Dienstag, 26.ZuliO38 Nr. 172 Erstes Blatt 188. Jahrgang Festspiel-Renaissance in Salzburg im Die ^eini. Aufruf der dreizehn Helden der Ostmark gen entgegensehen. H. D. Komregg. — . sutTh nnn der Weihestunde der Ostmark auf dem „Platz der Helden" in Maaenfur^Kärnten? stellvertretender Gauleiter Kutscher- ruft die Kamen ber Sjelben auf ANurch HeLand.hr Leben raffen mußten. Die J “ Klangen de- Liedes vom guten Kameraden... — («cyen-^lwermenp j/ij Furtwängler dirigiert die „Meistersinger". Von unserem Sonderberichierstaiier. Trägern kleinerer Rollen ragten der Titurel M i - chael von Roggens durch seine sonore Stimme sowie Käthe Heidersbach und Anny von St o sch hervor, die die beiden Gruppen der Blumenmädchen anführten. Unter dem Eindruck der von Friedrich Jung einstudierten weihevollen Chöre gingen die Zuschauer schweigend auseinander. D. K. K. Göring beim deutschen „Hamlets- Gastspiel im Schloß Kronberg. Kopenhagen, 25. Juli. (DNB.) Ministerpräsident Generalfeldmarschall Göring wohnte am Sonntagabend dem deutschen „H a m l e t"- Gastspiel in Schloß Kronborg bei. Der Generalfeldmarschall, der überraschend vor Beginn der Aufführung auf s e i n e r I a ch t „Karin II" in Hel- singör eingetroffen war, wurde bei seinem Erscheinen von dem Publikum herzlich begrüßt. Dank der genialen Darstellungskraft Gustaf Gründgens und Marianne Hoppes sowie aller anderen mitwirkenden Mitglieder des Berliner Staatlichen Schauspielhauses wurde die Aufführung, die von dem besten Wetter begünstigt war, ein großes Erlebnis. Als der Generalfeldmarschall den Schloßhof verließ, bereiteten ihm die Anwesenden eine herzliche Kundgebung. Nach dem Theater gab der Generalfeldmarschall den deutschen Schauspielern ein Essen, bei dem der Bürgermeister der Stadt Hel- singör dem Generalfeldmarschall und den deutschen Schauspielern den Dank dafür aussprach, daß es Dänemark vergönnt wurde, diese klassische Darstellung des Hamlet zu sehen. — Der K ö n i g empfing Gustaf Gründgens in Privataudienz. Er sprach dem König seinen Dank dafür aus, daß er das Protektorat über das deutsche „Hamlet^Gastspiel im Schloß Kronborg übernommen habe. in überragende Höhe der deutschen Jnszenierungs- kunst ins hellste Licht. Der tiefe Ideengehalt der knappen und eindringlichen Sprache Heinrich von Kleists lag aufgeschlossen vor den Hörern, und wunderbar mündete das Spiel, das Den Gott erst als allzumenschlichen Liebhaber einführt, in die Sphäre des Ewigen. In erster Linie muß Winfried Seyferth genannt werden, dessen Diener Sofias letzte Erfüllung der Schauspielkunst darstellt. Aber auch Erhärt Siedel als sein göttlicher Widerpart bot eine große Leistung. Als Alk- mene betonte die junge Heidi Kuhlmann vor alledem den Heroinenhaften Charakter der Rolle, und wunderbar klar kam die gedankenreiche Pracht der Kleistschen Verse aus ihrem Munde. Ferdi-, nand Marians Jupiter war von allen Schauern der Gottheit umgeben, wie auch Reimund Buchers Amphitryon erschütternd wirkte in seiner ohnmächtigen Raserei unzulänglicher Menschlichkeit. Der Eindruck des vollendeten Zieles war auf die Zuschauer außerordentlich. D.K.K. Mozarts „Don Giovanni". Der dritte Abend der Salzburger Festspiele war dem Gedenken des größten Genius der deutschen Ostmark, Mozart, gewidmet. Die heutige Auf- Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Brette 7 Rpf., für Text- anzeigen von70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh. Dereinbg. 25°/e mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzei- gen 5 Rpf., Familienanzei- gen, Bäder», Unterrichts» u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B krschetnt täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monalr-vezugspreis. Mtt 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr , -.25 Auch bet Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe enter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Gieße« Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11688 Kleists „Amphitryon". Die mit großer Spannung erwartete erste Schauspiel - Aufführung der Salzburger Festspiele war „Amphitryon" von Heinrich von K l e i st in der Inszenierung von „ Erich Angel. Der ursprüngliche Plan, das Stück im Freien zu spielen, war mit Rücksicht auf die in Salzburg nie völlig sicheren Witterungsverhältnisse ^gegeben worden. Aber Stefan Hlawa hatte für em Bühnenbild gesorgt, das den Zauber des Barocks wunderbar einfing. Darüber hinaus erwies sich das Stück als wunderbare Wahl. Das Spiel von der vermenschlichten Gottheit, das am Ende ober dennoch wieder von der schauervollen Gröhe des Usberirdischen umwettert wird — wo paßte es Vesser hin als in die Stadt, wo eine schöpferische, «es im Menschlichen wurzelnde Sinuenfreudigkeit das Antlitz der großen Bauten geformt hat und wo die aufragenden Berge Gott in seiner ganzen Majestät verkünden! Erich Engels Regie rückt SM Durch dieses UneJ I keine Verlange« er nicht ermittelt cd ML Stammeisterschasl I i (Ges. 22/116) d -imHausen (Gef. 2i;| ne Spiel war J und es erhielt sei« >aß Bannführer RV tten nach der @rurfl f. 22/116) und M Entscheidung-! in den ersten ÄiMi ang-Göns. Kurz N gleichen. Durch die ffl ;e auf das Tor k- s drei weitere Tore I die PlatzmannM i jg5 bod) fäon ehd Dreij^nmetenW 1 ■ rn. SdjneHe i zur halbM 1 mben beide W'.m Mi wieder gut tonnte Lang-GM !« Handball um die a agners „parsisal" in Vayreuch. Oer Führer auch beim zweiten Abend der Bühnenfestspiele. ___ Bayreuther Bühnenfestspiele nahmen am Montag mit der Aufführung von Richard Wagners „Parsifal" in Anwesenheit des Führers ihren Fortgang. Während der beiden langen Pausen verlangten die Feslspielgäste und die Bayreuther Volksgenossen immer wieder den Führer zu sehen, und mehrmals wurde ihre unermüdliche Ausdauer dadurch belohnt, daß der Führer mit Reichsminister Dr. Goebbels an das Fenster oder auf den Balkon des Festspielhauses trat und für die herzlichen Kundgebungen dankte. Die Parsifal ° Aufführung stützte sich auf die neue Ausstattung von Wieland Wagner, die im vergangenen Jahrs zum ersten Male verwendet worden ist. Der Spielleiter Heinz Tietjen hatte jedoch seiner bekannten Inszenierung des Bühnen-Wechespiels einige Darsteller in tragenden Rollen neu einzufügen. Franz Völker, der in diesem Jahre den Parsifal singen sollte, war durch einen Unfall, den er bei einer Probe erlitten hatte, am Auftreten verhindert. An seiner Stelle sprang hilfsbereit Fritz Wolff in die Bresche. Zu einer fesselnden Begegnung verhalf die Besetzung der Kundry mit Germaine Lubin. Die Französin sang ihre Rolle in deutscher Sprache und bewies eine Einfühlungsfähigkeit in den Geist des deutschen Kunstwerkes, durch die sich die Sängerin als künstlerisch gleichwertiges Glied in dem weltberühmten Ensemble der deutschen Künstler Bayreuths behauptete. Auch Jaro Prohaska, der den Amfortas übernommen hat, überzeugte durch seine von einem edlen, kraftvollen Bariton getragene Kunst, dem leidenden Gralskönig einen von dem Temperament des Künstlers bestimmten scharfen Umriß zu geben. Unter der musikalischen Leitung Franz von Hoeszlins bewährten sich wieder so hervorragende Sänger-Darsteller wie Josef v. M a n o w a r d a (Gumernans) und Robert Burg (Klingsor) als vielfach erprobte Spitzen der Bayreuther Parsifal-Aufführung. Unter den burgs in diesem Jahre erneut beweisen." Die Wahl von Richard Wagners „Die Meistersinger von Nürnberg" als Eröffnungsvorstellung der diesjährigen Deutschen Festspiele in Salzburg unterstreicht in allgemeingültiger Weise den neuen Charakter der Salzburger Fest- Ipielidee. Sie betont die deutsche Grundlage der Salzburger Festspiele, sie weist zugleich darauf hin, daß ihr traditioneller Grundton gewahrt sein soll. Hier in her Mozartstadt soll zurrst die süddeutsche Theaterfreudigkeit gelten, die in Mozarts Hauptschöpfungen lebt. Auch Wagners „Meistersinger" zählen in mehr als einer Beziehung zu dieser Welt. Das machte in erster Linie die Kunst Wilhelm Furtwänglers deutlich, der die Eröffnungsvorstellung leitete. Seine Absicht, den echten Ton bei deutschen Komödie in den Vordergrund zu stellen, wurde gleich in der Lehrbubenszene des ersten Aktes wirksam. Mit einer wunderbaren Abtönunng im Klanglichen wird hier das vielfältige Hin und Her der Abhandlung im Orchester feinneroig gezeichnet, und die Fülle der Gedanken strömt in einer selten erlebten inneren Frische aus. Die behäbige, zugleich festlich gestimmte Welt der Meistersinger spiegelt sich in der kraftvollen Prägnanz der Marschrhythmen wider, und die tragische, eigentlich musikdramatische Verwebung des Hans-Sachs-Tones tritt nun in ihrer ganzen gegensätzlichen Schwere auf. Der wahre Sinn der Komödie, über den Dingen und jenseits von Gut und Böse zu schweben, wird in dieser musikalischen Deutung in ergreifender Weise deutlich. Die Regie Erich von Wymetals, Wien, betont mehr die spielerischen Elemente. Sie führt mit großer Liebe für das Detail die Schilderung Les Milieus in den Vordergrund. Zugleich lenkt sie Die Aufmerksamkeit des Zuschauers immer auf die -wesentlichen Ereignisse; der Ausgleich zwischen der Entwicklung der eigentlichen Handlung und dem 1 Rahmen ist glücklich gefunden. Robert Kautzky entwarf die mittelalterlich-strengen Bühnenbilder. Unter den Sängern ragte die verinnerlichte Darstellung und reife sängerische Leistung Maria Reinings, Eva, hervor. Ihr hellsilbriger, zu machtvoller Leidenschaft fähiger Sopran zählt zu den schönsten Stimmen, die die deutsche Opernbühne besitzt. Großes Interesse wurde dem jungen schwedl- schen Tenor Set Svantholm, Walther, ent- Mengebracht. Er besitzt ein frisches, ungemein elastisches Organ, das die schwierigsten Partien mit sicherer Selbstverständlichkeit und nie erlahmender Frische beherrscht. Für den erkrankten Karl Ka- monn (Chemnitz), sprang in letzter Minute Walker Großmann (Berlin) ein. Sein Hans wachs zeichnete sich durch vornehme Zurückhaltung aus; ein stiller Philosoph, von milder Ruhe überstrahlt. Eine Charakterstudie besonderer Prägung gab der Beckmesser Alfred Jergers ab. Er ist em wahrer Teufel in Menschengestalt, zu allen scheußlichen Dingen fähig. Köstlich die frische Naivität und treue Anhänglichkeit des David, mit dem Erich Zimmermann sich nun auch in ^Salzburg einen großen Erfolg holte. Mit größter Spannung darf man nach diesem glanzvollen Auftakt der Salzburger Festschele den weiteren Neuinszenierunführung des „Don Giovanni" erhielt ihre besondere Weihe durch die Anwesenheit des Stellvertreters des Führers, Reichsminister Rudolf Heß. Es ist Salzburger Tradition, den „Don Giovanni" in italienischer Sprache aufzuführen, um damit den Unstimmigkeiten der verschiedenen Textbearbeitungen aus dem Wege zu gehen. Darüber hinaus aber soll gerade hier in dieser von italienischen Künstlern erbauten deutschen Stadt das Zusammenwirken nördlichen und südlichen Geistes dokumentiert werden. Die Aufführung war ein vollendeter Zusammenklang deutscher und italienischer Kunst. Generalmusikdirektor Böhm saß am Pult und hob klar die Tiefe des Werkes heraus. Die italienischen Sänger, Enzio Pinza als Don Giovanni und Virgilio Lazaria als Leporello, liehen den ewigen Mozartschen Melodien die Pracht ihrer herrlichen (Stimmen. Die deutschen Sängerinnen und Sänger, Elisabeth Rech- berg, Maria C e b o t a r i, Luise Hellets- g ruh er, Herbert Alsen, Anton Derrnota und Karl Ettl, waren gute Partner. — Reichsminister Heß war bei seiner Fahrt zum Festspielhaus, bei seinem Erscheinen in der Festloge und auch bei der Abfahrt Gegenstand herzlicher Ovationen. , O. K. K. ür|l Jin ? Ansl^ . „di«HO e wurde am ?°n nach Air-Z ? beMalibkr ur Er höhe Alpen-G, Pfleger wurde dr l,Don 10:52,24 St. Ä €i?e ZVartoliund Mamkrgebnis bei: er Deutscher aus der in 11:23,48 & Breslau. Das Deutsche Turn- und Sportfest ist feiner ganzen festlichen Gestaltung nach ein Ereignis, das wett über das rein turnerische und sportliche Programm hinausweist; Feiertage des deutschen Volkstums könnte man die Breslauer Tage vom 23. bis 31. Juli nennen, solche der Gemeinsamkeit und des Bekenntnisses zur nationalsozialistischen Idee, der Kameradschaft aller deutschen Menschen diesseits und jenseits der Grenzen. Aber es wäre falsch, zu glauben, daß der sportliche Grundcharakter unter der festlichen Gestaltung leiden würde. Nicht weniger als sechs M e i st e r s ch a f t e n stehen in der Festfolge: in der Leichtathletik, im Ringen, Gewichtheben, Radfahren, Kegeln, im turnerischen Zwölfkampf für Männer und im Zehnkampf für Frauen. Aber die Ausschreibung aller Kämpfe ist noch weitaus vielgestaltiger, sie umfaßt schlechthin jede Gruppe der Leibesübungen. Da sind zunächst die <5ommerfpi.ele — Faustball, Schlagball und Schleuderball für Männer, Korb- ball für Frauen —, die allein rund 200 Mannschaften auf die Kampfstätten bringen- und deren Endkämpfe ebenfalls als Meisterschaften zu werten sind. Im Fußball treten die Gaumannschaften zu einer Spielrunde an, im Rugby zwei Auswahlmannschaften der Gaue Niederschlesien und Brandenburg, im Stritt ett wird das Endspiel der Berliner Meisterschaft ausgetragen und im Handball ist eine Spielrunde der deutschen Stadtmannschaften vorgesehen, zu der jeder Gau die beiden besten Mannschaften stellt. Auch die Basketballspieler tragen eine Spielrunde der Vereinsmannschaften aus. Die Schwimmer haben ihre Meisterschaften bereits hinter sich, aber was in Breslau von ihnen an Einzel- und Mehrkämpfen gezeigt wird, ist eine Wiederholung der Darmstädter Tage. Auch Sportarten, die sich zumeist nur auf einen kleineren Kreis von Teilnehmern und Jnteresfenten beschränken, sind in Breslau vertreten, wie schon Krikett- und Basketball beweist. Außer diesen Sportarten ist aber auch noch Judo (die deutsche Form des Jiu-Jitsu) mit Reichswettkämpfen vertreten, die Fechter tragen Säbelmannschaftskämpfe für Gau- mannschaften und Florettmannschaftskämpfe für Fechterinnen aus, während die Tischtennis- Spieler zu ihren alljährlichen Bundesspielen — die nationalen Meisterschaften gleichzusetzen sind — antreten. Im Tennis finden die Vorschluß- und Endrunde der Medenspiele statt, die Ruderer sind in allen Bootsgattungen vertreten, während die Kanusportler Reichswettkämpfe im Kajak- Slalom durchführen, einer verhältnismäßig jungen Sportart, die wohl am besten mit dem Tor- (Sla- lom-)Lauf der Schiläufer verglichen werden kann. Im Rollschuhsport sind Einzelwettbewerbe ausgeschrieben und die Kleinkaliberschützen schießen mit Wehrmanngewehr, Pistolen und den Kleinkaliber-Büchsen in verschiedenen Anschlagformen. Im Hockey finden sich acht Gaumannschaften ein, die in einer Spielrunde den Sieger ermitteln, ; der an der Schlußrunde um den Silberschild teil- ; nehmen darf. Auch die Segler kommen nicht zu : kurz; für sie sind Wettfahrten der 10er, 15er- und ; 20er-Rennjollen ausgeschrieben, weiter solche für die 15er-Wanderjolle und schließlich für das beliebteste i „Einhand"-Boot, die Olympiajolle. Das ist ein Programm, das sich neben dem der ; Olympischen Spiele sehen lassen kann, und was die : Teilnehmerzahlen anbetrifft, die olympischen Tage , bei weitem übertrifft. Aber man würde der sport- । liehen Gestaltung' Breslaus nicht gerecht werden, : wenn man die Mehrkämpfe nicht berücksichtigt, , die ein Kernstück des Festes bilden. Von den Deutschen Meisterschaften im Zwölfkampf der Männer und im Zehnkampf der Frauen sprachen wir schon. Daneben verdient vor allem der volkstümliche D r e i k a m p s Erwähnung, der für die Sporttreibenden aller Fachgebiete ausgeschrieben ist und für den man eine besonders starke Beteiligung erwarten kann. Die turnerischen Mehrkämpfe werden noch durch Zehn kämpfe der Männer, einen Zwölfkampf im Geräteturnen, einen Neunkampf in verschiedenen Altersklassen, einen Achtkampf und einen Gymnastik-Siebenkampf, sowie einen Gymnastik-Sechskampf der Frauen ergänzt. Bei allen diesen Kämpfen ist durchaus nicht das Prinzip der „größten Zahl" verfolgt, sondern die in den Pflichtübungen gestellten Anforderungen sind recht erheblich, so daß der Grundgedanke der Leistung überall gewahrt wurde. Es ist klar, daß eine derartige Fülle verschiedenartigster Wettkämpfe — zudem noch auf wenige reine Wettkampftage zusammengedrängt — eine bis ins einzelne genaue und großartige Organisation voraussetzen. Allein zu den Mehrkämpfen am Donnerstag treten 29 500 Männer und Frauen an, in den anderen Disziplinen ist mit rund 5000 Wett- fämper zu rechnen, so daß am „T a g des Wettkampfe s", am 28. Juli, allein 35 000 aktive Männer und Frauen betreut werden müssen, eine Zahl, die auch nur annähernd bisher bei keiner Veranstaltung auf der ganzen Welt erreicht wurde. An diesem Tage werden allein etwa 4000 Kampfrichter, Riegenführer und Ordner benötigt! Zum Vergleich sei angeführt, daß 1936 bei den Olympischen Spielen in Berlin „nur" etwa 5000 Wettkämpfer antraten, daß sich dos sportliche Programm aber über 14 Tage erstreckte. In Berlin sah der bedeutendste Tag auf allen Kampfbahnen insgesamt 168 000 Besucher, dort standen 180 Hektar Raum zur Verfügung, während Breslau auf 128 Hektar in drei Wettkampftagen 100 000 Teilnehmer und 250 000 Zuschauer zählen wird! Breslau darf sich glücklich schätzen, im Hermann - Göring - Sportfeld eine Kampfbahn zu besitzen, die neben dem Berliner Olympiastadion die schönste und imposanteste Deutschlands "r ns'ÄTl «öl Sieg. berie«| der ■ Sti /ftmit LZ«, n 4our“. !in"Sf tun6*?, » 3f >isl1W »rhflW ft ilrfiÜ zeug Achten. Metzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vru» und Verlag: vrühlsche Univerfitätrdruckerei V. Sange in Sietzen. Sdjriftleitung und Die Salzburger Festspiele 1938, die ersten aroßdeutschen Reiche, sind eröffnet. Ihre Bedeutung für das deutsche Kulturleben kommt am klarsten in dem Geleitwort des Reichsministers Dr. Goebbels zum Ausdruck, das er dem vornehm ausgestatteten Festspielführer Salzburgs beigegeben hat: „lieber jeder der großen deutschen Festspielstädte", so führte der Minister hier aus, steht der Name eines der Genien unseres Volkes. Heber Salzburg steht der Name Mozarts. Das Wiederaufleben der deutschen Festspiele in Salzburg ist das Zeichen für die Unsterblichkeit feines Genius und bie Unoergänglichkeit feiner Kräfte, aus denen er erwuchs. Es sind die Kräfte der deutschen Seele. Es sind die Kräfte, denen die Welt die schönsten und beglückendsten Werke der Musik und des Theaters verdankt. Unsere Verbundenheit mit diesen Kräften wie unsere Aufgeschlossenheit gegen alle großen gültigen Kunstschöpfungen anderer Art und anderen Volkstums sollen die Deutschen Festspiele Salz- ■' v Kampf und Sieg um den Eiger Die Gaukulturwoche. Unser Bild zeigt einen Blick auf die Eigerwand. — (Scherl-Bilderdrenst-M.) Verussausbildung und Arbeitsmoral ***** M men ein Gesamtbild der kulturellen Jahresleistung unserer rhein-mainischen Kulturlandschaft abgeben werden. Dabei soll die Leistungsschau alljährlich unter einem besonderen Thema stehen, das die Geschlossenheit der Woche gewährleistet. Für die Gaukulturwoche 1938 sei das Thema „Rasse und Kultur" gewählt worden. ragen die drei mächtigen Jungfrau und des Eiger. Jahren, haben die besten die berüchtigte R o r d - seiner Eigenart am besten entspricht. Einer der bekanntesten deutschen Spezialisten flPl dem Gebiet der Menschenerziehung in den Bettie' den, Professor Dr. Arn hold, sprach oon ter Zusammenfassung der materiellen und der person' lichen Elemente der Arbeit durch den Nationri' sozialismus. So sei es möglich, den Menschen zum Herrn über die Sachwelt zu machen. Die Kluft zvn' schen Mensch und Maschine könne nur durch ein! richtig aufgebaute und richtig angewandte Ar' beitsschulung überbrückt werden. Von beftr» derer Wichtigkeit sei die richtige Einordnung W arbeitenden Menschen innerhalb des Betriebes. dieser Einordnung dürfe nicht allein das fachlvt! Können, sondern müsse auch die charakterlich Veranlagung berücksichtigt werden. Wenn " richtig ist, daß für jedes Volk eine besondere F»ni des Verwachsenwerdens zwischen Mensch, Werkz-tt und Maschine gelte, so gebe es auch für jedes Vo eine spezifische Technik und Betriebsführung, und sozialen Lage erzielen könne, sondern daß es hierfür einer gegen die bestehende nationale und staatliche Ordnung gerichteten Massenbewegung be- Die ersten Vorträge. i Don unserer Berliner Schriftleiiung. Bereits die ersten Vorträge auf dem Internationalen Kongreß für berufliches Bildungswesen haben erheblich mehr gebracht als Darstellungen über die in den verschiedenen Ländern gemachten Erfahrungen und über den derzeitigen Stand des beruflichen Bildungswesens. Zum Thema „B e r u f s e r z i e - h u n g — Wirtschaft — Volk" sprachen neben einigen Ausländern Vertreter der Deutschen Arbeitsfront und der Organisation des Reichsberufswettkampfs. Für andere Länder als Deutschland hat es allerdings noch keine Bedeutung, wenn die Berufsausbildung den gesamten Leistungsesfekt der Volkswirtschaft hebt. Solange noch Hunderttausende oder Millionen von Arbeitslosen der Einreihung in die wirtschaftliche Arbeit harren, ist es nicht wichtig, die Durchschnittsleistung des einzelnen zu erhöhen. Hier ist Deutschland wesentlich anders daran. Eines der wichtigsten Mittel, die sehr angespannte Arbeitsbilanz zu verbessern und den Menschenmangel zu mildern, ist eine Steigerung der Leistungsfähigkeit des einzelnen arbeitenden Menschen durch planmäßig fortschreitende Berufserziehung. Der deutsche Redner sagte, die Berufserziehung trage dazu bei, zu verhindern, daß der einzelne seine Fähigkeiten ausschließlich nach eigensüchtigen Gesichtspunkten anwendet und innerhalb der Volksgemeinschaft zu einem Einzelgänger wird. Wenn auch die Bedeutung der Berufserziehung für die Arbeitsbilanz für viele Völker vorläufig noch im Hintergrund bleibt, so wird es sich doch für alle segensreich auswirken, wenn infolge höherer Berufstüchtigkeit in der Zeiteinheit größere wirtschaftliche Erfolge erzielt werden können als bisher. Die Darlegungen eines HJ.-Führers über den Reichsberufswettkampf werden für einen großen Teil der Kongreßteilnehmer die ersten authentischen Informationen über diese für den deutschen Nationalsozialismus so kennzeichnende Einrichtung gewesen sein. Je allgemeiner der Reichsberufswettkampf wird, desto mehr führt er > zu einer Aktivierung aller Schaffenden. Er treibt aus den Köpfen der Arbeiter und An- . gestellten jene unselige klassenkämpferische Lehre, ■ daß der einzelne durch persönliche Anstrengungen i auf die Dauer keine Besserung seiner materiellen rigen G o l l a ck e r. Schon im vergangenen Jahre hatte dann einer Im Berner Oberland Klötze des Mönchs, der Seit 1883, also seit 55 das Brot, sondern das Geld als das Wichtigste erachtet hätte. Der Kampf gegen den Landardeiter- mangel muß nicht geführt werden, weil der Natio- nalsozialismüs zu viel Arbeit geschaffen habe, sondern weil wir noch Sünden der Vergangenheit aus- zumerzen haben. Er wisse selbst zu genau, daß der Bauer es heute nicht leicht habe. Ader er wisse ebensogut, daß die Zeit kommen werde, wo der Führer Wege zeigen werde, um die Landarbeit als die wertvollste herauszustellen und den Landarbeiter zum Träger des Volkes zu machen. Ein tausendjähriges Deutsches Reich könne nur dann Wirklichkeit werden, wenn wir uns des Wertes von Blut und Boden wieder vollkommen bewußt würden. Die Landarbeitslehre stelle diesen Beruf gleichberechtigt neben den des qualifizierten Arbeiters in der Fabrik. In Zukunft wird es keine ländliche Arbeitskraft mehr geben, die die stolze Berufsbezeichnung Landarbeiter führen darf, ohne durch die Landarbeitslehre gegangen zu fein. Die Arbeit auf dem Land sei hart, aber das Glück des Lebens liege in der Arbeit. — Anschließend nahm Landesbauernführer Dr. Wagner die Verleihung der Gehilfenbriefe vor. Die jungen Landarbeitsgehilfen werden jetzt noch zwei Jahre in besonderen Lehrbetrieben arbeiten, um dann als vollwertige Landarbeiter der Landwirtschaft zur Verfügung zu stehen. Ein Chor der HI. schloß die Feierstunde der ersten Freisprechung von Landarbeits- und ländlichen Hausarbeitslehrlingen im Gau Hessen-Nassau. genannt werden muß. Die Friesenwiese 'st mit ihren 140 000 Quadratmeter Jnnenraum für etwa 600 000 Menschen und ihren Tribünen für 200 000 Zuschauern das größte Aufmarschfeld Deutschlands, der sich die Schlesierkampfbahn mit ihrer 500-Meter- Aschenbahn und ihren gedeckten Tribünen für 52 000 Zuschauer würdig anschließt. Alle diese Anlagen, zu denen noch zahlreiche weitere Kampfstätten kommen, sind für die Breslauer Tage noch weiter ausgebaut worden so daß das Herrnannn-Göring-nportfe.d — in den Jahren 1924 bis 1928 gebaut und in Los Angeles mit dem dritten Preis ausgezeichnet! — in jeder Weise auch die äußeren Dorausietzungen für ein glückliches Gelingen des Breslauer Turn- und Sportfestes gibt, für das sich in diesen Tagen Hunderttausende rüsten. Werner Bekmann. heit vollkommen vergessen worden, daß der Mensch über zwei Mittel verfügt, um seiner Kultur Ausdruck zu geben. Diese Mittel sind: das Wort und das Werkzeug. Wer vor unseren mittelalterlichen Domen steht und unsere alten Plastiken bewundert, dem wird bewußt, welche Kulturwerte von ewiger Bedeutung durch das Werkzeug geschaffen wurden. Ich glaube nicht, daß die Schöpfer dieser unvergleichlichen Formen Wissenschaftler waren. Bestimmt waren es keine Intellektuellen, sondern Handwerker im besten Sinne des Wortes. Unsere Schulen sind in den letzten 100 Jahren viel zu sehr Schulen des Wortes gewesen. Sie waren darin ein Spiegelbild ihrer Zeit. Die Handarbeit wurde als kulturschöpferische Leistung nicht mehr geachtet. In den Berufs- und Fachschulen haben wir ein Organ geschaffen, das das Werkzeug und diejenigen, die es zu handhaben Der* Hochalpinisten Europas . , _ . wand d e s Eiger immer wieder angegangen, i Das gewaltige Massiv des Berges hat eine Hohe > von 3975 Meter. Und die berüchtigte Wand, die bisher sämtliche Angriffe abschlug, steigt selbst aus dem Hochtal noch über 1800 Meter an. Fast buchstäblich wandsteil, ja teilweise sogar überhangend liegt das gewaltige Massiv da. Aber nicht nur mit seiner enormen Steilheit, sondern mit Steinschlag, mit Lawinen bis in den Sommer Hinern, mit Sturm, eisiger Kälte in der Höhe und mit einem „Weg", der über den größten Teil der Wand dauerndes Stufenschlagen im Eis neben schwierigster Seilarbeit verlangt, gar nicht za reden von den beiden strapaziösen Kaminen, hat sich der Elger bisher noch jeden Angriffs zu erwehren vermocht. Als Erster hat vor 55 Jahren der Engländer Farr ar den Rückzug antreten müssen, obwohl er sich-als Führer den seinerzeit bekanntesten deutschen Bergführer Grill gesichert hatte, der die Erstbesteigung der Ostwand des Watzmann erzwungen hatte Nicht besser erging es den beiden Schweizern Dr L a u p e r und Z ü r ch e r vor sechs Jahren, die zwei Landsleute als Führer bei sich hatten. In den letzten drei Jahren kostete der wiederholte Angriff auf die furchtbare Wand insgesamt acht Menschenleben, vier Deutsche, zwei Oesterreicher und zwei Italiener, so daß die Schweiz schließlich ein Sperrverbot für die Nordwand des Eiger erließ. Vor zwei Jahren wurden die beiden Deutschen Sedlmayr und Mehring von Lawinen erschlagen. Dem damaligen Oberst U d e t, der die Nordwand vom Flugzeug aus nach den beiden Alpinisten absuchte, bot sich das erschütternde Bild, daß einer von ihnen bis zum halben Leibe im Schnee steckend mit dem Gesicht der Wand zugekehrt in der Leichen- ftarre dastand, erfroren. . 1936 griffen wieder vier bewährte Hochalpinisten an, zwei Deutsche und zwei Oesterreicher. Ihr Schicksal bildet eine der ergreifendsten Bergtrago- dien. Einer stürzte ab, der andere erfror, der dritte erstickte im Seil, in das er sich verfangen hatte, und der vierte, der erst 17 Jahre alte Toni Kurz, vermochte sich so lange zu halten, bis die ausgesandte Rettungsmannschaft ihm auf etwa 50 Meter nahegekommen war. Langsam, Schritt für Schritt, stieg er ihr entgegen — kaum 5 Meter vor den Rettern brach er zusammen, er war den Erschöpfungstod gestorben. Ebenso erging es dann 1937 dem IHay- der jetzigen Sieger, V ö r g, zusammen mit Matthias Rebitsch, der zur Zeit an der Himalaya-Expedition teilnimmt, einen Erkundungsoorstoß unternommen, der sie bis über das dritte Eisfeld hinaus brachte. Die letzten 670 Meter freilich, etwas starker geneigt, aber starrend von Eis und Schnee, blieben unerstiegen. Diesmal hat V ö r g zusammen mit Heckmeier, die beide Sportlehrer aus der Ordensburg Sonthofen sind, und unterstützt von Harrer und K a s p a r e k, eine der letzten unbezwun- qcnen Wände der Alpeneisriesen genommen. Die Berichte geben ein anschauliches Bild von den Gefahren unter denen die mehrtägige Besteigung durchq'eführt wurde; noch am Samstag waren Harrer und Kasparek von einer Lawme mitgerissen worden, fanden sich aber wie durch em Wunder nach einer halben Stunde wieder mit den Gefährten zusammen. NSG. Der Gaukulturwalter, Gaupropagandaleiter Stöhr, hatte am Sonntag die Kreispropagandaleiter, die Kreishauptstellenleiter Kultur, die Kulturreferenten der Gliederungen und angeschlossenen Verbände sowie die Landesleiter der Kulturkammern im Gau Hessen-Nassau nach Frankfurt zu einer Sitzung eingeladen, die der Vorbereitung für die Gaukulturwoche vom 22. bis 29. Oktober diente. Gaukulturwart Konrad betonte, daß im Laufe eines jeden Jahres die Gaue einmal antreten, um im Rahmen ihrer Landschaften eine Leistungsschau über den Stand ihres kulturellen Schaffens zu bieten. Die Bedeutung dieser Veranstaltung beruhe darin, daß die natürlichen Glieder eines ganzen Reiches in ihrer Gesamtheit vor dem Volk ihren Kulturwillen demonstrieren. Ein solches Unterfangen könne seine Entstehung nur einer Volksführung verdanken, die der kulturellen Arbeit eine erstrangige Bedeutung für den Bestand der Nation beimißt. Der Maßstab für die Wertung dieser Leistungsschauen könnten daher auch nur die Forderungen fein, die der Führer erhoben hat. Die Gaukulturwoche müsse die gesamten Aeußerungen des kultrellen Lebens unseres Gaues möglichst umfassend und beispielhaft darstellen. Nachdem Gaukulturwart Konrad kurz über die Erfolge der vergangenen Gaukulturwoche gesprochen hatte, die in erster Linie eine Leistungsschau und einen Leistungswettbewerb der Künstler und Kultur-Institute des Gaues Hessen-Nassau dar- stellen sollte, betonte er, daß die Gaukulturwoche immer den großen Kultureinrichtungen im Theater, Musik- und Filmleben Gelegenheit geben müsse, in einem repräsentativen glanzvollen Rahmen Proben bester Leistungen abzugeben. Die Gau- kulturwochen als Schöpfung der Partei sollten aber auch in immer steigendem Maße den kulturellen Gestaltungswillen und die kulturpolitische Sendung der nationalsozialistischen Bewegung selbst unter Beweis stellen. Daher werde die Gaukulturwoche 1938 mit nachdrücklicher Betonung im gesamten Gaubereich auch eine Rechenschaftsabgabe über den Stand der kulturpolitischen Aufbauarbeit der Bewegung abgeben. Die Gaukulturwoche soll in ihrer Gesamtheit den kulturpolitischen Auftrag der Partei als eine Kraft aufweisen, die sowohl anregt, fördert und alle Kultur- und Kunstbereiche mit neuem Leben erfüllt und breitesten Volksschichten zugänglich macht, als auch vor allem selbst schöpferisch Neues schafft und gestaltet. Dies bedeutet, daß in diesem Jahr neben den Künstlern und Kultur- Instituten die Partei, ihre Gliederun- gen und Verbände zur Leistungsschau über die kulturelle Arbeit eintreten und daß sie zusam- stehen, wieder zu Ehren bringt. Die Geisteshaltung des neuen Deutschlands gibt diesen Schulen beit notwendigen Rückhalt. Nach weiteren Begrüßungsansprachen, darunter des Vertreters der Stadt Berlin Stadtschulrat Dr- Meinshausen, des Leiters des Amtes für Beru^ erziehung und Betriebsführung in der DAF., Prost Dr.-Jng. Arnhold, des Vertreters der Organisation der gewerblichen Wirtschaft Dr. Hayler, des Präsidenten der BIET., Labbe (Frankreich), und des Präsidenten der SJEC., Bata (Tschecho- Slowakei), wurden von Ministerialrat Dr. Südhof vom Reichserziehungsministerium die Generalberichte für beide Organisationen erstattet, in denen ein Ueberblicf über den Stand der Arbeiten gegeben wird. Anschließend fand eine Kranzniederlegung am Ehrenmal statt. Der Beruf ist zum Bindeglied des einzelnen und seiner Familie zu Volk und Staat geworden, er wird nicht mehr vom Subjekt, sondern von der Gemeinschaft her begriffen. Durch diese Wandlung der Berufsauffassung hat auch die Berufsarbeit des Jungarbeiters, der bei uns früher als ungelernter Arbeiter bezeichnet wurde, wieder ihren Sinn erhalten. Es kommt nicht darauf an, welche Arbeit einer für das Volk leistet, sondern wie er sie leistet. Die deutsche Berufserziehung trennt nicht das Weltanschauliche vom Fachlichen, sondern erzieh tinder Arbeit den ganzen Menschen. Da aber die Berufsschule ihren Zögling zunächst in seinem Berufe erfaßt, der für ihn eine zentrale Angelegenheit feines Lebens geworden ist, ist sie eine Erziehungseinrichtung. Die politische Jugendorganisation ist neben der Berufserziehung des Jugendlichen in Lehre und Schule der dritte Grundpfeiler unserer Jugenderziehung. So kann die Berufsschule nach unserer Auffassung ihr Hauptgewicht auf die Berufsausbildung legen und doch zugleich an der Erziehung der beruflichen Jugend mitwirken. Je stärker in den letzten Jahren die volkserzieherische Bedeutung dieses Schulwesens begriffen wurde, um so mehr verstärkten sich die Bemühungen um seinen Ausbau. Das zeigt auch das von der Reichserziehung vor wenigen Tagen verkündete Pflicht- Schulgesetz. Die Berufsschule läuft mit nur sechs bis zehn Unterrichtsstunden in der Woche neben der praktischen Ausbildung im Betriebe her. Daraus etwa zu folgern, daß die Wirkungsmöglichkeit dieser Schule äußerst begrenzt fein müsse, geht nicht an. Die praktische Ausbildung im Betrieb und die Arbeit der Schule ergänzen sich planmäßig. Dadurch erhält die Berufsschule selbst mit ihren wenigen Wochenstunden eine sehr große Wirkungsmöglichkeit. Wir entwickeln in diesem Schulwesen ein Bildungsideal, das von den werktätigen Menschen ausgeht. Die Reformen, die ich jetzt durchführe, richten sich gegen einen einseitigen I n - t e l l e k t u a li s m u s. Es ist in der Vergangen- Berlin, 25. Juli. (DNB.) Am Montagvormittag fand in dem mit den Hoheitszeichen von 48 teil- nehmenden Nationen festlich geschmückten Reichs- taassaal der Berliner Krolloper die feierliche Eröffnung des vom Internationalen Amt für berufliches Bildungswesen (BIET.) und der Internationalen Gesellschaft für kaufmännisches Bildungswesen (SJEC.) gemeinsam veranstalteten Internationalen Kongresses für berufliches Bildungswesen in Anwesenheit des Schirmherrn des Kongresses, Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Unterricht Rust, statt, der die grundlegende Bedeutung der Berufsausbildungsarbeit kennzeichnete. Wir Deutschen, so sagte er, wissen heute am besten, daß die Frage des beruflichen Bildungs- wefens ein zentrales Anliegen der Völker ist, die gezwungen sind, aus eigener Kraft ihre Arbeitsprobleme zu lösen. Der künftige Kaufmann oder Handwerker ist nicht mehr wie noch vor 100 Jahren in der ßaae, sein Berufskonnen allein in der praktischen Lehre zu erwerben. Der Berufsanwärter muß sich ein gut Teil seines Rüstzeuges in der Berufs - und Fachschule an- eignen. Und in dem Maße, in dem unser wirtschaftliches und technisches Leben sich weiter entwickelt, nimmt auch dieses Schulwesen an Umfang und Bedeutung zu. Es ist zu einer Einrichtung der Gewerbeförderung geworden, ohne die eine moderne Wirtschaft überhaupt nicht mehr auskommen kann. Die Berufs- und Fachschule ist darüber hinaus eine unentbehrliche Einrichtung zur Charaktererziehung und zur Eingliederung des werktätigen Nachwuchses in die Ordnung des Volkes geworden. M(| AM KMantzvi Schanghai, Dienstag früh sin Iruppeiwerbänbe Du chinesischen T mittag nach öreitä "choonKiukiang m NMf hatten iai ftp ks-u ? d-n Sam lier 2[r %e[tn ihr, Ä" trappen < M einer 2rsJn^tQuÄ ' & «ie weiter Ä.^QntfC an- $°n Sh* Tisches: c WtiA '« IS'lit??""®1 I ’ Wie tu11 Nig, k&S Hä bS 'M dürfe. Der deutsche Redner teilte mit, daß die männlichen Sieger im Berufswettkampf im Reichsdurch» schnitt zu 63 o. H., die weiblichen Sieger zu 47 o. H. gefördert werden. Der Prozentsatz derer, die fie- fördert wurden, war bei den Gausiegern größer ■ als bei den Ortssiegern. |l Das zweite Hauptthema des ersten Verhanc> ■ lungstages „Mensch und Arbeit" brachte zu- ■ nächst einen Vortrag des Professors Dr. G o e » ■ rens, Direktionsmitglied der Friedrich-Krupp» ■ AG. Goerens sprach über die Vorrangstellung, ■ welche d i e Technik in den letzten VI» Jahr» ■ Hunderten eingenommen habe. Durch den Ersatz fl handwerklicher Arbeitsverrichtung durch Maschinen» ■ leistung sei das menschliche Element in der Arbeit ! häufig allerdings nur scheinbar, zurückgedränK worden. Erst die neuere Zeit und besonders btf I deutsche Nationalsozialismus habe sich wieder all ■ die Vorrangstellung des Menschen v der Wirtschaft besonnen. Auf drei Wegen men* versucht, die Spannung zwischen den materielle! ■ und den persönlichen Kräften in der Wirtschaft $ n; mindern. Man bemühe sich, den Menschen vor Un1 j fall, Berufskrankheit und Uederanstrengung $ L schützen. Weiter sei man bestrebt, die ErfordernW W der Arbeit dem Menschen anzupassen, indem mon ihm die Arbeit erleichtert und seinen Arbeitsplatz « sowie die Arbeitsumgebung möglichst günstig A | gestalten. Endlich werde versucht, die Jugend in [ einer Auffassung zu erziehen, daß die Berufsarbeil eine Pflicht gegenüber der Volksgemeinschaft st> Der Redner knüpfte hieran den Wunsch, daß jed?- Volk dop Arbeitsproblem fö lösen werde, wie ü I i Die ersten Landarbeitsgehilfen NSG. Durch das Grün der Bäume des alten Alzeyer Schloßhofes leuchtete hell das Rot der deutschen Freiheitsfahnen in der Nachmittagssonne. 835 Angehörige der HI. und des BDM. sollten aus der Hand des Landesbauernführers die Freifpre- chungszeugnisse entgegennehmen. Eine Kantate von Baumann und Heinrich Spitta, „Das Jahr überm Pflug", eröffnete die schlichte Feierstunde, die die erste dieser Art im Reich darftellt. Gebietsführer Brandt forderte seine jungen Kameraden auf, weiterzukämpfen bis zur Vollendung des schweren Weges des deutschen Bauerntums. Bauern hätten den Mick für die Wirklichkeit. Die Zukunft des deutschen Bauerntums fei gleichbedeutend mit der Zukunft des deutschen Volkes. Sie sei kein Geschenk des Schicksals, sondern müsse in harter Arbeit erkämpft werden und wachsen am Willen des einzelnen und im täglichen Einsatz aller Kräfte. Die HI. auf dem Dorf betrachte sich als Vortrupp des deutschen Bauerntums, auf den dieses sich verlassen könne. Jeder von den jungen Kameraden solle an seine eigene Kraft glauben und mit diesem Glaubensbekenntnis die Säumigen mitreißen. Landesbauernführer Dr. Wagner betonte, daß Landarbeit die Grundlage des Lebens unseres Volkes überhaupt fei. Wenn es heute noch eine falsche Einstellung zur Landarbeit gäbe, so sei das ein unheilvolles Erbe vergangener Zeiten, die nicht •SÄ Sfe'S fei SBSti 8 sä LL-id-s Stur® " feinen JWW" Bauleiter Globoc enftefel entN 19 Mtanbarte««. DeutUnb ein.■ ® fjenletsjanb, W um ehemaligen fRur an bietet 9*"'' Sebenttafel er ftult. SrazMdi Graz, 25. Juli. Mchsimisier uno Lammers an Den ichenbes Schreiben Katz vom Mpril d fallet in Bertenr der Steiermark unb die Wiederoereinigi scheu Reich genehr „Stadt der Volkser! Führers beehre ich geben." — Sin von leiter überreichtes Äafpar unterzeichn' lautet: „Tief beeir iiung, die Sie der f unb damit dem ga Wien wir, unseren: !m deutsche Volk ii Mrbriichliche Iren uin Führer, unb bie «big erweisen. Wir Schluß am 25. Jul Ersten Erhebung, genossen ihre Treu s-M haben, oertüri Die Ersteigung der Nordwand des Eiger durch vier junge deutsche Alpinisten stellt eine der bedeutendsten bergsteigerischen Taten der Gegenwart dar die sich würdig der Erstersteigung der Nordwand des Matterhorns vorn 31. Juli 1931 durch die beiden deutschen Brüder Franz und Anton Schmid, zwei Münchener, anrecht. Diese Manner persönlich bescheiden bis zur Wortkarghelt, haben ihre Namen in die Geschichte der alpinen Hochtouristik eingetragen. Es will schon etwas hei- ßen wenn Männer von ihrer Bergerfahrung, ihrem Mut und ihrer enormen körperlichen Zähigkeit die Nordwand des Eiger nach der Rückkehr als „äußerst schwierig" bezeichneten. Das sind sehr zurückhaltende Worte gegenüber einer Steilwand, an der 55 Jahre lang die besten Bergsteiger der europäischen Völker gescheitert sind. Berufserziehung eine nationale Aufgabe! Reichsminister Rust eröffnet den Internationalen Kongreß für berufliches Bildungswefen in Berlin. Lord jRundman nach Prag entsandt lft<) dungswese» Aus aller Welt vor dos' und Als Mussolini hat den Generalstabschef der faschistischen Miliz, General Russo, empfangen, der ihm über seinen Besuch in Deutschland Bericht erstattete. Der Duce beauftragte den General, Stabschef Lutze seinen besonderen Dank für die kameradschaftliche Aufnahme zu übermitteln. Zur weiteren Vertiefung dieser Kameradschaft zwischen SA. und faschistischer Miliz hat der Duce angeordnet, daß demnächst ein Austausch von Führern der beiden Formationen stattfinden solle. vor dem Stad zur ersten deutschen Ostsee-Regatta. Dor Warnemünde leuchten im Sonnenschein die großen weißen Segelflächen der Kreuzer- j achten, die an der international beschickten ersten deutschen Oltsee-Regatta teilnehmen. Don den Fahnenmasten in Warnemünde flattern im leichten Meereswind die Fahnen von acht europäischen Nationen, die in scharfem Wettkampf die 380 Seemeilen betragende RennstreckeWarne- m ü n d e — K i e l (über Bornholm) mit über 100 Kreuzerjachten bestreiten werden. Auf dem Empfangsabend, den die Seestadt Rostock im Kurhaus zu Warnemünde am Montag veranstaltete, waren etwa 400 Gäste erschienen. Der Führer des Deutschen Segleroerbandes, Oberstleutnant a. D. Kc- wisch, erklärte: Der gute Erfolg der im vorigen Jahr von Schweden veranstalteten Gotlandwoche haben die deutschen Seglerkreise dazu gefiihrt, eine Regatta zu veranstalten, die nicht nur die Nationen der Ostsee zusammenführte, sondern darüber hinaus auch die Länder der Nordsee mit England, Holland und Frankreich. Für die Vertreter Englands, Frankreichs und Hollands sprach der Vizekommodore King vom Royal Ocean Racing Club, London; für ;t Die Geisteshaltm diesen Schulen N I „Kurien" oder Volksgruppen Die deutsche Himalaja-Expedition hat einigen Tagen nach zweitägigem Sturmwetter Lager V in 6 8 50 Meter Höhe besetzt durch Nachschub von unten weiter ausgebaut, nächstes wurde dann die Rakiot-Eiswand für Träger gangbar gemacht und am 21. Juli der sogenannte Mohrenkopf, eine Erhebung, die aus dem Grat zum Silbersattel aufragt, erreicht. Am 22. Juli machten die Bergsteiger sich auf den Weg, um das Lager VI, das bei 7000 Meter liegt, lichkeitDas bedingt den Neubau des tschechischen Staates, der bisher ein zusammengestückeltes Objekt zur Unterdrückung der Nationalitäten gewesen ist. An diesen Umbau will Prag nicht heran. Um so bestimmter beharren aber die Sudetendeutschen auf einer regionalen Neugliederung des Staates auf Grund seiner volklichen Zusammensetzung. Erst wenn die 3,5 Millionen Deutschen ein eigenes Sprachrohr flir ihre Rechtsgarantien besitzen, ist die Gewähr vorhanden, daß die Entnationali- sierungsPolitik beendet werden kann. Die Denkschrift der Sudetendeutschen Partei vom 7. Juni hat alle diese Fragen in kluger Mäßigung zusammengestellt, sie können eine Plattform bilden, auf der eine wirkliche Befriedigung möglich wird. Nicht zu übersehen ist auch die Notwendigkeit der Wiedergutmachung der der deutschen Volksgruppe seit zwanzig Jahren zugefügten Schäden. Durch Enteignung des deutschen Grundbesitzes und durch die organisierte Zuwanderung tschechischer „Grenzer" ist eine Schwächung des deutschen Elements auf seinem alten Dolksboden entstanden, die revidiert werden muß. Die tschechischen Politiker schweigen mit Vorliebe gerade über diesen Punkt. Sie scheinen naiv genug zu fein, zu glauben, das Deutschtum werde sich mit dem Linsengericht von sogenannten „Kurien" abspeisen lassen, um dafür das große Unrecht der letzten zwanzig Jahre als unabänderlich stillschweigend hinzunehmen. Weil davon keine Rede sein kann, behält das sudetendeutsche Memorandum seine volle Bedeutung. Wenn Prag auf diesen Derhandlungsboden treten würde, so brauchte es nicht über das Drängen fremder Regierungen erstaunt zu fein, die ihrerseits eingesehen zu haben scheinen, daß eine Regelung und Befriedung von dauerhaftem Werte geschaffen werden muß.. B- R- Bonzi ihre 6. Runde beendet hatten, brauste Dietrich unter tosendem Beifall als überlegener Sieger über das Zielband. Mit dem hervorragenden Durch- chnitt von 315 km/st hatte er das 572 Kilometer lange Rennen in 1:48:56,2 Stunden beendet und dabei mit 1:04,38 Minuten (324,381 km/st) in einer Schlußrunde zugleich die absolut schnellste Zeit geflogen. Ein schweres Gewitter veranlaßte die Rennleitung zum vorzeitigen Abbruch des Wettbewerbes. Der zweite deutsche Rordatlanlik-Flug geglückt. Montag morgen startete um 2 Uhr G. M. T. von dem bei Horta (Azoren) stationierten Flugstützpunkt „Schwabenland^ das Lufthansa - Hochsee - Flugzeug HA 139 „Nordwind" zum Fluge nach Neu - york. Das unter Führung von Flugkapitän von Engel, Flugzeugführer Schirrmacher, Flugmaschinist Roesel und Flugzeugfunker Stein stehende Atlantik-Flugzeug landete um 18.28 Uhr G. M. T. in Port Washington, dem Neuyorker Wasserflughafen. Auch diese zweite diesjährige Uebersliegung des Nordatlantik durch eine Lufthansa-Maschine, die nur 16 Stunden und 28 Minuten erforderte, verlief planmäßig. Der Kampf um den Ranga Parbat. Prag. 26. Juli. (Europapreß.) Durch den englischen Gesandten wurde dem tschecho-slowakischen Ministerpräsidenten Dr. hodza ein Vorschlag zur Kenntnis gebracht, eine führende Persönlichkeit des politischen Lebens, den ehemaligen Handelsminister Lord Datier Runciman. Mitglied der Liberalen Partei des Oberhauses, während der ganzen Dauer der Verhandlungen zwischen der tschechoslowakischen Regierung und der Sudetendeutschen Partei nach Prag zu entsenden, wo er als Berater der tschecho-slowakischen Regierung wirken solle. Dieser Vorschlag, so erklärt das „Prager Tageblatt", werde angenommen werden. Lord Runciman werde in den nächsten Tagen nach Prag kommen. , Befriedigung in London. London, 26. Juli. (Europapreß.) Die Annahme des englischen Vorschlages, den ehemaligen englischen Handelsminister Lord Runciman als Berater der tschecho-slowakischen Regierung bei den Verhandlungen mit der Sudetendeutschen Partei nach Prag zu entsenden, wird in englischen Kreisen sehr begrüßt. Man glaubt, daß hierdurch die Gefährt eines Zusammenbruchs der Verhandlungen mit der sudetendeutschen Volksgruppe vermieden wird. Verschiedene englische Blätter wollen wissen, Lord Runciman werde Anfang der nächsten Woche bei Aufnahme seiner Tätigkeit bereits bei den Verhandlungen zwischen den beiden Parteien Mitwirken. Wie es heißt, wird sich der englische Vertreter voraussichtlich noch vor Ende der Woche nach Prag begeben. Es ist anzunehmen, daß Ministerpräsident m[prad)en, öarunlt: | Ti 5tal)tjd)ulrat frl Amtes für Bnv ] in bet W. W | Mets bet OrgorcL chch Dr. $)agier,1 Labbe (Frackech »ata (W1 ftemlrat Dr. W rium die ®ei*l ien erstattet, in dem and der Wend mb eine Kranzmed«. s Chamberlain Dienstagnachmittag im Unterhaus auch kurz dazu Stellung nehmen wird. Das Echo in Paris. Paris, 26. Juli. (Europavreß.) Außenminister Bonnet hat mit dem tschechischen Gesandten Osusky eine lange Unterredung gehabt. Man erfährt, daß nach dem englischen Schritt in Prag nun auch die französische Regierung den dringenden Wunsch auf eine schnelleRegelung der sudetendeutschen Frage dem tschecho-slowakischen Gesandten gegenüber ausgedrückt hat. Man erklärte, gegenwärtig könne zwar von der Entsendung eines französischen Beraters nach Prag nicht die Rede fein. Die französische Regierung werde aber von London fortlaufend über die Tätigkeit von Lord Runciman auf dem laufenden gehalten werden. In Paris ist die englische Initiative mit Befriedigung ausgenommen worden. Sie sei erfolgt, nachdem man überzeugt gewesen sei, daß die Sudetendeutschen die Prager Vorschläge über das Nationalitätenstatut in der gegenwärtigen Form nicht annehmen würden, und daß daher neue Verwicklungen zu erwarten seien. Der „Matin" schreibt, es sei wahrscheinlich, daß die in Prag geführten Verhandlungen zu einem „ehrenhaften Resultat" führen würden, da die interessierten Teile kein Interesse an einem Mißerfolg hätten. Jrn übrigen würden diese Verhandlungen sehr heikel sein. Der „Sour" schreibt, daß Prag, indem es die englische Initiative angenommen habe, eine Anstrengung zugunsten des Friedens gemacht habe, nachdem die von Prag angewandte dilatorischeMethode in den letzten Tagen in der englischen Hauptstadt einen schlechten Eindruck hervorgerufen habe. An den Tschechen liege es nunmehr, die Verhandlungen zu erleichtern. Das ffe t Ql=l ner SteifoS ju- die Staaten an der Ostsee sprach Professor Sven Welander, Stockholm. Dann fand die Preisverteilung für die Zubringerfahrt Kopenhagen- Warnemünde statt. Dabei ergao sich, daß die englische Jacht „F i r e b i r d" die beste Zeit gefahren hatte. An zweiter Stelle kam die deutsche Jacht „Helgoland" vom Marine-Regattaverein ein, als dritte die Jacht „W e st w i n d" vom Weser-Jacht- Hub und als vierte Jacht die „H a m b u r o" vom Hambuger Verein Seefahrt. Die ersten Plätze des Jlalien-Rundfluges für Deutsche. Beim III. Internationalen Italien- Rund fl u g hat Deutschland durch Dietrich, Rie- chers, Friedrich, Mayer, Ahlefeld und Jacob den 1., 2., 3., 4., 7. uni) 9. Platz belegt. Auf der abschließenden Schnelligkeitsprüfung in Venedig bewiesen Dietrich auf „Siebei" und die übrigen fünf deutschen Teilnehmer auf ihren schnellen Messerschmitt - Maschinen wiederum henror- ragendes Können. Mit erstaunlicher Schnelligkeit und verblüffender Regelrnäßiakeit jagten die deut- schen Maschinen hinter ihren Gegnern her. Als kurz nach 18 Uhr dann die beiden Italiener Gabel und wral K'SS djen Sieg« i“«1 Mich betet, die ,'en ®au(iegetn 6« des elften J䣮" htung durch Elements M. kHä mische"... Mchchasi ten Fr üor i'-Kxr «stteE J anzupasse"' * (Beoenm S l9 der kI* k 1 WS 'nz unh echt. Dj.r, S Zur 5ß0J.e Wiii Kiukiang von Japanern beseht Schanghai, 26. Juli. (DNB. Funkspruch.) Dienstag früh sind die ersten stärkeren japanischen Truppenverbände in Kiukiang e i n g * r ü cf t. Die chinesischen Truppen mußten am Montagnachmittag nach dreitägiger Verteidigung aus ihren östlich von Kiukiang gelegenen Stellungen weichten. Freitagnacht hatten japanische Transportschiffe Truppen herangebracht, nachdem vorher zwischen Kutang und Kiukiang japanische Minenschiffe noch mehrere hundert Minen geräumt hatten. Die Landung der Truppen erfolgte am Samstag an der Westseite des Eingangs zum Poyangsee bei starkem Regen. Japanische Kriegsschiffe beschossen die chinesischen Stellungen am Jangtse einschließlich der Forts auf dem Löwenberg. Nachdem am Montag besseres Wetter eingetreten war, griffen starke Flugstreit- kräfte in den Kampf ein und bombardierten zusammen mit der Artillerie die chinesischen Stellungen. Die Chinesen traten schließlich den Rückzug unter Mitnahme ihrer Geschütze an. Die Spitze der japanischen Truppen erreichte Kiukiang Montagnacht. Nach einer Mitteilung des japanischen Sprechers sind auch die Forts auf dem Löwenberg gefallen. Wie weiter berichtet wird, soll nunmehr die Stadt N a n t s ch a n g das nächste Ziel der Japaner sein. Don dort soll der Vormarsch in westlicher Richtung weitergehen mit dem Ziel der Unterbrechung derHankau-Kanton-Eisenbahn. Freiherr v. Weizsäcker und der Generalsekretär des türkischen Außenministeriums Botschafter Numan Menemencioglu haben eine Reihe von wirtschaftlichen Vereinbarungen unterzeichnet. Es ist damit zu rechnen, daß auf Grund der neuen Vereinbarungen alsbald eine wesentliche Steigerung der deutschen Ausfuhr in die Türkei und der türkischen Ausfuhr nach Deutschland eintreten wird. Auf dem Gebiet des Waren- und Zahlungsverkehrs wurde eine Reihe von Erleichterungen vereinbart. Gleichzeitig find die bisherigen Vereinbarungen zwischen den beiden Notenbanken über den Verrechnungsverkehr durch ein staatliches Abkommen über die Zahlungen aus dem Warenverkehr ersetzt worden. nicht ohne weiteres auf andere Völker überfragen werden könnten. Der große Ausländer-Besuch des Berliner Kongresses für berufliches Bildungswesen erklärt sich durch das starke Interesse an den Anstrengungen und Leistungen des nationalsozialistischen Deutschland auf diesem Gebiet. Es wird manchem Zuhörer der deutschen Darlegungen vom 25. Juli nicht recht eingegangen sein, daß auch Technik und Betriebsführung einen nationalen Einschlag haben. Und doch ist Os zweifellos so. Eine Arbeitsmoral und eine Arbeitsordnung, die nicht die spezifischen Begabungen der Völker berücksichtigen, können keine Höchstergebnisse Hervorrufen. Die deutschen Redner haben natürlich in keiner Weise beabsichtigt, die Veranlagung des deutschen Menschen auf diesen Gebieten als mustergültig für andere Völker hin- zustellen. Keinem Volk bleibt die Arbeit erspart, für sich selbst die Arbeitsmethoden zu finden und zu entwickeln, die seinem Charakter am meisten liegen. In Prag ist man sehr empfindungsreich, der Welt Sand in die Augen zu ftreuen, um einen angeblichen Willen zur Verständigung mit den Volksgruppen zu dokumentieren. Der englische Journalist Garvin hat soeben festgestellt, daß alle diese Projekte an den Kern der Dinge nicht herankommen, daß sie lediglich dazu bestimmt sind, oberflächliche Betrachter zu täuschen. Man vertraut darauf, daß in den großen Ländern der Welt es nur wenige Menschen gibt, die in das merkwürdige System des tschecho-slowakischen Staates genügend ein gern eil) t sind, um den Schwindel zu durchschauen, der mit billigen Versprechungen über ein neues Sprachengesetz oder über die Selbstverwaltung in den Landtagen gemacht werden. Um den Einwand zu widerlegen, daß auch in d e n „Landtagen" die Deutschen, Ungarn, Polen usw. majorisiert werden sollen, ist man mit der Ankündigung hervorgetreten, daß in diesen Vertretungen „nationale Kurien" entstehen sollen, die nebeneinander Beschlüsse fassen dürfen. Diese Kurien gehen auf die verstaubten Zustände des römischen Reiches zurück, die eine Zeitlang auch im Wiener Parlament ihre Fortsetzung fanden. Dort kannte man als Vertretung geistlicher oder weltlicher Stände „Kurien", die sich gegenuber- ftanben und gelegentlich in ihrer Wirkung aufhob em Zunächst ist zu bezweifeln, ob die „Landtage von Böhmen, Mähren-Schlesien oder der Slowakei überhaupt etwas zu bestimmen haben werden, was den nationalen Bestand der Volksgruppen betrifft, und Ob ihre Beschlüsse von der Prager Regierung auch anerkannt würden. Abgesehen davon aber handelt es sich heute nicht mehr um solche Derwaltungsfragen, sondern um das individuelle Recht der Angehörigen der Volksgruppen sowohl, wie um deren Anerkennung als eigene „Dolkspersön- zu beziehen. Tödliche Abstürze in den bayerischen Bergen. Der Sonntag brachte, wie die Deutsche Bergwacht mitteilt, wieder eine Reihe schwerer alpiner Unfälle, denen 5 Menschenleben zum Opfer fielen. An der Zwölferkante im Großen Waxenftein bei G a r m i s ch stürzte ein 17jähriger Metzgerlehrling aus München-Pasing tödlich ab. Seine .Leiche wurde von Grainauer Bergführern zu Tal gebracht. Auf der gleichen Strecke verunglückte der 38jährige Lackierer Alois Bauer aus München- Pasing, ebenfalls durch Absturz. Er mußte mit schweren Verletzungen ins Garmischer Krankenhaus eingeliefert werden. Am Miefing-Berg bei Griesen stürzte der Engländer Donald Kay aus Warlingham tödlich ab. Die Leiche wurde geborgen. Auf der Pyramidenspitze im Zahmen Kais er beiKufstein wurde bei einem Gewitter ein Münchener Bergsteiger vorn Blitz erschlagen. Seine beiden Begleiter erlitten Verletzungen. Auf einer Wanderung auf die Fuchskar- spitze irn Hochhobl-Gebiet im Allgäu stürzte der 25jährige Anton Lipp aus Vorder-Hinde- lang in der Gelben Wand tödlich ab. Sein Seilgefährde kam mit Verletzungen davon. Drei junge Leute aus Kempten waren bei einer Tour auf den Aggensteinbei Pfronten irn Allgäu bis zur Ostlerhütte aufgestiegen. Sroei Bergsteiger machten unterwegs auf eine schadhafte Wegstelle aufmerksam und stellten den weiteren Aufstieg ein. Der dritte, der 18 Jahre alte Gärtner Hans K r e i ß e 1, ging weiter und stürzte etwa 600 Meter tief ab. Die Leiche konnte geborgen werden. Schwere Unwetter in Oberitalien. In der oberitalienischen Ebene richteten schwere Wolkenbrüche große Verheerungen an. An den Bergabhängen zwischen Como und Secco wurden viele Ortschaften verwüstet. Straßen wurden vom Schlamm und Geröll überschwemmt. Die Eisenbahnlinie zwischen Como und Lecco wurde an mehreren Stellen unterbrochen. Auch die Straßenbahn von Como mußte stellenweise ihren Betrieb einstellen. Mehrere Häuser sind eingestürzt und zahlreiche Wohnungen überschwemmt. In ein Haus brachen die Wassermassen ein, während fünf Perso- nen in einem Zimmer schliefen. Das Haus stürzte ein, wobei eine Person getötet und drei verletzt wurden. In Rooigo deckte der Sturm zehn Häuser ab. Zwei Personen wurden getötet und zahlreiche andere verletzt. Am Langensee wurden durch den Sturm die Telephonleitungen zerstört. Das Fährschiff zwischen Laveno und Jntra mußte auf halbem Wege umkehren, weil der Sturm zu stark war. Bel Cuneo ging ein Hagelwetter nieder. Lin llrlauberzug aus hessen-Rassau im Bahnhof Fürth verunglückt. Am Montagabend gegen 19 Uhr stieß, wie dem Deutschen Nachrichtenbüro aus Nürnberg gemeldet wird, im Bahnhof Fürth ein mit zurückkeh- renben Urlaubern aus Hessen-Nassau besetzter Sonderzug, der von Berchtesgaden nach Frankfurt a. M. unterwegs war, mit einem anderen Zug zusammen. Die beiden Maschinen fließen mit großer Wucht aufeinander und entgleisten. Bei dem Zusammenstoß wurden mehrere Personen, in der Hauptsache Zugpersonal, schwer und außerdem 25 bis 30 Urlauber leichter verletzt. Der Verkehr im Bahnhof war nach beiden Richtungen zwei Stunden lang unterbrochen. An der Unfallstelle fanden sich bald Gauleiter Julius Streicher und der Oberbürgermeister von Fürth ein. Im Krankenhaus in Fürth haben 13 Verwundete Aufnahme gefunden, in der Hauptsache find sie leicht verletzt, nur einer hat eine Gehirnerschütterung, ein anderer einen Rippenbruch davon- getragen. Die übrigen Verletzten haben überwiegend Schnittwunden aufzuweisen. Im Krankenhaus in Nürnberg meldeten sich zwei Personen, J)ie aber keine Verletzungen aufwiesen, sonder nur Schwächeanfälle erlitten hatten. Schwerer Verkehrsunfalt. In der Tiergartenstraße in Prüm (Rheinland) prallte ein Möbeltransport auto an einer gefährlichen Straßenecke gegen eine Mauer. Eine gerade vorüberkommende Familie, Vater, Mutter und der 13jährige Sohn, wurden von dem Wagen erfaßt, das Elternpaar auf der Stelle getötet, der Sohn so schwer verletzt, daß er in hoffnungslosem Zustand ins Krankenhaus gebracht wurde. Die vier Insassen des Kraftwagens kamen mit leichten Hautabschürfungen davon. Drei Jahre schwerer Kerker für einen Rohling des Schuschnigg-Systems. Das Grazer Schöffengericht verurteilte den ehemaligen Gendarmen Ludwig Ringhofer, der sich eines besonders scharfen und rohen Vorgehens gegen die . Nationalsozialisten befleißigt und unter dem Schuschnigg-System für seine Gewalttat an dem Ingenieur - Gröger keinerlei Strafe erhalten hatte, zu drei i Jahren schweren Kerkers. Ringhofer hatte : am 15. Oktober 1934 im Zuge einer Amtshandlung . gegen Nationalsozialisten in Voitsberg den Inge- , nieur Gröger, der für andere verhaftete National- t fozialiften zu intervenieren versucht hatte, ohne je- . den Anlaß auf unmenschliche Weise durch Sch ü s s e I schwer verletzt. Bei der Verhandlung erklärte > Ringhoser, daß fortwährend schärfster Waffenge- Jüdisches Bombenattentat in Haifa. 46 Araber getötet. — Der Ausnahmezustand verhängt. Haifa, 25. Juli. (Europapreß.) Nach einigen Tagen verhältnismäßiger Ruhe ist am Montagvormittag durch einen neuen jüdischen Terrorakt wieder eine bedeutende Verschärfung der Lage in Palästina eingetreten. Durch die Explosion einer Landmine in der Kingswaystraße auf dem Gemüsemarkt in Haifa wurden 4 6 Araber getötet und 60 schwer verletzt. Das Attentat ereignete sich art der gleichen Stelle, an der durch einen Terrorakt am 6. Juli 20 Personen getötet und 60 verwundert worden waren. Sofort nach der Explosion wurde über Haifa der Ausnahmezustand verhängt; englische Truppen und Polizei in voller Kriegsausrüstung besetzten alle wichtigen Punkte der Stadt. Mehrere der Schwerverletzten schwebey m Lebensgefahr. Auch die Anzahl der Leichtver- letzten ist sehr groß, und die Beanspruchung der Krankenhäuser ist so stark, daß in der Nähe des Tatortes eine Schule als Notlazarett eingerichtet werden mußte. Der Marktplatz ist teilweise Zerstört. Dutzende von arabischen Lasttieren sind Wenfalls Opfer des Terroraktes geworden. Vor den Krankenhäusern haben sich Hunderte von weinenden ^raberfrauen einigefunben. Außerhalb Haifas hat das Attentat zu arabischen Vergeltunasmaßnahmen geführt. Zwischen Haifa und dem Berg Carmel wurden zwei jüdische Polizisten erschossen und sechs weitere schwer verletzt. Ein jüdischer Polizist wurde in der Nähe der jüdischen Siedlung Hahoreh erschossen. Bei Tiberias und in der Nähe von Haifa wurden drei Juden Opfer der arabischen Vergeltungsmaßnahmen. Bis zum Nachmittag wurden im ganzen 50 Todesopfer gemeldet. In dem sogenannten Terror-Dreieck von Tulcarem haben Polizei und Truppen unter der arabischen Bevölkerung umfangreiche Verhaftungen vorgenommen. Die Verhafteten stehen im Verdacht, arabischen Nationalisten Vorschub geleistet zu haben. In einem Dorf, dessen Bewohner an der Erschießung eines englischen Soldaten beteiligt gewesen sein sollen, wurden 50 Häuser in die Lust gesprengt. Kleine politische Nachrichten. NSG. Anläßlich seines 54. Geburtstages sind Gauleiter Sprenger von Partei- und Volksgenossen unseres Gaues inso überaus reicher Zahl Geschenke und Glückwünsche übermittelt rporden, daß es ihm unmöglich ist, jedem einzelnen persönlich zu danken. Er spricht daher allen, die ihn an seinem Ehrentag mit Geschenken und Gratulationen erfreuten, aufoiefem Wege seinen herzlich st en Dank aus. Wien gedenkt des 25.3ult. Wien, 25. Juli. (DNB.) Auf dem Wiener Ballhausplatz wurde am Montagmittag das Gedenken an die Volkserhebung vom 25. Juli 1934 feierlich begangen. In der Reichsstatthalterei erwarteten Reichsftatthalter Dr. Seyß-Jnquart zahlreiche Vertreter von Staat und Partei sowie Abordnungen der Wehrmacht den Zug der Freiheitskämpfer der ^-Standarte 8 9, der denselben Weg durch die festlich geschmückten Straßen nahm, wie vor vier Jahren. Vor der Reichsstatthalterei schritten der Reichsftatthalter und Gauleiter Bürckel die Front ab. Sodann sprach vom Balkon aus Staatskommissar Dr. Wächter, einer der Anführer des Sturmes auf das Bundeskanzleramt, zu seinen Kampfgefährten. Im Kongreßsaal sprach Gauleiter G l o b o c n i f zu den Angehörigen der Hingerichteten. Feierlich wurde nun die neben dem Portal der Reichsstatthalterei angebrachte G e - benftäfel enthüllt. „154 deutsche Männer der 89. ^-Standarte traten hier am 25. Juli 1934 für Deutschland ein. Sieben fanden den Tod durch Henkershand", kündet sie. Anschließend wurde noch am ehemaligen Rundfunkgebäude zur Erinnerung an die dort gefallenen Kämpfer der Bewegung eine Gedenktafel ei thüllt. Graz „(Stadt der Volkserhebung". Graz, 25. Juli. (DNB.) Am 5. Juli ist vom Reichsminister und Chef der Reichskanzlei Dr. Lammers an den Bürgermeister der Stadt Graz folgendes Schreiben eingetroffen: „Auf Ihren Antrag vom 26. April d. I. hat der Führer und Reichs- kanzler in Anerkennung der besonderen Verdienste der Steiermark und ihrer Hauptstadt im Kampf um die Wiedervereinigung Oesterreichs mit dem Deutschen Reich genehmigt, daß die Stadt Graz sich „Stadt der Volkserhebung" nennt. Im Auftrage des Führers beehre ich mich, Ihnen davon Kenntnis zu geben." — Ein vom 8. Juli datiertes und vom Gauleiter überreichtes sowie vom Bürgermeister Dr. Kaspar unterzeichnetes Schreiben an den Führer lautet: „Tief beeindruckt von der hohen Auszeichnung, die Sie der Hauptstadt des (Baues Steiermark und damit dem ganzen Gau zuteil werden liehen, bitten wir, unseren Dank entgegennehmen zu wollen. Das deutsche Volk in der Steiermark wird sich durch unverbrüchliche Treue und restlosen Einsatz für Sie, mein Führer, und die Bewegung dieser Auszeichnung würdig erweisen. Wir bitten, den Volksgenossen ihren Entschluß am 25. Juli 1938, dem Tage des Versuchs der ersten Erhebung, in deren Verlauf über 70 Parteigenossen ihre Treue zu Ihnen mit dem Tode besiegelt haben, verkünden zu dürfen." sSsÄ ÄgS* ind r Einkoch Gläser, DerOmnibus dem Schiffenberg verkehrt wieder täglich Abfahrt: ab Bahnho! Gießen. .15,10 ühr ab Selterstor (Gasthaus Lamm) 15.12 ühr ab Ludwigsplats ... 15.15 ühr ab SchiHenb. Weg (Bahnttberg.) 4963D 15.17 ühr Wir haben uns vermählt Heinz Becker Anyi Becker, geb. Lindenstruth Wiesbaden bcn 26. 3u(j 1938 Gießen 4960D 1.60 2.50 2.95 2.95 3.50 2.95 2.95 4.95 6.95 8.90 6.95 6.95 Der letzte Inka-Kaiser , Zeichen der kaiserlichen Würde, die Streitaxt aus . drei Metallen — Gold, Silber und Kupfer (diese Buenos Aires. Juli 1938. 497QD 4961D kundschaft eingefichrt ist. Mediziner Mediziner siuajnges/iuuucy r । . —u !nÄl! LiÄ öoasmMeo ßätinot das auch etwas vlHLIULl Zimmer säAZ« imnnl L->i,un->) nach Groh-Au- für sof.Stellung Eintritt 24 Jahre, sucht 03404 drucksacheh Gut erhaltenes VVERBE Motorrad mieten. Auch gi geeignet für ©i nicht unter schäftsräurne. 03399 mit od.vers. Vorstell. ;en im läeig. e- Keine Zeugnisse in ürschrlft mit Zubehör in i ,71 Wieseck zu oer= IStellenangebotel mieten. Auch gut r J Luis Felipe Duchicela ist in seinem Privatleben Besitzer eines kleinen Ladens, in dem er Bücher und Briefmarken verkauft. Er ist ein feiner, gebildeter Mann, ruhig, beherrscht und von der vornehm-würdigen Zurückhaltung, die einem echten Inka und namentlich einem Nachkommen des großen Atahuallpa ziemt. Er verwahrt alle Insignien ber Inkawürde, die sich in seinem Stamme stets vom Vater auf den ältesten Sohn vererbt haben, — die rote Borla, die Stirnbinde mit der Troddel, das Schr.Angeb.unt. sondern nur Zeugnis- 03394 an d.G.A. abjchriften öetn B«. MwerbungSichreiben bei» Art ist übrigens neu, sie ist lediglich der historischen Streitaxt der Inkas, deren Original von den Spaniern geraubt wurde, nachgebildet), —, die drei Federn des Stirnschmucks und schließlich den Poncho aus der Wolle von drei Tieren, Guanaco, nchaf und Ziege, wie solchen die Inkas ebenfalls getragen haben sollen. Die mehrfach vorkommende Dr erzähl bei den Insignien bedeutet, daß die Inkas Herren über drei Reiche waren, die im wesentlichen den heutigen Ländern Peru, Bolivien und Ekuador entsprechen dürften. Armaturenfabrik sucht einen geeigneten nach Groß - Au- für sof. Stellung heim bei Hanau für 2 Monate gesucht. Schristl. (Aushilfe). Schr. Angebote unter Angeb. m. Lohn- 03386 an d.Gieß. angabe u. 03385 Anzeiger erbet, an den Giegener ----------------1 Anzeiger erbet. Am 23, Juli ist in Münster/Westf. unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Elisabeth Jung Wwe., geb. Echter nach einem reich gesegneten Leben im 84. Lebensjahre sanft entschlafen. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Karl Jung Familie Paul Jung Familie Hch. Lenz Familie Theodor Lenz Gießen (Frankfurter Str. 90). Darmstadt. Ölde,Münster, den 26. Juli 1938. Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 26. Juli, um 15.30 Uhr in Gießen auf dem Neuen Friedhof statt Herd Waschmaschine Wringmaschine Mangmaschine gut erhalten, zu verkaufen. 03397 Mittwoch 13Uhr. SrauBedtlerlBroe. Steinstraße 63. Lützellinden, den 26. Juli 1938. Die Beerdigung Endet am Mittwoch, dem 27. Juli, nachmittags 3 Uhr statt | Verkäufe | Ä' Kapitalanlage! IIIIIttIIIIIllIIIlIlIIIIlI!IIIIIIII!!IlIIIIIIII!IlMIlIIIlilIIiIlIIIIIIllI!IIIIIII>IIII!!lIII!lIIIIIIl!IIII!>!l!>MIII»IIII Mehr Freude an der Natur durch Bermühler-Bücher! Illllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllillllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll | Mietgesuche] I 3-4'Zimmer! Woönnng mit Küche, Bad, Balkonundrnög- lichst mit Heizung für sofort au' mieten gesucht. 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September 1937 gültig. __________________ dlach langem schweren Leiden entschlief heute abend mein lieber Mann, unser guter Vater und Schwiegervater, Großvater und Bruder Herr Karl Krebs Verwalter i. R. im Alter von 60 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Auguste Krebs. Annerod (Erlenstraße 4), den 24. Juli 1938. Die Trauerfeier findet am Mittwoch, dem 27. Ju-i, nachmittags um 15.30 Uhr, in der Kapelle des bleuen Friedhofes in Gießen statt. Volkstümliche Naturwissenschaft in reichbebilderten, leichtverständlichen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlagserzeugnisse. Sie vermitteln einen tiefen Einblick in die Geheimnisse des Naturgeschehens unddamitdurcherweitertesWlssen erhöhte Freude an den vielfältigen Schönheiten der Natur. Verlangen Sie Prospekte und äuch Probehefte der Zeitschrift: „Aus der Natur“ Hugo BermühlerVerlag Berlin-Lichterfelde uZubehör kaufen Sie gutupreisverfr Edgar BORRMANN5: Gießen, Neustadt 5-7, Bn! 4165. Nach längerem, mit größter Geduld ertragenem Leiden entschlief gestern unsere liebe Tochter, Schwester und Schwägerin Helene Jung im blühenden Alter von 18 Jahren. In tiefer Trauer: Familie Georg Jung nebst allen Angehörigen. Jahren, zum 1. II I liÄ besucht'. Kapitalanlage! $rau Bornemann Etag.-u.Geschäftshaus Bahnhofstr. 17 6Ute Lage, über m d°- i er seinen I VÄftI mo! I^teunbeto1 kk Trott Ic W für I C .®°ft treifo R ” ^'n°se-r FiSe denn c feite- IjNipes J?* er - Maasen ?.? w chS'K X'T1*«' Ms,. Mittwoch, 27. Juli, nachm.2Uhr, versteigere ich dahier tm Neuenweg (Verkaufslokal HartmeM bzw. an Ort u. Stelle (Bekanntgabe im Verstergerungs - Lokal) zwangsweise gegen bar: I Haus-,Laden- u. Büromöbel, Näh- und Schreibmaschinen, Radros, Kaffenschränke, Klaviere, 1 Posten Mäntel u.Kleider, Registrierkassen, Rechen- und Adressiermaschine, Bücher, Bilder, Schreibutennllen, Photos, Gasherde u. v. a. [4968° Vittors,Gerichtsvollzieher. * * Mir I zu verkauf. 03387 Zwilch 5-7 Uhr. Zu erfragen irr. 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Der letzte der Inkas, A t a - huallpa, wurde von den Spaniern hingenchtet, so haben wir gelernt, als Pizarro in den dreißiger Jahren des 16. Jahrhunderts mit einer Handvoll Bewaffneter seinen unerhört kühnen Raubzua durch Peru antrat und ein Reich eroberte, dessen Krieger nach Zehntausenden zählten. Atahuallpa, der letzte Inka? Diese Bezeichnung trifft so weit zu, als der von den Spaniern enthauptete Inkakaiser in der Tat ber letzte regierende Herrscher aus dem Inkastamme war, der letzte Kaiser, der seine Macht tatsächlich ausübte, der letzte Souverän. Aber die Familie der Inkas ist auch heute noch nicht aus- gestorben, die Sage und die lebendige, von Generation auf Generation vererbte Ueberlieferung will wissen, daß Rocca, ein Sohn des Atahuallpa, von einem treuen Indianer vor den Spaniern gerettet wurde, daß dieser Rocca, mit einer Caziguen- tochter verheiratet, Stammvater eines großen Geschlechtes wurde, in dem sich die Inkawürde heimlich stets auf den ältesten Sohn vererbte, und daß heute, acht Generationen nach Rocca, dem Sohne Atahuallpas, als letzter „Jnka- faifer" in dem ekuadorianischen Hafenstädtchen Guayaquil Don Luis Felipe Huaracara Duchicela lebt, von den Indianern als ihr „Monarch", als „Kaiser Luis Felipe XXVI.", ver- m.Kuchenbenutz. Räbe Kliniken v. $Seg 21 v.— 1. August bis An- Perl.od.15.Aug. fang Oktober. aro6e Sücbc ®c£)riftL Angeb. 9l7’L.UZ unter 4966 D an und Zimmer|b. Gieß. Anzeig. Weiß Leinen Kinder-Stiefel, Größe 25............nur Kindei-Lack-Spangenschuhe, Größe 20 und 24 ... . 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Die Vorstrafen ergaben, daß es sich bei der Angeklagten um eine leichtsinnig veranlagte Person handelt, die sich auch schon früher Diebstähle hat zuschulden kommen lassen. Da es sich aber um einen kleineren Betrag handelt und die Angeklagte bereit ist den Betrag zurückzuerstatten, verurteilte das Gericht 11* unter Zubilligung mildernder Umstände wegen Ruckfalldiebstahls zu einer Gefängnisstrafe von drei Monaten. Wetterbericht Bei schwachen südlichen Winden liegt Mittel- europa jetzt im Bereich von feuchtwarmen Lust- massen, ft daß die Temperatur bei heiterem Himmel und mit kräftiger Sonneneinstrahlung zu sommerlichen Werten ansteigt. Diese Erwarmung fuhrt bei der keineswegs beständigen Wetterlage zu Ge- witterstörungen. , „ ... , Vorhersage für Mittwoch: Meist wol- tig mit Gewitterstörungen, tagsüber nicht mehr ganz so warm, aber schwül. Schwache Winde. Lufttemperaturen am 25. Juli: mittags 26,3 Grad Eelsius, abends 20,0 Grad; am 26. Juli: morgens 15,5 Grad. Maximum 26,6 Grad, Minimum 12,8 Grad — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 25. Juli: abends 23,4 Grad; am 26. Juli: morgens 19,1 Grad. — Sonnenscheindauer 4,5 Stunden. 0.95 1.95 2.50 2.75 2.95 1.9- 1.95 3.85 4.96 5.94 7.95 5.95 5.95 tunoicoaTi emgeiu«^ ii Am 1. August Ein Herr mit Wagen wird I ^ot)n bevorzugt. 496$d Schr.Angeb.unt. tzelM SiBulte JfetloOOJ ^d a.d.G.A —--——- IStellengesuchel Tüchtiges,solides 11 3 I - ift dis gor WfS. juf d- »15 vor E er 1151 ürb ur 9 lli Dienstag, 26.3uli 1958 Nr.172 Zweites Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Pionierarbeit sind in diesem ehemals dürftigsten I nun im märkischen Blücherschloß Buderose einen Gebiet Deutschlands allenthalben zu erkennen. Treffpunkt gefunden hat, enthält Beiträge von Ka- CYW • i 1 ’ . _ 'k ... Cf ! C . f f 1 - — £ V . - ____ *2 1 . ... . . S» . . . S. ! . . f . I J. . - .II. 4- a v* Srtr STQ n II- Mitten in der Eifel liegt das eingangs erwähnte Neues für den Bücheriifch imilie s 6. August. — mn 49612 zahlt eben immer hatte er es mit dem nfimth i 1938 49602 äset meraden, die gleicherweise als Dichter des Weltkrieges, der Freikorpszeit und des Kampfes der Bewegung hervorgetreten sind, einzelne namhaft zu machen, verbietet der Charakter des Buches, sie alle eint die gleiche Gesinnung, die auch den Front-Alltag unter die Gesetze der Pflicht und der Kameradschaft stellte. Fr. W. Lange. Kronenburg, ein trutziger Bergort. Der rheinische Maler Professor Werner Pein er und sein Freund, der Düsseldorfer Architekt Profejsor Fahrenkamp, sind die Wegbereiter seiner neuen Entwicklung gewesen. Die Sommervillen, die meist nach Entwürfen Fahrenkamps rund um den Ortskern entstehen, wie das ebenfalls von Fahrenkamp stammende Gebäude der Hermann - Goring - Meisterschule für Malerei sind die äußeren Zeugen dieser Umwandlung Kronenburgs. Die Meisterschule baut sich auf dem Werkstattoerhältnis auf und bildet unter dem führenden Meister in mindestens dreijähriger Unterrichtszeit jeweils bis zu 15 Maler aus, die auf das Prinzip von Lehrling, Geselle und Meister verpflichtet werden. Nur hervorragend befähigter Nachwuchs wird ausgenommen. Der Unterricht ist kostenlös, doch bedarf der Schüler eines monatlichen Betrages von etwa 50 RM. für feinen Unterhalt. Der Geist der Werkstatt, der hier wieder lebendig geworden ist, will an die Stelle eines morschen und überlebten Bohemetums den Fleiß und die Gemeinschaftsgesinnung als die Träger jeder aufrichtigen künstlerischen Betätigung setzen. Hier findet der Schüler die Möglichkeiten einer modernen Freizeitgestaltung in Sport, Ausflügen, Besichtigungen, stimmungsvollen Abenden mit den Dörflern und in kleinen Werkstatt- und Atelierfesten, die auch nach draußen Kunde geben von einem neuen geistigen Leben, das sich in der Romantik stiller Eisel- berge zu entfalten beginnt. Kappten protts Brautfahrt. Von Ernst Hermann pichnow. 3.66 4.96 6.94 7.95 6.95 6.95 5Ä "7.95 9.76 7.95 7.95 Vor kurzem ist die erste deutsche Landakademie für Maler, die auf dem mittelalterlichen Werkstattprinzip aufgebaut ist, die Hermann-Göring-Meisterschule für Malerei in Kronenburg in der Eifel, von ihrem Schirncherrn, Generalfeldmarschall Göring, eingeweiht worden. Das hier in aller Stille vollendete Werk lenkt die Aufmerksamkeit auf das vielfach so unbeachtete Bergland der Eifel, das sehr zu Unrecht als ein totes Grenzgebiet gilt. Als vor einem Jahrzehnt die Autorennstrecke des Nürburgrings eröffnet wurde, war der nordöstliche Teil der Eifel mit einem Schlag an das Nhein-Ahr-Fremdenverkehrsgebiet angeschlofseü. Die ersten großen Rennen machten den Namen der Eifel zu einem internationalen Begriff. Doch hielt die innere Eifel für den Autoreisenden noch längst nicht das, was die modernen Zufahrtsstraßen und der Nürburgring von ihr versprachen. Der Wegebau war rückständig, und die Eifel mußte zunächst einmal dem Kraftwagen wirklich erschlossen werden, ehe sie ihre Schönheiten vor dem Fremden ausbreiten konnte. Das geschah seit 1934, als die Straßenbauer besonders von Aachen, dann aber auch von Köln und Trier aus der Eifel zu Leibe rückten. Hand in Hand mit einem großzügigen Wegeausbau vollzog sich aber auch die Verwirklichung anderer Pläne, die der Eifellandschaft ein neues Gepräge geben sollte. Der erste Plan dieser Art, der in Angriff genommen wurde, war die Errichtung der 4.95 6.95 8.90 6.95 6.95 nur 1.50 0.95 .... 2.60 1.96 ged. ..195 2.50 atz 150 2.95 2.76 3.60 9.9% ihe 2.® 2.95 1.95 Wenn er sich nicht sterblich blamieren wollte, blieb Käppten Prott nichts anderes über, als seinen Obolus für das Faß bei der Sternwirtin zu hinterlegen. Er tat es. Darauf begann ein Jubel und Trubel, und Prott rückte auf seinem Stuhl unruhig hin und her. Er war doch nur gekommen, um einen einzigen Schoppen zu sich zu nehmen und dann... Die ließen ihn jetzt nicht wieder fort, und einfach verpatzt galt dann die Brautfahrt. Wieder und wieder sah er nach der Uhr, und schon meldeten sich einige ironische Stimmen: wenn der Kapitän etwa Sehnsucht nach seiner Braut habe, so möge er ruhig gehen, nur bald wiederkommen und möglichst mit dem Fräulein Braut! Es sei für alle eine besondere Ehre und Freude, diese in den Kreis der Fröhlichkeit einbeziehen zu dürfen. Die Ironie schien Prott wirklich nicht zu merken. Und als er sich erhob, eine eigentliche Brautfahrt erst anzutreten, mußte er versprechen, unbedingt wiederzukommen, und wenn nicht," würde es ein Faß extra kosten. Er versprach es. Ob die Tilly aber mitkäme, nein, dafür könnte er nicht garantieren, Frauen hätten so ihre besonderen Launen. Es verging eine Stunde, eine zweite, und im , Silbernen Stern" merkte niemand, wie die Zeit verging. Es ließ sich gut sein beim kostenfreien Verlobungstrunk. Aber dann öffnete sich die Tür und fiel krachend ins Schloß zurück. Käppten Prott, hoch aufgerrchtet, mit hochrotem Kopf und die Adern an der Stirn dick geschwollen, blieb in der Mitte des Gastraumes stehen. Seine Augen suchten wütend die Menschen ab. Mit ein paar langen, hastigen Schritten fegte er in die linke Ecke auf den Bootsmann Krümpe zu, der ihn mit einem überlegenen Grinsen längst erwartet hatte. Er packte ihn an den Schultern und rüttelte ihn: „Krümpe... du... du bist ein Filou!" schrie er mit erstickter Sttmme, daß die anderen es hörten. Der Bootsmann kam nicht aus der Fassung: ,Wieso, Herr Kapitän? Warum regen Sie sich denn so 'auf, etwa weil ich schon gestern bei der Tilly Wehnert war und sie mir geholt habe? Darum doch nicht? Das kommt nur „von das Supen, Kaptein, nur von das Supen...!" — Und da gab es ein Hallo, denn längst wußte man um den Zusammenhang der Dinge und gönnte dem hochmütigen und herablassenden Kapitän den Rem- ^Prott, der jetzt in allen Gesichtern die Schadenfreude las, drehte sich kurz um, verließ den „Silbernen Stern" und ließ sich am nächsten Tage auf einen anderen Dampfer versetzen, Die Eifel - ein Musterbeispiel innerer Kolonisation Von unserem fg.-Korrespondenten. Okarinen Lust. 1 ^terem W, SU !om= Meist w-i. T mehr lche Winde. 26,3 Grad * M: morgens 'Minimum 12» liefe Qm i63ult: morgens 15 Stunden. Biüjelm Lange, rs: Ernst Blum- K für die Bilder: 0k. Hans Thyriot ); für den übrigen (eiter: Hans Beck n Inhalt der An- . 38: 9035. Druck 'ruckerei R. Lange, Bezugspreis » ühr, mit der Jllu« fspreis 10 Pf. und erten 5 Pf. mehr, 1. September 1937 'mve anerLU|n lu be««ö* mehr » feS I, di. Di- Ä®?« ’logten tii, S K ltrafe von Schon als Steuermann war Georg Prott nicht sonderlich beliebt. Er tat immer etwas hochmütig, herablassend, dünkte sich mehr als die anderen, und seine Beinkleider waren für seemännische Begriffe zu scharf gebügelt. Und ganz verdorben mit dem Bootsmann Krümpe, dem er — Paul Rohrbach: Politische Weltkunde für den Deutschen. Preis in Leinen geb. RM. 9,80, Akademische Verlagsgesellschaft Athenaion, Potsdam. — (122) — Paul Rohrbach ist als langjähriger Mitarbeiter des Gießener Anzeigers uüseren Lesern als ein Mann bekannt, der die Welt aus eigener Anschauung kennt wie nicht viele Deutsche. Er weiß auch die historischen und kulturellen Voraussetzungen, die erdkundlichen und wirtschaftlichen Zusammenhänge, um die Wurzeln der großen weltpolitischen Probleme aufzuzeigen, ohne über der großen Lime bezeichnende Einzel- züge, charakteristische Kleinigkeiten am Rande zu vergessen, die eine weltpolitische Darstellung interessant und farbig machen. Diese starke Gegenständlichkeit, die schon vor vielen Jahren seinem Bach „Der deutsche Gedanke in der Welt" zu einem damals geradezu aufsehenerregenden Erfolg verholfen hat und die ebenso seine immer wieder stark beachteten Reisebriefe auszeichnen, ist auch ein besonderer Vorzug dieser „Politischen Weltkunde" vor manchen ähnlichen Unternehmen, die entweder sich so ausschließlich in höheren Sphären bewegen, daß sie den Laien unverständlich bleiben, oder durch trockene Aneinanderreihung nüchterner Tatfachen den Leser ermüden. Das Buch, das der Siebzigjährige gerade vor Antritt einer neuen Afrika- Reise abgeschlossen hat, vermeidet dank der großen Erfahrung des routinierten Publizisten und seines immer gleich sprühenden Temperaments die genannten Klippen auf das glücklichste. Es ist ein Handbuch, das jedem politisch interessierten Zeitungsleser — und welcher Deutsche wäre das heute nicht? — hinreichendes Tatsachenmaterial liefert, um auftauchende Fragen schnell zu klären und ein Einzelproblem im großen Zusammenhang zu sehen. Aber es ist so fesselnd geschrieben, daß man die fast 500 Seiten am liebsten in einem Zuge lesen möchte. Und als Ganzes will es natürlich auch gelesen werden, denn Rohrbachs Absicht, die Faktoren der politischen Willensbildung bei allen Völkern aufzuzeigen, die eine solche erkennen lassen, kann der Leser nur dann recht für sich nutzbar machen, wenn er die Darstellung als Ganzes auf sich wirken läßt. Erst dann erwächst ihm aus den geschichtlichen Gegebenheiten, die, wie es bei Rohrbach selbstverständlich ist, mit besonderer Siebe und Eindringlichkeit behändelt werden, eine wirkliche poli- — Krieg in der Ostsee. Von Korvettenkapitän a. D. Georg-Günther Freiherr v. Forst- n e r. Verlag Gustav Weise, Berlin SW 68. Preis 2 Mark. — (108) — Nach seinem U-Boot-Buch, das wir im Gießener Anzeiger vom 17.12.1937 Nr. 294 unseren Lesern angezeigt haben, hat Frhr. v. Forst- ner, einer unserer geschätzten Mitarbeiter, in diesem neuen Buche' erstmals, neben dem Admiralstabs- werk, eine zusammenhängende Schilderung des Ostseekrieges herausgebracht. Da das Admiralstabswerk aus naheliegenden Gründen nur einen engen Leserkreis hat, bestand in der deutschen Kriegsgeschichtsschreibung für das Volk hinsichtlich der Ostsee bisher eine Lücke, die Frhr. 0. Forstner mit diesem Buche ausfüllt. Die Ostsee war im großen Kriege, in dem zur See das Schwergewicht stets in der Nordsee gegen England lag, nur ein Nebenkriegsschauplatz. Daher waren dort auch nur schwache deutsche Seestreitkräfte eingesetzt, zumal die russische balttsche Flotte sich mit größter Vorsicht stets der stä-ksten Zurückhaltung befleißigte. Wenn also dort auch keine großen Freiwasserschlachten geschlagen werden konnten, so war doch der Kriegsdienst unserer Seestreitkräfte auch an der Front gegen Rußland und zum Schutze der deutschen Ostseeküste schwer. Darüber berichtet der Verfasser in diesem außerordentlich fesselnden Buche eingehend und überzeugend. Der Leser lernt dabei die Bedeutung der Ostsee für unsere Versorgungswirtschaft, hauptsächlich mit schwedischen Erzen, während des Weltkrieges kennen. Bei dieser Gelegenheit erfährt man auch, was bisher nur wenigen Deutschen bekannt war, daß die deutsche Handelsschiffahrt während des Krieges gerade in ber Ostsee schwere Opfer brachte. Forstner hat es als seine besondere Ehrenpflicht angesehen, dieser Opfer hier erstmalig zu gebenden, unb er hat auch angeregt, ben bamals für bas Vaterland gefallenen Angehörigen der Hanbels- marine ein würbiges Denkmal zu errichten, wofür er ein Projekt an ber Hafenausfahrt von Swine- münbe in Vorschlag gebracht hat. Der Leser erfährt in diesem Buche weiterhin mancherlei bisher völlig Unbekanntes über die Kampfhandlungen zur See, insbesondere in der Ostsee, das namentlich bei ben einstigen Frontkämpfern, ben Marschierern an ber ehemaligen beutschen Nordfront gegen Rußlanb besonderes Interesse auslösen wirb. So bringt benn _ auch bieses neue Kriegsbuch bes berühmten U-Boot- Kommanbanten bem beutschen Volke roieber viel Wertvolles unb Denkwiirbiges über die Zeit des ruhmreichen deutschen Ringens gegen eine ganze Welt von Feinden. Darum sei dieses Werk ebenso dankbar begrüßt, wie sein Vorgänger. Möchte auch dieses Buch, bas Frhr. v. Forstner in seiner bekannten frischen unb fesselnben Art geschrieben hat, überall im beutschen Volke, ganz besonders bei. - unserer Jugend, die verdiente warme Aufnahme^ und eifrige Lesergemeinde finden. Ernst Blumschein. — Heinrich Harmjanz: Volk, Mensch und Ding. Erkenntniskritische Untersuchungen zur volkskundlichen Begriffsbildung. Preis kartoniert 5,80 Mark. Ost-Europa-Verlag, Königsberg (Pr.) — Mit diesem viele neue Einzelergebnisse und neue Zusammenhänge in der Volkskunde zeigenden ersten Bande der „Schriften der Albertus-Unioersität" beginnt eine Sammlung mit der die Universität Königsberg eine eigene Publikationsstätte wissenschaftlicher Arbeiten erhält. Die Volkskunde ist eine junge Wissenschaft. Zum erstenmal als philosophischer Lehrzweig dargestellt, erfolgt zugleich eine Auseinandersetzung der Volkskunde mit Völkerkunde und Soziologie. Weiter werden die wichtigsten seither in ber volkskunblichen Arbeit geschaffenen Arbeitsrichtungen auf ihre Bebingungen hin untersucht unb kritisch zu ihnen Stellung genommen. &■.s? svÄ'SSA !>2?rS* einmal in seiner spitzen Art vorwarf: „Aus dir wird nie mehr als ein Bootsmann! Du supst, Krümpe, unb supen macht dumm, und du bist dumm!" _ .. Nie vergaß ihm bas ber dreißigjährige Krümpe. Wohl zeigte er seinen Ingrimm nicht offen, aber innerlich wurmte er nach dem Augenblick der Revanche. Der Teufel mochte wissen, warum die beiden einstigen Freunde sich Nicht mehr leiden mochten. Nun war Prott Kapitän geworden, zwar nur mit dem Patent für kleine Fahrt in der Tasche, aber er war Kapitän und durfte sich einen weiteren glänzenden Goldstreifen auf den Aermel nähen lassen. In funkelnagelneuer Uniform stand er vor Krümpe: „Siehste, Bootsmann, wir haben's geschafft!", Unb ein wenig Geringschätzung für ben Bootsmann zuckte um feine Munbwinkel. Der reichte ihm die dicke, schwielige Rechte und antwortete selbst- beherrscht, wenn es auch innerlich kochte: „Na, benn gratuliere ich auch, Herr Kaptein, und das wird ja denn auch nicht trocken abgehen, wie... ?" „Danke... danke ... und demnächst werden wir uns noch verheiraten, Bootsmann, mit der Tilly Wehnert..." fuhr er wichtig prahlend fort Krürnpes rechte Hand wanderte in die Rocktasche und ballte sich dort zur Faust. Seine dichten Augenbrauen trafen sich eng an der Nasenwurzel, und für einen Augenblick lag in seinem wetterzerschlissenen Gesicht eine kalte Starre. „Mit der Tilly Wehnert?" wiederholte der Bootsmann würgend, und sein Herz machte ein paar harte, heftige Schläge. Das wär ja nicht möglich! „Jawohl, die Tilly!" protzte der Käppten. „Sonntag werde ich mit dem alten Wehnert sprechen, und der Alte wird seine Tochter einem jtapitan nicht abschlagen", behauptete er sehr eitel unb selbstbewußt. "Und was sagt die Tilly?" stöhnte der Bootsmann auf. "Wird sich freuen, einen Kapitän als Mann zu vekommen.Mit ihr werden wir schon einig werden! MM NS. - Ordensburg Vogelsang an dem [teilen Uferberg des herrlichen Urft-Sees bei Gemünd in einem der damals ärmsten Teile des Reiches. Die ganze Gegend hat nun, nachdem rund 1000 Volksgenossen über zwei Jähre lang beim Bau beschäftigt waren, durch die Ordensburg in mannigfacher Hinsicht erhebliche Vorteile. Wo vor wenigen Jähren noch der blanke Wind über einsame, kahle Hänge eines oben Höhengebietes strich, an ber Grenze magerer Aecker unb bürftigen Gestrüpps, erhebt sich nun die Burg als ein steingewordenes Lied von deutscher Aufbauarbeit. Durch eine flache Torfront gelangt man in den plattenbelegten Ehrenhof, den die Verwaltungsräume umsäumen. Man kommt dann in eine große Wandelhalle, die den Blick freiläßt auf den Urft-See tief unten unb die Bergkuppen ringsum. Das Hauptgebäude mit dem Speisesaal unb ben anderen Gemeinschaftsräumen wirb flankiert von einem mäch- tigen Bergfrieb, der weit ins Land grüßt. Seewärts find auf mehreren Terrassen zehn flache Nebengebäude errichtet, die den Insassen als Schlafsäle bienen. Die Treppen führen zu einer steinumfaßten Arena, einem Sportgelände unb ber Schwimmanlage. Alle Gebäude sind im Material einheitlich. Man hat den in der Eifel vorkommenden grauen Bruchstein gewählt und für die Satteldächer den heimischen Grauschiefer. Durch ben Bau biefer Drbensburg unb bie gewaltige Anlage einer Seenplatte hat eine Land- schaft van Walbbergen unb Felbern in ber nordwestlichen Eifel im Zeitraum von breieinhalb Jahren ihr Gesicht völlig veränbert. Die Talsperre von Schwammenauel, bie zweitgrößte des Reichs, die im vergangenen Herbst fertig geworden ist, verleiht mit ihren Nebenseen und Stauwerken bem romantischen Bezirk der grünen Hänge einen neuen Reiz. Die nahe U r s 11 a l s p e r r e, der Ker- meter Hochwald, das Gemündener Tal, die bizarre Felslandschaft von Nideggen und Heimbach, die den rheinischen Klettersreunden als alpines Uebungs- gelände dient, die tiefe Waldeinsamkeit bis hm zur belgischen Grenze — all das gruppiert sich ah wirkungsvolle Kulisse um das Meer von Schwammenauel, das 100 Millionen Kubikmeter Wasser faßt. Eine Straße wird demnächst über den Staudamm durch den Kermeter Hochwald bis Gemünd führen, „Unt> so was nennt sich Detektiv'" Im Gloria-Palast wird seit gestern ein Film gezeigt, der in keinem Bilde seine amerikanische Herkunft verleugnen könnte. Musik, Photographie, Regie und nicht zuletzt bie Handlung sind so amerikanisch, baß von diesem Film in gerader Linie auf ben Geschmack bes amerikanischen Kinopublikums geschlossen werben kann. Wie schon ber Titel ahnen läßt, geht es um einen Kriminalfall, um eine bitterböse Geschichte, in ber brei Morbe Vorkommen und sonst so ungefähr alles passiert, was sich mit einem Kriminalfilm verbinden läßt: also Mord, Erpressung, Scheckfälschung usw. Da wirb ber eine auf nachtdunkler Straße, ber zweite im Hotelzimmer unb ber britte im Keller erschossen, ba geraten berückend schöne Frauen in Mordverdacht unb vor- übergehend hinter schwebische Gardinen, ba fehlt nicht bas monbäne Kabarett, besten Direktor ein Gangster-Häuptling ist, unb es fehlt auch nicht bie Tänzerin zweifelhaften Rufes. Zu ben Figuren bes Spieles gehören ferner ber überlegene Privatdetektiv ä la Sherlock Holmes, bie kalte, irrende, manchmal auch recht griffefte Kriminalpolizei unb schließlich noch ber unheimliche, unburchsichtige Chinese. Die Hanblung ist höchst kompliziert aufgebaut und versetzt den Zuschauer in größte Spannung, bie bann burch eine Überraschung gelöst wirb. Ausgerechnet der sympathische, der nette junge Mann ist--nun, wir wollen nicht das Ende vorwegnehmen! Uebrigens verdient vermerkt zu werden, daß sich die Amerikaner für diesen Film eine wirklich neue Form des glücklichen Endes .ausgedacht haben. Ein Metro - Goldwyn - Mayer- Film — eine unterhaltsame Stunde! — Die Regie läßt alle für den Kriminalfilm hochentwickelte Technik spielen. Man erreicht mit zuverlässigen Mitteln starke Effekte. Die mondänen Akteure bewegen sich mit unnachahmlicher Sicherheit in ihren Bereichen und treffen zwischen Ernst und Humor immer den rechten Ton. — William Powell ist der in allen Lagen stets beherrschte Privatdetektiv, Myrna L 0 y seine liebenswürdige Gattin, Elista L a n d i die unglückliche Frau eines fragwürdigen Mannes und James Stewart ihr überzeugend harmloser Jugendfreund David. Mit Freude verfolgt man das quicklebendige Auftreten Sam Le v e n e s als Kriminalkommissar Abrams. — In ein anderes Reich, das uns in mehr als einer Beziehung näherliegt, führt der Kulturfilm im Beiprogramm, der unter dem Titel „Vom Rhein zur Donau" heranfuhrt an schönste deutsche Landschaft und — an großzügige Wasserstraßenplanung im Dritten Reich. Heinrich Ludwig Neuner. unb eine schlanke Brücke soll sich nahe ber Burg Vogelsang über ben Urft-See schwingen. Die Talsperren unb Stauwerke bienen bem nüchternen Zweck ber Kraftgewinnung unb der Regulierung ber Wasserzufuhren. Vor allem Düren, die Industriestadt am Eingang zur Eifel, braucht für seine Papier- und Textil-Fabriken größere Wasserreserven. Die eigentliche Eifel hat nur kleinere Industrien. Erwähnt seien die Bleigewinnung bei Mechernich, die Bierproduktion von Bitburg, die Natursprudeloerwertung von Birresborn, Gerolstein usw. sowie verschiedene Steinbrüche. In der Hauptsache ist die Eifel ein Bezirk der Land- und Forstwirtschaft und eines jetzt von Jahr zu Jahr zunehmenden Fremdenverkehrs. Sie hat zahlreiche bäuerliche Musterbetriebe und Versuchsgüter sowie Domänen, auf denen mit Erfolg öde Ländereien in hochwertige Kulturweide umgewandelt worden sind. Im Zeichen des Vierjahresplanes kommt den zahlreichen neuen Schafherden auf den dürftigen Flächen der Hohen Eifel oder Schnee-Eifel beachtliche Bedeutung zu. Alles das gehört zur inneren Kolonisation, für die sich der Arbeitsdienst auch in der Eifel unermüdlich eingesetzt hat. Die Früchte dieser Der Bootsmann strich sich einmal mif ber flachen Hanb über bie Stirn und atmete schwer: „Denn viel Glück, Kaptein ...!" Tags darauf wußte durch Krümpe bie engere unb nähere Bekanntschaft ber christlichen Binnenschiffahrt von Käppten Protts Heiratsabsichten unb feiner Brautfahrt am fommenben Sonntag. Vergnügt rieb er sich bie Hänbe. Nun würbe bas Schicksal feinen Lauf nehmen, unb wer zuletzt lacht, lacht bekanntlich am besten. Bisher war alles nach Wunsch gegangen, unb mit bem Untergang der Welt wäre es gleichzustellen, wenn der Kapitän nicht am Sonntagmorgen seinen gewohnten Frühschoppen machte. Er machte ihn. Als Prott gegen 10 Uhr ben „Silbernen Stern" betrat, traute er nicht recht seinen Augen. Voller Blumen stand der Stammtisch, und zwei Dutzend Hände streckten sich ihm zur Gratulation entgegen. Fein hatte der Bootsmann die Sache eingefädelt. Das wäre ja eine lieber» raschung, baß ber Käppten sich so schnell verlobt habe, aber, na ja, einmal mußte man boch ben Sprung in bie Ehe wagen unb bas liederliche Jung- gefellenleben aufgeben, bas einem Mann in seinem Alter nicht anstände! Dazu, wo er jetzt Kapitän Zwischen Liebenswürdigkeit und Freundlichkeit verteilte bie christliche Binnenschiffahrt ihren Hahn unb Spott, unb Prott lief es babei etwas kalt über ben Rücken. Du lieber Himmel, noch war es nicht so weit, es sollte sich erst in ben nächsten Stunben entscheiden, aber bloß keine Blamage, die Sache wurde ohne Zweifel gutgehen. Und bann stieß man ihn an, klopfte ihm auf die Schulter: es wäre von jeher Sitte und Brauch unter ihnen gewesen, derartige freudige Ereignisse in einen würdigen Rahmen zu stellen. Darum die Blumen, darum auch das Faß Bier und diverse Flaschen Weinbrand, welche die Sternwirtin extra habe kommen lassen, in ber felsenfesten Ueberzeu- gung, ber Herr Kapitän würbe sicher beabsichtigen, seiner Verlobung eine feuchte Unterlage zu geben. Ohne eine entsprechenbe Feuchtigkeit könnte überhaupt eine so herrliche Blume, wie eine Verlobung, niemals fruchtbar unb segensreich gedeihen. Und ob man nun barangeben fönnte, bas ^afjJBier aus bem Keller zu holen und es auf Kosten bes Kapitäns und fein unb des Fräulein Brauts Wohl aus- .wtrinfen! Alsdann wollte man ihn unb die Braut b reim al hochleben lasten unb mit einem kräftigen Seemannsgefang bas festliche Beginnen murbig em- leiten. tische Weltkunbe, immer gesehen vom Blickpunkt des Deutschen und bezogen auf Deutschland und seine Stellung zu den anderen Völkern der Welt. Dr. Fr. W. Lange. — Langemarck, das Opfer der Jugend an allen Fronten, herausgegeben von Günter Kaufmann, in Perbinbuna mit dem Arbeitsausschuß Langemarck beim Jugendführer bes Deutschen Reiches, mit 80 Tiefbruckbilbern, in Leinen gebunben Preis 4,80 RM. Verlag Ehr. Velser in Stuttgart. —(172)— Hier ist in vorbilb- licher Zusammenarbeit vieler ein Werk geschaffen, bas ebenso sehr ehrenbes Gebächtnis wie forbernbe Mahnung bebeutet. Eine im tiefsten empfunbene Ehrfurcht vor bem wahrhaft Helbischen unb beshalb so ganz unpathettschen Sterben unserer beutschen Jugenb auf allen Schlachtfelbern bes großen Krieges, für bas uns Langemarck Symbol geworben ist, hat dies Buch zu einem burch seine Schlichtheit tief ergreifenden Ehrenmal gestaltet. Auf 80 Bilb- feiten legen Kriegsgräberstätten von allen Fronten rings um Deutschlanb in besonders sorgfältig roieber« gegebenen Aufnahmen Zeugnis ab von ber Sorge für eine würdige, von ber Achtung für bie Gebote ber Kunst ebenso wie vom Geist ber Front getragene bleibenbe Ehrung unserer gefallenen Väter, Söhne unb Brüder. Die erschütternden Briefe ber Gefallenen von Eberhard Wolfgang Möller, Verse von Hans Gstettner, Werner Beumelburgs „Sturm auf Langemarck" vereinigen sich zum Dankopfer für bie, bie unserer Jugenb Vorbilb würben. General- felbmarschall Göring unb ber Reichskriegsopserführer haben bem Buch Geleitworte gemibmet, der Reichs- jugenbführer Baldur von Schirach hat außer feinem Geleitwort und einer Gedächtnisrede auch Verse stolzen Bekenntnisses zum Geist von Langemarck dem Buche mitgegeben. Fr. W. Lange. — Jürgen Hahn-Butry: Die Mannschaft. Frontsoldaten erzählen vom Front-Alltag. Preis: in Seinen geb. 4,80 RM., Verlag Wilhelm Limpert, Berlin SW 68. —(186)— Der soeben erschienene vierte Band beschließt die Anthologie deutschen Frontschrifttums, die den Alltag des Frontsoldaten für die Nachwelt festhält in Schilderungen, die Frontsoldaten nach ihrer ganz persönlichen Eigenart durchweg wohltuend unpathettsch gestaltet haben. Dieser letzte Band der Frontdichterkameradschaft „Die Mannschaft", die So appetitlich läßt sich Fisch Herrichten... mit drei verschiedenen, (Nachdruck verboten!) 8. Fortsetzung. Peter ein gc Tasche und f)i lolte das Bild heraus. Krümel übrig. Später erzählte Peter dem Freunde van den ersten Erfolgen der Anzeige. Selbstverständlich bot auch das verirrte Heiratsangebot eine willkommene Gelegenheit, sich über die humorvollen Streiche des Schicksals zu unterhalten. Und als die Frauen einmal in 5)eüs Zimmer verschwunden waren, machte Peter ein geheimnisvolles Gesicht, langte in die Pimpf seine erste Fahrt unternimmt, dann wird er noch seinen Angaben von der sorgenden Mutter tüchtig ausgerüstet, so daß ihm wohl nichts fehlen dürste; aber dennoch möchte die Mutter gern wissen, wie es ihrem Jungen geht und wie er aufgehoben ist. Nach schöner Fahrt über Wetzlar, Weilburg, Limburg fragen wir in Zollhaus zum ersten Male nach dem Gießener Jungvolk. Ein strammer Junge, selbst wohl ein Pimpf, gibt uns Auskunft: „Ja, sie waren hier, sind aber wegmarschiert nach Singhofen. Unserer hieß Karl, sein Vater hat in Gießen ein -Geschäft." Also war das wohl eine Fahrtengruppe, die nach dem Mühlbachtal-Lager marschiert und nicht die von uns gesuchte. Wir fahren durch einen herrlichen Wald nach Katzen- ellnbogen, bekommen dort verschiedene, immer „So ein Gauner!" sagte Toni, nahm das Bild und betrachtete es neugierig, „Hm, ein hübsches Kerlchen, aber — wie kommst du denn dazu, das Bild zu behalten. Willst du etwa als Nebenbuhler auftreten?" Peter lachte. „Das wäre eigentlich ein Gedanke! Man müßte mit diesem nach Liebe sich sehnenden Herrn in Wettbewerb treten. Nacktem es einem die junge Dame so bequem macht und gleich den Ort des Stelldicheins angibt!" „Na also!" sagte Toni. „Unsinn. Es war doch nur Spaß! Das fehlte mir noch, mit solchen Geschichten meine Zeit zu vergeuden. Mach du es doch! Du hast ja sonst weiter auch nichts zu tun!" „Ich? Um Gotteswillen! Schönen Dank für dein freundliches Angebot, aber — du weißt doch, daß ich mit dem zarten Geschlecht nichts anzufangen vermag. — Aber du hast mir immer noch nicht gesagt, was du mit der Photographie vorhast." „Gar nichts! Das Gesicht gefällt mir, darum behielt ich das Bild. Wenn der andere nicht auf das Angebot ein geht, dann wäre das Bild sowieso in den Papierkorb gewandert, und im anderen Fall lernt er ja das Mädchen selber kennen. Also--1" Zwei hinter Gisela. Vornan von Hans Hirthammer. Urheberrechtschutz Verlag Oskar Meister, Werdau/Sa. behandlung. Während die Hausfrauen dem Vortrag folgten, gingen die Fischgerichte in den He^ den ihrer Fertigstellung entgegen, und schließlich gab es — rascher, als man hätte vermuten können __ Kostproben von den Gerichten, die vor den Augen der Hausfrauen hergerichtet worden waren. Dankbar für die Anregungen und versehen ' sehr hübsch ausgestatte- ten Rezeptbüchlein verließen die Hausfrauen den Nach Hause will ferner! Den Gießener Pimpfen gefällt es auf der Heffen-Naffau-Fahrt ausgezeichnet. r ’m Mak! Ä L*e»-' IsehnliW e 6 btf*1 Hl Jes Wto„ ßS-'Hx Sä»; s fes & der einzelnen Bit«. 6b* rf die anderen Wg rw ™ 9* Mmie-Ehrenmal und Kni) besichtigt- | Treiben, das durch. W!t wurde- So ffgj Eährt waren, IW En ertönte das gewahr hm 18. M wurde Icorenformation zum> fe z°M>M w l-etten Wir nahmen zu Korn Landungssteg bi5„ iter General mü dem Ipamtrle, Ausstellung.^ i Milzug einen wlty yiontbetWonnati über denMsilMM , aus. Am Wenn Elchenkranz nieder. 9la jfflo bie Gießener Ma PefoWastsHrers ( Regeln auftatelte... 5 Infer Abendessen, und Milchreis mit Dörrobj I'mden Flaggenparade Iiiiide aller ein bunte Gießener wochenmarktpreiie. * ® i e 6 e n, 26. Juli. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: Feine Molkereibutter, % kg, 1*,52 Mark, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück, 4 bis 9, Eier, deutsche, Klasse S 13, Klasse A 12%, Klasse B 12, Klasse C 11%, Klasse D 10%, ausländische 12, Enteneier 11% bis 12%, junge ^)ähne, % kg, 1,10 bis 1,15 Mark, Suppenhühner —,90 bis 1,05 Mark, Wirsing, grün, 10 bis 12 Pf., Weißkraut 12, Rotkraut 17 bis 20, gelbe Rüben, das Bündel 10 bis 12, % kg 15 bis 18, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 20, Rämifchkohl 8 bis 12, Bohnen, grün, 20 bis 35, gelb 25, Erbsen 18 bis 25, Tomaten 25 bis 45, Zwiebeln, Bündel 10 bis 12, % kg 10 bis 14, Rhabarber 10 bis 15, Pilze 45 bis 55, Kartoffeln, alte, 5, 5 kg 45 Pf., 50 kg 3,30 bis 3,90 Mark, neue 5,30 bis 5,50 Mark, 5 kg 60 bis 65 Pf., % kg 6 bis 7, Pfirsiche 45 bis 60, Himbeeren 50 bis 60, Sauerkirschen 46 bis 50, Heidelbeeren 35 bis 45, Stachelbeeren 30 bis 50, Johannisbeeren 35 bis 40, Pflaumen 70, Blumenkohl, das Stück, 10 bis 15, Salat 5 bis 10, Salatgurken 20 bis 50, Einmach- gurken 1% bis 5, Rettich 5 bis 15, Radieschen, das Bündel 5 bis 10 Pf. ** 87 Jahre alt. Am heutigen Dienstag, 26. Juli, begeht Frau Else H e n d r^ ch Wwe., Kaiserallee 2 wohnhaft, in geistiger und" körperlicher Fischlehrküche wirbt für Fischverbrauch Sa« Wort, die Praxis und Kostproben. mehr ganz junger Herr mit einer Hornbrille, der I ich in Begleitung von zwei mageren, semmelblonden Mädchen befand. Ihre aufdringlich bemalten Gesichter mit den grellröten Lippen ver- \ rieten deutlich genug, daß es nicht weit mit ihnen , her war. Der Mann schien schon etwas angetrunken zu ein. „Kurfürstendamm!" flüsterte Peter, als Lore Jasper ihn fragend anblickte. „Es sind die Typen, die ich besonders ins Herz geschlossen habe!" fugte er mit einem sarkastischen Lächeln hinzu. Die Angekommenen hatten sich kaum niedergelassen, da begann der Herr mit einer unangenehm lauten Stimme nach der Bedienung zu rufen. Jetzt erst wurde Toni auf den Mann aufmerk- ] sam. Er drehte sich nach ihm um, stutzte, sah noch einmal hin — er schien eine ganz außergewöhnliche Entdeckung gemacht zu haben. „Sagt mal, meine Lieben, ich bin doch noch j einigermaßen nüchtern. Oder kann ein einziges { Glas Wein die Wirkung haben, daß man Hirngespinste sieht!" „Nicht anzunehmen!" beruhigte ihn Peter. „Wa> f um fragst du so albern? Ist dir nicht wohl?" „Nun, entweder bin ich total besoffen — oder der sympathische Herr dort am Nebentisch ist Radegast, ein kleiner Büroangestellter beim Notar Kindl- mann in Breslau, mit anderen Worten: bei meinem alten Herrn." „Vielleicht irrst du dich!" meinte Peter, indem er den fraglichen Herrn interessiert musterte. „Es kann sich um eine bloße Aehnlichkeit handeln!" „Dafür kenne ich Radegasts unangenehme Visage zu gut, wenn er auch jetzt statt seines Klemmers eine Hornbrille trägt. „Er wird auf Urlaub fein. Warum soll er sich zur Abwechslung nicht einmal in Berlin amüsieren, wenn es seine Verhältnisse erlauben." „Aber seine Verhältnisse erlauben es nicht. Er bezieht, seiner Tätigkeit entsprechend, ein äußerlt bescheidenes Gehalt. — Sieh nur an, jetzt bestellt er sogar Sekt. Hol's der Teufel, ich werde nach Hause schreiben, was da los ist. — Im übrigei dürfte es gut fein, wenn der Brave mich nicht sieht. Ich schlage deshalb vor, daß wir uns nach obei 1 zurückziehen. Dort vorne an der Brüstung ist noch ; ein Platz frei, von dem aus ich den Halunken ungehindert beobachten kann." Man verhandelte mit dem Ober, und m wenigen . Minuten war der Umzug vollzogen. t (Fortsetzung folgt!) Weg. — Wie nicht anders zu erwarten, wurde es ein sehr vergnügter Abend. Tonis Geist sprühte, und da auch Lore Jasper viel Kluges und Ergötzliches zu agen wußte, hatten die Geschwister Stoll, die sich in der Hauptsache auf das Zuhören beschränkten, den schönen Genuß. Nun war Toni ein Mann, der gern über die Stränge schlug, wenn er nur ein bißchen Geld im Beutel hatte und dazu in guter Stimmung mar. Er rückte mit dem Vorschlag heraus, den festlichen Tag in festlicher Weise zu beschließen, indem man ein nettes Lokal aufsuchte, wo es schöne Musik und ein gutes Glas Wein gab. Lore Jasper stimmte sogleich zu, stellte aber die Bedingung, daß man ihr die Ehre gab, zu dem Unternehmen einzuladen, sonst mache ihr die Sache keinen Spaß. Toni versuchte zu widersprechen, mußte aber schließlich nachgeben. Dafür jedoch beanspruchte er das Vorrecht, daß man ihm die Wahl des Lokales überlasse. Er wisse ein russisches Restaurant am Kurfürstendamm, wo es ausgezeichneten Wein gebe. „Nun schlag einer lang hin?" staunte Peter und blickte den Freund von der Seite an. „Sag mal, woher weißt du da so genau Bescheid? Mir schwant Fürchterliches. Solltest du heimlich auf dem Wege des Lasters wandeln?" „Mitnichten, teurer Freund? Ich war nur studienhalber ein paarmal dort, als ich mich mit der russischen Frage beschäftigte. Es verkehren nämlich viele Russen in dem Lokal. Ein ehemaliger Großfürst gab mir interessante Aufschlüsse." „Das ist etwas anderes!" lächelte Peter. „Alsdann, meine Damen und Herren: auf zum Kurfürstendamm, obwohl mir die Straße im allge» meinen nicht besonders sympathisch ist." Heli zog sich rasch um, und dann begab sich die Schar in Lores Auto. Im Laufe des geftrigen Montag wurde m unserer Stadt in anregender Form praktische Flsch- werbung betrieben. Auf dem Kirchenplatz mar ein Wagen der Reichsfischwerbung aufgefahren. Gestern vormittag begann der erste von drei Kochlehrgan- gen, die für den Tag vorgesehen waren. Küchenmeister Bauer, der Letter der Fttch- lehrküche, gab zunächst in eindringlicher Form eine Erläuterung der volkswirtschaftlichen Notwendigkeiten des gesteigerten Fischverbrauches, er räumte mit unsinnigen Vorurteilen auf, legte dar, warum der Fisch nicht nur in kühleren Jahreszeiten em Gericht für den Mittagstisch ist, sondern wies aus die hohen Qualitäten des Fisches besonders zur Sommerszeit hin. Er ließ auch genau wissen, warum der Fisch im Sommer fett» und nährstoffreicher ist. Er appellierte an die Hausfrauen, sich der Fischverwendung nach neuzeitlichen Gesichtspunkten nicht zu verschließen, und wies abschlie- ;end auf die Pflicht hin, dem Seefischer, der einen überaus schweren Beruf hat, den Lebenskampf nicht schwerer zu machen, als er an sich schon ist. Dann ging der Leiter der Kurse zu praktischen Vorführungen über, die auf die Hausfrauen sichtlich starken Eindruck machten. Mit erstaunlicher Ge- chicklichkeit bereitete Küchenmeister Bauer in wenigen Minuten die verschiedensten Fischgerichte zum Dünsten und Backen vor, und er tat dies unter Zuhilfenahme von Gemüsen, Gewürzen und son- tigen Zutaten so ansprechend, daß wohl manche Hausfrau wertvolle Anregungen mit nach Hause genommen haben dürfte. Dabei, und ohne die praktische Arbeit irgendwie zu unterbrechen, gab der Kursusleiter wertvolle Anregungen für die Fisch- anbers lautende Auskünfte, und als mir nach einer Fahrtengruppe mit Spielmannszug fragen, erhalten wir den Bescheid: „Die Jungens sind von hier noch Hahnstätten". Dort erfahren wir, am Sams- taa früh sind sie weg in Richtung Kirberg. In Kirberg hat niemand die von uns gesuchte Fahrtenaruppe gesehen. Wir wenden uns nach Dauborn. Schon am Ortseingana Horen wir: „Ja, Gießener Jungvolk hat hier übernachtet sie müssen noch da fein, vorhin waren sie beim Baden Hinab zum Landdienstlager der HI., und dort treffen wir einen Gießener Jungvolkführer, der uns mitteilt: „Die Gruppe ist bereits wieder abgerückt und befindet sich auf dem Marsch nach Hof ©naäental". Auf dem Weg dorthin treffen nur die Fahrtengruppe, bestehend aus Fähnlein 1 und 21. Wir begrüßen den Führer der Fahrtengruppe der uns sagt, daß in einem Steinbruch vor Hof Gnadental haltgemacht und abgekocht wird. Wir fahren langsam vor und brauchen nicht lange zu warten, bis die beiden Fähnlein fröhlich singend um eine Waldecke anmarschiert kommen. Es sind 40 bis 50 Pimpfe, die sich in dem Steinbruck) niederlassen und bald in froher Bewegung sind. Bald läuft ein Teil von ihnen in der Turnhose umher. Andere ziehen mit den Kochgeschirren nach dem nahegelegenen Hof. Drei oder vier pflanzen auf einer Anhöhe ihren Wimpel auf. Unser Pimpf er- hält von seinem Führer die Erlaubnis, uns, die wir uns etwas entfernt auf einem Hugelrand gelagert haben, zu besuchen. Wir sprechen mit einigen Pimpfen, die sauber, frisch, froh und braungebrannt an uns vorübergehen. Es gefällt ihnen, die Fahrt ist ihnen ein Erlebnis, und nach Hause will keiner. Da ist ein kleiner Pimpf, er hat den Finger verbunden, eine Biene hat ihn gestochen, aber der Führer der Fahrtengruppe hat es inDrb- nung gebracht, und es ist weiter nicht schlimm, agt er. In Katzenelln bogen haben sie einen |l Volksgemeinschaftsabend durchgeführt, von dem sie I begeistert erzählen. Bei Bauern haben sie m Betten f und in Scheunen übernachtet, zu essen bekommen i ie reichlich, und wer bei einem Bäcker war, wie einer erzählt, der bekam auch Sachen, die es bet Bauern nicht gibt, die aber ein Pimpf nicht ver- schmäht. Wieder ziehen die Jungens, vom Hof kommend, mit großen 'Töpfen voll Milch vorbei. N^) einer Weile sagt uns ein Kleiner: Die Milch kocht schon, mir müsse bloß noch de Pudding anrührn. Wir verabschieden uns von unferm Pimpf, den es wahrscheinlich auch nach dem Pudding zieht, ßr sagt, daß sie am gleichen Tag noch nach Erbach wollen und dort übernachten. Eine Frage noch, was es in Gießen Neues gibt, und dann fahren wir, abschiedwinkend, am lagernden Jungvolk vorbei und wissen, daß die Jungens gut aufgehoben sind in der Obhut ihrer Führer. Rückfahrt über Camberg durch das schöne Weiltal mit dem Be- wußtsein, daß die Jungens, die das Dritte Reich erzieht, einmal ganze Kerle sein werden. Al 1 MeWnofei I iOppenroö $ I früher so stil li se von der gro 1/ ’ Hot seit einig ptigen Derkeh | N fahren ArasW Jfff dosi, um über \ Li?id)sautobat)n h* fortzusetzen. Di jmii einigen Tchmii Mnptstrotze mitzt an ä ner Kurve, nur vie KiNivvhner haben sic Mhnt und sehen am ioem regen Treiben a , E durch unsere 6 7 V' aus der der loauslessen der Reichst fcei* Zeit abgeb durchschnittei EÄ "Mdgese ES* ^oßen 1 l‘Mn über die W MHraßen, bie zur Itnn»°ni,ffl9en ”i' ■Wn Lauwerke doB IL^-Lind ■ bot f I ( läng und MB ter* IKK. 1?“ »Ä |b »ei “ > ■?h. ■ 'Sb. ■ M) eigene C*1 rN-i hä IW: W zugrunde gehen. Lornotizen. Tageskalender für Dienstag. Gloria-Palast (Seltersweg): «... und so was nennt sich Detektiv". Lucie Englisch im Sladttheater Gießen. Die Intendanz des Stadttheaters Gießen Hal die Berliner Bühnen- und Filmkünstlerin Lucie Englisch für ein einmaliges Gastspiel am Sonntag, 31. Juli, verpflichtet. Lucie Englisch gastiert mit eige- nem Berliner Ensemble in „Große Rosinen , Lustspiel von Zdenko von Kraft. Hitler-Jugend Bann 116. Bdr.: Arbeitsbesprechung am kommenden Mittwoch. 27. 3ult Am kommenden Mittwoch, 27. Juli, findet auf der Dienststelle des Standortes Friedberg eine sehr wichtige Arbeitsbesprechung aller Stammführer, Gefolgschaftsführer und Führer der Sondereinheiten des Kreises Friedberg statt. Diese Arbeitsbesprechung beginnt um 20.30 Uhr. Da diese Arbeitsbesprechung von großer Wichttgkeit ist, ist das Entsenden von Vertretern unstatthaft. Ermäßigung der Lustpostzuschläge für Arieffendungen. LPD. Die Deutsche Reichspost wird vom 1. August 1938 an die Luftpostzuschläge für Briefsendungen, die auf Verlangen des Absenders mit Luftpost befördert werden sollen, im Inland und nach europäischen Ländern allgemein erheblich herabsetzen. Auch bei einigen außereuropäischen Serbinbungen tritt gleichzeitig eine Ermäßigung ein. Im Jnlandsdienst und nach der Freien Stadt Danzig beträgt der Zuschlag künftig nur noch 5 Pfennig für je 20 Gramm, nach allen übrigen europäischen Ländern wird er auf 10 Pfennig für je 20 Gramm herabgesetzt. Nach außereuropäischen Ländern fällt fortan die Erhebung des Mindestzuschlags von 15 Pfennig für Luftpostbriefsendungen bis 5 Gramm bei einer Anzahl Verbindungen weg. Für Sendungen im Gewicht bis 5 Gramm ist daher nur ein Zuschlag von 10 Pfennig zu entrichten.____________ „Eine gute Ausrede hast du dir da zurechtgelegt, alter Halunke. Na, meinetwegen, tu, was du willst!" — . Eine große Ueberraschung gab es, als Toni später erklärte, daß er sich die Ehre erbitte, für die Beschaffung des Abendbrotes zu sorgen. Es stellte sich heraus, daß er gerade Geld hatte. Eine Zeitung hatte ihm für einen Aufsatz Honorar überwiesen. Lore Jasper vernahm es mit großem Erstaunen. „Da sind wir ja gewissermaßen Kollegen! Ich gratuliere jedenfalls herzlich. Darf man nicht einmal etwas von Ihnen lesen?" „Ach, es find ganz unbedeutende Sachen!" wehrte Toni bescheiden ab. Dann borgte er sich von Heli ein großes Einholnetz und machte sich auf den Die Eltern eines an der Hessen-Nassau- Fahrt teilnehmenden Pimpfs aus Gießen haben am vorgestrigen Sonntag eine Fahrt in das Marschgebiet der Pimpfe unternommen, um die Jungens auf ihrer Wanderung unverhofft zu besuchen. Darüber schickt uns der Vater dieses Pimpfs folgenden interessanten Bericht zu. Nachdem unser Pimpf seine drei Tage im Muhl- bachtal-Lager hinter sich hat, sind sie, wie er schrieb, nach einem Marsch von 11 Kilometer am Donnerstag in Katzenellnbogen angekommen. Wohin die Fahrt von dort aus geht, kann er uns noch nicht berichten, und wir wissen es nicht, als wir Sonntag vormittag mit dem Wagen in Gießen aufbrechen, um den Jungen beileibe nicht zu besuchen, sondern •um ihn im Dorbeifahren zu begrüßen. Wenn em Aus der Stadt Gießen. Gefährliche Gesellen. ZdR. Es ist herrliches Wetter. Heller Sonnen, schein liegt auf Straßen und Gärten. Frau Muller hat den Kaffeetisch gedeckt, um den der Vater und die Kinder erwartungsvoll sitzen. Da kommt etwas durch das Fenster geflogen und gerade auf den gedeckten Tisch zu — eine Fliege? Sie laust über das Tischtuch, schnuppert ein wenig, und schon hat sie das Marmeladeglas entdeckt, um dort zu lecken. Nun nascht sie an der Zuckerdose. „Eine Fliege . rufen die Kinder und schlagen nach ihr. — „Ach. laßt doch die arme Fliege", sagt die Mutter, „sie will doch auch leben; sie hat euch doch nichts zuleide getan. Sie ist unsere Brotfliege, die darf man nicht töten." „Hast du eine Ahnung davon, wie sich diese so- qenannte ,Brotsliege< für deinen Schutz bedankt. fragt ba der Vater. „80 bis 100 Eier legt em über- wintertes Fliegenweibchen im Frühjahr ms Freie. Der größte Unrat ist ihr zur Abladestelle gerade nut genug. Viermal im Jahr wiederholt sich dieser Vorgang, so daß ein einziges Fliegenweibchen an 2 Millionen Nachkommen haben kann. Deshalb muß man Jagd auf diese gefährlichen Gesellen machen." _, v . Der Vater hat recht. Wieviel Schaden wird dem Dolksvermögen und der Volksgesundheit allein durch die Fliegen jährlich zugefügt. Hunderte von Bakte» rien hat eine einzige Fliege an ihren Beinen, mit denen sie auf unseren Nahrungsmitteln herum» kriecht. Deshalb,muß man vor allem Lebensmittel gegen dieses Ungeziefer schützen Gerade auf Nahrungsmittel legen die Fliegen ihre Eier mit Vorliebe ab und verseuchen sie dadurch. Je mehr mir alles Eßbare vor diesen gefährlichen Gesellen schützen, je weniger Abfälle wir offen herumiegen und faulen lassen, um so eher müssen die Fliegen großen Schulungsraum Kirchenplatz. Interessant war es, von dem Kursusleiter zu hören, daß die Fischlehrküche seit Mitte März unterwegs ist und an ungefähr 130 Tagen täglich etwa 800 Hausfrauen mit den volkswirtschaftlichen Notwendigkeiten des Fischverbrauches und mir zeitgemäßen Methoden der Fischverwertung für den Mittag, und Abendbrottisch vertraut gemacht hat. Sicherlich wird durch diese Kurse, die nun gestern (nachmittags fanden zwei weitere Kurse statt) auch in unserer Stadt abgehal- ten wurden, manches Vorurteil gegen den Fischver- Fisch-Kostproben stark gefragt! Allen hat es vortrefflich geschmeckt! brauch im Sommer gefal- (Aufnahmen (2]: Neuner, Gießener Anzeiger.) len fern. „Ich konnte nicht wissen, daß ihr die Verfasserin kennt. Aber nun gestattet, daß ich erst einmal meinen Kaffee trinke. Darf man sich auch mit Kuchen bedienen?" Seine Augen glitten begehrlich über die ansehnliche Zahl von Tortenstücken, die noch auf dem Teller lagen. Heli lächelte, sie kannte Tonis Schwäche. „Du kannst alles aufessen." Das ließ sich der junge Mann nicht zweimal sagen, und als eine Viertelstunde verstrichen war, waren von dem ganzen Kuchenberg nur noch einige rb Toni runzelte, nachdem er bineingekrochen war, bedenklich die Stirn. „Wird das schmucke Dingelchen einer solchen Belastung gewachsen fein?" „Mal sehen!" lachte Lore und gab Gas. — i Tonis Voraussagen bezüglich des Lokales er- i wiesen sich nicht als übertrieben. Es war an dem 1 Wochentag nicht übermäßig voll, so daß die Ankommenden einen schonen Platz fanden. Die Wände des geschmackvoll ausgestalteten Raumes waren mit altrussischen Mottven in hell : leuchtenden Farben geschmückt. Auf einem Podium : spielte eine Kosakenkapelle eine schwermütige russische Weise. „Ganz entzückend!" lobte Lore. „Auch die Musik scheint sehr gut zu sein. Ich liebe die russische Musik." Ein älterer Herr trat an den Tisch. Er fragte mit halblauter Stimme nach den Wünschen der Gäste. Sein Deutsch hatte einen fremden Akzent. Man einigte sich auf einen milden Mosel, den der Kellner unaufdringlich empfahl. Dor dem Musikpodium wurde ein Tisch ausgestellt. Ein Mann von der Kapelle sprang hinauf und tanzte den Krakowiak. Einige der Gäste mit, unverkennbar russischem Typ klatschten im Takt der Musik mit den Händen. Der Tanz wurde immer schneller, immer leiden- schriftlicher. In gleicher Weise nahm der Rhythmus der klatschenden Hände an Geschwindigkeit zu, bis schließlich in einem tollen, schwindelerregenden Wirbel der wilde Tanz sein Ende fand. Im übrigen hatte Toni allen Anlaß, sich über Heli Stoll zu wundern. Sie geriet schon nach dem ersten halben Glas in eine Gelöstheit, wie er sie kaum je an dem herben Mädchen gesehen hatte. Außerdem schien sie tatsächlich entschlossen, es in bezug auf Toni „brauf ankommen" zu lassen. Der Arme wußte nicht, wie ihm geschah und wie er sich zu den ebenso ungewöhnlichen wie offensichtlichen Beweisen von Zuneigung verhalten sollte. Heli schenkte ihm ihr strahlendstes Lächeln, sie gefiel sich darin, ihn mit halben Sätzen zu verwirren und fein der Liebe abholdes Herz zu schmerzhaften Zuckungen zu bringen. Peter war nicht wenig erstaunt über diese neue Heli, die in ihrer sandfarbenen Bluse allerdings i verlockend genug aussah, um selbst einen so einge» । fleischten Junggesellen, wie es Toni Kindlmann war, aus der Fassung zu bringen. Peter fügte sich > jedoch gern in die Rolle eines unbeteiligten Zu- - schauers, denn sie gab ihm Muße, mit Lore Jasper ■ die Gedanken weiter auszutauschen, über die sie beide schon am Nachmittag gesprochen hatten. > Indessen ließen sich am Nebentisch, der bisher leer geblieben mar, neue Gäste nieder, ein nicht KSK: et lehra Mager der Mrine-Gesolgschast im dann 116 Wirtschaft Aus der engeren Heimat 311 Abschlüssen kam n. ■ j. k)in doch 4 ? .!» e« aus doch zeigte sich eher etwas Nachfrage. Reichsbahn- Martwenaus: K-uoer un DA. 124 (123,90), Reichsaltbesitz 131,13 (131). Kom-'mel und Schafe EL. Der von, und andere Motorradfahrer kam glimpflicher da- mährend sein Beifahrer schwer verletzt wurde ins Krankenhaus eingeliefert werden mußt«. Autounglück bei Nierstein. den war, konnte er schnell wieder aus dem Wasser herausgeholt werden. Er wurde vorsichtshalber nach der Klinik verbracht. ** Verkehrsunfall im Riegelpfad. Am heutigen Dienstag früh ereignete sich im Riegelpfad ein Verkehrsunfall. In der entert Straße wollte ein Autofahrer mit seinem Wagen einen Radfahrer überholen. Dabei geriet der Kraftfahrer zu nahe an den Bürgersteig heran, der Wagen streifte einen Fußgänger und riß ihn um. Der bedauernswerte Mann mußte mit einer Gehirnerschütterung und einer Verletzung des Unterkiefers von der Sanitätsbereitschaft Gießen der Klinik zugeführt werden. Frankfurt a. M., 26. Juli. (Dorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Dorauftrieb: 831 Kälber, 81 Hänunel, 39 Schafe 3875 Schweine. L- kosteten: Kälber 35 bis 65 Mark, Hammel 35 bis 50^ Schafe 26 bis 42, Schweine 53 bis 60 Mark. Marktoerlauf: Kälber und Schweine zugeteilt, flam* Ehrenformation zum Empfang des Befehlshabers ter Faschistischen Miliz, Exzellenz Russo, zu [retten. Wir nähmen zu beiden Seiten der Straße rom Landungssteg dis zum Marine-Ehrenmal, die ter General mit dem Stabschef der SA., Lutze, Kassierte, Aufstellung. Rach der Landung spielte der Nusikzug einen Marsch, und der General schritt die ;ront der Ehrenformation ab. Er sprach sich lodend der den Musikzug und die Aufstellung der Marine- 03. aus. Am Ehrenmal legte er einen riesigen Lichen kränz nieder. Nachmittags gings zum Hafen, 3D die Gießener Marine-HI. unter Leitung des ?9efolgschaftsführers E m r i ch einen Kutter zum Segeln auftakelte... Nach dem Dienst schielten wir .nfer Abendessen, und zwar hatte unser „Smutje" Nilchreis mit Dörrobst gekocht. Nach der anschließenden Flaggenparade um 20 Uhr fand zur größten Zreude aller ein bunter Lagerabend statt. Es wurden lustige Vorträge, Witze und Lieder zu Gehör gebracht. Sogar unser Lagerleiter, Gefolgschaftsführer Ruppel und unser Gefolgschaftsführer E m - ri ch beteiligten sich, sie erzählten uns aus ihrer Schiffsjungenzeit. Mit der größten Befriedigung ging es zur Nachtruhe in die Kojen. ingoott vorbei unb it aufgehoben er. Rückfahrt über iltal mit dem Bedas Dritte Reich ; fein werden. Der Renten markt lag weiterhin sehr still, ■ ~' Nachfrage. Reichsbahn- rktpreise. n heutigen Wochen- butter, y, kg, 1J52 60 Mark, Matte 20 ,5 9, Eier, deutsche, isse B 12, Klasse C : 12, Enteneier M LIO bis 1,15 Mark, art, Wirsing, grün, ottraut 17 bis 20, 2, V) kg 15 bis 18 RömWchld»^ 25, WtxvlSbb , Mndel 10 bis 12, üs 15, Pilze 45 to M., 50 kg 3Z bis Hart, 5 kg 60 bis 65 i bis 60, Himbeeren i 50, Heidelbeeren I Johannisbeeren« )'hl, das Stück, 10 bis t 20 bis 50, Einmch 510, Radieschen,!»-; Der Dienst im Marine-HI.-Lager Laboe besteht aus Sport, Signaldienst, Morsen, Seemannschaft and Rudern. Die ersten beiden Tage brachten chönes Wetter, und es gab schon verschiedene Sonnenbrände. Die Bilanz dieser größten deutschen Zigarren- und Tabakfabrik zeigt bei 3,0 (3,0) Grundkapital die i. V. schon auf 7,77 erhöhten Rücklagen, neu Steuerrückstellungen von 0,6 und ein Stiftungskonto von 2,216 (1,201) Mitt. Mark. Die Verbind- lichkeiten betragen 4,24 (4,15), hierunter Waren- schulden wieder 2,91 und solche aus Zöllen und Steuern 1,33 (1,24) Mill. Mark. Gegenüber stellt sich das Umlaufsvermögen auf 13,13 (13,64) Mill. Mark, hierunter Vorräte 3,38 (3,22), Außenstände 3,24 (4,75), Konzernforderungen 3,73 (4,06), Wertpapiere 1,04 (0,06), eigene Aktien 0,6 (0,0) und flüssige Mittel 0,70 (0,92) Mill. Mark. Die Anlagen sind auf 1,81 (1,46) Mill. Mark erhöht, wobei Maschinen, Geräte usw. wieder nur mit einem Merk- posten verbucht sind. Das Beteiligungskonto wuchs " 1,98 (1,62) Mill. Mark an. hie achmAch Un SPP“* nicht «eit «" * nach Pause mit 111,75 (111). Di wayrte eine freundliche Tendenz, „ , , es aber nicht. Farben-Bonds wurden 0,13 v. H. er« mäßigt auf 121,90, im Freiverkehr galten Kommu» nal-Umschuldung unverändert 94,75. 1 otr, no* !s Siths' '! 'den Ji Wt { ’s A y I pfefe »i WlShb?« teits w ' °er *;'te W rteinbn.L. . I Rhein-Mainifche Börse. Mittagsbörse still und uneinheitlich. Frankfurt a. M., 25. Juli. An der Börse dauerte die sommerliche Stille an. Der Auftragseingang war zum Wochenbeginn noch kleiner als sonst und bestimmte die Kursentwicklung am Aktienmarkt vielfach .zufällig. Der Grundton blieb weiterhin freundlich, zumal Abgaben kaum erfolgten. Die Kursentwicklung war uneinheitlich, wobei die Veränderungen aber pur Prozentbruchteile ausmachten. Einiges Kaufintereffe bestand vom Berliner Platz für IG. Farben, die auf 151,75 bis 152,50 (151,50) anzogen. Mäßige Erhöhungen bis 0,50 0. H. zeigten u. a. Zement Heidelberg mit 152, Bemberg mit 132, AG. für Verkehr mit 122,75 unb verschiedene Elektropapiere. Montanwerte konnten sich hingegen nur knapp behaupten, Hoesch, Mannesmann und Verein. Stahl bröckelten bis 0 25 v. H. ab, Rheinstahl etwas mehr auf 141,90 (143,25) und Ilse Genuß auf 133,50 (135). Auch Maschinenwerte gingen bis 0,50 v. H. zurück, eben- so Westdeutsche Kaufhof, und Zellstoff Waldhof verloren 1,40 v. H. auf 140,65. Sehnlichst erwartete die Lagerbesatzung den Sonntag, an dem ihr der versprochene Landurlaub ^gewährt werden sollte. Es herrschte schon am Mor- ;n, trotz des Regens in der Nacht, reges Leben. „t65 zeigte sich vor allem beim Handballspiel und IP beim Winken. Auch der Musikzug der Frankfurter Landkreis Gießen. ÄKlein-Linden, 25. Juli. Von schönem begünstigt, hielt der Schützenklub R 0 - «a n d an den letzten Sonntagen auf seinen Schieß- * Qm Bergwald ein Kleinkaliberpreisschießen । • Um einem Wunsch der älteren Schützen nachzu- wurde stehend aufgelegt auf die Zwölfer- 'Majetbe geschossen. Jedem Schützen wurden be- « .9 viel Serien von je drei Schuß zugestanden. mS aÄror^cn^'^ guter Beteiligung wurden sehr 1,1 le Resultate erzielt. Den ersten Preis, eine ver- Mein W ! MMS J“ I Oie Wettfahrt mit dem Tode bezahlt. LPD. Erbach i. O., 25. Juli. In der Nacht zum Montag wollte ein Motorradfahrer unweit Höchst i. £)., obwohl dort die Straße leicht gekrümmt ist und vom Regen naß war und obendrein ein Auto parkte, einen anderen Motorrad» fährer überholen. In schneller Fahrt streifte er dabei das zu überholende Motorrad. Der Fahrer und feine auf dem Sozius mitfahrende Frau flogen kopfüber auf die Straße. Der Fahrer erlitt einen Genickbruch und war auf der Stelle tot, seine Frau trug schwere Verletzungen davon. von einem Arbeitskameraden versehentlich m i t einer Hacke am Hinterkopf getroffen. Mit einer klaffenden Wunde mußte der Bedauerns- werte Mann die Klinik in Gießen aufsuchen. <5p Beuern, 25. Juli. Die Leiterin des hiesigen NSV. - Kindergartens, Fräulein Strube, veranstaltete mit den Kindern am gestrigen Sonntag anläßlich der Kirmes eine fröhliche Feier. Geschmückt zogen die Kinder mit einem kleinen Festwagen durch das Dorf zum Adolf-Hiller-Platz, wo sie fröhliche Lieder fangen und hübsche Reigen aufführten. Viele Volksgenossen wohnten mit starkem Interesse der Veranstaltung bei und dankten der Kindergartenleiterin, Fräulein Strube, und den Kindern mit lebhaftem Beifall. Die Einrichtung des NSV.-Kin- dergarten hat bei allen Volksgenossen unseres Dorfes lebhaften Anklang gefunden. ch Lauter, 24. Juli. Am Samstag vollendete im Kreise seiner Angehörigen in körperlicher und geistiger Frische unser Mitbürger Heinrich W i e ß - n e r I. sein 78. Lebensjahr. An demselben Tage konnte der Mitbürger Wagnermeister Karl R e i d t im Kreise seiner drei Kinder (eine Tochter ist bereits verstorben), seiner acht Enkel und zwei Urenkel sein 8 4. Wiegenfest feiern. Seine Ehefrau ist dieses Frühjahr im 82. Lebensjahr verstorben. Herr Reidt ist noch sehr rüstig und arbeitet noch in der Werkstatt. — Durch das anhaltende gute Wetter der letzten Tage reift die Ernte heran. Die Wintergerste ist eingefahren. Mit dem Schnitt der Sommergerste ist begonnen worden. Vereinzelt wird schon Korn geschnitten. — Einige Landwirte unseres Dorfes haben sich zu einer Gemeinschaft zusammengeschlossen und einen Lanz-Bulldogg an« geschafft, der vergangene Woche hier eintraf. Gleichzeitig trafen damit einige Maschinen ein, durch die in der bevorstehenden Ernte der Mangel an landwirtschaftlichen Arbeitskräften ausgeglichen wird. > Obbornhofen, 25. Juli. Unsere erste Schulklasse weilte in der vergangenen Woche in dem Landschulheim Reichenbach (Odenwald). Den Kindern hat es dort sehr gut gefallen. — Der hiesige Obstbauverein machte am Sonntag einen Rundgang durch die Obstbaumanlagen unserer Gemeinde, an dem sich auch zahlreiche Nichtmitglieder beteiligten. Auf dem Besichtigungsgang wurde den Interessenten Rat und Aufklärung erteilt. * Utphe, 24. Juli. Beim Futterholen stürzte heute morgen die 45 Jahre alte Witwe Elisabeth Storck in der Scheune ab. Die bedauernswerte Frau mußte mit schweren Verletzungen der Wirbelsäule nach Gießen in die Klinik gebracht werden. Auto rast gegen einen Baum. LPD. Offenbach a. M., 25. Juli. Auf der Landstraße zwischen Dudenhofen und Babenhausen rannte in der vergangenen Nacht das Auto des Arztes Dr. Weinholz aus Dudenhofen gegen einen Baum. Dr. Weinholz, der am Steuer faß, wurde dabei so schwer verletzt, daß er auf der Stelle tot war. iem Tage besuchte uns auch unser Gebietsführer. $r besichtigte das Laaer, nahm Einsicht in den Dienstplan und hielt eine kurze Ansprache. Gegen 12.30 Uhr gab es Mittagessen, Fleisch mit Sauce and Kartoffeln. Nach dem Essen ertönte der Pfiff '„Beurlaubte klarmachen!". Dann folgte die Einleitung der einzelnen Ausgehgruppen durch den Lagerleiter. Ein Teil der Lagerbesatzung fuhr nach kiel, die anderen gingen nach Laboe. So wurde her Uffaub in großem Maße ausgenutzt. Das 'Marine-Ehrenmal und der Ort Laboe wurden ein- gchend besichtigt. Am Strande herrschte reges Leben und Treiben, das durch das Strandkonzert noch ver- stärkt wurde. So gingen die Stunden, die im Urlaub lewährt waren, schnell dahin. Nach dem Abend- issen ertönte das gewohnte Signal „Ruh im Schiff". Am 18. Juli wurde uns die Ehre zuteil, die 1 heutigen D'eM hendnch WA tiger und körperlicher Wie schon berichtet, wechselt der Dienst mit Bootsdienst, Unterricht, Ordnungsübungen, Winken, Morsen usw. Am 19. Juli wurden wir dazu kommandiert, die Riemen für drei Ruderbvote in Kiel zu holen. Der 18 Kilometer lange Weg war für uns beschwerlich zu rudern, denn die See war bewegt und dies waren andere Wetten, als wir sie auf der Lahn gewöhnt waren. Jedenfalls kamen wir aber wieder gut zurück. Zum Mittagessen gab es den berühmten Marine-Götter--„Fraß" Labskaus. Täglich sahen wir zu, wie Panzer- und Schlachtschiffe, Kleine Kreuzer, Schnellboote und U-Boote den Hafen passierten. Am 20. Juli dursten wir das Panzerschiff „Deutschland", das bei Strande lag, besichtigen. Wir ruderten mit den Booten hin und mußten über die Backspier an Bord gehen. Dieses ungewohnte An-Bord-Gehen machte uns sehr viel Spaß, aber es gab auch auf der anderen Seite über das ungeschickte An-Bord-Gehen viel Gelächter. Am 22. Juli hörten mir morgens, daß der Führer auf der „Gneisenau" fei. Wir fuhren sofort mit den Booten an die „Gneisenau" heran unb hatten das Glück, daß wir aus allernächster Nähe beim Jn-die-See-Gehen ihn begrüßen konnten. Nachmittags besuchten wir den gegenüberliegenden Strand. Dort hatte die NSV. Kiel wahrend der Ferien eine Kinder-Erholungsstätte in einem Zeltlager errichtet. Am 23. Juli besichtigten wir unter Führung unseres Gefolgschaftsführers E m r i ch die Schleusenanlage im Kaiser-Wilhelm-K anal, die U - Boots- flottille „Weddigen", die Wyker Kasernen, das Modell- Segelschiff „Königin Luise", den zur Olympiade neu geschaffenen Hinoenburgwall und das Segelschulschiff „Albert Leo Schlageter". Wir sammelten viele neue Eindrücke und werden das Gesehene nie vergessen. Abends hatten wir einen Volksgemeinschasts- abend. Die Bevölkerung war hierzu eingeladen. Diese war der Einladung zcchlreich gefolgt. Rinn & Cloos AG., Heuchelheim. Fwd. Bei der Zigarrenfabrik Rinn & Cloos AG., Heuchelheim, hielt sich im Geschäftsjahr 1937 der Umsatz der Kontingentierung durch Ausnutzung aller gegebenen Ausweichmöglichkeiten in der Fabrikation auf der bisherigen Höhe. Die Unkosten zeigen sowohl bezüglich der Personalaufwendungen, altz besonders der steuerlichen Leistungen eine Erhöhung. Die Beteiligungen haben wiederum einen Zuwachs zu verzeichnen, der auf eine Umwandlung der entsprechend ermäßigten Forderungen an abhängige Gesellschaften (z. B. bei der F. und M. Liebhold AG., Heidelberg, worüber jüngst berichtet wurde), zurückzuführen ist. Die Außenstände haben sich infolge Besserung der Zahlungsweise bei der Kundschaft ermäßigt, der Wertpapierbestand ist ge- stiegen, weil infolge der Unmöglichkeit größerer Roystoffeinkäufe die flüssigen Mittel anderweitig angelegt werden mußten. Der Erwerb von nom. 600 000 eigener Aktien erfolgte im Rahmen einer Auseinandersetzung der Familiengesellschast. Die neugegliederte Erfolgsrechnung zeigt einen Jahresertrag von 5,39 Mill. Mark (6,45 bei gleichzeitig 1,53 übrige Aufwendungen). Personalaufwendungen beanspruchten 3,93 (3,75), für Löhne unb Gehälter, 0,38 (0,33) für soziale Abgaben, Steuern 0,93 (0,38 Besitzsteuern). Nach Abschreibungen von 0.16 (0,044) verbleiben einschl. Vortrag 102 666 Mark Reingewinn, der oorgetragen wird, während i. V. 600 000 zur Bildung einer Steuerrücklage verwen- det wurden. Verkehrsknotenpunkt Oppenrod. $ Oppenrod (Kreis Gießen), 25. Juli. Unser früher so stilles Dörfchen, einstmals cribjeits von der großen Derkehrsstrstaße gelegen, hat feit einigen Monaten einen g e - Haiti g e n Verkehr aufzuweisen. Tag und Nacht fahren Kraftfahrzeuge jeglicher Art durch j nfer Dorf, um über die Auffahrt st elle zur lieichsautobahn zu gelangen und dort ihre Ifahrt fortzusetzen. Die Durchfahrt durch das Dors H mit einigen Schwierigkeiten verbunden, denn die Hauptstraße mißt an einer Stelle, und zwar an kn er Kurve, nur vier Meter in der Breite. Urere Einwohner haben sich schnell an den Verkehr gesöhnt und sehen am Sonntag und nach Feierabend iem regen Treiben auf der Dorfstraße zu. Die durch unsere Gemarkung führende Kleinbahn, auf der der Sand von Annerod zu den Baustellen der Reichsautobahn befördert wurde, ist ior einiger Zeit abgebrochen morden. Die von dem tzcihnchen durchschnittenen Wiesen und Aecker mur- len mied er instandgesetzt und die Eigentümer entschädigt. Die großen Ueberbrücfungen der Reichs- inttobahn über die Wieseck, die Eisenbahn und die Bandstraßen, die zur Zeit oorgenommen roerden, beten an Sonntagen viele Zuschauer an, die die gewaltigen Baumerke voller Staunen betrachten. Störche zur Abreise bereit? $rantfutfer Getreidebörse. Frankfurt a. M., 25. Juli. Es notierten (Ge» kreide je Tonne, alles übrige je 100 kg) in RM.: Weizen W9 193, WH 195, W 12 196, W 13 197, W16 200, W18 202, W19 204, W 20 206; Roggen RH 179, R12 180, R14 182, R15 183, R16 185, R17 186, R18 187, R19 189 Großhandels« preise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste, Futterhafer nicht notiert. Weizenmehl, Type 812, W13 29,10, W16 29,20, W18 —, W 19 29,20, W 20 29,55; Roggenmehl, Type 997, R12 22,45, R15 22,80, R16 22,95, R18 23,30, R19 23,50 plus 0,50 RM. Fracht-Ausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W 13 10,75, W 16 10,90, W18 11,00, W19 11,10, W20 11,20; Rog- gentleie R12 9,95, R15 10,15, R16 10,25, R18 10,40, R19 10,50 Mühlenfestpreise ab, Mühlen- station. Treber nicht notiert, Wiesenheu mit V» Besatz 5,40, Wiesenheu mit V10 Besatz 6,40, Wiesenheu, drahtgepreßt, bis 0,40 RM. Aufschlag, Erzeuger- Höchstpreis ab Erzeugerverladestation. Weizen« und Roggenstroh nicht notiert. Frankfurter Schlachtviehmarkt. fütterte Plakette mit hem Bildnis des ^Führers, errang mit 36 Ringen Heinrich Wetter II. (Klein- Linden). Weitere Preise errangen drei Schützen mit ebenfalls je 36 Ringen, fünf Schützen mit je 35 Ringen, einige weitere Schützen mit 34 ttzw. 33 Ringen. 5 Steinbach, 25. Juli. Arn 23. Juli konnte Frau Anna Katharine Haas, geb. Krämer, Ehefrau des Philipp Haas V., Drehermeisters, ihren 7 3. Geburtstag in guter Gesundheit feiern. Frau Haas hilft noch bei allen landmirtschaftlichen Arbeiten mit. Am 24. Juli feierte Frau Marie Katharine Haas, geb. Gerhard, Witwe des Heinrich Haas VI., einer Schwägerin der erstgenannten, ebenfalls ihren 73. Geburtstag bei erträglichem Gesundheitszustand. * Burckhardsf eld en, 23. Juli. Der Maurer Otto Koch von hier trat vor einigen Tagen in einen rostigen Nagel unb zog sich dadurch eine kleine Wunde zu, die er anfangs nicht weiter beachtete. Nunmehr stellten sich Anzeichen einer ftarkenJnfektio n ein, so daß durch diese Verschlimmerung die Ueberführung des Mannes in die Chirurgische Klinik in Gießen notwendig wurde. # Älten-Buseck, 24. Juli. Der Arbeiter Heinrich Wagenbach von hier konnte am Samstag auf eine 2 5jährige Tätigkeit in den Didier-Werken in Mainzlar zurückblicken. Aus diesem Anlaß bereiteten der Betriebsführer und die Betriebsgefolgschaft dem Jubilar eine herzliche Ehrung. Der Betriebsführer, Direktor Schroth, und der Bet'riebsobmann Ernst Schlapp, forme Arbeitskamerad August Kern brachten die Glückwünsche der Arbeitskameraden zum Ausdruck. wg. Großen-Buseck, 25. Juli. In der 60. Generalversammlung der hiesigen Spar - und L e i h k a s s e, die unter Leitung des Aufsichtsratsvorsitzenden Karl Bonarius im Gasthaus „Zum Busecker Tal" stattfand, wurde den Mitgliedern durch den Versammlungsleiter zunächst der Geschäftsbericht des Aufsichtsrats erstattet, aus dem heroorging, daß die Kaffe auch im Derflojlenen Jahre gute Fortschritte gemacht hat. Rechner Roll erstattete sodann den Geschäftsbericht des Vorstandes. Daraus ist u. a. zu berichten: Im abgelaufenen Geschäftsjahr war der Umsatz um rund eine halbe Million höher als im Vorjahre. An Spareinlagen wurden 404 205 Mark eingezahlt, gegenüber dem Vorjahr 25 000 Mark mehr. Der Klemsparoerkehr und die Schulsparkasse brachten im Geschäftsiahr 16 848 Mark neue Spareinlagen. 102 neue Sparbücher wurden ausgegeben. Die eingezahlten Geschäftsguthaben der Mitglieder beliefen sich auf 53 267 Mark. Ausgeliehen hat die Kasse insgesamt 470 463 Mark. Der Stand der flüssigen Mittel ist aut, so daß die Kasse allen Anforderungen gerecht werden kann. Dom Reingewinn soll die Hälfte Dem Reservefonds, die andere Hälfte der Betriebsruck- lage zuaeschrieben werden. Vorstand und Auffichts- rat wurde Entlastung erteilt. Bei den Ersatzwahlen wurde das aus dem Vorstand satzungsgemäß aus- scheidende Mitglied Wilhelm Schmidt X. wieder- qewählt, bei der Wahl zum Aufsichtsrat wurde der ausscheidende Wilhelm Schmidt II. wiederaewahlt und als Nachfolger von Heinrich Scheid V. Heinrich Volk II. berufen. Ferner mürbe beschloßen, die bis jetzt noch zur Kasse gehörigen jüdischen Mitglieder zum Austritt aus der Kasse aufzufordern. Ortsgruppenleiter H 0 f sprach noch kurz über die günstige Entwicklung der Genossenschaften im Dritten Reich. Nach der geschäftlichen Sitzung fand ein kameradschaftlich frohes Beisammensein statt. * Beuern 24. Juli. Bei Erdarbeiten wurde der 26 Jahre alle Arbetter Karl Kehr von hier Nach dem etwas schwankenden unb unsicheren Mittagsverlauf herrschte an der Abendbörse äußerste Zurückhaltung, zumal Anregungen von außen her völlig fehlten. Bei schr kleinen Umsätzen war die Kursentwicklung weiterhin etwas unregelmäßig, es überwogen kleine Ermäßigungen. Auf einzelnen Märkten lag etwas Angebot vor. Zu etwa 0,25 dis 0,75 v. H. erniedrigten Kursen beftanb eher etwas Interesse. Stärker zurückgenommen wurden von Maschinenaktien MAN. auf 126 (127,50), Jung- hans und Rheinmetall bröckelten je 0,50 v. H. ab auf 111,75 bzw. 129,25, während Adler mit 110,50, BMW. mit 144,50 behauptet blieben und Demag 0,25 v. H. höher gefragt waren mit 141,50. Don Montanwerten gingen Deutsche Erdöl auf 127 (127,75), Mannesmann auf 109,25 (109,75), Rheinstahl auf 142 (142,25) unb Verein. Stahl auf 104,50 (104,65) zurück. In der chemischen Gruppe lagen IG. Farben 0,25 v. H. schwächer mit 151,50, Bemberg unverändert 132. Don Elektrowerten fielen AEG. auf 113,25 (114), Gesfürel auf 134 (134,50) und Betula auf 152 (152,-50), Licht & Kraft mit 136 und Schuckert mit 165 blieben unverändert. Bauwerte waren etwas hoher gefragt, Holzmann mit 148,75 (148,50) und Berger mit 146 (145,50). Am Einheitsmarkt notierten Großbankwerte unver« ändert, von Jndustriepapieren Seilinduftrie Wolff " ...... Der Rentenmarkt be- munal - Umschulung im Frewertehr unverändert 94,75. Für Stadtanleihen bestand allenthalben kleine Nachfrage, die Kurse zogen 0,13 bis 0,25 v. H. an. Im gleichen Ausmaß erhöht waren verschiedene ßiquibatiDnspfanbbrtefe. Industrie - Obligationen, Goldpfarckibriefe und Staatspapiere lagen ruhig. Im Freiverkehr würben bei ruhiaen Umsätzen genannt: Dingler mit 90 (90,50), Rastatter Waggon mit 51,50 (52), Elsäss. Wolle mit 85 (84,25), Fränk. Schuh mit 73,50 (74), FMW. mit 160 (161). Tagesgeld unverändert 2,50 v. H. Mbenbbörfe sehr still. L Großen-Linben, 25.Juli. Ein eigen- nrtiges Schauspiel bot sich gestern in den Dormit- iaQsftungen den Bewohnern von Großen-Linben imnb der Nachbarorte. Ein Schwarm von 2 2 -Storchen kreiste längere Zeit zwischen hier unb Hörnsheim. Dabei hielten sich die Bogel lange an »er gleichen Stelle und flogen, von der Frühsonne , 10l. »rachtvoll beschienen, umeinander, manchmal in be- :J«i| rechtlicher Hohe, bann wieder tief heruntergehend. 1 3 Wem Anschein nach hatte man es hier mit einem < J ker Sammelslüge zu tun, wie sie dem Wegzug der * ow. - 7. tlCii Störche vorauszugehen pflegen. Da die Zahl der 7flnn eM c jL rtordjnefter sehr zurückgegangen ist, kann man sich j senken, aus welch großem Bezirk dieser statlliche "chwarm stammen muß. I Klein-Linden, 25. Juli. Am Sonntag ^rz vor 21 Uhr flogen a ch t junge S t 0 r ch e in 1-?r Richtung West-Ost in ganz geringer Hohe über unser Dorf. Sie ließen sich auf einem Hause jen- eits der Main-Weser-Bahn nieder, wurden aber jird) bas Gebell eines Hundes scheu und flogen ön wenig weiter, der Hochspannungsleitung zu'. Durch Kurzschluß wurde -ein Tier g e- ö t et unb blieb in den Drähten hängen. Es wurde um Montag durch Beauftragte des Städtischen Elektrizitätswerks aus der Leitung entfernt. Ein weiteres Tier stürzte mit beschädigten Flügeln zur -rde nieder unb würbe von einem Einwohner ein» "fangen. Die übrigen Tiere flogen getrennt weiter, »us eingefangene Tier würbe am Montag, nachdem 2 sich einigermaßen erholt hatte, an die Deterinär- u>nik in Gießen abgeliefert. Frische ihren 87. Geburtstag. Der Jubilarin unfetn herzlichen Glückwunsch! ** Verkehrssünber. Die Polizei schritt in Der Zett vom 15. bis 21. Juli ein: gegen Kraftfahrer mit 3 Anzeigen und ,6 Verwarnungen unb Belehrungen; gegen Radfahrer mit 1 Anzeige und 19 Verwarnungen unb Belehrungen; gegen Fußgänger mit 2 Verwarnungen und Belehrungen. ** In die Lahn gesprungen. Am gestrigen Montag gegen Abend sprang ein Mann von auswärts, der sich bereits längere Zeit am Lahn- ufer in der Nähe der Einmündung der Wieseck in Ke Lahn aufgehalten hatte, plötzlich in den Fluß. Da der Mann von Schrebergärtnern beobachtet wor- Drei Personen geföfef, ein Junge schwer verletzt. LPD. Oppenheim a. Rh., 25. Juli. Ein furchtbares Autounglück, das drei Personen das Leden kostete, ereignete sich am Sonntagmorgen gegen 8.30 Uhr in Nierstein. Ein aus Richtung Mainz kommender Personenwagen mit vier Insassen — Vater, Mutter, Tochter unb Sohn — aus Neck er« steinach, fuhr auf einen aus Oppenheim kommen, den Lastwagen auf. Der Personenwagen wurde von der Tochter gesteuert, die anscheinend beim Herannahen des Lastzuges den Kopf verlor. Durch den Anprall wurde der Personenwagen herumgeworfen. so daß beide Wagen in der gleichen Richtung standen. Der Zusammenstoß.war so heftig, daß die beiden vorn im Auto sitzenden Personen — Vater unb Tochter — sofort getätet wurden. Hinten im Wagen saßen Mutter und Sohn, die beide schwerverletzt in ein Mainzer Krankenhaus gebracht wurden, wo die Mutter im Laufe der Nacht starb. Der 14jährige Junge schwebt in Lebensgefahr. Rundfunkprogramm Mittwoch. 27. Juli. 5 Uhr: Frühmusik. 5.45: Ruf ins Land. 6: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Merkpau^e. 9.30: Gaunachrichten. 9.40: Kleine Ratschläge für Küche unb Haus. 11.45: Volk unb Wirtschaft. Leicht- sinn, der Millionen kostet. 12: Mittagskonzert. 12.40; Deutsches Turn- unb Sportfest Breslau 1938. Rückblick auf bie Vormittagskämpfe. 13: Nach- richten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Das Stünbchen nach Tisch... 15: Bilderbuch der Woche. 15.15: Der Künstler kommt zum Arbeiter. 16: Deutsches Turn- unb Sportfest Breslau 1938. Eröffnungskundgebung in der Schle- fierkarnpfbahn zu Breslau. 18: Fliegendes Deutschland. 18.15: Der fröhliche Lautsprecher. 19: Tag der Jugend. Ein Rückblick auf den ersten Hauptfesttag. 20: Nachrichten. 20.15: Blasmusik. 21: Ruck-Zuck — Frisch aus dem Druck. Allerneueste Unterhaltungsmusik. 22: Nachrichten. -1 ■SÄ5-;. #7, an, PJL M ftni, £ äs* 45 ier pt|nna^ dem •ÄH _ °"bms, uns, bie M Mugelranb qe, I echen mit einii?»,, uH bet—_____________, - , v ~ . nb braunaehmS K MHI. trug viel zur guten Stimmung bei. An die» tfyngfl c?1}™ HE imh Trtnö Aofitrfttp 1IN« mifh unser fflebietsfübrer. 5JQufe will! M « h°t den! ’Q;> 8est°chen,I p° h°t es in Orb* I E^^cht schlimm, Haben sie einen u2rt- von dem sie °ben sie in Betten Essen bekommen . Gacker war, wie rachen, die es bei P'mpf nicht ver/ js, nom Hof kom. Itttch vorbei. Nach •: Die Milch kocht Wing anrichrn." nlerm Pimpf, den Pudding zieht. Er och nach Erbach e Frage noch, war bann fahren wir, NkKlau 1938 ZeuWN Mm- imö Zporlfest an. Aber die im von der stolz stimmt. Die Hermann-Göring-Kampsbahn in Breslau. Im Vordergrund der Ehrenraum, dahinter die neue Turnhalle, links, da? Sportstadion. = (Scherl-W.) in in in in (DKW.) siegte im Rennen mit einem Durchschnitt von Breslau: Mittelrhein — Pommern, Breslau: Westfalen — Nordmark, Brieg: Bayern — Niederrhein, Münsterberg: Sachsen — Ostpreußen. NSG. Obersten gend soll wehrhaft und stark werden, und jeder, der in diesem Sinne Leibesübungen pflegen will, ist dem Reichsbund willkommener^ Helfer in seinem Bemühen. Der Führungsanspruch gehört immer diesem Bund, denn die Richtlinien für die grämte deutsche Leibeserziehung werden hier einheitlich und klar gegeben. Nach diesen Richtlinien wird dann in einem SA.-Sturm genau so pflichtbewußt wehrsportlich gearbeitet, wie in einer Betriebsgemein- schaft Ausgleichssport getrieben wird. In Breslau zieht die Jugend singend durch die Stadt. Noch spät abends hallt der Gleichschritt untergehakter Jungen und Mädel von der Straße herauf zum Fenster, und das frohe Lachen dieser Jugend, das über dem weiten, wunderschönen Her. mann-Göring-Stadion draußen hinter dem Scheit. Niger Park und dem idyllischen Vorort Airnpel er- schallt, klingt auch aus den stillsten und verträumten Winkeln dieser alten deutschen Stadt von den Wanden wider. Frohes Lachen und heiterer Stolz, das sind die Merkmale zu Beginn der Festtage. Sie werden das Charakteristische der ganzen Woche in Breslau blei, ben, und wenn in den kommenden Jahren die deutsche Jugend auf ihren Sportplätzen im Reich, in Südamerika, in Afrika und in Asien auf den Breslauer Grundlagen leibeserzieherische Arbeit vollbringt, dann wird dieses ernste Tun für deutsche Jugend beschwingt sein von dem Frohsinn, der den letzten Julitagen des Jahres 1938 in Breslau cnese eigene, so zauberhaft schöne Note gegeben hat. der 250er-Maschinen 95,4 Kilometer, und der 175er-Klasse mit mehrkämpfen, Mannschaftsleistungsschießen, Mayn-' schaftspistolenschießen und Pistoleneinzelschießen wurden hervorragende Leistungen erzielt. Zu den Kämpfen hatten 21 Gruppen aus dem Reich ihre besten Mannschaften entsandt. Die SA.-Gruppe Hessen hat bei den Reichsschießmeisterschaften gut abgeschnitten. Die beiden zweiten Plätze im Pistolenschießen (in der Einzel- und in der Mannschaftswertung) sind sogar als hervorragend zu bezeichnen, wenn man berücksichtigt, daß eine Reche von Schützen aus der deutschen Nationalmannschaft mitkämpften. In Anbetracht der Tatsache, daß besonders die SA.-Führer durch ihren sonstigen Dienst nur sehr wenig trainieren konnten, besteht kein Zweifel darüber, daß die von den Männern der Gruppe Hessen in Zella-Mehlis gezeigten Leistungen für die Zukunft noch große Erfolge erhoffen lassen. Ergebnisse: Mannschaftsleistungsschießen. Bayerische Ostmark 1936 Ringe, Sachsen 1923, Hochland Kilometer in der Nähe von Jüterbog. Kurt Schmidt (Donaueschingen) von der NSFK.. Gruppe Baden gelangte mit 241 Kilometer nach Wittenberg, und Boy (NSFK.-Gruppe Hannover) setzte nach 235 Kilometer im Kreise Torgau an der Elbe auf. Weitere gute Leistungen vollbrachten ; Kraft (Stuttgart), der 165 Kilometer nach Lützen» j darf (Thüringen) flog, F l i n s ch (Darmstadt), der U mit 148 Kilometer Sangerhausen erreichte, und I Tre uter (Jena) der nach 50 Kilometer bei Laucha - landete. „ . __ Eine willkommene Abwechslung tm Programm brachte der Besuch des deutschen Kunstflugmeisters Falderbaum, der nach einer Besichtigung des Segelfliegerlckgers Proben seiner Kunst zeigte. Auch sudetendeutsche Turner in Breslau eingetroffen. Nach den Siebenbürger Sachsen und den Banater Schwaben sind jetzt auch die Vorführmannschaften des Deutschen Turnverbandes der Sudetendeutschen in Breslau versammelt. Mit zwei eigenen Musikkapellen und einer von 33 Fahnen des Deutschen Turnverbandes gebildeten Spitzengruppe marschierten die Gäste, überall von der Bevölkerung freudig begrüßt, in die Stadt ein. Auf dem Schloßplatz entbot ihnen für den Reichsbund für Leibesübungen Gaudietwort Schmitz den Willkommensgruß und versicherte den Kameraden aus dem Sudetenland die unverbrüchliche Kameradschaft und Treue aller deutschen Turner und des ganzen deutschen Volkes. Nach seiner Ansprache sangen die sudetendeutschen Gäste das Lied „Aufhebt unsere Fahnen." Die Fußball-Trostrunde. Am Dienstag wird beim Breslauer Fußballturnier neben der Zwischenrunde (Südwest Baden, Brandenburg — Niedersachsen, Ostmark gegen Schlesien und Württemberg — Mitte, alle in Breslau!) auch die Trostrunde gestartet, an der die Unterlegenen der Vorunde beteiligt sind. Der Spielplan für die Trostspiele lautet wie folgt: 1890, Südwest 1887, Ostland 1876, Hessen 1872, Niederrhein 1860, Mitte 1859, Ostmark 1847 und Westfalen 1807 Ringe. Mannschaftsmehrkampf. Südwest 3440 Ringe, Franken 3433, Thüringen 3417, Kurpfalz 3394, Ostland 3363, Bayerische Ostmark 3355, Nord- see 3271, Berlin-Brandenburg 3262, Ostmark 3238 und Niederrhein 3228 Ringe. Mannschaftspistolenschießen. Franken 1892 Ringe, Hessen 1878, Thüringen 1807, Ost- mark 1778, Niederrhein 1766, Hochland 1756, Nordsee 1745, Südwest 1725, Westfalen 1719, Berlin- Brandenburg 1713 Ringe. Pistolen-Einzelschießen. SA.-Mann Martin (Niederrhein, 654 Ringe); Obersturmführer Werkhäuser (Hessen, 652); Oberscharführer Maurer (Südwest, 652) (auf den dritten Platz gesetzt wegen unvorschriftsmäßiger Pistolenschäftung); Standas tenführer Berndt (OSAF. 650), Scharführer Böhner (Franken, 441), Sturmführer Diefenbach (Ost- mark 640), Obertruppführer Gronemann (Franken, 639), Scharführer Müller (Westfalen, 632), Ober» truppführer Meyer (Hochland, 625), Sturmführer Weiß (Hessen, 623 Ringe). 4600 Meter Höhe erreicht. Zweiter Wettbewerbstag der „19. Rhön" Neuer Erfolg von W. Neumann. Am Sonntag startete der Gießener Fahrer W. Neumann bei dem reichsoffenen Straßenrennen „Bonn—Aachen—Bonn". Das Rennen, das durch die steilen Eifelberae und die drückende Hitze große Anforderungen an oie Fahrer stellte, ging über eine Strecke von 190 Kilometer. Schon nach 70 Kilometer Fahrt gelang es der ^.-Klasse, die aus 20 Mann bestand, die mit Vorgabe gestarteten 35 8-Klasse-Fahrer aufzuholen. Leider ereilte bei dieser Gelegenheit den Gießener ein Mißgeschick, da ihm ein 8-Klasse-Fahrer mit einem Pedal eine schwere Sehnenverletzung beibrachte. Trotz dieser Verletzung fuhr Neumann weiter, und es gelang ihm auch, kurz vor Aachen an einer großen Steigung zusammen mit Kropp (Aachen), Bro- nold (Chemnitz), Blum (Köln) und Seufert (Schweinfurt) dem übrigen Feld davonzuziehen. Diese Fünf-Mann-Spitzengruppe blieb dann auch über die restliche Strecke zusammen und lieferte sich einen erbitterten Endspurt. Hier siegte Kropp (Aachen) vor Bronold (Chemnitz), Blum (Köln), Neumann und Seufert (Schweinfurt). So gute Fahrer wie Müller (Wuppertal), der Sieger von Gießen, sowie Schellhorn (Schweinfurt) kamen erst mit der zweiten Gruppe ins Ziel. Dies war wiederum ein schöner Erfolg für den Gießener Radsport. Leider sind die Verletzungen, die sich Neumann zugezogen hat, schwerer Art, so daß er nach seiner Rückkehr das Krankenbett aufsuchen mußte. Hoffentlich ist Neumann bis zur Austragung der Deutschen Meisterschaft am Sonntag, 7. August, in Gießen wieder hergestellt, damit er die Farben unserer Stadt würdig vertreten kann. Heiterkeit und Frohsinn. Don unserem Sonderberichterstatter Dr.Stabenow. wechselnde Wetterlage brachte im Gebiet der Rhon und darüber hinaus nur äußerst schwache Segelflug-Möglichkeiten, so daß die Mehrzahl der Wettbewerbs-Teilnehmer trotz wiederholter Startversuche ohne besondere Streckenleistungen blieb. Um so höher sind die Spitzenleistungen des Tages zu bewerten. Bereits in der Mittagsstunde erreichte der Segelflugpilot Blech von der Luftwaffe in einem Höhenflug 4600 Meter über dem Meeresspiegel. Die Tagesbestleistung im Streckenflug, die am Vortage 275 Kilometer betrug, konnte am Montag um 5 Kilometer verbessert werden. Haase NSFK.-Gruppe Berlin landete nach 280 Reichsschießmeisierschasten der SA SA.-Gruppe Hessen erfolgreich. Petruschke (DKW.) war in einem Durchschnitt von 87 Kilometer erfolgreich. Am Montagabend traf auch der Führer der Sudetendeutschen Partei, Konrad Henlein, in der Stadt des Deutschen Turn- und Sportfestes ein. Bei seiner Ankunft wurde Henlein von einer Hundertschaft des Sudetendeutschen Turnverbandes, einer Hundertschaft Jungen, sowie Abordnungen der Mädelschaft und des Mädel-Landdienstes begrüßt, I die vor dem Hotel angetreten waren. Ruhiger zweiter Tag. Breslau hat feine Feuerprobe glänzend bestanden. Der erste Tag mit der Massenkundgebung auf dem Schloßplatz, dem großen Flugtag in Breslau- Gandau, dem HJ.-Gebietstreffen in der Schlesier- Kampfbahn, stand unter einem günstigen Stern. Herrliches Sommerwetter, ungewöhnlich starke Anteilnahme der Bevölkerung und nicht zuletzt eine gut eingespielte Organisation sorgten dafür, daß die Veranstalter den kommenden Großkampftagen mit Ruhe entgegensehen können. Es versteht sich, daß bei der riesigen Teilnehmerzahl, die einen Massen- einsatz der Turner und Sportler mit sich bringt, ein technischer Apparat von außergewöhnlicher Größe notwendig ist. Allein 5000 Kampfrichter sind für Breslau vorgesehen. Zu den zahlreichen Anlagen des Hermann-Göring-Sportfeldes werden noch Dutzende von Sportplätzen hinzugenommen, die ebenfalls ein geschultes, technisches Personal verlangen. Deshalb diente der zweite Tag einer letzten Überprüfung des technischen Apparats. Wettkampfleiter, Kampfrichter und die Männer der verschiedenen Fachämter fanden sich in Arbeitssitzungen zusammen, um nochmals den Einsatz für den Mittwoch, den eigentlichen Eröffnungstag, zu besprechen. Die Stadt Breslau steht weiterhin im Zeichen der Ankunft von Tausenden von Festteilnehmern aus allen Gauen des Reiches und dem Ausland. Der Zustrom der Besucher verstärkt sich, man möchte fast sagen von Stunde zu Stunde, und Breslau wird nicht müde, seine Gäste, die von den frühen Morgenstunden bis in die tiefe Nacht hinein eintreffen, mit der gleich großen Begeisterung wie am ersten Tag zu empfangen. Im übrigen sind für den zweiten Tag nur kulturelle Veranstaltungen vorgesehen. Das abendliche Festspiel „Ein Volk in Leibesübungen" von Guido von Mengden auf der Schlesier-Kampfbahn ist wiederum ausverkauft. Die einzige Sorge, die Breslau noch hatte, war das Wetter. Und auch da lauten die Vorhersagen günstig, so daß das schöne Sommerwetter noch für die nächsten Tage anhalten und dem großen Fest zu höchstem Glanze verhelfen wird. Die deutsche Turn- und Sportjugend hat Grund genug, voller Stolz dieses Hochfest deutscher Leibesübungen zu feiern, sie hat alle Veranlassung, mit frohen Liedern auf den Lippen durch die fahnengeschmückten Straßen der gastlichen Stadt zu ziehen. Ob sie aber a l l e sich daran erinnern, daß vor nunmehr 125 Jahren Ludwig Jahn und Friedrich Friesen Arm in Arm in Breslaus Straßen an der Spitze begeisterter Freiwilligen-Scharen Preußens Erhebung erlebten? Ob sich diese Jugend von Breslau, 25. Juli 1938. Die Feiertage der deutschen Leibesübungen haben begonnen! Breslau hat sein Festkleid angelegt und empfängt die deutschen Volksgenossen aus der ganzen Welt zum Deutschen Turn- und Sportfest 1938. In den Straßen der Innenstadt drängen sich die Menschen in dichten Scharen, frohgemut und mit hellen Augen ziehen sie durch die alte ehrwürdige Schweidnitzer Straße zum Remter, nach dem Schloß und zum Dom; man sieht es ihnen allen an, daß sie voller Stolz auf die deutschen Leibesübungen in bester Feststimmung in die Stadt des Gastgebers gekommen sind. Auf dem Bahnhof rollt ein Sonderzug nach dem anderen aus allen Himmelsrichtungen heran; mit vorbildlicher Pünktlichkeit und Schnelligkeit wird ein Verkehr reibungslos abgewickelt, wie ihn Schlesiens Hauptstadt bisher noch niemals gesehen hat. Mit Sack und Pack kommen deutsche Turner und Sportler an. Alle Dialekte der deutschen Sprache schwirren durcheinander. Man umarmt fröhlich alte Freunde, winkt seinen Bekannten und ruft die Kameraden, und so bietet der Bahnhof mit seinem schönen Vorplatz ein buntbewegtes Bild froher Menschen. Das ist das erste, was uns in der Stadt des Deutschen Turn- und Sportfestes auffiel: die frohe Laune, die unverfälschte Heiterkeit, die über der ganzen Stadt und über ihren erwartungsfrohen Gästen liegt. Mustergültige Organisation haben wir als selbstverständlichen Attribut eines deutschen Festes vorausgesetzt, und so nimmt es nicht wunder, wenn alles bis ins kleinste wie am Schnürchen Happt. Auch ehrliche, deutsche schöne Gastfreundschaft durfte man bei den Breslauern voraussetzen, denn die Schlesier sind Grenzlandmenschen, die Besuch aus dem Inneren des Reiches sehr wohl zu schätzen wissen. Die Heiterkeit, der Frohsinn, die Kameradschaft aller untereinander, das ist es, was dem Besucher förmlich in die Augen springt, der jede Stimmung bei großen Festen solcher Art richtig fühlt. Hier in Breslau weht ein eigener Geist. Jeder kleine Pimpf spürt einen Hauch davon, jeder in Ehren ergraute Turner wird davon erfaßt, und alle deutschen Männer und Frauen, die in diesen Tagen das Glück haben, in Schlesiens Hauptstadt weilen zu dürfen, stehen ganz im Banne dieses gleichen Erlebens. Das Bewußtsein dieser selbstverständlichen Gemeinschaft, das ist der tiefere Grund, der sie alle froh und heiter und — nicht zuletzt so heute restlos darüber klar ist, daß wir noch niemals in der Geschichte der Leibesübungen überhaupt so nahe an die Verwirklichung Jahnschen Gedankengutes herangekommen sind, wie gerade in diesen Breslauer Tagen? Und wenn von den hunderttausend Jungen und Mädel ein großer Teil nicht bewußt an die Bedeutung dieser Tage für die deutschen Leibesübungen denkt, dann handelt er doch so, wie es den deutschen Männern vorgeschwebt hat, die unermüdlich die Einheit der deutschen Leibesübungen predigten und die in jeden jungen deutschen Menschen das selbstverständliche Bewußtsein vom Wesen der politischen Leibeserziehung pflanzen wollten. Dieser Traum von einst ist heute Wirklichkeit geworden. Breslau ist der lebendige Ausdruck dafür, daß jeder Deutsche von dem Schwung dieser Gedanken einfach mitgerissen ist. Wir haben heute in Deutschland die große Einheit der Leibeserziehung, denn der Deutsche Reichsbund für Leibesübungen ist der Bund, in dem sich alle Verbände zu gemeinsamer Arbeit zusammengeschlossen haben. Dieser Reichsbund für Leibesübungen hat in den wenigen Jahren seines Bestehens seine Stärke beweisen müssen. Er hat seinen Führungsanspruch in der Leibeserziehung aller Deutschen immer wieder gerechtfertigt, und er mußte vor den Augen derer seine Daseinsberechtigung betonen, die in ihm nur den Wasserkopf einer Organisation vieler Verbände sehen wollten, die sich notgedrungen zusammengeschlossen haben. Man mußte sich erst mit dem Gedanken vertraut machen, daß der Deutsche Reichsbund für Leibesübungen etwas grundlegend Neues im deutschen Sportleben ist, daß er nicht die Zusammenfassung der Verbände und Vereine unter einer straffen Führung um der Organisation willen, sondern daß er der Begr'ff der deutschen Leibesertüchtigung schlechthin werden wollte. Dazu gehörte zuerst eine immer geduldige Erziehungsarbeit im eigenen Lager, denn für viele war es schwer, sich vom Althergebrachten zu trennen und mit fliegenden Fahnen in das nette Lager hinüber zu wechseln. Man hat erlt-tnißtrauisch beobachtet, hat dann unauffällig autz alter Liebe zur Sache mitgeraten, um schließlich voller Begeisterung an dem neuen Gebilde mitzuarbeiten, weil man erkannt hatte, daß hier endlich mit aller Betonung der Weg der Leibesertüchtigung deutscher Menschen beschriten wurde, den Jahn vergeblich allein gegangen war, weil ihn seine Zeit einfach noch nicht verstand. Der Deutsche Reichsbund für Leibesübungen ruft die deutsche Jugend zu seinem ersten Hochfest nach Breslau, und die Hunderttausend kamen, weil sie an diesem Bund mit all ihrer Liebe hängen und weil sie seiner Führung und seinem Wollen bedingungslos vertrauen. Dieser Bund der deutschen Leibesübungen ist heute bereits in sich so gefestigt, daß er mit starker Hand alle die deutschen Menschen unterstützen und fördern kann, die Leibesübungen nach gleichen Gesichtspunkten treiben wollen, wie sie der Reichsbund als richtig erkannt hat. Die deutsche Ju- w*. 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