(fr. 7 2 Erstes Stan 188. Jahrgang Samstag, 2b./5onntag, 27. März (938 krjchetm tögltd), außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholl« Monats-Vezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernfprechanschlüffe unter Sammelnummer 225) Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Sietzev Poftfchectkonto: fitanffurt am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen Druck und Verlag: Srühlsche Univerfitütsdruckerei R. Lange in Giehen. Schristlettvng und Geschäftsstelle: Zchulftratze 7 Annahme von Anzeigen für Öie Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für I mm Höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps., für Text« anzeigen von70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach oorh. Dereinbg. 25% mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins«, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf.. Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Der Führer eröffnet in der Aordostmark den Wahlfeldzug. Gewaltige Treuekundgebung Ostpreußens zu Führer und Reich. Segeisterter Empfang in Königsberg. Königsberg, 25. März. (DNB.) Der Führer ist zur ersten Etappe auf seiner neuen Deutschlandfahrt im Wahlkampf zur Volksabstimmung über die Schaffung eines Großdeutschen Reiches gestartet. Wie schon seit den Jahren vor der Machtergreifung stellt sich der Führer auch dieses Mal wieder s e l b st an die Spitze der Wahlpropaganda und gibt durch seine triumphalen Fahrten und Flüge durch ganz Deutschland auch dem neuen Wahlkampf im Großdeutschen Reiche sein Gepräge. Der Führer traf am Freitag gegen 17 Uhr a u f dem Flughafen Königsberg-Devau ein, wo er von Gauleiter Erich Koch an der Spitze des Führerkorps der Partei, dem Kommandierenden General und Befehlshaber im Wehrkreis I, General der Artillerie von Küchler, dem Kommandierenden General des Luftkreises I, Generalleutnant K e l - ler, und den Vertretern der Behörden begrüßt wurde. Während der Führer die Front der Ehrenkompanien der Wehrmacht und der Parteigliederungen abschritt, klangen ihm die j u b el n d e n H e i l - rufe der unübersehbaren Menschenmassen entgegen, die sich seit vielen Stunden am Flugplatz versammelt hatten. Unter unbeschreiblichen Begeisterungsstürmen der vielen Hunderttausenden, die aus ganz Ostpreußen und Danzig herb^geeilt waren, fuhr der Führer zum Ordensschloß. Hier klangen ihm von den hohen Wehrgängen die Hellen Fanfaren des Jungvolkes entgegen. Im Thronsaal fand eine kurze Begrüßung statt. Gewaltige Kundgebnng in der Schlageterhalle. Königsberg, 26. März. (DNB.) Die gewaltige Kundgebung in der Schlageterhalle in Königsberg, wo der Führer am Freitagabend zu den Königsbergern und darüber hinaus zu allen Ostpreußen und zum ganzen deutschen Volke sprach, wurde zu einem Bekenntnis elementarer, leidenschaftlicher Kraft, wie es der deutsche Nordosten kaum je erlebt hat. Die tiefe Treue und Einsatzbereitschaft, mit der sich die ostpreußischen Menschen am Freitagabend in wahrhaft ergreifender Weise zum Führer erneut und mit letzter Rückhaltlosigkeit bekannten, wird ihn auf seiner Reise durch alle deutschen Gaue begleiten. Durch das Spalier der Parteigliederungen, die den weiten Weg vorn Parkhotel bis zur Schlageter- halle umsäumen, durch annähernd 400 000 Menschen, also mehr als die Königsberger Bevölkerung, fährt der Führer zur Kundgebungshalle. lieber ihr erhebt sich im nächtlichen Himmel der von Scheinwerferbatterien der Flaks errichtete riesige Lichtdom. Auf dem Podium der Schlageterhalle stehen sämtliche ostpreußischen Standarten der SA. und ff neben den Fahnen der Königsberger Regimenter und der übrigen Parteigliederungen. Als der Führer den Saal betritt, braust ihm ein Begrüßungssturm entgegen, der wohl zehn Minuten lang immer von neuem wiederanschwillt, bis Gauleiter Erich Koch die Kundgebung eröffnen kann. Der Gauleiter gibt seiner stolzen Freude darüber Ausdruck, daß er„ öie erfte Wahlkundgebung des Führers im größeren Deutschland in Ostpreußen eröffnen kann. Die spontane Begeisterung, die dem Führer in Königsberg überall entgegengeschlagen sei, beweise, daß das historische Geschehen der letzten zwei Wochen gerade die Menschen dieser Provinz zutiefst ergriffen habe. Gauleiter Koch meldet dann dem Führer die eindrucksvollen Zahlen des gewaltigen wirtschaftlichen und sozialen Aufstiegs der Provinz Ostpreußen. Die Bevölkerung Ostpreußens ist von 1933 bis heute um 140 000 Menschen gewachsen, die Zahl der Arbeitsstunden hat sich um 190 v. H., das Lohneinkommen der Arbeiterschaft um 80 v. H. erhöht. Ich brauche, so schließt der Gauleiter, Ihnen, mein Führer, nicht zu melden, daß die treuen Ostpreußen am 10. April in tiefster Dankbarkeit ihre Pflicht tun werden. Der Führer sprcht Als der Führer bann an das Rednerpult tritt, erinnert er zunächst daran, daß er vor wenigen keine Gewalt könne das Bekenntnis ;um Volkstum unterdrücken. Der deutsche Mensch lasse sich durch keine Not und kein Elend von seinem Volke trennen. Blut binde fester als Gesetze. So sei durch Not, Unterdrückung und Elend der Dille zur Vereinigung unwiderstehlich gewachsen. Der Führer rechnete in diesem Zusammenhang scharf mit den internationalen Aposteln ab, die im Namen des angeblichen „Weltgewissens" schamlos die Völker vergewaltigten Sie redeten von Gewalt, da die sechseinhalb Millionen Deutschen in Oesterreich vor dem Schicksal Spaniens bewahrt worden seien. (Stürme der Begeisterung begleiten diese Feststellung.) Wenn Menschen taub sind gegen alle Gerechtigkeit, dann müsse man sich sein Recht selb st nehmen, dann muß man zurückkehren zum alten Grundsatz: Hilf d i r selb st, dann hilft dir Gott! Unter atemloser Spannung der geroaltiaen Versammlung schilderte dann der Führer noch einmal seine Besprechung mit Schuschnigg. Heute wisse man, daß Schuschnigg damals damit gerechnet habe, in einer günstigen Stunde das Ausland gegen Deutschland mobilisieren zu können. Die begeisterte Stimmung der nächtlichen Versammlung steigerte sich zu feierlicher Ergriffenheit, als der Führer nach einer Schilderung der unbeschreiblichen Freude des ganzen deutschen Volkes in Oesterreich feststellte, daß die Vorgänge in Oesterreich der stärkste Beweis Leipzig, 26. März. (DNB. Funkspruch.) Die Messestadt Leipzig steht seit Tagen im Zeichen freudiger Erwartung des Führer-Besuches. Wieder wird die große Maschinenhalle des Ausstellungsgeländes, wie am 26. März 1936, die Stätte fein, an der Adolf Hitler sprechen wird. Als vor wenigen Tagen bekannt wurde, daß der Führer nach Leipzig kommt, standen hier noch Hunderte von Maschinen, 3000 Tonnen waren abzumontieren, zu verpacken und in alle Welt zu senden. Mit Anspannung aller Kräfte und durch den Einsatz von Arbeitsdienst und Pionieren ist es möglich gewesen, diese ungeheure Arbeit in, kürzester Frist zu leisten und am Tage der Kundgebung wird die Halle das Bild bieten, das ihr der Führer ge- Tagen in W i e n , der südöstlichsten Großstadt, zum nunmehr geeinten Volk und Reich gesprochen habe. Heute sei er gekommen, um die Ostpreußen zu mahnen, seine Worte am 10. April einzulösen. (Stürmische „Heil!"- Rufe.) Der Führer beschäftigte sich dann mit der vom Ausland zur Schwächung des deutschen Volkes und zum Schaden der österreichischen Bevölkerung künstlich konstruierten österreichischen Souveränität. Er schilderte dabei noch einmal mit erschütternder Anschaulichkeit den furchtbaren Leidensweg des gequälten deutschen Volkes in Oesterreich. für öie Kraft der nationalsozialistischen Idee gewesen seien. Da wußten alle, was es heiße, Träger eines großen Bekenntnisses zu sein. Erst unter dem gewaltigen Eindruck der jubelnden Freude eines ganzen Volkes, das die deutschen Truppen als Befreier begrüßte, habe er sich entschlossen, die Eingliederung sofort durchzuführen. Er wisse, daß der 10. April seinen Entschluß bestätigen werde. Ganz Deutschland, so rief der Führer, muß die Gröhe des Erfolges wissen. Es muß eine heilige Wahl sein, und ganz Deutschland soll sich dazu bekennen. Und wieder brausen dem Führer wie ein einziges Bekenntnis der Zehntausende unaufhörliche ,^eil!"- Rufe entgegen, so daß er erst nach mehreren Minuten weitersprechen kann. Der Führer schließt, während die Versammlung sich wie ein Mann erhebt, mit dem Bekenntnis zum Sieg des Glaubens: „Ein Volk, ein Reich, Deutschland ! " „Ein Volk — ein Re i ch ein Fiihrer!" braust ihm als Antwort entgegen. Gauleiter K o ch ruft dem Führer zum Abschied zu: „Berichten Sie in Oesterreich: Wir Nordmärker glauben fanatisch an das Bekenntnis Oesterreichs. — Ostpreußen, mein Führer, folgt Ihnen!" Die Hunderttausende, die von den Mittagsstunden an bis in die späte Nacht den Weg des' Führers durch Königsberg umsäumten, legen auch jetzt wieder ein ergreifendes Bekenntnis der Liebe und Treue zum Führer des neuen großen Reiches der Deutschen ab. geben hat. Denn nach den Skizzen, die er vor zwei Jahren machte, wurde die Halle mit Tribünen-Ein- bauten versehen und dient nun als Feierhalle der Deutschen Arbeitsfront. Die Tatsache, daß der Führer selbst entscheidenden Einfluß auf die Gestaltung der Festhalle nahm, ist wie ein Symbol für all das andere, was er sonst noch für die Reichsmessestadt getan hat. Durch ihn wurde die Leipziger Messe zur Reichsmesse erhoben und damit ihre Bedeutung für die Weltgeltung deutscher Erzeugnisse und den friedlichen Güteraustausch zwischen den Völkern vor aller Welt sichtbar herausgestellt. Gewaltig ist der Aufschwung, den die Messe in den fünf Jahren nationalsozialistischer Wirtschaftsführung genommen hat. 107 000 geschäftliche Besucher zählte die Frühjahrsmesse 1933, und bei der jetzt zu Ende gegangenen Messe waren es über 300 000; ungerechnet die 85 000 KdF.-Fahrer, die sich zumeist aus hochqualifizierten deutschen Facharbeitern repräsentierten. 15 500 ausländische Besucher kamen 1933, über 34 000 im Frühjahr 1938. Die Zahl der A u s- st e l l e r stieg von 6417 auf 9549; 818 davon erschienen aus 25 ausländischen Staaten. Die deutschen Werkstoffe für die eine eigene riesige Halle errichtet wurde, traten von der Leipziger Messe aus ihren Siegeszug in alle Welt an. Die von Jahr zu Jahr wachsenden gewaltigen Umsatzzahlen bieten ein getreues Spiegelbild für die Steigerung der deutschen Wirtschaftskraft in den letzten 5 Jahren. Voll Stolz und Freude sieht Leipzig dem Besuch des Führers entgegen. In dem Bewußtsein, daß nur ihm und feiner Bewegung der Wiederaufstieg zu verdanken ist, wird es Adolf Hitler einen begeisterten, aus dankbarem Herzen kommenden Empfang bereiten. Der Führer spricht am Wontag in Berlin. Berlin, 25. März. (DNB.) Am kommenden Montag spricht der Führer aus Anlaß der Volksabstimmung im S po rtpalast , der traditionellen Versammlungsstätte der Berliner Bewegung, in einer machtvollen Kundgebung zur Bevölkerung der Reichshauptstadt. Das danke» wir dem Führer! Seit Wochen nun schon spannt sich das Himmelsgewölbe in unwahrscheinlich lichtem Blau über das deutsche Land. Die ersten Blüten schmücken die Frühjahrssträucher und -blumen unserer Gärten, überall das erste zarte Grün, die ersten Knospen in wärmender, lachender Frühlingssonne. Es ist, als ob die Natur teilnehmen wolle an der Freude des deutschen Volkes, das noch ganz im Banne der großen Ereignisse dieser herrlichen Märztage steht, in denen uns die geniale entschlußfreudige Tat des Führers die Wiedervereinigung Oesterreichs mit dem Reich brachte. Eine deutsche Sehnsucht ist erfüllt worden, ein jahrhundertealter Traum wurde greifbare Wirklichkeit: die Rückkehr der alten deutschen Ostmark ins Reich. Schon sind mit nationalsozialistischer Tatkraft die ersten Maßnahmen getroffen worden, das Land Oesterreich in das Reichsgefüge einzugliedern, seine so lange vom brutalen Terror eines volksfremden Regimes unsagbar mißhandelten Bewohner an den kulturellen, wirtschaftlichen und sozialen Segnungen teilnehmen zu lassen, die im Reich als Frucht des ersten Jahrfünfts nationalsozialistischer Führung aus einem ohnmächtigen, zerrissenen, verzweifelten Volk ein stolzes, selbstbewußtes und glückliches gemacht haben, das sich wieder von Herzen seines Lebens freuen kann, weil es wieder erfahren Reichsminister Rust spricht am morgigen Sonntag, 20 Ahr, in Gießen in der V o l k s h a l l e. Alle Volksgenossen hören ihn! hat, daß es sich lohnt, zu leben und zu arbeiten für Kinder und Kindeskinder, die Träger der glückhaften Zukunft eines großen Reiches. Zu diesem Reich und seiner tragenden Idee uns vor aller Welt zu bekennen, dazu hat uns der Führer zur Volksabstimmung am 10. April aufgerufen. Wir sollen vor aller Welt ein lautes, unzweideutiges Ja sagen zur Tat des Führers, die mit der Wiedervereinigung Oesterreichs mit dem Reich die nationale Einheit des deutschen Volkes vollendete. Der Führer kennt unser aller Antwort längst aus dem beispiellosen Jubel, der ihn auf seiner Triumphfahrt durch die österreichischen Lande empfing, aus den Wogen der Begeisterung, die ihn bei seinem Einzug in die Reichshauptftadt umgaben, aus dem Hochgefühl der Freude, als er die Rückkehr seiner Heimat in das Reich dem deutschen Volke meldete. Führer und Volk sind eins, niemals konnte das auch für jeden unbefangenen ausländischen Beobachter klarer und eindeutiger auf der Hand liegen, als in diesen Märztagen überschwänglichen Jubels, unsagbarer Freude diesseits und jenseits der alten Grenze zwischen dem Reich und feiner heimgekehrten Ostmark, als in dieser Geburtsstunde des'großdeutschen Volksreichs. Aber die Welt will es' trotzdem nicht glauben, sie wehrt sich gegen die Wahrheit, obwohl der Rundfunk sie zu Zeugen der Ereignisse dieser Märztage machte, sie wehrt sich selbst gegen die Zeugnisse der eigenen Beobachter, die nach unseren vielerlei Erfahrungen jeder Sympathie mit dem nationalsozialistischen Deutschland unverdächtig sind. Aber wie eine mißgünstige, in Vorurteilen befangene Auslandspresse das beispiellose Gesundungs- und Aufbauwerk des Nationalsozialismus in Deutschland mit kleinlichem Gemäkel begleitet hat, wie es des neuen Deutschlands Wiederaufstieg zur Weltmacht inmitten hochgerüsteter Völker voller Heuchelei ver- dächtigt hat, so will man auch heute in Paris und London nichr wahr haben, was die eigenen Korrespondenten berichten vom Jubel Oesterreichs über feine Befreiung von skrupellosen Peinigern, von der Haltlosigkeit der Behauptungen, daß Deutschland die österreichische Bevölkerung durch einen militärischen Gewaltstreich unter eine Diktatur gebeugt habe und was sonst noch zu dem Zerrbild 'gehört, das man sich in Redaktionsstuben und politischen Klubs von Paris und London zurechtgelegt hat, um Mißgunst und Neid in moralischen Entrüstungsstürmen entladen zu können. „D i e W e 11 wollte eine Ab st immun q", so hat Dr. Goebbels in seiner ersten Berliner Wahlrede erklärt, „sie s o 11 s i e haben! Wir werden ihr beweisen, daß Oesterreich zu uns gehört, wir werden ihr beweisen, daß das Volk zum Führer steht, wir werden ihr beweisen, daß das Volk das nationalsozialistische Aufbauwerk billigt und bewundert!" Wie Oesterreich seit dem 13. März unlöslich zum Reich gehört, so wir zu Oesterreich. Unsere Verbundenheit zeigen wir am 10. April der Welt durch den gemeinsamen Gang zur Abstimmung. Ein 75-Millionen-Volk als Ganzes tritt an, um vor aller Welt seinen Willen zur Einheit zu bekunden. Niemals wieder sollen die Oesterreicher, die von allen deutschen Stämmen in der Geschichte das schwerste Los traf, auf mehr als em Jahrhundert ausgeschlossen zu bleiben vom Reich, getrennt von den deutschen Brüdern durch eine wachsende Mauer der Gleichgültigkeit und der Mißverständnisse, niemals wieder sollen sie sich allein gelassen suhlen. Das eine große, mächtige Deutschland soll auch sie mütterlich umfangen und in ewig sich erneuernder verstehender Liebe festhalten, das soll nach dem Willen des Führers die gemeinsame Ab- skmmung am 10. April bekunden. Das ganze deutsche Volk stellt sich hinter die kühne Tat des Füh- Eers/r^a5.r flan5e. ^olf heißt einstimmig die alte deutsche Ostmark im Reich willkommen, aber es steht auch zu seinen Pflichten, die es mit der Wiedereingliederung Oesterreichs übernommen hat. Was an Maßnahmen bereits begonnen ijt, Oesterreich -HM i h- Unser telegraphisch übermitteltes Bild berichtet von der Ankunft des Führers auf dem Königsberger Flughafen, wo Gauleiter Koch und die Kommandierenden Generäle des Wehrkreises 1 und des Luftkreises 1 sowie die Spitzen der Behörden den Führer begrüßten. Keine Gewalt kann das Bekenntnis znm Volkstum unterdrücken. Leipzig erwartet den Führer. Oie Reichsmessestadt bietet ein getreues Spiegelbild der gewaltigen nationalsozialistischen Aufbauarbeit. Gauleiter Sprenger spricht in Wien. NSG. Außer In den sieben Versammlun- gen lm Gau Hessen-Nassau spricht Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger noch in sechs Wahlversammlungen in anderen Gauen, darunter zweimal in Oesterreich. Er spricht am 28. Wärz in Chemnitz, am 29. Wärz in Zwickau, am 2. und 3. April in Thüringen, am k April io 2UUn mrd am ö. April in Graß, den Weg ins Reich seelisch wie materiell zu ebnen, das ist Wille des ganzen deutschen Volkes, das ist ein Wert tätiger Gemeinschaft, von dem niemand sich ausschließen will. Wie an jeden von uns früher oder später die Gelegenheit herantreten wird, sich österreichischen Brüdern als Bruder zu zeigen, so geschehe es freudigen Herzens aus dem Bekenntnis zum großdeutschen Gedanken, der Raum genug bietet für die kulturelle und volkstümliche Eigenart eines jeden deutschen Stammes und jede öde Gleichmacherei verachtet. Wie wenig das der Entschlossenheit zuwi'derläuft, mit der der Nationalsozialismus durch seine große weltanschauliche Idee das ganze deutsche Volk zu einem stählernen Block eines einzigen politischen Willens zusammenschweißte, das wird die Abstimmung des 10. April erneut beweisen. Die Abstimmung des 10. April soll aber auch dem deutschen Volk Gelegenheit geben, nach sorgfältiger Ueberprüfung der Ergebnisse des ersten Jahrfünfts nationalsozialistischer Staatsführung, zu diesen Ergebnissen Stellung zu nehmen. Das kann niemandem schwerfallen, der sich etwa — um nur einen wichtigen Sektor des nationalsozialistischen Aufbauwerks herauszugreifen — die beispiellos steile Erfolgskurve nationalsozialistischer Finanz-, Wirtschafts- und Sozialpolitik — vor Augen führt an Hand von einigen der eindrucksvollsten Zahlen, die Reichsminister Dr. Goebbels in seiner ersten Berliner Wahlrede bekanntgegeben h»t. Man mache sich nur in aller Ruhe an Hand einiger besonders in die Augen springender Zahlen klar, was es bedeutet, wenn die Zahl der Beschäftigten in Deutschland von 11,5 Millionen im Jahre 1932/33 auf 19 Millionen im Jahre 1932/38 gestiegen ist und im Jahre 1937 über 16 Milliarden Jndustriearbeitsstunden, also 8,1 Milliarden» mehr als 1932, für die deutsche Volkswirtschaft geleistet worden sind. Das ist eine sehr eindrucksvolle Illustrierung des vom Führer uns immer wieder und immer wieder eingehäm- merten Grundsatzes der nationalsozialistischen Wirt- schafts- und Sozialpolitik, daß der Wert der geschaffenen Produktionsgüter den Lebensstandard eines Volkes bestimmt und man keine Mark aus» geben kann, für die nicht erst eine entsprechende Gütermenge erzeugt wurde. Wir sehen an unserem französischen Nachbarn, wenn wir die eigenen Jn- flationsnöte schon vergessen haben sollten, wie eine Volkswirtschaft auf den Hund kommt, in der ständig mehr ausgegeben als erarbeitet wird. Und wir sehen , dort auch, wie niemand, weder der Unternehmer, noch der Arbeiter oder der Angestellte, weder der Staat, noch der Beamte zu seinem Recht kommt in dem wahnsinnigen Kreislauf von Lohn- und Preiserhöhungen, der es nicht erlaubt, tatsächliche Werte zu schaffen als Grundlage einer realen Erhöhung des Lebensstandards. In Deutschland dagegen wurden 1937 über 33 Milliarden Reichsmark mehr erarbeitet als im Jahre 1932. Das Volkseinkommen ist von 45,2 Milliarden RM. im Jahre 1932 auf 68 Milliarden RM. im Jahre 1937 gestiegen. Das hat sich natürlich auch auf den Reichshaushalt ausgewirkt. Einem Haushaltsabschluß von 6 Milliarden RM. im Jahre 1932/33 stehen dank der steigenden Einnahmen aus Besitz- und Verkehrssteuern trotz wesentlicher Steuererleichterungen und -senkungen im einzelnen fast 14 Milliarden RM. im Jahre 1937/38 gegenüber. Wie man sich vor der nattonalsozialisttschen Machtergreifung in Deutschland half, um die Staatsfinanzen mühselig über Wasser zu halten und sich auf alle mögliche Weise Geld zu verschaffen, zeigt allen denen, die es in unserer schnellebigen Zeit schon vergessen haben sollten, wiederum ein Blick nach Frankreich, wo ein Nachtragshaushalt den andern jagt und Zwischen- oder Ueberbrüdungs» kredite an der Tagesordnung sind, die schwebenden Schulden, also das Mißverhältnis zwischen Kassenbedarf und Kassenbestand, immer bedrohlicher anwachsen. Gesunde Staatsfinanzen sind nur der Spiegel einer gesunden Wirtschaftspolitik und diese schafft erst die Möglichkeiten einer gesunden Sozialpolitik. Dies Jneinandergreisen, im Frankreich der Volksfront sträflich mißachtet, hat der Nationalsozialismus in der Praxis sorgsam gepflegt und so wahrhaft die Wirtschaft in den Dienst des Volksganzen gestellt. Durch die Energie der nationalsozialistischen - Staatsführung mit ihren Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen wurde das große Schwungrad der deutschen Wirtschaft wieder in Bewegung gesetzt und mit der Wiedereingliederung von 6,5 Millionen zum Teil jahrelang Arbeitslosen in den Produktionsprozeß auch die Landwirtschaft und Konsumgüterindustrie in ungeahntem Ausmaß befruchtet. Nennen wir zur Erläuterung noch einige Zahlen aus dem umfangreichen Material, das Dr. Goebbels vor seinen Hörern ausbreitete: Der Verbrauch an Fleisch stieg von 42 Kilogramm im Jahre 1932 auf 46 Kilogramm im Jahre 1937 pro Kops der Bevölkerung, an Butter von 7,5 auf 8,9 Kilogramm, an Weizenmehl von 44,7 auf 55,4 und an Zucker von 20 auf 24 Kilogramm. Das sind Zahlen, die eine sehr klare Sprache sprechen. Der Nationalsozialismus lehnt es ab, dem schaffenden deutschen Volksgenossen ein Zpkunftspara- oies oorzuaaukeln, das es auf dieser Erde nicht gibt. Nur durch unsere Arbeit schaffen wir unser Glück, das wird Reichsorganisattosleiter Dr. Ley nicht müde, uns einzuhämmern, aber mit Freude und Stolz sollen wir unsere Arbeit tun können, denn der deutsche Arbeiter ist der beste der Welt, und er steht dank der Tat des Führers hoch geachtet und als gleichwertiges Glied mitten in seinem Volk. Wie die Deutsche Arbeitsfront und ihre NS.» Gemeinschaft „Krafts durch Freude" den schäftenden deutschen Volksgenossen betreut, steht in der ganzen Welt ohne Beispiel da. Grade in diesen Tagen waren die Tripolis-Fahrt von 2000 deutschen Arbeitern und die erste Fahrt des ersten eigens für diese Zwecke gebauten Urlauberschiffes „Wilhelm Gustloft" sprechende Zeugen eines deutschen Sozialismus der Praxis. Auch das wollen wir uns vor- Augen halten, wenn wir am 10. April dem Führer unsere Stimme geben und damit zu unserem bescheidenen Teil den selbstverständlichen Dank sagen für die Befreiung unseres Vaterlandes aus Zerrissenheit, Not und Verzweiflung und die Begründung der deutschen Weltmacht, auf die gestützt die kühne Tat des 13. Mär§, die Wiedervereinigung Oesterreichs mit dem Reich zum neuen großen Deutschland gelingen konnte. Dr. Fr. W. Lange. Das befreite Oesterreich begrüßt Hermann Göring. Oie Ostmark des Reiches bleibt deutsch in alle Zukunst. 3n Wels und Linz Ueberall ein Sturm der Begeisterung um den Generalfeldmarschall. Wels, 25. März. (DNB.) Pünktlich um 9 Uhr traf der Sonderzug mit dem M i n i st e r - Präsidenten Generalfeldmarschall Göring und seiner Begleitung auf dem von der Bevölkerung umlagerten Bahnhof von Wels ein. Der ßanoesleiter der NSDAP, in Oesterreich Staatsminister Klausner hieß den Ministerpräsidenten im Namen von Gauleiter Bürckel auf deutsch- österreichischem Boden herzlich willkommen. Dann fuhr der Ministerpräsident durch, ein endloses Spalier zum Hauptplatz. Ueberall herrschte eine Begeisterung, die in ihrer Herzlichkeit an die ersten Stunden des befreiten Oesterreichs erinnerte. Vor dem Rathaus wurde der Generalfeldmarschall von den Behörden der Stadt herzlich begrüßt. Er antwortete, immer wieder von Begeisterungsstürmen unterbrochen, daß es für ihn schwer gewesen sei, nicht schon vor 14 Tagen an der Seite des geliebten Führers in das befreite Oesterreich einziehen zu können. Er sagte: „Wir haben immer die Gewißheit und das tiefe Bewußtsein gehabt, daß der Führer uns von Gott gesandt ist, aber daß in einem solchen elementaren Ansturm die Fesseln fielen, das haben wohl wir alle nicht für möglich gehalten. In dieser Stunde des Glücks über allen Jubel hinaus hat jeder Deutsche die Pflicht zu beweisen, daß er mit ganzem Herzen einstehen will für die Heimkehr ins Reich. Die Welt soll sehen, daß die Ostmark des Reiches hundertprozentig adzu stimmen weiß. Wir wollen der Welt zeigen, daß die Deutschen alle Zeit bereit sind, ih r Wort dem Führer einzulöfe n." Nach einem Besuch auf Schloß Lichtenegg bei Staatsminister Hueber und beim Fliegerhorst Wels begab sich der Ministerpräsident allein zum Friedhof von Leonding,wo er am Grabe der Eltern des Führers in stillem Gedenken verweilte. Dann fuhr der Generalfeldmarschall nach Linz, wo ihn ein ungeheurer Jubel der Bevölkerung begrüßte. Auch hier brachte er in einer kurzen Ansprache der Bevölkerung noch einmal das Geschehen der letzten Wochen nahe. „Ihr werdet beweisen", so sagte er, „daß d i e Ostmarkdeutsch war und deutsch ist und in alle Zukunft deutsch bleiben wird, daß von nun an alle deutschen Gaue ein unzertrennbares Ganzes sind. Wer es anpackt, trifft auf die gesammelte Kraft der geeinten Nation. Wenn ihr jetzt eure Söhne in die deutsche Wehrmacht schickt, bann sind wir uns bewußt, daß damit allerbeste Soldaten zu uns kommen. Unter den Getreuen des Führers muß feine engste Heimat tue treueste fein." Die Fahrt donauabwatts. Als Generalfeldmarschall Göring den Dampfer „Franz Schubert" betrat, ging am Mast d i e Marschallstandarte hoch. Gleichzeitig wurde am Bug die Reichskriegsflagge gehißt. An Bord richtete der Generalfeldmarschall eine kurze Ansprache an die anwesenden reichsdeutschen und österreichischen Wirtschaftsführer, in der er auf die Bedeutung der Besprechungen über die Ausdehnung des Vierjahresplanes auf Oesterreich, die an Bord des Schiffes geführt wurden, hinwies. Als sich das große weiße Donau» schift in Bewegung setzte, brachen die Menschen- massen an den Ufern noch einmal in einen Jubel- fturm ohne gleichen aus. Immer wieder klangen die Sieg-Heil-Rufe auf. Göring trat an die Reeling und grüßte mit d-em Marschallstab. Die Szenerie am Ufer wechselte während der siebenstündigen Fahrt fast jede Minute. Ueberall brachte das Volk dem Generalfeldmarschall immer wieder Doationen dar. Auf Gerüsten und Kohlenhalden standen die Arbeiter in ihrer Arbeitskluft. Sie bildeten Sprechchöre und riefen laut den Jubel ihrer Herzen bis zum Schiff hinüber. Immer wieder die gleiche Begeisterung, das gleiche malerische Bild, wenn in allen Dörfern am User des Sttomes, in allen Städtchen die Schuljugend versammelt stand und mit flatternden Tüchern dem Generalfeldmarschall auf dem Schiffe zuwinkte. So ging die Fahrt durch den Strudengau und durch die herrliche Wachau, in der bereits die Obstbäume blühen. Auf steilen Felsvorsprüngen winkten SA.-Männer mit riesengroßen Fahnen dem Schiff entgegen. Ueberall von den Berghöhen und vom Ufer klang die gleiche jubelnde Begeisterung zum Generalfeldmarschall hinüber. Die Dunkelheit brach herein, als das Schiff sich T u 11 näherte, das 34 Kilometer von Wien liegt. Beim Eintreffen wiederholen sich die begeisterten Kundgebungen der österreichischen Deutschen. Durch das ttlometerlange Spalier der SA. und der Bevölkerung nahm Hermann Göring seinen Weg unter dem sich immer wieder erneuernden Jubel oer Massen zum Bahnhof. Die Besprechungen an Bord. Stärkste Förderung der österreichischen Wirtschaft. Wien. 25. Wärz. (DNB.) Heber die an Bord des Dampfers „Franz Schubert" erfolgten B e - prechungen wird vom Reichswirtfchaftsminifter, der von Tulln aus sofort nach Wien weiterreiste, folgende Mitteilung ausgegeben: 3n den Besprechungen mit den österreichischen Wirtschaftsführern an Bord des Dampfers „Franz Schubert" lieh sich der Generalfeldmarfchall Hermann Göring zunächst eingehend über d i e Auswirkungen der letzten Maßnahmen zur Eingliederung der österreichischen Wirtschaft in das gesamtdeutsche Wirtschaftsgebiet berichten. Bei den weiteren Beratungen wurden alle Probleme der Einführung des Blerjah- resplanes in Oesterreich besprochen, die eine Steigerung der Produktion auf vielen Gebieten bringt. Der Generalfeldmarfchall ordnete an, daß vordringliche Maßnahmen zum Neuaufbau der österreichischen Wirtschaft, vor allem ihre Beteiligung am Wirtschaftsaufschwung im Reiche, sofort in Angriff genommen werden, hierzu trafen weitere Maßnahmen zur Förderung des Außenhandels und zur Unterstützung der Exportindustrie. Der Generalfeldmar- Uchall betraute einzelne Persönlichkeiten mit der Durchführung der von ihm bestimmten Maßnahmen und ordnete an, daß ihm in kürzester Zeit über das Ergebnis berichtet werden soll. Warum gerade Bauferndors? Am 31. März spricht Hermann Göring in Mauterndorf. Lieber Leser, hast du schon etwas vom Mauterndorf gehört? Warum gerade in Mauterndorf? Das Lexikon sagt nur, daß das s a l z - weis auf einen guten Gasthof. Ein wohlmeinender Freund flüstert uns mit überlegenem Lächeln einen guten Rat: „Sieh in dem Gritzbach-Buch über Hermann Göring nach!" und richtig, da finden wir's. Das Schloß Mauterndorf, ein herrlicher Besitz im österreichischen Lungau, wurde von einem Paten des Generalfeldmarschalls Hermann Göring als Ruheplatz für seine Kunststudien um die Jahrhundertwende erworben. Wir lesen weiter: „Der Zehnjährige (Hermann Göring) erlebt diese Reise, die ihn zum erstenmal von der Heimat durch österreichisches und deutsches Land führt, wie ein Erwachsener, Mauterndorf wird ihm zur Blaß, schwächlich, müde! Kinder werden durch die Wintermonate immer etwas mitgenommen. Sie sehen müde und abgespannt aus, essen wenig und gedeihen nicht recht. Geben Sie Ihrem Kinde jetzt das blutbildende B i o f e r r i n, welches in allen Apotheken erhältlich ist. Bioferrin ist ein gutes Kräftigungsmittel, wohlschmeckend und appetitanregend, dabei unschädlich für Magen und Darm. f A > BAYER, l E > zweiten Heimat. Bis zum Krieg verlebt er hier regelmäßig die großen Ferien, während die Eltern und Geschwister den ganzen Sommer dort zu Hause sind. In Mauterndorf erschließt sich dem ►jungen Hermann Göring eine Welt. Die Gewalt dieser herrlichen Natur nimmt dem Jungen vor Staunen und Bewunderung fast den Atem. Andächtig und ehrfürchtig steht der sonst so wilde Knabe in der Landschaft vor der Allgewalt des.Schöpfers." Dort, in Mauterndorf, erklärte der wilde Knabe seinen Eltern die unabänderliche Absicht, Soldat zu werden. „Und um seine soldatischen Eigenschaft- ten, Mut und Furchtlosigkeit zu beweisen, läßt er sich am gleichen Tage mit einem Seil, an das als Sitzunterlage ein Heusack gebunden ist, vom Burg- bur gische Dorf Mauterndorf 915 Einwohner zählt, 1116 Meter über dem Meere an der Bahn Unzmark—Mauterndorf liegt und als Mineralbad und Sommerfrische ausgesucht wird. Auch unser Vorkriegs-Bädeker „Oesterreich-Ungarn" ist nicht viel aufschlußreicher, tröstet aber mit dem Hinhof auf den 44 Meter hohen Schüttboden des höchsten Wehrturms der Burg hinaufwinden. Als es dafür Prügel setzt, zieht er aus dieser «völlig ungerechten Bestrafung' die Konsequenz und verschenkt seine Lateinbücher am folgenden Tage an Zigeuner, die vor der Burg lagern." — Und: Darum Mauterndorf! Unter das „Ja" gehört Dein Kreuz! Volksabstimmung und Großdeutscher Reichstag Stimmzettel VV Du wtt der am 13. Mrz 1938 vollzogenen Wiedervereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich tiDPCTtonöen und Mwmst Du für die Liste unseres Führer» Adolf Hitler? * Der Stimmzettel zur Volksabstimmung und zur Wahl des Großdeuftchen Reichstages am 10. April, der für Deutsche aus weißem, für Oesterreicher aus grünem Papier besteht. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Wie am 10. April abgestimmt wird. Erläuterungen zur Volksabstimmung und Reichstagswahl. Berlin, 25.März. Amtlich wird zur Erläuterung der Verordnung des Reichsministers des Innern über die Volksabstimmung und die Wahl noch folgendes mitgeteilt: An der Volksabstimmung und der Reichstagswahl nchmen alle r e i ch s - deutschen sowie alle österreichischen Stimmberechtigten teil. 1. Reichsdeutsche, die ihren Wohnsitz oder ständigen Aufenthalt in Oesterreich haben, können vor den österreichischen Stimmbehörden ihre Stimme abgeben. 2. O e st e r r e i ch i s ch e Stimmberechtigte, die ihren Wohnsitz oder ständigen Aufenthalt im bisherigen Reichsgebiet haben, können vor den reichsdeutschen StimmbeHörden ihre Stimme abgeben. 3. Reichsdeutsche, die sich am Wahltag in Oesterreich aufhalten, ohne dort ihren Wohnsitz oder ständigen Aufenthalt zu haben, also z. B. Reisende, können mit einem von der reichsdeutschen Heimatbehörde ausgestellten Stimmschein vor den österreichischen Stimmbehörden abstimmen. 4. Ebenso können österreichische Stimmberechtigte, die sich am Wahltag im bisherigen Reichsgebiet befinden, ohne dort ihren Wohnsitz ober ständigen Aufenthalt zu haben, vor den reichsdeutschen Stimmbehörden mit einem von der österreichischen Heimatbehörde ausgestellten Stimmschein absttmmen. 5. Der einzige Unterschied bei der Absttmmung der reichsdeutschen und der österreichischen Volksgenossen ist der, daß die Reichsdeutschen mit einem weißen Stimmzettel ab stimmen (auch wenn sie in Oesterreich abstimmen!) und daß die österreichischen Stimmberechtigten mit einem grünen Stimmzettel ab« stimmen (auch wenn sie im bisherigen Reichsgebiet absttmmen). 6. Der Zweck dieser verschiedenen Farbe der Stimmzettel ist folgender: Bei der Ermittlung des Ergebnisses der Abstimmung über den Anschluß werden die gesamten Ja-Stimmen auf grünem Stimmzettel zusammengezählt, so daß das Abstimmungsergebnis der österreichischen Stimmberechtigten klar vorliegt, ohne daß die Stimmen von reichsdeutschen Stimmberechtigten irgendwie darauf eingewirkt haben. 7. Wie weiter oben bekanntgegeben wird, können die östereichischen Volksgenossen im alten Reichsgebiet nicht in jedem Abstimmungslokal ihre Stimme abgeben, sondern nur in bestimmten, hierfür besonders vorgesehenen: In jedem einzelnen Stadtkreis und am Sitze jeder Land- Ereisoermaltung ist ein Abstimmungs- ra um vorgesehen, in welchem auch ^österreichische Stimmberechtigte ihre Stimme (grüner Stimmzettel) abgeben können. In Großstädten sind mehrere derartige Abstimmungsräume vorgesehen; außerdem kann auf einer größeren Zahl von Uebergangs- bahnhöfen des alten Reichsgebietes, die in der Tagespresse und auf den Bahnhöfen bekanntgegeben sind, der österreichische Stimmberechtigte seine Stimme abgeben. veffen-Aaffail bekennt sich zur Vesreiungstat des Führers. Sauleiter Sprenger eröffnet NSG. Am Freitagabend eröffnete der Gauleiter in Dieburg die lange Reihe feiner Wahl- reden. Nahezu die gesamte Bevölkerung hatte sich eingefunben, um sich zu der großen geschichtlichen Tat des Führers, der Wieder» Vereinigung Deutsch-Oesterreichs mit dem Reiche, zu bekennen. Mit einem geschichtlichen Ueberblick über den großdeutschen Gedanken leitete der Gau- leiter seine Rede ein. Im besonderen erinnerte er in diesem Zusammenhang daran, daß in der Mitte des vorigen Jahrhunderts sich in Darmstadt ein Stimme erhob, die eine Zentralvertretung des Reiches forderte. Auch das Parlament der Pauls- kirche in Frankfurt a. M. fand hierbei feine Erwähnung. Aber die Macht gehörte zu jener Zeit yoch nicht tarn Bolt«, sondern einigen wenigen, den Wahlkampf in Dieburg. die sich für ihre Sonderinteressen einsetzten. Daher mußten alle Versuche zu einer Lösung scheitern. Und dennoch, so fuhr der Gauleiter fort, ist auch bie kleindeutsche Lösung Bismarcks als notwendiges Fundament für unser heutiges Großdeutschland zu werten. Bismarck hatte das Format zur Schaffung des großdeutschen Rei» ches, bie Zeit aber war noch nicht reft. Der Gauleiter erinnerte bann an den Zusammenbruch des deutschen Volkes. Aus dem völkischen Verfall entwickelte der Gauleiter bann den Auf- ^ag des Führers. Die tieftte Erniedrigung unseres Volkes hatte den Einklang der Vervunft mit dem Herzen bei den besten Deutschen ausgelöft. Durch bie nationalsozialistische Idee, die etwas ganz Neues schuf, wurde der Weg «ms dem Chaos wiesen. Der Glaube an den Führer war es dann, der die einst kleine Schar um die Hakenkreuzfahne aum Siege führte. Jeder einzelne Kämpfer fühlte sich dem Führer persönlich verpflichtet, das war die Macht der Bewegung, die ihr den Sieg erkämpfte. Diese persönliche Verpflichtung ist es auch seit der Machtübernahme gewesen, mit der jeder einzelne dem Führer verbunden ist. Denn trotz aller Machtpositionen hat Adolf Hitler sich immer wieder des Vertrauens der deutschen Männer und Frauen vergewissert, und jedesmal war es ein gewaltiges Bekenntnis zu ihm und feiner Idee. Diese Gesamthaltung des Volkes vermochte dann auch dem Führer die koaft zu geben, die unerhörten Aufgaben zu bewältigen, die das überwundene System als unsinniges Erbe zurückgelassen hatte. Den hunger galt es zu bannen und Brot zu schaffen. Der Rechenschaftsbericht des Führers am 20. Februar des Jahres war die überzeugende Antwort auf diese Aufgabe. Das aber, was er in diefem Bericht dem deutschen Volke kundgab, ist allein sein Werk, keiner kann heute sagen, ich habe aus eigenem Vermögen dieses oder jenes Werk wieder in Gang gebracht, denn keiner hätte den Weg gefunden, wenn Adolf Hitler ihn nicht gezeigt hätte. In seinen Einzelheiten ließ dann der Gauleiter das gigantische Aufbauwerk des Führers erstehen und verwies dabei auf die Tatsache, daß sich auch der Gau Hessen-Nassau in den Gesamtrahmen dieser Erfolge stolz einfügen kann. Nur wenige, besonders markante Punkte wurden heraus- ge griffen: die Vereinfachung der Verwaltung im Lande Hessen, das Meliorations- und Siedlungsprogramm, die Bildung von Erbhöfedörfern, der Bau von Siedlungen, die Reichsautobahnen, der Flug- und Luftschiffhafen Rhein-Main, eine ein« Zig e Leistung des Willens und der Kraft für die Gesamtheit des deutschen Volkes. Die sozialistische Praxis der Vergangenheit wird dann bewiesen. Die Bedeutung der Adolf- Hitler-Schulen erklärt der Gauleiter und betont hierbei, daß für die Heranwachsende deutsche Jugend nicht mehr Geld und Ansehen für ihr berufliches Weiterkommen ausschlaggebend sind, sondern einzig die Leistung aus der Synthese: Gesinnung und Wissen. Tiefbewegt vernahmen dann die versammelten Volksgenossen den Opfergang unserer deutschen Brüder in Oesterreich, die, nur weil sie sich zu ihrem Blute bekannten, durch Anhaltelager und Gefängnisse, ja selbst zum Galgen geschleift wurden. Und mit Entrüstung begleiteten sie die Darlegungen des Schuschnigg - Verrates. „Das österreichische Volk aber stand auf und erwehrte sich seiner Peiniger. Es gab sich fein durch Wilson proklamiertes Selbstbestimmungsrecht und handelte danach. Deutsches Blut hatte damit wieder zu seinesgleichen gefunden." Unter dem Beifall der Taufenden schloß der Gauleiter mit den Worten: „Der Vertrag von Versailles ist v e r n i ch t e t, der Vertrag von St. Germain ist hinweggefegt. Zu dieser geschichtlichen Befreiungstat wird sich das deutsche Volk am 10. April bekennen, und wir wissen, es wird der grüßte Sieg des Deutschtums werden!" Moskau hielt seine Stunde für gekommen ßin Geheimbefehl an die bolschewistischen Komintern in Wien vom TS.Februar zur Entfachung des Bürgerkrieges in Oesterreich. Wien, 25. März. (DNB.) Ein Dokument von ungewöhnlicher Eindringlichkeit, das jetzt in Wien von einem bisherigen Kommunisten zur Verfügung gestellt wurde, wirft ein grelles Schlaglicht auf die Gefahren, denen Oe ft erreich in den ersten zehn Tagen des März entgegen gegangen war, bis die nationale Erhebung und die Truppen aus dem Reich dem von Moskau geplanten Spuk ein Ende bereiteten. Aus dem. Dokument geht hervor, daß die bolschewistischen Sendlinge die hinterhältige Politik Schuschniggs ausnutzen wollten, um im Trüben zu sischen. Das Dokument, das ein^n Geheim befehl an die bolschewistischen Agenten in Wien enthält, beweist, daß die Komintern die Zeit gekommen sah, um durch planmäßiges Hervorrufen von Zwischenfällen mit Hilfe national getarnter Unruhestifter den Stein ins Rollen zu bringen, um nach diesem Vorspiel Unruhen zu entfesseln und die kommunistische Brandfackel zu entzünden. Das Dokument beweist aber auch, daß der Kommunismus durch eine umfassende „Kleinarbeit" die Zersetzung aller politischen Institutionen in die Wege geleitet hatte, um der direkten Aktion die Bahn zu ehnen. Das Dokument hat folgenden Wortlaut: „Blatt 5/38. Am 28. 2. 1938. 1. Jungvolkabzeichen! Diese Abzeichen sind unbedingt zu beschaffen und im angegebenen Sinne zu verwenden. 2. Bei den Aufmärschen, Demonstrationen usw. haben sich die Störungsgruppen unauffällig unter die Zuseher zu mengen und bei passender Gelegenheit i n „heil- Schuschnigg!"- und „Pfui- h i t l e r!"-R u f e auszubrechen. Schlägereien sind unbedingt anzunehmen. Bei Verhaftung unbedingt auszugeben als Razigegner und Anhänger von Schuschnigg. Legitimationen der Vaterländischen Front bei sich tragen und bei Verhaftung vorweisen. Der Beobachtungsmann der Störungsgruppe hat an die Stelle IV sofort eventuelle Verhaftungen weiterzuleiten, damit dagegen einge- fchritten werden kann. 3. Vor Geschäften, deren Inhaber Juden sind, sind die Störungen so durchzuführen, daß nur aufRazigefchlof- sen werden kann. Rach den Störungen sofort verschwinden. Bei der Nationalsozialistischen Partei hat eine rege Werbetätigkeit eingesetzt, es ist daher leichter denn je, in diese Kreise einzudringen. Jeder kommunistische Parteimann hat die Pflicht, dies ohne Zögern zu versuchen. Jeder gelungene Eintritt ist sofort zu melden, die Zersetzung hat sofort nach Angabe d^s Blattes 26/1937 zu erfolgen. Besonders ist darauf zu achten: Herabsetzung der Vorgesetzten von SA. und ff, Verdächtigungen von unredlichen Geldoerwendungen durch Schar- und Truppführer sowie von feiten der Sturmführer, Beschuldigungen von Trunkenheit, Weiberaffären, Ehebruch usw. Nie direkt losgehen. Immer beginnen. Ich habe gehört... Unsere Schulungsredner haben unbedingt zu versuchen, diese Stellen auch in den Gliederungen der NS. zu erreichen. Es hat aber sofort mit der zersetzenden Arbeit an den NS.« Schulungsrednern zu beginnen. Richt in Debatten einlassen! Rur in kameradschaftlichen Zusammenkünften das Vorgetragene herabfehen, nicht den Inhalt, sondern den Wert als solchen. Verdächttgung: Der hat auch noch vor kurzem anders gesprochen usw. Rur wenn wir die guten Schulungsredner unmöglich machen, ist es auch möglich, die Unzufriedenheit weiterzutragen und den Boden vorzubereiten, daß unsere Genossen die Stellen besehen. Schlechte Schulungsredner sind zu unterstützen. Geld spielt in dieser Hinsicht keine Rolle. Man kaufe sich diese Leute durch Zechezahlen. Unter vier Augen ist jedem Recht zu geben. Nie aber in persönliche Streitigkeiten einmenqen. Alle Adressen und Ehargen der ff und SA. sind in der Kartothek bekanntzugeben. Dieses Blatt ist 24 Stunden nach Empfang an die Ausgabestelle zurückzugeben." Wollte Blum in Spanien eingreisen? Enthüllungen über einen französischen Interventionsplan. - Chamberlain sollte gestürzt werden. Paris, 25. März, Eine längere Schilderung, wie dke französische Regierung an einer Intervention in Spanien verhindert worden sei, veröffentlicht die oppositionell eingestellte Wochenschrift „Cyrano", der man die Verantwortung für die Richtigkeit allerdings überlassen muß. Es sei allgemein bekannt, so schreibt das Blatt, daß Negrin sowie der Vertreter Barcelonas und der sowjettusstsche Botschafter von Blum und Paul Boncour Versprechungen einer sofortigen Interventton in Spanien erhalten hätten. Am Montag, 14. März, sei alles bereitgewesen. Drei Divisionen der französischen Armee sollten die Pyrenäen überschreiten. Das Fliegerregiment von Toulouse habe Befehl erhalten, zum Start nach Bar- celcma bereit zu sein. Die Intervention sei nicht erfolgt, weil erstens der G e n e r a l st a b sich mit aller Kraft widersetzt habe. Die Generäle hätten erklärt, daß es ein schwerer Fehler wäre, die ftanzösische Ostgrenze zu entblößen und unter den gegebenen Umständen einen Teil der Artillerie und Luftstreitkräfte abzugeben. D a l a d i e r sei derselben Ansicht gewesen, und die Sitzung des Obersten Landesverteidigungsrates sei stürmisch verlaufen. Blum und Paul Boncour seien aber hartnäckig bei ihrer Ansicht geblieben. Hierauf habe General Gamelin dem Staatspräsidenten erklärt, daß mehrere Generäle entschlossen seien, im Falle einer Intervention in Spanien 3 u r ü cf - zutreten und ihre Grunde in einem zu veröffentlichenden Brief darzulegen. Gleichze-itig — und hierin decken sich die Enthüllungen des „Cyrano" mit dem am gleichen Tage veröffentlichten Leitartikel des „Jour — sei em englischer Schritt erfolgt. Das Londoner Kabinett habe den ftanzösischen Ministerpräsidenten wissen lassen, daß es sich einer Intervention in Spanien nicht anschließen würde und daß eine Entsendung französischer Truppen nach Barcelona den Bruch der französisch-englischen Solidarität bedeuten würde. Der englische Botschafter soll Lövn Blum erklärt haben, daß die Anwesenheit Paul-Bonco»rrs im Außenministerium die englische Regierung mit Beunruhigung erfülle. Gegenüber diesem Ultimatum habe Lüon Blum nachgegeben. Paul-Boncour Konrad Henlein fordert Neuwahlen! Logische Folge des sudetendeutschen Zusammenschlusses. Prag, 25. März. (DNB.) Unter dem Vorsitz Konrad Henleins trat am Freitag der Politische Ausschuß der Hauptleitung der Sudetendeutscken Partei in Prag zusammen. Bei dieser Gelegenheit hielt Konrad Henlein ein wichtige politische Rede, in der er u. a. ausführte: Die endgültige Einigung der gesamten sudetendeutschen Volkskräfte konzentriert den Willen von 1 600 000 deutschen Wählern auf ein einheitliches politisches Ziel und bringt diesen Willen durch eine Volksvertretung von insgesamt 81 Parlamentariern zum Ausdruck. Die Sudetendeutsche Partei ist demnach die weitaus größte Partei des Staates. Die vollzogene Einigung ist aber nicht nur eine Angelegenheit des Sudetendeutschtums, sondern ebensosehr, eine Angelegenheit des tschechischen Volkes, des Staates und jener europäischen Mächte, die durch Interessen ober Verträge an den Vorgängen innerhalb der Tschechoslowakei interessiert sind. Die Einheit unserer Volksgruppe verändert in einem entscheidenden Ausmaß die Struktur der innenpolitischen Verhältnisse und verleiht den Sudetendeutschen die Bedeutung eines politischen Kraftfeldes, von dem entscheidende Wirkungen auf das künftige Schicksal des Staates aus- ftraylen müssen. Es ist Sache des tschechoslowakischen Volkes, dies zur Kenntnis zu nehmen und danach zu handeln. Ich fordere daher fürs erste die Ausschreibung von politischen Wahlen in allen gesetzgebenden und verwaltungstechnischen Körperschaften! Nach Recht und Gesetz soll allen Staatsbürgern, vor allem den Sudetendeutschen, die Gelegenheit geboten werden, zu den Ereignissen der letzten Wochen Stellung zu nehmen. Ich erhebe diese Forderung, weil ich der gesamten Welt beweisen will, daß die Einigung der Sudetendeutschen keine Angelegenheit des Augenblicks ist und ohne Zwang herbeigeführt wurde. Darüber hinaus aber geht es um die große Entscheidung, ein politisches S y st e m zu liquidieren, das dem Sudetendeutschtum eine unendliche Fülle von Not und Leid sowie politischer und wirtschaftlicher Rechtlosigkeit gebracht hat und beseitigt werden muß Ich warne aber gleichzeitig die tschechoslowakische Oeffentlichkeit davor, in diesem historischen Augenblick bedenkenlos einer verantwortungslosen Hetzpresse zu folgen, die nichts anderes will als die Aufrechterhaltung einer verhängnisvollen Jllufions- politik, die über kurz ober lang zusammenbrechen muß. habe in verschiedenen Unterredungen mit dem Svwjetbotschafter die Frage geprüft, wie der englische Widerstand gebrochen werden könnte. Der Sowjetboschafter habe erklärt, daß man das Kabinett Chamberlain stürzen müsse. Hierauf fei ein Komplott geschmiedet worden, um Chamberlain zum Rücktritt zu zwingen. Am Quai d'Orsay sei von Comert ein Feldzug von falschen Nachrichten und alarmierenden Gerüchten in die Wege geleitet worden. Lloyd George sei von Löon Blum nach Paris gebeten worden, um den Angriff gegen das konservative englische Kabinett vorzubereiten. Wenn diese Verschwörung gelänge, gäbe es Krieg. Wenn sie Schiffbruch erleide, würde sich die enblisch-franzöfische Freund- schäft abkühlen. In beiden Fällen, so schließt „Cyrano", würde Frankreich aber verlieren. Der „Jour" berichtet von einem Vorfall, der sich am 16. März 3Ugetragen haben soll. An diesem Tage habe Ministerpräsident Blum dem Außenminister Paul-Boncour und dem Kriegsminister Daladier den Befehl erteilt, alle Maßnahmen z u treffen, um zwei voll ständige Divisionen der ftanzasischen Armee nach Barcelona zu entsenden (!). Die englischen Nachrichtendienste hätten im letzten Augenblick von diesen Plänen erfahren und das brittsche Kabinett habe daraufhin die Regierung Blum davon in Kenntnis gesetzt, daß England jeoe mllitärische Einmischung in den spanischen Bürgerkrieg, dessen Ausgang keinem Zweifel unterliege, als eine Unklugheit betrachte. Maßvoll und vorsichtig. Schon die ungewöhnlich lange Vorbereitungszeit der Rede des englischen Ministerpräsidenten Chamberlain und die von ihm veranlaßte mannigfache Ueberprüfung sowohl durch die einzelnen Kabinettsmitglieder als auch durch die Regierungen der Dominiens ließen darauf schließen, daß der englische Regierungschef erheblichen Wert darauf legte, kein europäisches Porzellan zu zer- schlagen und vielleicht gar nach verschiedenen Seiten hin abwiegelnd zu wirken. Der endgültige Text, wie er dann im Unterhaus vorgetragen wurde, betätigt im großen ganzen die Erwartungen. Ohne etwas wesentlich Neues oder gar Sensationelles zu sagen, hat Chamberlain alle von ihm berührten Probleme mit dem ersichtlichen Bemühen um Zurück - Haltung behandelt. Das besagt nicht, daß es ihm gelungen wäre, den gerade im letzten Augenblick vorliegenden Notwendigkeiten gerecht zu werden, so etwa bei der Behandlung des deutsch-tschechischen Problems. Es muß hier ganz unmißverständlich ausgesprochen werden, daß dieses Problem ganz einfach Sudetendeutsche heißt, so und nicht anders. Wir verzeichnen gewiß gern, daß Herr Chamberlain in der Frage des Suoetendeutschtums den Tschechen ein paar sehr vorsichtige gute Worte gegeben hat. Aber diese Worte waren eben zu unverbindlich, als baß man sie in einem Lande beachten könnte, bas auf allgemeine Ermahnungen solcher Art noch niemals merklich reagiert hat. Ebenso scheint uns Herr Chamberlain das eigentliche Wesen der deutsch -- österreichischen Vorgänge zu verkennen, obwohl die natürliche, d. h. unvoreingenommene Erkenntnis von der logischen Folgerichttgkeit der Revolution in Oesterreich gerade bei einem so um sachliche Kühle bemühten Beurteiler hätte naheliegen sollen. Wie kann man heute plötzlich von „Beunruhigung" sprechen, wenn man in den Jahren vorher oft und ost gerade das österreichische Problem als einen der gefährlichen Unruheherde in Europa bezeichnet hat! Bei Beseitigung dieses Unruheherdes durch das geschichtlich, politisch und blutmäßig bedingte Zusammenwirken Gesamtdeutschlands wäre mm« bestens ein Wort einsichtigen Dankes wohl am Platze gewesen. Die von dem ftanzösisch-ttzhechisch-sowjetrussischen Block so dringlich erstrebte Blanko-Garantie für die Tschechoslowakei lehnt die Regierung Chamberlain ab. Aber scheint es nicht, als ließe sie sich eine Hintertür offen, wenn sie in dieser Rede des Ministerpräsidenten zweimal auf die Ausbreitungsmög« lichkeiten eines etwaigen europäischen Krieges Hinweisen zu müssen glaubt und sich zudem auf Grund früherer Edenscher Auslegungen bis zu einem gewissen Grade freie Hand für die Entscheidung von Fall zu Fall voebehält? B. R_ In Eilmärschen auf Lerida. Die bolschewistischen Stellungen im Alcubiurre-Gebirge umzingelt. Bilbao, 26. März. (DNB. Funkspruch.) Wie aus dem Heeresbericht vom Freitag hervorgeht, setzten die nationalen Truppen nach Niederringung zahlreicher schwerbefestigter bolschewistischer Stellungen ihren Vormarsch im nördlich en Aragon in Eilmärschen in Richtung auf Lerida, der Hauptstadt der gleichnamigen katalanischen Provinz, fort. Die Truppen des nördlichen und südlichen Kampfabschnittes der Huesca-Front konnten westlich von Sarimena die Verbindung miteinander Herstellen, wodurch das gesamte Gebirge mit seinen wichtigen sowjetspanischen Stellungen e i n geschlossen ist und allmählich gesäubert werden kann. Bei Huesca breiten sich die Nationalen strahlenförmig, insbesondere längs der Hauptstraße nach Barbastro und Lerida, nach Osten aus. Am Ebro stehen die Truppen des Generals Pague nach der Einnahme des wichtigen bolschewistischen Stützpunktes B uj al a ro z nur noch 70 Kilometer von Lerida entfernt. Auch im südlichen Aragon konnte südlich von Alcaniz der Vormarsch überraschend fortgesetzt werden. Hier stießen die nationalen Truppen im Abschnitt Alcorisa bis über den Oberlauf des Guadalope-Flusses in Richtung auf die Hauptstraße Alcaniz—Valencia vor und eroberen das Städtchen C a st e 11 a. Aus aller Welt. Oer „Ourchbruck" verboten. Berlin, 25. März. (DNB.) Auf Veranlassung des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda ist die in Stuttgart erscheinende Zeitung „Durchbruch", Kampfblatt für deutschen Glauben, Rasse und Volkstum, unbefristet verboten worden. Riefenschaben durch verbrecherischen Leichtsinn. Das Großfeuer auf dem Rostocker Stadtgut Schmarl, bei dem mit vielem anderen Volksver- mögen auch 40 Rinder und 165 Schafe umkamen, ist nach Mitteilung des Polizeipräsidiums durch Rauchen in der Nähe eines Strohhaufens entstanden. Der Schuldige, ein wegen solchen leichtfertigen Verhaltens schon mehrmals verwarnter Obermelker, wurde verhaftet. Wetterbericht Eine Tiefdrucksttömung hat sich am Freitag über die Nordsee entwickelt und hat unter lebhaften auffrischenden Winden kältere Luftmassen nach Mittel» europa einströmen lasser^ Der Temperaturrückgang wurde in den heimischen Gebirgen so stark, daß die besonders in der vergangenen Nacht auftretenden Niederschläge in Höhen über 800 Meter als Schnee fielen, Aussichten für Sonntag: Wechselnd bewölkt, besonders im Bergland zeitweise kühle Schauerniederschläge, lebhafte Nordwestwinde. Aussichten für Montag: Fortdauer der unbeständigen und kühlen Witterung. Lufttemperaturen am 25. März: mittags 19,9 Grad Celsius; abends 14,6 Grad; am 26. März: morgens 3,1 Grad. Maximum 20,2 Grad, Minimum heute nacht 2,1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 25. März: abends 10,9 Grad; am 26. März: morgens 8 Grad. — Niederschläge 2,5 mm. — Sonnenscheindauer 8,4 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. II. 38: 10 788. Druck und Verlag: Brühlsche Univerfitätsdruckerei R. Lange, K «G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. BEVAULIN W Ni, Jwar der L^Ptember n & ff“ ld> seine M ■sa Sä *■ »en.? ' StV^I-ier !&•$£ äs*;* ®ör. W J°jQn seines WiL^in niin/Lm der 1 LKü &S?; N-s- er if«. ^e>n qn *ÄIiei »erben9®.'It bi, dulden«u "‘’ne«A> Sii wird. äI- Orae seits Li Qber »-«!,?> tt pn tej ^ich drei Angehörigen ist. Und auf diese Freiwilligkeit verzichtet die HI. nicht. Sie ist die unabänderliche Grundlage ihrer Arbeit und ein Garant dafür, daß die HI. bleibt, was sie ist: eine Jugendbewegung reinster nationalsozialistischer Prägung und kein bürokratischer Karteiapparat. Keme unbilligen Sortierungen. Das Jungvolk ist die jüngste nationalsozialistische Organisation. Der 20. April als Tag des Eintritts bedeutet mehr als die Zugehörigkeitserklärung zu einer Formation — es ist der Taag der Ueber- nahme erster nationalsozialistischer Pflichten. Daß sich diese Pflichten nach der Art und besonderen Lagerung des jugendlichen Geistes und seines Auffassungsvermögens richten — daß also nichts Unbilliges verlangt wird — ist selbstverständlich. Das Jungvolk ist eine Organisation, in der strenger Dienst und disziplinäre Pflichtauffassung sich den Gesetzen jugendlichen Lebens unterwerfen und auf eine ideale Weise mischen. Der Junge will und muß sich austoben in diesen Jahren seines Lebens, will feine unbelastete Dorstellungswelt erfüllt sehen. Er denkt nun einmal mehr als in späteren Jahren an Erleben und verfügt über eine bilderreichere Phantasie als der Erwachsene. Diesen Drang des jungen Menschen bringen wir in eine Form, die es ihm gestattet, in dieser wichtigen Periode seines Lebens natürlich zu leben, und die es uns möglich macht, ihm die Grundbedingungen neuer weltanschaulicher Auffassung nahezubringen. So wachsen Jungen und Mädel fast unbewußt in die nationalsozialistische Welt hinein! Nach fünfjähriger Erfahrung in der Jungvolkar- beit kann wohl mit Recht gesagt werden, daß das Jungvolk e i ne Formation der organisierten Lebensfreude ist. Hier erfolgt des Jungen und Mädels erste größere Berührung mit weiteren Lebensräumen. Hier ist der Schmelztiegel, in dem Jungen und Mädel aller Stände ineinanderwachsen. Hier wird demgemäß der Grundstein gelegt zur späteren Volksgemeinschaft. JungLN und Mädel werden nicht mit einseitiger, handgreiflicher Politik in Berührung gebracht! Aber es ist ja schon politisch, weil für die Zukunft des Volkes wichtig, wenn Jungen und Mädel im ersten Gemeinschaftsbund ihres Lebens lernen, auf sich selbst angewiesen zu sein. Das Jungvolk ist nicht da, um den Zehnjährigen eine besondere Art des Lebens beizubringen, sondern um ihnen die Möglichkeit zu geben, ihr Leben in voller Unbeschwertheit, Fröhlichkeit und Gesundheit zu leben, geleitet von verständigen, jungen Führern, die diesem Leben allererste grundpolitische Begriffe beigeben. Kameraden als Führer. In nunmehr fünf Jahren fortdauernder Aufbautätigkeit hat die Hitler-Jügend einen wahrhaft großzügigen Apparat geschaffen, der allein der Sicherung dieses Lebens gilt. Es find zahlloseHeime gebaut worden, die von Tag zu Tag Deutschland in einem immer dichteren Netz umspannen. Tausende von Jugendherbergen, der HI. unterstellt, sind den Angehörigen des Jungvolks und der HI. wichtige Mittel der Schulung und des Erlebens, Sportplätze und Sportlehrer stehen zur Verfügung. Es werden Leistungsprüfungen ausgeschrieben, Lager veranstaltet, deren Teilnahme so geringe Unkosten verursacht, daß auch jeder Junge daran teilnehmen kann. Der gesundheitliche Wert dieser Sommerlager ist ärztlich registriert und der Oessentlichkeit längst bekannt. Wo in der Welt gibt es hierfür auch ein nur annäherndes Gegenbeispiel? Der großartige Beweis für die Berechtigung der Jungvolkerziehungsarbeit ist, daß es gelungen ist, einen neuen Erzieher- und Führertyp Her zu uns! — (Aufnahme: Baumann.) zu schaffen. Man kann heute von dem Jungvolk- und dem HJ.-Führer sprechen, der aus der Fülle seiner Arbeit herausgewachsen ist, legitimiert durch seinen eigenen idealistischen Auftrag. Er wird für seine Arbeit nicht bezahlt und wenig gelobt. Wie sicher steht doch jene Arbeit, die daraus verzichten kann! Es ist kein Erwachsener, der Jungen und Mädel oorsteht, es ist ein oftmals gleichaltriger Kamerad, der mit feinen Jungen eine feste, unlösbare Gemeinschaft bildet. Der Zehnjährige, der sich interner Dienstwilligkeit und in seinem Eifer von allen anderen auszeichnet, hat damit die Möglichkeit, selbst zum Führenden, d. h. zum Vorbild zu werden. Das ist der Sauerteig der Jugendbewegung! Vorherrschaft der Leistung? In der Hitler-Jugend findet der junge Mensch ein Feld der Bewährung und der Prüfung für sich und seine Veranlagungen. An der Fülle der vielseitigen Arbeiten und Ausgaben der Hitler-Jugend bilden sich die Persönlichkeiten, denen der Lebenskampf späterer Jahre nicht mehr schwer fallen wird. So geht eine direkte Linie von der Freiwilligkeit des Eintritts in die Jugendbewegung zur Freiwilligkeit der Leistung in ihr. Sie ist eine Charaktereigenschaft der HI. Alle Impulse ihrer Arbeit und alle Erfolge kommen aus der spontanen Selbstverständlichkeit dieser Grundeinstellung. Deshalb muß jeder Jahrgang, mit dem sich die HI. erneuert, mit den gleichen Fahnen der Freiwilligkeit in sie hin- einmarschieren! H. R. M Schwung geht alles? „Mehr Schwung dahintersetzen?" feuerte Ulrich den dicken Heinz an. Wie der da angerannt kam, als wollte er den ganzen Kasten in Grund und Boden springen? Dabei setzte er sich doch jedesmal nur auf die Mitte und sah dann ganz hilflos um sich- r X „Du nimmt Anlauf wie ein Löwe und springst wie ein Mops! Paß mal auf — ich mache es dir noch mal vor!" sagte Ulrich, nahm Anlauf und fegte mit einem Satz längs über den Kasten. Heinz stand mit offenem Munde da. Das sah ja so leicht aus! Er nahm sich zusammen, er mußte es einfach schaffen. Die ganze Jungenschaft kam über den Kasten, nur er nicht. Nochmal — Anlauf, und dann sprang er mit geschlossenen Augen einfach in die Lust hinaus und brummte natürlich auf die bewußte Ecke des Kastens auf. Aber er war hinüber! Der Vuhi, der Wellensittich. Butzi war der vierte von sechs Geschwistern. Erst im September machte er seine ersten Kletteroersuche in den Zweigen und Bäumen des Ausfluges, da sich seine Mutter nicht sonderlich geeilt hatte. Er konnte wohl stolz auf seine Abstammung fein, denn schon fein Großvater war der beste und von seinem Besitzer oft gepriesene Vertreter seines Stammes. Butzi aber zeigte von alledem anfangs nichts, denn er war das, was man unter einem frechen Lümmel versteht. Er tobte in den ersten Tagen derartig im Käfig umher, daß man an ihm nichts von seiner angeblich guten Abstammung bemerkte. Wahrscheinlich aber dachte er sich das erlauben zu dürfen, weil er ja in jeder Hinsicht eine Ausnahme machte. Er hatte nämlich nicht wie seine anderen Geschwister ein blaues, sondern ein weißes Federkleid, woran ohne Zweifel seine Mutter schuld war. Aus diesem Grunde hatte er auch die Blicke seines Pflegers auf sich gelenkt und schließlich seinen Einzpg in der Wohnung gehalten. Hier war es nun, wo er sich anfangs wie wild gebärdete. Aber dieser Uebermut legte sich in dem Augenblick, als man ihm die Flügel stutzte. Vorbei war es mit dem Freiheitsdrang und der Rumtollerei. Damals dachten wir alle, daß er nun nie mehr zahm werden würde, weil er von dem Tag an sehr scheu wurde. Aber Gott sei Dank hatten wir uns gründlich getäuscht. Sein Wesen änderte sich vollkommen, und er ist augenblicklich der Liebling der ganzen Familie. Allerdings ist die Frechheit dieselbe geblieben. (Doch werden wir auch sie mit einem kleinen Seufzer dulden.) Nun ging die Sache aber nicht so glatt und ohne alle Sorae oonstatten, wie es hier beschrieben wird. Seine Menschenscheu verlor er damals, das ist richtig, aber trotz eifriger Bemühungen unsererseits wahrte er immer einen gewissen Abstand, wenn ich mich mal so ausdrücken darf, und drohte ein Einzelgänger zu werden. Da, nach ungefähr drei Wachen geschah das Wunder. Wie mit einem Schlage wurde Butzi zutraulich uni) schloß sich von Tag zu Tag mehr an uns an. Bloß feine Angst vor dem Finger ließ nicht nach. Und das Eigenartige an der Sache ist nun, daß wir uns, da wir den Fall ja als verloren betrachteten, nicht mehr um ihn kümmerten und er deshalb ganz ohne unser Zutun zahm wurde. — Wir kümmerten uns nicht mehr um ihn — mag vielleicht etwas herzlos klingen; aber es soll damit nur gesagt fein, daß wir alle weiteren Bemühungen, ihn zum Sprechen zu bringen, aufgaben. Um so größer war dann natürlich die Freude, als sich eine vollständige Wandlung mit ihm vollzog. Doch, wie schon gesagt, schwankte er immer wieder, ob er sollte oder nicht, bis er sich dann endgültig entschloß, das Einsiedlerleben aufzugeben. Don dieser Stunde ab wurde Butzis Anhänglichkeit Tag für Tag größer und mit ihr die Lust, das, was wir ihm vorsprachen, so lange zu versuchen, bis es klappte. Das erste war selbstverständlich sein Name. Als er diesen in allen Variationen beherrschte, (ernte er allmählich sich selbst zu beschimpfen, indem er mit dem größten Vergnügen „Du böser Butzi" sagte. Auch nur den Namen allein schwatzte er so oft hintereinander, bis ihm die Luft ausging. Als sein größtes Vergnügen aber betrachtet er es, uns auf den Köpfen herumzutanzen. Hier ist es nun nicht im bildlichen, sondern im wirklichen Sinne gemeint. Als seine Pflicht und Schuldigkeit betrachtet er es, uns bei jeder Mahlzeit durch feine Gegenwart zu erfreuen, und zwar macht er dann seine Runde vom einen zum anderen, knabbert hier ein bißchen und dort ein bißchen und kehrt endlich gefättigt, nachdem er erst noch feine Visitenkarte abgegeben hat, in seine Behausung zurück. Hier kauderwelscht er dann noch eine Weile allerhand Zeug zurecht, woraus ein gewöhnlicher Sterblicher aber nicht fing wird. Butzi ist durchaus kein Sprachgenie und wird wohl auch nie eins werden; doch liegt das hauptsächlich daran, daß wir aus Zeitmangel uns zu wenig mit ihm beschäftigen, was ja nun meiner- Ansicht nach einmal das Wichtigste ist. Aber das verlangen wir ja auch gar nicht von ihm, sondern er soll nur allein durch sein niedliches und anhängliches Wesen Freude ins Haus brinaen und in immer mehr Menschen die Liebe zum Tier erwecken. Das ist meiner Meinung nach eine sehr schöne und lohnende Aufgabe, bei der der Mensch nichts helfen kann, und die wir ganz und gar unseren Freunden überlassen müssen, ganz gleich, ob sie nun befiedert find oder nicht. K. Gravert, Giessen: Zunomadel, viel zu klein? Als sie neulich mit Vater und Mutter, Rudi und Gerd zur Großmutter fuhr, hatte der Schaffner an der Sperre gemeint: „Das stimmt doch wohl nicht. Die Kleine ist schon zehn Jahre?" „Doch, seit vorigen Sonntag." Sie war empört und reckte stolz ihr Stupsnäschen in die Luft. Rudi hatte natürlich wieder Grund zum Lachen. „Siehste, bist doch unser Kleines, wirst noch nicht für voll angerechnet. Vater braucht wirklich nur die Hälfte für dich zu bezahlen." Ja, und nun war es März geworden, und das Zeichen an der Wohnzimmertür, das „Knirps" dort heimlich in Höhe ihres Kopfes angebracht hatte, war immer noch an derselben Stelle, obwohl sie in der Turnstunde bei Fräulein Graupel besonders eifrig die Körperschule übte. Es war eben nichts zu machen, sie würde wohl immer so klein bleiben. Seit Wochen war Knirps jetzt in großer Aufregung. Immer stak sie bei der Hedi, ihrer besten Freundin, die doch schon ein Jahr in der Jungmädelschaft war und ihr vom Dienst, vom Lager und von Fahrten zu erzählen wußte. Aber immer, wenn sie zuhause auf die Jungmädel zu sprechen kam, knurrte Vater etwas von „viel zu klein und zart", Mutter zuckte auch nur mit den Schultern, und mit den Brüdern konnte man erst recht nicht über die Sache reden. Wie sollte das bloß werden! „Und überhaupt", hatte Vater erst gestern gesagt: „Ich habe mich genau erkundigt. Da gibt es noch so eine Iungmädelprobe, die du doch bestimmt nicht schaffft. Mutter wird dem Arzt bei der Untersuchung schon vorher raten, es wäre wohl das beste, du würdest noch ein Jahr zurückgestellt." Am liebsten hätte sie da geheult, aber das hals erst recht nichts. Nicht weit von der Wohnung ihrer Eltern lag das Jungmädelheim, dicht an einem herrlichen Sportplatz. „Es ist einfach vorbildlich", hatte Hedi gemeint. Also die Hedi mußte mal wieder herhalten. „Wenn du mir nicht gleich sagst, wie das mit der Iungmädelprobe ist, dann bist du meine Freundin nicht mehr." Hedi war sprachlos, sie sah aber, daß Knirps ernst machte, und daß. ihre Sorgen auch nicht so unberechttgt waren, wußte sie. Tagtäglich sah man die beiden nun zusammen. Was sie immer unternahmen, erfuhr niemand. Bis zu dem Tag, da groß in der Zeitung stand: „Die Meldestelle Bismarckplatz ist eröffnet!15 2ln diesem Tag war es beim Mittagessen so still wie noch nie. Knirps ließ das Gespött der Brüder mit wahrer Lammsgeduld über sich ergehen, so daß Mutter schon fürchtete, daß ihre Kleinste krank sei. Dann schellte es an der Tür, und Knirps ließ vor lauter Aufregung den Teller, den sie gerade abtrocknete, fallen. Auch das noch. „Aber Ursula! Ich glaube, mit dir ist doch etwas nicht in Ordnung." Damit wischte die Mutter ihre Hände sorgsälttg ab und ging hinaus, um nach dem Gast zu sehen. Knirps ging inzwischen in der Küche auf und ab, griff einmal zur Türklinke, ließ es aber bann wieder fein. Nein, lauschen wollte sie doch nicht. Wenn Hedi es bloß richtig machte. Plötzlich erscholl es laut und eindringlich vom Wohnzimmer her: „Knirps!" t Sie eilte hinüber, das Gesicht rot vor Aufregung. „So, jetzt machst du mal schleunigst eine Rolle rückwärts auf dem Teppich!" Vater machte ein ganz ernstes Gesicht, heimlich zuckte es aber um seine Mundwinkel. Mutter nickte ihr leise zu, und Hedis Gesicht strahlte. Also los! Es klappte fabelhaft. „Donnerwetter!" Vater zupfte ihr am Ohr, „bann bitte Mutter, daß fie heute nachmittag um fünf Uhr mit dir zur Anmeldestelle geht. Und daß ihr mir nicht wieder solche Geschichten macht und heimlich auf dem Sportplatz bei jedem Wetter herumtobt." Nach der Anmeldung hat Knirps ganz energisch den Strich an der Stubentür weggewischt. Also doch nicht zu klein! dicke Heinz rappelte sich auf und staunte über seine Glanzleistung. Ulrich lobte: „Na siehst du. Bloß mehr Mumm, dann wird es schon!" Nun ging es zum Reck. Da hing Heinz natürlich wie ein Sandsack und machte schlangenähnliche Bewegungen, um wenigstens einen Klimmzug zu schaffen. Die Jungenschaft stand lachend um das Reck herum und feuerte ihn an: „Los, Dicker, noch mal richtig Puste und Schwung nehmen!" Heinz wollte es ja so gern schaffen, aber das Reck war verflixt hoch, und erst als Ulrich nachhalf, kam er weniAtens mit den Beinen über die Reckstange. Da schwebte er nun oben, und es sah so aus, als würde er gleich wieder herunterkippen. Als einer von den Pimpfen meinte: „Auf der Stange sitzt ein Greis, der sich nicht zu helfen weiß!" — mußte Heinz selbst plötzlich mächtig lachen, so daß er das Gleichgewicht verlor und eine ungewollte Kniewelle zustande brachte. Sein Schwergewicht trieb ihn beinahe wieder hoch, aber Ulrich war gerade noch zur rechten Zeit da, um ihn vor einem harten Aufprall zu bewahren. Zuletzt erwartete die Jungenschaft noch eine Geräte-Hindernisbahn, die mit „Scherzartikeln" und vielen kleinen Ueberraschungen nur so gespickt war. Dabei baute der Jungenschaftsführer immer noch mehr Hindernisse ein, so daß selbst Klex mit der großen Klappe ziemlich schweigsam wurde. Und dann ging es los! Die wilde Jagd tobte über die Gerätebahn, und bald war Heinz wieder der Letzte. Als er sich durch den guergelegten Kasten hindurchgezwängt und fünfmal vergeblich versucht hatte, die Balancierstange entlangzulaufen, standen ihm noch die Klettertaue als größtes Schrecknis bevor. Das war ja auch beinahe zuviel verlangt. Er kam vier Züge hoch, und dann ging es einfach nicht weiter. Hilflos hing er an den Tauen, und die anderen scharten sich um dieses seltsame Schauspiel, bis Ulrich schließlich sagte: „Komm mal runter, Dicker, hast ja heute schon sowieso ein paar Kilo Fett verloren, und — Rom ist auch nicht an einem Tag erbaut worden." Heinz erklärte nach dem Wegtreten entschlossen: „Mensch, ich mach jetzt jeden Abend Freiübungen oder schaff mir einen Punktroller an, damit ich dünner werde!", worauf Ulrich lachte: ,Ls nich notwendig. Geht von ganz allein, wenn du nur jeden Turndienst richtig mitmachst und dich nicht mit irgendeiner Entschuldigung unter die „Krüppelgarde" mischst." Karlheinz. Kreuz und quer durch den Schwarzen Erdteil. Briefe von einer Afrika-Reise. Don Or. Paul Rohrbach. n. Constantine. Constantine, März 1938. Constantine hieß früher C i r t a und war die Hauptstadt des Königreichs Numidien. Man braucht nur an Masinissa und Juaurtha, an Scipio und an- dere Helden unsrer klassischen Lektüre zu erinnern, um jedem, der einmal die Schulbank des Gymnasiums gedrückt hat, Reminiscenzen aus der Sekunda und Prima wieder aufsteigen zu lassen. Der Name Constantine stammt von Constantin dem Großen, der Cirto, das wegen eines Aufstandes zur Strafe zerstört war, wieder aufbauen ließ und nach sich benannte. Der Platz ist eine natürliche Festung, wie es wenige auf der Welt gibt. Eine Schlucht von phantastischer Romantik und Wildheit, so tief, daß nicht einmal die Spitzen der Kölner Domtürme aus ihr hervorragen würden, umgibt einen Felsklotz, auf dem eine ganze Stadt Raum hat. Sie ist so gut wie uneinnehmbar, wenn der schmale Hals, der sie mit dem umgebenden Plateau verbindet, durch eine starke Befestigung geschlossen wird. Die Franzosen wurden, als fie nach der Eroberung von Algier hierher vorrückten, einmal blutig zurück- geschlagen. Als sie im nächsten Jahr, 1837, mit zehntausend Mann wiederkamen, fielen, bei wiederholten vergeblichen Stürmen, zwei Generale, Damr6mont und Perrögaux. Erst ein letzter heroischer Angriff unter Lammoriciöre — sein eindrucksvolles Denk- mal steht auf dem Bahnhofsplatz — führte zur Einnahme der gewaltigen Bastion, die den Zugang deckte. Constantine ist immer noch viel mehr (Eingeborenen ft oht als Algier. Die Frauen, die in Algier weiße Schleiertücher und Umhänge zur Verhüllung ihrer Gestalt tragen, gehen in Constantins schwarz und geben dem Bild der Bevölkerung eine finstere Note. Sehenswert ist der Palast der früheren Beys (Fürsten) von Constantine, die als Vasallen des Deys von Algier regierten. Das Gebäude hat zwei große Gartenhöfe, die mit ziemlich primitiven Fresken von der Hand gefangener Italiener geschmückt sind. Auch die schönen Majolikakacheln, mit denen ein Teil der Wände bekleidet ist, Arbeiten des 18. Jahrhunderts, stammen von geplünderten italienischen Schiffen. Im innern Hof ist in eine breite Nische ein Sitz für den Bey eingebaut. Hier saß der mächtige Mann mit untergeschlagenen Beinen auf seidenen Kissen, rauchte seine Wasserpfeife oder seinen Tschibuk und sah dem Tanz seiner entschleierten Frauen zu. Zur Rechten über der Szene war hinter einem hölzernen Gitter in einer kleinen Loge der Platz der Musikanten. Sie waren des Augenlichts beraubt, damit sie die entschleierten Frauen nicht sehen sollten. Nach der Einnahme von Constantine fand man im Harem des Bey 185 Frauen. Der nette französische Unteroffizier, der uns durch die Räume führte — er sprach auch etwas deutsch und machte einen guten Erklärer — erzählte, einmal habe, nach alten einheimischen Berichten, eine der Frauen aus Uebermut ein paar Züge aus der Pfeife des Bey geraucht, aber zur Strafe habe ihr dieser die Lippen abschneiden lassen! Das war Algerien, bevor eine zivilisierte europäische Macht es in Besitz nahm. Jetzt wohnt der kommandierende französische General in dem Palast des Bey und hat dort auch seine Büros. Die einstige Hauptmoschee, ein Bau aus dem 17. Jahrhundert, ist in eine christliche Kirche, die Kathedrale des Bischofs von Constantine, verwan- delt. Sie hat sieben Schiffe, die durch Hufeisenbögen tragende Marmorsäulen von einander getrennt sind. Durch die schmalen, bunt verglasten Fensterschlitze fällt nur wenig Licht in den Raum, dessen prachtvolle Majolika-Wandverkleidung man mehr ahnt als sieht. Die gegenwärtige Hauptmoschee der Muhammedaner ist viel einfacher. Wie üblich, bekommt man beim Eintritt lederne Pantoffel über die Schuhe gezogen, damit man nicht mit unheiligem Straßenstaub den geweihten Boden betritt. Charakteristisch für den Verfall des Geschmacks im Orient ist, daß schlechte und häßliche europäische Teppiche den Boden bedecken, auf dem die Gläubigen zum großen Freitagsgebet niederknien, das Gesicht nach Mekka gewandt. Voraus geht die rituelle Waschung am Brunnen im Hof der Moschee. In der Wüste, wo kein Wasser gibt, wird andeutungsweise Sand genommen. Der rechtgläubige Moslem betet fünfmal am Tage, sei es zu Hause, sei es auf der Reise, die im Koran vorgeschriebenen Gebete und hat dazu seinen kleinen besonderen Teppich mit einem Ornament, das mit der Spitze nach Mekka gelegt wird. Für Jeden, der Constantine zum ersten Male besucht, ist das große Erlebnis der Gang durch die Schlucht des Q u e d (Wadi) R h u m e l. Die Römer hatten, nahe dem Grunde, durch sie hindurch eine in den Felsen gehauene Straße geführt, von der aber nur Reste übrig sind. Heute geschieht der Rundgang hoch über dem grau schäumenden Wasser des Rhumel auf schmalen Galerien, die durch eiserne, in den Fels eingelassene Träger gestützt sind und ein festes Geländer haben. Die Wände des Canons sind vollkommen senkrecht. Das Wasser hat zwischen ihnen hohe finstere Tunnels durchgebrochen. Ihre Decke spannt sich, gleich natürlichen, aber für keinen menschlichen Fuß betretbaren Brücken in halber Höhe von Wand zu Wand über den Abgrund. Es ist ein aufregender Gang durch die wilde Szenerie. Von der Tunneldecke tropft das Wasser; sein Kalk- gehalt formt graue Stümpfe von Stalagmiten. Am Ausgang steigt man auf einer Felfentreppe wieder auf die römische Straße hinab. Von der senkrechten, 175 Meter hohen Wand gegenüber wurden in früheren Zeiten die Frauen hinabgeftürzt, denen Untreue gegen den Mann bewiesen war. Durch denselben Fels ist jetzt ein senkrechter Schacht für den Aufzug gesprengt, der den Besucher mühelos wieder nach oben zur Stadt befördert. An der Stelle, wo die alte, von den Truppen unter Lamoriciöre erstürmte, jetzt geschleifte Bastion stand, erinnert eine Tafel an den „Combat des geants“, den Riesenkampf von 1837! Naturschutz ist Volkssache! Der Schutz der wildwachsenden Pflanzen ist durch die Natürschutzoerordnung vom 18. März 1936 für das ganze Reichsgebiet einheitlich geregelt worden. Soll diese Verordnung in vollem Umfange wirksam werden, so ist es notwendig, daß die Kenntnis der geschützten Pflanzen in alle Kreise des Volkes getragen, besonders aber denjenigen Personen vermittelt wird, die für die praktische Ausübung des Schutzes in Betracht kommen. Dieser Aufgabe soll das Album der in Deutschland geschützten Pflanz e n dienen. (Herausgegeben von der Reichsstelle für Naturschutz, Berlin. Mit 72 vielfarbigen Kunstdrucktafeln nach naturgetreuen Farbzeichnungen von Kunstmaler Erich Schröder und 16 Seiten Text mit den gesetzlichen Bestimmungen. Steif kartoniert 4,50 Mark. Hugo Bermühler Verlag, Berlin- Lichterfelde.) Das Album wendet sich nicht an die Botaniker vom Fach. Für sie würde die bloße Aufzählung der geschützten Arten genügen. Ganz anders liegen die Berhältnisse bei Polizeibeamten, Zollbeamten, Forstschutzbeamten, Feldhütern usw., denen die Aufsicht in Wald und Flur, in den Grenzorten, auf den Märkten und in den Blumenläden obliegt, bei den nicht fachkundigen Mitgliedern der Wander- und Heimatvereine, die für den Schutz der Natur einzutreten gewillt sind, bei Eltern, Erziehern und anderen, die berufen und bereit sind, die Jugend mit den Aufgaben und Zielen des deutschen Natui> schutzes vertraut zu machen, aber nicht über ein größeres Maß pflanzerikundlicher Kenntnisse verfügen. Ihnen wird die in diesem Album bargebotene mit größter Akkuratesse getroffene naturgetreue mehrfarbige Silbroiebergäbe ein gutes Hilfsmittel sein. Wer sich durch Nachschlagen in diesem ausgezeichneten, ebenso sorgfältig zusammengestellten wie handlichen Büchlein von dem Aussehen der unter Schutz stehenden Pflanzenarten zuverlässig unterrichtet hat, der wird Kopfschmerzen, Druck über den Augen und andere Beschwerden. Vielleicht liegt ein Sehfehler vor ? Eine Brille hilft! Augenärztl. Verordnungen finden meine ganz besond. Beachtung. 633° Optiker a.Bahnhof Geller Lieferant auch Ihrer Krankenkasse. jederzeit in der Lage sein, den unserer heimischen Pflanzenwelt drohenden Gefahren zur rechten Zeit zu begegnen. , Polizeiliche Maßnahmen — so wünschenswert und notwendig sie sind — werden allein nicht genügen, um eine dauernde Sicherung der geschlitzten Pflanzenarten zu gewährleisten. Dieses Ziel läßt sich vielmehr nur bann erreichen, wenn ber Naturschutz zur Sache des ganzen Volkes wirb. Es sollten daher alle Möglichkeiten, die sich für die Belehrung weitester Kreise, insbesondere auch d e r Jugend, darbietön, ausgenutzt werden. In diesem Sinne wäre es erwünscht, wenn in den Schulen, in den Volksbüchereien, in den Jugendheimen und Jugendherbergen, in den Büchereien, der Wander- und Touristenvereine, in den Lesehallen der Sommerfrischen und Kurorte, in den kleinen Unterhaltungsbüchereien der Gasthäuser und Fremdenheime aufklärenbe Schriften wie dieses „Album" ausliegen könnten, dessen schöne Blätter zu betrachten für jeden Naturfreund ein hoher Genuß sein muß. MWM Unsere Zeichnung zeigt einen Teil ber Stabt Innsbruck gegen Osten gesehen. (Zeichnung Reimesch. — Scherl-M.) Gießener Gtadttheater. FriedrichForster:„DieWeibervonRedditz." Don Forster sahen wir zuletzt die Bearbeitung von Hebbels „Demetrius"-Fragment, in früheren Spielzeiten auch seine eigenen Dramen, das realistische Schülerstück „Der Graue", das Gustav-Wasa- Schauspief „Alle gegen Einen, Einer für Alle" und, als bas dichterischste unter ihnen, „Robinson soll nicht sterben"; sein letztes, „Die Weiber von Rod- bitz", ist ein Lustspiel im Kostüm von 1812, angeregt, wie Forster im Programmheft erzählt, von einem Eichenborff-Gedicht. ♦ Damit beginnt es auch, mit Orgelspiel in der Dorfkirche und romantischen Versen, ein melodramatisches Idyll aus den Befreiungskriegen. Aber bann wird es auf einmal ernst und kriegerisch: Napoleon braucht Soldaten, zwanzigtausend Mann für den Feldzug nach Rußland; also erhält mit vielen andern in Preußen auch ber Gutsherr Cicero August von Rebbitz eine königliche Order, die waffenfähige junge Mannschaft in seinem Bezirk zu mustern und auszuheben; es geht ihm sehr wider die Natur, aber er ist ein preußischer Standesherr und alter Offizier und muß gehorchen. * Es stünde schlimm um die junge Mannschaft im Dorfe, wenn die Weiber von Redbitz nicht wären. Zwar bie zweite Gemahlin des Gutsherrn ist ein Blaustrumpf, der Romane schreibt und Napoleon bewundert; mit der ist nichts los. Aber Elisabeth Charlotte, seine Tochter aus erster Ehe, und seine Schwester Olympia, bie sinb richtig und bringen gemeinsam den Kaiser Napoleon um sieben junge Männer aus dem Dorf, Elisabeths liebste Kameraden von Kindesbeinen an. Heber Nacht, ehe die Aushebung stattfindet, schafft Elisabeth sie alle heimlich nach Redditz, wo sie von ber bärbeißigen, aber herzensguten alten Tante Olympia unter die Fittiche genommen werden. * Elisabeth wird wegen ihres frechen und ungebührlichen Mundwerks von den Eltern ins Breslauer Töchterstift verbannt, aber unterwegs kneift sie mit ihrem Reisebegleiter und väterlichen Freunde, dem Schulmeister Sitter, aus und marschiert durch den dicken Rübezahlwalb nach Redbitz, wo sie mit Tante Olympia und bem Fähnlein ber sieben Aufrechten ein gerührtes und stürmisches Wiedersehen feiern. Redditz liegt abgeschieden, Napoleon ist weit, und Tante Olympia hält bie „sieben Zwerge hinter ben sieben Bergen" mit allerhanb Arbeit in Wald und Feld nach Kräften in Atem, damit nicht etwa einer von ihnen, jetzt wo ihr Schneewittchen und Oberanführer Elisabeth Charlotte wieder dabei ist, auf dumme Gedanken kommt. * Aber ber Prinz im Märchen ist keiner von ben Geretteten, wie man zuerst vermutet, fonbern er fällt ganz romantisch sozusagen vom Himmel, er schneit herein nach Redbitz in einer preußischen Uniform und heißt Leutnant Becker. Die Werber von Rebbitz denken schon, ber kommt vom Kaiser Napoleon und will die sieben Zwerge boch noch holen; aber mittlerweile hat sich das Blättchen gewendet, das russische Abenteuer endete schlimm, und diesmal ist es der alte Blücher, ber Solbctten braucht. Der soll sie haben. Und die Aufklärung des Mißverständnisses in ber Apfelkammer bes Gutshofes von Redditz geschieht so gründlich, baß die gute Olympia am Ende Elisabeth und den Leutnant ganz märchenhaft und lustspielhaft in zärtlicher Umarmung findet. * Das Stück ist aus einer löblichen und anständigen Gesinnung entstanden, aber die Fabel ist so klein, daß Forster mit sieben knappen Bildern — man merkt es vor allem im letzten — Mühe hat, ben Abenb zu füllen. Herr Neuhaus führte Regie; er lieh alle Szenen kräftig ausspielen und betonte die Gemütswerte wie bie idyllisch-ausmalenden Partien und allerlei heitere Episoben. Herr Löffler hatte stilgerecht unb stimmungsvoll bie Schauplätze geschaffen, befonbers hübsch die Dorfkirche, ben Rübezahlwalb und bie Rebditzer Apfelkammer. * Frl. Garbe war das jüngste ber Rebditzer Weiber, Elisabeth Charlotte, ein Mädchen, das ein Junge hätte werden sollen, mit einem burschikosen und höchst unromantischen Mundwerk begabt, eine kleine Patriotin mit stürmischem Temperament unb (im Notfall) sogar mit ganz weiblichen Krokodilstränen. Else M o n n a r b gab bie Tante Olympia, eine prachtvolle Person, ein goldenes Gemüt in harter Schale, ein rührend gutes, aber rauhbeiniges Gegenstück zum alten Blücher; so wird sie vorgestellt unb so war sie. Schwerer hatte es Frau Güngerich, denn bie Stiefmutter Cecilia ist ein weltfernes, empfindsames Frauenzimmer mit einem gefühlvollen Gänsekiel; aber sie wurde unheimlich lebendig. Don den übrigen sind der ganz eichendorffisch- schwärmerische Schulmeister (Herr Geiger), ber alte Cicero (Herr von Gschmeidler) und das nächtlich aufgescheuchte, von schrecklichem Verdacht heimgesuchte Pastorenehepaar (Frau Stirl und Herr Volck) zu nennen; dazu Herr Weiland, ein artiger Märchenprinz unb junger preußischer Kriegsgott; von ben übermütigen, jungen Flüchtlingen die Herren Schorn unb Di11mar. * Die Neuigkeit wurde mit Heiterkeit unb großem Beifall entgegengenommen. Hans Thyriot. Güdland. Äon Franz Schanwecker. Wenn die Götter heiter sind, bann ist ihre Heiterkeit von jener Art, in die Mozarts Werk getaucht ist. Die Spiele ber Götter gleichen den Spielen Mozarts mit ben Klängen ber Musik, die er einfängt in Rhythmus, Harmonie und Melodie feiner wie von ben Himmeln glänzend zurückgeworfenen Schöpfung. Gewiß: Wenn bie Götter einander necken, bann tun sie es in ber heimlichen Weise Haydns. Aber wenn sie zürnen, wenn das Schreckliche, das unendlich Quälende in ihnen erwacht und fie erschüttert — denn auch die Götter sind nicht vollkommen —, dann öffnet sich ber ungeheure Ad-- gründ Beethovens in ihnen, hämmernd von Ausbrüchen, glühend in den Flammen Lokis, flehend in den leidenschaftlichen Bedrängungen des Letzten, Unaussprechbaren. Walther von ber Vogelweibe sang in Tirol. Als seine Stimme in Norddeutschland vernommen wurde, sanken für einen Augenblick die Fäuste der Arbeit. Eine Stimme schwang sich ins Blut und verlor sich tief hinein und verstummte nie wieder. Eine unendliche Süßigkeit rief herüber. Es war keine südliche Verführung jenseits ber Alpen, wo bas Blut unterging in den lombardischen Ebenen — es war die goldene Lockung der Zugehörigkeit. Und dieselbe Stimme des Vogelweiders schlug Verse von härtester Wirklichkeit zu Erz unb warf sie klirrend in bie Kampfbahn der Zeit. Dieselbe Stimme, golden und ehern, süß und bittend, Südland. Die Politik ist keine Angelegenheit ber Willkür. Sie vollzieht sich gegen Berechnung und Plan, Wunsch unb Programm von tagesbestimmten Gruppen, Einzelmenschen, Jnteressengesellschaften. Sie rollt in ihrem geschichtlichen Ablauf ab nach ben inneren Gesetzen bes Blutes, des Geistes, ber Kulturgegebenheit, nach denen sie angetreten ist. Alle Widersprüche innerhalb ein und derselben Politik stehen in einer inneren Verbundenheit, die eine Polarität ist. Nur die Gegensätzlichkeit innerhalb ein und derselben Wesenhaftigkeit ist schöpferisch. < Die deutsche Wesenhaftigkeit hat viele Pole unb Gegenpole. Im Räumlich-Menschlichen zuckt eine Spannung von Norden nach, Süden, von Nord« deutschlano nach Süddeutschland. Von den Bergen am Südrande der deutschen Tiefebene geht der Blick nach Süddeutschland. Da stehen die Grenzpfähle im deutschen Land. Bei Bayern ist es aus mit Deutschland, unb da sprechen manche gegenüber dem „Saupreuß" von ben „weißen Hilfsvölkern". Darüber klingt das Lieb des Vogelweiders, tönt die wahrhaft unsterbliche Melodie Mozarts hallt ber gemarterte Trotz Beethovens. Manche reden von ber südlichen Unzuverlässigkeit; unb die Antwort rebet von Sturheit unb Kommandoschnauze im Norden. Dies alles sind Aeußerungen ber Oberfläche aus Anerzogenheit unb Gewohnheit. Wo bem einen das Schlendern erlaubt war, war bem andern bie Exaktheit befehlsmäßig einverleibt. Das eine war nicht ein Gewinn, das andere war notwendig. Darunter lag das Endgültige, das in Kleist und Mozart, Schiller und Haydn, Knobelsdorfs und Beethoven Stimme, Gestalt unb Sinn gewann und das Eigentliche ausdrückte. Darunter lag das Notwendige, das das Gemeinschaftliche war und es noch ist. Auf Beethoven antwortet Kleist. Haydn finbet in Eichendorff ein in Laub und Moos versickerndes Echo. Nur bie göttliche, ungetrübte Heiterkeit Mozarts scheint in sich allein beides zu vereinen. Zu Mozart kam der Norddeutsche nicht, denn er hatte zu viel zu tun, war zu sehr beansprucht. Aber keinem steht sein Ohr williger offen als Mozart. Er ist der Ausdruck einer norddeutschen Sehnsucht, die er nicht erfüllen konnte, weil fein Leben zu hart war. Vielleicht ist in dieser Einzigkeit Mozarts mehr Bindung und Zugehörigkeit als sonst irgend. Hier ist mehr Erfüllung norddeutscher Sehnsucht als in Italien. Hier ist in Rondo, Menuett unb Andante Gnade unb im letzten Akt bes „Don Giovanni" Fluch und Trotz, beides aus einer Seele. Eine Polarität ist vorhanden — unzweifelhaft! Größere Härte ist im Norden, aber auch größere Sehnsucht. Eine bereite, wartende Weichheit im Süden, unb sie wirb spröder, blickt sie zum Norden. In der Sehnsucht ist ein Wille, unb in ber Spröde wartet eine Sehnsucht. Es ist bie stärkste Polarität, bie hier ihr Kraftfeld ber Spannungen finbet: Das Element bes Weiblichen unb des Männlichen, deren jedes für sich allein nur bis zu einer gewissen Möglichkeit gelangen kann. Die inneren Vorsehungen für ein Wachstum ruhen in einer Vereinigung beider. Sie zu vollziehen ist eine Notwendigkeit aus dem deutschen Nationalismus. Deutschlands älteste Ostmark. Von Dr. Kranz Lüdtke. Es scheint ein Gesetz über Deutschland zu walten, daß jedem Niederbruch ein neuer, kraftvollerer Ausbau folgt und daß, was von uns getrennt ward, seine Wiedervereinigung findet mit Volk und Reich. Die deutsche Geschichte bietet für das Gesagte jede Bestätigung, und wir Lebenden erfuhren seine Richtigkeit in den Schicksalen der letzten zwanzig Jahre, vom Sturz des Zweiten bis zur Errichtung des Dritten Reiches, von der Versailler Vergewaltigung völkischen Rechts bis zum Anschluß Oesterreichs an das großdeutsche Volksreich Adolf Hitlers. In dem Zeitraum, den man die Völkerwanderung zu nennen pflegt, verloren wir die Weiten östlich des Elbstroms, uralt germanisches Land; fremde Gruppen wanderten hier ein, fremde Laute ertönten. Das Mutterland war eng geworden, dazu von äußeren Feinden bedrängt und durch Stammesgegensätze zerklüftet — scheinbar ohne politische Zukunft. Da war es ein deutscher Stamm, der als der erste jene Enge des Raumes sprengte, siedelnd Neuland für künftige Geschlechter gewann: der bayerische, er, der uns des Reiches frühe st e O st mark schuf. Das tapfere Herzogsgeschlecht der A g i l o l f i n - g e r war es, das im 8. Jahrhundert gegenüber den Slawen, die in das Alpengebiet eingedrungen waren, den deutschen Volksraum erweiterte. Mit der rodenden Axt, mit dem schürfenden Pflug wurde, man kann sagen: von den einzelnen Bauernhöfen aus, friedlich neuer Boden der deutschen Kultur erschlossen. Immer weiter siedelten sich die Bayern vor, bis ins kärtnische und steirische Land. Hand in Hand damit arbeitete von Salzburg aus die Mission; weltliche und geistliche, arundherr« liche und bäuerliche Siedlungen gaben diesen Gebieten das deutsche Gepräge, das ihnen noch heute eignet. Äugleich galt es, auf diesen vorgeschobenen Posten scharf Grenzwacht zu halten — Asien hatte bis hierher sein Schwert vorgestreckt, die Steppenreiter der Awaren, mongolischen Blutes, herrschten über das Donauland und bis tief in die Ostalpen hinein, als Herren der südslawischen Stämme. Es war ein harter Kampf, der zur Abwehr der sremdrassigen Raubscharen geführt werden mußte, und ein bitteres Los für den freiheitsstolzen Herzog Tassilo, als der Frankenkönig Karl ihm 788 sein Herzogtum entriß und Bayern der fränkischen Monarchie einfügte. In etwas anderer Form wiederholte sich hier das Schicksal der Sachsen und ihres Fürsten Widukind. So fiel nun dem Gesamtreich Schutz und Ausbau dieser östlichen Bastion unseres Volkstums. König Karl entzog sich seiner Aufgabe nicht; er zertrümmerte die awarische Macht und errichtete gegen Osten hin eine Reihe von M a r k e n , die der militärischen Sicherung des deutschen Hinterlandes dienten. Von ihm aus erfolgte nun eine erneute Besiedlung, vor allem längs der Donau und an den Gehängen ihrer Nebenflüsse. So wurde das Wiener Becken deutsch. Immer neuer Bauernnachschub kam; Bistümer, Abteien, die edlen Geschlechter des bayerischen Stammes und die freien Bauernschaften wetteiferten in der Erschlie- jchung des Landes. Es war eine gewaltige kolonisatorische Leistung, die von den Bayern vollbracht wurde. Burgen schützten das Land, Straßen erschlossen es. Die an sich spärliche slawische Bevölkerung ging aus der awarischen in die deutsche Hörigkeit über und nahm schließlich mit der Kultur und der Religion ihrer Herren auch deren Sprache und Volkstum an. Es muß indessen hervorgehoben werden, daß dem so erworbenen Gebiet durchaus die nordische Art des schöpferisch gestal- tenden Germanentums verblieb. Noch sollte die junge Ostmark schwere Notzeiten erleben. Das 9. Jahrhundert sah den Zerfall des Karolingerreiches, einen Kampf aller gegen alle, und endlich den Vorstoß wieder eines aus Asien heranbrausenden Reitervolkes, das jahrzehntelang der Schrecken Deutschlands, Oberitaliens und Westfrankreichs wurde: der Magyaren. Jetzt ging vieles von dem, was so mühsam gewonnen war, verloren, und unvergeßlich ist über ein Jahrtausend hinaus der heldische Schlachtentod des bayerischen Aufgebots und seines Herzogs Luitpol d im Jahre 907 bei der Verteidigung der deutschen Grenze. Erst die Schaffung eines starken Reiches unter König Heinrich I., dem Sachsen, brafyte die Wende. Sein gewaltiges Wehrprogramm, seine Aufrüstung, seine Befestigungs- und kavalleristische Maßnahmen, vor allem aber die durch ihn erzielte Einigung aller Deutschen führte zu dem großen Erfolg des Sieges über die Ungarn von 933: sein Sohn und Nachfolger Otto I. vollendete dann das Werk des Vaters durch den Sieg auf dem Lechfeld 955. Seitdem wurden die Ungarn seßhaft und nahmen in der Folge nordisches Blut in reichem Maße auf: sie ergaben sich der abendländischen Kultur und wurden ein europäisches Volk, das später selbst dazu berufen ward, Grenzwacht gegen Asien zu halten. Wie schon unter den Karolingern, so blieb auch unter den Ottonen der Gegensatz zwischen dem stolzen Bayernstamm und dem Reich ungelöst. Dies wurde unter Kaiser Otto II. verhängnisvoll; er wußte sich nicht anders zu helfen als durch Zerschlagung Großbayerns. Das war ja das Unglück des alten Reiches: die Kaiser trieben Rom- politik und ließen ihre eigentliche deutsche Königsaufgabe oft genug außer Acht. Um den Rücken frei zu haben, zerschlugen sie jede aufblühende Macht im Innern des Reiches. So zerbrach Otto II das großartige, zukunftsreiche Gefüge Bayerns, indem er dessen Marken herauslöste und zu eigenständigen Fürstentümern erhob. Unter dem fränkischen Dynastengeschlecht der Babenberger wurde auch die O st m a r k s e l b st ä n d i g — der Name „Ostarrichi" (Ostreich, Oesterreich) klang damals zuerst auf, und 1156 vollendete sich diese Entwicklung, indem Oesterreich die Rechtstellung eines Herzogtums erhielt. Nur für .kurze Zeit wurde die Trennung wieder aufgehooen und Bayern mit Oesterreich vereint; dann schied sie das Schicksal von neuem. Wenn wir bedenken, mit welcher Kraft damals das kleine Grenzland der Ostmark vorwärts drängte, ostwärts, immer wieder jungen Volksboden erschließend, so können wir ermessen, mit welcher noch erheblicheren Wucht, mit welch reicheren Mitteln, mit welcher gestraffteren Energie — und darum auch mit wieviel größerem Erfolge der ge- somtbayerische Stamm und ein ungeteiltes Bayernland seine osteuropäische Aufgabe in Angriff genommen und durchgeführt hätte! Aber das Kernland Bayern war aus den fruchtbaren Grenzbeziehungen zu dem donauländischen Vorfeld gelöst und wurde politisch mehr und mehr eingeengt, während seine einstige Ostmark die entgegengesetzte Entwicklung nahm und schließlich, unter den Habsburgern, zur deutschen Vormacht, ja, zur luropäijcheu Großmacht wurde. Der Weg, den die Habsburger gingen, der Weg des Imperialismus, des politischen Katholizismus, der Gegenreformation, mußte sich in letzter Linie gegen das eigene Volkstum auswirken; im 19. Jahrhundert versuchte Metternich im Großen, im 20. Jahrhundert Schuschnigg im Kleinen die Fortsetzung des Weges — beide scheiterten, weil es ein Irrweg war. Was aber trotz aller falschen Führung unvergänglich und unveränderlich blieb, das war die große geschichtliche Leistung der alten Ostmark, zu deren Bildung und Ausbau außer dem bayerischen Stamm auch das Blut und die Tatkraft der anderen deutschen Stämme beigetragen haben; das war Oesterreichs Grenzwachtstellung namentlich in den Türkenkriegen, das war vor allem sein unsterblicher Anteilan dem Geistesleben der Nation. In dem alten „Ostarrichi", der Ostmark des Reiches, wurde das Nibelungenlied neu geformt; hier erklangen die Weisen der Minnesänger, Dietmars des Alten. Reinmars des Alten, des Kürnbergers, Neidhards von Neuental, Reinmars von Zweier — hier jauchzte das selige Liebeslied und dröhnte der kämpferische Sang Walthers von der Vogelweide! Wenn politische Jrrführung die erste Ostmark des Reiches auch lange von der Einheit aller Deutschen fernhalten zu können meinte — gelungen ist es nicht. Stärker als die trennenden waren die einigenden Kräfte Oesterreichs; stärker als die Macht oolks- und lebensfeindlicher Programme war die Gewalt des Blutes, der Besinnung, der Kultur — und nicht der Verrat, sondern die Treue behielt den Sieg. Es war ein schmerzvoller Weg, den unsere Brüder gehen mußten; doch an seinem Ende erstand auch ihnen die wahre, im Volk gegründete Führung, die aus dem Irrweg den Weg zum Heil machen sollte. Eine seltsame Fügung war es, daß es einem Sohne jener alten, so oft umkämpften Ostmark beschieden sein sollte, zuerst Schöpfer eines neuen Reiches und dann Einiger des großdeutschen Volksreiches zu werden: Adolf Hitler. Was Jahrhunderte versäumt oder verhindert hatten, das Werk der Wiedervereinigung der Ostmark mit dem Reich — er begann und er vollendete es! Ihm werden noch die spätesten Geschlechter es danken, daß seine Heimat Oesterreich den Heimweg zu dem großen Deutschland fand. Elsa Brandström, der Engel von Sibirien Das Leben Elsa Brandströms, die am 26. März ihren 50. Geburtstag feiert, liest sich wie ein Roman. Wenn vom Heldentum der Frau mit Berechtigung gesprochen werden kann, so steht Elsa Brandström in der Reihe derjenigen Frauen, die durch ihre Taten größtes Heldentum bewiesen haben. Sie wurde in der alten russischen Hauptstadt St. Petersburg geboren, wo ihr Vater, der schwedische General Brandström, als Gesandter seines Landes eine hervorragende gesellschaftliche Stellung einnahm. Als der Krieg ausbrach, hielten es die Damen der Gesellschaft für ihre Pflicht, etwas gegen die Leiden des Krieges zu tun unb' einen Sanitätskursus mitzumachen. Sie hatten Gelegenheit, verschiedene russische Hospitäler zu besichtigen, und der Leiter des Kursus glaubte etwas Besonderes tun zu sollen, indem er den Teilnehmerinnen seine „Menagerie" zeigte. Damit meinte dieser Biedermann dasLagerdeutscher Gefangener. Was Elsa Brandström hier gesehen hat, schnitt ihr in die Seele, und fortan faßte sie den Entschluß, jedem bequemen Leben zu entsagen und sich in den Dienst der Gefangenenhilfe zu begeben. Sie wurde Delegierte des Schwedischen Roten Kreuzes und hatte zunächst in Petersburg reiche Gelegenheit, für deutsche und österreichische Gefangene Pflege und Erleichterung zu schaffen. Mit der Dauer des Krieges wuchs aber ihr Arbeitsfeld immer mehr. Medikamente, Wäsche und Kleidung mußten bis ins ferne Sibirien gebracht werden. Elsa Brandström folgte den Hilferufen, die in ergreifenden Worten aus dem ganzen Riesenreiche an sie kamen und reiste unter großen Strapazen bis nach Sibirien. In furchtbarer Kälte eilte sie von einem Lager zum andern und erwarb sich bei ihren Schutzbefohlenen den Ehrentitel des „Engels Sibiriens". Mit Hilfe des Schwedischen Roten Kreuzes leitete sie den Austausch schwer verwundeter Gefangener ein, sammelte immer neue Spenden und tat alles nur Denkbare, um helfend und lindernd zu wirken. Nach dem Ende des Krieges widmete sie ihre Kraft dem Hilfswerk für Kriegsbeschädigte und anderer Kriegsopfer. Elsa Brandström hat sich mit einem Buche über die Kriegsgefangenen in Rußland und Sibirien selbst ein Denkmal gesetzt, das ihr dann noch zum Ruhme gereicht, wenn alle Nöte und Folgen jener schweren Zeit längst vergessen sind. Im stolzen neuen Rathaus von Stockholm sind in wunderbaren Mosaiken die großen Männer und Frauen Schweden^ dargestellt. Mit Recht hat das schwedische Volk auch das Bild Elsa Brandströms an dieser Stelle verewigt. Sie lebt seit Jahren in Dresden und darf des Dankes des deutschen Volkes gewiß sein. Wie sieht es in der Wirtschaft aus? Mit der Bestätigung Dr Schachts in seinem Amt als Reichsbankpräsident auf weitere vier Jahre ist die Gewähr gegeben, daß die Führung der deutschen Geldmarktpolitik und die- Leitung des Kapitalmarktes durch den besten Kenner der Materie auch weiterhin auf einer Linie erfolgt, die die Erreichung der nationalsozialistischen Ziele sicherstellt. Natürlich ist es kein Zufall, wenn im gleichen Augenblick Dr. Schacht selbst in der Hauptversammlung der Reichsbank den Richtungswechsel in der deutschen Finanzpolitik bekanntgegeben hat, den man mit den Worten umreißen kann: Oeffentliche Finanzierung nur noch aus dem Staatshaushalt und aus dem Geldmarkt, d. h. also nicht mehr auf dem Wege der Wechselfinanzierung. Künftig wird die Finanzierung aller öffentlichen Aufträge also nicht mehr durch Wechsel finanziert werden, sondern entweder werden die Steuermittel ausreichen, oder es wird der Geldmarkt unmittelbar in Anspruch genommen, aber nur mit solchen Papieren, deren sofortige Einlösung nach kurzer Laufzeit feststeht, also beispielsweise mit sechsmonatigen Reichsschatzanweisungen, für die man bereits den Ausdruck „Lieferungsschätze" geprägt hat. Schacht hat selbst gesagt, der alte Weg habe nie als „endlose Straße" angesehen werden können. Nun zeigt sich deutlich der neue Weg. * Das größte deutsche Kreditinstitut, die Deutsche Bank, hat diesmal als letzte der Filialgroßbanken ihren Abschluß veröffentlicht. Die Rechnung legt Zeugnis von einer weiteren gesunden Aufwärtsentwicklung ab. Bei um 12 Millionen Mark gestiegenen Betriebseinnahmen haben die Mehraufwendungen für Steuern allein die Hälfte des Mehrertrages aufgezehrt und ein weiterer Teil ist in vermehrtes Personal und Handlungskosten gegangen, so daß der Reingewinn nur um 1,6 Millionen Mark gestiegen ist. Immerhin kann daraus die vorgeschlagene Dividendenerhöhung von 5 auf 6 v. H. finanziert werden. Das gilt um so mehr, als bi< Deutsche Bank auch diesmal wieder alle Gewinne sowie die Erträgnisse aus dauernden Be- teiliaungen zu Abschreibungen und Rücklagen verwendet hat und außerdem die gesetzliche Reserve um 3 Millionen verstärkt. * Deutschlands größte Gummireifenfabnk, die Continentalen Gummiwerke AG. in Hannover, kann auch für das Jahr 1937 wieder mit besonders hohen Leistungen aufwarten. Die Personalaufwendungen von insgesamt 39 Millionen Mark und die Steuern von fast 19 Millionen Mark geben ein Bild von der Größe der Arbeit und des Umschlags. Besonders erfreulich in dem Bericht ist die Mitteilung, daß die Rohstoffversorgung s i ch e r g e st e l l t werden konnte: Der ganze Industriezweig ist ja vorläufig noch ziemlich stark „devisenabhängig". Zur Umstellung auf deutsche Werkstoffe sind' natürlich erneut große Aufwendungen für Auf- und Ausbau, auch der Verarbeitungsbetriebe, erforderlich. Hierfür sollen 22 Millionen Mark bereitgestellt werden. Auch diese Ziffer läßt die innere Kraft und Gesundheit des Unternehmens erkennen. * Die gemeinsam von der Gutenhoffnungs- Hütte in Nürnberg und der Gutehoffnungshütte Oberhausen ausgegebene Sprozentige Anleihe über 20 Millionen Mark, die im August des Vorjahres zu 100 v. H. zur öffentlichen Zeichnung ausgelegt wurde, wird nun durch ein unter Führung der Deutschen Bank stehendes Konsortium an der Börse in Berlin eingeführt und wird demnächst auch in Frankfurt a. M., Düsseldorf und München eingeführt werden. Aus dem Anleiheerlös soll, wie der Einführungsprospekt betont, der Ausbau der Rohstoffgrundlagen und die mit der Uebernahme neuer Aufgaben notwendig gewordene Erweiterung der Bergwerks- und Hüttenanlagen finanziert werden. Von den Ergebnissen des laufenden Jahres berichtet der Prospekt, daß sie sowohl bei den Bergwerken wie auch bei den Hüttenbetrieben und weiterverarbeitenden Abteilungen der Oberhausener Gesellschaft entsprechend der montanindustriellen Gesamtbeschäftigung „zufriedenstellend" seien, und daß für den Geschäftsgang der bei der Nürnberger Holdinggesellschaft zusammengefaßen Konzerngesellschaften das gleiche gelte. ♦ x Auch die Oberschlesische Eisenindustrie läßt einen deutlichen Aufstieg erkennen. Erzeugung und Versand haben den höchsten Stand seit Gründung der Gesellschaft im Jahre 1925 erreicht. Dabei stiegen die Lieferungen an inländische Verbraucher diesmal um 21 v. H., und auch im Auslandsgeschäft konnte eine weitere Steigerung erzielt werden. Die Bedeutung des Unternehmens nicht nur für den Grenzbezirk wird gekennzeichnet durch die nunmehr auf über 30 Millionen Reichsmark gestiegenen Aufwendungen für Löhne, Gehälter und soziale Leistungen, aber auch durch die Tatsache, daß der Konzern bei der starken Beschäftigung der Betriebe die Möglichkeit zur Selbstfinanzierung des Anlageausbaus und der Modernisierung gefunden hat. Die gute Beschäftigung hat zu einer Erhöhung des Gewinns geführt, der sich auf 2,17 Millionen Mark beläuft (gegen 1,47 Millionen im Vorjahr). * Die neue französische Regierung Blum hatte dringende Finanzoovlagen eingebracht, da die Staatskassen leer waren. Die Volksfrontmehvheit der Kammer nahm sie an, aber das Echo in Ker eigenen Presse war ziemlich unerwartet. Blum sei auf dem Wege der Inflation, die Sparer zeigten überhaupt kein Vertrauen mehr, er sei also ein Mann, der lediglich Uebergangsfunktionen erfülle usw. Und schon zeigte sich die Wirkung. In London fiel der Franc weiter und die Alternative, entweder sich durch Ausgabe kurzfristiger Schatzwechsel vorläufig zu helfen oder den Franc neu zu bewerten, bleibt bestehen, wobei die erste Methode wohl, weil sie zu oft angewandt wurde, selbst von der Blum- Regierung nicht gewagt wurde. Nach der im September 1936 unter dem ersten Kabinett Blum erfolgten ersten Abwertung des Franckurses hatte bte Bank von Frankreich zunächst für das gehamsterte Gold den alten Preis bezahlt,« obgleich der Wert natürlich viel höher geworden war. Die Folge ift gewesen, daß statt der erwarteten 10 Milliarden nur etwas über eine halbe Milliarde Francs Gold aufgekauft werden konnte. Man ging also von diesem System ab und feit der Zeit wird der Goldpreis täglich notiert. Die durch die neuen Fmanz- vorlagen erforderlichen Mittel werden auf 8 Milliarden Francs geschätzt. Da sie nur auf dem Wege der Notenpresse beschafft werden können, also keinerlei Deckung dafür vorhanden ist, bedeutet Blums Vorschlag tatsächlich eine weitere Inflation, und die Steigerung des Großhandelsindex auf 619 gegen 600 Ende Dezember wird bereits als bedrohlich betrachtet, zumal die Weltrohstoffpreise einen neuen Tiefstand erlebten. Die Geldschöpfung zu Staatszwecken ohne Hebung der Produktion ist inflationistisch, und der Marxist Blum ist der Urheber dieses die Wirtschaft ausbrennenden Systems, das zu immer schärferem Gegensatz der Klassen führt. Deutsche Krafisahrl voran! Von NSKK-Oderg uppensühier Sevdel. NSG. Der Beginn des Jahres 1933 sah die deutsche Krastverkehrswirtschaft in einem erschreckendenNiedergang. Setzte 1930 schon ein hoffnungsloser Stillstand ein, so ging die Wirtschaftskuroe 1931 und 1932 sogar in so gewaltigen Sätzen zurück, daß es kaum mehr möglich schien, den Verfall aufzuhalten. Während im Jahre 1930 noch 93 868 Wagen produziert wurden, fiel diese Ziffer im Jahre 1931 auf 76 165 und 1932 sogar auf 51 483, in zwei Jahren also um nicht viel weniger als 50 v. H. Schlimmer als der wirtschaft- liche Niedergang dieser lebenswichtigen, modernen Industrie war aber die falsche Einstellung der amtlichen Kreise und der öffentlichen Meinung der Systemzeit zur deutschen Motorisierung. Ein Personenkraftwagen galt als Luxusgegenstand für reiche Leute — ein Lastkraftwagen als schädigender Konkurrent der Eisenbahn. Eine erdrosselnde Kraftfahrzeug st euer machte es dem Manne aus dem Volke nahezu unmöglich, sich ein Kraftfahrzeug zu halten. Diese allgemein- Verständnislosigkeit mußte sich natürlich auf den Kraftfahrsport und insbesondere auf den Rennsport unheilvoll auswirken, der im Jahre 1932 mangels jeglicher Förderung keinerlei Unternehmungslust und Initiative zeigte. Es ist das historische Verdienst des Führers, schon in der Zeit der Opposition der Partei gegen die Novemberrepublik mit seherischem Blick kommende große Möglichkeiten vorausgeahnt und in genialer Weise davon Gebrauch tritt der neue Preis in Kraft. Die Normal* dose ist 2 Pfg. billiger. Viele Millionen mal 2 Pfg. werden jetzt für noch bessere, reichlichere Erdal-Sch uh pflege frei. Dafür mehr Erdal kaufen und Schuhe sparen* ßZZ Erdal \ spuren. gemacht zu haben. Am 11. Februar 1933, also bereits 12 Tage nach der Machtergreifung, kündigte der Führer anläßlich der Eröffnung der Automobilausstellung sein gewaltiges Motorisierungsprogramm an. Dann folgten Schlag auf Schlag die gesetzlichen Unterlagen zur Durchführung des Programms, so am 10. April die Steuerfreiheit für fabrikneue Personenjahr- zeuge, am 31. Mai die Steuererleichterung für alte Kraftfahrzeuge, am 1.Juni die Steuerbefreiung für Ersatzbeschaffungen, es folgten weiter: Die Abzugsfähigkeit des Preises neuer Lastkraftwagen, die als Ersatz für veraltete angeschafft wurden, an der Einkommensteuer, die Abschaffung des Fahrschulzwan- ges, die Senkung der Führerscheingebühren, die Beseitigung des Konkurrenzkampfes zwischen Eisenbahn und Kraftwagen, die Förderung des Kraft- fahrsportes durch großzügige Unterstützung des Baues deutscher Rennbahnen sowie durch die Bildung der Obersten Nationalen Sportbehörde für die deutsche Kraftfahrt. Die Erfolge dieser Regierungsmaßnahmen waren gewalttg. Die Produktion von Kraftfahrzeugen stieg von 51 000 im Jahre 1932 auf 293 000 im Jahre 1936 und auf 330 000 im Jahre 1937. Die Zahl der in der Automobilindustrie b e ° schaftigten Volksgenossen stieg von 33 000 im Jahre 1932 auf 118 000 im Jahre 1936 und auf über 120 000 im Jahre 1937. In den Zubehör- und Lieferungsindustrien stte- gen die Zahlen der Beschäftigten mindestens im gleichen Maße. 1932 befanden sich rund 400 000 Personenkraftwagen im Verkehr und 1937 bereits 1 108 500, was eine Steigerung um 175 v. H. ergibt. 1932 traf in Deutschland ein Kraftfahrzeug auf jeden 40. Einwohner, 1937 hatte schon jeder 24. Einwohner sein eigenes Kraftfahrzeug. Besonders sichtbar waren die Auswirkungen i m internationalen Rennsport. Auf fast allen großen internationalen Wagen- und zahlreichen Motorradrennen haben deutsche Fahrer auf deutschen Maschinen gesiegt. Diese im internationalen Kraftfahrsport erkämpften Siege trugen wesentlich dazu bei, das deutsche Kraftfahrzeug — sei es Wagen oder Motorrad — i m Ausland als hochwertiges Erzeugnis deutscher Industrie zu propagieren. Tatsächlich zeigt auch der Kraftfahrzeug export eine dauernd ansteigende Linie. Während wir im Jahre 1934 3740 Personenkraftwagen ausführten, stieg diese Zahl auf 27 000 im Jahre 1936 und auf 70 000 im Jahre 1937. An der steilen Entwicklung der deutschen Krast- fahrt seit der Machtübernahme hat das Nationalsozialistische Kraftfahrkorps einen wesentlichen Anteil. Im Rahmen der ihm vom Führer gestellten Aufgaben versehen seine Männer selbstlos und uneigennützig einen anstrengenden Dienst. Bei den letzten Wahlen fuhren die Män* ner der Motorobergruppe West Tausende und aber Tausende von Kilometer für den Wahldien st und ermöglichten ungezählten Volksgenossen eine Wahlbeteiligung. Auch in den kommenden Wochen bis zum Tage der Volksabstimmung werden die Männer des NSKK. Tag und Nacht unterwegs sein, um der Politischen Leitung im Dienste der Volksbefragung eine unentbehrliche Unterstützung zu gewähren. Angefangen vom Meldefahrer bis zum Fahrer großer Fernlaftmge — sie alle stehen jetzt im Dienste der Pro» paganda für ben 10. April 1938. Auch bas letzte Kraftfahrzeug in Stabt unb Land wird aufgetrieben, um auch denjenigen, die nicht selbst zur Wahlurne schreiten können? die Möglichkeit der Teilnahme an der großen Volksabstimmung zu geben. Denn niemand will fehlen, wenn es gilt, dem Führer in einem einzigartigen Treuebekenntnis feinen Dank abzustatten. Deshalb wirb sich auch das Nationalsozialistische Kraftfahrkorps, die motorisierte Gliederung der politischen Armee, dieser besonderen Aufgabe unterziehen und — um mit den Worten des Korpsftihrers Hijhnlein zu sprechen — „sie in der ganzen Erhabenheit ihrer Bedeutung mit karnpfesftoher Verantwortung erlassen und leidenschastlichek Hingabe erfüllend o I MM U6UNW1» Sowie Ausstellung im Hause Kreuzplatz 1 Wir geben unsere Vermahlung bekannt Gießen lAsterweg 29), den 26. März 1938 1959D SYleine tarnen! 1853 A • r* / (77V* >7 Damen- und Herrenfriseurmeister UllChara cJXOCn Seltersweg 63, Fernsprecher 4026 19690 Das staatliche bei Kaffee-Restaurant ab 26.März wieder eröffnet! 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Stück 28^ WEIN SPIRITUOSEN bei Läufer TEPPICHE^8«« BETTUMRANPUNGE B™«_GARPINEN Wo rlhsij Seife • I I Hautnohrunq Nr.72 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesjen) 26./2T. IHän 1938 Wahlkundgebung. Am Sonntag, 27. INärz, 20 Uhr, spricht in Gießen in der Vokshalle Reichserziehungsminisier pg. ^ust Gauleiter von Eütchannover-Braunschweig. Ls wird erwartet, daß die Bevölkerung des Kreises Wetterau an dieser Kuttd- gebung teilnimmt. $ür die Parteigenossen in Gießen und in den unmittelbar benachbarten Ortsgruppen ist die Teilnahme Pflicht. Eintritt frei. Saatöffnung 18.30 Uhr. Die Platze müssen bis 19.45 Uhr eingenommen sein. Kreisleitung Wetterau der ASDAP. Aus der Stadt Gießen. Hausfrauen-Zrühiing. ■ Schon -beim ersten Hellen Sonnenstrahl im Frühjahr wird die Hausfrau unruhig. Sie blinzelt in die Sonne, dann gleiten ihre prüfenden Blicke an die Zimmerdecke, über die Möbel und die Vorhänge. Und gerade, als der Hausherr sich von Herzen auf diese schöne Frühlingszeit freuen will, fällt bas unangenehme Wort „Hausputz". Ihm ist es unangenehm, höchst unangenehm, i h r scheint es eine Wonne. „Aber die Vorhänge sind doch noch gar nicht schmutzig!" ruft er einwendend, aber schon steht er, sanft geschoben, auf der Trittleiter, um sie herunterzunehmen. Lächelnd führt ihn dann die Hausfrau an die Badewanne, wo fie eingeweicht schwimmen. W i e schwarz sehen sie aus! Und reumütig muß er zugestehen, daß es doch Zeit war. Am anderen Morgen rückt dann noch eine Verstärkung an in Gestalt einer kräftigen Putzfrau, und nun ist es erstaunlich, in wie kurzer Zeit ein wohnlicher Raum in eine Stätte der Verwüstung verwandelt werden kann. Die Fenster stehen auf, der Ausklopfer klatscht (Putzfrauen halten nicht viel von einem Staubsauger), Ströme von Wasser fließen, Staub wirbelt auf, um sich geduldig wieder' woanders niederzulassen. Die Hausfrau ist „in voller Fahrt", der Hausherr verzieht sich und fragt sogar noch nicht einmal, ob und wann es Mittagessen gibt. Abends „darf" er dann die nun frischgewaschenen und geplätteten Vorhänge wieder aufhängen: „Vorsichtig, du verdrückst sie ja gleich wieder!", wobei er auch noch einen Triumph erlebt, nämlich, wenn sie sich zum Schluß wirklich und richtig ziehen lassen? Dann sitzen Hausherr und Hausfrau — diese hundemüde! — friedlich beisammen in dem nun wieder wohnlichen Gemach, das nach Sauberkeit und Frische duftet. „Fein-ist das doch mit Oesterreich!" sagt er, von der Zeitung aufblickend. „Ja?" kommt es als Antwort zurück. „Morgen putzen wir das Schlafzimmer!" E. L. St. Vornotizen. Tageskalender für Samstag. Stadttheater, 15 bis 17.45 Uhr: „Wilhelm Teil"; 20 bis 22.45 Uhr: „Wilhelm Teil". — Gloria- Palast (Seltersweg): „Die verschwundene Frau". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Maienzeit". — Oberhessischer Kunstverein: 17 bis 18 Uhr Ausstellung im Turmhaus am Brand. — Frühjahrsmesse auf Oswaldsgarten. Tageskalender für Sonntag. Stadttheater, 11.30 bis 12.30 Uhr: ..Moderne Bläsermusik"; 19 bis 21.30 Uhr: „Das Land des Lächelns". — Gloria-Palast (Seltersweg), 11.15 Uhr, Tonsilm für Kraftfahrer: „Kampf um Kraft"; zu den bekannten Zeiten: „Die verschwundene Frau"..— Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Maien- ßeit". — Oberhessischer Kunstverein: 11 bis 13 Uhr Ausstellung im Turmhaus am Brand. — Deutsche Stenographenschaft: 8.30 Uhr, in der Öffentlichen Handelslehranstalt, Wernerwall 11: Frühjahrspreisausschreiben. — Frühjahrsmesse auf Oswaldsgarten. Wiederholung „Wilhelm Tell". Heute abend findet im Stadttheater eine Wiederholung des großen Schauspielerfolges „Wilhelm Tell" von Schiller statt. Spielleitung Hermann Schultze« Griesheim, Bühnenbilder Karl Löffler. Mitwirkende: das gesamte Personal des Stadttheaters. — Die Vorstellung findet gleichzeitig für die KdF.-Miete Gruppe II sl2. Vorstellung) statt. — Infolge anhaltender Erkrankungen im Personal ist „Wilhelm Tell" für die KdF -Miete vorverlegt worden. Die Operette „Clivia" gelangt für die Gruppe am 23. April zur Aufführung. Freier Kartenverkauf zu Tagespreisen. Anfang der Vorstellung 20 Uhr, Ende 22.45 Uhr. Sladtthealer-Spielplan vom 27. Wärz bis 3. April: Die 12. Morgenveranstaltung des Stadttheaters am Sonntag, 27. März, bringt „Moderne Bläserkammermusik". Das Programm sieht vor: Lodovico Technische Anordnungen. Die Rede des Reichsministers Rust wird bei gutem Wetter auch auf den platz vor der Volkshalle, der zwischen dieser und der Artilleriekaserne liegt, übertragen. Bei schlechtem Wetter haben die Volksgenossen Gelegenheit, die Rede in den beiden Sälen des Schühenhauses und der „Germania" abzuhören. Den die Absperrung leitenden Polizeibeamten, ff- und SA.-Wännern und den Wannern des RSKK.-Verkehrserziehungsdienstes ist in jedem Falle Folge zu leisten, damit der Aufmarsch der Ehrenformationen und die Anfahrt des Reichsministers pg. Rust nicht gestört werden. Sämtliche Autofahrer haben ihre Kraftfahrzeuge auf dem Parkplatz vor dem Sportplatz der Spiel- Rocca, Storiella, Blurner, Sextett op. 45, Popelka, Sonate für Englischhorn und Klavier. Die Leitung der Morgenoeranstaltung hat Joachim Popelka. Ausführende: Frank, Grau. Groß, Heer, Keller, Kretzer, Müller, Popelka, Schöffel. Die Intendanz bittet, die Karten im Vorverkauf zu entnehmen. BDM.- und HJ.-Karten nur gegen Ausweis des Theaterringes zu 0,25 RM. Platzmieter auf allen Plätzen 0,25 RM. Die Morgenoeranstaltung beginnt punkt 11.30 Uhr, Ende 12.30 Uhr. — Am Abend Wiederholung der Neueinstudierung „Das Land des Lächelns", Romantische Operette von Franz Lehar. Musikalische Leitung Joachim Popelka, Spielleitung Karl-Ludwig Lindt, Tänze Irmgard Zenner. Die Vorstellung findet außer Miete statt. Anfang 19, Ende 21.30 Uhr. Montag, 28. März, 15.00—17.45 Uhr Schüler- vorstellung „Wilhelm Tell" von Schiller. Dienstag, 29. März, Anfang 20, Ende 22.30 Uhr, „Das Land des Lächelns", Romantische Operette von Lehar. Musikalische Leitung Joachim Popelka, Spielleitung Karl-Ludwig Lindt. 24. Vorstellung der Dienstag-Miete. Mittwoch, 30. März, 14.30—17.15 Uhr Schüler- Vorstellung „Wilhelm Tell", Schauspiel von Schiller. — Anfang 19.30, Ende 21.45 Uhr, „Die Weiber von Redditz", Lustspiel von Forster. Spielleitung Anton Neuhaus. 26. Vorstellung der Mittwoch- Miete. Donnerstag, 31. März, Anfang 20, Ende 23.15 Uhr, KdF.-Miete Gruppe I (13. Vorstellung), zum letzten Male „Clivia", Operette von Nico Dostal. Musikalische Leitung Heinz Markwardt, Spielleitung Karl-Ludwig ßinbU Freier Kartenverkauf zu Tagespreisen. Freitag, 1. April, Anfang 20, Ende 22.30 Uhr, „Das Land des Lächelns", Romantische Operette von Franz Lehär. Musikalische Leitung Joachim Popelka, Spielleitung Karl-Llldwig Lindt. 26. Vorstellung der Freitag-Miete. Vereinigung 1900 nach den Anweisungen der Ab- sperrmannschaften aufzustellen. Es empfehlt sich für alle Teilnehmer an der Kundgebung, gleichgültig ob fie zu Fuß oder mit dem Kraftwagen ankommen, möglichst rechtzeitig in dem Versammlungsraum anwesend zu fein, da mit einem starken Verkehr zu rechnen ist und daher voraussichtlich Straßensperrungen vorgenommen werden müssen. Klaggen heraus? Die Kreisleitung fordert die Bevölkerung der Stabt Gießen auf, anläßlich der Anwesenheit des Reichsministers Rust in Gießen am morgigen Sonntag die Häuser mit Flaggen z v schmücken. > Hitler-Jugend. Unterbann V/116. Die letzte Unterbannschulung findet am 27. März, 8.30 Uhr, im HJ.-Heirn Großen-Linden statt. * BOM.-Untergau 116. Stelle für Leibesübungen. Betr.: Sportschulung am 27. März. Wie schon bekannt, treten alle Mädel- und Jung- mädelgruppen- und Scharsportwartinnen und die von den Gruppenführerinnen bzw. Gruppensport- rnart innen bestimmten Mädel am Sonntag, dem 27. Marz, pünktlich um 8.00 Uhr, an der Untergau- Dienststelle zur Sportschulung an. Mitzubringen ist Turnzeug, Brotbeutelverpfleaung und 0,25 RM. für die Tanzveranstaltung von Irmgard Zenner. Mädel, die mit späteren Zügen kommen, melden sich bis 9.00 Uhr auf der BDM.-Untergau-Dienst- stelle, danach am Gloria-Palast. Die Schulung selbst stndet in der Turnhalle des Lyzeums statt. Platzkonzert der Wehrmacht und der GA. Aus Anlaß der heutigen und morgigen letzten Straßensammlung für das Winterhilfswerk, die von der Deutschen Arbeitsfront durchgeführt wird, finden am heutigen Samstag und am morgigen Sonntag Platzkonzerte statt. Das Musikkorps der Wehrmacht unseres Standortes und der Musikzug der SA.-Standarte 116 haben sich gern in den Dienst dieser letzten Straßensammlung gestellt. Die Regimentsmusik des JR. 116 unter Leitung von Musikmeister Wohlfahrt konzertiert am Samstag von 17 bis 18 Uhr auf dem Kreüzplatz, während der Musikzug der SA.-Standarte 116 am Sonntag von 11 bis 12 Uhr am Selterstor sein Konzert zu Gehör bringt. Goldenes Ooktorjubiiäum des Eanitätsrats Or.Gchliephafe. Am kommenden Dienstag, 29. März, kann der weithin bekannte und geschätzte Gießener Arzt, Sanitätsrat Dr. Fritz Schliephake sein Goldenes Doktorjubiläum begehen. Sanitätsrat Dr. Schliephake entstammt einer alten niedersächsischen Freibauernfamilie, die später im hessischen Gebiet ansässig wurde. Er erblickte am 22. November 1860 in dem damaligen hessischen Orte Gladenbach als Sohn des Rentamtmannes Schliephake das Licht der W-lt Späterhin in Schotten aufgewachsen, kam er von dort nach Gießen, wo er von 1876 bis 1881 das damals noch unter der Leitung des bekannten Direktors Schiller stehende Gießener Gymnasium besuchte. Als Einjährig-Freiwilliger genügte er 1881 beim Infanterie-Regiment 116 seiner Militärpflicht. Er studierte in Gießen, wo er u. a. als Schüler des Anatomen EckarÜt, des Internisten Riegel und der Gynäkologen Kaltenbach und Kehrer war. In verschiedenen Kliniken betätigte er sich während seiner Studienzeit als Famulus. Im Februar 1887 folgte feine ärztliche Approbation. Dann diente er als einjährigfreiwilliger Arzt bei den Dragonern in Darmstadt. Nach feinem Abgang aus dem Militärdienst ließ er sich in Münzenberg als Arzt nieder, wo er zwei Jahre lang praktizierte. Welche Beliebtheit und Wertschätzung er sich dort schon während dieser kurzen Zeit erwarb, wird dadurch bekundet, daß die alten Einwohner von Münzenberg ihm noch heute ihre Anhänglichkeit bewahren und ihn jedesmal bei seinem Kommen mit Freuden empfangen. Im Jahre 1890 übersiedelte er nach Gießen, der Stadt seiner Jugend und seiner Studentenzeit in der Verbindung „Kloster" Als junger Arzt wirkte er zwei Jahre lang im Hygienischen Institut des Geheimrats Professor Dr. Gaffky, des Entdeckers des Typhus-Bazillus. Seine Entwicklung als Arzt wurde auch dadurch stark beeinflußt, daß in feine beruflichen Ausbildungsjahre die großen Ent- um immer blitzsauber zu sein. Ein Hauch Bohnerwachs und leichtes Nachpolieren genügt I PROSPEKT 61 DURCH BALATUM-WERKE • NEUSS unserer Zeil braucht nur aerinae Püeae. fa DER Die Handtasche. (Sme moralische Geschichie von Ehr. p Bauer. Der Tag war herrlich gewesen, das Restaurant im Grünewald beinahe menschenleer, und Dori kaum zu bewegen? nach Hause zu fahren. Aber sie mußte. Um 23 Uhr sollte sie zurück fein — so wenigstens lautete der mütterliche Befehl. Und jetzt war es beinahe dreioiertel. Ich brachte sie — ohne Strafmandat — noch rechtzeitig an ihre Haustür. Als ich selbst vor meiner Junggesellenbude aus dem Wagen stieg, bemerkte ich sie — schwarzglänzend, mittelgroß, mit einem schlichten silbernen Schloß lag sie zwischen den Sitzen, eine Handtasche. Dori hatte sie vergessen. Wahrscheinlich gibt es nichts Unschuldigeres als eine Handtasche, sicher auch nichts Geheimnisvolleres als die Handtasche der geliebten Frau. Darf man denn jemals hinein- schauen? — Bewahre! Gleich heißt es: „Reick' sie mir doch bitte herüber und schnüffle nicht so!" Hatte ich Dori jemals ohne ihre Handtasche gesehen? — Undenkbar die Vorstellung: Dori ohne Handtasche. Hielt sie ein Geheimnis verborgen — die Handtasche?... Da sah ich sie nun allein — die Handtasche — und ich mußte beweisen, daß ich ein moralisch hochstehender Mensch bin, mußte auf meiner Bude am Telephon die einzige Nummer, die ich auswendig weiß, wählen und sagen: „Liebe Dori, du hast leider deine Handtasche im Wagen liegen lassen. Ich habe sie im Schreibtisch verschlossen." Mußte fragen: „Wie bitte? Ob ich was...? Und bann mit dick aufgetragenem Pathos: „Na, hör mal, meine Liebe, traust du mir denn wirklich zu...?" Noch dicker und überzeugender: „Was? Ja denkst du denn tatsächlich, ich würde jemals ...?" Das oder ähnliches mußte ich tun, wenn ich moralisch hochstehend war. Leider aber sah die Handtasche zu unschuldig aus — viel unschuldiger als ich. „Schäm dich, alter Knabe!" rief mein Gewissen. ,Lch schäme mich", entgegnete ich und öffnete die Handtasche. Es war nicht einfach. Die Konstruktion von Handtaschen ist von männerfeindlichen Frauen entworfen worden. Solch ein Gewirr von Reißverschlüssen, Neben-, Seiten- und Geheimfächern muß selbst einen Zollbeamten zur Verzweiflung bringen. Die Hände zitterten etwas, als ich dann sichtete: I) Toilettengegenstände und Führerschein. Inter- । effiert nicht, b) Taschentuch. Ich roch daran und sehnte mich nach ihr. c) Mitteilung des Chefs, eines Anwalts, daß ihr Gehalt um monatlich fünfzehn Mark erhöht würde. Interessant! Ich hatte bis dato keine Ahnung. Heimlich also wollte Dori unheimlich sparen. Gutes Kind! d) Portemonnaie. Sieben Mark in Silber, dreiundvierzig Pfennige in Kupfer und eine Briefmarke zu zwölf. Ick nahm nichts davon, obwohl der Brief an Tante Adele seit vier Tagen unfrankiert auf dem Schreibtisch lag. Ich bin ein moralisch hochstehender Mensch, e) Ein blauer Zettel. Ein Brief? Und bedeckt mit Doris altbabylonischen Hieroglyphen. Aber was war das? — „ ... Versicherung ... alles beim alten ... unwandelbare Treue..." Ich erblaßte. „... der andere kommt Überhaupt nicht in Frage... Verirrung ... Herz gehört nur Dir ... keine Trennung ... erst recht nicht... scheiden ..." Mir wurde elend, „ganz anders". Ich war entsetzt. Kenne einer die Frauen! Da war die Bescherung ... Aufrecht wandelnde Schlangen ... Natternbrut! Und ich war auf diese schönen Augen reingefallen! Meine Hände zitterten nicht mehr. Das Attentat auf die Handtasche war längst vergessen. Na, ich wußte, was zu tun war. Einmal und nicht wieder! Wenn ich doch nur das Wort vor „scheiden" lesen könnte. Biestige Handschrift schreibt diese Person! Ich hielt bisher nicht viel von Graphologie. Es ist eine Wissenschaft, erkannte ich nun. Erneutes Buchstabieren — Mit besserem Erfolg nach sechs Anläufen: „... vor Gericht scheiden Fragezeichen sahen mich an. „Hm. Also?" „Ach jeh, vor Gericht scheiden!" Das war ja —, das war ja gar kein Liebesbrief». Holdrioh! Das war ja nur eine Seite aus einer Protokollabschrift! Endlich war ich auf die schlaue Idee gekommen, das Papierchen zu wenden. Und auf der Rückseite stand: „Müller gegen Müller" Müllers also wollten sich scheiden lassen — nicht .Dori und ich, wir hatten auch später als Verlobte nie die Absicht. Und dann stand noch da: „Z/V 37/4268". Aber das war gar nicht wichtig und doch nicht zu behalten. Ich Narr, ich — und doch, so ganz zufrieden war ich gar nicht einmal. Vielleicht war es der betrogene Sherlock Holmes in mir. Immerhin — Schluß mit der Schnüffelei jetzt Alles wieder zurück marsch-marfch in die Handtasche und möglichst in der gleichen Reihenfolge und Ordnung. Ich rase wm Telephon. „Liebe Dori. Du hast leider deine Handtasche im Wagen liegen lassen. Ich habe sie im Schreibtisch verschlossen." „Wie bitte? Ob ich was ...?" Und dann mit dick aufgetragenem Pathos: „Hör mal, meine Liebe, traust du mir denn wirk- lief) zu...?" „Was? Ja, denkst du denn tatsächlich, ich würde jemals...?" „Nicht so gemeint? Na — das hoffe ich aber auch stark!" — Als ich ihr tags drauf feierlich die Handtasche überreichte, prüfte sie kritisch den Inhalt. „Du mußt zugeben", sagte ich, „daß ich sie nie so unordentlich hätte wieder einräumen können." Dori sah mich dankbar an. „Du bist ein anständiger Kerl. Ich habe ja auch immer gewußt, daß ein — es klingt vielleicht etwas theatralisch — daß ein moralisch hochstehender Mensch so etwas nicht tut. Es ist aber auch gut, daß du nicht geschnüffelt hast. Sieh mal, diesen Brief hat mir unser Bürovorsteher, dieser aufdringliche, alte Junggeselle, dieser Tage heimlich zugesteckt." Aus einem Seiten-Seiten-Geheimfach ihrer Handtasche kramte Dori einen rosaroten Briefbogen her- vor. Ich las: „Mein sehr verehrtes Fräulein Dori... damit ein Geständnis verknüpfen ... Versicherung ... unwandelbare Treue., der andere kommt überhaupt nicht in Frage... meine Der- mögensoerhältnisse... Verirrung... junger, unreifer, doch pur nicht vertrauenswürdiger Mensch (damit war ich gemeint — ich!) ... meine Liebe zu Ihnen.." Auf der Rückseite dieses Briefes stand kein Aktenzeichen. Wie gut, daß ich dieses Seiten-Seiten-Ge- heimfach gestern abend nicht entdeckt hatte! So war ich wenigstens in Doris Augen ein moralisch hochstehender Mensch geblieben — freilich nicht in den eigenen .. Aber ich wollte versuchen, es zu werden. 'Zeitschriften — Das neue Heft der „Siren e", der illustrierten Zeitschrift mit den Mitteilungen des Reichsluftschutzbundes, berichtet in Wort und Bild über die Grundsteinlegung zu der neuen Reichsluftschutzschule in Berlin-Wannsee. Ein ergänzender Beitrag schildert die Aufgaben und Ziele dieser Hochschule des Selbstschutzes. Das Heft bringt außerdem eine Reihe interessanter Bildberichte, z. B. über die Volksgasmaske, über die Stadt mit den meisten Schutzräumen, über eine Luftschutzübung im Londoner Tower und vieles andere. Ein Zisch mit Vergangenheit. 21m bekanntesten, ja geradezu berühmt ist der saure Hering im Zusammenhang mit dem Kater, mit dem grauen, trostlosen Erwachen nach einer allzu feuchtfröhlicher Nacht. Und warum? Es beweist, in welch hohem Maße gerade dieser Fisch geeignet Ist, Körper und Geist zu stärken und zu erfrischen! Weniger bekannt ist es vielleicht, daß der Hering eines der ältesten Nahrungsmittel-ist, das schon- im 11. und 12. Jahrhundert ein wichtiger Handelsartikel war. Die Hanse, der bedeutende nordische Städtebund des Mittelalters, rechnete den Heringsoertrieb zu ihren eindringlichsten Geschäften. Vornehmlich die Ostseestädte und Schweden machten sich zu jener Zeit das reiche Heringsvorkommen an der Rügenfchen Küste und weiter nach Norden zunutze, und zu Lande ober auf den Flüssen wurde der Hering in Mengen gesalzen nach Nord-, West- und Mitteldeutschland verhandelt. Später, im 15. Jahrhundert, sicherten sich die Hollander das vertragliche Recht auf den Heringsfang in der Nordsee und begannen, als Rivalen der Hanse das Heringsgeschäft streitig zu machen. Nicht selten kam es zu Kapereien und Feindseligkeiten auf offenem Meer, wenn sie sich gegenseitig ins Gehege kamen. 3n Deutschland begann Emden sich in dieser Zeit einen Namen bei der Heringsfischerei zu machen. Den ganzen Sommer und Herbst über dauerte der Fang und selbst im Winter wurde im Skagerrak gefischt. Daß der Hering ein wichtiger und verbreiteter Bestandteil der Ernährung in den vergangenen Jahrhunderten war, ist uns auch durch die Kunst überliefert worden. Dort, wo wir das bunte Leben des Alltags getreu wiedergegeben finden, nämlich bei den niederländischen und niederdeutschen Malern finden wir auch ihn bargeftellt, sei es auf üppigen Stilleben, Gelagen ober Bauernfesten Auch heute noch, wie kn früheren Jahrhunberten, lebt em Teil unserer Volksgemeinschaft für bic Fischerei unb von ber Fischerei Es ist ein hartes Brot, benn der Kamps mit dem oft schweren Wetter und dem Meer ist mit großen Gefahren verbunden. Sollte man nicht auch daran denken? Man tut nicht nur der eigenen Gesundheit einen Gefallen, man hilft auch anderen! Man lohnt des Fischers harte Arbeit! Das soll nun keine Entschuldigung fein für den Hausvater, beruhigt einen mehr über den Durst zu trinken, nein, aber eine Mahnung an die Hausfrau: nehmt den Hering sieißig in euren Küchenzettel auf! L. H. f- Ostens wurde, dabei aber die guten und glückhaften i kicher Geselligkeit. Bindungen seines Volkes an die reiche Geschichte I des der diesjährigen Frühjahrsmesse. Fahrplanänderung bei der Straßenbahn richtet ist. Auch ein Hippodrom ist da und lädt zum Reiten ein. Zuckerstände, Würstchenbuden, Schießbuden, sowie eine Anzahl Verkaufsstände für Dinge täglichen Gebrauchs vervollständigen das Bild Europa und der Kerne Osten Vortrag im Gießener Offizierheim. Sonntagskarten zur Gießener Frühjahrsmesse. Zu dem diesjährigen Frühjahrsmarkt (Messe) in, Gießen, der vom 26. März bis einschließlich 3. April stattfindet, werden Sonntags-Rückfahrkarten von den Bahnhöfen der Strecken: 1. Friedberg—Niederwalgern, 2. Niederwalgern—Herborn, 3. Herborn—Gießen, 4. Weilburg—Gießen, 5. Alsfeld—Gießen, 6. Nidda—Gießen, 7. Friedberg—Hungen—Mücke, 8. Friedberg—Nidda, 9. Wetzlar—Lollar, 10. Lollar— Londorf—Grünberg mit folgender Geltungsdauer ausgegeben: zum Sonntag, 27. März, und Sonntag, 3. April, mit einer Geltungsdauer von Samstag, 12 Uhr, bis Montag, 24 Uhr (Ende der Rückfahrt); zum Mittwoch, 30. März, mit einer Geltungsdauer von 0 Uhr bis zum folgeren Tage, 3 Uhr (Ende der Rückfahrt). Frühjahrsmesse harrt der Besucher! In der vergangenen Woche haben die Schausteller mit großem Fleiß ihre Geschäfte für die Frühjahrsmesse auf Oswaldsgarten aufgebaut. Heute morgen wurde nun letzte Hand angelegt. Die Messe, die ja in erster Lime Schcmmesse ist, zeigt auch in diesem Jahre wieder eine Reihe von „Attraktionen", die die Aufmerksamkeit der Besucher unserer Frühjahrsmesse finden werden. So wurde zum Beispeil ein U-Bvot-Karussell aufgebaut, mit mehreren naturgetreu nachgebildeten U-Booten, mit Meer und Leuchtturm, mit großen Steuerbord- und Backbord- Laternen, mit Bojen, mit Hafen und Strandbad und was sonst alles mit der Wasserkante in Verbindung gebracht werden kann. Das Rus ische Rad fehlt auch in diesem Jahre nicht, eine Looping-Autobahn wird die Aufmerksamkeit der Motor portbegeisterten fesseln, eine Tierschau gibt es auch zu sehen, unb nach den Überschriften einer der Schaubuden zu schließen, wird man diesmal auch einen Löwen zu Gesicht bekommen, für den ein fester Gitterkäfig er- Mit Wirkung vom 26. März ab treten im Verkehr der Straßenbahn Fahrplanänderungen in Kraft. Besonders verdient dabei die Einrichtung von Spätver- biftbungen hervorgehoben zu werden, die sowohl im Verkehr nach und von Wieseck als auch auf der Strecke Bahnhof—Volkshalle und umgekehrt geschaffen sind. Diese Anpassung des Fahrplans an die vielfach gehörten Wünsche der Bevölkerimg verdient alle Anerkennung. Frau Oßwald als Leiche in der Lahn aufgefunden. Das vor etwa 14 Tagen gemeldete rätselhafte Verschwinden der Frau Oßwald aus Dreieichenhain (Kreis Offenbach), deren Kraftwagen damals herrenlos an der Straßenkreuzung Lollar—Odenhausen in der Nähe des Laufes der Lahn aufgefunden wurde, hat nunmehr ihre Aufklärung gefunden. Am gestrigen Freitagnachmittag sand man die Leiche der Frau unter der Lahnbrücke bei Oden- Hausen auf. Die Leiche wurde zur Untersuchung nach Gießen gebracht, jedoch ist nach allen bisherigen Anzeichen damit zu rechnen, daß die Frau im Zustand ihres Verfolgungswahnes Selbstmord begangen hat. (Siebener Wochen Marktpreise. * Gleßen, 26. März. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, V» kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das bedungen des weltberühmten deutschen Bakteriologen Robert Koch sielen. Sein ärztliches Können und seine gewinnenden menschlichen Eigenschaften ermöglichten es chm, sich in Gießen eine Existenz von Dauer zu erarbeiten. Im Jahre 1893 verheiratete er sich mit der Tochter des ftühoerstorbenen Professors Zoeppritz, des Begründers der geophysikalischen Wissenschaft. Als Arzt und als Mensch in Gießen und weit darüber hinaus geschätzt, fanden seine Verdienste als ärztlicher Berater und Helfer dadurch auch ihre äußere Anerkennung, daß er im Jahre 1912 zum Sanitätsrat ernannt wurde. Im Weltkrieg war er als Stabsarzt der Landwehr in einem Reserve-Lazarett im Dienste des Vaterlandes tätig. Nicht nur als Arzt, sondern auch als Mensch erwarb sich Sanitätsrat Schliephake in allen Bevölkerungskreisen, mit denen er durch sein Wirken in Berührung kam und denen er Freund und väterlicher Berater wurde, große Wertschätzung. Als einer der ersten Autofahrer in Gießen wurde er auch einer der Wegbereiter des Kraftsahrwesens in unserer Stadt, bis ein Autvmrfall im Jahre 1936 mit dazu beitrug, daß er sich in seinem Wirken als Arzt aus der vordersten Front zurückzog. Wenn sich der Jubilar erfreulicherweise auch wieder gut erholt hat, hat er jedoch seine Kassenpraxis aufgegeben. Seiner überaus tätigen Art lag es aber nicht, sich schon ganz der an sich wohlverdienten Ruhe hin- zugeben, und so ist er auch jetzt noch als Arzt Freund und Berater seiner alten Privatpatienten. An seinem bevorstehenden Goldenen Doktorjubi- läum werden sich sicherlich viele seiner Pattenten, Freunde und Bekannten des allezeit liebenswürdigen und stets hilfsbereiten Sanitätsrats Schüep- hake gern in dankbarer Gesinnung erinnern. Die Medizinische Fakultät unserer Universität wird ihm an diesem Jubiläumstage die üblichen akademischen Ehren mit der Erneuerung des Doktor-Diplomserweisen. Dem geschätzten Jubilar und seit rund fünfzig Jahren treuen Freund und Bezieher des Gießener Anzeigers bringen-auch wir unsere herzlichen Glückwünsche zu seinem Jubiläum dar. Reihe dich durch die Tat ein! NSG. Noch einmal ergeht der Ruf an alle Volks- genossemdes Gaues Hessen-Nassau, ein Opfer für das Gemeinschaftswerk des neuen Deutschland, das Winterhilfswerk des deutschen Volkes, zu geben. Die Männer der Deutschen Arbeitsfront bieten am heutigen Samstag und am morgigen Sonntag zehn schöne Frühlingsblumen an, die von den Elfenbeinschnitzern im Odenwald, einem Handwerkszweig unsres Gaues, hergestellt werden. In der Reihe der Sammler finden wir die Walter enb Warte ber DAF., Betriebssichrer unb »Obmänner, Werkscharführer unb -männer unb viele anbere Arbeitskameraben, bie an verantwortlicher Stelle in der Front ber beutschen Arbeit stehen. Auf ben Straßen unb Plätzen zeigen Volkstums-, Musik- unb Singgruppen ber NS.-Gemeinschaft .Kraft durch Freude" ihr Können im Dienste des Winterhilfswerkes. Das Sportamt „Kraft durch Freude" trägt durch Gymnastik, Rollschuh-, Rhönrad-, Box- und Tanzvorführungen zur Ausgestaltung der Sammeltage bei. Auf ben Straßen marschieren unb musizieren bie Werkscharen. In großen Massen erfolgt so ber Einsatz, um ben Erfolg bieser Sammlung sicherzustellen. An alle Arbeitskameraben unb Volksgenossen ergeht bie Auf- forberung, burch eine bem Einkommen angemessene Spenbe ihre Bereitwilligkeit zu zeigen, sich burch bie Tat in bie Gemeinschaft unseres beutschen Volkes einzureihen. Keine Konfirmationen am -10. April. Wie das Landeskirchenamt Nassau-Hessen soeben mitteilt, werden am 10. April keine Konfirmationen stattfinden, damit jedermann die Ausübung seines Wahlrechtes und die Mithilfe bei der Wahl uneingeschränkt ermöglicht ist. Um die für die Konfirma- tionsfeier notwendige Ruhe unb innere Sammlung zu gewährleisten, wirb ber 2. Osterfeiertag als Tag der Konfirmation empfohlen. Die Vorstellung soll am Sonntag Jubica erfolgen. und Tradition des japanischen Volkstums zum Segen von Staat unb Volk beibehielt. Im weiteren Verlaufe seiner Darlegungen beschäftigte sich ber Redner mit den Einwirkungen, die von Rußland, England und Amerika, aber auch von Frankreich im Schatten der Polittk Englands, feit vielen Jahren und mit besonderer Energie und Rivalität im Verlaufe ber letzten Jahre im Fernen Osten unternommen würben. Er zerglkeberte bie ver- schiebenen Jnteressenlinien bieser Mächte unb war babei,bemüht, seinen Hörern ein möglichst weiturn- fassenbes Bilb der gegenwärtigen Verhältnisse und ihrer vermutlichen Folgen zu geben. Natürlich konnte er bestimmte Voraussagen nicht geben, aber er ließ doch Entwicklungstendenzen ahnen, die unter dem Gesichtswinkel ber Weltpolitik auch für uns von befonberer Bebeutung finb. Dabei stellte er in klarer unb überzeugenber Weise heraus, baß auch für unser Volk die Geschehnisse im Fernen Osten große Bebeutung haben, insbesondere der entschiedene Kampf Japans gegen den Bolschewismus unseren Lebensinterestzn sehr nahesteht, xnas ja auch in dem Abschluß des Antikominternpaktes zwischen Deutschland, Japan unb Italien zum Ausbruck kommt. Abschließend gab der Vortragende in großen Strichen die lebenswichttgen Grundlagen an, die für unser Volk und Reich in den Angelegenheiten des Fernen Ostens bei der Urteilsbildung und bei der wahrscheinlichen Weiterentwicklung der Dinge in Betracht kommen. Generalleutnant Oßwald gab dem Danke der Hörer für den aufschlußreichen Vortrag in f)ery lichen Dankesworten an den Vortragenden Ausdruck. Sodann verweilten die Soldaten und ihre Gäste noch einige Stunden in schöner kameradschaft- Land und Volk des Fernen Ostens trotz der Moder- nisierungsbestrebungen hervorragender Chinesen, bie geistig ihrem Volk weit vorausschreiten, unb trotz der europäischen Einwirkungen im Grunde boch auf dem Standpunkt verblieben ist, den es in seinem Kultur- unb Geistesleben, wie auch in bem Volke selbst in längst überlebten Zeitläuften eingenommen hat, daß dagegen Japan sich dem europäischen Kultureinfluß nicht verschlossen hat, sondern in ausgiebigem Maße, aber unter weiser Auswahl des Guten, davon Gebrauch machte, dadurch zu einem kulturellen und politischen Machtfaktor ersten Ranges aufstieg, die führende und bestimmende Großmacht des Fernen Der Kommandeur der 9. Division, Generalleutnant Oßwald, als Standortältester unserer Garnison hatte am gestrigen Freitagabend das Offizierkorps und eine große Zahl von Gästen aus Gießen und den Nachbarorten zu dem letzten Vortrags- unb Kamerabschaftsabend biefes Winterhalbjahres in das Offizierheim in der Zeughauskaserne eingeladen. Nach der Begrüßung durch Generalleutnant O ß • wald sprach Major d. R. Prof. Dr. Mann- Hardt aus Marburg in fesselnder Weise über bas Thema „Europa und der Fernost-Kon- f l i k t". Der Vortragende umriß zunächst in großen Zügen die geschichtliche Entwicklung der Beziehungen zwischen dem Abendland unb bem Fernen Osten, wobei er sowohl die Ausgangsstellung Europas als Gesamtheit, wie auch bie Position des fernen Dftaften als Ganzheit skizzierte. Anschließend behandelte er, in Aufgliederung seines Themas, die Einflüsse der europäischen Kultur auf die beiden größten Länder unb Völker des Fernen Ostens, nämlich China unb Japan, wobei er bie Rückwirkungen des modernen Europa auf China und Japan darlegte. Er stellte dabei in den Vordergrund, daß China als größtes Abenteuer in Paris. Roman von Hans Hirihammer. Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa. 18. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) Mit Armand war es so eine Sache. Er hätte selbst auf ber Folterbank den Freund nicht verraten, selbst dann nicht, wenn man ihn von dessen Wertlosigkeit hätte überzeuaen können. Was ihn wurmte, war keineswegs der Umstand, daß Heinz möglicherweise ein Hochstapler war, sondern daß er sich von ihm hatte hinters Licht führen lassen. Unb da er mit der Möglichkeit rechnete, daß- die Polizei dem Manne bis in die Rue de la Suisse nadjtpürte, machte er Gerda den Vorschlag, erst einmal zu warten, bis er in seiner Klause Nachschau gehalten habe. Denn es lag auf der Hand, daß in den Augen der Polizei auch Stadlers Bekannte verdächtig waren. Kaum aber hatte er Gertrud Bosch allein gelassen, da trat aus dem Halbdunkel des dämmernden Abends ein Mann auf sie zu, berührte vorsichtig ihren Arm und sprach sie an. „Fräulein Bosch!" Gerda wandte sich in höchster Ueberraschuna um, denn es erschien ihr unbegreiflich, baß ein Fremder ihren Namen wußte. Sie erinnerte sich nicht, diesen Mann jemals gesehen zu haben. „Mein Name ist Claudius!" fuhr der Unbekannte hi deutscher Sprache fort. „Ich bin schon feit einigen Stunden auf der Suche nach Ihnen. Als ich endlich Ihren Aufenthalt ausfindig gemacht hatte, verließen Sie gerade mit einem Herrn das Haus. Ich wagte es unter diesen Umständen nicht. Sie anzusprechen, sondern folgte Ihnen, um einen Augenblick abzuwarten, meinen Auftrag auszuführen." Gerda hob verlegen und etwas ängstlich die Schultern und wünschte fehnlichst die Rückkehr des Malers herbei. „Ich verstehe wirklich nicht! Von welchem Auftrag sprechen Sie?" „Mein Freund Willy Ruland schickt mich, da er selber leider am Kommen verhindert ist. Sie mochten mich sofort zu chm begleiten, Fräulein Bosch!" Gerda glaubte ihren Ohren nicht trauen zu dürfen. „Willy? Oh, er ist in Paris?" ,Kommen Sie, wir dürfen keinen Augenblick mehr verlieren. Willy Ruland ist in Gefahr, und ich habe schon viel Zeit mit der Suche nach Ihnen vertrödelt." Gerda zögerte in einem plötzlichen Mißtrauen. „Wie soll ich wissen, ob ich Ihren Worten Glauben schenken darf?" „Darüber kann ich Sie beruhigen!" lächelte Claudius gutmütig und griff in seine Rocktasche. „Herr Ruland gab mir dieses Bild, um mich Ihnen gegenüber ausweisen zu können." Gerda erkannte ihre eigene Photographie, und als sie die Karte umdrehte, fand sie die Widmung: „Meinem lieben Willy von seiner Gerda!" Sie schämte sich beinahe, daß sie gezweifelt hatte. Willy war da und rief nach ihr. Mit dieser Erkenntnis versank alles andere. Heinz Stadler und sein Freund Larusse verloren jede Bedeutung für sie. „Können wir nicht eine Taxe nehmen?" fragte sie ungeduldig, während sie bereits ihren Warteplatz verlassen hatte und an Herr Claudius' Seite dem Ausgang der Straße zusttebte. „Ich bin eben dabei, nach einem Wagen Ausschau zu halten. Ah, sehen Sie, da steht schon einer! Rasch, steigen Sie ein!" Er eilte auf den Wagen zu, öffn^g die Tür und war ihr beim Einst ei gen behilflich „Rue Fau- bourg 35!" rief er bem Chauffeur zu. Der Mann am Steuer schmunzelte erfreut. Rue Faubourg! Das war ja ganz am anderen Ende, weit draußen in den südlichen Vororten. Die Fuhre lohnte sich.--- Nicht einmal durch das Eingreifen der Polizei hatte sich Claudius davon überzeugen lassen, daß sein Verdacht bezüglich des Kellners unbegründet war, und so war er nach wie vor entschlossen, der Sache auf den Grund zu gehen. Es bedeutete keine besondere Schwierigkeit für ihn, den Weg ausfindig zu machen, den die Polizei bei ihrer Verfolgung genommen hatte, und so gelangte er schließlich in das Etablissement von Madame Pluchard. Er nahm unauffällig in einer Ecke des Speiseraums Platz, bestellte eine Kleinigkeit und ließ seine scharfen Augen durch den Raum schweifen. In den Gesichtern der Gäste stand noch deuttich die Aufregung, die der ungewöhnliche Zwischenfall herborgerufen hatte. Und da die Blicke sich immer wieder nach einem bestimmten Tisch am Fenster richteten, widmete auch ber neue Gast dieser Oert- lichkeit seine besondere Beachtung. Dort saß ein junger Mann und ihm gegenüber eine junge Dame. Beide waren sichtlich verstört, sprachen ab und zu mit erregten Mienen ein paar Worte, und erhoben sich bann überstürzt, um den Raum zu verlassen. Das junge Mädchen ging nahe an Claudius vorbei, und da erkannte er sie. Das war doch die gleiche junge Dame, deren Bild er in Rulands Brieftasche gefunden hatte! Er trug dieses Bild noch bei sich, zog es heraus und überzeugte sich von der Richtigkeit seiner Feststellung. i Außerordentlich interessant! Ihm gegenüber war ein Mann in Mittleren Jahren hingebungsvoll in seine Mahlzeit vertieft. Claudius richtete das Wort an ihn. „Was ist denn hier eigentlich los? Die Leute sind alle so ... ich weiß nicht, wie ich mich ausdrückckn soll!" Der Mann ließ sich mit der Antwort Zeit, bis er seinen Bissen zerkaut unb hinuntergeschluckt hatte. Dann lächelte er maskenhaft hinter seinen Brillengläsern hervor. „Aufsehenerregende Verfolgung eines Hochstaplers! Flucht durch das Fenster! Betrogene Freundin sucht Polizei von seiner Unschuld zu überzeugen. Verfolgter in gestohlenem Auto entkommen!" „Das ist kurz und bürtbig!" lachte Claudius. „Sind Sie Reporter?" Der Mann mit der Brille schien äußerst unge- halten, daß die Neugierde seines Gegenübers noch nicht befriedigt war. „Anatole Laudin vom ,Paris Soir‘. Kriminalfälle, Lokalnachrichten, Gesellschaftsskandale." Nach dieser ungewöhnlich erschöpfenden Auskunft wandte sich Herr Laudin wieder seiner unterbrochenen Be- schäfttgung zu, ohne ben Tischgenossen noch eines weiteren Blickes zu würdigen. „Die betrogene Freundin, — das ist wohl die Dame, die ist?" Herrn Laudins Brillengläser funkelten Claudius vernichtend an. Dann sentten sie sich wieder über den halbgeleerten Teller. Claudius war viel zu abgebricht, um sich durch diese abweisende Haltung einschüchtern zu lassen: „Noch eine Schlagzeile für ben ,Paris Soir‘, Monsieur Laudin: Vermeintlicher Hochstapler entpuppt sich als deutscher Kriminalbeamter! Verfolgung erweist sich als absichtlich inszenierte Komödie! Zweck der Hebung: Aufdeckung eines großßst Juwelendiebstahls! — Nun, Monsieur Laudin?" Eine neben den Tisch niederfallende niedliche, kleine Handgranate hätte keine nachhaltigere Wirkung erzielen können. Herr Laudin wurate verzweifelt an einem Bissen, den er gerade vorher noch in den Mund gesteckt hatte. Messer und Gabel entfielen seinen Händen, seine Augen schienen gerade- zu hervorzuquellen, als er nun, sich halb erhebend, die Hände drohend gegen Claudius ausstreckte. „Mille Drables! Sie sind von ber Konkurrenz, vermute ich. Vom ,Matin', wie? Hab schon lang« eine Stinkwut auf Sie! Schnappen mir die fettesten Bissen vor der Nase weg! Woher haben Sie bloß wieder diese Jnformatton?" „Freue mich, baß Sie endlich auftauen! Zu Ihrer Beruhigung: ich habe nicht die geringsten Beziehun- gen zur Presse, und was ich Ihnen eben andeutete, ist auch im Augenblick noch nicht druckreif. Es fehlen mir noch die schlüssigen Beweise. Ader — hm Sie könnten mir etwas hehrlstich jein. Es von der Sie sprechen eben hinausgegangen Stück 5 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 13, Klasse A. 12/4, Klasse B 12, Klasse C 11%, Klasse D 10%, Enteneier 12%, Gänseeier 35, Wirsing, % kg 14 bis 16, Weißkraut 10 bis 11, Rotkraut 14 bis 15, gelbe Rüben und Karotten 10 bis 12, rote Rüben 10 dis 12, Spinat 15 bis 18, Unterkohlrabi 8, Grünkohl 15, Rosenkohl 15 bis 35, Feldsalat, Vio 8 bis 10, Tomaten, % kg 45, Zwiebeln 15 bis 18, Meerrettich 35 bis 50, Schwarzwurzeln 20 bis 35, Kartoffeln, % kg 5 Pf., 5 kg 44 Pf., 50 kg 3,30 bis 3,90 Mark, Aepfel % kg 12 bis 30 Pf., Hähne 1,10 bis 1,20 Mark, Suppenhühner 90 Pf. bis 1,10 Mark, Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., Blumenkohl 35 bis 40, Salat 10 bis 30, Endivien 8 bis 12, Lauch 5 bis 12, Sellerie 10 bis 35, Rettich 5 bis 15, Radieschen, das Bündel 15 bis 20 Pf. * ** Das Fe st der Silbernen Hochzeit kann am Dienstag, 29. März, das Ehepaar Post- sekretär Georg Karell und Frau Emma, geb. Kloß, Am Riegelpfad 22, begehen. Postsekretär K o ° reH, ein alter 116er, der aus der 7. Kompanie hervorging, ist weit über den Heimatkreis hinaus del den alten Regimentsangehörigen bekannt. Als Dem Auge das Beste! Lassen Sie sich beraten von Optiker Jtlagnus dem Optiker Ihres Vertrauens / Seltersweg 33 / Kassenlieferant. Pegsments-Kammerunteroffizier hat er zu Beginn des Weltkrieges alle aktiven 116er eingekleidet, er kämpfte nachher mit dem Regiment im Westen und kam später als Vizefeldwebel zum Regimentsstab. Nach dem Kriege hat er als Mitglied der Führerschaft und jetzt als Rechner der Regimentsvereinigung nicht nur wesentlichen Anteil an der Durchführung der Gießener 116er Tage, sondern auch an oer Pflege der Tradition des stolzen Gießener Regiments. ** Samariterkursus des Deutschen Roten Kreuzes. Das Deutsche Rote Kreuz in Gießen veranstaltet Ende April einen neuen Samo- titer-Kursus für Frauen und Mädchen. ** Vom Tannenweg. Der Tannenweg ist ein neuer Straßenzug, der an der Curtmannstraße beginnt, parallel zur Fröbelstraße und Kaiserallee verläuft und am Philosophenwald endet. Bereits im vergangenen Jahre wurde ein Teil der Straße angelegt und beiderseits einige Wohnhäuser zur Ausführung gebracht. Nunmehr ist man dabei, den übrigen Teil der Straße bis zum Philosophenwald mit Wasserleitung zu versehen und alsdann auszubauen. Inzwischen hat an der Ostseite dieser neuen Strqße eine auswärtige Saufirma eine Reihe von neu au erbauenden Wohnhäusern abgesteckt, da hier in aller Kürze eine umfangreiche Baugruppe zur Ausführung kommen soll. Auch die Baugenossenschaft 1894 will hier für dieses Jahr ihr bereits begonnenes Bauprogramm erweitern, so daß im Laufe dieses Jahres am Tannenweg sich eine lebhafte Bautätigkeit entwickeln "wird. ** Die Bundesgruppe Gießen des Bundes heimattreuer Schlesier (Deutscher Ostbund) hielt im „Pfälzer Hof" eine Arbeitstagung ab, in der über die Sommerarbeit gesprochen wurde. Bundesgruppenleiter K o st4» r z sprach über die Erfassung aller Ostdeutschen und streifte die Aufgaben der Fürsorge, die eine neue Erleichterung für die Bedrängten und Geschädigten bringe. Zu diesem Zweck sei eine neue statistische Erfassung der Ostdeutschen erforderlich. Er erinnerte an den 20. März, den Jahrestag der Abstimmung in Oberschlesien, und hob dabei die Verdienste des Landsmannes Ernst Motz um die Vorbereitungen hervor. Anläßlich des 60. Geburtstages des Landsmannes Postinspektor Curt Beyer würdigte der Bundesgruppenleiter dessen Verdienste um die ostdeutsche Heimatsache. Er zählte zu den ersten Mitgliedern des deutschen Ostbundes, war lange Jahre in dessen Vorstand und gehörte auch dem Vorstand des Landesverbandes Süd-Westdeutschland des Oft- bundes an. Einige Jahre war er auch Vorsitzender ber Gießener Ortsgruppe, mit der er an der Oft« marfentagung der Marburger Studentenschaft mit« wäre doch sehr schön und für Sie selbst wahrscheinlich nickst ohne Vorteil, wenn der .Paris Soir als erster eine so sensationelle Nachricht bringen könnte." „Glorios, Monsieur! Ganz der Ihre! Was soll gefchehen?" * Als Claudius feine Vereinbarung mit Anatole Laudin getroffen hatte, faßte er den Plan, sich zunächst mit dieser jungen Dame Gerda zu beschäftigen, die ihm eine wichtige Rolle in dieser verzwickten Geschichte zu spielen schien. Stand sie doch einerseits mit Willy Ruland in offensichtlich sehr vertrauten Beziehungen, während sie andererseits mit diesem angeblichen Maquinot befreundet war. Die einzig mögliche Schlußfolgerung konnte nur die sein, daß Maquinot und Rulano unter einer Decke steckten. Mit anderen Worten: daß dieser Mann eben gar nicht der Hochstapler Maquinot war, sondern der Kriminalbeamte, als den er ihn sofort erkannt hatte. Er hatte viel Gedüst) und wartete in aller Gemütsruhe, bis Gerda Bosch wieder in Sicht kam. Ihren Zunamen hatte er übrigens von Laudin erfahren. Er heftete sich an ihre Spur und war nicht wenig überrascht, als er feststellen mußte, daß diese Spur in die Rue de la Suisse führte. Hatte nicht Maquinot erklärt, daß er dort wohne? Seine Ueberraschung erreichte den Höhepunkt, als er am Eingang der Strafe auf feine Komplicen stieß. Sie waren also tatsächlich seiner Anregung gefolgt und wollten mit Maquinot in Verkündung treten. „Ihr könnt euren Plan ruhig ausführen!" flüsterte er ihnen zu, ohne Gerda Bosch und ihren Begleiter aus den Augen zu lassen. „Aber seid auf der Hut. Mein Verdacht war richtig. Maquinot ist ein Spürhund. Ich habe das inzwischen ein- wanbfrei festgestellt. Diese ganze Verfolgungsszene heute mittag war nichts weiter als eine Komödie! Stellt dem Burschen eine Falle! Ihr werdet meine Angaben bestätigt finden." Die beiden starrten ihn fassungslos an. „Verdammt! Wenn du wirklich recht haben solltest —! Aber was willst du denn hier?" „Ein reiner Zufall!" lachte Claudius, während er beobachtete, wie Gerdas Begleiter sich von dem Mädchen trennte. „Binde uns doch keine Märchen auf, Mensch! Solche Zufälle gibt es nicht!" „Na, wenn ihr es genau wißen wollt — ganz unter uns natürlich — ich habe hier ein Stelldichein!" Und als er sich mit einem vielsagenden Augenzwinkern von ihnen verabschiedet hatte, traf er auf Gerda Bosch zu und sprach sie an. Czibulka und Sacher starrten sich an. (Fortsetzung folgt) tSitinb.a mutagsanbm hätte statt- Auf lichtet, erneuert -elmOtz 910' fid), die von dl ousgesiihlt wer < futter Gemeinde fand statt, die bester geschah durch di ten elektrischen jüngster Zeit obc beerpflanzl 0 Saasen derNSDVP eine Mitgliedern penleiter Sche gebung mit den Ministerialrat R jüngsten politisch * Lauter 8oh. Gerbig Gesundheit feini Krofdoi mittag ereignete siraße-Launsbach sall, von dem troffen wurden, jrrstein, !ar ber Launsdache jonenwagen des lang fuhr. Ire teils fiel der 1 - ben Wagen, daß und Sippen; Verletzung c Nnt jtaM GuMVn tos unverletzt. Dir schädigt Moiioi J^asche r v°n 80 p, iilh u Flasci Ä 6cttfed *•> Wf „ Qllö* * »-Lei-/ S*i*, xSS- fprW ®r-Äetterfl sAs Über oie " sprecht' .. MU itr JnS> die Maul' uni Maßnahmen, o finb, werden o Klauenseuche n heim und ■ Sperrbezirk w IM und Rocki hingen beider erklärt wurden. Aus den Gießener Gerichtssälen eine Mitgliederversammlung ab, in der Ortsgruppenleiter S ch e p p zunächst an die große Kund- Il Sie heilen SCHUH-HANSA Marktplatz 2 1948A Versäumen Sie nicht Ein neuer Ludwigsplatz-Drogerle, Photohaus fff*- [Jfofad Wiiawü' H E RZKRAFT". DAS GESCHÄFT DER GUTEN SCHUH REPARATUR Zentralheizungen, Warmwasserbereitungen Badeeinrichtungen, Be- u. 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Die Ortsgruppe der NSDVP. hielt im Gasthaus^ „Zur Traube" Krampf, Lahme, Husten, Steifbeinigkeii durch M. Brockmanns bewährtes Ssteosan B Oer Erfolg wird Sie überraschen! Vi'Original-Dose 1.75 M. Zu haben in allen Apotheken, je- doch bestimmt in Gießen: Pelikan- Apoth.Gr.-LindemLinden-Apoth. Krofdorf: Apoth. Lollar: Apoth. Hungen: Hahn'scheHof-Apoth.»"^ Farbanstrich 1 schützt und hilft sparen I Kommen Sie zu mir. Ich berate Sie gerne Hans st wahrschein- ris W als ngen tönnte. re! Was soll Rosen Hochstämme und niedere in nur I. Qualität. Selbstklimmender wild. Wein Rhododendron-Felsenstauden und Frühlingsblumen Rudolf Schneider, Gartenbaubetrieb Gießen, Schiffenb. Weg 29, Ruf 3247 Nachlässe von 3 bis 20 v. 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In Schwalheim im Kreise Wetterau ist die Maul- und Klauenseuche erloschen. Sämtliche Maßnahmen, die aus Anlaß dieser Seuche getroffen sind, werden aufgehoben. Neu ist die Maul- und Klauenseuche in den Gemeinden Dorn-Assen- heim und Rockenberg ausgebrochen. Der Sperrbezirk wird aus den Gemeinden Dorn-Assen- heim und Rockenberg gebildet, während die Gemarkungen beider Gemeinden zum Beobachtungsgebiet erklärt wurden. Landkreis Gietzen. 5 Steinbach, 25. März. Am gestrigen Donnerstag fand eine Besichtigung der heruntergeholten Tu.rmspitzenbekleioung durch die Baubehörde statt. Außer dem Hahn, der, wie schon berichtet, erneuert werden muß, sind auch an dem Helmaufsatz größere Erneuerungsarbeiten erforderlich, die von dem hiesigen Spengler Karl Haas ausgeführt werden. < Ruttershaus en, 25. März. In unserer Gemeinde fand eine Verdunkelungsübung statt, die besten Verlauf nahm. Die Alarmierung geschah durch die von der Gemeinde neu angeschafften elektrischen Sirenen. — Die Gemeinde hat in mit Awitole Plan, sich N' d zu beM' n dieser oer- Md ft d -ch onöererfeits reimtet ®Qr* tonnte nut unter einer dah dieser r Mqumor ; den er ihn Geduld und Gerdti»°!A nen ha»« er id war nicht "SS ri,*’**1 fi" Außerdem kaufte der Angeklagte gegen Provision für einen jüdischen Viehhändler aus Lauterbach, der inzwischen nach Amerika emigriert ist, Vieh aus. Eines Tages hatte dieser dem E. 1870 Mark ohne Quittung zum Ankauf von Vieh ausgehändigt. Von dieser Summe verwandte der Angeklagte 300 Mark zum Ankauf eines Rindes, das er dann nach Frankfurt lieferte. Als der jüdische Viehhändler von dem Angeklagten sein Geld zurückforderte, bestritt dieser, jemals von ihm Geld erhalten zu haben. Da er diesem Viehhändler keine Quittung ausgestellt hatte, glaubte der Angeklagte, daß man ihm nie den Erhalt des Geldes beweisen könne. Um zu seinem Geld zu kommen, benachrichtigte der Jude die Gendarmerie. Als der zuständige Beamte vor einer Gastwirtschaft, in der sich der Angeklagte, wie er wußte, befand, anlangte, versuchte man scheinbar von dritter Seite den Angeklagten zu warnen. Der Beamte sprang in die Wirtsstube und sah, wie der Angeklagte versuchte, einem anderen Viehhändler seine Brieftasche zuzustecken. Dieser Zeuge, wie auch der Sohn der Gastwirtin, sagten trotz eingehender Vorhalte unter Eid aus, daß sie nicht gewußt hätten, daß die Brieftasche Geld des ihnen persönlich unbekannten jüdischen Viehhändlers, der kurz vorher schon einmal mit dem Angeklagten im Nebenzimmer der Gastwirtschaft verhandelt hatte, enthielt. Bei seinen ersten Vernehmungen bestritt der Angeklagte, auf das entschiedenste, Geld von dem jüdischen Händler aus Lauterbach erhalten zu haben. Ja, er bestimmte sogar seinen Schwager, einen Brief an die Staatsanwaltschaft zu schreiben, in welchem dieser behauptete, er habe dem Angeklagten ein größeres Darlehen gegeben. Die Dar- lehensvaluta sei nun mitbeschlagnahmt worden. Er bitte die Staatsanwaltschaft, ihm diesen Betrag — es handelte sich um ungefähr tausend Mark — auszuzahlen. Aber auch dieser Schwindel wurde aufgedeckt, und erst bei seiner zehnten Vernehmung gab der Angeklagte zu, daß er das Geld von seinem jüdischen Auftraggeber erhalten habe. Der Angeklagte wurde wegen schwerer Urkunden- fälschuna in Tateinheit mit Betrug in neun Fällen, wegen Unterschlagung und Betrugs, unter Anerkennung mildernder Umstände, zu einer G e f ä n g- nisstrafe von zwei Jahren verurteilt. Drei Monate und drei Wochen gelten durch die Untersuchungshaft als verbüßt. Außerdem wurde dem Angeklagten auf zwei Jahre verboten, den Beruf eines Viehhändlers auszuüben. Der Angeklagte nahm das Urteil an. Amtsgericht Gießen. Am 24. August 1937 fuhr der W. H. aus Wieseck, von Marburg kommend, mit einem leeren Lastkraftwagen auf der Straße Marburg—Gießen. In der Nähe der Karlsruhe wollte der Angeklagte, der sechs Wochen vorher seinen Führerschein Erhalten hatte, in den befestigten, nach Wieseck führenden Feldweg einbiegen. Drei Bäume vor der Straßenabzweigung, also ungefähr in einer Entfernung von nur 25 Meter, zeigte der Angeklagte bzw. dessen Bewahrer durch den Richtungszeiger die Absicht an, die Fahrbahn nach links zu verlassen. Als der Angeklagte mit seinem Wagen die Straße überquerte, rannte ihm ein in derselben Richtung fahrender Personenwagen in die Flanke. Die Insassen dieses Wagens, die ihr Fahrzeug nicht mehr zum Halten bringen konnten, wurden verletzt. Durch Strafbefehl erhielt der Angeklagte wegen fahrlässiger Körperverletzung und Uebertretung der Reichsstraßenverkehrsordnung eine Geldstrafe von 100 Mark. Gegen diesen Strafbefehl legte der W. H. Einspruch ein. Aber auch die Hauptverhandlung er» aab, daß der Angeklagte durch sein verspätetes Anzeigen seiner Richtungsänderung den Unfall herbeigeführt hatte. Es blieb daher bei der im Strafbefehl ausgesprochenen Strafe. Ich als alter Praktiker und Spezialist für Waschmittel möchte allen neuzeitlichen Hausfrauen raten: benutzen Sie für Wäsche und Haushalt die zuverlässigen SCHWARZ-WEISS Erzeugnisse^ Sie machen sich die Arbeit leicht und sparen viel Geld. Und dem Herrn des Hauses bereiten Sie wirklich eine Freude, wenn Sie mehr Zeit für sich selbst und...„ihn" haben I P. JOS. MOBS • Seifenfabriken • GIESSEN/lohn Sezirksschöffengericht Gießen. Vor dem Bezirksschöffengericht, das am gestrigen Freitag in Büdingen tagte, hatten sich der Heinrich Ochsenhirt, der Wilhelm Ochsenhirt und der Georg Lusch aus Rohrbach zu verantworten. Die Anklage wirft dem Angeklagten Heinrich Ochsenhirt vor, sich der Beleidigung und der falschen Anschuldigung schuldig gemacht zu haben. Er habe in einer Anzeige on die Staatsanwaltschaft behauptet, der Bürgermeister Sch. aus Rohrbach habe sich der Verleitung zum Meineid schuldig gemacht. Bei einer Vernehmung gab er an, dieser Bürgermeister habe vor kurzem gesagt, daß der Oberamtsrichter E. sich mit Butterwecken schmieren lasse, dann seinen Talar anzöge und die Leute „verknurre". In einem Schreiben an das Amtsgericht verdächtigte er weiterhin den Bürgermeister Sch. der Brandstiftung. In Schreiben an die Kreisleitung, an die Gauleitung in Frankfurt und an den Stellvertreter des Führers behauptete er schließlich, der Bürgermeister Sch. sei ein Judenfreund und machte ihm weitere unehrenhafte Handlungen zum Vorwurf. Die angestellten Ermittlungen ergaben die vollkommene Haltlosigkeit der Behauptungen. Der Angeklagte Wilhelm Ochsenhirt hat sich zu verantworten unter der Anklage, behauptet zu haben, der Bürgermeister Sch. habe versucht, ihn zum Meineid zu verleiten und er, Sch., habe in seiner Gegenwart weiterhin die obige abfällige Aeußerung über den Oberamtsrichter E. getan. Dem dritten Angeklagten, derb G. Lutsch, wirft die Anklage die Behauptung vor, der Bürgermeister Sch. habe eine Güterhalle in Brand gesteckt und die in ihr enthaltenen Waren zum Teil verkauft. Zur Verhandlung ist eine große Anzahl von Zeugen geladen. (Die Sitzung dauert noch an.) Große Strafkammer Gießen. In mehrstündiger Sitzung hatte sich gestern die Große Strafkammer Gießen mit dem Karl E. aus Burkhards bei Gedern zu befassen. Im Jahre 1934 begann der Angeklagte mit dem An- und Verkauf von Kleinvieh. Als er dann sich mit dem Handel von Großvieh befaßte, und es sich zeigte, daß er diesem nicht ganz gewachsen war, beging er die ersten strafbaren Handlungen. Der Angeklagte geriet durch geschäftliche Mißerfolge in Schulden. Um sich die ihm fehlenden Mittel zu beschaffen, fälschte er neun Wechsel, indem er die Unterschriften der Indossanten und Akzeptanten selbst anferttgte. Anstatt durch ehrliche Arbeit feine Gläubiger zu befriedigen, hatte es der Angeklagte auf diese unsaubere Art verstanden, sich in den Besitz von ungefähr 1750 Mark zu setzen. Durch seine geschäftlichen Beziehungen war der Angeklagte auch mit einem Frankfurter Viehhändler bekannt geworden. Dieser gab ihm zum Ankauf von Vieh 500 Mark. Für 350 Mark kaufte darauf der Angeklagte eine Kuh. Dieses Tier wurde ihm aber, als er es nach Frankfurt transportieren wollte, gepfändet. Anstatt den Darlehensrest zum Ankauf von Dich zu verwenden oder dem Frankfurter Händler zurückzugeben, verwandte der Angeklagte diese 150 Mark für sich selbst. In gewissenloser Weise verfuhr der Angeklagte aber dem Zeugen W. gegenüber. Dieser Zeuge besaß neben drei kleinen Äeckerchen als Hauptvermögenswert eine Kuh. Um feine Gläubiger bezahlen zu können, wollte dieser 64jährige Zeuge seine Kuh verkaufen. Er verhandelte deshalb mit detn Angeklagten. Dieser ließ durch einen Jungen die Kuh abholen und dem Zeugen ausrichten, die Kuh sollte bei den Eltern des Jungen, die ange- gesehene Geschäftsleute sind, abgemolken und gemästet werden. In Wirklichkeit verkaufte der Än- geklagte sofort die Kuh nach Frankfurt. Den Kaufpreis behielt er für sich. Dem Zeugen droht nun die Zwangsvollstreckung. Frankfurt a.M. Pferde-Märkte 29. MÄrz, 3. Mal, 14. Juni Besuch a.Sperrfobifltcn vprboten Zum Auftrieb werden nur arieche Pferdehändler zugelaeeen. Zahir. Antrieb von Pferden all. Rassen, auch Schlachtpferde; ßröfjte Auswahl u. beste Gelegenheit für Kauf u. Tausch Kreis Schotten. § Laubach, 24. März. In dem mit vielen Blumen geschmückten Saale der „Traube" fand ein sehr gut besuchter Heimatabend statt, bei dem auch die Preisverteilung anläßlich des letztjährigen Blumenschmuckwettbewerbes vorgenommen wurde. Die Veranstaltung wurde eingeleitet mit der Ouvertüre „Dichter und Bauer", gespielt von Frau Bias und Herrn Bröckelmann Anschließend trug Ilse Desch einen Vorspruch „Blumen und Lieder" vor. Nach der Begrüßungsansprache des Bürgermeisters Högy zeigte Obstbauinspektor Metternich (Büdingen) eine Reihe schöner (farbiger) Aufnahmen aus Laubach und Büdingen, wobei er bei jedem Bilde auf die für die Bewertung des Blumenschmuckes maßgebenden Punkte hinwies. Die folgende Verlosung von Blumen war bald restlos ausverkauft. Ganz besonderen Anklang fanden auch die von Inspektor M etter- n i ch vorgeführten Lichtbilder „Laubach in Herbstfärbung". Bei der Preisverteilung anläßlich des Blumenschmuckwettbewerbes 1937 wurden sodann insgesamt 98 Bewertungen bekanntgegeben. Für die beste Leistung erhielt Schuhmacher Christian P f e i f- f e r den Zusatzpreis der Landesbauernschaft Hessen- Nassau. Die Veranstaltung wurde umrahmt von dem Gesang schöner Volkslieder Zum Schlüsse richtete Bürgermeister Hügy, nachdem er den Preisträ- aern und allen denen gedankt hatte, die zur Verschönerung des Abends beigetragen hatten, einen Appell an die Anwesenden, weiterhin an der Verschönerung des Stadtbildes durch eifrige Förderung des Blumenschmuckes mitzuwirken. Mit dem Sieg- Heil auf den Führer, das der Ortsgruppenleiter Braun ausbrachte, und dem Gesang der beiden National-Hymnen fand der schön verlaufene Heimatabend seinen Abschluß. Rundfunkprogramm Sonnlag, 27. Marz. 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.15: Gymnastik. 8.30: Ev. Morgenfeier. 9.10: Rufe über Grenzen. „Heimat" von Gustav Leutelt. 9.30: Chorgesang. 10: Was dich nicht umbringt, macht dich stärker. 10.30: Ewiges Deutschland. 11.15: Die Wohnung des Glücks. Eine Hörfolge. 12: Neue deutsche Fliegermusik. 13.15: Musik am Mittag. 14: Für unsere Kinder: „Hoch auf dem gelben Wagen". Kasperle in Mittenwald, wo die Geigen „wachsen". 14.30: Uns gehört der Sonntag! Ein Reigen sorgloser Melodien. 15.25: Ein Sonntag im Goldhaubental. 16: Nachmittagskonzert. 17 dis 17.20: Rugby-Länderkampf Deutschland — Frankreich im Stadion Frankfurt a. M. 17.45: Kammermusik. 18.45: (Berlin auf Wachs): Internationale Schiwettkämpfe auf dem Feldberg (Schwarzwald). Einweihuna des neuen Schistadions und großer Sprunglauf. 19: Nachrichten. 19.10: Umschaltung: Der Reichsarbeitsführer verabschiedet die aus dem Reichsarbeitsdienst ausscheidenden Arbeitsmänner und Arbeitsmaiden. 19.45: Der Sportspiegel des Sonntags. 20: „Die lustige Witwe". Operette. 22: Nachrichten. 22.15: Sportbericht. Montag, 28. März. 6 Uhr: Morgenlied. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zpr Werkpause. 9.30: Nachrichten. 9.40: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 9.52: Hochstapler auf der Speisekarte. 10: Schulfunk. 11.40: Volk und Wirtschaft: Ein Rekordjahr des Films. 12: Schloßkonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Schloßkonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Das Stündchen nach Tisch ... 15: Kammermusik. 15.30: Für unsere Kinder: Jetzt basteln wir... 16: Nachmittagskonzert. Das Mikrophon unterwegs. 18: Zeitgeschehen. 18.30: Der fröhliche Lautsprecher. (Schallplatten.) 19: Nachrichten. 19.10: Kleine Abendmusik. 20: Soldaten und der Reichsarbeitsdienst fingen und spielen. Ein Wunschkonzert für das WHW. Veranstaltet von dem Wehrkreiskommando des Wehrkreises IX und dem Arbeite- gau XXII des Reichsarbeitsdienstes gemeinsam mit dem Reichssender Frankfurt. 22: Nachrichten. 22.30: Nachtmusik und Tanz. 24 bis 2: Nachtkonzert. N- ?? S°d. r'Mo = . °mpanie .,s hinaus f(W. Als Beste! aten von Ulis wenliefennt. pn ?e0inn ekleldet, er Westen und 'menlsstab. er Führer, ntsoereini. ,er Durch» ’n auch an ener Regü 'utfchen 1 Kreuz in wn enwald mit auszubauen, euen Straße von neu au hier in aller zur Ausfuh- enschaft 1894 nnenes Büu- >ieses Jahres täligteit ent- U V bis it hS ? i!1 1.20 35 । > 40. 9 0 big 1-) | jüngsten politischen Ereignisse behandelte. Kreis Wehlar. <5 Krofdorf, 25. März. Am Donnerstagmittag ereignete sich hier in der Kreuzung Wiesen- straße-LaunSbacher Straße ein Verkehrsunfall, von dem zwei hiesige altere Einwohner betroffen wurden. Der eine, Maurermeister A. Schiefe r st ei n , kam mit seinem Leichtmotorrad aus der Launsbacheb Straße und stieß auf den Personenwagen des anderen, der die Wiesenstraße entlang fuhr. Trotz mäßiger Geschwindigkeit beiderseits fiel der Motorradfahrer so unglücklich gegen Den Wagen, daß er einen Schlüsselbeinbruch und Rippenprellunaen und eine erhebliche Verletzung am Kopf erlitt. Hilfsbereite Einwohner standen dem Verletzten tatkräftig bis zum Eintreffen des Arztes bei. Der Autofahrer blieb unverletzt. Die Fahrzeuge' wurden nur leicht beschädigt. Kreis Lauterbach. * Lauterbach, 26. März. Heute kann Herr Joh. G e r b i g , Lindenstraße 41 wohnhaft, bei bester Gesundheit seinen 8 0. Geburtstag feiern. S Elektro-Remeinschaft Liebe und herzliche Teilnahme. erwiesene Ganz menspentjen spreche Herrn Pfarrer für seine tröstenden besonders danken wir dem Main, dem Marine Reichsbahnverwaltung Frankfurt a. Wort dem Eisenbahnverein Gießen, sowie der Gesangs Verein Gießen, ehrenvollen Nachrufe und der Lokomotivführer für die im 84. Lebensjahre. abteilurg die dem Entschlafenen das letzte Gießen, den 25. März 1938. Gießen, den 26. März 1938 1947D 1966D] TODESANZEIGE. Wtterbei Grofien-Linden, den 26. März 1938. Die NS. 1986D Kaufmann Friedrich Faust im 81. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen Groß-Eichen, den 25. März 1938 1968V Rote Linie durch 756< Gtüdt. Stvatzenbah« Gletzeu 1971A# 1938 !964Di im Alter von 66 Jahren, In tiefer Trauer Wenn die Gäste kommen Großen-Linden, Lützellinden, den 26. März 1938. 01474 Mehr Lebensfreude Studentenschaft der Universität Gießen 21.52 22.00 22.39 22.45 23.09 23.15 23.39 23.45 21.37 21.45 21.50 22.09 22.15 22.22 22.20 22.22 22.26 22.30 22.34 22.37 21.52 22.00 22.05 22.15 22.22 22.30 22.22 22.30 22.35 23.00 23.04 23.07 23.11 23.15 23.17 23.07 23.15 23.20 23.22 23.30 23.30 23.37 23.15 23.19 23.22 23.26 23.30 23.32 23.35 23.37 23.42 23.45 23.49 23.30 23.34 23.37 23.41 23.45 23.47 22.00 22.07 22.00 22.04 22.07 22.11 22.15 22.17 22.15 22.19 22.22 22.26 22.30 22.32 22.35 22.37 22.42 22.45 22.49 22.07 22.15 22.20 22.50 22.52 22.56 23.00 23.04- 23.07 22.45 22.49 22.52 22.56 23.00 23.02 23.05 23.07 23.11 23.15 23.19 23.22 23.20 23.22 23.26 23.30 23.34 23.50 23.52 23.56 24.00 24.04 22.45 22.52 23.00 22.30 22.34 22.37 22.41 22.45 22.47 Philipp Schaum, Gastwirt Familie Ludwig'Schaum Familie Georg Weber. 22.37 22.4?h 22.50 Familie Gustav Faust I. Familie Peter Rock Familie Heinrich Koch, Hungen Familie Karl Faust, Frankfurt a. M, Kranzniederlegungen, und alle Geleit gaben. Gestern abend i/a8 Uhr entschlief sanft nach kurzem schweren Leiden meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Am 20. März verschied sanft unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Tante Bahnhof Horst-Wessel-Wall ..... Markt Ludwigsplatz Provinzial-Pflegeanstalt Volkshalle Artillerie-Kaserne Artillerie-Kaserne Bolkshqlle Provinzial-Pflegeanstalt Ludwigsplatz Markt Horst-Wessel-Wall Bahnhof Die Beerdigung findet am Sonntag, dem 27. März, nachmittags um 2 Uhr statt. Die Beerdigung findet Montag, 28. März, nachmittags 2]/2 Uhr statt. Rundfunk- Geräte-Röhren Reparaturen Patent-Ruhebett für Ausflüge und Wochenend sowie für die reichen Blu n wir unseren tiefempfundenen Dank aus Im Namen der Hinterbliebenen Familie H. Hinkler Nadio-Kögel Bahnhofstr. 67 kein Laden Fernspr. 2980 Druckschriften In gefalzten Bogen In Heftform und gebunden klar In der Schrift, übersichtlich . angeordnet und sorgfältig gedruckt, dienen den Belangen von Handel undVerkehr,Industrie und Gewerbe, Behörden, Landwirtschaft und Vereinigungen. Lieferung schnell,gut und preiswert durch BrUhl’sche Druckerei Schulstr. 7. Ruf 2251 Danksagung. Für die wohltuenden Beweise der Anteilnahme beim Hinscheiden unserer lieben Entschlafenen sprechen wir unseren herzlichsten Dank aus Frank, Studentenführer. Die Beisetzung fand in aller Stille statt-Von Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen. Im Namen der Angehörigen Heinrich Pirr I. einem Fd Zwar ist t dieses kuh Wirken be für bie gar lich macht, theoretisch - Arbeit der Feststellung waltige Lüc derer als e schlossen m eine der 1 Wiederaufb, man auch je Land der E auszuweisen sehr wohl z Volk hat gi laß, aus sei jedermann 1 reichen Aus zialismi Im Namen der Hinterbliebenen Adolf Braun. Heute morgen 8 Uhr entschlief sanft, nach kurzem, in Geduld ertragenem Leiden unser lieber, treusorgender Vater, Schwiegervater und Großvater, der Ein tragischer Unfall entriß uns auf der Höhe seiner Schaffenskraft unseren allzeit bereiten Kameraden, unseren Die W' auf eine E gen Ide etwa von gegangen, fi 'öW, schasU'u Volksgi Volkes in Es gilt alj sicht auf wahllos zu steht unter aus diesen diejenigen halten hab voll sind, di fer fuhren die Schicksal Kraft zu mi len Rahmet vornherein Kreuzplatz 15 V das Haus Ihrer Berufskleidung Gießen, 25. März Altherrenbund der deutschen Studenten Hochschulring Universität Gießen Prof. Dr. A. W. F i s c h e r, Hochschulringführer. Gesund-Fasten nach bewährter Kur unter ärztlicher l^itung Rhönkurheim Bronnzell b. Fulda Prospekt u. Abhdl. „lieber das Fasten“ gratis Haribrennholz ä Wagen 5 Ml., Anmachholz, ä Wagen 6 Mt., 1 Sack 'Anmachholz 1 Mk frei Keller mD J. Wellhöfer. Lelevhon 2313 Marli Str. 24 Besteckhaus Reinig Gießen Ruf 3369 Inh. W. 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Wir verlieren in ihm einen der ersten AH. unseres Bundes und einen Vorkämpfer für unsere nationalsozialistische Hochschule In den langen Jahren der Kampfzeit erprobt, wurde er als Dozent einer unserer besten politischen Lehrer. Er haßte das Laue, Zweifel verloren ihren Sinn, er kannte nur ein Vorwärts. Sein Kampfgeist und seine gerade Haltung sind für immer unser Vorbild. sind gute Bestecke dringend notwendig. - Denkbar größte Auswahl in allen Preislagen und Ausführungen. Praktische Konfirmationsgeschenke ’l/täw'fMiljjäljrjkutf A Dr. RICHTERS Frühstückskräuierle« Fort mit den Winferschlacken, fort mil übeiflüssigem £ Felil Natürliche Auffrischung der Sälle, bessere Blufzir- kulalion, gesunde Schlankheit und Jugendfrische durch 22.22 22.30 22.30 22.37 22.52 23.00 23.00 23.07 Bahnhof Marktplatz Wiesecker Weg . Friedhof Feuerbachstratze Wieseck Wieseck Feuerbachstrake Friedhof Wiesecker Weg . Marktplatz Bahnhof Fahrplanändemng, gültig ad 26. März 1938 Grüne Linie Persil-ini Nr.72 Viertes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhefsen) 2b./27.A7ärzlyZ8 Gesundes und frohes Volk durch die AGV. Mütterberatung — ein wichtiges Tätigkeitsfeld! Die NS.-Volkswohlfahrt, allgemein kurzweg NSV. genannt, ist in unserem Volke zu einem Faktor von größter Bedeutung geworden. Zwar ist die NSV. erst fünf Jahre alt, aber trotz dieses kurzen Zeitraumes hat sie sich durch ihr Wirken bereits eine Stellung geschaffen, die fie für die ganze Volksgemeinschaft einfach unentbehrlich macht. Man denke sich nur einmal — rein theoretisch — das Leben unseres Volkes ohne die Arbeit der NSV., und man wird dabei sofort die Feststellung machen müssen, daß dann eine gewaltige Lücke klaffen würde, die durch nichts anderes als eben durch die Tätigkeit der NSV. geschloffen werden könnte. Und wie bei uns die NSV. eine der stärksten Säulen für das fegensreiche Wiederaufbauwerk unseres Führers ist, so weiß man auch jenseits unserer Grenzen, wo kein anderes Land der Erde eine derartig vorbildliche Einrichtung aufzuweisen hat, den hohen Wert der NSV.-Arbeit sehr wohl zu schätzen. In der Tat: Unser deutsches Volk hat guten Grund und allen berechtigten Anlaß, auf seine NSV. stolz zu sein und gegenüber jedermann mit voller Berechtigung auf die segensreichen Auswirkungen dieses wahrhaften Sozialismus der Tat hinzuweisen! - * Die NSV. wurde bei ihrer Errichtung bewußt auf eine Grundlage mit eigenem geistigen Ideengehalt gestellt. Dabei wurde nicht etwa von dem Gedanken des Mitleidens ausgegangen, sondern der Grundsatz der bestmöglichen Selbsthilfe innerhalb der Familie oder der Sippe, ferner'die Verpflichtung der kameradschaftlichen Hilfsbereitschaft aller Volksgenossen für notleidende Glieder des Volkes in gebührender Weife zur Geltung gebracht. Es gilt also nicht mehr, jedem Menschen ohne Rücksicht' auf seinen Wert für die Volksgemeinschaft wahllos zu „helfen", sondern die Arbeit der NSV. steht unter dem maßgeblichen Gesichtspunkt, daß aus diesen Mitteln der Allgemeinheit in erster Linie diejenigen Menschen Förderung und Hilfe zu erhalten haben, die für die Volksgemeinschaft wertvoll sind, die ihren schweren Lebenskampf selbst tapfer führen und von sich aus das Bestreben haben, die Schicksale und Aufgaben ihres Daseins mit aller Kraft zu meistern. Erfreulicherweise konnten in diesen Rahmen her Betreuung durch die NSV. von vornherein auch diejenigen Volksgenossen in verdienter, gerechter Weise mit eingeschlossen werden, die früher als sog. „verschämte Arme" abseits standen und dadurch oft in die bitterste Not gerieten. Die Arbeit der NSV. wurde also von Anfang an unter die Parole gestellt: Hilfe für die bedürftige und für die Volksgemeinschaft wertvolle deutsche Familie! Auf dieser Grundlage wurde die gesamte Aufbauarbeit ausgerichtet in der Erkenntnis, daß auch nach dem Verschwinden einer Generation immer wieder ein gesundes und blühendes deutsches Volk vorhanden und dringend notwendig sein wird. So steht denn die Tätigkeit der NSV. auf ihrem fortlaufenden Arbeitsgebiet unter dem Gesichtspunkt der gedeihlichen vorbeugenden Gesundheitsführung der deutschen Volksgemeinschaft. Neben diesem fortlaufenden Arbeitsgebiet hat die NSV. aber auch noch Sonderaktionen durchzuführen, die ebenfalls auf das Ziel ausgerichtet sind, der Volksgemeinschaft in bester Weise Dienste zu leisten. Die Gesundheitsführung des deutschen Menschen durch die NSV. beginnt schon vor der Geburt des' kleinen Erdenbürgers in der Weife, daß die NSV. im Rahmen ihres großartigen H i l f s w e r k e s „Mutter und Kind" zunächst mit der Betreuung der hilfsbedürftigen werdenden Mutter einsetzt. Dabei ist es gleichgültig, aus welchem Lebenskreis die junge Mutter kommt: die Hauptsache ist, daß sie ein erbbiologisch gesunder und sozial einwandfreier Mensch ist. Fachlich vorgebildete, ehrenamtlich tätige Helferinnen aus der NS.-Frauenschaft, NS.-Schwestern und NS.-Für- sorgerinnen stehen überall in Stadt und Land in den örtlichen Beratungsstellen des Hilfswerkes „Mutter und Kind" der werdenden Mutter mit gutem Rat und mit praktischen Hinweisen und Anregungen zur Verfügung, um schon an dieser Stelle das Werk der Gesündheitsführung des deutschen Menschen zu beginnen. Die Betreuung der werdenden Mutter erstreckt sich aber auch auf die besondere Zuweisung von Lebensmitteln, ferner auf die Bereitstellung aller der Dinge und Sachen, die der kleine Erdenbürger schon vom Tage seiner Geburt ab für fein junges Leben notwendig hat; ferner erfahren die jungen Mütter während ihrer schweren Zeit auch die von ihnen immer dankbar empfundene seelische Stärkung, insbesondere gilt diese den unehelichen Müttern, denen außerdem die Stütze der Abteilung „Jugendhilfe" in der NSV. tatkräftig zuteil.wird. ♦ Nach der Geburt des Kindes erhält die junge Mutter, falls sie über ausreichende eigene Erfahrungen nicht verfügt, fachkundige Anweisungen für die gedeihliche Pflege ihres Kindes, damit diesem nach bester Möglichkeit ein gutes Heranwachsen gesichert wird. Soweit erforderlich, werden Mütter mit ihrem kleinen Kinde, insbesondere kinderreiche Mütter, in ein Mütter-Erholungsheim ausgenommen, damit sie sich dort für den Lebenskampf wieder kräftigen können. In ein solches Heim werden vor allem Mütter im Alter von 30 bis 40 Jahren ausgenommen. Der Gau Hessen-Nassau besitzt fünf solcher NSV.-Mütterheime, und zwar in Falkenstein und Schönberg (Taunus), Alsbach an der Bergstraße, Schönberg im Odenwald und in Lindenfels. In diesen schönen Heimen vereinigen sich die Mütter vormittags zu gemeinschaftlichen geselligen und belehrenden Veranstaltungen, die Nachmittage stehen ihnen zur freien Gestaltung in der schönen Umgegend zur Verfügung. In diesen Heimen können sich die Mütter körperlich und seelisch wunderbar erholen, wie die bisherigen Ergebnisse zur Genüge beweisen. Dort ist jungen Müttern auch Gelegenheit gegeben, sich in der praktischen Haushaltsführung und in anderen wichtigen Haushaltsfragen zu unterrichten, namentlich auch unter dem Gesichtspunkt einer Haushaltsführung mit kleinem Einkommen. Während die erholungsbedürftige kinderreiche Mutter im Mütterheim weilt, fetzt zu Hause die Betreuung ihrer Familie ein. Ist kein geeignetes Familienglied zur Familien-Selbsthilfe vorhanden, so sorgt die zuständige Dienststelle der NSV. dafür, daß auf Kosten der NSV. für die Dauer von etwa drei bis vier Wochen eine ae- schulte Haushaltshilfe mit der Betreuung dieses Hauswesens beauftragt wird. Großzügige Maßnahmen wendet die NSV. auch bei der Betreuung der Kinder an. Hierfür kommen in Betracht: 1. die Kinder-Kur- und Heilverschickung, 2. die Kinder-Heilverschickung; in beiden Fällen werden die Kinder nicht nur körperlich betreut, sondern sie stehen auch unter ständiger ärztlicher Kontrolle; 3. die Kinder-Landverschickung. Vor der Abreise dieser Gruppe von Kindern zu ihren Erholungsplätzen wird jedes Kind durch ärztliche Untersuchung daraufhin geprüft, daß es durchaus gesund ist, ferner wird für die erforderliche Ausstattung mit Wäsche, Kleidung und Schuhwerk gesorgt; soweit in dieser Hinsicht die Eltern nicht genügend tun können, tritt die NSV. mit ihren Mitteln helfend ein. Die NSV. übernimmt die Betreuung der Kinder während der Fahrt, die Auswahl der Pflegestellen und die Betreuung der Kinder bei Krankheiten oder Unfällen. Die Pflegestellen werden von den Volksgenossen der NSV. in Form von Freiplätzen kostenlos an die Hand gegeben. Durch diese Verschickung der Kinder nach anderen Teilen unseres schönen Vaterlandes soll den Kleinen aber nicht nur eine Gesundheitsförderung zuteil werden, es sollen sich dadurch auch Gelegenheiten zu näherem Kennenlernen und zur Heranbildung und zur Vertiefung der Volksgemeinschaft ergeben. Durch diese Maßnahmen hat bisher schon manches Großstadtkind zum ersten Male überhaupt die Schönheiten des Landes und des Landlebens kennengelernt, andererseits hat manche irrige Meinung des Landvolkes über die Bevölkerung in der Stadt und über die Stadtkinder eine Berichtigung zum allgemeinen Nutzen erfahren. NSV.-Kindergarten auf dem Lande — ein Begriff! Bi es ■ Im Rahmen des Hilfswerkes „Mutter und Kind" und zur Entlastung der schwer schaffenden Mütter in den Landorten übernimmt die NSV. immer mehr Erinnerung an die Weihnachtszeit. Liegehalle in einem Müttererholungsheim der NSV. fitaneütfouws Spiel im Kiytmheim, x Alle Sorgfalt auch für tote SieiMsiü Liebevolle Kindergärtnerinnen bei den Kindern. (Aufnahmen [6j: Neuner, Gießener Anzeiger, [1] aus dem NSV.-Archiv.) auch die Schaffung von NSV.-Kindergär- t e n. Teilweise hat diese Einrichtung bisher schon als Ernte-Kindergarten der NSV. bestanden. Die Mütter in diesen Orten zeigten sich schon nach kurzer Zeit mit dieser Betreuung ihrer Kinder so vollkommen zufrieden, daß sie selbst in vielen Fällen das Weiterbestehen dieser Einrichtung erbaten. Daher ist denn auch die NSV. in zunehmendem Maße bemüht, die früheren Ernte-Kindergärten zu einer dauernden Bereicherung jener Dörfer zu machen und darüber hinaus überall NSV.-Kindergärten als ständige Einrichtung ins Leben zu rufen. Die Kinder erfahren hier in schöner Weise schon von früher Ju- aend an eine vorbildliche Erziehung zur Gemeinschaft. Für junge Mädchen bietet sich hier ein ideales Arbeitsfeld, auf dem sie ihre natürlichen Anlagen in schönster Weise bei der Erziehung junger deutscher Menschen zur Geltung bringen können. Jedoch gilt für alle diese Mädchen als oberste Richtschnur folgen- oer Grundsatz: die Berufung geht vor den Beruf! * Ein anderes Aufgabengebiet der NSV. ist der Verschickung von erwachsenen Volksgenossen in Heilstätten gewidmet. Für die Männer und Frauen gibt es ebenfalls eine Kur- und Heilverschickung, eine Heim-Verschickung (Tuberkuloseheim) und die Verschickung in Erholungs-Freiplätze, die von Volksgenossen in Stadt und Land kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Die Kur- und Heilverschickung erfolgt auf Kosten der NSV., Bäderverwaltungen usw. bekunden großes Verständnis und alle Tatfreudigkeit bei der Mithilfe. Zur Verschickung von Tuberkulosekranken in Erholungsheime greift die NSV. selbst den kleinsten Fall auf und sorgt für die zweckentsprechende Unterbringung des Mannes oder der Frau, ohne dabei nach den Kosten zu fragen. Ist ein anderer Kostenträger (Versicherung oder Bezirksfürsorgeoerband) nicht vorhanden, so übernimmt die NSV. die Kosten dieses Heilverfahrens. Ihr Grundsatz ist dabei: Vorbeugen, Verhütung von Ansteckung und Gefährdung der Familien! Für die Freiplätze kommen in erster Linie verdiente Kämpfer der Bewegung als Empfänger in Betracht. * Die Jugendhilfe der NSV. widmet ihre Arbeit in nachhaltiger Weise allen Aufgaben des Schutzes und der Förderung junger deutscher Menschen. Hierbei läßt sie es nicht allein bei den Bemühungen um körperliche^ Wohlbefinden ihrer Schützlinge bewenden, sie richtet ihr Augenmerk auch auf die dauernde Kontrolle der Pflegestellen, auf Rechtsschutzfragen usw., auf Beratung der Eltern in Erziehungsfragen, in Gemeinschaft mit dem Arbeitsamt auf die Beschaffung geeigneter Lehrstellen usw. Zur Schlichtung von Schwierigkeiten und Streit zwischen Hausbesitzern und Mietern, sowie für den Arbeitseinsatz kinderreicher Familienväter und zvr Förderung von Siedlungsbauten für kinderreiche und erbbiologisch wertvolle Familien hat die NSV. im Rahmen ihrer fortlaufenden Arbeitsgebiete ebenfalls wertvolle Kräfte am Werk. * Von den Sonderaktionen der NSV. ist in erster Linie das jeweils während der Wintermonate organisierte Winterhilfswerk zu nennen. Bei dieser Aktion gelten die erbbiologischen Grundsätze der NSV.-Arbeit nicht, sondern hier hat nur das eine Wort als Zusage des Führers Geltung: In Deutschland soll keiner hun- gern und frieren ! Das WHW., über dessen reichen Segen wir an dieser Stelle sicherlich keine weiteren Beweise anzuführen brauchen, da die Praxis in eindrucksvoller Weise selbst davon Zeugnis ablegt, ist ein Gemeinschaftswerk des ganzen deutschen Volkes, finanziert aus den freiwilligen Spenden des Volkes und darum auch ein geradezu klassisches Zeugnis der wunderbaren deutschen Volksgemeinschaft. Eine weitere volkstümliche Sonderaktion stellt das Ernährungs-Hilfswerk (EH W.) dar, das der großen Aufgabe gewidmet ist, im Ringen um die Nahrungsfreiheit unseres deutschen Volkes einen wichtigen Frontabschnitt zu betreuen und dabei zugleich wertvolle Mithilfe in dem Kampf gegen den Verderb wichtiger Teile unserer Vorratswirtschaft zu leisten. * Diese summarische Uebersicht über das weite, vielseitige Aufgabengebiet der NSV. zeigt jedermann eindrucksvoll, daß diese Vollstreckerin des Willens unseres Führers eines der größten und wertvollsten Gebiete der nationalsozialistischen Aufbauarbeit betreut. An diesem Frontabschnitt des nationalsozialistischen Einsatzes konnten während der verflossenen fünf Jahre schon große und ständig wachsende Erfolge zum Segen unserer Volksgemeinschaft errungen werden. Das deutsche Volk hat die Gewißheit, daß hier auch weiterhin, ebenso wie auf allen anderen Gebieten des Aufbaues unseres Führers Adolf Hitler, der Weg Deutschlands mit aller Kraft aufwärts gerichtet sein wird zum Wohle und zum Glück unserer ewigen und großen deutschen Nation! B. ’d.JL-'fport Lantschner siegte in SestriLreS. In Sestriöres, dem italienischen Wintersportplatz, begannen am Freitag die Abfahrtsrennen der „Drer- sellbahnen" unter deutscher Beteiligung. Bereits am ersten Tage gab es auf der 2500 m langen Strecke einen deutschen Sieg. Helmut Lantschner belegte in 2:17,4 Minuten unter 75 Bewerbern den ersten Platz. Hinter ihm nahmen der Schweizer Mollitor (2:24,6 Min.) und der Italiener Menardi (2:28,6 Min.) die nächsten Ränge ein. Als zweitbester Deutscher teilte Lucke hinter dem Franzosen Chambest (2:30) mit dessen Landsmann Seigneur (2:31,2) den fünften Platz. Bei den Frauen siegten ebenfalls zwei Ausländerinnen, und zwar die Schweizerin Erna Steuri in 3:06,1 vor der Norwegerin Laila Schou-Nilsen in 3:18,2. Adolf Heuser Weltmeister! Roth unterliegt tn der 7. Runde. Am Freitagabend feierte der deutsche Boxsport vor rund 10 000 Zuschauern in der Berliner Deutschland- halle einen seiner größten Triumphe. Dem deutschen Halbschwergewichts-Mei st er Adolf He u s er gelang es, durch einen entscheidenden Sieg in der 7.Runde über den bis dahin noch nie k. o. geschlagenen Belgier Gustav Roth für Deutschland die Welt- und Europa-Meisterschaft der IBU. in seiner Gewichtsklasse zu erringen. Deutsche Sumer fahren in die Ostmark. Zwei Deutschlandriegen, bestehend aus se 18 der besten deutschen Geräteturner, werden in der nächsten Woche bei den großen Veranstaltungen in Wien, Leoben, Graz, Klagenfurt, Villach, Salzburg, Innsbruck, Linz, Wels und Bludenz ihr Können zeigen. Die große Fahrt der Turner nach der heimgekehrten Ostmark gewinnt dadurch an Bedeutung, daß der Reichssportführer die beiden Riegen begleitet und mit Ausnahme von Bludenz bei allen Vorführungen das Wort ergreifen wird. Männerturnwart Schneider führt folgende Riege: Steffens (Lüdenscheid), Stutte, Frisch (Eichen), Sandrock (Langenfeld), Sich (Düsseldorf), Kribic (Harburg), Stadel (Berlin), Müller (Leuna), Kleine (Leuna), Haustein (Leipzig), Neubert (Thalheim), Limburg (Rühla), Domke (Kassel), Rödel (Greiz), Beyer (Kassel), Stadel, Rabenstein (Wüns- dorf). Die zweite Gruppe, von Hermann Ohnesorge (Berlin) geleitet, besteht aus: Beckert (Neustadt), Pludra (Villingen), Schmelcher, Kindermann, Geist- deck, Stangl (alle München), Walter (Weinheim), Goggel (Stuttgart), Reuther (Oppau), Isele (Darmstadt), Lüttinger (Ludwigshafen), Volz (Schwabach), Roser (Lörrach), Weischedel (Stuttgart), Renner (Geißlingen), Frey (Bad Kreuznach), Hlinetzki (Frankfurt a. M.), Delle (Mainz-Kastel). Boxer aus Deutsch-Oesterreich in Frankfurt. Auf Einladung von Reichsfachamtsleiter Mini« sterialrat Dr. M e tz n e r haben sich die deutschösterreichischen Borer entschlossen, zum ersten Mal in der deutschen Sportgeschichte an den Deutschen Amateurboxmeisterschaften vom 12. bis 15. April in Frankfurt a. M. teilzunehmen. Die österreichischen Boxer werden sechzehn Vertreter entsenden, also in jeder Gewichtsklasse zweimal vertreten sein. Bradl mit 100 Kim. durch die Lust. lieber das „Weltrekordspringen" Josef Bradls auf der Planica-Schanze in Jugoslawien wird erst jetzt näheres bekannt. Demnach hat der Salzburger die 100-Meter-Grenze nicht weniger als fünfmal übersprungen. Es wurde an zwei Tagen gesprungen. Zunächst erzielte Bradl 83, 95, 100 und 107 Meter. Tags darauf war der Schnee durch die stark strahlende Sonne langsamer geworden. Diesmal erreichte Bradl 90, 98, 102, 100 und 104 Meter. Da bei dieser Gelegenheit auch die Sprünge gezeltet wurden, konnte man feststellen, daß bei Sprüngen von über 100 Meter Weite die Geschwindigkeit des Springers sich auf etwa 96 km/st belief. Auch die drei anderen Deutschen schnitten in diesem Mammutspringen außerordentlich gut ab. So erreichte Paul Schneidenbach nacheinander 62, 75, 75, 80, 80, 80 und 89 Meter. Heinrich Wiedemann kam auf 84, 96, 84, 95, 98, 95 und 99 Meter, Walter Dellekarch auf 72, 81, 77, 80, 88, 90 und 89 Meter. Uebereinstimmend wird berichtet, daß die Schanze trotz der großen Weiten „leicht" zu springen sei. ♦ Für d i e internationalen Feldberg- Schiwettkämpfe am 26. und 27. März liegen über 75 Meldungen vor. Am Abfahrts- und Sprunglauf werden sich auch verschiedene Oesterreicher beteiligen. Austria Wien will im Zuge der Neuordnung des deutsch-österreichischen Fußballsports eine Namensänderung vornehmen und sich zukünftig „Ostmark" Wien nennen. Die pokalzwischenrunde in der Gruppe Gießen. ersten Zwischenrunde zusammen. | raschung durch die Wetzlarer zustande kommen soll. Mit der Mannschaft Bötz (3/116); Pankol (2/116), weißen, daß das Spiel keineswegs leicht genommen werden darf, wenn nicht abermals eine lieber« Am Sonntag wird die zweite Zwischenrunde um I den Tschammer-Pokal durchgeführt. Hier treffen die Sieger aus der ersten Zwischenrunde zusammen. | Die Auslosung ergab folgende Paarungen: 1900 — Sportfreunde Wetzlar Steinberg — Butzbach Steindorf — Bissenberg Frohnhausen (Freilos). Für 1900 gilt es in diesem Spiel zu beweisen, daß die oorsonntägliche Niederlage dem seitherigen Können keinen Abbruch getan hat. Den Teutonen zeigte sich das Los abermals günstig. Bei der Begegnung mit Butzbach erhalten sie abermals den Platzvorteil. Dies dürfte dafür ausschlaggebend fein, daß die Revanche für die kürzliche Niederlage im Derbandsspiel in Butzbach gelingt und damit der Eintritt in die dritte Zwischenrunde erfolgt. Bei der dritten Begegnung, Steindorf — Bissen- bera, gab man in der vergangenen Woche den Bissenbergern noch die besseren Aussichten. Nachdem aber die Steindorfer am vergangenen Sonntag den Sportverein Wetzlar bezwungen haben, muh man den Ausgang nunmehr als offen bezeichnen. 1900 — Sportfreunde Wetzlar. Zu welchen Ueberrafchungen die Pokalspiele manchmal führen, sieht man wieder einmal bei der jetzt durchzuführenden Zwischenrunde. Als die Auslosung für die zweite Zwischenrunde lautete: 1900 in Wetzlar gegen den Sieger aus dem Spiel Sportfreunde gegen Sportverein Wetzlar, gab es nur eine Meinung, der Großkampf, der vor kurzer Zeit über die Meisterfchastsfrage entschieden hatte, findet ball) seine Wiederholung. Um so überraschender wirkte es, als bekannt wurde, daß der Sportverein seinem Lokalgegner unterlegen sei. Da der Altmeister diese Niederlage mit kompletter Mannschaft hinnehmen mußte, ergibt sich für die Blau- Lippert (2/116); Erhard, Sack, Quick (7./A. R. 9); Schellhaas, Zeiler, Löbsack, Hormel (2/116), Lehr- mund, in der 'die beurlaubten Rahn und Heuser ersetzt werden, glaubt man jedoch, den Kampf siegreich zu beenden, um sich die weitere Teilnahmeberechtigung zu sichern. Steinberg I — Butzbach I. Zum zweiten Pokalkampf empfangen die Teutonen morgen die Butzbacher Rasenspieler. Die Gäste sind in letzter Zeit stark in Vordergrund getreten. Mannschaften wie Wetzlar und Sinn mußten hohe Niederlagen einstecken. Auch die Teutonen mußten sich in Butzbach mit 3:1 beugen. Die Mannschaft spielt einen harten, ganz auf Erfolg eingestellten Fußball. Die gefährlichste Waffe ist der Sturm, in dem der Halbrechte Boch der beste ist. Doch auch der übrige Mannschaftsteil ist gleichmäßig gut besetzt. Wenn die Teutonen gewinnen wollen, bedarf es allergrößter Anstrengung, zumal auch Hederich nicht zur Verfügung steht. Haas wird jedoch erstmalig wieder mitwirken, so daß die Aussichten auf einen Sieg trotzdem nicht gering sind. Gerade in den letzten Spielen haben die Teutonen wieder bewiesen, daß ein Gegner der Bezirksklasse sich äußerst anstrengen muß, um sie zu schlagen. Aller Voraussicht nach dürfte ein harter Kampf zu erwarten sein, In dem der Sieger erst beim Schlußpfiff feststehen wird. Vielleicht ist der Platzvorteil bestimmend für den Ausgang des Spieles. Steinberg II — Steinbach I. Die 2. Mannschaft holt ein noch rückständiges Verbandsspiel nach. Den Resultaten aus letzter Zeit nach zu urteilen, müßten die Teutonen den Sieg an sich reißen. Das Aufstiegspiel: Dillenburg—VfB Reichsbahn. Im weiteren Verlauf der Aufstiegspiele zur Be- zirksklasse fahren die Grünweißen zu ihrem alten Rivalen Dillenburg. Der Gastgeber mußte, ebenso wie die Grünweißen, im Vorjahre den Weg in die Kreisklasse antreten, doch bezweifelte niemand, daß es der Mannschaft möglich wäre, auch wieder beiden Aufstiegspielen vertreten zu fein. Die Platzherren hatten schwer zu kämpfen, bis sie sich den Meistertitel holen konnten. Die Grünweißen, die ihre Spiele mit hohen Siegen absolvierten, haben aber in den Aufstiegspielen keineswegs überzeugen können, man kann sich des Eindruckes nicht erwehren, daß die Elf in ihrer Form stark nachgelassen hat, sollte die Mannschaft überspielt fein? In Dillenburg gilt es zu beweisen, daß die Grünweißen nichts von ihrer Kamvskraft eingebüßt haben; der Spielausschuß hat die Mannschaft äußerst stark aufgestellt. Trotz des Vorteiles des eigenen Platzes, müßte ein Sieg der Gießener sicher [ein. Fußball der Kreisklaffen. 1900 II. — Garbenteich. Die Reserve der Blauweißen bestreitet ihr letztes Derbandsspiel gegen Garbenteich. Nachdem in Gar- benteich ein Sieg zustande kam, sollte es auf eigenem Gelände erst recht zu einem Erfolg kommen, ^umal die Gäste in ihrer Spielstarke zurückgegangen Steinbach I. — 1900 III. Die Junioren der Blauweißen sind in Steinbach zu Gast. Aussicht auf Erfolg besteht da nicht, denn die Platzbesitzer, die einer höheren Klasse angehören, sind spielstärker. DfB.-Reichsbahn III — FL. Flensungen I. Die dritte Mannschaft, die kurz vor der Meisterschaft steht, benutzt den spielfreien Sonntag zu einem Freundschaftsspiel gegen den FC. Flensungen, der sich seit langer Zeit wieder einmal auf dem Wald- [portplatz vorstellt. Der Gegner sollte wohl kaum um eine Niederlage herumkommen. Alten-Buseck I — Großen-Bnseck I. Am Sonntag treffen sich beide Mannschaften zum fälligen Pflichtspiel auf dem Alten-Busecker Wald- [portplatz. Beide Mannschaften lieferten sich schon immer spannende Kämpfe mit wechselndem Erfolg. Beim Vorspiel der diesjährigen Meisterschaftsspiele konnten die Großen-Busecker einen 2:0-Sieg landen. Die Gäste dürfen also nicht unterschätzt werden. Die Einheimischen werden nach langer Zeit wieder einmal in stärkster Aufstellung auf den Plan treten. 1900 1. Jugend — Saasen 1. Jugend. Zwei Jugendmannschaften der Blau-Weißen tragen am kommenden Sonntag Freundschaftsspiele auf eigenem Gelände aus. Die 1. Jugend bestreitet ein Rückspiel gegen die gleiche von Saasen. Au dem Saasener Felde mußten sich die Blau-Weißen mit 5:3 Toren geschlagen bekennen. Inzwischen hat die 1. Jugend der Spielvereinigung 1900 wieder an Stärke gewonnen. Die 2. Jugend der Blau-Weißen mißt ihre Kräfte in einem Freundschaftsspiel gegen die 2. Jugend von Großen-Linden. Drei VfV.-R.Jugendmannschaften In Dehtar. Die drei Jugendmannschaften der Grünweißen werden nach Wetzlar reifen, um gegen den dortigen Sportverein 05 Rückspiele auszutragen. Die Vorspiele gingen in Gießen alle verloren. Aber in der Zwischenzeit haben die Grünweißen gezeigt, daß sie Fußball spielen können. Die erste Jugend, die jetzt in bester Form ist, muß leider diesen Sonntag mit drei Mann Ersatz die Reise antreten. Trotzdem hofft man, daß sie alles hergibt, um gut abzuschneiden. Die zweite Jugend wurde im Vorspiel hoch geschlagen, mußte aber damals mit einigen Ersatzleuten antreten, die sich nicht bewährten. Ihr sollte bei etwas Glück ein knapper Sieg möglich sein. Die dritte Jugend hat ebenfalls Aussichten gut abzuschneiden. Sie wird besonders in ihrem Tormann eine gute Stütze haben. Wieseck 1. Jugend — Großen-Linden 1. Jugend. Sämtliche Mannschaften der Fußballabteilung des Turnvereins Großen-Linden sind am Sonntag auswärts. Die 1. Jugend der Blau-Weißeu muß am Sonntag in Wieseck zum vorletzten Bannmeisterschaftsspiel antreten. Dabei haben die Großen-Lindenek die Möglichkeit, durch einen Sieg die Meisterschafts- frage endgültig zu entscheiden. Leicht wird dies den Blau-Weißen allerdings nicht fallen. In der Aufstellung werden deshalb Veränderungen nicht vorgenommen. Mit der Besetzung Schmelz, Feller, Größer, Pag, Fischer, Naumann, Junker, Velten, Kolwes, Weller und Spengler hofft man aber auch die e Klippe zu umschiffen. Wenn nicht, dann bleibt die einzige Möglichkeit, sich im Spiel gegen die 1. Jugend des VfB.-Reichsbahn Gießen die erforderlichen Punkte zu holen. Die 2. Jugend trägt ein Freundschaftsspiel gegen die gleiche der Spvg. 1900 aus. Der Ausgang des Spieles ist offen. Die 1. Mannschaft tragt ebenfalls ein Freundschaftsspiel gegen die Reserve des Tuspo Butzbach aus. Man erwartet die bessere Elf als Sieger. Ereignisse aus heimischen Handballseldem. Wenn auch das Programm am Sonntag nicht allzu groß ist, so stehen wieder einige interessante Spiele an, deren Ausgang für die Placierung von nicht geringer Bedeutung sein wird. Zwar stehen nunmehr Staffelsieger fest, noch stehen aber vor allem In der Bezirksklasse Spiele aus, die für die beteiligten Mannschaften immer noch Ueberrafchungen bringen können. So treffen in Gießen der einheimische M t v. und der T v. Lützellinden zusammen. Für Lützellinden würde ein etwaiger Spielverlust nicht viel bedeuten, anders dagegen für die Platzbesitzer. Sie müßten dann endgültig aus der Spitzengruppe ver- chwinden. — Ueber die Aussichten kann man geteilter Meinung sein. Lützellinden spielt seit langer Zeit zum ersten Male. Der Mio. dagegen konnte erst vor einiger Zeit unter Beweis stellen, daß er in seinen Leistungen stark zurückgegangen ist. Der Mannschaft ehlt der innere Zusammenhalt; sie kann sich nur elten zu einer einheitlichen Aktion zusammenraffen. Erft wenn diese Schwierigkeiten wieder überwunden ind, wird man wieder von einem starken Gegner prechen können. In Hörnsheim stoßen Hörnsheim und Münchholzhausen aufeinander. Auch hier gilt es zu beweisen, ob die Vorspielniederlage der Platzbesitzer in Ordnung ging ober ob sie einer Berichtigung bedarf. Den Leistungen der letzten Zeit nach zu urteilen hat Hörnsheim die größten Aussichten. Leicht wird es allerdings nicht fein, weil, wie es sich gezeigt hat, Münchholzhausen stark nach vorne drängt und darauf bedacht ist, seinen verhältnismäßig chlechten Tabellenplatz zu verbessern. Niedergirmes tritt auf eigenem Platz gegen 1860 Marburg an und [ollte bei etwas Glück icherer Sieger werden. Die Mannschaft des Gaumeisters Tv. Wetzlar muß mit zahlreichem Ersatz nach Kassel. Der Gegner ist die starke Mannschaft von Kurhessen. Ob es unter diesen Umstünden gelingen wird, die Punkte.mit nach Wetzlar zu nehmen, ist sehr zweifelhaft. Allerdings kann eine Niederlage an dem endgültigen Ergebnis nichts mehr ändern. An Freundschaftsspielen wurden abge- chlossen: Tv. Atzbach I — Tv. Dutenhofen I. Tv. Grüningen I — Tv. Allendorf (Lahn) I. Tuspo. Groß-Rechtenbach — Tv. Lang-Göns. In Atzbach treffen zwei alte Bekannte aufeinander, die sich schon oft und mit wechselndem Erfolg gegenüberstanden. Wenn auch Dutenhofen die größeren Aussichten hat, Sieger zu werden, so darf es keineswegs den Gegner unterschätzen. — Allendorf hat Ersatz in seinen Reihen und wird aus dem Grunde schon keine allzugroßen Aussichten haben, Sieger zu bleiben. Immerhin darf man erwarten, daß sich ein einigermaßen günstiges Ergebnis erzielen läßt. — Tv. Lang-Göns spielt feit langer Zeit wieder zum ersten Male. Die Aussichten sind unter diesen Umständen keineswegs groß, weil Groß- Rechtenbach zur Zeit in einer ausgezeichneten Form zu sein scheint. Der Frühjahrswaldlauf der Gruppe Gießen. Für das Gebiet des politischen Kreises Gießen kommt morgen nachmittag vom 1900-Sportplatz aus der Frühjahrswaldlauf zum Austrag. Es ist eine Klasse für Langstreckler mit einem Kurs über 5 Kilometer und eine solche für Mittelstreckler, die 3 Kilometer zurückzulegen haben, gebildet. Da die Vereine ihre besten Kräfte entsandt haben, wird RUHL Seltersweg Nr. 67 I adiO Telephon Nr. 3170 I eparaturen ■ es jeweils spannende Kämpfe geben. In der Haupt- klasse dürfte F. Reidel (Tv. Heuchelheim) Favo- rit sein, aber auch Kleemann (Spvgg. 1900 Gießen) sollte keine schlechte Rolle spielen. In der Mittelstreckler-Klasse, in der auch eine SA.-Mannschaft startet, muß die Frage nach dem Sieger vollkommen offen gelassen werden. Denn gerade zu Saisonbeginn sind Ueberrafchungen leicht möglich. Es ist zu erwarten, daß guter Sport geboten wird. Erfolgreiche Reiterscheinprüsung im SA.-Neilersturm 4/147, Londorf. Dieter Tage fand durch Gruppenreiterführer Standartenführer Wehner und in Anwesenheit des Führers der Reiterftandarte 147, Sturmführer Leipold und eines Vertreters der Wehrmacht, Major Freiherr Roeder von Diersburg, eine Reiterprüfung auf dem Reitplatz bei Odenhausen statt. Außer den 34 zu prüfenden Reitern mar der gesamte Reitersturm angetreten. Bei herrlichem Frühlingswetter boten Mannschaften und Pferde ein eindrucksvolles Bild. Aus nah und fern waren zahlreiche Zuschauer herbeigeeilt und ganz besonders waren es die Jüngsten, welche gespannt den Hebungen folgten. Die Prüfenden waren mit den Leistungen der Reiter, darunter 15 Jungreiter der HI., durchweg sehr zufrieden, zumal es meist schwere Ackerpferde sind, die den Jungreitern zur Verfügung stehen. Daher war auch die Freude um so größer, wenn die Note mit „Bestanden" bekannt wurde. Nach Beendigung konnten fast an alle Beteiligten die Reiterscheine ausgehändigt werden. In ungefähr 1 sechs Wochen findet eine weitere Prüfung statt. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 27. März. Stadlkirche. 9.30 Uhr: Pfr. Schmidt; 11: Kinderkirche der Matthäusgemeinde; 18: Pfarrer Becker. — Zohanneskirche. 9.30: Pfarrer Ausfeld; 11: Militärgottesdienst; Pfarrer Trapp; 14: Vorstellung der Konfirmanden der Lukasgemeinde; Pfarrer Bechtolsheimer; 14: Kindergottesdienst der Johannes- und Militärgemeinde im Johannesfaal; 18: fällt aus; 20: Musikalische Abendfeier. — Kapelle des Allen Friedhofs. 9.30: Gottesdienst; 11: Kinderkirche der Luthergemeinde. — petrusgemeinbe, Wetzlarer Weg 59. 9.30: Pfr. Trapp; 10.45: Kinder- kirche der Petrusgemeinde. — Wieseck. 9.45: Kandi- bat Hahn; 11: Kinderkirche; Kandidat Selzer; 15: Bibelstunde. — Kirchberg. 10: Gottesdienst; 11: Kinderkirche. — Mainzlar. 10: Gottesdienst; 11: Kinderkirche. — Lollar. 13: Kinderkirche. — Watzenborn- Steinberg. 13: Gottesdienst. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst. — Klein-Linden. 9: Gottesdienst und hl. Abendmahl für die weibliche Jugend. — (Barbenteid). 10: Gottesdienst, anschließend hl. Abendmahl. — Hansen. 13: Gottesdienst, anschließend hl. Abendmahl. — Albach. 12.30: Gottesdienst und Christenlehre; Kollekte. — Steinbach. 10: Gottesdienst; Kollekte; 19.30: Passionsandacht. — Lich. 10: Stiftsdechant Kahn; 12.45: Kindergottesdienst; 14: Stiftspfarrer Naumann. — Rieder-Bessingen. 10: Stiftspfarrer Naumann. — Langsdorf. 10: Kindergottesdienst; 11: Hauptgottesdienst: Kollekte für die Evangelischen in Oesterreich. — Bettenhausen. 13.30: Hauptgottesdienst; Kollekte für die Evangelischen in Oesterreich. — Hungen. 10: Vorstellung und Prüfung der Konfirmanden; 10.30: Gottesdienst. — Rein- hardshain. 10: Gottesdienst; Kollekte. — Beitsberg. 12 45: Gottesdienst; Kollekte. — Harbach. 14: Gottesdienst; Kollekte. Montag, den 28. März. Lollar. 20 Uhr: Passionsandacht. — Walnzlar. 20: Passionsandacht. Mittwoch, den 30. März. Gießen. Johanneskirche. 18 Uhr: Passionsandacht; Pfr. Bechtolsheimer. — Klein-Linden. 20: Passionsandacht. — Lich. 20: Passionsandacht; Stiftspfarrer Naumann. Donnerstag, den 31. März. Daubringen. 20 Uhr: Passionsandacht. Freitag, den 1. April. Kirchberg. 20 Uhr: Passionsandacht. Gemeinschaft innerhalb der Kirche (Landeskirch- liche Gemeinschaft), Gutenbergstraße 9. Sonntag, den 27. März. Die Abendandacht fällt mit Rücksicht auf die Kundgebung in der Volkshalle aus. — Mittwoch, 30. März. 20.30: Bibelstunde. — Donnerstag, 31. März. 20.30: Jugendbundstunde. Christliche Gemeinde, Zu den Mühlen 2. Sonntag, 27. März. 9 45 Uhr: Erbauungstunde; 11: Sonntagsschule; 20.30: Evangelisation; Prediger Gust. Klein. — Dienstag, 29. März. 20.30: Missionsvortrag von Missionar Manns der China-Allianz-Mission. Bund sreikirchlicher Christen, Gemeinde Gießen. Großer Steinweg 4H. Sonntag, 27. März. 11.30 Uhr: Sonntagsschule; 15: Jugend-Zusammenkunft.— Mittwoch, 30. März. 20.15: Bibel- und Gebetstunde. Bapkisten-Gemeinde, Gartenstraße 13. Sonntag, 27. März. 11 Uhr: Kindergottesdienst; 20.15: Predigt. — Mittwoch, 30. März. 20.15: Bibelstunde. Die Chrislengemeinschafl (Bewegung für religiöse Erneuerung), Marburger Straße 15. Dienstag, den 29. März. 7 Uhr: Menschenweihehandlung. Reuapostolische Gemeinden, Händelstraße 1 und Ederstraße 13. Sonntag, 27. März. In Kirche Händel- straße 1. 9.30 Uhr: Gottesdienst mit Konfirmation; In beiden Gemeinden Händelstraße und Ederstraße: 16 Uhr: Gottesdienst. — Donnerstag, 31. März. 20.30: Gottesdienst. katholische Gemeinden. Samstag, den 26. März. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichtgelegenheit. Sonntag, den 27. März. 4. Fastensonntag. Gießen. 6.30 Uhr: Beichtgelegenheit; 7: hl. Messe mit hl. Kommunion der Frauen; 8: Spendung der hl. Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11.15: Singmesse mit Predigt; 20: Fastenpredigt mit Andacht. — Grünberq. 9.45: Hochamt mit Predigt. -- Lollar. 9.30: hl. Messe mit Predigt. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt; 20: Christenlehre und Andacht. — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt und Christenlehre. — Ridda. 8.15: Hochamt mit Predigt. — Echzell. 10.45: Hochamt mit Predigt. Montag, den 28. März. Laubach. 7.30,Ufjr: hl. Messe. Dienstag, den 29. März. Gießen. 20 Uhr: Fastenandacht; 20.30: Bibelstunde. Mittwoch, den 30. März. Hungen. 7.15 Uhr: hl. Messe. Donnerstag, den 31. März. Gießen. 17.30 bis 18.30 Uhr: Beichtgelegenheit. Freitag, den 1. April. Gießen. 6.30 Uhr: Herz-Jesu-Segensamt; 2Ö: Kreuzwegandacht. veffentticher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringende» Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45. Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer 1 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Sonntagsdienst für Aerzte. Arzt: Dr. med. Geyer, Seltersweg 73 Zahnarzt (nur in dringenden Fällen): Dr. Geyer, Hindenburgwall 12. Die Errichtung der Deutschen Mmakademie. . Ein Erlaß,des Führers. Berlin. 26. März. (DJIB.) 3m Reichsgesehblatl wird folgender Erlaß des Führers veröffenk- llchl: 8 1. Zur Sicherung der Fortentwicklung des Filmwesens. insbesondere der Filmkunst im Geiste des Nationalsozialismus, wird die..Deutsche Filmakademie mit dem Arbeitsinstitul für Kulturfilmschaffen- als Amt des Reiches errichtet. 8 2. Die Deutsche Filmakademie untersteht der Aufsicht des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda. 8 3. An der Spitze der Deutschen Filmakademie steht ein Präsident. Dieser wird von mir auf Vorschlag des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda ernannt. 8 4. Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda gibt der Deutschen Filmakademie eine Satzung. Vertin, den 18. März 1938. Der Führer und Reichskanzler. Adolf Hitler. Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda. Dr. Goebbels. Was mit der kürzlich durch Reichsminister Dr. Goebbels vollzogenen Grundsteinlegung zum Bau einer Deutschen Filmakademie auf dem klassischen Boden von Babelsberg begonnen wurde, erhält nunmehr durch den Erlaß des Führers und Reichskanzlers seine gesetzlich verpflichtende Form: der kurze Erlaß, für den es in der internationalen Geschichte des Films kein Beispiel gibt, läßt erneut erkennen, welche außerordentliche Wichtigkeit der Staat beftt Filmschaffen im Kulturleben des Volkes Dein Za gehört dem Führer. beimißt. Der Staat nimmt sich des Filmschaffens an und entrückt es einer bloß privatwirtschaftlichen Initiative. Der Film erscheint nun auch nach außen hin als völlig gleichberechtigt mit allen übrigen Kulturgebieten. Das entspricht seinem künstlerischen Rang wie seiner im weitesten Sinne propagandistischen, volkserzieherischen und völkerverbindenden Bedeutung. Die Deutsche Filmakademie wird, das wurde in der Rede von Dr. Goebbels zur Grundsteinlegung bereits nachdrücklich betont, der Ausbildung unseres Filmnachwuchses von der Pike auf und damit der künstlerischen Weiterentwicklung und Vervollkommnung unserer Produktion zu dienen haben. In der Filmakademie wird die in den letzten Jahren mehr als einmal bewiesene und international anerkannte Weltgeltung des deutschen Filmschaffens, zumal auf dem Sondergebiet des Kulturfilms, ihre stärkste und dauerhafteste Stütze finden. hth. Geschichten aus aller Welt. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Dan verlor nicht den Mut. (rs) Johannesburg. Dor wenigen Jahren konnte man oft in Südafrika bei den Box-Veranstaltungen, die die Bergleute der südafrikanischen Minen veranstalteten, einen gewissen Dan Windell im Ring sehen. Er war groß und hatte einen vorzüglichen Schlag. Es gab nur wenige Gegner, die sich mit ihm zu messen wagten. Tagsüber arbeitete Dan Windell tief unten in einem Schacht — bis zu jenem Tage, als eine Förderanlage unter bis heute noch nicht geklärten Umständen in die Luft flog. Zwei Neger, die mit Dan Windell in der Tiefe weilten, waren sofort tot. Als man Dan Windell heraufholte, mußte man ihm einen Unterschenkel,, drei Finger der rechten Hand abnehmen und ihm außerdem die Mitteilung machen, daß er nie mehr sehen werde. Aber der Mut, der einst Dan Windell im Boxring beseelt hatte, verließ ihn auch nicht, als er als blinder Krüppel mit einer Entschädigung in der Tasche eines Tages vor dem Krankenhaus stand. Er ging zu seiner alten Minengesellschaft und fragte, ob man für ihn Verwendung habe, wenn er perfekt Schreibmaschine zu tippen imstande sei? In den Nächten studierte er das Braille-System, um als Blinder lesen zu lernen. Mit seiner Entschädigung kaufte er ein künstliches Bein und flog mit dem Rest seines Geldes nach London, um dort einen Schreibmaschinenkursus für Blinde mitzumachen. Geschult kehrte er nach Hause zurück. Heute arbeitet er als Sekretär in dem Verwaltungsbüro jener Mine, in deren Tiefe er einst ein Bein, drei Finger und sein Augenlicht ließ. 5000 Hunde, zwei Ziegen und ein Elefant. (th) Neuyork. Dor einiger Zeit wurde aus Pumpkin (Missouri) berichtet, daß dort in einer kleinen Siedlung wohlgenährt und behütet 5300 Hunde lebten, während die ganze Siedlung nur 204 Einwohner hat. Aber nun kann aus Neuyork berichtet werden, daß in dem berühmten Empire-Wolkenkratzer — also in einem einzigen Haus — nicht weniger als 5115 Hunde ihr Leben fristen. Jede Etage hat eine besondere Terrasse, wo die Hunde den nötigen Spaziergang machen können. Auch gibt es für alle Etagen Hunde-Bade- und^Pflegeanstalten. (th) Cheyenne (USA.). Im Mountain-Zoo in Cheyenne lebt ein 15jähriger Elefant, dem man den neckischen Namen Shirley Temple gab. Dieser Dickhäuter hatte seit einiger Zeit Zahnschmerzen. Man zog den Tierzahnarzt Dr. L. L. Glynn zu Rate. Vier große Zähne mußten bearbeitet werden. Während sich die ersten Zahnarbeiten unter einigen Schwierigkeiten abwik- kelten, hat der Elefant allmählich eingesehen, daß es sich um eine Notwendigkeit handelt. Der Tierarzt braucht nur 30 Minuten vor der eigentlichen Behandlungsstunde zu erscheinen und ganz langsam die Instrumente auf einem Tisch auszubreiten, so daß Shirley Temple sich mit jenen Martergeräten vertraut machen kann. Der Arzt versichert, daß das Tier bei der eigentlichen Behandlung dann mutiger sei, als viele stämmige Leute sich allein schon beim Anblick eines zahnärztlichen Behandlungsstuhles aufführten. » * (fr) Sidney. In einem entlegenen Goldgebiet des mittleren Australien hat man kürzlich ein Denkmal errichtet, das auf einem mächtigen Sockel zwei Ziegen aufweist. Die Goldsucher haben auf diese Art und Weise jenen Tieren ihren Dank abgestattet, deren Anwesenheit es ihnen ermöglichte, die Suche nach dem Golde so lange durchzuhalten, bis man auf die längst gesuchte Goldmine stieß. Dabei spielte noch ein starker, alter Ziegenbock eine besondere Rolle, der einen Felsblock zur Seite schob und einen Zugang zu einer bis dahin nicht beobachteten Höhle freilegte. In der ganzen Gegend gilt jedenfalls die Ziege „als Freund des Goldsuchers". - Das Gespensterschiff. C. K. Valparaiso. Eine chilenische Küstenwache erhielt, wie aus Valparaiso berichtet wird, vor einigen Tagen von Fischern die Nachricht, daß auf dem Meere ein merkwürdiger Schoner segele. Man sah dcks kleine Fahrzeug, das bei stärkstem Winde und schwerstem Seegang unter vollen Segeln dahinfuhr und gerade auf die Küste lossteuerte, an deren Felsen es unweigerlich hätte zerschellen müssen. Das Schiff gab jedoch keinerlei Notzeichen, wie es unter solchen Umständen üblich ist, und es schien auch noch keinen Schaden daoongetragen zu Haven. Man sandte ein Motorboot der Küstenwache aus, dem es gelang, dem Schoner nahezukommen. Da bemerkte die Besatzung die Gestalt einer Frau, die eng an den Fockmast gefesselt war, während ihre Kleider im Winde flatterten. Dagegen sah man keinen Mann der Besatzung an Bord des Seglers, und es zeigte sich auch niemand, als man sich bemühte, ein Tau hinüberzuwerfen. Zwei Mann von dem Motorboot mußten unter Lebensgefahr hinüberspringen. Das erste, was sie sahen, war eine Leiche. Als sie sich nun anschickten, die an den Mast gebundene Frau von den Stricken zu befreien, sahen sie, daß es eine leblose Puppe war, die ihnen dann in die Arme fiel. Eine andere Person war nicht an Bord zu finden. Die Besatzung des Motorbootes nahm den Schoner ins Schlepptau und brachte ihn an Land. Als man nunmehr daran ging, die Schiffspapiere, die man gefunden hatte, au prüfen, enthüllte sich ein merkwürdiges Schicksal. Der Besitzer des Schoners war ein Isländer namens Georg Cookor. Aus den Eintragungen im Logbuch konnte man entnehmen, daß er feit zehn Jahren allein mit der Puppe auf dem Stillen Ozean hin und her kreuzte. Die Puppe war die getreue Nachbildung eines Mädchens, die den Heiratsantrag des isländischen Seglers abgelehnt und sich in Irland mit einem Fabrikanten von Fischkonserven verheiratet hatte. Nur das leblose Bild dieses Mädchens hatte Cookok auf feinem kleinen Segler begleitet, in dem er, von feiner hoffnungslosen Liebe besessen, seine lange Irrfahrt auf dem Meere angetreten hatte, bis der Tod ihn erlöste. Was ist mit den schottischen Lochs? (—) Edinburgh. Wenn jetzt der Frühling einzieht, kann man damit rechnen, daß auch die berühmte Seeschlange im Loch Neß wieder auftaucht. Mag es sich um eine vorbedachte Reklame für schottische Naturschönheiten handeln oder um die mehr ober weniger nachweisbaren Gesichte phantasiebegabter Schotten: Der Fremdenstrom nach den schottischen Lochs ist jedenfalls durch die Seefchlangen-Gefchichten erheblich gesteigert worden. Was ist nun eigentlich mit diesen schottischen Lochs? Mit dem Wort „Loch" meint man in Schottland entweder einen Jnlandsee oder einen Meeresarm, etwa wie die norwegischen Fjords. Die Inlands-Lochs sind meist außerordentlich schön gelegen und haben wechselnde Größe — vom winzig kleinen namenlosen Loch hoch in den Bergen bis zum Riesenloch von 30 und mehr Meilen Ausdehnung. Man sagt von Loch Lomond, daß es der schönste Binnensee Englands sei. Außerdem liegt in unmittelbarer Nähe dieses Sees eine Millionenstadt — nämlich Glasgow. Das berühmte Loch Neß liegt im sogenannten Great Glen, weist eine außerordentliche Tiefe auf und zeigt in der Wassertemperatur niemals Schwankungen, die größer sind als vier Grad. Diese gleichbleibende Temperatur beeinflußte natürlich sehr stark das Klima des umliegenden Landes. Im Sommer wird's nicht zu warm und im Winter nicht zu kalt. Jedem schottischen Binnensee sagt man irgendeine Absonderlichkeit nach: Am Loch Tay bewundert man die grüne Farbe, die natürlich nur eine Reflexerscheinung der umliegenden Berghänge ist. Bei Loch Ard fällt der reiche Blumenschmuck auf, der die Ufer ziert, während man von Loch Trool allerlei mysteriöse Geister- Geschichten berichtet. Allen schottischen Lochs aber ist eines gemeinsam: Das Wasser dieser Seen ist so rein, daß es meist als Trinkwasser verwendet werden kann, ohne daß eine umständliche Filtrierung vorgenommen zu werden braucht — solange wenigstens nicht, bis sich irgendeine Färberei am Ufer eines Lochs anfiedelt, die auf Grund des guten Wassers den Platz für ideal hält, während die Farben nach und nach die kristallklaren Wasser durchsetzen. Ein Wein-Museum. (ft) Bordeaux. In Angers befindet sich bas sogenannte Hofpital Saint-Jean. In den Kellerräumen dieses Gebäudes wird jetzt ein Museum eingerichtet, das allen Wein- fennem und Weinfreunden Frankreichs — und gewiß auch des Auslandes — mancherlei Interessantes zu bieten vermag. Diese Kellerräume sind besonders für ihren Zweck geeignet; sie wurden schon im Mittelalter angelegt. Schon hat man riesige, alte Fässer, mächtige Weinpressen usw. zu- sammengettagen. Die sämtlichen Geräte für Die Weinherstellung — bis zu den Kleidern der Traubenpflücker — sollen gezeigt werden. Jeder Teil Frankreichs, wo Wein produziert wird, findet in diesem Keller einen Platz. Ein bekannter französischer Museumsdirektor wurde beauftragt, diese Sammlung fachgeregt zu ordnen, um so eine Geschichte der Weinverarbeitung von den frühesten Tagen bis zur Gegenwart zu schaffen. Aus der engeren Heimat. Landkreis Gießen. T Großen-Linden, 23. März. Die ß a n d- wirtfchaftliche Bezugs- und Absatzgenossenschaft hielt bei Gastwirt Schaum ihre Generalversammlung ab. Direktor Altbürgermeister Lang gab den Geschäftsbericht bekannt. Die Genossenschaft zählt gegenwärtig 192' Mitglieder. Der Gesamtumsatz betrug 206 057 Mark gegenüber 219 623 Mark im Vorjahr. Bezogen wurden 1944 Zentner Düngemittel, gegenüber 105 Zentner im Vorjahr weniger, an Futtermittel 2082 Zentner, gegenüber 181 Zentner im Vorjahr weniger, an Saatgut 583 Zentner. Abgesetzt wurden 1400 Zentner Frucht. Die Aufwendungen bettugen im Geschäftsjahr 3605 Mark. Der Reingewinn beträgt 43,53 Mark, der dem Reservefonds zugeteilt wurde. Dem Vorstand und Aufsichtsrat wurde einstimmig Entlastung erteilt. Die satzungsgemäß ausscheidenden Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder wurden einstimmig wiedergewählt. ~Y~ Watzenborn-Steinberg, 24. März. Der hiesige Geflügelzuchtverein hielt bei Mitglied Ludwig Schmandt seine Jahres-Hauptversammlung ab, zu der auch die Familienangehörigen eingeladen waren.' Vereinsführer Karl Philipp IV. hielt Rückschau über das abgelaufene Vereinsjahr. Rechner Heinrich Pfeiffer erledigte die Kassengeschäfte und wurde entlastet. Kreisoorsitzen- der Ludwig Heß überreichte dem Verein im Auftrage der Landesfachgruppe für Verdienste in der Förderung der Kleintierzucht eine Ehren-Urkunde. Das Mitglied L. Schmandt wurde für 25jährige Vereinszugehörigkeit vom Verein mit einem Diplom geehrt. Der Termin für die diesjährige Lokalausstellung wurde auf den 19. Dezember 1938 feftge- legt.