Nr. 223 Erstes Blatt Zreitag, 23. September 1938 188. Jahrgang Nachdem den ganzen Donnerstag über in den und Wav- 3U- llfl 1 Die bas liches Militär verübt wiederum Gewalttaten. Bevölkerung erwartet dringend in hoher Not Einschreiten des sudetendeutschen Freikorps. waltung und der ehemalige Gesandte Hugo r e s k a als Minister (Prop^gandaminisier)." Asch, 23. Sept. (DRB.) Aus Friedland wird gemeldet, daß im Laufe des Donnerstag nachmittag das Militär bedeutend verstärkt wurde. Aus'dem gesamten Erzgebirge wird gemeldet, daß man dort erneut Verteidigungslinien einrichtet. Es wurde eine ganze Reihe von neuen Straßensperren errichtet. Dauernd rücken neue tschechische Truppen an. Aus Kellenberg oberhalb veutersreuth rückt tschechisches Militär vor und hat bereits die ganze Grenze wieder beseht, auch gegen Schönbach. Sämt- i der etter. und :ra. itigen nnen, Wirt, n und 1 der ' Tat. n, die erge. irfenb era. iabcir i den An« unqs« teilen, ei den ig, d>g ut Der« dauern, genau ®e« alther, lunbett« n Kurse ist da. Dgischei Minister. Weiter gehören der neuen Regierung der Sektionsches Dr. Joseph Kallus als Finanzminister, Sektionschef Engelbert Schubert als Minister für Schulwesen und Volkskultur, der erste Präsident des Obersten Gerichtes Dr. Wladimir Fajnor als Justizminister, Sektionschef Dr. Jana c e k als Minister für Industrie, handel und Gewerbe, Sektionschef Dr. Heinrich K a m e n i ck y als Eisenbahnminister, Divisionsgeneral Franz Rosal als Minister für öffentliche Arbeiten, Sektionschef Ingenieur Dr. Reich als Landwirtschaftsminisier, Sektionschef Dr. Fritz h o r a k als Minister für soziale Fürsorge, Prof, der Medizin Dr. Stanislav M e n t l als Minister für öffentliches Gesundheitswesen und Körpererziehung, Sektionschef Dr. Dutt o v s k y als Minister für Post und Telegraphie, Sektionschef Dr. Joseph Frier als Minister für Unifizierung der Gesetze und Organisierung der Ver- Männer der 8O5-Staatsverteidigungswache, die aus in aller Eile zusammengewürfelten und uniformierten Elementen, meistens Roter Wehr, bestehen, eröffneten daraufhin das Feuer gegen die Sudetendeutschen, von denen mehrere unter den Kugeln zusammsnbrachen. Bei Großschönau, wo ebenfalls Staatsverteidigungswache überraschend einbrach, um für die Vorgänge des Tages Rache zu nehmen, und am Zollhaus Grottau kam es ebenfalls zu blutigen Gefechten, die nachts noch andauern. Auch in Warnsdorf kam es zu schweren Kämpfen. Die Textilfabrik von Plauert, in der sich die Rote Wehr verschanzt hatte, wurde nach heftigen Kämpfen von den Sudetendeutschen eingenommen. Die Kommunisten schossen den reichsdeutschen Inhaber der Fabrik nieder und verletzten ihn schwer, ebenso den Werkmeister. Der übrige bolschewistische Mob wurde von den Sudetendeutschen festgenommen und ins Rathaus gebracht. Das Warnsdorfer Sanitätsauto wurde derart unter Feuer genommen, daß die Sanitäter auf dem Bauch kriechend sich zu den Schwerverwundeten begeben mußten. Am Zollamtoon Großschönau kam es ebenfalls zu einem Feuergeiecht, wobei ein tschechischer Zollbeamter und ein Warnsdorfer Jungturner getötet wurden. Die Fernsprechverbindung zwischen Reichenberg und Warnsdorf ist unterbrochen. agenlur hervor, daß Demonstrationen und Kundgebungen unter Leitung der kommuni- stischen Partei stattfinden. An einer bolschewistischen Versammlung, unter Vorsitz Gottwalds, hätten nicht nur Vertreter tschechischer bürgerlicher und Linksparteien, sondern auch der General st abschef und der neue Ministerpräsident Sirovy teilgenommen. Sirovy habe erklärt, daß die M ö g l i ch k e i t. e i n e s Krieges in den nächsten Tagen trotz aller gefallenen Entscheidungen nicht ausgeschlossen fei. Der Einfluß der Kommunisten habe sich auch bei der Wiederaufnahme der Arbeit in Prag gezeigt. Bis 14 Uhr hätte der gesamte Geschäftsverkehr und jede Arbeit geruht, da die Massen auf die Straßen gegangen waren. Erst als Gottwald zu dieser Stunde erklärte, daß der Geschäftsgang nicht g e stö r t werden dürfe, waren die Demonstranten wieder zur Arbeit rückgekehrt. Neue Sowjetbombei- auf tschechischen Flugplätzen. di, Jlfr :nt« ser, och» her, der in. iUen N er, •gen und Ritt, ulen Das Sudetenland erneut unter schwerstem tschechischem Terror. Im ganzen Grenzgebiet tschechische Truppen mit Tanks und Panzerwagen im Vormarsch. — In zahlreichen Orten haben blutige Straßenkämpfe bereits viele Todesopfer unter der fudetendeutschen Bevölkerung gefordert. Oer Kabinettswechsel in Prag Verbrämte Militärdiktatur des Bolschewismus. Panzerwagen fuhren dann feuernd weiter nach Warnsdorf hin. Sudetendeutsche Ordner versuchten, durch wagen eine Straßensperre zu errichten und ihren Vormarsch zu verhindern. Sie erwiderten das Feuer. Es kam zu einem heftigen. Gefecht, bei dem es auf beiden Seiten mehrere Tote und Verletzte gab. Die Panzerwagen wendeten dann und fuhren zunächst in Richtung Mittelgrund, wo inzwischen Lastkraftwagen mit Militär eingetroffen waren. Am Friedhof von Riedergrund gerieten Sudetendeutsche in einen hinterhalt. Die Ordner ergriffen die Flucht, muhten aber mehrere Kameraden in dem rasenden Feuer zurücklassen. Durch das Vorgehen des Militärs und der Polizei entwickelten sich auch bei Groß-Schönau, in der Rähe von Schluckenau, ferner bei Kreibih und Zeidler, an der Straße von Rumburg nach Rixdorf, blutige Gefechte. Bei Zeidler versuchte das Militär, die Straßenbrücke zu sprengen. Es^. geriet dabei in einen Streit mit Ortseinwohnern, die die Sprengung zu hindern versuchten, weil ihre Häuser ihre Familien gefährdet worden wären. Die Moskau befiehlt die direkte Aktion. Neuer Kominternchef in Prag. - Zur Sowjetrepublik reif. - Terror soll die Revolution auslösen. V e r l i n, 23. Sept. (DRV.) Der „Zeitungsdienst Graf Reischach" meldet: Rach zuverlässigen Informationen aus Prag hat die Kominternleitung seit zwei Tagen ihre Taktik vollkommen revidiert und sich auf die neugeschaffene Lage um gestellt. Die Prager Sow- jelgesandtschaft hat Anweisung erhalten, an die Kominternfunktionäre folgende Befehle avs- zugeben: Der V o l k s f r o n t g e d a n k e ist grundsätzlich und vollkommen fallen gelassen, weil dieser Gedanke in der Tschecho-Slowakei versagt hat und angesichts der neuen Lage wirkungslos geworden ist. An seine Stelle wird die T a k t i k d e r unmittelbaren Aktion gesetzt. Die Tschecho- Slowakei, so heißt es in den Weisungen weiter, sei längst reif, ein reiner Sowjetstaat zu werden. Durch terroristische Einzelak- t i o n e n , Sprengungen, Bombenanschläge usw., die an allen Stellen der Tschechei Einzelrevolutionen auslösen mühten, sei der Endsieg einzuleiten. Vor allem dürfe an den neuen Grenzen und Bedrohungspunkten Deutschlands nie Ruhe entstehen. Es müsse der Beweis geliefert werden, dah die neue Grenze die kriegerischste Europas sei. . Zum Ehef des neuen Kominterplanes in der Tschecho-Slowakei ist der Moskauer Komintern- funklionär Bolton) ernannt worden, der am Mittwoch in einem Sonderflugzeua von Moskau nach Prag geflogen ist. Wie aus einer weiteren Meldung aus Prag hervorgeht, empfing Staatspräsident Dr. V e n e f ch gestern den berüchtigten Kommunistenhäuptling Clemens G o t t - wald. Der Moskauer Sender verbreitet Rachrichten aus Prag, ans denen deutlich heroor- geht welcher Werl den Versicherungen beizumessen ist daß in der Tschecho-Slowakei angeblich „Ruhe und Ordnung" herrsche, Danach hebt die Sowjet- Oie Kalle. Zu den Vorgängen des Donnerstag und der Nacht zum Freitag schreibt der Deutsche Dienst: Millionen von Deutschen im Sudetenlande hatten am Donnerstagmorgen das beglückende und befreiende Gefühl, nun von der schweren Spannung der letzten Tage erlöst und endlich von der 20jähri- gen tschechischen Knechtschaft befreit zu sein. Als am Donnerstagoormittag in fast allen Grenzbezirken tschechische Polizei, die Grenz- und Zollwachen die Zollgebäude räumten, und mit ihren Familien , und Teilen des Mobiliars in das Landesinnere abfuhren, als weiter auch in den ganzen Grenzorten und sogar in den Städten weiter im Lande die tschechischen Beamten ihren Dienst einstell- t e n, die Behörden schlossen und sich mit ihren Familien und ihrem Besitz in das Landesinnere ergossen, als sogar Gendarmerie und Polizei den Dienst beendeten und kampflos an die sudetendeutschen Ordner übergaben, da hatte das Sudetenland mit Recht das Gefühl, daß die tschechischen Behörden nach dem Beschluß der Prager Regierung zurückgezogen und bis zur Durchführung der Abmachungen über das endgültige Schicksal des Sudetenlandes, diesen endlich die erwünschte Selb st Verwaltung zuteil werden würde. Am Donnerstagmittag herrschte der Eindruck vor, daß ein breiter Grenzstreifen von Schlesien bis Bayern von den Tschechen aufgegeben worden sei. Man bemerkte fast nirgends mehr Soldaten, kaum noch Polizei, Finanzwachen oder Gendarmerie. Singend und mit Fahnen zogen zahlreiche Flüchtlinge aus den unmittelbar an der Grenze liegenden Orten mit Frau und Kindern in die befreite Heimat, in ihre Häuser und Höfe, um e n d - l i ch wieder daheim sein zu können und ihrer Arbeit nachgehen zu können. Im Ueberschwang ihrer Gefühle beflaggten sie festlich die Städte, bekränzten die Häuser, spannten Girlanden über die Straßen. Keinem der zurückgebliebenen tschechischen Beamten geschah ein Leid, obwohl, viele die Bevölkerung in den Jahren vorher und insbesondere in den letzten Monaten gepeinigt und gequält hatten. Das deutsche Volk im Sudetenland war im Gefühl des Bewußtseins einer neu errungenen Freiheit großmütig und schenkte seinen Peinigern und Bedrückern Freiheit und Leben. Ohne Widerstand legten sie ihre Waffen ab, zogen sich in ihre Häuser und Kasernen zurück oder verließen mit ihren Familien ihre Dienstorte, um in ihre tschechische Heimat zurückzufahren. Als die Mittagsstunde des Donnerstags vorbei war, herrschte im ganzen Sudetenland Ordnung und Friede. Ueberall hatten die Sudetendeutschen, Turner und Ordner, den Polizeidienst und den Schutz der Ortschaften übernommen. Niemand kam in diesen Stunden des Glücks und der Freude auf den Gedanken, daß die Zurückziehung der tschechischen Polizei und der Behörden eine § alte sein könne, eine ganz hinterlistige und niederträchtige Falle, um das deutsche Volk im Sudetenland sicher zu machen, zur Bekundung seiner Gefühle zu veranlassen und dann ihm in der Stunde des Niederganges des tschecho-flowakischen Staates noch einmal mit aller Brutalität die sogenannte Staatsautorität zu fühlen zu geben. Man stieß in Asch und Eger, in Falkenau und Grasnitz, in Weitau und Schodow, Teplitz und Tetschen, in Warnsdorf und Rumburg nur auf ungläubige Gesichter, als die Nachricht einging, d i e Tschechen wären auf Befehl der Prager Armeeführer mit großen verstärkten und motorisierten Kolonnen wieder im Anmarsch im sudetendeutschen Gebiet. Man wollte es in der Stunde des Glücks nicht glauben. Man wies diesen Gedanken als lachhaft von sich. So kam die dritte Nachmittagsstunde. Heller Sonnenschein lag über den sudetendeutschen Städten. Plötzlich ertönten schwere Detonationen, bellten Maschinengewehre, dann rasselten Panzerwagen durch die engen Straßen, die von frohen Menschen dicht gefüllt waren. Ihre Maschinengewehre hielten blutige Ernte. Mit einem Schlage war das Bild wie verwandelt. Schreiend und angsterfüllt stürzten die waffenlosen Menschen in ihre Häuser. Die Fensterläden rasselten herunter, Türen wurden in aller Hast verbarrikadiert, schnell wurden die Fahnen eingezogen, denn jedes beflaggte Haus bildete das besondere Ziel der Maschinenqewehr- schützen. Draußen auf den Straßen stöhnten die Verletzten, lagen die Toten in ihrem Blute. Niemand wagte sich hinaus, ihnen zu helfen. Denn immer noch krachten die Schüsse gegen Mauern und Straßenpflaster. Eine halbe Stunde, eine Stunde dauerte der grausige ©pul Dann ging die Fahrt der Panzerwagen weiter, der Grenze entgegen. Mutige Männer fanden sich, die hier und da behelfsmäßige Straßensperren anlegten, um die rasende Vernichtungsfahrt aufzuhalten. Nicht wenige von ihnen bezahlten diesen Mut mit ihrem Blute. Und als die Nacht herankam, da lagen schon mehr als 30 Sudetendeutsche tot auf ihrer Heimaterde, stöhnten unzählige Verwundete in Krankenhäusern, Wohnungsn und Verstecken vor Schmerzen, flammten die Giebel von Dörfern auf und beleuchteten ein Bild des Grauens und derÄernichtung. Ahnungslos dasmajfea* Irautenau, 22. Sept. (DRV.) Auf dem Flugplatz in Pardubitz trafen am Donnerstag 21 sowjetrussische zweimotorige Eindecker ein. Es handelt sich um S ch n e l l b o m - 6 er. Sie haben gelben Anstrich. Die Abzeichen sind unkenntlich gemacht, doch sind sie durch die gelbe Farbe noch zu erkennen. Aus dem hilssslugplah V o h d a n e h sind 18 s o w j e t r u s s i s ch e zwei- motorigeEindecker eingelroffen. In T s ch a s- l a u sind in der Kaserne und im Hotel 2 0 sowjetrussische Fliegerosfiziere unterge- b rächt. Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen DniS und Verlag: SrSHIsche UniverfilSttdruckerei R. Lange in Stehen. Schriftleitung und SefchSftsftelle: Schulstrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Dormittag» Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps., für Textanzeigen üon70mm Breite 50Rpf.,Platzvorschrist nach vorh. Dereinbg. 25°/«, mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rps., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- tu behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B fudetendeutschen Gebieten, wo der Ordnungsund Sicherheitsdienst in den Händen der Sudetendeutschen, zum Teil gemeinsam mit den Organen des tschecho-flowakischen Staates lag, mustergültige Ordnung und Ruhe geherrscht hat, kommen in den Abendstunden überaus beunruhigende Nachrichten aus den Grenzgebieten des Egerlandes. Danach soll die derzeitige Prager Regierung Befehlzummilitä- rischen Entsatz der im Einvernehmen mit den Organen des Staates von den Sudetettdeutschen übernommenen Exekutive gegeben und daoei angedroht haben, daß sie vornehmlich an der rein deutschen Stadt Asch Vergeltung üben wolle. Bereits in den Nachmittagsstunden liefen Meldungen ein, daß an der Strecke Eger—Marienbad bei Kanitz die Eisenbahnbrückezur Sprengung vorbereitet sei und daß an der gleichen Stelle bei Lindau bereits größere Sprengungen vorgenommen werden. Zugleich liefen — allerdings zunächst noch unbestätigte — Gerüchte um, daß die Prager Regierung über das Egerland den Kriegszustand verhängt habe. In Oberlohma vor Franzensbad wurden am Ortseingang 100 Mann tschechisches Militär in voller Ausrüstung mit Hunden und zwei Lastwagen, auf dem Friedhof Oberlohma 50 Soldaten festgestellt. In späterer Stunde hieß es, daß sich diese Soldaten in Richtung auf die tschechische Verteidigungslinie zurückzogen. Gegen 17.30 llhr wurde an den Ordnungs- und Sicherheitsdienst in Eger von tschechischer Seite das Ersuchen gestellt, die Exekutive allein wieder den Tschechen zu Übergeber und die Hakenkreuzfahnen Wieder einzu- ziehen. In der Rähe des Egerer Flugplatzes sollen zwei sudetendeutsche Aerzte von Militär erschossen worden fein. Falkenau gleicht in den Abendstunden bereits einer F e st u n g. Große Truppenverbände, hauptsächlich Panzerwagen und motorisierte MG. - Abteilungen seien in Richtung auf die deutscheGrenze i m A n m a r f ch. Hebet bet Stadt Eger wurde in den späten Rachmittagsstunden ein tschechisches Militärflugzeug gesichtet, das ganz niedrig über Eger hinwegflog, panzerwagenkolonnen drangen in die fudetendeutfche Orte Königsberg, Falkenau, Graslih, Reudek, St. Joachimsthal, Weipert und andere ein. Aus den Panzerautos wurde ohne jede Warnung und Vorankündigung fofort heftiges Maschinengewehrfeuer eröffnet, durch das zahlreiche Straßenpaffanten getroffen wurden. So wurden in herzogen- reuth zwei Personen, sudetendeutsche Ordner, im Ortseingang von Königsberg zwei Männer und eine Frau, auf der Straße von Falkenau nach Zwodau vier sudetendeutsche Ordner, in Graslih drei sudetendeutsche Ordner, in Weipert ein sude- tendeutscher Musiker e r s ch o f s e n. Bei Oberlohma wurden zwei sudetendeutsche Ordner und eine Frau durch Schüsse aus Panzerwagen ermordet. Das sind 16 Blutopfer in drei Stunden nur allein im Bezirk des Egerlandes. Donnerstag früh waren im gesamten Nurnbu^er und Warnsdorfer Gebiet, nachdem die tschechischen Behörden die Arbeit eingestellt und teilweise in Richtung Böhmisch-Leipa abgezogen waren, von der Bevölkerung Hakenkreuzfahnen gehißt und die S t r a ß en fe st lich geschmückt worden, Gegen 17 Uhr wurde bekannt, daß auf der Straße von Böhmisch-Leipa her Militär in Lastkraftwagen und mit Panzerwagen gegen Warnsdorf und Rumburg im Anmarsch sei. Die Bevölkerung befürchtete einen v schweren Racheakt und brachte sich zum Teil in eiliger Flucht auf reichsdeutsches G e - bist in Sicherheit. Roch während man dabei war, die Fahnen einzuziehen und den häuserschmuck in aller Eile zu entfernen, erschienen plötzlich in den Orten Mittelgrund und Riedergrund Panzerwagen, die, aus Maschinengewehren feuernd, die Straßen entlang fuhren. Die entsetzte Bevölkerung versuchte sofort, sich in den Häusern in Sicherheit zu bringen. Trotzdem wurden in Riedergrund mehrere Personen getroffen und brachen blutend zusammen. Die Die Mmsterliste. Prag, 23. Sept. (DRB.) Das Kabinett h o d z a ist Donnerstag mittag zurückgetreten und durch eine Regierung Sirovy erseht worden. Die amtliche Mitteilung des tschecho-flowakischen Pressebüros zur Kabinettsbildung lautet: „Der Präsident der Republik hat durch Handschreiben General Sirovy zum Vorsitzenden ber Regierung ernannt und gleichzeitig mit der Leitung des Ministeriums für nationale Verteidigung betraut. Gleichzeitig wurden der Vorsitzende des Wehrausschusses der Organisation für Körpererziehung Dr. med. Stanislav B u - kovs ky und der Primator der Hauptstadt Prag Dr. Peter Zenkl zu Ministern ernannt. Der außerordentliche Gesandte und Bevollmächtigte Minister Dr. K r o f t a wurde wieder zum Minister der Auswärtigen Angelegenheiten ernännt, und der Landespräsident E z e r n y zum Innen- krschetni tflgltd), nutzer Sonntag» und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle monat$«8e$ngspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illusttierte , 1.80 Zustellgebühr , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: granlfurt am Main 11686 3115 | Grohhai Lj ■eisgebieii- Hl nehl Xi 85, WIM 20 (KrM ft 12 22,45, M R19 2^11 ihittermeh II ),90, BJ| ifleie yjl YN910ZII r _ Wie- ' mit StW I V) Wn'J tu 5,80 t’1*] 2,80, Wj ,0 bis V« ■ und 9C,''I en, 7.00 bi5 iy. ruhig- l ber'A) 1J uftneb- Kühe, sA * 35 bis 4J-1 22 n SÄ hainmel i h fi- Ml kpE- JÄ fei «I ® w I i?r. t I l«r k ; it«"’ jt ■ j?n, M che in btn aufbin. iruchM- ^ebenen rrheölich noglid)« e noch 1 Dom leiten* ieffei* lüe Karmm itn, auch ichir bie- ilitf noch n prafti» im »ju M Im baA* fönnit. imert ■ ;w. ' >■<. TM -L: f $ ML f»ff' >' < '•< V!» -"; M-vW w. 'M ■ g 1 - .<• 1 Das Babanque-Kabinett in Prag. lose Volk in die Falle der Tschechen gegangen. In ihrem Ingrimm und in ihrer ohnmächtigen Wut rafften hier und da Bauern und Arbeiter die wenigen Waffen zusammen, deren sie habhaft werden konnten, um gegen die hussitischen Mordbrenner Widerstand zu leisten, solange sie konnten, um die Heimaterde so teuer wie möglich zu verkaufen. So kam es zu den n ä ch t l i ch e n Gefechten. Und zu der Stunde, da diese Zeilen geschrieben werden, peitschen noch immer die Schüsse durch ba£ Dunkel der Nacht, bellen die Maschinengewehre, fallen die Sprengstücke an Straßenbrücken und Eisenbahnen. Blutig steht vor dem Gesicht des sudetendeutschen Volkes der März 1919 auf. Soll er sich noch einmal wiederholen? In Prag hetzt Moskau zum Kriege. Schon hat Moskaus Vertrauensmann Syrovy die Regierung übernommen. Diese Bluttat ist s e i n e e r st e T a t. Der Plan zu ihr ist in Moskau entstanden, nicht in Prag. Denn Moskau fürchtet die Einigung, fürchtet die friedliche Lösung. Moskauwillden Konflikt in der Hoffnung, doch noch die Welt in Brand stecken und das Ziel der Komintern erreichen zu können: die W e l t r e v o l u t i o n. Aber das deutsche Volk im Sudetenland weiß, daß der Führer es niemals im Stich lassen wird. Der sudetendeutsche Abgeordnete S a n d n e r verkündete vor wenigen Tagen über alle deutschen Sender das Gesetz des deutschen Volkes im Sudetenland: „Auge um Auge, Zahn um Zahn"! Für jeden gefallenen Deutschen bürgen zehn Tschechen. Das deutsche Volk in Sudetenland weiß, daß deutsches Blut niemals mehr umsonst vergossen sein wird, und daß aus dem Blut die Freiheit erwächst. Mit tiefer Trauer, aber zugleich auch mit eiserner Entschlossenheit, ihren Tod zu rächen und keine Minute zu ruhen im Kampf um die Heimat, steht das Sudetendeutschtum an der Bahre der Toten dieser Nacht. Das sudetendeutsche Volk bleibt in den Schicksalsstunden eingedenk der Strophen des Egerländer Marsches: Wenn Tod, Verderben um uns ringt, Kein Leben unsre Brust durchdringt, Wir drängen vor und weichen nicht, Wir fallen nach erfüllter Pflicht. Wenn Lorbeer dann die Fahne ziert. Dir, Herr, der beste Dank gebührt, Dich preisen wir und schwören aufs neu. Daß wir dem alten Wahlspruch treu: Und wenn die Welt voll Teufel wär,' Wir folgen dir zu Ruhm und Ehr. Der Slbreckensrus: „Die Hussiten kommen". Eine neue Flüchtlingswelle ergießt sich ins Reich. D r e s d e n. 23. Sept. (DNB.) Die Vorgänge am Donnerstagabend und in der Nacht zum Freitag und der Schreckensruf: „Die Hussiten kommen!" haben eine neue Flüchttingswelle ins Reich ausgetöst. Fast alle Familien, die am Don- nerstag in ihre unmittelbar an der Grenze gelegenen heimaiorle zurückgekehrt waren, überschritten, aufs höchste erschreckt, und mit Tränen in den Augen, verfolgt von Gendarmerie und Roter Wehr, erneut die Reichsgrenze. Ihnen folgte ein Flüchllingsstrom aus den weiter im Lande gelegenen Orten. Während der Nacht herrschte in den Auffanglagern der Grenzorte im Erzgebirge in der Nähe von Eger und in der Gegend von Zittau lebhafter Verkehr. Stunde um Stunde kommen Hunderte von Flüchtlingen an, ganze Familien, dazwischen eine ganze Reihe von V erwundeten undWihhan- dellen. Ihnen allen steht noch die Angst der letzten Stunden im Gesicht geschrieben, die durch die sinnlosen Schießereien der zurückkehrenden Tschechen hervorgerufen wurde. In der Zeit von Donnerstag, 16 Uhr, bis Freitag, früh um 2 Uhr, haben bereits 9000 Flüchtlinge die Durchgangslager an den Grenzen aufgesucht und um Hilfe und Unterkunft gebeten. Eisenbahnstrecke Zittau - Reichenberg gesprengt. Zittau, 23. Sept. (DNB.) Wie die „Zittauer Morgenzeitung" berichtet, ist das Eisenbahngleis der dem Deulschen Reich gehörenden Eisenbahn- slrecke von Zitlau nach Reichenberg unmittelbar jenseits der Grenze hinter dem Einfahrtsignal des Bahnhofes Groltau von den Tschechen gesprengt worden. Auch aus dem Ort Grottau wurden zahlreiche Detonationen vernommen, die auf Sprengungen schließen lassen. Standrechtlich erschossen. Sudetendeutsche Turner von tschechischer Soldateska hingemordet. Löbau (Sachsen), 22. Sept. (DNB.) In dem deutschen Grenzort Ebersbach trafen in erschöpftem Zustande mit erheblichen Schußverletzungen vier Jungarbeiter ein, die der sudetendeutschen Turnerschaft angehören. Sie sagten, daß sie mit zwölf weiteren Kameraden den Versuch gemacht hätten, von Schönlinde nach Rumburg zu gelangen. Der Weg führt durch das Schöbergebiet, wo sich eine tschechische Befestigungslinie mit zahlreichen Betontürmen befindet. Sie seien dort i n e i n e n Hintexhalt geraten und von drei Seiten zugleich beschossen worden. Da sie nur wenige Schußwaffen und fast keine Munition hatten, hätten sie schon nach kurzer Zeit das Feuer einstellen und sich ergeben müssen. Tschechen in der Uniform der Staatsverteidigungswache hätten sie daraufhin in ein Befestigungswerk eskortiert und sie zu zwei und zwei zusammengebunden. Es sei ihnen dann erklärt worden, daß sie innerhalb einer Stunde standrechtlich erschossen würden, weil sie mit der Waffe in der Hand angetroffen worden seien. In der Abenddämmerung habe man sie in Gruppen zu je vier aus dem Bunker auf eine Waldlichtung geführt, wo ein Kommando von Tschechen mit schußbereiten Gewehren gestanden habe. Einer der Jungturner schilderte, daß er und seine Kameraden als dritte Gruppe aus dem Bunker geführt worden feien. Bevor man sie herausgeführt habe, hätten sie draußen zwei Salven gehört. Sie hätten sich sofort nach Verlassen des Bunkers losgerissen und in Richtung auf den Wald die Flucht ergriffen. Don ihren Kameraden hätten sie nichts mehr gesehen. Man habe sofort hinter ihnen hergeschossen und zwei von ihnen durch Streifschüsse verletzt. DNB. 23. Sept. Zur tschechischen Regierpngsneu- bildung teilt die Pressestelle der SDP. mit: Die Betrauung des Generals Sirovy durch Präsident Benesch ist wohl der letzte Versuch, die hussitischen Instinkte des tschechischen Volkes noch einmal zur Siedehitze zu treiben, i Schon dadurch, daß Sirovy, der ein Auge bei dem Raubzug der tschechischen Legionen durch Rußland 1918 verloren hat, eine schwarze Binde trägt, bedeutet für die Tschechen eine Erinnerung an ihren Nationalhelden, den hussitischen Räuberhauptmann Zizka aus Trocnov, der durch seine bestialischen Gewalttaten berühmt wurde. Sirovy hat es immer verstanden, sich durch diese äußere Ähnlichkeit mit Zizka Popularität zu erhaschen. Die Tatsache ferner, daß -der Regierung ein eigenes ExeTu - tivkomitee, bestehend aus Sirovy, dem «a- kolobmann Bukowsky und dem Prager Oberbürgermeister Z e n k l vorangestellt wird, beweist, daß die eigentliche Gewalt in den Händen dieses Triumvirates liegt, während die übrigen Zivilminister meist der Beamtenschaft entstammen und nur verwaltungsmäßig untergeordnete Aufgaben zu erfüllen haben. Die Militärdiktatur, die sich in diesem Triumvirat offenbart, wird schon dadurch augenfällig, daß der verfassungsmäßige Weg der Vorstellung der neuen Regierung im Parlament nicht beschritten wird, ferner, daß dem scheidenden Ministerpräsidenten H o d z a sowie den agrarischen Ministern in den offiziellen Verlautbarungen keine der sonst üblichen Anerkennungen zugedacht wird. Offenbar soll die Schuld an der Entwicklung vor dem Volke auf die Häupter Hodzas und seiner agrarischen Parteigenossen abgewälzt werden. Das Aus- Godesberg, 22. Sept. (DNB.) Mit dem Führer trafen Reichsaußenminister von Ribbentrop, Reichsminister Dr. Goebbels, Reichspressechef Dr. Dietrich, Reichsführer ff Himmler, die Reichsleiter Bormann und B o u h l e r, ff - Gruppenführer Schaub und Staatssekretär Hasike in Godesberg ein. Der Führer wurde auf dem Bahnhof von den Gauleitern Grvh 6 und Terboven, dem Chef des Protokolls Gesandten Frhr. von Dörnberg, General- Major Bodenschatz, ff - Obergruppenführer Weitzel und SA. - Obergruppenführer Kn ick - m q n n begrüßt und schritt dann unter den Klängen des Präsentievmarsches die Ehrenkompanie der Reichsluftwaffe und der ff-Leibstandarte Adolf Hitler ab. Eine Woge stürmischer Begeisterung gab dem Führer das Geleit durch die Stadt bis zum Rheinhotel Dreefen, wo ihn der Trommelwirbel der Ehrenwache begrüßte. Der britische Premierminister Neville Chamberlain ist um 13.53 Uhr zusammen mit Reichs- außemnmister von Ribbentrop im Kraftwagen, von Köln kommend, auf dem Petersberg eingetrof- fen und im Kurhotel abgestiegen, während der Poften der ff^Standarte „Brandenburg" präsentierte und die Trommelwirbel des Spielmannszuges ertönten. Die Menschenmenge bereitete Chamberlain vor dem Hotel freundliche Willkommenskundgebungen, für die der Premierminister nach allen Seiten hin lächelnd dankte. Er begab sich dann in das Hotel. Chamberlain, der einen außerordentlich frischen Eindruck machte, erklärte nach seiner Ankunft, daß sein Flug sehr interessant und vom besten Wetter begünstigt gewesen sei. „Sehr beeindruckt", so sagte er bann, „hat es mich wieder, wie herzlich die deutsche Bevölkerung mich bewillkommnet hat. Diese Kundgebung der Bevölkerung haben mich sehr erfreut." Der Premierminister mit seinen Mitarbeitern (raf bann, geleitet vom Ehef des Protokolls, Gesandten Freiherrn von Dörnberg, um 16 Uhr im Rheinholet Dreeseu in Godesberg ein. Der Führer empfing seinen britischen Gast am Eingang des Hotels scheiden der agrarischen Minister bedeutet ferner das Fallenlassen auch der letzten Reserve gegenüber den bolschewistischen Einflüssen. Es ist bekannt, daß die agrarischen Kabinettsmitglieder die einzigen waren, die die Bedenken äußerten, den Staat vollends dem bolschewistischen Einfluß zu überantworten. Ursprünglich sollte nach den Plänen und den amtlichen Prager Meldungen eine allnationale Regierung mit Einschluß der Slowakischen Volkspa r t e i gebildet werden. Da die Beiziehung der Slowaken'n i ch t gelungen ist und die Slowakische Dolkspartei auf ihrem Beschluß beharrte, eine grundsätzliche Lösung der slowakischen Frage fordern zu müssen, blieb Benesch nichts anderes übrig, als zu einer auf dem Bolschewismus gestützten Militärdiktatur zu greifen. Die erste Handlung des Kabinetts Sirovy erfolgte bereits, als es noch nicht offiziell eingesetzt war, und zwar dadurch, daß man neue Truppenmassen in die s u d e t e n d e u t s ch e n Gebiete oorschickte, im Rundfunk erklärte, d t e Grenzen verteidigen zu wollen und auf diese Weise kund gab, daß sich Sirovy keineswegs an die England und Frankreich gemachten Zusagen des Kabinetts Hodza zu halten wünscht. Zahllose Tote und Verwundete kennzeichnen den Amtsantritt des sibirischen Räuberhauptmanns Sirovy. Sein Kabinett steht unter der Devise — Gewalt um jeden Preis. Man nannte das Kabinett in Prag bereits offen das Dabanque-Kabinett einer verzweifelten Gruppe von Desperados. und geleitete ihn in bas im ersten Stock gelegene Konferenzzimmer. Sobann wurden bie genau vor einer Woche auf bem Obersalzberg begonnenen Besprechungen zwischen Aböls Hiller unb bem britischen Premierminister wieberaufgenommen. Die heutigen Besprechungen waren um 19.15 Uhr beenbet. Sie werben am Freitagvormittag fortgesetzt. Der Führer verabschiebete sich in bet Hotelhalle von seinem britischen Gast, wahrend Reichsauhenminister von Ribbentrop ben Premierminister bis an ben mit ben beutschen unb britischen Flaggen geschmückten Kraftwagen begleitete. Chamberlain kehrte wieder auf dem gleichen Wege auf den Petersberg zurück. Auf der Rheinpromenade harrten noch Tausende, die die Rückfahrt des britischen Premierministers mit freundlicher Anteilnahme begleiteten. Der britische Staatsmann bestieg wieder die Fähre, die ihn über den Rhein brachte, auf dem in der Dunkelheit die grünen und roten Positionslampen vieler Rheinschiffe aufleuchten. Von Ober-Dollendorf aus, auf dem rechten Rhemufer, fuhr Chamberlain im Kraftwagen über die herrliche Autostraße auf den Petersberg, wo jetzt die vielen Lichter der zahlreichen Häuser in der Dunkelheit aufleuchteten. Die Zuschauermenge vor dem Hotel hatte geduldig bis zur Rückkehr Chamberlains ausgeharrt und bereitete ihm einen herzlichen Empfang. Die Hotelgäste in der Hotelhalle, die Journalisten und die vor wenigen Stunden hier im Hotel getraute Braut, die im Brautschleier und Brautkranz am Arm ihres Bräutigams von der Hochzeitsgesellschaft hierhergeeilt war, um Chamberlain zu sehen, das ganze versammelte Hotelpublikum bereitete dem britischen Gast einen herzlichen Willkom- mengruß. Im angeregten Gespräch mit einem englischen Journalisten schritt Chamberlain, dankend für die Ovationen, geleitet vom Ches des Protokolls, Gesandten Freiherrn von Dörnberg, durch die Halle zum ersten Stock in seine Zimmer. den Deutschen mit ebenso stürmischen Hochrusen empfangen worden, wie sie Chamberlain in England zuteil werde. Im Leitartikel sagt die „Times", es sei jetzt klar, daß die Besprechungen zumindest einen guten Anfang genommen hätten. Das Blatt betont alsdann mit deutlicher Anspielung auf die Tschechen, daß Ruhe undZurückhaltung arnPlatze eien mehr denn je. Mit seltener Festigkeit wendet ich die sonst in dieser Beziehung sehr zurückhaltende „Times" gegen diejenigen, die Chamberlain -kritisie- ren, die ßabour Party, die Liberalen Churchill und Eden. Für jeden Kenner Europas sei es eine altbekannte Wahrheit, daß es ohne Revision keinen Frieden geben könne. Seit 1919 hätten alle Liberalen und Labour-Redner in England diese Wahrheit verkündet. In jeder Entschließung der La- ' bour-Party sei sie zum Ausdruck gekommen, sie sei im Friedensprogramm der Liberalen niedergelegt. Diese Binsenwahrheit habe heute erhöhte Geltung. Sie sei jetzt im Falle der Tschecho-Slowakei unter Beweis gestellt worden, denn auf ein wirklich von Natur aus zusammenhängendes Land würde auch nicht der geringste Druck Erfolg gehabt haben. Gerade diesen Augenblick hätten die Kritikaster Chamberlains gewählt, um den Revisionsprozeß zu verwerfen, indem sie behaupten, es fei falsch, die Nazis durch Zugeständnisse zu ermutigen, die man nicht einmal dem republikanischen Deutschland gemacht habe. Die Demokratie wolle also d i e Gewalt der Vernunft vorziehen und so den letzten Versuch ungetan lassen, um die Fehler von 1919 zur Ursache eines Krieges von 1938 werden zu lassen. Die Oppositionsführer sollten erklären, ob und wie ein allgemeiner Krieg die Tschecho-Slowakei retten würde. Welche Ziele sie verfolgten, wenn England, Frankreich und Sowjetrußland als eine „demokratische Front" zusammenstehen wollten, und warum die Sudetendeutschen in einem demokratischen Kriege gegen Deutschland eingesetzt werden sollten. Bisher aber hätten diese Kritiker noch kein Wort der Erklärung hierfür gegeben. Auch Churchill scheine vergessen zu haben, daß er einer der ersten gewesen sei, die durch ihre Vorschlag für all die tragische Verwicklung verantwortlich seien. Churchill habe früher einmal geschrieben, daß im Zeitalter des Nationalismus die völkischen oder Sprachgrenzen allein als strategische Grenzen in Frage kämen. Jetzt aber hänge nach Ansicht Churchills, die Demokratie von künstlichen Grenzen ab. Deutsche Frontkämpferabordnung in England. London, 22. Sept. (Europapreß.) Auf Ein- ladung der englischen Frontkämpfervereinigung British Legion trafen 800 deutsche Frontkämpfer mit dem Dampfer „Monte Pasquale" auf der Themse ein. Die deutsche Abordnung steht unter der Führung des Präsidenten der Vereinigung der deutschen Frontkämpferverbände, Herzog von Coburg-Gotha, und des Reichskriegsopferführers D b e r Li n b o b e r. Zur Begrüßung hatten sich der Präsident der British Legion, Sir Frederic Maurice, und Major Sir Francis Fetherstone -Godley, sowie der Geschäftsträger der deutschen Botschaft, Dr. K o rd t, und Mitglieder der deutschen Kolonie eingefunden. In den Begrüßungsreden, die von englischer unb deutscher Seite gehalten wurden, kam immer wieder der gemeinsame Wunsch der Frontkämpfer nach einem wirklichen Frieden zum Ausdruck. Der Herzog von Coburg-Gotha und der Präsident der British Legion wiesen auf die Bedeutung der Zusammenkunft zwischen dem englischen Ministerpräsidenten Chamberlain unb bem Führer hin, bie dazu beitragen möge, nicht nur das Verhältnis zwischen Deutschland und England enger zu gestalten, sondern auch ein Beitrag zur Aufrechterhaltung des Weltfriedens fein möge. Nach ben Begrüßungsreden waren die erschienenen englischen Frontkämpfer Gäste der deutschen Frontkämpfer bei einem Frühstück an Bord der „Monte Pasquale". Bei dieser Gelegenheit wurden Trink- prüche auf ben König von Englanb unb auf den Führer unb Reichskanzler ausgebracht. Im Anschluß an bas Frühstück begaben sich die Frontkämpfer zum Westminster-Pier, worauf in der Westminster Hall ein Empfang der deutschen Frontkämpferabordnung durch die englische Regierung statt- fanb. Verteidigungsminister Sir Thomas I n s k i p unb Kolonialminister Malcolm Ma cbonald hießen die deutschen Frontkämpfer in London herzlich willkommen. Sir Thomas Jnskip gab der Hoffnung Ausdruck, daß der F r i e de erhalten bleiben möge und vor allem die beiden großen Nationen Deutschland unb Englanb einander näherkommen mochten. — Ferner ist ein Empfang durch die Deutsche Botschaft vorgesehen. Die Stadt London wirb die deutsche Abordnung offiziell begrüßen. Anschließend folgt eine feierliche Kranzniederlegung am Kenotaph unter Beteiligung einer Ehrenabordnung der British Legion von 800 Mann mit Fahnen, und ein Empfang durch General Sir John H a m i l to n, der kürzlich in Deutschland weilte und auch vom Führer empfangen wurde. Ungarischer Schritt in Prag. Budapest, 22. Sept. (DNB.) Das Ungarische Telegramm-Korrespondenz-Büro meldet: Die ungarische Regierung hat in den jüngsten Wochen, gestützt auf alte, bewährte Freundschaft, die Aufmerksamkeit Italiens, Deutschlands und Polens auf die Lage der ungarischen Nationalität in der Tschecho-Slowakei gelenkt und um die diplomatische Unterstützung der Regierung dieser Länder ersucht für den Fall, daß die tschecho-slowakische Nationalitätenfrage zur Losung gelangt. Gleichzeitig hat sie bei der Londoner und bei der Pariser Regierung Schritte unternommen, in denen sie betonte, daß sie unbedingt damit rechne, daß zum Nachteil der ungarischen Minderheit in der Tschecho-Slowakei andere Minderheiten eine einseitige Begünstigung nicht erhalten werden. Am Donnerstagfrüh hat der königlich ungarische Gesandte in P r a g die Aufmerksamkeit der tschecha* slowakischen Regierung darauf gelenkt, daß Ungarn bei der völligen Lösung des deutschen Problem^ eine identische Behandlung für die ungarische Nationalität erwarte. Außenminister K r o f t a nahm bie Note mit bem Bemerken entgegen, er werde seine Regierung unverzüglich verständigen. Er bemerkte gleichzeitig, die polnische Regierung habe Mittwoch abend einen ähnlichen Schritt bei dem Staatssekretär für Auswärtiges in Prag unternommen. Chamberlains Ankunst in Köln Unser Bild zeigt Chamberlain und Reichsauhenminister von Ribbentrop auf dem Kölner Flughafen. (Scherl-Bilderdienst-M.) Das Echo in London. Die englische Presse über die herzliche Aufnahme Chamberlains in Godesberg. London, 23. Sept. (Funkspruch.) Chamberlains Ankunft unb seine Aufnahme in Godesberg, sowie seine Besprechungen mit dem Führer stehen heute im Vordergrund der Berichterstattung der Londoner Blätter. Alle heben in ihren Sonderbe- richten hervor, mit welcher Herzlichkeit der britische Premierminister nicht nur vom deutschen Volk, sondern auch insbesondere vom Führer und Reichskanzler begrüßt wurde. So heißt es im Godesberger Bericht der „Times", der Führer habe seinen Gast in der freundlichsten Weise empfangen. Er habe ihn beim Arm genommen unb habe ihn persönlich in seine Räume geleitet. Im Bericht des „Daily Telegraph" heißt es, Hitler habe Chamberlains Hände ergriffen und sie so herzlich geschüttelt, wie es der Führer nur bei seinen intimsten Freunden zu tun pflege. Selbst Vernon Bartlett, der für bie liberale „News Chronicle" nach Godesberg gefahren ist, unb ber bestimmt nicht im Rufe eines Deutschenfreundes steht, schildert in anerkennenden Worten ben Empfang Chamberlains, aber auch bes Führers in Godesberg. Ward Price schreibt in der „Daily Mail", Chamberlain sei von Die Besprechung in Godesberg wird heute sortgesührt. arfchau demonstriert für Revision. „Polen zu allen Opfern bereif/' gegründet worden, um, wie es tn einer halbamtlichen Verlautbarung heißt, von Worten zu Taten überzugehen. Oie Slowaken warten ab. Warschau, 22. Sept. (DRV.) Die zahlreichen Kundgebungen für die Befreiung der polnischen Dolkszugehörigen in der Tschecho-Slowakei erreiche ten ihren Höhepunkt in der polnischen Hauptstadt. Dort fanden sich auf dem Mar- schall-Pilsudski-Platz weit über 100000 Personen aus allen Schichten der Bevölkerung zusammen. Der Vorsitzende des Hauptvorstandes des Hilfsvereins für die Polen im Ausland, Dizever- tehrsminister P i a s e ck i, erklärte unter stürmischen Beifallsrufen der riesigen Menge, die ganze Welt solle wissen, daß das Schicksal der Brüder in der Tschecho-Slowakei das aller Polen ist. Ihre Zukunft werde die Zukunft aller Polen sein. Eine Entschließung besagte, das polnische Volk warte auf den Befehl Marschall Rydz-Smi- g l y s und sei bereit, sich ihm zu unterstellen, b e - reit zu allen Opfern, um die Rückkehr der Pol^p in der Tschecho-Slowakei zu verwirklichen. Anschließend begaben sich die Teilnehmer in einem viele Kilometer langen Zug vor das Generalinspek- lorat, dem Amtssitz Marschall Rydz-Smiglys.. Hier brachten sie in stürmischer Weise ihre Bereitschaft zum Ausdruck, sich unter seinem Befehl aktiv für die Befreiung der Polen in der Tschecho-Slowakei einzusetzen. Marschall Rydz-Smigly dankte den Versammelten. Die Kundgeber begaben sich dann noch vor die ungarische Gesandtschaft, wo den freundschaftlichen Gefühlen für die ungarische Nation Ausdruck gegeben wurde. Vor der tschechischen Gesandtschaft kam es zu stürmischen Protestkundgebungen. Prag hielt keine Versprechungen. Der diplomatische Schritt Polens. Warschau, 22. Sept. (DNB.) Zu dem von der polnischen Regierung in Prag, London und Paris unternommenen Schritt, der die Vereinigung des Gebietes der polnischen Volksgruppe in der Tschechei mit dem polnischen Staat anstrebt, erklärt das polnische Außenamt, daß die polnische Regierung seit den von der Botschafterkonferenz 1929 sanktionierten tschechischen Ueberfällen auf polnisches Gebiet mit allen legalen Mitteln danach gestrebt habe, für die polnische Be- völkerung in der Tscheche: normale Bedingungen hinsichtlich ihrer kulturellen und der ihnen 'zukommenden Rechte sicherzustellen. Aber keine Versprechungen und kein Vertrag, der über diese Frage geschlossen wurde, sei von der tschecho-slowakischen Regierung gehalten worden. Trotzdem habe die polnische Regierung mit Ruhe und Maß lediglich den berechtigten und elementaren Grundsatz verteidigt- daß der Pole, auch wenn er Bürger eines anderen Staates ist, in seinen Rechten und Existenzgrundlagen nicht einfach deswegen eingeschränkt werden dürfe, weil er Pole sei. Die Anteilnahme der Regierung und der polnischen öffentlichen Meinung an dem Schicksal der Polen in der Tscheche! sei um so größer gewesen, ^xeT. um eine geschlossene auto. ° etD 0 J f G r u n 9 * 9 r u P P e handelt, oie seit Jahrhunderten auf diesem urpolnischen Boden wohne. In der Verlautbarung wird dann bedauert, daß oie polnischen Forderungen in der Londoner Besprechung nicht genügend berücksichtigt worden seien. Die heute in Mitteleuropa bestehende Krise werde oue Kräfte zur Lösung der Lage für die Zukunft uek)inen. Diese Bemühungen werden nicht gelingen, wenn die berechtigte Forderung der Selbtbestimmung nicht allen bedeutenden Volksgruppen innerhalb des tschecho-slowakischen Staats-, oerbandes gegenüber angewandt wird. Diese Krise könne ebenfalls nicht ohne Mitarbeit sämtlicher Staaten gelöst werden, die uralte wohlbegründete Rechte und Forderungen auf diesen Teil Europas haben. Auch ein polnisches Freikorps gegründet Warschau, 23. Sept. (DNB.) In Warschau ist Donnerstag ein Freikorps zumKampf um die Befreiung der Polen in der Tschecho- Slowakei gegründet worden. Dieses polnische Freikorps, dessen Werbebüro sich in Warschau befindet, ist von dem Warschauer Bezirk des Ober» schlesischen Aufständischenverbandes Prag, 22. Sept. (DNB.) Mit großem Inter- esst verfolgt man in Prag die Haltung der ungarischen und der slowakischen Minderheiten. An der gestrigen Abendsitzung der H l i n k a - P a r t e i nahmen auch zwei Führer der ungarischen Minderheit teil. Es wurden in dieser Sitzung aber noch keinerlei Beschlüsse gefaßt. Den Slowaken wurden drei Vorschläge unterbreitet, und zwar bemühen sich die Tschechen, die Polen und die Ungarn um sie. Vorläufig wollen die Slowaken abwarten. . Oas Kabinett Oaladier. Puris, 22. Sept. (Europapreß.) Der französische Außenminister Bonnet empfing am Donnerstag-1 nachmittag den sowjetrussischen Botschaster S u r i tz, > mit dem er eine längere Aussprache hatte. — Die beiden Minister Paul Reynaud und Mandel,s die der politischen Rechten nahestehen, hatten am i Donnerstagnachmittag eine mehr als einstündige Unterredung mit dem Ministerpräsidenten Dala = | hier über die französische Außenpolitik. Sie er-> klärten nach dem Verlassen des Kriegsministeriums,! alle Gerüchte über eine bevorstehende Kabinetts-! kriseseienfalsch, ebenso die ihnenchmtergescho- benen Rücktrittsabsichten. Eine gleichlautende Erklärung gab Ministerpräsident Dalädier ab. Oie Legende der tschechischen Legionen Oie Armee der lleberläufer auf ihrem Zug durch Sibirien 1918/20. in. Vorn Dezember 1919 bis zum Februar 1920 vollendet sich nun in Irkutsk, 100 Kilometer westlich vom Baikalsee, die Tragödie des weißrussischen Heeres, gipfelnd in einem zweifachen weiteren Verrat der Tschechen an Koltschak und in dem Raub eines großen Teiles des russischen Staatsschatzes. Die Tschechen brauchen die Koltschaktruppen als Rückzugsdeckung nicht mehr. Im Gegenteil, sie sind durchaus unerwünscht. Von Irkutsk aus gedenkt man in beschleunigtem Tempo nach Wladiwostok zu fahren, die wohnlich eingerichteten Züge der Tschechen sind mit überreicher Beute angefüllt, mehr kann man nicht mitnehmen. Keinesfalls aber wird man sich einen so fetten Happen wie das russische Staatsgold entgehen lassen, das Admiral Koltschak gerade in seinem eigenen Sonderzuge unter leider nur schwacher Bedeckung vor den Bolschewisten nach Osten führt. Bis jetzt ist die sibirische Dahn mit den endlosen Transportzügen der Tschechen verstopft gewesen, weder Nachschub für die schwer bedrängten weißrussischen Armeen noch Flüchtlingszüge haben die Tschechen durchgelassen. Jetzt machen sie plötzlich bei Irkutsk die Strecke für den Zug des Admirals Koltschak mit dem Staatsgold frei, lassen ihn nach Irkutsk einpaffieren und erbieten1 sich sofort zur Uebernahme der Schutzwache für den Zug des Admirals. Als der Admiral auf dem Bahnhof in Irkutsk morgens den Salonwagen seines Zuges verlassen will, sieht er diesen von tschechischen Maschinengewehren umstellt und sich selbst an jeder Bewegungsfreiheit gehindert! Koltschak weiß nicht, daß sein Schicksal inzwischen längst in einem der niederträchtigsten Verbrechergeschäfte zwischen Tschechen und Bolschewisten ausgehandelt worden ist. Die Tschechen spielen in Irkutsk die Regierungsgewalt den „Sozialrevolutionären" in die Hände. Ein kurzer Zwischenakt für die Uebernahme der Gewalt durch die heranrücken- den Bolschewisten. Koltschaks eigene Armee weiß noch nichts vom Schicksal ihres Führers. Als , Gerüchte aufkommen, drohen die tschechischen Divisionen der Koltschak-Armee, sie würden sofort gemeinsame Sache mit den Bolschewisten gegen sie machen, wenn sie auch nur einen einzigen Schuß abgäben. Die Lage der Truppen Koltschaks ist aussichtslos — sie haben pro Mann nur noch zehn bis fünfzehn Patronen. Bei Koltschak, der in seinem eigenen Zuge G e - fangener der tschechischen Legionen ist, geht ein Telegramm des militärischen Führers der Tschechen, des französischen Generals Janin, ein, er solle sich ins Unvermeidliche (!) fügen und „sich dem Schutz der Tschechen anvertrauen", zumal dieser „ja durch die Großmächte garantiert" sei. Und nun erreicht das politische Verbrechertum der Tschechen seinen Höhepunkt: Admiral Koltschak wird auf Befehl der tschechischen Legionsführung an die eben erst errichtete bolschewistische „Regierung" in Irkutsk ausgeliefert. Die Tschechen erklären, die Auslieferung des Admirals fei die unerläßliche Bedingung der Bolschewisten für den freien Abzug der Tschechen nebst ihrer riesigen Beute. Der Aus- lieferungsbefehl ist unterzeichnet von dem tschechischen „General" S y r o w y , dem heutigen General- inspekteur der tschechischen Armee. Das ganze ist ein Zusammenspiel übelster Art zwischen der Entente (Janin) und den Tschechen — es erhielt im Mai 1938 eine Parallele durch die sog. „Dermittlungs- aktion". Auf das nach Moskau gerichtete Tele- gramm der Irkutsker Bolschewisten in Sachen Kolt- Ichak kommt die Rückantwort mit dem Befehl zu sofortiger Erschießung des Admirals. Das Telegraphenamt in Irkutsk ist noch in der Hand der Tschechen. Die Legionärsführung hätte das Telegramm zurückhalten und vernichten können. Sie leitete es beschleunigt an die Bolschewisten weiter! Am 7. Februar 1920 wird der Admiral von bolschewistischen Henkern über den Haufen geschossen. Sofort erhalten die Tschechen den Judaslohn. Aus Moskau erging ein Telegramm an den Zolldirektor in Wladiwostok: „Wegen Verdienste um Rußland (!) sollen Tschechen ungehindert und ohne jegliche Revision ihrer Bagage auf die Schiffe gelassen werden mit der Erlaubnis, alles auszuführen, was ihnen beliebt.". Das tschechisch-bolschewistische Gangstergeschäft von Irkutsk und dieses Telegramm gehören zu den wichtigsten äußeren Grundlagen des tschechischen Staates. „Als wir in Rußland unsere Armee aufstellten, waren wir Kriegsgefangene und, wie Semjonow richtig sagt, ,nackt und ohne Hosen'", schreibt der Leiter der tschechischen Evakuierung in Wladiwostok, Dr. Rasche. Als die Tschechen in Wladiwostok sind, kaufen sie einen großen Ozeandampfer für die besonderen Kostbarkeiten ihres Raubzuges, müssen für ihr übrige fyabe zwölf weitere Seedampfer mieten und erhalten von der Entente noch 24 Dampfer gestellt! 37 Schiffe also bringen den tschechischen Raub nach Europa. Außer den bereits genannten Gütern werden in Wladiwostok auf die Tschecben- schifse gebracht: 70 Millionen Goldrubel aus dem russischen Staatsschatz, 30 Dampfpflüge, 100 Nähmaschinen, 80 000 Sensen, eine 22 Werst lange Drahtseilbahn, einfach aus Küstenforts abgebaut. Die englische Ostasienzeitung „Japan Advertiser" vom 1. Mai 1920 schreibt: Der Dampfer „President Grant" führt außer 5500 Tschechen Hunderte von Tonnen Gold, Silber, Kupfer, Maschinen, Zucker, andere Produkte und geraubtes Gut aus Sibirien mit sich. Unmittelbar vor der Abfahrt von Irkutsk nach Wladiwostok hat ein Mann der tschechischen Führung noch den beschämendsten Judaslohn erhalten. Eine Ordonnanz hat dem tschechischen General S y r o w y ein kleines Päckchen mit 30 Silber- münzen überbracht. In Gegenwart feines Adjutanten liest der Herr General erblassend das Be- Schotten für das schöne Herbstkleid Schotten in schönen Farbstellungen 70 cm breit...........................Meter Schotten, modernste Ausmusterung 70 cm breit...........................Meter Boucl6-Schotten, gute tragfähige Qualität 70 cm breit...........................Meter Sport-Schotten, besonders strapazierfähige Ware, 70 cm breit.............. Meter 1.08 1.28 1.48 1.68 Marktstraße 4-8 6088A Unsere große Auswahl in schönen und preiswerten Kleiderstoffen Mantelstoffen Seidenstoffen der neuesten Herbstmode werden auch Ihren Beifall finden Nolz wurm-Politur beseitigt radikal den Holiwurm. qibtden Möbeln wundervollen Glanz u.gutes Aussehen 5239 V H. Bornemann. Drogerie. Hochzucht-Winter-Roööen Petkuser Normalstroh, Deutscher Ring Hochzucht - Winter - Weizen Carstens Dickkopf Nr. 5, Strubes General v. 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KE WW LZ M Aus aller Welt gleitschreiben: „Dem Kommandeur der tschechischen Armee in Sibirien, General Syrowy. Die Offiziere und Soldaten der beiden Arbeiterdivisionen üon Jschews und Wotkinsk senden dem General Syrowy 30 Silberlinge, den Preis für Blut und Verra t." Unterschriften. Goethe-Medaille für Slaaksfchaufpieler Werner Krauß. Der Führer hat dem Staatsschauspieler Werner K r a u ß aus Anlaß feines 25jährigen Berlmer Buhnenjubiläums die Goethe-Med aillefür Kunst und Wissenschaft verliehen. Generalfeldmarschall Göring ernannte den Künstler aus dem gleichen Anlaß zum Ehrenmitgliede der Preußischen Staats- auf 500 Tote. Die Zusammenfassung der Verwaltungen von Peiping und Nanking ist nach den aus Peipmg em- getroffenen Meldungen nahezu vollständig vollzogen worden. Es wurde ein einheitlicher Verwal- tunqsrat gebildet, an dessen Spitze der Chinese WengKeh-min steht. Dieser Rat soll em Vorläufer einer nach dem Fall Hcmkaus vorgesehenen neuen Zentralregierung für China sein. Dem neuen Gremium soll vorerst die Aufgabe zufallen, alle die Fragen zu bearbeiten, die sowohl Peiping als auch Nanking betreffen und bisher trotz ihrer Gleichartigkeit gesondert bearbeitet wurden. Kleine politische Nachrichten. Der Amtsvorgänger Chamberlains, Lo rd B a l d- w i n, hatte am Donnerstag eine einstündige A u d i e n z b e i m K ö n i g , der im Hinblick aus du; Unterredung Chamberlains mit Lord Baldwin am Mittwoch für die weitere Entwicklung erhebliche Bedeutung beigemessen roirtk S.M. der König der Bulgaren ift non der Schweiz kommend, nach einem kurzen Besuch feines Vaters, des Königs Ferdinand, i n K o b u r g nunmehr in Berlin eingetroffen. * Auf Anordnung des Reichsministers der Justiz findet in Jena vom 25. September bis 1.Oktober 1938 eine strafrechtliche Fortbildungs- w o ch e statt. Zu dieser Fortbildungswoche hat der Reichsminister der Justiz rund 250 Staatsanwalts und Strafrichter aus dem ganzen Reichsgebiet (em« schließlich Oesterreich) nach Jena abgeordnet. trieben worden. Bei einem Aulounfall ums Leben gekommen. In Oberspay (Rheinprovinz) ereignete sich ein schwerer V e r k e h r s u n f a l l, dem em Menschenleben zum Opfer fiel. In einer scharfen Kurve kam ein Auto, das die Richtung Koblenz fuhr, ms Schleudern und überschlug sich. Die Ehefrau des Fahrers wurde auf der Stelle getötet, wahrend der Fahrer und die Eltern der Getöteten mit Prellungen davonkamen. Die Verletzten find in das Bopparder Krankenhaus gebracht worden. einem kurz zusammenfassenden Ueberblick eine landschaftlich aufgegliederte Betrachtung der verschiedenen Formen und führt vom Hüttenberg über Wet- terau und Vogelsberg zum Odenwald und zur Bergstraße. Den sehr hübschen, überaus genau gearbeiteten Modell-Bildern ist jeweils noch eine kurze auf das Wesentliche der Anordnung zielende Erklärung beigegeben. Man findet hier Beispiele aus unserer nächsten Umgebung, beispielsweise Spritzen- und Backhäuser aus Großen-Lmden, Lollar, Odenhausen und Burkhardsfelden, Hose aus Kirch-Göns, Heldenbergen, Wenings und Borsdors, einzelne Häuser aus Angersbach, Reinhardsham, Höchst und Helpershain. Die Modelle und l^e Be- chreibung find sehr dazu angetan .die Schönheit und Eigenart, die an unseren hessischen Dörfern und Siedlungen vor vielen anderen ZU rühmen ist, .. dem Volke näherzubringen ..Die Modelle werden im Original auf der Bau- und Siedlungs- ausstellung m Frankfurt a. M. (bis zum 9. Oktober) gezeigt. „Graf Zeppelin" über Wien. Das Luftschiff „Graf Zeppelin" ist gestern, nachdem es um 12.50 Uhr die Grenze der Ostmark überflogen hatte, wenige Minuten vor 15 Uhr über Wien eingetroffen. Die Kunde von der Ankunft des Luftriesen hatte sich wie ein Lauffeuer in der Stadt verbreitet, und die Bevölkerung eilte auf die Straßen und Plätze, um das stolze Luftschiff zu bewundern. Das Luftschiff zog bei gedrosselten Motoren und fast lautlosem Flug einen Bogen über der Stadt und entfernte sich dann in westlicher Richtung. — Nach fast elfstündiqer Fahrt ist das Luftschisf „Graf Zeppelin", vom Jubel der Bevölkerung begrüßt nach Friedrichshafen zurückgekehrt. An der Fahrt nahmen 75 Personen teil. „Graf Zeppelin führte über Friedrichshafen noch eine Rundfahrt aus, bet der der Scheinwerfer des Luftschiffes die Straßen taghell erleuchtete, und landete dann 19.24 Uhr glatt auf dem Flugplatz Löwenthal. Vom Schnellzug überfahren und getötet In Ausübung seines Berufes kam der Eisenbahner Johann N e u s e r aus Niederburg bei Oberwesel am Rhein ums Leben. Neuser befand sich auf einem Streckengang. In der Nähe einer Blockstelle wollte er einem entgegenkommenden Zug ausweichen und übersah dabei den aus entgegengesetzter Richtung kommenden Schnellzug. Er wurde von der Lokomotive erfaßt und getötet. Der Banbitenüberfaü bei Marseille. Der dreiste Raubüberfall, der, tme gemeldet, in der Nähe von Marseille auf einen Guterzug verübt wurde, spielte sich nach dem Bericht des Heizers folgendermaßen ab: Einer der Banditen hatte sich auf dem Abgangsbahnhof in einem Bremshäuschen des.Güterzuges verborgen und an einer mit feinen Komplizen vereinbarten Stelle die Bremsen in Tätigkeit gesetzt. Lokomotivführer, Heizer und Begleitpersonal, die ihre Posten verlassen hatten, um die Ursache für das überraschende Halten festzustellen, sahen sich plötzlich zehn bis zwölf maskierten und mit Revolvern bewaffneten jungen Leuten gegenüber, die sofort das Feuer eröffneten. Ein Zugbeamter wurde dabei an der Hand verletzt. Während ein Teil der Räuber das Zugpersonal mit der Waffe in Schach hielt, machten sich die anderen an die Ausplünderung des ersten GüterwaHNK, aus dem sie alle Gepäckstücke und Kisten auf eirt bereitstehendes Auto schafften. Alle übrigen Wagen ließen sie unberührt. Die Räuber haben u. a. mehrere aus Belgisch-Kongo kommende Kisten mit ins. gefault 180 Kilogramm Feingold sowie zwei andere Kisten mit wertvollen Schmuckstücken geraubt Zahlreiche Todesopfer der Sturmkatastrophe in USA. Der von riesigen Flutwellen begleitete £ r o P en* ft u r m der über die amerikanische Atlantikkuste hin- wegfegte, forderte nach den letzten Meldungen allem in den Staaten Massachusetts Connecticut Rhode Island, Neuyork, New Hamshire uberl25Zo- desopfer, wovon eine große Anzahl ertrank. Hunderte werden noch vermißt. Tausende von Per^ fönen sind durch einstürzende Wohnhäuser oder durch entwurzelte Bäume verletzt worden. Etwa 700 größere und kleinere Fahrzeuge sind an der Küste von Neu-England gesunken oder an den Strand ge- Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr Fr W Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyrwt; für ben übrigen leil: Ernst Blumschein Anzeigenleiter:. Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der An- Ligen: Theoder Kümmel. D.A.VIII.38: 8916. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R.Lange, K -G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis » 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illu- ftrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Wetterbericht Während Ost- und Mitteldeutschland unter Hoch- druckeinfluß stehen und ungestörtes Schönwetter zeigen, machen sich im Westen gelegentlich immer wieder Randstörungen der atlantischen Wirbeltatig- feit bemerkbar. Dabei kam es am Donnerstag vor allem im Nordwesten des Reiches zu Gewittertatig- feit. Eine durchgreifende Umgestaltung ift mit derartigen Vorstößen noch nicht verbunden, so daß bet uns im wesentlichen mit der Fortdauer des freundlichen Wetters gerechnet werden kann. Vorhersage für Samstag: Stellenweise Frühnebel und heiter bis wolkig. Im allgemeinen trocken, ziemlich warm, lebhaftere Winde aus südlichen Richtungen. „ , Vorhersage für Sonntag: Vielfach heiter, aber nicht durchaus beständig. Lufttemperaturen am 22. September: mittags 23,5 Grad Celsius, abends 13 Grad; am 23. September, morgens 10 Grad. Maximum 24,1 Grad, Minimum heute nacht 8,5 Grad. — Erdtemperaturen m 10 cm Tiefe am 22. September: abends 16,1 Grad; «m 23. September: mordens 12,4 Grad. — Sonnenscheindauer 3,9 Stunden. Der Vormarsch der Japaner aus Hankau. Schanghai, 23. Sept. (Europapreß.) Die ja- panische Klammer um Hankau schließt sich immer mehr. In den letzten Tagen konnten die japanischen Truppen das wichte Derkehrszentrum Lonschen, etwa 55 Kilometer östlich von Smyang, besetzen. Sinyang ist ein wichtiger Eisenbahnpunkt der Strecke Peiping—Hankau. Eine weitere Heeres- faule rückt in südwestlicher Richtung van Schanheng gegen Matscheng (Honan) vor. , Am Nordufer des Jangtse vereinigten sich me bei Wusueh gelandeten japanischen Truppen mit einer japanischen Division, die in der Nähe von Kwangtsi Stellung bezogen hatte. Die vereinigten Truppen stießen süd- und sühwestwärts in der Richtung auf Tienchacheng vor und trafen dabei auf verstärkte chinesische Truppen. In der Schansiprovinz haben die Japaner westlich van Taiyuanfu Uferstellungen des Gelben Flusses erobert. Sie bereiten nunmehr bie Ueberquerung des Flusses nach der Provinz Schensi vor. Von japanischer Seite wird bekanntgegeben, daß die Chinesen vom 28. August bis 17. September in den südöstlichen Frontabschnitten von Honan und im Westabschnitt van Anhwei elftausend Mann verloren haben, außerdem 350 Gefangene. Die Verluste der Japaner beliefen sich dagegen nur theater. Im Rahmen einer Werner-Krauß-Festwoche des Stckatstheaters in Berlin spielt Krauß eine Anzahl der großen Rollen wieder, die er in den letzten Jahren dargestellt hat. Er begann mit dem ©neifenau im gleichnamigen Schauspiel von Wolfgang Goetz; ferner wird er die Titelrollen in „Richard III.", „Wallenstein" und „Michael Kramer", den Kyndau- les in „Gyges und fein Ring" und den Professor Higgins in „Pygmalion" spielen. — Unser Bild: Frau Emmy Göring beglückwünscht Staatsschauspieler Werner Krauß nach der Aufführung des „©neifenau". - (Atlantik-M.) Siedlungs- und Hausformen inHeffen. Unter dem Titel „Siedlungs- und Haus- formen i n H e f s e n" erschien als Sonderdruck aus dem Jahrbuch des Landschaftsbundes Volkstum und Heimat, Gau Hessen-Nassau e. D., und in dessen Auftrage eine kleine Schrift (mit 21 Abbildungen; Darmstadt 1938) von Heinrich Wald e. Ein hervorragender Sachkenner der heimatlichen Baukunst gibt in dieser Schrift eine Darstellung der charakteristischen Siedelungs- und Hausformen unserer engeren Heimat an Hand von sehr über« sichtlichen plastischen Modellen, die in den Abbildungen wiedergegeben werden. Diese auf Betreiben des Landschaftsbundes geschaffenen Modelle zeigen die für unseren Raum typischen Siedlungsformen, plastische Straßenbilder aus geschlossenen Dörfern, Nachbildungen von Häusern und Höfen aus den Landstrichen mit offener Siedlung. Walbe gibt in Mietgesuche können Sie nicht ändern, aber dafür sorgen, daß Sie in kühlen Tagen ein gemütliches Zuhause haben und wenn es draußen stürmt und schneit, sich daheim wohl fühlen. 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