Zreitag, 2b. August 1938 Nr. <99 Erstes Blatt 188. Jahrgang Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8l/eUbr des Vormittags Grundpreise für 1 mm hohe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps., für Text- anzeigen von70mm Breite 50 Rps.,Platzvorschrift nach vorh. Dereinbg. 25°/e mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzei- gen, Bäder-, Unterrichts-u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monatr-Bezugspretr. 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Von hier nehmen der Reichsverweser und der Führer den Vorbeimarsch ab. Um 9 Uhr schon sind sämtliche Zuschauertribünen besetzt. Das Bunt der Uniformen beherrscht das Bild. Dor den Tribünen haben die an der Parade nicht teilnehmenden Offiziere aller drei Wehrmachtgattungen Aufstellung genommen. Kurz vor 10 Uhr treffen ein: der ungarische Gesandte Feldmarschalleutnant S z t o j a i, der Feld- marschalleutnant I a n y i, Oberstleutnant Hardy, der ungarische Ministerpräsident von Imredy, Außenminister von Kanya.der ungarische Wehrminister General von Ratz, sowie die weitere Begleitung des Reichsverwesers. Die Mitglieder der Reichsregierung und des Diplomatischen Korps haben ihre Plätze auf der Südtribüne gegenüber dem Führerpodium. Für die Angehörigen der Berliner ungarischen Kolonie ist ein eigener großer Block der Tribüne reserviert. Meldung der paradeaufstellung. Der Führer hat den ungarischen Reichsverweser vom Hause des Reichspräsidenten abgeholt und ist unter dem Jubel der Menge die Linden entlang durch das Brandenburger Tor gefahren. Am Hindenburgplatz meldet, während die Truppen in der ganzen Front präsentieren, der Kommandierende General des III. Armeekorps, General der Infanterie von Witzleben, dem Führer und seinem hohen Gast die Paradeaufstellung. Iubelstürme um den Führer und seinen Gast. Der Reichsverweser und der Führer fahren nun, umbrandet von den Jubelstürmen der Menge, die zu beiden Seiten die Straße einsäumt, langsam die lange Front der Truppen ab. Die 3BeU der Heilrufe, in die sich auch die Hochrufe der Ungarn mischen, setzt sich fort bis zu den Tribünen und weit darüber hinaus. Während der ganzen Fahrt erweisen Die Truppen die Ehrenbezeigungen durch Präsentieren, die Musikkorps spielen Präsentiermärsche. Pünktlich um 10 Uhr trifft die Wagenkolonne auf dem Paradeplatz ein, im ersten Wagen der Führer, rechts von ihm Reichsverweser vonHorthy in Admiralsuniform. In einem weiteren Wagen folgen der Oberbefehlshaber der Luftwaffe, Generalfeldmarschall Göring, der sich ebenso wie der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst von B r a u ch i t s ch und der Chef des Oberkommandos • ber Wehrmacht, General der Artillerie Keitel, auf die Führertribüne begibt. W jL. ; l >< <> '' -x; MM. . . Panzertruppen passieren die Ehrentribüne mit den beiden Staatsoberhäuptern. Auf der Ehrentribüne erkennt man Admiral von Horthy mit seinem Gastgeber, dem Führer und Reichskanzler, sowie den Oberbefehlshabern der drei Wehrmachtstelle. — (Scherl-M.) zeuge und Geschütze der Abwehrabteilungen der Infanterie vorbei. Stärkeres Motorengeräusch, das die Klänge der Musikkorps übertönt, kündigt die schwere Artillerie an, die außer Langrohrgeschützen auch schwere Mörser mitführt. Mit zahlreichen Fahrzeugen fährt dann die motorisierte Nachrichtenabteilung vorbei, ihr folgen aufs neue weitere Artillerieabteilungen, darunter eine Beobachtunas» Lehrabteilung. Die schweren Geschütze erregen besondere Aufmerksamkeit bei den Zuschauern, und der Beifall und das Händeklatschen wurden immer stärker. in geschlossenen Blocks an seinem Obersten Befehlshaber und an dem Führer des befreundeten ungarischen Volkes vorbei. Nach kurzem Abstand folgt der Vorbeimarsch von drei Infanterie-Regimentern. Voran marschiert das Potsdamer Hausregiment Nr. 9, das die Tradition der alten preußischen Armee fortsetzt. Den Fußtruppen der einzelnen Regimenter folgen die berittenen Staffeln in tiefen Gliedern, die Nachrichtenstaffeln und die Fahrzeuge mit den Maschinengewehren. Ein Pionierbataillon zieht vorbei. Jeder Truppenteil wird mit Händeklatschen und Beifallsrufen begrüßt. Kavallerie und Artillerie. Nun wechselt das großartige Bild. Jetzt reitet die Kavallerie an, unmittelbar hinter dem Regimentskommandeur der Kesselpauker und das Trompeterkorps. Mit einem schnittigen Reitermarsch schwenkt das Musikkorps vor der Führertribüne aus, in großem Bogen reitet der Kesselpauker auf den rechten Flügel, und in prachtvollem Trab zieht das Regiment unter dem brausenden Beifall der Zuschauer vorbei. Radfahrerkompanien folgen, ihr Kommandeur im Kraftwagen. Dann folgt die Artillerie, voran die Standarte. Die berittenen Mannschaften rücken in mehreren Gliedern vorbei, dann kommen die schweren Batterien auf Lafetten und Rohrwagen. Leicht und trotz ihrer Motoren kaum hörbar rollen die Fahr- Der Führer und der Reichsverweser nehmen ihre Plätze auf der Ehrentribüne ein. Rechts geht die Standarte des Reichsverwesers, links die Standarte des Führers hoch. Links von der Führertribüne stehen die an der Parade nichtbeteiligten Kommandierenden Generale. Der Vorbeimarsch. Sofort nach dem Eintreffen des Führers beginnt der große Vorbeimarsch der Wehrmacht. Die Parade wird angeführt von dem Kommandierenden General des III. Armeekorps, General der Infanterie von W i tz l e b e n , der den Truppen voranreitet, und dem Kommandanten von Berlin, Generalleutnant Seifert. General von Witzleben begibt sich zur Führertribüne, meldet den Beginn des Vorbeimarsches und nimmt rechts vom Führer Aufstellung. Auch der Kommandant von Berlin schwenkt aus und nimmt auf der linken Seite des Führers Aufftellung. Die Infanterie. Die Spitze bildet, wie bei allen früheren Paraden, das Wachregiment Berlin unter Oberst von Alten, dem die Bataillonskommandeure und Kompaniechefs folgen. Die Spielleute und das Musikkorps schwenken gegenüber der Führertribüne aus. In prachtvollem Parademarsch zieht, während ganz leichter Regen niedergeht, das Wachregiment Flieger und Flak. Nach einem abermaligen Abstand, währenddessen der Reichsverweser und der Führer sich lebhaft unterhalten, wird der Vorbeimarsch von den Fliegertruppen fortgesetzt. Der Kommandierende General des Luftgau - Kommandos III, Generalleutnant Weise, nimmt auf der Führertribüne Aufstellung. Im schönen Paradeschritt marschiert ein Luftwaffenregiment vorbei, dem ein Bataillon des Regiments General Göring zugeteilt ist. Den blaugrauen Marschkolonnen folgen hinter ihren Fahnen die Flaks, leichte und schwere Abwehrgeschütze, die großen Wagen mit den Scheinwerfern und Horchgeräten. Panzerwagen brausen vorbei. Das Musikkorps des Regiments General Göring wird abgelöst von dem Musikkorps der Panzertruppen in schwarzen Uniformen. Aufs neue hört man Motorenlärm, und nun rücken die verschiedenen Abteilungen der Panzertruppen heran, an der Spitze der Kommandeur der 3. Panzerdivision, Generalleutnant Freiherr von G e y e r, der sich ebenfalls zur Führörtribüne begibt. In ununterbrochener Reihenfolge rollen die Fahrzeuge der Aufklärungsabteilung vorbei. Es folgt ein Kradschützenbataillon, danach ein Schützenregiment mit zahlreichen Kraftwagen, Protzkastenwagen lM"Pioniere mit Pontons und anderem Pionier- gerät. Als Abschluß folgt die Vorbeifahrt von zwei Panzerregimentern. In prachtvoller Ausrichtung fahren die leichten und schweren Fahrzeuge in ver- hältnismäßig schneller Fahrt in Dreierlinie an den begeisterten Zuschauern vorbei. Von der Marschmusik ist bei dem Motorengeknatter nichts mehr zu hören, aber das Händeklatschen der Zuschauer zeugt von dem außerordentlichen Eindruck dieser Vorbeifahrt, die man zum ersten Male in dieser Form und in dieser Zahl erlebt. Während eines langen Zeitraumes ist die ganze Charlottenburger Chaussee von den Kampfwagen angefüllt und von ihrem Motorenlärm beherrscht. An den offenen Luken jedes einzelnen Fahrzeuges zeigt sich der Wagenführer mit dem bekannten schwarzen Käppi. Alle Zuschauer verfolgen mit Spannung das wundervolle Schauspiel. Der Abschluß der Parade. Der vorgesehene Vorbeiflug der Luftwaffe mußte wegen sehr unsichtigen Wetters unterbleiben. X ■> $ ■Sh m fe ä, i * --- N V i * Bild wurde von der Hohe des Brandenburger Tors ausgenommen. - (Scherl-BUd-roien,! am Oben sieht man K'radschützen auf ihren Motorrädern bei der Vorbeifahrt an den Ehrentribünen. Unten ein Ausschnitt vorn Vorbeimarsch der Artillerie. — (Scherl-Bilderdienst-M.) H I •Ä-. -.0 MM' MM w. £ r M. 1 W ■ Z v. $ A Das Berliner Diplomatische Korps bei der großen TVehrmachlsparade. Unser Bild gibt einen Ausschnitt von der großen Diplomatenloge, die der Ehrentribüne der beiden Staatsoberhäupter gegenüberlag. Man erkennt daraus (links) Englands Botschafter Henderson, in der Mitte den polnischen Botschafter Lipski, rechts den französischen Botschafter Francois-Poncet sowie den Doyen des Diplomatischen Korps, den päpstlichen Nuntius O r s e n i g o. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Wenige Minuten vor 12 Uhr hatte die große Parade ihr Ende erreicht. Das einzigartige Schauspiel dieser größten Wehrmachtschau des Dritten Reiches hinterläßt einen nachhaltigen Eindruck von der Stärke und Haltung der jungen deutschen Wehrmacht. Man ficht, wie Reichsverweser Admiral von Horthy, der nun nach der großen Flottenschau auch das deutsche Heer kennengelernt hat, den Führer nach diesem Vorbeimarsch beglückwünscht. Unter anhaltenden Kundgebungen der begeisterten Massen, Heil- und Cljen-Rufen, besteigen Admiral von Horthy und der Führer den Wagen und fahren über die Charlottenburger Chaussee, durch das Brandenburger Tor zur Wilhelmstraße zurück. Ihnen folgt die lange Wagenkolonne mit den Ministern, den hohen Offizieren, den Diplomaten und den sonstigen Ehrengästen. „Die größte militärische Sensation seit Zähren." Starker Eindruck in England. London, 26. Aug. (DNB. Funkspruch.) Die große Truppenparade in Berlin wird von der Londoner Presse eingehend geschildert. Die Berichte geben den äußer st nachhaltigen Eindruck des militärischen Schauspiels wieder. Das besondere Interesse haben die schweren Geschütze erregt. ' Der Berliner Korrespondent der „Time s" schreibt, die Parade sei ein eindrucksvoller Ausschnitt aus der Armee gewesen, die Deutschland in weniger als vier Jahren aufgebaut habe. Die straffe Haltung, der Schneid und die Exaktheit der an der Parade teilnehmenden Truppen stünden nicht hinter der alten kaiserlichen Armee zurück. Diese Tatsache sei um so bemerkenswerter, wenn man berücksichtige, daß die Truppen nicht mehr als zwei Jahre Dienst hinter sich hätten, viele von ihnen sogar noch weniger. Die Artillerie- Waffen hätten Ueberraschung hervorgerufen. Der Berliner Korrespondent des „Daily Telegraph" schreibf ebenfalls, die Präzision und die Disziplin der Truppen sei in Anbetracht ihrer kurzen Dienstzeit einfach erstaunlich. Die großen Geschütze hätten die helle Begeisterung der Zuschauer hervorgerufen. „Daily Herold^ spricht in diesem Zusammenhang von der größten militärischen Sensation seit Jahren. Hitler habe sämtliche Militärattaches in Berlin in Erstaunen gesetzt. „Daily Expreß" berichtet, sie hätten den ganzen Abend von nichts anderem gesprochen. Horthy habe mit aufmerksamem Interesse besonders der Parade der Artillerie zugesehen. „Daily Mail" sagt, die ganze Parade sei mit tadelloser Präzision und Geschicklichkeit durchgeführt worden. Auch die Tanks haben einen großartigen Eindruck auf die Berichterstatter der englischen Blätter gemacht. „Großartigste Entfaltung einer Wehrmacht." N e u y o r k, 26. Aug. (DNB. Funkspruch.) Die Neuyorker Morgenzeitungen widmen der Parade in Berlin anläßlich des Deutschlandbesuches des ungarischen Reichsverwesers ausführliche Berichte. Das Erscheinen einiger Geschütze wird hierbei als eine Sensation erstenRanges herausgestellt. Die United Preß schreibt u. a., die Berliner Parade sei zweifellos die großartigste Entfaltung einer Wehrmacht in der gesamten Waffengeschichte gewesen. Alle Blätter sprechen von einem verblüffenden Eindruck der deutschen Artillerie auf die ausländischen Militärattaches. polnische Eindrücke. Warschau, 25. Aug. (DNB.) Die Parade in der Reichshauptstadt vor dem ungarischen Reichsverweser von Horthy nennt die Polnische Telegraphenagentur die größte deutsche militärische Truppenschau seit dem Weltkrieg. In dem Bericht der Polnischen Telegraphenagentur heißt es weiter, daß die Truppenschau völlig im Zeichen der Artillerie und der motorisier- tenAbteilungen stand. Weiter seien außer den schweren Motorhaubitzen die Abteilungen der Flugabwehr ausgefallen. Die Grühe der Reichshauptstadt. Berlin, 25. Aug. (DNB.) Am Donnerstagnachmittag empfing der Reichsverweser des Königreiches Ungarn, Admiral von Horthy, Oberbürgermeister und Stadtpräsident Dr. Lippert in Audienz im „Haus des Reichspräsidenten". In Gegenwart des ungarischen Gesandten Exz. Szto- j a y überbrachte der Stadtpräsident die Grüße der Reichshauptstadt, die stolz darauf ist, den hohen Gast in ihren Mauern willkommen heißen zu können. Dr. Lippert bat Admiral von Horthy dann, der Reichshauptstadt die Ehre zu erweisen, sich in das Goldene Buch einzutragen. Nachdem die Eintragung vollzogen war, unterhielt sich der Reichsoerweser noch längere Zeit sehr angeregt mit dem Stadtpräsidenten. Besichtigungen. Berlin, 25. August. (DNB.) Der ungarische Reichsoerweser und Frau von Horthy statteten am Donnerstagnachmittag dem Ungarischen Institut und dem Collegium H u n g a r i = cum einen Besuch ab, wo ihnen von den zahlreich versammelten Angehörigen der ungarischen Kolonie ein begeisterter Empfang bereitet wurde. Anschließend begaben sich die hohen Gäste zum R e i ch s sp o r t f e l d, wo sie vom Reichssportführer und Frau von Tschammer und Osten empfangen und durch die ausgedehnten Anlagen des Reichssportfeldes, des Sportforums und Der Dietrich-Eckhart-Bühne geführt wurden. Die mit der Olympischen Goldmedaille ausgezeichnete Anlage, insbesondere das Olympische Stadion und die Diet- rich-Eckart-Bühne, machten auf die hohen Gäste einen tiefen Eindruck. Festlicher Abend in der Staatsoper. Berlin, 25. Aug. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hatte am Donnerstagabend zu Ehren S. D. des Reichsoerwefers des Königreiches Berlin, 25. Aug. (DNB.) Nach Beendigung der Hebungen der Kriegsmarine hielt S. D. der Reichs- oerweser des Königreichs Ungarn, Admiral von Horthy, als ehemaliger Flottenchef der k. u. k. österreichisch-ungarischen Kriegsmarine in Anwesenheit des Führers und Obersten Befehlshabers der Wehrmacht in der Admiralsmesse des Aviso „Grille" eine überaus herzliche Ansprache, in der er sich an seine Kameraden von der deutschen Kriegsmarine wandte. Admiral von Horthy gab seinen Eindrücken von den Vorführungen der deutschen WehrzurSee und den kame- radschastlichen Gefühlen, die den bewährten Flottenführer und Seehelden mit der deutschen Kriegsmarine verbinden, mit folgenden Worten Ausdruck: „Herr Führer und Reichskanzler! Kameraden zur See! Vor allem möchte ich herzlich für die zwei schönen Tage danken, die ich wieder einmal zur See, und diesmal im Kreise der einstigen Kameraden und Kampfgenossen erleben darf. Das Walten eines seltsamen Schicksals offenbart sich hier bei der neuerstandenen deutschen Kriegsmarine. Gleich der ehemaligen österreichisch-ungarischen Flotte, deren im Kampf nie gestrichene Flagge unbesiegt von den Meeren entschwunden ist, erfüllte sich auch an der ruhmreichen deutschen Flotte ein bitteres Schicksal. Von Coronel bis Skagerrak, von den Falklandinseln bis Scapa-Flow, wieviel Heldentum und namenlos treues Bekennen zurPflicht liegen Zwischen diesen Marksteinen der deutschen Seekriegführung, die ein großes „X" über den Atlantischen Ozean legen. In dem ehrlichen Ringen gegen einen seegewohnten tapferen Gegner reihen sich auf den Meeren sagenhafte Heldentaten aneinander, wie sie so zahlreich die Welt noch nie gesehen. Da eine ganze Welt gegen uns war, zerbrach endlich das Schwert der Mittelmächte, die stolzen Schiffe des Reiches mußten versinken, und jeder Hoffnung bar schien der Horizont. Wie vieles hat sich in zwei Dezennien geändert! Ein Schiss, ein Schwert, ein Segel! Deutschland hat sie wieder! 3m Kielwasser unvergänglichen Ruhmes und reicher Erfahrung befahren deutsche Kriegsschiffe wieder die See, jederzeit bereit zur Tat, und mit Freude sehe ich, wie dieser geistige Rachlaß der Hochseeflotte sorgsam verwertet worden ist. Mächtiger denn je ist ein schlagfertiges Heer und eine Luftwaffe wieder erstanden, fest verwurzelt in den Traditionen jener großen Armee, deren Wiedererstehung in gleichex Vollkommenheit man mit Recht Ungarn und I. D. Frau von Horthy £U einer Fe st Vorstellung der Oper ,Lohengnn" von Richard Wagner in die S t a a t s o p e r eingeladen. Die ersten Vertreter des Staates, der Partei — unter ihnen sämtliche Reichsminister und Reichsleiter — fast das gesamte Diplomatische Korps, namhaste Persönlichkeiten des kulturellen und wirtschaftlichen Lebens mit ihren Damen waren in fest- kicher Stimmung versammelt. Als der Führer mit seinem hohen Gast, dem Reichsverweser und Frau von Horthy, geleitet von Generalfeldmarschall Göring und Frau, in der Mittelloge erschien, wurden sie von der festlichen Gemeinde stehend mit dem Deutschen Gruß empfangen. Nach den Klängen der ungarischen und der deutschen Nattonalhymne.n begann eine Aufführung, wie sie dieses an großartiger künstlerischer Trabi- tion so reiche Haus selten erlebt hat. Die musikalische Leitung und Inszenierung hatte Heinz T i e t j e n. Heinrich der Vogler, deutscher König, wurde von Joseph von Manowarda gesungen. Lohengrin mar Franz Völker, Elsa von Brabant Maria Müller, Ortrud war Mar- garethe Klose und Friedrich von Telramund, bra- bantischer Graf, Jaro Prohaska. Die Staats-, opernchöre von Berlin und Wien wirkten mit. Die Bühnenbilder und Trachten waren Originale der Bayreuther Festspiele und stammten von Entwürfen vvn Professor Emil P r e t o r i u s. Der Beifall nach den Aktschlüssen steigerte sich zum Schluß zu einer starken Kundgebung des Dankes an die Künstler, des Dankes auch an den Mann, der zu diesem würdigen Fest deutscher Kunst geladen hatte. Dieser letzte Abend» den der Reichsverweser und Frau von Horthy mit ihrer Begleitung in der Reichshauptstadt verbrachten, vermittelte den ungarischen Gästen den tiefen Eindruck eines der typischen Werke deutscher Kunst und Kultur und bot ihnen zugleich in den Pausen Gelegenheit zu lebhaftem Gedankenaustausch mit den führenden Persönlichkeiten des öffenttichen Lebens. Als um Mitternacht die Gäste die Staatsoper verließen, wartete immer noch eine dichtgedrängte Menschenmenge, die die Fahrt vvn der Oper über die Straße Unter den Linden mit lebhaften Kundgebungen begleitete. für unmöglich gehalten hätte. Und der Geist, der diese mächtige Wehr erfüllt, verleiht ihr, durch ihre innige Volksverbundenheit, die höchsten moralischen Kräfte, die jemals ihre Krieger ausgezeichnet haben. Deutschland hat aber auch sein Segel wieder! Ich sehe darin mehr als die Hoffnung auf gute Fahrt, das es versinnbildlicht. Ich sehe im Segel vielmehr die treibende Kraft der Vorsehung und das Vertrauen in seine Lenkung. Vielleicht ist das der Sinn jener'Vision, die Ihr heldischer Dichter Gorch F o ck in den drei Worten festgehalten hat: Ein Schiff, ein Schwert, ein Segel! Und der großartige Wandel, den die Geschichte des deutschen Volkes genommen hatte, läßt den Kurs auf eine glücklichere Zukunft erhoffen. Dies ist vielleicht die Antwort der Vorsehung auf das große „X", von dem ich gesprochen habe. In der Welt sehen wir endlich die Läuterung der Anschauungen und die Revision der Auffassungen sicher vorwärts schreiten. In den alten Kurs schwenkt man aber durch die Verschleierung der klaren Tatsachen immer noch gern zurück. So werden heute Schlachten geschlagen, und doch ist dies kein Krieg: das zweite Jahr blutet Spanien schon im Bürgerkrieg, und doch gibt es dort keine Kriegführenden. Wenn man einem heranziehenden Taifun dadurch begegnen wollte, daß man ihn nicht als solchen, Umbern nur als eine abnorme atmosphäre Depression anerkennt, der Wirbelsturm wird wohl feine alles verheerende Bahn dahinziehen, gleichgültig, wie man ihn bezeichnet. will die Wett den Frieden, so muh sie der Gerechtigkeit offen ins Auge sehen und die freie Dahn der Aufrichtigkeit beschreiten können. Sie muh bekennen, dah es unter den Völkern auf dem Gebiete des Rechtes keine Bevorzugten geben kann. Für die liebe Aufmerksamkeit, daß ich im Kreise so vieler lieber Kameraden der neuerstandenen stolzen deutschen Marine erleben konnte, danke ich nochmals auf das herzlichste. Ich erhebe mein Glas auf das Wohl Ihres Führers und Reichskanzlers und das Gedeihen der Kriegsmarine mit dem aus alter Waffenbrüderschaft Fomtnenben innigen Wunsch, daß der prächtigen deutschen Flotte aus allen ihren Fahrten stetes Seemannsglück beschieben sei." Generaladmiral Dr. h. c. Raeder der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, antwortete dem hohen Gast: „Mit Genehmigung des Führers und Obersten Be- • fehlshabers der Wehrmacht bitte ich E. D. im Na- >?<<; Reichsverweser Admiral von horthy ehrt die deutschen Gefallenen. Eine Stunde vor Beginn der glanzvollen Parade der deutschen Wehrmacht ehrte Admiral von Horthy durch eine Kranzniederlegung im Berliner Ehrenmal Unter den Linden, von der unser Bild berichtet, die deutschen Gefallenen des Weltkrieges. (Scherl-Bilderdienst-M.) Deutschland Hal seine Wehr zur See wieder. Hohe Anerkennung des Admirals von Horthy für unsere Kriegsmarine. Mahnung an die Welt: „Auf dem Gebiete des Rechts keine Bevorzugten." men der Kriegsmarine herzlichen und auf« richtigen Dank sagen zu dürfen für die gütigen anerkennenden, von so kameradschaftlichem Geist getragenen Worte, die Sie an uns gerichtet haben. Am heutigen Tage hat die deutsche Marine die große Ehre, in Gegenwart des kriegsbewährten ehemaligen Flottenchefs der k. u. k. österreichisch- ungarischen Marine eines ihrer Schisse mit dem ruhmvollen Namen eines der besten Schisse der österreichisch-ungarischen Marine geschmückt zu sehen. Ich möchte E. D. die Versicherung aussprechen, dah die Kriegsmarine stolz ist auf die ihr nun übertragene Ausgabe, in Zukunft die grohe Aeberlieferung auch der öslerreichisch-ungarischen Marine zu wahren und fortzusehen. 3ch kann E. D. versichern, dah sie allezeit und mit allen Kräften bestrebt sein wird, diese hohe Aufgabe zu erfüllen im Geiste unserer gefallenen Kameraden und Mitkämpfer von der österreichischungarischen Marine, sie aber auch zu erfüllen im Sinne E.D„ der Sie den deutschen Marineoffizieren stets als leuchtendes Vorbild eines wagemutigen Kreuzerführers, eines im Kriege erprobten und aufs höchste bewährten Flottenführers vor Augen stehen werden." Japanischer Gruh an die HI. Berlin, 25. Aug. (DNB.) Der japanische Erziehungsminister General A r a k i, der Hofminister Botschafter Mus ha ko ji, General Suzuki, oroie der japanische Jugendführer, Graf Fukara, richteten gemeinschaftlich ein Telegramm an den Jugendführer des Deutschen Reiches, Baldur von S ch i r a ch, in dem es heißt: „Die Austauschgruppe unter Führung von Gebietsführer Schulze hinterließ in der japanischen Oeffentlichkeit den tiefften Eindruck. Wir danken ür die Bemühungen Eurer Exzellenz um die Der tiefung der Freundschaft unserer Völker." In feiner Dienststelle in Berlin wurde dem Reichsjugendführer eine Ehrengabe von dem obersten Protektor der japanischen Jugend, Admiral Takelt a , eine Nachbildung eines alten japanischen Marschallstabes aus dem 5. Jahrhundert, überreicht. Einheitliches Ausländerpolizeirecht im ganzen Reich. Berlin, 25. Aug. (DNB.) Im Reichsgesetzblatt vom 25. August wird eine „Ausländerpolizeiverord- nung" veröffentlicht. Sie schafft em einheitliches Ausländerpolizeirecht für das Gesamtreich und befeiHgt alle bisher noch bestehenden ausländerpolizeilichen Sonderregelungen Der deutschen Länder. Nach Den einleitenden Paragraphen der Verordnung wird der Aufenthalt im Reichsgebiet Ausländern erlaubt, die nach ihrer Persönlichkeit und dem Zweck ihres Aufenchaltes im Reichsgebiet die Gewähr dafür bieten, daß sie der ihnen gewährten Gastfreundschaft würdig find. Die Neuregelung, die am 1. Oktober 1938 in Kraft tritt, soll die Ausländerpolizeibehörden instandseZen, gegen solche Ausländer, die diese Voraussetzungen nicht erfüllen, unter Berücksichtigung der Belange des Allgemeinwohls mit den erforderlichen ausländerpolizeilichen Maßnahmen vorzugehen. Eine besondere Aufenthaltserlaubnis der zuständigen Ausländerpolizeibehörde ist grundsätzlich erforderlich für Ausländer, die sich länger als drei Monate im Reichsgebiet aufhalten und ferner — ohne Rücksicht auf die Dauer des Aufenthaltes — für Ausländer, die im Reichsgebiet bestimmte Tätigkeiten ausüben wollen. Deutschlands Krafffahrzeugbestand. Berlin, 25. Aug. (DNB.) Am 1. Juli 1938 waren im Deutschen Reich insgesamt 3 364 503 Kraftfahrzeuge zum Verkehr auf öffentlichen Straßen zugelassen. Davon entfielen 3 241852 auf das Altreich und 122 651 auf das Land Oesterreich Im Altreich hat der Bestand an Kraftfahrzeugen im letzten Jahre um 413 982, oder um 14,6 v. H zugenommen. Seit dem Jahre der Machtübernahme ist hier die Zahl der Fahrzeuge damit im Ganzen um mehr als 1,5 Millionen ober auf fast das Doppelte gestiegen. Der Gesamtbestand umfaßt 1 582 872 Krafträder, 1305 608 Personenkraftwagen, 20 792 Kraftomnibusse, 382 837 Lastkraftwagen, 17 451 Sonderfahrzeuge und 54 943 zulaffungsfähige Zugmaschinen. Oie Engländer zerstören ... „Englische Methoden." Jerusalem, 26. Aug. (DNB.) Eine offizielle Verlautbarung der Regierung besagt, daß angesichts der Tatsache, daß die Stadt Jenin Terroristen Unterstützung gewähre, angeordnet worden sei — wie es die Engländer bekanntlich auch schon in anderen Städten getan haben —, eine Anzahl Gebäude aus „Sicherheitsgründen"z u zerstören. Die Zerstörungsarbeit habe bereits am Donnerstag begonnen. In Akko wurde wieder ein Araber, den das Kriegsgericht zum Tode verurteilt hatte, h i n gerichtet. Der stellvertretende englische Distriktkommissar Walter Sidney M o f f o t, der bei dem gestrigen Ueberfaö in Jenin schwer verwundet wurde, ist am Donnerstag im Krankenhaus von Haifa g e - ft o r b e n. Mehrere bei dem kürzlichen Gefecht unweit von Haifa gefangen genommene arabische Freischärler wurden vom Kriegsgericht zum Tode verurteilt. Die Zensur für die Presse Palästinas ist erneut verschärft worden. Alle Zeitungen dürfen künftig nur noch die offiziell ausgegebenen Berichte über Zusammenstöße des Militärs bzw. der Polizei mit Freischärlern bringen. Kommentare ober eigene Berichte über berartige Vorfälle, vor allem auch über Truppenbewegungen, sind verboten. Jüdisches Attentat. Jerusalem, 26. August. (DNB. Funkspruch.) Auf dem arabischen Gemüsemarkt in Jaffa explodierte am Freitagmorgen eine offenbar von Juden ausgelegte Mine, die gewaltige Zerstörungen anrichtete. Soweit bisher feftgefteUt werben konnte, wurden wenigstens 30 Personen getötetoderverwundet. Die über die gemeine Tat aufs äußerste empörte Bevölkerung versuchte mehrfach gegen die jüdische Anglo-Palästina-Bank vorzugehen, konnte aber zunächst von der Polizei zurückgehalten werden. Die Lage ist außerordentlich gespannt. Sämtliche Läden sind geschlossen. Die Polizei hat dringend Hilfe angefordert. Prager Regierung mit Runciman „sehr zufrieden"? Besprechungen beim französischen Außenminister Gchlichtungsvorschläge von Paris und London? — Prager Zugeständnisse? a n - Meinunl und aus hieß im Namen der Reichsregierung die Gäste willkommen und überbrachte zugleich die Grüße des Schirmherrn der Tagung, des Ministerpräsidenten Generalfeldmarschall Göring, und des Reichs- w'irtschaftsministers Funk. Der Minister führte dann weiter aus, daß die Wiedervereinigung- mit dem Reiche für das kleine Oesterreich große Veränderungen, auch auf wirtschaftlichem und auf dem Verkehrsgebiet, mit sich gebracht habe, die auch für die Männer der Elektrizitätswirtschaft von großer Bedeutung seien. Es ist selbstverständlich, daß nunmehr sofort andieAusnutzungderWas- s e r k r a f t herangegangen wird. Die Stromschnellen und Untiefen der Donau sollen verschwinden und nicht nur den so dringend benötigten elektrischen Strom liefern, sondern auch der Schiffahrt verbesserte Wege bieten. Die Bäche der Alpen sollen, statt Wiesen und Dörfer zu überschweminen, Kraft st ationen treiben und die Arbeitslosigkeit dannen helfen, die über den unglücklichen Bewohnern ihre furchtbare Geißel schwang. Diese Bauten bedeuten die Freigabe unerschöpflicher Kräfte zum Nutzen und Segen von Hunderttausenden von Menschen. So werden wir durch den planmäßigen Ausbau der Alpenwasserkräfle diese deutschen Lande Krieges der Tschecho-Slowakei auf bestimmte Richtlinien binden würden. Chamberlain würde kaum wehrmann wurde dabei ernstlich verletzt. Der Wienfluß und zahlreiche andere Flüsse im Gebiete des Gaues Niederdonau sind stark gestiegen, doch sind bisher nirgends Hochwasserschäden zu verzeichnen. Hochwasser im Glatzer Bergland. Trotz des in ganz Schlesien anhaltenden Regenwetters sind Befürchtungen über ein katastrophales Hochwasser für den Oderlauf vorerst nicht begründet. Anders steht es dagegen bei den Gebirgsflüssen, die, wie z. B. die Glatzer Neiße, schon erheblichen Flurschaden angerichtet haben. Die Glatzer Neiße und ihre Nebenflüsse traten aus ihren Ufern. Das Hochwasser erreichte einen Stand, wie ihn die Grafschaft Glatz seit Jahrzehnten nicht mehr erlebte. Wehrmacht, Arbeitsdienst, Feuerwehr, Polizei und Technische Nothilfe sind eingesetzt, um Menschen aus bedrohten Häusern zu retten, das Vieh zu bergen und den Verkehr umzuleiten. Der Schaden ist sehr groß. Aus Rengersdorf oberhalb Glatz wird ein ununterbrochenes Steigen der Neiße, der Biele und der Duhne gemeldet. Sämtliche Glatzer Brücken sind schwer gefährdet. Die Neiße, die zu einem reißenden Strom ausufert, trägt die Ernte in den Graf- sch< - r Tälern mit sich zu Tal. Der nationalspanische Heeresbericht. Salamanca, 26. Aug. (Europapreß.) Das nationale Hauptquartier teilt im Heeresbericht von Donnerstagnacht mit: An der Castellon-Front haben die nationalen Truppen an verschiedenen Stellen ihre Stellungen verbessert. An der Ebro front dauern die Kämpfe an. Mehrere stark befestigte Stellungen wurden dem Feind abgenommen. Es wurden 500 Gefangene gemacht. Insgesamt beträgt die Zahl der an der Ebrofront gefangengenommenen Milizsoldaten mehr als 10 000. An der Estremadura-Front wurden meh- Wissenschaft sowie von über 1000 Vertretern 46 Staaten. Reichsverkehrsminister Or. Oorpmüller Ministerberatungen in Prag. Prag, 25. Aug. (DNB.) Der politische Ministerausschuß beriet am Donnerstagvormittag über den weiteren Gang der Verhandlungen über die Nationalitätenfragen. Nachmittags wurde die Aussprache bei Präsident B e n e s ch fortgesetzt. 14 Sudetendeutsche verhastet. Prag, 25.Aug. (DNB.) Wie aus Mährisch- Schönberg bekannt wird, wurden in Freiwal d a u und Umgebung in den letzten 14 Tagen 14 Verhaftungen von Sudetendeutschen auf Grund des Republikschutzgesetzes vorgenommen. Die Verhaftungen, unter denen skch einige Amtswalter der SDP. befinden, wurden ins Polizeigefängnis von Mährisch-Ostrau eingeliefert. Der Bevölkerung der Stadt Freiwalüa hat sich nach den ersten Verhaftungen eine allgemeine Erregung bemächtigt. Anklang im Lande finden, wenn er über seine Erklärungen vom 24. März hinausgehe. Der englische Grundsatz müsse jetzt und immer derjenige bleiben, England müsse sich aus jedem Kriege der europäischen oder deren Großmächte heraushalten. Ausbau der deutschen Alpemvasserkräste Reichsverkehrsminister Oorpmüller erklärt: Nutzbar machen für die gesamte deutsche Wirtschaft. rere feindliche Angriffe gegen die zuletzt eroberten Stellungen mit schweren Verlusten für den Feind zurückgeschlagen. Japanischer Durchbruch vor Hankau. S ch a n g h a i, 25. August. (DNB.) Das wichtigste Ereignis an der H a n k a u - F r o n t ist die E r- o b e r u n g I u i s ch a n g s , das von den japanischen Truppen am Mittwochnachmittag zum Teil und am Donnerstagoormittag vollständig besetzt wurde. Die Einnahme der Stadt erfolgte nach kräftiger Artillerievorbereitung und heftigen Luftangriffen. Die Japaner messen der Eroberung Juischangs große Bedeutung bei, weil damit das Zentrum der chinesischen Hankau-Front durchbrochen worden ist, so daß jetzt keine Verbindung mehr zwischen den nördlich und den südlich des Jangtseflusses operierenden chinesischen Verbänden besteht. Juischang liegt westsüdwestlich von Kiukiang. Meinung in England nicht täuschen. Die große Mehrheit des englischen Volkes verfolge die Schwierigkeiten hinsichtlich der Lösung der tschecho-slowakischen Frage ohne jede Aufregung. Die Engländer seien nicht davon überzeugt, daß die Lösung des Problems unmöglich sei, und sie seien dagegen, daß England irgendwelche neuen bedingungslosen Verpflichtungen eingehe, die England im Falle eines Kunst und Wissenschaft. Internationale Zilmtunstjchau. Die Internationale Filmkunst schau in Venedig brachte in den letzten Tagen einige amerikanische Filme, von denen der Walt-Disney-Film „Schneewittchen und die sieben Zwerge" mit Spannung erwartet wurde. Man wurde nicht enttäuscht, denn dieser Trickfilm bietet so viele entzückende Einfälle, daß er gefallen mußte. Für diese Art von Filmen kann auch die Farbigkeit als ein gelöstes Problem betrachtet werden. Am besten gelungen sind die reizenden Tierszenen und die Darstellungen der sieben Zwerge. Ganz ausgezeichnet war die Musik. Mit dem Film „Goldwyn Fol» lies" brachte Amerika wieder eine der dort so beliebten Filmrevuen. In den Farben erreichte dieser Film im ganzen gesehen die übrigen diesjährigen Farbenfilme nicht, doch waren einige Szenen sehr gut gelungen. Der Film entnimmt seine Handlung dem Milieu des Filmateliers und schildert das Le- den in Hollywood nicht ohne parodistischen Einschlag. Adolphe Menjou, Andrea Leeds und Kenny Baker machten sich um die Hauptrollen verdient. Recht witzig und unterhaltsam war der italienische Juventus-Film „Ein Mann wurde entführ t", in dem dieSica die Hauptrolle spielt. Die flotte Handlung ist reich an komischen Szenen und guten Einfällen. Es wurde viel gelacht und Beifall geklatscht. Gut war der tschechische Film „2) ie Guttenberger Jungfer ngild e". Nicht nur, daß diese Ritterkomödie von Trunk und Liebe voll von Witz und oft derber Komik ist, sie bietet auch vom photographischen und regietechnischen Standpunkt aus sehr viel Gutes. Der historische Rahmen zeigt Anklänge an die „Neugierigen Frauen" von Feyder. In eine Welt grauen und düsteren Alltags führt der französische Film „Quai de Brumes“, dessen Handlung in der licht- und freudlosen Atmosphäre einer Hafenstadt spielt. Der Film ist vom schauspielerischen und photographischen Standpunkt eine sehr beachtliche Leistung. Die Stimmung, von der das Werk beherrscht wird, ist als solche sehr gut getroffen, aber Menschen, die dem Leben zuversichtlich entgegentreten, müssen eine unwillkürliche Ab- neigung gegenüber dieser von Pessimismus erfüllten, dekadenten, dem Untergange verfallenen Welt empfinden. Die Hauptdarstellerin, Michele Morgan, fesselt ungemein durch ihr auf jeden äußerlichen Effekt verzichtendes, ganz auf Innerlichkeit abgestelltes Spiel. DKK. Der italienische Minister für Volkskultur, A l - f i eri, hat die Schirmherrschaft über die Vorführung der O l y m p i a f i Ijn e auf der Internationalen Filmkunstausstellung in Venedig übernommen. Anhaltende Regengüsse verursachen schwere Hochwasserschäden Paris, 26. Aug. (DNB. Funkspruch.) Außenminister Bonnet empfing am Donnerstag den sowjetrussischen Botschafter in Paris. Wie das „Journal" erklärt, feien besonders die Lage im F e r n e n O st e n und die f o w j e t r u s - fisch-japanischen Beziehungen bespro- chen worden,, die sich seit der Regelung des Zwischen- falls von Schangfeng wieder normalisierten. Anschließend hatte der Außenminister eine Unterredung mit dem tschecho - slowakischen Gesa n d t e n O s u s k y , die sich auf die Veehandlun- gen der Prager Regierung und den Sudetendeut- schen, sowie auf das Problem der deutsch- tsch echo-slowakischen Beziehungen bezogen. Das „I o u r n a will wissen, daß der tschecho-slowakische Gesandte erklärt habe, seine Regierung sei mit den Ergebnissen der Mission Lord Runcimans, über die Paris und London in diesen Tagen einen ersten amtlichen Bericht erwarteten, „sehr z u f r i e b e n". Man versichere, so schreibt das Blatt weiter, daß dieser Bericht Run- cimans zwar nur ein einfacher Jnformattonsbericht fein werde, doch gehe die Arbeit Lord Runcimans noch weiter. Nach gegenseitiger Fühlungnahme sollten der Quai d'Orsay und das Foreign Office ihrerseits Schlichtungsoorschläge unterbreiten, die der Mission Runcimans als Richtlinien an den vorgeschrittenen Phasen seiner Verständigungsarbeit dienen würden. Zugeständnisse Prags? Noch nichts Bestimmtes bekannt. London, 26. Aug. (DNB. Funkspruch.) Mel- düngen aus Prag über angebliche tschechische Zugeständnisse an die Sudetendeutschen finden in der Londoner Freitagmorgenpresse ostentative Beachtung. Obwohl noch nichts Bestimmtes bekannt ist, glauben die Blätter zum Teil bereits feststellen zu können, daß vier der Karlsbader Forderungen Henleins erfüllt würden. Der Prager Korrespondent der „Time s" mißt den beiden gestrigen Sondersitzungen des inneren Kabinettsrats größte Bedeutung bei und schreibt, diese beiden Sitzungen hätten in enger Verbindung mit den Besprechungen Ashton-Gwat- k i n s in London gestanden. Am späten Donnerstagabend habe mau erfahren, daß die tschechische Regierung einer neuen Grundlage für Sie Verhandlungen zugestimmt habe. „Daily Mail" stellt im übrigen fest, daß durch die Solidaritätserklärung der ungarischen Minderheit mit den Sudetendeutschen die sudetendeutschen Forderungen von fünf Millionen Menschen, also von mehr als einem Drittel der Bevölkerung der ganze» Tschecho-Slowakei gebilligt würden. Aus aller Welt. Deulfchlands ältester Gardehusar gefforben. In Andernach am Rhein starb der älteste Bürger der Stadt, der weit über die engeren Grenzen feiner Heimat bekannte älteste Gardehusar Deutschlands, Heinrich Scherhag, im hohen Alter von nahezu 98 Jahren. Er war Mitkämpfer von 1864, 1866 und 1870/71. Bis in fein letztes Lebensjahr zeigte er noch eine bewunderungswürdige geistige und körperliche Regsamkeit. 2Hif dem Segelflugzeug von Darmstadt zum Chiemsee. Eine beachtliche fegelfliegerische Leistung erzielte der Fluglehrer Heinz Schubert vom Forschungsinstitut für Segelflug in Darmstadt. Er startete mittags in Darmstadt mit einem „Fafnir 2" und landete nach fünfstündigem Fluge auf dem Flugplatz Prien am Chiemsee. Das Gelingen des Fluges wurde.durch die vorausgegangene starke Abkühlung und das nachfolgende rasche Wiederansteigen der Temperatur begünstigt. Das Rasthaus am Khiemfee vor der Eröffnung. Am 27. August wird an der Reichsautobahn München—Bad Reichenhall das große Rasthaus am Chiemsee dem Verkehr geöffnet. Die Inbetriebnahme bildet einen bedeutenden Abschnitt in der Geschichte des Landstraßenoerkehrs und der Reichs- autobahnen. Damit erwächst eine neue Form von Gaststätten, die aus der Kameradschaft der Kraft- sahrer eine neue Art der Gastlichkeit und Geselligkeit mit sich bringen wird. Das Rasthaus am Chiemsee wird jedem großen Betriebe gewachsen sein. In künstlerischer Gediegenheit sind ausreichende Räumlichkeiten geschaffen worden. Das Strandbad mit Liegewiesen und Freitreppen in den See kann 4000 Personen aufnehmen. Die Betriebsführung wird in den Händen der neu gegründeten „Reichsautobahn- Gaststätten-Gesellschaft" liegen. Zur Zeit sind noch zwei weitere Rasthäuser im Bau. Diese sind vorwiegend für den Güterfernverkehr bestimmt. Sie werden an der Reichsautobahn Berlin—Hannover (Magdeburger Börde) und an der Kreuzung der Reichsautobahn Berlin—München und Dresden— Weimar (Hermsdorf) errichtet. In 52 lagen allein im Segelboot über den Atlantik. Eine neue A l l e i n - U e b e r q u e r u n g des Atlantischen Ozeans hat ein junger Deut- scher in Rekordzeit durchgeführt: der 29 Jahre alte Heinrich Garbers aus Hamburg hat mit seiner Jolle „Windspiel III" die Durchquerung in 52 Tagen hinter sich gebracht. Garbers landete in Brooklyn, nachdem er Europa am Kap Finisterre (Spanien) vor 52 Tagen verlassen hatte. Garbers erreichte das Ambrose-Feuerschiff fünf Tage früher als Kapitän Schlirnbach, der auf seinem „Störtebecker" 57 Tage benötigt hatte. Garbers abenteuerliche Reise war eine Irrfahrt sondergleichen. Als er halbverhungert, aber mit strahlendem Lächeln an Land gegangen war und sich gestärkt hatte, berichtete er deutschen Landsleuten, die die Reichsflagge am Achterschiff hatten flattern W i e n , 25. Aug. (DNB.) Im festlich geschmückten Konzerthaus wurde am Donnerstagvormittag mit einer feierlichen Sitzung die Weltkraftkonferenz-Teiltagung Wien 19 3 8 im Namen der deutschen Reichsregierung und im Namen des Schirmherrn dieser Tagung, des Ministerpräsidenten Generalfeldmarschall G ö r i n a, und des Reichswirtschaftsministers Funk, von Reichsverkehrsminister Dr. Dorpmüller eröffnet. Die Bedeutung der Tagung wurde unterstrichen durch die Anwesenheit einer Reihe hervorragender Persönlichkeiten des Staates, der Partei, Wehrmacht, Wirtschaft L..t Presse, daß sie durch die Wiedergabe der Äus- schreitungen in der Tschecho-Slowakei „die ruhige Atmosphäre störe!" Es scheine, so schreibt das Blatt weiter, daß weder die Tschechen, noch die Sudetendeutschen bisher ihrön Anteil zu einem arbeitsmäßigen Kompromiß beigetragen hätten. „England muß sich hetaushatten" Gegen Bindungen an die Tschechen London, 25. Aug. (DNB.) Die amtlich dementierte Meldung zweier Londoner Morgenblätter, wonach die britische Regierung in den nächsten Tagen eine Erklärung ab geben würde über weitgehende Beistandsbereitschaft Englands gegenüber Frankreich und der Tschecho-Slowakei im Falle eines Krieges, nimmt „Evening Standard" zum Anlaß, um in aller Deutlichkeit die britische Regierung davor zu warnen, sich auf - neue Verpflichtungen einzulassen. Chamberlain solle sich über die öffentliche hier anschließen an die große kraflwirkschaft des übrigen Reiches und damit Kräfte, die infolge der unglücklichen staatlichen Verkleinerung bisher brach lagen, nutzbar machen für die gesamte deutsche Wirtschaft. Wetter betonte der Reichsverkehrsminister Dr. Dorpmüller, daß dafür gesorgt sei, durch aufschlußreiche Besichtigungen die Tagungsteilnehmer über alle unsere Arbeiten zu unterrichten. Sie könnten sich selbst davon überzeugen, was wir in Vorarlberg, am Inn und an der Donau planen und bauen. Darüber hinaus aber werde diese internationale Tagung, wie alle bisherigen, ihren großen Wert dadurch gewinnen, daß die Fachleute aller Länder ihre Erfahrungen und ihr Wissen funlbtun und so durch den gegenseitigen Austausch diese Tagung und Zusammenkunft befruchten. Oer Wiener Gauleiter Globocnik gab feiner Freude darüber Ausdruck, daß eine so wichtige internationale Tagung in seinem Gau stattfinde. Die Schaffung des großdeutschen Wirt- sch astsraumes habe alle Möglichkeiten zur vollen Entfaltung eröffnet. Im großen Rahmen zur Dek- kung des Energiebedarfs des Reiches würden die Wasserkräfte der Ostmark besonders wertvolle Dienste leisten. Der Vorsitzende des Internationalen Hauptausschusses der Weltkraftkonferenz, Sir Harold Hartley (England) bedauerte, daß Generalfeldmarschall Goring, dessen Name mit dem Vierjahresplan eng verbunden sei, nicht anwesend sein könne. Das Ziel der Weltkraftkonferenz sei es, die Energiefragen wissenschaftlich durch internationale Zusammenarbeit zu fordern. Den früheren Tagungen verdankten die Engländer viele Freundschaften im Auslande, die sie sowohl um ihres menschlichen, als auch um ihres praktischen Wertes willen hochschätzen. An den Führer und Reichskanzler, sowie an Ministerpräsident Generalfeldmarschall Goring wurden Grußtelegramme übermittelt. „Völlig unbegründete und absurde Gerüchte." Eine amtliche englische Erklärung. London, 25. Ang. (DNB.) Von amtlicher Sette werden Meldungen des „Daily Expreß" und des „Daily Mail", wonach die britische Regierung demnächst erklären wolle, Großbritannien werde unzweifelhaft eingreifen, falls Frankreich in seinen vertraglichen Verpflichtungen gegenüber der Tschecho-Slowakei in einen Krieg verwickelt würde, als völlig unbegründete und absurde Gerüchte bezeichnet, lieber den Verlauf der Besprechungen zwischen Chamberlain, Halifax und Simon am Mittwoch könne keinerlei Mitteilung gemacht werden, doch sei in erster Linie die mitteleuropäische Lage erörtert worden. Englische Erklärung. London, 26. Aug. (DNB. Funkspruch.) Der politische Korrespondent des „Daily Tele- araph" sagt, bei den Besprechungen zwischen Chamberlain, Halifax und Sir Simon sei beschlossen worden, daß Simon am Samstag in Lanark in Schottland eine wichtige Erklärung über die Haltung der englischen Regierung zur Lage in Mitteleuropa abgeben solle. Ashton-Gwatkin erneut im Foreign Office. London, 25. Aug. (DNB.) Ashton-Gwat- k i n vom Stabe Lord Runcimans, der sich seit Mittwoch in London befindet, stattete heute wiederum dem A u ß e n a m t einen Besuch ab. Wie man hort, hatte er eine weitere Unterredung mit Außenminister Lord Halifax. Auch Schatzkanzler Sir John Simon suchte vormittags das Außenamt auf. Man nimmt an, daß er an der Unterredung zwischen dem Außenminister und Ashton-Gwatkin teilgenommen hat. Gestern bereits hatte eine zwel- stündige Unterredung zwischen dem Ministerpräsidenten, dem Außenminister und dem Schatzkanzler stattgefunden, die sich in erster Linie um die t s ch e - chifche Frage gedreht haben soll. Englische Pharisäer. London, 26. Aug. (DNB. Funkspruch.) Ein Teil der Freitagmorgenpresse beschäftigt sich ausschließlich mit dem Lagebericht, Öen Ashton- Gwatkin, der am Samstag nach Prag zuruck- sliegen werde, Lord Halifax gegeben hat. Der diplomatische Korrespondenz der „Times schreibt, daß Ashton-Gwatkin seinen Eindruck dahm wiedergegeben habe, daß ein Abkommen möglich sei, wenn auf beiden Seiten ein versöhnlicher Geist vorherrsche. Die Haltung der d e u t f chenPressemit ihrer Festnagelung jeden tschechischen Uebergriffes, nicht etwa die schmachvolle Verfolgung der Sudetendeutschen durch die losgelassenen Tschechen, habe laut „Times" er- neut zu Zweifeln an dem Versöhnungswillen auf deutscher Seite Anlaß gegeben. (!!) Auch „Daily Telegraph" ftndet es unrecht von der deutschen Alarm im Gau Oberdonau. Während in den Bergen Oberdonaus Schnee fällt, steigen die Flüsse infolge der ständigen starken Regenfälle überaus rasch an und verursachten stellenweise bereits schwere Hochwasserschäden. Traun, Enns, Donau sind bis zu drei Meter gestiegen, aber auch die kleinen Flüsse des Mühlviertels sind über Nacht zu reißenden Strömen an- gewachsen. Die gesamte Bevölkerung ist an der Arbeit, um das bewegliche Gut und die Haustiere aus dem Bereich der Fluten zu retten. Die Höhe des Schadens ist noch nicht abzusehen. Auch aus anderen Gegenden des Gaues werden beträchtliche Hoch-' Wasserschäden berichtet. In Steyr ist die Enns 2,70 Meter gestiegen, und die Wassermassen haben die Ufer vielfach überschwemmt. Für die Ortschaft Klein-Raming besteht größte Gefahr. Durch einen Erdrutsch ist die Straße nach Steyr unpassierbar geworden. In Steiermark. Das durch drei Tage ununterbrochen andauernde Regenwetter hat in fast allen Kreisen der Steiermark abermals zu beträchtlichem Anschwellen der Flüsse und Bäche geführt. Katastrophenwirkungen werden aus dem Gebiet zwischen Mariazell und Mürzzuschlag gemeldet. Gebäude, Wiesen und Felder stehen überall tief unter Wasser. Durch Mariazell braust die Salza als reißender Strom. Der Schaden ist beträchtlich. Sturm, KäUe und Regen in Wien. Der bereits einige Tage anhaltende Schlechtwettereinbruch hat für diese Jahreszeit ganz ungeahnte Ausmaße angenommen. Bei einer Temperatur von nur 10 Grad Celsius fegte ein orkanartiger Sturm durch die Straßen Wiens, während ununterbrochen heftige Regenschauer niedergingen. Die Feuerwehr mußte in etwa 50 Fällen von Sturm- und Wasserschäden eingreifen. Ein Feuer- sehen, daß er am 22. Mai Cuxhaven verlassen hatte' und dann über Dover und Falmouth nach den Azoren gefahren war. Völllg allein war Garbers Kapitän, Maat und Koch in einer Person. Widrige Winde hielten ihn fortgesetzt in Arbeit. Zumeist schlief er zwei Stunden in der Abenddämmerung und vier im Morgengrauen, da er nachts wach bleiben mußte, um nicht von Dampfern überrannt zu werden. Bis Bermudas verlief die Fahrt programmäßig; von dort ab wurde er jedoch durch heftige Stürme aufgehalten. Unterwegs ist ihm viel Proviant verdorben, so daß er die letzten Tage nichts mehr zu essen hatte. Selbsthilfe Lindberghs gegen GpU..Bespihelung. Zn Kreisen der Auslandsdiplomatie in Moskau, die bekanntlich einer ständigen Bespitzelung durch GPU.-Agenten ausgesetzt ist, hat, wie polnische Blätter melden, die handfeste Belehrung eines Spitzels tiefe Genugtuung ausgelöst. Der zur Zeit zur Teilnahme an einem Flugkongreß in Moskau weilende Ozeanflieger Oberst Lindbergh habe bemerkt, daß ihm einer dieser Spitzel auf Schritt und Tritt folge. Lindbergh sei aber bald der Geduldsfaden gerissen. Er habe sich plötzlich umgedreht und mit einem wohlgezielten Hieb den ihm folgenden „Schutzengel" k. o. geschlagen, um dann ohne Begleitung seinen Weg zum Flugplatz fortzusetzen. Kampf im Nachtschnellzug. Ein Schaffner des Nachtschnellzuges Bukarest— Großwardein bemerkte, daß ein Mann, der eine Karte 2. Klasse vorgewiesen hatte, einem Mitreisenden die Brieftasche stahl. Der Schaffner wollte den Taschendieb festnehmen. Der Dieb setzte sich aber aufs heftigste zur Wehr, und zwischen den beiden Männern entspann sich ein furchtbarer Kampf. In der Nähe der Station Sinaia gelang es dem Verbrecher, den Schaffner aus dem fahrenden Zug zu werfen. Ein Mitreisender, der den Zweikampf, ohne eingreifen zu können, mitangesehen hatte, zog die Notbremse, und dem herbeieilenden Eisenbahnpersonal gelang es, den Dieb zu überwältigen. Der aus dem Zug gestürzte Schaffner hat, wie durch ein Wunder, nur leichtere Verletzungen davongetragen. Tschecho-slowakisches Militärflugzeug verunglückt. Bei einem Uebungsflug in der Gegend von Ma- lacky nördlich von Preßburg verunglückte ein tschecho-slowakisches Militärflugzeug. Bei dem Versuch zu landen, stieß die Maschine gegen eine Baumgruppe und ging in Trümmer. Die aus einem Unterleutnant und einem Zugführer bestehende Besatzung kam ums Leben. Schreckliches Ende einer Hochzeit. Eine schwere Bluttat wurde in Kalinowa bei Vialestok (Polen) verübt. Der Bauer W i n c z e w - s k i feierte Hochzeit mit einem wegen seiner Schönheit in der ganzen Umgegend berühmten Mädchen. Als er mit seiner -jungen Frau und den Hochzeitsgästen nach Hause zurückkehrte, sprang aus dem Hinterhalt ein Mann hervor, der den Bräutigam mit einem Holzscheit niederschlug, so daß dieser nach wenigen Stunden st a r b. Der Mörder konnte in der allgemeinen Verwirrung fliehen. Lynchjustiz in Nantes. In der französischen Stadt Nantes erschoß ein Mann seine Ehefrau durch zwei Gewehrschüsse und entfloh. Die Menge nahm die Verfolgung des Mörders auf, fing ihn und unterzog ihn der Lynchjustiz. Mit gespaltetem Schädel wurde der Gelynchte bald daraus in hilflosem Zustande in ein Krankenhaus eingeliefert. Das unfaßbare Wunder. Zum fünfjährigen Bestehen des Deutschen Winterhilfswerkes. Von Or. Friedrich Bubendey. Was wäre die Welt ohne Ideale! Adolf Hitler. Als am 28. August 1933 Reichsminister Dr. Goebbels das Deutsche Winterhilfswerk ankündigte und bald darauf, am 13. September 1933, die Tat in Gestalt der großen Aktion gegen Hunger und Kälte folgte, stand die Welt vor einem Rätsel, soweit sie nicht über den idealen Willen, der in der Ankündigung des Deutschen Winter- hilfsrverks zum Ausdruck kam, ihre spöttischen Bemerkungen machte. Das Rätsel, vor dem die Welt stand, war deshalb so groß, weil die nationalsozialistische Regierung bei ihrer Machtübernahme im Januar 1933 einen Bestand von 6,014 Millionen Arbeitslosen hatte übernehmen müssen, ungerechnet aller der Arbeits- und Erwerbslosen, die in den Statistiken der Arbeitsämter nicht in Erscheinung traten. Zwar waren die verschiedenen Fristen, die man dem Nationalsozialismus und der Regierung Adols Hitler gesetzt hatte, schon mehrmals abgelaufen. Ja, es war bereits ein sehr fühlbarer Rückgang der Arbeitslosenziffern zu verzeichnen, jetzt aber stand der Winter vor der Tür, der erste Winter, in dem die nationalsozialistische Regierung ihre Feuerprobe zu bestehen hatte. Wie sollte sie der Lage Herr werden, nun, da die Massen der auf dem Lande beschäftigten Arbeitskräfte zurückfluteten und die Schlüsselindustrie, das Baugewerbe, den Be- schäftiaungsgrad aus saisonbedingten Gründen einschränken mußte? Wie wollte man die Millionen Bedürftiger im kalten Winter kleiden, wie sie ernähren, wie sie mit Kohlen versorgen? Das war die große Frage, das war das große Rätsel, vor dem die Welt stand. Nicht so der Nationalsozialismus! Kluge Menschen hatten ihm zwar geraten, durch eine umfassende Steuer die Millionen aufzubringen, die nötig waren, das Heer der Armen und in Not Befindlichen „über den Winter" zu bringen. Allein der Nationalsozialismus lehnte den Rat rundweg ab. Statt die Steuerschraube höher und höher zu drehen, statt Zwangsanleihen aufzuerlegen, statt kategorisch Abgaben von den „Reichen" zu verlangen, setzte der Nationalsozialismus etwas ein, was bisher noch kein Staat in einer solchen Lage einzusetzen gewagt hatte, geschweige, daß ein Staat Überhaupt je daran gedacht hätte, ähnliches einzusetzen! Was war es, was der nationalsozialisttsche Staat als „Aktivposten" einsetzte? Es war der deutsche Idealismus! Es war der O p f e r s i n n aller jener Deutschen, denen die Not noch nicht an der Kehle saß, der aufgerufen wurde, damit die Losung wahr werde: „Niemand soll hungern und frieren!" Dabei war es nicht das Mitleid, nicht die Barmherzigkeit, nicht die Nächstenliebe schlechthin, an die appelliert wurde. Vielmehr war es ein Gedanke, der der Welt zwar völlig neu war, der aber in der nationalsozialistischen Weltanschauung seit je tief verankert war: die Volksgemeinschaft und die nationale Solidarität aller, die deutsch fühlten unddachten! Und nun geschah das unfaßbare Wunder: dieser Aufruf an den Opfersinn, an die Volksgemeinschaft, an den sozialistischen Tatwillen — er hatte E r - folg! Er hatte einen Erfolg, wie ihn die Welt, die den Zusammenbruch des Nationalsozialismus stündlich erwartete, wenn nicht gar ihn herbeisehnte, niemals für möglich gehalten hätte. Ein Erfolg, wie ihn aber auch — seien wir ehrlich! — das deutsche Volk nicht erträumt hatte! Was war das Ergebnis, mit dem das Winterhilfswerk 1933/34 abgeschlossen hatte? Nehmen wir den nüchternen Rechenschaftsbericht dieses ersten deutschen Winterhilfswerks zur Hand, so ersehen wir aus der Endsumme des Aufkommens aller Spenden und Opfer, daß der Appell an den völkischen Idealismus der Deutschen über 358 Millionen Reichsmark (genau 358136 040 RM. und 71 Rpf.) aufgebracht hatte, von welcher Summe für die Leistungen des ersten Winters 350 000 355,74 RM. ausgegeben und 8135 684,97 RM. vorgetragen wurden. Sofort nach dem Bekanntwerden dieser Millionensumme fiel — wie konnte es anders sein — das PZort vom.„Strohfeuer" der Begeisterung, das zwar hell aufleuchtet, aber um so schneller erlischt. Weit gefehlt! In stetig ansteigender Kurve wuchs in jedem neuen Jahre des Deutschen Winterhilfswerks das Aufkommen der Spenden über das des vergangenen Jahres hinaus! Kein Jahr, das einen Rückschlag brachte! Was im vergangenen Zeitalter des Parlamentarismus stürmische Debatten im Reichstag hervorgerufen hätte, falls diese Milliardensumme des Winterhilfswerks aus Steuern hätte aufgebracht werden sollen, das gab das deutsche Volk ohne Besinnen, ohne langatmige Reden, ohne Bierbankpolitik, nur getragen von dem unbändigen Willen, zu helfen, wo es not tat! Wir wissen heute, daß mit dem Rückgang, ja, mit dem Verschwinden der Arbeitslosigkeit auch die gröbste Not im deutschen Volke verschwunden ist, und daß aus den,Millionensummen des Winterhilfswerks nun ein Segen erblüht, der in dem notwendigen Rahmen allerdings immer noch die letzten Volksgenossen vor Hunger und Kälte schützt^ der darüber hinaus aber dem völkischen Aufbau, insbesondere dem Hilfswerk „Mutter und Kind" zugute kommt. Wenn sich so das Rätsel, vor dem die Welt vor nunmehr fünf Jahren bei der Ankündigung des Winterhilfswerkes durch Reichsminister Dr. Goebbels stand, in ein „unfaßbares Wunder" gewandelt hat, wie vor kurzem eine bedeutende Zeitung des Auslandes schrieb, die dem Nationalsozialismus durchaus nicht wohlwill, dann wissen wir zugleich, daß sich, dieses Wunder auch im kommenden Winterhilfswerk 1938/39 kraft des deutschen Idealismus fortsetzen und sich so das Wort des Führers bewahrheiten wird: „Das Winterhilfswerk ist für uns Nationalsozialisten eine stolze Herzensangelegenheit!" Zeitschriften. — Das neue Heft der „S i r e n e" ist wieder reich an interessanten Bildberichten. So wird anschaulich erzählt, wie der Luftschutz in Oesterreich, in Süddeutschland und im Waldenburger Bergland arbeitet, wie man die Volksgasmaske nicht behandeln soll und vieles andere. Auch sonst bringt die neue „Sirene" eine ganze Reihe aufschlußreicher Aufsätze, z. B. ein packendes Kapitel aus dem Buch eines Kriegsfliegers und eine Schilderung der Erwerbung von Deutfch-Südweft durch Lüderitz. — Ein wichtiger Bestandteil der Herbst- und Wintergarderobe ist der Mantel. Ihn hat die neue Mode deshalb auch mit besonderer Liebe gestaltet; es gibt lose und eng taillierte Formen und solche mit blusigweitem Oberteil, und viele Modelle fini> mit kleinen Pelz- oder Pelzstoffstückchen in neuer Anordnung garniert. Das Herbstheft der „M oben« welt" (Deutscher Verlag, Berlin) zeigt, daß auch alles, was man unterm Mantel und dazu trägt, keineswegs vernachlässigt wurde. Dieses Heft, dem drei Schnittebogen und ein Bügelbogen beiliegen, bringt außerdem noch viel Kinder-Kleidung und neue Handarbeiten, im ganzen rund hundert Modelle. — Im neuen Heft der „Illuftrirten Zeitung Leipzig" wird u. o. die Rotterdamer Ausstellung „Meisterwerke aus vier Jahrhunderten" gewürdigt. Den Abschluß des den Niederlanden gewidmeten Teiles bildet die lebendige und interessante Bilderfolge „Was den Fremden in Holland auffällt". — Die nächsten Seiten bringen Manöverbilder aus dem In- und Ausland und geben die Regimentsübergabe an Generaloberst v. Fritsch wieder. — Zum 50. Geburtstage von Hans Friedrich Blunck erscheint der bebilderte Beitrag „Ein Dichter der niederdeutschen Heimat". Entzückende Bilder vom Park des Lustschlößchens Veitshöchheim bei Würzburg sind in der Mitte zusammengestellt. Weiterbericht Der osteuropäische Tiefdruckwirbel befindet sich zwar in Auffüllung, hat sein Schlechtwettergebiet inzwischen aber westwärts über die Weser verschoben. Daher hat in unserem Gebiet starke Bewölkung und strichweise schon Regen eingesetzt. Die Entwicklung der Gesamtlaae verspricht zwar für die Folge wieder Wetterbesserung, aber keine volle Beständigkeit. Vorhersage für Samstag: Wolkig bis aufheiternd, aber leichte Unbeständigkeit, zu einzel- nen Regenfällen geneigt; tagsüber mäßig warm, veränderliche Winde. Vorhersage für Sonntag: Im roefent» lichen freundliches, aber nicht allgemein trockenes Wetter. Hauptfchriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange (in Urlaub), i. V.: Ernst Blumschein; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck (in Urlaub). Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theod. Kümmel. D.A. VII. 38: 9034. Druck und Verlag: Brühlfche Universitätsdruckerei R.Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. 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Klaffeu-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Die Deutsche Arbeitsfront Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 15. Ziehungstag 25. August 1938 Sn der heutigen Dormittagsziehung wurden gezogen 8 Gewinne zu 3000 RM. 45469 236886 340290 361597 18 Gewinne zu 2000 NM. 43550 54249 93093 171330 176599 216977 262741 309704 342584 62 Gewinne zu 1000 RM. 34585 46424 59507 60971 67591 74073 83392 99797 117512 117956 125015 131859 176585 180077 180981 186529 210497 214453 220818 232201 233960 244375 257898 272477 277894 280298 292299 302382 369860 378839 393115 92 Gewinne zu 500 RM. 17788 36512 59699 60754 73307 76310 80164 87775 95261 96477 108573 142389 144449 148200 191561 206255 224765 227090 227741 228212 233600 237789 247826 250195 251034 253990 273911 283313 287727 292903 303068 317569 329075 329210 337279 339415 350042 372414 373632 373725 374197 374907 387109 387345 388395 398596 158 Gewinne zu 300 RM. 5814 6275 10847 11008 21865 33855 37010 37721 47800 48274 53244 55807 57619 60889 74341 74742 75478 88810 89077 89974 91505 93109 94026 99169 102104 104579 104665 106265 106733 110641 117451 126825 130884 132829 136323 137299 138931 144896 150808 161384 169911 172761 179649 183162 187394 207809 208485 214159 221495 222233 228131 228619 229880 239416 242442 245371 251729 255047 287509 296682 297855 301594 315439 323366 326228 330067 332004 332984 344363 347785 354376 358500 359890 361094 370677 377919 383313 388084 390642 Außerdem wurden 4662 Gewinne zu 150 RM. gezogen. In der heutigen Nachmittagsziehung wurden gezogen 4 Gewinne zu 5000 NM. 30701 295561 12 Gewinne zu 3000 RM. 2706 57329 153247 166076 284498 12 Gewinne zu 2000 RM. 34291 79205 344233 385837 393483 32 Gewinne zu 1000 RM. 12232 35772 71128 73955 77285 127834 166497 195994 211893 263443 271515 292351 325929 78 Gewinne zu 500 RM. 25992 32885 74036 81032 85580 86258 86272 90519 126644 140349 143111 145692 145941 156489 186975 193109 198071 212759 221607 231118 233908 236832 244047 246921 257280 263133 287200 298997 317091 318614 327472 356166 381628 117498 89825 69212 210609 361315 64472 107514 147834 216470 244202 311279 154 Gewinne zu 300 RM. 1645 6326 35200 36893 37465 48579 54677 56607 61177 72629 80080 80656 86402 87462 89880 91470 94280 110262 119613 127620 132440 132753 137145 159253 159548 163348 163794 169609- 175922 183387 189533 202794 206010 213898 214714 216968 217225 226780 226929 232175 234179 234550 236851 237181 245727 249391 254263 254519 258062 260418 267991 271925 273903 279002 280632 281353 282791 283005 289893 294242 300308 300336 305451 329901 342209 342239 343605 344635 359275 359633 376514 376586 380528 381692 385326 389308 391884 Außerdem wurden 4208 Gewinne zu 150 RM. gezogen. Im Gewinnrade verblieben: 2 Gewinne zu je 1000000, 2 zu je 500000, 6 zu je 30000, 14 zu je 20000, 52 zu je 10000, 88 zu je 5000, 182 zu je 3000, 432 zu je 2000, 1434 zu je 1000, 2224 zu je 500, 4468 zu je 300, 105096 zu je 150 NM. Nur die beste Drucksache neben der Zeitungsanzeige kann Ihre Werbung wirksam unterstützen. Geringwertige Drucksachen schaden mehr als sie nutzen. Deshalb sparen Sie bei Herausgabe der besten Drucksache i sie Wir beraten Sie Wir entwerfen Wir drucken gut Ist die billigste! Brühl’sche Druckerei, Schulstraße 7, Anruf 2251 NSG. »Kraft durch Freude« Kreis Oberlahn-Usingen Letzte Spieltage der Bauern spiele ESCHBACH mit del» Heimatspiel in 5 Akten von W. Reuter Schinnerhannes am Sonntag, dem 28. 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In Dresden (Sämtliche Aufnahmen: Archiv.) drei tanzbefefsene Jahre an der Wigman-Schule. Dann erste Selbständigkeit in Zwickau. Von dort an die Staatsoper Berlin. Intensives Studium des klassischen Balletts. Wieder Wechsel ans Opernhaus Köln, hier habe ich es am längsten ausgehalten. Auch ins Ausland führte mich mein Beruf: eine schöne Tätigkeit in Zürich und, es ist noch nicht lange her, Paris. Nun gehts nach Gießen. Und wenn ich an die schönen Aufgaben denke, die auf mich in der kommenden Spielzeit warten, dann kann ich mich nur freuen auf das nächste Jahr, und in diesem Sinne: Auf gute Freundschaft! Gert Buchheim, Oberspielleiter der Oper und Operette: 1913 wurde in Essen (meiner Geburtsstadt) eine Jugendausstellung veranstaltet. Alle Schulen stellten aus, Schülerarbeiten. Don mir wurden auch einige ausgestellt. Da entschied der Schüler sowie seine Erzieher: „Der Junge wird Architekt." Darauf kam ich in die Lehre als Maurer. 1918 bezog ich die Technische Höhere Lehranstalt für Hoch- und Tiefbau in Essen. Als das erste wohlverdiente Geld einlief, ging es heimlich zum Konservatorium. Als Architekt baute ich Siedlungen, entwarf Kirchen, Ehrenmale, Staütbebauungspläne usw., nebenamtlich sang ich Oratorien, Konzerte. 1925 erfuhr ich, daß meine Vaterstadt einen jungen Tenor suchte. Mit großem Mut sang ich die Max-Arie aus dem „Freischütz" und die große Arie aus dem „Troubadour" vor. Der Intendant meinte, es sei eine große Frechheit und verpflichtete mich als Buffo. Zwei Jahre war ich dort und lernte enorm viel. 1927/28 war ich in Rudolstadt und Bad Altheide. Im Herbst 1928 kam ich nach Göttingen, wo ich als erster Buffo und Operettenspielleiter wirkte. Sang hier so ziemlich mein ganzes Fach zusammen, entwarf zu allen Inszenierungen die Bühnenbilder und hatte viel Freude an der Arbeit mit der Oberleitung und dem Personal. In den spielfreien Monaten im Sommer wurde fleißig gebaut. 1932 ging ich nach Bielefeld als erster Buffo für Oper. Am Schluß der Spielzeit war wieder eine Bauarbeit fällig. Dann in Pforzheim Operettenleitung und Buffofach. Kiel war die nächste Etappe. Hier ging mein großer Wunsch in Erfüllung. Ich sang erstmalig mit großem Erfolg den David in den „Meistersingern". In Koburg leitete ich die Operette, sang dazu alle Bufforollen in der Oper. In München gastierte ich am Goethe- saal-Theater, Volkstheater und an der Bayerischen 'Landesbühne mit großem Erfolg. Im kommenden Jahr bin ich nun in Gießen als Oberspielleiter' und Sänger tätig. Dor allem liegt mir am Herzen die Reinigung und Erneuerung der Operetten vom überlebten und unnützen Ballast im Geiste des Kulturprogramms der NSDAP. Kurt Haars, Charakterkomiker: In Braunschweig geboren. Kinderzeit, Schulzeit (lies: Lausbubenzeit), Lehrjahre im Buchhandel, daneben erste Gehversuche auf der heimatlichen Bühne und erste Dorbereitungen für den späteren Beruf. Dann Berlin, Schauspielschule des Deutschen Theaters. Nach einem Jahre erste Verpflichtung an das Stadttheater in Bonn. Die ersten Sporen verdient, da ich noch jung und schön war. Schönheit dagelassen, aber Jugend bringe ich noch mit nach Gießen. Na, wir werden es ja alle erleben! Zlse Winhold, erste Altistin: Musik war von Kindheit an meine größte Freude. Zunächst spielte ich Cello, dann sang ich nach mehrjähriger Ausbildung in Oratorien und Konzerten in meiner Heimatstadt Kassel, und schließlich ließ ich mich in Frankfurt a. M. (Opernschule), Berlin und München zur Bühne ausbilden. In München arbeitete ich mit dem Schwiegersohn von Richard Wagner, Franz Beidler. Gießen ist mein drittes Engagement; zuvor war ich aYn Grenzlandtheater Tilsit tätig, wo mir als erste große Partie die Carmen und der Oktavian im „Rosenkavalier" zuerteilt wurden, und zuletzt am Stadttheater Pforzheim. Aus der Stadt Gießen. Wenn Tiere auf Reisen gehen. Reisezeit! Wochenlang gehegte Pläne sind endlich Wirklichkeit geworden. Man fährt unbeschwert dahin — der Koffer liegt geborgen im Gepäcknetz; bequem zurückgelehnt läßt man die Landschaft vor dem Fenster abrollen wie einen schönen bunten Film. Da ein Dorf, dort ein Erntewagen, der hochbeladen über das Stoppelfeld schwankt, und hier ist schon der Schälpslug an der Arbeit. Felder, Wiesen, Wälder. Unvermerkt sinken die Lider herab. In seiner Ecke schlummert man ein bißchen ein und träumt. Etwa von einer Wiese, auf der die Kühe weiden. Ein Ruck, der Zug hält, verschwunden ist das geträumte ländliche Idyll. Wir halten auf dem Bahnhof. Es klingt erst wie eine Fortsetzung des Traumes — oder, nein! Hier muhen wirklich Kühe. Man sieht überrascht zum Fenster hinaus und erblickt auf dem Nebengleis einen anderen Zug, auch voll mit Reifenden, aber mit vierbeinigen. Weg ist der Schlaf, das müssen wir uns doch genauer ansehen! Die Türöffnungen um anderen Zug sind mit Tiergittern verstellt, und frische Luft und Sonne können ungehindert in den Wagen. Aus einem Wagen weiter vorne guckt ein Pferd heraus und scheint den menschlichen Reisenden des anderen Zuges freundlich zuzuwiehern. Das muß aber ein ganz besonders vornehmer Reisender sein! Das Pferd hat ganz allein für sich ein Abteil, es fährt erster Klasse! Die Kühe hier vor uns sind geselliger. Da sind mehrere in einem Wagen. Man sieht, daß sie angebunden und so gestellt sind, daß sie sich nicht gegenseitig versehentlich einen zu harten Freundschaftsklaps versetzen können. Während aus dem gegenüberliegenden Fenster unseres Abteils vom Bahnsteig her die Stimme des Ausrufers tönt, der Erfrischungen anpreist, kommt hier der Begleiter des Tiertransportes mit zwei Eimern frischem Wasser an. Bei der Hitze gibt es natürlich auch bei den Tieren Durst. In langen Zügen trinken die Pflegebefohlenen. Dann knotet der Mann noch einen Bund Stroh auf, damit die Tiere wieder sauber und weich liegen. Im Nebenwagen ist Torfmull gestreut. Unsere beiden Züge haben etwas Aufenthalt, und so entspinnt sich ein Gespräch mit dem Begleiter da drüben, der für das Wohl der Tiere sorgt. Ja, schon einen ganzen Tag seien sie unterwegs, die Reise gehe fast durch das ganze Deutsche Reich hindurch. Bequem? O ja, bequem haben es die Tiere schon! Die Wagen sind geräumig und fahren ruhig, und vor Luftzug seien sie gut geschützt. Und während ein Bahnbeamter hinzutritt, fragt man, ob denn jetzt, wo die Seuche so verbreitet sei, solche Tiertransporte nicht gefährlich seien. Nein, meint der Beamte, eine Verschleppung wäre ganz ausgeschlossen, denn nach jedem Transport müßten die Wagen nicht nur gereinigt, sondern auch gründlich desinfiziert werden. Da mischt sich mein Nachbar links neben mir am Fenster ins Gespräch. So eine Reise, die müßte den Tieren doch sicher sehr schaden! „Aber nicht im mindesten", antwortete der Beamte. „Die Tiere werden sehr sorgfältig behandelt. Sie' sollen nur einmal sehen, wie munter die Viecher am Bestimmungsort ankommen." Der Begleiter erzählt uns nun, wie die Reise begonnen wurde. Schon ein paar Tage vorher wurde auf dem Heimatbahnhof der Viehwagen bestellt und stand am Abreisetag vor einer Rampe Geschichten um den Prinzen Engen. Von Alfonö von Czibulka. Prinz Eugen scheint recht derben Späßen nicht abgeneigt gewesen zu sein. Ein solcher kostete ihm sogar die Freundschaft des ausgezeichneten, freilich auch eitlen Feldmarschalls Grafen Guido Starhem- berg. In der ganzen Armee erzählte man sich immer wieder Beispiele von dessen Kaltblütigkeit und unerschütterlicher Ruhe. Und vor allem Starhemberg selbst erzählte davon. Da wollte ihn Prinz Eugen auf die Probe stellen. Er gab seinen hohen Generälen ein Gastmahl im Freien, im schönen Parke vom Schloßhof. Vorher hatte er unmittelbar hinter Starhembergs Stuhl eine kleine, natürlich ungefährliche Mine legen lassen. Auf ein bestimmtes Zeichen wurde sie gezündet und flog krachend hoch. Während die übrigen Gäste, die doch auch nicht gerade schreckhaft waren, an ein Attentat glaubend, aufsprangen, blieb Starhemberg, ohne sich auch mir umzusehen, sitzen und leerte gelassen sein Glas. Nur Humor besaß er keinen. Denn er hat dem Savoyer diesen Scherz sein Leben lang nicht vergessen. * Als Prinz Eugen infolge eines diplomatischen Auftrags einige Wochen in London weilte, war er auch Gast des Grafen Oxford. Diesem intriganten englischen Staatsmann war es eben gelungen, den weltberühmten britischen Marschall Herzog von Marlborough, den Waffengefährten und Mitfeldherrn Eugens in den großen siegreichen Schlachten von Höchstädt, Oudenaarde und Malplaquet, zu stürzen. Bei der Tafel sagte Lord Oxford, sich an den Prinzen Eugen von Savoyen wendend, daß er sich glücklich preise, den größten Feldherrn seiner Zeit bei sich zu Gast zu sehen. Da gab Eugen die schneidende Antwort: „Wenn ich das wirklich wäre, dann würde ich das einzig und allein Ihnen verdanken, Mylord." * Als man in dem Kronrat, der darüber entscheiden sollte, ob man es wagen könne, den dem Reich auf- gezwungenen Krieg gegen die halbe Welt zu führen, ängstlich nach Verbündeten jammerte, da tat Sugen seinen berühmten Ausspruch: „Marschieren wir erst, dann werden wir schon Verbündete finden!" Aehnlich äußerte er sich auch bei einer anderen Gelegenheit. In Wien hatte man die vielberufene Pragmatische Sanktion verkündet, die die Unmittelbarkeit der kaiserlichen Erblonde und die Thronfolge der Erzherzogin Maria Theresia aussprach. Durch endlose diplomatische Verhandlungen und durch noch endloseres Papier versuchte man die Anerkennung dieses habsburgischen Hausgesetzes durch die auswärtigen Mächte zu erreichen. Es gelang mit sehr viel Worten und noch mehr Geld. Aber viel Vertrauen zu dieser Flut von Verträgen hatte man in Wien wohl selber nicht. Da fragte man den Prinzen Eugen, wie man denn dieses habsburgische Hausgesetz den ländersüchtigen Nachbarn gegenüber eigentlich schützen solle. Trocken gab er zur Antwort: „Das einzige Mittel, die Pragmatische Sanktion zu sichern, ist, 140 000 Mann auf den Beinen zu halten." Und ein anderes Mal sagte er: „In gefährlichen Zeiten bestehen Rat und Tat in nichts anderem als in der Armee." * Ein Armee-Auditeur hatte ein gesetzwidriges Urteil gefällt. Als man sich darüber bei Prinz Eugen beschwerte, antwortete er: „Man beruhige sich! Ich habe dem Auditeur einen meiner Offiziere geschickt und ihn für diesmal noch mit Worten ermahnen, ihm aber zugleich sagen lassen, daß ich ihm nächstens meinen Stallknecht schicken werde, der ihn mit Stockschlägen an feine Pflichten erinnern wird, falls er sie noch einmal vergessen haben sollte." In der großen Schlacht bei Malplaquet wurde der Feldmarschall des Reichs erheblich verwundet. Seine Umgebung drang in ihn, er solle das Schlachtfeld verlassen und sich zu einem Arzt begeben. Er weigerte sich. Als man ihn daraufhin bat, sich doch wenigstens verbinden zu lassen, antwortete er: „Wenn es mir bestimmt ist, heute zu fallen, wozu bann der Verband? Wenn aber nicht, hat es am Abend immer noch Zeit." * Als Prinz Eugen durch Ludwig XIV., den er um eine Kompanie gebeten hatte, in verletzender Weife abgewiesen worden war und nach Oesterreich ging, da hat er als Zwanzigjähriger den Schwur getan, den Boden Frankreichs hie anders wieder als mit Dem Degen in der Faust zu betreten. Er hat diesen Schwur gehalten. Aber «ich jonst stand er zeitlebens zu seinem Wort. Wie groß das Vertrauen zu ihm in aller Welt war, davon zeugt ein Ausspruch, der in dem von den Franzosen belagerten Turin getan wurde. Monate dauerte schon die Belagerung Proviant und Munition gingen zu Ende. Wohl stand ein kl em es Entsatzheer' unter dem Kommando Eugens in S>'d- tirol Aber die Pässe nach Oberitalien waren durch eine starke französische Armee verriegelt. Und zwischen Verona und Turin standen noch zwei weitere feindliche Armeen, von denen eine jede allein stärker war als die gesamte Truppenmacht des kaiserlichen Marschalls. Die Lage Turins schien hoffnungslos. Da erhielt der dort kommandierende kaiserliche General Botschaft von Eugen, daß er zwar immer noch in Tirol sei, aber fein Wort verpfände, daß er Turin entsetzen werde. Als der in der belagerten Stadt mit eingeschlossene englische Gesandte dies hörte, sagte er: „Nun schlafen wir ruhig in Turin!" — Er behielt recht. Drei Wochen später schlug Prinz Eugen seine berühmte Turiner Schlacht. Gloria-palast: „Andalusische Nächte/' „Carmen" als Film: wenn man es sieht und hört, wundert man sich, daß der Film sich der Oper noch nicht bemächtigt hat. Aber das Drehbuch (von Florian R e y, Fred Andreas und Ph. Lothar May ring) aeht überraschenderweise nicht auf die Oper zurück,, sondern unmittelbar auf die Novelle von Meri'mee: das ist an sich — da es sich ohnehin nicht um ein selbständiges Drehbuch handelt — kein Fehler; immerhin muß man staunen, daß die Bearbeiter auf Bizets Musik verzichtet haben, die doch allein den Stoff bis heute lebendig und zugkräftig erhalten hat, und zwar mit Recht. Die Fabel schöpft ihre entscheidenden Wirkungen aus der Vorstellung von einem romantischen Spanien mit viel Liebe, Schenkenmusik, Kastagnettentanz und Stierkampf, außerdem aus der naturgegebenen Spannung zwischen Schmugglern und Soldaten: zwischen diesen Gegnern Carmen, der spanische Weibsteufel, dem die Männer verfallen sind, der „kein Glück bringt" und die Männer zugrunde richtet. Das kennzeichnet die vom Ensemble markant abgehobene darstellerische Leistung der Jmperio A r g e n t i n a: sie bringt von Natur aus alle Eigenschaften mit, die man in der Figur der Carmen zu finden erwartet, das zigeunerhaft unstete, rassige Temperament, das jeder Aeußerung einen eigentümlichen Schwung gibt und selbst über bedenkliche Momente wie die üble Rauferei in der Kneipe hinweghilft; außerdem verfügt sie — neben einer sehr flüssigen Beherrschung des spanischen Tanzstiles — über eine locker angesetzte, sauber artikulierte und biegsame Singstimme; dies kommt der Rolle außerordentlich zustatten, die auf breite Strecken wie eine ausgesprochene Gesangspartie wirkt. Endlich ist Argentina eine typisch romanische Schauspielerin, die Freude hat an der großen Szene, am routiniert beherrschten Theater und am szenischen Effekt. Die Spielleitung von Herbert Maisch arbeitet solche Wirkungen sehr bewußt und mit nachdrücklicher Betonung heraus; die Ufa hat ihm für die Inszenierung beträchtliche Mittel an Statisterie und Ausstattung (besonders auch für die Architektur) zur Verfügung gestellt. Darstellerisch sind neben der Argentina, freilich in weniger ergiebigen Aufgaben, in erster Linie Friedrich B e n f e r (Don Jose), Karl K l ü s n e r (Antonio), Jürgensen, Schürenberg, Legal und Margit Symo zu nennen. Die Musik schrieben Jose Muncz - Molleda und Juan Mostazo- Murales. — ♦ Im Beiprogramm sieht man neben der Wochenschau einen auch textlich bemerkenswert gut redigierten Kulturfilm, der in die amerikanischen Nationalparks, das „Sehnsuchtsland unserer Jugend", führt: aber wo einst die Rothäute auf dem Kriegspfade waren, schlagen heute Vergnügungs- und Hochzeitsreisende ihr Lager auf und werden zu festen Preisen mit Romantik bedient. Hans Thyriot. Hochschulnachrichten. Geh.-Rat Professor Dr. Martin Benno Schmidt, ehern. Ordinarius der Pathologie an der Universität Würzburg, beging seinen 75. Geburtstag, nachdem er im April vorigen Jahres fein Goldenes Doktorjubiläum hatte feiern können. In Straßburg wurde er 1900 zum außerordentlichen Professor ernannt. 1906 wurde er als Ordinarius und Direktor des Pathologischen Instituts an die Akademie für praktische Medizin in Düsseldorf berufen, ging später nach Zürich, dann nach Marburg und 1913 nach Würzburg. 1934 wurde Geh.-Rat Schmidt auf fein Gesuch von den amtlichen Verpflichtungen entbunden. Seit 1903 gab er das „Zentralblatt für allgemeine Pathologie" heraus. An der Universität G r e i f s w al d wird der ao. Professor Dr. Curt Heidermanns in Bonn, die durch das Ausscheiden von Professor Matthes freigewordene Professur für Zoologie vertretungsweise übernehmen. — Dozent Dr. Freiherr von Gemmingen - Homberg in Greifswald ist unter Berufung in das Beamkenverhältnis auf Lebenszeit zum persönlichen o. Professor ernannt worden. Ihm wurde mit Wirkung vom 1. Juli 1938 ab an der Universität Halle die freie Planstelle eines ao. Professors mit der Verpflichtung verliehen, das Strafrecht, das Strafprozeßrecht ' und die Rechtsphilosophie in Vorlesungen und Hebungen zu vertreten. Gleichzeitig ist Professor von Gemmingen zum Direktor des Rechtswissenschaftlichen Seminars der Universität Halle ernannt marben. bereit. Ganz bequem wären die Reisenden hineinspaziert, ohne erst durch eine Sperr« zu gel)en. Die Fahrkarte wird auch nicht geknipst. Keine Fahrkarte? Oho! Doch haben sie eine, hier: den grün* geränderten Tierfrachtbrief! Im Laufe der Meise seien dann noch weitere Wagen hinzugekommen, und schließlich war ein ganzer Diehzug beisammen. Der Beamte fügt hinzu, daß Tiere immer mit Eilgüter- und schnellfahrenden Güterzügen befördert werden, manchmal auch mit Personenzügen. Dann also sind sie richtige Reisegefährten, lacht mein Nachbar. Der Diehzug ruckt an und wird ein Stück vorgeschoben. Während er langsam an uns vorüber, gleitet, werfen wir einen Bliick in die andern Wagen. Hier sind z. B. kleinere Tiere drin, Ferkel, Geflügel, Kaninchen, und sie stecken in Kisten, Körben und anderen Behältnissen. Ueberall herrscht lautes und ein bißchen aufgeregtes Leben, Grunzen, Gackern und Schnattern. Dann entgleitet neben uns der letzte Wagen; das Gleis ist wieder leer. ZdR. Dornotizen. Tageskalender für Freitag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Andalusische Nächte". RS.-Gememschast„Kraft durch Freude". Amt Reisen — Wandern — Urlaub. Für die Rorwegenfahrt SF. 103 vom 13. bis 20. September 1938 sind einige Plätze frei geworden. Anmeldungen können noch in der Geschäftsstelle, Lettersweg 60, abgegeben werden. Teilnehmerpreis beträgt 60,— RM. Abteilung Sport. heule abend findet wieder die Schwimmstunde im Volksbad in der Zeit von 20.30 bis 21.30 Uhr und von 21.30 bis 22.30 Uhr statt. 5487D Obstbäume werden gezählt. Lpd. Die letzte Obstbaumzählung im Deutschen Reich fand im Jahre 1934 statt, wobei etwa 125 Millionen ertragsfähige Bäume ermittelt wurden. Diese Erhebung vom Jahre 1934 weist nach dem Urteil von Sachverständigen des deutschen Obstbaues zum Teil große Lücken auf, weil damals der Zweck der Erhebung von den Besitzern nicht immer verstanden wurde, auch das Interesse an der Baum- pflege nicht überall im gleichen Maße vorhanden war und vor allem, weil ein großer Teil der Besitzer seine Angaben nur in abgerundeten Zahlen und damit meist zu niedrig machte. Inzwischen sind nun auch erhebliche Aenderungen im Obstbaumbestand eingetreten, einesteils durch die zahlreichen Neupflänzungen, zum anderen Teil durch die Ausmerzung vieler Bäume bei der wegen der Schädlingsbekämpfung angeordneten Entrümpelung der Obstgärten. Um eine zuverlässige Unterlage für die Ermittlung der Obsterträge zu erhalten, wird noch im Spätsommer auf Anordnung des Reichsernährungsministers eine Zählung aller Obst- bäume im gesamten Reichsgebiet durchgeführt. Gezählt werden Obstbäume und Sträucher im Hausgarten, auf freiem Ackerfeld, an Straßen und Eisenbahndämmen. Erfaßt wird Standort, Baumform und Ertragsfähigkeit der Bäume. Die Erhebung soll außer der einwandfreien Er- fassuna der Obstbäume nach Zahl und Art auch die Unterlagen für die regelmäßige E r m it t - lung der höhe der Obsternten geben, deren Ergebnisse für die Regelung des Absatzes von großer Bedeutung sind. • * ** Silberne Hochzeit. Am morgigen Samstag, 27. August, können der Kaufmann Heinrich Fahrenbach und Frau, geborene Weber, Frankfurter Straße 73, das Fest der silbernen hoch- zeit begehen. Der Jubilar ist durch seine rege Mit- Alles Alteisen -em Vaterland! Aufruf der Kreisleitung Wetterau. Der mit der Durchführung des Vierjahresplanes vom Führer beauftragte Geueralfeldmarfchall, S2L- Obergruppenführer Hermann Göring, der Schöpfer der neuen deutschen Luftwaffe, hat das gesamte deutsche Dolf zu einer umfangreichen Schrottfammelaktion aufgerufen und die SA. mit deren Durchführung beauftragt. Ich richte daher an alle Volksgenofsen des Kreises Dellerau die Bitte, stellt alles verfügbare Alteisen, wie alte Oefen, Eisenreife, unbrauchbare Maschinenteile, nicht mehr verwendbare Pflugscharen und Eggen, eiserne Behälter, alte Eisengitter und dergleichen, zur Verfügung. In jedem bäuerlichen Betriebe, in jedem haushalte und Gewerbebetriebe läßt sich solches Alteisen finden, und sei es auch noch so wenig. Für euch ist dieses Altmaterial wertlos, für das Vaterland aber wertvoll. Darum stellt es bereit und gebt es der SA.» die es in der Zeit vom 22. bis 2 7. August abholt. Backhaus, Sreisleiter. Vorbildliche Zeltstadt für die hessen-nassauischen Marschteilnehmer NSG. In diesen Tagen wurden im Gau Hessen- Nassau die Appelle für die Marschteilnehmer der Partei am diesjährigen Reichsparteitag beendet. Die 4048 Parteigenossen unseres Gaues haben damit ihre letzte Ausrichtung für das größte politische Geschehen in den ersten Septemberwochen erhalten und stehen nunmehr für Nürnberg bereit. vorbildlich sind die Männer in ihrem Auftreten und ihrer Haltung, so daß sie den Gau h e f - sen-Rasfau würdig vertreten werden und vor den Augen des Führers bestehen können. Inzwischen ist im Lager Moorenbrunn, in dem die Marschteilnehmer während ihres Aufenthaltes in Nürnberg untergebracht werden, unermüdlich gearbeitet worden. Born Reichsarbeitsdienst wurden jetzt die Zeltager fertiggestellt. In den nächsten Tagen wird mit dem Ausbau des Lagers begonnen. Wie wird nun das Zeltlager Moorenbrunn nach seiner Fertigstellung aussehen? Das Lager teilen die Marschteiln^hmer unseres Gaues mit den Kameraden aus den Gauen Düsseldorf, Magdeburg-An- Halt und Mecklenburg. Für je zwei Gaue werden die Zelte in einem offenen Viereck um einen freien Platz errichtet. Mit dem Gau Hessen-Nassau bildet der Gau Mecklenburg eine abgeschlossene Zeltstadt. Zum Lager führt von der neuen Straße aus, die erst in oiesem Jahre fertiggestellt wurde, eine etwa 30 Meter breite Straße. Am Eingang Aum Lager wird eine große Pforte errichtet, die besonders geschmückt wird. Auf dem Tor wird in großen Buchstaben schon von weitem zu lesen sein, daß die Zeltstadt das Lager des Gaues Hessen-Nassau ist. Rechts vom Eingang liegen die Baracken für die Lagerleitung, links ist das Wachzelt aufaebaut. Neben dem Wachzelt befindet sich das Derpflegungszelt, an das sich dann die Unterkunftszelte anschlreßen. Insgesamt wurden für den Gau Hessev-Rasiau 22 Zette errichtet, die mit je 184 Mann belegt werden. Die Zelte nehmen die Längsseite und die Hälfte der Querfette ein. Dor den Zelten stehen das Sanitätszelt und das Zelt der Feuerwache, hinter jedem Zelt wurden die Waschvorrichtungen erstellt, die in wenigen Schritten vom Zelt aus zu erreichen sind. Das gesamte Zeltlager wird von Fahnenmasten umsäumt, von denen während des Reichsparteitages die siegreichen Flaggen des Nationalsozialismus wehen und dem Gelände einen festlichen Anblick geben werden. In der Mitte des freien Platzes, der von den Zelten des Gaues Heffen-Naffau und des Gaues Mecklenburg begrenzt wird, erhebt sich der Kommandoturm, von dem aus die Befehle der Lagerleitung erteilt werden. Der kommandoturm ist umgeben von dem Fahnenhof, der aus den Fahnen der beiden Gaue gebildet wird. Vor dem eigentlichen Laaer sind Derkaufsstände aufgebaut, in denen die Lagerinsassen sämtliche Bedarfsartikel kaufen können. Die Zelte selbst werden für den Aufenthalt so angenehm wie möglich gestaltet. Zum Schlafen und Ausruhen werden nicht mehr Strohlager dienen, sondern es werden Pritschen mit Matratzen aufgestellt. Jedes Zelt erhält weiter eine Lautsprecheranlage. Zum Veichsparieitag: Gonderzug Gießen-Nürnberg. NSG. Die Politischen Leiter des Gaues Hessen- Nassau werden in diesem Jahre insechsSönder- zügen zum Reichsparteitag 1938 nach Nürnberg gebracht. Zwei Züge fahren schon am 5. September ab Frankfurt a. M., während die restlichen vier Züge am 7. September den Gau verlassen. Sämtliche Züge kehren am 14. September wieder zurück. Don Gießen aus verkehrt ein Sonderzug hin und zurück nach folgendem Fahrplan: Zug Nr. 316 - Zug Nr. 1316 Hinfahrt: 7.9.1938 Rückfahrt: 14.9.1938 5.15 ab Gießen an 15.29 5.47 Hungen „ 14.56 6.08 Nidda „ 13.44 6.37 Stockheim „ 13.18 6.53 • e Büdingen „ 13.04 7.23 Gelnhausen „ 12.34 8.45 Schlüchtern „ 11.58 9.12 Elm „ 11.23 14.05 an Nürnberg-Dutzendteich ab 6.33 arbeit an der Aufgabe der Kameradfchasten der alten Soldaten in weiten Kreisen bekannt uni) beliebt geworden. Dem Jubelpaar auch unseren herzlichen Glückwunsch! ♦ * Unfälle. Ein 22jähriger Metallarbeiter aus der Glaubrechtstraße geriet mit der linken Hand in eine Drehbank und zog sich eine schwere Handquetschung zu. — Ein 52jähriger Schneidermeister kam in der Bismarckstraße unglücklich zu Fall und erlitt einen Bruch des rechten Oberarmes. — Eine 14jährige Schülerin aus der Crednerstraße wurde von einem Hunde angefallen und schwer in die linke Hand gebissen. — Beim Spiel im Schulhof erlitt eine Schülerin aus der Feuerbachstraße einen Ellen- bogenbruch. Die Verunglückten wurden in die Chirurgische Klinik gebracht. * * Probealarm der Feuersirene. Von der Feuerwache wird am heutigen Freitag zu verschiedenen Zeiten eine neuaufgebaute Feuersirene probeweise in Betrieb gesetzt werden. E^ besteht also beim Ertönen dieser Sirene kein Grund zur Beunruhigung. * * D i e Schwimmhalle des Städtischen Volksbades ist vom heutigen Freitag ab wieder geöffnet. Aus der engeren Heimat. Unfälle auf dem Lande. Der 39jährige Arbeiter Karl Sommer aus Leihgestern geriet mit der rechten Hand in ein rotierendes Messer und zog sich schwere Verletzungen zu. — Mit mehreren Rippenbrüchen mußte der 28jährige Arbeiter Otto Will, ebenfalls aus Leih- gestern, in ärztliche Behandlung gebracht werden. Ein zurückschnellender Bremshebel traf ihn an der Brust. — Als der 41 Jahre alte Landwirt Heinrich Hofmann aus Lützellinden in seiner Scheune Stroh auf die Tenne werfen wollte, stürzte er ab und erlitt dabei einen Fußgelenkbruch. — Bei einem unglücklichen Sturz von einem Stuhl brach sich die 57jährige Ehefrau Wilhelmine Becker aus Dorlar den rechten Oberarm. — Der 60 Jahre alte Landwirt Wilhelm Jost aus Atzenhain wurde im Stall von einer Kuh angegriffen und getreten. Dabei erlitt er einen Bruch der linken Schulter. — Mit einem komplizierten Armbruch wurde der Landwirt Johann Eckhardt aus Hochelheim in ärztliche Behandlung gebracht. Sämtliche Verunglückte wurden in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht. Landkreis Gießen. * Klein-Linden, 26. Aua. In Allendorf an der Lahn wurde am 16. August ein Fahrrad ge» stöhlen, das trotz eifrigen Suchens nicht auf gefunden werden konnte. Am Tage darauf wurde das Fahr- rat) in Klein-Linden herrenlos aufgefunden und bei der Polizei abgegeben. Die Nachforschungen haben nun ergeben, daß dieses Rad einem Manne namens Richard hedderich aus Lützellinden gehört, ihm bei einem Aufenthalt in Allendorf gestohlen und nach Klein-Linden verschleppt worden war. * Allendorf (Lahn), 26. Aug. Dieser Tage ereignete sich beim Fruchteinholen ein Unfall. Ern hochbeladenes Fuhrwerk stürzte auf schlechter Straße um und die Getreidemassen begruben eine Frau unter s i ch. Erst nach einiger Zeit gelang es, die Frau zu befreien. Die Verunglückte hatte bei dem Sturz vom Wagen eine Gehirnerschütterung erlitten und mußte in ärztliche Behandlung gebracht werden. ch Steinbach, 25. Aug. Der im Dienste der Post fahrende Autobus Gießen — Steinbach erlitt heute abend auf seiner Fahrt Gießen ab 17.20 Uhr in Annerod einen Unfall. Als der Wagen um die unübersichtliche Kurve bei der Kirche in Annerod fuhr, fuhr ihm von der Gegenseite ein Personenauto in d i e Flanke. Glücklicherweise entstand nur Materialschaden, immerhin mußten die Fahrgäste aus Steinbach zu Fuß von Annerod hierher gehen. cxd Eberstadt, 25. Aug. Dieser Tage wurde die hiesige Freiwillige Feuerwehr überraschend zu einer Nachtübung alarmiert. 0.10 Uhr blies der Signalist und nach 15 Minuten waren zahlreiche Feuerwehrmänner am Spritzenhaus angetreten. Rasch ging es bann mit den Geräten zur angenommenen Brandstelle. Eine Scheune in Der Nähe des Brandweihers war das Objekt des Angriffs. In wenigen Minuten konnte Wasser gegeben werden. Die Spritze arbeitete tadellos. Die Wehr bewies mit dieser Hebung ihre Schlagfertigkeit recht eindrucksvoll. Kreis Schotte». △ Laubach , 25. Aug. Am Freitag, 26. August, feiern der Altersinvalide Johannes Högel V. und Ehefrau Marie, geb.-Althaus, in geistiger und körperlicher Frische das Fest der goldenen Hochzeit. > Laubach, 24. Aug. Am Sonntag veranstaltete der hiesige Schützenoerein fein diesjähriges Hauptschießen. Die Beteiligung Der Schützen — auch von auswärts — war gut. Abends fand im „Schützenhof" die Preisverteilung statt, die folgendes Ergebnis hatte: Schützenkönig wurde Karl Schlörb (Walkmühle), 166 Ringe; 1. Ritter: 35. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) ,Es ist Hände zitterten. »be war und alles andere ein törichter Irrtum. (Fortsetzung folgt!) Es dauerte eine hinterkam, warum legte die Zeitung weg, seine 38. Jufftieg unternehmen. Ich bleibe dicht hinter Ihnen, und wenn Es verging kein Tag, an dem sich nicht Peter Stoll eingefunden hätte. Die Besuche in Lauterbrunn Zwei hinter Gisela. Vornan von Hans Hirthammer. Urheberrechtschutz Verlag Oskar Meister, Werdau/Sa. Tatsächlich, der Zuruf hatte seine Wirkung nicht verfehlt, sie kamen wieder ein schönes Stück vorwärts. Sie waren nur noch etwa zwanzig Sprossen vom Ziel entfernt, da ging es von neuem los. Gisela rührte sich nicht mehr von der Stelle. „Ich kann nicht mehr!" kam es kläglich. „Mir ist so elend. Ich kann mich nicht mehr halten." So, da hatte man die Bescherung. „Gisela", bettelte er. „Gleich sind wir oben! Versuchen Sie es! Alle Kraft zusammennehmen! Es muß gehen!" „Ich kann nicht!" hauchte sie. Da beschloß er das Aeußerste zu wagen. Zum Glück war Die Leiter breit genug, daß er sich noch einige Sprossen emporarbetten konnte, bis seine Schultern etwa in der Höhe ihrer Hüften waren. Mit Der einen HanD sich festklammernd, umfaßte er sie mit Der anderen, so gut es gehen wollte. Er preßte Die ZitternDe mit aller Gewalt an sich und begann nun höher zu klimmen, fest an die Leiter geschmiegt, ganz langsam, Sprosse um Sprosse. „Es ist eine reizenDe Stube Droben!" redete er ihr zu, um sie von Der Gefahr abzulenken. „Ein Tisch, ein paar Stühle unD ein ganz wurmstichiges Sofa. Früher war Das nämlich Die Behausung des Turmwächters, wissen Sie. Der hatte nichts weiter zu tun, als auf Die Feinde zu lauern und alle zwei Stunden in fein Horn zu blasen. Ein beschauliches Dasein, nicht?" Während er so auf sie einredete, rann ihm vor Anstrengung der helle Schweiß von der Stirn. Mit Dem letzten ÄraftaufmaxD zerrte er sich unD seine Last in Die Höhe. Jetzt noch zehn Sprossen, ah, noch neun, nun noch acht! Sein Kopf tauchte über die Bodenluke, jetzt schoben sich Die Schullern nach — und Dan» war es so weit, daß er das Mädchen über den 3Mnb des Stubenbodens hinweg kippen konnte. In dem Augenblick, da Gisela festen Boden unter sich fühlte, loste sich die schwindelige Lähmung ihrer Sinne, und als Peter mit einem keuchenden Atem- stoß sich neben ihr niederließ, fühlte er sich plötzlich von ihren Armen umschlungen, sah ihr schluchzendes Gesicht dicht an dem seinen. Es war das neugeschenkte Leben, das sie zu- emanbertneb und alle Hemmungen versinken ließ „Peter!" stammelte sie. „Nicht böse fein, Peterle!" ..Sehr böfe, Madel!" jubelte er und küßte sie. und versank in diesen Kuß wie in einen Adarund des Glückes. Endlich erschien Der Heißersehnte. Sein Gesicht war bleich, verstört, die Haare standen ihm wirr um den Kops. Er stolperte ins Auto, und im nächsten Augenblick setzte sich der Wagen in Bewegung. „Verflucht!" dachte Toni, während er sich auf die nächste Straßenbahn schwang. „Dem ist ja der Schreck ordentlich in Die GlieDer gefahren! Kunststück, wenn man feine mühsam gegerbten Felle. Davonschwimmen sieht!" Noch am gleichen Tage stellte Kindlmann Den Be- sitzer des Wagens fest. Es war eine Frau Dorothea Malick, wohnhaft in der Neanderstraße. Am andern Morgen berichteten die Zeitungen in großer Aufmachung von einem Mord in der Milmersdorfer Straße. Eine alleinstehende Witwe, eine gewisse Frau Kretschmar, war erwürgt auf dem Sofa ihrer Stube aufgefunden worden. Nach den ärztlichen Befunden mußte das Verbrechen etwa gegen fünf Uhr nachmittags am Vortage verübt worden fein. Don dem Täter fehlt jede Spur, jedoch waren eifrige Nachforschungen im Gange, wer die Frau in der fraglichen Zeit besucht hatte. Toni Kindlmann ' “ ~ ’ Kindlmann verließ mit einem siegesfrohen Lächeln Das Haus. Ein Glück, Daß man Dem Burschen noch zuoorgekommen war! Vielleicht wäre es ihm doch gelungen, Die Alte Durch UeberreDung unD durch Geld zum Schweigen zu bringen. Dor Dem Haus stand ein Auto. Ob Radegast Darin angefommen war? Ob es ihm selber gehörte? Tom beschloß, auf Radegasts Rückkehr zu warten und widmete sich mit hingebungsvollem Eifer Der Betrachtung Der umliegenden Schaufenster, nachdem er sich die Steuernummer des Autos aufgeschrieben hatte. Es dauerte peinlich lange, bis Radegast zum Vorschein kam. Toni zog ungeduldig die Uhr. Zehn nach fünf. Lange konnte er nicht mehr warten, da er sich mit Heli verabredet hatte. Und sie, indem sie feinen Kuß empfing und dann von der Beschenkten zur Schenkenden wurde, sie wußte, daß dies allein Die Liebe war und «lles Peter blickte sie forschend von der Seite an. Ihre Kaltblütigkeit dünkte ihm nicht gaiu echt. “ " am besten, wenn Sie zuerst den Aufstie in Der Nähe Des Schloßdaches, unD Dann tat sich ringsum Die Landschaft gewaltig und weit den staunenden Blicken auf. Die Treppe endete auf einen Söller, von dessen Plattform man weit hinaus über Täler und Höhen blicken konnte. Hengersdorf lag tief ju den Füßen der Schauen- den, wie aus einer SpielzeuAchachtel hingestellt. An der Grenze des Blickfeldes glitzerten hinter dunstigen Schleiern Die Dächer unD Türme von Breslau. Als sie sich satt gesehen hatten, deutete Peter nach dem Hintergrund des Söllers. „Hier, Fräulein Gisela, das ist Die Leiter. Wollen Sie sich wirklich hinaufwagen?" Gisela hob Den Blick nach oben, wo Das Gestänge der Leiter im Dunklen verlchwand, und es wuroe ihr doch ein wenig schummrig zumute. Aber nicht um alles in der Welt hätte sie eingestanden, daß sie im Begriffe war, Den Mut zu verlieren. „Warum nicht!" sagte sie mit geringschätzigem Naserümpfen, und plötzlich packte sie die Lust an Dem Abenteuer. „Wollen Sie Den Anfang machen geraume Zett, bis Gisela da- sie sich auf eine fo befonDere Art glücklich fühlte. Sie wußte zunächst-nur, daß dieses Glücksgefühl nichts mit der äußerlichen Der- änderung ihres Lebens zu tun hatte. waren ihm zu einer lieben und köstlichen Gewohnheit geworden, und als Lore Jasper einmal lächelnd behauptete, daß sie diesen Eifer äußerst verdächtig fände, da wurde er zuerst verlegeb, und dann bekam er Lore an den beiden Schultern zu fassen und legte ein Geständnis ab. „Ich habe mir schon so etwas gedacht!" sagte Lore. „Glaubst du, daß — daß sie mich mag?" „Da mußt du sie schon selber fragen, mein Lieber! Paßt sie denn zu Dir? Das arme Ding zu Dem zukünftigen Fabrikleiter?" „Deine Dummen Witze kannst Du für dich behalten, Mädel!" lachte er. Dann wurde er ernst. „Weil du gerade vom „Fabrikleiter" sprichst — du, ich habe ein hübsches Grundstück für die Fabrik gefunden. Unmittelbar an der Bahn! Es gehört zum Lauter- brunner Besitz. Ob man es wohl bekommen könnte?" „Du kannst ja einmal mit Kindlmann darüber sprechen! Aber sieh vor allem zu, daß du mit der Gisela ins Reine kommst, das ist die Hauptsache!" Als er an jenem Tage nach Lauterbrunn kam, fand er Gisela mit der Lektüre eines Briefes beschäftigt. Bei seinem Eintritt legte sie ihn hastig beiseite. Ihr Gesicht war verdunkelt, und er hatte fast den Eindruck, als habe etwas Fremdes von ihr Besitz ergriffen, das sie nicht gleich abzuschütteln vermochte. „Unangenehme Nachrichten?" fragte er, nachdem er sie begrüßt hatte. „Man ruft Sie doch nicht etwa vom Urlaub zurück?" ,Xd) nein! Nichts von Bedeutung!" Sie wußte selber nicht, warum sie sich über den Brief von Radegast ärgerte. Er schrieb zärtlich wie immer, berichtete von den Vorbereitungen zur Hochzeit und von seiner Sehnsucht. Wie fremd war ihr dieser Mann geworden in den paar Tagen, da sie ihn nicht mehr gesehen hatte! So fremd, daß sie sich fein Gesicht nur noch in verschwommenen Umrissen vorstellen konnte. Sie schob mit einem tiefen Atemzug die quälenden Gedanken von sich. Noch war sie hier in Lauterbrunn, noch war Peter Bürger bei ihr, noch Durfte sie glücklich sein. „Ich wäre heute in der rechten (Stimmung, etwas Waghalsiges zu unternehmen!" rief sie in übertriebener Luftigkeit. „Wie wäre es mit dem längst versprochenen Bufftieg auf Den Schloßturm?" „Herrlich! — Wenn Sie Lust dazu haben —?" Eine halbe Stunde fpäter betraten sie den Schloß- Hof und gelangten zu der kleinen Eisentür, die Den Zugang zum Turm bildete. In steilen und engen Windungen führte die Wendeltreppe nach oben. Don Zeit zu Zeit gab eine Luke den Blick frei. Man benützte Die Gelegenheit unD steckte Den Kopf hinaus. Immer tiefer versank Das weiße Viereck Des Hofes. Nun war mau schon Sie Dann wirklich schwinDlig werden sollten, kann ich Ihnen helfen. Vernünftiger wäre es ja, wenn wir Den Unsinn bleiben ließen!" Aber Gisela lachte nur. Sie stand schon am Fuß Der Leiter, nickte ihm noch einmal großartig zu und nahm dann Das Werk schneidig in Angriff. Peter folgte ihr kopfschüttelnd. Zunächst ging alles gut. Gisela tarn mit ihrer Gelenkigkeit mit ziemlicher Schnelle voran. „Bravo, Fräulein Gisela!" feuerte Peter sie an. Er warf einen Blick in die Tiefe und stellte fest. Daß sie schon reichlich über Die Hälfte Des Weges zurückgelegt hatten. Die Leiter schwankte beträchtlich unter Der Doppelten Last, und dies mochte wohl Die Ursache sein, daß Giselas Füße plötzlich unsicher murDen. Sie traten nicht mehr fest auf Die Sprossen, sondern begannen zu tasten, ungewiß nach ihrem Stützpunkt zu suchen. Plötzlich blieb Gisela stehen. Peter blickte empor und sah zu seinem Schrecken, Daß sie mit beiden Armen Die Leiter umklammert hielt. Ihre Augen starrten angstgeweitet in Die Tiefe. „Machen Sie Die Augen zu!" rief er. „Und nehmen Sie sich ein bißchen zusammen, ja! — Schlappmachen gibt es nicht!" Seine Stimme klang absichtlich scharf. Mochte sie denken, daß er wütend war! Es war die einzige .Möglichkeit, ihre Energie zu wecken, Universität sowie Sport- unb technische Lehrerinnen 420 600 Rundfunsteilnehmer Eine auf des For- , als die beste an- Lernt Maschineschreiben bei der DAF.! Ehrengauoberturnwart W.Mll 6vMreTurner und Deutsche Zugendmeisterschastten gestartet Die Spielturnier-Dokrunden. Goebbels an Rund- om die der In diesem Jahre konnte der bekannte und im Hessenlande hochgeschätzte frühere Turnerführer Wilhelm Will in Gießen, der von 1902 bis 1932 als Gauoberturnwart die turnerische Leitung des ehe- maligen Gaues Hessen im Mittelrheinkreis der DT. in sicheren Händen hatte, auf ein 60jähriges Wirken als ausübender Turner zurückblicken. Im Rahmen des diesjährigen Hoherodskopf-Bergfestes ist, wie wir Horen, vom DRL. eine schlichte Ehrung für den verdienten Veteran auf dem Gebiete der Leibeserziehung geplant. Wir haben in unseren Spalten das verdienstvolle Schaffen am Werk der Leibesertüchtigung unseres Volkes, das Wilhelm Mills ganzes Leben erfüllte, bei den verschiedensten Anlässen schon wiederholt eingehend gewürdigt. Die vielseitigen Verdienste des Jubilars lassen sich auf die kurze Formel bringen: Unter Mills Führung erlebte der ehemalige Hessengau eine beachtliche Steigerung der turnerischen Arbeit und der Leistungshöhe, und die stark vaterländisch betonte turnerische Haltung des Mannes trug wesentlich zur Erhöhung echten, rechten Turnergeistes bei. ten abhängen. Daneben ist auch der Aufschlag Riexingers eine wertvolle Waffe, die dem Gegner manchen Verlustpunkt beibringen wird. Die Hinter- Mannschaft mit Dr. P f e f f e r, M i ch e l s bzw. Mohr hat in diesem Kampf hochwertiger Mann« schäften einen schweren Stand, bedingt durch die Entwicklung des Faustballspiels in den letzten Jahren, die immer mehr auf eine Steigerung der Schlagkraft hindrängte, so daß heute die wuchtigen Schmetterschläge der Angriffsspieler dem Spiel ihr Gepräge geben. Diese Bomben zu meistern, immer am Ball zu sein, dazu bedarf es neben der selbstverständlichen Ballsicherheit nicht selten auch einer gehörigen Portion Glück. Wenn dieses Schlachtenglück auch einmal der Gießener Mannschaft zur Seite steht, was allerdings bis jetzt noch nie der Fall war, dann kann sie sich, gemessen an ähnlichen Kämpfen der vergangenen Jahre, immerhin eine kleine Chance ausrechnen, obwohl man zunächst wieder an einen Frankfurter Sieg denken muß. Neuer Weltrekord im Speerwu- Einen neuen Weltrekord im Speerwerfen stellte Yrjö Nikkanen (Finnland) bei einem lokalen Sportfest in Karhula auf. Der Finne schleuderte das Gerät 77,87 Meter weit. Alle Voraussetzungen, die zu einer offiziellen Anerkennung notwendig sind, waren erfüllt. und Doppel. Das Turnier im Fußball sieht nur sieben Mannschaften im Kampf, da das Obergebiet Oesterreich nicht vertreten :st. Das Gebiet Baden (1. FC. Pforzheim) blieb in der Vorrunde spielfrei und erreichte lampflos Sie Zurilchegrunde. 2)as> rmzige sage ausgegeben, zuerst nur für einen Zeitraum von 5 Wochen im Hochsommer, dann mit immer größerer Ausdehnung bis zum heutigen Umfange von vollen vier Monaten vom 1. Juni bis 1. September. Vorrundenspiel des Vormittags sah das Gebiet Franken (Franken Nürnberg) mit 8:0 (3:0) über das Gebiet Nordsee (Sparta Bremerhaven) erfolgreich. Wie schon aus dem Ergebnis zu ersehen, war es ein einseitiger Kampf, den die tüchtigen Nürnberger nach Belieben gewannen. Im Handball wurden zwei Vorrundenspiele durchgeführt. Zuerst setzte sich Mittelelbe (Polizei Magdeburg), der Sieger von Breslau, über Oesterreich (Wiener SC.) mit 15:9 (9:5) hinweg, und anschließend feierte Baden (Post Mannheim) einen Bombensieg von 19:4 (7:2) Toren über Franken (SpVgg. Fürth). In beiden siegreichen Mannschaf, ten sah man wurfgewaltige Stürmer, die jeder Se« niorenelf zur Zierde gereichen würden. Im Hockey gab das Gebiet Niedersachsen (DHC. Hannover) eine eindrucksvolle Vorstellung: mit nicht weniger als 12:0 (7:0) wurde der Vertreter des Gebiets Saarpfalz (HC. Speyer) geschlagen. Wesentlich ausgeglichener verlief das zweite Treffen und nur mit Glück stegts Oranten WurabAkge» im (Sau Hessen-Nassau. Lpd. Frankfurt a. M., 25. Aug. Veranlassung von Reichsminister Dr. BDM.-Werk „Glaube und Schönheit" schäft. . So hat der Reichsjugendführer Obergaufuhrerin Clementine zu Kastell als Beauftragte des BDM- Werkes „Glaube und Schönheit" eingesetzt. Gleichzeitig werden in jedem Ober- und Untergau entsprechende Beauftragte bestimmt. So werden zu den Jungmädelgruppen (10- bis 14Jährige) und den Mädelgruppen (14- bis 17Jährige) als Dritte noch die BDM.-Werkgruppen (17- bis 21Jahnge) hinzukommen. Außer der> aktiven Führerin sind ~ ' t worden, und es haben Im schönen Frankfurter Sportfeld begannen Donnerstagvormittag bei prächtigem Wetter Deutschen Jugend-Meisterschaften 1938. Auf großen, der Hauptkampfbahn vorgelagerten Spielwiese wurden die ersten Vorrundenkämpfe im Fuß' ball, Handball und Hockey erledigt und zu gleicher Zeit gab es im Schwimmbecken die ersten Wasserballspiele. Auf der Hauptkampfbahn hatten die Teilnehmer am Führer-Zehnkampf fünf leichtathletische Uebungen (100 Meter, Hochsprung, Weitsprung, Keulenweitwerfen und 1000 Meter) zu erledigen und auf den Tennisplätzen begannen die Tennismeisterschaften der HI. und des BDM. im Einzel Wilhelm Mills Verdienste um die Pflege und Förderung des Turnwesens sind längst anerkannt 1 in der Geschichte der deutschen Turnerei dank- Lpd. Frankfurt a. M., 25. Aug. Die _ schungsstelle für langfristige Witterungsvorhersage in Bad Homburg wurde durch Verfügung des Reichsministers für Luftfahrt, dem der gesamte Wetterdienst untersteht, zum F o r - schungsinstitut ernannt. Damit wird auch rein äußerlich die einzig in der Welt dastehende Arbeit dieser Dienststelle gewürdigt. Seit 1932 wird nunmehr die Zehntage-Voraus- Jm Regierungsbezirk Wiesbaden wurden am 1. April 1938 insgesamt 213 900 Rundfunkteilnehmer gezählt. Das bedeutet 54,7 Rundfunkhörer auf 100 Haushaltungen. Die Rundfunkdichte des Bezirks Wiesbaden legt damit etwas über dem Reichsdurchschnitt, der mit 53,3 Teilnehmern auf 100 Haushaltungen errechnet ist. Im Gebiet des Landes Hessen wurden 186 000 Rundfunkteilnehmer = 49,5 auf 100 Haushaltungen ermittelt. Im allgemeinen ist die Verbreitung des Rundfunks in den Stadtgebieten stärker als auf dem Lande. An Hand der Ergebnisse der Statistik ist zugleich zum ersten Male auch eine amtliche Ermittlung der Zahl der Rundfunkteilnehmer für sämtliche Gaue ermöglicht worden. Danach waren im Gau Hessen- Nassau am 1. April dieses Jahres 420 600 Rundfunkteilnehmer vorhanden. Das entspricht einer Teilnehmerzahl von 51,7 auf 100 Haushaltungen. Der Gau Hessen-Nassau liegt damit etwa im Durchschnitt der Gaue des Reiches. Forschungssteile Homburg wird Forschungsinstitut. !! noch Fachkräfte herangezogcn al sich im Siam-ort @ie&en eine Llnzchl Dozenten bec Rekord-Beteiligung am Hoherodskops-Vergsest. Ein ileberblick über die Meldungen. — SA. mit 600 Mann dabei. Die Voraussage gilt jeweils für das gesamte Großdeutsche Reich einschließlich der Ostmark. Auf einer Konferenz, die vor kurzem in Ottawa (Kanada) stattfand, fanden alle bisherigen derartigen Veröffentlichungen und ihre Methoden eine Würdigung. Dabei wurde die Methode Prof. Bauers, des bar gewahrt. Es sollen hier nicht mehr alle Ehrun- gen aufgezählt werden, die dem Turnveteran in seiner langen turnerischen Laufbahn zuteil geworden sind. Die Tatsache, daß er Inhaber der Ehren- urkunde ist, der höchsten Auszeichnung, die die frühere DT. zu vergeben hatte, sagt dem Kundigen alles. Wilhelm Mills Namen lebt auch im neuen Bunde fort in der Wilhelm - Will -Staffel, mit der der alte Turngau Hessen den Ge- treuen beim 100. Gauturntag in der schönsten Weise ehrte, Die Wilhelm-Will-Staffel bildete einen Höhepunkt in der reichhaltigen Wettkampffolge des heimatlichen Bergfestes. Was vergangenes Jahr schon stillschweigend und selbstverständlich geschah, daß eine von der früheren DT. geschaffene und dann vom Gaufachamt Turnen im DRL. fortgeführte Ehrenstaffel vom gesamten DRL. übernommen wurde, wird — wie wir erfahren — beim 6. Hoherodskopf-Bergfest am nächsten Sonntag die amtliche Bestätigung durch den zuständigen DRL.-Kreisführer finden. Die Wil- Helm-Will-Staffel wird alljährlich auf dem Hoherodskopf gelaufen, und damit würdigt und ehrt auch der neue Bund Wilhelm Wills Verdienste um die Leibesübung und Leibeserziehung in unserem Heimatgebiete. wir empfinden und bejahen als Nationalsozialisten die Einheit von Körper und Seele. Unter Schönheit verstehen wir deshalb nichts Derschwärmtes und Weltabgewandtes, sondern vielmehr jenes Streben des Menschen, seine ihm von der Natur gegebenen körperlichen, geistigen und seelischen Anlagen zu einer vollkommenen Harmonie zu entwickeln. „Jeder Mensch", so sagt der Reichsjugendführer, „der den Versuch unternimmt, innerhalb unserer Mädelorganisation sich nach dem Schönheitsideal unseres Volkes auszurichten, strebt nach Schönheit." Wer in die Gemeinschaft „Glaube und Schönheit" eintritt, verpflichtet sich damit zu diesem Schönheitsstreben, sich äußerlich und innerlich zu vervollkommnen, was aber nichts zu tun hat mit Luxus und äußerer Eleganz und nicht über einen gefüllten Geldbeutel zu erreichen ist. Jeder wahrhaft gesunde Mensch trägt dieses Streben nach Schönheit in sich. In jeder Jungarbeiterin, in jedem Mädel, gleich ob in Stadt oder Land, ist es lebendig. Sie alle haben das gleiche Ziel. Vielgestaltig aber sind die erzieherischen Möglichkeiten, die im Rahmen des BDM.-Werkes dahin führen. Groß ist die Zahl der Arbeitsgemeinschaften, die diesem Zwecke dienen. Sie greifen alle Gebiete des Mädellebens auf. Neben den ausgesprochenen kulturellen Gemeinschaften — wie z. B. Musik, Spiel unb gesellige Kultur, Werkarbeit und Wohngestaltung — stehen die praktischen Einsatzmöglichkeiten auf dem Gebiete der Dolkstumskunde und der Auslandskunde sowie auf dem Gebiete des Luftschutzes, des Gesundheitsdienstes, der Hauswirt- Dom BDM., Untergau 116 Gießen, wird uns geschrieben: „Wie der Junge nach Kraft strebt, so strebe das Mädel nach Schönheit. Aber der BDM. verschreibt sich nicht dem verlogenen Ideal einer geschminkten und äußerlichen Schönheit, sondern ringt um jene ehrliche Schönheit, die in der harmonischen Durchbildung des Körpers und im edlen Dreiklang von Körper, Geist und Seele beschlossen liegt. Diesen Ziel dient die immer größer werdende sportliche Arbeit des BDM., diesem selben Ziel die weltanschauliche Schulung. Jeder Heimabend, jedes Lager stehe in diesem Zeichen. Die Generation, die einmal an der deutschen Zukunft mitgestalten will, braucht heroische Frauen. Schwächliche „Damen und solche Wesen, die ihren Körper vernachlässigen und in Faulheit verkommen lassen, gehören nicht in die kommende Zeit. Der BDM. soll die stolzen und edlen Frauen heroorbringen, die im Bewußtsein ihres höchsten Wertes nur dem Ebenbürtigen gehören wollen." (Baldur von Schirach.) Den Grundgedanken der neuen großen Organi- sation legte der Reichsjuaendführer bereits tn seinem Buche „Idee und Gestalt" nieder. Schweres Verkehrsunglück. Ohne Führerschein am Steuer. Schwarzfahrt und Fahrerflucht. Lpd. Fulda, 25. Aug. Ein furchtbarer Der- kehrsunfall ereignete sich in der vergangenen Nacht auf der Landstraße zwischen Bad Salzschlirf und Fulda. Ein Kraftwagenbesitzer lieh einem jungen Mann, der weder einen Führerschein besaß, noch vorschriftsmäßig ein Auto zu steuern verstand, seinen Wagen zu einer Spazierfahrt mit einem jungen Mädchen. Schon am Eingang des nächsten Dorfes raste der Wagen gegen einen Baum und stürzte in den Straßengraben. Die beiden Insassen wurden herausgeschleudert und blieben schwerverletzt und hilflos auf der Landstraße liegen. Einige Zeit später kam in schneller Fahrt ein Lieferwagen, der die beiden Schwerverletzten überfuhr und dabei gleichfalls in den Straßengraben geriet. Die Insassen des Lieferwagens, drei junge Burschen, die ihrem Arbeitgeber das Fahrzeug zu einer Schwarzfahrt entwendet hätten, blieben unverletzt und suchten, ohne sich um die Verunglückten zu kümmern, das Weite. Vorher hatte bereits ein Kraftfahrer die Unfallstelle passiert, ehe der Lieferwagen dort vorbei- gekommen war. Der Fahrer leistete aber unverständlicherweise denSchwerverletztenkeine Hilfe, sondern beschränkte sich daraus, lediglich Mannschaften), SA.-Kampfspielgemeinschaft Nidda, Tv Alsfeld, To. Wetzlar, Tv. Grebenhain, To. Gelnhausen, Tuspo. Butzbach, Tschft. Lauterbach, Jahngem. Oberursel. 4X100 Meter, Jugend: Tv. Nieder-Wei- sel, Tgm. Wölfersheim, To. Grünberg, Tuspo. Bel- lersheim, Spv. Nieder-Weisel, Spielvg. 1900 Gießen, Tv. Lang-Göns, Tv. Nidda, Tv. Wetzlar, T.- u. Fechtkl. Hanau, Tv. Heuchelheim, Tv. Gelnhau- sen, Tuspo. Nieder-Erlenbach, Tv. Gambach, Mtv. Gießen, Sportgem. Petersberg, Tv. Dorheim, Jahngem. Oberursel. 4X100 Pieter, Frauen: Mio. Gießen, Tv. Bleichenbach, T.-u. Fechtkl. Hanau, Tv. Heu- chelheim, Tuspo. Butzbach, Tv. Dortelweil. 10X100-Metei-Stasfel (Wilhelm-Will- Staffel): Die Kreise 8: Gießen, und 11: Friedberg. Verteidiger ist Kreis 8. Mannschafts st ein st oßen: SA. - Kampf- spielgem. Lauterbach, SA.-Standarte 222 Friedberg (3 Mannschaften), Postsportv. Gießen, Tv. Wetzlar, Tv. Nieder-Eschbach. Mannschaftstauziehen: SA.-Standarte 116 Gießen (3 Mannschaften), SA.-Kampfspielgem. Alsfeld, SA.-Standarte 222 Friedberg (3 Mann- schäften), Tv. Wetzlar. Die SA. im Kampfe. Wie der obige Ueberblick zeigt, ist .unsere SA. sehr stark schon an den Wettkämpfen des DRL. beteiligt. Darüber hinaus führt sie, wie im Vorjahre, einen starken Einsatz erfordernden Mannschafts- Wehrwettkampf als SA.-Sonderveranftaltung durch. Etwa 20 Mannschaften (je 17 Mann) werden dazu antreten. Außerdem nehmen unsere SA.-Reiter- standarten erstmals am Hoherodskopf-Bergfest teil. Das gibt insgesamt rund 2 6 00 Teilnehmer, die in den Kämpfen des diesjährigen Bergfestes stehen. zur Verfügung geftellt. So will das BDM.-Werk „Glaube und Schönheit" fortan die 17- Vis 21Jährigen wöchentlich einmal zu einer der Arbeitsgemeinschaften, die ich jedes Mädel selbst wählen darf, zusammenassen. Damit wird jedes genügend Zeit für sich, ür seine persönlichen Interessen und Belange behalten. Es werden in jedem Jahr am Geburtstag Führers die 17jährigen Mädel des BDM. Förster Karl Becker, 161 Ringe. Zenlrumscheibe: 1. Karl Schäfer (Ortenberg); Ehrenscheibe (100 Meter): 1. Otto Högy; Tabellenmeister (100 Meter): 1 Karl Becker, 156 Ringe; Meisterscheibe (Iw Meter): 1. Karl Nickel (Oberwiddersheim), 34 Ringe; den Wanderbecher errang, wie im vorigen Jahre, Ludwig Hohmann. Auf Kleinkaliber erhielt die Ehrenscheibe: Hans Döll; KK.-Meister (stehend): 1. Albert Spengler (Nidda), 36 Ringe; KK.-Meister (liegend freihändig): 1. Karl Becker, 35 Ringe. * Eichelsdorf, 26.Aug. Der aus unserem Orte gebürtige Lehrer W ü r $ kann am heutigen Tage auf eine 25jährige Tätigkeit als Erzieher zuruckblicken. Seit fünf Jahren wirkt er in unserer Gemeinde nachdem er vorher in Eschenrod und tn Eichelsachsen beamtet war. Mit besonderer Liebe widmete er sich stets der Geschichte der Heimat. Insbesondere bemühte er sich um die Geschichte der Auswanderungen aus dem Vogelsberg in den vergangenen Jahrhunderten. Gießener Zaustballer im Äier-Sau-Kampf. Wieder einmal steht der Tv. 1846 in der Dor- chlußrunde zur Deutschen Meisterschaft, und die Spieler bewegt wieder die Frage, ob es ihnen die- esmal gelingen wird, unter die letzten sechs Mann- chaften zu kommen, die am 11. September in Hamburg die Meisterschaft unter sich ausmachen. Seit fast 10 Jahren bestreiten die Gießener diese Kämpfe, und niemals gelang es ihnen, diese letzte Hürde zu nehmen. Oft hing es nur an einem Haar, doch stets erwies sich der Frankfurter Altmeister als unbesiegbar. Der kommende Sonntag führt nun in Frankfurt die Gaumeister von Baden Hessen, Mittelrhein und Südwest gegeneinander. Mannheim-Sandhofen für Baden gehört zum erstenmal in diese Gaugruppe und gilt infolgedessen als unbeschriebenes Blatt. Dagegen stehen Licht- Luft Frankfurt und Köln-Sürth seit Jahren an der Spitze ihrer Gaue. Wie der Gießener Gaumeister ich ihnen gegenüber behaupten wird, hängt nicht zuletzt von der Mannschaftsaufstellung ab, deren beste Besetzung bis jetzt noch nicht ganz gesichert ist. Im Angriff, der mit Dr. H o f m a n n, Riexinger, W. Pfeffer besetzt ist, wird der Erfolg wesentlich von dem Zusammenspiel der beiden letz- den Unfall in Bad Salzschlirf zu melden. Die poli- Duuci ivuiuc uu । zeilichen Ermittlungen führten noch in der Nacht Leiters des Homburger Instituts, zur Verhaftung der drei jungen Burschen. I erkannt. Die Zahl der Einzelmeldungen zu den volkstümlichen Mehrkämpfen des DRL. beim Hoherodskopf- Bergfest ist in den letzten Tagen auf fast 2200 angestiegen. Darunter befinden sich annähernd 600 SA.-Männer der oberhessischen Brigade 147, die als Angehörige von DRL.-Vereinen ober von den dem Dftß. angeschlossenen SA.-Kampfspielgemeinschaften startberechtigt sind. Mit dem stärksten Aufgebot geht die SA.-Standarte 116 Gießen auf die Kampfplätze, tritt sie doch mit 2 21 Männern an. Don den rund 130 Vereinen, die gemeldet haben, entfällt eine stattliche Zahl auf unfern DRL.-Kreis Gießen; es feien hier nur die Vereine genannt, die durch besonders starken Einsatz hervortreten: Tv. 1846 Gießen (19), Mtv. Gießen (22), Tv. Burg- Gemünden (22), Tv. Grünberg (21), Tv. Lich (23), Tv. Lang-Göns (30), Tv. Treis a. d. Lda. (23), To. Reiskirchen (27), To. Alsfeld (43), Tv. Wetzlar (24), Tv. Wiefeck (29), Tv. Heuchelheim (24). Am stärksten besetzt ist der Wettkampf der Männer-Unter st ufe. Hier treten 568 Turner, Sportler und SA.-Männer an. Die SA. steht mit starkem Aufgebot auch in den Wettbewerben der Männer-Altersklassen, von denen die Klasse 30 bis 40 Jahre 371 Meldungen aufzuweisen hat. Erfreulich hoch ist die Beteiligung in der Jugendklasse. Hier will der Nachwuchs mit 621 Wettkämpfern beweisen, daß der DRL. um feine Zukunft nicht besorgt zu sein braucht. Auch bei den Mannschaftskämpfen des DRL. gibt es viel Arbeit für die Wettkampfleitung. 41 Staffeln und 16 Mannschaften der Sonderkämpfe in Steinstoßen und Tauziehen wollen bewältigt fein. Es haben gemeldet zur: 4 X 100 - Meter - Pendel st affet der Männer: SA.-Standarte 116 Gießen (2 Mannschaften), Tv. Nieder-Weisel, SA.-Kampfspielgemein- fchaft Alsfeld, SA.-Standarte 222 Friedberg (drei hinübergehen m diese neue große Erziehung^ gemeinschaft, um nun in den neuen Formen, den Arbeitsgemeinschaften, weiter zu schaffen und sich damit weiter zu bilden und zu formen nach dem großen Ideal, das uns der Reichsjugendführer auf- zeigte. Es wird noch Näheres über die einzelnen Gruppen und ihre bisherige Tätigkeit bzw. über die Planung für den Winter an dieser Stelle berichtet. Die Abteilung für Derusserziehung und Betriebsführung in der DAF. eröffnet in den nächsten Tagen die neuen Lehrgemeinschaften und Ausbaukameradschaften des Berufserziehungswerkes, Uebungsstätte Gießen. Alle Schaffenden, Arbeiter der Stirn und der Faust, ruft die DAF. zur Mitarbeit auf. Leistungssteigerung ist Sache des gesamten Volkes. Im Rahmen des vorgesehenen Uebungspro- gramms pflegt die Deutsche Arbeitsfront als Son- oergebiet das Maschineschreiben. Es ist erforderlich, über dieses Gebiet einmal einiges zu sagen, da gerade heute die Nachfrage nach wirklich guten Kräften sehr groß ist und keine geeigneten Arbeitskameraden zum Einsatz gebracht werden können. Man hält es für selbstverständlich, daß man turnen, schwimmen, klavierspielen, tennissp len richtig lernt, um daran seine Freude zu haben. Auch das Maschineschreiben muß richtig erlernt sein, wenn man es in der Praxis anwenden will. Nur ist hier die Sache viel ernster, denn man erlernt es, um es im Beruf auszuüben. Selbstverständlich ist hier die Erlernung des T a st f ch r e i b e n s , also mit zehn Fingern, gemeint. Die in der Ausbildung zum Maschinenschreiber stehenden Arbeitskameraden haben sich sicher schon Gedanken darüber gemacht, warum sie mit allen Fingern schreiben und nicht auf die Tasten der Maschinen sehen sollen. Der Tipp-Schreiber, der nur mit zwei Fingern schreibt, ist in allen Dingen gegenüber dem Blind- schreiber, der Mit zehn Fingern schreibt, im Nachteil. Der Tipper sitzt mit gekrümmtem Rücken an der Maschine. Erst wird in der Vorlage die zu schreibende Stelle gesucht und bann ein Stück auswendig gelernt und niedergeschrieben. Dabei irrt sich der Schreiber oft und läßt entweder aus oder schreibt manche Stelle zweimal. Beim Schreiben selbst müssen die Augen den zwei schreibenden Fingern folgen, da es sonst Fehler über Fehler geben würde. Die Augen und Nerven ermüden durch das dauernde Aus-die-Maschine-sehen sehr schnell, und die Leistungsfähigkeit läßt rasch nach. Außerdem werden di^ Anschläge viel zu stark ausgeführt, sie werden ungleichmäßig, und die Maschine wird in besonders starkem Maße in Anspruch genommen. Das Farbband muß öfter als notwendig erneuert werden, und die Walze weist durch die überstarken Anschläge bald die schädlich wirkenden Gruben auf. Wie anders ist es dagegen beim Zehn-- Finger-Blindschreiben: Die schreibenden Finger liegen ruhig auf der Maschine, die Augen sind nur auf die Vorlage gerichtet, und der Schreiber kann ohne Unterbrechung und ohne das dauernde wechselseitige Schauen, einmal auf die Vorlage, dann wieder auf die Maschine, seine Arbeit leisten. Die Augen werden geschont, die Arbeitskraft erlahmt lange nicht so schnell als beim Tippen, und die Arbeitsleistunb ist sauberer und fehlerlos. Schon die wenigen hier aufgeführten Gegensätze zwischen Tippen und Zehn-Finger-Schreiben sollten genügen, jeden Arbeitskameraden, zu dessen täglichen Arbeitsgerät die Schreibmaschine gehört, zu veranlassen, das Maschineschreiben nach der Zehn- Finger-Blindschreibmethode zu erlernen. Die Deutsche Arbeitsfront, Abteilung für Berufserziehung und Betriebsführung, bietet jedem Arbeitskameraden hierzu die Möglichkeit, und wir erwarten von allen, die es angelt, daß sie Maschineschreiben so erlernen, wie es im Interesse der höchstmöglichen Leistung erforderlich ist. durchgeführte Erhebung über den Bestand funkteilnehmern hat ergeben, daß die Rundfunkdichte infolge der sehr ungleichen Struktur der einzelnen Landschaften und ihrer Bevölkerung von Gebiet zu Gebiet stark schwankt. Wie das Jungmädel und Mädel im allgemeinen Dienst die Erziehung zur Gemeinschaft erfährt, so hat das BDM.-Werk insonderheit die Aufgabe, das Madel in die in Beruf und Familie liegenden Lebensaufgaben einzuführen und so zur Trägerin der nationalsozialistischen Weltanschauung zu erziehen. Warum nun „Glaube und Schönheit"? lieber oas Wort Glaube werden schwerlich Meinungsverschiedenheiten bestehen, denn dieses ist in der Welt mehr oder weniger zu einem allgemeinen und Waren Begriff geworden, lieber den Begriff Schön- heit hingegen gibt es eine große Menge von Auf- faffunaen. Eine Teilung in innere unb äußere ^ckönyeit lehnen wir ab, denn sie hat nichts mit unserer nationalsozialistischen Weltanschauung ge- mein. Diese Auffassung entstand zum ersten Male im Mittelalter als Einfluß der mittelalterlichen Begriffe vom sündigen, bösen Körper und der edlen, guten und schönen Seele. Wir wollen keine Tren- nung, kein weltabgewaiHtes Sektierertum, sonderns sich THE.) 32 (1:2) über Hessen-Nassau (RV. Limburg). Die ersten Spiele im Wasserball brachten folgende Ergebnisse: Nordsee — Sachsen 4:2; Berlin ■— Oesterreich 5:0; Franken — Baden 4:2; Ruhr- Niederrhein — Hessen-Nassau 6:1; Schlesien — Nordsee 5:1. Die Kämpfe des Nachmittags. Als am Donnerstagnachmittag die deutschen Ju- gendmeisterschaften im Frankfurter Sportfeld fortgesetzt wurden, war die Sonne hinter grauen Wolken verschwunden; die Witterung sollte bis zum Abend kühl und regnerisch bleiben.. Das störte indessen die jugendlichen Kämpfer bei den Mannschaftsspielen wenig. Mit großem Eifer ging man daran, die restlichen Borrundenspiele im Fußball, Handball und Hockey zu erledigen. Ganz vorzügliche Leistungen boten die jungen Fußballer. Die Elf von Hamborn 07 fertigte die Vertretung des Gebietes Berlin (Blauweiß Berlin) überlegen mit 6:1 (4:1) ab. Die Mannschaft von Kickers Offenbach, die das Gebiet Hessen-Nassau in den Kampf schickt, gab eine nicht weniger eindrucksvolle Vorstellung: FTC. Görlitz (Schlesiens blieb 5:1 (3:0) besiegt. In der Zwischenrunde stehen nunmehr Ruhr-Niederrhein, Hessen-Nassau, Franken und Baden. Im Handballturnier gab es am Nachmittag im Gegensatz zu den Morgenstunden äußerst knappe Ergebnisse, die erst nach verbissenen Kämpfen zustandekamen. Schlesien (Post Oppeln) fertigte Hamburg (Polizei Hamburg) 10:8 (4:2) ab und Westfalen (Eintracht Dortmund) hatte alle Not, um Hessen-Nassau (Allianz Frankfurt) 8:7 (3:3) niederzuhalten. In der Zwischenrunde spielen hier: Mittelelbe (Polizei Magdeburg) — Baden (Post Mannheim) und Schlesien (Post Oppeln) — Westfalen (Eintracht Dortmund). Im H o ck e y brachte der Nachmittag nur ein Vorrundenspiel, das vom Gebiet Sachsen (Wacker Leipzig) knapp mit 2:1 (2:0) über das Gebiet Ostland (VfK. Königsberg) gewonnen wurde. Hamburg (Uhlenhorster HE.) hatte Freilos und erreichte zusammen mit Niedersachsen (THE. Hannover), Franken (Nürnberger THE.) und Sachsen (Wacker Leipzig) die Zwischenrunde. fführer-Zebnkampf. Die Teilnehmer am Führer - Zehnkampf, der am Morgen die fünf leichtathletischen Hebungen gebracht hatte, erledigten am Nachmittag das 300- Meter-Brustschwimmen. Nach sechs Hebungen führt in der Stufe A (18 bis 32 Jahre) Benz vom Gebiet Württemberg mit 5727 Punkten vor Wingert (Gebiet Württemberg) mit 5681,5 Punkten. In S t u f e B (über 32 Jahre) liegt gleichfalls ein Württemberger, Barth, mit 5372,5 Punkten. Birkigt (Reichsjugendführung) folgt mit 4275,5 Punkten. Um den Titel des Jugendmeisters im Wasserball kämpfen in zwei Gruvpen acht Mannschaften. Ausgeschieden ist bereits das Gebiet Sachsen, das als neunte Mannschaft nach Frankfurt a. M. gekommen war und das Ausscheidungsspiel gegen Nordsee am 'Vormittag mit 2:4 verlor. Als Favoriten schälten sich nach zwei Spielen jeder Mannschaft Berlin in Gruppe 1 und Ruhr-Niederrhein in Gruppe 2 heraus. Beim Tennis-Turnier erledigte man im HJ.-Einzel die beiden ersten Runden. Im allgemeinen setzten sich die stärkeren Spieler durch. Als Favoriten gelten Loof (Mittelelbe) und Gies (Ruhr- Niederrhein). Im BDM.-Einzel stehen bereits die bekannten Turnierspielerinnen Rosenow (Berlin), Rosenthal (Berlin) und Thiemen (Hannover) unter den letzten Acht. Iiißball der heimischen Mnnschafien. Fachamt Fußball tagt in Gießen. Für den kommenden Sonntag hat der Kreisfach- wart für Fußball die Dereinsfußballfachwarte (Spielausschußobleute) und .die Mannschaftsführer (Spielführer der Mannschaften) des ganzen Sportkreises 8 Gießen zu einer Arbeitstagung nach Gießen einberufen. Er wird die Vereine mit den Richtlinien für die Pflichtspiele 38/39 bekannt machen. Auch werden bei dieser Tagung die Ehrenurkunden für die Fußballmeisterschaften der Serie 37/38 ausgegeben. Aufstiegspiele zur Bezirksklasse am Sonntag. Lich — Ehringshausen. Dadurch, daß an Stelle des VfB. Aßlar die Sportgemeinde 1910 Ehringshausen die Aufstiegspiele zur Bezirksklasse bestreitet, muß der VfR/Lich noch einmal einspringen. Lich hat auf seinem Platze den Gegnern stets schwer zu schaffen gemacht. Eine Voraussage, wer das Spiel für sich entscheidet, ist daher nicht gut zu treffen. Dillenburg verzichtet freiwillig auf den Aufstieg und macht die Aufstiegspiele nicht mehr mit. Die Tabelle hat dadurch folgendes Bild bekommen: Verein Spiele Gew. Unentsch. Verl. Pkte. VfB.-R. Gießen 5 Burgsolms 6 Ehringshausen 3 Lich 4 3 0 2 6:4 3 0 3 6:6 2 0 1 4:2 1 0 3 2:6 Nach dieser Tabelle und den noch ausstehenden Spielen ist eine endgültige Klärung erst dann fest- gestellt, wenn VfB.-R. Gießen in Ehringshausen gespielt hat. Sollte der VfB.-R. in Ehringshausen verlieren, dann müßte er schon mit 5 Toren verlieren, wenn Burgsolms für den Aufstieg noch in Frage käme. Demnach werden VfB.-R. Gießen und die Ehringshäufer sich wohl um den ersten und zweiten Tabellenplatz streiten. 1900 mit 3 Zugendmannschasten auswärts. Alle drei Jugendmannfchaften der Blau-Weißen gehen am kommenden Sonntag auf Reifen. Die 1. Jugend der Spieloereinigung 1900 hat zu beweisen, daß sie nicht nur auf eigenem Platze zu kämpfen versteht, sondern sich auch auf fremden Plätzen zu behaupten weiß. Daß Leihgesterns Jugend auf ‘eigenem Gelände immer schwer zu schlagen war, braucht nicht besonders erwähnt zu werden. Nach dem unvergleichlichen Siegeszug der 1. Jugend der Spielvereinigung 1900 mit den Ergebnissen 2:1 über Düsseldorf, 8:0 über den Bann- meifter VFL. Lauterbach und schließlich 5:1 über den Bannmeister Großen-Linden, wäre es eine große Heberraschung, wenn die Blau-Weißen in Leihgestern die Segel streichen würden. Eine gleiche schwere Ausgabe hat die 2. Jugend der Spielvereinigung 1900 zu lösen. Sie trifft auf einen Gegner, der viel stärker ist. Im Vorspiel behauptete sich Queckborn auf dem Trieb und konnte einen glücklichen l:0-Sieg erringen. Ein interessantes Rennen erwartet man in Allen- dorf a. d. Lahn, wo die Jüngsten der Blau-Weißen gastieren. Die 1. Jugend von Allendorf wird sich erstmals vorstellen. Man kann also sagen: zwei neu- aufgefteUte Jugendmannschaften treffen aufeinander. Wer siegt, bleibt abzuwarten. Wirtschaft. Deutsche Wirtschaft und Börse In den anglo-amerikanischen und französischen Nationalwirtschaften ist tatsächlich die Börse das Barometer der Wirtschaft. Die liberalistische Wirtschaftsstruktur dieser Staaten ist auf die Börse ausgebaut ober, wie man will, die Börse ist ein ziemlich genaues Abbild der Wirtschaft, und daher find gewaltige Kurseinbrüche, wie sie die englischen und die amerikanischen Börsen erlebten und die bis zu 50 v. H. der hochgetriebenen Werte gingen, tatsächlich als ernstes Zeichen der Wirtschaftslage zu werten. Der Rückgang des britischen Außenhandels und die Tatsache, daß infolge überhöhter Gestehungskosten Englands Wettbewerbsfähigkeit auf den Auslandsmärkten nachgelassen hat, zeigt sich in den Börsenkursen ebenso wie die schlechte Wirtschaftslage in den USA., obgleich natürlich der amerikanische Staatsminister Hüll die amerikanischen Handelsmethoden als vorbildlich lobt. Diesem Börsenbild entspricht nicht etwa die deutsche Börse, wie manche, wenn nicht alle ausländischen Pressestimmen annahmen bzw. vorgeben. Die Börse ist in Deutschland lediglich eine Funktion der vielen Funktionen des gesamten Wirtschaftsapparates, und zwar ist sie jo ziemlich an die Peripherie gerutscht. Die Zeiten sind endgültig vorbei, da Börsenmagnaten den Gang der deutschen Wirtschaft nach ihrem Interesse bestimmen und vor- icgreiben konnten, was die einzelnen Industrien vervienten 'unö wie die Lebenshaltung der Masten sich gestalten sollte. Die bekannten Kursstürze an der deutschen Börse, die sich wieder auszugleichen beginnen, haben nicht den Umfang der amerikanischen und der britischen angenommen, und bann hatten sie Ursachen, bie nicht mit dem Niedergang, sondern im Gegenteil mit der Ausbreitung des Geschäftsganges der deutschen Wirtschaft etwas zu tun hatten. Der Geldbedarf der deutschen Snbuftrie kann z. B. nicht mehr unbeschränkt über den Emissionsmarkt verfügen. Folglich, da sie sich ausdehnt, versuchte sie, Aktien anzubieten, um sich die nötigen Mittel zu beschaffen. Weiter kamen hinzu einige Verkäufe jüdischer Aktienbesitzer und schließlich durch die Erhöhung der Körperschaftssteuer in ihren Dividenden- hoffnungen enttäuschte Aktionäre. Wer den Aktienmarkt scharf beobachtete, konnte bemerken, daß schon kleine Posten Aktien genügten, um die Kurse erheblich zu drücken, weil keinerlei Aufnahmebereitschaft vorhanden war, d. h., da die deutsche Wirtschaftsführung die Börse sich völlig frei bewegen ließ: der Kurseinbruch erfolgte, weil niemand im Augenblick flüssiges Geld hatte, das er in Aktien anlegen wollte. Er hatte wichtigere Verwendungsmöglichkeiten für feine Kapitalien. Die Neuinveftitionen in Werkbauten und die Doll- befchäfttgung haben sicherlich zu einem Nachlassen der Geldflüssigkeit der deutschen Wirtschaft geführt, aber es ist doch geradezu böswillig, diese guten Zeichen als entgegengesetztes Omen anzusehen. Weiter kam hinzu, daß die Staatsfinanzierung von Sonderwechseln zu Lieferschätzen überging. Im Gegenteil gerade zu der starren und damit für die Allgemeinheit häufig unfruchtbaren amerikanischen oder englischen Finanzierungsmethoden ist bei uns je nach den Umftänben die eine oder die andere wirksam, und zwar find wir, wie Reichswirtschafts- minifter Funk betonte, nicht an ein Dogma gebunden. Das ist der Hnterschied, der zu einer völlig falschen Auffassung der deutschen Börsenoorgänge geführt hat. Aber da mittlerweile Kurssteigerungen einsetzten und die deutsche Wirtschaft in ihrem Aufstieg überhaupt nicht von den Börsenvorgängen berührt wurde, dürften die ausländischen Betrachter wohl eingesehen haben, daß sie aus Unkenntnis der deutschen Dinge heraus den Tagen der sinkenden Börsen- konjunktur eine ganz falsche Bedeutung beimaßen, die in Deutschland jeder Kenner der Verhältnisse nur belächelte. rt. Hafer-pflichtangebot. Fwd. Die HV. der deutschen Getreide- und Futtermittelwirtschaft regelt durch eine neue Bekanntmachung die Höhe des Hafer-Pflichtangebotes für den Bereich der einzelnen Getreidewirtschaftsverbände. Hiernach sind von Verteilern zwischen 20 und 60 v. H. der jeweils monatlich beim Erzeuger erworbenen Hafermenge der Wehrmachtverwaltung anzubieten. Auf Hessen-Nassau und Kurhessen entfallen 20 bzw. 40 v. H. Regelung der Erzeugerpreise für alle Stroharten. Fwd. Die HV. der deutschen Getreide- und Futtermittelwirtschaft hat für die Preisbildung im Getreidewirtschaftsjahr 1938/39 im Strohhandel Höchstpreise festgesetzt, die als Richtlinien für die Erzeugerpreise der verschiedenen Strohsorten gelten sollen. Danach betragen die Höchstpreise in den zum Preisgebiet IV gehörenden Getreidewirtschaftsoerbanden Hessen-Nassau und Kurhessen für Roggen- stroh 3,00 RM., für Weizenftroh 2,80 RM., für Hafer- und Gerftenftroh 2,70 RM. alles je 100 kg. Diese Preise gelten als Höchstpreise, die der Handel dem Erzeuger für gesunde, handelsübliche, bindfadengepreßte ober gebündelte Ware bezahlen darf, bzw. die vom Erzeuger gefordert werden dürfen. Die HD. hat sich Vorbehalten, bei jahreszeitlichen Bedarfs- und Lieferungsmöglichkeiten entsprechende Auf- oder Abschläge zu diesen Preisen festzusetzen. Dies kann während der Wochen der Hackfruchternte, oder während der Bestellzeit bei fehlenden Angeboten, oder in Wochen der Hauptdruschzeit bei Heberangeboten eintreten. Das Auto ohne Kupplung und Gänge. MH Unfer Bild gewährt einen Blick in den neuen Automobilmotor, der jetzt in London von Professor Lea und dem italienischen Erfinder Salerni vorgeführt wurde. Wenn sich die Erfindung durchsetzt, dürfte im Kraftfahrzeugbau der Welt eine neue Epoche angebrochen fein; denn die neuartige Konstruktion ermöglicht den Fortfall von Kupplung und Gangschaltung. Trotzdem kann die Geschwindigkeit des Wagens — wie die Vorführung bewies — durch das hydraulische System, das in unserem Bild gezeigt wird, innerhalb von sechs Sekunden von 8 auf 30 Stundenmeilen gebracht werden. Die Erfinder versichern, daß ihr System auch auf Flugzeuge, Autobusse und Schiffe übertragen werden kann. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Rhein-Mainische Börse. Mittagsbörse still und uneinheitlich. Frankfurt a. M., 25. Aug. Der Mangel an Kundschaftsaufträgen und an sonstigen Anregungen führte an der heutigen Börse zu fast völliger Ge- jchäftsstitte, da auch die Börse selbst in ihrer Zurückhaltung verharrte. Vielfach waren die Kursfest- fteüungen rein nominell und teilweise auch vom Zufall abhängig. Am Aktienmarkt hielten sich die Veränderungen in engen Grenzen und meist unter 1 v. H., wobei im Verlaufe eher ein leichtes Abgleiten zu beobachten war. Durch feste Haltung fielen Aschaffenburger Zellstoff mit 114 (111,25) bei kleinstem Hm- satz auf. Etwas höher notierten ferner Adlerwerke mit 101,50 (100,50), Ceinen! Heidelberg mit 148 (147), Rheinmetall mit 122,40 (121,50) und Rhein- stahl mit 128 (1*27,25). IG. Farben gaben nach uno. 145,50 auf 145 nach. Scheide anstatt ermäßigten sich auf 204 (204,50) und Metallgesellschaft auf 119,50 (120,50). Elektroaktien bröckelten vorwiegend 0,50 o. H. ab, ebenso gingen Montanwerte bis 0,65 v. H. zurück. Von Maschinenwerten notierten außer Adlerwerke noch BMW. mit 142 (142,50) und Daimler mit 124,75 (125,50), und im einzelnen setzten Bemberg mit 121 (122) und Conti Gummi mit 188 (188,75)'ein. Am Rentenmarkt war es sehr ruhig und die Haltung eher etwas schwächer, was aber kursmäßig nur vereinzelt zum Ausdruck kam. Gegenüber der Abendbörse höher lagen Kommunal-Hm- schuldung mit 94,30 (94,25) und 5 v. H. Gelsenkirchen Berg mit 101 (100,90). Dagegen ermäßigten sich Reichsattbesitz auf 129,55 «(129,90) und Reichsbahn-Vorzugsaktien auf 122,13 bis 122,25 (122,40) In der zweiten Börsenstunde stockte das Geschäft fast völlig. Die Kurse entwickelten sich, soweit überhaupt noch Hmsätze erfolgten, weiterhin nicht ganz einheitlich, im ganzen übermogen jedoch mäßige Rückgänge. Fest waren Südd. Zucker mit 203 bis 205 nach 202. Auch die erst später notierten Werte zeigten nur geringe Veränderungen gegen den Vortag. Der Fr ei verkehr lag ruhig. Dingler unverändert 84,75 bis 86,75, Elsass. Bad. Wolle unverändert 77 bis 80, Rastatter Waggon unverändert 41 bis 43, etwas niedriger Katz & Klumpp mit 87 bis 89 (90 bis 92). Tagesgeld unverändert 2,25 v. H. Abendbörse still. Gleich dem Mittagsoerkehr herrschte auch an der Abendbörse weitestgehende G e s ch ä f 15 st i l l e, da die allgemeine Zurückhaltung fortbestand. Aufträge lagen nur ganz vereinzelt vor, so daß die Kurse in den meisten'Fällen ohne Hmsatz zur Notiz gelangten. Die Entwicklung war weiterhin nicht einheitlich, im großen und ganzen aber wenig verändert. Am Montanmarkt notierten Buderus mit 105 (105,50), Mannesmann mit 100,75 (101,40), andererseits Hoesch 104,25 (104), Rheinstahl 127,50 (127,25) und Verein. Stahl zum Einheitskurs mit 98,50 (98). Maschinenaktien lagen eher eine Kleinigkeit freundlicher, MAN. 121,25 (121), Demag 138 (137,65), BMW. 142,25 (142), Moenus unverändert 120,50, aber Adlerwerke 100,75 (101,50). In der chemischen Gruppe blieben IG. Farben mit 145,13 (145) voll behauptet, Metallgesellschaft wurden 1 v. H. höher bezahlt mit 121. Von Elektrowerten kamen Bekula mit 144 und Gesfiirel mit 125,50 unverändert, Licht und Kraft.0,25 v. H. höher mit 127,75 und Schlickert mit plus 0,40 v. H. auf 160,40 zur Notiz. AG. für Verkehrswesen gingen auf 115,50 (116,25) zurück. Der Rentenmarkt war sehr ruhig. Farben-Bonds hatten bei unverändert 121,13 kleines Geschäft, Reichsbahn-Vorzugsaktien unverändert 122,25, ebenso im Freiverkehr Kommunal-Hmschuldung mit 94,40. Frankfurter Schlachtviehrnarkt. Frankfurt a. M., 25. Aug. Auftrieb: Rinder 851 (gegen 743 am 18. August), darunter 140 (146) Ochsen, 126 (143) Bullen, 417 (320) Kühe, 168 (134) Färsen. Kälber 385 (339), Hämmel und Schafe 191 (44), Schweine 320 (640). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 43 bis 45 (43 bis 45), b) 39 (37 bis 41), c) 35 bis 36 (34 bis 36). Bullen a) 41 bis 43 (41 bis 43), b) 38 bis 39 (38 bis 39), c) 34 (—). Kühe a) 40 bis 43 (40 bis 43), b) 36 bis 39 (35 bis 39), c) 28 bis 33 (28 bis 33), d) 18 bis 25 (20 bis 25). Färsen a) 42 bis 44 (42 bis 44), b) 39 bis 40 (40), c) 35 (35). Kälber a) 63 bis 65 (62 bis 65), b) 56 bis 59 (54 bis 59), c) 46 bis 50 (45 bis 50), d) 37 bis 40 (35 bis 40)' Hämmel b2) 47 bis 52 (48 bis 50), c) 40 bis 45 (42 bis 45), d) 35 (—). Schafe a) 38 bis 42 (38 bis 42), b) 32 bis 37 (35 bis 37), c) 18 bis 30 (30 bis 32). Schweine a) 60 (60), bl) 59 (59), b2) 58 (58), c) 56 (56), d) 53 (53). Sauen gl) 57 (57), g2) 55 (55). Marktverlauf: Rinder, Kälber und Schweine zugeteilt, Hämmel und Schafe mittel. Kleine Strafkammer Gießen. Gestern wurde die Berufung der E. Sch. aus Lau« terbach, die vom Amtsgericht Lauterbach wegen versuchten schweren Einbruchsdiebstahls zu einer Gefängnisstrafe von sechs Monaten verurteilt worden war, vor der Kleinen Strafkammer verhandelt. Der Anklage lag folgender Sachverhalt zugrunde: Die Angeklagte war im Frühjahr dieses Jahres in Lauterbach in ein größeres Miethaus eingezvgen, wo sie sich zunächst mit ihren Mitbewohnern gut vertrug. Das gegenseitige Vertrauen ging sogar soweit, daß ihre Flurnachbarn im Falle ihrer Abwesenheit der Angeklagten die Heberwachung der Kinder übertrugen und zu diesem Zwecke auch den Korridorschlüssel überließen. Bald fiel den Nachbarn jedoch auf, daß ihnen lausend Geldbeträge bis zu 20 Mark fehlten, ohne daß jie dem Dieb auf die Spur kamen. Der Verdacht richtete sich zunächst gegen die Putzfrau, erwies sich aber bald als unbegründet. Stutzig wurden sie erst, als die Angeklagte eines Tages erklärte, sie habe den ihr überladenen Wohnungsschlüssel verloren. Nach einiger Zeit waren die Nachbarn wiederum einen ganzen Tag aus ihrer Wohnung abwesend. Der Ehemann mußte jedoch wider Erwarten nochmals in die Wohnung zurück, wo er zu seinem Erstaunen die Tür offenstehen und den langvermißten Schlüssel stecken sah. Bei seinem Eintritt in die Wohnung ( kam die Angeklagte verschämt hinter der Tür her- > vor und erklärte, sie habe den Schlüssel auf dem Speicher gefunden und sogleich einmal ausprobiert. In der gestrigen Hauptoerhandlung bestritt die Angeklagte, ebenso wie in der ersten Instanz, das Geld gestohlen oder die Tür in der Absicht geöffnet zu haben, sich etwas anzueignen. Die Kammer ließ die Frage, ob die Angeklagte die früheren Diebstähle begangen hat, offen, hielt sie aber auf Grund des letzten Vorfalls in einem Fall für überführt. Sie nahm aber im Gegensatz zu dem Vorderrichter nur einfachen Diebstahlsversuch an, da es sich nicht um einen Nachschlüssel, sondern um einen ordnungsmäßigen, noch der geschädigten Familie gehörigen Schlüssel handelte. Mit Rücksicht hierauf hielt die Kammer eine geringere Strafe als einen Monat Gefängnis für angemessen, so daß das Verfahren auf Grund der Amnestie eingestellt werden mußte. Rundfunkprogramm Samstag, 27. August. 5 Hhr: Frühmusik. 5.45: Ruf ins Land. 6: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Bäderkonzert. 9.30: Gaunachrichten. 9.40: Deutschland — Kinderland. 10: Schulfunk. Die Grenze brennt, Hörspiel. 11.45: Volk und Wirtschaft: Das Wunder der deutschen Werkstoffe. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Frohsinn heißt die Parole! 15: Bilderbuch der Woche. 15.15: Vater, horch mal — ich hab doch ein Herz! Eine Kindergeschichte für die Großen. 15.30: Die Jugend und der Zeppelin. Eine Sendung aus der Gondel des „Graf Zeppelin" mit Erlebnisberichten, Schilderungen und Liedern. 16: Nachmittagskonzert. 18: Zeitgeschehen. 18.30: Der fröhliche Lautsprecher. 19: Spvrtjchau des Tages und für den Sonntag. 19.10: Blasmusik. 20: Nachrichten. 20.15: Bunter Abend. 22: Nachrichten. 22.15: Berichte vom Leichtathletik-Länderkampf Deutschland — Schweden. 22.30: Wir tanzen in den Sonntag. 24: Nachtkonzert. 2 bis 3: Nachtmusik. Büchertisch. — Hans Friedrich Blunck: Die Frau auf d e m H o l m. Ballade in 18 Holzschnitten von Klaus W r a g e. Volksausgabe mit den verkleinerten Holzschnitten der Original-Ausgabe. Kartoniert 2 Mark. Mit einer Einleitung von Hanns Arens. Propyläen-Verlag, Berlin. — (257) — Blunck und Wrage sind Landsleute. So ist es nicht verwunderlich, daß beide einmal im künstlerischen Schaffen einen gemeinsamen Weg fanden. Wie sehr die Schwarz-Weiß-Kunst Wrages, der Holzschnitt, zum Klang der Ballade drangt, zeigen uns die Schnitte 3ur „Frau auf dem Holm" von Blunck. Bild und Text sind zu einer Einheit verschmolzen. Das war nur möglich, weil zwei Künstler sich fanden, die aus demselben schöpferischen Element auffteigen; beide verbindet Herkunft und Kraftquelle desselben Landes. Betrachtet man die Schnitte von Wrage zu dieser Ballade, losgelöst vom Text, also rein als Bild, so fehlt ihnen etwas, genau so wie dem Text, wenn wir ihn vom Bilde lösen. Wrages Bilder sind nie willkürliche Begleitung eines Textes, sondern immer ein organisch zugehöriger Bestandteil eines neuen Ganzen.