Nr. ZOO Erster Blaff 188. Jahrgang 8reilag,2Z. Dezember M8 Erscheint täglich, außer Sonntags und feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monatr-Vezugrpreis: Mit 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechynschlüfse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Srantfurt am Main 11688 Gietzmer Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche UuIversttStrdruckerei «.Lange in Sietzen. Schriftleitung und GeschSftrftelle: Schulstratze 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für l mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70mm Breite b0 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25"/a mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Die französische Kammer billigt die Notverordnungen Paul-Neynauds. Daladier droht mit Auflösung der Kammer. — Radikalsoziale Abgeordnete stimmen gegen das Kabinett. — Scharfe Auseinandersetzung mit den Kommunisten. Der Minister für zivile Verteidigung, Sir John Anderson, erklärte, nach seiner Ansicht sei es unmöglich, gegen hochexplosive Bomben einen vollen Schutz zu gewähren. In der nächsten Zeit würden Beratungen mit führenden Männern der Industrie ausgenommen werden, um den Bau von Lustschutz-Unterständen in den Betrieben zu fördern. Schatzkanzler Sir John Simon erklärte im Unterhaus, dieses Luftschutzprogramm werde zahlreichen Arbeitslosen wieder Arbeit in der Stahlindustrie verschaffen. Wahlniederlage der „Noten Herzogin" Ein erster Erfolg. E. F. Paris, 22. Dezember. In der Kammer kam es am Donnerstagmittag zu feinem äußerst heißen Gefecht zwischen der Regierung und der Opposition. Finanzminister Paul Re y n a u d stellte nämlich über den Artikel 2 des Finanzgesetzes, der die berüchtigte zweiprozen- tigeSonderbesteuerungallerEinkom- m e n vorsieht, die Vertrauensfrage. Mit 291 gegen 284 Stimmen, also mit sieben Stimmen Mehrheit, wurde der Artikel von der Kammer angenommen. Vierunddreißig Abgeordnete hatten sich der Stimme enthalten. Alle marxistischen Abgeordneten, auch mehrere Radikal- sozialisten und Abgeordnete der Mitte stimmten gegen die Annahme dieses Artikels, aber schließlich behielt der Finanzminister doch die Oberhand. Mit dieser Kammerabstimmung hat die Regierung Daladier die größte und schwierigste Kraftprobe bestanden. Man betrachtet die Annahme dieses Artikels 2 als eine Billigung der gesamten Reynaudschen Notverordnungen vom November d. I. Daladier hatte sich mit Finanzminister Rey- ttaud solidarisch erklärt und die Kammer aufgefor- dert, der Abstimmung die Bedeutung einer Billigung oder Mißbilligung der allgemeinen Wirtschafts- und Finanzpolitik der Regierung zu geben. Auch ließ Der Ministerpräsident Durchblicken, im Falle eines Mißtrauensvotums werde er zwar zu- rücktreten, gleichzeitig aber auch d i e Kammer auf lös en. Nach der Abstimmung erklärte Daladier in den Wandelgängen der Kammer, selbst mit einer Stimme Mehrheit hätte er sich zufrieden gegeben. In linksgerichteten Kreisen versucht man, das Abstimmungsergebnis als eine Niederlage für die Regierung darzustellen. Das Linksblatt „Ce Soir" unterstellt den 34 Abgeordneten, die sich der Stimme enthalten haben, vermutlich seien sie gegen den Artikel 2 und die Notverordnungen eingestellt. Die Rechtsblätter, wie „Paris Soir" und „Jntransi- geant" betonen jedoch, diese Abstimmung sei mit einer grundsätzlichen Billigung der allgemeinen Wirtschafts- und Finanzpolitik der Regierung und damit auch der Notverordnungen gleichbedeutend. Die Kammer hat dann in den Abendstunden der Regierung zum zweitenmal das Vertrauen ausgesprochen, und zwar diesmal mit 322 gegen 265 Stimmen und 23 Stimmenthaltungen. Das Abstimmungsergebnis zeigt, daß der Plan der Links- vpposition, der es in den Mittagsstunden beinahe geglückt wäre, die Regierung zu stürzen, nach dieser Kraftprobe ziemlich erledigt ist. Die Abstimmung ging erneut um den Artikel 2, Der Die zweiprozen- tige Sondersteuer auf alle Einkommen betrifft. Nach der grundsätzlichen Genugtuung, die die Regierung durch die unveränderte Annahme des Ar- ttkels 2 erhalten hat,"erklärte sich Finanzminister Reynaud bereit, die Kleinlohnempfänger bis zu einem Betrag von 10 000 Franken von dieser Sondersteuer zu befreien. Die dadurch verursachten Mindereinnahmen von 240 Millionen Franken sollen auf anderem Wege eingebracht werden. Die Kammer hat darauf mit dem obigen Stimmenverhältnis den Artikel 2 in der neuen Fas- (ung angenommen. Eine erregte Nachtsitzung. In der N a ch t s i tz u n g versuchten die Sozialdemokraten und Kommunisten neue Angriffe gegen die Regierung zu unternehmen, die aber alle fehlschlugen. Ministerpräsident Daladier antworteten den Kommunisten in schärfster Form, gewisse Beleidigungen mißachte er. Niemand habe das Recht, einen Druck auf die Radikalsoziale Partei auszuüben, die stets den Haushalt verabschiedet habe, selbst wenn sie in der Opposition stand. Der Kommunist Duclos, der im Zusammenhang mit her Dormittagsabstimmung von einer lächerlichen Mehrheit gesprochen hatte, die die Regierung dazu hätte veranlassen müssen, abzutreten, wenn sie das Gefühl her Ehre und Würde gehabt hätte, mußte sich vom Ministerpräsidenten darauf aufmerksam machen lassen, daß auch Waldeck-Rousseau (als Ministerpräsident des Linksblocks 1899 bis 1902) eine so „lächerliche Mehrheit" gehabt habe und trotzdem mehrere Jahre die Staatsgeschäfte führte. Als Duclos den Ministerpräsidenten unterbrechen wollte, wandte sich Daladier unmittelbar an ihn und erklärte ihm sichtlich erregt und unter Beifall der Rechten: „Ich habe von Ihnen keine Lehr en entgegenzunehmen." Daladier erklärte, daß er stets nur das Interesse des Landes im Auge habe. Er habe nie irgend eine Partei angegriffen bis zu dem Tage, wo die Kommunisten eine schwere Verantwortung auf sich genommen hätten. Aber hierüber werde man später sprechen. Er habe ein ruhiges Gewissen, weil er seine Pflicht getan habe, und das Land wisse, daß er nur für das Wohl Frankreichs arbeite. Der Haushalt angenommen. Die Kammer hat 'Darauf in den späten Nachtstunden den Einnahmehaushalt mit 366 gegen 229 Stimmen angenommen. Daladier hatte mit dieser Abstimmung die Vertrauensfrage verknüpft. Der Haushalt, der bei rund 66 Milliarden Einnahmen und etwas geringeren Ausgaben mit einem Ueberschuß von 26,5 Millionen abschließt, wird nun sofort dem Senat zugeleitet, der am Montag mit der öffentlichen Aussprache beginnt. Man rechnet mit Sicherheit damit, daß die übrigen Lesungen keinen besonderen Schwierigkeiten mehr begegnen, so daß her Gesamthaushalt vor dem 1. Januar unter Dach und gad) gebracht werden kann. Die Vormittagsabstimmung, aus der die Regierung trotz der Stellung Der Vertrauensfrage mit einer ganz knappen Mehrheit hervor- ging, hat Den Ministerpräsidenten Dazu veranlaßt, Das politische Gleichgewicht seines Kabinetts noch einmal genau zu überprüfen. Besonders Die Haltung Des linken Flügels seiner eigenen raDikalsozialistischen Partei, Der bei der Abstimmung gegen hie Regierung stimmte, scheint einen starken Eindruck auf ihn gemacht zu haben. In Den Wandel- BDer Kammer erklärte Daladier, daß Der zsausschuß oder eine außerordentliche Landes- tagung sich demnächst mit der Haltung Dieser angeblich radikalsozialen Abgeordneten beschäftigen werde, um Die Maßnahmen zu treffen, die ihre eigentümliche Haltung erfordere. Der Ministerpräsident ließ außerdem Durchblicken, daß er sich nunmehr eingehend mit der Wahlrechtsreform beschäftigen werde. Er machte ferner keinen Hehl daraus, daß er den Präsidenten der Republik gebeten hätte, die Kammer auf- z u l ö s e n , wenn er gestürzt worden wäre. Blums Intrigenspiel gegen Daladier. In den Wandelgängen her Kammer zeichnet sich immer klarer ein Torpedierungsoersuch gegen die Regierung Daladier ab, der unmittelbar nach dem Abschluß der Münchener Besprechungen von Leon Blum und Dem ihm eng befreundeten ehemaligen Außenminister D e l b o s versucht worben ist. Blum und seine Kreise haben sich danach bemüht, eine sogenannte Regierung der „nationalen Union" zu propagieren, an der der ehemalige Ministerpäsident Tardieu maßgebend beteiligt sein sollte. Diese Regierung hätte zwangsläufig einen gegen hie Münchener Politik gerichteten Charakter tragen müssen. Tardieu hat dies in der Wochenzeitschrift „Gringoire" ausdrücklich bestätigt, und obgleich er keine Namen genannt hat, doch die beiden Persönlichkeiten so deutlich bezeichnet, daß diese in der vergangenen Nacht dazu Setllung genommen haben. B l u m hat die umlauenben Gerüchte entschieden dementiert, aber Delbos hat zwar auch dementiert, daß er selbst Tardieu ein solches Bündnisangebot gemacht habe, er hat jedoch gleichzeitig zugegeben, daß er im Verlauf eines Gesprächs mit einer Dritten Persönlichkeit auf die Notwendigkeit der Bildung einer Regierung der nationalen Einigung hingewiesen habe. Er habe dabei auch den Namen Tardieus als eine der Persönlichkeiten, die in eine Derartige Regierung eintreten könnten, genannt. Diese Dritte Persönlichkeit hat nun, so vermutet Deldos, TarDieu diese Gedankengänge unterbreitet, die tatsächlich keinerlei Angebot dargestellt hätten. Nun hat Tardieu Dem „Temps" gegenüber erklärt, Blum habe nicht nur im Oktober, jonhern e r ft kürzlich noch ähnliche Gedankengänge ausgesprochen und dabei seinen, Tardieus, Namen genannt. Der Sozialistenführer habe am Vorabend des Sozialistischen Landeskongresses gewiß Grund, sich Daran nicht mehr zu erinnern, und Deldos habe ohne Zweifel aus Freundschaft gegenüber Blum, dessen ergebener Mitarbeiter er gewesen sei, vergessen, daß er das in Frage stehende Angebot gemacht habe, ihn, Tardieu, in Mentone aufzusuchen. Er habe auch vergessen, daß er sein Bedauern ausgesprochen habe, als Tardieus Mittelsmann ihm, Deldos, am 19. .Oktober einen Brief überreicht habe, in dem Tardieü das Angebot a b g e l e h n t habe. Frankreichs Tunis-Proiekiorai London, 23. Dez. (DNB. Funkspruch.) Die englische Zeitung „News Chronicle" veröffentlicht einen Artikel ihres Sonderkorrespondenten William For- res über seine Eindrücke in Tunis. Die Araber, so schreibt Forres, wüßten sehr gut, daß die Franzosen sich Machtbefugnisse und Privilegien angeeignet hätten, die weit über das hinausgingen, was Der Bey von Tunis ihnen im Jahre 1881 zu- geftanDen Hobe. JnsbefonDere beklagten sich Die Araber bitter Darüber, Daß Die Franzosen ein M o - nopol über alle Verwaltungs ft e llen ausübten. Die Araber gingen nach Frankreich, um zu ftuhieren, und wenn sie nach Tunis zurückkehrten, würde ihnen jede Möglichkeit verweigert, das, was sie gelernt Hätten, zum Nutzen ihres Landes zu verwenden. Sehr übel sei es um das Volksschulwesen bestellt. Don 400000 arabischen Kindern besuchten nur 40 000 eine Schule! Die Araber seien im Laufe her Jahre durch die französische Herrschaft sehr verbittert worden. Einzelne Kreise her französischen Bevölkerung in Tunis nehmen Italien gegenüber eine freundliche Haltung ein. Die französischen Grundbesitzer und Geschäftsleute sehen in den italienischen Faschisten einen natürlichen Verbündeten gegen öie verhaßte Volksfrontregierung in P a - ris. Das feien Tatsachen, mit denen Frankreich zu rechnen habe. England bauiLnsischnhräume für 20 Millionen Menschen. London, 22. Dez. (Europapreß). Die englische Regierung hat beschlossen, sofort Luftschutz-Unter- stände für 20 Millionten Menschen anlegen zu lassen. Die Kosten von 20 Millionen Pfund (250 Millionen RM.) sollen von der Regierung und den Gemeinden aufgebracht werden. Wer in der Lage ist, im Keller seines eigenen Hanfes einen Luftschutz-Unterstand einzurichten, wird durch Fachleute der Regierung beraten werden, doch muß er die Kosten für die Anlage selbst tragen. Wo keine Keller vorhanden sind, plant die Regierung, schnell errichtbare und aus verschiedenen Einzelteilen bestehende Schutzstände. Im übrigen wird die Regierung den in den September-Tagen bereits eingeleiteten Dau von splitte r sicheren Massenunter st änden weiter fortführen lassen. London, 22. Dez. (Europapreß.) Die seit Wochen mit marktschreierischem Aufwand vorbereiteten Nachwahlen in Perth wurden am Mittwoch zugunsten her Regierung entschiehen. Der konservative Kanhidat hatte eine Mehrheit von 1313 Stimmen zu verzeichnen. Seine Gegnerin war die Herzogin vonAtholl, hie erst vor kurzem aus her Konservativen Partei ausgetreten war, ha sie sich mit der Außenpolitik her Regierung seit München nicht einverstanden erklären konnte. Sie hatte sich Der Unabhängigen Arbeiterpartei an- aefchlossen. Das führte Dazu, Daß Die KanDiDatin Der Liberalen, Macdonalb, zugunsten Der im Volks- munD die „Rote Herzogin" genannten Herzogin von Atholl zurücktrat. Selbst in konservativen Kreisen hielt man es für sehr unwahrscheinlich, Daß Die Regierung Den Sieg Davontragen würde, zumal Die Herzogin bei Der letzten Wahl 15 238 Stimmen für sich verzeichnen konnte. Das Ergebnis brachte dem konservativen AbgeorDneten inDessen 11808 Stimmen, während die Unabhängige Arbeiterpartei nur 10 495 Stimmen erhielt. Ein Rückblick auf die Nachwahlen im ganzen Lande feit her Viermächte-Konferenz in München läßt eine Mehrheit her konservativen Stimmen von 20 000 erkennen. Währenb es der Regierungspartei gelang, 7 Sitze für sich zu behaupten, konnte die Arbeiterpartei nur einen Sitz verteidigen. Italienisch-französische Auseinandersetzung über die kolonialen Kompensationen E. F. Paris, 22. Dezember. In her Umgebung Des Quai D'Orsay wurDe am Donnerstagnachmittag bestätigt. Daß Die italienische Regierung Das römische Abkommen vom 7. Januar 1935 zwischen Italien und Frankreich als nicht mehr gültig und her gegenwärtigen Lage nicht mehr entsprechend betrachte. Die italienische Regierung habe dies über den französischen Botschafter in Rom, Francois- Poncet, Die französische Regierung vor einigen Tagen wissen lassen. Das Abkommen ist von Dem damaligen Ministerpräsidenten Laval in Rom unterzeichnet worden, aber Die Ratifizierung hat niemals ftattgefunDen. Vom juristischen StanDpunkt aus betrachtet, ist also Das Abkommen niemals in Kraft getreten. TrotzDem hat die französische Regierung bisher immer Die Ansicht vertreten, durch dieses Abkommen seien die italienisch-französischen .. Streitfragen geregelt worben. Die jüngste italienische Stellungnahme, Die Der französischen Regierung amtlich mitgeteilt worden ist, zeigt aber, daß dem nicht so ist. Die französische Regierung hat bisher zu dieser italienischen Aeußerung anscheinend noch nicht Stellung genommen. Sie scheint sich an das Memorandum zu halten, das im April d. I. der italienischen Regierung überreicht wurde und in dem Die französische Regierung ihre Bereitschaft mitgeteilt haben soll, alle zwischen den beiben Ländern bestehenden Fragen zu regeln, soweit dies durch das römische Abkommen vom 7. Januar 1935 noch nicht geschehen war, bas nach französischer Auffassung vor allem alle Fragen erlebigte, bie sich aus bem Artikel 13 des Lonboner Vertrages vom 26. April 1915 ergeben. In biesem während bes Weltkrieges zwischen Englanb, Frankreich und Italien abgeschlossenen Vertrag waren Italien unter anderem auch für bie Uebernahme bes beutlchen Kolonialbesitzes burch England unb Frankreich Kompensationen in Eritrea, Somaliland unb Libyen zugesagt, die Frankreich nun burch das römische Abkommen vom 7. Januar 1935 für abgegolten hielt. Als Beweis führt man in Paris dafür die Uebernahme von 2500 Aktien der Dschibuti-Bahn durch Italien an. Die sttzt erfolgte Mitteilung der italienischen Regierung hat daher in Paris starke Beachtung gefunden. Man gibt zu, daß die Lage zwischen Paris und Rom nunmehr vollkommen klar sei und verheimlicht sich nicht, daß durch diese Mitteilung her italienischen Regierung „man wieher Dolftänbig von vorn beginnen müsse", nachdem man gehofft habe, daß durch das Abkommen vom Januar 1935 die größten Schwierigkeiten überwunden worben seien. In nationalistischen Kreisen bebauert man, daß die damalige Lavalsche Außenpolitik gegenüber Italien nicht konsequent durchgeführt, sondern durch bie nachfolgenbe Volksfront- Politik in her Abessinien- unb Spanien-Frage wieder in Frage gestellt worben sei. Der offiziöse „T e m p s" schreibt: Am Quai b'Orsay prüfe man gegenwärtig die aus her italienischen Mitteilung sich ergebende neue Lage; der französische Ministerrat werbe demnächst darüber beraten. Die französische Regierung sei gemäß Der am 6. Januar 1935 unterzeichneten allgemeinen Erklärung immer Der Ansicht gewesen. Daß Die Abkommen vom Januar 1935 eine endgültige „Liquidierung" her zwischen Paris und Rom schwebenben Fragen darstellten. Diese Abkommen enthielten: einen Vertrag bezüglich der Italiener in Tunesien; eine Berichtigung her Grenze zwischen Libyen unb Tunis; eine Berichtigung her Grenze zwischen der französischen S o m a l i k ü st e und Eritrea; Die Anerkennung Der italienischen Souveränität über die Insel Doumerrah unb eine italienische Beteiligung an dem Kapital her Eisenbahn von Dschibuti nach Abbis Abeba. Die französische Regierung könne daher nicht über die Abkommen von 1935, die in Rom wie in Paris ratifiziert worben seien, hinausgehen. Der „Temps" gibt jeboch selbst zu, baß bie Ratifika- tion-Urkunben über biesesAbkommen nicht ausgetauscht worben finb. „Palästina ist eins Hölle". Frauen und Kinder werden brutal mißhandelt. - Ein erschütternder Appell des Arabischen Palästina-Ausschusses. London, 22. Dez. (DNB.) Ein hier eingetroffenes Telegramm Des Arabischen Palästinaausschusses lenkt bie Aufmerksamkeit bef Weltöffentlichkeit erneut auf bie brutalen Methoden gegen bie arabischen Freiheitskämpfer in Palästina, beten Bekanntwerben von interessierter Seite in wohlverstanbenem eigenem Interesse geflissentlich unterbunben wird. In bem Telegramm wird barauf hingewiesen, baß trotz aller Dementis her britischen Regierung Die unmöglichen Terror- methoDen weiter anbauerten. „Am 6. Dezember", so heißt es in Dem Telegramm u. a., „p)urbe bas Dorf Attil von Englän- bern angegriffen. Bei Dem Angriff würben auch Frauen unb Mäbchen getötet unb breifeig Häuser angezünbet, wobei brei Personen verbrannten. Am 12. Dezember wurde her B ü r g e r m e i st e r von Gaza, obwohl er bettlägerig krank war, verhaftet unb ins Gefängnis gesteckt. Am 15. Dezember brangen Engländer in Hebron in her Morgenbämmerung in die Häuser ein unb schlugen erbarmungslos auf bie schlafenben Männer, Frauen unb K i n- d e r ein. Läden wurden niebergebrannt unb Häuser zerstört. Die Bewohner waren 14 Stunben lang Regen, Kälte, Hunger unb Durst ausgesetzt. 800 Einwohner würben verhaftet. Am 19. Dezember würben bie Einwohner bes Dorfes Ia11a in her Nähe von Hebron zusammengetrieben unb mit Gewalt gezwungen, ben Großmufti zu verunglimpfen unb ben Engländern Dankesdezeugungen auszusprechen. Man zwang sie ferner, gegen bie Brüber Baminahim vorzugehen, als diese den Versuch machten, sich zu oerteibigen. Durch Bombenwürfe mürben 60 Personen getötet und 100 verwundet." Zum Schluß heißt es: „Palästina i st eine Holle. Wir appellieren dringend an bie öffentliche Meinung, die Menschheit unb die Frauenvereinigungen der ganzen Welt, die Frauen und Gesetz des Führers neben der Versicherungspflicht ihre Existenz au gebaut hc^e beizutragen, des jüngeren Handwerkers die Versorgung .Ich bin" - so schloß der Rerchshandwerksmelster — des nicht mehr v e r s i ch e r u n a s f äh i g e n .stolz darauf, daß das Dritte Reich von neuem em Handwerksoeteranen geschaffen habe, so grundlegendes Handwerksgesetz gefchaf,en hat, das werde es jeder selbständige Handwerker als feine m der Handwerksgeschlchte aller Volker ohne Bei- n der Handwerksgeschichte werde es jeder selbständige Handwerker als seine Ehrenpflicht ansehen, für die Versorgung der Man- spiel dasteht/ ner, auf deren Schultern die jüngere Generation Die Bauarbeiter der Reichskanzlei feierten mit dem Führer Weihnachten des der Berlin, 22. Dez. (DNB.) In der festlich ge- schmückten Deutschlandhalle feierte am Donnerstagabend die gesamte Belegschaft de sNeu- baues der Reichskanzlei gemeinsam mitdem Führer das Weihnachtsfest. Jeder Arbeiter erhielt als Weihnachtsgeschenk das Buch des Führers mit Unterschrift und ein großes Lebensmittelpaket. Die große Halle bot ein farbenfreudiges Bild. Don der Decke hingen zwei riesige Adventskränze und leuchteten Hakenkreuzfahnen. Vier große Tannenbäume gaben mit ihrem Lichterglanz der Halle ein besonders stimmungsvolles Gepräge. An langen Reihen weiß gedeckter und mit Tannengrün geschmückter Tische hatten die 7 000 Arbeiter Platz genommen. Mit dem F ü h r e r nahmen an der Weihnachtsfeier der Schöpfer des Bauwerks, Architekt Prof. Speer, mit seinen engeren Mitarbeitern, ferner der Chef der Reichskanzlei Reichsminister Lammers, Reichspressechef Dr. D i e t« r i ch, die Adjutanten des Führers, ^-Obergruppenführer Sepp Dietrich, der stellvertretende Gauleiter Staatsrat Görlitzer und Gaupropaganda- leiter Wächter teil. Namens der Belegschaft richtete Polier Gottwald an den Führer tief empfundene Dantes- Berlin, 23. Dez. (DNB.) In Anwesenheit des Obersten Befehlshabers der Wehrmacht, des Führers und Reichskanzlers, und zahlreicher Vertreter aus Staat, Partei und Wchrmacht, vornehmlich der Luftwaffe, kam am Donnerstagabend im Berliner Ufa-Palast am Zoo der neue Karl» Ritter-Grotzfilm der Ufa „P o u r l e m d r i t e" zur Uraufführung. Das Werk hat in einer des großen Themas roürb'igen Spielhandlung die letzten zwanzig Jahre der deutschen Fliegerei, vom letzten Kriegsjahr über den Zusammenbruch bis zur Wiederauferstehung der ruhmreichen deutschen Wehrmacht und der stolzen deutschen Luftwaffe, zum Inhalt. Träger der Handlung sind Männer der Front, erfüllt von echtem Fliegergeist, einer grenzen- losen, von allem Hurra-Patriotismus freien Vaterlandsliebe und einem durch nichts zu erschütternden Glauben an Deutschland. Die neue Meisterschöpfung Karl Ritters wurde mit Stürmen des Beifalls ausgenommen. Kurz nach 21 Uhr traf der Führer, begleitet von Generalmajor Bodenschatz sowie seinem persönlichen und militärischen Adjutanten, im Theater ein, von den Anwesenden mit begeisterten Kundgebungen empfangen/ Der Führer nahm zwischen dem Schöpfer des Films, dem Regisseur Karl worte für die Gestaltung dieser Weihnachtsfeier, durch die, wie er unter jubelnder Zustimmung erklärte, der heutige Tag für den Schöpfer des Bauwerkes Prof. Speer, für die gesamte Bauleitung und alle am Bau Tätigen zu einem unvergeßlichen Ehrentag geworden ist. Als Polier Gottwald dem Führer bann noch einmal dankte, daß er es den Männern ermöglicht hatte, dieses Fest als große Familie zusammen mit dem obersten Bauherren, dem Schöpfer des Großdeutschen Reiches zu feiern, erklang erneut der Jubel auf, der sich zu einem Begeisterungssturm steigerte, als nun der Führer in seiner Ansprache die tiefere Bedeutung des Baues im nationalsozialistifchen Deutschland und insbesondere des Aufbaues der Reichshauptstadt aufzeigte. In herzlichen Worten dankte er als Bauherr allen am Werk Beteiligten und wünschte ihnen nach schweren Arbeitsmonaten ein frohes Weihnachtsfest. Nach seiner Ansprache weilte der Führer noch einige Zeit bei seinen Arbeitern und nahm mit ihnen gemeinsam das Abendessen ein. Als der Führer sich dann verabschiedete, brachte Polier Gottwald ein dreifaches Sieg-Heil auf ihn aus, das begeistert ausgenommen wurde. Amerikanische Manöver an ter brasilianischen Küste? Rio de Janeiro, 22. Dej. (EWS.) Berichte aus Neuyork, nach denen die amerikanische Flotte im Südatlantik vor der Küste Nordbrasiliens Manöver abhalten soll, haben in Brasilien ft a r t e Verstimmung ausgelöft. Eine derartige De- monftration der nordamerikanischen Seemacht würde eine Verletzung des brasilianischen Nationalgesühltz bedeuten, die man mit dem Gedanken einer alten Freundschaft nicht in Einklang bringen könne. — „Gazeta de Noticias" meint, als ein in jeder Hinsicht souveränes Land könne Brasilien keinesfalls dulden, daß irgendeine ausländische Kriegsflotte unter irgendwelchem Vorwand straflos vor den brasilianischen Küsten den Wert ihrer Kanonen erprobe. Was würden wohl die Amerikaner dazu sagen, wenn beispielsweise die englische Flotte vor der Küste Floridas Manöver abhielte? Das würde sicherlich zu einem Skandal führen. Kriegsmuseum umgewandelt. Zu dem Gebäudekomplex gehört auch der eigentliche Dom, in dem 1840 die sterblichen Ueberrefte Napoleons beigefetzt wurden. Der Brand konnte in den frühen Morgenstunden des Freitags als vollkommen gelöscht angefehsn werden. Bald nach Mitternacht zog sich der Hauptteil der Feuerwehr wieder zurück und ließ nur eine Brandwache an Ort und Stelle, die die letzten Brandherde erstickte. Im Laufe der Nacht hatten sich saft sämtliche Minister mit dem Ministerpräsidenten an der Spitze zum Jnvalidendom begeben, wo noch trotz der Kälte und der vorgerückten Nachtstunde Marschall Petain eingetroffen war. Die Untersuchung über die U r s ach e des Brandes hat noch zu keinem Ergebnis geführt. Man weist jedoch die Annahme vorsätzlicher Brandstiftung zurück. Es wird vermutet, daß, da infolge der großen Kälte besonders stark geheizt wurde, durch einen beschädigten Kamin Feuer an die Holzverschalung durchgedrungen ist. Angestellte des Jnva- lidendomes wollen sich daran erinnern, daß sie schon am Vormittag einen leichten Rauchgeruch verspürten. Der Sachschaden läßt sich im Augenblick noch nicht beziffern. Am meisten hat der sogenannte Ehrensaal, der unmittelbar unter dem Brandherd liegt und vollkommen unter Wasser steht, gelitten. Darüber hinaus dürfte es sich aber nur um bauliche Schäden handeln, denn die Archive des Museums befinden sich in den unteren Stockwerken. Paris, 23. Dez. (DNB.) In den Abendstunden' des Donnerstag brach im Jnvalidendom Feuer aus, das sich sehr rasch auf einen der Flügel des Gebäudes ausdehnte, das teilweise als Museum für Kriegserinnerungen, zum anderen Teil zur Unterkunft von Schwerkriegsverletzten dient. Die Feuerwehr begegnete sehr großen Schwierigkeiten, da die Wasserleitungen zum größten Teil eingefroren sind. Aus diesem Grunde dehnte sich der Brand immer weiter aus. Der Brand brach in den Dachstuben des Mittelgebäudes über dem Haupteingang, wo sich die Wohnung des Direktors des Jnvalidendomes befindet, aus, und erstreckte sich nach und nach auf den rechten und den linken Flügel. Gegen Mitternacht stand der Dachstuhl des Gebäudes in etwa 100 Meter Breite in Flammen. Die Feuerwehr, der es trotz der eingefrorenen Wasserleitungen gelang, aus mehr als 15 Rohren Wasser zu geben, arbeitete mit Hilfe von Scheinwerfern an der Bekämpfung des Brandes. Der Sachschaden ist bedeutend, da große Wassermengen die Decken sämtliche^ Stockwerke durchdrungen haben. Die Front des Gebäudes hat glücklicherweise bisher keinen Schaden genommen. Dor dem Gebäude hat sich trotz der Kälte eine große Menschenmenge angesammelt. — Der Jnvalidendom, auch Jnoalidenhotel aenannt, gebt auf Ludwig XV. zurück, der das Gebäude 1670 für die Unterbringung von verwundeten Offizieren und Soldaten errichten ließ. Später wurde ein großer Teil des Gebäudes in ein Neuerung geht über alle Teile Chinas und die Begeisterung für einen Neuaufbau steigt ständig. Japan. China und Mandschukuo werden vereinigt werden in dem gemeinsamen Ziel, eine Neuordnung in Offafien durch» zuführen, die nachbarliche Freundschaft zu verwirklichen. gemeinsam gegen den Kommunismus sich zu verteidigen und wirt» sch aftlich zusa mmenz narb eiten. Daher ist es notwendig, daß China vor allem alle veralteten Vorurteile und be» S y d n e y, 22. Dez. (Europapreß.) Wegen der Aufforderung zum Boykott japanischer Waren ließ der Generalpostmeister Australiens Cameron die R u n d- funfftation „2 K Y" in Sydney mitten in der Sendezeit schließen. Die Zulassung des Senders ist gelöscht worden. Der Sender soll auch die Werft- mehr ange stellt werden. Sie dürfen keine leitenden Stellen in der Presse, im Theater und Film bekleiden. Die Der» h ä l t n i s Z a h l der Juden wird bei allen kulturellen und geistigen Berufsgruppen mit 6 v. H. festgesetzt, und zwar ist diese Verhältniszahl nicht nur auf die Zahl der Angestellten, sondern auch auf den gesamten Lohnhaushalt des Betriebes zu beziehen. Mitglieder von Kammern der freien Berufe (Aerzte, Anwälte usw.) können gegebenenfalls nur 6 v. H. sein, wozu allerdings ein Plus von 3 v. H. für Kriegsteilnehmer kommen kann. Führende Posten in Gewerkschaftsverbänden können Juden nicht bekleiden. Die Juden wählen getrennt 30 Tage nach den allgemeinen Wahlen zu den gesetzgebenden Körperschaften mit ihren eigenen Stimmen ihre eigenen jüdischen Vertreter. Die Bestimmungen müssen bis zum 1. Januar 1942 durchgeführt sein. Verbot deutschfeindlicher Hehltteratur in der Tschecho-Slowakei. Prag, 22. Dez. (DNB.) Wie der „Prager Zeitungsdienst" erfährt, dürfte mit einem allgemeinen Verbot der Einfuhr und Verbreitung aller deutschfeindlichen Emigrantenzeitungen und sonstiger antideutscher Hetzliteratur in der Tschecho-Slowakei zu rechnen sein. Das Verbot soll verhindern, daß durch verlogene und unwahre Nachrichten und Hetzartikel das Verhältnis zwischen der Tschecho-Slowakei und dem Deutschen Reich vergiftet wird. Auch soll vermieden werden, daß das Ansehen der Nelchsregie- rung und ihrer führenden Männer durch Druckschriften gefährdet wird, die in der Tschecho-Slowakei von unverantwortlichen Elementen heraus- gegeben oder verbreitet werden. Die in Paris oder sonst im Ausland herausgegebenen Emi- arantenblätter sollen ebenfalls unter dieses Verbreitungsverbot fallen. Segen den Boykott japanischer Waren in Australien. FeWcheürausMrungdesMs„pourlemsnie" 3n Anwesenheit des Führers begeistert ausgenommen. - Eine Meisterleistung Karl Ritters und des deutschen Films. Budapest, 22. Dez. (DNB.) Der Entwurf neuen Judengesetzes wurde in einer Konferenz Regierungspartei bekanntgegeben. Danach gelten alle Juden und Judenmischlinge als Juden, ausgenommen jene Halbjuden (ein jüdisches Großelternpaar), deren jüdischer Elternteil sich vor der Ehe hat taufen lassen. Ausgenommen sind Kinder aus judengemischten Ehen, wenn sich der jüdische Elternteil zwar vor der Ehe, jedoch nach dem 1.1. 38 hat taufen taffen. Gewisse Erleichterungen sind für Kriegsteilnehmer vorgesehen. Juden dürfen a l s Beamte ober Angestellte bei staatlichen, städtischen ober Komitatsbehörben überhaupt nicht Japans plan der Neuordnung Ostafiens Tokio wünscht einen Antikominternpakt mit China, wirtschaftliche Zusammenarbeit und Wiederherstellung der Unabhängigkeit Chinas. Die Altersversorgung des deutschen Handwerks. Eingliederung in die Reichsversicherungsanstatt für Angestellte. — Kapital- oder Rentenversicherung. - Versorgung nicht mehr versicherungsfähiger Handwerksveteranen Der pariser Jnvalidendom stand in Flammen Das Feuer unter großen Schwierigkeiten gelöscht. Tokio, 22. Dez. (DNB.) Der japanische Mini- sterpräsident Fürst Konoy e gab eine Erklärung über die Leitgedanken zur Gestaltung der Beziehungen zwischen Japan und dem neuen China ab. Es heißt darin: Die japanische Regierung ist entschlossen, die militärischen Operationen mit dem Ziel der völligen Beseitigung der japanfeindlichen Kuomintang-Regierung durchzuführen. Gleichzeitig will Japan fortschreiten im Aufbau einer Neuordnung in Oftafien mit denjenigen weitblickenden Chinesen, die Japans Ideale und Hoffnungen teilen. Ein Geist der Er- arbeiter japanfeindlich beeinflußt haben. Der Sender war seit 1923 in marxistischem Besitz. Im Zuge der Bekämpfung der antijapanischen Boykottbewegung richtete der Generalstaats-anwalt des australischen Bundes, Menzies, ferner eine Warnung an die australischen Schauertente, sich zum Boykott japanischer Dampfer verleiten zu lassen. Er erklärte, daß die Weigerung der Marxisten, Roheisen für Japan zu verladen, eine „nicht zu rechtfertigende Provokation" darstellen würde, die zu internationalen Verwicklungen führen könnte. Verhaftungen in Tlordirland B e I f a ft, 22. Dez. (Europapreß.) Das nordirische Ministerium für innere Angelegenheiten erklärt: „Die Regierung hat sich entschlossen, zur Verhinderung von Ausschreitungen und des Friedensbruchs die bekannten führenden Männer der illegalen Organisation der Irischen Republikanischen Armee zu verhaften und zu internieren. Gemäß diesem Beschluß wurden bisher 34 Führer und Mitglieder der Organisation verhaftet." Als Begründung für diese Verhaftungen wird von einer Verschwörung gesprochen, die es sich zum Ziel gesetzt haben soll, in den Weihnachts- und Neujahrstagen Anschläge auf Regierungsgebäude, Regierungsbeamte und öffentliche Einrichtungen auszuführen. Es stehen noch weitere Verhaftungen bevor, nachdem die polizeilichen Nachforschungen und Verhöre den ganzen Donnerstag über angedauert haben. Nach den Sondervollmachten ist die Regierung Nordirlands befugt, politisch verdächtige Personen zu internieren, ohne sie vorher einem ordentlichen Gericht vorzuführen. Kinder Palästinas von den Roheiten trer' Engländer zu befreien." Durch das Telegramm des arabischen Palästinaausschusses über die brutaler] britischen Unter- drückungsmethoden werden weitere erschütternde Einzelheiten bekannt. Geradezu unglaublich sind danach die Grausamkeiten der Engländer, Die sich keineswegs darauf beschränken, bewaffneten Frei- scharen entgegenzutreten, sondern vor allem die unbeteiligte Zivilbevölkerung mit Quälereien und Roheitsakten verfolgen. Bei dem Angriff auf das arabische Dorf Attil wurden fünf Personen willkürlich ausgewählt und mißhandelt. Man versetzte ihnen Hiebe über den Kopf und stach ihnen die Augen aus. Nachdem man sie so in der scheußlich st en Weise ver- stümmelt hatte, gab man ihnen endlich den Gnadenschuß. Auch Raub und Plünderun- g e n sind bei den in Palästina gegen die Araber eingesetzten Engländern an der Tagesordnung. Wie aus dem Telegramm des Palästinaausschusses hervorgeht, wurde bei den Durchsuchungen der verschiedensten Orte gestohlen und geplü n d er t. In Hebron wurden die Läden vor dem^ Nieder- brennen der Häuser völlig ausge p I u n b e r t und in Attil den Arabern Geld und Wertgegen- stände entwendet. Ein beliebtes Mittel, die Einwohner willfährig zu machen, bildet auch in Palästina die Peitsche, die fast jeder Engländer mit ührt. Die Beiruter Zeitung „Alyom meldet, daß anläßlich der kürzlichen Durchsuchung des Dörfel 2111 i l durch englische Truppen drei Araber von Soldaten ineinenHolzschuppengesperrt wurden. Der Holzschuppen sei daraufhin in Brand g e ft e cf t worden, so daß die drei Araber bei lebendigem Leibe verbrannten. Berlin, 22. Dez. (DNB.) Am 21. Dezember hat der Führer und Reichskanzler feine Zustimmung zu dem Gesetz über die Altersversorgung für das deutsche Handwerk gegeben. Aus diesem Anlaß fand eine Kundgebung im Hause des deutschen Handwerks in Berlin statt, bei der Reichsarbeitsminister Seldte den Inhalt des Gesetzes bekannt gab. Das neue Gesetz, so sagte er, spricht den Grundsatz aus, daß der Handwerker für fein Alter und feine Hinterbliebenen Vorsorge treffen muß. Man- eher junge Handwerker hegte seinerzeit die Hoffnung, sich in gesunden Tagen so viele Ersparnisse sammeln zu können, daß feine Familie auch bei Nachlassen seiner Erwerbsfähigkeit und im Falle feines Todes vor Not geschützt fein werde. Aber diese Hoffnung erwies sich sehr oft als trügerisch. Anderen, deren Verdienst nur gering war, wurde der Entschluß schwer, die zur Altersversorgung erforderlichen Mittel aufzubringen. Es mußte also ein gewisser Zwang angewendet werden, um zur Sicherung des Lebensabends der Handwerker beizutragen. Die Art dervorforge bleibk im welken Umfange dem eigenen Entschluß des Handwerkers überlassen. Er kann entweder eine Renkenversicherung abfchlietzen oder eine kapitalversicherung elugehen. Lr kann aber auch einen Mittelweg wählen und bei halben Beiträgen zur Rentenversicherung eine mindestens ebenso hohe Prämie für eine Lebensversicherung bezahlen. Er erhält in diesem Falle neben dem Kapital aus der Lebensversicherung die halbe Rente. Auf diese Welse kann er dle Vorzüge der Renken- und der Kaplkalversicherung mlk- einander verblnden, ohne dabei seine Kräfte zu überanstrengen. Die Handwerker sollen vom 1. Januar 1939 an bei der Reichsversicherungsanstalt für Angeste 1 lte versichert werden. Ihre Selbständigkeit wird dadurch natürlich nicht berührt. Die Versicherung umfaßt das gesamte Jahreseinkommen, wie es in dem letzten Einkommensteuerbescheid festgestellt worden ist. Die Handwerker sind,'ohne Rücksicht auf die Höhe ihres Jahreseinkommens, versicherungspflichtig. Diejenigen von ihnen, die während ihrer Beschäftigung als Lehrlinge oder Gesellen Versicherungsanwartschaften erwarben, sie dann aber wieder verfallen liehen, erhalten die Möglich- keit, durch Nachzahlung der Beträge Lücken zu schließen, sofern diese nicht über den 1. Januar 1924 zurückreichen. Aber nicht alle seht tätigen Handwerker können infolge ihres vorgeschrittenen Alters mit Hilfe der Renten- oder Lebensversicherung noch zu einer einigermaßen ausreichenden Attersversorgung gelangen. Weil auch ihnen geholfen werden soll, damit sie im Atter vor Rot geschützt sind, sollen beim Deutschen Handwerks- und Gewerbekammertag für sie Unter st ühungsmitlel angesammelt werden. Reichshandwerksmeister Schramm brachte in herzlichen Worten den Dank des Handwerks auf den Führer und dessen Mitarbeiter zum Ausdruck. Er betonte, daß man früher wohl eine Fülle von Sterbekassen, Hilfskassen, Unterstützungsvereinen und ähnlichen Einrichtungen hatte, die zwar viel Gutes leisteten, aber gegenüber dem, was wirklich nottat, durchaus unzulänglich waren. Wenn das Ritter, und Staatssekretär Hanke Platz. Dann rollte das gewaltige Heldenlied der deutschen Fliegerei und des Pour - le - merite - Geistes ab. Schon während der herrlichen Aufnahmen von den ßuft- kämpfen gegen eine erdrückende feindliche Heber« macht, bei den erschütternden Szenen aus der Zeit des Niederganges, des an bitteren Enttäuschungen überreichen Kampfes gegen den Schandfriedensvertrag und seine entehrenden Bestimmungen und endlich bei dem opfer- und mühevollen Wiederausstieg aus den kleinsten Anfängen setzten die Kundgebungen ein, um nach dem grandiosen Ausklang des stolzen Wiederaufstieges unter den siegreichen Fahnen des Nationalsozialismus bisher nicht erlebte Ausmaße anzunehmen. Immer und immer wieder dankten die Besucher begeistert und erschüttert dem Spielleiter dieses Meisterwerkes, Karl Ritter, und den Hauptdarstellern. Zugleich aber galt der Dank dem anwesenden Schöpfer der neuen deutschen Wehrmacht, ihrem Obersten Befehlshaber Adolf Hitler. Die Kundgebungen wiederholten und verstärkten sich, als der Führer Karl Ritter zu diesem großen Wurf, dem bisher besten Film der Zeitgeschichte, beglückwünschte. Oie kroatische Frage. Belgrad, 22. Dez. (Europapreß.) Der neu ernannte Innenminister Atjimovitsch erklärte Pressevertretern, er werde mit aller Entschiedenheit dafür sorgen, daß überall die öffentliche Ordnung, insbesondere die persönliche und wirtschaftliche Sicherheit, gewahrt bleibe. In politischen Kreisen wird diese Erklärung dahin gedeutet, daß der neue Innenminister energische Maßnahmen au ergreifen gedenke, um gewisse Mißstände, die sich in Kroatien gezeigt hätten, abzustellen. Dazu gehöre vor allem die Bedrohung von Personen, die nicht zu Len Anhängern Matscheks, des Führers der kroatt- schen Oppositionellen, gehören, sowie die Beschädigung des Eigentums von Regkerungsanhängern. Es scheine auch, als ob der neue Innenminister die Absicht habe, die vor kurzem in Kroatien gebildete halbmilitärische Organisation der kroatischen Bauernpartei, die sogenannte Bauernwehr, aufzulösen. Trotzdem erwartet man nach der Regierungsumbildung eine neue Einstellung des Kabinetts in der kroatischen Frage. Darauf deute der Austritt Les bisherigen jugoslawischen Innenministers Koro s ch e tz aus dem Kabinett hin, der gegen Zuge- ständnisse an dis Kroaten gewesen sei. Man glaubt, daß Stojadinowitsch die Absicht habe, direkte Verhandlungen mit Matschek aufzunehmen, obwohl kein einziger kroatischer Politiker in die neue jugoslawische Regierung eingetreten sei. - Das Sprachrohr des ungarischen Außenministeriums, der „Pester Lloyd", meint, daß, wenn auch die allgemeine Politik der Regierung durch die Umbildung vermutlich keine Aenderung erfahren werde, so doch eine Aenderung in iI) r en Methoden eintreten werde. Insbesondere sei dem geschlossen hinter Matschek stehenden Kroatentum gegenüber ein Wandel zu erwarten. Oie Stellung der Luden in Ungarn. sonders die gegen Japan und Blandschukuo gerichtete Einstellung aufgibt Japan wünscht, daß China aus freien Stücken die diplomatischen Beziehungen mit Mandschu- tu o aufnimmt. Da ein kommunistischer Ein- fluß in Ostasien nicht geduldet werden kann, jo hält Japan es für eine wichtige Voraus- jehung der chinesisch-japanischen Beziehungen, daß ein Antikominternpakt zwischen China und Japan in Uebereinstimmung mit dem japanisch-deutsch-italienischen Pakt zu- standekommt. Am zu einer vollen Auswirkung dieses Paktes zu gelangen, fordert Japan angesichts der augenblicklichen Lage und der Verhältnisse in China, dah an besonderen Plätzen Truppen stationiert werden. Dies ist eine anttkommunistische Maßnahme während der Laufzeit des Abkommens. Japan fordert ferner, daß die Innere Mongolei als eine besondere antikommunistische Zone eingerichtet und bezeichnet wird. Was die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen China und Japan betrifft, so beabsich - l i g t Japan nicht, ein W i r t s ch a f t s m o » r o p o l in China aufzurichten. Auch will es nicht Ion China fordern, die Interessen jener iritten Mächte zu begrenzen, die den Sinn des neuen Ostasien verstehen und entspre- yend handeln wollen. Japan will nur die Zusam- nenarbeit und Gemeinschaft beider Länder effektiv cestalten. Japan fordert von China im Sinne er Gleichberechtigung der beiden Länder ie Freiheit der Niederlassung und des Handels ja- anischer Staatsbürger im Innern Chinas zur För- erung der wirtschaftlichen Beziehungen beider Länder und Gelegenheiten und Erleichterungen für >apan zur Entwicklung der Naturschätze Lchinas, besonders in Nordchina und in । e r Inneren Mongolei. Japan fordert w e - ler territorialen Besitz, noch eine Kkiegs- ntschädigung, Japan verlangt nur eine Mindest- arantie dafür, daß China feine Aufgaben als Teilhaber an der Einrichtung einer neuen Ordnung urchführt. Japan achtet nicht nur die Souveränität Chinas, sondern ist auch darauf vorbe» eifet, eine positive Berücksichtigung allen Fragen zu leben, die die Aufhebung der Exterrito» ialität und die Rückgabe von Konzes» ionen und Niederlassungen — was für He volle Unabhängigkeit Chinas un- rläßlich ist— betreffen. Neichsminifter Or. Goebbels erkrankt. f Berlin, 22. Dez. (DNB.) Reichsminister Dr. Goebbels ist an einer akuten Darmgrippe irfrantt und infolgedessen für einige Tage bettlägerig. Er kann deshalb die für Freitagabend zum olksweihnachtsfest vom Saalbau Fried» lichshain aus geplante Ansprache leider nicht halten. Un seiner Stelle wird der Reichsbeauftragte jür das Winterhilfswerk, Reichshauptamtsleiter Hilgenfeld, sprechen. Diese Rede wird über alle deutschen Sender übertragen. Eine einheitliche Deutsche Reichslotterie t Berlin, 22. Dez. (DNB.) Die Reichsregierung hat ein Gesetz beschlossen, durch das an Stelle der verschiedenen Staatslotterien eine einheitliche deutsche Reichslotterie errichtet wird. Es (jibt also in Zukunft keine Preußisch-Süddeutsche, Sächsische oder Hamburger Staatslotterie mehr, sondern nur noch eine einzige große Klas - ienlotterie, die Deutsche Reichslotterie. Sie wird etwa im Mai 1939 mit ihren Ausspielungen nach neuem Spiel- und Gewinnplan -beginnen. Die bereits eingeleiteten Staatslotterien werden planmäßig zu Ende geführt. Die Spieler werden besonders darauf hingewiesen, daß keinerlei Anlaß besteht, etwa das Spielen in den noch lau- ' enden Staatslotterien abzubrechen. Damit würden 'ie nur ihre Anwartschaft auf Teilnahme an der Haupt- und Schlußkasse und damit die weitaus größten Gewinnaussichten aufgeben. Neuer Lehrgang der Kommission für Wirtschaftspolitik. • Berlin, 22. Dez. (DNB.) Der Lehrgang der Kommission für Wirtschaftspolitik der NSDAP, vom 23. bis 28.Januar 1939 in München steht unter dem Leitgedanken: Europäisches Wirtschaf t s z e n t r u m. Auf dem Lehrgang sprechen Staatsrat B o e r g e r, Gauleiter Bürckel, Reichs- [eiter Darr 6 , Reichsverkehrsminister Dr. Sorp» müller, Reichswirtschaftsminister Funk, Korpsführer Hühnlein, Gauleiter Kaufmann » der Leiter der Kommission für Wirtschaftspolitik Köhler, Reichsleiter Rosenberg, der Chef des Mehrwirtschaftsstabes Generalmajor Thomas und Generalinspektor Dr. Todt. An den Nachmittagen werden die Teilnehmer in Arbeitsgemeinschaften zu- ssammengefaßt zur Vertiefung und Nutzanwendung der Hauptvorträge. Kunst und Wissenschaft. Steuer Intendant des „Theaters des Volkes" In Berlin. Reichsminister Dr. G o e b b e l s hat im Einver- nehmen mit Reichsleiter Dr. Ley den Oberfpiel- lerter und Leiter des künstlerischen Detriebsbüros der Hamburgischen Staatsoper Rudolf Z i n d l e r für die kommende Spielzeit zum Intendanten des Theaters des Volkes in Berlin berufen. Zindler Hat an dieser ersten KdF.-Bühns des Reiches so- «ben die italienische Operette „Rnnpicollo" inszeniert, die gegenwärtig Mit großem Erfolg aufgeführt wird. „Deutsche antarktische Expedition 1938/39.“ Am 17. Dezember verließ an Bord des Dampfers „Schwabenland" eine Gruppe deutscher Wissenschaftler Hamburg, um sich zum Zwecke ozeanographischer, meteorologischer, erdmagnetischer, glazio- logischer, geographischer und biologischer Untersuchungen ins Südliche Eismeer zu begeben. Die „Schwabenland" führt zwei Flugzeuge mit sich, die gegebenenfalls zur Unterstützung der wissenschaftlichen Arbeit eingesetzt werden. Das Unternehmen, das von der Deutschen Forschungsgesell- fchaft durchgeführt wird, untersteht der Leitung von Kapitän Ritscher und führt den Namen „Deutsche antarktische Expedition 19 3 8/39". Rohrbruch in der Prager Universitätsbibliothek. In der Universitätsbibliothek in Prag ereignete sich eine schwerer Rohrbruch. Das Wasser über- schwemmte ein Zimmer, in dem wertvolle Pergamente aus dem 17. und 18. Jahrhundert aufbewahrt merben. Ein Teil dieser Pergamente ist schwer be- schädigt werden. ■ - " Die Reichghaupistadt feiert 2 'XV eihnachten Gin Tannenbaum erlebt Berlin. — Eine Million Iahrtgenoffen. Ein Weihnachtsspiegel. — Gänsebraten nach Germanen Art. 23on unserer Berliner Schriftleitung. und reichte Martin die Hand. „Also haben Sie mich doch nach Hause gebracht", sagte sie vorwurfsvoll, aber freundlich. „Ja", sagte Martin. „Und nun zu den sünfzia Mark, die Hnen heute gefehlt haben. Hier sind sie. Er holte feinen Lohnbeutel wieder aus der Tasche und reichte ihr den Schein. „Aber nein", sagte das Mädchen. „Was soll ich damit?" Berlin, 22. Dezember 1938. Das war eine Freude für den kleinen Hannen« bäum gewesen, als eines Tages eine Männer- stlmme neben ihm gesagt hatte: „Der kommt auch mit nach Berlin!" Hoch im Norden des Reiches, m den Wäldern von Schleswig-Holstein war der -tannenbaum ausgewachsen und nun sollte es nach der Reichshauptstadt gehen. Bereits die weite Fahrt war aufregend genug. Was gab es da nicht alles zu sehen. Aber was war das alles gegenüber Ber- lin. Staunend hatte der kleine Tannenbaum seinen Einzug in die größte Stadt Deutschlands erlebt. Staunend hatte er auch vernommen, daß mit ihm eine Million Tannen und Fichten nach Berlin gekommen waren. Aus Schlesien und Bayern und aus manchen anderen Gebieten waren sie nach und nach angerollt. Jetzt standen sie auf den drei Großmärkten im Norden, im Osten und Süden Berlins und warteten darauf, verteilt zu werden. Weit über 700 000 Weihnachtsbäume gingen an die Einzelhändler. Und fast an 250 000 Tannen und Fichten nahm das Winterhilfswerk in feine Obhut. Zu ihnen gehörte auch der kleine Tannenbaum. Geheimnisvoll flüsterten sich die Tannenbäume zu: „Wo ich wohl hinkomme?" Eine besonders hohe und schöne Tanne sagte: ,Hch werde wohl in den Saalbau Friedrichshain kommen, wo 600 Berliner Jungen und Mädel beschert werden!" Und so kam es denn auch. Der kleine Tannenbaum aber kam nach der Brunnenstraße mit 2000 anderen Tannen- bäumen zugleich. Dort war die Verteilungsstelle der NSV., wo nicht nur jeder der Betreuten für feine Weihnachtsstube einen Tannenbaum empfing, sondern ihn sich sogar aussuchen konnte, damit es auch ja der rechte sei. Ein betagtes Mütterchen sah den kleinen Tannenbaum wohlgefällig an und sagte: „Den möchte ich wohl haben!" Freundlich erwiderte man ihr: „Iewiß doch, Mutter, den nehmen Sie sich man mit!" Und so sah der kleinen Tannenbaum wiederum ein Stück von dem großen Berlin, bis er auf dem Tisch der kleinen, aber sauberen und warm geheizten Stube stand. Das Mütterchen putzte den Tannenbaum mit den Lichtern und dem glitzernden Weihnachtsschmuck auf, den ihr eine stinke Helferin des Winterhilfswerks gebracht hatte, und legte auch die übrigen reichen Gaben und Pakete der Winterhilfe rings um den Fuß des Tannenbaums, steckte bann die Lichte an und feierte zusammen mit dem Tannenbaum ein glückseliges Weihnachtsfest ... Glückseliges Weihnachtsfeft! Ja, das feiern wohl alle die 12 000 Kinder Berlins, die mit Kleidungsstücken, Eßwaren, Naschwerk, aber auch mit Spielzeug beschenkt wurden. Ungeheure Berge von Spielzeugen wurden verteilt. Sie kamen alle aus der Mauerstraße, wo das Sammellager des Gaues Berlin der NSV. errichtet war. Unter jedem deutschen Tannenbaum liegen stets auch Bücher. Deshalb erscheinen gerade zum Weihnachtsfest viele neue Bücher, über drs es allerlei zu berichten gäbe. Allein dazu ist hier nicht der Ort. Von einem der neu erschienenen Bücher aber soll und darf hier die Rede sein, weil sein Verfasser zu den populärsten Gestalten Berlins gehört. Es ist der jetzt im Ruhestand lebende Direktor des Berliner Zoologischen Gartens: Geheimrat Dr. Ludwig Heck, vom Ser» /TV rr n * < (Sie Weihnachisgeschichte vi Martin, junger Angestellter eines Geschäftshauses, saß ziemlich traurig vor seinem Schreibtisch und starrte auf die leeren Plätze ringsum. Der Kalender zeigte den 24. Dezember, und die Zeiger der Uhr die vierte Nachmittagsstunde. Alles war schon fort, hatte Weihnachtsurlaub genommen, war verreist oder im Kreise der Familie, nur er war hier geblieben. Nach Hause fahren konnte er nicht, es war zu weit. Und Verwandte ober Bekannte hatte er in dieser Stadt auch nicht. Er fühlte sich schrecklich einsam, verlassen unb überflüssig. Sa blickte er auf, als der Personalchef das Büro betrat, ihm einen Lohnbeutel mit der Aufschrift „RM. 50,—" in die Hand drückte unb sagte: „Das Weihnachtsgeschenk des Hauses". Ein Lächeln, ein Händedruck, Martin schrieb zwischendurch zweimal seinen Namen unter Quittungen, blickte in den Beutel aus Leberpapier, sah einen glatten neuen Fünfzig-Mark-Schein, bedankte sich, wünschte frohes Fest und gab auf die Frage, was er die Feiertage über mache, zur Antwort, er wisse es noch nicht. Wieder war er allein. Die Uhr schlug vier. Er fuhr in seinen Mantel, verließ bas Haus und beschloß, von den fünfzig Mark für seine Mutter ein Weihnachtsgeschenk zu kaufen und es gleich zur Post zu bringen. Eine halbe Stunde später stand er bereits Schlange vor der Kasse eines großen Geschäftes, bedauerte die gehetzten Verkäuferinnen, die vom Weihnachtstrubel geplagte Kassiererin, bedauerte auch ein wenig sich selbst, stand bann vor dem Schalter, überreichte den Kassenzettel, legte den Schein hin, bekam ein paar Silbermünzen zurück, ließ sie in den Lohnbeutel gleiten und ging gleich zur Post. Als er hier den Lohnbeutel wieder herauszog, um die Paketgebühr zu bezahlen, stutzte er: neben ben Silbermünzen lag ein glatter neuer Fünfzig- Mark-Schein. Martin lief zurück zum Geschäft. Wie war das? überlegte er. Ich zog doch im Gedränge vor der Kaffe ben Schein aus dem Deutel und legte ihn aufs Zahlbrett. Die Kassiererin gab mir Silber- münzen zurück. Ich ließ sie in den Beutel gleiten. Nahm ich den Schein auch wieder zurück, ohne daß sie es merkte? Nur so kann es doch gewesen sein!? Sie hatte alle Hände voll zu tun, unb ich war in Gedanken, nun fehlen ihr jetzt die fünfzig Mark, die sie vielleicht aus eigener Tasche ersetzen mJa5 Geschäft hatte gerade geschlossen, als Martin zurückkam. Er wartete. Er stapfte hin und her durch den Schnee, sah ben nach Hause eilenden Menschen nach unb beobachtete ben Hauseingang. Er verachte, sich das Gesicht des Mädchens ins Gedächtnis zurückzurufen unb wunderte sich darüber, daß er noch genau wußte, wie sie aussah. Dann verließ jemand das Haus, bann kam noch jemanb, unb bann war sie ba. Martin stürzte auf sie zu, zog ben Hut, murmelte etwas unb blieb verblüfft stehen. Sie hatte ihn nur mit großen Augen anZchhur u!io war roeiterßegangen... liner Volksmund kurzweg „Papa Heck" genannt. In feiner „Heiter-ernsten Lebensbeichte" beschäftigt sich Geheimrat Heck, der zwar gebürtiger Darmstädter ist, aber ein halbes Jahrhundert lang mit allen Volksschichten ber Reichshauptstabt eng verbunden gewesen ist, auch mit dem Berliner. Bekanntlich ist es sehr schwer, ein treffendes Urteil über den Berliner zu fällen, weil er sich aus Millionen im Laufe ber Jahrhunberte Eingewanbecter „zufam- mensetzt". Was schreibt nun Geheimrat Heck über den Berliner? Auf Seite 116 seines reizvollen unb fesselnden Buches kennzeichnet er bas Wesen des Berliners zufammenfassenb mit wenigen Strichen: „Der Berliner hat eine gute Seele unb einen Hellen, leistungsfähigen Geist; im täglichen Leben neigt er zum Besserwissen, weil er von dem Drange besessen ist, zu imponieren, möglichst viel zu scheinen, möglichst mehr, als er ist. Dieses Bestreben schwindet aber naturgemäß immer mehr, je mehr er wirklich wirb unb ist. Unb bazu wirb er durch den nationalsozialistischen Staat erzogen." Mit diesem Urteil eines geistig hochstehenden und mit einem warmen Herzen bejehenften Mannes kann Berlin wohl zufrieden sein. Wer aber mit diesem Spiegel, ben „Papa Heck" ben Berlinern zu Weihnachten vorhält, nicht zufrieben sein sollte, ber bedenke, daß bas Spieglein an ber Wanb bas Konterfei besten, ber in ihn hineinschaut, unbarmherzig zurückwirft unb baß das Erwecken eines besseren Eindrucks ober Bilbes immer Sache bes vor dem Spiegel Stehenden ist. « Aber nicht nur Bücher gehören zum deutschen Weihnachtsfest. Zum Weihnachtsfest, jedenfalls zum Berliner Weihnachtsfest, gehört auch etwas für den Magen. Und so beschäftigten sich in den Tagen vor dem Fest die Berliner Hausfrauen auch eingehend mit dem traditionellen Berliner Weihnachts- fchmaus: mit dem Karpfen und mit ber (Sa n s. Auf welch ehrwürdiges Alter sich die Gans berufen kann, wissen wohl die wenigsten; vor allem nicht, daß die Römer erst von ben Germanen die Schmackhaftigkeit der gebratenen (Sans zu schätzen lernten. So, wie nun die alten Germanen vor 2000 Jahren schon ihre Gänse füllten, füllen die Berlinerinnen heute noch ihre Weihnachtsgans: mit Beifuß und kleinen Aepfeln. Berlin bereitet sich also seine Weihnachtsgans „nach Germanen Art". Wenn aber ein Rechtsgelehrter bes Mittelalters sich einmal umständlich barüber ausgelassen hat, ob dem Ehemann beide Gänsekeulen zustehen ober ob der Ehefrau eine der Keulen zusteht, so zerbricht sich die Berlinerin darüber nicht ben Kopf, sondern teilt die knusprige Weihnachtsgans, da die Berlinerin (nach Papa Heck) eine gute Seele hat, so auf, daß alle Familienmitglieder zufrieden sein können. Ja, so ist die Berlinerin. Daß Goethe übrigens auch ein Verehrer bes Gänsebratens war unb zwölf verschiedene Zubereitungen kannte, — bas zu wissen ist nicht ohne Reiz. Ob Goethe auch die Gans „nach Berliner Hausfrauen Art" gekannt hat, ist nicht erforscht. Sicherlich aber hätte Goethe sein von Geheimrat Heck sehr abweichendes, nämlich wenig schmeichelhaftes Urteil über die Berliner einer Korrektur unterzogen, wenn er einmal zur Weihnachts- zeit „eine jut jebratene Jans" in Berlin „jejesten" hätte... n Hans-Horst Brachvogel. Teufel, Teufel! dachte Martin und ging hinterher. „Ich möchte Sie doch nur zwei Minuten sprechen", sagte er. „Bitte, belästigen Sie mich nicht , antwortete bas Mädchen. „Doch nur geschäftlich", entschuldigte sich Marttn. Sie ging weiter. „Aber hören Sie doch", meinte er verzweifelt. „Ich finde Ihr Benehmen unerhört!" sagte sie, blieb stehen, stampfte zornig mit bem Fuß auf, und ihre Augen blitzten ihn wütend an. Er stand starr; bann lächelte er. Sie gefiel ihm immer mehr. „Jetzt lachen Sie auch noch!" sagte sie wütend. „Unb Sie", antwortete er und würbe ganz ernst, „Sie meinen ja." „Na ja", sagte sie nur, zog ein Spitzentuchlein aus ihrer Tasche und tupfte damit in ben Augenwinkeln. „Das dürfen Sie nicht, Fräulein, das macht häßlich." „Davon verstehen Sie doch nichts!" Sie ging weiter. Er trottete nebenher. Er war gar nicht mehr mißmutig ober ttaurig. „Wie weit wollen Sie eigentlich noch mit- kommen?" fragte das Mädchen. „Bis wir zu Hause sind." Sie blieb wieder stehen und sah ihn an. „Wissen Sie", sagte sie, „so etwas von Frechheit habe ich überhaupt noch nicht erlebt." „Wird Zeit, daß Sie es erleben. Aber darum handelt es sich nicht. Es handelt sich um ben Grund Ihrer Tränen. Ich möchte nicht, daß Sie meinetwegen meinen, wirklich nicht, unb nun lasten Sie sich endlich erzählen..." „Bilden Sie sich etwa ein, ich meine Dhrettoegen? ,WeineM ist überhaupt übertrieben, bas war nur so eine vorübergehende Stimmung — heute, am Weihnachtsabend, ist man so allein —, aber davon verstehen Sie ja nichts, ich sagte es schon. Hier ist meine Straßenbahn." „Hm", machte Martin und ftieg ebenfalls auf die Straßenbahn. „Ich werde mich beim Schaffner über diese Belästigung beklagen", sagte bas Mädchen. „Bitte nicht", bat Martin. Sie starrten bann beibe burch die befrorenen Fensterscheiben. Auf den Plätzen draußen standen große Weihnachtsbäume mit vielen Kerzen. Die Menschen, die noch auf den Straßen waren, eilten hastig dahin. Marttn unb das Mädchen waren ganz still geworben. Manchmal sah sie ihtz von der Seite an, sah aber gleich wieder fort und gestand sich schließlich ein, daß er eigentlich doch ganz nett aus- sähe. Dann dachte sie wieder an den einsamen Abend, der vor ihr lag, und an bem alle Menschen sich freuten und glücklich waren. Nur sie würde allein fein in ihrem kleinen Zimmer. Marttn saß neben ihr und dachte fast dasselbe. Die Straßenbahn hielt. Sie ftiegen aus und gingen durch Straßen, die immer stiller wurden. In der Nähe läuteten Kirchenglocken. Der Schnee knirschte leise unter ben Füßen. Alles war still und feierlich. Dann Wb das MÄchcn W. chM ÄM W» „Ich kaufte doch in Ihrem Geschäft, zahlte mit diesem Schein und nahm ihn dann versehentlich, wirklich ganz versehentlich, wieder mit. Er muß Ihnen doch beim Kassenabschluß gefehlt haben." „Nein. Mir hat noch nie etwas gefehlt." „Wie?" fragte Martin und blickte ratlos auf die Banknote, auf das Mädchen und dann in den Beutel. „Er gehört Ihnen nicht?" Er unterzog den Lohnbeutel einer genaueren Untersuchung. Aus dem Umschlag stand „RM. 50,—"; plötzlich entdeckte er aber in seinem Inneren ein weißes Platt. Er entfaltete es unb las... Gehaltserhöhung infolge guter Leistungen ab 1. Dezember um RM. 50,—, ausgezahlt zu Weihnachten ... Er machte ein so dummes Gesicht, daß das Mädchen laut lachen mußte. Sein Gesicht wurde immer dümmer, denn jetzt fiel ihm ein, daß er bas eigentlich längst hätte merken müssen: er hatte doch zwei Quittungen über fünfzig Mark unterschrieben! Er muhte wohl geschlafen ober geträumt haben. Dann lachte auch er, das Lachen des Mädchens steckte ihn an. Er hatte ja auch allen Grund zur Fröhlichkeit. Und da ein gutes gemeinsames Lachen immer ber beste Beginn einer guten Freundschaft ist, konnte Martin feiner Mutter ein paar Tage später schreiben, baß er das Weihnachtsfest so schön wie noch nie verbracht habe — unb das Mädchen schrieb so ähnlich. Aus aller Wett. Der Kommandant des Truppenübungsplatzes Wildflecken gestorben. Der Kommandant bes Truppenübungsplatzes Wildflecken in ber Rhön, Oberstleutnant Fleisch» h a u e r, ist am 17. Dezember unerwartet verstorben. Er wurde am 22. Dezember in Kastel, seiner früheren Garnison, unter militärischen Ehren zu Grabe getragen. Zu ber Trauerfeier in ber Friebhofshalle waren ber Kommanbierenbe General bes IX. Armeekorps, General der Artillerie D o l l m a n n , Gauleiter Staatsrat Weinrich, SA.-Brigabeführer Schmidt, sowie Offiziersabordnungen des Infanterie-Regiments Nr. 15 und viele ehemalige 83er erschienen. Zuvor hatte in Wildflecken eine Trauerfeier ftattgefunben, zu der auch Gau» leiter Dr. Hellmuth (Würzburg) erschienen war. Hauptmann Fiegweil, ber Abjutant des Verstorbenen, gebuchte in seinen Absckiedsworten bet hervorragenden soldatischen Eigenschaften Fleischhauers und feiner Tätigkeit bei ber Wiederaufrichtung der beutschen Wehrmacht. Die letzten Grüße ber Gefolgschaft bes Stanborts überbrachte Stand- ortobmann Fischer. Gauleiter Dr. Hellmuth, ber am Sarg einen Lorbeerkranz niederlegte, sprach im Namen ber NSDAP, des Gaues Mainftanken Worte bes Dankes für all das, was Oberstleutnant Fleischhauer für ben GauMainfranken geleistet hat. Wenn eine Straße in Mainfranken bald feinen Namen tragen wird, dann soll das der Beweis dafür fein, daß Mainfranken immer an den Verstorbenen denken wird. Ehrung für den Arzk und für den Blutspender des Gesandtschaftsrates vom Rath. Der Präsident des deutschen Roten Kreu«s, Herzog von Coburg, hat mit Zustimmung oe£ Führers und Reichskanzlers dem Vertrauens- arzt ber deutschen Botschaft in Paris Dr. Albert El aß, der dem ermordeten Gesanbtschaftsrat vom Rath bie erste ärztliche Hilfe geleistet hat, das Derbienstkreuz bes Ehrenzeichens bes Deutschen Roten Kreuzes, und dem ftanzösischen Staatsangehörigen Armand Thomas, ber in anderthalb Tagen dreimal sich als Blutspender für den Ge- sandfchaftsrat vom Rath zur Verfügung gestellt hat, das Ehrenzeichen des Deutschen Roten Kreuzes II. Klasse verliehen. Acht Todesopfer der Kälte in Belgien. In Belgien sind seit Mittwoch starke Schneefälle zu verzeichnen.'In ben Arbennen und in ber Fagnes in Ostbelgien hat bie Schneebecke eine Höhe von 40 Zentimeter erreicht. In Brüssel und Mittelbelgien liegen etwa 10 Zentimeter Schnee. Die Temperaturen sind leicht gestiegen, jedock werden immer noch 9 bis 15 Grad unter Null gernelbet. Die Kälte hat am Donnerstag wieber acht Todesopfer gefordert. Die Schiffahrt auf ber Maas ist infolge ber Vereisung völlig lahmgelegt. Mehrere Bergwerke in der Nähe von Lüttich und in ber Borinage mußten vorübergehend stillgelegt werben, ba bie Maschinen burch bie Kälte zum Teil unbrauchbar geworden sind. Aulofallenverbrecher hingerichtet. Berlin, 22. Dez. (DNB.) Am 22. Dezember 1938 ist der am 12. Dezember 1915 geborene Heinrich Janys h i n g e r i ch t e t worben, der am 20. Dezember 1938 wegen zweier Verbrechen gegen bas Gesetz gegen Straßenraub mittels Autofallen vom Sondergericht in Hamburg zweimal zum Tode und dauernbem Verlust ber bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt worben ist. Die Sicherungsverwahrung würbe angeorbnet. Janys, ber in bem« selben Urteil wegen versuchten Mordes und einer Reihe schwerer Diebstähle bestraft worben ist, hat sich in zwei Fällen in ber Dunkelheit durch Ttiefr kraftwagen bie einsamen Straßen fahren lasten, um bie Kraftwagenführer zu berauben. Am Ziel überfiel er bie Fahrer, wobei er den einen nieberschoß und schwer verletzte, ben anderen Pfeffer in bie Augen streute; er würbe aber im letzten Augenblick durch Passanten an der Ausführung ber Räubereien gehindert. Sich selbst ein Auge ausgeslochen. Vier Jahre Zuchthaus für Versicherungsbetrug. Vor der Großen Strafkammer Köln ging ein Prozeß um einen Versicherungsbetrug besonderer Art zu Ende. Der 47 Jahre alte Ph. Köl« l e r aus Köln war beschuldigt, an mehreren in- unb auslänbischen Versicherungsgesellschaften einen Betrugsversuch dadurch begangen zu haben, daß er s i ch selb st ein Auge ausge stochen habe und dafür Versicherungssummen von etwa 760 000 Reichsmark beanspruchte. — Außer zwei deutschen Versicherungsverträgen hatte er auch bei Lloyds in England eine Versicherung gegen ben Verlust verschiedener Körperteile abgeschlossen. Auf bas Zeugnis des jüdischen Kölner Arztes, ber ihm das Auge entfernt hat, bekam er als Anzahlung auf 59 000 Pfund auch bereits 30 000 Pfund ausbezahlt. Das Gericht kam auf Grund ber Zeugenaussagen ander Gutachten zweier Sachverständiger zu ber lieber« zeugung, daß sich K. das Auge durch Kokain uns -mvMIich ö-M-ht uni d-M iM M e‘!W Neuerungen im personeniaris der Reichsbahn. Wesentliche Verbesserungen für bestimmte Kartengruppen. scharfen, spitzen Messer verletzt habe. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu vier Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust. Zehn Monate der Untersuchungshaft werden auf die Strafe «nyerechnet. Der Vorsitzende führte in seiner Begründung aus, daß sich trotz der ausweichenden Antworten des Angeklagten ein klares Bild ergeben habe. Die Persönlichkeit des K. verdiene keine Milde, zumal die Scheußlichkeit der Tat in der Kriminalgeschichte einzig dastehe. Auch um vor ähnlichen Verbrechen abzuschrecken, habe das Gericht ein hartes Urteil fällen müssen. Drei Todesopfer eines Dooksunglückes auf dem Lomer See. Bei der Ueberfahrt über den Comer See geriet ein mit vier Personen besetztes Boot in einen Schneesturm. Trotz verzweifelter Anstrengungen, das kleine Schiff zu steuern, gelang es den Insassen nicht, gegen die immer wilder werdenden Wogen anzukämpfen. Bei dem Unwetter war es ihnen nicht möglich, rn der inzwischen hereingebrochenen Abenddämmerung die Lichter an den Seeufern zu erkennen. In dem aufgeregten Wo- tzengewirr kam das Boot schließlich zum Kentern, und drei von den Insassen ertranken, während der vierte durch ein zufällig an der Unfallstelle vorbeifahrendes Fischerboot gerettet werden konnte. Folgenschwerer Zusammenstoß zwischen Autobus und Personenzug. Wie die Reichsbahndirektion Hannover mitteilt, durchbrach bei dem Bahnhof Thiede an der Strecke Berneburg — Braunschweig ein Autobus die für einen im gleichen Augenblick vorbeifahrenden Per- sonenMg geschlossene Schranke. Der Kraftwagen wurde durch den Zug zur Seite geschleudert und beschädigt. Von den Insassen des Autobusses sind drei getötet, vier schwer und 15 leicht verletzt worden. Die Verletzten wurden Braunschweiger Krankenhäusern zugeführt. Krähenschwarm lötet ein kleines Kind. Ein ungewöhnlicher Vorfall, bei dem ein fünfjähriges Kind zu Tode kam, spielte sich in Luck in Ostpolen ab. Dort fiel ein Schwarm ausgehun- Zerter Krähen über ein Mädchen her, das sich auf einer Dorfstraße befand und zerhackte mit den Schnäbeln den Kopf des Kindes so sehr, daß es kurze Zeit darauf starb. Wintersport-Wetterbericht. Vogelsberg. Herchenhainer Höhe: Heiter, — 8 Grad, Gesamtschneehöhe 17 cm, Neuschnee 5 cm, Pulverschnee; Schi und Rodel gut. — Hoherodskopf: Heiter, —12 Grad, Gesamtschneehöhe 15 cm, Neuschnee 5 cm, Pulverschnee; Schi und Rodel aut. Rhön. Wasserkuppe: Bsdeckt, —13 Grad, Gesamtschneehöhe 15 cm, Neuschnee 9 cm, Pulverschnee; Schi und Rodel sehr gut. Taunus. Kleiner Feldberg: Bedeckt, —13 Grad, Gesamtschneehöhe 9 cm, Neuschnee 6 cm, Pulverschnee; Schi und Radel mäßig. — Großer Feldberg: Bedeckt, —14 Grad, Gesamtschneehöhe 10 cm, Neuschnee 6 cm, Pulverschnee; Schi und Rodel gut. Schwarzwald. Feldberg: Heiter, —12 Grad, Gesamtschneehöhe 35 cm, Neuschnee —, Pulverschnee; Schi und Rodel sehr gut. Im Verfolg der Angleichung der Personentarife des Landes Oesterreich an die des Altreichs treten auch im Altreich am 1. Januar 1939 einige Änderungen ein, die für die beteiligten Kreise wesentliche Verbesserungen bedeuten. 1. Die Preise der Zeitkarten — Monatskarten, Teilmonatskarten, Arbeiterwochenkarten, Kurzarbeiterwochenkarten, Schülermonatskarten — werden auf Entfernungen über 30 Kilometer g e - senkt. Die Ermäßigung beträgt z. B. für eine Monatskarte 3. Klaffe Personenzug bei 35 Kilometer 80 Pf., bei 40 Kilometer 1,80 Mark, bei 50 Kilometer 4,40 Mark, bei 60 Kilometer 6,20 Mark, bei 75 Kilometer 6,60 Mark, bei 100 Kilometer 8,80 Mark. Bei Schülermonatskarten beträgt die Ermäßigung rund Vs, bei Arbeiterwochenkarten rund Vs der obigen Sätze. 2. Neben den bisherigen Schülermonatskarten werden Schülerwochenkarten eingeführt, ihr Preis beträgt rund 28 v. H. dessen der Schülermonatskarten. Die Wochenkarten können nicht nur dann gelöst werden, wenn ein Teil eines Monats in die Ferien fällt, sondern auch wenn ein Schüler wegen Krankheit nur einige Wochen im Monat die Schule besucht, endlich auch bei Kursen und Lehrgängen, die sich auf kürzere Zeit als einen Monat erstrecken. Die Reichsversicherungsanstalt für Angestellte teilt mit: Leistungen aus der Angestelltenversicherung werden nur gewährt, wenn neben den anderen gesetzlichen Voraussetzungen (Berufsunfähigkeit, Tod, Vollendung des 65. Lebensjahres) die Wartezeit erfüllt und die Anwartschaft erhalten ist. Der Anspruch (die Anwartschaft) auf spätere Leistungen der Angestelltenoersicherung ist für die Zeit vom 1.1.1934 an erhalten, wenn jährlich mindestens 6 Monatsbeiträge nachgewiesen werden; als Monatsbeiträge für die Erhaltung der Anwartschaft rechnen auch anrechnungsfähige Ersatzzeiten. Jeglicher Anspruch aus den bisher geleisteten Beiträgen erlischt zunächst, wenn diese Vorschrift nicht beachtet wird. Wer sich freiwillig weiterversichert und bisher für das laufende Jahr nichts gezahlt hat, sollte im eigenen Interesse seine Versicherung bis Jahresschluß in Ordnung bringen. Freiwillige Beiträge zur Angestelltenversicherung können zwar noch innerhalb von zwei Jahren, die dem Kalenderjahre folgen, für das sie gelten sollen, nachentrichtet werden; es ist aber nicht ratsam, sich auf diese Möglichkeit zu verlassen. Denn nach Eintritt des Versicherungsfalles (Berufsunfähigkeit, Tod) ist die Nachentrich- tung freiwilliger Beiträge unzulässig. Das Gesetz vom 21. Dezember 1937 hat eine weitgehende Möglichkeit geschaffen, verlorene Anwartschaften wiederherzustellen. Es ist nach diesem Gesetz nämlich zulässig, freiwillige Beiträge zur Angestelltenoersicherung für die Jahre 1932 bis 1937 3. Benutzen Geschwister für dieselbe Zeit Schülermonatskarten, so zahlte bisher das erste Kind voll. Künftig zahlen sämtliche Geschwister nur den halben Preis einer gewöhnlichen Schülerkarte. Dasselbe gilt auch, wenn Geschwister für dieselbe Zeit Schülerwochenkarten lösen. 4. Vielfachen Wünschen entsprechend werden Arbeiterrückfahrkarten auch zum Besuch unehelicher Kinder ausgegeben, wenn diese das 14. Lebensjahr noch nicht überschritten haben. Unverheiratete erhalten die Arbeiterrückfahrkarten zum Besuch der Geschwister ohne die bisherige Beschränkung auf Geschwister, mit denen sie einen gemeinsamen Haushalt führen. Außerdem wird auf der Hin- und Rückfahrt künftig je eine Fahrt-Unterbrechung zu- gelassen und die Geltungsdauer auf 14 Tage verlängert. 5. Die Beförderung von Personenkraftwagen zu halben Sätzen des ermäßigten Gepäcktarifs, die bisher auf einige Strecken beschränkt war, wird auf alle Strecken der Reichsbahn ausgedehnt, wenn Fahrausweise über mindestens 200 Kilometer vorgelegt werden und wenn der Verlade- und Entladebahnhof Rampen besitzen. Die Kraft-- wagen werden mit Durchgangsgüterzügen oder Eilgüterzügen befördert. bis zum 31. Dezember 1941 nachzuentrichten, s o - fern der V e r s i ch e r u n g s f a l l noch nicht eingetreten ist. Freiwillige Beiträge zur Angestell- tenversicherung sind mindestens inder dem jeweiligen Einkommen entsprechenden Gehaltsklasse zu entrichten. Wer kein Einkommen hat, oder derjenige, dessen Monatseinkommen 50 Mark nicht übersteigt, muß die freiwilligen Beiträge mindestens in der Gehaltsklasse B (4 Mark) zahlen. Die Klasse A ist also für die freiwillige Weiteroersicherung gesperrt. Die frei- wilige Höherversicherung ist unzulässig. Unter Einkommen ist das tatsächliche Gesamteinkommen zu verstehen. Es ist zwecklos, die freiwilligen Beiträge in einer zu niedrigen Beitragsklasse zu bezahlen, da diefe binnen zehn Jahren nach Umtausch der Versicherungskarte beanstandet werden können. Beanstandete Beiträge werden unwirksam; sie können bei Feststellung von Leistungen nicht berücksicht werden. Rundfunkprogramm Samstag, 24. Dezember. 6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.30: Gaunachrichten. 9.40: Deutschland — Kinderland. Die unerfüllbaren Wünsche. 11.45: Ruf ins Land. 12 und 13.15: Mittagskonzert. Weihnachtsgrüße der Ostmark. 13: Nachrichten. 14: Nachrichten. 14.10: Weihnacht — ew'ges Wunder. Laßt die Anwartschaft nicht verfallen! 15: Bilderbuch der Woche. 15.15: ... und drunteir liegt die weihnachtliche wtadt. 15.30: Noch immer geht die Tür nicht auf ... 16: Nachmittagskonzert. 18: Der Blindenchor singt Weihnachtslieder. 18.30: „Bunter Weihnachtsteller in Wort und Musik". 19.15: „Hohe Nacht der klaren Sterne". Musik, Lieder und Worte an die deutsche Weihe-Nacht. 19.45: Glocken unserer Heimat läuten die Christnacht ein. Vom Bodensee über den Schwarzwald zum Rhein bis Koblenz und Andernach, zur Mosel bis Trier, von Hessen über Kurhessen bis Kassel werden Glocken großer und kleiner Städte, robben Glocken kleiner Dörfer im ganzen Sendebezirk erklingen. Die Sendung wird von Musik, Gesang und gesprochenem Wort umrahmt. Den Ausklang gibt das Gesamtgeläute dreier großer Frankfurter Kirchen. Reichssendung: Ansprache des Stellvertreters des Führers, Reichsminister Rudolf Heß. 21.20: Festliches Konzert. 22.20: „An die Einsamen". Von Hermann Stehr. 22.30: Frohe Spende für den Gabentisch. 24 bis 3: Nachtkonzert. Weihnachtsglocken unserer Heimat grüßen euch, Deutsche im Ausland! Wetterbericht Nach den verbreiteten Schneefällen am Donnerstag ist im allgemeinen in Deutschland eine neue Frostoerschärfung eingetreten, die besonders starke Ausmaße in den westlichen und südlichen Teilen des Reiches annahm. Hier wurden in der Nacht zum Freitag vielerorts Tiefwerte zwischen minus 15 und minus 25 Grad erreicht. Auch für die Folge bleiben kräftigere Fröste und die Neigung zu Schneefällen erhalten. Vorhersage für Samstag: Wolkig dis bedeckt, erneut zunehmende Neigung zu Schneefällen, kräftiger Frost, auffrischende Winde aus meist östlichen Richtungen. Vorhersage für Sonntag: Fortdauer des Frostwetters mit Neigung zu Schneefällen. Der Straßenwetterdienst. Infolge der Wetterlage weitere Ausdehnung der Glatteisbildung. Straßen find oder werden gestreut. In der Ostmark bzw. Kärnten liegt bis zu 40 cm Neuschnee. Wegen starker Schneeverwehungen wurden der Plöckenpaß und der Loiblpaß gesperrt. Sonstige Reichsstraßen in den Gebirgslagen von Mittel-, Süd- und Südwestdeutschland haben eine Schneedecke unter 15 cm auf Glatteis. Wo erforderlich, wird geräumt und gestreut. Es ist mit Vorsicht zu fahren. Spaten und Schneeketten sind mitzunehmen. Verkehr sonst überall unbehindert. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum« schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigenTeil:ErnftBlumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. XI. 38: 10718. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R.Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM.> 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Frankfurt am Main, Blücherstraße 18. 8511V Gießen, im Dezember 1938. 0563c ttW-BUM - Kleine vkwv Samtsdials Chiffontücher u. Seidenschals ein willkommenes Geschenk, neu eingetroffen ! sind immer sehr gern gesehen. In allen erdenklichen Ausführungen und Preislagen bietet Ihnen Einspaltige Kleinanzeigen werden rum er» mäßigten Grundpreis von 5 pf. fürdie)MUimeler» teile verössentlichl VornehmI Geschmackvoll! Persönlich! Diese wesentlichen Eigenschaften der guten Familien- Drucksache bietet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Ausführungsarten und Papieren zu mäßlgenPrelsen BrUhl’sche Druckerei. Schulstr. 7. Ruf 2251 Füllhalter mit eingraviertem Namen auf dem Gabentisch Bahnhofstr. 49, Ruf 3941 ________________________8131A Generalvertretung FranzVogt&Co. d Gießen 8162A Ooethestr.32 Seltersweg 44 Mr Mr mit schwarzen Flecken u.schwar- zem Schwanz entlaufen. Wiederbringer erb. Belohnung. pM macht WeibnaubtseiDkaafe! Seine „Expedition“ führt ihn auch in die Drogerie Winterhoff! Dort kauft er - neben vielen kleinen, netten Geschenken - auch alle erforderlichen Getränke für die Festtage: 2 Flaschen Bordeauxwein, 2 Flaschen ungarischen Dessertwein, 2 Haschen Schaumwein (weiß), zwei Flasch. Schaumwein (rot), 1 Krug Boppsl-Wacholder Günstig sind die Preise bei Verschiedenes] Verloren! Am 22. Dezemb. morgens ging zwisch. Bahnhof und Langemark- schule ein kleiner Geldbeutel mit 10 RM. und einig. Kleingeld u. einer Schüler- Monatskarte verloren. Ehrl. Finder erhält bei Abgabe Belohn. Rud Krehbiehl Lollar. [85o4d MODEHAUS Schneberger Gießen, Schulstraße 4 8499 A Es sind praktische Sachen, mit denen Sie bestimmt Freude machen. Denn das ganze Jahr über können sie der Hausfrau bei der Arbeit helfen. Einige Vorschläge: Brotkasten, email!. RM 7.50 Haushaltwaage . . RM 2.65 Gasbackform ... „ 5.20 Kaffeefilter . . ab „ 0.60 Wandkaffeemühle, Kochtöpfe, Brotschneidemaschine, Pfeif -Wasserkessel, Fleischhacker, Reibemaschine. Noch viele andere Geschenke zeigt Ihnen MERCSDIS Kleinschreibmaschinen üi 3 Preisklassen Sucher. 13. Jan. Hehler nicht unt. 18 I. Putzhilfe vorh. Angebote zwisch. 12u.l5 und nach 18 Uhr. 05635 euQwigSvW 9 II. | Kaufgesuche am 24. Dezember, 20 Uhr 8515D iNMMMMA Mitoiwnta (Hohner Liliput) gut erhalten, für 40 RM. zu verkaufen. 05641 Memeler Str. 5. 2 Loderjacken Größe 50-52 noch in gutem Zustande sofort gegen bar zu kaufen gesucht. Schr. Angeb. u. 05633 a. d. G. A. { Verkäufe | Radio AEG. (Wechselstrom) billig zu verkauf. GleibergerWeg CHW. [8512d hj.b. Häuser ■Ad GIESSEN, am Oswaldsgarten (Parkplatz) Fernruf Nummer 2145-2146 7715A 3 schöne MeM sehr bitt, abzug. Schulkeim Burg Nord eck über Gießen. Sehr gut erhalt. 2-SpäDner- Pientahlillen preiswert zu verkaufen. sspD Näheres bei Waydelin Gut Neuhof bei, Leihgestern. Werbe-Drucksachen bei Brühl, Schulstr, 1 Hochwaldhausen imVogelsberg, Bahnst. Jlbeshausen Gute Schneesportmöglichkeiten (Schi und Rodel) Pension Stöckel Fernspr. 64 Herbstein. Frdl.,heizb. Zimmer mit fließendem Wasser. Altbekannte gute Küche. «esD West-Garagen Lahnstraße 21 / Hammstraße 13, Fernruf: 3516 Eine Verwechslung ist gänzlich ausgc» schlossen. Hier mutz Reinecke Fuchs ent-- langqeschlichen sei«' seine Spur verrät ihn. Übrigens kann ja seht jeder Tier- und Naturfreund, jeder Wanderer, ob jung oder alt, die Spuren unserer heimischen Tierwelt in Feld iuft> Wald mit dem neuartigen Taschenbuch') sicher bestimmen. Man lernt damit die besonderen Merkmale von Fährten und Spuren, von Losungen, Wechseln, Erdbauten, Gewöllen und anderen heimlichen Zeichen der wild- lebenden Tiere an Hand von ausgezeichneten Naturaufnahmen kennen. *) Fährten und Spuren am Wanderweg Eine praktische Naturkunde für den Wanderer, Jäger und Iugendführer. Von Heinz Scheibenpflug. 124 Seiten mit 29 Textzeichnungen und 83 Abbildungen nach Naturaufnahmen. In Ganzleinen gebunden .... RM. 3,—. Zu beziehen durch jede Buchhandlung. Werbeblatt mit Bild- u. Leseprobe kosten!. Hugo Berinühler Verlag Derlin-Lichterfelde > ni-iwy-.n » Briefmarken- Ölwechsel, Fxosfischulz Sammlung ZUM FEST! Das gutsitzende Korsett nach Anprobe (7728Ä Damen-Wäsche mit echt Plauener Spitzen Korsetlmoden Hieraus GIESSEN, Selters weg 59 Rundfunkhörer! Für die Feiertage «ne Süd westdeutsche Rundfunk-Zeitung nicht Vergessen! Bei allen Zeitungsständen erhältlich oder direkt vom Verlag ; | Drogerie Krenzplatz 10 f.Anfänger,billig zu verkaufen05640 Sandgasse 11 p. 1. Verkaufe la Gleichstrom- Mo-tart „Seibt Roland". Anzusehen LsioD Asterweg 41 I. KlemeAnzeigen IM Gießener Anzeiger werden von laufen Den beachtet und aele^n | Mietgesuche | BerufStät.Dame sucht möbliertes Zimmer mögl. mit Heiz, ver sofort. Schr. Angebote unter 05634 a.d. Gieß. Anzeiger erbet. Für die uns in so reichem Maße erwiesene Anteil nähme beim Heimgang unserer lieben Entschlafenen Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Karl Müller. Frau Marie Müller Wwe geb. Marx danken wir hiermit herzlichst Fachdrogerie Bornemann Bahnhofstr. 17 - Ruf 2135 s i i mU einem Qualitäts-Herd. Ofen oder Waschmaschine Edgar BORRMANN5: Gießen, Menstadt 5-7, Rn! 4165. Nr. ZVü Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Sreitag, 23. Dezember (938 Der Gauleiter beschenkt 550 Kinder. Schöne Feiern in Frankfurt und Darmstadt. NSG. Am Vortag der Dolksweihnachten bereitete Gauleiter Sprenger 300 Kindern in. Frankfurt am Main und 250 Kindern in Darmstadt eine besondere Freude. Er hatte sie zu einer schlichten Feier eingeladen, in der er ihnen einige Geschenke überreichte, die den Jungen und Mädeln bedürftiger Eltern große Freude bereiteten. Am deutschesten aller Feste soll neben dem Erwachsenen auch das Kind der ärmsten Eltern nicht ohne Freude sein. Die Gemeinschaft des Volkes sorgt dafür. Den festlichen Auftakt zu der Volks- weihnacht im Gau Hessen-Nassau, in der die Verbundenheit des Volkes eindeutig zum Ausdruck kommt, bildete am gestrigen Donnerstag die Bescherung von 550 bedürftigen Kindern in Frankfurt am Main und Darmstadt durch Gauleiter Sprenger, der kein Jahr vorübergehen läßt, ohne eine Anzahl Jungen und Mädel, deren Eltern vom WHW. betreut werden, zu beschenken und zu erfreuen. Während sich am Nachmittag im Saalbau in Darmstadt 250 Jungen und Mädel mit ihren Eltern zu der Feierstunde eingefunden hatten, versammelten sich am frühen Abend 300 Kinder im Tiergarten in Frankfurt am Main. An langen, weiß gedeckten Tischen faßen die Jungen und Mädel mit ihrem Vater oder mit ihrer Mutter. In ihren leuchtenden und erwartungsfrohen Augen spiegelte sich der Schein unzähliger Kerzen, die die Tische schmückten. Auf den Bühnen der Säle standen große Weihnachtsbäume, auf denen flammende Lichter festlichen Glanz verbreiteten. Festliche Stimmung erfüllte die Säle, als Gauleiter Sprenger zu den Feiern erschien und sich zu den Kindern setzte. Nach einleitenden Mufik- vorträgen sprach der Gauleiter zu den Kindern über das deutsche Weih nachts fest, das wir in diesem Jahr besonders froh begehen könnten. Mehr Kinder zähle nun das Vaterland, zu dem das Sudeten land und die Ostmark he im gekehrt seien. Große Not hätten sie gelitten, und dieses Jahr würden sie zum ersten Male ein deutsches Weihnachtsfest feiern und durch die Opfer der Volksgemeinschaft frohe Stunden erleben. Wir freuten uns alle, diese Kinder glücklich zu machen. Auch unsere Kinder im Altreich, deren Eltern nicht mit irdischen Gütern gesegnet seien, würden nicht vergessen. So sei er zu ihnen gekommen, um ihnen auch etwas zu bescheren. Er hoffe, daß seine Gaben den Jungen und Mädeln Freude machten, die bis zum nächsten Jahr andauere. Nachdem dann die Jungmädel in Darmstadt ein Märchenspiel aufgeführt und in Frankfurt in einem lebenden Bilderbuch verschiedene Märchenfiguren dargestellt hatten, die bei den Kindern viel Freude auslösten, kam, von allen Jungen und Mädeln mit Jubel begrüßt, Knecht Rupprecht und führte sie an den langen Tisch, wo die Geschenke ausgebreitet waren. Welcher Glanz strahlte aus ihren Augen, als sie die Gaben entgegen nehmen konnten. Glücklich kamen sie zum „Onkel Sprenger" und reichten ihm das Händchen. Mit frohem Jauchzen kehrten sie dann zu ihren (Eltern zurück, denen sie voll Stolz die Geschenke zeigten, die ein Beweis dafür sind, daß im Dritten Reich niemand vergessen wird und daß beim Nationalsozialismus Kameradschaft und Gemeinschaft keine leeren Worte sind, sondern heilige Verpflichtung. Großfever in Mendorf (Lahn). Kaum ist die Erinnerung an das Brandunglück in Dorf-Gill am vorigen Samstagabend etwas in den Hintergrund getreten, so kommt schon wieder Kunde von einem neuen großen Brand. Diesmal war das Dorf Allendorf (Lahn) der Schauplatz des folgenschweren Ereignisses. In der letzten Nacht, am heutigen Freitagfrüh gegen 1.35 Uhr, heulte in Allendorf (Lahn) die Feuermeldesirene auf und alarmierte mit der Freiwilligen Feuerwehr des Ortes auch die ganze Einwohnerschaft. Es brannte auf den Grundstücken der Dau- und Möbelschreinerei Otto Wolf, Schulstraße 38, und des Schaffners Philipp Wall- häuser, Schulstraße 40, am Ortsausgang nach Großen-Linden zu gelegen. Die Flammen breiteten sich mit großer Schnelligkeit aus und richteten, trotz der eifrigen Löscharbeit der Feuerwehren, große Verheerungen an. Auf dem Grundstück von Wall- Häuser fielen die Scheune mit ihrem Inhalt und die Stallungen dem Brand zum Opfer, auf dem Grundstück von Wolf wurden die Stallungen eingeäschert und die Werkstatt beschädigt, ferner verbrannten mit den Wolfschen Stallungen eine Kuh und ein Rind. Die Wohnhäuser der beiden Brandgeschädigten wurden geräumt, die Feuerwehr konnte jedoch zum Glück beide Häuser retten. Der Lagerraum der angrenzenden Eisenwaren- Großhandlung von Keiner war stark gefährdet', durch Funkenflug geriet der D a ch st u h l dieses Gebäudes in Brand, die Flammen konnten aber von dem vorsichtshalber auf dem Dache bereit- gestellten Brandposten im Keime erstickt werden. Im Laufe der Löscharbeiten ergab sich die Notwendigkeit, eine hohe Brandmauer auf dem Wallhäuserschen Grundstück, die ein unbebautes Gelände abgrenzte und sich durch die Gewalt der Flammen und durch die Wasserabgabe in gefährlicher Weise geneigt hatte, mit Brandhaken umzulegen; es war ein gefahrvoller Augenblick, als die von Feuer, Wasser und Eisbildung arg mitgenommene Mauer mit großem Getöse in einer gewaltigen Staubwolke in sich zusammenstürzte. Bereits kurze Zeit nach dem Ausbruch des Brandes begaben sich der ^Feuerwehrdezernent des Kreisamts Gießen, Regierungsrat Dr. Fuhr, Kreis- feuerwehrführer Bouffier und Gendarmerie- Obermeister Schumacher an die Stätte des Brandunglücks. Dort war außer der Ortsfeuerwehr als erste Löschhilfe die Motorspritze von Lützellinden eingetroffen, kurze Zeit später kam auch die Bezirks-Motorspritze Großen-Linden an, mit der auch der Gendarmeriebeamte aus Großen-Linden zur Dienstleistung eintraf. Später kam noch die Motorspritze aus Dutenhofen an, die aber nicht mehr einzugreifen brauchte. Die Motorspritzen aus Lützellinden und Großen-Linden hatten ihre Schlauchleitungen am Brandweiher angelegt und gaben von dort aus kräftig Wasser. Bis zum Eintreffen des Kreisfeuerwehrdezernenten und des Kreisfeuerwehrführers hatte Oberbrandmeister Schupp von der Freiwilligen Feuerwehr Allendorf (Lahn) die Leitung der Löscharbeiten, die er in sehr umsichtiger und zweckdienlicher Weise gegen das gewaltige Feuer einsetzte. Der außerordentlich tatkräftigen Tätigkeit aller Feuerwehrmänner, die auch hier, wie vor einigen Tagen in Dorf-Gill, unter gewaltigen Schwierigkeiten bei Kälte und Eisbildung, dazu noch bei Schnee zu arbeiten hatten, gelang es, ein weiteres Umsichgreifen des Brandes zu verhindern. Vor den Häusern bildeten sich teilweise kleine Seen, die in kurzer Zeit von einer Eisdecke überzogen waren und die Gefahrenmomente wesentlich erhöhten. Glücklicherweise waren aber keine Unglücksfälle zu verzeichnen. Gegen 5 Uhr heute früh war der Brandherd soweit niederaekämpft, daß die Feuerwehren bis auf eine Brandwache entlassen werden konnten. Den Feuerwehrmännern und den Gendarmeriebeamten, sowie allen Helfern gebührt für ihr wackeres Wirken volle Anerkennung. Der Brandschaden ist natürlich groß. Die Ermittlungen über die Brandursache sind im Gange. Aus der Stadt Gießen. Spiel am Fenster. Als ich am Morgen die Fenstergardinen beiseite zog, zeigten die Scheiben zierliche, zarte Blattgebilde aus weißen Eiskristallen, wundervoll hingestrichelt, in ihren Formen an einen winzigen Nadelwald erinnernd, der aus dem Grunde der Scheibe, die über der Fensterbank handhoch undurchsichtig vereist war, zu einer phantastisch wirren Wildnis emporwuchs. In ihr stand kein Stämmchen viel dicker als ein mit einer Nadel gezogener Strich. Manche strebten kerzengerade und unmäßig wie hoch geschossene Kräuter hinan, manche legten sich schräg über die Scheiben, wie im Sturz von unsichtbaren Händen aufgefangen, andere waren in vielfältiger Bewegung festgehalten, wie Schilf im Winde, wehende Graser ober ein durchfächeltes Farndschungel. Den Farnstengeln ähnlich war auch die seitliche Verästelung und Befiederung der Stämmchen gebildet. Zu winzigen Pyramiden geordnet setzten sich die Wedel der Blättchen an, so zart, daß man meinen konnte, sie seien mit einem Hauch des Mundes fortzublasen, zumal überall kleinste Federchen, einzeln und verstreut, wie vom Winde abgezupft und verwirbelt an den Scheiben hingen. Sie waren zum Teil so winzig wie feinste Blütenblättchen ober Schuppen von Falterflügeln. Die warme Luft hat auf bem kalten Glas den seltsamen Zauber hervorgerufen, und so begann ich, auf neue Formenwunder begierig, nun selbst die eisigen Scheiben anzutasten. Sofort wurden sie in kreisförmigen Ausschnitten, deren unregelmäßige Ränder wie von zitterigen Händen gezogen waren, blind, und die kleinen Schüppchen und Federchen schmolzen hin wie Schneeflocken an der Sonne. Aber mit jedem Vergehen und Verschwinden hielt ein neues Werden gleichen Schritt: Die unteren Ränder des blinden Spiegels, der als sichtbarer Niederschlag meines Mundhauchs mich anblickte, begannen Zacken, Spitzen und Fransen zu bekommen, die langsam einen weißen Schimmer annahmen und sich zu Federchen, Nadeln und Haaren formten, denen gleich, die verschwunden waren, und doch wieder anders und überraschend in ihrer zauberhaften Erscheinung. Ich setzte bas Spiel fort, ließ in meiner Phantasie die zierlichsten Pflanzenformen, die ich kannte, aufleben, zarte Mimofenwedel und Lianen, Girlanden und Schnüren von spielenden Wasserkräutern, feinste Rispen und Schwingel, Kätzchen und Aehren, ich durchstöberte Frühling und Sommer der Wiesen und Walddickichte, der Wasserwildnisse und Getreidefluren, und was ich auch dachte, träumte und wünschte, wie mit Schöpferodem warf es mein Mundhauch auf die Scheiben ... Ein Stück Traumland wurde sichtbar und entzückte mit anmutigstem Gestaltwanbel Aua und Herz, während draußen der endlose Schneehimmel die weite Erde in dichte Flocken einbettete und einebnete. Br. Dornotizen. Tageskalender für Freitag. Volksweihnachtsfeiern der Gießener Ortsgruppen ob 18.30 bzw. 19 Uhr. (Siehe lokaler Teil.) — Gloria-Palast, Seltersweg- „Der Blaufuchs". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Pfingftorgel".— Oberhessischer Kunstverein: 17 bis 18 Uhr Weihnachtsausstellung im Turmhaus am Brand. OAF.- und KdF.-Oienststellen bis 2. Januar geschlossen. Auf Grund einer Anordnung des Reichsschatzmeisters der NSDAP, bleiben die Dienststellen der Deutschen Arbeitsfront und ihrer Unterorganisationen, der NSG. „Kraft durch Freude" in den Gau- waltungen sowie in den Kreisen in der Zeit vom 23. Dezember 1938 bis einschließlich 2. Januar 1939 für jeglichen Publikumsverkehr geschlossen. In dieser Zeit werden auch keine Telephonanrufe entgegengenommen. In dem gleichen Zeitraum können ebenfalls keinerlei Unterstützungsanträge gestellt werden. Weihnachisbriese. Don Walther Gchwerdtfeger. Weihnacht ist das deutscheste aller christlichen Feste. Aus bem Haus am Weimarer Frauenplan verschwand alle klassische Kühle, wenn es auf der großen Treppe nach Aepfeln und den Maronen duftete, die zum Christtag von der Frau Rat aus Frankfurt kamen. Hebbels dunkles Grübeln versank in jener „großen Freude". Und Nietzsche, lodernde Flamme, „leuchtend und verzehrend", konnte wie ein glückliches Kind nicht erwarten, das Weihnachtspäckchen der Mutter aufzumachen. Der Brief, den der junge Goethe von seinem ersten Weihnachten nach der Abreise aus Wetzlar schreibt, ist an Kestner gerichtet, den Verlobten jenes Mädchens, das er über alles liebt. Durch die Zeilen des Briefes schwingt jene Schwermut Wer- thers, an der sich eine Generation berauschen wird: „Es ist noch Nacht, lieber Kestner, ich bin auf- gestanden, um bei Licht morgens zu schreiben. — Ich habe mir Coffee machen lassen, dem Festtag zu Ehren. Der Türmer hat fein Lied schon geblasen, der Nordwind bringt mir seine Melodie, als bliebe er vor meinem Fenster. — Gestern war ich mit einigen guten Jungen auf dem Lande, unsere Lustbarkeit war sehr laut und Geschrei und Gelächter von Anfang zu Ende. Das taugt sonst nicht für die kommende Stunde, doch was können die heiligen Götter nicht wenden, wenn es ihnen beliebt? Sie gaben mir einen frohen Abend. Auf einer Brücke hielt ich still. Die düstere Stadt zu beiden Seiten, der stilleuchtende Horizont, der Widerschein im Fluh machte einen köstlichen Eindruck auf meine Seele, den ich mit beiden Armen umfaßte. Als ich über den Markt ging, und die vielen Lichter und Spielsachen sah, dachte ich an Euch und meine Buben ..." * 1837. Nikolaus Lenau schreibt an einen Freund: „Ich ritt über die Heide, sie war schneebedeckt, auf« flatternde Raben nur waren die schwarzen Gedanken der Heide. Es kam mir lächerlich vor, mit dem kleinen Lebensfunken Trotz bieten zu wollen dem alles starr machenden Winterozean. Endlich mußte er doch siegen. Ich fühlte mich sehr einsam in der Welt und 'tieftraurig — und so war ich, mich meinem Pferde überlassend, in einen Wald gekommen. Plötzlich spielte ein Lichtschimmer über die schneebedeckten Tannenzweige, und bald sah ich mir zur Linken ein Jägerhaus. Mich lockte ein seltsamer Zlzg. — ich möchte es nicht Neugierde nennen — das Tun in dem einsamen Jägerhause zu belauschen. Ich stieg vom Pferde und schritt leise zum Fenster. Drin brannte ein lustiger Weihnachtsbaum, glückliche Kinder halb fröhlich, halb erschrocken, ließen sich von ihren freudig bewegten Eltern Gaben hinabreichen, die an den Zweigen hingen. Ich konnte die Worte nicht hören, die sie sprachen, aber ich konnte sehen, daß die Eltern warm und selig bewegt sind, und ich fühlte mit ihnen, und die Tränen hingen als Reifperlen an meinen Wimpern..." * Zwei Seiten aus Hebbels Tagebüchern. Die erste stammt aus der Zeit, da der junge Student bei Elise Lensing Zuflucht gefunden hatte: „Die Weihnachtstage habe ich bei ihr, die ich nicht mehr zu nennen brauche, wieder schön verlebt. Sie hat mir einen prächtigen Shawl geschenkt, außerdem noch gestickte Schuhe, eine feine Geldbörse und, was mich immer tief in meine Kinderzeit zurückversetzt — nicht, weil ich es damals hatte, sondern weil es mir fehlte — Nüsse, Kuchen und Aepfel. Ich bin Gott unendlich dankbar für jeden frohen Tag, den wir in Freude und Heiterkeit miteinander verbringen." Die zweite ist sieben Jahre später niedergeschrieben, 1848. Sein Name hat Klang bekommen in Deutschland. Er wohnt in Wien, und durch die Heirat mit der Burgschauspielerin Christine E n g h a u s ist in sein Leben etwas von jener Bürgerlichkeit gekommen, für die er — nach seinem Geständnis — Shakespeares Genie hingegeben hätte: „Der gestrige Weihnachtsabend wurde auf eine fast vornehme Weise bei uns gefeiert. Ein Tannenbaum für das kleine Titele, an dem mehr hing, als ich mein ganzes Lebenlang erhalten habe ... Gesellschaft; Fasanen, Karpfen, Champagner, unerhört, wie weit man es auf Erden bringen kann. Meine liebe Frau schenkte mir Walter Scotts Romane, die ich längst gern besessen hätte; Frau von la Roche überraschte mich mit einem Autograph von Goethe!" * Der Brief, den der Zürcher Staatsschreiber i. R. Gottfried Keller bedächtig auseinanderfaltet, kommt aus Friesland von feinem Freunde Storm: „Liebster Keller! Drunten im größten Zimmer ist schon die über zwölf Fuß hohe Tanne aufgestellt und biegt ihre Spitze unter der Decke; achtzehn Weihnachtspakete sind erpebiert, und gestern abend sind Netze geschnitten, Bonbons eingewickelt, ist vergoldet usw. Und ich kann mir nicht helfen, ich muß Ihnen diesen kleinen Weihnachtsbrief schreiben ... lieber» morgen kommt mein Junge, Karl, der „stille Musikant"; daraus freuen sich infonbpr die beiden jüngsten Mädel, Gertrud und Dodo, die ich die.smal nur zu Hause habe. Mir selbst und ihm schenke ich die neueste Ausgabe von Mörikes Gedichten; aber auch einen kleinen Teppich und eine lange Gesundheitspfeife; er fchmökt gern aus langen Pfeifen. Dienstag abend wird der Baum geputzt und der Märchenzweig nicht vergessen. — Erst gehen wir in die Kirche, hören, was unser Pastor sagt, hören die Kinder mehrstimmig singen und sehen die beiden hohen Tannen am Altar brennen. Das gehört dazu. Dann brennt der schönere Baum zu Hause; und nach bem Abenbessen kommt mein Bruber Johannes mit seinen vier Söhnen, zwei Töchtern, Schwiegertochter unb seinem Weibe, unb bann gibt es ein Glas nordischen Punsches. So beschließt sich der Weihnachtsabend, und ich werde Ihnen eines nach Zürich hinübertrinken! Auf weitere Freundschaft und noch ein paar Jahre leidlich Leben!" * Die kindliche Hast, in der der hagere Mann mit dem buschigen Schnurrbart und den kurzsichtigen Augen sein Naumburger Weihnachtspäckchen auf der Straße auskramt, läßt schwerlich vermuten, daß dieser Mann mit seinen Büchern, zuletzt bem „Zarathustra", bie Jugenb Deutschlanbs in Aufruhr versetzt hat. Unb boch ist es Friebrich Nietzsche, ber schreibt: „Mittags bekam ich Eure liebe Sendung zu Händen, unb geschwind, hing bie Kette um ben Hals, unb das artige Kalenberchen kroch in bie Westentasche. Darüber ist nun freilich Gelb entschlüpft. Verzeiht es Eurem blinben Tiere, bas feinen Kram auf der Straße auspackte: da mag wobl etwas daneben gerutscht fein, denn ich suche sehr eifrig nach dem Briefe. Hoffentlich war ein armes altes Weibchen in der Nähe gewesen unb hat auf biefe Weife ihr Christkinb- chen auf der Straße gefunden ..." Engelsmusik. Von der schönsten Begrüßung, die je einem Seemann zuteil wurde, ,erzählt ein alter Hamburger Segelmacher. Dieser war vor dem Krieg in ber Nähe von Deutsch-Neu-Guinea mit seinem Schiff auf einem Korallenriff gestrandet. Nach siebenstündigem Kampf mit den Wellen wurde er an eine kleine Insel getrieben. Das Eiland schien bewohnt, denn an einer Stelle im Busch bemerkte der Schiffbrüchige aufsteigenden Rauch. Seme Freude über diese Entdeckung schlug jedoch sofort ins Gegenteil um, als ihm klar wurde, daß es sich hier wahrscheinlich um Menschenfresser handelte. Enttäuscht Volksweihnachtsfeiern der Gießener Ortsgruppen der 71SOAP. Zu gleicher Zeit feiern heute abend die Ortsgruppen ber NSDAP, in unserer Stabt bie Volksweihnachtsfeier. Dabei wird eine Anzahl Kinder bedürf-« tiger Volksgenossen mit Geschenken bedacht. Im Rahmen der Feiern findet die Uebertragung ber Rebe bes Reichshauptamtsleiters Hilgen selb,! ber an Stelle bes erkrankten Reichsminifters Dr.' Goebbels sprechen wirb, statt. Die Ortsgruppe G i e ß e n - O st veranstaltet ihre, Feier roieber, wie im vorigen Jahre, im Großen' Hörsaal ber Universität. Die Feier beginnt um 19 Uhr. Die Politischen Leiter treten um 18.30 Uhr vor der Universität an. Die Amtswalter de/ NSV. und die Amtswalterinnen der NS.-Frauenschast sind zur Teilnahme ebenfalls eingeladen. Die Ortsgruppe Gießen - Nord hält ihrs Volksweihnachtsfeier im Cafe Leib ab. Dort werden etwa 550 Kinder beschert werden. Die Feier beginnt um 18.30 Uhr. Die Ortsgruppe Gießen-Mitte vereinigt Eltern und Kinder in der Turnhalle an ber Stein-? straße. Die Feier beginnt ebenfalls um 18.30 Uhr. An ber Bescherung werden 162 Kinder teilhaben. Die Kinder der Ortsgruppe Gießen-Süd werden sich mit ihren Müttern im Saal des Studentenhauses am Leihgefterner Weg einfinden. Die Feier beginnt um 19 Uhr. Steuerkarte und Bürgersteuer. Die Stadtverwaltung weist darauf hin, daß die Steuerkarten für das Jahr 1939 zugestellt worden sind. Personen, bie zur Zeit ohne Verdienst sind, wollen die Steuerkarte für den Fall, daß sie im Laufe des Jahres in Arbeit oder Verdienst kommen sollten, sorgfältig aufbewahren, da die Ausstellung einer neuen Steuerkarte nur gegen Zahlung von 1 Mark erfolgt. Aus Seite 4 der Steuerkarte ergeben sich die Bestimmungen über die Höhe der Bürgersteuer. Die Anforderung der Bürgersteuer gilt mit der Zustellung der Steuerkarte als bewirkt. Brandgefahr durch den Weihnachtsbaum. LPD. Das Weihuachtsstst steht vor der Tür. Urberall wird am Heilige,n Wend und Iben darauffolgenden Abenden ein Tannenbaum mit glitzerndem Behang erstrahlen. In dieses Fest ber Liebe und Freude mischt sich nicht selten herbes Leid. Alljährlich hören wir von Bränden, Unglücks-, ja Todesfällen, die auf unvorsichtiger Behandlung bes'; Oie Familienbläiier erscheinen als Weihnachtsnummer ausnahmsweise nicht heute, sondern erst morgen, Samstag, im Rahmen der allgemeinen Weihnachtsausgabe des * Gießener Anzeigers. unb erschöpft verkroch er sich ins Gras: ihm war- jetzt alles gleich. Plötzlich trug der Wind eine Stimme herüber, und er vernahm bie Worte: „Du Rindvieh, warum nimmst du den Stich nicht mit dem As?" Das waren die schönsten Begrüßungsworte, dis» je an die Ohren des alten Seemannes gedrungen» sind. Wei. Hochschulnachnchten. Geheimrat Professor Dr. phil. Dr. theol. h. c. Hein«, rief) Finke, em. Ordinarius für mittelalterliche Geschichte an der Universität Freiburg, ist im Alter von 83 Jahren in Freiburg g e ft o r b e n. Finke, am 13. Juni 1855 in Krechting in Westfalen geboren, habilitierte sich 1887 in Münster und folgte 1898 einem Rufe als Ordinarius nach Freiburg. Er begründete dort mit Georg von Below und Friedrich Meinecke den Ruhm der Freiburgers historischen Schule. Finkes Arbeiten umfassen den? gesamten mittelalterlichen Kulturkreis und betreffen» insbesondere das Konstanzer Konzil, die Geschichtet der mittelalterlichen Weltanschauung, die Zeit ber* Vorreformation und der Renaissance; er gab u. a., das „Historische Jahrbuch" und das „Archiv für Kul-^ turgefchichte" mit heraus. Geh. Rat Finke war Mit-, glied sämtlicher gelehrten Akademien Deutschlands undj: Oesterreichs, mehrfacher Ehrendoktor, u. a. von Sala-t manca, Valladolid und Barcelona. 1935 wurde er| vom Führer für seine Verdienste um die ©e=; schichtsforschung mit dem Adlerschild des Deutschen Reiches ausgezeichnet. Geh.-Rat Professor Dr. Gustav Tammann in, Göttingen ist gestorben. Er war als Assi-t ftent am Chemischen Institut der Universität Dor-) pat tätig, wurde bald zum Extraordinarius für f Chemie und 1894 zum Ordinarius ernannt. 1903 r übernahm Tammann den in Göttingen neugegrün4 beten Lehrstuhl ber anorganischen Chemie; später 1 würbe ihm bie Professur der physikalischen Chemie übertragen, ben er bis zu seiner Emeritierung inne- hatte. Berufungen nach Petersburg und Riga lehnte er ab. Kurz vor seinem 75. Geburtstage würbe er burch Verleihung bes Adlerschilbes des Deutschen.» Reiches geehrt. Geh. Rat Professor Dr. Richard Henneberg^, ber frühere Ordinarius für Psychiatrie an der Uni-( versität Berlin, vollendete das 7 0. Lebens-,' j a h r. In Berlin habilitierte er sich 1902 für' Psychiatrie unb Neurologie, 1906 erfolgte seine Er-l Nennung zum ao. Professor, 1918 wurde ihm öül* Titel Geh. Scmitätsrat verliehen. hätte auf rechtzeitige bauliche Erneuerung der Wohnungen drängen müssen, ob und inwieweit er das bereits getan und ob oder welche Widerstände er dabei gefunden habe, sei ihm (Dr. Engau) nicht bekannt. Der 5)of vor dem Hause sei vom Standpunkt der Gesundheitspflege aus ebenfalls als unordentlich und dringend verbesferungsbeüürftig zu bezeichnen. Nach dieser Darstellung zweier berufener, an verantwortlicher Stelle wirkender Männer kann man an der bedauerlichen Tatsache nicht vorbeigehen, daß in jenem Hause ein für unsere Zeit durchaus unwürdiger und unmöglicher Zustand besteht. Man darf sicher sein, daß mit aller Tatkraft für eine gründliche Wendung zum Besseren auch an dieser Stelle gesorgt werden wird. Gute Eportmöglichkeit im hohen Vogelsberg. Bei einem telephonischen Anruf im Klubhaus Hoherodskopf hörten wir heute morgen, daß auf dem Hoherodskopf, wie überhaupt im hohen Vogelsberg, gute Sportmöglichkeiten vorhanden sind. Durch den Schneefall des gestrigen Tages hat die Schneedecke eine erhebliche Verstärkung erfahren. Es liegen 20 cm ausgezeichneter Pulverschnee. Die Temperatur betrug heute morgen 9 Grad Celsius unter Null. Sckneefall und Nauhreif haben die Bäume und den Wald in ein Winterkleid gehüllt, wie man es zu guter Winterzeit im hohen Vogelsberg zu sehen gewohnt ist. Verkehrssirafen nur durch uniformierte Polizei. Der Reichsführer ff und Chef der deutschen Polizei hat verschärfte Maßnahmen zur Hebung der Verkehrsdisziplin angeordnet. Im Zuge dieser Maßnahmen führen Polizeibeamte in Zivil Verkehrskontrollen durch, und die Verkehrsteilnehmer müssen immer wieder damit rechnen, durch in Zivilkleidung befindliche Polizeibeamte angehalten und belehrt zu werden. In diesem Zusammenhangs wird nochmals darauf hingewiesen, daß Polizeibeamte in Zivil bei der Ausübung von Verkehrskontrollen sich durch den oor- geschriebenen, mit Dienststempel versehenen Anhaltestab mit dem bekannten Polizeihoheitszeichen und erforderlichenfalls durch ihren Dienstausweis auszu- weifen haben. Polizeibeamte in Zivil erteilen keine gebührenpflichtige Verwarnungen oder sonstige Strafmaßnahmen, sondern sie belehren die Verkehrs- teilnahmer an Ort und Stelle über die Verkehrsvorschriften und erstatten erforderlichenfalls Strafanzeige. Anträge rechtzeitig gellen. Entschädigung für die Ansprüche der früheren Arbeitgeber- und Arbeitnehmeroereinigungen. Am 31. Dezember 1938 läuft die Frist ab, in der Anträge gestellt werden können, in denen eine Entschädigung für die Ansprüche gewährt wird, die sich gegen die früheren Arbeitgeber- und Ar- deitnehmero-ereinigungen einschließlich ihrer Pensionskassen usw., richten, und deren Vermögen in die Vermögensverwaltung der Deutschen Arbeits- frorrt ein gewiesen worden ist. Nur soweit diese Vereinigungen usw. erst nach dem 30. September 1938 im Deutschen Reichs anzeig er veröffentlicht worden sind oder bis zum 31. März 1939 noch veröffentlicht werden, läuft die Antragsfrist bis zum 30. Juni 1939. Der Antrag muß schriftlich an die Neichsfcst- stellungsbehörde beim Reichsministerium des Innern in Berlin, Königsplatz 6, gerichtet werden. Die Anträge können auch bei den Geschäftsstellen der Amtsgerichte gestellt werden. Mit Rücksicht darauf, daß am 31. Dezember der Dienstbetrieb der Behörden zeitlich beschränkt ist, empfiehlt es sich, mit der Stellung eines Antrages nicht bis zu diesem letzten Tage zu warten. Wochen- und Familienwochenhiife für freiwillig Versicherte. NSG. Für Versicherungsberechtigte, z. B. Gewerbetreibende, Familienangehörige des UnternehWerhnachtsdaumes beruhen, weil sich der Standort des Baumes in der Nähe von Gardinen, Vorhängen oder anderen leicht entzündbaren Gegenständen befand, oder weil die nötige Vorsicht außer Acht gelassen wurde. Ein geringer Luftzug genügt zur Feuerübertragung. Deshalb achte man darauf, daß die Kerzen am Baum eine senkrechte Lage erhalten, daß darüberliegende Zweige nicht vom Kerzenfeuer erfaßt und 'andere Kerzen nicht erwärmt werden können. Feuerzeug darf vor allem nicht in Kinderhand geduldet werden. Auch ist zu beachten, daß der Baum, besonders in stark durchwärmten Zimmern, sehr bald austrocknet und dadurch die Brandgefahr erheblich vergrößert wird. Bei elektrischer Vaumbeleuchtung. ist zur Verhütung von Kurzschlußgefahr fachmännischer Rat einzuholen. Auch bei gemeinsamen größeren Werhnachts- veranstaltungen, wo die Gefahr einer unvorsichtigen Behandlung des Weihnachtsbaumes gegeben sein kann, treffe man jede Vorsorge, um die Möglichkeit eines Unglücks auszuschalten. „Ein unmöglicher Hausverwalters Unter dieser Ueberschrift beschäftiat sich die „Oberhessische Tageszeitung" in ihrer Ausgabe Nr. 3$7 vom 21. Dezember mit der Tätigkeit des Hausverwalters August Becker und mit höchst anfechtbaren Wohnverhältnissen in dem von ihm verwalteten, der Israelitischen Kultusgemeinde gehörigen Hause Walltorstraße 48. Der Bericht ging aus von einem Besichtigungsgang des Kreisleiters Backhaus, des Ortsgruppenleiters Thomas und des Leiters des Staatlichen Gesundheitsamtes, Obermedizinalrat Dr. Engau, und enthielt schwere Vorwürfe gegen den Hausverwalter August Becker. In einer Unterredung teilte uns Kreisleiter Backhaus seine Feststellungen und Eindrücke bei der Besichtigung des Hauses mit. Der Kreisleiter betonte, daß der Zustand dieses Hofgebäudes sowohl vom baupolizeilichen, als auch vom gesundheitlichen Standpunkt aus als geradezu katastrophal bezeichnet | werden müsse. Seit etwa 20 Jahren sei in dem Hause nichts gemacht worden; bei einer Treppe fehlte das Geländer vollkommen, auch der bauliche Zustand der Wohnungen sei furchtbar. In einer Wohnung, die von einer Witwe mit einem Kind bewohnt werde, mache der Haushalt den Eindruck einer guten Behandlung durch die Hausfrau, aber der bauliche Zustand auch dieser Wohnung sei sehr zu beanstanden; in einer anderen Wohnung müsse ebenfalls der bauliche Zustand, daneben leider auch die Pflege des Haushalts stark bemängelt werden. Als besonders unhygienisch sei die Tatsache anzusehen, daß in dem ganzen Hause für alle darin wohnenden Personen nur ein Klosett vorhanden sei. Auch der Hof vor diesem Hause befinde sich in einem schlimmen Zustande, da er als Lagerplatz für Kohlen, Torf usw. benutzt werde und sein Ablauf hinter das baufällige Wohnhaus gehe. Dem Hausverwalter Becker sei der Vorwurf zu machen, daß er diese gesundheitsschädlichen Zustände bisher nicht abgestellt und auch die Gesundheitsbehörde oder andere berufene Stellen nicht auf diesen Sachverhalt aufmerksam gemacht habe. Es bestehe der Eindruck, daß Becker sich um diese Dinge wohl gar nicht kümmerte, sondern nur auf seinen Verdienst bedacht war, anstatt gesundheitsschädliche und asoziale Verhältnisse zu beseitigen bzw. wenigstens zu melden. Ein ordentlicher Hausverwalter mÄffe eben nicht nur das Interesse des Hausbesitzers wahren, sondern auch die berechtigten Interessen der Mieter in sorgsamer Weise berücksichtigen und ihnen Geltung verschaffen. Der Zustand in jenem Hause sei durchaus unbefriedigend. Die Beschwerden über diese Hausverwaltertätigkeit häuften sich. Der Leiter des Staatlichen Gesundheitsamtes, Obermedizinalrat Dr. Engau, erklärte uns, das Haus fei baulich völlig verwahrlost und auch vom hygienischen Standpunkt aus durchaus unbefriedigend zu nennen. Vor allem komme hier auch die Baupolizei als zuständige Behörde in Betracht. Es würde am besten sein, dieses Haus überhaupt abzureißen. Die Zustände in den Wohnungen schilderte uns Obermedizinalrat Dr. Engau ebenfalls als völlig unzulänglich, wie der Kreisleiter mit Recht betont habe. Auch die Klosettverhältnisse entsprächen nicht den hygienischen Erfordernissen, dieses einzige Klosett im ganzen Hause werde von zu vielen Leuten benutzt. Hausverwalter Seifer, Betriebssicherheit über alles: Zugverspätungen im Weihnachtsverkehr. - Schwerer Dienst bei der Reichsbahn. Die ungeheuren Anforderungen, die in diesen Tagen an die Deutsche Reichsbahn gestellt werden und die durch die Kälte und den Schnee besonders erschwert sind, haben im Fernverkehr zu teilweise erheblichen Verspätungen geführt. Die Reichsbahn tut zwar alles, um diese Verspätungen auf das geringste Maß zu beschränken, aber wenn die Heizungen in den Zügen und das Wasser in den Lokomotiven einfnert, wenn Signale und Weichen durch den Schnee unbrauchbar werden und, was noch schlimmer ist, vereisen, dann bleibt eben gar nichts anderes übrig, als die Züge anzuhalten und die Schäden in Ordnung zu bringen. Die Reichsbahn hat gegenüber den Reisenden eine ungeheure Verantwortung, und die Sicherheit des Betriebes geht über alles, auch wenn dabei Verspätungen eintreten. Dazu konrmt, daß der Weihnachtsverkehr in diesem Jahre einen ungebahnten Aufschwung genommen hat, daß weit höhere Lei st ungen von der Reichsbahn verlangt werden als früher. 24 Stunden im Dienst. Immer wieder müssen die Arbeiterkolonnen ein- qesetzt werden, um die eingefrorenen Wagen wieder flott zu machen. Mit der Lötlampe taut man die Heizschläuche auf, und das gesamte Betriebspersonal muß Ueberstunden machen. Es gibt dabei Leute, die 24 Stunden im Dienst sind, ehe Ablösung erfolgen kann. Dieser Einsatz der wackeren Eisenbahner ist um so lobenswerter, als sie eifrig bemüht sind, durch Aufrechterhaltung des ungemein schwierig gewordenen Betriebes den vielen Reisenden zur Weihnachtsfreude daheim bei ihren Lieben zu verhelfen. Auch der Nahverkehr leidet. Durch die großen Verspätungen der Fernzüge wird auch der Nahverkehr in Mitleidenschaft gezogen. Die Fernzüge werden stets mit Vorrang abgefertigt. Kommen sie nun mit Verspätung, wer- den die Bahnsteige versperrt, und die Nahzüge können nicht einfahren oder auch zur Abfahrt nicht rechtzeitig beiaestellt werden. Verspätungen sind die Folge. Im allgemeinen haben die Reisenden auch für die Schwierigkeiten der Reichsbahn Verständnis. Allerdings haben die Bitten, die Fahrkarten rechtzeitig zu lösen, nicht viel genutzt. Immer wieder kommen Weihnachtsreisende fünf Minuten vor Abgang des Zuges und verlangen Fahrkarten, die ausgeschrieben werden müssen. Das geht bei dem weihnachtlichen Hochbetrieb nicht, und die Reisenden, die die Mahnung der Reichsbahn immer noch nicht befolgen, rechtzeitig, womöglich am Tage vorher, die Fahrkarten zu lösen, müssen es sich selbst zuschreiben, wenn sie ihre Züge nicht erreichen. An alle Betriebsführer! NSG. Der Gauobmann der Deutschen Arbeitsfront, der Reichstreuhänder der Arbeit und der Leiter der Wirtschaftskammer Hessen wenden sich mit folgendem Aufruf an die Betriebsführer des Gaues Hessen-Nassau. Infolge des starken Kälteeinbruches und des ein- setzenden Schneefalles haben die Züge der Reichsbahn mitunter nicht unerhebliche Verspätungen. Hierdurch gelangen die Arbeiter zu spät an ihre Arbeitsplätze und haben einen Lohnausfall, der in vielen Fällen die für Weihnachten gewährten Anerkennungen aufhebt. Die Betriebsführer werden daher gebeten, Sorge zu tragen, daß auch für den Fall, daß die ausgefallenen Stunden nicht nachgeholt werden können, die Arbeiter einen Lohnausfall nicht erleiden. ®oOiiotHl5n.6li|o6ei6? Roman von Hubert Nausse. Copyright by Albert Langen/Georg Müller, München. 13. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) Um dieselbe Zeit sprach die Herzogin mit ihrer Hofdame, der Gräsin Barkhusen, über die Einladung. „Ich bin so selten hier, ich treffe bei dieser Gelegenheit den gesamten Grundbesitz der Gegend — ich schlage also eine ganze Reihe von Fliegen mit einem einzigen Klaps. Und der Herzog wird mit der Ehrung des alten Beeren sehr einverstanden sein." „Der Hofmarschall hat sogar darum gebeten." „Um so besser! Und was muß ich nun wissen?" „lieber die Familie von Beeren und die Verdienste des Jubilars wird der Hofmarschall selber mit Eurer Hoheit sprechen. Der Gras Dadewitz wird nach Hoheit der prominenteste Gast fein: Er hält als Führer der Adelsgenossenschaft eine Ansprache". „Und bei ihm bin ich glänzend aufgehoben. Ich freue mich immer, wenn ich ihn treffe — klug, gut aussehend, vornehm, er erinnert mich an meinen Vater. „Und sonst?" Sie nahm die Liste der Eingeladenen in die Hand. Las die Namen, wiederholte sie... „von Themme, das ist doch der Dicke, bei dem der Herzog mal den Vierzehnender geschossen hat? Und Scharff? Was für Scharffs?" Die Barkhusen erklärte. Im übrigen hatte die Herzogin ein fabelhaftes Gedächtnis. Sie erinnerte sich der seltsamsten Aeußerungen und wußte so jedem Gespräch etwas Persönliches zu geben. Sie brauchte wenig Hilfe. „Komisch!" sagte die Herzogin. „Hier steht: Eli- sabech Hellsahr — die Hellfahrs sind die Trebbiner, nicht wahr? Das ist im übrigen ein berühmter Name, in München wenigstens!" „Die Schauspielerin?" fragte die Barkhusen. Die Herzogin nickte. „Das ist die Schauspielerin!" sagte die Barkhusen. „Wer?" „Die Elisabeth Hellfahr, die Hoheit da in der Liste lesen, die Tochter der Trebbiner Hellfahrs — ein Sohn ist noch da, zwei Jungens sind im Krieg gefallen." Die Herzogin machte ganz große Augen. „Die ist...?" Sie wollte es gar nicht glauben. „Doch, Hoheit, das ist die bekannte Schauspielerin!" „Aber nein! Wirklich?" Die Barkhusen war glücklich, ein so offensichtlich fesselndes Thema gefunden zu haben. Sie erzählte, was sie wußte. Die Elisabeth war natürlich fort« gelaufen, aber der unbezähmbare Künstlerdrang... „Aber, Gräsin Barkhusen, das wird mir alles die Hellfahr viel lebendiger und dramatischer erzählen können!" — Sie legte die Hand an ihre Stirn. „Ich muß mal Nachdenken, als was habe ich sie alles gesehen, als Viola, als Hero — aber die modernen Stücke, man vergißt diese modernen Titel so schnell —. Nein, also das ist wirklich eine Ueberraschung!" Die Barkhusen nannte die Nora, die Maada. „Nein, das hat sie wohl auch gespielt. Aber sie ist ja noch sehr jung — ich suche diese Titel der letzten Jahre! Also gerade, wie ich sie das letztemal sah — keine Ahnung, daß die Hellfahr am Schweriner See zu Hause ist —, gerade da hat sie mir ganz besonders gefallen, eine elegante, eine sympathische, eine innerliche Künstlerin!" Die Herzogin war sehr angeregt und freute sich nun doppelt auf den Abend. Und wie durch eine Gedankenverbindung landete das Gespräch bei dem Thema: Was ziehe ich an? Wenn schon niemandem anderen, der Elisabeth Hellfahr wollte die Herzogin gefallen. * Auch bei Elisabeth Hellfahr spielte die Kostümfrage eine große Rolle. Die Salondame — ihre Koffer waren mittlerweile gekommen — verfügte selbstverständlich über eine ganze Reihe schönster Abendkleider; aber die waren für die Bühne gut, für Losnitz jedoch reichlich auffallend. Was für die Schauspielerin recht gewesen war, war für das Mädel vom Lande, war für die junge Irebbinerin — wie die Wohlwollenden sie nannten — unmög- lich. Sie entschied sich schließlich für ein ganz einfaches kleines Abendkleid, aus einem edlen glänzenden Seidenkrepp. Der zarte helle Elfenbeinton wurde durch ein dunkleres Muster großer gelber Blumen gehoben. Ein goldener schmaler Gürtel und an einem goldenen Kettchen ein kleiner Anhänger mit Perlen waren ihr einziger Schmuck. Die Mutter fand das Kleid denn auch wirklich bescheiden — sie liebäugelte mit einem phantastischen Gebilde aus Schwarz und Weiß mit einem goldenen Schulterkragen — aber Vater Hellfahr war begeistert. Er trug seine dicken Perlen im Frackhemd und umarmte feine Tochter mit einer feierlichen Fröhlichkeit. j „Entzückend siehst du aus! Glaub der Mutter kein Wort, die ist ja schließlich nur hereingeheiratet. Wir Hellfahrs hüben es nicht nötig, uns groß herauszustaffieren. Der Kopf macht's, und deiner besonders!" „Ich denke, die Figur macht's!" sagte die Mutter, ein wenig pikiert. Ihre Taillenweite war ihr viele Jahre ein großer Kummer gewesen. „Eifersüchtig?" lachte der Alte. „Die Hellsahrsche schlanke Linie ist heute mal modern. Aber was die Elisabeth im Köpfchen drinnen hat, das hat sie ja doch alles von dir!" Der Abend war so mann, daß Karl Hellfahr noch im letzten Augenblick statt der alten engen Kutsche den offenen Jagdwagen bestellte. „Für die Heimfahrt natürlich die Kutsche!" Losnitz lag so nah, daß der Wagen zwischendurch wieder zurücksahren konnte. Auf dem Bock saß der alte grauhaarige Anton mit seinem etwas verschossenen, blauen Rock, neben ihm der junge Pferdebursche, dem die Stiefel und die blaue Mütze viel zu groß waren. Aber es war doch sehr feierlich. In Losnitz waren die ganzen unteren Räume für das Fest hergerichtet Im Gartensaal, der die volle Breite des Hauses einnahm, war die Tür zur vorderen Terrasse geöffnet. Die ersten Gaste standen dort schon rauchend und plaudernd mit Fritz von Beeren herum, als der Wagen der Hellfahrs vorfuhr. „Wie die gute alte Zeit", sagte im Hintergrund der dicke Bredow, „der alte Kutscher, der alte Wagen, die alten Herrschaften!" In dem Augenblick legte Elisabeth ihren Mantel auf den Wagen zurück und stand da, halb im Dämmern, halb im Licht des kerzenhellen Saales Sie war die erste. „Donnerwetter!" brummte Bredow. "Guten Abend, Elisabeth!" rief Fritz von Beeren Der freuöige Ton tat Mutter Hellfahr gut Ihr Herz bekam einen fröhlichen Stoß. Vielleicht wurde doch alles gut, und vielleicht sah die Welt schon morgen ganz anders aus. Die junge Welt saß während des Essens in einigen Nebenzimmern verteilt, Fritz zwischen Elisabeth und ferner Kusine Hanne von Derp. „Magnus hat aus Naumburg telephoniert er hat eme Panne gehabt und kommt erst morgen’" Fritz schien von einer seltsamen Erregung. Er lachte und trank hastig und viel. „Wer führt die Herzogin?" fragte Elisabeth. ,,©raf Badewitz. Sie sitzt als einziger junger Mensch an einer Ehrentafel, an der alle anderen mindestens fünfzig sind. Sie tut mir leid!" 1 mers usw., kann die Satzung der Krankenkasse ihre Leistungen auf Krankenpflege und Krankenhauspflege oder auf das Krankengeld beschränken. Nach der Rechtssprechung hat diese Beschränkung der Leistungspflicht für die freiwillig Versicherten bei entsprechender Beitraasermäßigung den Ausschluß von dem Bezug der sonstigen Kaffenleistungen zur Folge. Demgemäß steht einer durch die Satzung in ihren Ansprüchen beschränkten versicherungs- berechtiaten Wöchnerin auch fein Anspruch auf Wochenhilfe zu. In Anwendung dieses Grundsatzes können die freiwillig Versicherten auch keine Fami» lienwochenhilfe für ihre Angehörigen beanspruchen. Das Reichsarbeitsministerium führt in einem Erlaß aus, daß diese Ergebnisse nicht dem durch den Nationalsozialismus herbeigeführten völligen Wandel der bevölkerungspolitischen Auffassung entsprechen. Es hat deshalb keine Bedenken dagegen, wenn die Krankenkassen noch andere Leistungen, z. B. die Wochen- und Familienhilfe, als Mehrleistungen gewähren. Weihnachts- und AeujahrSgrüße mit WHW.-Briefmarken. NSG. Das Glückwünschen ist ein alter Brauch. Wir halten an ihm fest, ja, wir wollen ihm sogar einen erweiterten und damit einen neuen Sinn geben. In jedem Gruß, den wir an unsere Angehörigen, Freunde ober Bekannten schicken, wollen wir Dankbarkeit und Liebe für unser Volk mit hineinflechten, wollen den Rahmen des Persönlichen erweitern und dadurch wieder größere Freude für den einzelnen Empfänger schaffen. All das ist so einfach zu erreichen, indem man auf Weihnachts- oder Neujahrsgrüße WHW.-Briefmarken klebt. Sie bereiten nicht nur dem Absender die frohe Genugtuung, wieder ein wenig für das Winterhilfswerk getan zu haben, sie erfreuen auch den Empfänger als eine besondere Aufmerksamkeit seitens des Uebermittlers und helfen dem Winterhilfswerk des deutschen Volkes. Darum klebt WHW.-Briefmarken auf Weihnachts- und Neujahrsglückwünsche! Echneeschuhbeförderung bei der Reichsbahn. LPD. Die in den Vorjahren versuchsweise getroffene Regelung der Mitnahme von Schneeschuhen in die Abteile wird nunmehr für die Dauer beibehalten. Danach ist die Mitnahme von Schneeschuhen in die Abteile 2. Klaffe der Personenzüge und in die 3. Wagenklasse aller Züge allgemein zu- gelassen. Soweit m den Seitengängen der O-Zug- wagen und in den Vorräumen der Eilzugwagen besondere Einrichtungen für die Unterbingung von Schneeschuhen eingebaut sind, können Schneeschuhe in diese Wagen auch von Reisenden der 1. und 2. Klaffe mitgenommen werden. Die Mitnahme von Schneeschuhen in Schlaf- und Liegewagen ist ausgeschlossen. * .** Silberhochzeit. Am zweiten Weihnachtsfeiertag, 26. Dezember, können der Bergmann Karl L u h III. und Frau Anna, geb. Heß, aus Großen- Linden, wohnhaft Bergwerk Oberhof, das Fest der Silberhochzeit feiern. Am gleichen Tage kann der Jubilar auf eine 25jährige Tätigkeit im Bergwerk unter Tage zurückblicken. — Auch der Bahnarbeiter Friedrich W o r m und Frau, Eichweg 5, können am morgigen Samstag, 24. Dezember, das Fest der silbernen Hochzeit feiern. (Wir beglückwünschen die Jubelpaare!) ** Jagd- und Fischerei st euer in Gießen. Der Oberbürgermeister gibt heute die Satzung über die Erhebung einer Jagd- und Fischereisteuer der Stadt Gießen bekannt. In unserem gestrigen Bericht über die Sitzung der Ratsherren hatten wir den Beschluß über die Einführung dieser Steuer bereits mitgeteitt. ** Konzessionsabgabe der Stadtwerke. Die Einführung einer Konzessionsabgabe (Wegebenutzungsabgabe) der Verkehrsbetriebe der Stadtwerke an die Stadt in Höhe von 15 v. H. des Jahresumsatzes wird heute vom Oberbürgermeister bekanntgegeben. ** Polizei gegen Verkehrssünder. Die Polizei mußte in der vergangenen Woche gegen Kraftfahrer mit 13 Anzeigen und mit 5 gebühren- pflichtigen Verwarnungen einschreiten. Sonstige „Ich finde das nicht so fürchterlich!" entgegnete Elisabeth. „Junge Gänse können unter Umständen viel peinlicher sein!" Fritz lachte. „Sie beneiden dich alle! Und mich um dich!" Elisabeth empfand sich mit einigem Mißbehagen als Mittelpunkt der offen ober versteckt neugierigen Augen, die von der Jugend der benachbarten Gutswelt auf sie gerichtet waren. Sie wußte genau, was Bewunderung war — sie hatte sie zu ost erfahren. Hier sprach auch anderes mit. Sie erzählte ihrem Dischherrn von ihrem Empfinden. Er stammte von einem Gut in der Nahe von Wismar und stand als Rittmeister in Schwerin. Er war als Junggeselle unter die Jugend geraten, und Fritz hatte ihn als ungefährlich zum Tischherrn Elisabeths bestimmt. „Da haben Sie ganz recht mit ihrer Beobachtung. Ich erlebe als Offizier das sogar auch! Die heutige Jugend vom Land hat nicht mehr jene Hochachtung von dem ,Städters mit dem wir in meiner Knabenzeit groß geworden sind. Im Gegenteil: heute haben diese jungen Damen und Herren von den Gütern ein Gefühl der lieber- legenheit über uns „Entwurzelte!" „Entwurzelt?" lachte Elisabeth. „Ja, so ungefähr stellt sich in ihren Augen das Problem dar. Es liegt in dieser Zeit begründet: wir Offiziere, aber auch die Beamten und erst recht die freien Berufe in den Städten — mir sind doch alle arme Schlucker!" "Aber dem Landwirt geht es doch auch nicht glänzend!" „Einigen!" sagte der Rittmeister mit Vorsicht. Er war über Trebbin unterrichtet. „Die Mehrzahl sitzt recht gut und fest in der Wolle. Schauen Sie nur um sich, und seien wir fröhlich mit den Fröhlichen!" Man trank sich zu. Es saß viel selbbstsichere und derbe Gesundheit tn der Runde. Die Wangen brannten, und in den blauen und grauen Augen lachte die Freude. Fritz schob mit der Linken sein Glas zu Elisabeth hinüber. „Auf dein Wohl!" sagte er leise. Sie griff nach ihrem Römer. „Nein!" sagte er, „den roten Wein!" Er schenkte aus der Karaffe in das bauchige Glas „Rot fft die Liebe!" Seine Hand streifte die ihre. Sie spurte den Funken in seinem Blick. „Auf dein Wohl, Fritz!" (Fortsetzung folgt!) Fahrzeugführer wurden 3 zur Anzeige gebracht und einer gebührenpflichtig verwarnt. Gegen Radfahrer wurden 8 gebührenpflichtige Verwarnungen ausgesprochen. Fußgänger wurden 2 zur Anzeige gebracht und 7 verwarnt. Vezirksschöffengericht Gießen. Der W. St. von Nieder-Rosbach hatte vom Herbst 1936 bis Oktober 1938 als Rohrmeister der Gemeinde Nieder-Rosbach Wassergelder und Kanal- gebühren, die er einziehen und mit dem Gemeinde- rechnet abrechnen sollte, im Betrage von 3600 Mark unterschlagen und für sich verbraucht. Der An- aeklaate war als Rohrmeister gemäß § 359 StGB, als Beamter im strafrechtlichen Sinne anzusprechen. Er erhielt wegen fortgesetzter Amtsunterschlagung zehn Monate Gefängnis. Betrunken am Steuer. Auf der Stelle verhaftet. LPD. Worms, 22. Dez. Am Sonntag, 11. Dezember, fuhr der 30jährige Gustav B e t h e durch die Alzeyer Straße. Wegen seiner Trunkenheit war er nicht mehr in der Lage, die Herrschaft über sein Kraftfahrzeug auszuüben und fuhr einen anderen Personenkraftwagen an, wobei erheblicher Sachschaden entstand. Nur einem glücklichen Zufall ist es zu verdanken, daß durch das unverantwortliche Verhalten des Betrunkenen in der stark belebten Straße kein schlimmeres Unheil geschah. Bethe wurde gemäß Nunderlaß des Reichsführers ff und Chefs der deutschen Polizei in Haft genommen. Er wurde mit vier Wochen Haft bestraft. Aus der engeren Heimat. Jubilar-Ehrung bei 5tinn & Moos. ♦ Heuchelheim, 22. Dez. Wie es in allen vergangenen Jahren üblich war, so wurden auch diesmal vor dem Weihnachtsfest diejenigen treuen Mitarbeiter, die seit 25 Jahren bei der Firma Rinn & Cloos tätig sind, durch die lieber« reichung einer Ehrenurkunde und einer Geldspende ausgezeichnet. In diesem Jahre wurden 35 Mitarbeiter geehrt. Da 22 Jubilars aus dem Gießener Bezirk stammten, wurde die Ehrung in der Turnhalle zu Heuchelheim abgehalten. Die Feier ver- hef in schönster Weise. Neben verschiedenen Ansprachen, die das gute Einvernehmen zwischen Betriebsführung und Gefolgschaft bestätigten, trugen turnerische Vorführungen aus dem Kreise der Gefolgschaft und die gute Musik der Kreiskapelle der NSDAP. (Kreis Wetterau) zur schönen Ausgestaltung der Feier bei. Beigeordneter Kiffet Ehrenbürger Bad-Nauheims. LPD. Bad-Nauheim, 22. Dez. Der langjährige Beigeordnete der Stadt Bad-Nauheim, Franz Kissel, der noch mit 78 Jahren sein Amt versah, ist von seinem Posten zurückgetreten. Die Stadt hat ihn in Anerkennung seiner Verdienste zum Ehrenbürger ernannt und eine Straße in der neuen Siedlung Franz-Kissel-Straße benannt. Ratsherrensitzung in Lich. 8 L i ch, 22. Dez. In der jüngsten Sitzung der Ratsherren waren zwölf Punkte zu besprechen. Zu Beginn der Sitzung erläuterte der Leiter des hiesigen Forstamtes, Forstrat Zimmer, den Waldwirtschaftsplan für das Wirtschaftsjahr 1939. Aus den Ausführungen war zu entnehmen, daß etwa 5300 Festmeter Nutzholz und 3400 Festmeter Brennholz zum Einschlag kommen werden, für den, wie im letzten Jahr, eine größere Anzahl Holzhauer aus dem Vogelsberg verpflichtet werden muß. An Reineinnahmen rechnet man mit 45 000 Mark. Auf der Ausgabenseite erscheinen u. a. 25 000 Mark für Holzhauer- und sonstige Löhne, 7000 Mark für Holzanbau (Kulturkosten) und 8700 Mark für Wegebau, davon 6000 Mark für Neubau und 2700 Mark für Unterhaltung der Wege. Der Plan fand die Zustimmung der Ratsherren. Zwecks Errichtung eines Raumes für die Abfälle der hiesigen Metzgereien wird Bürgermeister Geil nochmals mit dem Kreisveterinär-^ amt Rücksprache nehmen, um die Angelegenheit beschleunigt zum Abschluß zu bringen. Die Anschaffung der vor einer Woche gelieferten zweiten Motorspritze, sowie die Unterbringung der beiden Motorspritzen und des Feuerwehrautos in dem erweiterten Garagenraum des Kindergartens, wurde ebenfalls gutgeheißen. Die Geräte des Sani- tätshalbzuges, die seither in diesem Raum untergebracht waren, werden in Zukunft im gegenüberliegenden Gerätebaus der Feuerwehr aufbewahrt. Ueber die Umbenennung der Bahritz o f st r a ß e vom Schloßplatz bis zum Jhringschen Acker wird in einer der nächsten Sitzungen Beschluß gefaßt. Da die seitherige Lautsprecheranlage für Uebertragungen im Freien in keiner Weise mehr den Erfordernissen entspricht, wird die Stadt die alte Anlage verkaufen und dafür ein neuzeitliches Gerät anschaffen. Dem Antrag des Pächters der Gastwirtschaft „Zum kühlen Grund" auf Erteilung der Konzession konnte zugestimmt werden, da der Pächter eine schon Jahrzehnte betriebene Wirtschaft übernommen hat. Nach Erledigung verschiedener kleinerer Angelegenheiten konnte Bürgermeister Geil die etwa dreistündige Sitzung in der üblichen Weise schließen. Kreis Alsfeld «A Deckenbach, 23. Dez. Am ersten Weihnachtsfeiertag, 25. Dezember, feiert unsere Einwohnerin Anna Katharina Maus Wwe., geb. Reuter, in aller Frische ihren 8 4. Geburtstag. Wir beglückwünschen. Darmstadt senkt die Hundesteuer. LPD. Darmstadt, 22. Dez. Angesichts der zurückgegangenen Beträge für Steuern aus der Hundehaltung wird mit Beginn des neuen Jahres die Hundesteuer von bisher 42 Mark auf 2 4 Mark, wie früher, gesenkt, um die Hundehaltung zu erleichtern und dem Stadtsäckel eine erhöhte Einnahme zu verschaffen. Sieben Krastfahrzeuqdiebe dingfest gemacht. Lpd. Darmstadt, 19. Dez. In der letzten Zeit wurden in Darmstadt und Umgebung mehrfach Autos und Motorräder gestohlen. Die Diebe unternahmen mit den gestohlenen Fahrzeugen Schwarzfahrten und ließen sie in teilweise beschädigtem Zustand irgendwo stehen. Den Ermittlungen der Kriminialpolizei Darmstadt ist es jetzt gelungen, sieben Täter, Burschen im Alter von 16 bis 18 Jahren, dingfest zu machen. Sie wurden in Untersuchungshaft eingeliefert und haben hohe Strafen zu erwarten; daneben sind die Erziehungsberechtigten für den erheblichen Schaden haftbar. Sie will »billig einkaufeu"! Lpd. Frank f u r t a. M., 21. Dez. In letzter Zeit hat eine Frau in mehreren hiesigen und auswärtigen Geschäften, z. B. in Offenbach a. M., billige Weihnachtseinkäufe machen wollen. Sie gab alte, außer Kurs gefetzte 50 - und 10 0« Mark-Scheine (die alten „Blauen") in Zahlung. Aus naheliegenden Gründen ließ sie sich vorwiegend von jüngerem Personal bedienen. Es ist ihr immer gelungen, die Geldscheine abzustoßen und Wechselgeld dafür in Empfang zu nehmen. Die Schwindlerin, die noch nicht gefaßt ist, ist ungefähr 40 Jahre alt, mittelgroß, untersetzt, hat ovales Gesicht und trug in einem Falle grünen Lodenmantel und grünen Hut ein anderes Mal schwarzen Mantel mit gleichem Pelzkragen und dunklen Hut. Wirtschaft. Mein Mainische Börse. Mttagsbörfe befestigt. Frankfurt a. M., 22. Dez. Zwar blieb das Geschäft infolge der anhaltend geringen Kundschaftsbeteiligung sehr ruhig, doch zeigte die Haltung des Aktienmarktes eine bemerkenswert feste Haltung. Da Abgaben fast nicht Vorlagen, genügten schon kleinste Aufträge, die zudem vielfach „bestens" limitiert waren, um die Kurse stärker ansteigen zu lassen. Man hat auch den Eindruck, daß im Hinblick aus den Jahresschluß eine gewisse Erhöhung des Kursstandes seitens der Banken angestrebt wird. Im Durchschnitt traten Steigerungen von 0,50 bis 1 v. H. ein. Ausgesprochen fest lagen Betula mit 160,40 (155,50), die somit einen weiteren Teil ihres kürzlichen Dividendenabschlags aufholten. Ziemlich fest waren ferner Reichsbank mit 188,13 (186,25), 2G. Farben mit 151,50 (150), Gesfürel mit 132 (129,50), AEG. mit 114,50 (113,25) und Contt Gummi mit 207 (205,75). Don Montanwerten be- festigten sich Vereinigte Stahl auf 105,50 (104,75), Hoesch auf 108,25 (108) und Mannesmann unter Schwankungen auf 108,13 bis 108,50 (107,90). Schwächer lagen dagegen Gebr. Junghans mit 98,90 (100) und Demag mit 145 (145,50). Der Rentenmarkt lag nach wie vor sehr sttll und kursmäßig wenig verändert. Reichsanleihe- Altbesitz nur knapp geyalten mit 128 (128,15). Industrie-Obligationen gingen teilweise bis 0,50 v. H. zurück, fester lagen Hoesch mit 100,50 (99,90) und 6 v. H. IG. Farben mit 120 (119,50). Liquidationspfandbriefe zogen verschiedentlich bis zu 0,20 v. H. an. Nass. Goldpfandbriefe wurden auf 99,50 (100) und do. Kommunal-Obligationen auf 99 (99,25) herabgesetzt. Stadtanleihen blieben vorwiegend unverändert, teilweise ergaben sich Besserungen um 0,25 bis 0,50 v. H. Kommunal-Umschuldung halbamtlich 92,05. Im Verlaufe wurde das Geschäft nach einer vorübergehenden geringen Belebung wieder äußerst still, teilweise gaben die Kurse wieder nach. Am stärksten bei IG. Farben auf 150,90 bis 151,13 nach 151,50 bis 152,13. Außerdem ermäßigten sich u. a. Rheinstahl auf 132 nach 132,75, AEG. auf 114 nach 114,50, Mannesmann auf 108,25 nach 108,50, andererseits Reichsbank 188,50 nach 188,13. Die erst später notierten Werte lagen uneinheitlich, über- wiegend jedoch 0,50 bis 1 v. H. höher. Holzmann gewannen 2 v. H. auf 146, Felten nach Pause 4,50 v. H. auf 135,25, andererseits Th. Goldschmidt 128 (129,50). Am Einheitsmarkt stiegen Niederrh. Leder Sxier weiter erheblich auf 190 (183), Der Freiverkehr lag ruhig. Höher waren Rastatter Waggon mit 54 (53,50) und Ufa mit 83,13 (82). Tagesgeld unverändert 2,50 v. H. Abendbörse sttll. Die Abendbörfe nahm einen sehr ruhigen Verlauf, da Kundschaftsaufträge fast völlig fehlten und auch die Kulisse vor den Feiertagen kaum noch Interesse bekundet. In den meisten Fällen lag daher den Notierungen kein Umsatz zugrunde. Die Haltung war im allgemeinen wenig verändert, vereinzelte Abweichungen betrugen nur Bruchteile eines Prozentes. Von den führenden Werten lagen JG.-Far- ben mit 151 (151,13), Verein. Stahl mit 105,40 (105,50) nahezu unverändert. Im übrigen notierten u. a. Buderus 106, Rheinstahl 131,75 (132), Adlerwerke 104,50, 25emberq, 135, Demag 144,25 (145), Scheideanstalt 193,50, (Sesfürel 131,50 (132), Lah- meyer 113,40, Metallgesellschaft 118, Moenus 122,50, Rheinmetall 130,50, Westdeutsche Kaufhof 103,50 (103,25), Reichsbank 188,25 (188 50). Von Einheitswerten Andreae-Noris Zahn 160 (159,50), Lindes Eis 167, Schriftgießerei Stempel 91,50, Commerzbank 110,90, Deutsche Bank 115,25, Dresdner Bank 108. Am Rentenmarkt bröckelten 6proz. IG.-Farben 0,13 v. H. ab auf 119,90, Reichsbahn-VA. uno. 123,90. Frankfurter Schlachtviehmarkt Fran kfurt a. M., 22. Dez. Auftrieb: 1535 Rinder (gegen 1349 am 15. 12.), darunter 335 Ochsen (269), 134 (129) Bullen, 728 (685) Kühe, 338 (266) Färsen; 1163 Kälber, 456 Hämmel und Schafe, 5011 Schweine. Notiert wurden je 50 kß Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 43,50 bis 46,50 (43,50 bis 46,50), b) 40 bis 42,50 (41 bis 42,50), c) 35 bis 37,50 (34 bis 37,50); Bullen a) 43 bis 44,50 (42,50 bis 44,50), b) 40 dis 40,50 (40,50), c) 35,50 (—); Kühe a) 42,50 bis 44,50 (42,50 bis 44,50), b) 38 bis 40,50 (37 bis 40,50), c) 29 bis 34,50 (28 bis 34,50), d) 16 bis 25 (18 bis 25); Färsen a) 42,50 bis 45,50 (43 bis 45,50), b) 39.50 bis 41.50 (40 bis 41.50), c) 36 bis 36,50 (36,50); Kälber a) 62 bis 65 (63 bis 65), b) 54 bis 59 (55 bis 59), c) 45 bis 50 (45 bis 50), d) 28 bis 40 (30 bis 40); Hämmel b2) 48 bis 52 (50 bis 52), c) 40 bis 45 (40 bis 45); Schafe a) 38 bis 42 (38 bis 42), b) 33 bis 36 (33 bis 36), c) 24 bis 32 (28 bis 32); Schweine a) 59 (59), bl) 58 (58), b?) 57 (57), c) 53 (53), d) 50 (50); Sauen tfl) 58 (58). — Marktverlauf: Rinder^ Kalber und Schweine zugeteilt, Hämmel und Schafe mittel- mC£er' nächste Schlachtviehmarkt findet am Dom nerstag, 29. Dezember, für alle Gattungen statt» SJL-tfpoit 26. Dezember: Opfertag der Schiläufer. Der Reichsfachamtsleiter für den Schisport, Gustav R a e t h e r, erläßt folgenden Aufruf: „Zum Abschluß des geschichtlich so bedeutsamen Jahres, das uns durch die Tat des Führers das Werden Großdeutschlands erleben ließ, treten auch die Schiläufer an, um mit ihrem Opfer für das WHW. des Deutschen Volkes bescheidenen Dank zu sagen. Wir Skiläufer haben allen Grund, dankbar zu sein, da uns ja mit der Heimkehr der Ostmark und des Sudetenlandes ein ganz besonderes Geschenk zuteil wurde. Alle schisportlichen Veranstaltungen am zweiten Weihnachtsfeiertage, am 26. Dezember, stehen daher im Dienst des Kampfes gegen Not und Kälte. Ich richte an alle deutschen Schiläufer und Schiläuferinnen die kameradschaftliche Bitte, auch in diesem Jahre in erhöhtem Maße mitzuhelsen, daß der Opfertag unseres Sports ein voller Erfolg wird." * Die Gießener Schiläufer können für den 2. Feiertag noch nicht mit einer Veranstaltung an die Öffentlichkeit treten. Die Zeit der Vorbereitung eines sportlichen Wettbewerbs war zu kurz. Außerdem befindet sich eine Anzahl von Schiläufern bereits auf der Reife nach Damüls. Die Gießener Schiläufer werden ihre Spende für das Winterhilfswerk bei einer späteren Veranstaltung, voraussichtlich während der Kreisrennen aufbringen und damit ihren Beitrag zur großen Sache geben. Mit Roderich Menzel gegen Schweden. Deutschland tritt von 6. bis 8. Januar in der Vorschlußrunde um den von Schwedens König gestifteten ^hallentennispokal in der Stockholmer Al- oikshalle gegen Schweden mit folgender Mannschaft an: Henner Henkel, Roderich Menzel, Hans Redl und Werner Menzel. Damit wird der Sudetendeutfche Roderich Menzel, der einer der tüchtigsten Tennisspieler der Welt ist, zum ersten Male für sein großdeutsches Vaterland kämpfen. Menzel, der durchaus kein Hallenspezialist ist, hat die vergangenen Wochen in Berlin zu einem eifrigen Hallentraining benutzt und wird für die deutsche Vertretung ohne Zweifel auch in der Halle eine wertvolle Verstärkung bedeuten. Die Deutschen treffen am 2. Januar in Stockholm ein, um noch einige Tage auf Holz trainieren zu können. An den skandinavischen Meisterschaften, die sich an das Pokalspiel anschließen, kann sich die veutsche Mannschaft infolge unüberwindlicher Ur- laubsschwierigkeiten nicht beteiligen. Herber-Baier gegen die »poufinef*. Meisterschaften im Eiskunstläufen. Wenige Tage nach den großen Weihnachts- und Neujahrsoeranstaltungen bringt der Berliner Sportpalast die Meisterschaftskämpfe der Männer und Paare im Eiskunsttaufen. In der stattlichen Teilnehmerliste dieser deutschen Titelkämpfe sind zum ersten Male auch die Ostmark und das Sudetenland vertreten. Das Paarlaufen bringt am 6. Januar das Zusammentreffen der berühmtesten europäischen Paare, Herber-Baier und Geschwister P a u s i n, zu denen die Berliner Meister K o ch - N o a ck sowie einige weitere Paare hinzukommen. Der 7. Januar ist den Männern vorbehalten. Hoffentlich ist Weltmeister Felix Kaspar bis bah in von. seiner Australienreise zurück. Hier treten auch noch die Wiener Rada, May, Ratzendorfer und der hervorragende Münchener Faber an. Der 8. Januar bringt einen ausgezeichnet besetzten nationalen Tanzwettbewerb und das nationale Junioren-Kunst- laufen. Ein Schaulaufen der Meister und Plazierten vervollständigt das Programm. An allen drei Tagen tritt Göta Stockholm zu Eishockeyspielen gegen Berliner Mannschaften an. WienerFußball auf dem Waldsportplatz Die Wiener Gäste, die am zweiten Weihnachts- feiertag auf dem Waldsportplatz gegen die 1. Mannschaft des VfB.-Reichsbahn antreten, werden, wie zu erwarten steht, echte, rechte Wiener Fußballschule zeigen. Man wird von ihnen eine meisterhafte Ballbehandlung, ein trickreiches Umgehungsspiel und einen wohlerwogenen Angriffsaufbau verlangen dürfen. Das Spiel sollte nicht nur ein Kampf, sondern auch ein Lehrspiel sein, aus dem mancher unserer heimischen Fußballspieler etwas lernen kann. Im übrigen sind die Fußballspieler des Brigittenauer A. K. im Altreich nicht unbekannt. Aus einer Pfingstreise spielten sie zum Beispiel in Sachsen und Thüringen und hinterließen dort einen vorzüglichen Eindruck. Die Gießener Fußball- gemeinde wird sicherlich nicht undankbar für die Mühewaltung fein. Adols-Wer-Ehrenpreise für Motor- und Segelflug vergeben. Der Führer und Reichskanzler stiftet alljährlich zwei Preise für den deutschen Luftsport, mit denen verdienstvolle Piloten für besondere Leistungen im Motor- und Segelflug ausgezeichnet werden. Die Preise bestehen aus je einem kostbaren Pokal sowie einem Geldbetrag von 10 000 Mark im Motorflug dzw. 4000 Mark im motorlosen Flug. Die Vergebung erfolgte jetzt für das Jahr 1937. Generaloberst Milch überreichte in Berlin die Preise an die ausgezeichneten Motorflieger in Vertretung des Korpsführers Generalleutnant Christiansen. Drei Preisträger im Motorflug. Der Geldpreis für besondere Leistungen im Motorflug wurde für 1937 geteilt, da mehrere einer Auszeichnung würdige Bewerbungen vorlagen. NSFK.-Obersturmführer Schmidt von der NSFK.-Gr. 15 (Württemberg) erhielt für seinen Sieg im Weinstraßenflug, den zweiten Platz im Jtalien-Rundslug sowie als Flugzeugführer im Siegeroerband beim Deutschlandflug 5000 Mark zu- gefprochen. Der 30000-Kilometer-Streckenflug des Majors Ha er le (Luftkriegsschule Wildpatk-Wer- der) nach Batavia wurde mit 3000 Mark ausgezeichnet. Als dritter Bewerber erhielt Helmut Taxis (Eltingen) 2000 Mark für feine Siege im Handicaprennen in York, beim Deutschlandslug im Sonderwettbewerb für Prioatflugzeugbesitzer und in der Wertungsgruppe IV beim Zugspitzflug. Die drei Piloten, die auf ihren Flügen sämtlich Klemmstug- zeuge der Muster Kl. 25 bzw. Kl. 35 mit Hirth- Motor HM 60 R benutzten, sind die ersten, die im Motorflug mit dem Ädolf-Hitler-Ehrenpreis ausgezeichnet wurden, da dieser Preis vorher nur für Bewerber im motorlosen Flug ausgeschrieben war. Ehrung für einen toten Segelflieger. Der Ehrenpreis im Segelflug wurde dem in diesem Jahre während der „Rhön" bei einem Gewitterflug tödlich abgestürzten NSFK.-Truppführer Werner Blech von der NSFK.-Gruppe 6 Schlesien zu- gesprochen. Gruppenführer Sporleder nahm den wertvollen Pokal für seinen erfolgreichen «Segelflug« zeugführer in Empfang. Blech, der sich feit Jahren planmäßig mit Höhen-Segelflügen durch Ausnützung thermischer Aufwinde in Wolken und Wärmegewit- tern unter bewundernswertem persönlichen Einsatz beschäftigte, erhielt die Auszeichnung für seine beiden Höhenflüge von 4090 bzw. 4490 Meter während der Rhön 1937, nachdem er mit einem Zielsegelflug von 251 Kilometer die Mindestbedingungen erfüllt hatte. Mit Werner Blech hat der Segelflugsport einen seiner Besten verloren, der auch im Ziel- und Streckenflug Großes leistete und noch wenige Tage vor seinem Absturz mehrere Höhenflüge bis zu 7000 Meter ausführte. Mit dieser Ehrung übers Grab hinaus wurde dem Können des großen Segelfliegers höchste Anerkennung zuteil. NSG. Fünf Jahre find in diesen Wochen vergangen, daß die SA. im Sinne des Sportabzeichens an der Erziehung des deutschen Menschen arbeitet. Die Gedanken des Führers über die Erziehung des deutschen Menschen, die in den verschiedensten Kapiteln des Buches „Mein Kampf" niebergelegt find, finden Ende 1933 in der Schaffung des SA.-Sportabzeichens ihre sichtbare Verkörperung. In der Stiftungsurkunde des Führers heißt es: „Ilm der Verantwortung der $21. als Garant des neuen Staates, für die Pflege wehrhaften Geistes der Jugend in allen Teilen des deutschen Volkes bewußten Ausdruck zu verleihen, bestimme ich, daß dieses Abzeichen auch von Nichtangehörigen der $21. erworben und getragen werden darf, sofern sie rassisch und weltanschaulich den $A.-mäßigen Voraussetzungen entsprechen." Weiter gehört aber auch zu den Voraussetzungen, daß jeder Bewerber eine gewissenhaft durchgeführte Ausbildungszeit zu durchlaufen hat. Ja, diese Ausbildungszeit bildet den Schwerpunkt jeder Sportabzeichenarbeit. Während ihrer Dauer soll der deutsche Mann beweisen, daß er gewillt ist, rnitzu- marschieren, ausgerichtet mit dem Denken und Fühlen der vom Nationalsozialismus getragenen Nation, und daß er in sich die Pflicht fühlt, für den Bestand dieser Nation zu kämpfen, indem er sich in dauernder körperlicher und geistiger Frische hält. Er soll zeigen, daß er, wenn er auch selbst der SA., ff, dem NSKK. oder NSFK. nicht angehört, doch gewillt ist, den Gedanken des politischen Soldatentums in sich aufzunehmen, indem er sich freiwillig einer Ausbildungszeit von einem halben Jahr unterwirft, einer Ausbildungszeit, die getragen ist vorn Geist des politischen Soldatentums der Bewegung. Die Bewährung während dieser Zeit, ver- bunden mit den abschließend verlangten Leistungen auf körperlichem und geistigem Gebiet, machen aus dem Sportabzeichenbewerber den SA.-Sportabzei- chenträger. Mit Stolz soll der deutsche Mann die- es Abzeichen traaen und nicht als Dekoration. So waren die Grundgedanken, als mit dieser Sir- beit vor fünf Jahren begonnen wurde, und so find sie noch heute, wenn auch ausgebaut und gesteigert. Ws Wre SA.-Sporiabzeichen in der Gruppe Hessen. Denn als der Führer am 18. März 1937 das Sei- stungsbuch zu einer Urkunde erhob und den dauernden Besitz des SA.-Sportabzeichens von der Ableistung bestimmter Wiederholungsübungen abhängig machte, erweiterte er damit die Verpflichtung des SA.-Sportabzeichenträgers. Die während der Ausbildungszeit gezeigte hat- tung und die am Abschluß erreichte Leistungsfähigkeit muß sein Träger nunmehr Jahr für Jahr erneut beweisen. Er muß zeigen, daß er gewillt ist, neben feinen beruflichen Verpflichtungen zusätzliche Pflichten für Erhaltung und Mehrung eines gesunden, starken, wehrhaften und nationalsozialistisch erzogenen Volkes auf sich zu nehmen. Jeder, der guten Willens ist und fühlt, daß auch er sein persönliches Ich in den Dienst dieses großen Erziehungsgedankens stellen muß, hat darum die Pflicht, seinem Willen die Tat folgen zu lassen und sich zum SA.-Sportabzeichenerwerl' zu melden. Wenn bis 1936 rund 600 000 $A.-Sportabzei- chen verliehen wurden und wir uns heute der Zahl von 1,5 Million nähern, fo beweist dies, daß der Befehl des Führers überall verstanden worden ist. Rund 55 000 SA.-Sportabzeichen- träger werden heute im Bereich der Gruppe Hessen betreut. 300 SA.-Führer als Prüfer und 1500 $A.-Führer als Lehrberechtigte für das SA.-Sportabzeichen stehen zur Zeit der Gruppe zur Verfügung. Sie erfassen den sich freiwillig meldenden SA- Sportabzeichenbewerber in den Sportabzeichengemeinschaften, die den S2l.-Sttirmen angegliedert sind, und setzen sich so als Beauftragte der SA. für die Vergrößerung ves Kreises von Menschen ein, die den Führer verstanden haben, wenn er auf dem Reichsparteitag 1938 sagte: „Stärkster Geist des Glaubens und des Willens, der Zuversicht und der Beharrlichkeit, über allem die Verantwortung und die Tatkraft, verbunden mit starkem Körper, gesund und schön; so wollen wir unser Volk für die Zukunft a-'ff^Opn. so wollen wik es erziehen und diese 2tufgnbe n’.c aus dem AugL verlieren." Satzung über die Erhebung einerZagd- und FIschereifieuer. Auf Grund von § 3 der Deutschen Gemeindeordnung und Art. 10, Ziff. 3, der Ersten hessischen Verordnung zur Durchführung der Deutschen Gemeindeordnung vom 1. April 1935 (Neg.-Bl. S. 59) sowie von Art. 5 des Gesetzes zur Abänderung des Finanzausgleichs-Ausführungsgesehes vom 1. November 1938 (Neg.-Vl. S. 103) wird auf den nach Beratung mit den Natsherren ergangenen Beschluß des Oberbürgermeisters vom 21. Dezember 1938 mit Genehmigung des Neichsstatthalters in Hessen — Landesregierung — für den Stadtkreis Gießen die folgende Steuerordnung erlassen: ' § 1. 1. Iagdsteuerpflichtig ist jeder, der auf Grundstücken, die im Stadtkreise Gießen gelegen sind, das Iagdrecht ausübt oder die Jagd durch Dritte au£- üben läßt. 2. Mehrere Steuerpflichtige haften als Gesamt- schuldner. Bei der Nutzung einer Jagd im Wege der Verpachtung haftet der Verpächter neben dem Pächter, im Falle der Unterverpachtung haften Verpächter und Pächter neben dem Unterpächter gesamtschuldnerisch für die Entrichtung der Steuer. Gesamtschuldnerisch haften auch die Mitglieder einer Iagdgenossem schäft sowie mehrere Eigentümer oder Nutznießer des Grund und Bodens eines Eigenjagdbezirks. §2. 1. Die Steuer beträgt jährlich: für Inländer 15 v. SS., für Ausländer 60 v. S). des Iagdwertes. 2. Das Steuerjahr beginnt am 1. April und endet mit dem 31. März. §3. 1. Bei verpachteten Jagden gilt als Iagdwert der von dem Pächter auf Grund des Pachtvertrags zu entrichtende Pachtpreis einschließlich der Nebenleistungen, die der Iagdpächter nach Abrede oder Siebung zu"gewähren verpflichtet ist. Macht der Pächter zugunsten des Verpächters freiwillige Aufwendungen, so sind diese als steuerpflichtige Nebenlei- stungen anzusehen, wenn aus der Geringfügigkeit des vertraglich vereinbarten Pachtpreises und der Höhe dssr freiwilligen Leistungen auf die Absicht geschlossen werden kann, die Steuerpflicht zu vermindern. 2. Der Geldwert der Nebenleistungen wird, soweit erforderlich, vom Oberbürgermeister nach Anhörung eines von ihm zu benennenden geeigneten Sachverständigen geschätzt. 3. Bei der Sinterverpachtung einer Jagd gilt der von dem Sinterpächter zu entrichtende Pachtpreis als Iagdwert, wenn er den von dem Pächter zu entrichtenden Pachtpreis übersteigt. Andernfalls ist der von dem Pächter zu entrichtende Pachtpreis als Jagd- wert der Besteuerung zugrunde zu legen. 4. Wird während des Steuerjahres der Pachtpreis für die Jagd erhöht, so erhöht sich, wird er herabgesetzt, so ermäßigt sich die Steuer vom Beginn des Kalendervierteljahres an, in dem die Erhöhung oder Herabsetzung in Kraft tritt, entsprechend. Das gleiche gilt bei einer Erhöhung oder Herabsetzung des Pachtpreises für die Sinterverpachtung. §4. 1. Bei nichtverpachteten Jagden gilt als Iagdwert der Pachtpreis (§ 3, Abs. 1), der pach der Beschaffenheit der Jagd unter Berücksichtigung aller preis- beeinflussenden Simstände gewöhnlich bei einer Verpachtung zu erzielen wäre. Singewöhnliche oder lediglich persönliche Verhältnisse sind nicht zu berücksichtigen. 2. Bei glaubhaftem Nachweis der tatsächlichen Roheinnahme aus einer nichtverpachteten Jagd hat auf Anttag des Steuerpflichtigen diese Noheinnahme als Iagdwert zu gelten. Zu der Noheinnahme gehören insbesondere auch alle Entgelte, die der Iagdaus- übungsberechtigte durch die Erteilung einer Jagderlaubnis (§ 14 des Neichsjagdgesehes) erhält. § 5. Ausnahmsweise kann der in § 4, Abs. 1, bezeichnete Preis auch bei verpachteten Jagden als Iagdwert der Besteuerung zugrunde gelegt werden, wenn der im Vertrage ausbedungene Pachtpreis einschließlich der Nebenleistung offensichtlich niedriger als dieser Preis ist. §6. Die Ausübung der Jagd in nichtverpachteten Jagden des Reichs oder eines Landes sowie auf Grundflächen, die § 6, Abs. 1, des Neichsjagdgesehes vom 3. Juli 1934 (Neichsgefehbl. I S. 549) gemäß einem nichtverpachteten Eigenjagdbezirk des Reichs oder eines Landes angegliedert worden sind, bleibt steuerfrei. §7. 1. Die Steuerpflicht beginnt mit dem ersten Tage desjenigen Kalendervierteljahres, in welchem die Voraussetzung des § 1, Abs. 1, eingetreten ist. Sie endet mit dem letzten Tage desjenigen Kalendervierteljahres, in welchem die Voraussetzung des § 1, Abs. 1, Weggefallen ist. 2. Bei einem Wechsel in der Person des Iagdaus- übungsberechtigten wird die gezahlte Steuer auf die zu zahlende angerechnet, wenn und insoweit die Vorschriften über Anfang und Ende der Steuerpflicht andernfalls eine doppelte Erhebung der Steuer zur Folge haben würden. §8. 1. Der Eintritt der Steuerpflicht sowie alle Veränderungen in den die Steuerpflicht begründenden und die Höhe der Steuer bestimmenden Verhältnisse sind von dem Steuerpflichtigen unter Angabe der für die Veranlagung erheblichen Tatsachen binnen 2 Wochen dem Oberbürgermeister anzuzeigen. 2. Werden die für die Veranlagung der Steuer erheblichen Tatsachen dem Oberbürgermeister aus sein Verlangen nicht innerhalb der von ihm bestimmten Frist mitgeteilt, so hat die Veranlagung aus Grund einer Schätzung zu erfolgen. §9. Die Veranlagung erfolgt durch den Oberbürgermeister mittels schriftlichen Steuerbescheids, bei mehrjähriger Steuerpflicht für jedes Steuerjahr besonders. § 10. 1. Die Steuer ist in zwei gleichen Raten am 1. April und 1. Oktober jeden Jahres im voraus an die Stadtkasse zu zahlen. 2. Steuern, die innerhalb eines Monats nach Fälligkeit nicht bezahlt sind, unterliegen der Beitreibung im Verwaltungszwangsverfahren nach den Bestimmungen des Gesetzes über das Verfahren der Zwangsvollstreckung im Verwaltungswege vom 30. September 1893 (Neg.-Vl. S. 265) und der zugehörigen Verordnung vom 7. März 1894 (Neg.-Bl. S. 63). § 11. 1. Gegen die Heranziehung zur Steuer steht dem Steuerpflichtigen binnen einer Frist von 4 Wochen der Einspruch bei dem Oberbürgermeister, und gegen dessen Entscheidung innerhalb einer Notfrist von einem Monat die Klage im Verwaltungsstreitverfahren zu. Zarah Leander Willi Birgel DER ast To b i s-Wochenschau - Kulturfilm Ufa-Wochenschau Ufa-Kulturfilm Täglich: 4 Uhr, 6 Uhr, 8.30 Uhr — Sonn- und Feiertags: 3 Uhr, 5,30 Uhr, 8.30 Uhr. 8498A Zarah Leander, die mit „Heimat" den unbestritten bedeutendsten schauspielerischen Erfolg des Filmjahres 1938 erzielte. — Willy Birgel, einer der markantesten u. persönlichsten unserer männlichen Darsteller, und Paul Hörbiger, dessen warmherziger Humor immer wieder begeistert. Scherz und Ernst, Liebe und Bauernstolz, alles ist hier in spannender Handlung vereint, interessant gestaltet und ausgezeichnet dargestellt Zwei vergnügte Stunden voll Stimmung, Heiterkeit und Laune! HILDE SESSAK / GUSTAV WALDAU KARL DANN EM ANN Spielleitung: FRITZ SEITZ Gloria s Palast....................- Lichtspielhaus HEUTE FREITAG Beginn unseres Weihnachtsfestprogramrns Ein Tourjansky-Film der Ufa mit PAUL HÖRBIGER / J*ANE TILDEN KARL SCHÖNBÖCK / RUDOLF PLATTE Drehbuch: K G. Külb. Nach dem gleichnamigen Bühnenstück von F. Herczeg. — Spielleitung: V. Tourjansky Ein bezaubernd schöner UFA-Gro&film, der wieder ein grobes Ereignis dieser Spielzeit sein wird! 2. Durch Einspruch und Klage wird die Verpflich- tung zur Zahlung der Iagdsteuer nicht aufgeschoben. § 12. Der Oberbürgermeister kann im Einzelfalle Steuern, deren Einziehung nach Lage der Sache unbillig wäre, ganz oder zum Teil erlassen. § 13. Für das Strafrecht und das Strafverfahren gelten sinngemäß die Vorschriften der Neichsabgabenord- nung mit der Maßgabe, daß an die Stelle des Neichsministers der Finanzen der Neichsstatthalter in Hessen — Landesregierung — tritt. § 14. Die vorstehenden Bedingungen finden sinngemäß Anwendung auf die Berechtigung zur Ausübung der Fischerei in innerhalb Hessens gelegenen Gewässern mit der Maßgabe, daß die Berufsfischer von der Steuer befreit sind. § 15. Diese Steuerordnung tritt mit dem 1. April 1938 in Kraft. [8503C Gießen, den 21. Dezember 1938. Der Oberbürgermeister. Ritter. Steurrkarien 1939. Die Zustellung der Steuerkarten 1939, die durch die Post erfolgte, ist beendet. Soweit Steuerpflichtige Steuerkarten nicht erhalten haben, wollen sie die Ausfertigung im Stadthaus Bergstraße 20, Zimmer Nr. 6, beantragen. Für Personen, die a) nach dem 10. Oktober 1920 geboren sind und b) deren Arbeitslohn 52,— NM. monatlich (12,— NM. wöchentlich) nicht übersteigt, werden Steuerkarten nur auf besonderen Antrag ausgestellt. Bei der genannten Amtsstelle erfolgt auf Antrag des Steuerpflichtigen die AenderUng der Eintragung auf der Steuerkarte, und zwar in folgenden Fällen: 1. Berichtigung von Schreibfehlern oder offenbaren Unrichtigkeiten; 2. Aenderung des Familienstandes (z. B. heirat oder Geburt eines Kindes); 3. Berücksichtigung volljähriger Kinder bis zu 25 Jahren, die auf Kosten des Steuerpflichtigen für einen Beruf ausgebildet werden.^Wen in der Ausbildung befindlichen volljährigen Kindern stehen die volljährigen Kinder gleich, die sich als Arbeitsdienstpflichtige oder Arbeitsdienstfreiwillige (bis zum außerplanmäßigen Truppführer einschließlich) beim Arbeitsdienst oder in der Ausbildung bei der Wehrmacht befinden, solange sie das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. In der Ausbildung bei der Wehrmacht wird angerechnet: Bei Fahnenjunkern bis zum Oberfähnrich einschließlich, bei anderen Wehrmachtsangehörigen bis zum Gefreiten einschließ, lich, bei der Zugehörigkeit zur ^-Verfügungs- truppe bis zum # -Mann einschließlich. 4. Weisen Arbeitnehmer, die nach den Eintragungen aus der Steuerkarte verwitwet oder geschieden sind, aus deren Steuerkarte kein Kind vermerkt ist, und die das 50. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, nach, daß aus ihrer früheren Ehe ein Kind hervorgegangen ist, das nicht Jude ist, so wird auf Antrag auf der Steuerkarte vermerkt: „Gilt für die Lohnsteuer als verheiratet". Das gleiche gilt auch für weib- "che Arbeitnehmer, die ledig, verwitwet oder geschieden sind, das 50. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und auf deren Steuerkarte kein Ktnd vermerkt ist, wenn sie ein Kind geboren haben, das nicht Jude ist. Das gleiche gilt auch für Vollwaisen, die am 10. 10. 1938 vor Beginn des Kalenderjahres das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet hatten und sich in der Berufsausbildung befinden. Mehr Freude an der Natur durch Bermühler-Bücher! Weibliche Arbeitnehmer werden von der Lohnzahlung ab, die auf die Vollendung des 50. Lebensjahres folgt, für die Lohnsteuer als verheiratet behandelt, desgleichen männliche Arbeitnehmer von der Lohnzahlung ab, die auf das 65. Lebensjahr folgt, oder wenn sie nach den Eintragungen auf der Steuerkarte verwitwet oder geschieden sind, von der Lohnzahlung ab, die auf die Vollendung des 50. Lebensjahres folgt. Eine besondere Eintragung auf der Steuerkarte „Gilt für die Lohnsteuer als verheiratet" ist in diesen Fällen nicht erforderlich. Die Eintragung über die Wehrsteuerpflicht auf der Steuerkarte stellt einen formlosen Steuerbescheid i. S. von § 212 der Neichsabgabenordnung dar. Gegen diesen Steuerbescheid steht dem Steuerpflichtigen das Einspruchsrecht zu. Die Einspruchsfrist beträgt einen Monat und beginnt mit dem Tage der Zustellung der Steuerkarte. Auf der Steuerkarte sind auf der 4. Seite die Bestimmungen über die .Höhe der Bürgersteuer usw. angegeben. Mit der Zustellung der Steuerkarte gilt die Bürgersteuer als angefordert. Soweit Anspruch auf Befreiung von der Bürgersteuer besteht, sind Ansprüche im Stadthaus Bergstraße 20, Zimmer Nr. 14, vorzubringen. Es wird noch darauf hingewiesen, daß in Verlust geratene Steuerkarten nur gegen Zahlung von 1,— RM. ersetzt werden. [8501C Gießen, den 21. Dezember 1938. Der Oberbürgermeister. 3. 03.: Vogt. Satzung der Stadt Gießen. Auf Grund des § 3 der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 (NGBl. I S. 49) wird nach Beratung mit den Natsherren und mit Genehmigung des Lerrn Neichsstatthalters in Lessen — Landesregierung — Abt. III folgende Satzung erlassen; § 1. Die Stadtwerke haben für ihre Verkehrsbetriebe an die Stadt Gießen alljährlich eine Konzessions-- abgabe (Wegebenutzungsabgabe) in Löhe von 15 v.L. des Jahresumsatzes (der jährlichen Betriebsroherträge) abzuführen. §2. Diese Satzung tritt mit Rückwirkung vom 1. April 1937 in Kraft. [8502C Gießen, den 21. Dezember 1938. Der Oberbürgermeister. Ritter. Bekanntmachung. Die Erd- und Straßenbauarbeiten für die Straße „Am Philosophenwald" nebst Querstraßen unter der Liebtgshöhe werden hiermit auf Grund der Reichsverdingungsordnung für Bauleistungen öffentlich ausgeschrieben. Die Unterlagen sind ab Samstag, den 24. De- zember 1938 bei uns abzuholen. Die Angebote sind bis Samstag, den 31. Dezember 1938, vorm. 10 Uhr, an das Stadtbauamt Asterweg 9, abzugeben, wo die Oeffnung im Beisein der erschienenen Bieter erfolgt. Zuschlags- und Vindefrist 4 Wochen. [8506D Gießen, den 21. Dezember 1938. Der Oberbürgermeister. Stadtbauamt. I. A.: Gravert. Empfehlungen I Blockstraße 12, Fernruf 2196. WEIN [SPIRITUOSEN Pelzwaren Pelz-Reparaturen billig. 15609D M. Liebler Kreuzplatz 2. Seltene Natururkunden von den Halligen- und vom Wattenmeer, die alle Naturfreunde und Bogeliiebhaber mit Begeisterung lesen und schauen werden: linier MMMiern uJeefMen Beobachtungen und Natururkunden aus d. Dogelwelt d. deutschen Nordseeküste. - Don Eugen Schuhmacher Insgesamt 104 Seiten mit 92 Bildern nach wundervollen Natur« aufnahmen.Sn Leinen gebunden RM. 3.90. Bestellungen nimmt jede Buchhandlung entgegen. Verlangen Sie bitte das ausführliche Werbeblatt. HugoBermühIer Verlag Berlin > Lichterfelde L An beiden Feiertagen nachmittags 4.15 Uhr GroÜe Fremden-Vorsleliung m. ungehürzl.abanriprcgramm KarieateiKfiu? für iHe Feiertage hai äegounen. Sichern Sie sich rechtz. Karten. Sie erhalt.bessere Plätze. Theaterkasse geöffnet: 11-1 und ab 16 Uhr. Sonntags ab 11 Uhr durchgchd. Telefon 3 3654/56 Dee großen Erfolges wegen bis 3 I. Dezember VERLÄNGERT W Täglich SSM? IP Phantastische Ausstattung Sprühende Lebensfreude Herrliche Artistik n der großen artistischen Familien- Drucksachen Verlobungsanzeigen Vermählungsanzeigen bei Brühl, Schulstraße 7 Geburtsanzeigen