188. Jahrgang tir.71 Erstes vlatt Zreltag. 25. März M8 Lrjchetnr rüg (ich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monatr-Vezugspreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr , -.25 Auch bet Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sieben poftscherttonto: Zrantfurl am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vruck und Verlag: vrühlsche Universttätrdruckerei «.Lange in Sietzen. Schristleitvng und Geschäfirftelle: Schulstratze 1 Annahme von Anzeigen HU die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm Höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh. Dereinbg. 25°/0 mehr. ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder», Unterrichts- u. behördlicheAnzeigen6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B „Wir geben jedem die Hand, der guten Wittens ist." Gauleiter Bürckel eröffnet in Wien den Abstimmungskampf der Ostmark. Wien, 24. März. (DNB.) In den Straßen Wiens künden Spruchbänder mit der Aufschrift „Ein Volk — ein Reich — ein Führer!" den Auftakt des Wählkampfes im deutschen Oesterreich an, den der Beauftragte des Führers für die Durchführung der Volksabstimmung, Gauleiter Bürckel, im Großen Konzerthaussaal eröffnet. Um die sechste Nachmittagsstunde stehen Abertausende auf den großen Plätzen und Straßen, wohin Lautsprecher die Kundgebung übertragen. Gauleiter Bürckel weist hin auf die Parallelität der Erscheinungen an der Saar und in Oesterreich. Dort hätten Juden und Bolschewisten den Kampf geführt, hier seien es die gleichen oder ähnlich verpflichtete Kräfte, die im Zeichen der Internationale oder sonstwie sich ergänzender Mächte ständen. Zum Beweis dafür verlas der Redner ein Telegramm des Rädelsführers des Saaroerrates, Matz Braun, an den Herrn Bundeskanzler S ch u s ch n i g g nach dessen Derratsrede vom 11. Februar, in dem Matz Braun feststellte, daß der Sieg in Wien und Oesterreich das Signal der großen Freiheitsschlacht in ganz Deutschland sein werde. habe man an der Saar die Frage gestellt: „Bist du für eine freie, unabhängige Saar?“, fo stellte man in Oesterreich die Frage: „Bist du für ein freies, unabhängiges Oesterreich?“ Der Fragesteller fei also in beiden Fällen die gleiche Demokratie. Ihre Schande sollte, so betonte Gauleiter Bürckel unter erneutem Beifall, gerechtfertigt werden durch ein Bekenntnis zu der in aller Welt so salonfähigen demokratischen Freiheit. Unser Volk, unser Reich, unsere Ehre, bedürfen zu ihrem Schuh ausschließlich der deutschen Freiheit, und diese werde auch hier in Oesterreich sichergestellt, selbst auf die Gefahr hin, daß die jüdischen Nutznießer ihrer eigenen demokratischen Freiheiten gezwungen sein werden, Dien zu räumen! (Beifall!) Man gehe nur einmal durch diese schöne Stadt, man lese die Schilder der Rechtsanwälte und Aerzte oder man mache den Versuch, ein arisches Geschäft aufzufinden, oder untersuche die Listen der Beamten in Justiz und Verwaltung. Man werde die Notwendigkeit der umfangreichsten Einschränkung dieser ach so materiell bestimmten jüdischen Freiheit in Wien erkennen. (Lebhafter Beifall!) Ich verspreche, das Verhältnis zwischen jüdischer Freiheit und Anmaßung auf der einen Seite und deutschem Behauptungsrecht auf der anderen unter allen Umständen zu ordnen, aber dann um so gründlicher auszubalancieren. (Beisoll!) Der Gauleiter geißelte dann mit scharfen, ironischen Worten des Verräters Schuschnigg Forderung nach einem „sozialen" Oe st erreich und erklärte, Herr Schuschnigg sei bestimmt schon lange sozial, und zwar gründlich sozial, denn schon lange gebe es Bettler hier, und dazu seien es immer mehr geworden. Je mehr Bettler, je sozialer habe wohl Herr Schuschnigg sein wollen. An Stelle dieses unverbindlichen, nichtssagenden „sozial" gebe es für uns den verpflichtenden Sozialismus. Sozialismus bedeute für uns nicht, Bettler zu versorgen, sondern zu verhindern, daß Menschen z ü Bettlern würden, indem man ihnen Arbeit gebe. (Lang anhaltende Beifallsstürme unterstreichen die Worte des Gauleiters.) Am 20. Februar hat der Führer vor dem Deutschen Reichstag ein Bild über die Praxis des deutschen Sozialismus gegeben. Daraus ergibt sich eindeutig, daß sich die deutsche Wirtschaft im Laufe von knapp fünf Jähren von tiefster Depression erholt hat und zu höchster Leistungsfähigkeit geführt wurde. (Lebhafter Beifall!) Vier Tage später hat Herr Schuschnigg ein Bild über die Wirtschaftslage in Oesterreich gegeben. Dabei hat Herr Schuschnigg vergessen, dem Leben und Verdienst der reichen Juden von Wien das Leben der armen Deutschen gegenüberzustellen (ungeheurer Beifall!), jener aus dem Wirtschaftsprozeß a u s g e s ch i e d e n e n Arbeiter^ die sich nur knapp vor dem Hungertod retten können. Er hat vergessen, zu sagen, daß rund 1,1 Millionen im Arbeitsprozeß Stehenden 400 000 ausgesteuerte und unter st ützte, aber voll arbeitsfähige Menschen gegenüberstehen. Als der Führer seinen Kampf in Deutschland begann, war es nicht so, daß es lauter Nationalsozialisten gab, seinen Kampf führte er für die breite Masse der Jrregeführten. Und wie unendlich viele gehören jetzt zu unseren Treuesten. Glaubt, deutsche Arbeiter, wer Adolf Hitler einmal gespürt hat, kommt nie wieder von ihm los! (Minutenlange Beifallskundgebungen und Heil!-Rufe.) Ihr habt ja leider von einer Volksgemeinschaft bisher nichts erfahren dürfen. Wenn man bedenkt, daß allein in einer einzigen Redaktion hier unter 22 Redakteuren 17 Juden saßen und in allen führenden Stellungen sich Juden herumtrieben, dann bringen wir Verständnis dafür auf, daß es gelingen mußte, euch von uns abzusperren. Dazu das namenlose Elend auf allen Gebieten. Wir geben jedern die Hand, der guten Willens i st. vor allem jenen, die das Opfer unglücklicher Verhältnisse und das Opfer gewissenloser Hetzer geworden find. Wir tun das, weil wir Deutsche alle eine auf Gedeih und Verderb eingeschworene Gemeinschaft fein wollen, und wir wollen wirtschaftlich und sozialpolitisch nachholen, was dem übrigen Reiche gegenüber nachzuholen ist. Ich bin in der glücklichen Lage, Ihnen zu verkünden, daß unser Hermann Göring das materielle wirtschaftsprogramm am Samstag von dieser Stelle aus euch übermitteln wird. Dann vergleichen Sie das wirtschaftliche Programm eines Schuschnigg und das Aufbauprogramm der nationalsozialistischen Führung, und Sie können ermessen, was sozialistische Haltung ist im Gegensatz zu sogenanntem sozialem Gerede und Geschwätz. Bei unserem wirtschaftlichen Wollen steht im Mittelpunkt das Gefamtinteresse unseres Volkes. Daraus ergibt sich, daß Arbeitgeber und Arbeitnehmer nichts anderes mehr sein können als Arbeitsbeauftragte des ganzen Volkes, wie es der Führer sagte. Ls herrscht nicht mehr das Geld, sondern einzig und allein das Volk. (Brausender Beifall.) Der Marxismus und das Geld haben die Menschen auseinandergeführt, und wir werden sie zusammenbringen. Der Gauleiter beschäftigte sich dann mit der letzten Frage des Schuschniggschen Volksentscheides: Schließlich rechnete Bürckel scharf mit den Legitimisten und den jüdifchen Greuelhetzern ab, die stets die gleichen Lügen verbreiteten, um Deutschland zu diffamieren. Gegen diese Lügen, so schloß der Redner, erstand nun, aber wie ein allmächtiges Wunder ein Mann. Das Schicksal schrieb ihm Blut, Ehre, Freiheit auf feine Fahne als die großen Kampfparolen, die zum endlichen Sieg führen muhten des einigen deutschen Volkes. Und dieser Mann nahm sein Banner in die Hand und (rüg es von Haus zu Haus, von Dorf zu Dorf, ootj Stadt zu Stadt. Unaufhaltsam geht er feinen Weg mit seherischer Gewißheit. Und dann band der einstige Gefreite den Helm fester und stellte uns wieder Soldaten an die Grenze. Doch nie in feinem arbeitsreichen Leben hat er feine Oesierreicher vergessen. (Brausender Beifall.) Und jetzt steht, er mit dieser Fahne in Wien mitten unter euch, ob es der Welt gefällt oder nicht. (Beifall.) Und er senkt seine Fahne vor all den Opfern, die eurem Volke gehören. Euch aber geziemt es, durch lleberroin- dung und Treue zur Gemeinschaft die Opfer zu Oer Wahlkampf im Gau Heffen-Nassau hat begonnen. NSG. Am Donnerstagabend wurde im Gau Hessen-Nassau der Wählkampf für die Volksabstimmung am 10. April, in dessen Rahmen insgesamt 2300 Kundgebungen durchgeführt werden, eröffnet. Vom Kreis Mainz aus nahm die Versammlungswelle schlagartig ihren Anfang. Die Teilnahme der Volksgenossen war so stark, daß die Säle die Massen nicht aufnehmen konnten. Außer den 30 vorgesehenen Kundgebungen mußten deshalb noch 20 Parallelversammlungen angefetzt werden, zu denen Zehntausende auf den verschiedenen Plätzen zusammengeströmt waren. Unter den Rednern, die die Bevölkerung zur Erfüllung Bist du für ein christliches Oesterreich? — Genau so gewissenlos, wie fie mit den Worten „frei" und „sozial" operierten, fei auch das Heiligste der Menschen, die Religion, für niedrigste Geschäfte mißbraucht worden. Was meine denn Herr Schuschnigg mit seinem Christentum? Die Frage sei schon beantwortet, wenn man auf die Praxis dieses Christen verweise. „Der Schöpfer hat euch", so sagte Bürckel dann, „das gleiche Blut wie uns gegeben. Das war für Herrn Schuschnigg Anlaß, genug, sogar im Namen Gottes die Menschen, die dieses Blut in sich verspürten, von Gefängnis zu Gefängnis zu treiben und sie im Namen Gottes am Schluß ihrer Verzweiflung zu töten. (Anhaltende Pfui!-Ruse.) Es soll uns die Welt sagen, ob es eine größere und schändlichere Gotteslästerung gibt, als den Herrgott selbst in Anspruch zu nehmen, um sein eigenes Werk zu vernichten. (Gewaltige Beifallsstürme.) Der Nationalsozialismus will sich um die völkischen Dinge kümmern und die Kirche ausschließlich um das Seelenheil. Und wenn beide guten Willen haben, muß diese Aufgabe zum Segen des Volkes gereichen. Christus hat die Aufgaben selbst verteilt, wenn er sagte: Gott, was Gottes ist, dem Kaiser, was des Kaisers ist. Und bei dieser Entscheidung, die wir anerkennen, muß es endlich bleiben." (Beifall.) heiligen, damit der Friede und das Volk endlich siegen. Ein ganzes Volk schließt über Gräbern diesen Bund. Das sei der Dank an unsere Helden. Deutsche! Dort an der Saar drückte der erste Arbeiter der Nation dem braven Kumpel die Hand, und jetzt hält er seinem H e i m a tl a n d .seine Rechte hin. Nun tretet einander gegenüber. Der von der Saar und du von der Donau. Schaut euch in die gleichen deutschen Augen und gebt euch die Hände. Gleiches Schicksal schmiedet die gereichten Hände zu unlöslicher Klammer, vom äußersten Westen zum äußersten Osten. Und um euch nun ich die ganze Nation versammelt, der Arbeiter, der Bauer, der Soldat, der Katholik, der Protestant, alle ohne Ausnahme und vernehmen euren heiligsten Schwur: Und wären es alle Teufel der Hölle, nie wieder könnten sie uns trennen. Ein Volk, ein Reich, ein Führer! In tiefer Ergriffenheit erheben sich die Tausende, und minutenlange Heil-Rufe brausen durch den Saal. Spontan stimmte die Menge im Saal und auf allen Plätzen in den Straßen das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied an. Dann brachte der Leiter der Kundgebung ein Sieg-Heil auf den Führer aus, in das die Tausende begeistert einstimmten. ihrer Pflicht am 10. April aufriefen, befand sich auch der Stellvertretende Gauleiter Linder. Unsere Redner sprechen heute: NSG. Am 26. und 27. März sprechen unsere Redner im Kreis Alsfeld-Lauterbach: Christ, Langenselbold, Kirchner, Alsfeld, Dr. Mentzel, Frankfurt, Weß, Oberursel, Ritter, Gießen, Merkel, Frankfurt, Richter, Darmstadt, S ch w e r d t, Offenbach, Steidle, Frankfurt, Steinert, Frankfurt-Fechenheim, T r o st e l, Frankfurt, Dr. Vetzberger, Alsfeld, Weber, Offenbach, Jordan, Offenbach, Schimmel, Offenbach, L e i f h e i t, Nieder-Höchstadt, Schulz, Mainz, Steffan, Hechtsheim, Fr. Müller, Schlüchtern, Döbler, Frankfurt, R ö h r s ch e i d t, Frankfurt, Jochim, Frankfurt, Franke, Frankfurt, Pfeifer, Frankfurt, Schnabel, Frankfurt, Günther, Frankfurt, Neuhaus, Langen, Ni schwitz, Groß-Gerau, Reinhardt, Groß-Gerau, Dr. Schönewald, Hanau, Muhr, Bad Homburg, Brandt, Offenbach. Deutschlands Handelsvertrags-System. ßon Dr. Carl Wellthor. Mit einigen Wochen Verspätung, aber mit den Zählen bis Ende 1937 fortgeführt, erscheint soeben die vom Reichs- und Preußischen Wirtschastsmini- sterium herausgegebene „Uebersicht über den Stand der wirtschaftspolitischen Beziehungen Deutschlands im Jahre 1937 ". Sie gibt eine vollständige Zusammenstellung der zwischen dem Reich und den wichtigsten auswärtigen Ländern bestehenden Wirtschaftsabmachungen und verzeichnet auch die Abkommen über den sogenannten „kleinen Grenzoer- kehr", die wegen Vermeidung von Doppelbesteuerung eingegangenen gegenseitigen Verpflichtungen sowie endlich die zwischen den Ländern der Erde bestehenden Kollektivverträge über Verkehr, g e werbe- hygienische Maßnahmen usw. Gegenüber dem vorigen Jahr ist die wichtigste Neuerung der Abschluß eines Waren- und Zahlungsabkommens zwischen Deutschland und Frankreich. Der zwischen den beiden Ländern bestehende vertraglose Zustand hat zwei Jahre gedauert. Es ist nicht zu verkennen, daß auf der Seite der französischen Unterhändler der Wunsch, die Wirtschaftsbeziehungen mit dem östlichen Nachbarn noch vor Eröffnung der Pariser Weltausstellung zu regeln, anspornend gewirkt hat. Der am 10. Juli 1937 geschlossene Vertrag hat dazu geführt, daß die deutsche Ausfuhr nach Frankreich im Jahre 1937 — verglichen mit dem Vorjahr — i m gleichen Prozentsatz gestiegen ist wie die gesamte deutsche Ausfuhr, und daß die Einfuhr Deutschlands aus Frankreich etwa das Doppelte dieses Durchschnitts ausmacht. Don geringerer praktischer, aber großer grundsätzlicher Bedeutung ist der Abschluß eines Wirtschaftsabkommens zwischen Deutschland und dem britischen Dominium Neuseeland. In diesem Vertragsabschluß kommt zum Ausdruck, daß gewisse internationale Voreingenommenheiten gegenüber dem Reich schwinden, und daß die britischen Gliedstaaten aus der zunehmenden wirtschaftlichen Abkehr des Mutterlandes Folgerungen zu ziehen beginnen. — Nicht zu einem Abkommen sind wir mit dem Australischen Bund gelangt, wo die Kriegspsychose länger nachgewirkt hat als anderwärts. Aber auch mit Australien konnte Deutschland seinen Warenverkehr beträchtlich ausdehnen. Endlich hat auch gegenüber den Vereinigten Staaten von Amerika der vertragslose Zustand das ganze Jahr 1937 hindurch angehalten. Bei der in der amerikanischen Union herrschenden Krisenstimmung ist nicht zu erwarten, daß bald aussichtsreiche Ver- hindlungen zwischen Berlin und Washington eingeleitet werden können. Die Uebersicht des Reichswirtschaftsministeriums enthält einen Extrakt jener mühseligen und vielgestaltigen Verhandlungen, die Deutschland zur Verbesserung des Vertragssystems geführt hat. Eine wachsende Zahl, von Ländern hat sich bereiterklärt, statt der Derrechnungsabkommen echte Zahlungsabkommen abzuschließen, die den Interessenten innerhalb bestimmter Größen - Grenzen den Warenverkehr in früherer Weise, d. h. durch Barzahlung, ermöglichen. Da Deutschland jedoch nicht auf eine gewissenhafte Bewirtschaftung der Devisen verzichten kann, mußte der Umfang der deutschen Ausfuhr nach dem betreffenden Lande als Norm für die Lieferungen des Landes nach dem Reich genommen und eine der deutschen Reichsbank zur freien Verfügung stehende Deviftznspitze ausbedungen werden. Die deutsche Außenhandelsregelung, der sogenannte „neue Plan", ust bereits seit dem 24. September 1934 in ÄraU. Reichswirtschaftsminister Funk hat in seiner Rede auf der Leipziger Frühjahrsmesse anerkannt, daß sich dies Instrument durchaus bewahrt habe und aufrechterhalten bleiben müsse. Im Unterschied zu früheren Jahren hat das Jahr 1937 aber auch binnen- wirtschaftlich unter einer straffen Regelung, dem im Herbst 1936 in Kraft gesetzten „Bier- jahresplan", gestanden. Statt den deutschen Außenhandel zu drosseln, — wie man außerhalb Deutschland prophezeit hatte, — hat der Vierjahresplan eine Steigerung der deutschen Ausfuhr gegenüber dem Vorjahr um etwa 20 v. H., der deutschen Einfuhr sogar um etwa 25 v. H. zur Folge gehabt. Reichswirtschaftsminister Funk hat also durchaus recht, als er in seiner Leipziger Rede vom „Wert des k r i s e n f e st e n d e u t s ch e n Handelspartners" sprach. Deutschland gibt sich mit dem Erreichten keineswegs zufrieden und arbeitet unermüdlich an der Ausdehnuna seines Außenhandels. In einem ersten grundsätzlichen Teil verzeichnet die Uebersicht des Reichswirtschaftsministeriums die Tatsache, daß der internationale Warenaustausch um die Mitte des vergangenen Jahres einen T e n = den z Umschwung erfahren hat. Legt man den Umfang des Außenhandels vom letzten Konjunkturjahr (1929) zu Grunde, so ergibt sich bis zum zweiten Vierteljahr 1937 eint Steigerung mengen mäßig bis auf 101,0 v. H und wertmäßig auf 80,7 v. H. Im dritten MertePähr 1937 beginnt der Anstieg, und zwar in h schnellem Tempo. Im letzten Vierteljahr waren die Mengen des internationalen Wau Umsatzes wieder auf 94,3 v. H. des Umfang-. 1929, die Werte auf Gleiches Schicksal schmiedet eine unlösbare Klammer. Go spart Hessen-Nassau. Einlagen seit 1932 um 65 Prozent zugenommen — ein glänzender Beweis des Vertrauens zur nationalsozialistischen Staatsführung. LPD. Zu den zuverlässigsten Unterlagen der wirtschaftlichen Entwickelung und des Vertrauens der Bevölkerung zur Staatsführung gehören anerkanntermaßen d i e Sparkasseneinlagen. Eine Gegenüberstellung der Einlagen bei den öffentlichen Sparkassen Hessen-Rossaus im letzten „Systemjahr" 1932 und in den Fahren des nationalsozialistischen Aufbaues ergibt folgendes eindrucksvolles Bild: Anzahl Kontokorrent- Fahr Spareinlagen der Sparkassenbücher Einlagen 1932 397 Mill. Mark 813 000 63 Mill. Mark 1933 431 .. 863 000 65 1934 516 „ 1 578 000 70 „ 1935 559 „ 1 603 000 77 „ 1936 591 „ 1 623 000 1937 656 .. 1 662 000 105 „ Die Zunahme der reinen Spareinlagen von 1932 bis 1937 beträgt bei den öffentlichen Sparkassen Hessen-Nassaus 259 Millionen Mark oder etwa 6 5 v. h. So spart Hessen-Rassau im nationalsozialistischen Reich! I I ' i Gl A?G ’ v^. t M i'v I rM Wff> ft'/ I l . -/' v Ä ■ ■■ £ ,, ? **■ -■•■ ■ W BMF. . ||iÄ: ■< diti SL!aV°' ffiie der nat» {nrt(ieie9 Dg'i.T, ^u=rtig Sfr! H,' e r b e }ä ?rnö Oironas hisheNS^ Dor: -EW'd- imlff ob«'1 E'S 316®. » di- »v.1 jung be5 dann h bt ' immer bei Sprenger selb heraus, da treibende Mfl erstes das < W" w*. ?. -eitsprozeß eit Frage komme zusammen. M chon allein au Nassau drei nebeneha rung des La gienmg in Negierung ir Am 15-Jur den Treuh Wirtschas Land -essen saßt. Damit hinweggeang« deMche Art mals hatte t gedachten A Nationalsozii die unsinnig bunden hätte die sich stos Objekt einer liche Volksfü -öherentwick Kräfte, bedit Führers, des Scholle, mit Unterstützt leiter über Ausschaltung Hörden und i organifai politifäe jer, Heren Zeiten biete der vsse und die gie beschassungsr dieser Ausga beschaffu Spitzen der Regierung -andelskami Banken ver überwand d nicht nur oi Rach der i planungsverl Gründung d strie- und der Arbeitssc zeitlichen W hervorragend Primat der kannt wurde f.er, Gntwickli Ueberwinduni M Gebiete ledem, der bi alter Zeiten < ''vidierten d partikulares 9 S mit her (< Jbemc^ Mjoq ’")« Di? L"d übe, ®.r «s bod Äbieir ^»«nte ir S.Ne d ärteit d,r "“Ä ä« 1 ,.,^°ch im I ““Wen Ge mdenn ^schaffen, de Oefterreichische Soldaten fahrung. danken dem Andrer. Berlin 6000, der Rordoslmark den Abstimmungskampf eröffnen wird. 3n keinem deutschen Gau können die historischen Vorgänge in Deutschösterreich stärker mitempfunden werden als in Ostpreußen, das sich dem deutschen Oesterreich durch die gemeinsame Aufgabe verbunden fühlt. Wahrer des Deutschtums in der Grenzmark zu fein. Am Freitag wer- den neben der gesamten Bevölkerung Königsbergs In ganz Ostpreußen wird die Rede des Fu im Gemeinfchaflsempfang gehört werden. Generalfel-marschall Göring nach Oesterreich unterwegs. furt, am 31. März inMauterndorf und am 2. April in Salzburg sprechen. Die Reise dient vor allem dem Zweck, dringende Fragen der Eingliederung Oesterreichs in die großdeutsche Volkswirtschaft zu regeln und insonderheit die wirtschaftspolitischen Maßnahmen zur Einführung des Vierjahresplanes in Oesterreich vorzubereiten. Während der Dampferfahrt auf der Donau, von Linz nach Wien, werden bereits wichtige wirtschaftspolitische Besprechungen stattfinden, an denen auch österreichische Regierungsvertreter teilnehmen. An den wichtigsten Produktions- und Arbeitsstätten Oesterreichs sind Besichtigungen vorgesehen. Am Samstag, 26. März, abends, wird der Generalfeldmarschall das große wirtschaftliche Aufbauprogramm Oesterreichs verkünden. Als Oberbe- Universitäten, Technische Hochschulen, die Tierärztliche Hochschule Hannover und die Medizinische s Akademie in Düsseldorf festgesetzt. Diese Höchstziffer genossen drängten sich auf den Bahnsteig, um von r . ihren neuen Freunden Abschied zu nehmen. Unter Titujend österreichische ArBeitHkamerirden | brausenden Heilrufen der Zurückbleibenden und der Heimkehrenden rollte der Zug um 15.20 Uhr lang- r ad e n nahmen an dieser ersten Fahrt des Schiffes Heute arotze Kundgebung itt Ostpreußen, teil. Außerdem befinden sich 4 0 0 Arbeits - v Berlin, 24. März. (DNB.) Nach fünftägigem Aufenthalt in der Reichshauptstadt nahm das 1. Bataillon des österreichischen Infanterie-Regiments Nr. 15 Abschied von Berlin, um nach Wien zurückzukehren. Unter brausenden Sieg-Heil-Rufen marschierte das Bataillon, begleitet von einer Ehrenkompanie des Wachregiments, zum Anhalter Bahnhof. Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht nahm vom Balkon der Reichskanzlei aus den Vorbeimarsch ab. Mit klingendem Spiel und unter dem Jubel der Menge zog die Truppe im Paradeschritt am Führer vorbei Auf dem Vorplatz des Anhalter Bahnhofs schritt Generalmajor Seifert in Begleitung von Oberstleutnant Ergert die Front ab. Hunderte von Volks- Hamburg, 24. März. (DNB.) Am Donnerstag lief das erste von „Kraft durch Freude" in Auftrag gegebene, eigens für diesen Zweck erbaute Urlauberschiff „Wilhelm Gustl off" zu einer zweitägigen Fahrt in d i e Nordsee aus. Tausend österreichische Arbeitskame- Erste Ltrlauberfahrt des „Wilhelm Gustloff" Wichtige wirtschaftspolitische Besprechungen. - Verkündung des großen Aufbauprogramms für Oesterreich. sam aus der Halle. (Bild: Scherl-M.) Der Führer eröffnet den Wahlkampf Zehntausende aus ganz Ostpreußen den Führer begrüßen. 21 Sonderzüge aus allen I _ _____ Tellen der Provinz werden nach Königsberg fahren. | beträgt für Un ioers ila t e n : Versorgungsanstalt Versicherte vom 18. bis zum 45 Lebensjahr und für ein Uebergangssahr sogar bis ium 55. Lebensjahr aufnimmt, sondern vor allem daß in jedem Fall ein Mindestruhegeld von 600 RM. jährlich gewahrt wird, verdient besondere Hervorhebung. Das Ruhegeld wird im allgemeinen vom 65. Lebensjahr ab gezahlt, bei Be- rufsunfähigkeit aber auch früher. Es beträgt 15 v. H. der für den Versicherten bis zum Eintritt des Versicherungsfalles insgesamt entrichteten Beitrage, die zur Hälfte vom Versicherten und zur Hälfte vom Unternehmer zu tragen sind. Außer dem Ruhegeld wird ein Sterbegeld zwischen 300 und 1000 Reichsmark gewährt. Dazu kommen als weitere Leistungen ein Witwengeld von 50 v. H. des Ruhegeldes, mindestens aber 360 RM. jährlich, und das W a i f e n g e l d. Darüber hinaus ist ein Härte- ausgleich vorgesehen. Zunächst werden von dieser Versorgung mehr als 2 2 00 0 Bühnenschaffende erfaßt. Ab 1. Mai werden auch die Kulturorchester in die Betreuung einbe- zogen. nehmen Abschied von Berlin Oer Führer begrüßt das österreichische Bataillon. Deutsche Arbeiter sehen die Wett. Die drei KdF.-Schiffe von Tripolis auf der Heimreise. Rom, 24. März. (DNB.) Die aus Tripolis eingetroffenen drei KdF.-Schiffe haben in der vergangenen Nacht die Heimreise über Lissabon angetreten. Das reichhaltige Besuchsprogramm der beiden Tage auf dem anderen Erdteil hat den 3000 deutschen Urlaubern, begünstigt vom prächtigsten Wetter, eine Fülle unvergeßlicher Reiseeindrücke vermittelt. Dr. Ley hatte mit den 3000 KdF.-Urlaubern Gelegenheit, das buntfarbige, leidenschaftliche I Bikd einer „Phantasia" zu bewundern, die von den Eingeborenentruppen in ihren malerischen Trachten veranstaltet wurde. Überwältigend waren die Eindrücke aus der prachtvoll am Meer gelegenen Ruinenstadt Leptis Magna, die die Machtstellung des antiken Rom einzigartig veranschaulicht. Augleich erinnern die Ausgrabungen an die großen Leistungen, die das faschistische Italien auf allen Gebieten der Erschließung seiner Kolonien vollbringt. Zum Abschluß dieser ersten KdF.-Afrika- fahrt veranstaltete Dr. Ley zu Ehren von Luftmarschall B a l b o an Bord des KdF.-Schiffes „Der Deutsche" ein Kameradschaftsessen, an" dem auch Präsident Gianetti, der Leiter der italienischen Freizeitbewegung, Puccetti, sowie weitere Vertreter von Partei und Staat teilnahmen. Die Ausfahrt der drei KdF.-Schiffe wurde unter den Klängen der deutschen und italienischen Nationalhymnen und.Öen nicht endenwollenden Heilrufen auf Hitler und Mussolini zu einer gewaltigen Kundgebung deutsch-itilli-nischer Freundschaft. fehlshaber der Luftwaffe wird der Feldmarschall ferner verschiedene militärische Besichtigungen vornehmen. Außerdem wird er sich als Reichsforst - und Reichsjägermeister eingehend über das österreichische Forstwesen unterrichten lassen. Auf der Reise werden den Feldmarschall u. a. begleiten: Reichswirtschaftsminister Fun k, Staatssekretär Kö r n e r, der Reichsbeauftragte für Oesterreich, Staatssekretär Keppler, die Staatssekretäre Brinkmann, Willikens, Alpers, der Reichskommissar für die Preisbildung, Gauleiter Wagner, der Präsident der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung Syrup, der Leiter der Reichsstelle für Wirtschaftsausbau, Major Czimatis, die Hauptabteilungsleiter des Reichswirtschaftsministeriums Generalmajor Löb und von H a n n e t e n , der Generaldirektor der Reichswerke Hermann Goring, Pleiger, der 'Chef des Generalstabes der Luftwaffe, General Stump ff, und die Generale Ui) e t und von ©reim. Verfassung heißt — Wilna ist die Hauptstadt Litauens! Selbst der Schuljugend ist Tag für Tag eingeprägt worden, daß der litauische Anspruch auf Wilna unabdingbar sei und daß Litauen seinen Standpunkt in dieser Frage niemals ändern werde. Diese tiefeingewurzelte Feindschaft gegen Polen, deren Träger vor allem die litauische Oberschicht ist, läßt sich nicht mit einem Schlage ausräumen. Immerhin aber ist b i e Grundlage für b en Ausgleich geschaffen unb bei beiberfeitigem guten Willen müßte es möglich sein, ben immer wieber bedrohlich aufflacfernben Brandherd in Osteuropa zu beseitigen. Im übrigen hat Litauen sich seine Nieberlage selbst zuzuschreiben unb es wird hoffentlich die entsprechenden Lehren daraus ziehen. Die heutigen Machthaber in Kowno glaubten stets, sich über politische Realitäten einfach Hinwegsetzen zu können. Wie hypnotisiert blickten sie nach Moskau, als ob von dort das Heil kommen könnte. Man konnte sich nicht genug tun in Glaubensbekenntnissen an die Genfer Liga, obwohl diese Einrichtung längst ihr Leben ausgehaucht hat. Und jetzt ist man in Kowno auf das höchste erstaunt, daß selbst die nächsten Verbündeten — Est-' land und Lettland — Litauen den guten Rat geben, s i ch mit den gegebenen Tatsachen ab = 3 u f i n b e n unb mit Polen zu einem Einvernehmen zu gelangen, bas auch ber Zusammenarbeit bet baltischen Staaten mit Polen bienen könnte. Litauen steht zweifellos vor schwerwiegenben Entscheidungen. Ader es hat den ersten Schritt getan und Polen wird sicher nichts unversucht lassen, um das litauisch-polnische Verhältnis weiter zu fördern. So kann man der Hoffnung Ausdruck geben, daß der Aufnahme normaler Beziehungen mit ber Zeit ein wirklicher Triebe folgt unb baß die Wilnagrenze, an der in den letzten Jahren so viel Blut geflossen ist, endlich als Gefahrenquelle für den europäischen Frieden ausschaltet. Der Kabinettswechsel in Litauen Mironas bildete eine neue Regierung. Kowno, 24. März. (DNB.) Die litauische Regierung ist nach einer Sitzung beim Staatspräsidenten zurückgetreten. Mit der Bildung einer neuen nationalen Regierung auf breiterer Basis ist der Oberste Armeegeist-'. liche, Pfarrer Mironas, der zum engsten Führerkreis des Tautininkai-Verbandes gehört, beauftragt worden. Lim Mitternacht mürbe die Lifte des neuen litauischen Kabinetts amtlich bekannt- . fanntgegeben. Zum Ministerpräfibenten ist Pfarrer Die erste Wahlrebe in Gesamtdeutschland hält der Führer in Königsberg, die erste Wahlrede im deutschen Land Oesterreich in bet' steierischen Hauptstadt Graz. Das erscheint wie ein Gleichnis. Königsberg ist die nordöstlichste deutsche Provinzial-Haupt- und Universitätsstadt; Graz ist die s ü d ö st l i ch st e deutsche Provinzial-Haupt- und Universitätsstadt. Die alte preußische Krönungsstadt sah Polen, Schweden, Russen, Franzosen unb wieder Russen vor ihren Mauern; aus dem deutschen Westen unb Süden kamen erst in ritterlicher und nationaler Gehorsamspflicht bie Kämpen des Deutschen Orbens unb hinter ihnen der breite Strom der Bürger unb Bauern. Graz heißt in alten Urkunden „Pairifch- Gräz" und mit dieser Bezeichnung ist schon gesagt, woher die ersten Ansiedler kamen, bie an ben Ufern ber Mur, am Fuße des Schloßberges hier ihre neue Heimat fanden. Auch Graz war Residenzstadt ber steirischen Linie ber Habsburger. Das wundervolle Landeshaus von heute war ursprünglich eine „Burg" in genau demselben Wortsinn wie die Wiener Hofburg. In den langen Türkenkriegen, die zwischen 1529 bis 1682 währten, hat Graz als Festung eine glorreiche Rolle gespielt. Die Steiermark von'heute ist nationalsozialistisch durch und durch. Die kleineren LniversMen sollen bevorzugt besucht werden. Studentenhöchstziffern für die kontingentierten Hochschulen. Berlin, 24. März. (DNB.) Der Reichserziehungsminister hat auch für das Sommerfemefter 1938 Studentenhöch st Ziffern für bestimmte Frankfurt a. M. 1600, Köln 2700, Leipzig 2500, Hamburg 1700, München 4800, Münster 2400 (davon katholijche Theologie: 450). T e ch n ische Hochschulen: Berlin 1900, Dresden 1300, München 1900. Tierärztliche Hochschule Hannover: 5o0. Medizinische Akademie Düsseldorf: 600 Studenten, die an diesen kontingentierten Hochschulen studieren wollen, wird dringend empfohlen, rechtzeitig einen Antrag auf Einschreibung zu stellen. Es ist jedoch erwünscht, daß die Studenten sich in noch stärkerem Maße als bisher den kleinen und mittleren Hochschulen zuwenden Es wird hierbei darauf hingewiesen, daß die Mittel für Gebührenerlaß, Stipendien usw. an den kontingentierten Hochschulen gegenüber den kleinen und mittleren Hochschulen b e ° schränkt sind. Oer polnisch-litauische Ausgleich. Von unserem ^sko.-Äerichterstaiier. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Kowno, 22. März 1938. Die litauische Hauptstadt K ° w n o hat eine Woche dramatischer sich überstürzender Ereigmjs- hinter sich, wie sie in der 20jährigen Geschichte des Staa- tes Litauen kaum jemals dagewesen sind. Noch jetzt zittert die Erregung unb Hochspannung der vergangenen Tage nach, steht ganz Litauen unter dem Eindruck des umwälzenden Geschehens, das der Konflikt an der Wilnagrenze und die An n ah m e des polnischen Ultimatums mit sich gebracht haben. . Wenn auch das Leben in Kowno feinen normalen Gang nimmt und die breiten Bevölkerungsschichten froh sind, der drohenden Kriegsgefahr entgangen zu sein, so kommt doch in Kreisen ber Regierung eine gewisse Unsicherheit unb Ratlosigkeit zum Ausdruck barüber, wie sich die Dinge nun weiter entwickeln werden. Kennzeichnend ist die Tatsache, daß Staatspräsident Smetona nur mit Muhe den sofortigen Zerfall der litauischen Regierung verhindern konnte und daß es seiner ganzen Autorität bedurfte, ben litauischen Außenminister bet ber Stange zu halten, ber bei ber Aufnahme normaler Beziehungen zwischen Litauen unb Polen zweifellos im Augenblick die wichtigste Person des Ministerkabinetts darstellt, bis bie Grundlagen für eine Regierungsneubilbung gegeben find. Nicht zuletzt' steht bie Frage im Vordergrund ob Warschau sich mit der Aufnahme normaler Beziehungen und ber gegenseitigen Einrichtung von Gesandtschaften begnügen oder ob die polnische Regierung weitere Forderungen an Litauen stellen wirb. Mit der Annahme des polnischen Ultimatums hat Litauen zunächst nur die Aufnahme diplomatischer unb wirtschaftlicher Beziehungen unb bie Beilegung des feit fast 20 Jahren bestehenben Kriegszustands an ber Wilnagrenze zugestanden. Wirb nun die nächste Forderung ber polnischen Regierung dahin gegen, daß Litauen das Wilnagebiet als polnischen Besitz anerken- n e n soll? Wirb Polen sich bereit erklären, bie litauische Unabhängigkeit zu garantieren ober wird man darüber in Warschau mit Stillschweigen hinweggehen? Das sind Fragen, die Kowno jetzt vor allem interessieren und von deren Beantwortung nicht zuletzt auch ber Bestand ber gegenwärtigen Kownoer Regierung^ abhängt. An sich ist natürlich auch schon bie Aufnahme normaler Beziehungen ein großer Erfolg, wenn man bebenkt, daß sich die beiben ßänber seit ber Besetzung des Wilnagebiets durch bie Truppen des polnischen Generals Zeligowski in tödlicher Feindschaft gegenüberstanden unb selbst die wiederholten Befriedungsversuche des verstorbenen Marschalls Pilsudski an diesem Zustand nichts zu ändern vermochten. Wie sich alles andere weiter entwickeln wird, darüber dürften erst die kommenden Wpchen Klarheit schaffen. Litauen wird aber kaum umhin können, den Weg der Verständigung und der Anerkennung gegebener Tatsachen weiter zu gehen. Gewiß, es ist schwer, von heute auf morgen einen Stimmungswandel herbeizuführen. 18 Jahre hindurch ist dem litauischen Volk die Parole eingehämmert worden: Wir werden Wilna zurückerobern! Oder — wie es in der neuesten litauischen raden entschwand bas über die Toppen geflaggte Schiff, begleitet von vielen dichtbesetzten Barkassen, bald den Blicken der Zurückgebliebenen. Auf hoher See ging von Bord des KdF.-Schiffes „Wilhelm Gustloff. folgendes Dank-und Grußtelegramm an ben Führer unb Reichskanzler ab: „In diesen Tagen überwältigender Kameradschaft, die wir österreichischen .Krast-durch- Freude'-Urlauber überall im Reich begeistert erlebten, dürfen wir heute die ersten Fahrgäste tamer abinnen aus Hamburger Be° Königsberg, 24. März. (DRV.) Ein Sturm *.rie£eAar!} Bord. Langsam setzte sich bas mäch- der Begeisterung ging durch Ostpreußen, als durch ^^OO0-Tonnen-Schiff in Bewegung, während einen Aufruf des Gauleiters Koch bekannt wurde, die Schiffskapelle das Lied „Muß i denn, muß i 5„ denn" intonierte. Unter den Heil!-Rufen der vielen!^ ber 5u^ter a ra Freitag in der Hauptstadt tausend Volksgenossen, unter den Herzlich erwiderten Abschiedsgrüßen der österreichischen Arbeitskame» 1937 gegenüber dem Vorjahr noch zua, haben, konnten sie doch nicht die K . Momente ausqleichen. Deutschland ist in ber. . günstigen Lage, feine günstige binnenwirtschastliche Berlin, 24. März. (DNB.) Der vom Relch-- Konjunktur in viel geringerem Maße als anbere Minister Dr. Goebbels eingesetzte Sonberbeauftr g , Länder auf Rüstungsaufwand zurückzuführen Präsident Dr. Kollrnann gibt soeben die Soßung Die Uebersicht verzeichnet auch die Anstrengungen, ber V e r s o r g u n g sa n st a 11 b e r D e u cg e n die 3ur Ueberroinbung ber internationalen Wirt- Bühnen bekannt. Daraus wird klar, w e groß, schaftsstörungen gemacht worden sind. Die „Oslo- zügig die soziale Betreuung eines uersicherungstech^ Müchte" (die skandinavischen Länder, Belgien, nisch so „schlechten Risikos wie des Kulturberufs Lurembura und Holland) haben untereinander im der Bühnenschaffenden un nahonal1031altqa)en Frühjahr 1937 Zollerleichterungen vereinbart, die Deutschland durchgeführt wird. Nicht nur, daß die (infolge der Meistbegünstigung) auch anderen Ländern zugute gekommen sind. Dagegen hat sich bisher noch kein abseits stehendes Land den neuen Oslo- Vereinbarungen angeschlossen. Weiter geht die Uebersicht auf die Fühlungnahme des ehemaligen belgischen Ministerpräsidenten van Zeeland mit den Regierungen der Weltwirtschaftsländer wegen einer etwaigen internationalen Wirtschafts» konferenz ein. Der Bericht van Zeelands laßt aussichtsvolle Verhandlungen über den international len Krifenabbau noch in weiter Ferne liegend erscheinen. — Auch die Mitte 1937 in Berlin abgehaltene Tagung ber Internationa- Berlin, 24. März. (DNB.) Ministerpräsibent len Hanbelskammer wird in ber Uebersicht Generalfelbmarschall Göring hat sich zu einem behandelt. Es hat sich gezeigt, daß eine solche Zu- Engeren Aufenthalt nach O e st e r r e i ch begeben, sammenfassung Internationaler Privatwirtschaftler I roir^ ^ur Wahl am 26. März in Wien, am wohl einen Winb von außen aufnehmen, aber Nicht 29 in ® r a 3, am 30. März in Klagen- felber solchen Wind erzeugen kann. Die beiben gro= ßen angelsächsischen Mächte, Großbritannien und die Vereinigten Staaten von Amenka, stehen in wichtigen Verhandlungen, deren Ziel es I ist, ganz enge wirtschaftliche Beziehungen herüber und hinüber zu schaffen. Diese Verhandlungen, die sich hinter verschlossenen Türen abspielen, werden wahrscheinlich bereits nach wenigen I Wochen beendet fein und bann für die Weiteren!-1 wicklung der internationalen Wirtschaftsbeziehungen von allergrößter Bedeutung werden. Die Zahlen des d e u t f ch e n A u ß e n h a n d e l s im vergangenen Jahr sind bereits aus früheren statistischen Veröffentlichungen bekannt. Dagegen verdient die Gegenüberstellung der Aktiv- und Pasfiv- salden im deutschen Warenverkehr mit den einzelnen Ländern Beachtung. Der deutsche Außenhandelssaldv sank von + 1072,6 Millionen RM. im Jahre 1932 auf —284,1 Millionen im Jahre 1934. Er stieg dann wieder auf + 550,3 Millionen RM. im Jahre 1936 ! und erreichte 1937 den Stand von 442,6 Millionen. Sieht man sich die einzelnen Länder an, so stellt man eine beträchtliche Stetigkeit fest. Die meisten Aktivländer des Jahres 1932 waren auch in ben beiben letzten Jahren Aktivlänber; dasselbe gilt für die Passivlänber. Die westeuropäischen Länder waren und sind für Deutschland Aktivländer und müssen es bleiben, damit Deutschland die Passivsalden ge- gegenüber den überseeischen Rohstoffländern bezahlen und seine Auslandschulden abtragen kann. Die früher stark herausgestellte Parole, jedes Land habe gegenüber jedem anderen Lande Anspruch auf „eine ausgeglichene Handelsbilanz", ist verstummt; sie war töricht und widersprach jeglicher geschichtlichen Er- 75,5 v. h. gesunken. Di- hierfür angeführten ®rünbeian B orb be s neuen Kd F Sch'z sind einl-ucht-nb Zunächst bat m ben ersten Mana- .Wilhelm G u st la s f fe n. tot freubigem to 3 ten 1937 eine Darei7deckung grasten Um- bewundern wir b.ese neue ® la nzie' stung f a n g 5 ftattgefunben, die zu einer Verminderung des Nativ nalsozlallsmu 9» £a5 ' J 1 ber Käufe in ber zweiten Hälfte des Jahres führte Schiff ber Welt bas nun auch uns^gehvrh D» Tage Wichtiger aber ift die anhaltende und sich sogar auf hoher See sind die schonJt en un noch steigernde politische Spannung, die freiten Lebens W glückliche Oester- isich in der Fortdauer des spanischen Bürgerkneges rnuhg „am 10. April. — 1000 glutfl d) I unb in den bewaffneten Auseinandersetzungen irn reicher. Fernen Osten äußert. Obwohl die Rüstungs- anftrengungen zahlreicher Länder im JahreI VvlIUIiy 1937 gegenüber dem Vorjahr noch zuaenommen —, „ # haben, konnten sie doch nicht die Krisen -j öd* Mironas ernannt worden. Äußenminister ist der bisherige Außenminister Lozoraitis geblieben, allerdings vorläufig nur geschäftsführend. Innenminister wurde der bisherige Vorsitzende des Kriegsgerichts, Oberst Leonas, Kriegsminister der bisherige Armeeführer R a s ch t i k i s. Landwirtschaftsminister wurde der bisherige Ministerpräsident und Finanzminister T u b e l i s. Das neue Kabinett fetzt sich nur aus führenden Persönlichkeiten des Tau- lininkai-Verbandes, also der. Regierungspartei, zusammen. Heftige Kampfe an der Aragon-Hront. S^layianca, 25. März. (DRV. Funkspruch.) Wie der nationale Heeresbericht meldet, wurde bei andauerndem schlechten Wetter der Vormarsch fortgesetzt. Nördlich von Huesca wurden u. a. die Orte Nueno und Apies, südlich von Huesca die Stadt Mieten, zahlreiche kleinere Orte sowie verschiedene Höhenzüge besetzt. Die Truppen, die am Vortage den Ebro überschritten hatten, besetzten Sina und V e l i l l a und erreichten bei Kilometer 379 die große Landstraße nach Frankreich. Südlich des Ebro wurden im Abschnitt A l c o r i s a weitere wichtige Positionen erobert. Insgesamt wurden über 1000 Gefangene gemacht und umfangreiches Kriegsmaterial erbeutet. Im Luftkampf wurden fünf sowjetspanische Flugzeuge abgeschossen. Der Frontberichterstatter des nationalen Hauptquartiers meldet, daß der Gegner heftigeren Widerstand leistete als an den Vortagen. Bei der Einnahme von Nueno fanden erbitterte Nahkämpfe statt. Haus für Haus mußte erstürmt werden. Im Alcubierre-Gebirge konnte der Feind erst nach heftigem Gelchützfeuer und Fliegerangriffen aus seinen Stellungen vertrieben werden. Im Ebro-Aü- schnitt kamen die Nationalen bis auf 10 Kilometer an den roten „Stabs"-Sitz B u j a r a l o s heran. Oie Mainlinie beseitigt. 3m Gau Hessen-Nassau sind die alten Grenzen überwunden. NSG. Wenn man heute den Weg überblickt, den die wirtschaftliche Aufwärtsentwicklung des Rhein-Maingebietes feit der Machtübernahme im Jahre 1933 genommen hat, dann hebt sich deutlich hervor, daß die Initiative immer bei der Partei und vor allem bei Gauleiter Sprenger selbst gelegen hat. Aus der Voraussetzung heraus, daß die Bewegung für alle Zeiten die treibende Kraft des Staates sein muß, wurde als erstes das Kontrollamt für Arbeitsbeschaffung in der Gauleitung Hessen-Nassau eickgerichtet. Ohne in den Behördengang und Arbeitsprozeß einzugreifen, arbeitete es mit allen in Frage kommenden Behörden und Organisationen zusammen. Eine Notwendigkeit war dieses Amt schon allein aus dem Grunde, w^il im Gau Hessen- Nassau drei verschiedene Staats st ellen nebeneinander wirken, nämlich die Regierung des Landes H e s f e n , die preußische Regierung in Wiesbaden und die preußische Regierung in Kassel. Am 15. Juni 1933 ernannte die Reichsregierung den Treuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Hessen, welches das Land Hessen und die Provinz Hessen-Nassau umfaßt. Damit wurde über die alten Landesgrenzen hinweggeangen und die Voraussetzung für eine gedeihliche Arbeit des Treuhänders geschaffen. Niemals hätte der Treuhänder der Arbeit die ihm zugedachten Aufgaben so lösen können, wie es der Nationalsozialismus verlangt, wenn man ihn an die unsinnigen Grenzpfähle vergangener Zeit gebunden hätte. Die bunten Flecke auf der Landkarte, die sich stolz Staaten nennen, können wohl das Objekt einer Verwaltungsbürokrätie sein, eine wirkliche Volksführung aber, d. h. Nutzbarmachung und Höherentwicklung der dem Volke innewohnenden Kräfte, bedingt eine organische Verbundenheit des Führers, des ihm anvertrauten Volksteils und der Scholle, mit der beide verwachsen sind. Unterstützt von den Behörden wurden vom Gauleiter über die Landesgrenzen hinweg und unter Ausschaltung jeder engherzigen Bürokratie die Behörden und die Wirtschaft des Rhein-Main-Gebietes organisatorisch zusammen gefaßt. Die politische Zersplitterung des Gebietes hatte in früheren Zeiten eine großzügige Arbeit auf dem Gebiete der öffentlichen Arbeitsbeschaffung verhindert und die glatte Durchführung privater Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen erschwert. Für die Lösung dieser Aufgaben setzte der Gaüleiter den Arbeitsbeschaffungsausschuß ein, in dem die Spitzen der Reichs- und Staatsbehörden und der Regierung Zusammenwirken und außerdem die Handelskammer, die Wirtschaitsverbände und die Banken vertreten waren. Mit dieser Gründung überwand die NSDAP, die alten Landesgrenzen nicht nur organisatorisch, sondern auch geistig. Nach der Gründung des rhein-mainischen Landesplanungsverbandes legte die NSDAP, mit der Gründung des Rhein-Mainischen Industrie- und Handelstages die nächste Etappe der Arbeitsschlacht zurück. Die Schaffung dieses einheitlichen Wirtschaftsoerbandes Rhein- Main trug hervorragend dazu bei, daß in der Wirtschaft der Primat der nationalsozialistischen Bewegung anerkannt wurde, weil sie bewies, daß sie im Zuge der Entwicklung die Initiative besaß. Die Ueberwindung der Landesgrenzen gerade auf diesem Gebiete nahm einen lähmenden Druck von jedem, der bisher vergeblich gegen die Widerstände alter Zeiten angelaufen war. Im weiteren Verlauf liquidierten die hessische und nassauische Presse ihr partikulares Vereinsleben uni)' beseitigten die Mainlinie mit der Schaffung des Landesverbandes Rhein-Main im Reichsverband der Deutschen Presse. Mit ihm war eine Gründung vollzogen, die ein grundlegender Markstein in der Verklammerung von Nord und Süd über den Main hinweg bedeutet War es doch gerade die Presse alter Prägung gewesen, die immer und immer wieder die trennenden Momente in das Volk hineintrug. Die Gründung im Hause der Gauleitung ist ein Symbol für die Arbeit der NSDAP., alle innerdeutschen Trennungen zu beseitigen. Noch im Oktober des ersten Jahres der nationalsozialistischen Regierung wurde der Landes- fremdenoerkehrsverband Rhein-Main geschaffen, der nicht kleinlichen Interessen dient, sondern der gesamten rhein-mainischen Landschaft. Durch das Gesetz vom 18. Oktober 1933 erhielt die Außenhandels st elle Rhein-Main ihre gesetzliche Grundlage, erstmalig wurde dabei durch die Reichsregierung über die preußischen und hessischen Grenzen hinweg ein Teil bayerischen Staatsgebietes mit einbezogen. Es wurde also aus den tatsächlich bestehenden Verhältnissen die Folgerung gezogen. Nachdem der rhein-mainischen Wirtschaft durch die Gründung des Industrie- und Hcmdels- tages der Wunsch nach einer großräumigen Wirtschaftsorganisation erfüllt war, folgte auch der Einzelhandel dem Weg, den die Politik ihm freilegte. Die Wirtschaft schloß sich der politischen Entwicklung an, zuerst der Rhein-Mainische Industrie- und Handelstag und im Anschluß daran Einzelhandel, Handwerk und Bauer. Eine weitere Stufe auf dem Wege positiver Wirtschaftsführung wurde durch die Gründung der Arbeitsgemeinschaft der größeren Elektriziätsversorgungs- unternehmen des Rhein-Mainischen Wirtschaftsgebietes erreicht. Durch diese Gründung wurde auch die organische Form für die Tatsache gefunden, daß es keine Frankfurter und keine Darmstädter, keine preußische und keine hessische Elektrizität gibt. Zur Lösung hervorragender Verkehrsaufgaben wurde der Luftverkehrsoerband Rhein- Main gegründet, dessen sichtbarste Zeichen für den Willen zur Tat der Flug- und Lüftschiffhafen Rhein- Main ist. Der Rhein-Mainische Garantie-Verband war eine wich^ge Maßnahme in der Bekämpfung der Arbeitslosiakeit. Er diente dazu, den Personalkredit wieder aufleben zu lassen, um auch den kleinen und mittleren Unternehmern die Möglichkeit zu geben, aktiv in die Arbeitsschlacht ein.zu- qreifen. Auch die großen Gebirgs - und Wandervereine des Rhein-Main-Gebietes wurden zu einer Arbeitsgemeinschaft vereinigt. Eine besondere Ausgestaltung erfuhr die vom Reich eingeführte Elektro-Gasfront, da zum Teil Aufträge in einem höheren Betrag, wie vorgesehen, bezuschußt wurden. Die neue Organisation der Haus - und Grundbesitzer des Rbein-Main- qebietes sollte die unbedingt notwendiae Sanierung der Haus- und Grundbesitzer herbeiführen. Durch den Verein R h e i n-'M a i n i s ch e r Zeitungsverleger wurde die Voraussetzung geschallen, daß die höchste Aufgabe der deutschen Presse erfüllt wird, Dienst am Volke zu üben. Schon in der ersten Sitzung der Landes- bauernschaft Hessen Nassau konnte der Gauleiter auf das in der Kampfzeit vorbereitete nationalsozialistische Meliorations- und Siedlungsprogramm in Hellen Hinweisen, durch das bisher in Hessen auf dem Gebiete der Neulandgewinnung und bäuerlichen Siedlung Ungeheures geleistet worden war. Die Auswirkung des in Hessen eingelchlage- nen Weaes wurde richtungweilend und ausschlaq- aebend für die Sicherung und Ernährung des deutschen Volkes! Im Frühjahr 1933 wurde in Hessen die Landesplanungsstflle in der Hessischen Landesregierung gebildet, für den Gau Hessen-Nassau wurde der Landesvlanungsverband Rhein-Main im Oktober 1933 begründet. Die Landesvlanung im Gau Hesien-Nallau war besonders dringend, weil ein zusammengehöriges und einheitliches Wirtschaftsgebiet durch die verschiedenen Grenzen von Ländern, Vroninzen und Bezirken zerrissen war. Es war vor der Machtübernahme nicht möglich, eine überstaatliche Zusammenfassung des Rhein-Main-Gebi-tes in einer Landesvlanunasftelle tu erreichen. Erst nach der nationalsozialistischen Revolution war es Gauleiter Sorenaer vorbehalten, im Rhein-Main-Gebiet diele Aufaabe anzu- nacken und zu lösen. An erster Stelle des großen Aufgabengebietes des Landesvlanunasverbandes stand die Eingliederuna der Reichsautobahnen. Weiter aalt es die 'miammenfafsende Rla- nung für die Arbeitsbeschaffung zu leisten, das Kgrten- und Luftbildwesen nach einheitlichen Gesichtsvunkten zu gestalten, die halbländliche und ländliche Siedlung zu fördern, damit die Geaenlätze zwischen Stadt und Land aus- zuqleichen. Wasserwirtschaft, M.ckioration und landwirtschaftliche Umlequna in den gesamten Komvler einzubeziehen. In der Vielzahl und der Vielaestal- tung dieser Aufgaben erweist sich die ungeheuer aroße Bedeutung, .die einer Landesvlanung zukommt. die sich nicht auf Teilbezirke beschränkt, son- WW <:v AM W >>: ■ , z> v >, •'/ , ? //9 ' * -//.> Der große Generalappell der Bewegung. Unser Bild gibt einen Ueberblick auf die gewaltige Kundgebung in der Berliner Deutschlandhalle während der Rede des Reichspropagandaleiters Dr. G o e b b e l s. — (Scherl-M.) WWMMWWW dern den- großen Zusammenhang aller wirtschaftlichen, verkehrsmäßigen und kulturellen Beziehungen im Auge behält. Alle diese Maßnahmen bewirkten, daß der Gau Hessen-Nassau im Gesamtaufschwung Deutschlands eine hervorragende Stelle einnimmt. Unermüdlich wurden neue Wege beschritten mit nur einem Ziel, dem Wohle des gesamten deutschen Volkes zu dienen und die Forderungen des Nationalsozialismus zu erfüllen. England und Amerika bauen Kriegsschiffe über 35000 Tonnen. London, 24. März. (DNB.) Wie Reuter berichtet, haben nun sowohl Großbritannien wie auch die Vereinigten Staaten beschlossen, die Gleitklausel des Londoner Flottenoertrages anzuwenden. Großbritannien wie die Vereinigten Staaten werden also von nun an Kriegsschiffe über 35 000 Tonnen bauen. Eine Stellungnahme der französischen Regierung liegt noch nicht vor. Während man annimmt, daß England 45 000 Tonnen als Höchstgrenze festsetzen wird, wird sich das amerikanische Marineministerium wahrscheinlich noch nicht auf die Tonnengröße festlegen, ehe nicht die japanischen Pläne besser bekannt und die eigenen weiter fortgeschritten sind. Bereits vor kurzem teilte das Marineministerium mit, daß es unmöglich sei, innerhalb der 35 000-Tonnen- grenze die wünschenswerten Höchstleistungen in Bestückung, Geschwindigkeit, Panzerung und Aktionsradius herauszuholen. 43 000 Tonnen ist angeblich die Höchstgröße für die Passierung des Pa'nama- kanals. Kleine politische Nachrichten. Die Pressestelle des Danziger Senats teilt mit: In einer Reihe ausländischer Zeitungen sind Behauptungen aufgestellt worden, daß in' Danzig Maßnahmen getroffen worden seien, um durch einen Gewaltstreich oder auf dem Wege der Verhandlungen mit Polen den Anschluß an das Deutsche Reich zu vollziehen. Es bedarf kaum der Feststellung, daß diese Behauptungen völlig aus der Luft gegriffen sind. ♦ Mit der Leitung der durch Verordnung vom 16. März 1938 geschaffenen Zentral st elle zur Durchs ührungderWiedervereinigung Oesterreichs mit dem Deutschen Reich im Reichsministerium des Innern ist Staatssekretär Dr. S t u ck a r t beauftragt worden. Die Zentralstelle tritt nach außen nur unter der Bezeichnung „Der Reichsminister des Innern" in Erscheinung. Private Anfragen, Bewerbungen usw. sind zwecklos und können nicht beantwortet werden. * Der Oberbefehlshaber der VIII. Armee nahm in Wien die P arade der 10. Division ab, die als erste Einheit der VIII. Armee unter Führung ihres Kommandeurs Generalleutnant W a e g e r am denkwürdigen 12, März die Inn-Grenze überschritten hatte. Tausende und aber Tausende von Volksgenossen umsäumten die Straßen. Dem Vorbeimarsch wohnte auch der Reichsstatthalter Dr. Seyß- Inquart bei. Die Parade wurde eröffnet durch den Kommandierenden General des XIII. Armeekorps, General der Kavallerie von W e i ch s. * Die in Tirol und Votarlberg liegenden bayrischen Truppen rückten wieder in ihre heimatlichen Standorte ab. Auf dem Adolf-Hitler-Platz in Innsbruck fand die Verabschiedung der deutschen Truppen durch General Doehla statt. Der Abschied war mit einer Parade verbunden, an der Soldaten aus Bayern und Tirol gemeinsam teilnahmen. Das Bataillon ber Tiroler Jäger, das kürzlich München besucht hatte, trat bei dieser Gelegenheit zum ersten Male in den neuen Uniformen der deutschen Wehrmacht an. * Nachdem die Ueberführung der Oesterreichischen Bundesbahnen auf die Deutsche Reichsbahn vollzogen ist, hat das Reichsverkehrsministerium die Ausdehnung aller Wohlfahrtseinrichtungen der Reichsbahn auf die Angehörigen der ehemaligen Oesterreichischen Bundesbahnen in Angriff genommen. Da die Ueberleitungsmaßnahmen einige Zeit in Anspruch nehmen, haben die deutschen Eisenbahner von sich aus sofort beschlossen: 5 0 0 Kinder österreichischer Eisenbahner, vorzugsweise Waisen, erhalten einen sechswl chigen kostenlosen Aufenthalt in Heimen des Reichsbahn- Waisenhorts; 1 0 0 0 Erwachsene werden kostenlos für 14 Tage in Heime bestimmter Wohl' fahrtseinrichtungen der Reichsbahn ausgenommen. * In München traf auf Einladung von Reichsorganisationsleiter Dr. Ley eine Studienabordnung ehemaliger Gewerkschaftsfunktionäre aus Oesterreich ein. Zweck der Reise ist, den 100 Teilnehmern das neue Deutschland und seine vorbildlichen, für den deutschen Arbeiter geschaffenen Einrichtungen zu zeigen. Die Gäste besuchen Ulm, Stuttgart und Saarbrücken. ♦ Der Reichsführer M und Chef der deutschen Polizei, H i m m he r , hat bestimmt: Allen Angehörigen der uniformierten Polizei (Ordnungspolizei) in Oesterreich, die bis zum 11. März einschließlich Angehörige der Schutzstaffel waren, erteile ich hiermit in Anerkennung ihrer Verdienste um die Schaffung Großdeutschlands die Genehmigung, die Sigrunen der Mi an ihrer Uniform zu tragen. Nach der augenblicklichen Uebersicht haben ungefähr 1000 österreichische Polizeibeamte zur Zeit des verschwundenen Systems den Schutzstaffeln angehört. ♦ Eine Deputation des tschechoslowakischen Minderheitsrates für Oesterreich gab dem Wiener Bürgermeister die Erklärung, daß die tschechoslowakische Minderheit am 10. April f ü r den Anschluß stimmen wird Gleichzeitig hat der Rat die tschechoslowakischen Wähler österreichischer Staatsbürgerschaft aufgefordert, am 10. April den Stimmzettel mit einem „Ja" abzugeben. * Auf der Heimreise von seiner Fahrt nach dem Indischen Ozean traf der deutsche Schulkreuzer „Emden" in Bilbao ein. Der deutsche Konsul Außerdem winken RM 50.— monatlich auf Lebenszeit, RM 25.— monatlich auf Lebenszeit, 4 mal RM 1000.— und 3 mal RM 500 — als 2. bis IO. Preis für die besten Gesamtleistungen sowie Barpreise von insgesamt RM 14000 — für das 2. und 3. Teil-Preisausschreiben Denken Sie an den 2. T s großen BURNUS-PREISAUSSCHREIBENS! Es geht, weite r ! WWW iSl Das 2.Teil-Preisau$schreiben läuft jetzt — biszum 16.April 1938 Die Aufgabe lautet: Neuartige und wertvolle Erfahrungen (Waschvorschriften und sonstige Anregungen) beim Waschen von neuartigen Wäschestoffen (Leinen, Zellwolle, Kunstseide und Buntwäsche) unter Verwendung von Burnus Hierbei geht es wieder um folgende Preise: 1. Preis..........................RM 2000.— 2. Preis..........................RM 1000.- 3. Preis..........................RM 500.— 4. bis 13. Preis je RM 100.—.............RM 1000.— 14. bis 63. Preis je RM 50 —......... ■ RM 2500 — RM 7000.- Außerdem 250 Preise von je einem Jahres - Familienbedarf Burnus (12 Doppeldosen) und 750 Preise von je einem halben Jahres - Familienbedarf Burnus (6 Doppeldosen) Gehen Sie noch heute zu Ihrem Einzelhändler, bei dem Sie Burnus kaufen Dort liegen die Teilnahmezettel kostenlos für Sie bereit, die auch alle Einzelheiten des Preisausschreibens enthalten. Oder aber: Schreiben Sie noch heute an die Burnus A.G., Darmstadt, die Ihnen die Ceilnahmezettel kostenlos zusendet. Nur Einsendungen, denen der Teilnahmezettel, in dem Sie versichern, daß Sie die ein- gesandten Rezepte selbst mit Burnus ausprobiert haben, ausgefüllt und unterschrieben beigefügt ist, sind teilnahmeberechtigt. Es geht um die Frage: „Wie stellt man Burnus am besten in den Dienst der Woscheerhaltung und des Laushalts?" Burnus macht Ihnen die Aufgabe ja so leicht! Burnus verdaut, d. h. löst biologisch den Schmutz schon beim Einweichen aus den Wäschestücken heraus. Es entfaltet also seine Wirksamkeit vor dem Kochen der Wäsche. Aber auch das Kochwasser kann man mit Burnus weich und wirksamer machen. Burnus ist garantiert unschädlich, es greift das Gewebe niemals an. Es erübrigt beim Waschen scharfes Reiben und Bürsten, macht langes und starkes Kochen überflüssig und spart deshalb Arbeitskraft, Waschmittel und Feuern .g. Die Beteiligung steht jedem offen, der in Deutschland mit Burnus wäscht. Die Zuerkennung der Leb snsrenten und sonstigen Hauptpreise für die besten Gesamtleistungen ist nicht davon abhängig, ob Sie bei allen 3 Preisausschreiben mitgemacht haben. 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Lange hat glaubt, in bei funden zu ha Mein urspru' James Qnftrt Oie kleinen Freuden der feit hat, versinnbildlicht die Vereinigung des deut- schsn Volkes und stellt zwei Volksgenossen dar, die gemeinsam ein Hakenkreuzbanner tragen. Die Wert- zifser 6 Rpf. steht in der rechten oberen Ecke; in der Umrahmung befindet sich die Inschrift: „Ein Volk, ein Reich, ein Führer — 10. April 1938" und am unteren Rande die Angabe „Deutsches Reich". Das Markenbild wurde von Professor Puchinger in Wien entworfen. kulturellen Leden des Gaues werden dem Meisterkonzert als Gäste des Gebietsführers beiwohnen. Unter der Leitung Earl Schurichts spielt das Wiesbadener Kurorchester die Ouvertüre zum „Freischütz" von Weber, die Sinfonie Rr. 13 G-dur von Haydn, die Sinfonie h-moll von Schubert, Bruckners Scherzo aus der romantischen Sinfonie und die „Egrnont"-Ouvertüre von Beethoven. verbrauch nahm im gleichen Zeitraum von 5,7 Milliarden auf 8,4 Milliarden Stück, der Verbrauch an Zigaretten von etwa 31,8 Milliarden auf 38,5 Milliarden Stück zu. Lediglich der Konsum an Feinschnitt und Pfeifentabak ist gesunken, aber diese Tatsache ist auf eine Veränderung in der Verbrauchsgewohnheit zurückzuführen. Sie hat auch noch einen anderen Grund: Viele haben in der Krise nur deshalb zur Pfeife gegriffen, weil Pfeiferauchen billiger ist. Jetzt können sie sich wieder die langentbehrte Zigarre oder Zigarette erlauben. Roch ein weiteres hat sich in den letzten Jahren im Tabaksverbrauch gezeigt. Es werden wieder bessere Qualitäten bevorzugt. Das zeigt sich ganz deutlich im Ansteigen des Durchschnittspreises für Zigarren, wie auch für Zigaretten. Das „Wald- und Wiesenkraut" schmeckt nicht mehr. Genießen wir also wieder unsere kleinen Freuden, und dabei brauchen wir uns keinen falschen blauen Dunst mehr vorzumachen! stattete in Begleitung des Ortsgruppenleiters dem Kommandanten des Schiffes, Kapitän zur See B ü r k n e r, einen Besuch ab. Anschließend wurden Besuche mit den Spitzen der spanischen Behörden ausgetauscht. In Verfolg des im Oktober vergangenen Jahres in Bukarest unterzeichneten deutsch-rumänischen Luftverkehrsabkommens wurde nun die Einrichtung einer Luftverkehrslinie Berlin — Bukarest beschlossen, die vom 1. Mai 1938 ab von den Luftverkehrsgesellschaften beider Länder beflogen werden soll. Aus aller Welt. Line Sonderbriefmarke aus Anlaß der Volksabstimmung. Wetterbericht Die Störungstätigkeit über den britischen Inseln hat stark zugenommen. Während Mittel- und Süddeutschland noch das heitere Wetter der letzten Tage zeigen, hat ein ausgedehntes Regengebiet vom Kanal her, ostwärts gehend, bereits Nordwestdeutschland ersaßt. Bei weiter zunehmender Westluftzufuhr wird sich die Wetterverschlechterung auch langsam auf Westdeutschland ausbreiten. Aussichten für Samstag: Ueberwiegend bewölkt, nördlich des Taunus stellenweise leichter Regen, bei lebhaften westlichen Winden kühl. Aussichten für Sonntag: Wechselhaftes Wetter mit lebhaften Winden aus Nordwest. Lufttemperaturen am 24. März: mittags 18,2 Grad Celsius, abends 9,1 Grad; am 25. März: morgens 1,2 Grad. Maxim. '19,3 Gr., Minim, heute nacht 0,4 Gr. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum« schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen- (eiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. II. 38: 10 788. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K -G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs, preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. WPD. Wir alle haben wohl unsere kleinen Freuden. Wer will es einem Manne verwehren, daß er mal ein Glas Bier trinkt (wobei die Betonung nicht bei „ein" liegen soll) oder, daß er seine Zigarre, seine Zigarette bzw. seine Pfeife raucht? Es ist nun aber mal so, diese kleinenFreuden, und wenn sie noch so bescheiden sind, k o st e n Geld. In der Zeit, als es uns schlecht ging, als Über 6 Millionen Menschen arbeitslos waren, da mußte zuerst bei diesen Freuden ein Abstrich vorgenommen werden. Der Einkauf für unseren nötigsten Lebensbedarf ging ja vor. Erst mußten Brot und Kartoffeln beschafft werden. Das andere kam viel später — oder gar nicht. Damit ist es nun auch wieder befier geworden. Wir können mit gutem Gewissen uns wieder die kleinen Freuden gönnen. Fragen wir mal die Statistik. Der Bierverbrauch ist im Rechnungsjahr 1932/33 (1. April bis 31. März) — dieser Tag ergibt sich aus den Besonderheiten der statistischen Erhebung — von 33,3 auf 39,6 Millionen Hektoliter im Rechnungsjahr 1936/37 gestiegen. Der Zigarren- Die Deutsche Reichspost gibt aus Anlaß Volksabstimmung am 10. April ein Son - derpo st Wertzeichen zu 6 Rpf. (dunkelgrün) heraus, das vom 8. April an bei der Deutschen Reichspost und bei sämtlichen Postämtern Oesterreichs abgegeben wird. Das Markenbild, das zur Freimachung von Postsendungen nach dem Jn- und Ausland bis zum 31. Dezember 1938 Gültig- Carl Schurichk dirigiert für die HI. NSG. Am 29. März findet im Wiesbadener Kurhaus ein großes Meisterkonzert für d i e Hitler-Jugend des Gebietes Hessen- Nassau statt. Dieses Konzert gewinnt dadurch besondere Bedeutung, daß sich Carl Schuricht bereiterklärt hat, für die Hitler-Jugend zu dirigieren. Zahlreiche Persönlichkeiten aus dem politischen und Am Mittwoch, dem 23. März, verstarb infolge eines Autounfalles im Alter von 36 Jahren. Gießen (Wartweg 96), den 25. März 1938. 1934D Die Beerdigung findet am Samstag, dem 26. März, um 11.45 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Klara Timpe und Karin Timpe. Otfried Timpe Dr. med. habil. Frau Christine Keßler, geb. Keßler im Alter von 58 Jahren. Großen-Linden, den 24. März 1938. Die Beerdigung findet am Samstag, dem 26. März, nachmittags 3% Uhr statt. 1913D Nach Gottes unerforschlichem Ratschluß entschlief nach kurzer, schwerer Krankheit gestern nachmittag 5 Uhr meine liebe, gute Gattin, meine treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante In tiefer Trauer: Wilhelm Keßler II. Maria Bopf, geb. Keßler Otto Bopf Erwin Bopf Artur Bopf. Familie L. Schneiden Heuchelheim den 25. März 1938. 1920D Für die wohltuende Teilnahme und Verbundenheit sowie für die überaus zahlreichen Kranzspenden und die tröstenden Worte des Herrn Pfarrer Weisel bei dem Heimgang unseres lieben Entschlafenen sagen wir herzlichen Dank. 1924D Gestern mittag entschlief sanft nach langem, mit großer Geduld getragenem Leiden unsere liebe, treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Katharine Will, geb. Schneider im Alter von 67 Jahren. In tiefer Trauer: Familie Otto Grün Familie Willi Will Philipp Köhnen u. Frau Käthe, geb. Will Hermann Will u. Frau Gretel Müller. Gießen, Eschweiler, Heuchelheim, den 25. März 1938. Die Beerdigung findet Montag, den 28. März, nachmittags 2.45 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt. Wir betrauern tief das plötzliche Ableben von Herrn Dr. med. Otfried Timpe Assistenz-Arzt d. Res. der durch einen Unglücksfall aus unseren Reihen gerissen wurde.-Sein Andenken bleibt bei uns in Ehren gewahrt. Offiziere und Beamte d. B. des Wehrbezirkskommandos Gießen. Trauerfeier: Samstag, 26. März, 11.45 Uhr, Kapelle des Neuen Friedhofs. _____________1912D Junger, flotter Verkäufer für Kolonialwaren für sofort oder 1. April gesucht. Schriftliche Angebote unter 1935D an den Gießener Anzeiger oder zu erfragen. Uhr. 01373 im 70. Lebensjahr. Istellen9esuchel I Moderne Intelligenter । u. aparte halt mit Famil. Anschluß,bisjet Werbe-Drucksachen liefert Brühl'sche Druckerei Fabrikneue Eifgl-Limoosine nicht zugelassen. Umstünde halber verkäuflich, oiuo Auskunft Bahnhofstr.65v BieanaDot- MeMgeil (kombin. Sport» Liegewagen) in allerbest. Zu» stände z. verkauf. Günthers- graben 111. --------------isjetzt noch nicht inStel- Marke Blüthner, preiswert abzugeben. 01406 Zu erfragen bei Dietz Neuenweg 38. Die trauernden Hinterbliebenen : Emma Schneller. lung. Schr.Ang. unter 01405 an d. Gieß. Anzeig. Zwei Grablandstücke | 360 qm u. 240 qm sofort zu verpachten. Zu erfragen Dammstr. 38 v. Gießen, den z5. März 1938. Die Beerdigung findet Samstag, den 26. März 1938, vormittags um 11 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. 01411 Todesanzeige. Ganz plötzlich und unerwartet verschied am Mittwochabend um 8 Uhr mein lieber Mann, unser Bruder, Schwager und Onkel Jakob Schneller Knöpfe für Mäntel Kostüme und Kleide Gürtel Schnallen Schliessen Biumen und dergl. bringen wir in einer der schönsten und reichsten Auswahl. Bitte besuchen Sie uns. 1932a Manfred Volz ■Gießen MarktstraOe 27. Junges Mädchen zu kleinem Kind gesucht. 1933D Marb. Str. 40. Kinderwagen modern, in gut. Zustand, preiswert zu verkauf. S chillerstr.13 II. Verschiedenes"! | Mietgesuche"| Kieme trockene. Werkstatt für saub. Handwerk zu mieten gesucht. Eventl. leeres Parterre- zimmer.Schriftl. Angeb. u. 01355 an 0. Gieß. Anz. DKW. (Reichsklasse) t. gutem Zustand gegen bar abzugeben. A,nzuseh. 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Verkäufe Ein gebrauchtes Ur. 71 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Zreitag, 25. März 1938 Chamberlain über Englands Europa-Politik. Keine britische Garantie für die Tschechoslowakei. — Die Minderheitenfrage bedarf verständnisvoller Behandlung. London, 24. März. (DNB.) Premierminister Chamberlain gab im Unterhaus die angekündigte Erklärung über die englische Außenpolitik ab. Daß die fundamentale Grundlage der englischen Außenpolitik in der Erhaltung des Friedens und der Schaffung eines Vertrauens auf feine Erhaltung bestehe, bedeutet nicht, daß uns nichts zum Kämpfen bringen würde. Wir find durch gewisse Vertragsverp s l ichtungen gebunden, die uns unter Umständen die Notwendigkeit zum Kämpfen auferlegen. Auch gibt es gewisse Lebensinteressen Englands, für die wir zur Verteidigung der britischen Gebiete und ihrer lebenswichtigen Verbindungen kämpfen würden. Ferner gibt es andere Fälle, in denen wir vielleicht kämpfen würden, nämlich wenn uns klar würde, daß wir kämpfen müssen oder sonst «in für alle Mal die Hoffnung aufgeben müssen, die Zerstörung jener Dinge abzuwenden, die wir am höchsten schätzen, nämlich unsere Freiheiten und das Recht, unser Leben so zu leben, wie es unserer nationalen Tradition und unserem Nationalcharakter entspricht. Gleichwohl muß unser Ziel immer darin bestehen, jene Interessen zu erhalten, die wir für wesentlich halten, ohne, wenn es möglich ist, zum Kriege zu schreiten, da wir wissen, daß es im Kriege keine Gewinner gibt. Lange hat die Mehrheit des englischen Volkes geglaubt, in der Genfer Liga ein Instrument gefunden zu haben, das den Frieden erzwingen kann. Mein ursprünglicher Glaube an Genf als ein wirksames Instrument für die Erhaltung des Friedens ist tief erschüttert. Es gibt aber keinen Grund, warum wir, nachdem die Politik der kollektiven Sicherheit fehlgeschlagen ist, den Gedanken des Völkerbundes aufgeben sollten. Wir müssen zugeben, daß wir versucht haben, Genf eine Aufgabe zu geben, die zu lösen seine Kraft überstieg. Die britische Regierung, so sagte er, hat der Ansicht Ausdruck gegeben, daß die kürzlichen Ereignisse in Oe st erreich eine neue Lage geschaffen haben. Ls hat eine tiefe Störung des internationalen Vertrauens gegeben. Am meisten schwebt uns die Frage der Beziehungen zwischen der tschechoslowakischen Regierung und der deutschen Minderheit in der Tschechoslowakei vor. Es ist wahrscheinlich, daß eine Lösung dieser Frage, wenn sie erzielt werden konnte, sich weitgehend dahin auswirken würde, das Gefühl der Stabilität in einem sehr viel größeren Gebiet w i e d er h e rz ust el l en als in dem unmittelbar betroffenen. Die britische Regierung sei nicht in der Lage, zusätzlich zu den Verpflichtungen, durch die sie bereits durch die Genfer Satzung und den Locarno-Vertrag gebunden ist, neue Verpflichtungen gegenüber der Tschechoslowakei zu übernehmen, da die Ent- e scheidung, ob die Tschechoslowakei sich in einen Krieg verwickelt finde, automatisch der britischen Regierung entzogen sein würde. Das könne die britische Regierung nicht für ein Gebiet annehmen, in dem Englands lebenswichtige Interessen nicht in der gleichen Weise berührt seien, wie das bei Frankreich und Belgien der Fall sei. Wo Frieden und Krieg betroffen seien, seien nicht allein rechtliche Verpflichtungen maßgebend. Der unvermeidliche Druck der Tatsachen würde sich vielleicht stärker erweisen als formale Erklärungen. Es würde durchaus wahrscheinlich sein, daß andere Länder fast sofort in den Krieg verwickelt würden außer ( den Ländern, die ursprünglich den Streit beginnen. Dies gelte besonders für Großbritannien und Frankreich, die lange miteinander in Freundschaft verbunden seien mit engverwobenen Interessen. Chamberlain kam dann auf die Harlekinade L i t- winoff - Finkel st eins zu sprechen, der d-ie Bereitwilligkeit der Sowjetregierung zur Teilnahme an „kollektiven Aktionen" erklärte. Chamberlain erklärte, die britische Regierung würde eine Konferenz begrüßen, zu der alle europäischen Länder ihr Erscheinen zusagen würden. „Unter den gegenwärtigen Umständen fühlt sich die britische Regierung jedoch verpflichtet, festzustellen, daß eine solche Erwartung nicht gehegt werden kann, auch die Sowjetregierung hegt sie in der Tat nicht." England glaube nicht, daß eine stabile Ordnung geschaffen werden könne, wenn nicht gewissen Prinzipien Anerkennung verschafft werden könne. Das erste bestehe darin, daß Meinungsverschiedenheiten durch friedliche Mittel gelöst werden sollen und nicht durch die Methode der Gewalt: das zweite Prinzip bestehe darin, daß eine friedliche Regelung, die von Dauer sein solle, auf Gerechtigkeit beruhen müsse. Die britische Regierung habe ständig ihren Einfluß aufgewandt, um die Beziehungen zwischen den Völkern einer Revision zu unterziehen, wo diese bedürftig zu sein schienen. hinsichtlich der Tschechoslowakei scheine der britischen Regierung nunmehr die Zeit gekommen zu sein, zu der alle Hilfsquellen der Diplomatie für den Zweck des Friedens aufgewendet werden sollten. Sie freue sich, die definitive^Z u - sicherung der deutschen Regierung über ihre Haltung zur Kenntnis zu nehmen und unterschätze sie in keiner Weise. Auch habe sie mit Befriedigung festgestellt, daß die tschechoslowakische Regierung sich den praktischen Schritten zuwende, die im Rahmen der tschechoslowakischen Verfassung ergriffen werden können, um den vernünftigen Wünschen der dentschenWinderheit zu begegnen. Die britische Regieung werde jederzeit bereit sein, dabei jede Hilfe zu gewähren. 3n der Zwischenzeit bestehe keine Notwendigkeit, Gewalt anzuwenden oder auch nur davon zu sprechen. „Solches Gerede ist scharf zu verurteilen." Chamberlain behandelte bann die englisch- italienischen Besprechungen, die beträchtlich vorwärtsgebracht worden seien. Es sei von größter Bedeutung, daß die italienische Regierung ihre Erklärung wiederholt habe, wonach sie keine territorialen, politischen und wirtschaftlichen Ziele in Spanien oder auf den Balearen habe. Die britische Regierung vertraue darauf, daß die italienische Regierung ihren Versprechungen nachkommen werde. Am Schluß unterstrich Chamberlain die Notwendigkeit, das britische Aufrüstungsprogramm zu verstärken. Besonders müßten die Luftwaffe und die Luftabwehr verstärkt werden. Die Wiederaufrüstung müsse künftig den Vorrang vor allen anderen Anstrengungen haben. Der zusätzliche Bedarf an gelernten Arbeitern müsse der Aufrüstung aus anderweitiger Beschäftigung zugeführt werden. Trotz allem hoffe er immer noch auf ein vernünftiges Abkommen über die Begrenzung der Rüstungen. Im übrigen glaube er, daß es eine Meinungsverschiedenheit über bas Hauptziel ber britischen Politik: „Frieden unb Gerechtigkeit" nicht geben könne. Das Echo der Chamberlain-Rede. London, 25. März. (DM. Funkspruch.) Nach der „Times" hat die Rede Chamberlains im Parlament einen guten Eindruck gemacht. Alle Andeutun- aen einer „Revolte" in der konservativen Partei seien mit der Rede des Premierministers verschwunden. Hätte die Labour Party eine Abstimmung gefordert, so wäre es zweifelhaft gewesen, ob ein einziger Regierungsanhanger mit ihr gestimmt hätte. Jetzt, wo die Regierung die Unterstützung des Parlaments habe, werde sie sichln verstärktem Maße der Frage der Beschleunigung des Aufrüstungsprogramms zuwenden können. Die meisten Menschen würden die Gründe als durchschlagend ansehen, warum das Kabinett in der Frage der Tschechoslowakei keine Verpflichtungen eingegangen fei. Eine andere Einstellung werde mit Recht als ein Rat der Verzweiflung zurückgewiesen. Aus dem gleichen Grunde sei der s o w j e t r u ss i s ch e K o n fe r e n z v o r s ch l a g als völlig unannehmbar zurückgewiesen worden. Der „Daily Telegraph" nennt die Erklärung Chamberlains klar, geradezu und nachdrücklich, ohne dabei in irgendeiner Form provozierend zu sein. Die Erklärung habe niemand im Zweifel über die Haltung Englands gegenüber den Ereignissen gelassen, die in Europa eingetreten seien. Das ßabourblatt, der „Daily Heral d", ist selbstverständlich äußerst unzufrieden. Jeder, der nach den Linien einer neuen Politik suche, sei enttäuscht worden. Ebenso meint das liberale „News C h r o n i c l e", daß Chamberlains Rede jeden konstruktiven Gedanken für eine internationale Befriedung oder eine Beseitigung der letzten Krisengründe habe vermissen lassen. „Daily Mail" sagt, daß zwei Erklärungen von überragender Bedeutung vom Premierminister abgegeben worden feien. Die erste sei die, daß England keine neuen Verpflichtungen im Auslande übernehmen werde. Die zweite aber sei die, daß von jetzt an di e Aufrüstung den Vorrang haben werde. Aufrüstung und sich aus allen Verwicklungen heraushal- t e n, das seien nun die Pfeiler, auf denen die zukünftige Politik Englands ruhe. ZwiespMgeAufnahme inparis. P a r i s , 25. März. (DNB. Funkspruch.) „Epoque" schreibt, die Rede Chamberlains sei so gut gewesen, wie sie habe sein können. Wegen der englischen Mentalität und der Haltung der Dominien habe er unmöglich für alle Konflikte genaue Verpflichtungen auf sich nehmen können. — „Matin" schreib^ außer den wütenden Befürwortern einer Einmischung in Spanien könne kein Mensch von den Ausführungen Chamberlains enttäuscht sein. — Der „Figaro" erklärt, wenn die Erklärung Chamberlains auch nichts Neues bringe, so habe sie doch wenigstens bas Verdienst, die britische Außenpolitik zu klären und festzulegen. Es bleibe abzuwarten, ob der Chef des Foreign Office sich auf diplomatischem Gebiet bezüglich der deutschen Minderheit in der Tschechoslowakei nicht etwa in „leichtfer - t i g e Verhandlungen" einlassen werde. „Petit Parisien" erklärt, die Rede Chamberlains habe diejenigen Franzosen und. Engländer nicht enttäuscht, die von den staatsmännischen Eigenschaften des britischen Ministerpräsidenten überzeugt gewe-1 sen seien. Das Gewerkschaftsblatt „Peuple" bezeich- die Erklärungen als ebenso enttäuschend und ge« jährlich, wie man dies habe erwarten müssen. Auch die OeutschenChristlich-Sozialen scheiden aus der Prager Regierungskoalition. Prag, 24. März. (DNB.) Die Reichsparteilei- tung der Deutschen Christlich-Sozialen Volkspartei hat einmütig beschlossen, daß die Abgeordneten und Senatoren dem Parlamentarischen Klub der Sudetendeutschen Partei beitreten. Die Partei scheidet aus der Parlamentsmehrheit aus und beruft ihren Vertreter aus der Regierung ab. Der Parlamentarische Klub der Sudetendeutschen Partei hat jetzt 55 Abgeordnete und 26 Senatoren Der Vertreter der Christlich-Sozialen in der Regierung, Minister Z a j i c e k, hat dem Präsidenten der Republik fein Rücktrittsgesuch überreicht. Das Autonomieprogramm der Slowaken. Prag, 24. März. (DNB.) Der Vorstand der Slowakischen Volkspartei hat unter Vorsitz Pater H l i n k a s in Preßburg folgende Richtlinien festgelegt: „Wir stehen vor dem entscheidenden Kampf des nationalen Gedankens gegen den Internationalismus und Bolschewismus. Der nationale Gedanke verzeichnet im Ausland genau so wie im Innern des Staates sichtbare Erfolge. Die Slowaken sind sich dessen bewußt und betonen daher weiterhin ihre völkische Verschiedenheit von den Tschechen und ihr slowakisches Autonomieprogramm. Nicht nur die Lösung der slowakischen nationalen Probleme, sondern auch die Sicherung der territorialen Grenze der Slowakei beruht auf dem Autonomieprodramm. Der Vorstand der Partei verfolgt mit Rücksicht auf die Verteidigung der Grenzen der Slowakei und der Erkämp- fung der Autonomie für die Slowakei mit Interesse die politische Entwicklung im Leben der magyarischen, deutschen und ruthenischen Volksgruppen im Staate." Kunst und Wissenschaft. Der Führer verleiht Professor Czerny den Adlerschild. Der Führer und Reichskanzler hat dem Geh. Medizinalrat Professor Dr. Adalbert Czerny in Charlottenburg aus Anlaß seines 75. Geburtstages den Adlerschild des Deutschen Reiches mit der Widmung „Dem Altmeister der deutschen Kinderheilkunde" verliehen. — Wir bringen in der heutigen Ausgabe eine ausführliche Würdigung von Geh. Rat Czernys Lebenswerk, das jetzt durch den Führer eine weithin sichtbare Auszeichnung erfahren hat. Ueberreichung der Goethe-Medaille an Gustav Frensfen. Gauleiter und Oberpräsident Lohse stattete dem Dichter Gustav F r e n s s e n in dessen Haus zu Barlt im Dithmarschen einen Besuch ab, um ihm im Auftrage des Führers die kürzlich verliehene Goethe- Medaille zu überreichen. Landesforstmeister Selchow übergab bei dieser Gelegenheit im Namen des Reichsforstmeisters Generalfeldmarschall Hermann Göring eine Urkunde, in der die Umbenennung des Forstes Christian Slust bei St. Michaelisdonn in Gustav-Frenssen-Wald niedergelegt ist. Der Dichter nahm die Ehrungen bewegten Herzens entgegen. Ein Mitglied des Dendling-Quartekts gestorben. Professor Ludwig N a t t e r e r, der Bratscher des Wendling-Quartetts in Stuttgart, ist dort im Alter von 56 Jahren gestorben. Natterer stammte aus Augsburg, mar ein Schüler von Hugo Heer- nlann in Frankfurt, spielte später in Meiningen und wurde 1925 an die Württembergische Hochschule für Musik und in das auch in Gießen wohlbekannte Wendling-Quartett berufen, das jetzt durch fein Hinscheiden einen schmerzlichen Verlust erleidet. Gcharrelmann baut sich einen Garten. Don $. 3. Tripp. Der Christof hat sie nicht mehr alle beisammen, sagen am Abend die Leutchen. Sie sitzen auf der Türschwelle; denn der Tag ist heiß gewesen, und in den niederen Kotten steckt noch die Hitze des Tages. Und warum soll sie der Christof Scharrelmann, der zweite Strossenhäuer von der Zeche „Schnabel im Osten", nicht mehr alle beisammen haben? Etwa aus lauter Freude, daß seine Häsin acht Junge geworfen hat? Gott mag es wissen, und Christof Scharrelmann hat sie ebensogut alle beisammen wie die Leutchen, die diese Tatsache an= zweifeln. Doch so was verstehen die kleinen Leutchen nicht, die alle aus dem Getriebe der großen Stadt in diese Zechenkolonie geschleudert sind. Ja, ein Beet mit Möhren, ein Beet mit Salat, ein Stück für die Kartoffeln, meinethalben auch ein Plätzchen für fünf Nelken und ein paar Narzissen, gewiß, das haben sie ja alle. Aber was den Christof Scharrelmann betrifft... Ueberdies hat es doch ohnehin mit dem sein immerwährendes Wenn und Aber: denn was ist so ein Strossenhäuer schon groß? Ein Gefangener im Pütt, stets voll Schweiß und Kohlenstaub, und in der Freizeit muß er die Suppenteller für seine drei kleinen Kerle kaltblasen. Und der will sich da eine Anlage, einen kleinen Park mit tausend Blumen, Dahlien, Anemonen, Rosen, Nelken, Astern und Gott weiß was, mit kleinen Kieswegen, mit schönen Steinen, mit Tomaten und einem Apfel-, einem Birnen- und einem Pflaumenbaum, mit einer einzigen Wiese zum Ausruhen nach Feierabend und einem Sandkasten für Thomas, den Vierjährigen, ein Terrarium mit Fröschen, Eidechsen, Blindschleichen für sich und die Jungens — das will der Christof, der Scharrelmann, so mir nichts dir nichts aus der Luft dahinsetzen? Nun, er ist ja ein guter Kerl, das schon, aber die Sache mit dem Garten, die ist verrückt. Am Morgen, als die Leute mit Emaillekannen unterm Arm und die zeitungsumwickelten Butterbrote im Hosensack nach dem Pütt gehen, steht Scharrelmann draußen hinter dem Haus und steckt die Erde ab. „Moin!" sagt sein Nachbar, „na, Christof?" — „Moin!" erwiderke Scharrelmann und geht mit dem Pickel auf einen dicken Stein zu. „Spätschicht?" fragt Fahrenholt, der Nachbar, er meine doch, daß Christof die Woche auch Frühschicht habe. Nein, keine Rede, Christof hat drei Wochen Urlaub bewilligt gekriegt! So, drei Wochen Urlaub... Fahrenholt schiebt seine Pfeife in den anderen Mundwinkel und will gehen, llebrigens — was er noch sagen wolle, der Thomas hat da gestern abend was von einem Garten erzählt mit Sandkasten, Rasen und Blumen drin. Gibt das hier den Garten? „Ja, ich denke das", sagt Scharrelmann, und blickt mit kleinen Augen nach dem Horizont, mo- gleich die Sonne groß und rot heraufkommen muß. „Hier dieser Steinhügel?" fragt Fahrenholt. — „Die Erde ist hier nicht schlecht, sieh mal!" Christof Scharrelmann hält ihm eine Handvoll dunkelbrauner fetter Erde hin: „War früher mal so was wie eine Schuttabladestelle. Und die Steine, weißt du, die sind das Schlimmste nicht." „Nein, die nicht", meinte der Nachbar, schiebt sich die blecherne Kaffeekanne hicher unter die Achseln und legt den Zeigefinger an die Mütze: „Also, mach's gut, Christof!" 0 >. „Ja." Und damit macht sich Scharrelmann wieder an seine Arbeit. Abgesteckt st der Plan, das sieht gut und ordentlich aus. man kann schon darin umhergehen und sich oorstelen, wie fein das alles wird. Auf die linke Seite schichten wir aus Sandsteinen eine Mauer auf, l icht wahr, darunter ein Weg, nur aus Steinplatten, Farne, Rittersporne und kleine heimische Orch'deen an der Seite Das macht sich gut, und die Leutchen, was die betrifft, die lassen wir vorläufig noch sich die Augen aus dem Kopfe gucken. So beginnt Christof Scl.arrelmann seinen Garten: Steinewegfahren, @ra'b?n, den Mutterboden sorgfältig beiseite auf einen Hügel, die Grasnarben in die Kuhle werfen, das erfordert alles Kraft und Ausdauer, und wenn ucht feine jahrzehntealte Sehnsucht nach einem Stückchen eigener Erde hinter ihm stünde, wer weiß.-.r Denn je weiter Christof vorankommt mit der Arbeit, um so schlimmer übermannt sie ihn Dazu hat sich das Stückchen Erde in eine trostlose Wildnis von Gräben, Steinhaufen, Löchern und verschiedenen Arten Erde verwandel. Mit den Steinen ist es eine miserable Sache, sie quellen ihm immer neu unter den Füßen herrvr, große, kleine, als sei die ganze Erde damit auszestopft und nur obenauf ein wenig grün. Zunächst will er sie erst mal wegkarren, die Steine, dann hat man schon eine bessere Uebersicht. Nach der Schicht stehen die Kumpels am Rand. Das ist immer so etwas. „Christof, ich würde das ganz, ganz anders machen", sagt einer. Oder: „Mann, so einen Haufen Arbeit wegen so einem kleinen Krautgarten!" Oder: „So ein Garten ist ja gar nicht übel, aber die vielen Steine, ich meine, das rentiert sich gar nicht." Und Christof nickt dann gewöhnlich, sagt: „Jaja" oder „Hm" und läßt die Sache damit auf sich beruhen. Aber seine Verwirrung wächst dabei, zuweilen schaut er mit heimlicher Verzweiflung um sich, und es sieht dann so aus, als ob er sein ganzes Leben in feine Bestandteile zerlegen würde: in dunkle Erde, in helle Erde, in Rasen und Steine. Aber der Morgen findet den Christof frisch und voller neuer Hoffnungen bei der Arbeit. Daß einer arbeitet, um fein Brot zu haben, das ist nur ein geringer Mangel, darin liegt die Schwierigkeit gar nicht. Wir werden schon lernen, aus Steinen Brot zu machen, und nicht nur das: Freude und Sonnenschein. Am Mittag kommt Lene, Christofs Frau, sie hat immer ein paar warme Worte, etwas Eßbares und Kaffee dabei. Es find ausnehmend schöne Tage, und der Garten macht sich zusehends, die Steine sind raus, jetzt wird mit der überflüssigen Erde planiert und oben darüber kommt die gute Muttererde. Die Lene macht das mit den Beeten, sät noch etwas, steckt noch ein paar Pflanzen und was so drum und dran ist. Schließlich begibt sich Christof an den Zaun. Es tut ihm wohl, wenn er sieht, wie sauber sich das Innere plötzlich vom Aeußeren trennt. Und auch die Steinmauer ist fein, es ist schon direkt eine Freude, sie zu betrachten, ein schönes Stück Arbeit, gewiß, und Mauern will auch gelernt sein. Es ist gewissermaßen eine Schule des Denkens. Man muß jeden Stein sorgfältig um und um wenden, ganz genau betrachten, ehe man mit dem Hammer an ihn geht. Mag der Stein noch so widersinnig sein, wenn du ihm die richtige Seite abgewinnst, fügt er sich sofort in das Ganze. Die Leutchen aus den Kotten machen wunderliche Augen: „Guck mal einer an, der Christof, nein, wer hätte das gedacht!" Und als Scharrelmann am Ende der zweiten Woche gar den Weg mit flachen Sandsteinplatten auslegt und einen Leiterwagen voller Stauden, Bäumchen und Blumenknollen auslädt, da lehnen sich die Leutchen über den Zaun und murmeln Worte des Lobes und der Anerkennung. Ist doch gar nicht so verrückt gewesen, der Christof, sagen sie und denken im geheimen, ob sich nicht auch für sie so ein Stück Erde finden ließe? Das ist nun schon alles ein Jahr her. es gab noch hi"r was und da was, was Christof Si' rel- mann ändern mußte. Und jo rasch blüht nicht alles in ein paar Wochen. Auch kam vieles dazu, eine kleine Laube, grün und weiß gestrichen, da stellt man das Werkzeug, Spaten, Forte, Rechen, hinein und einen Tisch mit fünf Schemeln. Ja, ja, der Scharrelmann, pflegen die Leute zu sagen, so müssen wir es auch machen. Gloria-Palast: „Oie verschwundene Fraua Es handelt sich nicht bloß um eine verschwundene Ehefrau, sondern auch um einen entschwundenen Hund namens Susi, welcher das Aergernis einer kleinen österreichischen Stadt bildet und am Ende um des lieben Friedens willen mit Blausäure schnell und schmerzlos aus der Welt geschafft werden soll. Infolge einer Häufung von Mißverständnissen (das Ganze ist fein Lustspiel, sondern ein Schwank) gerät der Besitzer des Hundes in den Verdacht, er habe nicht Susi, sondern die unauffindbare Gemahlin auf schaurige Weise aus dem Wege geräumt: das ist eine große und wilde Chance für den Ko- mifer Moser, der sich des „Falles" annimmt und mit versagender und überkippender Stimme, in Synkopen redend, Indizien sammelt, verhaftet, ver- hört und schließlich die halbe Gemeinde ins Ge- fangnis sperrt. Paul Kemp spielt den durch Frau und Hund in turbulente Abenteuer gestürzten Ehemann, Lucie Englisch zwischen Lachen und Weinen die kleine verschwundene Frau, während Theo Lingen, mit diskreterem Humor wirkend, diesmal mehr im Hintertreffen bleibt. Oskar Sima mit scharf österreichischen Pointen, Jupp Hussels und Trude Marlen seien nicht vergessen. — (Siegel Monopol.) * 3m Beiprogramm gibt es die neue Wochenschau, em Lustspielchen, einen Kulturfilm „Von Sauhatz und Schweinezucht und einen Vorspann zu dem Film „Das Mädchen mit dem guten Ruf". Hans Thyriot. Hocbsckulnackrichien. Professor Dr. Friedrich Ko p sch, der seit 1935 oon Öen amtlichen Verpflichtungen entbundene narius der Anatomie und frühere erste 'Brn'ator Der Univers at Berlin, beging seinen 70. ® t ■ burtstcg. Kopsch, ein Schuler von Virchow 'vt der Berllner Universität jahrzehntelang angc-Ürt. Sein Lehrbuch der Anatomie ist in zahlreichen 'tut- lagen verbreitet. il « h" Ätt; Ls« Vas hc «°!, Ar-nn'l °"5,»blich«?. »«*to d. *L"% SL?: “S'i hie Do e- "Oer M in TA-n ° Snssee oder , »jpürti«; $uft 'N H J ’ E«; w* t K'« sauber unter W nen Lebensmittel daß wir nachher n essen müssen, ober oder auch überhm Lebensmittel, sorti fremde Gerüche i nisse vernichten, > verlieren, also in I Vorräte in her El Dabei ist Abhils Herz! Meist ist es lichkeit, wenn mi in der Tüte lasse wieder, — so m „Gleich" wird ei mittel führen il): allerdings auch sind nun einmal unbegrenzt haltb Käseglocke frage; Speisekammer vc Dosen werden ni herauszunehmen bewahrungsbehä Kaufmann alte glas er mit einen wenden. Für da zu viel sein. Di, Wahrung wirb es nicht mehr unter fit die Papiertüte uns dann auch i svrMlüge Äu'che schastsgeld. °Us bem «e dKr Wmürften *&S'' ^ilVU3er 5 Öft,46 Ä ueute iw, ^beit lag Stadttheater: ! Reddih". - Glo schwundene Frai stroße): „Maienz N bis 18 Uhr Brand. 5 heute um 20 Miels von F statt. D Seit fast alle Bi w.uug Anton y SS L $Pielplan infolge anhalt K« eine Auffü! MMben. Dafür i -Dilheln ”on Schiller, Ur Schulde m, ess#! Aus der engeren Heimat rung; dann werden, die studieren. Diese Seite der Wissenschaft lag um 1890 noch sehr in ihren Anfängen. Man hatte ja stets eine gewisse Scheu gehabt, die Grenze von anorganischer Chemie und organischer, das heißt die Lebensvorgänge erkennender chemischer Wissenschaft zu behandeln. Es schien dort alles so unklar, so schwer zu erfassen zu sein. Czerny wagte sich auf das schwierige Gebiet, ausgerüstet mit allen Kenntnissen, die dazu notig waren. Als er sich entschlossen hatte, die damals ebenfalls erst neu aufkommende K i nder- h eil künde zum Lebensberuf zu erwMen, stieß er alsbald auf die dringendste Frage. Ueberall litten die Säuglinge unter schweren, oft ihr Leben bedrohenden ' Magen- und Darmstörungen. Die „Sommersterblichkeit" war eine Tatsache, die alle Kinderärzte zur Verzweiflung brachte. Man wußte kaum etwas von ihren Ursachen und stand rat- und hilflos da. Wenn solche Kinder in die wenigen damals schon vorhandenen Kinderkliniken gebracht wurden, lehnten diese die Aufnahme ab. Die besorgten Eltern läsen Anschläge, daß nur Kinder über zwei Jahre ausgenommen werden. Wir können uns heute gar nicht mehr in Sinn und Notwendigkeit dieser barbarisch erscheinenden Maßnahme hineinversetzen. Und doch war sie keine Willkür, sondern sie entsprang der Verantwortung der Aerzte, die wußten, daß sie die kranken Säuglinge mit den damaligen Mitteln der Wissenschaft ohne Muttermilchernährung kaum durchbringen könnten. Darum versagten sie die Aufnahme. 90er Jahre ist heute noch gefährdet. Was das bedeutet, kann nur der in feiner Tragweite ermessen, der mit ganzer Begeisterung die bevölkerungspolitischen Maßnahmen des Dritten Reiches begrüßt und sich, wo er kann, in ihren Dienst stellt. Es sollen doch vor allem mehr Kinder geboren werden! Die „statistische" Zahl beträgt 3,4 Kinder; das heißt, es müssen in jeder Familie 3,4 Kinder im Durchschnitt geboren werden, damit der Bestand des Volkes aufrechteichalten werden । kann. Praktisch umgerechnet müßten also in zehn Familien 34 Kinder geboren werden, sonst müßten wir aussterben! Diese Zahl ist hoch, und wir wissen, daß alles getan werden muß, um die Kind er- freudigkeit zu heben. Wie aber soll man Freude haben an Kindern, die von Krankheiten und dauernder Lebensschwäche bedroht sind? Da ist es also die Kinderheilkunde unter der Führung Czernys, die uns Mut macht zum Kinde. Wir wissen nun, daß fast alle Kinder Aussicht haben, am Leben zu bleiben und gesund und stark zu werden. Und noch eines ist bei dieser Ueber- legung wichtig. Es ist trotz aller Maßnahmen der Reichsregierung, trotz aller Patenschaften, Kinderzulagen usw. leider nicht damit zu rechnen, daß das großartige Vorbild, das Familien mit fünf, sieben oder acht Kindern geben, überall Nachahmung findet. So schauen wir gern nach einer „Reserve" aus. Und diese „Reserve" — das ist unser ganzer Stolz — besteht darin, mit den Errungenschaften der Kinderheilkunde die Zahl derer, die „durchkommen", noch weiter zu erhöhen. Unsere mehrfach genannte Zahl von 3,4 beruht auf der Voraussetzung, daß 94 von 100 Säuglingen am Leben bleiben. Steigt diese Zahl von 94 noch, so brauchen theoretisch nicht mehr 3,4, sondern sagen wir beispielsweise nur 3 Kinder geboren zu werden, um den Bestand des Volkes zll erhalten. Wir wollen ja aber nicht nur den Bestand erhalten, sondern wachsen, und so würde also schon eine Zahl von 4 Kindern, die durchschnittlich geboren werden, genügen, um ein Wachstum des Volkes sicherzustellen. Wie hat es mm Czerny zuwege gebracht, so Entscheidendes für die Gesundheit unserer Kinder zu tun? Wir verfolgen das am besten an der Hand seines wissenschaftlichen Lebensweges. Czerny stammt aus einem alten sudetendeutschen Geschlecht. So ergab es sich von selbst, daß er seine Studien in Prag begann. Er war stets ein treuer Hüter deutschen Geistes und deutscher Wissenschaft in der Ostmark. Von Prag aus berief ihn der große Neugestalter der preußischen Universitäten und „Entdecker" so vieler tüchtiger Forscher, Alt- hoff, nach Breslau. Hier hatte er Gelegenheit, seine in Prag erworbenen Kenntnisse in einer Weise in den Dienst seines großen Aufbauwerkes am Kinde zu stellen, wie sie selbst in der Geschichte der deutschen Forschung nicht eben häufig ist. In Prag hatte er einen vorzüglichen Lehrer in dem Vertreter der physiologischen Chemie, Professor Huppert. Wir trennen heute dieses Fach wohl meist Biochemie. Es handelt sich darum, die chemischen Vorgänge und Wandlungen beim organischen Verlauf, also beim Ablauf der Lebensprozesse, zu Nahrung vorhanden, aber der Organismus konnte ihn nicht „herausfinden", alfo sich nutzbar machen. Dann war der Haushalt irgendwo gestört — sei es, daß das Kind zu fette Nahrung bekam oder das Verhältnis anderer Stoffe nicht das richtige wär. Also mußte die Nahrung gefunden werden, deren Zusammensetzung garantiert, daß die nötigen Aufbaustoffe auch vom Kinde herausgeholt und an die Stelle ihres Organismus befördert werden, wo sie notwendig sind. Durch eine sinnreiche und gedankenreiche Verbindung von Versuchen (also „Experimenten") und theoretischen Ueberlegunqen gelang Czerny ein über altes Erwarten großer Erfolg. Allerdings nicht auf den ersten Hieb". Jahrelange Arbeit war nötig. Es wurden nacheinander die „Nährschäden" durch Milch (zu viel oder zu fette Milch) untersucht, dann die „Mehlnährschäden" usw. Auf Grund der Forschungen wurden dann Nährgemische hergestellt, Malzsuppen und vor allem eine Buttermehlnahrung (Mehlschwitze, Einbrenne), die vielen Kindern, die'früher nicht mit dem Leben davongekommen wären, halfen. Nie aber, wurden diese Nahrungen schematisch fabriziert, sondern jeweils nach dem Einzelbefunde, also nach der Eigenart des in seiner Gesamtheit erfaßten „Krankheitsbildes". Dieser Begriff des Krankheitsbildes ist eine Schöpfung Szernys. Seit er die Grundlage zur neuen Kinderheilkunde legte, kann und darf fein Kinderarzt mehr eine Einzelerscheinung, eine Hautrötung, einen Husten, eine Darmstörung, „isoliert" betrachten, sondern er muß fragen, wie sie durch die Ge- samtstörung, durch ein Versagen des Gesamtorganismus, hervorgerufen wird. Bei den Magendarm- ftörungen etwa der „Sommersterblichkeit" handelt es sich ganz ausgesprochen um eine Gesamtvergiftung des Körpers, Damit wurde Czerny (mit seinem Freunde Kraus zusammen) zum Schöpfer desjenigen Grundbegriffes, ohne den die gesamte heutige Heilkunde nicht mehr denkbar wäre: des Begriffes der Konstitution (der Gefamtveran- lagung). Wer unseren Ausführungen gefolgt ist, wird den Eindruck haben, daß hier etwas geleistet wurde, das unmittelbar dem Aufstieg unseres Volkes, der Gesundung vieler Kinder dient. Aber das ist nur ein Teil der Lebensarbeit Czernys. Er hat alle Kinderkrankheiten, die Infektionskrankheiten, die Tuberkulose und vor allem auch die mannigfachen Nervenkrankheiten und Nervenschwächen der Kinder erforscht und überall Wichtiges geleistet. Seine großen Arbeiten über das schwer erziehbare Kind, das nervöse Kind, die Schwierigkeiten beim Schulkinde sind für lange Zeit geradezu „klassische" Arbeiten. Und er hat damit das weite Gebiet der Erziehungsfragen nicht nur betreten, sondern auch fruchtbar ausgestaltet. Czerny hat häufig Gelegenheit gehabt, dem deutschen Vaterlande Dienste zu erweisen. Seine größte Tat war, daß er im Jahbe 1919 in Paris die Zurücknahme der französischen Forderung auf Ablieferung vieler Milchkühe erreichte. die zum größten Teil bis Jahresschluß wieder zurückgezahlt waren. Insgesamt wurden für die Kundschaft 3164 Konten geführt. Der Wertpapierbestand hat sich durch Ankauf von Pfandbriefen und Zeichnung von Reichsschatzanweisungen auf 257 220 Mark erhöht. Die Zahl der Mitglieder betrug Ende 1937 = 631. Die Geschäftsguthaben vermehrten sich um 1005 Mark, die Haftsummen um 6000 Mark, die Höhe des einzelnen Geschäftsanteils beträgt 300 Mark, die Höhe der Haftsmnrne je Geschäftsanteil 1000 Mark. Der Reingewinn beträgt 9458,56 Mark. Vorstand und Aufsichtsrat schlugen folgende Verteilung vor: 7253,17 Mark = 5 v. H. Dividende, 1000 Mark auf Reservefonds, 1000 Mark an Betriebsrücklage und 205,39 Mark Vortrag auf neue Rechnung. Entflohener Zuchthäusler aufgegriffen. Lpd. Friedberg, 24. März. Wie kürzlich gemeldet wurde, ist ein Zuchthäusler des Zuchthauses Marienfchloß in Rockenberg bei Außenarbeiten ausgerückt. Dabei kam ihm das neblige Wetter sehr zustatten. Jetzt konnte der Sträfling in Saarbrücken aufgegriffen werden. Landkreis Gissten. * Heuchelheim, 24. März. Heute nachmittag ereignete sich hier ein Zusammenstoß zwischen einem 12 Jahre alten radfahrenden Jungen und einem Autofahrer aus Marburg. Dabei trug der Junge einen Knöchelbruch davon, der seine Uederführung in die Klinik zu Gießen erforderlich machte. £ Wieseck, 25. März. Am morgigen Samstag, 26. März, wird unser Mitbürger Wilhelm Keil, Eichgasse, 8 0 Jahre alt. Herr Keil, der einige Jahrzehnte in verschiedenen Zigarrenfabriken tätig war, erfreut sich noch bester Gesundheit und ist geistig noch sehr rege. Wir wünschen ihm einen schönen Lebensabend. # Mainzlar, 23. März. Die NS. - Gern e i n s ch a s t „Kraft durch Freude" veranstaltete im Same Müller einen wohlgelungenen Dorfgemeinschaftsabend. Der Gesangverein, der Turnverein sowie-, die Burschen und Mädchen stellten sich in den Dienst der Sache. Der Saal war bis auf den letzten Platz besetzt. Die Leitung lag in Händen von KdF.-Wart Karl Bolte, der den Abend mit einer Begrüßung in heimischer Mundart eröffnete. Gedichtvorträge, Volkstänze der Mädchen, musikalische Darbietungen der Kapelle Lyncker (Lollar) sowie die Aufführung eines Theaterstückes, die gesanglichen Darbietungen des Gesangvereins und Vorführungen der Turner an Pferd ur.b Barren füllten die Stunden angenehm aus. Dio Darbietungen wurden mit Adalbert Czerny und die Kinderheilkunde Zum 75. Geburtstage des hervorragenden Kinderarztes am 25. März. Von Or. med Hans Hartmann. Czerny nun hatte den zur Lösung der Frage führenden Gedanken, man müsse einmal ganz genau den Stoffwechsel der Kinder untersuchen, um zu sehen, wo der Fehler in der Aufnahme der Nahrungsmittelbestandteile durch den Darm in den Blutkreislauf und ihre dortige Weiterverarbeitung für den Gesamtkörper liege. So stellte er mit den feinsten chemischen Methoden fest,' was für Gä- rüngserscheinungen in den so anfälligen kindlichen Verdauungsorganen entstehen; er stellte übrigens mit einem großen Stabe tüchtiger und später berühmt gewordener Schüler fest, wie der „Umsatz" in bezug auf Ammoniak, Kalk, Eisen, Phosphor und andere lebensnotwendige Bestandteile der Nahrung und des Körpers vor sich gehe. Wenn er sah, daß etwas fehlte, das heißt, vom Körper nicht angeeignet werden konnte, dann griff er ein. Das konnte grundsätzlich aus zweierlei Weise geschehen. Entweder fehlte der betreffende Stoff, der zur richtigen Verdauung nötig war, bereits in der Nah- mußte eine andere Nahrung gefunden ihn enthält. Oder er war zwar in der Der Kinderarzt ist im allgemeinen kein gern gesehener Gast in der Familie. Wenn er gerufen wird, dann stimmt etwas nicht. Leise Befürchtungen für die Gesundheit unserer Kleinen und Kleinsten, manchmal auch schwere Sorge, sind vorhanden. Und doch: wie froh sind die Eltern, wenn der Kinderarzt sie erlöst von der Sorge, und ihre Kinder wieder leuchtende Augen und Appetit bekommen und der Spieltrieb sich in ihnen wieder regt. Das Bild des Kinderarztes hat sich feit einigen Jahrzehnten grundlegend verändert. Er ist heute nicht mehr nur der Mann, den man holt, wenn etwas nicht in Ordnung ist, sondern er ist eine Persönlichkeit, die man auch beim gesunden Kinde zu Rate zieht: denn er weiß Bescheid in allen Fragen, die den Körper und den Geist, die großen Organe und die Nerven, die Störungen und inneren Hemmungen des Kindes betreffen. Er vermag die bevölkerungspolitischen Zusammenhänge zu übersehen: er weiß, auf was es ankommt, damit unsere Kinder stark und gesund heranwachsen und für das Leben erzogen werden. Er weiß, wie von den feinsten körperlichen und nervösen Störungen aus seelische Hemmungen entstehen können, die die Kinder später lebensuntauglich machen würden. Er weiß aber auch um die Wege, wie das zu vermeiden ist. Der Mann, der das Bild des Kinderarztes so völlig gewandelt hat, daß er genau so gut, ja vielleicht noch mehr, der Betreuer des gesunden Kindes ist als der Heiler des Kranken, ist Professor Dr. Adalbert Czerny, der jetzt — wir haben in den Hochschulnachrichten dieser Tage bereits darauf hingewiesen — nach einer Lebensarbeit von außergewöhnlich großer Reichweite rüstig und in geistiger Frische seinen Lebensabend verbringt. Er hat, das darf man ohne Uebertreibung sagen, das Hauptverdienst daran, daß die Kinder st erblichkeit so ft ar f gesunken ist. Das neue Deutschland sieht in ihm einen der Männer, die am großen Werke vorbereitend mithalfen. Als er mit seiner wissenschaftlichen Arbeit in den 90er Jahren begann, zuerst in Prag, dann in Breslau — da überlebten von 100 Knaben 24 nicht das erste Lebensjahr. Die Mädchen erwiesen sich als etwas widerstandsfähiger, und so waren es immerhin 80, die durchkamen. Im Durchschnitt betrug also das, was man die Säuglinssterblichkeit nennt, 22 Prozent. Heute ist, dank der bahnbrechenden Forschungen Czernys und seinem zähen Festhalten an dem einmal eingetragenen Forschungswege, diese Zahl so gesunken, daß man saft von einem medizinischen Wunder sprechen darf: nur der vierte Teil der Zahl der Säuglinge der = Mainzlar, 24. März. Die hiesige evan - aelische Frauenhilfe hielt im Saale von Müller einen gut besuchten Unterhaltungsabend ab. Lieder Gedichtvorträge und kleine Theaterstücke, von Schwester Margarete eingeübt, vereinigten die Frauen in bester Stimmung. Der Erlös des Abends wurde dem Winterhilfswerk Angewiesen. # Daubringen, 24. März. In der jünaften Gemeinderatssitzung wurde die Nutzholzverteilung und die Brennholzverteilung genehmigt. Außerdem wurde der korporattoe Beitritt der Gemeinde zur Reichsfachgruppe der Seidenbauer beschlossen. — Der Gesangverein „Sanger- l u st" beschloß in seiner jüngsten Versammlung, daß die Feier des Stiftungsfestes an den beiden Pfingstfeiertagen stattsinden soll. Die Musik wird vom Musikkorps des Infanterie-Regiments 116 bestritten. _ ,. 4Daubringen,24. Marz. Die hiesige Sauer lief) e Bezugs- und Abfatzgenoffen- schaft hielt in der Wirtschaft Schäfer ihre Jahresschlußversammlung. Direktor Deines erstattete den Jahresbericht. Die Genossenschaft zeigt eine günstige Entwicklung. Der Jahresumsatz stieg auf 20 000 RM. Rechner Grölz und Aufsichtsratsvorfitzender Hch. Weimer V. gaben den Rechenschaftsbericht. Dem Vorstand wurde Entlastung zuteil. Im Verhältnis 3:1 wurde der Reingewinn dem Reservefonds und der Betriebsrücklage überwiesen. Vorstandsmitglied W. K. Walter' und die Auflichtsratsmitglieder W. L e p p e r und Hch. Weimer wurden wieder- gewählt. Die Anschaffung eines Beizapparates wurde beschlossen. ' I G r o ß e n - B u s e ck , 21. März. Im Anschluß an eine kürzere Wanderung traf sich der Zweig- verein Buseckertal des Vogelsberger Höhenclub, s im Vereinslokal bei Ger lach zur Hauptversammlung. Dereinsführer Jung berichtete vom letzten Wanderjahr. Es fanden monatliche Wanderungen statt, an denen sich im Durchschnitt drei Viertel der Mitglieder beteiligten. Die Zahl der Mitglieder ist geblieben. Rechner Hahn legte die Rechnung vor, die keinen Ueberschuß aufweist. Wandermeister Weh rum (Gießen) konnte drei der tüchtigsten Wanderer auszeichnen. Mit dem von VHC.-Schwester Brinkmann verfaßten Busecker- tallied wurde die Versammlung geschlossen. Z Steinbach, 23. März. Heute wurde hier auf dem kirchlichen Friedhof Professor Dr. August E i g e n b r o d t, früher Oberlehrer am Gymnasium zu Kassel, zuletzt im Ruhestand in Darmstadt lebend, im Familienerbgrab der Familie Eigenbrodt beerdigt. Der Verstorbene, der am 1. Januar 1852 zu Dornheim (Kreis Groß-Gerau) geboren wurde und am 21. dieses Monats im Krankenhaus zu Heidelberg starb, ruht nun neben feinem Vater, der von 1859 bis zu feinem Tode 1882 Pfarrer in Steinbach war, und feinem Bruder, der schon 1892 gestorben ist. Pfarrer Söll schilderte den Heimgegangenen als treuen Sohn v der Heimat und glühenden Bismarckverehrer und Forscher, der aber auch die himmlische Heimat gekannt und geliebt habe. Da er unverheiratet war, lebt nun von der alten Steinbacher Pfarrfamilie nur noch die einzige Tochter, Frl. Malka Eigenbrodt, die im 84. Lebensjahr in Darmstadt wohnt. Leider ist ihr Gesundheitszustand nicht gut, da sie feit Monaten schon völlig gelähmt im Alicehospital liegt. *W atzenborn ° Steinberg, 24. März. Die hiesige Landwirtsehefrau Sophie Maid stürzte im Stall beim Viehfüttern so unglücklich, daß sie einen Unterschenkelbruch und einen U n - terarmbrud) erlitt. Die bedauernswerte, 64 Jahre alte Frau mußte in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. # A11endorf (L a h n), 24. März. In der Wirtschaft Henkelmann fand die Sch ule n t-. laffungsfeier für die 9 Jungen und 10 Mädchen, die in diesem Jahre die Schule verlassen, statt. Zahlreich nahmen Eltern, Verwandte und Bekannte der Konfirmanden teil. Lehrer Kimmel hielt eine kurze Ansprache, in der er über die grundsätzliche Wandlung im deutschen Schulwesen im Laufe der vergangenen fünf Jahre sprach. Im Verlaufe des Abends sahen die Besucher ein Spiel: „Nach Ostland geht die Fahrt", das von Gedichten und Liedvorträgen umrahmt war. Die Darbietungen fanden reichen Beifall. <£ Saasen, 21.März. Die hiesige Landwirtschaftliche Bezugs- und Absatz- genoffenschaft hielt im Gasthaus „Zur Traube" ihre Jahreshauptversammlung ab. Nach Eröffnung durch den Vorsitzenden des Auflichtsrats, Paul Schmitt, erstattete Rechner Kutscher den Geschäftsbericht und gab die Bilanz bekannt. Die Genossenschaft konnte im vergangenen Jahre eine rege Tätigkeit entfalten. Der Kassenstand konnte als gut bezeichnet werden. Die Kasse befindet sicb in bester Ordnung. Rechner, Vorstand ünd Auf« sichtsrat wurden Dank und Entlastung erteilt. Abschließend wurden einige landwirtschaftliche Fragen erörtert. EU Birklar, 23. März. Dieser Tage fand hier eine Hebung und Besichtigung der Feuer- loschgemeinschasten durch die Regierungsräte Dr. Krüger und Dr. Fuhr (Kreisamt Gießen) statt. Die Löschgemeinfchaften (Frauen und Mädchen) traten auf dem Uebungsplatze der Freiwilligen Feuerwehr an. Die Frauen und Mädchen zeigten zunächst eine Geräteübung. Anschließend wurden die Löschgemeinschaften zu einer Luftfchutz- übung eingesetzt, bei der sie nach der Uebungs- annahme einen durch „Brandbomben" entstandenen Dachstuhlbrand zu bekämpfen hatten. Ferner wurde ein Bergungstrupp eingesetzt, der Rettung aus Lebensgefahr zu zeigen hatte. Samariterinnen und Sanitäter wirkten ebenfalls mit und leisteten den Verunglückten erste Hilfe. In einer Würdigung der gezeigten Leistungen gaben die Regierungsräte ihrer Anerkennung für den ausgezeichneten Verlauf der Hebung Ausdruck. Zum Schluffe dankte der Bürger- : meister den Löschgemeinfchaften für ihren pflichteifrigen Einsatz. \ „Cacilia" Lich singt im Rundfunk. ♦ Lich, 24. März. In Anbetracht der an Pfingsten stattfindenden 100-Jahrfe i e r wurde es dex Sängervereinigung „Cäcili a" Lich durch den Reichssender Frankfurt ermöglicht, in der Stunde des Chorgesangs am kommendes Sonntag von 9.30 bis 10 Uhr zu fingen. Es werden Chore von Schubert, Dürrner, Kirchl, Zenger und Neeb zum Vortrag gebracht, von denen u. a. das „Nachtwächterlied" des 1805 zu Lich geborenen Komponisten Hch. Neeb besondere Beachtung finden dürfte. Vergangene Woche hatte der geschäftsführende Ausschuß den Bau-, Wohnungs- und Finanzausschuß zu einer gemeinsamen Sitzung in den „Holländischen Hof" eingeladen, um die Richtlinien für die kommenden Arbeiten zu geben. Vereinsführer Karl Lotz begrüßte zu Beginn die Anwesenden und dankte ihnen für ihr Erscheinen. In großen Zügen gab er einen Ueberblick über die vom ge- schäftsfuhrenden Ausschuß bisher geleistete Arbeit (gesamte Festplatzvergebung, Wirflchaftsvergebung, Einladungen an die Vereine ufw.) und bat die einzelnen Ausschüsse, auf dieser Basis die ihnen übertragenen Arbeiten fortzusetzen. Weiter gab er davon Kenntnis, daß das Fest am 1. Psingstfeier- tag mit der Einweihung des Neeb-Gedenkfteines seinen Anfang nimmt. Mittags. findet ein Jubiläumskonzert befreundeter Vereine statt, abends folgt der offizielle Kommers, so daß auch der Würde des 1. Feiertages Rechnung getragen ist. Am 2. Pfingstfeiertag ist Hauptfesttag mit Festzug, Kundgebung, Singen der Gastvereine, Volksfest usw. Der 3. Feiertag bringt schließlich den Festausklang. Gegen 23 Uhr konnte die von Gesangsvorträgen umrahmte Sitzung in der üblichen Weise geschlossen werden. Vereinsbank Butzbach. pb. B u tzb.a ch, 23. März. Die Vereinsbank für Butzbach und Umgegend hielt ihre Generalversammlung im Saale des „Deutschen Hauses" ab. Aus dem Geschäftsbericht ist folgendes zu entnehmen: Das Jahr 1937 brachte der Bank eine weitere günstige Entwicklung. Der Gesamtumsatz erhöhte sich im vergangenen Jahr um 9 622 000 Mark und hat sich seit 1932 beinahe verdoppelt, 1932 = 33 498 000, 1937 = 65 670 000 Mark. Die Bilanzsumme stieg gegenüber dem Vorjahre um 318 829 Mark, die Spareinlagen erhöhten sich um etwa 20 Prozent auf 1 691572 Mark, ebenso die Einlagen in laufender Rechnung, die 415 916 Mark betragen. Gegen 1932 haben sich die Gesamteinlagen ungefähr verdoppelt, 1932 = 1 178 424, 1937 = 2107 533 Mark. Die Gesamtkredite einschl. Wechsel erfuhren eine Erhöhung auf 1825 000 Mark. An neuen Krediten wurden 339 200 Mark bewilligt, großem Beifall aufgeno nmen. Getpürihudien (3 g) Reihen 200 g rohe geriebene Möhre» 500 g IDeijenmeM I Päckchen Dc. Oethefe „BadtiflT 2 EfiL wasser etwa I Milch 75 g Zitronat I fläTdidwn Dc. Oetkers Btuhöl Zitrone 50 g Kakao tzk (8 Eßl) 01 250 g Zucker I gestr. leel (3 g) Timt 01 Zucker, GeioOc] und Kakao werden gut miteinander verrührt. Dann fügt man die Mähren hinzu und rührt das mit dem Vorhin“ gemischte und gesiebte Mehl abwechselnd mit der Flüssigkeit hinein. 3um Schluß gibt man das in feine würfel geschnittene Zitronat in den teig und füllt Ihn In ein» gefettete, mit Papierfutter ausgelegtr Kastenform. BnAjeit: 60-70 Minuten bei Mittelhihe. Bitte oaslckneweok mit 'Dr. Oetkers 'Backpulver f) 9 *■ ■ Nr.N Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) 5reitag,25.MrzM8 Aus der Stadt (Ziehen. Tüten sind nur aus Papier. Es sollte eigentlich keine Neuigkeit sein, daß Tüten nur aus Papier sind. Dennoch scheint es fast so, als ob manche Hausfrau diese Tatsache manchmal vergäße. Und nach dem altbekannten Sprichwort: Gebranntes Kind scheut das Feuer, wird erst nach erheblichen Verlusten im Haushalt die Tütenwirtschaft abgestellt. Aber wozu erst diese Verluste? Warum lassen wir den Zucker in der Tüte, bis die Tüte bei einem schnellen Griff, noch dazu vielleicht mit nassen Händen, reißt und sich der schöne Inhalt auf den Fußboden ergießt? Mit lautem Weh und Ach wird dann der noch brauchbare Zucker wieder „eingesammelt". Je nach Temperament wird sogar die arme, unschuldige Tüte mit Schimpfworten überhäuft. Aber was kann sie dafür, daß sie nur aus Papier ist? Die einsichtsvolle Hausfrau wird durch Schaden klug und schüttet das nächste Mal den Zucker gleich in die Dose. Aber auch sonstige Lebensmittel sollten nicht in Tüten aufbewahrt werden. Wenn wir am Kaffee oder Tee das „Aroma" lieben — jeder Genießer spürt bei diesem Wort schon einen köstlichen Duft in der Nase —, so müssen wir schmerzlich feststellen, daß beim Aufbewahren in Tüten dieses Aroma sich verflüchtigt hat. Tüten sind nun einmal nur aus Papier und lassen den Duft entweichen. Wir verlieren nicht nur mengen-, sondern auch gütemäßig. Es gibt aber noch andere „duftende" Lebensmittel, deren Aufbewahrung in Tüten ebenfalls Schaden anrichtet. Auch hier läßt das Papier den „Duft" heraus. Denken wir nur an Käse, Räucherfisch, Hering usw. Wenn diese Lebensmittel nicht sauber unter Verschluß liegen, „stecken" sie die übrigen Lebensmittel förmlich an. Das Ergebnis ist, daß wir nachher nach Käse schmeckende Marmelade essen müssen, oder nach Hering duftenden Kuchen, oder auch überhaupt nicht mehr essen, sondern die Lebensmittel fortwerfen! Wenn wir solche, durch fremde Gerüche ungenießbar gewordenen Erzeugnisse vernichten, ist der Verlust wieder groß. Wir verlieren also in jedem Falle, wenn wir für unsere Vorräte in der Speisekammer Tüten benutzen. Dabei ist Abhilfe gar nicht so schwer. Hand auf's Herz! Meist ist es doch nur unbegreifliche Bequemlichkeit, wenn mir. die wertvollen Nahrungsmittel in der Tüte lassen. Wir brauchen sie ja doch gleich wieder, — so meinen wir wenigstens. Aus dem „Gleich" wird eine Woche, und die armen Lebensrnittel führen ihr trauriges Dasein in den Tüten, allerdings auch nicht, ohne sich zu rächen. Tüten sind nun einmal aus Papier, und Papier ist weder unbegrenzt haltbar, noch völlig abschließend. Die Käseglocke dagegen schützt die Mitbewohner der Speisekammer vor den Gerüchen ihres Inhalts, und Dosen werden nicht reißen, auch wenn wir sie eilig herauszunehmen haben. Wer nicht genügend Ausbewahrungsbehälter hat, kann für wenig Geld beim Kaufmann alte Vorrqtsdosen erstehen. Auch Weckgläser mit einem Sprung lassen sich noch gut verwenden. Für das Mehl sollte eine Mehlkiste nicht zu viel sein. Die saubere und abgedichtete Aufbewahrung wird es lohnen. Unsere Vorräte aber, die nicht mehr unter schlechten Lebensverhältnissen, wie sie die Papiertüte bietet, zu leiden haben, werden uns dann auch weniger Verluste bereiten. Durch sorgfältige Aufbewahrung sparen wir am Wirtschaftsgeld. Mü. üornofüen. Tageskalender für Freitag. Stadttheater: 20 bis 22.15 Uhr, „Die Weiber von Redditz". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Die ver- fchwundene Frau". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Maienzeit". — Oberhessischer Kunstverein: 17 bis 18 Uhr, Ausstellung im Turmhaus am Brand. Stadttheater Gießen. Heute um 20 Uhr findet die Erstaufführung des Lustspiels von Friedrich Forster „Die Weiber von Redditz" statt. Dieses Lustspiel hat sich in kurzer Zeit fast alle Bühnen des Reiches erobert. Spielleitung Anton Neuhaus. Die Vorstellung findet gleichzeitig als 25. Vorstellung der Freitag-Miete statt. Ende 22.15 Uhr. Spielptanänderung im Stadttheater. Infolge anhaltender Erkrankungen im Personal kann eine Aufführung der Operette „Clivia" nicht stattfinden. Dafür gelangt arti Samstag, 26. März, 20 Uhr, „Wilhelm Teil", Schauspiel in 14 Bildern, von Schiller, zur Wiederholung. Spielleitung: Hermann Schultze-Griesheim. Die Vorstellung findet gleichzeitig für die KdF.-Miete Gruppe II (12. Vorstellung) statt. Ende 22.45 Uhr. Ortsverein Gießen der Deutschen Stenographenschaft. Am kommenden Sonntag, 27. März, 8.30 Uhr, veranstaltet der Ortsverein Gießen der Deutschen Stenographenschaft in den Räumen der Oeffentlichen Handelslehranstalt das Frühjahrs-Leistungsschreiben. Das hauswirschastliche Jahr geht zu Ende. Eine Abschlußfeier fand am Mittwoch im „Burghof" für die Hausjahrmädchen des Jahrgangs 1937 aus dem Kreise Wetterau statt, die zu Ostern ihren Anlernhaushalt verlassen. An drei langen, festlich mit bunten Papierbändern und Frühlingsblumen geschmückten Tischen saßen die jungen Mädchen in Begleitung ihrer Hausjahrmütter. Auch die eigenen Mütter waren eingelaöei^ und hatten sich zahlreich eingefunden. Nach kurzer Begrüßung durch die Leiterin der Abteilung Volkswirtschaft-Hauswirtschaft sprach die Sachbearbeiterin Frau H i tz über die Bedeutung des hauswirtschaftlichen Jahres. Sie wandte sich zunächst an die jungen Mädchen, die nun froh und stolz sind auf das, was sie in diesem Jahr gelernt haben, die gesund und gekräftigt an Geist und Körper sich jetzt für einen Lebensberuf entscheiden können. Die Arbeit der Hausfrau und Mutter steht heute im Mittelpunkt der Volkswirtschaft, wie das Können und Wissen in der Hauswirtschaft die Wahlkundgebung. Am Sonntag, 27. Wärz, 20 Uhr, spricht in Gießen in der Vokshalle Reichserziehungsminifier pg. Rufi Gauleiter von Eüdhannover-Braunschweig. Es wird erwartet, daß die Bevölkerung des Kreises Wetterau an dieser Kundgebung teilnimmt. Für die Parteigenossen in Gießen und in den unmittelbar benachbarten Ortsgruppen ist die Teilnahme Pflicht. Eintritt frei. Saalöffnung 18.30 Uhr. Die Plätze müssen bis 19.45 Uhr eingenommen sein. Kreisleitung Wetterau der NSDAP. Grundlage bildet für jeden weiblichen Beruf. Frau H i tz dankte dann den Hausjahrmüttern für ihre Mühe und Sorgfalt, mit der sie die jungen Mädchen durch dieses Jahr geführt und damit eine Aufgabe von bleibendem Wert geleistet haben. Eins der Mädchen erzählte dann aus seiner Lernzeit und gab dem Dank für ihre Hausjahrmutter lebhaften Ausdruck. Die Spielschar der Jungmädel vom Untergau 116 brachte dann reiche Abwechselung durch lustige Ak- kordionmusik und fröhlichen Chorgesang, beides fand lebhaften Beifall. Zum Abschluß erhielten die Mädchen ihre Bescheinigungen über die Ableistung des hauswirtschaftlichen Jahres, und die Hausjahrfrauen ein Anerkennungsschreiben. Bei Kaffee und Kuchen verging die Zeit in fröhlicher Kameradschaft. F. K. Frohe Menschen' Es war ein wunderbares Erlebnis: Führt mich da die Spätnachmittagsfvnne eines dieser goldenen Märzentage hinaus in die Häuser- und Gartenreihe einer Siedlung. Blitzblank stehen die kleinen Häuser. Mit zufriedenen, glücklichen, luftgebräunten Gesichtern schaffen Mann und Frau im Garten. Um sich herum spielen frohe, gesunde Kinder, denen die Wohltat von Luft und Sonne aus den lachenden Augen und von den runden Bäcklein leuchtet. Eigenes Heim auf eigener Scholle! Wie lange hat man doch vergebens gerufen: Heraus aus der grauen Trostlosigkeit städtischer Mietskasernen! Zurück zur Natur! Hinaus in Luft und Sonne, in ein eigenes kleines Heim, auf ein eigenes Stückchen Land! Hier ist der Ruf zu schöner Wirklichkeit geworden. Und man braucht sich nur umzuschauen, braucht nur mit Eltern und Kindern zu reden, um das Glück bestätigt zu finden, das das Siedlungswerk ihnen gegeben hat. Rund 700 0 Heimstättensiedlungen sind allein im Gau Hessen-Nassau seit der Machtübernahme durch den Nationalsozialismus erstanden! Ich gehe wie beschenkt meines Weges weiter. Denn ich weiß, der nationalsozialistische Staat wird immer noch mehr Menschen durch solche Siedlungen Gesundheit und Zufriedenheit, Familien- qlück und frohes Ernten auf eigenem Grund bescheren! 157 Freiplätze für Kinder. Der Aufruf der NSV. zur Bereitstellung von Freiplätzen für österreichische Kinder zu einem mehrwöchigen Erholungsaufenthalt hat im Kreis Wetterau ein sehr erfreuliches Ergebnis gebracht. Innerhalb 24 Stunden sind der NSV.-Kreisamsleitung Gießen 157 Freiplätze zur Aufnahme von Kindern hilfsbedürftiger österreichischer Familien zur Verfügung gestellt worden. Von diesen in vorbildlicher Begeisterung angemeldeten Freiplätzen werden 120 Kinder aus Oesterreich von der NSV. in Anspruch genommen werden. Im Einvernehmen mit den hochherzigen Spendern werden die restlichen 37 Freiplätze für hilfsbedürftige Kinder der Kinderlandverschickung der NSV. bereitgefteüt, damit der Wunsch der Spender, ein Kind zur Erholung für einige Zeit aufzunehmen, erfüllt wird, zum andern auch eine Reihe von Kindern die Möglichkeit einer guten Erholung geboten werden kann. Die spontane Bereitstellung der Erholungsplätze für die hilfsbedürftigen Kinder aus Oesterreich verdient alle Anerkennung, und sie löst auch den Wunsch aus, daß ebenso bei den weiteren Beschaffungen von Freiplätzen in der Kanderlandverschickung der NSV. die gleiche freudige Bereitschaft zur Mithilfe überall vorhanden fein möge. ö1' . 70000 WHW-Abzeichen im Kreis Wetterau Bei der letzten Reichsstraßensammlung für das WHW., die am morgigen Samstag und am Sonntag von der Deutschen Arbeitsfront und allen ihren Helfern durchgeführt wird, stehen zum Verkauf im Kreise Wetterau 70 000 WHW.-Abzeichen zur Verfügung. Es handelt sich dabei um schöne Abzeichen (Frühlingsboten), die zweifellos'gern gekauft werden dürften Da die Aufgaben des WHW. durch die große Hilfstätigkeit in Oesterreich jetzt eine wesentliche Erweiterung erfahren haben, also größere Mittel zum Kampf gegen materielle Notstände erforderlich sind, darf man wohl die Hoffnung hegen, daß auch die Opferfreudigkeit aller Volksgenossen noch eine weitere Steigerung erfährt. In dieser Erwartung sei hier dem Wunsch und der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß auch bei dieser letzten Reichsstraßensammlung — ebenso wie bei den früheren Sammlungen — die WHW.-Abzeichen restlos verkauft werden mögen! Zum 10. April. Stimmabgabe der Geschäftsreisenden und Touristen. DNB. Stimmberechtigte, die ihren Wohnsitz oder ständigen Aufenthalt im Re chsgebiet haben und sich am Wahltag vvrübergehei d als Geschäftsreisende oder Touristen im Auslance aufhalten, müssen sich ihren Stimmschein vor ihrer Abreise ins Ausland in ihrem inländischen Wohn- ober Aufenthaltsort ausstellen lassen, um an Bord eines deutschen Schiffes, ober in einem Grenzort an ber Reichstagswahl und Volksabstimmung teilnehmen zu können. Wer sich also am Wahltag nicht in seinem Wohn- und Aufenthaltsort aufzuhalten beabsichtigt, besorge sich rechtzeitig vor seiner Abreise seinen Stimmschein! Bunter Abend im Etadttheater. Zugunsten des Winterhilfswerkes. Mit einem unterhaltsamen Abend — Titel „Eine Fahrt ins Blaue" — wartete gestern abend das -stadttheater auf. Der Ertrag des Abends wurde dem Winterhilfswerk überwiesen. Die Besucher wurden auf bas angenehmste in Anspruch genommen. Ausgezeichnete gesangliche Darbietungen, Schnurren und spannende Zwiegespräche gab es zu hören, das Ballett kam mehrmals mit viel Schwung auf die Bühne, dem Solotanz kam fein Recht zu, und eine wohlgelungene Parodie auf das Lied vom „Herz in Heidelberg verloren" wurde von den Zuhörern mit anhaltendem Schmunzeln aufgenommen. Hin und wieder ging es auf der Bühne ganz inter- . < V 9? . ZIMM Die Bauarbeiten an der Teißtalbrücke. NSG. Groß und erhaben ziehen sich die hellen, breiten Bänder der Reichsautobahnen durch die deutschen Gaue. Immer werden sie Künder sein für die Taten des Nationalsozialismus, der seinen Kamps gegen die Arbeitslosigkeit mit dem Bau dieser in ihrer Planung und Arbeitsleistung einzigartigen Autostraßen begann. Die Autobahnen werden nicht nur ein für die Jahrhunderte lebendiger Rechenschaftsbericht sein, sondern auch der typische Ausdruck einer neuen Baugesinnung. Einer grandiosen Planung tritt eine ebenso monumentale Ausführung zur Seite, eine Baukultur, die das gesamte moderne Bauen aufs stärkste beeinflußt! Geschwindigkeiten, die noch vor wenigen Jahren nur auf national zu, so daß sich die Teilnehmer an dieser „Fahrt ins Blaue" in alle Erdteile versetzt fühlten. Den stürmisch beklatschten Abschluß bildete der Auftritt des Gladiatoren-Balletts. Die Veranstaltung, deren Darbietungen schon bei einer früheren Gelegenheit gewürdigt wurden, entließ die Besucher in bester Stimmung. HZ., Unterbann IV/116. Die Führerschulung des Unterbannes IV/116 am Sonntag, 27. März, fällt wegen der Waldlaufmei- sterschaften aus. BDM- u. IM.-llntergau 116, Gießen. Betr.: Tanzveranstaltung am 27. War;. Die zur Tanzveranstaltung mit Irmgard Zenner vom Stadttheater aufgeforderten Jungmädelgruppen treten am Sonntagmorgen um 8.50 Uhr im Horst-Wessel-Wall (Selterstor) an. Die Ordnung für die Ausstellung der JM.-Gruppen übernimmt die IM.-Gruppenführerin von 1/116. Die .Mädelgruppen treten am „Gloria-Palast" an. (Um 9 Uhr.) Für den Anmarsch ist die Mädelringführerin von Gießen verantwortlich. Bdr.: Arbeitstagung am 28. Wär;. Am 28. März um 20 Uhr, findet auf der Dienststelle des Untergaues eine Arbeitstagung mit der Obergauführerin für alle M.- und IM.-Gruppenführerinnen statt. LM.-llntergau 116, Gießen. Betr.: Woche der Pimpfe und Iungrnädel. Die Eröffnung der Woche der Pimpfe und Jungmädel findet am 25. März in allen Jungmädel- Standorten statt. Wir tragen alle bis zum 31. März unsere Kluft anläßlich der Woche der Pimpfe und Jungmädel. Betr.: 1. Dienst der Neuaufnahmen. Am Mittwoch, 30. Marz, melden sich alle Neuaufnahmen zum 1. Dienst bei ihrer betreffenden Standortführerin. In Gießen kommen alle Jungmädelanwärterinnen um 14.30 Uhr auf den Brandplatz, um den einzelnen Gruppen zugeteilt werden zu können. Rekordstrecken gefahren wurden, werden auf den Autobahnen zur Durchschnittsgeschwindigkeit. Die große Schnelligkeit läßt die einzelnen Eindrücke zusammenrücken und verschmelzen, so daß sich schon allein aus der Berücksichtigung der Fahrtgeschwindigkeit eine viel großzügigere Linienführung ergibt. An die Gestaltung der Strecke werden damit ganz andere Anforderungen als bei gewöhnlichen Straßen gestellt. Die Autobahnen eröffnen die Schönheiten der Natur von neuen Seiten, sie sind Ktmst- werke, die die Natur nicht verletzen, sondern heben und neu erschließen. An den Autobahnen haben die Techniker erst wieder Sehen und'Bauen gelernt. Wie die Linienführung Ausdruck einer monumentalen Baugesinnung ist, so sind es auch die einzelnen Bauwerke selbst. Tausende von Brücken, Ueber- und Unterführungen sind in die nunmehr fertiggestellten 2000 Kilometer Reichsautobahnen eingeflochten. Bis 1933 baute man aus Eisen und Beton, heute dient wieder der Naturstein, der aus den Jahrhunderten als bester und haltbarster Baustoff bekannt ist. Auch der Gau Hesfen-Nasfau, der ja die Wiege der Reichsautobahnen ist, erhält auf der Strecke Frankfurt — Köln zwei Bauwerke von gewaltigsten Ausmaßen und erhabenster Schönheit. Zwei breite Täler sind auf dieser Strecke zu überwinden: das Teißtal und die Lahn. Schon ragen die mächtigen Pfeiler der Brücken auf, schon hat man ein Bild von der Höhe, und schon ahnt man die Kraft und die Wucht, die einmal von diesen Bauwerken ausgehen wird. Machtvoll heben sich im Teißtal die 15 Pfeiler aus Melaphyr zu den sechzehn schmalen Durchlässen empor. Breit wird sich das Band der Autobahnen auf der 510 Meter langen Brücke darüber hinziehen und die deutschen Gaue einander näherbringen. Auch oberhalb von Limburg ragen schon drei Pfeiler aus der Lahn auf. 60 Meter über dem Wasserspiegel wird hier die Autobahn auf einer Breite von 19 Meter über die Lahn geführt. Ein Pfeiler steht schon frei, wuchtig sind feine Blöcke aus grauem Trachit, Phonolit und Granit aufeinandergetürmt. Auf 524 Meter tragen sie die Bahn, die hier das Lahntal überwindet. So wie die Autobahn bei Frankfurt die Mainlinie überwunden hat, werden nunmehr ähnliche Brücken über die Grenze nach Oesterreich geschlagen. Sie werden unsere Brüder, die der Führer befreite, ins Reich führen, damit die alte deutsche Ostmark mit dem jungen kraftvollen Deutschland auf ewig verbunden ist. Die hochragenden, schweren romanischen Bögen werden weithin das Tal und die Stadt beherrschen, und sie werden damit Künder des Nationalsozialismus sein. Nie waren Bauwerke mehr Sinnbild eines politischen Kampfes, wie die Autobahnen. des nationalsozialistischen Reiches! Machtvoll wie der Führer das deutsche Schicksal gestaltet, durchziehen die Autobahnen das Land. In ihrer Kraft und Größe sind sie das immerwährende Symbol des wiedererstandenen Reiches von den Alpen bis zur See und vom Westen zum Osten. Sie binden die Stämme und Landschaften im ewigen Deutschen Reich. E. K. Hach ragen drei Pfeiler aus der Lahn und lassen die künftige mächtige Brücke erkennen. — (Ausnahmen: Ernst Kratz jNSG.j.) M W. ■ HÄ Großartige Linienführung monumentale Bauwerke 5 Stuck'ßS^ PALMOLIVE lSlück504 interhilfswerk Sammlung für das Sonderanweisung für die Betriebe der Stadt Gießen. Kurze Sporlnotizen. Der Robert Vorher Deutsche Arbeitsfront Kreiswaltung Wetterau. hin, daß die Regierung den Plan an sich gutheiße und die Lösung für geradezu ideal ansehe. Die Anlage müsse in ihrer Gesamtheit ein Werk darstellen, das auf Jahrzehnte hinaus den Notwendigkeiten Rechnung trage. In einer Aussprache wurde noch manche Anregung gegeben. Oberbürgermeister Ritter beschloß die Sitzung mit dem Wunsche, daß in der nächsten Sitzung die Vorarbeiten abgeschlossen werden könnten'. Villa Umberto. * Deutschlands Schi-Mannschaft wird sich bei den Abfahrtsrennen in dem italienischen Wintersportplatz Sestrieres vom 25. bis 27. März aus Helmut Lantschner, Josef Pertsch, Hans Psnür i unb Louis Egger zusammensetzen. ___italienische Regierungschef Benito Mussolini weihte in Anwesenheit von 200 000 Zuschauern den neuen Turnierplatz in Rom bei der Das Projekt -er großen Gießener Sportplatzanlage Aus einer informatorischen Sitzung. Rundfunkprogramm Samstag, 28. Marz. 6 Uhr: Morgenlied. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.30: Gaunachrichten. 9.40: Deutschland — Kinderland. 10: Schulfunk: Die Schlacht auf dem Lechfeld. Hörspiel. 11.40: „Auf fremden Höfen lernt man besser". Gespräch zwischen zwei Jungbauern. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Stimmungspillen! (Schallplatten.) 15: Bilderbuch der Woche. 15.30: Freude im Alltag. 15.45: Die Bildungsphilister. 16: Heut' denk ich nicht an übermorgen. Ein vergnügtes Wochenende. 18: Zeitgeschehen. 18.30: „Er" hat eben eigene Weltanschauung. Aus der neuesten Lebensphilosophie Karl Falen- tins. 19: Nachrichten. 19.10: Militärkonzert. Im Marschschritt und Galopp. 20: Aus Limburg: Großes Opernkonzert in Verbindung mit der NS.-Gemein- schaft „Kraft durch Freude". 22: Nachrichten. 22.30: Wir tanzen in den Sonntag. 24 bis 2: Nachttonzert. In den allgemeinen Richtlinien für die Sammel- aktion der DAF. wurde bereits bekanntgegeben, daß in allen Betrieben ein Sonder-Betriebsappell anzusetzen ist, bei dem die Betnebs- sammlung durchgeführt wird. Die Büchsenausgabe für die Gießener Betriebe erfolgt am Freitag, 25. März, von 15 bis 16 Uhr, bei der Kreisamtsleitung der NSV., Goethestraße 3 4. Die Abrechnung muß am S a m s t a g v o r m i t t a g bei der Bezirkssparkasse Gießen, Johannessttaße, erfolgen. Die Straßensammlung innerhalb der Stadt Gießen beginnt für sämtliche Ortsgruppen am 26. März, um 16 Uhr, und am 27. März, um 9 Uhr. Alle Betriebsführer, Betriebsobmänner und Dertrauensräte bitten wir, eine Stunde vorher bei ihrer zuständigen Ortsgruppe in den nachstehend genannten Lokalen zum Büchsenempfang für die Straßensammlung anzutreten, wo auch die Abrechnung erfolgt: Orsgruppe Gießen-Mitte: Württemberger Hof, Bahnhofstraße (Inhaber: Pg. Ruhl); Ortsgruppe Gießen-Ost: Gasthaus Burkhardt, Sportruhe am 10. April. Eine Anordnung des Reichsfportführers. Der Reichssporlführer von Tfchammer und Osten hat verfügt, daß am Sonntag, 10. April, dem Tag der Volksabstimmung und Reichstagswahl, keine sportlichen Veranstaltungen durchgeführt werden. Es wird also an diesem Tag im Reich völlige Sportruhe herrschen. Hierzu ist folgende Anordnung ergangen: 1. Alle Mitglieder und Amtsträger des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen haben sich je nach den Anforderungen der Propagandastellen der NSDAP, tatkräftig in den Dienst der Wahlpropaganda und Vorbereitung zu stellen. 2. Am Sonntag, 10. April, herrscht völlige Sportruhe. An diesem Tage fallen alle Veranstaltungen ' aU3. In der Zeit bis zum 9. April werden die Veranstaltungen durchgeführt. Finden besonders große Veranstaltungen der NSDAP, zu gleicher Zeit statt, so fallen am Ort die Sportveranstaltungen aus. Aufstiegspiele zur Bezirksklaffe. Dillenburg — VfB.-Reichsbahn Gießen:' Zu diesem Spiel hat der VfB. seine Manchchaft umgestellt, und es ist mit einem Siege der Grun- weißen zu rechnen. Allerdings ist die Platzmannschaft nicht zu unterschätzen. . L i ch — A ß l a r : Hier treten sich zwei Mannschaften gegenüber, die sich in ihrer Spielstarke gleich sind. Hoffentlich gelingt es Lich, die Niederlage vom vorigen Sonntag durch technischen Einsatz wieder wettzumachen. Fußball der Kreisklaffen. L kreisklafse. Rodheim I. — Lollar II.: Die Spielstarke der Rodheimer ist sehr zurückgegangen, man tippt WHW.-Sammlungen in Oienstgebäuden. DNB. Der Reichs- und Preußische Minister des Innern, Dr. Frick, weist darauf hin, daß bei der bevorstehenden Winterhilfssammlung der Deutschen Arbeitsfront -Angehörige der Behörden und Betriebe in den öffentlichen Dienstgebäuden ohne weiteres sammeln dürfen und daß diese Sammlung jede mit dem Geschäftsbetrieb vereinbarte Förderung verdient. Fabrikschild der Krastfahrzeuganhänger Der Reichsverkehrsminister weist in einem Erläß im Reichs-Verkehrs-Blatt darauf hin, daß an den Kraftfahrzeuganhängern nach wie vor ein Schild angebracht sein muß, auf dem ihr Eigengewicht, die einzelnen zulässigen Achsdrücke, die Fabriknummer des Fahrgestells und dessen Hersteller angegeben sein muß. Musikalische Abendfeier in der Zohanneskirche. Am Sonntag, 27. März, um 17 Uhr (nicht 20 Uhr), findet die 27. Musikalische Abendfeier statt. Die Vortragsfolge bringt von I. S. Bach die Kantate Nr. 160 für Solotenor: „Ich weiß, daß mein Erlöser lebt"; eine Arie mit obligater Viola und mehrere Orgelwerke, unter anderen die große dorische Tokkata und Fuge; von Hch. Schutz ein Duett für Sopran und Tenor. Die Tenorpartien werden von einem unserer bedeutendsten Oratorien- sänger, Kammersänger Walter Sturm Merlin), gesungen. Es wirken ferner mit: Maria Nebe- Ung, Sopran; Reinhold Mürrle, Viola und Violine; Alfred Müller vorn Städttschen Orchester, Fagott; Johannes N e b e l i n g, Orgel. Osterpakete und Osterbriefe. Osterpakete und briefliche Ostergrüße soll man nicht erst in letzter Stunde einliefern und sie damit der Möglichkeit einer Verspätung aussetzen. Bei dem gesteigerten Reiseverkehr vor dem Feste ist es immer möglich, daß durch irgendwelche Umstände Verspätungen und Anschlußverfehlungen vorkommen. Verspätetes Eintreffen der Sendungen beeinträchtigt aber leicht die Festesfreude bei den Empfängern. Paketseydungen müssen gut verpackt und verschnürt und die Aufschriften haltbar angebracht werden; obenauf in jede Sendung gehört ein Doppel der Aufschrift, damit die Üster- gaben auch dann ihr Ziel erreichen, wenn die äußere Aufschrift verloren gehen sollte. Für Päckchen sollte man nicht schwache Pappschachteln verwenden, die bei der Beförderung leicht eingedrückt werden können. Die Anschrift des Empfängers und des Absenders muß auf allen Sendungen vollständig und deutlich angegeben werden. Leider werden diese Vorschriften noch nicht genügend beachtet, so daß dann die Sendungen beim Verlust der äußeren und beim Fehlen einer Aufschrift in der Sendung weder dem Empfänger ausgehändigt, noch dem Absender zurückgegeben werden können. klarer Form in S t r a ß e n s ü r d e n Personenverkehr und auf Straßen nur f ü r den Autoverkehr. Und zwar gilt die Regelung nicht nur für das augenblickliche Stadtgebiet, sondern auch für ein erweitertes Stadtgebiet, weil die geplante Umgehungsstraße auch die Randgebiete auf direktem Wege mit dem Stadtsportfeld ver- Schon sett Jahren besteht in den Kreisen der Leibesübung treibenden Verbände in unserer Stadt, wie selbstverständlich auch in den Formattonen der Partei, die sich intensiv der Leibesübung zugewandt haben, der Wunsch nach einer Sportstätte, die in ihrer Gestaltung den Anforderungen entspricht, die billigerweise zu stellen sind. Seit geraumer Zeit liegen schon Pläne für die Gestaltung dieser großen Gießener Sportstätte vor. Zu einer Verwirklichung konnte es allerdings bisher noch nicht kommen. Die Würfel sind aber auch jetzt noch nicht gefallen. Immerhin tritt nun bet/ Gedanke in ein neues Stadium seiner Entwicklung. So fand am gestrigen Donnerstagnachmittag im Stadthaus Bergstraße eine Sitzung statt, an der ein Vertreter der Landesregierung teilnahm, die Partei und ihre Gliederungen, die Universität, die Behörden, wie auch Vertreter der Lerbesübung treibenden Vereine waren vertreten. Die Sitzung war allerdings nur informatorischer Charakter zu eigen. Ministerialrat Löb er, der über die Verwirklichung solcher Projekte zu entscheiden hat, konnte infolge von Krankheit nicht teilnehmen. In absehbarer Zeit wird also eine zweite Sitzung tattfiitden. Oberbürgermeister Ritter eröffnete die Sitzung und wies auf die Notwendigkeit der Schaffung einer großen Sportstätte hin, in der jede Form der Leibesübung Entfaltung finden kann. Im Mittelpunkt der Sitzung standen die Erläuterungen, die Stadtbaurat Gravert an Hand eines von ihm geschaffenen Planes für diese beabsichtigte Sportstätte gab. Er betonte, daß das Ganze nicht allein eine reine Sportplatzanlage, sondern gleichzeitig eine Erholungsstätte für die Bevölkerung unserer Stadt werden soll. Gleichzeitig aber soll die ganze Anlage auch der Repräsentatton dienen. Außerdem soll sie an Tagen großer Kundgebungen eine Aufmarschfläche darbieten. Es sind in den vergangenen Jahren schon verschiedene Pläne in Erwägung gezogen worden. Sie mußten fallen gelassen werden, weil eine einwandfreie Erfüllung aller Grundbedingungen nicht zu erreichen war. Das Bauamt hat deshalb den Platz im Wiesecker Tal vorgeschlagen, der unmittelbar dem Amtsgericht östlich vorgelagert ist. Dieser Platz war deshalb vorgeschlagen worden, einmal, weil er vom Zentrum der Stadt aus auf kürzestem und dadurch auf günstigstem Wege zu erreichen ist, und andererseits, weil die Lage am Südhang des Rodt- beraes die gegebene ist, die Frage des Sportfeldes in idealer Weife zu lösen. Außerdem gestattet diese Lage eine günstige Verbindung von allen Seiten, so daß sich bei einer großen Veranstaltung das Publikum nicht auf einer einzigen Straße zum Sportfeld bewegen muß, sondern von allen Seiten her herankommen kann. Dabei war wichttg, daß auch die Frage des Autoverkehrs so gelöst wurde, daß keine Kreuzung mit dem Personenverkehr eintreten kann. Der Anmarsch vollzieht sich also in Kaiserallee 52; Ortsgruppe Gießen-Süd: Ortsdienststelle der NSV., Creonersttaße 24; Ortsgruppe Gießen-Nord: Cafe Leib, Walltor- straße (Vorderhaus). binden wird. Ein wesentlicher Punkt für die Anlage war die Frage der Wasserversorgung. Verschiedene Versuche in anderen Stadtteilen hatten ergeben, daß die genügende Menge von Wasser aus natürlichen Wasserläufen nicht vorhanden war und deshalb der Plan an diesen Stellen wieder aufgegeben werden mußte. Es muß nämlich die Möglichkeit be- tchen, an Spitzentagen des Schwimm- und Badebetriebes den Wasserumlauf so zu beschleunigen, daß, unabhängig von der Besucherzahl, stets eine gleich gute Qualität des Wassers gewährleistet ist. Die einzige Wasserquelle, die hierfür in Frage kommen konnte, ist die Wieseck. Sie hat zur Zeit zwar noch nicht die Beschaffenheit, die gefordert werden muß, es ist aber einmal damit zu rechnen, daß die Gemeinde Wieseck Kanalisatton erhält und die Abwässer nicht mehr in den Bach geleitet zu werden brauchen. Andererseits wird durch die Schaffung eines großen Absetzbeckens, in dem alle mitgeführten Bodenteile absinken können, eine einwandfreie Beschaffenheit für das Wasser des großen offenen Schwimmbeckens gesichert. Dazu kommt, daß durch den Einbau einer Filteranlage auch die letzten Bedenken, die gegen das Wasser der Wieseck bestehen könnten, behoben werden. Diese Frage wäre also im wahrsten Sinne des Wortes „geklärt". Das Absetzbecken — es ist eine mehrfache Vergrößerung des gegenroärtigen Teiches an der Schlageterstraße vorgesehen — bedeutet mit seinen 70 000 bis 80 000 Kubikmeter Wasser eine Gewährleistung der Wasserversorgung auch bei stärkster Beanspruchung. Die Erfüllung all dieser Voraussetzungen war für das Bauamt bestimmend, daß das Projekt für diesen Teil unserer heimischen Landschaft geplant und in eingehenden Entwürfen aus gearbeitet wurde. Diese Entwürfe dürsten sowohl den gerechtfertigten Ansprüchen der einzelnen Leibesübungen, wie auch den dem Erholungsbedürfnis der Bevölkerung durch die gewählten Flächenausmaße für die nächsten Jahrzehnte durchaus entsprechen. Der Vertreter der Landesregierung wies darauf auf einen Sieg der Lollarer. Rüddin gshaufen — Heuchelheims Wenn die Heuchelheimer auch auf fremdem Platze spielen müssen, so sollten sie doch die Punkte für sich buchen können. _ r , Alten-Buseck — G r o ß e n - B u s e ck : Dieses Spiel ist als ein Lokalspiel anzusehen. Erst beim Schlußpfiff dürfte das Ergebnis feststehen. 1900 Gießen II. — Garbenteich I. f 1900, als Platzverein, dürfte das Spiel für sich entscheiden. Steinberg II — Steinbach I.: Nach den in den letzten Spielen gezeigten Leistungen der Steinbacher ist mit einem Siege der Watzenborner zu rechnen. Hanauer Ringer in Gießen. Arn morgigen Samstagabend hat der „Kraft- und Sportklub 93" Gießen die bekannte „Eiche"- Mannschaft aus Hanau zu Gast. Es ist dies der erste Verbandskampf in der Gaugruppe Sud, den die Gießener Mannschaft auf eigner Matte bestreitet. Der Kampf, der in der Turnhalle der Alten Pestalozzischule stattfindet, gewinnt dadurch erhöhte Bedeutung, daß Hanau in der Tabelle an erster Stelle steht und die Gießener Mannschaft ersatzgeschwächt in Hanau 15:6 verlor. Diesmal wird der Kampf bedeutend härter, denn sehr wahrscheinlich wird bis auf Unteroffizier Vetter die Mannschaft komplett antreten. Der Kampf ist als durchaus offen zu bezeichnen. Gießen meldet vom Bantam bis zum Schwergewicht folgende Mannschaft: Wedel, Alois Funk, Paul Eder, Adolf Klotz, ~ ' Becker, Gest. Richter und Willi Belloff. kommt die Jugend zu Wort. Abenteuer in Paris. Vornan von Hans Hirthammer. Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa. 17. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) Sügleich verwandelten sich ihre Menen, sie blickte ihn flehend an, ihre schlanken Finger verflochten sich zuckend ineinander. Dann war es, als ob sie bereute, sich für einen Augenblick so vergessen zu hoben. Sie riß sich zusammen. „Wollen Sie nicht ablegen?" „Ja, natürlich!" entgegnete Heinz, aber man merkte ihm an, daß er noch damit beschäftigt war, über das Geheimnis ihres Wesens nachzudenken. Pawla nahm ihm Hut und Mantel ab und ließ beides im anstoßenden Kabinett verschwinden, das sich Armand, wie Heinz wußte, als Schlafstube eingerichtet hatte. „Ick habe ein paar Kleinigkeiten zum Abendbrot mitgeyracht!" erklärte er und begann Clömencaus Schätze auszupacken. Pawla blickte ihm staunend zu. „Und das soll alles vertilgt werden?" „Kein so großes Kunststück, wie Sie anzunehmen scheinen! Außerdem ist es nicht ausgeschlossen, daß sich noch ein Gast einsinden wird." „Ach!" sagte sie. Es klang nicht gerade begeistert. Wenig später kam Armand. Man hörte ihn schon pfeifen, als er noch auf der Treppe stand. „Ah, Heinz, der Flüchtling von Paris! Sag mal, was sind das für merkwürdige Geschichten? Wie kommt es, daß die Polizei hinter dir her ist? Ein Hochstapler sollst du sein? Ist das wahr? Soll ich den Tag verfluchen, der dich mir zum Freunde gab ? Es war scherzhaft gesprochen, aber Heinz hörte deutlich eine leichte Beunruhigung heraus. „Keine Sorge, mein Lieber! Ich hoffe doch, daß dein Vertrauen zu mir groß genug ist, um über solche Zweifel erhaben zu fein. „Die Auskunft stammt von der Polizei!" beharrte Armand eigensinnig. „Ich bin ein guter Kerl, Heinz, und bilde mir auch ein, sehr großzügig zu denken, aber--" „Aber mit einem Verbrecher, der von der Polizei verfolgt wird, möchtest du doch lieber nichts zu tun haben." Heinz unterdrückte seine Verstimmung und holte seinen Ausweis aus der Brusttasche. „Vielleicht genügt dir das?" Armand hatte kaum einen Blick auf den Ausweis geworfen, da wich feine Spannung einem erleichterten Aufatmen, und der Händedruck, mit dem er fein Mißtrauen gutzumachen versuchte, hatte beinahe etwas Ehrfürchtiges. „Warum ... warum hast du das nicht früher gesagt, Heinz! Du darfit mir mein Mißtrauen nicht Übelnehmen, diese Der- olgung ... es sah so echt und überzeugend aus, daß wir —" „Ach richtig, die junge Dame aus Berlin saß ja bei dir! Na, Fräulein Bosch wird auch einen schönen Schreck gekriegt haben, wie?" „Im Gegenteil, sie hat die Leute von der Polizei insgesamt für Idioten erklärt und hätte sich deswegen beinahe Unannehmlichkeiten zugezogen. Uebrigens wartet sie hier in der Nähe. Sie wollte mit mir heraufkommen, aber ich — tia, das ist nun alles Unsinn. Sie ist sehr besorgt um dich, man könnte fast vermuten, daß sie —" „Hier wird gar nichts vermutet, verstehst du!" iel ihm Heinz schnell in die Rede. „Hole sie schleunigst herauf, das arme Würmchen muß doch für die ausgestandene Angst entschädigt werden." Der Maler, der sehr ftoh nxir, daß der Zwischen- all vom Mittag eine so befriedigende Aufklärung gefunden hatte, schüttelte noch einmal begeistert die Hand des Freundes. „Ganz meine Meinung! Es ist eine entzückende junge Dame! — Was sagst du übrigens zu Pawla Werzewna? Ich hoffe, ihr habt euch schon ein bißchen angefreundet. Stell' dir vor, sie ist die Tochter des Großfürsten Fedor —" „Das weiß ich bereits!" lachte Heinz. Er wandte sich an Pawla: „Der Schwätzer hat seinen Schwindel schon so vielen Leuten erzählt, daß er nun selber daran glaubt." Armand zog gekränkt den Kops ein und suchte fein Heil in der Flucht. Heinz schaute Pawla eine Weile beim Tischdecken zu. „Diese junge Dame, von der Armand eben erzählte, kam mit dem gleichen Zug wie ich nach Paris, um ihrem Verlobten, den sie in Gefahr glaubt, nahe zu fein. Gerda Bosch wird Ihnen sicher gefallen." Pawla gab keine Antwort, aber als sie mit ihrer Arbeit fertig war, wandte sie sich mit einer verlegenen Bewegung dem jungen Manne zu. „Ich ... möchte mich jetzt umziehen und... nach Hause gehen." Er starrte sie fassungslos an. „Wie? Sie wohnen nicht hier?" Im nächsten Augenblick bereute er die taktlose Frage, denn ihr ganzes Gesicht überzog sich mit einer tiefen Röte Ms sie das Zimmer verlassen wollte, hielt er sie t zurück, nahm sie an den Schultern und drehte sie zu sich herum, so daß ihr^zurückgebeugtes Gesicht dicht vor dem seinen war. „Pawla!" flüsterte er. „Verzeihen Sie mir!" In diesem Augenblick stürzte Armand mit allen Anzeichen des Schreckens ins Zimmer. Er stutzte, als er die beiden so nahe beieinander sah, für eine Sekunde zogen sich seine Mundwinkel grinsend herab, dann eilte er auf Heinz zu und faßte ihn be- chwörend am Arm. „Sie ist nicht mehr da!" rief er. „Dabei hat sie mir noch vor zehn Minuten fest versprochen, daß ie auf meine Rückkehr warten würde. Es muß ihr etwas zugestoßen sein!" „Nanu!" sagte Heinz, ließ Pawla Werzewna tehen und zog den Freund sogleich mit sich fort. „Ich komme mit hinunter. Vielleicht war sie gerade in einen Laden getreten, um etwqs zu kaufen." „Ich habe nachgesehen. Sie war in keinem der drei Geschäfte, die sich in unserer Straße befinden." „Na, dann komm! Der Erdboden kann sie nicht verschlungen haben." Die beiden sausten in einem waghalsigen Tempo die Treppe hinab und hätten beim Verlassen des Hauses beinahe zwei Männer überrannt, die vor der Tür standen. Heinz erkannte sie sofort. Es waren zwei von den Briefmarkensammlern, die er im „Esplanade" zu bedienen die.Ehre gehabt hatte. 19. Armand Larusse hatte nicht alles erzählt; denn es war mit Gerda Bosch nicht so glatt gegangen, wie es nach seinen Worten den Anschein hatte. Nach dem Zwischenfall im Speiseraum der „Drei Milchfrauen" hatte sie eine lange Zeit wie betäubt auf ihrem Stuhl gesessen. Jwar hatte sie dem Polizisten gegenüber soeben' ein nannhaftes Bekenntnis ihres Glaubens abgefegt und hatte auch in ihrem Gespräch mit Larusse nichts auf Heinz Stadler kommen lassen, aber in chrem Innern vermochte sie die aufkeimenden Zwe fei nicht zu ersticken. Sie kannte ja den T ann erst seit einigen Stunden, und wenn sie sich's ehrlich gestand: wie ein harmloser Student sah er keineswegs aus. Wenn er aber einen rechtschaffenen Beruf ausübte — welchen Grund hätte er gehabt, ihn ihr zu verheimlichen? Dor allem aber blieb a's schwerster Verdacht, daß er beim Eintreffen der Polizei die Flucht ergriffen hatte. Wenn er sich schuldlos fühlte, bann brauchte er nicht wie ein Tagedü b aus dem Fenster zu springen. ’ / .. X Don solchen qualvollen Gedanken hin unb her gerissen, verbrachte sie Oie ersten Stunden des Nachmittags, ohne sich zu etwas Entscheidendem entschließen zu können. Endlich versuchte sie sich mit der Ausrede zu behelfen, daß ber Mann sie im Grunde nichts anginge. War es das, wessen ihn die Polizei beschuldigte, dann konnte sie ja nur froh sein, rechtzeitig aufgeklärt worden zu sein. War er aber schuldlos, dann konnte man seine Widerwärtigkeiten zwar bedauern, jedoch nicht ändern. Für ein paar Stunden ließen sich wohl auf solche Art die Dinge vom Leibe halten, doch dann befiel sie plötzlich das Bewußtsein einer ungeheuren Verlassenheit. Sie flüchtete aus ihrem Zimmer, dessen Wände' sie zu ersticken drohten, und fand sich zu ihrer eigenen Ueberraschung mit einem Male inmitten des bunten, lärmenden Stromes ber flanierenden Menschen. Sie versuchte sich dem sorglosen Treiben hinzugeben, vermochte aber doch nicht, den fragenden und drängenden Stimmen ihres Herzens Einhalt zu gebieten, „Ich muß mit ihm sprechen!'' sagte sie plötzlich ganz laut, so daß ein alter Mann, der gerade vorüberging, sich angesprochen wähnte und ihr durch einen geradezu vernichtenden Blick zu verstehen gab, daß er ein durchaus ehrbarer und gegen alle Verführungskünste gewappneter Mann sei. Sie kehrte in'ihren Gasthof zurück und erfuhr von Madame Pluchard, daß Stadler vor wenigen Minuten angerufen habe und fi£ sprechen wollte. Gerda bereute, daß sie das Haus verlassen hatte. „Oh!" rief sie erregt. „Und — hat er gar nichts weiter gesagt, was Sie mir bestellen sollten?" Madame Pluchard sah das Mädchen von der Seite an und unterdrückte ein Lächeln. „Er sagte nur, daß er kaum vor morgen zurückkommen werde, und Sie möchten sich seinetwegen keine Sorgen machen," Das bedeutete viel und nichts. „Ich muß unbedingt heute noch mit ihm sprechen!" beharrte sie, wobei sie sich erinnerte, daß Heinz am Mittag davon gesprochen hatte, daß er am Abend zu Armand Larusse kommen wollte. „Wissen Sie vielleicht, wo Herr Larusse wohnt?" „Das weiß ich wohl; aber wenn Sie ihn etwa besuchen wollen — das können Sie einfacher haben, denn Larusse pflegt täglich gegen Abend hierher- zukommen, um sich bei einem Schoppen Wein mit seinen Freunden zu treffen. Soll ich ihm Bescheid geben, daß Sie ihn zu sprechen wünschen?" So geschah es, daß eine Stunde später eine sehr zaghafte, von Herzklopfen gequälte Gerda Bosch an der Seite des Malers der Rue de la Suisse zustrebte. (Fortsetzung folgt.) AMensten-Appell im Gießener Soldatenbund. Am gestrigen Donerstagabend vereinigten sich im „Burghof" die im Gießener Soldaten bund als Kameradschaft AR. 9 zusammengeschlossenen ehemaligen jungen Artilleristen mit den in der Artiller i st en - Kameradschaft 18 9 5 Gießen im Waffenring vereinigten ehemaligen Artilleristen der älteren Semester zu einem gemeinschaftlichen Artilleristen-Appell. Der Kameradschaftsführer der Kameradschaft AR. 9, Leutnant d. R. Sundheim, konnte eine große Anzahl alter Artilleristen der Kameradschaft 1895 mit ihrem Kameradschaftsführer Müller an der Spitze inmitten der jüngeren Kameraden begrüßen. Diese Gemeinschaft des ersten Appells der älteren.und der jungen Semester wurde von Kamerad Su'ndheim mit herzlichen Worten der Genugtuung hervorgehoben und zum Anlaß genommen, dem Wunsche Ausdruck zu geben, daß derartige gemeinschaftliche Appelle auch künftighin die Alten und die Jungen zusammenführen möchten, auch schon vor der Zeit des nunmehr kommenden Zusammenschlusses aller ehemaligen Soldaten in dem großen NS.-Soldatenbund. Kameradschaftsführer S u n d - heim leptte sodann die Gedanken der Kameraden auf die großen und hocherfreulichen Ereignisse der jüngsten Tage in Oesterreich hin und brachte in Uebereinstimmung mit allen Kameraden unserem Führer und Reichskanzler Adolf Hitler den herzlichen Dank aller alten Soldaten für diese neue Großtat seines Werkes, für die Schaffung des großen Deutschen Reiches dar. Hierauf hielt Kam. SA.-Sturmführer, Pg. Studienrat Fischer einen interessanten Vortrag über das Thema „125 Jahre Eisernes Kreuz". Er ging dabei von der 125. Wiederkehr des Jahres (10. März 1813) der Stiftung des Eisernen Kreuzes aus und gab dann in fesselnder Darstellung einen Ueberblick über die Geschichte dieses Kriegsordens, der 1870 im deutsch-französischen Kriege unb 1914 beim Ausbruch des Weltkrieges als hohe Kriegsauszeichnung von den damaligen Herrschern neu gestiftet wurde. Die gespannt lauschenden Hörer erfuhren aus den fesselnden Darlegungen des Kam. Fischer mancherlei Neues und Wertvolles aus der ruhmvollen Geschichte dieses Ordens; ein reiches Kapitel preußisch-deutscher Geschichte wurde hier lebendig und fand bei den alten Soldaten den von vornherein gegebenen fruchtbaren Boden für einen guten Widerhall. Mit diesem Vortrag tburbe aber nicht nur ein allgemein belehrender Zweck erreicht, sondern darüber hinaus auch das Bewußtsein von der Einzigartigkeit des Wertes dieser ehrenvollen Auszeichnung für besondere Kriegsoerdienste bei allen Kameraden in guter Weise unterstrichen. Wie dankbar die Hörer die aufschlußreichen Darlegungen des Vortragenden empfanden, bewies der lebhafte Beifall, der Kam. Fischer als äußeres Zeichen der Anerkennung für seinen Vortrag dargebracht wurde. Kameradschaftsführer Müller als Sprecher der Artilleristen-Kameradschaft 1895 Gießen brachte, ebenso wie Kam. S u nd h e i m, die freudige Genugtuung darüber zum Ausdruck, daß jetzt zum ersten Male die älteren und die jungen Kameraden gemeinsam zum Appell versammelt seien, und er knüpfte daran den Wunsch und die Hoffnung, daß diese enge Gemeinschaft von jetzt ab immer die Grundlage des Wirkens der Kameraden fein möchte. Zur Verwirklichung dieses Gedankens machte er einige Vorschläge, die vielleicht in Bälde schon ihre Verwirklichung finden dürften. Kam. S u n d h e i m schloß sodann den dienstlichen Teil des Appels in der üblichen Weise. Anschließend verweilten die Kameraden in guter kameradschaftlicher Verbundenheit noch längere Zeit miteinander. Wirtschaft. Der deutsche Außenhandel im Februar. Fwd. Die Außenhandelsumsätze haben sich im Februar in Ein- und Ausfuhr vermindert. Bei der Beurteilung dieses Rückgangs ist in erster Linie zu berücksichtigen, daß der Februar ckürzer ist als der Januar. Im Gegensatz zu der Entwicklung im Vormonat war der Rückgang diesmal in der Einfuhr am stärksten. Mit 453 Mill. RM. lag sie um rund 31 Mill. RM. unter dem Januarergebnis, und zwar hat sich im wesentlichen nur das Einfuhrvolumen vermindert. Die Ausfuhr lag mit 436 Mill. RM. um rund 10 Mill. RM. oder etwas mehr als 2 v. H. unter dem Vormonatsergebnis. Die Abnahme entsprach damit ziemlich genau der Entwicklung im gleichen Monat der Vorjahre. Dolumenmäßig war die Verminderung etwas stärker, da sich die Ausfuhrdurchschnittswerte erhöht haben. Das Februarergebms 1937 wurde um rund 30 Mill. RM. übertroffen. Die Handelsbilanz schließt im Februar mit einem Einfuhrüberschuß von 17 Mill. RM. gegenüber 38 Mill. RM. im Vormonat ab. Mein-Mainifche Börse. Mittagsbörse: Spezialrverke fest. Frankfurt a. M., 24. März. Die Börse war anhaltend freundlich. Zwar lagen die meisten ersten Notierungen am Aktienmarkt nicht überall voll behauptet, da seitens der Kulisse kleine Gewinnmitnahmen erfolgten, doch störten diese nicht die feste Grundhaltung, zumal andererseits die Nachftage des Publikums anhielt. Sie beschränkte sich im wesentlichen auf die in den letzten Tagen bevorzugten Spezialgebiete, verliehen aber der Gesamttendenz im Einklang mit den fortlaufend bekanntwerdenden günstigen Industrie-Abschlüssen eine kräftige Stütze. Knapp gehalten eröffneten die meisten Montan-, Elektro-, Chemie-, Maschinen- und Zellstoffwerte, wobei aber die Rückgänge 0,50 v. H. nicht überschritten. Verstärkte Nachfrage erhielt sich nach Autowerten, lebhaft waren besonders Adlerwette mit 123,50 bis 124 (123), Daimler ebenfalls 1 v. H. höher mit 146,50. Fester lagen in Nachwirkung der Dividenüenerhöhung Ilse Bergbau Genuß mit 145,90 (144,50), ferner kamen Feldmühle Papier nach Pause 2 v. H. höher mit 144,25 zur Notiz, gegenüber der gestrigen Bewertung lagen sie allerdings 0,75 v. H. leichter. Von Maschinenwerten traten im Verlaufe Demag wieder stärker hervor mit 157,50 nach anfangs 156,25 (156,50). Der Rentenmarkt lag im ganzen gesehen weiterhin sehr ruhig. Erhöhtes Interesse verblieb jedoch nach mündelsicheren Papieren. Von variabel gehandelten Werten zogen Reichsaltbesitz 10 Pf. an auf 132,70, im Freiverkehr nannte man Kommunal- Umschuldung mit unverändert 96,20 und 4 v. H. Rentenbank-Ablösung mit unverändert 94,90. Gold- vfandbriefe wurden überwiegend gestrichen, Liquidationspfandbriefe neigten weiter zur Schwäche, während Stadtanleihen und Kommunal-Obligatio- nen unverändert notierten. Industrie-Anleihen hatten nur wenig Geschäft. Im Verlaufe flaute das Geschäft merklich ab, da weitere Aufträge ausblieben. Die Haltung blieb jedoch unverändert fest und die Kurse konnten sich gut behaupten. Weiter erhöht waren von Bauwerten Holzmann mit 163,75 nach 162,90, Reichsbank und Eßlinger erholten sich auf den Vorabendstand von 199,50 bzw. 122. Die erst später zur Notiz gekommenen Papiere waren wenig verändert. Zu erwähnen wären Akkumulatoren mit 242 (240), andererseits Schuckert mit 180 (180,75) und Licht & Kraft mit 144 (145). Der Freiverkehr war wenig belebt, nur Dinaler blieben fest und lebhafter zwischen 91 bis 92 (91). Mäßig höher lagen auch Growag mit 89 (88,50) und Ufa Film mit 69,50 (68,75). — Tages- geld unverändert 2,25 v. H. Abendbörse behauptet. Infolge der schwacben Auftragserteilung hatte die Abendbörse nur sehr kleines Geschäft, zumal sich auch die Kulisse lediglich mit der Abwicklung kleiner Spitzenbeträge beschäftigte. Die Grundhaltung war aber weiter freundlich und auch die Kurse zeigten trotz uneinheitlicher Entwicklung eine meist aut behauptete Haltung. Etwas lebhafter waren Adlerwerke Kleyer mit 124,50 (124) auf die Möglichkeit einer Iprozentigen Dividendenerhöhung auf 6 v. H., Daimler und BMW. blieben auf der Mittagsbasis gefragt. Von den wenigen notierten Montanwerten gingen Mannesmann auf 114 (114,40) und Rheinstahl auf 146,50 (147) zurück, Buderus blieben, mit 120,50 gehalten. Kleine Abweichungen zeigten ferner Conti-Gummi mit 216,75 (217,50), Holzmann mit 163,50 (163,75), Bernberg mit 145 (145,13), Bekula mit 161,75 (162), anderseits IG. Farben mit 159 (158,75), Demag mit 157,25 (157) und Deutsche Eisenhandel mit 155 (154,75). Unverändert lagen u. a.: Berger 155, Scheideanstalt 25k), Licht und Kraft 144, Eßlinger 122, Gesfürel 149,50, Junghans 123,75, Metallgesellschaft 140,40, Moenus 135, Rheinmetall 143,50, Schuckert 180, VDM. 177,50 und Großbankaktien. Schiffahrtswerte behauptet, Hapag 76,75, Lloyd 77. In Renten ruhte das Geschäft fast völlig. Farben- Bonds notierten mit 130,50 (130,65), Reichsbahn- VA. mit unverändert 131,75 und 5,5 v. H. Franks. Hyp. Liquid, mit unverändert 101,30. Im Freioer- kehr Kommunal-Umschuldung unverändert 96,20. ■ Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 24. März Austrieb: Rinder 1129 (gegen 1083 am 17. März), darunter 204 (197) Ochsen, 144 (159) Bullen, 567 (499) Kühe, 214 (228) Färsen. Kälber 637 (645), davon 60 direkt dem Markt zvgeführt, Hammel und Schafe 90 (33), Schweine 455 (476). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in RM.: Ochsen a) 43 bis 45 (42 bis 45), b) 38 bis 41 (38 bis 41), c) 31 bis 36 (32 bis 36). Bullen a) 40 bis 43 (40 bis 43), b) 37 bis 39 (36 bis 39), c) 32 bis 34 (33 bis 34). Kühe a) 40 bis 43 (41 bis 43), b) 35 bis 39 (36 bis 39), c) 27 bis 33 (28 bis 33), d) 18 bis 25 (19 bis 25). Färsen a) 42 bis 44 (42 bis 44), b) 37 bis 40 (38 bis 40), c) 32 bis 35 (35), d) 26 bis 28 (—). Kälber a) 61 bis 65 (H2 bis 65), b) 54 bis 59 (56 bis 59), c) 44 bis 50 (45 bis 50), d) 37 bis 40 (36 bis 40). Hammel b2) 46 bis 52, c) 37 bis 45, d) 32 bis 35 (am 17. März alles —). Schafe a) 40 bis 42 (40 bis 42), b) 35 bis 38 (35 bis 38), c) 18 bis 31 (18 bis 30). Schweine a) 56,50 (56,50), bl) 55,50 (55,50), b2) 54.50 (54,50), c) 52,50 (52,50), d) 49,50 (49,50). Sauen gl) 53,50 (—), g2) 51,50 (51,50). Marktverlauf: Rinder, Kälber und Schweine zugeteilt, Hammel und Schafe mittelmäßig. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Saturn 5% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichscml. von 1934 *y2% Deutsche Reichsschatzanweisungen von 1935 ............ iy2% Deutsche Reichöschatzanwei- sungen von 1935, II. Folge >... iy2% Deutsche Reichsichatzanwei- sungen von 1936, III. Folge .. &y2% Boung-Anleihe von 1930 .. 4y2% Hessische Volksstaat von 1929 »y2% Deutsche Reichspostschatz von 1934 I...................... 4y2% Deutsche Reichsbahnschatz von 1936 I.................. Reichsanleihe-Altbesitz.......... Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten.............. *y2% Hess. Landesbk. Darmstadl Goldpfe. R. 12.............. 6y2% Hess. Landes-Hyp.-Banl Liqu. Goldpfe............... V/2% Preuß. Landespfdbr.-Anst. Goldpfe. R. 19.............. 4Yi% Preuß. Gold-Komm. R. 20 4y2% Darmstädter Komm.-Lan- desbank R. 6................ Deutsche Komm.-Sammel-Anleihe Auslos.-Rechte I.............. *y2% Franks. Hyp. Goldpfe. R. 15