Nr. 275 Erstes Blaff 188. Jahrgang Donnerstag, 24. November 1958 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monatr-Bezugspreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr . . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt üernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sietzen Postscheckkonto: firanlfurt am Main 11688 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vr«L und Verlag: vrühlsche UniverfitStrdruckerei «.Lange in Sieben. Schristleitung und Seschüftrftelle: Schulstrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8^/,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Brette 7 Rpf., für Text- anzeigen von70mm Brette 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25°/» mehr. ErmStzigte Grundpreise: Stellen-, Vereins«, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzei- gen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder«, Unterrichts« u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Deutsch-italienisches Kulturabkommen. Kulturelle Verpflichtung beider Völker auf allen Gebieten. Sie Unterzeichnung. Rom, 23. 3Xoü. (DRV.) Der italienische Außenminister Graf Liano und der deutsche Botschafter vonTNackensen haben im Palazzo Lhigi in Gegenwart des italienischen Unterrichtsministers B o 11 a i und des Ministers für Volksbildung, A l - fieri, sowie des Leiters der kulturpolitischen Abtei, hing des Reichsministeriums des Auswärtigen, 2Hi- nisieriatdirektor St i c o c, das deutsch-italienische Kulturabkommen unterzeichnet. Die beiden befreundeten Staaten haben mit diesem Abkommen ein für die Ausgestattung und Vertiefung ihrer Beziehungen entscheidendes Derk geschaffen, das die kulturelle Ergänzung der politischen Achse Rom—Berlin bildet und sowohl inhaltlich wie hinsichtlich seiner vertragstechnischen Durcharbeitung das bedeutsamste Kulturabkommen darstellt, das bis heute besteht. Erwähnung verdient die lebhafte Mit- Wirkung und bereitwillige Förderung, die der Reichsminisier für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, Rust, sowie der italienische Hnfer- richtsminister Bottai dem Zustandekommen des Vertrages haben angedeihen lasten. Der Inhalt des Abkommens. Das deutsch-italienische Kulturabkommen bestimmt, daß beide Staaten alle kulturellen und wissenschaftlichen Einrichtungen fordern werden, die der Kenntnis des anderen Landes und seiner Kultur dienen. Die bestehenden Einrichtungen sollen zu diesem Zwecke besonders gepflegt und andere Einrichtungen mit dem gleichen Ziele geschaffen werden. Die italienische Regierung wird daher das in der Villa Sciarra-Wurts gelegene 3 ff i tuto 3 t a l i a n o d i Stuüi Germanici in Rom soweit fördern, daß es sich als die wichtigste italienische Einrichtung für das Studium der deutschen Sprache, Geschichte, Kultur, Literatur, Kunst, Philosophie und Staatswisten- fchaft entfalten kann. Dementsprechend nimmt die deutsche Regierung in Aussicht, in Vertin ein Deutsches 3 n ft i t u t f ü t das Studium der if alienif eben und nachrömischen Geschichte und Kul- I u r unter Leitung eines reichsdeutschen Gelehrten zu errichten. Beiden 3nftitufen werden zweckentsprechende Büchereien angegliedert. Das in Köln bestehende Deutsch-Italienische Kulturinstilut (Petrarca-Haus) wird ebenfalls ausgebaut, wobei sich die deutsche Regierung vorbehält, den bisher von der Stadt Köln gestellten finanziellen Beitrag zu übernehmen. Anderseits wird in Mailand ein entsprechendes Italienisch-Deutsches Kulturin ft itut errichtet werden. Beide Staaten werden dem Institut für Meeresbiologie in Rovi gno ihre Förderung angedeihen lasten. Deutschland wird in Italien folgende Institute unterhalten: Das Deutsche Archäologische In st itut in Rom, das Deutsche Historische Institut in Rom, dem das ehemalige Oesterreichische Kullur- inftitut in Rom einverleibt wird, das Kaiser- Wilhelm ° Institut für Kunst- und Kulturwissenschaft in Rom, das Kunst- historische I n st i t u t in Florenz, die Deutsche Akademie in Rom (Billa Massimo). Anderseits wird die italienische Regierung das Italienische Institut in Wien auch weiter aufrechterhalten und neue Institute in Berlin und München gründen. Die in Rom begründete A rb e i t s g e m e i n s ch a s t für Pflege und Vertiefung der Beziehungen auf dem Gebiete der Rechtswissenschaft wird von beiden Seiten gefördert werden. Die Zweigstelle des Deutschen Akademischen Austausch« dienstes in Rom im Casino Massimo wird ausrechterhalten. Die deutsche Regierung gestattet die Gründung einer entsprechenden italienischen Einrichtung. Line Reihe weiterer Artikel des Abkommens sieht die Pflege des Unterrichts der deutschen bzw. der italienischen Sprache an den höheren Schulen in Deutschland bzw. 3talien vor. An den italienischen Universitäten und Hochschulen werden die Lehrstühle für Germanistik, deutsche Sprache und Literatur vermehrt. Die deutsche Regierung wird dafür Sorge tragen, daß die Lehrstühle für Romani st i k eine entsprechende Behandlung erfahren. Sie wird ferner dafür Sorge tragen, daß im Rahmen der Romanistik der italienischen Sprache besondere Beachtung geschenkt wird. Sie wird zunächst an mindestens zwei Universitäten je eine Professur für die italienische Sprache und Literatur einrichten. Die deutsche Regierung wird ferner eine ständige Ga st Professur für italienische Kultur und Geschichte in Berlin und die italienische Regierung eine solche für deutsche Kultur und Geschichte in Rom einrichten. Die deutsche Regierung wird auch die Gastprofessuren für italienische Sprache und Literatur an den Universitäten Leipzig und Wien aufrechterhalten. Der Unterricht in der Sprache des anderen Landes soll besonders auch durch den Austausch von Professoren, Lektoren und Assistenten an den Hochschulen, ferner durch G a st - vorträge und Ga st Vorlesungen unterstützt werden. Beide Regierungen werden ausreichende Beträge für Reise -und Forschungs- stipendien zur Verfügung stellen. An der Zoologischen Station in Neapel, an der Vesuo-Warte, an der Biologischen Anstalt in Helgoland, an den Forschungs-Instituten der Kaiser - Wilhelm - Gesellschaft werden den Gelehrten des anderen Landes Arbeitsplätze zur Verfügung gestellt werden. Die Austauschaktion an den Hochschulen wird durch einen gegenseitigen Lehreraustausch ergänzt werden. Der Hochschüleraustausch wird sich auch auf die Ferien erstrecken. Ebenso wird der Schüleraustausch und der Schülerbriefwechsel staatliche Unterstützung erfahren. Der Besuch von Sprach-, Ferien- und Sommerkursen wird wechselseitig gefördert werden, ebenso die Pflege und die Gründung von Vorschulen und Kindergärten. Die deutsche Regierung wird dafür sorgen, daß der italienischen Sprache an den deutschen höheren Schuten allmählich eine Stellung gegeben wird, die der keiner anderen romanischen Sprache nachsteht. Auch die NSDAP, wird in ihrem Organisationsbereich die Erlernung der italienischen Sprache fördern sowie die Faschistische Partei die Erlernung der deutschen Sprache unterstützen. Die Anerkennung der gegenseitigen Zeugnisse soll mit Beschleunigung vorbereitet werden. Selbstverständlich werden die Schulbücher von allen der geschichtlichen Wahrheit und dem Geist der deutsch-italienischen Verständigung nicht entsprechenden Darstellungen gesäubert werden. Anderseits soll die Verbreitung der Bücher und Zeitschriften sowie die Veranstaltung von Buchausstellungen und die Besprechung von Druckwerken gegenseitig unterstützt werden. Bibliotheken werden lausend mit den wissenschaftlich und literarisch bedeutendsten Werken beliefert werden. Die Uebersetzung von geeignet erscheinenden Büchern soll eine staatliche Ermunterung erfahren. Die Tätigkeit von Schriftstellern und bildenden Künstlern, deren Werke geeignet sind, das Verständnis für die Kultur des anderen Volkes zu erwecken und zu vertiefen, wird gefördert werden. Ebenso der Austausch auf dem Gebiete des Theaters, der Musik, des Films und des Rundfunks. Auf den vorerwähnten Gebieten wird ein Austausch von Künstlern statt- finben. Zum Schluß sieht das Abkommen die unverzügliche Bildung eines Deutsch-Italienischen Kulturausschusses vor, der mindestens einmal im Jahre Zusammentritt, abwechselnd in Deutschland und Italien. Die Kulturachse Verlin-Rom. Das Kulturabkommen zwischen Deutschland und Italien ist eine wertvolle Ergänzung der Achsenpolitik der beiden Staaten auf wissenschaftlichem, künstlerischem, literarischem und pädagogischem Gebiet. Es ist das umfangreichste Kulturabkommen, das es bisher überhaupt im zwischenstaatlichen Verhältnis zweier Länder gibt und stellt damit eine wertvolle Bereicherung des völkerrechtlichen Lebens im allgemeinen dar. Seit jeher waren die Kulturbeziehungen wissenschaftlicher und künstlerischer Art zwischen Deutschland und Italien sehr eng und vielfältig. In der letzten Zeit sind sie durch zahlreiche Verabredungen zwischen den Parteistellen des Nationalsozialismus und des Faschismus noch enger gezogen worden und haben auf vielen Fachgebieten zu einer ersprießlichen Zusammenarbeit geführt. So war es erklärlich, daß der Wunsch entstand, die einzelnen Stoffgebiete in einer rechtlichen Regelung zusammenzufassen und damit gleichzeitig für die weitere Ausgestaltung der kulturellen Beziehungen Sorge zu tragen auch dadurch, daß man die Arbeit der Parteien, der Einzelinstitute und -organisationen unter staatlichen Schutz stellte. Obwohl das Abkommen eine umfassende Arbeit darstellt, sind weitere Ergänzungen vorgesehen, so daß es noch etwa auftauchenden Bedürfnissen fortlaufend Rechnung tragen kann. Deshalb ist seine Durchführung einem paritätisch besetzten Kulturausschuß anvertraut worden. Die erste Aufgabe des Abkommens gilt der Erhaltung und dem Aufbau von Instituten, die entweder ein Land bei sich selbst zum Studium des anderen Landes unterhält, oder die von beiden Ländern gemeinsam unterhalten werden oder die schließlich ein Land in dem anderen Lande unterhält. Handelt es sich bei den fünf in Frage kommenden deutschen Instituten in Italien doch um Einrichtungen von zum Teil langer Ueberüeferung und internationalem Ruf. Deutscherseits wird es freudig begrüßt werden, daß durch das Abkommen die noch aus der Kriegs- und Nachkriegszeit stammenden Verfügungsbeschränkungen, denen die Bibliotheken des Archäologischen Instituts in Rom und des Kunsthistorischen Instituts in Florenz unterworfen waren, nunmehr vollständig aufgehoben sind und damit das letzte Stück Versailles zwischen Deutschland und Italien beseitigt wurde. Anderseits erhält Italien das Recht, das italienische Institut in Wien aufrechtzuerhalten und je ein Nestes Institut in Berlin und München zu gründen. Italien bekundet damit (einen Willen, der Erforschung deutscher Kultur eine erhöhte Aufmerksamkeit zu schenken. Die Stellung der Sprache des einen Landes im Sprachunterricht des anderen war ein weiterer Gegenstand des Abkommens. Italien hat die Zusage erhalten, daß die italienische Sprache an den deutschen höheren Schulen allmählich eine Stellung erhält, die der keiner anderen romanischen Sprache nachsteht, während Deutschland zugesichert wurde, daß die deutsche Sprache in Italien mit der englischen Sprache gleichgestellt wird. Von besonderer Bedeutung ist weiterhin die Bestimmung, daß die Lektoren an den Universitäten und Hochschulen nur unter solchen Personen ausgewählt werden, die die Staatsangehörigkeit des anderen Landes besitzen und von diesem als für eine Lektorenstelle geeignet vorgeschlagen werden. Damit erhalten beide vertragsschließenden Teile die Gewißheit, daß die Kenntnis der Sprache und der Kultur des anderen Landes nur in einem diesem entsprechenden Geist vermittelt wird. Aus demselben Grunde wurde auch die Abrede getroffen, daß der Inhalt der für den Unterricht zugelassenen Schulbücher der geschichtlichen Wahrheit und dem Geist der deutsch-italienischen Verständigung entspricht. Die umfassende Form dieses Kulturabkommens ist ein geeignetes Vorbild für die weitere Ausgestaltung der kulturellen Beziehungen Deutschlands zu anderen Ländern. Daß ein Kulturabkommen von diesem Wert zum ersten Male zwisck>en Deutschland und Italien abgeschlossen wurde, entspricht der Sonderstellung, die das politische und kulturelle Leben des einen Landes in dem des anderen einnimmt. Beide Staaten dürfen sich zu diesem Vertragswert mit vollem Recht beglückwünschen. Kr. Die Durchführung der Äden-Konlribution. Eine 20prozentige Vermögensabgabe in vier Teilzahlungen. Berlin, 23. Nov. (DNB.) Der Reichsfinanzminister hat soeben eine Durchführungsverordnung über die Sühneleistung der Juden erlassen. Sie bestimmt, daß die Kontribution von einer Milliarde Reichsmark a l s Vermögensabgabe von den Juden deutscher Staatsangehörigkeit und von den staatenlosen Juden eingezogen wird. Abgabepflichtig ist jeder Jude nach § 5 der Ersten Verordnung zum Reichsbürgergesetz, der nach der Verordnung über die Anmeldung des Vermögens von Juden vom 26. April 1938 sein gesamtes in- und ausländisches Vermögen anzumelden und zu bewerten hatte. Juden fremder Staatsangehörigkeit unterliegen nicht der Abgabepflicht. Bei Mischehen ist nur der jüdische Ehegatte mit seinem Vermögen abgabepflichtig. Die Abgabe wird nach dem Gesamtwert des Vermögens nach dem Stand vom 12. November 1938 bemessen. Sie wird nicht erhoben, wenn der Gesamtwert des Vermögens nach Abzug der Verbindlichkeiten, jedoch vor Abrundung, 500 0 Reichsmark nicht übersteigt. Der Gesamtwert ist auf volle.1000 Reichsmark nach unten abzurunden. Die Abgabe beträgt insgefamt 20 v. H. des Vermögens. Sie zerfällt in vier Teilbeträge von je 5 v.H. des Vermögens. Der erste Teilbetrag ist am 15. Dezember 1938 fällig, die weiteren Teilbeträge am 15. Februar, 15. Mai und 15. August 1939. Die Zahlungen find ohne besondere Aufforderung zu leisten. Die Abgabe ist an das zuständige Finanzamt zu entrichten. Zahlungen aus Dersicherungsansprü- chen von Juden deutscher Staatsangehörigkeit und von staatenlosen Juden nach der Verordnung zur Wiederherstellung des Straßenbildes bei jüdischen Gewerbebetrieben vom 12. November 1938 sind unverzüglich an das zuständige Finanzamt zu leisten. Diese Zahlungen werden auf die Abgabe des aus der Versicherung berechtigten Juden angerechnet. Ueberfteigenbe Beträge verbleiben dem Reich. Der Reichsfinanzminister wird bestimmen, inwieweit Finanzämter in geeigneten Fällen Wertpapiere und Grundbesitz in Zahlung nehmen können. Die Abgabe fließt dem Reich zu. Es bleibt vorbehalten, die Zahlungspflicht zu beschränken, sobald der Betrag von einer Milliarde Reichsmark erreicht ist oder die Zahlungspflicht zu erweitern, soweit dies zur Erreichung des Betrages von einer Milliarde Reichsmark erforderlich ist. Wir find am Zuge! Die Politik ist kein Glücksspiel. Sie ist noch weniger eine mathematische Rechenaufgabe. Wer dazu berufen ist, an der Lenkung von Volk und Staat helfend oder gestaltend mitzuwirken, darf weder auf den Zufall noch auf die Macht der Ziffern allein vertrauen. Er muß vor allem etwas anderes ein» setzen können: d i e Kraft seiner Persönlichkeit mit all ihren seelischen Unwägbarkeiten, mit ihrem Instinkt, ihrem Willen, ihrer Entschlossenheit, ihrer Führungskunst. Danach bemißt sich nicht nur die Stellung des einzelnen im inneren nationalen Lebensbereich, sondern auch die Rolle, die ein Volk als Ganzes in der Weltgeschichte zu spielen vermag. So läßt sich, wie Dr. G o e b b e I s in seiner Rede vor den Propagandisten der nationalsoziaistischen Bewegung u. a. sagte, die Politik vielleicht am ehesten mit dem Schachspiel vergleichen. Hier sitzen sich zwei Gegner gegenüber, die von derselben Ausgangsstellung operieren müssen. Es entscheidet über Sieg ober Nieberlage nur bas festere Selbstvertrauen, bie bessere Nervenkraft und der größere U e b e r b l i cf. Ja, es sind gerabe bie fähigsten Schachstrategen, die im Anfang der Partie unterlegen scheinen, die Stein auf Stein opfern, die mit voller Absicht auf Verlust spielen, um den Gegner unsicher, leichtsinnig und übermütig werden zu lassen — und um dann in überraschendem Angriff den feindlichen König mit ein paar Zügen matt zu setzen. Aehnlich ist es in der Politik. Nicht die Zahl der noch im Spiel befindlichen Figuren ist ausschlaggebend, sondern der G e i ft, der sie führt und lenkt. Die letztvergangenen Jahre und Monate liefern den eindringlichsten Beweis für die Richtigkeit solcher Er-folgslehre. Niemals hätte, wie der Reichspropagandaminifter erklärte, die Risiko-Zone der deutschen Wiederaufrüstung durchschritten werden können, wenn nicht die Volksgemeinschaft die dadurch bedingten Opfer willig getragen und von dem Dertrauensvorrat gezehrt haben würde, den sich die Staatsführung vorher durch ihre Leistungen für das Wohl der Gesamtheit erworben hat. Nicht viel anders war die Situation im Sommer 1938. Wollte man bie Menge ber Menschen und Waffen zusammenzählen, die während der Tschechenkrise den möglichen Gegnern Deutschlands im Ernstfall zur Verfügung standen, so wäre eine klare Überlegenheit festzustellen gewesen. Tatsächlich aber befand sich nicht die demokratische Welt, fonbeun die deutsche Reichsregierung im Vorteil, weil sie nicht nur die besseren Nerven, die bessere Position auf dem Schachbrett der internationalen Politik, sondern auch in Form eines geschlossenen und entschlossenen, von einem Willen beseelten Volkskörpers die besseren Reserven zur Verfügung hatte. Denn anders als die Völker in den demokratischen Staatswesen hat die deutsche Nation ihre unerschütterliche Ruhe, ihre Disziplin und ihre entschlossene Haltung bewahrt, sie ist nicht nervös geworden und hat damit wesentlich zum Erfolge des Führers beigetragen. Die paar Hasenfüße, die sich in den entscheidenden Stunden darüber erregten, daß beispielsweise ber Straßburger Sender mit gewissen Gerüchten einige Stunden früher herauskam als die deutsche Staatsführung mit positiven Nachrichten, zählen nicht. Sie gehören im übrigen zu jener kleinen Schicht, an die einst Max Halbe im August 1918 vergeblich seinen beschwörenden Appell richtete. Sie sind natürlich auch heute im Unrecht geblieben, denn nicht der Straßburger Sender, sondern bas Deutsche Reich hat den ksche« chischen Konflikt in seinem Sinne entschieden. So gewannen wir bie Partie. Aber das politische Schachspiel lehrt, daß man nicht nachlassen darf in seiner Aufmerksamkeit und in der Beobachtung des Gegners. In London, Paris und anderswo hat man nun, wie Dr. Goebbels unter stürmischer Heiterkeit ausrief, allmählich gemerkt, daß in Berlin mitgespielt wirb. Aus dieser Erkenntnis wirb man drüben bie Folgerungen zu ziehen versuchen, unb für uns muß beshalb um so mehr die Parole gelten: Nach der Schlacht bindet man den Helm fester! Wie sagte doch ber Führer am 8. November bei ber abenblichen Gebenkfeier im Bürgerbräukeller: „Mit dem Blick in die Vergangenheit wollen wir deshalb heute mehr denn je den Entschluß fassen, von unseren alten Prinzipien unb Tugenden nicht zu lassen! Das heißt: Wir wollen wachsam unb aufmerksam fein! Wir haben zu Bitteres erlebt, zu Schmerzvolles erfahren, als daß wir jemals noch leichtfertig irgenb jemand Glauben schenken könnten, ber von außen her seine Sirenenklänge ertönen läßt! Ich glaube nur an bas Recht, bas wir selbst fähig unb entschlossen sind, in unseren Schutz zu nehmen! Und zum zweiten glaube ich nur an den Ähn, den man sich selbst verdient! Geschenkt wirb einem Volk auf dieser Welt gar nichts!" Von welcher Seite uns die Sirenenklänge umschmeicheln, aber auch die Gefahren drohen, bas haben wir erst jetzt erfahren, kaum baß bas Münchener Abkommen burchgeführt war. Die Schüsse von Paris waren ein Signal, daß das Weltjuben- tum in seiner Wut über das Mißlingen seiner Pläne nun zum Generalangriff auf Deutschland schreiten wollte. Doch auch diesmal befindet sieh unser Gegner in einem Irrtum, er hat nicht nur einen ungünstigen Zeitpunkt gewählt, sondern auch feine Karten zu früh arfgedeckt. Er ist aus der Deckung herausgetreten unb hat selber dafür gesorgt, daß die Judenfrage nun plötzlich ein „Weltdis- kussionsthema" geworden ist und darüber hinaus in Deutschland einer radikalen unb endgültigen Lösung zugeführt wird. Als Wilhelm G u st l o f f ermordet wurde, glaubte man auf ber Gegenseite unser Schweigen als Schwäche, unsere Disziplin als Langmut mißdeuten zu können. Als man dem Verbrecher Grünspan die Mordwaffe in die Hand drückte, glaubte man wohl, durch diese Provo-' kation nicht nur das deutsche Volk in Verwirrung, sondern auch durch einen geschickten Hetzfeldzug die Weltmeinung wie die demokratischen Regierungen gegen den Nationalsozialismus in Harnisch zu bringen. Es ist alles ganz anders gek o in - m e n. Der Anschlag auf den Frieden ist mißglückt, und der Giftpfeil fliegt auf den Schutzen zurück. Das deutsche Volk, gesammelt und stark in seinem Vertrauen zum Führer, weiß nun endgültig, was in der Judenfrage auf dem Spiel steht. Es wird, aufgeklärt und unterstützt von den Propagandisten der Bewegung, nicht ruhen und rasten, bis die jüdische Gefahr restlos aus dem Wege geräumt ist. Nun sind wir am Zuge, und das Gesetz des Handelns liegt bei uns! n. Fvers. Gangstermoral. Die „N e w Park Daily New s", mit einer Auflage von 1,6 Millionen das verbreitetste Massenblatt der Vereinigten Staaten, hat sich nicht entblödet, die Zuschrift eines Juden Max R o s ende r g zu bringen, der die Negierung in Washington auffordert, sie solle aus den Zuchthäusern zehn oder zwölf Mörder unter der Bedingung f r e i l a f s e n , daß diese Verbrecher nach Deutscb- land reisen, um den Führer sowie seine nächsten Mitarbeiter und Ratgeber zu ermorden. Soweit hat es also die planmäßig betriebene Hetze des internationalen Judentums gebracht, daß die größte Zeitung Amerikas es — ungestraft und geduldet von den Behörden! — wagen darf, offen zu einem Verbrechen aufzufordern, das in den Strafgesetzen aller Kulturvölker als das schwerste Delikt gilt. Was ist in Großdeutschland geschehen? Im Sinne des Nationalsozialismus sind seit fast sechs Jahren Gesetze und Verordnungen erlassen, um Schritt für Schritt die artfremden Juden auf sehr menschliche Weise vom deutschen Volkskörper zu trennen bzw. aus dem deutschen Reichsgebiet zu entfernen. Diese Juden haben immer wieoer versucht, dem Druck auszuweichen, sie sind im Auslande sogar dazu ubergeaangen, eine großanaelegte Hetze gegen Las Dritte Reich zu betreiben, die sie sich ungeheure Summen kosten lassen, eine Hetze, die sich u. a. auch darin geäußert hat, daß-im Auslande Repräsentanten des Dritten Reiches von Ju- denbuben feige ermordet wurden. Freilich nur dort, wo keine Todesstrafe droht, wo es die Demokratie als solche zuläßt, feige Mörder zu glorifizieren. Diese an sich schon brüchige Moral muß sich folgerichtig zur Gesetzlosigkeit und zur Anarchie schlechthin entwickeln, wenn sie es möglich macht, daß schwerste Verbrechen in aller Oefentlichkeit angeregt und organisiert werden können. Das ist Gangstermoral, die auf internationale Beziehungen übergegriffen hat, denn es geht nicht mehr die Vereinigten Staaten allein an, wenn einer ihrer Staatsangehörigen dazu auffordert, das Oberhaupt eines anderen Staates zu ermorden, mit dem die Vereinigten Staaten noch in einem durchaus friedlichen Verhältnis leben. Hier hat die Demokratie die Quittung dafür, wie es in Wahrheit mit ihrer vielgerühmten Freiheit beschaffen ist. Hier haben aber auch gewisse führende Politiker die Quittung dafür, daß es für sie selbst und für ihr Staatswesen nicht gut ist, den autoritären Staaten, deren Wesen sie offenbar gar nicht begreifen, Unduldsamkeit oder gar Grausamkeit vorzuwerfen. Diese war nur notwendig, um solche verbrecherische Erscheinungen zu verhindern, wie sie in den Demokratien an der Tagesordnung sind. Was würde wohl Herr Roosevelt beisvielsweise dazu sagen, wenn in einer deutschen Zeitung zu feiner Ermordung aufgefordert worden wäre? Nur ein Jude ist zu solchem Handeln frech und feige genug, aber auch so dummdreist, daß er gar nicht einmal merkt, wie er durch seine Schamlosigkeit sehr nachdrücklich jene Politik rechtfertigt, die sich gegen das Schutz der Volksgruppen durch direkte Verständigung Ein deutfch-tschecho-slowakifcher Regierungsausschuß. Berlin, 23.Jtoo. (DNB.) Die deutsche Regierung und die tschecho-slowakische Regierung, von dem Dünsche geleitet, im Deutschen Reich und besonders in den sudetendeutschen Gebieten bzw. in dem Ge- amtstaat der Tschecho-Slowakei und in dessen einzelnen Ländern die Lage der beiderseitigen Volksgruppen im Geist einer verständnisvollen Zusammenarbeit zu regeln, erklären folgendes: 1. Die beiden Regierungen sind gewillt, über die Fragen, die der Lrhaltung, freien Entwicklung und Betätigung des Volkstums der obengenannten Volksgruppen betreffen, ich fortlaufend zu verständigen. 2. Ls wird ein Ständiger Deutsch- Tschecho - S lowakischer Regierungsausschuß gebildet, der grundsätzliche und Liuzel- ragen aller Art, die sich auf das Volkstum der obengenannten Volksgruppen und ihrer Angehörigen beziehen, im Verhandlungswege zu regeln berufen ist. 3. Dieser Regierungsausschuß besteht aus vier kündigen Mitgliedern, nämlich aus je einem Vertreter des deutschen und tschecho-slowaki- chen Außenministeriums und aus je einem Vertreter des deutschen Reichsministeriums des Innern und des tschecho-slowakischen Innenministeriums in ' Zrag. Erforderlichenfalls wird sich der Regierungsausschuß durch eine beiderseits gleiche Zahl von Vertretern aller Ressorts ergänzen, sowie Vertreter der obengenannten Volksgruppen und Sachverständige hinzuziehen. 4. Der Regierungsausschutz hält seine Sitzungen unter wechselseitigem Vorsitz abwechselnd in beiden Staaten ab. 5. Falls in dem Regierungsausschuß keine Einigung erzielt wird, bleiben unmittelbare Verhandlungen zwischen den beiden Regierungen Vorbehalten. Berlin, den 20. November 1938. * Das Reich beschreitet mit der gemeinsamen Erklärung über den Schutz der beiderseitigen Volksgruppen einen neuen Weg. An Stelle des sogenannten Minderheitenschutzes, wie er ebenso schematisch wie wirkungslos in den Friedensdiktaten der Pariser Vororte festgelegt und von der Genfer Liga mehr zur Sabotage als zur gewissenhaften Wahrnehmung der Volkstumrechte ausgenutzt wurde, tritt nun d i e ständige und direkte Fühlungnahme mit denjenigen, die für das Wohlergehen der Volksgruppe verantwortlich gemacht werden müssen. Der Führer hat in seiner Rede vom 20. Februar 1938 den Schutz unserer deutschen Volksgenossen in der Tschecho - Slowakei verkündet. Das Deutsche Reich wirkt dafür, daß dieser Schutz nun auch für die in der Tschecho-Slo- wakei verbleibende deutsche Volksgruppe in die Tat umgesetzt wird. Die Erklärung gibt gerade in ihrer Kürze und Einfachheit dem einzusetzenden Regierungsausschuß diejenige Freiheit, die notwendig i|t, um rasch und tatkräftig aus- tauchende Fragen zu lösen. Darüber, um welche kulturellen, wirtschaftlichen und rechtlichen Güter es sich dabei für die deutsche Volksgruppe in der Tschecho-Slowakei handelt, kann es für Deutsche wie Tschechen aus der langen Zeit schwerer Auseinandersetzungen keinen Zweifel geben. Es wird nicht mehr möglich fein, deutsche Volksgenossen wegen ihres Bekenntnisses zur deutschen Weltanschauung zu verfolgen oder ihnen aus der Pflege der Beziehungen zum deutschen Mutterland einen Vorwurf zu machen. Ihre kulturelle, wirtschaftliche und soziale Entwicklung wird nicht mehr eingeengt werden fön» neu. An der Selbstverwaltung und an den öffentlichen Mitteln wird ihnen ein gebührender Anteil einzuräumen fein. Der nationalsozia- listifche Grundsatz der Achtung vor der Eigenständigkeit fremden Volkstums bietet von deutscher Seite die Gewähr einer unvoreingenommenen Stellungnahme. Die Lage und Aufgabe der einzelnen Volksgruppe ist je nach den Örtlichen und geschichtlichen Bedingungen, unter denen sie mit dem Staatsoolk zusammenlebt, ver- schieden. Das Deutschtum in der Tschecho-Slowa- kei kann auf eine Jahrhunderte alte kulturelle und geschichtliche Leistung zurückblicken. Diese Leistung ist auch der Tschecho-Slowakei zugute ge- kommen. Es ist zu erwarten, daß man auch tfchechischerseits nach einer langen Zeit der Verneinung der gemeinsamen Aufgaben nunntehr zu einer aufrichtigen Zus ammenarbeit mit dem Deutschtum zurückkehrt. Option und Abwanderung. Ein zwischen Deutschland und der Tschecho-Slowakei getroffenes Minder Heiten-Ab komme n beweist ebenso wie der Vertrag über öie Optionen und die Staatszugehörig k e i t, daß beiderseits das Bestreben vorhanden ist, klare Verhältnisse zu schaffen, damit die Regelung der wirtschaftlichen und Derkehrs- fragen zwischen beiden Staaten um so reibungsloser vor sich gehen kann. Rechllich ist die Frage so, daß mit dem 20. November 1938 alle_ im ©ubeien» land wohnenden Personen, gleichgültig welcher Nationalität, Reichsdeutsche geworden sind. Dasselbe gilt für Personen, die aus diesem Gebiet stammen und sich in anderen Tellen des Reiches oder auch des Auslandes aufhallen. Mit einer Ausnahme allerdings: sie dürfen nicht nach dem 1. Oktober 1910, dem Tag der letzten österreichischen Volkszählung, zugewandert fein, Tschechen, die nach diesem Datum in das Sudetenland gekommen sind, ohne daß ihre Vorfahren vorher dort gewohnt haben, sind abwanderungspflichtig, ebenso ihre Abkömmlinge. Sie gehören in das Reftaebiet des tschechischen Staates. Dasselbe gilt für Deutsche in den Sprachinseln der Tschecho-bowakei. Wessen Vorfahren in diesen Bezirken verwurzelt waren, der kann dort wohnen bleiben und wird tschechischer Staatsbürger; wer nach dem 10. Oktober 1910 dorthin gezogen war, gehört ins deutsche GM et. Eine weitere Regelung gilt den Optanten. Solche Angehörigen der tschechischen Volksgruppe, die i n jetzt deutschen Gebieten wohnen, können bis $um 29. März 1939 — sechs Monate nach dem Münchener Abkommen — für d ie Tschecho-Slowakei optieren. Dasselbe können deutsche Volkszugehörige in der restlichen Tschecho-Slowakei für das Deutsche Reich tun. Für die Abwanderung der Optanten und der seit 1910 Zugezogenen und ihrer Kinder wird ein gemischter Ausschuß eingesetzt, ferner sind ausreichende Fristen vorgesehen. Die ^Betreffenden können das bewegliche Vermögen mitnehmen, bei Gold- und Wertsachen dürfte eine Art Verreck)- nungsverfahren stattfinden. Der Sinn der Bestimmungen ist klar. Die bodenständige oder die in der Landschaft verwurzelte Bevölkerung soll in ihren Rechten nicht angetastet werden, gleichgültig, ob es Deutsche oder Tschechen sind. Wohnen diese Menschen in einem Staat fremden Volkstums, so sollen ihnen die Minderheitenrechte in kultureller und wirtschaftlicher Hinsicht zuteil werden. Z u g e w ander t e Leute fremder Volkszugehörigkeit aber sollen in ihr Heimatland zurückkehren. Das wird die tschechischen Siedler betreffen, die das deutsche Element an der Grenze unterhöhlen sollten, ferner die tschechischen Beamten, die man in deutsche Gemeinden gesetzt hat. Diele von den letzteren sind schon jetzt zurückgekehrt. Dagegen werden 3. B. tschechische Bauern, die schon länger als 28 Jahre ansässig sind, auch dann nicht von Der Abwanderung betroffeft, wenn die Gemeinde sonst rein deutsch ist. Sie können für die Tschecho-Slowakei optieren, müssen aber dann in einer bestimmten Frist abziehen. Eine Unterwanderung der tschechischen Landesteile durch Deutsche hat nicht stattaefunden. Hier handelt es sich durchweg um alteingesessenes Volkstum. Die Abwaüderungspflicht wird bei ihnen weniger in Frage kommen.. Falls sie in der Tschecho-Slowakei wohnen, aber das deutsche Staatsbürgerrecht erwerben sollen, wird es sich bei ihnen meist um den Weg der Option handeln. Alaska ist die nordwestliche Halbinsel, die sich vom nordamirkanischen Kontinent um das Be- ringsmeer weit nach Sibirien vorschiebt. Die Vereinigten Staaten haben sie 1867 gegen 7,2 Millionen Dollar von Rußland erworben und sie in der taatsrechtlichen Form eines Territoriums sich an- gegliedert. Mit rund 60 000 Einwohnern, von denen 30 000 Indianer und Eskimos sind, auf 1,5 Millionen Quadratkilometer, also 0,04 auf den Quadratkilometer, ist Alaska eines der dünn st besiedelten Länder der Welt. Das ozeanische Klima begünstigt die Vegetation, trotzdem stehen vorerst noch Lachsfischerei, Pelztierhandel, Holzwirtschaft und Bergbau (Gold und Kupfer) im Vordergrund. Hauptort und Sitz des Gouverneurs ist Juneau, das 4000 Einwohner zählt. Lande zu denken, an Schulen, Geschäftshäuser und Berufe in Amerika, die weder Juden noch Neger aufnehmen. Auch die Nahrungsmittelblockade, die mit großem Erfolg gegen Spanier und Deutsche angewandt wurde, und der viele Nichtkämpfer zum Opfer fielen, sei eine rein amerikanische Erfindung, die Amerikaner sollten am besten vor ihrer eigenen Tür kehren, anstatt heuchlerische Kritik am Ausland zu üben. er- Regierungskrisis in Ungarn. Spaltung der Regierungspartei. — Demission ZmredyS eine Vermehrung der Treib st off Vorräte vorgesehen. Anfang nächsten Jahres dürste man auch mit der Registrierung aller im Kriegsfälle konischen Regierungskreisen die Möglichkeit erwäge, :------'erd. uden ----- r- or— - „Amerikaner, kehrt vor Eurer eigenen Ar!" Ein amerikanischer Journalist geißelt das Pharisäertum seiner Landsleute, ner vertrieben. Nach Beendigung der Kämpfe be- .. . . o . richtete der Gouverneur dann nach Washington, die den immer g"ö r uden • i - ■ v. 2Tmc Indianer seien offenbar nicht imstande gewesen, den rifa strömenden jüdischen Emigranten in Charakter ihrer Vertragsverpflichtungen zu Alaska ständige Wohnsitze anzuweisen. ‘' Australiens Aufrüstung. Canberra, 24.Nov. (DNB. Funkspruch.) Das australische Bundeskabinett beabsichtigt eine enorme Erhöhung der für die Durchführung des dreijährigen 2Iufrüftungsprogramm5 zur Verfügung stehenden Summe. Ursprünglich waren dafür 43 Millionen Pfund vorgesehen. Dieser Betrag soll jetzt b i s auf 60 Millionen Pfund, möglicherweise sogar bis auf 70 Millionen Pfund, erhöht werden. Die Regierung will dabei ihr besonderes Augenmerk der Verstärkung des Landheeres und der Luftwaffe zuwenden. Es ist geplant, zwei mobile Garden gut ausgebildeter technischer Truppen, die Berufssoldaten werden sollen, auszustellen. Der australischen Flotte soll ein bri- tisckes U-Boot zugeteilt werden. Gleichzeitig ist eine Eryöhung der Munitionserzeugung und 1 kennen. Amerikanische Unternehmer brachten die Bildung N e u y o r k, 22. Nov. (DNB.) Im „American Mercury" prangert der amerikanische Journalist Fletcher Pratt die pharisäerhafte Haltung derjenigen Amerikaner an, die sich über die Vorgänge in anderen Ländern entrüsteten, uneingedenk der zahllosen politischen und militärischen Gewalttätigkeiten, deren Amerika sich im Lauf seiner Geschichte in einem Maße schuldig gemacht habe, wie weder Ludwig XTV. noch Dschingiskhan noch das römische Reich und noch viel weniger Deutschland unter Adolf Hitler es erreicht habe. Pratt schreibt u. a.: In über 100 von insgesamt 150 Fällen haben amerikanische Truppen Gebiete überfallen, die unzweifelhaft anderen gehörten. Fast jedem Krieg folgte ein von Amerika diktierter Friede. Dieser martialische Geist beschränkt sich keineswegs auf eine prähistorische, etwas «anrüchige Vergangenheit, er macht sich noch he^te bei den Besprechungen über den Dau des Nikaraguakanals bemerkbar, wobei man durchblicken läßt, daß den Nikaraguanern d i e Ohren abgeschnitten würden, falls sie sich nicht fügten. Derselbe martialische Geist kommt deutlich in der Regierungserklärung zum Ausdruck, daß amerikanische Schiffe den Pangtse befahren werden, gleichgültig, ob dort Krieg herrscht oder nicht, wobei unmißverständlich mit Gewalt gedroht wird. Amerikas Marsch nach der Westküste, so fährt der amerikanische Journalist fort, ist eine einzige Kette von Vertragsbrüchen. Pratt zählt die vielen mit Jndianerstammen abgeschlossenen Verträge auf, die regelmäßig nach kurzer Zeit mißachtet wurden und zur Besetzung von Ländereien führten, die den Amerikanern nicht gehörten. Der Sieg von Tippecanoe wurde von einer amerikanischen Armee errungen, die im tiefsten Frieden in indianisches Land einmarschierte. Als der Kampf vorüber war, wurden die Wohnstätten der Indianer verbrannt und deren Frauen und Kinder mitten im Winter in die Wälder geschickt. Der Bericht des Kongreßausschusses, der 1822 den Georgiafall untersuchte, so schreibt Pratt weiter, lieft sich besonders hübsch für Amerikaner, die über die Heiligkeit internationaler Verpflichtungen schwätzen. Dieser Bericht empfahl der amerikanischen Regierung kaltblütig, Verträge mit Indianern in Georgia derart abzuschließen, daß alle indianischen Gebietsansprüche gelöscht werden. In Ausführung dieser Empfehlung machte eine Regierungskom- Mission bte Indianerhäuptlinge betrau f e n , veranlaßte sie, Dokumente zu unter- kreuzen, die den eindeutigen LmHverzicht aussprachen, und entsandte bann Truppen, die die Jndia- Budapest, 23. Nov. (DNB.) Die am 15. November neu gebildete Regierung Imrödy hat am Mittwoch im ungarischen Abgeordnetenhaus eine Niederlage erlitten. Der M a s s e n austritt von Abgeordneten aus der R e - gierungspartei hat in der Öffentlichkeit großes Aufsehen erregt. Unter den ausgeschiedenen Abgeordneten befanden sich nicht nur die persönlichen Anhänger des früheren Ackerbauministers Sztraniawski und des früheren Ministers Bornemifza, die bisher dem rechten Flügel der Regierungspartei angehörten, sondern auch ein Teil der sogenannten gemäßigten mittleren Gruppe. Die Gruppe des früheren Ackerbauministers vereinigt 61 der aus der Regierungspartei ausgetretenen Abgeordneten hinter sich. Darunter befinden sich der Präsident und der Vizepräsident des Abgeordnetenhauses, die früheren Minister Borneyiisza, Dr. Mikecz, Szell, Dr. Lazar. Der Führer der Gruppe, Sztraniawski, warf dem Ministerpräsidenten vor, zu wenig mit dem Parlament Fühlung zu halten. Durch die geplante Verschärfung der Geschäftsordnung des Abgeordnetenhauses werde die Mitarbeit des Parlaments am Gesetzgebungswerk weiter eingeschränkt. Der Führer der Partei der Kleinen £anbmirte, Tibor Eckhardt, trat für die Schaffung einer nationalen Einheitsfront ein. Das Reformprogramm des Ministerpräsidenten werde wohl von der Mehrheit gebilligt, doch müsse es in einer weitgehenden Zusammenarbeit mit dem Parlament und dem Land in Angriff genommen werden. Ministerpräsibent Jmreby wies die Beschuldigungen der Opposition zurück und erklärte, er sei bereit, sein Programm auch auf Grund der Washington, 24. Nov. (DNB. Funtspruch.) Vor der Presse machte der amerikanische Innenminister Ickes die Mitteilung, baß man in ameri- Profiten. > u , Der Verfasser empfiehlt seinen Landsleuten, die I tauglichen australischen Männer imb der Hilfsmittel so gerne die deutsche Rassenpolitik kritisieren, a n beginnen. bie Rassenauffassung im eigenen, ----- bisherigen parlamentarischen Geschäftsordnung durchzuführen. Er beantragte, das Haus möge zunächst die Abgeordneten des ungarischen O b e r l a n d e s , die die ungarische Volksgruppe im Prager Reichstag ober im Preßburger slowakischen Landtag vertreten hatten, als vollwertige Mitglieder des Abgeordnetenhauses aufnehmen. Mit diesem Antrag bezweckte die Regierung offenbar die Erhöhung ihrer Mehrheit, da sie sicher auf die Unterstützung der oberländischen Avgeordneten rechnen zu können glaubte. Daher stellte der Wortführer der aus der Regierungspartei ausgetretenen Gruppe, Abgeordneter Franz Marschall, den Antrag, zunächst das Regie rungspro gramty zu erörtern. Die Abstimmung ergab 115 Stimmen für den Antrag der Opposition und nur 94 Stimmen für bie Regierung. Die Regierung Jmrödy blieb damit in der Minderheit. Für die Regierung hatten außer dem verbliebenen Teil der Regierungspartei nur bie Christlich-Nationale Partei, sowie zwei parteilose Abgeordnete gestimmt. Ministerpräsident JmrLdy hat darauf dem Neichs- oerweser v. Horthy die Demission der Regierung überreicht. Der Reichsverweser hat sich bie Entscheidung vorbehalten, er wird verschiedene Politiker zu Besprechungen empfangen. Als Jmreby sein zweites Kabinett der Deffent- lichkeit vorstellte, verkündete er gleichzeitig ein Programm des nationalen Fortschritts auf allen Gebieten. Er hatte sich vorgenommen, Ungarn von grunbauf zu reformieren. | An die Spitze" seines Programms stellte Jmrödy [Die Bodenreform in der Weij^ daß ftmftifl Judentum wendet. Iudengesetze auch in Danzig verkündet. Schutz auch des artverwandten Blutes. Danzig, 23. Nov. (DNB.) Eine Verordnung des Senats zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre bezweckt, wie das deutsche Vorbild und die unter dem Namen „Nürnberger Gesetze" bekannten gesetzlichen Bestimmungen, die Reinerhaltung des deutschen und des ihm artverwandten Blutes und die Ausmerzung des jüdischen Einschlags. Der Senat hat damit der Forderung der Danziger Bevölkerung entsprochen, die Rechtseinheit mit dem deutschen Mutterlande besonders auf dem Gebiete der Rassengesetzgebung verlangt. Die Verordnung gewährt Schutz nicht nur dem deutschen, sondern auch dem artverwandten und somit auch dem polnischen Blute. Die Belange der Danziger Staatsangehörigen polnischer Nationalität sind daher in vollem Umfange gewahrt. Die Palästina-Konferenz. London, 23. Nov. (Europapreß.) Die Ein- 1abungen zur Palästina-Konferenz in London sind nach einer Mitteilung des Kolomalministers M a c • b o n alb an die Regierungen von Aegypten, Irak, Saubiarabien unb Transjordanien sowie an die jüdische Agentur ab gegangen. Mit der Regierung des fernen sind noch Besprechungen un Gange. Der Kolonialminister erklärte weiter, er habe den Oberkommissar in Jerusalem davon verständigt, daß die Regierung den Wunsch habe, alle bedeutenden Gruppen der Palästina-Araber in der arabischen Abordnung vertreten zu sehen. Der Oberkommissar sei angewiesen worden, mit den Gruppen in Verbindung zu treten unb dem Kolonialminister über das Ergebnis zu berichten. Hinsichtlich des Großmuftis von Jerusalem erklärte Macbonall)' jedoch, der früheren ablehnenden Stellungnahme der Regierung nichts hinzufügen zu können. Persönlichkeiten, die aus Palästina ausgewiesen seien, sollen, sofern sie in die Vertretung der Palästina-Araber einbezogen werben, bie Möglichkeit zur Reise nach London gegeben werben. Er hoffe, die Beratungen würden in wenigen Wochen beginnen können. Wenn eine Verständigung auf der Konferenz nicht bald erreicht werde, werde die Regierung von sich aus handeln. Alaska sott jüdische Emigranten aufnehmen. einer unabhängigen Republik Panama zuwege, während gleichzeitig amerikanische Kriegsschiffe an der Küste kreuzten, um „nach dem Rechten zu sehen" und bie Eingeborenen haufenweise von amerikanischen Kugeln getötet wurden. Genau so, wie Stalin den Kaukasus unter bas sowjetrpssische Joch zwang, wurde Rhode Island gegen feinen Willen der Union einverleibt. Portöriko unb die in blutigem Krieg gewonnenen Philippinen sind weitere Beispiele einer Behandluna rasssscher Minderheiten nach stalinschem Muster. Beim Erwerb des Staates Texas mischte sich Amerika ohne jede Berechtigung in innerpolitische Angelegenheiten eines Nachbarstaates und füllte sich alle Taschen mit territorialen Muser och Ne« Mabe, eutlfa r zum ÄW besten Mensche Ae t Der« ^icht Nische en in ien die ) wirt« man- sollen wird deutsche ferner he Ge« n sind a lerung ckeren, ist ab n San« n. hier Volks« ihnen in der -rutsche sich bei in. Unis r un« ■ unb 9 den unter > Der. iowe- urelle ■ Lei. e ge« auch Über Mehr beit geplant, lechni' n sollen, ein bri« | ist ng und ite Dfft; ian auch lfsnrmtt •*«** unten ^mder r sind sechen n, bei errech. h.) Dos enormt reijähri' । stehen- Millio- jetzt b i s henveise werden. Augen- sordnung SS , Otglle« 'M in-' 4»; $*s gs* 0 4 SM ,3^» r °>- Teil “ gesll^' J? jlei^6 d-l/sich fe»' Die E.S. Basken, Straße, zu den Brücken an den Einer tiglen der bei den Aufräumungsarbeiten beschaf- Soldaten kam ebenfalls ums Leben. Hinrichtung eines Mörders. reichen Grafschaften war stundenlang lahmgelegt. Der an Wohnhäusern und Geschäftsbetrieben angerichtete Sachschaden ist erheblich. In Nordwales wurden 145 Haupttelephonleitungen, in Südwales 414 Hauptlinien zerstört. Aus Cornwall, Gloucester, Somerset, Deoonshire werden ähnliche Verheerungen gemeldet. In Abertystwyth (Devonshire) wurde durch einen Dammbruch und durch den Sturm eine Kirche vollständig in Trümmer gelegt. In erster Linie sind die Studenten der Technischen Hochschule von Abertystwyth betroffen. Zur Aufrichtung von Notdämmen wurden Hunderte von Arbeitern aus 50 Jahre Deutschland Ein Erinnerungsbuch Sven Hedins. aus Amerika zurückkehrende „Queen Mary" ttegt vor dem Hofen von Plymouth. Sie kann infolge des hohen Seeganges nicht in den Hafen einfahren. Ein größerer Küstendampfer ist gestrandet. Die Mannschaft konnte bisher noch nicht gerettet werdxn. Ser Chauffeur-Mörder Hahn hingerichtet. Die Justizpressestelle Berlin teilt mit: Der 1919 in Erfurt geborene Hans Hahn, der vom Sondergericht in Berlin am 23. November wegen Mordes zum Tode und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit verurteilt wurde, ist h i n g e r i ch t e t roorben, Hahn, hat am 12. Oktober 1938 den Kraftdroschkenfahrer Taube! in heimtückischer und brutaler Meise erschossen, um ihn zu berauben. Durch die Vollstreckung des Todesurteils hat ein grauenhaftes Verbrechen, das größtes Aufsehen und berechtigte Empörung hervorgerufen hat, binnen kürzester Zeit seine gerechte Sühne gefunden. Besonders bemerkenswert ist die schnelle Durchführung des Verfahren» durch die Justizbehörden. Der Mörder ist dem Richter am 19. November überstellt worden. Bereits am 23. November fand die Hauptverhandlung statt, der am 24. November früh die Vollstreckung folgte. Schweres Eisenbahnunglück in Italien Rom, 24. Nov. (DNB. Funkspr.) Ein schweres Eisenbahnunglück ereignete sich auf der norditalienischen Nebenstrecke Udine—Eividale. Infolge eines Wolkenbruches gab ein Brückenpfeiler über dem Hochwasser führenden Fluh Torre nach und riß einen die Brücke gerade passierenden Zug in die Tiefe. Aus dem Fluh wurden die Leichen von elf Fahrgasten geborgen. Auch der Schaffner des Zuges fiel dem Unglück zum Opfer. den umliegenden Ortschaften herbeigeholt. Vier Personen sind bei dem Sturm ertrunken. In Cardiff ist eine große Ausstellungshalle eingestürzt, in der 20 Arbeiter beschäftigt waren. Einer von ihnen wurde auf der Stelle getötet, mehrere v e r l e tz t. In der Ortschaft Streut (Gloucester) hat der Sturm das Dachwerk eines Geschäftshauses herabaeriffen. Zwei Personen wurden von den herabfallenden Ziegeln erschlagen. In Taunton wurden zwei Arbeiter von einer einstürzenden Mauer getötet. Die telephonischen Verbindungen zwischen London und Irland sind unterbrochen. Die Oviedo führt. Die Bolschewistenherrschaft hatte dort nicht nur Irun und Guernica, die heilige Stadt der ~ ' in Trümmer gelegt, sondern auch die die etwa einer Strecke von der Ostsee bis ___Iustizpressestelle Frankfurt a. M. teilt mit: Am 24. November wurde der 1914 geborene Erwin Franco baut aus! Das nationalspanische Arbeitsprogramm bereits in Angriff genommen. Der Aufbau im nationalen Spanien vollzieht sich in der Ideenwelt der nationalen Syndi- k a t e, auf denen übrigens auch Mussolini fußt, der Schüler des großen Antiparlamentariers Sorel. Die Einheitspartei des nationalen Spaniens, die F a - lange Espanola, veröffentlichte im Juli 1937 ihr Programm, dessen 7. Punkt lautet: „Wirtschaftlich betrachten wir Spanien als ein gigantisches Syndikat von Erzeugern. Zur Erreichung der nationalen Wirtschaftseinheit werden wir das spanische Volk in einem System von vertikalen Syndikaten nach Produktionszweigen körperschaftlich organisieren." Damit war der Bruch mit der Vergangenheit, aber auch der Bruch mit der marxistischen Klassenkampfidee verkündet. Folgerichtig wurden seitdem in den einzelnen Produktionssyndikaten Arbeitgeber und Arbeitnehmer zusammen geschlossen, wobei die Arbeit der Deutschen Arbeitsfront und der italienischen Korporationen Vorbild war. Der nationalspanische Arbeiter und Angestellte bekommt heute bereits, nach den Anordnungen des Ministeriums für fyndikalen Aufbau, einen Lohn, der sich dem Umfange seiner Familie anpaßt, er erhält bezahlten Urlaub und anderes mehr. Für die Behebung der Wohnungsnot und die Gesundung der Arbeiter und Angestellten wird nach deutschem und italienischen Muster alles getan. Im Herbst 1938 wurde vom Ministerium bestimmt, daß kranken Arbeitern der Besuch von Kurorten und Heilbädern zu gewähren sei, der sonst nur Bemittelten möglich war. Parallel damit geht die Erziehung einer national denkenden Jugend, die straff organisiert und in den Schulen mit dem Geist des neuen Spanien und seiner Kultur- und Wirtschaftsordnung vertraut gemacht wird. Während der Bürgerkrieg an den Fronten tobt, vollzieht sich so in Nationalspanien eine gewaltige und friedliche Revolutionierung alles Ueberkommenen. Es ist bezeichnend, daß selbst englische Besucher des neuen Spaniens überrascht sind von der Ordnung und dem Frieden, in dem diese Entwicklung sich vollzieht. So entsteht hinter dem Flammengürtel der Front ein neues Spanien, das mitten im Kriege bereits daran geht, die sinnlosen Zerstörungen der bolschewistischen Horden wieder gut zu machen. Der große Aufbau-und Arbeitsbeschaffung s p l a n der Regierung ist bereits in den Grundzügen verkündet worden, er umfaßt den Ausbau des Straßenwesens, der Wasserwirtschaft und Chamberlain und Halifax in Paris. Paris, 24. Nov. (DNB.) Ministerpräsident Chamberlain und Außenminister Lord Halifax sind mit ihren Damen am Mittwoch um 17.44 ! Uhr in Poris eingetroffen. Sie wurden am Bahnhof von Ministerpräsident Daladier und Außenminister Bonnet empfangen und begaben sich, von lebhaften Beifallskundgebungen der Bevölkerung begrüßt, in die englische Botschaft, wo sie abgestie- 1 gen sind. Daladier gab am DUttwochabend, unter- •; stützt von Außenminister Bonnet und Frau, in den ‘ Räumen des Quai d'Orsay ein Diner, an dem neben ■ dem englischen Premierminister und Frau Chamber- v fatn und dem englischen Außenminister und Lady ; Halifax der englische Botschafter in Paris, Sir Eric ; Phipps, und alle französischen Minister sowie ■ zahlreiche Parlamentarier, ferner Generalissimus Gomelin teilnahmen. Die Besprechungen werden heute vormitaag um 10 Uhr im Außenministerium ausgenommen. Um 12.30 Uhr werden die Minister einer Einladung des Präsidenten der Republik zum Frühstück nad)fr "men. Von 15 bis 17.30 Uhr werden die Besprechungen fortgesetzt. Im Anschluß an einen Empfang im Pariser Rathaus findet um 18.30 Uhr ein Presseempfang durch die englischen und französischen Minister statt. Aus aller Well. Berlin soll Zentrale des Kampfes gegen Krebs werden. Berlin, 23. Nov. (DNB.) Reichsminister Dr. Goebbels besichtigte das Virchow-Krankenhaus wo er zu den Aerzten und dem Pflegepersonal sprach In einer Millionenstadt wie Berlin stehe man vor einer Ueberfülle von Problemen sozialer wirtschaftlicher und soziologer Art, und in einer solchen Stadt nehmen auch die Fragen der K r an kh e’t s> bekämpfung einen breiten Raum em Dabei kuriere der Nationalsozialismus nicht wie em Kur- pfuscher an den Symptomen herum, sondern er suche die Ursachen der Volkskrankheiten zu erkennen und auszurotten- er dringe bis zum Kern vor und bleibe nicht an der Oberfläche haften. Der Politiker und der Arzt fänden sich hier in gemeinsamer Arbeit Dr. Goebbels kam besonders auf d en K amps gegen den Krebs zu sprechen; Berlin müsse zu einer Zentrale dieses Kampfes werden Deshalb werde er veranlassen, daß eine größere Summe zur Erforschung der Krebskrankheit und ihrer wirksamen Bekänipfung zur Verfügung gestellt wird. Dr. Goeb- bels sprach dann von dem schweren, aber ehrenvollen Beruf des Arztes und der Schwester; sein Dank gelte den Zehntausenden, die in der Krankenpflege tätig seien und die sich damit wahrhaft um das Vaterland verdient machten. Derheeren-er Sturm über Gübengland Der Sturm, der zahlreiche südenglische Grafschaften am Mittwoch heimsuchte, hat sich nahezu zu einer Unwetterkatastrophe entwickelt. Insgesamt sind bisher 13 tödliche Unglückssälle bekannt geworden. Unter den Toten befinden sich mehrere Kinder, die durch niederstürzende Dächer, Bäume oder Telegraphenmaste erschlagen wurden. Rettungsaktionen mußten u. a. in Brighton, Aldburgh, Thorpneß, Plymouth und Southampton unternommen werden. Die Küstenschiffahrt soll fünf Boote bis zu 100 Ton- Seit der Erforschung Afrikas hat niemand die Welttarte so sehr an neuen Eintragungen bereichert wie Sven Hedin, der große schwedische For- chungsreisende. Der Trans-Himalaja, Tibet, die eltsame Mönchsrepublik Innerasiens, die Wüste Gobi und weite Teile der Mongolei mit ihren vielen geographischen Rätseln hat Sven Hedin in unermüdlicher jahrzehntelanger Forscherarbeit der Wissenschaft erschlossen. Aber nicht nur das. Seine vielen Bücher mit ihren fesselnd geschriebenen Reiseberichten haben seine Forscherarbeit geradezu volkstümlich gemacht und das Interesse für die Länder Innerasiens in weiteste Kreise getragen. Wir wissen außerdem, daß führende Staatsmänner des Ostens ich die Ergebnisse seiner Forschungen für eine großzügige Verkehrspolitik zur Erschließung der weiten Gebiete zwischen China und Turkestan nutzbar gemacht haben. So steht Sven Hedin, her jetzt 70jährige, vor uns als ein durchaus moderner Mensch, der allen Problemen der Gegenwart weit aufgeschlossen ist und sich auch niemals gescheut hat, zu politischen Tages- fragen von Bedeutung in aller Entschiedenheit Stellung zu nehmen. Wir brauchen nur an die Frage einer hinreichenden Defensivrüstung seines schwedischen Vaterlandes gegen eine Bedrohung von Rußland her zu denken, auf die er schon lange vor dem Weltkrieg hingewiesen hat. Im Weltkrieg selbst hat Sven Hedin zu den wenigen Ausländern gehört, die an Deutschland niemals irre geworden sind. Ja, wir dürfen vielleicht sagen, daß unter den Trägern bekannter Namen in aller Welt wir in jenen Jahren schweren Ringens keinen treuesten Freund hatten als den großen Schweden Sven Hedin. Unb fein Buch, das nun eben erschienen ist*, sagt uns auch, woher diese Freundschaft rührt. Sie ist so alt wie seine Liebe zur geographischen Wissenschaft und sein Drang zur Erforschung Innerasiens. Schon als junger Student an der Universität Berlin fand er den Weg zu dem größten Geographen seiner Zeit, Ferdinand von Richthofen. Mit größter Verehrung für den Meister, dem er den Hinweis auf seine künftige Lebensaufgabe verdankt, aber auch mit köstlichem Humor, berichtet er von diesen ersten Jahren eifrigen Studiums und heiteren Studentenlebens in der Reichshauptstadt. Einer Menge bedeutender Wissenschaftler dieser Epoche wie Virchow, dem großen Pathologen, dem Physiker Helmholtz, dem Theo- logen H a r n a ck und vielen Männern seines Fa- * Sven Hedin: 50 Jahre Deutschland, mit 20 Abbildungen aus Tafeln. Preis geheftet RM. 5,—, in Seinen gebunden RM. 6,—. Verlag F. A. Brockhaus in Leipzig. — (424.) ches wie Schweinfurth, Hans Meyer, Drygalski, Penck und Supan ist er nähergetreten. Unb er weiß über dies Zusammentreffen, das oft nur bei der ersten Begegnung blieb, zu anderen Malen aber zu langjähriger freundschaftlicher Zusammenarbeit führte, überaus anschaulich und fesselnd zu berichten. Mit größter Herzlichkeit spricht er von seinen Verlagen, von Justus Perthes in Gotha, dessen Karten unb dessen geographisches Jahrbuch „Petermanns Mitteilungen" den Namen Perthes auch weit über den Kreis der geographischen Zunft hinaus bekannt gemacht haben und von F. A. B r o ck h a u s in ^Leipzig, mit dessen Inhabern Sven Hedin ein enges Vertrauensverhältnis verband. Von besonderem Reiz sind die Gedenk- blätter, die der große Forscher von äußeren Erfolgen weniger begünstigten Kollegen widmet, die trotz aller Widrigkeiten hoch bedeutsame Leistungen vollbracht haben wie Albert Tafel, den zu Unrecht vergessenen deutschen Tibetforscher, unb Julius von Payer, den Entdecker des Fvanz-Joseph-Landes. Wir sagten schon, daß Sven Hedin im Weltkrieg mit der ganzen Kraft seiner Persönlichkeit für Deutschland eingetreten ist. Aus dieser Zeit berichtet sein Erinnerungsbuch von vielen Fährten ins Haupt- quartier Ober-Ost unb an die verschiedensten Teile der deutschen Front. Er ist zu Hiydenburg und Ludendorff, zu Tirpitz und Admiral Scheer, zu dem jüngeren Moltke und von der Goltz-Pascha in ein enges Freundschaftsverhältnis getreten. Damals hat er auch schon den jungen Oberst von Seeckt kennengelernt, den späteren Organisator der Reichswehr, mit dem ihn enge Freundschaft verband. In Peking haben sich beide später wiedergesehen, und dort hat jener die bedeutsame Begegnung mit chinesischen Staatsmännern vermittelt, die Ausgangspunkt für eine neue Forschungsreise Sven Hedins zur ETkundung eines Autoweges entlang der alten Seidenstraße gewesen ist. So bietet dies Buch eine Fülle der Erinnerungen an führende Männer der jüngsten deutschen Vergangenheit, die alle von Sven Hedin, oft nur mit wenigen Strichen oder durch eine charakteristische Anekdote prägnant gezeichnet werden. Die Liebe zu Deutschland und eine tiefe Dankbarkeit für alle die Anregungen und Förderungen, die Sven Hedin als Mensch unb Forscher von der deutschen Wissenschaft und ihren Großen erfahren hat, haben ihm dies schöne Erinnerungsbuch „50 Jahre Deutschland" diktiert. Wir werden es dankbar hinnehmen als das Denkmal der Freundschaft eines Mannes, dessen Treue auch die härteste Probe bestanden hat. Fr. W. Lange. der spanischen Häfen. Er ist auf fünfzehn Jahre berechnet. Die Gesamtkosten dürften sich nach dem vorläufigen Ueberschlag allein für den Straßenbau, den wichtigsten Teil des Planes, auf rund drei Milliarden Peseten belaufen, für das Sofortprogramm wurden aus dieser Gesamtsumme nicht weniger als 800 Millionen Peseten bewilligt. Spanien hat zwar ein ziemlich dichtes Netz von modernen Straßen, die z. T. aus der Diktaturzeit Primo de Riveras stammen, aber einmal sind sie nur nach den Hauptstädten ausgerichtet, und dann sind sie natürlich während des Bürgerkrieges ziemlich zerfahren worden. Die bestehenden Straßen sollen erneuert werden und neue Zubringerstraßen die Orte, die bisher weltabgeschieden waren, an den Verkehr an« schließen. Die ungefähre Länge der Straßen, der vorhandenen und neu anzulegenden, wird auf 109 000 Kilometer beziffert, wobei das noch von den Bolschewisten besetzte Gebiet einbegriffen ist. Man glaubt, daß innerhalb von vier oder fünf Jahren die bestehenden Straßen mit neuen und stärkeren Decken versehen und die gesprengten Brücken und Wohngebäude an den Straßen wieoer- hergestellt werden können. Welche Schwierigkeiten überwunden werden müssen, zeigt z. B. der Wiederaufbau der großen Straße, die in Nordspanien von San Sebastian über Irun—Bilbao—Santander nach Gijon und jeder Landbesitz 500 Joch nicht übersteigen, der Großgrundbesitz also erheblich Land an die landlosen Bavern abgeben soll. Man will bei den im Auslande ihr ungarisches Geld verzehreirden Bodenbesitzern und bei den Juden, an fang en. Die Preise sollen besser geregelt und überwacht, die Preistreibereien unterbunden, alle Kapitalskonzentrationen national ausgerichtet werden. Der Einfluß der Juden sollte überall gebrochen, dagegen die Wehrhaftigkeit gestärkt werden. Dies und manches andere mehr hatte sich Jmrsdy vorgenommen. Nur war es in Ungarn von jeher so, daß der reaktionäre Großgrundbesitz und das liberalistisch-jüdisch durchsetzte kapitalkräftige Element alles hintertrieben, was nach einer Losung der sozialen Frage aussah. Gegen diese Strömungen dachte Imr4dy nun mit Ermächtigungen zu arbeiten, er wollte also den Willen der Parteien zugunsten der Autorität zurückdrängen. Das hat in der Partei der Nationalen Einheit, m der auch die Großgrundbesitzer, die Liberalen und verwandte Richtungen vertreten waren, zu einer förmlichen Revolte geführt. Man sagte dem Ministerpräsidenten Diktaturgelüste nach und 67 Abgeordnete schieden aus dem Regierungslager aus, das damit, parlamentarisch gesehen, aktionsunfähig geworden ist. Es darf auch nicht unerwähnt bleiben, daß in Ungarn eine gewiße Agitation für die Einverleibung der Karpatho-Ukr aine, also für die Gewinnung einer gemeinsamen ungarisch - polnischen Grenze eingesetzt hat. Aus Prag wird gemeldet, daß ungarische und polnische Freischärler die Grenzen des karpatho-ukrainischen Landesteiles beunruhigen und daß deshalb eine motorisierte Division dorthin entsandt worden sei. Am 21. November hat die ungarische Regierung alle slowakischen und tschechischen Kolonisten in dem abgetretenen Gebiet mit einer Frist von drei Tagen ausgewiesen. Die slowakische Regierung hat als Gegenmaßnahme die Beschlagnahme des ungarischen Eigentums in der Slowakei angeordnet. Auch unter diesen außenpolitischen Gesichtspunkten muß die Regierungskrisis in Budapest betrachtet werden. Imrsdy hat im Parlament darauf hingewiesen, als er sagte: „Im vollen Bewußtsein meiner Verantwortung und in Kenntnis aller Elemente der außenpolitischen Lage muß ich erklären, daß wir uns nicht in eine über» ft ü r 31 e Aktion einlassen können, die keine Hoffnung auf ein dauerhaftes Ergebnis bietet." Diese deutlichen Worte sind als eine Warnung an alle diejenigen zu verstehen, die, wie es auch in der Presse aller Schattierungen zum Aüsdruck kommt, die Vertretung der über den Münchener Schiedsspruch hinausgeh enden Forderungen Ungarns auf die Spitze treiben mochten. Armandhingerichtet, der vom Schwurgericht in Limburg (Lahn) wegen Mordes zum Tode Der» urteilt tborben ist. Armand hat in der Nähe von Wasenbach bei Limburg seine schwangere Geliebte ermordet, um sich ihrer und des zu erwartenden Kindes zu entledigen. Bata auf Geschäftsreisen in den Niederlanden. Wie das Deutsche Nachrichtenbüro mitteilt, ist • die Meldung, der tschechische Schuh industrielle Bata sei dieser Tage in Leitmeritz wegen Der» suchten Deoisenschmuggels verhaftet worden, er habe versucht, 164 000 englische Pfund, die in dem Botahous in Leitmeritz versteckt gehalten worden seien, in die Tschecho-Slowakei zu schmuggeln, in allen Punkten unrichtig. Bata hatte niemals versucht, Devisen in die Tschecho-Slowakei zu schmuggeln. Es sind auch keine Devisen zu diesem Zweck versteckt gehalten worden. Bata befindet sich auf einer Geschäftsreise in den Niederlanden. Explosionsunglück in Genua fordert 4 Tote, 10 Verletzte. In einem Lagerraum für Südfrüchte in Genua ereignete sich eine schwere Explosion. Sie forderte vier Tote und 10 Verletzte. Die Explosion entstand, wie man annimmt, durch ausgeftrom» tes Gas, das sich beim Heizen des Raumes entzün« bete. Die Mauern und die Decke des Lagers stürzten ein. Unter den Verletzten befinden sich mehrere Fußgänger, die im Augenblick der Explosion an dem Lagerraum oorbeigegangen waren. Drei Lehrlinge durch Sohlenoxydgase getötet. In Lyck in Ostpreußen wurden durch Kohlenoxyd- gose, die aus einem Kachelofen austraten, die drei Lehrlinge einer Firma im Alter von 15 bis 17 Jahren vergiftet. Die drei Verunglückten hatten den Kachelofen in ihrem Zimmer stark geheizt. Da das Abzugsrohr verstopft war, entwickelten sich Kohlenoydgase. Wahrscheinlich haben die drei Lehrlinge des Nachts die Gefahr bemerkt unb versucht aufzustehen, was aber zu spät war, so daß sie vor ihren Betten zusammenbrachen. Riesige Daldbrände in Kalifornien. Riesige' W a l d d r ä n d e , die als die verheerendsten in der Geschichte Südkaliforn'iens bezeichnet werden, verursachten im Topanga- Canyon - Gebiet nördlich Panta Monica und im Panbernodino-Ge- birge einen in viele Millionen gehenden Schaden. Mehr als 200 Gebäude, unter denen sich die palastartigen Besitzungen mehrerer bekannter Filmschauspieler und Filmdirektoren befinden, brannten bis auf die Grundmauern nieder. Auch das bekannte Arrowspringshotel, das von einem amen» konischen Filmmagnaten erst kürzlich für eine Million Dollar erworben wurde, wurde ein Raub der Flammen. Vielfach konnten sich die Bewohner nur durch eine Flucht ins Meer vor dem rasenden Ansturm der Flammen retten. Obwohl bereits Tausende zur Bekämpfung der Waldbrände eingesetzt sind, wird das Umsichgreifen des Feuers burch starke Winde immer wieder begünstigt. Verschiedene stark besiedelte Bezirke sind durch die Flammen von der Außenwelt abgeschnitten. Bisher werden zehn Personen vermißt. Spielende Kinder finden Golddevifen im Rhein. Am 21. September d. I. machten am Rhein spielende Kinder in Köln einen ungewöhnlichen Fund. Als sie ein Päckchen, das sie im Wasser entdeckten, zu bergen versuchten, ging die Papierumhüllung entzwei, unb der Inhalt stellte sich als eine große Anzahl von Golddevisen heraus. Es handelte sich um amerikanische Dollars, holländische Gulden, Schweizer Franken, englische Pfunde unb französische Franken-Stücke. Die Zollfahndungsstelle traf an der Fundstelle sofort weitere Feststellungen unb ließ durch einen Taucher weitere Bergungsversuche unternehmen. Insgesamt konnten seinerzeit für rund 3 5000 Mark Golddevisen sichergestellt werden. Man vermutet, daß sie von einem Devisen- . schieber unter dem Ponton einer Anlegebrücke per« - steckt wurden, um in einem geeigneten Augenblick Alpen entspricht, gründlich zerstört; die waren gesprengt worden, die Wohnhäuser .... Straßen der bolschewistisch-anarchistischen Zerstörungswut zum Opfer gefallen. Allein vor Bilbao waren sieben Brücken in die Lust geflogen. An ollen diesen Stätten der Verwüstung arbeiten bolschewistische Kriegsgefangene, die sich aus aller Herren Länder rekrutieren, um die Städte neu erstehen zu lassen, die Brücken neu zu bauen, die Ortschaften wieder herzustellen. Allein in Bilbao sind rund 50 000 Kriegsgefangene am Werk, die das wieder aufrichten müssen, was sie vorher zerstörten. Die lange Nordroute ist heute bereits wieder für Kraftfahrzeuge befahrbar. So geht es überall im nationalen Spanien. Die Dernichtungswut der Moskowiter hat dort ungeheure Werte zerstört, aber der Wiederoufbouwille Francos ist stärker. E. S. RF 3 Würfel 9 Pf. " 1 Stange lWcü18tt fordern Sie ausdrücklich MAGGI5 Fleischbrüh-Würfel Kennzeichen; Der Name MAGGI und die gelb-rote Packung abgeholt zu werden. Durch einen Zufall scheint das Wertpaket ins Wasser gefallen und durch die Strömung abgetrieben zu sein. Die gleichen Jungen, die seinerzeit den rätselhaften Goldfund machten, entdeckten jetzt an der gleichen Stelle weitere Goldstücke Diesmal handelte es sich um dänische Kronen im Werte von 1500 Mark. Weiteres Suchen durch Taucher war ergebnislos. Chamberlains Pilot tödlich verunglückt. Der durch die außenpolitischen Ereignisse des letzten halben Jahres bekanntgewordene Pilot des englischen Ministerpräsidenten Chamberlain, Commander E. G. L. Robinson, ist in der Nähe von Bristol auf einem Probeflug mit einer zweimotorigen Lockhead-Ausbildungsmalchine tödlich verunglückt. Der ihn begleitende Flieger ist ebenfalls ums Leben geko m-m e n. Robinson hatte Chamberlain nach Godesberg und zweimal nach München geflogen. Er hatte 5000 Flug- Ön hinter sich gebracht, davon allein 1000 im )ienst zwischen Berlin und London. Wenige Tage, bevor er mit Chamberlain nach Godesberg geflogen war, legte er die Strecke London—Stockholm in einer Rekordzeit von viereinhalb Stunden zurück. Kunst und Wissenschaft. Professor Dr. Ritter von Srbif über die Bedeutung der gelehrten Akademien. Die Akademie der Wissenschaften in Wien hielt eine Sitzung ab, der auch Reichsstatthalter Dr. Seyß-Jnquart beiwohnte. Der Präsident der Akademie, Professor Heinrich Ritter vonSrbik, wies die Bedeutung des wissenschaftlichen Spezialisten für die Kulturleistung des gesamten Volkes nach. Der von Fachgelehrten zusammengetragene Stofs wissenschaftlicher Erkenntnis bilde die Grundlage für jeden gewaltigen Forschungserfolg. Aus Hunderten von kleinen Bächlein des Wissens entstehe der Strom der deutschen Wissenschaft. So die Verbindungsbrücke von dem einen zum anderen wissenschaftlichen Zweig zu schlagen und damit der Erreichung höchster Ziele zu bienen, sei eine der vornehmsten Aufgaben der Akademien der Wissenschaften. — Den Haitinger-Preis für Physik erhielt Dr. Herbert Haberlandt (Wien), den Wegscheider- Preis für Chemie Professor Dr. Richard Kuhn (Heidelberg), den Pregl-Preis für Mikrochemie Dr. Friedrich Hecht (Wien) und den Hans-Gird-Preis für Astronomie Studienrat Max Beyer (Hamburg). Kleine politische Nachrichten. Der Reichsminister des Innern, Dr. F r i ck, empfing den Präsidenten des „Reichsinstituts für Geschichte des neuen Deutschlands", Professor Walter Frank, zur Entgegennahme des dritten Bandes der „Forschungen zur Judenfrage". Um die Zusammenwirkung der sich mit der Judenfrage befassenden politischen und wissenschaftlichen Instanzen noch zu verstärken, hat der Minister als seinen Vertreter in dem Sachverständiaenbeirat des Reichsinstituts den Ministerialrat Dr. Lösener* bestimmt. Der Reichsminister für die kirchlichen Angelegenheiten, Kerrl, empfing Bischof D. Heckel vom Kirchlichen Außenamt der Deutschen Evangelischen Kirche zur Berichterstattung über seine Orientreise, die vornehmlich der Einführung des neuen deutschen Propstes in Jerusalem diente. Hierbei wurden «uch die gegenwärtig in Palästina bestehenden politischen Schwierigkeiten und die Unterdrückung der arabischen Bevölkerung von dem Bischof näher erläutert. * Gauleiter Henlein hat zum Gauamtsleiter des Massenpolitischen Amtes im Sudetengau Dr. Otto M u n t e n d o r s ernannt, der bereits durch seine Schrift: „Volkstod droht! — Die biologische Gefahrenlage des Sudetendeutschtums in Bildern und Zahlen" bekannt geworden ist. König Carol von Rumänien, der zu einem kurzen Besuch auf Schloß Umkirch bei Freiburg im Breisgau geweilt hatte, ist nach Sigmaringen (Hohenzollern) abgefahren, um seine Verwandten zu besuchen. Nach einem kurzen Jmoiß wird die Fahrt nach M ü n ch e n fortgesetzt. Der deutsche Botschafter O t t überreichte dem japanischen Ministerpräsidenten Fürst Konoe das ihm vom Führer und Reichskanzler anläßlich des Jahrestages des Antikomintern-Abkommens verliehene Großkreuz des deutschen Adlers. Der Ministerpräsident brachte in seinen Dankesworten den festen Entschluß zum Ausdruck, für die weitere Entwicklung der freundschaftlichen Beziehungen zwischen Japan und Deutschland und für die Verstärkung der Antikominternpolitik seine ganze Kraft ein- zusetzen. * Die sterblichen Ueberreste der norwegischen K ö • n i g i n Maud wurden in feierlichem Zuge zum Victoriabahnhof übergeführt. Der Lafette mit dem Sarge folgten der König von Norwegen mit dem Kronprinzen Olaf, das englische Königspaar, die Königinmutter, der König von Griechenland, der Prinzregent von Jugoslawien und die in London weilenden Mitglieder der königlichen Familie. Die Verstorbene wird auf dem Schlachtschiff „Royal Oak" nach Norwegen gebracht werden. * Msgr. William Godfrey ist zum Apostolischen Delegaten in England ernannt worden. In London wird Wert auf die Feststellung gelegt, daß seine Mission keine diplomatischen Vorrechte in sich schließe. Der Charakter seiner Ernennung sei rein kirchlicher Natur. Wahrscheinlich wird Msgr. Godfrey den Titel eines Erzbischofs erhalten. Vom Streichholz bis zur Wafferwellechaube... 2Runi>gang durch ein Lagerhaus im Hamburger Hafen. Ein Schiff ist wie eine kleine Stadt. Wenn es ausfährt, um Taufende von Passagieren über den Ozean zu bringen, dann bedarf L*e Versorgung seiner Bewohner mit allem Notwendigen einer großzügigen Organisation, die schnell die ungeheuren Warenmengen bereitstellt, die eine Reise von Hamburg nach Neuyork und zurück verlangt. Unser Mitarbeiter suchte im Hamburger Hafen das große Lagerhaus der Hapag auf und ließ sich von dem Verwalter vom Keller bis zum vierten Stock herumführen und zeigen, was es dort zu sehen gibt. Vierstöckig, von Wasserarmen umgeben, ragt das Lagerhaus der Hapag im Freihafengelände von Hamburg auf. Von hier aus werden die Waren mit Barkassen zu den im Hafen liegenden Schiffen gebracht, die sämtlich von diesem Zentrallager aus ausgerüstet werden. Das Magazin ist ein Warenhaus von großstädtischen Ausmaßen. Der Besucher vermißt dort nichts von den Dingen, die überall im täglichen Leben gebraucht werden. Durch keine Frage ist der Verwalter aus der Verfassung zu bringen. Er kann mit Streichhölzern so gut dienen wie mit Spielzeug, bei jedem Artikel nennt er freundlich das betreffende Stockwerk, dort wird der Besucher weiter beraten. Im Keller fängt es an. Dieses Lagerhaus unterscheidet sich von einem modernen Warenhaus der Großstadt nicht' durch seine Größe, sondern allein dadurch, daß es still und einsam an einer wenig belebten Stelle der ausgedehnten Freihafenanlagen liegt und keine Verkäufer hat. Blaugeschürzte Arbeiter laufen herum, sortieren und stellen Sendungen zusammen. Der Keller mit dem W e i n l a g e r ist größer als das Lager eines mittleren Handelshauses. In den Gewölben des Hapaghauses liegen Tapsende von Kisten, übermannshoch aufgestapelt und nur schmale Gänge freilassend. Ihre Aufschriften verraten den Inhalt: Bier, Wein, Whisky. Es ist verlockend, durch diesen Keller zu gehen; man wird durstig dieser ungeheuren Menge von guten Sachen gegenüber, die man sonst nur in Kunstschrift in ledergebundenen Weinkarten zu lesen bekommt. Die Schritte im düsteren Gewölbe dröhnen. Allein, der mit Beaufsichtigung dieses Lagers betraute Arbeiter nennt nur mit sachlicher und unbeteiligter Stimme die Getränke und berichtet von den Sendungen, die er für die Schiffe zurechtmacht. 1OOOO Würste unter der Decke. Im nächsten Gewölbe ist die Decke verdunkelt von hängenden Würsten. Mächtige Schinkenstücke und Speckseiten liegen gestapelt. Ein Mann mit freundlichem Gesicht weist mit Stolz auf dieses Lager. Er kennt alle Wur st forte n. Um seine Kenntnisse hätte ihn jede Hausfrau beneidet. Ein Neu- yorker Dampfer braucht an Schinken, Speck und Wurst rund 5000 Pfund. Da diese Nahrungsmittel immer vom Lager ergänzt werden, hat man einen Begriff von der Größe dieses „Fleischerladens". An Frischfleisch z. B. verbraucht ein Schiff 30 000 Pfund. Dazu treten 9000 Pfund Geflügel, 5000 Stück Austern und Krebse, 55 000 Stück Eier, 10 000 Liter Milch und Rahm, 8000 Pfund Butter, 2000 Pfund Käse, 60 000 Pfund Kartoffeln, 30 000 Pfund Mehl, 37 000 Pfund Südfrüchte. An Getränken und Rauchwaren werden 6000 Flaschen Wein, 14 000 Liter Bi ex, 9000 Liter Mineralwasser, 15 000 Zigarren, 200 000 Zigaretten und 13 Kilo Tabak verbraucht. Das Warenhaus hat auch eine Wäscheabteilung. Bettzeug, Tischtücher, Vorhänge, Servietten, Schürzen und was es nur gibt, werden hier gewaschen, ausgebessert und wieder an die Schiffe verteilt. In einem Schrank sehen wir Uniformen für Stewards und Boys. Sie hängen dort sorgsam, und jeder Knops sieht aus, als mürbe er täglich geputzt. Bierkrüge aus Gold... Der nächste Besuch gilt der Gold- und Silberwarenabteilung. In Schränken verschlossen liegt das kostbarste Besitzgut an Silbergeschirr und -bestecken, das die Hapag an die Kajütenklassen zu vergeben hat. Ein aufsichtführender Angestellter holt die wertvollen Bestecke vor, schwere vergoldete Löffel und Gabeln. Sogar die Bierkrüge waren aus schwerem Gold. „Sie sind ein wenig aus der Mode gekommen", sagte der Mann, „und werden jetzt nur noch bei besonders festlichen Anlässen benutzt." Die nächste Tür führte in die S p i e l w a r e n - a b t e i I u n g. Jawohl, dieses Warenhaus hat auch eine Spielwarenabteilung. Hier werden alle Schiffe mit Bordspielen ausgerüstet, von denen es unzählige gibt. Der Geschmack eines jeden Volkes ist bei der | Anschaffung dieser Spiele berücksichtigt worden, und der Chinese wird ebenso fein Brettspiel finden wtfi der Engländer den ihm zusagenden Zeitvertreib. In der Kleiderkammer Neptuns. Das Warenhaus birgt noch mehr Kuriositäten. Im nächsten Raum sehen uns drohende, zottige Tiergesichter an. Es sind die Rachen und Mäuler von Wölfen, Bären und anderem Raubzeug. Es handelt sich hier um eine Art Maskenverleih und Kostümanstalt. Die Aequatortaufen werden mit herkömmlichem Zeremoniell durchgeführt, und Neptun erscheint immer noch mit einem wild aussehenden Gefolge. Die Tierköpfe, die jetzt im vierten Stock des Lagerhauses melancholisch von der Wand heruntersehen, sind ungezählte Male hin und her über den Aequator gezogen und warten auf die nächste Taufe. Die Porzellanabteilung bietet das Geschmackvollste der Zeit. Man richtet sich nach der Mode. Deutsche Schiffe sollen so modern ausgerüstet sein wie nur möglich. Die Formen des Porzellans ändern sich andauernd, und hinter einem Glasfchrank sehen wir die Entwicklung des Geschmacks: Porzellan aus der Dorkriegszett, vergoldete und verzierte Teller des berühmtesten deutschen Schiffes der Vorkriegszeit, der alten „Vaterland". Jetzt sind sie aus der Mode geraten und haben nur noch antiquarischen Wert. Etwas ähnliches ist zu beobachten in der Abteilung für Friseurgeräte. Die ganze stürmische Entwicklung der technischen Geräte, besonders der Damenfriseure, ist hier an Hand einer kleinen Ausstellung zu verfolgen. Da sind die stählernen Ungetüme zu sehen, mit denen vor zehn Jahren sich die Frauen ihre Haare ondulieren ließen. Da sehen wir die „Spinne", jene stählerne Glocke der nächsten Zeit, bis zu der modernsten heute gebräuchlichen Form der Wasserwellenhaube. Der Besuch wird abgeschlossen im Filmraum, wo die Spielfilme lagern. Jedes moderne deutsche Schiff hat eine Tonfilmanlage an Bord und ist in der Lage, die neuesten Erzeugnisse der Filmindustrie vorzuführen.^ Wetterbericht Der Vorüberzug eines neuen Sturmwirbels brachte auch unserem Gebiet am Mittwoch verbreitete Regenfälle und Windauffrischung, die am Abend zu Geschwindigkeiten zu 70 Stundenkilometer führte. In dem Nordseegebiet trat dagegen orkanartiger Sturm auf. Da weitere Störungen wahr- scheinlich sind, bleibt das Wetter auch weiterhin unbeständig, doch sind die Auswirkungen bei der Nordwärtsverlagerung der Zugstraße der Atlantik«' wirbel bei uns nicht mehr so weitgehend, wie bisher. Vorhersage für Freitag: Wechselhaftes und zu einzelnen Niederschlägen neigendes Wetter. Lebhafte Winde aus westlichen Richtungen, mild. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum« schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übriaenxeil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. X. 38: 10 013. Druck und Verlag: Brühlfche Universitätsdruckerei R.Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM.> 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. im 66. Lebensjahr in die Ewigkeit abzurufen. Gießen (Dammstrafte 43). Hungen, den 22. November 1938. 05255 NACHRUF K-102Q Lieh, den 23. November 1938. Fachdrogisten 7663A 75530 Drogerie, Kreuzplatz 10 . aus zuverlässig. ehrliches,sauber. .... , - Mädchen Mädchen 'h Dose -.75 RM Yi Dose XAQ RM .41 Suche zum l.od. 15. Dezember fleißiges, durch- Die trauernden Hinterbliebenen, Familie Ludwig Schneider Familie Albert Langer. Die Beerdigung findet Freitag* den 25. 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Wir haben beide Male an die seit jeher bestaunte dichterische Fruchtbarkeit Lopes erinnert, die sich vor allem in der nahezu unvorstellbaren Zahl der unter seinem Namen überlieferten Schauspiele ausdrückt: sie läßt es begreiflich erscheinen, daß es bei Lope dreihundert Jahre nach seinem Tode noch Entdeckungen zu machen gibt. In seinem Gesamt- werke sind die Grenzen so weit gezogen, daß zwei so völlig verschiedenartige, ja einander entgegengesetzte Stücke wie die „Estrella" und die „Närrm leicht darin Raum finden. Was „Das Weib des Andern" betrifft, so scheint es, auf den ersten Blick, wiederum mit jenen kaum etwas gemein zu haben; es erweist sich indessen, daß Motive aus beiden auch hier eine entscheidende Rolle spielen. Die Fabel ereignet sich 1406 in Ocana und Toledo, doch erscheinen weder Ort noch Jahreszahl für den Vorgang von tieferer Bedeutung. Dem durch einen Sturz vom Pferde verletzten Komthur von Ocana wird im Hause des eben vermählten bäuerlichen Paares Pedro und Casilda die erste Hilfe zuteil. Kaum aus der Ohnmacht erwacht, verliebt sich der Komthur rasend in die junge Bäuerin -und lohnt die ihm gewährte Pflege sehr übel, indem er, wieder genesen, Casilda heftig nachstellt. Mit reichen Geschenken hofft er beide zu blenden, und als Pedro in Geschäften nach Toledo reist, versucht er bei Nacht verkleidet in Casildas Kammer einzudnn- gen. Da dieser Plan, wie es in der Nachdichtung heißt, „an ihrer strengen Tugend" scheitert, macht der Komthur als Lehnsherr Pedro „mit arger List zum Hauptmann über hundert Bauern und schickt ihn „mit Gott und für Kastiliens Ruhm in königlichen Kriegsdienst nach Toledo. Pedro, durch em Bild, das der Komthur heimlicherweise von Casilda malen ließ, argwöhnisch gemacht, kehrt in der Nacht nach Hause zurück und kommt eben recht, den Komthur niederzustoßen, ehe der Casilda Gewalt antun kann. Eine Base Casildas und ein Diener des Korm thurs, die dessen schlimmen Absichten kupplerisch Vorschub leisteten, fallen ebenfalls unter Pedros rächenden Streichen. Pedro flieht mit Casilda, stellt sich aber dem König, als er vernimmt, daß ein Preis auf feinen Kopf gesetzt sei. Der König ist, nach Pedros freimütigem Geständnis, von dessen gerechter Sache überzeugt: „Du hast des Hauses Würde dir gewahrt und deine Ehre mit dem Schwert verteidigt" — spricht ihn frei und macht ihn zu seinem Hauptmann und Ritter. Man sieht: die Liebe, mit der in der „Närrin" nur ein heiteres Derwechslungs- und Derwand- lungsspiel getrieben roirb, ist hier in ihrer tiefen, durch die Ehe geheiligten Würde und Reinheit begriffen. Wie im „Stern" ist es der König, der der beleidigten Ehre ihr Recht zuerkennt, auch wenn es sich nicht wie dort um einen Edelmann, sondern um einen schlichten Bauern handelt. Der Edelmann ist hier, wie im „Stern" der König, Verletzer der Ehre, dem für seine Tat der Tod gebührt; König Heinrich III. von Kastilien hingegen nur oberster Richter, nicht, wie jener König Sancho im „Stern" selbst in die leidenschaftliche Tat verstrickt. Dem Komthur wiederum fehlt die Unantastbarkeit, die nach der altspanischen Vorstellung den König noch im offenbaren Unrecht jeder Herausforderung oder gar Bestrafung entzieht. * Wie Liebe und Ehre in ihrer Unverletzlichkeit die ethischen Grundbegriffe sind, aus denen die Handlung ihre dramatische Aktion gewinnt, so sind Mantel und Degen, wie im „Stern von Sevilla", auch im „Weib des Andern" die typisch spanischen Requisiten, die einst einer ganzen Dramengattung den Namen gaben: im Mantel vermummt, versucht der Komthur nächtlicherweile unerkannt bei Casilda einzudringen; und mit demselben Degen, den der Komthur dem Pedro zum Zeichen seiner Bauernhauptmannswürde umgürtet, stößt Pedro wenig später als Rächer seiner Ehre den Komthur nieder, dessen hinterhältiger Plan an die alte biblische Geschichte von Bathseba, dem Weibe des Hethiters Uria, erinnert. ♦ Das Schauspiel ist, wie seine beiden hier uraufgeführten Vorgänger, von Hans Schlegel zum ersten Male aus dem Spanischen („Perybanez y el Comendador de Ocana“) übersetzt und in deutschen Versen nachgedichtet worden. Schlegel, der sich mit seiner Arbeit unbestreitbare Verdienste um eine Lope-de-Vega-Renaissance erworben hat, folgt der Vorlage, soweit wir dies zu beurteilen vermögen, mit feinsinniger Einfühlung in die altspanischromantische Welt. Daß das Schauspiel zwar un- Die Aufgabe -er Bauernführer. Oskar E. Hartl schreibt über diese wichtige Arbeit für unsere Volksgemeinschaft im Nationalsozialistischen Gaudienst der Gauleitung Hessen-Nassau folgendes: Mit der feierlichen Eröffnung der Führerschule für ehrenamtliche Bauernführer der Landesbauern, schäft Hessen-Nassau in Bad Soden (über die wir im „Gieß. Anz." Nr. 272 vom 21. November berichteten. D. Schrifltg.), ist eine weitere Möglichkeit für die Heranbildung des bäuerlichen Führernachwuchses geschaffen worden. Dem Bauernführer erwachsen durch die Sonderheiten des bäuerlichen Werkes besondere Aufgaben. Wenn er ihnen gewachsen sein soll, muß er mit allem persönlichen und fachlichen Rüstzeug versehen werden, das er zur Bewältigung der vielen Fragen braucht, die täglich an ihn herantreten und seinen Einsatz fordern. Der Begriff des Führertums in seiner vollen Verantwortlichkeit mar den sog. „Bauernführern" der Systemzeit ebenso fremd, wie dem ganzen Liberalismus überhaupt. Es gab kaum einen unter ihnen, der diese persönliche Verantwortung nicht weit von sich gewiesen hätte. Es war viel bequemer, sich hinter der „Verantwortlichkeit" irgendeines Mehrheitsbeschlusses $u verschanzen, denn den konnte wohl kaum jemand tn einer vielleicht etwas unangenehmen Weise beim Wickel nehmen und zur Rechenschaft ziehen. Es ist ganz gut — und vor allem auch für unser Landvolk — wenn man sich wieder einmal dieser Zeiten erinnert Denn heute sind wir der Ansicht, daß ein Mann, der für andere beschließt und handelt, auch voll und ganz dafür einzustehen hat. Den Männern, die bis in die kleinsten Lebensbereiche des Volkes Tag für Tag als nationalsozialistische Führer am Umbruch der Zeit Mitarbeiten, bleibt diese Verantwortlichkeit nicht erspart. Sie ist ein Gesetz ihrer Arbeit. Und dieses Gesetz gilt in stärkstem Maße auch für das Führerkorps des Landvolks. Daß diese bäuerlichen Führer oft einen recht schweren Stand haben, ist leicht verständlich. Denn es ist ja schließlich bekannt, daß die Landwirtschaft an der allgemeinen Einkommensteigerung der übrigen Wirtschaft vergleichsweise nur wenig Anteil batte und das Verhältnis der Produktionskosten der Landwirtschaft zu den Erlösen ihrer Arbeit einer grundsätzlichen Lösung bedarf. Die Bäuerin ist so sehr überlastet, daß diese traurige Tatsache fast schon sprichwörtlich geworden ist. Die Landflucht birgt für das ganze Volk sehr ernste Gefahren in sich. Das alles sind die schwerwiegenden Fragen, mit denen sich jeder Bauernführer, von den Spitzen des Reichsnährstandes bis ins kleinste Dorf hinab, immer und immer wieder befassen muß. Niemand wird bezweifeln, daß dies oft keine leichte Aufgabe ist. Um so wehr muß dabei die Allgemeinheit, nicht nur das Landvolk allein, hinter dem Bauernführer stehen und Verständnis für seine Arbeit und ihre Zielsetzung aufbringen. Jeder Volksgenosse weiß heute, welche wichtigen Ausgaben das Bauerntum im nationalsozialistischen Staat zu erfüllen hat. Dam ist aber auch in menschlicher wie in praktischer Hinsicht' immer wieder eine gewaltige Erziehungsarbeit in den Millionen des deutschen Landvolks notwendig. Der Lberalismus sagte zwar Bauer, aber er meinte damit einfach nur den Besitzer eines mehr oder weniger großen Stück Landes und eines Hofes. Er hielt'es für ganz in der Ordnung, diesem Bauer zu sagen, daß er mit seinem Land machen könne, was er nur wolle, daß er seelenruhig damit handeln dürfe, wie mit irgendeiner Ware. Ob die Familie vielleicht schon jahrhundertelang schollenverbunden c f dem Hose saß, war dem Liberalismus völlig gleichgültig. Vom Blut, vo'n den rassischen und bevölkerungspolitischen Aufgaben des Bauerntums war bei diesem „wirtschaftlichen Denken" mit keinem Wort die Rede. Und heute kann man nur immer wieder eindeutig feststellen, daß dieses wirtschaftliche Denken entweder bodenlos dumm und leichtfertig ober absichtlich irre- leitenö war, um dadurch unsere völkische Lebenskraft zu vernichten. Heute hat das Landvolk wieder seine naturgegebenen Aufgaben. Es soll einmal die ihm obliegenden wirtschaftlichen Erfordernisse erfüllen, das heißt also, unsere Ernährung sichern. Niemand weiß besser als das deutsche Volk, welche gewaltige politische Bedeutung dieser Kampf um unsere Nahrungsfreiheit hat. Die Erzeugungsschlacht und die Marktordnung stellen hohe Anforderungen an die Tatkraft und die Leistungsfähigkeit des Führerkorps des Reichsnährstandes. Damit allein ist aber die Bestimmung des bäuerlichen Lebens noch nicht erfüllt. Es ist eine oft wiederholte Binsenwahrheit, daß ein Volk ohne Geburtenüberschuß langsam zugrunde geht. Wir waren vor 1933 bereits auf dem abwärts führenden Weg. Und wenn damals das Bauerntum allein noch eine günstige Geburtenziffer hatte, muß es auch jetzt in der neuen Jung- roerbung unseres Volkes an erster Stelle stehen. Es hat die Pflicht, aus der Verwurzelung der Scholle, aus der Verbundenheit von Blut und Boden die ihm von den Vorfahren überkommene Erbmasse zu pflegen und sie ebenso rein an die Nachkommen weiterzutragen. Das sind keine schönen Worte und auch keine theoretischen Erwägungen. Jede Familie des deutschen Landvolks muß wissen, daß diese rassische Aufgabe eine ganz klare Realität ihres Daseins ist. Daran ändern auch alle Nöte und Sorgen der Gegenwart nichts. Dann wird der Bauernstand das'Fundament der rassischen Erneuerung unseres Volkes sein. Reichsbauernführer Darre prägte einmal das Wort: „Der Bauer hat die Aufgabe, die Heiligkeit des Blutes durch Dienst an seinem Geschlecht rein und gesund auf der ihm anvertrauten Scholle zu bewahren und zu sichern. Der Bauer hat sonach völkische Ziele." Diese Aufgabe wendet sich also an das völkische Bewußtsein des Bauern, an feinen Charakter. Sie verlangt von ihm, daß er als Nationalsozialist denkt und handelt und sich der Verantwortung gegenüber dem gesamten Volk bewußt ist. Der nationalsozialistische Bauernführer hat die Aufgabe, auf diesem Wege lenkend und als Vorbild voranzugehen. Er ist deshalb einzig und allein Nationalsozialist. Nichts anderes. Weil er Bauer ist und der ständischen Organisation des Nährstandes angehört, steht er dort auf seinem Posten. Diele Dauern- führer sind alte Mitkämpfer des Führers. Der Geist des ganzen, nach vielen Taufenden zählenden bäuerlichen Führerkorps im Reich ist derselbe, wie der jener wenigen Männer, die im Jahre 1930 in Weimar unter der Führung von R. Walter D a r r 6 zur ersten Tagung des agrarpolitischen Apparates der NSDAP, zusammentraten. Damals begann der Kampf, in dem das deutsche Landvolk für den Führer gewonnen wurde. In diesem Kamvf ist das bäuerliche Führerkorps ebenso in seiner Zahl, wie in seiner Leistung gewachsen. Diese Bauernführer haben einen entscheidenden Anteil daran, daß es gelungen ist, den Bauernstand aus dem Zustand völliger Verzweiflung und des Niederganges wieder herauszureißen, in dem er vor 1933 unterzugehen drohte. Die weltanschauliche Führung im Gedanken von Blut und Boden, das Vorantreiben der Erzeugungsschlacht und der Ausbau der Marktordnung, das sind die drei großen Aufgaben der Bauernführer. Der Landesbauern- führer ist dem Reichsbauernführer verantwortlich. Ebenso muß er sich auch auf seine Mitarbeiter verlassen können. Das gilt genau so für die ehrenamtlichen bäuerlichen Hauvtabteilungsleiter der Landesbauernschaft und die Kreisbauernführer, wie für die Bezirksbauernführer und herab bis zum letzten Drtsbauernführer. Die meist bestehende Personalunion in der Arbeit für den Reichsnährstand und den agrarpolitischen Apparat gewährleistet die engste Bindung zur Partei, die ja allein Trägerin des nationalsozialistischen Gedankengutes ist. Dabei wäre es ein Trugschluß, wollte man glauben, daß der letzte in dieser Kette, der Ortsbauernführer, wenig Verantwortung trügt. Wir haben in unserer Landesbauernschaft 8 Kreisbauernführer, 34 Be- zirtsbauernführer und 1943 Ortsbauernführer. Das Schwergewicht der Marktordnung wird von der Hauptabteilung III der Landesbauernschaft und den Wirtschaftsverbänden und weiter dann von den Kreis- und Bezirksbauernschaften getragen. Der Ortsbauernführer ist allerdings auch hierbei in manchem eingeschaltet. Aber er muß vor allem die vielen Einzelmaßnahmen der Erzeugungssteigerung in seinem Dorf mit durchführen helfen. Und von ihm und seinem Beispiel hängt es schließlich ab, ob in seiner Dorfgemeinschaft stets die nationalsozialistische Haltung herrscht, die allein nur die Durchführung aller Maßnahmen der Agrarpolitik, der Agrartechnik und der Marktordnung möglich werden läßt. Daneben wird die Landfrau — in enger Zusammenarbeit mit der NS.-Frauenschaft — von Bäuerinnen in ihrer schweren Arbeit und zur Erfüllung der ihr gestellten Aufgaben geführt. Gefolgschaftswarte betreuen den Landarbeiter, und Jugendwarte und -wartinnen sind die Führer der Landjugend. Das alles ergibt diese bis ms letzte Dorf reichende Gemeinschaft nationalsozialistischer Männer und Frauen, deren Zusammenfassung wir unter dem Begriff „bäuerliches Führerkorps" verstehen. Der Nationalsozialismus verlangt von jedem Volksgenossen restlosen Einsatz zum Wohle der Volksgemeinschaft. Deshalb ist cs auch nicht ein besonderes Verdienst der Bauernführer, wenn sie ihre Pflicht tun, ebensowenig, wie mir das etwa hier beweisen wollten. Aber früher hat man einmal künstlich eine Kluft zwischen der Stadt und dem Land geschaffen, und wir sind heute alle froh, daß dieser traurige „Erfolg" des Liberalismus mit vielem anderen in der Versenkung verschwunden ist. Doch ebenso sehr, wie der Bauer sich heute wieder in der Stadt geachtet und anerkannt weiß, soll auch der Städter volles Vertrauen darin haben, daß der Bauer sein Möglichstes tut. Daran ändert es aud) nichts, wenn ängstliche Gemüter über ein fehlendes Viertelpfund Butter Zeter und Mordio schreien. Das sind immer diejenigen, die das Elend der Vergangenheit nur zu schnell vergessen haben. Aus der Giadi Gießen. Abschied von einem Apfelbaum. Ich traf den alten Bauern, wie er mit Rodhacke, Beil und Axt hinter seinem Garten auf einem Baumstück stand und einen alten Apfelbaum betrachtete. „Na, soll er um?" fragte ich. „Ja, leider!" erwiderte der Bauer. „Man ist jetzt allenthalben sehr slchars auf diese alten Kerle. Sehen Sie selbst, hier hat er ein weißes Kreuz. Die Sachverständigen haben die ganze Gemarkung durchgangen, und jeder Baum, der so gezeichnet wurde, muß noch in diesem Jahre umgehauen werden. Seitdem dieser hier im vorigen Herbst durch den Sturm den stärksten Ast verloren hat, ist er ja auch zum Krüppel geworden. Es tut mir dennoch sehr leib, daß gerade er umgemacht werden soll. Er gehörte halt mit zu der Familie. Wir alle, Kinder und Kindeskinder, können uns das Baumstück ohne den Kaiserkronebaum nicht gut vorstellen." „War er den ein guter Träger?" fragte ich. „Jawohl. Getragen hat er eigentlich fast alle Jahre, auch noch in diesem Herbst. Die Aepfel haben ja keinen rechten Namen, wir nennen sie Kaiserkronen. Irgendein alter Baumwart mag sie so getauft haben, zum Kuchenbacken taugen sie auch nicht viel. Aber wir haben die rotbackigen Aepfel alle gern, weil sie schon so schön am Baume leuchten. Außerdem halten sie sich fast ein ganzes Jahr. Auch den Weihnachtsbaum können wir uns ohne diese roten Aepfel kaum denken. In der ganzen Gemarkung gab es nur diesen einen Baum mit den ,Kaiserkronen^." Ich wandte ein, daß der Baum doch sicher schon sehr alt sei und daß eben alles einmal auf dieser Erde enden müsse. Der Bauer nickte. „Ja, ich weiß. Alt ist der Baum, sehr alt. Ich bin schon als Kind auf dem schräg stehenden Stamm auf- und abgeritten. Mein Vater hob mich hinauf. Ich glaube, ick) hatte damals ned) ein Röckchen an. Dann kamen meine Kinder. Das waren immer luftige Sonntagnachmittage, wenn mir im Grase spielen konnten, und zum Schluß durfte dann jedes noch einmal auf dem alten Baumstamm hinauf- und herabklettern. Immer mit der nötigen Vorsicht. Und so mürbe es auch mit den Enkeln gehalten. Hier unter dem alten Baume legte der Hase seine Eier, dicht daneben unter der Hecke blühten immer die ersten Veilchen ... Ja, der alte Baum gehörte mit zu der Familie. Vor 25 Jahren, bei der Feldbereinigung, sollte dies Baumstück meinem Nachbar zugeteilt werden. Ich habe damals Einspruch erhoben, nicht weil es etwa so wertvoll ist, sondern nur deshalb, weil hier der Kaiserkronenbaum stand. Und ich behielt ihn auch, zur Freude der ganzen Familie. Ja, nun ist | sein Ende da. Aber schwer ist es, so einen alten Freund nun selber umhauen zu müssen." Ich sagte noch ein paar beruhigende Worte und verabschiedete mich bann. Es ist wirklich so, daß wir Menschen an unfern stummen Freunden oft mehr hängen, als an unfern Mitmenschen; denn sie allein spenden uns in ganz uneigennütziger Weife nur Gutes, ohne jemals Dank dafür zu fordern. Kommt nod) Hinz», daß solche Freunde uns von Kindheit und nachher NlVE^\ Dann wird man Ihren Händen die Tagesarbeit nicht ansehen. Mit Nivea-Creme gepflegte Haut wird widerstandsfähig u. geschmeidig. an begleiten, dann blutet uns das Herz, wenn mir Abschied nehmen müssen. — Am andern Tag führte mich mein Weg wieder an dem Baumstück vorbei. Der Schwiegersohn des alten Bauern mar eben dabei, die stärksten Wurzeln des Apfelbaumes abzuhauen. Auf meine Frage, ob nicht der Vater den Baum gestern gefällt habe, ermiberte er: „Nein! Er brachte bas Werkzeug wie- ber in den Hof unb sagte, er könne es nicht." Das kann ich ihm nachfühlen. H. Xfornottaen. lagesfalenber für Donnerstag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Chikago". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Unsere kleine Frau". — Gesellschaft für Erd- unb Völkerkunde: 20.15 Uhr Universitäts-Aula Lichtbildervortrag Dr. Karl Helbig (Hamburg): „Auf Fußpfaden quer durch Borneo".— Oberhessischer Kunstverein: 16 bis 18 Uhr Ausstellung „Das alte und neue Gießen" im Turmhaus am Brand. „Congoritta" — ein Expeditionsfitm Der Gloria-Palast bringt am morgigen Freitag und am Samstag in Spätabendvorstellungen, wie auch in einer Frühvorstellung am Sonntagvormittag, einen Expeditionsfilm, der unter dem Titel „Congorilla" tief in den Urwald von Belgisch-Kongo führt und das Leben der Pygmäen in vielen Einzelheiten schildert. Der Film ist mit dem Prädikat „Volks- bildend" ausgezeichnet. ÄDM - u.ZM.-Uniergau 116 Gießen An die Gießener Mädel., Jungmädel- und BDM.-Derk'Führerinnen. Die Karten für die zweite Vorstellung im Rahmen des HI.-Theaterringes am Montag, 28. November, komplizierter, aber auch weitschweifiger angelegt ist als die beiden Vorläufer, vermochte die lieber« tragung freilich nicht zu verdecken. Ein Blick in das Regiebuch zeigt, daß der Spielleiter Dr. Hannes Razum beträchtliche Streichungen vorgenommen unb überdies kleine stilistische Verbesserungen angebracht hat, was beides der Aufführung sehr zustatten kam. Die Spielleitung war, wie Herr Dr. Razum in einigen einführenden Bemerkungen im Programmheft barlegt, auf stilistische Einheitlichkeit, auf plastische Herausarbeitung ber Charaktere unb auf lebendige Intensität bes gesprochenen Wortes gerichtet; dies wurde in der Aufführung allenthalben glücklich verwirklicht. Es darf hinzugefügt werden, daß unbeschadet der stilisierenden Klarheit, die hier in Sprachklang, Figuren unb Bilb mit Recht zu forbern war, ein sehr mensd)lich schlichter Ton in allen Szenen vernehmbar würbe, welcher die Vorgänge dem Zuschauer unb Hörer unmittelbar nahebrachte unb dem Werk einen Schimmer jener zeitlosen Gültigkeit bewahrte, die bas Merkmal aller großen Dichtung ist. Im einzelnen machte sich die textliche Konzentrierung und Straffung, von der schon die Rede war, wohltuend bemerkbar. Im Gesamteindruck schuf die Betonung der lyrisch gestimmten Szenen, die durch Musik unb Tanz stellenweise melobramatische Züge erhielten, ein gutes Gegengewicht gegen bie in den letzten Bildern gesteigerte dramatische Aktion. Was die szenische Gestaltung angeht, so war auf die Benutzung der Drehbühne (was im Hinblick auf die Folge der vierzehn ziemlich kleinen Bilder nahegelegen hätte) verzichtet worden. Statt dessen hatte der Bühnenbildner, Herr Löffler, um die von der Spielführung geforderte stilistische Einheitlichkeit unb überdies die Möglichkeit verhältnismäßig schnellen Bilderwechsels zu schaffen, die einzelnen Szenen durch Rundbögen begrenzt, welche Verwandlungen des Spielfeldes gestatteten unb durch auswechselbare Bogenfelder mit bäuerlichen und ritterlichen Emblemen jeweils den Schauplatz andeuteten, während bie Hintergründe großlinig- malerifch auf ben Rundborizont projiziert wurden. So entstanden klare, in südliche Farbigkeit getauchte Bilder, von denen uns besonders ber mächtig ansteigende Prospekt von Toledo lebhaft in Erinnerung ist. — Die Umbauten wurden durch eine sanfte, halblaute Bühnenmusik überbrückt; vielleicht kann man sie ein wenig mehr nach vorn bringen, da sich ber gebämpfte Klang leicht in Undeutlichkeit verliert. Den Bauern Pedro Peribakiez spielt Herr Cos- f o d e I: eine wuchtige Gestalt in farbiger spanischer Tracht; er spricht ruhig, bedächtig, manchmal ein wenig schwerfällig, und man glaubt diesem Menschen, so wie er hier angelegt wird, daß ihn das Glück, von Casilda geliebt zu werden, fast kindlich überwältigt; man begreift aber auch in ihm das dumpfe Bohren des ersten Argwohns, die verzehrende Qual der Eifersucht und am Ende die jäh ausbrechende Wut, mit der er fein Glück und feine Ehre verteidigt. — Eine vortreffliche Leistung. * Herr Weiland gibt den Komthur: jugendlicher, als er beim Lesen anmutet, blond unb schlank in rot unb goldenem Gewände; dies ist ein Ritter, den die Leidenschaft hinreißt unb besinnungslos macht, der mühsam die anerzogene Haltung wahrt und erst im Angesicht des Todes in seinem Gegner den wahren Edelmann erkennt. Zwischen beiden, schon äußerlich sehr gegensätzlich wirkenden Gestalten: Giesela Vollert als Casilda, vielleicht um eine Spur zu damenhaft für die schlichte Bäuerin, aber in Tonlage und Empfindung ganz dem Bilde gemäß, das man sich nach dem Buche von dieser Figur machen muß: blühende junge Frau im Glanz ihres jungen Glückes, anmutig verliebt, ihres Herzens unb ihrer weiblichen Würbe unroanbelbar gewiß. Herr v. Gschmeibler sprach in strenger, fürstlicher Haltung, in einer bestechenden Maske den König. Herr Schorn gab den Lujän wie einen beweglichen, kleinen spanischen Mephisto. Anneliese (Barbe (JnSs), Herr Schlick (Leonardo) und bas leise humorig abgetönte Bauernquartett ber Herren (Beiger, Haars, Valck unb Erler seien vom Ensemble hervorgehoben. — Das Haus dankte mit starkem Beifall, ben zuletzt mit ben Darstellern auch der Spielleiter unb ber Bühnenbildner entgegennehmen konnten. Hans Thyriot. Hochsckmlnackricküen. In München starb im Alter von 73 Jahren ber Laryngologe Professor Dr. Hans Neu mayer, der von 1923 bis zu feiner (Emeritierung (1934) als Ordinarius für Kehlkopf-, Nasen- unb Rachenkrankheiten unb Vorstand her Laryngologischen Poliklinik an der Universität München wirkte und fid; um die Fortschritte der Kehlkopf- und Nasenheilkunde in ben letzten Jahrzehnten bebeutenbe Verdienste erworben hat. I 5 kreisen beim Landrat zur E i n t r a g u n Ausweis- möglich. Bri (tritt an (Nachdruck verboten!, 39 Fortsetzung ft!" Million Entsetzt fährt Irene zurück. „Bist du wahnsinnig? — du hast — Karajan die Mitel gegen dich sicher wüßte, daß Karajai (Fortsetzung fol 1 Bastei gesehen." „Wenn ich nur nungslos ist!" geführt. Es ist beabsichtigt, Kurse in Alten-Buseck, Großen-Linden, Hausen, Lang-Göns, Grüningen, Heuchelheim, Holtheim abzuhalten. In Leihgestern beginnt am 22. November ein Kursus für Helferinnen, zu dem noch Anmeldungen bei dem DRK.-Zugführer Gg. Wagner VI. in Leihgestern abgegeben werden können. Es ist ferner vorgesehen, an weiteren Orten des Kreises Kurse abzuhalten. Die Kurse sind unentgeltlich und osten für Frauen und Männer vom 17. Lebensjahr ab. Anmeldungen hierzu werden jetzt schon auf den Bürgermeistereien entgegengenom- Eharly — du hast — Karajan die Mitel gegen dich selbst in die Hand gegeben?" „Verdammter Narr, der ich war!" „Aber das ist ja entsetzlich. Wenn Karajans Erfindung nun noch gelingt ..." „Sie ist gelungen." „Auch das noch! Und was roillft du unternehmen?" Meßdorff zuckt die Achseln. „Ich weiß es noch nicht." Ein Logenschließer nähert sich vorsichtig und rührt an Meßdorffs Arm ganz zart an. „Das Rauchen ist hier verboten, mein Herr! Es ist im ganzen Hause verboten! Sogar im Restaurant!" Aergerlich zerdrückt Meßdorff die Zigarette. Irene zieht die Brauen zusammen. ,Zch will dir eins sagen: Daß Karajan dieses Geschäft mit dem Mädchen gemacht hat, das ihm damals die Existenz vernichtet hat, erscheint mir ganz ausgeschlossen. Er hat ... eine ganz ausgesprochene Abneigung gegen Frauen, die etwas vom Geschäft verstehen! Und er men. Außerdem stehen die Krersstelle Gießen (HU- lerwall 41) und sämtliche Rote-Kreuz-Orgamsationen jederzeit zu Auskünften zur Verfügung. Gießener Wochenmarktpreise. 28 bis 45 Pf., Birnen 25 bis 35, Nüsse 50 Pf., junge Hähne 1 bis 1,20 Mark, Suppenhühner 90 Pf. bis 1 Mark, Gänse 1 bis 1,20 Mark, Blumenkohl, das Stück 10 bis 50 Pf., Salat 5 bis 10, Endivien 5 bis 10, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis d5, Rettich 5 bis 20 Pf. ♦ ** Ein Dreiundfiebzigjähriger. Am heutigen Donnerstag, 24. November, kann der Invalide Florenz Goffelmeyer, Krofdorfer Str. 9, in geistiger und körperlicher Frische seinen 73. Geburtstag feiern. Seit 50 Jahren gehört der hochbetagte Monn zum Stamm der treuen Leser des Gießener Anzeigers. Wir beglückwünschen den Jubilar herzlich zum Geburtstag. **ZweiVerkaufssonntage vorWerh- nachten. Für den Bezirk der Stadt Gießen ist die Offenhaltung der Verkaufsgeschäfte an den beiden Sonntagen vor Weihnachten 11. und 18. Dezember zugelassen. Karol« Westner ,Vereinigten^?" „Wenn sie es auf keinen Fall. „Woher? Ich ihm nicht gesagt hat ...? Nein, Kanntest du Karola nicht?" habe sie zum erstenmal auf der über tw im ® Zeit) Mskm arbeit ir Ziel der Lölkes fassen. ( iung zu erlaufet z.B. in J-Metr Dorfbil im Do Stimmlisten unter Vorlage von papieren anzumelden. Ohne Eintragung in die Stimmlisten ist die Ausübung des Wahlrechts nicht gedacht hat — Sie lehnt sich zurück, es läuft ihr siedend heiß über den Rücken. Im gleichen Augenblick bemerkt sie zwei Logen neben der ihren zuerst Dr. Meßdorst und jene Frau — ja, das kann nur Irene Meßdorff, seine Frau, sein. Sie müssen gerade gekommen sein, er rückt noch an seinem Sttchl, während sie schon um sich schaut — und da, ehe sie sich zurückziehen kann, ist's auch schon geschehen — Dr. Meßdorff grüßt zu ihr herüber, auch seine Frau neigt den Kopf. Willenlos erwidert Karola den Gruß. , , Aus! denkt sie. Zu Ende! Wenn Herbert es be- merkt Hal, daß man mich grüßt, wird er ftagen, woher ich den Mann kenne — Aber da fühlt sie auch schon seinen Arm auf dem Sport der Betriebsgemeinschasten Oie Gporiappellsreger der Betriebe 1935 im Kreis Wetterau. os tvlld Krofd tiunm sagen Nrt 1 richtu mehr verw, ieilnel traft. Vrojeti Anvacki W, den b Risiko gen e alten berg Osten hohl nicht Met narbe nur i Gäube im we einej) steinmc Zu eini lebensi Zeit de card malbai hier ar S* z Mgenk wo: werben, 'nnetur «Mn Man W« S)ei| Olt. c Nl ht Bene ®Iij( * Gießen, 24. Nov. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, Vi kg 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 9, Wirsing, kg 8 bis 9 Pf., 50 kg 6 bis 7 Mark, Weißkraut, % kg 5 bis 7 Pf., 50 kg 4 bis 4,50 Mark, Rotkraut Vz kg 8 bis 9 Pf., 50 kg 7 bis 8 Mark, gelbe Rüben 10, rote Rüben 9 bis 10, Spmat 15 bis 18, Unterkohlrabi 6 bis 10, Grünkohl 12 bis 15, Rosenkohl 15 bis 35, Feldsalat, 1/io 8 bis 10, Tomaten, % kg 30, Zwiebeln 12 bis 15, Meerrettich 30 bis 60, Kürbis 8 bis 9, Kartoffeln, Vi kg 4 Pf, kg 40 Pf., 50 kg 3 bis 3,45 Mark, Acpfel, kg Lern!" Mit Liefen Worten hat der Führer in knapper, aber präziser Form Zweck und Bedeutung des Deutschen Roten Kreuzes gekennzeichnet. Alle Deutschen sind aufgerufen, diese Arbeit zu fördern. Und jeder Deutsche ist in der Lage, dies zu tun, und zwar jeder nach seinen Kräften und nach seiner Eignung. Wem es körperlich oder aus sonstigen Gründen nicht möglich ist, aktiv im Roten Kreuz tätig zu sein, schließe sich einer Ortsgemeinschaft an, die ebenfalls verantwortungsvolle und große Aufgaben im Deutschen Roten Kreuz zu erfüllen hat. Aber jeder Mann und jede Frau, die zur aktiven Mithilfe in der Lage sind, sollten sich dem Roten Kreuz als Helfer oder Helferin zur Verfügung stellen. Durch die Kreisstelle Gießen des Deutschen Roten Kreuzes werden in nächster Zeit Ausbildungskurse in der ersten Hilfeleistung und Krankenpflege durch- vergißt nicht! Er trägt Unrecht lange nach. Ich kenne ihn doch!" Meßdorff sieht seine Frau spöttisch an. „Das glaube ich dir ohne jeden Beweis. Wenn irgend jemand ihn kennt, dann mußt du es ja wohl sein!" „Charly ... ich bitte dich! Du weißt doch, daß ich dich allein liebe! Warum quälst du mich mit den vergangenen Dingen?!" ,Aast recht! Halten wir uns nicht damit auf. Du glaubst also, Karajan weiß nicht, wer das Mädchen ist?" , „Anders kann ich mir sein Verhalten nicht erkla- ren. Wüßte er, daß das Mädchen die ehemalige In- haberin der ,Vereinigten* ist, hätte er nie einen Pfennig von ihr genommen." „Mich interessiert vor allem die Frage, woher die Westner überhaupt gewußt hat, daß Karajan eine solche Sache in Arbeit hat. Denn eins ist mir jetzt klar: Karajan hat tatsächlich keine Ahnung, wer das Mädchen da neben ihm in Wirklichkeit ist! Hast du nicht gesehen, wie sie erschrak, als wir hinüber- grüßten? ... Sie hat Angst, daß Karajan erfährt, wer sie ist!" » „Aber sie liebt ihn doch! Sie muß ihm doch ge- sagt haben, wer sie ist ...!" Meßdorff schüttelt den Kopf. „Nein, das glaube ich nicht!" Und mit der seherischen Gabe, die die Not mitunter verleiht und die gute Menschenkenner und erfolgreiche Geschäftsleute immer haben, durchschaut er beinahe die Fusam» * X rwish st Di &• S । 'M 'S ßerbe Oes ' bchu 3nd den fid zieher Krersv' Kren lung 1 wies 1 Thewc Im schicht' sorÄer tmns die t Er er W# Der re r D tafeln die sri Sad die gr ganger Ächat unb i>e rollßl z Zur Mg v' der Do ländisch Gedicht Im tBortra „Rote-Kreuz-Arbeit ist selbslloser Dienst Volk und Vaterland in ständiger Hilfsbereitschaft. Ich rufe alle Deutschen auf, diese Arbeit zu för- menhänge. „Ich weiß dock), wie es damals in Radevormwald zuging. Ich wollte Karola heiraten. Die »Vereinigten^ verdienten damals gut. Das war zu der Zeit, als Karolas Stiefvater und ihre Mutter noch lebten. Die hatte ja einen Professor namens Paarmann geheiratet. Sein Name war bekannt. Daß Karola nach ihrem eigenen Vater hieß, wußte kaum noch jemand. Die Firma lief immer unter dem Namen des alten Battenfeldt weiter. Alle Verträge haben Hägebarchs und meine Unterschrift. Im Pro- zeß kam Professor Paarmanns Unterschrift dazu. Karola war zu jener Zett überall in der Welt mit ihrer Mutter, nur nicht im Werk." „Du bist also tatsächlich der Meinung, daß Karajan die Sache nicht durchschaut? Daß er nicht weiß: ' '■ ist die ehemalige Besitzerin der Stolz und frei hebt sich der schmale Kopf über , einem schlanken Hals. Das Kleid läßt den Nacken 1 frei — sah man je so etwas Entzückendes wie das makellose Weiß der Haut neben dem Tiesschwarz des Samts? denkt Karajan. Er hat ihr nur stumm die Hand geküßt. Er kann ihr nicht sagen, wie schön sie ist, er kann es nicht und wenn er sterben müßte. Scheu und Scham binden ihm die Zunge, aber seine Augen sprechen für ihn. Das Theater ist wohl eines der schönsten und festlichsten auf der Erde. Hier hat der weite Sinn nnb der Reichtum mächtiger Fürstengeschlechter sich mit erlesenstem Kunstgeschmack gepaart und Bauten geschaffen, zu denen Generationen mit Bewunderung aufschauten. Auf vier Rängen ist Stuhl an Stuhl besetzt, die weichen Sesseln des Parketts weisen kaum noch eine Lücke in ihren Reihen auf. lieber der hohen Oeft- nung der Bühne verschwindet eine Zahl der Uhr und läßt neue auftauchen: Noch fünf Minuten bis zum Beginn der Vorstellung. Aus dem Orchester dringen die Stimmen der Instrumente heraus — da dudelt die Klarinette, das Oboe singt ,Hoho" und einen kleinen Lauf dazu, in den ©einen schwirrt's um das A, manchmal brummt auch der Baß dazwischen. Karola schaut um sich. Kein Bekannter da? Um Himmels willen — nur das nicht! Mit einem Male fällt es ihr ein, in welche Gefahr sie sich eigentlich begeben hat! Daß sie daran nicht eher Großzügige Baupläne in Gießen. Oer L.V.H. besucht die Bauausstellung -.Das alte und neue Gießens weil sie ihn liebte — Ganz fest hat Meßdorft den Arm feiner Frau gepackt. „Aber um Gottes willen — was ist denn, Charly?" Don den Nachbarsitzen dringt gedämpfte Empörung. „Leise—! Komm sofort heraus! Ich muß dich etwas fragen!" Damit verläßt er die Loge, bestürzt und ärgerlich zugleich folgt ihm Irene. „Willst du mir nicht erklären, was dieses sonderbare Benehmen bedeuten soll?" „Pssft! Komm wetter — hier kann man uns hören!" Mit einem Blick auf die Garderobenfrauen, die verwundert nach dem Paar sehen, zieht er sie einige Schritte beiseite. „War die Dame, die neben Karajan sitzt, dieselbe, die du mal mit ihm getroffen hast? Auf der Bastei?" „Natürlich!" entgegnet Irene verwundert. „Aber meinst du, Karajan habe sich inzwischen zum Casanova entwickelt?" „Mach keine Witze. Mir ist bitter ernst zumute! Also ist sie das?" „Sicher." „Und du hast dich nicht getäuscht? —" „Auf keinen Fall. Ich würde das Mädchen unter Hunderten wiedererkennen. Es ist ein sehr schönes Mädchen. Damals in ihrem billigen Nachmittagsfähnchen bemerkte man das nicht so! Aber heute sieht sie tadellos aus. Das muß man Karajan lassen, Geschmack hat er immer gehabt und hat ihn noch. Aber was ist denn mit dir?—" Erschreckt sieht sie ihren Mann an, der weiß geworden ist wie der Kalk an der Wand. „Nun weiß ich, mit welchen Mitteln Karajan seine Fabrik aufgebaut hat. Mit dem Geld der ,Union’, mit meinem letzten großen Kredit. Das Mädchen neben ihm ist Karola Westner." Carola Westner? Etwa jene Karola Westner — die vor mir deine Braut war? Die Inhaberin der .Vereinigten'?" „Ja — das ist sie. Ich war mit ihr beinahe einmal verlobt — ehe ich dich kennenlernte. Du kennst ja die Geschichte!" „Das ist — dieses Mädchen?" „Ja, die Inhaberin der »Vereinigten Chemischen Werke'. Und ich habe ihr die Fabrik für eine bare Mit dem Sportappell der Betriebe wurde eine großzügige sportliche Aktivierung aller Schäftenden in den Betrieben errekht Genau wie beim Leistungskampf der deutschen Betriebe wurde durch diesen Wettbewerb zwischen den einzelnen Bettieben ein Streben nach Höchstleistung erzielt und damit eine solch große Erfassung von Volksgenossen auf bem Gebiete der Leibesübungen ermöglicht, wie es bisher durch keine Maßnahme erreicht werden konnte. Mit diesem Sportappell wurde eine vollkommen neue Richtung auf dem Gebiete des sportlichen Wettkampfes eingefchlagen. Die Betriebssportgemeinschaften haben dadurch ein Arbeitsfeld erhallen, das sie über eine große Strecke des Jahres voll in Anspruch nimmt und sie auf die bisher üblichen Wettkampfformen, die nur einem geringen Teil der Gefolgschaft sportliche Arbeit sicherte, verzichten laßt. Durch diesen Sportappell wird jährlich eine Leistungsschau abgehalten, die nicht nur die Massen aktivieren wird, sondern auch von Jahr zu Jahr ein Bild der Entwicklung des körperlichen Zustandes der Schaftenden verrntttell, wie es weder durch eine Untersuchung, noch durch eine Musterung aufgezeigt werden kann. Der Sportappell bestand aus zwei Teilen. Im Tett I, dem „Wettbewerb des guten Willens", kam es nicht darauf an, daß das Gefolgfchaftsmttglied eine große Leistung zu vollbringen hatte, um einen Sieg zu erringen, ausschlaggebend für den Erfolg war, den guten Willen unter Beweis zu stellen, sich einmal an Uebungen zu beteiligen, die ein gesunder Volksgenosse bewältigen kann. Die geforderten Mindestleistungen waren: Medizinballstoßen 6,50 Meter, Weitspringen 2,80 Meter und ein Dauerlauf von 1000 Meter in 6 Minuten. Der sportliche Wert lag darin, daß nach Möglichkeit sich die ganze Bettiebs- gemeinschaft an diesen Leistungen beteiligen sollte, was auch in der zu erreichenden Punktzahl zur Auswertung kam. Der Teil II, „Wettbewerb der Mannschaft", trug der sportlichen Leistung Rechnung. Um auch hier ihren. „Ist das nicht zum Lachen? Eben grüßt mich Meßdorft — da zwei Logen neben uns. Ja, das ist der berüchtigte Meßdorff! — Neben ihm seine Frau! Bitte, sieh nicht so auffällig hin, aber betrachte dir beide mal! So sehen meine Gegner aus!" »Zst — das — Meßdorff — der damals so gegen dich gearbeitet hat?—" „Ja, der ist's . Na, wenn der eine, Ahnung hätte, was in meiner Fabrik vor sich geht!" Da verlöscht das Licht, das Vorspiel beginnt und Karola atmet erlöst und beglückt auf. Es ist noch einmal alles Hut gegangen. Herbert meint, man hat ihn gegrüßt —" Auf der Bühne aber beginnt das Spiel, da singt und klingt es von Liebe und jungem Glück. Das Schicksal der kleinen Frau Schmetterling, die dem fremden Mann blind vertraute, mehr als aller Vernunft, als allen Freunden und Verwandten — weg und Bahnhofstraße von der Kaplansgasse zum Horst-Wessel-Wall ziehen soll. Die begonnene Verbreiterung der Kasierallee soll im nächsten Frühjahr bis zur Stadtgrenze durchgeführt werden. Auch der Schiffendergplatz wird nach Verlegung der ober- hessischen Bahn ein freundliches Gesicht erhalten. Zahlreiche Zeichnungen von der Hand des Stadt- baudirektors Gravert stellenden jetzigen mittelalterlich engen Zustand und die geplante weiträumige Gestaltung von Gassen und Plätzen unserer Stadt einander gegenüber; damit sind diese dem Abbruch geweihten Winkel unserer Stadt für alle Zeiten nn Bilde festgehallen. Auch das Hessische Hochbauamt hat sich mit vier beachtlichen Modellen nach Entwürfen von Regierungsbaurat Gerl ach an der Ausgestaltung beteiligt: das Anatomische Institut, das am Bahnhof verschwinden mutz und zwischen Wartweg und Uhlandstraße neu erstehen soll, das Landwirtschaftliche Instttut in der Schub ertsttaße, der Neubau des Physikalischen Instituts und der Erweiterungsbau der Medizinischen Klinik. Diese Neubauten bedeuten sowohl eine wesentliche Bereicherung für unser Stadtbild, als auch einen erfreulichen Ausbau unserer llniversitätsinstttute. Kreisringleiter Dr. Michel dankte Stadtbaudirektor Gravert für die lehrreiche Führung durch die Bauausstellung. Trotz Sturm und Regen hatten sich am gestrigen Mittwochabend über 100 Mitglieder und Freunde des Landschaftsbundes Volkstum und Heimat im Turmhaus am Brand eingefunden, um in einer Sonderführung die Bauausstellung „Das alte und neue Gießen" kennenzulernen. Stadtbaudirektor Gravert gab einleitend einen Ueberblick über die großzügigen Baupläne unserer Stadtverwaltung, die sich in dreierlei Hinsicht auswirken sollen: Alt- stadtsanierung, neue Bauvorhaben und Schaffung von Anlagen und Sport- und Erholungsflächen. Besondere Aufmerksamkeit fand das große Modell der Neugestaltung des Wiesecktals, in dem der um das Vierfache vergrößerte Schlageterteich mit der geplanten Stadthalle, das geräumige Schwimmbad mit seinen Einrichtungen für Sommer- und Winterbetrieb, die weiträumigen Sportanlagen und Erholungsflächen, sowie die umschließende Ringallee mit ihren dreigeschossigen Wohnhäusern und das Wochenendhausviertel unserer Stadt zunehmend das Gepräge einer Gartenstadt verleihen. In absehbarer Zeit sollen in der Stadtmitte bas neue Rathaus und anschließend neue Gebäude für die Kreisleitung, das Kreisamt und die Gliederungen der Partei entstehen. An Hand von Plänen erläuterte der Redner die vordringliche Frage der Allstadtsanierung, der Verbretterung des unteren Selterswegs und der Schaf- fung einer breiten Parkstratze, die zwischen Sellers- sind ab sofort gruppenweise auf ber Verwaltungsstelle des Bannes, Seltersweg 5$, abzu- holen. Wer zuerst kommt, erhält die besten Karten. Weihnachtsgratifikationen frühzeitig auszahlen. NSG. In diesem Jahre wendet sich wieder der Einzelhandel an alle Betriebsführer mit dem Ruf, die Weihnachtsgratifikation so früh wie möglich zur Auszahlung zu bringen. Diese Bitte ist begründet, denn die Erfahrungen der letzten Jahre Haven zur Genüge bewiesen, daß durch die Auszahlung der Gratifikation in letzter Stunde ein Sturm auf die Geschäfte einsetzt, um die Weihnachtseinkäufe zu besorgen. Ganz davon abgesehen, daß der Käufer unter diesen Umständen überhaupt keine Zett sindet, seine Geschenke in Ruhe einzukaufen, kann auch der Einzelhandel Liefen Käuferansturm nur sehr schwer bewältigen. In diesem Jahre wird sich dies noch empfindlicher auswirken, da der Einzelhandel bei dem großen Mangel an Kräften nicht mehr die Möglichkeit hat, auf Hilfsperfonal zurückzugreifen. Es liegt sowohl im Interesse der Käufer, als auch der Verkäufer, dieser Bitte des Elnzelhandels unbedingt nachzukommen. Der vielfach gemachte Hinweis, man könne nicht so früh wissen, welche Gra- tififation für die Gefolgschaft vorgesehen ist, ist in jeder Beziehung unbegründet. Denn in der ersten Woche Les Dezember beispielsweise ist das Geschäftsergebnis am Ende des Jahres genau so gut zu über« sehen, wie in der letzten Woche. Wenn man siH nun gar nicht zu einem früheren Auszahlungstermin entschließen kann, dann sollte man zumindest dem Gefolgschaftsmitglied die Höhe seiner Grattfikation angeben, so daß es im voraus disponieren kann. Note-Kreuz-Arbeit — Ehrendienst für alle! Wegen versuchter preffebestechung verurteilt. LPD. H a n a u , 23. Nov. Als am 4. Oktober 1938 das Hanauer Schöffengericht vier Personen wegen Abtreibung abzuurteilen hatte, erschien am gleichen Tage ein 68 Jahre alter Einwohner aus Bad Orb, dessen beide Nichten sich ebenfalls unter den Angeklagten befanden, bei dem Hauptschrrftletter einer in Bad Orb vielgelesenen Zeitung mit dem Ansinnen, über die Hanauer Gerichtsverhandlung nichts zu bringen oder nur unter Weglassung der Namen und des Wohnorts der Angeklagten zu berichten. Dieser Beeinfluffungsoersuch wurde energisch zu- rückgewiesen und der Besucher veranlaßt, das Ar- bettszimmer des Hauptschrifttetters zu verlassen. Nun verftteg sich der Besucher zu der Erklärung dem Hauptschriftleiter gegenüber, daß er es nicht umsonst zu machen brauche, daß er etwas dabei verdienen könne. Zurechtgewiesen und nochmals aufgefordert, das Zimmer zu verlassen, ließ er noch eine Beleidigung fallen. Jetzt hatte er sich vor dem Schöffengericht Hanau unter der Anklage der versuchten Pressebestechung und Beleidigung zu verantworten. Der als Zeuge vernommene 5)aupt« schriftleiter betonte, daß in dem ihm gemachten An- gebot nicht nur eine Beleidigung seiner Person, sondern darüber hinaus auch eine schwere Beleidigung des gesamten Berufsstandes liege. Der Der- treter der Staatsanwallschaft beantragte unter eingehender Begründung gegen den Angeklagten zwei Monate und eine Woche Gefängnis. Das Gericht erkannte auf 80 Mark Geldstrafe. In der Urteilsbegründung wurde ausgeführt, daß die Straftat als schwer und übel anzusehen sei. Don der Verhängung einer Freiheitsstrafe habe man abgesehen, weil der Angeklagte nicht für sich selbst habe Vorteil erzielen wollen, ferner weil er noch unbestraft und auch die erkannte Geldstrafe für ihn als fühlbar zu betrachten sei.__ den Gemeinschaftsgedanken durchzusetzen, wurden die Wettkämpfe in Form eines Mannschaftsdreikampfes durchgeführt, die die Betriebe, ihrer Größe entsprechend, mit einer bestimmten Anzahl von Mannschaften bestreiten mußten. So hatten die sporttich geschulteren Männer eines Betriebes auch Gelegenheit, ihr Können unter Beweis zu stellen und ihr Teil der Gemeinschaft zu geben. Der Erfolg konnte nicht ausbleiben, denn nicht nur die Betriebe mit schon bestehenden Betriebssportgemeinschaften beteiligten sich, sondern in noch viel größerem Maße auch Betriebe ohne Betriebssportgemeinschaften. So wurde der Sportappell nicht nur eine Angelegenheit von kleinen Sportgruppen, sondern eine Angelegenheit der ganzen Betriebsgemeinschaft und weckte den Wunsch, nicht nur einmal im Jahre zu diesem gesundheitlichen Leistungs- appell anzutteten, sondern von nun ab regelmäßig dem Körper sportliche Pflege angedeihen zu lassen, um der körpererzieherischen Forderung der natio- nalsozialisttschen Weltanschauung zu entsprechen. Der Sportappell der Betriebe sindet im Kreise Wetterau am Samstag, 26. November, durch die Überreichung der Urhinben an die Sieger-Betriebe im Rahmen der Feier zum Jahrestag der NSG. ,Lraft durch Freude" im Gießener Stadttheater feinen Abschluß. In den einzelnen Leistungsklassen gingen durch den vorbildlichen Einsatz von Betriebsführung und Gefolgschaft nachstehende Betriebe als Kreissieger hervor: Betriebsklasse I: Rudolph Karstadt AG., „Karzentra", Gießen. B e t r i e b s k 1 a s s e II: Arbeitsamt Gießen und Lochanstalt Butzbach Burkard, Mayer & Co. Betrieb sklasse III: Didier-Werke AG., Werk Mainzlar. Betriebs klasse IV: Bänninger, G.m. b.H., Gießen. Betriebsklafse V: Buderus'sche Eisenwerke Lollar. MeMMMMM Roman von Äurt Riemann Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa. Immer nimmt Karajan die besten Plätze; sie schilt ihn zwar einen Verschwender, aber er geht so selten aus, daß er davon vollen Genuß haben will. Die Nachbarn schauen sich nach dem Paar um. Karola sieht und fühll alles. Sie ist stolz und glücklich darüber und nimmt es als ein gutes Zeichen. Karajan aber schaut nicht rechts und links, er blickt nur das strahlende schöne Mädchen neben sich an. Er trinkt das Bild ihrer Jugend mit allen Sinnen. Noch edler und schlanker läßt sie der weiche fließende Samt erscheinen. Das Älett) mutz ein Meisterstück sein, denn es ist schmucklos und edel wie das Material, aus dem es gefertigt ist. Eintragung in die Stimmlisten! Die Teilnahme der im Altreich und im Lande Oesterreich ansässigen Sudetendeutschen an der Reichstagswahl. Bei den am 4. Dezember stattfindenden sude - tendeutschen Ergänzungswahlen zum Großdeutschen Reichstag sind auch die im Altreich und in Oesterreich ansässigen Sudetendeutschen wahlberechtigt, sofern sie die übrigen Voraussetzungen für das Wahlrecht (deutsches oder artverwandtes Blut; Vollendung des 20. Lebensjahres am Wahltage) erfüllen. Für diese Wahlberechtigten ist eine Abstimmungs- möglichkett in allen größeren Städten des Altreichs und in Oesterreich sowie am Sitze der unteren staatlichen Verwaltungsbehörden (Landrat, Bezirks- Hauptmann usw.) vorgesehen. Die Wahlberechtigten werden hiermit aufgeforbert, sich in den Stadtkreisen beim Oberbürgermeister, in den Land- ..... ~ ~‘ in die Nacht Wirtschaft Aus -er engeren Heimat Im Auftrage des Reichsanstalt für ältere Gerichte sprach dann Studienrat Dr. Glöckner. Er haftem Interesses )—( Ruppertsburg, 22. Nov. Aus unserer Ortsgruppe, bestehend aus den Dörfern Ruppertsburg und Gonterskirchen, konnten zusammen 2 3 3 Zentner Kartoffeln für )as Winterhilfswerk auf dem hiesigen Bahnhof verladen werden. Davon lieferten die Bauers-, teilte aus Ruppertsburg 143, die aus Gonterskirchen 90 Zentner. — Wie wichtig die Anlegung v o n Leimringen an den Ob ft bäumen ist, kann man in unserer Gemarkung jetzt deutlich sehen. Der Frostspanner tritt so stark auf, daß die Kleb- gürtel über und über voll hängen. Besonders starker Befall ist bei den Bäumen zu bemerken, die auf Rainen, Tristen und in Grasgärten stehen. — Ein schlimmer Sturm, wie er hier seit langer Zeit nicht beobachtet wurde, wütete in der “ " auf Dienstag und richtete an Dächern und Arbeit am Volke. Kreisversammlung des NG.-Lehrerbundes der Kreisfachgruppe der Ausstellungsgeflügelzüchter mußte in letzter Stunde wegen der Maul- und Klauenseuche verboten werden. Der Lollarer Geflügel- und Brieftaubenzuchtverein rechnet damit, daß er im kommenden Jahre die Ausstellung für die Kreisgruppe Gießen wieder übernehmen kann. I Lollar, 22. Nov. In der „Germania" fand ein Vortrag über „Deutsche Vorgeschichte" statt. Der Besuch der Veranstaltung hätte allerdings besser sein dürfen. — Der orkanartige Sturm, der in der vergangenen Nacht hier wütete, hat besonders in den Gärten außerhcüb des Ortes Schaden angerichtet. In der Adölf- Hitler-Straße wurde einer der schönen Lindenbäume entwurzelt. O Kesselbach, 22. Nov. Am vorigen Sonntag konnte unser ältester Einwohner, der Küfer- meister und Landwirt, Altveteran von 1870/71 Wilhelm Becker IV. bei guter Gesundheit seinen 9 0. Geburtstag feiern. Ueberaus zahlreich waren die Glückwünsche und Geschenke, die aus der Gemeinde und auch von auswärts bei dem Jubilar eingingen. Vertreter erschienen von Partei, Gemeinde, Spar- und Vorschußkasse und der Kriegerkameradschaft bei dem Jubilar. Von den vielen Gratulanten seien noch besonders erwähnt der Kyff- häuserbund, der Landes- und Kreisverband. Ein Glückwunschtelegramm sandte u. a. auch der Sohn seines ehemaligen Hauptmanns Reh, mit dem er in der 1. Batterie des Feldartillerie-Rgts. 25 Darmstadt den Feldzug 1870/71 gegen Frankreich mitmachte, Regierungsbaurat Reh in Berlin. Diese Familie hat noch keinen Geburtstag des alten Herrn vergessen, ein sichtbarer Beweis echter Kameradschaft. Don den 6 Kindern, die der Ehe Entsprossen, sind noch 3 Söhne am Leben, die mit 11 Enkeln und 16 Urenkeln dem hochbetagten Vater ihre Glückwünsche überbrachten und eine schöne Familienfeier damit verbanden. Möge dem Jubilar noch ein weiterer schöner Lebensabend beschieden sein. 5 Albach, 24. Nov. Am heutigen Tage kann Frau Anna Maria Katharina Arnold, geb. Schäfer, Ehefrau des Karl Arnold, Landwirt, in bester Gesundheit ihren 7 0. Geburtstag feiern. Die Eheleute Arnold, die im 48. Jahre ihrer Ehe leben, haben im Weltkriege ihren jüngsten Sohn verloren. - Lang-Göns, 23. Nov. Im letzten Kircken- jahr starben in unserer Gemeinde 28 Personen. Das ist eine unverhältnismäßig hohe Zahl. Im vorletzten Kirchenjahre waren es nur 11. Im Durchsämitt der letzten Jahre erhalten wir die Zahl 14 bis 15. Lang- Göns hat rund 2000 Einwohner, und die Sterblichkeitsziffer erreicht die Zahl der Geburten. A Eberstadt, 23.Nov. Die hiesige Dämpf- kolonne, die im Vorjahre von der Bezugs- und Absatzgenossenschast angeschafst wurde, ist jetzt wieder in voller iätigfeit. Zahlreiche Silos, die alle neu errichtet wurden, sind schon gefüllt; aber die meisten müssen noch geraume Zeit warten, geht doch die moderne Kolonne mit ihrem Leiter, dem Landwirt Balser, hier fast von Haus zu Haus, wenn ihr auch im vergangenen Jabre norfi mancher ablehnend gegenüberstand. Die Silos fassen im Durchschnitt 60 bis 200 Zentner. — In unserem Dorfe berrscht gegenwärtig eine Masernepidemie. Viele Kinder müssen der Schule fernbleiben. Auch , bei kleineren Kindern tritt die Krankheit stark auf. — In der Nacht zum Dienstag tobte über unserem । Dorfe ein orkanartiger Sturm, der meh- ; rere Stunden anhielt und vielerorts. Schaden anrichtete. Auf manchen Dächern wurden ganze Reihen Ziegel abgedeckt, offenstehende Fenster zersplitterten im Nu, die Bäume erlitten großen Schaden dadurch, [ daß besonders an älteren Bäumen große Aeste ab- i geknickt wurden. t <-^> Langsdorf, 23. Nov. Auf Veranlassung : der NS. -Frauenschaft wurde im hiesigen t Rathause durch Fraulein Harter von der bauer» i lichen Werkschule ein gut besuchter Vortrag über die - gemeinschaftliche Verwendung moderner Geräte im - bäuerlichen Haushalt gehalten. Es handelte sich um i Dosenverschlußmaschinen bei den Hausschlachtungen, die sich als notwendig erwiesen haben, da der länd- > liche Haushalt in den letzten Jahren immer mehr i zur Konservierung der Fleischvorräte in Blechdosen Kriegerehrenmal in Krofdorf-Gleiberg \ im Bau. I (D Krofdorf, 23. Nov. Was lange währt, \ tDtrb eriblid) gut Das kann man wohl von dem ; Krofdorf-Gleiberger Krie gerehrenmal, das nunmehr seiner baulichen Vollendung entgegengeht, , sagen, nachdem fast zwanzig Jahre lang durch die Art der dörflichen Verhältnisse der Plan einer Errichtung nicyt verwirklicht werden konnte. Um so wehr Anerkennung gebührt der heutigen Gemeinde- Verwaltung, die im Verein mit einem aus Kriegs- ; teilnehmem gebildeten Denkmalausschuß mit Tat- , kraft planmäßig und zielbewußt die Lösung des , Projektes vorwärtstrieb. Das frische, wagemutige Anpacken fand die Unterstützung der Dorfgemeinschaft, die gern ihr Opfer in Form von Geldspenden brachte, während zugleich die Gemeinde das Risiko des Baues übernahm. Eingehende Erörterungen erforderte die Platzfrage. Von den ins Auge gefaßten Plätzen wählte man den richtigsten, nämlich den an der Krofdorf-Gleiberger Straße auf dem alten Friedhof. Am Ausgang Krofdorfs nach Gleiberg erweitert sich die Straße platzmäßig nach Osten über eine ausgefüllte, einst übel aussehende Hohl mit unmittelbarem Anschluß an den seit 1911 nicht mehr im Gebrauch befindlichen Friedhof. Auf dessen ältesten, nördlichen Teil, und zwar in der vorderen Hälfte, auf dem sich in dichtem Buschwerk nur noch wenig Grabsteine befanden, kam nach Säuberung des Platzes der Bau zu stehen. Dieser, im weiten Rund von einer Mauer eingefaßt, weist eine Höhe von 5,50 Meter auf und ist aus Bruchsteinmauerwerk aufgeführt, mit einer nach der Straße zu eingelassenen Nische zur Aufnahme einer überlebensgroßen Kriegerfigur, deren Herstellung zur Zeit dem bekannten einheimischen Bildhauer Bour- carde obliegt. In der Umgebung des Denk- malbaueß, den Maurermeister K. Drescher von hier ausführt, sind Auffüllungsarbeiten notig. Man trägt zu diesem Zweck den schräg nach Süden an- steiqenden Friedhofsteil um einen halben Meter ab, wobei die dort befindlichen Grabsteine entfernt werden aber in pietätvoller Reihenanordnung Erinnerungsplätze an der oberen Heckenelnzaunung erhalten. Wenn dann später der große Platz im Gewände einer ansprechenden Parkanlage erscheint, dürste Krofdorf-Gleiberg eine würdige Gedenkstätte für die im Weltkrieg gefallenen Heldensohne besitzen, die in ihrer künstlerisch einwandfreien Form federn Einheimischen und Fremden gefallen rmrd. Das Dorfbild erfährt eine großartige Verschönerung welche die Verbundenheit von Mensch zu Mensch im Dorfe und die Liebe zur Heimat bekräftigt. Dom Auio tödlich überfahren. * Alsfeld, 23. Nov. Auf der Landstraße zwischen Alsfeld und Brauerschwend ereignete sich am Dienstagnachmittag ein Unglücksfall, dem leider ein Menschenleben zum Opfer fiel. Der bei Der Bahn beschäftigte Arbeiter Dotzert aus Romrod, der sich auf dem Wege zum Bahnhof Renzendorf befand, um nach Hause zu fahren, wurde von einem Auto, das aus der Richtung Lauterbach kam, erfaßt und heftig zu Boden geschleudert. Der Verunglückte erlitt dabei schwere Verletzungen, die seine sofortige Ueberführung in das Kreiskrankenhaus nach Alsfeld notwendig machten. Leider erlag der bedauernswerte Mann während des Transportes seinen Verletzungen. Die Schuldfrage ist noch nicht geklärt. Landkreis Gießen. £ Wieseck, 25. Nov. Weißbindermeister Karl Deibel, Karlstraße, wird morgen 70 I ah re alt. Herr Deibel befindet sich bei bester Gesundheit und geht noch täglich seinem Beruf nach. Er entstammt einer alten Weißbinderfamilie und betreibt selbst seit dem Tode seines Vaters mu jein em Bruder fein Weißbindergeschäft, lieber vier Jahrzehnte ist er Leser seines Heimatblattes, des Gießener Anzeigers. Dom Jubilar unseren herzlichen Glückwunsch. Lollar, 23. Nov. Die für Samstag und Sonntag vorgesehene Kreisgeflügelschau schichte sprach dann Studienrat Dr. forderte zur Mitarbeit auf" dem Gebiete des Volkstums und der Geschichte auf und regte insbesondere die Förderung des heimatlichen Schrifttums an. Er erinnerte an die Arbeit des Oberhessischen Geschichtsvereins, der mit seinen „Mitteilungen" wertvolles geschichtliches Material veröffentliche. Der Kreissachbearbeiter für Sippenforschung, Lehrer Döh n, erinnerte an die Ablieferung der Ahnentafeln und gab außerdem praktische Hinweise für die sippenkundliche Arbeit. Sodann sprach Kreisschulrat N e b e l i n g über die großen politischen Ereignisse der jüngsten Ver- gangenheit. Er forderte auf, sich stets der großen Aufgaben im Dienste des großdeutschen Vaterlandes und der Dankesschuld gegenüber dem Führer beworben war piit dem Bestreben, wurzelechtes Volkstum zu erhalten, zu fördern und im Volksbewußt- sein zu vertiefen. Der Redner kennzeichnete weiter die in der Folgezeit, insbesondere in der liberalisti- schen Zeit, aufgetretenen Mißverständnisse und Mißdeutungen, denen die Volkskunde ausgesetzt gewesen sei. Dabei sei auch mancher Wissenschaftler, der nicht wahrhafte und tiefe Volksverbundenheit in sich fühlte, auf falsche Bahnen geraten. Die Dolkskundearbeit genieße im Dritten Reich alle Beachtung. Es fei eine Reichsarbeitsgemeinschaft für deutsche Volkskunde gegründet worden, deren erste Reichstagung in Braunschweig unter dem Wort „Das germanische Erbe in der deutschen Doltskul- tur" gestanden habe. Die Arbeit dieser Reichsarbeitsgemeinschaft werde sich bald in Schule und Partei auswirken. In seinen weiteren Darlegungen beschäftigte sich der Redner mit der Stellungnahme der Religionsgemeinschaften zur Dolkstumsarbeit, der jene bis 1933 völlig fremd gegenüberstanden. Nun aber glaube man, der völkischen Bearbeitung der Volkskunde vorgreifen zu müssen* und bemühe sich darum, die volkskundlichen Erscheinungen ausschließlich als nach dem Christentum hin orientiert darzustellen. Hier schilderte der Redner anhand zahlreicher Druckschriften die Bemühungen, insbesondere der Katholischen Aktion, Volkstumswerte ursächlich germanischer Art in den Dienst der eigenen Sache zu stellen. Diese Bemühung gehe sogar so weit, die nationalen Feiertage des Dritten Reiches in ihrer Gestaltung beeinflussen zu wollen. Die evangelische Kirche glaube mit einer „Arbeitsgemeinschaft für religiöse Volkskunde" ihrer Sache dienen zu können. Schulrat Nebeling beschloß die Versammlung mit dem Hinweis, daß es dem Führer gelungen fei, dem Volke den Glauben an die eigene Kraft und die eigene Art wiederzugeben. Der Kampf um die Erkenntnis des eigenen Volkstums gehe weiter. Das Volk dürfe nie wieder auseinandergerissen werden. Hier mitzuhelfen habe der Erzieher als' große Aufgabe vor sich, er müsse praktische Volkskunde treiben, völkische Gemeinschaft erleben, Volkgut bewahren, Dolksart lebendig erhalten helfen und kommenden Generationen weitergeben. So sei die Arbeit des Erziehers Arbeit am Volke. sprca ftunvcu Der xttum. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Sninstagnach- mittag geschloffen. übergegangen ist. Empfohlen wurde ferner die gemeinsame Beschaffung von Kalkspritzen für Bäume und Stallungen. Auch über die Verwendung' von Mostbereitungsgeräten wurde Auskunft gegeben. Eine Anzahl der empfohlenen Geräte wurde sogleich bestellt. Endlich wurde die Einrichtung einer gemeinschaftlichen Waschanlage in den Kreis der Beratungen gezogen. Der von Ortsbauernführer Bender geleitete Vortragsabend begegnete leb- Oer Arbeitseinsatz in den Wirtschaftszweigen. Eine für die Lenkung des Arbeitseinsatzes wichtige Aufgabe der im Juni d. I. bei den Arbeitsämtern Lurchgeführten Erhebung über die arbeitsbuchpflichtigen Personen bestand darin, ein Bild davon zu geben, wie sich die beschäfttgten Arbeiter und Angestellten auf die einzelnen Wirtschaftszweige verteilen. Am Stichtag der Erhebung standen insgesamt 20,7 Millionen Arbeiter und Angestellte in arbeitsbuchpflichtiger Beschäftigung, davon 14,2 Millionen Männer und 6,5 Millionen Frauen. In der Wirtschaftsabteilung Land- und Forst wirtschaft" betrug die Zahl der beschäftigten Arbeiter und Angestellten 2 164 000; darunter befanden sich 1386 000 Männer und 778 000 Frauen. In der Wirtschaftsgruppe: „Landwirtschaft, Gärtnerei, Tierzucht" allein waren 1981 000 und in der Wirtschaftsgruppe: „Forstwirtschaft, Fischerei" 183 000 Arbeiter und Angestellte tätig. In der Industrie und im Handwerk wurden 11,8 Millionen Arbeiter und Angestellte gezählt, davon 9,4 Millionen Männer und 2,4 Millionen Frauen. Diese Wirtschaftsabteilung ist die weitaus größte; sie umfaßt 57 v. H. aller beschäftigten Arbeiter und Angestellten, während es 1933 nur 49 v. H. waren. Von den einzelnen Wirtschaftsgruppen der Industrie und des Handwerks ist zunächst die Eisen- und Metallindustrie von besonderem Interesse. Insgesamt gehören zur Eisen- und Metallgewinnung und -Verarbeitung, einschließlich der elektrotechnischen, feinmechanischen und optischen Industrie, 3 740 000 Arbeiter und Angestellte; das sind 31 v. H. der in der Industrie und im Handwerk überhaupt vorhandenen Arbeitsbuchpf sichtigen. Der weitaus bedeutendste Zweig der Eisenindustrie ist der Maschinen-, Kessel-, Apparate- und Fahrzeugbau mit 1612 000 Beschäftigten. An nächster Stelle hinter der Metallindustrie folgt das Baugewerbe und Baunebengewerbe, das am Stichtag der Erhebung, im Juli 1938, 2 071 000 Arbeiter und Angeftellte beschäftigte. Die Millionengrenze überschreitet sonst nur noch die Textilindustrie mit einer Beschäftigungsziffer von 1026 000. Im Bergbau waren insgesamt 713 000 Arbeiter und Angestellte tätig; davon entfällt der größte Teil auf den Steinkohlenbergbau mit 519 000 Beschäftigten. Rohstoffmäßig eng mit dem Bergbau verbunden ist die Chemische Industrie, die 453 000 Beschäftigte aufweist. Als bedeutsame Industrien und Handwerkszweige sind weiter zu erwähnen das Nahrungs- pnd Genußmittelgewerbe (953 000 beschäftigte Arbeiter und Angestellte), das Bekleidungsgewerbe (675 000), die Industrie der Steine und Erden (632 000) und das Holz- und Schnitzstoffgewerbe (623 000). Im Handel und Verkehr sind nach der Arbeitsbucherhebung 3 469 000 Arbeiter und Angestellte tätig. Diese Wirtschaftsabteilung umfaßt somit ziemlich genau ein Sechstel aller beschäftigten Arbeitsbuchpfsichtigen; ihr Anteil an der Gesamtzahl der Arbeiter und Angestellten ist etwas geringer als 1933. Von den in Der Wirtschaftsabteilung „Handel und Verkehr" Tätigen wird etwas mehr als die Hälfte durch den eigentlichen Handel (Groß- und Einzelhandel, Verlagsgewerbe, Vermittlung und Auskunft) und durch die Hilfsgewerbe des Handels (Spedition, Markt- und Messewesen) in Anspruch genommen; insgesamt entfallen auf diese Wirtschaftszweige 1 794 000 Arbeiter und Angestellte. Weitere 356 000 Arbeitsbuchinhaber, und 'war ganz überwiegend Angestellte, sind im Bank-, Börsen- und Versicherungswesen tätig. Sehr groß ist die orbeitseinsatzmäßige Bedeutung des Verkehrswesens. In den da-u aehörenden Wirtschaftszweigen wurden nahem 1 Million Arbeiter und Angestellte ausgezählt; Dabei ift zu berücksichtigen, daß hie Be- satzunaen her Seeschiffe her Arbeitsbuchpflicht nicht unterliegen und deswegen bei der Erhebung nicht erfaßt werden konnten. Die vierte Wirtschaftsabteilung führt hie Bezeichnung „Oeffentlicher Dienst und pri- oate Dienstleiftunge n". Sie umfaßt außer her öffentlichen Verwaltung jeglicher Art has Bil- hungswesen, Die soziale Fürsorge, dos Gesundheitswesen und die im kulturellen Leben (Theater, Musik usw.) Beschäftigten. In der genannten Wirtschaftsabteilung sind insgesamt 1,8 Millionen Arbeiter und Angestellte tätig. Es bleibt noch die Wirtschaftsabteilung „Häusliche Dienste", Die in her Hauvtsache ein Betätigungsfeld her Frauen ist. In dieser Wirtschaftsabteilung wurden 1 426 000 Frauen und nur 12 000 Männer ausgezählt. Rbein-Maimscke Börse. Alillagsbörse weiter befestigt. Fra.nkfurt a. M., 23. Nov. Die Erholung der Aktienkurse machte auch heute weitere Fortschritte. Während Abgaben kaum mehr erfolgten, hat sich die Rückkaufsneigung etwas verstärkt, zumal weitere Meinungskäufe der Kundschaft vor- genomnien wurden. Im ganzen gesehen blieb das Geschäft aber noch klein, nur einzelne Spezialpapiere verzeichneten zeitweise etwas mehr Umsatz. Die durchschnittlichen Befestigungen stellten sich im Anschluß an die Abendbörse auf 1 bis 1.50 v H. Aus- gesprochen fest tendierten Rheinstahl mit 131,75 (129), Bemberg mit 133,25 (131), Zellstoff Aschaffenburg mit 113,50 (111,75) und Westdeutsche Kaufhof Mit 103,25 (101,50). Von Den Spitzenwerten i erhöhten sich Verein. Stähl aus 104,75 (103,25), In der Turnhalle der neuen Pestalozzischule fanden sich am gestrigen Mittwochnachmittag die Erzieher der Stadt und des Kreises Gießen zu einer Kreisversammlung des NSLB. ein. Kreisschulrat Nebeling eröffnete hie Versammlung mit einigen geschäftlichen Mitteilungen unb wies auf die Notwendigkeit Der Behandlung des Themas „Luftschutz" hin. Hoesch auf 114,50 (113,50), IG. Farben auf 144,75 (144,25) und AEG. auf 114,50 (113,50). Maschinen, werte tarnen Überwiegend bis 1 v. H. höher an. Auch nach Den ersten Kursen blieb Die Haltung freundlich. Während Mannesmann nach unverändert 104 auf 104,90 anstiegen, bröckelten Verein. Stahl um 0,40 v. H. auf 104,40 ab. Der Rentenmarkt lag still. Es bestand weiterhin etwas Angebot. Bei Pfandbriefen wurde es zu unveränderten Kursen ausgenommen, Kasseler Goldpfandbriete jedoch 0,25 v. H. schwächer mit 100. ReichsanleiheMltbesitz weiter abbröckelnd auf 130,30 (130,40), ebenso gingen im Freiverkehr Kommunal- Umschuldung auf 92,95 (93) und 4 w H. Renten- bank-Ablösung auf 90 (90,25) zurück. Industrie- Obligationen schwächten sich meist 0,25 bis 0,50 v. H., Farben-Bonds 0,75 v. H. auf 119,13 ab. Von Stadtanleihen ermäßigten sich 4,50 v. H. Hanau auf 96,75 (97,50), 4,50 v. H. Heidelberg auf 97 (97,50) und 4,50 v. H. Mannheim von 26 aus 98 (98,25). Ligui- dationspfandbriefe gingen z. T. 0,13 v. H. zurück. Unverändert blieben Staatsanleihen. Abendbörse Aktien weiter fest. Die Abendbörse brachte eine weitere Befestigung her Aktienkurse, Die nicht fetten über-1 vH. betrugen. Der lebhaften Kaufneigung, für die man zuversichtliche Betrachtungen hinsichtlich her außenpolitischen Lage anführte, stand nicht das entsprechende Angebot gegenüber. Die Umsätze waren daher ziemlich beschränkt und erreichten nur vereinzelt leb- hafteres Ausmaß. Färben-Industrie waren ohne Umsatz 2 v. H. höher gesucht mit 148. lieber den Durchschnitt von 0,50 bis 1 v. H. hinaus erhöht waren ferner MAN. mit 136,65 (134,75), Demag mit 145,50 (144), Licht und Kraft mit 137,50 (136), Rheinmetall mit 133 (131,75), Junghans mit 99 (97,75) und Mannesmann mit 106 bis 106,50 (105,13) sowie Hoesch mit 116,25 (116). Außerdem tarnen u. a. Verein. Stahl bei etwas mehr Umsatz mit 105,75 bis 106 (105,25), Rheinstahl mit 133 (132,50), Aschaffenburger Zellstoff Mit 115,50 (114,50), Bemberg mit 134 (133,50), Eßlinger Maschinen mit 109 (108), Gesfürel mit 133 (132), Metallgesellschaft mit 118,50 (118), VDM. mit 175 (174,50) unh Westdeutsche Kaufhof mit 104,50 (104) zur Notiz. Bankaktien notierten je 0,25 v. H. höher. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 23. Nov. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W9 202, WH 204, W12 205, W 13 206, W 16 209, W 18 211, W 19 213, W 20 215, Roggen R 11 187, R 12 188, R 14 190, R15 191, R 16 193, R 17 194, R 18 195, R19 197 Großhandelspreise her Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerfte —, Futterhafer —. Weizenmehl Type 812 W13 29,35, W16 29,35, W 18 29,35, W 19 29,35, W 20 (Kreis Alzey) 29,35, W 20 (Kreis Worms) 29,70 plus 50 Pf. Frachtausgleich. Für Weizenmehl Type 812 mit Beimischung von Mais- backmehl liegen die Preise 30 Pf. unter den Notie- . rungen. Roggenmehl Type 997 R12 22,45, R1-5 22,80, R 16 22,95, R 18 23,30, R 19 23,50 plus 50 Pf. Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W 13 10,75, W 16 10,90, W 18 11,00, W 19 11,10, W 20 11,20' Mühlenfestpreis ad Mühlen- station. Roggenfuttermehl R19 12,50, Roggenvollkleie R19 11,00. Roggenkleie R 12 9,95, R 15 10,15, R 16 10,25, R 18 10,40, R 19 10,50 Mühl en festp reis ab Mühlenstation. Treber —. Wiesenheu, handelsüblich, gesund, trocken 5,00, Wiesenheu, gut, gesund, trocken 5,80 bis 6,00, Kleeheu, gut, gesund, trocken 7,00 bis 7,50, Weizenstroh, binhfahenge- preßt oder gebündelt 2,80, Roggenstroh, do. 3,00, Hafer- und Gerstenstroh do. 2,60 bis 2,70 Erzeugerpreis ab Erzeuger-Verladestation. Tendenz: ruhig. Sranffurlr- Schlachtviehmarkl. Frankfurt a. M„ 24. Nov. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Dorauftrieb: 1341 Rinder (198 Ochsen, 108 Bullen, 767 Kühe, 268 Färsen), 253 Kälber, 148 Hämmel, 130 Schafe, 292 Schweine. Es kosteten: Ochsen 36 bis 46,50 Mark, Bullen 35,50 bis 44,50, Kühe 20 bis 44,50, Färsen 34 bis 45,50, Kälber 35 bis 65, Hammel 30 bis 52, Schafe 20 bis 42, Schweine 50 bis 59 Mark-. — Marktverlauf: Rinder, Kälber, Schweine zugeteilt; Hümmel und Schafe mittelmäßig. Rundfunkprogramm Freitag, 25. November. 6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.30: Nachrichten. 9.40: Mutter turnt und spielt mit dem Kind: Heisa, heut' ist Schützenfest. 10: Schulfunk: Rohstoff Wasser! Eine Hörfolge. 10.30: Augen auf! Eine Landschule treibt praktische Verkehrserziehung. 11.45: Ruf ins Land. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Dramatische Höhepunkte in Puccini-Opern. 15: Kleines Konzert. 16: Nachmittagskonzert. 18: Sport der Woche und für den Sonntag. 18.10: „Dos größte Fürstengrab in Mitteleuropa." Eine Entdeckung aus Der Hallstattzeit. 18.30: Italienische Unterhaltungsmusik. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. 20: Nachrichten. 20.15: Abendkonzert. 21: „Die Schuld"- Ein Hörspiel. 22: Nachrichten. 22.15: Bücher, von denen man spricht. 22.30: Tanz und Unterhaltung. 24 bis 2: Nachtkonzert T. 2 bis 3: Nachtkonzert Ö. Hauswänden erheblichen Schaden an. Die Windstöße waren so heftig, daß Die Häuser wie bei einem Erdbeben zitterten. Kreis Alsfeld. —.— Homberg, 22. Nov. In den vergangenen beiden Wochen hat der SA.-Sturm 15/ 2 5 4 in Homberg, in Ober- und Nieder-Ofleiden, in Gonterskirchen und in Haarhausen altes Eisen gesammelt, insbesondere auch in Den Steinbrüchen unbrauchbar gewordene Rollwagen und Eisenterle zusammengettagen. Insgesamt ^wurden 300 Zentner Alteisen gesammelt und nach Frankfurt a. M. verladen. — Der Sturm, der in her Nacht zum Dienstag über die Landschaft brauste, hat auch in unserer Stadt einigen Schaden angerichtet. Es wurden Bäume entwurzelt, Aeste abgerissen, von vielen Dächern wurden Ziegel gelöst und auf die Straße geworfen. Auch m der Lichtleitung wurde durch den Sturm einiger Schaden angerichtet. Kreis Bübingen. | Gedern, 22. Nov. Im Saale des Bergwirts- Hauses fand die zweite Veranstaltung Der diesjährigen Kulturvorträge statt. Dr. Gerber aus Frankfurt sprach über verschiedene Gegenwartsfragen. Der geräumige Saal war wieder vollbesetzt. mußt zu fein. Zur Bereicherung der Tagung sangen unter Leitung von Rektor Bender Mädchen und Knaben der Volksschule Watzenborn-Steinberg einige vaterländische Lieder, die starken Beifall fanden. Einige Gedichtvorträge bedeuteten schöne Abwechslung. Im Mittelpunkt der Kreisversammlung stand ein Dortrag von ©r. Rieck, Frankfurt a. M. über Das Thema „Die deutsche Volkskunde im Weltanschauungskampf unserer Zeit". Der Redner sprach davon, wie die deutsche Volkskunde die Grundlage für vielerlei Schulungsarbeit in Partei *unh Schule bedeute. Aufgabe und Ziel Der Volkskunde sei es, Wesen und Art unseres Volkes in den vielerlei Erscheinungsformen zu erfassen. Es gelte, arteigene Kräfte zur vollen Entfaltung zu bringen. In seinen weiteren Darlegungen erläuterte er im einzelnen die Volkskunde, wie sie in der Vergangenheit erstmalig durch Möser, Ernst Moritz Arndt, Friedrich Ludwig Jahn, tfe Brüder Grimm und F. W. Riehl gepflegt § Jl.-’fport BGLORlfl sieSnneMVQe/''waS Erstaufführung 1 Heute Donnerstag: Dr. Oetker ab 80 Jtpf. in Apotheken und Drogerien praktisch gezeigt. 7555A Eintritt frei! Eintritt frei! LICHTSPIELHAUS 7556A Im Vorprogramm: 7541A GTesseo7 PALAST • Sonderproerironr. Friedrich.Vofc Abenteuer und Tiersensationen ELEKTRO-GEMEINSCHAFT, GIESSEN DR. AUGUST OETKER, BIELEFELD Das Backen von einfachen Napfkuchen bis zur fertig garnierten Torte wird Der Far Kämpfe Einspaltige Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grund, preis von s Pf. für dteMillimeter- »eile veröffentlich! afrikanischen Urwald von Zwergtnenschen, Riesentieren und anderen Urwald-Oehelmnlesen Eine „Mustergattin Das größte amerikanische J Filmwerk der letzten Jahre ■ Mehr Freude an der Natur durch Bermühler-Bücher! Wasser absetzt. Ist dieser Film genügend fest gemorv den, wird der Metallring, auch Heber genannt, herausgenommen, der die gleichgroße Fläche Film mit heraus befördert, mit der dann der betreffende Flügel bespannt werden kann." Kaurn zu glauben, daß so etwas möglich ist. Aber wir können uns oft genug von den Fertigkeiten dieses Films überzeugen, der auch noch nicht reißt, wenn es irgendwo mal eine harte Landung gibt. Die abschließenden Worte des Modellflugreferenten: „bei den Fliegern ist nichts unmöglich", lassen uns ahnen, daß heute im Nationalsozialistischen Fliegerkorps der Flugsport in allen seinen Möglichkeiten erforscht und erschöpft wird. Vom Büchertisch des Sportlers. — Hans Westphal: Der Stuhl als Turngerät. 50 lustige Hebungen am Stuhl. Ein Anleitungsbüchlein. Mit zahlreichen Abbildungen. Reher-Verlag, Berlin. Brosch. 1,50 Mark. — (365) — Den Stuhl betrachtet man im allgemeinen als ein sehr zweckmäßiges Sitzmöbel. Mit Erstaunen wird man aber an Hand des schmalen Heftes des Turn- und Sportlehrers Westphal feststellen, daß der Stuhl auch ein geradezu universelles Turngerät sein kann. Wie dies möglich ist, das ist aus den kurzen von Humor gewürzten Anleitungen und aus den vielen Bildern, die das Büchlein enthält, rasch zu erkennen. Das Büchlein erscheint besonders empfehlenswert für solche Menschen, die durch Gewichtszunahmen beunruhigt werden. — Robert Kohler: Unsere Spiele. Ein Anleitungsbuch. 60 Seiten. Mit 58 Abbildungen. Franckh'sche Verlagshandlung Stuttgart. Kart. 1,50 Mark. — (258) — Wohl kaum ein anderes Volt der Erde besitzt eine solche Fülle von Spielen der Leibesübungen, wie gerade das deutsche Volk. Der Verfasser hatte es nun unternommen, eine stattliche Anzahl dieser Spiele in Wort und Bild zusammenzutragen. Nicht weniger als 200 solcher Spiele sind verzeichnet. Für jeden Uebungsteiter, sei es in den Reihen der HI. oder des Reichsbundes für Leibesübungen, ist das handliche Buch eine Fundgrube. Die kleine Sdireibmoidiine md den großen Vorzügen Generalvertrieb Baams & Treibig Gießen Bahnhofstr. 26 Ruf 3700. 6941A Kurze Sportnotizen. Hans Nüßlein,der deutsche Tennismeister der Berufsspieler, nimmt in der Zeit vom 15. Febr. bis 15. April in USA. an verschiedenen Turnieren Back-Vortrag der abends 8 Uhr im Saale des Kathol. Vereinshauses, Liebigstraße 20, stattfindet. ußefucfjen Sie Montag, den 28. November 1938 den interessanten und lehrreichen Ein FOX-FILM in deutscher Sprache. „CHICAGO“ — dieser mit dem amerikan. Filmpreis 1937 ausgezeichnete Spitzenfilm gehört zu den größten Filmwerken der Spielzeit 1937/38 und ist in der ganzen Welt ein außerordentlicher Erfolg! Der Film schildert in einem packend. Drama der Liebe nnd Leidenschaften die größte Brandkatastrophe aller Zeiten. Wer hat Chicago in Brand gesteckt? Ein packendes, einmaliges Erlebnis! Kulturfilm: Tiere vor der Kamera u. Ufa-Ton-Woche Täglich 4, 6 und 8.30 Uhr. Sonntags 3, 5.30 und 8.30 Uhr. mit der großen Besetzung: Käthe v. nagy - albert matterstock GRETHE WEISER - LUCIE ENGLISCH PAUL KEMP - GEORG ALEXANDER Tobis-Wochenschau - Tobis-Kulturfilm Täglich 4, 6 und 8.30 Uhr. Sonntags 3, 5.30 und 8.30 Uhr. 7000 Meter Höhe im Segelflugzeug erreicht. NSFK.-Sturmführer Z i l l e r von der Reichsschule für Segelflugsport Grünau im Riesengebirge vollbrachte im Segelflugzeug eine prachtvolle Leistung. Er erreichte über dem Gelände von Grünau mit einem Segler vom Typ „Kranich" eine Startüberhöhung von 7000 Meter. Damit stellte Ziller einen neuen internationalen Rekord der Klasse motorlose Flugzeuge auf. Bisheriger Rekordhalter ist der deutsche Flugkapitän Walter Drechsel, der im vergangenen August auf der Wasserkuppe eine Startüberhöhung von 6687 Meter zu verzeichnen hatte. Schweickert Turnersieger in Malmö. Beim Internationalen Ringer-Turnier in Malmö tonnte der deutsche Meister im Mittelgewicht, Ludwig Schweickert (Berlin), Turniersieger werden. Nach seinen zwei Erfolgen am Vortag besiegte er auch den Schweden Kundin mit 2:1 nach Punkten. Nicht so glücklich war der Kölner Ferdinand Schmitz, der zwar den Schweden Nilsson nach Punkten besiegte, dann aber Svensson (Schweden) nach 6,30 Minuten unterlag. Schmitz mußte sich daher mit dem zweiten Platz im Federgewichtsturnier begnügen. Im Halbschwergewicht konnte Neo (Esüand) über Björk in 8,50 Minuten und gegen Joensson mit 3:0 Punkten siegen, doch gegen den Schweden Axel Cadier kam er nicht an. In 7,30 Minuten wurde Neo auf beide Schultern gelegt. nnd Sonntag | 11 Uhr vormittags einmalige Früh-Vorstellung. Afrika, wie man es noch nie sah und hörte! Geheimnisse und Rätsel des schwarzen Kontinents. Das Leben und Treiben der sagenhaften Pygmäen, des eigenartigsten Volksstammes der Welt, in ihren wundersamen Sitten und Zucker oder 10Tropfen auf 1 Eßlöffel Wasser sind von guter Wirkung bei Magen- und Darmbeschwerden, Unwohlsein, Migräne, Sodbrennen usw. Daneben hat sich AMOL als Einreibung bei Rheuma, Ischias, Kopf«, Nerven- und Srkältungsschmerzen, Gliederreißen, Hexenschuß bewährt. AMOL ist ein richtiges Hausmittel! AMOL Ist vielseitig! Fußball-Gauliga-Spiele des kommenden Sonntags. Zwei wichtige Lokalkämpfe stehen auf dem hessischen Spielplan, aber wie sie auch ausgehen mögen: die Tabellenführung von Hessen Bad Hersfeld bleibt weiter unangetastet, obwohl der Spitzenreiter erneut aussetzt. In Hanau wird die ehrgeizige Dunlop-Elf nichts unversucht lassen, um der spielerisch immer noch überlegenen, aber im ^>turm recht schwach gewordenen Meistermannschaft eine Niederlage beizubringen. Sehr offen ist der Kampf in Kassel, bei dem vielleicht der Platzvorteil den Ausschlag zu einem knappen Erfolg des SC. 03 gibt, nur 2-4 Gramm. das leichteste Holz, das es überhaupt gibt, leichter als Kork ist und in Südamerika seine Heimat hat. Für die Randbogen der Fläche kommen noch Pias- sava-Borsten in Frage, die aus Madagaskar em- aeführt werden. Für die Rippen der Flache werden aufgespaltene Strohhalme und getrocknete Graser genommen. Ist das Gerippe dann fertig, wird zum Schluß die Fläche mit Seidenpapier oder Mikrofilm bessiannt." ... , . „ ~ Da wir mit dem Wort Mikrofilm trotz allem Nachdenken nichts anfangen können lassen wir uns diesen Stoff besonders erklären. „Zur Einleitung: Mit 240 Gramm Mikrofilm kann man etwa 70 Saalflugmodelle bespannen. Die Herstellung erfolgt nach Art eines Kochbuchrezeptes. Man nehme 200 Gramm Cellonlack, 15 Gramm Rizinusöl, lOGramm Amylacetat, eine Tablette Kampfer und 20 Tropfen ätherisches Del. Dann läßt man eine Badewanne voll Wasser laufen, ein Leichtmetallring, der ungefähr die Größe und Form eines Flügels hat, wird hineingelegt und die oben erwähnte zusammengebraute Lösung läßt man auf die Wasserfläche laufen. Eine hauchdünne Haut — Film — bildet sich über dem Wasser, ähnlich wie sich auch Del auf KAFFEEGROSSRÖSTEREI SCH6DI »GRABE Gebräuchen. Der Film der großen VolMliWsitätte Gießen und NSB.-Dozenlenbond Im Rahmen der von der Volksbildungsstätte Gießen und dem NSD.-Dozentenbund veranstalteten Vortragsreihe „Wissenschaft im Dienst am Volk“ spricht am Freitag, dem 25. November, 20.30 Uhr, in dem Hörsaal Nr. 45 der Universität, Ludwig- straße 23, Prof. Dr. BRÜNING über das Thema: »Die Sdunemeihütan6 bei Operationen« Bei einem Eintritt von 10 Pfennig sind alle Volksgenossen zu diesem Vortrag herzlichst eingeladen ______________________ 7553D teil, zu denen auch der Amerikaner Ellsworth Vines, der Engländer Fred Perry und der Franzose Robert Ramillon verpflichtet wurden. Man hofft Übrigens auch, daß Donald Budge dabei fein wird. ♦ Das Zugfpitzplatt-Schifpr i n g e n, das am kommenden Sonntag die Saison eröffnen sollte, mußte auf den 4. Dezember verschoben werden, da die Schneedecke noch zu dünn ist. Ilugzeuginodell - NSG. Es hat sich bereits herumgesprochen, daß das Nationalsozialistische Fliegerkorps am 26. und 27. November 1938 in der Festhalle zu Frankfurt am Main den I. R e i ch s w e t t b e w e r b für Saalflugmodelle durchführt. Weil der größte Teil der Bevölkerung nur sehr wenig oder überhaupt nichts vom Modellbau und besonders vom Saalflugmodellbau weiß, haben wir dem Modellflugreferenten der Gruppe 11 des NS.-Fliegerkorps einen Besuch abgestattet, um das Geheimnis dieser synder- baren Modelle einmal zu ergründen. Die Gummistränge des Modelles straffen sich, der sogenannte Gummimotor wird aufgezogen — das Modell fliegt! Stößt weder an die Wände des Zimmers noch an die Schränke, fliegt ruhig seine Kreise, bis es nach etwa zwei Minuten sauber auf dem Boden landet. Als wir es dann näher betrachten, dieses zierliche Gebilde aus Holz, Seidenpapier und Stroh, können wir es noch nicht glauben, daß auf unserer Hand nur zwei bis vier Gramm ruhen. „Von diesem Holz, das zum Beispiel für den Rumpf verwendet wird, können Sie einen ganzen Stamm in einer Hand halten" — meint lachend der Modellflugreferent —, „es ist nämlich Balfa-Holz, es Tranchier-ßeslecke Geflügelscheren Edgar BORRMANN5: Gießen, Neustadt 5-7, Rn! 4165