Nr. 146 Erstes Matt 188. Jahrgang 5amstag, 25./$onnfüg, 26. Juni 1938 tr|d)etm rüg ltch, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Momttr-Vezugsprelr: Mit 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanfchlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Gießen poftschecklonto: Sranffurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Dru* und Verlag: SrShlsche UniverfitStsdruckerei 8. Lange in Siehe». 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Der Plan beruht auf einem Vorschlag, den die englische Regierung schon im Juli 1937 auf Wunsch der Nichteinmischungskonferenz formuliert hat, und wenn er jetzt nach fast einem Jahr wieder hervorgeholt wurde-und die brauchbare Unterlage für eine Einigung der Mächte abgab, so ist der Anstoß dazu von dem in Rom wie in London wohl gleich stark empfundenen Wunsch ausgegangen, den britisch.italienischen Osterakkord dieses Jahres in Kraft setzen zu können und damit endlich einen dicken Schlußstrich unter eine Periode der ernsten Mißverständnisse und gefährlichen Reibun- Zum Kreistag der NSDAP.: Fahnen heraus! gen zu ziehen, die während des Abessinienkonflikts die bis dahin traditionell freundschaftlichen Beziehungen der beiden im Mittelmeer und im vorderen Orient in hervorragendem Maße interessierten Mächte bedenklich getrübt haben. Gerade für diese Gebiete hat ja der Osterakkord von Rom eine sehr genaue Abgrenzung 'der beiderseitigen Interessengebiete gefunden. Um hier aber eine weiter reichende europäische Befriedungspolitik, wie sie Chamberlain sowohl wie Mussolini vorschwebte, ansetzen zu können, war es notwendig, das Mittelmeer, wie es im •Sinne des römischen Osterakkords liegt, als einen der gefährlichsten europäischen Krisenherde durch Isolierung des Spanien-Konflikts gänzlich auszuschalten. Er gab einerseits in Rom und Berlin Anlaß zu ernsten und, wie sich gezeigt hat, sehr wohl begründeten Befürchtungen, daß Moskau hier einen Ansatzpunkt zur Bolschewisierung des Westens finden werde, andererseits glaubte man in Paris und London, sich versichern zu müssen, daß Italien aus seiner Hilfe für das nationale Spanien General Francos keine irgendwie gearteten Ansprüche auf eine dauernde Vormachtstellung an der spanischen Mittelmeerküste etwa durch Besitznahme der Balearen herleiten werde. Die faschistische Regierung hat solche UntersHl- lungen von jeher energisch zurückgewiesen und sich im römischen Osterakkord noch einmal feierlich verpflichtet, die Souveränität und Unversehrtheit Spaniens in allen seinen Gebieten unbedingt zu achten. Italien hat allerdings niemals ein Hehl daraus yemacht — und damit findet es das vollste Verständnis des nationalsozialistischen Deutschlands, daß es ein Festsetzen des Bolschewismus im westlichen Mittelmeer unter gar keinen Umständen dulden könne. Da man in Rom jedoch der Auffassung ist, daß General Franco seine nationale Sache gegen die Roten allein zum Siege führen werde, sobald der Schauplatz des spanischen Bürgerkrieges von dem Zuzug ausländischer Freiwilliger und dem Heranschaffen immer neuen Kriegsmaterials über die spanischen Grenzen tatsächlich und wirkungsvoll abgesperrt sei, hat Italien ebenso wie Deutschland an dem Zustandekommen des Nichteinmischungsabkommens tatkräftig mitgearbeitet und allen Sa- botageoerfuchen Moskaus zum Trotz immer wieder an ihm festgehalten. Ja es hat sich bereiterklärt, von einer gewissen Bereinigung der spanischen Frage das Inkrafttreten des Osterabkommens mit England abhängig zu machen. Zwei Bedingungen hatten damals die beiden Vertragspartner sich auferlegt: die Zurückziehung der italienischen Freiwilligen vom spanischen Kriegsschauplatz, worauf die Gewährung der Rechte Kriegführender an die beiden Parteien in Spanien folgen sollte, und die Anerkennung des äthiopischen Imperiums durch England. Der Beschluß des Michteinmischungsaus- schusses den englischen Vorschlag für die Zurückziehung der Freiwilligen und die Erneuerung der Kontrolle anzunehmen ist nun die erste Frucht der gemeinsamen englisch-italienischen Bemühungen, den Pakt von Rom auch formal in Kraft zu setzen, nachdem beide Mächte inzwischen schon ein freundschaftliches Verhältnis angebahnt haben, der Besuch italienischer Flotteneinhesten in der britischen Mittelmeerfestung Malta ist dafür ein sichtbares Svmbol. Der britische Plan, auf den man sich in London nach fast einem Jahr des Verhandelns. Abwartens und Wiederverhandelns schließlich im Kern geeinigt hat. sieht zunächst die Entsendung zweier Kommissionen aus Vertretern kleinerer Mächte nach Spanien vor, hie dort die ausländischen Freiwilligen zählen, klassifizieren und ihren Abtransport vorbereiten sollen. Frankreich hat sich bereit erklärt, nach Eintreffen der Kommissionen in Spanien die Kontrolle an der Pnrenäengrenie wieder aufzunehmen, gleichzeitig soll die übrige Land- und Seekontrolle verstärkt werden. Wenn jedoch nach einem Monat der Abtransport der Freiwilliaen noch nicht begonnen haben sollte, will Frankreich für die Aufrecht- erbaltuno der Grenzkontrolle nur dann noch eine weitere Frist von zehn Tagen einräumen, falls Aussicht auf einen baldigen Beginn des Abtransports besteht Man sieht, es sind einigermaßen dehnbare Bestimmungen die Frankreich sich Vorbehalten hat. um die Rückkehr zur Nichteinmischungs- Politik feinem sowietrussischen Verbündeten und, dessen ParteilLufern in der französischen Volksfront Durch Gelbsterziehung zur Verkehrsgemeinschast. Reichspropagandaminisier Or. Goebbels eröffnet die Verkehrsunfattverhütungswoche. Berlin, 24. Juni. (DNB.) Reichsminister Dr. Goebbels hielt am Freitag über alle deutschen Sender zur Verkehrsunfalloerhütungsaktton vom 24. bis 30. Juni 1938 eine Rede, in der er folgendes ausführte: Meine deutschen Volksgenossen und Volksgenossinnen! Ich wende mich heute a n S i e alle zur Klärung und Lösung eines Problems, das eines der wichtigsten und folgenschwersten des modernen Zusammenlebens der Menschen überhaupt ist. Ich appelliere dabei mit allem Ernst und mit aller Eindringlichkeit an die Vernunft, an die Einsicht und vor allem an die Disziplin des ganzen deutschen Volkes. Jedermann in Deutschland muß sich klar darüber sein, daß dieser Appell der letzte ist. In Zukunft sollen diejenigen, die sich in dieser Frage leicht- ferttg oder böswillig den Pflichten eines wahren deutschen Staatsbürgers entziehen, unnachsichtig zur Rechenschaft gezogen werden und die Strenge des Gesetzes zu verspüren bekommen. Der moderne Verkehr hat gerade in den vergangenen fünf Jahren auf den Straßen und Plätzen unseres Landes einen Umfang angenommen, der, wirtschaftlich gesehen, außerordentlich erfteulich ist, der aber anderseits eine Unmenge von Schwierigkeiten und Problemen mit sich gebracht hat. Es ist nicht zu erwarten, daß diese Frage sich von selbst erledigt, da ja die Verkehrsentwicklung erfreulicherweise eine steigende und keinesfalls eine rückläufige ist und wir für die nächsten Jahre, vor allem, wenn einmal der Volkswagen unter die breiten Massen kommt, eine Verkehrsdichte,zu erwarten haben, die unsere heutigen Vorstellungen in jeder Beziehung bei weitem übertrifft. Dir haben uns deshalb entschlossen, eine groß- zügige und intensive Aufklärungsaktion im ganzen deutschen Volke zu veranstalten, deren Ziel und Zweck es ist, jeden Deutschen mil den allgemeinen Regeln des Verkehr? bekannt und vertraut, ihn dann aber auch die Innehaltung dieser Regeln zur strengen und harten. Pflicht zu machen. Ganz Deutschland wird in den kommenden acht Tagen im Zeichen dieser Aufklärungsaktion stehen. Sie soll eine der ver- hängnisvollsten Gefahren unseres modernen Zeitalters energisch zurückdämmen und unermeßliche Schäden, die der deutschen Volkskraft und dem deutschen Volksvermögen täglich und stündlich zugefügt werden, auf ein Mindestmaß herabschrauben. Wer macht sich überhaupt klar, daß im Durchschnitt jährlich zwölfmal mehr Menschen im Straßenverkehr verunglük- ken als im Bergwerk! 8000 Tote und 160 000 Verletzte sind die stummen oder blutenden Zeugen dieses furchtbaren Verhängnisses. Es handelt sich dabei meistens um Menschen in den b e ft e n und leistungsfähig st en Jahren. Es bedarf keiner Betonung, daß solche Verluste für I I I i ' Z Reichsminister Dr. Goebbels eröffnete am Freitagabend die vom 24. bis 30. Juni ftattfinbenbe Verkehrsunfall-Verhütungswoche mit einer Ansprache, die von allen deutschen Sendern übertragen wurde. Dabei wurde unser Bild ausgenommen: Hinter dem Minister sieht man als ersten (yon links) General D a l u e g e und als dritten Reichssendeleiter Hada- . m o v s k y. — (Scherl-Bilderdienst-M.) das deutsche Volk auf die Dauer unersetzbar und auch untragbar sind. Und ich muß deshalb in aller Form und Deutlichkeit erklären, daß die deutsche Staatsführung entschlossen ist der leichtfertigen und verantwortungslosen Auffassung über die Verkehrsunfälle mit dem heutigen Tage den erbarmungslose st en Kampf anzusagen. Die Statistik weist nach, daß 75 bis 80 Prozent aller Straßenunfälle auf Unachtsamkeit, Leichtsinn oder Rücksichtslosigkeit der daran Beteiligten zurückzuführen sind. ^Wer sich beispielsweise übermüdet oder nach überreichlichem Alkoholgenuß ans Steuer setzt, ist ein frivoler und gewissenloser Sünder an der Verkehrsgemeinschaft unseres Volkes. Ein Fußgänger, der sorglos und ohne sich umzusehen, die Fahrbahn beschreitet, handelt nicht nur rücksichtslos für sich, sondern auch an seinen Mitmenschen. Ein Radfahrer, der zu spät abstieg oder links einbiegt, gefährdet nicht nur fei eigenes, sondern auch das Leben feiner Mitmenschen. Es bedarf keiner Betonung, daß in diesen Fällen d e r Schuldige d i e härte st e Strafe des G e - s e tz e s verdient, und er wird sie von nun ab auch zu erwarten haben. Schuldig sind alle, die sich im Straßenverkehr unachtsam, leichtsinnig ober rücksichtslos bewegen, mögen es nun Fußgänger, Rad- fahrer, Kraftfahrer ober Fuhrwerkslenker fein. Aber nicht genug mit ben Schäden an Leib und Leben. Der Verlust an deutschem Volksvermögen, der burch Verkehrsunfälle verursacht wird, beläuft sich auf jährlich eine Milliarde Reichsmark. Es ist eine gebankenlose Torheit, bemgegenüber barauf zu verweisen, baß ber Schaden ja meistens durch Versicherung gedeckt sei. In Wirklichkeit wird $er Schaden dem B e - sitz und dem Vermögen unseres Vol- k e s zugefügt. Ebenso sinnlos ist es ztt behaupten, daß durch diese Unfälle sogar Arbeit beschafft werde. Der Unfall zerstört den Sachwert. Ein tödlicher Verkehrsunfall raubt dem Volke einen meist wertvollen Menschen, mit anderen Worten: eine Kraft, die sich überhaupt nicht in Zahlen umrechnen läßt. 3 u m letzten Male trete ich deshalb mit dieser eindringlichen Mahnung vor die deutsche Oefsentlichkeit. Es muß und wird uns gelingen, die im deutschen Verkehrsleben eingerissenen chaotischen Zustände schnellstens und radikal zu beseitigen. Ich verkenne dabei durchaus nicht die Schwierigkeiten. Aber wir Nationalsozialisten werden auch mit dieser Frage fertig werden. Unser Appell ergeht deshalh an alle: hart und ohne Nachsicht wird jetzt durch- durch die Aussicht auf eine baldige Wiedereröffnung der Grenze nach dem in Paris und Moskau wohl erwarteten Scheitern des eben eingefädelten Experiments schmackhaft zu machen. Die Sowjetunion hat mit allen Mitteln versucht, eine Einigung in London zu hintertreiben, sie hat es auch bis zur Stunde noch abgelehnt, sich an der recht kostspieligen Finanzierung des englischen Plans zu beteiligen mit der ebenso dreisten wie verlogenen Begründung, es befänden sich keine sowjetrussischen Staatsangehörigen unter den Freiwilligen. Nur mit größter Mühe ist es den Franzosen gelungen, ihre Verbündeten wenigstens zur Aufgabe ihres Widerstandes gegen den britischen Plan als solchen zu überreden. Frankreich stand dabei einmal unter dem Druck Englands, das im Interesse des baldigen Inkrafttretens der römischen Vereinbarungen diesen Freundschaftsdienst von seinem französischen Bundesgenossen forderte, zum andern sprach bei dieser Politik Frankreichs der Wunsch sehr lebhaft mit, selber wieder mit Italien in ein Gespräch zu kommen, das durch die immer hemmungsloser betriebenen Waffentransporte über die Pyrenäengrenze und die sehr eindeutige Erwiderung Mussolinis darauf in seiner Genueser Rede bis heute unterbrochen worden ist. Der englische Plan hat als ein Kompromiß sehr auseinandergehender Wünsche naturgemäß mehrere Haken. So erfordert die Durchführung der Aufgabe der beiden Kommissionen die Zustimmung der beiden kriegführenden Parteien in Spanien. Es :ft anzunehmen, daß die Sowjets ebenso wie die Radikalen der französischen Volksfront in Barcelona und Valencia nicht gerade zum Guten reden werden. Leon Blum, der Führer der französischen Sozialdemokraten, hat schon ‘angebeutet, daß ihm und seinen Leuten an einem englisch-italienischen Ausgleich nichts gelegen sei und sie deshalb auch nichts von dem Londoner Plan hielten. Die Opposition in England denkt nicht anders. Chamberlain hat von den Bänken der Labourpartei wie von Lloyd George und feinem Häuflein unentwegter Liberaler die heftigsten Vorwürfe zu hören bekommen, weil er sich geweigert hat, die Linie der Nichteinmischungspolitik zu verlassen und England der Katastrophe eines allgemeinen Krieges auszusetzen wegen einer Handvoll rücksichtsloser Geschäftemacher, die trotz der wiederholten Warnungen des Premierministers die Waffenlieferungen nach den rotspanischen Häfen fortsetzen und dabei in die Sperre der nationalen Luftwaffe und Marine geraten. Chamberlains schneidige Abwehr der vor allem auf außenpolitischem Gebiet und hier besonders in der Spanienfrage immer wieder vorgetragenen Attacken der Opposition zeigt ebenso wie die Andeutung des Schatzkanzlers, Sir John Simon, England müsse demnächst mit Parlamentswahlen rechnen, daß Chamberlain sich stark genug fühlt, den Kampf mit der Opposition aufzunehmen und auf Klärung zu drängen, ob das Land seine auf eine allmähliche Ausschaltung aller Momente der Unsicherheit und der Unruhe hinzielende Außenpolitik billigt oder den Kriegsschreiern auf der Linken und äußersten Rechten lieber folgen will. Die Ausbootung Edens, dessen doktrinäre Sanktionspolitik England in eine Sackgasse geführt hatte, scheint die von Chamberlain gewünschte Klärung noch nicht gebracht zu haben. Eden hält sich zwar im Unterhaus noch zurück, aber im Lande spricht er in konservativen Versammlungen und beweist, daß er seit seinem Sturz noch nichts dazugelernt bat, aber es scheint, als ob aus allen Parteien sich Unzufriedene sammeln, denen Chamberlains Außenpolitik zu elastisch ist und die dem Premier nur dann Beifall zollen, wenn er neue Rüstungen ankündigt, was allerdings im Zeichen des riesigen tatsächlich beispiellosen und immer wieder erweiterten Aufrüstungsprogramms heutzutage in England keine Seltenheit ist. Die Aufrüstung ist auch die Klammer, die i n Frankreich die sonst so brüchige Regierungsmehrheit und weit darüber hinaus das ganze Parlament zusammenhält, so sehr sonst die Ansichten außen- wie innerpolitisch aufeinanderplatzen, sei es in der Frage der Finanzen, der Sozialreform oder im Spanienkonflikt und in der Politik gegenüber Italien. Doch Daladier hat es besser als Chamberlain, eine ungebärdige Opposition zum Schweigen zu bringen. Er hat ausreichende finanzpolitische Vollmachten durchgedrückt und die Kammer bis zum Herbst in die Ferien geschickt. So hat er auch freiere Hand, in der spanischen Frage den Wünschen Englands zu entsprechen und an der Pyrenäengrenze die Kontrolle wieder aufzunehmen. Vielleicht wird damit nun endlich dem skandalösen Zustand ein Ende gemacht, daß nicht nur Kriegsmaterial aller Art in denkbar größtem Umfang den Roten zugeleitet wird, sondern auch auf der Flucht vor den Truppen Francos auf französisches Gebiet Übergetretene rote Kontingente wieder an die sowjetspanische Front zurückbefördert werden, statt interniert zu werden. Der englische Plan kann überhaupt nur in Kraft gesetzt werden, geschweige denn funftionieren, wenn alle Beteiligten den Willen haben, eine aufrichtige Politik der Nichteinmischung zu verfolgen. Nur dann aber kann auch die spanische Frage als Hauptgefahrenpunkt des europäischen Friedens isoliert werden. Wenn von Paris und London aus der Gedanke eines Waffenstillstands in die Debatte geworfen wi,rd, so würde ein solcher Vorschlag, sollte ihn eine der Mächte sich zu eigen machen, eine unmögliche Zumutung für Franco bedeuten, der hoffen darf, Spanien in absehbarer Zeit von den bolschewistischen Horden zu säubern, wenn diese nur ohne Hilfe von außen bleiben, was der britische Plan ja sicherstellen soll. Er kann daher von einem Waffenstillstand nichts erwarten, zumal ein nationales Spanien die völlige Ausrottung des Bolschewismus voraussetzt. Die Roten dagegen können von einem Waffenstillstand eine Atempause erhoffen, die ihnen Gelegenheit gibt, sich neu zu organisieren und auszurüsten. Dieser Vorschlag würde also weder unparteiisch sein noch die Herstellung des Friedens fördern. Nur die strikte Nichteinmischungspolitik, zu der jetzt also ein neuer Anlauf genommen wird, kann, wenn auch Moskau und Frankreich zu ihrer Beachtung gezwungen werden, dem spanischen Volke den inneren Frieden wiedergeben und damit die Grundlagen für den Aufbau eines neuen starken nationalen Spaniens sichern. Dr. Fr. W. Lange. gegriffen, bis die Anfälle im Straßenverkehr auf das unvermeidbare Maß zurückgeführt find. In gewissen Kreisen wird die Auffassung vertreten, daß die von den Verkehrsgerichten verhängten Strafen so eine Art von Kavalierstrafen seien, deren man sich nicht zu schämen braucht. Wir werden diese Auffassung nicht mehr dulden, und das deutsche Volk wird uns dabei helfen, sie durch eine Auffassung zu ersetzen, die dem Gebot unserer nationalsozialistischen Gemeinschaft mehr gerecht wird als diese. Ein Verkehrsteilnehmer, der durch Unachtsamkeit, Leichtsinn oder Rücksichtslosigkeit ein Menschenleben vernichtet, ist ein frivoler Verbrecher; er kann sich nicht darauf herausreden, daß er bei seinem Vorgehen keine böfe' Absicht gehabt habe. Schließlich und endlich hat der Getötete ja nichts davon, ob er mit oder ohne Absicht sein Leben verliert. Das hat auch gar nichts mit sportlichem Ehrgeiz zu tun. Der sportliche Ehrgeiz soll sich auf Rennbahnen betätigen. Und ein Zeitgewinn von drei oder fünf Minuten spieU auch keine hinreichende Entschuldigung für die Vernichtung eines Menschenlebens. Wenn wir nun mit allen uns zu Gebote stehenden Mitteln der Ueberhandnahme der Verkehrsunsälle entgegentreten wollen, so halten wir es für notwendig vorerst eine großzügige und bis zum letzten Mann vordringende Aufklärung des deutschen Volkes über die Probleme des modernen Verkehrs vorzunehmen. Jeder deutsche Volksgenosse, ob Fußgänger, Radfahrer, Kraftfahrer oder Kutscher, wird in diesen Tagen ein Blatt in die Hand bekommen, das ihn über die zehn wichtig- ff en Pflichten im Straßenverkehr, die ihn selbst angehen, unterrichtet. Jeder Der- kehrsteilnehmer ist in seinem eigenen Interesse gehalten, diese zehn Gebote genauestens durchzustudieren und sie sich im Straßenverkehr immer vor Augen und gegenwärtig zu halten. Die Aufklärungsaktion dauert acht Tage. Sie wendet sich an das ganze deutsche Volk. Es wird danach keine Entschuldigung mehr geben, daß der Verkehrssünder über die Verkehrsregeln nicht Bescheid gewußt habe. Die Staatsführung hat dann das ihre getan. Damit sicht jeder Verkehrsteilnehmer unter seiner eigenen Verantwortung. Wer in Zukunft durch Unachtsamkeit, Leichtsinn oder Rücksichtslosigkeit einen Verkehrsunfall verschuldet, der hat nicht mehr auf Gnade und Rachsicht zu rechnen, den trifft die ganze Härte des Gesetzes. Darum appelliere ich an das deutsche Volk in seiner Gesamtheit. Es ist unseres Kulturstandes und unserer in der ganzen Welt bekannten nationalsozialistischen Disziplin unwürdig, weiterhin einen Zustand zu dulden, der so verheerende Auswirkungen nach sich zieht, den mir aber andererseits zweifellos durch Disziplin und öffentliche Zucht beseitigen können. Das deutsche Volk wird Einsicht und Vernunft genug besitzen, diese Aufgabe der Selbsterziehung tatkräftige in Angriff zu nehmen. Verkehrsgemeinschaft ist ein Stück Volksgemeinschaft. Der anständige Deutsche fügt sich dem Gebot der Gemeinschaft gerne und freiwillig. Wer sich ihm aber entzieht, der wird zur Disziplin und Verantwortung mit den gebotenen Mitteln gezwungen werden. In diesem Sinne eröffne ich die große deutsche Aufklärunaswoche zur Derkehrsunfallverhütung. tttöge sie das Ergebnis zeitigen, daß wir Deutschen auch auf diesem, wie auf vielen anderen Gebieten der Welt ein Beispiel geben! Deutschland in der Gportfliegerei. Die Fsdsration Aeronautique Internationale tagt in Berlin. Berlin, 24. Juni. (DNB.) Die vom 23. bis 29. Juni in Berlin abgehaltene 38. Konferenz der Federation Aeronautique Internationale, der 35 Nationen aus allen Erdteilen angehören, wurde im Festsaal des Hauses der Flieger eröffnet. Der Präsident des Aeroklubs von Deutschland und Vize- präftdent der FAI, Wolfgang von Gronau, gab einen kurzen Rückblick auf die Tätigkeit der FAI. Der Korpsgeist der Flieger reiche sich über die Länder hinweg die Hände in dem Bestreben, dem Flugzeug das zu geben, was es zu seiner Entwicklung braucht: die Freiheit der Luft! Staatssekretär der Luftfahrt General der Flieger Milch betonte, daß die FAI Außerordentliches für die Luftfahrt und damit für die persönlichen Beziehungen unter den Völkern geleistet habe. Er wünschte, daß die Sportluftfahrt den beschrittenen Weg mit Erfolg weiter fortsetze und die Jugend in aller Welt im sportlichen Wettkampf zusammenführe. Der Präsident der F£d6ration Aeronautique Internationale, Prinz Bibesco, dankte für den freundlichen Empfang. Seine Anerkennung sprach der Präsident dann der wunderbaren Maschine von Focke, dem Hubschrauber, aus, mit dem die Fliegerin Hanna Reitsch und der Flieger Rolfs bedeutende internationale Rekorde erzielten. Auch dem Vater des Menschenfluges, Otto Lilienthal, galten ehrende Worte des Gedenkens. ♦ Mittags waren die Delegierten im Haus der Flieger Gäste des Generalfeldmarschalls Göring. Neben der Generalität der Luftwaffe und den Amtschefs des Reichsluftfahrtministeriums nahmen die Luftattachös der ausländischen Mächte an dem Empfang teil. Generalfeldmarschall Goring gab seiner Ueberzeugung Ausdruck, daß die FAI auch auf der jetzigen Tagung fruchtbare Arbett zum Nutzen der Sportfliegerei leisten werde; ihre Betätigung auf dem Gebiet der Anerkennung internationaler Flugrekorde verdiene größte Beachtung. Generalfeldmarschall Göring wies dann auf die hohe Bedeutung hin, die solchen Re- korden im Hinblick auf die Forderung des flugtechnischen Fortschrittes und die Steigerung der fliegerischen Leistungen zukomme, und betonte feine Freude darüber, daß die deutsche Luftfahrt gerade in der letzten Zeit bei der Aufstellung neuer höchst- leistungen in hervorragendem Maße beteiligt war. „Ihr seid die großen Idealisten des Führers!" Oer Siellvertreier des Führers, Reichsminister Heß, spricht auf der Schlußkundgebung der Westmarkfahrt der Alten Garde am Deutschen Eck in Koblenz. K o b l e n z, 25. Juni. (DNB.) Am Freitagabend waren sämtliche Gliederungen der Bewegung mit zahlreichen Ehrengästen aus Partei, Staat und Wehrmacht am Deutschen Eck versammelt, um in einer großen Schlußkundgebung den Ausklang der Westmarkfahrt der Alten Garde zu erleben. Rings um das Deutsche Eck stellte sich ein Spalier von Fackeln. Don Jubel begrüßt, erschien der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, geleitet von Reichsorganisationsleiter Dr. Ley und Gauleiter Staatsrat Simon, und begleitet von den Reichsleitern D a r r 6 und hierl, dem Reichsminister Rust und dem italienischen Unterrichts- minifter Bottai, die an der Kölner Universitats- feier teilgenommen hatten, und zahlreichen Gauleitern. Reichsorganisationsleiter Dr. L e y erinnerte seine alten Mitkämpfer daran, daß er ihnen bereits in Trier erklärt habe, daß sie den Dank finden mürben, den das Volk der Westmark ihnen als den Repräsentanten Adolf Hitlers entgegenbringen werde. Diese Fahrt, die ursprünglich als schlichte einfache KdF.-Fahrt für die Alte Garde gedacht war, ist nunmehr zu einer Angelegenheit der ganzen Nation geworden. Es ist euch, Männer der Alten Garde, zu einem Erlebnis geworden, das ihr nach Hause tragt. Ebenso aber ist es für alle Menschen dieses Gaues ein Erlebnis geworden, das man nicht mit dem Verstand errechnen kann, das aber vom Herzen zum Herzen spricht, hier spricht Adolf Hitler durch euch zum Volke an der Mosel und am Rhein. Das war das Erlebnis dieser Tage. — Dann dankte Dr. Ley noch einmal den Männern der Alten Garde, deren Westmarkfahrt kein Vergnügen nach bürgerlichen Begriffen, sondern harter Dienst war, für ihre Disziplin, ihren Gehorsam, ihre Freudigkeit und ihre frohen Herzen. Er dankte zugleich dem Volk, dem Gau und allen, die zu dem Gelingen dieser Fahrt beigetragen haben. „Es war ein unendlich schwerer Kamps." Rudolf Sc» führte dann aus, daß die diesjährige Fahrt der Alten Garde deshalb doppelt schön und ftoh gewesen sei, weil sie durch ein Land geführt habe, das glücklich sei, daß es wieder ein freies Land ist. Daß wir aber wieder am freien Rhein stehen können, daß unser Volk bereit ist, die Freiheit seines ganzen geliebten Deutschlands leidenschaftlich zu verteidigen, das dankt unsere Nation nächst dem Führer den alten Kämpfern! (Stürmische Heil-Rufe.) Sie waren es, die in den schwersten Zeiten, als die Mehrheit unseres Volkes in dump- fer Hoffnungslosigkeit versank ober gar mithalf, jede Regung zur Freiheit zu unterdrücken, sie waren es, die damals gerungen haben um die Seele unseres Volkes! Noch nie mar ein Volk in so schrnere Ketten gelegt, in scheinbar so unlösbare Ketten wie bas deutsche Volk 1918 vis 1933. Denn noch fein Vertrag der Weltgeschichte ging so bewußt darauf aus, alle fiebensgrunblagen eines Volkes zu zerstören, wie der Versailler Bertrag. Zugleich waren noch nie in einem Volke so viele Aufpasser ftemder Sklavenhalter wie damals im Nachkriegsdeutschland. Welch endlose Reihe von Sondergesetzen, Verboten, Knebelungen haben sie gegen diejenigen geschaffen, von denen sie wußten, daß sie die Wahrheit unter das Volk bringen: gegen den Führer und gegen euch, alte Gefolgsmänner des Führers. Es war ei n unendlich schwerer Kampf! Wie schwer er war, weiß nur der, der ihn selbst miterlebte. Nur der alte Kämpfer we"iß, wieviel Opfer, wieviel Hingabe, wieviel Härte, wieviel Zähigkeit mit diesem Kampf verbunden waren. Ihr habt es auf euch genommen, alte Kämpfer, als Phantasten, als Verbrecher zu gelten! Ihr habt gehungert mit euren Familien, ihr habt dem Tod ins Auge gesehen. Ihr standet am Grabe der ermordeten Kameraden und wart euch bewußt, daß jeden Tag auch euch das gleiche Los treffen konnte — aber nachgegeben habt i h r nicht! (Jubelnder Beifall.) Jhr, alle Kämpfer, ihr seid die großen Idealisten des Führers. Ihr wuhlel einst nicht, ob ihr noch vor der Mitwelt ge- rechlfertigl würdet. Aber nun seid ihr gerecht- • fertigt! Ihr wurdet gerechtfertigt wie kaum je Menschen, die für eine große Sache stritten! Wir haben einst als Rufer des Führers das „Deutschland erwache!" hinausgeschrien, heute ist Deutschland wach! Deutschland ist hellwach! Ihr, die ihr es einst mit wachgerufen, ihr seid heute Deutschlands stolzeste Gemeinschaft, eine Gemeinschaft unserer jungen Traditton. Die Alte Garde, das ist ein fester Begriff im deutschen Volke: Ein Begriff für fanatischen Glauben, unwandelbare Treue und kampferprobte Kameradschaft. Ihr tragt den Geist der Kampfzeit weiter, ihr zeigt der Wett: Wir find zu jeder Stunde einsatzbereit, morgen, übermorgen und immerdar! Wir lassen nicht nach im Kampf für unsere Ideale, und wir bleiben Kernmannschaft nationalsozialistischer Tradition! Wir wissen, daß wir alles, was mir sind, der großen Kameradschaft der Bewegung verdanken, zu der uns der Führer zusammengeschmiedet hat, und das ganze deutsche Volk weiß, daß wir nicht im Geist der Büros, der Geheimdiplomatte oder der Aktenweisheit unsere Arbeit tun, sondern daß wir sie tun im volksnahen, lebendigen, u n • verfälschten Geist des Nationalsozialismus. Wir haben unsere Schwungkraft nicht verloren, und wir werden sie nicht verlieren. Indem er außenpolitische Fragen streifte, führte Rudolf Heß aus: Wir predigen nicht nur Vernunft und Frieden, sondern wir handeln vernünftig und erhalten den Frieden! Die Freundschaft, die Deutschland und Italien verbindet, ist ein Garant des Friedens. (Stürmische Zustimmung.) Wir haben das Unfrige getan dazu, daß wir an dieser Grenze hier mit dem französischen Volke keine Probleme zu bereinigen haben und das französische Volk nicht mit uns. Das deutsche Volk kennt* sinnlosen haß so wenig, wie es Revanche wünscht. Es verlangt selbstverständlich die Rechte, die ihm gebühren als einer Kulturnation von mehr als 75 Millionen. Die Alte Garde und die Zchntausende, die der Kundgebung beiwohnten, stimmten jubelnd in das Sieg-Heil! auf den Führer und das durch ihn neu« geschaffene Deutschland ein. Während die Lieder der Nation erklingen, lodern auf den höhen ringsum, auf der Feste Ehrenbreitstein und am Denkmal rote Feuerbrände auf. heulend schießen Feuer- säulen empor und streuen Gold- und Silberfluten auf den Himmel. Oie Neutralität der Schweiz. Ein Element zur Sicherung des europäischen Friedens. Deutsch-schweizerischer Notenwechsel Berlin, 24. Juni. (DNB.) Bekanntlich hat die schweizerische Regierung den Völkerbund s r a t während seiner letzten Sitzung im April zu einem Beschluß veranlaßt, der die Sckweiz von der Teilnahme an der Durchführung der Sanktivnsbestimmungen befreit. Die schweizerische Regierung hat von diesem Beschluß des Völkerbundsrates dem Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop mit der nachstehend veröffentlichten Note vorn 20. Mai Mitteilung gemacht: „Wie Euere Exzellenz wissen, ist die Schweiz ständig von dem Bestreben beseelt, die Neutralitäts- polittk, von der sie sich seit mehr als vier Jahrhunderten leiten läßt, weiterzuführen und die in den Verträgen von 1815 in dieser Beziehung enthaltenen Verpflichtungen auf das genaueste einzuhalten. Der Bundesbeschluß vom 5. März 1920 betreffend den Beitritt der Schweiz zum Völkerbund, der am 16. Mai gleichen Jahres durch eine Volksabstimmung angenommen worden ist, wurde erst gefaßt, nachdem der Völkerbundsrat in seiner Erklärung von London vom 13. Februar 1920 feierlich erklärt hatte, daß die immerwährende Neutralität der Schweiz als internationale Verpflichtung für die Erhaltung des Friedens mit keiner Bestimmung des Völkerbundspaktes unvereinbar fei. Die Londoner Erklärung stellt ausdrücklich fest, daß die Schweiz nicht verpflichtet fei, an milllärifchenAnternehmun- gen teilzunehmen oder den D u r ch z u g fremder Truppen oder die Vorbereitung militärischer Unternehmungen auf ihrem Gebiete zu dulden. Dagegen enthält sie keine Befreiung von der Teilnahme an den im Artikel 16 des Völkerbundspaktes vorgesehenen wirtschaftlichen und finanziellen Maßnahmen. Da die Erfahrung gezeigt hat, wie unsicher die Unterscheidung ist, die man im Jahre 1920 zwischen den verschiedenen in dem erwähnten Artikel vorgesehenen Maßnahmen glaubte machen zu können, hckt der Bundesrat am 29. April 1938 dem Völkerbundsrat ein Memorandum überreicht, von dem ich Gelegenheit hatte, dem Auswärtigen Amt in offiziöser Weise Kenntnis zu geben und durch das die Absicht der Schweiz angekündigt wurde, angesichts ihrer immerwährenden Neutralität in keiner Weise mehr an der Anwendung der Sankklonsbestim- mungen des Völkerbundspaktes tellzunehmen. Der Völkerbundsrat hat am 14. Mai eine Resolution gefaßt, die von dieser Absicht Kenntnis nimmt und erklärt, daß die Schweiz nicht aufgefordert werden wird, an Sanktionen teilzunehmen. Die Schweizerische Eidgenossenschaft ist somit von feder Verpflichtung entbunden, woraus sich ein Zweifel über ihren unerschütterlichen Willen, unter allen Umstanden neutral zu bleiben, ergeben könnte. Indem ich die Ehre habe, Ihnen, Herr Reichs- Minister, vorn Vorstehenden im Auftrage meiner Regierung Mitteilung zu machen, benutze ich den Anlaß, Eurer Exzellenz meiner ausgezeichnetsten Hochachtung zu versichern." Diese Note ist deutscherseits mit der nachstehenden Note beantwortet worden, die der Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop dem schweizerischen Gesandten Frö- l i ch e r am 21. Juni überreicht hat: „Mit Note vom 20. Mai d. I. hat Ihr Herr Amtsvorgänger mir davon Mitteilung gemacht, daß die Schweiz in dem Bestreben, ihre traditionelle Neutralitätspolitik weiterzuführen und die sich daraus ergebenden Verpflichtungen auf das genaueste einzuhalten, den Völkerbundsrat zu einem Beschluß veranlaßt habe, der die Schweiz von jeder Verpflichtung entbinde, an der Anwendung der Sanktionsbestimmungen des Völkerbundspaktes t-ilzu- nehmen. Namens der deutschen Regierung habe ich die Ehre, Ihnen hierauf folgendes zu erwidern: Die deutsche Regierung hat mit großem In- teresse davon Kenntnis genommen, daß es den Bemühungen der schweizerischen- Regierung gelungen ist, sich von Verpflichtungen zu befreien, die in der Tat geeignet waren, die Neutralität der Schweiz zu gefährden. Die deutsche Regierung begrüßt dieses Ergebnis, weil sie in der unbedingten Aufrechterhaltung der Neutralität der Schweiz ein wichtiges Element für die Sicherung des europäischen Friedens sieht. Die schweizerische Regierung kann deshalb überzeugt sein, daß der von ihr fetzt erneut bekundete Dille zur Neutralität bei * der deutschen Regierung jederzeit den entsprechenden Willen finden wird, diese Neutralität anzuerkennen und zu achten. Ich brauche nur auf die der schweizerischen Regierung bekannten Verlautbarungen zu verweisen, in denen die deutsche Regierung ihren Standpunkt in dieser Beziehung bereits in aller Klarheit zum Ausdruck gebracht hat." Ein entsprechender Notenwechsel hat gleichzeitig zwischen der italienischen und der schweizerischen Regierung stattgefunden. Große Befriedigung in der Schweiz. Basel, 24. Juni. fEuropapreß.) Der Notenwechsel zwischen Deutschland und der Schweiz einerseits und zwischen Italien und der Schweiz andererseits über die Bestätigung der Neutraliät der Schweiz durch Deutschland und Italien wird in schweizerischen Kreisen mit größter Befriedigung aufgenommen. Der Berner Berichterstatter der „Basler Nachrichten" spricht von einer hoch erfreulichen Nachricht. „So steht erneut fest, daß man unsere Neutralität rund um uns herum als einen Friedensfaktor anzuerkennen gedenkt und zu wahren gewillt ist, und dieser Wille wird um so eher Tat werden und bleiben, wenn man allenthalben weiß, daß wir fest entschlossen sind, mit allen unseren Nachbarn gute Freundschaft zu halten. In diesem Sinne verzeichnen wir die Erklärungen aus Rom und Berlin, wie im Vormonat diejenigen aus Genf, als einen Beitrag zur Friedenserhaltung, der gute Früchte bringen möge." Die „Neue Zürcher Zeitung" schreibt, die Noten aus Berlin und Rom begnügten sich nicht mit her bloßen Kenntnisnahme, auch nicht mit dem Ausdruck der Befriedigung, sondern fügten die Erklärung bei, jederzeit die schweizerische Neutralität anerkennen und respektieren zu wollen. Das Schweizer Volk möge aus Inhalt und Form der beiden Noten auch erkennen, wie gut seine Regierung beraten gewesen sei, als sie mit Nachdruck die Pflicht zu guten und freund- s cha ftlichen Beziehungen zu allen Staaten, vor allem z u den angrenzen Mächten, betont habe. Nicht zuletzt fei auch bedeutungsvoll der Zeitpunkt, in dem die deutsche und die italienische Bekräftigung der schweizerischen Neutralität erfolgt sei, nämlich roenige Monate nach dem Anschluß Oesterreichs an das Deutsche Reich. Dieses Ereignis, das für die Schweiz in mancher Hinsicht eine neue Lage geschaffen habe, sei somit durch die deutsche und die italienische Einschätzung der schweizerischen Neutralität und die Unabhängigkeit in keiner Weise tangiert Politik der guten Nachbarschaft. Der Notenaustausch zwischen der schweizerischen und der deutschen Regierung ist um so mehr zu begrüßen, als das Reich in der Durchführung der strikten Neutralität der Schweiz einen wichtigen Faktor für den europäischen Frieden erblickt. Als am 23. Februar 1937 der frühere Bundesrat Schultheß den Führer besuchte, erklärte ihm dieser: „Der Bestand her Schweiz ist eine europäische Notwendigkeit. Wir wünschen mit ihr als gute Nachbarn zu leben und uns mit ihr in allen Dingen loyal zu verständigen. Als ich in meiner jüngsten Reichstagsrede van der Neutralität zweier Länder sprach, habe ich die Schweiz absichtlich nicht erwähnt, weil ihre hergebrachte und auch van uns immer anerkannte Neutralität nicht in Frage steht. Wir werden zu jeder Zeit die Unverletzlichkeit her schweizerischen Neutralität anerkennen." Gerade damals war infolge der Sanktionen gegen Italien, an denen sich die Schweiz als Mitglied der Genfer Liga, wenn auch widerstrebend beteiligen mußte, im Schweizer Volke eine Bewegung entstanden, hie barauf hinauslief, sichvon hem Sanktionsartikel her Genfer Satzung z u befreien. Am 1. August 1937, dem Schweizer Nationalfeiertag, erließ Dunbespräsident Motta eine Botschaft, in der er festellte, daß die schmerzliche Erfahrung — verneint ist der Sanktionskrieg gegen Italien — die Unterscheidung zwischen theoretischer und praktischer Neutralität im Anprall der Wirklichkeiten nicht mehr zuließ; die Kreistag der NSDAP. Weiterau Gießen-Friedberg 2S.und 26.Iuni Schweiz sei daher entschlossen, künftighin „allein und souverän" die Frage über die Gestaltung ihrer Neutralität zu entscheiden. Eine Erklärung Mottas am 10. Oktober 1935 in der G-rnser Vollversammlung war bereits von derselben Einsicht getragen: „Wir halten uns nicht zu Sanktionen verpflichtet, die durch ihre Natur und ihre Auswirkungen unsere Neutralität einer wirklichen Gefahr, die wir im Vollbesitz unserer Souveränität abzuschätzen haben, aussetzen würden." Uebrigens hatte der Schweizer Bundesrat schon am 4. August 1919 Einwendungen gemacht, da Genf als Sitz der Liga im Kriegsfälle leicht Gegenstand von Angriffen aus der Luft fein könnte, sei es, daß der Gegner „bie dortige Organisation stören oder durch die Evakuation der dortigen Organe des Völkerbundes dessen Ansehen einen Schlag zu versetzen" wünsche. Als im Jahre 1920 die Schweiz der Genfer Liga beitrat, geschah es, wie der Beschluß des Bundesrates vom 5. März verkündete, „im Vertrauen darauf, daß der jetzige Völkerbund sich in nicht ferner Zeit zu einem allgemeinen Völkerbund erweitere". Es kam ganz anders, und der Sanktionskampf gegen Italien drängte zur Lösung von dem Kern der Genfer Satzung, dem Artikel 16. Am 21. April 1938 richtete der Bundesrat eine Note an die Genfer Liga, die feststellte, daß „aus der bisherigen unbedingten eine abgeschwächte, Neutralität der Schweiz geworden" sei, daß aber alle Schweizer die Rückkehr zur unbedingten Neutralität forderten. Am 14. Mai kam es in Genf darüber zur Aussprache, bei der Bundesrat Motta erklärte, die Schweiz habe auch „weiterhin den Willen, mit allen in ihrer Macht stehenden Mitteln ihren Boden und ihren Luftraum zu verteidigen", aber eine Beteiligung an militärischen oder wirtschaftlichen Sanktionen lehnte er rundweg ab. Darauf gab der Rat bekannt, er nehme „von der Absicht der Schweiz, die sich auf ihre ewige Neutralität beruft, Kenntnis, in keiner Weise mehr an den im Völkerbundspakt vorgesehenen Sanktionen teilzunehmen, und erklärt, daß sie nicht mehr einaeladen werden wird, sich an denselben zu beteiligen . Damit ist die Schweiz aus den Fängen des Artikels 16 entlassen worden und die Regierung der Eidgenossenschaft hat diese erfreuliche Tatfache nun auch ihren beiden großen Nachbarn, die nicht der Genfer Liga angehören, Deutschland und Italien, notifiziert. Der deutsch-schweizerische Notenwechsel bestätigt die Politik der guten Nachbarschaft und die Achtung der neutralen Stellung der Schweiz, die Deutschland als wesentlichen Faktor des europäischen Friedens ansieht. rt. Oie Schweizer Dundesfinanzreform durch Zufallsmehrheit abgelehnt. Basel, 24. duni. (Europapreß.) Die Sondertagung der eidgenössischen Räte hat einen überraschenden Abschluß gefunden. Der Nationalrat hat die Bundesfinanzreform mit einer Zufallsmehrheit von einer Stimme verworfen. Die Vorarbeiten zu dem Reformwerk haben nicht weniger als vier Jahre gedauert. Die Enttäuschung ist in der schweizerischen Öffentlichkeit allgemein. Die „Basler Nachrichten" führen das „blamable Resultat" auf den Mangel an Zielklarheit bei Regierung und Parlament sowie auf die vielen Konzessionen zurück, die man der Linken gemacht habe. Es fehlt auch nicht an Kritiken am demokratisch-parlamentarischen Betrieb. So kritisiert das Blatt besonders, daß viele Volksvertreter ihre Pflicht nicht übermäßig ernst genommen hätten. Erst hätten sie geschimpft, und wenn sie dann für ihren Standpunkt einstehen sollten, durch Abwesenheit geglänzt. Sogar die „Basler Nationalzeitung" muß feststellen, daß das Parlament, das wichtigste repräsentative Organ der Demokratie, versagt habe. Im übrigen sind sich die Blätter darin einig, daß nun wohl nichts anderes übrig bleiben werde, als das Fiskal - N o t r e ch t um ein bis zwei Jahre zu verlängern. Vertreter des Bundes der polen bei Reichsminister Dr. Krick. Berlin, 24. Juni. (DNB.) Reichsminister Dr. Frick empfing heute die Vertreter des Bundes der Polen, Pfarrer Dr. Domanski. Dr. Kaczmarek, Dr. v. Openkowski, zu einer längeren Aussprache über die Lage der polnischen Volksgruppe in Deutschland. Nachdem die polnischen Wünsche im einzelnen besprochen wurden, konnte der Minister feststellen, daß die deutschen Staatsangehörigen polnischen Volkstums in vollem Umfang an dem wirtschaftlichen Aufstieg Deutschlands teilnehmen und im Rahmen der bestehenden Gesetze des vollen Schutzes des Staates teilhaftig werden. Der Minister gab der Hoffnung Ausdruck, daß eine engere Zusammenarbeit der beiden großen Völker auch die Grundlagen für eine gedeihliche Entwicklung der beiderseitigen Volksgruppen schaffen möge. Keine amerikanischen Kriegsschiffbauten über 35 000 Tonnen. Washington, 25. Juni. (Europapreß.) Präsident Roosevelt hatte eine Besprechung mit Admiral Leahy, dem Chef der Operationsabteilung der amerikanischen Flotte. Beim Verlassen des Weißen Hauses, erklärte der Admiral, die Wasserverdrängung der vier großen amerikanischen Schlachtschiffe, deren Bau bevorstünde, würde aller Voraussicht nach 35 000 Tonnen betragen. Damit seien alle Gerüchte hinfällig, wonach die Vereinigten Staaten die Absicht hätten. Schlachtschiffe über 35 000 Tonnen zu bauen. liege Tätigkeit der japanischen Luftwaffe. Schanghai, 24. Juni. (Europapreß.) Die japanische Marinelustwaffe hat am Freitag am Jangtse oberhalb Ankings chinesische Truppen- konzentrotionen und Befestigungen an beiden Ufern bombardiert. Verschiedene chinesische Minenlegboote, die in diesem Jangtseabschnitt operierten, wurden in der Nähe von Kiukiang gezwungen, auf Strand zu laufen. In der Provinz F u k i e n griffen die japanischen Flugzeuge eine große Pulverfabrik bei Futschau und ein chinesisches Marinearsenal bei Mämoi, fünf Meilen unterhalb Futschau, an. Außerdem ist das Bahnhofsgebäude der Hafenstadt S w a t a u in der Provinz Kwantung durch' Bombenflugzeuge angegriffen worden, wobei, wie gemeldet wird, beträchtlicher Schaden angerichtet worden fein soll. Der Wtemmischuligsausschuß beriet Oie Finanzfrage. London, 24. Juni. (Europapreß.) Der Nichteinmischungsausschuß trat am Freitagvormittag unter dem Vorsitz von Lord Plymouth wieder zusammen. Auf der Tagesordnung stand die Finanzierung der Durchführung des englischen Planes bzw. die Weigerung Sowjetruß- lands, zu den Kosten des Abtransportes der Freiwilligen einen Zuschuß zu leisten. Daneben gab es im Zusammenhang mit der Kontrollfrage auch noch kleinere Meinungsverschiedenheiten. Hierzu gehört die Frage der Kosten für die Einrichtung von „Nichteinmischungsposten" in acht spanischen Häfen und die laufende Ueberwachung sämtlicher spanischen Häfen, die sich für die Löschung von Schiffen eignen, lieber diese und andere Fragen wird vor Ende nächster Woche keine Einigung erzielt werden können. Bis heute waren mehrere Vertretungen, darunter auch der Delegierte Sowjetrußlands, noch nicht im Besitz der Anweisungen ihrer Regierungen. Erbitterte Kämpfe , an der Straße nach Sagunt. Am Freitag spielten sich erbitterte Kämpfe um den Ort S a r r i o n an der Straße von Teruel nach Sagunt ab. Die nationalspanischen Truppen hatten Sarrion vollkommen umzingelt und leiteten die Besetzung der Stadt ein. Don den sowjetspanischen Milizen war der Ort in eine wahre Festung verwandelt worden; jedes einzelne Haus wurde von ihnen verteidigt. Ueberall waren Maschinengewehrnester eingebaut. Freitag drangen die nationalen Truppen in die ersten Straßen des Ortes ein, dessen Besetzung sich straßenweise vollzog. In den letzten 48 Stunden haben die angreifenden Truppen in diesem Kampfabschnitt über 3000 Gefangene gemacht und umfangreiches Kriegsmaterial erbeutet. verletzten, so daß seine Ueberführung ins Krankenhaus erforderlich wurde. , Sechs Freisprüche im Frankfurter Metzgerprozeß. Lpd. Frankfurt a. M., 24. Juni. Die Vierte Strafkammer beendete den Prozeß gegen acht Metzger. In dem Verfahren handelte es sich um Schiebungen, die in den Jahren 1935 und 1936 auf dem Frankfurter Schlachthof, insbesondere bei der Verteilung von kontingentiertem, ausländischem Frischfleisch vorgekommen sein sollten. Die Angeklagten waren im Mai v. I. von der Strafkammer zu erheblichen Freiheitsstrafen verurteilt worden. Von vier Angeklagten wurde die Strafe angenommen, vier legten Revision ein. Das Reichsgericht hob im Januar das Gesamturteil auf, so daß auch i diejenigen Angeklagten davon betroffen wurden, die j die Strafe bereits angenommen hatten. Gegen alle acht Angeklagten wurde der Prozeß in diesen Tagen erneut aufgerollt. Der Verlauf der Beweisaufnahme gestaltete sich für die Beschuldigten günstig. Der Vertreter der Anklage beantragte Freisprechung der Angeklagten Eberhard Quirin, Hans Knott, Paul Oesterreicher, Heinrich F e i ck und gegen die übrigen vier Beschuldigten Gefängnisstrafen von vier bis vierzehn Monaten. Das Gericht sprach die Angeklagten Eberhard Quirin, Rudolf Schreitz, Carl Hügel, Hans Knott, Paul Oesterreicher und Heinrich F e i ck frei. Eine gegen Hügel im Vorjahr erkannte Strafe von zwei Monaten Gefängnis wegen fortgesetzten unlauteren Wettbewerbs gilt durch die Untersuchungshaft als verbüßt. Die im Vorjahr gegen den Angeklagten Karl Jauß wegen fortgesetzten Vergehens gegen § 12 des Gesetzes zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs erkannte Gefängnisstrafe von sechs Monaten gilt ebenfalls als verbüßt. Der Angeklagte Georg Völl wurde wegen Betrugs und Höchstpreisüberschreitung zu einer Gesamtstrafe von sechs Monaten Gefängnis verurteilt, die durch die Strafhaft verbüßt find. ' In der Urteilsbegründung wurde betont, daß in keiner Weise die Allgemeinheit unter dem, was die Angeklagten taten, zu leiden hatte, denn es fei Beweis erbracht, daß keinem Frankfurter Bürger ein Pfund Fleisch entzogen wurde und es fei kein einziges Viertel vom Frankfurter Markt verschwunden. Kleine politische Nachrichten. Der Stabschef der SA., Viktor L u tz e, ist auf dem römischen Flugplatz eingetroffen, wo er vom Gene- ralstabschef der faschistischen Miliz, General Russo, herzlich begrüßt wurde. Zum Empfang hatten sich, weiterhin der stellvertretende Generalstabschef der faschistischen Miliz General Gautieri, der Minister für Volksbildung Alfieri, Vertreter sämtlicher Wehrmachtsteile sowie die gesamte Generalität der Miliz, Botschafter von Mackensen und der Landesgruppenleiter der NSDAP. Ettel eingefunden. * Reichspressechef Dr. Dietrich gab im Reichs- minifterium für Volkserziehung und Propaganda einen Empfang für bie H a u p t f ch r i f t l e i- ter b er beutschen Presse. Der Abenb stand im Zeichen kameradschaftlicher Aussprache des Reichspressechefs und feiner Mitarbeiter mit den namhaftesten Persönlichkeiten des deutschen Journalismus. Die Parole, die Dr. Dietrich diesem Empfang gab „(3 e ft a 11 u n g s ro i 11 e und Korp-sgeist in der deutschen Presse", kam bei dem Zusammensein lebendig zum Ausdruck. * 1 Der italienische Justizminister S o l m i stattete am Freitag mit dem Präsidenten der Akademie für Deutsches Recht, Reichsminister Dr. F r a n f, dem Duce einen Besuch ab, um ihm über die Ergebnisse der Arbeitstagung der Arbeitsgemeinschaft für die deutsch-italienischen Rechtsbeugungen Bericht zu erstatten. Der Duce sprach seinen Dank und seine Anerkennung für die geleistete Arbeit aus. Wetterbericht Während es im Bereich einer lebhaften Westströmung in den nord- und mitteldeutschen Gebieten zu teilweisen Niederschlägen gekommen ist, hat sich im übrigen Reich im wesentlichen Schönwetter durchgehalten, jedoch wird es im Laufe des Samstags auch bei uns zu gewittrigen Störungen kommen, doch läßt die eintretende starke Wi'rbeltätig- keit das Aufkommen unbeständigen Wetters nicht erwarten. Vorhersage für Sonntag: Wolkig bis heiter, teilweise gewittrige Regenfälle, westliche Winde, etwas wärmer. Vorhersage für Montag: Aufheiternd, aber nicht durchweg freundliches Wetter, mäßig warm. Lufttemperaturen am 24. Juni: mittags 26,1 Grad Celsius, abends 21,2 Grad; am 25. Juni: morgens 19,4 Grad. Maximum 27,6 Grad, Minimum 13,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 24. Juni: abends 25,0 Grad; am 25. Juni: morgens 20,3 Grad. — Sonnenscheindauer 12,8 Stunden. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Dr. Hans Thy- riot. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein (in Urlaub): in Vertretung: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A V. 38: 9163. Druck und Verlag: Brühlfche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Die berliner Autobanditen zum Tode verurteilt. Erste Anwendung des neuen Gesetzes gegen Straßenraub mit Autofallen. Berlin, 24. Juni. (DNB.) Am Freitagabend verkündete der Vorsitzende des Berliner Sonber- gerichts das Urteil gegen die beiden Autobanditen Götze. Walter Götze wurden wegen Mordes in zwei Fallen, davon in einem Falle in Tateinheit mit Verbrechen gegen § 1 des Gesetzes zur Gewährleistung des Rechtsfriedens sowie wegen gemeinschaftlichen Verbrechens gegen das Gesetz gegen Srahenraub mittels Autofallen vom 22. Juni 1938 in acht Fällen sowie wegen schweren Raubes, räuberischer' Erpressung, versuchten Mordes und ferner in einem weiteren Falle wegen gemeinschaftlichen Verbrechens gegen § 1 des Gesetzes zur Gewährleistung des Rechtsfriedens elfmal zum Tode verurteilt. Wegen einer Reihe anderer Straftaten, die ihm zur Last gelegt wurden, erhielt der Schwerverbrecher noch 15 Jahre Zuchthaus. Der Angeklagte Max Götze wurde wegen gemeinschaftlich begangener Verbrechen gegen das Gesetz gegen Straßenraub mittels Autofallen vom 22. Juni 1938 in acht Fällen sowie schweren Raubes, räuberischer Erpressung, versuchten Mordes und ferner wegen eines gemeinschaftlichen Verbrechens gegen § 1 des Gesetzes zur Gewährleistung des Rechks- friedens neunmal zumTode verurteilt. Wegen der anderen Taten, die diesem Schwerverbrecher zur Last gelegt wurden, erhielt er eine Gesamtstrafe von 15 Jahren Zuchthaus. Beiden Angeklagten wurden die bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit aberkannt und die Sicherungsverwahrung gegen sie angeordnet. Das Urteil erlangt sofort Rechtskraft. Zu Beginn der Verhandlung weist der Vorsitzende die beiden Angeklagten auf das neue Gesetz, wonach derjenige, mit dem Tode bestraft wird, der in räuberischer Absicht eine Autofalle stellt, hin und verliest es im Wortlaut. Mit blassem Gesicht hört Max Götze, den seine bisherige freche Sicherheit offensichtlich verlassen hat, die für ihn so inhaltsschweren Sätze mit an. Von Interesse waren die Ausführungen von Medizmal- rat Dr. Ewers über den Geisteszustand des Angeklagten Max Götze. Der Sachverständige kommt zu dem Ergebnis, daß der Angeklagte für seine Taten voll verantwortlich zu machen ist. Die beiden Götzes, so erklärt Dr. Ewers, stammen aus einer Sühne für den Kölner Doppelmord. Beide Angeklagte zweimal zum Tode verurteilt. Köln, 24. Juni. (DNB.) Rach neunlägiger Verhandlung wurde im Prozeß gegen den 30 Jahre alten Otto Schönewald und feine 27 Jahre alte Ehefrau Gerda Schönewald, die angeklagt waren, die 61jährige Zimmervermieterin Korte und den 48jährigen Geldbriefträger Körner ermordet und den letzteren um 3000 Mark beraubt zu haben, das Urteil gesprochen. Die Angeklagten werden wegen Mordes in zwei Fällen, in einem Falle in Tateinheit mit schwerem Raub — Verbrechen gegen § 251 StGB. z weimal zum Tode verurteilt. Die bürgerlichen Ehrenrechte werden ihnen auf Lebenszeit aberkannt. Die Kosten des Verfahrens werden ihnen auferlegt. Der Staatsanwalt ging in seinem Plädoyer, worüber z. T. gestern bereits berichtet wurde, im einzelnen auf die furchtbaren Folgen der Mordtat ein. Die Kaltblütigkeit, mit der die beiden jungen Menschen die Tat vorbereiteten, mute geradezu grauenhaft an. Die Tat war zweifellos lange vorher g e - plant und vorbereitet. Ebenso sei Me Ueberlegung bei der Ausführung der Tat zu bejahen. Staatsanwaltschaftsrat Dr. D ü n tz e r ging dann auf das Sachverständigen-Gutachten ein und Aus aller Wett. Verbrecherfamilie. Der Vater ist entmündigt worden, und die Mutter war Trinkerin. Die lebenden Brüder der Angeklagten sind sämtlich schwer vorbestrafte Verbrecher. Volksdeutsche Kundgebung auf dem Deutschen (Studententag. Heidelberg, 24. Juni. (DNB.) Zu einem der Höhepunkte des Deutschen Studenten- t a g e s gestaltete sich die Volksdeutsche Kundgebung, die in der Aula der neuen Universität veranstaltet wurde. Nach Begrüßung der ausländischen Gäste und der zahlreichen Vertreter der Volksdeutschen Gruppen sprach im Auftrage des Reichsstudentenführers Stabsführer Pg. E. Horn. Er führte u. a. aus, daß in Zukunft die volksdeutsche Kundgebung Mittelpunkt jedes Deutschen Studententages sein werde, womit man zum Ausdruck bringe, daß sich gerade der deutsche Student der unauflösbaren Einheit unseres Volkes diesseits und jenseits der Grenzen bewußt fei. Der Redner wies die Bedeutung der außerhalb der Reichsgrenzen lebenden Volksgruppen nach und stellte ihre kulturelle Leistungen in den Vordergrund. Dann sprach, immer wieder von tosendem Beifall unterbrochen, der Vertreter einer deutschen Volksgruppe aus dem Südosten Europas. Was in diesen Heidelberger Tagen zum Ausdruck kam, die gesamtdeutsche Haltung, die das deutsche Studententum über die Staatsgrenzen hinweg beseelt, kam während dieser Rede spontan zum Durchbruch. Die Feier wurde so zu einem überwältigenden Bekenntnis der studentischen Führerschaft zum volksdeutschen Gedanken in der Welt. Großfeuer in einer Kasseler Zimmerei. In Kassel brach auf dem Grundstück der Zimmerei Heinrich Baum im Stadtteil Rothenditmold ein Feuer aus, das auch auf die angrenzenden Wohnhäuser Übergriff, die geräumt werden mußten. Nach zweistündiger angestrengter Tätigkeit war die Gewalt des Feuers gebrochen. Das Sägewerk mit Maschinen- und Lagerhaus sowie erhebliche Holzvorräte sind den Flammen zum Opfer gefallen. Die vom Feuer ergriffenen Wohnhäuser sind zum Teil unbrauchbar geworden. Personen sind bei dem Brand nicht zu Schaden gekommen. Die betroffenen Familien konnten durch die NSV. untergebracht werden. Die Entstehungsursache ist noch nicht ganz aufgeklärt. Grohfeuer in Mannheim. In dem Mannheimer Hobelwerk Mohr brach ein Brand aus, der den gesamten Gebäudekomplex erfaßte. Die Flammen fanden in den aufgestapelten Holzvorräten reiche Nahrung. Nach angestrengter Arbeit der Feuerwehren war die Gefahr eines Uebergreifens des Feuers beseitigt. Während der Feststellung der Brandursache stürzte ein Kamin ein, dessen Telle einen Kriminalbeamten erheblich crflärte zu der Frage, ob Beihilfe, Anstiftung oder Mittäterschaft vorliege, die Tat sei zweifellos von beiden gemeinsam ausgeführt worden; beide seien daher für die Tat verantwortlich. Das Gericht habe über ein Verbrechen zu urteilen, das das gemeinste und niedrigste Motiv habe, das man sich denken könne — die Habgier. Der Staatsanwalt beantragte gegen die, beiden Angeklagten wegen gemeinschaftlich verübten Mordes in zwei Fällen, in einem Falle in Tateinheit mit schwerem Raub und Marterung die T o d e s ft r a f e und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit. Die Angeklagten erschraken sichtlich bei diesen Worten des Anklagevertreters. Nach einer Pause kamen die Verteidiger zu Worte. Der Verteidiger des Angeklagten, Rechtsanwalt Boden I., suchte die Hauptschuld an Der Tat der Ehefrau zuzuschieben; er bat ferner zu überlegen, ob der Angeklagte die Tat nicht in der Erregung ausgeführt habe. Sein Mitverteidiger Rechtsanwalt Decker II. stellte die Frage, ob dem Angeklagten nicht doch als ausgesprochenem Psychopathen der § 51 Absatz 2 zuzubilligen fei. Als Verteidiger der Frau Schönewald sprachen Rechtsanwalt Dr. Achter und Assessor Peters. «A4 ctay- KMd i i । ) j Chi s ’ sM'» t r s V'v. p ' i).v r ü. |C‘ 9 r r 2 n n ts li a । r> r i. n h L fc» 3',.; n fr b. n c ' P te h' 1 bi , - < D in s ix S tni Ai di, ’' je! Z- Ml toi »' lei ‘ de fei on Lu tei mc - - Fr . oll , faf gn oct da fai Eu wi> em lief) , fpa , bei i, Hai Zu du- , ersi, . gez gcl sich Fri stet Un OÖ€ duv ' schc net 11 abt 2 Doi ßü< tsch Der , Tei i gen drei Kri Znf lin dach Wei -■ dun Kri! von Enp mac We> entt ' Hon MÖBEL dann wenden Sie sich vertrauensvoll an iVermietun9enl Ä-MiDg. mit Zubehör von u. M«« Festhalten! von RM.3.20 an. hervorzaubern! 4345A sucht. [02919 smifflei Gemeinden Neuavostolische Menno (2Patentscht (2Patentschlüss.) 4328 A KiedeAhauAetv & Gr. Zentralheizungen, Warmwasserbereitungen Badeeinrichtungen, Be- u. 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Dieser Tage, hörten wir bei Gast- freunden, daß ein ihnen bekannter Mhehe (Einzahl von Wahehe), der seine Frau auf Pfaden der Untreue ertappt hatte, erst das Weib, Dann alle ihre Verwandten erschlagen und, nachdem er seine Rache gehabt hatte, sich selbst erhängt habe. Früher waren sie gefürchtete Krieger: ihrem Ansturm mit dem kurzen Stoßspeer, den sie von den Zulus angenommen hatten, widerstand nichts. Auch jinjere Truppe hat früher schwere Verluste durch sie erlitten. Seit Der Besiegung Quawas hielten Die Wahehe Ruhe. Sie sind jetzt gute Arbeiter, wenn man sie richtig behandelt und ihren Stolz schont. Sapi war als junger Mensch einige Jahre bei den Benediktinern von St. Ottilien 'in Oberbayern. Dort hat er Kreuz und quer durch den Schwarzen Erdteil Briefe von einer Afrika-Reise. Don Or. Paul Rohrbach. bezeichnet der Bericht den Poststreckendienst, desjen weiterer Ausbau insbesondere für Die Strecke Berlin-Wien vorgesehen ift.* Der Geschäftsbericht Der größten Deutschen ReeDe- rei, Der Hamburg - Amerika - Linie, betätigt Das günstige BilD, Das sich bereits aus Dem LloyD-Bericht ergab. GrunDsätzlich stellt Die Verwaltung Die ForDerung auf, Daß in Den fommenDen Jahren Der Ersatz Der zahlreichen Nach- kriegsbauten erforDerlich sein werDe. Doch werbe sich Die Durchführung des Neubauprogramms auf einen längeren Zeitraum verteilen. Im letzten Jahre murDen in Durchführung des Neubauprogrammes zehn Frachtschiffe von zusammen 48 000 Bruttoregistertonnen in Auftrag gegeben. Die Gesamtflotte umfaßt per 1. Januar D. I. 247 Einheiten mit 717,389 Bruttoregistertonnen. Die Verwaltung glaubt auch fernerhin Das Neubauprogramm aus eigenen Mitteln finanzieren zu können. Das Fracht- unD Passagegeschäft roirD als gesteigert, Doch als ungleichmäßig bezeichnet. Die Bilanz der Hapag zeigt Daß Das Ziel Der Verwaltung neben Der Her- auswirtschaftung hinreichenDer Abschreibungen Die Senkung Der besonDers Drückenden Verbindlichkeiten gewesen ist.' Das gesamte Neubauprogramm Der Gesellschaft umfaßt 21 Einheiten mit 122,700 Tonnen, Das ganz aus eigenen Mitteln finanziert roirD. Der Bekleidungsumsatz, der 1932 noch 900 Millionen Mark betrug, ist im Jähre 1937 auf 1,8 Milliarden Reichsmark angestiegen. Die Steigerung hält auch in diesem Jahre weiter an und Dürfte etwa 15 v. H. über Der Des Vorjahres liegen. Durch Die neuen Werkstoffe ist es möglich gewesen, neuartige Artikel zu produzieren, Die sowohl was Zweckmäßigkeit als Schönheit anlangt, Die Erzeugnisse aus Den alten Stoffen oft übertreffen. Die wirtschaftliche Lage Der BekleiDungsinDustrie ist, wie sich aus Dem Bericht ihrer Wirtschaftsgruppe ergibt, in Sapis Wohngemach etwas zu Dumpf war, ließ er Die Liegestühle — Dies Möbel hat sich Durch ganz Afrika bei Den Schwarzen eingebürgert — auf Den Hof bringen, unD Die Unterhaltung ging beim Bambuswein weiter. Die KinDer Drängten sich lustig näher heran, die Frauen aber zeigten sich kaum: ganz scheu nur sah man gelegentlich etwas Weibliches im Hintergründe eircherhujchen. Nun kam der große Moment des Photographie- rens. Sapi setzte seinen Truppenhut zurecht, zog seinen Rock glatt, und wir gruppierten uns, Der Landsmann, mein Sohn und ich zur Rechten und Linken, Sapi in Der Mitte. Zum Unglück aber hatte gerade Der Selbstauslöser versagt — wer sollte knipsen? Wir musterten Die Schar Der Sprößlinge Daraufhin, wem wohl Die Knipserei am besten be- gr ei stich gemacht roerDen könnte,, und fanDen, Daß ein etwa zehnjähriges MäDelchen eine recht intelligente kleine Visage hatte. „Wie heißt Die, Sapi?" „Die heißt Hanifa!" — „Kannst Du ihr in Deiner Sprache übersetzen, was wir ihr jetzt erklären wollen?" Sapi war sichtlich erfreut Darüber, roas man seiner Tochter zutraute, aber Das Schauri am aufgebauten Apparat dauerte Doch ziemlich lange, bis Hanifa Den Mut faßte, probeweise zu Drücken. Im entscheiDenDen Augenblick war sie aber tapfer unD ganz bei Der Sache, nahm auch Die Ovationen, Die ihr für Das gelungene Experiment dargebracht mürben, vergnügt-verschämt entgegen. Die kleine schwarze Eva in ihr regte sich schon sichtlich. Sapi geleitete uns höflich ein Stück Weges bis an unser Auto unD murDe roieDer leise politisch: Das M a n D a t sei doch gar nicht schön, niemand wisse, woran er sei! Beim Verlassen Der Tembe kamen wir an einem großen halbDunklen Raum vorbei. „Wozu dient Der, Sapi?" „Hier kommen die Wahehe her, Bier zu trinken." Also, Die Halle für Die großen Gelage beim Pombetrinken mit Dem Häuptling. Es war nur gut, Daß er uns Bambussaft, nicht Pombe, das trüb ausfehenDe, berauschende, Hirsebier kredenzt hatte! vollkommen gesund. Auf dieser Grundlage ist eine weitgehende Modernisierung Der Betriebe Durchgeführt. * Unberührt von den Rückschlägen Der Weltkonjunktur nimmt Der z^v ischenstaa11 iche Han - Del in Kriegsmaterial — so fuhrt Das Institut für Konjunkturforschung in seinem neuesten Wochenbericht aus — weiter rasch zu. Abgesehen von Der Ausbreitung kriegerischer Konflikte in Der Welt — ncuerDings bilDet Ostasien einen wichtigen Absatzmarkt für Kriegsgerät — hat Die Durchführung großer Rüstungsprogramme fast allenthalben die Nachfrage nach Waffen, Munition, Flugzeugen und Kriegsschiffen stark belebt. In LanDeswäh- rungen berechnet beträgt Die Zunahme binnen Jahresfrist 42 v. H. Der WelthanDel in Waffen, Munition, Flugzeugen unD Kriegsschiffen ist Damit schon 1937 runD 28 v. H. größer als 1929; Die Rückgänge Der Krisenjahre 1929/32 finD voll über- rounDen. Die Zunahme des Kriegsmaterialexports erstreckt sich auf alle Warengruppen; nach wie vor die größten Fortschritte hat aber die Ausfuhr von Flugzeugen gemacht. 1937 kam zum ersten Male ebensoviel Fluggerät in den WelthanDel wie Waffen unD Munition zusammengenom- men. Das meiste in Der Welt gehanDelte Kriegsgerät ist heute amerikanischen Ursprungs; zum erstenmal seit dem Kriege ist Großbritannien in Der Rangliste Der KriegsmaterialexportlänDer an Die zweite Stelle gerückt. Per Dritte Platz wird gegenwärtig Frankreich von Den rasch aufftrebenDen tschechoslowakischen Exporten streitig gemacht. Besonders bemerkenswert ist Die Entwicklung im laufenden Jahr. WöhrenD Der WelthanDel in allen Waren vorn 1. Vierteljahr 1937 zum 1. Vierteljahr 1938 um 3 v. H. zurückgegangen ist, ist Die Ausfuhr Der wichtigsten LänDer an Kriegsmaterial nochmals um 82 v. H. gestiegen. geschleiften starken Lehmmauern zu sehen7 Als wir Darüber gingen, sagte Sapi: Das hat noch mein Vater gemacht, es war aber nur ein Miß - oerftänDnis von meinem Vater, Daß er gegen Die Deutschen kämpfte, eigentlich wollte er es nicht! Sapis komisch gesuchte Deutsche AusDrucksweise erinnerte mich an Den Hoitentottenkapitän Cornelius von Bechanien, Der auch Deutsch konnte, und wenn er etwas nicht ganz begriffen hatte, zu sagen pflegte: Ich bin noch nicht ganz im BilDe! Sapis Drittes Wort war: Jawohl, - mein Herr! Wenn er Damenbesuch hat, soll er sagen: Jawohl, meine gnädige Frau! Durch unseren LanDsmann, Der uns Den Besuch bei Sapi vorgeschlagen hatte, waren wir auf Diesen merkwürDigen schwarzen Häuptling vorbereitet. Sapi trug eine Art Khakiuniform nach englischem Schnitt, aber einen Hut mit breiter, einseitig auf- geschlagener Krempe nach Dem Muster Der Heimat- uniform Der weißen Chargen bei unserer alten Schutztruppe. Auf Diesen Hut schien er besonderen Wert zu legen. Er hatte auch nichts Dagegen, daß wir ihn, nach altem deutschen Brauch im Verkehr mit Eingeborenen, mit „Du" anrebeten. „Sapi", sagte unser Gastfreund, „die zwei Herren sind aus Deutschland gekommen und möchten Dir guten Tag sagen!" Sapi machte sein freunDlichstes Gesicht, zeigte zwei Reihen blenDenD weißer Zähne unter seinem kleinen, pechschwarzen Schnurrbart und erzählte gleich allerlei von seinem Aufenthalt in Deutschland. Dann ließ er Bambuswein, den gegorenen Saft junger Bambustriebe, kommen. Einige sehr schmutzige Gläser wurden Durchgetragen, kamen aber zum Glück sauber gewaschen roieDer. Der frisch gegorene Bambussaft ist leicht alkoholisch, roohl- schmeckenD, nur etwas zu süß. Sapi sagte: Prosit! und meinte, Münchener Bier schmecke besser, aber Dies Getränk sei Doch auch nicht schlecht. Leichte Versuche, Das Gespräch auf politische Dinge hinüberzuspielen, überhörten wir unD erfunDigten uns lieber nach Sapis persönlichen Verhältnissen. Aus Die Frage, wieviel Frauen er habe, sagte er: Acht, und einundzwanzig KinDer. Dabei zog er ein stark zerblättertes Heftchen aus Der Rocktasche und zeigte uns Das sauber geschriebene Register Der Söhne unD Töchter. Von Der ältesten Tochter hat er schon fünf Enkel (er selbst, ist einige fünfzig Jahre alt). Von Den jüngeren Sprößlingen trieb ich ein ganzes Rudel, Knaben und MäDchen, auf dem Hof der Tembe umher. Sie waren alle ganz gesittet, nur furchtbar neugierig, was bei dem Beuch wohl alles passieren würde. . Sapis Tembe — er besitzt Dereu Zwei — war gut gebaut. Eine Tembe ist ein großes Vlereckshaus mit festen LehmwänDen unD, vielen Kammern, Die um einen geräumigen .Hof herum gebaut finD. Cs gibt zu Der ganzen Anlage nur einen einzigen Eingang, unD wenn oben in Den Mauern Scharten angebracht sind, ist solch ein Bau für afrikanische Verhältnisse leicht zu verteidigen. Die Wahehe sind Meister im Tembenbau, und von ihnen hat sich diese Bauweise weit nach Süden verbreitet. Da es . Lauert nicht an jeder Straßenkreuzung für alle Menschen eine große Gefahr? Jeder kennt sie - jeder fürchtet sie! Klares Sehen schützt Dich vor Unfall Sprechen Sie wegen einer .guten Brille“ mit Geller dem Optiker am Bahnhof Lieferant auch Ihrer Krankenkasse Land der Gegensätze. - Von unserem fl -Korrespondenten. Neuyvrt, im Juni 1938. In den meisten Amerikanern lebt Die Vorstellung, daß Die Deutsche Geschichte aus einer langen Kette von Eroberungskriegen bestänDe. Daß Das Deutsche Reich an seinen sämtlichen Grenzen Gebiete liegen hat, Die uns im Laufe einer wechselreichen Vergangenheit verloren gingen, ist ihnen unbekannt. Wenn man ihre eigene Geschichte zum Vergleich heranzieht, läßt sich cinroanD- frei nachweisen, Daß Die Dinge g e rabe umgekehrt liegen. In einer Zeit von rund anderthalb 'Jahrhunderten wurde Der Flächeninhalte Der Vereinigten Staaten u pi mehr als das Achtfache vergrößert. Nachdem die dreizehn am Atlantischen Ozean gelegenen britischen Kronkolonien, Die von Maine bis nach Georgia hinunter einen schmalen Streifen bil- Deten, ihre Unabhängigkeit erkämpft hatten, dehnten sie sich noch im Jahre 1776 weit über die Berge hinaus nach Westen aus, deren Hauptkette Die Alleghanis bilden, jo daß Der Bevölkerung Der jungen Vereinigten Staaten Damals ein Gebiet von ungefähr Der Doppelten Größe Deutschlands zur Verfügung stand. Schon gegen Ende des achtzehnten Jahrhunderts waren' die ersten wirklichen E r - oberungen zu verzeichnen, da Den Franzo - f e n Das „Nordwest-Territorium" und Das „Territorium jüDlich des Ohio" abgenommen murDe, Die, roh gerechnet, Dreimal fogroß roie Deutschland waren. Nachdem Die Grenze Der Vereinigten Staaten Damit bis an Den Mississippi vorgeschoben war, verkaufte Napoleon im Jahre 1803 Den gewaltigen, westlich sich anschließenDen Gebietsstreifen, Der Die Grenzen Des Landes, dessen Flächeninhalt auf einen Schlag oerDoppelt wurde, bis an Die Rocky Mountains vorschob. Im Jahre 1818 rourDe Den Spaniern FloriDa entrissen, so Daß man, Da Die EnglänDer gleichzeitig eine verhältnismäßig geringe Abtretung im NorDen machten, zum ersten Male von einer AbrunDung Des Gebietes der Vereinigten Staaten sprechen konnte. Im Jahre 1846 verzichteten bie Engländer, Die Damit Dem russischen Beispiele folgten, auf ihre Ansprüche auf das im NorDwesten gelegene Oregon Country, aus dem bie Staaten Washington, Oregon und Idaho hervorgehen sollten. NachDem so Der Stille Ozean erreicht war, ging man Daran, die Vereinigten Staaten enDgültig abzurunDen. Bis 1853 mußten bie Mexikaner nacheinanber ein Gebiet ab- treten, Das etwa fünfmal fo groß roie DeutschlanD ist. In Den amerikanischen Geschichtsbüchern spricht man zwar von einem Kauf, in Wirklichkeit mußten Die Merikaner unter Zwang auf ein Gebiet verzichten, in Dem sich heute bie Staaten Kalifornien, NevaDa, Telle von Colorabo, Utah, Arizona, Neu-Mexiko und Texas befinben. Aber bie Vereinigten Staaten, Deren Grenzen Da- mit enbgültig festgelegt waren, bauten sich auch ein Kolonial-Reich auf. Im Jahre 1867 er- roarbei sie für einen Spottpreis von Rußland bas Territorium Alaska, das wahrscheinlich einmal der 49. Staat der Union werden dürfte. Später wurde ein Teil der Samoa-Inseln amerikanischer Besitz. Im Jahre 1898 mußten die Spanier, die den Krieg mit öert Vereinigten Staaten verloren hatten, Puerto Rico, die Philippinen und Gua ni abtreten, während gleichzeitig Hawai annektiert wurde. Es folgte der Erwerb der Panama-Kanalzone im Jahre 1904 und schließlich während des Weltkrieges die Abtre- tnng Der Virgin-Jslands Durch Dänemark. Die Vereinigten Staaten haben heute ohne ihre Besitzungen und Das Territorium von Alaska einen Flächeninhalt von Drei Millionen OuaDratmeilen. Auf diesem gewaltigen Gebiete, Das ungefähr siebzehnmal so groß ist wie Das Des Deutschen Reiches, wachsen im Süden Palmen und Kakteen, währenD im NorDen ein Klima herrscht, Das Dem Deutschen ähnelt. Alle Früchte und AckerbauproDukte geDeihen hier in Hülle und Fülle. Der Boden birgt ungeheure Schätze. Nur ganz wenige Rohstoffe fehlen dem Lande. Seinen annähernd 130 Millionen Einwohnern stehen 359 Millionen Acres AckerbauboDerf, eine Milliarde Acres Weideflächen und eine halbe Milliarde Acres Wälder zur Verfügung. Infolge Der ungeheuren Weiten, die es hier gibt, trieben die Amerikaner bisher einen Raubbau ohne gleichen. Sie verfügen über einen fo gemalten Ueberfchuß an Lebensmitteln, daß hier Millionen und aber Millionen weiterer Menschen ohne Schroie- rigteiten ernährt werden könnten, besonders bann, wenn man endlich dazu überginge, die von Jahr zu Jahr gefährlicher werdende Bodenerosion aufzuhalten, die eine Folge des Raubbaues und der planlosen Abholzung Der WälDer ist. Die amerikanische ErDe birgt Kohlenbestände, Die für Die Bevölkerung Der Vereinigten Staaten für zwei JahrtausenDe ausreichen. An Eisen liegen noch viereinhalb MilliarDen Tonnen in Der- Tiefe, Die für Jahrhunderte genügen. Obwohl Die Vereinigten Staaten 25 Millionen Personenautos und vier Millionen Lastautos besitzen, hält Das Petroleum, selbst wenn keine weiteren Oelquellen mehr entdeckt werden sollten, noch für ein halbes Jahrhundert an. Es gibt hier 170 000 Fabriken, deren Räder von 25 Millionen Pferdekräften in Bewegung gehalten roeröen-, 250 000 Meilen an Eisenbahnstrecken und eine Million Meilen guter Auto- und Landstraßen. Aus dem Wasser werden augenblicklich 54 Millionen Kilowatt elektrischer Kraft* gewonnen. Aber diese Ziffer wird sich verdoppeln, sobald die gewaltigen, bereits in Angriff genommenen Pläne zur Ausnutzung des Wassers, wie beispielsweise im Tennes- see-Tal, durchgeführt wird. Mehr als 95 Prozent- dessen, roas der Amerikaner ißt, wird im eigenen Lande erzeugt, während ein Drittel der Ausfuhr der Vereinigten Staaten aus Farmprodnkten besteht. Sie besitzen nahezu 70 Millionen Stück Rindvieh und 33 Millionen Schafe. Trotz der unter Roosevelt eingeführten Ackerbaubeschränkung, durch die ein Anziehen der Farmpreise erreicht werden sollte, wurden hier im letzten Jahre 887 Millionen Bushel Weizen, Zweieinhalb Milliarden Bushel Mais, 18 Millionen Bushel Baumwolle und eine Milliarde Pfund Tabak geerntet. Dennoch geht,es den Farmern schlecht. Im vergangenen Jahre entfiel auf sie nur ein Neuntel des Nationaleinkommens, obwohl sie mit ihren Familien 25 Prozent der Bevölkerung der Vereinigten Staaten ausmachen. Amerika besitzt vier Millionen Arbeiter, die in der Auto-Industrie und Denjenigen Betrieben arbeiten, Die Zusatzteile für Die Autos Herstellen, aber nur zehneinhalb Millionen Farmer und LanDarbeiter. Die amerikanischen Großstädte mit ihren Wolkenkratzerfassaden, hinter Denen sich häufig schreienDes Elend verbirgt, haben ungeheure Ausmaße eingenommen. Die Landbevölkerung aber wird dauernd geringer, ohne daß bisher ein wirklich ernstlicher Versuch gemacht wäre, diese Entwicklung aufzuhalten. Z ro e i D r i 11 e I des Gebietes der Vereinigten Staaten ist kaum bewohnt, Das Land ist teilweise noch so unerschlossen, daß es sogar Wr an der Ostküste in unmittelbarer Nähe von Neuyork Berge gibt, die bisher kaum von einem Menschen betreten wurden. Uebcrall machen die Forsten einen urwald- artigen Eindruck Alle paar Jahre wird besonders in Den Steppengebieten Des SüDwestens ein neues NaturwunDer entDedt. Gewiß sind Dort weite Strecken vollkommen oder nahezu unfruchtbar. Aber ein Volk auf knappem Raum würbe schon längst Durch künstliche Bewässerungssysteme dafür gesorgt haben, sie in Felder und Weiden zu verwandeln. Erst unter Präsident Roosevelt ging man an Den Bau gewaltiger Dammprojekte, um so Steppen und Wüsten zu Äcker- und Weideland zu machen. Wenn man auf einer Autofahrt nach dem Westen die Den Rocky Mountains vorgelagerte Hochebene erreicht, kayn man, wenn man will, ganze Strecken zurücklegen, auf Denen man, obwohl sie der. Entfernung von Königsberg nach Köln ober von Hamburg nach München entsprechen, nicht auf eine einzige wirkliche Ortschaft stößt. An Der Dierswatenecke Des SüDwestens, an Der sich Utah, ColoraDo, Arizona und Neumexiko treffen, -gibt es, um nur ein Beispiel anzuführen, ein Gebiet von 36 QuaDrat» meilen, in Dem man vergeblich nach Wegen und Straßen, geschweige Denn Häusern unD Hütten sucht. Dort lebt Der einzige noch wirklich wilde Indiane r st a m m Der Vereinigten Staaten, Der aus 200 Köpfen besteht. Oft vergißt man in jenen Gebieten, Daß man sich in einem LanDe befinDet, Dessen Osten und Westen mit seinen GroßstäDten Neuyork, Boston, PhilaDelphia, Chikago, Detroit und Pittsburgh, San Franzisko und Los Angeles völlig überzivilisiert finD. Amerika ist in jeder Hinsicht das Land der Gegensätze. Es verfügt über eine Goldreserve von dreißig Milliarden Reichsmark oder iund fünfzig Prozent des Goldbestandes der Welt und hat gleichzeitig mindestens elf Millionen Arbeitslose. In Deutschland lebt ein Polk auf engstem Raume, das durch Krieg, Jnfla- flon, durch ein anderthalb Jahrzehnte lange Ausplünderung seiner Feinde und die Mißwirtschaft Der Systemzeit bis aufs Hemd ausgepowert wurde. Dennoch gibt es bei uns keine Not, während man in Den amerikanischen Großstädten, in Denen lieber» fälle gang unD gäbe finD, überall zerlumpte Gestalten treffen kann, Denen Das ElenD im Gesicht geschrieben steht, so Daß sie glücklich sind, wenn man ihnen einen Nickel für eine Taffe Kaffee in die Hand Drückt. Wohl sind bei uns feine Riesenver- npgen im amerikanischen Sinne vorhanden, auch sind Die Deutschen Einkommen vielleicht nicht so hoch roie viele amerikanische. Dafür aber gibt es bei uns keine Arbeitslosen und keine Bettler. NirgenDs kommt einem Deutschen Die gewaltige Leistung, Die in Der Heimat in Den letzten fünf Jahren vollbracht rourDe, so stark zum Bewußtsein wie hier in Amerika, in Dem man oft Das Gefühl hat, Daß sein Volk in feinem GolDe unD Ueberfluß erstickt. SSO-Lahrfeier -er ttnkversiiät Köln. rreichsminister 2Rufl über die Aufgaben der Diffenschast. Köln, 24. Juni. (DNB.) Am Freitagnachmittag feierte die Universität Köln ihr 5 5 0 jäh - riges Bestehen mit einer öffentlichen Feststunde in der Messehalle. Nach dem Einmarsch der Fahnen traf Reichserziehungsminister R u st in Be- gleituna des italienischen Erziehungsministers B o t- tai, des Gauleiters Staatsrat Grohe, des Staatsministers Dr. Wacker, des Rektors der Kölner Universität, Professor von Haderer, des Universitätskurators Oberbürgermeister Dr' Schmidt, des Kölner Regierungspräsidenten Reeder sowie der führenden Herren des Deutschitalienischen Kulturinstituts in Köln ein. Beiden Ministern wurden herzliche Kundgebungen dargebracht. Stürmisch begrüßt ergriff Heichserziehunasminiffer Rust das Wort. Zum ersten Male, so führte er u. a. aus, begehe eine deutsche Universität ihr hohes Ju- lliläumsfest nicht im engen Kreise eines akademischen Zirkels, sondern als F e st der B o l k s g e - meinschaft. Das dürfe als Manifestation dafür gelten, daß nunmehr die deutschen Hochschulen den Weg in die große deutsche Volksbewegung gefunden hätten, daß das deutsche Volk, repräsentiert durch die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei, die Hochschulen in seine Mitte als ein Stück seiner selbst ausgenommen habe, und bereit sei, sie als solche zu tragen. 3m Gegensatz zu den Demokratien sei die Weltanschauung der französischen Revolution für uns abgeschlossen. Aus der schroffem Frontstellung ihr gegenüber ergebe sich für die deutschen Hochschulen eine besondere Bekenntnispflicht. Die menschliche Vernunft habe eine besiere Welt konstruieren wollen als Ausdruck der menschlichen Sehnsucht nach Glück und langem Leben. Das Individuum möchte immer ein Leben ohne Kampf und, wo es möglich wäre, auch ohne Tod haben. So stecke im Keim in der Autorität der Vernunft die letzte Forderung des Marxismus, die Forderung nach ewigem Frieden. Dem ober stehe die Welt der echten Wirklichkeit kraß gegenüber. Was vor ihr nicht bestehe, werde vergehen. Adolf Hitler habe erkannt, daß der Kampf nicht nur unumgänglich nötig, sondern geradezu der Erhalter aller Dinge sei und den Fortbestand der Nation allein garantieren könne. So habe sein größtes Bemühen der Beseitigung des erbkranken Nachwuch- s e 5 gegolten, ein Kampf, der nicht gegen das göttliche Gesetz verstoße, sondern es erfülle. Mit der Idee der Rasse habe der Führer die Welt des Liberalismus aus den Angeln gehoben und ein Volk aus dem Rassebeoriff geschaffen, der aus dem Blut erwachsen sei. Durch Ausschaltung der Juden, Reinerhaltung der Rasse und Wiederbejahung des Kindes sei der nationalsozialistische Staat der Garant der völkischen Substanz. Die Idee der Rasse stelle keine Sparte der Hochschule, sondern ihr Fundament, die Quelle ihrer Kraft dar. Die Universität Köln habe gerade hier besondere Aufgaben zu erfüllen, da sie an einem Grenzpunkt weltanschaulicher Kämpfe gelegen sei. Im Hinblick auf ihre große Vergangenheit müsse die Universität Köln es sich zur vornehmsten Aufgabe setzen, nicht nur für Köln und den Bezirk, den sie geistig befruchten soll, sondern weit darüber hinaus für die Idee der Rasse einzutreten und damit ihre deutsche Aufgabe zu erfüllen. Es gebe nur einen Weg im geistigen Ringen, zu schaffen für das größere Deutschland Adolf Hitlers und seine schönere Zukunft. Nachdem der Rektor Hofrat Prof. v. Haberer dem Minister herzlich gedankt hatte, fand die Feierstunde ihren Abschluß. Geschichten ans aller Welt. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten? Einer fratz zwei Zeitungen. (th) Neuyork. Die merkwürdige Sucht, irgend etwas noch nie Dagewesenes zu tun, hat 'namentlich in Amerika schon die seltsamsten Blüten getrieben. Ob sie nun in einer Taucherglocke pnter Wasser heiraten oder einen Pfirsich auf einen hohen Berg rollen, manche Leute sind anscheinend Zu allem bereit, wenn es nur eine „einzig dastehende Leistung", ein Rekord ist. Zu den merkwürdigsten Käuzen, die nach solchen Rekorden jagen, dürfte ein arbeitsloser Amerikaner gehören, der alle bestehenden „Höchstleistungen" auf dem Gebiet des Essens dadurch schlug, daß er Seite für Seite hintereinander zwei Zeitungen verspeiste, die er um des besseren Geschmacks willen mit Salz, Pfeffer und Mostrich würzte. Nur die Bilder-Beilage schaffte er nicht auf Anhieb. Erst mit Hilfe ungeheurer Quantitäten Bier und Wein konnte er auch diese Seiten feinem Magen einverleiben. — Wohl bekomm's, kann man nur sagen. Das schlechte Gewissen. (ah) Kapstadt. Die Stadtväter von Johannesburg (Transvaal) ^aben vermutlich von den zum Teil erstaunlich -ohen Summen gelesen, die gerade in jüngster Zeit von unbekannter Seite dem englischen Finanzminister als „Gewissensgeld" zugegangen sind. Leute, die vielleicht schon vor vielen Jahren in steuerlicher Hinsicht „gesündigt" haben, die durch falsche Steuererklärungen den Staat schädigten, wurden vom schlechten Gewissen derartig geplagt, daß sie schließlich anonym den veruntreuten Geldbetrag oft noch mit Zins- und Zinseszins dem Finanzministex zuschickten, der dann in den englischen größeren Zeitungen gewissermaßen den Erhalt öffentlich quittierte. Auch Engländer, die Eisenbahnfahrten ohne gültigen Fahrschein unternommen hatten, die Kinos besuchten, ohne Eintritt zu bezahlen usw. schicken häufig die „gesparten" Beträge als Reugeld wieder zurück. Diese Tatsache hat nun anscheinend die Stadtverwaltung von Johannesburg veranlaßt, auch einmal einen Versuch zu unternehmen, um feslzu- stellen, ob es in dieser Stadt Leute gibt, die vom schlechten Gewissen geplagt werden. Es sind daher an allen Straßenbahnwagen und, Omnibussen der Stadt besondere Geldbüchsen für „conscience tno- ney" angebracht worden. Hier sollen vor allen Dingen die Fahrgäste nachträglich ihren Geldbeutel (und ihr Gewissen) erleichtern können, die es „vergessen" haben, einen Fahrschein zu.lösen, was ja gelegentlich vorkommen soll. Der Wirt macht sich bezahlt. (tz) Kairo. Die Polizei von Kairo wurde auf einen merkwürdigen Gastwirt aufmerksam, der sich auf einzigartige Weise schadlos hielt, wenn ein Kunde die genossenen Getränke nicht bezahlen konnte. Der Gastwirt ließ nämlich ohne weiteres dem betreffenden Kunden den Hut abnehmen oder auch den Rock ausziehen. Mancher Gast mit einem gar zu großen Durst ging dann in mangelhaft bekleidetem Zustand nach Hause. Die Angelegenheit kam ans Licht, als einer der Gäste sich eine derartige Behandlung nicht gefallen ließ und zur Polizei lief. Bei einer Durchsuchung der hinteren Räume jener Gastwirtschaft fand man 200 Schuhe, 360 Hüte oder andere Kopfbedeckungen, ferner Hosen, Hemden und Socken, — alles Gegenstände, die den Gästen mehr oder weniger gewalttätig abgenommen worden waren. Wunderliche Heiratsanträgc. C. K. London „Wie hat der Mann, den Sie bevorzugt haben, um Ihre Hand gebeten?" Diese Frage hat eine englische Zeitschrift ihren Leserinnen vorgelegt und sie hat zum Teil höchst überraschende Antworten erhalten. Einige der merkwürdigsten seien hier angeführt: „Ich war einem jungen Kuchenbäcker begegnet", erzählt eine Leserin. „Er verfertigte Kuchen für alle Gelegenheiten, besonders aber für Hochzeiten. Da erhielt ich an meinem Geburtstag einen prächtigen Kuchen von ihm. Im Innern fand ich ein kleines silbernes Kästchen, das die Schicksalsfrage enthielt — auf die ich geantwortet habe: >3a‘.." Unter ganz besonders schwierigen Umständen vollzog sich die Werbung eines Trapezkünstlers, dessen Frau berichtet: „An einem Tage hing ich gerade am Trapez mit dem Kopf nach unten, als mein jetziger Mann zu mir sagte, ehe er mich in den leeren Raum schleuderte: „Ida, wollen Sie mich heiraten?" Ich hatte keine Zeit mehr zu antworten, denn ich flog bereits durch die Luft! Erst als ich bei meiner Ueoung wieder zu ihm zurückkam, habe ich ihm geantwortet ,3a!‘ und dann flog ich wieder weg. Ich bin gewiß die einzige Frau, die man im Augenblick nach ihrer Verlobung losgelassen hat!" Eine dritte Leserin schreibt: „Ich habe von meinem künftigen Ehemann eine Serie Ansichtskarten EHÖ erhalten. Er war zu schüchtern, iini mit mir zu sprechen. Am Montag er hielt ich eine Karte mit dem Wort: »Wollen .. /; am Dienstag: »Sie.. <; am Mittwoch: »mich heiraten?* Dann kam noch eine Karte, auf der nur die Unterschrift stand. Ich habe ihm bedeutet, daß er mir mit denselben Kosten auch ein Telegramm hätte schicken können ..." B. „Ihr seid gelaufen — das gilt nicht!" (hk) Amsterdam. Die kleine Insel St. Martin, die zu den Westindischen Inseln gehört, ist trotz der nur geringen ßänae von zwölf Meilen bei einer Breite j)on neun Meilen auf zwei europäische Länder verteilt — nämlich auf Frankreich und Holland. Frankreich besitzt zwei Drittel, Holland nur ein Drittel. Holland hat übrigens in diesen Tagen mit Frankreich Verhandlungen ausgenommen, um einige Gebiete wegen der Ausdehnung einer Plantage gegen Bezahlung für sich hinzuerwerben zu können. Die erste Entscheidung über den Besitz fiel vor rund 300 Jähren. Die Franzosen und die Holländer hatten sich ein paarmal sehr heftig wegen dieses Fleckchens Erde geschlagen. Schließlich aber' wurden sich die Bewohner von St. Martin darüber einig, daß man sich doch auch im guten klar werden könne. An einem schönen Sommermorgen des Jahres 1648 fand zwischen vier Franzosen und vier Holländern auf dem Gipfel des Konkordia-Hügels eine Friedensoerhandlung statt. Die Franzosen erschienen mit ihren Degen und schlugen sofort ein Duell um den Besitz der Insel vor. Die Holländer aber waren kugelrunde Pflanzer, die keuchend versicherten, daß sie von diesen spitzen Dingern nichts verstünden und eine friedliche Lösung wollten. Man einigte sich schließlich dahin, daß man von einem bestimmten Punkt der Küste aus nach verschiedenen Richtungen losgehen sollte. Der Punkt auf der gegenüberliegenden Küstenseite, wo man sich^ nachher traf, sollte der Schiedspunkt fein, von dem aus man eine Verbindungslinie zum Ausgangspunkt hin- überzog — also als Grenze. Die Holländer machten sich nun gemütlich auf den Weg. Die Sonne brannte heiß vom Himmel hernieder. Man zog es vor, erst einmal anständig zu frühstücken. Die Franzosen aber rannten, was das Zeug hielt. Und als die dicken Holländer' ein Stückchen ihres Weges zurückgelegt hatten, kamen ihnen die Franzosen schon entgegen. Vergebens fluchten die Holländer und behaupteten, die Franzosen seien gelaufen. Das fei nur Schwindel und gelte nicht. Gesagt blieb aber gesagt. Die Insel St. Mckrtin wurde nach dem vorher feftgelegten . Schlüssel aufgeteilt. Zumutung an die Post. AS — Warschau. Auf der Hauptpost in Warschau lagern gegenwärtig mehrere tausend Briefe, die ihren Empfänger wegen mangelhafter Anschrift nicht erreichen können. Täglich laufen zahlreiche weitere unbestellbare Briefe ein, so daß sich die Postoerwaltung in großer Verlegenheit befindet. Die Schwierigkeiten, die mit der Ermittlung des Empfängers verbunden find, werden begreiflich, wenn man erfährt, daß die Briefe oft die merkwürdigsten Anschriften tragen. So ist ein Brief kurz und bündig „an Mama" .gerichtet, während ein anderes Schreiben für die „wunderbarste Zula" bestimmt ist. Ebenfalls ratlos steht die Postoerwaltung der rätselhaften Zuschrift „an den Lumpen in der Tamkastraße" gegenüber. Die Briefe werden nun den Flammen übergeben werden. Neues für den Bücherü'sch. — Hans L. Stoltenberg, Professor an der Universität Gießen: Reine Farbkunst in Raum und Zeit und ihr Verhältnis zur Tonkunst. Eine Einführung in das Filmtonbuntspiel. Zweite, völlig umgearbeitete und vermehrte Auflage. 44 Seiten. 1,50 NM. Verlag Unesma G. m. b. H., Berlin NW 87, 1937. — (128) — Die kleine Schrift befaßt sich in 'kurzen, auf grundlegende Zusammenfassung bedachten Kapiteln im wesentlichen mit reiner Farbkunst und reiner Tonkunst und dem Verhältnis beider zueinander. Das Problem ist, wie schon ein Blick in das Schriftenverzeichnis lehren mag, keineswegs von heute, obwohl heute, vor allem im Hinblick auf den Film, so aktuell wie nie zuvor. Außerdem ist es stets nützlich, zum Nachdenken über Kardinaltatsachen und Grundgesetze künstlerischer Ausdrucksformen angeregt zu werden; noch immer herrscht hier weithin Unkenntnis und Begriffsverwirrung, die der Berichtigung und Klärung bedürfen. Das Eindringen in die vorliegende Schrift erscheint freilich nicht ganz leicht, da der unbefangene Leser sich zunächst in ihrer terminologischen und stilistischen Eigenart wird zurechtfinden müssen. Hans Thyrlot. — Elisabeth Maier - Mack: Sturm und Stille. Gedichte 62 Seiten. Geb. 2,20 RM. Im Selbstverlag: Mannheim-Käfertal, Kornblumenstraße 3. — (107) — Die Gedichte von Elisabeth Maier-Mack, spürbar weiblich in ihrer Ge- fühlslage,^ bemühen sich um die Gestaltung von Gotterkenntnis, Naturerlebnis und allgemein menschlichem Schicksal. Das Streben nach festen und strengen Formen läßt die Verfasserin erfreulicherweise fast ganz auf das beliebt gewordene Spiel mit freien Rhythmen verzichten. hth. — Gustav Waldt: Die gemifchteSym- p h o n ie. Erzählungen. 90 Seiten. Pfister und Schwab, Verlag, Gettenbach. — (164) — Gustav Waldt, der früher bereits mit einem Gedichtbande und den Epen „Saurin" und „Arion" hervorgetreten ist, vereinigt in diesem Buche vier Erzählungen ganz verschiedenen Inhalts; ihre Zusammenstellung erscheint am ehesten durch die ausgesprochen grotesken Szenen und Figuren gerechtfertigt, die hier geschildert werden. Dem Inhalt, der sich im Rahmen eines kurzen Referates kaum beschreiben läßt, entspricht ein Stil, der nicht allenthalben überzeugend wirkt, und mit dem sich der Leser jedenfalls erst wird zurechtfinden muß. hth. — Ludwig Thoma: N a ch b a r s l e u ke. Sämtliche Kleinstadtgeschichten. Verlag Albert Langen / Georg Müller in München. Preis 3,80 RM. In diesen, bishek in drei oder vier Werken verstreuten Kleinstadtgeschichten schildert ein großer I Realist den ganzen Zauber und Humor einer romantischen Welt. Es ist die Welt der Kleinstadt, in der jedermann auf gut altbayrisch „Herr Nachbar" sagt und wo jeder dem andern in den Suppen- topf schaut. Mit leisem Lächeln zeigt uns Thoma den lieben Nächsten, wie er liebt und leidet, wie er Reden hält, vor sich selber und den andern Theater spielt, aber auch, daß ihm trotz allen Lächerlichkeiten des Lebens das Herz auf dem rechten Fleck fitzt. Und indem er uns das Bild der bescheidenen Klein- stadtwelt und ihrer Menschen zeigt, gibt er uns ein Bild der Welt überhaupt, denn Menschen sind überall Menschen. Lustige Bücher von dichterischem Rang sind in Deutschland nicht eben allzu häufig: hier ist eines der Allerbesten! Und auch Öef nicht- bayerische Leser wird an diesem neuen Ludwig Thoma, der ihm keine mundartlichen Schwierigkeiten macht, seine helle Freude haben. — Siegfried Berger: Schlote wachsen im Land. 280 Seiten. Halbleinen. 4,80Mk. Verlag Friedrich Stollberg, Merseburg. — (166) — Das mitteldeutsche Land wurde durch den Aufschluß der Braunkohle in wenigen Jahren vom fruchtbaren Ackerland zum Mittelpunkt regster Technik und Industrie. Wo vor 25 Jahren der Pflug durch das Steinhäger MW I Urquell k würzig mild - mit dem bekannten Schink'enbil.d-(_1 schwarze Land ging, ragen heute die Schlote des Leuna-Werkes. Diese Wandlung ergriff die Landschaft ebenso unvorbereitet wie ihre Menschen. Der Held des Romans ist ein Sohn dieses Landes. Sein Vater verkauft das bäuerliche Gut und zieht als Rentner in die Stadt. Mit dieser scheinbaren Rettung in den Reichtum beginnt der Prozeß der Enterbung, der, durch Krieg und Inflation fort« schrejtend, den Bestand der Familie vernichtet. Aus der Kriegsgefangenschaft heimkehrend, sindet der Bauernföhn seinen Platz unter der Menge der Ent« heimateten, als Kumpel in den Braunkohlengruben, und erlebt sein Schicksal bis zur letzten Verzweiflung. Als Einer unter Hunderttausenden, aber als anständiger Kerl bewährt er sich in den Schrecknissen des Bürgerkrieges um das Leuna-Werk und findet durch die Wirren hindurch zur Bejahung feines Arbeiterdaseins, zum deutschen Arbeitertum. Mit dem Blick auf die kommende neue Ordnung schließt der Roman. — Johannes Bühler: Der deutsche Bauer im Wandel der Zeiten. „Schriften zu völkischen Bildern" tm Verlag Hermann Schaffstein, Köln. Preis geh. 0,40 RM. — (178) — Bühler gibt einen Ueberblick über die Geschichte des deutschen Bauerntums, beginnend mit dem Zusammenschluß bqr mitteleuropäischen germanischen Stämme zum Ersten Reich um 900 n. Ehr. Auf altgermanische Verhältnisse wird im gegebenen Zusammenhänge hingewiesen. ft M. KALK i Gestohlen bei Frau Tässig! 160 Gramm gute Seife durch 10 Gramm Kalk in 100 Liter Leitungswasser vernichtet! Solch ein Schädling ist kalk beim Wäschewaschen. Schützen Sie sich durch wassereathärten, bevor Sie die Waschlauge bereiten! 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Abendbörse behauptet. An der. Abendbörse fanden nur sehr wenig Umsätze statt, kleineres Angebot fand zu den Mittagsschlußkursen Aufnahme. Die genannten Kurse lagen auf Mittagsbasis behauptet, mit Ausnahme von Metallgesellschaft, die 0,25 v. H., und IG. Farbenindustrie, die 0,50 v. 5). niedriger zur Notiz kamen. Auch der Rentenmarkt lag seht sttll mit meist unveränderten Kursen. Kommunal-Umschuldung nannte man mit 95,975. Die Abendbörse schloß ruhig. Es notierten Reichsaltbesitz 131,65, 4,50 v. 5). Stadt Mainz von 1928 98,13, Farbenbonds 131, IG. Farbenaktien 154,75, MAN. 133,50, BMW. 146,50, Bemberg 135, Berger Tiefbau 151, Buderus 113, Daimler 136,50, Demag 146,25, Deutsche Erdöl 136, Scheideanstalt 243, Deutsche Linoleum 156,75, Licht & Kraft 138,50, Junghans 115, Hartmann Sc Braun 140, Mannesmann 111,75, Metallgesellschaft 127,75, F abrikniederlagen: Drog. H. Elges, Seltersweg 66. C. Seibel, Frankfurt. Str. 0. Winterhoff, Kreuzplatz 9/10. Grünberg: Karl Schott u. sämtliche Filialen. Laubach: Solms- Laubacher Drog. Karl Klein. 344V Am Ende der deutschen Fußball-Spielzeit steht das Berliner Olympia-Stadion, das am kommenden Sonntag der Schauplatz des 30. Endspiels um Deutschlands Fußball-Meisterschaft sein roirbt Aus erbitterten Punktekämpfen, noch schwereren Gaugruppenspielen und den beiden Vorschlußrundenkämpfen haben sich wieder einmal zwei Vereine ins Ziel gekämpft: Schalke 0 4, der dreifache deutsche Meister, der sich jetzt die vierte deutsche Meisterkrone erobern will und Hannover 6 6, eine Mannschaft, der man gestern noch wenig Beachtung schenkte und die heute dabei ^istz höchsten deutschen Fußballruhm zu erkämpfen. Der ewia wirkende Reiz der Gegensätzlichkeit ist es, der diesem 30. Endspiel um unsere Fußball- Meisterschaft Volkstümlichkeit verleiht. Auf der einen Seite der fertige, in Erfahrung gereifte Meister, der die Narben aus tausend Schlachten trägt und sich durch sein oftmals bestrickend schönes Spiel die Herzen der Massen längst erobert hat: dÜcoift 1414^ Baums sJreibiq gFessen k Genera Ivertr. 1 Ihre Verlobung geben bekannt Lilly Kramer Hans Kühn FJn der^ Bahnhofstraße h' b(; m P. bl 2',. ' V in Ihre Vermählung geben bekannt Willi Stein Ottilie Stein, geb. Menges Rundfunkprogramm Sonntag, 26. Juni. 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.10: Evangelische Morgenfeier. 8.50: Musik aus Konzert-Suiten. 9.30: Chorgesang. 10: Ewiges Deutschland! Du bist die Kette ohne Ende. 10.45: Konzert mit Werken von Joseph Haydn. 12:. Ein Sttauß von Alpenliedern. 13: Musik am Mittag. 14: Für unsere Kinder. Aus Kasperles tönendem Tagebuch. 14.30: Uns gehört der Sonntag! Ein Reigen sorgloser Melodien. 15.30: Sport und ' Musik. Mit Berichten vom: Deutschen Derby 1938 in Hamburg, der Motorsportwoche im Harz, den Reichsseesportwetttämpfen der Marine- HI. in Laboe, dem Drei-Städte-Achter Berlin — Budapest — Wien in Berlin-Grünau, und der zweiten Halbzeit des Endspiels um die Deutsche Fußballmeisterschaft: Schalke 04 — Hannover 96. 18: Marschmusik. 19: Nachrichten. 19.10: Dorfsonntag der Jugend. Spiel und Tanz unter der Dorflinde. Ein froher Dorfsonntag für jung und alt. 19.35: Sportspiegel des Sonntags. 20: Gastspiel der Frankl-Bühne, Graz: „Aus Peter Roseggers Wald- Heimat". Ein Abend zum 20. Todestag des Dichters. 22: Nachrichten. 22.15: Sportbericht. 22.30: Nachtmusik. 24 bis 3: Nachtmusik. Weilburg, Perle an der Lahn Hotel Traube freie Lage, nähe Schloß [3345D Schlofe -Terrassen - Cafe eröffnet, der ideale Aufenthalt Inhaber: Wilhelm Görtz Parkplätze: Landtor. Hotel Traube, Markt u. Schloßplatz. Kaiserallee 21 Marktstraße 23 Gießen, im Iuni 1938 R^. Bergschenke Herrliche Lage a. Bergwerkswald Groß.schattig. Garten.Terrassen A Neuzeitliche I /X 1X1 I Kristallglas- * ~ Leuchtdiele Mittwoch, Samstag, Sonntag 20 Uhr '“Sen3; S in Al ät' , di, '' . je! Zl , : nu , toi »' jel de sei an Lu tei mc ■ ■ ' Fr all i fas fln oct da ■ , tot Eu ron eui lich fpo bei ।, Hai Zu au- «rfi. gez gel sich • Fr, stet Un ode dur v schc. neu 1. abf 9 V01 Lü; , tsch Der Tei | »*«.... gen drei Kri 3nf:V*. lin däch Wei dun Kri| • von Eng mac We> enltj Hon Gießen, 25. Zuni 1938 Ebelstraße 2 Bahnhofstraße 18 Leitung: Musikmeister Wohlfarth Anfang 15.30 Uhr Eintritt 30 Pf. Anschließend Tanzabend! nach Maß von Optikermeister CARL LEISLER Neuenweg 16 Lieferant aller Krankenkassen. ,55^ Der Kale hat ihn gel Mtzt war, Arbe. 5m Vergänglich da hänl Schmerz v. Etwas v. Stunde hät lcheiterem < Auch da Etwa so- ?uchstaben. ben. 24 m, sie Q |om vorbei unendlich j Wenn ^enn ein wehr bas' M noch 1 ch. So lanc 8'9. Der i i ^ch weiß °usgegriff ,Qn ihnen fe- «ich. DL ?en l ^eglucknnl Ander H gi(l s nn ich ein ?'ch besuch dien 9i,.a - ^nbfeier® Sber^; H9ie;uie" INonkag, 27 3unL 5 Uhr: Frühmusik. 5.45: Ruf ins Land. 6: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Bäderkonzert. 9.40: Kleine Ratschlage für Küche und Haus 9.50: Schlicht um Schlicht. 10: Schulfunk. Der Wettlauf zwischen dem Hasen und dem Igel. 11.45: Volk und Wirtschaft. Die zusätz- liehe Gefolgschaftsversorgung. 12: Schloßkonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Schlößkonzert. 14: Nachrichten. 14.10: ... Ganz nach Wunsch! 15: Für unsere Kinder. Jetzt basteln wir... 16: Nachmittagskonzert. 18: Zeitgeschehen. 18.30: Der fröhliche Lautsprecher 19: Nachrichten. 19.10: Kleines Abendständchen. 19.40: „Der Befehl des Obristen." Uau- derei. 20: Stuttgart spielt auf. 22: Nachrichten. 22.15: Kamerad wo bist du? 22.35: Nachtmusik. 24 bis 3: Nachtkonzert. Dienstag, 28. Juni. 5 Uhr: Frühmusik. 5.45: Ruf ins Land. 6: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Bäderkonzert. 9.40: Kleine Matschlage für Küche und Haus. 10: Schulfunk. 11.45: So wird dem Lehrling geholfen! 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagkonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Das Stündchen nach Tisch.. 15: Kleines Konzert. Kompositionen von Hans Kracke. 16: Nachmittagskonzert. — Das Mikrophon unterwegs — 17.30: Froher Feierabend. Ein frohes Singen mit den Jungarbeiterinnen der Tabakfabrik Böninger. 18: Zeitgeschehen. 18.30: Fröhliche Chorlieder. 19: Nachrichten. 19.10: Macht ist Pflicht. Freiheit ist Verantwortlichkeit. Zum 125. Todestag von Scharnhorst. 20: Unterhaltungskonzert. 21: Orchesterkonzert. 22: Nachrichten. 22.20: Politische Zei- tungsschau. 22.35: Nacht- und Tanzmusik, Briefkasten der Redaktion. Sondergebäudesteuer. Das Gesetz zur Abänderung des Sondersteuergesetzes vom 19. Februar 1938 (Hess. Reg.-Bl. 1938 Nr. 3) bestimmt folgendes: Die Erhebung der Sondergebäudesteuer erfolgt nach den bisher geltenden Vorschriften mit der Maß- gäbe, daß der in Artikel 10 des Sondersteuergesetzes genannte Steuersatz von 160 Rpf. um 77 Rpf., der Steuersatz von 127,50 RM. um 70 Rpf. erhöht wird. Die hiernach sich berechnende Sondergebäude- steuer des Landes ist unter Beachtung der für 1. April 1932, 1. April 1935 und 1. April 1938 reichsgesetzlich vorgeschriebenen Senkungen zu vermindern. Die Gemeinden und Kreise sind für die Zeit vom 1. April 1938. an nicht berechtigt, eine Sondergebäudesteuer für -ihre Rechnung zu er- heben. Nachforderungen für die zurückliegende Zeit werden hiervon nicht berührt. Auf die Sondergebäudesteuer des Rechnungsjahres 1938 find Vorauszahlungen zu entrichten. Die Höhe der Vorauszahlungen richtet sich nach der für das Rechnungsjahr 1937 endgültig veranlagten Sonderaebäudesteuer des Landes und der Gemeinden ohne Be- rücksichttgung der erlassenen und niedergeschlagenen Beträge. Eine ' allgemeine Senkung der Sonüer- fteuer von 25 v. H. ab April 19-38 ist übrigens nicht erfolgt. Was das neue Grundsteuergesetz vom 1. Dezember betrifft, so verweisen wir auf den Artikel „Die neue Grundsteuer" rn der Ausgabe vom Mittwoch, dem 1. Dezember 1937, des Gieße- ner Anzeigers. Nervös - Erschöpfte Spezialkuranstalt Hofheim 15 (Taunus) bei Frankfurt am Main. Teleton 214 Mäßige Preise. S.-R. Dr. M. Schulie-Kahleyss, Nervenarzt Zum vierten Male Schalke 04? Am Sonntag im Berliner Olympia-Stadion: 30. Endspiel um die Deutsche Iußball-Meisterschast. Mein-Mainische Börse. Mittagsbörse uneinheitlich. Frankfurt a. M., 24. Juni. Die Börse blieb weiterhin uneinheitlich. Sie war ganz ausschließlich beeinflußt von dem anhaltenden Angebot aus Abwicklungsverkäufen. Je nachdem dieses die einzelnen Marktgebiete traf, gingen die Kurse hier zurück. Kaufneigung ist nur in sehr begrenztem Umfange vorhanden, so daß die Gesamthaltung der Börse ruhig und uneinheitlich blieb. IG. Farbenindustrie lagen um 0,50 v. H., Deutsche Erdöl 0,75 v. H. fester, aber Scheideanstalt'und Metallgesellschaft je 1 w H. niedriger. Adlerwerke Kleyer gaben 0,50 v. H., Conti Gummi 2,25 v. H., Kaufhof 0,50 v. H. nach. Elektrowerte bei kleinen Umsätzen nicht einheitlich. Mainkraftwerke und Gesfürel gut gehalten, RWE. um 0,50 v. H., Bekula 0,13 v. H. schwächer. Das gleiche Bild war am Montanmarkt festzustellen, obwohl hier die Schwankungen rtür sehr geringfügig rosten. Je 0,25 v. H. verloren Mannesmann, Hoesch und Vereinigte Stahlwerke, Rheinstahl waren gut gehalten, Klöckner um 0,25 v. H., Jlse-Genuß-. Scheute um 1 v. H. befestigt. Im einzelnen konnten Reichsbank-Anteile unverändert notieren, in Reichsbahn-Vorzugsaktien kam weiter Material heraus, der Kurs gab wieder 0,25 v. H. nach. Am Maschinenmarkt waren Demag um 1 v. H., - Moenus 0,50 v. H. schwächer. Bei Bau- und Zementwerten ebenso wie am Zellstoffmarkte kam es zunächst zu keiner Erstnotiz. 1 Renten waren weiter äußerst ruhig und zum Teil leicht gedrückt. Kommunal-Umschusdung 95,925 (95,95), späte Schuldbuchforderungen 99,50 (99,50). Im Aktien-Freiverkehr fanden kaum Umsätze Neckarwerks Eßlingen, Stempel 104, Verein. Stahl- werke 106,40, Westd. Kaufhof 98,25, Adca 103,13, Commerzbank 113,75, Deutsche Bank 120,25, Dresdner Bank 111,65, Reichsbank 193,25, Deutsche Reichsbahn-Vorzüge 123,90. frankfurter Obst- und Gemüfemarkt. Frankfurt a. M., 2£. Juni. Das Angebot in Erdbeeren ist schon merklich nachlassend, während Kirschen, Himbeeren, Johannisbeeren und Stachelbeeren immer noch gering am Markt sind. Das Geschäft verlief lebhaft bei festen Preisen. Aus dem Ausland waren Pfirsiche, Bananen und Zitronen nur gering angeboten. Bei gutem Absatz hatten Pfirsiche verhältnismäßig niedrige Preise, im übrigen lagen sie fest. Gutes Angebot lag am Gemüsemarkt, besonders von Blumenkohl, Erbsen, Gurken, Kopfsalat, Wirsing, Rhabarber, Karotten und Kohlrabi vor, während das von Spargel, Spinat, Tomaten und Spitzkohl nicht voll ausreichend und das von Bohnen nur gering war. Frühkartoffeln waren heute erstmals, .aber mengenmäßig unbedeutend angeboten. Die Preise lagen insgesamt fest, Wirsing und Spitzkohl etwas höher. Der Geschäftsgang war lebhaft. Ausländisches Gemüse war nur gering angeliefert, darunter Tomaten und Zwiebeln. Bei festen Preisen guter Absatz. Es notierten Blumenkohl 100 Stück 20 bis 60 RM., Bohnen (Treib) 50 kg 55 bis 60, Erbsen 16 bis 22, Gurken 100 Stück 10 bis 50, Rhabarber 50 kg 5 bis 7,5, Kopfsalat 100 Stück 4 bis IQ, Spargel je nach Sorte 14 bis 44, Spinat 50 kg 15, Tomaten 50 kg 45 bis 65, Wirsing 50 kg 8 bis 10, Erdbeeren je nach Sorte 50 kg 28 bis 55, Himbeeren 50 kg 50 bis 65, Johannisbeeren 50 kg 35 bis 40, Kirschen, suß 50 kg 40 bis 65, sauer 50 kg 42 bis 50, Stachelbeeren, unreif 50 kg 25 bis 30, reif 40 bis 42, Zitronen 300 und 360 Stück 14,50 bis 18,50. Schalke 04. Und auf der anderen Seite eine junge, aufstrebende, kämpferische Elf, die nichts als sich selbst besitzt, ihren lebendigen Siegeswillen, ihre unverbrauchte Kampfkraft: Hannover 96! Heber die „Knappen" kann man sich viele Worte sparen. Ihr Spiel ist zum Inbegriff deutschen Fuß- bällkönnens schlechthin geworden. Zum 5. Male seit 1933 stehen die Männer um Szepan und Ku- zorra im Kampf um Deutschlands höchste Fußballtrophäe. Wird es auch diesmal Schalke sein? Diese Frage ist auch diesmal nicht ohne eine Betrachtung des Gegners zu beantworten. 40 Jahre und mehr besteht Hannover 96. Niemals bisher ist man über den Gewinn der Gaumeisterschaft (1935 und 1937) hinausgekommen und nun 1938 ist man aus Niedersachsen, aufgebrochen, um die deutsche Fußballwelt aufhorchen zu lassen. Frei und unbeschwert können die Hannoveraner zum Endkampf antreten, sie haben keine Sorgen um einen etwaigen Prestigeverlust. {Jafe-Rest. Rheingold Samstag, 25. Juni 1938 4329A S timm ungs - Konzert! Rechtsrat Or. Ornst Holtzmann Sigrid Holtzmann, geb.Weber geben ihre Vermählung bekannt 25. 3uni 1938 Darmstadt . Gießen Erbacher Straße 15 Dartweg 10 Trauung: Johanneskirche, 14 Uhr Sonntag, den 26.3uni 1938 MesWU-Werl auf dem Schiffenberg ausgesyhrt vom gesamten Musittorps des Jnf.-Reg. 116 5)et Jfandiverfter.- Würze Deine Arbeit mit JtuUentfäunnßn rPilMer UrcpieUe Dann wird Dir die Arbeit zum Genuß! Wer zeitgemäße WOHNKULTUR fUr sein Helm wUnscht, besuche die interessante große MOBEC-SCHAU woh n fer tl g eingerichteter Räume einschließlich Teppichen. Beleuchtungskörper, Kunstgewerbe, Dekorationen. 200 ZIMMER in erlesenem Geschmack und allen Preislagen zur Auswahl Eine Auslese der deutschen Möbelindustrie Das große Einrichtungshaus 'Wiesecfr 4325D Sonntag, den 26. .Juni 1D3S Ab 4 Uhr SO.H.% („Zoni kühlen Grund" Inh.A.Schepers Eine Zierde Ihres Zimmers ist ein eutbe>“s AQuarium z, Gießener Zoo, Seltersweg 6, Tel. 3292 3.Hettiiches Gaufänöerfeft1938 in Gießen ks vereinigt im Zusammenklang mit dem Tag der deutschen Kunst die hessischen Sänger und alle Volksgenossen!_______4321 d 02912 Mitglied der Elektro-Gemeinschaft lir. ho Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) 25./2b.Juni 1938 Aus Oer Stadt Gießen. Dr. Karl Klingspor. Verleihung der Ehrenplakette der Stadt Gießen. Die Presse st elle der Stadtverwaltung teilt mit: Am heutigen 25. Juni kann der Inhaber der Schriftgießerei Gebr. Klingspor in Offenbach a. M., Dr.-Jng. e. h. Karl Klingspor, seinen 7 0. Geburtstag begehen. Dr. Klingspor ist geborener Gießener und hat bis zu seinem 25. Lebensjahr in Gießen gelebt. Dann siedelte er noch Offenbach über und hat dort als Schriftgießereibesitzer eine Fülle herrlicher Druckschriften geschaffen, die zu den beliebtesten und verbreitetsten in Deutschland und in der Welt gehören. In Anerkennung dieser seiner wertvollen Leistung hat der Oberbürgermeister unserer Stadt Herrn Dr. Klingspor am Tage seines 70. Geburtstages die Ehrenplakette der Stadt Gießen verliehen. Die Urkunde hat folgenden Wortlaut: Gießen, den 25. Juni 1938. Der Oberbürgermeister der Stadt Gießen verleiht dem Sohne dieser Stadt, Herrn Dr.- Jng. e. h. Karl Klingspor, Schriftgießereibe- siher zu Offenbach a. 211., in Würdigung seiner Verdienste um deutsches Schriftschaffen und dessen Weltgeltung die Ehren-Plakette der Stadt Gießen. Der Oberbürgermeister. (gez.) Ritter. Oie Goethemedaille für Dr.-Lng. e. h Karl Klingspor. LPD. Frankfurt a. W., 24. Juni. Der Führer und Reichskanzler hat, wie aus Berlin berichtet wird, dem Dr.-Ing. e. h. Karl Klingspor in Offenbach aus Anlaß des 70. Geburtstages in Anerkennung seiner Verdienste auf dem Gebiet der deutschen Schriftkunst die Goethemedaille für Kun st und Wissenschaft verliehen. Oer Kalander. Der Kalender ist schon leicht verstaubt, die Sonne hat ihn gelbgebleicht, ein Stück, das irgendwie geschützt war, leuchtet noch in seiner ursprünglichen Farbe. Im Gegensatz der Farben ist die Spur der Vergänglichkeit ausgezeichnet. Der Kalender, so wie er da hängt, stimmt melancholisch. Es liegt der Schmerz versäumter Dinge darüber. Etwas von dem Gefühl, daß man diese oder jene Stunde hätte besser anwenden können, oder zu Gescheiterem ausnützen. Auch das Gefühl des sprachlosen Erstaunens. Etwa so: am 24. Mai. Dünne, schwarze, zierliche Buchstaben. Dos war ein ganzer Tag. 24 Stunden. 24 mal 60 Minuten. Eine Sekunde ist viel, Popier. Dornoiizen wenn sie auf einem Zifferblatt großer Uhren langsam vorbeitanzt. Eine Minute kann an einem Ort unendlich sein. In Wartezimmern, beim Stelldichein. Wenn der Briefträger über die Gasse steuert. Wenn ein Zug Verspätung hat und man weiß nicht mehr das gute Wort, das man dem Abreisenden jetzt noch sagen konnte, jetzt, da schon olles gesagt ist. So lang ist eine Minute. Eine Stunde hat sechzig. Der ganze Tag hat 24 Stunden. Wo ist dieser 24. Mai, oder der 3. Februar, oder der 12. April? Ich weiß nichts mehr von diesen willkürlich herausgegriffenen Tagen. Aber sicher habe ich mich an ihnen geärgert und gesorgt und sicher auch gefreut, sicher über vieles gestaunt (und wenn es nur Knospen waren, einen Blick, ein gutes Wort, eine Beglückung im Vorübergehen), nun, wo sind diese erregenden Dinge? Ich weiß sie nicht mehr. Aber ich kann nicht glauben, doß sie verloren sind. Vielleicht fallen Sie mir nach Jahren ein. Wenn ich an einem Haus vorbeigehe, dem die Sonne eine besondere Färbung gibt. Wenn ich den Briefkasten aufschließe und einen Brief mit einer besonderen Farbe herausnehme. Wenn ein Freund mich besucht und über den Regen schimpft. In solchen Augenblicken kommen vielleicht jene vergessenen Tage zurück und sind Bindeglied zu Neuem. Ur- sqche für das, was jetzt wird, sind vielleicht grelle Erinnerungen an einen Fehler, oder gutes Aufatmen: „Wie gut, daß du damals nickt ... Der Kalender wird bald umgedreht. Dann kommt das andere halbe Jahr daran. Schon sind die Sonnwendfeiern gewesen. In der Mittagshitze ist manchmal etwas vom Dengeln der Sensen. Hauch und Zauber und Melancholie der Vergänglichkeit, hervorgerufen durch ein bedrucktes, verschossenes ^Stück Tageskalender für Samstag. Gloria-Palast (Seltersweg): „Rekrut Willi Win- fie" — Zirkus Europa: 15.30 und 20.15 Uhr: Vorstellungen: Tierschau ab 10 Uhr geöffnet. Oer Kreistag des Kreises Wetterau in Gießen und Friedberg. Sammlung und Ausrichtung! Zum Kreistag der NSDAP. Ueberall in diesen Wochen rief die Partei in unserer Heimat zu Kreistagen auf. Ueberall fanden sich Tausende ein, um teilzuhaben an diesen Tagen, die Sammlung und Ausrichtung bedeuten und uns allen erneut bewußt werden lassen, welche Größe und Bedeutung unserer Gegenwart eignet. Heute und morgen wird nun auch der Kreistag des Kreises Wetterau die Männer vereinigen, die über Jahr und Tag im «Dienst an der Vülksgemein- schaft stehen. Gilt es doch, gerade jetzt, da Haß und Verhetzung die Grenzen unseres Vaterlandes umbranden, diese Volksgemeinschaft zu vertiefen und zu' erhärten, damit sie sich bewähren kann in Zeiten der Not und der Gefahr. Und dieser Stählung der Volksgemeinschaft soll auch der Kreistag des Kreises Wetterau dienen. Zwar steht diesmal unsere Stadt Gießen nicht im Mittelpunkt der Ereignisse — einen schönen und fast symbolischen Auftakt aber wird der Kreistag dadurch finden, daß die Gauschule heute morgen in Gießen eingeweiht wird, in der die Kämpfer und Mitarbeiter des Führers für ihre Arbeit in kleinem und kleinstem Kreise unserer Volksgemeinschaft das Rüstzeug erhalten sollen. Dann ist Friedberg der Platz der Heerschau der Partei, ihrer Gliederungen und der angeschlossenen Verbände. Mit Hingabe hat sich unsere Nachbarstadt den Aufgaben der Vorbereitung für diesen Kreistag gewidmet, und die zahlreichen Gäste aus weitem Umkreis werden die stolze alte freie Reichsstadt, schon in ihrem äußeren Gewände so vorfinden, wie es eines Kreistages der Partei würdig ist. Der Kreistag soll nicht nur ein Beweis für nationalsozialistische Kraftenfaltung sein, wie sie allein aus der Idee, die der Führer gab, erwachsen kann, der Kreistag wird vielmehr auch ein Arbeitstag sein für die vielen, die in der Kleinarbeit am 'großen Werke schaffen. In nicht weniger denn zehn Sondertagungen werden sich die Leiter der einzelnen Aemter der Partei treffen und Rechenschaft ablegen: sie werden neue Anregungen erhalten für ihre Arbeit, werden in ihrer weltanschaulichen Haltung erneut ausgerichtet und bestärkt werden. Schließlich wird der Kreistag auch ein machtvolles Bekenntnis zur Volksgemeinschaft sein, das in der Großkundgebung auf der Seewiese, bei der Staatssekretär Reiner sprechen wird, seinen Ausdruck finden soll. So wird der Kreistag viel mehr bedeuten als eine Zusammenkunft vieler Tausender schlechthin — der Kreistag soll und wird erneut jedem, der dabei sein kann, eindringlich zum Bewußtsein bringen, wie wir alle einer Schicksalsgemeinschaft angehören, die unter dem Willen eines einzigartigen Mannes, unter dem Willen des Führers, ihren Weg in Jahrhunderte und Jahrtausende vorbereitet ... Heute morgen: Kranzniederlegung. Der 1. Kreistag des Kreises Wetterau der NSDAP, wurde mit einer Gefallenenehrung in Gießen und in Friedberg begonnen. Zur gleichen Zeit, da in Friedberg ein Kranz am dortigen Ehrenmal niedergelegt wurde, trat Kreisleiter Backhaus mit den Führern der Formationen an das Ehrenmal der 116er. Kreisleiter Backhaus gedachte der Gefallenen des Weltkrieges und insbesondere der SA.-Kameraden, die tm Kampfe für die Freiheit des Vaterlandes ihr Leben opferten. Er sprach in dieser für den Kreis Wetterau denkwürdigen Stunde das Gelöbnis aus, daß alle Parteigenossen und mit ihnen das deutsche Volk sich dieser Heldenopfer bewußt bleiben und weiter kämpfen werden, auf daß Deutschland ewig lebe! Gauleiter Sprenger zum Kreistag der ASDVp. In allen kreisslädlen wird die Bevölkerung des Gaues hesten-Rastau zum Appell an- frefen. Sie wird damit unter den Fahnen des Nationalsozialismus einen eindrucksvollen Beweis für die Wacht und die Einheit der durch Adolf Hitler geschaffenen deutschen Volksgemeinschaft erbringen. — Jeder Sreisappell ist somit ein Zeugnis der Kraft und der Stärke der nationalsozialistischen Bewegung des Kreises. Der Stolz eines jeden Volksgenossen muß es daher fein, sich für dieses Zeugnis einzüfehen, um es zum besten innerhalb unseres Gaues werden zu lasten. Sprenger, Gauletter. Das Geleitwort des Kreisleiters. Der Kreistag soll eine Heerschau der Partei mit ihren Gliederungen und angeschlostenen Verbänden fein. Am Kreistag soll sich alles zusammenfinden, was nationalsozialistisch denkt, fühlt und handelt. Durch die Tagung der hoheltsträger und die Sondertagungen der einzelnen Aemter soll eine erneute Ausrichtung erfolgen und die innere Geschlossenheit und Einheit der Bewegung neu dokumentiert werden. Die Kundgebung draußen soll die unbändige Kraft und Stärke der Bewegung zum Ausdruck bringen. Die Sportwettkämpfe sollen zeigen, daß die Partei und ihre Gliederungen, insbesondere die S2L, den unerschütterlichen Willen haben, ihre Körperkraft zu stählen und sie im Dienst für's Vaterland jederzeit einzusehen. Der Kreistag hat aber eine noch viel größere Bedeutung dadurch, daß er durch die Großkundgebung auf einem öffentlichen Platz, durch ein Volksfest und durch kulturelle Veranstaltungen die Bevölkerung an die Partei heranführt und mit ihr verbindet. So möge der 1. Kreistag des Kreises Detterau, der in der schönen alten Reichsstadt Friedberg stattsindet, unter einem guten Stern stehen und seinen Zweck voll und ganz erfüllen. Allen Teilnehmern aber rufe ich zu ein herzliches Willkommen und heil Hitler! Backhaus, Kreisletter. Sie neue Gauschule in Gießen. II I t Oben: Die neue Gauschule Bergwerk-Oberhof. Ne b e n sie h e n d: Der neuerbaute Gartensaal als Speisesaal für die Gauschule. (Aufnahmen |2) Neuner, Gießener Anz.) Tageskalender für Sonntag. Gloria-Palast (Seltersweg): „Rekrut Willi Winkte". — Universitäts-Sportplatz: ab 10 und 15 Uhr, Leichtathletik - Gaumeisterschaften: 15 Uhr, Fußballspiel Stadtelf gegen Kreiself Gießen. — Zirkus Europa: 15.30 und 20.15 Uhr, Vorstellungen: Tierschau ab 10 Uhr geöffnet. Gustav Jacoby im Sladtthealer Gießen. Die Intendanz des Stadttheaters Gießen hat Gustav Jacoby, Deutschlands größten Humoristen, zu einem einmaligen Gastspiel am Freitag, den i 1. Juli 1938, verpflichtet. Alle diejenigen, die Gustav 1 Jacoby einmal im Rundfunk gehört haben, werden zweifellos den Wunsch haben, Gustav Jacoby einmal zu erleben! Die Vorstellung beginnt 20.15 Uhr — Ende 22.15 Uhr. „Tanzend und singend Volk" beim Gausängertag. Kaum ist das Regiments-Jubiläumsfest verklungen, da rüstet man schon für das große Gau- Sängerfest am 10. Juli. Im Rahmen der Festfolge ist für den Sonntag nachmittag in der Dolkshalle eine Feierstunde vorgesehen. Der hessische Heimatdichter Georg Heß hat ein Heimatspiel entworfen, das den Titel .Tanzend und singend Volk" trägt und erstmalig zur Aufführung kommt. Es ist ein großer Kreis Mitwirkender aufgeboten, die das chorische Werk unter der Spielleitung von Anton Neuhaus, Spielleiter am Stadttheater Gießen, szenisch gestalten. An Mitwirkenden sind u. a. zu nennen etwa 300 Sänger, ferner die Kreiskapelle, Turner und Turnerinnen des Turnvereins Wieseck, der Volkstanzkreis des Landschaftsbundes „Volkstum und Heimat", Gießen, sowie auch die Trachtengruppen „Hüttenberger", „Schlitzerländer", „Odenwälder" und .Marburger", außerdem eine Bauernkapelle und als Sprecher und Sprecherinnen .Mitglieder des Stadttheaters Gießen. Die Proben l zu dieser volkstümlichen Feierstunde sind im Gange. Oie Fahrkartenausgabe zum Kreistag. Die Ortsgruppen und Stützpunkte veranlassen, daß sofort die Fahrkarten für die Sonderzüge zum Kreistag der NSDAP. Wetterau gegen Barzahlung abgeholt werden und zwar am Bahnhof Gießen: Sonderzug Grünberg—Reiskirchen—Gießen und Sonderzug Gießen—Großen-Linden—Lang- Göns—Butzbach, sowie die an der Strecke Gießen— Hungen liegenden Ortsgruppen. t Bahnhof Friedberg: Sonderzug Frankfurt a. M.— Friedberg, sowie Strecke Inheiden—Friedberg, außerdem die Ortsgruppe Ostheim. Nicht benutzte Fahrkarten müssen direkt nach dem Kreistag an den betreffenden Fahrkartenschaltern gegen Rückzahlung des Bargeldes abgegeben werden. KWWWMkllWlil NS.-Gemeinschafl „Kraft durch Freude". Betr.: Gastspiel Zirkus Europa. Der vom 24. bis 26. Iuni 1938 in Gießen gaftie- renbe Zirkus Europa hat uns Verbilligungsscheine zur Verfügung gestellt. Gegen Vorzeigen dieser Scheine gewährt die Zirkuskaste 50 Prozent Preisermäßigung auf alle Plätze ab 2. Platz. Die Betriebswarte werden gebeten, die Scheine und das Propagandamaterial auf der Verkaufsstelle, Settersweg 60, umgehend abzuholen. [4272D Bereinigung der Neubesitzanleihen der Länder und Gemeinden. Durch Verordnung des Herrn Reichsstatthalters in Hessen — Landesregierung — ist zur Durchführung des Reichsgesetzes über die Ablösung öffentlicher Anleihen vom 16. Juli 1935 bestimmt worden, daß die von Gemeinden und Gemeindeverbänden des Landes Hessen begebenen Anleiheablösungs-Schulden ohne Auslosungsrechte — sogenannte Neubesitzanleihen — von den Schuldnern am 2. Januar 1970 in einer Summe zum Nennwert einzulösen sind. Mit Rücksicht auf diese Verordnung hatte der Herr Oberbürgermeister der Stadt Gießen den Gläubigern der Dem Auge das Beste! Lassen Sie sich beraten von Optiker JKa&nus dem Optiker Ihres Vertrauens / Seltersweg 33 ' Kassenlieferant. Anleihe-Ablösungsschuld ohne Auslosungsrechte der Stadt Gießen das Angebot gemacht, die in ihrem Besitz befindlichen Schuldverschreibungen zum Kurse von 28,25 v. H. in bar anzukaufen. Dieses Angebot ist befristet, die Frist läuft am 30. Juni 1938 ab. Interessenten werden deshalb darauf aufmerksam gemacht, falls sie von dem Angebot Gebrauch zu machen beabsichtigen, fristgemäß ihre Anträge bei dem Oberbürgermeister der Stadt Gießen einzureichen. Schwurgericht Gießen. Am kommenden Montag beginnt die Tagung des Schwurgerichts in Gießen. Zur Verhandlung gelangen zwei Fälle der Kindestötung. Außerdem werden sich drei Personen zu verantworten haben, die in einem früheren Strafprozeß Meineide geleistet haben sollen. Weiterhin wird eine Meineidsache verhandelt werden, die von dem Reichsgericht wieder an das hiesige Schwurgericht zurückverwiesen wurde. Außerdem wird sich auch noch ein Angeklagter wegen Totschlags zu verant- ' Worten haben. ' Hallo- y da geht man ^Spalieren! tk S im 211 öl" , di,'' je! Zc >. :, Mi tO! lei de sei LIN Lu tei Mi Fr . all . f«s gr> act da kai Eu wi> eui lich spa bei i. Hai Zu am erfi e gez gel pd) Fri stet Un ode dur1 schc net. H 1 abt 2 Vai ßü< tsch Der Tei De; J j gen drei Kn- Inf lin däch Wei . dun Kris DON Eng' ' moc We, entt ' Hon Herrschaft über die Zugmaschine, die schließlich mit samt dem Fahrer und dem Beifahrer die Böschung ] Zehn Pflichten für Kraftfahrer. | Zehn Pflichten für Fußgänger Verkehrsgemeinschaft ist ein Stück Volksgemein- beginnt erst am 9. Juli, 20 Uhr. gfs. sie in du überholt wirst, st e t s die Geschwindigkeit nicht halten und auch nicht oder an unübersichtlichen Großzügiges Feldbereinigungs- und Giedlungsprogramm im Vogelsberg Zehnte Pflicht: Bei Benutzung öffentlicher kehrsmittel während der Fahrt weder aufabspringen! halte dich streng an diese Gebote! Wer eine ein- zum ten! Fünfte Pflicht: Wenn rechts bleiben und erhöhen! * Sechste Pflicht: Nicht parken in Kurven Ver- noch PROSPEKT 61 DURCH BALATUM-WERKE . NEUSS der Strecke aus bisher nicht bekannter Ursache ins Schleudern, der Lenker des Fahrzeuges verlor die Amt für die Feldbereinigung und Dienststelle des Kulturbauamts gerichtet. Die ganze geplante Maßnahme wird Segen des Vogelsberges ausschlagen. Auf Veranlassung des Reichsministers für Dolks- aufklärung und Propaganda findet in der Zeit oom 24. bis 30. Juni 1938 eine Verkehrsunfalloer- hütungsaktion statt, das heißt, die Bevölkerung soll über die zahlreichen Möglichkeiten chrer Mithilfe an der Lösung der Frage aufgeklärt werden, wie sich eine Verminderung bzw. Vermeidung der Verkehrsunfälle erreichen läßt. Zu einer derartigen Aufklärung ist neben Rundfunk, Film, Vorträgen und praktischen Vorführungen besonders, die Presse geeignet. Im folgenden soll daher auf einige wichtige Fragen des Derkehrsrechts kurz hingewiesen werden. Oberstes Gebot des heutigen Straßenoerkehrs ist: „Die Straße frei und sicher allerorten!" Jeder mutz zur Verkehrssicherheit beitragen. Das Interesse des Staates und jedes einzelnen nerlangt Verantwortungsbewußtsein jedes Verkehrsteilnehmers gegenüber der Derkehrsgemeinschaft. Wie ist aber die erschreckend hohe Zahl der Verkehrsunfälle zu erklären? Mehr als 8000 Tote und fast 200 000 Verletzte sind — abgesehen oon dem ungeheuren Sachschaden — das traurige Ergebnis zahlloser Verkehrsunfälle im vergangenen Jahre. Schuld an diesen Dielen Unfällen ist neben Leicht- finn und Trunkenheit leider immer noch oft genug erlitt einen schweren Schädelbruch und einen Bruch des linken Fußes, der Beifahrer, der Hilfsarbeiter Johannes Emshäuser aus Ober- Walgern, zog sich einen Schädel- und einen Beckenbruch zu. Beide Verunglückte wurden durch die Sanitätsbereitschaft Gießen in die Chirurgische Klinik gebracht. hinabstürzte. Der Lenker der Zugmaschine, der 23jährige Jakob H o ß aus Fronhausen an der Lahn Stratzenstellen! * Siebente Pflicht: Rechtzeitig a b b l e n d em ! Achte Pflicht: Bist du angetrunken oder übermüdet, bleib weg oom Steuer! Neunte Pflicht: Besonders oorsichtig fahren, wenn die Fahrbahn durch Regen, Schnee oder Eis glatt ist oder Nebel die Sicht behindert! Zehnte Pflicht: Dein Kraftfahrzeug immer in verkehrssicherem Zu st and, vor allen Dingen Steuerung, Bremsen, Bereifung und Beleuchtung stets in Ordnung halten! Halle dich streng an diese Gebote! Der sie übertritt, versündigt sich an der Gesundheit und am Wohlstand seines Volkes! Fälle kann mit Sicherheit angenommen werden, daß es dem Chef der deutschen Polizei im Einver- nehmen mit dem Reichsverkehrsminister und dem Korpsführer des NSKK. gelingen wird, die Der- kehrsunfallziffer in absehbarer Zeit auf ein Mindestmaß zu beschränken. Dies wird um so eher gelingen, wenn jeder Verkehrsteilnehmer immer die „10 Pflichten" beachtet, die in diesen Tagen durch Polizei und NSKK. zur Verteilung kommen. Assessor Münch. Gießener Polizei im Kampf gegen Verkehrssünder. Immer wieder muß die Polizei gegen Volksgenossen einschreiten, die es nicht für nötig erachten, auch nur die einfachsten Gesetze des Verkehrs auf der Straße zu beachten. Gegen Kraftfahrer wurden in der Zeit vom 17. bis zum 23. Juni acht Anzeigen erstattet und 7 Verwarnungen bzw. Belehrungen ausgesprochen. An sonstigen Fahrzeugführern wurden 5 verwarnt. Radfahrer mußten in 10 Fällen verwarnt bzw. belehrt werden. Soldaten im eigenen Schwimmbad. Generalleutnant Oßwald übergibt das Militärschwimmbad seiner Bestimmung überlrill, versündigt sich an der Gesundheit und am Wohlstand seines Volkes! Auf der Veichsautobahn schwer verunglückt. Bei Kilometer 53,4, unweit Gambach, ereignete sich am Donnerstagabend auf der Reichsautobahnstrecke Bad-Nauheim—Gießen ein schwerer Verkehrsunfall. Ein Lastzug, bestehend aus einem Traktor und einem Anhänger, geriet auf abfallen- Rebgeshain, Feldkrücken, Hartmannshain, Herchen- hain, Hörgenau, Kölzenhain, Meiches, Ulrichstein. Kreis Büdingen - Schotten: Betzenrod, Breungeshain, Busenborn, Burkhards, Eichelsdorf, Eichelsachsen, Einartshausen, Eschenrod, Gedern, Götzen, Kaulstos, Michelbach, Oberschmitten, Rain- rod, Rudingshain, Schotten, Sichenhausen, Unter» schmitten und Wingershausen. Landeskulturrat Reich gab das Programm in großen Zügen bekannt, die rechtlichen Grundlagen dazu, sowie das Umlegungsgebiet. Die Feldbereini- gung wird durch eine 7,5prozentige Landabgabe finanziert, ein weiterer Barausschlag wird nicht erhoben, abgesehen von etwa notwendig werdenden zusätzlichen Drainagekosten u. dgl., die besonders finanziert werden Ein besonderer Bonitierungs-, ein Wege- und Bewässerungsplan wird aufgestellt und den be- schafl! Vergih das nie! Präge dir ein und behalte gut und für immer: Erste Pflicht: Benutze die Gehwege! Zweite Pflicht: Die Fahrbahn gehört dem Fahrzeug! Daher Vorsicht vor dem Betreten der Fahrbahn! Dritte Pflicht: Die Fahrbahn stets auf kürzestem Wege und nur dann überschreiten, wenn sie wirklich frei ist. Vierte Pflicht: Die Fahrbahn nicht kurz vor oder hinter einem Fahrzeug, besonders einer Straßenbahn, überschreiten! Fünfte Pflicht: An Straßenkreuzungen nur die gekennzeichneten Uebergänge benutzen! Sechste Pflicht: Verkehrszeichen und Verkehrsregelung genau beachten! Du darfst die Fahrbahn erst dann betreten, wenn die Verkehrsampel für dich grünes Licht zeigt! Siebente Pflicht: An Straßenecken nicht stehenbleiben! Achte Pflicht: Nicht vergessen, daß Fahrzeuge bei nassen und glatten Straßen nicht immer sofort halten können! Neunte Pflicht: Obstreste und andere Gegenstände nicht auf Gehwege oder Fahrbahn werfen! gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß das Bad ™ seiner hübschen landschaftlichen Lage und in fei« Kraftfahrer, sei am Steuer ein Vorbild an Kameradschaft und Ritterlichkeit! Verkehrsgemeinschaft ist ein Stück Volksgemeinschaft! Vergih das nie! Präge dir ein und behalte gut und für immer: Erste Pflicht: Vorfahrt achten und be achten! Besonders vor Hauptstraßen, die gekenn-' zeichnet sind! Zweite Pflicht: Stets rechts fahren, nach links in weitern und nach rechts in engem Bogen einbiegen! Dritte Pflicht: Vor dem Einbiegen nach links die entgegenkommenden Fahrzeuge vorbeilassen! Rechtzeitig abwinken! Vierte Pflicht: Links überholen und nur dann, wenn dadurch her übrige, insbesondere der entgegenkommende Verkehr, nicht gefährdet wird! Sonderregelung bei der Straßenbahn beach- Gtraßenbenuher, haltet Verkehrsdisziplin Ein Beitrag zur Llnfallverhütungsaktion für den Straßenverkehr. c. Schotten, 23. Juni. In der hiesigen Turnhalle fand eine große Versammlung statt, die von der Hessischen Landesregierung zum Zwecke der Besprechung des in Aussicht genommenen großzügigen Feldbereinigungs- und Siedlungsverfahrens im Vogelsberg hierher einberufen war. Erschienen waren: Landeskulturrat Reich nebst Referenten, Vertreter der Forstabteilung, der beteiligten Forst- ämter, Kreisleiter Gorner, Kreisbauernführer Geiß, Vertreter des Reichsnährstandes, der Kreisämter Alsfeld, Lauterbach, Büdingen, Schotten, die Bürgermeister, Ortsgruppenleiter und Ortsbauernfüh- rer der nachstehenden Gemeinden, für die die Feldbereinigung in Frage kommt: Kreis Alsfeld: Altenhain, Bobenhaufen, Höckersdorf, Köddingen, Unter-Seibertenrod, Schmitten-Sellnrod, Wohnfeld. Kreis Lauterbach: Dirlammen, Engelrod, OnfiDurt: RcUNarbeitlgnntlnfcbalt 6<6obfnoCTbOUn» ßrtdjr»ng flctb ftnaK Orfl< pflitd, d«r Koßgängsr: freut Me »ebwtfle! rung der Volksgenossen ein schärferes Anfassen der Verkehrssünder durch alle in Frage kommende Stellen, nämlich Polizei, Justiz und Verwaltung, unbedingt geboten. Aus Anordnung des Reichsverkehrsministers werden bereits alle Bestrafungen wegen Verletzung der Verkehrsvorfchriften im Führerschein vermerkt. Führerflucht, rücksichtslose Leichtfertigkeit und Alkoholmißbrauch werden in Zukunft unerbittlich und hart bestraft werden. Ein dieferhalb bestrafter Fahrer kann mit Besttmmtheit mit der Entziehung seines Führerscheins rechnen. Sollte aber trotz dieser Maßnahmen die Zahl der Verkehrsunfälle nicht abnehmen, so werden von den zuständigen Stellen noch schärfere Maßregeln ergriffen werden; es wird heute schon in Erwägung gezogen, die Vorschriften der Straßenverkehrsordnung unter Umständen noch zu verschärfen. Auf alle treffenden Beteiligten zur Kenntnis gebracht. Zwecks besserer Durchführung werden besondere Teilneh. mergemeinschasten gebildet, vier bis fünf Gemeinden in sich wieder zusammengefchloffen. Träger des Verfahrens ist die Teilnehmergemeinschaft. In der Zeit von 1933 bis 1937 find von der Hessischen Landesregierung bereits 84 000 Hektar melioriert worden. Man hat zunächst in anderen Gegenden des Heffenlandes die Feldbereinigung durchgeführt, da dort die Bodenverhältnisse und Preise günstiger lagen. Run wird ein großzügiges Verfahren im ganzen Vogelsberg so bald wie möglich in Angriff genommen. Kreisbauernführer Geiß wies auf die großen Vorteile hin, die diese Aktion für die hiesige- Land- wirtschaft mit sich bringen würde. Der Grünlandreferent des Reichsnährstandes, Fr. ©rauer, sprach ebenfalls über das großzügige, fegensreiche Werk, durch das die wirtschaftliche Lage des Vo- CntBed: 6»a6eirocrMlane. 8n»x«e: t*ba. Ofrfle pfllchi Cer Kranfahrer: Dorlaön achleo an» »tatDIrn! 8e- --Ionen» vor öauWrafltn, dir se» irnnzelchnrl flnhl Unkenntnis' der wichtigsten Verkehrsvorfchriften. Es muß aber verlangt werden, daß diese heute jedem Straßenbenutzer bekannt sind. Mancher Unfall wäre schon vermieden worden, wenn den Beteiligten die Bestimmung der StrVO.«über das Vorfahrtsrecht bekannt gewesen wäre (§ 13). Gerade bei dem Vorfahrtsrecht ist aber auch von dem an sich Berechtigten der Grundsatz au beachten: „Nickt auf das Vorfahrtsrecht pochen!" Und zwar sowohl im eigenen Interesse als auch in dem der anderen Verkehrsteilnehmer. Denn gemäß § 1 der Straßenverkehrsordnung hat sich jeder Teilnehmer am öffentlichen Verkehr so zu verhalten» daß der Verkehr nicht gefährdet und daß kein anderer geschädigt wird. Demnach darf auch der Kraftfahrer, der meint, er habe Vorfahrtsrecht, nicht unbekümmert durch eine Kreuzung fahren, denn er muß damit rechnen, daß ein anderer Verkehrsteilnehmer ihm die Vorfahrt nicht einräumt, fei es aus Unkenntnis oder aus Fahrlässigkeit. Das Reichsgericht hat entschieden, daß derjenige fahrlässig handelt, der, wenn er auch das Vorfahrtsrecht hat, unbekümmert um die Gefahr eines Zusammenstoßes mit hoher Geschwindigkeit in eine Kreuzung fährt. Besonders zu beachten ist hierbei auch, daß Polizei, Feuerwehr und Wehrmacht von allen Verkehrsvorfchriften befreit find, allerdings auch nur dann, wenn sie in Erfüllung ihrer hoheitlichen Aufgaben handeln. Dagegen steht den Wegerechtsfahrzeugen im weiteren Sinne, d. h. Fahrzeugen, die zur Erfüllung öffentlicher ober dem allgemeinen Wohl dienender Aufgaben benutzt werden, und die als solche kenntlich sind, kein ausnahmsweises Dorfahrtsrecht zu. Diesen Fahrzeugen ist aber nach Möglichkeit Platz zu machen. Um die Zahl der Derkehrsunfälle in Zukunft herabzudrücken, ist neben der Aufklärung und Beleh- ner sportlichen Vollkommenheit nun fertig fei und eröffnet werden kann. Er fagtex der Bauleitung herzlichen Dank für diese* Anlage und sprach auch den Arbeitern der Sttrn und der Faust, die an diesem Werke mitgeholfen haben, feinen Dank und die besondere Anerkennung aus. Insbesondere wies er darauf hin, daß er zu ermessen wisse, was es für die Arbeiter bedeutet habe, den feuchten Grund zur fchlechteften Jahreszeit (im November 1937) auszuheben, und er wisse audjy was hier geleistet worden sei. Mit dem Wunsche, daß das Schwimmbad eine Stütte der körperlichen Ertüchtigung, der Erholung, der sportlichen Leistung, der Gesundheit und der Kraft sein möge, und — daß es bald in den Gießener Truppenteilen nur noch Schwimmer gebe, übergab der Divisionskommandeur die Schwimmbadanlage chrer Zweckbestimmung. Im Anschluß daran sand ein eindrucksvolles Anschwimmen durch viele Soldaten statt, so daß im Nu das Schwimmbecken von Leben erfüllt war. Dann zeigten die Soldaten noch die verschiedenartigsten Sprünge vom Einmeter- und vom Dreimeterbrett. Dabei ließ sich erkennen, daß die Sprunganlagen allen sportlichen Erfordernissen entsprechen. Schließlich gab es noch einen spannenden Kampf in einer F r e i st i l st a f f e l über 6 X 5 0 M e - ter zu sehen, der von den vielen Zuschauern lebhaft verfolgt wurde. Eindeutig ging der Sieg an die 1. Kompanie der Luftnachrichtenabteilung, während das II. Bataillon, JR. 116, den zweiten Sieger stellte. Die siegreiche Mannschaft erzielte eine Zeit von. 3:36 Minuten, die Mannschaft des II. Bataillons brauchte 4:01 Minuten. Insgesamt waren fünf Mannschaften an dem Rennen beteiligt. Im Anschluß an die Eröffnungsfeier fand man sich unter Bäumen 3U * einem kameradschaftlichen Beisammensein ein, das alle diejenigen vereinte, die sich um die Schaffung der Anlage verdient gemacht hatten. In Anwesenheit zahlreicher Offiziere und Mann- : schäften (Abordnungen der verschiedenen Truppenteile), der beteiligten Angehörigen des Heeresbau- : amtes, Vertreter der bauausführenden Firmen und . einer Anzahl unmittelbar am Bau beteiligter Ar- 1 beiter fand gestern nachmittag bei herrlichstem Sommerwetter die Einweihung des Militärschwimmbades an der Grünberger Straße statt. Die Flagge der Wehrmacht flatterte am Eingang, frisches Grün zierte die Gebäude und den Sprungturm, im offenen Viereck waren Offiziere und Mannschaften angetreten, während an der gegenüberliegenden Schmalseite des Schwimmbeckens viele Soldaten wie eine lebendige Mauer zum Start in das Wasser bereitstanden. Vegierungsbaurat Eisenhordt hielt — nachdem der Divisionskommandeur erschienen war und die Soldaten und die Gäste begrüßt« hatte — eine kurze Ansprache, in der er zunächst auf die mancherlei Schwierigkeiten hinwies, die dem Bau dieser Schwimmanlage entgegenftanben, er erinnerte an die bisherige Badegelegenheit an der Lahn, die trotz einer Erweiterung unzureichend geblieben sei und einen Neubau dringend erforderlich machte. Mit besonderer Anerkennung gedachte der Redner der stetigen und nachdrücklichen Fürsprache durch Generalleutnant Oßwald, der sich immer wieder für die edle Sache verwandte und wesentlich dazu beitrug, daß d. s Schwimmbad heute besteht und nun seiner Bestimmung übergeben werden kann. In seiner Eigenschaft' als Verantwortlicher für den Bau .des Schwimmbades übergab Baurat Eisenhardt die Anlage dem Divisions- kommaickeur. > Generalleutnant Oßwald VERJÜNGEN SIE IHRE WOHNUNG! Jawohl, eine richtige Ver- jüngungskur für Ihre Räume, damit es bei Dinen noch freund- s'—I \ j lieber und gemütlicher aus- wrm 1 sieht als bisher Das Veriün- gungsmiUel heißt: BALA1UM der färb- und musterschöne -VvX X Fußbodenbelag unserer Zeil i \ x iiinmmiumiiiiiimmimiinimiHinmnmiimiimmiimiiniiimnmmiummi» Abschiedsfeier für Direktor von Stadler Der langjährige Leiter des Ueberlandwerkes Ober- Hessen, Direktor -Richard von Stadler, tritt in den Ruhestand. Seit dem Jahre 1911 stand er im Dienst des Uebettlandwerkes Oberhessen (jetzt: Zweckverband der oberhessischen Versorgungsbetriebe). Im Gefolgschaftshaus des Ueberlandwerks in Friedberg fand am FreitagDormittag ein Betriebsappell statt, in dessen Mittelpunkt die feierliche Verabschiedung des Direktors von Stadler stand. Der Leiter des Zweckverbandes oberhessischer 23er« sorgungsbetriebe, Staatssekretär Reiner, nahm die Verabschiedung vor. Er würdigte mit Worten des Dankes die verdienstvolle Tätigkeit Stadlers und gab einen Rückblick über die Entwicklung des Werkes. Das von Direktor Stadler geplante, in seiner Entstehung beaufsichtigte und in über 25jäh- riger Arbeit mustergültig geleitete Werk könne auf eine stolze Geschichte zurückblicken. Die Belegschaft hat sich von 2 Mann auf 632 erhöht. Seit dem Jahre 1912 seien 66 000 Zähler gesetzt, fast 1200 Kilometer Hochspannungsleitung und rund 1400 Kilometer Niederspannungsleitung gelegt worden. Das vom Ueberlandwerk mit elektrischer Energie versorgte Gebiet weise über 700 000 Brennstellen auf. 376 Gemeinden mit rund 60 000 Haushaltungen würden vom Ueberlandwerk Friedberg mit Strom versorgt. Auch Oberingenieur Kallweit, der bis zur endgültigen Regelung die Nachfolgefchaft Direktor Stadlers übernimmt, würdigte die Verdienste des scheidenden Direktors. Gastspiel Zirkus Europa. Die Zirkus-Romantik wird trotz der technischen Fortschritte, die das Weltbild der Menschen so erweitert hat, daß fremde Menschen und Tiere nicht mehr etwas Außergewöhnliches find, nicht ausfter- ben. Der Nimbus des Geheimnisvollen und Sensationellen umgibt die bunten Wagen und die hohen Masten, die wie in diesen Tagen wieder aus Os- waldsgarten, die ganze Zirküs-Herrlichkeit einschließen. Immer werden sie Anziehungspunkt für den Menschen sein, der im flimmernden Glanz der Manege nicht nur fremde Tiere sehen, sondern auch Mut und Entschlossenheit, Gewandtheit und Geschicklichkeit der Künstler bewundern will. So kommen auch im Circus Europa die Besucher mit ihren Erwartungen auf ihre Rechnung. Das umfangreiche Programm mit den Dressurübungen, Reitkünsten und 2lttraftionen, insbesondere der Luftakrobaten, weist einige Höhepunkte auf, die mit Recht Bewunderung fanden und starken Beifall auslösten. Die flotte Wienerin auf dem galoppierenden Pferd, big Dresfurfpielereien mit den Ponys und auch das nach den Klängen der Musik tänzelnde „Operettenpferd" mit feinem spanischen Reiter sind einige der imponierenden Proben der hier gebotenen Pferdedressuren und Reitkünste. Der Sturz eines waghalsigen Akrobaten aus der Zirkuskuppel in die Manege war eine atemberaubende Attraktion, die nicht zu den Alltäglichkeiten zählt. Auch die altbewährte Drahtseilnummer der Giovanni-Truppe ist eine rühmliche Schaunummer in der reichen Spielfolge. Verblüffende Kunststückchen zeigten zwei Chinesen und ebenso fanden ein Jongleur und Balancekünstler verdienten Beifall Als Balance- und Schleuderkünstler erwiesen sich auch zwei dressierte Seelöwen. Eine ausgefeilte artistische Lei- stung boten die fünf Bradforts mit ihren Balanceakten und — nicht zuletzt — die Capriolen einer schönen Frau am Trapez. Drei Clowns, die besonders in ihrem Auftritt als musikalische Phänomen Bewunderung hervorriefen, sorgten für die nötige Abwecksluna. Den Abschluß boten die Vorführungen der fünf Bengal-Tiger, die ihrem Meister alle Ehre machten. So brachte das abwechselungsreiche । und humorgewürzte Programm für alle Besucher ; einige unterhaltsame Stunden. gelsberges gehoben und gebessert werde. Eine echte, wahre Gemeinschastsarbeit zwischen allen amtlichen Stellen, die das Verfahren durchführen, und den Landwirten, deren praktische Erfahrung man verwerten müsse, fei notwendig. Neuzeitliche Weidewirtschaft müsse alsdann betrieben werden, mustergültig sei hierfür schon der staatlich eingerichtete betrieb auf dem Selgenhof bei Ulrichstein, der wohl den besten deutschen Rotoiehbestand aufweise. Alle Vertreter der beteiligten Gemeinden sprachen sich einmütig für die baldige Inangriffnahme des Werkes aus. Landeskulturrat Reich wies im Schlußwort dar^ auf hin, daß besonderer Dank dem Gauleiter und dem Landesbauernführer geschuldet werde, die sich besonders für dieses Programm eingesetzt hätten. In der Stadt Schotten werde ein großes Mütterdienst in Gießen. Der Lehrgang im Kochen beginnt am 27. Juni, um 20 Uhr, in der Lehrküche des Deutschen Frauenwerks im „Einhorn". Der Kursus in Krankenpflege findet im Roten-Kreuz-Depot in der Sonnenstraße statt und % 'SerbT' pW ffA-b- Ml * -ie »‘‘i’’ eine. ’Ä' ^etrei i *ra(6 Äiekn ' mieren 8e 8 f#r M, L un» tos:«« '7 Lr di-5 baß ; in den na »t* "d grüdjl ’ÄwV men, |JU1 [oraen, EÄi*"1 fewkn. (Siebener KM 12%, Wichng,/- 1 $ gelbe N>en, tüten, Sorte! Spargel, 1. Sorte 1 Sorte 40 bis 45, dis 30, Tomaten 40 10 bis 15, # k» 2 toffeln, alte, % k8 1 dis 3,90 Mrk, neue 60, ausländische Sie] 65, Stachelbeeren r- ßfennig, junge W Öner 0,90 bis 1,01 bis 65 Pf, Blume, 10, Salatgurken 30 JO, Oberkohlrabi 9 10 bis 18, das Bün i bis 10 Pf. ** Bienftjub Daren es 25 Jahre Friedrich Siegel heil- und Pflegeanf sriebsführer, Direk dem Jubilar Dan treuen Dienste aus LPD. Neuer stach den Richtlinie sofs vom 18. Jam ßrabmale aufgejte jeftaltung der Fri gen entsprechen, . hätten ist aber ai male, die bie füi erfüllen, Melassen, des Handwerks otu nähme der vorhem für die der Reichs der übrigen juftäi fimen erlassen ha Durchführung wir teiligten Wirtscha urä der Industrie Ium Kk LPD. Laute Bonhard, der h derDienstgeschäste Lauterbach beaufti ernannt worben. llnfM Whrige hi ‘Maus Lich io, L^erletzune: le'Pe.r Schaubude i Kei ab und fiel ®’t erheblichen tfi Etliche Behang schwerer: . * Nidda 24 Btt M Sn ? einem € kam -wnton s 1,, 1ch°.r wurde Mtf icrlefrt » "nein •m»ns« vebunden ?!r EU »n Ca Auch der Verbraucher soll Vorratswirtschaff treiben. ZÜR. Der größte Teil der Verbraucher ist heute ausschließlich Verbraucher, nicht zugleich Selbsterzeuger. Nur Verbraucher sein heißt aber nicht, sich um die Erzeugung gar nicht kümmern. Ver- Mdnis hür die Arbeit des Erzeugers ist heute ebenso unerläßlich wie die Mithilfe des Verbrauchers durch richtigen Nahrungsmittelverbrauch. Noch eine Aufgabe hat der Verbraucher: in kleinem Rahmen eine V o r r a t s w i r t f ch a f t zu betreiben! Industrie und Handel mit ihrer Abarbeitung und Lagerung in Kühlhäusern und anderen geeigneten Lagerräumen haben uns diese Aufgabe, die früher jede Hauswirtschaft für sich allein lösen mußte, heute weitgehend abgenommen. Äe können und sollen sie aber nicht ganz allein bewältigen. Werden auch im Großen Butter, Eier, Fleisch eingekühlt, Konserven chergestellt und Getreide zu haltbaren Nahrungsmitteln verarbeitet, so muß doch der einzelne Haushalt sich selbst einen kleinen Äorrat für die erntelofe Zeit schaffen, voräusgesttzt, daß er über die geeigneten Vorratsräume verfugt. Gerade in den nächsten 6 bis 8 Wochen, wenn Gemüse und Früchte laufend an den Markt kommen, soll jeder Haushalt mit Hilfe der Vorratswirtschaft dafür sorgen, daß alle mit viel Mühe gezogenen Erzeugnisse restlos für unsere Versorgung Verwendung finden. Gießener Dochenmarktpreife. * Gießen, 25. Juni. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Feine Molkereibutter, % kg 1,52 Mark, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 13, Klasse A 12%,. Klaffe B 12, Kläffe C 11%, Klasse D 10%, Enteneier 11% bis 12%, Wirsing, % kg 10 bis 12, Weißkraut 18 bis 20, gelbe Rüben, das Bündel 10 bis 18, rote Rüben, das Bündel 12, Spinat, % kg 10 bis 15, Römischkohl 8 bis 12, Bohnen, grün, 30 bis 35, Spargel, 1. Sorte 52 bis 55, 2. Sorte 48 bis 50, 3. Sorte 40 bis 45, 4. Sorte 20 bis 25, Erbsen 25 bis 30, Tomaten 40 bis 60, Zwiebeln, das Bündel 10 bis 15, % kg 20, Rhabarber 10 bis 15, Kartoffeln, alte, % kg 5 Pf., 5 kg 44 Pf., 50 kg 3,30 bis 3,90 Mark, neue, % kg 13 bis 15 Pf., Pfirsiche 60, ausländische Aepfel 60 bis 65, Kirschen 50 bis 65, Stachelbeeren 25 bis 30, Erdbeeren 40 bis 55 Pfennig, junge Hähne 1,10 bis 1,15 Mark, Suppenhühner 0,90 bis 1,05 Mark, Tauben, das Stück 50 bis 65 Pf., Blumenkohl 10 bis 70, Salat 5 bis 10, Salutgurken 30 bis 40, Einmachgurken 15 bis 20, Oberkohlrabi 9 bis 12, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 18, das Bündel 20, Radieschen, das Bündel 5 bis 10 Pf. ♦ ** D ienstjubiläum. Am 23. Juni 1938 waren es 25 Jahre, daß das GefdlgfchaftsmitgUed Friedrich Siegel als Pfleger in der Landes- Heil- und Pflegeanstalt Gießen tätig war. Der Betriebsführer, Direktor Dr. Schneider, sprach dem Jubilar Dank und Anerkennung für seine treuen Dienste aus. LPD. Neuordnung für Grabmale. Nach den Richtlinien für die Gestaltung des Friedhofs vom 1*8. Januar 1937 dürfen nur noch solche Grabmale aufgestellt werden, die den an die Neugestaltung der Friedhöfe zu stellenden Anforderungen entsprechen. Zur Vermeidung wirtschaftlicher härten ist aber auch die Aufstellung solcher Grabmale, die die künstlerischen Anforderungen nicht erfüllen, zugelassen, soweit sie sich z. Z. auf Lager des Handwerks oder der Industrie befinden. Zur Feststellung dieser Grabmale ist eine Bestandsaufnahme der vorhandenen Grabmallager vorgesehen, für die der Reichsinnenminister, zugleich^ im Namen der übrigen zuständigen Minister, soeben die Richtlinien erlassen hat. Im Interesse der einheitlichen Durchführung wird die Bestandsaufnahme den beteiligten Wirtschaftsorganisationen des Handwerks und der Industrie übertragen. Ium Kreisdirektor ernannt. LPD. Lauterbach, 24. Juni. Regierungsrat Bonhard, der seit Herbst 1937 mit der Versetzung der Dienstgeschäfte des Kreisdirektors beim Kreisamt Lauterbach beauftragt war, ist zum Kreisdirektor ernannt worden. Unfälle auf dem Lande. Der 16jährige Hilfsarbeiter Ernst Ludwig Kräh- ling aus Lich zog sich bei seiner Arbeit erhebliche innere Verletzungen zu. — Der Schausteller Ernst Mühlenbach aus Köln, der mit dem Aufstellen seiner Schaubude in Lumda beschäftigt war, stürzte dabei ab und siel mit der Brust auf ein Kantholz. Mit erheblichen Rippenquetschungen mußte er in ärztliche Behandlung gebracht werden. Schwerer Unfall bei der Arbeit. ♦ Nidda, 24. Juni. Gestern nachmittag ereignete sich im Sägewerk Himmelsbach bei der Arbeit an einem Sägegatter ein schwerer Unfall. Dabei kam der etwa 50 Jahre alte Arbeiter Anton Kurzmann von Ober - Widdersheim schwer zu Schaden. Der bedauernswerte Mann wurde von' einem Baumstamm getroffen und schwer verletzt. Der Unfall kam dadurch zustande, daß sich ein Stamm, der auf einen der Transportwagen gebunden war, auf dem die Stämme dem Sägegatter entgegengeführt werden, löste, in die Höhe schnellte und dabei den unglücklichen Mann traf. Kurzmann mußte in bedenklichem Zustande und mit schweren inneren Verletzungen in die Ehirurgische Minik gebracht werden. Er mußte sofort operiert werden. Der bedauernswerte Mann liegt schcker darnieder. Landkreis Gießen. * Lang-Göns, 24. Juni, Der große öffentliche Werbeabend für die Jugendgruppen im Deutschen Frauenwerk ist wegen der Heuernte verschoben worden. Er wird erst nach den Ferien stattfinden. gfs. Gießener Studenten bei den Hochschulmeisterfchasten. glanzvollen Erfolg in den Kämpfen um öie Meisterschaft im Sechskampf der Kameradschaften errang die Gießener Kameradschaft II (Fischer), vertreten durch Pitzen, Bergemann, Oehle- mann, Volk, Weigel und Unsicher. Sie wurde im Kampf mit den 60 besten Kameradschaften Großdeutschlands Zweite hinter einer Kameradschaft Innsbrucks. Der Sechskampf der Kameradschaften erstreckt sich auf 100-Meter-Lauf, Weitsprung, 3000-Meter-Lauf, Keulenweitwurf, 50-Meter-Schwimmen und KK.- Schießen. In Heidelberg trafen sich die 60 Mann- schäften von den 875, die sich in den Dorkämpfen als die besten erwiesen hatten. Die Leistungen sind allerdings etwas beeinträchtigt durch die Zeltlagerpflicht und das Verbot, in Rennschuhen zu starten. Als die besten unter den Gießenern erwiesen sich im 100-Meter-Lauf Pitz en, 12 ©cf.; Weitsprung Weigel, 5,90 Meter; Keulenweitwurf Weigel, 58 Meter; 3000-Meter-Lauf Weigel, 10:18 Min.; KK.-Schießen O e h l e m a n n , 51 Ringe; 50-Meter- Schwimmen Bergemann, 34 Sek. (!). Sehr dramatisch wurde der 3000-Meter-Laus, in dem die Kameradschaft Fischer mit allen Kräften versuchte, die führenden Innsbrucker zu schlagen und damit Sieger zu werden. Erst im letzten Kilometer gingen die zähen Oesterreicher entscheidend vor die ziemlich geschlossen ankommenden Gießener Kameraden und errangen damit die Meisterschaft. Im Kampf um die Juniorenmeister- schäften konnte sich die Gießener Studentin Karola Gröschel im Weitsprung für die Entscheidung qualifizieren. Sie wurde mit 4,45 Meter Fünfte. Gießener Handballmannschafl durch Organisationsfehler ausgefallen. Die Handballmannschaft der Studentenschaft Gießen, Bereichsmeister des Bereiches Rhein, fuhr mit großen Hoffnungen nach Mannheim, gehörte sie doch mit der Universität Berlin, Universität Halle und Universität Heidelberg zu den vier besten des Reichs. In Mannheim mußten sie leider erfahren, daß dort nur das Endspiel zwischen Berlin und Heidelberg ausgetragen wird, während Halle und Gießen wegen Nichteinhaltung von Spielterminen disqualifiziert wurden. Von den angesetzten Terminen war der Gießener Studentenführung nichts bekannt, so daß die Gießener ihre verdienten Hoffnungen durch einen Fehler der Bereichsführung verloren. Beginn der leichtathletischen Meisterschaften. Am Freitag begannen die leichtathletischen Kämpfe der Studenten. Gießen ist vertreten durch Luh im Kugelstoßen und Diskuswerfen, durch Möll im 200- Meter-Lauf und Weitsprung und durch eine 4X100- Meter-Staffel (Pitzen, Luh, Meyer, Möll). Die Leistungen, die die Gießener Studenten im Training zeigten, läßt es als sicher erscheinen, daß sie überall in die Entscheidung kommen. Besonders in Form erwies sich Otto Luh, der mit beiden Trainingswürfen stets weit über 40 Meter kam. Ein starker Konkurrent ist ihm allerdings H i l b r e ch t (Königsberg). Um den „Großen Straßenpreis von Gießen". Am kommenden Sonntag veranstaltet die Gießener Radfahrer-Vereinigung als zweite diesjährige Radfportoeranstaltung das Straßenrennen „Großer Straßenpreis von Gießen". Wie alljährlich, so ist auch in diesem Jahre das Rennen reichsoffen. Das Rennen verläuft auf folgender Strecke: Start und Ziel an der Volkshalle—Reiskirchen—Linden- ftruth—Grünberg—Geilshausen—Keffelbach—Londorf—Mllendorf—Treis—Mainzlar—Staufenberg— Lollar—Gießen. Mit Ausnahme einiger Ortsdurchfahrten befinden sich die Straßen in einwandfreiem Zustande. I. Runde A/B C Jugend Gießen 6.00 6.15 9.30 Reiskirchen 6.20 6.35 9.55 Grünberg 6.35 6.50 10.15 Londorf 6.58 7.13 10.40 Mainzlar 7.15 7.30 11.00 Lollar 7.20 7.35 11.05 Gießen 7.35 7.50 11.20 Start und Runden. Das Rennen wird in drei Klaffen gefahren. Die A- und B-Klasse muß die oben angegebene Rennstrecke viermal durchfahren, die E-Klasse dreimal, während die Jugendklasse die Strecke einmal durchfährt. Die B-Klasse startet mit fünf Minuten Vorgabe vor der A-Klasse, die E-Klasse wird Gießen zehn Minuten nach der A-Klasse verlassen. Die Jugendklasse geht erheblich später an den Ablauf. Danach ergeben sich folgende Durchfahrtszeiten für die einzelnen Orte: II. Runde III. Runde IV. Runde A/B C A/B C A/B 7.35 7.50 । 9.10 9.25 10.45 7.55 8.10 9.30 9.45 11.05 8.10 8.25 9.45 10.00 11.20 8.33 8.48 10.08 10.23 11.43 8.50 9.05 10.25 10.40 12.00 8.55 9.10 10.30 10.45 12.05 9.10 9.25 10.45 11.00 12.20 Danach ist also die E-Klasse etwa um 11 Uhr am Ziel (Volkshalle) zu erwarten, die Jugendklasse etwa um 11.20 Uhr, während die A- und B-Klasse, die gegenüber der E-Klasse eine Runde mehr zu fahren hat, etwa um 12.20 Uhr das Zielband durchfährt. Wo wird die Entscheidung fallen? Bei (Straßenrennen ist fast immer die Entscheidung in den Bergen gefallen. Für Rennfahrer können aber die auf dieser Sttecke liegenden Berge nicht als übermäßig schwer gelten. Die Sportbegeisterten werden es sich nicht nehmen lassen, gerade an den Bergstraßen ihr Standquartier aufzuschlagen. 100 Führer am Start. Das Rennen um den Großen Goldradpreis von Gießen hat in diesem Jahre eine ganz hervorragende Besetzung erhalten. Schon aus dem Grunde, daß in wenigen Wochen hier die Deutsche Meisterschaft ausgetragen wird, kommen viele Fahrer nach. Gießen, um sich mit der Strecke vertraut zu machen. Anderseits ist es aber die Gastfreundschaft und der gute Ruf, den sich der Gießener Radsport im deutschen RaLsporttager erworben hat. In der A- und B-Klasse gehen etwa 50 Fahrer bester deutscher Amateurklasse an den Start. Es ist unmöglich, die Namen aufzuführen. Selbstverständlich sind die beiden Gießener Neumann und Preis dabei. Am Sonntag sollen diese beiden zeigen, was in ihnen steckt. In der E-Klasse gehen,40 Fahrer an den Ablauf. U. a. starten in dieser Klasse die Gießener Nachwuchsfahrer. Eine ganz erstklassige Besetzung ist aber auch in der Jugendklasse zu verzeichnen. Neben den Gießener Fahrern gehen insgesamt 35 Jugendliche an den Start. Die Sieger der einzelnen Klassen nur annähernd im voraus zu nennen, ist bei dieser Besetzung und den über 100 Teilnehmern ganz ausgeschlossen. Hoffen wir, daß der Beste jeder Klasse den Sieger stellen wird. Organisation. Das Rennen liegt in Händen des Kameraden August Deibel, dem eine Zahl treuer Helfer zur Seite steht. Die Absperrung wird neben der Polizei in dankenswerter Weise von dem Gießener NSKK. vorgenommen. Die Nachrichtenabteilung der SA. wird durch Legung von Leitungen den an der Volkshalle befindlichen Zuschauern Streckenberichte durchgeben. Die Sanitätsbereitschaft Gießen wird auf der Strecke ebenfalls vertreten sein Das Mitfahren von Autos und Motorrädern ist außer den Mitgliedern der Rennleitung niemand gestattet. Streifen der motorisierten Gendarmerie werden die Rennstrecke kontrollieren. Neben den wertvollen Preisen, die an die siegreichen Fahrer verteilt werden, wird noch der Wanderpreis der Stadt Gießen aus- gefahren. Er wird in Dereinswertuna errungen. Verteidiger sind der RV. „Anker Rot-Weiß" Bielefeld sowie der RV. „Staubwolke" Köln. Die Leichtachleiik-Gaumeisterschasten. Durch die Ansetzung der Gaumeisterschaften auf dem Universitätssportplatz erhält nun Gießen auch in der Leichtathletik ein über den gewöhnlichen Rahmen hinausragendes Ereignis. Denn als solches kann zweifellos die morgige Heerschau der besten Leichtathleten und Leichtathletinnen unseres Gaues bezeichnet werden. Die Beteiligung dürfte besser ausfallen, als je zuvor, einmal infolge der zentralen Lage Gießens, zum anderen, weil die Teilnahme an den Gaumeisterschaften notwendige Voraussetzung für einen Start in Breslau bei den Deutschen Meisterschaften während des Deutschen Turn- und Sportfestes ist. Das Programm ist sehr umfanareich, kommen doch — mit Ausnahme des 3000-Meter-Hindernis- laufes — alle im deutschen Meisterschaftsprogramm für Männer und Frauen stehenden Wettbewerbe zum Austtag, zuzüglich der Juniorenkämpfe. Was werden nun die einzelnen Disziplinen bringen? Fangen wir bei den Männern, und zwar mit dem 100-Meter-Lauf an. Bester Sprinter des Vorjahres war Leineweber (Fulda). Er steht feinem Verein jedoch morgen nicht zur Verfügung, und so dürfte das Ende zwischen Knappe (Kassel) und Henkel (Wallau) liegen, lieber 2 0 0 Meter dürfte sich das Bild nicht wesentlich verschieben. Eine reine Kasseler Angelegenheit dürften die 4 0 0 Meter werden. Hier ift Bott (CT. Hessen- Preußen) der schnellste seiner Kameraden und für glatte 50 Sekunden gut. Eine nicht minder hervorragende Zeit dürften die 8 0 0 Meter bringen. Zehnter und Seibert (beide CT. Hessen-Preußen) sind gleich stark und in diesem Jahre schon 1:56,5 Minuten gelaufen. Man darf gespannt sein, wie unser einheimischer Vertreter Peters (1900) hier mithaltenkann, lieber 1500 Meter kann er schon eher ein Wort mitreden, obwohl Roth (CT. Hessen-Preußen) mit der ausgezeichneten Zeit von 4:06,5 Minuten die Gaubestenliste anführte. Der vorjährige Gaubeste, Kleemann (Gießen 1900), wird leider voraussichtlich nicht am Start sein können. Ein scharfes Rennen dürften die 5 0 0 0 Meter bringen. Hier hat sich Schütze Franz Neide! (2. JR. 116) vom Turnverein Heuchelheim etwas vorgenommen. Er muß allerdings schon eine Zeit von 15:40 Minuten laufen, um feine gefährlichsten Widersacher Escherich und Knobloch (beide Kassel) abzuschütteln. In den 10 0 0 0 Meter, die bereits vormittags entschieden werden, wird man Schwertel (Limburg), der in diesem Jahre schon 34:14,6 Minuten gelaufen ist, die meisten Chancen einräumen können, lieber gutes Können verfügt auch Jffland (Kassel). Die 1900er hätten hier noch in Unteroffizier Förfter, der am Sonntag beim Gauvergleichskampf in Braunschweig Jffland hinter sich lassen konnte, ein gutes Eisen im Feuer, Förster steht jedoch infolge Kommandierung zur Heeressportschule nicht zur Verfügung. Streifen wir, was die Läufe angeht, noch kurz die Hürden st recken und die Staffeln. In der kurzen Hürdenstrecke (HO Meter) ist das Feld, das feine besten Vertreter in Jensen (Marburg), Knappe (Kassel) und Stahlhut (Heuchelheim) hat, sehr ausgeglichen. Die 400 Meter Hürden hingegen dürften im Zeichen eines Mannes stehen: Seibert (CT. „Heffen-P.eußen" Kassel). In den Staffeln, die über 4X100 Meter, 4X400 Meter und 4X1500 Meter gehen, werden sich die Leute aus der kuchessischen Gauhauptstadt den Sieg nicht entgehen lassen. In den Sprüngen werden sich, von Stahlhut abgesehen, meist jüngere Leute um den Meistertitel bewerben. Ob sie im Hoch- und Weitsprung den Heuchelheimer gefährden können, muß der Kampf zeigen. Im Dreisprung sowie im Stabhochsprung muß die Frage nach dem Sieger offen gelassen werden. Mit Recht dürfen die Werfer morgen erhöhtes Jnttresse für sich in Anspruch nehmen, haben sie doch zum Teil in letzter Zeit mit Leistungen aufgewartet, die internattanales Niveau haben. Hier muß zuerst der Hammerwerfer Storch (Fulda) genannt werden, der am vergangenen Sonntag mit 53,07 Meter eine neue Gaubestleistung aufstellte und damit nur 60 Zentimeter hinter dem Olympiasieger Hein (Hamburg) blieb. Eine sportliche Delikatesse dürfte auch das Speerwerfen werden. Hier ist Menkel (Tuspo. Kassel-Bettenhausen) Favorit (diesjährige Bestleistung 61,13 Meter), aber auch Hanebuth (Marburg) kann etwas. Es ist zu hoffen, daß unsere beiden Gießener Werfer Luh (VfB.- Reichsbahn) und Kilo (1900) in ihren Disziplinen (Kugelstoßen und Diskuswerfen) sich würdig anschließen. Bei den Frauen dürfte die Sprintstrecken Rother (Hanau) an sich bringen, lieber 8 0 Meter Hürdenist Sautter (CT. „Hessen-Preußen" Kassel) in Front zu erwarten, auch dürfte die 4X100- Meter-(Staffel von den Kasseler Mädels gewonnen werden; allerdings sind hier unsere Gießener Vertretungen (MTV. und VfB.-Reichsbahn) auch gut gerüstet. Im Hochsprung wird Staudt (Limburg), die dieses Jahr schon 1,55 Meter übersprang, nicht zu schlagen sein, wohingegen Röhmig (MTV.) gute Aussichten im Weitsprung hat. Im Diskuswerfen wird sich Hagemann (Kassel), die als Olympiateilnehmerin bekannt ist, an die Spitze setzen, während im Speerwerfen und Kugel st oßen die Chancen verteilt sind. Klubkämpfe der Tennisabteilung des Tv. 1846 Gießen. Dieser Tage weilte die Tennis-Abteilung des Tv. 1846 Gießen mit einer größeren Anzahl Spieler in Butzbach und trug dort einen Klubkampf mit der Tennis-Abteilung des Turn- und Sportv. Butzbach aus. Die Gießener Spieler konnten den Kampf mit 9:7 zu ihren Gunsten entscheiden und bewiesen damit, daß die Spielstärke sich gegenüber bgn Leistungen im vergangenen Jahr wesentlich gehoben hat. Ein weiterer spannender Wettkampf ift nun am kommenden Sonntag zu erwarten, an dem die Spieler der Tennis-Abteilung des Turnv. von 1846 Gießen einen Klubkampf mit der Tennis-Abteilung der Turngesellschaft Offenbach a. M. auf den Tennisplätzen des Universitäts-Sportplatzes zum Aus- trag bringen. Die Turngefellfchaft Offenbach verfügt über ein ausgezeichnetes Spielermaterial, dem es bei dem im vergangenen Jahr in Offenbach a. M. durchgeführten Wettkampf gelang, die Spieler des Turnvereins von 1846 mit 10:8 Punkten abzufertigen. 3um Pokalspiel nach Fulda. „Borussia" Fulda I gegen „Teutonia“ Watzenborn-Steinberg I. Zum letzten Spiel vor der diesjährigen Sommersperre tritt am morgigen Sonntag die erste Elf der Watzenborn-Steinberger „Teutonen" im 8. Spiel um den Pokal des Reichssportführers der 1. Mannschaft von „Borussia" Fulda in Fulda gegenüber. Die Platzmannschaft mußte leider während der letzten Verbandsspielserie eine Krise durchmachen, gegen Schluß der Verbandsserie bewiesen die „Borussen" jedoch wieder ihre alte Schlagkraft und stellten diese weiterhin in den Pokalspielen unter Beweis. Die Teutonen treten die Reise voraussichtlich in kompletter Aufstellung (wenn O. Haas ebenfalls zur Verfügung steht) an. Das Können der Elf und der derzeitige Wille dürften, wenn es auch wohl nicht zum Siege reichen dürfte, doch für ein ehrenhaftes Resultat bürgen. Die 2. Mannschaft der „Teutonen" tritt zum Gesellschaftsspiel gegen die 1. Mannschaft vom Sportverein 1933 ©rüningen in ©rüningen an. Letzter Aufstiegspielsonntag. Dunlop Hanau — 1900. Reizvoller und interessanter wie in diesem Jahrs kann man sich die Aufstiegspiele in der Südgruppe wirklich nicht wünschen. Denn nachdem Hanau durch die Niederlage in Oberursel seine Spitzenstellung eingebüßt hat, sind die Möglichkeiten über den Anstieg wieder vollkommen offen. Nach der jetzigen Lage gibt es keinen ausgesprochenen Favoriten mehr. Die an der Spitze liegenden Vereine Ober- ursel und Hanau, durch das etwas günstigere Tor- Wer eine Woche lang Malzkaffee getrunken hat, der bleibt dabei! 90 96 Gießen, Frankfurter Straße 52, Ruf 2847. 4326 A mehrfarbigen Mustern per m 1.36 1.85 per m 2.40 dischen Sommerfarben per m Ware in aparten Mustern per m für Röcke und Kostüme per m nnnan ^0 cm breit, Originalware, keine flUllUll Imitation — in Naturfarben und sommerlichen Tönen per m Noch heute auefchnelöenunöeInfenöen! Aue Liebe unD Treue zu meinem Führer erkläre Ich mich bereit, einen Kameraöen Drei Bücher von den Wundern der Klein welt bis gewünscht, Da es mir nur möglich Ift, Eigenhändige unö gut leserliche Unterschrift! > , dm BS Dieter Schein Ift euezufdinelöen und dmufenden an: NSDAP., Geo He1“ x:- x Vermögen würden alle Wehrpflichtigen nach gleichen Grundsätzen zum Wehrdienst herangezogen. Wehrdienst sei Ehrendienst am deutschen Volke! Die Wehrmacht sei die letzte und vornehmste Schule der Deutschen zu Volksgemeinschaft und Vaterlandsliebe sowie zu den hohen und altbewährten Soldatentugenden der Tapferkeit, der Pflichttreue, des Gehorsams und der Kameradschaft. Die eindringlichen Worte verfehlen ihre Wirkung auf die jungen Kameraden nicht. Major Leisnering weist dann weiter darauf hin, daß die Dienstpflichtigen während der Musterung und Aushebung militärischen Gesetzen unterworfen sind. Mit altem Brauch solle nicht gebrochen werden. Jeder Gemusterte darf sich, wie es schon Väter und Vorväter taten, mit Sträußen und Bändern schmücken, während natürlich die Abzeichen mit dem Aufdruck von Wehrmachtsteilen nur von den bereits Ausgehobenen getragen werden dürfen. Nach, der Belehrung über den Zweck und den Gang der Musterung beginnt dann unter der Leitung des Kommandeurs des Wehrbezirksamtes, Major Werner, die eigentliche Musterung und die militärärztliche Untersuchung. teristisch für die Gründlichkeit, mit der der angehende Soldat auf seine Gesundheit geprüft wird. Der junge Mann soll ja später, wenn er einmal im Dienst steht, nicht Leistungen vollbringen müssen. Die Prüfung auf Farbentüchtigkeit. wie auch in der späteren nachfolgenden Hauptuntersuchung nach allen Richtungen standhält, kann stolz das „Tauglich" entgegennehmen, während andere vielleicht aus diesem oder jenem Grund bescheidener sein müssen. In der Voruntersuchung also wird der Gesundheitszustand nach vielen Seiten überprüft. Da wird zuerst die Größe gemessen und dann das Gewicht festgestellt, da werden die Zähne genau nachgesehen und die Sehkraft und die Farbentuchtig- keit geprüft. Mit Hilfe eines besonderen Gerätes wirft der Arzt auch einen prüfenden Blick in die Gehörgänge. Und schon während dieser Prüfungen beurteilt der Arzt die Gesamterscheinung und Haltung des jungen Mannes, der vor ihm steht, und^ gibt in kurzen Worten seinen Befund den Helfern zur Kenntnis, die am Tische sitzen und den „Gesundheitspaß" mit allen notwendigen Be- merkungen versehen. Es wird erst noch Flüster- Der Dienstpflichtige wird eingehend nach den Gesundheitsverhältnissen in seiner Familie befragt. Kritische Prüfung durch den Stabsarzt in der Hauptuntersuchung. (Aufnahmen [6]: Neuner, Gießener Anzeiger.) MMootDumWtt ZRomcin von Hans von Hülsen. Copyright by Prometheus-Verlag, Dr. Eichacker, München-Gröbenzell. 11. Fortsetzung (Nachdruck verboten!) Jenseits der Sperre stand, lebhaft winkend, ein junger Mann im grauen Gabardine'rnantel, mit vollen, runden Backen — das war doch — Donner unty Doria, dos' war doch — das war doch das Mondgesicht! „Hallo, Reh!" Renata schüttelte auch,ihm die Hand, eine große Belustigung, malte sich auf ihrem schönen Gesicht. „Darf ich vorstellen? Herr Armbruster — Herr Ottenrieth, dessen Bekanntschaft du um ein Haar schon in Torbole gemacht hättest." Dieser junge Mann konnte sich offenbar nur sehr wenig beherrschen, Hpitz sagte er: „Oh, du bist nicht allein gereist?" Ottenrieth beeilte sich, an Renatas Statt zu versichern, daß es sich um ein zufälliges Zusammentreffen auf dem Bahnsteig handle, was auf den anderen, obwohl er es nicht so recht zu glauben schien, immerhin beruhigend wirkte. Sie gingen zu dritt durch dre Halle, der Gepäckträger schleppte Renatas Lederkoffer hinterdrein. Draußen winkte Armbruster ein Taxi heran mit einer Betonung, die erkennen ließ, daß es fein selbstverständliches Recht sei, Renata nach Hause zu geleiten. Ottenrieth streckte ihr zum Abschied die Hand hm. „Es war entzückend, Ihre Bekanntschaft, zu- ^erneuern. Darf ich auf ein Wiedersehen hoffen?" Armbruster machte ein so abweisendes Geßcht dabei, daß Renata unverzüglich sagte: Sie werde sich freuen, er solle einmal anrufen, sie wohne in der Pension Lanner. Und dann entlohnte sie den Gepäckträger und fuhr davon, Armbruster an lhrer Seite Zurüctbleibend sah Ottenrieth den Wagen zwischen den herbstbunten Anlagen verschwinden. So, sagte er bei sich, tatsächlich also dieser Fant! Damit muß man für die Zukunft rechnen. Aber ihm war dabei leicht und heiter zu Sinn. Er hatte sie wiedergesehen, hatte wieder ihre Stimme gehört; mit dem Mondgesicht würde er schon fertig werden. Er fuhr nach Hause, öffnete eine Flasche Wein und arbeitete bis in die Nacht. * Für Fritz Armbruster kam keine schöne Zeit. Jedenfalls hatte- er sie sich anders vorgestellt, so oft er in den vergangenen Wochen an die Reh dachte und ihre Rückkehr herbeiwünschte. Gutmütig, wie er von Haus aus war, hatte er -es ihr nicht lange nachgetragen, daß sie in Torbole ihm nicht einmal einen kurzen Spaziergang geschenkt hatte, nachdem er ihretwegen eine Reise von sechs Stunden hin und sechs Stunden zurück, gemacht. Er war mehr traurig und unglücklich als ärgerlich gewesen, wenigstens nachdem sich der Aerger des ersten Augenblicks verflüchtigt: er hatte Renata schon am nächsten Nachmittag einen versöhnlichen Brief voller Liebesbeteuerungen in die „Casa Rossa" geschickt und war abgereist. In der Antwort, die er vierzehn Tage später aus San Bartolomeo empfangen, hatte sie der kurzen Szene unter dem 'Torbogen in Torboje überhaupt nicht mehr erwähnt. Und so hatte er sich in der Vorstellung wiegen können, daß nun"wieder alles ganz und durchaus beim alten sei. Aber seit Ottenrieth auf der Bildfläche erschienen war, war alles anders. Zunächst nur in seiner Einbildung. Er wußte nicht recht, ob er daran glauben dürfte, daß die beiden sich zufällig auf dem Südbahnhof getroffen hatten. Manchmal schien es ihm möglich, manchmal hielt er es für ausgeschlossen und glaubte, Reh ,ertappt" zu haben. Sie kannten sich seit Jahr und Tag, fast solange sie in Wien war: sie hatten zusammen auf dem Konservatorium studiert, er Klavier -und sie Gesang: erst war es eine Kameradschaft gewesen allmählich hatte er gewagt, ihr von Liebe zu sprechen, und sie hatte es- schweigend hingenommen, wie eine selbstverständliche Huldigung. Daß sie wenig Bekannte in Wien besaß und sich überhaupt nicht leicht anschloß, begünstigte ihn: sie ließ es sich gefallen, daß er ihr beim Mittagessen Gesellschaft leistete, daß er sie abends in Konzerte mitnahm oder auch einmal über den Sonntag mit ihr in den Wiener Wald fuhr. Sie hatte ihn gern, um seiner immer dienstfertigen, zutunlichen Art willen, sie wußte sich keinen Kameraden, in dessen Gesellschaft sie sich besser von den Problemen hätte ausruhen können, die Studium, Leben und nicht zuletzt das Eltern-1 haus ihr tagtäglich zu lösen gaben. An jenem Abend in Torbole, als sie ihn unter dem Hoftor stehenließ, obwohl er sie im Grunde dauerte, und ziemlich verstört nach oben eilte, wo der Vater leidend in seinem Stuhl saß und die Mutter, wie so oft, am offenen Fenster stand und auf den See hinausttäumte, als blickte sie in unendliche Ferne — an jenem Abend hatte Renata noch lange über Armbruster nachgedacht: aber da waren ihre Gedanken überraschend aus dem Gleis geraten, und sie hatte an Ottenrieth denken müssen, Ottenrieth, dessen Bekanntschaft sie erst vor vierundzwanzig Stunden gemacht: und plötzlich hatte sie aufgelacht und war aus dem Zimmer gegangen, und der Vater hatte ihr verwundert nachgesehen. Das war jedoch nur an jenem Abend gewesen, war am nächsten Tage vergessen. Und war vergessen geblieben während der ganzen Zeit in den Kastanienwäldern von San Bartolomeo und bis zu dem Augenblick, da Ottenrieth auf dem Süd- bahnhof plötzlich vor ihr gestanden hatte. Es war keine gute Zeit für Armbruster, und zwar deshalb, weil er wußte, daß Renata dann und wann mit dem verhaßten Ottenrieth zusammenkam. Er wußte es, weil sie es ihm ganz offen sagte und alle seine Einwände, Klagen, Bitten lächelnd beiseiteschob, wie die eines Kindes in einer Sache, die es nicht versteht. Die Sache, die Armbruster nicht verstand und nicht verstehen wollte, war die, daß Renata eifersüchtig über ihrer Freiheit, wachte. Es behagte ihr nicht, sich kontrollieren, sich gar ihren Umgang vor- schreiben zu lassen: dazu war ihr Gefühl für den gutmütigen Jungen nicht stark genug. Nein, er mußte begreifen, daß von Rechten auf sie keine Rede sein konnte. Und Ottenrieth war ihr gerade der Rechte, ihm das an einem Beispiele begreiflich zu machen. Sie lächelte wissend über sich selbst, wenn sie das dachte — dabei brachte sie die Sympathie nicht in Anschlag, die sie für Ottenrieth empfand, seit sie ihn einmal in seinem eigentlichen Element gesehen, nämlich aus einer Probe zu „Diana von der Donau" Er hatte sie, nur wenige Tage nach ihrer Ankunft, angeläutet und gefragt, ob sie's wohl inter- esfieren würde, etwas von dem Entstehen einer Operettenaufführung im „Theater an der Wien" mitzuerleben: bescheiden — und das gefiel, ihr — hatte er einfließen lassen, daß es sich üm ein Werk von ihm selber handle. Und da sie wirklich Lust verspürte, einmal sich hinter den Kulissen umzusehen, hatte sie ja gesagt. Sie hatte ein paar Stunden in dem dunklen Theaterraum gesessen und zugeschaut und zugehört, wie dieser merkwürdige theatralisch- musikalische Organismus, der so sonderbar aus Gesprochenem und Gesungenem gemischt war, sich langsam aus einer oder zwei von seinen hundert Häuten wickelte. In den Pausen hatte er sich zu ihr gesetzt und ihr dies und das erklärt, die Mitwirkenden oder einen Regieeinfall: ruhig und sachlich hatte er immer gesprochen — so wie er Schulter an Schulter mit dem Dirigenten und dem Regisseur die Probe leitete. Das hatte ihr an ihm gefallen — und außerdem war die Musik hübsch, voller Einfälle, funkelnd und sprühend. Da die Probe lange dauerte, hatten sie in einem nahen Restaurant schnell zu Mittag gegessen, und später hatte er sie wieder nach der Pension gefahren, ihr die Hand geschüttelt, als kennten sie sich schon lange, und gesagt: wenn die Einstudierung etwas weiter sei, so daß man weniger die Puppe und schon mehr den Schmetterling sehe, dann würde er sich erlauben, sie wieder einmal anzurufen. Das geschah nach etwa einer Woche, und seitdem sahen sie sich dann und wann. Ja, es war keine leichte Zeit für Armbruster! Was nutzte es, daß sie feine Besorgnisse, seine Bekümmernisse/ seine Angst immer wieder Einbildungen nannte? Wohl ihr, wenn sie nie erfahren hatte, welche Macht Einbildungen sein können Er erfuhr es jetzt. Und da in feinem Wesen wenig Festigkeit und Haltung war, folgte das Barometer seiner Laune sofort und stürzte um viele Striche Fraulein Wingert und die anderen Damen im Büro hatten nichts zu lachen, und selbst seine Tante schüttelte oft den Kopf über ihn, weil er so ungleich- mäßig und fahrig war. „Ach, Frau Armbruster. Ich habe Sorgen, Sorgen, Sorgen!" sagte er dann, ohne sich Über i diese dreifachen Sorgen näher zu äußern. Renata mochte sagen, was sie wollte — er fühlte doch, daß er Tyrrain bei ihr verloren hatte. Er verdoppelte seine Anstrengungen, rief sie jeden Tag an, kam ihr mit Vorschlägen für ein Theater für 7 em Konzert — selbst seine Tarockabende im Cafö Zentral opferte er dafür. Manchmal sagte sie ja, und dann wäre alles gewesen, wie in alter Zeit wenn sie nicht gefühlt hätte, daß er sie dauernd umschlich und belauerte. Aber war es nur „Einbildung" von ihm, daß er sie im ganzen doch seltener sah als früher, daß sie öfter nein sagte und daß die Gründe für dieses Nein ihm nicht ganz aufrichtig Hangen? (Fortsetzung folgt.) i i l i j t n vi s ' I; r Ü. 11 f« 9 r r 2 • n n (s li a - d -: r>.. ' n fi L w 3' n ft. . 1 d. n • a T te D in 8 bc S in AI öl’ , di. je! Zc . nii toi i1 fei ' de sei an Lu tei mc Fr all , fQf. ' gr> act da f ar Eu wi. eui lich fpa bei (. ha. Zu t au- . erfi; gez gel sich Fri siel Un ode dur ‘ scho net abij* 9 Vo, Lü< . . tsch oer .'i Tei ■ gen j drei Kri- Znf . lin • bärf. Wei , dun Kris ' von Eng mac We. entt ' Hon andern und Reisen ♦ Bäder und Sommerfrischen So sind denn auch vor anderfahrien Blut. Nur keine Auffällt tönte Baß- Schon der ozonreichen nervenstärkenden 'Luft wegen ist der Vogelsberg zu längerem Aufenthalt für erholungsuchende Volksgenossen sehr geeignet. So sind denn auch vor allem tiie Orte Herchenhain, das höchstgelegene Dorf Hessens und das sich anschließende Hartmannshain, die schmucken Bergstädtchen Gedern, Herbstein, Hirzenhain und Ulrichstein, der am Rande des Oberwaldes gelegene Luftkurort Hochwaldhausen, das im Herzen des Vogelsberges liegende freundliche Städtchen Schotten sowie das am Fuße des Gebirges in idyllischer Waldesruhe liegende Bad Salzhausen, alles Plätze, wo der Wanderer liebevolle Aufnahme und gute preiswerte Unterkunft findet, als Sommerfrischen zu empfehlen. Es ist ein besonderes Verdienst des Vogelsberger Höhen-Clubs (DHC.), der sich in Wunderliche Sammelleiden?chaff. ®'in Mann aus Manchester verbrachte den größten Teil seines Lebens damit, alte Flaschen zu sammeln. Bei seinem Tode wurde die Sammlung verkauft, und zwei Sorten von sehr alten Flaschen brachten allein je 12 OOO Mark ein. Der Erwerb der ganzen Sammlung hatte den Eigentümer keine 1000 Mark gekostet. Ein Schweizer Rechtsanwalt namens Sanier hatte die seltsame Vorliebe, Stiefel und Schuhe aller Völker anzuhäufen, aber er war ein rechter Sonderling und erlaubte zu seinen Lebzeiten niemandem, die beiden Räume zu betreten, in denen er seine Sammlung aufbewahrte. Als er starb, waren diese abgelegten Kleidungsstücke 42 000 Mark wert. Eine ähnliche Ueberraschung wurde den Erben des Edinburgher Hufschmiedes bereitet, der darauf versessen gewesen war, Hufeisen aller Seiten und Arten zu sammeln. Er besaß Hufeisen, ■ mit denen Pferde im alten Rom beschlagen gewesen ^a^n’/nUn^ ®fen, die moderne Rassepferde und ro’nncr an ihren Hufen getragen hatten. E^Wert dieses „alten Eisens überstieg 200 000 Schuß getötet zu haben und suchte den Boden ab, um ihn zu finden. Aber obwohl er mehr als eine Ian9 auf das eifrigste suchte und keine Möglichkeit vorhanden war, daß das Tier unbemerkt hätte entkommen können, blieben doch seine Bemühungen vergeblich, bis er plötzlich des Vogels gewahr wurde. Dieser saß in einer ganz geringen Entfernung hoch aufgerichtet auf einer Binse, den Schwanz eng an die Pflanze, die er mit den Füßen umklammerte, angeschmiegt, den Fangen Hals and den Kopf mit dem Schnabel hoch emporgereckt. Vom Fuß bis zur Schnabelspitze war nicht die geringste Krümmung vorhanden, und das Ganze war das genaue Abbild einer gerade emporstrebenden Binse. Hudson, der das regungslose Tier für verwundet oder vor Schreck gelähmt hielt, drückte leise sein Köpfchen herunter. Aber kaum hatte der Druck seiner Hand nachgelassen, als der Kops wie eine Stahlfeder wieder emporsprang. Hudson wunderte sich, daß er nicht früher die dunklen Streifen auf bem Rücken des Vogels wahrgenommen hatte und machte einige Schritte um das regungslose Geschöpf herum, um es von der anderen Seite zu betrachten. Aber- im gleichen Moment vollzog auch dieses eine plötzliche Wendung, so daß dem Forscher beständig die mattgelbe Farbe seiner Frust, die dem Schilf ringsum so täuschend ähnelte, zugekehrt blieb. Dieses Spiel wiederholte sich eine ganze Weile, bis der Vogel schließlich gewaltsam von feinem Sitz entfernt, ins trockene Gras fiel. Der liebliche Landstrich des Kinzigtales, von der Wasserscheide des „Distelrasens" herunter bis vor die Tore Hanaus, der „Stadt edlen Schmuckes", si> hält seinen höchsten Glanz in dem alten Gelnhausen, der Stadt Kaiser Friedrich Barbarossas, der Geburtsstätte Grimmelshausens und des Telephonerfinders Philipp Reis. Hoch vom Bergeshang grüßt die wehrhafte alte Siedlung in das weite Tal hinaus, grüßt die Menschen im vorübergleitenden Schnellzuge, grüßt das rege Leben auf der alten, großen Straße, die vom Main her nach Norden führt und ehemals einer der Schicksalswege des Reiches gewesen. Sonne, schon wärmer als die um Fulda und die Rhönberge, liegt über den steilen Hängen, die um das weitgespannte Stadtbild herum einst guten Wein trügen, umspielt alte Giebel, alte Dächer, Tore und Türme und zittert, lange verweilend, auf einem schlichten, altersgrauen breitgedehnten Sandsteingemäuer — der Kaiserpfalz zu Gelnhausen, dem Schlosse Barbarossas. Zauberhaft ist dieses Bild: Malerisch gruppiert, Hang um Hang sich hinaufziehend, bewaldeten Höhen zu, steigt Gelnhausens Weichbild auf, über« "Das lassen Sie man sein, Fräuleinchen", brummte der kratzige Baß gelassen. „Hat nämlich gar keinen Zweck — da drüben steht auch einer." Tatsächlich tauchte hinter der Scheibe ein bärtiges Gesicht mit einer klumpigen roten Nase und stechenden Augen auf. Dann wurde auch diese Tür geöffnet, und die Gestalt, die sich den Blicken der beiden bot, entsprach durchaus dem Gesicht. Einige Augenblicke lang war es still. „Also — was wollen Sie?" fragte der junge Mann schließlich gepreßt. „Hm — was ... ? Geld natürlich!" sagte der Baß spöttisch. „Sie haben doch hoffentlich welches bei sich?" Der junge Mann biß sich auf die Lippen. ^Unb die Kette hier können wir auch brauchen", krachte ber Bärtige auf der anderen Seite und langte nach dem Hals ber jungen Dame. Dort schimmerte ein bünnes Goldkettchen. Die Dame schrie auf und wehrte ihn mit beiden Händen ab. „0, Kurt", jammerte sie, „ich habe dir gleich gesagt, wir wollen nicht in den Stadtwald! Jeden Tag lieft man von diesen Ueberfäüen in der Zeitung." Aus dem Dunkel hinter der Taschenlampe ein heiseres Kichern. Dann sagte eine kratzige stimme: Die beiden fuhren entsetzt auseinander. „Teufel ja — tun Sie gefälligst bas Licht weg!" schnaubte ber junge Mann empört. „Was Ihnen eigentlich ein?" „Na, na, immer ruhig regung. Wir brauchen jetzt ein bißchen Licht." Die junge Dame, die erbarmungsroürbig blaß aussah unb heftig zitterte, streckte verstohlen die Hand nach dem Türgriff auf ihrer Seite aus. ^Was bann folgte, vollzog sich außerorbentlich Der junge Mann steckte bie Hanb nicht in bie Brusttasche, sondern stieß sie jäh — zur Faust geballt — mit gewaltigem Schwung in die Dunkelheit über der Taschenlampe. Es gab einen Krach unb einen dumpfen Fall. Die Taschenlampe kollerte ins Gras. In ber gleichen Sekunde sprang ber junge Mann aus bem Auto, raffte bie Lampe auf unb legte dem Besitzer ber Baßstimme, der stark benommen auf bem Boben hockte, ebenfalls Handschellen an. "So!" sagte er befriebigt unb klopfte bem Mann auf bie Schulter. „Polizei! Verstanden? Nun sah- ren wir ein_ bißchen aufs Präsidium. Nett von Ihnen, daß -sie uns so glatt auf den Leim gekrochen sind und überdies gestanden haben, wer all die Ueberfälle in letzter Zeit auf dem Kerbholz hat. Mir scheint, wir haben einen guten Fang gemacht." Er ließ das Licht der Taschenlampe hinüber auf bie andere Seite gleiten. Der Bärtige saß bereits auf bem Rücksitz des autos unb die Dame neben ihm. Sie hatte vorn die Bluse geöffnet unb suchte etwas auf ihrer Brust. „3um Teufel mit dieser Kleidung ohne Tasche!" knurrte sie mit einer Stimme, die seltsamerweise viel tiepr klang als vorher. „Aha!" sagte sie bann. Sie zog eine große tintenschwarze Brasilzigarre aus bem Busen, biß bie Spitze ab unb zündete sie mit einem behaglichen Seufzer an. . Natürlich!" sagte ber junge Mann mißdilliqenb, wahrend er ben Besitzer der Baßstimme in den Wagen schob. „Da braucht man sich ja nicht zu wundern, wenn du egal nach Zigarre riechst'" Er setzte sich hinter das Steuer, schlug die Tür zu und brachte den Motor in Gang „Unb das nächste Mal," fügte er hinzu, „könntest du dich außerdem em bißchen besser rasieren Heute warst du stachlig wie ein Igel!" Damit schaltete er bie Scheinwerfer ein unb aab Gas. - ° hat, herrscht tiefe Stille, die ja für die Arbeit des Arztes erste Voraussetzung ist. Den Abschluß der Musterung bildet bann noch eine kurze Ansprache bes Bezirkskommandeurs an bie Gemusterten und Ausgehobenen, in der sie mit einer Reihe von Pflichten vertrautgemacht werden, die für alle Zukunft zu beachten sind, solange sie militärdienstpflichtig sind. Dann erst werden sie alle entlassen und können ausschwärmen in die Lokale ber Stabt, um ben Tag zu feiern, ber sie in bie Reihe derer stellt, die berufen und berechtigt sind, das graue Ehrenkleid des deutschen Soldaten zu tragen. • "Na, na — jeden Tag? Das ist ja wohl ein bißchen übertrieben", brummte der Baß. „Aber — hw —", führ er selbstgefällig fort, „man tut eben, mas man kann, und hin und wieder gelingt uns 10)011 so ein kleines Unternehmen. In letzter Zeit hatten wir ganz hübsch zu tun. Allerdings müssen mir uns manchmal auch gegen Schmutzkonkurrenz mehren. Gestern erst haben wir zwei junge Burschen hinausgeprügelt, die in unserem Gebiet wildern wollten. Anfänger — reine Anfänger! Wir haben ihnen einen ordentlichen Denkzettel gegeben. Die kommen nicht roieberr genehn?6^69 &a(^n ertönte, es klang nicht an« 21bermals wurde es für einige Augenblicke still. ist» ~ s°6te ber Baß, „mal raus mit oem (Selo! Der junge Mann seufzte und hob zögernb die Hanh, um in die Brusttasche zu greifen. Dem Bärtigen brüben bauerte es zu lange. Er griff ungebulbig wieder nach bem Hals ber Dame. Diesmal mit beiben Händen. „fios Püppchen — her mit der Kette!" sagte er rauh. 19 f. Zuerst wich bie Dame erschrocken zurück. Dann streckte sie ihrerseits plötzlich bie Arme aus und packte den Mann bei ben Hanbgelenken. Em scharfes Schnappen ertönte. Ein Paar stählerne Handfesseln blinkten auf. * 9 \ durch den Stabsarzt Dr. Hagemann, der die inneren Organe, Herz, Lunge usw., einer eingehenden Prüfung unterzieht und unter ber- Einbeziehung des Befundes der Voruntersuchung entscheidet, in welchem Ausmaß der junge Mann für ben Militärdienst tauglich ist. Da gibt es bann manches stolze unb auch manches etwas enttäuschte Gesicht. Wen berührte es nicht schmerzlich, wenn er hören muß, daß es nichts ist mit bem „Tauglich" ober „Bedingt tauglich"!? Immer wieder begleiten schriftliche Aufzeichnungen ben Gang ber Untersuchung. Unb im Raume, in bem eine stattliche Anzahl von Mitarbeitern sitzt und die Untersuchung zu verfolgen Erlebnis mit einer Rohrdommel. Die Natur hat vielen Tieren Schutzeiaenschaften verliehen, bie sie ben sie verfolgenden anoeren Tieren. aber auch ben Menschen entziehen. Es gibt auch Fälle, in benen die Tiere selbst eine solche Anpassung an ihre Umgebung vornehmen. So berichtete der englische Naturforscher Hudson von einer Erfahrung, bie er auf einer. Iagbreise in Argentinien gemacht hat und bei ber er von einer kleinen Rohrdommel genasführt wurde. Er glaubte, diesen Vogel, ldec zwischen hohem Schilf hinhuschte, durch einen ragt von bem Bau von St. Marien. Diese beiden Bauten, Kirche und Kaiserburg, sind es, um die die kleine Stadt von mancher größeren Schwester beneidet wird. Einst waren sie Mittelpunkt großen Geschehens, miteinander verbunden durch jahrhundertelanges Leid, durch manchen großen und glanzvollen Tag deutscher Geschichte. Vier Türme, ein gedrungener im romanischen Stil und drei lichte, schlanke, beschwingte feinglie- drige Gotik verkörpernd, ragen vom Marienborn in den Himmel. Meister Heinrich Vingerhut, der große Könner aus der Burgunder Schule und Beherrscher des Uebergangsstil's, ließ dieses Wunder- werk in den Jahren um und nach 1200 zur Ehre Gottes und zu Freude unb Stolz ber Mennschen erstehen. Das war jene Zeit, ba Gelnhausen groß, reich unb stolz war, die Klöster im Kinzigtale die Herrschaft führten, unb bie Tage des bitteren Glaubenskrieges und der Volksnöte noch in fernster Ferne lagen. Damals blühten in Gelnhausen die Ordensniederlassungen der Johanniter, der Deutsch- Herren, der.Zisterzienser und Franziskaner. Jahr» Hunderte hindurch wurde an ber Marienkirche im» mer mieber gebaut; heute ist sie uns in ihrer Un- Allendorf (Ulm) — Obershausen — Dillhausen — Merenberg — Weilburg. Wir fahren über Biskirchen nach dem anmutig im Ulmbachtal liegenden Allendorf, von wo wir zunächst der Wanderung III des Westerwaldvereins folgen. Bald hinter Allendorf nimmt uns prächtiger Hochwald auf, der uns bis Obershausey, einem verträumten, von seiner Kirche überragten Dörfchen, begleitet. Von hier wandern wir ohne Zeichen bergauf, bergab über Dillhausen mit seiner stattlichen, im romantischen Stil erbauten Kirche und weiter art den Hängen des Allmerskopfes her durch die Orte Selbenhausen und Bärig hinauf nach Merenberg, dessen Burgruine wir schon von weitem sehen. Sehr lohnend ist eine Besteigung ber Ruine, da sich oben eine, herrliche Runbsicht bietet. Nach einer Erholungspause gehen wir auf aussichtsreicher Lanbstraße, die von alten Bäumen umsäumt ist, nach Weilburg, der Perle bes Lahntals, von wo In Kaiser Rotbarts alter Stadt Von Friedrich Wilhelm Gchkuckebier. wir nach insgesamt fünfstündiger Wanderung heim» fahren. Laubach — Schreinesmühle — Oberseener Hof — Schüsselberg — Betzenrod — Schollen. Von unserem Ausgangspunkt, dem schmucken Stäbtchen Laubach, folgen wir roten Kreuze^, die gemeinsam mit gelben Strichen nach der im lieb» liehen Wiesentälchen bes Seenbachs gelegenen Schreinersmühle (Wirtschaft) führen. Von hier leiten uns blaue Dreiecke bem Seental aufwärts bis zum gräflichen Gut Oberseener Hof. Hier ver» lassen wir die Zeichen, halten uns rechts und gehen auf guter schattiger Straße durch schöne Wald» partien, zwei Markierungen überquerend, über den 450 Meter hohen Schüsselberg mit schöner Fernsicht, hierauf durch Betzenrod nach unserem Endziel Schotten. Zu ber Wanberung brauchen wir etwa viereinhalb Stunden. Das Liebespaar. Geschichte von Peter Mattheus. Eine kleine, elegante Limousine bog von der Hauptstraße in einen ber Seitenwege ab, die hinein in den Stadtwald führten. Der junge Mann, der ben Wagen steuerte, pfiff leise eine Schlagermelodie vor sich hm. Neben ihm saß eine reizende junge Dame in hellem Sportkostüm — schlank, dunkel- äugig und blond. SU war bemerkenswert hübsch. Noch bemerkenswerter war, daß sie eine Ziaarre rauchte. ö Es ging auf Mitternacht. Um diese späte Stunde lagen die Waldwege in völliger Dunkelheit und Stille. Das schien dem jungen Manne gerade recht zu sein. Er brachte ben Wagen einige hundert Meter von ber Hauptstraße entfernt zum Stehen, 30g die Bremse an und schaltete die Lampen aus bis auf das Schlußlicht hinten und bie beiden Positionslampen vorn. . ''So, Liebling — nun tu den Glimmstengel fort , sagte er bann zu seiner Gefährtin. Unb gleich barauf: „Du riechst heute aber wieder mächtig nach Zigarre..." v Für längere Zeit blieb alles still, für mindestens Zehn oder fünfzehn Minuten. Nur gelegentlich schien em Flüstern aus bem Auto zu bringen — ein Flüstern unb ein unterbrücktes Kichern. Es konnte aber auch ber Wind fein, ber in den Blättern raschelte. Dann knackte es irgenbwo in ber Nähe.