Nr. 25l Erstes Blatt Mittwoch, 26.(Dttobcrt938 188. Jahrgang Die deutschen Reservisten haben sich voll bewährt ’C Es liegt auf der Hand, daß eine eingehende, peinlich st genaue Vorbereitung die Grundlage bildete. Sehr genaue General- stabsarbeit war notwendig. Daß sie in allem Umfange richtig und gut geleistet war, hat her Verlauf des Einmarsches gezeigt. Im. letzten Augenblick noch war es notwendig, die kriegsmäßig vorgesehene Aktion in friedensmäßigen Einmarsch umzuwandeln, womit sich natürlich die Ziele, die Wege usw. änderten. In wenigen Stunden (!) ist das alles geschafft worden, ohne daß sich Reibungen ergaben. Besonders anzuerkennen ist hierbei auch die Tätigkeit der N a ch richte n t r u p p e. Ein neuzeitliches Heer läßt sich nur mit guten Nachrichtenverbindungen schnell, gut und beweglich führen. Fernsprech- und Funksprechoerbindungen müssen rechtzeitig und störungsfrei zur Verfügung stehen, sonst kann die Führung nicht Happen. Beim Einmarsch ins Sudetenland hat diese Organisation v o r b i l d li ch funktioniert. Auch die, Führung der zahlreichen motorisierten Truppen ist reibungslos verlaufen. Ich bin selbst im Besetzungsabschnitt III im Kraftwagen nach vorn, nach rückwärts und kreuz und quer durch das Gebiet gefahren. Trotz der Zehntausende von Kraftfahrzeugen, die dort auf den keineswegs immer erstklassig gen Straßen marschierten oder hielten, habe ich k^ine ernstliche St raßen Verstopfung gesehen, lieber all herrschte eine ausgezeichnete Fahr- und Straßendisziplin,, angesichts der vielen Reservisten als Fahrer besonders anerkennenswert. Die fortschreitende Motorisierung des deutschen Volkes hat hier bereits gute Früchte getragen. Auch die Versorgung der Truppe mit Verpflegung und Betriebsstoffen usw. hat reibungslos funktioniert. Den besten Beweis hierfür liefert die Tatsache, daß nicht nur die Truppe selbst rechtzeitig und gut verpflegt wurde, sondern daß auch die notleidende Zivilbevölkerung schon in den ersten Stunden in größerem Umfange mit Lebensmitteln o»rforat werden konnte. Es ist fesizusiellen, daß sich die R e f e r v i - st en und Referveverbäude in ausgezeichneter weise in den Gesamlrahmm eingefügt haben. Die Reserveübungen, besonders im letzten Sommer, die sicherlich meist einem als starke Belastung erschienen und die das ganze Volk trotzdem willig und verantwortungsbewußt auf sich genommen hat, haben wesentlich dazu beigetragen, daß die gesamte Aktion in diesem Umfange und so reibungslos hat durchgeführt werden können. Das deutsche Volk hat selbst den Ruhen aus dieser Anstrengung ziehen können. Es unterliegt keinem Zweifel, daß gerade hierdurch mit die ganze Stärke der deutschen Rüstung in Erscheinung treten konnte. Rur das Vorhandensein dieser Rüstung und besonders das Einfügen des gesamten für jeden Einsatz bereiten Volkes in diese Rüstung hat es dem Führer ermöglicht, Großdeutschland zu schaffen, ohne einen Schuß abzugeben. QUm Schluß des Gesprächs stellte Oberregierungs- rat Fritzsche fest: Jeder deutsche Volksgenosse sieht heute in der Wehrmacht den Schutz für all das, was erreicht und ausgebaut wurde, für die neuen Teile des Reiches, für die neuen Straßen, die neuen Wohnungen, die bester bearbeiteten Felder der frei« mat. für die Städte im Reick,. die ein neues Gesicht erhalten, für die neuen Fabriken, die im eigenen Land Herstellen, was früher draußen aekauft werden mußte, kurz fürdieHeimatderDeut- A durch die mannhaften Entschlüsse der vier Staatsmänner in München behoben wurde. Selbstverständlich war auch für diesen Fall Vorsorge getroffen. Der Führer selbst hat dem deutschen Volk von dem gigantischen Werk der deutschen Westbefestigungen Kenntnis gegeben. Diese Befestigungen waren und sind in der Lage, das deutsche Land gegen jeden Angriff zu Lande zu schützen. Selbstverständlich waren die erforderlichen starken Truppenverbände zum Einsatz in und hinter diesen Befesttgungen vorhanden, ohne daß die tschechische Aktion irgendwie in Mitleidenschaft gezogen worden wäre. Daß auch in der Luftabwehr entsprechende Maßnahmen getroffen waren, sagte ich schon. Auf die weitere Frage nach den tschechischen Befestigungsanlagen antwortete Major von Wedel: Die tschechische Befestigungslinie ist in ihrer Planung sicherlich gründlich und sachgemäß angelegt gewesen. Das Urteil aller Fachleute hat aber bestätigt, daß das gesamte Befestigungswerk völlig unvollendet war, daß die einzelnen Anlagen größtenteils noch im Bau begriffen und unbewaffnet oder wenigstens nur behelfsmäßig bewaffnet waren. Die zum Einmarsch bestimmten deutschen verbände waren in umfassender Weise mit A n - griffsmitteln gegen die Befestigungen ausgestattet. Eine große Zahl von Geschützen bis zu den schwersten Kalibern war bereitgefteöt worden. Geschwader von Panzerkampfwagen aller Größen waren ange- jehl. Außerdem aber waren zur schnellen Bezwingung der Befestigungen auch noch andere Mittel b e r e i t g e ft e 111, bie in kürzester Zeit in der Lage gewesen wären, die feindliche Waffenwirkung lahmzulegen und die Besatzungen zu zermürben. Schon seit längerer Zeit wird im gesamten Heer dieser Kampf um Befestigungen als besonderes Ausbildungsgebiet betrieben. Alle Waffen, besonders Infanterie, Pioniere und Panzerkampfwagen sind zusammen mit der Artillerie bis in alle Einzelheiten mit dieser Kampfweise vertraut gemacht worden. Durch die vortreffliche Ausstattung und Ausbildung unserer Truppen und besonders auch angesichts des tatsächlich mangelhaften Zustandes der Be- feffigungen wäre ein schneller und durchschlagender Erfolg absolut sicher gewesen. z.u- Die -eres K5 ltu< ite- • amm r. on.3trt. 7: Nach, Wr filanq Z '■10: KleineL ^«unk. Ed 2- Werkskonzert. 14: Ach. W 15: W Scheinwerfer. 16: Wust: Neue G. ln und Künstler. Möbelfabrik. 18.10- 18.30: WalMal.' "teure am Werk, röhliche Lautipwj i wehrhaft Volk'/ iq von Hitler-Ä« Gebern und CHS« 22.15: Kamerad, ien. 24: Nachtkon. Wahlkampagne inLugoslawien Von unserem v. M.-Korrespondenien. Belgrad, im Oktober. Wahlfieber herrscht in Jugoslawien. Für den 11. Dezember wurden Neuwahlen für das jugoslawische Palament ausgeschrieben. Kaum zehn Tage sind seit der Ausschreibung der Wahlen vergangen, und schon hat das Fieber des Wahlkampfes das ganze. Land ergriffen. Den bevorstehenden Palamentswahlen wird in allen jugoslawischen politischen Kreisen große politische Bedeutung beigemessen-, denn im Mittelpunkt des Wahlkampfes steht die kroatische Frage, die seit zwanzig Jahren, seit der Begründung des jugoslawischen Staates, das wichtigste Problem der jugoslawischen Innenpolitik gewesen ist. Die Lösung der kroatischen Frage ist nach Meinung aller politischen Kreise in Jugoslawien, des Regierungslagers wie auch der Opposition, die notwendige Voraussetzung für die volle innerpolitische Konsolidierung des Landes. Man nimmt an, daß gerade die jetzt bevorstehenden Palamentswahlen von ausschlaggebender Bedeutung für die Lösung der kroatischen Frage sein werden, und deshalb ist es verständlich, daß die Wahlen mit großer Spannung erwartet werden und der Wahlkampf hohe Wogen schlägt. Das jugoslawische Wahlgesetz ist sehr kompliziert. Es ist eine Zusammenziehung von zwei Wahlsystemen, dem System der L a n d e s l i st e n und dem System der Wahlbezirke. Die Wähler geben gleichzeitig ihre Stimme für eine Wahlliste und einen Bezirkskandidaten ab. Deshalb muß jeder Bezirkskandidat an eine Landesliste gebunden sein, und keine Landesliste kann zur Wcchl zugelassen werden, falls nicht in mindestens zwei Dritteln der üyahlbe.zirke des Landes Bezirkskandidaten an eine solche Landesliste gebnden sind. In Jugoslawien gibt es 371 Wahlbezirke. Demnach werden 371 Abgeordnete in Bezirken gewählt. Außerdem werden als gewählt alle Träger von Landeslisten erklärt, die im ganzen Lande mindestens 50 000 Stimmen auf sich vereinigt haben. In Jugoslawien sind- nur Männer wahlberechtigt; Frauen haben weder aktives noch passives Wahlrecht. Die Landesliste, die eine relative Mehrheit der abgegebenen Stimmen erhalten hat, erhält automatisch zwei Drittel der Sitze im Parlament zugespro- chem Das restliche Drittel wird auf Grund einer komplizierten Rechnung nach proportionellem System unter alle Landeslisten, die zumindest 50 000 Stimmen im ganzen Lande erhalten haben, verteilt. Der Grundgedanke dieser komplizierten Wahlordnung war, eine starke und arbeitsfähige Mehrheit im Parlament zu sichern und gleichzeitig den Wählern die Möglichkeit zu bieten, lokal bekannte und verdienstvolle Persönlichkeiten wählen zu können. Es ist sicher, daß der Wahlkampf sich hauptsächlich zwischen zwei großen politischen Gruppen abspielen wird: der Regierungspartei und der geeinten Opposition. Die Regierungspartei, die Jugoslawische Radikale Union, wird an der Spitze ihrer Landesliste den suaoslawischen Ministerpräsi-* deuten und' Außenminister 5)r. Stoiadino» witsch haben. Der Träger der Landesliste der geeinten Opposition wird der Ftthrer der kroatischen Bauernpartei und der kroatischen Volksbewegung, Dr. Wladimir Matschet, sein. Die Regierungspartei kann aber keinesfalls als Gegnerin der Kroaten oder einer Lösung der kroatischen Frage bezeichnet werden, weil an der entgegengesetzten S'ite kroatische Parteien steben. Der Hauptunterschied zwischen diesen beiden Grunven ist nicht die Frage, ob die kroatische Frage gelöst werden soll, sondern die Frage, wie urtb in welchem Umfang sie aelöst werden kann. Die Kroaten und die geeinte Opposition fordern die Abschaffung der bestehenden Verfassung, die Einberufung einer gesetzgebenden Verfassung und die Umgestaltung des jugoslawischen Staates in eine Föderation. Die Regieruna und die Regierungspartei vertreten bingeaen den Standpunkt, daß die Aenderung der Verfassung während einer Regentschaft, also bis lur Großicihriakeit des heute 15jährigen jugoslawischen Königs Peter II., verfassungsrechtlich nicht zulässig sei, und daß die kroatische Fraae auch im Rahmen der bestehenden Verfassung gelöst werden könne, die durchaus Möglichkeiten bö^e, alle kroatischen Wünsche zu enüU len und Beschwerden zu beseitigen. Ministernräsi- dent Stojadinowitsch erklärte dies in einer Rede, mit der er die Wahlkampagne in Jugoslawien eröffnete. In gut unterrichteten politischen Kreisen ist man der Ansicht, daß Stojadinowitsch, der die schwierigsten wirtschaitlichen und außenpolitischen Fragen des iugoslawischen Staates für das Land denkbar giinftig zu regeln verstanden bat, auch der geeianete Mann fei, dieses innerpolitische Problem zu lösen. Deshalb wäre es für unterrichtete politische Kreise in Juaoslawien keine U-berraschung, wenn nach den Wahlen eine Verständigung zwischen Stoiadinowitsch und dem Führer der Kroaten. Matschet, zustande kommen würde. Es ist noch nicht sicher, ob außer diesen zwei aro= ßen Gruvven noch andere politische Organisationen bei den Wahlen Landeslisten aufstellen werden. Die Aufstellung solcher La^deslisten ist ziemlich schwierig, so daß kleinere politische Organisationen danach brachten, sich wahltechnisch mit einer der zwei aroßen Gruppen zu verbünden. So verbanden sich die Jugoslawische Volkspartei und der Bund der serbischen Landwirte mit der Regierungspartei, und die Jugoslawische Nationale Partei, die einft Trägerin der Diktatur und des unitaristischen Gedankens in Jugoslawien gewesen ift. mit b°r Opposition. Solche politisch oft unnatürlichen Bündnisse werden verursacht durch die fchroieriae Technik der iuaoflawischen Wahlordnung. Deshalb ist es auch menia wabrsch-inlich. daß nach eine dritte Gruvpe eine Landesliste aufstellen könnte, obwohl die jugo* Die Schlagkraft der deutschen Wehrmacht sicherte den Erfolg. Ein aufschlußreiches Rundfunkgespräch über den Einsatz der deutschen Truppen im sudetendeutschen Raum. CKEN Qualität — anbelangt, er niedrig iwere baumw. 5 45, 5 00 l0ni vorzügl. ü 6 30, 5.93 -baumwollene sten Pa- j jj IDecke «j 140/190 W-*; jßerordentlich pg-ka; 11.25 .fcen beliebte 1100/150 Ihaus LSohn tr.U- 6 682OA Berlin, 26. Oft. (DNB. Funkspruch.) Der Deutschlandsender verbreitete am Dienstagabend ein Zwiegespräch zwischen dem Leiter der Pressegruppe des Oberkommandos der Wehrmacht, Major von Wedel, und dem Leiter des Drahtlosen Dienstes, Oberregierungsrat Fritzsche, über Fragen des Einsatzes der Wehrmacht bei der Besetzung des fudetendeutschen Gebietes. Die Wehrmacht ist stolz darauf, daß sie bei den beiden großen Ereignissen dieses Jahres, der Wie^erverernigung Deuftchosie^eichs mit dem Reich und der Befreiung des deutschen Sudetenlandes, von ihrem Führer und Obersten Befehlshaber angefetzl wurde, um das klare deutsche Recht und damit den Willen des Führers zu vollstrecken. Sie ist glücklich gewesen, daß sie dies in beiden Fällen in friedlicher Form tun und damit den deutschen Volks- genoffen in den Gebietsteilen reines Glück und ungetrübte Freude bringen konnte. Wir sind uns aber auch alle völlig darüber im klaren, daß es neben der Willens- und Tatkraft des Führers zwei Tatsachen sind, die den Erfolg brachten. Die eine Tatsache ist, dajz wir jetzt im Jahre 1938 im umfassenden Sinn gerüstet sind, und die zweite, daß der Führer bereit war, diese Rüstung zur Verfechtung des deutschen Rechtes auch voll einzusehen und daß das deutsche Volk innerlich und äußerlich bereit war zum Einsatz auch im äußersten, im Kriegsfälle. Rur diesen beiden Tatsachen verdanken die 10 Millionen großdeulschen Volksgenossen ihre Befreiung. Das deutsche Volk wird Verständnis dafür haben, daß bisher über den Umfang der militärischen Aktion, die zur Befreiung des Sudetenlandes führte, von der Wehrmacht keine Einzelheiten bekanntgegeben wurden. So lange auch nur die entfernteste Möglichkeit bestand, daß es zu kriegerischen Handlungen käme, konnte das Oberkommando der Wehrmacht solche Einzelheiten nicht veröffentlichen, ohne gleichzeitig dem Feind gegenüber dis Karten aufzudecken. Der Führer hat am 20. Oktober die militärische Aktion öffentlich als abgeschlossen bezeichnet. Damit besteht/nunmehr die Möglichkeit, der Oeffentlichkeit gegenüber den Schleier über die Aktion zu lüften. Aus den Veröffentlichungen des Oberkommandos der Wehrmacht geht bereits hervor, daß fünf H e e r e s gr appen von den verschiedenen Seiten aus konzentrisch einrückten. Insgesamt gehörten hierzu 1J) 21 r_ = meekorps mit 30 Divisionen. Fast die Hälfte dieser Divisionen waren motorisiert oder Panzerdivisionen. Es muß aber feststellen, daß außerdem nicht geringere Kräfte vo t* sdrglich bereitgestellt waren für den Fall, daß der friedensmäßige Einmarsch durch offenen Widerstand der Tschechen in eine krieasmaßlge Iteration übergeleitet werden mußte. Am eigenlltdjen friedensmäßigen Einmarsch war die L u f t n? aff mit etwa 500 Flugzeugen beteiligt Diese Zahl stellt aber nur einen kleinen Bruchteil dessen dar, was an Luftstreitkräften für die 6°^ Aktion bereitgestellt war und bei kriegerischen Verwicklungen sofort hätte eingesetzt werden können. Auf die Frage nach der Sicherung des Luftraumes antwortete Major von Wedel Zunächst wissen wir alle daß dank der Tatigkei d«. R°ich--uft!chudbund-^d°. r Luftangriffe eingeftellt ift. Luftschutzkeller, Fliegeralarm, Gasmasken ufro. sind a u $ l" ” entlegensten Orten heute felbfoer- stündlich e Begriffe. Der bis ms einzelne vorbildlich organisierte L u f t meld e - und L^u f t Warndienst gewährleistet, daß in allen Städten und lebenswichtigen Betrieb der Angriff fein ch Xt*»ÄS ”;■?• •? L,.... •ÄVS'ff. "£* S&Sl*” tjlafbafterien mit T-ul-nd-n von Kaliber im Raum rings um ine Tlch.ch- S letzt uni> damit hier schon einen ro t r t f a n en a iü'äsää'*- werden, dah es tschechischen oder ^"^russischen Bombern aus der Tsch-cho-Slowakei wohl toum gelungen wäre, ins deulsche Heimatland norins,°bm> um hier ihr Zerslornng-werk durch,usühren. Das gleiche g>» lm °°“en Umfang für die anderen möglichen Anflug richtungen. Auf die Frage nach der Möglichkeit des i-i ' g re ifens anberer TO ä d) te tn den Konflikt Antwortete Major von Wedel: Sie wissen wie das ganze Volk, daß die Möglichkeit eims Eingreifen anderer Machte gegen uns erörtert wurde und erst GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen ________vru» und Verlag: SrSHIsche llniversitStrdruckerei «.Lange in Siehrn. 5chriftlettung und SeschSflrftelle: Schulsttahe ? | 2^20 fe I 'Ml I > ii! I W s ’M 1 Ä »ii te ÄN I H-ie I 15, Ä 11H 1 AL LS'V ' bi K ' 2'50 <1 Ijmarft. Ssn ?38 Schweine. (F °?Niel 34 bis 5) 1,5 59 Mark. 7 '^geteilt, Cchasi Annahme von Anzeigen für öte Mitlagsnummer vis8'/,Uhr des Vormittags Grundpretie für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Brette 7 Rps., für Textanzeigen von 70 mm Breite 5ONpf.,Platzvorschrift nach vorh tßereinbg. 25°/„ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-., Vereins-, gemein« nützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzei« gen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B krichetnt tägltd), außer Sonntags and Feiertage Beilagen. Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monatr-Vezugrpreir: Mtt 4 ‘Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt 8ernsprechanschlüfte unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach- richten Anzeiger Gieße» Postscheckkonto: Lronlfurt am Main 11688 schen, die schöner und liebenswerter wird, als sie jemals in der deutschen Geschichte war. Für dies alles, das ja noch von so viel Unverständnis und wohl auch Mißgunst umbrandet ist, ist nach unser aller Gefühl Die deutsche Wehrmacht der e i n z i g e s i ch e r e S ch u tz, der Garant für Dauerhaftigkeit. Der Führer im Gebiet von Engerau. Besichtigung des Pretzburger Brückenkopfes E n g e r a u, 25. Okt. (DNB.) Der Führer stattete dem Gebiet von Engerau einen Besuch ab. Er besichtigte den Preßburger Brückenkopf, tschechische Befestigungsanlagen und Teile der der Heeresgruppe V angehörenden Besatzungstruppen. An der Fahrt des Führers nahmen u. a. teil: der Oberbefehlshaber der Heeresgruppe V, General der Infanterie List, der Kommandierende General des XVII. Armeekorps, General der Infanterie Kienitz, und der Chef des Generalstabes des XVII. Armeekorps, Generalleutnant Ruoff, ferner Gauleiter B ü r ck e l, Reichskommissar Henlein und Reichsstatthalter Dr. S e y ß - I n q u a r t. Der Führer besichtigte auch einige Elendsviertel der deutschen Bevölkerung von Engerau, die zum Teil unter geradezu unvorstellbaren Verhältnissen in baufälligen und halbzerfallenen Baracken wohnten. Aus den verhärmten Gesichtern der deutschen Menschen, die hier lange Jahre unter den unwürdigsten Bedingungen ein kümmerliches Dasein fristen mußten, sprach neue Hoffnung und Freude darüber, daß der Führer nun auch zu ihnen gekommen war, um auch sie aufzunehmen in die Gemeinschaft des Groß- deutschen Reiches. In nächster Nähe dieser Elendsguartiere der deutschen Bevölkerung befand sich eine von den Tschechen bei ihrem Abzug vollständig zerstörte tschechische P i o n i e r f a f e r n e, die der Führer ebenfalls in Augenschein nahm. Nach dem Aufenthalt in Engerau traf der Führer auf der Durchreise zu einem kurzen Besuch in Wien ein, wo er das Kunsthistorische Museum und die Wiener Hofburg besichtigte. Die Wiener Bevölkerung bereitete dem Führer bei seiner Fahrt durch die Straßen überall begeisterte Kundgebungen. Italienreise des Heichsanßenministers B e r l i n , 26. Oft (DRB.) Der Reichsmiuister des Auswärligen, von Ribbentrop, trifft am Don■ nerstagabenb zu einem kurzen Aufenthalt in Rom ein. Oie,KdF.- -Schiffe »Wilhelm Sustloff- und »Stuttgart- in Tripolis. R o m , 25. Oft (Europapreß.) Die Reihe der diesjährigen KdF.-Fahrten nach Italien und Libyen, an denen bis März 1939 50 000 deutsche Arbeiter teil- nehmen werden, wurde mit der Ankunft der beiden aus Hamburg kommenden Dampfer „W i l h e l m G u ft I o f f" und „Stuttgart" in Tripolis eröffnet. An Bord der beiden KdF.-Schiffe reifen über 2500 Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront. Nach einem festlichen Empfang durch Behörden und Faschistische Partei besuchten die deutschen Gäste die Eingeborenenviertel, die Moscheen und die sonstigen Sehenswürdigkeiten der Stadt Tripolis und machten bann in Kraftwagen Ausflüge in die Oasen der Umgebung. Weiter fuhren die KdF.-Urlauber in drei Sonderzügen nach S a b r a t h a, um die dortigen Ausgrabungen zu besichtigen. slawische nationale Bewegung „ZBOR" (Sammlung). die ein an jugoslawische Verhältnisse ange- paßtes faschistisches Programm vertritt, die Absicht angekündigt hat, selbständig bei den Wahlen aufzutreten. Nach den heute gegebenen Voraussetzungen kann mit großer Wahrscheinlichkeit angenommen werden, daß Ministerpräsident Dr. Stojadinowitsch und die Regierungspartei die relative, ja sogar die absolute Mehrheit der Stimmen im Lande bekommen und dadurch im neuen Parlament eine Zweidrittelmehrheit haben werden. Robert Coulondre. Frankreichs neuer Botschafter in Berlin. Berlin. 25.Oft (DRV.) Die Reichsregierung hat dem Vorschlag der französischen Regierung. den Botschafter Coulondre als Rachfolger für Herrn Fran?ois-Poncet nach Berlin zu entsenden, ihre Zustimmung erteilt. ♦ Der bisherige französische Botschäfter in Moskau, Robert Coulondre, wurde 1885 in Südfrankreich (Cevennes) geboren. Coulondre entstammt einer Hugenottenfamilie und ist protestantischen Bekenntnisses. Nach dem Studium der Rechts- und Botschafter Robert Coulondre. — (Scherl-M.) Staatswissenschaften trat Coulondre im Jahre 1912 in den französischen diplomatischen Dienst ein. Er ist Frontkämpfer. Seit 1919 arbeitete Coulondre in der Wirtschafts- und Außenhandelsabteiluna des Quai d'Orsay. 1936 übernahm er den Moskauer Botschafterposten. Es ist zu begrüßen, daß die Wahl der französischen Regierung für den Berliner Botschafterposten gerade auf ihn fiel. Denn ihm geht nicht nur der Ruf eines außerordentlich tüchtigen, sachlich arbeitenden Diplomaten vorauf, sondern er ist auch durchaus kein Fremder mehr in den deutsch-französischen Beziehungen. Als Leiter der Abteilung für Wirt- sckafts- und Handelsverträge am Quai d'Ürfay hat er bereits an dem ersten deutsch-französischen Handelsvertrag von 1926 in entscheidender Weise mitgewirkt. Man rühmt ihm nach, daß er auch dann, wenn ernste Meinungsverschiedenheiten auftraten, immer ein sachlich arbeitender Unterhändler war. Coulondre ist immer ein Gegner der weit aus« gedehnten Anleihetätigkeit Frankreichs gewesen, da er der Meinung war, daß politische Anleihenehmer nur selten wirkliche Freunde Frankreichs wurden, desto häufiger aber zahlungsunfähige Schuldner blieben. Tatsächlich hat ja Frankreich diese Erfahrungen recht oft machen müssen. Daß ein Wirtschaftspolitiker auf den Posten des Berliner Botschafters entsandt wurde, läßt die Hoffnung zu, daß auf dem Wege über eine stärkere wirtschaftliche Annäherung auch einmal eine wirkliche und allgemeine Verständigung zwischen den beiden Nachbarländern zustande- fommt. Aufstockung derReichsanleihe. • Insgesamt 1850 Millionen Reichsmark neue Schatzanweisungen. Berlin, 25. Okt. (DRV.) Die am 24. dieses Rlonals beendete Zeichnung auf die 4.5prozentigen auslosbaren Schahanweisungen des Deutschen Reiches hat ergeben, daß der vom Reichsanleihe- konsortlum übernommene Betrag von 950 Millionen Reichsmark erheblich überzeichnet worden ist. Um die Zeichner, die mit einer vollen Zuteilung gerechnet haben, befriedigen zu können, hat das Reich dem Anleihekonfortium weitere 2 5 0 Bl i l L R RI. gleichartiger Schahanweisungen überlassen. so daß der durch das Reichsanleihekonsortium untergebrachte Betrag sich nunmehr aus 1200 BliH. R RI. belauft, hiernach kann im allgemeinen mit einer vollen Zuteilung der Zeichnung gerechnet werden. Da sich' auch der Betrag der außerhalb des Konsortiums fest untergebrachten Schahanweisungen über die 550 Mill. Reichsmark hinaus um 1 00 Mill. RM. erhöht hat, beläuft sich der Gesamtbetrag dieser Emission einschließlich der von den Gemeinden und Gemeindeverbänden übernommenen Bosten auf 1850 Mill. RM. Entschädigungsangebot fürZnhaber österreichischer Schuldverschreibungen. B e r I i n , 25. Okt. (DNB.) 3m „Reichsanzeiger" gibt der Reicksminister der Finanzen ein Angebot bekannt, nach dem den Inhabern der staatlichen und staatsgarantierten österreichischen Schuldverschreibungen gegen Einreichung ihrer Schuldtitel 4,5prozentige, mit 2 v. S). zuzüglich ersparter Zinsen kündbare Anleihe des Deutschen Reiches gewährt wird. Das Angebot stellt eine Entschädigung für die Inhaber der österreichischen Schuldverschreibungen dar, aus denen das Reich bekanntlich eine Verpflichtung nicht anerkennt Die von dem Angebot erfaßten österreichischen Schuldtitel können ab 2. November 1938 bis zum 31. Januar 1939 durch Vermittlung Öer Kreditunternehmungen bei der Haft- prüfungsstelle I des österreichischen Ministeriums für Finanzen eingereicht werden. Mit dem Angebot wird gleichzeitig eine Angleichung an den im Altrerch schon seit langem erreichten Zinssatz von 4,5 v. h. durchgeführt. Um Härten auszugleichen, behält sich der Reistsminister der Finanzen vor, Zusatzentschädigungen xu gewähren für einen den Gegenwert von 50 000 Schilling nicht übersteigenden Besitz. Sie deutsch-englische Verständigung die beste Friedensgarantie Oer britische Außenminister Lord Halifax über die Auewirkungsmöglichleiten des Münchener Abkommens. L o n d o n, 25. Okt. (DNB.) Der britische Außenminister Lord Halifax befdjäffigte fid) in feiner Edinburgher Rede mit der tschechischen Krisis. Er sagte, auf der einen Seite stand die Forderung einer wirklich homogenen Bevölkerung, ihr politisches Schicksal selbst zu wählen. „Es war für das britische Volk, das sich dafür in der einen oder anderen Form in den meisten Teilen der Welt eingesetzt hatte, schwierig, sich dem zu widersetzen." Auf der anderen Seite habe die Tatsache gestanden, daß diese Forderungen unter dem Einsatz großer Macht von Deutschland vertreten worden eien. „Die Frage", so sagte Lord Halifax, „über die die Regierung zu entscheiden hatte, lautete, ob es richtig oder falsch war, Europa und Länder weit über Europa hinaus in einen Krieg treiben zu lassen, oder ob es richtig war, mit der sranzö- ischen Regierung, die natürlich durch direkte vertragliche Verpflichtungen gegenüber der Tschechoslowakei gebunden war (die wir nicht hat- t e n), verstärkten Einfluß auf die Herbeiführung der be st möglichen Lösung durch andere Mittel auszuüben. Die klare Tatsache kann von niemanden bestritten werden, daß kein Krieg, keine gemeinsame Anstrengung Frankreichs, Sowjetrußlands und Englands, selbst wenn ich noch andere mit unserer Sache vereinigt hätten, ) i e Tschecho-Slowakei vor einer Zer- törung bewahrt hätte, die viel gründlicher und umfassender als die großen Opfer gewesen wäre, die von ihr verlangt worden sind. Es gab immer nur eine harte Wahl zwischen Alternativen. Die eine, davon bedeutete Krieg und Zerstörung der Tschecho-Slowakei, die andere bedeutete die uns bekannten Bedingungen für die Tschecho-Slowakei. Ich kann nicht daran zweifeln, daß der Beschluß, eine Lösung herbeizuführen, durch i)ie der Krieg vielleicht von der halben Welt abgewendet worden ist, richtig ist." Lord Halifax fuhr fort, er habe sagen hören, daß es in England Leute gebe, die Krieg wünschten. Er wolle versichern, daß er niemals eine verantwortliche Persönlichkeit getroffen habe, die so verrückt war. Das englische Volk wünsche keinen Krieg. Dasselbe Gefühl sei in Frankreich, in Deutschland und in Italien zum Ausdruck gebracht worden. „Unter diesem Impuls schritten die vier Mächte zu einer gemeinsamen Aktion zur Abwendung des Krieges, und sie haben, wie wir zuversichtlich hoffen, einen Grund st ein gelegt, auf dem wir vielleicht noch bessere Dinge auf bauen werden."^ Au der von Adolf Hitler und Chamberlain gemeinsam unterzeichneten Erklärung sagte Lord Halifax: „Cs mag einige Leute geben, die den Wert dieser Er- klärung herabsehen möchten. Wenn aber i h r Gei st verlebendigt werden und ehrlich zur Grundlage einer gegenseitigen Annäherung gemacht werden kann — dürfte sie sich dann nicht als eine größere Sache für die Welt erweisen, als manche Zweifler heute anzunehmen bereit sind? Verpaßte Gelegenheiten sind in starkem Maße für die Verschlechterung der Lage Europas in den letzten Jahren verantwortlich gewesen. Dieser Irrtum sollte nicht wiederholt werden. Wir sprechen heute viel von Garantien, ich zögere nicht zu erklären, daß, wenn Deutschland und England wirklich zu einer Verständigung gelangen würden, dieses die stärkste Garantie wäre, die es gegen die Gefahren gibt, denen die Welt so nahegebracht worden ist. Ich hoffe in der Tat, daß die Grenzberichtigun- gen gemäß der Verteilung der Bevölkerung, die in Mittel- und Südosteuropa vor sich geht, jur Stabilität und zum Frieden beitragen wird. Wir sind jetzt Zeugen der R e v t s i o n des Versailler Vertrages." Lord Halifax unterstrich in diesem Zusammenhang die Hoffnung auf eine gerechte Lösung des u n g a r i sch - t s ch e ch o « s l o w a k i s ch e n P roll l e m s: „Wir erkennen an, daß Ungarn gesetzmäßig Forderungen hat; wir vertrauen daraus, daß Mittel gefunden werden, ihnen zu entsprechen." Der Außenminister wandte sich nochmals entschieden gegen das Gerede seiner Landsleute vom Kriege: „Das scheint mir ein Evangelium des reinen Fatalismus zu sein, das zwangsläufig dazu führen muß, sich durch Verteidigungsbündnisse nach altem Muster gegen den sicheren Krieg zu wappnen. Unter den gegenwärtigen Umständen muß das aber wiederum direkt zur Aufteilung Europas in gegnerische Blocks führen und die Katastrophe näherbringen, gegen die es sich oorzubereiten behauptet. Ich bin der Ansicht, daß starke Kräfte am Werke sind, die dafür sorgen werden, daß jedes Land es sich einmal und zweimal überlegt, bevor es seine Zuflucht zum Kriege nimmt „Wir wünschen eine Welt, in der alle N a - tianen nebeneinander exiltisteren können, in der alle ihre billigen Rechte achten und in der Meinungverschiedenheiten durch freie Aussprache beseitigt werden. Wenn wir aber die Welt mit Erfolg in ruhigere Gewässer bringen wollen, so müssen wir freimütig die drei Möglichkeiten ins Auge fassen. Die erste ist K r i e g die zweite ist ein be- maf neter Friede, die dritte ist ein Friede der Verständigung. An der ersten möchten wir vorbeikommen und die dritte wünschen wir zu verwirklichen Unsere eigene Linie ist klar. Wir dürfen keine Gelegenheit versäumen, die Ergebn sse der persönlichen Fühlungnahme zwischen Deutschland, Italien, Frankreich und uns in München so zu fordern, daß sie vielleicht wesenhafte Gestalt annehmen. Wenn wir das tun, so werden wir alte Freunde bei der Suche nach etwas Neuem nicht aurgeben. Denn wir haben die Absicht, nach Möglichkeit unsere Beziehungen zu allen zu verbessern, die bereit sind, ihre Beziehungen mit uns zu verbessern und nach Möglichkeit für eine allgemeine D e r st ä n d i g u n g zu arbeiten unter die sich alle auf der gemeinsamen Grundlage gegenseitiger Duldsamkeit und Achtung stellen können." Mtsetzima der Münchener Triedensv Düfif. London, 26. Okt. (DNB. Funkspruch.) „Daily Mail" meldet, Ministerpräsident Chamberlain habe mnbrenb des W^ckmendes in Cbequers zahlreiche führende wirtschaftliche und politische Persönlichkeiten empfangen, um die internationale Lage mit ihnen zu besprechen. Im Anschluß daran habe Chamberlain jetzt den Beschluß gefaßt, seine europäische Befriedungspolitik fort- zusetzen, die er in München begonnen habe. Frankreich werde aufgeforbert werden, im Rahmen kommender Fühlungnahmen Deutschland ent» gegenzukommen. „Daily Expreß" (Beaverbrook) schreibt: Chamberlain wünsche eine Verstän- d gung mit Deutschland Er wolle den gerechten und vernünftigen Forderungen Deutschlands entsprechen Chamberlain werde in diesem seinem Wunsche die ganze britischeNation hinter sich haben Die öffentliche Meinung Englands sympathisiere mit dem Ziel es zu einer ehrenvollen Bereinigung mit Hitler zu bringen und weise die Auffassung zurück, daß Feindseligkeiten zwischen Deutschland und England unvermeidlich seien. Das englische Volk sei fest davon überzeugt, daß die Welt für die beiden Nationen groß genug fei Allerdings gebe es noch eine zweite wichtige Frage, nämlich die der britischen Aufrüstung. Für beide Fragen benötige England einen starken Mann. Chamberlain sei der beste Mann für ein? solche Aufgabe. Das Blatt schreibt, die britische Aufrüstung sei dadurch gerechtfertigt, daß England praktisch sich nicht > auf ehemalige Verbündete verlassen könne. Rach Hankaus Kall. Auch Wuchang besetzt. I o U o, 26. ort (DRV.) Die Meldung Über den Fall hankaus wird durch eine Mitteilung des kaiserlichen Hauptquartiers bestätigt die besagt, daß Truppenabteiluagen der Heeres- und der Marinestreitkräfte in die hankaustadt eiudrangen und Teile des Stadtgebietes beseht haben. Die am S ü b - ufer des Jangtse vordringenden japanischen Truppen haben auf ihrem raschen Vormarsch Wuchang in Besitz genommen. Die Besetzung hankaus geht weiterhin vor. Große Teile der Millionenstadt stehen bereits unter japanischer Kontrolle. * Die japanischen Truppen nahmen Hankau von der Seite von Tschuangkiaschai um 15.45 Uhr am Dienstag ein. Andere Truppen erreichten bieyutab Bahnstation um 17.35 Uhr. Eine andere Abteilung drang von der westlichen Wasserfront in die Stadt ein. Fliehende chinesische Truppen in einer Stärke von 250 000 Mann, nach japanischen Schätzungen, sollen bei der Einnahme Hankaus von ihren Rückzugswegen abgeschnitten worden sein. Ueber ihr Schicksal herrsche Ungewißheit. Ein Teil der chinesischen Truppen, der von Nachrichtenverbindungen abgeschnitten sei, bewege sich noch auf Hankau zu, ohne zu wissen, daß die Stadt bereits von den Japanern besetzt ist. Wau in Flammen. Hongkong, 26. Okt. (Europapreß.) Das Feuer in Hankau, das von den Chinesen taor ihrem Abzug an mehreren Stellen der Stadt angelegt worden war, hat sich während des Einmarsches der japanischen Truppen mit rasender Schnelligkeit ausgebreitet. Die Stadl ist ein weithin leuchtendes Flammenmeer. Die Japaner, die am Dienstag die drei zusammenliegenden Städte Hankau. Hanning und Wuhan vollkommen eingenommen Haben, sind fieberhaft mit Lösch- und Rettungsarbeiten bescyäf- tigt, ohne jedoch der Katastrophe Einhalt gebieten zu können. An verschiedenen Stellen der Stadt, besonders im sogenannten japanischen Viertel, ertönen ununterbrochen heftige Detonationen, die von den Dynamitexplo Honen herrühren, die die Chinesen vorbereitet hatten. Die gesamte Wasserfront des Stadtteils Wuhan war am Mitt- wochmorgen ein einziger Wall von Flammen Auch der Palast Tschiangkaischeks ist den Flammen zum Opfer gefallen. Die großen Fabriken am Bund sind ebenfalls gesprengt worden. Infolge der Vernichtung der Post- und Rundfunkstation war Hankau wäh. rend des Heranrückens der Japaner von der Außenwelt abgeschnitten. Die ersten Nachrichten gelangten durch einen Kurzwellen-Amateur-Sender an die Außenwelt. Dieser Sender gab den ganzen Tag über eine Schilderung des Ablaufs der Katastrophe. Mit den Worten: „Die Hölle ist los!" brach dann seine Sendung ab. Tschtangkmschek in Tschunalina Sd)Qn flbar 25. Oft. (DNB., Marschall Ts ch i a n g k a l s ch e k befindet sich nach chinesischen Meldungen gegenwärtig in Tschungking, wo er Besprechungen mit führenden chinesischen Politikern abhalt. Ferner wird bekannt, daß der Vollzugsausschuß der Kuomintangpartei rur den 28^Oktober nach Tschungking einberufen worden ist-Er soll den neuen Entscheidungen zustim- men die Marschall Tschianikaischek nach dem Fall Hankaus trifft. Von chinesischer Seite wird ferner •jcOäN; suiyWw QMREl SäiWTUNG TS IN AN ' TSINGTAU KANSU SCHAU RONAN SCHBNS1 « Vr KIANG SU, 7 " ANHUI SINJANG i NANKING SZ ETSCH U AN HUPEI HANGTSCHAU TSCHUNGKING. KIUKIANG' NANTSCHANGj HUNAN KWETTSCHAU K1ANGSI ( YÜNNAN FUK1EN RJTSCHAU AM0V| KWANGSI KWANGTUNG KANTON SWATAU IUNGTSCHAU PRATUS ID Oifliiuui HANKAU* wvtkhang' ■ $TETTlN* V) > ( •HANNOVER! BERUH" eVAAGDEBUR6 100 2QOt,mV—. IDSCHUKUO 7/Z^/z rv s ■> s ■Fl Die japanischen Truppen haben die Kriegshauptstadt Hankau bereits besetzt. Die Regierung ist nach Tschungking verlegt. Die punktierten Flächen unserer Karte kennzeichnen das bis zur Besetzung Hankaus bereits unter der Kontrolle der japanischen Armee stehende Gebiet, die Pfeile geben die Stoßrichtungen der japanischen Truppen an. Ein Vergleich mit der kleinen im g l e i ch e n M a ß st a b gezeichneten Karte eines Teils von Norddeutschland läßt die Größe des japanischen Besatzungsraums erkennen. Die Kriegsschiffe bezeichnen die japanische Blockadelinie. — (Scherl-Bilderdienst-M.) festgestellt, daß Tschiangkaischek mit dem Befehl zur Räumung des Raumes um Hankau die E r - Haltung feiner Kerntruppe beabsichtigt hohe, die er für feinen, von der chinesischen Presse neuerdings mehrfach erwähnten „neuen Plan" verwenden wolle. Einzelheiten dieses Planes sind noch nicht bekannt geworden. Am Dienstagmorgen gab der chinesische Ober- befehlshaber der Provinz Wuhan eine am'Nche Erklärung ab, daß Hankau geräumt werde, daß sich aber eine neue chinesische Front im Südwesten bilden werde. Eine halbamtliche Verlautbarung besagt: „Solange die chinesische Oberhoheit und die Unversehrtheit Chinas angetastet sind, wird China den Krieg nicht aufgeben, ganz gleich, was für Katastrophen über China herein- brechen werden." Das Verhältnis zu England. London, 25. Okt. (Europapreß.) Der soeben In London eingetroffene neue japanische Bot' fchafter Shigemftsu erklärte, es sei fein Ziel, für eine Verstärkung der freundschaftlichen Beziehungen zwischen Japan und England zu ar* beiten Er bezog sich dabei auf die traditionelle Freundschaft zwischen den beiden regierenden Hausern und die Bande zwischen den beiden Völkern, die niemals zerrissen seien. Allerbmgs könne man nicht leugnen, daß durch die kürzliche Entwicklung der Weltlage gewisse Mißverständnisse auf beiden Seiten entstanden seien. Aber er betrachte es als seine erste Pflicht, die Gründe für die Miß* Verständnisse zu beseitigen. Es sei wesentlich, daß beide Jnselreiche zu einer vollen Verständigung gelangten, da eine solche Verständigung unentbehrlich für die Förderung des dauernden Weltfriedens fei Die gesamte japanische Presse bezeichnet den Fall Hankaus als einen Wendepunkt des Chinakonfliktes. „Tokoy N'ichi Nicki" schreibt, daß nunmehr die letzte Stunde für England gekommen sei, seine Fernostpolitik einer Neuorientierung zu unterziehen, da dies die ein- giae Möglichkeit sei, die englischen Interessen in Vhina zu erhalten. „Domiuri Schimbun" glaubt feststellen zu können, daß England unter dem Eindruck der letzten Ereignisse nunmehr gewisses Verständnis für die Handlungsweise Jovans aufzubringen scheine Der Fall Hankaus fei nicht das Ende, sondern der Ausgangspunkt eines neuen Stadiums des Chinakonfliktes. „Tokyo Alahi Schimbun" unterstreicht, daß in diesem Zeitpunkt die militärische Phase durch eine diplomatische abgelöst werde. ♦ Wie von unterrichteter Seite mitgeteilt wird, ist der infolge der Beschädigung des englischen Kanonenbootes „San dpi per" bei Tschangtscha durch javanjsche Flugzeuge hervorgerufene Zwischenfall durch einen Besuch des stellvertretenden Außenministers beim englischen Botschafter in To- kio bei gelegt worden. Die Japaner werden unverzüglich eine eingehende Untersuchung durchführen. Persönlichkeit und Gemeinschaft. Reichspreffechef Dr. Dietrich sprach in Dien über die Grundlagen des nationalsozialistischen Weltbildes. Wien, 25. DH. (DNB.) Der Reichspressechef Dr. Dietrich sprach in Wien im Rahmen einer Veranstaltung des NSLB über die Grundlagen des nationalsozialistischen Weltbildes. Reichsleiter Dr. Dietrich beaann mit der Feststellung, daß wir in diesem Jahre sozusagen einen naturgewaltigen grandiosen Anschauungsunterricht erlebt hätten, wie das Gefühl der Gemeinschaft, die Stimme des Blutes stärker sei als jede willkürlich aufgerichtete Grenze. Dr. Dietrich hob hervor, daß die Größe der geistesgeschichtlichen Tat, die nationalsozialistische Revolution, als eine Revolution des Denkens darin bestanden habe, daß sie das individualistische Denken durch das gemein- jchaftsbewuhte Denken ersetzte und damit in der Welt des Geistes einen Durchbruch vollzogen habe, der einen Denkfehler von Jahrhunderten korrigierte Er schilderte, wie der Individualismus die Philosophie in ein Labyrinth der Gedanken verstrickte, das sie immer mehr von der Wirklichkeit entfernte und zu jenem grotesken Zustande führte, der auf dem letzten Philosophenkongreß in Prag als Dauerkrise der Philosophie gekennzeichnet wurde Das sei das bittere Ende einer Epoche, die das Fundament ihrer Philosophie statt auf dem naturgewachsenen Boden der Gemeinschaft auf dem Sandhaufen der individualistischen Erkenntnis- theorie errichtet hatte. Dr. Dietrich schilderte bann, wie sich von der Grunderkenntnis des rassisch bedingten gemeinschaftsbewußten D°nfnns aus uns die Begriffe des Lebens auf allen Gebieten neu geordnet hätten. Er hob den entscheidenden Unterschied zwischen der Persönlichkeit und der individuellen Eiaenheit heraus und kam zu dem Schlüsse, daß Persönlichkeit nicht durch naturreinen* schädliche Denkmethoden oder psychologische Zergliederungen, sondern nur vom Gesichtskreis der Gemeinschaft aus erkennbar und begreiflich und daß für sie entscheidend sei, daß sie aus innerer Notwendigkeit im Sinne der Gemeinschaft wirke Nur in der Gemeinschaft habe die Persönlichkeit ihren Lebensraum.-Dr Dietrich stellte dem kalten F r e i h e i t s b e g r i f f des Individualismus. der die Befreiuna des einzelnen von feinen Pflichten gegenüber der G-meinfchaft wolle, den schöpferischen Begriff der Freiheit gegenüber, der Freiheit für die Gemeinschaft, die allein die wahre Freiheit sei und diesen Namen verdiene. Diesen echten Begriff der Freiheit habe die nationalsozialistische Revolution lebendige Wirklichkeit werden lassen. Was der Individualismus Freiheit nenne, sei nicht Freiheit, sondern Verantwortungslosigkeit. Wahre Freiheit sei nur schöpferische Freiheit, und wer positiv und schöpferisch am heutigen Leben der Nation mitarbeite, der besitze diese Freiheit und empfinde sie ebenso glückhaft wie die Nationalsozialisten, weil er in der Arbeit für die Nation seinem eigenen Wesen, seiner eigenen Art gemäß frei handele und wirke. An der Wiege des Dritten Reiches habe die Macht der Persönlichkeit neben der Kraft der Gemeinschaft gestanden. Als Unbekannter und Namenloser sei der Führer aus dem Schoße des Volkes an die Spitze der Nation emporgestiegen. Aus der Einheit von .Volk und Führer, als der Uebereinstimmung dieses Denkens und Fuhlens, aus dem Gleichklang ihrer Herzen sei jene Harmonie der Kräfte erwachsen, die heute das unmöalich Scheinende möglich mache. Aus dieser inneren Einheit und Verbundenheit mit dem Volke schöpfe der Führer die Kraft zu seinen Entschlüssen und das Volk den gläubiaen Mut, sich wie ein Mann hinter ihn zu stellen. Dr Dietrich zitierte das Wort des Führers, daß der Nationalsozialismus ja nichts anderes gls ein genial durchdachtes System der Persönlichkeitsauslese sei. Die Organisation dieser politischen Führungsauslese unseres Volkes sei die - n a t i o n a l s o z i a l i st i s ch e Partei, die, selbst das Ergebnis eines im Kampfe a-wor- denen Ausleseprozesses, Zehntausenden von Volks- genossen aus allen Berufen und Schichten politische Verantwortung übertragen und ihnen so die Möglichkeit geschaffen habe, durch politische Bewährung in die führenden Stellen des Reiches einzurücken. Die Schöpfung des klassenlosen Staates, in dem das gleiche Leistungsprinzip für alle gilt, habe zum erstenmal dem Wort Sozialismus einen praktisch"«, lebensstarken Inhalt urrh der sozialistischen Sehnsucht von Jahrhunderten Erfüllung gegeben Es fei der Schritt über die Schwelle eines neuen Zeitalters, den mir tun. und die Auf- gaben des Geist-s, die für uns daraus erwachsen, feien zu keiner Zeit der deutschen Geschichte größer und gewaltiger als heute gewesen. Deutsche Reisende von emerZuden- bande in Antwerpen überfallen. OstjüdischeDiamantenhändterbringen einem deutschen Forscher schwere Verletzungen bei. B r Ü s f e l, 25. DEL (DNB.) In Antwerpen wurde eine harmlose Reisegesellschaft das Opfer eines gemeinen und hinterhältigen U e b e r f a l l s durch eine jüdische Bande Fünf deutsche Passagiere des Hapagdampfers „C o r d i l l e r a" wurden bei einem Spaziergang durch die Stadt in der Nahe des Hauptbahnhofes von o st j ü d l s ch e n D i a m a n « tenhänblern in der Nahe der Antwerpener Diamantenbörse überfallen. Etwa 50 Juden stürzten sich auf die fünf Deutschen, wobei fie „Schlagt b i e Nazis tot! Der Leiter der Deutschen Columbien-Corbilleren-Expedition, der Münchener Forschungsreisende Dr P ' ch l er wurde dabei durch die jüdischen Rohlinge schwer ver letzt und außerdem bestohlen. Er wurde von dem Schiffsarzt des deutschen Dampfers in Behänd lung genommen Auch ein zweiter deutscher Reisen der wurde durch die jüdischen Angriffe verletzt. Nur durch das Einschreiten von Polizeibeamten und eim aer anständiger Belgier konnten weitere Mißhand lungen vermieden werden ...... «x.wfr. Di- zwei Räd-lslühr-r der ludüch-n B°rH° wurden verhüttet und werden stch °°r G-r>ch zu verantworten habew Der deutsche G e n - r ° tonlul. Schmidt - R ° - ll' e. bat m Protest, schreiben an den Gouverneur der Provinz Antwer pen und den Antwerpener Oberbürgermeister e ne Bestrafung der Schuldigen gefordert und ver langt Sorge dafür zu tragen, daß deutsche Reisend sich künftig in Sicherheit in Antwerpen bewegen können Don einem großen Teil der belgischen D r e s s e ist der Zwischenfall bisher t o t g e f cf) ro ?en w°r»-n Viele Einste,lun,V-.1 -Ws - ■ Nach Beendigung des geheim* nisvollen Klärungsprozesses, den die Tabake in ihrer Fermentationszeit durchmachen, Öffnen sich die Türen zum Weg in die Fabrikationsräume der Cigaretten >R6« o/M. -1 Aus aller Welt. $euer auf dem Hapagdampfer »Deuff^onö" erfolgreich eingedämmt Neuyork, 26. Okt. (DNB. Funkspruch.) Auf dem Hapagdarnpfer „Deutschland", der am 20. Oktober Hamburg mit dem Ziel Neuyork verlassen hatte, brach am Dienstag in den späten Abendstunden im Laderaum II ein Brand aus. Um 23.22 Uhr ließ der Kapitän 808-Rufe funken, die von mehreren Dampfern, die sich in der Nähe befanden, ausgenommen wurden. Das Schiff befand sich xur Zeit des Brandes annähernd 320 Kilometer südöstlich von Cap Race (Neufundland). Unter den 12 Schiffen, die in höchster Fahrt der „Deutschland" zu Hilfe eilen, befindet sich auch der deutsche Dampfer „Bremen". An Bord der „Deutschland" sind, wie Reuter berichtet, 591 Fahrgäste und 400 Besatzungsmitglieder. Der norwegische Dampfer „Europa^ sowie der Amerikaner „Col- lamar" befanden sich zur Zeit der 8O8-Rufe in etwa 75 Meilen Entfernung von der „Deutschland"; sie dürften inzwischen zur Hilfeleistung eingetroffen sein. Der Brand konnte erfolgreich eingedämmt werden, so daß eine weitere Gefahr für den Dampfer nicht mehr besteht. Die Passagiere legten sich gegen Morgen bereits wieder schlafen. Nach einem bei der Hamburg-Amerika-Linie einaegange- nen Funktelegramm hofft der Kapitän, haß die „Deutschland" in kürzester Zeit ihre Fahrtnach Neuyork fortsetzen kann. Das Reichsheimstättenamt tagt in jranffurf. Lpd. Frankfurt a. M., 25. Okt. Mit einer intern:n Tagung der Kreis-, Fach- und Gauheim- stättenwalter der DAF. wurde die Reichsarbeits- togung des Reichsheimstättenamtcs eingeleitet. Im Mittelpunkt stand besonders die Aufgabe der Heirn- stättenwalter beim Leistungskampf der deutschen Betriebe unter besonderer Berücksichtigung der Wohnstättenbauaktion der Deutschen Arbeitsfront. Gauamtsleiter A v i e n t) gab einen Einblick in die Arbeitsweise des Rhein-Mcumschen Siedlungswerkes. Nach feiner Auffassung komme für den Posten eines Amtsleiters des Siedlungswerkes nur eine ehrenamtliche Tätigkeit in Frage. Nur sie verbürge die erforderliche Unabhängigkeit. Es sei notwendig, daß dieser Leiter im wirtschaftlichen und sozialpoli-1 tischen Leben des Gaues eine möglichst einflußreiche Stelle innehobe. Dagegen müsse die Position des Geschäftsführers hauptamtlich fein; eine erstklassige Fachkraft könne hierfür nur in Frage kommen. Für Gauleiter Sprenger war es eine Selbstverständlichkeit, daß der Leiter des Heimstätten- omtes zugleich Gaugruppenleiter des Deutschen Siedlerbundes sei, ohne daß deshalb die Selbständigkeit des Siedlerbundes beeinträchtigt würde. Schwieriger lägen die Verhältnisse für die Zusammenarbeit zwischen Heimstättenämter und dem gemeinnützigen Wohnungswesen. Aber auch hier möge das Rhein-Main-Gebiet ein Beispiel dafür sein, daß • die Brücke geschlagen werden könne. Schließlich be-; handelte Pg. Avieny noch die Aufgaben des Ge- meinnützigeii Vereins zur Förderung des national-1 sozialistischen Siedlungswerks im Rhein-Main-. Gebiet e. D. Siedlungsförderungsverein genannt. Auf dem Reichssiedlungshof soll eine Arbeitsgemeinschaft der bereits bestehenden Sied- lungsförderungsvereine gebildet werden, die sich auch bei der Gründung neuer Vereine zur Verfügung stellt. Diese Arbeitsgemeinschaft wird durch Erfay- rungsaustausch und gegenseitige Informationen Kräftevergeudung vermeiden und eine günstige Ent» micklung der Einrichtung sichern helfen. Der Reichs- siedlungshof ist Fortblldungsstättc für alle am Sisd- lungswerk beteiligten Bau- und Siedlungsfachleute, ferner Forschungsstätte für alle Fragen, die den Siedler berühren. Als wirtschaftliches Fundament und zugleich als Grundlage für die wissenschaftliche Arbeit diene eine dritte Abteilung des Reichssiedlungshofes, die Kleintierzucht- und -Dertriebsstells. Sie «Hilf mit!"* und Hans-Gchemm- preiie des 7!S>.-Lehrerbundes. Wien, 25. Okt. (DNB.) Im Rahmen der Ostmarktagung des NS.-Lehrerbunder fand in der Wiener Hofburg die „Hilf m i t! - F e i e r st u n d e des NS.-Lehrerbundes statt. Der Reichswalter des NSLB., Gauleiter Wächtler, gab die Verteilung der „Hllf mit!"- und Hans-Schemm-Preise 1937/38 bekannt. Den „Hllf mit!"-Preis für die besten noch unveröffentlichten Jugendgedichte und Jugenderzählungen des Jahres hat der NSLB. zuerkannt: a) für die besten Jugenderzählungen: 1. Preis: (750 RM.), Mar Breuel, Königshofen (Thür.); 2. Preis: (600 RM.) Gg. A. Oed mann, Niederwiesa (Sachsen); 3. Preis: (400 RM.) Karl Hans Watzinger, Linz (Oberdonau); 4. Preis: (300 RM.) Heinrich Riepe, Voxtruv bei Osnabrück; 5. Preis: (200 RM.) Erna Lühmann, Berlin; 6. 'Preis: (150 RM.) Herbert Lange, Dresden; 7. Preis: (100 RM.) Alfred Frank, Fletschenreuch (Oberfranken); b) für die besten I u - gendgedichte: 1. Preis: (200 RM.) R. A. W i e m e r, Bad Frankenhaufen (Kyffhäuser), zwei 2. Preise: (je 75 RM.) Heinrich Hanitza von Bazan, Berlin und Suse P f e i l st u e ck e r , Bonn am Rhein; drei dritte Preise: (je 50 RM.) Artur Dumke, Berlin, Lucie Rohmer-Heil- scher, Hofheim (Taunus), Auerswald, Heiligengrabe bei Techo (Ostpriegnitz). Den H a n s - S ch e m m - P r e i s für die besten erschienenen Jugendbücher des ' Jahres erhielten: 1. Preis (2000 RM.) Gottfried Rothacker (Dr. Bruno Nowak) Berlin; 2. Preis: (1000 RM.) Alfred Zagharias (Cauting bei München); 3. Pr.: (500 RM.) Alfred Weiden mann (Fulda). Die Preisträger aus dem Wettbewerb „Lei- stungsberichte deutscher Lehrer" über das Thema „Der Erzieher im Dritten Reich" sind: 1. Preis: (1000 RM.) Willi) Illingen, Köln- Nippes; 2. Preis: (500 RM.) Heinrich Engel, w tnanr Htnrnn i iw Naumburg; 3. Preis: (300 RM.) fiel auf Willy Pralle, Oldenburg und Heinrich Sieger (200 Reichsmark), Schloun (Schlesien). Gauleiter Wächtler unterstrich die Bedeutung des Jugendschrifttums für die nationalsozialistische Jugenderziehung und verwies dabei besonders auf die Schülerzeitschrift „Hilf mit!", auch das P u p p e n s p i e l sei ein wertvoller Beitrag auf dem Gebiet der Erziehung. Es müsse daher wieder einen Ehrenplatz im arteigenen Schaffen unseres Volkes erhalten. Nach Schluß der Feierstunde wurden die Ausstellung „Volksgemeinschaft — Schicksalsgemeinschaft" und das Hilf mit!-Marionetten- theater im Messepalast eröffnet. Todesurteil im Wiesbadener Mordprozeß. LPD. Wiesbaden, 25. Okt. Das Schwurge- richt in Wiesbaden hat die 59 Jahre alte Johan- nette Vondorf wegen Mordes zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt. Sie hatte, wie gemeldet, die pensionierte Lehrerin Fischer, bei der sie in Untermiete wohnte, mit 17 Beilhieben so zugerichtet, daß der Tod alsbald eintrat. Als Grund hat sie „Verärgerung" angegeben. Das Gericht hat dieses Motiv auch in die Urteilsbegründung übernommen. Dem ganzen Sachverhalt nach und wegen der völligen Reuelosigkeit der Angeklagten warf sich die Frage nach der Zurechnungsfähigkeit auf. Die Sachverständigen bejahten sie mit der Begründung, daß eine noch so minderwertige Erbmasse und Milieuschäden nicht von der Einhaltung der natürlichsten Sittengrenzen entbinden können. Die Angeklagte sei zwar moralisch defekt, aber im Besitz normaler Geisteskräfte. Die Urteilsbegründung nahm sie völlig ruhig hin. Auf die Frage des Vorsitzenden, ob sie das Urteil anerkenne, schüttelte sie den Kopf und erklärte plötzlich wieder, daß sie die Tat nicht begangen habe. Nebel über England. Infolge starken Nebels, der in manchen Teilen Londons die Sicht bis auf drei Meter verhinderte, kam es in ganz England am Dienstag zu erheblichen Verkehrsstörungen. Die.gesamte Kanal- und Themseschiffahrt ist stillgelegt. Kein Dampfer kann aus einem englischen Hafen ein- oder auslaufen. Der Luftverkehr ruht ebenfalls. Nur ein Flugzeug vorn Kontinent erreichte Croydon. Ein Flugzeug der Linie Paris—Croydon stieß bei einer Notlandung auf dem Flugplatz von Lymphe auf den Boden auf und wurde schwer beschädigt. Die 16 Fluggäste blieben unverletzt. Ein Flugzeug der holländischen Luftlinie konnte in Manchester den Flugplatz im Nebel nicht finden und mußte, ohne zu landen, wieder nach Amsterdam zurückkehren. — Die Windhundrennen in Wimbledon wurden abgesagt. 18 Tote beim Absturz eines australischen Flugzeugs. Ein mit 14 Fluggästen und vier Mann Personal besetztes Flugzeug stieß auf einem Fluge von Adelaide nach Melbourne in dichtem Nebel gegen einen Hügel der Dandenong-Gebirgskette und stürzte brennend ab. Sowohl die Fluggäste als auch die Mannschaft fanden den Tod. Unkt den Toten befindet sich ein Mitglied des australischen Bundesparlaments. Eine Stunde vor dem Absturz hatte der Flugplatz von Melbourne versucht, mit der Maschine in Verbindung zu kommen. Diese konnte jedoch infolge des schlechten Wetters nicht aufgenom» ihen werden. Kunst und Wissenschaft. Reichsminister Dr. Goebbels in Babelsberg. Reichsminister Dr. Goebbels besichtigte die Modelle zu dem Umbau von Babelsberg. Die Modelle zeigen die geplanten Neubauten der R e i ch s f i l m- und der Reichstheater-Akademie, des Verwaltungsgebäudes des Roten Kreuzes, ferner Neubauten einzelner Filmgesellschaften, sowie Neubaupläne der Stadt Babelsberg selbst. Es wurde die Frage erörtert, ob neben der Filmakademie auch die Theaterakademie nach Babelsberg gelegt werden soll. Anschließend besichtigte der Minister die provisorischen Bauten der Reichsfilmoka- d e m i e, die in den nächsten Tagen mit dem Lehrbetrieb beginnt. In Begleitung des Ministers befanden sich u. a. der Präsident der Deutschen Reichsfilmakademie Müller-Scheld, her Präsident der Reichstheaterkammer Körner, und der Reichsfilmdra-naturg von Demandowsky. Wetterbericht Von Mitteldeutschland her hat die Bewölkungszone sich jetzt auch auf den Westen und Süden des Reiches ausgedehnt, so daß die Nacht zum Mittwoch in unserem Gebiet schon allgemein frostfrei verlief. Da auch die Großwetterlage eine Umgeftalhmg erfährt, wird sich im Bereich einer flachen Tiefdrucknnne noch leichte Unbeständigkeit einstellen, doch ist das Aufkommen ausgesprochenen Schlechtwetters nicht zu erwarten. Vorhersage für Donnerstag: Morgens vielfach dunstig oder neblig, sonst meist wolkig, auch einzelne Niederschläge möglich, etwas milder, veränderliche Winde. Lufttemperaturen am 25. Oktober: mittags 5,9 Grad Celsius, abends 5,1 Grad; am 26. Oktober: morgens 3,3 Grad. Maximum 6 Grad, Minimum heute nacht 2,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 25. Oktober: abends 4,8 Grad; am 26. Oktober: morgens 4,7 Grad. — Sonnenscheindauer 1,1 Stunden. Hauptschriftleiter vr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum» schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: vr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: l)r. HansIHyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. 2). 21. IX. 38: 9143, Druck und Verlag: Brühlsche Unioersitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM.' 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Sam-tags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Ludwig Bittendorf und Kinder. Ruttershausen, im Oktober 1938. 6825D Für die warme Anteilnahme an unserem großen Schmerze danken wir auf diesem Wege herzlichst Korsetten jegl. Art Leibbinden und Büstenhalter Büstenheben „Escora“ Junger Mann als Lagerverwalter für hiesiges Lager auswärtiger Großfirma zum sofortig. Eintritt ob. später gesucht. Angebote mit Lebenslauf,Zeugnis- ab,chriften und Gehaltsansprüchen unter 6800V an den Gieß. Anz. Korsettengeschäft W. Hornung Llebigstraße 19, gegenüber der Alten Klinik Straßen bahn - Haltestelle! 6606D Bekanntmachung. Betr.: Umbenennung des Wohlfahrtsamtes in Sozialamt. Mit Rücksicht auf den gegenüber früher grundlegend veränderten Aufgabenkreis führt die bisher als „Städtisches Wohlfahrtsamt" bezeichnete Dienststelle ab 1. 11. 1938 die Bezeichnung „Städtisches Sozialamt". 6832C Gießen, den 29.10.1938. , Der Oberbürgermeister: Ritter, Bekanntmachung. Betr.: Straßenbahnverkehr. Im Straßenbahn-Fahrplan treten ab sofort bis auf weiteres folgende Aenderungen ein: 6830A »Auf der roten Linie wird der 7^-Minutenver- kehr, auf der grünen Linie der Nstündliche Verkehr Samstags und Sonntags bis zum Schluß des Betriebs durchbeführt. An den übrigen Werktagen bleibt der Verkehr vor wie nach unverändert." Gießen, den 24. Oktober 1938. Städtische Betriebe Gießen. Direktion. . (Kßzzen.- Nemden. Ante rti g u n g nach Maß Fr. Levermann Gießen, Seltersweg 71 6342 A | Mietgesuche | Möbliertes Zimmer mitKochgeleaen- heit für 2 Pers gesucht Schrift!. Angeb. il 04802 andenGieß.Anz. Verlobungs-Anzeigen bei Brühl. Schulstr. 1 Vermietungen*] Inrtlliaum für- 2 Wagen zu vermieten. rO4so8 Müblftraße SS. Helle Büroräume ca. 50 qm Bodenfläche, mit Heizungsanlage, ver l.Novemb. zu vermiet. M26d Wilhelm L Fritz Fullmanu Bahnhofstr.67. fileiue aagkW Bohnung mit allem Zube- höringut.Hause, an älteres Ehe- vaar,ev. alleru- ftchende Frau, die kleine Arbeitenübernehmen, ab 1. Dezember bill zu vermiet. Schriftliche Angebote u. 04727 an d. Gieß. Anz. [Stellenangebote) Metyger: geselle zum baldigen Eintritt gesucht. Zu erfragen in d. Geschäftsstelle desGießenerAn- zeigers. «828^ Manski* 17-18 Jahre, für IDfort gesucht. Konditorei Geibner Plockstr.9. [6s2qD Innere Stenolypislin sof. gesucht. 6923° Dtudeiei Will Wetzsteinstr. 8. Nettes, junges zickige Mn zum Reinigen unserer Büroräume sofort gesucht. 6836D Hehligenstaedt LEomv. G m b-H. ,63 i eßen. Zuverlässiges Tagesmädchen mit guten Zeugnissen z. 1. Nov. gesucht. 04806 ftaii Hl. Saug, Wilhelmstr 5 I. Ordl. 04733 Mädchen z. 15. Nov. ges. Fr. Kolb, Ludwigstraße 40 Zuverlässiges TayesmäDchen von morgens 8 bis mittags 2 Uhr gesucht. 6837° K aiferallee64v. 2lü(t)Iü$C von z di« 20 v. 6. erhalten Sie frei wiederholten Ans- iflhmen einer Ameise [Stellengesuche! Kindes. ;D geböte u. 04795 Bahnhofstraße an den Gießener Nr.49 II. IAnzeiger erbet. Stßno’iypisiin sucht Stellung, (la Zeugnisse). Schriftliche An- Mädel gesucht für morgens zum Ausfahren emes Ein eigenes Haus - Auch für Sie Eine Auswahl schöner zweckentsprechender Eigenheime im Gestehungswert von RM. 6000.-bis 30000.- zeigt Ihnen Dr. Wiedemann, Frankfurt a. M., im Lichtbild am Donnerstag, 27. Oktober 1938, 20.30 Uhr, in Gießen, im Hotel Prinz Carl, Seltersweg 40 und spricht über die Frage: Wann und wie soll ich bauen? Die gesunde Finanzierung des Eigenheimes. Eintritt frei! Deutschlands größte Bausparkasse Gemeinschaft der Freunde Wüstenrot,Ludwigsburg Bis heute für 20710 Eigenheimverträge 277 Millionen RM. bereitgestellt Jedes Vierteljahr laufend Zuteilungen von je mehreren Millionen RM. 6822 V IWMI sucht Stellung im Haushalt (Pflichtjahr). Schriftliche Angebote u. 04796 an d. Gieß. Anz. Verkäufe MlkN a. Nahrungsberg undimNeustädt. Felds Lahngeb.), beide mit gutem Bestand, preiswert zu verkauf. Schrift!. Angeb. unter 04810 an d. Gieß. Anzeig. Mil* zu verkauf. ocsoo Bahnhofstr. 67. 1-ILiter- Qpsl-Liinoasine steuerfr., maschinelleinwandfrei, wegen Umstell. abLUgeben. Zu erfragen in der Geschäftsst. des Gieß. Anz. 04801 Eintiiriger Kleiderschrank aus Nachlaß zu verkaufen. 04798 Johannesstr. 9 (Altersheim). Opel-Lin» 6Zplinder,2Ltr, '50000 kmgefahr. zu verkaufen. Preußische Elektrizitäts- Akt.-Gesellschaft Wetzlar AlterrbergerStr. Nr. 34. l«833v Mioin zu verkaufen. Ebert Wetzlarer Weg Nr. 55 I. [ Otsos hamiliendrucksacner Verlobungsan zeigen Vermählungsanzeigen Geburtsanzeigen bei Brühl. Schulstr J kommt durch die Welt kommt von selbst auf Donnerstag, den 27.Oktober 1938, nachm. 2 Uhr, versteigere ich an Ort und Stelle (Bekanntgabe erfolgt im Versteig.-Lokal Neuenweg 28, dahier) zwangsweise gegen Barzahlung: 2 Personenwagen, 10 Autoreifen, Chaiselongues, Sestel, Kautsch, Diwans,Sofas, Büfetts, 2 Speisezimmer, Bücher- u.Warenschränle, 1 Registrierkasse, 1 Korbgarnitur, 1 Wanduhr, Dirstomatschreibtische, Klavier u. Grammophon, Mantelkessel, Oesen, Wandschoner, Konservendosen, Kaffeekannen u. and. Haushaltungsgegenstände. omsD Moll Gerichtsvollzieher in Gießen, Ludwigstraße 33 I, Telefon 3239. Gasherd Sessel, Liegestuhl, Schränkchen zu verkauf. ocso? Gartenstr. 1711. ( Kaufgesuche | Mercedes 170 Y Limousine, gut erhalt.,zu kaufen gesucht. Schriftl. Anaeb.u. 6834 0 an d. Gieß. Anz. Gebr., älterer Teppich etwa 2l ?: 3V3 m zu kauf, gesucht. Schr.Ang.m.Pr. u.04805a.d.G A. An-und Verkauf von Lumven Eisen. Bavier Flaschen u. alle Metalle. Rebe Bestellung wird abgebolt. .>20« H. Schneider "Neuenweg 6 Telephon 3187. [Verschiedenes] mm mll MMi ingut.Geschäfts- lage Gießens an tüchtig, kautionsfähig. Geschäftsmann unt günst. Bedingungen so- fortz verpachten. Schrjstl. Angeb. unter 68310 an d. Geschäftsstelle d. Gieß.Anz erb Gold. Armbanduhr auf dem Wege FrankfurterStr. -Stadttheater verloren! Geg. Belohnung abzugeb. Fundbüro oder bei Erich Beller, Bahnhofstr. 1. KleineAnzeigen 'M (Biefirner Anzeiger warben von Tanienven beachtet unö flelejeu« Stadttheater zügen von L. van Beethoven. Musikai. Leitung: Paul Walter. Spielleitung: Hermann Schultze - Griesheim. Preise: RM. 1.20—4.00. 6755D Freitag Kl 20—22.30 Uhr 5. Freitag- Miete I ErstauHflhrnn Fidelio Oper in 2 Auf- 19.30 22.30Uht Wiener Blul Preise: RM. 0.90-3.50. Samstag, den 29. Oktober 1938, 4!4 Uhr: Schüler-Konzert bei Fran Cläre Sdileiier-Altmann Goethestraße 63 047,7 Eintritt frei, Programme b.ChaUier. Vogtsche Piiyat-Handelsschule Gießen, Goelhestr.32 Aufnahme für das Winterhalbjahr in die In. ^jährigen Klassen Beginn 19 Oktober 1938 Anmeldungen u. Auskunft n Gießen, Goethestr. 32. jederzeit. Rui 2486 M87a Kontoristin mit guter Handschrift, sichel arbeitend, in Stenographie und Schreibmaschine ausgebildet, per 1. November 1938 oder 1.Januar 1939 in Dauerstellung gesucht. Schriftliche Bewerbungen mit Zeugnisabschriften unter 6827D an den Gießener Anzeiger erbet. BluO Die Quelle neuen Lebens- Der Gehalt an Lecithin u.Eife>* macht’s! Gr. Flasche RM.2.75 Kurfl.RM 4 90 Engel - Apotheke, Gießen* Kraft Starke Nerven, frisches Aussehen, gesunden Appetit erreichen alt und jung durch Lebens-Elixir Dr. Schieffer Nr. 251 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Mittwoch. 2b. Oktober 1958 Aus dem Reiche der Krau. * Wenn die Kinder wachsen. Von Krida Aisch. „Sieh dir dies bloß mal an, Liesbeth, es ist -zum Heulen! Jetzt ist dem dicken Bub' schon wieder die Strampelhos zu klein, und vor sechs Wochen hat sie Mutter erst gestrickt! Ich hab ja eine neue an» gefangen, aber die ist noch lang nicht fertig." „jjreu’ dich lieber, Christel, wie prachtvoll der Bub gewachsen ist. Das neue Höschen strickst du eben größer." * 1 * "Das wollte ich auch schon mit diesem da, es war °bsr es sollte doch nicht so sein, daß Rolschen gleich drin versäuft." „Ist auch nicht nötig. Zeig' doch mal das ange- fangene Strickzeug. Wie weit bist du denn?" „Ich hab erst den Rumpf!" „Na, das paßt aber fein. Du strickst jetzt nicht wie bei der alten Hose, den Zwickel gleich mit, sondern machst ihn extra. Wenn du die Beinchen ab- geteilt hast, strickst du erst so hoch, wie der Zwickel groß ist, und nähst ihn ein. Du schließt nun nicht bas Beinchen zur Runde, sondern strickst noch zehn bis zwölf Nadeln mehr, und rundest dann -rst das Beinchen. Siehst du, der Zwickel ist die Stelle die an dem Höschen am schnellsten verbraucht ist Weil du ihn extra gearbeitet hast, kannst du ihn spater leicht heraustrennen und dabei die Bux erweitern, denn der neue Zwickel kann so viel größer fein, als du die Beinchen langer offen gestrickt hast. So kann Rölfchen sie doppelt so lang anziehen und öu hast nicht immerfort die neue Arbeit. So viel Hofen- wie dein Bub braucht, könnte eine Mutter sonst gar nicht schaffen!" -.-Ach, Liesbeth, das ist ein feiner Rat. Und weißt du, jetzt strick ich auch gleich einen größeren Zwickel und setz ihn in die alte Hos, nähe ihn mit der Hand ein und schneide drunter den kleinen fort. Dann geht sie auch noch ein Weilchen. Schöner hätte es natürlich ausgesehen, wenn alles paßrecht vorbereitet wäre." Unsere Ernährung im Aovember. Von Oberregierungsrai Or. Wolfgang Clauß Generalfeldmarschall Göring und Reichsleiter Darre haben auf dem Parteitag in Nürnberg einen umfassenden Ueberblick über Deutschlands Ernährungslage gegeben. Die beiden Männer konnten darauf Hinweisen, daß wir bei den wichtigen Volks- nahrungsmitteln über große Reserven verfügen. In den auf den Parteitag folgenden Wochen hat sich gezeigt, von wie ungeheurem Wert allein das Vorhandensein dieser Reserven für die Außenpolitik des Führers war. Es besteht kein Zweifel, daß diese Reserven zur Erhaltung des Friedens wesentlich beigetragen haben. Die Kriegshetzer wußten, daß Deutschland durch eine Blockade auf dem Ernährungsgebiet nicht mehr wie im Weltkriege in die Knie gezwungen werden kann. Diese Erfahrung macht es erforderlich, trotz des Vorhandenseins der großen Nahrungsmittelreserven auch weiterhin sparsam zu leben und sorgsam darüber zu wachen, daß die Reserven erhalten bleiben. Dies bedeutet, daß auch in Zukunft trotz der reichlichen Versorgung unseres Volkes mit Nahrungsmitteln auch weiterhin jeder, der in Deutschland mit Nahrungsmitteln umzugehen hat, insbesondere auch die Hausfrauen, die Parole vom .Kampf dem Verderb" nach wie vor auf das Sorgfältigste beachtet. Es besteht auch weiterhin die erste Verpflichtung, in enter Linie die Nahrungsmittel zu verbrauchen, die in der jeweiligen Jahreszeit am reichlichsten zur Verfügung stehen. Die maßgebenden Männer haben es auch selbst in Nünberg zum Ausdruck gebracht, daß wir auch weiter sparsam leben wollen. Diese Mahnung ist vielleicht in diesem Jahre besonders notwendig beim Brot- und Weizengebäck. Wir haben zwar eine Rekordgetreideernte zu verzeichnen, die es uns gestatten würde, bis zur nächsten Ernte aus dem Vollen zu leben. Wir dürfen jedoch in der Brotversorgung nicht von der Hand in den Mund leben und müssen eine langjährige Sicherung unserer Brotversorgung anstreben. Um dies zu erreichen, müssen wir uns bemühen, einen möglichst großen Vorrat vom Segen der diesjährigen Brotgetreideernte aufzuheben für magere Jahre, die auch wieder einmal kommen werden. Volkswirtschaftlich richtig ist es deshalb nach wie vor, in erster Linie Rog - qenvollkovnbrot zu verbrauchen und eine Ausweitung des Verbrauchers an Brot überhaupt und vor allem an Weizengebäck zu vermeiden. Wir müssen immer vor Augen haben, daß das deutsche Brotgetreide, bedingt durch unsere klimatischen Verhältnisse, in erster Linie Roggen ist. Unseren Bedarf an Weizen können mir bei steigendem Verbrauch bis auf weiteres nur in guten Ernteiahren aus eigener Erzeugung decken. An diesen grundsätzlichen Forderungen für den Verbrauch von Brot und Weizengeback wird auch nichts dadurch geändert, daß auf Grund des günstigen Ernteergebnisses die Herstellung von hellerem Roggenbrot und von Weizen b r ö t ch e n ohne Beimischung von Maismehl wieder zugelassen worden ist. Es wäre im übrigen zu wünschen, daß die Tatsache der Wiederzulassung von hellerem Roggenbrot die Verbraucher veranlaßt, an Stelle von Weizen- gebäck jetzt wieder mehr Roggenbrot zu verzehren. In diesem Zusammenhang sei darauf daß die Bäcker auch heute noch vielfach Bro chen mit Maismehlbeimischung liefern müssen, obwohl der Zwang hierzu bereits aufgehoben ist; es Anämlich notwendig, das vorhandene mit Maismehl bereits gemischte Weizenmehl Zunächst zu verbrauchen. 9 Die geschilderte grundsätzliche Lage unserer Ernährungswirtschaft und Brotversorgung macht es auch nach wie vor erforderlich, daß die Parole vom warmen Abendbrot und der Hinweis den Verbrauch von Kartoffeln im Haushalt möglichst zu steigern, weiterhin beachtet wird. Hierzu liegt um so größere Veranlassung vor, als wir dank der Anstrengungen unseres Landvolkes im Rahmen der Erzeugungsschlacht nicht nur eine ausgezeichnete Getreideernte, sondern auch wiederum eme recht großeHackfruchterntezu verzeichnen haben Im Interesse einer Steigerung des Kartoffelverzehrs sollte sich auch jeder Haushalt, der die Möglichkeit dazu hat, einen Wintervorrat von Kartoffeln in den Keller legen. Die große Kartoffelernte wacht es ferner möglich und wünschenswert, in noch starrerem Maße als bisher nicht nur Kartoffeln, sondern auch Kartoffelerzeugnisse, wie S a g o und Kartoffelmehl, in der verschiedensten Form un Haushalt zu verbrauchen. Eine Steigerung des Verbrauchs dieser Erzeugnisse sollte vor allem in Verbindung mit dem ebenfalls reichlich vorhandenen Zucker erfolgen. Die diesjährige Zgckerrübenernte erreicht beinahe wieder die Rekordernte des Vorlahres. Wir sind demnach in der Lage, den Zuckeroerbrauch aus eigener Erzeugung zu decken, auch wenn eine wesentliche Steigerung des Zuckerver- brauchs einsetzt. Die günstige Versorgung mit Zucker macht es weiterhin möglich, nahezu jeden Bedarf an Kunsthonig zu befriedigen. Da viele Hausfrauen in diesem Jahr nicht in der Lage waren, infolge der schlechten Obsternte selbst Marmelade einzukochen, durfte diese reichliche Versorgung mit Kunsthonig, den man seiner Zusammensetzung nach besser Zucker- honig nennen sollte, lebhaft begrüßt werden. Daneben ist das Reich aber auch in der Lage, ebenso wie in den Vorjahren, verbilligte Marmelade reichlich zur Verfügung zu stellen. Diese Tatsache dürfte vor allem in den nächsten Wochen und Monaten bis zum Beginn des neuen Jahres von Bedeutung sein, weil wir sicherlich bis dahin mit einer zusätzlichen Verknappung von Butter j$u rechnen haben. Wir stehen jetzt im saisonmäßigen Tiefpunkt der Buttererzeugung. Dieser tritt in diesem Jahr in Auswirkung der Maul- und Klauen- PRAKTISCHE VORSCHLÄGE seuche und infolge des Mangels an Melkern verstärkt in Erscheinung. Diesem Rückgang der (Erzeugung steht aber ein verstärkter Verbrauch an Butter gegenüber, der vor allem in der Versorgung der sudetendeutschen Jndustriebezirke und in der Versorgung der vielen Bauarbeiter am westdeutschen Limes seine Begründung findet. Zum Ersatz für die fehlenden Buttermengen werden gewisse Mengen von Margarine und Schmalz bereitgestellt. Dies ändert nichts an der Notwendigkeit, mit Fett in der nächsten Zeit besonders sparsam umzugehen. Die dadurch an die Hausfrau gestellten Anforderungen werden zweifellos dadurch vergrößert, daß auch Schweinefleisch vorläufig nicht in einem den Bedarf voll deckenden Umfange zur Verfügung stehen wird. An Stelle von Schweinefleisch muß bevorzugt Rindfleisch verbraucht werden. Noch viel mehr als bisher muß auch der F i s ch v e r z e h r an Stelle des Fleisches gehoben werden. Im November gilt dies besonders für Salzheringe und Marinaden. Im übrigen sollte die Hausfrau bei der Gestaltung ihres Küchenzettels im November beachten, daß für einen verstärkten Verbrauch auch Möhren, die verschiedenen Kohlarten, Kohlrüben, Haferflocken, Graupen, Buttermilch, Käse und Quarg empfohlen werden können. wir tragen? INSERES MODEZELCHNERS Dieter hat Geburtstag... -von £ifa Peck Ein Kind verwöhnen oder nicht verwöhnen —- dieses Problem fällt am Kindergeburtstag wie ein Häufchen Asche in sich zusammen und es bleibt nur der Wunsch der Mutter übrig, ihrem Kind den Ge. burtstag so schön zu gestalten wie möglich. Das ist sehr einfach, wenn Mutti alle im Laufs der Zeit eingebürgerten Vorstellungen über „(Geburtstag feiern" ausschaltet und dafür in Gedanken einen kleinen Sprung zurück in die Vergangenheit tut. Dabei fällt ihr nämlich ein, was sie selbst als Kind am (Geburtstag „so herrlich" gefunden hat. Wer dann den Schwung und den Mut hat. diese eigenen Erlebnisse von neuem zu gestalten, wird seinem Kind einen unvergeßlichen Geburtstag bereiten. Denn es ist eine merkwürdige Tatsache: so köstliche Dinge wie Geburtstagslichte, Kinderfest mit Lotterie und Topfschlagen usw. haben nöch immer die gleiche Anziehungskraft. Höchstens, daß sie, ebenso wie die geschenkten Puppen und Soldaten, ihr Aeußeres ein wenig modernisiert haben. Der Mittelpunkt und das langersehnte Haupt- ereignis am Kindergeburtstag ist natürlich der Geburtstagstisch. Es ist selbstverständlich, daß man ihn festlich mit einem weißen Tischtuch deckt. Die brennenden Lichter, möglichst in der Zahl der gebens-' fahre, geben feierlichen Glanz: auch beim kindlichen Geburtstagstisch sollte man ein paar Blumen nicht vergessen, auch wenn sie noch so bescheiden 'sind. Die Geschenke müssen natürlich für das Geburtstagskind erreichbar fein. Darum sorge man für einen in der Größe passenden Tisch. In vielen Familien besteht * ■; 'A' Drei Mäntel mit Pelzbesatz für das Winterhalbjahr 1938 zeigen wir heute. Das Modell links in leichtglockiger Form mit dem Vorderteil in Westenform ist aus blaugrauer, weicher Wolle. Der Besatz ist dunkelbraunes Lammfell, ebenso sind Mütze und Muff aus ihm. Aus rotbraunem, genopptem Woll- stoff ist der ebenfalls glockige Mantel in der Mitte. Sein flotter Kragen, die Stulpen und die Russenmütze sind aus Skunks-Wallaby. Der Mantel rechts mit dem neuen, in der Beuge besonders weiten Aermel ist aus h e l l b e i g e Wollvelours mit einem *Besatz aus tief- brauner Persianer klaue. Auch er ist glockig geschnitten und wird d o p p e l r e i h i g. geknöpft. H. ein sehr hübscher Brauch, daß das Geburtstagskind das Essen bestimmen darf. Und' kein Vater und keine Mutter dürfen da hereinreden, auch wenn es aus Schokoladensuppe, Eierkuchen und Schokoladenspeise besteht. Wer kann all die mehr oder weniger tränenreichen Familienauseinandersetzungen zählen, die bei der Auswahl der einzuladenden Gäste entstehen! Mutti stimmt natürlich für Großmutter, Tanten und Paten, während Dieter entsetzt alle Erwachsenen ablehnt und mit seinen kleinen Freunden allein sein will. Auch ein Konflikt, der schon vor hundert Jahren bestanden hat. Dabei ist die Lösung ganz einfach. Die Erwachsenen und der „alleraller-beste" Freund werden am Geburtstag eingeladen, und die Kindergesellschaft findet am darauffolgenden Sams- tag statt. Das erspart auch gleich alle Sorgen um Schularbeiten und spätes Zubettgehen. Für die Geburtstagsaesellschaft muß sich Mutt-i natürlich ein wenig anstrengen und allerlei kleine, nette Ueberralchungen vorbereiten. Das heißt also: Zeit opfern. Aber gibt es etwas Wichtigeres, als seinem Kind für das ganze Leben die Erinnerung an die herrlichen Kindergeburtstage mitzugeben? Da beißt es: Schokolade kochen, Kuchen backen, eine süße Sv eise bereiten. Und dann bie Ueberralchunnen: selbst gefertigte 'Namenskärtchen für die Kaffeetafel, eine lustige Tilchdekorakion mit bunten Pavi-r- schlangen und Müßen und als Höhepunkt die Lotterie. Die braucht., durchaus keine Kostbarkeiten ZU enthalten, aber man muß sich schon ein wenig in die Kinderseele bineinversetzen, damit wirkliche Kinderwünsche erfüllt werden. Und wenn bann alles vorbereitet, Jbeforgt und im besten Gange ist, — dann, liebe Mutti, zieh- d'ch feile, ohne viel Worte zu machen, zurück und überlasse die Kinder sich selbst. Denke dabei an d-ine eiaene Kinderzeit zurück. Und wenn es dir schwerfällt, dann sprich dir schnell die Worte vor, mit denen dich dein Kind am Abend belohnen wird: „Ach, Mutti, war das schön!" Las Klima in deinen vier Wänden Wohlgefühl, Leistungsvermögen und Gesundheit des Menschen hängen davon ab, daß der Organismus seinen eigenen Wärmehaushalt im Gleichgewicht erhalten kann und daß infolgedessen ein regelmäßiger Wärmeausgleich zwischen uns und der Raumluft, zwischen der Luft in unseren vier Wänden und der Frischluft draußen gesichert sein muß. Verschiedene Arten der Heizung wirken in diesem Sinne zur Herstellung eines gesunden Klimas in unseren Wohn- und Arbeitsräumen natürlich verschieden. Es gibt Heizguellen, z- B. elektrische Strahlöfen, die unmittelbar Wärmewellen auf uns und die Gegenstände in unserem Zimmer Mldfriichle nicht vergessen! Die LandesbauernschaftHesfen-Nas- s a u schreibt: Viel zu wenig werden die Wildfrüchte geachtet und verwertet, und doch sind sie so billig zu haben und vielseitig verwendbar im Haushalt. Nicht nur in diesem Jahr der knapperen Obsternte sollte man sie verbrauchen, sondern auch an anderen Jahren sollten sie mehr Beachtung finden. Sind doch ihre gesundheitlichen Vorteile von nicht zu unterschätzender Bedeutung! Allgemein bekannt ist die Verwendung der Heidelbeere, Himbeere, Brombeere und Preiselbeere: weniger verarbeitet wird die Schlehe, Hagebutte und Holunderbeere. Nachfolgend seien einige erprobte Rezepte genannt, die der Bauersfrau Anregung zur Nachahmung geben1 mögen. S ch l e h e n s a f f: 450 bis 500 (Gramm Zucker, 2 Liter reife Schlehen, 3 Liter Wasser. Schlehen waschen, mit dem kochenden Wasser überbrühen, bis Zum nächsten Tag kühl stellen, bann die Flüssigkeit abgießen, wieder zum Kochen bringen lassen und nochmals über die Schlehen gießen und bis zum nächsten Tag stehen lassen. Am dritten Taa dasselbe wiederholen. Dann gießt man die Flüssigkeit wieder ab und kocht sie mit dem Zucker so lange, bis sich kein Schaum mehr bildet, füllt sie in saubere Flaschen und verschließt sie sofort. Eingemachte Schlehen: 2 Kilogramm Schlehen, 3/< Liter Essig, 625 Gramm Zucker oder 500 Gramm Honig, 5 (Gramm Zimt, 10 Gramm Nelken. Schlehen mit Wasser aufsetzen und heiß aber, bevor sie kochen, auf einem Durchschlag abtropfen lassen. Zucker, Essig, Gewürz kochen, schäumen, Schlehen hineingeben und eben ans Kochen kommen lassen. Mit Schaumlöffel Schlehen her- ausnehmen, in Steintöpfen geben und den Essig einkochen. Abgekühlt gibt man ihn über die Schlehen. Nack acht Tagen kocht man ihn nochmals zwanzig Minuten, läßt ihn erkalten und füllt ihn über die Schlehen, Hagebuttenmark: 2 Liter Hagebutten, 3 Liter Wasser, 300 bis 375 Gramm Zucker. Hagebutten von Blüte und Stil befreien, waschen und mit dem Wasser weichkochen. Dann streicht man sie durch ein Sieb, kocht sie mit dem Zucker nochmals auf, füllt das Mark beiß in erwärmte Flaschen, die man sofort verschließt. Man verwendet das Mark mit Wasser verdünnt als Getränk oder Zu Tunke oder Suppe. Getrocknete Hagebutten: Früchte waschen, von Blüte und Stiel befreien, halbieren und auf einer Dörrhorde langsam im Backofen trocknen. Man verwendet sie zur Herstellung von Tee oder von Hagebuttenmark. Hagebuttentunke: Zubereitung wie Hagebuttensuppe. Die Tunke schmeckt besonders gut ,;u Hefeklößen oder Grießflamerie. Nach Belieben kann man die Tunke mit etwas Wein abschmecken. Hagebuttenmarmelade: 500 Gramm Hagebuttenbrei, 250 Gramm Zucker. Hagebutten non Blüte und Stiel befreien, waschen, mit wenig Wasser recht lang kochen. (Das Entfernen der K-rne und Haare erübrigt sich, wenn man die Früchte lange kocht. Die Haare verfilzen dadurch und können durch ein feines Sieb entfernt werden.) Die gekochten Hagebutten streicht man durch ein Sieb und kocht den Brei mit dem Zucker bis zur Marmeladenprobe ein. Eine sehr feine Marmelade erhält man, wenn man das Hagebuttenmark mit Aepsel ober Quittenmark mischt. Man rechnet dann auf 1 Kilogramm Mark 450 bis 500 Gramm Zucker. Holundermost: Nur recht reife Beeren verwendest! Beeren entstielen und durch das bekannte Dampfentsaftungsverfahren vermosten. Man rechnet auf 1 Kilogramm Beeren 100 bis 150 Gramm Zucker. Dieser Most, heiß getrunken, ist besonders bei Grippe und Erkältungskrankheiten zu empfehen. Ebereschen- (Vogelbeeren-) Marmelade: Die Beeren werden durch die Fleischmaschin" gegeben und bann mit Zucker, auf 1 Kilogramm Beerenmark 1 Kiloaramm Zucker bis zur Marme-, labenprobe eingekocht. I ausstrahlen. Die üblichen Heizungen, unsere Einzelöfen und Zentralheizungskörper geben ihre Wärme teils unmittelbar durch Strahlung und teils mittelbar durch Leitung ab, d. h. dadurch, daß sie auch die sie umgebende Raumluft erwärmen und in einen Kreislauf versetzen Die Strahlungswärme bringt in den Raum, durch die Raumluft hindurch und bringt sie nicht zur Erwärmung und in Bewegung. Daß aber die Lust im Raum in einen Kreislauf komme, gleichwie ein Ventilator die Luft im Raum bewegt, daß zwischen uns und unserer Umgebung, zwischen draußen und drinnen ein Austausch von Wärme, Frische und Feuchtigkeit stattfinde, ist eben entscheidend für die Entwicklung- eines gesunden Klimas. Wir sind ja innerhalb unserer vier Wände keinesfalls hermetisch von der Außenwelt abgeschlossen. Frischluft von außen bringt burch bie Ritzen von Fenstern, Türen unb bie Poren ber Wünbe. Ein Ofen, ber zur Verbrennung eines festen Brennstoffs Luft unb Sauerstoff braucht, wirkt dementsprechend wie ein kleiner Ventilator. Er saugt Luft an unb bringt ben Kreislauf ber Luft zwischen brinnen unb draußen in eine lebhafte Bewegung. Unb weil bas so ist, hat die neuzeitliche Heiztechnik einen so großen Wert auf den wärmetechnisch richtigen Ausbau ber Einzelöfen und besonders des Brikettofens gelegt. Gerade unser gebräuchlichster Haushaltsbrennstoff, das Braunkohlenbrikett, brennt mit einer schönen langen Flamme. Es ist luftgierig unb sorgt so für ein gefunbes Klima. lieber 27 Millionen Einzelöfen leisten in Deutschland ihr Arbeit. Im letzten Jahre wurden rund 1,3 Millionen neu aufgestellt. Gtrua ein Viertel unserer Kohlenförderung verbraucht der Hausbrand. Im Jahre 1937 haben wir 25 Millionen Tonnen Braunkohlenbriketts für den Hausbrand erzeuaen müssen. Um etwa 10 v. H. ist ihr Ablaß für die Wärme im Haus von 1936 auf 1937 gestiegen. Daraus aeht hervor, daß gerade die breiten Schichten des Volkes besser unb behaglicher geheizt unb sich baburch ein aofunbes Klima in ihren vier Wänden verfä-afst haben. - -r. , betriebe gibt, für die die Formel gilt: 4 Bergleute iten Zeit wieder zu Ehren ge- er Vierjahresplan den Bedarf- als 1000 Meter Tiefe und setzen tief im Schacht ihr Leben immer o.m neuem ein. I)ie Lei,.Uiu eg des deutschen Bergbaues in den letzten Jahren drückt sich nicht nur darin aus, denen Millionen von Tonnen Kohlen lagen bar machen, deren Abbau im großen sich nicht Io v Neues für den Bücherü'sch '' nen mürbe, und die sonst ungenutzt in der Erde bleiben würden. Essen, im Oktober 1938. Dem deutschen Bergbau, ob er sich nun mit der Förderung von Steinkohle, Braunkohle, Erz, Kali oder Erdöl besaßt, sind im Rahmen des Vierjahresplanes besondere Aufgaben zugefallen. Das Ruhraebiet ist dos Herz des deutschen Steinkohlenbergbaues. Rund 315 000 „Kumpels" fördern hier Tag für Tag bis zu 440 000 Tonnen der schwarzen Diamanten an das Tageslicht, holen sie aus mehr von Waterloo, den in seiner eigenen Zeit nur wenige ganz erkannt hatten, wird von dem Verfasser in seiner an Spannungen selten reichen Entwicklung mit klaren Strichen gezeichnet, ein dämonischer Mensch, aber dennoch ein Geist der zuchtvollsten Art und ein Charakter, wie er seinem deutschen Volke für alle Zeiten beispielgebend sein muß. So ist dies Buch ein wahrhaft volkstümliches Lebensbild dieses großen Deutschen. — Wilhelm Pleyer: Der Kampf um B ö h m i s ch - R u st. Zwei Erzählungen. („Kleine Bücherei" Nr. 97.) 58 Seiten. Geb 80 Pf. Verlag Albert Langen/Georg Müller, München. 1938. — (364) — Vom Kampfe der Sudetendeutfchen für Recht und Freiheit zeugen die beiden neuen Erzählungen Pleyers. „Braunau in Böhmen" erzählt vom Anfang des Kampfes im Spätherbst 1918 und von Der deutsche Bergbau, und hier wieder der Ruhr- kohlenbergbau, marschiert in technischer und sozialer Beziehung an der Spitze, und er hat längst Zustände vergangener Zeiten, wie sie in England noch Gebunden 1,80 RM.) — (230) — Das spannend geschriebene Buch, das auch für die Jugend von etwa 12 Jahren an schon verständlich ist, lenkt die Blicke zurück aus die Zeit der frühesten Geschichte unserer früheren Kolonie Kamerun. Es enthält die Erzählung vom weisen, friedfertigen und tapferen Häuptling Ngambe, der sein kleines Volk durch kluge Nach- Warum, so fragte man sich, soll nicht auch der i Bergmann seinen Schrank haben, wenn das auch ein bißchen mehr Platz beansprucht? Urwälder des Amazonas, die Sanddünen der NamD und die Dschungel an den Stromufern Jnnerafrikas sind die Schauplätze dieser spannenden Erzählung: verwegene Gesellen, Spieler um Leben und Tod sind die Helden. Das Buch bietet dem Leser eine angenehme, fesselnde Unterhaltung. — HäuptlingNgambe/ Von M. P. Thor» beete. (Ludwig Voggenreiter Verlag, Potsdam. — Finnlands Jugend bricht Rußlands Ketten. Ein Tatsachenbericht aus dem Weltkrieg von Heinz Halter. (Schwarzhäupter- Verlag, Leipzig. Gebd. 4,80 Mark.) — (253) — Dieses Buch. bringt die Geschichte des preußischen Jägerbataillons 27, das während des Weltkrieges im Lockstedter Lager ausgestellt wurde und, mit Ausnahme des Äusbildungspersonals, nur aus Finnländern bestand. In diesem Jägerbataillon ist der Ausgangspunkt des heutigen selbständigen und freien Finnland zu erblicken. An Hand, von finnischen und deutschen Akten sowie von Aufzeichnungen der preußischen Offiziere dieses Bataillons wird in Absatz warteten, verschwunden sind, auch die ge- sürchteten Feierschichten sind fortgefallen, und vor allem: es gibt keine arbeitslosen Bergleute mehr. Im Gegenteil, auch hier herrscht der in allen Berufen anzutreffende Mangel an A r b eit s - leun? öei uieiuc.i |ic yciu.aciytiuncn, > kräften. Kein Wunder, daß die große Heerschau, | un$ nun wandert die Arb"Uskleidunq gen Himmel, nicht vergessen die der Bergbau vom 26. bis zum 30. Oktober ab- - ... ............- - • hält, wieder im Ruhrgebiet stattfindet, und von hier aus die Marschrichtung für das nächste Jahr angegeben wird. In Essen laufen die Faden des Ruhrbergbaues zusammen, hier ist der Sitz des Rheinisch-westfälischen Kohlensyndikates, dessen Name auf ewig mit dem seines Vorkämpfers und Begründers, des in diesem Jahr Heimgegangenen Emil Kirdorf verbunden ist. Hier ist der Sitz des Bergbaulichen Verein s, der sich mit allen Fragen befaßt, die über die reine Absatzregelung und Quotenoerteilung Oer Bergbau kämpst mit Don unserem V.S-Mitarbeiter. DS die* lruS'0 r”8' 8'®“1'm«nW fiit in* »rnb“Ut]e „e । mir °>-rd°" -tfK .girs Srftaunt leuchten Jet Son“1 9'»° mal in 11)''" 7° gezecht unb ihn erstn-m'-" ® Boni M>» Welche Wa"öe. 1 ruhen feeren FeBK! strömen die Mr aus, eine Ruhe, mahnt , Drüben hegt- > flrüftt herüber, l waren einmal or Burg. Der Erste fest war, eine Name „Vetzberg eine gleiche entg oder Gleiberg. D werbe die anber unb die bekam b liebten sie alle b sich für ben W. Zorn zogen die l unb eroberten ui Konnten sie i dieser schonen S Nun aber steh bietet sich unse bas Land nach die Vierecke de Hügelketten bei lichtüdergossene vorbei, Dörfer roten Dächern. Türmen. (Sine zeugschaM, tt bie Sbene. Unb über alle, l)errlid) ift es! . Dingen", hier obe Mr aber müsse Stufen hinunter Augen ist die ' getaucht. Als I sich, baß das K »3a, aber" erfli wir gelesen: ,f)e ser', „unb ba da Wessen unb ift [s । vvn vw »vtvii wi yvj VIVVM, QUi y .(li/cu y । uiy 11 iwy v l y - ’-i,<. der [3 und wenn das Ergebnis pro Mann und Schicht neue deutsche Schutzherr ein und sichert für alle mirfi rnfnfnn hnr f STHiHof Sör fUrn Sa« fr.ntlnrit+fiohrinhort Ani* 60d) unter der Decke hängen on Seilen, di? an 1 so ist der Abbau trotzdem rentabel. Wenn sie auch den Seitenwänden heruntergeführt und durch ’ nur rund 0,1 o. H. der gesamten deutschen Stein- । Schlösser gesichert sind, die Sträßenkleider der Berg- kohlenförderung, die sich der 200-Millionen-Tonnen- leute. Bei Schichtwechsel werden sie heruntergelassen, Grenze nähert, zutage bringen, so darf darüber I unb nun wandert die Arbeitskleidung g°n Himmel. | nicht vergessen werden, daß sie Kohlenbestände nutz- diesem Buche zum erstenmal der Schleier von einem Stück Geschichte der Kriegsjahre gezogen, das sich damals im kämpfenden Deutschland, an seiner Ostfront in der Gegend von Mitau und dann in der Befreiung Finnlands vom zaristischen und vom bolschewistischen Rußland abspielte. Darüber hinaus zeigt das Buch, in welch schwieriger Weise das Ringen der Finnländer im Zaren-Rußland selbst während der Kriegsjahre vor sich ging, wie heldenhaft das finnische Volk geschlossen gegen seine Unterdrücker stand, welche gewaltigen seelischen und nationalen Kräfte in ihm lebendig und wirksam waren, die sich besonders markant in seinen Führern und in den zu den 27er Jägern im Lockstedter Lager kommenden jungen Finnländern offenbarten. Es ist ein hohes Lied auf den nationalen und den Volkstumsgedanken, auf die vorbildliche vaterländische und soldatische Pflichterfüllung, aber auch auf die gute deutsch-finnische Kameradschaft und Opfergemeinschaft, daS in diesem vortrefflichen Buche der Mit- und Nachwelt, der damaligen Krieas- generation und dem Heranwachsenden jungen Geschlecht beider Völker als Vermächtnis des großen Krieges übermittelt wird. Und darum ist dieses begeisternde Buch weit, weit mehr als nur ein Erlebnis- unb Tagebuch jener Kriegsjahre; es ist ein Geschichtswerk von sehr großer Bedeutung, das vor allem in die Hand nationalstolzer junger Menschen gehört. Ernst Blumschein. — Walter Görlitz: Hans Georg von Arnim, der Gegenspieler Wallensteins, historische Szene, mit vier Bildtafeln. Preis in Leinen gebunden 2,80 RM. Verlag Strecker 8z Schröder in Stuttgart. — (255) — Arnim steht in den Jahren 1033/34 als Befehlshaber der kursächsischen und brandenburgischen Armee zwischen Wallenstein und den Schweden, gewissermaßen der Führer einer dritten Partei, der als eintiger Feldherr des Dreißigjährigen Krieges eine spezifisch deutsche Politik verfocht unb sich bemühte. einen gerechten Frieden herbeizuführen, unb ben Boben bes Reiches von Schweden, Franzosen unb Spaniern zu säubern. Walter Görlitz gibt ein spannenbes Bilb biefer interessanten Episobe eiher erregenden Zeit. — Gerhard Heine: Gneisenau. Ein großes Leben. Preis in Seinen gebunden 5,80 RM. Verlag Gerhard Stalling in Oldenburg. — (280) — Der Ueberroinber bes großen Korsen in ber Schlacht -rr, Verlauf des AUllellandkanals, ber ben Vesten unb ben Osten bes Reiches verbindet. WU.lt.ul&'o.bT.b" ifi'm'nbnen’1^ B,'rbtn.®er Äan°l lühtt bbrnf, bis w-knMchi. W!r!,ch°,I». wohner gefchilbert. Das Buch fesselt nicht nur ben erwachsenen Leser, sonbern es wirb auch unsere Jugend begeistern und ihr Interesse an dem Kolonialbesitz in guter Weise stärken. — Herbert von Hoerner: Der große Baum. 64 Seiten. In Pappe gebunden 2,50 RM. Verlag I. Engelhorns Nachf., Stuttgart. — (352). — Die Erzählung bestätigt die nicht alltägliche Begabung des baltischen Dichters, dessen Erzählungen „Die Kutscherin des Zaren" unb „Die letzte Kugel" früher besprochen würben. Auch hier macht er roieber bie Weite unb Gröhe ber baltischen Lanbschaft in Schneetreiben unb Frost sichtbar unb gibt barüber hinaus so viel an menschlicher Einsicht unb spannendem Erlebnis, daß man das Buch bewegt aus ber Hanb legt. Thor (Boote: Wir fahren ben Tod? Preis in Seinen 3,25 RM. C. Bertelsmann, Verlag, Gütersloh. — (318) — Wer fährt ben Tod in bie Hölle ber Materialschlacht? Die deutsche Munitionskolonne! In biesem mitreißenden Buche erzählt ihr jüngster Fahnenjunker von Dienst und Sterben der Kolonnenfahrer an ber Westfront. Weißt du, was das heißt, Nacht um Nacht mit abgetriebenen Gäulen bie Zentnerlasten ber Spreng- unö Gasmunition über Tote und Trichter, durch Regen unb Nebel, 'durch Feuer und Splitter in die Geschützstellungen karren? Ein einziger feindlicher Treffer, unb die Gespanne sind in Atome zerfetzt. Und solche Treffer fallen durch Monate und Jahre an der Somme, vor Arras und in Flandern. Aber bie Ueberlebenden laden und fahren und tun ihre Pflicht. — Aus Anlaß des 50jährigen Bestehens des Hamburger Freihafens hat die Hamburger Freihafen - Sagerhaus - Gesellschaft als Betriebsgesell- schäft der Hamburger Hafenanlagen unter dem Titel „Der Hafen' Hamburg. E i n Handbuch für Verlader" ein Buch herausgegeben mit 63 Photos und 42 Zeichnungen, vorwiegend von Ali Maria Robohm, sowie zwei Flaggen- • tafeln. Bearbeiter: Friedrich Böer, G. H. Teetz- istann, C. E. Wieschendorf. — Felix Riemkasten: An den Kreuzwegen. Roman. Preis in Seinen 3,80 Mark. Verlag von Quelle 8z Meyer in Leipzig. — (325) — Felix Riemkasten weiß auch den kleinen, unscheinbaren Dingen bes Alltags einen tieferen Sinn aru= gewinnen. Diesmal stellt Riemkasten die uralte unb doch ewig neue Frage: Was ist Glück: Jeder Mn'ch steht einmal an ben Kreuzwegen, die beide ins Glück zu führen scheinen. So auch die beiden Freunde, von denen der eine bas Glück im äußeren Erfolg, ber ändere in inneren, bleibenden Werten sucht. Wie beide ihren Weg verfolgen, wie der eine in seinem rücksichtslosen Streben nach dem „guten Posten" zum Betrüger am Freund wird, und wie der andere daran innerlich zerbricht, das ist lebenswahr geschildert. Als Umwelt sehen wir die große Firma, das Haus mit dem Garten und Berlin in seiner Mannigfaltigkeit und Gegensätzlichkeit. — Grete Boruttau: Die Küche von heute. Preis in Seinen gebunden 3,80 RM. Verlag I. F. Lehmann in München. — (340) — Die Verfasserin, eine geborene Oesterreicherin, ist Mitarbeiterin am hauswirtschaftlichen Teil einer großen Tageszeitung und kennt daher die Wünsche unb Bedürfnisse ber Hausfrauen. So ist bas Buch ganz auf bie heutige Zeit zugeschnitten, bie Anweisungen zu den einzelnen Gerichten lassen genügend Bewegungsfrei, beit je nach persönlichem Geschmack, Geldbeutel unb Marktlage, bie Rezepte abzuwanbeln. Gießer Georg Bi A 125 Jahr ^ud)ner gehör 3ur 100. üßiebertel Oaltungsbeilage d schnei unb hart S *n Tesch L des deutschen desonbere bas Th mnh(U?e,innen i ®°W kaum bes Jeflrunbete Verpsi fe» "innett t Ure vor itzückw Ken, m bem b | ?Dln3 Oberbefi hinausgehen. Doppelter Art sind bie Probleme, mit denen sich ber beutsche Bergbau befassen muß: Die technischen Fragen des A b b a u e s, ber Kohlenförberung, Auf- bereitung unb Verkokung, unb bann die Aufschließung ber Kohle zur Gewinnung der neuen Grund- unb Werkstoffe. Jedes Flöz hat andere Eigenschaften, jedes „Gebirge" muß anders angegangen werden, je nachdem, ob die Kohle hier im .Hangenden" oder „Liegenden" vorhanden ist. Je steiler das Flöz die Erde durchzieht, desto schwieriger wird der Abbau, unb es sind besondere Vorrichtungen notwendig, um zu verhindern, daß die herausgehauene unb nach unten fallende Kohle nicht die arbeitenden Bergleute gefährdet. Das Haupt- sorgenkind ist aber immer noch ber „Versa tz", b h die Wiederausfüllung der durch den Abbau der Kohle unter Tage entstandenen Hohlräume. Jeder, der einmal mit aufmerksamen Augen durch das Ruhrgebiet gefahren ist, wird nicht nur bemerkt haben, daß bie Schnellzüge hier ihren Sauf hemmen unb nur mit Geschwindigkeiten von 60 Kilometer, meist aber langsamer fahren, sondern daß auch immer wieder Häuser zu sehen sind, die Risse ober Streifen frischen Verputzes aufweisen. Beibes rührt daher, baß es nie vollkommen gelingt, bie abgebauten Hohlräume wieder ganz mit Schiefer Steinen, Sanbstein unb Ton auszusüllen. Infolgedessen rutscht im Saufe ber Zeit bas barüber liegende Erdreich nach, der Erdboden senkt sich unb bie Bauten fin^n nach. Bahndämme unb Brücken müssen Tag für Tag sorgfältig beobachtet werben, Schienen können sich verwerfen, unb bas Thema „Bergscbäben" gehört zu einem ber kostspieligsten in ben Kalkulationen des Bergbaues, ber alle biefe Schöben ersetzen muß. Wichtiger aber als alle technischen Fragen ist bie Sorge um ben arbeitenden Menschen, um bie Bergleute, bie Hunberte von Meter unter ber Erde ihre schwere Arbeit in manchmal kaum meterhohen Flözen, hockend und kniend mit dem ratternden pneumatischen Hammer ober Bohrer verrichten müssen, benen nur bas Licht ber kleinen Grubenlampe im schwarzen Kohlenstaub leuch ?t, und bie in jeber Minute ben drohenben Gefahren bes Berges ausgesetzt sind. Denn ber Berg ist unberechenbar, unb alle menschliche Sorgfalt unb Ueberlegung hat nicht verhindern können, daß immer und immer wieder Strecken zu Bruch gehen, Bergleute ein- schließen, daß plötzlich auftretende Gase explodieren, baß auch ber gefährliche Kohlenstaub sich entzündet, ober andere Ereignisse eintreten, die unter Tage stets mit Lebensgefahr verbunden sind. Um so größer ist bie Sorge darum, dem Bergmann über Tage einen Ausgleich zu schaffen. Hier war viel Versäumtes nachzuholen. Schon das äußere Bild einer Zechenanlage hat sich gewandelt. Das der deutschen Entscheiduna, auszuharren und jenseits der Grenze deutsch zu bleiben bis auf diesen Tag. „Böhmisch-Rust", die zweite Geschichte, führt uns in jenes heißumstrittene Dorf, in Dem, beispielhaft für alle anderen, der deutsche Bauer mit solcher Zähigkeit für fein verratenes Land mit Gut und Blut eintritt, daß es heute endlich zum größeren Deutschland heimkehren kann. — Treibholz, Roman von Roland E. Strunk. (Verlag Otto Janke, Leipzig. Kart. 3,25 Mark, gebd. 4,50 Mark.) — (256) — Ein packendes Buch des vor einigen Monaten plötzlich verstorbenen Sonderberichterstatters des „V. B." unb Vortragsrebners. Dieser Roman ist sein letztes Werk, bas Enbe August herauskam. Er führt den Leser in die geheimnisvolle Welt Ostasiens, insbesondere Chinas, in der Zeit vor 1933. Heimatlose Russen und Deutsche, Menschen, die wegen ihrer nationalen Gesinnung bie Heimat verlassen haben, ringen schwer um ihr Dasein. Daneben macht sich übles Gelichter vvn der Art der internationalen Schieber breit. Treibholz auf beiden Seiten. In dieser Zeit und zwischen Menschen dieser Art spielt sich ber Kampf um Den großen Schatz ber Ming- dynastie ab, um dessen Hebung sich ein in Peking lebender deutscher Gelehrter aus uneigennützigem Interesse der Wissenschaft bemüht, während das gleiche Ziel ein Gauner von internationalem Typ aus Habsucht verfolgt. Dieser Roman, der gerade jetzt angesichts der Auseinandersetzung im Fernen Osten besonders interessiert, fesselt von Anfang bis Ende in hohem Maße. Zugleich gibt er eine reizvolle Schilderung von Land unb Leuten. Dem Buch kann man eine gute Empfehlung mitgeben. Ernst Blumschein. — Der Fluß ohne Enbe. Von Peter Paul Hilbert. Ludwig Voggenreiter Verlag, Potsdam. Geb. 0,90 RM. — (231) — Leuchtend bunte Geschichten aus fremden Ländern, das reizvolle Erstlingswerk eines jungen Erzähler?, mit all dem Schimmer, ben nur echtes inneres Erleben zu spenden vermag. Der Zauber ber Ferne, abenteuerliches Geschehen in tropischen Länbern unb bie jugenbfrische, herzhafte Art ber Darstellung nehmen ben Leser gefangen. Die kannt sein das sich in solchen Waschkauen bietet: nicht entfernt an bie Leistungen jener herankommt, Bauernvolkes Mit leuchtenden, frischen Farben wirb ' - ~ - ' " - ! r~ OfL£--- ------m— r;- die Eigenart des inneren Kamerun unb seiner Be- gang unb gäbe sind beseitigt. Das gilt selbstverständ- Ä , „ , . v n, , ,14. , r . rc « lich in erster Linie für bie großen Bergwerksbetriebe, Amt „Schönheit der Arbeit hat seinen Em- ^enn a[g Kuriosum sei erwähnt, baß es auch Klein- 3U9 auch auf ben Zechenplatzen hat Grün- Triebe gibt, für die bie Formel gilt: 4 Bergleute anlagen geschaffen und, was wich ltzer is. h sch, 1 Bergwerk. Sie liegen in ber Gegend von Wit- um . Wasch- unb Umkleiberaume für bie Kumpels s unb Hattingen, biefe kleinen „Pütts", runb ein gekümmert. Dor beren kleinster eine Belegschaft von 4 Mann aus Uicht unnwglich, baß die Vergifte so, i „Ln 160 Mann hat. aus dem Schacht kamen, schwarz im Gesicht, in ihrer — .. . . » ° , - .2 . . Arbeitskleidung nach i)au|e gingen. Heute hat ,ede. nachdem d Zeche ihre Waschkaue unb. um einen Au-gleich ba= | rDm^eJ1/ n°a)0, für in frhnffpn daß der Beramami oft wochenlang 6U Kohlen so gesteigert hat, baß Der Ruhlbergbau viyumuc, u« [cm vvuur . .v. L 3 <Ä>nn,n'strahl sieht ist nach den Vorschlägen >hm kaum Nckchkommen ^ann. Insgesamt haben bte giebigteit und unerschütterliche Tapferkeit aller g5|teigerung h Arbeitsfront eine Waschkaue gebaut Kleinzechen nämlich über 200 000 Tonnen Kohle bei Uebe^madjt frecher Raubfursten zum Trotz ben Weg .ten Jahren ^ö en onnen ben Körper bes Berg-, einer Gesamtbelegschaft von 660 Mann gefordert zur Freiheit führt. In gefährlicher Lage grei^> i, daß die Halden, auf mann€s bestrahlen wenn er sich wäscht unb um- und wenn bas Ergebnis pro Mann unb Schicht neue beutsche Schutzherr em und sichert für alle Kohlen lagen unb auf ^ibet. Vielen wirb auch bas sonderbare Bild be= auch infolge ber technischen Mittel ber „Großen" Zeiten die Zukunft des freiheitliebenden, tüchtigen Mr dr 5 > •«Cis*; ausifrahu l 3eit(irf) Unh ? C Ei'sä :S.: «s« ! *>ä » ’’»• ber ,h°s 5 Ni, 1 n, u"b äd "btt b Norile, 6?9 t|en 9'ouf b" Weh,” Her SLW» S. A ernnt ben ‘am vvl i4s“ei» d, ‘8'ntün, Wittenberg AU.r- % Celle M B« 6. Duü JU JTenolal •-■*** Ojekenrleberx. Göriruj *w Er. 251 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Mittwoch, Oktober (938 Aus der Stadt Gießen. Gleiberg in ber Herbstwnne. Trutzig ragt die Burg Gleiberg in den blauen Himmel, von dem herrliche, warmgoldene Oktobersonne herniederstrahlt. Wir schlendern durch das alte Dors, dessen kleine Häuser sich so wunderbar hei-melig an den Burgberg anschmiegen Die Kirche wachst aus einem Felsen in die Hohe, man muß gewaltig zu ihr hinauf sehen. Aber aus einmal wenn man vor ihrer Türe steht, ist sie ganz klein! Der Grundstein wurde im Jahre 1619 gelegt. Ja, bas ist nun schon eine Zeitlang her, seit sie hier steht und ins Land schaut. Was hat sie wohl alles gesehen! Wir kommen in den Burghof. Dick und breit steht der Turm gegen die goldgelbe Sonne. Ein Ahornbaum streut seine herbstlichen Blätter — wie tanzende, kleine Chinesen — über uns. Warte nur w>r werden dich schon ersteigen, dicker Turm nur erst ein bißchen ausruhen! Drinnen» im großen Saale, ist fröhlich-buntes Treiben: eine Geige singt hell, eine Saxaphon klagt rauh, und Klavier und Trommel geben die rhythmische Begleitung zu der schmelzenden Melodie Junge Leute tanzen, hingegeben an diese Klänge Erstaunt leuchten die bunten Glasfenster auf von der Sonne getroffen, und auch die Wappen derer die hier herrschten. Schade, daß sie jetzt nicht einmal in ihren Saal gucken können, in dem sie früher gezecht und gewürfelt, geflucht und geliebt haben- ihre erstaunten Gesichter möchte ich schon mal sehen! Vom Kaffee gestärkt gehen wir jetzt an die Besichtigung der Burg und die Besteigung des Turmes Welche Wände! Die Hände, die sie geschichtet haben ruhen schon lange. Aber noch im Verfall, mit ihren leeren Fensterhöhlen, durch die die Sonne flutet, strömen die Wände eine ehrfurchtgebietende Größe aus, eine Ruhe, die uns unruhige Erdenkinder mahnt. Drüben liegt der Vetzberg, fein massiger Turm grüßt herüber. Eine hessische Sage erzählt: Es waren einmal drei Brüder, und jeder baute sich eine Burg. Der Erste nannte seine, weil sie stark und fest war, eine Feste. Daraus entstand dann der Name „Vetzberg". Der Zweite stellte dieser Burg eine gleiche entgegen, daher der Name Gleichberg oder Gleiberg. Der Dritte endlich wettete, seine Burg werde die anderen an Festigkeit noch übertreffen, und die bekam dann den Namen Wettenberg. Nun liebten sie alle drei ein und dasselbe Mädchen, das sich für den Besitzer des Wettenberger entschied Aus Zorn zogen die beiden andern Brüder vor die Burg und eroberten und zerstörten sie. Konnten sie nicht friedlich miteinander leben in dieser schonen Landschaft? Nun aber stehen wir oben: ein wundervolles Bild bietet sich unseren Blicken. Weit, weit dehnt sich das Land nach allen Seiten, rotbraun oder grün die Vierecke der Felder, herbstlich aufleuchtend die Hügelketten der Wälder, lilagrau verdämmernd in lichtübergossener Ferne. Die Lahn schlängelt sich vorbei,. Dörfer grüßen zu uns herauf mit ihren roten Dächern. Fern dehnt sich die Stadt mit ihren Türmen. Eine Eisenbahn, klein wie aus der Spielzeugschachtel, kriecht, weißen Rauch paffend, durch die Ebene. Und über allem die goldene Herbstsonne! O wie herrlich ist es! Das „Abstandgewinnen von den D'ngen", hier oben wäre es nicht so schwer! Wir aber müssen wieder die hundertachtunddreißig Stufen hinunter: für unsere sonnengeblendeten Augen ist die Treppe in pechschwarze Finsternis getaucht. Als Mutti einmal „strauchelt", ergibt es sich, daß das Kind diesen Ausdruck falsch versteht. „Ja, aber", erklärt es eifrig, „in der Schule haben wir gelesen: ,Der Esel strauchelte und fiel ms Wasser', „und da dachte ich, er hat an einem Strauch gefressen und ist dabei ausgerutscht!" E. I St Erste Elanvort-Reüjagi) 1938 in Gießen DM Nach der Rückkehr in die Garnison und bevor nun wieder des „Dienstes ewig gleichgestellte Uhr" ihren Lauf beginnt, bedeutete die gestrige erste Stanborl-Reitjagb dieses Jahres für alle teilnehmenden Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften unserer Garnison ein schönes Zwischenspiel. Der Nachrichtenzug der III. Abt. Art.-Regt. 9 hatte unter Leitung von Leutnant Düssel die Ausrichtung der Jagd übernommen. Alle Vorbereitungen waren mit militärischer Sorgfalt getroffen, so daß der Jagd der glatte Ablauf gesichert war. lieber der Landschaft, durch die die Reitjagd führte, lag gestern rechte und echte Herbststimmung: diesige Luft über Feldern und Wiesen, der Wald in stumpfem «Grau in der Ferne:' über die Felder zogen die Rauchschwaden der Kartoffelfeuer, leichter Wind wehte, es war kühl, wenn auch nicht kalt. Der Parcours der Reitjagd war interessant und abwechslungsreich verlegt. Von einem Wiesenstück an der Ecke Aulweg und Liebigstraße aus führte die Strecke, die zu reiten war, bald ein Stück bergan, em kurzer steiler Hang war zu passieren, dann ging es über ein Stoppelfeld, auf dem das erste Hindernis aus Strohballen zu nehmen war. Dann führte die Strecke wieder in leichtem Schwung abwärts, über Wiesen, über mehrere Hindernisse (insgesamt 10) und wenig tiefe Gräben flach dahin und erst kurz vor dem Walde unweit der Bergschenke stieg der mit roten und weißen Fähnchen markierte Kurs bis an den Waldrand heran wieder etwas an. In Anbetracht der Strapazen, die die Pferde in den vergangenen Wochen hinter sich zu bringen hatten, war der Parcours für diese Reitjagd, gegenüber früheren Jagden, etwas verkürzt worden, auch wurden die Hindernisse nicht so hoch gebaut, um die Pferde nicht über Gebühr anzu- jtrengen. Die Beteiligung an der Reitjagd war sehr gut. Nicht weniger als 45 Offiziere sowie 26 Unteroffiziere dzw. Wachtmeister und Mannschaften stiegen in den Sattel, als das Signal zum Aufsitzen erklang. Unter den Offizieren fand man viele Reserveoffiziere, die es sich nicht nehmen ließen, im Rahmen ihrer Uebungszeit auch einmal eine Reitjagd mitzumachen. Außerdem waren auch einige Offiziere der ^-Derfügungstruppe, Standarte „Germania" (die gegenwärtig bei unserem Regiment Dienst tun), beteiligt und erwiesen sich als schneidige Reiter. Als das Feld der Offiziere lospreschte (Damen waren diesmal nicht dabei), bot sich manches begeisternde Bild. Von vielen Punkten der Landschaft aus konnte man fast das ganze Jagdfeld einsehen und die Reiter ausgezeichnet verfolgen. Die Jagd wurde sehr rasch und flüssig geritten, vor allem wurde in scharfem Tempo losgezogen, so daß sich das Feld bald auseinanderzog. Fuchs war Leutnant Düssel, der, von zwei „Hunden" begleitet, dem Feld vorausritt. Generalleutnant O ß w a l d (Jagdherr), der auch diese Jagd mitritt, war als ausgezeichneter Reiter über die ganze Strecke in der vordersten Gruppe der Reiter zu finden und konnte am Waldrand alle Ankommenden zu letztem Einsatz anspornen. Dichtchinter dem Feld der Offiziere preschte dann das ebenfalls stattliche Feld der Unteroffiziere, der Wachtmeister und Mannschaften daher, und die Soldaten machten ebenfalls ausgezeichnete Figur. Festlich klang das „Halali" zwischen Wald und Feld, und während man sich in kleinen Gruppen Zu unseren Bildern: Links oben: Du s Feld der Offiziere im weiten Geläuf. Nebenstehend: Generalleutnant O ß w a l d verteilt die Eichenbrüche. (Aufnahmen f2f: Neuner, Gießener Anzeiger.) MU M V» i» i. ‘ zusammenfand, um noch etwas über den scharfen Ritt zu plaudern, standen schon Kameraden mit den Brüchen bereit, die nunmehr von Generalleutnant O ß w a l d an alle Teilnehmer der Reitjagd verteilt wurden Mit berechtigtem Stolz und mit Freude hefteten sich Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften den Eichenbruch an den Rock Zahlreiche Zuschauer hatten sich zu der Reitjagd eingefunben und folgten dem militärischen und reiterlichen Aufzug mit großer Aufmerksamkeit Das ausgezeichnete Pferdematerial zog dabei auch manchen Blick auf sich. In der nächsten Zeit werden noch einige weitere Reitjagden stattfinden — das größere reitsportliche Ereignis wird aber die Hubertusjagd fein, die voraussichtlich am 4. November stattfinden wird. 23ornofuen. Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater: 19.30 bis 22 30 Uhr „Wiener Blut". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Ein Mädchen geht an Land" — Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: „Frauenehre". — Oberhessischer Kunstverein. 17 bis 18 Uhr Ausstelluna im Turmhaus am Brand Erste Wiederholung „Wiener Bhd“. Heute abend findet die erste Wiederholung von „Wiener Blut", Operette in drei Akten von Johann Strauß, statt, die am Sonntag mit großem Erfolge N\un nimmt zur täglichen Hautpflege -.25, ‘.45, -.90, erstaufgeführt wurde. Mus. Leitung: Joachim Po- velka, Spielleitung: Gert Buchheim, Tänze: Thea Maaß. Die Vorstellung findet als 5. Vorstellung der Mittwoch-Miete statt. Anfang 19.30 Uhr, Ende 22.30 Uhr. Hitler-Zugend Bann 116. Theaterring der Hiller-Jugend. Die Morgenveranstaltung im Stadttheater am Sonntag, 30. Oktober^ „Ruse und Lieder Sudetendeutscher" — Hans Christoph Kaergel liest aus eigenen Werken, kann zum Preise von 0,25 Mark gegen Vorzeigen der Mitgliedskarte des Theaterringes besucht werden. Karten im Vorverkauf an der Theaterkasse besorgen! Die Mitglieder des Theaterringes, deren Mitgliedskarte den Vermerk „Mittwoch-Miete" trägt, besuchen die Vorstellung am Mittwoch, 2. November. Es gelangt zur Aufführung „Dantons Tod". Beginn der Vorstellung 19.30 Uhr. BDM. Untergau 116 Gießen. Belr. BDW.-Leistungsab;eichen. Donnerstag, 27. Oktober, findet um 20 Uhr in der Chirurgischen Klinik Untersuchung für das Leistungsabzeichen statt. Belr. Veranstaltungen. Die Karten für die Sudetendeutsche Morgenfeier (25 Pf.) und den Dichterabend mit Agnes Miegel (20 Pf.) müssen sofort bei den Gruppen bestellt werden. BDW.-werk-Gruppe 11/116. Am Mittwoch, 26. Oktober, tritt die Arbeitsgemeinschaft für Literatur um 20 Uhr am Studentenheim an zum Gemeinschaftsabend des BDM.- Werkes. Gießener Stadttheater. Georg Büchner: „Dantons Tod." Vor 125 Jahren, im Oktober, wurde Georg Buchner geboren. Wir haben im vorigen Jahre, zur 100. Wiederkehr seines Todestages, in der Unterhaltungsbeilage die Umrisse seines Wesensbildes zu zeichnen und darzulegen versucht, was seinen Standort in der Geschichte unserer Dichtung, vornehmlich des deutschen Dramas, beftbmmt; warum insbesondere das Theater Grund habe, sich auf Büchner zu besinnen und seiner anzunehmen. Es bedarf wohl kaum des Hinweises, daß gerade wir hier begründete Verpflichtungen haben, und es mag nur daran erinnert werden, daß der „Danton", zwei Jahre vor Büchners Tode, im selben Sommer erschien, in dem „der von Großh. Hess Hofgericht der Provinz Oberhessen bestellte Untersuchungsrichter , Hofgerichtsrat Georgi, jenen berüchtigten Steckbrief hinter dem „Studenten der Medizin aus Darmstadt erließ. „Dantons Tod" ist das vollkommenste und bedeutendste der von Büchners Hand auf uns gekommenen Dramen, ein Dierakter mit sehr willkürlich geformter, unregelmäßiger Folge von Szenen, die baio miniaturhaft verkürzt, bald oratorisch breit ausgesponnen sind, vielfach balladesk in der Knappheit und der Steigerung des Tempos, auch von ^otrs- liedftrophen durchzogen, wie Büchner es liebte, die aber mehr hessisch als pariserisch klingen, wie denn überhaupt die Leidenschaft, die von diesem Stuck ausftrahlt. sich an einer anderen, kleineren, uns zeitlich und landschaftlich näheren Revolution entzündet und genährt hat, die damals auch das ne ine Lnö Hessen in Unruhe und Aufruhr versetzte? Manchmal glaubt man in diesen Szenen schon ,ene anklägerische und aufrüttelnde Famarenstunme des „Hessischen Landboten" zu vernehmen. ♦ Es würde zu weit führen, wollte man hier wiederholen, was Büchner selbst damals - «nGutz kow, der .hm nach Kräften half und an feme Familie - über den „Danton", über dessen Absichten unö über das Verhältnis des Dramatikers zum Historiker geäußert hat: es lohnt sich, das uachzu- lesen Man wird da den bemerkenswerten Satz finden: „Mit einem Wort ich ^ltevle auf Goethe oder Shakespeare, aber sehr wenig auf Schill es ist aewiß, daß „Dantons Tod , em gtu hender Bilderbogen aus der französischen Revolution. unter dem verehrten Gestirn des großen W liam empfangen wurde: ebenso ^wlß aber tz das Ganze völlig aus Buchners Hand und Herzen fa(?5 weht durch alle Szenen in> diesem Drama jene eigentümliche, schwer zu beschreibende, aber unverwechselbare Buchner-Luft, der man später, mit der nämlichen atmosphärischen Stärke, im „Woy- zeck" wiederbegegnet, klar und schwül zugleich, beklemmend und durchsichtig: es herrscht eine Stimmung wie vor einer nahen Katastrophe, vor einem drohenden Weltuntergang, und es ist kein Zweifel, daß dies die Stimmung war, welche den jungen Dichter damals bewegte, daß vieles von dem, was Danton äußert, mit etwas anderen Vorzeichen und Akzenten vielleicht, als Wort und Meinung feines Schöpfers gelten darf „ Es spricht da übrigens, wie gleich hinzugefügt werden soll, nicht nur der Revolutionär, sondern auch der Mediziner Büchner, der sich in kaum einer feiner Schriften verleugnet: aber man mag, zur Vermeidung von Mißverständnissen, in dem schon erwähnten Brief an die Familie (aus Straßburg, vom 28 Juli 1835) auch nachlesen, wie sich Büchner gegen den Vorwurf der „sogenannten Unsittlichkeit" seines Werkes zur Wehr gesetzt hat. ♦ Der „Danton" ist, wenn man es auf eine knappe Formel bringen will, das Schauspiel einer Revolution, die in ihrem Blute erstickt. Diese Revolution ist, mit Dantons Worten, ^roie Saturn, sie frißt ihre eigenen Kinder". Von den knappen Szenen, in denen das Volk von Paris geschildert wird, heben sich die größeren ab, in denen die Träger, Führer und Vollstrecker der Revolution einander gegenüber^ stehen. Zwar erkennt der Deputierte Herault: „Die Revolution muß aufhören, und die Republik mutz anfangen.. ", aber <-s erweist sich, daß die Revolution noch nicht reif ist, daß die Männer des Volkes nicht einig find — weder über den Wea noch über die Ziele. Sie halten ihre Reden, sie disputieren — Mann gegen Mann, oder in aller Öffentlichkeit des Nationalkonvents und des Revolutionstribunals —, aber das einzige Argument, dem in dieser Zeit die unwiderlegbare, letzte Beweiskraft zukommt, scheint die Guillotine zu sein. Sie haben schon alle ausgerottet, die der Revolution im Wege standen, die reichen Leute, die Adligen, die Royalisten: es gibt, in diesem Schauspiel, nur noch „das Volk" und die Führer des Volkes: wenn diese sich über den Fortgang der Ereignisse, über Staatsformen, Bürgerpflichten, Tugenden und Laster nicht mehr zu verständigen vermögen, kann es nicht ausbleiben, daß. die Revolutionäre sich wider einander erheben und gegenseitig zu vernichten suchen Bei Büchner spitzen sich die Gegensätze am schärfsten zwischen Danton und Robespierre zu Danton sieht „keinen Grund, der uns länger zum Töten zwänge" Robespierre, der unbestechliche, der „empörend rechtschaffene", dagegen: wer eine Revolution zur Hälfte vollendet, gräbt sich selbst fein Grab." Und ein wenig später, als Danton gegangen ist: Er muß weg ... er wird zertreten." > St. Just fügt hinzu: „Wir müssen die große Leiche mit Anstand begraben .. all ihre Glieder müssen mit hinunter." Danton wird gewarnt, könnte fliehen, ist aber überdrüssig, melancholisch, hochmütig: „Sie werden's nicht wagen", glaubt er, und dann: ,,... nimmt man das Vaterland an den Schuhsohlen mit?" Auf die wilden Anklagereden Robespierres und St. Justs im Konvent antwortet Danton mit einer stolzen und verächtlichen Verteidigung, die ihn noch einmal als den Mann des Volkes bestätigt. Aber ein Komplott unter den gefangenen Deputierten wird ruchbar. Und das bestechliche, wetterwendische und unberechenbare Volk von Paris, das eben noch Danton zusubelte, als er vor dem Revolutionstribunal Robespierre, St. Just und ihre Henker des Hochverrats anklagte, erinnert sich wenig später, daß Danton schöne Kleider, em schönes Haus, eine schöne Frau habe — und was hat Robespierre? „Es lebe Robespierre! Nieder mit Danton!..." Was dann folgt, sind Traumphantafien und Todesahnungen der Gefangenen, Selbstmord und Sinnoerwirrung ihrer Frauen, Geschrei des Pöbels, Tanz der Carmagnole unb das Schreckbild der Guillotine auf dem Revolutionsplatz mit den beiden wunderlich hessisch singenden Henkersknechten. Oberspielleiter Dr. Hannes R azurn hatte das Drama in Szene gesetzt. Die Ausführung erwies sich als eine Leistung, die auch an einer größeren j IBübne mit allen Ehren hätte bestehen können: sie ist zu würdigen nach den ungewöhnlichen Schwie- I rigfeiten und außerordentlichen Anforderungen, die i Büchners Werk szenisch und darstellerisch an das Theater stellt. Dr Razum war der entmutigenden Folge von insgesamt 31 Bildern fast ohne Streichungen und mit verhältnismäßig flüssigen Verwandlungen Herr geworden. Ihm gelang die Verwirklichung des äußeren Bildes auf eint sehr einprägsame Weise: er. empfand auch das eigentüpi- liche Klima, das von dem Schauspiel ausstrahlt, und von dem schon die Rede mar; er ließ endlich hinter den bewegten Vorgängen die geistigen Grundlagen sichtbar werden, aus denen das Drama des jungen Darmstädter Studenten erwachsen war Die Arbeit des Spielleiters wurde durch die Raumgestaltung des Bühnenbildners Löffler mit geschmeidiger Einfühlung unterstützt. Das Spielfeld war durch eine Diagonale in oben und unten, in Vorder- und Hinterbühne gegliedert. Die Bilder tauchten, von andeutenden Projektionen und wenigen Versatzstücken plastisch geformt, aus dem Dunkel ins Helle oder ein flackriges Helldunkel, in dem meist sparsame, gut verteilte Farben, viel Rot darunter, die bestimmenden Akzente lieferten. Die Regie hatte ausdrücklich auch auf dramaturgische Experimente verzichtet, die hier nahegelegen hätten, und spielte fast vollkommen textgetreu: nur das Henkerlied zuletzt lautet bei Büchner anders. Ein guter Einfall, das Ganze mit der Marseillaise zu intonieren. Hingegen war das letzte Bild durch die anfängliche Verdunkelung und dis mangelnde Verständlichkeit der Sprecherin beeinträchtigt. Die Hinrichtungsfzene auf dem Revolutionsplatz bei halblauter Musik ist schaurig, aber wir haben sie mit so unheimlicher Intensität des Eindrucks noch nicht erlebt. ♦ Das enorme Personal des Dramas erforderte den Einsatz fast des gesamten Aufgebotes an darstellerischen Kräften. Man kann naturgemäß aus der langen Liste nur einige der wichtigsten Namen hervorheben: aber es soll zuvor als ein hohes Verdienst der Spielleitung auch dies hervorgehoben werden, daß die Massenauftritte durchgeformt und gegliedert waren und über der Masse sich die Köpfe und Gestalten der wesentlichen Akteure sorgsam profiliert und mit persönlichen Umrissen abzeichneten Eduard Cossovel als Danton: er trug die schwere und schwierige Rolle beherrscht und abgewogen durch viele Szenen: eine hohe, wuchtige, dabei nicht unelegante Gestalt im roten Frack; ein leidenschaftlicher Kopf mit dunklen Augen unb dunklem Haarbusch. In seiner Darstellung flössen die merkwürdig auseinanberftrebenben Elemente ber Rolle zusammen: Hochmut unb Lebensüberdruß, Gleichgültigkeit unb ausbrechenbes Temperament, Verachtung ber Welt unb Schauer bes unentrinnbaren Enbes. < ♦ Glänzenb erfaßte Herr v. Gschmeidler ben wichtigsten Gegenspieler: sein Robespierre war ein glatter, schwarzer, kalter Abbe, ein büsterer Mono- logift unb theatralisch hinreihenber Volksrebner. Herr Geißler als St. Just: sachlich unb fast trocken, bis ein ähenber Fanatismus seine scheinbar leibenschnftslosen Argumente erhitzt. Eine ber bemerkenswertesten Leistungen ging von einer Nebenrolle aus, ber von Anneliese Schloeber mit halblauter Einbnnglichkeit gespielten Marion. Gie« sela Vollert gab in stiller Beherrschung bie Julie, Anneliese Garbe bie umnachtete Lucile mit einer hohen, fingenben Kinberstimme. 'Herr Schorn war ber sehr menschlich empfunbene Desmoulins. — Einige Darsteller mußten boppelt eingesetzt werben: Herr Do Ick (ßegenbre, Dillon); Herr Haars (Simon, Barrere): Herr Grönbahl (Mercier, Collot) in ber Maske bes jungen Bonaparte bei Lodi. * Man kann nicht alle Namen nennen. Wer bis gegen Enbe ein wenig nachlasienbe Spannung spürte, möge bie beträchtlichen Schwierigkeiten einer solchen Inszenierung bebenfen: sie hätte einen nicht minber starken Besuch oerbicnt als bie letzte Operette. Hans Thyriot Sie mal jetzt alles Herumreden beiseite! Bitte, setzen. Sie sich! .Unsere Unterredung lst noch nicht zu Ende. Im Gegenteil! Ich glaube, sie beginnt jetzt erst." Mit erstauntem Blick auf Karola setzt sich Dr. Grote. Karola bleibt dicht vor chm stehen. »Können Sie schweigen, Doktor Grote?" „Ick glaube wohl. Allerdings, wenn Sie mir jetzt sagen, Daß Sie Handtücher im O-Zug ge« stöhlen haben, müßte ich Sie wohl doch mutigen!" entgegnet er mit einem schwachen Versuch zu scherzen. Doch Karola geht auf seinen Ton nicht ein. „Was ich Ihnen sagen will, verstößt gegen kein Gesetz. Darum also keine Sorge. Aber ich gebe mich ganz in Ihre Hand, Grote. Doch ich will Ihnen ganz ehrlich gestehen, daß mir Ihre Offenheit imponiert hat. Ich habe das bestimmte Gefühl, daß man sich auf Sie ausgezeichnet verlassen kann." „Solange man nichts von mir verlangt, was gegen mein Ehrgefühl geht, unter allen Umständen." „Wollen Sie mir Ihr Ehrenwort geben, zu keinem Menschen ein Sterbenswort von dem zu sagen, was Sie jetzt erfahren sollen?" Grote steht auf. Blick in Blick steht er vor Karola. „Das kann ich nicht, ehe ich die Sache kenne. Aber wenn Sie es verlangen, Fraulein Westner, bin ich bereit, alles was ich habe für Sie einzusetzen." „Danke, Grote. Ich hoffe, das wird nie nötig sein", lächelt Karola. „Ich vertraue Ihnen auch ohne Ehrenwort." Sie drückt chm kurz die Hand. Dann schreitet sie mit großen Schritten durch den engen Raum. ,Karajan ist wieder in Deutschland." Er fährt herum, förmlich erschrocken. ,Karajan? Doktor Karajan?" „Don dem Sie mir erzählt haben. Jawohl. Ich war gestern noch mit ihm zusammen. Wir haben uns verlobt." Grotes Gesicht ist nicht gerade sehr geistreich. „Sie... und Karajan?" stammelt er. „Das ist doch unmöglich! Die .Bereinigten' hatten doch den großen Prozeß gegen Karajan? Und er sollte tat» sächlich die Tochter der Firma heiraten... die ihn damals... entschuldigen Sie, aber das ist mir unverständlich." "Dabei ist es ganz einfach!" lächelt Karola. ,Karajan kennt mich ja nicht. Er hat mich nie gesehen. Ich war stets in Dresden. Meßdorff leitete den Betrieb und hat auch den ^r»z?ß geführt. Außerdem hieß m'in Stiefvater \ .1 au mann. Karajan hat auch meinen Namen nie gehört." Grotes Gesicht wird kühle Ablehnung. „Ach so ... nun verstehe ich... Er ahnt nicht» daß seine Braut dieselbe Frau ist, die damals... mit Meßdorff..." „Bitte..." unterbricht ihn Karola, „es ist kein Grund vorhanden, häßlich zu werden. Ich bin noch nicht am Ende. Was damals geschehen ist, bedauert niemand mehr als ich. Jedenfalls habe ich keinen Begriff davon gehabt, was sich damals abspielte. Ich habe Doktor Meßdorfs blind vertraut, habe Fabrik Fabrik sein lassen und in Dresden musiziert, während hier in Radevormwald Fremde unsere Arbeit taten. Das ist meine Schuld. Vater kann man überhaupt nicht schuldig sprechen. Er war krank. Und Mutti? Ach Gott!" Sie lächelt trübe. „Daß mich das Schicksal nun mit jenem Mann zu- sarnmenführt, der für meine Torheit leiden mußte ... ist nicht mein Verschulden. Ich habe sechs Jahre lang versucht, meine Schuld durch harte Arbeit zu löschen." „Verzeihen Sie mir, Fräulein Westner!" sagt Grote ganz leise. „Ich bin ein Tölpel gewesen." „Ich will noch mehr tun", fährt sie fort „Ich will Doktor Karajan das wiedergeben, was ich ihm unwissend genommen habe. Die Früchte seiner Arbeit. Seine Erfindung ist fertig. Die Einzelheiten kenne ich nicht, aber wie sagten Sie so schön: ,Wenn Karajan erklärt, sie ist fertig, dann genügt mir bas//— Nun, es genügt auch mir. Ich werbe meinen Betrieb hier verkaufen unb von dem Erlös Karajans Erfindung finanzieren." „Das wollen Sie tun, Fräulein Westner?" „Sind Sie etwa auch damit nicht einverstanden?" ^Fräulein Westner... das ist... das ist ja toll! Herrgott, wird sich der Karajan freuen!" „Leider nicht, Grote!" schüttelt Karola den Kops. „Er wird nämlich nie erfahren, wer das Geld für seine Erfindung gibt. Ich bin für ihn ein Fräulein Westner, das Musik studiert.und im übrigen durch ein wenig Zeitungsschreiberei sich den nötigen Zuschuß verdient, damit es sein kleines Kapital nicht anzugreifen braucht." „Aber Fräulein Westner!" Grote sieht sie ganz entsetzt an. „Sie können chm das doch nicht verheimlichen!" „Meinen Sie, daß Karajan sich von mir helfen läßt, wenn er weiß, wer chm eigenllich das Kapital stellt?" „Allerdings, daran habe ich nicht gedacht." Betreten schaut Dr. Grote vor sich hin. Doch Karola lacht ihm tröstend zu. (Fortsetzung folgt!) ■ VvN.werk-Gruppe 1/116. Alle Mädel der Gruppe treten am Mittwoch, 26. Oktober, um 20 Uhr am Ludwiasplatz in tadelloser Kluft an. Auch die Beurlaubten müssen kommen. Mädelgruppe 1/116. Alle Mädel der Gruppe treten zum Musikabend am Mittwoch, 26.10., 20 Uhr, in der Friedrich- straße/Ecke Frankfurter Straße an. Zahnen unseres Standorts wieder in der Zeughausfaserne. In üblicher militärischer Form wurden gestern die Fahnen der beiden Bataillone unseres Infanterie-Regiments 116 unb die Standarte der HI. Abt. Art.-Regt. 9 nach ihrer Mitführung bei der jüngsten großen militärischen Unternehmung von den Kasernen aus wieder in die Zeughaus-Kaserne gebracht. Diese Fahneneinbringung gestaltete sich zu einem eindrucksvollen militärischen Vorgang. Unter Vorantritt der Spielleute und des Musikkorps unseres Regiments marschierte die Fahnenkompagnie unter dem Kommando von Hauptmann Rendel zunächst von der Dsrdun-Kaserne (Waldkaserne) mit der Fahne des II. Bataillons zur Bergkaserne, um dort unter präsentiertem Gewehr die Fahne des L Bataillons zu übernehmen. Dann wurde der Marsch zur Bleibornkaserne (Artillerie-Kaserne an der Grünberger Straße) fortgesetzt und dort die Standarte der Artillerie-Abteilung übernommen. Unter schneidigen Märschen zog dann die Fahnenkompagnie mit den Fahnen unb der Standarte stadtwäkts unb marschierte über Kaiserallee, Moltke- straße, Hitlerwall und Landgrafenstraße zur Zeughaus-Kaserne. Wurde der militärische Auszug schon unterwegs viel beobachtet, so drängten sich vor der Zeughauskaserne viele Menschen, um Zeuge der Einbringung der Fahnen zu sein. Unter Trommelklang unb Musik wurden die Fahnen in bas Dienstgebäude der Division gebracht. Die Fahnenkomvanie begab sich sodann wieder in ihre Kaserne zurück. Gemeinsame Lanaemarck-^eiern. Lpd. Der Reichskriegerführer ^»Gruppenführer, Generalmajor a. D. Reinhard hat mit dem Reichs- studentenführer ein Abkommen getroffen, daß von nun an am 11. November in Ollen Städten, in bene 11 sich Gliederungen des NS.-Studentenbundes befinden, örlliche Langemarck-Gedenkfeiern ftattfinben. Die offizielle Reichsfeier „Langemarck" wird am 13. November von der Reichsstudentenführung gemeinsam mit der Reichskriegerführung im Zeughaus in Berlin durchgeführt. Wegen der örtlichen Feiern, so u. a. in Frankfurt a. M, Gießen, Marburg und anderen Städten mit Hoschulen und technischen Lehranstalten in ^Hessen-Nassau werden von den öri- lichrn Führern des NS.-Studentenbundes mit den in Betracht kommenden Kreiskriegerführem noch ■ Vereinbarungen getroffen. ** Aenderung im Straßenbahnfahrplan. Mit sofortiger Wirkung wird an Samstagen unb Sonntagen auf der Straßeirbahn folgender Fahrplan durchgeführt.- Auf der roten । Linie 7'/r-Minuten-Verkehr, auf der grünen Linie Viertelstundenverkehr bis zum Schluß des Betriebes. An den übrigen Tagen bleibt der Verkehr unverändert wie bisher. ** Erstaunliche Laune berNatur. Aus einem Garten hinter dem Schlachthvf wurde uns gestern ein Erdbeerstrauch gezeigt, der nicht nur prächtige Blüten, sondern auch eine stattliche Anzahl dunkelroter Früchte trug. In dieser vorgeschrittenen Jahreszeit sicherlich keine alltägliche Erscheinung! Tödlicher Unfall bei der Arbeit. * Vockenrod, 26. Okt. Dor einigen Tagen ereignete sich in unserem Orte ein Unfäll. Der 61 Jahre alte Maurer Georg G a r g war von einem Dache abgestürzt und hatte schwerste Verletzungen (Rippenbrüche, einen Beckenbruch unb einen Schädelbruch) erlitten. Der babauernsroerte Mann, der sofort in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht wurde, ist in der vergangenen Nacht seinen schweren Verletzungen erlegen. Oie Probe aufs Exempel glänzend bestanden. Große Alarmübung der Feuerwehren im Lumdatal. — »Ein ganzer Gutshof steht in Flammen." — Auf die größte Schnelligkeit der herbeieilenden Wehren kommt es an. Den Wert einer ober mehrerer Minuten unterschätzt man im Alltagsleben allzu leicht Daß er aber seine Bedeutung hat, führt uns beispielsweise die Reichsbahn täglich vor Augen, indem sie der pünktlichen Ankunft ihrer Züge größte Auf- merkfamkeit beimißt. Noch deullicher wird der Wert einer ober mehrerer Minuten erkennbar, wenn schwere Notfälle eintreten unb Hilfe für die Rettung von Leben unb Besitz durch andere Menschen erhofft und gebracht wird. In solchen FMen erst merkt man eigentlich, welche gewaltige Bedeutung auch schon eine gewonnene Minute haben kann, ober welche Steigerung von Gefahr ober Verlust eintritt, falls die Hilfeleistung sich verzögert. Diese gewaltige Bedeutung der einen oder von ein paar Minuten ist wohl kaum jemand bewußter als der Feuerwehr unb den Männern vom Roten Kreuz. Die Leitungen dieser gemeinnützigen Organisationen streben denn auch unablässig und in gesteigerter Anstrengung dahin, durch den Ausbau und die modernste Ausrüstung ihrer Einheiten Zeit, ja sogar bis zur Steigerung auf eine Minute früherer Ankunft als im allgemeinen möglich unb erwartet wird, zu gewinnen. Diesem Ziele galt auch der kürzlich von uns ge» melbete Verkauf der K r e i s m 0 10 r s v r i tz e an die Stadt Gießen unb an Stelle dieser Spritze die Einrichtung von Bezirksmotorspritzen in verschiedenen Standorten mit entsprechender Einteilung des Kreises Gießen in Bezirke für den Be- 'reitschaftsdienst der Feuerwehren. Es hatte sich immer wieder erwiesen, daß die Stationierung der Kreismotorspritze in der Stadt Gießen, die an der Peripherie des Kreises liegt, für die Schnelligkeit in der Hilfeleistung bei Brandunfällen draußen im Kreise Gießen wenig zweckmäßig war. Deshalb wurde eine Dezentralisation bes Feuerlosch- bienftes durch die Einrichtung von Bezirksmotorspritzen geschaffen, die ein wesentlich schnelleres Herankommen der Feuerlöschhllfe ermöglicht. Dazu wurde noch ein neues System des Alarms zunächst in einem Teile des Kreises eingeführt. Beides zusammen hatte jetzt erftmaliq die Probe aufs Exempel zu leisten, die beide Einrichtungen — vorweg festgestellt — glänzend bestanden haben! Der gestrige Dienstagabend. Kurz nach 21 Uhr machen sich in zwei Personenautos eine Anzahl Männer auf den Weg. Fahrtziel ist Londorf, einer der nördlichen Orte im Kreisgebiet, etmg im Mittelpunkt des Lumdatales. Es handelt sich um eine Feuerwehrfahrt. Kein Mensch außer den Insassen der beiden Autos kennt bas Ziel unb weiß überhaupt etwas von biefer Fahrt unb ihrem Zweck. Auf ben Weg gemacht haben sich der Feuerwehrdezernent bes Kreisamts Gießen, Regierungsrat Dr. Fuhr, als Vertreter des Kreisdirektsrs Regierungsrat Dr. Krüger, Kreisfeuerwehrführer Bouffier, als Vertreter der für den Fernsprechverkehr zuständigen Dienststelle des Postamts Gie-, ßen Obertelegrapheninspektor Pfeil, ein Beamter der Gendarmerie und die Vertreter der Gießener Presse. Von dieser Fahrt soll eine große nächtliche lieber» raschung für die Feuerwehren im Lumdatale aus» gehen; die Wehren sollen eine gewichtige Probe ihrer Schlagfertigkeit ablegen, zugleich soll dabei er» probt werden, ob sich die vorgenannte neue Einrichtung im Feuerlöschdienst des Kreises Gießen bewährt ober nicht. Dem 2llarmnfan liegt bie Annahme zugrunde: „Sin ganzer Gutsh 0 f steht in Flammen". Dazu ist der große Kompler des Rabenauschen Gutshofes in Londorf, Pächter Schudt, als Uebungsobjekt ausersehen. Mach einigen kurzen Aufenthalten unterwegs, bei denen stichprobenweise Derkehrskontrollen vorge- nommen werden, unb nach einer kurzen Vorbesprechung im Kreise der Insassen der beiden Autos, geht's um 21.49 Uhr in Londorf los. Zunächst erhält die zuständige Dienststelle in Londorf den Befehl zum Alarm der Londorfer Feuerwehr. Um 21.56 Uhr, also in sehr guter Zeit, wenn man bedenkt, daß der Befehl den Weg über den Feuer- wehrkornmandanten bis zum Hornisten machen muß, ertönt das erste Alarmsignal in Londorf. Um 2 2.06 Uhr trifft als erstes Gerät die Saug- unb Druckspritze ber Freiwilligen und Pflichtfeuerwehr Londorf an der Uebungsftätte ein. Als nächstes Gerät kommt um 2 2.0 8 U h r die Bezirksmotorspritze Londorf an unb legte ihre Leitung sofort in bie Lumda aus. Während dieses Anmarsches unb ber Bereitstellung der Londorfer Wehr charmiert Regierungsrat Dr. Fuhr als Feuerwehrdezernent über ben Un- fallmelbedienst die übrigen zur Hebung vorgesehenen Wehren. Da die Alarmübung absichtlich auf diese Spätabendstunde angesetzt ist, ist der öffentliche Fernsprechdienst nicht mehr verfügbar, denn die Postagenturen unb Postämter haben mittlerweile geschlossen. Es kann alfo nur über den Unfallmelde- dienst alarmiert werden. Dabei ergeben sich leicht einige Hemmungen, die aber glatt überwunden werden, auch wenn der Bürgermeister oder der Mann von der Post — wie gestern geschehen — sich bereits schlafen gelegt hat und nun erst wieder aus dem Bette springen und in feine Unaussprechlichen fahren muß, damit der Alarm schnell weitergegeben wird. Trotzdem klappt alles vortrefflich. Um 21.55 Uhr geht der Alarmbefehl an die Bezirksmotorspritze in Lollar, um 21.59 Uhr wird die Berirksmotorspritze in Grünberg alarmiert, um 2 2.01 Uhr kommt ber Alarmruf für die Ortsfeuerwehr inAllenborfa.b. Lumda an. Um 22.10 Uhr gibt als erste die Saug- und Druckspritze Londorf Wasser, jedoch muß sie um 22.20 Uhr zwecks besserer Wassergewinnung Stellungswechsel vornehmen unb an die Wasserleitung anlegen. Nun geht auch schon ber Wasserstrahl der Bezirksmotorspritze Londorf um 22.21 Uhr aus zwei Leitungen! auf bas Uebungsobjekt nieder. Um 2 2.25 Uhr kommt bas Vorkomnrpndo ber Bezirksmotorspritze Grünberg an. Um 2 2.27 Uhr trifft bereits die Bezirksmotorspritze Lollar, um 2 2.28 Uhr die Bezirksmotorspritze G r ü n b e r g ein. Wenn man bedenkt, daß von Lollar bis Londorf eine Landstraßenentfernung von 13,8 Kilo» j m e t e r mit Ortsdurchfahrten in ‘5iü ».9a«i «fts> Q^n beibe K°, di, 2*6,'S ~Ä3 . " Uhr ein. • um 22.21 Uhr -um 22.ZZ Uhr um 22.35 ch r9- Die Motor. In9 uicht mehr r QU5 folflenbtn "ww- M füflt mm. und drei b'ww. und drei Wehren: Frei» -r und 26 Monn, vezirksrnotor. n- vezirksrnoür.' hnung. Er ahnt nicht, t, die damals... ola. ist fein »tn. Ä bin n°ch rhen ist. bü°u-st hab« ich W“” dm°-- *SL > »ertroui, t®" iresbtn «# greiriit unfe« J SBoter t®“ „d)m. ®r J« SVeit >rub-. jenem Seltner!" L««t ilpd I**- »rt strich W Die Aenn ie so ** ü(rf mir Sann fl^u9werM hen N »--Lseld/«' ®er W orfliileij im -nfiflfn vL i d">K' iner *ÖF *Ä’* flf w schmunzeln ent- Geschichten aus ■ el „Der darod' -nd Zweifeln um Wendung in ihm eines üges der ‘ in las er die halb Geschichte einer 'rcpnnt war, den >lich werden zu einem sehr pro- Gerichte feiner man ferner in > er", in her non 1 in her Sdjule n eine eigene mroell mehren le Schilderung " box. hier er- mlvoilesung (in und Selbstkritik ijt tragischen und Vorlesung, die in allen Zustän- ie Art des Vor- t dessen was der löeschränkte Dank- hier hätte einen irem, als er ihn it I Gruß an Gießen. | geht uns folgende Miteilung von. n tr 11 n n v av* «C. ... cw • ■« • r. v/ von der Ortsgruppe Mainzlar, Staufenberg, Daubringen l e r t durchgeführte Kur- häusliche Krankenpflege Vom Wohlfahrtsamt zum Sozialamt Wirtschast an Aus den GieZener Gerichtssälen den des und soll im Sinne dieser Berufung teilhaben dem weiteren Aufstieg unseres Volkes." daß die Zeugin Sch. innerlich und unbewußt versucht habe, sich von der ihr zur Last gelegten Aeuße- rung zu lösen. Klar fei, daß die drei Zeuginnen, die eng miteinander befreundet seien, sich in der Folgezeit über den Inhalt der fraglichen Unterredung unterhalten hätten. Sicher hätte sich die Zeugin dahin geäußert, daß sie doch nur den einen Satz „Glaubst du, die hätten keine" gesagt habe. Unbewußt hätten sich die beiden anderen Gesprächsteilnehmerinnen die Auffassung ihrer Freundin zu eigen gemacht. Nachdem man* sich so (unbewußt) auf die einfache Formel geeinigt hätte, habe man vor dem Amtsgericht in Friedberg in diesem Sinne auch einen Eid geleistet. Auch wegen der Einfachheit und Kürze des einen Satzes sei es mcht verwunderlich,. Unter der Anklage der Unterschlagung hatte sich gestern der G. I. aus Lauterbach zu verantworten. Der Angeklagte, der selbständiger Sägewerksbesitzer ist, hatte von einer größeren Firma einen Posten Holz erhalten, den er für diese schneiden und verarbeiten sollte. Entgegen seinem Auftrag verarbeitete er jedoch einen Teil dieses Holzes für sich und verkaufte es an andere Firmen auf eigene Rechnung. Er schädigte durch diese Manipulationen die Liefer-! firma um rund 1100 RM. Der Angeklagte war voll geständig und behauptete, durch äußerste wirtschaftliche Not zu dieser Straftat gekommen zu sein. Da diese Angaben den Tatsachen entsprachen und der Angeklagte bisher noch unbestraft ist, beließ es das Gericht bet einer verhältnismäßig geringen Strafe und erkannte auf 6 Wochen Gefängnis. 2luS Moinj geht uns folgende Mit. unseren früheren Gießener Artilleristen zu:" treuem Gedenken an den 25. Oktober 1935, Öen Tag unseres Einzuges in Gießen, wünschen rolt Euch Gießenern von herzen alles Gute. In Dankbarkeit die nen. Dieser Deutungsversuch habe nichts mit der Frage „hie Wahrheit, hie Meineid" zu tun. Es wäre doch nur zu natürlich, daß sämtliche Teilnehmer an dem Gespräch, der Angeklagte sowohl, als auch die drei Zeuginnen, chre bedeutungslose Unterhaltung zunächst einmal vergessen hätten. Kein Mensch hätte ja damals geahnt, daß die Unterhaltung den Gegenstand einer Prioatklage und später sogar einer Verhandlung vor dem Schwurgericht bilden würde. Auch die Zeugin Sch. habe sich sicherlich erst wieder an die Unterhaltung erinnert, als sie eine Ladung zu einem Sühnetermin vor der Bürgermeisterei Meckesheim erhalten hatte. Es sei menschlich voll und ganz verständlich, Das Schwurgericht sprach den Angeklagten der Anklage des Meineides frei. «Schöffengericht Gießen. Aus der engeren Heimat. Manöverball in (Staufenberg. # Staufenberg, 25. Oft. Staufenberg erlebte zu Ende der vergangenen Woche ereignisreiche Tage. Die Kraftfahrkolonne, die hier in Staufen- berg zusammengestellt worden war, kehrte zurück und diese Rückkehr rourttf festlich begangen. Am Samstagabend fand deshalb in der „Burg" ein großer Manöverball statt, an dem die Einwohnerschaft lebhaftesten Anteil nahm und damit ihre Per» bundenheit mit den Soldaten bewies. Der Saal der „Burg" konnte die Besucher kaum fassen. Bürgermeister Reuter begrüßte die zurückgekehrten Soldaten, der Leutnant, der die Truppe führte, gab in herzlichen Worten der Verbundenheit der Soldaten mit dem Städtchen Staufenberg Ausdruck und Lehrer E m m e l erinnerte an die großen historischen Tage und Stunden und würdigte die jüngsten großen Erfolge unseres Führers. Der Gesangverein trug durch einige Liedvorträge zur Verschönerung des Abends bei. In schönster Harmonie klang der Abend aus. Landkreis Gießen gfs. Mainzlar, 25. Okt. Der im Oktober in L Abt. MrL-RgL 36. ® c l *e, Major und Abteiluugskommaudeur. spritze Grünberg 1 Führer und 10 Mann, Freiwillige Feuerwehr Allendorf 1 Führer und 6 Mann. Besprechung des Uebungsverlaufs. Der Kreisfeuerwehrdezernent, Regierungsrat Dr. Fuhr, läßt die Wassergabe schnell abbrechen, da die Hebung ja nur dem Zwecke dient, die S ch n e l - ligkeit der Wehren hinsichtlich chrer Einsatzbereitschaft zu erproben. Er betont, daß diese Uebung die erste dieser Art und dieses Zweckes ist: nämlich die Dezentralisation der B e - Zlrksmotorspritzen und die neueAnlage des stillen Alarms zu prüfen. Diese stille Alarmanlage besteht aus einem T e» lephon-Rundruf, bei dem an der Kommandostelle der örtlichen Feuerwehr ein Klingelzeichen gegeben wird, das zur gleichen Zeit in ailen an die Leitung angeschlossenen Wohnungen der Feuerwehrmänner ertönt. Bestimmte Arten des Läutens zeigen an, ob es sich um einen Brand im Orte, oder um ein Feuer außerhalb des Ortes handelt. Diese sinnreiche und technisch bis ins letzte durchgearbeitete Meldeorganisation in Verbindung mit der vorbildlichen Tatbereitschaft und Einsatzkraft der Mannschaften der Bczirksmotorspritzen gewährleisten hinsichtlich der Kürze einen Feuerschutz von so außerordentlicher Schlagkraft der Zeit und hinsichtlich der Leistungsfähigkeit des Materials, daß man ruhig von einer wohl kaum mehr zu über- Hetenden Schlagkraft unseres Feuerwehrdienstes im Kreise Gießen sprechen kann. Diese Gewißheit erlangen aus den aufschlußreichen Darlegungen des Kreisfeuerwehrdezernenten nicht nur die Männer der an der Uebung beteiligten Wehren, sondern auch die Gäste als eine im Interesse unseres Feuerwehrschutzes sehr zu begrüßende Tatsache. Regieruugsral Dr. Fuhr betont, daß die neuen Einrichtungen sich voll bewährt haben und daß es in Zukunft im fireife Gießen keinen größeren Brand mehr geben wird, der nicht in Amtsgericht Gießen 2)er G. B. aus Gießen und feine Ehefrau hatten oon dem Amtsgericht wegen ruhestörenden Lärms Strafbefehle über 1 Woche Haft bzw. 15.— RM Geldstrafe erhalten. Während die Ehefrau den Strafbefehl rechtskräftig werden ließ, legte der Angeklagte Einspruch ein, der geftetn vor dem Amtsgericht verhandelt wurde. Der Angeklagte hatte am 16. 7. spät nacf)ts in Begleitung seiner Ehefrau durch lautes schreien groben Unfug verübt. In der gestrigen Hauptverhandlung bestritt der Angeklagte die Tat, wurde jedoch durch die Beweisaufnahme überführt. Weil der Angeklagte seine Vorstrafen bei der Vernehmung verschwieg, erhöhte das Gericht die Strafe um einen Tag und erkannte auf 8 T a g e H a f t. Gießener Schlachtviehniartt. Zum gestrigen Gießener Schlachtoiehmarkt (Schlachtviehverteilungsmarkt) in der Viehversteige- runashalle Rhein-Main in Gießen wurden 2 Ochsen, 3 Bullen, 36 Kühe, 38 Färsen, 107 Kälber, 57 Schweine, 50 Hammel aufgetrieben. Preise: Ochsen 44 bis 45,5 Pf., Bullen 28 bis 40, Kühe 16 bis 43,5, Färsen 38 bis 44,5, Kälber 37 bis 65, Hümmel 35 bis 46 Pf. je % kg Lebendgewicht. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgende Preise bezahlt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,16 RM., bl (135 bis 149,5 kg) 1,14 RM., b2 (120 bis 134,5 kg) 1,12 RM., c (100 bis 119,5 kg) 1,04 RM., d—f (unter 100 kg) —,98 RM., gl (fette Specksauen) und i (Altschneider) 1,14 RM., g2 (andere Sauen) und h (Eber) 1,02 RM. Marktverkauf: Großvieh und Schweine zugeteilt. Kälber ausverkauft. Rhein-Mainische Aörse. Mitlagsbörse: kleines Geschäft. Frankfurt a. $DL, 25. Okt. Trotz des anhaltend kleinen Geschäftes verblieb an der Börse eine unverändert freundliche Grundtendenz. Es lag weder nennenswerte Kaufmeinung vor, wie auch anderseits kaum Angebot hevaudkam. Verschiedentlich erfolgten jedoch kleine Glattstellungen, so daß die Kursentwicklung am Aktienmarkt wieder nicht gaiiz einheitlich war. Im ganzen überwogen aber leichte Erhöhungen. Einzelne Papiere lagen dabei recht fest. Don Maschinenaktien stellten sich Demag auf 150 bis 151 (148,75), auch Rheinmetall weiter gefragt und auf 135,75 (135) erhöht. Am Elektro- markt stiegen Schuckert um 1,50 v. H. auf 182,50 und Mainkraft nach Pause um ebensoviel auf 88,50. Don Zellsto^fwerten erholten sich Aschaffenburger um 2,50 d. H. auf 123, Feldmühle gewannen 1,25 v. H. auf 132,25. Sehr still lagen Montanwerte, wobei Hoesch und Verein. Stahl bis 0,25 v. H. nachgaben, anderseits Mannesm-ann 0,25 vH. anzogen. Kleine Umsätze hatten auch Ehemiepapiere, IG.-Farben 153,50 (153,75), Metallgesellschaft 125 (125,25), Rütgers- werke 147,75 (148,75). Sonst kamen noch Conti Gummi mit 209 (207,75), Zement Heidelberg mit 155 (154), dagegen Reichsbank mit 193,50 (194) und Westdeutsche Kaufhof mit 104 (104,25) zur Notiz. Am Rentenmarkt waren die Umsätze weiter klein und die Kursentwicklung ebenfalls nicht ganz einheitlich, die Veränderungen gingen hier aber kaum über 0,13 bis 0,25 v. H. hinaus. Reichsbahn- VA. 125,75 (125,65), Kommunal-Umschukdung halbamtlich 93,95 (93,90). Reichsaltbesitz büßten jedoch 0,50 d. H. ein auf 130,50. Am Pfandbriefmarkt hatten Liquidationspfandbriefe bei leicht schwankenden Kursen einige Umsätze. Industrie-Obligationen und Stadtanleihen lagen wenig verändert, auch Staatsanleihen kaum abweichend. Auch im Verlaufe war die Kursbildung uneinheitlich, die Veränderungen betrugen jedoch nur Bruchteile eines Prozentes und Besserungen überwogen weiterhin. Hoesch erholten sich auf 119,25 nach 118,90, Verein. Stahl schwankten zwischen 110,75 bis 111, IG.-Farben zwischen 153,75 bis 154 nach 153,50. Conti Gummi gewannen nochmals 1 v. H. auf 210, dagegen bröckelten Demag 0,50 v. H. ab auf 150,50 und Daimler 0,25 o. H. auf 139,75. Bei den später notierten Werten ergaben sich meist Erhöhungen bis 1 v. H., Scheideanstalt fest und 3 o. H. höher mit 211,50. Bankaktien zogen bei kleinem Geschäft weiter an. Abendbörse zuversichtlich. An der Abendbörse erhielt sich die zuversichtliche Grundstimmung, obwohl wieder weitestgehende Ge- chäftsstille herrschte. Es bestand aber weiterhin eher kleine Nachfrage. Am Aktienmarkt kamen die meisten Papiere unverändert zur Notiz, nur vereinzelt ergaben sich geringfügige Abweichungen. Don Maschinenaktien blieben Rheinmetall beachtet bei 136,65 (135,75), auch Demag wurden zu unv. 150,50 gefragt, ferner Moenus mit 126,50, MAN. mit 142 und Iunghans mit 104,50. Montanwerte lagen still und behauptet, Buderus 114, Mannesmann 114, Rheinstahl 140,50, Verein. Stahl 110,75. IG. Farben notierten eine Kleinigkeit höher mit 154,13 (154), ebenso Metallgesellschaft mit 125,25 (125); Scheideanstalt uno. 211,50. Am Elektromarkt kamen Licht & Kraft mit 141,75 (141.50), Lah- meger mit 127,25 (126,50), Bekula mit 162,50, Ges- I von Schwester Iosefine Eg l | fus für Gesundheits- und , ______y_ .... ri._n„ bat seinen Abschluß gefunden. In klarer, anschaulicher Weise lehrte Schwester Iosefine die ersten Hilfeleistungen bei Krankheits- und Unglücksfällen im Hause. Alle Teilnehmerinnen folgten den Ausführungen mit größtem Interesse. Als Abschluß des Kursus fand eine schöne, schlichte Feier statt. Im festlich geschmückten Müllerschen Saale hatten sich fast alle Teilnehmerinnen mit ihren Angehörigen eingefunden. Nach der Begrüßung durch die Frauenschaftsleiterin Frau Wehn, leitete Schwester Io- stfine den Abend mit einem schönen Gedicht ein, dem Lieder der Bewegung, Volkslieder, Gedichte, kleinere Theaterstücke folgten. U. a. schilderte Schwester Iosefine nochmals Zweck und Sinn des Reichsmutterdienstes mit seinen Kursen. Dann sprach Ortsgruppenleiter Pflüger in kurzen Worten und mahnte zum Schluß, den Dank, den wir unserem Führer schulden, in kommender Zeit mit offenen Händen und Herzen abzustatten. Mit dem Deutschland- und dem Horst-Wesiel-Lied klang die eindrucksvolle Feier aus. Schwurgericht In "'der ersten Verhandlung hatte das Schwurgericht den Beweisantragen des Ver- teidigers stattgegeben und zwei weitere Zeugen geladen. Die gestrige Sitzung brachte die Vernehmung dieser beiden Zeugen. Der eine, ein ludlscher Hanoier aus einem benachbarten Dorfe, mußte zugeben, daß eine der Hauptbelastungszeuginnen noch im Jahre 1936 zu feinen Kunden gehörte. Nach der Beweisaufnahme ergriff der Vertreter der Anklage das Wort zu seinem Plädoyer. Er kam zu dem Ergebnis, daß der Angeklagte sich rm Sinne der Anklage schuldig gemacht hatte, und beantragte gegen chn eine Zuchthausstrafe von einem Jahr und drei Monaten. Weiterhin beantragte er dem Angeklagten die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von drei Jahren abzuerkennen. Einen anderen Standpunkt als der Staatsanwalt nahm der Verteidiger in längeren Ausfuhrun gen ein. Die Zeuginnen hätten zugeben müssen, daß sie dem früheren Privatklager den Dorrourf des Aepfeldiebstahls Hütten machen sollen Wenn nun die Zeugin Sch. ausgesagt habe, sie hatte imLaus der damaligen Unterredung nur gesagt: "Meinst du. die (der damalige Privatklager) hatten keine (Aepfel)?!", so sei diese Angabe unglaubrouring. Natürlich sei es vielmehr, daß diese Zeugin dem Angeklagten als Feldschützen, da man die em nun !ch°n D6ft6iebff_a61 annyc.g °uch n°ch chon den Obstdievllayi ang?dugi , mehr sagte. Es widersvrüche jeder Lebensersah^ng. | wenn man annehme, daß nach dem fragnyen brei Frauen vor dem Schwurgericht er- spruch der Zeugin Sch. k-m weüeres neuf if)re Aussage beschworen Hütten. Nicht nur die gefallen sei und sämtliche >^ug Perteidi- Freundschaft der drei Frauen, die sie den Haß der Gänse" auseinaiidergelausen wäre . Sch. gegen ihren früheren Privatkläger Schä. und ger stellte hierauf hie Reiben besten Hauptzeugen, den heutigen Angeklagten, tei- Angeklagten denn zu einem Mein h Anlaß 1 len ließ, sondern auch chr Gefühl der Uebermacht lönnew Es läge hierzu Nicht der germgst' j^and! wir drei Frauen gegen den einen Zeugen und ft" den Angeklagten vor. ^eg m Angeklagten) hätten bewußt oder unbe- irgendwelche Haßgesuhle gehegt. Ware er n d) V« ihren eidlichen Auslagen geführt. Was die «S&STÄ.ÄC EsÄ-S... N. » M. IM— N- Schwurgericht Gießen. | dem lediglich dienstliches Interesse^ gehabtz zudem Bereits in der vorigen Woche stand der Kaspar C5 in jenem Jahre viel Obst gab. Dann verachte e ß aus Weckesheim wegen Meineid vor dem der Verteidiger zu erklären, wie es überhaupt zu .. - < den widersprechenden Aussagen habe kommen kön- der kürzesten Zeit von den Vezlrksmotorsprihen niedergekämpft werden kann. Regierungsrat Dr. Fuhr spricht am Schlüsse der Uebung allen Feuerwehrmännern, der Post, der Gendarmerie, den Bürgermeistern und der Presse des Kreises seinen herzlichen Dank aus, den er mit Worten höchster Anerkennung für die Feuerwehrmänner verknüpft. Kreisfeuerwehrführer Bouffier bespricht noch einige technische Einzelheiten der Uebung und dankt auch seinerseits den Kameraden der Wehren. Regierungsrat Dr. Kruger als Vertreter des Kreisdirektors richtet ebenfalls Worte der Anerkennung und des Dankes an die Feuerwehrmänner für ihre hervorragende Leistung. Mit dem Gruß an den Führer findet die Uebung ihren Abschluß. Leider ein Unfall. Auf der Fahrt von Grünberg zur Uebungsftätte kam kurz vor Geilshausen ein Hornist der Grün- berger Feuerwehr mit dem Motorrad zum Sturz. 'Der bedauernswerte Mann trug dabei leider Kopfverletzungen und eine leichte Gehirnerschütterung davon. Seiner vollen und baldigen Wiedergenesung galten die herzlichen Wünsche aller Kameraden der Wehren, vom Dezernenten bis zum jüngsten Wehrmann. Versorgung zu erhalten. Nachdem durch gesetzliche Maßnahmen (z. B. den Ausbau der Kleinrentnergesetzgebung) diese Loslösung bereits bis zu einem gewissen Grade Tatsache geworden ist, werden diese Gruppen von Hilfsbedürftigen es als einen wei- teren Fortschritt begrüßen, daß nun auch äußerlich ihrer Betreuung jebes Merkmal der Wohlfahrtsunterstützung genommen ist. In dem gleichen Maße gilt dies von allen Volksgenossen, die heute, sei es Zur Sicherung ihres Lebensunterhaltes bei vorübergehendem Wegfall ihres Einkommens, fei es zur Förderung ihrer Familie, oder im Interesse der Volksgesundheit, durch das Sozialamt betreut werden. Es seien hier nur erwähnt: die Familienunterstützung für die Angehörigen der zum Arbeitsdienst, aur aktiven Dienstpflicht, oder zu kurzfristigen Hebungen bei der Wehrmacht Einberufenen, die Entgegennahme, Prüfung und Bearbeitung der Anträge auf Gewährung einmaliger oder laufender Beihilfen für Kinderreiche, sowie der Anträge auf Gewährung von Ehestandsdarlehen, die Ausgabe der Fettverbilliaungsscheine und der Bezugscheine für verbilligte Margarine, mit denen die Peichs- regierung die Fettoersorgung für weiteste Kreise der minberbemittelten Bevölkerung sichergestellt hat, die Entgegennahme und Prüfung von Anträgen auf Befreiung von Rundfunkgebühren, die Gesundheitsfürsorge, die in erster Linie vorbeugenden Charakter trägt (hierunter fällt auch die Mitwirkung bei der Durchführung des Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses), die Wohnungsfürsorge u. a. m. Einen breiten Raum in der Tätigkeit des Sozialamtes nimmt natürlich auch heute die Tätigkeit der Abteilung Jugendamt ein, die in enger Zusammenarbeit mit der HI. und NSV. die Pflege und Förderuna der Heranwachsenden Generation als Garant unserer Zukunst zur vornehmsten Aufgabe hat. Diese Aufzählung erhebt weder für die Gegenwart Anspruch auf Vollständigkeit, noch sind damit die Aufgaben des Sozialamtes für die Zukunst erschöpft und abgegrenzt. Ein wesentlicher Zweig unserer Gemeindeverwaltung, der sich früher als Einrichtung des^ Wohlfahrtsstaates marxistisch-libera- listischer Prägung keiner großen Beliebtheit erfreuen durfte, ist damit eingespannt in den Zug und das Tempo nationalsozialistischer Aufbauarbeit fürel mit 139,50 (140) und Schuckert mit 182 (182,50) zur Notiz. Don sonstigen Werten stellten sich Bemberg auf 141,25 (141).und AG. für Verkehr auf 126 (126,50). Bankaktien lagen ruhig und unverändert. Am Rentenmarkt waren Reichsaltbesitz um 0,25 v. H. erholt auf 130,75 bei etwas größerem Geschäft. Farben-Bonds wurden zu unv. 121,75 gefragt. Im Freioerkehr fanden verschiedene österreichische Renten weiter Beachtung. frankfurter Schlachtoiehmarkt. Frankfurt a. M., 25.'Okt. Auftrieb: Kälber 349 (gegen 341 am 18. Okt.), Hümmel und Schafe 591 (894), Schweine 2088 (1428). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Külber a) 63 bis 65 (63 bis 65), b) 55 bis 59 (55 bis 59), c) 48 bis 50 (45 bis 50), d) 35 bis 40 (33 bis 40). Hämmel b2) 47 bis 52 (47 bis 52), c) 40 bis 45 (39 bis 46), d) 32' bis 38 (34 bis 38). Schafe a) 39 bis 42 (40 bis 42), b) 33 bis 38 (33 bis 38), c) 20 bis 32 (22 bis 32). Schweine a) 59 (59), bl) 58 (58), b2) 57 (57), c) 53 (53), d) 50 (50). Sauen gl) 58 (58). Marktoerlauf: Kälber und Schweine zugeteilt, Hämmel und Schafe mittel. Oie Eichelhäher. Mit die erste Stelle in der unser Forsthaus umwohnenden Vogelwelt nahmen die Eichelhäher ein. »Man hör' sich nur diese freche Häherbande wieder an!" sagte unser Vater oftmals, wenn er am Stubenfenster stand und seine lange Rauchtabakspfeife ausklopfte. Wir Buven wußten, daß das ärgerlicher klang, als es gemeint war. Niemand von uns, ob groß oder klein, hätte die schmucken, munteren Gesellen im Tagesgeschehen missen mögen. Schon in' aller Frühe klang ihr Gekrächze — eine feinere Bezeichnung dafür wäre unangebracht — von drüben aus dem Eichen- und Buchengeäst, zankten und jagten sie sich bis in die Obstbäume des Gartens und machten in wunderlichen Tönen und mit mehr oder weniger ^manierlichen Sprüngen ihre Morgenreverenz; sträubten aber sogleich ihr rostbraun und himmelblaues Gefieder und fingen mächtig zu schimpfen an, wenn Stropp, der Dackel, in Nahrung der Würde des Hauses sie anbellte. Dann schwangen sie sich in die höchsten Gipfel der Tannen und schrien Mordio bis dort hinaus. Manchmal trieben sie ihr Wesen öder Unwesen gar zu toll, plünderten beispielsweise ein Vogelnest, balancierten an den Kornhalmen herum und bissen aus purem Uebermut die Aehren ab, fraßen an halbreifen Aepfeln und Birnen und versuchten die Johannisbeeren im Garten. Kirschen brauchten wir schon gar nicht zu ernten, da waren sie ganz ver- festen drauf. Da fürchteten sie keine, noch so furchterregende Scheuche. Und wenn selbst einmal einer von ihnen abgeknallt wurde, so quittierten sie das mit verstärkter Räuberei. Hart setzte ihnen mitunter ein strenger Winter zu. Dann vergaßen sie gänzlich die Distanz zum Menschen. In ihrer Not mischten sie sich unter Meisen und Finken und nahmen ganz fein und artig das ihnen auf dem Hof gestreute Futter. Manch einsame Stunde im eingeschneiten Forsthaus ließ uns durch die Scheiben stumm Zwiesprache halten mit den gefieberten Freunden draußen als den einzigen Lebewesen um uns; ließ uns auch erkennen, wie der Schöpfer im Geschöpf zu ehren ist. P. Rundfunkprogramm Donnerstag, 27. Oktober. 6.30 Uhr: Gymnastik. Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.40: Kleine Ratschläge für Küche und' Haus. 10: Schulfunk. Volksliedsingen. 11.45: Ruf ins Land. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Komponisten der Gegenwart unterhalten uns. Heute: Ludwig Sdimib- feder. 15: Für unsere Kinder. Wir spielen ein Märchen von Grimm. 16: Nachmittagskonzert. 18: Aus Arbeit und Beruf. 1. Wehrdienst — was wird aus ber Familie? 2. Wie arbeitet die Berufsberatung? 18.30: Kammermusik. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. 20: Nachrichten. 20.15: Unser singendes, klingendes Frankfurt. 22: Nachrichten. 22.15: Unsere Kolonien. Kreuz und quer durch Südwest. 22.30: Volks- und Unterhaltungsmusik. 24: Nachtkonzert I. 2 bis 3: Nachtkonzert II, i hatte, betreffe, so habe die Verhandlung ergeben, daß sie in ihren Aussagen nicht voll zuverlässig sei. ,Es sei wohl wahr, daß der Angeklagte in früherer Zeit gefehlt habe. Die Urteile wiesen aber aus, daß damals Hunger und Not den Angeklagten zu Diebstählen geführt hätten. Kem Zeuge habe in der Verhandlung bekunden können, daß der Ange, klagte unglaubwürdig sei. Der Gemeinderechner habe dem Angeklagten sogar bescheinigt, daß man chm vertrauen könne. Es läge auch nicht der geringste Grund vor, der die Annahme rechtfertigen würde, der Angeklagte habe seine Aussage aus Fingern gesogen. Er beantragte Freisprechung Angeklagten. Jffiie aus der heutigen Bekanntmachung ersichtlich, führt das Städtische Wohlfahrtsamt in Zukunft die Bezeichnung Sozialamt. Hierzu wird uns von der Stadtverwaltung geschrieben: Die hier Dorgenommene Umbennnung einer städtischen Dienststelle ist mehr als eine interne Verwaltungsangelegenheit; sie soll darüber hinaus den grundlegenden Wandel der Zeiten versinnbildlichen. Es verschwindet hier nicht ein Name oder ein Begriff, sondern eine in den Jahren vor der Machtübernahme nur zu bekannte Einrichtung, deren wesentliche Aufgabe darin bestand, von Woche zu Woche in schematischer Weise der dringendsten Not des ständig anwachsenden Heeres ausgesteuerter Erwerbsloser abzuhelfen. Als nach der Machtübernahme in Verbindung mit der Beseitigung der Massenarbeitslosigkeit der Aufbau auf allen Gebieten unseres Volkslebens einsetzte, wurden' auch den Wohlfahrtsämtern durch die Gesetzgebung neue und große Aufgaben übertragen, und heute, nachdem die Arbeitslosigkeit restlos beseitigt ist, stehen diese Aufgaben im Vordergrund her Tätigkeit der Wohlfahrtsämter. Eine kleine Auszählung möge dies verdeutlichen. An dieser Aufzählung, die nur die wesentlichen Aufgabengebiete umreißen soll, wird ohne weiteres deutlich, daß der Einsatz der Wohlfahrtsämter zur Durchführung nationalsozialistischer Ausbau- und Aus- artungsgesetze grundverschieden ist von der Wohlfahrtsarbeit der Systemzeit und mit dieser keinerlei inneren Zusammenhang mehr hat. Diesen Wandel hem Bewußtsein aller Volksgenossen nahezubrin- •gen, legt das Wohlfahrtsamt den Namen, her jede innere Berechtigung verloren hat, nunmehr ab und ersteht neu als Sozialamt im Dritten Reich. Die Volksgenossen, die heute mit dieser Amtsstelle in Verbindung kommen, werden dadurch befreit von hem Bewußtsein, in irgend einen Zusarnm nhang mit den betrüblichen Erscheinungen und Einrichtungen einer überwundenen Epoche gebracht zu werden. t Das Sozialamt betreut Gruppen von hilfsbedürftigen Personen, die durch den Krieg und seine Folgeerscheinungen auf öffentliche Hilfe angewiesen sind. Es sind dies die Gruppen der Kriegsopfer, der inflationsgeschädigten Kleinrentner und der Sozialrentner. In diesen Kreisen ist naturgemäß, und mit Recht, von jeher der Wunsch lebhaft, von der uur* sorge losgelöst zu sein und eine ihrer Eigenart und ihren berechtigten Ansprüchen Rechnung tragende „Enilüsiung" unbelehrbarer Krastsahrer Wer unter uns Kraftfahrern hat schon mal in der Zeit seiner Fahrpraxis mit der Fußpumpe einen luftleeren Reservereifen aus zwei Atmosphären Druck vollgepumpt? Es dürften herzlich wenige sein, im allgemeinen besorgt das die automatische Preßluftanlage jeder Tankstelle sehr schnell und einfach. Auf alle Fälle ist es ein ärgerliches und zeitraubendes Stück Arbeit, wie rtian es oft im Fall einer Panne unterwegs bei Fahrern beobachten kann, die kein fahrbereites Reserverad mitführen und dann flicken und heftig pumpen müssen. Man kann sich danach ungefähr vorstellen, wie man zu schuften hat, wenn man einmal in die Lage eines unverbesserlichen „Angebers" käme, dem nach der sehr begrüßenswerden neuen Verordnung des Generals Daluege von Amts wegen auf offener Straße die Luft aus den Bier Autoreifen gelassen wird. Entweder fährt er auf vier „Plattfüßen" zur nächsten Pumpstation und riskiert damit seine Reifen — oder er stellt sich hin. pumpt seine vier Räder mit der Fußpumpe aus dem Werkzeugkasten wieder voll und dürfte dann nach dem vierten Rad so ziemlich wie aus dem Wasser gezogen sein In jedem Fall ist diese Maßnahme ein ebenso begrüßenswerter wie drastischer Denkzettel für solche Kraftfahrer, die sich einbilden, mit der Motorisierung Deutschlands gleichzeitig einen Freibrief für rücksichtsloses Fahren überall da erhalten zu haben wo keine Polizei zu sehen ist. Als vor einigen Monaten die Derkehrsunfall-Verhütungswoche mit dem überaus ernsten Aufruf des Reichspropagandaministers Dr. Goebbels an alle Verkehrsteilnehmer schloß und der Minister dabei betonte, daß das nunmehr die letzte Warnung sei, fragten wir hier, ob wir es denn nach so langen und so geduldigen und so eingehenden Belehrungen und Aufklärungen durch Die zuständigen Behörden noch immer nicht gelernt hatten, uns als vernünftige Menschen den modernen Verkehrsanjorderungen anzupassen Und wir betonten dabei, daß für einen verständigen und überlegenen Kraftfahrer solche Fragen wie Vonahrt und Ueberholtwerden gar keine Probleme darstellen, denn aus der Vorfahrt kann keine Schwierigkeit entstehen für den, der es nicht mit Gewalt erzwingen will, und ebenso wird ein vernünftiger Fahrer beim Ueberholtwerden für einige Augenblicke weniger Gas geben oder das Gas kurz wegnehmen, um den Heberholenden um so schneller vorbeizulassen. Bedauerlicherweise hat, wie aus den Mitteilungen General Dalueges heroorgeht, herausgestellt, daß die Zahl der unvernünftigen und rücksichtslosen Kraftfahrer immer noch überwiegt Das ist nicht nur wegen der angerichteten Unglücksfälle und Schäden, sondern auch deshalb sehr bedauerlich, weil durch solche Rücksichtslosen und asozialen Fahrer immer wieder die gesamte Kraftfahrerei in Verruf gebracht wird. Das läuft natürlich dem Sinn und Zweck der Motorisierung des Verkehrswesens völlig zuwider. Die Menge der verständigen und rücksichtsvollen Kraftfahrer hat also selbst das größte Interesse daran, wenn offenbare Schädlinge des Kraftverkehrs in möglichst nachdrücklicher und drastischer Weise über ihre Verpflichtungen gegenüber der Allgemeinheit belehrt werden. Kontinent-Elf noch unbekannt. In London herrscht der typische englische Nebel, der in dichten Schwaden über der ganzen Stadt liegt und Befürchtungen über die Durchführung des großen Fußballkampfes England — Kontinent am heutigen Mittwoch aufkommen läßt. Man hofft immer noch auf den kräftigen Wind, der die un- I Als Schiedsrichter für den am 26. Oktober auf dem Arsenal-Platz in London stattfindenden Fußballkampf England — Kontinent wurde jetzt A.J. Iewell, der das letzte Pokal-Endspiel leitete, bestimmt. In Deutschland stand Iewell dem Länderspiel Deutschland — Belgien im April 1937 in Hannover als Unparteiischer vor. — (Schirner-M.) durchdringliche Nebeldecke zerreißen soll. Die „Fest- lands"-Fußballer nutzten unter Führung des Italieners Vittorio Pozzo den Dienstagvormittag zu einem Training auf dem Fulham-Platz, um sich vor allem an das rauhe Klima zu gewöhnen. Heber die Aufstellung der Kontinent-Elf ist noch nichts bekannt; sie wird erst kurz vor Beginn des Spieles aufgestellt werden. Fußball her Gauliga Hessen. Hessen Bad Hersfeld — VfB. Großauheim Dunlop Hanau — Kurhessen Kassel Spv. Kassel — VfB. Friedberg SC. 03 Kassel — Kewa Wachenbuchen Der VfB. Großauheim stellt zwar eine recht schlagkräftige Elf ins Feld, aber meistens äußert sich diese Stärke nur in heimischer Umgebung. Der Tabellenführer Hersfeld müßte zuhause zu einem doppelten Punktgewinn kommen und damit die Spitzenstellung weiter ausbauen. Von den beiden Neulingen, die am Sonlttag in Hanau Zusammentreffen, hat sich Dunlop bisher am besten geschlagen. Man darf einen Sieg des Gastgebers erwarten. Die Aktien des Spv. Kassel sind nach dem Sieg in Hanau stark gestiegen, und wenn auch der VfB. Friedberg kein leicht zu nehmender Gegner ist, so kann doch mit einem neuen Erfolg des Altmeisters gerechnet werden. Bei einem zahlenmäßig klaren Sieg könnte Kassel, da Hanau 93 spielfrei ist, vom sechsten auf den zweiten Platz vorrücken, allerdings hat auch Dunlop diese Möglichkeit. Der SC. 03 Kassel hofft im Kampf gegen Kewa Wachenbuchen zu seinem ersten Sieg zu kommen! Fußball der Kreisklaffen. Grohen-Linden II — S2L II 5:2 (3:1). Die Reserve konnte auch in ihrem jüngsten Spiel wieder einen überzeugenden Sieg erringen. Das Spiel stand von Anfang bis Ende eindeutig im Zeichen der Platzelf, die sich feit Beginn der Pslicht- spiele in eine 'feine Form hineingespielt hat, denn obwohl die SA.-Männer fünf Spieler der ersten in ihren Reihen hatten, konnten sie den verdienten Sieg der Platzelf nicht verhindern. Grohen-Linden 1. Jgd. — „Teutonia“ Wahenborn- Sfeinberg 1. Jgd. 5:2 (1:1). Was niemand erwartet hatte, ist eingetreten. Der völlig neu zusammengestellten 1. Jugend, in der sich noch ein Spieler der Meisterjugend befand, konnte ihren Gegner aus dem Felde schlagen. Grohen-Linden I — Steinbach I 5:0 (1:0). Die junge Elf von Großen-Linden ibeilte zum fälligen Pflichtspiel in Steinbach. In der ersten Halbzeit hatten die Gäste nur zehn Spieler zur Verfügung, da Heil verspätet eintraf. Trotzdem konnten sie sich eine knappe Führung erkämpfen. Als sich aber die Mannschaft von Großen-Linden ergänzt hatte und ihre Schußkanonen im Sturm richtig auf Touren brachte, war es um die tapfer spielende Platzelf geschehen. Bei den Weltmeisterschaften der Gewichtheber, deren Schlußkämpfe am Sonntag im Konzerthaus Wiens ftattfanöen, wurden Liebfch im Federgewicht und Mangerim Schwergewicht wieder Weltmeister. — (Schirner-M.) M.-Vreitenarbeit im Dienst der Leibesübungen Die Sportkurse der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", deren hauptsächlichster Zweck darin besteht, bisherige Nichtsportler durch Billigkeit, Einfachheit und Volkstümlichkeit der Hebungen für eine dauernde Betätigung in den Leibesübungen zu gewinnen, haben sich nach „Wirtschaft und Statistik" auch im Jahre 1937 eines steigenden Zuspruchs erfreut. Die Zahl der Besuche (ausgegebene Sportmarken) erhöhte sich im Jahre 1937 um 30 v. H. gegenüber dem Vorjahr, und zwar stiegen sie von 6,4 auf 8,4 Millionen. 3m Gau Hessen-Nassau wurden im Jahre 1937 für die KdF.-Sportkurse insgesamt 536 000 Sportmarken ausgegeben Unter den einzelnen Sportarten fanden wie allgemein im Reiche auch in Hessen-Nassau die sogenannten Grundkurse die größte Beteiliaung mit 395 000 ausgegebenen Marken. Das hat seine Ursache darin, daß bei den Grundkursen „Fröhliche Gymnastik" und Spiele eine beherrschende Stellung einnehmen und sich für Anfänger besonders eignen. Don den übrigen Sportarten weist eine erhebliche Beteiligung weiter mit 73 000 Besuchen das Schwimmen auf. Don größerer Bedeutung sind ferner die Kurse in der Leichtathletik (18 000 ausgegebene Sportmarken). im Kampfsport (12 000), in den Spielen (9000), in der Spezialgymnastik (8000); außerdem wurden 17 000 Besuche in den Sondersportarten gezählt. Bon besonderer Wichtigkeit für die Volksertüch- tigung ist die Tatsache, daß die Teilnahme von weiblichen Personen bei den Sportkursen besonders groß ist. Der Anteil der Frauen betrug im Jahre 1937 etwa 52 v. H. Stellt man die Zahl der Besuche der Sportkurse m den einzelnen Gauen der Wohnbevölkerung gegenüber, so ergibt sich, daß in Hessen-Nassau 175,6 Besuche je 1000 Einwohner gezählt wurden, während der Reichsdurchschnitt mit 127 Besuchen je 1000 Einwohner errechnet ist. Bis Ende Oktober 1937 waren im Gau Hessen- Aassau der Deutschen Arbeitsfront insgesamt 68 Hebungsstatten errichtet, darunter 29 Turn- und Sportplätze, 10 Turn- und Gymnastikhallen, zwei Schwimmbecken, eine Schwimmhalle und drei Schiehsportanlagen für Kleinkaliber. Mit KdF. in alle Gchigebieie. Das Sportamt der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" hat in diesem Winter keinen Mangel an Schigebieten, in denen es seine Lehrgänge dur'ch- führen kann; nach der Heimkehr der Ottmark steht hier ein Gebiet zur Verfügung, das auch dem größ- Besuch in her Heeresbriestaubenanflalt. Oie Leistungen von Brieftauben im Nachrichtendienst. Don '-Diplomlanbrvirt Or. Wilhelm Engelbart. " i -x j| e 44 Verpacken von Brieftauben in einem Hmhang. (Aufnahmen [2J: Landw. Bilderdienst.) Ist es nicht ein einfältiger Scherz, zu behaupten, die Brieftaube leiste in moderner Zeit — roenn’s Ernst würde — im militärischen Nachrichtendienst nennenswerte Dienste? Sind nicht Telephon, Telegraphen, Funkstattonen, Fernschreiber und Radio viel zuverlässigere und schnellere Nachrichtenübermittler als ein unberechenbares Tier, ein Vogel? Wir sind den Fragen einmal auf den Grund gegangen Bei einem Besuch in der Heeresbrief- taubenanftalt in Spandau, die seit Jahrzehnten besteht, erfuhren wir von dem Leiter, einem auf seinem Fachgebiet erfahrenen Manne, was es mit den Brieftauben auf sich hat. Die Zweifel an der Verwendungsmöglichkeit der Brieftaube im militärischen Nachrichtendienst, die schon vor dem Kriege auftauchten, sind im Weltkrieg widerlegt worden; sie gelten heute als überlebt. Im Trommelfeuer, überhaupt immer in den hoffnungslosesten Fällen, wenn jede Verbindung zerschossen war, bewährten sich die kleinen lebenden Fokker bestens und brachten die Meldungen sicher 3um Regimentsstab. Untere ehemaliaen Gegner hatten diese Möglichkeit zunächst besser bewertet und somit auch besser ausgewertet. Kein militärischer Staat verzichtet heute mehr auf die Brieftaube. Ein Erlebnis vom Vormarsch 1914 an der Westfront zeigt, daß es Fälle gibt, in denen die Brieftauben für.militärische Zwecke sogar unentbehrlich sind. Die deutsche Heeresleitung wunderte sich darüber, daß die Franzosen immer wieder ihr Artilleriefeuer genau auf die Stelle eröffneten, wo deutsche Geschütze in Stellung gebracht waren, obwohl die Batterien bestens getarnt und bald hier, bald dort Stellung bezogen. Alle erdenklichen Vorkehrungen gegen Späher waren getroffen worden. Feindliche Patrouillen wurden nicht beobachtet, Flieger ließen sich tagelang nicht sehen. Und doch: Kaum war die Batterie in neue Stellung gebracht, da krepierten die französischen Gra- naten an der gleichen Stelle. Da kam ein Brief» taubenspezialist zu dem Truppenteil und erfuhr von den unerklärlichen Vorgängen. Kein Zweifel für ihn: Tauben waren die einzigen Verräter. Was war da zu tun? Alle Häuser durchsuchen! In den Kel» lern versteckt fand man die gefiederten Verräter, die von der zurückgebliebenen Zivilbevölkerung, mit der jeweiligen Standortmeldung versehen, ausgelassen wurden. Nach dieser Entdeckung versagte die französische Artillerie. Unter Fachmann wollte auch die Probe auf dies Beispiel bestehen Er ging mit seinen Tieren auf Patrouille und versicherte der deutschen Artillerie die gleichen Erfolge. Nachts erreichte er die französische Stellung. Im Morgengrauen flog sein „Fokker", unbemerkt von den französischen Posten, mit genauer Stellungsbezeichnung der feindlichen Batterie an die deutsche Front. Eine Salve krachte, die französische Batterie war zerstört. Der doppelte Beweis war dem Taubenfreund ge-, glückt. Das ist natürlich nur ein Einzelfall, losgelöst von den vielen Gelegenheiten, bei denen sich die Tauben bewährten. * Kriegserfahrungen sind dazu da, ausgewertet zu werden. In unserem Fall tut das die Heeresbrief- taubenanftalt in Spandau. Hier wird das geeignete Brieftaubenmaterial herangezogen und abgerichtet. Das dauert lange Zeit. Dressurlehrer und Dressur- gehilfen machen sich unendliche Mühe, das von dem Oberkommando des Heeres gesteckte Ziel zu erreichen. Nicht jede Brieftaube ist von Geburt eine gute Nachrichtentaube, wie auch nicht jedes Pferd die Leistungen eines Rennpferdes vollbringen kann, wie nicht jeder Jagdhund, schon weil er von reinrassigen Eltern abstammt, ein guter Vorstehhund ist. Große Sachkenntnis und reiche Erfahrungen in der Tierpsychologie, sind wesentliche Voraussetzungen für den Erfolg beim Abrichten der Brieftauben. Die her- vorstehendsten Eigenschaften der Brieftaube sind ihr Orientierungsvermögen und ihre H e i - m a 1l i e b e. Gerade die Heimatliebe zieht die Brieftaube immer wieder in ihr Nest, das sie so lange sucht, bis sie es gefunden hat. Die Dressur besteht vornehmlich darin, die Taube auch bei größeren Entfernungen schnell und sicher in ihren Schlag zurückkehren zu lassen. Das Abrichten beainnt schon im ersten Lebensjahr, und in Hebungsflügen müssen die Tiere Beweise ihrer Verwendungsmöglichkeit erbringen. Bei den kriegerischen Ereignissen im japanisch- chinesischen Krieg und auch im spanischen Krieg hat die Brieftaube ihre Verwendunasmöalich- feit als Nachrichtenübermittler bewiesen. Auch Flieger haben die Brieftauben mit auf Beobachtungsflüge genommen. Teilergebnisse, die besonders schnell an den Truppenteil gelanaen mußten, wurden von den Brieftauben sicher befördert. Einem Meldehund wird ein Sattel aufgelegt, in dem Brieftauben befördert werden. < ■z><' > M> - z>'> < - 'M ten Massenandrang zu den Schilehrgängen gerecht werden kann. Die Lehrgangsteilnehmer sollen sich diesmal zu einer der vier neugeschaffenen Leistungsklassen melden, um zu erreichen, daß möglichst gleichwertige Schi-Fahrer einen Lehrgang bilden. Die vier Klassen umfassen die „Schiwanderer", abgestuft bis zu denen, die noch nicht mehr getan haben, als den Entschluß zu fassen, solche zu'werden. Die Lehrgänge des Winters 1938/39 werden in folgenden Gauen und Gebieten durchgeführt: Schlesien: Riesengebirge, Glatzer Bergland; Thüringen: Senneberg; Sachsen: Osterzgebirge, Vogtland; Bayerische Ostmark: Fichtelgebirge; Baden: Feldberg; Schwaben: Pfronten, Sonthofen, Kleines Walsertal; München-Oberbayern: Ruhpolding, Lenggries, Oberammergau, Reit im Winkl; Tirol: Könnende!, 'Dberinntal. Stubaital, Innsbruck, Zillertal, Kaisergebirge, Mariazell, Dachstein, Leoben, Mu- rau; Salzburg: Pongau, Pinzgau; Kärnten: Hohe Tauern, Lienzer Dolomiten; Nieder-Do- nau: Simmering-Rax; Oberdonau: Dachstein, Salzkammergut/ Aus her Arbeit hes Turnvereins Treis a. h. £ho. Hauptversammlung. Der Turnverein Treis an der Lumda hielt am Samstagabend im Dereinslokal eine Hauptversammlung ab, die sehr gut besucht war. Die Versammlung erhielt eine besondere Note dadurch, daß die von den Breslaufahrern mitgebrachte neue Reichs- bundtragfahne von dem stellvertretenden Reichsbundkreisführer des Kreises 8 Lahn-Dill, Dr. R ö - m e r (Großen-Linden), geweiht wurde. Er sprach über Turnen und Sport im Wandel der Jahrhunderte und über die Aufgaben des Reichsbundes für Leibesübungen. Träger dieser Fahne im Verein wurde der Jugendwart Willi Bender. Sodann erstattete der Dereinsführer Bericht über das letzte Vierteljahr, das er als sehr zufriedenstellend bezeichnen konnte. 21 Neuanmeldungen seien zu verzeichnen, beim Hoherodskopfbergfest konnte der Verein 21 Siege und beim Kreisturnen in Holzheim 9 Siege erringen. Weiter sprach er über die Richtlinien und die Zusammenarbeit mit den Einheiten. Zum Schluß forderte er auf, sich an der Winterübungsarbeit des Vereins in der Halle eifrig zu beteiligen. Abturnen. Als Abschluß der Sommerwettkämpfe veranstaltett der To. Treis am vergangenen Sonntag auf dem Sportplatz sein Abturnen. 82 Turner und Turnerinnen traten in sieben Riegen und Stufen zum Wettkampf an. Begünstigt durch das herrliche Wetter und dank der guten Vorarbeit der Abteilungsleiter ging der Wettkampf reibungslos oonftatten. In allen Stufen wurde hartnäckig um den Sieg gerungen. Jungen und Mädels waren mit Sportge'ift und Eifer bei der Sache. Selbst die Weiteren waren so begeistert, daß noch mancher den Medizinball über die 12-Meterlinie stoßen konnte. Im anschließenden Fußballspiel blieb die Jugendmannschaft über die mit nur neun Mann angetretene, erste Mannschaft mit 3:1 Sieger. Mit der Siegerverkündung fand das Abturnen seinen Abschluß. Aus der SiegerNste. Aktive. 5-Kampf (Hochsprung, Weitsprung, Keulenwurf, Laufen und Kugelstoßen): 1. H. Nickel 117 P.; 2. Konrad Weber 103 P.; 3. Ph. Schaaf 93 Punkte. Zöglings-Oberstufe (5-Kampf): 1. Karl Becker 81 P.; 2. Willi Bender 72 P.; 3. Heinrich Will 70 Punkte. Jugend-Hnterstufe (5-Kampf): 1. Willi Kehr 120 P.; 2. Hans Bender 119 P.; 3. Werner Krause 108 Punkte. Schüler st ufe (Laufen, Weitsprung, Ballweitwurf): 1. Heinrich Kehr, 65 Punkte; 2. Helmut Mack, 56 P.; 3. Karl Jung, 54 Punkte. Turnerinnen (Laufen, Weitsprung, Ballweitwurf, Hochsprung): 1. Kath. Harbach 77 P-I 2. Marg. Kehr 72 P.; 3. Maria Klein 70 Punkte. Turnerinnen-Jugendstufe. (4° Kampf): 1. Anna Wisker 77 P.; 2. Elisabeth Oest 76 P.,' 3. Elisabeth Michel 75 Punkte. Schülerinnen (Laufen, Weitsprung, Ballweitwurf): 1 Anni Rabenau 67 P.; 2. Anna Kehr 59 P.; 3. Elli Becker 55 Punkte. £ d,,3 öM'"' Aainib inzeli-" 11 * höljerei «SSU* L füi Dra j flnaim, 26. Wien aus da. ^rt nahmen u. Uesgruppe v. W koinmandirrende C eiter«ate « « ^er Burckel, t u a r t _ j., ' Die ehemalige dc purbe zwischen Fra -renze W W jachen, die dem ger chen hochebene e» jer Boden ist nichl laben auch hier st les deutschen Gebt Sahnen und .?ler» «n Sl!tl X, LWe MÄ?®» t V ;«b betU"?Jon, btteu'^ie, [ war rägerfperren gehen »baute lückenlose 3 Bunter an Bunker chinengewehrnest ij jt nur dünn besied »'^einander, aber 1 Diiten Anmarschw «jubeln zu könne Öhrt. Der Führer fäh iesichtigt eingehen inien und die de lationslinie. So $ hen und Pieslim kurz hinter halten, er befich den Dotfausgam unb Sienif) erfh Unger fjaben etfo iljrem Dorf geaalt an. als wollten f dem Mithin W barme wollen fie winkt, und nun Schlage ringsum Nauer jubelnder Ichen. die alle n dem Führer eimr Ntn. Als der , stinrn Bigen be Mederholle „Dir nach.