Nr. 224 Erstes Blatt 188. Jahrgang Samstag, 24-/5snntag,25. September 1958 LrlchetM täglich, aufcex Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustriert» Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monatt'BezugLpreis: Mi» 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte 1.80 Zustellgebühr . -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zerilfprechanfchlüffe unter Sammelnummer 225) Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Krontfurt am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche UniversttStsdruckerei R. Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftraße 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer vis8^/.Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf.. für Text» anzergen von 70 mm Breite bORpf-.Platzvorschrifi nach vorh Dereinbq. 25°/e mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzei* gen 5 Rpf., Familienanzei* gen, Bäder»,Unterrichts- u.' vehördlicheAnzeigen6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Die Godesberger Besprechung in freundschaftlichem Geist beendet. Deutsches Memorandum enthält endgültige deutsche Stellungnahme zur Lage. — Der Führer dankt Chamberlain. Godesberg, 23.Sept. (DNB.) Das Rheinstädtchen Godesberg bot sich auch am zweiten Tage des großen politischen Ereignisses in dem farbenfrohen Glanz eines schönen Herbsttages dar. Der britische Gast und seine Mitarbeiter empfingen in den wenigen Augenblicken der Muße die schönsten Eindrücke der Rheinlandschaft. Zu Tausenden strömte die Bevölkerung wieder an das Rheinufer, um den britischen Staatsmann bei seiner Anfahrt zu begrüßen. Um 18.15 Uhr kam Bewegung in die Menge. Ein Wagen rollte gegenüber dem Rheinhotel Dreesen an die Rheinfähre. Ihm entstiegen der britische Botschafter in Berlin, Sir Neville Henderson und Sir Horace Wilson vom Stab des Premierministers, um dem Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop einen Besuch abzustatten. Die längere Zeit währende Aussprache diente der weiteren Klarstellung der beiderseitigen Standpunkte, wie sie am Vormittag bereits aus schriftlichem Wesse eingeleitet worden war. Die abschließende Vesvrechung. Premierminister Neville Chamberlain traf Freitagabend 22.30 Uhr in Begleitung des britischen Botschafters Sir Neville Henderson und des Chefs des Protokolls, Gesandten F r e i - Herrn von Dörnberg, im Rheinhotel Dreesen zu einer abschließenden Besprechung mit dem Führer und Reichskanzler ein. Der Führer empfing mit dem Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop feinen Gast am Eingang des Hotels und geleitete ihn in die im Parterre gelegene Halle. Line Ehrenwache der ^-Standarte „Brandenburg" erwies dem britischen Premierminister die Ehrenbezeigung. Die in freundschaftlichem Geiste gehaltenen Besprechungen zwischen dem Führer und dem englischen Premierminister wurden am Freitag mit der lleberreichung eines deutschen Memorandums, das die endgültige deutsche Stellungnahme zur Lage im Sude t e n l a n d enthält, beendet. Der englische Premierminister hat es übernommen, dieses Memorandum der tschecho-slowakischen Regierung zuGib ermitteln. Chamberlain suchte Freitagabend in Begleitung des englischen Botschafters in Berlin Sir Neville Henderson und Sir horace Wilson den Führer und Reichskanzler in Anwesenheit des Reichsministers des Auswärtigen auf, um sich von ihm zu verabschieden. Der Führer sprach dem britischen Premierminister und der britischen Regierung aus diesem Anlaß seinen und des deutschen Volkes aufrichtigen Dank aus für die Bemühungen zur Herbeiführung einer friedlichen Lösung der sudelendeutschen Frage. Die abschließende Besprechung zwischen dem Führer und Chamberlain dauerte etwa drei Stunden. Um 1.30 Uhr verabschiedete sich der britische Premierminister vom Führer, der seinem Gast bis zu seinem Kraftwagen vor dem Portal des Rheinhotels Dreesen das Geleil gab. Der britische Premierminister wird Samstag am frühen Vormittag Deutschland im Flugzeug verlassen, um sich nach England zurückzubegeben. Chamberlain berichtet heute dem Kabinett. London, 24. Sept. (DNB. Funkspruch.) In London rechnet man damit, daß Chamberlain sofort nach seinem Eintreffen heute mittag die Mitglieder des sog. Kleinen Kabinetts, d. h. also Außenminister Lord Halifax, Schatzkanzler Sir John Simon und Innenminister Sir Samuel Hoare, zu sich bitten wird, um ihnen über die Gode sberger Besprechungen zu berichten. Allgemein wird erwartet, daß noch Samstag nachmittag oder abends eine B o l l - sitzung des Kabinetts stattfinden wird, bei der Chamberlain ebenfalls Bericht erstatten wird. Die Londoner Blätter rechnen durchweg damit, daß das Parlament Anfang nächster Woche vielleicht schon Montag oder Dienstag zu- sammentreten wird. Die telephonischen Verbindungen zwischen Godesberg und London waren am Freitag sehr rege. Die führenden Mitglieder des Kabinetts wurden vom Foreign Office telephonisch über die Entwicklung in Godesberg und auch über die Nachrichten aus dem sudetendeutschen Gebiet auf dem laufenden gehakten. Schatzkanzler Sir John Simon begab sich gegen 15 Uhr persönlich in das Auswärtige Amt. Etwas später erschienen dort auch Innenminister Sir Samuel Hoare, Verteidigungsminister Sir Thomas I n s k i p und Kolonialminister Macdonald, letzterer, um die Regierungen der Dominions über den Stand der Dinge zu unterrichten. Auch mehrere ausländische Diplomaten sprachen im Auswärtigen Amt vor. Darunter der polnische Botschafter Graf Raczynski, der den polnischen Standpunkt in der tschechischen Frage im Lichte der neuesten Entwicklung erläuterte. — Ein weiterer Bescher war ver sowjetrusfische Geschäftsträger Kagan. Benesch ordnet Mobilmachung an. Panik in der Tschecho-Glowakei. — Wachsende Unzufriedenheit mit den Kriegshetzern in der Prager Burg. — Niemand will für Benesch bluten. Die Mobilmachungsorder. Prag, 23. Sept. (DNB.) Staatspräsident Dr. Benesch hat die Mobilmachung der gesamten tschecho-slowakischen Armee angeordnet. Mißstimmung in allen Sebölkerungskreisen. Prag, 24. Sept. (DNB.-Funkspruch.) Die Meldung von der Mobilisation der gesamten tschechoslowakischen Wehrmacht hat im ganzen tschechoslowakischen Staatsgebiet eine ungeheure Panik ausgelöst. Schon gegen Mitternacht sammelten sich in Prag Tausende in den Straßen, um ihrem Abscheu gegenüber den gewissenlosen Kriegstreibern und Kriegshetzern aus der Prager Burg Ausdruck zu geben. 3n den Minderheiten-Gebieten ver- suchten Tausende von Männern sich in Sicherheit zu bringen um nicht gegen ihr eigenes Volk marschieren zu müssen. In Prag schenkte die Menschenmenge, obwohl sofort Abgeordnete als Redner auf die Menge ^inzuwirken versuchten, den Ansagen von der Hilfe keinen Glauben, die der Tschecho-Slowakei angeblich von außen kommen solle. Man erklärte ganz offen, daß die Bevölkerung von Regierung und Rundfunk schon zu oft betrogen und belogen worden sei. So wird besonders auf den Gegensatz zwischen der Behauptung des Prager Rundfunks, die Besprechung zwischen dem Führer und Chamberlain sei um 11 Uhr ergebnislos abgebrochen worden und der Tatsachenmeldung des deutschen Rundfunks, daß sie um IV2 Uhr morgens erfolgreich beendet worden sei, aufmerksam gemacht. Das sei Beweis dafür, mit welchen Mitteln man dem tschechischen Volk Mut zu machen versuche. Bei der Arbeiterschaft, insbesondere in den Prager Vorstädten, aber auch in Brünn, Pilsen und anderen Industriegebieten herrscht die Frage vor: Was wird aus dem Arbeiter, wenn Sirovy und seine Kumpane zum Kriege treiben. Sie hätten i h r Millionenvermögen imAusland, hätten Flugzeuge, mit denen sie sich im letzten Augenblick in Sicherheit bringen könnten, wenn ihre Politik fehlgeschlagen sei. Die Bauern und die Arbeiter aber könnten ihre Höfe und Wohnungen nicht verlassen, sie müßten für die Desperado-Politik der verbrecherischen Gesellen auf der Prager Burg bluten. Ihre Häuser würden vernichtet, ihre Arbeitsplätze zerstört, ihre Familien zerrissen, ihre Kinder einem ungewissen Schicksal preisgegeben. Man versuche sie zu zwingen, hier für etwas zu kämpfen, was sie nie gewollt hätten und auch heute nicht wollten, für ein Phantom. In den Morgenstunden des Samstag find d i e Züge in der Tschecha-Slowakei für den all- » gemeinen Verkehr f a ft vollkommen g e - sperrt und mitReservisten gefüllt. Wer im Wilson-Bahnhof und im Masaryk- Vahnhof Zeuge der nächtlichen Reservistenverladungen gewesen ist, wer unter diesen stand und sich in ihrer Sprache mit ihnen unterhielt, dem offenbarten sie auch ihr Herz. Es sind nicht wenige unter ihnen, die den Weltkrieg noch nicht vergessen haben, die als Soldaten in der österreichisch-ungarischen Armee bei der ersten Gelegenheit die Waffen fortwarfen und sich vom Gegner internieren ließen, weit es sich für den Staat d«r Habsburger nicht zu kämpfen lohnte, und die ihren Kameraden auch jetzt diese Methode als die sicherste empfehlens aus dem „Wurstkessel", der Tschecho-Slowakei, lebend zu entkommen. Die Eisenbahnwaggons sind mit Aufschriften ver- sehen: „Wir wollen den Fr jeden", „Fort mit Benesch und Sirovy", „Wir wollen Arbeit und Brot", „Wir wollen kein Kanonenfutter sein". Teilweise sind die Waggons mit Karikaturen von Benesch und Sirovn bemalt, die alles andere als schmeichelhaft sind. Schon in den Nachtstunden setzte die Beschlagnahme aller Motorfahrzeuge ein, so daß in Prag sogar kaum noch Autos zu haben sind. Die Zeitungen sind mit großen Zensurlücken erschienen. Sie dürfen von den ausländischen Meldungen nichts veröffentlichen, insbesondere über die Verhandlungen in Godesberg und das Verhalten Sowjet-Rußlands und Frankreichs nur das bringen, was der tschechische Zensor erlaubt, dessen umfangreiche Arbeit zahlreiche weiße Stellen in den Blättern und die Beschlagnahme mehrerer Zeitungen deutlich machen. Kein Deutscher wird aus Deutsche schießen Aufruf Konrad Henleins an die Sudeiendeutschen. DNv. 24. Sept. Konrad Henlein erläßt an das Sudetendeutschtum folgenden Aufruf: Benesch hat in seinem Hasardspiel die letzte Karte auf den Tisch geworfen. Er hat, g e st ü h t auf eine verfassungswidrige Militärregierung, die allgemeine Mobilmachung verkündet. Ihr, meine Volksgenossen in der Heimat, wißt, worum es geht. Kein Deutscher wird auf Deutsche schießen, kein Magyare auf Magyaren, kein Pole auf Polen. Benefd) Hal kein Recht, Euch zum furchtbaren Brudermord zu zwingen. Seinem Mobilisierungsbefehl wird kein Deutscher Folge leisten. In kurzer Zeit, werde Ihr frei fein! Veneschs letzte Karle. Der Freitag abend, der zunächst sehr ruhig zu. werden versprach, hat einen recht dramatischen Ver-1 lauf genommen. Zur gleichen Stunde, als im Rhein-! Hotel Dreesen in Godesberg die beiden Staatsmänner Englands und Deutschlands miteinander be-1 rieten, verkündete Herr Benesch über den tsche- > chischen Rundfunk die Mobilmachung her: tlchechischen Armee. Eine Minute vor Tores-; schloß machte er, von Moskau getrieben, einen letzten krampfhaften Versuch, eine friedliche Lösung der sudetendeutschen Frage zu verhindern und die Welt in Brandzu st ecken. Gibt es einen größeren Gegensatz, als die selbstbewußte und sichere Ruhe der freien Staatsmänner in Godesberg und die verbrecherische, von Moskau angezettelte Panikmacherei in Prag? Auf der einen Seits taten sich in Godesberg die Führer von zwei der größten Nationen Europas zusammen, um ihren Völkern den Frieden zu erhalten und das Grauen eines Krieges zu ersparen. Auf der anderen Seite dagegen setzten auf der Prager Burg die tschechischen Machthaber alles auf die letzte Karte, und machten nach einmal den kläglichen Versuch, Mionen von Menschen anderer Völker um chres Machtdunkels. t und der Aufrechterhaltung brutalen Terrors willen in einen grauenhaften Krieg zu treiben. Man war dabei so erbärmlich feige, daß man dem tschechischen Boltz keinen klaren Wein über die wahre Lage einzuschenken wagte, sondern zu den primitivsten Fälschungen greifen mußte, um wenigstens zu erreichen, daß ein Teil der Reservisten der Einberufungsparole Folge leistete. Lüge, nichts als Lüge! Lügen mußten dazu herhalten, um die tiefe Depression des tschechischen Volkes und die große allgemeine Unzufriedenheit mit seiner Führung noch einmal zu bemänteln. Sow j etrußland unternahm einen krampfhaften Versuch, der Tschechei militärisch und politisch Hilfe zu schaffen, indem es bei der polnischen Regierung einen Schritt unternahm, mit der Absicht, diese einzuschüchtern. Man war im Kreml auf die mannhafte, feste und energische Antwort Polens allerdings nicht gefaßt. Am Freitag- nachmittag konnte much dieses durchsichtige Manö- or "ls npfcbeitrrt gelten. Aber Herr Benesch konnte immer noch nicht daran nfmiben, daß die Zeit der Knechtung von acht Millionen Angehörige eines fremden Volkstums durch sieben Millionen Tschechen ein Ende haben sollte. Er glaubte den Versicherungen Moskaus, er möge es nur erst zu einem bewaffneten Konflikt kommen lassen, dann werde allmählich, von selbst sozusagen, ein großer Teil der Welt zum Bundes-genossen der Tschechen werden. Nun: das Godesberger Kommunique hat der Welt über die wirkliche und wahrhafte Friedenspolitik des Führers und des britischen Staatsmannes einen eindeutigen Beweis gegeben. Es steht in krassestem Gegensatz zu der provokatorischen Politik der Panikmacher in Prag und Moskau. Gegenüber dem Verzweiflungsspiel der Herren Benesch, Sirovy und Genossen und seiner Moskauer Hintermänner beharren Deutschland und England auf dem Selbstbestimmungsrecht der Völker und werden sie auch durch solche törichten Täuschungsmanöver wie die später dementierte Reutermeldung über deutsche Angriffsabsichten nicht irre machen lassen in ihrer auf die Sicherung eines hauerbaffen europäischen Friedens hinzielenden Zusammenarbeit. Es geht um Europa. Die Ereignisse überstürzen sich. Stand noch das vergangene Wochenende im Zeichen des verzweifelten Versuchs der Prager Regierung, die Sudetendeutsche Partei als die politische Organisation des Sudetendeutschtums mit Hilfe des Standrechts auf die Knie zu zwingen, wozu wesentliche Teile der Verfassung außer Kraft gesetzt und gleichzeitig mit Gendarmerie und Soldateska der in der Roten Wehr militärisch organisierte kommunistische Mob zu einem"wahren Vernichtungsfeldzug gegen das Sudetendeutschtum losgelassen wurde, so bab.cn inzwischen die bisherigen Prager Machthaber eine schwere diplomatische Niederlage erlitten. Mit der wachsenden Unmöglichkeit, die Wahrheit über die Vorgänge der letzten Tage noch länger zu unterdrücken, hat Panik die tschechische Bevölkerung ergriffen, der Stllrm auf die Banken hat die Schließung der Prager Börse notwendig gemacht. Jüdische Geldleute suchen durch eilige Flucht ins Ausland bereits ihr Schällein ins Trockene zu bringen. Neben den Sudetendeutschen melden Polen, Ungarn, Karpathv- Ufrainer ihre Forderung auf ihr Selbstbestimmungsrecht an. Die Soldaten nichttschechischer Nationalität flüchten über die Grenzen, sie'Haden keine Lust, im Befreiungskampf ihres eigenen Volkstums den Kopf für ihre tschechischen Unterdrücker hin- zuhalten. Dem inneren Zerfall des Staates entspricht der moralische Zusammenbruch eines Volkes, dem von seiner Regierung noch bis in die letzten Tage vorgegaukelt wurde, daß überall im Lande Ruhe und Ordnung herrsche und Prag niemals territoriale Zugeständnisse irgend welcher Art machen werde, während in Wahrheit blutiger Terror Tausende von Sudetendeutschen von Haus und Hof trieb und die diplomatischen Verhandlungen zwischen den Westmächten und Prag der tschechischen ■Regierung keinerlei Möglichkeit ließen, der Annahme der englisch-französischen Vorschläge zu entgehen. So mußte die Mitteilung von der Unterwerfung Prags unter den Willen der Westmächte unter der so dreist belogenen und über den Ernst der Lage getäuschten tschechischen Bevölkerung wie eine platzende Bombe wirken. Es ist die Atmosphäre tiefster Niedergeschlagenheit eines Volkes, das aus dem Traum eines angemaßten und ihm immer wieder eingeredeten Herrentums über fremde Volksgruvven sich herabgestürzt sieht in die raube Wirklichkeit eines zerfallenden Staates, dessen Feblkonstruktion auseinanderbricht, sobald die Naturgewalt des Selbstbestimmungsrechts der Völker auch nur einen Stein aus dem Fundament löst. Das Cbaos, das an die Stelle einer künstlich geschaffenen, nur mit brutaler Gewalt aufrechterhalte, nen Ordnung tritt, läßt Moskaus Stunde schlagen. Nicht umsonst hat die Komintern lange Jahre hindurch das bolschewistische Gift durch die verschiedenartigsten Kanäle dem tschechischen Volk ein- geträufelt. In der Intelligenz, im nationalistischen Bürgertum, das noch der Erinnerung an die pan- slawiftische Idee der Vorkriegszeit huldigt, in her marxistischen Arbeiterschaft, ja selbst im Heer, in dessen höchsten Spitzen die höchst zweifelhafte Tra« hition der durch ihren schändlichen Verrat an Kolt- schak und ihren Raubzug durch Sibirien berüchtigten tschechischen Legionen sich verkörpert, überall haben Moskaus Agenten gante Arbeit geleistet. Das tschechisch-sowjetrussische Militärbündnis bat em übriges getan, den Boden zu bereiten, auf dem Moskau heute zu ernten gedenkt. Nun im Augenblick tiefster Enttäuschung mobilisiert Moskau die Straße. Demonstrationszüge nationalistischer Sa- kolnverbände wechseln mit solchen des fnmmunni« stischen Mobs ab, um von Benesch die Errichtung einer Militärdiktatur zu fordern, die unter den in der Tschecho-Slowakei gegebenen Verhältnissen nur unter bolschewistischem Vorzeichen stehen kann. Die Regierung hrto Generale Sirovn. hie am Donnerstag das Kabinett Hodza abgelöst hat, ist denn auch nichts anderes, als eine durch die Hinzuziehung von Beamten verbrämte Militärdiktatur, die die enge Verbindung mit Moskau schon durch : die Persönlichkeit des neuen Regierungschefs eindeutig dokumentiert. Seine ganze Vergangenheit weist ihn auf eine provokatorische Politik hin. die dem Bolschewismus in die Hände arbeitet bei feinen Bemühungen, eine friedliche Lösung des Pro- । blems her Neuordnung im Raum der bisherigen j tschecho-slowakischen Republik mit allen Mitteln zu hintertreiben und auf einen offenen Konflikt yinzu- fteuern. „Gewalt um jeden Preis" bat die Pressestelle der Sudetendeutschen Partei die Devise des neuen Prager Kabinetts genannt, und schon hie ersten Stun- den des neuen Regimes haben dieser Prophezeihung in furchtbarster Weise Recht gegeben. Die Sudetendeutschen, die im Egerland und in den anderen sudetendeutschen Grenwebieten den Vereinbarungen mit den tschechischen Behörden auf Uebernabme des Ordnungsdienstes und Alnug der tschechischen Beamten, Gendarmen und Soldaten getraut haben, sind einem schamlosen Täuschungsmanöver zum Opfer gefallen, das die perfide Heimtücke und den fanatischen Haß der Tschechen in ihrer ganzen Ge- meinbeit zeigt. Schon nach wenigen Stunden hoben die tschechischen Truppen, verstärkt durch Rote Wehr, überall kehrtgemacht und haben unter her ahnungslosen, sich ihrer endlichen Befreiung freuenden Bevölkerung mit Panzerwagen und Tanks ein entsetzliches Blutbad angerichtet. Die Hilferufe, die die erneut dem abscheulichen Terror zügelloser HulMnhorden ausgMeferten Bewohner von Gras- wieder einmal die Wahrheit des Sprichwortes erfahren: „Lügen haben kurze Beine". Wit den gleichen Methoden versuchte der tschechische Rundfunk die Erklärung des französischen Ministerpräsidenten D a l a d i e r in eine b e - dingungslose Unterstützung der Tschechoslowakei umzufälschen, offenbar, um der Bevölkerung die Mobilmachung zu versähen und ihr die Illusion zu geben, dah sie in einen aussichtsreichen Kampf gehe. 3n Wirklichkeit ist die von Daladier abgegebene Erklärung eindeutig gegen Prag gerichtet, da ausdrücklich betont wurde, dah nur im Falle eines unprovozierten Angriffes der Tschechoslowakei Hilfe werden könne, der Fall der Provokation durch die Tfchech o - S lo wak ei aber schon seht vor aller Well gegeben ist. 127800 Flüchtlinge auf reichsdeutschem Gebiet. Berlin, 23. September. (DNB.) Nachdem der Flüchtlings st rom am Dienstag und Mittwoch langsam abzuebben begann und der Donnerstag infolge der Freigabe zahlreicher Orte durch die tschechischen Sicherheitsorgane sogar zu einer Abnahme der Flüchtlinge von 113 60Q auf 106 200 führte, ist die Zahl der Flüchtlinge seit Donnerstagabend sprunghaft emporgeschnellt. Die Zählung in den Lagern und Durchgangslagern ergab insgesamt am Freitagabend 127800Flüchtlinge. Tiefe Depression im tschechischen Heer. Oie Soldaten fremden Volkstums machen nicht mit. - Gänzlich unzulängliche Vorräte an Munition und Proviant. - Oie Befestigungen aus minderwertigem Material errichtet. lttz und anderen sudetendeutschen Orten in ihrer höchsten Not an den Führer und den britischen Premierminister nach Godesberg richteten, reden eine erschütternde Sprache. Da das Vorgehen der tschechischen Banden überall nach dem gleichen System erfolgte, kann es nicht dem geringsten Zwei- fel unterliegen, daß der neue teuflische Vernichtungsfeldzug gegen die im Vertrauen auf die getroffenen Vereinbarungen sorglos gewordenen und in ihr Heim zurückgekehrten Sudetendeutschen von den neuen Machthabern in Prag angeordnet und planmäßig ins Werk gesetzt worden ist. Dafür spricht auch die erneute Besetzung der schon verlassenen Verteidigungsstellungen längs der bisherigen Reichsgrenze, 'ja ihre erhebliche Verstärkung namentlich durch Tanks, Panzerwagen und schwere Artillerie, ferner die überall im Grenzgebiet erfolgten Sprengungen der Eisenbahnbrücken und sonstigen Kunstbauten, so daß fast alle Bahnlinien, die ins Reich führen,' unterbrochen sind. Sirovy und seine Kumpane setzen offenbar alles auf eine Karte. In blindem Vertrauen auf die Hilfe Moskaus und von Moskaus Agenten ermutigt, steuern sie mit verbrecherischem Zynismus auf die Katastrophe hin, in dem Wahn, sich durch eine Erweiterung des Konflikts vor unpopulären Entschlüssen, wie sie die fran- zösisch-britischen Vorschläge und die seitdem durch bte Anmeldungen der ungarischen und polnischen Forderungen weiter verschlechterte Lage der Tschechen von ihnen verlangen. Angesichts dieser gefährlichen Entwicklung, die alle wahren Friedensfreunde zu gemeinsamen Anstrengungen für eine gerechte, auch die Keime für künftige Konflikte radikal ausräumende Neuordnung auf den Plan rufen sollte, ist es nicht weiter erstaunlich, daß in England sowohl wie in Frankreich dieselben Hetzer, die schon während des Abessinienfeldzuges und in den Krisen des spanischen Bürger- krieges die demokratisch-bolschewistische Einheits- front gegen die autoritären Staaten forderten und den Kreuzzug gegen den „Faschismus" predigten, wieder Morgenluft wittern. Als Chamberlain vor acht Tagen von Daladier ermutigt, mit der gleichen Vorurteilslosigkeit, die ihm seinerzeit schon ge- halfen hatte, den Konflikt mit Italien zu bereinigen, nun in einem Augenblick höchster Spannung die Hand zu einer persönlichen Aussprache mit dem Führer bot, haben angesichts der einhelligen Zu- stimmung, die dieser Schritt des britischen Premierministers in der Öffentlichkeit Englands sowohl wie Frankreichs fand, weder die radikale Rechte, noch die eingeschworenen Volksfrontpolitiker in Pans und London den Mut gehabt, der auf Bewahrung des Friedens gerichteten Aktion sich in den Weg zu stellen. Nun aber, wo es wieder ungefährlicher scheint zu hetzen, nehmen sie ihre gewohnte TäHg- keit wieder auf und glauben, die gewiß nicht leichte Lage, die von Chamberlain und Daladier größte Derantwortunqsfreudigkeit erfordert, bedenkenlos ausnützen zu können, um vor ihrer Anhängerschaft den klugen Mann zu spielen, der schon immer vor einer Zusammenarbeit mit den autoritären Regie- rungen gewarnt habe und nun von dem- Wege Chamberlains unb Daladiers nur Unheil vorhersehe. Es finb dieselben kurzsichtigen, in ihren Vor- urteilen befangenen Politiker, die anscheinend die allgemeine Katastrophe der Sicherung eines dauerhaften europäischen Friedens durch eine vernünftige, auf dem Volkstumsprinzip gegründete Neuordnung vorziehen. Es ist das ein erschütternder Bankrott der politischen Vernunft angesichts des nunmehr klar auf der Hand liegenden Zusammenspiels von Prag und Moskau, das nur ein Ziel haben kann, das europäische Chaos. Sehr bezeichnend ist für dieses Zusammenwirken dcr dreiste Versuch des roten Kreml, den Prager Schützlingen bei der Abwehr der polnischen Forde- rungen Hilfsstellung zu leisten. Die plumpen Drohungen haben, wie zu erwarten war, in Warschau keinen Eindruck gemacht, sie zeigen aber schon deutlich, wessen man sich von Moskau zu versehen haben würde, wenn man ihm erlauben wollte, bei der Neuordnung dieser europäischen Wetterecke mitzu- redeti oder gar sich hier in den Tschechen eine Avantgarde der bolschewistischen Weltrevolution heranzudrillen. Grade um dieses für alle Zeiten zu verhindern, müssen die von tiefster Verantwortung für die Konsolidierung des europäischen Friedens durchdrungenen Staatsmänner diesmal ganze A r - beit leisten. Daß die sich überstürzenden Ereignisse schnelle Entschlüsse verlangen, erleichtert vielleicht die Entscheidung, denn der Zwang zu schnellem Handeln bannt die Gefahr des Versackens in langwierigen Verhandlungen und schafft die Großzügigkeit der Auffassung, deren Fehlen in den beiden Nachkriegsjahrzehnten so viele Versäumnisse und Halbheiten verschuldet hat, ohne die aber nun einmal keine für die Dauer bestimmten Lösungen gefunden werden. In gewissen Kreisen Frankreichs und Englands bereut man zwar anscheinend schon wieder den Ansatz zu fruchtbringender Zusammenarbeit aus einem gemeineuropäischen Aspekt, aber die furchtbare Not des Sudetendeutschtums, das sich der haßerfüllten Rache ihrer hussitischen Peiniger nicht mehr zu erwehren weiß, fordert gebieterisch, daß der verbrecherischen Katastrophenpolitik der Prager Desperados ein Ende gesetzt wird und wir sind sicher, daß die Verantwortung für die Zukunft unseres Erdteils diejenigen Staatsmänner zu gemeinsamem Handeln zusammenführen wird, die nicht gesonnen sind, zu dulden, daß von den Söldlingen Moskaus die Brandfackel des Krieges unter die europäischen Völker geschleudert wird. Dr. Fr. W. Lange. „Lügen haben kurze Beine." Plumpe Fälschungsmetboden des Prager Rundfunks. Berlin, 24. Sept. (DRV.) Der Prager Rundfunk, dessen Fälschungs- und Täuschungsmethoden in den letzten Wochen nachgerade sprichwörtlich geworden sind, leistete sich am Freitag in später Abendstunde erneut vor aller Welt eine plumpe und drei sie Fälschung, deren völlige Erfindung allerdings schon nach wenigen Minuten die ganze Welt feststellen konnte. Um durch den provokatorischen Wobilisations- erlah der Prager Kriegshetzer bie nötige Stimmung im tschechischen Volk zu erzeugen und die ungeheure Deprimierung und Unzufriedenheit mit der Regierung zu bemänteln, erklärte um 23.40 Uhr der tschechische Rundsunk über Prag I und bald darauf auch über die anderen Sender: „Chamberlain ist vorzeitig nach London zurückgekehrt. Die Beratungen führten zu keinem Erfolg." Zur gleichen Zeit aber waren die Besprechungen noch mitten im Gange, und erst in der zweiten Worgenstunde verabschiedeten sich Lhamberlain und Sir Wilson. Prag hat also Sine aufschlußreiche Denkschrift. Prag, 24. Sept. (DNB. Funkspruch.) Wie der Sonberberichterstatter des Zwölfuhrblattes berichtet, ist dem Prager Kriegsministerium eine D e n k - schrift Überreicht worben, in der von zwölf Regi- mentskommanbeuren ganz offen bie Lage, insbe- sonbere ber Trichpenteile, erörtert wirb, beren Rekrutierungsgebiet Minberheitengebiet ist. Es wirb zum Ausdruck gebracht, baß nach ben bisherigen Feststellungen kaum 60 v. H. ber Wehrpflichtigen ben Gestellungsbefehlen Folge leisten mürben, zumal inzwischen durch den deutschen Rundfunk auch bei ben Minberheiten bekannt geworden sei, wie gut es ben in Deutschland Internierten, mehr als 1000 tschechischen Beamten unb Solbaten gehe. Die Parole: wer überlaufe, behalte sein Leben unb sei in Sicherheit, wer ober ben Gestellungsbefehl'befolge, sei in der Tschecho-Slowakei eingekesselt unb ber ungewissen Zukunft auf Gnabe unb Ungnabe aus- geliefert, beginne seit Tagen verhängnisvoll zu werben. Die Abgänge bei ben Truppenteilen seien noch nie s o gr o ß gewesen, wie ge- rabe in der vergangenen Woche. Ls wird weiter darauf aufmerksam gemacht, daß unter den Angehörigen der Winderheiten sich Tausende von entschlossenen Wännern befinden, die im Falle eines Angriffes auf ihr eigenes Volk auch unter Hintansetzung ihres Lebens Sabotage über Sabotage leisten würden und daß die tschechische Armee schon in den Minderheitengebieten nirgends mehr sicher sei, sondern sich wie im Feindeslande befinden würde. Die Verproviantierung der Armee fei fo ungenügend, die Munitionsvorräte feien so gering, daß die meiste Truppenteile infolge der außerordentlichen Verkehrs- und Transportschwierigkeiten angesichts der ungünstigen strategischen Lage der Tschecho-Slowakei schon nach 48 Stunden ohne Muni- tion und Lebensmittel sein würden. Diese Tatsache sei auch den Wannschaften nicht verborgen geblieben und habe selbst bei gutgesinnten nationalen Tschechen eine tiefe De- pession ausgelöst. Dresden, 23. Sept. (DNB.) Am Abend des Donnerstag ist insgesamt auf zehn Eisenbahn- strecken zwischen Deutschland und der Tschecho- Slowakei ber gesamte Zugverkehr eingestellt worden. Die Ursache ist in den meisten Fällen die Sprengung van Eisenbahngleisen und Eisenbahnbrücken. Don Bad Ziegenhals aus ist der Eisenbahnverkehr nadf Troppau und Freiwalda ebenso eingestellt, wie der tschechische Durchgangs- und Korridorverkehr von Troppa über Bad Ziegenhals nach Freiwaldau. Ursache ist bie Sprengung der Eisenbahnstrecke an einer Reihe von Stellen. Der Eisenbahnverkehr von Zittau nach Reichenberg, einer Strecke, die der Deutschen Reichsbahn gehört, ist bei Grottau durch Sprengung ber reichseigenen Bahnstrecke durch tschechisches Militär unterbrochen. Die Ausbesserung ber Strecke burch reichsdeutsche Streckenarbeiter würbe am Freitagvormittag mit Waffengewalt verhindert. Ferner ist auf ber Strecke von Zittau über Warns- borf nach Alt-Eibau, einer Eisenbahnstrecke, bie nur bei Warnsdorf über tschecho-slowakisches Staatsgebiet führt, ber Verkehr unterbrochen, weil vom Bahnhof Warnsborf keine Züge mehr angenommen werben unb das Weichen- unb Signalsystem von ben Tschechen in Unordnung g e - bracht wurde. Die Strecke ist ebenfalls Eigentum der Deutschen Reichsbahn.' Der Eisenbahnverkehr von Sebnitz in Sachsen nach Nixdorf in Böhmen ist seit gestern unterbrochen. In dem tschechischen Grenzbahnhof ist Eisenbahnpersonal nicht mehr vorhanden. Es heißt außerdem, daß auf tschechischem Gebiet an ber Strecke eine Rumburg, 23. Sept. (DRV.) Die Bevölkerung der sudetendeutschen Städte Warnsdorf und Rumburg und der umliegenden Ortschaften, die nach der Annahme der englisch-französischen Vorschläge durch die Prager „Regierung" und den heimtückischen Scheinabzug der tschechischen Staatsgewalt in unbeschreiblicher Freude in ihre Heimatorte zurückgekehrt war und in der Rächt zum 23. September dann den verbrecherischen Anschlag der plötzlich zurückkehrenden Sirovy-Banden erleben muhte, hat überaus wirkungsvolle Gegenmaßnahmen ergriffen. Ehe die tschechische Soldateska in die Ortschaften eindrang, wurden die in diesem Gebiet verbliebenen tschechischen Be- Es wird bann weiter darauf aufmerksam gemacht, baß bie französischen Firmen, bie in ben Jahren 1928 unb 1929 mit bem Bau eines großen Teiles ber Befestigungsanlagen beauftragt gewesen sinb, vollkommen mi überwertige Bauten erstellt hätten unb teilweise statt Zement nur Mörtel verwcmbt worben sei, ber nicht einmal vor Gewehrkugeln Schutz biete. Die Überschüsse hätten bie Direktoren ber Firmen zum Teil in bie eigene Tasche gesteckt, zum Teil hätten sie h o h e O f s i z i e r e b e s Kriegsministeriums erhalten. Französische Firmen hätten sich also auf Kosten bes tschecho-slowakischen Staates unb auf Kosten ber Sicherheit ber tschechoslowakischen Armee bereichert. Die Solbaten kennten biese Befestigungsanlagen aus ben Tagen ber Mai-Mobilisation unb hätten wenig Neigung, sich in biefen Befestigungsanlagen schon burch wenige leichte Artillerieschüsse lebendig begraben zu lassen. Röslau wühlt. Warschau, 24. Sept. (DNB. Funksxr.) Die polnischen Blätter sind voll von Berichten über bas stänbig wachsende Chaos, bas sich in der Tschecho-Slowakei entwickelt, dessen ßeibtraaenbe vor allem Angehörige ber nichttschechischen Dolks- gruppen sinb. Berichte ber Polnischen Telegraphen- Agentur aus Prag weisen auf Spannungen hin, bie sich im neuen Kabinett entwickeln. Innenminister Czerny habe den Versuch unternommen, gegen den wachsenben Einfluß des Kommunismus vorzugehen. Man müsse damit rechnen, daß, wenn bie Ereignisse sich im Lanbe weiter so entwickeln, bie Vertreter der g ermäßigten Parteien aus der Regierungkoali-? Hon a u s t r e t e n. Dann werde die Regierung nur noch von ben linken Gruppen unterstützt werben. Ueberall nähmen bie kommunistischen Einflüsse rasch au. In Prag würben bereits Flugblätter verteilt, in denen bie Errichtung einer ausschließ, lich auf bie Sowjetunion gestützten Regierung geforbert werbe. In den Flugblättern wirb weiter gegen den Führer ber tschechischen Agrarpartei Stellung genommen. In ber Schwerindustrie von Mährisch-Ostrau, in ber Rüstungsinbustrie von Witkowize unb in zahl- reichen anberen Ortschaften, insbefonbere bes Kar- roiner Kohlenreviers, sei das Chaos burch ben Ausbruch bes Generalstreiks noch vergrößert worben. Minensperre angebracht worden sei, durch bie jeber Versuch bes Befahrens unmöglich gemacht wird. Der Eisenbahnverkehr zwischen Ebersbach (Kreis Löbau i. Sa.) unb Rumburg in Böhmen ist unterbrochen, weil in Rumburg das gesamte Eisen- bahnpersonal ben Dienst eingestellt unb sich zum Teil ins Innere ber Tschecho-Slowakei begeben hat. Auch hier soll bie Strecke am Bahnhofsausgang von Rumburg mit einer Minensperre versehen worben sein. Der Eisenbahnverkehr von Klingenthal i. Sa. nach Graslitz in Böhmen ist seit gestern ebenfalls gesperrt. Im Egerland ist ber Eisenbahnverkehr durch bie militärischen Maßnahmen unb die Unsicherheit ber Lage zahlreichen Störungen unterworfen. Die Züge verkehren nur unregelmäßig. Der Zugverkehr von Eger ins Innere der Tschecho-Slowakei wickelt sich nur unter großen Störungen ab. Bei Eisenstein in Böhmen ist bie Strecke von Zwiesel nach Pilsen burch Zerstörungen im tschecho-slowakischen Teil des Bahnhofes Eisenstein unterbrochen. Nach ben letzten Melbungen Haden um ben Bahnhof in der Nacht vom Donnerstag zum Freitag heftige Kämpfe stattgefunden. Ferner ist der Eisenbahnverkehr von Wien über Reetz nach Znaim in Böhmen seit gestern unterbrochen. Die Eisenbahnbeamten ber tschechischen Station Znaim nehmen Züge von ber deutschen Grenzstation Reetz nicht mehr an. Don subetendeutschen Einwohnern bes Grenzgebietes wird berichtet, baß sowohl bie Eisenbahnbrücke, als auch bas Eisenbahngleis zum Sprengen fertiggemacht worben feien. amlen, Zivil- und W i l i l ä r p e r s o n e n , soweit sie nicht mehr hatten flüchten können, sowie die Mitglieder des organisierten roten Pöbels a l s Geiseln verhaftet. Allein auf dem bezeichneten Gebiet konnten bisher über 600 Tschechen und Kommunisten sichergestellt werden. Bei ihrem Abtransport kam es zu stürmischen Kundgebungen der Bevölkerung gegen diese ihre Feinde und Peiniger, und die FS.-Männer vermochten das Gesindel nur mit Mühe vor drastischen Vergeltungsmaßnahmen zu beschützen. Als nun Kundschafter die Rachricht überbrachten, daß die tschechische Soldateska die Geschütze der auf dem Schöberberg befindlichen Panzerforts gegen die Städte Warnsdorf und Rumburg gerichtet habe und daß ferner e i n Tankregiment im Anmarsch sei, sandten die sudetendeutschen Ordner einen der verhafteten tschechischen Beamten mit einer weißen Fahne ins Lager der anrückenden Mordbande und liehen den Anführern mitteilen, dah die 600 Geiseln sofort andiewandge st elll würden, wenn die Tschechen ihre Drohung wahr machten. Der drohende Angriff ist unterblieben. Ein Beweis dafür, dah der tschechische Mut nur dort in Erscheinung tritt, wo er einer wehrlosen Bevölkerung gegenüber angeseht wird, nicht aber vor ierrr männlich n Entschlossenheit, die gewillt ist, Gleiches mit G1 e i- chen zu vergelten. Prags Heimtücke entlarvt. Geheimbefehl Prags deckt alles auf. W e b n i tz , 23. Sept. (DNB.) Im .Verläufe ber Gegenmaßnahmen, bie von ben subetendeutschen Ordnern gegen bie neue tschechische Terrorwelle unternommen würbe, wurde ber in Nixdorf stationierte tschechische Gendarmeriewachtmeister Karl Riege^ als Geisel verhaftet. Der Beamte, der sich ausdrücklich als der tschechischen Nationalität zugehörig bezeichnete, gab bei seiner Vernehmung folgendes zu Protokoll: Allen Genbarmene- becumten sei ein Geheimbefehl der Prager Regierung Vorgelegen, worin sie angewiesen wurden, nicht zu schießen und ihre Funktionen den Ordnern der Subetendeutschen kampflos zu übergeben. Wie zahlreiche andere Gendarmen im subetendeutschen Gebiet, so hat auch Riegert diesem Befehl gemäß gehandelt. Durch diese Aussage bes Gendarmen ist einwandfrei be- wiesen, daß' bie Sudetendeutschen durch bie Prager Regierung in eine beabsichtigte Falle gelockt worben sinb. Man hat bie Gendarmen ausdrücklich ermächtigt, ihre Funktionen an die Ordner der Su- detenbeutschen abzutreten unb hat bann gegen die nämlichen Subetendeutschen die mit Maschinenge- wehren und Panzerwagen bewaffneten Horden der Noten Armee eingesetzt, weil sie sich angeblich gewaltsam die Staatsgewalt in ihrem Be- reich angemaßt hätten. Dieser ungeheuerliche ver- brecherische Anschlag, ber allein in der letzten Nacht zahllosen Deutschen bas Leben kostete, wird so be- antwortet werden, wie man von jeher Verbrechen beantwortet hat, die von heimtückischen Mor- dem unb nicht von Solbaten mrt Ehre im Leibe begangen werben. „Helfen Sie uns!" Sudetendeutsche Notrufe an den Führer und Chamberlain. K l i n g e n t h a l, 23. Sept. (DNB.) Die Not der Sudetenbeutschen ist nicht mehr zu ertragen, ber heimtückische UeberfaU ber Hussitenhorben auf ihre Heimatorte hat sie auf bie äußerste Spitze getrieben. Ihren gequälten Herzen machen Sie Luft inTelegrammen an ben Führer unb an ben englischenPremierministerChamber- lain. So haben bie aus Graslitz vertriebenen Einwohner von Klingenthal aus an ben englischen Ministerpräsibenten nach Oobesberg folgenbes Telegramm gerichtet: „Die Bevölkerung ber sudetenbeutschen Grenzstadt Graslitz bittet in höchster Not gegen ben bolschewistischen Terror unb gegen bie Be- schießung frieblicher Bevölkerung burch tschechische Tanks bringenb um Hilf e." — Für die Frauen der Stabt Graslitz hat bie Vorsitzende des dortigen Frauenvereins an den Führer und an Chamberlain telegraphiert: „Frauen und Kinder von Graslitz i n h o ch st erNot:HelfenSieuns!" Oos ischechi'cke Heer. Die tschechische Wehrmacht ist außer durch ihre hochgradige Bolschewisierung vor allem auch da- durch gekennzeichnet, baß sie zahlenmäßig in einem phantastischen Mißverhältnis zur Bevölkerung steht. Selbst, wenn man bie Gesamtbevölkerung ber bisherigen Tschecho-Slowakei — also einschließlich ber Nationalitäten — mit 15 Millionen an setzt unb eine Friebensstärke von 250 000 bis 300 000 Mann annimmt, ergibt sich ber enorme Hunbertsatz von 1,7 bis 2 v. H. ber Gesamtbevölkerung. Die Tschechen haben früher bamit gerechnet, daß sie für einen Kriegsfall auf 700 000 bis 900 000 Mann kommen würden. Das ist unter den heutigen Umständen, also nach Ausfall ber Kontingente aus ben Nationalitäten ausgeschlossen; auch bie bisherige Detachierung sowjetrussischer Einheiten nach ber Tscheche! kann ben Ausfall nicht annähernd ausgleichen. Gliederungsmäßig besteht das tschechische Heer ; aus 7 Armeekorps mit insgesamt 17 Infanteriedivisionen zu je 3 Infanterieregimentern. Dazu kommen 4 schnelle, d. h. überwiegend motorisierte Brigaden, 7 gliegerregimenter,'3 Panzerregimenter, ! die Besatzung der Befestigungen und schließlich als Ergänzung Gendarmerie, Zoll- und Grenzformatio- : nen und Wehrverbände. Die Zahl ber einsatzfähigen tschechischen K r i e g s f l u g z e u g e bürste um 1300 herum liegen; bie Zahl ber seit zwei Jahren in ber l Tschechei bestnblichen sowjetrussischen Mili- i tärflugzeuge unb Fliegerformationen ist nicht bekannt. Die gesamte Armee untersteht ben vier ßan« besfommanbanturen 1. in Böhmen, 2. in Mähren, 3. in ber Westslowakei unb 4. in ber Ostslowakei mit ber Karpatho-Ukraine. An Panzerwagen werben ein Zweitonner, ein Sechs- bis Achttonner unb ein 15-Tonner geführt. Die Wehrverbänbe konzentrieren sich vor allem in dem Sokol mit 760 000 Mitgliedern, darunter 268 000 Männer. Ein großer Teil von ihnen rückt als ausgebildete Reservisten im Ernstfall zur Truppe ein. Abgesehen von der schon- erwähnten Tatsache, daß höchsten die Hälfte der bisherigen ©efamtbevöl« ferung als Basis für das tschechische Heer in Frage kommt, muß man für bie Bewertung seiner Kampf' kraft auch noch berücksichtigen, baß bie Armee ia erst knappe 20 Jahre alt, also noch keine Tradition hat. Diese Tatsache spreit auch hinsichtlich des Wertes bes Offizierkorps und bes Generalstabes ein? wesentliche Rolle. Dazu kommt bie Tatsache, baB eine Anzahl Truppenformationen, vor allem W der Artillerie, nur durch zahlenmäßig begrenz»? Staber ober Stanbformationcn vertreten ist, was nach Ansicht gut unterrichteter Fachleute für etwa ein volles Drittel ber Artillerie gilt. Diese Dat außerbem Mangel an durchgebilbeten Unterführern und an Pferden. Daß sich der Kampfwert ber sich?' chischen Armee durch die bolschewistischen unb mo- ralischen Zersetzungserscheinungen dieser Tage nid)1 gerade gehoben hat, ist klar. Eisenbahnverkehr mit -em Reich durch die Tschechen unterbunden. Brückensprengungen und Minensperren. - Bereits zehn Strecken stittgetegt. Auge um Auge, Zahn um Zahn. Wirkungsvolle Gegenmaßnahmen gegen die tschechischen Marodeure. Glaube gegen Nervosität. Auf der Nheinterraffe von Godesberg. yon unserem O.S.-Sonderdenchterstatier. Im Städtchen Godesberg wurde zwar in diesen Tagen große Politik gemacht, aber, soweit die deutsche Seite in Frage kommt, in harmonischer Hebereinstimmung mit dem Frieden, der über dieser schönen deutschen Landschaft rund um das Siebengebirge liegt. Fährt man im Auto in die waldige Umgebung oder schlendert man die Promenaden am Rheinufer entlang, dann fühlt man sich in die schönsten Ferienzeiten eines ausklingenden Sommers zurückversetzt. Ausflügler sind überall unterwegs, zumeist in Richtung Godesberg, um, wenn möglich, den Führer zu sehen, dem eine nach vielen Zehntausenden zählende Menge bei seiner Ankunft eine imposante Huldigung bereitete. Auf dem Rhein selbst herrscht lebhaftes Getriebe. Handelsschiffe kommen vom Schwarzwald her und streben der Nordsee zu, schwere Frachter ziehen flußaufwärts. Dazwischen huschen Motorboote hin und her. Dann wieder ziehen schöne Vergnügungsdampfer über den Rhein, die an Bord fröhliche Menschen tragen. Ueberall herrscht tiefster Friede, herrscht vor allem eine Zuversicht, die, politisch gesehen, für manches fremde Volk eine unbekannte Große ist. Diese Ruhe und Behaglichkeit, die von allen Menschen in und um Godesberg Besitz ergriffen hat, fehlt indessen der Schar der ausländischen Berichterstatter, die bald zum Petersberg hinaufeilen, bald wieder in ihrem Hotel zusammenhocken, nicht aber, um sich der gleichen Zuversicht hinzugeben, die ganz Deutschland beherrscht, sondern um in altgewohnter Manier alle möglichen Parolen auszugebe'n, die natürlich in keinem Falle etwas Gutes sagen. Fühlt man dem einzelnen Auslandsjournalisten auf den Zahn, dann stellt sich dabei heraus, daß er selbst nichts über Gang und Inhalt der deutsch-engli- schen Unterhaltung weiß, die sich am Freitag zum größten Teil in schriftlicher Form abwickelte. Man r o m b i n i e r t, man vermutet, man begibt sich dabei auf alle mögliche Abwege, die in die Irre fuhren, und die ganze Kolonne der ausländischen Berichterstatter ohne Not und ohne Grund nervös machen. Diese Vertreter ausländischer Sensationsblatter taten besser daran, nicht jedes Motorboot, das den Rhein überquert, mit dem Fernglas zu verfolgen und nicht von ihren Stühlen auf der Rheinterrasse aufzufahren, wenn ein Regierungs- auto die abgesperrte Straße entlangfährt. Ihre Unruhe hat allerdings insofern einen Grund, als sie selbst einsehen, daß die Tschechen durch die Bildung einer roten Militärdiktatur und durch die unerhörte Steigerung des Blutterrors die Aufgabe Chamberlains noch mehr erschwert haben. Der britische Ministerpräsident hat denn auch in der Nacht vom Donnerstag zum Freitag und am Freitag selbst in einem ständigen Gedankenaustausch mit London gestanden, ausgelöst durch die Vorgänge in der Tschechen Aber die Unruhe bei dep Ausländern vermag niemanden in Godesberg zu beeindrucken. Hier herrscht jene vertrauensvolle Zuversicht, die unsere Nation seit dem 30. Januar 1933 beseelt. Das deutsche Volk hat immer wieder erleben dürfen, daß es von einem Manne geführt wird, der einen klaren Blick für die Realitäten besitzt und der weiß, was er will. So liegen auch jetzt die Dinge. Der Glaube an den Führer beherrscht alle Deutschen, er bildet die beste Gewähr dafür, daß die politischen Verhandlungen der letzten Tage eine Lösung bringen, die der Führer anstrebt und die er auch er» reichen wird. polen weist dreiste Drohung Moskaus zurück. Warschau, 23. Sept. (DNB) Der stellvertretende Volkskommissar für Aeußeres Potemkin erklärte am Freitag dem polnischen Geschäftsträger in Moskau, daß die Sowjet- regierung aus verschiedenen Quellen Informationen erhielt, wonach polnische Truppenteile an der polnisch-tschecho-slowakischen Grenze zusammengezogen sind, um die gewaltsame Besetzung des tschecho-slowakischen Gebietes vorzubereiten. Diese Nachrichten seien bisher von der polnischen Regierung unwidersprochen geblieben. Die Räteregierung erwarte, daß dies unverzüglich erfolge. Wenn dies nicht geschehe und wenn die polnischen Truppen das Gebiet der Tschecho- Slowakei besetzen sollten, dann halte es die Räteregierung ihrerseits für nötig, die polnische Regierung zu warnen unter Hinweis darauf, daß auf Grund des Art. 2 des Nichtangriffspaktes aus dem Jahre 1932 die Regierung der Sowjetunion angesichts des erfolgten Angriffes genötigt wäre, den erwähnten Pakt ohne Warnung zu kündigen. In Beantwortung hierauf ist der polnische Geschäftsträger in Moskau beauftragt worden zu erklären: 1. Die zum Schutze des Staates notwendigen Maßnahmen gehen lediglich die polnische Regierung etwas an, die n i e- m a n t> e n gegenüber zu Erklärungen hierüber verpflichtet ist. 2. Die polnische Regierung kennt die Texte genau, die sie geschlossen hat. Weiter erhielt der polnische Geschäftsträger den Auftrag, die V e r m u n ö e r u ng der polnischen Regierung über diese Demarche zum Ausdruck zu bringen, da an der polnisch-sowjetrussischen Grenze von polnischer Seite keine besonderen Maßnahmen erfolgt sind. ♦ Die sowjetrussische Demarche in Warschau ist nichts weiter, als ein großangelegter Bluff, der Ne Polen einschüchtern will und gleichzeitig den Tsch. chen zeigen soll, was sie für einen tüchtigen Bundesgenossen besitzen. Mit solchen lächerlichen Mätzchen wird der Kreml heute nirgends mehr Eindruck schinden, am wenigsten in Warschau, was ja schon aus der polnischen Antwort auf die plumpen Drohungen der Sowjets heroorgeht, die Antwort läßt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig, sie zeigt, daß Polen sich stark genug fühlt, mit allen ihm geboten erscheinenden Mitteln für sein gutes Recht sinzn- treten. polens Einheitsfront im Kampf um seine Volksgenossen in der Tschechei. Warschau, 24. Sept. (DNB. Funkspr.) lieber die in der Nacht abgeschlossene Konferenz in Godesberg berichten die polnischen Blätter " in größter Aufmachung. „Expreß Poranny" schreibt, seit einigen Wochen sei man Zeuge eines dramatischen Wettlaus zwischen de'r Diplomatie und dem Ereignissen gewesen. Europa habe diesen Wettlauf mit wachsender Beunruhigung beobachtet. Diese Unruhe habe man aber in Polen nicht geteilt. Im Bewußtsein der eigen en Kraft und des guten Rechts der eigenen Sache habe man kaltes Blut bewahrt. Die Ereignisse hätten Polen nicht überrascht. „Kurjer Poranny" unterstreicht vor allem, daß die gesamte polnische Nation einig und gesch los - sen ruhig den kommenden Dingen entgegensahe. Es gebe keine Meinungsverschiedenheiten in der tschecho-slowakischen Frage. Die Ansichten der Polen, die überall selbst in den entlegensten Winkeln des Landes für die Befreiung ihrer Volksgenossen in der Tschechei in mächtigen Kundgebungen em- treten, seien der schlagendste Beweis dafür, daß die Einheit der Front keine Redensart fei. In diesem wirklich geschichtlichen Moment sei die Hauptsache: Ruhe und Besonnenheit zu bewahren. In soldatischer Bereitschaft, diszipliniert und innerlich geschlossen stehen alle Polen Marschall Rydz-Smigly zur Verfügung, der heute für alle Polen das Symbol der Einheit und Kraft sei. Am Freitag fanden im Warschauer Schloß wichtige Beratungen statt. Der Staatspräsident empfing Marschall Rydz-Srnigly, den Ministerpräsidenten General Skladkowski und den polnischen Außenminister Beck. ♦ Wie Europapreß aus Warschau meldet, fanden im polnischen Außenamt am Freitag Besprechungen zwischen dem polnischen Außenminister Beck und den Botschaftern Großbritanniens, Frankreichs und Japans statt. Die Besprechungen wurden in politischen Kreisen mit dem Meinungsaustausch zwischen Polen und Sowjettuß- land in Beziehung gebracht. Paris überrascht. Paris, 24. Sept. (Europapreß.) Die Stimmung in Paris war um Mitternacht vor allem nach den aus Prag einlaufenden Meldungen sehr erregt. Nachdem dev Mobilmachungsbeschluß der Prager Regierung bekannt geworden war, drückte man sich in der Umgebung des Quai d'Orsay über diese Maßnahme sehr vorsichtig aus, gab jedoch zu verstehen, daß man durch den Beschluß der Prager Regierung überrascht worden sei. Die Blätter, die fast alle vor Bekanntwerden des Godesberger Schlußkommuniquös gedruckt worden sind, unterstreichen die Bedeutung der Prager Mobilmachung. Befriedigung drücken jedoch nur die kommunistische „5)umanit6" und die nationalistische „Epoque" aus. Die Bekanntgabe des Godesberger Schlußkommu- niquäs wurde in politischen Kreisen mit Erleichterung aufgenommen, nachdem man vorher eine ziemliche Nervosität an den Tag gelegt hatte. Tschechische Pioniere sollten auch auf reichsdeutschem Gebiet Brücken sprengen. Neustadt (Dberfd;!.), 23. Sept. Bei Neustadt in Oberschlesien gerieten tschechische Pioniere mit einem Lastkraftwagen voll Spreng« material versehentlich auf reichsdeutsches Gebiet. Sie wurden fe ft genommen und der Grenzpolizei zugeführt. 2),er Lastkraftwagen mit dem Sprengmaterial wurden beschlagnahmt. Die Festgenommenen hatten den Auftrag, die Brücken in Hennersdorf zu sprengen. Sie hatten ferner gleichzeitig Sprengaufträge auf reichs- deutschem Gebiet. Es wurde sofort eine strenge Untersuchung deswegen gegen sie eingeleitet. Wieder vier Sudetendeutsche standrechtlich erschossen. Reichenberg, 24. Sept. (DNB.) In der Kaserne des Infanterieregiments 44 wurden am Freitagabend vier sudetendeutsche Soldaten standrechtlich erschossen. Es handelt sich um Karl Kit - t e l aus Kukan, Wagner aus Bodenbach, Lehrer Jäger aus Rochlitz und Alfred Krause (Wohnort noch nicht sestgestellt). Ostpreußische Herbstmanöver. Don unterem Sonderberichterstatter bewußte feste Ordnung in dem Augenblick, in dem die bewaffnete Macht der Tschecho-Slowakei in Steg eines Wehres und geroaenen so das rechte Flußufer. Besondere Aufmerksamkeit verdienten die Bewegungen und Kämpfe der 1. K a v.- B r i g a d e, der einzigen deutschen Kavallerie-Brigade. Das Pferdeland Ostpreußen stellt den Reitern in dem edlen Ostpreußen, dem Trakehner, ein hochwertiges und kaum zu übertreffendes Reitpferd. In treuer Kameradschaft mit den Radfahrerschwadro- ncn verstanden es die Reiter, im beweglichen Gefecht den stark überlegenen blauen Gegner aufhalten. Schnell setzten sie sich vom Feinde ab, und nach wenigen Minuten schon schufen sie sich einige Kilometer rückwärts eine neue Widerstandslinie, die den Angreifer von neuem zwang, seine schweren Begleit- wasfen herbeizuholen und einzusetzen. Immer wieder wurde so der blaue Angriff gedämpft und abgestoppt. Auch die Nachfolger der schweren Schlachten- kavallerie, die Kampfwagen, wirkten entscheidend in diesen Tagen mit. Spielend nahmen ihre Raupenbänder die Höhenkuppen bei Kruken. Unbeirrt durch die heftige feindliche Abwehr brachen sie mit unwiderstehlicher Wucht heran. Puloerdampf legte sich um die Türme der Stahlkolosse, der aus dem Laufe der unermüdlich arbeitenden MGs. der Panzerkampfwagen stammte. Plötzlich zog sich eine mehrere Kilometer lange Nebelwand durch das Gelände. Flugzeuge kreisten über der gepanzerten Linie der Angreifer — aus den undurchsichtigen, fast starren Nebeschwaden verriet nur der zu einem wahren Orkan anschwellende Gefechtslärm, daß ein erbittertes Ringen sich hier abspielte — bis langsam der Hexenlärm abebbte. Das dramatische Gefecht war beendet. Dieser „Manöverkrieg" auf einem alten Schlachtfelde hatte viele Zuschauer angelockt. Die Landleute, die bei der Bergung ihrer Kartoffeln auf den Feldern arbeiteten, ließen oft die Forke ruhen und einen Auflösungszustand eintritt und ein bisher schamlos geknechteter Teil dieses politischen Zwangs- gebildes, der Stamm der Sudetendeutschen, sich anschickt, notfalls mit der Waffe in der Hand fein ihm vorenthaltenes Recht auf Selbstbestimmung, seine Freiheit und seine Existenz zu verteidigen. Dieser Vergleich und diese Gedanken drängten sich dem Beobachter auf dem Uebungsgelänbe während der ostpreußischen Herbstmanöver durch die Sprache und die Geschichte der dortigen Landschaft auf. In dem Raume Angerapp (früher Darkehmen) — Gol- dap — Treuburg spielten sich diese Hebungen ab. Manche alten Soldaten aus dem Weltkriege werden beim Klange dieser Namen aufhorchen. Erinnert doch der Name Angerapp an die schweren Kämpfe in den Wintermonaten 19 14/15, als die 8. Arme hinhaltend die Angerapp-Linie verteidigte zur Vorbereitung der Endschlacht im Februar 1915, in der endgültig die eingedrungenen Russen aus Ostpreußen hinausgeworfen wurden. Um manche Dörfer auf dem damaligen Schlachtfelde, wie z. B. um Gawcriten (heute Herzogswalde) tobten schon in den Anfangstagen des Krieges heiße Kämpfe. Am 20. August 1914, während der Schlacht von Gumbinnen, schüttelte hier das I. Res.-K. die verderbendrohenden, -überraschend einsetzenden An- griffe der Russen in der Flanke und im Rücken ab. An jene schwere, ernste Zeit mahnen die würdig gehaltenen und liebevoll gepflegten Heldenfriedhöfe, wie etwa der in herrlicher Lage gelegene Kriegerfriedhof am Schwenzaitsee. Treu dem Vermächtnis der Streiter aus dem Weltkrieg bewiesen auch die jungen Soldaten unserer heutigen stolzen Wehrmacht ihre Zähigkeit und ihre straffe Pflichtauffassung. Die Truppen hatten bereits vor Beginn der eigentlichen Korpsmanöver, die vier Tage, vom 18. bis 22. Sept., umfaßten, anstrengende Tage hinter sich. Die Teile des I. AK., die 1., 11. und 21. ID. hatten bereits, wie ebenfalls die 1. Kav.-Brigade, eigene Hebungen im Divisionsrahmen durchgeführt. Der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst von B rauch it sch, der ja mehrere Jahre hindurch das ostpreußische Armeekorps geführt hat, weilte persönlich auf dem Hebungsgelände und hatte dort mehrfach Gelegenheit, sich von dem frischen, unver- brauchten Zustand der Truppen zu überzeugen. Die Leitung der Hebung lag in den Händen des Kommandierenden Generals des T. AK., General der Artillerie von Küchle r. Mehrere höhere Offiziere folgten den verschiedenen Abschnitten des Kampfes. Mit herzlicher Freude nahmen sie des Abends die ins Quartier kehrenden Einquartierungen. Die ältere Generation kann sich noch sehr genau auf die Schrecken des russischen Einfalls besinnen, und sie weiß sehr wohl, daß ihre Arbeit und ihr Wohlergehen dem Schutze eines starken, achtunggebietenden Heeres anoertraut ist. Durch die liebevolle Aufnahme der Feldgrauen drückten sie ihren Dank an die Wehrmacht aus. Der Soldat weiß auch sehr gut, daß besonders in dem Soldatenlande Ostpreußen ihm stets ein herzliches „Willkommen" überall entgegenschallt. Erwin Scharfenorth. Angerapp, September 1938. i befreundeter ausländischer Mächte wohnten diesen Während die Welt unter dem Druck einer scharfen Hebungen als Gäste bei. politischen Hochspannung steht, die ihre Wellen auch! Der Kampf drehte sich zunächst um die Beherr- auf die Leitung der verschiedensten Armeen über- schung der Angerapp-Linie. Die aus dem trägt — bekanntlich wurden ja die geplanten und Raume Insterburg — Gumbinnen heroorbrechende bereits laufenden französischen Manöver abgebro» blaue Partei setzte sich sehr schnell in Besitz eines chen — vollzogen sich in aller Ruhe planmäßig die Brückenkopfes bei Angerapp (früher Darkehmen). Herb st Übungen des I. A K. in Oftpreu»; Hierbei zeichneten sich besonders die Drtelsbur« feen. Die durch den Obersten Befehlshaber der g e r Jäger, die Hüter einer stolzen Tradition, Wehrmacht Adolf Hitler neu geschaffene deutsche | aus. Als Rot die dortige Brücke hochgehen litfe, Wehr beweist durch diese sichere Haltung ihre traft», übertlettertenjie in stockdunkler Nacht den schmalen Fronikämpferkanieradschast. Das deutsch-englische Frontkämpfertreffen fand am Freitagabend feinen Höhepunkt mit einem gemeinsamen Essen im Parkley-Hotel, in dessen Verlaus Reichsführer der NS.-Krieasopferversor- gung Oderlindober dem Vorsitzenden der British Legion, Sir Frederick Maurice, eine Bronze-Plakette überreichte. Die Plakette, auf der zwei deutsche Soldaten einen verwundeten Engländer führen, betonte Oberlindober, sei ein Aus- druck der Kameradschaft zwischen den deutschen und den englischen Soldaten. In feiner Dankrede erklärte Sir Frederick Maurice, es gebe kein schöneres Symbol für die deutsch-englische Kameradschaft, als die Gabe der deutschen Frontkämpfer. — Maurice streifte dann die internationale Lage, wobei er der Hoffnung Ausdruck gab, daß der Geist, der aus dem Geschenk spreche, die Beziehungen der beiden Völker und ihre beiden großen Führer beseelen möge. Es sei kein Grund vorhanden, schloß Maurice, weshalb das autoritäre Deutschland und das demokratische England nicht trotz allen Verschiedenheiten ihrer Tradition und Geschichte zum Segen der Völker Zusammenarbeiten könnten. ♦ Wenn zu einem Zeitpunkt, da nach schärfsten internationalen Spannungen die Entscheidung nicht nur über das künftige deutsch-englische Verhältnis, sondern auch über die wichtigsten allgemein-europäischen Fragen heranreift, 800 Mitglieder des Deutschen Reichskriegerbundes nach den britischen Inseln hinübergefahren sind, um dort als Gäste der British Legion kameradschaftliche Gespräche zu führen, so ist in diesem Vorgang natür» lich keine absichtlich herbeigeführte Parallele zur aktuellen hoben Politik, wohl aber ein symbolisches Zeichen bes/©elftes zu erblicken, der unseren Erdteil allein aus seiner geschichtlichen Krise herauszu- führen vermag. Die ehemaligen deutschen und britischen Soldaten, die sich einst als Gegner im Feld gegenüberstanden, können sich heute verstehen und verständigen, weil sie Frontkämpfer, weil sie trotz aller Feindschaft ritterliche Gegner waren. Sie würden sich gegenseitig nicht achten und nicht versöhnen können, wenn der eine ober ber anbere Teil von i^neji währenb bes Weltkrieges als Halunken« banbe erkannt worben wäre. Mit Deserteuren, Drückebergern und Etappenschweinen kann man auch später keine Kameradschaft pflegen und keinen Frieden aufbauen. Die Nutzanwendung auf bas Tschechenvolk ist überzeugend. Die tschechischen Legionäre haben sich im Kriege niemals als tapfere Gegner, fonbern immer nur als feige Verräter unb Marodeure ausgezeichnet. Mit ihnen kann es beshalb auch feine Frontkämpfer-Kameradschaft und feine Friedensgemeinschaft geben. Das tschechische Volf wird sich die internationale Achtung nicht anders zurück- erobern können, als wenn es den ganzen verräterischen Klüngel um Benesch, Syrovy und seine Legionäre zum Teufel jagt. H. Ev. Araber-Streik in Palästina. Jerusalem, 24. Sept. (Europapreß.) Die an- haltenden Hnruhen führten am Freitagabend zur Ausrufung eines allgemeinen Streiks der Araber in Jerusalem, Nazareth, Haifa, Nablus unb anderen arabischen Städten. Der Streik, an dem sich sämtliche Araber mit Ausnahme der Beamten der Mandatsregierung beteiligen, ist ein Protest gegen öie Erschießung arabischer Freischärler sowie die immer größere Ausmaße annehmenden Verhaftungen. Aus Jaffa und Haifa kommen Meldungen über die Erschießung arabischer Polizisten, während in Nezziona die Villa eines reichen Arabers in Brand gesteckt wurde. In Jaffa wurde außerdem ein jüdischer Gefängniswärter erschossen. — In der Nähe von Zabad wurden in einem Gefecht mit arabischen Freischärlern drei englische Soldaten verwundet. Auf dem Verdeck eines einem Juden gehörenden Autobus wurden zwischen Haifa und Tel Awiw in einem Koffer 11 Maschinenpistolen und 1200 Schuß dazugehöriger Munition gefunden. Da der Eigentümer nicht festgestellt werden kannte, wurden sämtliche Insassen des Autobus verhaftet. ffiefferberidyt Nachdem es am Freitag in unserem Gebiet — trotz Wahrung des freundlichen Witterungscharakters — vielfach zu Bewölkung kam und nördlich des Taunus vereinzelt sogar zu Gewitterbildungen gekommen war, hat sich zur Zeit der Hochdruckeinfluß wieder verstärkt. Er wird vorerst auch bestimmend bleiben. VorhersagefürSonntag: Vielfach Frühnebel, sonst trocken und meist heiter, mittags warm, Winde aus Ost und Süd. Vorhersage fürMontag: Im wesentlichen freundliches Wetter._________________________________ Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik unb für bie Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigenTeil: ErnstBlumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Sinnigen: Theoder Kümmel. D. 21. VIII. 38: 8916. Druck und Verlag: Drühlsche Hniversitätsdruckerei R.Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM.- 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit ber Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. unb Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig Wechselstrom: RM. 203.75 m. R. KORTING -HovümiS Allstrom: RM. m. R. Bibelwoche solides 6090D StadttDcatcr öießen Ruf 31682 Gegründet 1894 Uiwerbindl. Auskünfte und einjcifcnung an der Cfreaterkaffe lohannesftr.Z 6116D Schöne I,, . . "1 Schöne Vermietungen I , ... . kJ 4-Motaj. 1* Verkäufer für sofort oder später gesucht u Schützenstraße 62 Te-ephon Nr. 4243 Zentralheizungen, Warmwasserbereitungen Badeeinrichtungen, Be- u. Entwässerungen Nützen Sie schon Mr Ihre ersten cveatervesuche die Dorteile einer kiatzmiete! Zögern Sie nicht länger mit Ihrer klnzcichnungl Durch schnellen entschlutz sichern Sie sich den Vesten klatz. Die klatzmieten gewähren sür die ganze Spielzeit bedeutende Crmäßu gungen gegenüber den Kaffenprcifen, ohne unangenehme Bindung, denn fte find in 8 Katen (von Sept, bis mal) zahlbar und stets beliebig übertragbar. Di men' Ku W nof)t Deut und bilbe1 dem (Pall bild den und Es spricht Pfarrer Gontrum Evang. Bund,Gießen 3-Zimmer- Wohnung Altbau, Stadtmitte, zu verm. Schr. Ang. unt. 04355 a.d.G.A. Le M Nc in de- für dm fläi ^3n der^ Bahnhof Straße Billig abzugeben: Sofas, Betten, Tische, Stühle, Vertiko, Küchenschrank. Anzusehen von 15-18 Uhr. 04364 Wetzsteinstr. 6 I. Id) in bil Le uns K stell! her geno bami ben Sehn jenen [ein, sein zu e der v Feri sonl hab« Ma Gle M uo be tii Johanneskirche Mittwoch, den 28. September, bis Sonntag, den 2. Okt.,abds. 8% Uhr Aufnahme für das Winterhalbjahr in die 1-u. ^jährigen Klassen Beginn 19 Oktober 1938. Anmeldungen u. Auskunft n Gießen, Goethestr. 32, jederzeit. Ruf 2486 sssjA Gießen,a.Oswaldsgarten J (Parkplatz) Fernruf Nr. 2145 — 2146 7-Mehi. m. Heizg., flieh. Mass., Bad, Balkon u. sonstigem reich!. Zubehör zu vermiet. 04341 Hindenburg- wall 11 I. Slbendm. 10, Bibelstde. 15. Gvang.Stadtmission, Löberstr.14. 25. 9. Herbffdankfest 15 u. 20.30." Mittwoch, 28. 9. Bibelstde. 20.30. Christi. (Gemeinde Gießen, Zu den Mühlen 2. Erbauungsstunöe 9.45, Erntedankfest 15, (Äangelu W Arge durch besee i'ian^ liO Ur Gut erhaltenes Sachs- motorrad zu verkauf. 0434s L. Horn, Steinbach, Adolf- Hitler-Str. 129. Bestellungen werden durch Sammler abgeholt. 5741 D Euro njflnt und [toll Licht- „ßi dieser Land die \ uneni darin des j lern) stellen Dinge groß daran niais wirb, W; sation 20.30. _ Baptistengemeinde, Gartenstr.1^- 25. 9. Predigt 20.15. - Mittwo«, 28. 9. Bibelstde. 20.15. Neuapostolische Gemeinden, Gienen, Händelstr. 1, Ederstt. 13« S.25.9.G.9U.15.-M.28.9 .G.20.30. Sonntagsdienst fürAerzte Arzt: Dr. med. Nohl, Neuen Baue 27. . Sot1 Zahnarzt (nur.m dringenden Fällen): Dr. Schneider, Friedrich' straße 15. Zu haben in allen Fachgeschäften, bestimmt bei 3203 V Pelikan-Apotheke, Kreuzplatz 2 Herrn. Elges, Drog., Seltersweg 66 Emil Karn, Drog., Schulstraße Aug. Noll, Drog., Bahnhofstr. 53 O. Winterhoff, Drog., Kreuzpl. 9-10 Parfümerie Koch, Seltersweg 63 Parfümerie Muhl, Mäusburg 8 Parfümerie H. Plank, Seltersweg 8 Nachlässe von 3 bla 20 v. H. er* Hüten Sie bei wiederholten Veröffentlichungen einer Anzeige) Moderner Puppenwagen zu verkauf. 04324 Alicemtr. 33III. Suche für den Haush. anstand., ehrliches, junges MW Stau HeUbetg Heuchelheim, Gießen. Str. 109 Fräoleio f. Geschäft sucht zum 1. Oktober Konditorei,Cafe Müller, Gieffen, Kaiserallee 22. I6126D Jooghülmer zu haben bei Hahn, Groffen-Buseck, Schloßstr. [6129D (Rüde) m Stammbaum, sehr schön. Tier, besitzt Zucht- u. Schutzhundvru- fung II, ausgestellt in Darmstadt mit ,/Tehr gut", kinderliebend u. geflügelfromm, sonst sehr wachsam, i. gute Hände billig abzugeben. [04356 Steinstrabe 27 p Gießen, Bahnhofstr. 49. Buf 3941 IMÄIIBI von ig. Ehepaar mit Kmd baldigst gesucht. Schriftl. Ang. unt. 04366 a. d. Gieß. Anz. 6-ZiiD.Wohng. M.ZUbeh.z.1.10. z. verm. sesaD Dr. Schäffer, Johannesstr.15. ... Schmierkinnen all Art. öbu.Fettspritzen, Pumpen, Trichter, Kanister, Meßgefäße n.a.m. 6i3-a Paul Läufer Gießen Wagengasse (Nähe Marktplatz) Ankauf von Rohprodukten aller Art Lumpen, Knochen, Papier, Gummi, Flaschen Alteisen Verkauf von Nutzeisen Abbrüche von Maschinenanlagen usw. Born & Co., Giefoen (früher Firma Hermann Heß) latalMt mit Marmorvl., 2 Waagen z.verkaufen. [04373 Dammstr. 34 p. Ramkvrrk fc Schnell Großhandlung Frankfurt/Main 17, Elbestr. 32 Suche für sofort ob. svät. solides fleißiges Mei»- mfiöflien (nicht unter 20 Jahren) für Privathaushalt (3 Personen). Lohn nach Vereinbarung. Lebenslaufangaben und evtl. Lichtbild erwünscht. 6io?D FrauW.Wiemer Frankfurt a.M.- Bonam.(AMHle) Homburger Landstr. 602-606 Äch beim 2 -Schön ständn her fd ob her H zu bare sj Nie bei chihlei N, d « Ich, Ben. 1 Wand 5°rt hc Mütterle Hianforöe sucht 6124D Johann Hintz, Friedberg, Bahnhofstraße 3, bei Kolzenburg. Vertreter zum Besuche der ländlichen Haushalte bei Wochengehalt und Prov. gesucht. Fa. Hilmar Hesse, Fabrik. chem.Produkte, Leipzig 8 3. leioaV Miellen mit Matratzen, sehr gut erhalt., sowie Waschtisch u. Nachttisch, all. weih lack., billig zu verkauf. 04338 Gbelstr. 18 II. Zum Umzug BeleudilODOs- köroer i. größt. Auswahl Carl Schnndt Maler- und Weifobindergeschäft Ernst Petri Gegründet 1650 Asterweg 31 Fernspr. 3680 Ausführung sämtlicher Putz- und Anstreicherarbeiten Möbellackierung. Schildermaler 2947D Baums ScTrerbig i GI-ESSEN J k Gcnerolyertr. d ist die Herd war d Denn die Fl.esen-Wandplatten lassen sich ja ganz einfach reinigen. Aber nicht nur Herdwandplatten gibt es dann, sondern auch Löffelhalter, Handtuchhalter und Herdleisten. Alle sind p reiswe rt bei BJ.B. Häuser Bekanntes Barmer Textilwerk sucht für einge- führteTour Hessen-Nassau, Westerwald, Rheinhessen, Saar-Pfalz, erstklassigen Reisenden der die Textil-Detail-Kundschaft, die. Kaufhäuser sowie alle Herrenartikel- und Gardinen- Geschäfte seit Jahren besucht. Wir bieten: Garantie-Einkommen und Dauerstellung. — Es wollen sich nur Herren melden, die mit dem Artikel Hosenträger und Barmer- Kurzwaren vollständig vertraut sind und erfolgreiche Textil-Detail-Reisepraxis nach weisen können. — Angebot mit Lichtbild und handschriftlichem Lebenslauf unter H. 2274 an Ann.- Expedition Jak. Vowinokel, W.-Elberfeld. 6noV GeorgEidmann,Gießen Bahnhofstraße 24 - Anruf 2872 534D in guter Lage, zum 1. 11. 1938 zu vermieten. Schr. Ang. unt. 04369 a. d.G.A. ihrnohm wirkt immer die duftende Frische und schöne Gepflegtheit der Haut, daher gebraucht eine Dame, die etwas auf sich hält An derSüitze marschieren heißtHervorra- gendes leisten! TORPEDO 18 erfüllt all.WUnsche Günstige Teilzahlung«-Beding. Vogtsche Privat-Handelsschule Gießen, Goe!hestr.32 FUSSHILFE durch die federleichte Maßeinlage (in jedem Schuh zu tragen) aus dem Fachgeschäft Joh. Frohn Marktplatz 19 Fernsprecher 3004 Krankenkassen - Lieferant! 6138A Gustav Geisse Gießen, Seltersweg 2 6033D finden Sie die berühmten iIMM Tüchtige Lebensrnittel Ständig großes Lager in Büro- und Schulartikeln Beine Lenerwaren: Börsen, Tresors, Schüleretuis, Brieftaschen, Schulranzen und dergl. Hohner-Fabrikate: Mund- und Handharmonikas Gummibälle, Gummi- und Zelluloidpuppen, Kinderfahnen, Girlanden usw Toilette-Artikel: Frisier- und Taschenkämme, Rasierspiegel, Rasierseifen,Rasierklingen,Mou- son-Fabrikate Bilderrahmen aus Holz und Glas Wandspiegel Kordel und Bindfaden auch an Großverbraucher Alles nur in ersten Marken und Qualitäten Verkauf nur an Handlungen. Bei guter Empfehlung 90 Tage Ziel 5532D BnHMAta Wernerwall 15 Gründliche Vorbereitung für die Reifeprüfung und die Aufnahme in die höheren Schulen. Reichsverbandsprüfungdurchdie Lehrer der Schule. Tägliche, gewissenhaftbeaufsichtigte Arbeitsstunden. Aufnahme von Schülern und Schülerinnen jederzeit. Nicht versetzte können Zeit gewinnen. Sprechstunde des Schulleiters: Sind.-Ass. Walther, täglich von IP/2—13 Uhr. Fernruf 2129. 6iobd Mnwitwtriie gesucht. Schriftliche Angebote unt. 6131D an den Gießener Anzeiger erbeten. Mission. Wicseck. Beicht Abendm. 10, B 2 Junker & Ruh- Oefen Größe 314 u.316 und 1 kleiner KosSeizofto zu verkauf. 6132D Hofmannstr. 3. Ecke Licbigstraße Weg 21. [04300 Köchin und Zimmermädchen in Dauerstellung gesucht. Eintritt 1. Oktober. 04339 Hole! Hopleld Gießen. Graue Haare verschwinden durch Apotheker Walter Ulbrichts Haarfarbe-Wiederher stell er Nip Groll44 In weni^en Tagen Naturfarbe zurück! Einfache Anwend.! - Kein Färbemittel! Vollkommen unschädlich! Erstklassige Gutachten 5si3D und Sachverständigen - Urteile! 1 Originalfl., Monate ausreich., RM 3.50. Alleinverk.: Germania-Drog. C. Seibel, Gießen, Frankfurter Str. 39, Tel. 3593. für einige Stunden vormittags gesucht. [6128D Schulte, Wieseck, Mederfeldstr., p. (ReubauSeibert) Tücht., gesundes Mdchen gesucht. [04368 Goethestr. 19 p. Mädchen v. Lde., 16 I., sucht z. 15. 10. ob. 1. ll.Stellg. in gut. Hause zur Erlern, d.Haush. Schr. Ang. unt. 04350 a.d.G.A. Kinderliebes, im Stäben bewand. Mädchen sucht Stelle ‘ im Haushalt. Schriftl. Angeb. unter 6123 D an den Gieß. Anz. Besuchskarten I bei Brühl, Gießen Asbest- Platten 1,2,3,4u. 5mm, wieder am Lager. ei36D CarlSchunck Bahnhofstr. 64 iKleineAnzeigen im Gießener Anzeiger werden von Tausenden 1 beacktet und geleieu- Kirchliche Anzeigen. (G. - Gottesdienst,KG. --Kindergottesdienst, HG. - Hauvtgottes- dienst, HG.-Abendm. -- Hauptgottesdienst mit Beichte und Abendmahl.) Gienen. Sonntag, 25.Sevtember. Cbfcrtcrg der Inneren Mission. Stadtkirche. G. 8, Becker, Christi. Markg., HG. 9.30, Schmidt, KG. 11, Mattbg., AG. 20, Lenz. johanneskirche. G. 8,. Ausfeld, Christi. Jobs.- u. Mllltg., HG. 9.30, Bechtolsheimer, KG. 11, Lukg. - Saal d. Krivve. KG. 11, Johs.- u. Militg. - Johannes- saal. 20, Miss. Walther. Kapelle AlterFriedhof. HG.9.30, Traum, KG. 10.45, Luthg. Petruskapelle. HG. 9.30, Schluß^ Christi, d. Neukonfirm. Mittwoch, 28. September. Stadtkirche. AG. 20, Becker. Donnerstag, 29. September. Johannessaal. Bibelstunde 20, Travp. Sonntag, 25. September. Albach. G. 9, Abendm., Kollekte. Daubringen. KG. 11.15. Garbenteich. HG.-Abendm. 13. Hausen. HG.-Abendm. 10. Heuchelheim. HG. 10. Klein-Linden. HG.-Abendmahl (Jungverheiratete) 9, KG. 10.45, Jugendfeierstttnde (Christenl.) 13. Kirchberg. KG. 9, G. 10, Ein- führg. d. Konfirm. 11, Christenl. (männl. Jugd.), G. 16. Lich. G. 9.30, Kahn, KG. 13, G. 14, Naumann. Lollar. KG. 9. . v Steinbach. G. 13.15, Christen!,, Kollekte. Watzenborn-sternberg. KG. 10.30, HG. 13, Kollekte f. d. Inn. Mühl. Zimmer m.voll. Verpflegung, auch an ält. Herrn, in schöner fr. Lage u. gut. Hause zu angemess. Preis zu verm. [04374 Zu erfr. i. d. Ge- schäftsst. d. G.A. Stadtmitte gr. neuzeitliche Geschäftsräume etwa 400 qm, ganz od. geteilt zu vermieten. Schr. Ang. unt. 643D an d.G.A. Schön geraum. MN • ab 15. Oktober in der Bahnhof- ' straße 64 zu vermieten. 6757° Garage ; zu vermieten. . Leihgesterner Sofort oder zum 1. Oktober 04331 tagehillin inJahresgeschäft nach Bad-Salzschlirf gesucht. Vorzustellen bei Schäfee,Gietzen, Neustadt 31 I. Tüchtiges Tagesmädchen gesucht. 04375 Schultheis, Marktstraße 3. Fleiß., selbftänd. Mädchen sucht Stelle für vormittags. Schr. Ang. unt. 04361 a.d.G.A. | Verkäufe | Ein schönes angekörtes Blanertfliö v. gut. Abstammung, zu verk. K. Albohn, 6133 D Lich, Sackgasse 5. 'nen sei '"h in d ? Tege hotte. fi "•»Slic iftonaift »tour gliche vj'tniner Aeibti &ÖQS ff i)" ^IniQ s Se.i !|nem sx ■n stark In9e[on .‘i- ’Jneli llburd vrul)en 7» ui ÄQlIera BI. Zimmer für 2-3 Monate von jung. Ehepaar ges. Schr. Ang. unt. 04348 a. d. Gieß. Anz [Stellenangebote Keine Zeugnisse in Urschrift icnbem nur geugnU- abichriften Dem Bewerbungsschreiben bei. legen 1 — Lichtbilder unoBewerbungsunter. 'igen müssen zur Be» meidung von Berlusteo aus der Rückseite Namen und Anschrist des Bewerbers trauen l Vermög. Nebensache. Schriftl. Angebote unter 04352 an den Gieß. Anzeiger. Vermifst Hmiahmd Marke Bauer. Geg. Belohnung -abulgeb. [»4385 Goethestr. 26. ite 9.30, HG.- Erstkl. fast neuer Gramm phon m. Platt., geeignet f. Wirtschaft sowie neue Mandoline billig zu verkauf. Wo sagt d. Geschäftsstelle d. G. A. [04345 20 g.ößere Kisten abzugeb. [04342 Magnus & Co., Diezstraße 6, Fernruf 3532. Empfehlungen"! Daunensteppdecken aus eigener Anfertigung. U. a.: je 2 Daunen- Stevvdecken,Gr. 150/200 cm, beiderseits daunendicht. Zwischenfutter,extraNaht- dichtung, gute Daunenfüllung, f. 95.-^ in bar auf Wunsch hier in Gießen un- verbindlrch an^u- sehen. Zuschrrft. sofort an: [04362 Fa.J.C. Wehrte Nchf.,Gövvingen Daunendeckenfabrikation. Perfekte StenolypistiD sucht stundenw. oder halbe Tage Beschäftigung. Schr. Ang. unt. 04372 a.d.G.A. In klein, ruhigen Hausbaltl.3Erw.) zum 15. Oktober tücht., gesundes, Mädchen ges., d. alle Haus- arb.verst. u.koch. kann. Vorzustell. Hindenburgwall 17 I v.6—7Uhrabds. vom Fachmann K. Kling vorm. Heger Bandagist Marktstraßel6 Kassenlieferant Damenbedieng. liiiiiiiiiii™ Für den Naturfreund! Vulmem Die Lebensgemein, schast des deutschen Waldes in Bildern 150 Naturaufnahmen aus dem Tier» und Pflanzenleben des heimatlichen Waldes auf 128 Kupfertiefdruck- tafeln,mit lebendigem und aufschlutzreichem Linführungstext von " K.Verhard u.G.Wolff. Preis RM. 4,80. „(Es lebt und webt in dem Buche, und wer es versteht, mit emp- fänglichen Sinnen die bildgeword. Naturschönheiten in sick auf- zunehmen, dem singen u. klingen die Tafeln tausend (Erinnerungen wach an einstmals leibhaft Erschautes." Reclams Universum Verlangen Sie kostenlos unsere bebilderten Werbeblätter Zu beziehen durch jede Buchhandlung! ' Hugo Bermühler ( Verlag Berlin-Lichterfelde . Illllllllllllllllllllllllllll ! 1( ! < Gutgehendes Zigarren- geschäst mit Wohnung zu pachten oder zu kauf, gesucht. Schr. Ang. unt. 04322 a.d.G.A. Berufst. Jräul., 47 I., 1,58 groß, mit Ausstattung, sucht vass. Le- bensgef. zwecks Heirat. Witwer m.Kind nicht ausgeschl. Schr. Ang. unt. 6097Da.d.G.A. Verloren rot gehäkeltes Luch (Andenken). Abzugeb. geg. Bel. Licher Straße 74 (Pforte). [04347 Arbeiter, in gut. Verhältn., sdiul- denfreies Haus, sucht d. Bekanntschaft ein. alleinstehend. Person, nicht unt. 40 I., zwecks baldiger MM Mm»i*ine$lellltr für Lohnbuchhaltung und Statistik von industriellem Werk in Gießen für alsbald gesucht. Angebote mit Zeugnisabschriften, Lebenslauf und Angabe des möglichen Eintrittstages unter 6104D an den Gießener Anzeiger erbeten. Baugeschäft sucht für Dauerstellung einen Lagerarbeiter für Baustofflager in Gießen. Handschriftliche Angebote mit Angabe der bisherigen Tätigkeit unt. 6112D an den Gießen. Anzeiger. 1 Wurf 7 Wochen alte, schöne Ferkel zu verkauf. 04336 Karl Buff I., Eberstadtb.Lich, Butzbach.Str. 15 Junger, illmnmÄn tücht., zuverläss., m. all. Arbeiten vertraut u. mit guten Zeugniss., weg. Verheirat, d. jetz. Mädchens für bald gesucht. Frau Elfe Roth, Marburger Str. 20. [04326 Federdelke mit 2 Kissen, 1 Geige, Waschtisch, Sviegelschrank bill. z. verk. 04363 Wo? sagt d. Ge- schäftsst. d.G.A. Gebr. [04353 Kinderwagen und Chaiselongue mitDecke zu verk. Ruckstuhl, Seltersweg 4. Gebr. gut erhalt. Handharmonika ,Hohn.-Koch-Mo- dell, CF St., zu verk.Alt.-Buseck, I Anger 21. [0434s Jüngere Bürokraft (männlich oder weiblich) Kurz- schriftu.Schreib- masch. Beding., für größeren Gewerbebetrieb am hiesigen Platz gesucht. Schriftliche Angeb.u. 604415 an d. Gieß. Anz. Jung., ehrlicher tasbnte sofort ges. [04367 Hahnemann, Blockstraße 12. Junger (Radfahrer) gesucht. [6134D Rudolf Weber, Gartenbaubetrieb u. Blumengesch. Aelterer SrofWn- ffiöter Führerschein 3 b, sucht Stellung, auch R 6 « auf den naturbedingten Zeitpunkt ihrer Einlieferung in die Fermentationsräume. -MT H ml M XwM\ V '?> MM MM EM 4 6, N r »z/zrVfr. z7'z'Z.'//_ MW MWm MM EM MM ZWO Hochzeit gefunden. Nachdem diese durch unglückliche Ereignisse immer wieder verhindert worden war. Im Jahre 1904 hatte Harold Norwich in Agency in Missouri Ellen Harfield einen Antrag gemacht, der angenommen wurde. Als die Hochzeit im Jahre 1908 gefeiert werden sollte, starb kurz vor dem festgesetzten Tag ein Ellen sehr nahestehender Onkel, und die Hochzeit wurde verschoben. Ein Jahr spater war der Hochzeitstag wieder festgesetzt, aber da starb Ellens Bruder. Und so ging es von 1910 bis 1917 weiter; wenn Ellen einen Tag ausgesucht hatte, starb immer ein naher Verwandter, nach dessen Tode sie nicht sofort Hochzeit feiern wollte. Im Jahre 1918 kam die Hochzeit nicht zustande, weil Harold Soldat wurde. 1919 starb wieder em Verwandter. 1920 war Ellen selbst schwer krank, und von 1921 bis 1927 starken von neuem mit erschütternder Regelmäßigkeit Verwandte gerade so, daß die Hochzeit abgesetzt werden mußte. Im Jahre 1928 versuchten es Harold und Ellen sogar zweimal, aber vor dem ersten Tage starb ein Bruder Harolds, vor dem zweiten seine Schwester. Jetzt endlich war einmal jedes Hindernis beseitigt, und. die Hochzeit hat' stattgefunden. Harold, der schon als Sechzehnjähriger an das Freien gedacht hatte, ist heute 50 und Ellen 49 Jahre alt; sie sind in das Haus gezogen, das Harold im Jahre 1911 für sie hat bauen lassen. Der Ruf nach Liebe. (th) Neuyork. „Wenn Sie sich für Liebe interessieren, dann rufen Sie Circle 7—5900 an!" so lautete eine Anzeige in einer Neuyorker Zeitung an einem Donnerstagabend. In der Zeit vom Donnerstagabend bis zum folgenden Sonntag haben nicht weniger als 11 000 Personen unter dieser Nummer ange-. rufen, um zu wissen, worum es sich überhaupt handelte. Sogar die Neuyorker Sittenpolizei interessierte sich brennend, wer unter einer Telephon-' nummer so liebesbereit sei. Die Enttäuschung war — nicht nur bei der Polizei — beträchtlich, als sich herausstellte, daß man unter jener Nummer ein bestimmtes Kino erreichte, in dem zur Zeit ein Film gegeben wurde, der den Titel führte: „Ich interessiere mich für Liebe!" Aber nun die Reaktion der einzelnen Interessenten: 150 der Anrufenden waren bereit, eines der Telephonmädchen, die ihnen Rede und Antwort standen, zum Abendessen einzuladen und nachher mit in jenen Film zu neh- nem. Fünfzig Anrufer waren Geschäftsleute, die den Anruf durch ihre Sekretärin erledigen ließen. Am wütesten waren die Frauen, die sehr zahlreich anriefen. Sie machten in ihrem Zorn und — geschützt durch die Diskretion des Telephons — keinen Hehl daraus, daß man sie „hinters Licht" geführt habe. Was mögen die Damen eigentlich erwartet haben? In Neuyork aber haben alle Reklamebüros ihre Lehre aus den Erfahrungen mit jenem Inserat gezogen: Wenn man die Liebe in den Anzeigenteil bringt — dann ist das Geschäft so gut wie gemacht. Sie hat genug davon. B. London. In London ist Vera Hall aus Amerika eingetroffen, die meistphotographierte Frau der Welt oder, wie andere es poetischer ausdrücken, „die Frau, die die größte Zahl Männer in der Welt zum Träumen gebracht hat". Man sieht drüben ihr Bild auf den Umschlägen und auf den Reklameseiten aller großen Magazine. Die Kaugummimar- key, die Zigaretten- und Automarken erfuhren, wie ihre Hersteller feststellten, sofort eine ansehnliche Steigerung des Umsatzes, wenn die Erzeugnisse mit einem Photo von Vera Hall, wie sie kaut, raucht oder einen Kraftwagen lenkt, angepriesen wurden. Damit, daß sie sich photographieren ließ, hat Vera Hall über 5000 Dollar im Jahre verdient. Vor zwei Jahren stürzte sie vom Pferde und erlitt eine Verletzung der Wirbelsäule, so daß sie sechs Monate in Gips liegen mußte; die Aerzte versicherten, daß sie ihr ganzes Leben lang darunter leiden würde. Das hat aber nicht gehindert, daß Dera Hall in Atlantic City als „anbetungswürdigste Frau Amerikas" gewählt wurde. Man sollte meinen, daß niemand damit zufriedener sein würde als Vera Hall selbst. Das ist aber nicht der Fall. ,Zch habe genug davon", schrie sie geradezu den Berichterstattern ins Gesicht, die sich um sie drängten. „Ich habe genug davon, ständig in glänzender Beleuchtung zu posieren, immer die schönsten Kleider zu tragen und zu lächeln, wenn ich nicht die geringste Lust dazu verspüre!" Vera Hall ist also nach Europa gekommen, um sich als Sängerin auszubilden. Ein Drama auf hoher See. B. L e Havre. „ Das französische Fischerboot „Claude et Therese" segelte auf der Nordsee, etwa 30 Kilometer von Harwich entfernt, als die Fischer ein treibendes Boot bemerkten. Es war eine kleine Jacht, die stark leck war und zu sinken drohte. Ein Ruderboot wurde ausgesetzt und fuhr zu der Jacht hinüber. Da entdeckte man an Bord einen einzigen Insassen, der fast bewußtlos war und keine Erinnerung zu haben schien. Der" Unbekannte war ein junger blonder Mann, dessen Arme tätowiert waren, und der den Eindruck machte, daß er gewöhnt war, auf See zu fahren. Das war alles, was man feststellen konnte. Jrn Krankenhaus, in das der Mann geschafft wurde, hörte man ihn nur unzusammenhängende Worte stammeln. Wiederholt schien er in Wahnvorstellungen, dramatischen Szenen an Bord des kleinen Fahrzeugs beizuwohnen, in denen er selbst schweren Mißhandlungen ausgesetzt war; zweimal sprach er auch von zwei Männern, die in seiner Begleitung gewesen und von einer Welle davonge- tragen worden seien. Auch als es durch sorgfältige Pflege gelungen war, den jungen Mann wieder zu sich zu bringen, hatte er das Gedächtnis verloren. Auf dem Polizeibüro, in das man ihn brachte, nachdem er aus dem Krankenhaus entlassen war, erklärte er, daß er nicht wisse, wer er sei. An Bord der Jacht fand man nur einen Karabiner, ein Opernglas und Kleidungsstücke. Es war jedoch leicht, zu ermitteln, woher die Jacht kam: sie gehört einem Manne, der ein Besitztum an der Küste hat, und sie war dort an demselben Morgen gestohlen worden. Spaziergänger am Strande hatten auch in der Frühe gesehen, wie die Jacht auf die hohe See hinausfuhr. Sie war zu der Zeit noch im besten Zustand. Wie es möglich war, daß sie in so kurzer Zeit bei fast völlig ruhiger See so schwer beschädigt wurde, ist ein Rätsel. Man könnte annehmen, daß das Boot einen Zusammenstoß erlitten hat, aber es bleibt dann die Frage, womit, ob mit einem Felsen ober mit einem anderen Schiff. Die Polizei entfaltet eine lebhafte Tätigkeit, das Geheimnis zu lösen. Aus aller Well. 460 Todesopfer der Sturmkatastrophe in USA. Erst jetzt läßt sich das Ausmaß der Sturm- k a t a st r o p h e an der Oftküfle der Vereinigten Staaten einigermaßen überblicken, nachdem die telephonischen und telegraphischen Verbindungen wiederhergestellt sind. 460 Tote sind bisher gezählt worden, davon 230 allein im Staate Rhode Island. Die Zahl der Vermißten ist noch nicht abzu- fchähen. Tausende von Verletzten befinden sich in den Krankenhäusern. Ungeheure Rot hat die Raturkatastrophe für weite Gebiete mit sich gebracht; die Hilfsaktionen bleiben stecken, weil Eisenbahnverbindungen und Landstraßen unterbrochen sind. Reue Gefahr droht, da zahlreiche Flusse der Reu- englandstaaten in abermaligem bedrohlichem Ansteigen sind. Die Zahl der Obdachlosen erhöht sich stündlich. Etwa 100 000 2Hann sind von der Vundesarbeitsbeschaffungsbehörde zu Rettungs- arbeiten eingesetzt. Der Sachschaden wird auf 150 Millionen Dollar (rund 375 Millionen Mark) geschützt. Am schwersten wütete der Sturm im Staate Rhode Island, aber auch die Staaten Massachusetts, Reu- york, Connecticut haben schwer gelitten. Wie groß die Gewalt des Orkans war, geht auch daraus hervor, daß an der Spitze des höchsten Gebäudes von Reuyork dem Empire State Vuilding, Schwankungen bis zu zehn Zentimeter feftgeftellt wurden. 3n einer Reihe von Orten im Staate Massachusetts ist es infolge von Lebensmittelknappheit zu örtlichen Unruhen und zur Plünderung von Läden und Lagerhäusern gekommen. Die Rationalgarde mußte zu einem verschärften Ordnungsdienst eingesetzt werden. Englischer Multimillionär tödlich verunglückt. Aus Cannes wird der tödliche Unfall des englischen Seifenkönigs und Multimillionärs C r o s- fielt) gemeldet. Crosfield fuhr in Begleitung feiner Frall im Schnellzug von Genf nach Cannes. Während der Nacht wollte sich der englische Millionär unweit der Station Muy im Departement Var in Südfrankreich zur Toilette begeben, verwechselte aber anscheinend die Toilettentür mit der Tür des Schlafwagens, die ins Freie führt. Er öffnete sie und fiel hinaus. Ein Beamter des Schlafwagens bemerkte den Vorfall. Es war jedoch zu spät. Der verunglückte Engländer war sofort tot. Man stellte einen Schädelbruch fest. Betriebssicherheit der Omnibusse. Wie seinerzeit mitgeteilt worden ist, hat der Reichsv/rkehrsminister im Juni d. I. aus Anlaß der schweren Unfälle im Kraftomnibusverkehr die Untersuchung aller privaten Kraftomnibusse des Gelegenheitsverkehrs auf ihre Betriebssicherheit durch amtlich anerkannte Sachverständige angeorbnet. Das vorläufige Ergebnis bieser Untersuchung liegt nunmehr vor. Es find bisher rund 5500 Omnibusse untersucht worden. Davon waren 53 v. H. ohne Mängel ober hatten nur leichtere Mängel, die keine Wiedervorführung des Fahrzeuges erforderlich machten. 38.8 v. H. wiesen schwerere Mängel auf und mußten zur nochmaligen Nachprüfung bestellt werden. 8,2 v. H. waren verkehrsunsicher und wurden sofort aus dem Verkehr gezogen. Die Mängel zeigten sich in der Hauptsache bei den Fuß- und Handbremsen, der Lenkung, den Federn, der vorderen und hinteren Beleuchtung und beim Fahrtrichtungsanzeiger. In etwa 700 Fällen waren mehr Sitzplätze vorhanden als der zulässigen Belastung entsprach. Das Gesamtergebnis wird durch die noch ausstehende Untersuchung der noch nicht erfaßten Omnibusse nicht wesentlich geändert. Die Untersuchung hat gezeigt, daß es notwendig ist, die dem öffentlichen Verkehr dienenden Kraftomnibusse in regelmäßigen Z e i t a b st ä n d e n auf ihren betriebssicheren Zustand untersuchen zu lassen. Den mit der Aufsicht über den Kraffomnibusoerkehr betrauten Behörden werden die erforderlichen Weisungen zugehen. Außerdem sind Bestlmmungen in Vorbereitung, die für die Sicherheit des Betriebes sowie der Ausrüstung und Beschaffenheit der Fahrzeuge des gewerblichen Verkehrs alle notwendigen Garantien schaffen. Die Aufgaben des Gerichtsarzles bei der Rechtsfindung. Nachdem die Deutsche Gesellschaft für gerichtliche, soziale Medizin und Kriminalistik ihre Tagung in Bonn eröffnet hatte, begann der 1. Internationale Kongreß für gerichtliche, soziale Medizin und Kriminalistik, an dem sachverständige und Fachwissenschaftler aus 35 Ländern teilnehmen. Die Teilnehmer wurden von dem Präsidenten des Kongresses, Professor Dr. Pietrusky (Bonn) begrüßt. Die Grüße des Reichsinnenministers Dr. Frick und des Ehrenpräsidenten des Kongresses, Ministerialdirektor Dr. Guekk überbrachte MinistertaMI Cropp, Mr die Stellung der Gerichtsärzte unter den übrigen Vertretern der Heilkunde näher umriß. Die Aufgabe des Gerichtsarztes fei nicht unmittelbar zu heilen ober Krankheiten vorzubeugen, fon« bern dem Richter bei ber Rechtsfindung zu helfen. Der Gerichtsarzt müsse ebenjo rechtskundig sein, wie er einen Einblick in die Psyche des Verbrechers gewinnen müsse. hI.-Führer in England herzlich ausgenommen. Die zur Zeit in England weilenden HI. - Füh, rer statteten den Erziehungsanftalten in Eton einen Besuch ab. Eine Gruppe war in London bei verschiedenen politischen Klubs zu Gast, während andere Teilnehmer von Mitgliedern beider Häuser des Parlaments empfangen wurden. Die Jugen-, führer finden überall herzliche Aufnahme. Der amerikanische Dichter Thomas Wolfe f. In Baltimore starb dieser Tage, erst 38 Jahr, alt, der Schriftsteller Thomas Wolfe an den Fol. gen einer Operation. Mit Wolfe verliert Anters einen feiner bedeutendsten Erzähler, dessen Bücher auch in Deutschland bekannt geworden sind. 1929 erschien fein erstes Werk: „Schau heimwärts, Engel!" Der Roman „Von Zeit und Strom" und die Novellensammlung „Dom lob zum Morgen" festigten die Eigenart 'und die erzählerischen Gaben Wolfes, der zu den temperamentvollsten Schilderern amerikanischen Lebens gehörte. Volkskundliche Tagung „Deutscher Tanz". Die Grundlagen für den Aufbau eines neuen deutschen Tanzes zu schaffen, ist der Zweck der volkskundlichen Tagung „Deutscher Tanz", die die Mittelstelle für Spielforschung in der Arbeitsgemeinschaft für deutsche Volkskunde in ber Jugend- bürg Storkow bei Berlin durchführt. Hier treffen die 'Kräfte, die in Deutschland an ber (Erneuerung bes beutschen Tanzes arbeiten, zur Aussprache zusammen. Die Hitler-Jugend ist an ber Tagung weit- gehenb -beteiligt. In einer Reihe von Referaten wirb das überlieferte landschaftliche Tanzgut im Lichte ber heutigen wissenschaftlichen Erforschung bargestellt, die Nebengebiete der Kulturgeschichte, der Musik und ber Rassenkunbe werden ebenfalls behandelt. Grohseuer in einer dänischen Stabt Die Stadt Nykäbing auf Falster (Dänemark) wurde von einem Großfeuer heimgesucht, bas wertvolle Holzlager am Nordhafen vernichtete. Die Feuerwehr mußte sich damit begnügen, ein Uebergreifen des Feuers auf drei große Benzinanlagen zu verhindern, die nahe der Brandstelle liegen. Die Löfcharbeiten wurden auch dadurch erschwert, daß die Leistungsfähigkeit des städtischen Wasserwerks den erhöhten Anforderungen nicht genügen konnte. Durch bas Feuer wurde eine beträchtliche Anzahl hölzerner Lagerhäuser bis auf den Grund eingeäschert. Dec Brand ist anscheinend auf die Selbstentzündung eines Salpeterlagers zurückzuführen. Das Feuer erinnert an das Großfeuer in den Pfingsttagen von 1939, durch das der größte Teil des Hafens von Nyköbing vernichtet wurde. Der Sachschaden wird auf mindestens 300 000 dänische Kronen geschätzt. Vandilenjagd in Südsrankreich. Die Bevölkerung der mitten in der östlich von Toulon an ber Mittelmeerküste wilb aufragenden Bergkette der Maures gelegenen Ortschaft Revest ist feit Tagen in Angst versetzt. (Einer ber Einwohner des Dorfes, Landwirt Moise Beringuier, hat ein 16 Jahre altes Mädchen, das ihm nicht zu Willen war, durch fünf Gewehrschüsse schwer verletzt und einige Tage daraus aus einem Hinterhalt seinen eigenen Vetter durch einen Flintenschuß getötet. Der als Rohling bekannte Mörder hat sich nach vollbrachter Tat in die schwer zugänglichen Wälder des Maures-Massios geflüchtet, wo Polizei und Mobilgarde eine regelrechte Treibjagd auf ihn unternimmt. Es ist noch nicht so lange her, daß in der gleichen Gegend der Hirtentöter Sofia monate lang sein blutiges Handwerk trieb, ohne daß man sich seiner bemächtigen konnte. Die Polizei hat daher die Einwohner von Revest aufgefordert, den Ort zu verlassen. In jedem einsam liegenden Gehöft halten Doppelposten mit geladenen Karabinern Wache, während die Treibjagd auf den geflüchteten Mörder fortgesetzt wird. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen lieben Mann, unseren treusorgenden Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Karl Bender Fleischbeschauer plötzlich und unerwartet durch einen Herzschlag im Alter von 61 Jahren zu sich in die Ewigkeit zu rufen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Wilhelmine Bender nebst Angehörigen. Krofdorf, Rodheim, Neuyork, den 23. September 1938. Die Beerdigung findet Sonntag, den 25. September, nachmittags 4 Uhr, vom Trauerhause Hauptstraße 62 aus statt. 6119D Plötzlich und unerwartet verschied mein lieber Mann, unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Schwager und Onkel Jakob Häuser X. im 71. Lebensjahre. In tiefer Trauer: Christine Häuser Wwe. Familie Karl Häuser 15. Familie Karl Schneidmüller 3. Watzenborn-Steinberg (Gießener Str. 49), 24. Sept 1938. Die Beerdigung findet Sonntag, den 25. September, nachmittags 3 Uhr statt. ________________________________________________________6I25D Schutz, Stütze, Formfchönheit auf natürlicher Grundlage durch Thalysia- Formenpflege-System. Wfrr/A Reformhaus G.Schlumberger Seltersweg 52 6120D 1 K w MvkvuwvwvKWhi, wuumtknrM^iiW I \MsvtoGwin8$\\A^ 1 Doppelherz-Verkaufsstell.:Drog.H. Elges, Seltersw.66. C.Seibel, Frankf. Str. 0. WinterhoH, Kreuzplatz 9/10. Grünberg;: Karl Schott u. sämtliche Filialen. Eaubach: Solms- Laubacher Drog. Karl Klein. mv Haarwuchsmittel von Hofapotheker Schaefer ohne teure Verpackung. Echt. Brennesselhaar- wasser 1li Liter 0.75 RM. Echtes Birkenhaarwasser Hafengeld Liter 1— RM. gegen Schuppen, Haarausfall. Kopfiucken. Fein parfümiert! Flaschen mitbringen. Zu haben: Engel-Apotheke.5936 v Lin Quell der Freude für den Naturfreund Belauschtes Leben Kleine Kreatur in Wasser, Busch und Halm Don Karl Otto Bartels. 164 Naturaufnahmen aus dem Leben der niederen Tierwelt mit erläuternden Dildunter- schriften, Namensangaben und ausführlichem Text (62 Seiten). Mit einem Geleitwort von Professor Dr. Deegener, Universttät Berlin. Dieses Werb bringt erstaunlich vielseitige und trefflich gelungene Einzelbilder und Btldfol- gen aus dem reichen Leben der zahllosen Heineren Lebewesen. Aus der Freude am Beobachten ist ein wertvolles naturgeschichtliches Urkundenbuch geworden, das hervorragend geeignet ist, die Liebe auch zum kleinsten Na- turgeschehen zu erwecken. Gebunden RM.4L0 Ditte verlangen Sie kostenlos unsere bebilderten Werbeblätter! Das Buch ist durch jede Buchhandlung zu beziehen! Hugo Bermühler Verlag Vertin-Lichterfelde 5765V LOHNS Seifen- u.Glycerin-Fabriken, Wuppertal (Rhld) Hochbetrieb irr Haus a. Köche - schlimme Zeit für Hausfrauen* handel Trotzdem können Hände unbekümmert schaffen, weil es ja zur schnellen und gründlichen Handreinigung LUHNS Spezial» Handseife ABRADOR gibt» ABRADOR beRommen SiA üBeroft wo es gute Seifen gibt. Stück 18™ ABRADOR wäscht.im Nu auch die hartnäckigsten Spuren mühelos herunter - ABRADOR reinigt „uonQrundauf" - wäscht Hände , 'illensauber - und was Ihnen noch ganz besonders gut gefallen wird - ABRADOR massiert und pflegt auch gleichzeitig die Hände und macht die Haut so schön frisch, glatt und samtweich, J denn ABRADOR enthält beson- dere hautpflegende Zusätze, 4i. a. auch Lanolin und Lecithin.^ / Druckschriften «sz jÄrühl'sche Druckerei, Schulstraße T, Fernsprecher 2251 ff T QSrO Nr. 224 Drittes Blatt (Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) 24./2S. September 1958 Aus Der Stadt Gießen. Besinnliche Stunde. Dreimal schon hat es der Buchfink versucht, sich der Bank zu nähern. Aber jedesmal wurde er wieder durch irgendein Geräusch in der Nähe gestört. Oder war es nur das mangelnde Zutrauen, das ihn zu guter Letzt doch wieder aufflattern ließ? Jetzt kommt er abermals heran. Er ist ein hübscher kleiner Bursche mit braunroter Brust und klug blickenden Augen. Langsam trippelt er näher, bis er noch eme Handbreit von den Krumen entfernt ist, die ich gestreut habe. Nun hebt er den Kopf. Wird er wieder davonflattern? Nein, diesmal hat er offenbar die Scheu überwunden. Er hüpft vorwärts und beginnt zu picken. Aber nach jedem winzigen Krümchen, das er aufpickt, hebt er sichernd den Kopf. Ich sitze auf einer Bank in der Anlage vor der Stabt und betrachte das kleine Schauspiel. Es ist eine Stunde besinnlichen Ausspannens, zu der die vlötzlich scheinende Sonne des Septembertages ver- fiityrte. Welch ein behagliches Gefühl, die warmen Strahlen zu spüren. Die Brust atmet genießerisch die nach herber Reife schmeckende Luft, der ganze Körper empfindet wohlig die Köstlichkeit des Augenblicks, und die Augen wandern immer wieder zu dem kleinen munteren Fink, der sich die Krumen schmecken läßt. Drüben liegen die Häuser der Stadt. Sie versinnbildlichen mit ihren Türmen und Spitzen menschliche Tatkraft und menschlichen Gestaltungswillen. Rauchfahnen gehen darüber hin als Zeichen im- Merwährenüen Arbeitsfleißes, zu dem die verhalten dingenden Geräusche die Grundmelodie sind. Merk- vürdig, man hat die Stadt manchmal gescholten md wenig Gutes von ihr gesagt. Aber ist in ihr richt auch sehr viel Positives, viel Erfreuliches, das Vir gar nicht missen möchten? Gewiß, die Stadt ist nicht das Land, auf dem Straßenpflaster können keine Blumen sprießen, und der Buchfink dort würde sich sicher nicht in einen Fabriksaal wagen. Aber ist die Stadt darum verdammenswert? Lebt dafür nicht in ihr ein ungestümer Lebenswille, der mit all' seinen Äußerungen in der Industrie und in Handwerk, in der Kunst und Kultur hervor- rogenbe Werte schafft? Die Sonne wirft zitternde Kringel auf den Weg rnr der Bank. Der Buchfink trippelt ein wenig hin md her und beginnt dann wieder zu picken. Ist diese Anlage nicht auch eine schöne Leistung der restlos schaffendem Stadt? Nimmt sie sich gerade szt im blitzenden Sonnenschein nicht einzigartig aus? £ ja, man soll die Stadt nicht ungerecht schmähen, t r allem nicht, wenn man ihr in Wirklichkeit mit o. en Fasern des Daseins verbunden ist. Ich erhebe mich, um meinen Weg fortzusetzen. T-r Buchfink flattert sofort auf einen Zweig des Mchsten Baumes. Er braucht keine Sorge Zu haben, bir kleine Kerl. Eigentlich muß ich ihm ja dankbar sln, daß er mir zu einer besinnlichen Stunde ver- hilfen hat. Ihm und der Septembersonne, die mit ifcem Hellen Schein die Stadt so verschönt. H. W. Sch. Bornofigen Tageskalender für Samstag. iGloriwPalast (Seltersweg): „Heimat". — Licht- spelhaus (Bahnhofstraße): „Die Frau am Scheide- mge". — Gastspiel Johann Strauß: 20 Uhr Bolks- tzlle. Tageskalender für Sonntag. Gloria-Palast (Seltersweg): Heimat". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Die Frau am Scheidewege". — Kreisfachgruppe Kaninchenzucht Gießen: 16 Uhr „Burghof", Vortrag über Angorakaninchen- Ächt. Bund Deutscher Mädel. 217.3/116. Sonntag, 25. September, Pflichtfahrt le Mädelgruppe Mitte. Antreten um 8 Uhr auf bin Ludwigsplatz. Tagesverpflegung und —,50 Mk. firö mitzubringen. Münchener Okioberfest. Von Max Unold. Nächtliche Vorschau. Draußen auf der Theresienwiese ist eine Siedlung ganz kurioser Art entstanden. Hunderte von Sauten hemmen den Blick. Phantastische Gerüste Hilen in den Himmel, zwischen Prunkschlössern und Ärmen stehen Hütten winzigen Formats. Und als tacke die Willkür eines toll gewordenen Architekten fä ausgetobt, so sind hier die Stile aller Zeiten unb alter Erdteile durcheinander gemischt. Lange Sei)en von Bogenlampen stehen da aufgepflanzt, die jetzt, nachdem der regnerische Septembertag zu ßnöe ging, ihr eiskaltes weißes Licht hernieder- fatben. Alle Farben wirken falsch und'unnatürlich: Elen, Kurven, Ornamente werden von der widersinnigen Belichtung verzerrt und aus jedem Zusammenhang gerissen. Hammerschläge schallen durch bie Nacht, rätselhafte Kommandos ertönen hinter Vorhängen, hinter Scheinfassaden, auf denen, sündhaft schlecht gemalt, exotisckses Getier und neckilche Gespenster sich tummeln. In der einen Gasse schieben sechs Männer zerrend einen halbhohen Wagen :n ein Sparrengerüst. „Däumlingsmenschen steht nif der Leinwand geschrieben. Und jenes Paar, das Port im Hintergrund auf der Veranda eines Trans- portmagens im grünlichen Schein der Azetylen- am'pe sich gegenüber sitzt: sind das nicht Wachs- i^uren, die van unsichtbarer Mechanik betrieben, Hit Messer und Gabel hantieren und sich zutrni- !en? — Den einsamen Spaziergänger befällt das Gefühl, in die Szenerie eines ängstigenden Traums geraten zu fein. Die Wies' n. Den Menschen zur Freude war dies alles mit zitier Müh und Arbeit aufgebaut, und „grab lustig Met es einen an, wenn man es, wenige Tage Pater, an einem heiteren Septembernachmittag viederfieht. (Von den drei Wochen, die das Ok- üoberfeft dauert, fällt nämlich nur die letzte in den ÜJlonat, nachdem es benannt ist, und während dieses Zeitraumes heißt das Areal, auf dem es statt- t inbet, samt allem Zubehör im Oberbayerischen ein- i'ad) „Die Wies'n".) Gottseidank, daß Vernünftigkeit Biber gar zielbewußtes Kunstgewerbe hier so wenig lü^ureben hatten! Man fragt sich, wer nun eigent- Ülid) o ein Karussell entwirft, in welchen Gehirnen Mo (Einfälle für die Ausgestaltung der Buden und Zcü, dieser Teufelsbahnen, „Krinolinen" und Rus- Men Schaukeln entspringen. Nur wer mit allen 25 Lahre Berufsvormundfchast der Stadt Gießen. In den nächsten Tagen kann die Stadt Gießen \ i1? . y^biläum begehen. Es handelt sich um bas 1 2 5 ] a t) r i g e B e st e h e n ber Berufsvormundschaft der Stabt Gießen am 1. Okto- ber 1938. Ein Vierteljahrhundert sozialer Arbeit auf oiesem Gebiete ist ein Markstein in ber Geschichte ber Stabt, an dem es sich schon verlohnt, die Blicke einmal rückwärts zu lenken und sich in großen Zügen diese Tätigkeit im Dienste der Jugend vor Augen zu halten. Hessen war auf dem Gebiete ber sozialen Für- lorgegesetzgebung zum Schutze hilfsbebürftiger, ins- befonbere unehelicher Kinber, schon früh allen deutschen Bundesstaaten der Vorkriegszeit weit vorangegangen. Als erster deutscher Bundesstaat der damaligen Zeit hatte es durch Gesetz vom 10. September 1878 den Schutz ber in frembe Pflege gegebenen Kinber unter 6 Jahren geregelt unb bie bis dahin völlig ungeschützten „Ziehkinber" einer geregelten behörblichen Ueberwachung unterstellt. In Rheinhessen würbe bann bie Amtsvormundschaft. eingeführt, bie burch Gesetz vom 19. August 1905 auf ganz Hessen ausgebehnt würbe. Nach biesem Gesetz konnten die Gemeinden, oder die Kommunal- Derbände durch eine Ortssatzung oder durch ein Gemeindestatut bie Anstalts- bzw. Berufsvormunb- schaft einführen. Das Gesetz über bie Anstaltsvor- munbschaft wurde bas Sprungbrett für bie Einführung ber Berufsvormunbschaft, für bie neben den anderen großen hessischen Städten auch Gießen bahnbrechend wurde. Den Anstoß zur Einführung der Berufsvormundschaft in der Stadt Gießen gab unser früherer Oberbürgermeister, damaliger Beigeordneter Keller im Juli 1912 mit einer Denkschrift über die Einführung der Berufsvormundschaft in Gießen. Beigeordneter Keller erläuterte darin bie formalrechtlichen Voraussetzungen unb begrünbete seine Vorschläge so überzeugenb, baß bie maßgebenben stäbtischen Körperschaften seinen Vorschlägen zu- stimmten. Im „Gießener Anzeiger" Nummer 29 vom 4. Februar 1913. wurde eine „Ortssatzung betreffend bie Einführung ber B e - rufsvormundschaft in Gießen" veröffentlicht, bie mit Wirkung vom 1. März 1913 in Kraft gesetzt würbe. Damit war bie Berufsvormunbschaft in Gießen formell eingeführt, jedoch verging bis zum Beginn ihrer praktischen Wirksamkeit noch geraume Zeit, da zunächst eine Reihe von Vorarbeiten zu erfüllen waren. Die Praxis der Berufsvormundschaft in Gießen begann am 1. Oktober 1913, so daß man den kommenden 1. Oktober als den Jubiläumstag ber Vollenbung bes ersten Viertel? jahrhunderts der Gießener Berufsvormundschaft anzunehmen hat. Als erster Berufsvormund iy Gießen wurde ber Verfasser ber begründenden Denkschrift und Organisator ber Einrichtung, Beigeorbneter Keller, burch Beschluß ber Stabtoerorbneten-Versammlung vom 20. Februar 1913 bestellt. Bei seinem Wirken als Berufsoormund sollte er, im Hinblick auf seine vielfachen anderweitigen dienstlichen Aufgaben, von dem damaligen Armenamtssekretär Loh unterstützt werden, ferner wurde zur Mitarbeit, insbesondere vom Gesichtspunkt ber juristischen Erfordernisse aus, ber bamalige Gerichtsbeamte Rudolf Keitzer vom Amtsgericht Gießen mit Wirkung vom 1. Oktober 1913 ab in den städtischen Dienst hinzugezogen. Mit dieser personellen Regelung und der Verteilung ber Arbeitsaufgaben hatte bie Berufsvormunbschaft in Gießen nun auch ihr praktisches Fundament erhalten, so baß jetzt mit ber Arbeit begonnen werben konnte. Diese brei Männer konnten indessen nicht lange Zusammenarbeiten. Bereits im nächsten Jabre, am 1. April 1914, mußte ber inzwischen "zum Oberbürgermeister von Gießen gewählte Beigeorbnete Keller auf bas Amt bes Berufsvormunbs verzichten, ba feine größeren Amtspflichten ihm für biete Sonberaufgabe keine Zeit mehr ließen. Mit Zustimmung ber Stabtoerorbneten-Versammlung | würbe ber bamalige Stadtamtmann und Dezernent ! des Armenamtes, Dr. S e i b , zum Berufsvormund bestimmt. Bald darauf brach der Weltkrieg aus. Bereits am ersten Mobilmachungstage rückte der erste Mitarbeiter des Berufsvormunbs, Armenamtssekretär Loh, ins Feld; seit bem 20. September 1916 würbe er vermißt, unb im Jahre 1919 erfolgte seine Tobeserklärung. Der bamalige Stabt- obersekretär Keitzer übernahm mit allen Vollmachten bie Tätigkeit Lohs, bann auch, als ber Berufs- Dormunb Dr. Seib zum Heeresdienst eingezogen. wurde, auf Grund direkter gerichtlicher Bestellung und Verpflichtung das Amt des Berufsvormunds der Stadt Gießen, das er seitdem ununterbrochen führt. In diesem Zusammenhänge sei erwähnt, daß der Berufsvormund der Stadt Gießen seit der Einrichtung dieses Amtes von bem beim Amtsgericht Gießen als Vormunbschaftsrichter wirkenden Amtsgerichtsrat Franz Gros, der diese Amtspflichten bis zu feinem Uebertritt in den Ruhestand am! 1 30. September 1937 versah, stets in vorbildlicher unb von ben beteiligten Amtsstellen, sowie von ben Eltern vorbehaltlos anerkannter Weise bei ber Erfüllung ber vielfältigen schweren Aufgaben unterstützt würbe. e Die Tätigkeit bes Berufsvormunbes ber Stabt Gießen begann naturgemäß in bescheibenem Rahmen, ba ja bas Wirken bieses Amtes etwas ganz Neues in unserer Stabt barstellte. Zu Beginn hatte ber Berufsvormunb insgesamt 62 Münbel zu betreuen, von benen 29 unehelicher unb 33 ehelicher Abstammung waren. Balb erfuhr jeboch ber Wirkungskreis bes Berufsvormunbes eine erhebliche Erweiterung. Der Ausbruch bes Weltkrieges unb ber Verlauf ber Kriegsjahre brachten ihm ein ganz erheblich vergrößertes Maß von Aufgaben, ba er sich ja auch nicht nur um bie Münbel nach deren Geburt zu kümmern hatte, sondern sich in durchaus berechtigter Weise auch schon der werdenden Mutter annahm und damit für das kommende Kind Sorge trug. Die Entwicklung des Amtes unb ber Aufgaben brachte es schließlich mit sich, baß ber bamalige Stabt- obersekretär Keitzer, ber jetzt als -Verwaltungs- amtmann Vorstanb bes gesamten Städtischen Wohlfahrtsamtes ist, im Frühjahr 1920 von dem Oberbürgermeister zum Berufsvormund für die Stadt Gießen bestimmt wurde, nachdem Dr. Seib dieses Amt niedergelegt hatte. Der Berufsvormund war weiterhin auch als Sammelvormund tätig, der nicht nur die Mündel der Stadt Gießen, sondern auch die des Landkreises Gießen zu betreuen hatte. Nach den Kriegsjahren brachten die unmittelbare Nachkriegszeit, insbesondere die Zeit der Inflation mit all ihren schweren Begleiterscheinungen, ferner die jahrelange Massenarbeitslosigkeit bem Amt des Berufsvormunds eine gewaltige Steigerung der Aufgaben und der Arbeit. Die Erfüllung dieser Obliegenheiten war mit vielfachen Schwierigkeiten verbunden, die insbesondere in unzulänglichen gesetzlichen Maßnahmen und in vielfachen wirtschaftlichen Mißhelligkeiten bei den als Väter in Betracht kommenden Personen als Folge der Arbeitslosigkeit ihren Grund hatten. Daß es dennoch dem Berufsvormund in jenen Jahren gelang, für den größten Teil feiner Mündel eine sehr fruchtbare Tätigkeit zu entfalten, für 'viele dieser Kinder auch ein gewisses Kapital aus den väterlichen Zahlungen als Sicherstellung für die Zukunft des Kindes anzusammeln, muß als ein besonderes Verdienst des Gießener Berufsvormunds hervorgehoben werden. Erfreulich ist es ferner, daß es ihm in vielen Fällen möglich war, auf dem Wege über das Kind die öfter einander entfremdeten Väter und Mütter wieder zusammenzuführen, so daß schließlich, zum Besten bes Kindes, die Eheschließung der Eltern zu- standekam. Einige wenige Zahlen mögen einen Anhalt geben für das Anwachsen der Tätigkeit des Berufsvormunds. Hatte er zu Beginn dieser Amtstätigkeit 62 Mündel zu betreuen, so war Hie Zahl der Vormundschaften und Pflegschaften im Jahre 1926 bereits auf 826 angewachsen, im Jahre 1936 war diese Zahl aber schon auf 3944 angestiegen. Neben der Betreuung der Mündel mußte der Berufsvormund natürlich auch den Eingang der von den Vätern zu zahlenden Unterhaltsgelber überwachen unb für bie einroanbfreie Verwendung bzw. Anlegung dieser Gelder Sorge tragen. Dabei handelte es sich in jedem Jahre um Beträge von erheblichem Ausmaß. Im Interesse der von ihm betreuten Kinder war der Gießener Berufsvormund auch bemüht, für seine Schützlinge, falls der naturgegebene elterliche Schutz nicht sicherzustellen war, soweit als möglich Adoptio-Eltem zu gewinnen. Er leistete dadurch für die Zukunft der betreuten Kinder ein gutes Stück Arbeit, verschaffte aber auch solchen Ehepaaren, denen das Glück eigener Kinder versagt geblieben war unb bie gern ein Kind in ihren Lebensbund aufnehmen wollten, die Freude der Erfüllung dieses Wunsches. So konnten durch den Berufsvormund allein von 1919 bis 1936 insgesamt 42 Kinder als Adoptiv-Kinder in gute Obhut von Adoptiv-Eltern Dem Auge das Beste! Lassen Sie sich beraten von \ ( Optiker dem Optiker Ihres Vertrauens / Seltersweg 33 Kassenlieferant. gegeben werden, wobei selbstverständlich alle Sicherungen für das Kind, aber auch die Gesichtspunkte der Rassenpflege oberste Leitgrundsätze waren. In geeigneten Fällen hat der Amtsvormund aus seinem Bereich auch Vormundschaften an Einzelvormünder abgegeben, soweit die Fälle und bie Personen ber- art beschaffen waren, baß dieser Weg der Betreuung des Kinbes ohne Bebenken beschritten werben konnte. Seit dem Beginn der Arbeit der NS.-Volkswohl- fahrt steht der Berufsvormund mit dieser Dienststelle der Partei in enger Zusammenarbeit unb in guten persönlichen und amtlichen Beziehungen, da ja beide Dienststellen ihre Arbeit unter den besonderen Gesichtspunkt des Dienstes für die Jugend und damit für das kommende Deutschland stellen. Die Gießener Rechtsanwaltschaft hat es sich ebenfalls allezeit angelegen fein lassen, den Berufsvormund bei der Prozeßführung für das Jugendamt durch unentgeltliche Mitarbeit wirksam zu unterstützen, so daß auch sie an dem segensreichen Wirken dieser stäbtischew-Dienststelle in hervorragenber Weise mitbeteiligt ist. Der Berufsvormund ber Stabt Gießen, als Amtsstelle sowohl, als auch in seiner Person, kann an bem Tage ber Vollendung des ersten Vierteljahr- Hunderts Gießener Berufsvormundschaft auf ein Wirken zurückblicken, das stets von dem großen und vorbildlichen Gesichtspunkt geleitet mar: Nicht neben, sondern helfen! Nicht nur Sozialfürsorge, sondern Sozialerziehung! Unter diesen Leitgedanken hat der Berufsvormund der Stadt Gießen sich in den 25 Jastren seines Wirkens große Verdienste um das Wohl unb um bie gute Gestaltung bes Lebensweges der von ihm betreuten Mündel erworben, damit zugleich auch gute Aufbauarbeit im Dienste unserer Volksgemeinschaft geleistet. Hierfür gebührt diesem städtischen Amt, dem Berufsvormund selbst unb allen seinen Mitarbeitern ber aufrichtige Dank ber Gesamtheit unserer Stabt. B. HMNllWjMilWlll Sportamt NSG. „Kraft durch Jreube“. Prüfung zum Reichsfportabzeichen. Heute, Samstag, ben 24. 9., finbet um 17 Uhr auf bem Universitätssportplatz eine Prüfung zum Erwerb bes Reichssportabzeichens statt. Bewerber müssen orbnungsmäßig ausgefülltes unb abgestempeltes Ur= kunbenheft mitbringen. 6111V Sinnen sich hingibt, genießt unb erlebt bas „Gesamtkunstwerk" ber einzigartigen Veranstaltung. Sie wuchs aus einem Fest ber Landwirtschaft, bas Bayerns Könige gründeten, und wenn in der Gegenwart Kirmes- unb Jahrmarkts-Trubel die bescheibenen Anfänge überwuchert hat, so ist boch genug Bobenstänbiges übrig geblieben, das, im Volkscharakter verwurzelt, sich anderswo nicht wie- berfinbet. Wie überall lärmen und dudeln auch hier die Orgeln, die mechanischen und die lebenden Orchester in fröhlicher Kakophonie durcheinander, preisen heisere Ausrufer ihre unerhörten Sensationen an, rattern die mit höllischem Scharfsinn konstruierten Schüttel- unb Rüttel-Bahnen, bei beren bloßem Anblick bich ber Schwinbel ergreift. Aber sieh bort: ba kommt, imponierenb nicht nur durch die mächtige Ladung an Nationalgetränk, ein Braugespann einhergefahren: vier belgische Hengste schwersten Schlages, braune unb hellblonbe Mähnen, ziehen ben Wagen. In ihrem wundersamen Gala-Geschirr aus verschwenderisch breitem Leder, mit Nickelketten unb Messingblech behangen, stampfen diese gebändigten Kolosse dahin, stolz unb feurig wie die Schlachtpferbe auf ben Reiterporträts ber alten Meister. Im Brennpunkt. Da stehen hochragend, von klotzigen Türmen flankiert. girlandengeschmückt, von Flaggen überweht, bie Bierhallen. Einer von ihnen strebst bu zu. An dem wahrlich nicht kleinen Tor staut sich die Menge der Dürstenden, verflicht sich zu Knäueln, dreht sich (unb bich) einige Male um sich selbst, unb ehe bu zum enbgültigen Entschluß kamst, bist du hineinbe- förbert. In gewaltiger Hohe über dir ahnst bu ein Dach, Pfeiler verlieren sich nach oben, Wimpel hängen von bort herab — doch alles Begrenzende verdämmert in einer bläulichen Rauchwolke, in die schräge Lichtbündel der schon tiefer stehenden Sonne einfallen. Wie Prozessionszüge wandeln eng gedrängte Scharen in diesem seltsamen Dom: ohne Aufhören, ohne Unterbrechung schieben sie sich durch die Gassen zwischen den vollbesetzten Tischen hindurch. Doch wenn du an einer Ecke des Gevierts bekümmerten Herzens um bich schaust, hörst bu aus rauher Kehle die beglückenden Worte: „©efyen’s her, Herr Nachbar, wir harn scho' noch Platz'" Nach kurzem sitzt bu wirklich unb wahrhaftig unb eigentlich erst in biesem Moment bist bu — auf bem Oktoberfest. Freunblich schauen bir bie Tifchgenofsen — alle Stände unb Klassen sind hier frieblich vereint — in bie Augen, lassen es an Zutrinken unb fröhlichem Spruch nicht fehlen. Nach ber Kellnerin, bie ohne lang zu fragen, den schäumenden Krug vor dich hingestellt hat, naht bas Rabiweib; bie Frau mit Brot und knusprigen Brezeln folgt, und der Ruf „Ein Herz! fürs Herz" soll dich verführen, mit so einem Schokolabenungetüm die hübsche Kleine neben bir zu beglücken. An ben Wänben entlang zwischen ben Schank- stellen sind Küchenabteilungen besonderer Art improvisiert: ba breht sich von kunstreicher Maschinerie langsam bewegt, ein ganzer Ochse am Spieß: Hühner in Reihen hinter- und übereinanber werden von ben barunter glühpnben Holzkohlen mählich gebräunt; in immer neuer Auflage brutzeln die Schweinswürstl auf bem heißen Rost und verwandeln sich aus blassen teigigen Gebilden in kleine knusprige Dinger. Ein ungeheures Getose erfüllt den Raum, ohrenbetäubendes Lachen, Quietschen, Singen und Schreien hallt von Wänden und Decke wider. Aber die Oberländler Musik kommt doch noch dagegen an mit ihren drei Dutzend Blechinstrumenten. Und nun blasen sie den Schuhplattler unb stehen auf unb brehen sich selbst bazu im Kreise. Auf ihre Stühle klimmen sie, bie Trompeten richten sie gegen bas Publikum, und von einem Unisono- Ehor ber ganzen Halle begleitet schmettern sie „Ein Prosit ber Gemütlichkeit!^ in bie tobenbe Menge. „Grad zünftig ift's!" brüllt bir bein Nachbar durch ben Lärm ins Ohr, unb über ben Rand beines schon zum zweiten Male gefüllten Maßkruges hinweg zwinkerst bu ihm bankbar zu, weil bu aus tiefstem Herzen einverstanben bist. Die Kunst/ Gurken einzuleqen. Zufällig ist eine Anweisung aus bem Jahre 1591 erhalten geblieben, aus der hervorgeht, wie nan damals in Norddeutschlanb die Gurken einmachte. Die einfachste Weise bestand darin, daß man in ein Faß oder großes irdenes Gefäß eine Schicht Dill unb Weinlaub, ober als besten Ersatz Pfirsichlaub legte, barüber eine Schicht Gurken, unb so abwech- felnb, bis bas Gesäß gefüllt war. Dann würbe bas Ganze mit Salzwasser übergossen, nicht stärker gesalzen, als man es zum Kochen von Fleisch ver- roenbet, wie bie Anweisung sagt, unb dann der Inhalt mit Steinen beschwert. Etwas umstänblicher war eine anbere Art. Man ließ bie Gurken erst 24 Stunben mit ein wenig Essig bespritzt stehen, bann legte man sie in ein eichenes Faß, besten Boben mit etwas Sauerteig bestrichen war. Darauf schichtete man bie Gurken zwischen Weinlaub, Dill unb etwas Aniskraut, übergoß sie mit Salzwaster und beschwerte sie mit Steinen. Dieses Verfahren wurde als die feinere Art geschätzt. Jeboch wirb gewarnt, nicht zu viel Sauerteig zu verwenden, da sonst die Gurken leicht schleimig würden. Schließlich war noch ein drittes Rezept beliebt, das als französisch galt. Hier verwendete man Weinblätter, Pfirsich- und Kirschenlaub, ein wenig Koriander, viel Dill, dazu etwa Thymian und Pfesfekkraut, schichtete Lage um Lage die Gurken dazwischen und übergoß sie mit Salzlake so stark, wie wenn man Fische einsalzen wollte. Das Ganze wurde wieder mit Steinen beschwert und daraus geachtet, daß die Lake allzert überstand. Diese alte Anweisung zeigt also, wie mannigfaltig damals schon die deutsche Hausfrau es verstand, den Segen während der Gurkenzeit haltbar zu machen. Jedoch hatten viele Hausfrauen noch ihre eigenen, oft ererbten Rezepte und liebten es, ihre Gäste durch den feinen Geschmack der Gurken zu überraschen, wobei es hauptsächlich auf die Zusammensetzung der Würzkräuter ankam. Hochschulnachrichten. Der hervorragende Zoologe Geh. Reg.-Rat Professor Dr. Eugen K o r s ch e l t wird am 28. September 80 Jahre alt. Korschelt, in Zittau geboren, habilitierte sich 1885 in Marburg und wirkte bort bis zu feiner Emeritierung. Korschelt tjat ein umfangreiches Lehrbuch ber vergleichenben Entwicklungsgeschichte ber wirbellosen Tiere unb ein Zoologisches Wörterbuch, bas zehnbänbige Hanbwörter- buch ber Naturwissenschaften, unb lange Zeit ben Zoologischen Anzeiger herausgegeben. Er ist Mitglied der Akademien von Berlin, München unb Wien unb der Wissenschaftsgesellschaften in Göttingen unb Lunb. Geh. Reg.-Rat Professor Dr. Anton Stoß, ber ehemalige Orbinarius für Anatomie, Histologie unb Entwicklungsgeschichte in ber tierärztlichen Fakultät ber Universität München, ber 1933 in ben Ruhe- ftanb trat, begeht am 24. September seinen 8 0. G e - b u r t s t g g. Geh. Rat Stoß war auch als Lehrer an ber Akabemie ber Bilbenben Künste tätig. Dem Professor Dr. Leo T s ch e r m a f würbe unter Ernennung zum orbentlichen Professor an ber Universität Freiburg ber Lehrstuhl für Walbbau übertragen. Dem Dr. phil habil. Franz Dirlmeier wurde unter Ernennung zum persönlichen Ordinarius die Planstelle eines außerordentlichen Professors für. klassische Philologie an ber Universität München übertragen. Unsere Arbeit gilt der Zukunst. UM Hab und Gut gebrachten Flüchtlinge zu bringen bereit sind. Wer zur Linderung der großen Not UHL Seilersweg Nr. 67 adiO Telephon Nr. 3170 eparaturen .«9/1 wolle ist heute Ware erster Qualität. Sie flammt von dem kleinen Angorakaninchen, das sehr beschei« dene Lebensansprüche stellt. Man sieht es dem Tierchen kaum an, daß es seinem Besitzer Jahr für Jahr für etwa 6 bis 8 Mark Wolle liefert. Das Angorakaninchen wird viermal im Jahr geschoren. Das Erzeugnis ist die blütenweiße, edle Angorawolle, die für Pullover, Mützchen, Unterwäsche sowie auch zur Vermischung mit anderen Spinnstoffen Verwendung ^Die Nachfrage nach diesem edlen Produkt ist groß, die Erzeugung" noch zu klein. Viel mehr Dolksgenos- en sollten diesen Wollträger halten und züchten. Das Reichs- und preußische Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat erhebliche Mittel zur Förderung der Angora ausgeworsen und gewahrt jedem Volksgenossen Zuschüsse zur Errichtung einer kleinen Angorazucht. Es gibt Beihilfen zum Bau des Stalles, es werden auch Zuschüsse in Hohe von drei bis fünf Mark für den Kauf jeder Angorahäsin gezahlt. „ _ , , _ . , . Am morgigen Sonntag, 25. September, findet im Burghof ein "öffentlicher Vortrag darüber statt Es wird jeder in die Angorazucht eingefuhrt. Die Pflege, die Gewinnung, das Scheren und Sortieren der Wolle wird praktisch vorgeführt. Angorakaninchen und fertige Sachen aus Angorawolle werden dort gezeigt werden. Rentensteigernde Anrechnung von Krieg^dienstzeiten in der Invalidenversicherung. Lpd. Das Gesetz über den Ausbau der Rentenversicherung vom 21. Dezember 1937 hat für Millionen von Volksgenossen eine Verbesserung der Renten und sonstigen Leistungen gebracht. Zum Teil sind sie bereits in den Genuß dieser Verbesserungen gekommen Bei den Invalidenrenten, die vor allem durch die Anrechnung der Teilnahme am Weltkrieg eine Steigerung erfahren, war das aber bisher nicht Zahnpflege bei Jugendlichen Die llnterarbeit der 71SV. hofft jedoch, den größten Teil der Umrechnungen nsch bis zum Schluß dieses Jahres erledigen zu können. Die Anrechnung der Kriegsdienstzeiten muß bis zum 31. Dezember 1939 beantragt werden. Ist ein solcher Antrag bereits gestellt, so hat es keinen Zweck, bei den Versicherungsanstalten erneut nachzufragen, wann die verbesserte Rente gezahlt wird. Das hält nur die Arbeit auf und verzögert die Umrechnung und die Auszahlung. Vielmehr kann jeder Versicherte unbesorgt abwarten, bis die verbesserte Rente gezahlt wird. Entfesselte Kilos. Denk an dein Gewicht! Nein, nicht an den Fettansatz, der sich in mehr oder minder starkem Maße an jedem menschlichen Körper findet, sondern an das tote Gewicht deines Fahrzeuges. Es sind viele Kilos, die man da spazieren fährt, mit der einen Hand lässig das Steuer führend, mit der anderen eine minder „aufregende" Beschäftigung suchend. Und dann wundert man sich, wenn in einer Kurve oder an einer unebenen Stelle der Wagen dem leichten Druck nicht mehr gehorcht und die „Steuerung versagt!". Die Masse des Fahrzeuges mit ihren Kilos, die die Grenze der tausend immer erreichen, ist zahm, wenn sie vernünftig gelenkt wird. Aber wehe, wenn sie unkontrolliert "in Schwung gerät. Sie kann eine feste Wand zertrümmern. Bitte, denkt doch an den Hammer. Er liegt auf einer leichten Glasscheibe, die sein Gewicht trägt. Man braucht diesen Hammer nicht einmal vorsichtig draufzulegen. Aber schlägt man ihn mit Schwung, mit Geschwindigkeit auf die Scheibe, so geht sie in Stücke. Schneidig fahren ist verlockend, besonders wenn „sie" es sehen kann, aber vorsichtig sein bringt mehrfachen Gewinn: das Fahrzeug wird geschont, denn Reifen, Federn und Gelenke halten viel länger, wenn sie nicht bis an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit beansprucht werden. Was aber am wichtigsten ist, man schont Gesundheit und Leben der Mitmenschen — und auch sein eigenes. Ist das die Vorsicht nicht wert? E.V. (RAS) Gießener Dochenmarktpreiie x * Gießen , 24. Sept. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, Vi kg 1,52 Mark, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 9, Eier, deutsche, Klasse S 13, Klasse A 12^, Klasse B 12, Klasse L liy» Klasse D 10%, ausländische 11 bis 12%, Wirsing, % kg 8 bis 10, Weißkraut 8, Rotkraut 10 bis 12, gelbe Rüben und Karotten 10 bis 11, rote Rüben 10, Spinat 20 bis 25, Römischkohl 8 bis 12, Bohnen, grün 25 bis 30, gelb 25 bis 30, Feldsalatl5, Tomaten 15 bis 30, Zwiebeln 10 bis 12, Meerrettich 45 bis <0, Rhabarber 12 bis 15, Kürbis 8 bis 9, Pilze 45 ms 50, Kartoffeln, % kg 4 Pf., 5 kg 40 Pf., 50 kg 3M bis 4 Mark, Aepfel, % kg 25 bis 40 Pf., Fallapfel 14 bis 15, Birnen 30 bis 45, Preiselbeeren 40 bis 45. Hauszwetschen 21 bis 23, bulgarische Renekloden 4 bis 50 Pf., junge Hähne 1 bis 1,20 Mark, <5upPen' Hühner 80 Pf. bis 1,05 Mark, Enten 1,20 W? Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., Blumenkohl 10 m 50, Salat 8 bis 15, Endivien 5 bis 15, Salatgurken 10 bis 30, Einmachgurken 2 bis 6, Oberkohlrabft - bis 12, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 35, Retticy 5 bis 15, Radieschen, das Bündel 8 bis 10 Pf. t * ** Verkehrsunfall. Gestern gegen 17 W ereignete sich auf der Licher Straße, unweit oc anderen die nötige Härte und Festigkeit hat und eine gewisse Arbeitsleistung vom Gebiß verlangt. Brote dieser Art sind z. B. das Knäckebrot oder das Rheinische Vollkornbrot. Aber auch andere Nahrungsmittel dienen in hervorragendem Maße dem Aufbau der Zähne. Frischobst, Gemüse, Salate usw. sind gerade für den jugendlichen Körper und damit für das Gebiß von ausschlaggebender Bedeutung. Schließlich ist regelmäßige gründliche Zahnreinigung und -pflege notwendig. Sie hat bereits frühzeitig, etwa im 4. Lebensjahr, einzufetzen. Die abendliche Reint-gung ist meist viel wesentlicher als die morgendliche, da hierbei Speisereste entfernt wer- : den, die sonst über Nacht in den Zähnen hängen : bleiben und zur Ansiedlung von Bakterien führen, die das Zahngewebe mit der Zeit angreifen und schließlich zerstören. . Zur Bekämpfung der Zahnfäule ist daher nicht eine Einzelmaßnahme ausreichend. Ebenso wie die Ursachen vielgestaltig sind, kann auch nur eine umfassende Bekämpfung Erfolg bringen. Es ist zunächst notwendig, den Zustand der jugendlichen Gebisse festzustellen. Das wird bei den schulzahnärztlichen Untersuchungen in ausreichender Weise erreicht. Außerdem kann der Erzieher regelmäßig auf die Notwendigkeit der Zahnbehandlung Hinweisen und vor allem das Kind zur täglichen Zahnpflege anhalten. Ferner ist es notwendig, durch Aufklärung der Elternschaft Verständnis für die Notwendigkeit der Zahnpflege, Zahnbehandlung und richtigen Ernährung zu schaffen. So hat das Hauptamt für Volksgesundheit seit längerer Zeit eine umfassende Aufklärungsarbeit eingesetzt, um in den breiten Massen des Volkes Verständnis für diese Aufgabe zu wecken. Anderseits sieht es eine Hauptaufgabe in einer Lenkung und Steuerung der Ernährung zu den auch wissenschaftlich erhärteten Forderungen. Außerordentlich wesentlich ist es, dem zur Zeit schlechten Zahnzustand und dem fortschreitenden Ge- bißzerfall wenigstens Einhalt zu gebieten. Das kann nur durch gründliche zahnärztliche Behandlung erfolgen. Die NSV. hat es darum als ihre Aufgabe angesehen, besonders in den Gebieten, in denen die zahnärztliche Versorgung unzureichend ist, in Zusammenarbeit mit den Trägern der sozialen Versicherungen eine Sanierung der Zähne von Schulkindern durchzuführen. Es können vorerst natürlich nur die Gebiete berücksichtigt werden, in denen der Zahnzustand besonders schlecht ist und in denen eine örtliche Zahnbehandlung undurchführbar war. Das Hauptamt für Volkswohlfahrt hat deshalb eine Reihe von fahrbaren Zahnstationen aufgestellt, bis Ende März 1938 fast 100 Stationen, die in den betreffenden Gebieten eingesetzt werden und dort eine systematische Behandlung durchführen. Auch in unserem Gau hat in der Rhön eine derartige fahrbare Zahnstation gearbeitet und weite Gebiete saniert. Insgesamt wurden durch motorisierte Schulzahnpflege im Reich im Jahre 1937 weit über 200 000 Einzelmaßnahmen, wie Extraktionen, Füllungen üfro. vorgenommen. Auch in unserem Gaugebiet ist mit dem Einsatz weiterer Zahnstationen zu rechnen, um auch hier die dringendsten Schäden zu beheben. Außer dissen Sanierungsarbeiten ist es wesentlich, daß die NSV. in ihren Einrichtungen vor allem vorbeugend arbeitet. In den Kinderheimen der NSV., in den Kindergärten und Krippen besteht die beste Möglichkeit, die Kinder zur regelmäßigen Zahnpflege zu erziehen. In den Heimen kann auch den Kindern eine Ernährung gereicht werben, die allen Erfordernissen des jugendlichen Körpers, auch hinsichtlich der Gebißentwick- lung, gerecht wird. Knäckebrot und Schwarzbrot, Gemüse, Salate, Obst, Milcheiweiß usw. gehören zum täglichen Speiseplan. In den Wintermonaten wird durch Verabfolgung von Kalk- und Vitaminpräparaten eine Rachitisvorbeugung getroffen und damit auch wirksam der Entwicklung von Zahnschäden entgegengearbeitet. Bei den Kindern, die mit schlechten Zähnen in die Heime kommen, wird tm Anschluß an den Heimaufenthalt für die Zahnbehandlung Sorge getragen und die Durchführung dieser Maßnahmen überwacht. So schaltet sich die NSV. auch in den Kampf gegen diese Volkskrankheit in ihrem Arbeitsbereich mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln ein. Es ist zu hoffen, daß in Zukunft die Maßnahmen aus dem Gebiete der Schulzahnpflege, der Behandlung durch motorisierte Zahnstationen, durch die örtlichen Behandler, noch wesentlich gesteigert werden, um dem fortschreitenden Verfall des jugendlichen Gebisses Einhalt zu gebieten. Anderseits wird wohl auch im Laufe der Zeit die breite Maste des Volkes zu einer natürlichen, d. h. gesünderen Ernährung zurückkehren und damit wieder die Voraussetzung für eine normale ungestörte Entwicklung auch der Zähne mitbringen.' Dr. D. möglich, da noch die entsprechenden Durchführungs- bestimmungen fehlten. Sie sind inzwischen in der Verordnung zur Durchführung und zur Ergänzung des Ausbaugesetzes vom 1. September 1938 erschienen. Obgleich in der Zwischenzeit alle Vorarbeiten für die gewaltige Umrechnungsarbeit getroffen worden find, wird es einige Zeit in Anspruch nehmen, bis die neuen Rentenerhöhungen den Versicherten ausgezahlt werden können. Handelt es sich doch im Bezirk der Landesversicherungsanftalt Hessen-Naffau um schätzungsweise 30 000 bis 35 000 Renten, die neben der sonstigen laufenden Arbeit neu berechnet werden müssen. Kein Versicherter erleidet jedoch den geringsten Verlust, wenn seine Rente erst in einem späteren Zeitpunkt bearbeitet wird. Alle Leistungs- verbesserungen müssen bei den am 31. Dezember 1937 laufenden Renten nach § 9 der genannten Durchführungsverordnung rückwirkend vom 1. Januar 1938 an gezahlt werden, d. h. der auf jede Rente entfallende monatliche Mehrbetrag ist, vom 1. Januar 1938 an berechnet, jedem Versicherten nachzuzahlen. An welchem Tage die tatsächliche Auszahlung der erhöhten Renten, sowie die Nachzahlung erstmalig erfolgt, spielt infolgedessen keine Rolle. Die Landesversicherungsanstalt Hessen-Nassau fall auf der Straße oder beim Sport, eine Naturkatastrophe, ein Werksunqlück oder im Lustschutzhilfsdienst, in erster Hilfeleistung vorgebildet sein. Die Ausbildung in erster Linie wird nicht nur im Rahmen des DRK.^Bereitschaftsdienstes, sondern auch für jeden einzelnen zu Haus und in feiner Arbeitsstelle oft von großem Nutzen sein. Es ist Pflicht eines jeden, zu helfen und im Notfall dem Nächsten ritterlich beizustehen. Wer im Deutschen Roten Kreuz mitarbeitet, übt Sozialismus der Tat, von dem der Führer sagte: „Rote-Kreuz-Arbeit ist selbstloser Dienst an Volk und Vaterland in ständiger Hilfsbereitschaft. Ich rufe alle Deutschen auf, diese Arbeit zu fördern." Auskunft über den Eintritt in das Deutsche Rote Kreuz erteilt die DRK.-Kreisstelle Gießen. Erfolgreiche Bolksliederfammlung in Heffen-Nassau. NSG. Den Beweis dafür, daß immer noch wertvolle Schätze heimatlicher Volkskultur in deutschen Landen gehoben werden können, erbrachte ein von der Gaudienststelle Hessen-Nassau der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" durchgeführtes Preisausschreiben, das unter der Losung „Erhaltet das deutsche Volkslied!" die schaffenden Volksgenossen in Stadt und Land aufforderte, sich an der Einsendung von Liedtexten und Melodien zu beteiligen, die noch irgendwo im Hessenlande bekannt seien. Bedingung für diese Wertung war dabei, daß die eingeschickten Lieder noch nicht in einer der bekannten Volksliedersammlungen enthalten sein dürften. War die den Wettbewerb veranstaltende KdF.- Dienststelle vorher gegenüber den Erfolgsaussichten des Preisausschreibens ein wenig skeptisch gewesen, so ergab sich, daß auf den Aufruf hin wertvolles Liedgut in ungeahnter Fülle zusammenkam. Alle Kreise der Bevölkerung des Gaues — vom Schüler bis zur Greisin, vom ländlichen Handwerker bis zum städtischen Musikprofessor — beteiligten sich an der Sammlung. So wurde den Preisrichtern ihr Amt nicht leicht gemacht. Die Preisträger erhielten Gutscheine für „Kraft-durch-Freude"-Ur- laubsreisen. Mehr Angorakaninchen-Haltung! Einen Nebenverdienst sichert die Angorazucht jedem Volksgenossen, der Lust und Liebe, Küchen- I und Oartenäbfälle und etwas Platz hat. Angora- ÄZHW. Ortsgruppe Neben den großen Dolksseuchen, z. B. der zu erfüllen hat. Wir habeni auf u”fcrm Tuberfulofe, ift deshalb eine umfassende Bekämp- Lebensraum einen weit schwereren Kampf um Krankheit dringend notwendig. die notwendigen Ernährungsgrundlagen zu fuhren I 9 ™ f „ b Gebisses setzt nicht erst bei Er- als andere Völker. Noch vor wenigm Jahren ^^nm ^und besonders im hohkn Lebensalter, Ichi-nen ine heute bereits. ge offen a“fS“bben sondern bereits in früher Kindheit ein. Schon bas erfüllbar. Dank bem Einsatz unserer fianöbeoo t wirb vorzeitig ergriffen unb gefährdet rung ist die ?tehe" baburd) die bleibenden Zahne Es ist deshalb not- grotzernben und letzt w>-der ini Dato: arbeit fte?। fo |rüI) wie möglich mit einer Untersuchung, den Volkes gesichert Mit Stolz^konnte bei $ geftfteUung unb Behandlung ber Zahnschäben zu bauernfuhrer aut 3m Rahmen der schulärztlichen unbschul- batz heute in Deutschland nicht ?ur kein ^e sch ^^Michen Untersuchung hat man die Gewahr, mehr Hunger zu leiden braiicht, sondern datz bar ctfa((en und den Zustand ihres Ge- riber unsere Scheunen und Dbrralsmume uusnehrnen zu können. überreich gezullt /'ndl Dies konnte nur erreicht g bni(fc fini) auch in unserem Gau zum werden, well unsere Bauern, und hier fei Die Anzahl der behandlungsbe- allem auch der deutschen Landsrau gedacht, une$ . ifi verschiedenen besonders ge- mudlich aus bem Wen mären unb bie geroiB Srci(en teilweise etwa 80 bis 90 v. S). nicht leichten Opfer 'M Maub°n an die Zuku t ge(amten untersuchten Kinder. Dabei sind bei trugen. Unsere nationalsozm istische gu^runa «I t 9 Kinder etwa 3 bis 8 Zähne zu behan- nie einen Hehl daraus gemacht, daß Erreichung Besonders betroffen sind die Notstandsgebiete unserer Ziele Opfer über Opfer er,ordert N°m°lP ’unb einzelne wurde uns em Paradies auf Erden veriprocyen. - /. '-t Unser. Kampfruf he,tzt stets: Für Arbeit und ft ^ie Ursachen dieser weiten Verbreitung der Zahn- ISrot! und Arbeit und Brot ward ledem. fäule schon bei Schulkindern sind mannigfacher Art. Diese Gedanken einmal ift die Betreuung durch Zahnärzte unbDen- ^^? lxrd^ da?au^ hinweist daß ber I tiften besonders in ausgesprochenen Landgegenden jeder Fußbreit.. ^de daraus hi s, 8 3üm Teil unzureichend. Die Entfernung von dem Erntedanktvg naherruckt. In wenigen Tagenve 6 Wohnsitz des Zahnbehandlers ist meist sammeln sich in allen Dor ern und I °ü °n d ft°rf-u °em Y^lS ^andbe- Deutschen, um dem Herr^otl. für dieErnte_ Lölferung der Pflege des Gebisses nicht das not- Jahres zu danken, um Ruck ) Z ^ h ^b^t vnd wendige Verständnis entgegen, ist auch zum Teil Jahr des Sorgens und Muh , rde? ^jv zeitlich so in Anspruch genommen, daß derartige der Freude am ^^lg. Dies 9 1 Bedürfnisse zurückgestellt werdeix. So kommt es, anderer im Jahr geeignet zu J^ben unfer J bafe auch dort, wo Zahnbehaydler sind, die Be- KFÄ ■* aus den Fehlern die vergangenen^ Auße? diesen ' Gründen, die eine notwendig etwa gemacht haben zu le , ch 3 un ere5 merbenbe Behanblung verzögern ober gar unmög- cigenen Nutzen, sonbern für de Z sich machen, sind noch andere Momente zu erwäh- Bolkes.! * I nen, die viel wichtiger zu sein scheinen. Die Ursache ber weiten Verbreitung der Maries ist mit Sicherheit in Fehlern und Mängeln der Ernährung zu suchen. Es ist heute wissenschaftlich einwandfrei geklärt, daß eine Ernährung, die die Zähne erstens rein mechanisch zu wenig beansprucht, bei der wir nicht gezwungen sind, richtig zu kauen, unb zweitens die qualitativ unzureichend ist, die Ausbreitung der Zahnfäule begünstigt. Die Zähne bedürfen zur Gesunderhaltung eines dauernden kräftigen Reizes, d. h., sie müssen dauernd festere Nahrungsbestandteile zerschneiden und zermahlen. Zum anderen muß die Nahrung die Stoffe zuführen, die zum Aufbau und zur Erhaltung des Zahnmaterials notwendig find. Wir wissen heute, daß besonders wichtig für die Knochen- und Zahnentwicklung im Kindesalter die sogenannten Vitamine sind, außerdem die Salze, die zum Ausbau dieser Gewebe gebraucht werden. Eines unserer Hauptnahrungsmittel ist das Brot, l Heute erfüllt das gewöhnliche, besonders das Weiß- | brot, in keiner Weife die in dieser Richtung an es gestellten Ansprüche und Forderungen. Es kann dies nur ein Brot sein, das alle Bestandteile des ursprünglichen Kornes enthält, den Keimling, die Kleie mit den Vitaminen und Salzen, und das zum Qjl.-tfpOTt eiten Beginn der Kreisklaffen-Pflichtspiele fehlen- 3roet Jahre nc setze mit zwei Rundfunkprogramm n »J icilbronn Herbst-Neuheiten zeigt Modehaus direkt von „Paratect“, Borsdorf/Leipzig. 6642V UMITH-Aao? IR Mitglied der Elektro-Gemeinschaft H-O,ALBERT WEBER •MAGDEBURG-' 7 Jahre Zuchthaus wegey Raffenschande. 1OTabta6O L2OIahlo99j JOSEF UNVERZAGT Gießen., Kreuzplatz 13 / Fernspr. 2301 rl*1' e ^öe mlrf. ^eu' Stroh und landwirtschaft- rchen Geraten gefüllt waren. Auch 5Wohnhäu- VeF ro^rberIVtn bln Obergeschossen und in den Gie- veln, die sich nach den Innenseiten der Höfe hin- ziehen, teilweise zerstört. Die Offenbacher Berufsfeuerwehr und die Wehren aus der Umgegend bekämpften mit 30 Rohrleitungen das Großfeuer. Rach drei Stunden war Küche und Haus. 14.30: Uns gehört der Sonntag. Ein Reigen sorgloser Melodien. 15.15: Volkstum und Heimat: „Abzug von der Alpe". 16: Nachmittagskonzert. 17 bis 17.10: Sportereignisse des Sonntags. 18: Mehr Humor. Kurzszenen. 18.30: Um Mitternacht — Der Meister schläft ... Erlauschtes aus der Werkstatt eines Geigenbauers. 19.30: Sportspiegel des Sonntags. 20: Nachrichten. 20.10: Einführung in die folgende Oper.. 20.25: „Der Widerspenstigen Zähmung", Oper in 4 Akten von Hermann Goetz. 22: Nachrichten. 22.15: Sportbericht. 22.30: Unterhaltung die Gewalt des Feuers so weit gebrochen, daß ein weiteres Umsichgreifen nicht mehr möglich war. Mit dem Ablöschen der Brandnester hatten die Wehren bis in die Abendstunden zu tun. Auch die gesamte Bevölkerung von Dudenhofen beteiligte sich an den Löscharbeiten. Der Schaden kann noch nicht genau angegeben werden, dürfte sich aber schätzungsweise auf 80 000 Mark belaufen. J. Wellhöfer, Telephon 2313/ Marb.Str.24. streichung bis 2,50 v. H. höher zur Notiz. Am Einheitsmarkt wurden die meisten Papiere gestrichen, die Haltung war unentschieden. Salzwerk H Der Kaufmann und wir haben den Erdal-Preis gesenkt. Dadurch ist jetzt noch bessere, tägliche Erdal- Schuhpflege möglich. Bessere Schuhpflege bedeutet aber Schuhe sparen, denn gut -gepflegte Schuhe halten länger und bleiben länger schön. Die Normaldose Erdal kostet jetzt 20 Pf., farbig 25 Pf. (6114V '.67 1170 S/l WERBE DRUCKSACHEN WURDE Brühl, Gießen ührunzs. ft in der 'tganjunq 1938 er« 1. Kreisklasse: Heuchelheim — Klein-Linden (Philipp, Gießen); Rüddingshausen — Wißmar (Port, Grünberg); Lollar — Großen-Buseck (Decker, Garbenteich); Wieseck — Rodheim (Hillebrecht, Großen-Buseck); Hungen — Lollar II (Kreiling, Gießen); Leihgestern — Muschenheim (Scheuern, Grünberg). 2. kreisklasse: Grünberg — Nieder-Ohmen (Aff, Queckborn); Geilshausen — Wetterfeld (Pieh, Londorf); Harbach — Saasen (Böcher, Gießen); Staufenberg —Heuchelheim II (Hofmann, Wieseck); Londorf — Treis (Fischer, Steinberg). Nun ist es endlich so weit, morgen beginnen die Meisterschaftsspiele der Kreisklassen. Aber schon der erste Spielsonntag bringt mehrere Spielausfälle, da die meisten Vereine nicht in der Lage sind, ihre stärkste Vertretung zu schicken. Die zum Austrag kommenden Spiele versprechen guten Sport und spannende Kämpfe. Heuchelheim empfängt Klein- Linden Man fönte annehmen, daß die Platzherren stärker wären, aber die Gäste bewiesen in ihren Spielen, daß sie sehr gefährlich sind. In Rüddingshausen wird Wißmar, eine Mannschaft aus jungen Spielern, erwartet. Die Gastgeber haben im Augenblick Mannschaftssorgen und werden Mühe haben, sich des Gegners zu erwehren. Spannend dürste das Treffen in Lollar werden, wo Großen-Buseck antritt. Die Platzherren, die durch ihre Zugehörigkeit zur Bezirksklasse viel gelernt haben, dürften sicherer Sieger werden. Rodheim fährt nach Wieseck. Wir halten die Gäste für spielstärker und rechnen mit einem knappen Siege Rodheims. Lollars Reserve, die über ausgezeichnetes Spielermaterial verfügt, spielt ebenfalls in der 1. Kreisklasse und sollte "in Hungen zu einem knappen Siege kommen können. Wenig Aussichten auf Sieg hat Muschenheim, denn in Leihgestern ist sehr schwer zu gewinnen. In der zweiten Kreisklasse machen sich die Spielerausfälle stärker bemerkbar, daher kommen nur wenige Paarungen zum Austrag. Nieder-Ohmen fährt nach Grünberg und sollte stark genug sein, selbst auf Gegners Platz zu einem Siege zu gelangen. Wetterfelü wird in Geilshausen erwartet und Tanz. 24: Nachtkonzert I: Was jeder kennt und jeder mag. 2 bis 3: Nachtkonzert II. Montag, 26. September. 5 Uhr: Frühmusik. 5.45: Ruf ins Land. 6: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.40: Kleine Ratschläge für den Garten. 9.50: Kleine Lieblosigkeiten. 10: Schulfunk: Die Märchenerzählerin. 12: „Betriebsappell der Deutschen Arbeitsfront." 12.30: Schloßkonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Schloßkonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Das Stündchen nach Tisch ... 15: Für unsere Kinder. 16: Nachmittagskonzert. Das Mikrophon unterwegs. 18: Zeitgeschehen. 18.30: Der fröhliche Lautsprecher. 19.10: „Der Früchtekorb". Eine herbstliche Hörfolge. 20: Nachrichten. 20.15: Unterhaltungskonzert. 22: Nachrichten. 22.15: Kamerad, wo bist du? 22.30: Nachtmusik und Tanz. 24: Nachtkonzert I. 2.15 bis 3: Nachtkonzert II. Dienstag, 27. September. 5 Uhr: Frühmusik. 5.45: Ruf ins Land. 6: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.40: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 10: Schulfunk: „Auf Leben und Tod". Forscher und Erfinder. 11.45: Volk und Wirtschaft: Zwei Jahre festgenagelte Preise. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: O holde Frau Musika. 15: Kleines Konzert: Lieder mit Klavierbegleitung. 16: Nach- Frohnhausen, das am Sonntag gegen Sinn bewies, daß die Dränier wieder zu den stärksten Mannschaften zählen. * Durch die Verlegung des Spieles der Ligamann- schafteü der Spieloereinigung 1900 kommt auch das Spiel der Reserven nicht zum Austrag. Fortsetzung derHZ.-Manschastskämpfe. B-3ugenb, Jahrgang 1922/23. Nur die Spielvereinigung 1900 hatte hierzu eine Mannschaft gemeldet. Infolge des größeren Umfanges an Wettbewerben wurde dieser Kampf an Zwei Tagen durchgeführt. Am ersten Tag wurden folgende Ergebnisse erzielt: 100 m: Semper, 12,4 Sek.; Wolf, 12,5 Sek.; Jox, 12,8 Sek. — 1 200 m: Döll, 3:47,4 Min.; Roth, 3:47,5 Min.; Schmidt, 3:48,2 Min. — Hoch- sprung: Hans Schmück, 1,40 m; Jox, 1,35 m; Wolf, 1,30 m. — Kugel st oßen: Schneucker, 11,05 m; Eckel 10,29 m; Döll 9,00 m. — Speerwerfen: Eckel, 39,35 m; Hallstein, 37,70 m; Schneucker, 33,91 m. ZweiterTag:300 m: Jox, 42,0 Sek.; Wolkewitz, 44,0 Sek.; Roth, 44,2 Sek. — W e i t s p r u n g: Wolf, 5,22 m; Schneucker, 5,21 m; Jox, 5,10 m. — Diskuswerfen: Schneucker, 27,22 m; Wieder, 20,03 m; Wolkewitz, 18,42 m. — 4 X 1 0 0- m - Staffel: 51,0 Sek. , notierten nach fast einmonatiger Pause mit 280 (am 1. 9. 260). Im Freiverkehr war das Geschäft gering, in den gängigen Werten ergaben sich Rückgänge bis ä Wagen 6 Mk., 1 Sack Anrnacb- boü 1 Mk. frei Keller mD * Wetzlar, 23. Sept. Der 17 Jahre alte Weberlehrling Adam Karl aus Naunheim wurde gestern zum hiesigen Postamt geschickt. Seitdem ist her 2unge verschwunden, lieber seinen Verbleib bis jetzt alle Anhaltspunkte. eku n9ora. Qs Cr. U(thur I5M n9 fii> s 9l * Angorr- jnhef jy statt. E° pflege, -ren bei N dort .Rente», für Mif rung b? öum& fferungen Sf Weltkrieg sher nicht mittagskonzert. Das Mikrophon unterwegs. 18: Zeitgeschehen. 18.30: Der fröhliche Lautsprecher. 19.15: Briefe vom Ferienglück. 19.30: Heitere Musik unserer Klassiker, ausgeführt von jugendlichen Musikanten. 20: Nachrichten. 20.15: Die Madonna vom Steinernen Haus. Erzählung. 20.30: Großer Tanzabend. 22: Nachrichten. 22.20: Politische Zeitungsschau. 22.35: Unterhaltung und Tanz. 24: Nachtkonzert. entsprossen. Der Staatsanwalt, der ein bezeichnendes Bild über die Persönlichkeit des Angeklagten entwarf und mitteilte, daß sich Gotthelf in'einem Ehescheidungsprozetz auch erwiesenermaßen eines Meineides schuldig gemacht und deshalb noch eine weitere Strafe zu erwarten habe, hatte 9 Jahre Zuchthaus und 10 Jahre Ehrverlust beantragt Großfeuer im Kreis Offenvach. 10 Wirtschaftsgebäude eingeäschert. 5 Wohnhäuser beschädigt. Lpd. Offenbach a. M., 23. Sept. Ein verheerendes Großfeuer entstand am Freitag gegen 11.30 Uhr in dem zum Kreise Offenbach gehörenden Dorf Dudenhofen. Das Feuer brach an einer Scheune in der Frankfurter Straße 'aus, vermutlich verursacht durch spielende Kinder. Im Nu stand die mit Futtermitteln gefüllte Scheune in Flammen. Das Feuer sprang dann auf die angrenzenden Scheunen und Stallungen der engbei- einanderstehenden Bauernhöfe über, die sich zur Adolf-Hitler-Straße hinziehen. Der gesamte Komplex der Wirtschaftsgebäude zwischen diesen beiden Straßen, der im Dorf wegen seiner engen Bauweise der „Kessel" genannt wird, brannte aus. Insgesamt vernichtete das Feuer 10 Scheunen, Stallungen- und Gerchteschup- Waldkaserne, ein Verkehrsunfall. Ein Lastkraftwagen, der aus einer Schneise auf die Hauptverkehrsstraße einbiegen wollte, ftieß mit einem Personenkraftwagen zusammen, der von Lich her in der Richtung nach Gießen fuhr. Bei dem Zusammenstoß entstand an beiden Fahrzeugen einiger Materialschaden. Der Lenker des Personenkraftwagens erlitt glücklicherweise nur geringfügige Hautabschürfungen. Aus der engeren Heimat. Landkreis Gießen. * Leihgestern, 23. Sept. Die hiesige Landwirtsehefrau Katharina M ö b u s erlitt einen schweren Unfall. Sie stürzte von einem mit Korn beladenen Wagen ab, und geriet unter die Näder. Der Wagen fuhr ihr über eine Schulter- und Brustseite, so daß die bedauernswerte Frau er- , hebliche Quetschungen erlitt. Die Verunglückte mußte in die Chirurgische Klini Garten tu Münster 140 Seiten mit 100 Abbildungen, in Leinen geb UM 3.60. — Rn eder Gießener Buchhandlung erhältlich hW öermUel Verlag, verlia MkerWe Kommen Sie am SAMSTAG u. SONNTAG zur Blumen-n.Standen- teslelliiDü in die Baumschule u. Stauden- Gärtnerei Eberhard Schwarz Alter Steinbacher Weg (gegenüber Caf6 Nizza) Jeder Blumenfreund herzlich willkommen! 6094D Wasserdichte Dächer erzielt man unter Garantie durch die seit über zwölf Jahren bewährte, kalt aufstreichb. Bedachungsmasse IPAXIRAYTIECT Dächer, Mauern und Behälter aus Blech, Beton oder Pappe, sowie Fugen, Löcher und alte Dächer werden durch einfaches Aufträgen von „Paratect“ vollkommen wasserdicht gemacht und bleiben dadurch gegen schädliche Einwirkung v. Wasser, Feuchtigkeit u. Verwitterung dauerhaft geschützt. Wir allein schon leisten jahrelange Garantie Verwenden Sie deshalb „Paratect“. Sie werden in jeder Weise zufrieden sein. Kostenlose Aufklärungsschrift T 24 von Ausast Degenhardt. Frankfurt a. M., Schieidenstraße 17, Ruf 53209, oder onderr» sein £ Dir» 9* (feni«1’ ,e A»' »U [t und o* Einezuverlässigeßlektr.Dhr i Kleines, schön gelegenes Baus in ungefähr. Größe von 6 Zimm, gegen sofortige Barzahlung zu kaufen gesucht. Eventl. Kauf eines Bauplatzes in ungefährer Größe von 600m2. Schriftliche Angebote mit äußerstem Preis erbeten unter 6098V an den Gießener Anzeiger. ME 1 v. H. Dingler 86 bis 88-, Katz & Klumpp 94 bis 96. Tagesgeld leicht und 2,25 (2,50) v. H. Abendbörfe abwartend. In Erwartung des Ergebnisses der Godesberger Besprechungen verhielt man sich an der Abendbörse sehr abwartend. Die Umsätze beschränkten sich auf ein Mindestmaß und meist auf nur einzelne führende Werte, von denen JG.-Farben auf 149,75 bis 150 (150,25), Verein. Stahl auf 100 (101), Hoesch auf 108 (109) und Klöckner auf 116,25 (117) abbröckelten. Hingegen kamen AEG. 0,13 v. H. höher mit 113,65, Demag 1 v. H. fester mit 143,50 und Daimler mit 130,50 (130) zur Notiz. Einigen Publikumsabgaben zeigte sich auf etwa 0,25 bis 0,50 v. H. ermäßigter Basis etwas Interesse. Stärker ermäßigt waren Rütgerswerke mit 143,65 (145,50), sonst bröckelten noch Bemberg auf 189,50 (130,25), Reichsbank auf 181 (181,50) und BMW. auf 142 (142,50) sowie Westdeutsche Kaufhof auf 95,25 (95,50) ab. Behauptet blieben u. a. Deutsche Erdöl mit 127, Licht und Kraft mit 135, Gesfürel nut 134,50, Metallgesellschaft mit 125 und Conti Gummi mit 200,50 Der Rentenmarkt lag ruhig und nahezu ge- schäftsios. Reichsaltbesitz gingen mit um>.130 aus dem Verkehr. Farben-Bonds waren zu 122 (122,30) gefragt. Kommunal-Umschuldung wurden mit 94 genannt. Heute beginnt die SA.-Schrottsammlung NSG. Die politischen Soldaten des Führers, Manner, die seit Jahren unermüdlich überall dort, wo man sie auch einsetzt, ihre Pflicht tun, sammeln ab heute eine Woche lang Alteisen. Ihnen ist diese Art des Einsatzes nicht fremd. Ob sie in den Taunus marschieren und dort Schädlinge des deutschen Waldes vernichten, ob sie Papier oder Schrott sammeln, immer wissen diese Männer, daß sie im Auftrage des Führers für ihr Volk handeln. Für das Volk, in das sie sich mitten hineinstellen, dem sie sich ver- p lichtet fühlen und für das sie die Kernzellen der wahren innerlichen Volksgemeinschaft sein wollen. Wenn auch wieder einmal ein Sonntag der Familie genommen wird, wenn auch wieder einmal ein Vergnügen abgeblasen oder verschoben werden muß: sie folgen dem Ruf, der an sie ergeht, sie folgen jenem inneren Befehl,, der sie nie müde werden laßt, ihr ganzes Leben in den Dienst von Führer und Volk zu stellen! Was ist nun deine Aufgabe, deutscher Volksgenosse? Sie ist im Vergleich zu dem, was die SA.- Männer leisten, gering. Ein paar Schritte in den Keller oder hinter die Scheune, und du findest das, was der SA.-Mann von dir will. Stecke es in einen alten Sack oder noch besser, lege es in einer Holzkiste zum Abholen bereit. Dann wird der SA.-Mann seinen Dienstanzug, den er sich meist mühevoll erspart hat, nicht beschmutzen. Glaube keiner, er habe keinerlei Alteisen mehr. Seht nach in Ecken und Winkeln, in der Werkzeugschublade. Alles ist zu verwerten. Gebt die krummen Nägel heraus, die ihr schon jahrelang gesammelt mit der löblichen Absicht, sie einmal gerade zu klopfen. Ihr klopft sie ja doch nicht gerade. Alte Schrauben, abgebrochene Messer, verbogene Gardinenstangen, kurz das tausenderlei Kleinzeug: heraus damit! Und du Bauer, sieh genau nach. Befreie Herz, Hirn und Hof von dem Ballast alten Schrotts, verrosteter Pflüge, zerbrochener Heugabeln und von all den Dingen, die du nicht mehr brauchst und die dir nur im Wege sind. An euch alle aber ergeht der Ruf: „Seid nicht engherzig!" Je größer das Stück Eisen ist, um so lieber ist es dem SA.-Mann. Habt keine Angst, wir sind unserer genug, um die schwersten Brocken zu heben. Und nun an das Werk! Ab heute morgen ist kein Haus in Stadt und Land, wo nicht vor dem Tore ein Haufen Schrott zum Abholen bereit liegt. Vergeßt dieses Herauslegen nicht. Es erleichtert dem SA.-Mann die Arbeit, und euch gellt nicht die Flurglocke in den schönen Sonntagmorgenschlaf. Im Ernst aber, vergeßt nicht das Wort des Führers, daß jeder, der in der Gemeinschaft unseres Volkes steht, von dieser Gemeinschaft nur soviel verlangen darf, als er bereit ist, ihr zu geben. Und wir verlangen nicht viel, diesmal nur: Schrott! Letzter Appell gegen -en Kartoffelkäfer. ZdR. Schon geht der Wind über die Stoppeln und die zur Herbstsaat gepflügten Felder. Unangenehm werden die Nächte. Mangel an frischem Kar- tof elkraut und kaltes Wetter verleiden dem Kartoffelkäfer das Dasein an der Oberfläche, und er begibt sich zur Ueberwinterung in den Boden. Je kälter es wird, desto tiefer gräbt er sich ein. In harten Wintern im Sandboden über 1,20 Meter, in schweren Böden immer noch 70 bis 80 Zentimeter tief. Auch der schwerste Frost kann ihm in solcher Tiefe nichts anhaben. .. Sobald sich im Frühjahr der Boden erwärmt, taucht der schädliche Geselle rechtzeitig auf, um sich über die ersten Kartoffeltriebe herzumachen und nach einigen Wochen für Vermehrung zu sorgen. Bevor sich jedoch der Kartoffelkäfer unserer Verfolgung entzieht, müssen wir seiner unbedingt habhaft werden. Es darf nicht geschehen, daß er im nächsten Frühjahr schon mitten im Land auftaucht, vielmehr geht unser Bestreben dahin, möglichst nur mit dem Neu- zuflug zu tun zu bekommen. Um dieses Ziel zu erreichen, ist jetzt in den letzten Wochen der Bekämpfungszeit größte Gewissenhaftigkeit und Aufmerksamkeit beim S u chd i e n st, nötig. Jedes noch so kleine oder entlegene Kartoffelstück muß jetzt noch wiederholt genauestens durchsucht werden, um die letzten Larven vor der Verpuppung und die Käfer vor dem Hinabkriechen zur Winterruhe aufzufinden. Deshalb ergeht an die gesamte Bevölkerung der Aufruf, zu den durch die zuständigen Stellen angeordneten Suchtagen vollzählig zu erscheinen und mit äußerstem Pflichtbewußtsein diesen Ehrendienst zu versehen. Beim Ausmachen der Kartoffeln ist darauf zu achten, ob Larven, Puppen oder Käfer im Boden angetroffen werden. Ein solcher Fund ist genau wie vorher beim Suchdienst sofort zu melden und die Arbeit vorübergehend einzustellen, bis die nötigen Maßnahmen ergriffen sind. Ganz besonders muß dafür gesorgt werden, daß bei der diesjährigen Kartoffelernte auch nicht die kleinste Kartoffel übersehen wird und im Acker verbleibt. Die peinlichst genaue Erfassung ist nicht nur im Interesse unserer Volks- ernährung notwendig, sie hat vielmehr noch weiter» gewichtige Gründe. Wenn bei der Bestellung int nächsten Jahr, in anderen Früchten versteckt, einzelne Kartoffelstauden über das ganze Feld verteilt auf* gehen, besteht die Möglichkeit, daß Kartoffelkäfer zu ihnen gelangen und sich von hier aus, da sie beim Suchdienst nicht gefunden werden können, oer- breiten. ■ t Außer der Gefahr der Welterverbreltung mußte der Befall dieser auf dem Acker verteilten Stöcke eine Desinfektion größerer Flächen mit Schwefelkohlenstoff und damit die Vernichtung der auf dem Acker befindlichen Saaten notwendig machen. Durch Sorgfalt bei der Ernte und genaue Nachlese muß dieser für unsere Volkswirtschaft untragbare Schaden vermieden werden. Kunst und Wissenschaft. Neuerscheinungen im Deutschen Verlag. Der Deutsche Verlag, Berlin, kündigt folgende Neuerscheinungen an: Große Werke: Das Reich der Tiere. Ergänzungsband. Tiere der Vorzeit in ihrem Lebensraum. Don Professor Dr. Othenio Abel. Direktor des Paläontologischen Instituts der Universität Göttingen. Mit vielen Textbildern und 16 oierfarbigeu Kunstdrucktafeln. — Geschichte und Lebensbilder: Geheimrat Professor Dr. Ludwig H e ck: Heiter-ernste Lebensbeichte. Die Erinnerungen eines alten Tiergärtners. Mit 32 Bildtafeln. — Elly Rosemeyer-Beinhorn: Mein Mann, der Rennfahrer. Der Lebensweg Bernd Rofemeyers. Mit 72 Bildern. — Frank B e u: Abenteuer eines Ausreißers. Alle Maschinen klar? Mein Urwaldparadies! — Paul Graetz: Buntes Erleben in drei Erdteilen. — Konteradmiral Wilhelm Marschall: Torpedo Achtung! Los! Erlebnisse im U-Bootkrieg 1917/18. Mit vielen Bildern. — Herbert Pa atz: Doktor Kleinermacher führt Dieter in die Welt. Mit Strichzeichnungen tm Text. — Georg Schönauer: Tramp und Farmer in USA. 5 Jahre kreuz und quer durch die Staaten. — Mark .T w a i n: Huckleberry Finn, und Tom Sawyers Abenteuer. — Mit je etwa 20 Textzeichnungen. — Populäre Wissenschaften: Hans Joachim Flechtner: Die Welt in der Retorte. Eine mo- derne Chemie für jedermann. Mit 16 Bildseiten und etwa 180 Textzeichnungen. — Wilhelm W a e t- zoldt: Du und die Kunst. Eine Einführung in die Kunstbetrachtung und die Kunstgeschichte. Mit sechzehn farbigen, 120 Abbildungen auf Tafeln und über 100 Zeichnungen im Text. — Barlo gs lustige Soldatenfibel. — Peter Eckart: Die verlorene Insel. Roman. —»Hanna Kiel: Aller Tage Abend. Roman. — Otto Erich Kiesel: Wieder am Winde. Roman. — Wilhelm v. Scholz: Deutsche Geschichten (Anekdotenbuch). — Schulz-Kampfhenkel: Rätsel der Urwaldhölle. Vorstoß in unerforschte Urwälder des Amazonasstromes. Mit Tagebuchberichten und Erkundungszügen seines Jagd- und Fliegerkameraden Gerd Kahle. Mit über 70 Bildern. — C. B. S ch w e r l a: Herzensnot in Wiesenrain. Roman. Mit etwa 60 Textzeichnungen von Paul Neu. — Willy Steding: Im Banne der Fischweid. — Curt Stroh meyer: Der Weiber- Hof. Roman. Neuerscheinungen im Propyläen-Verlag. Der Propyläen-Verlag, Berlin, kündigt folgende Neuerscheinungen an: Einzelwerke und Gesamtausgaben: Josef Nadler: Literaturgeschichte des deutschen Volkes. 4 Bände. — Wolfgang Goetz: Jo- Hann Wolfgang von Goethe. Sein Leden in Selbst» Zeugnissen, Briefen und Berichten. Mit etwa acht Tafeln. — Dr. Eberhard Kret sch mar: Friedrich von Schiller. Sein Leben in Selbstzeugnissen, Briefen und Berichten. Mit etwa 8 Tafeln. — Dr. E. Kurt Fischer: Friedrich Hölderlin. Sein Leben in Selbstzeugnissen, Briefen und Berichten. Mit etwa 8 Tafeln. — Professor Dr. Hans Karlin» g e r: Deutsche Volkskunst. Ergänzungsband zur Propyläen-Kunstgeschichte. Mit 380 Abbildungen auf Tafeln, 12 farbigen, 8 Kupfertiefdrucktafeln. — Ro» mane und Erzählungen: Josef Martin Bauer: Zwischenspiel. Erzählung. — Berchtold Gier er: Die Geige. Roman. — Edgar Maaß: Zeit im Nebel. Roman. — Rose Planner-Petelin: Das heilige Band. Roman. — Armin Genfer: Das Uhrenmännchen und andere Märchen. Mit 35 Zeichnungen von Fritz Fischer. — Christiane Ritter: Eine Frau erlebt die Polarnacht. Mik 6 Tafeln. — Walter Vollmer: Der Gang zum Nobiskrug. Roman. — Friedrich Bischoff: Himmel und Hölle. Erzählungen. Ein neues Derk von Ina Seibel. Unter dem Titel „L e n n a ck e r". Das Buch einer Heimkehr" wird Anfang Oktober der neue große Bo» man der Dichterin des jetzt im 220. Taufend vorliegenden Buches „Das Wunschkind". erscheinen. In zwölf Generationen eines protestantischen Pfarrer- geschlechts spiegeln sich vier Jahrhunderte deutschen Schicksals. (Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart/Ber- lin.) ______________________________________________________ Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr Samstagnach- I mittag geschloßen ytadttfteater Gießen Die Spielzeit beginnt Mittwoch, den 28. September 1938, 19.30 Uhr: 1. Vorstellung der Mittwoch-Miete I Festliche Eröffnungsvorstellung Ein Sommernacbtstraum von Shakespeare, nach der Uebersetzung von Schlegel. Textlich neubearbeitet und inszeniert von Hermann Schultze- Griesheim Uraufführung der Sommernachtstraum- ' musik von Wagner-R6geny Musikalische Leitung: Paul Walter Bühnenbilder: Karl Löffler Freitag, den 30. September, 20 Uhr: 1. Vorstellung der Freitag-Miete Jubiläums-Vorstellung anläßlich der 30jährigen Zugehörigkeit von KARL VOLCK zum Stadttheater Gießen Neu einstudiert! Flachsmann als Erzieher Komödie von Otto Emst Sonntag, den 2- Oktober, 11.30 Uhr, 1. Morgenveranstaltung, Uraufführung zum Erntedankfest Salz und Brot Bauernspiel von H. Razum 19.30 Uhr — Außer Miete! — Erstaufführung! Der Frontgockel Lustspiel von H. Fitz 6117V 04330 L KIEFERDORF, Tanzlehrer • Wetzlar Tanzschule Kieferdorf Meine diesjährigen Herbstkurse für Anfänger und Fortgeschrittene beginnen Mittwoch, den 5. Oktober, im Gesellschaftsverein e.V. (Klub), Sonnenstraße Nachmittagszirkel 16 Uhr Abendzirkel 20 Uhr Gefällige Anmeldungen, auch für Einzelunterricht, am 5. Oktober, ab 14 Uhr, im Unterrichtslokal Es ladet ergebenst ein 6 welche frische ist jetzt in der Putzkummer! Sott sind die muffigen Gerüche! wie sauber sind tw start xxr f,treten Mopfransen und vohnertücher wieder geworden I Selbst bn alle Staubpinsrl ist vor Frische kaum wiederzuertennen. Solch eine lk4l-Erneuerung hat die Putzkammer öfter nötig, wie bewährt sich ba iMl, das Möd- 1 chen für alles! Und was sagt die nL Hausfrau, wenn sie iMi’e Säu» U berungsarbeit bewundert: ... «In guter Seift - 1l I der Seiki noch iMlt Dlted/M. Cafe Amend, Gießen Montag, 26., und Dienstag, 27. September nachmittags 4 Uhr und abends 8.30 Uhr Große Modenschau Schmuck und Mode Herbst 1938 6118V Rundfunk- Geräte Röhren Reparaturen durch 5498A Radio-Kögel Bahnhofstraße 87 Telephon 2980 Ke n Laden! eppiche Läufer, Bettumrandungen, Polstermöbel, Mö- bclbezugsstoffe Dekoration»- und Gardinen stofle, Stepp- u. Daunendecken bis 10 Monatsraten. FordernSie unverbindlich Angebot Teppich - Schlüter, Bonn 86 Größte« und felatung» fähigste» Teppfch- Spezial-Versandhaue Westdeutschland. •Fleischbütten Fleischständer •WascMIen KüfereiSommerkorn QBIeiclislrallelZ. Werbe-Drucksachen bei Brühl. Schulstr. 1 Tennis-Cafe Bad-Nauheim Sonntag, 25. Sept,ab 4 Uhr nachm. WIESECK Sonntag, den 25. September Anfang Anfang 4 Uhr * CM1Ä 4 Uhr Montag, 26. Sept, ab 8 Uhr abends Tanz 6M9D Es spielt AntonTippl mit seinem Orchester Zum kühlen Grund Inhaber: A. Schepers. [6i3oD Vermählungs-Anzeigen liefert Brühl'sche Druckerei B ü ro; Mitts rwa 11 43. 6105V Ich bin am 2. September d. J. vom Herrn Reichsstatthalter in Hessen — Landesregierung — als Wirtschaftsprüfer öffentlich bestellt worden und habe mich in Gießen als Wirtschaftsprüfer niedergelassen. Dr.jur. et rer. pol. F. Niepoth. Kaufen Sie sofort Ihr Los am Ort! Sie sparen Porto u. Schreiberei. Staatliche Lotterieeinnahme Staatliche Lotterieeinnahme Buchacker Flimm a r -f i i 11 f ein Gewinn in der c11u11L Klassenlotterie Gießen, Neuen Bäue 11 eiosA Gießen. Walltorstr. 63 3rene Scheffer Werner Sachmann geben ihre Verlobung bekannt Gießen, den 24. September 1938 Großer Steinweg 21 Am Kugelberg 18 04344 Ihre Vermählung geben bekannt Rudolf Täubert und Frau Anneliese, geb. Rischwitz Gießen, „ «rleSheim b. Darmstadt, Seltersweg 70 6ef,,embcr 1938 Freiligrathstraße 6 6102V SELTERSWEG 47 MMrlrag über: eioiD Angorakaninchenzucht am 2s. September, 15 Uhr im „Burghof“ Es ladet ein lie KreisladifirapDe Gießen. Für die uns aus Anlaß unserer goldenen Hochzeit in so reichem Maße übermittelten Glück, wünsche banken wir auf diesem Wege recht herzlich Heinrich Wahl und Frau Klein-Linden, den 23.Sept.193S _____________________________04337 Die führende naturkundliche Monatsschrift! Aus -er Natur (Oer Naturforscher) Bebilderte Monatsschrift für da« gesamte Gebiet der Naturwissenschaften und ihre Anwendung in Naturschutz, Unterricht, Wirtschaft und Technik Herausqegeben von Oberfiudiemat Or. 7L Rein und prof.Or.W.Schoenichen »Aus der Natur* unterrichtet fortlaufend in Sild und Wort über die Ergebnisse btt neuesten Seobachiungen und Forschungen aus allen Gebieten der Naturwissenschaften und Technik. & ist die verständliche, aber hochwertige naturwissenschaftliche Monatsschrift st» geistig Anspruchsvolle, die bei hervorragender Ausstattung nicht auf oberflächlichen Aufputz, sondem auf Gehalt eingestellt ist. Vierteljährlicher Bezugspreis: XDl. 2S0. — Verlangen Sie kostenlos ein Probeheft — Der Lezug kann durch jede Suchhandlung «folgen. Hugo Aermühler Verlag / Berlin-Lichterfelde (Nachdruck verboten!) 23. Fortsetzung. Sie beobachtete ihn interessiert, einen Kriminalbeamten hatte sie sich ganz anders vorgestellt, so mehr als Kraftmenschen mit durchbohrendem Blick, der jeden Verbrecher gleich niederschmettert. Ler Doktor sah eher wie ein -Gelehrter aus, man konnte fast sagen, es lag etwas Pastorales in den blauen freundlichen Augen hinter der goldenen Brille. Und das sollte nun ein berühmter Derbrecheriager sein... Dore zuckte zusammen und errötete leicht: Der eifrige Gärtner war inzwischen an den Zaun gekommen und hatte seine stille Beobachterin entdeckt. Er musterte etwas überrascht die unbekannte Erscheinung und grüßte höflich. Dore dankte ebenso artig, worauf er einen Augenblick zögerte, dann aber einen Schritt näherkam und fragte: „Verzeihung, hat dieses Häuschen inzwischen seinen Besitzer gewechselt? Es gehörte im' Frühjahr einem Fräulein Reichert." . o Dore war aufqestanden und trat an den Zaun. „Ihr gehört es auch noch", antwortete fie fr*u[jb= lich. „Fräulein Reichert ist meine Tante, und ich bin hier zu Besuch." . , " ... „Das freut mich", kam es aufrichtig zuruck, ,,-Wtr waren so gute Nachbarn im vorigen Sommer, Daß es mir. sehr l?id getan hätte, wen sie nicht mehr da wäre. Fiedler", stellte er sich mit einer kurzen Verbeugung vor. . Dore streckte ihm über den Zaun die J)anb hm. Er betrachtete die seine erst prüfend und wischte sie rasch ab, ehe er einschlug, dann lachten beide, und damit war der Bann gebrochen. . Er stellte fest, daß sein Gärtchen viel mehr in Ordnung sei, als er zu hoffen gewagt hätte nach so langer Abwesenheit, und Dore gestand, daß sie mit Tante Elfriede darin gearbeitet hatte. „Wir sind sogar eingebrochen, hier über den Zaun sind wir geklettert", jagte sie vergnügt. „Ohne jede Angst vor Kannst du zurück, Dore? JRoman von Hedda Lindner. Copyright by Carl Duncker Verlag, Berlin W 35. der hohen Polizei. Und Ihre Erdbeeren haben wir zu Marmelade verkocht, aber die bekommen Sie wieder, ganz solche Räuber sind wir doch nicht." Zu Hause erzählte sie angeregt von der neuen Bekanntschaft. „Fiedler ist wieder da, das ist ja fein", sagte Elfriede erfreut. „Ich hatte tatsächlich manchmal schon Angst, daß ihm etwas zugestoßen wäre." „Das wäre schade, denn er ist wirklich sehr angenehm, aber für ein großes Tier von der Polizei hätte ich ihn nie gehalten, eher für einen Pastor — so mit sieben Kindern." „Du hast recht, er sieht nicht danach aus. Vielleicht hängen sogar seine Erfolge damit zusammen, daß niemand ihn für gefährlich hält. Daß er es aber ist, weiß ich genau." „Dann ist es ja gut, daß ich ihm gleich unsere Einbrüche und die gestohlenen Erdbeeren gebeichtet habe; er war übrigens sichtlich gerührt. Und er wird am Sonntag von Mittag an draußen fein und läßt dich fragen, ob du noch so guten Kaffee machst wie im vorigen Sommer." — „Ihr Kaffee ist wirklich hervorragend", sagte Dr. Fiedler begeistert und hielt zum dritten Male seine Tasse hin.' „Ich habe mich schon die ganze- Zeit daraus gefreut." „Als ob es wo anders nicht auch guten Kaffee gäbe", lachte Elfriede. „Aber es ist nett, daß Sie mit meinem so zufrieden sind." „Es ist auch nicht der Kaffee allein, es ist so das Ganze hier," sagte Fiedler langsam. „Sie sind eine gute Frau, die sehr viel arbeiten muß und verbreiten gleichzeitig eine wundervolle Ruhe um sich; so ein wirkliches Ausruhen ist es an Ihrem Tisch, und darum habe ich mich so sehr darauf gefreut." „Das ist sehr schön, was Sie mir da sagen, lieber Doktor", antwortete Elfriede herzlich. „Nehmen Sie es nicht als Redensart, wenn ich hoffe. Sie nun wieder recht oft an diesem Tisch zu sehen. — Uni) jetzt erzählen Sie uns ein bißchen was. Meine Nichte neckt sich immer mit meiner Vorliebe für Kriminal- gefchichten, und ich habe ihr prophezeit, daß sie sich ebenso dafür interessieren wird, wenn Sie von Ihren Erfahrungen erzählt haben werden. Also retten Sie mich vor dem weiteren Spott dieses respektlosen Mädchens," Nr.2Z4 Wertes Blaff________________Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) 24./2S. September 1958 * ■' ■ , ' fl I W S Diamanten — Brillanten! Umschau in der Diamanten-Schleiferei in Nidda Der Diamant und der Brillant sind wohl für die meisten unserer Volksgenossen eine theoretische Angelegenheit, die meist nut der Behandlung in der Schule ihre Erledigung gefunden hat. Von dieser Schulzeit her weiß man aber vielleicht noch, daß der Diamant reinen kristallisierten Kohlenstoff darstellt, das härteste Mineral, in seinen reinsten Formen ein Edelstein von höchstem Werte, und damit Nacharbeit am geschliffenen Stein. Kernstück der Schmuckindustrie ist. Vielleicht hat die Schule noch vermittelt, daß Diamanten in Südafrika (Kimberley-Minen, Jägerfontain, Lüderitzbucht), in Nordamerika, in Neu-Südwales, in Indien, auf Borneo und audfim Ural Vorkommen und nicht nur reinweiß, sondern tzuch in bunten Erscheinungsformen angetroffen werden. Die weniger wertvollen Arten dienen häufig gewerblichen Zwecken Den wertvollsten und den größten Diamanten, die je auf Erden gefunden und geschliffen worden sind, haften Geschichten an, mannigfaltig und oft fast sensationell. Schicksale sind mit ihnen verbunden! In ihnen begegnen sich Adel der Bestimmung und Verbrechen, Glanz und Elend, Ehrfurcht und Habsucht in oft seltsamer Mischung. Nicht der Stein ist daran schuld, sondern sein Wert und die Wirkung dieses Wertes auf die Menschen. Aber um diese Geschichten geht es diesmal nicht. Auch nicht um den Besitz von Diamanten und Brillanten, sondern lediglich um die Tatsache, daß wir in unmittelbarer Nähe von Gießen, in Nidda, eine moderne Werkstätte haben, in der man sich nicht nur theoretisch, sondern vor allem praktisch mit Diamanten zu beschäftigen hat, und zwar in ernster und verantwortungsvoller Arbeit. * Interessant, zu hören, wie es in Nidda zur Einrichtung einer solchen Werkstatt kam! Die Diamantschleiferei in Nidda ist ein Zweigbetrieb einer Hanauer Firma. Der Zweigbetrieb' gilt als Um- schulungs- und Lehrbetrieb. Die Bürgermeisterei in Nidda hatte zu einer Zeit, da es noch Erwerbslose in Arbeit und Brot zu bringen galt, die Gin» ridjtung dieser Schleiferei gefördert. Anderseits war die Betriebsführung des Unternehmens nicht zu Unrecht der Meinung, daß das Beharrungsvermögen, das einem Teil der oberhessischen Bevölkerung in bestem Sinne zu eigen ist, daß die innere Ruhe, die Ausgeglichenheit, die Gründlichkeit des oberhessischen Menschen, der Arbeit, die es in einer solchen Werkstatt zu leisten gilt, auf halbem Wege entgegenkommen. Allerdings war man sich darüber klar, daß man die „geborenen Diamantenschleifer" noch nicht vorfinden konnte, wenigstens nicht jener Art, wie man sie beispielsweise in Idar-Oberstein und Umgebung findet, wo schon seit Generationen die Stem- schleiferei Familientradition geworden ist. Immerhin hat man in Nidda keine schlechten Erfahrungen gemacht. Alle die Jungens und die jungen Männer, die heute an den Schleifscheiben sitzen, sind ehrlich, sorgfältig und bemüht, zu lernen, was es zu lernen gilt. Drei Jahre muß ein Diamantenschleifer als. ordentliche Lehrzeit hinter sich bringen. Der Betrieb selbst macht einen tadellosen Eindruck. Alles ist peinlich sauber. Die Werkstatt besteht im Grunde nur aus einem Raum. Drei von vier Seiten nehmen Fensterfluchten in Anspruch. Lange blanke Werktische ziehen sich unmittelbar hinter den Fenstern entlang. Freundlich helle Vorhänge brechen das Licht der Sonne, wenn es zu grell in die Werkstatt scheint. Wirft man einen Blick nach der Straße zu (Bismarckstraße), dann sieht man den Vorgarten, den sich die Lehrlinge zu einem einzigen großen Erdbeerbeet angelegt haben, dessen Ernte ihnen zu gegebener Zeit anheimfällt. Inmitten der Werkstatt steht ein Tisch, den ein Blumenstrauß schmückt. Und neben diesem Blumenstrauß steht hinter gläsernen Wänden eine zierliche Waage, der man es auf den ersten Blick ansieht, daß sie es sehr genau zu nehmen hat. Uebrigens spricht diese Waage das Urteil über die Leistung des Betriebs: Soundsoviele Karat Diamanten wurden dem Betrieb anoertraut, soundfoviele Karat Brillanten verlassen das Haus! Das Ausmaß des Gewichtsunterschiedes, der durch das Schleifen des Steines entstanden ist, ist mitbeffimmenb für den Wert der Arbeit. Selbstverständlich ist der exakte Schliff oberfte« Gesetz. Der Verlust an Gewicht soll so ge- M Teilansicht der Werkstatt der Diamantschleiferei Nidda. ring wie möglich sein. Ein zwei ober drei Karat Gewichtsverlust weniger, als es vielleicht noch zu verantworten wäre bedeuten den Gewinn von Hunderten von Mark! * Das Schleifen fetzt Wissen und Gefühl voraus. Es muß das natürliche Wachstum des Steines berücksichtigt werden, es muß der Schliff den Formen des Kristalls folgen. Die Diamanten, die sich in der Natur meist in der Form des Oktaeders, ober in ber bes Rhombendobekaebers vorfinben, kommen allerbings nicht in dem Zustand in Nibba an, wie man sie in Afrika ober in Norbamerika findet; vielmehr ist an ihnen schon Vorarbeit geleistet, d h sie sind in zweckmäßiger Größe aus vielleicht größeren Stücken abgespaltet, ober so zurechtgesägt worben, baß eine Äusgangsform gegeben ist, bie gerabezu auf ben günstigsten Schliff hinweift. Aber noch sehen diese Diamanten so unscheinbar aus, daß kaum jemand, der sie roh in die Hand bekäme, hinter diesen kleinen oder gar winzigen Kristallen (manchmal kaum größer als ein rechtschaffenes Sandkorn) je etwas Besonderes, oder gar etwas sehr Wertvolles vermuten würde. Matt, glanzlos, weißlich sind die Oberflächen, aus denen erst durch den Schliff jene feinen Lichtreflexionen herausgelockt werden, die den Diamanten bzw. Brillanten vor allen anderen Edel- und Halbedelsteinen auszeichnen. Erft durch den Schliff erhält der Stein das „Feuer", das durch die Brechung des Lichtes und dessen Auflösung in die Regenbogenfarben entsteht. Und dieses „Feuer" wird nur durch einen Schliff von ganz bestimmter Systematik erreicht. Steinen, an der Schleifscheibe. in der dem l I I Mit einer Präzisionswaage wird der Gewichtsunterschied festgestellt. ,, j Der Meister prüft den Schliff. deren Größe es zuläßt, müssen insgesamt 57 Flächen in ganz bestimmter Anordnung, in ganz bestimmtem Verhältnis zur Größe des Steines angejchlif- fen werden. Die Oberseite (die Schaujeite) erhält 32 Schlisse, die Unterseite (von der aus der Brillant gefaßt wird) 24 Schliffe. Hinzu kommt die Fläche der „Tafel", ein regelmäßiges Achteck, um das sich die 32 kleinen unterteilten Schlifftächen gruppieren. Die Flächen der Unterseite müssen in ihrer Lage und Anordnung genau auf die Flächen der Oberseite abgestimmt sein, denn erst bann wird bie Lichtbrechung zum stärksten Effekt. Diese Arbeit an der Winzigkeit eines Steinchens von oft nur ein bis zwei Millimeter größter Ausdehnung! Dabei hat der Diamantschleifer keine Möglichkeit, seine Arbeit etwa mit Hilfe raffiniert entwickelter Prüfgeräte zu kontrollieren, wie sie \ B. für die Präzisionstechnik der Metallverarbeitung entwickelt wurden, vielmehr ist der Diamantschleifer lediglich auf sein Augenmaß angewiesen, das ihm den Erfolg der Arbeit sichern muß. Bei dieser Arbeit wird aber das Augenmaß zu einer ganz erstaunlichen, wenn auch speziellen Vollkommenheit ausgebildet. Einziges technisches Hilfsmittel für eine Kontrolle der Arbeit ist der Fadenzähler, der das Objekt für das Auge acht- bis zehnfach vergrößert. Das Schleifen erfolgt auf verhältnismäßig sehr einfache Weise. Der Stein wird entweder in den mechanischen Ober» ober Unter-„Dovpen" emge- fpannt unb festgehalten, ober in eine Blei-Zinklegie- rung so eingebettet, baß nur bie zu bearbeitende Fläche herausragt. Der Stein im „Doppen" wird dann unter ganz geringfügigem Druck auf die Schleifscheibe gehalten, die mit einer Umdrehungszahl von 2800 je Minute motorisch bewegt wird. Diamantstaub, durch Olivenöl gebunden, ist auf diese Schleifscheibe aufgetragen, und nur dadurch ist eine Schleifwirkung zu erreichen. Diamant ist nur durch Diamant zu bearbeiten! Die Diamanten, ursprünglich matt und unansehnlich, gewinnen unter diesem Sckileifvrozeß zusehends an Glanz unb Klarheit, bis schließlich nach einem vielfach aufgegüeberten Arbeitsgang (immer roieber durch bie Lupe vom Auge kontrolliert) ber Brillant wasserhell unb alihernb, sprühenb im Lichte ber Sonne, zu ebler Reinheit unb zu fast unvergänglichem Glanze erweckt vor bem Beschauer liegt. Schön ist es. eine Anzahl dieser blitzenden Steinchen vor sich liegen zu sehen, sich zu freuen am Spiel des Lichtes in diesem reinen Element, gleichzeitig damit einen Blick zu tun in die Werkstatt der Natur, die diese Steine im Zeitraum über Iahrmillionen heranwachsen ließ, bis ber Menschen überlegener Geist sich ihrer bemächtigte unb ihre ursprüngliche Unscheinbarkeit zu' strahlen- bem Glanze wandelte. Doppelt schön, wenn man sich vorbehaltlos an diesen glänzenden Steinen erfreuen Fann im Bewußtsein dessen, daß es sich auch ohne sie glücklich leben läßt. N. (Aufnahmen |5|: Neuner, Gießener Anzeiger.) Fiedler lächelte. „Lieber den eigentlichen Zweck meiner Reise kann ich natürlich nichts sagen", meinte er dann. „Aber an Zwischenfällen war sie durchaus ergiebig. Daß ich heute hier sitzen kann, verdanke ich nur einem glücklichen Zufall ober, richtiger noch, dem Mut eines mir bis dahin fast fremden Mannes." „So gefährlich war es? Ach bitte, erzählen Sie!" Unb Fiedler erzählte. Er hatte eine sehr lebendige Art der Darstellung, sie sahen bildhaft das dunkle, rauschende Wasser, sahen bie Gestalt, bie pfeilschnell in bie Tiefe schoß, bem bewußtlos trei= benben Körper nach. ,,Was dieser Herr von Heßling für mich getan hat, bas hätte so leicht kein Zweiter fertiggebrächt" schloß Fiedler seinen Bericht. „Hoffentlich gelingt es mir, es ihm einigermaßen zu vergelten." Beide Frauen schwiegen einen Augenblick, so tief wirkte bas Gehörte in ihnen nach. „Es ist doch ein schrecklicher Berus, ben Sie haben, Herr Doktor", sagte Elsriebe. Dore sagte nichts, aber sie sah biefen bescheidenen, ruhigen Mann boch mit erheblich anbe» ren Augen an als vorher. Er selbst brach ben Bann. „Unb wenn ich jetzt noch eine Tasse Kaffee bekomme, bann zeige ich Ihnen auch ein paar hübsche Aufnahmen", sagte er heiter. „Aber natürlich, wir haben noch eine ganze Kanne voll brinnen." „Ich hole ihn schon", rief Dore unb lief ins Haus. , Fiebler breitete eine Anzahl Photos aus. Auf- nahmen vom Schiff unb ben oerschiebenen Häfen, sehr gut beobachtet im Erfassen bes für ben jeweiligen Ort Charakteristischen. Elsriebe betrachtete sie höchst interessant. Dore kam zurück unb schenkte Kaffee ein, bann — noch im Stehen — warf auch sie einen Blick auf bie Bilber. Sie stieß einen unterbrückten Laut höchster Ueber- raschung aus, würbe schneeweiß unb tastete halt- suchenb nach bem nächsten Stuhl. „Um Gottes willen, Kinb, was ist bir?" rief El- friebe erschrocken „Komm, setz' dich erst mal hin!" Dore schüttelte heftig ben Kopf unb beutete auf eine Aufnahme. „Wer — wer ist bas?" stammelte sie mühsam. , „Das?" Fiedlers Blick folgte ihrer Bewegung. „Das?" wiederholte er erstaunt, „das ist Herr von Heßling, mein Lebensretter." „Heßling? Er heißt doch Hilger", sagte Dore mechanisch. Sie weiß kaum, daß sie spricht, sie starrt in das Gesicht des Mannes, der nur eine kurze und nebensächliche Episode ihres Daseins hätte fein sollen, und mit einem Male bricht ihre 'ganze Selbstbeherrschung wie morsches Gebälk in sich zusammen. Sie hatte ihn ja gar nicht vergessen, nicht einen Tag, nicht eine Stunde, er war immer dagewesen, immer, so sehr sie auch den Gedanken an ihn verdrängt hatte. Sie hörte eine Stimme, aber es dauerte eine ganze Weile, bis sie den Sinn der Worte erfaßte. „Er heißt Freiherr Hilger von Heßling, aber ich weiß, daß er sich auf Reisen meist nur Hilger nennt, weil ein so langer Name ihm zuviel Gepäck ist." Fiedler sprach sachlich, er schien von der furchtbaren Aufregung des Mädchens nichts zu merken, dennoch beobachtete er sie insgeheim voll angespannter Aufmerksamkeit. Dore hatte sich auf den Stuhl fallen lassen. Die Umwelt war für sie verschwunden, sie sah weder die beiden Menschen am Tisch, noch ben Spiegel des Sees, der durch die Kiefernstämme herüberleuchtete. Sie stand auf einem kleinen Balkon, die Sterne funkelten hinter den Schneegipfeln der Fiescher- hörner, eine Hand zog sie langsam ins Zimmer zurück. Und Rosen duften in großen Schalen auf dem Tisch, und tausend zärtliche Stimmen flüsterten durch das Dunkel der Nacht. Mit einem Aufstöhnen riß sie sich in die Wirklichkeit zurück und sah wie eine Erwachende um sich. Sie sah die Augen ihrer Tante voller Besorgnis auf sich gerichtet, sie sah tn Fiedlers Gesicht und stutzte unwillkürlich. Diese straffen Züge, die scharfen Augen, die bis in ihr Innerstes zu blicken schienen — letzt erst begriff Dore, wer Dr. Fiedler war. Auch sein Ton war anders geworden, er klang kurz, knapp. Kennen Sie den Freiherrn von Heßling?" „Ja", sagte Dore; dann leise: „er hat auch mir einmal das Leben gerettet." „Ah!" Tiefste Befriedigung lag in diesem Ah. „In der Schweiz, nicht wahr?" Sie nickte stumm. (Fortsetzung folgt!) Aus Natur und Technik ftunb nen Kilometer — 300 Millionen Kilometer entfernt vom Ort des Geschehnisses ist: zu einer Mebrstrrcke Bei den folgenden Experimenten mit gezähmten Ratten hatte man gleich Gelegenheit, einen Einblick in die neuartigen und exakten Methoden der wissenschaftlichen Erforschung der Tierseele zu tun. Der Gelehrte streute auf einen Laufsteg, der mit Querlatten versehen war, die wiederum eine Skaleneinteilung aufwiesen, verschiedenartiges Futter. Das verhältnismäßig geringe Erinnerungsvermögen der Ratten erwies sich dann darin, daß das Tier das in der Nähe liegende Futter sofort fand und das besser schmeckende von dem weniger wohlschmeckenden unterschied. Je weiter die Entfernung des Futters war, desto unsicherer wurde das Tier und desto weniger wählerisch. Schließlich verlor sich das Onentierungs- und Unterfcheidungsver- mögen des Tieres um fo mehr, je weiter die Entfernung wurde und je mehr es sein Erinnerungsvermögen anstrengen mußte. Die Ratte war in ein „Labyrinth" geraten und wußte sich offenbar nicht mehr zu helfen. An Hand der Skaleneinteilung war es dann möglich, die Grenzen der Intelligenz des Tieres zu messen. Jedes der Tiere, mußte „etwas schwieriges tun", um feine Intelligenz, fein Erinnerungsvermögen und feine Zielsetzung zu beweisen. Die Tiere befinden sich gewissermaßen auf der Schulbank. Sie erhalten auch ihre Noten und zwar in Gestalt von graphischen Tabellen, in denen ihre Fortschritte auf den verschiedenen gebieten in Kurven ausgezeichnet werden. chen sich um den Planeten bewegten! Er schilderte seinen Eindruck mit den Worten: „Ich war vor Bewunderung und Freude außer mir!" Der Astronom Galilei wußte nämlich, was er da sah: ein Sonnensystem tm Kleinen, ein „Modell" des Sonnensystems, das 67 Jahre vorher, 1543, Kopernikus der Welt geschildert hatte als eine Offenbarung, die aber bis jetzt nur ungläubigem Staunen begegnete! Galilei erkannte in der Beobachtung dieses Iupitersystems, daß der Kopernikanische Schlüssel paßte: die Tür zu den Geheimnissen der Planetenbewegungen sprang auf!-- Die vier Iupitermonde, die annähernd die Größe unseres Mondes haben, kann man schon in einem kleinen Fernrohr verfolgen: es ist ungemein fesselnd zu beobachten, wie eine oder die andere dieser fernen schwebenden Leuchtkugeln (die in gleicher Weise rote Jupiter selbst vom Schein der Sonne einseitig erhellt werden!) am Rande der Jupiterscheibe erlischt, untertauchend in seinem größeren Glanze: oder auch ihren Schlagschatten darauf wirft, der als schwarzer Punkt langsam über die helle Fläche wandert, wenn der betreffende Mond zwischen Jupiter und Sonne steht: oder wieder, wie einer der Monde am Ronde der Jupiterscheibe plötzlich verschwindet, um hinter ihm seine Kreisbahn zu schließen. Der Eintritt eines Mondschattens in die Scheibe, sein Austritt und wieder sein Verschwinden hinter dem Planeten geht so exakt vor sich, daß man auf den Sternwarten die Uhren nach ihnen regelt. Und zu einer ganz besonders wichtigen Berechnung haben diese Iupitermonde gedient, Hrämlich zur Berechnung der Lichtgeschwindigkeit! Hierzu dient besonders der Eintritt eines der Monde in den Schattenkegel des Jupiters (jeder Planet wirft als dunkler Körper an der der Sonne abge- roandten Seite einen Schlagschattenkegel weit in den Raum hinaus!), wobei für diesen Mond eine Son- botschaft 1000 Sekunden Mehrzeit — folglich läuft sie in einer Sekunde de« tausendsten Teil von 300 Millionen Kilometer, das sind 300 000 Kilometer, die auch durch andere Berechnungen festgestellte Zahl der Licht- (und Elektrizitäts-) Geschwindigkeit. Zu den vier großen Monden entdeckte man seit 1892 noch fünf kleinere: der nächste dieser kleineren Monde ist nur 2Vr Iupiterhalbmesser vom Zentralkörper dieses wunderbaren Schwingungssystems entfernt und kann sich nur durch äußerste Fluggeschrom- digkeit vor einem Aufsturz auf den mit starkem Arm anziehenden Riefenplaneten retten: in nur zwölf Stunden umrast er das Mittelgestirn! Da Jupiter seine „Rotation", die Umdrehung um sich selbst, in nur zehn Stunden vollendet (die so viel kleinere Erde braucht dazu 24!), so hält der kleine Mond fast mit seiner Aeguatorialbewegung gleichen Schritt, scheint also am Himmel des Jupiter fast stillzu- stehen. Man kann sich bei der Vorstellung des flei« nen Weltkörpers, der in solcher gefährlichen Nähe um einen großen kreist, dem Eindruck nicht entziehen, daß alles Rennen ihn auf die Dauer doch nicht retten wird: er ist durch die Anziehungskraft des mafsestarken nahen Zentralkörpers schon so in die Länge gezogen, daß er, im Fernrohr gesehen, eher einem Ei gleicht als einem Mond in unserem Sinn. Je näher er dem Jupiter kommt, um so stär-. per wird dieser an ihm ziehen: „sein großer Nachbar reckt ihn, als wäre er ein Stück Gummi" (Jeans). Und sollte aus irgendeiner Ursache seine Geschwin-" digkeit gehemmt werden, so könnte er dem starken Zug nicht länger entrinnen: ein Aufsturz und Einsturz würde erfolgen — und vielleicht würde ein neuer „Roter Fleck" wieder lange von der Katastrophe zeugen, wie der Rote Fleck vom Jahre 1878 noch bis heute von einer wahrscheinlich ähnlichen Katastrophe zeugt! Man kann den Riesen Jupiter fast als „Kindliftesser" beargwöhnen, wenn man an die Hunderte und fast Tausende von Planetentrüm- mern denkt, die zwischen Mors und Jupiter ihre gefährlichen Bahnen ziehen, und von denen manchmal so ein Sternchen vorwitzig über die Grenze schweift! Uns aber und unserer Erde ist der Riesel' bruder fern genug: bei seiner jetzigen Stellung trennen uns mehr als 600 Millionen Kilometer von ihm: er steht uns viermal so fern wie die Sonne: daher hat er auch trotz feiner Größe — er hat 317 mal mehr Masse als unsere Erde! — keinerlei nennenswerte Einflüsse auf Erde und Mensch, weder gute noch böse: in unserer Schätzung ist er nur em schöner heller Stern. nenfinsternis entsteht, die ihn plötzlich verschwinden läßt. Dieser Vorgang ist genau auf die Sekunde zu berechnen und zu beobachten. Ein irdischer Beobachter stellt dabei fest, daß die Botschaft dieser Erscheinung — eine Lichtbotschaft! — bei ihm 1000 Sekunden später eintrifft, wenn er sich mit der Erde (seinem „Flugzeug"!) auf ihrer Jahresreise um die Sonne auf der anderen Sonnenseite, ,,in Opposition 3um Jupiter" (dieser „in Konjunktion mit der Sonne!") befindet, wenn er also zweimal 150 Millio- Wischer vorgesehen, die elektrisch betätigt werden, wobei der Antrieb verdeckt liegt, den Motor also in keiner Weise stört. Auch der g e r l n g e Wenderadius von mehr als 5 m — man kann also tn einer 10 m breiten Straße wenden, ohne zuruckzu- stoßen — ist vom Standpunkt der Sicherheit und Bequemlichkeit der Fahrt als vortellhaft zu bewerten Man kann ohne Umstände in schmale Parkanlagen hinein„rutschen", kommt in den Bergen gut in den Spitzkehren herum und kann sich schließlich im Gewühl der Großstadt leicht und bequem dem Strom des Verkehrs anpassen, ohne ihn zu behindern. , ., . Uebrigens Berge! Kann man denn auch mit dem KdF.-Wagen in die Berge fahren? Das ist selbstverständlich. Der Wagen hat eine Steigfähigkeit von 32 v. H., die genügt, um im e r ft e n Gan g den Katschberg — und wer dürfte diesen steilsten deutschen Alpenberg nicht kennen? — ohne Schwierigkeit zu Es ist erklärlich, daß sich die Forschungen des Wissenschaftlers nicht nur mit Experimenten der geschilderten Art begnügten. Der Charakter und die Eigenschaften der Tiere werden studiert. So will z. B- der Affe nicht nur allein fressen schlechthin, sondern er wird böse wenn er merkt, daß man ihm sein Futter versteckt oder absichtlich ihm das Erreichen des Futters erschwert. Das ist z. D. bei der Ratte nicht der Fall. Die Ratte ist sehr vergeßlich, während die höheren Tiere, wie Affe, Elefant und Hund ein ausgezeichnetes Gedächtnis haben. Auch die durch die Landschaft bedingten Unterschiede, seien sie klimatischer ober pflanzen- kundlicher Art, werben für das Innenleben der Tiere in Betracht gezogen. Denn genau wie der Mensch, der in einer trüben, düsteren Heimat wohnt, einen schwerfälligeren und melancholischeren Charakter hat als der in der Sonne des Südens aufgewachsene Mensch, so ist auch das Tier ein Produkt seiner Umgebung. Schließlich ist auch bte Beobachtung und Schlußfolgerung aus dem Zusammenleben mehrerer Tiere einer Gattung interessant und für den Forscher aufschlußreich. Es entwickelt sich hier, wie man beobachten konnte, sehr bald eine „soziale Rangordnung", meist wird das Tier, das am stärksten und klügsten, den Vorrang dehaup- ten und auch von anderen Tieren anerkannt werden. Das Zanken jinb Balgen um das Futter dauert bei den Ratten nicht lange, wenn die stärkste Die erstaunlichen Fertigkeiten, die viele dressierte Tiere aufweisen, lassen immer wieder den Gedanken in den Vordergrund treten: was sind es für Dinge, die im Tiere vor sich gehen? Ist es eine Tierseele? Wie sind die Verstandesleistungen, die Gefühlsregungen und so manches, was wir beim Tiere zwar alltäglich finden, aber doch eine gewiße „lleberlegung" erfordern muß, zu erklären? Diese Fragen, die dem Tierfreund und namentlich aber dem Wissenschaftler immer wieder gestellt werden, haben zur Gründung einer „Deutschen Gesellschaft für Tierpsychologie" geführt. Sie sieht ihre Aufgaben in der Erforschung der Tierseele und in der praktischen Auswertung tierpsychologischer Erkenntnisse, vor allem, um das Zusammenleben von Menschen und Tieren würdig und fruchtbringend zu gestalten. Sie verdankt ihre Entstehung dem Willen der Zusammenarbeit zwischen reiner und angewandter Wissenschaft und beider mit der Praxis. Psychologen, Zoologen, Physiologen, Tiergärtner, Tierärzte, Tierzuchter, Vogelkenner, Jäger und Landwirte haben sich zu gemeinsamer Arbeit zusammengefunden, um auf neuen Wegen neue Erkenntnisse zu erlangen und brachliegende Werte für die Volksgemeinschaft nutzbar zu machen. Forscher, die sich mit der Tier- seelenkunde beschäftigen, gibt es auch heute nur wenige in Deutschland. dessen Hilfe ein im Käfig sitzender Affe ober ein außerhalb des Käfigs an einem Bindfaden hängendes oder auf dem Boden liegendes Stück Futter zu sich heranholen kann. Es handelt sich hier um einen sogenannten „Holversuch". Es zeigte sich schon gleich, daß der Affe bedeutend intelligenter ist als der Hund. Der Affe wußte in dem gleichen Augenblick, daß ex den Hebel benutzen mußte, wenn das Futter am Bindfaden hangt und daß er eine Art Schaufel zu nehmen hatte, wenn das Futter auf dem Boden lag. Der Hund dagegen probiert regelmäßig zunächst mit dem Hebel und, wenn er das Futter so nicht erreichen kann, Haben Tiere Gefühl und Verstand? Ein Besuch in der Zorschungsstelle für Tierpsychologie in Münster. Deutsche Amgen aus Solingen. Don Werner Lenz. Ebenso bekannt wie die Hochwertigkeit, ja Un- Übertrefflichkeit der Stahlklingen Solingens ist so unbekannt ist uns Alter und Entstehung dieser In- dustrie in der bergischen Wupperstadt. Im Dammer der Vorgeschichte vielleicht schon schwangen germanische Schmiede dort ihre Hämmer, um haften für ihr Volk zu schaffen. Aber erst dem frühen Mittell alter entstammt die erste Kunde von einer Oertlich- Eeit „Solagon", und zwar ist der Name in einer Urkunde Erzbischof Brunos I. von Köln, des jung- ften Sohnes Heinrichs des Reichsgrunders, enthalten. Im Jahre 1067 wird die Oertlichkeit „Solonchon geschrieben. Anno 1374 echielt das „borp Stadt- rechte. Seitdem kommen fast nur noch die Schreibweisen „Solingen" und „Söllingen vor. 1405 mutz es befestigt gewesen sein: denn es wurde belagert und erobert. Um die gleiche Zeit werden die egten Zünfte der Klingenschmiede dort erwähnt. Die „Harter und Schleifer" können ein Privileg vom Januar 1401 vorweisen und bilden somit die älteste nachweisbare „Bruderschaft" Solingens im Bereich der Eisenindustrie. Die „Schwertfeger und Reiber haben ein Privileg vorn 9. März 1412 erhalten: es war aber eine Erneuerung älterer Verleihung, deren Datum verschollen ist. Ebenso ging es den Schwert- schmieden": auch ihr Privileg vom 25. November 1472 ist eine Erneuerung einer früheren Urkunde. Alle diese drei Gewerke durften aber auch Messerarbeiten machen, behielten dies Vorrecht auch, als am 14. Januar 1571 eine Bruderschaft der „Messer- macher" bestätigt wurde. Bemerkenswert ist, daß die .Härter und Schleifer" sowie die „Schw er tsch miede bei ihrer Aufnahme in die Bruderschaft einen „Ver- bleibungseib" leisten mußten, damit sie nicht außer Landes gingen und „die Kunst nicht verschleppt werde"! Zupiler und sein Reich. Don Auguste Peters. Jupiter, der Himmelsherrscher, ist wieder am Abendhimmel! Im Osten steigt er empor auf der Bahn seines Triumphzuges, alle Sterne mit seinem starken Glanze überstrahlend. Es ist leicht einzusehen, warum die alten Babylonier diesen Stern zum Sitz und Symbol ihres „Heil- und Herrschergottes" Marduk wählten: er bleibt vom Abend bis zur Morgendämmerung als strahlendster aller Sterne sichtbar — während Venus, die ihn zwar zuzeiten an Glanz noch übertrifft, sich immer nur einige Stunden lang als Königin des Abend- oder Morgenhimmels huldigen läßt, die andern Planeten aber den Glanz dieser beiden bei weitem Die Breite der Karosserie ist völlig ausreichend, auch die Länge der Sitze genügt, um die längsten Beine unterzubringen. Die Verstellung der vorderen Sitze erfolgt durch Schellen oder Schrauben bequem in wenigen Sekunden? Was will man noch mehr? Deutlich ist, daß die Gestaltung der Stromlinienform weitgehend angenähert ist. Das ist erforderlich, denn bei einer Geschwindigkeit von 100 km/st ist der Luftwiderstand schon beträchtlich: trotzdem — oder sollte es gerade deswegen fein? — ist die Form als ausgesprochen schön anzu- sehen. Die vorderen Scheinwerfer sind in die Kotflügel eingelassen. Im Heck sind die nach der Wagen- straßen-Verkehrsorbnung voraeschriebenen beiden Rückstrahler und das Stopplicht vorhanden, ebenso der Rückstrahler. Die geschickte konstruktive Lösung der Karosserie hat zur Folge, daß jegliches Karosserie- dröhnen vermieden wird. S t o ß st a n g e n sind vorn und hinten vorhanden. Man erkennt schon äußerlich, daß sie nicht als Luxus vorgesehen sind, sondern wirklich dem Schutz des Wagens beim Parken in der Reihe usw. dienen. Sicher fahren kann man aber nur, wenn man eine gute Sicht hat. Wer sich in den KdF.-Wagen setzt,, wird feststellen, daß man durch die große Windschutzscheibe aus Sicherheitsglas nach allen Seiten den Verkehr vorzüglich übersehen kann. Die Scheinwerfer sind groß und liefern ein weit besseres Licht, als durch die Polizeivorschriften verlangt wird. Um auch im Regen die Fahrbahn beobachten zu können, sind serienmäßig zwei Scheiben- Sehern sein Äönlgenbild! Eine Erfindung von Professor Holfelder. Neber die Bedeutung der Röntgenaufnahme für die Volksgesundheit ist kein Wort zu verlieren. Die Reihenuntersuchung, die erst mit dem Röntgenbild möglich geworden war, brachte der medizinischen Wissenschaft nicht nur manche neuen Erkenntnisse, sondern sie gestattete auch einen objektiven Einblick in den Gesundheitszustand z. B. eines Betriebes, einer Schule oder Kreises gesundheitlich gefährdeter Menschen. Bisher konnten Röntgenaufnahmen nur in der Weise gemacht werden, daß ein Filmblatt in der Größe von 35X35 Zentimeter verwandt wurde. Dadurch war die Aufnahme mit der Schaufel. Ueberhaupt erkennt man daran, wie die einzelnen Tiere ihr Ziel erreichen, die Intelligenz des Tieres. Stets sind Hindernisse zu überwinden, Löcher zu graben, Bretter zu durchnagen, Gräben zu überspringen und dergleichen. Interessant in diesem Zusammenhang ist auch der Versuch mit niederen Tieren, zum Beispiel mit einem Regenwurm. Man sollte es kaum glauben, aber auch der Regenwurm läßt sich abrichten. Auf einem Brett ist dem Regenwurm in T-Form sein Weg vorgezeichnet. Nach einigen Hebungen hat er schon heraus, daß am rechten Querbalken ein Kasten mit Erde befestigt ist, dem seine Sehnsucht gilt Er ringelt sich gemächlich den vorgezeichneten Weg herauf und nimmt den rechten Querbalken, weil er weiß, daß dort der Kasten mit Erde steht. Sicherheit über alles! Interessante technische Einzelheiten am KdF.-Wagen. Sie Schollung des KdF.- Wagens legt dem Konstrukteur eine hohe Verantwortung auf. Er ist auch für die Sicherheit der zukünftigen KdF- Fahrer verantwortlich. Sein besonderes Augenmerk galt daher den B r e m s e n. Wenn wir erfahren, daß der Wagen aus 40 km/st auf einer Strecke von nur 7 m zum Stillstand gebracht werden kann, so bedeutet dies eine ganz hervorragende Bremskraft, die durch zuverlässige Bremsen erreicht worden ist! Man muß dabei bedenken, daß das Gewicht des KdF.- Wagens nicht hoch ist: mit voller Besetzung erreicht er nicht einmal die 1000-k§-Grenze. Entsprechend gut ist die Beschleunigung, denn es ist ja bekannt, daß man manchmal nur durch schnelles Gasgeben einer drohenden Gefahr entrinnen kann. Dom Stillstand kommt man in 14 Sekunden auf 60 km/st! Diele Kraftfahrer glauben Anast haben zu müssen, wenn sie den KdF.-Wagen ansehen, da vorn der Motor fehlt. Man hört vielleicht die Aeußerung „Wenn wir da zusammenstoßen, dann hat man gar keinen Schutz." Abgesehen davon, daß bei einem vorn liegenden Motor dieser nicht dazu angebracht ist um als Schutz bei einem evtl. Zusammenstoß zu dienen, hat man beim KdF.-Wagen vielleicht einen noch wirksameren Schutz. Unter der vorderen Haube ist das Reserverad am Rahmenkopf fest untergebracht. Dieses leistet bei einem evtl. Zusammenstoß die erste Auffangarbeit, die durch den Luftreifen besonders weich aufgenom- men wird. Man sieht also, daß die Insassen des KdF.-Wagens keineswegs sich in höherer Gefahr befinden, im Gegenteil kann man feftstellen, daß sie besser geschützt sind. Der B e n z i n t a n k hat einen Inhalt von 24 Liter mit Reservestellung. Man kann also mit den 24 Liter Benzin — die Verwendung von Gemisch ist keines- wegs erforderlich — eine Sttecke von mehr als insgesamt 350 km ohne Sorgen zurücklegen. Die tn Reserve befindlichen 4 Liter, die nach Umstellung eines Dreiwegehahns verbraucht werden können, genügen stets, um die nächste Tankstelle zu erreichen. Heber die Karosserie ist viel geredet worden. Das ist gut so, denn es zeigt das große Interesse weitester Volksschichten. Die Wahrheit ist, daß die Karosserie in Ganzstahlausführung geliefert wird und nicht in Preßstoff oder einem ähnlichen Werkstoff. Sie ist sehr stabil, fo daß sie auch einen evtl. Heberschlag aushalten kann; also auch in diesem Sinne sind die Insassen weitgehend geschützt. macht, Amt für Volksgesundheit und die städtischen Gesundheitsämter haben sich zu einem Bezirksver- banb zusammengeschlossen, der die Aufgaben übernommen hat, die Arbeit in der großzügigsten Werse zu unterstützen. Zunächst sollen einige hunderttausend Aufnahmen gemacht werden, um ein möglichst umfangreiches Material zu gewinnen. Aus diesem Material sollen neue Erkenntnisse gezogen werden. Professor Dr. Holfelder bezeichnete es als das erstrebenswerte Ziel, daß von jedem Deutschen ein Karteiblatt über seinen Gesundheitszustand angelegt werde. Jeder Deutsche müsse in Abständen von wenigen Jahren immer wieder durchleuchtet werden, damit das Karteiblatt seines Gesundheitszustandes laufend ergänzt werden könne. Bü. bewältigen, selbst mit voller Besetzung. Im zweiten Gang hat man 18 v. H. Steiafähigkeit: das genügt, um die Rennstrecke am Großglockner zu befahren, wurde doch beim großen Bergpreis die 12,5 km lange Strecke in einer Zeit von 21 Minuten 54 Sekunden, entsprechend einem Durchschnitt von 34,5 km/st mit Leichtigkeit gefahren. Im dritten Gang, den man zweckmäßig auch tm langsamen Verkehr der Großstadt benutzen wird, kann man noch 65 km/st fahren und 9 v. H. steigen. Das Schalten, das bei einem Motor von 1,0 Liter Hubraum öfter erfolgen muß, als wenn man einen „großen Mercedes" fährt, geschieht leicht und ohne jede Anstren- $ Bei niedriger Geschwindigkeit kann man zwischen dem 3. und 4. Gang ohne Zwischengas und Zwischen- fupplungen schalten. Bei größeren Geschwindigkeiten genügt wenig Zwischengas. mit verhältnismäßig hohen Kosten verbunden und gestattete Reihenuntersuchungen nur in beschränktem Umfange. Eine zweite Möglichkeit war die Durchleuchtung, die aber nur beschränkt bleiben konnte, da einerseits die Menschen dabei eine längere Zeit den schädigenden Strahlen ausgesetzt sind, zum an- deren aber auch der Arzt weiter stärker in Anspruch genommen ist, dadurch selbstverständlich nach einigen Untersuchungen ermüdet und ein objektives Bild des Gesundheitszustandes nicht mehr gewährleistet ist. Alle diese Mängel sind durch die neue Apparatur von Professor Dr. Holfelder, dem Leiter des Frankfurter Röntgen-Instituts, befeitigt worden. Die neue Röntgenaufnahme-Apparatur, die, wie Professor Dr. Holfelder in einer Unterhaltung mitteilte, den Namen „Röntgen schirmbild-Serio- g r a p h" erhalten wird, hat einmal die Kosten der Aufnahme auf ein Minimum gesenkt, so daß ohne Schwierigkeiten Massenuntersuchungen möglich sind, zum anderen gestattet der Apparat ein sehr schnelles Arbeiten, so daß an einem Tag tausend Aufnahmen gemacht werden können. Die Apparatur Holfelders ist in mehrjähriger Arbeit entwickell worden. Sie schaltet alle schädigenden Wirkungen der Röntgensttahlen aus. Professor Dr. Holfelder nannte einen Preis von 50 Pf. für eine Aufnahme. Der Röntgenschirmbild-Seriograph ist bereits fertiggestellt, die Dersuchsaufnahmen sind hervorragend gelungen, so daß mit der Arbeit begonnen werden kann. Professor Dr. Holfelder wird mit seinem neuen Apparat zunächst im Gau Hessen-Nassau Reihenuntersuchungen im großen Umfange vornehmen. Alle in Fraae kommenden Stellen der Regierung, DAF., NSV., Reichsoersicherungsanstalt, Wehr- nicht erreichen. Hätten die alten Völker schon gewußt, daß Jupiter auch noch über ein Reich von neun Monden gebietet, so wären die Herrscher- namen Marduk — Zeus — Jupiter noch besser begründet gewesen ... aber diese Monde als erster zu sehen, blieb Galilei vorbehalten! Am 7. Ja- nuar 1610 war es, als er in den Abendstunden sein erstes Fernrohr auf den Jupiter richtete, der siegreich wie jetzt, als ein anziehendes Objekt am reinen Himmel über Padua stand: diesen kulturgeschichtlich bedeutsamen Moment schildert der Forscher später mit den kurzen Sätzen: „Ich nahm ein Bleirohr, befestigte an feinen beiden Enden eine plankonkave und eine plankonvexe Glaslinse und richtete es auf den Jupiter?" Wie staunte der Forscher, als er bei ----- _ , , ...... längerer Betrachtung feststellte, daß vier Lichtpünkt- von 300 Millionen Kilometer braucht also die Licht- Komplizierter waren naturgemäß die Versuche- die mit Affen oder Hunden angestellt wurden. . r-f 1 Da sah man zum Beispiel einen Apparat, mit sich Respekt verschafft hat. Interessant sind andere Sozialmaßnahmen der drei ältesten Klingenschmiedgilden Solingens. Die bestellte Arbeit wurde gleichmäßig unter die Zunftgenossen verteilt, damit alle wirtschaftlich jueid)* gestellt seien. Und ein wirksamer sozialer SelIt- schütz muß es gewesen sein, wenn es allen Ge- werksbrüdern zur Pflicht gemacht wurde, für säumig zahlende Besteller fürderhin nicht mehr zu arbeiten. Das könnte man „Erziehung des Kunden nennen.' Das,Erbzeichen, die Klingenmarke, muhte auf jedem Werkstück eingeschlagen werden; und so verlautbarten sie die fabelhafte Leistungsfähigkeit der Solinger Klingenschmiede, die bereits im Mittelalter Weltruf hatten. Prachtstücke hat z.B. das Berliner Zeughaus, und dio Hausmarken künden heute noch den Ruhm alter Solinger Schmiede und Schmiedesippen. Da ist der „laufende Wolf Peter Hoppes, der „Köniqskopf" des Johannes Wundes, das „Jagdhorn" des Peter Wrisberg. „Halbmond", Segelboot" und „Einhorn" sind Erbzeichen , der Meister Clemens Starn, Clemens Keuller und Clemens Horn aus dem 16. Jahrhundert. Viel umkämpft wurde Solingen im 30jährigen Kriege, wohl weil jede Kriegspartei sich die „Klin- genstadt" sichern wollte. Nicht ruhiger verlief für Solingen der 7jährige Krieg; fchllmm war — .zumal sie von Mißernten begleitet wurde — die Zeit nach der französischen Revolution. Zwar bekam die Waffenindufttie der Wupperstadt viele Auftrage; bezahlt aber wurden die Lieferungen mit dem In- flationspapier der französischen Republik. Es war also eine „Scheinblüte" der Gewerke. 1806 wurde Solingen französisch! Hnd als 1813 die wackeren Solinger nicht mit ihren eigenen Schwertern gegen die deutschen Brüder kämpfen wollten, Napoleon aber Aushebungen anbefahl, flohen viele Solinger aus ihrer Heimat; doch wurden einige leider gefaßt und „standrechtlich" erschossen. 1814 tarn Solln- gen mit dem Großherzogtum Berg an Preußen. Als 1853 Prinz Wilhelm, der spätere „Alte Kaiser , dort anläßlich eines Manövers weilte, überreichte ihm der Klingenschniied Joh. Will). Stamm eine Damaszenerklinge, bte er im 86. Lebensjahre als „Feierabendstück" nach langer Meisterzeit geschmle- det hatte. , . Auch Heute noch — ober wieder — steht die Erzeugung von blanken Waffen und Schneidwaren in Solingen an führender Stelle. H.M III