Ur. 225 (Erftes Blatt 188. Jahrgang Montag, 2b. September 1958 erscheint rüglich. außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustriert» Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholl» monats«Bc3ug$prei$: Mit 4 Beilagen *011.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr e -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Serilsprechanfchlüffe antet Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Gietzea Postscheckkonto: üranffurt am Main 11688 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen ^uckund Verlag: vrühlsche Univerfitätrdruckerei R. Lange in Sietzen. Schristleitvng und Seschastrftelle: Zchulftratze 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer vis 8'/,Uhr des D ormittag» Grundpreise für \ mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70mm Breite 50Rpf.,Platzoorschrift nach oorh. Dereinbg 25"/, mehr. Lrmätztgte Grundpreise: Stellen-, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rps., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts» u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Heute spricht der Führer zum deutschen Volke. Große Volkskundgebung im Berliner Sportpalast. — Llm acht Llhr abends Lleberiragung auf alle deutschen Gender. Prager Zweigleisigkeit. lieber die unverständliche Politik Prags schreibt die Deutsche Diplomatische Korrespondenz: Trotz der rasenden Entwicklung, die die tschechische Staatskrise mit allen ihren inneren und äußeren Auswirkungen nimmt, zeigt sich in der tschechischen Politik nach wie vor ein feststehendes Symp» to m: Eine Zweigleisigkeit, in der sich der Gegensatz zwischen der Propaganda und dem eigent« lichen praktischen Vorgehen der Prager Regierung klar abzeichnet. Auf der einen Seite erklärt die tschechische Propaganda, den Blick nach dem A u s l a n d e gerichtet, daß sie nach wie vor a u f dem Boden ihrer Erklärungen stehe, laut denen sie sich England und Frankreich gegenüber prinzipiell m i.t der Abtrennung des sude-- tendeutschen Gebietes abgefunden hatte. Dies tat die tschechische Propaganda auch dann noch, als sie ermutigt durch die Sprache Moskaus und gewisse Maßnahmen anderer Länder, von „einer neuen Lage" sprach. Während diese Erklärungen offensichtlich auf die Wirkung im Auslande berechnet waren, um eine unentwegte Verständigungsbereitschaft der Prager Regierung darzutun, sind anderseits alle jene Maßnahmen, die die Tschechen gegenwärtig treffen, dem Sinne dieser Erklärungen stracks zuwiderlaufend. Nicht nur ist bis heute tschechischerseits in keiner Weise etwas geschehen, was einen Schluß zuließe, daß es den Tschechen mit ihrem Verzicht auf Imperialismus und Chauvinismus den bisher unterdrückten Volksgruppen gegenüber ernst und ehrlich fei. Dm Gegenteil, die jüngsten Verordnungen und Gewalt st reiche, die sich auch auf die von den Tschechen besetzten sudetendeutschen Gebiete erstrecken, zeigen, daß man sich in Prag nach w i e vor als der unumschränkte Gebieter der volksfremden Lande fühlt, obwohl man diesen Anspruch an sich bereits offenkundig aufgegeben hatte. Diese Verzichterklärung aber, die den Tschechen auch von den beiden West möchten nicht zuletzt auf Grund eines 20jäbrigen krassen Versagens auf dem Gebiete der Beherrschung anderer Nationalitäten zugemutet worden war, hat indes einen durchaus verpflichtenden Charakter und darf deshalb in ihren Auswirkungen unter keinen Umständen etwa übersehen oder bagatellisiert werden. Ganz im Gegenteil; die sich immer mehr verschärfende Lage im ganzen cksgebiet und ferner die Zweideutigkeit, mit der Prag immer wieder auf allen Gebieten vorgeht, erheischt heute mehr denn je das unverzügliche I n - kraftsetzen dessen, worüber sich ja die ganze Welt ohnedies einig ist. Rechtlich ist nämlich die Lage heute so, daß die sudetendeutsche Bevölkerung sowohl nach dem Aufruf Konrad Henleins wie nach der tschechischen Regierungserklärung sich nicht mehr als Untertanen der Tschechen fühlt. Zumutungen, wie sie vielleicht gegenüber den in tschechischem Gebiet ansässigen Personen noch als möglich und legal erscheinen können, sind heute dem Sudetendeutschtum gegenüber ein glatter M i sitz r a u ch einer Hoheit, die nicht mehr rechtlich, sondern höchstens — vorübergehend — noch faktisch vorhanden ist. Sie gleicht jenen Befugnissen der deutschen Okkupationstruppen nach dem 11. November 1918 in deyi durch den Waffenstill- standsoertrag bereits abgetretenen Elsaß- Lothringen, das bekanntlich in genau vorgezeichneten kurzen Etappen von den zu keinerlei Hoheitsakten mehr befugten Truppen und Regierungsorganen sofort zu räumen war. Einen anderen Rechtstitel besitzen die tschechischen Okkupationstruppen und -behörden im sudetendeutschen Gebiet heute nicht mehr; sie sind daher für alle Heb ergriffe heute schon voll verantwortlich zu machen. Die Anwartschaft des Deutschen Reiches auf dieses deutsche Gebiet ist heute praktisch unbestritten, und daher ist auch das Recht Deutschlands anerkannt, für jede Schädigung und Verletzung dieses Gebietes oder feiner Bewohner entsprechend einzutreten. Es erscheint notwendig, daß man sich m Prag, wo man offenbar immer noch glaubt, diese Tatsache übersehen und ignorieren zu können, der Tra g - weite seiner Handlungen bewußt wird. Im Interesse einer friedlichen Ause in and er setzung und Teilung ist es bei der bekannten Mentalität der Tschechen jedenfalls geboten, daß die Frist, in der praktisch Uebergriffe in dem sudetendeutschen Okkupationsgebiet noch möglich sind, auf die allerkürzeste Zeit beschränkt wird. Dies liegt nur im allgemeinen Interesse der Beteiligten stlb>. sowie auch derer, die sich mittelbar oder unmittelbar an der friedlichen Lösung des Problems interessiert fühlen. Generalfeldmarschall Göring vollständig wiederhergestellt. B e r l i n , 24. Sept. (DNB.) Wie der behandelnde Arzt Dr. Morell mitteilt, ist die Gesundheit des Generalfeldmarschalls Göring vollständig wiederhergestellt. DNB. Berlin, 25. Sept. Oer Reichspropagandaleiier der nationalsozialistischen Bewegung, Reichsminister Or.Goebbels, gibt bekannt: Am Montag, dem 26. September, abends 8 Uhr, findet im Sportpalast in Berlin eine große Volkskundgebung statt: Oer Führer spricht. Diese Kundgebung wird auf alle deutschen Sender übertragen. Sie wird in allen Städten und Dörfern des Reiches von denjenigen, die selbst nicht im Besitz eines Rundfunkapparates sind, im Gemeinschaftsempfang ausgenommen.Die Ortsgruppenleiter der Partei haben sofort mit den Vorbereitungen zu diesem Ge- meinschastsempfang zu beginnen. Es darf im ganzen Reich niemanden geben, der nicht über den Rundfunk Zeuge dieser historischen Kundgebung würde. Führer befiehl, wir folgen! Das deutsche Volk wird mit größter Genugtuung die Botschaft vernehmen, daß der Führer wie in allen Schicksalsstunden des Reiches auch in diesem Augenblick nach einer Woche höchster Spannung selbst das Wort ergreifen wird, um dem deutschen Volk ein Bild der politischen Lage zu geben. Von der allen nationalsozialistischen Kampfstätte, dem Berliner Sportpalast aus, wird er vor dem ganzen deutschen Volk das am Rundfunk daheim und zum Gemeinschaftsempfang versammelt ist, eineft Rechenschaftsbericht über feine Verhandlungen mit Chamberlain zur Lösung des sudetendeutschen Problems und das Ergebnis feiner Bemühungen um die Erhaltung und Sicherung des europäischen Friedens geben. Das deutsche Volk, das heute abend mit größter Einmütigkeit sich um den Mann scharen wird, dem es feine Zukunft anoerttaüt hat, steht in unwandelbarer Treue und selbstbewußter Entschlossenheit auch in diesen spannungsreichen Tagen zum Führer. So bietet es der aufhorchenden Welt das Bild einer wahren Demokratie, die keine Geheimdiplomatie hinter den verschlossenen Türen der Ministerien und Parlamentsausschüsse -kennt, in der vielmehr Führer und Gefolgschaft eine untrennbare Kraft- und Willensgemeinschaft bilden. „Führer befiehl, wir folgen dir!" Dieser alte Kampfruf der Nationalsozialisten, aus dem das blinde Vertrauen zu Adolf Hitler spricht, steht als Motto auch über den denkwürdigen Stunden des heutigen Abends. Lleberttagung der Jührerrede in den Filmtheatern. Berlin, 25. Sept. (DNB.) Die Fachgruppe Filmtheater der Reichsfilmkammer gibt bekannt, daß die deutschen Filmtheater die Führerrede am Montag in ihren Theatern für alle Volksgenossen übertragen werden. Die Vorstellungen sind rechtzeitig zu beenden oder entsprechend zu verlegen. Oer Friedensplan. Entgegen den bewußt falschen Ausstreuungen gewisser ausländischer Kreise sind die Godesber» g e r Besprechungen zwischen dem Führer und dem englischen Ministerpräsidenten in herzlichster und freundschaftlichster Weise verlaufen. Der Führer hat schließlich seinem englischen Gesprächspartner ein Memorandum übergeben. Dieses enthält u. a. praktische und vernünftige Vorschläge über die Durchführung der Abtrennung der deutschen Gebiete von der Tscheche!. Zwischen Deutschland und auf der anderen Seite England, damit zugleich auch Frankreich, besteht volle Ueberein- stimmung darüber, daß die deutschen Gebiete aus der Tschechei ausscheiden müssen. Diese Notwendigkeit ist auch während der Godesberger Verhandlungen von der anderen Seite keinen einzigen Augenblick angezweifelt oder eingeschränkt worden. Daraus geht also hervor, daß England und Frankreich sich die Erkenntnis von der Notwendigkeit der Gebietsabtrennung auch für die Zukunft zu eigen gemacht haben; das ist schließlich eine Selbstverständlichkeit für Staaten, die das Selbstbestimmungsrecht stets in stärkster Weise betont haben. Nun war ja die Abtretung der deutschen Gebiete auch in dem Londoner Vorschlag bereits vorgesehen. Dieser Vorschlag war von England und Frankreich angenommen und schließlich hatte ihn auch die Tschechei gutgeheißen. Wir betonen in diesem Zusammenhang ausdrücklich und mit aller Klarheit, daß Deutschland nichts anderes als deutsches Gebiet dem Reich angliedern will! Die bewußt hetzerischen Verleumdungen in gewissen Auslandszeitungen, wonach Deutschland sich die Tschechei aneignen wolle, sind schon deshalb von vornherein als Lüge zu erkennen, weil ja Adolf Hitler wiederholt erklärt hat, daß Deutschland keinerlei Wert darauf legt, ein fremdes Volk unter feine Herrschaft zu bringen. Erkennt Prag in letzter Stunde die Aussichtslosig- feit seiner Sabotagepolitik und stellt es sich auf den Boden des Memorandums, sv kann man den Frieden als gesichert ansehen. Versucht Prag jedoch unter dem Einfluß Moskaus, den Friedensplan zu zer- stören, indem es feine Durchführung behindert oder einschränkt, so hat es die volle Last der Verantwortung und der Schuld zu tragen einschließlich dessen, was dann als notwendige Folge der bolschewistischen Querschießerei eintreten muß. Gerade die außerordentlich weitgehende Zurückhaltung Deutschlands gegenüber den Grenzverletzungen, dem Terror, den blutigen Opfern und den Zerstörungen sollte Prag die Durchführung des Friedensplanes ohne weiteres ermöglichen. B. R. lifche Pflicht, im Amte z u bleiben, um den Plan zur Annahme zu bringen. Sie ist aber z u - rückgetreten. Ihr Platz wird jetzt von einem General eingenommen, dey alle als allzu großen Freund Moskaus bezeichnen. Der erste Akt dieser neuen Revierung ist die Ausrufung der allgemeinen Mobilisierung gewesen. Gegenüber dieser Talsache, die zu dem Terrorregime hinzukomml, das die Tschechen im sudelendeulschen Gebiet zur An- . wendung bringen, Hal Deutschland den außer st en Beweis der Mäßigung gegeben. Es hat Forderungen an Prag gestellt und hat für ihre Beantwortung Zeit bis zum 1. Oktober gegeben. Es sind also genau sechs Tage, in denen die Prager Regierung den Weg zur Einsicht wiederfinden kann, da'es wirklich widersinnig, und ich füge»hinzu, ver- brecherisch wäre, daß Millionen Europäer sich nur deswegen aufeinanderstürzen sollen, um die Herrschaft des Herrn Benesch aufrechtzuerhalten. Aber es wäre ein schwerer, ja außerordentlich schwerer Fehler, wenn man dieser geduldigen Haltung Deutschlands eine falsche Auslegung geben wollte. Denn in den demokratischen Regimen ist die Unverantwortlichkeit an der Tagesordnung, weil jeder daran denkt, die Verantwortung auf den anderen. auf den Nachbarn abzuwälzen. In den sog. totalitären Regimen ist eine solche Verschiebung der Verantwortlichkeit nicht möglich. Das Problem, das jetzt vor dos Gewissen der Dotter gestellt worden ist, muh in integraler und endgültiger weise gelöst werden. Es ist Zeit für eine solche Lösung. Faein Konflikt dennoch ausbrechen sollte, so ist die Möglichkeit gegeben, ihn zu lokalisieren. Aber es ereignet sich in diesen Tagen, daß die Parteien die Tendenz in den Westländern an- nehmen, daß jetzt der gegbene Augenblick gekommen sei, um sich mit den totalitären Staaten auseinanderzusehen und mit ihnen abzurechnen. 3n diesem Falle werden sie sich nicht zwei Ländern gegenüber befinden, sondern zwei Ländern in einem einzigen Block. (Stärkster Beifall.) Falls es in Italien einen Prozentsatz von Leuten geben sollte, die sich immer hinter den Fensterläden verstecken, jene Leute, die ich moralisch als „Bom» Italien zeigt das Gesicht eines starken Volkes. Das Imperium wird durch die militärischen Maßnahmen der Demokratien zu gleichem gezwungen. Fehler muß man wieder gutmachen! Mussolini spricht in Vicenza. Vicenza, 25. Sept. (DNB.) Mussolini, der Sonntag vormittag in der Umgebung von Vicenza eine Reihe von Anlagen und Werken oesich- tigte, hat am Sonntagnachmittag in Vicenza vor vielen Tausenden folgendes erklärt: Seit gestern hat das begonnen, was man Passionswoche des harrenden Europas nennen kann. Es ist heute allgemein anerkannt, daß in den Friedensverträgen von 1919 Fehler g e - macht worden sind. Ich habe das seit 1921 erkannt. Ich bitte euch aber, mir keine prophetischen Eigenschaften beizulegen, denn die Propheten gehören nicht zu unserer Rasse. Es war schon damals leicht vorauszusehen, wcktz in diesen Tagen vor sich gehen wird. Was muh mqn aber nach einem Fehler tun? Ihn wieder gutmachen. (Stürmische Zustimmung und Heil-Hitler-Rufe.) Rach der Weisheit unserer Vorfahren ist irren menschlich, aber auf dem Fehler beharren, teufUf . Run will man aber jene Fehler nicht nur nicht wieder gulmachen, die man z. V. mit der Aufblähung der T s ch echo-Slowa- k e i begann, sondern man will diesen Fehler beibehalten und deshalb sollen sich die Volker Europas bekriegen. B's zum Beweis des Gegenteils glaube ich nicht, dah es zu dem kommen wird, was einer der tragischsten und widersinnig st en Irrtümer der Geschichte wäre. Die ihrer Verantwortung bemühten Männer müssen aber auch das, was man als die widersinnig- st e n Hypothesen bezeichnen konnte, in Betracht ziehen. Bis jetzt hat Italien keinerlei mi- lilärischeMaßnahmen getroffen, wenn aber die Demokratien fortfahren, Reservisten einzuberufen, die Grenzen zu verstärken und ihre Flotte zusammenzuziehen, so ist es klar und niemand von uns wird sich wundern, dah auch Italien solche Maßnahmen ergreifen wird. Die Welt hat bereits einen Beweis unserer Entschlossenheit und unseres Willens erhalten. Wir haben Abessinien erobert, nicht nur, indem wir gegen die abessinischen Heere, die von Europäern ausgebildet und geführt wurden, in den Kampf zogen, sondern zugleich auch der wirtschaftlichen Belagerung standhielten, die von 52 Staaten über uns verhängt worden war. Je mehr damals auf den Genfer Tischen die Karten gemischt wurden, um so sicherer wurde ich, daß das italienische Volk niemals auch nur im geringsten schwanken würde. Heute sind alle Verfechter der Sanktionen von der Bildfläche verschwunden; die einen sind in Vergessenheit geraten, die anderen mit Schimpf und Schande abgetreten. Das italienische Volk, das in den letzten vier Jahren h ö ch st e Kraftproben bestanden hat, ist wie zuvor bereit, auch künftig Kraftproben auf sich zu nehmen. Das italienische Volk hat in diesen Tagen ein einziges Antlitz gezeigt, das Antlitz der Ruhe und der Entschlossenheit. Das ift das Gesicht eines st a r k e n Volke s." Der Ansprache des Duce folgten tosende Oöa- tionen. Zttm' Länder in einem Block. Mussolini spricht in Padua. Padua, 24. Sept. (DNB.) Nach einer kurzen Unterbrechung seiner oberitalienischen Reise zur Einweihung des altrömischen Friedensaltars in Rom kehrte der Duce auf schnellstem Wege' wieder nach Dberitalien zurück, um zunächst die Stadt Padua zu besuchen. Nach einer Rundfahrt zu verschiedenen Schöpfungen des Faschismus traf der Duce gegen Mittag auf dem Prato-Platz ein, wo ihm die Schlüssel der 301 neuen Bauernhäuser überreicht wurden, worauf mit einer symbolischen Handlung die Einweihung dieser Häuser und der übrigen Arbeiten des Faschismus vorgenommen wurde. Dann hielt Mussolini eine mit ungeheuerem Jubel ausgenommene Rede. Er führte aus: In Goerz sagte ich, daß, wenn auch am Horizont eine Aufklärung sich abzeichne, jeder Optimismus in bezug auf die europäische Lage als voreilig betrachtet werden müsse. In Treviso kündigte ich an, daß der englische Premierminister im Begriff sei, das Schifflein in den Hafen zu steuern. Ader ich sagte nicht, daß er ankommen werde. Heute sage ich, daß die Lage der Witterung des heutigen Tages entspricht. Heute morgen war der Himmel sehr grau, binnen kurzem konnte die Sonne hervortreten. Es schien, daß man mit der von Prag erfolgten Annahme des sogenannten französisch-englischen Planes vor dem Epilog stehe. Aber es ist das eingetreten. Die Regierung, die jenen Plan annahm, hatte die mora» der tschechischen Polizei verhaftet. Oie französisch-britischen Besprechungen schwer gefesseltin das Braunauer Gefängnis eingeliefert. Bald darauf hörte man im Gefängnishof eine Salve von Gewehrschüssen. Es verlautet, daß Jekubez erschossen worden sei. — Beim Überschreiten der grünen Grenze wurden der Braunauer Sparkassenbeamte Spiezoke, der Webmeister Stierand und ein dritter Mann von den Tschechen angeschossen und schwer verletzt. Am Sonntag beschlagnahmten die tschechischen Gendarmen im Braunauer Land alle Rundfunkgeräte der Sudetendeutschen. Wahrscheinlich will man dadurch verhindern, daß die Betroffenen sich die Führer-Rede anhören. Die zwangsweise Einziehung der letzten sudetendeutschen Männer zum tschechischen Heer erstreckt sich nun auch auf Bucklige, Lahme, Taubstumme und Greise, Berlin, 26. Sept. (DNB.) Der Völkische Beobachter schreibt: „Die Prager Regierung hat Sonntag in acht Sprachen über alle Sender in die ganze Welt- ein sogenanntes M a n i f e st verbreitet, mit dessen Hilfe sie d i e gesamte politische Lage zu vernebeln versucht. Dieses Manifest könnte als eine der üblichen schwülstigen Tiraden hingenommen werden, die nun schon seit Wochen täglich über die Prager Sender laufen, wenn es nicht Behauptungen enthielte, auf deren Richtig st ellung nicht verzichtet werden kann. Es wird einmal in diesem Manifest die Behauptung aufgestellt, daß Deutschland in Godesberg erneute Forderungen gestellt und dadurch eine ganz neue Lage geschaffen habe. Daran wird die Schlußfolgerung geknüpft, daß England und Frankreich die-sen neuen Forderungen genau so ablehnend gegenüberständen wie Prag, und Deutschland durch sein Verhalten die Verhandlungen zerschlage. Demgegenüber muß doch sehr eindeutig 3um Ausdruck gebracht werden, daß die Verhandlungsgrundtage von Godesberg der bereits von der tschechischen Regierung angenommene Berchtesgadener Plan die als Pferdepfleger, Putzer usw. Verwendung finden sollen. In Rosenthal wurden zwei Sudetendeutsche auf der Flucht erschossen. Die beiden Opfer verscharrte man heimlich an Ort u n d S t e l l e. Bei Weckersdorf in der Nähe von Braunau ist ein 15-Zentimeter-F eldgeschützin Stellung gebracht worden, das den Ort bedroht. Den Hutberger Paß halten 300 bis 400 Mann „R 0 te Weh r" besetzt. In Weckersdorf gelang es tschechischen Gendarmen nicht, auch nur einen Wehrpflichtigen zum Heeresdienst zu pressen, da alle Männer das Dorf verlassen haben und über die grüne Grenze geflüchtet sind. In Heinzen- dorf beschoß man aus den Kasernen heraus die zurückgebliebenen Dorfbewohner, so daß diese in h«llen Scharen nach Braunau flüchteten. H 0 h e n l y ch e n, 26. Sept. (DNB.) Der ununterbrochen anhaltende Zustrom sudetendeutscher Flüchtlinge aus der Tschecho-Slowakei hat die Flüchtlingslager in den deutschen Grenzgebieten derart in An- pruch genommen, daß die Leitung des Hilfswerkes ihre Freimachung durch Abtransport der Sudeten deutschen nach Nord-und Mitteldeutschland veranlaßt hat. ^anze Züge mit Flüchtlingen treffen nun schon seit Tagen in diesen Gebieten ein, wo in Heimen der NSV., der Parteigliederungen und der Gemeinden eilig alle Vorbereitungen für die Unterbringung getroffen worden sind. Gauleiter a. D. K r e b s besuchte am Sonntag einige Flüchtlingslager in der Kurmark, um seinen sudeten- deutschen Landsleuten die Versicherung zu geben, daß ihnen im Reiche Adolf Hitlers jede erdenkliche Hilfe zuteil wird. Zunächst besuchte er das Lager Strausberg, wo im Landesjugendheim fast ausschließlich Frauen und Kinder aus dem Hultfchiner Ländchen untergebracht sind. Mit Tränen in den Augen berichteten die Mütter von ihrer Flucht. Fast 20 Jahre hätten sie alles Leid und alle Not ertragen, jetzt sei es nicht mehr auszuhalten gewesen. Die Tschechen hätten wie die Hunnen gehaust und jeden Deutschen mit Erschlagen bedroht. Die Männer hätten die tschechischen Gendarmen mitgenommen und wie das Vieh auf Lastwagen abtransportiert, während die Frauen und Kinder mit der Drohung, sie nach Sowjetrußland abzuschieben, in panischen Schrecken versetzten. Mit tränenerstickter Stimme rief eine Frau, die ihre vier Kinder mitgebracht hat: „Haus und Hof mußten wir verlassen! Unser Vieh stebt jetzt ohne Wartung in den Ställen und wird elend ver- Erschütternde Szenen in den Flüchtlingslagern der Kurmark. recken! Man wollte uns verschleppen! Da sind wir geflüchtet." Eine andere Frau rief: „W i r haben schon abgestimmt! Wir stehen zu Adolf Hitler, wirwollen zumRei ch!" Es waren erschütternde Szenen, die sich immer wieder vor den Augen des Gauleiters abspielten. „Grüßen Sie den Führer! Wir danken dem Führer!" So riefen die Menschen. Gauleiter a. D. Krebs begab sich dann nach Templin, wo ^eichspostminister Ohnesorge das große Post-Erholungsheim, das in 27 Häusern 240 Wohnungen ausweist, zur Verfügung gestellt hat. Nahezu 1000 Flüchtlinge, 600 Kinder und 400 Frauen, sind hier aufs sorgsamste untergebracht und werden ausgezeichnet verpflegt. Immer wieder strahlt auch hier durch Tränen die Dankbarkeit cm das Reich, das die Notbeladenen in seinen Schutz genommen hat. In H 0 h e n l y ch e n hat der Gau Kurmark seine G a u s ch ul e zur Verfügung gestellt. „Wie schön ist es hier", ruft eine Frau aus dem nordmährischen Schlesien aus, „wie friedlich!" Es geht uns so gut hier, es ist kaum zu sagen! S e i t I a h - r en haben mir uns nicht f 0 satt essen können wie jetzt! Viele Frauen sind hjer, die im Kerker gesessen haben, weil sie ihre Kinder nicht in tschechische Schulen schicken wollten. Eine Großmutter hat neun Kinder über die Grenze gerettet, die nun alle ohne Vater und Mutter geblieben sind. Man muß die verzweifelten Anklagen dieser von Haus und Hof vertriebenen, aber noch in bitterster Not aufrechten deutschen Frauen gehört haben, um annähernd ermessen zu können, welche ungeheuere Schuld die Tschechen auf sich geladen haben. war und Deutschland in Godesberg keine neuen Forderungen erhoben hat. Die Godesberger Verhandlungen haben sich vielmehr ausschließlich um die Modalitäten der Durchführung des Berchtesgadener planes gedreht, also darum, in welcher Weise der von den Tschechen bereits angenommene plan von Berchtesgaden realisiert werden soll. Deutschland hat dazu bestimmte Vorschläge gemacht, die in dem schon genannten Memorandum zufam- mengefaht sind. Dir gehen nicht fehl, wenn wir annehmen, daß diese Vorschläge sich eng an das Vorbild der Räumung von El- sah-Lothringen durch die deutschen Trup- penimRovember1918 und das Linrücken französischer Truppen anlehnen, also um Methoden, die von der französischen Regierung und vom ganzen französischen Volke ebenso wie von den damaligen französischen Bundesgenossen gebilligt und hingenommen worden sind. Es kann deshalb auch heute um diese Methoden der Räumungsbedingungen kaum nocheine Diskussion geben." lassen und hatte im Anschluß eine Unterredung mit Finanzminister Marchandeau. Außenminister Bonnet hatte die Botschafter der Vereinigten Staa- ten, Bullitt, und Japans, Sugimura, empfangen und hatte eine Unterredung mit dem rumänischen Gesandten Cesianu. * Am Sonntag wurde die Lage in Pariser politi- chen Kreisen wieder zuversichtlich beurteilt. Die Straßen von Paris zeigen ihr gewohntes Bild. Auch in der Pariser Sonntagspresse macht sich eme leichte Entspannung bemerkbar. Wenn man ich auch keinem übertriebenen Optimismus hingibt, 0 hofft man dennoch, daß die kommenden Tage die Möglichkeit einer friedlichen Losung der noch bestehenden Meinungsverschiebenhetten bringen werden. Bemerkenswert ist die Einmütigkeit, mit der die Blätter ohne Unterschied ihrer politischen Richtung hinter der Regierung stehen. Der „Matin" hält es allerdings für notwendig, im ernsten Tone vor übereilten Maßnahmen zu warnen. Die erste Pflicht Frankreichs bestehe in der Beibehaltung seiner kalten Ueberlegung und darin, daß es sich nicht durch Herausforderungen von Provokateuren übertölpeln lasse. Sie bestehe darin, genau abzuwägen, was möglich sei, und sich daran zu erinnern, daß Frankreich gegenüber der Menschheit auch Verpflichtungen habe. Die Ehre Frankreichs bestehe darin, nicht zu dulden, daß ausländische Hetzer Herr in Frankreich sind. Die (Ehre Frankreichs hänge weder von der Auffassung eines Herrn Litwinow noch von den Bezügen eines Herrn Benesch ab. Das rechtsstehende „Ordr e" sagt, man dürfe die Vorschläge des Führers nicht grundsätzlich zurückweisen. Derselben Ansicht ist „I 0 urn al", das erklärt, die Ausdehnung der Krise, die man infolge der Einmischung Litwinows befürchte, stelle einen wirklich ernsten Faktor dar. Der „Petit P a r i f i e n" schreibt, die Godesberger Besprechungen hätten zu einer gewissen Entspannung der internationalen Lage geführt. Solange die Prager Antwort aber noch nicht bekannt sei, und solange eine endgültige Regelung über die Abtretung der sudetendeutschen Gebietsteile nicht erfolgt sei, müsse die Lage immer noch als ernst angesehen werden. Tschechischer Versuch zur Irreführung In Godesberg hat es sich lediglich um die Modalitäten der Durchführung des von den Tschechen bereits angenommenen Plans gehandelt. lages, Wagner, und der Budapester Korrespondent einer Reihe von großen deutschen Zeitungen, Riedel, der sich auf der Reise durch die Tschecho- Fast 200000 Flüchtlinge auf Reichsgebiet Tote Dörfer an der Grenze. - Auch slowakische Soldaten treten über. ausgenommen worden, die die Regierung von der Nation erwartet hat. Frankreich wird auf diese Weise in der Lage sein, ruhig und würdevoll die wichtige diplomatische Verhandlung fort- z u s e tz e n , von der die Erhaltung des Friedens abhängt." Der pariser Kabinestsrat. Paris, 25. Sept. (Europapreß.) Am Sonntag um 14.30 Uhr ist unter dem Vorsitz von Minister- präsident Daladier der französische Kabine 115 r a t zusammengetreten, um die neueste Entwicklung in der tschechischen Krise zu besprechen. Ueber den Kabinettsrat, der zweieinhalb Stunden dauerte, wurde folgende Verlautbarung ausgegeben: „Der Kabinettsrat hat den Bericht des Ministerpräsidenten D 0 l ä d i e r und den des Außenministers Bonnet über das durch den Reichskanzler an Chamberlain übergebene Memorandum angehört. Er hat einmütig bie (Erklärungen gebilligt, die Daladier und Bonnet der englischen Regierung in London zuv Kenntnis bringen werden." Daladier und Bonnet haben sich unmittelbar nach Beendigung des Kabinettsrats um 17 Uhr nach dem Flughafen Le Bourget begeben, um von dort Erklärungen Daladiers. Baris, 24. Sept. (Europapreh.) Ministerpräsident Daladier gab am Samstagvormittag eine (Erklärung über die von der französischen Regierung auf militärischem Gebiet getroffenen Sicherheitsmaßnahmen ab. Im wesentlichen Teile dieser Erklärung heißt es: „In Verfolg der Entwicklung der außenpolitischen Lage hat sich die Regierung gezwungen gesehen, die bereits vorsorglich getroffenen Maßnahmen zur Sicherung der französischen Nordo st grenze zu verstärken. Im besonderen hat sie die dringende Einberufung gewisser Kategorien aus allen Jahresklassen beschlossen. Es handelt sich aber keineswegs u m eine allgemeine Mobilmachung. Parallel mit dieser Maßnahme und zur Sicherung der für die Truppen notwendigen Mittel wird das Requisitionsrecht auf Teilgebieten Frankreichs erklärt". — Das amtliche französische Gesetzblatt veröffentlicht eine Verordnung, wonach das Gesetz von 1938 über die Organisation der Nation im Kriegsfälle auch für Algerien anwendbar wird. Eine andere Verordnung untersagt die Ausfuhr von Eisenerzen und Mangan aus Französisch-Jndochina. — Daladier erklärte am Samstagabend Presievertretern: ,T)ie er- fnrderlichen Sicherheitsmaßnahmen sind in ganz 3n London eingefroren. Lond 0 n, 25. Sept. (Europapreß.) Ministerpräsident Daladier und Außenminister Bonnet sind am Sonntag 18.52 Uhr auf dem Flugplatz in Croydon eingetroffen. Sie wurden im Namen der englischen Regierung von dem Privatfekretär des Außen« Ministers, Oliver Harvey, und Oberst (Trane- shaw, empfangen. Außerdem hatte sich der französische Botschafter C 0 r b i n eingefunden. Als Bonnet von einem Berichterstatter gefragt wurde, ob immer noch eine HoffnungaufdenFrieden vorhanden sei, antwortete Daladier: 3m Europa müssen wir die Hoffnung stets aufrechterhalten. Kabinettssitzung in London. London, 25. Sept. (Europapreß.) Die am Sonntag um 10.30 Uhr zusammengetretene Vollsitzung des englisch en Kabinetts wurde kurz nach 13 Uhr auf 15 Uhr vertagt. Während dieser Pause war Ministerpräsident Chamberlain Gast des Königs zum Frühstück, im Buckinghampalast. Vorher hatte Chamberlain noch eine Besprechung mit den Mitgliedern des inneren K a b i n et t s, zu der noch Verteidigungsminister Sir Thomas Jnskip und Luftfayrtminister Sir Kingslay Wood hinzugezogen waren. Um 15 Uhr wurden die Beratungen des Kabinetts wieder ausgenommen. Im Verlaufe der Besprechungen wurde auch der parlamentarische Staatssekretär im Innenministerium, Sir Geoffrey Lloyd, zu der Sitzung herangezogen. Die Kabinettssitzung wurde um 17 Uhr abgeschlossen. Außenminister Lord Halifax begab sich in das Foreign Office, wo ihn der portugiesische Botschafter erwartete. Ferner hatte der tschechische Gesandte Masaryk eine Besprechung mit Chamberlain und Lord Halifax. Ställenbrüllt das Vieh, das seit Tagen nicht mehr gefüttert und versorgt worden ist. Während in den letzten Nächten Flüchtlinge die Grenze überschritten und das Vieh versorgten, ist dies feit der Nacht zum Sonntag unmöglich geworden. Am Samstag wurde beim Ueberschreiten der grünen Grenze der Schneider Franz Jekubez aus Braunau von der tschechischen Gendarmerie gefaßt und, da er sich im Besitz einer Waffe befand, aus die Reise nach London anzutreten. Am Sonntagvormittag hatte sich Ministerpräsident Da- , lädier von Generalstabschef Gamelin über die Frankreich mit der Kaltblütigkeit und Entschlossenheit । getroffenen militärischen Maßnahmen unterrichten Das Bild der englischen Sonntagspresse ist noch immer verwirrt. Uebereinstimmend weisen die Blätter jedoch darauf hin, daß die Entscheidung setzt zweifelsohne von der Tschecho- Slowakei abhänge. Die Blätter betonen, daß Chamberlain das ganze Land hinter sich habe. Die Kritik an Chamberlain ist vollständig verstummt. Der „O b f e r 0 e r" stellt fest, Chamberlain habe aus Godesberg den Eindruck mitgebradjt, daß der Frieden noch immer gerettet werden könne, wenn alle Seiten Zurückhaltung übten. Der „People" bemerkt, daß Deutschland mit Ausnahme der zeitlichen Begrenzung des deutschen Memorandums lediglich die Durchführung der Konzessionen verlange, henen Prag kurz vor dem Fall der Hodza-Regierung zugestimmt habe. In London und Berlin erkenne man nunmehr, daß von der Antwort Prags das Schicksal b e g a n 5 en Welt ab» hänge. „News of the World" schreibt unter der Überschrift: „Krieg ober Frieden in der Hand der Tschecho-Slowakei", „der Premierminister erklärt, daß die Aussichten nicht hoffnungslos seien", wenn Frankreich der Tschecho-Slowakei rate, den deutschen Plan anzunehmen, werde der Friede aller Wahrscheinlichkeit nach gewahrt werden. „Sunday Expreß" (Beaverbrook) schreibt über seine Meldungen: „Neue Hoffnung erhebt sich in Europa — Werden die Tschechen Hitlers Ultimatum annehmen?" Die liberale „Sunday Chronicle" schreibt, daß Großbritannien das deutsche Memorandum, das tatsächlich auf ein Ultimatum hin- auslaufe, Prag übermittelt habe, daß aber kein englischer Druck auf die Tschecho-Slowakei ausgeübt worden sei. — Das Blatt berichtet weiter, französische Staatsmänner hätten, als sie den Plan durchgesehen hätten, erklärt, sie glaubten, daß sich eine Regelung erreichen lassen werde. Die Besprechungen werden heute fortgesetzt. London, 26. Sept. (DNB.) Die französischen Minister suchten Sonntag um 21.23 Uhr Downing- street 10 auf, wo barm die Besprechungen mit den englischen Ministern begannen. Die Besprechungen ber französischen Minister mit bem Premierminister unb Lorb Halifax würben aus Anlaß ber um 23.15 Uhr stattfinbenden britten Tagung bes Kabinetts am Sonntag kurz unterbrochen. Die dritte Sitzung war gegen 0.30 Uhr beendet. Hierauf wurden die englisch' französischen Beratungen wieder aufgenommen, sie dauerten jedoch nur einige Minuten. Heute um 10 Uhr sollen die Beratungen mit den französischen Minister» fortgesetzt werden. Daladier erklärte beim Verlassen von Downingstreet einem Vertreter von Preß' geois" bezeichne, so erkläre ich, daß sie sofort außer Kampf gesetzt werden. Ich habe nicht das Bedürft, das italiemsche Volk dadurch zu verletzen, daß ich ihm empfehle, auch in den nächsten Tagen bie unerschütterliche Ruhe zu behaUen, bie es bis jetzt bewiesen hat. Ich weiß, daß jeder von euch, baß ihr alle für jebes Ereignis bereit seid. (Stürmische Ja- Rufe.) Diese eure Antwort, bieser euer orkanartiger Schrei ist im nämlichen Augenblick von der Welt vernommen worben, unb burch mich unb euch hat das ganze italienische Volk geantwortet. (Ungeheurer, stürmischer Beifall.) Aus dem Munde des Duce hat das italienische Volk gesprochen, ber Jubel unb die Begeisterung, die bem Duce auf den Kundgebungen in Pavia und Vicenza entgegenschlugen, galten dem Bekenntnis zur unverbrüchlichen Freundschaft mit dem nationalsozialistischen Deutschland. Mit Dankbarkeit und Stolz nimmt bas beutsche Volk dieses erneute Zeichen der Treue und Solidarität des italienischen Volkes entgegen. Abgeordneter Knndt verhaftet Auch eine Reihe Reichsdeutscher festgenommen. Prag, 24. Sept. (DNB.) Der Donsitzenbe des Parlamentarischen Klubs der Sude- tenbeutschen Partei. Abgeordneter Kundt, ber sich während der ganzen letzten 14 Tage i n Prag aufhielt, ist am Samstag von der tschechischen Polizei verhaftet worden. Der Vorsitzende und der stellvertretende Vorsitzenbe des Deutschen Hilfsvereins in Prag wurden am Samstag früh von Polizeibeamten aus ihren Wohnungen geholt unb währenb des ganzen Tages festgehalten, gegen Abend aber entlassen. Wie verlautet, sind im gesamten tschechischen Staatsgebiet zahlreiche Reichsdeutsche durch tschechische Polizei sestge- Dresden, 26. Sept. (DNB.) Während an den s einzelnen Grenzabschnitten seit Samstag die deutsch- s tschechische Grenze durch tschechisches Militär Herme- 1 tisch abgesperrt ist, befinden sich an anderen Stellen j erhebliche Lücken, durch die immer noch ein u n - 1 absehbarer Flüchtlings ström quillt. < Ebenso ist die Bevölkerung einer großen Anzahl < von Dörfern, die vor den tschechischen Befestigungs- ! linien im Bereich der tschechischen Ge- 1 schütze liegen, a u f Reichsgebiet geflüch- 1 UL So sind z. B. von den 24000 Einwohnern des 1 Ortes Warnsdorf 20 000 geflüchtet-, ebenso befindet ' sich bie Bevölkerung ber Stäbte Weipert, Graslitz, i Rumburg, Cbersborf, mehr als 20 000 Menschen , aus Eger unb die Bevölkerung zahlreicher Grenzdörfer geschlossen aus deutschem Gebiet. Die Orte jenseits ber Grenze machen einen gespenstischen Einbruck Es sind tote Dörfer, durch die nur der Schritt tschechischen Militärs hallt. Die Fenster sind verhängt, auf den Straßen ist kein Mensch. In den Ställen brüllt, soweit es noch nicht von Militär beschlagnahmt und fortgeführt wurde das Vieh vor Hunger und Schmerz, weil schon seit mehreren Tagen die Kühe nicht mehr gemolken werden konnten. Unter den Flüchtlingen, die in der Nacht vom Samstag zum Sonntag und am Sonntag die Reichsgrenze überschritten, befinden sich m e h r als 50 v. H. im wehrpflichtigen Alter, denen es gelang, sich den tschechischen Truppen zu entziehend Ferner haben an einzelnen Stellen, so in der Gegend von Ziegenwald, Zittau und in der Nähe von Seidenberg Flüchtlinge um auf Reichsgebiet zu gelangen, tschechische Grenzwachen und Militärabteilungen kampfunfähig gemacht und entwaffnet. Insgesamt wurden Sonntag 985 Offiziere und Soldaten entwaffnet auf reichsdeutsches Gebiet gebracht und hier interniert. Es befinden sich darunter vier slowakische Offiziere und 96 slowakische Soldaten, bie an ber Reichsgrenze bie tschechischen Abzeichen von ihren Uniformen rissen -amb fortwarfen unb Hochrufe auf bie freie Slowakei ausbrachten. Die Gefangenen gehören in erster Linie ben Infanterie- Regimentern 42 unb 44, bem Artillerie-Regt. 4 unb bem Grenzjäger-Bataillon 9 an. Eine Zählung in den Flüchtlings- unb Durchgangslagern ergab am Sonntagabenb insgesamt eine Flücht- lingszahl von 194300. Mehr als die Hälfte der Flüchtlinge ist bereits in das Innere des Reiches transportiert, um die überfüllten Lager an der Grenze aufnahmefähig für weitere Flüchtlinge zu machen. Furchtbare Zustande in den Grenzorten. Greise und Krüppel alsGeisel fortgeschleppt Bärenstein, 26. Sept. (DNB.) Die Stadt Weipert im Erzgebirge, die von 95 v. H. der Bevölkerung geräumt ist, wurde am Samstagabend erneut durch Militär besetzt. Das Militär drang in die Wohnungen ein und verhaftete in erster Linie Geiseln, fast ausschließlich alte Leute, die zur Versorgung des Viehs im Ort zurückgeblieben waren, darunter sogar einen Krüppel. Die Geiseln, unter denen sich Männer von mehr als 75 Jahren befinden, wurden gefesselt abgeführt unb mit Lastkraftwagen abtransportiert. Unter den Geiseln befinben sich auch ein Reichsbeutscher sowie ein Schweizer Staatsangehöriger, der seit längerer Zeit in Weipert anfäffig ist. Ferner wurden im Hotel Stadt Leipzig Sprengungen vorgenommen, weil das Hotel Verkehrslokal ber Subetenbeutschen ist. Auch die Apotheke ist burch Handgranaten vollkommen zer - stört worben. Der Apotheker würbe abgeführt. Es befinben sich in der Stabt jetzt roeber Arzt noch Apotheker. Vier Tote liegen seit brei Tagen in ihren Wohnungen, ohne baß eine Möglichkeit besteht, sie zu bestatten, da es keine Särge gibt unb auch der Totengräber geflüchtet ist. Inden N°mm°n worden In T ° t sch en wurden nach wurden der S°nderbericht« Sch^D-r. richten von reichsdeutschen Flüchtlingen Zoll- und Eisenbahnbeamte, die auf ben reichst) eut- S>t^^e^"a6e^ = fütrL ’s&fd SÄ7i' bTfänb? o’bne Angabe non Stünben non ist vorläufig unbekannt. ' Am Samstagvormittag ber tschechischen Polizei verhaftet. Association, er könne nur sagen, daß es „nicht schlecht gewesen" sei. Im Laufe des Montags wird wiederum eine Kabinettssitzung abgehalten werden, die sich an die englisch-französischen Besprechungen anschließen wird. Die französische Auffassung. Paris, 26.Sept. (DNB. Funkspruch.) Im Mittelpunkt der Pariser Morgenpresse am Montag stehen die Besprechungen zwischen Ministerpräsident D al ad i er und Außenminister Bonnet am Sonntagabend in London. Im übrigen begnügt sich die Mehrzahl der Blätter über die angeblich „unannehmbaren Bedingungen" des deutschen Memorandums Klage zu führen, um durch dieses Manöver zu versuchen, die Geduld Deutschland weiter auf die Probe zu stellen. Die „Action fran? aise" erklärt, man könne versichern, daß die französische Regierung sich über eine Annahme des Memorandums als Besprechungsgrundlage unter der Voraussetzung einer Aenderung „gewisser Dispositionen" einig gewesen sei. Das sei die Auffassung, die Ministerpräsident Daladier und Außenminister Bonnet einnehmen und im Namen der französischen Regierung in London zu vertreten beauftragt seien. — Pertinax schreibt im „Oeuvre", die französischen Minister werden sich an die enalisch-französischen Vorschläge halten. Sie seien der Ansicht, daß zu einer richtigen Abwicklung des Anschlusses des Sudetenlandes an Deutschland die Mitarbeit einer internationalen Kommission unerläßlich sei. Das .Journal" rät der Tschecho-Slowakei in nicht mißzuoerstehender Weise, die Forderungen Deutschlands anzunehmen. In der Tat sei, wie das französische Blatt zugeben muß, das Vorgehen Deutschlands durchaus maßvoll, und es sei erneut eine achttägige Frist zugestanden worden, die Prag Zeit gäbe. Das „Journal" ist im übrigen unzufrieden damit, daß sich in diesem Augenblick alles nur zwischen Engländern, Deutschen und Tschechen abspiele. Auch Daladier hätte Adolf Hitler um eine Unterredung bitten können, die beispielsweise mitten^auf der Kehler Brücke über den Rhein hätte stattfinden Der Führer hätte das gewiß nicht abgelehnt. Hitler hatte erneut erklärt, daß er k e i n e n K r i e g m l.£ o r ankreich wolle, und Daladier wolle das, weiß Gott, auch nicht. Nichts fei für den Frieden symbolischer als eine Brücke, die ein durch die Zivili- saton geschaffenes Band zwischen den Menschen sei. Die Londoner Alorgenvresse London, 26. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die gesamte Londoner Morgenpresse berichtet m großer Ausführlichkeit über die jüngsten Vorgänge der tschechischen Krise. Dabei kommt im Un- terton zum Ausdruck, daß Prag die in dein M e - morandum umrissenen deutschen Vorschläge anzunehmen bereit ist. Die pessimistische Haltung der Morgenpresse scheint die Absicht zu verfolgen, Prag Möglichkeiten einer Kompromißlösung zu eröffnen. „Daily Telegraph" will dahin unterrichtet worden sein, daß es politisch für Prag „ganz unmöglich" sein würde, die tschechische Armee, die jetzt mobilisiert sei und sich in den Verteidigungsanlagen befinde, zurückzuziehen. (!) Die „Time s" setzt sich hier mit Nachdruck für die Politik Chamberlains ein und erklärt, es müsse und werde in der tschechischen Frage ein Urteil getroffen werden, völlig realistisch, unparteiisch und unbeeinflußt von Spekulationen. Dank der Arbeit Chamberlains sei der friedliche Weg immer noch offen und bleibe es. Es fei notwendig, daß die sudetendeutschen Gebiete Deutschland rasch übereignet werden. Auch (9amdin kommt nach London. London, 26. Sept. (DNB. Funkspruch.) Wie die französische Botschaft heute bekanntgibt, wird der französische Oberstkommandierende General G a m e- lin heute auf dem Luftwege nach London kommen. lieber den Zweck der Reise ist Näheres nicht gesagt worden. Man nimmt jedoch an, daß Gamelin in London sein will, um sich nötigenfalls an den Verhandlungen mit den britischen Ministern zu beteiligen. Das deutsche Memorandum in Prag überreicht. ^Man muß neue Situationen schaffen", sagt das Prager Preßbüro. London. 24. Sept. (DNB.) Wie Benker mel- bet, wurde das deutsche Memorandum durch den britischen Militärattache in Berlin, Oberstleutnant Mac Farlane, nach Prag gebracht. Der Militärattache ist von Köln aus mit dem Memorandum, dem eine große Karte beigefügt ist, abgeflogen. Die tschechische Gesandtschaft in London gab in den späten Abendstunden des Samstag eine amtliche Verlautbarung heraus, welche den Empfang des deutschen Memorandums bestätigt. Es wurde dem tschecho-flowakischen Außenminister von dem britischen Gesandten in Prag am Samstag überreicht. * Die tschechische Sonntagspresse veröffentlicht eine längere Stellungnahme des amtlichen Tschecho-Slowakischen Preßbüros zur Lage. Darin heißt es: Man muß abwarten, bis der genaue Text der Antwort unserer Regierung auf das Memorandum Hitlers vorliegen wird. Diese hat die Pflicht, jeden Satz und jedes Wort zu prüfen und den Inhalt und den Sinn genau zu erwägen, bevor sie nach dem eingehenden Studium aller Forderungen und Prüfung der internationalen Situation zu dem Memorandum Stellung nimmt Vergessen wir nicht, daß es sich u m die Frage Krieg oder Frieden handelt. In solchen Dingen darf man sich nicht übereilen. In solchen Dingen muß man peinlichst alle möglichen Wirkungen unserer Beschlüsse erwägen und auf Grund vollkommener Kenntnis des Sachverhalts sowie der Dinge die weitere Entwicklung voraussehen und abschätzen, wie jeder einzelne Staat auf unser Verhalten reagieren wird. Man muß neue Situationen schaffen, die bisherigen politischen Instrumente ergänzen und vor allem Freundschaftsbündnisse f e ft i g e n (!). Alle diese Tatsachen fordern gesteigerte und nüchterne Vernunft und das ist heute die Aufgabe unserer Regierung und unserer politischen Führer. Sie arbeiten im engsten Einvernehmen mit der Armee. Unsere Pflicht ist es, nun durch unser Vertrauen und unsere Treue ihr jegliche Unterstützung bei ihren Entscheidungen zu gewähren. Die militärischen Maßnahmen garantieren uns die Sicherheit unseres Staates gegen jeden Angriff, auch wenn er plötzlich unternommen wird. Die gestrige Konferenz des siebengliedrigen pyli- tifchen Ausschusses, welcher unter Vorsitz Dr. Milan Hodza« tagte, war dem Studium der Situation, wie sie sich nach dem Abschluß der Beratungen Chamberlains mit Hitler darstellt, gewidmet. Zur gleichen Zeit fanden Beratungen des wirtschaftlichen Ministerausfchusfes statt, in welchem laufende wirtschaftliche Angelegenheiten erledigt werden. Der siebengliedrige politische Regrerungsausschuß trat noch Samstag abend zu einer weiteren Sitzung zusammen. — Ferner wird aus Prag gemeldet, daß Samstag nachmittag sämtliche Mitglieder der Regierung mit den Repräsentanten der politischen Parteien auf der Burg beim Präsidenten der Republik zu einer gemeinsamen Beratung zusammengetreten seien. Bei diesen Beratungen habe sich auch das absolute Einvernehmen und die innige Zusammenarbeit mit den befreundeten Mächten bemerkbar gemacht. ... wird auf der Stelle erschossen. Häuser mit Hakenkreuz-Fahnen werden angezündet. Wer SOp.-Abzeichen, Hakenkreuzbinden, Waffen hat, wird erschossen! Dresden, 25. Sept. (BJtB.) Ilüchllinge ans 21 Orten teilen mit, daß dort überall zum Teil gedruckte, zum Teil hektographierte und mit den Unterschriften der Gemeindevorsteher bzw. der Büroermeisler versehene Kundgebungen angeschlagen wurden, in denen ungeheuerliche Strafen für die Sudetendeutfchen festgesetzt werden. Ans liegt ein Original vor, das aus Tissa bei Tetfchen stammt und die Unterschrift des Gemeindevorstehers trägt. Die Kundmachung hat folgenden Wortlaut: «Laut Weisung des Obersten Genera l st a b e s geben wir folgendes bekannt: L Das Aushängen von hakenkreuz- und SDP. - Fahnen ist verboten. Im Betre- tungsfalle wird das betreffende Haus a n g e z ü n - bet. 2. Wer ein SDP.-Abzeichen trägt, wirb auf ber Stelle erschossen. Das gleiche trifft benjenigen, ber eine hakenkreuzarmbinbe trägt. 3. Denn aus irgenbeinem Grunbe ein Schuß fällt, fo barf niemanb zu ber Stelle hinlaufen ober weglaufen, sondern soll ruhig w e i t ergeh e n, auf Anruf jedoch sofort stehen bleiben. Der dem zuwiderhandelt, wird erschossen. 4. Auf der Straße dürfen nicht mehr als Zwei Zusammengehen. 5. Das Tragen von Waffen sowie der Besitz derselben, wird mit sofortigem Erschießen bestraft. 6. Falls außergewöhnliche Ereignisse eintreten, ist den Frauen, Kindern und Greisen, soweit gegen dieselben nichts vorliegt, der Grenz- übertritt g e st a t t e 1.“ Neuerdings treffen größere Mengen von Flüchtlingen ein, weil die Soldaten Haussuchungen halten und jeden, bei dem Waffen ober Hakenkreuzfahnen gefunbeu werden, erschießen Diese Tatsache beweist, daß in ber Tschecho-Slowakei bereits nach dem öffentlichen Anschlag verfahren wirb. In dieser niederträchtigen Anordnung enthüllt Prag sein wahres Gesicht. Hieraus kann alle Welt ersehen, was man in Prag unter Gleichberechtigung der Volksgruppen, unter demokratischer Freiheit und Gleichheit versteht. Diese brutalen Maßnahmen, die durch nichts mehr zu überbieten sind, sollen wohl den Minderheitenschutz illustrieren, den Herr Benesch mit salbungsvollen Phrasen immer versprochen hat. Die Sudetendeutschen haben recht daran getan, die Phrasen mit den Taten zu vergleichen. Oberster Verteidigungsrat in Prag. General Krejci zum Oberkommandierenden ernannt. Prag, 25. Sept. (DNB.) Wie das Tschecho-Slo- wakische Preßbüro meldet, wurden die beiden tsche- chophilen Professoren der Preßburger Universität Matus C e r n a f und Jmrich Karoas durch Handschreiben des Präsidenten der Republik z u Ministern ernannt. Dazu verlautet aus slowakischen Kreisen, daß die Slowakische Volkspartei nicht in die Regierung ein getreten ist. Bei den beiden neuen Ministern handele es sich um gänzlich unbekannte, bisher in der Politik noch nicht hervorgetretene Persönlichkeiten. Die tschecho-slowakische Regierung hat als besonderes Ministerium für alle kriegswirtschaftlichen Angelegenheiten ein oberstes Wirtschaftsamt errichtet. Zugleich hat die Regierung auf Grund des Staatsverteidigungsgefetzes die Wehrbereit, fchaft des Staates für jeden Staatsbürger angeordnet. Danach kann allen Personen über 17 und unter 60 Jahren beiderlei Geschlechts die Arbeitspflicht auferlegt werden. Das Eigentum der Staatsbürger kann in hohem Maße für den Staatsverteidigungs- dienst beansprucht werden. Der Präsident der Republik hat durch Handschreiben die Minister Cerny, Krofta, Kalfus, Fajnor, Kamenicky, Nosal, Zenkl und Bukovsky zu Mitgliedern des obersten Verteidigungsrates ernannt. Der tschechoslowakische Generalstabschef, General Krejci, wurde durch Dekret des Präsidenten der Republik G.T S 38 £ ■ WA Im Verteilungslager werden die Provenienzen der Mischung >K 6< für die verschiedenartigen Fermentationsräume auf geteilt. STwÄi® ® [||j w W 'M BO .1 WM vfc'W' E KHAW WWW W j't LMKWRMMK'K-K es ERNTEN 34 BIS 36 ♦ MUSTERCIGARETTEN ♦ MISCHUNGSNUMMER R 6 o/M Mundstück hergesteilt Di Aki Fabrikations- wird ausschlie6lich ohne jus folgenden Distrikten; Die Cigaretten s?m Methoden, die rum 6» -lr 0 Unsere liebe, treusorgende Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Rosel Müller, geb. Wiestner wurde von ihrem langen, schweren Leiden durch den Tod erlöst Gießen (Landgrafenstr. 6), den 23. September 1938. 6155D D4379 Leihgestern, Gießen, den 25. September 1938. Von der Reise zurück Kl 50V Einspaltige Kleinanzeigen werden zum er» mäßigten Grund' orci» von 5 Pf. für die Millimeter» «eile veröffentlicht Prag, 26. Sept. (DNB.) Die Prager Bevölkerung lebt in einer wahren Panik st immun g. Die Polizei, die Behörden und besonders der Rundfunk versuchen dauernd, durch Aufrufe, nationale Gedichte und Erzählungen aus der nationalen Geschichte der Tschecho-Slowakei die Bevölkerung zu beruhigen und die Stimmung zu heben. Im Rundfunk jagt eine Verordnung die andere. Fast stündlich werden Aufrufe der einzelnen Organisationen bekanntgegeben von denen der eine dem anderen widerspricht. Immer wieder muß gemahnt werden, den Anordnungen der Behörden zu folgen, woraus zu schließen ist, daß dazu offenbar wenig Neigung besteht. Die Zensur der Presse ist noch verschärft worden. Auch die Vertreter der ausländischen Presse sind im Gegensatz zu denen im Reich unter Zensur gestellt worden und müssen ihre Berichte dem Zensor vorlegen. Jede Lichtreklame in den Straßen ist verboten. Mit Eintritt der Dunkelheit wird das Licht in den Schaufenstern gelöscht und Läden und Wohnungen müssen verdunkelt werden. Die Straßenbeleuchtung ist ausgeschaltet. Das einst so lebenslustige Prag ist mit Einbruch der Dunkelheit wie Der rumänische Außenminister C o m n e n hatte adf der Durchreise nach Bukarest in Subotica (Ma- ria-Theresianopel) eine Zusammenkunft mit dem jugoslawischen Ministerpräsidenten und Außenminister Dr. S t o j a d i n o w i t s ch. abzuliefern. Die Aufgeforderten erkennen jedoch überall die Falle und leisten der Aufforderung keine Folge, Kleine politische Nachrichten. Der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst v. Brauchit sch, hat sich am 23. September in Bad Salzbrunn mit Frau Charlotte Schmidt, Tochter des Amtsgerichtsdirektors a. D. Rüffer in Bolkenhain (Schlesien), vermählt. Seine Majestät König Boris III. von Bulgarien, der sich auf der Durchreise durch Deutschland befindet, stattete dem Führer und Reichskanzler einen Besuch ab. König Boris hat Sonntag abend mit dem fahrplanmäßigen Zug Berlin verlassen, um sich nach Sofia zu begeben. Zur Verabschiedung waren auf dem Bahnhof anwesend der bulgarische Gesandte in Berlin, Exzellenz Drago» noff, Staatsminister Dr. Meißner sowie Gesandter Freiherr v. Dörnberg. ausgestorben. Zahlreiche Lokale haben deshalb geschlossen. Die Bevölkerung steht täglich vor den Abgabestellen für Gasmasken an, um ja eine Gasmaske zu ergattern. Die Versorgung mit Gasmasken ist außerordentlich mangelhaft. Teilweise ist in den Betrieben das Geld für die Gasmasken schon vor Monaten kassiert worden, ohne daß die Gasmasken geliefert worden sind. Wer die wahre Volks st immung in Prag erfahren will, braucht sich nur vor den Abgabestellen unter die Wartenden zu mischen und ihre Gespräche zu hören. Man kann alles hören, nur keine lobenden Bemerkungen über die politische Entwicklung und über die Regierung Benesch- Siro v y. Die Stimmung ist ausgesprochen deprimiert, weil man der Auffassung ist, daß die Tschecho-Slowakei, wenn sie wirklich einen Angriff provozieren sollte, innerhalb einer Woche zu bestehen aufgehört haben würde. Man gibt sich keinerlei Illusionen darüber hin, man fürchtet die mächtige deutsche Luftwaffe und spricht von der Gefahr, die sie für Prag und die anderen Städte der Tschecho-Slowakei bedeutet, zumal die tschechische Abwehr völlig ungenügend sei. 3n Budapest wurden sieben Donauschleppzüge angehalten und durchsucht. Die Ladung enthielt nach der Deklaration Getreide für Preßburg. Die Schleppzüge kamen aus Sowjetrußland. Die Untersuchung hatte ein überraschendes Ergebnis. Die Schleppkähne bargen 200 Waggons Flu g - zeugteile und A r t i 11 e r i e m u n i t i o n. Sie wurden von den ungarischen Behörden beschlagnahmt. Der italienische Außenminister G r a f C i a n o hat den jugoslawischen Gesandten empfangen, mit hem er einen längeren Meinungsaustausch über die internationale Lage hatte. Die Beerdigung findet Dienstag, den 27. September, nachmittags 3V2 Uhr, vom Trauerhause aus statt |J.B. Häuser 3 Gießen,a.Oswaldsgarten Wetterbericht Noch immer ist das osteuropäische Hochdruckgebiet für den weitaus größten Teil Mitteleuropas wetter- bestimmend. Bei seinem Abbau läßt es jedoch die unverändert über Westeuropa anhaltende Störungstätigkeit immer weiter ostwärts ausgreisen, so daß am Moytagmorgen bereits Westdeutschland strichweise Regenfälle hatte.» Aussichten für Dienstag: Morgens vielfach diesig, sonst meist wolkig, strichweise Regen, im Ganzen jedoch nicht unfreundlich. Ausgeglichenere Temperaturen, Winde meist um Süd. Aussichten für Mittwoch: Unbeftanbi. ges, aber teilweise auch freundliches Wetter. Dr. Gros / Facharzt für Augenkrankheiten Hinaus mit dem Sommerstaub! Lassen Sie sich beim Herbst- Hausputz helfen von: Schrubber, Besen, Handfeger, Teppichkehrer, Bohnerbürste, Leiter, Mop, Staubsauger und den vielen anderen Dingen von Am Samstagabend entschlief sanft unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Urgroßvater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Philipp Jung XII. Landwirt im Alter von 86 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Philipp Jung XX. Klein-Linden, den 25. September 1938. Die Beerdigung findet Dienstag, den 27. September, nachmittags 3 Uhr vom Sterbehaus,Wetzlarer Straße 52, aus statt. zum Oberkommandierenden der tschecho- slowakischen Armee bestellt. Wie Europapreß aus Teschen meldet, haben die tschechischen Behörden dort die Ablieferung der Rundfunkgeräte auf den Polizeirevieren angeordnet. Tschechische Gendarmen durchziehen von Polen bewohnte Ortschaften und beschlagnahmen alle erreichbaren Rundfunkempfänger. Denjenigen, die der Abliefernngsverordnung für Rundfunkempfänger nicht nachkommen, sind schwere Strafen angedroht worden. präg sucht, seine Mobilmachung zu „erklären". Nochmalige Bekräftigung derAnnahme des britischen Planes. Gens, 24. Sept. (DNB.) Das hiesige Tschecho- Slowakische Preßbüro gab der Presse für die Mobilmachung eine Erklärung, der wir folgendes entnehmen: „Die Tschecho-Slowakei ist zu diesen außerordentlichen Maßnahmen gezwungen worden durch die Nachrichten aus Godesberg, die den Abbruch der Besprechungen zwischen Hitler und Chamberlain meldeten. Prag hatte aus zu- verlässiger(l) Quelle erfahren, daß st a r k e deutsche Streitkräfte rasch und in bedrohlicher Weise in der Nähe der tschecho-slowakischen Grenze /zusammengezogen worden waren. Die drohende Haltung des Reiches hat sich in den letzten Stunden in der auffälligsten Weise verstärkt. In Anbetracht dieser beunruhigenden Tatsachen und Nachrichten hat sich die tschechö-slowakische Regierung gezwungen gesehen, die allgemeine Mobilmachung für den 25. September anzuordnen. Die Annahme des britischen Planes über die Abtretung gewisser Teile des tschechoslowakischen Staatsgebietes beweist vor der ganzen Welt, daß dos tschecho-slowakische Volk immer noch bereit ist, die äußersten Anstrengungen zur Aufrechterhaltung des Friedens in Europa zu machen." Sudetendeutsche geben ihre Pässe nicht ab! Berlin, 26.Sept. (DNB.) Eine Reihe tschecho-slowa- kischer Konsuln hat im Reichsgebiet ansässige Sudetendeutsche aufgefordert, ihre tschecho-slowakischenJßoffe Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriflleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thynot; für den übrigenTeil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theoder Kümmel. 2).21. VIII. 38: 8916. Druck und Verlag: Brühlfche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM.> 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufsprels 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. 'Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 Aus aller Welt. „Graf Zeppelin" über Nürnberg. Das Luftschiff „Graf Zeppelin" ist am Sonntag zu einer mehrstündigen Fahrt unter Füh. runq von Kapitän von Schiller gestartet. An Bord befanden sich 80 Personen. Das Luftschiff erschien um 13.30 Uhr über der Stadt der Reichsparteitage, die es in etma 500 Meter Höhe überflog. Dann nahm das Luftschiff Kurs nach Osten und bog über der Fränkischen 'Schweiz nach dem Süden abf Das Luftschiff ist am Sonntagabend, von Landshut kommend, auf dem Flugplatz Löwenthal um 18.24 Uhr glatt gelandet. Vollstreckung eines Todesurteils. Am 24. September ist der 1899 geborene Martin Scherer hingerichtet worden. Er war vom Schwurgericht in Salzburg wegen Meuchelmordes zum Tode verurteilt worden. Scherer hat 1936 den Josef R o h r m o s s e r durch Gift getötet. Wachsende Panikstimmung in Prag. Verordnungen über Verordnungen. - Verschärfte Zensur und Verdunkelung. Am Samstagnachmittag 3 Uhr entschlief infolge eines Schlaganfalles meine liebe Frau, unsere herzensgute, treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter, Schwägerin und Tante Frau Margarethe Menges geb. Geißler im 75. Lebensjahre. In tiefer Trauer: Ludwig Menges nebst allen Angehörigen Heuchelheim, Klein-Linden, den 26. September 1938. Die Beerdigung findet Montag, den 26. September, nachmittags um 3 Uhr, in Heuchelheim, vom Trauerhause Bachstraße 16 aus statt. 04371 ___e _ Katarrh- ungs es. Hustentee Pak. 65 Pf., 1.30. Svitzwegerich- frtft, Tannenhomg. 6u6D Kräuterhaus Jung / Giehen. Aus Privathand IHM bis 15000 IW gegen erstkl. Hypothek langfristig auszuleihen. Nach einem arbeitsreichen Leben entschlief sanft mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Vetzberg. Krofdorf, den 24. September 1938. Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 27. September, nachmittags 4 Uhr vom Trauerhause aus statt. Hausen. Albach. Garbenteich, den 25. September 1938. Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 27. September, nachmittags 2% Uhr, vom Trauerhause aus statt Die Trauerfeier findet am Dienstag, dem 27. September, nachm. 2 Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofs statt. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Marie Dern, geb. Pauli. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen> Lieselotte Müller Margrit Müller Georg Dern Metzgermeister und Wirt im 78. Lebensjahre. Heute nacht Uhr verschied sanft nach einem arbeitsreichen, an Freude und Leid reich gesegneten Leben unser guter Vater, Großvater, Urgroßvater, Pate und Onkel Georg Müller IV. Landwirt und Wagnermeister LR. im 88. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen. Heute entschlief nach langem, mit Geduld ertragenem Leiden meine liebe gute Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester und Tante Frau Margarete Becker, geb. Schmidt im 75. Lebensjahr. Die trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Becker, Gastwirt Ludwig Steinmüller und Frau, geb. Becker Otto Becker und Frau Karl Becker und Frau Helmut und Hugo Steinmüller (Enkelkinder) 0438i VIV99