dem frischen Eindruck des deutschen Schrittes und im Hinblick auf das ausgeprägte französische „Sicherheitsbedürfnis" als ein behelfsmäßiges Beruhigungsmittel noch verständlich gewesen sein. Inzwischen ist viel Zeit ins Land gegangen. Die deutsch-französische Grenze gehört, jedenfalls von uns aus gesehen, nicht erst seit gestern zu den stabilsten Zonen Europas. Zieht man außerdem die auf Grund der Unabhängigkeitspolitik vollzogene Neuordnung der internationalen Stellung Belgiens in Betracht, dann wirkt die Berufung auf die Situation vom Frühjahr 1936 gewiß nicht als eine Erklärung für das gegenwärtige militärische Zusammenrücken der beiden Westmächte. Gewiß, Delbos hatte es durch seine Ende 1936 vor der Kammer abgegebene Erklärung, wonach Frankreich im Bedarfsfälle England mit all seinen Machtmitteln zu Hilfe kommen würde, verstanden, die britische Politik zu überrumpeln und aus der einseitigen britischen „Loc.arno"-Garantie ein regelrechtes Bündnis zu machen. Eden hatte diese Aufdringlichkeit, die Frankreich an das Ziel langgehegter Wünsche brachte, dankend quittiert. Das entsprach der ganzen Anlage seiner Politik. Nun ist aber Chamberlain am Werk, und er nimmt für sich in Anspruch, eine europäische Entspannungspolitik zu verfolgen, die zugleich auch Englands imperialen Notwendigkeiten entspricht. Die ihm nahestehende Presse weiß sogar von weit gespannten Wirtschaftsplänen des Premierministers zu berichten. Wie verträgt sich mit solchen Absichten der Rüstungslärm, der auf der Linie Paris—London zu vernehmen ist? Dr. H. v. Malottki. Oie KdF..Flotie in Lissabon. L i s s a b o n , 26. April. (DNB.) Die KdF.-Flotte, bestehend aus den Schiffen „Wilhelm Gustloff", „Der Deutsche" und „Sierra Cvrdoba" trafen Dienstagmorgen in Lissabon ein. Am Hafen hatte sich die . deutsche Kolonie Lissabons eingefunden, ferner der deutsche Gesandte, der Landesleiter und die Ortsgruppenleiter der NSDAP, und der DAF. Außerdem zahlreiche Vertreter der portugiesischen Organisation „Freude an der Arbeit". Der „Wilhelm Gustloff" als erstes eigenes Urlauberschiff der KdF.- Flotte rief die ungeteilte Bewunderung der Portugiesen hervor. Die letzten Tage der Seereise der KdF.-Flotte waren von herrlichem Wetter und ruhiger See begünstigt gewesen, so daß unter den Urlaubern eine hervorragende Stimmung herrschte. Auch Lissabon hatte die Flotte mit strahlend blauem Himmel erwartet. Die Urlauber besichtigten die Stadt unter der Führung von Arbeitskameraden der DAF. in Lissabon. Besonderen Eindruck beim Einlaufen der KdF.-Flotte hatte das Abschießen von Raketen mit portugiesischen und deutschen Flaggen von Bord des „Wilhelm Gustloff" erweckt. An Bord des KdF.-Flaggschiffes „Wilhelm Gust- losf fand am Dienstagnachmittag ein Empfang des diplomatischen Korps statt, um den Vertretern der auswärtigen Mächte Gelegenheit zu geben, das erste eigens für diesen Zweck erbaute Urlauberschiff der NSG. KdF. eingehend zu besichtigen. Die Gäste wurden von den Bauftragten des Amtes für Reisen, Wandern und Urlaub, Paulus und Stemmer, begrüßt. Eine eingehende Besichtigung des Schiffes schloß sich an. Die Gäste hatten ferner Gelegenheit, deutsche Volkslieder zu hören, die vom Chor der Hitler-Jugend vorgctragen wurden. Ein Empfangsabend vereinte portugiesische Gäste und Vertreter der deutschen Kolonie in Lissabon an* SleuererhöhungeninEnglandzurDeMngderMungsausgaben London, 26. April. (DNB.) Premierminister Chamberlain wurde bei Wiederbeginn der Parlamentssitzung von den Konservativen mit lautem Beifall und dem Rufe „F r i e d e n s m a ch e r" begrüßt. Der Ministerpräsident gab dann bekannt, daß das Abkommen zwischen Großbritannien und Irland .dem Hause in Kürze vorgelegt werden würde. Die Regierung Kbe, daß das Abkommen zu engerer Freund- t und Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern führen werde. Chamberlain gab weiter bekannt, daß die Verhandlungen in Rom zu einem erfolgreichen Abschluß geführt hätten. Er hoffe, daß die Vereinbarungen bereits in Bälde vom Hause erörtert werden würden. Der Premierminister bestätigte weiter, daß der französische Premiermini st er und der französische Außenminister zu einem kurzen Besuch nach London kämen. Er hoffe, mit ihnen die wichtigsten internationalen Fragen zu besprechen. Als der Abg. Mander darauf fragte, ob der Ministerpräsident noch etwas zur Tschechoslowakei und zur letzten Rede Henleins zu sagen habe, erklärte Chamberlain, er glaube nicht, daß er darüber etwas sagen müsse. Auf die Frage, ob Aufträge in den Vereinigten Staaten für Krieasflugzeuge vergeben werden sollten, erwiderte Lord Winterton, die britische Luftfahrtkommission, welche die Vereinigten Staaten und Kanada aufsuchen werde, werde prüfen, ob bestimmte Typen von Flugzeugen, die für die britische Luftwaffe geeignet seien, bald geliefert werden könnten. Ebenso würden die Möglichkeiten einer Produktion von Flugzeugen in Kanada geprüft wenden. Umstände hätten es notwendig gemacht, das Programm der Luftaufrüstung zu beschleunigen und zu vergrößern. Oer Schahkanzler Sir Zahn Simon erklärte dann zum neuen Haushalt, daß das letzte Finanzjahr einen Ueb er schuß gebracht habe, da die Gesamteinnahmen 872,8 Millionen Pfund Sterling betragen hätten, während sich die Ausgaben auf 843,7 Millionen Pfund stellen. Die Ausgaben für 1938/39 veranschlage er auf 944,3 Millionen Pfund Sterling. Von dieser Summe würden 242,1 Millionen für den Staatsschuldendienst verwendet werden. 692,2 Millionen Pfund würden die übrigen Staatsausgaben erfordern. Die gesamten Rüstungsausgaben schätze er auf 324,2 Millionen Pfund. Ferner seien in den Zivilausgaben rund 3,5 Millionen Pfund für den Luftschutz vorgesehen. Die Einnahmen für 1938/39 schätzte Simon auf 914,4 Millionen Pfund, so daß eine weitere Deckung von 29,9 Millionen Pfund erforderlich sei. Dieser Fehlbetrag sei auf die R ü - stungsausgaben zurückzuführen. Für weitere Rüstungsausgaben erforderliche Beträge hoffe er aus der Rüftungsanleihe beschaffen zu können. Zur Deckung des Fehlbetrags von 29,9 Millionen Pfund feien weitere Steuererhöhungen erforderlich. Die Einkommensteuer werde von fünf Schilling je Pfund auf 5 Schilling und 6 Pence je Pfund erhöht. Von dieser Erhöhung würden jedoch Einkommen bis 500 Pfund im Jahre ausgenommen fein. Die Treib- ftofffteuer werde von 8 auf 9 Pence erhöht werden. Die Abgabe auf Tee werde um zwei Pfund für das Pfund erhöht werden. Ferner werde eine Steuer von 9 Pence auf die Gallone Brenn- fpiritus erhoben werden. Der Schatzkanzler schloß, er hoffe, daß auch der Aermste in Großbritannien stolz darauf fein werde, seinen Beitrag zur Verteidigung der Heimat zu leisten. Kritik der Opposition. In der Aussprache wurde gegen den Vorschlag beträchtlicher Widerspruch erkenntlich. Der Oppositionsführer Atlee warf dem Schatzkanzler vor, daß er keinen Versuch gemacht habe, das Budget auszugleichen. Die Handelsbilanz fei immer ungünstiger geworden und werde jetzt noch durch den Kauf amerikanischer Flugzeuge verschlechtert. In der Außenpolitik sei keine Rede von Abrüstung. Der Schatzkanzler habe sein Budget auf einen 5)am delsaufschwung aufgebaut. Heute feien aber alle Zeichen eines Rückganges vorhanden. England habe eine ungeheuer hohe Einkommensteuer und borge noch immer Geld dazu. Der Oppositionsliberale Sinclair bedauerte ebenfalls, daß die Kriegsverhinderungspolitik des Ministerpräsidenten sich nicht in einer Herabsetzung der Rüstungsausgaben bemerkbar mache. Nach Ablauf der Redezeit stellte der Sprecher fest, daß nur 38 Mitglieder des Unterhauses anwesend seien, also weniger als die für eine Abstimmung notwendige Zahl von 40 Abgeordneten. Das Unterhaus vertagte sich darauf auf Mittwoch. Die presse von den Steuern überrascht. Lebensmittel und Rohstoffe werden eingelagert. London, 27. April. (DNB. Funkspruch.) Die vom Schatzkanzler angekündigten Steuererhöhungen haben die Londoner Presse völlig überrascht. Wohl versuchen die Blätter, die neuen Steuern mit der Notwendigkeit der Aufrüstung in Einklang zu brinnen; doch gelingt es kaum einer Zeitung, die schlechte Laune zu verbergen. Die „Times" rechnet damit, daß man an der Londoner Börse die schlechte Stimmung deutlich merken werde. Simon habe sich von der Meinung leiten lassen, in Anbetracht der noch höheren Finanzanforderungen des nächsten Jahres diesmal noch nicht die Kreditfähigkeit des Landes durch eine Anleihe zu schwächen. Die von ihm gefundene Lösung werde jedoch nicht volkstümlich sein. Jetzt wisse aber der Engländer, was die Aufrüstung koste. Er werde deshalb sein ganzes Bestreben darauf richten, a l s Gegenleistung für sein Geld das Bests zu erhalten, d. h., er werde daraus achten, daß die Verteidigung tatsächlich auch auf entsprechende Höhe nicht mehr zu Lande und zu Wasser, sondern vor allem auch in der Luft gebracht werde. Aufmerksamkeit hat bei den Londoner Blättern auch eine Ankündigung Simons heroorgerufen, daß England für den Ernstfall Lebensmittel bzw. rüftungswichtige Rohstoffe auf ft a- p e l e. „Daily Telegraph" will wissen, daß die britische Regierung bereits eine Million Tonnen Getreide und 400 000 Tonnen Futter geheim zum Einlagern aufgestapelt habe. „Daily Herold" glaubt zu wissen, daß bereits jetzt Vorräte an (Betreibe, Futter usw. für drei Monate angehäuft seien, während „Daily Mail" sogar davon spricht, daß die aufgestapelten Getreidemengen sich auf zwei Millionen Tonnen beliefen. Außerdem wolle dis Regierung große Mengen von Rohstoffen zur Herstellung von Munition auf ßage< legen. Bord des „Wilhelm Gustloff". Die Organisation „Freude an der Arbeit" bot ein umfangreiches Programm, das portugiesische Volkslieder und Volkskünste umfaßte, die von Künstlern der Lissaboner Theater oorgetragen und gezeigt wurden und reichen Beifall ernteten. Die an Bord des KdF.-Schiffes reifenden deutschen Künstler boten erstklassige deutsche Musik. Zum Schluß wurde ein prächtiges Feuerwerk veranstaltet, das an Bord der Schiffe und am Ufer große Bewunderung erregte. Gondermistel für den Radwegebau. tiaen Oberinnenfchuluna, bei der über das Fachwissen hinaus der größte Wert auf Führerinnenfähigkeit gelegt wsvden,muß. Selbstverständlich wird sich der Aufbau des Schwesternwesens nun auch auf Oesterreich erstrecken. Dem steigenden Bedarf an pflegerischen Kräften kommt der von der Reichs- frauenfuhrung organisierte freiwillige Frauen- h i l f s d i e n st für Wohlfahrts- und Krankenpflege entgegen. Es handelt sich dabei um einen zweijährigen Helferinnendienst, der in halbjähriger Anlernzeit und 1/^jähriger praktischer Diensttätigkeit im Schwestern- und Dolkspfleg'erinnen- und Kinder» gärtnerinnendienst abgeleistet wird. Danach erhalten die jungen Mädchen, die sich so dem Vaterlands zur Verfügung stellen, im Falle ihrer Verheiratung ein Ehestandsdarlehen von 1000 Mark. Hinsichtlich der Ausbildungsbestimmungen für den Schwesternberuf gab Hauptamtsleiter Hilgen- feldt bekannt, daß ein neues Gesetz hierüber in Kürze zu erwarten sei, als dessen Grundlage voraussichtlich die anderthalbjährige Lehrzeit mit anschließendem Praktikum betrachtet werden könne. Gesicherte Volksernährung durch pflichtgebundene Wirtschaftsführung Landesbauernführer Or. Wagner vor dem Nahrungsmittel-Großhandel im Bezirk Hessen. Berlin, 26. April. (DNB.) Den Bemühungen des Generalinspektors für das deutsche Straßenwesen, Dr.-Jng. Todt, und der Reichsgemeinschaft für Radwegebau ist es gelungen, Sondermittel für den Radwegebau zur Verfügung zu stellen. Nach bisherigen Ermittlungen werden in Deutschland etwa 35 000 Kilometer Radwege benötigt, vor allen Dingen solche, die zur Entlastung der Derkehrsstraßen, also auch 3ur Förderung der Motorisierung des Verkehrs und zur Verhütung von Dekehrsunfällen. Die Sondermittel werden den Gemeinden zur Verfügung gestellt. Generalinspektor Dr. Todt hat weiterhin dafür Sorge getragen, daß auch in Bezug auf Linienführung, Anordnung und Befestigung der Radwege Richtlinien an die Gemeinden herausyehen. Auf zusammenhängende Planung wird größter Wert gelegt. Oie Schallplatte im Schulunterricht. Etwa 4 0 0 Berliner Schulen, die bisher vom Film- und Bildamt der Stadt Berlin mit einem Einheits-Rundfunkgerät ausgerüstet wurden, sollen nunmehr auch ein Plattenspielgerät erhalten, das in Verbindung mit dem Einheitsgerät benutzt werden, kann. Durch diese Maßnahme soll die Schallplatte in größerem Umfang im praktischen Schulunterricht Verwendung finden können. Kunstharz als Zahnersatz. Der Vorführung neuer Werkstoffe für den Zahnersatz war eine Sondertagung der Fachwissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaft des Reichsverbandes Deutscher Dentisten im VdI.-Haus in Berlin gewidmet. Die Möglichkeit, statt Gold Kun st harz zu verwenden, bedeutet nicht nur Unabhängigkeit in wichtigen Rohstoffen vom Ausland und eine Entlastung der deutschen Devisenbewirtschaftung, sondern auch eine Verbesserung der Zahnbehandlung, indem nämlich statt bisher überwiegend anorganische Stoffe wie Gold, Porzellan usw. nunmehr organische Stoffe in den menschlichen Organismus eingebaut werden können. Dadurch ist auch eine günstigere Auswirkung auf die Gesamtgesundheit des behandelten Patienten gewährleistet. Dentist Ernst Schnabel hat auch das Problem der Härtung der Kunststoffe um einen beachtenswerten Schritt vorwürtsgetrieben, die Kunstharzzähne weisen eine Härtegrad auf, wie er im Zahnersatz bisher nicht erreicht werden konnte. Damit sind gleichzeitig der Härtung von Kunststoffen allgemein Wege zur weiteren Vervollkommnung gewiesen. Ein weiterer Vorteil besteht in der einfachen Verarbeitungsmöglichkeit dieser hygienisch einwandfreien und ästhetisch vollendeten Kunstharze. Sie gestatten eine individuelle Gestaltungsmöglichkeit und statt des verunstaltenden Goldes in Zukunft die Verwendung farbschöner, dem natürlichen Aussehen entsprechender Kunststoffe. Schwester sein bedeutet Kampf für das Leben. Wie die NSK. meldet, begann in Schierke (Harz) die Reichsarbeitstagung der Haupt- stelle Schwesternwesen des Hauptamtes für Volkswohlfahrt. Hauptamtsleiter Hilgenfeldt machte grundsätzliche Ausführungen, in deren Mittelpunkt die Nachwuchsfrage stand, auf der alle Entwicklung des Schwesternwesens in Zukunft abhängt. Es gelte, den jungen Menschen immer wieder zu sagen: Leben ist überall dort, wo Kampf ist, und Schwester sein ist Kampf für das Leben selbst. Von diesem Gedanken ausgehend betonte Haupt- amteleiter H ilgenselüt die Bedeutung der fünf’ LPD. Frankfurt a. M., 26. April. Der Nahrungsmittel-Großhandel im Bezirk der Wirtfchafts- kammer Hessen hielt in Frankfurt a. M. eine Mitgliederversammlung ab, in der Lanüesbauernführer Dr. Wagner einen Vortrag über eine gesicherte Dolksernährung durch pflichtgebundene Wirtschaftsführung hielt. Die Sicherung der Dolksernährung sei Sache des Landvolkes nicht allein, sondern des gesamten deutschen V o l k e s. So groß auch die Leistungen in der Sicherung unserer Ernährung in den letzten fünf Jahren seien, dürften wir uns doch nicht mit Dem Erreichten zufrieden geben. Die verbliebene, immer noch beträchtliche Abhängigkeit unserer Nahrungsmittelversorgung vom Ausland mit rund f9 v. H. müsse weiter vermindert werden, was 1. eine Steigerung unserer landwirtschaftlichen Erzeugung und 2. eine sparsamere Verwendung des Erzeugten fordere. So sei der Kampf gegen den Verderb eine Angelegenheit des gesamten deutschen Volkes. Die Auswirkungen dieses Kampfes kämen in dem Rückgang der Nahrungsmitteleinfuhr deutlich zum Ausdruck. Im Durchschnitt der Jahre 1929 bis 1932 wurden für rund 3 Milliarden Mark Lebensrnittel eingeführt. Im Jahre 1936 hatte jedoch die EigenWenn Reichsbauernführer Darre in feiner Rede zur Eröffnung der Reichsgartenschau in Essen gesagt hat, daß diese Stadt des Kruppstahls auf dem besten Wege sei, sich einen neuen Ehrentitel zu erobern, so weiß jeder, der einmal seine Nase in den Kohlenpott gesteckt hat, wo er angeblich am dreckigsten ist, was er damit meinte. Denn Essen ist, das lehrt der Augenschein überzeugend, nicht eine schwarze und freudlose Jndustriemetro- pole, bedeckt vom Ruß und Qualm der Schlote, sondern sie ist bei aller Schmutzarbeit eine bunte, fröhliche Stadt, in der neben den Domen der Arbeit die Dome des Glaubens, neben den Schornsteinwäldern die Wälder des lieblichen Ruhrtales aufragen. Ja, bis in den Kern der Stadt hinein ziehen sich breite Grünanlagen. Die Luft des Ruhrreviers" ist besser als ihr Ruf. Dies mußte vorqusgefchickt werden, weil der Gärtner oder Blumenliebhaber in den anderen Gauen des Reiches vielleicht ausrufen könnte: „Zur Neichsgartenschau ausgerechnet nach Essen?! Solche geheimen Befürchtungen find wirklich grundlos, aber ganz abgesehen davon liegt in der Wahl Essens eine tiefe Symbolik, die dem ankommenden Besucher sofort spürbar wird: die Sehnsucht des Städters nach der Natur, das Verlangen des schaffenden Menschen nach einer schönen, gepflegten Umgebung. Wer von uns in Stadt und Land, der täglich seiner harten Berufsarbeit nachgeht, freut sich nicht über seinen kleinen Schrebergarten, den er am Sonntag beackern kann, oder über die Blumen in seiner Wohnung, über die paar Bäume und Sträucher vor dem Wertstadt. erzeugung bereits einen so hohen Stand erreicht, daß nur für 1,36 Milliarden Mark Lebensrnittel vom Ausland bezogen werden mußten. Die nationalsozialistische Marktordnung strebe eine Wirtschaftsordnung an, die sich politisch verantwortlich wisse, die der völkischen Bedarfsdeckung, also dem Gemeinwohl diene, und die innerhalb ihrer Marktgemeinschaften die beteiligten Wirtschaftsgruppen und deren Glieder zur verantwortungsbewußten Wirtschaftsgesinnung erziehe. Die Verbrauch sl e n k u n g sei der große Appell an die deutsche Hausfrau, in erster Linie zu jenen Nahrungsmitteln zu greifen, die jahreszeitlich aus unserer eigenen Erzeugung zur Verfügung stehen. Wir müßten unsere Ernährung dem jahreszeitlichen Ablauf der Erzeugung und der Ernte anpassen und uns auch wieder denjenigen deutschen Erzeugnissen des Bodens zuwenden, die seither vernachlässigt wurden. Weiter sei es aber auch eine Ausgabe der Verbrauchslenkung, eine vernünftige Vorratswirt» fchaft zu betreiben und die infolge von Ernte- fchwankungen auftretenden Ueberfchüffe, die nicht haltbar gemacht werden können, unterzubringen. fenfter? Wer also wollte feine Nase darüber rümpfen, daß Essen der Schauplatz der 2. Reichsgartenschau geworden ist? Nein, gerade hier in der Nähe der Kohlenhalden und lichtlosen Schächte, wo die Kumpels und Metallarbeiter mit schwerer, oft gefährlicher Mühe für des Reiches Wohlstand und Wehrkraft sorgen, mußte der Sinn jeder Bodenkultur und gärtnerischen Gestaltung am allerschönsten aufblühen. Und so ist denn auch mitten im Kohlenpott, auf dem erweiterten Gelände der „©ruga", ein wahres Blumenparadies entstanden, das in diesem Sommer Hunderttaufende und Millionen Menschen begeistern wird. Die Kruppstadt hat ihre Traditionen auf diesem , Gebiet. Schon die ©ruga von 1929, die „Große Ruhrländische Gartenbauausstellung", war eine Sensation. Nun aber ist ihr Gelände, das seitdem als eine Art Volkspark diente, noch verdoppelt worden und umfaßt heute rund 470 000 Quadratmeter. Auf dieser gewaltigen Fläche, die sozusagen eine Landschaft für sich bildet mit Tälern und Höhen, mit Bächen und Hainen, mit Terrassen und Hallen, vereint sich nun alles, was irgendwie mit Gartenbau zu tun hat. Eine fast unübersehbare Fülle von Blumen, Gemüsen, Obstsorten, Stauden, Sträuchern und Gartenanlagen aller Art bietet sich dem überraschten Besucher dar, und obgleich alles wohl- aeordnet ist nach Art, Jahreszeit oder Zweckbestimmung, weiß man doch kaum, wo man anfangen und wo man aufhören soll in der Betrachtung aller dieser Kostbarkeiten, dieser Blumen« tcppiche, dieser Rabatten, dieser Gewächshäuser und dieser hohen Hallen mit mtereßanten Lehr« Das Blumenparadies im Kohlenpost. Zur Eröffnung der Reichsgartenschau in Esten. Von unserem H. E.-Sonderberichterfiatier. schauen. Das ist vielleicht das Gelungenste an der Reichsgartenschau, daß sie fachliche Leistungsausstellung und Volksausstel- lung zugleich ist, ohne daß die Einheit des Ganzen irgendwie darunter rtte. Im Gegenteil: Mit einer wahrhaft künstlerischen Feinfühligkeit hat der Gartendirektor Korte es verstanden, den schönheitsdurstigen Blumenliebhaber auch in die wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Hintergründe des Gartenbaues einzureihen, ihm praktische Anleitungen zu vermitteln und „Ideen stehlen" zu lassen, während andererseits der Fachmann immer wieder durch den Anblick seiner herrlichsten Schöpfungen belohnt wird. Ein Rundgang zeigt uns all die Zweckmäßigkeiten und Schönheiten der Ausstellung. Die Lehrschau zeigt u. a. die soziale Betreuung des gärtnerischen Menschen, Selbsthilfeeinrichtungen und Forschungsdienst, Wetterdienst, Pflanzenschutz, Technik im Gartenbau und Marktregelung in schematischer Darstellung. Alle Fachgebiete werden gesondert behandelt, der Samenbau, Gemüsebau, Obstbau, Baumschulen, Blumen- und Zierpflanzenbau. In einer besonders interessanten Abteilung zeigt diese Halle an Beispielen die mustergültige Gestaltung des deutschen Dorfes aus Volkstum und heimischer Landschaft. In der Freilandschau des Reichsnährstandes werden u. a. die Qualitätsbestimmun- gn für Baumschulenzuchten erklärt. Anerkannte Obstunterlagen sind ausgestellt, die Reichssortimente für Gemüse, die anerkannten Obstsortimente und die geprüften Neuheiten im Blumenbau vollständig vertreten. Diese beiden Lehrschauen des Reichsnährstandes sind für den Erwerbsgärtner berechnet. Emen viel größeren Jnterssentenkreis erfaßt die Lehrschau über die Werkstoffe des Gartens, hier findet jeder Gartenfreund wertvolle Anregungen. Soll man noch die einzelnen Abteilungen dieser Wunderschau aufzählen, soll man den bunten Kera- mikhof, den Platanenhof, den Eibengarten, den Turnhof der Kinder mit Spiel- und Sportgeräten, den Ahnenwinkel, den Feierabendhof, den 'Wassergarten, den Brunnenhof, die Mustersiedlungen, den Gymnastikgarten, die Kleintierschau oder gar die Kolonialschau erwähnen, wo man innerhalb einer halben Stunde einen Spaziergang durch unsere sämtlichen Kolonien von Neuguinea bis Kamerun machen kann, wo man Kaffeesträucher blühen und den schwarzen Pfeffer wachsen sieht, wo es Baumwollpflanzungen, Tabakplantagen, Oel- und Kokospalmen, blühende Orchideen und reifende Melonen an grünen Urwaldtümpeln gibt? Ach, des Erzählens wäre kein Ende. 900 000 Stiefmütterchen blühen jetzt auf diesem seligen Gefilde, Hortensien- und Tulpenbeete von einzigartiger Schönheit warten auf ihre Bewunderer. Es bleibt nur eine Lösung: dem Rufe zu folgen, den der Reichsnährstand und die Stadt Essen hinausschickt in alle deutschen Lande: Kommt und seht selbst! Zur Hochzeitdes Königs von Albanien. '/ MDW FD ß W Am Mittwoch findet in Tirana, der Hauptstadt von Albanien, unter großen Feierlichkeiten die Hochzeit des Königs Z o gu von ^Albanien mit der ungarischen Gräfin Geraldine A p p o n y i statt. — (Associated-Preh-M.) „Soziale Selbfiveraniworiung" und Berufserziehung. Von prof. Or.-Ing. Karl Arnhold, Leiter des Amtes für Berufserziehung und Betriebsführung der OAF. dak. — Die Berufserziehung ist eine große volksgemeinschaftliche Ordnungs- und Gestaltungsaufgabe, deren Lösung durch eine Gemeinschaftsarbeit der Schaffenden im Rahmen einer betrieblichen und überbetrieblichen Selbstverantwortung des Arbeitslebens gefunden werden muß. Ausdruck der überbetrieblichen Selbstverantwortung sind die Arbeitsausschüsse und Arbeitskammern Beide Organe haben u. a. für die Berufserziehung die Aufgabe, die Arbeit des Amtes für Berufserziehung und Betriebsführung zur Sicherstellung einer Planmäßigkeit der betrieblichen Ausbildung zu unterstützen. Dabei besitzen diese beiden Einrichtungen kein Entscheidungs- und Beschluß- 'recht, sondern sie haben lediglich beratende Funktionen. Die aus Vertretern der Betriebsfüh- rung und Gefolgschaft zusammengesetzten Arbeitsausschüsse haben im Zusammenhang mit ihren übrigen Aufgaben auch die Ideen und die Arbeiten des Amtes für Berufserziehung und Betriebsführung an die Praxis heranzutragen, dort Vorschläge aufzufangen und diese wiederum dem Amt für Berufserziehung und Betriebsführung zur Auswertung und endgültigen Bearbeitung zu übermitteln. Diese vorklärenden Arbeiten der Ausschüsse erstrecken sich in der Berufserziehung z. B. auf Beratungen über die Ausarbeitung von Lehrplänen, eine plnmäßige Berufsausbildung, Gemeinschaftslehr Werkstätten, Fragen der fördernden Berufserziehung usw., also kurz auf alle Vorfragen, die zur Heranbildung von einsatzfähigen, tüchtigen Arbeitskräften zu lösen sind. Daß diese Tätigkeit der Arbeitsausschüsse sich auf das Gebiet einer ganzen Berufsgruppe erstreckt, liegt in der Natur dieser Fragen. Äehnlich wie die Arbeitsausschüsse arbeiten die Arbeitskammern auf dem Gebiet der Berufserziehung. Sie werten Unter Umständen die Ergebnisse der Beratungen der Arbeitsausschüsse derart aus, daß sie für ihren Bezirk, der sich mit dem Gaugebiet deckt, eine Vorklärung und Zusammenfassung vornehmen, um so dem Amt Berufserziehung und Betriebsführung gegebenenfalls eine einheitliche Bearbeitungsbasis für diese Fragen zu schaffen. Nach den organisatorischen Vorbereitungen im Jahre 1936 kamen im Vorjahre die Arbeitsausschüsse und Arbeitskammer bereits zum praktischen Einsatz. Sie konnten auf dem Gebiete der Berufserziehung und Betriebsführung die Arbeiten in vielen Gauen erfolgreich unterstützen. So wurde auf Grund der Beratungen in den Arbeitsausschüssen im Gau Hamburg ein Berufsbild für den Facharbeiter in der Fischindustrie erstellt und damit auch hier die Grundlage für eine planmäßige Berufserziehung geschaffen. Im Gau Köln-Aachen wurden Berufsbilder für die Textilindustrie vorbereitet. In der Holzindustrie haben die Ausschüsse bei der Schaffung von Lehrberufen beratend mitgewirkt. Weiter wurde im Gau Koblenz auf Anregung der Arbeitsausschüsse die Gründung einer Fachschule für Holzeinteiler und -einschneider in Sägewerken in Angriff genommen. In den Arbeitsausschüssen „Ziege l i n d u st r i e" behandelte man eingehend den auch in dieser Industrie eingetretenen Facharbeitermangel. Auf Grund dieser Beratungsergebnisse sind die Arbeitsausschüsse heute damit beschäftigt, den Lehrberuf des Zieglers zu schaffen. Auch haben die Arbeitsausschüsse angeregt, in der Treibriemen- und technischen Lederindustrie Lehrberufe zu schaffen. Im Gau Sachsen wurde ein Musterlehrvertrag für Landmesser in den Arbeitsausschuß „Techniker" entworfen, der bereits in über 100 Betrieben zur Anwendung kommt. Durch das Eingreifen der Arbeitsausschüsse konnten vielfach Schwierigkeiten direkt beseitigt werden, wodurch die endgültigen Maßnahmen wesentlich be- 202 schleunigt und deren Durchführung erleichtert wurden. Besonders erfolgreich' war der Einsatz der Organe der sozialen Selbstverantwortung bei der Erarbeitung der Voraussetzungen zur Errichtung neuer Lehrwerkstätten, Gemeinschaftslehrwerkstätten und Lehrecken. Auch auf diesem Gebiete dec Berufserziehung haben die Arbeitsausschüsse tatkräftig und erfolgreich gearbeitet. In der f ö r d e r n- den Berufserziehung gaben die Arbeitsausschüsse wertvolle Anregungen für die Arbeiten des Amtes für Berufserziehung und Betriebsführung. Sie prüften die Möglichkeit der Durchführung von betrieblichen Lehrgängen und außerbetrieblichen Gemeinschaftslehrgängen, wie sie auch in vielen Fällen Vorschläge für die Lehrplangestaltund der zusätzlichen Berufserziehung ausarbeiteten. Damit wurde auch den zuständigen Dienststellen in den Gauwaltungen ermöglicht, praktische und der Wirklichkeit am nächsten kommende Maßnahmen zu ergreifen. Auf Grund der Ergebnisse des Jahres 1937 ist eine weitere erfolgreiche Entwicklung dieser Gemeinschaftsarbeit zu erwarten, wodurch die Maßnahmen des Amtes für Berufserziehung und Betriebsführung den Bedürfnissen der Praxis angepaßt werden und somit ihre beste Verwirklichung finden. Des Führers Hochzeitsgabe für den König von Albanien. Tirana, 26. April. (DNB.) Am Dienstag um 10.30 Uhr fand im Sitzungssaal des Rathauses von Tirana zu Ehren der Königshochzeit die Trauung von 14 Paaren statt. Nach dieser Zeremonie setzten sich die Neuvermählten an bie Spitze eines großen Festzuges, der unter dem Gesang vaterländischer Lieder durch die Straßen der Hauptstadt zog. Am Abend fand am Königshof ein großer Empfang statt, an dem außer dem König und der Gräfin Apponyi der Herzog von Bergamo, Graf Ciano, die Mitglieder der albanischen Regierung, die Spitzen der Behörden und das Diplomatische Korps teilnahmen. Der Führer und Reichskanzler hat Seiner Majestät dem König der Albaner zu seiner Vermählung telegraphisch herzliche Glückwünsche übermittelt und ihm als Hochzeitsgefchenk den neuesten Wagen der Daimler-Benz- Werke, ein Ächtzylinder-Mercedes-Benz-Sport- kabriolett, durch den deutschen Gesandten in Tirana übergeben lassen. Rom schmückt sich für den Führer. Von unterer Sonderberichterstatierin Adelheid Oehio. ■ W Die Hauptstadt des faschistischen Imperiums steht mitten in den Vorbereitungen für den alanzvollen Empfang des Führers in den ersten Maitagen. Unser Bild zeigt die hohen Kandelaber, die die Via bet Trionfi, die Feststraße beim Einzug Adolf Httlers, slankteren. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Rom, April 1938. Schon seit Wochen sind in Rom umfassende Do^ arbeiten für die Ausschmückung der Stadt anläßlich des bevorstehenden Führerbesuchs im Sange. Außer der Kommission unter dem Vorsitz des Außenministers Graf Ciano, dem die Gesamtvorbereitun- qen in Florenz, Rom und Neapel unterstehen hat sich bei der römischen Stadtverwaltung auf dem Kapitol ein weiterer Ausschuß gebildet, dem die künstlerische Ausschmückung Roms und vor allem der 6 Kilometer langen Einzugs' st r a ß e von der Cestiuspyramide bis zum Duirt» nal obliegt. Vorsitzender des Ausschusses ist der Gouverneur (Bürgermeister) von Rom Fürst Piero Colonna selbst. Unter seinen Mitarbeitern fin- den sich klangvolle Namen des römischen Adels, wie Herzog Disconto und Fürst Ruspoli, sowie führende Männer der Industrie und Jngenieurkunst. _ Die Ausschmückung Roms und seiner ehrwürdigen Ruinen ist nämlich keine einfache Sache. Die großartigen Veduten, die durch die Altertümer an der Einzugsstraße, den Palatin, das Kolosseum, die Kaiserforen gebildet werden, vertragen nur eine künstlerisch einwandfreie und geschmackvoll abgewogene Dekoration, die hervorhebt und nicht verdeckt. Jedes Zuviel ist hier vom liebet Grüne Pflanzen, sprudelnde Wasser und lebendige Flammen können nie störend wirken. Dazu kommt noch farbenfroher Flaggenschmuck und abends — Scheinwerferbeleuchtung. Die Italiener sind ja Beleuchtungskünstler von Tradition, und so haben sie sich entschlossen, mit blendenden Scheinwerfern, die die Ruinenwelt leicht flach erscheinen lassen, sehr sparsam umzugehen und hauptsächlich lebendige Flammen zur Anwendung zu bringen. Dann kann es nicht fehlen, daß die Einzugsstraße einen überwältigend schönen Eindruck machen wird. Die Ankunft des Führers in Rom wird für halb neun Uhr abends angesetzt. Sein Sonderzug wird im neuerbauten Bahnhof an der Porta San Paolo im Süden der Stadt einlaufen. Der 300 Meter lange und über 40 Meter breite „Diale Hitler" wird reich mit Grün bepflanzt werden und im Lichte von Tausenden von Pechpfannen od?r Gasflämmchen strahlen. Auf dem zinnengekrönten Stadttor, das noch aus dcn Zeiten des Feldherrn Belisar stammt. werden hohe Flammen lodern und ihr flackerndes Licht auch auf die benachbarte Cestiuspyramide werfen. Die hinter der Bresche in der antiken Stadtmauer liegenden weniger schönen modernen Gebäude sollen ganz hinter einem Flaggenwald verschwinden. Alter Tradition gemäß wird am antiken Stadttor die Begrüßung der deutschen Ehrengäste durch den Gouverneur von Rom stattfinden. Dabei soll ein uralter Brauch wieder aufleben. Der Gouverneur wird von den sogenannten „Getreuen des Kapitols" in prächtigen Renaissancekostümen umgebendem. Die kleine Ortschaft Vitorchiano bei Viterbo nördlich von Rom hatte nämlich feit dem Jahre 1217 als Dank für ihre vielfach bewiesene Bündnistreue die bewaffneten Wächter zu stellen, denen die Obhut der römischen Stadttore, Plätze und Gefängnisse anvertraut war. Jedes Jahr entsandte Vitorchiano zehn junge Männer zu diesem Zwecke nach Rom, und sein Stadtwappen führte den Wahlspruch: „Deo Romae quae esto fidel is“ Im üppigen Seicento erhielten diese Reisigen eine prächtige Galauniform aus weißem Samt mit blutrotem Wams und einem Kopfputz aus weißen, roten und gelben Federn. Der Brauch hielt sich bis 1870 und drohte dann in Vergessenheit zu geraten, bis er anläßlich des Besuches des Königs Fuad von Aegypten und der Hochzeit des Kronprinzen Umberto wiederbelebt wurde, wobei zehn „Getreue" in ihren alten Kostümen auf den Stufen des Senatorenpalastes standen. In diesen Tagen begab sich nun der Gouverneur Fürst Colonna nach Vitor- chiano, um unter den dortigen Afrikakämpfern die besten auszusuchen, die ihn bei der Begrüßung der deutschen Gäste in ihren schönen Kostümen umgeben werden, um dann eine feste Anstellung an der römischen Stadtverwaltung erhalten. , An der ganzen Einzugsstraße werden Militär, Schwarzhemden, faschistische Jugendbünde und Abordnungen der Städte ganz Italiens Spalier stehen. Die Dia Triumphalis wird von lodernden Fackeln erleuchtet werden, die auf hohen Kandelabern im ägyptischen Stile brennen. Auf der Piazza Raudusculana werden auf dem Hintergrund von dichtem Myrthengebüsch fünf leuchtende Fontänen plätschern, und längs der ganzen Prachtstraße sollen zahlreiche Wasserstrahlen sprudeln. Der Obelisk aus Axum, der unlängst am Eingang der Passeggiata Archeologica errichtet worden ist. wird von beweglichen Scheinwerfern angestrahlt, ebenso wie der Circus Maximus und der Palatin, dessen Umrisse sich hell gegen den dunklen Himmel abzeichnen sollen. Der Triumphbogen des Konstantin wird in weißem Lichte erstrahlen, das K o l o s s e u m im Hintergrund soll einen ganz neuartigen Beleuchtungsschmuck erhalten: statt wie bisher von außen durch blendende Scheinwerfer angestrahlt zu werden, wird das Licht von innen her aus den Hunderten von Rundbögen des mächtigen Gebäudes hervordringen. Längs der Dia dell'Jmpero werden hohe Dreifüße aufgestellt werden, auf denen Flammen lodern. Auch die Beleuchtung des N a t i o n a l d e n k m a l s soll verbessert werden. Der Corso Umberto und die zum Hauptbahnhof führende Via Nazionale sollen in ein Flaggenmeer in deutschen und italienischen Farben verwandelt werden. Auf der Piazza dell'Esedra werden die historischen Banner der verschiedenen römischen Stadtteile herabhängen. Auch das Kapitol, die Engelsburg, das Musioliniforum werden int Festschmuck erstrahlen. Der Schmuck der römischen Paläste und der Geschäfte soll ebenfalls nach besonderen Anweisungen des Festausschusses erfolgen. Längs der ganzen Einzugsstraße werden Tribünen für Hunderttausende von Zuschauern errichtet. Sie sollen auch für die große Parade am folgenden Tage dienen, an der Abordnungen des Heeres, der Marine, der Luftfahrt und der faschistischen Jugendbünde teilnehmen werden, darunter drei vollständige Grenadierregimenter, 400 motorisierte oder bespannte Geschütze und 400 Panzerwagen und Tanks, sowie eine Abteilung libyscher Kolonialtruppen. Auch auf dem Mussolini-Forum werden Tribünen gebaut, und zwar wird das Marmorstadion durch Holzanbauten so ergänzt, daß es statt 10 000 ganze 70 000 Zuschauer fassen kann, die einer großen Vorführung der faschistischen Jugendbünde beiwohnen werden, die abends im Licht von 40 nicht blendenden Tiefstrahlern stattfinden soll. Die Sitzreihen haben eine Gesamtlänge von 22 Kilometer. Im benachbarten Zypressen-Stadion wird eine Freilicht- Opernaufführung, wahrscheinlich einiger Akte des Lohengrin, geplant, der Bau einer gewaltigen Bühne auf dem Hintergründe der bewaldeten Hänge ist im Gange. Die Opern-Ausstattung soll im kommenden Sommer für die Freilichtaufführungen in den Caracalla-Thermen gebraucht werden. All dieses ergibt natürlich eine großzügige Arbeitsbeschaffung, an der eine möglichst große Zahl römischer Arbeiter teilhaben soll. Schon jetzt wird auf den Einzuasstraßen überall gebuddelt, um neue Leitungen zu fegen, die eine Gesamtlänge von 140 Kilometer haben. Der Stromverbrauch, der bei normaler Straßenbeleuchtung in Rom etwa 8000 Kilowatt pro Abend beträgt, lyird während des Führerbesuches um etwa 6000 Kilowatt pro Abend an- wachsen, lieber tausend neue Reflektoren sollen aufgestellt werden. Außer der schon erwähnten Parade auf der Via dell' Jmpero, bei der der neue römische Parademarsch vorgeführt wird, finden bei Santa Marinella am Tyrrhenischen Meer Manöver mit Feuergefechtsübungen statt, und beim Flughafen von Furbata Flugübungen der italienischen Luftwaffe. Das glänzendste militärische Schauspiel wird aber die große Flottenschau in der Bucht von Neapel bilden. Aaiionalspanische Fortschritte im Alfambra-Abschnitt. Salamanca, 27. April. (DNB. Funkspruch.) Im Alfambra-Abschnitt sind die nationalen Truppen weiter nach Süden vorgestoßen und haben mehrere Ortschaften besetzt. Die Roten erlitten bei ihren Widerstandsversuchen starke Verluste. Bei einem Gegenangriff wurden drei rote Schwadronen völlig aufgerieben. Der Frvntberichterstatter des nationalen Hauptquartiers meldet nach einem Besuch an dec spanisch - französischen Pyrenäen- grenze, daß eine große Zahl von Zivilpersonen, die von den Bolschewisten nach Frankreich verschleppt wurden, und viele rote Milizen ununterbrochen nach National- spanien zurückkehren, obwohl die französische Volksfront einen großen Druck auf die Geflüchteten ausübe. Infolge der guten Aufnahme dec Flüchtlinge durch die nationalen Behörden nehme die Rückwanderung einen immer größeren Umfang an. Oestlich des Arantales befänden sich noch starke bolschewistische Verbände, die unter dem Befehl eines Zuchthäuslers ständen. Da sie von der französischen Volksfront mit Waffen reich versorgt würden, leisteten sie weiterhin hartnäckigen Widerstand. Außenpolitische Forderungen der japanischen presse. Tokio, 27. April. (Ostasiendienst des DNB. Funkspruch.) Mehrere Tokioer Zeitungen fordern, daß die Neuorientierung der gesamten Staatspolitik auf eine entschlaf jene Beendigung des Aus aller Wett. China-Konfliktes eingestellt werden müsse und zur Vermeidung zeitraubender Auseinandersetzungen alle anderen Fragen zurück zu st el- l e n seien. „Hochi Shimbun" will erfahren haben, daß die Regierung die Notwendigkeit einer arund- sätzlichen Aende'rung ihrer traditionallen Außenpolitik erkannt habe. Man könne mit der passiven und nachgiebigen Außenpolitik vergangener Jahre nicht mehr auskommen, wenn man die vollkommen veränderte Weltlage in Rechnung stelle. Neben Chino und Manschukuo sei das Hauptgewicht auf eine Zusammenarbeit mit Deutschland, Italien, England und Amerika zu legen. Notwendig sei ferner im Zusammenhang mit dem neu einzurichtenden Chinabüro eine grundsätzliche Umstellung derPersonalpolitikim diplomatischen Dienst. „Tikyo Nichi Nichi" schreibt, besonders die Wehrmachtskreise hätten die Einrichtungen eines besonderen Chinabüros dringend gefordert, auf das alle außenpolitischen Kräfte zu konzentrieren seien. Kleine politische Nachrichten. Der Stellvertreter des Führers bittet alle, die aus Anlaß seines 4 4. Geburtstages seiner gedachten, auf diesem Wege den Dank für die Glüpwünsche entgegenzunehmen, da er zu seinem Bedauern außerstande ist, jedem einzelnen direkt zu danken. Der Führer stattete Rudolf Heß in seiner Wohnung in München-Harlaching einen Besuch ab, um ihm seine Glückwünsche persönlich auszuspreckstn. Reichsminister Dr. Frick überreichte im Auftrage des Führers und Reichskanzlers Oberregierungsrat Hans Krebs, Pressechef im Reichsinnenministerium, zum 50. Geburtstag die Urkunde über die Verleihung des Ranges eines Gauleiters. Der Führer und Reichskanzler übersandte außerdem dem bewährten Nationalsozialisten sein Bild in Silberrahmen mit einer Widmung. Reichsverkehrsminister Dr. D o r p m ü l l e r , der in zweitägiger Besichtigungsfahrt die wichtigsten neuen Regulierungsarbeiten an dem österreichischen Teil der Donau in Augenschein genommen hatte, verließ den Dampfer „Wotan" in Hainburg, um sich von dort mit dem Kraftwagen nach Wien zu begeben. Der Verein der ausländischen Presse zu Berlin gab ein Frühstück zu Ehren des Chefs des Außenpolitischen Amtes der NSDAP., Reichsleiter Alfred Rosenberg, wobei der Vorsitzende, Bojano, seiner Freude über den zwischen der Berliner Auslandspresse und Reichsleiter Rosenberg bestehenden Kontakt Ausdruck gab und der Empfangsabende des Außenpolitischen Amtes als einer Gelegenheit, das neue Deutschland und seine Zielsetzung kennenzulernen, gedachte. Reichsleiter Rosenberg sprach den Wunsch nach einem noch besseren Einvernehmen mit der Auslandspresse aus. Vruckner-Fesl in Hamburg. Das diesjährige Hamburger Bruckner-Fest begann mit der Aufführung des „Tedeum" und der „Fünften" in der Originalfassung. Im „Tedeum" bewährten sich die Solisten der hamburgischen Staatsoper Ilse K o e g e l, Gusta Hammer, Hans Hotter und der Kieler Tenor Thorkild N o v a l, sowie der Chor der Singakademie. — Die Aufführung der Fünften Sinfonie in der Originalfassung, die an Stelle der gebräuchlicheren Form besonders im Finale weitgehende Aenderungen aufweist, gestaltete sich zu einem künstlerischen Erlebnis und wurde zu einem großen Erfolge I o - ch u m s und seiner Philharmoniker, die mit starkem Beifall bedacht wurden. Beschlüsse des Internationalen Hotel-Kongresses. Der Verwaltungsausschuß der Internationalen Vereinigung der nationalen Hotelverbände, der 'zu seiner 7. Haupttagung in Baden-Baden zusammentrat, hat eine Reihe non' Beschlüssen gefaßt, in denen das Ergebnis der fachlichen Beratungen zusammengefaßt ist. Neben der Frage einer Neueinteilung der Schulferien in den Sommermonaten befaßte sich die Tagung u. a. mit dem Problem der Lärmbekämpfung in den Fremdenorten. Ferner sprach sich die Versammlung dafür aus, alle möglichen Erleichterungen im Reiseverkehr zu schaffen. Es wird vorgeschlagen, international eine Abschaffung des Disumzwanges, Erleichterungen der Paß- und Zollkontrolle usw. zu fördern. Der schwere Nachwinter in Südbayern. Der schwere, schneereiche Nachwinter in Südbayern hält unvermindert an. Auch in der Nacht zum Mittwoch hat es überall noch mächtig geschneit, so daß Stadt und Land im Winterkleid liegen. Besonders stark waren die Schneefälle wieder im Allgäu, wo am Mittwochvormittag die Neuschneedecke in den Tallagen zehn Zentimeter beträgt. Auf den Bergen wurden Schneehöhen festgestellt, die die des Hockwinters vielfach übertreffen. In den Wäldern verursacht der viele nasse Schnee vielfach Astbruch. D-Zug-Dieb fesigenommen. Der Aschaffenburger Kriminalpolizei ist es zusammen mit der Bahnschutzpolizei gelungen, einen Gewohnheitsverbrecher festzunehmen, der bereits wiederholt D-Zug-Dieb stähle verübt und schon schwere Strafen verbüßt hat. Der D-Zug-Dieb war aus der Sicherungsverwahrung entkommen. Im D-Zug 55 Frankfurt—Nürnberg bemerkte ein Fahrgast auf der Station Lohr das Fehlen seines Koffers mit wertvollem Inhalt. Der Dieb konnte nur in Aschaffenburg ausgestiegen sein. Es gelang, den Dieb in Aschaffenburg festzunehmen. Die Wertgegenstände konnten alle wieder herbeigeschafft werden. Bei dem Verhafteten handelt es sich um einen Robert Schäfer aus Mainz. Eine Glocke erinnert an den lag der deutschen Wehrfreiheit. Auf dem Paradeplatz zu Mannheim fand die Weihe einer Glocke statt, die die Stadt zum Gedenken an den Tag der deutschen Wehrfreiheit gießen ließ und die nun an jedem 7. März und an allen nationalen Feiertagen mit ihrem Läuten die große Tat des Führers künden wird. Die Glocke ist die größte vcM den nunmehr drei Glocken des Mannheimer Rathauses. Ihr Geläute wird zum erstenmal am 1. Mai hörbar sein. Bier Menschen in der Adria ertrunken. In der oberen Adria kenterte infolge des Sturmwetters in der Nähe von Zara ein Segelboot mit vier Insassen. Alle vier Personen ertranken. Freudiges Ereignis im Tierpark Stellingen. 'Ä 8K 3- D 1 is 7. . HA " <-> X \‘ i. 16 Mk. zu verk. Unterrichtsstunden gratis. 01999 Frau Kuhn Kaiserallee 20. Kaufgesuche Suche per sofort oder 15. Mai 2-3-ZiinnL-toD. mit Küche. Schriftl. Angeb. unter 01991 an d. Gieß. Anzeig. Möbliertes Zimmer in der Nähe von Konditorei und Cast Amend sofort gesucht. Zu erfragen dort- selbst.286qD Lager! Suche ein. klein, trocknen Lagerraum mit klein. Keller, Büroraum u. Garage. Schr.Angeb.unt. 01969 a. d.G.A. [Stellenangebote ttierlZinw f. Buchhändlerin lDauermieterin) zum 1. Mai gesucht. Schr. Ang. mit Preis unter 01993 a.d.Gieß. Anzeiger erbet. Möbliertes Zimmer mit Pension von berufstät. Fräulein gesucht.Preis 65-70 Mk. Schr. Ang. unt. 2858D an 0. Gieß. Anz. Arzt sucht zum 1. Mai möbl. Zimmer möglichstKliniks- näbe u. Telefon. Schriftl. Angeb. unt. 2861D an den Gieß. Anz. Mittwoch, 27. April 1938 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Nr.97 Zweites Blatt Aus dem Reiche der Frau PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS werden wie der Gürtel zu einer Schleife ge- /erschiedenes nicht Frühjahre beftchttgung rm Kleiderschrank. Nassau schreibt: , Klärchen mußte in der Schule einen Aufsatz machen: „Wenn Mutter große Wäsche hat." Darin schrieb sie: „Mutters Waschtag ist für die ganze Familie garnich schön. Es ist dann so ungemütlich bei uns und wir kommen deshalb des Mittags nicht gerne nach Hause. Zum Essen gibt es nur Aufgeroärmtes vom Tag vorher, und das schmeckt uns'gar nicht." — Als sie den Aufsatz zurückbekam, da hatte die Lehrerin an den Rand mit roter Tinte geschrieben: „Muß das sein?" Ja, muß das sein? 'dachte Klärchen, unti — muß das fein? sagte sich der Vater, als er seiner sonst so tüchtigen Hausfrau schmunzelnd das Heft mit der Randbemerkung zeigte. Die Mutter gab keine Antwort, aber in Gedanken suchte sie nach einer Lösung. Als der nächste Waschtag herankam, da war sie darauf vorbereitet. Wohl gab es wieder die berühmten Reste, aber nicht mehr aufgewärmt, sondern in der Form eines neuen Gerichts, in einer neuen Zusammenstellung. Die Mutter hatte einen Kartoffelbrei zubereitet und in eine gut gefettete und mit Reibebrot ausgestreute Randwrm gefüllt. Während sie den Teig eine halbe Stunde im Backofen überbauen ließ, wurden kg gekochte Fleischreste durch die Fleischmaschine gedreht. Nun stellte sie schnell eine dunkle Mehlschwitze der, füllte mit einem hal- den Liter Fleisch- oder Würfelbrühe auf, schmeckte ab und gab das durchgedrehte Fleisch hinein. Der Kartoffelrand wurde aus dem Ofen genommen, auf eine Platte gestürzt und das Häcksel darin angerichtet. Wie gut schmeckte jetzt die Mahlzelt der Familie. Nun kannten sie kein Vorurteil mehr gegen Reste- im Lange. M Blum, r die Mer: 3n5 Tyyriot; i- Anzeigen, t Inhalt der /38: 10355. tätsdruckerei matsbezugs« ustellgebühr, lZelverkaufs» f.» mit der tember 1937 u Siche? ’ Vereine^J 'cieÄjl Nun meine Frühjahrsmäntel. Meinen hellen Gummimantel wasche ich gut mit Wasser ab und lasse ihn auf einem Bügel im Keller trocknen. Zuletzt wird er mit etwas Glyzerin eingerieben. vermischt, unter Zuhilfenahme eines Luffalappens oder einer Hellen, alten Wollfocke statt des Schwammes von allem Seife- und Schmutzanfatz befreit. Fliegenfchmgtz aus seidenen Lampenschirmen entfernt man leicht, indem man die betreffenden Stellen mit einem in lauwarmes Essig- roaffer getauchten Läppchen vorsichtig abreibt.^Hierdurch verschwindet der Schmutz, ohne die tfarbe anzugreifen. Marmor platten reinigt man nur mit einem milchähnlichen Schlämmkreidewasser, dem man auf 1/2 Liter 1 Teelöffel voll Salmiakgeist zusetzt Ein weicher Leinenlappen ist hier einem Schwamm vorzuziehen. Zuletzt wird gewachst. Silber und Gold. Aus Schlämmkreide oder Magnesia mit Spiritus einen Brei bereiten, in den einige Tropfen Salmiak zur Fleckenentfernung kommen. Dann mit trockener Schlämmkreide oder Magnesium nachpolieren, heiß nachspülen. Silber nimmt besser an, wenn es zuvor in heißem Wasser erwärmt wurde. Nickel wie Silber und Gold, jedoch keinen Salmiak bei Magnesia oder Schlämmkreidebrei verwenden, da er angreift. Kristall in einer Seifenlauge abbürsten, in heißem Wasser nachspülen und zur Auffrischung des alten Glanzes Wasser mit Waschblau blauen und darin das Kristall nachspülen. Auf diese Weise wird das Kristall wie neu. Karos, Sterne und Strei f.en sind die auf hellgrundig-er Waschseide (Lavable) ausgedruckten Muster für das leichte Lauf kleid. Aber auch auf dunklem Grund, auf dunkelblau etwa, wirken die gleichen Muster in rot, weiß oder ^^Au? h?llblauem, dunkelblau bedrucktem Mate> rial ist das Kleid links mit der Glockenbahn. Der unter der Brust gelesene Blusenteil entspricht der Miederform, die Enden des Stehbündchens gerichte. Die Hausfrau aber sah ein daß es nur einiger Mehrarbeit bedarf und einiger Geschicklichkeit, um aus den verpönten Resten ein neues und schmackhaftes Gericht herzustellen: Häcksel aus gekochten F l e i f d) r e ft e n. Zutaten: für den Kartoffelrand bei Kartoffelbrei Vs kg gekochte (oder gebratene Fleischreste), 30 g Butter (Fett), schlungen. Weiß mit schwarz-roten Karos ist das Kleid tn der Mitte. Dem Hemdblusen st il entsprechen der lange Aermel, das Passenteil und die Perlmuttknöpfe.'Die Vorderbahn des Rockes ist eingelefen. Mittelbraune Streifen auf blaßgelbem Grund hat das Kleid rechts. Die Rockmittelbahn ist in schmale Falten gelegt, die kleine Tasche ist eingearbeitet. Die Knöpfe sind aus Perlmutt. H. würdige Zeichen, die sie für Gegenstände, Bilder oder Menschen hält. Dabei geschieht-es, daß sie ein wenig einnickt. Dann ziehen wir sie aus und legen sie ins Bett. Sie macht dann 1 bis 2 Stunden Mittagsschläfchen. Viele Kinder, auch noch, wenn sie in die Schule gehen, haben regelmäßig dieses Verlangen. Dem soll man nachgeben. Dann aber ist wichtig, daß sie ausgezogen ins Bett gelegt und nicht zu dick zutzedeckt werden. Fenster auf und frische Luft herein! Wenn es warm ist und die Kinder an einem zugfreien Platz im Freiey, im Garten oder auf dem Balkon schlafen, muß man dafür sorgen, daß sie sich richtig ausstrecken können. Zusammengekrümmt ruht sich der Körper nicht aus. Auch kein grelles Licht auf die Augen fallen lassen und dafür sorgen, daß die Sonne nicht den Kopf bescheint. Nach längstens 2 Stunden wecken, sonst geht es mit dem Einschlafen am Abend nicht gut. Christa schläft immer sofort ein. Wir haben uns auch nicht auf lange Gespräche am Bett eingelassen. Das Gute-Nncht-Sagen wird kurz gemacht. Manchmal mit ein wenig Energie. Mufti löscht das Licht aus und läßt sich auf kein Rufen mehr ein. Im Anfang tut auch gelegentlich ein kleiner Klapps Wunder. Wenn Schulkinder abends schlecht einschlafen können, werden natürlich oft auch die Anforderungen der Schule die Ursache fein. Dann muß man versuchen, auszugleichen: Schularbeiten recht frühzeitig machen, damit vor dem Schlafengehen noch ein kleines Spielchen eingeschaltet werden kann oder auch ein kleiner Spaziergang. Gut ist auch etwas Obst vor dem Waschen, das Blut wird dann vom Hirn weg zur Verdauung geleitet. Christa hat eine kleine Freundin. Die hat ihr von ihrem schweren Einschlafen erzählt. Die Eltern, vernünftig, riefen den Onkel Doktor. Er sagte, daß die Blutverteilung oder -Zusammensetzung die Ursache sei. Das ist weiter nicht schlimm. Der Arzt kann mit ganz einfachen Mitteln abhelfen; denn nichts ist für den kleinen Menschen wichtiger als der gesunde Schlaf. Christa ist uns sehr dankbar dafür. Sch-r. J ^tQUanti! °m lAich^ ■*> bleibt,’” bin’”4- Die 2'". Ziemlich »ns n weiter an : heiter bis ’L.MSrab, Einbe um lEg, meist 3.511.2 (Brat borgens imum heute 10 cm Tiefe 33 27. April: mscheindauer W» nd jedes, ano« ilnsczic'f^. K-mnA-r. ich0.- oft, Wenn Christa schläft... Fünf Minuten für die Gesundheit. Christa ist unser Kind und drei Jahre alt. Wenn nichts besonderes los ist, sagt sie um 19 Uhr: „Mutti — Christa müde". Dann wird sie ins Bett gepackt und da schläft sie nun bis zum anderen Morgen um“ 7 Uhr. Glatt 12 Stunden schläft Christa. Sie hält das für einen richtigen und vernünftigen Kinderschlaf und läßt sich da auch nicht hereinreden. Was meint dazu aber die Wissenschaft? Die kommt zunächst mit der Statistik. Sie hat errechnet, daß der Mensch in den ersten Tagen seines Erdendaseins fast nur schläft. Er hat später Zeit genug, wach zu sein. Er schläft 24 Stunden. Nach einem Monat verschlafen wir von 24 Stunden immerhin noch 18. Das nimmt dann ab. Nach dem ersten Halbjahr sind es noch 16, nach dem ersten Geburtstag in der Regel noch 14 Stunden. Nach den ersten drei Lebensjahren 12. Erst vom vierten Lebensjahr ab wird der Tag länger als die Nacht. Man kann daraus eine Lehre ziehen: je jünger der Mensch, um so mehr braucht er Schlaf. So soll ein Schulkind seine 10 bis 11 Stunden Schlaf haben, der Jugendliche 9 bis 10, der Erwachsene 7 bis 8 Stunden. Christa hat nicht das Bedürfnis, nach dem Essen zu schlafen. Sie schreibt dann gern „Briefe". Sie setzt sich in eine ruhige Ecke, läßt sich ein Blatt Papier geben und macht darauf merk- Wir erwarten ein Kind. Wird in einem Haushalt ein Kind erwartet, dann muß sich nicht nur die Frau daraus einstellen, son- dem der ganze Haushalt', denn so ein kleines Wesen bedingt eine völlig neue Tageseinteilung. Das Kind verlangt morgens um 6 Uhr seine erste Mahlzeit. Die Mutter muß sich daher an frühzeitiges Auf- stehen gewöhnen. Manchmal muß sie mit dem Mann auch die Nachtruhe opfern. Während bei der Frau ein natürliches Muttergefühl vorhanden ist, muß der Mann erst lernen, sich an seine Vaterschaft zu gewöhnen; er tut also gut daran, sich schon frühzeitig mit dem Gedanken vertraut zu machen, daß bald ein Kind im Hause ist Schon Wochen vor der Geburt bereitet die Mutter alles zum Empfang des Kindes vor. Sie besorgt eine Vertretung während ihres Aufenthaltes in 'der Klinik. Sie stellt vielleicht die Möbel um, damit Platz geschaffen wird für einen Wagen, einen Babykorb oder einen Tisch. Auch muß ein Fach für die Kindersachen freigemacht werden. Den Wäscheschrank hot sie umgekramt, um aus alten, vorhandenen Stücken Hemdchen oder Jäckchen zu nähen; denn dadurch kann manche Ausgabe erspart werden. Ist die Frau nicht geschickt genug, so ist sie auf Fertigkauf und Geschenke angewiesen. Wie oft wer- den Mutter und Kind von Freundinnen und Verwandten mit allen möglichen Sachen beschenkt, die weder notwendig noch angebracht sind. Die Säuglinge erhalten schon Spielsachen und Schaukelpferde, während Windeln und Jäckchen fehlen. Oder man glaubt, mit einer Strampelhose besondere Freude zu machen, während die Mutter davon gar nicht entzückt ist, weil sie weiß, daß sie meist nicht so warm und bequem ist, wie angenommen wird. Es ist daher das Gegebene, daß sich die schenkenden Frauen nach den Wünschen der Mutter richten, um 0 gerade in einem wirtschaftlich schwächeren Haushalt der Frau zu helfen, eine genügende und hübsche Säuglingsausstattung zulammenzutragen. Was kostet nun diese Säuglingsausstattung, wenn die Frau alles kaufen ckuß und dabei nur Durchschnittsqualitäten und das Notwendigste anfchafft? Der Säugling braucht 6 Hemdchen und 6 Jäckchen in der Größe 2 und 3, da er diese noch bis zu sechs und sieben Monaten anziehen kann. Die Hemdchen kosten 50 Pfennig, in Trikotstoff 60 bis 70 Pfennige, die Jäckchen 90 Pfennig und 1,40 Mark. Dann braucht das Kind ein Strickjäckchen und Mützchen. Beim Selbstarbeiten stellt fick dieses auf 2 bis 3 Mark, fertig ungefähr 5 Mark. Zwei Dutzend Windeln müssen angeschafft werden, und zwar ein Dutzend Nesselwindeln, das Stück zu 50 bis 80 Pfennig, und ein Dutzend Mullwindeln, das Stück zu etwa 65 Pfennig Weiter sind zwei bis vier Einschlagtücher zu 1,40 Mark Molton vom Meter nötig und 1 bis IV2 Dutzend kleine Em- schlagtücher zu 40 bis 50 Pfennig. Das 1:1,50 Meter große Badetuch zu 2,50 Mark kann auch durch zwei aneinander genähte Frottiertücher ersetzt werden. Vier Waschlappen für Gesicht und Körper müssen vorhanden fein und ein Wickelpolster. Dieses kann sich jede Frau selbst aus in Seifenlauge aus- gekockter Holzwolle, die in einen Bezug gesteckt wird, Herstellen. Es kostet 2 Mark; ebenso teu»r ist die auf dieselbe Art hergestellte Matratze. Endlich braucht das Kind noch eine Badewanne, die später als Waschwanne dienen kann und aus Zink etwa 7,50 Mark kostet. Ein Waschkorb ist ja mahl in jedem Haushalt vorhanden; mit geblümtem Stoff verkleidet und mit Barchent ausgeschlagen, kann er in der ersten Zeit recht gut als Bettchen dienen. Zwei- bis viermal Bettwäsche richtet sich im Preis ganz nach den gewählten Qualitäten. Die Wolldecke zum Einziehen stellt sich in guter Ausführung auf etwa 12 Mark. Die Säuglingsausstattung kostet also ungefähr 70 bis 90 Mark. Dazu kommt noch der Kinderwagen, der in feder Preislage zu hnb»n ist Auch die Pflege- mittel für den Säugling müssen rechtzeitig beschafft werden, damit alles vorhanden ist, wenn die Mutter das Kind aus der Klinik bringt und nun zum !$ ersten Male selbst betreuen muß. E.Sch. Die linden Lüfte sind erwacht — soweit Aprilschauer uns noch einmal frösteln machen und damit auch der Wunsch der Frauen, wieder fröhlich-helle Kleider tragen zu können. Also gibt es heute eine Generalbesichttgung des Kleider- schrankes. Was ist noch brauchbar, was kann aus- qefrischt werden? , , , s Hm, der weiche graue Filzhut wäre ja gerade richtig, leider ist er aber schon em wenig schmuddelig. Aber halt, ich dürste ihn erst mit einer weichen, sauberen Bürste ab, dann nehme ich noch feines Sandpapier zum Adreiden, damit bekomme ,ch die kleinen Regenflecke fort. Aber hier den braunen Filzhut von meinem Mann, der sich zufällig in meinen Kleiderschrank verirrt hat, werde ich mit Tabakbrühe abbürsten und ihn dann feierlich als l»06 15: ^"J wt lnlet!)«lhing XulCRr wiro er mir eirous '...rj. Meinen Gadardinmantel wasche ich in einer neu- 40 g Mehl, 1 Zwiebel, /2 Liter Brühe (r> sch' traten Seife, dann ist er nach dem Aufbügeln wie- , oder Würfelbrühe), Prise Salz, Lorbeerblatt, 1 Tee« der tadellos. G. W. 'löffel Tomatenmark, etwas Eisig. neu überreichen. _. . Da findet sich ja auch noch em netter S tr o h° Hut, zwar in den Farben etwas verblaßt aber das werde ich schon kriegen: ich reibe ihn vorsichtig mit etwas Del ab, und schon wird er als neu den Freundinnen vorgeführt. Die Lederblume konnte ich auch erft einmal abmachen und mit Benzmoform reinigen, dann mit etwas Glyzerin abreiben. Aber wo sind eigentlich meine kleinen, dazu passenden Schleier? Aha h-er- sind sie schon, allerdings recht waschdedurftig. Aber das ist ja nicht schlimm. Den weißen drucke ich m einer guten Seifenlauge aus, spüle ihn gut Ziehe ihn zuletzt durch zuckerhaltiges Wasser und platte ihn schließlich noch feucht, dann ist er wieder tadellos steif und frisch. Den schwarzen Schleier wasche ich aber lieber in dem Wasser von roh geriebenen Kartoffeln, dann wird er nicht grau, sondern behalt ferne schöne schwarze Farbe. eolaus ’talt 2855D I Persönlich! iften dst guten iksache •uieitVichen Aui- j mäßlgenPreisen ulstrl. Ruf 2251 eilen Lleernng 1 erkaufen: ichinen: motor, liegend rom-Dynamo, pM. . , pp. Zweitakt» iend, 90/75 PS asmotoren« ii 750 UpM. scdiaea: notor, stehend notor,^ stehend lotor, Hegend motor, hegend IpM. )edingungen- beten: annslödt ( Telefon 6442. Klaviertasten werden wieder weiß, wenn man sie mit verdünntem Wasserstoffsuperoxyd abreibt. Auffrischen polierter Möbel: 1 Teil gelbes Wachs, 1 Teil Terpentin im Wasserbad ge- chmolzen, dann in Platten ausgeaossen. Ganz dünn auf Möbel gerieben und mit Leinenlappen (mit Terpentin anfeuchten) nachreiben. Mit Flanell Hochglanz. Teppiche werden auf folgende Weise wie neu: Auf 1 Liter Wasser 1—2 Eßlöffel eines Wasch- mittels durch tüchtiges Verquirlen auflösen und diese Lauge mittels eines „Delourstreifens" aufstreichen und tüchtig reiben. Gerade der gleichfaserige Streb en nimmt vom Teppich besonders den Schmutz. Man spült auf die gleiche Weise mit einer um die Hälfte verdünnten Lauge nach. (1 Liter Wasser, V2 Eßlöffel Waschpulver). Aber auch mit aufgelösten Seifenflocken kann das gleiche Ziel erreicht werden, •nur daß zur Auflösung der Seife xk Liter heißes Wasser genommen, das dann mit kaltem Wasser auf 1 Liter erhöht wird. Alle Plüsch stoffe werden wie neu durch Abbürsten mit einer sauberen Bürste, die in Petroleum getaucht ist. Den Plüsch dann trocknen lassen. Emaillierte Badewannen werden mit einer dickeren Schlämmkreidelösung als sie zum Reinigen der Küchenmöbel verwendet wird, also mit Borax Der Schuloussi'h. Landesbauernschaft Hessen- Jetzt meine Handschuhe. Hier, meine seidenen; großartig, daß ich sie letztes Jahr so gut schonte! Ich habe nämlich jedesmal nach dem Waschen in die Fingerspitzen etwas Watte gesteckt, so daß sie dann beim Tragen von den Nägeln nicht zerrissen wurden. Die Handschuhe kann ich in diesem Jahr noch tragen und brauche sie nur zu waschen. Das kann ich dann zugleich mit meinen weißen Wildlederhandschuhen, die in gutschäumender Seifenlauge durchgedrückt werden. Dann werden sie gut gespült und zuletzt noch durch ein leichtes Seifenwasser gezogen. Auf diese Weise bleiben sie immer weich, namentlich wenn ich sie vorsichtig trockne, also nicht in der Sonne und nicht zu nah am Ofen. Wenn ich nur auch voriges Jahr mit meinen weißen Leinenschuhen besser umgegangen wäre! Aber leider habe ich jetzt erst gehört, daß die Spitzen längst nicht so leicht unansehnlich und schmutzig werden, wenn man sie nach dem Säubern mit einer Wasserglaslösung bestreicht; das werde ich aber jetzt gleich machen. Meine Wildlederschuhe reibe ich sorgfältig mit ganz feinem Sandpapier ab und behandele fie mit dem gleichfarbigen Puder, dann sind fie, auch wieder wie neu. Ja, und nun meine Strümpfe. Erfreulicherweise' habe ich ja noch eine ganze Menge, die an der Fußspitze noch gut sind, seit ich meine „Zehenschützer", kleine Kappen aus Trikot, trage. Freilich, die Nacken sind reichlich gestopft! Aber auch da weiß ich Rat: man näht an der Hacke eine kleine Querlatte ein, so daß die verstopften Stellen tiefer in den Schuh kommen und nicht mehr sichtbar sind. Hausputz. Das Deutsche Frauenwerk, Abt. Volkswirtschaft- Hauswirtschaft, Gaustelle Hessen-Nassau, Frankfurt am Main, schreibt: Nun naht wie alljährlich wieder die Zeit des Hausputzes. Viele Ehemänner bekommen schon einen aelinden Schrecken, wenn sie nur das Wort „Hausputz" hören. Es ist bei ihnen unlöslich verbunden mit einem ungemütlichen Heim und schrecklich viel ( Durcheinander. Bei der klugen Hausfrau merkt hm- j oeqen der Ehemann fast nichts von dem so ge- s fürchteten Hausputz, weil diese das Großreinemachen , nicht in wenigen Tagen, sondern aus einige Wochen , verteilt, richtig und systematisch durchfuhrt. Zuerst werden nach und nach sämtliche Schranke , geräumt, gesäubert und der Inhalt geordnet. Die . Winterkleider werden gründlich gereinigt und gelüftet, die Wollsachen wenn notig gewaschen, die Pelze geklopft und alles gut emgemottet^ bewahrt. Wir können es uns aus volkswuckschaf lichen Gründen nicht erlauben daß die Motten ihre Zerstörungswut daran auslassen. Wichtig ist, oatz immer nu9r ein Schrank gründlich vorgenormnen und hintereinander fix und fertig gemacht wird. Sind alle Schränke in Ordnung, werden die Gardinen abgenommen, die Stores, Scheibengardlnen und wafckbaren Uebergarbmen gewaschen, oder man Mt sie waschen. Die seidenen, und dunklen Uebergarinnen werden tüchtig °usS°burstet und cott nefauat Will man dem Herrn des Hauses nun nicht einige Tage alle Zimmer ohne Gaumen zu- muten kann man di- Gardinen nur tn I- -'nem Zimmer fertig machen. Der Nun wird ein Zimmer fertig gereinigt. rer Tpnnirh aeklovft oder gesaugt und gereinigt. Alles transportable Möbel fäiiberr^ "©“malk einen anderen Raum stellen. Bilder Silbersachen usw. reinigen unb in ^en ^eren Raum stellen. Nun wird der Ofen ; fltfauöert, Zimmerdecke abgekehrt und die Tapete m t e n Leichen Lappen, den man über dem Seien hat, abgerieben. Jetzt werden die Ensterrahmen und Türen gereinigt. Man putzt die Fenste , 9 die Möbel, welche nicht verstellbar sind; zuletzt d Boden säubern und wachsen. ftpmalten Schimmelflecken in Tapeten oder vemauen Wänden beseitigt man mit bestem Erfolg durch Abtupfen mit Spiritus. Der Spiritus trockn t d Stellen gut aus, so daß man schon nach kurzer Qpit die Flecken ausmalen kann, ^^n schlimmen Allen kann man sogar mit der Handbürste, die Spiritus faucht wurde, sest abburster. aus- walchcu und nochmals nachwaschen Dl- Farbeder Tapete oder Bemalung verschwindet an solchen Stellen durch den Schimmel sowieso, man hat nun kber wenigstens die Stelle durch den Sp.r.tns gut °^en°»°rsch eiben. Spiegel und Bild-rglas werden durch Abreiben mit Spiritus rajch blank. „Olympia, Fest der Völker." Oer Olympia-rilm im Gloria-Palast. Es erscheint angebracht, ein Wort der Anerkennung dafür oorauszu,agen, daß es der Leitung der Lichtspiele „Gloria-Palast" gelungen ist, schon jetzt, sechs Tage nach der Uraufführung, den Olympia- Film von Leni Riefenstahl in unserer Stadt zu zeigen. Mit höchster Spannung wurde der Film erwartet, um so mehr, als man seit einiger Zeit wußte: der Film ist fertig! Wohl niemand, der die Augusttage 1936, die Tage der Olympischen Spiele, bewußt miterlebt hat, wird den Besuch dieses Films versäumen. Wer glücklich genug war, in Berlin mit dabei sein zu können, wird das Filmkunstwerk als eine großartige Erinnerung eigener Erlebnisse empfinden, jede Phase der Kämpfe wird ihm neu gegenwärtig werden Denjenigen aber, die damals zu Hause am Rundfunkgerät gesessen haben, oder an Hand der Berichte in den Zeitungen den Geschehnissen gefolgt waren — ihnen wird das Filmbild die Erinnerung an diese Tage ergänzen und sie, wenn auch in übertragenem Sinne, zutiefst zu beteiligten Zuschauern der Olympischen Spiele 1936 machen. Wohl niemand, der offenen Herzens ist, wird sich der Gewalt der Bilder erwehren können, in denen die gigantischen Kämpfe der Jugend der Welt ihren Niederschlag gefunden haben. Die künstlerische Intuition und die moderne Filmtechnik sicherten uns allen das große Nacherleben. Es geht dabei nicht an, es als selbstverständlich zu betrachten, daß nun dieser Film da ist — vielmehr mag man sich vor Augen halten, daß er nur möglich wurde durch gründliche deutsche Organisation, durch den letzten Einsatz aller Beteiligten. Der Aufführung des Olympia-Films wurde aestern abend ein dem Kunstwerk entsprechender festlicher Rahmen gegeben. Die Front des Gloria- Palastes bot sich im Schmucke großer Hakenkreuzfahnen und olympischer Banner dar. Im Vorraum hatte man eine schöne dekorative Anordnung mit Fahnen verschiedener Länder, die an den Olympischen Spielen beteiligt waren, geschaffen. Jungvolk leitete mit Fanfarenrufen die Vorstellung ein und NfL.-Kreisführer Dr. Schäfer würdigte in einer kurzen einleitenden Ansprache die Bedeutung des Olympia-Films für unser Volk und für die ganze Welt. In wenigen Worten, kennzeichnete er die ungeheure Arbeit, aus der der Film herausgewachsen war. Dank sagte er der Leitung des Gloria-Palastes für die Bemühung um diese frühzeitige Aufführung des Films in Gießen. — Aus dem Kreise der Partei und ihrer Gliederungen waren alle Führer erschienen; die Wehrmacht und die Behörden des Staates und der Stadt waren stark vertreten; viele Volksgenossen füllten den großen Raum. Jedermann folgte den Geschehnissen auf der Leinwand vom ersten bis zum letzten Bild mit größter Aufmerksamkeit. Daß der Film selbst weit mehr ist,' als nur ein Bericht, das wurde jedermann schon nach den ersten .Bildern bewußt. Der Film, ein Wegbereiter für olympischen Gedanken und olympischen Geist, wird eine große Mission zu erfüllen haben, eine Mission im Dienste des Völkerfriedens, dem der olympische Gedanke ja überhaupt dienen will. In einem Filmprolog von größartiger Komposition, großer geistiger Linienführung und reifer Gestaltung findet die olympische Idee klassischen Ausdruck. Der willige Zuschauer wird im Geiste nach Griechenland geführt, zu jenen Stätten, von denen so großer Einfluß auf die ganze abendländische 'Kultur ausge- aangcn ist. In starker eigenwilliger und damit um so eindrucksvollerer Bildgestaltung ziehen die Trümmer der Akropolis und die vollendeten Bildwerke griechischer Götter und Helden an unserem Auge vorüber, bis sich schließlich aus dem Bildwerke des Diskuswerfers von Myron der lebendige Mensch unserer Zeit, der Olympia-Kämpfer löst, in dem sich der Geist von Hellas, erneuert. Und neben männliche Kraft und Harmonie der Person treten Frauengestalten, in denen sich die Sehnsucht nach dem Idealen verkörpert. Und aus der Sehnsucht nach Schönheit und Vollkommenheit lodert dann die reine olympische Flamme auf — jene Flamme, die in den Augusttagen 1936 als Symbol von Olympia nach Berlin getragen wurde. So führt der Filmprolog aus dem griechischen Mythos in unsere un-1 mittelbare Gegenwart. Mit begeistertem Herzen folgt man dem Läufer, der das t)eilige Feuer in das Olympische Stadion zu Berlin trägt und die olympische Flamme entfacht, die dann über den Kämpfen der Besten der Welt Tag und Nacht lodert. Näch der Wiedergabe des begeisternden Aufmarsches der Nationen folgen in vielen Bildern Ausschnitte aus den unerhört dramattschen Kämpfen, die damals eine Welt in ihren Bann schlugen. Es ist hier nicht möglich, auch nur anzudeuten, was der Kirn zu geben vermag — der Olympia-Film will ja auch gesehen und nicht geschildert werden —, es sei aber allem voraus festgestellt, daß wohl kaum jemand, der in Berlin mit dabei war, den Ereignissen so unmittelbar zu folgen vermocht hat, wie es der Kamera möglich war. Man ist nun ganz nahe dabei! Man vermag jedem Schritt des Speerwerfers, jedem Endspurt, jedem Sprung in allen seinen Phasen zu folgen; man erlebt ganz unmittelbar die himmelstürmende Freude über den Sieg und die herbe Erkenntnis der Niederlage. Die Zeitlupe offenbart alle Kraft und Eleganz, allen Schwung der Bewegung, und das Bild, ganz nahe ausgenommen, läßt tief hineinsehen in die Menschen, die für ihre Nation um die Ehre des Sieges kämpften. Unvergeßlich das Bild, wie Tilly Fleischer für den entscheidenden Wurf fast andächtig den Speer umfaßt, und nicht ohne Erschütterung erlebt iman aus ihrem Antlitz, wie sie aus allen Fasern ihres Körpers die Kraft sammelt für ihren großen Sieg in den nächsten Sekunden. Wie steht Weinkötz da'vor dem entscheidenden Hochsprung! Wie folgt der Japaner Nishida mit den Augen seinem großen amerikanischen Konkurrenten Meadow vor dem letzten Stabhochsprung! Wie offenbart sich überhaupt in vielen Bildern die fast religiös empfundene Verpflichtung der Japaner für ihre ferne Heiryat! Wie stark empfindet man die Verzweiflung nach, die die deutsche Schlußläuferin erfüllt, die kurz vor dem deutschen Sieg in der 4X100-Meter-Staffel den Stab verloren hatte! Wie ein Bronzebildnis erscheint der Kopf der siegreichen italienischen Hürdenläuferin Valla bei der Siegerehrung. In vielen Bildern sind die von der Dramatik der Kämpfe hingerissenen Zuschauer aus allen Nationen festgehalten. Nicht ohne Ergriffenheit sieht man, mit welch innerer Anteilnahme der Führer den Geschehnissen Der Mann, der in Berlin täglich 12 000 Menschen speist, ist ein kleiner, liebenswürdiger Herr in einem weißen Kittel. Direktor R u b e I i u s , der oberste Küchenchef des größten Hotel- und Gaststättenbetriebes auf dem Kontinent. Ich suche ihn im Kellergeschoß des 7000 Quadratmeter umfassenden Gebäudekomplexes am Anhalter Bahnhof, in dem alles vereinigt ist, was zur Unterbringung und gastlichen Verpflegung einer Menschenmasse erforderlich ist, die immerhin ein ansehnliches Städtchen füllen würde: ein Riesenhotel, Weinrestaurant, Bar, Cafä und mehrere Gaststättenbetriebe. Stadt der Arbeit unter der Erde. Ich finde ihn an einem der elektrischen Herde der Hotel-Großküche im Gespräch mit dem Spezial-Küchenchef der Wiener Küche, und während wir einen Rundgang durch die weiten Werkräume unter Tage machen, durch die Großküchen und Vorratsräume, Schlächterei und Wursterei, Bäckerei, Konditorei und Gemüsepuherei, durch die Maschinenanlagen zur Beheizung, Warmwasserversorgung, Entlüftung und Eisfabrikation, durch Pumpstation und Jnstallationswerkstätten, Bier- und Weinkeller, gibt mir Meister Rubelius mit sachlichen Worten das Bild von der Arbeits- in den Kampfbahnen folgt und wie den Deutschen Siegern die Augen leuchten, wenn er ihnen die Hand drückt. Jedes der Bilder, das der Film von den phantastischen Endkämpfen bringt, ist nicht nur ein Dokument aus den großen Kämpfen, sondern darüber hinaus eine Offenbarung an Schönheit, Kraft- und Willensentfaltung Und immer ist das Bild begleitet von den Worten des Sprechers, in dessen Stimme die Erregung und das intensive Miterleben mitschwingen, immer ist das Bild vqn Musik begleitet, die zu rechter Zeit kontrastiert, Harmonien schafft, den Geschehnissen oorauseilt ober nachklingt, und so dazu beiträgt, das Gesamtwert wie aus einem Guß erscheinen zu lassen. Immer wieder auch hört man die Stürme der Begeisterung, die Sprechchöre der Zuschauer, die mit allen Fasern den Kämpfen folgen. Es bedarf kaum der besonderen Erwähnung, daß alle, die an diesem Filmkunstwerk mitgearbeitet haben, sichtlich mit äußerstem Einsatz um den Erfolg bemüht waren. Wer dem Filmwerk und seinen Schöpfern Gerechtigkeit angedeihen lassen will, wird verstehen können, daß der Olympia-Film nicht früher erscheinen konnte. Viele Einzelheiten lassen darauf schließen, daß der Regie und der Photographie außergewöhnliche Schwierigkeiten im Wege standen, denn nie durfte der Ablauf der Kampfhandlungen gestört werden. Für jegliche Gunst oder Ungunst der Witterung galt es bereit oder gewappnet zu sein — und trotz alledem ist das Werk zu einer Vollkommenheit gediehen, die man voraus-' sehend kaum erwarten konnte. Leni R i e f e n st a h l hat nach ihren Erfolgen mit den Filmen der Reichsparteitage erneut ihre überragende Künstlerschaft erhärtet. Ihrer Initiative verdankt der Film die Prägung. Viele treue Helfer standen ihr zur Seite, die sich der Sache nicht weniger verbunden fühlten als sie selbst. Die Musik schrieb Herbert W i n d t. An der Kamera arbeiteten Hans Ertl, Walter Frenz, Guzzi Lantsch - n e r, Kurt Neubert und Hans Scheib. Ihnen wiederum stand ein Stab von weiteren 40 Operateuren zur Verfügung. Als Sprecher wirkten Dr. Paul Laven und Rolf Wernicke mit. Und die Darsteller? Darsteller waren die Olympia- Kämpfer, jung, kraftvoll, schlank, schön — die ganz im Banne ihrer Sache standen und den Filmleuten die Arbeit nicht erleichtern konnten. Der erste Teil des Filmes, der unter dem Titel „Olympia, Fest der Völker" gezeigt wird, ist ein großes Erlebnis — der zweite Teil, der unter dem Titel „Fest der Schönheit" erscheinen wird, wird das außerordentliche künstlerische Filmwerk runden. Heinrich Ludwig Neuner. schlacht, wie sie Tag für Tag unter dem Pflaster Berlins geschlagen wird, um 12 000 Menschen zu speisen. Hexerei ist es nicht", sagt Meister Rubelius, „sondern das Ergebnis einer mit vollendeter Präzision funktionierenden Arbeitseinteilung und Betriebsorganisation, die auf jahrzehntelanger Erfährung beruht, daß wir täglich die gastronomischen Bedürfnisse einer solchen Menschenmasse befriedigen können. Durchschnittlich etwa 15 0 0 0 Portionen geben wir aus in allen Formen vom ersten Frühstück bis zum letzten Nachtmahl. Wir leisten diese Arbeit in einer Arbeitsgemeinschaft von 5 Küchenchefs — denn jede Abtei-, lUng hat ihre eigene, elektrisch betriebene Großküche — 70 Köchen, 8 Schlächtern, 8 Bäckern, 4 Konditoren, 3 Patissiers, die die Süßspeisen bereiten, und einer Belegschaft von 120 Männern und Frauen in den Küchen und Werkstätten. Dazu kommen die 200 Kellner, die in zwei Schichten arbeiten." Wir wandern durch die Kühkräume, in denen reihenweise die Rinderviertel und Schweinehälften hängen und große Bottiche mit Fleischstücken der Verarbeitung harren, wo zentnerweise die Seefische auf Eis lagern und in großen Bassins Karpfen und Forellen schwimmen. Eisbeine reihenweise... „Ja, das sind Massen", sagt Herr Rubelius, „die täglich in die hungrigen Mägen unserer Gäste wandern." Und dann läßt er ein Bataillon von Zahlen aufmarschieren: „120 Zentner Frischfleisch, 12 Zentner Wild, 600 Hähnchen, 300 Suppenhühner, 5 Zentner Fische, 40 Zentner Kartoffeln, 10 Zentner Gemüse werden hier unten täglich verarbeitet. Unsere Bäcker backen täglich 20 000 Brötchen und 400 Brote." Wir kommen in einen Kühlraum, in dem auf Wandborden fünf Etagen übereinander Schüssel an Schüssel steht. In jeder der kleinen Schüsseln liegt gebrauchsfertig ein Eisbein. Eisbeine r e i h en- weise, ein appetitlicher Anblick! „Sie müssen bedenken", erklärt Meister Rubelius, „daß wir jederzeit auf einen unvorhergesehenen Zustrom von Gästen gerüstet sein müssen. Neulich kam unangemeldet eine KdF. -Reisegesellschaft von 300 Personen aus dem Rheinland. Alle wollten das berühmte Berliner Eisbein essen. In 10 Minuten konnten die 300 ihr Eisbein vorgesetzt bekommen." Oie Geschmäcker sind verschieden ... „Ueberhaupt muß ein internationaler Hotel- küchen-Großbetrieb sich auf die ausgefallensten Geschmäcker einstellen können. Verlangt ein Chinese gedämpfte Schwalbennester ober Haifisch- flössen, so kann er sie bekommen. Der Brasilianer erwartet zu jeder Mittags- und Abendmahlzeit als Ernährungsgrundlage schwarze Bahnen mit Reis, der Inder bekommt auf Verlangen seinen heimischen Curry, der Wiener seinen Wiener Rostbraten oder sein Wiener Backhähndl, der Bayer erhält seine echten Münchener Weißwürscht und der Thüringer seine Thürmger Bratwurst. Umgekehrt muß auch den einfachsten Bedürfnissen Rechnung getragen werden. So kochen wir täglich Erbsensuppe in zwei Kesseln, von denen jeder 400 Liter faßt." Es Dorf nichts umkommen. Auf meine Frage, wie sich ein solcher Großküchenbetrieb bei der täglichen Speisung von 12 000 Menschen auf den Vierjahr e's plan umgestellt habe, erklärte Meister Rubelius: „3n einem Punkte haben wir schon von jeher aus Gründen der betriebswirtschaftlichen Organisation den Erfordernissen des Vierjahresplanes Rechnung getragen: im „Kampf dem Verderb". In einem gut geleiteten Großküchenbetriebe darf nichts umkommen, und es kommt auch nichts um. Von jeher ist auch die Verwertung der saisonbedingten Nahrungsmittel im Sinne einer vernünftigen Verbrauchslenkung bei uns gehandhabt worden. Darüber hinaus tragen wir den besonderen Erfordernissen des Vierjahresplanes selbstverständlich Rechnung. Kommt es einmal vor, daß in einzelnen Sorten von Frischfleisch eine vorübergehende Verknappung eintritt, so haben wir ein unfehlbares Mittel des Ausgleichs: das Spezialgericht auf unserer Speisekarte. Mit ihm können wir ohne weiteres einen Ausfall von 20 Zentnern Schweinefleisch durch 20 Zentner Wildfleisch ersetzen." Nurdrei Müllkasten füreineganzeEstadt Auf meine Frage, was man denn mit der Masse von Abfällen mache, die bei einem Wirtschaftsbetrieb von dem Umfang einer ganzen Stadt sehr erheblich fein müsse, zeigt mir Meister Rubelius drei Müllkasten auf einem der Höfe neben der Kartoffelschälerei. „Mit diesen drei Müllkasten/ wie sie jedes kleine Berliner Miethaus hat. reichen wir aus. Wir haben in der Tat so wenig unverwendbare Abfälle, weil wir alles noch Brauchbare der Wiederverwendung zuführen Unsere Kartoffelschälmaschinen sind so umgebaut worden, daß die Kartoffelschalen gereinigt und zerschnitzelt ebenso wie die Speisereste und die Gemüseabfälle sofort den Schweinemästereien zugeführt werden können. Leere Konservendosen werden zerstampft und als Altmetall abgeholt. Der Kaffeesatz von täglich zwei Zentnern Kaffee wird zur Oelgewinnung einem Versuchslaboratorium überlassen, die ausgekochten Knochen werden, zermahlen und zur Verwertung weitergegeben, . aus den Abfällen der Schlächterei lassen wir unsere eigene Schmierseife Herstellen. Aller unverwertbare Abfall wird im Müllverbrennungsofen verbrannt, und für den Abfall, der dann noch unverbrennbar übrigbleibt, genügen unsere drei Müllkasten ..." 12000 Portionen Tag für Tag... Gespräch mit dem Küchenchef der größten Gaststätte Europas. Von Franz Alfred Blumberg. Feierstunde „Soidatund Dichter" Hans Zöberlein liest im Goethe-Bund. Goethe-Bund und Kaufmännischer Verein veranstalteten gestern abend in Verbindung mit der Arbeitsgemeinschaft der Gießener Soldatenkameradschaften und unter Mitwirkung des Musikzuges der SA.-Standarte 116 eine Feierstunde „Soldat und Dichter" in der Aula. SA.-Oberführer Hans Z ö b e r l e i n, Träger des Münchener Dichterpreises von 1933 und des Kulturpreises der SA. für 1938, las aus seinen Werken. Nach dem Fahneneinmarsch und einem Musikvortrage der Standartenkapelle richtete Bürgermeister Professor Dr. Hamm im Namen des Goethe-Bundes, des Kaufmännischen Vereins und der Gießener Soldatenkameradschaften herzliche Begrüßungsworte an die Hörer, insbesondere an die Vertreter der Partei und ihrer Gliederungen, sowie der staatlichen und kommunalen Behörden. Sem Dank galt der SA., dem Musikzug der Standarte und vornehmlich dem Dichter Hans Z ö derlei n. Die Feierstunde im Rahmen des Soldatischen Vortragsdienstes wolle vor allem der jungen Generation das Erlebnis der Front und das Erlebnis der Kämpfer der Bewegung ins Herz schreiben. Mit hoher Befriedigung und herzlicher Freude könne man heute in Zöberlein einen Dichter der Front und des Aufbruches der Nation in Gießen willkommen heißen. Standartenführer Sutter sprach im Namen des Brigadeführers und der Standarte 116: mit Stolz und Freude hieß er Oberführer Zöberlein willkommen, in dessen Werken der Geist der Front, der Freikorps und der SA. lebendig sei. Mit dem Wunsche, Zöberlein möge einmal in größerem Rahmen vor der Standarte sprechen, und mit dem Gelöbnis, das Vermächtnis der Front bis zum lebten Atemzuge zu bewahren, schloß Standartenführer Lutter feine Ansprache. Dann betrat Z o b e r l e i n das von Fahnen flam fierte Rednerpult. Ausgehend von der Erinnerung an eine Begegnung mit dem Gießener Regiment an der Front vor 20 Jahren, las er zunächst aus dem Kriegsbuche „Der Glaube an Deutschland"; das hier geschilderte Kampfgeschehen ereignete sich im Juli 1918, und auch hieran waren hessische Truppen beteiligt. Zöberlein gab zuvor einen Ueberblitf über die damalige allgemeine Lage, die durch schwere französische Angriffe, das Eingreifen amerikanischer Divisionen und starker Tankmassen, auf unserer Seite durch mangelndes Material zur Abwehr der neuen Tankwaffe gekennzeichnet war. Knapp und schlicht, männlich und sachlich, mit leicht bayerisch gefärbtem Stimmklang gab der Dichter dann aus dem Buch eine packende Schilderung der Ereignisse am Vormittag jenes 20. Juli im Abschnitt seiner Kompanie: ein ungemein lebendiges Bild, dem man das nachklingende persönliche Erlebnis in jedem Satz anmerkte, formte sich hier wie ein Mosaik aus vielen Einzeleindrücken, so daß der Hö- Hans Zöberlein. — (Aufn.: Archiv.) rer gleichsam gezwungen war, von Viertelstunde zu Viertelstunde, von Minute zu Minute die erregenden und zermürbenden Phasen der Schlacht mitzu- empfinden — die Gedanken des Führers („Du mußt dich jetzt sehen lassen vor deinen Leuten, wo es hart auf hart geht"), die aus Todesangst, Kampfbereitschaft, Willen und Vertrauen gemischte Stimmung der Männer im Graben, den zum Orkan gesteigerten Feuerwirbel, die tief gestaffelten Angriffswellen, die Abwehr am MG., die Berge der Gefallenen vor der Linie, die zunehmende Knappheit an Wasser unb Munition, während draußen schon die vierte, die fünfte, die sechste Welle zum Sturm ansetzen, die । blitzschnellen Ueberlegungen und Entschlüsse des Führers, den Befehl „Die Stellung ist um jeden Preis zu halten", Munitionsnachschub und beseitigte Ladehemmung im kritischsten Augenblick, die siebente, achte und neunte Welle, eine erdrückende Ueberlegenheit gegen die 25 Mann der fünften Kompanie, Sie auf verlorenem Posten ihren Abschnitt hält, während der Gegner schon beiderseits durchgebrochen ist, das endliche Zurückfluten der Angreifer, indes die Läufe der deutschen Maschinengewehre rotglühend und krummgezogen sind —: aus solchen Einzelzügen formte sich ein mitreißendes Abbild der Schlacht von außerordentlicher Spannung, Dramatik und Erlebnisnähe. — Reicher Beifall dankte dem Vortragenden. Nach einer Pause und einem weiteren Vortrage des Musikzuges las Zöberlein aus dem zeitlich und innerlich anschließenden Buche „Der Befehl des Gewissens". Wieder gab er auch hier zunächst einen kurzen Abriß der in den fünf Jahren nach dem Kriege, etwa vom November 18 bis zum November 23 spielenden Ereignisse. Das Buch schildert die erste schwere Zeit der Bewegung — bis zum Aufbruch der Nattvn unter den' Fahnen Adolf Hitlers. Der Held des Buches ist der SA- Mann Hans Kraft, ein heimgekehrter Frontsoldat, der sich nach der Rückkehr nicht mehr zurechtfindet, der aber den Glauben an Deutschland nicht verliert und die Notwendigkeit des Handelns begreift. Er geht ins Freikorps, als in München die Räterepublik ausgerufen wird, und findet bald, dem Befehl des Gewissens gehorsam, den Weg zur Partei- und in die SA. Hier setzt dann, Winter 1922/23 in München, die Schilderung ein: eine der allerersten Sturmabteilungen (mit Stocken und in Räuberzivil), ein kleines Häuflein hinter der Reichskriegsflagge singend auf der Straße, die doch der Uebermacht eines „roten Proletariats" gehören soll. Es kann denn auch nicht ausbleiben, daß sich eine Straßenschlacht entwickelt. Kraft wird niedergeschlagen, verwundet und am Ende ausgenommen in das kleine Häuflein der trotzig und gläubig Marschierenden; hier findet er, was er längst dunkel gesucht hat: den alten Geist der Front, den alten, unerschütterlichen Glauben an das ewige Deutschland — in einer neuen Gemeinschaft und neuen Kameradschaft. Aus der Unbedingtheit jener Männer damals formt sich die Stoßkraft einer Bewegung, die heute ganz Deutschland umspannt. Im Kreise dieser Wenigen taucht eines Tages der neue Name auf, den niemand gehört hat und niemand kennt: aber bald werden ihn alle kennen. In der aufwühlenden und begeisternden Begegnung des jungen Kraft mit Adolf Hitler fand die Schilderung ihren erhebenden Ausklang. Kameradschaftsführer Müller richtete nach der Vorlesung herzliche Dankesworte an Hans Zöberlein, der als Dichter der Front und der Bewegung im besten Sinne Lehrer und Prediger eines stolzen und wehrhaften Volkes fei; der Redner schloß mit dem Dank an die SA.-Kapelle für die musikalische Umrahmung der Feierstunde und mit dem Wunsch», daß sich Veranstaltungen wie diese recht häufig wiederholen mochten. — Mit dem von Standartenführer Lutter ausgebrachten Gruß an den Führer, mit dem Gesang der Lieder der Nation und mit dem Fahnenausmarsch wurde die erlebnisreiche Feierstunde beendet. Hans Thyriot. Zeitschriften. — „Luftschutz im Chiemgau" heißt ein reichbebil- berter Artikel im neuen Heft der „Sirene", der uns zeigt, daß bei richtiger Ausbildung der Luft- ichutzgedanke auch bei den Bergbauern immer mehr an Boden gewinnt und auch dort ganze Luftschutzarbeit geleistet wird. In Grunau am Riesengebirge stellten deutsche Segelflieger einen neuen Höhenweitrekord auf. Ein schöner Erfolg, der Bilder-Artikel im neuesten Heft der „Sirene", das neben weiteren interessanten Berichten auch die Mitteilungen des Reichsluftschutzbundes bringt, läßt auch den mühevollen Weg deutlich werden, den die Segelfliegerei nehmen mußte, um aus'bem simplen Gleitflug den raffinierten, thermischen Segelflug von heute zu entwickeln. Hochsckutnacknckien. Dr. med. Walter Groß, der Leiter des Rassenpolitischen Amtes der NSDAP., ist zum Honorarprofessor an der Universität Berlin ernannt worden. Ernannt wurden: der ao. Professor Dr. Hein; M a y b a u m in R o st o ck zum Ordinarius für mittlere und neuere Geschichte daselbst; der ao Professor Dr. M. Czerny in Frankfurt zum Ordinarius für experimentelle Physik daselbst; Dr.- Jng. Kurt Klöppel in Darmstadt zum Ordinarius für Stahl- und Hüttenbau daselbst; Dr.- Jng. Hermann. Schlich ting in Friedrichs- bafen zum Ordinarius für Flugmechanik an der Technischen Hochschule Braunschweig. Der Dozent Dr. Carl August Weber wurde zpm ordentlichen Professor und zum Direktor des Englischen Seminars der Universität Tübingen ernannt. Nr. 97 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Mittwoch. 27. April (938 *r ö -n *»f )i A. ' >■■ | ■ I Ifc7 - r H \L...... ... w WM > TT—* Die Ausflugs-Gaststätte Windhof vor dem großen Brande. Ein Blick in den Festsaal der ehemaligen Gaststätte. ge- des Neuzeitliche Waschräume für die Gefolgschaft. tzahlreiKe mofceme Werkzeugmaschinen wurden im Neuhau untergebracht. 2)et neue Saal Le? ^onstruktfonshüros, geräumig und hell, daß die Firma eine beiterschaft fand, die guten Begabungep Ar- mit der her bestand die Firma bereits seit fünf Jahren in Fulda, ohne dort jedoch einen besonderen Aufschwung verzeichnen zu können. Zwar: der Anfang stand unter keinem günstigen Omen: 14 Tage, nachdem der Betrieb in Fulda ausgenommen worden war, brach der Krieg aus! Die Firma war noch nicht bekannt genug, es ging nur langsam vonstatten. Doch nach Kriegsende änderte sich die Situation. Die Fabrikationsmethoden wurden ausgebaut, vervollkommnet; der Markt energisch bearbeitet die Zahl der Beschäftigten stieg, und die Entwickttlng wurde stetig und günstiger. Diese günstige Entwicklung war nicht zuletzt nur dadurch möglich, besserung der Erzeugnisse gearbeitet wird. Außerdem birgt der Bau eine Anzahl Lagerräume. In besonderer Weise hat man es sich aber angelegen sein lassen, für die gesamte Gefolgschaft mustergültige hygienische Einrichtungen zu schaffen. Aus vielen Hähnen rinnt heißes und kaltes Wasser in steinerne Becken, eine stattliche Anzahl von Brausebädern steht zur Verfügung. Für die weiblichen Gefolgschaftsmitglieüer besteht die Möglichkeit zum Wannenbad. Auch die Gemeinschaftsräume, mit Tischen, Stühlen, mit Bluinen- und Bilderschmuck fehlen nicht. Ueberall Licht und Luft! Bon vielen Fenstern bieten sich herrliche Ausblicke auf die reizvolle Landschaft der Umgebung, zu Gleiberg und Vetzberg, zum Oberen Hardthof usw. Bei schönem Wetter locken die Bänke in dem vor zwei Jahren angelegten Werksgarten. Man hat es an Großzügigkeit nicht ehlen lassen. Die Forderungen zur .Schönheit der Arbeit" sind im Rahmen aller gegebenen Möglichkeiten erfüllt. Wenn auch das gegenwärtige bedeutende Jndu- striewerk im „Windhof" mit der ehemaligen Gasthausstätte „Windhof" nichts gemein haben kann, so .schien es uns doch interessant, jener Zeit und der Westlich von Gießen, nördlich von Heuchelheim, liegt an der Landstraße nach dem Biebertal und dem althessischen „Hinterland" der Windhof. Dor Jahren war er eine Stätte der Erholung der Gießener Bürger und der geselligen Veranstaltungen oder auch der Mensuren der Gießener Studenten. Das Leben und Treiben in Gießen und in seiner Umgebung floß damals in geruhsamen Bahnen dahin. Diese Zeiten sind längst vergangen. Der alte Windhof wurde durch eine Feuersbrunst eingeäschert, aber wieder aufgebaut. Später kam an dessen Stelle stark pulsierendes wirtschaftliches Leben, denn die Industrie hielt dort ihren Einzug. Die Firma Schunk & Ebe erwarb die Gebäude irtib richtete ihren Fabrikationsbetrieb ein. Vor- eine Hessens hat die seitherige Verbandsvorsitzende, Frau Julie Heraeus, aus gesundheitlichen Gründen ihr Amt niedergelegt. Frau Heraeus war im Verband schon seit seiner Gründung tätig und hat während der letzten sechs Jahre seinen Vorsitz geführt. Außerdem hatte sie in der letzten Zeit das Amt der Vorsitzenden des Propsteiverbandes Wiesbaden übernommen. Frau Heraeus hat während ihrer Amtszeit durch ihre umsichtige und tatkräftige Leitung dem Verband wertvolle Dienste geleistet. Als Nachfolgerin von Frau Heraeus hat der Vorstand Frau Dr. Regina Schmitt-Darmstadt zur Landesoerbandsvorsitzenden gewählt. In einem Aufruf an die Frauenhilfen im Land hat die neue Vorsitzende um Mitarbeit gebeten. Aus der Stadl Gießen. Generalmajor a. O. Dr. Bethcke. Am kommenden Freitag, 29. April, kann Generalmajor a. D. Dr. phil. Bethcke in Gießen in bester Frische seinen 70. Geburtstag begehen. General a. D. Bethcke entstammt einer Familie, die in Pommern ansässig war. Als Sohn des Generals Bethcke wurde er in Danzig geboren. Die ersten Beziehungen zwischen unserer hessischen Heimat und dem Jubilar kamen dadurch zustande, daß sein Vater nach dem Kriege 1870/71 in das Infanterie-Regiment 117 in Mainz versetzt wurde. Der junge Ernst Bethcke besuchte damals die Schulen in Mainz und, nach der Versetzung seines Vaters, in Düsseldorf. Die militärische Laufbahn des jungen Offiziers begann beim Jnf.-Regt. 71 in Erfurt und Sondershausen. Er kam dann für kurze Zeit zum Füs.- Regt. 37 in Krotoschin (Posen). Von dort wurdö er zum Großen Generalstab kommandiert und in diesen im Jahre 1906 als Hauptmann übernommen. Später war er Generalstabsofsizier beim VIII. Armeekorps in Koblenz und — nach der üblichen Frontdienstzeit als Kompaniechef beim Jnf.-Regt. 69 in Trier — bei der 16. Division in Trier. Im Jahre 1914 wirkte er als Lehrer an der Kriegsakademie in Berlin. Bei Kriegsausbruch rückte er als Generalstabsoffizier des VIII. Reservekorps ins Feld. Während des Krieges war er als Generalstabsoffizier in Chef-Stellungen bei höheren Kommandostellen an der Front tätig. Nach dem Kriege wurde er in die Reichswehr übernommen. Sein Weg führte ihn dann zum zweiten Male nach Hessen, und zwar nach Gießen in das damalige Jnf.-Regt. 15 als Oberst und Regiments-Kommandeur. Hier diente er noch mehrere Jahre in gewohnter soldatischer Hingabe dem Daterlande, bis er im Jahre 1925 in den Ruhestand trat. In Anerkennung seines verdienstvollen Einsatzes für Volk und Vaterland im Frieden und irti Kriege wurde ihm beim Uebertritt in für den 1. Mai während der Morgenstunden stattet. Aus der hessischen Frauenhilfe. Sache diente und stets starkes eigenes Interesse am Werke nahm. Heute stellt das Werk im Windhof ein weit über unsere Stadt hinaus bekanntes Industrie-Unternehmen dar, dessen Erzeugnisse in der ganzen Welt, d. h. überall da, wo die Elektrotechnik ihren Siegeszug auf immer breiterer Bahn vollzieht, geschätzt sind. Nun läßt sich allerdings nicht behaupten, daß die Erzeugnisse aus dem Windhof sonderlich populär, sind. Sie können es auch nicht sein! Das Werk dient einem sehr speziellen technischen Bedarf. In den weitläufigen Arbeitsräumen werden in der Hauptsache Kohlebürsten und Kohle- bürstenhalter her- aestellt, die wichtige Bestandteile jeglichen Elektro- motores oder Dynamos darstellen. „Kohlebürsten" sind diejenigen Teile des . Elektromotors (oder des Dynamos), welche die Stromzuführung bzw. die Stromabnahme auf bzw. von dem rotierenden Kupferschleifring zu vermitteln haben. Die „Kohle", die hierzu Verwendung findet, besteht aus Graphit, aus ganz bestimmten Hochofenrückständen und aus Kupfer. Die Mischungen sind sehr verschieden und werden jeweils von den Anforderungen bestimmt. Das fein vermahlene Rohmaterial wird in vielerlei Formen gepreßt und in Kohlebürstenhaltern befestigt. Bis zur Verwendungsfähigkeit ist die Kohle aber manchen Bearbeitungsoorgängen unterworfen (Pressen, Schneiden, Polieren, Galvanisieren usw.), die im einzelnen zu schildern hier zu weit führen würde. Was die Kohlebürstenhalter anbetrifft, so werden sie in allen ihren Einzelheiten im Werke fertiggestellt. In Hunderten von verschiedenen Formen gehen die Erzeugnisse in die Welt. In diesem Jphre nun kann die Firma Schunk & Ebe auf ihr fünfundzwanzigjähriges Bestehen zurückhlicken. Mit diesem ersten Abschnitt in der Entwicklung des Werkes fällt aber gleichzeitig ein bedeutender Schritt im Ausbau des Betriebs zusammen. In den vergangenen Monaten ist ein Erweiterungsbau entstanden, der in seinen Ausmaßen etwa ein Drittel der bisherigen Werksanlagen ausmacht. Im Erdgeschoß dieses Neubaues befindet sich ein großer Heller Saal, ' der ausschließlich der Werkzeugherstellung für das Werk dient. Zahlreiche wertvolle und komplizierte Stahlbear- EPNH. Anläßlich der Jahresversammlung Landesverbandes evangelisch-kirchlicher Frauenoer- Industrie auf dem Windhof Detriebsjubiläutn der Firma Schunk & Ebe. Teilansicht des großen Neubaues. modernen Technik, die hier gleichermaßen unter einem Namen „W i ndhof" — in Vergangenheit und Erinnerung, in Gegenwart und der Unmittelbarkeit unserer ganz der deutschen Leistung gewidmeten Zeit — lebendig ist, bei dieser Gelegenheit zu gedenken. N. beitungsmaschinen wurden aufgestellt, deren einige von den Konstrukteuren des Werkes selbst entwickelt wurden. Das erste Obergeschoß birgt das weitläufige Konstruktionsbüro, umfangreiche Laboratorien und Versuchsanlagen, in denen nach wissenschaftlichen Methoden an der Ueberprü- fung und ständigen Ver- AusfhißkOtt Windhof b. Giessen. Telefon. 340. den Ruhestand der Charakter als Generalmajor verliehen. Während seiner aktiven Dienstjahre betätigte sich General Dr. Bethcke bereits als militärwissenschaftlicher Schriftsteller und Mitarbeiter des" Militär- Wochenblattes, sowie verschiedener anderer Fachschriften. Aus seinem schriftstellerischen Wirken seien u. a. hier genannt: Das Gtzneralstabswerk „Das Offizierkorps von 1806", von dessen beiden Bearbeitern er allein noch am Leben ist. Das Generalstabswerk „Die Kriege Friedrichs des Großen"; durch die Mitarbeit an diesem Werke kam er in Berührung mit dem Gaudyschen Journal, die ihn anregte, im Militär-Wochenblatt (Beiheft 1905) eine Arbeit „Dje Gaudyschen Handschriften für das Jahr 1758/59" zu veröffentlichen. Seine schriftstellerische Tätigkeit setzte er auch nach seinem Uebertritt in den Ruhestand an Zeitungen, Zeitschriften und in einem Buche „Politische Generale", das 1930 in einem Berliner Verlag erschien, fort. Daneben war er noch vielfach als militärwissenschaftlicher Fachmann am Vortragstisch tätig. Nach seinem Ausscheiden aus dem Militärdienst gönnte sich der regsame Mann keine Ruhe. Er widmete sich mit bewundernswerter Frische noch dem akademischen Studium, studierte an der Universität Gießen Geschichte und Kunstgeschichte und promovierte hier zum Dr. phil. Seine aufrechte soldatische Art und seine enge Verbundenheit mit dem deutschen Soldatentum, aber auch sein liebenswürdiges Wesen im Verkehr mit allen Volksgenossen haben ihm allenthalben hohe Wertschätzung zugeführt. Möge dem verdienten alten Soldaten noch ein gesegneter Lebensabend beschieden sein. üornofuen. Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater: 19.30 bis 22.30 Uhr, „Marietta". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Olympia, Fest der Völker". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Florentine". — Oberhessischer Kunstoerein: 17 bis 18 Uhr, Ausstellung im Turmhaus am Brand, „Gesamtschau Richard Walter (Darmstadt)". Stadttheater Gießen. Heute, 19.30 Uhr, findet eine Aufführung der erfolgreichen Operette „Marietta" von Walter Kollo statt. Musikalische Leitung Joachim Popelka, Spielleitung Karl-Ludwig Lindt. NS -Oozentenbund der Universität Gießen. Mit Beginn des Sommersemesters 1938 weist die Leitung des NS.-Dozentenbundes der Universität Gießen folgende Besetzung auf: 1. Leiter des Dozentenbundes: Gauhauptstellenleiter Pa. Dr. F r e e r k s e n, Anatomisches Institut, Bahnhofstraße 84, Fernruf: 3687. 2. Stellv. Leiter des NS.-Dozentenbundes und Geschäftsführer der Dozentenschaft: SA.-Sturm- führer Pg. Prof. Dr. Hummel, Geologisches Institut, Braugasse 7, Fernruf: 3374. 3. Organisationsleiter des NS.-Dozentenbundes: Kreisstellenleiter Pg. Dr. Heidt, Botanisches Institut, Brandplatz 4, Fernruf; 3570. Grünschmuck zum 1. Mai ohne Wald- und Feldfrevel. Schont und erhattet unseren IBatb! DNB. Zur Maifeier will der Deutsche sein Haus, die Straßen und Plätze mit frischem Frühlings- grün aus unseren Wäldern schmücken. Dieser schöne Brauch soll nicht geschmälert werden. Doch scheint eine ernste Mahnung am Platze zu fein. Jeder soll sich fein Schmuckgrün so beschaffen, daß unser Wald und damit unsere Naturschönheiten nicht beeinträchtigt werden. Auch sollen Holzarten verwandt werden, die eher einige Zweige vermissen können, als z.B. die in unseren Wäldern selten gewordene Birke. Auch Kiefer, Fichte und Tanne geben schönen Schmuck, es muß nicht immer gerade Birke fein. Bei Beschaffung von Grünschmuck müssen die gesetzlichen Bestimmungen beachtet werden. Jede willkürliche und eigenmächtige Versorgung aus Busch und Wald ist untersagt. Wer mit Grünschmuck handeln will, muß einen Ausweis haben. Eigenmächtigkeiten jeder Art werden' streng geahndet. Die Bestimmungen galten schon in den letzten Jahren, sie sind bereits Allgemeingut geworden. Unsere Mahnung richtet sich an die wenigen Außenseiter, die flicht wissen, daß Wald- und Feldfrevel sich nicht mit dem guten Brauch des Maischmückens verträgt. Auch den Umfang des Schmückens kann man auf dem Lande unseren Wäldern, Bäumen und Sträuchern zuliebe einschränken, weil man doch hier so günstige Gelegenheit hat, mit der Natur selbst zu feiern.- Denken wir also bei der Beschaffung unseres Maischmuckes an die Schonung, Erhaltung und Mehrung unseres Waldes? Die Herstellung und der Verkauf von Grün- schmuck in Ladengeschäften und im Straßenhandel sind am 1. Mai während der Morgenstunden zu- gelassen. Gleichzeitig ist die Beschäftigung von Arbeitnehmern bei Herstellung, Anbringung und Verkauf von Grünschmuck in gewerblichen Betrieben / AVM -tlntergau 116. Bett.: Volkstanzgruppe im BDZH.-lBerf. Dienstag, 3. Mai, treffen sich die 17. bis 21« jährigen Mädel, die sich dem BDM.-Werk zur Volkstanzgruppe gemeldet hoben, um 20 Uhr im Handarbeitssaal der Schillerfchule zum Volkstanz. ZurErholung nach Schleswig-Holstein NSG. Am Dienstag trafen in Altona die ersten erholungsbedürftigen Kinder aus dem Gau Hessen- Nassau ein. Die Kinder fuhren von dort aus in die Kreise Eutin, Eckernförde, Eiderstedt, Flensburg- Land, Husum, Lauenburg, Lübeck, Norder-Dithmarschen, Oldenburg, Plön, Rendsburg, Segeberg, Steinburg, Stormarn, Süder-Dithmarschen und Süd-Ton- dern. Die Kinder werden bis Ende Mai in den Landpflegestellen, die durch die NSV. zurVerfügung gestellt wurden, bleiben. 15740 HM. für das Winterhilfswerk. EPNH. In diesen Tagen hat die Landeskirche Nassau-Hessen ihre Spende für das Winterhilsswerk 1937/38 überwiesen. Insgesamt waren 15 740 Mark zusammengekommen, von denen 5120 Mark als Kollekte am 1. Januar eingegangen waren. Die übrigen 10 620 Mark sind Spenden der Geistlichen, Beamten und Angestellten der Landeskirche. Zum Schutz des Wudes. LPd. In den Monaten Mai und Juni ist die Hauptsetzzeit des Wildes. Daher wird zum Schutze des Wildes von der zuständigen Stelle angeordnet, daß während der Monate Mai und Juni die Lese- holznutzung in allen Waldungen verboten ist. Auch bestehende Berechtigungen werden von diesem Verbot betroffen. Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafe oder Haft geahndet. Die Fortt- und Feld- schutzbeamten sind angewiesen, Uebeltäter unnachsichtlich zur Anzeige zu bringen. ZagdtrophäenfchauenundZägerappelle in Oberheffen. Die Jäger der Kreise Gießen und Friedberg werden sich am 8. Mai in Gießen zu einem Säger» appell und einer Jagdtrophäenschau versammeln. Dabei werden sie neue Anregungen und Richtlinien erhalten. Die gleichen Veranstaltungen werden an andern Tagen in den übrigen oberhessischen Kreisen stattfinden. Sie sollen Ausgangspunkt für die Arbeit im kommenden Jagdjahr sein. Bezlrksverwaltungsgerlcht Gießen. Am Freitag, 29. April, 9 Uhr, findet im Sitzungssaal des Regrerungsgebäudes zu Gießen, Landgraf- Philipp-Platz 3, eine öffentliche Sitzung des Be- zirksverwaltungsgerichts Gießen statt mit folgender Tagesordnung: Privatentbiiürunasanstalt Dr. Hackemann in Bad- Nauheim; hier: Antrag des Kreisamts Friedberg vom 10. Januar 1938 aus Entziehung der Konzession. Enteignung von Grundstücken zum Bau der Kraftfahrbahn Frankfurt a. M.—Gießen—Eisenach in Gemarkung Garbenteich.. Waidbrände zehren amDolksvermögen ZdR. Wenn wir jetzt durch den grünenden Frühlingswald gehen, erfreuen wir uns an dem Werden und Wachsen jedes Baumes und Bäumchens. Aus Schonungen entstanden die jetzt hochragenden Birken, Buchen, Tannen, Eichen u. a. m. Eine ungeheure Leistung liegt vor diesen Werten, die einen beträchtlichen Teil des Volksoermögens ausmachen, das wir unter allen Umständen weiter erhalten und vermehren muffen. Wie fahrlässig geht nun aber doch noch so mancher mit diesetn uns allen anoertrauten Vermögen um. Allein die Tatsache, daß zur Hege und Pflege unserer Forste rund 300 000 Waldarbeiter tagtäglich beschäftigt sind, sollte doch eigentlich schon jeden zur Besinnung zwingen. Ein Streichholz, das man zu Hunderttausenden aus einem Bcmmstamm herstellen kann, leichtsinnig fortgeworfen, kann bereits ganze Wälder vernichten. Jedermann ist also verpflichtet, Fahrlässigkeiten nicht nur zu unterlasset, sondern auch jeden leichtsinnigen Waldfreoler der verdienten Strafe zuzu- führen. Am gestrigen Dienstagabend versammelte sich der Presseaussckutz für das 3. Hessische Gau - Sängerfest vom 8. bis 11. Juli in Gle - feen wieder zu einer Sitzung. Dabei konnte bie Feststellung gemacht werden, daß die Vorbereitungen für dieses Fest überall mit großer Tatkraft im Gange sind und das Interesse der Sängerschaft in allen Teilen Hessens stark ist. Die Gießener Feslleitung hatte für die Sängertage mit einer Beteiligung von rund 10 000 San- gern gerechnet. Diese Annahme ist schon ganz erheblich übertroffen worden, denn es liegen jetzt bereits Anmeldungen von rund 15000 15000 Gänger kommen nach Gießen lleberall großes Intereffe für das 3. Hessische Gau Gängerfest. Beschaffung der Quartiere noch eine weitere Leistung auf sich nehmen, damit die Gäste aus den entfernteren Teilen Hessens für die beiden Nächte ihres Aufenthaltes in Gießen in angemessener Weise untergebracht werden. Don den zahlreichen Veranstaltungen, die anläß- lich dieses Sängerfestes in Gießen geboten werden, sei heute das große öffentliche Singen auf 16 Plätzen der Stadt am Sonntag, 10. Juli, hervorgehoben. Bei diesem öffentlichen Singen werden Sänaergruppen antreten, die $um Teil bis z u 1500 Sängern stark sein meroen. Man kann also auf einzigartige Gesangsdarbietun- aen allein schon bei diesem öffentlichen Singen gespannt sein. Eine Feier st unde und ein Fest- spiel von Georg Heß, bei dem auch Trachten- gruppen mitwirken werden, sollen weitere schöne Bereicherungen dieser Sängertage bringen. Zur Beförderung der pielen auswärtigen Sänger werden Sonderzüge mit Sonderzug- und Festtagskarten von der Reichsbahn vorgesehen. In aller Kürze werden Plakate in Stadt und Land die Aufmerksamkeit aller Volksgenossen tag* lich auf dieses Fest hinlenken. Der Rundfunk hat sich ebenfalls in den Dienst der Sache gestellt und wird in den kommenden Wochen wiederholt auf die Sängern vor. Die sehr große Beteiligung ist erfreulich, denn sie beweist, daß Gießen als Feststadt auch in San- gerfretfen einen guten Ruf hat. Die starke Bctetti- gung hat aber auch eine Steigerung der Zahl der erforderlichen Quartiere zur Folge. Ursprünglich hatte man geglaubt, mit 2500 Quartieren auskommen $u /können. Nunmehr er» weist es sich als notwendig, rund 3 5 00 Quartiere zur Unterbringung auswärtiger Sänger bereitzustellen. In anerkennenswerter Weise sind dem Wohnungsausschuß schon viele Quartiere an die Hand gegeben worden. Dennoch ist es erforderlich, daß unsere Gießener Volksgenossen für die große Veranstaltung Hinweisen. OaS Leistung« buch SerZugendgruppen Die Jugendavuppen im Deutschen Frauenwßrk, in denen Die Mädchen von 21 bis 30 Jahren in fröhlicher Gemeinschaft zusammenstehen, bilden den Nachwuchs für die NS.-Frauenschast. Ihre Mitglieder sollen hineinwachsen in den Dienst am Volk und find verpflichtet, den Nachweis chrer national- sozialistischen Wettanschauung zu erbringen durch Erfüllung verschiedener Aufgaben, die im Leistungsbuch der Jugendgruvpen dokumentiert werden. Da sind zunächst die Leyraänge des Mütterdienstes, die jedes Mädchen gewiß gern besuchen wird. Ein Samariterkursus tm Roten Kreuz ist Pflicht, ebenso die soziale Betätigung in einer kinderreichen Familie in der Stadt ober in einer Siedlung oder als Hilfskraft auf dem Lande. Welche Befriedigung wird gerade diese Arbett den jungen Mädchen bringen, wenn sie sehen, daß durch ihre Bereitwilligkeit eine geplagte Mutter einmal aufatmen oder vielleicht einen Erholungsurlaub antreten kann. Aber nicht nur Arbeit und Pflichten bringt der Zusammenschluß in den Jugendgruppen. Wir sehen in unserem Kreis Wetterau, wie schön sich die gegenseitige Kameradschaft in den Ortsgruppen entwickelt hat. Da wird geturnt und gewandert; hier pflegt ein Singkreis Den mehrstimmigen Gesang des Volksliedes; dort hat sich eine Spielschar gebildet mit Blockflöten, Akkordion und Violinen; eine andere Gruppe übt besonders den Volkstanz. Sie alle tragen Dazu bei, die Pflichtabende der Frauenschast festlich zu gestatten. So werden diese Gruppen auch ihre Aufgaben für bas Leistungsbuch bald in Angriff nehmen und gegenseitig wetteifern in opferbereiter Hingabe an Die Erfüllung ihrer Pflicht. F. K. Zugendprüfung für Jagdhunde bei Gießen. Der.Zagdgebrauchshundeverein Oberhessen" hielt am Samstag in Gemeinschaft mit ber Fachschaft Deutsch-Drahthaar, Landesgruppe Hessen, in Revieren bei Gießen seine alljährliche Verbandsjugend- prüfung nach ber Prüfungsorbnung bes „Jagbge- brauchshunbeoerbanbes" ab. Den Richtern stellten sich von 52 gemeldeten Hunben 45, an die 43 Preise, unb zwar 27 erste, 9 zweite unb 7 britte, vergeben werben konnten. Das meist aus einheimischen Zuchten stammenbe Material an Junghunben aus Dem Jahre 1937, bas auf biefer Prüfung auf seine natürlichen Anlagen geprüft wurde, bewies, wie schon oft, einen bemerkenswerten Hochstand ber Zucht und damit die Möglichkeit, den hessischen Jägern den Hund zur Verfügung zu stellen, der von Natur aus die Anlagen in sich trägt, ein wirklicher Gebrauchshund zu werden, ohne den es keine weidgerechte Jagdausübung gibt. Die Beteiligung bewies ferner, daß das Verständnis für diesen Hund im steten Wachsen begriffen ist. Der Jagdgebrauchshundeverein Oberheffen hat es sich zur Aufgabe gemacht, die im Jahre 1921 von dem damaligen „Hubertus" in Gießen aufgenommene Arbeit für den deutschen Gebrauchshund auf breitester Grundlage fortzuführen. Ein ununterbrochener Zustrom von Mitgliedern, eine Verdreifachung der Mitgliederzahl innerhalb von 6 Wochen Werbearbeit beweisen das Verständnis für die Wichtigkeit der Aufgabe und das Bedürfnis nach einer solchen Zusammenfassung aller Kräfte. Das Ziel muß fein, daß kein oberhessischer Jäger in Kürze mehr abseits steht, sondern mithilft an dem Werk, bas ihm unb Der weibgerechten Jagd zu bienen berufen ist. Möge dieses große Ziel, vorblldlich für alle deutschen Jagdgaue, erreicht sein, wenn die Zeit ber großen Herbstprüfungen kömmt! Ganitäteverein Gießen. Am vergangenen Sonntag hielt der Sanitätsverein Gießen im Saale von Boller seine Mtt- gliederversammlung ab. Nach dem Rechenschaftsbericht des Vorsitzenden Simon erstattete ' Redner Stimmer Bericht über die Kassenverhättnisse, ber die günstige Lage bes Vereins auswies. Die Einnahmen betrugen 20 166,98 RM., bie Ausgaben 13 226,44 RM., ber Reservebestanb runb 15 000 RM. Der Verein besteht aus über 500 Familien mit runb 1000 Versicherten. Er ist "igelassen für ben Kreis Gießen. Obwohl anerkannt mürbe, baß für einen Beitrag von 32>0 RM. im Monat für bie Familie die Leistungen sehr erheblich seien, wurden biefe noch erhöht, inbem man die Krankenhauskosten erhöhte und Zuschüsse zu Operationen neu eistführte. Gleichzeitig wurde in Aussicht gestellt, daß die Tarife in Diesem Jahre nochmals eine Verbesserung erfahren sollen. Auch auf dem Gebiete der Krankheitsverhütung soll in diesem Jahre Zusätzliches geleistet werden. Für neu- eintretenbe Mitglieder mürbe bie allgemeine Wartezeit für eine große Anzahl von Krankheiten in Wegfall gebracht. Desgleichen sind Erleichterungen geschaffen für Mitglieder, die zum Arbeitsdienst ober zum Heer kommen ober zurückkehren Nach bem Bericht bes Vorsitzenden bes Aufiichts- rates, Fleischmann, wurde Vorstand und Aufsichtsrat einstimmig das Vertrauen ausgesprochen und die Bilanz genehmigt. Die Ersatzwahlen für den Aufsichtsrat ergaben die Wiederwahl von C. Bender. Neu gewählt wurde L. M ö b u s (Wieseck). Eine Reihe von Mitgliedern, die länger als 25 Jahre dem Verein die Treue gehalten haben, wurde durch Ueberreichung von Diplomen geehrt: für 48jährige Mitgliedschaft Frau K. Müller, für 46 Jahre Frau E. H o f m a n n und Frau F. Hantel, für 45 Jahre Frau M. Kühl, für 44 Jahre Frau E. Link, für 39 Jahre Frau M. Heinz und Frau C. Vollmöller, für 38 Jahre Frau K. Preiß, für 35 Jahre Frau M. Bauer, für 34 Jahre Frau L. R e u 11 n g und für 25 Jahre Otto Nachtigall. Für 60 ältere Mitglieder wurde ein freiwilliges Sterbegeld beschlossen, für das ber Verein einige taufenb Mark bereitstelll. ! VH6. auf öer Wanderung. Man berichtet uns: Obgleich das Wetter in ben letzten Tagen nicht gerade bas Beste war, hatten wir bei unserer Wanderung am vergangenen Sonntag wieder mal — man könnte sagen, „DHC."- Wanderwetter. Die Bahn brachte bie nahezu 80 Teilnehmer zunächst nach Aßlar^ wo bie Wanderung ihren Anfang nahm. Zunächst durchschritten wir das Dorf unb strebten Der Anhöhe mit dem direkt am Walde gelegenen Kinderheim zu. Aus halber Höhe bot sich unseren Augen ein schöner Blick in das Lahntal mit b^m auf der gegenüberliegenden Seite gelegenen Kloster Altenberg. Weiter ging*s nach kurzer Rast auf wechselvollen Wegen, Ruhl Sehersweg Nr. 67 I adio Telephon Nr. 3170 I eparaturen »9/l ™ nach allen Seiten hatten wir immer wieder schöne und reizvolle Ausblicke, sei es auf Braunfels ober Stoppelbera, selbst ber Dünsberg grüßte aus der Ferne. In Dem tm engen Solmsvach-Tal liegenden Bonbaden hietten wir Mittagsrast, um dann neu gestärkt die Wanderung nach dem Tiergarten unb Braunfels fortzusetzen. Der Tiergarten, ber immer ein besonderer Anziehungspunkt ist, erfreute uns wieder bei bem Anblick eines vor uns erscheinenden Rudels Damhirsche, von denen einige ganz nahe herankamen unb sich füttern ließen. Nach der Besichtigung von Park und Schloß Braunfels kehrten wir noch einmal zur Rast ein. Der Schluß ber Wanderung brachte uns nach einstündigem Marsch durch bas liebliche Tälchen nach Station Braunfels, von wo wir die Heimfahrt antraten. * / ♦ * D i e Wochenmärkte beginnen von Dienstag, 3. Mai, ab um 7 Uhr unb enben um 13 Uhr. * * 12 5 Jahre Thüringisches Ulanen« Regiment Nr. 6 in Hanau. Das ehemalige Ulanen-Reaiment Nr. 6 v. Lützow feiert am 4., 5. und 6. Juni sein 125jähriges Gründungsfest mit < Wiedersehensfeier in der Garnisonstadt Hanau. Zugleich wird die Heldengedenktafel im Ehrenmal ge= । weiht und in der ehemaligen Ulanenkaserne eine Erinnerungstafel angebracht. Dielen tausenden, in Deutschland verstreut lebenden früheren Angehörigen dieses nach dem Waffenstillstand aufgelösten Regiments soll das Fest Gelegenheit geben, Hanau unb die alten Kameraden wiederzusehen. Für Unterbringung und Standquartiere ist gesorgt. 2Infra= gen und Anmeldungen sind zu richten an die Geschäftsstelle: Kamerad Gregor Krämer, Hanau, v. b. Kinzigbrücke 10. * *Wiedersehensfe i-e r der eh e m. 87 er. Am 7. unb 8. Mai findet eine Wiedersehens- । feier aller Kameraden des ehern. JR. 87 und feiner Kriegstruppenteile: RJR. 87, LJR. 87, JR 186, 223, 253, 349, 365 und 468 im Standort Mainz- Wiesbaden mit der Feier der 130. Wiederkehr des Regimentsgründungstages und Traditionsübernahme durch Regimentsstab, II. Batl., sowie 13. unb 14. Kompanie JR. 87 statt. Die Festfolge sieht vor: am 7. Mai in ber Stadthalle in Mainz Wiedersehensfeier. Am 8. Mai Regimentsappell mit Traditionsübernahme in der neuen Ochampskalerne in Wiesbaden, anschließend Vorführung der modernen, schweren Jnfanterie-Waffen. Anmelde-Frage« bogen bei Kamerad Paul Münd, Wiesbaden, Rhein- gauerstraße 32. Kaden hin und her. Vornan von Hedda Westenberger. (Copyright by Carl Duncker Verlag, Berlin W 35. 7. Fortsetzung. . (Nachdruck verboten!) Da in diesem Augenblick sowohl die Haustür schellt als auch die Sprechzimmertür sich öffnet, um eine Gestalt mit weißvermummtem Kops zu entlassen, flüchten die beiden Damen Hammerbacher äußerst eilig. Und zehn Minuten später kann man Monika Hammerbacher zum Markt marschieren sehen: die weiße Hemdbluse unter dem blauen Jackenkleid mit einem korrekt sitzenden blaugetupften Schlips geschmückt, das Einkaufsnetz an der Seite, den Teckel Sepp an der anderen unb bie sorglich eingepackte Tasse mit ben zwei „s-tinkenben Eiern" m der rechten Hand. 7. Beinahe wird ein Teckel überfahren, unb zwei junge Damen sinb nicht sehr höflich zueinander. „Ach, wie nett!" sagt Marga Montwill und läßt ihren Wagen am Marktplatz in Eigelstein halten. Ja, das ist wirklich nett, diese schmale gotische Kirche unb rings herum die Marktbuden mit ben roten unb rot-weiß gestreiften Schirmen und die Bauersfrauen mit ben Tüchern um den Kopf vor ihren Eier- unb Butterkörben unb vor der Kirchentür die drei großen Ahornbäume unb bas Kinder- geschrei und all die Hausfrauen mit ihren Einkaufsnetzen, wie sie da einer Gans prüfend an der fetten Vrust herumdrücken und Dort einen grünen Kahlkopf abwägend in ber Hand halten unb anderswo wieber mit zagen Fingern auf rotschaligen Käse und pralle Würste deuten. Marga Montwill hat ganz vergessen, daß hinten in Ihrem Wagen ein pudelmütziger Junge sitzt, ber es sich auf keinen Fall entgehen lassen möchte, am Doktorhaus im Auto vorgefahren zu werden — so • sehr reizt sie bas bunte Bild dort auf dem Markt. Am liebsten stiege sie aus und kaufte gleich den anderen Frauen mit einem großen Einkaufsnetz ein, bis so ein Stilleben zusammen ist. wie do drüben bei der jungen Dame im blauen Jackenkleid, und bis das Netz so prallvoll wäre, daß man es kaum noch schleppen kann. Komisch übrigens, in ihrem ganzen Leben hat sie noch nie auf einem Markt eingekauft, und noch nie hat sie so ein grünes ober blaues Netz besessen, in bas so unheimlich viel hineingeht. Und voraussichtlich wird sie auch nie dazukommen. Woher auch? Menschen ihrer Art rasen abends, zehn Minuten vor sieben, mit dem Wagen los, stürmen nervös in irgendein Geschäft, wo es möglichst alles gibt, was man braucht, vom Tee angefangen bis zur Braunschweiger Wurst und von ber Schrippe bis zum fix unb fertigen Mayonnaisesalat, verfrachten dieses „Alles" achtlos im Fond bes Wagens, kommen atemlos fünf Minuten vor den geladenen Freunden nach Hause und stellen bann entsetzt fest, Daß man doch noch bie Hälfte vergessen hat — aber na, es wirb ja wohl mal ohne Senf unb ohne Petersilie gehen, und Salat gibfs eben nicht unb fertig... Aber hier! Ach, biefe köstliche Muße, mit der die Leute zwischen ben Ständen umherwandern. Ach, diese Gründlichkeit, mit der sie jedes Stück erst prüfen, die Gelassenheit, mit der sie zahlen, nach- rechnen, gewechseltes Geld zurücknehmen. Der Pudelmützige im Fond räuspert sich leise. Marga Montwill dreht sich lächelnd zu ihm um: „Nur keine Soxge, du kommst noch zehnmal zu- recht zu deinem Doktor. Aber weißt du, irgendwas muß ich mir hier auf dem Markt kaufen, ich muß, und wenn sie mir derweil bas Auto stehlen. Willst du auch was haben? Sieh mal da drüben, da gibfs 3um Beispiel Feigenkränze. Kennst du bie? Nein? Also warte, ich kaufe uns jebem einen Feigenkranz." Aber natürlich bleibt's nicht dabei. Auch junge Radieschen futtern sich herrlich im Auto, unb geschälte- Nüsse sind auch nicht zu verachten, und Tapsy bekommt zur Feier des Tages eine Land- jägerwurst und Bananen — an Bananen kommt man prinzipiell nicht vorbei, nicht mal in Berlin, geschweige denn hiev. Und zum Schluß entdeckt Marga auch noch einen Mann, der Gummischlangen unb Gummibonbons in allen Farben verkauft, dazu rosa und weiße Mäuse aus einer geheimnisvoll nachgiebigen fußen Masse, bie nach Leim schmeckt und nach Mandelöl riecht, und die man als Kind solange gefuttert hat, bis einem der ganze Magen wie zugekleistert war. Gummischlangen, Gummibonbons .. Ach, Breda, guter Jupp, davon bring’ ich dir ein Dutzend mit, bie mußt du mal probieren, und wenn ich dir hinterher für zwanzig Mark den Magen auspumpen lassen müßte! „Freilein, fahr'n mer nu wieder?" Marga Montwill, im Mund zwei rosa Mäuse, auf dem Schoß ein Bündel Radieschen und den angeknabberten Feigenkranz, nickt eifrig: „Jawoll, mein Junge, jetzt fahren wir." Aber das ist nun nicht so einfach. Der gerade Weg zu Doktor Hammerbachers Haus ift mit lauter Bauernwagen besetzt; außerdem gibt es auch in Eigelstein eine Verkehrsordnung und Einbahnstraßen, und Marga muß mit ihrem kleinen schwarzen Wagen um halb Wgelstein hemmfohren, bis her Pudelmützige schließlich sagt: „Jetzt die Straße 'nein un grade durch und rechts rum, denn komm' Se grade druff zu." /zDie Straße ’nein" — das ist eine kleine fülle Dillenstraße. Junge Bäume säumen den Bürgersteig; kleine Vorgärten stempeln die Einfamillen- häuser zu Villen. hübsch hier", sagt Marga Montwill unb schaut sich interessiert um. In biesem Augenblick schreit eine Frauenstimme laut auf, etwas (Selbes flitzt bicht vor bem Kühler hin unb her, Marga bremst mit aller Gewalt, so daß ber Wagen erst einen Ruck tut unb Hann wild zur Sette schleudert, zugleich quietscht ein Hund jammervoll auf — bann wird's still. „Verbammt noch mal", murmelt Marga unb holt tief Atem, um bes Zitterns Herr zu werden, das durch chren Körper läuft. Dann reißt sie die Wagentür auf unb springt rasch heraus. Was war Denn, um Gottes willen? Wo steckt denn dieses ... dieses ... von einem Hund? Hat es ihn doch noch erwischt, ist er angefahren worden? Nein, er ist Gott sei Dank nicht angefahren worden oder wenigstens nicht schlimm. Denn er sitzt jetzt mit eingeklemmtem Schwanz, Kummerfalten über der Teckelstirn, zitternd unb bebend neben feiner Herrin, bie nicht minder zittert. „Warum hängen Sie Ihren Hund nicht an, wenn er noch nicht mal weiß, wie er sich auf der Straße zu benehmen hat?" fragt Marga böse und geht dabei rings um ihr Auto herum, als könnte bei Dem Zusammenstoß mit einem kleinen hellbraunen Teckel der Kotflügel oerbeuli worden fern. Die junge Dame, der der Teckel gehört, ■ kommt langsam näher heran. „Der Hund wird nie an» gehängt. Passen Sie doch auf, wohin Sie fahren — Sie, mit Jhr^rn Auto! Auf der Straße ist weit unb breit nichts gewesen außer meinem Hund. Müssen Sie da ausgerechnet auf den zufahren?" ,Hch bin nicht auf ihn zugefahren. Aber Ihr Hund ist ganz unerwartet plötzlich vom Bürgersteig heruntergeschossen." „Wenn Sie langsamer gefahren wären, hätten Sie das frühzeitig genug gesehen." „Na, erlauben Sie mal — weniger als vierzig kann ich doch wirklich nicht fahren." „Wenn Sie so unsicher fahren, daß Sie mit vierzig nicht einmal einem kleinen Hund ausweichen können..." Marga ist mit einem Bein schon wieder im Wagen. Dabei wirft sie der anderen — Übrigens hat sie sie vorher schon mal auf dem Markt gesehen — einen hochmütig-gelassenen Blick zu, so von oben bis unten, mit hochgezogenen Brauen und einem ungemein mokanten Lächeln um ben Mund. Nun zieht sie das zwette Bein nach, dreht das Fenster ber Tür herunter, klappt gemächlich bie Tür zu, lehnt sich bann so ein ganz klein wenig gegen das offene Fenster hin, aber so, baß sie über ihre eigene Schulter hinweg zu schauen gezwungen ist, und sagt dann fließend freundlich: „Liebes Fräulein, über Autofahren wollen wir hier nickt diskutieren. Ick glaube nicht, daß Sie darin Fachmann sind. Außerdem dürste Ihnen, wenn Sie noch lange da herumstehen, auch Ihr Netz zu schwer werden. Ich wäre untröstlich, wenn Sie sich nach dem Schreck über Ihr Hündchen auch noch über« heben würden." Spricht's, macht eine großartige Grußbewegung mit der Hand und fährt stolz davon. Gleich drauf prüftet hinter ihr ber Pudelmützige laut heraus. Marga betrachtet ihn erstaunt durch den Spiegel: „Du hast aber ’ne lange Leitung, mein Junge. Ist der Groschen jetzt erst gefallen?" 21ber der Junge lacht nur noch mehr: „Das war se doch, Freillein, das war se doch!" „Wer denn?" „Na, be junge Freillein Hammerbacher. Freillein Monika! Mit'n Seppi." Marga Montwills Gesicht ist nicht gerade geistreich. „Ach. Da hab' ich mich ja reizend eingeführt! Hm. Donnerwetter! So was Blödes. Was mach' ich denn jetzt? ... Du, weißt du was, steig mal lieber hier an der Ecke aus und geh das letzte Stück zu Fuß. Ich glaube nämlich, ich ... ich besuche die Hammerbachers erst später." Aber der Junge denkt gar nicht daran, auszustei- geru Was? Fünf Minuten vor bem Ziel soll er sich den schönsten Triumph seines Lebens entgehen lassen? Ausgeschlossen! Er will im Auto vorfahren. So legt er sich aufs Betteln, und seine blauen Jungenaugen flehen mit einer Inbrunst, als ginge es ums Leben. „Na also, in Gottes Namen", sagt Marga Montwill schließlich und fährt mit elegantem Schwung bei Hammerbachers vor. (Fortjetzung folgt) Aus der engeren Heimat. Wirtschaft. Werten und runghalle Rhein-Main in Gießen wurden 2 Ochsen, 5 Bullen, 25 Kühe, 21 Färsen, 137 Kälber, 194 Aus den Gießener Geri'chtssälen stark Frankfurt a. M., 26. Aprll. Bei weiter Detnlenmarfl Berlin - Frankfurt a M. 0,723 5,694 62,35 11,27 63,93 57,11 8,651 2,485 0,725 5,706 62,47 11,29 64,05 57,29 8,669 2,491 Die Abendbörse verlies auf allen Marktgebieten sehr still, da es weiterhin an größeren Kundschafts- aufträgen fehlte. Die wenigen notierten Aktiey- werte zeigten gegen den Mittagsschluß keine ein- Im Freiverkehr nannte man u. a. Dingler mit 96 (95,75). Katz & Klumpp mit 108,50 (108), schwächer Elsass. Bad. Wolle mit 87,50 (90,50), Ufa mit 71 (72). Tagesgeld unv 2,25 v. Sy Abendbörse sehr still. Oie Bankbilanzen vor den neuen Reichsanleihen. Freiburg auf den Abschluß hin stark gefragt, Tore 115 bis 118 (zuletzt 112 notiert). März um 77 Mill., bei den sonstigen Kreditbanken um 10 Mill. RM. Durch diese günstige Entwicklung — steigende Ausleihungen, aber noch stärker erhöhte (Anlagen, also zunehmende Flüssigkeit — hat sich die Beweglichkeit und Leistungsfähigkeit des deutschen Bankenapparates weiter sichtlich'gesteigert. Gießener Gchlachtviehmarkt. 0,725 5,706 62,47 11,29 64,05 57/23 8,669 2,469 Zuenos eilte« . «rüljel....... •Hio be Janeiro Bolen ...... fsovenbageu... Danzig ..... Vonoon ...... heiiingforß.... •Barte........ Holland ...... 3tollen....... Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlosienen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v. Sy, Lombardzinsfuß 5 v. Sy auf unverändert 96,20. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 26. Aprll. Austrieb: Kälber 682 (gegen 591 am 20. 4 ), Hämmel und Schafe 112 (44), Schweine 3673 (3973). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Kälber <5oiv derklasie 70 bis 80 (—), andere a) 63 bis 65 (62 bis 65), b) 55 bis 59 (53 bis 59), c) 43 bis 50 (41 bis 50), d) 35 bis 40 (35 bis 40): Hammel b2) 46 bis 52 (46 bis 48), c) 41 bis 45 (42 bis 45), d) 35 bis 40); Schafe a) 37 bis 42 (34 bis 42), b) 30 bis 32 (31 bis 32); Schweine a) 56,50 (56,50), bl) 55,50 (55,50), b2) 54,50 (54,50), c) 52,50 (52,50), d) 49,50 (49,.50); Sauen gl) 53,50 (53,50), g2) — (51,50). — Marktverkauf: Kälber und Schweine zugeteilt, Hammel und Schafe mittel. (120 bis 134,5 kg) 1,07 Mark, Klasse c (100 bis 119,5 kg) 1,03 Mark, Klasse d—f (unter 100 kg) 0,97 Mark, Klasse gl und 1 (fette Specksauen und Altschneider) 1,05 Mark, Klasse g2 und h (andere Sauen und Eber) 1,01 Mark. Marktoerlauf: Großvieh und Schweine zugeteilt; alles ausoerkauft. Mein-Moinische Börse. Mttagsbörse knapp behauptet. Demag mit 157,13, Scheideanstalt mit 250,50, Ges fürel mit 152 (152,25), Moenus mit 135, BDM. mit 175,50. Am Rentenmarkt war das Geschäft vor wie nach sehr klein und! die Kurse behauptet. Reichs» altbesitz 132,70, Reichsbahn-BA. 131, 6proz. IG Farben 130,50. Kommunal-Umschuldung stellten sich Große Strafkammer Gießen Bor der Großen Strafkammer hatte sich am Dienstag K. B. aus Gießen zu verantworten B. i war seit 1934 als kaufmännischer Angestellter tätig und hatte seit dem 1. April 1936 eine selbständige Stellung inne. Diese benutzte der Angeklagte, um in zahlreichen Fällen Gelder zu veruntreuen. Der Angeklagte verstand es, auf raffinierteste Art und Weise durch Urkundenfälschung und Urkundenunterdrückung alle Spuren seiner Unterschleife zu verwischend Er verstand es, während 5/« Jahren seine Buchführung so einzurichten, daß in dieser ganzen Zeit trotz ständigen, zweimal im Monat erfolgenden Revisionen die Unterschlagungen nicht aufgedeckt wurden. Innerhalb eines Zeitraumes von etwas mehr als einem Jahr veruntreute der Angeklagte etwa 1500 Mark, über deren Verwendung er keine ausreichende Erklärung abgeben konnte. Das Gericht verurteilte den Angeklagten wegen Unterschlagung, schwerer Untreue, Betrug, Urkun- denunterdrllckung und schwerer Urkundenfälschung zu einer Ges.amtzuchthaus strafe von einem Jahr und sechs Monaten und zu einer Geldstrafe oon 200 Mark. Bei der Beurteilung der Straftaten fiel erschwerend ins Gewicht, daß der Angeklagte durch sein Verhalten nicht nur in pekuniärer Hinsicht seine Arbeitgeberin, bei der er kraft seiner Stellung ein verantwortliches Amt bekleidete, schwer geschädigt hat, sondern ihr auch einen großen ideellen Schaden zufügte. Vezirksschöffengerichl Gießen. Der Sy ß. aus Bad-Nauheim hatte mit den Eheleuten V. einen Mietvertrag abgeschlossen, in dem vereinbart war daß die monatliche Miete 50 Mark betragen sollte. Außer diesem Betrag sollten die Mieter monatlich noch 7,50 Mark für Reparaturen bezahlen, falls der Vermieter solche aussuhren ließ. Durch nachträgliche Zusätze hatte der Angeklagte dem Vertrag aber den Sinn gegeben, als ob die monatliche Miete nicht 50 Mark, sondern 57,50 Mark betrage und als ob in* diesem Betrag nur 57,50 Mark' für Reparaturen miteingerechnet worden wären Diesen verfälschten Vertrag legte Sy ß. auch in einem Zivilprozeh dem dichter vor, um durch ihn zu beweisen, daß als monatliche Miete 57,50 Mark vereinbart worden waren. Das öezirrs- schöffengericht verurteilte L. wegen schwerer Urkundenfälschung zu einer Gefängnisstrafe von zwei Wochen. Kleine Strafkammer Gießen. Der Sy M. aus Erlanaen war in «nem Zioll- prozeß verklagt worden. Auf einen Schriftsatz des gegnerischen Rechtsanwalts K. ri^^^ , Schreiben an das Amtsgericht FrAtierg, m welchem er in bezug auf K. äußerte: „Wer konnte mir dies verdenken? Nur ein Narr oder skrupulöser Rechtsverdreher". Wegen die er schweren Beleidi gung ihn das 2I*id) Fnedb-rgzu “iner Geldstrafe oon 50 Mark. 3n d-r B-r> banblung behauptete der Angeklagte zu seiner Ent. l'astung, er habe nicht Rechtsanwalt K. mtt d.^er Bemerkung treffen wollen, 1 andern die steuer e Hörde, auch habe er in Wahrnehmung berechtigter Interessen gehandelt. Die Beweisaufnahme ergab jedoch daß diese Einwendungen nicht richtig ronren. Geg?n das Urteil des Amtsgerichts Fnedbera legte Sy M. Berufung em, die aber von der Kieme Strafkammer als unbegründet verworfen wuroe. Auch die Berufung des G. Fr.- Sch- gegen das Urteil des Amtsgerichts, m'Nidda, m welchem er im Februar wegen vorsätzlicher Körper Verletzung zu einer Gefängnisstrafe von 2 Wo ch e n verurteilt worden war, wurde oonbe Kleinen Strafkammer als unbegründet verworfen. Der Verurteilung lag folgender .^^erhalt z - arunde- Als der 69jährige G. «ch. mit seinem H nde, den er nicht an der Leine führte, im Dezember 1937 zwischen 17 und 18 Uhr die Straße entlang- liche Maschinen (Mähmaschine, Drillmaschine und ein neuer Bulldogg) den Flammen zum Opfer fielen. Die Ursache des Feuers konnte bisher nicht ermittelt werden. Die Kriminalpolizei und die Gendarmerie sind mit der Untersuchung beschäftigt. Flfchsterven nach Obstbaun spritzungen. * Homberg (Oberhessen), 26. April. Seit einigen Tagen wird in dem bei Homberg in die Ohm mündenden Krebsbach ein großes Fischster- den beobachtet, von dem insbesondere Forellen betroffen werden. Durch Gerüche des Wassers konnte als Ursache des Fisckfterbens festgestelll wer- den, daß offenbar Flüssigkeit von Obstbaumspritzungen auf irgendeine Weise in das Wasser gekommen ist. Der Vorfall mag eine Mahnung sein, bei Obstbaumspritzungen in der Nähe von Wasserläufen besonders vorsichtig zu verfahren. fireie Bübingen. zNidda , 25. April. In dem Nachbardors Kohden beschäftigten sich zwei Knaben im Alter von sechs und sieben Iabren mit Schere und Dapier. Durch Zuruf von dritter Seite erschrak Der ältere Knabe derart, daß er dem neben ihm sitzenden Spielgefährten infolge Stiches mit der Schere durch das untere Augenlid am Augapfel verletzte. Der Getroffene machte jedoch seinen Eltern davon keine Mitteilung. Infolge Nichtbeachtung der anfangs scheinbar geringen Verletzung verschlimmerte sich aber das Auge innerhalb von drei Tagen dermaßen, daß leider die Sehkraft verloren ging und es entfernt werden mußte. Kreis Schotten. * Rudingshain, 27. April. Am heutigen Mittwoch, 27. Aprll, können der Schneidermeister Otto Linker und Ehefrau Lina, geb. Adolph, das Fest der Silbernen Hochzeit feiern. Zugleich kann er sein 25jähriges Geschäftsjubiläum begehen. Herr Linker gehört in diesem Jahr auch 25 Jahre der hiesigen Kriegerkameradschaft an; seit 15 Jahren ist er im Vorstand als Lecker der Kassengeschäfte tätig. Zukusariist aus der Kuppel abaestürzt LPD. Diez, 26. April. In dem in Diez aastie- rent)en Zirkus Holzmüller stürzte ein Artist, der am hohen Reck unterderZirkuskuppel turnte, infolge Bruchs eines Seils in die Manege. Mit erheblichen inneren und äußeren Verletzungen wurde er ins Krankenhaus gebracht. ging, fiel der Hund R. an und biß chn in die Hose. R. nahm einen Besen, den er auf der Schulter trug, und wehrte mit diesem den Hund, der. immer wieder auf hn eindrang, ab. Als ihm dabei der Besen hinfiel, und er sich bückte, um ihn wieder aufzuheben, erhielt er oon dem Angeklagten mit einem Auch in der Berufungsoerhandlung behauptete der u . Angeklagte, er habe nur in Notwehr gehandelt; nicht t i e n m a r k t er habe zuerst auf R. eingeschlagen, sondern dieser 1 habe ihm zuvor mit dem Besen den Hut vom Kopf geschlagen und ihn außerdem noch an der Kehle gepackt. Die beeidigten Zeugenaussagen ergaben jedoch, daß G. Sch. nicht in Notwehr Handecke. Die Berufung wurde daher als unbe^rünbet zurückge- 0.723 5,694 62,35 11,27 63,93 57,17 8,651 2,487 wiesen. Amtsgericht Gießen Der G. L. P. aus Frankfurt a. M. hatte im Februar, als er in Gießen beschäftigt war, seinem Arbeitskameraden Sch., ber mit ihm zusammen bet der gleichen Wirtin wohnte, aus einem unverschlossenen Koffer 20 Mark entwendet und das Geld für sich verbraucht. Der Angeklagte, der seine Tcck im vollen Umfange zugab, führte entschuldigend an, er habe aus Not gehandelt. Die angestellten Ermittlungen ergaben jedoch die Unglaubhaftigkeit dieser Behauptung. Da P. stüher schon zweimal wegen Diebstahls bestraft worden mar, wurde er wegen Diebstahls im zweiten Rückfall zu einer G e f ä n g - nisstrafe von vier Monaten verurteilt. Dor dem Einzelrichter hatten sich am Montag noch der I. H. Pf., der G. L. und der O. M. aus Lich wegen aemeinschaftlicher schwerer Körperverletzung, Anstiftung hierzu und groben Unfugs zu verantworten. Die drei Angeklagten befanden sich am Abend des 5. Dezember vergangenen Jahres in einer Gastwirtschaft, in welcher sich auch Sch. in Begleitung von zwei Dersonen aufhielt. M., der sich in alkoholisch beeinflußter Stimmung befand, rempelte Sch. während des Tanzes und auch später noch an und sprach davon, bah er mit ihm noch abzurechnen habe. Auch Pf. unb L. legten in ber Gastwirtschaft ein Verhalten an ben Tag, aus bem Sch. schließen mußte, baß er das Opfer einer Kellerei werben sollte. Als Sch. mit seinen Begleitern bas Lokal verlassen wollte, um eine Schlägerei zu vermeiden, stellte sich ihm M. nochmals in den Weg unb versuchte, allerdings ohne Erfolg, ihm ben Ausgang zu versperren. Auf bem Nachhauseweg holten Pf. und L. ben Sch. ein, belästigten ihn auch hier, unb ehe es sich Sch. Der» sah, wurde er von Pf. geschlagen. Es kam bann schon hier zu einer Keilerei, Die aber burch das besonnene Verhalten von Sch. und seinen Begleitern bald ihr Ende fand. Nachdem Sch. wieder ein Stück gegangen war, wurde er abermals von Pf. und L. angefallen und hierbei verletzt. Sch. setzte sich natürlich zur Wehr, wobei der Rock des L. zerrissen wurde. Nachdem auch diese Rauferei zu Ende war, kamen L. unb Pf. wieder hinter Sch- her. L. forderte Sch. auf, ihm den Rock zu ersetzen; be- vor dieser sich hierzu äußern konnte, drängte sich Pf. zwischen die beiden, aber nicht, wie er angab, um Den Streit zu schlichten, sondern er gab Sch. einen Stoß gegen die Brust, daß dieser zu Boden fiel. Sch. sprang gleich wieder auf; als er sich zur Wehr setzen wollte, zog L. eine Rehstange aus der Tasche und brachte Sch. mit ihr eine stark blutende Wunde am Kopse bei, die ärztliche Behandlung erforderlich machte. Bei der Art des Angriffs war es ein Glücksfall, daß die Verletzung des Sch. mcht noch bedeutend schwerere Folgen hatte. Das Gericht verurteilte wegen gemeinschaftlicher schwerer Körperverletzung L. zu vier Monaten und Pf. zu drei Monaten Gefängnis. M. erhielt wegen groben Unfugs eine G e ld st r a f e von 3 0 Mark. Don der Anstiftung zur schweren Körperverletzung mußte letzterer, obwohl noch starke Derbachtsgründe für eine solche sprachen, mangels ausreichenden Beweises sreigesprochen werden. Schweine und 5 Hämmel aufgetrieben. anberen Montanwerten rourüen nur jsereinigTc An Preisen wurden erzielt: Ochsen 41 bis 43 Pf., Stahl mit 112 unb Mannesmann mit 116 (116,13) Kühe 15 bis 42 Pf., Kälber 27 bis 61 Pf., Hämmel notiert Etwas hoher lagen ferner Holzmann mit 32 bis 42 Pf., Bullen 38 bis 42 Pf., Färsen 35 bis; 167 (166,50) und am Einhertsmarkt Schuh Herz ----- . . ... v. . |mit 131,75 (131,25). Sonst notierten u. a. IG. Ablerwerke mit 127,50 geschrumpften Umsätzen lag bie Börse am A k - t i e n m a r k t nur knapp behauptet. Das Fehlen allgemein anregender Motive und die geringe Kundschaftsbeteillgung als Folge bes mweränbert lebhaften Fortgangs ber Reichsanlsihezeichnung be» bingte gegenüber kleinen Abgaben aus der Äunb» schäft nur schwache Aufnahmebereitschaft. Die Kursentwicklung war bei unverkennbar steundlichem Grundton nicht einheitlich, es überwogen aber Rückgänge innerhalb eines Prozentes. Einiges Angebot lag besonders in den gestern stärker gestiegenen Autowerten vor, hauptsächlich in Adlerwerke, bie Stock einen Schlag auf den Kopf, daß er taumelte und bewußtlos zu Boden sank. Die stark blutende Wunde machte ärztliche Behandlung erforderlich. Festvorvereitnngen bei der & V.„Cacilia* in Lich. * Lich, 26. April. Die letzten Tage standen wieder ganz im Zeichen der Vorbereitungen zur Hundertjahrfeier an Pfingsten, hielten doch die Bau-, Wohnungs- und Finanzausschüße Sitzungen ab und mußten die Mitglieder des Emp- fanasausschusses für die auswärtigen Gäste einige hundert Quartiere beschaffen. Die Arbeiten für den Neeb-Gedenk st ein konnten vom Hochbauamt ^vergeben werden, so daß bie Enthüllung bes Gedenksteins bestimmt am ersten Psingstseiertag statt- sinden kann. So geht denn anläßlich ber Jubelfeier ein Wunsch in Erfüllung, den bie „Cäci- lianer" schon jahrzehntelang hegten, der aber nie Wirklichkeit Herden wollte. Diese Ehrung unseres großen Licher Sohnes steut uns um so mehr, als auch die Stadt Frankfurt ein größeres Denkmal oon Hch. Neeb in der Nähe seines in Frankfurt gelegenen Wohnhauses zu errichten gedenkt. Zwecks Festbesprechungen weilten am vergangenen Samstag Kreisführer Müller und Kreisschriftführer Geldmacher in Lich. Bei dieser Gelegenheit konnte der Kreisführer auch einige Sangesbrüdsr ehren. Es erhielten bie Ehrennadel für 40jährige Sängertätigkeit Friedr. Fischer und Franz T a b o s ch a t, für 25jährige Sängertätigkeit Karl Lotz, für 25jährige Vorftandstätig- keck Ehr. Fey, Robert I e n s ch , Karl Kam» b e i tz unb Friedr. Fischer. Der Kreisführer dankte den Jubilaren für ihre in langen Jahren gezeigte Treue zum deutschen' Lied unb ermahnte die jüngeren Sänger,, diesen Vorbildern nachzueifern. Seuer bei 7! eder-Äemünden. ♦ Nieder-Gemünden, 27. April. In ber vergangenen Nacht brach in unserer Gemarkung Feuer aus. Zwei Feldscheunen an der Bahn, oberhalb des Dorfes, waren gegen Mitter- nackt in Bra n d geraten. Das Feuer fand reiche Nayrung an den Strohvorräten in den Scheunen. Bei den beiden Scheunen handelt es sich um ben Besitz ber Landwirte Julius Weiß und Konrad Becker. Da das Dorf zur Zeit des Brandausbruches in tiefem Schlafe lag, wurde das Feuer verhällnismäßig spät gemerkt, so daß, als die Nieder-Gemünder Feuerwehr an der Brandstätte erschien, ni,chts mehr gerettet werben konnte. Der Schaden ist groß, da auch landwirtschaft- schinidt 1 v.H., Eonti Gummi 0,50 v. H., Bemberg .............-4- v,—------ —/ .0,50 v. H., gut behauptet lagen IG'Farben mit So zeigen bie jetzt vorliegenden.159,13 und Westdeutsche Kaufhof mit 108,65. | Rentenmarkt blieb es auf allen Gebie- 43 Pf. je Pfund Lebendgewicht. Für Schweine wur- ; /1ßm W. 'SrÄVX SS i M ml - StaHe bl) (135 bis 1495%!) l.vSM.rk. Söaffe b2) «MO <«2,40) Bemberg m. (ES. auf 127,50 (128,75) zurückfielen, Daimler —0,25 v. H. auf 153. Auch Maschlnenaktien bröckelten zumeist 0,50 bis 0,75 v. H. ab, Moenus voll behauptet mit 135. Am Montanmarkt gingen die meisten Die im Januar aufgelegte Reichsanleihe über Papiere um 0,25 bis 0.50 o. H. zurück. Rheinische 1200 Mill. RM. hatte seinerzeit zu einer kräftigen Braunkohlen — 1 v.H. Von Elektrowerten ermäßig- Ausschöpfung der Einlagen bei ben Banken ge» ten sich Gesfürel auf 152,25 (153), hingegen Bekuia führt; allein bei ben Großbanken ergab sich im Ja- q,40 d. H. höher. Im einzelnen verloren Th. Gold- nuar ein Einlagenrückgang um rd. 260 Mill. RM schmibt 1 o. Sy, Conti Gummi 0,50 v. H., Bemberg Diese Abflüße konnten in kurzer Zeit wieder aus- ö,50 v. H., gut behauptet lagen IG 'Farben mit geholt werden So zeigen bie jetzt vorliegenden! 159,13 und Westdeutsche Kaufhof mit 108,65. März-Bilanzen ber Großbanken eine Erhöhung Am Rentenmarkt blieb cs auf allen Gebie- ber Einlagen um 193 Mill. RM., und ähnlich haben ten uberau3 still. Kleine Umsätze erfolgten zunächst ich die fremden Gelder der Regionalbanken um N lediglich in Kommunal-Umschuldung bet 96,20. Am Nill. RM. erhöht. Diese Ziffern sind ein deutlicher Pfandbriefmarkt hielt die Nachfrage an, dem kaum Beleg dafür, daß alle Voraussetzungen fiir einen Angebot gegenüberstand, die Kurse für Goldpfand- neuen Anleihe-Erfolg gegeben sind. Dazu kommt bricfe mürben daher meist gestrichen. Skadtanleihen, ein Weiteres: Die Kredit- und Spezialbanken konn- Kommunal-Obligationen unb Liquidationspfand ten im März aus ihren eigenen Reichsanlöihe- bricfe sagen nahezu unverändert, auch Industrie. Beständen 123 Mill. RM. abstoßen. Das zeiat bie Obligationen wenig abweichend. Don den variablen Dringlichkeit der laufenden Nachfrage nach diesen Anleihen gaben Reichsaltbesitz auf 132,70 (132,85) Werten und macht zugleich deutlich, daß auch in nach, Reichsbahn-VA. lagen mit 131 unverändert. Den Bankbilanzen der Platz für eine neue Emission Verlaufe blieb das Geschäft am Aktien» frei ist. markt weiter sehr still. Vorübergehend lebhatter Die neu hinzufließenden und aus den Anleche- waren Daimler Motoren, die sich auf 155 nach 153 verkaufen frei gewordenen Mittel fanden zunächst erhöhten,' bie übrigen Autowerte wurden kaum da- in einer weiteren Anreicherung des Wechselporte» DOn berührt. IG -Farben befestigten sich auf 160 feuiües Anlage, das bei Den Großbanken um 126 nach 159,13, Dt. Erdöl auf 146 bis 147 (144,75), Mill. RM., bei ben Spezialbanken um 65 Mill, während sonst nur wenig Zweitnotierungen erfolg RM. zunahm. Zugleich konnten bie Banken wieder, ten Meist blieben bie Kurse auf bem Anfangsstand wie im Vormonat, neue Kreditansprüche der Wirt- behauptet. Die später notierten Werte gaben über- schäft, die sich aus dem kräftigen Frühjahrsauf- | wiegend leicht nach. Am Einheitsmarkt waren Mez fchwung ergaben, befriedigen. Bei den Großbanken ~ •' ■ 1 r " r rJ—• - t—1 stiegen die Ausleihungen an die Wirtschaft im Zum gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt werte zeigten gegen den Mcktags'chlutz reine ein- (Schlachtviehverteilungsmarkt) in ber Viehversteige- heitliche Haltung, wichen aber auch nur unbcöeu» - ------K— « tenb ab. Weiter fest und auch verhältnismäßig leo« 194 hast waren Deutsche Erdöl mit 147,75 (147), von anderen Montanwerten wurden nur Vereinigte Pr ran ff utt a. M. Berlin Frankfurt a. M. | Berlin Schiust. hnd Schluß'. Abend- böne Schtuß- furs Schluß! Mittag börje Schlust- hnfl Schluß'. Abend börie Schlust- kur- Schlustk. Mittag- dürfe D'Nuii' 25-4. 26-4 25 4 26-4- Damm 25.4. 26 4 25.4 26-4. 5% Dcutlcke Retckisanleide v. 1927 102,1 102 102 102 Areumulatoren-Fadrik...... 14 — — 247 247 4% Dentlcke Reichaanl. von 1931 99,3 99,4 99,3 99,4 Lschaklenburg Zellstoff...... .. 6 142 142,5 143 153,5 143 152^5 cy?% Deutsche Reichslchatzanwei- sungen von 1935 4*4% Deutsche Netchejchatzanwei. .. 0 152,75 152,5 w — Bekuia................... .. 8 162 162 162 162,5 99,75 99,75 99,75 99,75 Buderus Bien............. .. 6 123 — 123,5 122 jungen von 1935, 11. Holge .. dement Heidelberg......... .. 7 172 172 c %% Deutsche Reichsichayanwel^ jungen von 1936, III. »5olge ">y2% Doung Anleibe von 19X0 .. 1*4% HeiNsche PoMtaat von 1929 dement ssarlftadt .......... .. fi _ 99,8 12 211 210,5 210,5 210 103,5 103,65 103,8 103,8 Daimler Motoren.......... en 153,25 155 153,5 154,5 101 101 101 —* Deiiauer ............ .. 4 — — 127 127 , 0.30 Filet ton Kabeljau 0.38 Filelion Bolharsch-ä1'. 0.42 An-und Verkauf von Lurnven, (Men, Pavier Flaschen u. alle Metalle. Jede Bestellung wird abgebolt. O2OPC H. Schneider Neuenweg 6 Televlwn 3187 Seltersweg 18 GIESSEN Ruf Nr. 2467 Händler Sonderpreise! 2846A | Empfehlungen | Schellfische o. K... 500 g 28 HaMI 500 g......30 Blauaalfiltl 500 g......45 UlbHeisch Tel. 3685. I2847D Alleinverkauf: •KdHieRF 2852 A iffi Mehr Freude an der Natur durch Bermühler-Bücher! iiiiiiiiiiiiiiiiiiuiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiijiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiui „ einmal so« Es ist nu au* ,traU^"ellerl/r,s"^deSh<,,be statt Geben.«*?te .• «r '» i.»N“ < -BP" "Be er ist dann als Nahr“^’ Moto«* in 6-