Nr.2?7 (Erftes Blatt $amstag,26./$onntag, 21. November 1958 188. Jahrgang Gieyener Familienblätter Heimat im DUd • Die Scholle DA L t- - 9- Z Ser Besuch König Larols aus dem Obersalzberg £ © s 2 b egründet, daß der Europäer im allgemeinen nicht ! a,;u kommt, tiefer in die Wesensart des japanischen Hnselvolkes einzudringen. Wer aber unter uns antastbarkeit des Staatsgebietes der anderen ker achte und die politische und wirtschaftliche abhängigkeit der anderen Staaten anerkenne. Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte E 3 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8^/,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25°/g mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins', gemein- nützige Anzeigen sowie einspaltige Velegenheitsanzei- gen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder«, Unterrichts- u. behördliche AnzeigenKRpf. Mengenabschlüsse Staffel B 2 U> K) * Or V & S s v S c 5 N Paris und Berchtesgaden jedesmal mit der gleichen Entschlossenheit erklärt, daß Rumänien Zusammenarbeit mit jedem Volke wolle, das gleich den Rumänen den Frieden wünsche, die Un- zs 2 2 *5 3Ö ■- 2 3 & o Döl- Un- hDA- 1 •on > haben hier ben fchreibenben Kreisen ein gul'-s Beispiel zu geben. Der Grunbsah bes Sprachgebrauches sei: klar fein! Die Sprache ist dazu ba, einen einleuchtenben Gebauten in voller Prägnanz zum Ausbruck zu bringen. Auch bas ist eine Kunst unb auch bas gehört zur Kultur eines Volkes. Seit jeher war es ein charakteristischer Wesenszug des Nationalsozialismus, komplizierte Probleme z u vereinfachen, aber nicht nur in ihrer Problematik, sondern auch in der Sprache, mit der man sie zur Darstellung brachte. Hier also muß die Forderung erhoben werden, einfach, klar und verständlich zu sprechen, einen Stil zu pflegen, den das Volk versteht. Das hat nichts mit der manchmal geradezu lächerlich übertriebenen Sucht der Deutschtümelei in der Sprache zu tun. Es gibt eine Unmenge von Fremdwörtern, die schon so unveräußerlich in den deutschen Sprachbestand eingegangen sind, daß sie nicht mehr daraus entfernt werden können unb sollen. Sie bereichern unsere Sprache im Wortschatz und im Tonfall. Unsere Sprache würde verarmen, wenn wir sie wieder auf primitive Urbestandteile zurückführen wollten. Dor allem ist das nicht möglich auf dem Wege einer rein konstruierten Worterfindung. Die Sprache wird RUHL Seilersweg Nr. 67 adiO Telephon Nr. 3170 eparaturen überhaupt nicht erdacht oder erfunden. Sie bildet sich im Volke von selbst. Wiedas Volk spricht, das ist die Sprache eines Volkes und daraus können nur die Gesetze der- Grammatik oder der Syntax gefolgert werden. Darum find bie grohen Sprecher unb Schriftsteller eines Volkes auch ihre eigentlichen Sprach- fchöpfer. Auch hier steht uns ber Führer als beifpielgebenbes Vorbilb vor Augen. Seine Sprache ist wirkliche Schöpfung im eigentlichen Sinne des Wortes. Er geht mit ber Sprache um, wie ein sorgsamer Gärtner mit ben Blumen unb Pflanzen seines Gartens umgeht. Seine Worte, ob er spricht ober schreibt, finb bis zum Leh- (en gefeilt unb stilistisch b u r tf) gearbeitet Er ist burch sein Beifpiel auch in biefer Hinsicht ber Lehrmeister seines Volkes. Seine Politik ist höchste staatsmännische Kunst. Nur eine künstlerische Natur kann sie und das darin eingeschlossene Werk des nationalsozialistischen Aufbaues in Tiefe unb Weite begreifen. Er ist darin das große Vorbild der deutschen Kulturschaffenden aeworden. Wer also könnte sich ihm mehr verpflichtet fühlen als die Menschen, die die lohnende unb ehrenvolle Aufgabe haben, das Kulturbild unseres Volkes zu verwalten und es durch ihre eigenen Leistungen zu vermehren? Von ihrem schöpferischen Werk geht eine Fülle des Segens auf die ganze Nation aus. Wenn an den Abenden das deutsche Volk in den Theatern unb Lichtspielhäusern sitzt, wenn es die Rundfunkapparate anstellt, wenn es sich in Bücher und Zeitungen vertieft, wenn es am Sonntagmorgen durch die Galerien und Ausstellungen wandert, dann ist es damit die dankbarste Gemeinde der deutschen Kunst geworden. Wir haben trotz aller damit verbundenen Gefahren dieses Problem beim Schopfe gefahL Wir haben die 3uden aus dem kulturellen Leben unseres Volkes radikal ausgefchal- t e t. Wir haben den Versuch gemacht, die vom 3uden befehlen Stellen durch Träger deutschen Geistes und deutscher Kultur neu zu besehen. Run erst konnte sich das deutsche Kulturleben zu voller Blüte entfalten, wir haben unserem Volke und auch der Well einen Anschauungsunterricht von unschätzbarem Werte erteilt. Es versteht sich am Rande, beirrt uns aber nicht im mindesten, daß unsere jüdische Umwelt gegen bie Entsemitisierung mit aller Kraft Sturm läuft. Denn das Judentum ist sich klar darüber, daß es um feine geistige Vorherrschaft in Europa getan wäre, wenn dieses Beispiel Schule machte. Wir sind auch ganz unempfindlich geworden gegenüber den vor dem Kriege, während des Krieges und besonders nach dem Kriege auch in Deutschland üblich gewordenen Zerstörungsmethoden einer jüdischen oder jüdisch infizierten sogenannten Geistigkeit, die darauf ausgeht, die staatlichen oder weltanschaulichen Autoritäten des öffentlichen Lebens durch ewig wiederholte Boshaftigkeit vor dem eigenen Volke zu diskreditieren, indem sie ihren übelriechenden, schalen Witz an ihnen austobte, den gegen sich selbst loszulassen sie vielmehr Veranlassung gehabt hätte. Das alte kaiserliche Deutschland ist in dieser Hinsicht von einer geradezu bewundernswerten Langmut gewesen. Es hat diese Langmut dann am 9. November 1918 teuer und bitter bezahlen müssen. Die furchtbarsten Folgen dieses nichtigen und hohntriefenden Witzfeldzuges des jüdischen Intellektualismus gegen die Stacttsantorität haben sich bann beim Bürgertum von Besitz und Bildung gezeigt. Es war davon bereits so wundgescheuert und Zerfressen, daß es in der entscheidenden Stunde unseres nationalen Lebens auch nicht einen Bruchteil ber Widerstandskraft aufbrachte, die notwendig gewesen märe, sich gegen den allgemeinen Verfall -zu stemmen. Es gibt einen letzten Rest verwahrloster Intellektueller, ber heute gerne etwas Aehnliches mit uns versuchen möchte. Ich meine hier nicht eine Harm- lole. gutmütige politische Ulkerei, die aus dem fier» zen kommt und niemals böse gemeint ist. Wir finb nicht Überempfindlich unb im Bedarfsfall verfügen Daladier zum Durchgreifen entschlossen. Kriegsgesetze gegen Streikhetzer. — Sammlung ver positiven Kräfte um die Regierung. — Auflockerung der Notverordnungen. Paris, 26. Nov. (DNB.) Der Beschluß des marxistischen Gewerkschaftsverbandes, für Mittwoch, 30. November, den Generalstreik in ganz Frankreich zu verhängen, hat die Regierung nicht unvorbereitet getroffen. Seit dem Gewerkschaftskongreß in Nantes war sich die Regierung völlig im Klaren über die Absichten der Gewerkschaftsbewegung. Im Laufe der letzten Wochen hat sich der Wille des Ministerpräsidenten, feine Politik der wirtschaftlichen, finanziellen und moralischen Wiederauftichtung Frankreichs bis zum Aeußerften durchzuführen, noch verstärkt trotz aller Hindernisse, die ihm entgegengestellt werden. Wie in unterrichteten Kreisen bekannt wird, hat die Regierung beschlossen, alle notwendigen Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Ordnung zu ergreifen und das Funktionieren der öffentlichen Dienste und der Vermattung zu sichern. Die Regierung wird besonders auf das im Juli vom Parlament beschlossene Gesetz über die Organi- sierungder Nation in Kriegszeiten zurückzugreifen, das einen Artikel enthält, der für den Fall von Unruhen die Mobilisierung des gesamten Personals der öffentlichen Dienste und der großen, für bie Landesverteidigung arbeitenden Industrien ermöglicht. Zwei Erlasse ordnen bereits die Requirierung der Eisenbahn von Anzin unb der nord» französischen Bergwerke an. Wie Havas betont, ist Ministerpräsident Daladier entschlosien, in der augenblicklichen Lage, — und zwar in voller Uebereinftimung mit allen Mitgliedern seiner Re- gieruung — allen Eventualitäten die Stirn zu bieten. Jeder der beteiligten hohen Militär- oder Polizeibeamten habe vom Ministerpräsidenten Anweisungen über die Aufrechterhaltung der Ruhe und Dorbnung unb über bie für das reibungslose Funktionieren der öffentlichen Dienste notwendigen Maßnahmen erhalten. In Regierungskreisen betont man, daß die Streikbewegung sich im Lause bes Freitags nicht mehr ausgedehnt habe unb auch keine weiteren Fabriken mehr besetzt worden seien. Man glaubt, daß die Beamten der Generalstreikorder nicht folgen werden, zumal sie durch die letzten Notverordnungen eine gewisse Aufbesserung ihrer Gehälter erhalten haben. Für den entgegengesetzten Fall jedoch hat die Regierung Maßregelungen in Erwägung gezogen, die bis zur sofortigen Entlassung und Ersetzung der betreffenden Beamten gehen können. Parlamentarische Kreise stellen fest, daß angesichts der Angriffe, denen Ministerpräsident Daladier und seine Regierung von Marxisten unb Kommunisten ausgesetzt sind, sich eine Sammlung der positiven Kräfte um die Regierung abzuzeichnen beginne. Die feste unb energische Haltung Daladiers gegenüber den Unruhestiftern und Streikhetzern hat ihm in der Tat eine große Anzahl bisher noch schwankender Abgeordneter gewonnen. Die scharfe Oppositionsstellung der Sozialdemokraten hat in den befreundeten Kammerfraktionen, so besonders bei der Republika- nisch-Sottalen Vereinigung, keinen Widerhall gefunden, fonoern im Gegenteil au einer Verstärkung der hinter der Regierung stehenden Mehrheit beigetragen. Die allgemeine Zustimmung, die die Entschlüsse Daladiers und besonders die energische Räumung der besetzten Fabriken in weiten Kreisen der Kammerabgeordneten und vor allem der Senatoren gefunden hat, berechtigt au der Ansicht, daß die Regierung, falls sie sich früher oder später vor das Parlament begibt, um ihre Aktion zu rechtfertigen, von einer großen Mehrheit in der Kammer unterstützt weiden wird. Man weist darauf hin, daß die Notverordnungen, die den Hetzern einen Vorwand zu ihrer Agitation aeliefert haben, von der Regierung eine gewisse Auflockerung erfahren haben; es soll insbefonbere die zweiprozenttge Einkommensabgabe ein für die Lebenshaltung notwendiges Mindesteinkommen nicht angreifen. Man verspricht sich durch diese Milderung der Notoerordnungen eine beträchtliche Be- ihigung der Gemüter; außerdem werde den Streik- istzern damit der Vorwand zu ihrer Agitation ent» -'gen. ___________ Arbeitsverweigerung kommt vor dos Kriegsgericht. Paris, 26. Nov. (DNB.) Da die Regierungs- nordnung über die Requirierung von Arbeitern der Bergwerksgesellschaft und der Ellssn- 2hnarbeiter von Anzin keine Wirkung gezeigt hat — die Arbeiter sind zwar an den befohlenen Arbeitsstellen angetreten, haben aber teilweise die Arbeit nicht ausgenommen —, sind am Freitagabend General Doumanec und die Offiziere, die das .riegsgericht des I. Armeekorps von Lille bilden, in Valenciennes eingetrof- f en. Jeder Arbeiter, der sich der Requirierungsorder widersetzt, wird sofort verhaftet und vor ,d a s K r i e g s g e r i ch t g e st e l l t werden. Die Arbeiter der verschiedenen Eisenbahnlinien yaden am Freltaanachmittag eine Versammlung abgebalten. Im Anschluß hieran versuchten sie Kundgebungen gegen die Notverordnungen zu organisieren, und zwar in den Pariser Bahnhofen, wo aerobe in den Abendstunden der größte Verkehr herrschte. Begleitet von verhetzten Arbeitern und Angestellten der Eisenbahngesellschaften veranstalte- len in Bahnhofsvorhallen Umzüge und brachten in Sprechchören Schmährufe auf Daladier aus. Die Polizei zerstreute die Kundgeber. Etwa 60 von ihnen wurden verhaftet. England und der pariser Ministerbesuch. London, 26. Nov. (Europapreß.) Die „Times" .'richt am Samstagmorgen das ziemlich einhellige Iiedaktionelle Schweigen der englischen Presse über jlcn englischen Mimsterbesuch in Frankreich. Gut :ie Hälfte der Ausführungen sind den Streiks n Frankreich gewidmet, ein Zeichen dafür, welche Zestürzung hier die wachsende Streikwelle in Frankci ch hervorgerufen hat. Um geschützt zu sein, heißt :S, müsse Frankreich stark nicht nur an Menschen- inaterial, sondern auch in seiner Rüstung und den azu notwendigen finanziellen und wirtschaftlichen Hilfskräften sein. Auch „Daily Mail" weist darauf hin, daß halbe Maßnahmen gegen die Unzufriedenen nutzlos seien, und macht dem französischen Ministerpräsidenten Daladier das Kompliment, daß zr kein Mann der Halbheiten sei und die häuslichen Probleme unter dem Gesichtspunkt des obersten Problems, nämlich der Sicherheit und der bewaff- reten Stärke Frankreichs, sehe. Unter der Überschrift „Frankreich verlangt zu Ziel!", sagt „Daily Expreß", die französische Regie- ung habe für das britische Expeditwnsheer im Kriegsfälle eine Streitmacht von etwa zwei Divi- ionen des stehenden Heeres und dreizehn Divi- ionen Territorial-Armee gefordert. Dies wäre jedoch ast die gesamte Territorial-Armee Englands, wenn nan die fünf für die Luftabwehr benötigten Dioi- ionen in Abzug bringe. Die nach Frankreich zll ntsendenden Territorml-Truppen würden wohl >,icht mehr als zwei bis drei Divifio- 3 e n ausmachen können. Dagegen sei es möglich, 3aß die reguläre Armee etwas erhöht werde. „Daily Telegraph" enthüll unter der Überschrift .Wird eine britische Armee von neuem ins Aus- and gehen?" einen Aufsatz von Generalmajor T e m p erley. Er sagt, daß England in einem europäischen Krieg, in den Frankreich verwickelt werde, anfänglich kein größeres Feldheer aufstellen könnte. Es könnte vielleicht einen Teil des stehenden Heeres und die Territoriale Reserve-Armee, soweit sie genügend ausgerüstet und ausgebildet sei, nach dem Festland entsenden. Dies würde sechs Monate in Anspruch nehmen. Mehr als 14 Divisionen könnten dabei nicht in Betracht kommen. Die englische Waffenhilfe könne gegenüber 1914 nicht die gleiche sein, da England im mittleren Osten starke Bindungen besitze, darunter eine größere Garnison in Aegypten und zwei Divisionen in Palästina. Hinzu kommen, daß u. U. das Mittelmeer und das Rote Meer für Verstärkungen aus Indien nicht in Frage kämen. Auch im Fernen Osten bestünden Besorgnisse, die im Jahre 1914, als Japan Englands Verbündeter gewesen sei, nicht vorhanden gewesen seien. Damals habe ja auch die Gefahr eines Luftangriffes nicht bestanden. Tem- perley polemisiert gegen diejenigen, die der Ansicht finb, ein Krieg werde heutzutage von der Luft aus gewonnen. Der Luftkrieg könne zwar zerstören und Schrecken verbreiten, aber er könne weder Gebiete besetzen, noch Eroberungen vervollständigen. Immerhin könne ein englisches Feldheer kaum nach dem Festland verschickt werden, ehe nicht die erste Phase des Luftkriegs, die sich ja auch gegen die An- kunfts- und Abfahrtshäfen richte, vorüber fei. Die Sicherheit Frankreichs und Belgiens fei die Frontlinie der englischen Luftabwehr. England könne nicht zugeben, daß an der flandrischen Küste Luftstützpunkte des Feindes angelegt würden oder daß die Unantaftbarteit der Niederlande verletzt werde. polnisch-slowakischer Zwischenfall. Warschau, 25. Nov. (DNB.) In Warschau wurde folgendes Kommunique des Außen- Amtes veröffentlicht: „Am 24. November wurde auf die polnische Delegation für den Gemischten polnisch-slowakischen Grenberichtigungsausschuß, die ssich in Kraftwagen zur Begegnung mit der slowaki- chen Delegation durch tschecho-slowaki- sches Gebiet begab, ein U e b e r f a H durch ; eine Bande unter Mitwirkung von tschecho-slowaki- djcn Behörden und aktivem Militär verübt. Dieser Ueberfall trug das Merkmal eines wissentlich organisierten Aktes. Zwei Mitglieder der polnischen Delegation wurden verwundet und die Kraftwagen beschädigt. Der Ueberfall fand bei der Ortschaft Zamki Orawskie statt, weit in slowakischem ' Gebiet, das nichts mit der durchgeführten Grenzberichtigung Gemeinsames hat. Da ein ähnlicher Zwischenfall sich bereits am vergangenen Freitag in der Gegend von Zcaza ereignet hat, war die pob iiche Abordnung gezwungen, nach Feststellung des wis- jsentlich schlechten Willens der slowakischen Behörden die Arbeit abzubrechen. Die polnische Regierung hat Schritte unternommen, um sich G e - inugtuung zu verschaffen und die Polen bei iber Grenzberichtigung zugeteilten Gebiete sicher» z u st e l l e n." — Im Zusammenhang mit dieser Mitteilung verlautet, daß zwecks „Sicherstellung der Territorien, die Polen zugeteilt wurden", die polnische Armee bereits heute mit der Besetzung dieser Gebiete begonnen hat. Diese Gebiete sollten erst am 1. Dezember besetzt werden. * ,Kurjer Warszawski" schreibt, das polnische Entgegenkommen gegenüber den Slowaken, bas seinen Grund in dem Wunsche Polens nach einer möglichst «freundschaftlichen Gestaltung des Zusammenlebens Zwischen dem polnischen und dem slowakischen Volk "bat, habe sich als falsche Maßnahme erwiesen. Der gute Wille und die aufrichtige freundschaftliche Haltung Polens fei von den Slowaken mißverstanden und abgewiesen worden. Was gestern in Zamki Orawskie geschah, beleidigte die gesamte polnische Nation. Die polnische Republik könne nicht gestatten, daß ihre Beamten, die eine offizielle Mission erfüllen, überfallen, geschlagen und beleidigt werden. Die Slowaken müssen Polen Genugtuung geben und -verstehen, daß Polen trotz seiner Freundschaft für die slowakische Nation sich eine solche Behandlung nicht gefallen lassen könne. _______ Eine slowakische Darstellung. Prag, 25. Nov. (DNB.) Das Propoganda- a m t der slowakischen Regierung teilt mit: „Aus Cadca wird uns gemeldet, daß polnische Truppen in Cierne den Ciernanka-Bach überschritten und die ganze Gemeinde besetzten, obwohl nach dem Abkommen der Grenzfestsetzungskommission die Grenze durch den Cier- nanka-Bach festgesetzt worden war. Die polnischen Truppen ziehen weiter nach Svrcino- v e c. In der Nacht auf den 25. und am Morgen des 25. November kam es zu einem Geplänkel zwischen polnischen und tschecho-slowakischen Truppen. Das Geplänkel eröffneten die Polen. Auf tschechoslowakischer Seite sind keine Verwundeten. Von dieser Handlungsweise der polnischen Truppen wurde der Vorsitzende der Regierung, Dr. T i s o, der soeben in Prag weilt, sofort informiert. Weiter erfährt das Propagandaamt der slowakischen Regierung, daß in der Orava gestern mit einem Auto die polnische Grenzfestsetzungskommission eingetroffen ist. Die Bevölkerung errichtete auf dem Wege Barrikaden und wollte die Polen nicht einlaffen. Im weiteren zeigte sich die anti- Me Stimmung so stark, daß die Bewohner in itobus sämtliche Fenster zertrümmerten und zwei Polen sogar leicht verletzten. Der polnischen Grenzfestsetzungskommission blieb nichts übrig, als über Orava, Villein Kralovany und Rocomberoc in die Tatra zurückzukehren. Auch in der Zis liefen die Leute, als sie von der Ankunft der polnischen Kommission erfuhren, in großen Gruppen zusammen und wollten die in so unbrüderlicher Weise gegenüber der Slowakei vorgehenden Polen insultieren. Nur mit Mühe gelang es den örtlichen Sicherheitsorganen und den Hlinka-Garden, die Leute diszipliniert zu halten und weitere Zwischenfälle zu verhindern." In dieser offiziellen slowakischen Erklärung wird dann weiter behauptet, daß aus diesen Vorfällen am besten zu ersehen sei, was an der Schreibweise der polnischen Presse Wahres sei, wenn sie in die Welt hinausposaune, daß die Bewohner der Zis und von Orava den Anschluß an Polen herbeiseyn- tcn. Das gerade Gegenteil sei wahr. Die slowakische nationalbewußte Oravaer und Ziser Bevölkerung verfolge mit Erbitterung die Handlungsweise der Polen und wolle von einem Anschluß an Polen überhaupt nichts hären. Haupttagunaen de« Reichsbauerntages Goslar, 25. Nov. (DNB.) In der Stadthalle der Reichsbauernstadt Goslar fand die Eröffnung der Haupllagungen des 6. Reichsbauerntages statt. Der Sprecher des Reichsbauerntages, Landesbauernführer B l o e d o r n , gab unter dem Jubel der Versammlung seiner Freude über die Teilnahme der Bauern der Ostmark und des Sudetenlandes Ausdruck. Dann begann die Reihe der Vorträge mit einem Referat des kommissarischen Derwclltungs- amtsführers des Reichsnährstandes, Landesbauern' führer Korner, über das Thema „Gesunde Verwaltung". Ein Vortrag des Reichshauptabteilungsleiters I, Matthias Haidn, über „G e - f u n b e s Bauerntum" schloß sich an. Das folgende Referat des Reichßhauptabteilungsleiters III, Wilhelm Küper, über das Thema „Gesunder Markt" wurde vom Vorsitzenden der Hauptver- etnigung der Deutschen Getreide- und Futtermittelwirtschaft, Z s ch i r n t, verlesen, da Küper infolge einer Kieferoperation am Erscheinen verhindert war. Verhör Grünspans in Paris Der jüdische Mordbube Grünspan sucht sich auf Suggestion herauszureden. Paris, 26. Nov. (DNB.) lieber das mehrstündige Verhör des jüdischen Mordbuben Grünspan am Freitagnachmittag meldet Havas u. a., daß Grünspan auf die Frage des Untersuchunas- richters, wie er auf den Gedanken gekommen sei, sich in die deutsche Botschaft zu begeben, antwortete, diese Idee sei ihm gekommen, als er das Caf6 verließ, in das er sich nach dem Kauf des Revolvers begeben hatte. Wie er schon auf der Polizei erklärte, habe er den Revolver im Toilettenraum des Caf 6 s geladen. „Don diesem Augenblick an habe ich", so windet sich Grünspan, „in allem, was ich tat, automatisch gehandelt. Schon beim Betreten des Cafes war ich unter dem Einfluß einer 21 rt Sug - g e ft i o n , die mir gewissermaßen meine Handlungen diktiert hat, und ich habe alles, was ich nachher tat, ausgeführt, geradeso, als ob dies t n einem Hypnosezustand geschah." Der Untersuchungsrichter verlas sodann die Aussagen des Waffenhändlers Grape, bei dem Grünspan den Revolver gekauft hat, die des Polizeibeamten, der die Verhaftung des Mörders vornahm, und die des Angestellten der deutschen Botschaft, der ihn einließ. Alle drei Aussagen erklären, daß der Mörder eine staunenswerte Ruhe an den Tag legte. Herschel Grünspan versuchte das so zu erklären, als habe er große Anstrengungen gemacht, „um den Zustand äußerster Nervosität zu verheimlichen", in dem er sich befunden habe. Der Untersuchungsrichter wollte sodann wissen, warum Herschel Grünspan den kürzesten Weg zur Botschaft nahm, geradeso, als ob er seine ganze Kaltblütigkeit besäße, worauf er zur Antwort erhielt: „Ich war f d) o n einmal zpr deutschen Botschaft gegangen, indem ich denselben Weg einschlug, der mir in Erinnerung geblieben ist. Ich habe dies alles getan w i e jemand, der schläft, und ich bin erst wieder erwacht, nachdem ich geschossen hatte." — So sagte Herschel Grünspan! Hiermit war das Verhör beendet, und der jüdische Mörder wurde von den Polizeibeamten wieder ins Gefängnis zurückgebracht. 30000 chinesische Flüchtlinge in Hongkong. Hongkong, 25. Nov. (Europapreß.) Mehr als 30 000 chinesische Flüchtlinge haben in den letzten Tagen die Grenze des englischen Gebiets überschritten. Unter den nach Hongkong geflüchteten Chinesen befinden sich zahlreiche Soldaten. Sie wurden interniert. Ihre Unterbringung ist sehr bürftig. Zahlreiche Flüchtlinge müssen im Freien übernachten. An den Grenzen wurden die englischen Posten verstärkt. Chinesische Meldungen, die in Hongkong eintreffen, besagen, der Wuscheng-Paß an der Hankau—Peking- Bahn sei von den Chinesen eingenommen worden. Weiter wollen die Chinesen zwei Hügel in der Nähe von Wuhu besetzt haben. Bei Kanton ist es zu verlustreichen Kämpfen gekommen. Die Chinesen behaupten, daß es ihnen gelungen sei, vorgeschobene japanische Stellungen einzunehmen. Attentatsversuch auf den Oberbürgermeister von Schanghai. Schanghai, 25. Nov. (Europapreß.) Der kürzlich ernannte Oberbürgermeister Groß-Schanghais, Fusiaoen, entging am Freitagvormittag mit knapper Not einem Attentat, das von einem bisher unbekannt gebliebenen Chinesen auf ihn versucht wurde. Die auf den Oberbürgermeister gerichtete Kuael verfehlte ihr Ziel, während ein japa» nischer Polizist, als er den Beamten zu decken versuchte, von einer Kugel getötet wurde Der Vorfall ereignete sich in dem Augenblick, als der Oberbürgermeister das Gebäude der Stadtverwaltung in Kiangwan betreten wollte. Kiangwan liegt in dem Gebiet, dessen Betreten den Chinesen ohne Sonderpaß nicht erlaubt ist. Kleine politische Nachrichten. Am 1. Dezember 1938 wird der Reichsautobahnbau im Sudetenland begonnen. Der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolfs Heß, wird um 15 Uhr in der nächsten Nähe von Eger den ersten Spatensttch vollziehen. Der Gauleiter des Sudetengaues Konrad Henkeln und bet Gcneralinfpektor für das deutsche Straßenwesen, Dr Todt, werden anwesend sein. Vor dem Spatenstich findet um 12.30 Uhr auf dem Marktplatz in Eger die Ausgabe der Spaten und Werkzeuge an die Arbeiter der Reichsautobahn durch Generalinspektor Dr. Todt statt. * P a p st Pius XI. erlitt Freitag während einer Audienz einen heftigen Schwächeanfall, der nach ärztlichem Befund auf eine Herzattacke zurück- zuführen ist. Im Laufe des Nachmittags trat eine leichte Besserung ein. * Der südafrikanische Derteidigungs- und Handelsminister P i r o w stattete der Luftkriegs- schule und der L u f t k r i e g s a k a d e m i e in Gatow einen Besuch ab. Besonderes Interesse zeigte er für die sportliche Ausbildung mit dem Fieseler „Storch". Pirow machte selbst einen Flug. * In La P az, der Hauptstadt Boliviens, hat eine Verschwörergruppe versucht, die Macht an sich zu reißen. Man hatte bei dem Umsturzplan irrtümlich auf die Mithilfe des Heeres spekuliert, das sich jedoch geschloffen dem Präsidenten German Busch zur Verfügung stellte. Aus Sicherheitsgründen ist der Belagerungszustand verhängt worden. Der Rädelsführer Maroff flüchtete sich i n d i e rot» spanische „Gesandtschaf t". Aus aller Wett. Der Glienicker Frauenmörder hingerichlek. Berlin, 26. Nov. (DNB. Funkspruch.) Die Justizpressestelle Berlin teilt mit: Heute ist der 1885 । geborene Peter Junker hingerichtet worden, der gestern durch das Sondergericht in Berlin wegen Mordes zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt worden war. Zunker, ein vielfach vorbestrafter Mensch, hat am 3. November die 29jährige Ehefrau Johanna Meyer in brutaler Weise ermordet, als sie sich einem von ihm versuchten Sittlichkeitsverbrechen widersetzte. Durch die vier Tage nach der Uebergabe des Zunker an die Justiz erfolgte Vollstreckung des Todesurteils hat ein besonders verabscheuungswürdiges Verbrechen seine schnelle und gerechte Sühne gefunden. Kältewelle in Amerika fordert 60 Todesopfer. Die schweren S ch n e e st ü r m e, die mit Hagelschlag verbunden über die Atlantikhäfen in Amerika hinwegbrausten, forderten nach den bisherigen Feststellungen 6 0 Tote. Auf den vereisten Landstraßen ereigneten sich Hunderte von Kraftwagenunfällen. In vielen Gegenden ist jeglicher Verkehr noch lahmgelegt. Gleichzeitig mit den Schneestürmen fiel die Temperatur stellenweise bis auf 2 0 Grad unter Null. Zwei Todesopfer eines Autounfalls. Auf der Straße Chemnitz—Niederwiesa ereignete sich ein schwerer Verkehrsunfall, wobei zwei Menschen den Tod fanden. Drei junge Männer, die in mehreren Bierlokalen gezecht hatten, befanden sich mit einem Mietkraftwagen auf der Fahrt nach Oederan. In Flur-Niederwiesa stießen sie mit einem entgegenkommenden Lastkraftwagen zusammen. Durch den Anprall wurde der Mietwagen gegen einen Baum geschleudert und stürzte in den Straßengraben. Dabei wurde der Wagen vollständig zertrümmert und der Fahrer sowie ein Mitfahrer sofort durch Schädelbruch getötet; der andere tarn mit leichteren Verletzungen davon. Nach den polizeilichen Feststellungen trifft die Schuld den Fahrer des Mietkraftwagens, der sich in angetrunkenem Zustand befand. Wetterbericht Die Großwetterlage hat noch keine entscheidende Umgestaltung erfahren. Der Vorüberzug östlich entwickelter Teilwirbel bedingt noch immer unruhiges Wetter. Auch im Laufe des Samstags ist noch immer mit stärkerer Wetterverschlechterung bei stürmischer Windauffrischung zu rechnen, da sich zunächst wieder mehr wechselnd bewölktes Wetter mit Schauerneigung anschließt. Vorhersage für Sonntag: Zunächst wieder meist bewölktes Wetter mit Schauerneigung, Abkühlung, westliche Winde, im Ganzen auch wieder unbeständig. Vorhersage für Montag: Wechselhaftes und unbeständiges Wetter. Lufttemperaturen am 25. November: mittags 6,7 Grad Celsius, abends 7,7 Grad; am 26. November: morgens 8,5 Grad. Maximum 8,5 Grad, Minimum heute nacht 7,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 25. November: abends 6,4 Grad: am 26. November: morgens 7 Grad. — Niederschläge 1,2 mm. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übri^n Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. 21. X. 38: 10013. Druck und Verlag: Brühlsche Unioersitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM.- 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig vergüten DIE VERSICHERUNGSUNTERNEHMUNGEN SonntagsdienstfürAerzte Arzt: Dr. med. Mehl, Lud- wigstraße 28. Zahnarzt (nur in dringenden Fällen): Dr. Metz, Seltersweg71. VETTER MÖBEL | Schöne mit Mans.-Zim- 7605V 763öA Federn । all. Büroarbeit. I—i all. Büroarbeit. Empfehlungen 8 aucf) aus hilf s- > toeuc. Schrrftl. xi Ang. uiU.7622 D a. d. Gieß. Anz. Lich, teichl Garben- 20. per sofort gesucht. 7595D Meinmädchen m. erstkl. Enw- Wiesbaden, Alexandrastr.4. l?58vV Laufbursche PnnCtDlOh für sofort gesucht. 7633d V iLfio® Hast. lüöushnrg 15 2000-2500 qm, unbebaut mit eisanschluß, 2000-2500 qm, unbebaut mit Gleisanschluß, Dulcin I Verkäufe Hie als I I Bavtistengemeinde, Gartenstr.13. 27. 11. Predigt 16. — 30. 11. sucht Stelle Bibelstunde 20.15. Fernsprechamt Mannheim, Karolastratze 18. 761?V m. 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Ueberall entstehen unter geschickten fleißigen Händen und unter der Anleitung von geschulten Führern oder Werklehrern Werkarbeiten, Spielzeug und GevrauchsAegenstände, die nach der Fertigstellung in kleinen örtlichen Ausstellungen gezeigt werden, um anschließend dem WHW. zur Verteilung an bedürftige Volksgenossen übergeben zu werden. — In die Werkabende von Pimpfen gibt der folgende Aufsatz einen Einblick: Wenn sich ein Pimpf Mutters Küchenschürze vor die Uniform bindet und sich dabei nicht im geringsten komisch vorkommt, muß es damit schon seine eigene Bewandtnis haben. Wieso auch komisch? Wenn man Zwischen Farbtöpfen, Leimtiegeln und knöchelhohen Hobelspänen herumhantiert und sich nicht die Uniform bekleckern will, hängt man sich eben eine Schürze vor den Bauch, damit basta! Dadurch wird aus einem Pimpfen noch lange kein Jungmädel. * So trifft man sie in den Werkräumen der Schule an, wo sie zwei, drei Abende der Woche bei ihren Wertarbeiten verbringen, zwischen Hobelbänken und halbfertigen Werkstücken. Obgleich die Aktion der Wertarbeiten erst Anfang November angelaufen ist, häufen sich schon die halbfertigen und die fertigen Stücke, die nur noch auf ihren Anstrich warten. Ein Pimpf verriet das Geheimnis dieser Massenherstellung: man hat schon im Oktober damit begonnen, um den Bedarf des WHW. schnell zu decken und danach noch eine kleine private Hilfsaktion für sudetendeutsche Kinde er zu veranstalten. Für sie hat z. B. einer sein llu-52-Modell, das er sich in einem Dutzend Modellbaustunden mühsam zusammengebaut hat, mitgebracht, um es „auf neu zu renovieren" und anschließend nach Gablonz gehen zu lassen, „am liebsten an einen Pimpfen, damit der mal sieht, was ein anständiges deutsches Flugzeug ist". Ebenso bauen sie an einem sudetendeutschen Erbhof mit Bauernhaus, Scheunen, Ställen und lebendem Inventar; nur sind sie sich über den Farbanstrich noch nicht einig, da aus dem Zeitungsphoto, das ihre Vorlage ist, zwar Form und Abmessungen, nicht aber die Farbe ersichtlich ist Das Prunkstück aber ist, mit fast einem Dutzend Figuren, ein Puppentheater, das für eine sudetendeutsche Spielschar bestimmt ist. Dafür wird gleichzeitig ein „Drama" geschrieben mit einer Handlung, in der es Maulschellen hagelt, so wie es sich für eine richtige Kasperlbühne gehört. Jeder der daran beteiligten Jungen muß den Kopf einer solchen Figur nach eigenem Entwurf schnitzen und sie gleichzeitig ausstaffieren. Bettenbauen lernt man auf Fahrt in der Jugendherberge; aber das ist ein anderes Bettenbauen, als es hier in der Werkstatt betrieben wird. Hier entfiel) t nämlich in Gemeinschaftsarbeit von vier Pimpfen und einem Jungzugführer — Tischlerlehrling seines Zeichens — ein richtiges Kinderbett. „Für einen Kameraden!" sagen die Pimpfe lachend, und ihr „Meister" erklärt, daß es für ein anderthalb Monate altes Baby aus einer armen Familie bestimmt ist, die vom WHW. betreut wird. Das Holz dafür wurde vom Tischlermeister des „Meisters" gratis und franko geliefert, „damit der Junge mal zeigen kann, was er bei mir gelernt hat!" Soldaten, Kühe, Schafe, Bäume und anderes Kleinspielzeug wird von den Jüngsten am laufenden Band hergestellt. Einer zeichnet nach den Schablonen — sie wurden nach Zigarettenbildern und Bilderbüchern entworfen — die Figuren auf das Holz, drei schneiden sie mit der Laubsäge aus, und der letzte bemalt sie. Für die Autos standen ebenfalls Zigarettenbilder und ein Mercedes-Prospekt Modell. * Gearbeitet wird mit einer Fixigkeit, als ob die Hungen in Akkordlohn stehen. Um Punkt sieben Uhr abends find alle vollzählig zum Dienst versammelt. — „Ach, wenn's doch immer so wäre!" seufzt ihr Fähnleinführer, und zwei Minuten später schon schnarren die Sägen, klopfen die Hämmer und rascheln die Hobel. So geht es zwei Stunden lang; manchmal werden auch Ueber-Viertelstunden gemacht, ohne daß es darum zu Hause gleich Aerger wegen Zuspätkommens gibt. Manche der Pimpfe nehmen sich auch angefangene Stücke als „Heimarbeit" mit, um sie zu Hause fertigzustellen. Denn mit den zwei Stunden erschöpft sich die Arbeit nicht etwa. Die Entwürfe wurden alle außerhalb der Werkstunden geschaffen, z. T. in der Zeichenstunde der Schule, z. T. auch — das sollte hier eigentlich nicht verraten werden — im Unterricht hinter dem Rücken des Vordermannes. Für die Stoffbespannungen und für die Kostüme der Kasperlepuppen wurden die Mütter und Schwestern als Näherinnen verpflichtet; die Babyausstattung des Kinderbettes besorgt der BDM., Farben, Pinsel und Leim werden von einem Pimpfenonkel, der glücklicher Drogeriebesitzer ist, gestiftet., „Bei uns kriegt jeder Arbeit und Brot", meint 8er Jungzugführer, der ob seiner Tischlereikenntnisse hier in der Werkstatt des Weihnachtsmannes das Kommando führt. Er beaufsichtigt alle Arbeitsvorgänge und die Werkzeugbehandlung, wirft Pfuscharbeit rücksichtslos in den Abfallkasten. Ja er hat seinen Handwerkerstolz: Sein größter Triumph wird es sein, seinen Meister im Dezember in die Werkarbeitenausstellung des Jungbannes zu lotsen und ihm die Arbeiten seines Fähnleins vorzuführen. Dann — so hofft er wenigstens — wird der „Alte" sagen: „Junge, Junge, du verstehst unser Handwerk besser als ich; ich hätte doch vielleicht lieber Portier werden sollen. h. s. Hein, diese Zungmädel! Die Pimpfe waren wütend. Endlich hatten sie vom Dorf ein Heim bekommen, und nun mußten sie es mit den Jungmädeln teilen. Hätten die Mädel nicht auch auf den klugen Gedanken kommen können, irgendeinen leerstehenden Raum im alten Gemeindehaus als Heim herzurichten! Natürlich hatten sie keine Stühle und Tische und konnten sich auch keine selbst machen. Die Pimpfe dagegen hatten wochenlang ihre freie Zeit dafür hergegeben, um das Heim recht schön einzurichtcn. Sie wollten bei der Einweihung zeigen, wie gut sie sich ihr Jung- zugheim aus eigenen Mitteln und mit eigener Arbeit Herrichten konnten. Als die Bilder an der Wand hingen und die Lampe angebracht mar, fanden die Pimpfe, daß es doch noch etwas öde-in dem Zimmer aussah. Richtig — der Ofen fehlte ja noch, und wenn der erst von dem Töpferlehrling gesetzt war, würde es schon traulicher aussehen. Inzwischen mußten sie ihre Dienste schon im Heim abhalten, da das Wetter schon recht schlecht geworden war. Nun hatte der Ofen zum erstenmal gebrannt urid nur zuerst etwas gequalmt. Die Pimpfe waren trotzdem noch nicht zufrieden und saßen knurrig in Oie Jahreszeit beeinflußt das Allgemeinbefinden vieler Menschen. Sie sollten in den Wintermonaten, wenn die tägliche Lebens- und Ernährungsweise weniger zuträglich ist, Vioferrin nehmen. Bioferrin ist ein vorzügliches Kräftigungsmittel.bei Blutarmut und Appetitlosigkeit. Besonders in Genesungszeiten, nach schweren Krankheiten und Operationen geht es mit Bioferrin bald wieder aufwärts. 7267 V ( A \ [BAYER) \ E / ihrem Heim. Richtig — es war ja nicht nur i h r Heim. Da waren die Jungmädel noch, die an den drei restlichen Tagen der Woche ebenfalls ihre Dienste im Heim des Jungzuges hatten. Weil sie das wußten, fühlten sich die Pimpfe wohl nicht so ganz wie zu Hause. Sie malten ein schönes Schild und hängten es an die Tür. „Heim des Jungzuges 3/21" stand darauf. Ass sie am nächsten Mittwoch Basteln für das WHW. hatten, mußten sie auf ihrem Schild an der Tür erstaunt den Zusatz lesen: ,Fnd der JM- Schar 3". Das war ein starkes Stück! Nicht nur, daß die Mädel dasselbe Schild benutzt hatten und sich dabei noch in der Schriftart vergriffen — sie hatten ja gar kein Recht, sich so öffe-ntlich als Besitzer des Heimes auszugeben. Wütend riffm die Pimpfe die Tür auf und blieben mit offenem Mund auf der Schwelle stehen. Das Heim sah plöip lieh so freundlich aus! Auf den Tischen lagen Decken, und an den Fenstern hingen nette Gardinen. Das war es, was noch gefehlt hatte! Die Pimpfe musterten die neuen Sachen recht gründlich und stellten an den groben Stichen fest, daß es die Jungmädel genäht haben'mußten. Natürlich waren sich die Pimpfe, nachdem sich ihre erste Verwunderung gelegt hatte, einig, daß die Mädel auf jeden Fall hätten vorher fragen müssen. Das sagten die Jungen aber nur so, weil es ihnen schlecht ansteht, Freude zu zeigen. Am andern Tage aber konnten die Jungmädel ihrerseits über ein neues Schild an der Tür staunen. Das war aus Laubsägeholz gemacht, und diesmal waren die Namen der beiden Besitzer des Heimes in ein und derselben Schriftart geschnitzt. Kh. Was wünschst du dir zu Weihnachten? (Aufnahme: Elisabeth Hase, Frankfurt a. M.) 3n der Holzschniherwerkstatt. Besuch bei „Glaube und Schönheit". Jeden Mittwochabend treffen wir Mädel aus der Arbeitsgemeinschaft „Persönliche Arbeitsgestaltung und Werkarbeit" uns alle in der Drechslerwerkstatt. Es ist eine richtige alte Werkstatt mit einer Hobelbank, einer Schnitzbank, Säge- und Drechselmaschine. Es riecht nach Holz und Sägespänen, und die Lampen hängen ganz tief und bescheinen nur die Arbeitsplätze. In den Ecken aber liegt graues Dämmerlicht, und die aufgestapelten Bretter werfen lange Schatten. . Unser Meister hat schon auf uns gewartet. Schnitzmesser und Holz liegen bereit, und wir brauchen uns nur noch unsere Schürzen vorzubinden, um gleich anzufangen. Wir sind schon recht fleißig gewesen. Einige Holzschalen sind fast fertig, und auch Lottes Leuchter nimmt bereits Formen an. Es ist gar nicht so einfach, aus einem glatten, kantigen Stück Holz einen schönen runden Teller zu schnitzen. Wie oft habe ich früher vor einem Schaufenster gestanden und die ausgestellten Herrlichkeiten bewundert. Besonders die schönen kleinen Tierplastiken hatten es mir angetan. Es konnte doch nicht so schwer fein, ein solches Figürchen zu schnitzen. Im Geist sah ich mich schon mit vor Eifer hochrotem Kopf an einer Schnitzbank stehen und mit Holz und Schnitzmesser umgehen, und dann meldete ich mich zum „Holzschnitzen". Als wir das erstemal in unserer Werkstatt standen und alle die Messer und Holzfeilen sahen, mit denen wir jetzt umgehen sollten, wurde es uns doch ein bißchen bänglich zumute. Aber rasch verging das wieder. Es ist eine eigene Atmosphäre in solch einer Holzschnitzwerkstatt, und wir wurden auch gleich davon angesteckt. Es sieht alles nach Arbeit und Können aus, und weny man all das Werkzeug liegen sieht, bekommt man eine unbändige Arbeitslust und traut sich plötzlich sehr viel zu. Aber der Meister lächelte doch ein wenig, als ich ihm sagte, ich wollte gleich ein Tier schnitzen, ein kleines Fohlen oder einen Hund. Und dann meinte er, ich sollte lieber erst einmal eine Schale ober einen einfachen Leuchter probieren und mich mit dem Material vertraut machen. Er gab jeder von uns ein Stück weiches Holz und zeigte uns die Anwendung der Schnitzmesser. Aus das Holz zeichneten wir uns. die Form unserer. Schale oder des Leuchters auf, und der Meister schnitt es uns mit der Säge aus. Dann durften wir schnitzen. Zuerst waren wir vorsichtig und wagten gar nicht fest zu arbeiten, aber dann wurden wir mutiger, besonders als wir sahen, wie sicher und rasch der Meister mit dem Messer umging. Jetzt sind wir fast mit unseren Tellern fertig. Wir haben manches oabei gelernt und haben sehr aufpassen müssen, daß sie schön rund wurden und wir nicht mit einem allzu raschen Schnitt zu viel Holz verschnitzten, so daß sie häßliche Ecken bekamen. Man muß ein gutes Augenmaß haben und vor allen Dingen Fingerspitzengefühl. Sonst geht es einem wie einer Kameradin, die bei ihrem Teller plötzlich mit dem Messer durch den Boden durchstieß. Aber solch ein Mißgeschick raubte uns die Freude an der Arbeit nicht, und auch Ilse hat sich nrdjt entmutigen lassen. Man muß aus seinen Fehlern, die man macht, lernen, und Lehrgeld wird bekanntlich überall gezahlt. Wir aber wissen, wieviel Mühe und Arbeit an all diesen Schalen, Leuchtern und Figuren hängt, die wir in den Schaufenstern bewundern, und mit welch unendlicher Liebe und Geduld der Meister an diesen Sachen arbeitet. Uns macht das Holzschnitzen in unserer alten, gemütlichen Werkstatt sehr viel Freude, und die ganze Woche hindurch freuen wir uns auf den Mittwochabend L. K. 3eder bringt eine Preßkohle mit Eine luftige Heiingeichichte. Eines Tages kam Heinz mit einem kleinen länglichen Paket unter dem Arm zum Heimabend. Wir hatten uns leicht frierend in gedankenvoller Betrachtung unseres Ofens versammelt und warteten der Dinge, die dieser Abend bringen sollte. Bisher hatte noch niemand gewagt, sich über die Kälte zu beklagen. Als nun Heinz unter andachtsvollem Schweigen fein Paket auswickelte, brach plötzlich ein homerisches Gelächter in der Runde aus. Heinz fühlte sich ausgelacht, bekam vor Aufregung ganz rote Ohren und brüllte los: „Na, denkt ihr denn, ich habe Lust, mir hier Eisbeine zu holen? Wozu haben wir denn den Ofen?" Irgendeiner im Hintergrund murmelte laut und vernehmlich etwas von „unmännlicher Verweichlichung" und „Muttersöhnchen". Da kam er aber bei Heinz schlecht an: „Du hast wohl noch nie etwas von ,Kampf dem Verderb^ gehört? Wenn ich auf Fahrt bin, dann kann es meinetwegen kalt fein. Da kriege ich beim Laufen warme Füße. Hier aber um den Tisch sitzen und hochwissenschaftliche Vorträge mitanhören, da muß es denn wenigstens warm sein! Wenn ich nachher einen Schnupfen habe und im Bett liege, macht kein anderer meine Arbeit beim Meister!" Jetzt mischte sich endlich der Scharführer ein, um den drohenden Krieg zu unterbinden. „Na, Heinz, laß man, du hast ganz recht! Allerdings hast du sicher,Schabenverhütung< statt ,Kampf dem Verderb* gemeint, aber das kommt in diesem Fall auf das gleiche heraus. Im übrigen ist der Gedanke gar nicht so schlecht mit den Kohlen!" Es wurde an diesem Abend nichts mit den „hoch- wissenschaftlichen Vorträgen". Denn nach einer kurzen Konferenz stob die ganze Bande auseinander, um sich nach einer Viertelstunde wieder im Heim zusammenzufinden. Diesmal aber trug jeder ein ähnliches, in Zeitungspapier gewickeltes Paket unter dem Arm, wie vorher Heinz. Auch der, der da vorher von Muttersöhnchen gesprochen hatte. Der hatte übrigens sowieso schon einen Schnupfen. Dann wurde erst einmal der Ofen auf seine Brauchbarkeit hin eingehend begutachtet. Wir hatten keinen Töpfer unter uns, aber sachverständig reden konnten mir alle auch ohne die nötige Vorbildung. Da aber Reden in diesem Falle wenig nützen, mußte sich schließlich doch einer den Aermel auf- krempeln und den Ofen säubern. Es stellte sich heraus, daß früher schon einmal einer den Versuch gemacht hatte, den Wärmespender zu seiner oar- gcschriebenen Tätigkeit anzuregen. Offensichtlich vergebens. Das aber spornte unseren Ehrgeiz an, und so entstand vor dem Ofen ein großer Haufen verkohlter und halbverbrannter Pappe. Nebenbei war das ein Glück, denn natürlich hatte niemand an Kohlenanzünder ober Holz gedacht. Alle waren ja so stolz auf ihre Kohle. Endlich schien der Weg in den Schornstein frei. Nun erhob sich die Frage, wer denn überhaupt heizen konnte. Alle drängten sich heran, aber keiner konnte zunächst auf die eingehenden Fragen des Scharführers feinen Befähigungsnachweis erbringen. Schließlich war es Fritz Schneider III, der glaubwürdig barlegen konnte, daß er noch niemals eine Wohnung mit Zentralheizung gesehen habe, dafür aber alle Morgen in der elterlichen Wohnung die Oejen zu betreuen habe. Ihm wurde ss also überlassen, die heilige Flamme zu entzünden, die uns die Erwärmung bringen sollte. Wie den Sonnengott höchstpersönlich sahen wir unseren Kameraden an, als er nun vor dem Ofen kniete, Pappe und einige Kohlen säuberlich schichtete und dann die Streichholzschachtel zückte. „Mensch, alle Kohlen mußt du 'reintun!. Sonst wird'das nicht warm!", riet einer, und ein zweiter murrte, daß „seine" Preßkohle auch noch nicht drin sei. Natürlich wäre es ohne „seine" Kohle nichts, und das Zimmer würde bei einer solchen Nichtachtung seiner Bemühungen eher Anwartschaft auf den Titel eines Eisschranks bekommen. Die Aufregung hatte uns alle längst warm gemacht, keiner merkte mehr etwas von der herbstlichen Kälte. Einer aber, der Scharführer, merkte etwas anderes, während Schneider nun den Brand entzündete. Er sah nämlich nach der Uhr und machte die Feststellung, daß über all dem Reden und Treiben die Zeit des Heimabends verstrichen war und wir nach Hause gehen mußten. Gerade flackerte das Flämmchen luftig hoch, als er die Feststellung machte. Groß war daher die Enttäuschung, als er befahl, das Feuer auszulöschen. Schneider machte rasch bie Ofentür zu, und im Augenblick war das Feuer erstickt. Als nun aber einer erklärte, daß wir bod) ruhig noch hätten bleiben können, bis ber OJen warm sei, da hatte unser kluger Scharführer den richtigen Mann gefunden. „Also gut, wenn du so viel Zeit hast, dann kommst du eben vor bem nächsten Heimabend eine Stunde vorher und orennst den Ofen an. Wie es gemacht wird, hast du ja eben gesehen. Außerdem liegt ja schon alles fertig drin!" Hier war keine Widerrede möglich, und so hatte wieder mal einer zum Schaden aUch noch den Spott zu tragen. Eine Woche später aber brauchten wir wirklich nicht mehr beim Heimabend zu frieren. Der Ofen strahlte eine freundliche Warme aus, als wir kamen. Wieviel schöner und enger wurde da bie Runde um den langen Tisch' Jetzt fühlten wir uns hier in diesem Raum wirklich zu Hause, und wenn wir im Sommer oft nicht" gerade gern an das Heim gedacht hatten, weil wir lieber auf Fahrt ober auf bem Sportplatz waren, so hatte sich bas jetzt geänbert. Als wir wieber hinausgingen in ben bunflcn, kalten Abenb, gab es keinen, der nicht rasch noch bem Ofen einen dankbaren Blick zugeworfen hätte unserem Ofens HorsL Kräfte ihnen doch erst diesen Raum erworben hatten. Prinz Eugen suchte eine solche Entwicklung aufzuhalten. Die Donau bedeutete dem Prinzen Eugen natürlich sehr viel, weil er im Kamps um ihren Mittellauf seinen Ruhm begründet hatte. Allein die Richtung flußabwärts schien ihm lange genug befolgt zu sein. Deshalb glaubte er, im deutschen Interesse seinen Kaiser wieder zurück, d o - nauaufwärts, lenken zu müssen. Er vertrat einen Plan, der die Thronfolgefrage wie die deutschen Belange in gleicher Weise gefördert hätte: Maria Theresia. Oesterreichs Erbtochter, sollte sich mit Karl Albert, dem Kurprinzen von Bayern, vermählen. Damit wäre nicht nur der aussichtsreichste männliche Anwärter auf das Habsburger Erbe gewonnen, es wären auch Oesterreich und Bayern vereinigt worden, wodurch Frankreich die Möglichkeit verlor, fortan im Herzen des Reiches einen Verbündeten zu finden, der durch die Lage seines Landes naturnotwendig ein Gegner des stets länderhungrigen Hauses Habsburg sein muhte. Weder Karl noch Maria Theresia konnten sich zur Befolgung dieses Vorschlages verstehen. Vielmehr hielten sie fest an der Wahl des Herzogs Franz-Stephan von Lothringen, aus einem Geschlecht, dem Kaiser und Reich sich für treue Dienste, besonders in den Türkenkriegen, stark verpflichtet fühlten. Auch in Lothringen hätte ein bedeutsames Stück deutscher Zukunft liegen können, wenn es nur vom Hous Habsburg genutzt worden wäre. Das Herzogtum bildete ja die Fortsetzung der sogenannten Oesterreichischen Niederlande nach Süden und ließ hier bis zur Schweiz einen nur verhältnismäßig schmalen Zugang von Frankreich zum Rheine frei. Welche Aussichten hätten sich hier eröffnet, wenn, gestützt aus die niederländisch-lothringische Bastion, die vom Reiche aus gut gesichert war, die Rückgewinnung des erst wenige Jahrzehnte vorher von Ludwig XIV. geraubten Elsaß mit Straßburg ins Auge gefaßt worden wäre?! Kerndeutsches Land wie Volk hätten dann zu ihrer Heimat zurückgefunden. Jedoch für so kühne Gedanken war Karl schon gar nicht zu haben. Um den Preis der Anerkennung der Pragmatischen Sanktion durch Frankreich verstand er sich im Frieden von Wien dazu, seinen Schwiegersohn zu bestimmen, auf das angestammte Herzogtum Lothringen zu verzichten und sich mit dem Großherzogtum Toskana in Oberitalien zufriedenzugeben. Dadurch fand der Drang Habsburgs nach Italien, der sich schon in dem Erwerb Mailands kundgetan, eine beachtliche Stütze. Frankreich erzielte durch diese Abmachung ober den ungeheuren Erfolg, daß ihm einmal eine Verstärkung der habsburgischen Macht am Rhein erspart blieb, zum andern aber gelangte es durch den Anfall Lothringens in breiter Front an den Rhein. Die Niederlande mußten für Habsburg immer mehr den Charakter eines schwer zu verteidigenden Außenbefitzes annehmen, an dem es kein großes Interesse mehr haben konnte. Hingegen reizte der neue italienische Besitz in Verbindung mit Mailand zum Erwerb- der zwischen ihnen und dem Stamrn- land liegenden Gebietsteile, was dann auch in der Folgezeit geschah. Die Wege wiesen hier die Alpenflüsse von der Etsch bis zum Isonzo. Sie bildeten trotz der volklichen Unterschiede wertvolle Klammern zwischen dem alten und neuen Besitz. Die letzte Bedeutung des Friedens von Wien liegt jedoch nicht in den einzelnen Abmachungen, sondern in der grundsätzlichen Umstellung der habsburgischen Politik: das Interesse am Deutschtum und am Reich tritt zurück zugunsten der Idee eines Vielvölker st aates. Später ist zwar von einzelnen Staatsmännern neben diesem Gedanken ge- legentlich auch wieder die Verbindung mit dem Reich gefördert worden. Aber die von Karl durchgeführte Wendung vom Rhein weg und zur Donau wie zur Etsch hin wurde nie wieder aufgegeben, vielmehr durch Habsburgs größten Staatsmann, den Fürsten Metternich, in vielen Jahren immer mehr vertieft. Dazu trug mit bei, daß Preußen und Italien im Norden und Süden des Habsburger Reiches im 19. Jahrhundert zu kraftvollen Nationalstaaten heranwuchsen und dessen Einfluß- raum einengten. Bis sie schließlich selbst in den Bann von Donau und Etsch gerieten. Ja, das Bündnis zwischen dem Bismarckreich und Oesterreich- Ungarn führte zu einer Kraftentfaltung in Mitteleuropa, daß der staatlich umgrenzte Raum nicht ausreichte: sie drängte, nunmehr ausschließlich auf die Donau konzentriert, zum Aegäischen und Schwarzen Meer und über beide hinweg nach Vor- derasien. Die ersten Jahre des Weltkrieges zeigten den Donaugedanken mit dem Schlagwort Berlin- Wien-Bagdad in zukunftreichem Glanze. Sie enthüllten aber auch seine Gefahren: Die Donau ist ein ausgesprochen binnenländischer Fluß! Das deutet die Möglichkeit der Umstellung ihres Stromgebiets an. Prinz Eugen hatte diese Schwäch- erkannt. Deshalb forderte er die Begrenzung des Raumes und feine innere Verfestigung vom Reiche her. Die Zeitentwicklung gab ihm recht. Chemie erschließt die Welt. Aon den Grundlagen und Aufgaben des chemischen Zeitalters. VII. Chemie besiegt den Hunger. Ende des 18. Jahrhunderts, als die besinnende Industrie sich entwickelte, die Städte anwuchsen und die Felder immer unfruchtbarer wurden, kam die große Angst der Ueberbeoölterung und des Hungers über Europa. Millionen wanderten aus. Diele verzagten und fanden keinen Ausweg. Zahllose glaubten an die Lehren des englischen Pfarrers Malthus, daß man das Kinderkriegen rationalisieren müsse. Und eben die Tatsache, daß auf diese Frage der Zeit die deutsche Chemie eine Antwort geben konnte, war entscheidend für ihre Entwicklung zur kommenden chemischen Großindustrie des 20. Jahrhunderts. Justus von Liebig sah in dem Arm- werden des Ackers das Problem seiner Zeit. Er nahm die Tatsache nicht einfach als gegeben hin. Daß die Aecker müde und schließlich unfruchtbar werden, erschien ihm als die Folge eines künstlichen Eingriffs des Menschen in den Kreislauf der natur- lichen Kräfte. Man könne nicht ewig und ungestraft durch die Ernten den Aeckern Lebenskraft entziehen, wenn man ihnen nicht wieder das zurückgebe, was man ihnen genommen hat. Aber man müsse genau wissen und es — „mit der Waage in der Hand" — berechnen können, in welchem Maße und an welchen bestimmten Stoffen der Acker verarme. Liebig, der die Frage so präzise stellte, war Chemiker. Und so machte er hartnäckig und mit großer Geduld seine chemischen Untersuchungen. Die Ackerkrume legte er in die Retorte. Jahrelang, Tag und Nacht machte der junge Gießener Professor Boden- und Pflanzenanalysen. 1840 konnte er der Welt beweisen, warum der Acker verarme. Neben Luft und Wasser feien vor allem vier Stoffe für das Leben der Pflanze unentbehrlich: Stickstoff, Phosphorsäure, Kali und Kalk. Mit jeder Ernte verliere der Boden an diesen wichtigen Stoffen. Man müsse sie wieder in den Boden tun, damit er wieder fruchtbar werde. Der Chemiker sei der Lehrer der Bauern und somit der Förderer von Wohlfahrt und Kultur. „Als Grundlage des Ackerbaues", so sagte es Liebig, „muß angesehen werden, daß der Boden in vollem Maße wieder erhalten muß, was ihm genommen wird. Es wird die Zeit kommen, wo man den Acker, wo man jede Pflanze, die man darauf erzielen will, mit dem ihr zukommenden Dünger versieht, den man in chemischen Fabriken bereitet." Diese Zeit war gekommen. Liebigs Lehre begann zu wirken. 1843 errichtete der Engländer Lawes die erste chemische Düngemittelfabrik. 1855 — darauf machte Liebig seine Landsleute aufmerksam — produzierten die Engländer schon 1,2 Millionen Zentner Phosphatdünger. Auch bei uns gab es damals schon derartige Fabriken in Frankfurt, am Rhein und in Preußen. Die Einfuhr des chilenischen Guano nahm zu, die Industrie der chemischen Düngemittel im Geiste Liebigs, und von ihm gefördert, nahm ihren Anlauf. Sie war MffeweisenMkemdeiiWeg Äon Dr. Hermann L>eyhaus Der sudetendeutsche Dichter Friedrich Boden- reut 1) versinnbildlicht in feinem Roman „Alle Wasser fließen nach Deutschland" die Sehnsucht seiner Volksgenossen durch den Lauf der Flüsse, die aus Böhmen ins Deutsche Reich fließen. Er bekennt sich damit zu einem Gesetz, das in der Geschichte der Völker oftmals seine Bestätigung gefunden hat. Der vor 200 Jahren am 18. November 1738 abgeschlossene Frieden z u Wien gibt Veranlassung, sich eines der folgenreichsten Ereignisse in der Geschichte des deutschen Volkes zu erinnern, in dem ebenfalls Flüsse in ungewöhnlichem Maße zukunftsbahnend gewirkt haben. Der Friede von Wien beendete nach einem dreijährigen Waffenstillstand und vorhergehenden zweijährigem Feldzug einen der kläglichsten Kriege der Weltgeschichte, obwohl auf der einen Seite fein Geringerer als der große Prinz Eugen von Savoyen befehligte. Dieser „polnische Thronfolge- fr i e g" entstand zwischen den Hausern Bourbon und Habsburg, weil nach dem Tode August des Starfen 1733 die Mehrheit des polnischen Adels unter französischem Einfluß versuchte, Stanislaus Leszczynsfi, Schwiegervater Ludwigs XV. von Frankreich, zum König von Polen zu machen, während die europäischen Ostmächte den van einer Minderheit gewählten 21 u g u ft III., Sohn Augusts des Starken, unterstützten. Diese gelangten in Polen zum Ziel, hingegen kämpften ihre Truppen in Oberitalien und am Rhein recht unglücklich. Es rächte sich hier ein furchtbares Versäumnis, das Prinz Eugen längst klar erkannte, das aber auch sein großes Ansehen als Feldherr und Staatsmann nicht zu beheben vermochte. Durch Eugens Siege in Ungarn gegen die Türken wie in den Niederlanden gegen die Franzosen war der damalige Habsburger Kaiser Karl VI. zum mächtigsten Fürsten in Europa emporgehoben worden. Allerdings wiesen ihm die Friedensschlüsse eine Gesamtstellung zu, in der er sich eines dauernden Druckes von Osten und Westen her zu erwehren hatte. Solchen Anforderungen fühlte er sich aber nicht gewachsen, wenn ihm auch die Mittel dafür zur Verfügung gestanden hätten. Die Sorge um die „Pragmatische Sanktion", d. h. die Anerkennung der weiblichen Erbfolge in Oesterreich lag wie ein Alp über seiner Regierung und ließ ihn nicht das Nächste tun: s i ch selbst stark zu machen, wie es Prinz Eugen unermüdlich verlangte. Karl gebrauchte ungeheure Geldsummen, um durch Verträge die Nachfolge seiner Tochter Maria Theresia zu sichern. Dabei vernachlässigte er sein Heer wie die Finanzen und gewann doch nicht die Ueberzeugung, etwas Endgültiges für feine Tochter erreicht zu haben. Von dem deutschen Volke ganz zu schweigen! Der Begriff des Volkstums war damals überhaupt nur wenigen Staatsmännern bekannt. Der Kaiser kannte nur die Losung: Haus Habsburg! Prinz Eugen dachte daneben aber auch noch an das deutsche Volk. Deshalb machte er Vorschläge, die verwirklicht, von unübersehbarer Tragweite geworden wären. Da auf kriegerischem Gebiete nichts zu erreichen war, bemühte er sich, wenigstens durch seine Staatskunst etwas herauszuholen. Habsburgs Schicksalsschluß war die Donau. An ihr entlang zogen einst die Bayern und gründeten die deutsche Ostmark. Von hier aus ging es die Nebenflüsse aufwärts in die Alpen sowie später über das mährische Mittelgebirge nach Schlesien und Böhmen. Eine Krastballung trat um die Stadt Wien ein, die sie zum deutsche^ oder, vom damaligen Standpunkt aus betrachtet, zum europäischen Vorposten gegen das türkische Morgenland machte. Zweimal widerstand sie in 150 Jahren gewaltigsten Anstürmen, bis man von ihr aus mit der Neichsfraft zum Gegenschlag einsetzte und dem überschüssigen deutschen Volkstum in den Ebenen Ungarns an Donau und Save entlang ein Siedlungsgebiet in größtem Ausmaß eröffnete. Wien lag nun in der Mitte eines für europäische Verhältnisse ungewöhnlich großen Reiches. Die Gefahr lag deshalb nahe, daß die Habsburger im Donauraum ihre Zukunft sahen und darüber das Reich vergaßen, dessen Glaube, Liebe, Hoffnung. Von Albrecht Schaeffer. Ein reicher Mann , hatte ein Weib, das er über alles liebte; dennoch zeigte er ihr feine Liebe nur wenig, denn die Vielzahl seiner Geschäfte und die unablässige Mehrung seiner Besitztümer ließen ihm zu meist nur wenig Stunden am Abend und oft sogar nur flüchtige Minuten für sie übrig. Da begab es sich, daß die Frau erkrankte; sie verfiel in hitziges Fieber, das ihren Leib ausdörrte, und dessen Wurzel allen Aerzten unbekannt blieb, so viele auch der Mann aus allen Städten des Landes herbeirief. Mehr noch als von dem Fieber wurde die Kranke von einem unablässigen und bald unstillbaren Dürsten gepeinigt, das sie oft nächtelang vor Qual leise stöhnen ließ. Dagegen half kein Getränk aus den heilsamsten Wässern oder den seltensten Früchten, die der Mann kommen ließ Und sie sagte zu ihm eines Nachts: Ich kann ei nicht mehr ertragen; in dieser Nacht werde ich sterben oder wahnsinnig werden, wenn ich keine Stillung erlange. Und ich sage dir Lebewohl und Dank; du hast wohl alles getan, was du tuen konntest. Was soll ich, ächzte der Mann auf den Knien, Herr Gott, was kann ich noch tun? Darauf sagte die Frau: Du hast mir einmal von einem Jugendfreunde erzählt, der Arzt geworden sei und in unserer Stadt lebe. Warum hast du ihn niemals befragt? Der Mann versetzte: Wir fyatten uns erzürnt. Er nahm mir ein Mädchen fort, das ich liebte, ehe io dich konnte. Mühsam lächelnd erwiderte ihm die Frau: Dann solltest du ihm doch danken ... freilich wenn ich jetzt sterbe ... Allein, das hörte er kaum noch, denn er war schon aufgesprungen; und von einer wilden Hoffnung davongetrieben ohne einen Dienstboten zu wecken, durchlief er die langen Straßen, die in der tiefen Nachtstunde schon dunkel und leer dalagen. Sein Weg roor weit, und da er selber in den letzten Nächten nur wenig Schlaf genossen hatte, roar er sehr erschöpft, als er am anderen Ende der Stadt in einer Gartengegend nach dem ihm von früher her bekannten eisernen Gitter des Gartens suchte, in dem er das Haus seines Freundes mußte. An der Stelle war aber jetzt eine lange, rötliche Mauer mit einem kaum erkennbaren Pfortlein. Kein Name stand darauf; sondern als nun der volle Mond fein Licht zwischen Wolken hervorleuchten ließ, sah er in einem Bogen über der Tür die goldenen Lettern erschimmern: Hier wohnt die Liebe selbst. Sie verschwanden nach einiger Zeit mit dem sich wieder verzierenden Licht, und noch lange stand er im Dunkel, unwissend, was er tun solle. Die Nacht schien undurchdringlich geworden; endlich, von Müdigkeit, Verzweiflung und einem letzten Flackern des Hoffens getrieben, pochte er an die Tür, allein so oft und so laut er es wiederholte, wurde dem kein Erfolg. Da trat er vom Tor zurück und rief mit Verzweiflung und Hohn in der Stimme: Wenn du denn wirklich hier wohnst — so hilf mir, hilf mir auch! Da — so finster die Nacht war — konnte er deutlich erkennen, wie ein dunkler Ball von Jenseits über die Mauer geflogen kam und wie von einer Hand geworfen bis vor feine Füße. Er hob ihn eilig auf; er war hart und schwer wie Stein, wenn er auch die Gestalt einer großen Frucht, eines Apfels ober eines Pfirsichs hatte und auch die aller» leiseste Spur von Pfirsichduft von ihm ausging. Doch war es nur kalter Stein, und erst wollte er ihn in hell erwachender Wut über die Mauer zurück oder gegen die Tür schleudern, besann sich aber dann und lief in die Nacht zurück murmelnd: Sie soll doch wenigstens sehen, daß ich dies Letzte ver- sucht habe. Von Müdigkeit und Gram erschöpft nach dem bitteren langen Wege zurück, stand der Mann nun wieder im Schein des Nachtlichtes am Bett seiner kranken Frau und erjagte mit bitteren Worten, was ihm da widerfahren war. Die Frau erwiderte leise: Gib mir doch diesen Stein. Sie nahm ihn in ihre Hände und fragte, im Bett aufsitzend: Stand denn über der Tür geschrieben: Hier wohnt die Liebe selbst? Ich habe so gelesen. Und kam auch wirklich, fragte sie weiter, der Stein von jenseits geflogen? Wie von einer Hand geworfen. Da sagte die Frau nur: Dann ... und kein Wort weiker; denn sie hatte den Stein in den Mund geführt und ein großes Stück herausgebissen — zor- tos, weiches, von Safte triefendes Pfirßchfleisch. Hilfswerk für deutsche bildende Kunst. Ausstellung im Frankfurter Stadel. Heute wird im Erdgeschoß des Städelschen Kunst- inftituts in Frankfurt eine Ausstellung bildender Kunst eröffnet; sie ist veranstaltet durch das vom Hauptamt für Volkswohlfahrt geleitete Hilfswerk für deutsche bildende Kunst, dem Professor Schweitzer-Mjölnir vorsteht. Die Ausstellung ist, wie in der gestrigen Presse-Vorbesichtigung bargelegt wurde, die 29. in Deutschland und umfaßt insgesamt 260 Werke — Oelgemälde, Aquarelle, Graphik und Plastik — von 188 Künstlern. Der Gau Hessen-Nassau ist vertreten mit 52 Künstlern und 83 Werken. Die Ausstellung unterscheidet sich von anderen Veranstaltungen dieser Art grundsätzlich folgendemaßen: das Hilfswerk für deutsche bildende Kunst wurde 1935 auf Anregung von Reichsminister Dr. Goebbels vom Hauptamt für Volkswohlfahrt geschaffen; in den von hier aus zen- tral veranstalteten Ausstellungen wird dem deutschen Künstler Gelegenheit gegeben, seine Arbeiten kostenlos auszustellen: das bedeutet die Einsparung meist sehr beträchtlicher Kosten für Fracht, Versicherung und andere Spesen. Außerdem fließt dem Künstler jeder Verkaufserlös ohne Abzüge zu. Abgesehen von diesen auf der Hand liegenden sozialen Erleichterungen wird aber durchaus und grundlätz- lich auf Qualität Gewicht gelegt. Die Jury trifft eine scharfe Auslese. Es soll wirklich Wertvolles gezeigt und angeboten werden; nur so kann der Zweck erreicht werden, auch weniger bekannte oder noch ganz unbekannte Künstler mit Erfolg an die Oeffentlichkeit zu bringen und ihnen eine Chance 3um Verkauf zu geben. Dem Kunstfreunde und dem Käufer anderseits werden neue wertvolle Anregungen geboten. Das Ergebnis der bisher veranstalte- ten Ausstellungen war ausgezeichnet; es wurden jeweils bis zu 80 v. H der ausgestellten. Werke verkauft. Bei einem Rundgang durch die sehr vielseitige Ausstellung findet man zunächst ganz allgemein den Grundsatz der Qualität bestätigt. Was hier ge- zeigt wird, hat durchweg Charakter und Eigenart; es lohnt sich sehr, diese Ausstellung zu besichtigen. Eine Aufzählung vieler Namen würde ermüden und ist nicht der Zweck dieses Berichtes. Wir bekrönten uns darauf, einige Arbeiten beraus^ugrei- fen. die uns landschaftlich besonders nahestehen. Wir sahen beispielsweise von Felix K l i p st e j ß in Lauschöpferisch für die Gesundheit und Fruchtbarkeit der Aecker und sicherte den Aufschwung der Bevöl- kerung. Fluchend hatte man in den Steinsalzlagern sich über die Abraumsalze geärgert. Sie lagen als bitter schmeckende Kaliumoerbindungen über dem Salz. Man mußte erst viel Geld und Arbeit aufbringen, um sie wegzuräumen und warf sie dann dennoch nur nutzlos auf Halden. Aber durch die Lehre Lie- bigs, der nachgewiefen hatte, daß Kalisalze so wichtig seien für die Pflanze, wie für uns bas Steinsalz, wurde dieser Abfall zu einem Wert. Für Staßfurt z. B. wurde das Katt wichtiger als das Steinsalz. 1890 verbrauchten wir 28000 Tonnen an reinem Kali, 1929 schon 870 000 Tonnen. In diesem Jahre stieg der Weltverbrauch an Kali auf über 2 Millionen Tonnen. Seit 1929 haben wir den Kalioerbrauch verdoppelt, dabei sind die Preise um die Hälfte gefallen. In der Zeit, in der die Chemie lehrte, den Acker zu düngen, entwickelte sie auch die Wissenschaft, in Dem Auge das Beste! Lassen Sie sic-n beraten von Optiker Magnus de 3 Optiker Ihres Vertrauen* / Seltersweg 33 ' Kassenlieferant, großen Mengen einen guten Stahl zu produzieren. Weil er chemisch Bescheid wußte, kam Bef- ferner auf die Stahlbereitung durch Einblasen von Lust in geschmolzenes Eisen. Ein anderer Hüttentechniker, der aus eigener Luft, aber als armer Teufel, tüchtig Chemie studierte, kam 1879 darauf, daß man Bessemer-Oefen nur mit basischen Stoffen auskleiden, sie mit Ziegeln aus Kalkerde, Magnesia und Steinkohlenteer ausfüttern müsse, um dem Eisen den Phosphor zu entziehen. So konnte man auch phosphorreiches Eisen zu Stahl machen und nebenbei gewann man Phosphor, den nach den Lehren Liebigs die junge Düngerindustrie ge« brauchte. 1890 verbrauchten wir 358 000 Tonnen, 40 Jahre später 2,5 Millionen Tonnen Thomasmehl. Auch Stickstoff braucht man für den Acker. Früher gewann man ihn aus Mist, Guano und Chile-Salpeter. Die Chilenen wußten schon, was sie taten, als sie ihren blutigen Salpeterkrieg gegen Peru führten und ihr Monopol begründeten. 1913 mußten wir für 170 Millionen Mark Chile-Salpeter einführen, damit unsere Felder genügend Stickstoff erhielten. 1898 aber hatte schon Sir Wil- ft am Crookes prophezeit, daß Liebigs Ansicht über den Stickstoff bald werttos fei, denn Die natur-* lichen Lager in Chile seien bald verarmt. 78 v. H. der Bestandteile der Luft aber seien Stickstoff. Die Chemie müsse es fertig bekommen, ihn aus der Luft zu greifen. Aber es mußten erst in einer langen forscherischen Arbeit die Geheimnisse der Katalysatoren enthüllt und eine große Anzahl von Versuchen angestellt werden, bis es gelang, aus Lust und Wasser Ammoniak zu machen. Und es wäre wahrscheinlich nur bei einem Laboratoriumsprodukt geblieben, wenn rächt der geniale Professor und Ingenieur Bosch der IG. Farben gezeigt hätte, wie man aus der Retorte eine Fabrik macht. Man weiß, welche Stickstoffnote uns bereits das erste Jahr des Weltkrieges brachte. 1903 stand-n her Welt nur 352 000 Tonnen Nitrate aus natürr hem Stickstoff zur Verfügung. 1933/34 lieferten die chemischen Fabriken 1 787 000 Tonnen Stickstoff, das sind 95,2 v. H. der damaligen Weltproduktion. Aus der kleinen Ammoniakfabrik in Oppau, in der 1914 zum ersten Male der Sttckstoff aus der Luft gegriffen wurde, wuchsen die Riesenanlagen der IG. Farben, wuchs das imposante Werk in Leuna. Die deutsche synthetische Stickstoffindustrie gibt heute 200 000 Menschen Arbeit und Brot. In wenigen Jahrzehnten griff sie viele Milliarden an Wert aus der Luft. 1913 kostete der chemische Nährstoft je Hektar 20 Mark. Damit gewann man einen Mehr- ertrag von 60 Mark je Hektar. Das in diesen Düngemitteln angelegte Kapital hat sich um 200 v. H. verzinst. Und während im Laufe der Zeit die Bevölkerung Europas um 30 v. H. stieg, wuchs der Ernteertrag um 40 bis 50 v. H. Liebigs Lehre schuf eine Welt- macht und widerlegte die Lehre des alten Malchus. Die Chemie besiegte den Hunger. Sie schuf Lebensraum für das kommende Geschlecht des 20. Jahrhunderts. H. Sch—r. bad) das schone, in sich geschlossene Marburger Stadtbild (zur Vierhundertjahrfeier der Universität), das seinerzeit auch bei uns im Kunstverein gezeigt wurde. Von Emil B e i t h a n fanden wir eine wunderbar lebendige und belebte Erntelandschaft mit Schwälmer Bauern, von Ernst Eimer die Frau mit dem Spinnrad, ein ebenfalls in Gießen bereits gezeigtes Bild. Von Finsterer ist u. a. der Standartenreiter in oberhessischer Landschaft vertreten, der unseren Freunden vom diesjährigen Kalender des Gießener Anzeigers wohlbekannt ist. Ueberhaupt soll bei dieser Gelegenheit bemerkt werden, daß die Graphik nicht nur vielseitig und zahlreich, sondern auch mit ungewöhnlich hohem Range in der Ausstellung vertreten ist. Bei den Malern überwiegt die Landschaft als Motiv, und es sieht manchmal so aus, als ob ein neuerwachtes Landschaftsgefühl sich künstlerisch Raum schaffte und auch eine neue Romantik, die an die edelste Tradition anknüpft. Dafür mögen Bilder wie Elfe Preuß - n e r s „Abend im Ahrtal" ober die farbig großartig empfundene Stadttandfchaft Salzburgs von Albert Birkle Beispiele geben. Noch ein paar Namen nur: Dill mit einer eleganten, hinreißend bewegten Impression vom Pferderennen; Koch-Heu« then mit einem motivisch merkwürdigen und anziehenden Werk „In Scheinwerfern"; Georg Jost mit dem groß und wuchtig aufgebauten Gemälde „Pflügender Bauer in der Rhön"; von hier schon bekannten Künstlern seien noch die Mutter-Bilder von T e i ch m a n n und H. n. Beckerath genannt, und zum Schluß ein sehr reizendes, zartes Kinderbildnis von Marquardfen. Dos möge als Anregung genügen. Die Ausstellung verdient einen lebhaften Besuch und ein ansehnliches Verkaufsergebnis. Hans Thyriot. Hochschulnachrichten. Die durch das Ausscheiden von Professor Dr. Toeplitz freigewordene planmäßige Professur für Mathematik an der Universität Bonn wurde dem o. Professor Dr. Wolfgang Krull an der Universität Erlangen verliehen. Als Nachfolger des nach Halle berufenen Professors D. Erich Fascher wurde Oberkirchenrat Dr. theol. Walter Grundmann zum o. Professor für Neutestamentliche Theologie an der Universität Jena ernannt. Der Dozent Dr. Herbert HohlfeId an der Universität Berlin ist zum ordentlichen Professor für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Dankwirt- schäft an der Universität Köln ernannt wordrn. Das Dreieck Verlm-Rom-Tokio eine tvettpolitische Tatsache. Oie Rundfunkansprachen der drei Außenminister am zweiten Jahrestage des Antikominternpoktes. Berlin, 25. Noo. (DNB.) Aus Anlaß des zweiten Jahrestages der Unterzeichnung des deutschjapanischen Antikominternabkommens hielten Der Reichsminister des Auswärtigen, von Ribbentrop, der italienische Außenminister, Graf C i a n o , und der japanische Außenminister, Ärita, im Rahmen einer deutsch-italienischjapanischen Gemeinschaftssendung Rundfunk- ansprachen, die heute vormittag in der Zeit von 11.30 bis 12.30 Uhr vom deutschen Rundfunk über alle Sender verbreitet wurden. Sie Ansprache des Reichsministers des Auswärtigen von Ribbentrop hat folgenden Wortlaut: „Heute vor zwei Jahren, am 25. November 1936, wurde zwischen Deutschland und Japan das Abkommen gegen die Kommunistische Internationale geschlossen, das dann ein Jahr später zum Antikominternabkommen zwischen Deutschland, Italien und Japan erweitert wurde. Der Sinn dieses Abkommens war die gemeinsame kompromißlose Kampfansage gegen die zersetzende Tätigkeit der Kommunistischen Internationale. Heute können wir mit Befriedigung feststellen: Die Zusammenarbeit zwischen den drei Staaten gegen diese Zersetzung hat sich glänzend bewährt! Weder in Spanien noch in China ist es den Machenschaften Moskaus geglückt, ihre bolschewistische Herrschaft aufzurichten, um von dort aus die Brandfackel in die friedlichen Länder zu tragen. Die Tschecho-Slowakei sollte ein weiterer Ausgangspunkt der Weltrevolution werden. Auch diese Absichten wurden im Herbst durch die eiserne Entschlossnheit des Führers und durch die Solidarität der antibolschewistischen Staaten und vor allem durch die enge Zusammenarbeit von Nationalsozialismus und Faschismus im Keime erstickt. In der Zeit seines Bestehens hat das Abkommen gegen die Kommunistische Internationale größte Bedeutung erlangt. Das Dreieck Berlin-Rom- Tokio ist heute für die Welt ein Begriff. Es ist nicht nur ein Faktor und ein Garant der Ordnung, sondern eine weltpolitische Tatsache. Dieser organisch gewachsenen, schöpferischen Politik der drei im Antikominternabkommen zusammen, geschlossenen Staaten steht die destruktive Wirkung der Komintern und der sie tragenden Mächte gegenüber. Nichts wäre verfehlter, als zu glauben, daß der Bolschewismus seinen Kampf aufgegeben hätte. Gerade in diesen Tagen erleben wir, daß die kommunistische Internationale eine neue Organisation geschaffen hat, um die Ziele der Weltrevolution propagandistisch vorwärtszulreiben. Die Wirkung dieser Propaganda zeigt sich in einer neuen Hetze, die überall gegen die sogenannten autoritären Staaten, d. j. also die Staaten der Ordnung, entfesselt wird. Denn was anders als diese indisch-bolschewistische Zer- sehungspropaganda steht beispielsweise hinter der neuen hehwelle gegen Deutschland in Amerika, mit der man versucht, den anständigen Teil des amerikanischen Volkes, das gar nichts gegen das deutsche Volk bat, in eine haß- psychose gegen das deutsche Volk, das gar nichts gegen das amerikanische Volk hat, zu treiben? Trotz oüebem bin ich fest überzeugt, daß es den im Antikominternabkommen vereinigten Mächten gelingen wird, das von den Kommunisten erstrebte Ziel der Weltrevolution zu vereiteln und damit den Kulturstaaten einen unschätzbaren Dienst zu erweisen. Der Kampf gegen die Kommunistische Internationale richtet sich gegen keine andere Nation und schließt keinen anderen Staat aus. Die Mächte des weltpolitischen Dreiecks aber werden aus ihrem hart-en und unerbittlichen Kamps gegen den Kommunismus in immer tieferer Freundschaft einander verbunden und somit Gestalter und Garanten einer neuen und gerechten Weltordnung. Ich grüße beute die mit uns im Antikominternabkommen verbundenen Mächte: Italien und Japan." Der italienische Außenminister c^raf ltiano hielt folgende Ansprache: „Es gereicht mir zur besonderen Freude, daß ich heute — wenige Tage nach der Feier des ersten Jahrestages des Drei- mächte-Antikomintern-Paktes —, im zweiten Jahre der deutsch-iapanischen Verständigung gegen den Kommunismus, Gelegenheit nehmen kann, um durch den Rundfunk den Völkern der beiden großen befreundeten Nationen den herzlichsten Gruß des faschistischen Italiens zu senden. Das Jahr, das sich seinem Ende zuneigt, hat sowohl im Westen wie im Osten die italienisch - deutsch - japanische Solidarität am Werke gesehen. Sie hat sich in klarster Welle im Laufe der Ereignisse, die eine entscheidende Bedeutung für den Frieden und die Gerechtigkeit der Welt gehabt haben, erwiesen. Ich bin überzeugt, daß diese Solidarität auch in Zukunft sich immer stärker und lebendiger zu einer Kraft entwickeln wird, die die drei großen Staaten in den Dienst der Zivilisation und der Gerechtigkeit stellt. Italien, Deutschland und Iavan sind in der Tal nicht nur durch eine zufällige veberein- stimmung zusammenfattender Interessen verbunden. Ihre Zusammenarbeit beruht auf gemeinsamen Idealen, auf gemeinsamen, unverbrüchlichen Grundsätzen des politischen Lebens. Unsere drei Rationen stellen auf allen Gebieten den zerfetzenden Kräften der Unordnung und Anarchie, die unter der Leitung der Komintern stehen, ein unübersteigbares Vollwerk entgegen, Kräften, denen unter verschiedenen Formen und unter verfchiedenen Bannern Italien, Deutschland und Iapan noch jedesmal entgegengetreten sind. Mit aufrichtiger Befriedigung können wir auf die Er geb nisse zurückblicken, welche dieses eine Jahr gemeinsamen Zusammenwirkens erbracht hat. Don den westlichen Gestaden des Mittelmeeres bis zu den fernen Ufern des Pazifischen Ozeans konnten alle Versuche und Angriffe der Kommunistischen Internationale niedergekämpft und vereitelt werden, konnte der Weg zu einer besseren und fruchtbringenderen Zusammenarbeit zwischen den Kulturvölkern freigemacht werden. Diese Zusammenarbeit ist ist der Leitgedanke unseres Dreimächte-Abkommens, das, wie schon bet Gelegenheit seiner Unterzeichnung erklärt und seither zu verschiedenen Malen offen wiederholt wurde, keine Geheimziele oder den Aus- schluß anderer Nationen bezweckt. Die Grundlage für das Zusammenwirken zwischen den Staaten ist das gegenseitige Verständnis zwischen den Völkern. Das italienische, das deutsche und das japanische Volk haben, bewußt ihrer geschichtlichen Aufgabe, schon zu wiederholten Malen gezeigt, von wie hohem Wert die gegenseitige Verständigung ist, die sie untereinander, nicht nur auf politischem, sondern auch auf kulturellem und ideologischem Gebiete auszubauen und zu vertiefen bestrebt sein werden. Aber auch außerhalb des antikommunistischen Dreiecks hat sich der dynamische Gedanke des Antikomintern-Paktes ausgewirkt und bringt in immer weitere Schichten der öffentlichen Weltmeinung ein. In dieser neuen Einstellung der Kulturwelt erblickt das faschistische Italien eines der Elemente, das für die Zukunft zu größter Hoffnung berechtigt, für die Zukunft, in die Italien, Deutschland und Japan, kraftvoll im Geiste und wehrhaft in den Waffen, fest geeint durch die Bande engster Freundschaft, mit ruhigem Vertrauen blicken." Oer japanische Außenminister Arita erklärte: _„Es ist mir eine große Freude, daß ich heute, am zweiten Jahrestag des Abkommens gegen die Kommunistische Internationale, dem deutschen und italienischen Volk durch Rundfunk meine Herz- lichen Grüße und meine Hochachtung aussprechen kann. Gerade heute vor zwei Jahren habe ich als Außenminister mit großer Genugtuung erfahren, das das Deutsch-Japanische Antikominternabkommen unterzeichnet sei. Seither bildet der Antikominternpakt die wichtigste Richtlinie für unsere auswärtige Politik. Im letzten November ist Italien diesem Ao- kommen als vollberechtigtes Mitglied beigetreten. Damit besteht eine starke, mächtige Verbindung zwischen den drei blühendsten Nationen in Europa und Asien. Trotz ständiger Wühlarbeit der Kommunisten in Europa ist es gelungen, diese Zerstörungsarbeit zu unterdrücken und den Frieden $u erhalten. Die Abwehrfront gegen die Kommunistische Internationale ist in Europa vergrößert und verstärkt worden. Dieser bedeutsame große politische Erfolg Der beiden uns verbündeten Nationen ist für uns eine aufrichtige Freude. Auch hier in Ostasien sieht die Regierung Tschianakaischeks, der seine 400 Millionen Landsleute mit feiner prokommunistischen und anti- japanischen Politik, in äußerste Not gebracht hat, dank der Wafsentaten der Kaiserlich-Japanischen Regierung ihrem Ende entgegen. Mit Bekämpfung der kommunistischen Gefahr hat Japan den ersten Schritt getan, um das große Ideal der Schaffung einer neuen Ordnung in Ostasien zu verwirklichen. Deutschland, Italien und Japan sind für den Frieden der Welt verantwortlich. Der gemeinsame Kampf dieser drei Staaten ist zu einer politischen Notwendigkeit geworden. Den beiden befreundeten Völkern Deutschland und Italien verspreche ich, daß wir in Verfolgung unseres Zieles immer gerecht und stark fein werden." Geschichten ans aller Wett. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) DieZeitungsleutebeschwercnsichbeimFilm. B. Washington. Die amerikanischen Journalisten beklagen sich schon seit langem darüber, daß sie in den Filmen eine höchst unerfreuliche Rolle spielen, indem sie fast immer nur als schmutzige Kerle und Trunkenbolde erscheinen. Sie haben es nun satt und wollen sich zur Wehr setzen. Als erste Maßnahme, um die Regisseure zu einer Aenderung ihrer Darstellung des journalistischen Berufs zu bringen, haben sie verlangt, daß die Drehbuchverfasser, Regisseure und Schausvieler von Hollywood eine Kommission wählen sollen, die nach Neuyork geschickt wird und ohne vorherige Ankündigung in den Zeitungsredaktionen Umschau hält. Die Kommission soll dabei feststellen: 1. daß die Journalisten Kragen und Krawatte tragen wie die Menschen in allen Berufen, die auf gleicher Stufe stehen: 2. daß sie den Kaugummi nach Gebrauch nicht auf die Tische ihrer Kollegen spucken: 3. daß kein Redakteur in das Arbeitszimmer des Direktors eintritt, in dem er die Tür zuschlägt, den Hut auf dem Kopf behält und die Beine auf den Schreibtisch legt; 4. daß zweimal am Tage ausge» kehrt wird; 5. daß, wenn es wahr ist, daß fast alle Journalisten verrückt sind, sie gewöhnlich ihre Verrücktheit zu verbergen suchen, so daß eine Redaktion in den Pausen nicht den Eindruck eines Irrenhauses macht. Wenn die amerikanischen Journalisten mit diesem Vorschlag nicht durchdringen und der friedliche Weg zu keinem Erfolge führt, so wollen sie zu drastischeren Mitteln greifen. Das Polar-Abenteuer in der Hypnose. B. Liverpool. In einem Theater in Jrvington in England gab ein indischer „Magier" dem Publikum eine Vorstellung, in der er feine geheimnisvollen 'Kräfte vorzeigen wollte. So versenkte er auch einen aus dem Zuschauerraum heraufgerufenen Mann in hypnotischen Schlaf und sagte zu ihm: „Sie sind ein Forschungsreisender, und Sie fahren in einem Schlitten auf der Reise zum Nordpol. Das Thermometer zeigt 40 Grad unter Null." Der Hypnotisierte befolgte auch alles getreulich, er zog kräftig an den eingebildeten Zügeln, mit denen er die Schlittenhunde zu lenken glaubte, er zog sich den Jackenkragen hoch und klapperte mit den Zähnen vor Kälte. Darauf befahl ihm der Inder, vom Schlitten abzusteigen und auf der Erde mit Vorsicht weiter zu gehen, weil er in Gefahr wäre, in eine Eisspalte zu fallen. Wieder aehorchte der Mann aufs Wort, kletterte über | die Lehne feines Sessels herab und tastete sich mit größter Vorsicht gegen die Rampe vor, während ihm immer noch die Zähne klapperten. * Jetzt schien es dem Hypnotiseur genug mit diesem Versuch und er rief dem Mann au: „Wachen Sie auf! Es war ja nur ein Scherz. Zu allgemeiner Ueberraschung war der Polarfahrer aber keineswegs mit dieser Weisung einverstanden, sondern klammerte sich mit dem Ausdruck der höchsten Angst an die kleine Treppe, die von der Bühne herabführt. Der Inder packte ihn an den Armen, schüttelte ihn mit voller Kraft und forderte ihn noch einmal auf, aufzuwachen, aber sein Opfer litt anscheinend noch immer furchtbar unter der Kälte und benahm sich weiter, als ob es wirklich 40 Grad unter Null wäre. Als alle Bemühungen des Magiers vergeblich blieben, verbreitete sich eine große Aufregung im Publikum, und die Saaldiener holten schleunigst Krankenträger herbei, als der Zauberer wieder auf die Bühne sprang und den Zuschauern zurief, er habe plötzlich die Herrschaft über feine magnetischen Kräfte verloren und fei nicht mehr imstande, den Hypnotisierten aus seinem tiefen Schlaf in das normale Leben zurückzuführen. Noch zwei Stunden mußte der Unglückliche vermeintlich entsetzliche Leiden im Polareis durchleben, ehe es den Aerzten endlich gelang, durch eine Einspritzung und indem sie ihn eine Ammoniaklösung einatmen ließen, von den Nachwirkungen der Hypnose zu befreien. Der Antiquitätenladen. B Stockholm. In Stockholm wurde vor einiger Zeit ein sehr schöner Antiquitätenladen eröffnet, der sofort die Aufmerksamkeit zahlreicher schwedischer und ausländischer, besonders amerikanischer Sammler auf sich zog. Man sah da viele Bilder des 17. Jahrhunderts, Bildhauerarbeiten, Porzellan und Möbel, die reißenden Absatz fanden und meist nach Amerika gingen. Schließlich kam der Polizei ein Verdacht über die Herkunft dieser Antiquitäten, und als fie der Sache nachging, stellte sie fest, daß das Geschäft einer Einbrecherbande gehörte, die schon seit einigen Monaten systematisch das Schloß des etwas wunderlichen schwedischen Millionärs von Hepken in Bogesund heimsuchte und sich dort die völlig vernachlässigten kostbaren Schätze holte. Die Fenster und das Dach des Schlosses sind brüchig, so daß es den Räubern, wie sie selbst Der Polizei erklärten, keine Schwierigkeiten machte, in das Gebäude hineinzugelangen. Der Besitzer, ein Baron, selbst er- klärte zur allgemeinen Ueberraschung, als er von der Sache erfuhr, daß er sich nichts daraus mache, und er erlaubt der Polizei auch nicht, in das Schloß zu kommen, um festzustellen, wieviel gestohlen 'st. Die Polizei könnte ja, so erklärt er, auf demselben Wege wie die Einbrecher, also durch das Dach oder die Fenster, eindringen. Er hat auch kein Verzeichnis feiner .Kunstgegenstände und kümmert sich nicht im geringsten um ihr Schicksal. Erst die Nase, dann das Lhr ... K. Paris. An der Bar eines Cafes am Boulevard Mont- parnasfe in Poris faßen an einem der letzten Abende zahlreiche Gäste und nahmen Getränke zu sich. Zu ihnen gesellte sich ein etwa 40jähriger Mann, der ein Gespräch anzuknüpfen suchte: „Man sollte nicht glauben, daß es schon Spätherbst ist", bemerkte er über das schöne Wetter, „die Nacht ist so mild, als wären wir in Tahiti." Im weiteren Verlauf des Gespräches wandte er sich einem neben ihm fitzenden, etwa 60jährigen Ingenieur zu, und plötzlich neigte er sich zu diesem hinüber und biß ihm mit furchtbarer Gewalt das ganze linke Ohr ab. In die- fern Augenblick stürzte sich ein anderer Mann auf bas Opfer zu und benutzte den entstandenen Aufruhr, um diesem seine Brieftasche zu entreißen. Als ein Zeuge des seltsamen Ueberfalls polizeiliche Hilfe herbeigeholt hatte, war der Unbekannte verschwur!- den, und die Polizei konnte nur noch die anderen Gäste befragen. Da erklärte eine junge Frau: „Ich kenne diesen Menschen von Angesicht, er ist bekannt als der „Kannibale des Montparnasse"; er hat schon einmal vor einigen Monaten einer Frau die Nase abgebissen und ihr dabei die Geldtasche geraubt." Der Ingenieur mußte ins Krankenhaus gebracht werden, und die Polizei hat umfaffenbe Nachforschungen eingeleitet, um des gefährlichen Räubers habhaft zu werden. In Polen brummt ein wilder Bär. AS. Vorschau. Eine abenteuerliche Bärenjagd wurde auf den Gütern des Grafen Dunin-Karwiecki bei Rowne in Ostpolen veranstaltet. Dort war eines Nachts ein Bär erschienen, hatte zwei Pferde geschlagen, den größten Teil an Ort und Stelle mit Behagen verspeist und den Rest für später „aufgehoben". Die Knechte wußten, daß der braune Nimmersatt in der nächsten Nacht zurückkehren würde, weshalb sie die Pferdeleichen liegen ließen, daneben aber eine große Grude aushoben, die sie mit Reisig bedeckten. Hierauf legten sie daneben einen Sack mit Atohrrüben nieder, banden ein blökendes Lämmchen fest und umgaben das ganze mit Stacheldraht. Die Knechte beovachteten aber zu ihrer Enttäuschung, daß der Bär seinen Weg nicht über die Fanggrube nahm, sondern rüstig wie ein junger Rekrut über den Drahtzaun kletterte und das Lamm mit einem wuchtigen Prankenhieb zerriß. Zum Nachtisch nahm er auch die Mohrrüben zu sich. Nun opferte die Gutsverwaltung neuerdings einen Hammel und Mohrrüben, worauf die Knechte der weiteren Dinge harrten. Vorsichtig schlich sich in der nächsten Nacht Meister Petz wieder an, riß einen Pfahl aus, legte den Drahtzaun um und machte sich, nachdem er sein Mahl beendet fattc, ebenso vorsichtig von dannen. In der dritten Nacht bewaffneten sich aber die Knechte mit Mistgabeln, fielen über den Räuber her und stießen iyn in die Grube. Er wurde jedoch „begnadigt" und an den Tiergarten in War- schau verkauft. DurchgefallenerStudeni wird wilderMann. B. Kopenhagen. In den Wäldern von Jütland wurde seit einiger Zeit ein seltsames Wesen beobachtet, das halb Mensch, halb Affe sein sollte. Die Schilderungen, die von ihm gemacht wurden, waren sehr aufgeregt, aber auch sehr ungenau und widersprechend. Einige behaupteten, dos geheimnisvolle Individuum fei ganz mit Haaren bedeckt und habe auf dem Kopf etwas wie einen großen Pilz; andere wollten fo- gar wissen, daß es zwei Köpfe habe, daß es sich zwischen den Bäumen bewege und mit einer Riesen- feule bewaffnet sei. Ein junger Jäger ist der Sache nun nachgegangen und hat verständlichere Nachrichten über den Waldbewohner bringen können. Es handelt sich weder um einen Menschenaffen, noch um ein Ungeheuer mit einem Auge und vier Armen, wie vor einigen Tagen erst wieder eine Bäuerin erzählte, die atemlos und außer sich vor Entsetzen nach der Begegnung mit dem Ungeheuer wieder in ihr Haus zurückgestürzt kam. Vielmehr stellte der Jäger fest, nachdem es ihm gelungen war, näher an dieses Wesen heranzukommen, daß es sich um einen Menschen handelt, und zwar ist es ein Student der Philosophie, der unlängst durchs Examen gefallen ist. Nach den Mitteilungen des Jägers scheint es, daß der Student nicht imstande gewesen ist, sein Mißgeschick philosophisch hinzunehmen, sondern daß er aus dem Hause geflohen ist, und, nachdem er einige Tage in der Umgebung seines Wohnortes umhergestreift war, Zuflucht in den Wäldern von Jütland gesucht hat, fest entschlossen, alle Beziehungen zum bürgerlichen Leben abzubrechen. Der frühere Student hat sich eine Art Hütte unter einer riesigen Eiche hergestellt, in der er immer hausen will. Sein Gesicht hat sich mit einem dichten langen Bart bedeckt, und er streift vollständig nackt im Walde umher, mit einem großen Pack Bücher unter dem Arm, einem mächtigen Regenschirm und einer kleinen Milchkanne voll Wasser. Aus den Bericht des Jägers haben die Behörden beschlossen, den Armen zu suchen und ihn in eine Anstalt unterzubringen, um die Einwohner der Gegend von einem Schreck- gespenst zu befreien. Kunst und Wissenschaft. Oer Historiker Geheimrat Erich Marcks t- Erst nachdem fein Leib schon der Erde übergeben war, wird der Tod von Erich Marcks gemeldet. Geheimrat Prof. Dr. Erich Marcks ist als Schilderet historischer Persönlichkeiten bekannt geworden und insbesondere durch seine Werke über Bismarck und Kaiser Wilhelm I. in die Reihe der großen deutschen Historiker eingetreten. Durch seine Veröffentlichungen über den Eisernen Kanzler hat er diese Persönlichkeit weiten Kreisen als unvergeßliche Gestalt vertraut gemacht, obwohl er die Biographie über ihn nicht mehr ganz vollenden konnte. Seine Forschungen galten ferner vor allem dem Zeitalter der Gegenreformation des Calvinismus und der Geschichte Frankreichs zur Zeit der Hugenottenkriege. Erich Marcks wurde am 17. November 1861 in Magdeburg als Sohn eines Baumeisters geboren, studierte von 1879 an in Straßburg, Bonn und Berlin neuere Geschichte und habilitierte sich 1887 in Berlin. 1892 wurde er als ordentlicher Professor nach Freiburg, 1894 nach Leipzig und 1901 nach Heidelberg berufen. Als Nachfolger Th. von H e i - g e l s folgte er 1913 einem Rufe nach München, und 1922 kam er an die Universität Berlin unter gleichzeitiger Ernennung zum Historiographen des Preußischen Staates. Seit 1928 infolge der Erreichung der Altersgrenze emeritiert, wirkte er weiter vor allem als Micherausgeber der „Deutschen Geschichtsquellen des 19. Jahrhunderts". Mit feinem letzten Werk „Der Aufstieg des Reiches" und vielen weniger umfangreichen Schriften führte er die Linie der preußischen Historiker mit dem Blick für die politischen Entwicklungen lebendig fort. W SUPER üwtef c&n - Zmytfi&ifywvb O F(jnf Röhren O Automatische Trennschärfe-Regelung O Schwundausgleich wie bei einem Großsuper O Glimm. Amplimeler O Sfumm-Abstimmung O Umschaltung auf Breitband-Nahempfang O Kein Rückkoppeln 0 Neuartige Klangregelung mit wahlweiser Anhebung der Tiefen oder der Höhen O Der Klang: lebendig wie das Leben KÖRTING y D Schenkt Gasgeräte Ihre Verlobung geben bekannt Gertraui Hepding Marktplatz 2 7286 A Marktplatz 2 Gießen, Wartweg 37 1. Advent 1938 7640D Ihre Vermählung geben bekannt Gießen/Hagenbach, 26. November 1938 Alle Freunde der Heimat sind eingeladen. Unkostenbeitrag: 20 Ps. 05263 Statt Karten! 05270 Ihre Vermählung geben bekannt im Studentenwerk. KdF. halbe Preise. 7593D 05282 Kreuzplatz 3 GIESSEN 99 A 7591D Mitglied der Elektro-Gemeinschaft Bahnhofstrafee 79 Gießen, Neuenweg 18. 7607V 7599V Keller Gießen, Bahnhofstr.41, Rn! 3941 KÖHLER ^ÄBEN,fö ÄJSELfERSWEG 47 SELTERSWEG 62 J. Wellhöf er. Televbon 2313. Atarb Str. 24. Mein Büro befindet sich ab 28. November in meinem Hause Eie kl Leuchten Gas-Herd mit Brat- u. Backofen Gas-Heißquell Gas-Badeofen Gas-Heizofen Gas-Waschmaschine Gas-Kühlschrank tä/umere Schuhbesohlung QMS finden Sie im Fachgeschäft Steinbadi Wolkengasse 21 Teilzahlungen Reparaturen 74.1&D Einspaltige Kleinanzeigen tneröen jum er» mäßigten Grund» Dreie von 5 Pf. für öle JftiOlmetcr» teile veröffentlich! Zimmer Rechtsanwalt. den schmucken den kleinen den schnellen den behaglichen die saubere den neuen Saalöffnung: 19.30 Uhr. 7603D £>r. med. Arnold Äernhammer Doppelherz- V er Kauf sstell.:Drog.H. Elges, Seltersw.66. 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November 1938 Gute Gießener Bilanz In der Ratsherrensitzung am vorgestrigen Donnerstag hat der Leiter unserer Stadtverwaltung, Oberbürgermeister Ritter, den Ratsherren und der Gießener Bevölkerung den GietzenerHaus- haltsplan für 193 8 oorgelegt. Er hat diese Gelegenheit benutzt, zugleich einen Ueberblick über den Rechnungsabschluß von 1936 und über die finanzwirtschaftliche Entwicklung von 1937 sowie einen Ausblick auf den voraussichtlichen Verlauf des jetzigen Rechnungsjahres zu geben Dabei stellte er vor allem auch die Entwicklung unserer städtischen Betriebe an Hand einiger bemerkenswerter Zcchlen- angaben ferner den Schuldenstand und das städtische Vermögen mit in den Vordergrund der Betrachtungen. Die interessanten zahlenmäßigen Angaben sind aus unserem gestrigen Bericht über den Verlaus der Ratsherrensitzung ersichtlich. Es ist eine ausgezeichnete Bilanz, die der Oberbürgermeister rückschauend auf 1936 und 1937 der Einwohnerschaft unserer Stadt vorlegen konnte, und es ist ein erfreuliches Stück weiterer Aufbauarbeit, für die er auch in diesem Rechnungsjahre wieder alle Kräfte unseres Gemeinwesens einsetzen will. Mit diesem Rückblick und Ausblick können sich alle zufrieden erklären, die ihren Blick auf die großen Linien und auf die weitgesteckten Ziele der Entwicklung unserer Stadt richten. Gewiß sind dafür Opfer zu bringen, wie ja überhaupt kein Erfolg und kein Fortschritt ohne entsprechenden Kraftaufwand und Einsatz zu erreichen sind. Aber diese Opfer des einzelnen für das große Gemeinschafts- Werk kommen jetzt doch aus einer ganz anderen Grundlage, als in den Jahren vor der nationalsozialistischen Staats- und Volksführung. Damals ging alles von Jahr zu Jahr weiter rückwärts, wuchsen in jedem Jahre nicht nur die wirtschaftlichen Schwierigkeiten des einzelnen, sondern auch die wirtschaftlichen Lasten und Fesseln der Gemeinschaft, auch der Städte, ständig in zunehmend schnellerem Tempo. Wir brauchen hier nur an die Zahlen der Arbeitslosen und als weiteres Beispiel an die wirtschaftliche Lage des Handwerks in unserer Stadt während jener Jahre zu erinnern. Damals fast auf der ganzen Linie keine Arbeit und kein Verdienst — heute überall, wohin man blickt, eine Fülle von Arbeitsaufgaben und von Schaffensmöglichkeiten, ein Mangel an Arbeitskräften auf allen Gebieten! Diese gewaltige Umwälzung spiegelt sich für die Wirtschaftsführung unserer Stadt noch außen hin erkennbar in dem Haushaltsplan und durch die Abschlüsse der Rechnungsjahre wider. Das räumliche Wachstum unserer Stadt, aber auch die vielfältige Vervollkommnung ihrer Einrichtungen sind die überzeugenden Merkmale des steten Aufschwunges unseres Gemeinwesens. Die Zahlen in dem Rückschau- und in dem Haushaltsbericht des Oberbürgermeisters sind aber auch Ausdruck der privatwirtschaftlichen Erstarkung im Bereiche unserer engeren Heimat, denn alle diese Ergebnisse und Wirkungsmöglichkeiten der städtischen Finanzwirtschaft haben ja ihr Fundament in der heute erheblich stärkeren Leistungskraft der Steuerzahler, als sie in den Jahren des deutschen Niederganges auch hier vorhanden war Man denke ferner an den ansehnlichen Rückgang der öffentlichen Fürsorgelasten, die jetzt um ein ganz Erhebliches geringer sind als vor einigen Jahren, vor allem vor 1933. Es ist eben auf der ganzen Linie ein starker Zug des produktiven Schaffens zu verzeichnen. Und besonders erfreulich ist es, daß diele Linie, bei der auch die städtischen Haushalte ohne Fehlbeträge abschließen, weiter für das neue Haushaltsjahr 1938 wirksam ist. so daß der Oberbürgermeister in seinem Finanzzwischenbericht vom 30. September 1938 die züversichtliche Hoffnung äußern konnte, daß auch das jetzige Rechnungsjahr ohne Fehlbetrag abschließen und die im außerordentlichen Haushaltsplan vorsorglich eingestellte Darlehensaufnahme wahrscheinlich entbehrlich werden wird, da die geplanten neuen Bauarbeiten hierzu wohl keinen Anlaß geben werden. Die Gießener Bevölkerung kann also auch in der jetzigen kommunalen Jnventuraufnahme ein Zeugnis dafür erblicken, daß die Leitung der Geschicke unserer Stadt in guter Hand ist und der Segen des Aufbauwerks unseres Führers Adolf Hitler auch in unserer Stadt immer aufs neue überzeugend zutage« tritt. B. Adventslichter. Mitten in der dunkelsten Zeit des Jahres, wenn der Tag nur wenige Stunden währt, und wenn die Wolken zuweilen selbst diese kurzen Stunden noch beschatten, dann zünden wir die Adventslichter an. Und ob die Lichter nun aus einer festlichen Krone von Tannengrün oder in aller Bescheidenheit von einem Fensterbrett leuchten: immer rufen sie jene Stimmung wach, die diesen vorweihnachtlichen Wochen eigen ist. Das deutsche Volksgemüt, das mit seiner Empfindungstiese allen Vorgängen im Kreislauf des Jahres seine besondere Deutung gibt, weiß auch diese Adventszeit mit einer köstlichen Poesie zu erfüllen, die alle Jahre wieder aufs neue ihren stillen Zauber offenbart. Es ist ein rührendes Geschehen, wenn zarte Kinderhände sorgsam das Lichtlein hüten, und es zeigt sich nicht weniger eindrucksvoll, wenn die Kleinen andächtig ihren Adventskalender betrachen. Der gute Hausgeist der Familie scheint in diesen Stunden umzugehen, der allen die heimliche Vorfreude spendet, mit der das Fest der Liebe erwartet wird. Denn nichts anderes macht diese Zeit ja so überaus reizvoll und verklärt sie mit einer seltenen Innigkeit, wie die hoffnungsfrohe Erwartung, die dem deutschen Weihnachtsfest gleich einer strahlenden Erscheinung voranleuchtet. Um die Gemütswerte, die die Adventszeit in jeder deutschen Familie keimen läßt, weiß jeder, der sich die Kindheitserinnerungen als kostbaren Schatz bewahrt. Glücklichstes Einvernehmen beseelt Eltern und Kinder, ein Einvernehmen, das durch die tausend Heimlichkeiten zwischen ihnen nur noch wirksamer wird. Dieses stille Glück erweist sich als eine Quelle immerwährender Erquickung, aus der auch nach Jahrzehnten noch geschöpft werden kann, wenn aus Kindern längst erwachsene Leute geworden sind, die wieder ihren Kindern die Köstlichkeiten freudevoller Stunden vermitteln. Wenn jetzt die Adoentskerzen am Abend ihren milden Schein in den Häusern leuchten lassen, dann sind sie für uns im doppelten Sinne Symbol Sie wollen auf das Fest der Liebe, diesen Höhepunkt deutscher Familienfestlichkeit, Hinweisen, aber sie ocr« Eine Brille mit Zweistärkengläsern empfehle ich jedem, dem beim Blick wechsel (Ferne/Nähe) das Auf- und Absetzen der Brille lästig: ist. Die fachgemäße Anpassung ist meine Spezialität! saA «der Optiker am Bahnhof. sinnbildlichen zugleich auch unsere Hoffnung auf Licht, die in diesen dunklen Wochen stärker denn je lebendig ist. Der Lick;tgedanke ist ja überhaupt der Wesensinhalt, der dem weihnachtlichen Geschehen zu- arunde liegt. Denn ob unsere Vorfahren zur Wintersonnenwende ihre Feuerräder von den ^Bergen rollten oder ob in unserer Zeit der Kerzenglanz von den Tannenbäumen strahlt: heute wie damals sprick)t daraus die mensck)liche Sehnsucht nad) der lieber« Windung aller dunklen Mächte durch das sieghafte Licht. H. W. Sch. Bornotizen. Tageskalender für Samstag. Stadttheater: 20 Uhr zur 5. Jahrestagung „Kraft durch Freude" Festaufführung „Rigoletto". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Chicago": Spätvorstellung 10.45 Uhr „Afrika, wie man es noch nie sah und hörte" und „Congorilla, die Hochzeit im Urwald". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Unsere kleine Frau" — Stoßtrupp' Li mb ach: 20 Uhr im Studentenheim. — Oberhessischer Kunstoerein: 16 M.s« ■ « ■'O. U KM yyr i R MW W In der Ratsherrensitzung am Donnerstag hat der Oberbürgermeister die Baufluchtlinie für die Alt- st a d t s a n i e r u n g III (Straßendurchbruch zwischen Bahnhofstraße und Seltersweg vom Horst-Wessel- Wall bis zur Kaplansgasse) festgesetzt. Unser Bild an Hand der maßgebenden Zeichnung zeigt deutlich die Führung der neuen Querstraße, an der neben gesunden Wohnungen vor allem auch Parkplätze geschaffen werden sollen. (Aufn.: Neuner, Gieß. Anz.) Weihnachten fängt viel früher an! Bon Felix Riemkasten. Weihnachten ist mcht erst am vierundzwanzigsten Dezember, sondern Weihnachten fängt schon viel früher an. Es fängt mit jenen Tagen an, in denen es draußen frühe dunkel wird, so früh schon, daß man an draußen kaum noch denkt, sondern „innerlich" gerichtet ist Draußen schneidet uns nur der Wind so grimmig in die Backen, daß jeder, der zu Hause nun eintritt, erst einmal die Hände reibt, freudig den Ofen lobt und dann mit einem warmen Gefühl — als wäre das etwas Neues — richtig inne wird, wie anheimelnd heimelig und heimisch eigenllich sein Heim sei. Wenn in solchem Heim dann noch die Frau sitzt, mollig in Wolle, die Füßchen schön warm eingekuschelt in weiche Schuhe, und so näht sie etwas oder häkelt, oder sie strickt... Es ist ganz egal, was sie tut, die Hauptlache ist, daß sie da ist, daß das Heim bewohnt und regiert ist, und so also kommt man von draußen aus der Kälte und Finsternis nach innen hinein m die Wärme und Freundlichkeit. Das Licht leuchtet, vier Wände stehen ringsum und sind schon, und menn deine Seele in solcher Lage nicht inniger wünscht, als Stiefel aus, warmen Trank und dergleichen, siehe, dann ist da alles beisammen und hat schon gewartet auf dich, und außerdem duftet es meist auch ein bißchen. Es duftet nach Aachener Printen, es düstet nach Nürnberger Lebkuchen, es duftet entschieden nach Bratapfel... Das also, ungefähr, ist Weihnachtsbeginn. Außerdem aber — und für uns ist das nun die Hauptsache — krabbelt in der Ecke des Zimmers ein Lebewesen umher, bunt angetan in immer freudenvollen Kleidchen, süß warm beschuht m höchst sanften Kamelhaarsöckchen, hell besternt mit zwei großen, unsagbar zutraulich aufleuchtenden, gleich zu dir herschauenden Augen, darunter dann ein dümmlich dummes Stupsnäschen und ein korallenrotes, frisches unvergrämtes Mündlein, und dieses Ding ist dein Kind und freut sich, quiekend vor Freude, daß du da bist. Kaum bist du heraus aus dem Mantel, aus dem die Kälte noch strömt, so erfährst du schon Neues und mußt es dir mitteilen lassen. Denn du weißt ja noch gar nichts. Laß es dir nun also sagen, laß es dir mitteilen. Mutti sitzt nur im Hintergrund, aber itfi Vordergrund redet das Kind. Gestern abend hat Mananne ihre kleinen Schühchen in die Fensterbank gestellt, und heute morgen war ein kleines Schweinchen aus Marzipan m dem Schuh. Der es hineingetan hat, war der Nikolaus. Der hat es über Nacht hineingetan. Dazu ist dieser Nikolaus da. Er legt über Nacht die guten, kleinen Sächelchen in Kinderschuhe, aber die Schuhe müssen am Abend vorher in die Fensterbank gestellt werden, und das Kind muß außerdem brav gewesen sein, mindestens einigermaßen und wenigstens immerhin und Halbwegs brav, sonst tut er es nicht. Ja, und das kleine Marzipanschweinchen hättest du eigentlich vorher noch sehen sollen, heute abend, aber... Ja, es ist in dem langen Laufe des langen Tages leider doch schon aufgegessen worden Aber vielleicht ist morgen wieder etwas im Schuh. Nein, das geht natürlich nicht. Alle Tage so? Nein. Aber alle zwei ober drei Tage, das geht. Mal ein kleiner Pfefferkuchen, und mal ein kleiner Weihnachtsmann, und jedesmal freut sich das Kind und glaubt daran. Ja, es kommt sogar vor, daß auch bei Mutti morgens früh im Hausschuh ein Stück Marzipan liegt, und darauf liegen dann zwei Tage später bei Dati zwei Stück prima Zigarren im Schuh, jedoch ... „Nein, wirklich", sagt Vati, „das ist ja ungeheuer lieb von dir, aber ..." „Ach was", wehrt sich Mutti .,Na ja", sagt sie schließlich, „es ist doch nur, damit man mal ." Also für die Großen, das ist albern, das hört auf, das ist Verschwendung, aber für das Kind bringt der Nikolaus immer noch fleißig diese und jene Freude in den Schuh. Heber Nacht. Die Kinder in der Nachbarschast reden untereinander viel darüber. Die Dreijährigen hören nur zu und verstehen davon fast nichts, die Vierjährigen glauben es wörtlich und heilig wahr, und die Fünfjährigen glauben es zwar, aber beinahe glauben sie es doch nicht mehr und bohren mit dem Verstand schon an Wunder umher, denn von den nun schon Sechsjährigen werden sie gar zu aufgebracht und zu verächtlich angeschnauzt, so aufgebracht und so verächtlich, wie Aufklärung stets vorgeht. Mit Feuer und Schwert, du Dummkopf, du bist ja dumm Bei uns aber, als das Kind vier Jahre all war, da gab es den Weihnachtsmann, ohne Zweifel gab es ihn, und siehe, es waren sogar greifbare Beweise für ihn vorhanden. Oder sind das keine Beweise, die ich hier, aufzähle? Ein Schwein aus Marzipan, he? Ein Herz aus Pfefferkuchen mit Bild darauf, was? Oder ein Lämmchen mit grüner Schleife, und an der Schleife ist ein Bim-bim-Glöckchen? Das kann man doch sehen! Und dann in diesen Wochen die Klavierstunden durch Mutti und die schönen alten Lieder! Mutti spielt vor, sie singt ganz leise dazu, und Mananne steht dabei und lernt mitfingen. Es brennt jetzt in dem Holzleuchter auch öfter ein Licht, eine rote, schöne Kerze. Es riecht jetzt sogar heilig und merkwürdig, und öfter kommen Pakete an, die niemand anfassen darf. Mananne lernt ein Weihnachtslied, von dem aber Vati nichts wissen darf, und Dkutti sitzt bis in die Nacht hinein und „macht Sack)en" und ist reinweg verzweifell, denn sie fürchtet, sie schafft es nicht mehr. Eigentlich düster ist in diesen Tagen nur Vati, denn er rechnet und rechnet und sieht nicht, wie die Rechnung jemals soll aufgehen können. Er ist oft so düster, daß das Kind ihn schon beinahe streitbar und schon voll Erstaunen ansieht, wenn es umherläuft in der Wohnung, rätselhaft vergnügt und hochgestimmt von innen her, so prachtvoll süß geborgen in den warmen Kamelhaarenen. Und dann soll morgen Weihnachten sein! Da sollte Vati lieber vergnügt sein, rät sie ihm und funkelt mit schlauen Blicken. Erst war es sogar vorgestern schon Weihnachten, aber das war ein Irrtum gewesen, leider. Dann war es bestimmt gestern Weihnachten gewesen, was sich leider dann auch wieder als Irrtum herausgestellt hatte. Auch heute ist es noch nicht ganz so weit, aber morgen — „Also sowie du dann wach wirst, mein Kind!" — Das aber stimmte wiederum nicht, denn beim Erwachen war alles wie alle Tage. Es wurde sogar ein ziemlich schwieriger Tag, und Mutti mußte mindestens zehnmal mahnen: „Du mußt nun nicht so viel fragen, Kind; da wird ja Mutti ganz hin davon!" „Ganz hin davon" ist schön: es ist Nicht richtig im Sinne der Sprachforschung, aber man weiß genau, was gemeint ist. Und bann — und nun mit einemmale, nun sogar plötzlich — nun maß das Kind hinaus in die Küche, ganz schnell. Und dann trampelt und rumpelt und brummelt und brammelt eine tiefe Stimme, eine schwere Männermasse umher in der Diele, es schnauft da etwas, es räuspert sich einer, und das ist der Weihnachtsmann. „Hörst du?" Sie hört es. „Jawohl", atmet sie und steht ganz still. Wir haben sogar einen Weihnachtsmann gehabt, von dem selbst wir Iroßen einen Augenblick zuvor nichts geahnt hatten. Onkel August von „über uns" hat sich gejückt gefühlt von seinen starken Humoren und hat einen Weihnachtsmann in sich durchaus nicht unterdrücken können. Sogar uns selbst wollte er zu Narren machen, er wollte sich strikt und schlichthin niemand zu erkennen geben. ,en Sie einmal Betreffend: ErgänznugswahlenberSubetenbeutsche« i zum Grotzbentschen Reichstag am 4. Dezember 1938. Bekanntmachung. Die Stimmliste der zu den Ergänzungswahlen zum Großdeutschen Reichstag aus den heimgekehrten Gebieten stammenden wahlberechtigten, in bett Gemeinden des Kreises Gießen ansässigen Personen ehemaliger tschechoslowakischer Staatsangehörigkett (einschließlich ihrer Ehefrauen und Abkömmlinge) liegt am Freitag, dem 25. November 1938, von 8—13 Uhr und 15—18 Uhr, Samstag, dem 26. November 1938, von 8—13 Uhr und 15—18 Uhr, Sonntag, dem 27. November 1938, von 9—12 Uhr auf Zimmer 17 des Regierungsgebäudes in Gießen, Landgraf-Philipp-Platz 3, zur Einsichtnahme offen. Während dieses Zeitraumes können Einwendungen gegen die Richtigkeit und Vollständigkeit der Stimmliste schriftlich oder mündlich zu Protokoll gegeben werden. Berechtigt zur Erhebung von Einwendungen sind alle zur Wahl zugelassenen Stimmberechtigten, die am Tage der Wahl das 20. Lebensjahr zurückgelegt haben. Wer die Eintragung eines Stimmberechtigten verlangt, muß für diesen die für die Zulassung zur Wahl erforderlichen Nachweise bis spätestens zum Ablauf der Einspruchsfrist — das ist der 27. November 1938, 12 Uhr — erbringen. Sind die Nachweise bis zu diesem Termin nicht vollständig erbracht, bleibt die Anmeldung unberücksichtigt. 7630V Gießen, den 25. November 1938. Der Kreisbirektor bes Kreises Gießen. I. V.: Weber. Ille Ito, MAtter usw. kaufen unter Gewähr des EinftampfenS Born & 6o. ROHPRODUKTEN-GROSSHANDLUNG Gießen, Schützenstr. 62, Fernruf 4243 5741D Nur die beste Drucksache wir beraten $/& neben der Zeitungsanzeige kenn Ihre Werbung wirksam unterstützen Geringwertige Drucksachen schaden mehr sie sie nützen. Deshalb sparen Sie bei Herausgabe der besten Drucksache > eie Wir entwerten Wir drucken gui Ist die billigste! «rüM'sehe Druckerei. Schulstraße 7, Anruf 2261 Heimatvereinigung Schiffenberg. Am gestrigen Freitagabend fand im Hotel Hopfeld eine gut besuchte Ausschußsitzung statt, in der das diesjährige Weihnachtsfest, das am 18. Dez. auf dem Schiffenberg stattfindet, besprochen wurde. Wie in den Borjahren, so wird dies auch in diesem Jahre wieder mit einem Festgottesdienst in der alten Kapelle eingeleitet werden. Die Mitglieder der Bereinigung werden sich anschließend im Heimatsaal zusammenfinden, um in echter deutscher Weise das Weihnachtsfest zu begehen. Im Mittelpunkt des Abends wird ein der Feftstimmung angepaßter Dortrag stehen. Weiterhin werden der Frauenchor Hausen, Kinder einer Schulklasse von Klein-Linden und Heimatdichter Georg H e ß (Leihgestern) zur Verschönerung der Veranstaltung bei- tragen Der Nikolaus wird auch in diesem Jahre wieder an die Kleinen unter dem Llchterbaum seine Gaben verteilen. Weiter wurde beschlossen, daß nach der Jahreswende in den Ortsgruppen eine regere Heimatpflege einsetzen, da im kommenden Jahre anläßlich des zehnjährigen Bestehens der Heimat- Vereinigung eine größere Heimatveranstaltung auf dem Schiffenberg stattfinden soll. Gießener wochenmarktpreije. * Gießen, 26. Nov. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, kg 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 9, Eier, deutsche, Klasse S 13, Klasse A 12X-, Klasse B 12, Klasse C 11%, Klasse D 10%, ausländische Kühlhauseier, Klasse A 11%, Wirsing, kg 8 bis 9 Pf., 50 kg 6 bis 7 Mark, Weißkraut, % kg 5 bis 7 Pf., 50 kg 4 bis 4,50 Mark, Rotkraut, % kg 8 bis 9 Pf., 50 kg 7 bis 8 Mark, gelbe Rüben, % kg 10 Pf., rote Rüben 9 bis 10, Spinat 15 bis 18, Unterkohlrabi 6 bis 10, Grünkohl 12 bis 15, Rosenkohl 15 bis 35, Feldsalat, */m 8 bis 10, Zwiebeln, XA kg 12 vis 15, Meerrettich 30 bis 60, Kürbis 8 bis 9, Kartoffeln, % kg 4 Pf., 5 kg 40 Pf., 50 kg 3 bis 3,45 Mark, Aepfel, % kg 28 bis 45 Pf., Birnen 25 bis 35, Nüsse 50 Pf., junge Hähne 1 bis 1,20 Mark, Suppenhühner 90 Pf. bis 1 Mark, Gänse 1 bis 1,20 Mark, Enten 1,20 bis 1,25 Mark, Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., Blumenkohl 10 bis 50, Salat 5 bis 10, Endivien 5 bis 10, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 35, Rettich 5 bis 20, Radieschen, das Bündel 10 Pf. * ** Seinen Verletzungen erlegen. Vor etwa 14 Tagen verunglückte der etwa 60 Jahre alte Karl Lang aus Wiefeck dadurch, daß er in der Nähe der Wellersburg beim Einbiegen von der Landstraße in Richtung Wiefeck von einem Auto angefahren wurde. Mit einer Gehirnerschütterung, Kopf- und Armverletzungen mußte er in die Gießener Klinik eingeliefert werden, wo er am gestrigen Freitagnachmittag an den Folgen des Unfalles verstorben ist. Amtsgericht Gießen. Der Transport von Vieh zur Nachtzeit ist verboten und unter Strafe gestellt. Der A. I. aus Grüningen mußte dies um so eher wissen, als er aus dem gleichen Grunde schon bestraft worden war. Trotzdem fuhr er am 15. September b. I. mit seinem Lastwagen Dieh nach dem hiesigen Vieh- markt. Er erhielt einen Strafbefehl in Höhe von 70 Mark, ersatzweise 14 Tage Gefängnis. Dagegen legte er aber Einspruch ein. In der gestrigen Hauptoerhandlung hatte der Angeklagte aber mit seinem Rechtsmittel keinen Erfolg. Er erhieU eine Geldstrafe von 100 Mark, die im Nichteinbringungsfalle mit 20 Tagen Haft zu verbüßen sind. Große Strafkammer Gießen. Gestern nahm vor der Großen Strafkammer die Verhandlung gegen die Eheleute 23. aus Friedberg ihren Fortgang, nachdem sie wegen Erkrankung eines Richters vor einigen Tagen ausgesetzt worden war.' Wie bereits gemeldet, haben sich die Angeklagten wegen Konkursverbrechens zu verantworten. um Platz zur vorgesehenen Verbreiterung der Straße zu schaffen, schritt man Nm zur Fällung der Bäume. Eine Straßenverbreiterung an dieser Stelle, Einmündung der Gießener Straße in die Londorfer Straße, mit ihrer scharfen Kurve würde für den Verkehr von großem Vorteil fein. Freilich müßte dann auch das Kreiskriegerdenkmal — Erinnerung an 1870/71 — feinen Platz etwas weiter zurück erhalten, etwa dicht an der Linde, die als einziger Baum hier stehen bleiben soll. — An der hiesigen Landwirtschaftsschule wurde in diesem Winter neben den beiden Klassen für männliche Jugend auch eine Klasse für Mädchen eröffnet. Die beiden Klassen der männlichen Jugend zählen 47 Besucher, während die neu errichtete Klasse für Mädchen 27 Besucherinnen aufweist. Zu der Mädchenklasse stellen Röthges und Quedborn mit je 3 Schülerinnen die höchste Besucherzahl, während 15 weitere Orte nur je 1 oder 2 Schülerinnen stellen. Leiter der Schule ist Landwirtschaftsrat Dr. Dienst, dem noch zwei männliche und eine weibliche hauptamtliche Lehrkräfte zur Seite stehen. Gfs. Inheiden, 25. Nov. Der Gemeinschaftsabend der NS. -Frauen schäft im November brachte einen Rückblick auf die politischen Ereignisse der letzten Monate. Die Abteilung Grenzland-Ausland erzählte einige Erlebnisse aus dem Sudetenland. Anläßlich des 9. November wurde eine kleine Trauerfeier veranstaltet. Mit einigen Liedern und Besprechungen wegen des Weihnachtsmarktes wurde der Abeckd geschlossen. An der Ortsgruppenversammlung in Trais-Horloff nahmen die Amtswalterinnen teil. Auch wurde der interessante Vortrag von Frau S ch l i e p h a k e aus Gießen über .„Heimgestaltung", der im Parteiheim in Trai^-Horloff stattfand, von den Frauen der Zelle Inheiden besucht. Kreis Bübingen. O Nidda, 25. Nov. Nachträglich konnten zahlreiche Schäden des orkanartigen Sturmes am vergangenen Montagabend, mit kurzem Hagelschlag begleitet, festgestellt werden. In einer hiesigen Gärtnerei wurden die aufliegenden Mitbeetfenster hochgerissen und auf benachbarte Gewächshäuser geworfen, so daß viele Scheiben mit ihren Fassungen zertrümmert wurden. Auf einer Anhöhe wurde die Schäferhütte trotz ihres stabilen und schweren Baues umgestürzt. Glücklicherweise befand sich der Schäfer zu dieser Zeit noch nicht darin. Dächer wurden stark beschädigt- Bäume umgeriffen, Baugerüste und Plakatsäulen niedergelegt. Auch waren zahlreiche Störungen des elektrischen'Stromnetzes eine Folge des Sturmes. Kreis Ivehlar. (D Krofdorf, 26. Nov. Das vom Führer gestiftete Treudienstehrenzeichen in Gold erhielt Wilhelm Schmidt von hier, Gießener Straße Nr. 295, durch den hiesigen Bürgermeister überreicht. In diesem Jahre steht der ehrenvoll Ausgezeichnete im 55. Jahre im Dienste der Zigarrenfabrik Ludwig Georgi in Gießen. Er ist jetzt 68 Jahre alt und noch bei guter Rüstigkeit. Die fünfeinhalb Jahrzehnte treuen Dienstes bei derselben Firma erfuhren lediglich eine Unterbrechung durch die aktive Militär- und spätere Kriegsdienstzeit des Arbeitsfubilars. Aus der engeren Heimat. Schlimmer Tod eines kleinen Kindes. * Brauerschwend (Kreis Alsfeld), 25. Nov. Das neun Monate alte Kind einer hiesigen Familie d e r ft a r b unter tragischen Umständen. Das Kindlein, das in einem hohen Kinderftuhl saß, war von der Mutter für einige Minuten allein- gelassen worden. In dieser Zeit glitt der Körper des Kindes durch die Leistendes Stuhles hindurch, so daß das Kleine mit dem Halse zwischen den Stuhlleisten hängen- blieb. Dadurch erlitt das Kindlein den Tod durch Ersticken, da auch ein im gleichen Zimmer weilendes vier Jahre altes Kind keine Hilfe holen konnte, weil das Zimmer von der Mutter zugeschlossen worden war. Von einem Auto umgefahren. > Ulrichstein, 25. Nov. Heute nachmittag wurde in der Nähe von Unter-Seibertenrod der 78 Jahre alte Landwirt Johann L i e h r aus Ober- Seibertenrod von einem Auto aus Gießen angefahren. Der bedauernswerte Mann mußte mit Kopf- und Beinverletzungen nach Gießen in die Klinik eingeliefert werden. Die Schuldfrage ist noch nicht geklärt. Betrüger am Werk. LPD. Wetzlar, 25. Nov. In Wetzlar und in der Umgegend treibt gegenwärtig ein Betrüger fein Unwesen, der sich als Beamter des Finanzamtes ausgibt und Steuern einzieht. Der Landrat warnt öffentlich vor diesem Gauner und fordert die Bevölkerung auf, beim Auftauchen des Schwindlers sofort die Polizei zu rufen, damit er dingfest gemacht werden kann. Omnibus von einem Personenzug angefabren. Lpd. Nidda, 25. Nov. Auf dein schienengleichen Bahnübergang auf der Strecke Nidda — Schotten an der Straßenkreuzung in der Nähe von Kohden stieß am frühen Morgen der von Bad Salzhausen kommende Omnibus mit dem im gleichen Augenblick vorbeifahrenden P e r fönen z u g zusammen. Der Omnibus, der stark besetzt war, wurde am vorderen Teil und am Führerhaus schwer beschädigt. Don den Fahrgästen wurde wie durch ein Wunder niemand verletzt. Die Stelle ist besonders unübersichtlich und ein Gefahrenpunkt erster Ordnung. Wohnhaus stürzt zusammen. Lpd. Büdingen, 25. Nov. Mit lautern Getöse stürzte in den frühen Morgenstunden das Wohnhaus der Witwe Marie Silberling in Gelnhaar, das schon seit langem baufällig war, ein. Die Feuerwehr fand unter den Trümmern die Leiche der 74jährigen Bewohnerin. Mehrfachen Aufforderungen, das baufällige Hous zu verlassen, kam die alte Frau aus Anhänglichkeit zu ihrem Besitztum nicht nach. Wildernde Hunde im Schafpferch. LPD. Marburg, 25. Nov. In der Nähe des Frauenberges brachen nachts wilderndeHunde in einen Schafpferch ein und richteten unter der Herde große Verwüstungen an. Viele Schafe fand man am nächsten Morgen völlig zerfleischt in der Umgebung des Schafpferches auf. Landkreis Gießen. 5 Steinbach, 26. Nov. Am morgigen Sonntag, 27. November, feiert der Landwirt Ludwig Hahn I. in guter Gesundheit seinen 74. G e - burtstag. Unseren herzlichen Glückwunsch! Gfs. Garbenteich, 25. Nov. Im November fand im Saale des Rathauses die Einführung der neuen Frauenschaftsleiterin, Frau Irma Stumpf, durch Ortsgruppenleiter Rink (Steinbach) statt. Ortsgruppenleiter Rink wies in seinen Einführungsworten auf die großen Aufgabengebiete der Frauenschaft, sowie des Frauenwerkes hin. Er stellte die Wichtigkeit der beiden Gliederungen besonders heraus und betonte, daß nur durch Einigkeit und Geschlossenheit die den beiden Gliederungen zufallenden Aufgaben restlos gelöst werden können. Frau Stumpf dankte für das entgegengebrachte Vertrauen und gelobte, sich dessen stets würdig zu erweisen. Gleichzeitig richtete sie einen Appell an die Frauen. + Grünberg, 25. Nov. Am hiesigen Denk- m a l p l a tz ist man mit dem Fällender alten Kastanienbäume beschäftigt. Das starke Zurückschneiden ihrer Kronen vor einigen Jahren, um den Anwohnern mehr Licht zu verschaffen, hatte mittlerweile durch Nachwuchs die Bäume wieder in alter Größe erstehen lassen. Da sie aber starke Alterserscheinungen oufwiesen, mußte bei Sturmwetter mit ihrem Einsturz gerechnet werden, wie dies auch jüngst durch Bruch eines großen Astes an einem Baume sich zeigte. Um diesen Gefahren an dem im starken Verkehr liegenden Platze zu begegnen und Albert Rahnefeld im Alter von 75 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: □5251 Gießen, den 26. November 1938. 76OOD 7585D Reichhaltige Auswahl Heinrich Trenker 7639D im Alter von 70 Jahren Im Namen der trauernden Hinterbliebenen? Elise Trenker, geb. Koch Gießen (Am Riegelpfad 2), Peoria (USA), den 25. November 1938 Die Beerdigung fand in aller Stille statt 05286 Kamelhaarfarbene und C. Röhr & Co Wieseck, den 26 November 1938 7629 A 7627D Handtaschen Werbe-Drucksachen liefert Brühl'sche Druckerei reichen neuzeitlichen Ausführungen sowie vornehm > Geschmackvoll Persönlich I Brühl’sche Druckerei Sobulstr. 7, Ruf 2261 Am Dienstag, dem 22 November, nachmittags 1/23 Uhr, entschlief sanft nach kurzem Leiden mein lieber guter Mann, unser herzensguter, treusorgender Vater, Schwiegervater und Großvater ..... jdenn Erleichterung liehen Eigenschaften der gediegenen Familien« Drucksache Für die uns beim Heimgang unserer lieben Mutter in so reichem Mabe erwiesene Anteilnahme sagen wir auf diesem Wege allen unseren herzlichsten Dank Familie Karl Keßler Friedrich Keßler. reiche Auswahl in vielen Preislagen. Leder-Röhriii, Gießen, Neusladl 43 Danksagung. Für die beim Hinscheiden unseres lieben Erwin erwiesene Teilnahme und die überaus vielen Kranz- und Blumenspenden unseren herzlichen Dank. Insbesondere danken wir den Ärzten und Schwestern in der Klinik und in Wieseck für die liebevolle Behandlung, auch für die trostreichen Worte des Herrn Dekan Sattler, Herrn Lehrer Stumpf und dem Jungvolk-Führer am Grabe und allen, die ihm das letzte Geleit gegeben haben. in tiefer Trauer: Familie lohannes Schneider. Wieseck, den 25. November 1938. Kolter in modernen Farben. Baumwollene u. wollene. die leichte Maßei"!^ von «rhsi -***üiesser. Friedri chstr.7 Lieferant aller Kassen Am Freitag, 25. November, entschlief sanft nach kurzem Leiden unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Willi Rahnefeld und Frau Erna, geb Wanderer Otto Rahnefeld und Frau Elli, geb.Thomas Eva und Irene Die Trauerfeier findet am Montag, dem 28. November, nachmittags 2 Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofs statt. Tafel Kaffee Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, sowie für die vielen Kranzspenden beim Helmgange meines lieben Mannes und guten Vaters Heinrich Müller II, Weißbindermeister sagen wir hiermit allen unseren innigsten Dank Insbesondere danken wir Herrn Pfarrer Reusch für die trostreichen Worte. Im Namen der Trauernden: Frau Elise Müller, Walter Müller und Frau. Lang-Göns, den 26. November 1938. Teegeschirren finden Sie im Fachgeschäft Löwer & Bedistein Gießen / Neustadt 2—4 Besichtigen Sie bitte morgen und nächsten Sonntag unsere große Innendekoration! in Preiswerte, gebrauchte Fahrzeuge 1000 ccm DKW. • Scbwebehlasse Cabriolet-Limousine 1000 ccm Mler-Trumol-junior- Limousine 1,5 Liter BaoomaO-RolId.-Lim. 7/35 PS Wanderer-Limousine 2.2 Liter Audi-Cabriolet 2,3 Liter Hanom.- Rolldach - Lim. 2,3 Liter Wanderer-Cabriolet 2,9 Liter Adler-Cabriolet 3 Liter Horch-Cabriolet Frankfurt a. Main Mainzer Landstrabe 196 Telefon 73254. 7621 V Wh MWnWU. Heren nach der Naturschuhverordnung vom 18. Marz 1936 (RGBl.I Seite 181) und den ergänzenden Bestimmungen, aus- führlich erläutert von Professor Dr. W. Weber, o. ö. Prof, der Rechte und Referent im Reichs- und Preußischen Ministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, und Prof. Dr. Walther Schoenichen, Leiter der Reichsstelle für Naturschutz. Gebunden RM. 3,60. Bestellungen durch alle Buchhandlungen. öikio öerE er Verlag. veriin-lMett. hl'Iaen ve1 rÖlMETH-ACloX 'PHEMYLPHeNAC 1OTabl.a60 ^O7Jbo99j MAGDEBURG H.O. ALBERT WEBER1 Gebr.SeelM 6941 A 7263 A 7631 A Für kalte Tage! 2.80 Karl Hahn Einrichtungshaus u. Möbelfabrik, Gießen, Löberstr.17 Drogerie, Kreuzplatz 10 7586A M R u * H.Drotkmann Zentralheizungen, Warmwasserbereitungen Badeeinric'itungen, Be- u. 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Trachtengruppen bereiten mit Tanz und Gesang den Besuchern der KdF.-Beranstaltungen viel Freude. schworen haben, nicht als ein halbes Jahrzehnt, sonder als ein l a n Leibesübung in Licht, Luft und schöner Landschaft. Ein Aufgabengebiet der NSG. „Kraft durch Freude". DonGauamtS!eiterHeinnchvon^etowski,GauwartderRS-Gemeinschaff„KrastdurchFreude" schäft der Freude, die man zutiefst als wahre Schule der Gemeinschaft ansprechen kann. In fleißiger Kleinarbeit und großzügiger Planung im einzelnen haben die Aemter Großartiges geleistet. Daß mir unseren kulturellen Bogen- noch nicht so hoch und weit gespannt haben, wie es uns vorschwebt, liegt darin begründet, daß erst einmal die organisatorischtechnischen Voraussetzungen dazu geschaffen werden mußten. Daß aber heute schon eine gewaltige kulturelle Plattform geschaffen ist, kann niemand bestreiten. Daß wir auf dem Wege zur totalen Freizeitorganisation gleichfalls noch einige Schritte zu gehen haben, sich eine körperliche und geistige Synthese ergab, — die Harmonie von Olympia und Bayreuth. Wirken die.Aemter „Reisen, Wandern und Urlaub" und „Sport" für die körperliche Ertüchtigung und Erholung, — steht als Bindeglied in der Mitte das Ethos von „Schönheit der Arbeit" so dienen unsere Aemter „Kulturgemeinde",..Feierabend" und „Deutsches Volksbildungswerk" der inneren Verkiesung und seelischen Aufrichtung. Aus dem Zusammenklang aller unserer Aemter entsteht die vielseitige Wechselwirkung einer organisierten Freizeit, bildet sich jene Kamerad- NSG. „... Das Werk von Kraft durch Freude ist also keine gesellschaftliche Wohltätigkeit, nicht einmal eine staatliche Fürsorge, sondern es ist eine stolze, überaus kühn gedachte und dabei rechnerisch vollkommen angelegte, grandiose Selbsthilfe ..." (Der Schweizer Dichter Jakob Schaffner.) Man vergißt so leicht etwas. Die Zeit vor der Machtübernahme, — liegt sie denn schon so lange zurück, daß man sie mit ihrer ganzen Hoffnungslosigkeit, Hunger, Arbeitslosigkeit. Klassenkampf und der. grauenvollen Selbstzerfleischung' eines großen Volkes so schnell vergessen, hat. daß man heute als selbstverständlich empfindet, was fünf Jahre vorher als europäisches Wunder gefeiert worden wäre? Diese fünf Jahre Arbeit im Dienste der Volksgemeinschaft leben in uns, die wir uns dieser Arbeit als Propagandisten der Deutschen Arbeitsfront ver- Stunden der vollkommenen Ausspannung kann man auf einer KdF.-Seereise genießen. der er selbst legte den Grundstein zur Volks- w a g e n f a b r i k in Fallersleben, wobei er dem kommenden Volkswagen den ehrenden und für uns verpflichtenden Namen „Kraft durch Freude" gab. Dr. Robert Ley, der „größte Idealist aller Zei- abendländische Kultur gerettet werden wird. Das ist ja keine Liebhaberei, was wir da alle miteinander treiben, kein Dilettantismus, nein, es ist die seelische Befreiung unserer Völker. So, wie wir es tun, so schafft man Kultur, schafft man neue Volks-Persönlichkeiten, und so errichtet man einen sozialen Bau für Jahrhunderte. Wir gestalten eines der größten geschichtlichen Werke ten", wie ihn der Führer nannte. Doktor Freizeit dann nach seiner eigenen Veranlagung schöpferisch zu gestalten. Hier liegt unsere große politische Aufgabe, die wir bereits tatkräftig angefaßt hoben. Welche Aussichten ober für die gesamte Menschheitsentwicklung im aktiven Freizeitgedanken überhaupt liegen, sagt bereits am besten der bereits oben zitierte S^weizer Dichter Jakob Schaffner, wenn er seherisch vorausschauend über die Entwicklung von „Kraft durch Freude" ausführt: „ ... Ich bin glücklich, dieser Zeit anzugehören, denn es ist eine Zeit, in welcher die gesamte er ats ein langer Arbeitstag. So sind nsere Zeit und unsere Gedanken von der Erfüllung der uns gestellten Aufgabe in Anspruch gcnom- Scit dein 1 August sind in der Wetzte rau auch für die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" Gießen und Friedberg zu einer Einheit zu- sammengeschlossen Bemerkenswert ist hier die Zunahme des sportlichen Interesses-, wurden 1937 erst 60 091 Teilnehmer am KdF.-Sport gezählt, so waren cs 1938 (seit 27. 11. 37) 89 436 Erwähnenswert ist, daß in Bad-Nauheim auch die ausländischen K u r g ä st e am K d F. - Sport t e i l n ä h iß e n. Alle Sportarten wurden gepflegt, wie fröhliche Gymnastik unö Spiele, allgemeine Körperschule, Schwimmen. Leichtathlelik, Tennis, Reiten, Fechten, Boxen, Rollschuhlausen usw. Große Erfolge waren der Friedberger Herbstmarkt, der zum ersten Male allein von KdF. dnrch- geführt wurde, und die Rosenschau in Steinfurth. Fünf Feierabeirdringe in Friedberg, Butzbach. Bad- Nauheim, Gießen und Grünberg haben ihre Mitgliederzahl verdreifacht. Viel trugen hierzu Patenschaften bei, die Betriebe übernahmen und an ihre Gefolgschaft verteilten. An Eiiizelveranstaltungen nahmen 61 400 Besucher teil Zum Friedberger Herbstmarkt wurde auch eine besondere KdF.-Wa- - gen-Ausstellung eingerichtet. Im Kreis Alsfeld-Lauterbach wurden zahlreiche Feierabendveranstoltungeii erfolgreich durchgeführt. Guter Wille führte zu vielen Vcr- .,Vereinsmeier" sein Seelenheil in seinem Verein sieht und sich darin vor jeder weiteren persönlichkeitsfördernden Tätigkeit in der Oeffentlichkcit abschließt. Solche Menschen gibt cs leider immer noch! Die Zeiten, wo Straße und Wirtshaus alleinige Pusdrucksformcn der Freizeit waren, müssen für immer begraben fein. Unser Freund, Professor Dr. Schuster (Heidelberg), hot verschiedene Theorien gerade zur Freizeitgestaltung aufgestellt, zu deren Gedankengängen wir uns gerne bekennen. So betont er u. a. die Dreigliederung von Arbeitszeit, Freizeit und Ruhezeit. Gehen wir davon aus, daß die Spezialisierung im Beruf, die Technisierung des Arbeitsprozesses und die Mechanisierung vieler Tätigkeiten nicht aufgehalten werden kann, so ergibt sich daraus, daß den davon Betroffenen ein Ausgleich an Seelcninbalt geboten werden muß, was nur in der Freizeit möglich ist. Das bedeutet, daß die Kräfte, die dem Menschen in seiner Freizeit gegeben werden und die er aufnimmt, so stark sein müssen, daß sie in der Ar beitszeit noch konstruktiv wirksam sein müssen. Das bedinat aber auch, daß dem arbeitenden Menschen men. Wir sind stolz darauf, daß der Führer selbst die Anregung zur Schaffung unserer Organisation gab. So begleitete der Führer auch weiter den Weg der jungen nationalsozialistischen Gemeinschaft. Sein Gedanke war die Errichtung des „R ü g e n - S e e - bades der 20 0 0 0", er ließ die stolzen Flaggschiffe der KdF.-Flotte — „W i l h e l m G u st l o f f" und „D r. R o b e r t L e y" — vom Stapel und wie- ist uns auch nicht unbekannt. Man prägte einmal vor dem Kriege das Wort, daß „der ^Deutsche lieber für seinen Verein sterben würde, als für sein Vaterland". Die Gültigkeit dieses Satzes dürfte heute vorbei sein, da die meisten Zeitgenossen wohl eingesehen haben, daß ihre persönliche Betätigung einmal in der kleinsten Zelle, — der Familie, — liegt und dann noch im Rahmen der großen Volksgemeinschaft. Bemerken möchten wir hierbei, daß mir nicht etwa die wertvollen Leistungen unserer Sport-, Gesang- und ähnlichen Vereine anzweiseln wollen, die in Der Vergangenheit und Gegenwart bedeutende volkspolitische und erzieherische Wirkungen ausgelöst haben, sondern wir meinen den Menschen, der als geborener y„.-....... ... ! außerordentlich vielgestal- genialer Weise die Auf- ' tige Gelegenheiten gege- gabengebiete so auf, daß 1 ben werden müssen, seine Kameradschaft der Freude ist die Schule der Gemeinschaft 8!« MM MM« Roman von Kurt Riemann Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa 41. Fortsetzung (Nachdruck verboten!/ „Natürlich! Das weiß ich doch! Was soll Denn Besonderes daran sein? Oder wirst du etwa steckbrieflich verfolgt?" schließt er mit einem schwachen Versuch, die Sache ins Spaßige abzubiegen. Doch Karola geht gar nicht darauf ein. „Meine Mutter ist eine geborene Battenfeldt und erbte die .Vereinigten Chemischen Werke' in Rad^ vormwald. Mein Vater, dessen Name ich auch trage, starb drei Jahre nach meiner Geburt m Daoos. Er war Musiker, komponierte — meine Neigung zur Musik stammt von ihm. Zwei Jahre nach seinem Tode verheiratete sich Mutter mit Professor Paarmann, den du noch kennengelernt hast." Karajan steht gänzlich regungslos. Nur Die Brauen ziehen sich in seinem Gesicht zusammen. „Als du Deine erste Erfindung machtest, in un- serm Werk, war ich mit MeßDorff verlobt. Du kanntest mich nicht, ich kannte dich nicht. Du warst mir ein gleichgültiger Name. Hätte ich dich nur ein einziges Mal gesehen, nie hätte ich meine Einwilligung gegeben, Dir Deine Arbeit abzujagen. Daß'ich damals in Der Welt herumrelste, MeßDorff so blind vertraute, das ist meine Schuld. Ich habe sie gebüßt, Herbert, Das darfst Du mir glauben. Zu jener Zeit betrog mich MeßDorff bereits mit jener Irene, Die Dir Dein Geheimnis entlockte unD Meßdorff überhaupt erst auf Den GeDanken brachte. Dir Deine Arbeit als ,Werkserfindung' zu entwenden. Bis dieser Prozeß zu Ende war hatte er mich nötig, nachher — konnte ich laufen. Alles habe ich überwunden Alles glaubte ich erledigt und tot. Ich habe gearbeitet, geschuftet, wollte durch Arbeit gutmachen, was ich bisher versäumt hatte . Da kamst du. Ein Zufall, oder nein — das konnte kein Zufall sein — das war eine Fügung des Himmels. Du warst jedenfalls da, und von diesem Augenblicke an beginnt mein Leben Glanz und Farbe zu bekommen. Ach, Herbert, Du weißt ja nicht, wie alles, alles daneben blaß, unwichtig, überflüssig wird: Arbeit, Studium, Menschen und Dinge! Wie nur die Sorge bleibt um Den einen, um dich, Herbert —" Sie schlingt in wilder Verzweiflung Die Arme um seinen Hals, sucht Schutz bei ihm und Hilfe in Der Verwirrung ihres Herzens. Aber er löst ihr Die Arme langsam unD bestimmt, tritt einen Schritt zurück unD sein Gesicht blickt noch immer streng und angespannt. „UnD warum hast Du Das alles verschwiegen? Warum reDeft Du erst jetzt, Karola?" „Weil ich dich liebe. Weil ich dich nicht verlieren wollte." „Mit einer Lüge wolltest du deine Liebe verteidigen?" „Ja, begreifst Du Denn Das nicht, Herbert? Verstehst Du Das nicht? Du wärest Doch einfach davongelaufen, wenn ich dir damals in Niederau erzählt hätte, wer ich war. Wie hättest du zu dem Mädchen Vertrauen fassen können, das einmal, wenn auch unwissend, dein ganzes Leben umgestürzt hat! UnD davor hatte ich Angst — ach, so sinnlose Angst — ja, ich gebe es zu, vielleicht wäre es besser gewesen, damals zu reden — doch ich konnte es nicht! Herbert — kannst du Das nicht verstehen?" „Nein. Ich roerDe es nie verstehen können, wie eine Lüge Nutzen stiften soll. Ich werde nie begreifen, wie du mich fast ein halbes Jahr zum Narren halten konntest!" Das klingt hart und unerbittlich. Karola steht vor ihm, sieht ihm mit Augen, die vor Angst übernatürlich weit geöffnet sind, in sein Gesicht, sucht, sucht — ob sie nicht irgendwo eine Hoffnung in seinem Antlitz entdeckt — aber das bleibt verschlossen und geistesabwesend. „Herbert — soll das heißen — daß zwischen uns —" Sie wagt es nicht, Den Satz zu beenden. Er tritt ans Fenster und blickt in Die Nacht hinaus. Ganz still ist es im Zimmer. „UnD du hast mir nichts weiter zu sagen?" fragt Karola nach einer Pause, Die fast enDlos scheint. Aber vom Fenster her kommt keine Antwort. Da gibt sie es auf. Mühsam werden Die paar Schritte zur Tür. Die Klinke ist eiskalt, aber ihre Hand ist kälter. Noch einmal bleibt sie in der Tür stehen, sieht zu ihm hin, umfaßt noch einmal mit verschwim- menDem Blick Die hohe Gestalt Karajans — wartet — wartet auf eine Bewegung, auf eine Hand, Die sich zu ihr hebt, auf ein kleines Wort, Das ihr gilt — Aber Die Gestalt am Fenster bleibt still unD regungslos. Da geht sie langsam hinaus. Die Tür legt sich leise ins Schloß. Am Fenster steht Karajan, groß und dunkel gegen Die Lichter Des Fabrikhofes. Allein.— Am anDern Morgen finDet Wernicke Den Brief Karajans, von Dem er nicht weiß, was er davon halten soll. „Auf einige Wochen ins Gebirge? — Keine Anschrift, keine Erklärung? — Da soll Der Deubel Draus schlau roerDen! Man bloß gut, daß wir ihn jetzt im Augenblick nicht brauchen!" brummt er und geht zu Hausmann in Die kaufmännische Abteilung hinüber, um Die seltsame Sache mit ihm zu besprechen. Als Karola am anDern Tag anruft, teilt ihr Die Zentrale mit, Daß Dr. Karajan nicht im Hause ist. Sie läßt sich Wernicke geben unD fragt ihn, wo Karajan sei. „Keine Ahnung, Fräulein Westner", poltert er zurück. „Er hat mir hier so em Geschreibsel hingelegt, aus Dem fein vernünftiger Mensch schlau wird. Nicht- mal Hausmann kann sich einen Vers Draus machen." „Ist Herr Hausmann im Werk? UnD Doktor Grote?" „Natürlich. Die arbeiten beiDe mit Hochdruck. Unser Weizen beginnt zu reifen." „Bitten Sie Die beiden Herren zu sich und warten Sie allein in Ihrem Zimmer auf mich, Herr Wernicke." „Ja, was ist Denn los — ?" Aber Da hat Karola schon abgehängt. „Blödsinnig! Mit einemmal ist alles ringsumher verrückt geworden!" brummt er unwirsch. Aber er ruft doch Georg Hausmann und Dr. Grote zu sich, und im selben Augenblick ist auch Karola heran. Sie hat „Till", Den kleinen Sportwagen genommen und ist gefahren, was das Zeug hält. „Große Beratung Der Gesellschafter! Tusch — Der unbekannte Aktionär ist da!" begrüßt Schorschi Die Eintretende, muß aber erleben, daß er diesmal keinerlei Erfolg erntet. „Ich muß mit Ihnen 'reden, meine Herren", beginnt Karola und setzt sich an Den langen Tisch, über dem Die Zeichnungen hängen. „Es ist gestern abend hier etwas geschehen. Ich habe Karajan die Wahrheit gesagt." Alle sehen sich überrascht an. Man hat manches vermutet, aber nicht das. „Donnerwetter! Und er?" platzt Hausmann heraus. „Ist stumm geblieben — und wie ich von Ihnen erfahren habe, heute nacht noch mit unbekanntem Ziel verreist. Das aber sind seine privaten Sachen. Herr Karajan hat wahrscheinlich Erholung sehr nötig. Ich habe Sie auch zu mir 'gebeten, um Sie von dem Vorgefallenen in Kenntnis zu setzen und Herrn Wernicke zu bitten, in Karajans Abwesenheit hier die Leitung zu übernehmen " Eine Weile ist es ganz still, die Männer blicket betreten vor sich hin. Wernicke räuspert sich endlich unD meint, Karajan sei immer ein Hitzkopf gewesen, man müsse ihm manches zugute hatten, in einigen Tagen würde er schon zur Verminst kommen. „Sonst werden mir ihm Die Flötentöne beibringen!" faucht Schorsch. „Erfindergenie in allen Ehren — aber hier weglaufen wie 'ne Primadonna, der man ihre Rolle abgenommen hat, das geht denn nach meinem Gefühl doch ein wenig über die Hutschnur. Was hat er Ihnen Denn geantwortet, Fräulein Westner?" „Nichts, Herr Hausmann." „Toll. Und als er erfuhr, daß Sie ihr ganzes Vermögen vertrauensselig in seine Erfindung gesteckt haben?" „Ich hielt es nicht für wichtig, ihm das gestern abend zu sagen!" „O dieses Rindvieh!" tobt Hausmann. „Anstatt dem Mädel beide Flossen um die zarte Hüfte zu legen und ihr zu danken — Da läuft Der Kerl davon! Also ihr könnt mich frikassieren — ich habe Karajan gern wie meinen Bruder und schlage jedem den' Schädel ein, der ihn schief rfugueft — aber da kann ich nicht mit! Was sagst du Denn, Wernicke? Warum stehst Du Da wie 'ne eingeschossene Heuschrecke? Schimpf doch' wenigstens, wenn Du nicht Da ’n Knochen haft, wo bei unser- einem das Herz sitzt!" (Fortsetzung folgt.) der Kreis Büdingen- S.14pori Sandball im Kreis M Großkämpse in der Vezirksstaffel Gießen Wirischast aus- noch 133. Von den führenden Werten nannte Titel, bei der Die Abschwächun- Rundfunkprogramm zum des man 147, gen vorübergehend zum Stillstand, später setzten aber erneut kleine Abgaben ein, so daß meist weitere Rückgänge von etwa 0,25 bis 0,75 überwogen. U. a. stellten sich Bemberg mif 134,50 nach 135,13, Demag weiter matt mit 145,50 nach 147, Aschaffenburger Zellstoff 116 nach 116,50, Rheinstahl 132,75 Tv. Lich — Tv. Londorf SA. Niederscheld — Tv. Katzenfurt II Ewersbach — SA. Ballersbach. Zu einem rassigen Zweikampf sollte es auf dem Platz des Mtv. kommen. Beide Mannschaften haben sich bisher sehr gut gehalten und sind ohne Derlust- punkte. — Die SA.-Männer werden auch diesmal wieder einen schweren Stand haben, weil sich der größtenteils voll behaupten. Im weiteren Verlaufe kamen die gewinn haben. Saasen erwartet Geilshausen und muß den Gegner, der bis jetzt keine Dcrlustpunkte hat, sehr ernst nehmen. Wir glauben aber, daß die Gäste roeit stärker sind und trauen diesen einen knappen Sieg zu. Ettingshausen sollte stark genug sein, selbst in Queckborn zu einem doppelten Punktgewinn zu kommen. Im Gesellschaftsspiel fährt Grünberg zum benachbarten Göbelnrod. Man rechnet mit einem sicheren' Siege der Gäste. Großen-Linden mußte nun auch erkennen, daß cs Mannschaften gibt, die besser sind. Die Reserve fährt nach Treis und wird sich strecken müssen, wenn sich Erfolge einstellen sollen. VfV.-R. III — Londorf I. Die Dritte empfängt den Tabellenführer Londorf und wird mit besonders guten Leistungen aufwarten müssen, wenn es zu einem Siege reichen soll. Krofdorf — Staufenberg. Morgen empfängt die I. Mannschaft des Tv.s Krofdorf die gleiche des Tv.s Staufenberg zum fälligen Pflichtspiel. Will Krofdorf seine Aussichten auf die Gruppenmeisterschaft nicht verlieren, so ist ein Sieg unbedingt erforderlich, der aber nur bei restlosem Einsatz der ganzen Mannschaft gelingen kann. Sp ele um die Bannmeisterschost. 1900 mit vier HI.'Mannschaften im Kampf. Die I. Jugend der Blau-Weißen wird am Sonntag erstmals mit kompletter Mannschaft das Verbandsspiel in Heuchelheim bestreiten. Der Lokalgegner konnte in Heuchelheim einen Sieg erringen. Werden es auch die Jungens vom Trieb schaffen? Daß die Blau-Weißen den besseren Kampfgeist haben, haben sie schon oft bewiesen. Die Id-Jugend den Spvg. 1900 hat einen schweren Kamps in Großen-Linden zu bestehen. Oftmals hat Heuer Weltrekord im Motorboot. Auf dem Lago Maggiore stellte am Donnerstag der Italiener Eattaneo einen neuen Motorboot- Weltrekord auf. Mit einem Reisemotorboot der Klasse bis 800 Kilogramm erreichte er auf einer gekennzeichneten Rennstrecke einen Durchschnitt von 150 km/st und verbesserte damit den alten Rekord des Franzosen Dasseur, der auf 133 km/st stand, erheblich. Kreiswaldlauf in Heuchelheim als Wlnlerhilfsveransialtung. Sonntag. 27. November. 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.10: Römisch-katholische Morgenfeier. 8.45: „Wahrheit suchen — Wahrheit finden". 9: Altmeister der Tonkunst. 9.45: BDM.- Werk „Glaube und Schönheit": Pflege deutscher Hausmusik. 10.15: Geselliges Musizieren. 11: aus der Stadthalle in Goslar: Schlußkundgebung des Reichs- bauorntages mit der Rede des Reichsbauernführers R. Walther Darre. 12: Musik am Mittag. 13: Aus der Feierstunde zum 5. Jahrestag von KdF. in Worms. 13.15: Musik am Mittag. 14: Für unsere Kinder: „Mitternachtsspuk im Museum". Ein Ka- sperlspiel. 14.30: Uns gehört der Sonntag! Ein Reigen sorgloser Melodien. 15.15: Volkstum und Heimat. Von guten badischen Sachen. Hörfolge. 16: Bunter Nachmittag zum 5. Jahrestag der KdF.-Or- ganisation zugunsten des WHW. 18: „Drüben im Hessenland ..Sendung unserer Jugend aus der hessischen Landschaft. 18.45: „Der Schelm Rossini". Eine fröhliche Plauderei. 19.30: Sportspiegel des Sonntags. 20: Nachrichten. 20.10: Großes Konzert. 22: Nachrichten. 22.15: Sportbericht. 22.30: Unterhaltung und Tanz. 24 bis 2: Nachtkonzert. Montag, 28. November. teilen folgende Mannschaft: Benner, Leucheuser I., Leuthepser II., Kramer, Lukaschewski, Krämer, Ber- lenbach, Fischer, Bach, Godglück, Szponick. Wenn sich die Manschaft der Schwere dieses Spieles bewußt ist und sich ganz auf Kampf einstellt, kann man immerhin mit einem knappen Siege rechnen. Im Spiel der II. Mannschaften ist eine Vorhersage über den Ausgang nicht möglich, da die Grün- Weißen oft enttäuscht haben. 1900 II. — Sinn II. Die Reserve tritt erstmals mit Rost, seither Duisburg 99 und Griesel, früher Niederzwehren, an. Teutonia II — Wehlar II. Genau wie die 1. Mannschaft, führt auch die 2. die Die Frage nach dem Herbstmeister, dem dem lediglich inoffizieller Charakter zukommt und demjenigen zufällt, der nach Abwicklung der Vorrundenspiele die Tabelle anführt, ist bereits zugunsten der „Teutonen" entschieden. Im morgigen letzten Spiel gegen den Sportverein Wetzlar Han- delt es sich nur noch darum, ob die Steinberger von dem Titel ungeschlagen Besitz ergreifen können. 1900 darf bei dem Spiel gegen Sinn nicht etwa annehmen, daß der Erfolg schon gesichert ist, weil die Gäste am Schluß der Tabelle stehen. Gerade diese Mannschaften sind am ersten zu einer lieber- Die sonntäglichen Spiele die die Vorrunde beschließen, bringen noch einmal interessante Begegnungen. An der Spitze steht der Kampf der beiden Tabellenersten in Steinberg, wo sich die Teutonen mit dem Sportverein 05 Wetzlar einandersetzen. Steinberg — Sportverein Wetzlar 1900 — Sinn Naunheim — VfB-Reichsbahn Ehringshausen — Bissenverg. Tabelle an. Die Elf wird morgen Gelegenheit kommen, ihre Form unter Beweis zu stellen. Sie Kreisklaffen im Kampf um die Punkte. 1. Kreisklasse: Heuchelheim — Rodheim Lich — Lollar II Garbenteich — SA.-Kampfgemeinschaft Steinbach — Hungen Großen-Linden — Muschenheim. 2. Kreisklasse: Saasen — Geilshausen Queckborn — Ettingshausen Göbelnrod — Grünberg (Ges.-Sp.) Treis — Großen-Linden II Die am morgigen Sonntag in Heuchelheim Austrag kommenden Waldlaufmeisterschaften Kreises Gießen haben eine über den rein sportlichen Rahmen hinausgehende Bedeutung: das Kreisfachamt Leichtathletik stellt sich damit in den Dienst des Winterhilfswerks des deutschen Volkes, hoffentlich gibt dies Anlaß zu einem guten Besuch der Veranstaltung, zumal spannende Kämpfe bevorstehen. Das fiauptinteresse konzentriert sich auf die Hauptklasse über 6 Kilometer. Den Meistertitel wird F. Reidel vom Tv. Heuchelheim erfolgreich verteidigen, wenn er auch voraussichtlich beim Laus selbst dem außer Wettbewerb mitwirkenden bekannten Münchener Langstreckler und heeresmeister Eder den Vortritt Waldsportplatz gegenüberstehen. Gießens Gegner wird alles versuchen, in diesem Spiele gut abzuschneiden. Daß mit ihnen zu rechnen ist, beweisen ihre Resultate nach der Sperre. Die Grunweißen werden in der zur Zeit besten Besetzung antreten. Die 2. Jugend hat es schwer, aber nicht unmöglich, gegen Lich zum Siege zu kommen. Die Gieße- ner, die komplett antreten, sollen in der Lage sein, ein'schönes Spiel zu liefern. Klein-Linden 1. Jugend — Großen-Buseck 1. Jugend. Klein-Lindens junge Handballmannschaft trägt am Sonntag auf eigenem Platze das dritte Pflichtspiel in der Vorrunde gegen Großen-Buseck aus. Es ist dies Spiel das erste Pflichtspiel der Jugendmannschaft auf eigenem Platze. Da die Mannschaft erst in diesem Sommer aufgestellt worden ist, so sind die Anhänger des Handballsports besonders an dem Spiel interessiert. Klein-Linden tritt mit drei Mann Ersatz an, die zum Teil noch in sehr jugendlichem Alter stehen. Trotzdem wird mit einem Sieg über die Gäste gerechnet. raschung fähig Die Begegnung Naunheim — VfB.-Reichsbahn ist durch das erfolgreiche Abschneiden der Leute vom Waldsportplatz in Wetzlar zu der Entscheidung herangereift, daß einer von den beiden durch einen vollen Erfolg zu der Spitzengruppe aufrückt. Nach Lage der Dinge könnte dies der VfB.-R. sein. Das Spiel 'Ehringshausen — Bissenberg durfte den Platzbesitzern auch diesmal keinen Punktgewinn cinbringen, da die Bissenberger in spielerischer Hinsicht alle Vorteile besitzen. 1900 — Sinn. Die Blauweißen empfangen den BC. Sinn. Die Gäste, die in dem vergangenen Jahre mit zu den erfolgreichsten Mannschaften des Bezirkes gehörten und nach Abwicklung der Spiele hinter 1900 und Wetzlar an dritter Stelle endeten, haben bis jetzt ihre Anhänger enttäuscht. Es wäre aber falsch, anzunehmen, daß die Leute aus der Glockenftadt ihre Aussichten aufgegeben und sich vielleicht mit dem Abstieg abgefunden hätten. Wer die Sinner kennt, weiß, daß diese nie etwas vorzeitig aus- geben. Für die Blau-Weißen ist damit das Haupt- merkmal ausgezeichnet, und man wird im Lager der Blauweißen gut tun, den Gegner so einzuschätzen, wie er.es verdient. Mit einer durchschnittlichen Leistung wird es kaum zu dem gewünschten Erfolg reichen. 1900 stellt folgende Elf: Herbst: Pankok, Lippert; Krämer, Rensing, fiormel; Schellhaas, Bergmann, Zeiler, Löbsack, Heuser. Teutonia Steinberg I — Wetzlar I. Zu einem Großkampf dürfte es morgen auf dem (Sportplatz an der Neumühle kommen; denn zwei Anwärter auf die Bezirksmeisterschaft werden sich einen heißen Kampf liefern. Die Gäste sind eine weit und breit bekannte Mannschaft, die in vielen Großkampfen ihre Schlagfertigkeit unter Beweis gestellt hat. Wenn sie auch am letzten Sonntag auf eigenem Platze eine Niederlage hinnehmen mußte, so ist dies noch lange nicht ein Grund zur Annahme, daß Wetzlar einen Formrückgang zu verzeichnen habe. Gerade jetzt werden die Domstädter alles versuchen, die erlittene Schlappe auszuwetzen. Ob ihnen dies gerade bei den „Teutonen" gelingt, erscheint fraglich. Die Mannschaft muß schon mit der gleichen Energieleistung aufwarten, wie am letzten Sonntag. Jedenfalls gehen die Teutonen ihrer großen Aufgabe bewußt auf das Spielfeld, um es möglich zu machen, ungeschlagen den Titel „Herbstmeister" zu erringen. Die Mannschaft spielt voraussichtlich in 6 Uhr. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werk- pause. 9.40: Kleine Ratschläge für den Garten und die Zimmerpflanzen. 10: Schulfunk: Kinderlieder- fingen. 11.45: Ruf ins Land. 12: Schloßkonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Unterhaltungsmusik steirischer Komponisten. 14: Nachrichten. 14.10: „Leichtgeschürzte Melodei'n". Kleiner Operettenbummel. 15: Für unsre; mny»iujuu. a Kinder; Jetzt basteln wir.,. 15.30; Der Förster uniu Nachttonzert. DfB.-R. erst am letzten Sonntag als ein nicht zu unterschätzender Gegner erwiesen hat. — Lich ist zu Hause immer gut. Ob es aber gelingt, den Tv. Londorf auf den Platz zu verweisen, muß abgekartet werden. Jugendklasse. Tv. Holzheim — Tv. Lang-Göns Tv. Hausen — Tv. Grüningen Tv. Klein-Linden — Tv. Großen-Buseck Spvgg. 1900 II — Mtv. Gießen II Spvga. 1900 I — Mtv. Gießen I VfB.-R. Gießen — Heuchelheim. Mein-Mainische Börse. Mittagsbörfe: Aktien schwächer. Frankfurt a. M., 25. Nov. Die Börse, die die deutsch-französische Erklärung bereits in der gefingert Kursentwicklung vorweggenommen hatte, setzte am A k t i e n m a r k t bei sehr klein gewordenen Umätzen auf Glattstellungen, vornehmlich der Berufs- freife, überwiegend etwas schwächer ein. Auch später bröckelten die Kurse meist weiter leicht ab,^ zumal Käufe der sogenannten zweiten Hand fast völlig fehlten. Das nicht umfangreiche Material fand nur zögernd und meist nur zu 1 bis 1,50 v. h. ermäßigten Kursen Aufnahme. Am Montanmarkt gingen hoesch auf 116,50 bis 116 (117,50), Rheinstahl auf 133 (133,65), Vereinigte Stahl auf 106,25 bis 105,50 (107) und Mannesmann auf 107,50 bis 107 (107,75) zurück. IG. Farben ermäßigten sich auf 147,40 bis 147 (148), am Elektromarkt AEG. auf 116 (117,75), Gesfürel auf 131 (132). Von Maschinenwerten waren Rheinmetall mit 133,50 (135,25) und Demag mit 147 (148,50), am stärksten rückläufig. Zellstoffaktien gaben 1 v. h. nach, ferner fielen Kunstseide Bemberg auf 135,13 (137,13) und VDM. nach Pause auf 172,50 (175). Entgegen der Allgemeintendenz fest lagen bei kleinem Bedarf Conti Gummi mit 209,50 bis 209 (205), auch Südd. Zucker 1 v. h. höher mit 201,50 bis 202. Der Rentenm arkt lag weiterhin überaus ruhig bei meist gehaltenen Kursen. Reichsbahn-Vorzugsaktien jedoch 0,25 v. h. schwacher mit 124,65, ebenso bröckelten Kommunal-Umschuldung weiter ab auf 92,85 (92,95). Am Pfandbriefmarkt lagen die Kurse unverändert, von Liquidationswerten Franks, hyp. 100,40 (100,50). Industrie-Obligationen bröckelten überwiegend 0,13 bis 0,40 o. h. ab, 5 v. h. hoesch verloren 0,75 v. h. auf 101,25. Stadtanleihen konnten sich ebenso wie Staatspapiere Auch der Freiverkehr hatte meist nachgebende Kurse. Dingler 98 bis 100 (99 bis 101), Katz & Klumpp 95 bis 97 (96 bis 98), Eljäfs. Ba- dische Wolle 91 bis 93 (91,50 bis 93,50), anderseits Verein. Fränk. Schuh 82,25 bis 84,25 (81 bis 84), Rastatter Waggon 49,50 bis 51,50 (49,50). Tagesgeld unverändert 2,25 v. h. Abendbörse knapp behauptet. An der Abendbörse bestand weiterhin etwas Ab- gabeneigung, so daß die meisten Kurse am Aktie n m a r k t weiter leicht herabgesetzt wurden, und zwar durchschnittlich um 0,25 bis 0,50 v. h. In Anpassung an Berlin ergaben sich jedoch auch Rückgänge über 1 v. h., so bei Junahans auf 98 (100) und bei Deutsche Erdöl auf 124 (126) und bei hoesch auf 114,75 (116). Sonst gingen u. a. Buderus auf 108 (109), Verein. Stahl auf 104,90 (105,25), Mannesmann auf 106 (106,25), Adlerwerke auf 106,50 (107,50), MAN. auf 137 (137,50), Licht und Kraft auf 135 (136), Gesfürel auf 130 (131), Rheinmetall auf 132,50 (133,50) und IG.-Farben auf 146,75 (147,25) zurück. Behauptet blieben Demag mit 145, Metallgesellschast mit 117, VDM. mit 172,50, AG. für Verkehr mit 122, Bemberg lagen 0,25 v. h. erholt mit 134,75. Von Bankaktien ließen Deutsche Bank 0,25 v. h. nach auf 116,25, ebenso Effekten- dank auf 86,50 (86,75). Renten lagen wieder sehr still. Reichsaltbesitz fanden auf die Nähe des Ziehungstermins weiter etwas Nachfrage und blieben gut behauptet mit 130,40 (130,40), hingegen bröckelten 6 v. h. JG.-Farben auf 119.50 (119,75) und Reichsbahn-VA. auf 124,50 (124,65) ab. Kommunal-Umschuldung lagen halbamtlich unv. mit 92,85. befferungen in den Betrieben. Im nächsten Jahr mirb auch das Schützer Trachtenfest von „Kraft durch Freude" durchgesührt. , Zum ersten Male hatte der Kreis Tübingen« Schotten KdF.-Urlauber aus anderen Gauen. 3005 Arbeitskameraden besuchten mit vier Zügen den Vogelsberg und verbrachten hier frohe Tage. Dazu tarnen 1126 Urlauber aus dem eigenen Gau. Die Betriebe wurden zum großen Teil weiter verschönert. Dank des großen Interesses des Kreisleiters und seines starken Einsatzes marschiert auch der Gedanke der Gestaltung des schönen Dorfes. Im Kreis Wetzlar fuhren fast alle Betriebe regelmäßig mit „Kraft durch Freude" Betriebs- fährten durch. Die Finanzierung erleichtern Gemeinschaftskassen mit Einlagen der Betriebsführer. 75 v. fi. aller DAF.-Mitglieder haben an irgendeiner Fahrt teilgenommen. Zahlreiche Sauarbeiten nnd Pläne auf dem Gebiet „Schönheit der Arbeit" sind zu verzeichnen, darunter ein Freibad, das im Eigenbau der Gefolgschaft entstanden ist. 15 Dörfer des Kreises Biedenkopf-Dillenburg haben sich zum Leistungskampf gemeldet und weitere wollen dem guten Beispiel nachfolgen. Zur Verbreiterung der Grundlage der Dolks- bildungsarbeit wurde ein Kreisvortragsdienst eingerichtet. In diesem Winter werden zum ersten Male Deranstattungen im Betrieb durchgefuhrt und zwar ein Dortrag, ein Theaterabend mit der Rhein-Mai- Nischen Landesbühne und ein Konzert mit einer Wehrmachtskapelle. Die Verschönerung der Betriebe schreitet langsam aber sicher fort. Fast verdoppelt hat sich die Zahl der Urlauber aus dem Kreisge- biet und der Omnibusfahrten der Betriebsgemem- fchaften. schon diese Iugendmannschaft der Blau-Weißen durch ihr technisches, durchdachtes Spiel die Zuschauer begeistert. Während die la-Jugend durch Kampfgeist die Punkte an sich reißen konnte, war es bei der Ib-Jugend die technische und taktische Ueberlegenheit, die den Gegner zu keinem Sieg kommen ließ. Die Ila-Jugend wird am Sonntag auf eigenem Felde das letzte Verbandsspiel der Vorrunde gegen die I. Jugend von Londorf austragen. Obwohl diese Jugendmannschaft noch nicht lange besteht, hat sie ich bis dahin tadellos in den Spielen um die Punkte geschlagen. Ob sie es am nächsten Sonntag fertig bringt, den Sieg an sich zu reißen, bleibt dahingestellt. Einige neue Kräfte werden am Sonntag in der Ila-Jugend ausprobiert. — Die Jüngsten der Spvg. 1900 tragen ein Freundschaftsspiel gegen die Fußballmannschaft der (Sef. 1/116 aus. fiter wird wohl ©cf. 1/116 die Oberhand behalten. DfB.-R. und zwei Iugendmannschaften im Punklekampf. Um die Mittagszeit werden sich die 1. fiJ.-Mann- schaften von VfB.-R. und Klein-Linden auf dem wird lassen müssen. In der gleichen Klasse sollten auch Kleemann, Förster, Peters und Stöger (sämtlich Spielvereinigung 1900) eine gute Rolle spielen. Bei den Junioren, die nur 4 Kilometer zu bewältigen haben, hat Z ö r n s ch (VfB..-R.) die besten Aussichten. Kurze Sportnotizen. fieinz Schlauch, der deutsche Europameister im Rückenschwimmen, soll an den Tagen vom 2. bis 4. Dezember in Norrköping gegen den ausgezeichneten Schweden Björn Bora starten. Punccc und Palada, die ausgezeichneten jugoslawischen Tennisspieler, schlugen aus ihrer Süd- amerifareije eine aus Zappa und Rüssel bestehende argentinische Mannschaft überlegen 5:0. Die Sud- amerifaner gewannen im ganzen nur einen einzigen Satz. _ Einen schlechten Start hatte der Berliner Schlittschuhclub in der deutschen Eishockeymeisterschaft. Die Berliner wurden am Sonntag vom DSC. Preußen im Sportpalast 3:1 (1:0, 2:0, 0:1) geschlagen. Nach Toren von Lück, Drück und Kol- leckler erziette Jänecke den Ehrentreffer für den BSC. Emmy Puzinger, Edy Rada (beide Wien) und die Berliner Koch-Noack bestritten das Kunstlaufprogramm mit großem Erfolg. seine Freunde. 16: Nachmittagskonzert. Einlage: „Zoltan und die fünf Räuber". Eine Anekdote aus Alt-Ungarn von Karl Lerbs. 18: fiier spricht der Jurist: „Eheliche und uneheliche Vaterschaft in der neuen Gesetzgebung". 18.10: Ein Dorf hilft sich selbst. 18.30: „Wie oft sind wir geschritten". Eine Funkfolge um unsere Kolonien. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. 20: Nachrichten. 20.10: Aus dem historischen Rittersaal des Grazer Landhauses: Festliches Konzert. 21.10: Beiträge der Steiermark zur deutschen Kultur. 22: Nachrichten. 22.15: Kamerad, wo bist du? 22.30: Nacht- und Tanzmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert. Dienstag, 29. November. 6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.40: Was können wir Frauen noch besser machen? 10: Schulfunk: Deutsches Brauchtum in Lied und Tanz in der Gottschee. 11.45: Rus ins Land. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Klingendes Märchenbuch. 15: Kleines Konzert: Lieder sudetendeutscher Komponisten. 16: Frohe Musik am Nachmittag. 17 bis 17.10: Weinschnurren und Bauernschwänke. 18: VfB.-R. III Londorf Krofdorf —- Staufenberg. ___Dorserie geht dem Ende entgegen, in Gruppe A der 1. Kreisklasse steigt nur ein Spiel, da Rüddrngshausen die Mannschaft plötzlich zurückgezogen hat. Es spielen jetzt nur noch sechs Mannschaften in dieser Gruppe, fieuchelheim empfängt Rodheim schon zum Rückspiel und sollte die Niederlage des Vorspiels wettmachen. Lollars Reserve wird in Lich einen schweren Stand haben, man dar gespannt sein, wie sich die Mannschaft behauptet. Die SA. fährt nach Garbenteich und wird diesmal mit einer stärkeren Mannschaft antreten. Wir rechnen mit einem knappen Siege der Gäste, fiungen fährt nach Steinbach und wird sich anstrengen müs- en, soll es zum Siege reichen, zumal einige Spieler der Gastmannschaft gesperrt sind. Da auf dem Platz in Muschenheim nicht zu spielen ist, wurde das Spiel gegen Großen-Linden auf des Gegners Platz angesetzt. Die Gäste dürften keine Aussicht auf Punkt- 8 Apparate und Reparaturen Zentral-Rundfynk Bahnhofstr.58,im Hause Brinkmann der gleichen Aufstellung, wie am letzten Sonntag, also mit fiappel, Fett, Lang, Fritsche, fieberig, Schmandt, Buß, fiaas, Schmidt, Däublin, Bern- Hardt, fioffen wir, daß nach fairem und anständigem Spiel der Bessere siegt. Tuspo Naunheim I — VfV.-Reichsbahu 1. Wieder einmal müssen die Grün-Weißen auf Gegners Platz antreten, diesmal in Naunheim. Die Platzherren liegen in der Spitzengruppe, mußten aber am Sonntag eine Niederlage einstecken, ein Zeichen, daß auch diese Mannschaft verwundbar ist. Die Grün-Weißen, die sich in Wetzlar so gut schlugen, müssen aber auf zwei ihrer besten Spieler verzichten. Wenn auch für Ersatz gesorgt ist, fo darf btc Mannschaft trotzdem nicht vergessen, daß sie bis jetzt in Naunheim noch nie gewonnen hat. Die Grün-Weißen Volk und Wirtschaft: „fiandwerksarbeit will ange- priesen sein!" 18.15: Neues für den Bücherfreund. 18.30: Klang der Landschaft. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Aus der fieimat unserer Sudetendeutschen. 20: Nachrichten. 20.15: Konzert. 21: fiaydn-Zyklus IV: Ein Gartenfest auf Schloß Esterhazy am Neusiedler See. 22: Nachrichten. 22.20: Politische 3«« ! tungsschau. 22.35: Unterhaltung und Tanz. 24 bis s- Die Staffel IV der Bezirksklasse sieht am Sonntag nur die Begegnung MSV. „Barbara" G i e- 3 e n — Ockershausen. Der. Rest der Spiele wird am 4. bzw. 11. Dezember nachgeholt. Die Soldaten haben bisher eine recht gute Figur abgegeben und stehen heute ohne Verlustpunkte mit in der Spitzengruppe der Tabelle. Kein Wunder, daß man unter diesen Umständen allaemein ge- pannt ist, wie die noch ausstehenden drei Lokaltreffen gegen die Gießener Vereine enden werden, die wahrscheinlich auch Aufschluß geben. — Diesmal ollte ein sicherer Sieg gegen den Tabellenletzten möglich sein, weil die Gäste tatsächlich um eine ganze Klasse schlechter sind, als alle anderen Teil- nehmer. Die erste Kreisklasse hat die Vorrunde bis auf das Spiel To. D u t e n h o f e n — Tv. fi o l z h e i m beendet. An der Spitze steht vor Grüningen der To. fiolzheim, der nur ein Spiel verloren hat. Der derzeitige Vorsprung dürfte sich um zwei weitere Punkte erhöhen, da kaum angenommen werden kann, daß Dutenhofen das Treffen für sich entscheiden wird. Die Mannschaft hat zahlreichen Ersatz in ihren Reihen, dem es noch an der nötigen Erfahrung fehlt. In der 2. Kreisklasse herrscht auch diesmal wieder fiochbetrieb. Es kommen u. a. zum Austrag: Mtv. Gießen II — Luftwaffe II SA. 116 Gießen — DfB.-R. Gießen IG. Farben zwischen 146,25 bis 146,75 nach Vereinigte Stahl zwischen 105 bis 105,50 nach 106,25 und Mannesmann zwischen 106 bis 106,50 nach 107. Die erst später festgestellten Kurse lagen ebenfalls 1 bis 2 v. fi. unter gestern, Feldmühle gaben 3,50 v. fi. nach auf 119, anderseits Scheideanstalt 2 o. fi. höher mit 196. Don Bankaktien eiligen Commerzbank und Deutsche Bank um je 0,25 v. fi. auf 111 bzw. 116,50 zurück.