Nr. ZV» Erstes Blatt »88. Jahrgang Samstag, 24./§onntag,25. Dezember »958 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr. . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten. Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Universitäts-ruckerei R.Lange in Gießen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/,Uhrdes Vormittags Grundpreise für»mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf.. für Test- anzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25°/o mehr. 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Weihnachten ist für die Deutschen das Fest der Familie geworden, denn es war die heilige Familie, um die der Glanz des Göttlichen war. Und es ist das Fest der Kinder, denn das Göttliche offenbarte sich in dem Kinde. Gerade dies haben die Deutschen herausgesühlt oder hineingelegt: Im Kinde liegt etwas Reines, das der ältere Mensch immer mehr verliert, und das er immer mehr ersehnt. Wenn man ein Kind anbetet, so betet man etwas an, das jeder von uns versteht und jeder von uns liebt. Wenn aber gewissermaßen der Herr der Welt in Kindesgestalt erscheint, so liegt darin die unendliche Weisheit, daß alle Gelehrsamkeit, aller Reichtum, alle Fülle des Lebens nicht so mächtig sind, wie die schlichte Einfalt. Arm und als ein Kind erscheint der Erlöser; er erscheint nicht als ein mächtiger König, nicht als ein Fürst in Pracht. Ist es nicht wirklich wahr, fühlen wir Deutsche es nicht alle so: Ist Ndcht ein Kind mächtiger als alle Gewaltigen der Erde, und ist es nicht die Kindlichkeit, in der wir „erlöst" sind, d. h. uns nicht belastet fühlen vom Zweifel, von der Unsicherheit, von der Frage an uns selbst, vom Gewissen. Unaussprechlich rührend ist das Bild von dem armen unbekannten Kinde in einer Krippe eines Stalles, das der Welt den Frieden bringt. Indem die Eltern ihre Kinder beschenken am Weihnachtstage, bringen sie dem Kind Opfer, verehren sie das Kind. Wenn auch in den Kaufhäusern und aus den Straßen Weihnachtsbäume stehen, der wahre Zauber des Weihnachtsfestes ist doch i n d e r Familie, im Haus, im Heim, denn unsere nordischen Winter machen es ja unmöglich, daß wir draußen uns in der kalten und nassen Nacht heimisch fühlen. Weihnachten ist aber auch das Fe st des Lichtes, denn es ist das germanische Fest der Wintersonnwende und zugleich das christliche Fest des göttlichen Lichts, das zu den Menschen kam. Wenn dies auch in der Heiligen Schrift angedeutet ist durch den Stern, der über Betlehem steht, so konnte gerade dieser Sinn des Weihnachtsfestes zu einer wesentlichen Kraft erst in nördlicheren Gegenden, wie in Deutschland, werden. In dem Maße, in dem sich das Leben der Kultur in unseren Breiten mehr und mehr in die Häuser und die Stuben zurückzog in den winterlichen Monaten, in demselben Maße wurde aus dem brennenden Holzstoß im Freien der Weihnachtsbaum mit seinen Lichtern. Auch hier durchdringen sich aus wunderbare Weise Germanisches und Christliches. Die Tanne wurde für uns ein Symbol des alle Schrecknisse überdauernden Lebens, und die daran gehängten Aepfel und Nüsse waren das Symbol des Fruchtbringens überhaupt. Die Kerzen aber sind das Symbol der ewigen Flamme, der Flamme des Sonnwendfeuers, die ja selber nur wieder ein Symbol für die göttliche Kraft ist, die der Geist darstellt. Für die Kinder ist der Lichterbaum wirklich ein Zeichen alles hohen Glanzes, aller ihrer Freude. Das deutsche Gemüt ist es, das in dem Lichterbaum das Geheimnis der Flamme erahnt, aus der alle Welt ist und lebt. Denn Weihnachten ist auch das Fe st des Geheimnisses. Es ist das Geheimnis der Schöpfung, daß die Sonne sich wendet und von nun an wieder aufsteigt, und es ist das Geheimnis Gottes, daß er Mensch wurde in dem Kinde. Wenn die Germanen die Sonnwende feierten, so feierten sie zugleich dahinter die Kraft göttlicher Schöpfungsfülle. Dieses Geheimnis schwebt auch um unser Weihnachtssest Es ist kein richtiges Fest, wo es nicht Geheimnisse gibt. Das Geheimnisvolle ist einer der schönsten Reize jungen Lebens. Wenn dem Kinde gesagt wird, der Weihnachtsmann oder das Christkind brmge b^n Baum o^r die Geschenke, so erhöht sich damit der Wert dieser Geschenke, sie sind umgeben von einem Flimmern der Phantasie; welches Kind hat nicht einmal hinter flimmernden eisüberzogenen Scheiben in der Winternacht den Weihnachtsengel gesehen! Wenn die Türe verschlossen ist, hinter der die Weihnachtsgaben und der Christbaum sind, so ist das Herz des Kindes voller Erwartung und voller zitternder Erregung. Denn alles Geheimnis ist ein Zeichen und Symbol der größten und letzten Geheimnisse, die das Leben durchziehen, von denen mir alle nur in Bildern reden können. Ein Ausdruck unserer deutschen Weihnacht sind unsere Weihnachtslieder, die zu den meist geliebten und verbreiteten Volksliedern gehören. In ihnen singt deutsche Seele. Kein Kind, kaum wir Erwachsenen denken dabei an ihren wörtlichen Sinn, denn wir spüren alle hinter diesem den ewigen und tieferen Sinn. Es ist schade, wenn diese Lieder vielfach in unserer Zeit durch mechanische Musikinstrumente verbreitet und so ihrer inneren Wirklichkeit beraubt werden, ebenso wie es schade ist, wenn die Kerzen des Baumes durch elektrische ersetzt werden. Die Lieder müssen erklingen von menschlichen Stimmen, von den Stimmen der Kinder. Dann tragen sie etwas zu uns von dem Lobgesang der himmlischen Heerscharen. Weihnachten wird für uns Deutsche immer ein F e st der Stille, der Besinnung, der Innerlichkeit sein. Wir werden in der Freude mit den Kindertt das Geheimnis spüren, das Geheimnis der Göttlichkeit des Kindes, das Geheimnis der Flamme in der Winternacht, das Geheimnis der Macht der Schlichtheit und Armut, über der der Stern Gottes steht, und vor der die Könige knien. Weihnachtliche Madonna von Albrecht Dürer. • -.Z M \ «2 Der Dürersche Kupferstich, den wir hier abbilden, stammt aus dem Jahre 1495 und ist bekannt unter dem Namen „Die heilige Familie mit der Heuschrecke" oder auch, da die Mutter Gottes nicht nur äußerlich-räumlich die Mitte des ganzen Blattes einnimmt und den Eindruck bestimmt, die „Madonna mit der Heuschrecke". Die Heuschrecke ist am unteren rechten Bildrande zu erblicken; in der Mitte, zu Füßen Marias, die berühmten Initialen, mit denen Dürer seine Bilder zu kennzeichnen pflegte. Zwar gehört dieser schöne Stich nicht unmittelbar zu den Blättern, die uns einsallen, wenn wir uns ein Weihnachtsbild vorstellen wollen, aber Mutter und Kind, die lieblichsten Gestalten der Weihnachtsgeschichte, sind von Dürer so ganz in den Mittelpunkt und den Vordergrund seines Bildes gerückt, daß manche auf den ersten Blick den links an die Rasenbank gelehnten, schlafenden Joses gar nicht bemerken werden, von der winzigen, geflügelten Heuschrecke zu schweigen, welche diese Madonna von manchen andern sogleich unterscheidet. Hoch oben schwebt auch nicht jubelnd ein Engelchor, sondern in Wolken wird Gott Vater sichtbar in thronender Majestät und auch die Taube des Heiligen Geistes; damit ist zwar der Gegenstand sogleich jeder profanen Weltlichkeit entrückt, und man könnte sich die Gruppe auch während einer Ruhe auf der Flucht nach Aegypten vorstellen. Was wir sagen wollen« ist aber dies: selbst wenn wir nicht wüßten, daß das Blatt aus Dürers Hand stammt, würden wir doch seine deutsche Herkunft empfinden; Dürers Madonnen, so hat jemand mit Recht bemerkt, sind alle deutsche Bürgerfrauen, wie er sie in Nürnberg auf Markt und Straßen sah. Diese, mit der Heuschrecke, macht keine Ausnahme, und eben darum ist sie uns lieb und vertraut. Das Bübchen auf Marias Arm ist ein ganz lebendiges, ganz kindliches und gar nicht stilisiertes Kind, wie man es, mit Blick und Haltung eines Erwachsenen, auf manchen andern Madonnenbildern sehen kann. Daß der schlafende Joses wirklich ein müder, geplagter Handwerksmann ist, braucht kaum bemerkt zu werden. Doch nimmt keine dieser Wahrnehmungen dem Bilde etwas von seiner natürlichen Anmut, Hoheit und Würde; wir erkannten schon die betont zentrale Anordnung der Figuren, auf die es ankommt, und wir fügen hinzu, wie, etwa statt eines Heiligenscheines, hinter dem Haupte der Madonna die Landschaft sich öffnet und ins Unendliche verliert. Es ist wohl übrigens keine deutsche Landschaft, aber sie ist auf altdeutsche Weise dargestellt, und Dürer würde man ebenso an den haarscharfen Einzelheiten des Hintergrundes erkennen, dem Fischer in seinem Nachen rechts, ’ — wie an der liebenden Sorgfalt, mit der er Marias Kleid und Mantel in schwere, große, gebrochene Fal ten gelegt hat. hth. Drinnen und draußen. Äon Maria Kahle. In der grauesten Zeit des sinkenden Jahres, wenn die Tage nur schattenhaft aus dem Dunkel herauftauchen und das Leben der Natur in Vereisung erstarrt unter dem schneekalten Mond, da wächst ein Baum hoch über alle Bäume, breitet die Zweige wohl über das ganze deutsche Land und schimmert mit zahllosen Lichtern, verstrahlt sinnbildhaft das Licht der Wintersonnwende: der deutsche Weihnachtsbaum. Und die Herzen der Deutschen, wo immer sie leben mögen auf weiter Erde, wenden sich in diesen Tagen dem hohen Lichterbaume zu, versunkene Lieder der Kinderzeit beginnen zu klingen, Weihnachtslieder. Aller Märchenzauber des deutschen Gemütes webt sich um den Lichterglanz, um den immergrünen Lebensbaum aus unferm Walde. So erlebte ich es einmal im hohen Norden: Eine riesige Tanne stand allein, düster ausgebreitet, auf verschneiter Anhöhe; deutsche Jugend kam durch die Abenddämmerung fackel- tragend herangewandert und steckte Lichter auf in dem grünen Geäste. Und nun schien die Tanne noch zu wachsen, die dunkel Ragende, als ob sie der Weltenbaum wäre und alle Sterne in ihren Zweigen hingen. Wir Deutschen tragen aus ferner Vorzeit noch im Blute das Lichtrufen der Ahnen; die graue Sage von dem Lebensbaum, der Weltesche, hat sich verzweigt in unser Wesen. Sie wurde nie ganz vergessen, und darum ist uns das Fest des Weihnachtsbaumes, des Lichtes, das deutscheste F est geworden. Viele Völker feiern Weihnacht, in ihren Kirchen klingt die fromme Friedensbotschaft: „Seht, ich verkündige euch eine große Freude!" — aber die lichtgesegneten Menschen in den heiteren Mittelmeergärten oder im ewigen Sommer der Tropen, in den glühenden Wüstensteppen wissen nicht um die Einsamkeit dunkler Winternächte, in d«en Adventsklage zum verborgenen Gott aufsteigt, wissen nicht von der vergrübelten Sehnsucht im Nordland. Das Verhangene, mit den Naturkräften Verbundene in der deutschen Seele, das die klaren lateinischen Völker nie verstehen, das in allen Sprachen unübersetzbare „G e m ü t", es ist aus dem Dämmer der langen Nächte gewachsen und aus dem nordischen Wälderland, wie unsere Mythen und Märchen daraus wuchsen und unsere Dome. Gottes Stimme, Schauer des Ewigen nahen der deutschen Seele in den Wundern und Gewalten der Natur, nahen unserer Dunkelheit und Sehnsucht im Licht! So waren heilig unseren frühen Ahnen die zwölf geweihten Nächte, „ze wihen nachten", in denen sie die Wiederkehr des Lichtes, der Sonne, feierten mit überlieferten Bräuchen, die heute noch im Bauerntum leben, — und besonders rein und echt sich i n d e n d e u t s ch e n Alpenländern erhielten. Christlicher Glaube und uralte Volkssitte verschmolzen hier in eins; aufgespeicherte Gottsehnsucht vergangener Geschlechter wurde Stimme im deutschen Weihnachtslied, neigte sich vor den treuherzigen Krippenbildern, die von bäuerlichen Künstlerhänden geschnitzt waren. Die Sarntaler in Tirol fangen: O Schein, o Glanz, o Wunder! Wer hat die finstre Nacht Ganz unverhofft itzunder So hell, fo glänzend gemacht? In Tirol fährt nach dem Volksglauben „Frau Berchta" in den zwölf Rauhnächten durch die Lande, und die Spinnerinnen sorgen ängstlich, daß ihr Rocken sauber abgesponnen ist, wenn Frau „Perchtl" (Frau Holle) mit der wilden Jagd durch die Lüfte braust. Am Abend trägt der Bauer, gefolgt von Frau und Kindern und Gesinde, die mit „Dreißigenkräutern" gefüllte Rauchpfanne (Rauhnächte: Rauch-Nächte) dreimal um Haus und Hof und durch alle Räume, durch Stall und Scheuer, um die Feinde der Fruchtbarkeit, Winter, Krankheit, Tod, zu bannen. Im deutschen Südland backt die Bauernfrau zur Weihnacht den Zelten. Roggenbrot mit Früchten, das alte einst Freya geweihte Opferbrot. Die SiedenbürgerSachsen läuten in ihren Dörfern den „Kristtag" schon am Vormittag ein. Dr. Adolf Schullerus erzählt: „Höhenfeuer, Fackelschwingen vom Turm in der Kristnacht halten alte Sonnwendbräuche fest, mährend der Choral von der Berghohe oder dem Turm und das Ansingen der Burschen vor den Türen der Dorfbewohner kirchlichen Brauch fortführen." Bei den Deutschen i n d e r Z i p s künden die bäuerlichen Hirten die Weihnacht an mit Hörnern und Schalmeienklang; die Mittagstunde ruft sie dann zu den sieben Weihnachtsspeisen, die aus den Keimen wachsenden Lebens bereitet werden, aus Aepfeln, Nüssen, Erbsen, — Sinnbildern von Jugend, Kraft und Werden. Das „Julfest" des Nordens war ursprünglich mit der Feier des Totengedenkens verbunden. Noch gibt es Gebiete, in denen das Volk zur Weihnacht auf den Gräbern Lichter anzündet. In Kärnten wird zu den heiligen Nächten auch für die Toten der Sippe der Tisch gedeckt. In den Alpenländern, aber auch bei den Deutschen im Banat hat das „Sternsingen" eine Fülle von naiv dichterischem Liedgut hervorgebracht. Die drei Könige aus dem Morgenland beginnen also: Was soll das bedeuten? Schaug, schaug nur umher! Ein glänzender Stern, Der schimmert so sehr. Echtes Weihnachtsland ist das sudetendeutsche Gebiet im Erzgebirge, wo der Holzschnitzer seine Heimat hat und phantasievolle Volkskunst schasst. Aber er schickte uns in den letzten Jahren auf den volksdeutschen Weihnachtsmarkt auch Holzteller, an deren Rand eingekerbt die Worte stehen: „Unser täglich Brot gib uns heute!" Das Notgebet aus Hunderttausenden von deutschen Herzen aus dem Sudetenland. In die armen Stuben dieser Volksgenossen, die ihre Kinder hungern sahen, brach nun ein heller Schein. Wle leuchtet ihnen in diesem Jahre das Licht der deutschen Weihnacht, den dreieinhalb Millionen Deutschen, die heimgesunden haben ins Reich nach zwanzig Jahren des Leides, wie selig mögen ihnen die Glocken der Heiligen Nacht von Frieden läuten! Wie jubelnd mag der Glockenschwall durch die Lüste brausen vom Sudetenland bis in die Bergdörfer der wiedergewonnenen Ostmark hinein, und künden von Liebe und Treue! Liebe und Treue; — das Licht der Kerzen- slammen am immergrünen Baum ist dafür Sinnbild. So empfinden es vor allem die fernsten Kinder unseres Volkes, die durch Länder und Ozeane vom alten Mutterland getrennt sind, die Deutschen in Uebersee. Die Ausgewanderten schicken ihre Gedanken in die Kinderzeit zurück, und manche Heimwehträne steigt am Heiligen Abend aus ergriffenem Herzen auf. Und wenn auch viele im langen Jahreslauf, der erfüllt ist von hartem Daseinskampf, keine Zeit haben, den Erinnerungen nachzuhängen, — in der Heiligen Nacht stehen sie um ihren Weihnachtsbaum und singen die alten lieben Lieder und fühlen den geheimnisvollen Zauber, den diese Lieder in ihrer Seele wecken. Im letzten Herbst schrieb eine Kolo- nistenfrau aus dem argentinischen Urwald: „Ich habe keine Verwandten mehr in der Heimat, deshalb wende ich mich an Sie; schicken Sie mir doch bitte einen Tannenzweig aus dem deutschen Wald, daß ich ihn meinen Kindern auf den Weihnachtstisch legen kann —" Sie backen Pfefferkuchen und Spekulatius, die deutschen Kolonistenfrauen, anderswo Pnd sie dem heimischen Stollen treu geblieben, und bei den Pommern fehlt nicht der Gänsebraten, aber das alles ist ja nur „Zubehör" und soll eben sein, „wie's daheim war". Den vollen Glanz der Weihnacht bringt der Lichterbaum. Und ob es auch nur ein Eukalyptusstämmchen ist, wie in Misiones, oder die grüne Araukarie, die der deutsche Siedler in Brasilien aus dem Urwald holt und mit Lametta und bunten Kugeln schmückt am schwülen Hochsommerabend des 24. Dezember: für sie alle ist das manchmal kümmerliche Gewächs Bild, Bild des Weihnachtsbaumes, der an diesem Tage über der deutschen Heimat erstrahlt, und Bild der Heimat selbst. Ein Sinnbild, das die Fremden nicht verstehen. Viele Ausländer in den überseeischen Weltstädten, die einmal ein deutsches Weih- nachtssest miterlebten, haben den Lichterbaum auch bei sich eingesührt, doch ist es kein lebendiger Baum, den sie am Heiligen Abend ausputzen; eigentlich ist es nur ein kitschiges Zerrbild des deutschen Weihnachtsbaumes geworden, dies kleine Industrie-Erzeugnis aus grüner Pappe ... Und weiß einer, der nicht aus dem Nordland stammt, was dem Deutschen der Baum bedeutet? Die Birke zu Pfingsten, der Maibaum, das Bäumlein auf dem Dach der neuen Wohnstatt zum Richtfest, und der Baum, den er auf seiner eigen-n Erde pflanzt? Und der geheimnisvolle Geschlechterbaum seiner Sippe, seines Volkes? Kann das nicht nur ein Deutscher wissen, weshalb der immergrüne Baum nach Jahrhunderten der Vergessenheit vom deutschen Grenzland, vom Elsaß aus, einst wieder zum Mittelpunkt unseres deutschesten Feiertages wurde? Sie fühlen es, unsere Volksgenossen in ferner Welt, wenn die Lichter erstrahlen und die Stimmen ihrer Kinder mit den geliebten deutschen Weihnachtsliedern erklingen. Und sie heben an, die Kinderstimmen unseres Volkes, hier im Mutterlande und Millionen jenseits der Grenzen, und sie vereinen sich am Heiligen Abend und singen vom Wunder der Weihnacht, singen selig und froh zum deutschesten aller Feste! Kleiner Wunschzettel ver großen Kinder. Zur Anregung und Nachahmung im kleinen Kreise empfohlen. In jedem von uns stecken Wunschträume, nicht bloß zur Weihnachtszeit, und wenn sie auch nie erfüllt würden — aufschreiben könnte man sie wenigstens einmal! Die drei Mitarbeiter, die wir darum baten, haben es jedenfalls mit Vergnügen getyn. Man merkt es den folgenden Wunschzetteln ordentlich an, wie sehr ihre Niederschrift drei Männerherzen erleichtert hat. Vielleicht versuchen Sie es auch einmal, ganz für sich allein — Sie werden sehen, wie wohl das tut. Drei Stunden Aebel... Von Heinz v. Lichberg. Lieber Herr Schriftleiter! Ihre außerordentlich freundliche Aufforderung, mich an Ihrem kleinen Wunschzettel der großen Kinder zu beteiligen, hat einiges Zerbrechen meines Kopfes verursacht, weil, wie Sie so nett schreiben, „nicht etwa nur gegenständliche Wünsche gemeint sind, sondern sozusagen der kühne Traum, den man mit großer Phantasie und einer entsprechenden Portton optimistischer Kindlichkeit sich zu Weihnachten erfüllt wünschen könnte"! Ihr Antrag ehrt mich. Sie halten auch mich offenbar für einen jener echten Männer, von denen der Philosoph sagt, daß ein Kind in ihm versteckt sei, das spielen will. Ich danke Ihnen. Zugleich aber nehmen Sie meine aufrichtigen Glückwünsche zu Ihrer eigenen Portton liebenswürdig-optimistischer Kindlichkeit, mit der Sie erwarten, daß verschiedene Männer die kühnen Wunschträume der in ihnen verborgenen Kinder offenbaren — und dann noch auf höchstens einer durchschossenen Schreibmaschinenseite, die Sie für den guten Zweck genehmigen können. Sehen Sie — wir Menschen lausen doch alle mit Wunschträumen herum, die wir in der geheimsten Kammer unseres Herzens verschließen, und die tippt Ihnen doch keiner auf die durchschossene Seite! Oder glauben Sie, einer erzählt Ihnen, daß er innerlich von der Sehnsucht nach einem bestimmten Lottchen oder Aennchen völlig zernagt ist? Oder vielleicht von der brennenden Sehnsucht nach Meeren und Schiffen und der unendlichen Ferne? Daß er von dem roten Häuschen mit grünen Fensterläden am Waldrande träumt — zu dem Häuschen gehört ein Obstgarten und ein Steingärtchen und ein Gemüsegärtchen und ein Kräutergärtchen und ein Hund. Und der Wald rauscht, und die Sonne scheint, und im Häuschen sitzt er selbst, und alle können ihn besuchen — sehen Sie, Herr Schriftleiter, das tippt Ihnen keiner in die Maschine! Vielleicht wird Ihnen einer offenbaren, daß er sich ein Auto wünscht, obwohl er ein Schriftsteller ist. Oder einer möchte einmal den Fujijama persönlich sehen, oder einer gesteht, daß er seinen Sohn brennend um die Spielzeugeisenbahn beneidet. Es gibt viele Wünsche, die von männlicher Kindlichkeit zeugen. Aber glauben Sie, es gesteht Ihnen einer, daß er seit Jahren danach fiebert, das Christkindchen möge ihm gestatten, einem gewissen anderen Herrn einmal, ach, nur einmal, rechts und links eine zu knallen, auf daß er wieder zu sich käme — nein, lieber Herr Schriftleiter, so offenbarend ehrlich wird wohl keiner sein. Was mich betrifft, so wünsche ich mir einen kurzen, etwa dreistündigen Nebel über die ganze Erde. Und wenn der Nebel verschwunden ist, dann müßte allen Menschen einen Bruchteil der ihnen anhaftenden Rücksichtslosigkeit und eigenen Wichtigkeit gegen etwas mehr Sinn für die Schönheit und den Humor des Lebens eingetauscht haben. Ist das kindlich genug gewünscht? Darüber hinaus wünsche ich Ihnen ein frohes Fest und mir ein Pferd. Die Erklärung, warum ich mir ein Pferd wünsche, würde den Rahmen der durchschossenen Seite weit übersteigen. Ja — ich wäre sogar bereit, genau so wie der aufgeregte Herr im Drama, ein Königreich für ein Pferd zu geben. Der hat, soviel ich weiß, auch Feins bekommen. Und ich habe nicht einmal ein Königreich! Greta Garbo, meine Frau. Von Theodor JRiegler. Greta Garbo müßte einen Monat lang meine Frau sein! Ich würde mit ihr in mein altes Stammlokal gehen, um das ich jetzt immer einen großen Bogen mache, weil ich noch sieben Mark achtzig schuldig bin. Da sitzt einer mit einer Glatze und einer Weinnase, der immer behauptet, ich hätte kein Glück bei den Frauen. Zu diesem Mann würde ich mich ganz bescheiden an den Tisch setzen und ihn mit meiner Frau bekannt machen: „Gestatte, Greta, daß ich dir Herrn Scherzl vorstelle!" Und wenn mich eine von meinen alten Freundinnen anrufen würde, würde ich sagen: „Tut mir schrecklich leid, mein Kind, aber wir können uns unmöglich treffen, denn ich bin seit einer Woche mit Greta Garbo verheiratet!" Am Abend würde meine Frau auf mich warten und fragen, wo ich so lange geblieben bin. „Dieses ewige Mißtrauen!" würde ich dann in leicht gequältem Ton antworten. Die unvermeidliche Folge wäre, daß sie leise in ihr Taschentuch hineinweint und mit den Schultern in jenes gedämpfte Zucken ausbricht, das ich an den Frauen so sehr liebe. Ich würde sie dann mit einer liebevollen Geste in die Arme nehmen und ihr ins Ohr flüstern: „Schon wieder eifersüchtig, Kindchen? Du weißt doch, daß heute mein Kegelabend war! Schulze hat fünf Helle an mich verloren! Wie kannst du daran zweifeln, daß ich dich liebe?" Greta müßte mich dann unter Tränen anlächeln und mir forschend in die Augen sehen, ,vb ich auch die Wahrheit sage, und mir mit der Hand zärtlich über die ergrauenden Schläfen fahren! „Das Essen ist kalt geworden, Liebling! Und ich habe mir mit den Semmelklößen solche Mühe gegeben!" Am Telephon würde sie sagen: „Hier ist Frau Riegler! Wie bitte? Sie wollen meinen Mann sprechen? Er ist leider nicht da ... Wichttge Besprechung ..." dann würde sie anhängen und an dem warmen Pullover weiterstricken, den sie mir zu Weihnachten schenken will. Abends sprechen wir dann manchmal von vergangenen Filmzeiten, und Greta nimmt meinen Kops Zwischen die Hande: „Seit ich dich kenne, Liebling, verstehe ich „nicht, daß ich jemals filmen konnte! Was bist du für ein Mann im Vergleich zu Robert Taylor!" Dann würden wir Sechsundsechzig spielen, und Greta würde mir ein Schnitzel braten, und wir wären restlos glücklich. Einen Monat mit Greta Garbo verheiratet sein — das wäre der Wunschtraum meines Lebens. Aber leider hat dieser Traum einen Haken. Es würde mir nämlich keiner glauben, daß die Garbo die Garbo ist. 3d) möchte beiühml sein! I5on Hansjürgen Weidlich. Früher schrieb ich sie auf, meine Wünsche, auf einen Wunschzettel an den Weihnachtsmann. Heute — bin ich der Weihnachtsmann selber und darf nur Wunschzettel annehmen, keinen mehr schreiben. Aber: wenn ich einen schreiben würde ... ach, du lieber Weihnachtsmann! Da würde ich mir zunächst einmal wünschen, daß ich nur eines Blickes bedürfte, um in sämtliche Kinos eingelassen zu werden. In die Theater natürlich auch. Und mit dem Blick müßte das so sein: Den Portier nur einmal scharf ansehen, und sofort müßte er hauchen: „Willkommen wie immer!" Uebrigens, was die Portiers anlangt, so habe ich da noch mehr allgemeine Wünsche. Wenn ich zum Beispiel Herrn Direktor Ypsilon sprechen möchte, so sollten sie nicht als erstes sagen: „Herr Direktor ist leider ganz und gar nicht zu sprechen!" Sondern RUHL Seilersweg Nr. 67 ■ adiO Telephon Nr. 3170 eparaturen M sie sollten zu Herrn Direktor Ypsilon stürzen mit dem Ausruf: „Er ist da!", sollten ihn gleich zu mir bringen und sich beseligt die Hände reiben, weil alles so großartig geklappt hat. Und was nun diesen Herrn Ypsilon betrifft, ja, da ..., da fangen meine innigsten Wünsche erst richtig an. Herr Ypsilon ist nämlich meistens Verleger, und die Wünsche, die ich um seinetwegen hege, sind die (in einem Wort): Ich möchte berühmt sein. Nicht um das Ruhmes willen, auch nicht des Schlosses wegen, in dem ich dann selbstverftändlich wohnen würde, und ebenso wären der Achtzylinder und die Weltreise mit der „Bremen" gar nicht so wichtig — nein, mir käme es dabei auf ganz etwas anderes an. Es müßte bekannt sein, daß meine Bücher ausnahmslos eine Erstauflage von 100 000 (einhunderttausend) Exemplaren vollauf rechtfertigen, dann..., ja, bann ... Also stell' sich das einer bloß einmal vor! Ich könnte auf der Couch liegen, Zigaretten, Tasse Kaffee, kein Telephon, mein Portier würde. sagen, daß ich „leider ganz und gar nicht zu spre-, chen" sei, die Verleger würden in der kämpferischsten Weise trotzdem weiterhin meiner harren, Schlange würden sie vor dem Portal meines Schlosses stehen, ich ließe Nummernkarten ausgeben, damit auch alles schön der Reihe nach gehen würde ..., und wenn mich dann einer mit einem Vorschuß von ihm Pleite bringender Höhe in seinen Vertrag locken wollte, müßte ich sagen: „Eines Vorschusses bedarf ich nie!" Weihnachtsmann, Weihnachtsmann — was sind das für Wünsche! Oie Familienblatter bringen heute in ihrer Weihnachtsnummer Gedichte von Maria kahle und Ruth Schaumann und weitere Beiträge von Albrecht Scbaeffer, Ina Seidel, Walter von Molo und Arnold Ulitz. Wäldlerweihnacht. Von Johannes Linke. Es geschieht mitunter, daß ein Mensch aus einer der großen Städte, der keine Eltern mehr hat und sich noch keinen eigenen Hausstand gründete, in unser Grenzgebirge flieht, um hier oben ein gemütvolles, heimeliges Weihnachtsfest zu feiern, wie er es bisher nur in der Sehnsucht feiner Seele erträumte. So tritt er denn im Marktflecken, wo die steilen Berglehnen der Eisenbahn den Weg versperren, in seine Schneeschuhe und gleitet den Bergdörfern zu. Auf dem Waldwege zerschneiden die tiefen Geleise der Zugschlitten und die breiten, vereisten Mulden des Blöcherzuges den dicken Schnee, der die Tannen vermummt und zu fremdartigen Wesen verwandelt hat. Es kommen auch jetzt noch, am Nachmittag des Heiligen Abends, Holzzieher vom Berge herabgesaust, und er hat bei den vielen Kehren der unübersichtlichen Straße Mühe genug, rechtzeitig vor ihnen zur Seite zu springen. Die Sonne senkt sich schon glutrot in die Dunstschwaden des hügeligen Vorlandes, wie er den- Wald verläßt und in sanfter Abfahrt einem Dorf entgegengleitet, das sich in einer überschnellen Wiesenmulde birgt. Er hört keine Weihnachtslieder, aber aus der Schmiede klingt der Hammer des Meisters, der einen Schlitten mit eisernen Schienen besohlt. Im Wirtshause, wo er auf einen Trunk und Imbiß einkehrt, sieht er keinen Tannenbaum stehen, und kein grüner Zweig steckt über den Bildern an der Wand. Der Wirt reitet auf der Heinzelbank und nagelt altes Leder auf die selbstgeschnitzten Holz- schuhe und verwundert sich über die Maßen, daß an diesem Tage ein fremder Gast zu ihm in die Stube kommt. Die Wirtsfrau trägt ihm Milch und Käse und altbackene Salzwecken auf und bedauert, daß sie ihm nichts anderes vorsetzen könne, aber die Wurst sei noch nicht fertig, der Rest des alten Hausbrotes sei beinhart, und das frische Brot liege noch im Backofen. Der Städter ist ein wenig enttäuscht, denn alles das, was ihm hier begegnet, entspricht durchaus nicht seinen Vorstellungen, die er in das Waldgebirge mitbrachte, aber er läßt sich die einfache Kost schmecken, bezahlt die geringe Zeche und fährt über den knirschenden Schnee in die Dämmerung hinein. Die höchsten, baumlosen Zinnen des Gebirges glühen in den letzten Strahlen der abendlichen Sonne, während die Täler schon im Schatten und frostgrauen Reife liegen. Die einzelstehenden mächtigen Buchen und Ahorne am Hange starren im Rauhreif, der seine Nadeln in Büscheln und Zeilen um Zweige, Astwerk und Stamm geordnet hat. Ein Hase humpelt über den Harsch, den Hütten zu, wo er noch ein paar Hälmchen zu finden hofft; aber auch der Fuchs leidet Hunger, zwischen den ange- rauhten Stämmen des Jungwaldes schnürt er dem Häslein nach, und die drohenden Zurufe des Schneeläufers, die ihn von feiner Beute verscheuchen sollen, bringen ihn nicht von der Spur ab. Die Sterne funkeln kristallisch am Himmel, dicht über den Graten und Höhen, und der Schnee glimmert den Gestirnen in unzählbaren Blättchen entgegen, als der Städter den Weiler erreicht, wo er seine Weihnacht feiern will. Außer einem Forstverwalter und einem Gastwirt, bei dem im Sommer die Wanderer und im Winter die Schlittenzieher verkehren, hausen hier oben nur notige Holzmacher, die einen kleinen Erdäpfelacker bestellen und eine Geiß und eine Sau kümmerlich genug durchfüttern. Auch hier findet der Fremde in der sauber ausgescheuerten kleinen Wirtschaft keinen Weihnachtsschmuck, wie er ihn erwartete, und die Wirtin, die ihm das Bier ausschenkt, meint kopfschüttelnd: „O mein, was sollten denn wir mit einem Tannenbaum in unserer Stube? Das mögen die Städter tun; für die ist ein solcher Raum etwas Seltsames. Und das ist auch recht so, daß sie sich Christbäume kaufen, denn das schafft Arbeit für unsere Mannsbilder — aber wir haben Tannenbäume genaug draußen im Wald!" Ja, das ist nun freilich kein Weihnachtsabend, wie er ihn sich dachte, als er aus der Stadt aufbrach, und nun weicht die Christfreude, die er mitbrachte, aus feinem Herzen, unfeierlich verdrossen und müde von der langen Fahrt legt er sich zu Bett, und während er noch über die gefühllosen Wäldler murrt, die nicht einmal das Weihnachtsfest recht feiern können, schläft er an diesem heiligsten aller Abende ein. Aber kaum, daß er ein paar Stunden geschlafen hat, fährt er aus dem Traume und ist gleich hellwach. Ein wirres Brausen dringt durch das eis- blumige Fenster. In kriegerischer Eile fährt er in seine Kleider und reißt den angefrorenen Fensterflügel auf. Ist ein Unglück geschehen? Bricht ein Sturm die Wälder nieder ober steht die Nachbarhütte in Flammen? Kinder schreien mit gellender Stimme, Hornrufe heulen durch die Nacht, Schüsse knallen, und über dieses Getöse brausen vom Tal her die Glockenstimmen. Geschwind tastet er sich die Holzstiege hinab und springt auf die festgetretene Gasse hinaus. Ein Bursche brennt einen Böller ab, ein Weib stößt unablässig in eine Trompete, der Förster schießt mit feinem Jagdgewehr in die Lust, und ein paar Buben knallen mit der Geißel und mit Zündpistolen. Und aus der Ferne, vom Talgrunde her und aus dem Pfarrdorfe, wo er gegen Abend rastete, dringt Krachen und Lärm und Glockengelgut. „Was gibt’s denn?" ruft der Städter den Wirt an, der eben mit einer uralten Büchst aus dem Gaft- haufe tritt. „Was es gibt?" lacht der mitleidig. ..Christkindelschießen tun wir!" Und damit legt er seine Büchse an und jagt einen Schuß über das Hausdach hinweg. „Wo kommt denn der Herr her, daß er das nicht einmal weiß? Heut ist doch Weihnacht! Das ist die allergefährlichste Nacht im ganzen Jahr! Das ist eine Losnacht, Herr! Da muß man die Teufel und die Hexen und die toten Leut, die keine Ruh finden, und die Drud und die Weihz und das ganze Gelump miteinander, die muß man anweihen, daß sie keine Gewalt kriegen über uns! Das ist fein Lebtag so gewesen, und das wird auch nicht anders!" Unablässig dauert das Schießen und Lärmen und Schreien fort. Ununterbrochen tönen die Kirchenglocken. Da vergeht dem Fremden mit einem Male der Aerger, der in ihm angewachsen war, und das unheimlich frembartige Treiben biefer heiligen Nacht bekommt Gewalt über ihn. Er spürt, wie sich uraltes Heibentum der Heimat mit der frohen Botschaft des Heilands verquickt, und zum ersten Male begreift er den Sinn des Namens „Weihnacht", den er so oft unbesonnen hörte und aussprach: Es ist die Nacht, in der die bösen Geister angeweiht werden müssen, nicht nur mit Weihrauch, Kreuz und Weihbrunn, sondern auch mit Feuer und Lärm, da- ~mit ihre finstere^ Macht zerfällt und sie dem Dorfe und seinen Menschen nichts anhaben können. Denn immer und überall, wo der Erlöser ins Licht steigt, sammeln sich die höllischen Widersacher zum Kampfe. Allmählich verebbt das Getöse, ab und zu durchpeitscht noch ein Schuß die eiskalte Nacht, und nur die Glocken fingen noch eine Weile über das Gebirg. Nun kommen auch die Mettengänger wieder heim. Sie halten sich dicht beisammen. Es gibt wohl in jedem noch so kleinen Dorfe einen, der am Sonntag seinen Weg allein zur Kirche wandert, weil das die einzige Stunde in seinem arbeitsreichen Leben ist, wo er ungestört seinen Gedanken über Gott und Welt nachhängen kann — aber auch dieser eine geht heute nicht für sich allein, sondern jie*t in der Schar mit, denn in dieser Nacht, wo die Geister der Finsternis losgebunden find, um gegen den Herrn des ewigen Lichtes anzustürmen, hütet sich ein jeder, ihnen ohne Beistand zu begegnen. Fröhlich gehen die Holzhauer, die Weiber, die Burschen und Kinder auf ihre erleuchteten Hütten zu, sie schälen sich aus ihren Mänteln und Umhängen und Kopftüchern, reiben sich die durchfrorenen Finger und wärmen sich am Herde, wo schon das Kaffee-^ wasser siedet. Die Kinder sitzen um den Tisch, als der Gast wieder ins Haus tritt. Die Wirtin schüttet den kräf- ttgen, mit Rahm beweißten Kaffee in die bauchigen Tassen, der Wirt schneidet den unberührten Brotlaib an und legt nach altem Brauche jedem eine mit Semmel und viel Gewürz durchsetzte Mettwurst auf den Holzteller. Hungrig halten siö ihr nächtiges Mahl, an dem auch der Fremde teilnimmt, langen immer wieder neu zu und danken mit singendem Gebete für die Speise. Dann zündet die Hausfrau ein paar Lichtlei'n an und löscht die Lqmpe aus. Und nun findet der Gast aus der Stadt auch noch das, was er sich zur Weihnacht ersehnte. Die Dinge des täglichen Gebrauchs sind im Dunkel versunken, und nur eine Krippe, kunstlos, aber liebevoll aus Rinde geschnitzt, steht im Licht. Die Seidenflicken und Silberflitter, mit denen die Muttergottes und die Heiligen Drei Könige behängt sind, flimmern unter dem Kerzenflämmchen, und es ist, als ob sich der Vater Joseph und die Hirten und Schafe bei dem Geflacker des Lichtleins regten. Ein Mädchen stimmt zaghaft an, und nun fallen sie alle mit rauhen, ungeübten Stimmen, aber voll Herzensfreude in den Gesang ein: Stille Nacht, heilige Nacht ... Nein, die bösen Geister werden keine Macht über das Dorf bekommen, und auch aus der Seele des einsamen Mannes, der ins Gebirg kam, um Weihnacht zu feiern, sind sie längst ausgetrieben. Zean Paul erzählt Weihnachtsmärchen. Um die Weihnachtszeit erzählte Jean Paul seinen Kindern immer die schönsten Märchen. Seine Tochter hat in ihren Erinnerungen das anziehende Bild geschildert, wie er dann in der Dämmerstunde mit feiner Pfeife auf dem langen Kanapee Platz nahm; kaum hatte er zu dem ersehnten Fest gerufen, da stürzten die Kinder die Treppe herauf, da jedes als das erste neben dem Papa Platz nehmen wollte. Es war mühselig, sich zwischen Tisch und Büchergestell, die das Sofa verbarrikadierten, zu zwängen. Mit Hilfe einer hohen Ritsche fliegen sie über die Kanapeelehne und drängten sich alle drei zwischen die Sofawand und die Beine des liegenden Vaters. Den besten Platz auf feiner Brust hatte schon der schlafende Hund eingenommen. Wenn sich schließlich alle möglichst eng zusammengeschoben und in die unbequeme Stellung gebracht hatten, dann war die richtige Stimmung da, in der der Dichter seine Phantasie ihre Fluge! ausbreiten ließ und die schönsten Weihnachtsmärchen vom Himmel herunterholte. Weihnacht am andern Ende der Wett. Ausländskorrespondenten des Gießener Anzeigers berichten. DieGrschaffungdesAbendsternes Ein australisches Weihnachtsmärchen. v. Sk. Sydney. Es gab einmal einen mächtigen Seekönig, der hieß Rolla-Mano. Ihm gehörte die tiefblaue Südsee, mit ihren wundervollen Schätzen gleißender Perlen, weißem Meeresschaum und rosaroter Korallen. In der Meerestiefe herrschte er über ein Königreich von Schatten und merkwürdigen Gestalten, die vom eindringenden Sonnenlicht in grüngrauen Farben gebadet wurden. In diesem Geisterland waren Wälder von Bäumen brauner Seealgen, deren lange Arme von der Strömung langsam hin und her bewegt wurden. Dazwischen leuchteten Wiesen von Seegras, fein und weich, wie die Locken von Jungfrauen. Tausende von Gespenstern der Untiefen lauerten im Schatten dieser Wälder. Ein riesenhafter Tintenfisch streckte seine langen verderbenbringenden Arme aus nach Opfern, die sich seinem Bereiche näherten und die er mit seinen glanzlosen Stilaugen erspähte. Ein grauer Hai schwamm behende und ohne bemerkbare Körperbewegung in dem Gewoge der Wasserpflanzen umher, während die in allen Regenbogenfarben schillernden tropischen Fische in allen Richtungen auseinanderstoben, um dem Räuber der See zu entgehen. Eine große ungefüge Krabbe kroch unbeholfen seitwärts über den gesellten Sand des Meeresbodens, um ihr Versteck hinter einer weißen, knospenartigen Seemuschel aufzusuchen. Und über allem diesem Treiben wogten die langen braunen Arme der Seealgen. — Dies war das Königreich von Rolla-Mano, des alten Herrschers des Meeres. Eines Tages begab sich Rolla-Mano auf einen Fischzug. Er suchte sich dazu einen einsamen, von Mangroven bestandenen Sumpf am Meeresrande aus. Er hatte Glück und fing viele Fische, die er an seinem Feuer zubereitete. Als er am Essen war, bemerkte er, daß sich ihm zwei Frauen näherten. Ihre wunderbaren Gestalten waren geschmeidig und anmutig, wie die einheimischen Wattle-(Akazien-)Bäume und in ihren Augen schimmerte das weiche Licht der Dämmerung. Wenn sie sprachen, waren ihre Stimmen so weich und zu Herzen gehend, wie der Seufzer und das Säuseln des Abendwindes durch das Schilfrohr am Flusse. So beschloß denn Rolla-Mano sie zu fangen. Er versteckte sich im Geäst der Mangrove-Bäume und als sie in seinen Bereich kamen, warf er sein Retz nach ihnen aus. Er verfehlte aber eine von den beiden Frauen, denn sie entwich dem Retz durch Tauchen. Rolla-Mano geriet darob in solche Wut, daß er mit einem brennenden Feuerstab (die Eingeborenen Australiens erzeuaen Feuer durch Reiben von zwei Hölzern) die Geflüchtete verfolgte. Als aber sein brennender Stab das Wasser berührte, stoben die Funken zischend auf und zerstreuten sich über den ganzen Himmel, wo sie bis heute glänzen als gol- dene Sterne am Abend- und Nachthimmel. Es gelang Rolla-Mano nicht, die Frau, die sich vor ihm durch Untertauchen in die schwarzen, dunklen Gewässer des Sumpfes zu retten versuchte, zu fangen. Nach langem erfolglosen Suchen kehrte er ans Ufer zurück und nahm die andere Frau zu sich, mit der er später seinen Wohnsitz am Himmel nahm. Man kann sie dort heute noch als Abendstern sehen. Vom Abendbimmel schaut sie durch den Dunst der Ewigkeit für alle Zeiten auf die stets unruhige See, das dunkle und geheimnisvolle Reich von Rolla-Mano herab. An stillen klaren Nächten, wenn der Himmel voll ist von Sternen, denken die australischen Eingeborenen daran, daß die funkensprühenden Himmelslichte durch die Funken des Feuerstabes von Rolla-Mano erzeugt wurden. Der herrliche Abendstern ist aber die Frau, die er im Gestrüpp des Mangrove-Haines sich zu eigen nahm. Lhrisibaumflraßen in Kalifornien H. W. Los Angeles. Während sich jetzt während des kalten Winters in Europa wahrscheinlich viele Deutsche nach der Sonne und dem warmen Süden sehnen, fliegen unsere Gedanken zurück ins Vaterland, wo wir in unserer Jugend so manches traute Weihnachtsfest verlebt haben: Weihnachten fern von zu Hause ist das schwerste Los der Ausländsdeutschen, und die Sehnsucht nach den verschneiten Wäldern der Heimat ist umso stärker, wenn man in einem Lande lebt, in dem ewiger Frühling keine rechte Weihnachtsstimmung aufkommen läßt. In Kalifornien haben die ersten Winterregen nach monatelanger Trockenzeit des Sommers und Herbstes in Berg und Tal ein frisches Grün und Tausende wilder Blumen hervorgezaubert. Aus. den Weinpflanzungen werden die letzten Trauben geerntet, japanische Gärtner bringen die ersten neuen Erdbeeren auf den Markt, auf den Apfelsinenplantagen schicken sich die Farmer an, die goldenen Früchte' einzubringen und in der Coachella-Wüste ist die Dattelernte in vollem Gange. Längs der Autostraßen blühen zwischen königlichen Palmen wilde Oleander, Rosen, Pelargonien in verschwenderischer Pracht, und nur die schneebedeckte Hochgebirgskette der Sierra Nevada, die im Sonnenlicht glitzert und funkelt, erwähnt daran, daß es Winterszeit ist. Nun darf man aber nicht glauben, daß Kalifornien kein Weihnachten habe. Wenn auch der knirschende Schnee und das Schellengeläut in den Straßen der kalifornischen Städte unbekannt ist, so hat man es sich nicht nehmen lassen, viele alte schöne Weihnachtssitten hierher zu verpflanzen: Winter wie Sommer ist Kalifornien eins der beliebtesten Ziele für amerikanische Touristen. Um nun die vielen Fremden auch an der Weihnachtsfreude teilnehmen zu lassen, hat man vor etwa 15 Jahren die „Christmas Outdoor Movement“ begonnen, eine Bewegung, die den Zweck hat, allen Menschen durch Festlichmachunq der Natur das Weihnachtsfest fröhlicher zu gestalten. So sieht man denn heute in den Dezembernächten im Freien Tausende brennender Weihnachtsbäume in -Kalifornien. San Franzisko bat feine erleuchtete Ehristbaumstraße im Golden Gate Park, in Los Angeles brennen die Tannen zur Einfahrt ins Olympische Stadion, und die berühmteste Ehristbaumstraße ist die eine Meile lange Santa Rosa Avenue in Pasadena, deren herrliche riesengroße Deodar-Zedern am Fuß der Sierras im bunten Lichterschmuck prangen. Eine feierlich» Zeremonie findet am 1. Dezember am Hollywood-Boulevard statt, wenn die Filmköni- gm Mary Pickford diese berühmte Straße in „Santa Claus Lane" umtauft. Dann flammen Hunderte von Weihnachtsbäumen zu beiden Seiten oer Straße auf, und der Weihnachtsmann fährt in einem von kanadischen Renntieren gezogenen Schlitten unter einem künstlich erzeugten Schneegestöber durch Hollywood. Selbstverständlich prangen die Länden im Weihnachtsschmuck, Girlanden sind über die Straße gezogen, Weihnachtskonzerte werden durch öffentliche Lautsprecher übertragen, und vor vielen Bungalows und Villen strahlen mit bunten Lichtern geschmückte Bäume oder hängen erleuchtete Kränze an der Haustür. Mit Unterstützung der Handelskammer ist eine „Outdoor Christmas Tree Association of California“ (Weihnachtsbaumvereinigung im Freien) ins Leben gerufen worden, die durch Presse und Rundfunk zum Beleuchten der der Firma, um Lieder zu fingen. In den Foyers der weihnachtlich geschmückten Hotels, in den öffentlichen Parks und in den Straßen trifft man die Sänger. Vor dem Rathaus in Los Angeles führen alljährlich am Heilig Abend 600 Kinder und 500 Choralsänger ein Weihnachtsspiel auf, zu dem die ganze Stadt eingeladen ist und das mit der Weihnachtsbotschaft des Bürgermeisters eröffnet wird. Aehnliche Festspiele, verbunden mit Umzügen, werden in fast allen Ortschaften abgehalten. Besonders eindrucksvoll ist eine Feier, die im General Grant National Park in Zentral-Kalifornien unter den gewaltigen Urwaldriesen stattfindet. Hier im Schatten des histori- schen General-Grant-Baumes, der 266 Fuß hoch ist und 106 Fuß Umfang zählt, und den die Amerika- Anbetung 6ct Könige von Manfred Hausmann. Has Missen von der bunten Melt, vom Meer und feinen jjofen, von Mond und -3tern am Himmelszelt, mir fkrelfen's von den schlafen. ^bir find mit unsrer Sönigsmacht schwermütig hergeritten. Es schneite auf uns "Tag und Aacht, auf Mann und Pferd und Schlitten. Hie Mr geht auf, es summt der Mintz, wir beugen unsern Bücken, da wir dos zauberische Sind im Hämmerlicht erblicken. Hier ifi das Gold, der Meihrauch hier und hier, o Sind, die Myrrhen. Hu lächelst, und schon fühlen wir, wie wir uns ganz verwirren. Has Ich, das trotzig sich erschuf über den Andern allen, es will nun wie ein banger Bus im Innersten verhallen. Mir neigen unsers Alters Gram auf deine kleinen Hände. And in dem Helgen wundersam geht aüe Hot zu Ende. Mir hoben anders dich geglaubt. Hun treten wir ins Hunkel und heben ab von unserm Haupt der Sronen Golügefunkel. Hie Pferde draußen schütteln sich und klirren mit den Glocken, und lautlos wehen strich an Htrich darüberhin die Klocken. Gärten aufruft. Dabei wird besonders Geraten, lebende Baume zu schmücken, Tannen anzupflanzen, so daß sie jedes Jahr wieder gebraucht werden können, und wo Nadelbäume fehlen oder nicht erwünscht sind, da prangt eben eine Palme oder ein dorniger Kaktus im Lichterglanz. Eine andere sehr verbreitete Sitte ist das Absingen von Weihnachtsliedern auf den Straßen und öffentlichen Plätzen. So gibt es in Los Angeles allein 225 Kurrende-Gruppen, denen etwa 10 000 Sänger angehören, die in der Weihnachtszeit Ständchen bringen. Teils find es Schüler der Volksschulen, Studenten oder Kirchenmitglieder. Ein großes Warenhaus hat 70 musikalische Angestellte in kleine Chöre organisiert? Mit Tannenzweigen geschmückte und mit Musikinstrumenten ausgerüstete Geschäftsautos, darunter mehrere Lastwagen, fahren am Heilig Abend diese Choralsänger zunächst in die Hospitäler, dann zu den Häusern, in denen kranke; Angestellte wohnen und zuletzt zu den Direktoren i dei den Deutschen im Sei den Deutschen im chilenischen Sommer. W. Sz. — Santiago de Chile. Seht, wenn ich in diesen Dezembertagen ans meinem Fenster schaue, dann geht der Blick in einen Garten voller Rosen. Kein Paradies kann eine herrlichere Landschaftskulisse stellen als Santiago, wenn es dem Höhepunkt des Sommers zustrebt. Guckt mit mir aus meinem Fensterchen! Da breitet sich der satte Rasen, da blüht es in hundert Farben. Und wo das dichte Blattwerk der Aprikosen und Pfirsiche noch einen Blick offenläßt, da seht ihr die Kordillere himmelwärts ragen, über die sich das milde Blau Mittelchiles spannt. Ueher die Kordillere, die auch jetzt im Sommer noch Schnee trägt, geht die Sonne unter. Und dagegen verblaßt dann selbst die Farbenfreudigkeit des Gartens. Wo die Sonne gerade den Schnee weggefreffen hat, leuchtet es steinig schwarz herüber. Dieses Schwarz erhellt sich langsam in allen Farbstufen über Braun und Gelb bis zum schneeigen Weiß auf den Gipfeln. Und nun saugen sich die Berge voller Feuer, flammendes Rot der untergehenden Sonne erstrahlt und verglüht. Seht, es ist ja auf der andern Hälfte der Erdkugel so, daß uns die Natur einen andern Rahmen gab für den Alltag wie auch für unsere Feiertage. Euer Winter ist unser Sommer, eure Nacht ist unser Tag. Aber wir sind auch hier so ganz am Ende der Wett völlig auf das christliche und das nationale Leben verschworen — so ties und selbstverständlich wie ihr. So feiern wir Ostern und Pfingsten im Herbst, wir opfern für das Winterhilfswerk im Sommer, der Erntedanktag des deutschen Volkes gleicht bei uns einer Frühlingskirmes, und jetzt, mitten im Sommer, begehen wir mit euch das Weih nach tssest. Und wenn ihr nun nochmals mit mir durch mein Fensterchen blickt, so entdeckt ihr unter blü, henden Rosen und reifenden Früchten auch einen ner den ältesten Weihnachtsbaum der Welt nennen, weil er 4000 Jahre alt sein soll, versammeln sich am 1. Feiertag viele Andächtige aus nah und fern, um in Gottes freier Natur unter diesen tausendjährigen Bäumen den Weihnachtsgottesdienst zu begehen, der durch Rundfunk über das ganze Land übertragen wird. In den acht deutschen Kirchen von Los Angeles finden natürlich deutsche Weihnachtsgottesdienste statt- und in den Vereinen der deutschen Kolonie hält der Weihnachtsmann seinen Einzug. Viele unserer deutschen Familien, denen das subtropische Klima und die blühende Natur nicht die rechte Weihnachtsstimmung aufkommen läßt, fahren hinauf ins Felsengebirge, nach dem verschneiten Yosemite ober dem Großen Bären-See, wo man wohnliche Blockhütten für geringes Geld mieten kann, um in der winterlichen Hochgebirgslandschaft das Fest zu begehen. chilenischen Sommer. Tannenbaum. Gleichsam als wüßte er, daß er mm für einige Tage seinen Platz im Garten mit dem Platz im weihnachtlich geschmückten Zimmer zu tauschen hätte, hat er sich prachtvoll herausgeputzt. Fri'sche Triebe in leuchtendem Grün schmücken ihn so festlich wie daheim Lametta und bunte Weihnachtskugeln. Und steht er erst einmal im Zimmer, leuchten dann die Kerzen, herrscht auch hier tiefe und echte Weihnachtsstimmung. Das Deutschtum Chiles lebt wie eine große Familie zusammen. Weihnachten ist das schönste Fest dieser großen Familie, deren Sprosse überall an der 4000 Kilometer langen Pazifikküste leben, in jenem langen Streifen Land, das Chile heißt: Im Süden, um Valdivia, Osorno, Temueo, im Seengebiet des Llanguihue in den geschlossenen deutschen Siedlungen, in den Großstädten Santiago und Valparaiso als Kaufleute, Handwerker, Industrielle, Lehrer, Wissenschaftler, im Norden schließlich als Techniker, Verwalter und Ingenieure in den Bergwerken und der einsamen Salpeterwüste. Für die Chilenen ist das Weihnachtsfest die „Noche Buena", die nach spanischer Sitte gefeiert wird, recht fröhlich und manchmal auch etwas ausgelassen, mit einem guten Trunk und einer Gans oder einem Truthahn auf der Festtafel. Die Bescherung der Kinder pflegt später, am Heiligen-Drei-Königstag, zu erfolgen. Aber wie überall im Leben Cbiles, so trägt auch die Weihnachtsfeier Züge, die sich nur aus dem engen Zusammenleben mit dem Deutschtum erklären lassen: Schaufenster sind weihnachtlich geschmückt, wie öaheim, und auch der Weihnachtsmann, der „Diejo Pascual" ober der „Papa Noel", hält seinen Einzug. Ja, die schöne Sitte, unter dem Weihnachtsbaum zu feiern, hat auch viele chilenische Familien erobert. So ist auch der Chri'st- album in' den Handel gekommen und eifrig gefragt, auch wenn feine Pflege in diesem heißen Land immer viel Mühe erfordert und ein Weihnachtsbaum mehr kostet als ein herrliches Weihnachtsmahl. Mit viel Liebe wird die deutsche Weibnacht in Chile vorbereitet; alle sollen an diesem Fest teilnehmen, auch jene, die das Schicksal einsam ließ und die auch in der neuen Heimat fein irdisches Glück finden konnten. Manch einer ist darunter, den das Leben vom Deutschtum entfremdete, dessen Kinder spanisch als Muttersprache lernten. Das Deutschtum hat sie jedoch nicht aufgegeben. Das Weihnachtsfest wird schönster Ausdruck dafür, wenn etwa die Fürsorge diesen Kreis zur gemeinsamen Feier unter dem Christbaum versammelt. Man muß dabei gewesen sein,, wie hier ein deutsches Weihnachtslied erschüttern kann, das unter Tränen von Männern gelungen wird, die das Deutsche fast verlernten, um die Kraft zu ermessen, die von so hohen christlichen Feiertagen für das deutsche Volkstum in Uebersee ausstrahlt. Vom allen deutschen Weihnachtsgebäck. Das Weihnachtsgebäck ist von unserem deutschen Weihnachtsfest nicht fortz^benken. Es versüßt uns schon bie ganze Abventszeit. Fast jebe Lanbschaft hat ihre besondere Spezialität, und die Rezepte dazu sind oft jahrhundertealt. Sie wurden früher von den Kuchenbäckerzünften der einzelnen Städte eifersüchtig gehütet, und so führen sie auch heute noch die Namen ihrer Herkunft. Nürnberger Lebkuchen, Thorner Katharinchen, Dresdener Stollen, Aachener Printen haben sich die ganze Welt erobert. Der Ehr ist st ollen ist vielleicht die älteste und am weitesten verbreitete Form des Weihnachtsgebäckes überhaupt, wenn es auch mannigfache Formen und Namen gefunden hat, vom einfachen, länglichen, stark gewürzten und etwas gesüßtem Brot bis zum raffinierten Dresdener Backwerk. Schon der Presbyter Alfso berichtet um 1400 von einem bestimmten Weihnachtsgebäck, einem großen, langgeformten Weißbrot, das gesäuert wurde, „damit es schmackhafter werde", während damals das gewöhnliche Brot noch ungesäuert war. In der Lausitz und 'm Schlesien werden die „Striet- z e l n " mit Mohn gefüllt, in Schwaben ißt man Hutzelbrot, im bayerisch-österreichischen Gebiet das Klözenbrot. Hutzeln und Klözen sind Ausdrücke für gedörrte Birnen, denn der süddeutsche Christstollen hat zumeist eine Füllung von Birnenschnitzen, Nüssen, Feigen und dergleichen. In Nordschleswig und Nordfriesland hingegen gibt es Knoppelkoken, Halligknecker und die auch in Mecklenburg bekannten Kindjespoppen. In der Lüneburger Heide heißen die Stollen Kannieeskoken, und den Kindern wird erzählt, daß bas Christkind und bie Englein selbst dafür den Ofen Heizen, weshalb benn auch ber Himmel gegen Abend vor Weihnachten so schön rot leuchtet. In Westfalen ist ebenso wie im nahen Holland das bodenständige Weihnachtsgebäck ganz flach und hart geworden — der berühmte Spekulatius. Im Osnabrückschen heißt das Gebäck „Klaus- kerls" und soll von dem Nikolausbrot her- • stammen, das die Holländer bereits im 17. Jahrhundert ins Meer warfen, um die stürmischen Fluten zu besänftigen. Jedenfalls weist der Spekulatius sich durch seine phantastischen Formen, die kllerhand Menschen- und Tiergestalten zeigen, deutlich als Gebildbrot aus. Man hat ja sogar im Christstollen eine Art Gebildbrot sehen wollen, und zwar soll die lange schmale Gestalt das von Windeln umwickelte Christkinb barstellen. Jakob Grimm meint in seiner Mythologie, baß die ben germanischen Göttern geheiligten Tiere in Teig geformt und von den Frauen in ben Tempeln gebacken würben. In Schweden wurde noch in neuerer Zeit dem Weihnachtsgebäck die Gestalt des Jul-Ebers gegeben. In vielen deutschen Landen haben die geschnitzten Holzformen zum Kuchenbacken, die sich seit alten Zeiten fortgeerbt haben, ausgesprochene Gebildformen. Die „Hanselmänner" und „Springerle" in Schwaben zeigen menschliche Gestalt, die märkischen „ P e r e k e n " stellen Pferde und andere Tiere dar. Wenn der Stollen ober Strietzel in seiner Urform nur ein besonders gesüßtes und gewürztes Brot war, so bildete beim eigentlichen Pfefferkuchen von jeher Honi'g den Hauptbestandteil, den das Land ja in reicher Fülle lieferte. Ausländische Gewürze kamen zuerst in den Städten dazu, die an der großen Handelsstraße nach Italien lagen, von wo Mandeln und Zitronat, aber auch so exotische Dinge wie Pfeffer und Zimt leichter eingeführt werden konnten Auch Marzipan ist auf dem Umweg über Italien nach Deutschland gekommen. In Lübeck ist seine Herstellung seit 1407 urkundlich belegt Marzipan galt früher als Luxus, der auch unter die entsprechenden Luxusverbote fiel. Anderseits galt es als Liebeszauber, worauf noch die Derbreitete Form des Marzipanherzens hinweist. In einer der simplizianischen Erzählungen Grim- melshaufens, dem „wunderlichen Vogelnest", bereitet der Apotheker Marzipan und verkauft es als Liebesmedizin, worauf schon die Ausschmückung hindeutet, die aus flammenden, pfeilgeschmückten Herzen besteht und aus Auftchriften wie: „Mein Lieb und Treu / wird täglich neu." In seiner 1542 in Augsburg erschienenen „Kellermeisterei" erwähnt es Ryfs unter den „trefflichen und wohlschmek- kenden Küchlin oder Fladen, die Kranken, welche alle Speis zuwider ist, damit aufzuhalten." C. K. Rudolf Heß spricht Heiligabend um 21 LKr. Berlin, 23. Dez. (DNB.) Der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, spricht, wie alljährlich, am Heiligen Abend von 21 bis 21.20 Uhr über den Reichsrundfunk zu den Deutschen in aller Welt. Die Ansprache wird von allen deutschen Sendern übertragen und mit Richtstrahler des Deutschen Kurzwellensenders nach Afrika, O st asien,Amerika und Australien gesendet. Wie die „Nationalsozialistische Parteikorrespondenz" erklärt, wird der Stellvertreter des Führers in feiner Weihnachtsansprache eine besondere Eh r u n g ber beutfeben Mütter ankündigen. Die italienischen Sender übernehmen die Rede um 22.30 Uhr. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigenTeil.ErnstBlumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. XI. 38: 10718. Druck und Verlag: Brühlsche Umversitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr 4 vom 1 September 1937 gültig. Gießener förauftausSier Hervorragende Qualität 8240D Für die Festtage besonders empfohlen: tdel-Fils - Spezial dwiftel Hotel Hindenburg Fernruf 3945 Seltersweg 68 bild zu erfreuen. freundlichst ein. Stiesel siÄ! Wir suchen Suche zum 1. Januar ob. später 1 jüngere MW Bezirks-u. Sladlinspektor München. 3529V Ernst Nicolaus, Ulli Ciy v Sckreinermeist., 1 verm. 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Kollekte. . . :------------------- Ur. 301 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) 24./25. Dezember 1938 Deutsche Zukunft. Don Johannes Bühler. Als die eigentlichen Nachfahren der Germanen gelten w i r D e u t s ch e , obwohl der physischen Abstammung nach die skandinavischen Völker, die Holländer und, abegesehen von dem keltischen Einschlag, der aber ebenfalls zu den Nordrassen zahlt, die Engländer und, abgesehen von dem keltischen Einschlag, hören wie wir. Sicher haben zu dieser Auffassung noch Aeußerlichkeiten beigetragen, wie die Bezeichnung Deutschlands als Germania in der Sprache Roms und des Mittelalters und als Germany in der englischen Weltsprache. Aber es muß noch einen tieferen Grund haben, daß gerade wir Deutsche von den übrigen Völkern als Germanen gerühmt, gefürchtet und geschmäht werden. Was uns in den Augen der Welt und unserer eigenen Empfindung nach zu den Germanen macht, das ist das germanische Seelenerbe, genauer die germanische seelische Potenz. Sie ist uns in höherem Grade erhalten geblieben als allen anderen, die gleich uns oder mehr noch als wir Deutsche Anteil haben am germanischen Bluierbe. Die Dölkergruppe, aus der die Germanen hervorgingen, und dann die Germanen selbst waren immer bereit und fähig, Kulturgut zu übernehmen, gleichviel, ob sie in eine ihnen bis dahin fremde Welt einbrachen oder ob fremde Kulturwerte zu ihnen kamen. Fand solch eine Kulturbegegnung in großem Ausmaße statt, wie etwa zu den Zeiten der frühnordischen und der germanischen Wanderungen oder der Christianisierung der Germanen, dann erwuchs dem nordischen und germanischen Menschen aus den Spannungen zwischen der eigenen Kultur und den fremden Kulturelementen eine neue Hochkultur. So entstanden z. B. die griechische Kultur und die Kultur des Mittelalters. Im Gegensatz dazu ging der Römer und geht der Romane darauf aus, derartige Spannungen formal zu überwinden und zivilisatorisch auszugleichen. Die römische Zivilisation der Antike und die sog. westische Zivilisation der Neuzeit sind Ergebnisse dieser Bemühungen. Wenn auch der römisch-romanischen Welt Bewegungen und selbst starke revolutionäre Ausbruche nicht fehlen, und anderseits die germanischdeutsche Welt mitunter geraume Zeit in Ruhe verharrt, so übertrifft sie die römisch-romanische doch bei weitem an innerer Bereitschaft zu Wandlungen auf allen Lebensgebieten und an Wandlungsfähigkeit. Am reinsten und stärksten hat sich diese germanische Dynamik im deutschen Volke erhalten. Es ist erstaunlich, wieviel davon die übrigen Völker germanischer Herkunft eingebüßt haben, und zwar nicht nur wo sie, wie die ostgermanischen Stämme der Völkerwanderungszeit, in einer andersartigen Kulturwelt aufgegangen find. Auch die Engländer und Skandinavier find schon seit langem nicht mehr so wie die Deutschen Dynamiker. Holländer und Schweizer zeigen überdies, daß selbst bei unmittelbarer Nachbarschaft, ja sogar bei weitgehender Sprach- und Kulturgemeinschaft die Loslösung vom deutschen Staatsgefüge die Seelenhaltung der romanischen Zivilisationswelt näherbringt. Da die großen politischen und kulturellen Umwälzungen in der Regel alle Staaten eines Kulturkreises in irgendeiner Form berühren, und da jede der großen abendländischen Nationen einmal bei einer unserer Zeitwenden führend hervor- getreten ist, verwischt sich der Unterschied zwischen der Seelenhaltung des deutschen und aller übrigen Völker für eine nur das einzelne ins Auge fassende Beobachtung freilich leicht. Während aber die anderen Völker nur von den Bewegungen stärker erfaßt werden, die ihrer Art von vorneherein entsprechen, und darum nach Abschluß von geistigen und politischen Revolutionen fast noch dieselben sind, die sie zuvor waren, lassen sich die Deutschen auch von ihrer Art fremden Bewegungen ergreifen und wandeln sich mit dem Umschwung der Epochen stärker als andere. Gerade aber deshalb bleiben die Deutschen nicht bei den „Errungenschaften" einer Epoche stehen. So sind sie stets Wegbereiter, die Dynamiker des Abendlandes. Sie haben, um nur zwei meist wenig beachtete Beispiele anzuführen, zur formalen Ausbildung der mittelalterlichen Scholastik führend bei- gekragen, ein Deutscher, Albert der Große, hat den gesamten Wissenstoff für die Scholastik bereitgestellt, und ein Deutscher, Meister E ck e h a r t, ist dann ausgehend von der Scholastik einer ihrer Ueberwinder geworden; ähnlich bat der Pietismus des 17. Jahrhundert durch sein Eintreten für religiöse Duldsamkeit die Aufklärung vorbereiten helfen, und ist dann der größte deutsche Philosoph der Aufklärung, Leibniz, mit seiner Monadenlehre über sie hinausgeschritten. Die stete Bereitschaft zu neuem Aufbruch, die unablässig kämpferische Auseinandersetzung mit dem jeweils herrschenden Zeitgeist und die große Wandlungsfähigkeit lassen die Deutschen nicht in einzelnen großen geschichtlichen Leistungen.den Ausdruck ihres ganzen Wesens sehen. Jeder Abschnitt der deutschen Geschichte ist immer noch ein Kampffeld für die deutsche Nation. Was die eine Hälfte als Größe, als Segen rühmt, verdammt und beklagt die andere als Schwäche, als Ausgangspunkt unendlichen Leides: die Christianisierung der Garmanen, das mittelalterliche Kaiserreich, die Reformation, die Sonderung in Stämme, die kleindeutsche Lösung. Kein Wunder', daß da viele als den Grundzug des germanisch-deutschen Schicksals das Tragische betrachten. Aber Tragik ist keine Lebensphilosophie für ein Volk. Germanische Stämme sind nicht nach Süden gewandert, um dort unterzugehen, die Germanen haben als Sieger nicht das Christentum angenommen, um das Beste ihres Wesens preiszugeben, die Kaiser haben nicht Italien erobert, um ihre deutsche Köniqsmacht zu zerbrechen, die Reformation wollte nichts weniger als eine religiöse Spaltung des deutschen Volkes herbeiführen, das zweite Reich ward nicht gegründet, um die Stellung des Gesamtdeutschtums in der Welt zu schwächen. Am Beginn jeder dieser Bewegungen stand eine große Hoffnung, und jede bat tatsächlich Großes erreicht. Wenn wir mehr Stürze in die Tiefe als andere Völker erlitten haben, so nur deshalb, weil wir uns öfter als alle anderen zu stotzer und glücklicher Höhe erhoben. Wir werden nie als Volk zu einer gesamtdeutschen Geschichtsauffassung kommen, werden nie wie die Italiener, Franzosen, Engländer aus unserer Geschichte Kraft, Freude und Stolz schöpfen, wenn wir einen einzelnen Abschnitt unserer Vergangenheit, eine einzelne politische oder kulturelle Leistung, einen einzelnen Zug unseres Wesens als die Zeit deutscher Größe, als die deutsche Leistung, als das deutsche Wesen verkünden. Es gibt kaum eine Epoche der abendländischen Geschichte, während der wir nicht führend mit an der Spitze gestanden wären. Natürlich konnten wir nicht immer auf allen Lebensgebieten zugleich die Ersten sein, aber wenigstens auf einem waren wir es fast stets. Und es gibt kein Lebensgebiet, auf dem wir nicht mindestens einmal die Ersten oder unter den Ersten waren. Sobald wir vom einzelnen, das ja immer von irgendeinem Gesichtspunkt aus umstritten sein wird, uns zu einer totalen und universalen Betrachtungsweise aufschwingen, welche die Leistung des gesamten deutschen Volkes in allen Zweigen des politischen und kulturellen Lebens während des bisherigen Verlaufes der abendländischen Geschichte als Einheit umfaßt, ilt auch uns Deutschen und uns vor allem die Vergangenheit die beste Gewähr für eine große Zukunft. Oft werden der deutsche Universalismus und die deutsche Bereitwilligkeit, sich von der Fremde anregen zu lassen, als unsere größte Gefahr bezeichnet. Gefahrlos sind diese Eigenschaften gewiß nicht, wie ja keine zu überragender Leistung befähigte Veranlagung gefahrlos ist. Da aber die Spannkraft der deutschen Seele nicht geringer ist als ihre Spannweite, waren für das deutsche Volk die Perioden der Aneignung fremder Kulturgüter und politischer. Einrichtungen jeweils nur Uebergänge zu einer neuen artgemäßen Kulturblüte und Machtstellung. Seit die Menschheit den bloßen Naturzustand verlassen hat, dessen letzte Spuren wir noch bei den aussterbenden Buschmännern, Drawi- das und einigen südamerikanischen Jndianerstäm- men beobachten können, lösen sich die geistigen Strömungen und politischen Gestaltungen in rhythmischem Wechsel ab. Die Völker mit einseitiger Begabung können nur in Zeitaltern Bedeutendes vollbringen, die gerade dieser entsprechen. Der germanisch-deutsche Mensch hat in jeder Z e i t l a g e Großes und Größtes geleistet. Darum sind wir auch sicher, daß die allumfassende schöpferische Kraft der deutschen Seele jede Zukunft meistern wird. Einsatzbereites Volk einer Weltmacht. Ein Rückblick des Gauleiters auf ein erfolgreiches Jahr der Arbeit im Gau Hessen-Nassau. NSG. Kurz vor Schluß des Jahres hat Gauleiter Sprenger dem Hauptschriftleiter des „Frankfurter Volksblattes", Gustav Staebe, Gelegenheit gegeben, sich mit ihm über den Ablauf von zwölf arbeitsreichen Monaten im sechsten Jahr der Machtübernahme zu unterhalten. Zu Beginn der Unterhaltung kam der Gauleiter auf die Heimkehr der Ostmärker und der Sudet"en- l ä n d e r zu sprechen. Wer hätte vor einem Jahr geahnt, so führte er u. a. aus, daß nicht nur projektierte Zielsetzungen erfüllt würden, sondern der Wunschtraum aller Deutschen, das Groß- deutsche Reich, in Erfüllung geht. Wie groß die Tat ist, die der Führer in diesem Jahre vollbracht hat, tönen wir kaum abschätzen. Erst später wird man mit der Ehrfurcht des Jahres 1938 gedenken, die allein Ausdruck fein kann gegenüber der heute kaum faßbaren Wirklichkeit, daß 80 Millionen Deutsche in einem geschlossenen Lebensraum stellbarem Maße, gesteigert worden. Das Landvolk in unserem Gau hat tatkräftig mitgeholfen, dem Führer die großen Entscheidungen dieses Jahres zu ermöglichen." Der Gauleiter nannte dann ein paar Beispiele. Die Neubildung deutschen Bauerntums hat im Gau Hessen-Nassau abermals kräftig gefördert werden können. Fast 1000 Erbhöfe entstanden, an bestehende Betriebe wurden in mehr als 1000 Fällen Landzulagen gewährt. Dank der restlosen Einführung krebsfester Sorten war im Gau eine ausgezeichnete Kartoffelernte., Die Saatgutversor- g u n g konnte im ganzen Umfange durchgeführt werden. Der F l a ch s a n b a u, .der dem Bauern besondere Opfer auferlegt, stieg von 16 Hektar im Jahre 1933 auf 1090 Hektar im abgelaufenen Jahr. Der Gau besitzt 21 700 Schafe mehr als im Juni und steht mit einer Schafzucht von 145 000 Tieren an erster Stelle im Reich. Im kommenden Jahr Diese Mobilisierung hat im Gau Hessen-Nassau besondere Maßnahmen zur Festigung der Volksgesundheit erfordert. Der Gauleiter konnte feststellen, daß durch die Erholungsfürsorge und die ärztliche Betreuung der Erwachsenen wie der Jugend der Gesundheitszustand in den Betrieben zufriedenstellend ist. In Kürze würden in unserem Gaugebiet die Betriebsuntersuchungen in einer Großaktion anlaufen, bei denen jedem Schaffenden ein Gesundheitspaß ausgestellt wird. Seit Bestehen des Amtes für Volksgesundheit mürben rund 160 000 Untersuchungen durchgeführt, wobei sich fast alle Aerzte des Gaugebietes ehrenamtlich in den Dienst dieser Aufgabe stellten. Eine erfreuliche Entwicklung konnte dann der Gauleiter in der Berufserziehungsarbeit der D A F. aufzeigen. Die Zahl der Lehrwerkstätten und Lehrecken konnte um 52 auf 230 Nach- wuchsbkldungsstätten vermehrt werden. Aber auch bei den erwachsenen Gefolgschaftsmitgliedern wurde der Berufsbildung durch die DAF. stärkste Beachtung geschenkt. In über 200 Betrieben des Gaues wurden fachliche Vortragsreihen durchgeführt, in denen rund 280 000 Personen erfaßt wurden. Heute steht der Gau Hessen-Nassau, was die Zahl der betrieblichen Uebungsstätten angeht, an der Spitze des ganzen Reiches. Die Gesamtzahl der von den Berufserziehungswerken 1938 in betrieblichen und überbetrieblichen Uebungsstätten erfaßten Besucher betrug ungefähr 900 000. Hierzu kommen noch die Einrichtungen des Fremdsprachen- Jnternats der DAF. in Hohenstein sowie die wirt- schaftskundlichen Studienfahrten, die weit in das ganze Reich hinausführten und dem Arbeiter selbst im Ausland Gelegenheit zu betriebskundlichen Studien gaben. Oie Glückwünsche des Gauleiters. NSG. Zur IBinferf onnenroenbe wie zum Zahreswechsel übermittelt der Gauleiter den Nationalsozialisten seines Gaues, dem Iührerkorps, wie der gesamten Gesolgschast seine besonderen Dankesgrühe für den restlosen Einsatz in der erfolgreichen Arbeit des nun scheidenden Zahres, sowie die besten Glückwünsche für die kommende Zeit. Er tut dies auf diese Weise, da die Vielzahl jener, denen dieser Dank und Glückwunsch gilt, persönliche Schreiben nicht zulätzt, und er bittet auch seinerseits, von besonderen Glückwunschschreiben an ihn abzusehen. , zusammenfinden tonnten. Aber dennoch wird es unsere Aufgabe sein, hie heute aufzurütteln, die, ganz zu schweigen von den gigantischen Auswirkungen, nicht eip mal die Tatsache richtig begriffen haben, daß ein germanisches Reich deutscher Nation geworden ist. Allerdings eins weiß ich, und das las ich bei meiner letzten Fahrt den verhärmten, gefurchten Gesichtern der Sudetendeutfchen ab, daß diese Volksgenossen, was sie auch in ihrem überragenden Treuebekenntnis, ebenso wie die dankbaren Menschen in der Ostmark, zum Ausdruck brachten, die Stunde der Glückseligkeit begriffen haben. Was diese Menschen an der Grenze wissen, das müssen wir alle im Altreich noch gründlich lernen: Das Begreifen der gigantischen Tat des Führers, dessen Namen unauslöschlich mit dem Begriff „Großdeutschland" verbunden ist. Oer propagandistische Einsatz der Partei Die Erfüllung der großen Aufgaben im vergangenen Jahr machte natürlich einen ft arten pro - pagandistischen Einsatz der Partei notwendig. Die ungeheure Arbeit der Gaupropagandaleitung Hessen-Nassau umriß der Gauleiter mit einigen Zahlen, die die gewaltige und mannigfache Betätigung auf diesem Gebiete ermessen lassem Vom 17.Januar bis 17. März sprachen in 10 3 6 Versammlungen der NSDAP, im Gaugebiet 11 0 Redner. Als der Ruf zur Voltsabstimmung erging, waren es sogar 177 Redner, die vom 22. Marz bis 8. April in 2302 Versammlungen sich an die Voltsgenossen wandten. Nach der Versammlungsruhe begann am 22. Ottober eine neue Welle, bei der bis zum 15. Dezember 86 Redner in 2089 Versammlung en sprachen. In diesen Zahlen sind die Einzelveranstaltungen, die in der Zwischenzeit in einer Anzahl von rund 1500 durch- geführt wurden, noch nicht enthalten. „Ebenbürtig an diesem Rednereinsatz", so fuhr der Gauleiter fort, „schließt sich der Feldzug mit dem P r o p a - gandamaterial an, das zur Voltsab- st im m un g am 10. April 1938 ausgegeben wurde. Es umfaßt: 341 850 Plakate, 5 892 300 Flugblätter, 362000 Faltbroschüren, 620000 Broschüren, 1217500 Wahl-Illustrierte und 4 132 916 Sonderzeitungen. Durch die Hauptstelle „Rundfunk und Film" wurden zusammen acht Lautsprecher- und Filmwagen bei' den Wahlvorbereitungen in der Ostmark eingesetzt. Oer hessische Bauer in der Erzeugungsschlacht. Nachdem dann der Gauleiter einen Ueberblick über das Rhein-Mainische Siedlungswerk, das als Ziel und schönsten Erfolg die Zufriedenheit Tausender vcm schaffenden Menschen anstrebt und auch im Jahr 1939 mit allen Kräften den Bau von Siedlungen fördern wird, gegeben und über die Tätigkeit weiterer Aemter der Gauleitung gesprochen hatte, befaßte er sich auf weitere Fragen mit der Erzeugungsschlacht der hessen-nassamschen Bauern. Zu diesem wichtigen Problem erklärte der Gauleiter: „Immer und immer wieder müssen die glänzenden Leistungen unserer Bauern und Landwirte in der Erzeugungsschlacht des abgelaufenen Jahres hervorgehoben werden. Ihnen waren s ch w e r ft e, kaum erfüllbar erscheinende Aufgaben gestellt worden, und sie haben sich __ ich bin wirklich stolz — unter Hintansetzung aller persönlichen Wünsche und Interessen für das deut- che Volk in einem Maße eingesetzt, wie das noch nie in Deutschland der Fall war. Dabei darf vor allem nicht vergessen werden, daß gerade der Bauer in unserem Gau durch die Zersplitterung des Bodens in kleine und kleinste Betriebe besonders hart zu kämpfen hatte. Dennoch ist überall die Erzeugung, oft sogar in früher kaum vorsoll die Milchproduktion auf eine Durchschnittserzeugung von 2800 bis 3000 Kilogramm und die Fetterzeugung auf 106 Kilogramm je Kuh gesteigert werden. Der Zuckerrübenanbau wird um 800 Hektar und die Zahl der zuckerrübenanbauenden Betriebe um 592 vermehrt werden. Schleppergemeinschaften ermöglichten auch im Gau Hessen-Nassau verstärkten Einsatz von Landmaschinen. Oas Weinjahr 1038. Auf die Arbeit der Winzer übergehend, die von Worms bis Koblenz, von Hochheim bis Oberlahnstein und von der Bergstraße bis Alzey den köstlichen hessen-nassauischen Wein bauen, führt der Gauleiter aus: „Wenn auch das Lefejahr 1938. nicht zu den Rekordjahren gehört, da unzeitiger Frost schweren Schaden anrichtete, so hat doch die sorgfältige Auswahl der Reben, die fachmännische Pflege und Behandlung des Weines vom Rebstock bis in die Flasche, vor allem aber auch die unentwegte BekämpfungderRebenschädlinge einen allzufühlbaren Verlust verhindert. Wie wichtig der Weinbau im Gau Hessen-Nassau ist, mögen ein paar Zahlen beweisen. Wir verfügen über rund 20 000 Hektar Anbaufläche, 1389 Wein- baubetriebe, davon allein 300 Weingüter. 80 Winzergenossenschaften geben dem kleinen Winzer die Möglichkeit eine^ auskömmlichen Verdienstes." In diesem Zusammenhang wies der Gauleiter darauf hin, daß, um die Fettlücke schließen zu helfen, 1938 im Gau nicht weniger als in 84 Gemeinden Traubenentkernungsmaschinen aufgestellt wurden. Das Ergebnis der diesjährigen Traubenkerngewinnung würde sich auf rund 20 000 Doppelzentner belaufen. Auf Grund dieser pbantastischen Zahl bemerkte der Gauleiter, daß er Wert daraus legt, daß diese Art der Fettgewinnung noch in einem viel größeren Maße fortgesetzt wird. Kampf gegen die Landflucht. Gauleiter Sprenger machte dann bemerkenswerte Ausführungen über die Landflucht, unter der die Landwirtschaft schwer zu leiden hat. „Ich teile", so erklärte er, „diese große Sorge mit dem Bauern. Die unerhörte Steigerung unserer Industrie, die Verstärkung unserer Wehrmacht, die Freimachung von Arbeitskräften für die Befestigungen haben dem Land Kräfte entzogen, die es dringend braucht. Ohne diese Kräfte ist die Erzeugungsschlacht des kommenden Jahres nicht siegreich zu gestalten, denn' der Einsatz der — ich will sie einmal so nennen — landwirtschaftlichen Kerntruppen allein wird nicht genügen und kann es auch nicht, da eine Mehrleistung unmöglich ist. Weitere tüchtige Hände braucht der Bauer. Der Beruf des Dauern ist schwer, besonders der der Landfrau. So wenig der Frontsoldat seinen Posten im Graben verlassen hat, ebenso wie die Frauen in der Heimat in den bitterschweren Jahren des Weltkrieges ihre Pflicht und Schuldigkeit bis zum letzten getan haben, ebenso muß der Bauer mit seinen Angehörigen und seinen Mitarbeitern jetzt an vorderster Front stehen. Groß sind bereits heute schon die Erfolge der Hitler-Jugend im Kampf gegen die Landflucht. Aber dieser Kampf muß auch von innen heraus geführt werden, vom Landvolk selbst. Wir werden dabei mit allen Mitteln helfen." Oie Arbeit der OAK. Die Entwicklung des Arbeitseinsatzes in d e r Wirtschaft unseres Gaues hat dazu geführt, daß ein empfindlicher Mangel sowohl an Fach- als auch an Hilfsarbeitern vor allem bei der Bau- und Metallwirtschaft zu spüren'ist.'Um diesen Mangel an Arbeitskräften etwas zu beheben mußte die brachgelegene Arbeitskraft vieler Männer und Frauen in den Arbeitsprozeß eingespannt roeröen. 3m Dienst des Dierjahresplans. Das Gespräch wendet sich dann den Erfolgen des Vierjahresplanes zu, in dessen Rahmen die Ausgabe gestellt ist, ausländische und in unserem Land knappe Rohstoffe mehr und mehr durch einheimische zu ersetzen. „Die Abteilung „Vier- jahresplan" in der Gauleitung", so führte der Gauleiter aus, „hat im vergangenen Jahr mit unveränderter Zielsicherheit weiter gearbeitet. Zwar ist es nicht Ausgabe der Partei, selbst Wirtschaft zu betreiben, aber sie hat die Pflicht, Widerstände zu brechen, Doppelarbeit zu vermeiden, planend und helfend Überall einzugreifen und alle Kräfte auf das gemeinsame Ziel auszurichten. So wurde der jahrhundertealte Bergbau unseres Gaues, der auf Grund billigen Auslandbezuges von Erzen fast jede Bedeutung verloren hatte, mit neuem Leben erfüllt. Stillgelegte Gruben wurden in Betrieb genommen, verfallene Schächte wieder hergestellt und vorhandene Anlagen erweitert. Darüber hinaus wurden planmäßige Bohrungen durch- geführt, um neue Bodenschätze aufzufinhen. Insgesamt konnten über 30 Gruben wieder in Betrieb gebracht werden. In Wetzlar und Oberscheld erlebten die Hüttenwerke größere Erweiterungen, und in Bad Ems wurden die Aufbereitungsanlagen vergrößert. Auch den übrigen Industriezweigen wurde jedwede Förderung zuteil, z. 2^ konnte das Holz, ein Hauptreichtum unseres Gaues, der erhöhten Verwendung von Zell- stoffverwertung zugeführt werden. Weiter hat die weltbekannte chemische Industrie unseres Gaues neue Werkstoffe erzeugt, die an die Stelle von Metallen treten. Darüber hinaus erfuhren die wissenschaftlichen Forschungsinstitute eine weitgehende Förderung." Großartige Leistungen der AGB. Stolze Rechenschaft konnte der Gauleiter über die Tätigkeit der NSV. im vergangenen Jahr ablegen. „Es ist erstaunlich", so sagte er, „was alles geleistet wurde. Die NSV. unseres Gaues hat mehrere neue NSV.-, eigene Mütter-Erholungs- und Kinderheime, darunter das für den Gau erste Mutter- und Kind-Heim, sowie das erste NSV.-Heim für werdende Mütter geschaffen. Daneben sind über 100 neue NSV.-K i n - bergärten errichtet worden." Obwohl der Gau für die vordringliche Arbeit im Sudetenland bewährte NS.-Schwestern abgeben mußte, sind bet uns noch 121 Schwesternstationen mit NS.-Schwestern besetzt, ebenso zwälfKranken- häuser, in denen die Braunen Schwestern oder die Schwestern des Reichsbundes der Freien Schwestern Dienst tun. Im Jahre 1938 sind auch zwei weitere Jungschwesternheime eingerichtet worden. Der Gauleiter sprach bei dieser Gelegenheit die Erwartung aus, daß die Krankenhäuser, vor allem die der Gemeinden, im kommenden Jahr alles daran setzen müßten, um den erforderlichen Schwesternnachwuchs unterzubringen. Den finanziellen Schwierigkeiten dürfe dabei keine größere Bedeutung beigemeffen werden, lieber die finanziellen Leistungen der NSV. im Gaugebiet teilte der Gauleiter mit. daß für die Verschickung von Müttern in die NSD.-Heirne, einschließlich der Unterhaltung der Heime im letzten Jahr etwa 500 000 Mark aufgewandt wurden. Für die wirtschaftliche Hilfe im Rahmen des Hilfswerks „M utter und Kind" und die Betreuung der Mütter mit hochwertigen Lebensrnitteln erforderte 300 000 Mark und für die Kindererholungsfürsorge in Kinderheimen wurde ein Betrag von 500 000 Mark aufgewandt, der um die gewaltige Zahl von 1,2 Millionen Mark für die Unterhaltung der im Gaugebiet bestehenden NSV.-Kindergärten überstiegen wurde. Kultur und Technik. D.e Unterhaltung wandte sich dann der K u l t u r - Politik in unserem Gau zu. Dabei erwähnte der Gauleiter, daß auch im nächsten Jahr im Ium wieder eine Gaukulturwoche durchgesührt wird, die unter dem Leitsatz „Rasse und Kultur" steht. Während dieser Veranstaltung werde die nationalsozialistische Feier st ätte auf der Loreley feierlich eingeweiht. Nachdem er den weitgespannten Bogen allen schöpferischen Schaffens umrissen hatte, wobei er die würdigen Leistungen der Jetztzeit auf dem Gebiete der Technik neben die der Kultur stellte, kam er auf den Flug - und Luftschiff- Hafen zu sprechen. „Daß sich der Flug- und Luft- schiffhasen Rhein-Main in den letzten beiden Jahren an die führende Stellung des Flughafens Tempelhof heranarbeiten konnte, damit also einen noch größeren Verkehr als beispielsweise Hamburg, München oder Köln besitzt", erklärt der Gauleiter, „beruht nicht zuletzt auf seiner günstigen Lage im großen internationalen Verkehrsnetz. Heute schon hat der Flugverkehr gegenüber den früheren Jahren derart zugenommen, daß die kaum erst fertiggestellten Anlagen des Flughafens bereits zu klein geworden sind. Der Zoll hat bereits ein neues Verwaltungsgebäude in Form eines Vorbaues erhalten, aber nun klagen auch die Post und andere Stellen über empfindlichen Raummangel. Es gab daher keinen anderen Ausweg mehr, als schon jetzt an eine grundsätzliche Lösung der Raumnot heranzugehen und in Zusammenarbeit mit allen Verwaltungsstellen des Flughafens einen neuen Entwurf auszuarbeiten, der allen durchaus berechtigten Beschwerden Abhilfe schafft. Ganz besonders dringlich erscheint dabei die Erweiterung und Vergrößerung des Rollfeldes sowie der Bau einer neuen Flughalle, die in ihren Dimensionen wesentlich größer sein muß als die bereits bestehende. Eine neue große Flugfeldtankanlage ist bereits nahezu fertiggestellt." Vorwärts im Zeichen der Arbeit. Nachdem der Gauleiter dann noch die erfolgreiche Tätigkeit der NSKOV-, der von ihm ins Leben gerufenen nationalsozialistischen Beamtenbewegung und der NS-Frauenschaft aufgezeigt und die Zusammenarbeit von Partei und Presse behandelt hatte, erklärte der Gauleiter am Schlüsse der Unterhaltung, daß die Partei nicht nur auf ein arbeitsreiches, sondern auch auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken könne. „Und wie es im Jahre 1938 war", so betonte er, wird es im Jahre 1939 sein. Der Kampf, und dieses Wort Kampf kann allein unsere Arbeit umschreiben, wird weitergehen. Und er muß weitergehen, denn dadurch, daß wir hier im Westen des Reiches durch unsere Arbeit gehärtet wurden, daß wir nicht erst mobil gemacht zu werden brauchten, sondern vom ersten Tage unseres Einsatzes an mobil waren, entstand die notwendige Rückendeckung, um in diesem Jahre Recht dort auszurichten, wo Unrecht Schranken gezogen hatte. Dieser Schritt ins Germanische Reich deutscher Nation wäre nicht möglich gewesen, wenn nicht durch die jahrelange unermüdliche Arbeit, und wenn sie noch so klein und noch so bescheiden war, wir mit dieser Arbeit nicht zu einer Nation geworden wären, deren moralische Rechtsansprüche auf einem Fundament der Befähigung, einsatzbereites Volk einer Weltmacht zu sein, aufgebaut gewesen wären. Voraussetzung unserer Weiterentwicklung wird immer die Arbeit sein. Deshalb wird sich das kommende Jahr, das siebente des Dritten Reiches, nur würdig an die vorausgegangenen, in denen der Führer das Schicksal des Volkes in sorgenden Händen hielt, anschließen, wenn jeder von uns seine Pflicht erfüllt und arbeitet." Di? Zahlungen aus öffentlichen Kaffen. Berlin. 23. Dez. (DNB.) Ein Gesetz über Zalh- limgen aus öffenttichen Kassen entscheidet, daß die öffentliche Kasse das Geld dem Empfangs- b e r e ch t i g t i g t e n an seinen Wohnsitz übermittelt oder auf sein Bankkonto überweist und die Ko st en der Uebermitt- lung der Ueberweisung trägt, während bisher der Empfangsberechtigte in den meisten Fällen das Geld an der Kasse in Empfang zu nehmen hatte oder bei einer Ueberweisung mit den Ueber- weifungskosten belastet wurde. Für Löhne, Gehälter und andere Dienstbezüge hält das Gesetz daran fest, daß sie grundsätzlich an der Dien st- oder Arbeitsstelle in Empfang zu nehmen sind. Die Auszahlung des Lohnes an der Arbeitsstätte wird in der Regel für den Lohnempfänger der schnellste und bequemste Weg sein, um zu seinem Lohn zu gelangen. Er wird daher den Wünschen des Lohnempfängers am meisten entsprechen. Hat der Gehaltsempfänger e i n Bankkonto oder ist die Kasse nicht auf umfangreichen Auszahlungsverkehr eingerichtet, so kann dem Rechnung getragen werden. Bei der Zahlung von Dersorgungsbezügen sowie Leistungen der Reichsversicherung, der Ärbeitslosen- versicherung und der öffentlichen Fürsorge überläßt es das Gesetz dem zuständigen Minister, Anordnungen darüber zu treffen, auf welche Weise diese Zahlungen zu leisten sind. Ein neues Hebammengesetz. Berlin, 23. Dez. (DNB.) Im Reichsgesetzblatt wird ein neues Hebammengesetz veröffentlicht. Damit ist erstmalig ein einheitliches Heb- ammenrecht für das ganze Reich geschaffen worden. Was um so notwendiger war, als sich die Hebammenverhältnisse in den einzelnen Ländern nicht nur sehr verschiedenartig entwickelt hatten, sondern auch vielfach sich ernste Mißstände ergeben hatten. Diese machten sich in der U e b e r f ü l l u n g und Ueberalterung des Berufes sowie einer ungleichmäßigen Verteilung in Stadt und Land bemerkbar und drohten die acburtshilfliche Versorgung der Bevölkerung zu gefährden. Das Gesetz bringt eine neue Regemng, die den erwähnten Mißständen abhelfen soll. Jeder Frau wird zur Sicherung bester Pflege bei der Geburt die Verpflichtung auferlegt, rechtzeitig für Zuziehung einer Hebamme zu sorgen. Dabei übernimmt der Staat zugleich die Aufgabe, für die Bereitstellung und planmäßige Verteilung einer genügend großen Zahl bestausgebildeter Hebammen Sorge zu tragen. Zu diesem Zweck wird die freie Berufsausübung neben einer besonderen Anerkennung als Hebamme an eine Niederlassungserlaubnis geknüpft, die zur wirtschaftlichen Sicherstellung der Hebamme mit der Gewährleistung eines angemessenen Minde st einkommens verbunden ist. An der freien Hebammenwahl wird dabei im Interesse der Mütter grundsätzlich festgehalten und nur für bestimmte Fälle die Möglichkeit der festen Anstellung einer Hebamme mit Begrenzung der Berufsausübung Vorbehalten. Entsprechend ihrer besonderen Ausgabe im öffentlichen Gesundheitsdienst werden die Hebammen aus der Gewerbeordnung herausgenommen und in einer Reichshebammenschaft zusammengefaßt. Ergänzende Vorschriften betreffen im besonderen die Aus- und Fortbildung sowie die Berufspflichten der Hebammen. Neuorganisation im Reichsarbeitsministerium. Berlin. 23. Dez. (DNB.) Auf Vorschlag des Reichsarbeitsministers Seldte sind durch Erlaß des Führers und Reichskanzlers die Aufgaben und Befugnisse des Präsidenten der Reichsan- st a l t für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung auf den Reichsarbeitsmini- st e r übergegungen. Im Zusammenhang damtt ist der Präsident der Reichsnnstalt Geheimer Regle- rungsrat Dr. Syrup zum Staatssekretär ernannt und in das Reichsarbeitsministerium berufen worden. Dem geschäftsführenden Staatssekretär Dr. Krohn bleiben die Hauptabteilungen I (allgemeine Angelegenheiten, Verwaltung. Versorgungswesen), H (Reichsoersicherung, Wohlfahrtspflege, Internationale Sozialpolitik), III (Arbeitsrecht, Arbeitsschutz, Gewerbeaufsicht, Sozialoerfassung, Lohn- und Wirtschaftspolitik) und IV (Siedlungswesen, Wohnungswesen und Städtebau) unterstellt. Dem zweiten Staatssekretär Dr. S y r u p wird eine neue Hauptabteilung V unterstellt, in der die Ministerialabteilung für Arbeitseinsatz, Arbeitsbeschaffung und Arbeitslosenhilfe mit der bisherigen Hauptstelle der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung verschmolzen wird. Kinderbescherung bei Generalfeldmarschall Göring. Berlin, 23. Dez. (DNB.) Heber 400 Kinder von Holz- und Waldarbeiterfamilien aus der Schorfheide und von bedürftigen Arbeitereltern aus allen Berliner Bezirken hatten eine bunt bedruckte Einladung von Generalfeldmarschall Göring erhalten, auf der sie „nach Rücksprache mit Knecht Rupprecht" zu der Weihnachtsbescherung im Berliner „Clou" eingeladen wurden. Der Anblick des festlich geschmückten weiten Raumes mit den im hellen Kerzenglanz strahlenden Weihnachtsbäumen, die Gabentische und die Teller mit leckeren Kuchen, das verschlingt der kleinen Gesellschaft beim Betreten des Saales zunächst den Atem. Bei Kuchen und Schokolade fühlen sich aber alle bald wie zu Hause. Heller Jubel durchklang den Raum, als „Onkel Hermann" dann eintraf. Die Bühne des „Clou" war wirkungsvoll verwandelt worden in eine verschneite gebirgige Winterlandschaft mit richtigen Tannenbäumen, im Hintergrund ein täuschend „echter" Frosthimmel mit blitzenden Sternen. „Britta" und „Riecke" traten vor und begrüßten in luftigen Versen „Onkel Hermann", bis sie beide von dem kessen „Fritze von de Plumpe" beiseitegeschoben wurden, der nun „von Mann zu Mann" mit „Onkel Hermann" redete. Generalfeldmarschall Göring begrüßte dann seine kleinen Gäste herzlich. „Zum Teil seid ihr schon in dem Alter, meine lieben Kinder,", so sagte der Generalfeldmarschall, „um zu verstehen, was um euch hier vorgeht. Wir haben in diesem Jahre vom Führer ein herrliches Geschenk erhalten: Deutsche Menschen aus dem gleichen Blute wie wir brauchen nicht mehr mit sehnenden Augen zu uns herüberzublicken, auch sie dürfen als freie Menschen die deutsche Weihnacht feiern. Eine gewaltige Großmacht ist aus Deutschland geworden. Immer, zu aller Zeit wollen wir einig sein, ein Volk, das fest zusammenhält", so schloß Generalfeldmarschall Göring und ermähnte die Kinder, später einmal echte deutsche Männer und echte deutsche Frauen 'zu werden. Und nun war der große Augenblick gekommen. Der Weihnachtsmann, vom Staatsschauspieler Albert Florath „ganz echt" gestaltet, hielt seinen Einzug, und der Sturm auf die Gabentische begann. Der Generalfeldmarschall hatte, zusammen mit seiner Gattin und seinen engsten Mitarbeitern, alles sorgsam geprüft und ausgewählt. Kleidungsstücke für die Jungen und Mädel, gutes Spielzeug, bunte Teller mit allerlei Naschwerk und für die Eltern ein reich gefüllter Korb mit Lebensrnitteln lagen auf den Tischen. Jedes der Kinder bekam außerdem noch ein Bild, das Elternpaar Göring mit der kleinen Edda, mit nach Haufe. Während Soldaten die Herrlichkeiten für jeden einzelnen in große Pakete verpackten, ging der Generalfeldmarschall von Tisch zu Tisch und sagte jedem ein gutes Wort. Oie Volksweihnachtsseier in Berlin. Hilgenfeldi spricht zu den bescherten Kindern. Berlin, 23. Dez. (DNB.) Zu Weihnachten sind allein in Berlin an Betreute des WHW. 300 000 Lebensmittelpakete und 100 000 Weihnachtsbäume abgegeben worden. Am Freitag schlug nun für 1 20 000 Kinder bedürftiger El- t e r n die Stunde ihres weihnachtlichen Glückes. In allen Stadtteilen führten die Hoheitsträger der Partei zusammen mit dem WHW.-Beauftragten die Gemeinschaftsfeiern, insgesamt 200, in Berlin durch. Die größte Feier fand im Saalbau Friedrichshain statt. Der Hauptteil dieser Feier wurde über die deutschen Sender ins ganze Reich und damit auch in die 200 Parallel-Veranstal- tungen in Berlin übertragen. An 600 Kinder, die mit ihren Eltern gekommen waren, verteilte hier der Weihnachtsmann seine Gaben. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand eine Ansprache des Hauptamtsleiters Hilgenfeld, der in Vertretung des erkrankten Gauleiters, Reichsminister Dr. Goebbels, ausführte: „Liebe Jungen und Mädels! Das Winterhilfswerk des deutschen Volkes hat euch und eure Eltern heute hierher zu einer Weihnachtsfeier eingeladen. Unter dem Weihnachtsbaum, der in den nächsten Tagen bei jeder deutschen Familie brennen wird, wollen wir gemeinsam deutsche Volksweihnacht feiern. In allen deutschen Gauen sind zu dieser Stunde deutsche Jungen und Madel erwartungsfroh zusammengekommen, wie eine große Familie, deren Kinder aus nah und fern zum Weihnachtsfest ins Elternhaus zurückkehren. Da sind die Eltern, die lange für diese frohe Stunde geplant und überlegt haben, wie sie jedem ihrer Kinder eine Freude bereiten können. Wir heißen sie willkommen — willkommen zu Hause unter dem Weihnachtslichterbaum. So habe auch ich euch und eure Eltern hier zunächst herzlich willkomen zu heißen namens und im Auftrage unseres lieben Dr. Goe b- bels, der leider infolge Krankheit zu dieser Feierstunde nicht kommen kann. Wir gedenken seiner mit den herzlichsten Wünschen für seine baldige Genesung und hoffen, daß er bald wieder völlig gesund ist. In den Wochen vor dem Weihnachtsfest wird sich mancher von euch gefragt haben: Bin ich während des vergangenen Jahres so gewesen, daß ich vor den gütigen, aber auch strengen Augen des Weihnachtsmannes bestehen kann, bin ich folgsam gewesen oder habe ich meinen Eltern auch Kummer bereitet. Denn ihr wißt, daß der Weihnachtsmann nur den beschenkt, der ein solches Geschenk nach seinem Verhalten, feinem Fleiß, seiner Beharrlichkeit, seiner Treue und Bescheidenheit überhaupt verdient. Das Gute soll belohnt werden, das Schlechte aber leer ausgehen. Wenn ich mich hier im Saale umschaue, dann muß ich feststellen, daß der Weihnachtsmann nicht müßig gewesen ist. Reichlich hat er seine Gaben aufgebaut, und er hat mir versichert, daß er gern hierher gekommen ist, eben — weil ihr alle artig gewesen seid. Aber mit dem Brav fein allein ist es noch nicht getan. Wenn ihr nach unserem fröhlichen Schmaus an der Kaffeetafel, nach Schokolade und Kuchen- essen eure Spielsachen von dem Weihnachtstisch ent gegen nehmen könnt, bann vergeßt nicht, daß wir alle das Weihnachtsfesi so froh und fröhlich nur feiern können, weil einer für uns unermüdlich während des ganzen Jahres sorgt: Unser lieber Führer Adolf Hitler! Seine Gedanken, seine Arbeit gelten dem deutschen Volk, der großen Familie, die er wie ein Vater betreut. Er sorgt damit für einen jeden von euch, auch wenn er euch nicht selbst kennt, ob ihr nun in Berlin wohnt und euch hier in diesem Saal versammelt habt, ob ihr zu Hause leid auf den Bergen ober am Meer, ob ihr in der Stadt ober im Dorf wohnt. Der Führer weiß immer um euch, eure Freude ist auch seine Freude. Auch heute ist er unter uns, wenn wir ihn auch nicht sehen. Besonders wir „Großen" merken das; denn unser Führer hat uns geeint in der großen F a - milie des deutschen Voltes, er hat uns ft art gemacht, daß wir alle Nöte überwinden können, er hat uns froh gemacht, daß wir fröhlichen Herzens unser gutes, alte<5, liebes Fest — unser Weihnachtsfesi — feiern können. Dafür danken wir unserem Führer mit dem Rufe: Unser Führer: Siegheil! Die Nationalhymnen schlossen die stimmungsvolle Feier. Mit jauchzender Freude begrüßten die Kleinen den Weihnachtsmann, der dann tatkräftig unterstützt durch Hauptamtsleiter Hilgenfeld, Gaupropagandaleiter Wächter, Gauamtsleiter Mähler und Frau v. Schröder von der Reichsleitung der NSV. die Bescherung vornahm. Frankreich im Zeichen des Zulkerbäckersriedens. Eigener Bericht des Gießener Anzeigers. E. F. Paris, 23. Dezember. In der Woche zwischen Weihnachten und Neujahr geben sich die Pariser nach altem Brauch dem süßen Nichtstun des hierzulande unter der Bezeichnung „Trdve des Confiseurs" bekannten Zucker- bäderfriebens hin, der für das französische Volk in diesem Jahre auch im Zeichen der außen- unb innerpolitischen Befriedung steht. Das Münchner Abkommen hat nach den aufregenden Septemberwochen eine in mancher Hinsicht nicht zu unterschätzende psychologische Umstellung der öffentlichen Meinung zur Folge gehabt, die es der Regierung Daladier, dank ihrer großen Volkstümlichkeit möglich macht, auch die letzten Hindernisse, die sich ihr bei der Durchführung eines Aufbauprogramms noch entgegenstellen mögen, restlos zu beseitigen. Die am Donnerstag, wenn auch nur mit knapper Stimmenmehrheit, durchgebrachte Ratifizierung der Notverordnungen der Regierung durch das Parlament darf in diesem Zusammenhang als symptomatisch bezeichnet werden, wenn man weiß, daß die münchenfeindliche Opposition der Kommunisten,- Blum-Sozialisten und einer hartnäckig an der Versailler Politik fesihaltenden Reak- | ^n alles daran gesetzt hat, auf dem Wege über die l Bekämpfung der Notverordnungen, die durch den kläglichen Zusammenbruch des letzten Generalstreikes erlittene Scharte mit Heraufbeschwörung einer Regierungskrise zum Jahresende -wieder auszuwetzen. Ein an die Adresse der marxistischen Störenfriede und ihrer Bundesgenossen gerichteter geharnischter Appell des Bäckersohnes aus Carpen- tras, Daladier, hat genügt, um den Ideologen der einstigen Volksfront und ihrem verzweifelten 808-Nuf einer nationalen Union von Duclos bis Tardieu ausstoßenden Che«s Löon Blum vollends den Wind aus den Segeln zu nehmen. Demnach dürfte wohl auch der mit großem Getue für die Weihnachtstage angekündigte außerordentliche Soziali st enkongreß im Sande einer nichtssagenden „Solidaritätserklärung" verlaufen, um so mehr als die Statistiker des marxistischen Gewerkschaftsbonzen Jouhaux die Flucht aus ihren eigenen Reihen nicht mehr verheimlichen können. Die im Sommer 1936 unter dem Druck der Straße und der Sitzstreiks angeheuerten fünf Millionen Mitglieder CGT. sind in wenigen Monaten auf über ein Drittel ihres Bestandes zusammengeschrumpft, und die Tage, da man unter der Losung „Waffen für Barcelona" Massenversammlungen für politische Machtproben einberufen konnte, gehören heute einem unrühmlichen Kapitel der Nachkriegsgeschichte Frankreichs an. Außenpolitisch steht der diesjährige Zuckerbäckerfrieden im Zeichen der nationalen Selbstbesinnung, aber auch einer gewissen Nervosität. 5)at die durch die deutsch-französische Erklärung vom 6. Dezember endgültige Bereinigung der deutsch-französischen Beziehung einen seit langem aehegten Wunsch des französischen Volkes erfüllt, so bringt die französisch - italienische Spannung trotz der in Pariser offiziellen Kreisen herrschenden Zurückhaltung eine gewisse Unruhe. Man glaubte hier ja, daß mit der Wiederbesetzung des Botschafterpostens in Rom bereits alle zwischen Italien und Frankreich noch schwebenden Fragen gelöst wären. Geschäftstüchtige (Emigranten und übereifrige Chauvinisten tragen z. B. mit einigen, gegenwärtig laufenden Filmstreifen nicht gerade zur Beruhigung der Gemüter bei. Man darf aber alle diese mehr oder minder glücklichen Versuche, den Franzosen für den angeblichen gefährdeten Bestand des „Imperiums" zu infer- efjieren, nicht allzu tragisch nehmen. München hat eine viel z u tief greifende Wandluüg in dem außenpolitischen Credo der französischen Öffentlichkeit zur Folge gehabt, als daß sich besonders die lebensfreudigen Pariser die Reveillon- feiern der Weihnachts- und Silvesternacht durch schwarze Gedanken verderben würden. Alle Anzeichen, und seien es auch nur die zu den Bahnhöfen strebenden Heere der Winterbegeisterten oder die dem Schlachtmesser zum Opfer fallenden Hekatomben von Truthühnern deuten im Gegenteil darauf hin, daß das französische Volk diesmal den Zuckerbäckerfrieden um so fröhlicher feiern wird, weil er im Gegensatz zu den letzten Jahren wirklich auch der Bringer des inneren und äußeren Friedens zu sein scheint. Amerika - muß die Wirklichkeit sehen. N e u y o r k, 24. Dez. (DNB. Funkspruch.) Der demokratische Bundessenator Reynolds, der soeben von einer sechswöchigen Urlaubsreise durch Europa zurückgekehrt ist, betonte, Amerika müsse seinen Haß gegen die autoritären Staaten a u f g e b e n , sonst werde es eines Tages aufwachen und dabei entdecken, daß fein Außenhandel zum Teu- KriimenlÄ« felunb feine Fabriken geschloffen seien. Amerika brauche Deutschland nicht zu fürchten, höchstens wirtschaftlich. Die Amerikaner müßten endlich ihre Augen und Ohren öffnen und sich darüber klar werden, was in der Welt überhaupt vor- gehe. „Wir sitzen hier und beschimpfen jeden, der anderer Ansicht ist", bekannte Senator Reynolds. Damit kämen die Amerikaner nicht weiter. Sie sollten die Welt vielmehr so sehen, wie sie in Wirklichkeit sei. Hitler habe viel für fein Land getan, zum Beispiel das beste Straßennetz der Welt gebaut. Deutschland und Italien seien blühende Länder, jedermann habe dort Arbeit und genügend zu essen. Besonders Deutschland mache R i e- s e n f o r t s ch r i 11 e. Es fei daher für Amerika höchste Zeit, sich um fein eigenes Volk zu kümmern. Reynolds ironisierte dann die von der Roosevelt-Regierung und der Judenpresse neuerdings propagierte englisch-amerikanische Freundschaft. Wenn England, so sagte er, Amerika feine freundschaftlichen Gefühle beweisen wolle, dann soll es seine Schulden dezah- l e n oder den Vereinigten Staaten wenigstens als Teilzahlung Bermuda oder einen 50 Meilen breiten Landstreifen zwischen USA. und seinem nördlichen Territorium Alaska abtreten. Diese höchst aufschlußreichen Erklärungen des demokratischen Senators werden in den Zeitungen der ^Bereinigten Staaten bezeichnenderweise entweder totgeschwiegen oder nur verstümmelt und unauffällig veröffentlicht. Daß jedoch die Hetze des amerikanischen Innenministers Ickes von weiten Teilen der anständigen Bevölkerung nicht gutgeheißen wird, geht aus der Baltimore Sun hervor, die schreibt, weder Ickes noch Roosevelt dürften aber vergessen, daß sie keine Privat b ärger seien, und daß Zwischenfälle dieser Art die amerikanische Außenpolitik von der realistischen Ueberlegung auf das Gebiet der Hysterie verlegten. Roosevelt sollte Ickes deutlich klarmachen, daß er strikt innerhalb seines Ressorts zu halten und die Erörterung außenpolitischer Fragen dem Weihen Haus und dem Staatsdepartement zu überlassen habe. Amerika gerate sonst in eine Situation, die es gern vermeiden möchte, nur weil Herr Ickes sein Mundwerk nicht zügeln könne. Eine bezeichnende Verleihung. N e u y o r k, 23. Dez. (DNB.) Für seine „hervorragenden Verdien st e" wurde Präsident Roosevelt die amerikanische Hebräer-Medaille verliehen. In der Verleihungsurkunde wird besonders darauf hingewiesen, daß Roosevelt in allen Krisen des internationalen Judentums immer sofort die Initiative ergriffen und bereitwilligstes Entgegenkommen und Verständnis gezeigt habe. Das „Preisrichterkollegium" bei dieser bezeichnenden Prämiierung setzte sich aus einem Ausschuß berüchtigter prominenter Juden zusammen, dem u. a. auch der Finanzgewaltige Bemard Baruch, der Verleger Paul Bloch, die Bischöfe Mann in g und O ' Connell, ferner Henry Morgenthau sen., der Stahlindu- strielle Charles Schwab, der Dirigent Hosea« n i n i und nicht zuletzt der Neuyorker Judenober- Häuptling La Guardia angehörten. Arbeitslose vor demBuckinghampalast Landon, 23. Dez. (Europapreß) Vor dem Buckingham-Palast kam es zu einer Kundgebung von Arbeitslosen, die dem König eine Bittschrift überreichen wollten, in der eine zusätzliche Winterhilfe gefordert wird Vor den Toren des Palastes wurden die Arbeitslosen von Polizisten zurückgehalten. Ein Vertreter der englischen 21 rbeitsIofendereinigung wurde dann van einem Mitglied des königlichen Haushalts empfangen, das versprach, die Bittschrift sofort nach Sandringham zu telefonieren, wo die königliche Famifte sich auf- hält. Kundgebungen größerer Arbeitslosengruppen gehören seit vierzehn Tagen 3u den täglichen Erscheinungen in London. Die Arbeitslosen beklagen sich darüber, daß trotz des eingetretenen strengen Winterwetters keine Erhöhung der Arbeitslosenunterstützung erfolgt ist, sodaß sie sich nicht in der Lage sehen, sich das notwendigste Brennmaterial zu beschaffen. Das Themse-Ufer wird feit Tagen von Arbeitslosen belagert, die das vorübertreibende .5)015 aus dem Wasser fischen. Ufer. Neuregelung der Fälligkeit aller Hypotheken rkeü- j' I' wer- Nach demWeihnarhteeffen-nichtuergeffeni. les de- ;en der tweder nb un- |e bes weiten tgehei- n her- ürften -last dein tW kolle- setzte [enter ewal- loch. , fer- linbu- sco* loben L Ok \ bnv- jeinem ifiben/ bewirb t in nmer nil* sondern aus t i e f e r l i e g e n d e n Gründen, die nicht nur die Abkommen zerstört hätten, sondern auch ihre Voraussetzungen und ihren Geist. Von wichtigen Z u g e st ä n d n i s s e n Frankreichs in diesen Vereinbarungen könne'0 h n e h i n nicht die Rede sein. Vielmehr habe Italien dabei die größten Opfer gebracht, indem es sich mit Kompensationen begnügt habe, die zu anderen Zeiten wegen ihrer offensichtlichen Jnhaltlosigkeit abge-, lehnt worden wären. Italien habe sich damals nur deshalb hierzu verstanden, weil Laval ihm freie Hand in Abbessinien gewährt habe. Diese klare Voraussetzung sei das Entgelt für die italienischen Zugeständnisse gewesen. Frankreich habe jedoch seine Verpflichtung dadurch g e - b r 0 ch e n, daß es sich den Sanktionen anschloß. Somit sei das Abkommen Laval — Mussolini nicht nur ungültig, weil es nie durch einen Vertrag über die Rechte der Italiener in Tunis vervollständigt worden sei, und weil es nicht ratifiziert wurde, sondern es wäre selbst bei seiner Ratifizierung wegen Nichterfüllung durch Frankreich hinfällig geworden. Oie italienische Nugbymannschast darf nicht gegen Frankreich spielen. R 0 m, 23. Dez. (DRV.) Das italienische olympische Komitee, das für alle internationalen Sportveranstaltungen zuständig ist, an denen Italien teilnimmt, hat der italienischen Rugby-Mannschaft die Austragung des italienisch-französischen Freundschaftskampfes untersagt. Dieses Treffen sollte am Sonntag in Perpignan als erstes der Trainingsspiele für den Länderkampf mit Deutschland stattfinden. In italienischen Sportkreisen wird das Verbot mit der Möglichkeit antiitalienischer Kundgebungen begründet. Ernennungen im Neichspropagandaminifferium. Berlin, 23. Dez. (DRV.) Der Führer und Reichskanzler hat den Leiter der Abteilung IV A — Deutsche Presse — des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda, Ministerialrat Alfred-Jngemar Berndt, zum Ministerialdirigenten ernannt. Reichsminister Dr. Goebbels hat ihn auf seine Bitte von der Leitung der Abteilung IVA — Deutsche Presse — entbunden und zum L e i t e r d e r Abteilung VIII, Schrifttum, ernannt. Der bisherige Leiter dieser Abteilung, Ministerialrat Hauptamtsleiter Hederich, scheidet auf seinen Antrag aus dem staatlichen Amt aus, um sich auf Wunsch von Reichsleiter Bouhler wieder ausschließ- 'lich der Arbeit für die Parteiamtliche Prüfungskommission zu widmen. Mit der Leitung der Abteilung Deutsche Presse wurde der bisherige stellvertretende Abteilungsleiter, Oberreme- rungsrat Fritzsche, beauftragt. Berlin, 23. Dez. (DNB.) Der Reichsminister der Justiz hat im Einvernehmen mit den beteiligten Neichsministern eine Verordnung erlassen, die die Fälligkeit alter Hypotheken regelt. Die Verordnung gilt für das ganze Reichsgebiet einschließlich des Landes Oesterreich und der sudetendeutschen Gebiete. Für das Altreich tritt sie an die Stelle der bisherigen stark zersplitterten Vorschriften, die die Schuldner von Aufwertungshypotheken, von zins- gefenkten und anderen in der Zeit vor der Machtübernahme bestellten Hypotheken in verschiedenartiger Weise gegen Kapitalkündigung schützen. Unter die neue Verordnung fallen grundsätzlich alle langfristigen Hypotheken, die vor dem 30. Januar 1933 bestellt worden sind. Für das Saarland, für Oe st erreich und das Sudetenland gilt als Stichtag an Stelle des 30. Januar 1933 der Tag, an dem diese Gebiete in das Reich eingegliedert worden sind. Bankmäßige Personalkredite und ähnliche kurzfristige Forderungen werden von der Verordnung nicht ersaßt, auch wenn sie dinglich gesichert sind. Will der Gläubiger eine aus der Zeit vor der Machtübernahme stammende lang- friftige Hypothek fällig machen, so muß er sie nach dem 24. Dezember 1938 — dem Tage des Inkrafttretens der Verordnung — mit einer Kündigungsfrist von mindestens drei Monaten kündigen. Dies gilt bei Hypotheken, die keine Aufwertungshypotheken find, auch dann, wenn die Hypothek etwa bereits fällig war, oder am 31. Dezember 1938 fällig geworden wäre. Anders, ist es nur, wenn die Hypothek vorzeitig fällig geworden ist, weil der Schuldner mit* der Zahlung von Zins- und Tilgungsbeträgen in Verzug geraten oder in sonstiger Weise seinen Verpflichtungen nicht nachgekommen war. Solche vorzeitig eingetretenen Fälligkeiten werden im Altreich durch die Verordnung nicht berührt. Lediglich für das lerifa« ’gung fevelt nner- enmg ö dm ka geyeiben Der heben ropa Haß sonst ent- .eu« Wieder zunehmende Kälte. In der Nacht zum Freitag nahm die Kälte in S ü d w e st d e,u t s ch l a n d erheblich zu. Bei Tagesanbruch am Freitag wurden minus 18 Grad gemessen. Die Züge hatten infolgedessen auch weiterhin erhebliche Verspätungen. So traf in Freiburg der Berliner v-Zug mit nicht weniger als 8 Stunden Verspätung ein. Die Züge aus Westdeutschland hatten gleichfalls mehrere Stunden Verspätung. Bemerkenswert ist, daß der Frost auf den Höhen verhältnismäßig geringer ist. So zeigte der Feldberg im Schwarzwald am Freitagmorgen nur minus 12 Grad, der Schauinsland minus 10 Grad. * Nach vorübergehend leichtem Nachlassen der Kälte in Frankreich sinkt seit Freitag wieder die Temperatur. In Paris wurden Freitag abend wieder 10 bis 12 Grad Kälte gemessen. Aus Straßburg wurden sogar 22 Grad gemeldet. Lyon konnte sogar mit einem Rekordstand von minus 25 Grad auswarten. Besonders empfindlich macht sich die Kälte in Ostfrankreich, im Rhonetal und im mittelfranzösischen Hochland bemerkbar. Durch die Schneefälle hat überall der Verkehr starke Beeinträchtigung erlitten. Die Eisenbahnzüge treffen mit mehrstündigen Verspätungen ein. In Tours ist ein Brückenneubau durch den starken Eisgang der Loire gefährdet. Die Kältewelle hat nun auch Korsika erreicht. Aus Bastia werden starke Schneefälle gemeldet. Im nordfranzösischen Industriegebiet mußten infolge der starken Kälte zahlreiche Metallwerke ihre Tore schließen. pOfi: I der feem feilt, Land Oesterreich und die sudetendeutschen Gebiete ist insoweit eine Sonderregelung getroffen, die schutzwürdige Schuldner in noch weiterem Umfange schützt. Kündigt der Gläubiger, so hat der Schuldner sich nach besten Kräften zu bemühen, den Gläubiger zu befriedigen. Kann der Schuldner die Mittel zur rechtzeitigen Zahlung des Kapitals nicht ausbringen, so muß er versuchen, sich mit dem Gläubiger auf Zahlungsbedingungen, die er erfüllen kann, zu einigen. Kommt eine Einigung nicht zustande, so kann der Schuldner oder der Gläubiger die Vertragshilfe des Rich- ters in Anspruch nehmen. Das muß aber innerhalb sechs Wochen nach der Kündigung des Gläubigers geschehen. Aufgabe des Richters ist es dann, eine Vereinbarung der Beteiligten über die Zahlung des Kapitals zu vermitteln, wenn es nicht gelingt, eine der Billigkeit entsprechende Entscheidung über die Fälligkeit des Kapitals zu treffen. Hierfür gibt die Verordnung dem Richter Richtlinien, die im wesentlichen darauf hinauslaufen, daß unbillige Härten für den Gläubiger vermieden werden und daß der Schuldner, der nicht sofort das ganze Kapital zahlen kann, die Schuld seiner Leistungsfähigkeit entsprechend allmählich abträgt. Dies kann insbesondere durch die Festsetzung von Teilzahlungen oder durch die Umwandlung von Fälligkeits-Hypotheken in Tilgungshypotheken geschehen. Aeußerstenfalls kann der Richter dem Gläubiger eine Stillhaltepflicht für die Dauer von zwei Jahren auferlegen, d. h. er kann die ausgespro- 'chene Kündigung für' unwirksam erklären und die ordentliche Kündigung für den Gläubiger für einen Zeitraum von zwei Jahren ausschließen. Kündigt der Gläubiger nach Ablauf der Zweijahresfrist erneut, so kann der Schuldner, wenn nötig, erneut die richterliche Vertragshilfe in Anspruch nehmen. ORorn fordert grundlegende Neugestaltung der Beziehungen zu Frankreich. Abschluß der Konferenz von Lima Der argentinische Entschlietzungsantrag angenommen. Paris, 23. Dez. (Europapreß.) Nach hier eingegangenen Berichten hat die panamerikanische Konferenz in Lima eine von der argentinischen Abordnung eingebrachte Entschließung ange- n 0 mm e n , in der die 21 amerikanischen Republiken erklären, daß sie eine enge Solidarität gegen jede fremdländische Einmischung oder Tätigkeit auf den beiden amerikanischen Kontinenten bewahren wollten, lieber den viel schärfer gehaltenen Vorschlag der Abordnung der Vereinigten Staaten, in dem eine Art Kreuzzug gegen die totalitären Staaten angeregt wurde, ist auf der Konferenz keine Einigung Zustandegekommen. Die nord- amerikanische Delegation hat deshalb nicht mehr auf der Annahme ihres Vorschlages bestanden. — Die Antrag des Schulministers, zum 1. Januar 1939 alle jüdischen Lehrkräfte an allen deutschen Schulen (Volks- und Bürgerschulen, Mittelschulen, Fachschulen, Lehrer-Bildungsanstalte-N usw.) zu beurlauben. Unter den weiteren Beschlüssen der Regierung ist die Errichtung eines obersten staatlichen Wirtschaftsrats zu erwähnen, an dessen Spitze Prof. Dr. Hodac, der Führer der ehemaligen Partei Nationale Vereinigung, gesteckt werden soll. Der Präsident der Republik hat ferner eine Amnestie für Straftaten, die unter die Militärgerichtsbarkeit fallen, erlassen, insbesondere für Taten, die im Zusammenhang mit der Grenzbewachung oder überhaupt mit der Vorbereitung der Staatsverteidigung und der Räumung des abgetretenen Staatsgebiets begangen wurden. Nationale Offensive an der Katalonien-Front. Bilbao, 24. Dez. (DNB.) An der Katalonienfront, und zwar am Segrefluß, setzte am Freitag die seit langem erwartete Offensive der nationalspanischen Truppen ein. Auf einer Frontbreite von 10 Kilometer durchbrachen die nationalen Truppen nach kurzer aber heftiger Artillerievorbereitung mit Unterstützung der Luftwaffe die Stellungen des Feindes, der von dem Angriff sichtlich überrascht wurde, und rückten b i s zu 10 Kilometer tief in das von den Roten bisher besetzte Gelände vor. Die rote Katalonienarmee wich den heftigen Angriffen des Gegners zum Teil aus, erwartet aber, nachdem sie sich von der ersten Ueberraschung erholt hat, das weitere Vordringen der nationalen Truppen. Der nationale Heeresbericht bestätigt die ersten Erfolge der Offensive. Die nationalen Behörden hatten drei Wochen lang jeglichen Briefverkehr mit dem Auslande unterbunden, um die Vorbereitungen für die Offensive unbedingt geheimzuhalten. Der erste Angriff erfolgte in der Hauptsacl-e in Nordkatalonien zwischen Tremp und B a l a g u e r. Die Operationen wurden durch klares Wetter unterstützt, die außergewöhnliche Kälte dabei mußte allerdings in Kauf genommen werden. In den späten Abendstunden des Freitag dauerten die Kämpfe noch an. Die nationalen Truppen drangen immer roeiter vor. Die Artillerie-Vorbereitungen, jetzt Ä; 18 pi 'id)t Lotet ßolv üneni das N aufi ipPfn 1 erlagen >ngen lose"' "der fertfl1 läge" beide Meej. I in« frber« I olle Inben ["teil I mit l*W Im Ren Inter» I yal phn schen I be= fein’ sohnober 9efa. bar« den vird, mir!: leren Konferenz nahm ferner eine Entschließung an, in der Religions- und Rassenverfolgungen verurteilt Tjamuaha geft. 1859 und feine Söhne Maharero geft. 5. Oktober 1890 Samuel Maharero geb. 1856, geft. 14. März 1923. Es fällt auf, daß, bis auf die eine englische Zeile am Kopf, die Inschrift des erst vor kurzem errichteten Denkmals deutsch ist. Die drei englischen Worte sind ein Zugeständnis an die Mandatsherrschaft der Südafrikanischen Union über das alte deutsche Schutzgebiet. Im übrigen verlangten die Hereros ausdrücklich bei dem Steinmetzen, der das Denkmal herstellte, einen deutschen Text. Samuel Maharero war Oberhäuptling in Okahandja, als 1904 der große Eingeborenenaufstand in Südwest-Afrika ausbrach, hervorgerufen durch das Gerücht, der damalige Gouverneur Leutwein fei tot. Die Hereros wurden empfindlich gezüchtigt. Auf der Flucht in das wasserlose Sandfeld, das nach Osten in die Kalahari übergeht, gingen viele zugrunde. Samuel selbst entkam auf englisches Gebiet, wurde von den Engländern in Transvaal interniert und erhielt auch nach dem Weltkrieg nicht die Erlaubnis, nach Südwest-Afrika zurückzukehren. Er starb 1923, und nun durften die Hereros feine Leiche holen und nach Okahandja bringen, um sie in dem alten Häupttingsgrab beizusetzen, wo schon Samuels Vorfahren begraben waren, sein Vater Maharero und sein Großvater Tjamuaha. Auf dem Denkmal werden beide, Samuel Maharero und sein Vater, der gewöhnlich Kamaharero genannt wurde, als Tjamuahas „Söhne", d. h. Nachkommen, bezeichnet. Damals stand noch der verdorrte Baumstamm neben dem Häuptlingsgrab, mit einer Masse daran genagelter Ochsengehörne, nach der Sitte der Hereros. Den Leichenzug bildeten tausende von Hereros. Eine deutsche schwarzweißrote Fahne wurde dem Sarg voran- getragen, die Männer hatten schwarzweißrote Armbinden angelegt, und wer noch einen alten Schutztru p penhut mit schwarzweihroter Kokarde besaß, hatte ihn aufgesetzt. Solche Hüte werden noch heute nach Südwest-Afrika eingeführt und von den Hereros mit Vorliebe getragen. Die Buren und Engländer sagten zu den Hereros: Wie kommt ihr zu der deutschen Fahne, ihr müßt die englische Dorantragen! Darauf die Hereros: Nein, wir tragen die deutsche Fahne voran, die deutsche ist vornehmer! Alljährlich am Todestag Samuels begehen die Hereros in Okahandja eine Feier mit einer Art Parade zum Gedächtnis ihres Häuptlings. Als ich 1933 in Okahandja war, wurden sie zum ersten Male gezwungen, eine englische Fahne zu brauchen. Seitdem, wurde mir erzählt, halten sie ihre Truppenparade ganz ohne Fahne ab. Der vornehmeren deutschen Fahne entspricht auch die Inschrift des Denkmals in deutsch, als der vornehmeren Sprache gegenüber dem Englischen. Das geschieht noch heute in derselben alten deutschen Kolonie, in der gegen Ende des großen Krieges das Lügenblaubuch über die angeblichen deutschen Eingeborenen -- Mißhandlungen fabriziert wurde, mit dem Zweck, es dem Präsidenten Wilson, dem amerikanischen Senat, dem englischen Parlament und der Weltöffentlichkeit als Beweis dafür vorzutegen, daß Deutschland unwürdig sei, je wieder eine afrikanische oder sonstige Kolonie zu besitzen. In der Vorstellung der Hereros folgen die Nationen in dieser Reihe aufeinander: Erst die Deutschen, dann die Engländer, dann die Buren. Ein Herero sagte zu mir: Jede Nation hat ihre Buschleute, wir haben die Buschleute im Sandfeld, und die Engländer haben die Buren! Es ist also ausgerechnet die Mandatsherrschaft der Südafrikanischen Union, die von den Hereros als ein Burenregiment betrachtet wird, der sie keine Achtung entgegenbringen. Zur deutschen Fahne und zur deutschen Denkmal- inschrift bei den Hereros von Südwest-Afrika gibt es Gegenstücke genug auch in unseren an- dem alten Kolonien. Der Samoaner spricht mit Erbitterung und Verachtung von den englischen Neuseeländern, denen Samoa als Mandat zugefallen ist. Die deutsche Zeit ist für ihn eine goldene Vergangenheit. Als im Mai 1933 i n Daressalam in Ostafrika ein deutsches Konsulat eingerichtet und zusammen mit der Hakenkreuzflagge auch die alte deutsche Flagge und die Kontorflagge des Handelshauses aufgezogen wurden, dem das Konsulat anoertraut war, sammelten sich die Schwarzen den ganzen lag ’ über in Scharen vor den deutschen Farben, und unter ihnen ging die Rede: „Bendera, jetu, mstnga na lete" — Unsere Fahne, Gott hat sie hergebracht. Ich besuchte damals eine Reihe deutscher Pflanzungen. Aus einer solchen befand sich ein alter Askari, früher Gefechtsordonnanz bei Lettow-Vorbeck, der mich auf Umwegen fragen ließ: Wird der Bana Hitler uns wiederbringen? (nämlich zu Deutschland). Als die deutsche Fliegerin Elli Beinhorn, die in Lome im alten deutschen Togo von den Fran- ; zosen nickst zugelassen wurde, nach Accra, in der englischen Goldküsten-Kolonie kam, schickten ihr die Schwarzen aus Togo einen deutsch geschriebenen Brief mit der Beteuerung ihrer Anhänglichkeit an Deutschland, ihrer Hoffnung auf die Wiederkehr der Deutschen und der Bitte, in Deutschland von ihrer Treue zu erzählen. Njoja, der berühmte Häuptling von Bamum, im Innern von Kamerun, blieb, so lange er lebte, den Deutschen treu. Jahrelang schickte er Boten 1 an die Küste, um sich zu erkundigen, ob die Deut- 1 scheu nicht bald wiederkämen? Den Franzosen । mürbe er darum so mißliebig, daß sie ihn schließ- 1 lich absetzten und nach Jaunde, dem französischen 1 Verwaltungssitz für das Kameruner Mandat, ver- : brachten, um ihn dort zu internieren. In Jaunde > ist er vor einigen Jahren gestorben und hat bis < Zuletzt Freundschaft mit den wenigen dort befind- ' lichen Deutschen gehalten. In Fumban, der Hauptstadt von Bamum, ist er begraben. Nicht weit von seiner Grabstätte steht ein Denkstein für feine Mutter, ebenfalls mit deutscher Inschrift, den er noch selbst hat setzen lassen. 1934, als icy'Fumban zuletzt besuchte, war er noch unversehrt. Diese Beispiele mögen genügen, um die Unwahrhaftigkeit der jetzt, angesichts der Zuspitzung der Kolonialfrage, von gegnerischer Seite beigebrachten angeblichen Eingeborenenstimmen zu beweisen. die den ersten Angriff einletteten, waren von einer Heftigkeit, die alle bisherigen Aktionen dieser Art' auf dem spanischen Kriegsschauplatz in den Schatten stellte. Die Zahl der Gefangenen hat sich auf 2000 erhöht. Der Lehrernachwuchs. Tagung der Kultusminister der Länder. Berlin, 22. Dez. (DNB.) In diesen Tagen fand eine Tagung sämtlicher Kultusminister der deutschen Länder statt. Ministerialdirektor Holfelder hielt zunächst ein Referat über „Lehrerbildung und Lehrernachwuchs", in dem er ausführte: Den Reichserziehungsminister be- schäfttgte das Problem des Lehrernachwuch- f e s seit Jahr und Tag. Ein Allerweltsmittel für die Beseitigung der Lehrernachwuchsnot gibt es nicht, wie etwa die Parole „Zurück zum Seminar". Gewiß haben die Einschreibungen an den Hochschulen für Lehrerbildung in den letzten Jahren, wie überhaupt die Abgangszahlen der allgemeinen höheren Schulen der letzten Jahre, die Diskussion darüber, ob es zweckmäßiger ist, den Nachwuchs der Volksschullehrer lediglich dem Reservoir der höheren Schulen zu entnehmen, technisch beendet. Das heißt, wir müssen uns unabhängig von erziehungswissenschaftlichen Erwägungen um eine Vermehrung der Zugangswege zum Volksschullehrerberuf bekümmern. Ministerialdirektor Holfelder betonte, daß es in erster Linie daraus ankomme, den zu schwach gewordenen Unterbau der Lehrerhochschulen zu st ä r ke n, ohne daß der Zugang aus der höheren Schule 3um Lehrerstudium grundsätzlich preisgegeben wird. Grundsätzlich ist zu diesem Plan zu sagen, daß er die Erhaltung der Hochschule für Lehrerbildung auch für die Zukunft vorsieht. Wir glauben, daß die Diskussion über die neuen Maßnahmen nicht an dem Institut der Lehrerhochschule rütteln darf. Ministerialdirektor Holfelder beschäftigte sich ferner mit den Besoldungsverhältnissen der Lehrer und beendete seine Darlegungen mit der Feststellung: Die vorgeschlagenen Maßnahmen werden zwar weder denen gerecht, die auch heute noch die volle akademische Ausbildung für den Lehrer fordern, noch denen, die aus der augenblicklichen Notlage eine Rückkehr zum Seminar fordern. Aber es ist der Weg, der gegangen werden muß. Es schloß sich eine ausführliche Aussprache an, die die Uebereinftimmung der Unterrichtsverwaltungen der Länder darin ergab, daß die vorgesehenen Maßnahmen in der Frage des Lehrernachwuchses der richtige Weg sind. Herabsetzung der Studiendauer an Technischen Hoch- und Fachschulen. Berlin, 23. Dez. (DNB.) Eine Maßnahme, zbie von der studierenden Jugend mit Freude begrüßt werden wird, hat der Beauftragt für den V i e r j a h r e s p lan auf Vorschlag bt-s Reichs- wirtschastsministers getroffen. Durch Anordnung vom 14. Dezember 1938 ist die Studiendauer an Technischen Hochschulen und Bergakademien auf drei Jahre und die Studienzeit an Fachschulen, die der Ausbildung von Ingenieuren. Technikern, Architekten und Chemikern bei vollem Tagesunterricht dienen, auf zwei Jahre festgesetzt worden. Ern Leistungsabfall wird durch entsprechende Reorganisation des tech'- nischen Hoch- und Fachschulwesens verhindert. Die Anordnung entsprickst dringenden Erfordernissen der Wirtschaft, indem sie den spürbaren Mangel an Technikern und Ingenieuren beseitigt. Eine besondere Bedeutung erhält die Anordnung noch dadurch, daß eine großzügige Begabtenförderung eingeleitet wird. Bis zu 30 v. H. der Studienplätze sind als Freistellen besonders Begabten Vorbehalten. Die Anordnung tritt mit Beginn des nächsten Studienjahres in Kraft ftom, 23 Dez. (Europapreß.) Ein lakonisches nommuniguch in dem die italienische Regierung niel-öet sie habe den französischen Botschafter vor sechs Tagen davon verständigt, daß sie die franzö- sisch-ltalienischen Abkommen vom 6. Januar 1935 als nicht in Kraft gesetzt erachte, bietet der römischen Presse neuerlich Gelegenheit, den italienischen Standpunkt darzulegen. Das halbamtliche „Giornale d'Jtalia" schreibt, die amtliche Mitteilung fei geeignet, das Gebiet der politischen Beziehungen zwischen Rom und Paris endgültig zu klären und es von den ebenso lärmenden, wie überflüssigen Polemiken zu befreien. Das Dokument gebe mit größter Klarheit die unanfechtbaren Gründe der italienischen Regierung wieder, die daher berechtigt sei, alle offenen Fragen in den italienisch-französischen Beziehungen als ungelöst zu betrachten. Alle Verantwortung an dieser Lage trage ausschließlich Frankreich. Es habe absichtlich versäumt, jene diplomatischen und juristischen Akte zu erfüllen, die es selbst als notwendig für die Inkraftsetzung der Abkommen erklärt habe. Außerdem habe es durch seine Teilnahme an den offenkundig feindseligen Sanktionen den Buchstaben und Geist der Abkommen, die auf der Voraussetzung freundschaftlicher Zusammenarbeit beruhten, vergewaltigt. Die Beziehungen zwischen Italien und Frankreich müßten daher von Grund auf neu gestaltet werden. Es sei aber klar, daß die von vornherein unnachgiebige Haltung der französischen Regierung und die französischen Kriegshetzereien gegen Italien die Atmosphäre, in der sich die neuen Verhandlungen zwischen Rom und Paris abspielen sollten, ungünstig beeinflussen müßten. Andere Blätter erklären, wenn die Ratifizierung der Abkommen nicht erfolgt fei, so sei dies nicht aus Versehen ober aus Vergeßlichkeit geschehen, Das Häupilingsdenknial * von Okahandja. Don Dr. Paul Rohrbach. In der englischen Presse erscheinen gegenroärtig, auf Bestellung, Proteste aller möglichen Eingeborenen in den alten deutschen Kolonien gegen die Rückgabe an Deutschland, begleitet von Bitten, unter der englischen Mandatsherrschaft verbleiben zu dürfen. Auch aus dem Teil von Kamerun, der den Franzosen als Mandat übergeben wurde, werden solche Stimmen veröffentlicht. Bei meinen letzten Besuchen in Afrika, 1933, 1934 und zuletzt im verflossenen Sommer, habe ich durchaus die gegenteilige Erfahrung gemacht. Um das letzterlebte Beispiel zuerst zu nennen, so fand ich in Okahandja, dem früheren Sitz der Herero- Oberhäuptlinge in S ü d w e st » A f r i k a, ein steinernes Grabmal in angedeuteter Kreuzform, bas folgende Inschrift trug: The Herero-Chiefs feien. hoch- Aich klar 3 or« 1, der 5. Do- sollten l'ch- , zum Welt ende id ge- Rie- mmfa I tÜllt: 1 der neuerliche te er, teijen den. Prag beschließt Auflösung der Kommunistischen Partei. Prag, 23. Dez. (DNB.) Der Prager Minister- rat beschloß, die Kommunistische Partei sowie ihre Organisationen im gesamten Staatsgebiet aufzulösen und zu verbieten. Das Vermögen wird beschlagnahmt: den kommunistischen Abgeordneten werden die Mandate aberkannt. — Der Ministerrat beschloß ferner, die Herabsetzung der Altersgrenze bei Hochschulprofessoren von 70 auf 63 Jahre und bei staatlichen Beamten auf 55 Jahre. Schließlich genehmigte der Ministerrat den _ I —-— \> VSCHO< ü NEN Le Der für S ü dengland, besonders für Lon- hon, ungewöhnliche Kälteeinbruch und Schneefall haben mancherlei Störungen im Straßen- und Eisenbahnverkehr mit sich gebracht. Zahlreiche Züge trafen mit großen Verspätungen in London ein, und man schätzt den den englischen Eisenbahngesellschaften und der Londoner Verkehrs- gesellschaft bis jetzt durch Frost und Schneewetter zugefügten Schaden auf mehr als % Million Ms zum Jahre 1870 hatten unsere Großväter 6 Milliarden Mark in die Eisenbahn g e - ft e ckt, in der großen Hauptsache für Holz und Eisen. Manchem erschien diese Investition äußerst bedenklich, wenn er daran dachte, daß R o st Eisen und der H o l z f r a ß das Holz vernichtete. Als die Eisenbahnen nun einige Jahre liefen, kamen Klagen über Klagen, daß im Bereich der qualmenden Schornsteine Eisen überraschend schnell roste, merkten die Eisenbahnoerwaltungen selbst, daß Eisen und Holz eine zu geringe Lebensdauer hätten. So erging das Gebot an die Chemie, Hilfe zu leisten, Werte zu sichern, das Leben von Eisen und Holz zu verlängern. Die ersten Bleifarben des Gustav Distel aus Eisenach aus dem Jahre 1839 hatten noch allerlei Nachteile. Sie waren zu teuer und in Deutschland gab es zu wenig Blei. Zink dagegen war genügend da. Bald tonnte die Eisenbahn in großen Massen Zinkweiß f ar- b e n bestellen. Die Bestellungen der Eisenbahn gaben den Anstoß für die Entwicklung der deutschen Mineralfarbenindustrie, der Blei- und Zink- farben und der Lithopone. Pfund. Eine Reihe Hauptverkehrsstraßen im sud- lichen England ist von Schneemassen blockiert und unbefahrbar. Diele von ihren Fahrern verlassene Autos warten dort einen Witterungsumschwung ab. Infolge der schlechten Berkehrsverhältnisse stockt die Lieferung von Kohle, Milch und Gemüse nach der Hauptstadt, so daß Preissteigerungen befürchtet werden. Franz Noll führte als erster den Holz schütz durch Teer ein. 1836 gewann er die leichten Teeröle. Später tränkte und imprägnierte er das Holz durch Schweröle, die er aus Teer gewann und Kreosot nannte. Rüttgers, in dessen Werken heute mindestens 50 Millionen investiert sind, vervollkommnete sehr den Holzschutz durch Teer. 1849 z. B. gründete er in Essen zur Behandlung der Schwellen die erste mit Teeröl arbeitende Jmprägnierungsanstalt. Heute hat die Chemie Verfahren entwickelt, um durch Sckutz- mtttel die Lebensdauer des Holzes zu verzeyn- fachen. Und ohne diese Künste der Chemie, Eisen und Holz in seinem Wert zu erhalten, wäre es mit der Eisenbahn, mit Handel und Wandel und allem technischen Fortschritt unserer Großväter nicht so schnell und mächtig vorangegangen. Die Eisenbahn brauchte immer mehr Eisen. Man mußte nach Erz in größeren Tiefen graben. In den meisten Fällen war es bei uns notwendig, Erze mit geringem Eisengehalt zu verhütten. So brauchte man zu derselben Menge Eisen doppelt so viel Erz und entsprechend mehr Kohle. Es wurde wichtig, lebenswichtig, die Erzförderung zu verbilligen. Dazu mußte die Chemie verhelfen. Mit dem alten Schwarzpulver kam die neue Zeit nicht mehr aus. 1846 en'tderkte ein deutscher Chemiker im Flusse einer rein forscherischen Arbeit, indem er mit Schwefelsäure gestreckte Salpetersäure auf Baumwolle einwirken ließ, die organischen Nitrokörper. Professor Schönbein wurde so eigentlich wider Willen zum Erfinder der Schießbaumwolle. Gleichzeitig war das auch dem Chemiker B ö t t - g e r, der schon vorher die Sicherheitshölzer erfunden hatte, von denen aber unsere Großväter nichts wissen wollten, gelungen. Die beiden Männer taten sich zusammen. Als die Eisenbahn in diesem Jahr zu Idstein im Taunus einen großen Tunnelbau durchführen wollte, wurde diese Schießbaumwolle zum ersten Mal zum Sprengen verwendet. Schönbein und Böttger hatten als erste in aller Welt den Stoff entdeckt, der später die Zellstoffchemie erschloß. Sie hatten 1846 die Muttersubstanz des ersten Kunststoffs und der Kunstseide gefunden. Allein die Entwicklung riß in Deutschland ab. Die beiden Forscher hatten ihre Erfindung dem damaligen Deutschen Bund angeboten. Aber unsere Großväter verstanden nichts von Chemie. 40 000 Gulden waren ihnen für eine solche epochale Erfindung der deutschen Chemie zu teuer. So kam es, daß zunächst in anderen Ländern Schießbaumwolle im großen hergestellt wurde. Der Schwede Nobel machte dann das Rennen. Allein, auch trotz der Verwendung der neuen Sprengmittel kam zwischen 1870 und 1890 der Kohlenbergbau in Deutschland noch schlecht voran. Die Industrie unserer Großväter blieb hinter der von England damals zurück. Vor allem fehlte der Eisenindustrie eine billige, leistungsfähige heimische Grundlage. Die lothringische Minette enthielt nur 28 bis 31 vH. Eisen. Und das war noch ungewöhnlich stark mtt Phosphor verunreinigt. Daraus konnte man keinen guten Stahl machen. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts produzierten wir nur ein Zehntel dessen, was in England an Eisen und Stahl heroorgebrächt wurde. 200 OOOTonnen stellten mir her. 1860 schon beinahe eine halbe Million. Davon wurde der größte Tett in Holzkohleöfen gewonnen. Die halbe Milliqxbe, die in den Gründerjahren 1871/73 in die Hüttenwerke an der Ruhr gesteckt wurde, war bei all diesen Verhältnissen nicht ganz sicher. Diele hatten seinerzeit ausge- sprachen Angst um die Ruhr. Aber 1879 konnte man aufatmen. Die Chemie war der kommenden Schwerindustrie zu Hilfe gekommen. Denn Thomas und Bessemer hatten den Prozeß der Stahlgewinnung chemisch durchdacht und ihre neuen Erkenntnisse in die Praxis umgesetzt. Als nach dem Dorbild der Gutehoffnungchütte Thyssen und Kirdorf zur Rationalisierung Dem Auge das Beste! Lassen Sie sich beraten von Optiker JKa&nus dem Optiker Ihres Vertrauens / Seltersweg 33 / Kassenlieferant schritten, Zeche und Hütte zusammenwarfen, als sich so allmählich der für die Schwerindustrie typische Konzern entwickelte, erwies sich als das festeste Bindeglied zwischen Kohle und Eisen die Kokerei. Dort gewann man in großem Umfang Nebenprodukte. Und von dem Augenblick an stiegen die Löhne im Rheinland und Westfalen, wurden die Bankkredite besser verzinst, gingen die Erträge und die Dividenden in,die Höhe, als es gelungen war, im großen Umfang einen Abnehmer für die Nebenprodukte der Kokerei zu finden. Die Gewinne aus den Nebenprodukten sicherten die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Kohle und des deutschen Stahls. Die Chemie war der sichere und große Käufer, denn die Teerfarbenindustrie hatte gelernt, aus dem schwarzen Abfall Gold und mehr als Gold zu machen. H. Sch—r. ©ebentt her »ungernben Sögel. Chemie erschließt die Welt. Don den Grundlagen und Aufgaben des chemischen Zeitalters. XL Wer aller Technik steckt Chemie. Mittwoch vormittag entschlief sanft und unerwartet unsere liebe, gute Schwester, Schwägerin und Tante Am 23. Dezember entschlief sanft nach kurzem Leiden unser lieber Vater, Großvater, Schwiegervater, Schwager und Onkel Gießen (Horst'Wessel'Wall 19), den 24. Dezember 1938. Klein-Linden (Frankfurter Straße 71), den 24. Dezember 1938. 85770 05624 Auf Wunsch der Verstorbenen fand die Einäscherung in aller Stille statt Die Beerdigung findet am Sonntag, dem 25. Dezember, nachmittags 3 Uhr statt Frau Margarete Weller geb. Friebel im Alter von 76 Jahren. Für die trauernden Hinterbliebenen: Anna und Lina Julimann. Georg Dönges Zugführer i. R. im Alter von 75 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Karl Dönges, Reichsbahn*Assistent Domkapitular Ociftl.Rat Dekan Johannes Bayer Gießen (Dammstraße 22), den 21. Dezember 1938. Die Beisetzung fand in aller Stille statt 85180 8578D und für alle Anteilnahme an unserem schweren Verlust sagen wir /on Herzen Dank. Für die zahlreichen Beweise der Liebe und Verehrung für unseren unvergeßlichen lieben Bruder und Onkel, den Hochw. Herrn Im Namen der Hinterbliebenen: Dr. Heinrich Bayer. Meine liebe, unvergeßliche Frau, meine treusorgende Mutter, unsere Schwester, Schwiegertochter und Schwägerin Frau Berta Weidig, geb. Andreas ist für immer von uns gegangen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: August Weidig. Oppershofen- 22 De cmber 1938. Bad-Nauheim Durchschreibe- Buchhaltung mit komplettem Zubehör nur RM. 50.- Verlang.Siekostenl.Prospekt WFRRF DRUCKSACHEN ” Brühl. Gießen J. Hirz Seltersweg 22 Bilder Rahmen Kunstgewerbe Gemälde Werkstätte fürEinrahmungen _____________________________8603D GIESSEN Kreuzplatz 3 Metten hei mer Inh.: W. Menges 6468D Hedwig Preise, Oberschwester i. R, Göttingen, München, den 24. Dezember 1938 Gießen, den 23. Dezember 1938. 05643 8560V Bekanntmachung 99 A 8536C Großen-Linden, im Dezember 1938. 05661] Am 16. Dezember entschlief zu Rosenheim unsere liebe Schwester und Tante Otto Preise, Architekt Valentin Preise Leibbinden Bruchbänder Einlagen Anfertigung in eig. Werkstätte Kurt Kling vorn. Heger Nacht Bandafiistenmelst Marktstr. 16 Lieferant der Krankenkassen Damen.Bedienung Die Einäscherung hat in aller Stille in München stattgefunden Gießen, den 24. Dezember 1938. Der Oberbürgermeister. I. D.: Nicolaus, Beigeordneter. Danksagung. Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme und zahlreichen Kranzspenden beim Heimgang unserer lieben Entschlafenen danken wir herzlichst Besonders danken wir dem Herrn Pfarrer für die trostreichen Worte, sowie den Schwestern für ihre aufopfernde Pflege. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Elisabeth Weber Wwe. Für die zahlreichen Beweise aufrichtiger Teilnahme, sowie die vielen Kranz- und Blumenspenden und das ehrenvolle Geleit zur letzten Ruhestätte unserer lieben, uns unvergeßlichen Gattin und Mutter Frau Pauline Lenz, geb. Geißler sagen wir auf diesem Wege allen unseren herzlichsten Dank. In tiefer Trauer: Wilhelm Lenz, Architekt und Tochter Der Frühjahrsmarkt (Messe) findet vom 18. bis einschließlich 26. März 1939 in Gießen auf Oswalds- garten statt. Auf die Ausschreibung in den Fach- blättern „Stomet" und „Das deutsche Wandergewerbe" wird verwiesen. Meldefrist: 21. Januar 1939. Näheres ist im Stadthaus, Bergstraße 20 (Zimmer Nr. 18), zu erfahren. Ich schweiße für Sie elektro sowie autogen alle Maschinenteile, Konstruktionen, Gußhohlkörper sowie alleeinschlägigenArbeiten J. Woisthenrich, Gießen Alicenstraße 35 836jD Ruf 2829. (QÄBEN, Sbüi ßeg tiicficit Nr. 30s Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeigerfür Oberheffen) 24-/25.DezemberlyZ8 Aus der Stadt Gießen. Weihnachten. Weihnachten ist das leuchtendste unter den Festen der Christenheit. Kein anderes ihrer Feste strahlt einen solch geheimnisvollen Zauber aus wie das Christfest. Kinderaugen — und nicht nur sie — glänzen schon tagelang vorher in köstlicher Vorfreude. Und am reinften und köstlichsten wird der Olanz der Augen, wenn sie am Heiligenabend, in der weihevollen Nacht in die Lichter des Christbaums sehen, sich an den Geschenken freuen und auf die Krippe mit dem Kindlein blicken dürfen, die in vielen unserer Häuser unter dem Christbaum Ausstellung zu finden pflegt. Wohl an keinem andern Tage des Jahres hat der Mensch ein so trauliches Gefühl des Geborgen- seins, als am Weihnachtsfest. Kein anderes Fest weist ihn mit solcher Selbstverständlichkeit in die traute Häuslichkeit, in den Kreis der Familie, und wohl nie empfinden diejenigen unserer Mitmenschen, die kein rechtes „Zuhause" haben, die Härte des Schicksals so bitter, wie gerade an Weihnachten. Wie eigen war es an den Kriegsweihnachten denen zu Mut, die draußen im Feld standen! Nie gingen die Gedanken unserer Soldaten mit solcher Wärme und Sehnsucht in die Heimat, als an jenen Festtagen. Mochten junge, ledige Kameraden zum ersten Male im Leben an Weihnachten dem Elternhaus fern sein, oder ältere, verheiratete die Trennung von ihren Familien schmerzlich empfinden. Eine einzigartige Empfänglichkeit für die Weihnachtsbotschaft fand sich gerade mitten im Krieg bei den Millionen von Frontsoldaten, begünstigt durch das gewaltige Erlebnis der Frontkamerad- fchaft. In den Herzen vieler aus ihren Reihen wird mit ungeschwächter Klarheit die Erinnerung lebendig an Weihnachtsfeiern im Krieg, begangen im Feld, im Lazarett oder — und diese gehörten zu den ergreifendsten — hinter dem Stacheldraht der Gefangenenlager, die in ihrer Eigenart für uns teuerster, unverlierbarer geistiger Besitz geworden sind und uns Herz und Gemüt tief bewegt haben. Nicht zuletzt der Besonderheit und Einzigartigkeit des. äußeren Rahmens dieser Feiern wegen. Solange Sehnsucht in Menschenherzen lebt, Erwartung, Harren, ungestümes Streben, solange werden sie empfänglich sein für die jubelnden Klänge der Weihnachtsbotschaft. „Euch ist heute der Heiland geboren", das ist die gewaltige Melodie, die die Zeitenwende einläutet und in Jahrtausenden noch nichts von ihrer Gewalt verloren hat. Weihnachtssehnsucht und -erwartung, bei klein und groß, ist Abbild des gespannten Harrens, das vor fast zwei Jahrtausenden dem Kind in der Krippe entgegenschlug. Es ward geboren, „als die Zeit erfüllet war", als nach Gottes Ratschluß der Weg der Menschheit heraufführen sollte aus Finsternis und Verlorenheit hin zu Licht und Klarheit. Friede und Heil bringt es mit sich: „Das Kind, dem alle Engel dienen, bringt Licht in meine Dunkelheit", so singen, mir. Gottes schöpferischer, erlösender Liebeswille greift in das Weltgeschehen ein in der Geburt seines Sohnes, des „Christkindes". Harren, Sehnen, Streben der Menschheit werden in ihm zur Erfüllung geführt. Unser deutsches Volk hat das- Geheimnis des Christfestes-vielleicht tiefer erfühlt und ergründet mit feiner ganzen Gemütstiefe, es schöner besungen in ungezählten Weihnachtsliedern, als irgend ein anderes Volk. Kriegsweihnachten und Weihnachten in der Verworrenheit und Heillosigkeit der Nachkriegsjahre steigen in unserer Erinnerung auf. Wohl leuchtete auch damals der Weihnachtsstern, aber viele vermochten n'chts zu sehen von seinem Leuchten. Unter dem Druck der Inflationszeit, in der so viele Werte in nichts zerrannen, im grauenhaften Elend einer Arbeitslosigkeit von schier unermeßlichem Ausmaß. Wie ein böser Traum liegt das nun hinter uns. Froh und von tiefster Dankbarkeit erfüllt feiern wir jetzt Weihnachten. Ein starkes mächtiges Reich schirmt uns. 10 Millionen Deutsche feiern, aufs neue mit dem Reich vereint, in diesem Jahre wohl die schönsten Weihnachten ihres Lebens. Das Wmter- hilfswerk, dies Liebeswerk von gigantischer Größe, bringt mit seinen Gaben Licht und Freude bis zum letzten Haus und zur letzten Hütte. Gebannt ist die bittere Not und Verzweiflung früherer Jahre. Ungetrübte Festfreude breitet sich zu Weihnachten über ein machtvoll erstarktes Großdeutschland. Fromme deutsche Menschen, die Gemeinschaft suchen mit dem lebendigen Gott dürfen aufs neue die Wahrheit der alten, oft gesungenen Worte erleben: Es leucht't wohl mitten in der Nacht, Und uns des Lichtes Kinder macht. -p. Dornotizen Tageskalender für Sonntag (1. Feiertag). Stadttheater: 19 bis nach 22 Uhr „Aida". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Der Blaufuchs". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Die Pfingftorgel". — Bauerscher Gesangverein: 15.30 Uhr Kinderbescherung; 20 Uhr Familienfeier. Tageskalender für Montag (2. Feiertag). Stadttheater: 15 bis 17.30 Uhr „Frau Holle"; 19 bis 22 Uhr „Die lustige Witwe". — Gloria- Palast (Settersweg): „Der Blaufuchs". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Die Pfingftorgel". — DfB.- Reichsbahn: 14 Uhr Wien—Gießen. Weihnachten im Gießener Stadttheater. Am ersten Weihnachtsfeiertag findet die Erstaufführung von „Aida", Oper in 4 Akten von Guifeppe Verdi, statt. Musikalische Leitung Paul Walter, Spielleitung: Gert Buchheim, Leitung und Einstudierung der Chöre: Heinz Markwardt, Tanzleitung: Thea Maaß, Bühnenbilder: Karl Löffler. Es wirken einhundertsünfzig Personen mit. Die Vorstellung beginnt um 19 Uhr und endet nach 2£ Uhr. Außer Miete! Am Nachmittag des zweiten Weihnachtsfeiertages findet eine Wiederholung von „Frau Holle", Märchen in fünf Bildern von Walter Ofterspey, statt. Die Musik schrieb Walter Osterspey, Spielleitung: Hermann Schultze-Griesheim, musikalische Leitung: Heinz Markwardt, Tänze: Thea Maaß. Die Vorstellung beginnt um 15 Uhr, Ende 17.30 Uhr. Außer Miete! — Am Abend die Premiere „Die lustige Witwe", Operette in drei Akten von Franz Lehar. Musikalische Leitung: Heinz Markwardt, Spielleitung: Gert Buchheim. Für die Einstudierung der Tänze und choreographische Leitung zeichnet Thea 'M t I f i w '-4 t * . -V“ Bl * g 1 (Aufnahme: Elisabeth Hase, Frankfurt a. M.) Maaß. Karl Löffler schuf das Bühnenbild. Die Dor« stellung findet außer Miete statt und beginnt um 19 Uhr, Ende 22 Uhr. Am dritten Wsihnachtsfeiertag, nachmittags, findet eine Aufführung des Märchens „Frau Holle" von Walter Osterspey statt Spielltg. Herm. Schultze-Griesheim. Mufikal. Ltg.: Heinz Markwardt, Tänze: Thea Maaß. Anfang der Vorstellung 15 Uhr, Ende 17.30 Uhr. Außer Miete! — Abend 20 Uhr, Erstaufführung der modernen Gesellschaftskomödie „Lauter Lügen" von Hans Schweikart. „Lauter Lügen" hat sich im Laufe dieser Spielzeit fast alle Bühnen des Reiches erobert. Spielleitung Hermann Schultze- Griesheim, Bühnenbilder: Karl Löffler. Die Vorstellung findet gleichzeitig als 13. Vorstellung der Dienstag-Miete statt. Ende 22.30 Uhr. Frostwetter verzögert den Wnhnachts- paketverkehr. 3m Bedarfsfälle auch am zweiten Weihnachtsfeiertag Zustellung von Paketen und Päckchen. DNB. Durch den außergewöhnlichen Kälteeinbruch über ganz Deutschland mit nachfolgenden Schneefällen sind in verschiedenen Teilen des Reiches sehr erhebliche Zuqverspätungen eingetreten. Hierdurch wurde im Postdienst die Paket- und Päck- chenbeförderung, die im wesentlichen mit den Zügen der Reichsbahn erfolgt, stark in Mitleidenschaft gezogen. Da auch weite Äbsenderkreise trotz wiederholter Hinweise mit der Auflieferung ihrer Pakete bis zu den letzten Tagen vor dem Fest gewartet haben, wird damit gerechnet werden müssen, daß die Empfänger einen Teil der Weihnachtspaketpost nicht rechtzeitig erhalten. Die Deutsche Reichspost bemüht sich, unter stärkstem Material- und Personaleinsatz, die durchhöhere Gewalt eingetretenen Stockungen zu beheben und die Folgen möglichst zu mild«"'n. Im Bedarfsfälle werden daher am zweiten Feiertag, an dem gewöhnlich die Zustellung ruht, Pakete und Päckchen zugestellt werden. Schulungski^s für die Feuerwehren. Für die Feuerwehren des Kreises Gießen findet am 7. und am 8. Januar 1939 in Laubach ein Schulungskurs statt. Der Kursus bringt eine Reihe von Vorträgen berufener Fachleute, die über zeitgemäße Themen sprechen werden. Neben dem allgemeinen Lehrgang werden auch zwei Sonderlehrgänge (Bezirksmotorspritzen-Einsatz, Unterhaltung der Feuerwehrkraftwagen und Verkehrsvorschriften) stattfinden. Gießener Dochenmarktpreiie * Gießen, 24. Dez. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, % kg 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 9, Eier, deutsche, Klasse S 15, Klasse A 14%, Klasse 8 14, Klasse C 13%, Klasse D 12%, ausländische Kühlhauseier, Klasse B 10%, Wirsing, % kg 10, Weißkraut 7 bis 8, Rotkraut 9 bis 10, gelbe Rüben 9 bis 10, rote Rüben 9 bis 10, Spinat 15? Unterkohlrabi 8 bis 10, Grünkohl 12 bis 15, Rosenkohl 20 bis 35, Feldsalat, 1ho 10, Tomaten, % kg 50, Zwiebeln 12 bis 15, Meerrettich 35 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 35, Kartoffeln, % kg 4 Pf., 5 kg 40 Pf., 50 kg 3 bis 3,50 Mark, Aepfel, % kg 40 bis 45 Pf.. Nüffe 50 bis 65 Pf., Hähne 1 bis 1,20 Mark, Suppenhühner 90 Pf. bis 1 Mark, Gänfe 1 bis 1,30 Mark, Enten 1,40 Mark, Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., Blumenkohl 20 bis 50, Endivien 5 bis 12, Rettich 5 bis 15, Lauch 5 bis 15 Pf. ♦ **JndieGerberlauge gestürzt. Gestern nachmittag ereignete sich in einer hiesigen Lohgerberei ein schwerer Unfall. Der Gerber Wilhelm Bender aus Grüningen stürzte bei seiner Arbeit in die Gerberlohe und erlitt dabei so schwere Verbrennungen, daß er sofort durch die Sanitätsbereitschaft Gießen in die Chirurgische Klinik gebracht werden mußte. Der bedauernswerte Mann liegt in schwerem Zustande darnieder. Der schwäbische Engel. Von Georg Schwarz. „Da habt ihr den Opferpfennig! Haltet euch unterwegs nicht auf und seid mir recht still in der Kirche!" sagte die Mutter, „du Theodor bist der Ael- tere und für alles verantwortlich!" „Ja, Mutter!" sagte Theodor, „aber gelt, der muß mir folgen!" „Er folgtr beruhigte ihn die Mutter, setzte mir mein Käppchen zurecht und gab uns einen Kuß zum Abschied. Vor dem Haus lag frischer Schnee. Ein kleiner Stapfenweg war schon gemacht, aber wir traten ungern in die Fußtapfen anderer, stiegen frischweg über die großen Schneepolster, freuten uns an den tiefen Löchern, die wir hinterließen. Wir standen bald auf dem Kirchplatz und sahen viele Kinder, mgnche von ihren Müttern begleitet, herzueilen. Plötzlich kamen wir in dichtes Gedränge und wurden durch das Portal geschoben. Zwei Christbäume, jeder so hoch wie ein kleines Haus, standen rechts und links vom Altar und feuerten mit ihren brennenden Kerzen einen festlichen Glanz in den hohen, getünchten Raum. Ein hundertstimmiges- „Ah" aus Kindermund verhauchte feierlich. Ich wurde in die dritte Reihe zu den Kinderschülern gesetzt,' während Theodor in der zehnten unter den „Erstklässlern" Platz nehmen durfte. „Schwester Emilie" war schon da und trug eine besonders schöne, weiße, gesteifte Haube, machte ein feierliches Gesicht und redete nur im Flüsterton mit uns. Es war keine leichte Ausgabe, die vielen fragenden, schwatzenden und staunenden Kinder zu beruhigen. „Still, Jaköble, still! Was willst du denn?" „Schwester Emilie!" sagte der kleine Mann neben mir, „kann der Engel dort auf dem Christbaum fliegen?" „Wenn du ganz brav bist", sagte die Schwester lächelnd, „tut ers vielleicht." Jaköble blieb eine lange Minute ganz still, aber dann rief er laut: „Warum fliegt er denn nicht, der dumme Engel?" „Still, Jaköble, der Engel ist nicht dumm", flüsterte die Schwester. „Du bist dumm!" rief ihm ein Abcschütz aus der siebenten Reihe zu. Leise begann die Orgel zu fingen. Vorn am Altar stand der Herr Pfarrer. Als wir gesungen hatten, las er mit heller Stimme die Geschichte von den Engeln auf dem Felde und vom Kindlein im Stall. Die Worte des Engels sprach er selber nicht. Aber eine Stimme, rein wie eine Flöte, fönte aus dem Hintergrund der Kirche: „Siehe, ich bringe euch große Freude, die. allem Volk widerfahren wird! Denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr! Und das habt zum Zeichen, ihr werdet finden ein Kindlein in Windeln gewickelt und in der Krippe Hegen!" „Wo ist der (Engel?"4' fragte ich leise die Schwester, die neben mir stand, und ich reckte den Kopf. Sie griff- mir unter die Arme und hob mich über die Bank hinaus. Hinter dem Altar stand ein leibhaftiger Engel im weißen Kleid, ein Flimmern und Glänzen war um sein Haar, und aus seinem Munde kamen die holdseligen Worte. „Möcht auch den Engel sehen!" bettelte Jaköble mit weinerlicher Stimme die Schwester an. Aber sie legte leise zischend einen Finger an die Lippen und hieß ihn stille sein. Jaköble begann zu weinen. Da hob sie ihn schnell aus der Bank und hielt den leise Schluchzenden eine Weile an die Brust. Als der Pfarrer den Altar verlassen hatte, mußten wir einzeln unter Führung der Schwester vor die Bankreihen treten und unser „Sprüchle" sagen. Ich schaute mich dabei immer nach dem Engel um. Nach uns kamen die Abc-Schützen an die Reihe. Sie trugen ihre Verse schon viel besser und deutlicher vor als wir, konnten den Mund schon weit aufmachen und ihre Stimme gebrauchen. Die Gabenverteilung begann, bei der Jaköble wieder laut weinte, weil er glaubte, in seiner „Guck" (Tüte) seien viel weniger schöne Sachen-darin als in denen der anderen Kinder. Dann sang der Herr Pfarrer ein Lied, erteilte uns den ©egen'unb ließ uns aufbrechen. Am Brunnen neben der Kirche wartete Theodor. „Hast du den Engel gesehen?" fragte ich ihn begierig, „es war ein richtiger Engel, vom Himmel heruntergeflogen für uns!" „Au!" gab mir mein Bruder zur Antwort, „ein Engel! — Die hat doch bloß den Engel gespielt!" „Wer?" fragte ich erschüttert. „’s Käterle", sagte er ruhig, „ich kenn sie, sie geht in die fünfte Klass'! Wenn du mirs nicht glaubst, frag' sie gleich! Da kommt sie. Was wettest du? Wenn du verlierst, mußt du mir deine Guck geben!" „Frag' sie!" sagte ich siegesgewiß. „Du, Käterle, der dumme Bue will net glaube, daß du kein Engel bischt!" redete er das Käterle an, als es an uns vorüberging. Die drehte sich schnell um und sagte mit einem mitleidigen Blick auf mich: „A g'spielter ischt no' lang fei’ rechter!" „Gib mir die Guck!" sagte mein Bruder. Ich ließ sie ihm. Aber das Käterle drehte sich noch einmal um und rief uns nach: „Für g'wöhnlich bin i' keiner! Einmal im Jahr langt g’rab genug!" Heiliger Abend auf der Cheopspyramide. Von Friedrich Morion. Auf dem „Midan el Tiatre“, dem großen modernen Opernplatz von Kairo, herrscht die hastende, ewig gleiche Regsamkeit des ägyptischen Alltags. Ein Strom von Autos und Menschen ergießt sich aus der „Shari Kamil", in- der große Hotels liegen, auf den Platz, flutet fü.dwärts und nilwärts ab. Hier, zwischen Shepheards Hotel und Opernplatz, zwischen diesem .und den eleganten Geschäftshäusern der Fuad-Straße, blüht der Straßenhandel. Ich sitze an einem Tischchen des Operncafes vor süßem Türkischen. Um 9 Uhr vormittags beginne ich meine Zählung, um 9.30 Uhr schließe ich sie ab. Hier das Ergebnis in vielsagenden Zahlen: 37 Verkäufer boten, mir Zeitungen an, 28 Schuhputzdienste, 8 kalifornische Aepfel, 8 Bananen und Gebäck, 6 Zigaretten, 5 Rasierpinsel und Seifen, 4 Tücher und Meßbänder, st 2 Hühner, Trinkgläser, Kaffeetassen, Vorhangstangen, Petroleumlampen, Krawatten, Sacktücher, Schmuckketten, je einer Briefmarken, Schuhbänder, Drangen, Ansichtskarten, Datteln. 149 Offerten in einer halben Stunde! Die Liste ließe sich, besonders abends, wesentlich erweitern. Gleichmütig sitzen die Gäste vor ihren Schalen, greifen gelegentlich einem angebotenen Huhn unter die Flügel, kaufen ein Los, lassen sich zum so und so vielten Male den Hochglanz auf den Schuhen erneuern. Die Sonne scheint, die Palmen des Ezbekiva-Gartens rauschen. Weihnacht, wo bist du? Wenige besuchen die unverfälschte Altstadt mit den engen, finsteren Gängen, den vergitterten Harems- fenftern, den entzückenden Bildern echten, düste- geschwängerten Orients. Hier spielt sich Handel und Wandel, Arbeit und Verkauf auf der Straße ab. Mein Spiegelreflex hält den Kaffeeröster fest, der seine kleine Maschine auf dem Straßenstein emsig dreht, und gleich darauf den Rasierkünstler, der ebenso wie sein Opfer auf der Erde sitzt. Ich begegne dem Korbflechter und Peitschenstechter, dem Hufschmied, dessen Eisen im Schmutz des Weges liegen, dem Sonnenschirmflicker und Räuchermann, der mit qualmendem Räucherfaß von Laden zu Laden zieht. Zwei Erscheinungen sesseln mich, besonders. Der Holz- und Bernsteindrechsler mit der auf dem Boden ruhenden Drehbank und dem Fuße, der mitdreht, und der Kleiderbügler, der kräftig mit dem Fuße das Eisen regiert. Dazwischen tausenderlei Läden, deren Aufzählen Seiten verschlingen würde, dazwischen im Menschen» und Karrenstrom Schläfer, ganz in ihre schmierigen Fetzen gehüllt, in tiefem, orientalischen Schlummer, den kein Lärm, kein Stoß, keine Nerven wecken. Hastendes Treiben, lärmendes Feilschen und tiefer Straßenschlaf: beides echter Orient. Doch die Weihnachten finde ich auch hier nicht! Gegen abend fahre ich durch die Fuadstraße über Giza zu den Pyramiden hinaus. Der lächerliche Betrieb mit den geschmückten Kamelen, den galoppierenden Mauleseln, den Baedecker-Vorlesungen und dem endlosen Bettel ist verebbt. Im märchenschonen Park des Mena-House sitzen, Rücken den Pyramiden zugekehrt,'feine Reisende, schreiben Kartengrüße und dreschen hartem Ungehindert überwinde ich den Steilabfall der Wüste und gelange zur gewaltige^ Cheops. Ein Wachmann an der Nordostecke des Plateaus bittet um Feuer. Sonst ist niemand zu sehen. Zauberstimmung. Auf den Steinfließen tänzelt das Mondlicht. Von der Spitze der Riesin träufelt und rinnt es herab, springt über die hohen Stufen, schafft einen leuchtenden Berg, der gegen die Wüste hin pechschwarzen Schatten wirst. Hier, im Schutz des Schlagschattens beginne ich den Aufstieg. Er ist höchst ermütend. Stufe um Stufe muß überwunden werden, ehe der 137 Meter hohe „Gipfel" erreicht ist. Schweißgebadet lange ich oben an. Ein empfindlich kalter Wüstenwind bringt unerwünscht rasche Abkühlung. Vollmond auf der Cheops am Heiligen Abend! Schönste Träume gehen in Erfüllung. Endlos scheint im Westen, Nordwesten und Süden die Wüste hinzuziehen. Neben mir steht die 136 Meter hohe Chephren-Pyramide, neben dieser die des Men- kewre. Kleine Stufenpyramiden nehmen sich wie Zwerge aus. Gespenstische Schatten liegen in den Königsfnedhöfen und Totentempeln. Unergründlich, ewig blickt die wieder freigelegte Sphinx gegen den ewigen Strom. Ein dunkler Riesenstreifen, das Fruchtland. In feinem Lichtdunst das ferne Mokat- tam-Gebirge. Mehr zu ahnen als zu sehen die Stadt der Moscheen und Minarette, die Königin Muha- med Ali ... So war mein Weihnachtsfest. Als ich am Mena- House vorbeiging, war der Park verlassen, doch brinnen, da waren die Paare in Luxuskleidern zum Tanz angetreten und feierten, ohne Pyramiden, auf ihre Weise. s Volksweihnachten in Gießen. Die Abendstunde des gestrigen Freitag brachte, wie überall im Reich, auch in unserer Stadt im Rahmen der einzelnen Ortsgruppen der NSDAP, stimmungsvolle Volksweihnachtsfeiern, die den Betreuten des WHW. und den zahlreichen Gästen ein schönes Erlebnis wurden. Ueberall standen die Besucher im Banne der starken Volksverbundenheit, die Führung und Volk unlöslich zusammengeschweißt hat und die gerade in der weihnachtlichen Stimmung wiederum besonders starken Ausdruck findet. Dankerfüllt für den Führer, unterdessen Schutz und Schirm sich auch diesmal wieder unser Volk zu froher Weihnachtsfeier vereinigen kann, verließen die Besucher die Stätten dieser schönen Weihnachtsfeiern. Ortsgruppe Gießen-Ost. Im weihnachtlich geschmückten großen Hörsaal der Universität hatte sich die Ortsgruppe Gießen- Ost versammelt, um eine deutsche Weihnachtsstunde zu begehen. Unter einem fast bis zur Decke ragenden Lichterbaum standen die Tische mit reichen Gaben für die Kleinen bereit. Propagandaleiter Seibert hieß die Kleinen mit ihren Eltern herzlich willkommen. Die Jungmädelgruppe der Ortsgruppe leitete mit alten Weihrrachts- liedern den Abend ein. Pg. Geiger vom Stadt- kheater Gießen las dann den Kindern das alte schöne Märchen „Siebenschön" vor, dem die Kleinen und Großen mit Spannung lauschten. Hierauf verwandelte die Iungmädelqrüppe mit ganz einfachen Hilfsmitteln, Spinnrad, Schemel und Decken, den freien Platz des Saales zu einer Bühne und spielte das alte und doch immer schöne Weihnachtsmärchen „Frau Holle". Doch alles Schöne dieses Märchens konnte den langersehnten Weihnachtsmann mit seinen Gaben nicht vergessen machen. Endlich, mit viel Gepolter, meldete er sich an. Als er den Saal betrat, herrschte größtes Schweigen. Doch rasch war die Verbindung zu den Kleinen hergestellt, und nun wetteiferten die Mädel und die Buben, ihre Vortragskunst zu zeigen, aber auch wohl um den Weihnachtsmann gut zu stimmen. Wie leuchteten die Kinderaugen, als er dann seine Gaben verteilte. Für -alle hatte er das Richtige getroffen; für die Buben nach echtem Jungensinn, für die Mädels nach ihrem Sehnen. Kaum hatten die Kleinen es in Händen, da war alles um sie her vergessen; die Weihnachtsfreude für die Kinder hatte ihren Einzug gehalten. Aber neben all den schönen Spielsachen hatte der Weihnachtsmann auch Tüten voll Süßigkeiten mitgebracht, kurzum alles, was das Kinderherz erfreut. In engster Zusammenarbeit der Ortsgruppe Ost, mit dem WHW., dem BDM., der Schüler der Oberrealschule und der Marine-HI. konnte allen 120 Kindern eine wahre Weihnachtsfreude bereitet werden. Auch Kreisleiter Backhaus nahm zur Freude aller Besucher an der schönen Feier teil. Ortsgruppe Gießen-Mitie. In der mit Adventskränzen und Tannenbäumen schön geschmückten Turnhalle hatten an langgestreckten Tischen tzie Kleinen und zu beiden Seiten deren Angehörige und die älteren Gäste der NSV. Platz genommen. Ortsgruppenleiter Weber und Ortsgruppenwalter der NSV. Dr. Sch eil Horn mit ihren Mitarbeitern bemühten sich um die kleinen und großen Gäste, die erwartungsvoll den Dingen entgegensahen, die sich hier abspielen sollten. Eine Hauskapelle verkürzte mit einigen bekannten Weisen die Wartezeit. Nach dem Dorspruch eines BDM.-Mädels erfreute der BDM. mit einigen Weihnachts- und Kinderliedern, für die die Kleinen nicht nur dankbar Beifall zollten, sondern an deren Singen sie sich auch beteiligten. In der Zwischenzeit hatten die Frauen der NS.-Frauenschaft die Kerzen der Tannenbäume neben der Bühne und auf den Tischen angezündet, deren Schein ein stimmungsvolles Bild schuf. Propagandaleiter Kern begrüßte die kleinen und die großen Volksgenossen und sagte ihnen, daß sie alle an diesem Abend Gäste des Führers find, der selbst gesagt hat, daß kein Volksgenosse freudlos in diesen Tager> sein soll und daß diese Stunde Sonnenschein in jedes Kinderherz tragen möge. Er ließ verstehen, wie dankbar wir sein müssen, daß dieses Fest wieder das ganze Volk zu einer großen Familie zusammenschließt. Im Auftrage des Ortsgruppenleiters dankte er allen Helfern, die sich selbstlos in den Dienst dieser schönen Dolksweihnacht stellten, ferner all den unbekannten Helfern, Helferinnen und jenen Volksgenossen, die durch ihre Geschenke und Beiträge die Ortsgruppe in die Lage versetzten, ihren Gästen einige Freuden zu bereiten. Während der BDM. wieder mit einigen Darbietungen aufwartete, füllten die Helferinnen den Kleinen die Tassen mit Kakao, und schmunzelnd griffen die Kinder nach den Kuchenstückchen, die zwischen schönen Werhnachtsfiguren, fein säuberlich aufgehäuft, für sie auf den Tischen bereitlagen. Als dann die Uebertragung der Weihnachtsansprache einsetzte, lauschten Groß und Klein den Worten, die aus dem Aether zu ihnen drangen. Freudig stimmten alle in den Treugruß an den Führer und in den Gesang der Nationallieder ein. Der BDM. führte ein schönes Spiel auf, dem alle gespannt und erfreut folgten. Hierauf kam der Weihnachtsmann, der mit lautem Hallo begrüßt wurde und dem die Kleinen ihre Gedichte und Lieder aufsagten. Für jedes der 170 Kinder hatte er ein Geschenk mitgebracht, und dazu gab es einen Beutel mit Gebäck und Pfefferkuchen. Etwa 270 ältere Volksgenossen bekamen praktische Sachen, so daß alle, beeindruckt, von dieser schönen Feierstunde und erfreut über die Geschenke nach Hause wanderten. Kreisleiter Backhaus nahm mit Kreisorganisationsleiter Hey mann an der Feier teil. Ortsgruppe Gießen-Nord. Die kinderreichste Ortsgruppe hatte ihre Feier im Caft Leib. Nach einigen weihnachtlichen Volksweisen hieß Ortsgruppenleiter Thomas die 550 Kinder und deren Angehörige willkommen. Auch hier half der BDM. mit seinen weihnachtlichen und anderen stohen Weisen die Stunden verschönern. Besonders sinnig hatten sich die Mädels einen Beitrag durch ihr Flötenspiel ausgedacht. Schulungsleiter Bur geleit sprach über das schöne Weihnachten, an dem jeder Deutsche sich an die Heimat und an seine Familie gebunden fühlt. Er, machte den großen und kleinen Gästen verständlich, wenn der Führer nach den ereignisreichen Wochen dem kleinsten und letzten Volksgenossen Dank dafür gesagt, daß er tn schweren Stunden so treu zu ihm gestanden habe, damit auch diejenigen gemeint seien, die jetzt sich zur Volksweihnacht versammelt haben. Jeder Deutsche solle Weihnachten, das Fest der Familie und der Volksgemeinschaft feiern können. Als dann die Uebertragung der Rede aus Berlin einsetzte, verstummten selbst die Kleinsten und hörten zunächst still zu, um dann mit lautem Hallo die freudigen Worte zu unterstreichen, die ihnen zugerufen wurden. Der BDM. führte dann das Spiel vom „Rumpelstilzchen" auf, bei dem die Kleinen durch Beifallskundgebungen wacker mitspielten. Als nun der Weihnachtsmann auf der Bühne erschien, waren sie nicht mehr zu halten." Seine freundliche Einladung, sich bei seinen fleißigen Helfern die Geschenke abzuholen, fand stürmische Befolgung. Die Amtswalter und die Frauen hatten einen heftigen Ansturm auszuhalten, bis jedes Kind sein Geschenk und seine Tüte mit Gebäck in Empfang nehmen konnte. Es dauerte geraume Zeit, bis jedes der 550 Kinder beschenkt war und freudig, mit leuchtenden Augen, sich willig von der Mutter oder dem Vater heim- führen ließ. Kreisleiter Backhaus verfolgte sichtlich erfreut das laute Treiben der vielen Kleinen, denen auch hier die NSV. eine so schöne Freude bereitet hatte. Ortsgruppe Gießen-Eüd. Die Volksweihnachtsfeier der Ortsgruppe G i e - ßen-Süd im Saale des Studentenhauses am Leihgesterner Weg nahm einen stimmungsvollen Verlauf. Die Feier war in liebevoller Arbeit vorbereitet worden. Frauen der NS.-Frauenschaft, des Frauenwerks und Helferinnen der NSV. hatten die langen Tische festlich mit Tannengrün und Lichtern geschmückt. Gespannt auf das, was es wohl alles geben werde, drängten die Kinder (etwa 180 an der Zahl) in den Saal, eroberten sich rasch einen Platz, nahmen zunächst genau Kenntnis von dem, was vor ihnen und für sie auf dem Tische lag und folgten dann gespannt den Darbietungen, die der Abend brachte., Nach einem Weihnachtslied, das von Mädchen des BDM. gesungen wurde, hörte man die lieber» tragung der Ansprache aus Berlin.. Anschließend hieß Ortsgruppenpropagandaleiter Kirchner die Kinder mit einer herzlichen Ansprache willkommen, so daß sie sich rasch in dieser festlichen Umgebung heimisch siihlten. Er wies vor allem darauf hin, wie schön es sei, daß dieses Fest in Frieden und Freude gefeiert werden könne, nicht zu vergessen, daß nun auch die Deutschen in der Ostmark und im Sudetenland frei und fröhlich deutsche Weih- nacht erlebten. Begeistert stimmten die Kinder in das Sieg-Heil auf den Führer und in die Lieder der Nation ein. Nachdem dann die Kameradinnen im BDM. das Märchen „Aschenbrödel" aufgeführt hatten (es wurde in allen seinen dramatischen Spannungen aufmerksam verfolgt) und nachdem noch ein Gedicht vorgetragen war, kam der Nikolaus, der mit den Kindern manchen freundlichen Scherz machte. Dann verteilte er Aepfel und Nüsse. Als er den Saal verlassen hatte, Hub ein großes Schmausen (Schokolade und Kuchen) an, das geraume Zeit in Anspruch nahm. Schließlich fand die Bescherung statt, die jedem Kinde schönes Spielzeug brachte. Dankbar verließen die Kinder an der Hand der Eltern das Haus. Kreisleiter Backhaus ließ es sich nicht nehmen, auch der Volksweihnachtsfeier der Ortsgruppe Gießen-Süd einen Besuch abzustatten. Winterarbeit der Freiwilligen Feuerwehr Nach einem Jahr reicher Arbeit, die zum größten Teil der Ausbildung an den modernen Löschgeräten der städtischen Berufsfeuerwache gewidmet war und sich bis in die letzten Tage hinein erstreckte, hat die Freiwillige Feuerwehr Gießen ihren wohl etwas ruhigeren, dafür aber mehr der theoretischen Vertiefung dienenden Winterdienst mit einer Versammlung im „Frankfurter Hof" eröffnet. Zu dieser Versammlung hatten die städtische Branddirektion und die Wehrleitung der Freiwilligen Feuerwehr Gießen auch die Kameraden der vor kurzem aufgelösten Freiwilligen Gailschen Feuerwehr eingeladen, um mit ihnen wegen des lieber» tritts zur Freiwilligen Feuerwehr Gießen in Verbindung zu treten. Brandingenieur Lenz, der von dem Herrn Oberbürgermeister als Leiter des gesamten Feuerlöschwesens der Stadt Gießen eingesetzt ist, machte längere Ausführungen über den Werdegang der aufgelösten Wehr. Der Vorgang sei im Zuge der Neu- ausrichtung des gesamten Feuerlöschwesens im Reich zu bettachten. Der Redner führte weiter aus, daß den Kameraden der nun aufgelösten Wehr keineswegs der Boden für ihre ideale Pflichterfüllung entzogen, sondern ihnen Gelegenheit gegeben sei, unter den gleichen Verhältnissen ohne' persönliche Zurücksetzung und in gleichberechtigter Weise in den Reihen der Gießener Wehr ihre Tätigkeit als freiwillige Feuerwehrmänner weiter zu entfalten. Ich hoffe bestimmt, so betonte der Redner, daß sich keiner der Kameraden ausschließt. Hiermit schloß Brandingenieur Lenz seine Ausführungen, die mit großem Beifall ausgenommen wurden. Der größte Teil der anwesenden Kameraden der ehern. Gailschen Wehr hielt es für selbstverständliche Pflicht, sich weiterhin dem Feuerwehrdienst zur Verfügung zu stellen, und erklärte mit sofortiger Wirkung den Beitritt zur Gießener Wehr. Im zweiten Teil der Versammlung machte der Wehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr Gießen, Hauptbrandmeister Koch, nähere Ausführungen über den Dienst im abgelaufenen Jahre und betonte, daß die Wehr in ihrer Ausbildung ganz erhebliche Fortschritte gemacht habe, die jedoch bei weitem noch nicht als abschließend zu betrachten seien, sondern im kommenden Jahre mit größtem Eifer fortgesetzt werden müßten. Die Neuumformie- rung könne, so erklärte der Wehrleiter, dank der Bereitstellung der erforderlichen Mittel durch die Stadtverwaltung und dank der -Befürwortung der Forderungen durch die Städtische Branddirektion nunmehr bis auf kleinere Anschaffungen und die Neueinkleidung der Kameraden aus der Gailschen Wehr als abgeschlossen betrachtet werden. Den Dank für das Entgegenkommen der Stadtverwaltung könne man am besten damit abstatten, daß jeder seinen Dienst bis zum letzten restlos erfüllt. Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen gab der Wehrleiter den vorgesehenen Dienst bis zum 6. Februar 1939 bekannt, der am 2. Januar mit einem technischen Vortrag beginnt. Am 16. Januar erhalten alle Führer vom Löschmeister an aufwärts Instruktion an den Motorgeräten, am 6. Februar folgt wieder eine Vollversammlung mit einem technischen Vortrag. Ein im Laufe des Februar beginnender Lehrgang für Führer und Unterführer soll die Vorarbeit bilden für die Durchführung des Gerätedienstes nach der neuen Ausbildungsvorschrift für den Feuerwehrdienst in der gesamten Wehr. Nachdem der Wehrleiter nochmals auf die großen Aufgaben hingewiesen hatte, die den Freiwilligen Feuerwehren durch das am 23. Dezember 1938 in Kraft getretene Reichsgesetz über das Feuerlöschwesen gestellt werden, schloß er die Versammlung mit den besten Weihnachts- und Neujahrswünschen und mit dem Sieg-Heil auf den Führer. Möbelhaus !Ruhl Führendes Fachgeschäft in Giefeen Verkaufsräume: Markts trafee 29/30 Ausstellung: Bahnhofstrafee 2-4 8593 A Frieda Klewitz 05649 8521D Statt Karten! 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Die Zahl der in diesem Zeitraum in Preußen verseuchten Gehöfte beträgt 277 184 = 11,4 v. H., in Bayern 163 451 — 27,5 v. H., in Sachsen 29 497 = 21,5 v. H., in Baden 28 670 — 14,6 v. H., in Württemberg 17 645 = 7,8 v. H., in Oldenburg 18 750 = 39,6 o. H., in Thüringen 25 533 = 18,5 v. H., in Hessen aber nur 8230 = 6,9 v. H. Danach bleibt der Prozentsatz der Verseuchung in Hessen noch unter der Hälfte des Reichsdurchschnittes. Dies ist ein Erfolg, auf den besonders hingewiesen werden muß. Er war nur möglich durch die unermüdliche Tätigkeit der Beamten der Veterinärverwaltung, den vollen Einsatz der Tierärzteschaft und die verständnisvolle Mitarbeit aller an der Seuchenbekämpfung beteiligten Behörden, insbesondere der Gendarmerie- und Polizeibehörde, sowie durch die Mitwirkung der Organisationen. Alle Anstrengungen dieser Stellen in der Bekämpfung der Seuche hätten trotzdem diesen Erfolg nicht zeitigen können, wenn nicht die weitaus größte Zahl der Tierbesitzer die oft harten und unbequemen Verkehrs- und Nutzungsbeschränkungen, die Über Menschen und Tiere verhängt werden mußten, willig auf sich genommen hätten. Nur so konnten die Verluste, die die Seuche im Gefolge hat, im Interesse der Tierbefitzer und der Sicherung der Ernährungsgrundlage unseres Volkes auf ein Mindestmaß beschränkt werden. Der bisherige Erfolg darf jedoch unter feinen Umständen zu einem Nachlassen bei den so notwendigen Bekämpfungsmaßnahmen führen. Beobachtungen, die in dieser Hinsicht bei einem früheren Seuchengang in Dänemark gemacht wurden, haben gezeigt, daß bei solchem Verhalten die Seuche überhaupt nicht unterdrückt werden konnte und die dabei entstandenen Schäden um das Vielfache in die Höhe gingen, ja sogar, daß dieselben Bestände in einem Jahr dreimal von der Seuche befallen wurden. Zusammenfassend kann darum gesagt werden, daß eine genaue und verständnisvolle Befolgung der Bekämpfungsmaßnahmen durch die Bevölkerung zu einem raschen und vollen Erfolg führt. Diese Mitarbeit ist daher auch in Zukunft bis zur restlosen Tilgung der Seuche unbedingt erforderlich. Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche in Hessen durch erfolgreiche Maßnahmen. sich auch selbst unter Ausnutzung seiner beruflichen Erfahrungen daran beteiligte, erhielt eine G e - fängnisstrafe von vier Jahren und 1 8 000 Mark Geldftrafe. Freisprechung erfolgte lediglich in zwei Nebenpunkten. Da die Angeklagten bis zuletzt geleugnet haben und die Aufklärung des Sachverhalts mit allen Mitteln zu sabotieren versuchten, wurde ihnen nur der nicht durch dieses Verhalten verschuldete Teil der Untersuchungshaft angerechnet. Das Urteil ist die harte und gerechte Sühne für die aus eigennütziger Gewissenlosigkeit begangenen Verbrechen und Vergehen der Angeklagten, die unter sachkundiger Leitung und Beratung ein raffiniertes SystemzurSchä- digung der deutschen Devisen wirtschaft erdacht hatten, aus dem sie selbst große und unrechtmäßige Vorteile zogen und dann durch geschickte Tarnung einer falschen Buchführung, fingierter Korrespondenzen, gefälschter Beweismittel und ähnlicher Methoden lange Zeit die Prüfungsbehörden täuschten, bis schließlich die Aufdeckung des vollen Ausmaßes der Verfehlungen dem volks- und Lpd. Darmstadt, 23. Dez. In dem Devisenprozeß Zabolitzky wurde am Freitag durch den Vorsitzenden der 1. Strafkammer des Landgerichts Darmstadt nach zweitägiger Beratung das Urteil verkündet. Für große Teile der Verhandlung und für die Urteilsbegründung war aus Gründen der Staatssicherheit die Oefsentlichkeit ausgeschlossen. Der in Paris wohnhafte Angeklagte Johann Georg Zabolitzky und die in Untersuchungshaft befindlichen Angeklagten Josef Zabolitzky und Dr. Walter Zabolitzky wurden wegen zahlreicher . Devisenoerfehlungen mit Rücksicht auf die mit diesen Straftaten verbundenen schweren Schädigungen der Devisenbilanz und des Volksoermögens zu hohen Strafen verurteilt. Johann Georg Zabolitzky erhielt wegen eines sehr schweren Falles des Devisenoerbrechens und zahlreicher Devisenoergehen, verbunden mit besonders arglistigem Betrug, ein Gesamtstrafe von sechs Jahren Zuchthaus und Geldstrafen von insgesamt 9 0 0 0 0 Mark. Die bürgerlichen Ehrenrechte wurden ihm für zehn Jahre aberkannt. Josef Z a b o l i tz k y - der sich an den Verfehlungen, insbesondere dem Betrug und dem Reichsmarknotenschmuggel in verschiedener Weise beteiligt hat, und der bereits wegen eines Devisenvergehens vorbestraft ist, erhielt drei Jahre sechs Monate Gefängnis und 28 0 0 0 Mark Geld- utiuiujvii oun« uu, vcm wu.u v» strafe. nung nur mit entsprechend schweren Strafen aus Dr. Walter Z a b o l i tz k y der unter Mißbrauch ! dem' Devisengesetz und den sonstigen devisenrecht- seiner Kenntnisse als juristischer Berater einer mit I lichen Vorschriften gesühnt und verhindert werden Rundfunkprogramm Kalender und Almanache F. W. L. zeugt. — Athenaion-Kalender „Kultur und Natur" 1 939. Als Abreißkalender eingerichtet. Mit einem farbigen Titelbild nach einem Gemälde von A. Kürmaier. Mit 183 Abbildungen aus Natur und Leben und einem Preisausschreiben. RM. 1,95. Akademische Verlagsgesellschaft Athenaion, Potsdam. — (549)— Der schöne, praktische, unterhaltende und bildende Kalender tritt auch in diesem Jahre wieder im Schmuck seiner fast 200 Bilder aus allen Zwei-1 gen von Kultur und Leben aus fernster Vergangen» heit bis zur nächsten Gegenwart vor seine Leser. Der Zusamenklang von Unterhaltung und Belehrung scheint in diesem Jahre noch gesteigert. Die Bilder locken zum Beschauen und Blättern, kleine Essays und Feuilletons fügen Tag für Tag eine kleine fesselnde Plauderei hinzu, ernste und heitre Sprüche, Sprichwörter, Reime, Wetterregeln und Gartssnratschläge fehlen nicht, und ein Preisausschreiben gibt dem vielseitigen Bild des Kalenders einen neuen Reiz. — Ludwig-Richter-Abreißkalcnder 1 93 9. Rund 100 Zeichnungen nach Holzschnitten des Meisters, zwei viersarbige Kunstdruckbeilagen und ein vierfarbiges Titelblatt. 24. Jahrgang. Verlag Georg Wigand, Leipzig. —(462)— Ludwig Richters Lebenswerk ist so umfangreich und vielseitig, daß man immer wieder auf neue Kostbar- ketten stößt. Wahrhaft deutsche Frömmigkeit, Innigkeit' und Gemütstiefe sind selten so schön und so klar wie durch Ludwig Richter zum Ausdruck gekommen. Dieses liebevolle Sichversenken, diese bewundernswerte Kleinarbeit, dieser gesunde, herzhafte Humor, wo ist das alles in so reichem Maße zu finden wie bei ihm, wenn man etwa von Meistern wie Albrecht Dürer und Hans Thoma ab» sieht? Als Treuhänder des künstlerischen Erbes Ludwig Richters hat der Verlag diesen neuen Jahrgang des Ludwig-Richter-Kalenders mit Liebe und Sorgfalt ausgestattet. — Insel-Almanach auf das Jahr 1939 im Jnsel-Verlam Leipzig. — (490) — Dem Almanach, für den Fritz Kredel ein sinnfälliges Gewand schuf, sind Gedichte B i n d i n g s vorangestellt, köstliche Abschiedsgaben des toten Dichters, lieber Rainer Maria Rilke, den auch eine Gelegenheitsaufnahme aus dem Jahre 1913 zeigt, gibt Katharina Kippenberg aufschlußreiche Notizen über seine Reisen nach Paris, Duino, Venedig und Toledo, seine Beziehungen zur Fürstin Marie Taxis und zu Eleonore Düse und seine Bekanntschaft mit „Marthe". Von ihm selbst lesen wir eine feine Studie „lieber den jungen Dichter". Aus werdenden Büchern finden wir Proben von C a r o s s a , Max Mell und Friedrich Schnack, von Reinhold Schneider eine Justinus-Kerner-Novelle, von Heinrich Waggerl eine innige Kindergeschichte vom Engel Johanna, daneben noch viele Textproben und Bilder aus den letzten Veröffentlichungen des Insel-Verlages, eine Leistungsschau, die von hohem Verantwortungsgefühl und verlegerischem Mut 1. weihnachtsseiertag. 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.10: Römisch-katholische Morgenfeier. 8.50: Neuland Friede. Von Hans Joachim Schaeffer. 9: Deutsche Meister. 9.45: Dichter unserer Zeit. Johannes Linke: „Wäldlerweihnacht". 10: Chorgesang. 10.30: Wie schön ist so ein Feiertag! Frohsinn auf Schallplatten. 11.30: Pflug und Schwert. 12: Musik am Mittag. Einlage: Das Mikrophon unterwegs. 14: Kasperlestunde für groß und klein: „Kasperles Weihnachtsgeschenk". Ein lustiges Spiel. 14.30: Musikalisches Weihnachtskonfekt. 15: Austauschkonzert Berlin—London: Englische und deutsche Weihnachtslieder. 15.30: Blauer Dunst. Eine Unterhaltungsstunde mit Szenen von Jo Hanns Rösler. 16: Nachmittagskonzert. 18: Land ohne Tränen. Besuch im Spielzeugladen. Manuskript: Friedrich Schnack. 18.45: Auch Kleinigkeiten können uns viel Freud' bereiten. Neue Schallplatten aus der Weihnachtskiste. Einlage „Die Bescherung". Weihnachtliche Kurzerzählung. 20: Sportspiegel des Sonntags. 20.10: Festliches Konzert. '22: Nachrichten. 22.20: Sportbericht. 22.30: Unterhaltung und Tanz. 24 bis 2: Nachtkonzert. 2. Weihnachisfeiertag. 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.10: Evangelische Morgenfeier. 8.50: Erhelltes Leben. Von Hans Joachim Schaeffer. 9: Deutsche Meister. 9.45: Dichter unserer Zeit: Ernst Bacmeister: „Erlebnis am Münster". Eine Kurzerzählung. 10: Alte Weihnachtsmusik, gespielt und gesungen. 10.30: Die Kraft ist da, vor der die Nacht entflieht. Hörfolge zum Gedenken Dietrich Eckarts ff 26.12.1923). 11: Komponisten der Gegenwart unterhalten uns. Heute: Hans A. Heumann. 11.30: Fidele Klänge zum Frühschoppen! 12: Schloßkonzert. Einlage: Große Liebe zu emem kleinen Tier. 14: Der Wunderbaum. Ein Märchenspiel für unsere Kinder. 14.30: Die sechs Musici auf 18 Instrumenten. 15.30: UeberaU, wo Deutsche wohnen. Aus dem Volksliedgut unserer auslandsdeutschen Brüder. 16: Buntes Unterhaltungskonzert. Sport am Weihnachtsfeiertage. 18: Pulverschnee schick' uns herab! Keine Sulz und keinen Papp? Eine quietschvergnügte Schisendung. 18.45: Fröhliche Blasmusik. 19.30: Sportspiegel des Tages. 20: Nachrichten. 20.10: Der Zigeunerbaron. Operette in 3 Akten von I. Schnitzler. 22: Nachrichten. 22.20: Sportbericht. 22.30: Nachtmusik und Tanz. 24 bis 2: Nachtkonzert. Dienstag, 27. Dezember. 6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.40: Kleine Ratschläge für den Garten und die Zimmerpflanzen. 11.30: Ruf ins Land. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.15: Das Stündchen nach Tisch ... 15: Kleines Konzert. 1530: Frauen der Vergangenheit: Annette von Droste- Hülshoff. 16: Konzert. Einlage: Neue Kalender und Almanache. 18: Volk und Wirtschaft: „Die T. N. sichert lebenswichtige Betriebe." 18.15: Neues für den Bücherfreund. 18.30: Volkstum und Heimat. „Jul-Abend". Hörfolge. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Kind, die Sterne gehen weit ... Eine Sendung unsere Mädel mit Liedern und Erzählungen um die Wiege. 20: Nachrichten. Grenzecho. 20.15: Bunte Mischung. 21: Haydn-Zyklus des Reichssenders Stuttgart. 6. Abend: Ein Abend bei W. A. Mozart (12.2.1785). 22: Nachrichten. 22.20: Politische Zeitungsschau. 22.35: Unterhaltung und Tanz. 24 bis 2: Nachtkonzert. Itr.501 viertes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)24-/25.vezember iy38 Schüler bauen Segelflugmodelle. Interessanter Besuch in der Dorfschule zu Münster bei Lich. Sorgfältig ausgearbeitete Pläne sind die Grundlage für den Modellbau. „3a", — „aber", — so sprechen viele Menschen, die nie den Mut haben, bedingungslos zuzustimmen. Diese Aber-Leute sagen vielleicht: „Ja, Fliegen, sehr schön, wunderschön, aber müssen denn schon diese Pimpfe bauen? Die verstehen doch nichts davon. Was soll da schon bei rauskommen, wenn solche Kinder sich an so schwierige Dinge wagen. Und in der Schule nun erst! Sogar auf so einer kleinen Landschule, wo die Zeit sowieso schon kaum reicht für das Notwendigste im Unterricht? Da hat doch auch niemand ein Interesse daran. Die Kinder nicht und die Eltern erst recht nicht." Solcherlei muß man oft und noch Schlimmeres hören und sich den Mut nicht verdrießen lassen. Eltern sind gar oft andrer Meinung wie ihre Jugend. Die Zeit aber bleibt nicht stehen. Sie eilt und geht auf und davon. Wer sich ihrem Rhythmus nicht angleicht, bleibt zurück. Die Jugend aber hält leichter Schritt als das Alter und die, die mit Gewalt alt fein wollen. Nein, — wir wissen, daß unsere Jugend mit Begeisterung fliegt und mit Sehnsucht daran denkt, Alle Aufmerksamkeit bei der Arbeit an der Laubsäge. I einmal fliegen zu können, so, wie unsre Großen im Reich der Luft geflogen haben. Aber wie im Nationalsozialistischen Fliegerkorps, so auch bei uns in der Schule: vor dem Fliegen steht etwas anderes, wovon allerdings weder die Jungs, noch die Alten zunächst etwas wissen: Die Arbeit und die Erprobung. Und darum ist es auch einmal interessant, einen Blick in den Baudienst der „fliegenden Jugend" zu tun, um zu erfahren, was eigentlich alles vor dem Flug, vor dem segelnden Modell, das sich anschickt, einen Sieg zu erringen, getan worden ist, und was die flugbegeisterte Jugend zu tun hatte. Unser Bericht über den letzten Segelflugwettbewerb der Schulen des Kreises Gießen auf dem Alteberg — vgl. Gießener Anzeiger Nr. 252 vom 27. Oktober 1938 — zeigte eigentlich nur den Schlußpunkt einer ganzen Jahresarbeit. Unser Bericht heute und die Bilder zeigen und lassen einen Blick tun in die Zeit vor diesen Schlußpunkt. Er zeigt die Arbeit in den Schulen und bei den Schülern, lieber 200 waren es auf dem diesjährigen Wettbewerb aus Schulen des Kreises und der Stadt. Es ist einleuchtend, daß die kleinen, einklassigen oder wenig gegliederten Schulen auf dem Lande an sich den großen Stadtschulen und höheren Schulen gegenüber benachteiligt sind. Um so bemerkens^- werter wird dadurch die Tatsache, daß diese kleinen Schulen dennoch unter den ersten Preisträgern zu finden sind. Zu den ersten Schulen des Kreises, die Modelle bauten und fliegen ließen, gehört die kleine einklassige Volksschule in MÜnster (Kreis Gießen) am Fuße des Vogelsbergs zwischen Lich und Grün- berg. Seit vier Jahren arbeiten die Schüler der beiden ältesten Jahrgänge am Bau der verschiedensten Modelle, um sie im Herbst auf xbem Alteberg mit wechselndem Glück segeln zu lassen. Der Erfolg ist den Jungens treu geblieben, denn jedes Jahr hat Siege gebracht. Es hat aber auch Mühe und Arbeit genug gekostet. Münster ist nicht so groß und ist auch keine „wohlhabende" Gemeinde. Man darf also nicht denken, daß wir Flieger groß Unterstützung gefunden hätten. Unsere Werkstatt ist ^er Schulsaal, roenn’s auch schöner gewesen wäre,* wir hätten eigne Räume dazu zur Verfügung. Aber das besagt ja nichts. Je schwieriger oft die äußeren Umstände, um so zäher der Wille zu ihrer Üeberminbung. So auch hier: Zum Bauen von Modellen gehört zunächst Werkzeug. Gutes Werkzeug, nicht die Art, wie man es häufig in den Werkzeugschränken oder Ecken landwirtschaftlicher Betriebe findet, vom Zahn der Zeit benagt, und von der Patina eines ehrwürdigen Alters überhaucht. Werkzeug aber kostet Geld. Noch mehr Geld kostet unter Umständen das Material zum Bauen der Modelle. Errungene Geldpreise, gelegentliche Zuwendungen des Kreises und der Regierung, vielleicht auch der Gemeinde, vor allem aber die stille usid feinste Art der Zuwendungen solcher, die ihre rechte Hand nicht wissen ließen, was die linke tat, haben doch nach und nach zur Beschaffung des Werkzeugs und des Materials geführt. Kostet doch das Rohmaterial für ein größeres Wettbewerbmodell fast 20 Mark. Und wie schnell ist oft dieser Wert in den Aesten eines Baumes zu einem hoffnungslosen und wertlosen Wirrwarr geworden. Der Weg der Fliegerei, auch der Modellfliegerei, ist ein Weg voller Dornen, manchmal, selten genug, ein Weg stolzer Siege und Erfolge, in den meisten Fällen aber ein Weg schwerer Enttäuschungen und zerbrochener Hoffnungen. Gerade aber hier erweist sich die.Wahrheit dessen, was oben gesagt wurde: Im Bauen erweist sich der Wert des angehenden Fliegers. An den Trümmern einer eben zunichte gewordenen Hoffnung, an den Bruchstücken eines in monatelanger Arbeit erbauten Modells, erweist sich die Stärke eines menschlichen Charakters. Die Jugend, die fliegt und baut, immer wieder von vorn anfangen kann, selbst nach den jämmerlichsten Fehlschlägen, sie wird die beste sein und bleiben. Denn nicht entscheidend ist bgi der Erziehung der Menschen, die sich der Fliegerei verschreiben, der Sieg in einem Wettbewerb — die Art und Weise, wie ein Junge mit einem tückischen Zufall fertig wird, der fein aussichtsreiches Modell in letzter und entscheidender Sekunde zerschlug und damit seine Hoffnungen zerstörte^ ist wertvoller und unter Umständen ein größerer Sieg als ein erster Platz. Nicht der Tag des endlichen und großen Erfolges entscheidet bei dieser Arbeit: Viel eindringlicher ist die Erkenntnis und erfolgreiche Üeberminbung ber Aufgabe unb Muhe vorher. Die Aufgabe und ihre Bewältigung macht den ganzen Kerl. Auch hier, so taenig da oft Verständnis gefunden wird. Es sieht Hier wird ein Flügel mit Papier bespannt. sich alles so einfach an. Ein bißchen Holz und Leim, ein wenig Papier und Spannlack und Draht, und schon ist so ein Modell fertig und flugklar. Ja, wenn es so einfach wäre! Aber oft, wenn es ans Zufam- menpaffen geht, hört auf einmal die Einfachheit auf. Da paffen die Holme nicht, auf denen die Rippen fitzen sollen, da stimmt das Leitwerk nicht, die Rippen find ungleich, einmal zu hoch, ein andermal zu niedrig, oder im Winkel ungenau, dabei hängt doch gerade von der Sauberkeit und Einstellung des Profils der Rippen die Flugtüchtigkeit erheblich ab. Das Papier der Bespannung wird nicht stramm, die Befestigung stimmt nicht, der Schwerpunkt liegt wo ganz anders. Jtt gemeinsamer Arbeit wächst hier ein stattliches Flugzeug heran. (Aufnahmen [5|: Neuner, Gießener Anzeiger.) der nicht stimmt und der geeignet ist, die Flugtüchtigkeit und Sicherheit des Modells zu beeinträchtigen. Denn — wir dürfen immerhin nicht vergessen — der Weg der Modellbauer führt über kurz ober lang einmal in die Werkstätten des Nationalsozialistischen Fliegerkorps oder der Luftwaffe. Dort aber werden Maschinen gebaut, auf denen Menschen fliegen. Und deren Sicherheit hängt allein an der Ehrhaftigkeit und Gewissenhaftigkeit derer, die ein solches Flugzeug bauen. Und darum ist der Modellbau in der Schule so eine besondere Sache. Nirgends wird der Unterschied zwischen sorgsamer und nachlässiger Arbeit deutlicher als hier, wo sich jeder Fehler sofort in schwachen Flugleistungen erweist. Die allzu Besorgten also nicht gleich verzagen. Ein Mittagessen, das im Eifer des Bauens versäumt worden ist, kann nachgeholt werden. Das, was ein Junge, der im Bauen sich gefangen nehmen läßt von dem Glück und der Freude des Schaffenden, des etwas Geftalten-könnens, gewinnt, ist durch anderes nicht zu ersetzen. Wer's nicht glaubt, dem sei empfohlen, selbst einmal so ein kleines Anfängermodell zu bauen. Er wird bald entdecken, welche Mühe, welche Ausdauer, welche Gewissen- als da, wo er von Rechts wegen zu liegen hätte. Tausenderlei Fehler schleichen sich ein und stellen die Geduld des jungen Konstrukteurs auf harte Proben. Da heißt es fein ungebärdiges und ungeduldiges Wesen fest in die Hand nehmen, heißt es Geduld und Ausdauer üben. Da müssen die müden Hände, und die oft so arbeitsmüden Finger immer wieder sich zwingen, halten, biegen, arbeiten, bis es einmal stimmt. Denn stimmen muß es. Kein Modell, das schlampig gefertigt ist, wird einmal zum Siege fliegen. Da müssen die Augen unbestechlich werden, das Gewissen unbeeinflußbar, und wenn's die letzte Kraft kosten sollte, kein Teil darf durchgehen, Wie ein Filigranwerk nimmt sich das Gerippe eines Modelles aus. MWMUKWM Montan von Hubert Nausse. Copyright by Albert Langen/Georg Müller, München. 14. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) Sie sieht ihn an, sie HM ihr Glas. Ja, das ist derselbe braune Kopf, ber sich im Aehrenfeld über sie beugte — Sie spürt bas Klopfen ihres Herzens. Sie trinkt. Plötzlich wird Ruhe geboten. Im Hauptsaal beginnt Graf Badewitz feine Rede. Hier im Nebenzimmer schaut alles andächtig in die Luft und versucht, der fernen Stimme zu lauschen. Elisabeth sinnt. Ihre Arme liegen auf dem Linnen. Der goldene Rausch des Theaters ist fern. Aber hier ist die Wärme und Sicherheit der Nähe, der Duft der Scholle und der Ruch der Halme und Aehren — hier ist Heimat, Vaterhaus und Nachbarschaft. Ein Gefühl aus Kindertagen lebt dankbar in ihr auf. Fritz schiebt seine Hand zu ihrem Arm hinüber. Sein kleiner Finger streichelt ihre Haut. Die müde Stimme des Grafen singt das Loblied des Geburtstagskindes. Ein Schauer rinnt über sie hin. „Du!" denkt sie. „Du! An meiner Seite!" Sie will in diese Wärme flüchten, in den Frieden der Ruhe w Die siebzig Jahre seien Jahre der Arbeit und des Kampfes gewesen. Aber heute gelte gerade dieser Arbeit und diesem Kampf ein besonderer Ruhm. Ihr Blut brennt. Sie neigt sich nach rechts. Ihr Arm liegt auf seiner kosenden Hand. Freude lodert in ihr auf. Sie kann ihn locken wie damals im Aehrenfeld. Wie damals in der ersten seligen Verliebtheit auf der Terrasse. Ein sieghaftes Glücksgefühl jagt ihr vom Herzen her, zu Kopf. Dem Jubilar ein dreifaches Hoch! — tönt die Stimme. Alles erhebt sich wie erlöst. Elisabeth steht neben Fritz an der Spitze der Tafel. Sie stößt das Glas mit dem roten Wein gegen fein Sektglas. Sie steht da, groß und schön und siegessicher. „Nachher!" sagt Fritz und sieht ihr tief in die Augen, die Funken brennen. Elisabeth nickt. Ruhig, gewährend. Ein Strom von Zärtlichkeit schließt beide zusammen. Da neigt der alte Herr von Beeren sich neben ihr, der dankend von Gast zu Gast geht: „Mein gnädiges Fräulein!" Sie lächelte. Sie drückte die müde, runzelige Hand. .Meinen Glückwunsch!" sagt sie.. Die grauen Augen gehen über sie weg. Was war denn nur? Hatte er nicht sonst Elisabeth zu ihr gesagt? Der Tanz hatte begonnen. Fritz von Beeren war mit seinen Pflichttouren beschäftigt. Elisabeth stand neben ihrem Vater im großen Saal, in dem die Herzogin so etwas wie Cercle hielt. „Hat sie schon mit dir gesprochen?" fragte sie ihren Vater. „Nee", sagte er, „vor Tisch war keine Zeit. Aber nach Tisch hat sie mir mal sehr freundlich zugenickt!" Er sah sich suchend um. „Na, also", sagte Elisabeth, die von ihrer Mutter einen gesunden Bauernstolz geerbt hatte, „na also, Vater, da bist du ja eigentlich belohnt genug!" In diesem Augenblick löste sich die Herzogin am anderen Ende des Saales von einer Gruppe und schritt mitten durch den weiten Raum auf Hellfahr und Elisabeth zu. „Wie ich mich freue, Herr Hellfahr, Sie so frisch und guter Dinge zu sehen." Sie reichte ihm die Hand und gab sie dann Elisabeth. „Sie sonnen sich im Glanz Ihrer Tochter! Die Herzogin sah Elisabeth voll ins Gesicht, in die selbstbewußten, stolzblickenden Augen. Sie sah in ihr und hinter ihr die Künstlerin, aber sie hielt sich an den Menschen von Fleisch und Blut, dessen Hand sie immer noch in der ihren hielt. Sie kannte Künstlerinnen, und sie wußte sie zu nehmen: sie sah sofort, diese hier ist ein ganz natürlicher Mensch. „Oder nein", sagte die Herzogin und gab Elisabeths Hand frei, „nein, Herr Hellfahr, Sie freuen sich einfach, Ihre Tochter einige Wochen lang endlich mal für sich zu haben!" Hellfahr neigte höflich den Kopf. Sonst keine Antwort. Habe ich etwas Falsches gesagt, dachte die Herzogin. „Sie haben Urlaub?" fragte sie Elisabeth. „Nein, Hoheit!" Elisabeth sah froh und stolz und ein wenig fragend zu ihrem Vater hinauf. „Ich bin für ganz wieder hier. Und Vater freut sich, daß er mich wieder hat!" Das klang so natürlich, und klang fast überlegen. „Elisabeth Hellfahr", rief die Herzogin. Ihre Augen waren voll fragenden Erstaunens. „Die Schauspielerin ist nicht mehr, Hoheit! Ich bin nur noch die Hellfahr von Trebbin!" „Hoheit!" sagte Vater Hellfahr. Er machte fast ein verlegenes, um Entschuldigung bittendes Gesicht. Er wollte das Mißverständnis erklären ... Die Herzogin lachte und war ganz die Prinzessin aus dem Süden. Sie war voller Scharm, als sie sagte: „Da bin eigentlich ich die Schauspielerin gewesen! Denn ich bin gut vorbereitet. Ich kenne alle Rollen, in denen ich Sie sah ..." „Hoheit kennen mich von der Bühne?" „Ja, aber natürlich und sogar sehr gut! Don Hohenwalchen her, wo meine Eltern leben, wo ich groß geworden bin und wo ich auch jetzt den größten Teil meiner Zeit verbringe, wenn der Herzog auf Reisen ist —, Sie kennen Hohenwalchen?" Elisabeth nickte. „Das find zwei gute Stunden nach München mit dem Wagen. Also wir waren oft in den Kammerspielen. Meist in der kleinen Orchesterloge links." Elisabeth wurde das Herz warm vor Freude. „Und Sie glauben gar nicht, wie oft wir in der Familie ober auch im großen Kreis über Theater und gerade über Sie gesprochen haben. Es ist mir heute unbegreiflich, daß ich Ihren Namen nie mit Trebbin in Verbindung gebracht habe. Mir schienen die Welten zu weit auseinander! Diese Namensgleichheit hätte eher ein Zufall fein können, als daß ich von den Kammerfpielen weg zum Schweriner See hin gedacht hätte." Elisabeth lachte froh. Was war diese Herzogin für ein warmherziger und natürlicher Mensch! „Lieber Herr Hellfahr, Sie müssen mir schon verzeihen! Ich entführe Ihnen die Elisabeth, ich muß mit ihr vom Theater plaudern!" Sie schob ihren Arm unter den Elisabeths. Sie zog die Schauspielerin in eine Sofaecke. „So recht die Herzogin!" sagte mißbilligend der Görnower. „Ach was, Herzogin!" Das ist die kleine hergelaufene Prinzessin. Im Süden hat man solche Sitten!" „Und Sie wollen wirklich auf alles verzichten", fragte die Herzogin, „auf das Aeußere, den Ruhm und den Glanz — aber reden wir nicht davon —, Sie wollen auf Ihre Kunst, auf Ihr Können wirklich verzichten?" Elisabeth nickte. Aber es war ihr selbst, als ob die Ueberzeugung ihr fehlte. Wie oft hatte sie diese Frage gehört! Wie oft hatte sie sie mit heißem Herzen bejaht und den Frieden und die Ruhe gepriesen. „Die Enttäuschungen find riesengroß! Es ist nicht alles Gold, was glänzt!" sagte Elisabeth. „Sicher— aber gilt das nicht überall? Glauben Sie" — sie sah Elisabeth offen in die Augen —, „eine Herzogin habe es leichter als eine Schauspielerin? Oder diese Gutsbesitzersfrauen hier um uns herum, die alle mal junge Mädels und blühende Frauen waren, glauben Sie, die hätten es leichter gehabt, bis sie ihre grauen Haare bekamen?" „Nein, Hoheit — so einfach sehe ich die Dinge auch nicht. Aber diese Frauen — sie dürfen wenigstens graue Haare bekommen!" „Das Problem des Alters? Aber das ist für Sie doch noch nicht so weit!" „Diese Frauen haben Kinder, sie haben Haus und Hof, sie haben etwas Faßbares, für das sie gelebt haben, für das sie leben und sorgen..." „Und Sie haben Ihre Kunst!" „Ja", sagte Elisabeth, „meine Kunst!" Sie sah durch die offene Tür in das Dunkel der Nacht. Etwas Gequältes lag in ihrem Blick, als sie nun zur Herzogin auf sah. „Tu ich Ihnen weh mit meinen Fragen?" Elisabeth schüttelte den Kopf. „Kommen Sie", sagte die Herzogin. „Die Nacht ist warm. Auf der Terrasse plaudert es sich besser!" Draußen ist der Himmel hoch und läßt seine Sterne leuchten, lieber den dunklen, schattenschwarzen Bäumen weg ahnt der Blick den See. Musik und Lärm klingen leise herüber. (Fortsetzung folgt!) \ 11 öJ.Jpor/ Wball: M.-L Gießen men i j e GMWWMWM 8562V aus. Deutsche und Wehrmachts-Schimeisterschasten $ m f b( ti über ausgesprochen. <1 0\ ba bi S 9 d Sportamt ASG. „Kraft durch Freude". Sämtliche Sportstunden fallen in der Zeit vom 24. Dezember 1938 bis einschließlich 2. Januar 1939 S w bk t t i n b a K- D dc xv a n äi iö b bi ivi tu ba ft de ui ei ch n bi b( Hi (5 na F na Unter Vorsitz des Reichsfachamtsleiters für Schilauf, Gustav R ä t h e r (Erfurt), tagte in Oberhof der Organisationsstab für die Deutschen und Wehr- machts-Schimeisterschaften, die dort vom 2. bis 5. Januar zur Durchführung gelangen. Zunächst wurde die völlig umgebaute Hindenburgschanze besichtigt, die nahezu fertiggestellt ist. 22 Meter hoch ragt der Anlausturm über die gleichfalls neugeschaffene Anlaufbahn. Der kritische Punkt des neuen Profils ist von 60 auf 65 Meter verlegt worden, so daß bei den Titelkämpfen Weiten von 70 Meter möglich sind. Der neue 14 Meter hohe Kampfrichterturm wird nach dem Vorbild der großen Olympiaschanze in Garmisch-Partenkirchen geschaffen und befindet sich zur Zeit noch im Bau. Die Zuschauertribünen werden erheblich erweitert, so daß bei den Meisterschaften rund 70 0 0 0 Zuschauer die großen Ereignisse miterleben können. Auch die alte Wadebergschanze, einige hundert Meter von der Hinbenburg- schanze entfernt, wird ausgebaut. Sie wird einmal Trainingszwecken dienen, zum andern wird man auf ihr den Kombinations-Sprunglauf durchführen, soltt Ö'C Sch"eeverhältnisse es erforderlich machen Weber die Streckenführung teilte Gaufachwart Endtner mit, daß die gesamte Organisation hierfür als beendet angesehen werden kann. Die Loipen sind so gelegt, daß sie auch bei schlechten Schneeverhältnissen den Anforderungen genügen. Lediglich bei der 4 X 10-Icm-Staffel wird bei ungünstiger Schneelage noch eine Nenderun--« notwendig [ein. Auch die Vorbereitungen für das Nachrichten- Blauweißen im Kreise Gießen. Bei den Aufstiegspielen konnte sich einer so wenig durchsetzen wie der andere. In dieser Serie ^ziehen beide wiederum an demselben Strick. Durch Wechsel im Mannschafts- gefüge gestaltete sich d-as Abschneiden nicht so, wie es gerne gewünscht wird. Bei diesem Spiele haben die Gastgeber nun erstmals wieder ihre komplette Elf zur Stelle, während die Blauweißen für in Ur-, laub befindliche Spieler Ersatz einstellen müssen. Mit der Mannschaft: Fischer, Bankok, Lippert, Günther, Jäger, Schäfer, Rost, Schellhaas, Koch I., Hor- mel, Koch II. und den Auswechselspielern Kociok und Theiß hofft man trotzdem auf ein einigermaßen günstiges Abschneiden. Jugendfußball der Spielvereinigung 1900. Das bereits mit Nürnberg abgeschlossene Freundschaftsspiel der 1. Jugend wurde in letzter Minute abgesagt. Dennoch spielen zwei Jugendmannschäften der Spvg. 1900. Die Ia-Jugend der Bluu-Weißen wurde, um gestellt und der Sturm wurde verstärkt. Wie sich die neuaufgestellte Ia-Jugend der Blau- Weißen gegen die HJ.-Mannschaft Rodh-eim im Bann 88 schlagen wird, bleibt abzuwarten. Ein großes Spiel hat die Ib-Jugend der Spvg. 1900 in Garbenteich zu bestehen. Garbenteich wartete in den Bannmeisterschaften mit hohen Torergebnissen auf und ist erster Anwärter auf den Titel. Man ist gespannt, wie sich der Führer der Gruppe II 1900 Ib-Jugend gegen die Jugend von Garbenteich schlagen wird. Am 2. Feiertag fahren beide Jugendmannschaften der Blau-Weißen nach Ehringshausen, um Freundschaftsspiele gegen die Jugendmannschaften des Bezirksklassenneulings auszutragen. Die Spielstärke der Jugendmannschasten Ehringshausen, die um die Bannmeisterschaft des Bannes 88 mitspielen, ist wenig bekannt. — Die Ila-Jugend und" die Ilb-Jugend der Blau-Weißen sind spielfrei. o. a es das letzte Gastspiel, denn neben drei Jahren sechs Monaten Zuchthaus wurde den unverbesserlichen Gewohnheitsverbrecher und Trinker die Sicherungsverwahrung Gtraßenwärter im Dienste der Verkehrssicherheit Gchulungstagung der oberhessischen Gtraßenwärter. heit des Straßenverkehrs bewußt fein möchten, sprach ' Regierungsasseffor Enders über die D e r k e h r s b e sch i ld e r u n g. Er betonte, daß die Verkehrsbeschilderung zum guten Straßenbild gehöre. Die Zeiten, da der alte, windschiefe, hölzerne ober der verrostete gußeiserne Wegweiser zu langwierigem Studium zwang, feien endgültig vorbei. In feinen Darlegungen schilderte der Redner die verschiedenen Verkehrszeichen, die in vier Hauptgruppen zu teilen sind. An Hand von Lichtbildern erläuterte er Form und Art der Wegweiser, der Warnzeichen, der Gebotsund Verbotszeichen und der Hinweis- z e i ch e n. Die umfassende Darstellung dürfte den Straßenwärtern sehr willkommen gewesen sein. Gauberufsreferent der OAK. Portemeyer-Frankfurt a. M. hielt dann einen Vortrag über nationalsozia- listische Wirtschaftsgestoltung. In großer Ueberschau sprach er zunächst vom Ausbau der Schulung für die Straßenwärter, forderte intensivere Schulungsarbeit, gab Anregungen dafür, wie die Schulung anregend gestaltet werden könne, und ließ die Vorteile einer betriebsgebundenen Schulung erkennen, die darin bestehen, daß durch die Aus- und Weiterbildung des Straßenwarts auch der Straßenwärter als Facharbeiter anerkannt werde. Dann beschäftigte sich der Redner in großer Linie mit nationalsozialistischer Wirtschaftsgest'altung, kennzeichnete die großen wirtschaftlichen Notwendigkeiten für unser Volk, wies auf das Bestreben hin, der Wirtschaft die natürliche Entwicklung und Auswirkung zu geben, er erläuterte ferner die überragende Bedeutung des deutschen Arbeiters innerhalb der deutschen Wirtschaft, die nun nicht mehr vom jüdischen Kapitalismus bestimmt fei. Die deutsche Wirtschaft werde nicht mehr von Börsenmanö- vern her, sondern von der tatsächlichen Arbeitsleistung bestimmt. Der Vortrag ließ die Zuhörer einen tiefen Einblick in die Wirtschaftsführung unserer Zeit gewinnen. Mit dem Gruß an den Führer und mit dem Ge- sang der Lieder der Nation fand die Schulungstagung ihren Abschluß. Am zweiten Feiertag steigt auf dem Waldsportplatz in Gießen ein Großkampf im Fußball. Die Gäste aus Wien, der Brigittenauer A. K., werden in stärkster Besetzung spielen. Man wird vollendeten Fußball erwarten dürfen. Der VsB.-Reichsbahn hat alles getan, um einen einwandfreien Spielverlauf zu sichern. Der Platz ist von den Schneemaffen befreit, ebenfalls die Stehplätze der Zuschauer. Vor dem Spiel wird der Kreisgeschäftssührer der NSDAP., Pg. Wagner, die Gäste aus der Ostmark im Namen des Kreisleiters begrüßen und sie in den Mauern Gießens willkommen heißen. Die Grünweißen sind für dieses Spiel, das zugleich ein Lehrspiel sein soll, bestens gerüstet. Die Grünweißen, bic gegen auswärtige Gegner immer gut abschnitten, haben eine starke Mannschaft ausgestellt. Es spielen: Wunberlich (Hermannia Kassel); Leutheuser I, Leut- Heuser II; Krämer, Heß, Kramer; Berlenbach, Fischer, Geslar, Gorissen (beibe Sp.Cl. Eschwege), Lehrmunb. Mit biefer Aufstellung wirb sich die Mannschaft bes VfB.-Reichsbahn sehen lassen können, außer ben bewährten Kräften stehen einige neue Spieler in ber Elf, beren Können oftmals unter Beweis gestellt würbe. Außer Wunberlich, ber in Kassel sehr bekannt ist, spielen Geslar unb Gorissen, beibe Esch- wege, bie in ihrer Mannschaft bie Tore schossen. Geslar wirkte vor vierzehn Tagen mit unb schoß allein vier Tore. Wenn man auch nicht so vermessen sein barf, an einen Sieg zu glauben, so wird die Elf doch dem großen Gegner alles Können abverlangen. tauferSad) - 4900. Die Blauweißen müssen am 2. Weihnachtsfeiertag nach Lauterbach zur Einlösung einer Rückspielverpflichtung. Seit dem Vorspiel, das Unentschieden 1:1 endete, hat sich bei beiden Mannschaften der gleiche Wechsel vollzogen. Lauterbach war im vergangenen Jahre im Kreis Fulda Meister, wie bie nischen Vorfahren bis zu ben Straßen bes Führers, ben Reichsautobahnen. Er wies insbesonbere auf bie Belebung hin, die das Straßenbauwesen durch bie Entwicklung des Motorfahrzeuges erfuhr. Der Führer, ber während der Kampfzeit im Kraftwagen eine Million Kilometer gefahren sei, kenne das deutsche Straßennetz unb wisse bie Arbeit gerabe ber Straßenwärter zu schätzen. Für bie Straßenwärter sei es notwendig, bie Bebeutung der Straßen zu kennen, um von diesem Wissen her die Arbeit mit allem Verständnis zu leisten. In seinen weiteren Ausführungen wandte sich Regierungsbaurat Le inert bann ber Technik der Straßenwartung zu, erläuterte den Aufbau einer guten Straße, die Voraussetzungen dafür, kennzeichnete die Hauptfeinde des Straßenkörpers unb umriß die vielen Möglichkeiten der Arbeit um die Elchaltung der Fahrbahnbecke. Weiter wies er darauf hin, daß ber Straßenwärter von hohem 23er« antwortungsbewußtsein erfüllt sein müsse, denn allzu leicht könne es sein, .daß ein Schaben in der Fahrbahnbecke bie Ursache eines Verkehrsunfalles werben könne, dessen Folgen nicht abzusehen seien. Vor allem gelte es, kleine Schäden sofort in Angriff zu nehmen, damit es nicht zu großen Schäden kommen könne; er gab genaue Anweisungen über das zweckmäßige Ausflicken von Schlaglöchern unb beschäftigte sich ebenso eingehend mit ber Pflege ber Bankette, der Straßengräben, der Brücken, der Wasferburchläfse, der Markierungs- unb ber Kilometersteine usw. Ein weiterer Abschnitt des Vortrages war ben rechtlichen Fragen ber Haftung bei Unfällen, bie burch ben Zustand der Fahrbahndecke entstanden sind, gewidmet.' Anregungen wurden außerdem für die rasche Beseitigung von Schneeverwehungen unb ber Glatteisgefahr gegeben unb schließlich noch bie Form ber Absperrung bei im Gang befinblichen Straßenbauarbeiten burchgesprochen. Der Redner schloß seinen Vortrag mit der Aufforderung, bie gegebenen Anregungen zum Wohle ber Allgemeinheit in bie Tat umzufetzen. Der Vortrag würbe von ben Straßenwärtern mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Nachbem ber Vertreter der Landesregierung, Regierungsbaurat Wagner (Darmstadt), den Ar- beitsfameraben herzliche Weihnachtsgrüße entboten unb barauf hingewiefen hatte, baß sich bie Straßenwärter jeberzeit ber Verantwortung um bie Sicher- Hastigkeit und Selbstbeherrschung dazu gehören, so em Ding sauber hinzukriegen. In Münster gibt es nur Modelle, an denen alle gebaut haben, die dafür in Frage kommen: die «chüler und der leitende Lehrer. Einer richtet bie Holme zu aus bünnen unb glatten Holzleisten, ber anbere sägt bie Rippen aus, ber dritte gibt Handreichungen, der vierte bereitet ben Leim, bie Lespannpapiere — jeder an seinem Platz hilft zur endgültigen Fertigstellung. So hat auch jeder Teil am Siea. An besonders schwierigen und neuen Stellen greift dann auch der Lehrer einmal ein, hilft und gibt den letzten Schliff. Wieviel Stunden verrinnen, bis der silberne Vogel endlich fertig ist! Es sind aber unvergeßliche Stunden, wenn der Vogel sich einmal im Winde hebt unb kreist, wenn vor ftaunenben Augen fast mühelos ein Mobell zu schweben beginnt, im günstigen Winb immer höher steigt, burch- leuchtet vom golbenen Sonnenlicht, bas auf die silberweiße Bespannung bie feinen Schatten der Rippen wie ein Filigranmuster zeichnet, — die wenigen Minuten solchen Staunens lassen die Mühe vergessen, alle Arbeit vorher für nicht zu viel erachten angesichts dieses wunderbaren Erlebnisses, daß dieses unsrer Hände Werk bie Schwere über« roinbet unb hineinschwebt in bas blaue Firmament, als müsse unb könne es gar nicht anders fein. Vergessen ist bann auch ber Aerger über die Tücke des Objekts, über wundgescheuerte und verstochene Finger, über Dinge, die nicht klappen wollten unb auch — über manches törichte Geschwätz solcher, die solche Dinge für kindisch erachten und den tiefen Sinn nicht sehen wollen. Es geht, auch bei uns ganz kleinen Modellbauern in ber einklassigen Landschule, nicht um uns, auch nicht um einen schönen, wenn auch mühevollen Zeitvertreib. In dem, was wir hier schaffen und erschaffen, in dem, w i e wir das tun, offenbart sich ber Wert unb bie Kraft unseres Wesens. Eine Aufgabe haben, sie bewältigen unb ihr bie Treue halten, nicht feige baoonlaufen, wenns nicht gleich klappt, bas macht uns erst wert, beachtet zu werben. Es ist auch nicht so gewesen, als feien bie Siege unversehens gekommen. Siege kommen höchst selten unversehens. Sie sinb meist bie Frucht einer langen, zielbewußten unb zähen Arbeit. Zwar, es gab auch bei uns manchesmal mübe Hänbe unb noch müdere Herzen. Aber bas einmal begonnene Werk würbe nicht aufgegeben. Unb gerabe bies ist doch auch ein entfcheibenber Gewinn, viel entfcheibenber als ber für unsre kleine Schule immerhin beachtliche Erfolg. Zur Zeit vielleicht noch oerboraen, weil bie Früchte solcher Erziehung nicht immer sofort augenscheinlich zu werben pflegen. Wir haben in den letzten etwas mehr als drei Jahren über vierzig Modelle gebaut. Ihre Geschichte zu schreiben wäre interessant, aber zu schwer. Heber die Hälfte davon ist in Verlust geraten. Manches Mobell am Tage vor bem Wettbewerb, als ein Probestart noch einmal bie Flugfähigkeit überprüfen sollte. Mit welchen Gefühlen man solchen ba- vonsegelnben Mobellen nachschaute, ist leicht zu ermessen. 1935 würbe erstmalig gebaut. 1936 gab es zwei Erfolge. Beim Ausstellungs- unb Bauwettbewerb in ber Pestallozzifchule zu Gießen ein zweiter Platz, und im Wettbewerb auf dem Alteberg ein Sieg. Das Modell war baoongefegelt und wurde nicht mehr gefunden. Im folgenden Jahre gab es bei vier gemeldeten Modellen zwei erste Plätze und die Tagesbestzeit für einen Start. Auch diesmal geriet das Siegesmodell in Verlust. Nach einem Flua von 267 Sekunden verschwand es über dem Krofdorfer Forst und ward nie mehr gesehen. Und dieses Jahr gab es in verschiedenen Klassen insgesamt sechs Siege. Ein Tropfen Wermut fiel insofern in bie Freube, als auf dem Wege zum Wettbewerb drei der aussichtsreichsten und besten Modelle, die auf Probeflügen zu Haufe bie weitaus besten Zeiten erzielten, zerbrachen unb nicht eingesetzt werben konnten. Aber alle Enttäuschungen haben nicht vermocht, die Arbeit unb bie Ausbauer zu hemmen. Der Weg der Fliegerei ist ein Weg bes Opfers. Die Opfer aber können nur immer wieder zu neuen Versuchen anspornen unb wenigstens einen Teil von bem wahrmachen, was auf bem Denkmal ber Wafserkuppe steht: „Wir toten Flieger blieben Sieger durch uns allein! Volk, fliege du wieder, und du wirst Sieaer durch dich allein. Aus ganz Oberhessen kamen am gestrigen Freitag die Straßenwärter nach Gießen, um in einer Schulungstagung bie Ausrichtung für ihre Arbeit im Jahre 1939 zu erhalten. Die sehr gut besuchte Tagung fand im Cafe Leib statt. Regierungsbaurat Leinert begrüßte bie Ar- beitsfameraben, bie trotz ber ungünstigen Witterung und Verkehrsumstänbe zahlreich erschienen waren, unb hieß insbesondere den Vertreter ber Lanbes- regierung, Regierungsrat Wagner, ferner ben Ortsgruppenleiter Thomas (Gießen-Norb) unb ben Gauberufsreferenten Portemeyer (Frankfurt a. M.) willkommen. Anschließend gab er einige geschäftliche Mitteilungen zur Kenntnis unb wies insbesonbere daraus hin, baß mit Wirkung vom 1. April 1939 das bisherige hessische Straßenbauamt Gießen eine Veränderung erfahre. Ein Teil des Amtes werde abgezweigt, nach Schotten verlegt und für die kreise Lauterbach und Büdingen zuständig. Das Stra- henbauamt Gießen bestehe für die kreise Gie- < ßen, Friedberg und Alsfeld weiter. Ferner gab er davon Kenntnis, daß ab 1. April bie Straßenwärter nur noch entroeber für Reichsstraßen, für Straßen I. ober für Straßen II. Ordnung zuständig sein könnten. Eine Verbindung der Zuständigkeit für Straßen verschiedener Ordnung bestehe ab 1. April picht mehr. Im Anschluß daran hielt Hegierungübaurof Leinert einen Vortrag über das Thema „Die Unterhaltung der Straßen,die Pflege des Straßenbildes in der Landschaft und bie Erhaltung bes Straßenzustandes im Interesse der Verkehrssicherheit". In seinen Ausführungen umriß er die Aufgaben des Straßenwärters, den er als den Frontsoldaten der Straßenbauverwaltung bezeichnete. Straßenwartung sei unmittelbarer unb täglicher Dienst am Volke. Der Vortragende entwickelte ein außerordentlich interessantes kulturgeschichtliches Bild des Straßenwesens. Er erinnerte an die Straßenbaukunst der Römer, bie in der Blütezeit ihres Weltreichs bis zu 90 000 Kilometer Straßen unterhielten und in ihrer Straßenbautechnik vorbildlich waren. In großen Umrissen kennzeichnete er die Entwicklung in Deutschland, vom Bohlenweg unserer germa- wesen, für bas die Nachrichten-Abteilung 40 Ohrdruf verantwortlich zeichnet, können als abgeschlossen betrachtet werden. Für den Fernsprechbienst ber Presse werben u. a. zwei Kabel für birefte Verbindungen mit Berlin gelegt. lieber bie örtliche Organisation sprach Bürgermeister Jacob i. Aus seinen Ausführungen ging hervor, baß für bie Teilnehmer 8 5 0 Quartiere b e reitgestellt werben müssen. Wie stark bas Interesse an ben ersten großbeutschen Schimeisterschaften ist, erhellt bie Tatsache, baß Sonderzüge aus Nürnberg, Halle, Westdeutschland usw. erwartet werden. Allein aus Thüringen kommen 10 bis 12 Sonderzüge nach Oberhof. Um auch der Jugend die Teilnahme an den Titelkämpfen zu ermöglichen, werden am 4. Februar 6 ober 7 Schüler-Sonberzüge nach Oberhof geleitet werben. Alles in allem hat diese Vorbesprechung ergeben, daß Oberhof bestens gerüstet ist, so daß bie ersten großbeutschen Titelkämpfe einen roürbigen Verlaus nehmen werben. Teilnebmer-Leschränkung bei den Schi-Westmeisterschasten Dem Drängen verschiedener ihr angeschlossenen Nationalverbänden nachgebend, hat bie FIS., ber Internationale Schi-Verband, die Zahl ber Teilnehmer an ben Schi-Weltmeisterschaften auf höchstens 30 pro Wettbewerb festgesetzt. Bisher war bie Zahl unbegrenzt, was für bas jeweils veranstaltenbe Lanb ben Vorteil hatte, alle Wettbewerbe unbehindert stark besetzen zu können. Den Nachteil hatten bann die Gastmannschaften, bie sich nur schwer ober gar nicht burch den Troß ber allzu vielen Einheimischen durchkämpfen konnten. Laut Beschluß des FIS.-Vorstandes soll nun in Zakopane erstmalig der Versuch unternommen werden, die Zahl auf je 30 pro Wettbewerb zu beschränken. Auch bas ist immer noch zuviel, zumal es im 18-Kilometer- Langlauf burchaus möglich ist, baß eine Nation mit 60 Mann antritt, nämlich 30 für den Spezialund 30 für den Kombinations-Lauf, und es ist nicht einzusehen, weshalb man nicht auch in den nordischen Wettbewerben genau so wie in den alpinen • mit je vier Teilnehmern auskommt. Die FIS. jedenfalls könnte auch in dieser Beziehung an den diesbezüglichen olympischen Bestimmungen ein Beispiel nehmen. Die Schweiz in Zakopane. An den Schi-Weltmeisterschaften 1939 in Zakopane nimmt die Schweiz nach einem jetzt erfolgten Beschluß mit einer starken Mannschaft teil. Sie entsendet Zwei Springer, acht Vertreter für Langlauf und Kombination und je vier Männer und Frauen für die alpinen Wettbewerbe. Deutsche internationale Sprungrichter. Der Internationale Schiverband hat folgende deutsche Sprungrichter als internationale Kampfrichter anerkannt: ,«K"ltav Räther (Erfurt), Franz Martin (Wien), Peter le Fort (Berlin), Albert Bild- st e i n (Velden), Hermann Hasse (Hirschberg), Rudolf Klinger (München), Guy Schmidt (München), C. I. Luther (München), Fred Schatz (Innsbruck), Julius Götz (Wangen). Deutschlands Abfahrtsläufer. Das, Fachamt Schilauf im DRL. hat durch die Eingliederung der Ostmark eine Reihe ganz erft« tlaffiaer Schiläufer gewonnen. In ber Klasse ber Abfahrts- und Torläufer dürfte Deutschland heute die stärkste Nationalmannschaft ber Welt stellen können. Insgesamt 15 Läufer ber Ostmark sinb in bie Leistungsklasse I aufgenommen worden, und Zwar: 1. Willy Walch, 2. Eberhard Kneißl, 3. An- ton Seelos, 4. Johann Seelos, 5. Rudi Matt, 6. Friedl Pfeiffer, 7. Jofl Gstrein, 8. Andi Krallinger, 9. Thaddäus Schwab!, 10. Matthäus Maier, 11. Friedl Wolfgang, 12. Siegfried (Engi, 13. Huppert Kotfchy, 14. Franz Zingerle, 15. Peter Radacher. Weder Kampf um den Hindenburg-pokal. Mit der Heimkehr des Sudetenlandes ins Reich ist auch das tschechische Bauden-Bollwerk im Adlergebirge, und damit auch die Masaryk-Baude auf dem Sattel der Deschny-Koppe, deutsch geworden. Mit der Bewirtschaftung wurde Hans Göbel von der Hin- denburg-Baude betraut, und die Baude trägt jetzt den Namen des Führers. Göbel will noch in diesem Winter wieder die Rennen um den Führer-Preis unb ben Hinbenburg-Pokal veranstalten, in beren Siegerlifte Namen wie Leupolb, Lantschner unb Hollmann stehen. Der letzte Sieger war f1935 ber Schlesier Wiebeck. Seitbem ruhten biese Wettbewerbe. Reges Leben im Turnverein Wieseck. Die Turner unb Turnerinnen hatten in ben letzten Wochen ein sehr reichhaltiges Arbeitsprogramm. Außer den planmäßigen Turnstunden wurden alle Lehrgänge für Turner unb Turnerinnen besucht. Schöffmann unb Bettin turnten in Sinn um bie Kreismeisterschaft, Schöffmann besuchte ben Lehrgang ber Gaubesten in Heuchelheim unb nahm bort am Schauturnen teil; Bettin machte in ber Woche vom 5. bis 10. Dezember einen Lehrgang an ber Reichsakabemie in Berlin mit unb turnte anschließend mit Schöffmann zusammen in der Kreisriege bes Kreises 8 in Bab Ems mit bem besten Erfolg. An ben Feiertagen tritt für bie Aktiven bie wohl- oerbiente Ruhepause ein. Dafür bestreiten am ersten Feiertage bie Kleinsten basProgramm für bie Familienfeier. Sie bringen mit Märchenspielen eine Abwechslung in bie Vorführungen bes Jahres. Auch bei ber Silvesterfeier, für bie "bie Wißmarer Spielschar ihre Mitwirkung zugefagt hat, brauchen die Turner unb Turnerinnen einmal nur Zuschauer zu sein. Tovesurteil gegen Arabänder bestätigt LPD. Das Reichsgericht hat die von dem 25 Jahre alten Heinrich Prabänder aus Mainz- Ginsheim gegen das Urteil des Schwurgerichts Mainz vom 10. November d. I. eingelegte Revision als unbegründet verworfen. Nunmehr ist Brabänder wegen Mordes zum Tode unter Aberkennung der Ehrenrechte auf Lebenszeit rechtskräftig verurteilt. Brabänder hatte sich am 9. August 1938 an einem siebenjährigen Mädchen in scheußlicher Weise vergangen und daraus das bedauernswerte Kind mit Vorsatz und Ueberlegung ermordet. Raubüberfall in Worms aufgeklärt. LPD. W o r m s , 23. Dez. Am 15. Dezember gegen 13 Uhr war in Worms in einem Hausflur auf einen Milchausträger ein Raubüberfall verübt worden. Die von der Kriminalpolizei aufgenommenen Ermittlungen ergaben noch am gleichen Tage, daß' es sich bei dem Täter um den am 2. Juli 1921 zu Westerfilde bei Dortmund geborenen Günter Scheunert handelte. Scheunert ging nach ber Tat flüchtig unb konnte am 20. Dezember burch Beamte der Kriminalpolizei Karlsruhe fest genommen werben. Nit 18 Vorstrafen in Sicherunqsverwabrnng. LPD. D armstad t, 23. Dez. Ständiger Gast vor ben Schranken bes Gerichts ist ber 41 Jahre alte Wilhelm Dyroff aus Darmstadt, der bereits 18mal vorbestraft ist. In feinem Strafregister sind auch einige Zuchthausstrafen vermerkt. Er hatte sich neuerdings wegen Betrugs im Rückfall in Tateinheit mit Prioaturkunbenfälfchung vor der Großen Strafkammer zu verantworten. Diesmal war Aus der engeren Heimat. Abschied von der Kindergärtnerin in Beuern. 00 BeUern, 23. Dez. Der hiesige Kindergarten hielt im Saale von Dietrich einen Elternnachmittag ab, an dem auch NSV.-Kreisamtsleiter Frank und Organisationsleiter Dünwald teilnahmen. Die Kindergärtnerin, Fräulein Strube („Tante Gretel"), hieß die Gäste willkommen, sprach kurz, von ihrer Arbeit in Beuern und bedauerte, daß sie nun das Dorf verlassen müsse, um einem Ruf an eine andere Stelle zu folgen. Im Verlaufe der Feier zeigten dann die Kinder eine Fülle der unterhaltsamsten Darbietungen. Vor allem gefielen ein Puppenspiel und die Aufführung zweier Märchen, mit denen den Eltern große Freude bereitet wurde. Die Kinder ernteten reichen Beifall. Dann stattete der Nikolaus der Schar einen Besuch ab und ließ es an Geschenken für die Kinder, wie auch für die Eltern, nicht fehlen. Der Kindergärtnerin wurde ein schönes Weihnachtspaket überreicht, und auch ihre Helferin ging nicht leer aus. Beigeordneter Arnold sprach der Kindergärtnerin für ihre aufopfernde Arbeit herzlichen Dank aus und betonte, daß die Mütter die Einrichtung des Kindergartens sehr zu schätzen wüßten. Der Redner gab davon Kenntnis, daß der bisherige Kindergarten zu einer Dauereinrichtung werden solle. Er wies ferner darauf hin, daß den Kindern im Kindergarten nicht nur Gelegenheit zum Spiel gegeben sei, sondern auch das Verständnis für das Leben in der Gemeinschaft vorbereitet werde. Er bezeichnete abschließend den Kindergarten als einen Hort des Friedens und der Glückseligkeit. Mit dem Wunsche, daß bald in einem neuen und eigenen Hause gefeiert werden könne, fand die Veranstaltung ihren Abschluß. Brand im Norf. * Sellnrod (Kreis Alsfeld), 23. Dez. Am gestrigen Donnerstagabend brach in dem Grundstück des Landwirts Heinrich Schneidmüller XI. Feuer aus, dem in kurzer Zeit die mit Heu, Stroh und landwirtschaftlichen Arbeitsgeräten gefüllte Scheune vollständig zum Opfer fiel. Die Flammen griffen auch auf einen Holzschuppen mit ansehnlichem Vorrat über und äscherten ihn gleichfalls ein. Während der Viehbestand an Schweinen, Kühen und Pferden gerettet werden konnte, kamen die Hühner in den Flammen um. Das Wohnhaus und der massive Stallbau konnten gerettet werden. Der Ortsfeuerwehr gelang es, den Brand auf seinen Herd zu beschränken. Die Ermittlungen über die Brandursache sind noch im Gange. Landkreis Gießen. 00 Klein-Linden, 24. Dez. Eisenbahnan- gestellter i.R. Ludwig Feisel kann am ersten Weihnachtsfeiertag in geistiger und körperlicher Frische seinen 8 0. Geburtstag feiern. Herr Feisel stammt ans Rettighcrusen im hessischen Hinterland und kam in seinen jungen Jahren nach Klein-Linden. In der Landwirtschaft seiner Tochter beschäftigt er sich noch fleißig. Zwei Töchter, drei Enkel und zwei Urenkel können seinen Geburtstag mit ihm feiern. — Am dritten Weihnachtsfeiertag vollendet Fran Marie Langsdorf, geborene Weigel, ihr 8 8. Lebensjahr. <5ie ist die älteste Fran unserer Gemeinde und geistig und körperlich noch recht bei der Hand. Fünf Kinder, dreizehn Enkel und mehr als zwanzig Urenkel können der Jubilarin ihre Glückwünsche überbringen. Beiden Hochbetagten anch unsere herzlichsten Glückwünsche zum Geburtstag. <£ Leihgestern, 24. Dez. Seinen 84. Geburtstag kann am zweiten Weihnachtsfeiertag der Grubenbeamte i. R. Johannes Diehl II, Kirchstraße 10 dahier wohnhaft, begehen. Er ist z. Z. der älteste männliche Einwohner in unserer Gemeinde und kann sich einer guten Gesundheit erfreuen. Unseren herzlichen Glückwunsch. v 5 Steinbach, 24. Dez. Am 26. Dezember feiern die Eheleute August Röder und Marga- rethe, geb. Horn, das Fest der Silbernen Hochzeit. Herzlichen Glückwunsch. 5 Albach, 23. Dez. Durch einen Druckfehler wurde die Nachricht über das Lehrergeschlecht Wagner in Albach und Steinbach unverständlich. Der erste Lehrer Wagner in Steinbach, Joh. Balthasar Wagner, stammte aus Großen-Buseck; er kam 1759 von Bisses, wo er vorher als Lehrer wirkte, nach Steinbach und starb 90 jährig am 8.11.1822 in Steinbach. Sein Sohn und Nachfolger Conrad Carl Wagner starb, erst 42 Jahre alt, schon 1813 in Steinbach. Dessen Sohn Jakob Wagner war Lehrer in Albach seit 1820 bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1864; er starb 1865; von ihm stammen die heute noch in Albach ansässigen Wagner ab. Z Albach, 24. Dez. Goldene und silberne Hochzeit in einer Familie. Am zweiten Weihnachtsfeiertaa, dem 26. Dezember, können die Eheleute Karl Klein I und Anna Maria, geb. Hahn, das Fest der Goldenen Hochzeit in guter Gesundheit begehen. Beide sind 74 Jahre alt. Aus ihrer Ehe entsprossen 5 Söhne, von denen zwei im fugendlichen Alter verstarben. Der älteste Sohn Karl Klein II feiert am gleichen Tage mit seiner Gattin Elise, geb. Schwalb, das Fest der Silbernen Hochzeit. Beiden Paaren herzliche Glückwünsche. * Annerod, 24. Dez. Der hiesige Landwirt Johannes I n d e r t h a l (aus Rödgen) kann am morgigen ersten Weihnachtsfeiertag seinen 7 7. Geburtstag feiern. Er erfreut sich noch aller körperlichen und geistigen Frische. Trotz seines hohen Alters kann er sich noch an jeder Feldarbeit beteiligen. Seit 50 Jahren zählt er zum Kreis der treuen Leser des Gießener Anzeigers. Wir beglückwünschen den alten Herrn herzlich zum Geburtstag. wg. Großen-Buseck, 24. Dez Am zweiten Weihnachtstag feiern die Eheleute Heinrich Becker II. und Frau Luise, geb. Pfeiffer, wohnhaft Schloßstraße, in guter geistiger und körperlicher Frische das Fest der goldenen Hochzeit. Am gleichen Tage feiern die Eheleute Christoph Nicolai II. und Frau Marie, geb. Klinkler, wohnhaft Alten-Busecker Straße, und Julius Wöltge und Frau Marie, geb. Kimmel, wohnhaft (Brünberger Straße, das Fest der silbernen Hochzeit. Den Jubelpaaren auch unseren Glückwunsch. A Treis a. d. Lda., 23. Dez. Am zweiten Weihnachtsfeiertag können die Eheleute Wilhelm Mayer und Frau Helene, geb. Michel, das Fest der silbernen Hochzeit feiern. Dem Silberpaar die besten Glückwünsche. 3) Lich, 24. Dez. Im Licher Lichtspielhaus fand, veranstaltet von der Ortsgruppe Lich der NSDAP., die Feier der Dolksweihnacht statt. Nach der Rundfunkübertragung wurden zwei Märchenfilme vorgeführt, die bei den Kindern großen Beifall fanden. Ortsgruppenleiter Kuhn hielt eine kurze Ansprache. Mit strahlenden Augen nahmen die Kinder die Gaben in Empfang. * Birklar, 24. Dez. Am zweiten Weihnachtsfeiertag können Philipp Engel II. und Frau Katharine, geb. Heyer, das Fest der goldenen Hochzeit feiern. Wir beglückwünschen das Jubelpaar herzlich. Kreis Büdingen. < Babenhausen I, 23. Dez. Die hiesige Freiwillige Feuerwehr hielt die letzte Hebung des Jahres ab, bei der gleichzeitig der jungen Wehr die neue Uniform übergeben wurde. Kreis Biedenkopf. ' □ Erdhaufen, 21. Dez. Die Jahreshauptversammlung des Männergesangvereins wurde mit einem Chor ein geleitet. Hierauf erstattete Vereinsleiter Sturm Bericht über das abgeschlossene Geschäftsjahr. Die aktiven Mitglieder H o f I, Karl Werner und Heinrich Willershausen wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt. Allen Mitarbeitern sprach er seinen Dank aus, insbesondere dem Chorleiter Osthaus. NSV. schafft frohe Mütter! Diese Wochen werden mir unvergeßlich sein." ff NSG. Zu den vielseitigen Aufgaben des Hilfswerkes „Mutter und Kind" in der NSV. gehört auch die Müttererholungsfürsorae. Sie ist nicht nur als Einrichtung geschaffen worden, um erholungsbedürftigen Müttern Genesung zu bringen, sondern um alle gesunden tmb natürlichen Anlagen unserer Mütter zu erhalten und zu pflegen. i)ie Mütterheime der NSV. sind Stätten der inneren Aufrichtung und Ermunterung. Sie bringen den Müttern Stärkung an Leib und Seele, um sie ihren zukünftigen mütterlichen Pflichten zu erhalten und für die Aufgaben innerhalb der Familie stark zu machen. Der Brief einer Mutter aus Obertiefenbach im Oberlahnkreis, die mehrere Wochen zur Erholung im NSV.-Müttererholungsheim Falkenstein (Taunus) war, gibt ein beredtes Zeugnis von der Wirkung dieses Aufenthaltes. Dankbarkeit und frohe Zuversicht finden in diesen Zeilen eine ehrliche Ausdrucksweise: „Gestern war ich bei Ortsgruppenamtsleiter I. und habe mich bedankt, nun will ich auch Ihnen danken für die schönen Wochen, die ich im Monat November im Mütterheim Falkenstein verleben durfte. Ich hatte in den drei Wochen drei Pfund zugenommen, und es hat mir sehr gut gefallen, diese Kameradschaft, die unter den 57 Müttern herrschte, war einfach wunderbar. Schwester Grete ist immer munter und fidel, sie ist wie geschaffen, um sorgenvolle Mütter aufzuheitern, an Heimweh toar gar nicht zu denken. Es wurde immer für Abwechslung gesorgt. Ich konnte es gar nicht fässen, daß es das geben konnte, gar nichts arbeiten, sich gar keine Gedanken machen, nicht kochen und doch gut essen; ja, ich habe es tatsächlich erlebt! Diese Wochen werden mir unvergeßlich sein. Ich werde jedem erzählen, wie schön es im Mütterheim der NSV. ist. Ich danke Ihnen von ganzem Herzen und besonders unserem Führer, der so wunderbar auch an die Mütter denkt, denn neu gestärkt und frohen Mutes sind wir in unsere Familie zurückgekehrt mit dem Vorsatz, als deutsche Mütter unsere Pflichten zu erfüllen. Frau D. St." Aus aller Well. Todesurkeil an einem Aukofallenräuber vollstreckt. Berlin, 23. Dez. (DNB.) Am 23. Dezember 1938 ist der am 11. Juni 1917 geborene Wolfgang Stoklosfa hingerichtet worden, der am 21. Dezember 1938 wegen Verbrechens gegen das Gesetz gegen Straßenraub mittels Autofallen vom Sondergericht in Hamburg zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt worden ist. Die Sicherungsverwahrung wurde angeordnet. Stoklossa, der in demselben Urteil ferner wegen einer Reihe von Diebstählen, Unterschlagung und unerlaubten Führens einer Schußwaffe bestraft worden ist, hat nachts eine Autodroschke gemietet, sich in eine einsame Gegend fahren lassen und dort den Fahrer mittels vorgehaltener Pistole zum Aussteigen und zur Hergabe seines Geldes gezwungen und ist dann mit dem Kraftwagen geflohen. Scheuende Pferde rasen gegen einen Omnibus. Auf der Reichsstraße Nürnberg—Erlangen streifte ein Personenkraftwagen, beim Vorfahren einen mit Pferden bespannten Leiterwagen, wobei der neben seinem Wagen gehende Kutscher zu Fall kam. Die Pferde scheuten und stießen dann mit einem mit 35 Arbeitern besetzten Omnibus zusammen, dessen rechte Wagenwand durch die Wagendeichsel aufgerissen wurde. Durch den Anprall stürzte der Omnibus um. Ein Arbeiter wurde lebensgefährlich verletzt, vier weitere erlitten leichtere Verwundungen. Schweres Aulobus-Unglück in England. Ein schweres Verkehrsunglück ereignete sich am Freitagabend in New Ferry in der Nähe von Birkenhead (Cheshire). Ein Omnibus, der mit Leuten vollbesetzt mar, die von ihren Weihnachtseinkäufen heimkehrten, kam auf der vereisten Straße ins Gleiten, stieß dabei mit einem Lastkraftwagen und einem* Pferdefuhrwerk zusammen und stürzte um. Ein dem ersten folgender zweiter Omnibus konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und rannte in den umgestürzten Wagen, als herbeieilende Anwohner der Unglücksstelle sich bereits anschickten, die Fahrgäste des verunglückten Omnibusses zu retten. Soweit bis jetzt bekannt ist, wurden dabei eine Person getötet und 40 schwer verletzt. Bandikenüberfall auf offener Straße in Paris. Mitten in Paris überfielen zwei Banditen zwei Angestellte einer großen französischen Bank, erschossen einen von ihnen und raubten dann eine Geldtasche, mit der sie enttarnen. Zwei Männer stellten sich auf offener Straße plötzlich mit vorgehaltenem Revolver den beiden Bankangestellten in den Weg und forderten sie auf, ihre Geldtaschen, in denen sich IV2 Millionen Franks befanden, herauszugeben. Als der eine Bankbeamte einen Revolver aus der Tasche ziehen und Widerstand leisten wollte, wurde er von einem der Verbrecher erschossen. In der allgemeinen Verwirrung gelang es den Räubern, die Geldtasche des Erschossenen an sich zu reißen, und damit zu entkommen. Die Polizei hat die Untersuchung einge-- leitet, aber von den Tätern fehlt bisher noch jede Spur. ffidferberidtf Während eine lebhafte Ostströmung in Deutschland die Temperaturen noch allgemein bis minus 5 und minus 10 Grad hält, ist in der Höhe durch Warmluftvorftöße aus Südwest und Südost starke Wärmezunahme eingetreten. Dabei ist über unserem Gebiet in etwa 2000 Meter Höhe fast der Gefrierpunkt erreicht, so daß die noch zu erwartenden Niederschläge nicht unbedingt aus Schnee bestehen müssen. Tauwetter ist dagegen noch nicht zu erwarten. Vorhersage für Sonntag: Wolkig bis bedeckt, weitere Niederschläge, Fortdauer der meist östlichen Winde. Lieferant auch Ihrer Krankenkasse Vorhersage für Montag: Fortdauer des zu Niederschlägen neigenden Frostwetters. Lufttemperaturen am 23. Dezember: mittags — 8,3 Grad Celsius, abends —6,6 Grad; am 24. Dezember: morgens — 5,9 Grad. Maximum — 6,5 Grad, Minimum — 6,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 23. Dezember: abends —0,7 Grad; am 24. Dezember: morgens —0,8 Grad. — Sonnenscheindauer 2,1 Stunden. Wintersport-Wetterbericht. Vogelsberg, Herchenhainer Höhe: Schneefall, —10 Grad, Gesamtschneehöhe 15 cm, verweht, Schi und Rodel gut. — Hoherodskopf: Schneefall, —10 Grad, Gesamtschneehöhe 15 cm, Pulverschnee, Schi und Rodel gut. Rhön, Wasserkuppe: Schneefall, —9 Grad, Gesamtschneehöhe 16 cm, Neuschnee 1 cm, Pulverschnee, Schi und Rodel gut. Sauerland, Winterberg: Sprühregen, —8 Grad, Pulverschnee, Schwarzwald, Feldberg: Heiter, —11 Grad, Gesamtschneehöhe 35 cm, Neuschnee 5 cm, Pulver- , schnee, Schi und Rodel gut. „Der Blaufuchs." Gloria-Palast. Das Theaterstück gleichen Namens von He r c z e g, dessen Verfilmung man hier vor sich hat, ist sehr geschickt gebaut und kürzlich als Serienerfolg in Berlin wochenlang gelaufen. Der Film — Dreh, buch von K. G. K ü l b — ist nicht minder geschickt komponiert und wird zweifellos seinen Weg machen. Vielleicht würde man sich etwas mehr Gedanken über die Voraussetzungen der Fabel machen, wenn weniger gut gespielt würde: so kommt man erst hinterher dazu, sich' zu überlegen, wieviel Phantasie ober Gutgläubigkeit es erfordert, sich eine Ehe zwischen zwei Menschen vorzustellen, wie sie hier nebeneinander gezeigt werdey;. es ist nur natürlich, daß diese Ehe ihren letzten Sinn verliert, sobald der Mann auftaucht, der eigentlich legitjmerweise hierher gehörte. Und man wundert sich abermals, wenn man erfährt, daß beide Männer von Jugend auf herzlich befreundet sind — nicht über den Zufall, der da im Spiel ist (im Film und auf dem Theater gibt es noch viel merkwürdigere Zufälle) — sondern daß zwei so völlig verschiedene Männer sich so miteinander verbunden fühlen, daß der Fremde, der von dieser Ehe nichts ahnte, sofort feine Werbung einstellt und sich zurückziehen will, um nicht in die Ehe seines besten Freundes einzubrechen. (Daß es dazu schon zu spät ist, und daß die Bindung zwischen den Ehepartnern längst brüchig geworden ist und keiner neuen Belastung mehr standhalten würde, gehört schon nicht mehr in diesen Gedankengang; auch nicht die lustspielhaft glückliche Lösung, die jeweils die richtigen Partner zu Paaren zusammenführt.) Alle diese Erwägungen werden, mindestens solange der Film läuft, verwischt und überspielt von der darstellerischen Intensität der Zarah Lean d e r. Sie ist die Frau Ilona Paulus, die ihren Mann verläßt, um dessen Freund zu heiraten; sie spielt ein Abenteuerchen, einen Flirt, ein Spiel mit dem Feuer, eine flüchtige Liebelei, aus der sich, ehe sie es bewußt empfindet, eine große Liebe entzündet, eine echte Leidenschaft des Herzens, die keine Bedenken und keine Rücksichten mehr kennt. Man muß sich, um Zarah Leanders Leistung zu würdigen, die erste Rolle (in „Premiere") vergegenwärtigen, die sie in Deutschland gespielt hat, um die erstaunliche Entwicklung und Entfaltung zu übersehen, die sie in der kurzen Zeit gewonnen hat. Schon damals: eine schöne Frau, aber durchaus konventionell; heute spielt sie mit einer Hingabe an das Gefühl, die man selbstvergessen nennen konnte; von ihrer dunklen und meist halblauten Stimme geht eine Wärme, eine Lockung, ein sinnlicher Zauber aus, der ebenso zum koketten Vorspiel wie zu den späteren Szenen paßt, wo es ernst geworden ist und um eine endgültige Entscheidung geht. Wenn man sich der herrlichen Arie aus „Orpheus" erinnert, hie sie als Magda in der „Heimat" fang, bedauert man, daß sie hier nichts annähernd Gleichwertiges zu fingen hat — nur die Operettenromantik der Pußta und ein Chanson, das an eine frühere Rolle („Zu neuen Ufern") erinnert. — Ihr Partner ist Willy Bkrgel; ein ausgezeichneter Partner: er ist diesmal nicht nur ein gut ausfehender, gut angezogener Herr, nicht nur Kavalier und Gentleman, sondern wirklich ein Liebhaber, ein Liebender, der für diese Frau geschaffen scheint, und dem man von Anfang glaubt und ansieht, wie er sein Herz verliert. Paul Hörbiger behandelt die delikate und nicht übermäßig verlockende Rolle des in mehr als einer Hinsicht ahnungslosen Ehemannes mit so viel Takt und Menschlichkeit und einem Anflug von Humor, daß man ihm dankbar sein myß. Tour- j a n s k y führte mit Temperament und Sinn für natürliche Spannungen Regie. Vom Ensemble sind Karl Schön böck, Jane Tilden und Rudolf Platte heroorzuheden. — (Ufa.) Im Beiprogramm gibt es neben der neuen Wochenschau einen ungewöhnlich interessanten Kulturfilm „Können Tiere denken?" Die Frage wird im wesentlichen negativ beantwortet; die Experimente und die Gedankengänge, auf denen sie beruhen, sind nicht neu, aber es wird für viele Besucher sehr reizöoll sein, aus den übersichtlich photographierten Versuchen einen lebendigen Begriff von den Fragestellungen und Methoden der modernen Tierpsychologie zu bekommen. Hans Thyriot. Merkwürdiges Museum. Eines der sonderbarsten Museen der Welt ist das „Knochen-Museum" der „Western Reserve University" in Cleveland in Ohio. Diese merkwürdige Sammlung enthält über 3500 Skelette, 3200 von Menschen und über 300 von Affen, ungefähr ein Viertel des ganzen auf der Welt vorhandenen anthropoiden Knochenmaterials. Den Skeletten von Gorillas, Schimpansen und Orang-Utans ist eine besondere Abteilung in diesen Knochen- Katakomben von Cleveland gewidmet. Auf Regalen liegen in langen Reihen die Schädel, während in sorgfältig etikettierten Kästen einzelne Knochen aufbewahrt werden. Was diese Sammlung einzigartig in ihrem Wert macht, ist nicht nur die große Zahl der vorhandenen Exemplar^ sondern auch die Tatsache daß der Herkunftsort jedes einzelnen Exemplars aufs genaueste eingetragen ist. Die meisten Affenskelette sind von afrikanischen Eingeborenen geliefert durch die Vermittlung von Dr. W. S. Lehmann, einem Missionsarzt in Kamerun. Die vollständigen Skelette werden nach Amerika verftachtet; um sie zu präparieren, bedienen die Eingeborenen sich einer ebenso einfachen wie billigen Methode. Sie fetzen den Kadaver eines erlegten Affen in der Nähe eines Termitenhaufens aus. Wenn sie nach einiger Zett zurückkehren, ist alles Fleisch bis auf die blanken Knochen von den gierigen Infekten vollständig abgefressen. In einer anderen Abteilung des Knochen-Museums ruhen die Skelette von 3000 ehemaligen Cleveländern. Es handelt sich hier entweder um Personen, auf deren Körper nach ihrem Tode keinerlei Verwandte oder Freunde Anspruch erhoben, oder um solche, die ihren Leichnam bei Lebzeiten dem Museum verkauft haben. Gewiß gibt es noch reichhaltigere Sammlungen menschlicher Knochen auf der Welt, aber noch mehr als die anthropoide Abteilung zeichnet sich auch diese Sammlung durch ihre systematische Einteilung und sorgfältige Registrierung aus. Zu den meisten der Skelette gehören Tabellen, die Namen, Alter, Größe, Gewicht und andere körperliche Merkmale der betreffenden Person erkennen lassen, aber in weitestem Maße auch die Krankheiten, an denen sie gelitten haben. Die Sammlung ist nach drei Hauptgesichtspunkten geordnet: erstens soll gezeigt werden, wie Maße und Formen des menschlichen Knochengerüstes sich durch das Alter verändern, denn die Knochen wachsen bekanntlich in ganz verschiedenem Tempo. Der Schädel 3um Beispiel erreicht feine volle Größe lange bevor die Beine ausgewachsen sind. Das zweite Forschungsgebiet ist den Unterschieden von Geschlecht und Rasse, soweit sie sich im Knochengerüst ausdrücken, gewidmet, während drittens den Einwirkungen der verschiedenen Krankheiten auf die Knochenbsldung besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird. Hier kann der Forscher mit besonders eindringlicher Anschaulichkeit ein Bild von den Fortschritten der Knochentuberkulose oder irgendeines anderen Leidens gewinnen, da die Sammlung ihm Knochen in jedem Stadium der Krankheit liefert, von ersten Tage ihres Auftretens an so gut wie zehn Jahre nachher. Umfangreiche Kellergewölbe sind der Sammlung eingeräumt, daneben befinden sich die Forschungsräume, und ihnen angegliedert ist ein Jnstrumenten- lsger, in dem besonders seine Instrumente zum Messen der Skelette, Schädel und der einzelnen Knochen hergestellt werden. Aus allen Teilen der Welt kommen die Forscher, um das Museum zu besuchen, und mit Stolz weist sein Direktor, Dr. T. Wingate Todd, wie „Populär Science" berichtet, darauf hin, daß Mediziner, Anthropologen und Zoologen hier ein einzigartiges Anschauungsmaterial finden. . C. K' Zeitschnffen. — Aus der Mode-Schule plaudert die neueste „M 0 d e n w e l t" (Deutscher Verlag, Berlin) mit einem Bilderartikel über die neue Pflegestätte deutschen Modeschaffens in Frankfurt a. M. Außerdem zeigt das Heft schon Neues für den lieber* gang und Winterdirndl, Faschingskostüme, Braut* kleider, Blusen für Vollschlanke, Kinderkleidung und Wäsche und viele Modelle für den Nachmittag und Abend. Dazu bringt die „Modenwelt" praktische Modernisierungsoorschläge und als Beilagen einen Handarbeitsbogen und drei Schnittebogen. Lochschulnachrichten. Professor Dr. Christian K l u m f e r, der ftühero Ordinarius für Armenwesen und soziale Fürsorge an der Universität Frankfurt, beging feinen 7 0. Geburtstag. Der Gelehrte ist als Verfasser einer langen Reihe von Arbeiten aus benr (Bebtet der Erziehungskunde, der Armenfürsorge und des Fürsorgewesens bekannt geworden. Klumker ist Grün, der des Fürsorgeseminars und des Forschungsinstituts für Fürsorgewesen. 1936 ist er wegen Erreichung der Altersgrenze in den Ruhestand getreten. Professor Dr. Adolf Windaus, Direktor des Allgemeinen Chemischen Instituts in Göttingen, hat vor kurzem in Paris auf Einladung der französischen Chemiewissenschaftler zwei Vorträge gehalten Im Anschluß an diese Vorträge, die" die Vitaminforschung betrafen, wurde der Gelehrte durch Ueberreichung der Pasteur-Medaille geehrt. Windaus gilt als Schöpfer der neuzeitlichen Vitaminforschung. Es ist ihm in Zusammenarbeit mit englischen und amerikanischen Gelehrten gelungen, ein künstliches Vitamin zu erzeugen, das als Heilmittel gegen Rachitis verwendet wird. Der Privatdozent an der Technischen Hochschule Wien, Pg. Dr. Karl Strubecker wurde mit der vertretungsweisen Uebernahme der Professur für Mathematik an der Technischen Hochschule Wien betraut. Strubecker, der sich in nationalen Verbänden aktiv eingesetzt hat und bereits während der Kampfzeit der NSDAP, angehörte, hat sich 1931 an der Technischen Hochschule Wien und 1935 an der Universität Wien habilitiert. Eine seinerzeit nach Karlsruhe geplante Berufung kam nicht zustande, da man Strubecker als nationalsozialistischen Dozenten nicht aus der Ostmark fortnehmen wollte. Wirtschaft zimenre, äuiii uuci uuuj ।u/vn um ---—>-----a v ••, „ • trunqen auf die am 28. November aufgelegte vierte | die erwähnten Warenkreise aus. Die spatere Hm- Reichsanleche 1938, der damit ein guter Anlauf > zmrchme des Vertriebs weiterer Waren (Z. -B. Trinkt das gute Si.Molaus-Bräu! Ab heute im Ausstoß Besonders eingebraut / vollwürzig / bekömmlich 8595D o z Der Wertpapierbesitz der Banken stieg um 583 Millionen RM., wovon allein 546 Millionen NM. auf Reichsanleihen entfielen. Dabei handelt es sich zum Teil- noch um die Verrechnung der Ottober- Arckeche, ^um Teil aber auch schon um Zeich- nahrn naturgemäß einen ruhigen Verlauf. schäft beschränkte sich lediglich auf den Ausgleich kleiner Spitzenbeträge. Die Haltung blieb aber weiterhin verhältnismäßig fest und die Kurse kamen fast allgemein unverändert zur Notiz. Vereinzelt erfolgten kleine Glattstellungen. Verein. Stahl 105,40 (105,50), AG. für Verkehr 119 (119,75). IG.-Far- ben blieben bei einigen! Geschäft mit 151,50 behauptet. Etwas höher notierten Adlerwerke mit 104,75 (104,50), Bekula mit 159 (158,50), Licht und Kraft mit 130 (129,75), Gesfürel mit 131,50 (131), Rheinmetall mit 131 (130,75) und Hapag mit 66 (65,50). Sonst wurden u. a. festgestellt: Mannesmann 107,50 (107,75), Rheinstahl 132, Daimler 131,75, Demag 145,50, Junghans 99 (99,40), Metallgesellschaft 117,75, Moenus 122,50, Westdeutsche Kaufhof 103,75, VDM. 170. Renten lagen geschäfts- los. 6 v H. IG.-Farben unv. 119,25, ebenso Reichs- Im September hatten sich die Einlagen der Banken infolge des Zusammentreffens der üblichen Quartalsspitze mit der politischen Hochspannung um einige Hundert Millionen RM. vermindert. In den Oktoberbilanzen kam der rasch einsetzende Rückstrom der Einlagen nur in einer Zunahme der Bilanzsumme um 185 Millionen RM. zur Geltung, da gleichzeitig die neu aufgelegte dritte Reichsanleihe ihre abschöpfende Wirkung ausübte. Die fetzt vorliegenden November-Bilanzen zeigen dagegen für diesen Monat eine ungewöhnlich starke Steigerung der verfügbaren Mittel. Die Bilanssumme aller Banken erhöhte sich fast um 1 Milliarde RM., worin natürlich auch der ansehnliche Zuwachs der Liquiditätsguthaben der Sparkassen und KrMtgenossenschäften bei Banken und Girozentralen enthalten ist. Dank dieser beträchtlichen neuen Mittel verstärkte sich die Flüssigkeit des deutschen Bankenapparates im November in vielfältiger Weise. Einmal konnten die Indossamentsverpflichtungen um 240 Millionen RM. ab- gebaut werden, womit ein bisher noch nie verzeichneter Tiefstand erreicht wurde. Im übrigen konnten, da die Wirtschaft keine neue Kreditansprüche mehr stellte — die Warenvorschüsse und sonstigen Debitoren gingen sogar leicht um 63 Millionen RM. zurück — die liquiden Anlagen in Wechsel und Wertpapieren beträchtlich erhöht werden. In der zweiten Börsenstunde kam das Geschäft nahezu zum Erliegen. Vereinzelt bröckelten die Kurse leicht ab, IG. Farben 151 nach 151,25, Verein. Stahl etwa 105,50 nach 105,75, anderseits Mannesmann 107,75 nach 107,90 und Zement Heidelberg 146 nach 145. Die erst später zur Notiz gekommenen Papiere lagen uneinheitlich bei Abweichungen von 0,50 bis 1,50 v. H., wobei aber Besserungen in der Mehrzahl waren. Schwächer Betula mit 158,50 (160,40) und Rhein. Braunkohlen mit 203,50 (205,50), Schuckert mit 170,50 (171,75). Der Freiverkehr war ohne erkennbare Tendenz und im ganzen wenig verändert. Dingler 99 bis 99,50, Verein. Fränk. Schuh etwa 79, Rastatter Waggon 54 Geld, Torpedo-Werke 139 ex. Div. — Tagesgeld unverändert 2,50 v. H. Abendbörse ruhig. Der letzte Börsenverkehr vor den Feiertagen hm naturgemäß einen ruhigen Verlauf. Das Ge- Fwd. Der Reichswirtschaftsminister hat durch Erlaß vom 15. Dezember 1938 eine Klarstellung über die Abgrenzung des Verfahrens nach dem Milchgesetz und nach dem Einzelhandelsschutzgesetz getroffen. Danach findet auf Einzelhandelsverkaufsstellen, die nur dem Milchgesetz unterliegende Waren (Kuhmilch und daraus gewonnene Erzeugnisse) führen, ausschließlich das Milchgesetz Anwendung. Will ein Antragsteller in feiner Verkaufsstelle neben Milch, Butter, Käse, Dauermrlch, Dauersahne und andere Mlcherzeugnisse führen, so ist dafür die Genehmigung aufgrund des Einzel- handelsschutzgesetzes erforderlich. Das gleiche gilt, falls der Antragsteller darüber hinaus noch Fette, Eier, Marmelade und Honig hinzun-ehmen will. Die Genehmigung, die für die Errichtung eines solchen Milchgeschäftes erteilt wird, schließt die Ausdehnung des Warensortiments auf andere als Exportbrauerei Justus Hildebrand GmbH., Pfungstadt Vertreter: Fritz Heinzerling, Gießen, Schiffenberger Weg 32, Telefon 3259 Kolonialwaren ufm.) bedarf nach dem bekannten Erlaß vom 10. Januar 1936 erneut der Geneh- migung, wobei die Sachkunde hinsichtlich der wei- teren Warenkreise zu prüfen ist. Rhein-Mainische Börse. Mllagsbörse uneinheitlich. Frankfurt a. M., 23. Dez. Bei kleinem Geschäft zeigte die Börse eine freundliche Grundtendenz. Seitens der Kundschaft lagen überwiegend mäßige Anlagekäufe vor, während Abgaben nur wenig erfolgten. Am Aktienmarkt war die Kursentwicklung weiterhin etwas uneinheitlich, die Veränderungen erreichten aber nur Bruchteile eines Prozentes. Zu den ersten Notierungen, die weiter etwas zahlreicher als an den Vortagen zustandekamen, überwogen leichte Besserungen. JG.-Farben mit wieder kleiner gewordenen Umsätzen 0,25 v. H. höher mit 151,25, Metallgesellschaft lebhafter mit 117,75 (118). Maschinenaktien setzten zumeist etwas fester ein, Daimler 131,75 (131,25), Rheinmetall 130,25 (130,50). Bergwerkswerte lagen uneinheitlich: Verein. Stahl 105,75 (105,40), Rheinstahl 132 (131,75), Mannesmann 107,40 bis 107,65 (108,13), Hoesch 108 (108,25). Sonst notierten noch u. a. AEG. mit 114,50 (114), Lechwerke Augsburg 101,50 (101), Zement Heidelberg 145 (144,75), Reichsbank 187;50 (188,25), Bemberg 134 (135), Feldmühle Papier 118,75 (unverändert). An Rentenmarkt herrschte wieder starke Geschäftslosigkeit. Im großen und ganzen blieben die Kurse auf dem gestrigen Stand. Nicht gana behauptet lagen u. a. Reichsaltbesitz mit 127,90 (128), Dekosama I 133,65 (133,90), ferner von Liquidationspfandbriefen Meininger mit 100,30 (100,50) und von Industrie-Obligationen 6 v. H. IG. Farben mit 119,25 (119,90). Etwas hoher 5 v. H. Mittelstahl mit 100 (99,75), 5 v. H. Gelsenkirchen Berg mit 99,75 (99,65). Im Freiverkehr Kommunal-Umschuldung unverändert 92,05, späte Schuldbuchforderungen 0,13 v. H. höher mit 98,13. stellten Mitteln. Milchgeseh und Einzelhandelsschutzgeseh. Reuer Einlagenzustrom zu den Banken. Allerdings wurden auf diesem Konto wohl auch die Erlöse aus der Tilgung von Lieferschätzen angelegt, denn der Gesamtbestand der Banken an Schatzanweisungen oerminderte sich im November um 196 Millionen RM, Da es sich auch bei den neu erworbenen Wechseln weitgehend um Deckungsstücke für die Sonder- wechsel des Reiches handeln dürfte, bedeutet also auch die Verminderung des Schatzanweisungsbe- ftandes praktisch keinen Rückgang m den insgesamt dem Reich von den Banken zur Verfügung ge- bahn-VA. mit 124. ________________________ Sprech stunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnach-- mittag geschloffen. Bäume, Haustiere, Vögel, Schmetterlinge und Käfer finden die gleiche erregte Aufmerksamkeit wie Auto, Eisenbahn und die lieben Mitmenschen. Warum muh das beim Erwachsenen anders sein? — Mit drei reizenden Tier-Romanen bieten wir auch Ihnen mehr Freude an der Natur: zur Mutier Natur regt sich schon im Kinde. Blumen und Die Geschichte einer Wildente Don Werner Hagen Die Geschichte eines Eisvogels Don Kurt Knaak Di« Geschichte einer Libelle Don Werner Heinen Jeder Band mit 160 Seiten und Buch« schmuck von Erich Schröder, Berlin, in Leinen gebunden.......RM. 8,— Fragen Sie bet Ihrem Buchhändler nach Erp, Agrion und Ti-it und lassen Sie sich bitte unser buntes Werbeblatt „Die erste große Liebe' geben. Hugo Bermühler Verlag Derlin-Ltchterselds Hausverwaltungen Erledigung aller HausangeIegenhelten, auch Steuer hilf e Vermittlung von Immobilien und Hypotheken Adolf Schmidt Lieber Strebe 5 Telephon 3086 8425D ■ Wlnlerkur für — Nervös-Erschöpfte Spezialkuranstalt Hofheim 15 (Taunus) bei Frankfurt am Main. Telefon 214 MBOIge Preise. S.-R. Dr. M. Schulie-Kahley»», Nervenerrt An- und Verkauf von Grundstücken Vermittlung von Hypotheken und Versicherungen Reinschmidt, Horst-Wessel-Wall 51 Fernsprecher 3267 657sD Öffentliche Handelslehranstalt der Industrie- und Handelskammer Gießen Wernerwall 11/15 Handelsschule für Jungen । Handelsschule für Mädchen einjährige Höhere Handelsschule zweijährige Höhere Handelsschule (Wirtschaftsoberschule) Voraussetzung fürdie Handelsschule istachtjähriger Schulbesuch und Bestehen einer Aufnahmeprüfung. Es findet nur eine Aufnahmeprüfung statt. Verspätete Anmeldungen können nicht berücksichtigt werden. Für die Höhere Handelsschule wird Sekundareife oder Mittelschulreife verlangt. Eine Aufnahmeprüfung ist nicht vorgeschrieben. Anmeldungen werden frühzeitig, möglichst Jetzt schon, erbeten. Ausführliche Druckschrift kostenlos. Fernruf 2480 8567D w Zeit gewinnen 8526D Mitglied der Elektro-6emeinschaft .............. i Sprechstunde des Schulleiterst Stud.-Ass. Walther, tagt, von llx-13 Uhr. Fernruf 2129 Vom 27.12. bis31.12.38 fällt die Sprechstunde aus Elektro Leuchten- Radio > in *) Einspaltige Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die Millimeterzelle veröffentlicht Ein schönes Geschenkbuch für Jungen und Mädchen! Werbe blatt mit Leseprobe kostenlos. Iu beziehen durch jede Buchhandlung. Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde gefällt den meisten Kindern in Siebold's Buch*) am besten, und ste wünschen sich — wie auf Grund vieler Zuschriften bekannt wurde — noch mehr derartige Bücher, in denen Freude an allem Lebendigen Höhere Privatschule Gielen Wernerwall 15 Gründliche Vorbereitung für die Reifeprüfung und die Aufnahme in die höheren Schulen. Reichsverbandsprüfung durch die Lehrer der SchuIe.Tägliche, gewissenhaft beaufsichtigte Arbeitsstunden. Aufnahme von Schülern und Schülerinnen jederzeit Nichtversetzte können W fiUJBrietmacEEii Wald und Flur vermittelt wird. Mil offenen Augen Drei Jungen und «in Mädel entdecken ihre Waldheimat. 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Handelskammer zu (Siesten 8580D