Nr. 1§5 Erstes Blatt 188. Jahrgang 5rettag,24-Zuni1y38 Lrjcheliu t&gltd), außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • DieScholle monatstBejugsprets: Mil 4 Bellagen RM.1 95 Ohne Illusttierte e 1.80 Zustellgebühr , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zerirsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten.- Anzeiger Gießen Postscheckkonto: firanffurt am Main 11688 Gies,euer Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen ________und Verlag: vrühlsche llniverfitätsdruckerei 8. Lange in Gießen. Schristleitvng und Seschäslrftelle: Schlllstrahe r Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer vis 8'/.UHr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps., für Textanzeigen von 70 m m Breite bO Npf.'Platzvorschrist nach oorh.Vereinbg.25°/<, mehr. 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Der Beauftragte für den Vierjahresplan hat deshalb durch eine am 1. Juli 1938 in Kraft tretende Verordnung die gesetzlichen Grundlagen für eine a 11 gern e iji e, zeitlich begrenzte Dienstpflicht aller deutschen Staatsangehör i g e n geschaffen. Die „Verordnung zur Sicherstellung des Kräftebedarfes für Aufgaben von besonderer staatspoli- lischer Bedeutung" vom 22.6.1938 wendet sich an alle deutschen Staatsangehörigen, Männer und Frauen jeden Berufes, die arbeitsfähig sind, und verpflichtet sie, vorübergehend auf einem ihnen besonders zugewiesenen Arbeitsplatz im Rahmen eines ordentlichen Arbeitsvertrages Dienste zu leisten oder sich einer bestimmten Ausbildung zu unterziehen. Der alte Arbeitsplatz und die bisher erworbenen Anrechte bleiben dem Dienstpflichtigen erhalten. Ls wird dafür gesorgt, daß das dem Dienstpflichtigen gewährte Entgelt nicht geringer ist als das aus dem alten Arbeitsverhältnis. Die Verordnung ist von dem Präsidenten der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung durchzuführen. Er erhält seine Weisungen vom Beauftragten für öjn Vierjahres- ptan, der auch die Aufgaben bestimmt, auf welche die Verordnung anzuwenden ist. Es wird sich dabei nur um besonders wichtige, unaufschiebbare Vorhaben handeln. Die Zahl der Deutschen, die zu der befristeten Dienstpflicht herangezogen werden, wird deshalb nur begrenzt fein. * Ministerpräsident Generalfeldmarschall Göring hat als Beauftragter für den Vierjahresplan bisher mit Dank erfahren, daß für die ihm vom Führer gestellte Aufgabe das ganze deutsche Volk mit dem Herzen und der Tat mit eintritt. Er verläßt sich darauf, daß das deutsche Volk ihm jetzt auch auf dem Wege, der die Ueberwindung des Mangels an Arbeitskräften zum Ziele hat, folgen wird. * Ende Mai 1938 meldeten die Arbeitsämter nur nocheinedrittelMillion Arbeitsloser. Ein großer Teil.dieser Arbeitslosen war infolge körperlicher Gebrechen, Alter usw. nur noch b e - schränkt einsatzfähig. Ein anderer großer Teil, darunter viele Frauen, waren durch persönliche Verhältnisse an ihren Wohnsitz gebunden und konnten nicht ohne große Härten in Bedarfsgebiete verpflanzt werden. Die^Zahl der voll einsatzfähigen und ausgleichsfähigen Arbeitslosen betrug Ende Mai nur noch annähernd 37 000. Diese Zahl setzt sich zumeist aus Arbeitslosen zusammen, die z w i sch e n zwei A r b e i t s v e r h ä l t n i s s e n tageweise arbeitslos sind und deshalb als Reserve für den Arbeitseinsatz nicht in Betracht kommen. Gleichzeitig war die Zahl der beschäftigten Arbeiter und Angestellten, die im Januar 1933 nur 12,3 Millionen, im Herbst 1936 bereits 18,4 Millionen betrug, a u f rund 20% Millionen angewachsen. Die deutsche Wirtschaft hatt ealso nicht nur 62/s Millionen Arbeitslose ausgenommen, sondern darüber hinaus noch mehr als 2 Millionen Volksgenossen als Arbeiter und Angestellte in ihre Betriebe eingegliedert. Nach dieser großen Ausweitung der Erwerbstätigen umfaßt die weitere Bevölkerung Deutschlands, namentlich der männliche Bevölkerungssektor keine Reserven mehr. Eine weitere Erhöhung der Produktion hat also eine vernünftige Rationalisierungder Betriebe, insbesondere ein richtiges und zweckmäßiges Ansetzen der Arbeitskräfte in den Betrieben, das jede Arbeitskraft zur vollen Auswirkung ihrer Fähigkeiten, Kenntnisse und Erfahrungen kommen läßt, zur Voraussetzung. Diese Entwicklung ist dank der Einwirkungen des Beauftragten für den Vierjahresplan im Fluß und muß in kommender Zeit mit erhöhtem Nachdruck durch die Betriebsführer weitergeführt werden. Sie ist aber nicht allein in der Lage, den empfindlichen Mangel an Arbeitskräften auszugleichen. Insbesondere bietet sie nicht die Möglichkeit, den großen Bedarf an Arbeitskräften für besonders bedeutsame Aufgaben, deren Durchführung aus staatspolitischen Gründen keinen Aufschub duldet, schnell und sicher zu befriedigen. Nur ein begrenzter Teil erfaßt. Um die rechtzeitige Fertigstellung dieser unaufschiebbaren Aufgaben nicht zu verzögern, sah sich daher der Beauftragte für den Vierjahresplan gezwungen, die gesetzlichen Grundlagen für eine allgemeine, zeitlich begrenzte Dienst- p flicht aller deutschen Reichsangehörigen zu schaffen. Die, Verordnung wendet sich an alle deutschen Reichsangehörigen, an Männer und Frauen, die arbeitsfähig sind, nicht einseitig an die Arbeiter und Angestellten, sondern ebenso an die Unternehmer, die selbständigen Erwerbspersonen, an die Beamten, an die Angehörigen sonstiger öffentlicher Organisationen, die Rentner und die Berufslosen. Da aus diesem Kreise der deutschen Reichsangehörigen praktisch nur ein begrenzter Teil der einzelnen Gruppen von der Verordnung betroffen werden wird, hat der Beauftragte für den Dierjahresplan weder eine durch die Schulpflicht bedingte untere, noch eine durch das Alter bedingte obere Altersgrenze gezogen; er hat auch keine Ausnahmen für Mütter und sonstige Personengruppen festgelegt. Diese Grenzen und Ausnahmen sind Selbstverständlichkeiten. Reichsangehörige, die auf Grund der Verordnung verpflichtet werden, auf einem ihnen zugewiesenen Arbeitsplatz Dienste zu leisten oder sich einer bestimmten Ausbildung zu unterziehen, haben bei diesen Tätigkeiten A n - spräche auf Gehalt, Lohn und son- stige. Bezüge, wie sie den neuen Arbeitsplätzen entsprechen. Bei den Zuweisungen wird sichergestellt werden, daß bei der neuen Beschäftigung kein geringeres Arbeitsentgelt 'gezahlt wird, als. bei der alten, vorübergehend aufgegebenen Tätigkeit. Auch sonst greifen bei dem neuen Dienstverhältnis alle üblichen Vorschriften eines regelmäßigen Beschäftigungsverhältnisses, insbesondere alle Bestimmungen der SozialversicherunL, Platz. Nur mußte die Lösung des Dienst- oder Ausbildungsoerhält- nisses an eine besondere Zustimmung geknüpft werden. Recht auf den alten Arbeitsplatz. Die Verpflichtung wird in jedem Falle f ü r eine begrenzte Zeit.ausgesprochen. Infolgedessen sind die Dienst- oder Ausbildungsverpflichteten, die bei ihrer Einberufung als Arbeiter, Angestellte oder Beamte in einem Beschäftigungsverhältnis stehen, von ihrem bisherigen Unternehmer oder ihrer Dienstbehörde für die Dauer der Verpflichtung zu beurlauben. Das Arbeits- oder Dienstverhältnis bleibt also weiterbestehen, und darf während der Beurlaubung das bisherige Beschäftigungsverhältnis nicht gekündigt 'werden. Den Dienstverpflichteten wird also ein Recht a u f den alten Arbeitsplatz, den Unternehmern ein Recht auf die Rückkehr der Arbeitsleute an die alte ^Arbeitsstätte gegeben. Der Dienstverpflichtete hat während der Dauer der Beurlaubung keinen Anspruch auf Gehalt, Lohn oder sonstige Bezüge aus seinem bisherigen Beschäftigungsoerhältnis, da er sein Arbeitseinkommen aus seiner neuen Arbeit erhält. Im übrigen wird die Zeit der Dienstverpflichtung z. B. arbeitsrechtlich, beamtenrechtlich so angesehen, als ob sie beim bisherigen Unternehmer oder bei der Behörde geleistet sei. Chamberlain gegen jede Kalastrophenpolitik. Heftiger Zusammenstoß mit der Opposition im Unterhaus. London, 23. Juni. (DNB.) Die von xfrer Lab/mr-Opposition erzwungene Unterhausaussprache über die letzte Versenkung britischer Schiffe wurde am Donnerstag vorn OppositionSvorsitzenden Attlee eröffnet, der in der üblichen Weise gegen das nationale Spanien scharfmachte und auch vor dreisten Verdächtigungen Deutschlands und Italiens nicht zurückschreckte. Seine Vorschläge wurden von den Konservativen mit Hohngelächter quittiert, was Attlee zu heftigen Zornesausbrüchen veranlaßte. Chamberlain bedauerte die Erregung der Opposition, weil diese es verhindere, daß die Stimme der Vernunft gehört wird. Er müsse sie daher daran erinnern, daß ihr auch eine gewisse Verantwortung obliege, sobald sie Dinge berühre, die an die Grenzlinie zwischen Krieg und Frieden stießen. Die Regierung sei jedenfalls verpflichtet, hieran zu denken, bevor sie zu einer Aktion schreite, um britische Staatsangehörige zu schützen. Die Opposition habe sich ständig' gegen das Nichteinmischungsabkommen gewandt. . . Attlee erklärte, daß dies nicht wahr sei, worauf sich erneut Gelächter bei den Regierungsparteien erhob. Es entstand ein wilder Lärm. An drei verschiedenen Stellen des Hauses erhoben sich auf den Zuschauerbänken junge Leute, die wüste Beschuldigungen gegen Chamberlain in den Saal brüllten. Die Ruhestörer wurden von den Saal- beamten gewaltsam entfernt. (Einer von ihnen, der um sich schlug, mußte von vier Beamten hinausgetragen werden. (!) Chamberlain konnte hierauf seine Rede fort- setz.n. Er erklärte, daß die britische Haltung nicht auf einseitige Stellungnahme für die eine oder andere Seite in Spanien zurückzuführen sei. Deswegen müsse an der Nichteinmischung fest- gehalten werden. Er habe ausdrücklich erklärt, daß die britischen Schiffe nur auf hoher See geschützt werden könnten, nicht aber wenn sie sich in territoriale Gewässer begeben. Diese Warnung sei von einer Reihe von Schiffen nicht beachtet worden, und es habe auch solche gegeben, die sich durch hohe Frachten nach Spanien hätten verleiten lassen. Lloyd George machte dann den Vorschlag, daß Mallorca blockiert und mit Bomben belegt werden solle. Chamberlain erwiderte ihm, daß das nicht die Politik Großbritanniens sei, und rief aus: „In seinem 76. Lebensjahr ist Lloyd George bereit, das Land i n einen Krieg z u stürzen!" (Starker Beifall auf den Regierungsbänken, Proteste der Opposition.) Lloyd George widersprach heftig, worauf Chamberlain feststellte, daß Lloyd Georges Vorschlag der Weg zum Beginn eines neuen europäischen Krieges sei. Das sei die Ansicht der gesamten Regierung. Dieses Risiko werde er nicht eingehen. Staatssekretär Butler sagte, vielleicht sei der Handel britischer. Schiffe in spanischen Gewässern „gesetzlich"; nachdem aber die Regierung die Schiffahrtsgesellschaften gewarnt habe, sei dieser Handel sicherlich nicht ratsam. Putler betonte erneut, daß die Regierung nicht bereit sei, sich in einen Kampf einzulassen, in den sie sich nun einmal nicht einmischen wolle. Der Antrag auf Schluß der Aussprache wurde dann mit 275 gegen 141 Stimmen angenommen. Frankreichs ostasiatische Sorgen. Wird Japan die Insel Hainan besetzen? Paris, 23. Juni. (Europapreß.) Die französche Diplomatie, die die Entwicklung der spanischen und der tschechoslowakischen Frage "mit wachsendem Optimismus betrachtet, wendet jetzt ihre Aufmerksamkeit in steigendem Maße der Lage im Fernen O st e n zu, wo die französischen Interessen durch eine mögliche Besetzung der zwei Millionen Einwohner zählenden Insel Hainan durch die Japaner in - Mitleidenschaft gezogen werden könnten. Die Insel beherrscht durch ihre Lage den Zugang zum Golf von Tonkin und damit die gan^e französische Kolonie Jndochina. Am Quai d'Orsay wurde erklärt, daß Frankreich zu einer Intervention gezwungen sein würde, wenn Japan tatsächlich zur Besetzung der Insel Hainan schreiten würde. Der „Ternps", der zwar zugibt, daß sich der französisch- japanische Vertrag von 1907 nicht ausdrücklich auf die Insel Hainan beziehe, warnt Japan, zur Besetzung der Insel zu schreiten. Es bestehe ein A b - kommen zwischen Frankreich und China, das in bezug auf Hainan bestimmte Zusicherungen enthalte, und in dem China sich Frankreich gegenüber verpflichtet habe, auf der Insel Hainan "keine ausländische Macht Fuß fassen zu lassen. Der „Temps" sucht besonders England mobil zu machen, indem er darauf hinweist, daß die Insel Hainan nicht nur den Golf von Tonkin, sondern auch die große Schiffahrtsstraße von Hongkong nach Singapur beherrsche. Japan mobilisiert die Wirtschaft Tokio, 23. Juni. (Europapreß.) Im Anschluß an einen Kabinettsbeschluß zur Mobilisierung der ganzen Nation erließ die japanische Regierung ein Manifest, in dem sie sich erneut verpflichtet, den Krieg mit China zu gewinnen und Tschiang Kai- schek zu vernichten, ,-,ganz gleich, wie viel Zeit die Erfüllung dieser Aufgabe in Anspruch nimmt". Diesem Ziel diene die Umstellung der Nation auf die Kriegswirtschaft, mit der vor allem die Entsendung zusätzlicher Truppenverstär- fungen und größerer Mengen Kriegsmaterial nach China ermöglicht werden soll. Die Maßnahmen sehen u. a. vor: Festsetzung von Höchstpreisen, Verwendung von Ersatzstoffen, Kontrolle des gesamten Binnenmarktes. Der Verbrauch von Stahl, Eisen, Nickel und anderen Metallen, ferner von Wolle, Baumwolle, Holz, Papier, Leder, Oel, Benzin, Gummi usw. wird scharfen Einschränkungen unterworfen. Rüstungslieferungen werden bevorzugt. Darüber hinaus wird die Wirtschaft auf die Steigerung der.Ausfuhr und die Niedrighaltung der Einfuhr eingestellt. Die gesamte javanische Presse begrüßt die Mobilisierung der Wirtschaft als einen Wendepunkt in dem Krieg mit China. Asien »ndderlachendeDntte. Von Willy Ostling. * in. Es gibt feinen besseren Beweis für die Entschlossenheit des Sowjetstaates, sich von der asiatischen Arena, von den Ufern und damit den Problemen des Pazifik nicht nur nicht verdrängen zu lassen, sondern alle möglichen Vorbereitungen zu treffen, um J)ört eines Tages aktiv wie nur je zu werden, als die Kennzeichnung der bolschewistischen Bemühungen um den Ausbau neuer west- östlicher Verbindungswege. Alles was in dieser Richtung geschieht, steht im Zeichen der strategischen , Ueberlegungen. Die Kriegsidee macht erfinderisch. Auf die Ofer kommt es nicht an. Legionen von politischen Strafgefangenen haben die Trasse für die neue nördliche transsibirische Bahn gezogen und sind an ihrem Ausbau beschäftigt. Legionen vollendeten das zweite Gleis auf der alten transsibirischen Strecke. Diele Zehntausende Unfreier sind eingesetzt, um den „großen nördlichen Seeweg" zu einer regulären nutzbaren Verkehrsstraße auszubauen. Die Schiffahrt entlang der Nordküste des europäisch- asiatischen Festlandes durch die Arktis war epier der großen Menschheitsträume, deren Erfüllung Jahrhunderte auf sich warten ließ. Kühne Seefahrer des 16. und 17. Jahrhunderts schon suchten den Nordweg. nach dem Wunderland China. Doch erst 1932 gelang es dem Eisbrecher „Sibirjakow" unter der Führung des Professors O. I. Schmidt im Laufe einer Schiffahrtssaison von Murmansk nach Wladiwostok zu gelangen. Das nördliche Eismeer ist mit Dutzenden metereologischen Radiostationen besetzt. Die Seekarten auch für die Mündungsgebiete der großen Ströme werden ständig vervollkommnet. 1935 passierten vier, 1936 schon 14 Schiffe in einer Navigationsperiode den nördlichen Seeweg in beiden Richtungen. Der Plan für 1937 sah einen Transport von 275 000 Tonnen Güter vor. Sieben Schiffe waren zur durchgängigen Fahrt angesetzt. Vier starke Eisbrecher ftationierte man zzir Geleitung der Frachtdampfer durch die gefährlichsten Teile "der Strecke: Im Karischen Meer, zwischen Dickson-Jnsel und Laptjew-Meer, in den Straßen der neusibirischen Inseln und im östlichen Teil der Arktis. Faktisch besteht in normalen Zeiten die Ausgabe nicht so sehr in einer Durchpassage, als der Z u - bringung von Lebens- und Bau bedarf zu den neuen Siedlungspunkten, die zum Teil wichtige Bodenschätze zu liefern versprechen. Auf der Dickson-Jnsel, in der Tixibucht, dem Ausgang der jakutischen Sowjetrepublik und in der Bucht der Vorsehung wird je ein neuer Hafen angelegt. An den Küsten des Karischen Meeres findet sich Kohle. Bei Amderma sind gewaltige Lager von Flußspat festgestellt, deren Abbau in Angriff genommen ist. Weiter östlich jenseits der Taimyr- Halbinsel sind Salzlager und Naphtha-Vorkommen zu finden und werden ausgebeutet. Im Nordosten Sibiriens liegt der Bezirk Kolyma, wo Gold, Zinn, "* Kohle gefunden werden. Die Tschükschen-Halbinseln, Schauplatz der Rettungsaktion für die Besatzung des zerdrückten Polarschiffs „Tscheluskin" birgt bedeutende Schätze. Südlich davon, am Fluß Anadyr ist viel Gold. Dort finden sich neue Siedlungen wie etwa die Stadt Magadan mit mehr als zehntausend Einwohnern. Auch die Verbindung durch Fluglinien ist in der Arktis möglich und durch die Amerikaflüge sowjetischer Piloten im Sommer 1937 unter Beweis gestellt, wenn die Verwirklichung phantasie- voller Pläne über einen Nutzverkehr noch im weiten Felde liegt. Die Polarflieger leisten bei der Schiffahrt auf dem nördlichen Eismeer in Zusammenwirkung mit den Eisbrechern notwendigen Auftlärungsdienst. Es versteht sich, daß alle diese Bemühungen sich noch im Stadium des Experiments bewegen. Für den Fall kriegerischer Verwicklungen aber sind diese Erfahrungen sofort praktisch nutzbar zu machen. Die Wetterverhältnisse und die Menschenleere der Gebiete, die erstmalig der notdürftigen Besiedlung erschlossen werden, türmen gewaltige Schwierigkeiten auf. Eine im fernöstlichen Gebiet operierende sowjetische Armee, die seit 1932 systematisch mit Nah- rungsmittelvorräten und Kriegsmaterial unter dem Gesichtspunkt ausgerüstet wurde, daß sie zeitweilig von jeglicher Verbindung mit den rückwärtigen Reserven abgeschnitten ist, kann heute unter anderen Bedingungen mit ganz anderen Erfolgsaussichten wirken, wie 1904/05, wo dem Feinde die Flugwaffe noch nicht zur Verfügung stand. Die außenpolitische Kräftekonstellation' für den Fall einer Verwicklung des Sowjetstaats in dem Kampf um Asien ist nicht vorauszusehen. Strategisch sind von Moskau aus die Dinge so vorbereitet, daß mit der Hilfe von Bundesgenossen nicht gerechnet wird. Blüchers Fernöstliche Armee ist die erste gewesen, die nach den Erschütterungen des Sommers 1937 mit ihren Verhaftungen und Erschießungen vieler tausender kommunistischer Funktionäre wieder schlagkräftig gemacht wurde. Die Personalveränderungen im Fernosten scheinen abgeschlossen, dem Oberbefehlshaber steht ein politischer Rat zur Seite, der die Verantwortungen mit ihm teilt. Die neue Lage unterscheidet sich aber von der früheren wohl deshalb wenig, weil das Gebiet östlich vom Baikalsee im Mobilmachungszustand war und blieb. Die Grenze gegenüber Mandschukuo ist hermetisch verschlossen, Überläufer aus dem Sowjetlager finden keinen Durchlaß. Diese Verhältnisse sind auf japanischer Seite wahrscheinlich in genügendem Maße bekannt und haben dazu geführt, daß d i c Kwantungarmee, der die militärische Sicherung des Staates Mandschukuo anvertraut ist, n:d)t nur keinerlei Truppen zu den Operationen in Nordchina abgeben konnte, sondern wahrscheinlich noch v e r st o r k t ist. Grenzzwischenfälle, die noch vor einem Jahr zur Tagesordnung gehörten, haben so gut wie aufgehört. Die Zurückhaltung, die sich beide Seiten offenbar auferlegen, hat etwas Unheimliches an sich. Sehr viel weniger militärisch handgreiflich ope- -riert der Sowjetstaat gegen die West- und Nordwestgrenzen des chinesischen Territoriums. Die äußere Mongolei, das Gebiet der sogenannten mongolischen Volksrepublik, ist seit 15 Jahren von jedem Verkehr mit China losgelöst und muß als Sowjetgebiet angesprochen werden. In ähnlicher Lage befindet sich Chinesisch-Turkestan (Sinkiang), wobei die sowjetischen Vorposten bis weit in die Oasen der Wüste nach Osten vorgetrieben sind, so daß Nankingpässe auch in der Provinz Kanshu von Lantschou ab nicht mehr gelten. Die „Turksib", jene 1930 schon fertiggestellte -Bahnverbindung entlang der sowjetischen Grenze gegenüber Sinkiang, die Zentralasien und Sibirien verbindet, kennzeichnete sich von vornherein als eine Bahn des strategischen Aufmarsches mit aggressiver Tendenz, weil irgend eine Bedrohung aus dieser Richtung für die Sowjetunion nicht bestand. Es gibt keinen Japaner, der die Sowjetunion nicht als den gefährlichsten Feind des Jnfelreichs betrachten würde. Deshalb hat die Idee des Antikominternpakts, die zunächst eine sehr geteilte Beurteilung in der öffentlichen Meinung Japans fand, im Verlauf eines Jahres angesichts des Konflikts mit China so große Popularität erlangt. W l a d i w o st o k als Flugzeug- und Unterseebootbasis wird als Pfahl im Fleisch Japans empfunden. Von hort aus allein scheint der unglaublich dicht bevölkerte industrielle Süden, das Gebiet zwischen Nagasaki und Jokohama ge= fährlich verwundbar. Am Strande von Waikiki bei Honolulu läßt sich über pazifische Probleme unter Dezemberblüten in leuchtenden Farben interessant philosophieren, während die geschickten Kanaken ihre Wellenreiterkunststücke auf eleganten Mahagonibrettern produzieren. Allein bei näherer Betrachtung zeigt sich, daß der Gesamtkonfliktstoff, den der Stille Ozean bergen mag, auf dem asiatischen F e st l a n d^ in China zusammengeballt ist. Für Amerika gibt es keinen „Angreifer". Der Krieg, der heute geführt wird, ist n i ch t der „Große K r i e g", weder in den Auswirkungen auf das japanische Jnselland, noch im Ausmaß der verwandten Truppenmengen. Da jeder dies weiß, besteht in Japan die Tendenz, die immerhin vorhandenen Kriegserscheinungen zu verkleinern ünb zu cachie- ren. In Nordchina operiert die Besatzun^sarmee mit so geringen Truppenmengen, daß selbst die Sicherung lediglich der Bahnlinien bei noch nicht vollendetem Vormarsch höchst unzureichend erscheint, auch wenn ein organisierter militärischer Widerstand, es sei denn int Rückzugsgefecht, kaum fühlbar wird. Wie auch immer die politische Lösung des Konflikts, die Wiederherstellung eines Friedens-ustandes bewerkstelligt werden möge: Angesichts der bolschewistischen Einkreisung, wird eine zahlenmäßig bedeutende japanische Armee zur Okkupation, zum Schutz einer zukünftigen japanfreundlichen Regierung für die riesigen chinesischen Gebiete für lange Zeit gefesselt sein. Dazu kommt, daß die Grenzberührung japanischer und sowjetischer Einfluß- zonen, sei es auch in Pufferstaaten zweifelhafter Konsistenz eine gigantische Ausdehnung auf einer Diagonallinie durch ganz Asien erfährt. Der Ausbau der Stellungen, politisch und militärisch auf der roten Seite ist jedenfalls sehr viel früher in Angriff genommen und deshalb wahrscheinlich weiter gediehen. Die Aufrollung des Prdblems China durch die Japaner mit einem Programm für ein Menschenalter, für ein Jahrhundert für Asien, an die Schicksalswende. Die Blutopfer, die im chinesisch- japanischen Konflikt gebracht werden, nimmt der kommunistische Götze im Augenblick wohlgefällig entgegen. Zwischenfall in Memel. Litauische Polizei verhaftet friedliche schauer beimAnlaufendesM.-S.„Preuben" Königsberg, 23. Juni. (DNB.) Ein bedauerlicher Zwischenfall ereignete sich, als das Motorschiff „Preußen" des Seedienstes Ostpreußen am 20. Juni abends fahrplanmäßig den Memel er Hafen anlief. Die Ankunft des schmucken deutschen Schiffes hatte bei dem schönen Sommerwetter, wie üblich, eine groheZahl schaulustiger Memelländer an den Hofen gelockt, die ihrer Freude durch Zurufe und das Absingen von vaterländischen Liedern Ausdruck gaben. Als die Menschenmenge nach dem Diederauslaufen des Schiffes sich zu zerstreuen begann, erschien die litauische politische poli- 3 e i und nahm aus der Menge heraus z a h l - reiche Verhaftungen vor, was lebhafte Empörung bei der Volksmenge auslöste und zu e r n - st en Zusammenstößen mit der litauischen Polizei führte. 3m weiteren Verlauf des Abends kam es zu D e m o n st r a l i o n e n vor dem Gebäude der litauischen Grenzpolizei, wobei die durch das Vorgehen der Polizei erregle Men^e die Herausgabe der Verhafteten verlangte. Ls gelang schließlich der memelländischen Landespolizei, deren Anordnungen die Menge willig Folge leistele, die Ordnung wiederherzustellen. Die Zahl der verhafteten Memelländer wird auf etwa fünfzig geschäht. England wirbt für die Lustwaffe. London, 23. Juni. (Europapreß.) Luftfahrtminister Sir Kingsley Wood kündigte umfangreiche Neuanwerbungen für die Luftwaffe an. Es sollen rund 31 6 5 0 Mann eingestellt werden, und zwar 2100 Piloten, 550 Beobachter, 26 000 Handwerker und ungelernte Mannschaften und 3000 Anwärter. Die Piloten erhalten den Osfi- ziersrang und müssen sich für vier Jahre aktiven Dienst und für sechs Jahre Dienst bei der Reserve verpflichten. Die Beobachter stehen im Unteroffiziers- rang und haben die gleiche Dienstzeit wie die Pi- loken. Der Luftfahrtminister betonte, die für die nächsten neun Monate benötigten Offiziere und Mannschaften machten das Fünfzehnfache der durchschnittlichen Zugänge zu der Luftwaffe vor dem Jahre 1935 aus und entsprächen der Gesamtstärke der englischen Luftwaffe vor Beginn der Aufrüstung im Jahre 1935. Die Industrie entspreche allen Anforderungen; innnerhalh der letzten Wochen seien sehr große Aufträge für neue Flugzeuge und anderes Material untergebracht worden. Die Breslauer Mfleranlage des Reichs- Laulfprecher-Säulennetzes in Betrieb genommen Breslau, 23. Juni. (DNB.) Mit einem festlichen Empfang im Remter des Breslauer Rathauses durch Oberbürgermeister Dr. Fridrich, erfolgte die Inbetriebnahme der in Breslau errichteten Musteranlage desReichslautspre- cher - Säulennetzes. Staatssekretär Hanke vom Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda erklärte dabei: Diese Anlage der stationären Lautsprecher hat sich folgerichtig aus der politischen und propagandistischen Arbeit' entwickelt. Sie ist Ausdruck einer demokratischen Volks füh run g im besten Sinne, bei der die ständige direkte Verbindung zwischen Gefolgschaft und Führung, zwischen Volk und Regierung, zu einem der Hauptelemente volk- lichen und staatlichen Lebens gehört. Man hatte sich in den Fraktionszimmern und Sitzungssälen der Parlamente in seinen Methoden soweit von dem gesunden Empfinden des Volkes entfernt, daß man wohl fühlte und wußte, daß man damit vor chm nicht mehr würde bestehen können. .An der Front des Gebäudes stand wohl mit großen Buchstaben die Devise: „Dem deutschen Volke". Das aber, was sich in diesem dem deutschen Volke zugedachten Hause abspielte, was gesprochen wurde, wagte man nicht der breiten Masse durch Rundfunkübertragungen zugänglich zu machen. Jahrelang hätten wir Nationalsozialisten in Tausenden und Hunderttausenden von kleineren und größeren Versammlungen die direkte Verbindung zwischen Führer und Gefolgschaft hergestellt. Wir Nationalsozialisten haben uns der technischen Möglichkeiten nicht nur bedient, wir haben in vielen Fällen die Technik vor neue Aufgaben gestellt und ihr Aufträge für neue Konstruktionen und Fingerzeige für praktische technische Lösungen gegeben. Der Einsatz von Presse, Film, Rundfunk, die Durchführung von Massenkundgebungen der Partei und des Staates verlangen Beweglichkeit der Mitarbeiter und Beweglichkeit der Mittel. Der Propagandaeinsatzstab der Reichspropagandaleitung der NSDAP, und des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda mit seiner jahrelangen Erfahrung ist in der Lage, in kürzester Zeit Kundgebungen von nie gekanntem Ausmaß vorzubereiten und durchzuführen. Aus dieser Entwicklung heraus entstand der Gedanke und die Notwendigkeit der Lautsprechersäulen. In unzähligen Besprechungen aller Beteiligten ist ein Lautsprechersäulentyp geschaffen worden, der nicht nur technisch, sondern auch in seiner äußeren Form als vollkommen bezeichnet werden kann. Mit einem Hebeldruck sind Mannheim, 24. Juni. (DNB.-Funkspruch.) Am Donnerstagabend fand in der Stadthalle in Heidelberg die erste Großkundgebung der im NS.- Altherrenbund geeinten Akademiker statt, dessen Führerschaft zum Deutschen StuÄententag zusammengekommen ist. Reichsstuüentenführer D r. Scheel stellte in seiner Rede eingangs fest, daß heute zum ersten Male in der Geschichte des deutschen Studententums alte Herren und Studenten, von demselben Glauben und demselben Willen beseelt, zusammengekommen sind, um ein einmütiges Bekenntnis abzulegen. „Was sich Generationen bester deutscher Studenten und alter Herren erträumt uni) ersehnt haben, erleben wir hier in Wirklichkeit: Ein Grohdeut- s ch e s R e i ch, ein in sich geeintes starkes Studententum, ein auf seine inneren und wahren Werfe und Tradition in der nationalsozialistischen Bewegung aufgebautes geeintes Altherrentum. Ein deutsches Studenten- und Altherrentum kann, ja darf nur existieren, wenn es Bannerträger der nationalsozialistischen Bewegung sein will. Nahezu 50 000 Alte Herren stehen in geschlossener Front heute hinter uns, und ihre Zahl ist täglich im Ansteigen." Nach Worten des Dankes an die Verbandsführer gab der Reichsstudentenführer seiner Freude und Genugtuung Ausdruck, daß das Werk der Einigung und Bereinigung nunmehr vollendet fei.. „Gemeinsam mit den Führern des nationalsozialistischen Altherrentums werden wir an die neue Arbeit gehen. Ihr Endziel soll der erfolgreiche Einbau des natio- nalsozialifttschen Akademikers in die Partei sein." Wie die „Frankfurter Zeitung" ergänzend meldet, gab Reichsstudentenführer Dr. Scheel bekannt, daß der Reichsführer jj und Chef der deutschen Polizei sämtlich^ katholischen Studenten-und Altherrenverbände mit ihren sämtlichen Untergliederungen verboten und ihre Wiederaufrichtung unter Strafe gestellt habe. Das Vermögen dieser Verbände werde dem Aufbauwerk des nationalsozialistischen Studententums zugutekommen. In der Begründung zu diesem Verbot heißt es: „Die katholischen Studenten- und Altherrenoerbände waren vor der Machtübernahme im alten Reichsgebiet die Träger der Zentrumspolitik und im Lande Oesterreich bis zum 13. März 1938 im Rahmen der Vaterländischen Front die stärkste Stütze des Regimes Dollfuß und Schuschnigg. Trotz äußerer Gleichschaltung haben in den Jahren 1933 bis 1938 Angehörige dieser Verbände im alten Reichsgebiet staatsfeindliche Beziehungen mit österreichischen Verbandsbrüdern gepflegt. Nachdem sich im April 1938 alle waffenstudentischen Altherrenverbände unter dem historischen Eindruck der Schöpfung des Großdeutschen Reiches aufgelöst haben, um ihre Mitglieder in den offiziellen, unter Führung des Reichsftudentenführers stehenden NS.- Altherrenbund der deutschen Studenten zu überführen und damit die Einigung des gesamten nationalsozialistischen Altherrentums herzustellen, ist das Weiterbestehen von Studenten- und Altherrenverbänden außerhalb des NS.-Studentenbundes und des RS.-Altherrenbundes als den hierfür zu- sie in Betrieb zu fetzen. Sie schaffen auf den Plätzen und Straßen unserer Millionenstädte mit ihren ungeheueren Raumausmaßen das politische Forum mit all seinen Möglichkeiten lebendiger Volksführung. Sie sollen die Möglichkeit geben, in allen Städten des Reiches und später auch in den Dörfern ohne Vorbereitung und ohne schwierige Jnstallationsarbeiten das ganze Volk an dem großen politischen Geschehen unserer Zeit teilhaben zu lassen, große Gemeinschaftsempfänge auch für die durchzuführen, die noch nicht im Besitz eines eigenen Rundfunkgerätes sind, bei großen Kundgebungen und Aufmärschen die Massen zu informieren und zu dirigieren und bei besonderen Anlässen wie Luftschutzübungen und ähnliches eine direkte und schnelle Befehlsausgabe zu gewährleisten. Wenn die Lautsprechersäulen so auch als Nachrichtenmittel verwendbar sind und auch dafür eingesetzt werden sollen — in erster Linie jedoch sind sie eine der unmittelbarsten Ausdruckformen eines politischen Systems der direkten Verbindung zwilchen Führung und Gefolgschaft. Sie sind ein politisches Werkzeug in der- Hand der Propagandisten der Bewegung und des Staates. In diesem Sinne nehme ich heute in Breslau die ersten 10 0 Säulen in Betrieb. 6600 solcher Säulen sind für das ganze Reich vorgesehen und sollen in kürzester Zeit aufgestellt werden. Gleichzeitig wird in den ländlichen Gegenden, deren Bevölkerungsdichte die Anlage von Reichs-Lautsprecher-Säulen nicht rechtfertigt, ein Ausbau des Gemeinde- rundfunks erfolgen, der dann mit dem Reichs- Laütfprecher-Säulen-Netz verbunden werden kann. Staatssekretär Hanke meldete dem Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda und Reichspropagandaleiter der NSDAP., Dr. Goebbels, fernmündlich, daß die Anlage bereitstehe. Nun war auf allen Straßen und Plätzen Breslaus die vertraute Stimme des Reichsministers Dr. Goebbels zu hören, der ausführte: „Herr Staatssekretär! Ich danke Ihnen für die Meldung der Inbetriebnahme der ersten hundert Reichslautsprecher-Säulen in der schlesischechn Gaühauptstädt Breslau. Es ist mir eine Freude, auf diesem Wege als e r st e r die Breslauer Bevölkerung und ihren Oberbürgermeister begrüßen zu können. Ich hoffe, daß diese Versuchs- und Müsteranlage sich bestens bewähren wird. Möge sie wirksames und jederzeit einsatzbereites Mittel für die propagandistische Arbeit von Bewegung und Staat sein. In diesem Sinne übernehme ich die eiste Reichslautsprecher-Säulenanlage in meine Obhut." ständigen Parteigliederungen politisch nicht t r a g- b a r." Im Anschluß ah die Rede des Reichsstudenten- führers sprach der stellv. Gauleiter von München- Oberbayern, Pg. Nipp old. Er führte u. a. aus, daß die Kämpfe des Studententums in allen ihren Erscheinungen notwendig waren, um zu dem Punkt zu kommen, an dem wir jetzt stehen, — am Abschluß einer Entwicklung, die viele.non uns bereits in den Jahren des Kampfes herbeigesehnt haben und deren Endergebnis wir begrüßen: Eine geeinte, in einer gewaltigen Organisation zusammengefahte 'studentische Jugend und eine ebenso geeinte Altyerren- schast. Totenehrung und Namensverleihung. Heidelberg, 23. Juni. (DNB.) Der zweite Tag des Deutschen Studententages in Heidelberg begann mit einer Totenehrung am Mahnmal im Hof der neuen Universität, die mit der Namensverleihung an rund 80 neue Kameradschaften verbunden war. Dann wurde die Arbeitstagung des Studententaaes feierlich eröffnet. Besonders beifällig wurde Oie Anwesenheit von Abordnungen der Grenzland-Studentenschaften und derjenigen aus dem außerdeutschen Südosten aufgenommen. Stabsführer Horn teilte irn Rechenschaftsbericht u. a. mit, die Zahl der Kameradschaften betrage bereits 875. Ihnen" gehörten 18 356 junge Kameraden an. Der Erziehungsarbeit dieser Kameradschaften stünden insgesamt 279 Räume zur Verfügung. Die systematische Erziehung des Kameradschaftsführers im Lager spiele eine entscheidende Rolle. Im „Hause der Kunst" und im Kurpfälzischen Museum wurde die Internationale Ausstellung Hochschule im Osten" durch Gau- studentenführer Rother (Königsberg) feierlich eröffnet. Der Neichsstudentenführer empfing die Abordnungen der ausländischen Studentenoerbände. Ein Fackelzug ließ den zweiten Tag ausklingen. Neue Altherrenschasten in München. 2luf dem Gaustudentag München-Oberbayern 1938 gab Gaustudentenführer Dr. Dörfler die Gründung neuer Altherrenschasten bekannt. Nachdem im Januar 1938 sieben Münchener Korporationen als erste ihre Häuser dem Studentenbund zur Verfügung gestellt hätten und aus ihren Altherrenvereinigungen Altherrenschasten, jeweils der Kameradschaft, die das Haus beziehen dürfe, gebildet hätten, feien am 15. Mai sämtliche 44 waffenstudentischen Korporationen des Gaues mit einer Zusage zur Mitarbeit heroorgetveten, so daß jetzt dreizehn weitere Altherrenoereinigungen übernommen werden könnten. Der Rest der' Münchener waffenstudentischen Korporationen werde am 11. November in den'N S. - A l th e r r e n° bund eingegliedert werden. Der Gaustudententag 1938 habe bewiesen, daß der NS.-Studentenbund der allein ausschlaggebende Faktor der gesamten Erziehung der deutschen Studenten an Münchens hohen Schulen geworden sei. Die Namen der sechs neu gegründeten. Altherrenschasten, in denen jeweils mehrere übernommene Altherrenvereinigun- gen zusammentreten würden, seien: Planetta, Von der Pfordten, Friesen, Hochberg, Prinz Eugen und Böcker. Aach dem Sedillo-pulsch in MM. Von unserem K.B.-Berichterstatier. Nachdruck verboten! Mexiko-Stadt, Juni 1938. (Durch Luftpost.) Ein Putsch des früheren Landwirtschaftsministers General Saturnino Cedillo im Staate San Luis Potosi ist in sich zusammengebrochen und da- mit der letzte Gegner, der dem Regime des Präsidenten Lazaro Cardenas hätte gefährlich werden können, aus dem politischen Leben Mexikos endgültig ausgeschaltet. Saturnino Cedillo gehörte zu den Revolutionären, die sich 1910 gegen den damaliges Präsidenten Porfirio D i a z erhoben hatten.. Er stand in der Freischar des berüchtigten Banditen Pancho Villa und stieg in den Reihen der revolutionären Armee zu immer höheren Stufen auf, schließlich bis zum General. Später war er Wehrkreiskommandeur und Gouverneur seines Heimatstaates San Luis Potosi, wo er sich des größten Ansehens erfreute. In die Regierung des Präsidenten Cardenas trat er im Juni 1935 als Landwirtschaftsminister ein. Da Cedillo eine gemäßigte Politik verfolgte, im Gegensatz zu dem Radikalismus Cardenas, kam es zwischen beiden zu starken Differenzen, die im August vorigen Jahres zu feinem Ausscheiden aus dem Kabinett führten. Wegen seiner gemäßigten Ansichten ist Cedillo stets von der linksradikalen Arbeiterschaft angegriffen und als Reaktionär und Faschist bezeichnet worden. Immer wieder wulbs Cedillo, der sich auf feinen Landsitz „Las Palomas" zurückgezogen hatte, beschuldigt, Pläne zu schmieden, um das jetzige Regime zu stürzen und sich selbst zum Präsidenten zu machen. Er, der in seinem Heimatstaate als unumschränkter Herrscher galt und über eine ihm blindlings ergebene „Prioatarmee" verfügte, war den mexikanischen Linksradikalen mit ihren zum Kommunismus hinneigenden Tendenzen ein Dorn im Auge. Tatsächlich konnte das radikale Bonzentum in San Luis Potosi nie recht Fuß fassen. Cedillo selbst hatte immer wieder alle Aufstandspläne dementiert, schien aber im Geheimen doch zu rüften, um bei passender Gelegenheit zuschlagen zu können. In weiten Kreisen der mexikanischen Oefstntlich- feit ist man der Auffassung, daß seine Gegner die gegenwävtige vaterländische Begeisterung wegen der Enteignung der ausländischen Oelgesellschaftey und der scharfen Haltung Mexikos gegenüber den englischen Protesten, die schließlich zum Abbruch der diplomatischen Beziehungen durch Mexiko führ'- ten, ausgenutzt haben, um Cedillo solange ju provozieren, bis er sich in ein für ihn aussichtsloses Abenteuer stürzte. Sein „Aufruf an die Nation", in dem er den offenen Kämpft gegen Cardenas erklärte, ist fast ganz unbekannt geblieben und konnte deswegen keinen Widerhall finden. Dies und außerdem die geographische Beschaffenheit jenes Landesteils, der überaus gebirgig und vielfach mit tropischen Wäldern bedeckt ist, erklären es, daß es nicht zu größeren Kämpfen gekommen ist. Der Aufstand beschränkte sich nur auf ein ganz kleines Gebiet, während in allen übrigen Teilen des Staates San Luis Potosi absolute Ruhe herrschte, wie ich auf einer mehrtägigen Fahrt durch das Land immer wieder mit eigenen Augen feststellen konnte. Dort wußte man von dem Putsch überhaupt erst aus den von der Regierung verbreiteten Zeitungen und Rundfunkmeldungen. Man meldete, daß sich die wenigen Anhänger, die Cedillo bei seinem Abenteuer gefolgt waren, ergeben hätten, und daß Präsident Cardenas sie alle begnadige. Man erklärte, daß auch Cedillo selbst nichts geschehen würde, wenn man seiner habhaft werde, und daß er lediglich vor dje ordentlichen Gerichte- gestellt werden würde. Dieser geschickte Schachzug der Regierung, die den angeblichen Putsch stark aufbauschte und dadurch ihr) Großmut noch unterstrich, hat seine Wirkung nicht verfehlt. Das Land blieb vollkommen ruhig. Der Cedillo-Putsch ist der Regierung nicht ungelegen gekommen, denn nun hat man jemand gesunden, den man für die weitere Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage verantwortlich machen kann. So antwortete zum Beispiel Präsident Cardenas auf die Frage einer mexikanischen Journalistin, wie es eigentlich mit der vom Präsidenten wenige Tage vor dem Cedillo- Putsch in Aussicht gestellten Währungsstabi- l i s i e r u n g und Kreditförderung stände, daß leider die absolut antipatriotische cedillistische Bewegung die gegenwärtige Krise noch verschärft habe. Die Enteignung der Oelquellen habe zwar eihige Störungen verursacht, doch habe sich eine Tendenz zur Konsolidierung der Lage gezeigt. Jetzt aber sei ein neues Mißtrauen entstanden, und die Banken würden weiterhin die Kredite zurückhalten, obwohl be- absichtigt war, hurch Vermittlung der mexikanischen Staatsbank eine Kreditausweitung herbeizuführen. Die Oeffentlichkeit ist also etwas von der geradezu verheerenden Wirtschaftslage abgelenkt worden, die in einer weiteren Abwertung des mexikanischen Pesos zum Ausdruck fommt^ aber trotzdem wird es auf die Dauer nicht möglich fein, zu verhindern, daß sie sich darüber klar wird, daß diese Schwierigkeiten nicht auf den Cedillo- Putsch zurückzuführen sind. Oer englische Königsbesuch in Paris verschoben. London, 23. Juni. (DNB.) Um die nach dem Tode der Mutter der englischen Königin C o u n t e ß of Strathmore mit Rücksicht auf den geplanten Staatsbesuch des englischen Königspaares in Frankreich entstandene Lage zu besprechen, empfing König Georg VI. Außenminister Lord Hali- f a x und den Großkämmerer Lord C r o m e r. Wie amtlich mitgeteilt wird, ist der ursprünglich für den 26. Juni in Aussicht genommene Besuch in Paris auf den 19. bis 2 2. Juli verschoben worden. Infolgedessen ist auch die geplante Enthüllung des Kriegerdenkmals für die Australier in Villers - Bretonneux auf den 22. Juli verlegt worden. Mißglückte Gegenangriffe der spanischen Bolschewisten. Bilbao, 24. Juni. (DNB. Funkspruch.) Wie der nationalspanische Heeresbericht von der Te- r u e l - F r o n t meldet, versuchten sowjetspanische Formationen wiederholt, die Stellungen der Nationalen auf dem rechten Ufer des Valbona-Flus- s e s zu nehmen. Sämtliche Gegenangriffe konnten Kundgebung des RS.-Altherrenbundes auf dem Deutschen Studententag. Verbot sämtlicher katholischer Studenten- und Altherrenverbände. — Eine Rede des Reichsstudentenführers. Kreistag der RGOAp. Wetterau Gießen-Kriedberg 25. und 26.Zuni Die Besprechungen in Prag. Die sudetendeutschen Forderungen dem NinisterauSschuß dargelegt. — Immer noch keine Vorschläge der Regierung. P a 24. Juni. (DNB.) Am Donnerstag um 17 Uhr wurde im Ministerpräsidium die gemeinsame Sitzung des Ausschusses der politischen Mini st er mit den Vertretern der Sudeten deutschen Partei fortgesetzt. Gegenstand der Besprechungen 'bildete das Memorandum der SDP., das in seinen Grundgedanken und hinsichtlich seiner Durchführbarkeit von den sudetendeutschen Sprechern ausführlich begründet wurde. Daran schloß sich eine Aussprache. In seiner Zusammenfassung erklärte der Ministerpräsident, daß er die Aussprache nicht als geschlossen betrachte und über die Weiterführung Vorschläge der Regierung mitteilen werde. Wie das' Presseamt der SDP. hierzu erfährt, hatte die Aussprache den Zweck, die Vorfrage klären zu Helsen, ob die Richtlinien und Vorschläge des Memorandums der SDP. der Neuordnung des Staates zugrunde gelegt werden. Hierbei mußten sich die Vertreter der SDP. auf die Begründung und Erklärung des SDP.-Memo- randums beschränken, da von der Regierung der SDP. noch keine Vorschläge unterbreitet worden sind. Die Vertreter der SDP. entwickelten die Unerläßlichkeit einer öffentlich-rechtlichen Verankerung des Grundsatzes der Gleichberechtigung der Volksgruppen und die Schaffung einer entsprechenden Rechtsordnung, die inderVerfassungs- urkunde verankert sein muß. In ihren Darlegungen widerlegten sie von vornherein die politischen Argumente gegen die Karlsbader Rede Konrad Henleins. Hierbei stellten sie fest, haß die in dem Memorandum enthaltenen Grundsätze und Durchfübrungsvorschläge Friedensoorschläge aus weiser Beschränkung darstellen. Schließlich erinnerten sie an die besonders während der letzten Wochen bewiesene Disziplin des Sudetendeutschtums und verlangten die sichtbare Bezeugung guten Willens auch durch das tschechische Volk und die Staatsführung. Die Delegation der SDP. ließ keinen Zweifel darüber, daß das tschechische Volk auf alle expansiven Methoden gegenüber dem Sudetendeutschtum verzichten muß und in erster Linie das nationale Problem zu lösen hat. * Die Verhandlungen des Donnerstags haben gezeigt, daß das sog. - Nationalitäten st atut der Prager Regierung immer noch nicht fer- tigge stellt ist, obwohl auch dieses Statut zur Grundlage der Besprechungen gemacht werden sollte. Die SDP. hatte daher nur Gelegenheit, ihre Forderungen geschlossen darzulegen und Erläuterungen, zu einzelnen Fragen zu geben. Es liegt nun wieder an der Prager Regierung, von neuem auf das Problem einzugehen. Teilweise Aufhebung der militärischen Absperrmaßnahmen in Nordböhmen. Gablonz, 23. Juni. (ÄNB.) Die am 21. Mai getroffenen militärischen Absperrmaßnahmen im Riesengebirge wurden aufgehoben, und das westliche Riesengebirge ist nunmehr endlich wieder zugänglich. Die Staatsstraße Neuwelt—Jakobsthal dagegen ist für Fahrzeuge noch gesperrt. Auch im Jsergebirge werden die Absperrungen aufgehoben. Man wird lange Zeis brauchen, um den hurch diese Maßnahmen entstandenen wirtschaftlichen Schaden nur halbwegs aufzuholen. Die Polizeidirektion in Gablonz hat unter Bezugnahme auf das Staatsverteidigungsgesetz die Durchführung der Jagd sowie die Ausübung des Jagdschießens in elf Gemeinden des Bezirkes Gablonz verboten. Die wirtfchastlichen Folgen der Mobilmachung. In der sudetendeutschen Landwirtschaft die dringendsten Arbeiten verhindert. Prag, 23.Juni. (DNB.) In einer Ausschußsitzung der deutschen Sektion des Landeskulturrates für Böhmen befaßte sich der Vorsitzende W i n - disch mit den verheerenden Folgen der militärischen Maßnahmen im Grenzgebiet für die Landwirtschaft. Er führte u. a. aus: Es wurde schon bei früheren Gelegenheiten erwähnt, daß die Bewegungsfreiheit der in den Grenzgebieten ansässigen Landwirte durch die getroffenen Einrichtungen zur „Grenzsicherung" empfindlich geschädigt worden ist. Die militärischen Maßnahmeit nach dem 20. Mai, haben noch weitere Einschränkungen gebracht unt>' vielen Landwirten das normale Arbeiten auf ihren Wirtschaften überhaupt un- m ö a l i ch gemacht. Es wurden Gespanne in Anspruch genommen, obwohl gerade in dieser Zeit dringende landwirtschaftliche Arbeiten zu erledigen waren, und Grund st ücke durften von den Besitzern weder betreten, noch befahren werden. Das Grünfutter konnte nicht gemäht und ein geholt werden, und in den Wäldern wurden Bäume ohne vorherige Fühlungnahme mit den Eigentümern gefällt. Wer ersetzt die Schaden? Prag, 23. Juni. (Europapreß.) Das tschechoslowakische Verteidigungsministerium teilt mit, daß Feld-, Wald- und andere Schäden, die infolge der außerordentlichen Militärmaßnahmen entstanden sind, von der Militärverwaltung ersetzt werden sollen. Hierzu sotten auch Gewinnentgänge gehören, die darauf zurückzuführen find, daß Felder nicht bebaut werden können. Die militärischen Formationen seien angewiesen worden, kleinere Schäden nach Möglichkeit an Ort unö Stelle zu ersetzen. Streitfälle sollen einem gemischten Ausschuß unterbreitet werden. Die Bereinigung der Entschädigungsfrage bildet zweifellos^, einen der Verhandlungspunkte zwischen der Sudetendeutschen Partei und der Regierung. Der offenkundig zurückhaltende Ton der amtlichen Verlautbarung läßt den Schluß zu, daß sich in dieser Frage noch mancherlei Schwierigkeiten ergeben werden, wenn die Militärverwaltung nicht den Willen zeigen sollte, die durch die außerordentlichen militärischen Maßnahmen entstandenen Schäden in vollem Umfange und ohne Verzö gerung'wieder gut zu machen. unter starken Verlusten der Roten von den Nationalen abgewiesen werden. Südlich der Straße Teruel — Sagunt konnte der Vormarsch der Nationalen nach Ueberwindung heftigen Widerstandes siegreich fortgesetzt werden; auch hier erlitten die Roten starke Verluste. An der C a st e l - lon-Front warfen nationale Gegenstöße die Bolschewisten aus ihren Stellungen unb-trieben sie weit zurück. Sämtliche Gegenangriffe der Roten sind auf die Erkenntnis der Bedeutung des nationalen Vormarsches zurückzuführen, durch den S a g u n t in immer größere Nähe der Nationalen rückt. Heute Sitzung des Nichteinmischungs-Ausschusses. London, 23. Juni. (Europapreß.) Eine neue Sitzung des Nichteinmischungs-Ausschusses ist für Freitag vormittag anberaumt worden. Man hofft, daß auf dieser Sitzung die Finanzierungsvorschläge für den englischen Räumungsplan endgültig angenommen werden. Auch die Zusammen- ■ setzung der nach Spanien zu entsendenden zwei Ausschüsse zur Feststellung der Freiwilligen soll am Freitag bereits erörtert werden. Wie verlautet, werden sich diese beiden Ausschüsse aus Vertretern der kleineren Mächte zusammensetzen. Eifelfahrt der Alten Garde. Bacharach, 23/Juni. (DNB.) Auch am zweiten Tage wurden des Führers alte Kämpfer überall mit großer Herzlichkeit willkommen geheißen. Zunächst ging es durch das Nahetal über Bingerbrück an den Rhein in das alte Bacharach mit seinen historischen Gaststätten, dem „Alten Haus" und dem „Kurköllnischen Saal". Nach einer Besichtigung der auf einer alten Ruine aufgebauten Jugendburg Stahleck, marschierte die Alte Garde hinunter zum Rhein, um eine dreistündige Dampferfahrt nach Andernach anzutreten. Die Fahrt ging am Nachmittag in die Eifel zu dem berühmten Laacher See und durch die Laubwälder bts Ahr- und Brohltales ahraufwärts nach Bad Neuenahr. Hier klang der zweite Fahrttag mit einem Unterhaltungsabend aus, bei dem Heinz Goedecke ein abwechslungsreiches, von KdF. gestaltetes Programm ansagte. Daran schloß sich eine Festbeleuchtung des Kurhauses und des Kurgartens an. In das farbenfrohe nächtliche Bild fügte sich der wundervolle Tanz der jungen Winzerinnen und das bekannte „Fähndelschwenken", zu dem Winzerbuben aus dem ganzen Ahrtal nach Bad NeueN- ahr gekommen waren. Ein Kameradschaftsabepd in allen Räumen des Kurhauses beschloß den 2. Tag der Westmarkfahrt. Gegen 22 Uhr traf der Reichsführer ff und Chef der deutschen Polizei, Heinrich - Himmler ein. Er wohnte einem Teil des Kome- radschaftsabends der Alten Garde bei. Der Stellvertreter des Führers Rudolf Heß hat sich ebenfalls nach Bad Neuenahr begeben. Von dort aus wird er Freitag an der Fahrt der Alten Garde teil- nehmen. Am Freitagabend wird die Fahrt in Koblenz ihr Ende finden. In einer- nächtlichen Kundgebung am Deutschen Eck wird Rudolf Heß zu den alten Kampfgenossen sprechen. Todesstrafe für Autoräuber! Berlin, 23. Juni. (DBB.) 3m Reichsgesehblatt »ist heule ein Gesetz gegen Straßenraub mittels Autofallen vom 22. 3uni 1938 verkündet worden. Nach diesem Gesetz wird mit rückwirkender Kraft mit dem Tode bestraft, wer in räuberischer Absicht eine Autofalle ftellt. Die neue Strafvorschrift ist aus dem Entwurf eines Deutschen Strafgesetzbuches, der dem Reichskabinett seit einiger Zeit zur Verabschiedung vorliegt, entnommen und vorweg in Kraft gesetzt worden, um deutlich zum Ausdruck zu bringen, daß das Dritte Reich gegen Autobanditen vom Schlage der Brüder Götze mil der vollen Schärfe des Gesetzes einzuschreiten gewillt ist. Kleine politische Nachrichten. Der Reichssportführer von Tscharnrner und O st e n ist von Venedig kommend auf dem Luftwege i y R o m eingetroffen, um dort an der internationalen Tagung „Freude und Arbeit" teilzunehmen und die sportlichen Organisationen Italiens zu studieren. * Der Ches der königlich - bulgarischen Luftwaffe Oberst Boideff ist von dem'Reichsminister der Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe Generalfeldmarschall ©.ö ring zu einem Aufenthalt in Deutschland eingeladen worden. Oberst Boideff ist mit dem Flugzeug in Berlin eingetroffen und wird in den nächsten Tagen verschiedene Einrichtungen der Luftwaffe und der Luftfahrtindustrie besuchen. Der Kölner Doppelmordprozeß. In dem Kölner Doppelmordprozeß Schönewald erhielt der Vertreter der Anklage, Staatsanwalt Dr. D ü n tz e r , das Wort zu feiner Rede, in der er u. a. folgendes ausführte: Auch in den verworrenen Zeitverhältnisfen des Jahres 1932 habe der Doppelmord am Rudolfsplatz Grauen und Entsetzen ausgelöst. Das Motiv zur Tat sei das gemeinste, das es gebe, nämlich Geldgier. Zwei ehrenwerte Menschen, ein pflichttreuer Beamter und eine arme alte Frau, seien die Opfer gewesen. Die Fahndung sei damals so schwierig gewesen, well die Täter mit unglaublicher Vorsicht vorgegangen seien -und bei der Vorbereitung zur Tat wie bei der Ausführung alles genau überlegt hätten. Damals seien die Täter unentdeckt geblieben, aber das Gewissen habe sie nie in Ruhe gelassen; insbesondere bei dem Manne könne man zweifellos von einem Geständniszwang sprechen. Es sei erschütternd zu wissen, um wen es sich bei den Tätern handele; alles hätten die beiden gehabt, ihre Umwelt sei gut gewesen, nur sie selbst seien schlecht gewesen. Man könne sagen, daß die beiden arbeitsscheu gewesen seien, sie hatten auf der Universität gebummelt, einen unsittlichen Lebenswandel geführt und schließlich mit dem geraubten Geld nichts anderes zu tun gewußt, als ein Auto zu kaufen und damit Vergnügungsfahrten zu machen. Man habe eine Pistole gekauft und im Grüngürtel Schieß- und Zielübungen veranstaltet. Man habe auch die Tat mit Bedacht an den Monatsanfang gelegt in der Annahme, daß her Geldbriefträger dann größere Beträge als gewöhnlich bei sich führen werde. Nachdem die Wohnung am Rudolfsplatz gemietet war, erfolgte die Absendung der Postanweisung. Am Tatort selbst sei der Mordplan genau festgelegt worden. Die Frau habe hinter der Tür gestanden und gelauert; sie habe, als das Fräulein Korte gekommen sei, in eisiger Ruhe so lange gewartet, bis sie den günstigen Schuß auf den Kopf der Frau habe anbringen können. So habe Frau Schön ewald gewissermaßen auf den Anstand gesessen. Um einen zweiten Knall zu verhindern, habe mqn die noch röchelnde Frau geknebelt. Dann haben die beiden auf den Geldbriefträger gewartet; man »habe diesen durch mehrere genau durchdachte Umstände getäuscht, bann sei Frau Schönewald mit entsicherter Waffe hinter den Beamten getreten und habe ihn mit ruhiger Hand durch einen Genickschuß getötet. Planmäßig haben die Täter hinterher alle Spuren vernichtet. Was die beiden zugäben, genüge schon zur Verurteilung; aber man habe ihnen darüber hinaus noch mehr nachweisen können. So seien die Schießversuche nachgewiesen, ferner sei nachgewiesen, daß beide Morde von Anfang an geplant waren, und daß die Täter sich genaue Auskunft darüber verschafft hatten, wann der Briefträger komme. Der Staatsanwalt rekonstruierte noch einmal den Tatbestand und fuhr dann fort, es ergebe sich ganz klar und eindeutig, daß der Schuß auf Fräulein Korte aus der Richtung abgegeben wurde, in der Frau Schönewald, nicht Otto Schönewald, gestanden habe. — (Die Verhandlungen dauern an.) Aus aller Welt. Schweres Flugzeugunglück über Prag. lieber der Stadt Prag kam es bei der Generalprobe für den Flugtag, der im Rahmen des 10. So- kolkongresfes arh 7. Juli stattfinden soll, zu einem schweren Flugzeugunglück, das zwei T o - desopfer forderte. Als ein Jagdgeschwader über dem Stadtteil Smichow eine Uebung ausführte, versuchte der mittlere Flieger einer Dreierkette einen Looping. Hierbei stieß er an die Tragflächen der beiden neben ihm fliegenden Jagdflugzeuge; alle drei Maschinen stürzten ab. Die Maschine des mittleren Fliegers fiel brennend in den Garten der Villa Rulc, die früher Staatspräsident Bene sch als Außenminister bewohnt hatte. Von den beiden anderen Maschinen stürzte die eine ebenfalls in den Garten einer Villa, während die andere auf das Dach eines Hauses und von hier auf die Straße fiel. Die Piloten der beiden letzten Maschinen versuchten sich durch Fallschirm-Absprung aus ungefähr hundert Meter Höhe zu retten, was jedoch nur einem gelang. Der Gerettete ist der bekannte tschechoslowakische Militärkunstflieger S m o l i k. Es handelt sich um Jagdflugzeuge der tschechoslowakischen Wehrmacht, die nur je einen Mann Besatzung an Bord hatten. Das Unglück erregt in der Stcät großes Aufsehen. / Schweres Flugzeugunglück in Frankreich. In der Nähe von Tours stürzte ein französisches Militärflugzeug ab. Außer dem Piloten befanden sich vier Offiziere des Generalftabs des Luftfahrtministeriums sowie ein Funker an Bord, die sämtlich ums Leben kamen. Zu dem Unglück werden folgende Einzelheiten bekannt: Der Absturz ereignete sich zwischen den Gemeinden ßangennerrie und Beaumont la Ronce (etwa 30 Kilometer nördlich von Tours). Das zweimotorige Militärflugzeug war in Dillacoublay- (bei Paris) gestartet und in Tour 3ur Brennstoffergänzung gelandet. Auf dem Weiterflug stürzte dann die Maschine aus bisher nicht geklärten Gründen über einem Torfmoor ab und explodierte. Sie wurde geführt von dem ständigen Piloten des Luftfahrtministeriums, Leutnant R e y n a u d. Die in der Nähe der Unglücksstelle wohnenden Bauern wurden durch den Knall der Explosion aus dem Schlaf geschreckt und alarmierten die Gendarmerie von Beaumont la Ronce. Bisher konnten vier verkohlte Leichname geborgen werden, während drei noch vermißt werden. Pach den Aussagen einiger Bauern dürfte das Flugzeug in der Luft explodiert sein. Für diese Annahme spricht auch die Feststellung, daß die.Flieger ihre Fallschirme zur Hälfte entfaltet hatten; augenscheinlich konnten sie aber wegen der geringen Flughöhe vom Fallschirm keinen Gebrauch machen. Bon dem Flugzeug war nur noch ein rauchender Trümmerhaufen übrig. Der Luftfahrtminister Guy la Chambre hat sich in Begleitung seines Stabschefs, General Bou- c a t, im Flugzeug von Villacoublay aus an die Unglücksstelle begeben. Schwere Bluttat auf dem Belgrader Bahnhof. Zu einem blutigen Vorfall kam es auf dem Bahnhof von Belgrad. Wenige Minuten vor Abfahrt des Agramer Schnellzuges feuerte ein junger Mann auf eine Gruppe von Personen sechs Revol- verschüsse ab, durch die der Ministerialrat des Volksministeriums Divjak und der Holzhändler Bilbija auf der Stelle getötet und der Direktor einer Holzsirma und ein Prioatanaestellter schwer verletzt wurden. Auf dem Bahnhof entstand eine Panik. Ein Polizist verhaftete den Mörder. Im Verhör gab der Täter, der geistesgestört zu sein scheint, eine unzusammenhängende Schilderung der Beweggründe seiner Tat. Die Polizei hat den Eindruck, daß es sich um einen Racheakt handelt, da der Täter bei der gleichen Holzfirma angestellt war. Der Fall Reventlow in London. Der angebliche Entfüh.rungsversuch an dem Sohn der Woolworth-Erbin, von dem die englischen Blätter in großer Aufmachung zu berichten wußten, scheint sich als ein Familienzwist aufzuklären. Die Londoner Zeitungen berichten jetzt, zwischen dem Grafen und der Gräfin Revent- l o w seien erhebliche Differenzen aufgetreten, die die Gräfin veranlaßt hätten, ihren Sohn unter den Schutz der englischen Gerichte zu stellen, da sie befürchte, er könne durch seinen Vater entführt werden. Die Villa der Familie, so berichten die Blätter weiter, werde von Geheimpolizisten Tag und Nacht bewacht. Gräfin Reventlow habe gegen ihren Gatten, der sich gegenwärtig in Paris aufhalte, einen Haftbefehl erwirkt. Weiteren Andeutungen der Presse ist zu entnehmen, daß die ziemlich undurchsichtigen Familienstreitigkeiten möglicherweise noch ein Nachspiel vor englischen Gerichten haben werden. Scheußlicher Racheakt. — 55 Menschen vergiftet. In der bessarabischen Gemeinde Recea erkrankten in der Gemeinde 55 Personen unter verdächtigen Umständen. Sieben von ihnen konnten nicht mehr gerettet werden. Da alle Opfer in derselben Gemeinschaftsküche zu essen pflegten, glaubte man zunächst, daß die Massenvergiftung durch verdorbenes Fleisch verursacht sei. Nun hat die Untersuchung ergeben, daß jemand Rattengift in das Essen gemischt hatte. Der Verdacht richtete sich gegen eine in der Gemeinschaftsküche beschäftigte Frau. Es konnte ermittelt werden, daß die Frau, die bereits seit längerer Zeit zu einem in der Gemeinschaftsküche essenden Bauern in Feindschaft stand, an diesem Mann Rache nehmen wollte und dabei auch die übrigen Gäste nicht verschonte. Anstatt Salz mischte sie Rattengift in das Essen, wodurch die Massenoer- giftung verursacht wurde. kanadisches Dorf durch Feuer vernichtet. Das Dorf St. Luc in der kanadischen Provinz Quebec ist yon einer Brandkatastrophe heimgesucht und fast völlig z e r st ö r t worden. Es brannten 30 Wohnhäuser nieder. Sechs Häuser und die Kirche konnten nur durch die Sprengung der umliegenden Hofe mit Dynamit gerettet werden. 250 Einwohner sind obdachlos. In Polen wird ein neuer Stratosphärenflug geplant. Die staatlichen Jngenieurwerke in Warschau bauen zur Zeit einen Stratosphärenbai- l o n, mit dem im Herbst ein Aufstieg in eine Hohe' von 30 Kilometer geplant ist. Der Aufstieg soll in der Tatra erfolgen und wird von dem Fliegerhauptmann Burczynski, dem Berufsflieger Hynek und einejn wissenschaftlichen Besbachter, Prof. Narkiewicz, unternommen werden. Der Ballon, der den Namen „Stella Poloniae" erhält, wird mit 35 000 Kubikmeter Helium gefüllt werden., Hauptmann Burczynski hält sich gegenwärtig in den Vereinigten Staaten auf, wo er die Ausfuhrerlaubnis für das Helium erwirkt hat. 550-Jahr-Feier der Universität Köln. Die Feierlichkeiten aus Anlaß des 5 5 0 jähri - gen Bestehens der Kölner Universität wurden mit einer Gedenkstunde der Studentenschaft am Ehrenmal für die im Weltkriege gefallenen Studenten eröffnet. Neben der Studentenschaft nahmen die Professoren und Dozenten der Universität geschlossen an der Ehrung teil. Der Rektor und der Studentenführer legten im Namen der Lehrer und der Studierenden der Kölner Universität Kränze am Ehrenmal nieder und gedachten in ihren Ansprachen der gefallenen Studenten. - Ein Eoubertin-Denkmal in Baden-Baden. In Baden-Baden veranstaltete der zweite deutsch- französische Kongreß eine Gedenkfeier für den verstorbenen Erneuerer der Olympischen Spiele, Pierre de Coubertin. Zunächst schilderte Marquis Pollignac, einer der ältesten Mitarbeiter, von Coubertin, dessen Leben und Wirken. Nachdem der Vorsitzende der Deutsch-Französischen Gesellschaft Professor v. Arnim, dem Redner gedankt hatte, begab man sich in die an der Oos gelegene Gartenanlage, wo ein Denkmal für Pierre de Coubertin besonders fein vr. Oetkers Backpulver THg: Diehl unö „gackln" werden gemilcht und auf ein Backbrett gesiebt. In die Mitte macht man eine Vertiefung, w welche man Zucker. Eigelb unö wasser gibt. Man verrührt mit etwas Teia- 150 ß IDeiienmehL Mehl-..gackln"-Gemifdl zu einem dicken, Brei, gibt die halte, in Stücke geschnittene Butter —b J darauf, bestreut mit etwas Mehl und oechnetet alles schnell zu einem glatten Teig. 2/z öes 1 geflc. TeeL (3g) Dc. Oether’s „Bq* in", Teiges tollt man auf dem Boden einer Springform aus. von dem Nest formt man eine Rolle ,£"r-65 Belag: 750 g Quarh. 1/8 - V41 milch. 2 Eier, 1 Eiweiß. ?QS m.lt cl"e"’.rcd Her milch ungerührte Soßenpuloer. Eigelb. 2/z des Zuckers. Backöl und ... - , ., t,-,, , n - _ ..... bas mit „Backm" gemischte und gesiebte „Bustln" gibt man zu dem vuarh und fügt soviel 200g3u*ec. 1/2 flafchchen Dr.Oetker s Bachol3itrone, Milch hinzu, daß die Masse eine hactoffelbceiähnliche Beschaffenheit hat. Dana* gibt man 1 Dach*. Dr. Oether’s Soßenputoer vanille-6eschmock. öie gereinigten fiorinthen hinein. Das Eiweiß wird zu Scknee gefchlagen. in den man na* n - „ . <-