Iir.2Zb Erstes ölati 188. Jahrgang Zreitag, 25. November 1958 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Giestener Familienblätter Heimat >m Bild Die Scholle Monatr-Bezugrpreir: Mit 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr. . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Kernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten^ Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Kranksurt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Univerfitätsdruckerei R. Lange ln Gießen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Zchulftraße 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25"/„ mehr. LrmShigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen6Rpf. Mengenäbschlüfse Staffel B Achse und Dreieck. Die Fundamente der neuen Weltordnung. Heute jährt sich zum zweitenmal der Tag, an dem der Antikominternpakt zwischen Deutschland und Japan veröffentlicht wurde. Daß das ein bedeutsames Ereignis war, ist von der öffentlichen Meinung gewisser Demokratien nicht sofort erkannt worden, sie tat zunächst so, als sei das Ganze nichts anderes als ein Versuch, offene Türen einzurennen. Es wurde mit sehr viel Selbstgerechtigkeit darauf hingewiefen, daß dieser Pakt zwischen zwei angeblich grundverschiedenen Völkern unzweckmäßig sei. Seitdem es den Antikominternpakt zwischen Deutschland und Japan gibt, seitdem dieser Pakt ausgeweitet ist durch das Dreieck Berlin- Rom—Tokio, seitdem er sich auch auf die Achse Berlin—Rom stützen kann, hat sich einiges zuge- tragen, was nicht übersehen werden kann: der Bürgerkrieg in Spanien, das gewaltige Ringen zwischen Japan und China im Fernen Osten, endlich die Kampfansage des internationalen Judentums gegen Deutschland und gegen alle totalitären Staaten: eine Kampfansage, hinter der sich die Teufelsfratze des Bolschewismus verbirgt. Die internationale Entwicklung ist also doch etwas anders vor sich gegangen, als tue Siegermächte in Versailles ange- künhigt hatten, denn nicht die Demokratie, nicht Frieden und Freiheit wurden Sinn und Zweck der Völkergemeinschaft, sondern imperialistische Machtgier auf der einen Seite und die zerstörende Kraft des Bolschewismus auf der anderen Seite. Sicher wäre der Imperialismus der großen Demokratien dabei über den Haufen gerannt worden, hätte sich nicht im deutschen Volke ebenso wie zuvor in Italien die totalitäre Ordnung erhoben. Japan hat dies Prinzip der totalitären Ordnung aus dem Gang seiner Geschichte heraus zum Staatsgrundgesetz erhoben. Es hat Japan nicht daran gehindert, sich außenpolitisch mit Demokratien zu verständigen und zu verbinden: aber es hat Japan rechtzeitig die Gefahr erkennen lassen, die dem japanischen Staatsgefüge, seinem sozialen und aei- stiaen Aufbau durch den Bolschewismus drohte. Gerade im Fernen Osten hat die Komintern versucht, die Front der kapitalistischen und imperialistischen Gegner aufzurollen, denn im Fernen Osten waren und sind ungeheure wirtschaftliche und finanzielle Interessen dieser demokratisch-imperialistischen Gegner zusammengeballt. Was sich im Fernen Osten in großem und weitem Rahmen abspielt, das wiederholt sich in Westeuropa, geographisch zwar weniger weiträumig, machtpolitisch aber ebenso bedeutsam. Der Bolschewismus hat auf der ganzen Linie feine Trabanten aufgeboten, stützt sich auf Volksfronten, stützt sich vor allem auf die zerstörende Macht des internationalen Judentums. Wo es Volksfronten gibt, auf die sich der Bolschewismus stützen kann, da sind Juden die offenen und geheimen Einpeitscher, wie auch überall da, wo der Bolschewismus glaubt, gegen die aufbauende Kraft und Macht der totalitären Staaten anrennen zu können, das internationale Judentum passiv oder aktiv die erste Rolle spielt. Ungeheuer ist die Verwüstung, die der Bolschewismus in den Großräumen des Fernen Ostens sozial und geistig angerichtet hat, nicht etwa gestützt auf die Kraft seiner Ideen, sondern darauf, daß er nationale und sozial? Gegensätze aufzureißen oder zu erweitern sucht. Der Antikominternvakt hat allein schon dazu ausgereicht, gegen diese wilde Flut der Zerstörung Dämme aufzubauen, hinter denen sich zunächst einmal organisatorisch die Wiederherstellung der Ordnung vollzieht. Die totalitären Staaten haben die belebende Kraft der Ordnung für sich gemeinsam. Aus dieser Gemeinsamkeit hat sich mancherlei anderes ergeben wie die Solidarität politischer Interessen, weiter der ernste Wille, die seelischen Mächte und Kräfte, die eine Nation geistig bilden und gestalten, in sich selbst zu befestigen und, soweit das angängig ist, gegenseitig dienstbar zu machen. Wenn die Demokratien behaupten, ihre Grundprinzipien seien geeignet, auf alle Völker einer gewissen Kulturstufe übertragen zu werden, so gilt dies erst recht von den Grundprinzipien der totalitären Staaten, (rs gilt dies um so mehr, als diese Grundprinzipen aus die unbedingte Ordnung abgestellt sind, besonders in einer Umwelt, die halb ober ganz bolschewistisch verseucht ist. Der Antikominternpakt, der seine Bewährungsprobe so glänzend bejtanben hat, ist von den Ereignissen nicht überholt, sondern im ganzen Umfang gerechtfertigt worden. Die gemeinsame Abwehr gegen den Bolschewismus, d'e sich in ihren Mitteln den Angriffsformen der Komintern ange- paßt hat, hat zum mindesten erreicht, daß die Angriffsfront überall da. wo sie schon weit vorgetra- gen war, zurückgedrängt worden ist. Ohne den Antt- kominternpakt wäre Spanien zu einer bolschewistischen Hölle geworden, deren Flammen auch über die Grenzen gesprungen wären. Die Demokratien ahnen vielfach gar nicht, was sie dem Antikominternpakt und dem Willen der totalitären Staaten zur Verteidigung der Ordnung verdanken. Wv und wie diese Ordnung gefährdet sein kann, das erleben wir in den Vereinigten Staaten, in denen es nicht nur eine hvchkapitalistische Wirtschaftskrise gibt, sondern auch eine Auseinandersetzung Zwischen auf- bauenden und zerstörenden Mächten, wobei Bolschewismus und Judentum den Kern dieser zerstörenden Mächte bilden. Die Zukunft aber wird nicht kränkelnden Demokratien, sondern den drei gesunden Nationen gehören, die sich zu den organischen Lebensformen des 20 .Jahrhunderts bekennen. Die Achse Berlin—Rom und das Dreieck Berlin—Rom— Tokio bilden deshalb schon heute die unantastbare Grundlage der kommenden Weltordnung. D. S. Vor einer deutsch-französischen Erklärung. Uebereinfommen über ein freundschaftlich-nachbarliches Verhältnis im Ginne der Münchener Vereinbarung. Außenminister von Mkenlrop fährt nach Paris. Berlin, 24.Nov. (DKB.) Zu der Frage der deulfch-sranzösischen Beziehungen erfährt das Deutsche Nachrichtenbüro von unterrichteter Seite: Der Führer und Reichskanzler Hot in den letzten Jahren oft Gelegenheit genommen zu erklären, daß zwischen Frankreich und Deutschland keine Probleme bestehen, die einem freundschaftlich - nachbarlichen Verhältnis grundsätzlich entgegenstehen. Nach dem Münchener Abkommen haben sich die Wünsche getroffen, dem Streben nach einem solchen Verhältnis konkreten Ausdruck zu verleihen. Die Bedingungen für ein Uebereinfommen zwischen Deutschland und Frankreich im Sinne der in München getroffenen Vereinbarung zwischen Deutschland und England haben sich in den letzten Wochen als außerordentlich günstig gezeigt. Die deutsche und die französische Regierung prüfen deshalb gegenseitig eine gemeinsam vorbereitete Erklärung betreffend das nachbarliche Verhältnis der beiden Staaten zueinander, und es steht zu erwarten, daß sich der Reichsminister des Auswärtigen, von Ribbentrop, in den nächsten Tagen nach Paris begibt, um mit dem französischen Außenminister George Bonnet zu einem Abschluß dieser vorbereiteten Erklärung zu gelangen. pariser Presseecho. Paris, 24. Nov. (DNA.) Zu der deutsch-französischen Erklärung schreibt Paris S o i r, das Abkommen mit Deutschland sei eines der wenigen Dinge, die die französische öffentliche Meinung wirklich interessiere und in Aufregung versetzen könne. Man freue sich, man sei beunruhigt, man beglückwünsche sich und man rate hin und her. Auf alle Fälle fei es mehr wert, ein Abkommen zu schließen, als das Gegenteil zu tun. Es werde in erner Linie von den Franzosen und den deutschen selbst abhängen, ob diese Erklärung eines der großen Denkmäler der Geschichte werden oder nur ein toter Buchstabe bleiben soll. „T e m p s" sagt, vertrauensvollere Beziehungen zwischen Paris und Berlin seien unentbehrlich, wenn man wolle, daß das Verfahren der Versöhnung nützliche Ergebnisse zeitige. Die französisch-deutsche Erklärung, die die deutsch-englische Erklärung ergänze, sei geeignet eine günstige Atmosphäre zu schaffen. Man könne sich nur beglückwünschen, daß die Einigung über den Wortlaut der französisch- deutschen Erklärungen am Vorabend der Ankunft der englischen Minister erfolgt fei. „Information" erblickt in der deutsch-französischen Erklärung e i n Elementder Beruhigung und der internationalen Entspannung. Es sei nicht zu unterschätzen, wenn Paris und Berlin ihren gegenseitigen Willen bekundeten, gutnachbarliche Beziehungen zu unterhalten. Damit aber das deutschfranzösische Abkommen wirklich Vorteile bringe, müßten beide Partner einander gegenseitige Achtung bezeugen. Allerdings könne das aufkommende Morgenrot wieder von Wolken verhüllt werden, wenn sich in Frankreich nicht ein machtvoller Wille zur Wiederaufrichtung auf allen Gebieten kundtue. Allein von der eigenen Energie hänge das Schicksal Frankreichs als Großmacht ab. „Paris Midi" stellt fest, der Friede fei mehr wert als der Krieg. Frankreich habe oft genug feine Entschlossenheit versichert, sich nicht in die inneren Angelegenheiten anderer Mächte einzumischen. Aber Frankreich wünsche der Herr über sein eigenes Schicksal zu bleiben. Im übrigen scheine es logischer und notwendiger, daß man Frieden zwischen alten Gegnern und noch dazu Nachbarn schafft, statt zwischen Völkern, die keine direkten Beziehungen und keine Reibungsflächen miteinander haben. Seit Gewalt und Recht sich um die Welt streiten, bestehe das Friedensproblem tatsächlich nur für diejenigen Staaten, die den Krieg vermeiden wollen. Es fei daher unannehmbar, daß ein französisch-sowjetrussischer Pakt der sogenannten Freundschaft und des Beistandes auf eine systematische S a - b o t a g e der inneren und äußeren französischen Politik durch die Sowjets herauslaufe. Im gleichen Maße aber fei es wünschenswert, daß Frankreich und Deutschland, deren gemeinsame Grenze ein tausendjähriges Schlachtfeld sei und die eben d i e beiden europäischen Mächte seien, von deren Ausgleich der europäische Frieden wahrhaft abhängig sei, zu einer Stabilisierung ihrer Beziehungen gelangen, um den wohltuenden Waffenstillstand zwischen ihnen so lange wie möglich auszudehnen. Man müsse feststellen, daß immer die gleichen Parteien der Internationalen zweiten oder dritten Grades sich gegen die Rüstungen aussprachen, gegen den Landesverteidigungs- Haushalt und gegen die Kredite für die Maginot- Linie ftimmten, die die Revolte in den Kolonien und die Anarchie in den Kasernen predigten und heute nachdrücklich jede Friedensbemühung ablehnen. Die öffentliche Meinung werde sich aber nicht irreführen lassen. Oer südafrikanische Verteidigungsminister beim Bührer. Berchtesgaden, 24. Nov. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler empfing heute in Gegenwart des Reichsministers des Auswärtigen von Ribbentrop auf dem Obersalzberg den zur Zeit als Gast der Reichsreaieruna auf einer Deutschlandreise befindlichen südafrikanischen 23er- teidigungs- und Handelsminister P i r o w. Der Unterredung, die Verteidigungsminister Pi- row mit dem Führer und Reichskanzler in Berchtesgaden hatte, mißt man in Londoner politischen Kreisen große Bedeutung bei. Die Zettungen bringen die Meldung über die Unter« rebung auf der ersten Seite und beachten besonders die Tatsache, daß die beiden Staatsmänner nach ihrer Unterredung noch gemeinsam das Frühstück einnahmen. König Carol ans dem Bergho^. Berchtesgaden, 24. Nov. (DNB.) Seine Majestät König (fatal II. van Rumänien stattete heute, begleitet van seinem Sahn, dem Kronprinzen Michael, dem Führer und Reichskanzler auf dem Obersalzberg einen privaten Besuch ab und weilte zum Frühstück auf dem Berg- Hos. An den Besprechungen und dem Frühstück nahm der Reichsminister des Auswärtigen, von Ribbentrop, teil. Das Ergebnis der pariser Zusammenkunst. Festigung -er französisch-englischen Zusammenarbeit. % ■<' Ministerpräsident Charnberl ain und Außenminister Lord Halifax wurden am Bahnhof von Ministerpräsident Salabier und Außenminister Bonnet begrüßt. — (Scherl-M.) Paris, 24. Nov. (Europapreß.) Die politischen Besprechungen zwischen den englischen und französischen Staatsmännern haben am Donnerstagvormittag 10 Uhr WEZ. im Außenministerium begonnen. Sie wurden bis 12.30 Uhr fortgesetzt. Darauf begaben sich die englischen und französischen Minister in den Elysäe-Palast, wo der Präsident der Republik und Frau Lebrun zu Ehren der englischen Gäste ein Frühstück gaben. Die Unterredungen wurden in den Nachmittagsstunden fortgesetzt. Eine Unterredung Chamberlains mit dem französischen Generalissimus G a m e l i n hat besondere Beachtung gefunden. In Paris betont man nach wie vor die Notwendigkeit einer Art Rüstungsanglei- chung beider Länder, doch weiß „Paris Midi" zu melden, daß Chamberlain den französischen Wunsch nach Einführung der allgemeinen Dienstpflicht in England abgelehnt habe. Die Ministerbesprechungen sind am Donnerstagabend zu Ende gegangen. Auf beiden Seiten erklärte man sich befriedigt von dem Verlauf der Unterredungen. Am Quai d'Orsay betont man, daß in den Unterredungen nicht ein bestimmtes Problem besprochen worden fei, sondern daß die beiden Delegationen eine allgemeine Erörterung aller schwebenden europäischen Fragen, eine sogenannte „T o'u r d ' h o r i z o n", vorgenommen hätten. In der Frage der Zuerkennung der Kriegsrechte an General Franco scheint eine endgültige Lösung noch nicht gefunden worden zu fein. Der Wortlaut des Londoner Abkommens über die Zurückziehung der Freiwilligen scheint sich nach englischer Ansicht, dieser Lösung noch entgegenzustellen. Der amtliche Bericht über die Konferenz lautet: „Der Besuch des englischen Ministerpräsidenten Chamberlain und des Staatssekretärs Lord Halifax in Paris hatte den französischen Ministern Gelegenheit gegeben, einen Meinungsaustausch mit ihren englischen Kollegen über die hauptsächlichen Fragen zu haben, die allgemein die beiden Länder interessieren, einschließlich derjenigen Fragen, die die nationale Verteidigung sowie die diplomatische Aktion der beiden Länder betreffen. Aus den Besprechungen, die heute stattgefunden haben, ist erneut die vollständige Üeber- einstimmung der Auffassungen in der allgemeinen Orientierung der Po 1 i« t i k der beiden Länder hervorgegangen, die von der gleichen Sorge über die Aufrechterhaltung und Konsolidierung des Friedens inspiriert sind." Ministerpräsident D a l a d i e r gab am Abend eine kurze Rundfunkerklärung ab, in der er betonte, daß die Unterredungen im Geiste völliger Offenheit geführt worden seien. Während der Besprechungen seien die wichtigsten internationalen Probleme angeschnitten worden. Chamberlain sagte: wir waren vollständig einig mit den französischen Ministern über die allgemeine Richtung unserer Politik, die darauf abgestellt ist, den Frieden auf- rechkzuerhalten. Wir sind entschlossen, alle Maßnahmen zu ergreifen, um dieses Ziel zu erreichen. wir haben die Fragen der Landesverteidigung und die Probleme unserer allgemeinen diplomatischen Aktion besprochen. Aber für uns ist die Landesverteidigung eine der Etappen zur Sicherung und Festigung des europäischen Friedens. Auf die bevorstehende deutsch-französische Erklärung anspielend, fuhr Lhamberlain fort: „Wir haben eine besondere Genugtuung darüber empfunden, daß Frankreich in der Lage gewesen ist, Vereinbarungen mit Deutschland zu treffen, weil wir darin eine weitere Etappe zu dem gleichen Ziel sehen, das ich vor Augen hatte, als ich das Abkommen von München unterzeichnete. Ich glaube, daß es besonders wertvoll für die beiden Regierungen ist, die Gelegenheit gehabt zu haben, sich in ziemlich nahe aufeinanderfolgenden Zeiträumen zu treffen, denn die Lage ändert sich st ä n d i g. Es ist ein Glück für unsere beiden Länder, uns durch solche persönlichen Fühlungnahmen davon zu überzeugen, daß wir vollständig überein stimm en und die gemeinsame Linie unserer besonderen Aktion fefflegen.“ In später Abendstunde hat die Agentur H a v a s einen zusätzlichen Bericht ausgegeben, in dem feftgefteUt wird, daß d i e Entente zwischen Paris und London enger denn j e sei. Es hätten sich weder Schwierigkeiten noch irgend welche Gegensätze ergeben. Die bevorstehende deutsch - französische Vereinbarung sei nicht etwa ein Hindernis zwischen Poris und London, sondern im Gegenteil ein neues Eie - scheinenden Stellen in der Regierung, Verwaltung und Wirtschaft Juden anzutreffen waren. In Bayern trat ein Jude (Kurt Eisner) als Ministerpräsident an die Spitze des Staates, in Preußen ebenfalls ein Jude (Paul Hirsch). In der „R e i ch s r e g i e r u n g" der sechs Dolksbeauftrag- ten faßen zwei Juden (Hugo Haase und Otto Landsberg). Auch die Leitung der Ministerien wurde von den Juden oder Halbjuden stark mit lieber die Lage in den Streikbezirken ist zu melden, daß am Donerstagmittag auch in den meisten Fabriken der Metallindustrie von Paris und Umgebung eine Streikbewegung mit Besetzung der Werke ausgebrochen ist, so in den Renault-Automobilwerken, den Caudron-Flugzeugwerken und der Flugzeugmotorenfabrik Bloch. Vor den bestreikten Werken zog sofort Polizeiordnungsdienst auf. Laut Mitteilung des Ministers für öffentliche Arbeiten ist die Eisenbahnlinie Somain — Denain —Anzin requiriert worden durch einen Erlaß, der vom Mini st er für Landesverteidigung gegengezeichnet wurde. Im Gebiet von Dalenciennes hatte sich die Streikbewegung auch auf die Eisenbahnlinie ausgedehnt, so daß der Verkehr von Somain bis zur belgischen Grenze unterbrochen wurde. Der „Walin" meldet, daß 2000 Alaun 2Uo- bilgarde angesichts der drohenden Haltung der Streikenden und des Widerstandes der Wenge auf die Räumung der befehlen Stahlwerke von Denain verzichten mußten. Die Streikenden hätten die vor dem Fabrikgelände gelegenen Eisenbahnschranken geschloffen, auf die Gleise 20 Waggons geschoben und Hunderte von Tonnen kohle aufgeschüttel. Diese Barrikade sei noch mit Eisenbahnschwellen und schweren Eisenträgern befestigt worden. Die 200 bis 300 Streikenden, die die Barrikaden beseht hielten, seien von einer großen Menschenmenge zum äußersten Widerstand gegen die Wobilgarde angefeuerl worden. 3n Sprechchören seien Schmährufe gegen die Regierung ausgebracht worden. Die Wobilgarde habe vor der geschlossenen Eisenbahnschranke Aufstellung genommen. Ein Lastkraftwagen mit Wobilgarde sei von den Streikenden und der tobenden Wenschenmenge umzingelt worden. Die Beamten hätten sich über eine Viertelstunde lang mit ihren Gewehrkolben verteidigen und sich so die Durchfahrt verschaffen müssen. Inzwischen habe der Unterpräfekt von Dalenciennes mit dem kommunistischen Bürgermeister und den Abgeordneten sowie mit den Vertretern der Metall- Goslar, 24. Nov. (DNB.) In der Stadthalle der Reichsbauernstadt Goslar wurde der 6. Reichs- bcmerntag eröffnet, der fein besonderes Kennzeichen als Großdeutscher Reichsbauerntag durch die Eingliederung der ostmärkischen und sudetendeutschen Bauern in das Führerkorps des Reichsnährstandes erhält. Zahlreiche führende Persönlichkeiten aus Partei und Staat nehmen an dieser großen Führertagung des deutschen Bauerntums teil. Die Stadt Goslar hat sich schon seit Anfang der Woche, seit dem Beginn der geschlossenen Sondertagungen, festlich geschmückt. Die geräumige Stadthalle ist mit Tannengrün verkleidet und trägt die Ehrenzeichen des Reichsnährstandes mit Aehre und Schwert und die Odalsrune des ewig sich erneuernden völkischen Lebens. Rach einem musikalischen Vorspiel ruft der Sprecher des Reichsbauernrates, Landesbauernführer B l o e d o r n - Pommern, die Einleitungsworte in die weite Halle. Dann sprechen Oberbürgermeister D r o st e und stellvertretender Gauleiter Schmalz als die Gastgeber der Stadt und des Gaues. Reichsbauernführer Darr6 richtet sodann herzliche Grußvorte an die Bauernführer aus der Ostmark und dem Sudetengau, die zum ersten Male als Angehörige des Reichsnährstandes und nicht mehr als „ausländische Gäste" am Reichsbauerntag teilnehmen. Mit der Heimkehr der Ostmark und des Sudetenlondes, so führte der Reichsbauernführer aus, erwächst dem Reichsnährstand eine neue Aufgabe. Wir stehen hier vor ähnlichen Verhältnissen wie wir sie 1933 im Altreich oorfanden. Mußte damals das deutsche Landvolk vor dem Untergang gerettet werden, so gilt dies in verstärktem Maße für das ostmärkische und sudetendeutsche Bauerntum. Dank rechtzeitig begonnener Vorbereitungen ging die Eingliederung in den nationalsozialistischen Staat und die großdeutsche Volksgemeinschaft reibungslos vor sich. In Zukunft wer- den die Bauern der Ostmark und des Sudetenlandes Schulter an Schulter mit den Bauern aus dem Altreich die Ernährungsfrecheit eines größeren Deutschlands sichern und damit die besonderen Aufgaben des Dierjahresplanes vollenden helfen. Rur auf der Grundlage eines in feinen wirt« doner Nichteinmischungsausschusses zu holten, das die Zurückziehung sämtlicher in Spanien kämpfenden Freiwilligen vorsieht, bevor General Franco die Anerkennung als kriegführende Macht zuerkannt werden soll. Weiter habe man d i e La g e im Fernen Osten und die Möglichkeit, die Interessen der beiden Regierungen vielleicht in Zusammenarbeit mit Amerika zu wahren, eingehend erörtert. Paris, 24. Nov. (DNB.) Der Präsident d e r R e p u b l i k hat ein Dekret unterzeichnet, wonach das Innenministerium interi- mistisch dem Winisterp räsid enten Data d i e r übertragen wird. Die Winisterpräsi- dentschaft erklärt dazu: „Streikbewegungen mit Besetzungen von Fabriken sind in den Departements Nord, Seine und Seine-Jnferieure ausgebrochen; die von der Regierung vorgesehenen Waßnahmen zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung sind sofort angewandt worden. In dem Departement Nord sind 25 Fabriken, die 12000 Wann beschäftigen, geräumt worden. 3n dem Departement Seine-3nferieure sind 19 Fabriken oder Werkstätten ebensalts geräumt worden. 3n diesem Departement ist keine Fabrik mehr beseht. 3m Departement Seine sind 10 Fabriken mit im ganzen 5000 Beschäftigten sofort geräumt worden. Räumungsmaßnahmen im Re- nautt-Werk sind im Gange." Der erste Großdeutsche Vauerntag eröffnet. „Tlur ein in seinen wirtschaftlichen Bedingungen gesichertes Landvolk kann seine Aufgaben erfüllen." Bedrohliche Zuspitzung der kommunistischen Streikbewegung. Oaladier erzwingt Räumung der Fabriken in Varis und Nordfrankreich. Oer Feind im eigenen Land Cohn & Co. am Staatssteuer. schaftlichen Bedingungen gesicherten Landvolkes können die volkswirtschaftlichen, sozialen und biologischen Aufgaben erfüllt werden. Unsere bisherigen Erfolge sind von unserem Führer mit ganz besonderem Dank anerkannt worden. Wenn wir in diesem Jahre eine Rekordernte einbringen konnten, ist das nicht zuletzt das Verdienst aller Angehörigen des deutschen Landvolkes gewesen, die wieder in unermüdlicher, harter und oft opferreicher Arbeit Außerordentliches geleistet haben. Diese Leistungen sind um so höher zu bewerten, als der Mangel an Arbeitskräften im vergangenen Jahr die weitere Durchführung der Erzeugungsschlacht besonders erschwerte. Wenn unsere Maßnahmen von so großem Erfolg begleitet waren, ist das der Tatsache zu verdanken, daß wir auf dem einmal als richtig erkannten Wege unbeirrbar weitermarschiert sind. Eine gesicherte Ernährungswirtschaft wird immer die Voraussetzung bleiben für ein freies und unabhängiges Volk. Wie eine starke Wehrmacht das Volk nach außen schützt, wird die Ernährungswirt- schaft im Innern das Fundament bleiben müssen, auf dem ein Volk sich lebensgesetzlich und wirtschaftlich unabhängig aufbaut. Reichsbauernführer Darre schloß mit seinem Dank an den Führer, dem wir alle unsere Erfolge zu verdanken haben, und mit dem Gelöbnis, sich noch fanatischer als bisher für ihn und unser Volk einzusetzen. Nach dem Verklingen der Lieder der Nation schloß sich ein Konzert der Wehrmacht zum Besten der Winterhilfe an. Landvolk und Schule. Auf dem Reichsbauerntag hielt der Reichsnährstand in Verbindung mit dem NS.-Lehrerbund in Goslar eine Tagung „Landvolk und Schule" ab. Der Reichshauptabteilungsleiter des Reichsnährstandes van Swinderen stellte hierbei fest, daß eine andere Einstellung des deutschen Menschen zum Boden und zur Landarbeit erforderlich ist. Eine solche andere Einstellung lasse sich jedoch nicht erzwingen, sondern hier liege eine wichtige E r - ziehungsausgabe vor. Der Reichsnährstand arbeitergewerkschast Verhandlungen eingeleitet. Vereinbarungsgemäß zogen die Streitkräfte der Mobilgarde aus Denain ab, worauf die Streikenden die besetzten Stahlwerke räumten und in einem Umzug, der etwa drei- bis viertausend Menschen umfaßte, sich zur Bürgermeisterei begaben. Hier hielten die Kommunistenhäuptlinge Ansprachen, worauf sich die Streikenden verstreuten. In Paris geht die Räumungsaktion in den bestreikten Metallfabriken und Automobilwerken in den jpäten Abendstunden des Donnerstag ebenfalls weiter. Nach Verhandlungen zwischen den Streikenden und Vertretern des polizeilichen Ordnungsdienstes verlassen die. Arbeiter in kleinen Gruppen die Fabriken. Nach wie vor treffen jedoch vor den Werken in Boulogne und Jssy-les- Moulineaux Verstärkungen der Mobilgarde ein, da sich unter den auf den Straßen angesammelten Arbeitern eine außergewöhnliche Verhetzung bemerkbar macht. 3n ben Renaullwerken ging die Wobil- garbe in ber Rächt zum Freitag mit Tränengas gegen bie Streifcnben vor. Um jeben Schraubstock unb jebe Werkzeugmaschine mußte gekämpft werben, ba bie Streikenben sich ber Schrauben unb sonstigen Eisenftücke a l s Wurfgeschosse bedienten. Rach Witternacht gelang es, auch bie letzten Streikenben aus ben Betrieben zu verjagen ober zu verhaften. 3nsgefamt würben 450 Wann abgeführt. Auf Seiten ber Polizei find über 20 Verletzte zu beklagen, von benen brei einer Schäbel- operation unterzogen werben muhten. Es besteht kein Zweifel darüber, daß diese Streikbewegung, die zunächst in keinem unmittelbaren Zusammenhang mit dem von dem Gewerkschaftsverband geplanten 24ftünbigen Generalstreik steht, einen rein politischen Charakter hat. Am Sitz der Gewerkschaftsleitung behauptet man natürlich, daß vom Gewercksthaftsverband keine Anweisungen ausgegeben worden seien. Gewiße radikale Gewerkschaftssekretäre hätten in eigener Machtvollkommenheit diese Streikbewegung angezettelt, um den CGT.-Verband so vor eine vollendete Tatsache zu stellen. Der Verwaltungsausschuß des marxistischen Gewerkschaftsverbandes EGT. wird heute zusammentreten, um den genauen Zeitpunkt für den grundsätzlich beschloßenen 24stündigen Generalstreik zu bestimmen. Während der kommunistische Gewerkschastssekretär Frachon in Rouen angekündigt hatte, daß der Generalstreik in der nächsten Woche stattfinden werde, verlautet aus gemäßigten Gewerkschaftskreisen, daß der CGT.-Verband ursprünglich diesen Generalstreik e r ft nach dem 13. Dezember, also nach dem voraussichtlichen Wiederzusammentritt des Parlaments, durchführen wollte. Wenn dies zutrifft, wird das Manöver der Kommunisten, die vor allem in der Me- tallarbeitergewerkschaft die Oberhand haben, eindeutig klar. Ministerpräsident D a l a d i e r hatte noch am Donnerstagabend Besprechungen m i t b e m Militärgouverneur von Paris, General Billotte, und dem Oberkommandierenden des Militärbezirks von Paris und Umgebung, was darauf hinzUd-euten scheint, daß er notfalls Militär einsetzen wird, um die kommunistischen Hetzer zur Raison zu bringen. und der NS.-Lehrerbund haben in Uebereinstim- mung mit dem Reichserziehungsministerium zur Vertiefung der Arbeit zunächst in jeder Landesbauernschaft eine Kreisbauernschaft ausgewählt, in der auf gemeinschaftlichen Kundgebungen Lehrerschaft und Bauernführer in kameradschaftlicher Weise zusammengebracht werden. Anschließend sollen Arbeitsgemeinschaften gebildet werden, die der Erhaltung unb Förberung ber Lanb- schule bienen sollen. Professor Dr. h. c. Ernst Krieck (Heibelberg) stellte 14 Leitsätze für bie Neugestaltung ber Lanb- schule auf, bie davon ausgehen, baß bie Lanbschule nach Form unb Inhalt Heimatschule sein unb ben Nachwuchs zur charakterlichen unb weltanschaulichen Reife unb zur bestmöglichen Leistungsfähigkeit in ber bäuerlichen Lebensgemeinschaft emporführen soll. Die L a n b sch u l r e f o r m sei überhaupt ber Erstling ber nationalsozialistischen Schulreform. Das entspreche ber Grunbtatsache, daß die nattonalfozialistische Bewegung bas Bauerntum als Stamm - unb Lebensquell bes beutfchen Volkes roieberertannt hat. Besetzung der endgültigen Grenzen. Einmarsch von Ordnungspolizei und Grenzaufsichtsdienst reibungslos verlaufen R e i d) e n b e r g , 24. Nov. (DNB.) Nach ber Einigung zwischen ber deutschen unb ber tschechoslowakischen Regierung über die Festsetzung ber Grenze wurden am Donnerstag, um 9 Uhr, auf beiden Seiten bie Behörden zurückgezogen; um 10 Uhr marschierten an den bereinigten Grenz- abschnitten bie jeweils eingesetzten Formationen zur Uebernahme des Gebietes ein. Auf deutscher Seite wurde bie Besetzung von ber deutschen Ordnungspolizei unter dem Kommando des Befehlshabers der Ordnungspolizei in den sudetendeutschen Gebieten, Generalmajor von Pfeffer-Wilde n b r u ch, burchgeführt. Bis auf einen Zipfel in Nordmähren, in dem bie Besatzung am Freitagabend zum Abschluß kommt, ist der Einmarsch vollzogen. Der verstärkte Grenzaufsichtsdienst hat sofort an ber endgültigen Grenze Posten bezogen. Wo es sich um kleinere Dörfer ober unwesentliche Regulierungen handelte, wurde die Verlegung ber Grenzlinie auch allein von biesem Grenz- aufsichtsbienst vorgenommen. Die National- sozialistische Volkswohlfahrt begab sich nach der Besetzung ber Ortschaften sofort zu ben Ortsbehörben, um an Hand ber Unterlagen bie bedürftige Bevölkerung festzustellen. Der Vormarsch auf bie endgültige Grenze hat sich reidungs - l o s vollzogen. Nachdem bie endgültige Grenze gegenüber der Tschechei festgesetzt worden ist, hat bie Reichsregierung durch Gesetz vom 21. November b. I. bie staatsrechtliche Vereinigung der sude- tendeutschen Gebiete mit dem Deutschen Reich ausgesprochen. Die sudetendeutschen Gebiete sind damit endgültig Bestandteil des Reichs, die alteingesessenen Bewohner d's Subetenlandes brutsche Staatsangehörige geworben. Die ber stets auf großes Verständnis stießen unb sich diese Männer durch Bestechungen vollkommen hörig zu machen verstanden. Die Takttk des Judentums ging in ben zwanziger Jahren vor allem auch bar auf hinaus, bie für ihre Politik maßgebenden Stellen draußen im Lande mit ihren Leuten 3U besetzen, unb das waren' in erster Linie bie Ober- und Regierungspräsidenten, die Polizeipräsidenten (ber Kampf ber Berliner Nationalsozialisten gegen ben jüdischen Polizeipräsidenten Isidor Weiß ist noch in aller Erinnerung), sowie sämtliche entscheidenden Stellen i n den Stadtverwaltungen. Gerade hier ergab sich die beste Möglichkeit, eine schrankenlose Herrschaft auszuüben, ohne daß diese nach außen allzu sichtbar in Erscheinung zu treten brauchte. Wir dürfen auch nicht Die Universitäten vergessen, auf bie das Jubentum, das sie als „Hort der Reaktion" zu bezeichnen pflegte, stets ein besonders wachsames Auge geworfen hatte. Ein Professor Theodor Lessing, ber an ber Technischen Hochschule in Hannover wirkte, konnte ungestraft in seinen 1929 erschienenen „Kriegserinnerungen" folgendes schreiben: „Es gelang mir, mich zu drücken. Durch vier Kriegsjahre mußte ich alle Monate zur Musterung. Die Ausmusterungen wurden immer strenger. Ich verwandte immer neue Listen, um ber Front zu entgehen." Und ein Professor Emil Julius G u m d e l, der an der Universität Heidelberg „lehrte", schrieb in einer Broschüre „Vier Jahre politischer Mord" über das Diktat von Versailles unter anderem folgendes: „... Endlich hat die Entente so ziemlich in allen Punkten nachgegeben, wo sie hätte nicht nachgeben sollen. Als Beispiel diene die Auslieferungsfrage. Die Entente hätte diese Forderung niemals stellen sollen. Wenn sie aber schon gestellt war, so hätte sie auch burchgeführt werben müssen, ba sonst alle nationalen Instinkte erweckt wurden, ohne daß dem verletzten Recht Genüge geworben ist. Auch in ber Entwaffnungsfrage hätte bie Entente schärfer vorgehen bürfen ..." Und eine weitere Aeußerung: „... das Kriegerbenkmal des beutfchen Soldaten ist für mich nicht eine leicht bekleidete Jungfrau mit ber Siegespalme in ber Hand, sondern eine einzige große Kohlrübe!" Diesen schamlosen Aeußerungen stand in den ganzen Jahren würdig zur Seite bie Haltung jener führenben Juden, die in ber gesamten marxistischen und demokratischen Presse die erste Geige spielten. Ehre, Treue und Liebe zum Vaterland wurden in den Schmutz gezogen, Pazifismus unb Landesverrat bagegen hochgehalten. Bis zur Machtübernahme hat sich das deutsche Volk diese schamlosen Angriffe auf seine nationale Würde und Ehre gefallen lassen müssen. Erst der Nationalsozialismus Adolf Hitlers hat mit diesen Verrätern, deren verderbliches Wirken wir niemals vergeßen dürfen, gründlich aufgeräumt unb dafür Sorge getragen, baß nur Deutsche die Interessen des deutschen Volkes vertreten dürfen D. S. nähere Regelung des Erwerbs der deutschen Staatsangehörigkeit ergibt sich aus dem deutsch-tschechischen Staatsangehörigkeitsabkommen. Das Gesetz ist im Reichsgesetzblatt verkündet worden. Ungeflorfe politische Lage in Ungarn. Budapest, 24. Nov. (Europapreh.) Das ungarische Abgeordnetenhaus, das nach der von der Opposition erzwungenen Tagesordnung mit ber Aussprache über bie Regierungserklärung beginnen sollte, würbe sofort nach Eröffnung ber Sitzung burch ein Hanbschreiben des Reichsverwesers auf eine Woche vertagt. Das Regierungsblatt „Estt Ujsag" weist auf bie unnatürliche Lage hin, daß Politiker, bie stets ben rechtsnationalen Gebauten Der treten hätten, sich jetzt plötzlich auf ber linken Seite befänden in der Gesellschaft ber Vertreter bes liberalen Großkapitals und ber Sozialdemokraten. Wie sich die Zukunft auch immer gestalten möge, Ungarn könne auch weiterhin „nur im Zeichen einer klaren christlich-nationalen unb völkischen Politik" regiert werden. Der endgültige Sieg des rechtsnationalen Gedankens könne durch nichts mehr aufgehalten werben. Weiter meint das Blatt, daß die in der Regierungspartei eingetretene Spaltung nicht von langer Dauer sein werde, um so mehr, als die Zusammenarbeit ber ausgeschiedenen Abgeordneten ber Regierungspartei mit linksgerichteten Kräften von b'er öffentlichen Meinung verurteilt werbe. Bei ber kritischen Abstimmung im Abge- crdnetenhaus hätten sämtliche 13 nichtarischen Mitglieder des Hauses gegen bie Regierung gestimmt, währenb sich unter ben für die Regierung ftimmenben Abgeordneten kein einziger Jude ober Halbjube befunden habe. Polen löst die Freimaurerlogen auf. Warschau, 24. Nov. (DNB.) Der polnische Staatspräsident hat ein Gesetz erlassen, das Freiheitsstrafen, in besonderen Fällen sogar dieTodes- strafe vorsieht für Vergehen gegen bie Interessen des Staates, Arbeitsstörungen in ber Rüstungsindustrie, öffentliche Verbreitung von Falschmewun- gen, bie das Vertrauen in bie polnische Währung und in ben öffentlichen Kredit erschüttern, Aufwiegelung zum Generalstreik, Einstellung ber Lebensmittellieferung in bie Städte u. a. Ein weiteres Gesetz verfügt die Auflösung aller frei- mauerischen Organisationen. Das Vermögen soll der öffentlichen Wohlfahrt zugute kommen. Ihre Archive und Urkunden werden dem Staate zur Verfügung gestellt. Das Gesetz sieht Freiheitsstrafen für die Zugehörigkeit zu freimaue- rischen Verbänden und die Unterstützung solcher Verbände vor. Zudenleindliche Kundgebungen in Johannesburg. Johannesburg, 25. Nov. (Europapreß.) Hefttge judenfeindliche Kundgebungen brachen nach einer nationalistischen Kundgebung in Johannesburg, ber Hauptstadt ber Südafrikanischen Union, aus. Eine Menschenmenge rannte burch die Straßen, Beschlag belegt. Staatssekretär für Reichsernährung war ber unabhängige sozialbemokratische Emanuel Wurm, im Reichsschatzamt saß als Staatssekretär Dr. Schiffer, im Reichsjustizamt als Staatssekretär Dr. Oscar Cohn. Das maßgebendste Ministerium, bas Reichsamt des Innern, wurde Hugo Preuß übertragen. Auch als bas erste parlamentarische Kabinett am 13. Februar 1919 gebilbet mürbe, saßen darin fünf Nichtarier: Eugen Schiffer, Hugo Preuß, Otto Landsberg, Georg Gothein unb Dr. Bernhard Dernburg. In den meisten Regierungen ber beutfchen Länder sah es nicht viel anders uns, in Preußen und Bayern waren die Juden höchstens noch stärker vertreten. Am bezeichnendsten aber war, daß überall da, wo ber Rabikalis- mus mit bem Erreichten noch nicht zufrieben war, Juben bas große Wort führten. Daß bies auf keinen reinen Zufall zurückzuführen ist, zeigt zur Genüge die Rolle, die die Juden in den Jahren.von 1914 bis 1918 gespielt haben. A l s Träger des Defaitismus traten sie überall in Erscheinung, die von ihnen ins Leben gerufenen Organisationen, wie der besonders einflußreiche Bund „Neues Vaterland" (später „Deutsche Liga für Menschenrechte") trugen dafür Sorge, daß das Gift der Zersetzung in immer weitere Kreise ber Bevölkerung getragen würbe. Ein Gipfelpunkt bie- ser planmäßigen Zersetzung bildete jener Satz des „Vorwärts" am 20. Oktober 1918 (Hauptschriftleiter war ber Jude Friedrich Stampfer), ber wie folgt lautet: „Deutschlanb soll — das ist unser fester Wille als Sozialisten — seine Kriegsflagge für immer streichen, ohne sie das letzte Mal siegreich heimgebracht zu haben." Als es darum ging, ob das Versailler Friebensbiktat unterschrieben werben sollte ober nicht, ba standen an der Spitze der Männer, die sich für eine bedingungslose Abnahme dieser Deutschlanb auf ewig knechtenden Forderungen einsetzten, Juden, Juden unb nochmals Juben. Hilferbing, Stein, Haase und andere mehr waren es, die in Zeitungen und Zeitschriften der Linken dafür eintraten, dieses Dokument ohne weitere Vorbehalte zu unterzeichnen. Wir haben eingangs auf eine Anzahl von Juden hingewiesen, bie 1918 unb 1919 sofort leitende Aemter für sich mit Beschlag belegten. Wer sich ber Verhältnisse erinnert, wie sie im Anfang und im Verlauf ber zwanziger Ihre herrschten, der weiß, daß bas Judentum auf einmal in ber Besetzung ber maßgebenben Ministerposten eine gewisse Zurückhaltung zu üben begann. Gewiß traf man noch genug Juden — hingewiesen fei nur auf Rathenau und Hilferbing — aber bie Tatsache, baß selbst weite Kreise ber sozialbemokratischen Arbeiterschaft die Besetzung aller Spitzenstellen durch Juden zu kritisieren begann, gab Veranlassung zu einer gewissen Kursschwenkung, bie jedoch nur äußerer Natur war. Denn wir wissen, bah alle bie Männer ber marxistischen Parteien, bes Zentrums usw., die ment ber Zusammenarbeit ber beiden Staaten in ihrer Politik der Befriedung unb Entspannung. Auf dem Gebiet der Landesverteidigung seien die großen Linien einer neuen Angleichung aufgestellt worden. Es werde jedoch in erster Linie Aufgabe ber Sachverständigen sein, bie praktischen Schlußfolgerungen daraus zu ziehen. In der spanischen Frage habe es ben Anschein, als ob beibe Regierungen beschlossen hätten, sich vorläufig cm bas Abkommen des Lon- Es war kein Zufall, baß in ben Novembertagen I bem Jubentum nicht jederzeit zu Willen gewesen des Jahres 1918 mit einem Schlag an allen ent- waren, sofort gestürzt und durch dem Judentum - - — - ■ ■ - ■ -- " -' Hörige ersetzt worden waren. Besonders stark trat das bei den engen Verbindungen zutage, bie jeweils zwischen ben Männern der Regierung und den neuen „Größen" der Wirtschaft, sprich: Schieber, offensichtlich wurden. Barmat, Kutisker, Sklarek unb andere mehr waren es, bie mit ihren Wünschen an ben leitenben Stellen des Reiches und der Län- M Jz Sagten Sie sechs? Nein - ich sagte Az japanische Aktion in Mitielchina. t i e h - G e b i r nicht in Palästina Berlin, 24 Nov (DNB.) Reichsorganisattons- Kaufgesuche iter Dr. Len empfing im Gemeinschaftshaus der Staune u. grüne Graf Magistrati, Vertreter des Faicio m weinöro&baDdlnnß Berlin und als Vertreter des Reichsministers >ur „ PleSac Volksaufklärung und Propaganda Dr. Goebbels n. C/lgcb fein persönlicher Referent Oberregierungsrat Mül- Leltersweg 66. i Nimbus der zerstörte, der unerschütter- Ruhm einbrachte, sondern auch den Unbesiegbarkeit der englischen Flotte über 1ÖO Jahre lang in der Welt als lich galt. Mitten aus rastlosem Wirken für Deutschlands Seegeltung und Deutschlands Jugend wurde vor zehn Jahren am 26. November 1928 Admiral Scheer aus diesem Leben abberufen. Diel zu früh schien es uns, glaubten wir doch von unserem großen Flottenführer des Weltkrieges noch wertvolle Mitarbeit an dem Wiederaufbau des Vaterlandes auf einer „ . Jahren hätten die Araber dagegen protestiert, daß die Juden ihr Land aufkauften und ihre Niederleiter Dr. Ley empfing im Gemeinschaftshaus der NSG „Kraft durch Freude" den Leiter ber italieni- scheu Freizeitorganisation Dopolavoro, Commen- datore P u c c e t t i. und die übrigen italienischen Gäste. Dem Empfang wohnten ferner Botschaftsrat Graf Magistrat,, Vertreter des Fascio m l e r, Geheimrat Roediger vom Auswärtigen Amt und Ministerialdirektor Gutterer vom Reichspropagandaministerium bei. Der Reichsorganisationsleiter erklärte: Es sei nicht notwendig zu agen, mit welcher Freude alle Gäste aus Italien im Dritten Reich empfangen würden. Die Achse Berlin—Rom gehe durch unsere Herzen und unser Empfinden. Auch dieser Besuch werde zum weiteren Ausbau der beiderseitigen Beziehungen und zu weiterer Vertiefung der Zusammenarbeit auf den von seinen Gästen und ihm betrauten Gebieten führen. Puccetti hob bei seinen Dankesworten hervor, daß WeioMen NI taufen gemcku werden, die nach der großen Schlacht bei Hsütschau dort zurückgeblieben sind und ihre Tätigkeit südwärts bis zum nördlichen Ufer des Jangtse ausgedehnt hatten. Aus Südchina wird gemeldet, daß in der Bias-Bucht starke japanische Truppenabteilungen zum Einsatz im östlichen Abschnitt des Vorgeländes von Kanton gelandet wurden Die Stadt L u n g k o n g an der Hongkong-Kanton-Bahn wurde von den Japanern genommen. Eine Stratzenverbindung Algier — Kapstadt. Paris, 25. Nov. (Europapreß.) Die Mächte, die in Afrika Kolonialbesitz haben, beschäftigen sich seit langem mit der Frage einer Nord — Süd - Straßenoerbinouna durch Afrika. Es war die Aufgabe des in diesem Jahre in C o st e r - mansville in Belgisch - Kongo versammelten Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat? Darum: Kleinanzeigen in die Hei- matzeitung, den BiefienerAnzeigei | Vermietungen"] Mmmer-Wohn. in der Liebigstr. per 15. Dezemb. oder 1. Jan.1939 zu vermieten. Schrift! Angeb. unter 75760 an den Gieß. Arn. an, die indessen infolge Zurückhaltung des englischen Flottenführers nicht zustande kam. Leidenschaftlich forderte er immer wieder energischen Kampf gegen die englischen Seezufuhren durch Einsatz der U-Boote, da die Flottenstreitkräfte dazu nicht ausreichten, konnte sich aber gegen die politischen Bedenken der Reichssührung lange Zeit nicht durchsetzen. Die U-Boote brachten bann 1917 England zwar die größte Gefahr, vermochten aber nicht die immer schwieriger werdende Ernährungslage in Deutschland zu bessern. So erfüllte sich unser Schicksal, auch ein Scheer hatte es nicht mehr wenden Fönen. Niemals aber hat ihn der feste Glaube an das deutsche Volk und die Notwendigkeit des Wiederaufbaues einer deutschen Seemacht verlassen. Es ist ihm nicht vergönnt gewesen, die Morgenröte des neuen Deutschlands zu schauen. Admiral Reinhard Scheer Bon Admiral a D.prenkel. gemcht. 7570° Em! tz Müller Holzwarenfabrik Gienen Schillerstraße 24 Mehrere tüchtige Dachdecker- gesellen und 1—2 Hilfsarbeiter f. läng. Zeit gei 7577° DEellermeiiler tzlllli.Mrlg Müblitraße 29. Einem deutschen Pfarrhaufe entsprossen, trat Scheer im Jahre 1879, noch nicht 16 Jahre alt, in die Kriegsmarine ein, wo er nach harten Schu- lunghjahren schon als junger Offizier bei den ersten Kämpfen in den neu erworbenen Kolonien Beweise von Tapferkeit und Angriffsfreudigkeit ableaen, konnte. Bevor er im Kriege an die Spitze der Flotte berufen wurde, hatte er in fast 40jähriger Dienstzeit im In- und Auslande, in der Front als Kommandant von Torpedobooten und eines Linienschiffes, als erster Berater des Flottenchefs und Führer eines Geschwaders sowie als einer der nächsten Mitarbeiter des Großadmirals v. Tir - p i tz umfassende Berufs- und Lebenserfahrungen gesammelt. Gestützt hierauf und ausgestattet mit dem Gemus eines Führers, gab er der deutschen Flotte im Frühjahr 1916 nach den Jahren des Wartens und der Entsagung den belebenden Impuls zu großen Taten. Die Besatzungen spürten den A n g r i f f s w i l l e n des neuen Flottenchefs, es kam Bewegung in die Schiffe. Das Ziel mar, durch lebhafte offensive Tätigkeit der deutschen Seestreitkräfte aller Art, Küstenbeschießungen, Luftschiffangriffe usw. die englische Flotte zu Abwehrmaßnahmen zu veranlassen und den Gegner dabei zur Schlacht zu stellen Wir wissen, daß diese Maßnahmen zu dem ruhmreichen Waffengange vor dem Skagerrak führten. Hier bewährte sich Scheer als der große Flotte n f ü h r e r, der sich auch durch die Uebermacht des Gegners, die erst während der Schlacht erkannt wurde, nicht schrecken und das Gesetz des Handelns sich vom Feinde nicht aus der Hand nehmen ließ. Seinem unbändigen Angriffswillen und feiner mutigen Führung verdanken wir den Erfolg des Tages. Daß der Sieg nicht ausgenutzt wurde, und daß es später nicht mehr zu einem Kampf der beiden Flotten kam, hat nicht an ihm gelegen Schon sechs Wochen nach Skagerrak bot er den Engländern unfern der englischen Küste eine neue Schlacht die Besichtigung der Einrichtungen der NSG. Kraft durch Freude ihm die Ueberzeugung vermittelt habe, daß sie beide nicht nur die Ideen, sondern auch die Ziele und Methoden gemeinsam hätten und das verbürge, daß sie auch in Zukunft die besten Mitarbeiter auf der Achse Berlin—Rom sein würden. — Am Nachmittag besichtigten die italienischen Gäste die NSG Kraft durch Freude und das Amt für Reisen, Wandern und Urlaub, das Sportamt, das Amt Feierabend, Volksbildung, Schönheit der Arbeit und das Internationale Zentralbüro Freude und Arbeit. erhoffen zu dürfen. Mit ihm ging eine Führerpersönlichkeit besonderer Prägung dahin, die berufen sein sollte, im großen Kriege die deutsche Flotte zum Siege zu führen und feinen Namen für alle Zeiten mit ehernem Griffel in das Buch der Geschichte zu schreiben. Der Name des Tatmenschen Scheer ist unlösbar mit dem Geschehen am 31. Mai 1916 in der Nordsee verbunden. Wie die Schlacht vor dem Skagerrak der Höhepunkt des see- riegsgeschichtlichen Geschehens im Weltkriege war, 0 war -sie für Scheer die Krönung seines Berufs- ebens, feines Dienstes an Volk und Reich, die nicht nur ihm selbst und der Marine unvergänglichen nod) etwa . , ... ten sollen, und auf das Hügelgelände südlich von Hankau Ein weiteres, von versprengten Banden durchsetztes Gebiet ist das Dreieck Schanghai— Hangtschau — Wuhu, wo es in der letzten Zeit häufiger zu Gefechten gekommen ist, sowie der nördliche Teil der Provinz K i a n g s u westlich der Bahnstrecke Pukau—Hsütschau. Hier sollen die Gebiete zwischen Hsütschau und der Küste vor allem von den chinesischen Truppen gesäubert lassungen immer größer würden 1933 seien 40 000 Juden nach Palästina eingewandert, 1935 seien es bereits 61000 gewesen. Bereits damals hätten sich die Araber gefragt, ob man dieser Einwanderung überhaupt einmal Einhalt gebieten können werde. Und schon damals seien Befürchtungen laut geworden. daß sie in ihrem Geburtslande wirtschaftlich, politisch und auf dem Gebiete des Handels von den europäischen „Ankömmlingen" beherrscht werden würden. „Wenn ich ein Araber wäre", so sagte Macdonald, „würde ich ebenfalls beunruhigt fein. Wenn wir die Palästinafrage richtig verstehen wollen und wenn wir jemals zu einer zufriedenstellenden Lösung kommen wollen, so dürfen wir uns nicht nur in die Lage der Juden, sondern wir müssen uns auch in die Lage der Araber versetzen." Er frage sich manchmal, ob diejenigen, die sich vor 20 Jahren für eine jüdische Heimstätte in Palästina eingesetzt hätten, auch wußten. daß schon damals dort über 600 000 Araber lebten. Man rechne damit, daß die Araberbevölkerung in 20 Jahren auf anderthalb Millionen an» steigen werde. Das gebe zu bedenken, ob die Kalkulationen über die Ansiedlung von Juden ohne Beeinträchtigung der Lebensrechte der arabischen Bevölkerung durchgeführt werden könnten. Das englische Volk müsse die Gefühle der Araber verstehen, denn wenn feine Freiheit auf dem Spiele stünde, würde es ebenfalls materielle Vorteile opfern. England habe beiden Völkern gegenüber feierliche Verpflichtungen übernommen. Man werde zunächst mit jüdischen und arabischen Vertretern getrennt verhandeln, bevor eine gemeinsame Konferenz stattsinde. Schlage sie fehl, dann werde die Regierung selbst die volle Verantwortung für die zukünftige Palästina-Politik übernehmen. Deutschland kein Boden für Gangster-Methoden! Don unserer Berliner Schriftleitung. trieb jeden ihr begegnenden Juden vor sich her und rief „Nieder mit den Juden!" Die Polizei versuchte wiederholt, mit dem Gummiknüppel die Ruhe wiederherzustellen war aber der Menge gegenüber zunächst machtlos Schließlich wurden Tränengasbomben verwendet Bis in die späten Nachtstunden zogen südafrikanische Nationalisten truppweise durch die Stadt und wiederholten ihre judenfeindlichen Rufe Eine besondere Polizeiwache wurde vor dem Deutschen Klub ausgestellt da Gerüchte im Umlauf waren, die Juden und ihre Freunde wollten als Gegenkundgebung das Gebäude in die Luft sprengen. Macdonald fordert Verständnis für die Araber. „Wenn ich Araber wäre, würde ich auch beunruhigt sein!" London, 24. Nov (DNB.) Am Donnerstag fand im Unterhaus eine Palästinaaussprache statt, die von dem Kolonialminister Macdonald mit einem Appell an die Abgeordneten eröffnet wurde, sich möglichste Zurückhaltung aufzuerlegen, um die bevorstehenden Verhandlungen nicht zu erschweren. Durch militärische Maßnahmen könne der Frieden nicht wiederhergestellt werden. Es sei vielmehr Aufgabe der Regierung und des Parlaments, dies zu tun. Seit 1922 seien ü e r eine Viertelmil - li 0 n Juden nach Palästina eingewandert. Infolge der Vorgänge in Mitteleuropa sei ihre „Rückkehr in ihre alte Heimat" um bas Hundertfache gestiegen. Selbst wenn es in Palästina keine andere Bevölkerung geben würde, so sei der Boden Palästinas so mager, daß nur ein Teil der Juden, die Europa verlassen wollten, von ihm leben konnten. Das Flüchtlingsproblem Mitteleuropas werde Palästina gelöst werden Es müsse viel breiteren Ebene gelost werden. Seit Die Verhandlung gegen den Chauffeur-Mörder Hahn vor dem Berliner Sondergericht hat ein kaum faßbares Bild von völliger Gefühlsroheit, ja Gefühllosigkeit des Mörders ergeben. Em Mensch, der nach feinen eigenen Aussagen eine gute Erziehung genossen und niemals Not gelitten hat, bereitet sorgfältig einen Mord an einem Taxi-Chauffeur vor, knallt den Ahnungslosen mit fechs Schüssen über den Haufen, zeigt sich in der Gerichtsverhand- [unq selbst vor den Augen der Witwe seines Opfers gänzlich ungerührt, ja, lächelt sogar in dieser Verhandlung, die über sein Leben entscheidet, gelegent lich in den Saal. Der Fall erscheint auch infoferr ungewöhnlich, als hier ein Mörder alles rundweg genau so kaltblütig gesteht, wie er die Tat er sonnen, vorbereitet und ausgefuhrt hat. Dieser Mensch, der noch niemals ernstlich zu arbeiten begonnen hat, nimmt das Todesurteil so gelassen hin, als wäre es ein Verweis. Wie notwendig gegenüber solchen Gangstertypen die äußerste Verschärfung der Suhnernethoden ist, haben mir hier schon im Anschluß an die Verordnung vorn 20. November dargelegt Solche Erscheinungen des außerhalb alles Menschlichen stehenden Schwerverbrechertums wie dieser Hahn ober wie die vierfachen Mörber ber Autofahrer bei Graz mögen im neuen Deutschlanb noch fo vereinzelt oustreten sie müssen mit gnabenlofer Unerbittlichkeit un schad Ich gemacht werden, wenn nicht bas große Gesetz des Orbnungsstaates seinen Sinn verlieren soll. Das ijt jeher Staat unb erst recht ein autoritärer otaat jebem einzelnen feiner srieblich arbeitenben Mitglieder fchulbig, die eben mit ihrer Arbeit zu ihrem Teil am Aufbau unb Ausbau bes Staates Mitwirken fallen unb wollen. Ober was könnte man sich etwa von einem Menschen noch versprechen, ber schon mit 19 Jahren in einer gelassenen Gleichgültigkeit zum Mörber eines Volksgenossen wirb, als wenn unsereins mit einer beiläufigen Hanbbewegung etwa eine Mücke zerbrückt? Wir haben in der langjährigen Systemzeit von ben bemoralifierr.oen Einflüssen ber Humanitätsbuselei im allgemeinen unb bes „humanen Strafvollzuges" im befonberen gerabe genug bekommen! Wir wollen unter keinen Umftanben mehr von jenen Zuständen etwas wissen. Or.Ley empfängt den Generaldirektor des Dopolavoro. Schanghai, 25. Nov. (Europapreß.) In Mittelchina sollen die japanischen Streitkräfte die Absicht haben, in die Provinz Schensi einzudringen und die Zufuhrwege für sowjet- russische Kriegsmaterial- und Muni- tionslieferun'gen abzuschneiden. Wichtige Stützpunkte ber Chinesen, barunter auch bie Haupt- ftabt ber Provinz Schensi, Sian, würben mit Bomben belegt. Die Stabt Itschan am Jangtse mürbe eine Woche lang von japanischen Luftstreitkräften angegriffen. Japanische Säuberungsmaßnahmen erstrecken sich hauptsächlich auf bas T a - ‘ r g e nörblich von Hankau, wo sich 80 00 0 Chinesen 0 e r st e ck t hal- Verkäufe Bäüewänne Wasch u. Wringmaschine, Ti ch Pn-penktiche. Kinderscbankel, Vogelkäfig,aebr., nut erhalten zu verlaufen. os2«o Bleichstraße 131 Größeres «mell ui verkauf I Werrastraße 51 Garantie-Punkf 3: „Rezeptgetreue Dauermischung !** I ä-a HÄieHAwl” *s* "icht einfach, ein so gutes Mischungsrezept / wie das der Eckstein Nr.5 zu finden. Eckstein hat ’ ö es gefunden und bleibt nun selbstverständlich dabei, {Stellenangebote Keine zeaanisse in Urschrift lonoem nm Heugnti- abidirHten oem Be- werbungSlchr-'tven bet« legen - Lichtbilder unoBerverbun.isnnler- ^flen müssen (in Wer» meidunp von yerlmteo aus der Rückseite Warnen unb Änichrin des Beroertier« trauen I -Mlige Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigenTeil: Ernst Blumschein. Anzcigenletter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. 2). 21. X. 38: 10 013. 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Berechtigt zur Erhebung von Einwendungen fint alle zur Wahlzuaelassenen Stimmberechtigten, du am Tage der Wahl das 20. Lebensjahr zurückgelegi haben. Wer die Eintragung eines Stimmberechtigter verlangt, nmß für diesen die für die Zulassung zm Wahl erforderlichen Nachweise bis spätestens zmr Ablauf der Einspruchsfrist — das ist der 27. No vember 1938, 12 Uhr — erbringen. Sind die Nach weise bis zu diesem Termin nicht vollständig erbracht bleibt die Anmeldung unberücksichtigt. 75826 Gießen, den 25. November 1938. Der Oberbürgermeister gez. Vogt, Beigeordneter H । W&K JUtfCerÜtvitCeiSifl. wechselnd kräftige n wenig h immer igung za tags 10,2 ovember: OHnimum in 10 cm rob; am ( ) erschlage ienbei wunb Wollte 9r°feen 1 einer UsIanb> nen bei Mann Lange, t Blum« ! Bilder: Thyriot; genieiter: der An- 13. Druck R. Lange, reis RR der Nu- 0 Pf und Pf. mehr. ter 1937 tätigkeit !, unbe- werden i jahres- f°6en, 3Jf »Olt ,'w0lgg Zu- ^chiff "pfer ser mit irb ein 0 r b e 5 "geblich :n9 von Gerung gelang, sinden. ,Qienben nb her- euflische mürbe, 'en bie völlig 'beamte, reit un- r sechste -einigten Nr. 276 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Zreitag, 25. November 1938 es einem bedeutenden Gespräch in der Straßenbahn . die mar doch .Das mar doch keine Schwarze .Aber ich sehe sie deutlich vor mir ... ich habe die hat, euch mte und ..Welche Schwarze?" ,Na, die bei Krügers mahnte ... tes Theodor Fontanes erkannt: Du mirft es nie zu Tücht'gem bringen Bei deines Grckmes Träumerei'n. Die Tränen lassen nichts gelingen: Wer schaffen rnill, mutz fröhlich sein! hat, der weiß aus Erfahrung, daß nur die Gemeinschaft das Fundament echter Freude ist. Daß überdies allen Veranstaltungen der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" ein mahl durchdachter Plan .zugrundeliegen muß, das versteht jeder, der die sarkastische Bemerkung Schopenhauers kennt: „Die freie Muße eines jeden ist so viel wert, wie er selbst rnert ist." Welche mertvollen Kräfte aber in der Seele des deutschen Volkes, oft noch ungeweckt, schlummern, das kann wiederum nur der ermessen, der sich selbst einmal auf den Weg gemacht hat, die Seele des deutschen Volkes zu suchen. So konnten also keineswegs wie im alten kaiserlichen Rom auf Masseninstinkte abgestellte Zirkusspiele genügen, um die freie Muße des deutschen Volkes aufzufüllen. Es ist daher auch kein Zufall des Datums, daß just am 25. November 1933 auch die Reichskulturkammer gegründet wurde, um dem deutschen Volke wie der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" Kultur und Kunst zu bringen und um den Grundsatz zu verwirklichen, den Dr. Ley an die Spitze aller Bestrebungen der NS.- 1 einfach sensationell. Hinzu kommt jener typisch amerikanische Einheitsdialog, der einem auf die Dauer an die Nerven geht, weil er nach einem unzerstör- 1 baren Schema gebaut zu sein scheint, in einem elender merden ihre Wohnstätten und desto größer werden die Scharen der zerlumpten Kinder. Noch befinden wir uns auf einer breiten Straße und steigen an einem kleinen freien Platze aus; allüberall herrscht auf dem ekelerregenden Pflaster der Straße das ganze Jahr hindurch, selbst an Sonntagen, ein belebter Jahrmarkt. Dort verkauft man Handwerkszeug aller Art, gebrauchtes Schuhwerk, gebrechliche Möbel, Mausefallen, Vogelkäsige, Blumen ufm.; im Sommer kauft man dort billige Schlittschuhe und billige Sommerkleider im Winter. Eine noch ansehnliche Seitenstraße nimmt uns auf, wir bringen in enger werdende Gassen mutig vor — und der Menschheit ganzer Jammer faßt uns an: Straßen verwandeln sich in ekelhaft stinkende Gassen, Häuser schrumpfen zusammen zu elenden Pesthöhlen. Grauenhaft diese Wohnungen! Gewiß bewohnt die proletarische Bevölkerung in den slums anderer Großstädte dieselbe Art erbärm- huschen wie Schatten über die Straße, betrunkene Seeleute fallen niemandem besonders auf, und Taschendiebe in Menge betreiben hier ihr stehlendes Gewerbe. Eine ungehemmte kapitalistische Selbstsucht beutete die arme Bevölkerung in den Städten schamlos aus; ein besonderes System des Leute- schindens (das sogenannte sweating) bildete sich aus, worüber uns W. Booth, der Begründer der Heilsarmee, erschütternde Bilder entrollt. Im Osten stehen keine öffentlichen Gebäude von Bedeutung, hier wohnen keine Männer von Rang und Klang; Im Beiprogramm sieht man einen eindrucksvollen Bericht von den Feiern des 9. November in München. Außerdem gibt es einen Vorspann „Eine Nacht im Mai" und auf der Bühne einen Jongleur- Akt, der mit hübschen und originellen Effekten aus- gestattet ist. Hans Thyriot. Sänger. Da kam der Nationalsozialismus, erhob Seit einiger Zeit geht die Nachricht durch die Presst, daß die englische Regierung mehr als zwei Millionen Menschen des Londoner Armenviertels, der berüchtigten slums, innerhalb von fünf Jahren umsiedeln wolle. Damit soll eines der schwierigsten Probleme der inneren Politik Großbritanniens auf befriedigende Weise gelöst werden. Man sucht einen Diktator, der das Londoner Wohnungsproblem mit Tatkraft und zugleich mit Vorsicht anpackt und dazu mit besonderen Vollmachten ausgestattet wird. Eine grandiose Ausgabe harrt seiner, so daß man zu diesem Zweck sogar ein besonderes Ministerium neben dem Ministerium für Volksgesundheit einzurichten gedenkt. Zwar werden schon seit mehreren Jahren alljährlich vielen Menschen aus den slums, den schmutzigen und verrufenen Stadtvierteln der Großstädte (neben London, Glasgow, Manchester, Leeds, Liverpool usw.), wo eine sehr arme, zum Teil verkommene Bevölkerung in grauenhaften Lasterhöhlen haust, in anderen Orten gesunde Wohnungen eingerichtet; jetzt aber soll das alles in beschleunigtem und verstärktem Maße betrieben werden. Doch leisten die umzusiedelnden Herrschaften manchmal Widerstand, denn so abgestumpft und so heruntergekommen sind sie, daß sie apathisch im Sumpf weiterzuleben bereit sind. Und leider verletzen die bis jetzt hergerichteten Ersatzwohnungen in ihrer völligen Gleichmäßigkeit und öden Phantasielosigkeit das einfachste Schönheitsgefühl. Ein deutscher Bau- me:|ter würde ganze Straßenzüge des vollständig gleichen Häusertypus seinen Mitmenschen nicht vor die Augen stellen. Es hätte nur einer verhältnismäßig geringen Summe mehr bedurft, um dem Ganzen eine 'Form zu geben, die dem beschauenden Auge nicht wehe tut; sollen es doch Heimstätten für Menschen sein! Berlin und Hamburg besitzen in ihrem Scheunen- bzw. Gängeviertel verkleinerte und wesentlich gemilderte Abbilder der slums; bekanntlich reißen die Berliner das Scheunenviertel nieder und legen dafür den Horst-Wessel-Hain an 31011 Segen der dortigen Bevölkerung. Wie sieht es bzw. sah es noch vor wenigen Jahren in diesen slums aus? Unsere Erkundungsfahrt beginnt in der Altstadt (City) an der englischen Reichsbank, die von den Engländern prahlend als Mittelpunkt der Welt betrachtet wird und die inmitten eines tosenden Straßenverkehrs, ihrer Bedeutung bewußt, liegt, unzugänglich erhaben sich fensterlos gegen die Außenwelt abschließend. Ein Omnibus bringt uns in flotter Fahrt nach Osten, entlang einer langen und breiten, sehr belebten Straße, Whitechapel. Je weiter wir Vordringen, desto schmutziger werden die Menschen, desto von Format eine bedeutende Sache daraus machen würde. Aber während jene deutschen Filme in der ausdrucksstärker; vor allem Alice Brady als Mutter O'Leary und auch Alice Faye als die 93arietefängerin Belle Farneest; sie singt mit einer geschulten, überdurchschnittlichen, sympathischen Stimme, und erfreulich abseits vom Klischee der zahllosen Chansonetten, die uns der Film, hüben und drüben, schon beschert hat. — Von Waldemar Keller. Am frühen Nachmittag steige ich in die Straßenbahn. Neben mir sitzen zwei Frauen. Sie beginnen gerade ein Gespräch, das ich möglichst wortgetreu aufweisen. Beide gipfeln, um das Nächstliegende zu nennen, in einer wch-h"" Katastrophe. Immerhin märe es mas in „San Francisco" das Erdbeben war. Gemeinschaft „Kraft durch Freude" gestellt hat:' „Wir wollen die Menschen von der gemeinen und niedrigen Genußsucht des liberalistischen Zeitalters hinwegführcn zur reinen Auffassung wahrer, großer und schöner Freude!" Daß dieses Wort in Erfüllung ging, wissen wir, die wir die gewaltigen Leistungen der Reichskulturkammer und der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" in den verflossenen fünf Jahren nunmehr rückschauend Überblicken können. Durch sie ist Freude in das deutsche Volk eingezogen! Und die Losung „Freut euch des Lebens!", sie hat Wunder gewirkt! Woher kämen sonst die von der ganzen Welt bewunderten Arbeitserfolge des deutschen Volkes? Woher käme sonst die Kraft zum kämpserifchen Einsatz aller deutschen Volksgenossen Mithin die Politik der Freude hat tausendfältige Frucht getragen! Und sie wird, dessen sind wir uns an diesem ersten Volkstag der Kuzist gewiß, auch in aller Zukunft reiche Früchte tragen und das Werk des Führers sichern helfen, das da heißt: Großdeutschland! 0.8. Freude, wie es Dr. Ley einmal ausgesprochen zu einem weltanschaulichen Begriff. „Freut des Lebens!", so schallte es durch die deutschen Lande. Uni) einbegriffen in diese bejahende Lebensfreude war, was sich von selbst verstand, das schaffende Volk! Endlich wurde die Wahrheit des Dichterwor- „Was man so nennt. Sagen mir dunkel. Am Ersten ist sie doch fortgezogen, ein paar Häuser weiter, zu Häberleins ..." „Das ist mir neu. Da meinen wir wohl nicht dieselbe." „Natürlich meinen wir dieselbe. Es wohnte doch nur eine bei Krügers, die schwarz war und einen Mittelscheitel hatte." „Aber die ich meine, war nicht schwarz, und einen Mittelscheitel hatte sie auch nicht." „Na, so ungefähr in der Mitte. Da kann man ja verschiedener Ansicht sein. Jedenfalls wohnt sie jetzt bei Häberleins." „Ich denke, sie wohnt bei der Kreuzbach?" „Nein, bei der Kreuzbach wohnt sie nicht, die hat ihr Zimmer noch frei. Die Kreuzbach würde auch keine Schwarze zu sich nehmen, sie mag nun einmal nicht Schwarz." „Aber die ist doch blond." „Nicht einen Schimmer, vielleicht kann man sie braun nennen ... es gibt ja so ein merkwürdiges Dunkelbraun, das heller wird, wenn man's wäscht..." „Das ist möglich. Am Ende meinen wir doch dieselbe ... wenn es die ist mit den Türkisknöpfen und dem Scheitel überm linken Ohr." „Ganz links hat sie den Scheitel nicht, darauf möchte ich wetten, und von Türkisknöpfen weiß ich nichts. Ich habe meinem Mann so oft gesagt: Solche Tropfenohrringe könntest du mir auch kaufen..." „Dann hat sie eben auch Tropfenohrringe. Und was ist nun mit der?" „Denken Sie sich, die ist beim Fensterputzen raus» gefallen und hat sich bloß das Schlüsselbein gebrochen!" Zeiischnffen. — In der letzten Nummer der „Jllustrirten Zeitung Leipzig" findet man u. a. einen interessanten Bildbericht — „Eine Römische Stadt vor den Toren Wiens" .— über die Ausgrabungen des Archäologen Dr. Swoboda. — Die Kunsterwerbungen für die Münchener Glyptothek, die ihre Krönung durch die römische Marmorkopie des weltberühmten Kunstwerkes des Diskuswerfers von Myron erfahren haben, werden im Anschluß an diese vom Führer erwirkte wertvolle Bereicherung in charakteristischen Bildproben gezeigt. — Der zweite Teil wird durch einen lebendigen Bildbericht Dom Martinsgansessen der Deutsch-Niederländischen Gesellschaft eingeleitet, an den sich eine Plauderei über „Schwedische Gastronomie" anschließt. Die Modeseite steht diesmal unter dem Titel „Schöne Handtaschen". „Chicago." Gießener Gloria-Palast. Wie nicht anders zu erwarten war, stieß diese Politik der Freude, kaum daß sie in dem Wirken der Reichskulturkammer und der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" sichtbar wurde, auf manches Unverständnis und Besserwissen. Während die einen besorgt äußerten, daß man das „Volk" nicht verwöhnen dürfe, behaupteten die anderen, daß sich in dem Begriff „Kraft durch Freude" nur der im alten kaiserlichen Rom übliche Ruf „Brot und Spiele!" wiederhole. Wie wenig ahnten sie, daß es der Wille des Nationalsozialismus war und ist, das Volk, und das ganze deutsche Volk mit echter Freude zu erfüllen. Vergebens hatten in der Vergangenheit deutsche Dichter und Denker zur Freude aufgerufen! „Sorgen wir, daß das Leben nicht aus der Welt komme! Sorgen wir, daß mehr Lachen in die Welt komme!", so hatte Gorch Fock einst gesungen. „Gedenke zu leben! Wage es glücklich zu fein!", so hatte es Goethe ausgerufen. Doch ihre Rufe verhallten ebenso wirkungslos die hundertfachen Rufe anderer Dichter der Begriff Hygiene f i Fb e n unbekannt, und ein entsetzlicher Gestank macht den Aufenthalt zur Qual. Vorgärten und Hinterhöfe sucht man vergeblich, nur die „vornehmeren" Familien bewohnen mehr als einen Raum. Blasse, hohlwangige, schäbig gekleidete Menschen mit ausdruckslosen Gesichtern verleben hier ihren stumpfen Tag. Sie fechten einen harten Kampf mit dem Leben aus. Viele haben die Gaunerei aller Fakultäten zu ihrem Tagewerk erkoren und führen einen ewigen Kampf mit den Polizisten. Juden aller Typen kommen vor das Auge, Chinesen Zu dieser inneren Fröhlichkeit aber mußte kommen, weil nach dem Zusammenbruch Deutschlands dem deutschen Volke im Dritten Reich eine Aufgabe gestellt wurde, die mehr denn je rastlose Schaffenskraft erforderte. Die Kurve der Arbeitsleistungen mußte steil anfteigen! „Es würde aber", so führte Dr. Ley ein andermal aus, „zum Ruin eines Volkes führen, wenn nicht gleichzeitig dafür gesorgt würde, daß bas Volk in seiner Freizeit eine völlige Ausspannung von dem übersteigerten Tempo des Alltags erhält!" Kraft mußte also durch Freude gewonnen werden. Noch ein anderes trat hinzu. Die erforderliche Mehrarbeit, die das deutsche Volk zu leisten hatte, bedingte den erhöhten Einsatz von Maschinen. Sollte jedoch das Wort „Maschinen müssen bleiben, aber Seelen müssen sie beherrsche n!" wirklich wahr werden, dann mußte auch für die seelische Erstarkung der an den Maschinen arbeitenden Volksgenossen und Volksgenossinnen gesorgt werden, was wieder nicht and'ers möglich war als durch Freude in der Freizeit und am Feierabend. Wie aber dem Volke diese Freude schaffen? Sie konnte nur geschaffen werden aus dem Fundament der Gemeinschaft! Wer jemals eine KdF -Urlaubsreise miterlebte, wer gar eine Fahrt auf einem der KdF.-Seeschiffe weit hinaus ins offene Meer, in die Fjorde des Nordens oder an bie Küsten des Südens mitgemacht, aber auch wer an den Spiel- und Sportveranstaltungen der NS.- Gemeinschaft „Kraft durch Freude" teilgenammen Volksiag her Kunst. „Wer schassen will, mutz fröhlich sein." Wenn die Theater, Lichtspielhäuser und Daricte- bühnen Großdeutschlands, entsprechend der Anregung des Reichsministers Dr. Goebbels und des Reichsorganisationsleiters der NSDAP., Dr. Ley, an diesem 25. November, an dem oor fünf Jahren die Reichskulturkammer und die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" gegründet mürben, un ganzen Reich einen Volkstag ber Kunst veranstalten (0 bebeutet bies nichts aoberes als bie Tatwerbung eines Wortes, bas Dr. Goebbels im Juni biefes Jahres auf einem Volksfest im Wiener Prater ausgesprochen hat: „Freube schaffen ist Politik!" ner in manchen Dingen ganz anbers reagieren als wir.) Jebenfalls lohnt es sich, ben Film anzusehen; er regt zu allerlei Betrachtungen und lehrreichen Vergleichen an. Er ist im übrigen mit der Großzügigkeit angepackt und burchgesührt, mit ber sie brühen an solche Sachen Herangehen, und die wir, schon feit ben Tagen bes stummen Films, aus vielen Beispielen kennen. Der Regisseur Henry King hat es sich, beziehungsweise ber Fox-Film, etwas kosten lassen. Die Bilber ber brennenben Stabt unb bes auf ben Michiaan-See hinaus flüchtenden Volkes sind ohne Zweifel von einer schauerlichen Realität. Was oben vom amerikanischen Filmbialog gejagt mürbe, gilt bis zu gewissem Grabe (von uns aus gesehen) auch für bie Darsteller. Es gibt da ein Normalschema, einen bestimmten Männer- Das Londoner Elendsviertel Von Dr. 3- Horn, Gießen. kicher Höhlen, aber was hier Sinn und Gemüt des Beobachters grausam zu Boden drückt, bas ist die ungeheuerliche Zahl dieser von Menschen dicht bewohnten Gebäude auf einer ungeheuren Fläche, meilenweit dieselben verwitterten Häuserftonten, keine Oase in dem unermeßlichen Meer von schmutzigen und verrusten Steinen. Diese Zehntausende von vollkommen gleichen Menschenwohnungen scheinen nicht von Menschenhand gebaut worden zu sein, sondern eine unterirdische eruptive Gewalt hat sie wohl über den Erdboden emporgestoßen, so daß sie jetzt wie eine geologische Formation zum Himmel starren. Die Baupolizei kümmert sich um nichts, ist in diesen G e - typus, der ohne tiefergreifende Variationen immer „Aber ich sehe sie deutlich vor mir ... ich habe wiederkehrt. Hierher gehören etwa Tyrone Po- so oft zu meinem Mann gesagt wenn sie Milch wer unb Don Amecke, bie tüchtigen, feinbli-ten 1 holen ging: Guck mal die mit dem schwarzen Mittel- - - Ä-.-L-rr----- scheitel..." * „Schwarz mar sie bestimmt nicht." für den Film — — . brunft; man würde habet einen, wesentlichen Unterschied übersehen: m ''Chicago„ fehlt nämlich bas, was man in „San Francisco ; als ben Durchbruch bes Seelischen bezeichnet hat, jene innere Wanblung unb Wenbuna zum Christentum unter bem Einbruck einer fürchterlichen Katastrophe. (Man erinnert sich wohl an d'e Zentral gestalt, bie Clark Gable spielte und an seine^ letzten Sätze, mit denen ber Film endete.) Das fehlt hier in „Chicago" steht am Ende das Bekenntnis zu einer Idee, ber — trotz allem! — Glaube an bie Zukunst ber eben in Flamm.naus- gegangenen, in Schutt und Asche sinkenben stabt. Der Film gibt, mit seinen Mitteln, so etwas wie eine Geschichte vorn beginnenben Aufstieg Chicagos zur Weitstabt um bie Mitte bes vorigen Jahrhunderts, gespiegelt in ber Geschichte ber tüchtigen, eines Tages tatenfroh und zukunftssreubig über bie Prärie zugewanberten irischen Familie O Leary. (Die Entwicklung ber Stabt laßt sich am beutlichsten von ben Einwohnerzahlen ablesen 1830 gabes dort nur zwölf Häuser mit 70 Einwofmern. 1837: 417». 1850: 29963; 1880: eine halbe Million; 1900. Ick Millionen Einwohner. — Das enorme Wachtum würbe auch burch bie beiben großen Feuersbrünste von 1871 und 1874 nicht aufgeholten.) Weil diese O'Learys alle einen so ungemein dicken «chadel haben und, auf ihre Weise, so tüchtig sind und es auch zu etwas bringen (ber eine ber Bruder sogar bis zum Bürgermeister von Chicago) — deswegen ist ihr Aufstieg und ihr Zusammenbruch mit dem Emporblühen und dem Schreckenstage ihrer neuen Heimat untrennbar verbunden. man genießt keine eigene Stadtobrigkeit. Die Bewohner des Ostens scheinen aus ber menschlichen Gesellschaft ausgestoßen zu sein, sie sind zwar auch Londoner, aber sie haben keinen Teil an Londons Reichtum, seiner Pracht und seiner Ehre. Bücher über London übergehen das East End oft stillschweigend, und wenn hier irgend etwas Ausfallendes geschieht, muß der Bewohner bes vornehmen Westens erst lange überlegen, wo denn diese Gegend liege. Die Frauen dieser unparadiesischen Gegend sind unendlich schmutzig unb schlampig; ihre mürrischen Gesichter sind oft aufgedunsen, denn ber Wachholder- branntroein (gin) schmeckt ihnen gut. Ihr Haar sieht selten einen Kamm, und ein alter zerknüllter Hut gewährt einen wenig dekorativen Abschluß nach oben. Vergeblich bemühen sich Federn, Blumen unb Spitzen, diesen abschreckenden Gesamteindruck etwas zu heben. Die gewaltige Schar ber Kinber, bie bas Ostviertel bewohnen, märe für ben Staat ein hoher Besitz, wenn sie gut geflcibct, genährt unb erzogen werben könnten; aber so wachsen sie in einem Sumpf auf unb verderben an Körper, Geist unb Seele. Dort an der Straßenecke sammeln sich mehrere Menschen um einen hageren Jüngling, ber mit ben Armen gestikulierend auf seinen Zuhörerschaft mit leidenschaftlichen Worten einzureden sich abmüht. Möge er doch viele überzeugen, denn hier in Whitechapel wird das furchtbare Laster des Trinkens besonders offenbar. Kaum hat er geendigt, als ein zerlumptes Weid, einen Säugling auf bem Arm, aus einer naheliegenden Schenke heraus- schwankt. Der Whisky wirst sie glatt auf den Boden. und ein Mann, der selbst kaum stehen kann — vielleicht ist es svgar ihr Ehemann — stößt sie vergeblich mit dem Fuße an, um sie zum Aufstehen zu ermuntern; Kinder sehen johlend zu. Schließlich erbarmen sich ihrer zwei Schutzleute, die sie auf einem Karren schleunigst davonfahren. Es will Abend werden, und schon senken sich Schatten auf die Stadt hernieder. Da, plötzlich ein erregtes Gezeter vor einem großen Laden. Als sich zwei Polizisten der angesammelten Menge nähern, lösen sich dunkle Gestalten aus ihr heraus und suchen schleunigst das Weite, unter dem Hohnlachen schwatzender Weiber. Es stellt sich heraus, daß ein unkundiger Fremder vor einem großen erleuchteten Ladenfenster feine Uhr um die Zeit befragen wollte. Im Nu war er von finsteren Kerlen umringt; nichts Gutes ahnend fetzte er sich gegen sie zur Wehr, wurde von den geübten Boxern niedergeschlagen unb beklagte den Verlust seiner Uhr mit ihrer wertvollen Kette. Kaum trauen wir unseren Sinnen, als aus einer düsteren Gasse die feierlichen Klänge eines bekannten Chorals an unser Ohr treffen. In einer stark besuchten Versammlung der Heilsarmee (Salvation Army) preisen Männer- und Frauenstimmen ben helfenden unb gütigen Gott; ein Pre- büger bittet in leidenschaftlicher Ansprache, den Aermsten der Armen und ben Elendesten ber Elen- Atem salopp unb gezwungen klingt und kaum nen- j^er miebergebe: nensroerte Differenzierungen in Ausdruck unb Ge- „Was ich noch sagen wollte. Sie kennen boch bie sühlslage gestattet. (Bei uns binnen dock eine Schwarze von gegenüber..." Liebeserklärung und ein Geschäftsabschluß in ber — - - - - Regel hörbar verschieben, bort kaum. Es mag ja auch an ber Synchronisierung liegen, man kann bas ' ___ nicht genau übersehen. Aber man macht diese Er- blond." fahrung immer wieder in amerikanischen Filmen,. „Aber nein, die war schwarz. unb es kann ja außerdem sein, baß bie Amerika-1 „Glauben Sie mir, Sie irren sich. Ich weiß ganz gut, wen Sie meinen — bie mit bem Scheitel, nicht wahr?" „Stimmt. Einen Mtttelscheitel hatte sie." „Mittelscheitel? Nee, auf keinen Fall. Der Scheitel saß nicht in ber Mitte." „Aber boch so ziemlich. Und die war schwarz." „Das weiß ich nun ganz genau, schwarz war sie nicht. Kann sein, daß sie braun war." „Na, so Braun ins Schwärzliche spielend. Sie trug immer Tropfenohrringe." „Ich habe nur Türkisknöpfe bei ihr gesehen. Echter Türkis wird's ja nicht gewesen sein. Und bie hatte den Scheitel überm linken Ohr." „Davon laß ich mich nicht abbringen — einen Mittelscheitel hatte sie." „Wissen Sie, man kann sich manchmal gewaltig täuschen." Der Fall ist merkwürdig und liegt ähnlich wie bei etlichen deutschen Filmen, die wir in letzter Zett U°"-: JtomÄmX j Brild-r O'L-arq Di- «.Mich«. Hauptrollen wir. unb man kann sich gut vorteilen, datz ein Erzähler I ton daneben sehr viel variabler, persönlicher und Tat unb unverkennbar aus Romanen hervorgegangen waren, nennt das Programm hier nur eine Erzählung von Niven Busch als Vorlage für das ™ , xs mit dem ebenfalls' Manuskript von Samar Trotti, während der JtiwTÄT, ÄÄ-iStaxST - Film „San Francisco" verglichen, oer uu. ttmger I "^erFllm der Übrigens mit ^eit auch bei uns gegeben wurde, u ri^A! amerikanischen Preise ausgezeichnet worden ist, daß bie decken manche Ähnlich! hinterläßt beim beutschen Betrachter einen stellen- ärhaft verNenben KaL weise starken, im ganzen aber immerhin zwiespälti- ahrhaft Y iaaen: gen Einbruch Eine Reihe von Szenen wirken na- " hn6 (frhnphpi?mar iu — türlich und naturnah, schlicht unb menschlich ein- ,anci5co da npm/1ft;np Feuers- leuchtenb, anbere unbeschreiblich komisch, wie leden- m -Chicago die gütige Fe^ue^ ^worbene Ausschnitte aus dem Photographie- — - " Album unserer Großeltern (unb man weiß nie genau, ob bie Komik beabsichtigt oder unfreiwillig war) — roieber anbere, gleich bie Eingangsszene, vUatAeu» Neues für den Bücheriifch Sucher für unsere Jugend. — Helene Schultz-Laubien: Ei n Jahr drüben. Bebs erlebt Amerika. Mit Bildern von Margret Hegner. Halbleinen 3,20 Mark, K. Thienemanns Verlag, Stuttgart. — (397) — Amerikanische Lebensart, mit den Augen eines elfjährigen Mädels gesehen, werden hier auf eine reizende Art lebendig. Schon bei b(*r Ueberfahrt lernen wir Bebs, die eigentlich Elisabeth heißt, als gute Kameradin kennen. In 31 ent)ort kann sie sich wohl bald an die Wolkenkratzer gewöhnen, aber nicht an den täglichen Haferflockenbrei zum Frühstück. Herrlich ist dann die Sommerfrische am See. Man kann baden und angeln oder Brombeeren suchen. Immer gibt es „einen Haufen Spaß". Bebs vergißt aber darüber ihre Freundin Gretel in der deutschen Heimat nicht und berichtet von ihren Erlebnissen in Amerika. — Scholz' Photo-Bilderbücher: Meine Lieblingstiere. Kleine Tiergeschichten von Ed. Rothe- mund. — Das Auto-Bilderbuch. Erzählungen von Herbert Kranz. — Soldaten heraus! Ein Bilderbüchlein aus dem Soldatenleben mit Erzählungen von Ipf. — Wer fährt mit? Ein Bilderbuch von unserer Eisenbahn. Erzählungen von Herbert Kranz. — Jeder Band 32 Seiten mit 16 Doppeltonbildern nach künstlerischen Photos und vielen Textzeichnungen. Je 1 Mark. Josef Schulz Verlag, Mainz, 1938- — (433) — Die künstlerische Photographie hat einen so hohen Stand erreicht, daß es merkwürdig zu- gehsn müßte, wenn nicht auch das Bilderbuch, das mit Liebe und Sorgfalt auswählt, bei der Jugend Anklang finden würde. Die spannenden Erzählungen aus dem Tier-, Verkehrs- und Soldatenleben, auch noch durch beste Schwarzweiß-Zeichnungen unterstützt, finden bestimmt ihren Weg zur Jugend schon vom 5. Lebensjahr an. — Peter Jerndorff-Iessen: Fred wird Cowboy. Eine Erzählung aus der argentinischen Pampa. 192 Seiten. Mit sechs Vollbildern und 15 Bildern im Text von Willy Widmann sowie einem Lageplan. Ganzleinen 3,80 Mark. (Herold- Verlag, Stuttgart.) — (446) — Diese prächtige Erzählung aus dem Land der riesigen Viehherden Südamerikas hat den Vorzug, daß sie wirklichkeitsgetreu ist. Der Verfasser, der selbst über den Rindern der Steppe das ßaffo schwang und tagelang durch das hohe Pampasgras ritt, erzählt hier, wie zwei frische deutsche Jungen das Glück haben, ihre Träume verwirklichen zu können. Auf der großen argentinischen Viehfarm eines Onkels dürfen sie das harte, aber auch so ereignisreiche Leben der Viehhirten ein Jahr lang kennenlernen. Das Buch wird unsere nach Erlebnissen verlangenden Jungen begeistern! praktisches für die Frauen. — Kiehnle- Kochbuch. Große illustriert« Jubiläums-Ausgabe für die bürgerliche und feine Küche mit einer ausführlichen Haushaltungskunde. 48 Kunstdrucktafeln. Ganzleinen. Preis RM. 9,00. 130. bis 144. Tausend. Walter Hädecke Verlag, Stuttgart. —(505)— In diesem Kochbuch ist jeder Handgriff genau erläutert, alle Angaben sind leicht verständlich. Auch für festliche Gelegenheiten findet man eine reiche Auswahl von Rezepten und Vorschlägen. Die Jubiläums-Ausgabe bringt vor allen Dingen auch zahlreiche Rezepte für vegetarische Speisen, Rohkost, Kranken- und Diätküche sowie Speisezettel darüber. 2405 Original-Rezepte bringen alle erdenklichen Speisen von der einfachen, bürgerlichen Küche bis zur festlichen Tafel. 343 Bilder, teils mehrfarbig, ergänzen das Wort. Die verschiedensten Nationalgerichte sind ausgenommen. Wochenspeisezettel fürs ganze Jahr find beigegeben, ebenso Vorschläge für Festessen aller Art. Sehr wesentlich ist der Teil über Kleinbackwerk, Kaffee- und Teegebäck. Das Einmachen von Obst, Gemüse und Fleisch, das Zubereiten von Brotaufstrich, Marmelade, Gelee, Säfte, Liköre, Weine usw. wird eingehend erläutert. Nach einer Anleitung im Tischdecken und Serviettenfalten wird in der Haushaltungskunde alles gefafft, was die Hausfrau über die Führung des Haushaltes wissen muß. Der Hand- lichkeit und der Uebersichtlichkeit des Buches wurde besonderes Augenmerk geschenkt. — Greta Moberg: Hausweben für Anfänger. Mit 178 Zeichnungen und Photos. Verlag Knorr & Hirth, München. Preis Halbleinen RM. 4,90. —(426)— Die schwedische Webmeisterin Greta Moberg lehrt auf besonders klare und doch warmherzige Art: Wir fertigen uns den bunten Fleckerlteppich aus Stoffresten, einen karierten Schal, Handtücher, Kissenbezüge, Vorleger, eine Divandecke, aber auch Stoffe für Kleider und vieles Luft und Licht, große Heime nehmen verwahrlost« Kinder auf, der Dolkspalast mit seinen Gärten und Bädern, seinen Sportgelegenheiten, seinen Büchern und seiner Musikhalle sucht die Menschen aus stumpfsinniger Verblödung herauszuheben. Warmherzige Schriftsteller haben mitgeholfen, die soziale Not aufzudecken, Abhilfe zu fordern und bei den wohlhabenden Kreisen den Gedanken der sozialen Volksgemeinschaft zu wecken, CH. Dickens, CH. Carlyle, I. Ruskin, Elizabeth Browning u. a. m. Aber an der Wurzel ist das liebel, besonders in London, noch nicht angefaßt worden; die grauenhaften Pesthöhlen im Osten stehen noch. Am tatkräftigsten packte der bekannte Politiker Jos. Chamberlain zu, als er als Oberbürgermeister von Birmingham ganze Lasterhöhlenvtertel dieser Stadt erbarmungslos niederreißen ließ. Die orientalisch anmutenden stimmungsvollen Dreckwinkel verschwanden. Das kapitalistisch-egoistische England hat die sünd- hafte Barbarei in den slums der Großstädte auf dem Gewissen; es ist höchste Zeit, daß der stolze und reiche Engländer diese 2 000 000 Menschen, die doch auch als Proletarier zu seinen Volksgenossen zählen, gesunde Wohnungen und menschenwürdige Daseinsbedingungen schafft. Ein moderner, vielgelesener Schriftsteller, I. B. P r i e st l e y , gibt in seinem English iourney ein erschütterndes Bild von der sozialen Not der Großstädte. Er sagt geradeheraus: „England leidet unter einem empfindlichen Mangel an Zielsicherheit und Führerschaft." Nun, unsere Hitler-Regierung könnte den Engländern ein eindrucksvolles Beispiel dafür liefern, wie man der sozialen Not entschlossen zu Leibe rückt und bedrängten Volksgenossen nachdrückliche Hilfe bringt. den die Herzen hilfsbereit zuzuwenden, und ein langes Gebet folgt, das für die Gewinnung der Bekehrten dankt und um Gottes fernere Hilfe fleht. Für die Bekämpfung der Not im East-End wurde die Heilsarmee gegründet, und hier stiftet sie in selbstloser Hingabe unendlich viel Gutes. Wie der Sonnenstrahl in den Sumpf eindringt, klärend, wärmend und entgiftend, so dringen die slum- Schwestern in die Grüben der menschlichen Fäulnis vor, um mit entsagungsvoller Hingabe und engelgleicher Geduld um Menschen, die verloren scheinen, zu ringen. Sie spielen mit den Kindern, trösten die Mühseligen, pflegen die Schwachen, verrichten die Arbeit der kranken Mutter, geben Rat, wo er vonnöten ist, überall Frieden und Hoffnung verbreitend. Kein anderes Buch sandte durch England einen so gellenden Ruf nach Abhilfe wie das berühmte Buch von W. Booth; in Anlehnung an das Buch „Im dunkelsten Afrika", von Stanley, nannte er es „Im dunkel st en England" und fordert damit zu einem Vergleich heraus, der für England eine ewige Anklage in sich schließt. Der rauhe Sohn des Ostens, der sogenannte rough, spricht eine entsetzlich rohe Sprache, die reich ist an Ausdrücken der Gauner- und Zigeunersprache. Jedem Gießener ist die Bedeutung des Wortes „Schlammbeißer" geläufig; ich kenne die etymologische Herkunft dieses schönen Wortes nicht, vernrute aber, daß sein erster Bestandteil mit dem Worte slum in sprachlicher Beziehung steht. Bei dem ungeheuren Ausmaß von Armut, Krankheit und Elend jeglicher Art waren die bisherigen Maßnahmen nicht durchgreifend genug. Es fehlte gewiß nicht an Stiftungen und Schenkungen edler Menschenfreunde, und die private Mildtätigkeit von großen Organisationen linderte manche soziale Not. Der große Viktoria-Park bringt ander« mit Mengen- und Preisberechnung nach die- sem grundlegenden Buch. — Lisbeth Ankenbrand: Der Wille zur Schönheit. Ein praktischer Ratgeber für die natürliche Schönheits- und Gesundheitspflege der Frau. Neuauflage. Mit 15 Bildtafeln, Preis kartoniert 3,80 RM., Seinen 5,— RM. Süddeutsches Verlagshaus GmbH., (Stuttgarts. — (504) «— Die Verfasserin weist die natürlichen Wege, die zur Quelle aller Schönheit und Verjüngung führen. Verjünge dich durch natürliche Schönheitspflege, das ist der Grundzug dieses Buches. Staunend wird der Leser erfahren, mit welch geringen Mühen und Mitteln der Körper jung und schön zu erhalten ist. । — Lisa Mar: W i r backen mit Doll-! k o r n m e h l gesund und schmackhaft. Grundrezepte mit vielen Bildern für Kuchen und Kleinbackwerk aller Art, Brot, Zwieback, Waffeln, Pasteten, Aufläufe usw. Süddeutsches Verlagshaus GmbH., Stutt- gart-N. Preis kartoniert 2,50 RM. — (503) — Viele Menschen müssen, wollen sie nicht ihr Leiden verschlimmern, auf süßes Backwerk aus weißem Feinmehl verzichten. Dagegen dürfen sie dasselbe Backwerk, aus Dollkornmehl hergestellt, ohne weiteres genießen.. Jede Hausfrau wird darum gerne nach diesem neuen Dackbuch greifen. Die Rezeptangaben sind genau. Wir finden alles über die Zutaten, die Triebmittel, die Wärmeangaben und die Dauer des Backens auf Gasherd und Feuerung. Lhmesifche Lyrik. — Wenn ein Blatt f i ch bewegt, kann auch der Ast erzittern. Gedanken chinesischer Weisen. 90 Seiten. Mit 10 Bildern. Herausgegeben von Heinrich Ti eck. Biegsam Leinen 2,80 Mark. Derlag W. Scheuermann, Wien I und Leipzig C 1. — (252) — In der anmutigen Reihe der illustrierten Tieck-Bücher, von denen wir früher u. a. „Trost bei Goethe" und „Freude mit Kindern" besprochen haben, ist jetzt eine Sammlung von Aussprüchen alter chinesischer Dichter und Denker erschienen, die einen Einblick in die Gedankenwelt, Moral und Lebensweisheit des alten fernöstlichen Volkes gewährt. Die meisten von diesen Aussprüchen sind über das typisch Chinesische hinaus so menschlich und allgemeingültig, daß sie auch von uns mit Nutzen und Vergnügen zu lesen sind und zum Nachdenken an- regen, ob sie sich nun mit dem einzelnen und seinem Verhältnis zum Nächsten befassen, mit dem Staate, mit dem praktischen Alltag, mit Kunst aber Natur. Unter ben Autoren befinden sich neben Berühmtheiten wie Confucius und Lao Tse eine Reihe von Namen, die dem Durchschnittsleser kaum geläufig sein werden. Die Bilder, Wiedergaben alter chinesischer Drucke, fügen sich dem Text unaufdringlich und stilvoll ein. Das geschmackvoll ausgestattete Büchelchen ist auch als Geschenk aus jederlei Anlaß sehr zu empfehlen. Hans Thyriot. Heue Romane. — „Gloria über der Welt." Roman von Wilfried Bade. (Deutscher Derlag, Berlin. Gebunden 4 RM.) — (226) — Die „Gloria" ist eine neue Form des Romans. Sie ist kein utopischer Roman, sie ist kein technischer Roman, sie ist nicht einmal eine Zukunftsdeutung, sie ist auch kein Abenteuer- roman, kein Liebesroman und fein Naturreißer, sie ist auch kein reiner Weltanschauungsroman. Von allem ist etwas darinnen, und es möge sich jeder das davon abnehmen, das ihm zusaat. Worauf es dem Verfasser ankam — und deshalb wurde dieser Roman geschrieben — ist, zu zeigen, wie sehr unsere gesamte Kultur, unsere Zivilisation, unser ganzes irdisches Leben, mit einem Wort unsere Existenz von der Tatsache abhängt, daß wir das Eisen besitzen und unter unsere Herrschaft gezwungen haben, ohne jedoch Gewalt über seine Existenz zu besitzen. Dieser Roman enthält alle Eigenschaften und Vorzüge, die ein guter Roman besitzen muß. — Albert von Streerbach: Der blühende Baum. Preis in Ganzleinen gebunden RM. 6,80. Verlag Paul Zsolnay in Wien. —(384)— Dieser Roman einer großen Liebe und zugleich des unerschütterlichen Glaubens an die Befreiung eines Volkes ist vor den großen Ereignissen dieses Frühjahrs geschrieben, die die deutsche Ostmark heimführten ins Reich. So ist es gleichsam e»n historisches Dokument für diese Atmosphäre des Wartens, Kämpfens und Ringens, die der Erfüllung vorausging. Das ergreifende Bekenntnisbuch eines deutschen Dichters der Ostmark. — Robert Eton: Der Autobus fährt ins Dorf. Roman. Preis in Ganzleinen geb. RM. 6,50. Derlag Paul Zsolnay in Wien. —(385)— Dieser Roman aus dem Englischen gibt einen fesselnden Querschnitt durch das Leben eines englischen Landstädtchens, elegant geschrieben und reich an Spannungen. — Frieda Hauswirth: Allmutter K a- weri. Preis geh. 3,— RM., Seinen 4,20 RM. Rotapfel-Derlag, Leipzig CI. — (453.) — Durch Kampf und Tod des armen Hindu-Studenten ist Wimala, feine junge Braut, Kindswitwe geworden und hat als solche ein freudloses und entsagungsvolles Leben zu führen. Ihre Mutter Kaweri nimmt sich des harten Schicksals ihrer Tochter an. Gegen die Grausamkeit der religiösen Vorschriften, vor allem der Witwenächtung, vertritt sie die Forderungen der Menschlichkeit. Es gelingt ihr im Kampf gegen das ganze Dorf, das Los ihres unglücklichen Kindes freundlicher zu gestalten. Auch in diesem neuen Buche Frieda Hauswirths tritt uns wieder der unromantische indische Mensch entgegen, bas echte inbische Volk, an ber Grenze zwischen unbegreiflichen Sitten und bem Aufbruch zu einer neuen freien Geistigkeit. Für den Spöttler. — A. Glucker: Waffenlos siegen! Jubo, ber neue sportliche waffenlole Zweikampf. Mit über 300 Bildern. Franckh'sche Verlagshandlung, Stuttgart. Preis kart. 2,40 Mark. — (259) — Die japanische Kunst ber Selbstoerteibigung, Jiu-Jitsu, war lange Zeit etwas vom Nimbus des Geheimnisvollen umwoben. Das ist in den letzten Jahren anders geworben? Die Kunst ber Selbstverteibigung hat auch in Deutschland Eingang gefunden, wenn auch in abgeroanbelter und moberner sportlicher Form, im Jubo! Sportlehrer Glucker, vom Stuttgarter Rundfunk her sicherlich vielen bekannt, hat mit einem ausgezeichneten Lehrbuch zur Verbreitung dieses Sportes sehr beigetragen. Dieses Lehrbuch ist jetzt bereits in ber 14. Auflage erschienen und liegt in neuer Bearbeitung vor. Neben den Anleitungen im gedruckten Wort enthält das Buch 300 Bilder, die einen tiefen Einblick in das Wesen des neuen Sportes gestatten und als Schulbeispiele bem. Lernenden wertvolle Hilfe sein werden. — „Volk in ßeibesübunge n". Ein Erinnerungsbuch an das Deutsche Turn- unb Sportfest in Breslau. Herausgegeben im Auftrag bes Reichssportführers. Wilhelm - ßimpert - Verlag, Berlin. Preis brosch. 2,50 Mark. — (260) — Noch jetzt erinnert sich feder deutsche Turner und Sportler, jede Turnerin und Sportlerin gerne ber großen Tage des Deutschen Turn- und Sportfestes von Breslau 1938, jenes Festes, bas acht Tage lang im August dieses Jahres unter fast wolkenlosem Himmel Deutschlands hoffnungsvollste Jugend nickt nur in der Gemeinschaft der ßeibesübungen, sondern auch in der völkischen Gemeinschaft in den alten Mauern Breslaus vereinigte. Das Bild der Erinnerung aller Teilnehmer an diesem Fest erfährt durch das vorliegende Buch eine Vertiefung für alle Zeiten und an Hand ber Silber, die das Buch birgt, wird bas Erlebnis dieser Tage lebendig bleiben. Für jenen aber, der nicht dabei sein konnte, ist das Buch e n schöner Wiberschein jener festlichen Tage. Darüber hinaus ist bie Bildersammlung ein Dokument, an bem niemand, ber unsere Gegenwart bewußt erleben will, vorübergehen kann. In einer Fülle meisterhafter Aufnahmen ist das Fest festgehallen. Bilder von den Feierstunden und den Kundgedun- gen, von Massenvorführungen und Aufmärschen, Augenblicksbilder von Wettkämpfen, denen e ne faszinierende Kraft innewohnt — Einzelkämpfer, wie auch Mannschaften sind im Bilde feftgehalten, oftmals in geradezu symbolhaften Darstellungen. Von außerordentlicher Schönheit sind bann auch jene Aufnahmen, die unsere auslandsbeutschen Brü- ber und Schwestern in ihren alten angestammten Trachten zeigen. Ergreifenb gar sind jene Silber, bie ben Jubel um ben Führer veranschaulichen. Das Such gehört auf den Tisch eines jeben Turners und Sportlers. Darüber hinaus ist es für den Lichtbildner eine Funbgrube der Anregungen. Mill AUW MM M Roman von Kurt Riemann Copyright by Verlag Oskar Meister, Werbau i. Sa 40 Fortsetzung (Nachbruck verboten „Das können mir in ber nächsten Pause schon sicher feststellen", meint Irene. „Ich werde mit den beiben ein wenig ... plaudern!" „Unb bu meinst, bas Mäbchen liebt ben Mann?" Da sieht Irene ihren Mann lächelnd an. „Sie liebt ihn so wie ich bich! Ueber alle Segriffe, Charly! Das fühle ich! Das änbert aber nichts an ber Tatsache, baß man einmal untersuchen tonn, wieviel bem Mäbchen ihre Liebe wert ist! Verstehst bu, Charly?" „Nicht ganz ... aber ich ahne, was du denkst! Du meinst, wenn er erfährt, baß seine Sraut eine Fabrikantin ist, bie ihm ein Verfahren von unvorstellbarem Wert beinahe umsonst abgetouft hat.. „... bann wirb er sie bestimmt zum Teufel jagen! Liebt sie ihn, wird sie um beines Schweigens willen ohne weiteres mit dir verhandeln. Liebt sie ihn nicht so sehr, baß sie bas für ihn tun kann ... bann ... bann haben wir uns eben verrechnet, Charly!" Meßdorfs küßt seiner Frau die Hand. „Ich beginne langsam zu erkennen, wieviel ich von dir noch lernen kann, Irene. Du rechnest mit Menschen besser ... als ich mit meinen Zahlen." Der Vorhang schließt sich gerade vor bem jungen Glück der kleinen Frau Schmetterling, als sie wieher auf ihren Plätzen sitzen und SeifaU spenden, als sei nicht das geringste geschehen. * In ber Pause ist die prächtig« Wandelhalle des ersten Ranges ber gesellschaftliche Mittelpunkt des Abenbs. Hier trifft fick alles, was Namen unb Titel hat, ober wenigstens so aussieht. Die Damen zeigen ihre schönen Kleider, bie Herren machen ernste, würdige Gesichter ober bemühen sich, leise und gedämpft zu plaudern. Viele Uniformen beleben das bunte, bewegte Sild einer fröhlich roanbelnben, festlichen Gesellschaft. Meßborff hat sich mit seiner Frau in bie Nähe ber großen Treppe gestellt. Auf biefe Weise kann ihnen Karajan nicht entwischen. Da entberft er bas Paar. Ein verstohlener Slick zu seiner Frau. „Sieh ba ... welch seltene Begegnung!" Strahlenb geht Irene auf Karajan unb seine Begleiterin zu. „Ich freu mich, lieber Doktor, baß man auf biefe Weise wenigstens ein bißchen mit Ihnen plaudern kann! Sie gehen wohl selten aus ...? Ah, ba ist auch mein Mann!" Mit bezaubernder Liebenswürdigkeit winkt sie ihrem Mann. Nun ist alles zu Ende, denkt Karola, jetzt wird er anfangen von unserem Geschäft zu reben und Karajan weiß Bescheid — aus, aus — vorbei! — Sie fühlt eine eisige Ruhe über sich kommen. Ihr ist, als erstarre sie am ganzen Körper. Das Herz schlägt dumpf und schwer, als habe es Mühe, seine Pflicht auch in biesem entsetzlichen Augenblick weiter zu tun. „Ich freue mich, Sie kennenzulernen!" hört sie Dr. Meßdorff sagen. Es ist ihr wie im Traum zumute. Aber was ist denn —? Warum spricht er nicht? Warum deutet er mit keinem Blick, mit keiner Geste an, baß er sie kennt —? Jetzt muß es kommen, bas Unheil, jetzt muß es doch hereinbrechen — Warum kommt es nicht? Was ist in ben Mann gefahren, baß er sie hier behandelt wie eine Fremde? Sie geht neben Herbert wie eine Schlafwandelnde. Karajan macht sein eisigstes Gesicht, er schweigt und zwingt sich nur ein knappes „Ja" oder „Nein" ab zu Irenes Fragen Die aber beherrscht die Kunst des Plauderns meisterhaft. Sie sorgt dafür, baß nicht ein toter Augenblick ins Gespräch kommt. Wer die vier so dahinschreiten sieht, der meint, vier gute Bekannte zu sehen, der ahnt nichts von dem zähen Endkampf, der da anhebt hinter ber Maske lächelnder Höflichkeit. Es läutet. In allen Gängen schrillen bie Glocken. Auf diesen Augenblick hat Dr. Meßdorff gewartet. Es gelingt ihm, unter dem Vorwand, Fräulein Westner einen Blick von ben Seitenlogen ins Orchester werfen zu lassen, sie auf Sekunden allein zu sprechen. „Warum biefe Komödie?" flüstert KarÄa atemlos. „Weil ich nicht weiß, wiL teuer Sie Ihre Liebe einschätzen." „Was soll das bedeuten?" „Daß ich bie Absicht habe, mit Ihnen ein Geschäft zu machen." „Sie sind wahnsinnig!" „Oder Herr Karajan erfährt —" „O Gott — ich bitte Sie —" „In ben nächsten drei Tagen erreichen Sie mich m ben Mittagspausen im Ratskeller!" Unb bann laut, denn Karajan unb Irene sind herangekommen: „Es ist für mich immer wieder ein überraschender Anblick, so von oben herab in diese Maschinerie der Musik zu sehen! Ich bin nämlich leider ganz unmusikalisch und gestehe gern, daß mich ber Kapellmeister und ber Mann am Schlagzeug mehr fesseln als alles, was auf ber Bühne vorgeht. Darum liegt unsere Loge auch so dicht neben bem Orchester. Oh — Sie müssen sich verabsckie- ben? Sehen wir Sie nachher noch? Ich habe Den Wagen draußen unb vielleicht können wir nach dem Theater —" „Dielen Dank, Herr Meßdorff. Unser Programm für ben Abenb steht fest." Karajan verbeugt sich kurz und knapp, reicht Karola ben Arm und geht, ohne eine Antwort abzuwarten. Meßdorff sieht ihm lächelnd nach. „Wenn ich mich nicht sehr täusche, haben wir soeben eine Schlacht beinahe gewonnen. Irene, ich danke dir. Dein Vorpostengefecht — war meisterhaft! Morgen werde ich zum entscheidenden Schlage ausholen. Dem kleinen Fräulein Karola scheint der ungehobelte Herr Karajan viel zu bedeuten! Großartig! Willst bu noch bleiben? — Ich würde sonst Vorschlägen, in den ,Großen Gartew zu fahren." Und während auf der Bühne die kleine Frau Schmetterling von Sehnsucht' unb Hoffnung, von bem fernen Geliebten unb ihrem kurzen Glück singt, verlassen sie geräuschlos ihre Loge * „Warum bist du so schweigsam, Karola?" fragt Karajan und stellt eine Flasche Wermut und bie Gläser bazu bereit. Sie sind nach ber Oper, wie sie das schon öfters getan, in sein Laboratorium gefahren, in bem er fast vollstänbig zu Hause ist. Er hat sich ein Schlafsofa aufstellen lassen und einen Schrank und lebt nun inmitten seiner Apparate. Sind sie abends ausgegangen, so sitzen sie hier noch ein Stündchen zusammen, plaudern und schmieden Zukunftspläne. Das ist ihre schönste Stunde am Tag. Karajan ist auch heute vergnügt und vorzüglich aufgelegt, wie immer, wenn er eine neue Arbeit unter den Fingern hat. Da tut es nichts, wenn die Sache mal stockt oder fehlschlägt, er findet seine Befriedigung in der Arbeit selbst, zunächst ganz unbekümmert um den Erfolg. „Du bist schon den ganzen Abend so sonderbar, Karola", fährt er plaubernb fort, ohne seinen Worten allzu großes Gewicht beizulegen. „Hat dich das Zusammentreffen mit Meßdorff unb seiner Frau so geärgert? Ulkig, nicht wahr? Wenn wir beide mal irgendwohin schauen ... schwupp ... taucht unsere böse Vergangenheit vor uns auf!" lacht er. Er sieht nicht, wie Karola bei diesen Worten zu- sammenzuckt, ihn erschreckt anblickt, sondern streicht ihr tröstend übers Haar und meint begütigend: „Na, laß nur, kleines Mädchen, das ist lange tot und versunken. Kannst mir schon glauben, ich habe mit dem Meßdorff nicht das geringste zu tun. Und ich fühle nichts mehr für diese Frau, im Gegenteil, es wird mir immer unverständlicher, wie ich jemals so blind sein konnte, ihr zu vertrauen!" Karola senkt den Kopf und schweigt. Sie kämpft mit ben Tränen. Soll sie ihm jetzt nicht einfach alles sagen? Das Werk steht fertig, und wenn er sich grollend zurückziehen würde vor ihr ... seine Arbeit konnte nicht mehr darunter leiden. „Mußt nicht traurig sein, Kleines", tröstet er. „Es tut mir ja selber weh, daß bu nickt die Allererste bist — aber schau — seit jenem Irrtum habe ich nie wieder in meinem Leben ein Mädchen geliebt, nein! Das kann ich dir schwören, ohne ben Blick senken zu müssen. Ist dir das nicht genug? Laß es gut fein, Karola, nimm’s nicht tragisch! So hast du in unserer Ehe immer einen kleinen Vorteil: Du kannst mich festnageln, daß du nicht bie erste Frau in meinem Leben warst, aber daß ich ber erste Mann bin, ber in dein Leben getreten ist. Da hast bu eine vorzügliche Waffe, mit ber bu mich sofort schlagen kannst, wenn ich es einmal wagen sollt«, ben Mund gegen bich aufzutun! Und außerbem—" er wirst einen schnellen Seitenblick voll hinterhältiger Schelmerei auf sie, „—ich habe meine Papiere beisammen. Wie wär's, wenn wir morgen ober übermorgen bas Aufgebot bestellen würben? Dann wird Mutters alter Ring wieder bas, was er immer war: ein Sinnbild ber Ehe." Er wartet auf eine Antwort, und als keine kommt, als keine Karola ihm um ben Hals fällt unb ihn jubelnd an sich preßt, setzt er erstaunt das Glas ab, das er soeben mit Wein füllen wollte, um auf bie nahe Hochzeit mit ihr anzustohen. „Carola!" Er rüttelte sie bei ben Schultern, ist ganz verstört. „Du weinst ja? Was soll denn bas bedeuten? Das ist boch nicht mehr die läppische Geschichte mit Irene Meßdorff! Da steckt boch etwas anderes dahinter! Karola —willst du mir nicht endlich erklären? —" Mit einem Ruck steht Karola auf. „Ja, es steckt etwas anderes dahinter, und du sollst Bescheid wissen. Ich bin Karola Westner!" Er sieht sie plötzlich verständnislos an. (Fortsetzung folgt!) Kleine Strafkammer Gießen z. der Dor. zubringen. MvIrviiiWMMM gesetz ein; als vier ' Heiratsschwindler festgenommen. Seit Jahren auf kosten gutgläubiger Frauen gelebt. LPD. F r a n k f u r t a. M., 24. Noo. Der 38 Jahre alte Paul Rühl wurde wegen Heiratsschwindels fest genommen. Seit etwa acht Jahren verstand er es, auf Kosten gutgläubiger Frauen der Arbeit aus dem Wege zu gehen. Er versprach mehreren Frauen gleichzeitig die Ehe und ließ sich von ihnen unterhalten, indem er sie auf eine baldige gute Stellung vertröstete. Waffen, insbesondere durch die Artillerie, die Panzer und die Luftwaffe. So könnt ihr jungen Soldaten der Infanterie tolz darauf sein, dieser Königin der Schlacht an° zugehören. Ihr jungen Soldaten der Artillerie und der Luftwaffe aber könnt gerade so stolz auf eure Waffe sein, denn eine Schlacht kann heute nur mit machtvoller Unterstützung durch euch siegreich durchgefochten werden. Es ist heute wieder eine besondere Ehre, Waffenträger der Nation zu sein. Denn unser Reich ruht auf zwei Säulen: der Partei, der politischen Macht auf der einen Seite, und der Wehrmacht, der realen Kraft und Waffenstärke der Nation auf der anderen Seite. Ihr Soldaten also chützt mit euren Leibern und euren Waffen unser Reich und Vaterland. Das Bewußtsein dieser hohen Ehre verlangt von euch Soldaten, daß ihr eure Pflicht tut, wie die 13 Millionen deutschen Soldaten im Weltkriege, Soldaten des besten Heeres, das die Welt bisher gesehen hat, von denen über 2 Millionen starben, damit Deutschland lebe. Und so rufe ich euch auch dieses Jahr zu: Erfüllt fortan eure Pflicht im Sinne der ewigen Werte deutschen Soldatentums, so wie es sich für einen rechtschaffenen, tapferen pflicht- und ehrliebenden deutschen Soldaten gehört! Oie Eioesleistung. Unter präsentiertem Gewehr der Fahnenkompanie erfolgte nunmehr die feierliche Eidesleistung der Rekruten. Der Eid wurde ihnen von dem Adjutanten des JR. 116, Hauptmann Breithaupt, vorgesprochen. Aus jedem Aufmarschblock traten einige Rekruten als Dertreter ihrer Kameraden vor und legten beim Eid die linke Hand auf die Fahne bzw. aus die Standarte, während alle übrigen im Glied iyrer Einheit mit erhobener Schwurhand standen. Gruß an den Führer. Nach der Vereidigung lenkte Generalleutnant Oßwald in dieser feierlichen Stunde die Gedanken der Soldaten des Führers hin zu dem Obersten Befehlshaber der Wehrmacht mit dem Gelöbnis der unverbrüchlichen Hingabe und Treue in Frieden und im Kriege, im Leben und im Sterben. Kräftig hallte das Sieg-Heil auf den Führer und Obersten Befehlshaber, auf Volk und Vaterland über den weiten Platz. Mit dem Spiel der Nationalhymnen wurde dieser Teil der Feier abgeschlossen. Vorbeimarsch vor dem Gtandortältesten. Rekruten-Vereidigung in Gießen Eindrucksvolle militärische Feierstunde auf dem Trieb. Am heutigen Frertagvormittag fand auf dem Trieb in der Nähe der Bleidorn- (Artillerie-) Kaserne die feierliche Vereidigung der Rekruten der Gießener Truppenteile statt. Zu der Feier hatten sich mit dem Hoheitsträger der NSDAP, im Kreise Wetterau, Kreisleiter Back- Haus, als Vertreter der Partei, zahlreiche weitere führende Männer der Bewegung, ferner Dertreter von Behörden, der früheren Wehrmacht und sonsttge Ehrengäste, außerdem als weitere Zuschauer viele Volksgenossen eingefunden. Die Fahnenkompanie (3. Kompanie Infanterie- Regiment 116 unter Führung des Kompaniechefs, Hauptmann Dreher) mit Musikkorps und Spiel- leuten an der Spitze, holte gegen 10 Uhr die Fahnen und die Standarte aus dem Dienstgebäude des Divisionskommandeurs in der Zeughauskaserne ab und verbrachte sie zu dem Aufmarschplatz der Truppen auf dem Trieb. Dort hatten die Truppenteile mittlerweile in großem offenen Viereck Aufstellung genommen. Die Fahnenkompanie marschierte am Hierauf formierten sich die Truppen, zum beimarsch vor dem Standortältesten, Generalleutnant Oßwald. Der Vorbeimarsch vor dem General, an dessen Seite sich die Spitzen der Ehrengäste befanden, erfolgte auf dem vorderen Teil des Aufmarschgeländes bei der Bleidorn-Kaserne. Nach dem Vorbeimarsch rückte die Fahnenkompanie mit den Feldzeichen in Begleitung einer großen Menschenmenge zur Zeughauskaserne ab, um die Fahnen und die Standarte wieder in das Dienstgebäude des Divisionskommandeurs zurück- kahlen Bäume schüttelt, beschlossen. In ruhiger Einkehr und stiller Gemeinschaft mit dem Dichter. Wir sind niemals einsam. „Bei uns zu Haus", am warmen Ofen, soll echte deutsche Geselligkeit herrschen. Dann kann es draußen stürmen und regnen. Z. Aus der Stadt Giehen. Am warmen Ofen. Wenn in diesen Tagen der Sturmwind die letzten Blätter von den Bäumen weht, wenn düstere Wolken am Himmel dahinjagen und der Regen auf die Erde klatscht, „freuen wir uns auf bas manne Zimmer mit seiner Behaglichkeit. Die Menschen eilen, daß sie aus dem Unwetter kommen und atmen auf, wenn sie ihre Wohnung erreicht haben. Dann schart sich alles um „des Lichts gesellige Flamme Und der Ofen hilft uns, daß es gemütlich roirb. Die Welt draußen liegt in Nebelschleiern eintönig rauscht der Regen hernieder. Novemberstimmung. Die Menschen suchen Zuflucht in den hintersten Winkeln ihrer Seele, wenn es draußen stürmt und regnet. Sie sehnen sich in diesen Tagen der Dunkelheit nach Licht und Wärme. Da ist unser Heim der schönste Platz. Hier schien wir uns geborgenste schön sitzt es sich am warmen Ofen' Wie köiinen wir da plaudern und erzählen! Die Kinder spielen am Tisch. Dann geben wir uns Rätsel auf, und zum Schluß kommt ein schönes Volkslied an die Reihe. Haben uns die Tage der Hausmusik nicht daran erinnert? Und die Woche des deutschen Buches? Hat es uns nicht auch gemahnt? Da stehen unsere besten Freunde im Bücherschrank. Sind die Kinder zur Ruhe gegangen, dann umsängt uns erst der rechte Zauber eines schönen, warme Zimmers. Wir schauen unsere Bücher an. Sind sie nicht wie liebe Bekannte, die nur darauf warten, uns Freude zu bereiten? Wir leben mit dem Buch, wir verschönen uns den Abend mit ihm. So wird der Tag, wenn der Herbststurm die Eintragung in die Stimmlisten! Die Teilnahme der im Allreich und im Lande Oesterreich ansässigen Sudetendeutschen an der Reichstagswahl. Bei den am 4. Dezember stattfindenden sudetendeutschen Ergänzungswahlen zum Großdeutschen Reichstag sind auch die im Altreich und in Oesterreich ansässigen Sudetendeutschen wahlberechtigt, sofern sie die übrigen Voraussegun- gen für das Wahlrecht (deutsches oder artverwandtes Blut: Vollendung des 20. Lebensjahres am Wahltage) erfüllen. Für diese Wahlberechtigten ist eine Abstimmungsmöglichkeit in allen größeren Städten des Altreichs und in Oesterreich sowie am Sitze der unteren staatlichen Verwaltungsbehörden (Landrat, Bezirkshauptmann usw.) vorgesehen. Die Wahlberechtigten werden hiermit aufgefordert, sich in den Stadtkreisen beim Oberbürgermeister, in den Landkreisen beim Landrat zur Eintragungin die Stimmlisten unter Vorlage von Ausweispapieren anzumelden. Ohne- Eintragung in die Stimmlisten ist die Ausübung des Wahlrechts nicht möglich. (,11 den Rekruten. Er stellte ihnen diesen Tag eierlichen Vereidigung als einen der wichtigsten Tage in ihrem militärischen Leben in Friedenszeiten eindrucksvoll vor Augen und sagte bann zu den jungen Soldaten u. a. weiter: Mannszucht, Disziplin, Gehorsam sind die Grundpfeiler jeder Wehrmacht. Zur treuen, unbedingten Erfüllung bieder Gehorsams-Verpflichtung gehört die Erfüllung aller Pflichten, nicht allein unter der Aufsicht der Führer und Vorgesetzten, sondern ganz besonders auch dann, wenn ihr, unbeaufsichtigt, allein auf euch gestellt seid, sei es im Frieden, sei es im Kriege. Nur der ist der wahre, echte Soldat, der aus freiem Antrieb, aus eigenem Wollen heraus feine Pflicht im Frieden und im Kriege, im Leben und im Sterben, bis zum äußersten erfüllt. Die Infanterie war, ist und bleibt die Königin der Schlacht. Sie allein erobert und hält fest. Sie trägt die größte Last des Kampfes, sie bringt die größten Opfer, ihr winkt deshalb der höchste Ruhm. Aber heute bedarf sie mehr denn je der Unterstützung durch die verschiedenen andern Jedes Los ein Beitrag zum Aufbau Grohdeutschlands. NSG. Glaubt wirklich jemand, daß Arbeitsbeschaffung ein überwundenes Kapitel fei? Alle Arbeitsfähigen seien doch untergebracht! Wofür also, mag mancher fragen, noch Arbeitsbeschaffung? Nun — die Arbeitslosen einer zehn Millionen zählenden, bisher der Unterdrückung ausgelieferten und künstlich arbeitslos gehaltenen Bevölkerung im Donau» und Sudetenland stellen doch wohl neue Aufgaben für die Arbeitsbeschaffung! Und wieder verlangt die Erschließung der neu errungenen Gebiete ihren Einsatz. Aber auch die gesamtdeutsche Wirtschaft unterliegt Neusormungen und Umstellungen zum Wohle von Volk und Reich. Der Nenner für all das zu Leistende ist Arbeitsbeschaffung. Ihr dient auch die Reichslotterie für Arbeitsbeschaffung, und jeder Loskäufer ist Mitarbeiter an der Sicherheit, an der Zukunft Großdeutschlands. 467 652 Gewinne und 20 Prämien werden noch vor Weihnachten ausgespielt, und die schönste Gabe unter dem deutschen Weihnachtsbaum wird ein Gewinn der Reichs» lotterte für Arbeitsbeschaffung sein. ».Auf Fußpfaden durch Borneo." Vortragsabend der Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde. Die Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde brachte am gestrigen Donnerstagabend in der Neuen Aula der Universität wieder einen Vortragsabend, der den zahlreichen Zuhörern einen tiefen Einblick in eine ferne und fremde Welt gestattete. Dr. Karl Helbig (Hamburg) berichtete über feine Reise quer durch Borneo, die er unter dem Einsatz bescheidenster Mittel, mit nur einem deutschen Kameraden und mit nur drei ober höchstens vier eingeborenen Trägern unter oftmals großen körperlichen, aber auch seelischen Strapazen bestritt. Der Forscher ging in einem ausgedehnten Zickzackmarsch, unter Vermeidung langweiliger Wasserwege, auf winzigen Fußpfaden durch das Land, das die größte Insel Asiens darstellt und zweimal so groß wie Deutschland und noch verhältnismäßig, von den Küstenstrichen abgesehen, wenig erforscht ist. Eine bedeutende Erschwerung dieser Forschungsreise bedeutete es, daß das riesige Land mit nur drei Millionen Menschen besiedelt ist, die meist in den Küstenstrichen wohnen, so daß die Forscher auf dem Weg durch das Innere nur wenig Unterstützung genießen konnten. Die Reise führte durch die verschiedensten Landschaften und Wirtschaftsgebiete, sie lernten eingehend die Bevölkerung kennen, kamen mit etwa 20 Dajakstämmen in Berührung, jenen einstigen Kopfjägern, die sich als überaus gastfrei und freundlich erwiesen. In klarer Austeilung schilderte der Redner _bie Erscheinungsformen dieser riesigen Insel. Man hörte Sportamt 3X5(5. „Kraft durch Freude-. Der Kursus Allgemeine Körperschule im Lyzeum zu Gießen muß heute abend aus technischen Gründen ausfallen. 75670 Heuer Reitkursus. Für den neuen Reitkurfus werden noch Anmeldungen auf der Kartenverkaufsstelle, Seltersweg 60, entgegengenommen. Gebühr: 5 Reitstunden 6,— RM. Festaufführung zur 5. Zahrestagung „Kraft durch Freude". Der 5. Jahrestag der NSG. „Kraft durch Freude" wird auch in unserer Stadt festlich begangen Am morgigen Samstag, 26. November, findet im Stadttheater eine Festaufführung der Oper Rigolettv statt. Der Aufführung geht em Bericht über die Jahresarbeit der NSG. „Kraft durch Freude im Kreis Wetterau voraus. Den Bericht erstattet Kreis- walter D o p h e i d e, der in vielen Einzelheiten Aufschluß geben wird über die Arbeit, die im Der» gangenen Jahre von der NSG. „Kraft durch Freude auf dem Gebiete der Freizeitgestaltung durch die Vermittlung wertvollsten Kulturgutes, durch die Reise als Ferienerlebnis, im Dienste der Bereicherung des Allgemeinwissens usw. geleistet worden ist. Umgehend anmelden! An alle Schaffenden ergeht nochmals ^^ Erringende Aufforderung, ihre Anmeldung zum Reichs» berufswettkampf aller Schaffenden umgehend bei der zuständigen Dienststelle der Deutschen Arbeitsfront abzugeben. Es wird ausdrücklich Darauf hingewiesen, daß eine Verlängerung der Anmeldefrist über den 30. November 1938 hinaus auf keinen Fall vorgenommen wird. Jeder Schaffende muß sich der Verpflichtung zur Teilnahme an der großen Leistungsschau bewußt sein. Deutschland braucht Menschen, die lederzeit einsatzfähig und jederzeit bereit sind, ihre Leistung unter Beweis zu stellen. Darum gibt es für alle Schaffenden nur eine Parole: Teilnahme am Reichsberufswettkampf aller Schaffenden! rechten Flügel auf. Wenige Minuten vor 11 Uhr traf der Standort- älteste, Divisionskommandeur Generalleutnant O ß - w a l d , ein. Ihm wurde die aufmarschierte Truppe von dem Kommandeur des Infanterie-Regiments 116, Oberst Herrlein, gemeldet. Hieraus schritt Generalleutnant Ostwald unter den Klängen des Präsenttermarsches die Front der Truppen ab, die er mit militärischem Heil-Gruß begrüßte, der von den Soldaten kräftig erwidert wurde. Nachdem der General noch die Ehrengäste begrüßt hatte, nahm die Feier ihren Anfang. Zunächst wurden die Fahnen und die Standarte nach altem militärischen Brauch zu ihren Truppenteilen überbracht. Nach kurzem Musikspiel folgten die Ansprachen der Militärgeistlichen beider Konfessionen. Es sprachen über den hohen Sinn dieses Tages der Rekruten der evangelische Heeres-Ober- pfarrer Dr. Schuster und der katholische Pfarrer Dr. H e m m e s. Hierauf sprach der Standorlälleste Generalleutnant Oßwald vom erdgeschichtlichen Aufbau des Landes, von den sumpfigen Küstenstrichen, den Strömen, die alljährlich weite Strecken des Landes unter Wasser setzen, von den unendlichen Strecken undurchdringlichen, niederdrückenden und wenig besiedelten Urwaldes, den steilen und pfadlosen Gebirgen, den glühend heißen Hochgras-Savannen, von der Ungunst des Klimas, von unerhörten tropischen Gewittern und Wolkenbrüchen und der phantastischen Vegetation. Mit großem Interesse verfolgte man die Darlegungen über die bisherigen Kolonisierungsbestrebungen, die trotz der Größe des Landes und feiner natürlichen Reichtümer noch keine sonderlichen Fortschritte machen konnten. Dann wandte sich der Redner den wirtschafttichen Möglichkeiten zu, die an der Westküste durch Goldvorkommen, im Süd osten durch Vorkommen von Kohle und Del sowie durch die Kautschuk- und Kopra-Produktton gegeben sind. Peddigrohr, Eisenholz, Harze und Wildkautschuke, fetthaltige Nüsse und Schlangenhäute seien weitere Sammelgüter. In kurzen Zügen umriß dann der Vorttagende die bisherige wissenschasttiche Forschungsarbeit, die Borneo gewidmet war, und stellte dabei die Erfolge der deutschen Forscher Müller und S ch w a n e r heraus, nach denen Gebirgszüge auf Borneo genannt wdrden feien. Die erste Durchquerung sei dem Holländer Dr. Nieuwenhuijs um die Jahrhundertwende gelungen. Der westliche Teil der Insel sei topographisch schon sehr gut erfaßt, im Osten sei man gegenwärtig dabei, mit Hilfe des Flugzeuges kartographische Aufnahmen zu machen. In bergbaulich-geologischer Hinsicht seien schon erhebliche Fortschritte gemacht worden. In vielen Einzelheiten zeichnete Der Vortragende seinen Zuhörern ein vollkommenes Bild von jenem Land, das er in acht Monaten schwierigster Expedition kennengelernt hatte. Das gesprochene Wort wurde in idealer Weise durch ausgezeichnete Lichtbilder unterstützt. Anhaltender Beifall dankte dem Redner. * ** Versetzung beim Versoraungsamt. Der Reichsarbeitsminister hat den Negierungsrat Wecker vom Dersorgungsamt Gießen zum Versorgungsamt Saarbrücken versetzt und ihm auftragsweise die Leitung dieses Amtes übertragen. Eine Ehefrau aus Gießen hatte am 19. September vom Amtsgericht Gießen wegen Betrugs eine Gefängnisstrafe von 6 Wochen erhalten. Gegen dieses Urteil legte die Angeklagte Berufung ein. Die Kleine Strafkammer hatte sich gestern mit der Angelegenheit zu befassen. Die Angeklagte, Mutter von zwei Kindern, empfing vom Wohlfahrtsamt Gießen seit dem Jahre 1926 eine lausende Unterstützung. Da die Angeklagte teilweise noch für ihren kranken Vater und eine inzwischen verstorbene Schwester sorgen muhte und ihr Sohn noch in die Klinik kam, sah sie sich nach einem Nebenverdienst um. Im Jahre 1937 wurde sie vorübergehend in einem Gießener Geschäft beschäftigt. Sie meldete diesen Nebenverdienst aber bei dem Wohlfahrtsamt nicht an, wie es ihre Pflicht gewesen wäre. Das Wohlfahrtsamt zahlte die Unterstützung in dem ursprünglichen Rahmen weiter aus. Durch ihr Verhalten schädigte die Angeklagte das Wohlfahrtsamt um eine größere Summe. Der Verteidiger beantragte, das Verfahren gegen die Angeklagte nach dem Straffreiheits- ' ’ ' :zustellen, da eine größere Freiheitsstrafe _______ Wochen doch nicht zu erwarten sei. Die Kammer stellte daraufhin das Verfahren gegen die Angeklagte ein, die sich in äußerster Notlage befunden hatte. Der W. E. aus Wölfersheim hatte mit feiner Ehefrau kräftig gefeiert. Als man kurz nach Mitternacht von einer Gastwirtschaft in Södel nach dem benachbarten Wölfersheim zurückkehren wollte, gab es zwischen den Eheleuten Streit. Im Verlaufe dieser Auseinandersetzung soll der Angeklagte gegen seine Ehefrau, die stark unter dem Einfluß des Alkohols stand, nach Zeugenaussagen tätlich geworden sein. Ein Zeuge forderte, wie er angibt, die Ehefrau aus Mitleid auf, mit ihm und einem anderen jungen Manne den Heimweg anzutreten. Vater und Sohn nahmen aber die Mutter in ihre Mitte und machten sich auf den Heimweg. Der Zeuge R. folgte mit dem Zeugen H. in einiger Entfernung. Unterwegs lasen sie noch einen sinnlos Betrunkenen von der Straße auf und schleppten ihn mit. Plötzlich kam der Angeklagte, nach Den Zeugenaussagen, zurück und versetzte dem R., der sich der Ehefrau E. gegenüber erboten hatte, mit ihr heimzugehen, zwei heftige Schläge. Beim zweiten Schlag merkte R., daß er gestochen worden war. Der Zeuge H. will sogar das Messer gesehen haben. R., der Blut ausspie, wurde zum Arzt geblocht und kam anschließend in das Krankenhaus nach Friedberg. Der Angeklagte erhielt durch Strafbefehl eine Freiheitsstrafe. Er legte gegen diesen Strafbefehl Einspruch ein, wurde aber vom Amtsgericht Friedberg wegen gefährlicher Körperletzung zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Gegen dieses Urteil legte er Berufung ein. Die Verhandlung vor der Kleinen Strafkammer ergab keine wesentlich neuen Gesichtspunkte. Der Verteidiger plädierte in erster Linie auf Freispruch, da es nicht restlos erwiesen sei, daß der Angeklagte wirklich die Stiche geführt habe. Er führte weiterhin aus, daß der Angeklagte nicht wegen gefährlicher Körperverletzung, sondern wegen § 330a (Straftat im Rausch) zu bestrafen sei. Er regte an, die nach dieser Bestimmung $u fällende Freiheitsstrafe gemäß § 27o StGB, tn eine Geldstrafe umzuwandeln. Der Staatsanwalt beantragte, nach sowohl in rechtlicher, als auch in tatsächlicher Beziehung eingehenden Ausführungen, die Berufung des Angeklagten zu verwerfen. Die Kammer verwarf die Berufung des Angeklagten. Es blieb daher bei der Gefängnisstrafe von drei Monaten. Vornotrzen. Tageskalender für Freitag. Volksbildungsstätte Gießen und NSD.-Dozen- bund: 20.30 Uhr im Hörsaal Nr. 45 der Universität. Ludwigstraße, Vortrag von Prof. Dr. Brüning „Die Schmerzverhütung bei Operationen". — Stadttheater: 20 bis 23 Uhr „Dichter und Bauer". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Chicago". Spätvorstellung 22.45 Uhr „Afrika, wie man es noch nie sah und hörte!"; „Congorilla, die Hochzeit im Urwald". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Unsere kleine Frau". — Oberhessischer Kunstverein: 16 bis 18 Uhr Ausstellung „Das alte und neue Gießen" im Turmhaus am Brand. Erste Wiederholung „Dichter und Bauet“. Heute abend findet die erste Wiederholung des neuen Operettenerfolges „Dichter und Bauer von Franz von Suppö statt. Musikalische Leitung Joachim Popetta, Spielleitung Gert Buchheim, Tänze Thea Maaß, Leitung und Einstudierung der Chöre Heinz Markwardt, Bühnenbild Karl Löffler. Die Vorstellung findet gleichzeitig als 9. Vorstellung der Freitag-Mete statt. Ende 23 Uhr. „Die Schmerzverhütung bei Operationen." Im Rahmen der von der Volksbildungsstatte Gießen und dem NSD.-Do^entenbund veranstal- teten Vortragsreihe „Wissenschaft im Dienst am Volk" spricht am heutigen Freitag, um 20.30 Uhr, im Hörsaal 45 der Universität, Professor Dr. Brü- n i n g über das obengenannte Thema. Zu diesem Vortrag sind alle Volksgenossen eingeladen. Jahreshauptversammlung des Obst- und Garteubauvereins. Am kommenden Sonntag veranstaltet der Obstund Gartenbauverein Gießen im „Burghof" feine diesjährige Jahreshauptversammlung, ;n der u. a. die Herstellung neuer Kleingärten und bie Pflege der Obstbäume im Jahre 1939 besprochen werden wird. Rundfunkprogramm Samstag, 26. Hooember. 6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Werkskonzert zunv 5. Jahrestag der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude". 9.30: Gaunachrichten. 9.40: Deutschland — Kinderland. „Mein Kind ist Gott sei Dank ehrgeizig". 10: Schulfunk. Die Tat des Obersten Tres- kow. Ein Hörspiel. 11.45: Ruf ins Land. 12: Werkskonzert zum 5. Jahrestag der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude". 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Was Euch gefällt! Wunschkonzert von Schallplatten. 15:'Schnurren, Schanties und Humor. Heute haben wir das Wort. 15.30: Jungmädelsendung! 16: Frankfurter tönende Illustrierte II. Halbmonatsblätter für die NS.-Gemeinschaft ,Kraft durch Freude", Winter 1938/39. 18: Bühne und Film im Rundfunk. 18.30: ',Immer wenn Soldaten fingen ..." Auftakt zum 5. Jahrestag von KdF. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Volksmusik aus Polen. 20: Nachrichten. 20.15: Bunter Abend anläßlich des 5. Jahrestages der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude". 22: Nachrichten. 22.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.30: Wir tanzen in den Sonntag. 24 bis 2: Nachtkonzert. .Taufend muntere Noten". SPreMtnnden der.?'edaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnach- mittag geschloffen. 853 — .. 3 5IU 1 STUCK Waldhaus Langsdorf für Arbeit und Feierstunde. • ■z &&&' <■"’ 7 *. .; ^2” 7 >' :* ' Das Langsdorfer Waldhaus. — (Aufnahme: Armine Heymann.) (xd Langsdorf, 23. Noo. Seit der vorigen Woche ist die Holzhauerei in unseren ausgedehnten Gemeindewaldungen in vollem Gange. Sie findet besonders in unseren-. Dorderwalde statt, dessen Bestände an Buchen längst hiebreif sind und nun in einem Zeitraum von etwa 20 Jahren geschlagen werden sollen, um jungem Wüchse Platz zu machen. An dieser Aufforstung arbeitet die Forstbehörde schon seit Jahren, zum Teil unter Zuhilfenahme moderner technischer Mittel; so hat die Gemeinde jüngst einen neuen Waldpflug angeschafft, mit dem die reiche Ernte an Bucheckern untergeeggt wurde. Der Einhieb die- ses Winters wird sich zwischen 4 —5000 Fest- meter bewegen. Die Zahl der dafür zur Verfügung stehenden Holzhauer ist gering: es sind nur 19 Arbeiter beschäftigt, die in fünf Rotten eingeteilt sind. Diese kleine Zahl beweist, wie gänzlich sich die Lage am Arbeitsmarkte auch bei uns geändert hat. Roch vor wenigen Jahren betrug die Zahl i>er Holzhauer über 50, jo daß in manchen Jahren Arbeitsuchende zurückgewiesen werden mußten. Da die wenigen Holzhauer die große Arbeit nicht zu bewältigen vermögen, hat man in diesem Herbst zwei neue Motorsägen zum Preise von etwa 2400 RM. angeschafft, von denen die größere zum Fällen der Bäume dient, indes die schwächere beim Zerkleinern der Stämme benutzt wird. Die Gemeinde hatte im Herbst zwei erfahrene Holzhauer für 14 Tage zur Ausbildung in eine ostdeutsche Waldarbeiterschule gesandt, damit sie mit den modernen Geräten umgehen lernten. Da mit den Anschaffungen dieses Jahres die Menge der bei der Kultur und Bearbeitung des Waldes erforderlichen Geräte sehr groß geworden war, hat die Gemeinde schon im Vorjahre im Forstort „Heidenkippei" bei dem Pslanzgarten eine g e - räumige Gerätehalle errichten lassen. Um den Waldarbeitern bei jeder Witterung eine würdige Unterkunft zu schaffen, wurde im Vorjahre das ebenfalls beim Pflanzgarten stehende Schutzhaus, das den Anforderungen nicht mehr genügte, umgebaut und vergrößert. Es entstand ein Waldhaus, das den wirtschaftlichen Notwendigkeiten, aber auch dem Schönheitssinne Genüge leistet, Zwei Stufen führen zu einer überdachten Vorhalle, in der Tische und Bänke den Wanderer zu beschaulicher Rast e.nladen. Das Innere des Hauses bietet soviel Raum, daß alle Arbeiter dort ihre Mahlzeiten ein- nehmen können. Ein Herd sorgt für die Erwärmung der Getränke und bietet die Möglichkeit, den Tisch reichlicher zu decken. In einem Seitenraum sind die kleineren Werkzeuge für die Gartenarbeit untergebracht. Eine Inschrift über "der Vorhalle erzählt dem Beschauer, daß der Bau im Jahre 1937 erneuert wurde, lieber der Eingangstür ist eine Jnschrifttafel angebracht worden, die nach uralten Vorlagen von der Erweiterung des Hauses Kunde gibt: „Schaut mich an: ich war vergessen! Ein alter Bau bin ich gewesen Man hat mich aber recht betracht' Und hat mich wieder neu gemacht." Auch vor dem Waldhaus sind lange Reihen von Tischen und Bänken angebracht worden, so daß genügend Gelegenheit geschaffen worden ist, im Schatten der grünen Bäume sogar kleinere Wald- fefte zu veranstalten. So entspricht die ganze Anlage den guten lleberlieferungen unserer Gemeinde- man hat es hier von jeher geliebt, bie realen Notwendigkeiten des Arbeits- und Wirtschaftslebens mit einem gemütvollen Schimmer der Romantik zu umkränzen. Liegt doch die ganze Siedlung in nächster Nähe des bekannten vorgeschichtlichen Gräberfeldes, in dem die ältesten Bewohner unserer Heimat bestattet liegen, an einer uralten vorgeschichtlichen Straße, die nach Villingen zu zieht. 20 neueSiedlungshäuier bn Butzbach * Butzbach, 24. Noo. Die Stadtverwaltung Butzbach hat sich entschlossen, unweit der bereits bestehenden Peter-Gemeinder-Siedlung, eine weitere Siedlung mit vorerst 20 Einfamilienwohnhäu- icTn errichten zu lassen. Bauherr ist die „Nassauische Heimstätten G. m. b. H." in Frankfurt a. M. Die Bauarbeiten wurden bereits ausgeschrieben und es ist damit zu rechnen, daß die Arbeit in Angriff genommen wird, sobald besseres Wetter herrscht Gebaut wird der Haustyp „Sprendlingen", der bei der Bau- und Siedlungsausstellung gezeigt worden war. Die Kosten für ein Einfamilienhaus mit allem Zubehör stellen sich auf etwa 6000 bis 8000 Mark. Jedes Haus wird fünf Wohnräume, einen Kleinviehstall und einen Garten erhalten. Landkreis Gießen. } Lich, 23. Noo. Die dieser Tage durchgeführte Luftschutzübung in Verbindung mit einer Alarmübung der Feuerwehr nahm einen zufriedenstellenden Verlauf. Die Hebung begann mit dem Einsatz der Selbstschutzkräfte, die in Verbindung mit Nach- bar-Luftschutzgemeinschaften und unter Dem Einsatz des Roten Kreuzes einen „Brand" im Gemeindehaus zu löschen hatten. Die Feuerwehr wandte sich anschließend in einem Großangriff dem Brand mehrerer zusammenhängender und schwer zugänglicher Gebäude in der Oberstadt zu. In der Kritik, gaben die Negierungsräte Dr F u h r und Dr. K r ü g e r, wie auch Bürgermeister Gail ihrer Zufriedenheit über den Verlaus der Uebung Ausdruck. — Die NS.-G emeinschaft „Kraft durchFreude" eröffnete im Rahmen ihres Volksbildungswerkes die Winteroeranstaltungen mit einem Vortrag von Pi-of A n k e l (Gießen), der über das Thema „Aus der Lebewelt des deutschen Meeres" sprach. In einstündiger Ausführung gab der Redner an Hand zahlreicher Lichtbilder ein eindrucksvolles Bild der mannigfaltigen Lebewesen des deutschen Wattenmeeres der Nordsee. 14000 marschieren beim Ä ktor-Lutze-Gepäckmarsch. Zum fünften Male wird am Kommenden Sonntag in Dortmund der Viktor-Lutze-Gepäckmarsch durchgeführt. In Dortmund allein gehen über 4000 SA.- Männer in drei verschiedenen Marschgruppen auf die 25 Kilometer lange Strecke. Darüber hinaus hat die Gebietsführung Westfalen der Hitler-Jugend angeordnet, daß in ihren sämtlichen Standorten im Rahmen dieser großen Mannschaftsprüfung Gepäckmärsche veranstaltet werden. Diesmal wird von den Teilnehmern ein weit höherer Einsatz verlangt als in den früheren Jahren. Einsatzübungen, wie Ueberwinden eines natürlichen Hindernisses, Haltung während des ganzen Marsches, Handgranatenzielwerfen, Ueberqueren eines vernebelten Tales, zwei Schießübungen, werden besonders gewertet, so daß | also die Mannschaft mit der besten Marschleistung noch längst nicht als Sieger feststeht. Acht Mannschaften mit je einem Führer und 120 Mann nehmen in voller Ausrüstung, Gepäck, Gewehr, Gasmaske ufro. den Kampf auf. Die sechzig Mannschaften der Marschgruppe II haben unter den gleichen Bedingungen nur 18 Kilometer zurückzulegen. Die 58 Einheiten der Hitler-Jugend marschieren 20 Kilometer mit Gepäck. Die insgesamt 126 Mannschaften werden vor der Kampfbahn Rote Erde" in Zeitabständen auf die Reise geschickt. Bei der riesigen Beteiligung werden die ersten Mannschaften bereits das Ziel in der Kampfbahn erreicht haben, während die letzten Trupps noch auf ihr Startzeichen warten. 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Baue gut.... mit Abermann Einspaltige Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die Millimeterzeile veröffentlicht Wi >58 125 Gieben 7565 A Kolumbia-Spezial-Mischung, flach ...... 125 Matagalpa-Carracas spezial, Perlmischung 125 Maragogype Costarica, flach, Spezialmisch. 125 Santos Venezuela-Mischung, flach Matagalpa-Perlmischung........ Kolumbia-Mischung, flach....... Nr. 27b Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Zreitag, 25. November (938 Gießener Haushaltsplan für 1938 festgesetzt. Weitere erfreuliche Aufwärtsentwicklung unserer Gtadt. — Neue Bauaufgaben. — Guter Rechnungsabschluß von 1936. Förderung des Wohnungsbaues. kauterweg und Aendemngen aus der Lmnahmeseile Der Oberbürgermeister über den neuen Haushalt des siädlifchen Bio- Neue Ausgaben für 1938 und Stadt- Land- Wirtschafksplan 903 970 INark; Wirtschaftsplan 660 590 Mark: Wirtschaftsplan Waren- gegen 7000 des städtischen Gaswerks des städtischen Wasserwerks und NM., 1935 nach dem dem Zur Zeit ist ein weiteres umfangreiches Bauvorhaben, umfassend 290 Wohnungen und 4 Läden, im Schwarzlachgebiet in der Durchführung begriffen. Voraussichtlich werden diese Wohnungen noch im Laufe dieses Jahres bezugsfertig werden. Auch die Durchführung der Ersatzbauten für die Altstadtgesundung ist der Gemeinnützigen Wohnungsbau G. m. b. 5). übertragen. Zur Zeit wird das Projekt I, umfassend Lindenplatz, Kirchplatz, Schloßgasse durchgeführt. Dabei ergeben sich neu 24 Wohnungen und 9 Läden. Eine größere Belastung der Stadt bei den Maßnahmen gegen die Wohnungsnot konnte erfreulicherweise infolge der durch die Stadt angeregten außerordentlich lebhaften Bautätigkeit vermieden werden. Durch Vermittlung von Darlehen zu Wohnungsbau wurde die Privatinitiative in starkem Maße gefordert und die Wohnungsnot erheblich gemildert. Der Beitrag der Stadt beschränkte sich hier lediglich auf die Hergabe von Baugelände zu tragbaren Preisen. meinde zu, die außerdem berechtigt ist, bis zu weiteren 2 Prozent als Zuschlag zu erheben. Hier sind in dem Haushaltsplan insgesamt 110 000 RM. als Einnahme vorgesehen. Vom Kalenderjahr 1938 ab wird die Hundesteuer ganz von der Gemeinde erhoben, d. h. also auch die vom Land Hessen erhobene staatliche Hundesteuer mit 12 RM. je Hund ist von diesem Zeitpunkt ab von der Stadt zu erheben. Don 1938 wird außerdem der Erhebungsz^itraum vom Kalenderjahr auf das Rechnungsjahr umgestellt, so daß für die Zeit vom 1. Januar 1938 bis 31. März 1939 fünf Viertel zu erheben sind. Als Ertrag der Gemeindehundesteuer sind für 1938 insgesamt 22 000 Die Stadt hat in den abgelousenen Jahren auch dem Wohnungsbau ihre besondere Ausmerkfamkeit zugewandt. Auch in Gießen fehlte es insbesondere an Kleiiiwohnungen. Zur Förderung des sozialen Wohnungsbaues hat die Stadt Gießen durch Vermittlung der von ihr ins Leben gerufenen Gemeinnützigen Wohnungsbau @. m. b. H. feit dem Jahre 1936 insgesamt 148 Schlichtwohnungen und Dolks- wohnungen errichten lassen. Davon wurden im Jahre 1937 bezugsfertig 32 Dolkswohnungen im Leimenkauterweg' und 30 Schlichtwohnungen in der sog. Schwarzlach. Im Jahre 1938 sind bisher 86 Wohnungen bezugsfertig geworden, von denen 46 Volkswohnungen im Leimenkauter- und Läufertsröder- weg sind, weitere 40 Schlichtwohnungen sich int Schwarzlachgebiet befinden. Die monatliche Miete bewegt sich zwischen 28 rind' 30 Mark, bzw. 18,50 und 35 Mark je nach Größe. Im Einzelnen entfallen von den Gesamteinnahmen und Ausgaben auf den ordentlichen haushalt 6829914,56 Mark: Wirtschaftsplan der städtischen Elektrizitätswerke 3 280 178,33 Mark; Die Betriebs Überschüsse des Elektrizitätswerks, des Gaswerks und des Wasserwerks bleiben gegenüber dem Vorjahre in ihrer Höhe zum Teil wesentlich zurück. 3n. Wirklichkeit sind jedoch die Ablieferungen an die Stadtkasse teilweise genau so hoch, teilweise noch etwas höher als in den früheren Jahren, und zwar wird der hier fehlende Betriebsüberschuß aufgeholt durch die auf gesetzlicher Grundlage beruhende Abführung der für die städtischen Werke zu veranschlagenden Körper- schaftssteuer an die Stadtkasse. Das Elektrizitätswerk soll einen Betriebsüberschuß von 100 000 RM., gegen 165 000 RM. im Vorjahre, abliefern. Das Gaswerk soll als Betrie-bsüber- schuß 30 000 RM., gegen 75 000 RM. >m Vorjahre, bringen. Das Wasserwerk soll einen Betriebsüberschuß von 115 000 RM., gegen 143 000 RM. im Vorjahre, abliefern. Die Kötperschafts- jfeuer öer städtischen Betriebe an die Stadtkasse ist mit 282 000 RM., gegen 123 000 RM. im Vorjahre, veranschlagt. Davon entfallen auf das Elektrizitätswerk 160 000 RM., auf das Gaswerk 50 000 RM., auf das Wasserwerk 72 000 RM. An Zinsen von Wertpapieren, Geschäftsanteilen usw. werden rund 28 200 RM. als Einnahme erwartet. Darin sind auch die Zinsen für die von der Stadt gezeichneten Reichsschatzanweisungen enthalten. Das Aufkommen an Grunderwerbs st euer fließt nach den neuen Bestimmungen des inneren hessischen Finanzausgleichs künftig voll der Ge- Auf der Ausgabenseite des Haushaltsplans 1938 sind gegenüber dem Vorjahre eine Anzahl wesentlicher Aenderungen zu verzeichnen. Daraus seien als besonders interessant folgende hervorgehoben: Für die Aufstellung eines Raumprogramms, sowie zur Durchführung eines Wettbew^rlis für die Erbauung eines neuen Rathauses ist eine einmalige Ausgabe von 25 000 Mark vorgesehen. _ Die Ansätze für V e r k e h r s w e r b u n g mußten den gesteigerten Ansprüchen entsprechend um 6700 Mark erhöht werden. Für die Ausgestaltung der Vorhalle des alten Rathauses sind einmalig 4500 Mark bereitgestellt worden. Die Verfügungsmittel des Oberbürgermeisters sind von bisher 3000 Mark auf 5000 Mark erhöht eingesetzt. Der Mehrbetrag soll dazu dienen, Jubiläumsspenden an Beamte, Angestellte und Arbeiter der Stadt zu gewähren, und zwar bei 25jährigem Jubiläum 100 Mark, bei 40jährigem Jubiläum 150 Mark. Der Stellenbeitrag zu den persönlichen K o st e n d e r V o l k s s ch u l e, der bisher 250 Mark je Schulstelle betrug, ist durch eine Verfügung des Reichsstatthalters auf 2000 Mark je Rormalftelle und auf 4200 Mark je Normalmehrstelle erhöht worden. Dadurch ergibt sich für die Stadt in 1938 eine Mehrbelastung von annähernd 112 000 Mark. Im vorigen Jahre' belief sich hier die Ausgabe auf 15 750 Mark, in diesem Haushaltsjahr sind 127 660 Mark vorgesehen. .. Für die Schaffung neuer Räume f u r den Mädchenh ort, der behelfsmäßig im Erdgeschoß der Schillerschule ein Unterkommen gefunden hatte, sind im neuen Haushaltsplan 4000 Mark eingestellt. Inzwischen ist es möglich geworden, das Haus Kirchstraße 20 für Zwecke des Hortes freizumachen. Dort sollen nun Knaben- und Mädchen- hort, die beide künftig vom Allce-Schulverein — Fröbelseminar verwaltet werden, .ein Unterkommen finden. , Die ungedeckten persönlichen K o st e n d e r höheren Schulen, die bisher von der Schulortgemeinde und dem Land Hessen je zur Hälfte getragen wurden, sind nach einer Verfügung des Reichsstatthalters vom Rj. 1938 ab in der Weise aufzubringen, daß je'em Drittel der Kalten auf die Schulortgemeinde, auf das Land Hessen, sowie nähernd 85 000 Mark. Die Stellenbeiträge zu den persönlichen Kosten der Berufsschule sind durch e,ne Verfügung des Reichsstatthalters ebenfalls wesentlich erhöht worden. Während bisher 7 Mark je Schüler aufzubringen waren, beläuft sich der Beitrag jetzt auf 36 Mark je Schüler, im ganzen mehr gegen bisher 30 000 Mark. Bei der Gewerbeschule erhöht sich der städtische Zuschuß ab 1938 um fast 6000 Mark. Diese Erhöhung ist dadurch veranlaßt worden, daß die bisher von der Stadt erhobenen Beiträge der Schüler zu den sachlichen Kosten ab 1938 wegfallen müssen. Der Alice-Schulverein ist nicht mehr in der Lage, die Zuschüsse zum Betrieb des Fr ö b e l s e m i n a r s weiterhin zu leisten. Daher hat sich die Stadt, um ein Eingehen dieser Anstalt zu verhüten, entschlossen, den gesamten Zuschußbedarf des Fröbelseminars aus städtischen Mitteln zu leisten. Bisher hat Die Stadt für dieses Institut, dem auch zwei Kindergärten und ein (Mädchen-) Hort angegliedert sind, 2000 Mark beigesteuert, von jetzt ab sind dafür 12 000 Mark erforderlich. An das St u d e n t e n w e r k soll erstmalig ein Zuschuß von 3500 Mark gezahlt werden, der im Haushaltsplan vorgesehen ist. Beim Stadttheater erhöht sich der Zuschußbedarf infolge des nicht gewährten Reichszuschusses um rund 32 000 Mark. Zum Rhein-Mai Nischen Landesorchester wird die Stadt einen monatlichen Beitrag in Höhe von 90 Mark, insgesamt also für das Jahr 1938 einen Betrag von 1080 Mark zahlen. . Im Titel „Gemeinschaftspflege' ist für sachliche Ausgaben der öffentlichen Feierlichkeiten ein Betrag von 6000 Mark, gegen 3000 Mark im Vorjahre, vorgesehen. Nach einer Verfügung des Reichsfinanzministers können zu Ge f o 1 g s ch a f t s fe i e r n aus öffentlichen Mitteln bis zu 2,50 Mark je Gefolgfchaftsmitglled beigesteuert werden. Dadurch ist die Erhöhung des bisherigen Ansatzes von 3000 Mark auf 6000 Mark bedingt. . In der Allgemeinen Fürsorge sind für Miet. Ortsgruppenleiter Hans Weber, Dachüeckermeister Hch. S ch o m b e r IV., Kaufmann Gustav Frey, Kreisamtsleiter Will). Frank, Mechaniker Wilhelm B o n k e. Nach der Aushändigung der Berufungsurkunden an die neuen Ratsherren sagt der Kreisleiter zu ihnen: Sie übernehmen hiermit eine große Verpflichtung, denn Sie sollen das Bindeglied zwischen der Stadtverwaltung und der Bevölkerung fein. Ich hoffe und wünsche, daß Sie als alte Nationalsozialisten Ihre Pflicht erkennen und daß Sie dem Oberbürgermeister und seinen Mitarbeitern jederzeit mit Rat und Tat zur Seite stehen, wenn es sich uni die Belange der Stadt handelt. Ich hoffe, daß Sie immer in diesem Sinne Ihre Pflicht erfüllen werden. Oberbürgermeister Ritter sagt zu den neuen Ratsherrn u. a.: Ich freue mich, daß die Wahl des Gauleiters auf Sie gefallen ist, pnd ich bin überzeugt, daß Sie sich Ihrer Pflicht bewußt sind. Ich lege besonderen Wert darauf, daß die Ratsherren in ständiger Verbindung mit mir und de nBei geordneten stehen und daß sie ein gutes Bindeglied zwischen der Bevölkerung und der Verwaltung sind. Jene Zeit eines städtischen Parlamentarismus ist zum Glück vorbei. Hier wird nicht mehr über und zwischen Parteien debattiert. Die Pflicht der Verwaltung- ist es, die Interessen aller Berufsstände wahrzunehmen und nur nach dem Wohle der gesamten Bevölkerung zu handeln. Ihre Verpflichtung als Ratsherren ist es, überall Augen und Ohren offenzuhalten, die Wünsche der Bevölkerung anzuhören und auch Vorschläge an die Stadtverwaltung zu machen. Nachdem der Oberbürgermeister die neuen Ratsherren darauf hingewiesen hat, daß sie als Ehrenbeamte berufen und damit in das Beamtenverhältnis getreten sind, nimmt er, während sich alles von den Sitzen erhebt, die feierliche Vereidigung der neuen Ratsherren auf den Führer vor. Danach überreicht er jedem die Ernennungs- 1 urkunde als Chrenbeamter der Stadt Gießen. 1936 nach der Rechnung 724 485,34 Mark, in 1937 nach dem Haushaltsplan 720 841,99 Mark, in 1938 nach dem Haushaltsplan 696 659,55 Mark. Für Tilgung wurden aufgewendet: In nach der Rechnung 291 787,74 Mark, in 1936 der Rechnung 312 828,11 Mark, in 1937-nach Haushaltsplan 397 420,93 Mark, in 1938 nach humwerks 37 800 Wart-, Wirtfchaftsplan der städtischen Straßenbahn (einschl. Omnibusbetrieb) 386 500 Mark: Sonderhaushattsptan der Oberschute für Mädchen 215 956,16 Mark-, Sonderhaushaltsplan der Gewerbeschule 29 690,40 Mark; Sonderhaushaltsplan des Zweckverban- des Arbeitsdienstabteilung 5/222 7557,50 Work. Der außerordentliche Haushalt schließt mit Einnahme und Ausgabe mit 1 654 993 Mark ab. Ob die in dem außerordentlichen Haushalt vorgesehenen Maßnahmen sämtlich zur Durchführung kommen werden, -erscheint zur Zeit noch zweifelhaft, jedenfalls sollen aber die geplanten Straßen- und Kanalbauten sämtlich zur Durchführung kommen. Zur Deckung der im außerordentlichen Haushaltsplan vorgesehenen Maßnahmen ist ein Darlehensbedarf in Höhe von 1 228 337,85 Mark errechnet. Es wird aber voraussichtlich nicht notwendig sein, Darlehensbeträge aufzunehmen, da anzuneh- men ist, daß die zur Durchführung kommenden Maßnahmen des außerordentlichen Haushalts aus zu erwartenden Einnahmen dieses Haushalts gedeckt werden können. Das Vermögen der Stadt. lieber die Höhe des Vermögens der Stadt sind in diesem Jahre Angaben nicht möglich, da die bisher fortgeschriebenen Vermögenswerte nicht den tatsächlichen Vermögensverhältnissen entsprechen, anderseits mit Rücksicht auf die zu erwartende reichsrechtliche Verordnung über die Bewertung des Vermögens eine Neubewertung bisher zurückgestellt worden ist. Nach den früher gültig gewesenen, heute jedoch nicht mehr maßgebenden Bewertungsbestlm- mungen kann der Wert des Vermögens der Stadt schätzungsweise mit 30 Millionen Mark angenommen werden. Die Schulden der Stadt. Nach der Schuldenstatistik vom 31. März 1937 beliefen sich damals die Schulden der Stadt Gießen auf 14 863 558,42 Mark, nach der Schuldenstatistik vom 31. März 1938 bezifferte sich der Schuldenstand auf 14 673 528 Mark. In diesem Betrag find 3 363 862 Mark an Dritte weitergeleitete Darlehensbeträge enthalten, so daß sich der Netto-S-chulden- stand an diesem Tage auf 11309 666 Mark belaufen hat. RM. eingesetzt. Aus der Bürgersteuer werden im Haushaltsjahr 1938 insgesamt 450 000 RM. erwartet, gegen 360 000 RM. im Vorjahr. Nachdem seit 1937 die Oemerbefteuer au, Grund des neuen Realsteuerrechts und zwar ganz von der Gemeinde erhoben wird, wird ab 1938 auch die G r u n d st e u e r nach Maßgabe der neuen Realsteuerbestimmungen ganz von der Gemeinde erhoben. Das Aufkommen an Grundsteuer im Rj. 1938 ist mit 1 000 000 RM., gegen 628 600 RM. im Vorjahr, das Aufkommen an Gewerbesteuer im Rj. 1938 ist mit 1 200 000 RM., gegen 686 352 RM. im Vorjahr, veranschlagt. Aus der Zweigstellenhaussteuer werden 13 200 RM. im Vorjahr, erwartet. anteilmäßig auf die beteiligten _ kreise nach der aus diesen Kreisen stammenden Schu- le^zahl entfallen. Dadurch ergibt sich für die höheren Schulen in Gießen ein Mehraufwand von an- Oie Kassenlage war im Jahr 1937 durchweg günstig. Die Stadtkasse konnte ihren Verpflichtungen jederzeit gerecht werden. Dabei mußte sie für den Wohnungsbau der Gemeinnützigen Wohnungsbau G. m. b. H. teils mit größeren Beträgen in Vorlage treten; aber auch dies war ohne Schwierigkeiten möglich. Der Kapitaldienst. Hierüber dürften folgende Zahlen von allgemeinem Interesse sein: Der Zinsend i e n st erforderte in 1935 nach der Rechnung 715114,98 Mark, m Haushaltsplan 441 993,45 Mark. Das Zürsoraewescn. , Für das Fürsorgewesen (Wohlfahrtsamt) waren folgende Zuschüsse zu leisten: In 1935 nach der Rechnung 874 074 Mark, in 1936 nach der Rechnung 877 049,21 Mark, in 1937 nach der Rechnung 841260,76 Mark, in 1938 nach dem Haushaltsplan 891 857,95 Mark. Die Erhöhung des Zuschusses noch dem Haushaltsplan 1938 ist darauf zurückzuführen, daß vom Land Hessen ab 1938 keine Zuschüsse zur gehobenen Fürsorge, sowie auch kein Beitrag zu den Mietunterstützungen der hilfsbedürftigen Mieter mehr geleistet werden. Für den letzteren Zweck waren in diesem Haushaltsplan allein 100 000 Mark vorzusehen. Die Leistungen der städtischen Betriebe. In den letzten Jahren haben die städtischen Betriebe folgende Mengen ihrer Erzeugnisse abgegeben: Elektrizitätswerk: Nutzbar abgegebene kWh 1935 = 11 623 671; 1936 = 12 869137; 1937 = 15 819 764. Gaswerk: Nutzbar abgegebene cbm 1935 = 2 389 780; 1936 - 2 414 981; 1937 = 2 539 072. Wasserwerk: Nutzbar abgegebene cbm: 1935 = 2 230 144; 1936 - 2 320 450; 1937 = 2 598 238. Straßenbahn: 1935 = 2 050 021 beförderte Personen und 225 633,30 Mark Fahrgeldeinnahme; 1936 = 2 041943 beförderte Personen und 228171,50 Mark Fahrgeldeinnahme; 1937 — 2 224 925 beförderte Personen und 258 153,85 Mark Fahrgeldeinnahme. Volksbad: Zahl der abgegebenen Bäder: 1935 = 137 813; 1936 = 141 270; 1937 = 135 022. Nunmehr folgen der städtische Haushaltsplan für 19 3 8 und die entsprechende Haushaltssatzung, die beide von dem Oberbürgermeister nach Anhörung und Zustimmung der Rats- herren f e st g e s e tz t und damit verabschiedet werden. Dem Haushaltsplan für 1938 fügt Oberbürgermeister Ritter einen Vorbericht bei, in dem er zunächst die verspätete Fertigstellung des diesjährigen Haushaltsplans mit einer Reihe von Umständen erklärt, die zu verhüten oder zu ändern die Stadtverwaltung nicht in der Laae war. Sodann gibt der Oberbürgermeister einen kurzen Guter Abschluß auf 1935/1932. Darüber heißt es in dem Bericht: Das Haushaltsjahr 1936 brachte einen Barübc rschuß von 376518,08 Mark. In diesem Betragend 33 448,30 Mark als bisheriger Bestand der Betriebsrucklage enthalten, so daß sich also der R e i n ü b e r s ch u ß aus 1936 auf 343 069,78 Mark beläuft. Von diesem Betrag wurden weitere 193 069,78 Mark der Betriebsmittelrücklage überwiesen, so daß diese jetzt einen Bestand von 226 518,08 Mark erreicht. Aus den verbleibenden 150 000 Mark wurde eine Sonderrücklage zur Errichtung eines Hitler-Jugendheims gebildet. Der erfreuliche Abschluß der Rechnung für 1936 ist insbesondere bei der günstigen Entwicklung der Einnahmeseite zu suchen. Dort haben, verursacht durch die steigende Konjunktur, die Einnahmen aus Steuern, insbesondere die Anteile an der Reichsemkommen- nnd -körperschaftssteuer, ferner das Aufkommen an Bürgersteuer sowie an Realestuern eine wesentliche Steigerung erfahren. Diese günstige Entwicklung hat sich auch ith Rechnungsjahr 1937 noch fortgesetzt und wird auch voraussichtlich einen günstigen Einfluß auf den Abschluß des Haushaltsjahres 1937 ^Ebenso wie für 1936 schoß auch der Haushaltsplan für 1 937 ohne Fehlbetrag ab Da die günstige Entwicklung angehalten hat, wird auch durch das weitere Steigen des Steueraufkommens das Rechnungsjahr 1937 voraussichtlich mit einem Ueberfchuß ablchließen. Endgültige Zahlen für 1937 liegen noch nicht vor so daß auch bestimmte Angaben noch nicht gemacht werden können. Der WWan für 1938. Auf Grund von Anordnungen der Reichsregie- rung über die Umstellung des HE^a^lcm^ waren auch in Gießen umfangreiche Arbeiten fr eine völlige Neugestaltung des städtischen Haushalt.- plans zu leisten, wobei alle Einnahme- und Ausgabe-Positionen in die nunmehr im ganzen Nein) einheitlich gestaltete Systematik des neuen Gemeinde, haushattsrechts einzugliedern waren. Ferner ift Zum Haushaltsplan für 1938 folgende zu bemerken. 1. Im Zusammenhänge mit'der Realsteuerreform wird die gemeindliche Sondergebäudesteuer von diesem Rj. ab auf Grund des Gesetzes zur Abänderung des Sondergebäudesteuergesetzes vom 19. Februar 1938 durch das Land Hessen erhoben. .. 2. Der Sonderhaushaltsplan für das städtische Wohlfahrtsamt ist weggefallen, die Einnahmen und Ausgaben dieses Amtes sind m den allgemeinen Haushaltsplan ausgenommen worden. 3. Auch die weitere Aufstellung eines Sonderhaushaltsplanes für das städtische Volksbad war mit den neuen Bestimmungen Nicht mehr ve - einbar, so daß auch die Einnahmen und Ausgaben dieses Fonds im allgemeinen Haushalts- plan der Stadt Aufnahme finden mutzten. Der G e s a m t p l a n für 1938 schließt in Gesamteinnahmen und Ausgaben mit 12 352 156,95 Mark ab. Gießen, den 24. November 1938. Oberbürgermeister Ritter hatte die Rats- Herren der Stadt Gießen auf Donnerstag nachmittags in den Sitzungssaal des Stadthauses, Bergstraße, eingeladen. Die Sitzung erhält besondere Bedeutung dadurch, daß der Hoheitsträger der NSDAP, im Kreise Wetterau, Kreisleiter Backhaus, zum ersten Male einer Sitzung der Gießener Ratsherren beiwohnt. Mit Oberbürgermeister Ritter sind seine eng» ft en Mitarbeiter Bürgermeister Pros. Dr. Hamm und die Beigeordneten Vogt und Nicolaus erschienen. Die Ratsherren sind sämtlich zugegen. Im Zuhörerraum wohnen zahlreiche Volksgenossen dem Verlauf der Beratung bei. Neue Ratsherren. Oberbürgermeister Ritter eröffnet die Sitzung mit kurzen Grußworten, insbesondere an den Hoheitsträger Kreisleiter Backhaus. Dann wendet er sich dem ersten Punkt der Tagesordnung zu: Einführung u n b Verpflichtung der neu berufenen Ratsherren. Er weift darauf hin, daß durch eine Satzung die Zahl der Ratsherren in Gießen 2 0 beträgt. Durch Versetzungen, Tod usw. ist eine Anzahl Ratsherren ausgeschieden, so daß deren Zahl auf 12 gesunken ist. Eine Ergänzung ist also notwendig. Heute werden fünf neu berufene Ratsherren verpflichtet, die anderen drei sollen zu einem späteren Zeitpunkt berufen werden. Kreisleiter Backhaus nimmt nach kurzen Dcmkesworten an den Oberbürgermeister für die Begrüßung die Einführung und Verpflichtung der neu berufenen Ratsherren vor. Im Auftrage des Gauleiters hat er den neuen Ratsherren, die er im Einvernehmen mit dem Oberbürgermeister dem Gauleiter zur Berufung vorgeschlagen hat, die Berufungsurkunden auszuhändigen. Es sind zu neuen Ratsherren berufen worden: Am morgigen Samstag treffen sich die besten urner des Kreises 8 in Sinn zum Austrag der geturnt. Saalflugmodell ires» Richtfest für die Bauten Kirchenplatz 1 Meisters herzlich begrüßte ür die geleistete Arbeit ai 2 schloß Halbzeit in der Handball-Vezirksstastel V diesem Jahre wieder der Sieger der ch wird legt. einen vom o r 5 Flnanzzwischenbericht September 1938. Kreismelsterschasten der (Seräfefurner in Ginn. e £ man gerne beisammen. Im Verlause des Abends hielt Stadtbaudirektor G r a v e r t eine Ansprache, in der er die Teilnehmer des Richtfestes im Namen des Oberbürger- ....... und ihnen seinen Dank Turner des ..... _ r, ,.-p . Kreismeisterschaften im Geräteturnen. AnschUeßend indet am Sonntag ein Lehrgang statt, in dem die Kreisriege aufgestellt wird, die am 11. Dezember in Bad Ems einen Wettkampf gegen die Vertretungen der Kreise 9 und 11 austrägt. Am 4. Dezember wird in zwei Dorturnerstunden in Gießen und Sinn der Uebungsstoff zu den Vereinsmannschaftswettkämpfen im Geräteturnen durch- Nach schönem alten Brauch feierten gestern abend die Maurer und Zimmerleute, die die umfangreichen Bauten am Kirchenplatz und am Lindenplatz nunmehr im Rohbau fertiggestellt haben, ihr Richtfest. Schon im Laufe des Tages war auf dem höchsten First der neuen Häuser der Richtfestkranz mit seinen bunten Bändern aufgerichtet worden. Auch die Betonmischmaschine hatte bunten Schmuck erhalten. Am frühen Abend sanden sich alle am Bau beteiligten Kameraden, gemeinsam mit Architekten, Bauunternehmern und den Vertretern der Stadtverwaltung, im Cafö Leib ein. Beim traditionellen Richtfestschmaus und lebhafter Unterhaltung saß Turnriege, in der auch einige Mitglieder der Deutschlandriege und Olympiateilnehmer standen, zeigte überragendes Können. „Schönheit der Bewegungen in Gymnastik und Kampf" war der Leitstern des dritten Teils. Hier boten 160 Frauen und Mädchen der Hamburger Gausportgruppe, der Reichssiegerin im Muttergruppenwettbewerb, Vorführungen gymnastischer Axt, tue* durch ihre Stillebendigkeit und für die körperliche Ausbildung wertvollen^ Eigenschaften ausgezeichnet gefielen. Der Reichssportführer von Tschammer und O st e n gab nach dem Einmarsch der Reichssieger im Sportappell und der Sieger des Gaues Brandenburg den Leistungsbericht des Sportamts. Der Sportappell habe gleich im ersten Fahr einen großen Erfolg zu verzeichnen und er werde der Geschichte des Betriebssports erhalten bleiben. In immer größerem Stil solle dieser Appell von Jahr zu Jahr ausgebaut werden, und so erreiche man mit Hilfe der Deutschen Arbeitsfront das große Ziel: Ein Volk in Leibesübungen! Reichsorganisptionsleiter Dr. Ley ehrte anschließend die 26 Reichssieger im Sportappell. Mit dem Dank an den Reichssportführer und seine Mitalles in sich hat. Auf die Spiele der Staffel IV, die zur Z?it no im Gange sind, kommen wir in Kürze zurück »Schaffendes Volk, treibe Leibesübungen!" Feierstunde in der Deulschlandhalle. Den Auftakt zu den Feierlichkeiten aus Anlaß des fünfjährigen Bestehens des Sportamts der NS.-Ge- meinschaft „Kraft durch Freude" bildete am Donnerstag in der prächtig geschmückten Berliner Deutschlandhalle eine Feierstunde unter dem Motto „Schaffendes Volk, treibe Leibesübungen!" In einer dreiteiligen, stets bildwirkjamen Programmfolge wurde ein umfassender Einblick in die verschiedenen Formen des Betriebssports gegeben. Lauf- und Körperschule der Männer, Laufen, Springen und Tanzen der Frauen leiteten über zu Gruppenvorführungen der Männer und fröhlichem Spiel der 3 E . Mit dem 20. November hatte die Staffel V der Bezirksklasse die Vorrunde beendet. Alle Spiele konnten programmäßig erledigt werden. Für die Spielleitung war diese Tatsache eine nicht zu unterschätzende Ueberraschung. Noch niemals konnte eine derartige Feststellung getroffen werden. Daß die Spiele nicht ohne Ueberraschung geblieben sind, versteht sich von selbst. Es lohnt sich, kurz lieber» blick zu halten. Zunächst die Tabelle: fen werden. Die nunmehr festgesetzte Fluchtlinie ‘ * jetzt der Regierung zur Genehmigung vorge- Weitere Mstadttanierung. Im Einvernehmen mit den Ratsherren setzt der Oberbürgermeister sodann die Fluchtlinien für die Altstaotsanierung III (Seltersweg, Kaplans- }affe, Katharinengasse, Löwengasse) fest. Es Han- leit sich dabei um den früher schon von uns berichteten Plan eines großzügigen Durchbruchs zwischen der Bahnhofstraße und dem S e l t e r s w e g in der Richtung vom Horst-Wessel- Wall bis herunter zur Kaplansgasse. Die neue Straße wird etwa in der Mitte zwischen Hotel Schütz und Selterstor am Horst-Wessel-Wall beginnen, am Gebäude des jetzigen Volksbades vorbeiziehen und weiterhin in dieser Fluchtlinie bis zur Kaplansgasse geführt werden. Durch dieses Projekt ollen die jetzt tn jenen Ecken und Winkeln bestehen- )en, 3um Teil schon längst überständigen und bau- älligen Häuser und menschenunwürdigen Woh- nungen beseitigt, gesunde und neuzeitliche Wohnverhältnisse, ferner zwischen Seltersweg und Bahnhofstraße dringend erforderliche Parkplätze geschaf- r: — 3 - 5 E £.5 12 000,— RM. Schaffung eines Sportfeldes und Sportplatzanlagen, Stadion ufw. 250 000,— RM. Für Zwecke der Altstadtsanierung 100 000,— RM. Erbauen von Straßen, Wegen und Anlagen 464 038,— RM Ausführung der Kanalisation in zum Ausbau vorgesehenen Straßen und Herstellung von Hausanschlüssen 143 500,— RM. Fortführung der Geländeregulierung usw. auf dem neu angekauften Teil zur Erweiterung des Neuen Friedhofs 2500,— RM. Für den Erwerb von Grundstücken 243 079,85 RM. Nach diesen Darlegungen setzt der Oberbürger, meister mit Zustimmung der Ratsherren den ordentlichen und den außerordentlichen Haushalt 1938 sowie die Wirtschaftspläne der städtischen Werke und die Sonderhaushaltspläne 1938 fest. Rechnungsabschlüsse smRj 1936 Die Rechnung der S t a d t k a s s e , die der Oberbürgermeister in seinem Vorbericht zum neuen Haushaltsplan in den wichtigsten Zahlen bereits mitgeteilt hat (vgl. oben), wird hierauf festgesetzt. Festgesetzt werden ferner die Rechnungsabschlüsse des städtischen Wohlfahrtsamtes für 1936 mit einem Zuschußbetrag von 783 587,56 Mark: die Rechnung der städtischen Elektrizitätswerke in Einnahme mit 2 706 740,17 Mark, in Ausgabe mit 2 689 252,56 Mark, mithin Rest von 17 487,61 Mark: die Rechnung des städtischen Gaswerkes in Einnahme mit 955 742,40 Mark, in Ausgabe mit 906 970,79 Mark, mithin Rest von 48 771,61 Mark: die Rechnung des städtischen Wasserwerks in Einnahme mit 592 602,53 Mark, in Ausgabe mit 586 814,18 Mark, mithin Rest von 5788,35 Mark: die Rechnung der städtischen Straßenbahn in Einnahme mit 366 877,69 Mark, in Ausgabe mit 366 447,91 Mark, mithin Rest von 429,78 Mark: die Rechnung des städtischen Dolksbades in Einnahme und Ausgabe mit je 52 884,86 Mark-, die Rechnung des Zweckverbandes der A r b e i t s b i e n ft a b t e i < lung 5/222 in Gießen in Einnahme uni) Ausgabe mit je 9255,97 Mark: die Rechnung des Lyzeums in Einnahme mit 214 208,11 Mark, in Ausgabe mit 213 620,03 Mark, mithin Rest von 588,08 Mark: die Rechnung der Gewerbeschule in Einnahme mit 22 667,84 Mark, in Ausgabe mit 22 493,84 Mark, mithin Rest von 174 Mark. V 3 C : ^0:4 To 5 3 E L«r«- L2 4> ’SE 3 ' Ä 3 2 = 1 ®E ,E C U u = ’S .hge®‘ lSeLLLs 2! 3 c i eS uq0- § » § UL Ä stsi; der der Stadt, in Stein gehauen, verewigt werden sollen. Es handelt sich dabei um CIementia und Wilhelm von Gleiberg. Mit dem Neubau habe gleichzeitig das erste und wichtigste Stück der Altstadtsanierung begonnen, das eine erhebliche Derkchrsverbesserung mit sich gebracht habe. Nachdem der Redner Worte des herzlichen Danke? dem Direktor des Arbeitsamtes Gießen, Oberregierungsrat Dr. List, für die anhaltende Unterstützung in vielen Dingen der Bauförderung gesagt hatte, schloß er mit dem Hinweis, daß solche Bauten einzig dem Geist unserer Zeit und damit dem Führer zu verdanken seien. Mit dem Gruß an den Führer klang die Ansprache aus. Im weiteren Verlause des Abends sprach Herr R e h n e l t von der Firma H. W. Rinn in feiner Weise von dem Verhältnis, das gerade den Maurer und Zimmermann zur Stadt und zu seinen Bauwerken erfülle, wenn er durch die Stadt geht und da und dort Bauten sieht, an denen er mit seiner Hände Arbeit mitgeholfen hat. Manches Haus sei ein Teil der Schaffenden selbst. Er schloß mit der Würdigung der glücklichen Zusammenarbeit mit dem Städtischen Hoch- und Tiefbauamt. Bei manchem gemeinsam gelungenen Lied und bei einem Glase Bier blieb man noch geraume Zeit beisammen. kommen. Ein Werbehest für Gießen. Schließlich macht Oberbürgermeister Ritter noch die Mitteilung, daß er als Leiter des Landesfremdenverkehrsverbandes Rhein-Main angeregt hat, die Mitgliedsorte dieses Verbandes möchten geeignete kleine Bücher herausgeben, in denen über ihr Gemeinwesen in entsprechender Form berichtet wird. Diese Anregung ist auf fruchtbaren Boden gefallen. Auch für unsere Stadt Gießen ist ein solches kleines Buch herausgekommen, das über alle kulturellen, wissenschaftlichen und sonstigen wichtigen Gebiete in knapper und anschaulicher Weise berichtet. Dieses kleine Buch dürfte sich als ein neuer bedeutsamer Anreiz für die Steigerung des Fremdenverkehrs erweisen. Alle diese Bücher werden von dem Beaus- tragten des Führers für das deutsche Schrifttum in eine Reichsliste der zu schützenden und zu fördernden Bücher aufgenommen werden. Weiterhin hat das Jugendamt der Stadt Gießen im Auftrage des Oberbürgermeisters eine von Verwaltungsamtmann K e i tz e r verfaßte Denkschrift aus Anlaß des 25jährigen Bestchens der amtlichen Vormundschaft in der Stadt Gießen als Buch her- ausgeaeben. Darin macht der Verfasser dem Leser eine Fülle von interessantem und lokalgeschichtlich wertvollem Material zugänglich. 6. Ferner werden folgende Rechnungsabschlüsse für 1937 festgesetzt: Rechnung des Lyzeums (Ober- chule für Mädchen) in Einnahme mit 207 075,08 Mark, in Ausgabe mit 206 960,08 Mark, mithin Rest von 115 Mark; die Rechnung der Gewerbe- ch u l e in Einnahme mit 21806,03 Mark, in Ausgabe mit 21690,03 Mark, mithin Rest von 116 Mark. Frauen. Dann wurden mannschaftliche Wettkampfformen des Betriebssports gezeigt, so Flugball, Prellball, Ringtennis, Ball über die Schnur usw. Große Begeisterung fand die Hindernisstaffel nach der Form der Betriebsappelle, auch das Handballspiel und die 20mnl eine Runde- Staffel brachten lebhaftes Kampfgeschehen. C* Die gemeindlichen Versorgungsbetriebe, (Gaswerk, Wasserwerk, Elektrizitätswerk) haben an die Stadt Gießen anstatt der bisherigen Wegebenutzungsabgabe alljährlich eine Konzes- ionsabgabe in Höhe von 15 v. H. des Jahresumsatzes (der jährlichen Betriebsroherträge) abzu- ühren. Die entsprechende Satzung tritt mit Rückwirkung vom 1. Aprll 1937 in Kraft. ür die geleistete Arbeit aussprach, insbesondere die Anerkennung dafür, daß trotz mancher Schwierigkeiten der Bau doch noch vor Einbruch des Winters unter Dach gebracht werden kann. In seinen weiteren Darlegungen wies Stadtbaudirektor Gra- vert darauf hin, daß mit diesem Bau das älteste Stück von Gießen eine grundlegende Aenderung erfahren habe. Das neue Bauwerk an dieser Stelle ei also besonders bedeutungsvoll, und dieser Bedeutung werde man damit gerecht, daß an den । großen Eckpfeilern Namen und Figuren der Grün-1 heim da, das mit einem Punkt Abstand an zweiter Stelle folgt. Die Mannschaft ist heute besser beim je, und gerade die letzten Ergebnisse haben gezeigt, daß sie neben dem Tabellenführer die besten Aussichten hat, Staffelsieger zu werden. — Die größte Ueberraschung der Vorrunde bildet zweifellos Katzenfurt, das noch big vor einiger Zeit ernsthafter Anwärter in der Spitzengruppe war. — Im Kommen ist der zweite Neuling Garbenheim. — Münchholzhausen ist nach einem guten Start wieder etwas abgefallen, sollte sich aber wieder erholen, sobald der eingestellte Ersatz besser eingespielt ist. — Mit geradezu beispiel- losem Pech kämpfte Niedergirmes. — Der Altmeister Wetzlar hatte schon von Anfang an Mannschafts» schwierigkeiten, an denen er auch heute noch zu leiden hat. Alles in allem gesehen: die Rückrunde wird noch weit spannender als die Vorrunde sein, und es wird, wenn nicht alles trügt, einen Endkampf geben, der beihilfen nach der Verordnung der Reichsregierung vom 30. März 1938 insgesamt 100 000 Mark vorgesehen, gegen 15 000 Mark im Vorjahre. Ersatz für diese Beihilfen findet nicht statt. Für die Anschaffung eines neuen D i e n st w a - g e n 5 für die ständige Feuerwache sind 2800 Mark vorgesehen. Beim städtischen Schlachthof sind für die Umstellung der elektrischen Einrichtungen von Gleichstrom auf Drehstrom als einmalige Ausgabe 16 000 Mark in den Haushaltsplan eingestellt. Als Zuschuß des Schlachthofes zu den Kosten der Dieh- verteilungsstelle find 8000 Mark veranschlagt. Bei der Viehverteilungs stelle (Schlachtviehmarkt) ist unter Berücksichtigung der zu erwartenden Einnahmen hüt einem Zuschußbedarf von rund 1500 Mark zu rechnen. Nach den Erfahrungen des vorigen Jahres ist der Zuschuß für den Betrieb der Vlehversteige- rungshalle Rhein-Main von 6890 Mark im Vorjahre auf 15 394 Mark in diesem Haushaltsjahr erhöht worden. Durch die Erweiterung des Stadtgebiets hat sich auch die Fläche der gärtnerischen A nl a g en und Baumpflanzungen wesentlich vergrößert. Dadurch macht sich ein Mehraufwand für Zwecke der öffentlichen Anlagen in Höhe von rund 8000 Mark erforderlich. Für die Förderung des Handwerks ist erstmalig ein Betrag von 3962,50 Mark vorgesehen. Dazu (st in dem Bericht bemerkt: Das Vermögen des früheren Ortsgewerbevereins ist satzungsgemäß auf die Stadt übergegapgen. Seine Erträgnisse werden zur Förderung des Handwerks verwendet. Erstmals sind die Ausgaben in gleicher Höhe mit den Einnahmen durchlaufend bargeftellt. Die Betriebs,Zuschüsse für die Straßenbahn und den Omnibus-Betrieb sind nunmehr getrennt errechnet. Sie betragen mit 36 000 Mark bzw. 14 000 Mark, insgesamt 50 000 Mark, nicht mehr als früher der Zuschuß für die Straßenbahn allein. Für die S t a d t k a s s e hat sich durch die Auswirkung der Realfteuerreform die Beschaftung einer neuen Buchungsmaschine erforderlich gemacht. Hierfür ist als einmalige Ausgabe der Betrag von 17 000 Mark eingestellt. Zur Gewährung von Gewerbesteuer-Ausgleich s z u s ch ü f f e n , die die Stadt Gießen auf gründ der neuen Realsteuer-Gesetzaebung als Betriebsgemeinde an die beteiligten Wohngemeinden zu leisten hat, sind 50 000 Mark vorgesehen worden. Da die Stadt Gießen demnächst einen besonderen Stadtkreis bilden wird, ist die Kreisum- I a g e nur noch für ein halbes Jahr vorgesehen worden, nämlich mit 45 000 Mark. Als Stadtkreis hat die Stadt Gießen demnächst eine Umlage an dasLand Hessen abzuführen, für die nach Verfügung der Landesregierung 105 000 Mark vorzusehen waren. Der nach dem Abschluß der Rechnung 1936 fest- gestellte Bestand der B e t r i e b s m i 11 e l r ü ck - läge in Höhe von 226 518,08 Mark ist im Titel „Abwicklung der Vorjahre" in Einnahme und Ausgabe durchlaufend dargestellt. Die Steuersätze. Die Steuersätze (Hebesätze) für die Gemeinde- steuern werden wie folgt festgesetzt: 1. Grundsteuer: a) für land- und forstwirtschaftliche Betriebe auf 280 v. H. der Steuermeß- beträge; b) für Grundstücke auf 135 v. H. der Steuermeßbeträge. Für steuerbegünstigte Wohngebäude in land- und forstwirtschaftlichen Betrieben ist die Grundsteuer nur mit 50 v. H. der sich hiernach errechnenden Steuerschuldigkeit zu entrichten. 2. (B.e w e r b e ft e u e r : a) vom Gewerbekapital, b) vom (Bewerbeertrag je auf 280 v. H. der ©teuer» mefebeträge; c) Zweigstellensteuer, d) Warenshaus- fteuer je auf 360 v. H. der Steuermeßbeträae. 3. Bürger st euer 600 v. H. des Reichssatzes. Finanzierung im außerordentlichen Haushalplan. Der Gesamtbetrag der Darlehen zur Bestreitung von Ausgaben des außerordentlichen Haushaltsplanes wird auf 1 2 2 8 3 3 7,85 R M. festgesetzt. Er soll nach dem Haushaltsplan für folgende Einzelzwecke verwendet werden: Umänderungen in der neuen Pestalozzischule zur Erreichung größerer Klassenräume 13 220,— RM. Ankauf eines Kostümlagers mit Zubehör zur Ergänzung der Fundusbestände des Stadttheaters Oberbürgermeister Ritter bringt weiter Finanzzwischenbericht nach dem Stande 30. September 1938 zur Kenntnis der Ratsherren. Der Bericht gibt über die Entwicklung der Einnahmen und Ausgaben im ordentlichen und im außerordentlichen Haushalt 1938 im ersten Halbjahr der Haushaltswirtschaft (1. April bis 30. September 1938) Aufschluß. Das entscheidende Ergebnis des Berichts ist dahin zusammenzufassen, daß es nach Lage aller Verhältnisse gelingen dürfte, auch das Rechnungsjahr 1938 ohne Fehlbetrag abzuschließen, ferner auch im außerordentlichen Haushaltsplan alle notwendigen Ausgaben ohne Darlehensaufnahme bestritten werden können, so daß es auch hier möglich sein wird, ohne die vorgesehene Darlehensaufnahme von über 1000 000 Mark auszu- flog 4 Minuten 26 Sekunden. NSG. Zu dem bevorstehenden Reichswettbewerb ür Saalflugmodelle am kommenden Sonntag, 27. November, in der Festhalle zu Frankfurt a. M., bei dem der Korpsfuhrer des NS.-Fliegerkorps, Generalleutnant Christiansen, selbst anwesend sein wird, sind von sämtlichen NSFK.-Gruppen Aus- cheidungswettbewerbe durchgefuhrt worden, bei denen eine neue Bestleistung aufgestellt werden konnte. Das nur 1,8 Gramm wiegende Saalflug- modell des Flieger-Hitlerjungen Sämann (Hannover) flog bei einem dortigen Ausscheidungswettbewerb eine Zeit von vier Minuten 26 Sekunden. Durch diese Leistung wird der Wettbewerb sämtlicher Gruppen des NS.-Fliegerkorps um die ausgeschriebenen Preise des NS.-Fliegerkorps am 27. November in Frankfurt in jeder Hinsicht interessant, bleibt es doch abzuwarten, ob dieser Reichswettbewerb mit )em größeren Rahmen auch eine weitere Leistungsteigerung mit sich bringt. ( Wirtschaft. Mein-Mainische Börse. Mittagsbörse: Aktien weiter fest. Frankfurt a. TI., 24. Nov. Im Anschluß an die Abendbörse machte die Befestigung am Aktienmarkt weitere und ansehnliche Fortschritte. Die Umsätze waren indessen nur teilweise etwas lebhafter. Die durchschnittlichen Steigerungen lagen bei 1 bis 1,50 v. H. Der Nachfrage von Kundschaft und Berufshandel stand wieder nur schwaches Angebot gegenüber, so daß teilweise Kurssprünge bis zu 3 o. H. eintraten. Im Mittelpunkt des Interesses standen Bergbauwerte. Vereinigte Stahl 106,75 bis 107,75 (106), Mannesmann 107,25 bis 108 (106,50). Hoesch 117,50 (116,25), Rheinstahl 133,50 bis 134 (133). Deutsche Erdöl sprangen iim 3 v. H. auf 127. Don Maschinenaktien stiegen Daimler um 3 v. H. auf 135,25, Demag auf 147,75 bis 148 (145,50) und Rheinmetall auf 134,75 bis 135,50 (133). Zellstoffwerte kamen bis 1,50 v. H. höher an. Ferner befestigten sich Bemberg auf 135,75 bis 136,50 (134), Westdeutsche Kaufhof auf 105,75 bis 106 (104,50), und am Elektromarkt wurden AEG. 2 v. H. höher mit 117,75 gefragt. IG. Farben lagen zunächst mit 147,75 (148) nicht ganz behauptet, stellten sich aber im Verlaufe auf 148,25, Metallgesellschaft gewannen 2 Satzungen für neue Einnahmequellen. Der Oberbürgermeister faßt mit Zustimmung der Ratsherren folgende Beschlüsse: Der Stadtkreis Gießen erhebt zur Grunderwerbsteuer für die in feinem Bereich liegenden Grundstücke einen Zuschlag für seine Rechnung in Höhe von 2 v. H. des steuerpflichtigen Wertes. Die entsprechende Satzung tritt mit dem 1. November 1938 in Kraft. ... letztjährigen Runde an die Spitze gesetzt. Sein Abstand ist aber ] nur unbedeutend. Wesentlich günstiger steht Hörns-i 0,75 v.H.' auf 119,25. Am Rentenmarkt blieb es dagegen weiter ehr still, doch lag Angebot kaum vor, so daß die meisteh Kurse behauptet waren. Halbamtlich wurden Kommunal-Umschuldung mit 92,25 (93) und 4 v. H. Rentenbank-Ablösung mit unverändert 90 umgefetzt. Reichsanleihe-Altbesitz wenig verändert mit 130,40 (130,40), ebenso Reichsbahn-Vorzugsaktien mit 124,90 (124,75). Industrie-Obligationen lagen überwiegend eine Schattierung freundlicher, ebenso einzelne Stadtanleihen. Niedriger aber 4Vz v. H. Mainz von 1928 mit 97,13 (97,40). Pfandbriefe lagen sehr ruhig und behauptet. In Reichs» chatzanweisungen bestand noch überwiegend Ange- )Ot. In der zweiten Börsenstunde flaute das ohnehin chon kleine Geschäft stark ab, die Grundtendenz »lieb aber fest, und die Kurse konnten sich im wesentlichen behaupten. Vereinzelt folgten kleine Gewinnmitnahmen, so daß Rückgänge gegenüber dem höchsten Stand von etwa 0,25 bis 0,50 v. H. zu verzeichnen waren. Vereinigte Stahl etwa 107,25 nach 107,75. Weiter erhöht waren Daimler mit 136 nach 135,25, Zellstoff Aschaffenburg mit 117,50 nach 116, Rheinstahl mit 134,50 nach 134, Demag mit 148,50 nach 148, Buderus mit 110 nach 109 (106,50). Bei den später notierten Werten betrugen die Erhöhungen ebenfalls 1 bis 2 v. H. Niedriger lagen aber Licht und Kraft mit 136,25 (137,50), Scheideanstalt mit 194 (195), Conti Gummi mit 205 (206) und nach Pause Feinmechanik Jetter mit 93 (95,25). Großbankaktien waren weiter leicht befestigt. Abendbörse uneinheitlich. Nach der kräftigen Aufwärtsbewegung im Mittagsverkehr bestand an der Abendbörfe etwas Zu« rückhaltung, zumal weitere Kundschaftsaufträge sowohl nach der einen wie nach der anderen Seite fehlten. Bei fester Grundtendenz war die Kursentwicklung etwas uneinheitlich, doch ergaben sich meist nur Veränderungen um Bruchteile eines Prozentes. Etwas höher lagen IG.-Farben mit 148 (147,65), Bemberg mit 137,13 (136,50), Adlerwerke mit 108 (107,25), Deutsche Erdöl mit 127,25 (127) und Hanfwerke Füssen mit 1$0 (129,50). Anderseits gingen Gesfürel um 1 v. H. auf 132 zurück, Daimler verloren 0,75 v. H. auf 135,25, MAN. 0,50 v. H. auf 137, Moe- nu5 0,50 v.H. auf 124,50, Nheinmetall 0,50 auf 135,25, Verein. Stahl 0,25 v. H. auf 107, Buderus 0,50 v. H. auf 109,50, Mannesmann 0,40 v. H. auf 107,75 und Klöckner 0,50 o. H. auf 117. Großbankoktien hatten bei ebenfalls bescheidenen Umsätzen die letzten Mittagskurse. Der Rentenmarkt lag unverändert sehr ruhig. Nur 6 v. H. IG.-Farben gelangten mit unv. 119,75 zur Notiz, Kommunal-Umschuldung stellten sich halbamtlich auf unv. 92,95. Frankfurts Schlochtviehmarkt. Frankfurt a. M., 24. Nov. Auftrieb: 1341 Rinder (gegen 1271 am 18. 11.), darunter 198 (243) Ochsen, 108 (114) Bullen, 767 (677) Kühe, 268 (246) Färsen; 253 (232) Kälber, 278 (154) Hümmel und Schafe, 292 (116) Schweine. Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 44 bis 46,50 (44,50 bis 46,50), b) 40,50 bis 42.50 (41 bis 42,50), c) 36,50 bis 37,50 (37,50); Bullen at 42 bis 44,50 (43,50 bis 44,50), b) 40 bis 40,50 (40,50); Kühe a) 42 bis 44,50 (41,50 bis 44,50), b) 36,50 bis 40,50 (36 50 bis 40,50), c) 27 bis 34,50 (30 bis 34,50), d) 18 bis 25 (20 bis 25); Färsen a) 43 bis 45,50 (43 bis 45,50, b) 40 bis 41,50 (39 bis 41,50), c) 34,50 bis 36,50 (33,50 bis 36,50); Kälber . a) 63 bis 65 (62 bis 65), b) 54 bis 59 (55 bis 59), c) 45 bis 50 (45 bis 50), d) 38 bis 40 (35 bis 40); i Hümmel b2) 47 bis 50 (46 bis 52, c) 40 bis 45 , (43 bis 45), d) 32 bis 38 (28 bis 38); Schafe a) ■ 38 bis 42 (38 bis 42), b) 33 bis 37 (33 bis 36), c) 25 bis 32 (20 bis 29); Schweine a) 59 (59), bl) ) 58 (58), b2) 57 (57), c) 53 (53), d) 50 (50): Sauen gl) 58 (58). — Marktverlauf: Rinder, Kälber und Schweine zugeteilt, Hümmel und Schafe mittel. " inoe- arbeiter und dem Sieg-Heil auf den Führer Eine | Dr. Ley die großartige Veranstaltung. Spiele Gew. Unentsch. Verl. Pkte. Tv. Lützellinden 6 5 1 0 11:1 Tv. Hörnsheim 6 5 0 1 10:2 To. Katzenfurt 6 4 0 2 8:4 Tv. Garbenheim 6 3 0 3 6:6 Tv. Münchholz- haufen 6 2 0 ' 4 4:8 W.-Niedergirmes 6 1 0 5 2:10 To. Wetzlar 6 0 1 5 1:11 Wie nicht anders zu erwarten, hat sich auch in