Samstag, 23./$onntag,24. April $958 188. Jahrgang Ilr.94 Erstes blatt Der Kreis Schotien wird ausgelösi üstische in .eszl Srappa und Weltmachtstellung zu erringen. Der Pakt von Stresa und das Abkommen mit Laval vom Drei* königstag 1935 waren Etappen dieses Weges, der jedoch sogleich in eine Sackgasse führte, als Italien mit dem Feldzug in Abessinien begann, die Ab- machungen praktisch auf die Probe zu stellen. Der liiller t drockt )6en des däcbtoi«- NSG. 2Hi( Wirkung vom 1. Oktober 1938 wer- btn nach dem Gesetz vom 7. April dieses Jahres die kreise Bensheim, Schotten und Oppenheim des Landes Hessen aufgelöst, sc dah das Land Hessen mit seinen 980 Gemeinden töt noch in 15 kreise ausgeteilt ist. einfachung ist eine Dauerersparnis an Personal- und Verwaltungskosten. Dabei ist der geringste dauernd eingesparte Betrag von größtem Wert, da er insgesamt große Summen ausmacht. Die Einsparungserfolge und die Auflösung dieser Kreise sind durch die Entwicklung des Verkehrs und des Verwaltungsapparats möglich und tragbar gewesen. Die Ersparnisse werden zum Teil dem Lande Hessen und zum Teil der Selbstverwaltung zugute kommen. Für die bisherigen K r ei s st ä d t e sind Erwägungen für einen Ausgleich im Gange. In der ersten Durchführungsverordnung zu dem Gesetz wird bestimmt, daß der Kreis Heppenheim, der nach der Auflösung wesentliche Teile des Kreises Bensheim umfaßt, ab 1. Oktober die Bezeichnung B e r g st raße tragt. Im einzelnen wird in dem Gesetz bestimmt: Der Kreis X. ^Ilenbukg. Ruckspiel. Da; n besteche^ Zwischen hat 1 können. Di- le in der arten GeM hatten manch, n. Die Gäste 1 Vorspiel bi« "schäft wieder nicht nur viel 'nen ungeheu. ^weißen eine» m haben kek es zum Aus. die Elf in der Ziehen. er Reiter-SA. ichsinspektelllL. nächsten Mitt- fung im Uni- tlhr. ' Oer Kapitän des „Wilhelm Gustloff" einem Herzschlag erlegen. Leistung und Charakter entscheiden. Oer Endkamps im Oreichsberufswettkamps aller schaffenden Deutschen in Hamburg eröffnet Annahme von Anzeigen firr öie ‘JJhttagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags chrundpretse für 1 mm Höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70mmBreite bONpf.Platzvorschrift nach vorh Derembg 250/0 mehr. Ermäßigte (Brunöpretfe: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzei- gen 5 Rpf.,Familienanzei- gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B u6i«n sich Q„ e^of)ung ein. I 'kwirkt, f0 2 NS d>- $riDai, ,“»r ®eifte Lkr,mt nd y:r >uhr einen .E- Io fcl I Bensheim wird aufge! öst. Die Gemeinden Biblis, Bobstadt, Bürstadt, Groß-Rohrheim, Hof- Heim. Lampertheim, Nordheim, Riedrode und Wattenheim und die selbständigen Gemarkungen Bieden- sand, Hammer-Aue, Maulbeer-Aue, Seehof und Wildbahn werden dem Kreise Worms, die Gemeinden Alsbach, Balkhausen, Bickenbach mit Hartenau, Hühnlein. Jugenheim, Ober-Beerbach mit Schmach-Beerbach und Stettbach und Seeheim werden demKreise Darmstadt, alle übrigen Gemeinden und selbständigen Gemarkungen dem Kreise Heppenheim zugeteilt. Die seither zum Kreise Dieburg gehörenden Gemeinden Allertshofen, Brandau, Ernsthofen, Frankenhausen, herchenrode, horhohl. Lützelbach, Neunkirchen, Neutsch, Nieder-Modau, Ober-Modau, Rohrbach und Wembach mit Hahn und Koloniewald werden d e m l K r e i s e Darmstadt zugeteilt. Neuer Schritt in der hessischen Verwaltungsresorm Die Kreise Bensheim, Schotten und Oppenheim werden am 1 Oktober aufgelöst. mit dem Feldzug in A machungen praktisch auf von England und Frankreich inszenierte Sanktions- tildjemi täg ltd), nutzer fonntags und Feiertags Idlagen. Die Illustrierte Cießenev' Familienblätter Heimat lm Bild Die Scholl« Olonats-Be5ugsprets: ffht 4 ‘Beilagen RM. 1.95 x hne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr , -25 gud) bei Nichterscheinen pn einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt §ernfprechanschlüffe piter Sammelnummer 2251 Ünschnst für Drahtnach- r.chlen Anzelgrr Sieben Postscheckkonto: jtontfurt am Main 11688 An Bord des „Wilhelm Gustloff , 22. April. (DNB.) Der Kapitän Lu b b e des auf der Fahrt nach Madeira befindlichen Schiffes „Wilhelm Gustloff" ist am tfrei’ tagmittag im Alter von 58 Jahren auf ^her See einem Herzschlag erlegen, ^ur ^ Stunden hat die Reiseleitung Bordtrauer angeordnet. Der „Wilhelm Gustloff" wird-Dover olou’ f en, wo die sterblichen Ueberreste Lübbes zur Ueberführung in die Heimat von Bord geleitet werden. Noch wenige Augenblicke vor seinem un- erwarteten Heimgang stand Kapitän Lubbe a uf der Kommandobrücke und steuerte den Kur- unseres Schiffes. Die Besatzung und mit ihr die 1500 Urlaubsfahrer sind von dem To^ dieses Man- nes tief erschüttert-, sie und die aber Tausend E- Fahrer, denen er aus unzähligen Fahrten Urlaub.- freuden vermittelte, haben ihn als einen besonders fürsorglichen Kameraden und hervorragenden Seemann kennengelernt. Die ganze ^Handelsmarine und vor allem die „Hamburg-Sud der Kapitän Lübbe angehörte, sind von dem Tode diess Mannes tief betroffen worden. Bevor die sterblichen Ueberreste Kapitän Lübbes von Bord geleitet werden, werden die Urlaubsfahrer mit der Besatzung in einer Trauerfeier von ihm Abschied nehmen. Der „Wilhelm Gustloff" setzt dann seine Fahrt unter dem Kommando des Ersten Offiziers fort. Handlungen ohne Bemäntelung durch , Phrasen, die immer nur die politische Atmosphäre vernebelt haben, statt klare Verantwortlichkeiten fest- Nun beginnt der Auslesekampf der besten deutschen Arbeiter im Dienste des deutschen Volkes Am 29. April ist Siegerverkün dun g. Wer Heu e in Hamburg dabei sein darf, wer sich aus der Maße von 2,7 Millionen bis zum Reichsentscheid durch- gekämpft hat, kann also bereits auf einen Erfolg verweisen, der höchste Achtung Derbtent Ohne Zweifel verdient jeder Reichsßeger höchste Anerkennung und eine berufliche Förderung, die seiner Leistungsfähigkeit angemessen ist. hmter„ihm aoer stehen zweite und dritte Sieger, die vielleicht Nicht minder begabt/ nur von der Gunst des Augenblicks weniger bevorzugt waren. Die Reichssiegerforde- rung wurde durch die „außerordentliche Forderung ergänzt", die sich vornehmlich auf ausgezeichnete Gausieger erstreckte und diesen zu einem an« gemessenen beruflichen Fortkommen verhalf Mit Abschluß des Wettkampfes soll nun die Forderung auf die Gesamtheit der G a u - undKreis- s i e g e r ausgedehnt werden. Unsere Reichssieger stammen zu 60 v. h. aus Familien von Lohnarbeitern, zu einem beträchtlichen Anteil nut fünf und mehr Kindern. Ein gutes Drittel der Sieger 1937 mußte den ursprünglichen Berufswunsch fahren lassen und eine Arbeit aufnehmen, die frühzeitigen Verdienst versprach: fast zustellen. Der Osterakkord von Rom beendet eine Periode der Reibungen, Enttäuschungen und Mißverständnisse zwischen Italien und England, die im Grunde genommen schon mit den fehlgeschlagenen Hoffnungen Italiens begonnen hatten, in den Pariser Friedensdiktaten van den Alliierten auch ausreichende koloniale Zugeständnisse zu erhalten. Da in dem folgenden Jahrzehnt weder das bolschewistische Rußland nach das Deutschland der Systemzeit den Italienern brauchbare Rückendeckung bieten konnten, suchten sie trotz aller Enttäuschungen im Zusammengehen mit den Westmächten Gleichberechtigung Das Land Hessen ist seit der Machtergreifung im «nzen Reich durch seine planmäßige Verwal- tiingsvereinfachung bekannt geworden. Ach der Auflösung der Provinzen und btr Zusammenlegung einer ganzen Reihe van Gemeinden werden im „Land ohne Minister" nun auf Vorschlag des Reichsstatt- hclters Gauleiter Sprenger durch Reichsgesetz vom 7.April 1938 öie Kreise Bensheim, Schottin und Oppenheim aufgelöst. Durch die ' Auflösung dieser Kreise tritt in Hessen eine weitere Lreinfachung der Verwaltung ein. Gleichzeitig weröcn d i e Verwaltungsbezirke an die wirtschaftlichen Bezirke, wie sie sich in eiter jahrelangen Entwicklung der Verkehrsverhält- nüse herausgebildet haben, angepaßt. Die heute noch in Hessen gültige Kreisein- it i lu n g beruht auf einer Verordnung von 1874. D e bisherige Kreiseinteilung in 18 Kreise bestand dfo über 60 Jahre. Im Laufe dieser zwei Men- foenalter sind aber wesentliche Aenderun- ge n auf vielen Gebieten, insbesondere in den Aerkehrsverhältnissen, eingetreten. Dies ließ schon seit langem die Forderung nach einer Mueinteilung der hessischen Kreise hervortreten. Die Forderung konnte aber erst durch die von der nationalsozialistischen Regierung in Hessen durchge- ' führte Straffung der Verwaltung verwirklicht 1 werden. i Durch die Auflösung der Kreise wird in Hessen h r Durchschnitt der einzelnen Kr eise ioiif ein Niveau gebracht, wie es der Reichsminister des Innern fordert. Jeder Kreis -umfaßt etwa 60- bi? 100 000 Einwohner. Mit der großen Reichs- ujiD Verwaltungsresorm hat diese neuerliche Der- 1 kinsachung jedoch nichts zu tun. Die Folge der Der- Spiesheim, Sulzheim, Udenheim, Vendersheim, Wallertheim, Wolfsheim und Wörrstadt werden dem Kreise Alzey, die Gemeinde Ober- hilbersheim dem Kreise Bingen, alle übrigen Gemeinden dem Kreise Mainz zugeteilt. Die seither zum Kreise Worms gehörenden Gemeinden Blödesheim, Eppelsheim, hanqen-Weisheim und Ober-Flörsheim werden dem Kreise Alzey zu geteilt. Die seither 3 um Kreise Alzey gehörenden Gemeinden Badenheim, Biebelsheim, Bosenheim, Hackenheim, Ippesheim. Pfaffen-Schwabenheim, Planig, Pleitersheim, Sankt-Johann, Sprendlingen, Volxheim, Welgesheim, Wöllstein und Zotzenheim werden dem Kreise Bingen zugeteilt — Rechtsnachfolger der aufgelösten Kreise sind für den Kreis Bensheim der Kreis Heppenheim, für Öen Kreis Schotten öer Kreis B ü - dingen unö für Öen Kreis Oppenheim öer Kreis Mainz. M! LA or itori« S'S n ruf^S ; MöiierinZ >en- . mdroc*1 ifried**. ,iberb> Die Gemeinden Altenhain, Bobenhaufen II, Groß- Eichen, Helpershain, Höckersdorf, Ilsdorf (Solms), Köddingen, Ober-Seibertenrod, Schmitten, Sellnrod, Stumpertenrod, Unter - Seibertenrod unö Wohnfeld roeröen dem Kreise Alsfeld, die ©emeinöen Freienseen, Gonterskirchen, Klein- Eichen, Laröenbach, Laubach, Ruppertsburg unö Wetterfeld unö die selbstänöigen Gemarkungen Laubacher Wald I, II unö III unö Stockhauser Hof dem Kreise Gießen, öie Gemeinden Feld- krücken, Hartmannshain, herchenhain, Kölzenhain, Meiches, Rebgeshain, Ulrichstein unö Volkartshain unö öie selbständige Gemarkung Petershainer Hof dem Kreise Lauterbach, alle übrigen Ge- meinten dem Steife B Ü d i ng e n zug-e.lt Der Kreis Oppenheim wird aufgelöst. Die Gemeinden Armsheim, Bechtolsheim, Biebelnheim, Ensheim, Gabsheim, Gau-Bickelheim, Gau-Wem- heim, Nieder-Saulheim, Ober-Saulheim, Partenheim, Rommersheim, Schimsheim, Schornsheim, h a m b u r g , 23. April (DNB.) Mit einer glanzvollen Kundgebung wurde am Freitagabend Der Reichskampf im Reichsberufswettkampf aller icaffenöen Deutschen eröffnet. Auf der Jungius- S.efe waren mit den 6352 Wettkämpfern und -kämpferinnen 48 000 Angehörige der Formationen dir Bewegung aufmarschiert. 9000 Hackeln verwandelten die Feierstätte in ein wogendes Hlammen- meer. Während ein Chor von 1500 Hitlerjungen Derkscharmännern unö Mäöeln Das Lieö „Auf hebt unsere Fahnen" anstimmte, zogen 4o0 Fahnen in feierlichem Zuge ein. Dann eröffnete Obergebietsführer A x mann den 5. Deutschen Reichsberufswettkampf. Der NattonM- jazialismus, so sagte er, bewerte Öen Menschen mctyt noch Herkunft unö äußerem Schein, .fovöern n a ch Charakter unö ßeiftung. Wie in öie politische Führung Männer gerückt seien, öie in schwerer Kampfzeit Mut, Entschlossenheit, großen Idealismus unö Fähigkeit bewiesen hätten so gelte auch iw Berufsleben Öie R a n g o r Ö n u ng öer Tüchtigkeit. 2,8 Millionen schaffenöe Menschen Hütten sich in Diesem Jahre zum Jöeal Der L e - lungssteigerung bekannt. Von 37 700 Gau- Mttkämpfern seien 63 5 2 G a u s i e g e r in h a. m- bürg versammelt. Die um öie Ehre fampften, He 23 e ft e n in ihren Berufen zu fern. Auf eigene Art wollten öie Wett ampser sichAufbauwerk des Führers beteiligen unö in ihrem Willen, öie besten Arbeiter Der Welt zu fein. Dem Ruf Des Führers folgen. Der Wettkampf jei, ein Totbekenntnis zu Deutschland, zu Großdeutschland, ^Re i'chsst'atth alter Gauleiter Kau ff mann hieß die Gäste herzlich willkommen m Der Stadt, von leren Hafen aus seit vielen JahrhunDerten Erzeug- nisse deutscher Wertarbeit in Die Welt gehen. Wie be alle auf diesem Platze ständen, Die Arbeiter der Stirn unD Der Faust, die Jungen unD Mädchen, die Männer unD Frauen, Die GUeDerungen Der » - vegunq, so bilDeten sie ein lebenDiges Abbllö Der " Volksgemeinschaft, Der Einheit und Freiheit Die der Führer schmiedete. Die Elite Der KameraDschäft unD V Leistung gebe Die Antwort auf die Frage was Sozialismus fei: Leistung unö Same raDfchaft! Gauleiter Kauffmann betonte Dann, dan der Wetkampf auch ein Symbol m e 11- • anschaulicher Art sei. Daß Dritten Reich die Persönlichkeit ausschließlich nach ß e t ft u n g nndEharakter bewertet werde sei entscheidend Wir könnten noch nicht ermessen, was m wenigen Jahren in und aus unserern Volke geworden ist aber eines wüßten wir: Mit Den alten Tugenden der nationalsozialistischen Bewegung, bescheiden und doch selbstbewußt, treu und hingebungsvoll, kameradschaftlich und von tiefem Glauben an unfer Volk erfüllt, bauten wir, jeher an seiner Stelle, als schlichte aber wertvolle Mitarbeiter des Führers mit an dem ewigen Deutschen Reich. Gruß und Sieg-Heil des Gauleiters und der Zehntausende galten dem ersten Arbeiter und Soldaten her Na- iion. Dem Führ»- Der Miitelmeersrieke. Am Ostersamstag ist in Rom ein Vertragswerk unterzeichnet, has besser als has Gentlemen's Agreement vom 2. Januar 1937 geeignet erscheint, hie feit hem Beginn hes Abessinienfelhzuges zwischen Englanh unh Italien vorhanhenen Spannungen zu beseitigen. Dafür spricht einmal hie seithem hurch die letzten großen Erfolge der nationalspanischen Waffen sowohl wie durch den japanisch-chinesischen Konflikt wesentlich veränderte weltpolitische Lage, zum andern die Tatsache, haß man sich hies- mal her Mühe unterzogen hat, nach langwierigen Verhanhlungen in einer Reihe von acht als selb- ftänhige Akte bezeichneten Übereinkommen unh Erklärungen, sowie in einem mehrfachen Briefwechsel zwischen ben beiherfeitigen Unterhänhlern, hem . britischen Botschafter in Rom Lorh P e r t H unh hem italienischen Außenminister Graf Ciano alle diejenigen Punkte sorgfältig zu klären, öie in her Vergangenheit Gegenstand) hes Streits gewesen sinh ober geeignet sein könnten, künftig einmal Anlaß zu MeinungsverschiehenHeiten zu geben. So ist der Osterakkord, wie das Vertragswerk in her Sprache her Diplomaten bezeichnet wirb, ein klassisches Beispiel für ein zweiseitiges Abkommen, has Interessen dritter Mächte nicht berührt unh hoher ein wesentliches Element zur Festigung hes Welt- friebens zu werben verspricht. Es ist das erste Abkommen dieser Art, has zwischen, einer autoritären Großmacht unh einer parlamentarischen Demokratie geschlossen wirb, ohne haß hie Genfer Liga (abgesehen von hem Umweg, ben Englanh sich für hie Anerkennung hes ostafrikanischen Imperiums vorbehalten hat) ober gar her Gebaute her kollektiven Friebenssicherung bemüht worben wären, ohne die man,sich bislang weder in London noch in Paris eine Regelung außenpolitischer Beziehungen grundlegender Art nicht hat vorstellen können. Das ist zweifellos ein außerordentlicher Erfolg der vom nationalsozialistischen Deutschland immer wieder empfohlenen und selber ja mit so ausgezeichneten Ergebnissen angewandten Methode der direkten Aussprache von Staat zu Staat, ohne Zwischenschaltung kollektiver Organe und ein Erfolg her Methobe eines , klaren Interessenausgleichs hurch zweiseitige 23er* Reichsorganlsationsleiter Dr. Ley widmet dem toten Kapitän des „Wilhelm Gustloff" folgenden Nachruf: Dor wenigen Tagen hat Kapitän Lübbe ben Führer auf her Kommanbobrücke unseres herrlichen KbF.-Schiffes „Wilhelm Gustloff" begrüßen bürfen. Als ich einige Stunben banach noch einmal mit Lübbe durch unser Schiff ging, hat er mir gesagt, baß seine Begegnung mit öem Führer gerabe auf biefem ihm anoertrauten Schiff her deutschen Arbeiter her Höhepunkt seines an Geschehen reichen Lebens sei. Kapitän Lübbe war ein beutscher Seemann, ein beutscher Mensch mit deutschem Herzen. Die entschlossene Rettung der 17 englischen Seeleute, eine Tat, die ihm und seinen Männern die Anerkennung öer ganzen Welt brachte, zeigte aufs neue feine Kühnheit feine Treue unö seine Tatkraft. Uns, öie mir ihm Das stolze Flaggschiff unserer KDF^.Flotte übergeben hatten, bewies Die Rettungstat, daß wir ö e n richtigen Mann auf Den richtigen Platz zu stellen wußten. Kapitän Lübbe, Deutscher Solbat unö Deutscher Arbeiter, starb auf hoher See zwischen Deutschen Arbei- ifern. Mit mir entbietet Das gesamte schaf- Ifenbe Deutschland) bem ersten Kapitän Des । KbF.-Flaggschiffes „Wilhelm Gustloff" tief empfun- t Abschiedsgrüße. ebenso viele waren aus wirtschaftlichen Grünben gezwungen, die Ausbilbung auf einer höheren Schule vorzeitig abzubrechen: enblich be- ftanö bei Dreivierteln aller Reichssieger Das Be- bürfnis nach öffentlicher Förderung. Der Reichsberufswettkampf, her ein Teil des Kampfes um ben richtigen Einsatz her Arbeitskraft ist, wirkt sich als ein betebenber Faktor im deutschen Arbeitsleben aus. Mit 500 000 Teilnehmern begonnen, hatte her Reichsberufswettkampf 1935 schon 750 000 Teilnehmer, 1936 sind) es 1,2 Millionen und 1937 1,8 Millionen gewesen, unb 1938, wo zum ersten Male auch Erwachsene beteiligt sinh, stehen 2,8 Millionen Wettkämpfer ha. Obergebietsführer Axmann gab her Presse eine zahlenmäßige Aufstellung über bas ftänbige Steigen her sehr guten unb güten Bewertung unb bas ebenso auffällige Sinken her nicht ausreichenden Leistungen im Laufe her Wettkämpfe. Nachdem Dr. Ley auch die Erwachsenen mit in ben Berufswettkampf hin- eingestellt habe, seien auf ben ersten Anhieb schon 600 000 Teilnehmer eingetreten, hie mit her gleichen einsatzbereiten Begeisterung bei her Sache seien wie öie Jugend). felözug öer Genfer Liga, öem sich Das nationalsozialistische Deutschland versagte, war der Auftakt zur Achse Berlin—Rom, die mit öer Aussöhnung zwischen Italien und Jugoslawien nach öem Siege öer italienischen Waffen in Ostafrika öem Duce die feste Stellung gab, die es ihm erlaubte, einen Ausgleich mit England zu suchen. Aber das Gentlemen's Agreement vom 2. Januar 1937 konnte noch keine praktischen Folgerungen haben, weil die antifaschistische Stimmung in großen Teilen des englischen Volkes, befangen in der moralischen lieber- beblichkeit der Völkerbundsphraseologie und im spanischen Bürgerkrieg mit seinen Sympathien auf Seiten der Roten, einer Aussöhnung mit Italien lebhaft widerstrebte. Wie einst Baldwin seinen Außenminister Sir Samuel Hoare hatte fallen lassen müssen, als er zusammen mit Laval einen den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden aber von her öffentlichen Meinung Englands nicht gewünschten Ausgleich mit Italien angestrebt hatte, so mußte Neville Chamberlain abwarten, bis hie Zeit für eine Politik des Ausgleichs reif war. Der Sturz (Ebene, her aus seiner auf Genf unö has Kollektivitätsibeal eingeschworenen Grunbaus- fassung heraus hie Voraussetzungen für hie Einleitung von Verhanhlungen mit Italien noch nicht für gegeben hielt und stets einseitig die spanische Frage in den Vordergrund schob, her Sturz Edens war die Probe aufs Exempel, ob die englische öffentliche Meinung die Zeichen der Zeit erkannt hatte. Trotz der heftigen (Erregung, öie öie Linke sogar bis in hie Reihen her Konservativen Partei entfachte, hat sich Neville Chamberlain burchsetzen können. Die Verhanhlungen mit Italien wurden eingeleitet und bem aufrichtigen Willen beiher zur Verstänbigung ist es zu bauten, baß ihnen ein voller Erfolg beschielen worben ist. Wenn wir nun baran gehen, bas Vertragswert im einzelnen zu betrachten, bedarf es zuvor der Feststellung, baß her Osterakkorb an her weltpolitischen Konstellation nichts änbert. Englanh erkennt die Achse Rom—Berlin als gegebene Tatsache an, unb Italien sieht in bem englisch-französischen Bündnis ein politisches Faktum, das durch die rörnischen Abmachungen nicht berührt wird. Der Kabinettswechsel in Paris, der an die Stelle des Dolks- frontlers Leon Blum unb des Völkerbunbsapostels Paul-Boncour nüchterne Realpolitiker vom Schlage Dalabiers und Bonnets gesetzt hat, wirb es bem britischen Premierminister erleichtern» den Osterakkorö gegenüber öer Opposition im Par« Siebener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhesien vni» unö Verlag: vrühlsche Univerfilätsöruckerei «.Lange in Sietzen. Schristleitung unö Seschäslsftelle: Lchulstratze 1 lament zu vertreten, die bislang stets sich in Tuchfühlung mit der französischen Volksfront bewegte und der nun das Wasser abgegraben wird, wo Frankreich selber mit großem Eifer einen ähnlichen Ausgleich mit Italien anstrebt. Chamberlain hat sich auch eine weitere Brücke zur Opposition gebaut in der Art, wie das Inkrafttreten des Vertragswerts in dem Briefwechsel zwischen Lord Perth und Graf Ciano festgelegt worden ist. Einmal wird eine Erledigung der spanischen Frage von England als Vorbedingung für das Inkrafttreten der Abkommen betrachtet. Italien hat seine Zusicherung wiederholt, an der Zurückziehung der ausländischen Freiwilligen nach den Bestimmungen des Nichteinmischungsausschusses praktisch mitzuwirken, spätestens aber bei Beendigung des spanischen Bürgerkrieges das spanische Gebiet unverzüglich zu räumen und weder gebietsmäßige noch politische oder wirtschaftliche Vorrechte in Spanien, auf den Balearen, in Marokko oder in den spanischen Kolonien anzustreben. Zum andern hat England auch insofern das Gesicht gewahrt, als es die formelle Anerkennung des äthiopischen Imperiums auf dem Umweg über Genf vollziehen wird, wo es sich für die Freigabe der Anerkennung durch die einzelnen Mitgliedsstaaten der Genfer Liga einsetzen wird. Obwohl also die formelle Ratisikation des Vertragswerts auf unbestimmte Zeit hinausgeschoben ist, so deutet doch die sofortige Veröffentlichung nach Abschluß der Verhandlungen den Wunsch an, den vollzogenen Ausgleich doch tatsächlich sofort wirksam werden zu lassen, weil sowohl England wie Italien an einer sofortigen Entspannung gelegen ist. Das bezieht sich vor allen Dingen auch auf die militärpolitischen Abreden. Beide Mächte werden alljährlich im Januar Informationen über die beiderseitigen Streitkräfte in einer bestimmten Zone des Mittelmeeres, des Roten Meeres und des Golfs von Aden austauschen, die jedoch bezeichnenderweise weder das britische Malta noch das italienische Pantelleria Halbwegs zwischen Sizilien und Tunis einschließt. Ferner werden beide sich gegenseitig die Absicht der Errichtung neuer Seeoder Luftstützpunkte im östlichen Mittelmeer und im Roten Meer mitteilen. Italien yat bereits mit der Verminderung seiner Streitkräfte in Libyen bis auf die Hälfte ihrer bisherigen Stärke begönnen. Schließlich wird Italien dem Londoner Flottenoertrag vom 25. März 1936 beitreten. Obwohl es ihn mit ausgearbeitet hatte, unterblieb damals die Unterzeichnung aus Rücksicht auf die aus dem Abessinienkonflikt herrührende Verstimmung. Da England und die Vereinigten Staaten inzwischen sich auf die Gleitklausel berufen haben, um die Grenze für Tonnage und Bestückung der Schlachtschiffe heraufzurücken, so wird nun auch Italien dazu Stellung nehmen müssen. Im übrigen wird die am 2. Januar 1937 getroffene Vereinbarung über dos Mittelmeer bestätigt. Die alte Streitfrage, ob das Mittelmeer für England mehr als eine Durchgangsstraße und für Italien weniger als sein Lebensbereich bedeutet, wird durch die Formel überbrückt, daß „die Freiheit der Einfahrt in das Mittelmeer, der Ausfahrt und der Durchfahrt ein vitales Interesse sowohl für Italien wie für die einzelnen Teile des britischen Empires darstellt". Dem entspricht auch die beiderseitige Garantie der freien Benutzung des Suez- k a n a l s auch in Kriegszeiten. Das Kernstück des Vertragswerts ist das „Abkommen über bestimmte Gebiete im Mittleren Osten". Es bezieht sich im wesentlichen auf die Abgrenzung der beiderseitigen Interessensphären an der drabischen Küste des Roten Meers und will die Gefahp von Konflikten ausschalten, die hier schon vor dem Abessinienfeldzug durch die Einflußnahme der Großmächte auf die lange Jahre hindurch sehr labilen politischen Verhältnisse in Arabien drohten. Wir kennen aus dem Erinnerungswert des Obersten Lawrence Englands Führung bei dem Aufstand der Araber gegen die Türkenherrschaft während des Weltkrieges. Der Traum eines großarabischen Reichs ist zwar nicht in Erfüllung gegangen, da dem einmal das französisch-britische Geheimabkommen über die Teilung des vorderen Orients im Wege stand und zum andern England seine militärpolitischen Interessen an der Sicherung der Oelversorgung und der Errichtung von Flugzeugstützpunkten auf dem Landweg von Kairo über Bagdad nach Indien besser gewahrt sah bei einer Aufteilung des arabischen Raums in mehrere arabische Staaten. Aber als es die Erhebung der Wahabiten Ibn Sauds nicht hatte hindern können, hat es rücksichtslos deren Partei genommen gegen die von ihm früher begünstigten Herrscher und sich in Saud-Arabien eine starke Stellung geschaffen, die nun Italien durch einen Freundschaftspakt mit dem südlicheren P einen aufzuwiegen gesucht Hot. Während des Abessinienkonflikts hat England dann als Gegenzug seine Jnteressenzone um die südarabische Küstenfestung Aden durch die Ausdehnung seines Einflusses auf die bislang selbständigen Sultane von Hadvamaut entlang des Golfs von Aden bis nach Oman und zum Persischen Golf hin erweitert. Das jetzt getroffene Abkommen stellt eine Art Nichteinmischungspakt in bezug auf die unabhängigen arabischen Reiche Saud- Arabien und fernen dar. In dem Protektorat von Hadramaut wird England nur militärische Maßnahmen defensiven Charakters treffen und im übrigen die Selbständigkeit der arabischen Herrscher „unter englischem Schutz" aufrechterhalten. Wie England den Italienern im Protektorat von Aden die Freiheit der wirtschaftlichen Betätigung zusichert, so Italien den Engländern in Abessinien. Auch sollen Englands wirtschaftliche Interessen an dem Abfluß der Wasser des Tana-Sees, die eine Lebensfrage für die Baumwollkulturen des Sudans bedeuten, nicht geschmälert werden und den britischen Staatsangehörigen in Abessinien die freie Religionsausübung gewährt werden. Wie England die Eingeborenen von Hadramaut nur zu Vertei- gungszwecken zum Militärdienst heranziehen wird, so versichert Italien das gleiche für die Eingeborenen Abessiniens. Das Abkommen über die 'beiderseitigen Interessen in Arabien ist auf zehn Jahre befristet, die übrigen Abkommen und Erklärungen sind zeitlich unbegrenzt. Gleichzeitig mit dem italienisch-britischen Vertragswert wurde auch ein italienisch-bri- tisch-ägyptisches Abkommen geschlossen, das noch eine Ergänzung finden wird durch Festlegung der genauen Grenzen Jtalienisch-Ostafrikas gegenüber dem Sudan, der britischen Kolonie Kenya und Britisch-Somaliland, sowie durch Wirtschaftsver- Handlungen, die sich auf diese Gebiete beziehen. Die sofortige Veröffentlichung des Vertragswerks ist die beste Garantie dafür, daß beide Vertragspartner alles aufbieten werden, die noch ausstehenden Voraussetzungen für die Ratifikation und damit auch für das formelle Inkrafttreten des umfangreichen Befriedungswerks zu schaffen. Die wichtigste freilich ist der Sieg Francos in Spanien, womit die ernstestr Gefahr, für den Status qua im weMcheü Wer wird in Gens das Wort nehmen? Um die Anerkennung des Imperiums. - Furcht vor einer Intrige Moskaus. London, 23. April. (DNB. Funkspruch.) Nachdem auch England sich zu der von deutscher Seite eingeleiteten Methode der Verständigung von Volk zu Volk bekannt hat, wird hier lebhaft die Frage disputiert, wie man jetzt in Genf die Anerkennung des römischen Imperiums möglichst glatt erledigen könne. Times erklärt, man werde sich in Genf für die Empfehlung entschließen. Es sei allerdings eine undankbare und heikle Aufgabe, eine derartige Empfehlung zu starten. Die meisten der in Genf vertretenen Staaten hätten die britische Regierung wissen lassen, daß sie eine solche Empfehlung als den besten Ausweg aus der schwierigen Lage unter st ützen würden. Die Sowjetbotschaft in London habe gestern jedoch mit Entschiedenheit die Behauptung eines Londoner Abendblattes dementiert, daß die Sowjetregierung in Genf die britische Empfehlung unterstützen würde. Hinzu komme, daß die Anwesenheit eines äthiopischen Vertreters die Aussprache in Genf sehr unbequem machen werde. Daily Telegraph meint, man könne annehmen, daß der rumänische Vertreter im Namen der Kleinen Entente die Initiative ergreifen und den Vorschlag auf Anerkennung des Imperiums machen werde, den dann England und Frankreich unterstützen würden, während man hoffe, daß Sowjetrußland sich nicht aktiv dagegen wenden werde. Die „Times" befaßt sich mit den französisch- italienischen Besprechungen. Die französische Regierung sei ohne Zweifel mit Chamberlain darüber einig, daß der Sperling in der Hand besser sei als die Taube auf dem Dach. So habe sich die französische Regierung entschlossen, auch auf unmittelbarem Wege zu einem dauerhaften Frieden mit Italien zu kommen. Der bevorstehende B e - s u ch Daladiers und Bonnets in London werde eine willkommene Gelegenheit für einen Gedankenaustausch über den Stand der Dinge in Europa und Afrika fein. Viele von den Nationen, die an dem kollektiven Widerstand von 1935 gegen die Eroberung Abessiniens teilnahmen, hätten bereits den neuen Status von Abessinien a n e r =z tannt, ohne auf eine allgemeine Entscheidung durch die Genfer Liga zu warten, es sei daher unvermeidlich, daß früher ober später diese Frage auch im Genfer Rat selbst geklärt werden müsse. Was England jetzt beoorstehe, sei die Z u r k e n n t - nisnahme eines Fehlschlages. Weiterhin fortzufahren, diese Tatsache zu ignorieren, biene nicht dazu, die „eigentlichen" Ziele zu fördern, für die der Genfer Bund existiere. Man höre viel das Schlagwort „Verrat am Völkerbun b", doch gebe es wenig Mitglieder — wenn es überhaupt welche gebe —, die augenblicklich den Bund als ein Zentralorgan für Verhandlungen oder für Revisionen betrachteten. Man erweise den Aufgaben, für welche die Genfer Institution geschaffen sei, keinen Dienst, wenn man ihn in einer „Front" beschäftigen wolle, die Europa lediglich in eine kriegsähnliche Spaltung bringen würde. Oaladier und Bonnet am Mittwoch in London. P a r i s, 23. April. (PJIB. Aunkspruch.» Minister- Präsident D a l a b i e r und Außenminister Bonnet werden sich, wie nunmehr festzustehen scheint, a m rNiltwochnachmittag im Flugzeug nach London begeben, von wo aus sie wahrscheinlich am Freitagabend zurückkommen werden. Oie pariser Fühlungnahme in 2Rom. Widerstände in französischen Reqicrungskreifen. Paris, 22. April. (DNB.) lieber die franzö- siscy-italienische Fühlungnahme wird in unterrichteten französischen Kreisen ein gewisser Optimismus gezeigt. Man betont, daß die Besprechungen einen normalen Fortgang nehmen, und daß man am Freitag den eigentlichen Fragenkomplex angeschnitten habe, wobei die Ernennung eines neuen französischen Botschafters in Blaß, schwächlich, müde! Kinder werden durch die Wintermonate immer etwas mitgenommen. Sie sehen müde und abgespannt aus, essen wenig und gedeihen nicht recht. Geben Sie Ihrem Kinde jetzt das blutbildende B i o f c r r i tu Bioferrin ist ein gutes Kräftigungsmittel, wohlschmeckend und appetitanregend, dabei unschädlich für Magen und Darm. < A > BAYER l E ) R o m im Vordergrund stehe. Paris ist bekanntlich seit mehr als anderthalb Jahren nur durch einen Geschäftsträger vertreten, da die französische Regierung sich bis heute nicht entschließen konnte, das Beglaubigungsschreiben des neuen Botschafters an den König von Italien und Kaiserwon Aethiopien zu richten. Der „Jour" befaßt sich mit den Hindernissen, die gewisse französische Kreise während der letzten Tage den französisch-italienischen Besprechungen in den Weg zu legen versucht hätten. Herriot, der seinen Posten als Kammerpräsident gern mit dem des Staatspräsidenten vertauschen möchte, leite die fran- zösisch-sowjetrussische „Mobilmachung" gegen Italien. Er werde dabei von dem augenblicklichen Justizminister R e y n a u d unterstützt, der sich letzthin in einem Ministerrat gegen d i e Entsendung eines französischen Botschafters nach Rom ausgesprochen habe. Während der kürzlichen Reise Reynauds nach Italien habe der Duce, dem die Einstellung Reynauds und sein Haß gegen die römische Regierung bekannt sei, es vorgezogen, eine Zusammenkunft mit diesem abzulehnen. Der Jour fragt, ob es sich bei der Haltung Reynauds um eine private Revanche handle. Der römische Berichterstatter des gleichen Blattes ist der Ansicht, daß die in Rom unterbreiteten französischen Vorschläge sehr ver- wick-elt seien und zahlreiche Probleme aufrollten, mit denen die Italiener nicht gerechnet hätten. Man erwarte daher noch langwierige Auseinandersetzungen. Mittelmeer, an dessen Aufrechterhaltung Italien wie England ein gleich großes Interesse haben, endgültig beseitigt werden würde. Aber auch heute schon bedeutet die sichtbare Entspannung in den britischitalienischen Beziehungen ein außerordentliches Moment für die Sicherung des Mittelmeerfriedens, dessen Einfluß sich auch Frankreich, wie sein Eifer, nun gleichfalls in Verhandlungen mit Italien zu kommen beweist, nicht wird zu entziehen vermögen. Dr. Fr. W. Lange. Oer nationale Vormarsch in Spanien. Bilbao, 23. April. (DNB. Funkspruch.) Der Heeresbericht aus Salamanca meldet neue Erfolge der nationalspanischen Truppen. Auf dem Vormarsch nach Süden gelang es, den Sowjekspaniern wichtige Positionen bei Albocacer und Cuevas de Pinroma zu entreißen. Sämtliche Gegenangriffe der Raten wurden blutig zurückgewiesen, 42 Maschinengewehre sowie viele andere Waffen fielen in die Hände der Nationalspanier. Drei sowjetrussische Tanks, die erst vor kurzem aus der Sowjetunion angekommen waren, wurden außer Kampf gesetzt. Nach dem Durchbruch bei Dinaroz fiel den Nationalen eine reiche Kriegsbeute in die Hand. Darunter befindet sich auch ein Lastwagen mit 18 Millionen Peseten in Silber und Gold, der sich auf dem Wege von Castellon nach Katalonien befand. Ferner erbeuteten sie vierzehn französische Lastwagen, vier sowjetrussische Tanks und vier Tankabwehrgeschütze sowie zahlreiche Barkassen, die die Namen marxistischer Häuptlinge führten. Bei ihrer Flucht vor den nationalen Truppen schleppten die Bolschewisten aus dem Aran-Tal und anderen Pyrenäentälern den ganzen Viehbestand mit fort. Man schätzt das geraubte Vieh auf eine halbe Million Schafe, 100 000 Ziegen, 20 000 Rinder und 5000 Pferde und Maultiere. Llebereinkommen zwischen Großbritannien und Irland. London, 22. April. (DNB.) Zwischen Großbritannien und Irland ist ein llebereinkommen erzielt worden, das am Montagnachmittag in London unterzeichnet werden soll. De Valero wird sich zu diesem Zweck noch London begeben. Die meisten Blätter nehmen an, daß lediglich ein Handelsabkommen zustandegekommen sei, andere Blätter hoffen, daß weitere Verhandlungen folgen. News Chronicle schreibt, Chamberlain bereite sich vor, de Valero mit ollen Ehrenbezeugungen am Montag zu empfangen, was darauf hinzudeuten scheine,'daß es sich um mehr als nur ein Handelsabkommen handele. Ein anderes Blatt meint, man müsse sowohl Chamberlain als auch de Valero zu dem Abschluß zu gratulieren. Wieder einmal habe d i e Versöhnungspolitik C h aun b e r l a i n s einen neuen Triumph erlebt. Mit dem Abschluß dieses Abkommens würden neue Verhandlungen mit Irland beginnen, und zwar über die Frage der Verteidigung Irlands, an der England aus strategischen Gründen ein besonderes Änterejje habe. Wahl eines irischen Staatspräsidenten' London, 22. April. (DNB.) Zum erstenmal in der Geschichte Irlands wird das irische Volk nm 31. Mai einen Staatspräsidenten der Republik Eire wählen. Am Donnerstag hoben d e Valero und Oppositionsführer Cosgrave sich über den Kandidaten geeinigt. Sie wählten den fast 80jährig^n irischen Nationaldichter und Historiker Professor Dr. Douglas Hy d e, dessen zähem und jahrelangem Kampf es zu verdanken ist, daß die gälische Sprache in Irland wieder als Amtssprache eingeführt und als Landessprache in ollen Schulen gelehrt wird. Professor Hyde hat an de Valero ein Telegramm gerichtet, in dem er mit Donk die Ehre a n n i m m t, Staatspräsident der Republik zu werden. Gemeindewuhlen in der Tschechoslowakei. Prag, 23. April. (DNB.) Der Prager Ministerrat, der sich seit mehreren Tagen mit der Frage der Gemeindewahlen und der Abhaltung der Feiern am 1. Mai beschäftigte, hat nun eine Entscheidung getroffen. Der Termin für die Gerne Indern ah len in den Orten, wo die Wahlperiode bereits abgelaufen ist, soll in die Zeit vom 22. Mai bis 12. , Juni fallen. Es werden also in etwa 10 000 Gemeinden von insgesamt mehr als 15 000 Wahlen ausgeschrieben. In den Orten, in denen die Wahlperiode erst im Sommer ab- läuft, sollen die Wahlen im H e r b st stattfinden. Kundgebungen am 1. Mai werden gestattet, wenn Garantien für einen ruhigen Verlauf gegeben werden können. Nach Austritt der deutschen Mor- x i st e n aus der Regierung soll das Ressort ihres früheren Wohlfahrtsministers Czech demnächst dem kürzlich ernannten Minister der tschechischnationalen Vereinigung Jecek übertragen werden. Berwattungsschikanen gegen Deutsche in polen. Bromberg, 22. April. (DNB.) Seit mehreren Wochen befinden sich in polnischen Gefängnissen deutsch st ämmige Wanderlehrer aus Pommerellen, die zu empfindlichen Gefängnisstrafen verurteilt wurden. Kurz vor dem Osterfest ist eine neue Verhaftung erfolgt. Der Wanderlehrer Köhler wurde von der Polizei festgenommen und vin das Schwetzer Gefängnis eingeliefert, weil er deutschen Kindern in Jeschowa im Kreise Schwetz Privatunterricht erteilt hatte. Am nächsten Tage wurde er dem Schwetzer Starosten vorgeführt, d^r ihn auf dem Verwaltungswege zu 60 Zloty Geldstrafe und zwei Monaten Gefängnis verurteilte. Diese Maßnahme schien im Rahmen einer besonderen Aktion durchgeführt zu werden, und es hat den Anschein, als ob einige Starosten mit verwaltungsmäßigen Schikanen gegen das deutsche Schulwesen vorgehen wollen. Das beweist u. a. auch eine Anweisung des Starosten des Seekreises, die an eine Reihe von Großbetrieben ergangen ist und die überhörte Forderung enthält, deutsche Arbeiter, die ihre Kinder in eine deutsche Schule schicken, sofort zu entlassen. So hat beispielsweise der leitende Ingenieur der Zemcnt- iabril „ZementownjL Wejherowo" jn Neustadt m Er| Pommerellen ein Pole mit dem deutschen Name- । Georg Zahn, dem blutsdeutschen Werkmeisk- Kirschling zum 20. April gekündigt, weil e-- sein Kind in die deutsche Privatschul^ schickt. Diese Kündigung ist erfolgt, obwohl de- deutsche Werkmeister seinen verantwortungsvoller Posten seit 13 Jahren innehat. Anderen Arbeite^ desselben Betriebes wurde gedroht, daß ihnen do- gleiche Schicksal werde, wenn sie nicht inneren von 14 Tagen ihre Kinder für die polnische Schule ummeldeten. Kunst und Wissenschaft. Bühnenbildner Ludwig Sievert geht nach München. Der hervorragend begabte Bühnenbildner Ludwig Sievert, der lange Jahre hindurch das Ausstattungswesen der Frankfurter Städtischen Bühnen, vor allem des Schauspielhauses, vorbildlich geleitet hat, siedelt dieser Tage nach München über, um dort als Nachfolger von Leo Pasetti die Leitung des Ausstattungswesens der Bayerischen Staatstheater zu übernehmen. Oiplomaien beim Führer. Eine ungarische Ehrung. Berlin, 22. April. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler empfing im „Haus des Reichspräsidenten" den erneut bei ihm beglaubigten Gesa n d t en von Peru, Enrique Gildmeister, der sein Land bereits früher sechs Jahre lang bei der Reichsregierung vertreten hat. Es folgte hierauf der Empfang des neuernannten kgl. rumänischen Gesandten Radu Djuvara, der ebenfalls früher mehrere Jahre in Berlin diplomatisch tätig gewesen ist. Hiernach empfing der Führer unii Reichskanzler zur Entgegennahme des Beglaubigungsschreibens den neuernannten Kgl. Bulgarischen Gesandten Parvan^ Draganoff, der bereits früher als Kgl. Bulgarischer Militärattache in Berlin tätig war. Er übermittelte in seiner Ansprache die Grüße und Wünsche Seiner Majestät: des Königs der Bulgaren für den Führer und das Großdeutsche Reich und erinnerte an die Waffen, brüderschaft und die enge Freundschaft zwischen beiden Staaten, die in den schwersten Zeiten der sandten in Bukarest, Dr. Fadricius, zur Mel. düng. jiW Q t ch «ne dünne t weggewaschen, vereinzelt und ornmen. gn j Aepseln vor t W erwarten Leben. Dort he bliche § Mtni5mäf5ig fr Wi W und h gewissen Ausc . w°>d bringt Absichten jet schwere Jtoj der Na gewöhnliche^ Dlzjsche zge Se vernicht, feen Lagen w? 3um Fl r Null un vuebenen hnh Ns Geschichte beider Völker ihre Probe bestanden hat. Diese Freundschaft und Zusammenarbeit auf allen Gebieten weiter zu entwickeln betrachte er als seine Aufgabe. Der Reichskanzler dankte für die Grüße Seiner Majestät König Boris III., die er herzlich erwiderte. Wie bisher werde er und die Reichs, regierung die traditionelle Freundschaft mit dem bulgarischen Volk aufrechterhalten und ausbauen. Der Führer und Reichskanzler nahm ferner den Besuch des kgl. ungar ischenGefandten Dome Szojay, entgegen, der ihm im Auftrag des kgl. unga< rischen Ministernräsidenten Dr. v. Därcmyi und des königlisch-ungarischen Außenministers, von Kanya, zur Erinnerung an den Besuch der ungarischen Staatsmänner ijn November vorigen Jahres in Deutschland ihre Bilder mit eigenhändiger Widmung übereichte. Der Führer dankte für die Gabe mit herzlichen Worten. Weiter empfing der Führer am Freitag im Beisein des Reichs- minifters des Auswärtigen, v. Ribbentrop, den zum deutschen Botschafter in London ernannten bisherigen Botschafter in Tokio, v. Dirksen, der sich vor Antritt seines Postens in England beim Führer verabschiedete. Außerdem empfing der Führer den zur Zeit in Berlin anwesenden deutschen Ge- Oer erste lieichslehrgang für Aechtswahrer. Erwitte, 22. April. (DNB.) Jn Anwesenheit von führenden Männern der Partei und des Staates wurde auf der Reichsschulunqsburg Erwitte der erste Reichslehrgang für Rechtswahrer eröffnet. Reichsleiter Dr. Frank wies auf den funbamen» taten Wandel im Rechtsgedenken und Rechtsleben des deutschen Volkes hin. Es dürfe niemand glauben, daß wir frühere Systeme für den Ausbau unseres neuen nationalsozialistischen Rechtslebens verwenden können. Dieses Rechtsleben beginne mit der Verkündung des P,a r t e i p r o g r a m m 5 durch d en Führer und, getragen von der lebendigen Kraft der Partei, werde diese neue Rechtsordnung unzerstörbar bleiben. Die Aufgabe der Rechtswahrer und ihrer Schulung werde immer darin liegen, dem Wissen das Können zuzufügen und damit eine volksnahe und vom Volke verstandene Verwirklichung des nationalsozialistischen Rechtes zu gestalten. Neue Reichsmittel zur Förderung der Kleintierzucht. Berlin, 22. April. (DNB.) Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft hat zur Förde- rung der Kleintierzucht wieder namhafte Beihilfen gewährt. Es handelt sich dabei um Zuschüsse für die Beschaffung von 3unggeflügel, Hühnerställen, künstlichen Glucken, angef orten Herdbuchhähnen, Farbenfußringen für Junggeflügel, Belegställen und Zuchtgeräten in der Bienenwirtschaft, für die Bekämpfung der Bienenkrankheiten sowie der Schädlinge der Bienen, für Bienenstände, für die Verbesserung von Ställen in Kaninchenkleinhaltungen, für die Beschaffung von Zucht- rammlern anerkannter Wirtschattsrassen, für Zuchtprämien, für Beschaffung von Angorazuchthäsinnen, weiblichen Ziegenlämmern, Ziegenbockställen, für die Herrichtung von Räumen für die Seidenraupenzuchten und zum Ankauf von Maulbeersträuchern. Ausgleichssport der berufstätigen Jugend. Berlin, 22. April. (DNB.) Die Notwendigkeit, der berufstätigen Jugend während ihrer Arbeitszeit einen Ausgleich durch Leibesübungen zu der einseitigen beruflichen Beanspruchung zu sichern, hat den Leiter der Deutschen Arbeitsfront und der Jugendführer des Deutschen Reiches bestimmt, eine gemeinsame Anordnung über Ausgleichssport in den Betrieben zu erlassen. Unter Beaufsichtigung der Dienststellen der Hitler-Juqend wird vom Sportamt der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" dieser Ausgleichssport während der Lben, d>e 01 Arbeitszeit außerhalb der Betriebssportgemeinschaft durchgeführt. Die Frage der sportlichen Betätigung der Jugend innerhalb der Betriebssportgemeinschaft wird noch besonders geregelt. Die Leibesübungen der berufstätigen Jugend werden grundsätzlich wahrend der Arbeitszeit durchgeführt und sollen sich in der Regel auf mindestens eine Doppelstunde in der Woche erstrecken. einem Empsan her badische A Aegrüßungswo Auslandes rich internationale Professor Pau lieb" hier zu, Vizepräsident er deren Grüß einem Tanzabi Veranstaltung i scher Tonseher wW ihre Ur Das 25. D bis 26. Apnl n mit alten Dirn tantors vom 1 «mgeblasen. ve schast mit Reiä der Spitze wuü Aathaus emPia überreichte den Uomaskantor feine großen 1 bronzene band Veranstaltungen seitlichen Gerne ganzen Welt i ihomaskirche. Zeifgenössis Das 3. In ■Kien Die Drd)t|ier I " *le Ä Z Unter de" sterung sur d>e ] Str au 8 “tf men und dem 1 ges noch emm°l 25. De BEVAULIN irisch ast aus? Wie sicht es in der 'S DasSchönheitsbrev erderMaintenon. die „Weißenburg" und „Zährin- gte er die II. Werftdivision, | Stock mehrere Räume durch das Feuer beschädigt wurden. in als 20 Buntes Allerlei. Oer $ilm als Sportlehrer. wie das reichseigene zweitgrößte deutsche Strom» erzeuaungsunternehmen sich dem gewaltigen Strom» bedarf gegenübergestellt sieht, den der Aufbau neuer Rahstafsindustrien und die wachsenden Anforderungen der vorhandenen Industriebetriebe dieser Art Hervorrufen. Aluminiumwerke, verschiedene Stick- stoffwerke und bedeutende Betriebe des Farbenkon- zerns werden' von den Reichselektrowerken versorgt, die im letzten Jahr einen Stromabsatz von 3,84 Millionen Kilowattstunden erreicht haben, 18 v. $). mehr als 1936, nachdem zuvor eine Steigerung um 15 v. $). erzielt war. Es ist demnach kein Wunder, wenn unter allen Großkonzernen die Elektrowerke den größten Erweiterungsbedarf haben: Anlagenzugänge van nicht weniger als 43 Millionen Mark in der letzten Bilanz (25 Millionen Mark 1936) zeigen zur Genüge, wie stark die Bautätigkeit ist. Die Gesellschaft hat im vorigen Jahre auf dem Kapital- Möglichkeit, sie abzustellen, suchte. Er sagte sich, daß er, wenn er eine Filmaufnahme seines Spiels machen und sich diese langsam vorführen ließe, eine genaue Zergliederung aller Bewegungen vornehmen und den Fehler darin aufdecken könnte. Gesagt, getan. Das Ergebnis gab ihm durchaus recht. Der Herzog hat seine ungeschickten oder schlecht berechneten Schläge auf Grund der so gewonnenen Kenntnis seiner Fehler verbessern können und ist ein Golfspieler geworden, der seinen Mitspielern weit überlegen ist. Er hat aber sein Geheimnis durchaus nicht bewahren wollen, sondern es seinen Freunden mitgeteilt, die ihrerseits ihr Spiel auf dieselbe Weise zu verbessern trachten können, fb. qen" Zuletzt befehligte er Die 11. Wersrowipon, worauf er seinen Abschied nahm. Zu Beginn des Weltkrieges stellte er sich dem Vaterland sofort zur Verfügung und leitete als Kommandeur die I. Baudivision bis Anfang 1916, um mit dem Charakter als Konderadmiral in den Ruhestand zu treten. entsandt. Bisher 20 Todesopfer, 80 Verletzte bei dem Einsturzunglück in Alabama. Im März hat die deutsche Ausfuhr (ohne Oesterreich) gegenüber Dem Vormonat eine Steigerung um 32 und die Einfuhr um 9 Millionen Reichsmark erzielt. Damit ist die deutsche Außenhandelsbilanz wieder aktiv geworden. Im Januar und Februar übertraf Die Einfuhr Die Ausfuhr um 33 bzw. um 17 Mill. RM., währenD im März ein Ausfuhrüberschuß von 12 Millionen festzustellen ist. An Einzelheiten sei nur noch mitgeteilt, Daß Die Ausfuhr im Europageschäft besser vorankam als im Ueberseegeschäft, unD Daß Die Mehreinfuhr hauptsächlich Halbwaren unD Vorerzeugnisse für Die gewerbliche Weiterverarbeitung umfaßt hat. Durch Den schweren Rückschlag Der Weltwirtschaft, Der etwa um Ostern 1937 begann, ist Der Kampf um Die Auslandsmärkte noch schwieriger als bisher geworben, wofür z. B. bezeichnenD ist, Daß die Eisen- und Stahlerzeugung des Erzlandes Luxemburg im diesjährigen März geradezu halbiert worden ist! Die Organisation des deutschen Außenhandels geht entschlossen an die Schwierigkeiten Der Aufgabe einer AusfuhrförDerung heran unD, auf lange Frist hin gesehen, wirD sie Dabei zweifellos Durch Die Schaffung neuer Deutscher Werkstoffe unterstützt werden, Deren neuartige AnwenDungsmöglichkeiten neuartige Be- Dürfnisse schaffen. Wenn GeneralfelDmarschall Göring kürzlich auf Der Besichtigungsfahrt durch Die Deutsch-österreichi- schen Eisenerz- und Eisenindustriegebiete das Wort prägte: „Eisen i ft mehr als (So ID", so hat sich Dieser Ausspruch wohl niemals stärker bewahrheitet als in Den letzten fünf Jahren. Eisen, ist das Grundelement, für das gesamte Dasein einer Volkswirtschaft. Wie richtig das ist, wird besonders bewiesen durch den einzigartigen Aufschwung, den die deutsche Eisenindustrie seit 1933 genommen hat. Durch die auf allen Gebieten Der Wirtschaft aus- gelösten Kräfte steigerte sich der Eisen- und Stahlbedarf ins Unermeßliche. Die noch 1932 bei Werken und Händlern lagernden Vorräte sind heute gänzlich verschwunden. Ende 1932 waren in Deuisch- * Ebenso wie in Der EiseninDustrie bemerken wir auch in der Elektroindustrie Deutschlands einen stürmischen Aufschwung. Abschluß und Bericht der Elektrowerke AG. in Berlin für 1937 zeigen, Grohfeuer in einem Warenhaus. Auf Dem GelänDe eines Warenhauses in Mäh- risch-Oftrau brach ein BranD aus. Der mit großer Schnelligkeit um sich griff und das Warenhaus dis zum Erdgeschoß vernichtete. Das Gebäude, das renoviert werden sollte, war mit einem Holzgerüst umgeben, das ebenfalls in Brand geriet, so Daß Die Feuerwehr an Das Gebäude nicht herankommen konnte. Von der Inneneinrichtung und den Waren konnte nichts gerettet werden. Der Schaden wird auf einige Millionen Tschechenkronen geschätzt. 60,'ähngeS Miiläriubiläum. schwerer Verwüstung. Bis in die hohen Lagen hinein ist der größte Teil der jungen Triebe erfroren. Nicht anders liegen die Verhältnisse an Der Unter» Haardt, wo ebenfalls der größte Teil Der Reben stark gelitten hat. Man muß mit einem Ausfall von 50 bis 80 v. H. im pfälzischen Weinbaugebiet rechnen. Riesiger Wald- und heidebrand in England. In Der Nähe Des Militärlagers Bovington in Der englischen Grafschaft Dorchester brach ein riesiger Wald- unD HeiDebranD aus, Der sich bis auf wenige hundert Meter an das Lager heranfraß. Außer den Feuerwehren Der ganzen Umgegend mußten tausend Mann Militär aufgeboten werden, um Die Gefahr zu beseitigen. Nächtliche Feuersbrunst äschert eine polnische Siedlung ein. In einer Siedlung bei Lublin brach in Der Nacht einFeuer aus, Das sich infolge Des starken Windes mit ungeheurer Schnelligkeit ausbreitete. Obwohl zahlreiche Löschzüge zu Hilfe eilten, beftanD feine Möglichkeit, Das Feuer einzudämmen. 44 Hauser fielen Den Flammen zum Opfer. Die meisten Bewohner haben ihr ganzes Hab unD Gut verloren. Cholera-Epidemie fordert zahlreiche Todesopfer in Indien. Aus Delhi wird gemeldet, daß im Anschluß an Die religiösen Feiern Des Kumbhamela-Festes in Hard- roar in Den Vereinigten Provinzen eine Cholera- seuche ausgebrochen ist, Die unter Den Dortigen Bewohnern täglich über 10 0 ToDesopfer forDert. Tag unD Nacht brennen außerhalb Der StaDt riesige Scheiterhaufen, auf Denen Die Leichen verbrannt werben. Die britischen KolvnialbehörDen haben in aller Eile Aerzte unD Rotkreuzschwestern in großer Anzahl sie in ein Bad ''oon lauwarmen Kamillen: Dann reibe man sie zart mit einer Apfelsinenschale, Die in Diese Flüssigkeit eingetaucht ist." Um Runzelst auf Der Stirn zu vermeiden, rät Die Verfasserin Einreibungen mit Rosenwasser, Das mit Dem Saft gekochter Gurken vermischt ist; statt Des roten Lippenstiftes, Der zu ihrer Zeit noch nicht erfunden war, lehrte Die Maintenon Die schönheitsdurstigen Frauen jeden Morgen eine starke Lippenmassage mit einem Stück nasser LeinwanD zu machen. Gwß'euer in einer Offenbacher ZeNuloidfabrik. Offenbach, 22. April. (Lpd.) In der Offenbacher ZelluloiDfabrik Schreiner & Sievers entstand in einem Nebengebäude, in dem Zelluloid- ftangcn zersägt werden, durch Funkenflug in Den Zelluloidstaub Freitag mittag Großfeuer. In wenigen Augenblicken stand Der Arbeitsraum bei Dem leicht brennbaren Material in Hellen Flammen, so daß die Belegschaft schleunigst fliehen mußte. Die Offenbacher Feuerwehr war in wenigen Minuten an Der BranDstelle und griff mit zwei Motor- spritzen und mehreren Schlauchleitungen das Feuer, das inzwischen auch Das Vorratslager ergriffen batte, an. Bei den ungeheuren Wafsermengen, Die auf Die brennenden Zelluloidmassen geschleudert wurden, war Die Gefahr balD beseitigt, feDoch ist Der erste Stock Des Fabrikgebäudes völlig ausgebrannt, während im zweiten Der Dacheinsturz in einem Kaffeehaus Phönix-Citi; (Alabama) hat mehr Opfer gefordert, zuerst angenommen wurde. Bis jetzt wurden Neger als getötet festgestellt, wahrend 80 Pe^ fonen verletzt wurden. Man nimmt an, daß noch mehr Menschen den Tod gefunden haben und noch unter den Trümmern liegen. ____________ Dom 22. bis 24. April findet in Königsberg erste Kulturtagung der Reichsstuden- tenführung statt. Sie wurde mit einer Flag- genhissung vom stellv, Reichsstudentenführer eröffnet In der Aula der Universität fand eine Kundgebung statt, bei der der Leiter des Kulturamtes Der Reichsstudentenführung Die Zusammenfassung aller künstlerischen Kräfte forberte. — In einer Abendmusik in Der Aula fanDen Uraufführungen von Werken junger Künstler statt, Die aus Den Kreisen der Studentenschaft kommen. Der Herzog von Windsor läßt sich filmen, um sein Golfspiel zu verbessern. Der Herzog von Windsor hat schon als Prinz von Wales von seinen Reisen Filme mitgebracht, in Denen er besonders interessante Jagdszenen festgehalten hatte und die er in feinem vollkommen eingerichteten Laboratorium selbst entwickelte. Jetzt hat er Den Film zu einem praktischen Zweck benutzt, Der alle Golfspieler be- sonDers interessieren wird. Trotz allen Eifers und trotz seiner Geschicklichkeit war Der Herzog von Windsor mit seinem Golfspiel, Dem er mit Leidenschaft huldigt, nicht ganz zufrieden. Er mußte im« des Benzol-Verbandes er. 3n Anwesech: ; und des Gfaali: ? Erwitte k vahrer eroffnt ben funbanw mb Nedjtslebtrj... emanb glauben?) lufbau unftw )ens verwende m mit btil Programm.' in von der lebe? ese neue Rechb >ie Ausgabe k ig werde iimrr Können W id vom Volke k ionalsozialW ttel intierzuchi. ier Reichst t Hut zur göri: imhaste' BeW Zuschüsse firb H, hühnerM herdbuchhälM Belegställen § irlschast/- kheiten sowie« enstände, jur’ iinchenkleu :ung °?!> 8 raffen, «zu-tE Tiieqentnifll* AdieS'U rtanf oon » «'ii "'M ol«f }l|4 I !«8»o ‘"i'trti, ' 4 H ■ LPD. Darrnstadt, 22. April. Arn 23. April kann Der in Darmftabt wohnenDe Konteradmiral a. D. William Kutter sein 60jähriges Militärjubiläum begehen, zwei Tage vor seinem 75. Geburtstag. Vor 60 Jahren trat Kutter in die deutsche Kriegsmarine ein. Er brachte es bis zum Kapitän zur See. und war u. a. Kommandant der „Schwaben", unh Anbrin- Ä" ma'rkt'^^L? 4/^ ' zufinden. Nun ha ein Freund der Herzogmvon daß den Buchwerten der Anlagen unter Beteiligung Windsor den Band entdeckt und ihn ihr ^ugeschicktt nu? Eigenmittel und langfristiges Fremdkapital Er tragt den Tstel gegenüberfteDen, «in sehr günstig-- »L 45 ♦ fern zu verhindern, gab die Maintenon folgende >nfN SLA Vorschriften für die Behandlung des Gesichtes: „Zu englischem Tee füge man einige Tropfen Hühner- fett und Honig hinzu. Man lasse die Mischung sieden, siebe sie durch und füge dann ein Sträußchen Petersilie hinzu. Diese Abkochung siebe man, wenn sie abgekühlt ist, durch ein Sieb, auf dessen Locher einige Mandelkrürnel gestreut sind. Zum Schluß mische man die Flüssigkeit mit Ziegenmilch." Das Rezept ist durchaus nicht einfach, aber zur Entschädigung verspricht die Maintenon den unfehlbaren Erfolg ewiger Jugend. Für die Augen gibt > sie folgende Ratschläge: „Wenn man eine gewisse Am Dfterbienstag wurde Die neue Milliar - Denanleiche Des Reiches zur Zeichnung aufgelegt; Die Zeichnungen werDen am 4. Mai geschlossen. Wir haben bereits Die wesentlichen Vorzüge Der neuen Reichsanleihe Dargelegt unD vor allem gezeigt, Daß gerade DerkleineSparer und Kapitalist in Der Anleihe ein absolut sicheres Anlagepapier erblickt. So hat bereits Die Januaranleihe gegenüber Der Des Herbstes 1937 eine Vermehrung Der kleinen Zeichner bis 5000 RM. um 70 v. H. ergeben. Die Auflegung Der neuen Anleihe, Die Die erste großDeutsche ist, liegt in Der Linie Der seit Anfang 1935 eingeleiteten KonsoliDierung kurzfristiger Verpflichtungen, aber Die Laufzeit ist jetzt auf 20 Jahre verlängert, währenD bei Der letzten Anleihe Die längste Laufzeit 18 Jahre betrug. Es läßt sich also eine Durchschnittliche Laufzeit von 17 Jahren entsprechenD Den ÜilgungsbeDingungen errechnen. Die Beanspruchung Des ©elDmarftes Durch Die großen Steuertermine im März hat nachgelassen, Die großen öffentlichen Arbeiten haben Dem GelDmarkt viel flüssige Mittel zugeführt, u. a. stieg Der BestanD an Solawechseln oon EnDe Februar bis EstDe März von 560 auf 750 Mill. RM., nach Dem Ultimo März machte sich eine weitere Verflüssigung bemerkbar, so Daß an PrivatDiskonten unD Reichsschatzwechseln Materialknappheit herrschte. Die intakten Währungs- unD Finanzverhältnisse geben Die Gewähr Dafür, Daß Das Deutsche Volk auch in Der Zeichnung Der neuen Anleihe seine Pflicht erfüllt. ' ©iihm • n I is f "» >"i| > '|!. k^ ' ara, U Mi »fei 'N lein,, Zeiten i s tanden l auf j °ch/e er Q|5 3 e [ur die W •’ \le er fjery. die 'Schaft mit v 1 ""d qu5()Ol.; nafjm ferner b lQ n D t e n 3)ö> Adeskgl.utz -Oarantji unbk er5, von Kaiy °cr unoariffcll ngen Jche- ; ^.'llenhä' 'er Führer borL ten. Weiter Beisein des Reib bentrop, den $ ernannten { 'rksen.deri llland beim t\ 'fing der Pkl en deutschen M cius, zur üfb1 land nur noch 40 Hochöfen in ^Betrieb, während die übrigen 115 still lagen. Heute dagegen liegen selbstverständlich Hochöfen überhaupt nicht mehr still, und Die Zahl Der in Betrieb befindlichen ist von 40 auf 129 gestiegen. Die deutsche Roheisenerzeugung ist von rund 4 Millionen Tonnen jährlich auf rund 16 Millionen Tonnen gestiegen. Aehnlich ist das Bild bei der Gesamtroh st ahlerzeu- gung, die von rund 6 Millionen auf rund 20Millionen Tonnen gestiegen ist. Einen fast noch stärkeren Anstieg weist Die Tiegel- unD Elektro« stahlproDuktion auf, die von runD 77 000 Tonnen auf 535 000 Tonnen jährlich gestiegen ist. Auch die Ausfuhr in Eisen hat sich trotz aller Schwierigkeiten auf dem Weltmarkt im Durchschnitt etwa verdoppelt. Die Förderung ist von rund 1,3 0_1(, -------- -------- ... Millionen Tonnen jährlich auf 9,7 Millionen Ton- mer ^^der feststellen, daß einige seiner Schläge nen angestiegen. Aller Voraussicht nach wird im fehlgingen, so daß er nach der Ursache und der Jahre 1938 ohne Berücksichtigung Der österreichischen! — - -■ : -......' " ' " n*- r--£- r2JL FörDerzifsern die 10-Millionen-Grenze überschritten werden. Die hieraus ersichtlichen Ausdehnungsbestrebungen des deutschen Erzbergbaues und der deutschen Eisen- und Stahlindustrie werden aber keineswegs eine Verringerung in der Verwendung ausländischer Erze zur Folge haben. Es ist mit Sicherheit mit einer Beibehaltung der vorjährigen sehr bedeutenden Quote zu rechnen. Glanzvolles Konzert der wiener Philharmoniker vor Dem Führer in Berlin. Zum ersten Male in seiner fast hundertjährigen Geschichte spielte das Wiener Philharmonische Orchester am Freitag in Berlin. Das : erste Der beiDen Gastkonzerte, Deren Leitung Staatsrat Dr. Wilhelm Furtwängler übernommen hat, erhielt seine Auszeichnung Durch Die Anwesenheit Des Führers unD Reichskanzlers, Der Durch Heimführung Der Deutschen Ostmark ins Reich Dieses Gastspiel von sinnbilDlicher und künstlerischer Bedeutung erst möglich gemacht hat. Mit Dem Führer hatten in Der Ehrenloge Der Philharmonie Platz genommen Reichsminister Dr. Goebbels, Minister Dr. G.l a i s e - H o r st e n a u, Staatssekretär Hanke, SA. - Obergruppenführer Brückner, ^-Gruppenführer Schaub und Der Leiter Der Musikabteilung im PropaganDaministerium, Ministerialrat Dr. D r e ro e s. Wilhelm Furtwängler, Den eine langjäh- 1 rige Zusammenarbeit mit Den Wiener Philharmonikern als Dem besten Opern- unD Konzertorchester -er Donaustadt verbindet, bot Den Berliner Musikfreunden, die Die Philharmonie bis auf Den letzten Platz füllten, die h-moll - Symphonie („Unvoll- enDete") von Franz Schubert und Die 7. Symphonie von Anton Bruckner. Diese Meisterwerke, die zu Den unsterblichen Geschenken Des Deutschen Musiklandes Oesterreich an Die Welt gehören, versetzten Die Hörer in Der genialen Ausdeutung Furtwänglers in helle Begeisterung. Die Huldigungen der Berliner für Die Wiener Künstler fanDen keine Grenzen mehr, nachDem das Orchester feine großartige Klangkultur unD voll- cnDete SpielDifziplin aufs herrlichste.entfaltet hatte. Unter Dem EinDruck Der überschwänglichen Begeisterung für die Wiener Gäste entschloß sich Furtwängler — wohl zum ersten Male in Berlin — zu einer Zugabe. Der „Kaiserwalzer" von Johann Strauß entfesselte mit seinen prickelnden Rhythmen und dem Wiener Schmelz Des Orchestervortrages noch einmal rauschenDen Beifall. 25. Deutsches Vachfest in Leipzig. Das 2 5. Deutsche Bachfest, das vom 22. bis 26. April in Leipzig 'Durchgeführt wird, rourDe mit alten Turmmusiken aus Der Zeit Des Thomas- kantors vom Turm Des alten Rathauses feierlich eingeblafen. Der Vorstand Der Neuen Dachgesellschaft mit ReichsgerichtspräsiDent Dr. Bumke an Der Spitze wurde vom Oberbürgermeister im neuen Rathaus empfangen. Oberbürgermeister Dönicke überreichte Dem künstlerischen Leiter Des Festes, Thomaskantor Professor Karl Straube, für seine großen VerDienste um die Bach-Pflege das bronzene Standbild feines großen Vorgängers. Die Veranstaltungen Des Bachfestes begannen vor einer festlichen Gemeinde von Bach-Freunden aus Der ganzen Welt mit einem Kantatenabend in der Thomaskirche. Zeitgenössisches INusiksest in Baden-Baden. Die Herzogin von Windsor, die eine begeisterte Bibliophilin ist, hat aus Paris ein Buch als Geschenk erhalten, um das sie sich schon lange be- müht hat. Immer wenn sie in Paris war, suchte sie bei den Antiquaren nach Diesem Buche, von Dessen VorhanDensein nur wenige wußten. Es ist von Der schönen Favoritin und fpäteren morganatischen Ehefrau Ludwigs XIV., Der MaDarne de Maintenon, geschrieben. Diese Frau, DD? über alle Künste verfügte, durch Die sie sich schon erhalten konnte, hatte eine Art Schönheitsbreoier verfaßt, das am Hofe Ludwigs XIV. allgemeine Gültigkeit hatte. Das Buch war dann verschwunden, und es war bisher nicht möglich gewesen, trotz eifrigsten Suchens der Antiquare, ein Exemplar wieder auf- Das 3. Internationale Zeitgenössische Musikfest in Baden-Baden wurde mit einem Empfang im Kurhaus eingeleitet, bei Dem Der badische Innenminister Pflaumer herzliche Begrüßungsworte an Die Komponisten Des In- und Auslandes richtete, lieber nationale Kunst und ihre internationale Auswirkung sprach Reichskultursenat Professor Paul Gr a euer, dessen „Turmwächterlied" hier zur Uraufführung kommen wird. Als Vizepräsident der Reichsmusikkammer überbrachte er deren Grüße. In Drei großen Orchesterkonzexten, einem Tanzabend und einer weiteren musikalischen Veranstaltung werden 21 Werke in- und ausländischer Tonsetzer zu Gehör kommen, von Denen die meisten ihre Urausführung erleben. Kulturtagung der Reichsstudentensührung in köngsberg. Erhältlich an den blau,weißen Tonksau Aus aller Wett. Jähes Ende der Obstblüte an der Bergstraße. An Der Bergstraße hat es am Donnerstag so stark geschneit. Daß Die WälDer bis zum AbenD eine Dünne weiße Hülle behielten. Die B(üte ist weggewaschen. Die Fruchtansätze werben nur ganz vereinzelt unD in besonders geschützten Lagen Durchkommen. In Der Ebene, in der neben Birnen und Aepfeln vor allem Frühzwetschen stehen, ist nichts zu erwarten. Wenig wird es in höheren Lagen geben. Dort sind auch in den Weinbergen erhebliche Schäden an den dieses Jahr verhältnismäßig vorgeschrittenen Ansätzen festzuftellen. Der Ausfall ist für die Obstzüchter an Der Bergstraße und für die Verbraucher erheblich. Emen gewissen Ausgleich könnte Die Apfelernte im ODen- inalD bringen, wo aber ein Ueberblick über Die Aussichten jetzt noch nicht möglich ist Schwere Frostschäden im pfälzischen Weinbaugebiet. In der Nacht zum Freitag ist bei einem außergewöhnlichen Temperatursturz das gesamte pfälzische Weinbaugebiet von einem Froftscha - d e n heimqesucht worden, dessen Auswirkungen noch nicht abzusehen sind. Während schon in Den letzten Tagen kalte Nächte einen großen Teil Der Obst« ernte vernichtet haben und Die Weinberge m Den ! tieferen Lagen stark mitgenommen murDen hat die Nacht zum Freitag bei einer Kalte bis zu 7 Grad I unter Null unD Nebel auch Die bisher verschont ge- i bliebenen höheren Lagen erfaßt. Die OberhaarDt meldet bei 5 bis 7 Grad unter Null sehr starke i Einflüsse auf Die jungen Triebe; m manchen Gemarkungen ist die gesamte Ernte vernichtet. D e Mittelhaardt bietet ebenfalls uielfoch ein^Bild Wetterbericht Unser Bezirk ist jetzt in Den Einflußbereich mehrerer von NorDen einwirkenDer Störungen gelangt. Von NorDwesten her gleiten etwas wärmere Luftwaffen über Die DeutschlanD noch beDeckenDe an- haltenDe arktische Kaltluft auf, was zu beDecftem unD regnerischem Wetter Anlaß gibt. Auch für die nächsten Tage wird unbeständiges Wetter zu erwarten sein, Das mit Dem weiteren Abbau Des ost- atlantischen Hochs Das GinDringen von (Störungen ermöglichen wird. A us sichten für Sonntag: Bedeckt, Durchzug einzelner Regengebiete, Temperaturen langsam ansteigend, Winde um Nord. Aussichten für Montag: Weiterhin unbe« ständiges und zu leichten Niederschlägen geneigtes Wetter. Lufttemperaturen am 22. April: mittags 8,6 Grad Celsius, abends 5,6 Grad; am 23. April: morgens 4,1 Grad. Maximum 9,3 Grad, Minimum heute nacht 3,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 22. April: abends 8,5 Grad; am 23. April: morgens 6,4 Grad. — Niederschläge 0,6 mm. — Sonnen* scheindauer 7,1 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter Des Hauptschriftleiters: Ernst Blum* schein. Verantwortlich für Politik unD für Die Bilder: Dr Fr W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thynot; für Den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen- (eiter: Hans Beck. Verantwortlich für Den Inhalt Der Anzeigen: TheoDor Kümmel. D. A. III./38: 10 355. Druck unD Verlag: Brühlsche UniDerfitätsDruderet R Lange, K -G., famtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit Der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit Der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. rf to IW®*, 3euW" fZ "“rfalf«. KJ >« WährenD so Die deutsche Wirtschaft sich ausbreitet und konsolidiert, wächst auch die Sparkraft der Bevölkerung, wie Das insbesondere der Geschäftsbericht Der Rheinischen Girozentrale für das letzte Jahr erkennen läßt. Die Gefamteinlagen Der Sparkassen sind um 0.45 v. H. gewachsen, die Umsätze sind von 12,4 auf 15,1 Millionen gestiegen, der Wiederaufbau des Hypothekengeschäftes hat begonnen, Die Bank konnte im Laufe Des letzten Jahres weitere Mittel für hypothekarische Neuausleihungen zur Verfügung stellen und hierbei auch - . - ..v... für Den ozial vordringlichen Wohnungsbau (Klein- j sie folgende Ratschlage. . ,-o siedlungen Kleinheime usw.) nennenswerte Mittel. Müdigkeit an Den Augen verspürt, so tauche man vorsehen. Die Sondermittel für Das landwirtschaft- Vxe in ein Bad "Don lauwarmen Kamillen; Dann liche KreDitgeschäft wuchsen im Verlauf Des letzten Jahres um etwa 15 v. H. Älter werden ohne „alt" zu werden, — dozu ist tägliche Houtpflege nötig, dofür ist Worto-Seife mit Houtnohrung wie geschaffen Stück 18 plg. gr. Stück 28 pig. Wart© BeHördenange- stellter sucht zum 1. Juli od. früh. M-Holm. Sckr. Ang. unt. 2786va.d.G.A. Luche im Südv. 3-Zimmer- Wohnung m. Küche, kann 4-Zimm.-Wohn. m. Bad i. Tausch gebracht werden. Schr. 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S ^iner bre 8n?_« !x«!"S L Milch- hitÄau bä?? f wird Gür 'd)6nuPril 2Z./24. April 1938 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) nr.04 Zweites Blatt Am 26. Avril 20 Uhr lieft P emer soldatWl Feierstunde tal SrontfolM glückliches Leuchten war. eine Gruppe bärtiger Araber, malerisch um Feuer, und hinter dem Brunnen suchen die mele und Esel ihre kärgliche Nahrung an harten Büschelgras, das in dieser sonst noch wüstenhaften Region hier und da auftritt. Bis hierher sind wir tatsächlich so gut wie ohne Weg und Steg gefahren. Auch die Steinhaufen längs der „piste“, wie die Strecke französisch genannt wird, sind verschwunden und nur durch gelegentlich in den Sand gesteckte Stöcke oder Schilfstengel ersetzt. Morgen soll Aga des, der nördlichste Platz im Sudan und das offizielle Ende der Sahara, 3040 Kilometer von Algier, erreicht werden. Wir sind einen Tag überfällig und hundemüde, aber wir möchten auch dies letzte Stück Wüstenreise-Erfahrung nicht missen, denn erst im fech-fech gibt sich die Sahara ungefähr so, wie man sie sich zu Hause denkt. ein Ka- dem sehr man doch allerlei Interessantes, was uns aufmerken läßt. Obwohl die Eremitage einhundertfünfzig Gelehrte als Angestellte beschäftigt, gäbe es in ganz Rußland nicht einen einzigen „Führer" durch die Sammlungen, geschweige denn wissenschaftliche Werke über die zahlreichen Teilgebiete, wie das doch in allen anderen europäischen Museen üblich ist und auch von den Besuchern mit Recht gefordert wird. Das Blatt wirft dann dem Direktor der Eremitage mangelndes Interesse für die wissenschaftliche Erziehung der Heranwachsenden Gelehrtengeneration vor und drückt seine Verwunderung darüber aus, daß sich die fachmännische Erfahrung der alten Museumsbeamten so gar nicht auf die '„neuen Kader" übertrage. Vom Westen aus gesehen, ist das ja auch wirklich verwunderlich. Allein vom sowjetrussischen Standpunkt aus kann man sich diese Zustände schon erklären. Allzu großer Eifer schadet nur, und so mag es wohl richtiger, jedenfalls ungefährlicher sein, die Dinge laufen zu lassen, anstatt sich um die wissenschaftlich-fachmännische Erziehung des Nachwuchses zu kümmern und damit womöglich in den Verdacht zu geraten, man nehme diese Dinge ernster und verwende mehr Zeit dafür als zur Verfügung steht, um bei den jüngeren Angestelltsn auf die richtige proletarische Gesinnung zu achten. Man versteht im heutigen Rußland unter „Sabotage" so vieles und so Verschiedenes, daß ein Museumsdirektor nie wissen kann, ob nicht auch sorgfältige Fachausbildung unter diesen gefürchteten Begriff fällt. Unsre Weiterfahrt ignorierte die Wegemarkierung durch die Steinhaufen völlig und ging in Schlangenlinien rechts und links davon durchs Gelände, bald über holprigen Felsboden, bald durch Sand, den der Fahrer angestrengten Blicks fort und fort daraufhin abschätzen mußte, ob er den Wagen tragen würde. Eigentlich war es eine ständige Aufregung: Durchkommen oder Steckenbleiben? Als das Tageslicht schwand, sahen wir vor uns einen geschlossenen Kranz von hohen Dünen, durch die es scheinbar keine Passage mehr gab. Das Loch war aber doch da. Nun kam es darauf an, den Wagen mit äußerster Kraft in Fahrt zu halten, denn ein Wiederanfahren war in dem Halb-kech-kech, durch den wir uns durchwürgen mußten, ohne die Eisenrohre nicht möglich. Minutenlang hing unter dem Heulen des Motors und der ruckweisen, langsamen Fortbewegung des Wagens die Entscheidung an einem dünnen Faden, aber es glückte, und noch bevor es völlig dunkel geworden war, fühlten wir, wie allmählich das verzweifelte Knirschen und Mahlen der Räder in den Sandmassen wieder in das erlösende Rollen auf festerem Boden überging. Solche Passagen sind eine Lehre dafür, wie gefährlich es sein kann, bei Hunderten von Kilometern wasserloser Strecke vorwärts und rückwärts, sich mit einem einzelnen Privatauto in die Wüste Bärin suchte mit ihren Augen die Verbindung zum vertrauten Menschen, und fast schien es, als verstünde sie seine Worte: „Zeig uns doch deine Kinder!" Mit einem Mal ruckte nämlich die Bärin hoch, Art Sand, wir würden sie schon kennen lernen. Nach dem „Itineraire“ soll die Abfahrt von Ta- manrasset um 5 Uhr früh, die Ankunft in In Guez- zam um 17 Uhr erfolgen; der fech-fech meinte es aber ganz anders! Zur Vorsicht wurde schon um 3 Uhr geweckt und um 4 Uhr losgefahren. Nach ein paar Stunden — es war schon hell geworden — machte unser „Mouf- lon" plötzlich eine wilde Schwenkung, fuhr mit Krachen in eine der kleinen Steinpyramiden, die zur Wegebezeichnung dienen und — stand still. Ergebnis: Hinterrad-Panne und Radwechsel; eine Stunde Aufenthalt. Der Fahrer, sonst ein grundtüchtiger kleiner Kerl, von Mutterseite her Elsässer, hatte im letzten Augenblick einen fech-fech vor sich bemerkt, wollte ausweichen, und dabei geschah das Malheur. Nach einer Stunde weiterer Fahrt sausten wir denn auch glücklich mitten in den Feind hinein, der sich dies Mal auf keine Weise umgehen ließ. Jetzt erkannten wir auch sein tückisches We- s'en. Die Sahara ist südlich von Tamanrasset mehr sandig als steinig. Die Räder rollen glatt über den festgelagerten kiesigen Sand, aber plötzlich, bevor der Unkundige etwas Böses ahnt, sacken sie durch die trügerische dünne Decke hindurch und stecken tief in einer staubfeinen, grundlosen Masse. Diese schwer erkennbaren Flugsand-Fallen heißen fech- fech. Zum Glück handelt es sich immer nur um kleine Stücke, sonst wäre gar kein Vorwärtskommen möglich. Die Methode, mit dem fech-fech fertig zu werden, ist originell. Alle Sahara-Autobusse tragen vorn und hinten ein nach Art einer Stoßstange quer gelegtes, drei Meter langes, kräftiges Mannesmann-Rohr. Der Fahrer und sein eingeborener Gehilfe steigen ab, schaufeln mit den Händen den Sand vor den hinteren Doppelrädern fort, legen die Rohre so auf den Boden, daß die Räder in ihrer Zwischenrille auf dem Eisen angreifen können, dann springt der Motor an, und dröhnend rückt der Wagen um eine Rohrlängö vor. Dies Spiel wiederholt sich so oft, bis man durch den fech-fech hindurch ist. Wir brauchten 7 oder 8 Ansätze, und anderthalb Stunden Zeit. Damit waren im ganzen schon 2V- Stunden verloren. sich jeder Kopf mit der Zeit nach dem Hut. Der Hut gefällt uns. Den nehmen wir. Den alten, guten, treuen lassen wir, in einer Tüte verpackt, zurück — wie einen Aussätzigen, wie einen Unreinen... Wir wollen ihn gelegentlich ab= holen. Vielleicht einmal... Addio! Lebe wohl,, du alter, räudiger Schlappdeckel, du Mißgeburt, du Unhut! Ein neuer Mensch wandelt unter dem neuen Dach. Ein Parvenü — zu dem uns jedes neue Kleidungsstück macht. Sieh mal, was diese Leute für unglaubliche Hüte tragen! Man schielt seitwärts ins Schaufenster, um sich an der neuen Schönheit zu berauschen ... Hm. Es ist vielleicht Einbildung. Aber ein bißchen klein kommt uns der Hut vor: Die Farbe ist ja fabelhaft, auch die Form... Aber, ist er nicht doch ein bißchen knapp ... ? Wir nehmen ihn vom Kopf und visieren ihn an. Unsinn! Er ist sogar sehr fesch. Er ist sogar größer als der alte. Setz' ihn ruhig auf. Er paßt! Basta! Was schaut uns denn dieser Kerl, der da kommt, so unverschämt an? — Ueberhaupt: alle Leute sehen auf unseren Hut! Finden Sie nicht, daß die ganze Straße nichts anderes denkt, als daß unser Hut ein bißchen knapp ist... Wir weiten ihn mit energischer Hand. So! Ein Blick in die Spiegelscheibe rechts... Ein Hut für 25 Mark, der sitzt einfach! Einbildung. Sie hat gesagt: das Knappe gibt sich... Der knappe Hut ist glücklich zum Komplex geworden! Da kymmt der Freund. Der ist unbefangen. Der wird das Urteil sprechen. Aber es sieht gar nicht, daß wir einen neuen Hut aufhaben. Wir muffen ihn diplomatisch darauf hinlenken... So, der ist neu, sagt der Freund mit flüchtigem Blick. Ist er nicht ein bißchen zu klein, oder bist du nur so rausgefuttert in letzter Zeit? Also doch! Das Urteil! Die Vereichtung. Grenzenloses Mitleid mit uns selbst überkommt uns... Feldherren, am Abend nach der verlorenen Schlacht, Börsianer, nach einem „schwarzen Tag", Bräute, die vor der Hochzeit vom Bräutigam verlassen werden — gewiß, sie stehen unter schwerem Druck, und Nacht kehrt in ihre Seele ein. Mancher greift da zur Pistole. Ader mancher rafft sich aus dunkler Verzweiflung doch wieder auf. Wer aber einen neuen Hut trägt, der ein bißchen zu knapp ist, der ist von allen Unglücklichen der Unglücklichste... Zwei Tage lang. Am dritten ist alles gut. Niemand schaut uns mehr an. Der Hut paßt. Symbiose nennt der Naturforscher das organische Zusammenleben zweier Lebewesen, usum delphini“ zurechtgemacht seien, haben wir allen Anlaß, einer Meldung der „Prawda" über die recht unerfreulichen, nach europäischen Begriffen jedenfalls ungewöhnlichen Zustände bei den Museen in der Sowjetunion von Herzen dankbar zu sein. Die genannte Zeitung ist ja das offizielle Organ des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei, und da „Prawda" auf Deutsch „Wahrheit" heißt, halten wir uns für um so weniger befugt, an der Richtigkeit der Meldung zu zweifeln, als die geschilderten Zustände kaum dazu angetdn sein dürften, dem Auslande das Mufeums- wesen im Sowjetparadies als nachahmungswürdig hinzustellen. Gegenstand der „Prawda"-Kritik sind die Verhältnisse in der einst weltberühmten, von der Kaiserin Katharina II. gegründeten Eremitage in Leningrad. Die großartigen Gemälde, so heißt es in dem Artikel, seien infolge des Feuchtigkeitsgehaltes der Luft und der mangelhaften Temperaturreglung in zunehmendem Maße dem Verderb ausgeliefert, der durch die Einrichtung von P f e r d e ft ä l l e n für den proletarischen Wehrverband „Ossoviachim" unter den Ausstellungsräumen noch beschleunigt werde; in vielen Fällen habe sich an den metallischen Museumsgegenständen Grünspan gebildet und was dergleichen Schäden mehr sind. Die „Prawda" .müßte ja aber nicht die „Wahrheit" in Person fein, wenn sie nicht wenigstens den Versuch machte, den von ihr angeprangerten Mißständen auf den Grund zu gehen. Und da erfährt Standort Glelii am 23. 4.M 20.15 Mr, Stanbortaunll im Burghoi. Vortrag d. Hm General a. r. vr.Bethlte. Volß.Erscheine Ter H Ltandortltltci. me für das Halbjahr 111 ^‘Jährigen ?• April 193a n£enu. Ausk. ’§°ethestr.3-) - -Kuf-Nr. 2486 --- 22>SÄ Randglossen zur kleinen Zeitgeschichte Von Ernst von Rebelschüst. Die kürzlich vom Reichserziehungsministerium berausgegebenen nepen Lehrpläne geben dem Lehrer wichtige Fingerzeige für. die Erziehung und Bildung der ihm anoertrauten Jugend. Daß der Schüler für den Staat erzogen werden soll, als dessen denkendes und handelndes Mitglied er dem Dolksganzen zu dienen hat, ist dabei selbstverständlich. Um so interessanter ist es zu sehen, welche Mittel zur Erreichung dieses hohen Zieles empfohlen werden. Vieles, ja das meiste muß hier natürlich dem Taktgefühl des Lehrers überlassen bleiben, aber innerhalb dieser Freiheit sind doch gewisse Richtlinien erkennbar, die für den Erzieher, ohne daß sie ihn und seine persönliche Lehrmethode ein- engen, verpflichtend sind. Da ist z. B. für die Oberstufe der „B e s i n n u n g s a u f s a tz" eingeführt, also der Aufsatz, der den Schüler dazu führen soll, sich selbst über ein gestelltes Thema Rechenschaft ^u geben, feine Gedanken daran zu sammeln und sie in klarer Form wiederzugeben. Wer da meinen sollte, das sei doch nichts Neues, vergißt, welche Forderungen gerade im deutschen Aufsatz im Zeitalter der Jnöividualerziehung an den jungen Menschen häufig gestellt wurden. Da gab es Aufsatzthemen, zu deren Bearbeitung der Jugendliche noch gar nicht qer, „ich ifet. Mich Kreuz und quer durch den Schwarzen Erdfeil Briefe von einer Afrika-Reise. Von Or. Paul Rohrbach. Ein neuer Hut. Von Julius Kreis. Sie," mein Herr, taufen einen neuen Hut. Keine gryße Angelegenheit bei Männern! Nicht wie bei Frauen! Schon der siebenundsechzigste, den wir radschlagend, knie- und rumpsbeugend vor dem Spiegel proben, scheint uns der richtige. Oder sollten wir nicht doch lieber beim ersten bleiben? Oder vielleicht dieser graue da...? Sie drehen vor dem Spiegel ihr Genick, Sie modellieren mit zärtlichen Fingern an der Krempe, Sie rücken den Hut so lange in die Stirne, bis ihn die Verkäuferin mit energischem Ruck wieder auf Ihren Hinterkopf plaziert. Sie sagt: „Mit diesem Hut sehen Sie vornehm aus'." — Nehmen Sie es ihr nicht übel. Sie hat es gut gemeint. Sie wollte sagen: Der Hut sieht vornehm aus! Sie fragen: ... ob er nicht ein bißchen knapp ist... Im Gegenteil, eher ist er ein bißchen zu weit... Ob sich das gibt, das Knappe. Oh, das gibt sich. Schließlich hat sie recht. Erfahrungsgemäß formt fähig war. Warum nicht? Weil sie ihn zwangen, sich selbst zum Maß der Dinge zu machen und zu, Fragen, die ohne eine vollentwickelte Urteilskraft und eine reife Lebenserfahrung unbeantwortbar sind, persönlich Stellung zu nehmen. Wer hat nicht schon Sekundaneraufsätze über deutsche Dichtungen gelesen und dabei feststellen müssen, mit welcher Unbedingtheit und leidenschaftlichen Rhetorik da Partei genommen und Kritik geübt-wurde! Meist war der Maßstab fix und fertig da, und wehe dem Dichter, er mochte nun Schiller oder Goethe heißen, wenn er sich ihm nicht anpaßt! Hier aber begann schon damals der Widerspruch gegen die höhere Schule als Pflanzstätte der Bildung, deren Aufgabe es unserer Meinung nach unmöglich sein kann, den jungen Menschen, der zunächst einmal gründlich aufnehmen und lernen, nicht aber urteilen und am wenigsten verurteilen soll in seinem Wahn, man könne mit solchen Dor- dergrundswahrheiten Sinn und Wert einer genialen Dichtung erschöpfen, durch gute Prädikate in seiner Ueberheblichkeit noch zu bestärken. Was hat das mit Bildung zu tun? Bildung, wahre Bildung wird ganz gewiß nicht durch einen vorzeitigen Appell an das kritische Vermögen gefördert, sie wird im Gegenteil zu oberflächlicher Scheinbildung, wenn das ursprünglichste und edelste jugendliche Bedürfnis, der Wunsch nach Verehrung, in so flagranter Weise lahmgelegt wird. Das aber waren die Gefahren des „Erlebnisaufsatzes", so wie man ihn früher verstand. Anstatt unsere junge Generation unter die heilsame Zucht des Genius zu beugen und so an Gehorsam zu gewöhnen, erzogen wir sie in einem Alter, wo alles darauf ankommt, die Ehrfurchtskräfte zu m.fen, nicht selten zu kleinen Debatterednern und Gernegroßen, die über alles mitreden konnten, ohne irgend etwas gründlich zu wissen. Wir erzogen sie zu einer wesenlosen Produktivität, wie spiegelten ihnen ein uneigentliches Leben vor. Die neuen Lehrpläne wollen dieser Ueberspitzung des Persön- lichkeitsprinzips steuern, und gerade der „Besinnungsaufsatz" kann, in der Hand eines wirklichen Pädagogen, sehr wohl dazu beitragen, das noch unentwickelte. langsam keimende „Ich" des Schülers in gesunder Weise heranreifen zu lassen, durchaus nicht, indem es ungepflegt bleibt, aber so wächst, daß es sich auf organischem Wege zum Charakter entfalten kann. Da es in der Welt noch immer abstrakte Ideologen gibt, die da meinen, daß die Nachrichten über das bolschewistische Rußland übertrieben oder gar „ad T ermüher — Wild und mild! Von Paul Eipper. „Vorsicht, die Leopardin hat Junge", sagte eine alte Dame, als ich vor dem Außengehege des Duisburger Raubtierhauses stand. Die Warnung war überflüssig; ich kenne die blitzschnelle Schlagserttg- keit dieser großen Katzen. Aber ich weiß auch, was Brcchm vom Leoparden sagt, nämlich, daß er körperlich und geistig das vollendetste Raubtier sei; deshalb stand ich an jenem lauen Wintertag reglos beobachtend vor dem Außengehege. Bis der Wärter kam, der mich von früheren Besuchen wiederer- fannte: „Kommen Sie doch mal mit ins Jnnen- schaftlich der Leopardin den Nasenrücken. Die beiden schnöde verlassenen Kinder aber benehmen sich recht unterschiedlich: das eine setzt sich auf seine Hinterhand und weint enttäuscht, kommt aber gleich zur ausgestreckten Hand des Wärters, läßt sich trösten und schmust. Das andere, der rüpelhafte Leopardensohn, dagegen schreitet unentwegt hin und her durchs Heu, dreht den Kopf nach oben, wo feine Mutter liegt, und faucht zornig, sobald der Pfleger auch nur versucht ihn im Dvrübergehen zu streicheln. Plötzlich schlägt der kleine Kerl- wütend an die Gitterftäbe, und dann — ich würde es nie glauben, hätf ich's nicht mit eigenen Augen gesehen —, dann klettert er mit anfänglich unbeholfenen, bald aber fördernden Klimmzügen einfach an den Eisenstangen hoch und beißt, am Querbrett angekommen, die völlig überrumpelte Mutter rasch ins linke Ohr. Was nun geschah, ist eines* meiner entzückendsten Tiererlebnisse, ist zudem die Bestätigung, daß m einer Raubkatzenmutter Wildheit und Milde gleichermaßen gepaart sind. Die Leopardin spielte vielleicht zum Lohn für die Kühnheit ihres Sohnes — bacchantisch hemmungslos mit dem Kleinen. Zuweilen stand sie auf dem Kopf, begrub im Ueber- schlag das Junge unter ihrem Leib, dann schleuderte sie es — auf dem Rücken liegend — mit den Vorderpfoten senkrecht in die Luft, fing den Landenden geschickt wieder auf, leckte ihn und nahm alsbald das ganze Kinderschädelchen in ihren Rachen, um wenige Sekunden später zu dulden, daß der Sohn grimmig die eine ihrer Pfoten anknabberte. All dies, die Ueberschlage und das tobende Handgemenge, geschah auf einem vielleicht 40 Zentimeter breiten Querbrett hoch oben im Käfig und wurde von der Leopardin so überlegt und beherrscht gelentt, daß der wilde Sohn md)t m den Abgrund stürzte. In der äußersten Gefahr holte ihn stets ein wippender Tatzenschlag der vergnügt schnurrenden Mutter in die Sicherheit zurück. Als ich nach einer Stunde beglückten ^^?uens fortging, führte mich der mit Recht stolze üßarter noch in ein anderes Tierhaus. „Da müssen wir besonders behutsam sein; die Bärin hat noch keinen Besuch gehabt, seit die Jungen geboren sind. Eine schwere Tür wurde aufgeschlossen; im Halbdämmer laq groß und unförmig irgendwo eine braune Masse. „Liefet, zeig uns doch mal deine Kinder, kriegst auch eine schone «uppe. Sehen konnte ich nichts; aber ich horte es piepfen. Die Zeit verging; ober stand sie still. Nein, dort hinten wuchs allmählich das ^Gebirge eines gewaltigen Bärenschädels auf, und zwei kleine Augen iU , Operette und Tonfilm. 19: Nachrichten. 19.10: Hei- Zeiten. 20: Abendmusik 22: Nachrichten. 22.20. mat und Volkstum. Auf dem alten Laoastock des Kamerad, wo bist du. 22.40: Nachtmusik und Tanz. Kaiserstuhls. 19.40: Sportspiegel des Sonntags. 20: 24 bis 1: Nachtmusik. Orchesterkonzert. 22: Nachrichten. .22.10: Nachrichtens — Kirchliche Nachrichten MS Chöre Mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater und Großvater Schlossermeister Jean Thörner ist heute nacht im fast vollendeten 80. Lebensjahre sanft entschlafen. 01947 Langsdorf, Berlin-Charlottenburg, den 22. April 1938. Die Beerdigung findet Sonntag, 24. April, nachmittags 3.15 Uhr statt Gießen hiermit beginnen. 2761D 2791V 2782A W Gießen (Neustadt 32), Grünberg, Dutenhofen, den 21. April 1938. schule vorzustellen. 2686C 01909 orten des unterzeichneten Forstamtes. 2777D 'A In tiefer Trauer: X Ludw. Kratz und Angehörige. Großen-Buseck, den 23. April 1938. PW C/3B [S: 2780V cP Q Lollar, den 23 April 1938 2751 D >^^?/^*;HERZKRAFT"J Ottilie Weimar Klara Weimar. Alle M ßen fomr auf die : Mündlich können Sieesnurveuigeo sagen, schriftlich mehreren, durch eine Kleinanzeige sagen Sie es allen ' Der Oberbürgermeister. I. V.: Nicolaus. Die Trauerfeier findet Montag, den 25. April, nachmittags 2 Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofes statt. Für die uns erwiesene Anteilnahme beim Heimgange unserer lieben Entschlafenen sowie für die vielen Kranzspenden, die tröst- reichenWortederOsterbotschaftdes Herrn Pfarrer Müller und der Schwester für die liebevolle Krankenpflege sagen wir auf diesem Wege unseren innigsten Dank. Für alle unserem liehen Vater erwiesene Liebe, für die wohltuende Anteilnahme, den herzlichen Trost und Beistand in unserem Schmerz bei seinem Heimgang, sagen wir unseren innigsten Dank. Unter Alkohol am (Steuer: 1 Jahr G-fängnis. X > v Die trauernden Hinterbliebenen: Dorothea Elisabeth Thörner, geb. Kneipp Direktor HeinrichThörner und Frau Else,geb.Kilian Fritz Thörner und Frau Lina, geb. Schmidt und zwei Enkelkinder. Abgabe von Fichtenreisig für den Tag der nationalen Arbeit am 1. Mai 1938. Wie im Vorjahre werden Fichtenreisig gegen vorherige Barzahlung an das Städtische Rechnungsamt, Stadthaus, Bergstraße, Zimmer Nr. 8, zum Preise von —,20 RM. je. Welle abgegeben. Bestellungen unter Beifügung des Betrages nimmt bis spätestens 26. d. 2H., 12 Ahr, das genannte Amt entgegen. DJ Garbenteich, 20. April. Am ersten Oster- feiertag, fand hier im Saalbau Lotz ein Militär- konzert statt, das Yon dem Musikkorps des Jnf.-Regts. 116 unter Leitung von Musikmeister Wohlfahrt gegeben wurde. Die immer wieder gern gehörten Militärmärsche und die zahlreichen Konzertstücke fanden bei dem außerordentlich zahlreichen Publikum starken Beifall. Die Hörer sind den Gießener Militärmusikern für die hervorragenden Darbietungen sehr dankbar. Zellenleiter K u l l - bad) gab diesem Dank am Schluß des Konzerts mit herzlichen Worten Ausdruck. — Der hiesige O b st - und Gartenbau verein hielt unter Leitung des Vereinsführers Friedrich Weigel seine Jahreshauptversammlung ab. Aus ^den Berichten war eine erfolgreiche Arbeit des Vereins im verflossenen Jahre ersichtlich. Die Besetzung der Vorstandsämter bleibt unverändert auch für das neue Vereinsjahr bestehen. < Holzheim, 21. April. Die hiesige Untererheb st elle des Finanzamts Gießen wurde aufgehoben und durch eine Steuerannahme- stelle ersetzt, mit deren Verwaltung der Genossenschaftsrechner Hermann Buß beauftragt wurde. * Steinbach, 21. April. In der letzten Sitzung des Festausschusses wurden die Vorarbeiten für das am 11., 12. und 13. Juni stattfindende Sänger- fest, verbunden mit dem 7 5jährigen B e - stehen des Gesangvereins „Eintrach t", abgeschlossen. Bis jetzt haben über 20 Gesangvereine ihre Teilnahme zugesagt. Ein großer geschlossener Zeltbau wird für fast 2000 Personen Platz bieten. 5 Steinbach, 21. April. Am zweiten Oster- feiertag fand in Steinbach und Albach die Konfirmation statt. In Albach wurden 3 Kinder Die Eltern und Pflegebefohlenen der obenbezeich- neten Kinder werden hiermit aufgefordert, die Kinder pünktlich zu obigen Impfterminen zu bringen, andernfalls Strafanzeige erfolgt. Es wird noch besonders darauf hingewiesen, daß die Kinder und ihre Kleider sich in sauberem Zustand befinden müssen, und daß Kinder aus Häusern, in denen zur Zeit ansteckende Krankheiten bestehen, nicht zugelassen werden können. Gießen, den 19. April 1938. Der Oberbürgermeister. 3. 23.: Nicolaus. Nutzschetter: Eichen: 50 rm (darunter 35 rm für Faßsabriken). Buchen: 4 rm. Hainbuchen: 16 rm. Weymouthskiefern 2 rm. Nutzrollen: Eichen: 100 rm (Wagnerholz und Gartenpfosten). Hainbuchen: 10 rm. Lärchen: 18 rm. Kiefern: 20 rm. Nutzknüppel: Eichen: 90 rm (darunter Weidepfähle). Lärchen: 4 rm. Douglas: 3 rm. Weymouthskiefern: 4 rm (2 m lang). Vorherige Besichtigung des Holzes wird empfoh- len, da nachträgliche Beanstandungen nicht berücksichtigt werden. — Steigerer, die frühere Domanial- schulden nicht bezahlt haben, erhalten keinen Zuschlag. Nähere Auskunft durch die unterzeichnete Stelle und die zuständigen Revierförster. Nummerauszüge werden ab Dienstag, 26. April 1938, zum Preise von 30 Rpf. auf dem Geschäftszimmer des Forftamtes abgegeben. Grünberg, den 22. April 1938. Hessisches Forstamt Nieder-Ohmen. Bähringer. SeffMWMsWMMWer. Für diejenigen Kleinkinder, die im Jahre 1936 oder in früheren Jahren geboren, und die wegen Krankheit oder aus anderen Gründen noch nicht zur Erst-Jmpfung gebracht worden sind, findet je ein öffentlicher Impftermin am Montag, dem 25., und Mittwoch, dem 27. April d. nachmittags von 3 bis 4 Ahr, in der Turnhalle der Schillerschule, Schillerstraße, statt. Erst-Jmpfung der nach dem 1. Januar 1937 geborenen Kinder findet später statt und wird noch besonders bekanntgemacht. Zur Nachschau sind die an obigen Tagen geimpften Kinder am Montag, dem 2. Mai, und Mittwoch, dem 4. Mai d. J., ebenfalls in der Turnhalle der Schiller- x In tiefer Trauer: Heinrich Volz Gießen (Bahnhofstr. 8), den 23. April 1938. (2 Mädchen, 1 Knabe), tn Steinbach wurden 21 Kinder (11" Knaben, 10 Mädchen) konfirmiert. Eine sehr zahlreiche Gemeinde wohnte der Feier bei. Pfarrer j. R. Büchner half bei dem anschließenden Abendmahl mit rund 200 Kommunikanten. In Albach und Steinbach sangen die Kinder unter Leitung ihrer Lehrer Groh und K l ü ck e r. In Albach wurden 2 ABC-Schützen (Mädchen) ausgenommen, in Steinbach waren es 20 Schulanfänger, die in die Schule ausgenommen wurden. 8 Lang-Göns, 21. April. Die Einsegnung unserer diesjährigen Konfirmanden (13 Knaben und 17 Mädchen) fand am zweiten Osterfeiertag statt. Am Nachmittag gedachten die Konfirmanden ihrer verstorbenen Kameraden und legten Kränze auf ihren Gräbern nieder. — Am heutigen Tage wurden in die hiesige vierte Klasse 37 A B C - Schützen (22 Knaben und 15 Mädchen) aufgenommen. Jedem Kinde wurde von der Gemeinde eine Brezel überreicht. Ein besonderer Gottesdienst für die Schulanfänger findet nächsten Sonntag statt. Kreis Friedberg. Danksagung. Nach dem schweren Verlust meiner lieben, teuren und unvergeßlichen Frau drängt es mich, für die herzliche Anteilnahme, sowie für die Blumen- und Kranzspenden und die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers meinen innigsten Dank auszüsprechen. Dies war mir ein Trost in den schweren Tagen. LPD. Darmstadt, 22. April. Anfang April hatte ein 28jähriger Autofahrer aus Darmstadt mit einer Freundin einen Autoausflug in. den Odenwald unternommen. Er hat dabei dem Alkohol zugesprochen und auf der Heimfahrt in Darmstadt einen Radfahrer, der in gleicher Richtung fuhr, beim Ueberholen mit dem Kotflügel gestreift und zu Boden geworfen. Der Radfahrer stürzte mit dem Wie schmutzig war dies Kleid vor dem Waschen 1 Und jetzt ist es so blüienfrisch und duftig 1 Ja. farbige Wo 11- und Seidensachen werden durch die Persil-Kaltwäsche auf schonendsle Weise gewaschen und gepflegt Es ist der besondere Vorzug der Kaliwäsche, daß Farben und Gewebe in ihrer Schönheit erhalten bleiben. Darum für alles, was waschbar ist: die schonende Kaliwäsche mit Persil! Aus der engeren Heiniai. Landkreis Gießen. # Mainzlar, 21. April. Bei Gastwirt Friedrich Koch fand die Hauptversammlung der hiesigen Milchabsatzgeyossenschaft statt, die von dem Aufsichtsrats-Vorsitzenden, W. Schwa r z III., eröffnet wurde. Direktor L. Hormann erstattete Bericht über das verflossene Jahr und erläuterte den Geschäftsgang. Die Milchabgabe wurde 1937 um 24 982 Liter gegenüber 1936 erhöht Insgesamt betrug der Milchabsatz in 1937 286 723 Kilogramm. Der Artsverbrauch ist gering, ör betrug nur 8 v. H. der Gesamtlieferung, d. i. 20 620 Kilogramm. Der Gesamtwert der abgelieferten Milch beträgt 39 456 Mark. Rechner Gottfried Jäger erstattete die Rechnungsablage. Die turnusmäßig ausgeschiedenen Vorstandsmitglieder wurden wiedergewählt. Unter Punkt Verschiedenes gab Direktor L. Hormann noch die neuesten Anordnungen und Bestiihmungen bekannt. ch Beuern, 21. April. Am zweiten Osterfeiertag fand hier die Konfirmation statt. Eingesegnet wurden neun Knaben und acht Mädchen. — Heute machten die Abcschützen ihren ersten Schulgang. In die Schule ausgenommen wurden elf Knaben und acht Mädchen. T Großen-Linden, 20. April. Am zweiten Osterfeiertag fand die Konfirmation durch Pfarrer Sch u l t h e i s statt. Zur Einsegnung kamen 58 Konfirmanden, 29 Knaben, 30 Mädchen. Nächsten Sonntag soll die Aufnahme der Konfirmanden für nächstes Jahr stattfinden. Es soll ein zweijähriger Konfirmandenunterricht eingeführt werden. Zur AufnahmeindieSch u l e kommen 32 Kinder. Million wurden bisher geliefert! Nutzholzverkaus ZU Merlau am Freitag, dem 29. April 1938, vormittags 9>2 Uhr, in der Gastwirtschaft Hörle aus verschiedenen Forst- Am Donnerstagmittag 1% Uhr entschlief sanft nach langem, schwerem Leiden mein lieber Mann, unser lieber Vater, Schwieger- vater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Karl Johannes Born Viehhändler Bekanntmachung. Betr.: Polizeioerordnung über die Beschaffung von Haussammeleimern für Küchen- und Nahrungsmittelabfälle. Unter Bezugnahme auf § 6, Satz 2 der oben« bezeichneten Polizeioerordnung des Herrn Reichs« statthalters in Hessen — Landesregierung — vom 25. Februar 1938, veröffentlicht im Anzeiger der Hess. Landesregierung vom 6. März 1938, Nr. 34, gebe ich bekannt, daß das Ernährungshilfswerk in , der Stadt Gießen eingerichtet ist, und daß die Verpflichtungen der Hauseigentümer aus der genannten Polizeiverordnung für das gesamte Gebiet der Stadt Im Einvernehmen mit der Kreisamtsleitung Gießen der NSV. wird den Hauseigentümern zur Beschaffung der Haussammeleimer hierdurch eine Frist bis einschließlich 30. Juni 1938 gesetzt. Hauseigentümer bzw. die von ihnen bestellten Hausverwalter, die nach dem 1. Juli 1938 gegen die Verpflichtung, die Haussammeleimer in genügender Größe und Anzahl zu beschaffen und instandzuhalten, sie vorschriftsmäßig aufzustellen und sauberzuhalten, verstoßen, machen sich nach § 5 der obengenannten Polizeioerordnung strafbar. Die Beschaffung der vorgeschriebenen Haussammel. eimer erfolgt auf Kosten der Hauseigentümer durch die Kreisamtsleitung Gießen der NSV., von der auch die Eimer zu beziehen sind. Sonstigen Stellen oder Geschäften ist der Verkauf der Sammeleimer nicht gestattet. Eine Umlegung der durch die Beschaffung und Instandhaltung der Haussammeleimer entstehenden Kosten seitens der Hauseigentümer auf die Mieter ist nicht zulässig. Auf die bisher in der Presse usw. erschienenen und noch erscheinenden Hinweise und Veröffentlichungen der zuständigen Dienststellen der NS.-Volkswohlfahrt wird ausdrücklich hingewiesen. Gießen, den 21. April 1938. Der Polizeidirektor. I. V.: Koch. Diese bedeutende Anzahl ist ein großer Erfolg. — Lassen auch Sie IDEAL und ERIKA für sich arbeiten! Eine unverbindliche Vorführung wird Sie von ihren vielen technischen und praktischen Vorteilen überzeugen. General vertrieb: Baums&Treibig Büromaschinen und -Organisationen GIESSEN Bahnhofstr. 26 1u2a Ruf 3700 neben dem Lichtspielhaus * Bieber, 20. Ljpril. Im überfüllten Saale des Gastwirts Scherer fand am ersten Osterfeiertag das diesjährige Konzert des Gesangvereins „Liederhain" statt. Die Musik wurde in hervorragender Weise von der Kapelle Leib dargeboten. Der Verein unter der Leitung von Ernst Drescher, Gleiberg, brachte die Lieder und in gewohnt frischer Weise zu Gehör. Wessel-Straße verläuft vom Amtsgericht bis zum künftigen Bismarckring. Kreis Wehlar. Atemnot, Sdunädu^^ Öfters Herzklopfen u. W ot.iTImM " Schwindelgefühl . . I Erschöpftsein, Angstzustände? Helfen Sie Ihrem Herz mit »Herzkraft“. Ihr Allgemeinbefinden bessert sich. Flasche RM. 2.70, in Apotheken. Prospekt gratis. Homöopath. Centrale, Hofrat V. Mayer, Bad Cannstatt. Merkiefe Torfmull in Ballen und Kleinpackungen, Torf« streu, Dungkalk, Thomasmehl, Katt u. Stickstoff- Dünger u. andere künstliche Düngemittel. 2i6öD Wiederverkäufe! bitte An- ärwMÖJIi geböte für Waggon und Televbon Nr. 2287 Klembezug zu verlangen. Maß KM X ____________________ Mit offenen Augen Drei Jungen und ein Mädel entdecken ihre Waldheimat Don Werner Siebold 135 Seiten und 8 Kunstdrucktafeln. — Leinen RM. 2,85 (Es ist ein echtes Naturbuch und zugleich ein richtiges Jugendbuch, also Kein trockenes Lehrbuch, sondern ein Lesebuch, spannend und lebendig, aus dem Anschauungs- und Dorstellungskreise etwa eines elfjährigen Buben heraus geschrieben. Wir glauben, daß diese Geschichte rangen Lesern und Leserinnen viel Freude machen und eine Fülle von Anregungen bieten wird. Die klaren und schönen Aufnahmen, die dem Buche beigegeben sind, vertiefen und befestigen den Ein- druck der Lektüre auf eine vorbildlich anschauliche Weise. Wer etwa um ein Weihnacktegeschenk für seinen Jungen verlegen ist, wird mit Siebolds Buch bestimmt das Richtige treffen. (Siebener Anzeiger Hugo Bermühler Verlag,Berlin-Lichterfelde Es kommen zur Versteigerung bzw. zum Freihandverkauf nachstehende Hölzer: Langholz: Eichen: 1.—7. Kl. = 203 fm (darunter 31 hn Wertholz). Eschen: 1.—2. Kl. = 3 fm. Ahorn: 2. Kl. = 1 fm. Hainbuchen: 2 —3. Kl. = 4 fm. Dirken: 2.—3. Kl. -- 7 fm. Aspe: 1.—2. Kl. = 1 fm. Kiefer: lb=—5. Kl. = 183 fm (darunter 80 fm Wert«. Holz). Fichten: 1—5,Kl. = 160 fm. Lärchen: lb=—6. Kl. = 30 fm. Tannen: 3—6. Kl. = 23 fm. Derbstangen: Buchen: 7 Stück. Eichen: 64 Stück (darunter Deichseln). Esche: 7 Stück. Fichten: 192 Stück. Schichlnuhholz: Zolia KneAm Aeden a 3olt( vberstuhlri Aeisewager eingefogene gespitzte Li, Wt, Segen verbinde Zufriedenhe j-me erfolgt °ie längst e E'ne ftattiid °°nach ein Menes-Mg, als lindes j Nenrvart: h ^federtet < me.n Kraft' Mannes harzer ch ?Qnb ^gle 05 war he, "nun L'x Labten M ^«urnmeii äh" H ^er den t F wit dem .&* Das firf. bwhlwaU ÄS» ?*»•: leibenr J Ä , -V 4' im 78. Lebensjahr. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: H. Born. pb. Butzbach, 21. April. Bei der Konfirmationsfeier der hiesigen evangelischen Ge- .....----- meinde wurden insgesamt 85 Kinder konfirmiert Kopf so unglücklich, daß der Tod alsbald eintrat. (36 Knaben und 49'Mädchen). — Seit dem gestri- Der Autofahrer hatte sich jetzt wegen fahrläs- gen Tage sind folgende Straßen umbenannt figer Tötung vor Gericht zu verantworten, worden: Die seitherige Bahnhofsstraße und die Der Angeklagte gab den Alkoholgenuß — ohne einen in gleicher Richtung ziehende Bismarckstraße erhiel- Bissen zu essen — zu, doch habe er sich völlig sicher ten den Namen „Straße der SA.", die seitherige l gefühlt und habe auch sicher gefahren. Nach der Bismarckstraße wird zukünftig den Namen „Bis- Vernehmung des Sachverständigen, der nach dem marckring" an Stelle der Großen Wendelstraße, Unfall die sofortige -Blutuntersuchung auf Alkohol führen, 'die „Horst-Wessel-Straße", die von der vorgenommen hatte, verurteilte das Schöffengericht Kleinkinderschule nach der Kaserne zu verläuft, hat den Angeschuldigten wegen fahrlässiger Tötung zu ihren Namen mit dem Schloßgartenweg vertauscht, einem Jahr Gefängnis unter Anrechnung indem sie nunmehr diesen Namen führt. Die Horst? - der Untersuchungshaft. Mit de" shE in den $on "U" Abendbrot ist und ®a. roben,^ Ziiniereien ginn fin0 6< h,c Sträuße 7 werden f» grüne aus Küche Herr ni> de hie Erbse" unbedingt" Die Haus und begibt einesteils u verständig zu sehen. ° «- lK umljrr- ®'e b0 Bd-" leuchtendran „Aber, da >! morgen eine „Sieh ma Sträuße!" ! aber schwell' den Peters, Esdragon g „grüne Sah Stochelbeerb den Steinga Aber halt Grünes! Le heraus. „Si davon keine (5h NSG. § unserer Na! und haben die vor ihn Haben gerne sund und st in der glü ganze Mi einen Ause um an hier gre dasür, daß kommen. < Hände vol zu erledig! Mplätze erfolgreich i W\W m TU\\oA1 M' dafür w i zur Drrfü Kraft un1 in der ft Kindern i Liebe un düngen i oder Blo Nr. 94 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Z5./24 April!958 Bornoiiren. Tageskalender für Samstag. Stadttheater: 20 bis 23.15 Uhr: „Clivia". —• Gloria-Palast (Seltersweg): „Frühlingsluit". — 23 Uhr, Sonder-Spät-Borstellung: „Viktor und Viktoria" und „Störenfried". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Rätsel um Beate". — Ski-Klub Gießen: 20.30 Uhr, Geselljchaftsverein, Sonnenstraße, „Tiroler Ski-Gaudi". — VfB.-Reichsbahn: Gemütliches Zusammensein im Vereinsheim. — Deutsche Stenografenschaft Gießen: 20.30 Uhr, Karlsruhe, Tanz- und Unterhaltungsabend. — Soldatenbund: 20.15 Uhr, Standortappell im Burghof mit Vortrag von General a. D. Dr. Bethcke. Tageskalender für Sonntag. Stadttheater: 11.30 bis 12.30 Uhr, „Esmoreit und Damiet". — 19 bis 21.30 Uhr „Das Land des Lächelns". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Früh- Gute Bühnenkunst für Orte ohne Theater Aus der Stadt Gießen. Der Frühlingsgarten. Mit dem Frühjahr ist wieder die Zeit gekommen, wo sich der Mann seinen „besten" Anzug anzieht, einen noch „besseren" Hut aufstülpt und zu seiner Ehehälfte die bedeutsamen Worte spricht: „Ich gehe in den Garten!" Von nun an ereignet sich dies öfters, und beim Abendbrot hört man dann, was alles schon geschafft ist und was noch bevorsteht: Es wird gedüngt, gegraben, gehackt und gerecht. „Wo habe ich bloß die Sämereien hingetan?" — „Weißt du, wo die Steckzwiebeln geblieben sind?" Die vielfältige Hausfrau aber weiß bekanntlich alles! Run sind schon die Schwarzwurzeln gesät, auch Salat, die Zwiebeln sind gesteckt. Kleine, bunte Sträuße — Veilchen, Aurikeln und Samtröschen — werden stolz der Hausfrau überreicht, aber auch grüne aus Petersilie und Schnittlauch, die in die Küche wandern. Und eines Tages kommt der Hausherr mit der aufregenden Nachricht nach Haufe, daß die Erbsen schon aufgegangen sind. „Und du müßt unbedingt mal kommen und dir alles ansehen!" Die Hausfrau läßt sogar ihren Hausputz im Stich und begibt sich auch einmal persönlich in den Garten, einesteils um die Arbeit ihres Ehegesponses sachverständig und kritisch zu prüfen, andernteils, um .zu sehen, ob der Garten nicht noch etwas in die Küche liefern könnte. Stolz führt sie ihr Mann umher. Die Blumen werden bewundert: wirklich, do blühen schon die Narzissen, und eine kleine, leuchtendrote Tulpe hebl ihr Köpfchen zur Sonne. „Aber, da ist ja auch Sauerampfer! Fein, das gibt morgen eine Suppe!" „Sieh mal, die Pfirsichbäume! Wie große, rosa Sträuße!" sagt er begeistert. Der Hausfrau Blicke aber schweifen weiter nach Eßbarem. Befriedigt werden Petersilie und Schnittlauch, Pimpernell und Esdrogon geerntet. Im Geiste bereitet sie schon die „grüne Soße". Dann bleiben ihre Blicke an den Stachelbeerbüschen hängen, während er voll Stolz - den Steingarten zeigt, der in Gelb und Lila prangt. Aber halt! Dort drüben wächst ja so etwas üppig Grünes! Leider stellt es sich als ein Busch Lupinen heraus. „Schade", denkt die Hausfrau, „daß man davon keinen Salat machen kann!" E. L. St. Stellt Freiplätze für Kinder zur Verfügung! NSG. Kinder sind ein unersetzlicher Neichlum unserer Nation. Sie sind die Zukunft Deutschlands und haben einmal alles Unvollendete derjenigen, die vor ihnen waren, zu erfüllen. Um diesen Aufgaben gewachsen zu sein, muß dieses Geschlecht gesund und stark sein. Noch aber sind nicht alle Eltern in der glücklichen Lage, ihren Kindern, die das ganze Jahr über in den Mauern der Stadt leben, einen Aufenthalt auf dem Lande zu ermöglichen, um )w an Körper und Geist stärken zu können. Hier greift die NS.-Volkswohlfahrt ein. Sie sorgt dafür, daß die Kinder zur Erholung auf das Land kommen. Seit Wochen schon hat sie wieder • alle Hönde voll zu tun, um Tausende von Anträgen zu erledigen, Transporte zusammenzustellen und Freiplätze zu werben. Die Kinderlandverschickung erfolgreich durchzuführen, daran müssen alle Volksgenossen mithelfen. Die NSV. im Gau Hessen- Nassau wendet sich deshalb wiederum an alle, die dafür in Frage kommen, mit der Bitte, Freiplätze zur Verfügung zu stellen. Wem die Gesundheit und Kraft unserer Jugend am Herzen liegt, der sieht in der Kinderlandverschickung das Mittel, das den Kindern unseres deutschen Volkes Freude, Erholung, Liebe und Begeisterung zu schenken vermag. Meldungen von Freiplatzspenden an die Ortsgruppen oder Blockwalter der NSV. erbeten. SOM -Untergau 116. Alle M - und JM.-Gruppenführerinnen von Gießen kommen am Montag, 25. April, um 19 Uhr auf die Dienststelle zu einer kurzen Besprechung. Gründung eines Rhein-Mainischen Gemeinde-Kutturverbandeö. — Neuordnung auf dem Gebiete der Wanderbühnen. Bei allen Volksgenossen in Stadt unh Land erfreut sich das Theater der guten Bühne n- tu n st besonderer Wertschätzung. Das kommt für unsre engere Heimat beispielsweise in dem starken Besuch des Gießener Theaters durch die Volksgenossen aus den umliegenden Orten überzeugend zum Ausdruck. Nicht minder eindrucksvoll ist der Beweis dafür in den von „Kraft durch Freude" veranstalteten und von guten Kunstinstituten durchgeführten Theater- Abenden zu erblicken. Es ist heute erfreulicherweise so, daß die Bevölkerung in Stadt und Land sich weit stärker in den Jähren vor der Machtübernahme durch den Führer zu dem Theater überhaupt bekennt, dabei aber die sehr berechtigte Forderung erhebt, auf der Bühne nur gute K u n st und keinen Kitsch zu sehen. So begrüßenswert die Theaterfreudigkeit der breitesten Kreise unserer Volksgenossen in Stadt und Land ist, so sehr muß man bedauern, daß für die meisten Orte bisher nicht die Voraussetzungen zur Befriedigung des Bedürfnisses nach wahrer, guter Bühnenkunst gegeben sind. Beispielsweise würden sicherlich noch viel mehr Volksgenossen aus den benachbarten kleinen Städten und aus den Dörfern die Vorstellungen des Gießener Stadttheaters besuchen, wenn nur die Bahnverbindungen für die Hin- und die Rückfahrt günstiger wären, als heute. Gleiches gilt für die Gemeinden, die noch weiter draußen in der „Provinz" liegen, also unter noch ungünstigeren Zuqoerbindungen stehen. Umgekehrt liegen die Dinge so, daß natürlich ein Institut, wie zum Beispiel das Gießener Stadttheater, nicht alle kleinen Städte und Dörfer besuchen kann, um dort den Volksgenossen gute Bühnenkunst darzubieten. Zwar sind Gastspiele in anderen Städten möglich, aber sie können sich immer nur auf eine kleine Zahl von Städten und auf einen engbegrenzten Umfang von Aufführungen beschränken. Die entscheidende und für die theaterlosen kleinen Städte, wie auch für die Dorfgemeinden einzig gegebene Möglichkeit zur Darbietung guter Bühnenkunst liegt nach der ganzen Sachlage nur bei der Wanderbühne. Nach dieser Richtung hin sind aber bisher Erfahrungen gemacht worden, die in den weitaus meisten Fällen vom Standpunkt der wahren Kunst aus durchaus unbefriedigend gewesen sind. Wenn man dem Verlangen der Volksgenossen nach guter Bühnenkunst entsprechen will, so muß man den Weg über eine grundlegende Wandlung und Erneuerung auf dem Gebiete der Wanderbühne beschreiten. Dann wird die Bevölkerung der theaterlosen .Orte nicht mehr so mancherlei Kitsch-Aufführungen preisgegeben sein, die man dort npn den mannigfaltigen Veranstaltern aus auf die örtlichen Vühnen bringt. Daß es nach dieser Richtung hin in angestrengter Arbeit noch viel zu reformieren gibt, ist jedermann klar, der seinen Blick auf die großen und schönen Dinge des Lebens richtet und der sich insbesondere der guten geistigen Kost erinnert, die heute in den Kunstinstituten der Städte geboten wird. Seit Jahren ist dieses Problem akut. Bisher fehlten die Möglichkeiten, cs mit Aussicht auf eine annehmbare Lösung anpacken zu können. Nunmehr ist aber durch den Nationalsozialismus auch hier eine entscheidende und mit besten Erfolgsausstchten verbundene Wendung zu erwarten. Am heutigen Samstagnachmittag findet in Frankfurt a. M. die Gründung des Rhein -Mainifchen G e - meindekulturverbandes statt, hinter dem die Mitglieder des Deutschen Gemeindetages, Landesdienststelle Hessen/Hessen-Nassau stehen. Von diesem Rhein-Mainischen Gemeindekulturoerband, dessen Führer der stellv. Gauleiter Linder ist, darf man eine gedeihliche Neuordnung auf d e m Gebiete d e r W a n d e r b ü h n e n und damit die Erschließung guter Bühnenkunst für die Städte und Dörfer ohne Theater im Rhein-Main- Gebiet erwarten. Stellv. Gauleiter Linder wird in der heutigen Gründungsversammlung grundlegende Ausführungen über die große kulturelle Bedeutung dieser Aufgabe machen, die zweifellos in der Oeffentlichkeit in Stadt und Land stärkstes Interesse finden werden. Nach allem, was man bisher über die Pläne des Gemeindekulturoerbandes hören konnte, darf man mit gutem Grund auf eine Lösung der Aufgabe rechnen, die den Erfordernissen eines gedeihlichen Ausbaues in vollem Umfange gerecht wird. Unsere Volksgenossen in den kleinen Städten und in den Dörfern werden damit durch eine neue, gute Aufbaumaßnahme des Nationalsozialismus den Wunsch sich erfüllen sehen, den sie mit ihrem Verlangen nach guten Theaterdarbietungen seit Jahren gehegt haben. Und sie werden die Erfüllung ihres Sehnens sicherlich mit aller Dankbarkeit begrüßen, die bei der Durchführung der Pläne des Rhein-Mainischen Ge- meindekulturoerbandes am rechten Platze ist. B. Ermäßigte heutfdie Rundreiseheste. 20 v. f). Ermäßigung bei 600-Kilometer-Fahrten. DNB. Dorn l.Mai ab werden von den Ausgabestellen des Mitteleuropäischen Reisebüros für Reisen, die sum Ausgangspunkt zurückfüssren (Rundreisen, Hin- und Rückfahrten), ermäßigte Fahrscheinhefte für alle Züge ausgegeben. Die Ermäßigung beträgt 20 v. H. des Personenzugfahrpreises. Der Schnellzugzuschlag wird nicht ermäßigt. Die ermäßigten Fahrscheinhefte müssen Fahrscheinstrecken von mindestens 600 Kilometer enthalten: sie gelten zwei Monate mit beliebiger Fahrtunterbrechung innerhalb der Geltungsdauer. Mit der Einführung der ermäßigten Fahrscheinhefte kommen auch die Reisenden in den Genuß einer Ermäßigung, die bisher bei größeren Rund- und Zickzackreisen von den bestehenden Urlaubskarten keinen Gebrauch machen konnten. Dem Auge das Beste! Lassen Sie sich beraten von Optiker Magnus dem Optiker Ihres Vertrauens / Seltersweg 33 Kassenlieferan lingsluft". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Rätsel um Beate". — Gießener Rudergesellschaft: Anrudern. Skadtthealer Gießen. Heute abend findet die letzte Aufführung der erfolgreichen Operette „Clivia" von Nico Dostal statt. Musikalische Leitung Heinz Markwardt, Spielleitung Karl-Ludwig Lindt. Einstudierung und Leitung der Tänze Irmgard Zenner. Die Vorstellung findet gleichzeitig für die KdF.-Miete Gruppe lk (14. Vorstellung) statt. Anfang 20, Ende 23.15 Uhr. Freier Kartenverkauf. Sonntag, 24. April, 11.30 Uhr, findet die 14. Morgenveranstaltung des Stadttheaters statt. Sie bringt als Uraufführung „Esmoreit und Damiet", ein sehr schönes Spiel nach dem Altflämischen, frei bearbeitet von Bruno Loets. Musik und musikalische Leitung Joachim Popelka, Spielleitung Günter Winkel, Bühnenbild Liselotte Erler. Es wird gebeten, die vorbe- Das -IIOer-Negimenisappell-Abzeichen. Wenn vom 18. bis 2 0. Juni 1938 die ehemaligen Angehörigen des Infanterie-Regiments 1 16 mit den ehemaligen Angehörigen der Kriegsaufstellungen des Regiments sich wiederum in Gießen zu einem Regimentsappell, verbunden mit der Feier des 125jährigen R e - giments-Gründungstages zusammenfin- den, werden dies Großkampftage kameradschaftlicher Freude werden. Jedes große Geschehen hat ein Zeichen, das symbolhaft seine Bedeutung kennzeichnet. So hat auch jeder 116er Regimentsappell sein Abzeichen besonderer Art. Mit Stolz tragen noch heute die Teilnehmer früherer Regimentsappelle ihr Ab- zeichen. Vor uns liegt das diesjährige Regime n t s a p p e l l - Abzeichen in Wappenform und Altsilber, schlicht und einfach, wie es der Anschauung des Soldaten entspricht, aber in seiner Gestaltung einprägsam, gleichsam ein Stück Regimentsgeschichte. Im Kopf des Wappens befindet sich ein Hinweis auf den 125jährigen Gründungstag des ruhmreichen Regiments. Darunter, breit gelagert, das machtvolle Hoheitszeichen des Reiches. Ein Adler, der sich mit sei- Klauen auf einen Kranz, in dessen Mitte das Hakenkreuz prangt, stützt. Es ist die Kraft, die deutsche Männlichkeit und deutsche Stärke versinnbildlicht. Darunter befinden sich die Schulterklappen des alten und jungen Infanterie-Regiments 116. Es ist ein Abzeichen, das in feiner Einfachheit und schlichten Größe immer wieder die Blicke auf sich zieht und begeistert. Man darf annehmen, daß es schnell verkauft sein wird. VY w KMtztF!« 8. Zoiicm und die fünf Räuber. Eine Anekdo'e aus M-llngaru van Karl Lerbs. Jeden auf Erden nur erdenklichen Grund hatte Herr Zoltan von Sarkäny, Großgrundbesitzer und Oberstuhlrichter, sich behaglich in die Polster seines Reisewagens zurückzulehnen und den genletzerilch eingesogenen Rauch seiner Zigarette durch lächelnd gespitzte Lippen hervorzukrauseln: denn Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft schienen sich gefällig zu verbinden, um ihn mit Heller und beschwingender Zufriedenheit zu erfüllen. Vergangenheit: das war eine erfolgreiche Verhandlung in Großwardein und die längst erstrebte Abrundung seines Besitzes durch eine stattliche Anzahl schöner Walder und Felder — danach ein bekräftigender Umtrunk mit neuem Menes-Magyaraf, dessen junges Feuer er noch jetzt als lindes knisterndes Sausen irn Blute spurte Gegenwart: das war eine fliegende tfafjrt m trefflich gefederter Kalesche, dahingerissen von der ungestümen Kraft eines landauf landab berühmten Vler- aefpannes aus eigener Zucht — vier schlanker Omaner Hengste, die der alte Tibor mit geübter Hand ^ ugttich bändigte und entfesselte Zukunft: das war heute eine Festnacht mit "tauchten Gästen, die nun wohl schon aus dem Herrensitz der sar- känys einzutreffen begannen, freudig bereit d edelsten Gewächse seiner Weingarten in ihren erprobten Mägen sachverständig mit französischem Schaumwein'zu mischen. Heiliger^Norbert- dacht fierr Zoltan von sarkäny — denn Der zscrirag über den durchaus vorteilhaften Weinhandelden er mit dem Abt der Prämonstratenser abgeschloisen hatte, knisterte freundlich in der Brusttasche eines Pelzes. — Heiliger Norbert, den mochte ich> sehen, ' der es fertigbrächte, mir heute die Laune zu verderben. , Das Schicksal, Herrn Zoltan von Sarkäny। mit wohlwollender Aufmerksamkeit ^wandt schien diesen übermütigen Gedanken irrtümlich als WunstY u, beuten: aus dem Gebüsch zur Seite der Schneise schnellte mit verwegenem Sprung elN ^e'chm i g Kerl und warf sich den beiden vordersten l^rDen ins Geschirr, daß sie wild aufbaumten und der atte Tibor entsetzt die Zügel hochriß; fast in derselben Sekunde s'pieh das Gebüsch noch zwei andere Burschen aus, d e mit kundigen Griffen den sch u- dernden Wagen vollends ^rn Halten brachten und den bissigen Peitschenhieben des Kutschers geschickt auswichen: ein vierter holte den alten Tibor unsanft vom Bock und traf ihn mit zielsicherem H^b an die Kinnspitze, so daß er sich ohne weitere Widerrede im winterdürren Grase zur Ruhe legte: und noch ehe der Oberstuhlrichter seine Pistole aus dem Pelz hervorgeholt hatte, sah er zwei trompetensormig geschweifte Mündungen auf seine Brust gerichtet, und eine schnapsrauhe Stimme forderte ihn unhöflich zum Aussteigen auf. „Räuber", folgerte Herr Zoltan von Sarkäny logisch und sah den oermetterten Kerlen, die sich nun, da die Pferde zitternd und dampfend stillstanden, um ihn sammelten, in die durch Beruf und Ruß geschwärzten Gesichter. „Fünf Räuber — und das eine knappe Meile von meinem Schlosse entfernt Und er fügte laut einen Fluch hinzu, der mit „bassa anfängt und in nördlicheren Breiten leider ohne Kenntnis feiner wahren Bedeutung oft unverkürzt wiedergegeben wird, um Vertrautheit mit der ungarischen Sprache oorzutäuschen. Die Räuber grinsten dazu, soweit aus dem Zahngefletsch in ihren schwarzen Gesichtern Schlüsse auf ihr Mienenspiel gezogen werden konnten, und zwei von ihnen plünderten Herrn Zoltan von Sarkäny wie einen ausgedienten Christbaum, indessen Die anderen ausdrucksvoll mit ihren Pistolen wedelten, und der Magnat alle Brennstoffe der Hölle, insbesondere den Schwefel, auf ihre struppigen Köpfe herniederwünschte. Mit geübter Hand ordneten dis beiden Plünderer die Beute — Ringe, Tuchnadel, Uhr, Börse, Brieftasche — und schüttelten unzufrieden die Köpfe: denn der Oberstuhlrichter hatte sein Bargeld zum größten Teil in Genußmittel umgesetzt. Die er nun an einer Stelle bei sich trug, wo sie den Räubern nichts mehr nützen konnten. Nicht genug, sagten sie — längst nicht genug. Damit wagten sie ihrem Hauptmann ja kaum unter die Augen zu gehen. Aber sie würden ehestens mit der ganzen Bande zum Schlosse kommen und sich selber holen, was man ihnen jetzt vorenthalten habe. Sekunden später hatten sie die Kalesche gewendet und jagten iohlend und winkend in ihr davon: io daß sie die Bemerkungen, die ihnen der alte Tibor beim Er- -wachen nachschickte, und die nur durch die besondere Sachlage entschuldbar waren, nicht mehr vernahmen. Als Herr Zoltan von Sarkäny m durchnäßten Lackstiefeln frierend und fluchend in den Schloßhof hinkte, Durfte er sich glücklich preisen daß ihn eine Schar erst besorater, dann entrüsteter, schließlich kampfbegieriger Gäste umringte: denn er wäre mit seiner Dienerschaft gewiß in arger Minderzahl gewesen, wenn die Räuberbande noch m derselben Nacht den angekündigten UeberjaU machte. Jetzt aber rüsteten die Magnaten sich,zum Kamp wie zu einem langentbehrten Männerspah. Flinten, Pistolen, Säbel und Dolche wurden schlochtbereit „gemacht die Halle mußte die treuherzigen Waffen hergeben, mit denen längst in die Geschichte ein- gegangene Ahnherren ihren Feinden die Knochen zerwalkt hatten, Pechpfannen und Fackeln flammten auf und füllten den Hof mit roter Helle, und zwei Diener warteten drinnen am geschlossenen Tor: denn man wollte den anrückenden Feind in den Schl o ß - Hof lassen, um ihn dann, wenn er drinnen verblüfft und geblendet stockte, mit einem wuchtigen Angriff aller Waffengattungen zu zermalmen. Nach Mitternacht erst, als die mit wärmenden Getränken immer wieder entfachte Kampfbegier schon in höhnische Enttäuschung umzuschlagen drohte, klang von draußen Hufge'ttappel herein, und ein grober Schlag dröhnte gegen das Tor. Die Flinten, Pistolen, Säbel, Dolche' lind sonstigen Kampfgeräte hoben sich, Augen glühten, grimmig gesträubte Schnurrbärte zitterten dem großen Augenblick entgegen. Das Tor fing auf. Die erhobenen Waffen sanken herab, die zum Schlachtgebrüll geöffneten Münder klappten zu. Durch das Tor rollte langsam Herrn Zoltan von Sarkänys Reisewagen, gezogen von vier^ müden Hengsten, üe ihn gewissenhaft und voll Stallsehnsucht ablieferten. Auf dem Bock schwankte, gehüllt in des Oberstublrichters Pelz, dje Zügel in schlaffen Händen, ein Mann, der, als der Wagen hielt, roie ein Sack auf die Seite fiel. Hinten lagen in den Polstern vier andere, und es hätte des Dunstes, der ihren geschwärzten Gesichtern im Takte barbarischen Schnarchens entquoll, nicht bedurft, um den herzudrängenden Verteidigern den sachverhalt zu erklären. Es war keine Räuberbande: es waren nur Die Fünf, Die den Oberstuhlrichter ausgeplündert hatten, und sie waren so fundamental besoffen, wie es irgendein Mensch, sei er Räuber oder Staatsbürger, nur sein kann. Herr Zoltan von Sarkäny hatte den Vorgang mit ungläubigem Staunen betrachtet: aber erst, als man die' leblosen Räuber aus dem Wagen zog und ein leeres Fäßchen, von ihren schleifenden Füßen herausgerissen, hüpfend und bumsend über Die Kopfsteine des Hofes kollerte, begriff er. Branntwein, ächzte er; und — er gurgelte es prustend hervor — mehr noch als Branntwein: Opium. Der Apotheker in Großwardein hatte ihm den Betäubungstrank für Die Ratten gemischt. Die in Ställen und Scheuern Überhandnahmen. Die Ratten im Schlosse sollten ihn saufen, aber — Herr Zoltan von Sarkäny brüllte vor Lachen, daß ihm das blanke Wasser aus den Augen schoß — die Ratten im Walde hatten ihn gekriegt. ‘ Im ungeheizten Keller des Schlosses schnarchten alsbald die Räuber, traulich umspielt von den Ratten, denen sie einstweilen das Leben gerettet hatten. friedlich lächelnd dem Erwachen entgegen: aber es war mehr als ungewiß, ob sie am anderen Morgen noch so viel Humor besitzen würden, um in die Heiterkeit, die während der ganzen Nacht durch die Banketthalle des Schlosses brauste, mit rechtem Der« ständnis einzustimmen. Zeitschriften. — Das April-Heft voy Westermanns Monatsheften beginnt mit einer Bettachtung von Herbert Grynhagen über den Ostermond. Ein Aufsatz des Hauptschriftleiters,Otto August Ehlers über das Werden des jungen ostdeutschen Malers Fritz Heidingsfeld in der Kunst der Gegenwart hat grundsätzliche Bedeutung. Freunde deutscher Geschichte finden einen aufschlußreichen Beitrag über die Neugestaltung der preußischen Armee nach dem Frieden von Tilsit 1807. Mit Zeichnungen und Holzschnitten von Felix Timmermans ist eine Erzählung seines Zusammentreffens mit dem Dichter von Numme Numsen ausgestattet. Hervorragende Wiedergaben von Bildern von Adolph von Menzel, Georg Ehmig, Wilhelm von Kügelgßn, O. M. Amorbach, Ernst Schaumann, eine Plastik von Fritz Röll, Erzählungen von Carl Mandelartz, Maria von Ribbentrop, E. G. Zwahlen, Wilhelm Sauer und viel andere Beiträge vervollständigen den reichen Inhalt des Heftes? Hochschulnachrichten. Professor D. Dr. (Sari Schmidt, em. Ordinarius für Kirchengeschichte und koptische Literatur an der Universität Berlin, ist im 70. Lebensjahre in Kairo g e ft o r b e n. Carl Schmidt, aus Hagenow (Mecklenburg) gebürtig, war ein Schüler des Aegyptologen Erman und des Kirchengeschicht- lers Adolf Harnack; von feinen Arbeiten feien Die über Die Petrus- und Paulus-Akten, die „Altchristliche Texte" und die „Gespräche Jesu mit feinen Jüngern" genannt. Ein Lehrstuhl für polnische Geschichte wurde an der Universität Berlin errichtet. Die Vertretung dieses Lehrstuhls wurde dem nb. ao. Professor Dr. Manfred Säubert an der Universität Breslau übertragen; er ist Spezialist für die Geschichte Polens und Schlesiens. Professor Dr. Ferdinand Hencke nkamp, der em. Ordinarius für romanische Philologie an der Universität G r e i f s w a l d , ist am Tage vor der Vollendung seines 76. Lebensjahres gestorben; er hat mehr als drei Jahrzehnte in Greifswald gewirkt und wurde 1927 entpflichtet. stellten Karten rechtzeitig abzuholen, da die Morgen- Veranstaltung Punkt 11.30 Uhr beginnt und Zuspätkommende keinen Einlaß mehr finoen können. Ende 12.30 Uhr. Am Sonntagabend findet eine Wiederholung des großen Erfolges „Das Land des Lächelns", romantische Operette in drei Akten von Franz Lehär, statt. Musikalische Leitung Heinz Markwardt, Spielleitung Karl-Ludwig Lindt. Einstudierund und Leitung der Tänze Irmgard Zenner. Bühnenbild Karl Löffler. Die Vorstellung findet außer Miete statt. Anfang 19, Ende 21.30 Uhr. Hans Zöberlein liest in Gießen. Jrn Rahmen einer Gießener Feierstunde „Soldat und Dichter", die vom Goethe-Bund und Kaufmännischen Verein in Verbindung mit der Arbeitsgemeinschaft Gießener Soldatenkameradschaften am Dienstag, 26. April, 20 Uhr in der Neuen Aula veranstaltet wird, wird SA.-Oberführer Hans Z ö - berlein aus eigenen Werken lesen. Zum Schluß der Feierstunde wird der Kameradschaftsführer der Arbeitsgemeinschaft der Gießener Soldatenkameradschaften Joh. Müller sprechen. Hans Zöberlein wurde vor kurzem für sein Werk „Der Befehl des Gewissens" mit dem Preis des Stabschefs der SA. für Dichtung und Schrifttum 1938 ausgezeichnet. 1931 erschien sein großes Werk „Der Glaube an Deutschland", für das der Dichter 1933 den Dichterpreis der Stadt München erhielt. Nach einem Abschnitt aus diesem Buch wurde der Film „Stoßtrupp 1917" gedreht, der über die ganze Welt gegangen ist. So wird das Vortragsprogramm des Goethe-Bundes und des Kaufmännischen Vereins für das Jahr 1937/38 mit einer bedeutsamen Dichterstunde, die durch Musikvorträge des Musikzuges der SA.-Standarte 116 umrahmt wird, abschließen. Soldalenbund, Standort Gießen. Heute, Samstag, abend Vortrag von General a. D. Dr. B e t h ck e. Ausstellung des Oberhessischen Kunstvereins. Im Turmhaus am Brandplatz veranstaltet der Oberhessische Kunstverein vom morgigen Sonntag ab eine Gesamtschau von Richard Walter, Darmstadt, „Landschaft seiner Heimat". KvtevMWMMrM NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude". Samstag, 23. April 1938, im Stadttheater Gießen: „Clivia" Operette von Nico Dostal. Eintrittspreis 1,— und 1,20 RM. Sonnläg, 24. April 1938: Fuhball-Länderkampf Deutschland — Portugal. Die Omnibusse zu dem vorstehenden Länderspiel in Frankfurt a. M. fahren ab in Gießen uml0.45 Uhr Schanzenstraße 18, in Lollar um 10.30 Uhr an dem Postamt, in Leihgestern um 10.30 Uhr an der Kirche. in Mainzlar um 9 Uhr. 2725V Montag, 25. April 1938: Oeffentlicher Vortrag des badischen Staatsminislers Professor Dr. Schmitthenner im Cafe Leib: „Wehrhaftigkeit und Weltanschauung". Eintritt 30 Pf. Die für den 18.3.38 gelösten Karten haben für diesen Vortrag Gültigkeit. Hitler-Zugend, Bann 116 (Wetterau) Vetr.: Vortrag von Prof. Schmitthenner am 25. April. Der ursprünglich für 18. März vorgesehene Vortrag von Staatsminister Prof. Schmitthenner über „Wehrhaftigkeit und Weltanschauung", der wegen Erkrankung des Redners verlegt werden mußte, findet nunmehr am kommenden Montag, 25. April, um 20.15 Uhr, im Eaf6 Leib statt. .Wir machen hiermit die Gefolgschaften auf diesen Vortrag aufmerksam. Betr.: Feierstunde „Soldat und Dichter" mit Hans Zöberlein. Am kommenden Dienstag, 26. April, 20 Uhr, wird in der Neuen Aula der Universität im Rahmen einer Feierstunde der SA.-Oberführer Hans Zöberlein aus eigenen Werken lesen. Für die Angehörigen der Hitler-Jugend stehen ermäßigte Eintrittskarten zum Preise von 0,25 Mark zur Verfügung. Die Eintrittskarten sind gefolgschaftsweise bei Frau E. Lohr, Gießen, Kaiserallee 26, Anruf 3261, zu bestellen. Alle Unterbannführer, Gefolgt schaftsführer und Führer der Sondereinheiten sowie alle Stellenleiter und Mitarbeiter des Bannes 116 haben am Dienstag an der Feierstunde „Soldat und Dichter" teilzunehmen. Die Landdien st- Kundgebung am Sonntag, 24. April, muß wegen der Versammlungssperre durch den Reichspropagandaminister aus- fallen. Velr.: Feierstunde „Soldat und Dichter" am 26. April. Für die Feierstunde „Soldat und Dichter", in der SA.-Oberführer Hans Zöberlein aus eigenen Werken lesen wird, haben die Unterbannführer, Gefolgschaftsführer und Führer der Sondereinheiten sowie Stellenleiter und Mitarbeiter des Bannes 116 ermäßigte Eintrittskarten zum Preise von 0,25 Mark auf der Verwaltungsstelle des Bannes 116 in Empfang zu nehmen. Haussammeleimer für Küchenabfälle beschaffen. Der Polizeidirektor in Gießen veröffentlicht heute eine Bekanntmachung über die Beschaffung von Haussammeleimern für Küchen- und Nah'rungs- mittelabfälle. Zur Beschaffung dieser Eimer, die der Sammlung der Küchenabfälle für das EHW. dienen, wird eine Frist bis einschließlich 30. Juni gesetzt. Die Beschaffung der Sammeleimer erfolgt auf Kosten der Hauseigentümer durch die Kreisamtsleitung Gießen der NSV. 3um Giäbiele hinaus ...! Morgen ziehen die Wandergesellen los. LPD. x2)Q5 diesjährige Gesellenwandern nimmt jetzt in allen Teilen des Reiches seinen Anfang. Die Wandergesellen aus dem Gau Hessen-Nassau werden sich wieder in Frankfurt a. M. versammeln und am morgigen Sonntaomorgen 9.30 Uhr vom 'Hippodrom aus in Anwesenheit von Vertretern der Arbeitsfront, Handwerkerinnungen usw verabschiedet. Es sind diesmal 25 bis 30 junge Handwerker der verschiedensten Berufe, die sich auf die Wanderschaft begeben, um auf Grund ihrer bisher erworbenen Kenntnisse in anderen Gegenden am neuen Arbeitsplatz den letzten Schliff zu erhalten. Obwohl nach den Richtlinien für das Gesellenwandern 1938 nur noch ganz wenige Handwerksberufe ausgenommen sind, wird im Interesse des Vierjahresplanes die vorjährige Zahl von 5000 nicht überschritten. Das freie Wandern der Bauhandwerker wurde fallen gelassen. Der Austausch sämtlicher Handwerksberufe erfolgt gebietsmäßig von Kreis zu Kreis. Die Gutscheinhefte werden den Wandergesellen nicht mehr mitgegeben, sondern in den jeweiligen Dienststellen der DAF. ausgehändigt. Weitere Anweisungen sehen eine individuelle Betreuung der Gesellen auf der Wanderschaft vor. Don besonderer Bedeutung ist in diesem Jahre die Errichtung weiterer Gesellenheime in Stuttgart, Nürnberg, Berlin, Münster, Düsseldorf und Frankfurt a. M. Der Auslandsaustausch für Junghandwerker wird außer auf Oesterreich, das nunmehr durch den Anschluß ohne weiteres einbegriffen ist, auf acht weitere Länder ausgedehnt. Außer Italien, Luxemburg und Ungarn beteiligen sich jetzt auch die Schweiz, Schweden, Frankreich, Bulgarien und Finnland. An alle Kraftfahrer > Vom Kreisamt Gießen wird darauf hingewiesen, daß in der nächsten Woche die Musterung der Kraftfahrzeuge durch die Wehrersatzinspektion erfolgt. Die Kraftfahrzeughalter erhalten im Einzelfalle besondere Vorführungsbefehle. Bei dieser Gelegenheit wird darauf hingewiesen, daß die oorgeladenen Kraftfahrzeuge zu der befohlenen Zeit pünktlich zur Stelle sein müssen, und zwar in betriebssicherem und sauberem Zustande, damit eine nochmalige Vorführung, bei der ein kostenpflichtiges Gutachten der Dampfkesselinspektion beigebracht werden muß, vsrniieden wird. Gießener Wochenmarktprette * Gießen, 23. April. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, Yi kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier, deutsche, vollfrisch, Klasse S 13, Klasse A 1214, Klasse B 12, Klasse C 11/, Klasse D 10/, Wirsing, / kg 15, Weißkraut 12 bis 14, Rotkraut 18, gelbe Rüben und Karotten 10 bis 12, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 7 bis 12, Spargel 58 bis 80, Unterkohlrabi 8 bis 10, Feldsalat, 1Ao 8 bis 10, Tomaten, % kg 40 bis 45, Zwiebeln 18, Meerrettich 40 bis 50, Schwarzwurzeln 20 bis 35, Rhabarber 18 bis 20, Kartoffeln, % kg 5 Pf., 5 kg 44 Pf., 50 kg 3,30 bis 3,90 Mark, Aepfel, 14 kg 15 bis 40 Pf., Zwetschenhonig 45, Hähne 1 bis 1,20 Mark, Suppenhühner 90 Pf. bis 1,05 Mark, Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., Blumenkohl 30 bis 50, Salat 10 bis 25, Salatgurken 70, Oberkohlrabi 20 bis 25, Lauch 5 bis 12, Sellerie 10 bis 30, Rettich 10 bis 25, Radieschen, das Bündel 10 bis 15 Pf. Wirtschaft. * Gute Antragsergebnisse der öffentlichen Lebensversicherungs an st alten i m 1. Vierteljahr 1 938. Während im ersten Vierteljahr 1932 die Antragszugänge bei den im Verband öffentlich - rechtlicher Lebensoersicherungsanstalten in Deutschland zusammengeschlossenen Anstalten einen Gesamtbetrag von 48,18 Millionen Mark aufgewiesen hoben, sind im ersten Vierteljahr 1938 Antragszugänge in Höhe von 90,47 Millionen Mark erzielt worden. Das Ergebnis ragt auch über diejenigen der entsprechenden Vergleichszeiträume der Vorjahre hinaus. So sind im ersten Vierteljahr. 1937: 81,07 Millionen Mark, 1936: 86,20 Millionen Mark, 1935: 74,20 Millionen Mark, 1934: 60,62 Millionen Mark und 1933: 49,31 Millionen Mark Versicherungssumme erreicht worden. Diese Gegenüberstellung zeigt die außerordentliche Zunahme der Anttäge in der öffentlich-rechtlichen Lebensversicherung, die kurz nach Abschluß des Jahres 1932 infolge der Machtübernahme eingesetzt hat. Der Zugang im März 1938 allein betrug 13 357 Anträge mit einer Versicherungssumme von 31,29 Millionen Mark (gegenüber 13 211 Anträgen mit 31,77 Millionen Mark Versicherungssumme im Vormonat und 15 005 Anträgen mit einer Versicherungssumme von 28,69 Millionen Mark im März 1937). Die Durchschnittssumme berechnet sich in der Großlebensversicherung auf 3910 Mark, in der Sterbegeldoersicherung auf 411 Mark. Mein-Mainische Börse. Mittagsbörse: Spezialwerte fest. Frankfurt a. M., 22. April. Das Geschäft war nur in einigen Spezialwerten etwas lebhafter, während sonst die Umsätze im Vergleich zu den Vortagen eine weitere Schrumpfung erkennen ließen. Die Kundschaftsbeteiligung hat sich verringert, da neue besondere Anregungen fehlten und zweifellos auch auf das starke Interesse an der zur Zeit aufliegenden Reichsanleihe zurückgeht. Bei einigen Sonderbewegungen, die am Aktienmarkt Vorlagen, handelte es sich im wesentlichen auf Abschlußerwartungen. Fest lagen besonders Deutsche Eisenhandel mit 160,25 bis 162 (159), auch Westdeutsche Kaufhof rückten wieder stark in den Vordergrund mit 108 bis 109,13 (107,25). Im übrigen war die Kursentwicklung nicht einheitlich, die durchschnittlichen Abweichungen hielten sich zumeist bei 0,25 bis 0,50 v. H. Angeblich auf Sperrmarkabgaben schwächer lagen IG. Farben mit 158,75 (159,65), weiter rückläufig waren ferner Contt Gummi mit 210.50 (211,75), außerdem bröckelten Montanwerte, ÄG. für Verkehr, Demag, Gesfürel und Zellstoffwerte bis 0,50 v. H. ab. Verhältnismäßig lebhaft waren erneut Adlerwerke Kleyer mit 125,25 bis 125,50 (125,25), BMW. mit 161 (160,50) und Daimler mit 150,50 (149,75) sowie Rheinmetall mit 147,25 (146,75). Nach Pause niedriger lagen Rheag Stamm mit 129,25 (130,50). Am Rentenmarkt lag weiterhin etwas Angebot vor. So ermäßigten sich Kommunal-Umschul- dung auf 96,10 (96,25), 4 o. H. Rentenbank-Ablösung auf 94,50 (94,65). Reichsaltbesitz konnten sich etwas erholen auf 132,80 (132,65) und Reichsbahn- VA. blieben mit 131,13 behauptet. Goldpfandbriefe wurden teilweise gestrichen, teils repartiert. Liquidationspfandbriefe lagen wenig verändert, ebenso Kommunal-Obligationen. Stadtanleihen bröckelten hingegen überwiegend um 0,25 v H., teilweise bis 0,50 v. H. ab. Don Staatsanleihen erholten sich 1929er Hessen auf 101 (100,50). Etwas erholt waren im Freioerkehr auch Kommunal-Umschuldung mit 96,15 nach 96,10. Im Verlaufe stellten sich bei den anfangs schwächeren Papieren kleine Besserungen ein, Verein. Stahl 112,90 nach 112,65, Mannesmann 121 nach 120,75, Demag 157 nach 156,25, Zellstoff Waldhof 145,50 nach 144,50. Abendbörse freundlich. An der Abendbörse hatte das Geschäft keinen besonderen Umfang. Die zuversichtliche Tendenz hielt jedoch an, da sich weiterhin einiges Kundschaftsinteresse geltend machte. Die Kurse entwickelten sich wiederum etwas ungleichmäßig, im Vergleich zu den ’ schwächeren Schlußnotierungen von Berlin über» 'wogen jedoch leichte Erhöhungen. Wehrmacht auf Meisterschastsfahrt. Gelände- und Orientierungsprüfung. Nur vereinzelt blickte die Sonne durch, so daß es reichlich kühl war, als am zweiten Tage der Wehrmachts-Meisterschaften im Kraftfahrgeländesport die Schleifen mit vertauschten Rollen gefahren wurden. Die Personenkraftwagen gingen auf Geländefahrt und die Räder und Lastkraftwagen hotten die Orientierungsfahrt vor sich. Unter den zahlreichen Gästen, die von verschiedenen Punkten aus die Fahrer und ihre Leistungen beobachteten, befanden sich auch der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst von Brauchitsch, sowie die Attaches von über zehn Nationen. Den ersten Fahrtag chatten 283 von 306 gestarteten Teilnehmern überstanden, und zwar 58 (62 gestartet) Solomaschinen, 80 (83) Gespanne, 91 (94) Personenkraftwagen und 54 (67) Lastkraftwagen. Bei den Solomaschinen führen Uoff. Witzgall (Bayreuth) auf BMW. mit 114 von 118 möglichen Punkten und in der Mannschaftswertung die Königsberger Aufklärungs-Abteilung mit 312 von 318 erreichbaren Punkten. An der Spitze der Seitenwagenmaschinen liegen Feldw. Müller (Pirmasens) auf BMW. mit 115 von 118, sowie die Ebers- walder Schützen mit 315 von 318 möglichen Punkten. Oblt. Franz (Wuppertal) auf Horch mit 133 Gutpunkten und die Kolberger Mannschaft auf Horch mit 332 von 333 möglichen Gutpunkten bilden die Spitze bei den Personenkraftwagen. In der Wertungsgruppe Lastkraftwagen halten Obwchtm. Schütze (Döberitz) auf Daimler-Benz mit 111 von 118 erreichbaren Punkten und die Mannschaft von Krupp aus Mülheim mit 308 von 318 möglichen Gutpunkten die Führung. Die Personenkraftwagen standen in ihrem ersten Abschnitt der Querfeldeinfahrt auf dem Truppenübungsplatz Senne vor einer schweren Aufgabe. Mancher blieb im Sand oder Morast stecken. Glatt wurde die Steilauffahrt im Teutoburger Wald bewältigt. Die trockene Witterung der letzten Tage wirkte sich günstig auf das Abschneiden der Räder und Lastkraftwagen bei ihrer Orientierungsfahrt aus. So kam es, daß die Geländefahrer vor dem Ziel einen Dorsprung von dreiviertel Stunden hatten, der zur Erholung vor dem Schießen ausgenutzt wurde. Nur wenige Stunden der Ruhe waren den Fahrern vergönnt. Dann ging es wieder weiter zur schweren Nachtorientierungsfahrt. Deutsche Fechtmeifterschaften. Vorrundenkämpfe der Männer auf Florett. Die Deutschen Fechtrneisterschaften in Hannover wurden am Freitag mit den Kämpfen auf Florett der Männer fortgesetzt. Mit insgesamt 80 Teilnehmern war der Wettbewerb außerordentlich stark besetzt, so daß Vorrunden in zwölf Gruppen durchgeführt werden mußten. Da jeweils vier Fechter ausschieden, wurde manch guter Kämpfer vorzeitig ausgeschaltet. Von den sehr starken österreichischen Fechtern setzten sich vier für die Endrunde durch, in der die Auslese der deutschen Fechter mit zwölf Vertretern versammelt ist. Diese Florettteichsklasse weist folgende Namen auf: Rudolf Losert (ff Wien), August Heim (TV. Offenbach), Roman Fischer (ff Wien) (nach Stichkamps), Julius Eisenecker (Hermannia Frankfurt), Josef Losert (ff Wien), Jaromir Bergan (Fechterring Nürnberg), Emil May (Dresdenia Berlin), ^-Hauptscharführer Richard Liebscher (ff Berlin), L. Hubert Loisel (Union FK. Wien), Siegfried Lerdon (Hermannia Frankfurt), Willy Fascher (ff Hannover) und Arthur Naumann (MTV. 79 München). Heimische Fußball-Mannschaften in Punkte- und Zreundschastskämpsen. Aufstiegspiele zur Bezirksklaffe. VfB.-Reichsbahn Gießen — Dillenburg. Das Spiel wurde in letzter Minute verlegt. Burgsolms — Aßlar. Dieses Treffen wird insofern spannend, als man die beiden Gegner als gleichwertig ansprechen kann. Burgsolms als Platzverein traut man den Sieg zu. Fußball der Kreisklaffen. Klein-Linden — Rodheim. Das Vorspiel ging 3:2 für Rodheim aus. Diesmal sollte das Resultat umgekehrt lauten. Wieseck I — SA. -Kampfgemeinschaft Gießen I. Die SA.-Mannschaft roiro sich anstrengen, um das Spiel zu gewinnen. Wißmar I — SA.-Kampfgemeinschaft Gießen II. Das Spiel wurde schon einmal ausgetragen und ging für Wißmar knapp gewonnen. Wenn es den Wißmarem dieses Mal gelingt, das Spiel für sich zu entscheiden, so sind sie der Meisterschaft um ein Stück näher. 1900 — Phönix Vilbel. An Stelle des vorgesehenen Großkampfes der Blauweißen gegen den Sport-Club 03 Kassel, der als letzte Probe für die kommenden Aufstiegspiele gedacht war, wurde mit Rücksicht darauf, daß das Infanterie-Regiment 116, dem die Spieler Pankok, Lippert, Hormel und Möller angehören, bereits am Sonntag in früher Nachmittagsftunde Gießen in Richtung Truppenübungsplatz verläßt, obiger Spielabschluß vorgenommen. Der Abschluß, der trotz des Verzichts auf die vorgenannten Spieler erfolgte, dient in der Hauptsache dazu, die Nachwuchskräfte für die kommenden Aufstiegspiele zu sichten. Der Gegner, der hierzu ausersehen wurde, ist kein Unbekannter. Im Kreise Friedberg spielt er eine maßgebliche Rolle. Mit Oberursel und Groß- Karben an der Spitze liegend, bildet Phönix Bad Vilbel heute die Spitzengruppe im Kreise Friedberg. Die Spielstärke der Mannschaften dieses Kreises besonders zu beschreiben, erübrigt sich, denn der Umstand, daß der Meister trotz der langen Reihe von Meisterschaftsspielen heute noch nicht feststeht, obwohl für den Sonntag ein Ausstiegspiel für denselben festgesetzt war, ist genügend Beweis dafür. Von besonderem Interesse für die Gießener Fuß- ballanhänaer dürfte außerdem sein, daß in der Mannschaft die Brüder der beiden in Gießen tätigen Spieler Zeiler und Kramer vorhanden sind, die die Hauptstützen der Elf sind. Für die Blauweißen ist die gestellte Aufgabe jedenfalls nicht leicht, und es bleibt abzuwarten, wie man sich aus der Affäre zieht. Ein Rückhalt für die Mannschaft dürfte es sein, daß Sack und Quick wieder zur Verfügung stehen. VfV.-Reichsbahn Gießen — Watzenborn-Steinberg. In letzter Minute ist zwischen den Mannschaften von VfB.-Reichsbahn Gießen und „Teutonia" Watzenborn-Steinberg ein Spiel abgeschlossen worden, nachdem kurz vorher das Aufstiegsspiel der Grünweißen gegen Dillenburg abgesagt worden war. Dem Treffen auf dem Waldiportplatz wird man mit besonderem Interesse entgegensehen dürfen, wenn es von beiden Mannschaften mit dem nötigen Ernst durchgeführt wird. Das Spiel wird einen interessanten Kräftevergleich gestatten. Wie der Kampf ausgehen wird, ist unmöglich vorauszusagen. Die Watzenborn-Steinberger werden alle Ehre dareinsetzen, eine Niederlage zu vermeiden. Man sollte mit einem nur knappen Spielausgang zu rechnen haben. Lollar 1 — Heuchelheim I. Die 1. Elf des Sportvereins Lollar empfängt morgen die 1. Mannschaft von Heuchelheim. Beide Gegner lieferten sich schon des öfteren interessante Freundschaftsspiele. Die Mannschaften sind zur Zeit in guter Form und man darf auch d^r morgigen Begegnung mit Spannung entgegensetzen. Heuchelheim verfügt über eine ehrgeizige Elf, deren Hauptwaffe die Stürmerreihe ist. Aber nach dem eindrucksvollen Sieg der Platzbesitzer in Ober- Ursel sollte man doch nicht um den Ausgang des Spieles zu bangen brauchen. Io. Wieseck I. — SA.-Kampsgemeinschaft I. Die erste Mannschaft der Fußball-Abteilung des Turnvereins Wieseck wird morgen ein fälliges Rückspiel gegen die SA.-Kampfgemeinschaft I. aus- tragen. Im Vorspiel mußte Wieseck mit 2 :1 Toren den Kampf beenden. Es gilt nun, am kommenden Sonntag zu versuchen, das Spiel auf eigenem Platze für sich zu entscheiden. Wenn die Wiesecker Mannschaft komplett antritt, ist mit einem spannenden Spiel zu rechnen. TV. Wißmar I. — SA. II. In Wißmar wird es der 2. Mannschaft der SA. schwerfallen, zu siegen, zumal Wißmar die Stellung in der Spitzengruppe behalten möchte. Ein Unentschieden wäre schon ein Erfolg für die SA. Zugenvspiele der Spielvereinigung 1900. Beide Jugendmannschaften der Blauweißen tragen am Sonntag ihr drittes Spiel auf fremden Plätzen aus. — Die 1. Jugend der Spvgg. 1900 trifft in Klein-Linden auf eine Jugendmannschaft, mit der sie feit längerer Zeit fein Spiel mehr ausgetragen hat.» Es ist schwer vorauszusagen, wer den Sieger stellen wird. — Die 2. Jugend der Blauweißen trägt ein rückständiges Freundschaftsspiel in Großen- Linden aus. Auf eigenem Platz konnte die 2. Jugend der Spvgg. 1900 nur ein Unentschieden erzwingen. Inzwischen sind aber die Jüngsten der Meisterliga immer mehr in Form gekommen. Jedoch wird ihnen die 2. Jugend von Großen-Linden einen Sieg nicht leicht machen. Handball im Kreis VIII Gießen. Turnverein Wehlar im Kampf um die Deutsche Meisterschaft. Ein Ereignis wirft feine Schatten voraus, das weit über den Rahmen der üblichen Spiele hinaus- geht. Der Turnverein Wetzlar, der Meister des Gaues Hessen, tritt zu seinem ersten Heimspiel um die Deutsche Meisterschaft an. Der erste Gegner schon ist gleich kein geringerer als der Polizeisportverein Berlin, der Brandenburger Meister. Daß es sich dabei um einen Könner in seinem Fach handelt, braucht wohl nicht besonders erwähnt zu werden, weil die Spielstärke der Berliner Mannschaften hinreichend bekannt ist, und weil man weiß, wie schwer es war, Sieger zu werden. Das aber ist Gewähr dafür, daß wir — wenn der Turnverein Wetzlar auf Scheibe ist — ein Spiel zu sehen bekommen, wie schon lange nicht mehr. Zwar sind die Chancen, die unser Meister hat, nur sehr gering. Es besteht aber zweifellos die Möglichkeit, daß er mit dem Gegner wächst und sich selbst zu der Leistung aufrafft, die wir in den letzten Spielen gewohnt sind. Die heimischen Zuschauer werden das übrige tun, um den Hessen in der richtige^ Weise zur Seite zu stehen. Bedauerlich ist nur, daß die Platzmannschaft Ersatz einstellen muß. Hermann, der talentierte Spieler, ist ab kommandiert, und auch einige andere Posten müssen neu besetzt werden. Das aber wird Wetzlar bei der Auswahl, die es an gutem Spielermaterial nun einmal hat, nicht schwer fallen, so daß man ohne Ueberhebung sagen kann, daß unser Meister bestens gerüstet ist. Zudem wissen ja die Wetzlarer auch, um was es geht und daß sie heute nicht mehr als Vereinsmannschaft vor die Oeffent- lichkeit treten, sondern als Repräsentant eines Gaues, der gerade in der letzten Zeit viel von sich reden machte. Dieses Großereignis hat naturgemäß zur Folge, daß nicht nur die Freundschaftsspiele im Kreis Wetzlar, sondern auch die Pflichtspiele der Bezirksklasse abgesetzt werden mußten. Der gesamte Bettieb im Handball konzentriert sich also am morgigen Sonntag ausschließlich auf Wetzlar. Um zu verhindern, daß beim Kampf um die Deutsche Meisterschaft zwei der spielstärksten Mannschaften, der derzeitige Meister, MTSV. Leipzig, und der Mitte-Meister, MSV. Weißenfels, in einer Gruppe Zusammentreffen, wurden die Gruppen I und II neu eingeteilt. Danäch spielen jetzt in der Gruppe II die Meister von Brandenburg, Mitte, Schlesien und Hessen. Vorbereitung für Breslau. Erste Ausscheidungen der Dreikämpfer in Heuchelheim. Arn morgigen Sonntag treten die Leichtathleten des Kreises 8 Gießen erstmals in diesem Jahre wieder auf dem grünen Rasen vor die Oeffentlich- keit. Die Nagelschuhe werden hervorgeholt, und es gilt zu beweisen, daß man den Winter gut genutzt «sieri. Norell. nnia und Untier lel r 1 v°r Er '"den Fgh, ahrl er M " Hannover ff.»!*« LN .^nde durch, ;Lm,l Zwölf EMsklasse J (ff Wien), /"Fischer (ff Wien). 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Deshalb sieht man diesem ersten Zusammentreffen der Spitzenkönner unseres Kreises auch mit erhöhtem Interesse entgegen, erhalten wir doch schon ein kleines Bild davon, welche Kräfteverschiebungen sich den Winter über ergeben haben. Im Dreikampf der Männerklasse A erwartet man hie altbewährten Könner wie Herrmann, Luh, Kilo und Stahlhut in Front, und es wäre bestimmt eine Ueberraschung, wenn es einem der Nachwuchskämpfer gelingen sollte, die „alte Garde" hinter sich zu lassen. Offener ist dagegen schon der Drei- tampf der Frauen, obwohl auch hier den erfahreneren Kräften der Dorrang gegeben werden muß. Bei den „alten Herren" dagegen ist die Lage vollkommen undurchsichtig. Aber gerade sie werden es sein, die beweisen wollen, daß man auch mit 40 und mehr Jahren noch gute Leistungen vollbringen kann. Alles in allem wird man also gute Leistungen zu sehen bekommen, denn jeder der Wettkämpfer wird sein Bestes geben müssen, um die für Breslau erforderliche Punktzahl zu erreichen. Gründungsversammlung der „Sportgemeinde Garbenteich". Die bisherigen Mitglieder des Turnvereins „Gut- Heil 1909" und des Sportvereins 1928 versammelten sich bei Gastwirt Karl Becker zur ersten Zusammenkunft des neuerstandenen Vereins. Der bereits durch die Vorarbeiten der beiden Vorstände erfolgte Zusammenschluß geschah im Hinblick auf die Erfassung aller Turner und Sportler in einer Gemeinschaft zur höchsten Steigerung aller in dem Verein betriebenen Sportarten. Der Verein führt nun den Namen „Sportgemeinde Garbenteich" und hat sich die Aufgabe gestellt, neben dem Fußball- und Handballsport die Leichtathletik und alle einschlägigen Sportarten zu pflegen. Als Vereins- führer wurde Franz C o e n e n bestimmt. Er gelobte, auch im neuen Verein alles daranzusetzen, den Sportgedanken in noch abseits stehende Kreise bineinzutragen und berief folgende Mitglieder zu seinen nächsten Mitarbeitern: stellv. Vereinsführer Lehrer Stumpf, Kassenwalter Wilhelm Von- derheidt, 1. Schriftführer Georg Decker, 2. Schriftführer Karl Sommer, Beisitzer Georg Weigel und Wilhelm Kullbach, Dietwart Lehrer Lutz, Turnwart Albert Bopp, Spiel- obmann für Fußball Ludwig Stumpf, für Handball Heinrich Schmidt. In den Aeltesten-Aus- schuß wurden berufen: Georg Debus, Ludwig Schäfer, Otto Lotz, Friedrich Buxbaum, Karl Becker. Die genaue Mitgliederzahl des Vereins liegt noch nicht fest, da noch täglich Anmeldungen eingehen. Das von dem früheren Sportverein vorgesehene Jubiläumsfest wird nun als Gründungsfest der neuerstandenen „Sportgemeinde" am 22. Mai dieses Jahres abgehalten werden und den neu eingezogenen Sportgeist erstmals unter Beweis stellen. Adolf Heuser nicht mehr Weltmeister. Die neue Llnhettsttske der Boxweltmeister ausgestellt. Eine wichtige Entscheidung hatte der Weltkongreß der Boxer in Rom am Donnerstag mit der Aufstellung der neuen Liste der anerkannten Weltmeister zu treffen. Die für diese Fragen in Zukunft zuständige neue Kommission, die aus vier Europäern und zwei Amerikanern besteht, hatte hier Wieder deutsche Fechtmeisterin den Meisterschaften der deutschen Fechterinnen Bei ^eI4rX?/^t^0arnmSA°V Iin Hannover holte sich die Offenbacherin Hedwig (USA.); Mittelgewicht: Freddie Steele v Halbschwergewicht: John Henry Lewis (1 Schwergewicht: Joe Louis (USA.). eine recht schwierige Angelegenheit zu klaren. Die neue Einheitsliste ist für den europäischen Boxsport wenig schmeichelhaft, denn von den Weltmeistern, die bisher die JBU. anerkannte, wird keiner mehr weitergeführt. So muß auch der deutsche Weltmeister Adolf Heuser der seinen Titel erst vor wenigen Wochen gegen den Belgier Gustave Roth gewann, auf die Meisterwürde verzichten. Von den europäischen Weltmeistern verloren weiter ihren Titel: Angelmann im Fliegengewicht, Holtzer im Federgewicht, Wouters im Weltergewicht und Tenet iin Mittelgewicht. Die neue Liste der anerkannten Weltmeister ist daher fast rein amerikanisch. Nur der Brite Benny Lynch wird im Fliegengewicht als einziger europäischer Weltmeister weitergeführt. Um den früheren JBU.-Weltmeistern einen gewissen Ausgleich für den Verlust ihrer Titel zu geben sollen sie als Herausforderer bevorzugt behandelt werden. Als einziger Herausforderer wurde bis jetzt Max Schme- ling im Schwergewicht anerkannt. Für die Titelkämpfe wurde eine Frist von sechs Monaten vom Tage der Herausforderung an festgesetzt. Ist der Kampf innerhalb dieser Zeit nicht ausgetragen, so wird die Herausforderung automatisch wirkungslos. Die neue Weltmeisterlisie: Zweite Elite-Zuchtbutteu-Versteigerung für rotes Höhenvieh. Haß erneut den Titel, den sie vorher dreimal ge- * wonnen, aber im Vorjahre verloren hatte. RUHL Seltersweg Nr. 67 adlO Telephon Nr. 3170 eparaturen ■ H9?ü der 1. und 2. Preisklasse waren lebhafter als fllr die der 3. Klasse. Trotzdem wurden sämtliche Bullen ausverkauft. Zum größten Teil blieb dieses Zuchtmaterial im Bereich der Landesbauernschaft Hessen- Nassau, und zwar in den Bezirken Wetzlar-Bieden- köpf, Oberlahn, Dillkreis und Oberhessen, andere Tiere wurden nach Westfalen und Kurhejsen verkauft Den Spihenpreis von 2310 Mark erzielte der Züchter Adolf Mütter. Bottenhorn (Biedenkopf) für fein mit dem la-preis ausgezeichnetes Vatertier, das vom Tierzuchtamt Biedenkopf angekauft wurde. In der 2. Preisklasse betrugen die Spitzenpreise 1000 Mark, die für das- mit Ua-Preis ausgezeichnete Vatertter des Züchters Rudolf Schmidt, Weickartshain (Oberhessen), und das mit dem Ild - Preis bedachte Tier des Züchters Ludwig Krug, Silberg (Biedenkopf), von der Gemeinde Hirsch- Fliegengewicht: Benny Lynch (Großbritannien); Bantamgewicht: Sixto Escobar (Portorico); Federgewicht: Henry Armstrong (USA.); Leichtgewicht: Lou Ambers (USA.); Weltergewich' hausen (Oberlahn) bzw. der Gemeinde Burgsolms (Wetzlar) bezahlt wurden. In der 3. Preisklasse erreichte das mit dem Nick-Preis ausgestattete Tier des Züchters Georg Helm, Airlenbach (Odenwald), den Höchstpreis von 980 Mark, den der Züchter Kornmann aus Wermertshausen (Marburg) bezahlte. Die Durchschnittspreise betrugen in der 1. Preisklasse 1695 Mark, in der 2. Preisklasse 890 Mark und in der 3. Preisklasse rund 790 Mark. Mit einem Gesamtbürchschnittspreis von 1108 Mark und einem Gesamterlös von 17 730 Mark wurde diese 2. Elite-Veranstaltung zu einem tzlänzenden Erfolg, der Ansporn zu weiteren züchterischen Leistungen bietet. Preisverteilung: la- und Ic-Preis: Adolf Müller, Bottenhorn (Biedenkopf); Id-Preis: Dr. Ritgen, Wormeln (Westfalen); Ick-Preis: Heinrich Seibel III., Breidenbach (Biedenkopf); Ie-Preis: Georg Reitz III., Kleingladenbach (Biedenkopf). — Ila-Preis: Rudolf Schmidt, Weickartshain (Oberhessen); Ilb-Preis: Heinrich Mengel III., Reiskirchen (Oberhessen); Nc-Preis: Theodor Fischer, Hof Zwiefalten (Oberhessen); Nck-Preis: Ludwig Krug, Silberg (Biedenkopf); Ile-Preis: Lehr- und Versuchsgut Selgenhof (Oberhessen); Nk-Preis: Bauer G. Herzog, Dahme (Schlesien). — IIIa-Preis: Lehr- und Versuchsgut Selgenhof (Oberhessen); IIId-Preis: Bauer G. Herzog, Dahme (Schlesien); IIIc-Preis: Ludwig Schmitt V., Watzenborn - Steinberg (Oberhessen); IIIck-Preis: Georg Helm, Airlenbach (Odenwald); IIIe-Preis: Balth. Weber, Niederwald (Kuchessen). Schwerer Derkehrsunfall in Mainz. Mainz, 22. April. (Lpd.) Am Donnerstagabend überquerte ein bei den städtischen Betrieben beschäftigter Arbeiter die Große Bleiche. Wenige Schritte vor dem 'Bürgersteig wurde er von einem Motorrad erfaßt, eine Strecke weit mitgeschleift und dann auf den Bürgersteig geschleudert. Mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert, starb er noch während der Nacht. Auch der Motorradfahrer und seine Begleiterin erlitten Verletzungen und kamen ins Krankenhaus. des bodenständigen roten Höhenviehes im Bereiche unserer Landesbauernschaft weiter zu vervollkommnen und ihm neue Erfolge zu sichern. In allen Fällen waren die vorgeschriebenen Mindestforderungen von drei lückenlos nachgewiesenen Generationen und 100 Kilogramm Durchschmttsfettleistun- gen der Bullenmütter erheblich überschritten. Verbandsvorsitzender Bauer Friedrich Brand (Strothe) begrüßte die zahlreich erschienenen Züchter und Käuferinteressenten aus Schlesien, dem Harz, dem Vogtland, aus Westfalen, Kurhessen und Hessen-Nassau. Er betonte dabei, daß versucht wurde, schon diesmal die Mindestforderungen wesentlich zu verschärfen, um durch den bluts- mäßigen Aufbau die Rotviehzucht auch weiterhin zu fördern. Weiter gab er der Erwartung Ausdruck, daß diese Versteigerung ein neuer Ansporn für die Züchter und auch für die weiteren Veranstaltungen sein möge. Um auf weite Sicht zu arbeiten, würden in Zukunft jährlich zwei solcher Elite-Bullenver- fteigerungen durchgeführt werden. Der Leiter dieser Veranstaltung, Tierzuchtdirektor Dr. Tornede (Biedenkopf) gab die Geschäftsbedingungen' bekannt und wies die Käufer darauf hin, Beihilfen bei den zuständigen Landesbauernschaften zu beantragen. Weiterhin gab er bekannt, daß die nächste übliche Bullenversteigerung nicht, wie angesagt, in Frankenberg, sondern voraussichtlich in Laasphe abgehalten werden muß. Der Verlauf der nachfolgenden Versteigerung war durchaus befriedigend. Die Gebote für die Tiere In der Rhein-Main-Versteigerungshalle fand am Freitag die 2. Elite-Zuchtbullen-Versteigerung für rotes Höhenvieh statt, die nicht nur ein Beweis für den hohen Stand der Hochzuchten des Rotviehes in unserem Heimatbezirk war, sondern auch einen glänzenden Erfolg darstellte. Der restlose Absatz und der befriedigende Durchschnittspreis entsprachen der Bedeutung, die dieser Veranstaltung zukam. Bereits am Vorabend fand im „Hotel Schütz" eine Beiratssitzuna des Verbandes der Rotvieh- züchter unter der Leitung des Verbandsvorsitzenden Bauer Brand (Strothe, Westfalen) statt. Vertreten waren die Unterverbände Schlesien, Vogtland, Harz, Westfalen, Kurhessen und Hessen-Nassau. Nach einem Bericht des Geschäftsführers Tierzuchtdirektors Dr. Tornede (Biedenkopf) wurden neue organisatorische Maßnahmen getroffen und neue Unterstützungen der züchterischen Arbeiten beschlossen. Der Elite - Zuchtbullen - Versteigerung, die ursprünglich in Gießen stattfinden sollte, dann aber nach Wetzlar und später nach Frankenberg (Eder) angesetzt wurde, und die jetzt nur Dank der tatkräftigen Förderung von Kreistterarzt Oberveterinärrat Dr. Monnard durchgeführt werden konnte, ging eine Sonderkörung voraus. Aufgetrieben waren 16 mit besonderer Sorgfalt ausgesuchte Vatertiere aus den Unterverbänden Schlesien, Westfalen, Kurhessen und Hessen-Nassau. Entsprechend der Bedeutung dieser Veranstaltung war nur solches Bullenmaterial zugelassen, das geeignet ist, den bereits erreichten hohen Stand der Hochzuchten Ihre Vermählung geben bekannt Hellmut Buddensiek Liselotte Buddensiek, geb. Bänninger Heidelberg, Molkenkur, den 23. April 1938 2773D (Ein Quell v.Frcuvr für den Naturfreund Elisabeth Ärunnengräber Karl Hofmann Verlobte Strlnstraße 50 Grabenstraße 4 Gießen, 23. April 1938 01901 neluntRlnöße 17 2 . h.5'0 Kind eeia nd o eesctucku Nl Ul. velMtes Leven Kleine Kreatur in Wasser, Busch und Halm Don Karl Otto Bartels. 164 Naturaufnahmen aus dem Leben der niederen Tierwelt mit erläuternden Bildunterschriften, Namensan. gab. u. ausführlichem Text (62 Seiten). Mit einem lSeleitwort von Profess. Dr. Deegener, Universität Berlin Dieses Werk bringt er- staunlich vielseitige undtrefflich gelungene Einzelbilder und DUd- folgen aus dem reichen Leden der zahllosen kleineren Lebewesen Aus der Freude am Beobachten ist ein wert, volles naturgeschicht- liches Urkundenbuch geworden, das hervorragend geeignet ist, die Liebe auch lum kleinsten Naturgeschehen zu erwecken Gebunden NM. 4,80. Ditte verlangen Sie kostenlos unsere beblld. Werbeblätter! Das Buch ist durch sede Buchhandlung zu beziehen! HugoBermühler Verlag Berlin. Lichterfelde Geschäftsdrucksachen Rechnungen Briefbiatter Briefumschlag» Postkarten Geschaftskarten bei Brühl. 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Unter Mitwirk. der Kapelle der SA.-Standarte 116. Mitglieder des Goethe-Bundes und Eanfm. Vereins erhalten bis zu 2 Platzkarten (Zusatzkarte 50 Pf.) unentgeltlich gegen Einlösung des Gutscheines Nr. 3 (neue Karte) für Goethe-Bund und Nr. 11 bür Kaufm. Verein bei Challier. Mitglieder der NSDAP., der NS.-Franenschaft, des Landschaftsbundes Volkstum und Heimat erhalten ermäßigte Eintrittskarten zum Preise von 75 Pf. Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Gießener Soldatenkameradschaften zu 50 Pf. gegen Vorzeigen ihres Mitgliedsausweises, b'üi* Angehörige der Garnison: Offiziere 59 PL, Mannschaften 25 Pf. Nlchtmitgliedfr zu Mk. 1.50 bei Challier und an der Saalkasse. Studentenkarten zu 40 Pf. bei Hausverw. Becker, Univ.-Gebäude. 26?®d Seltsames «nöt auftaut von Pserde" verschwand stand ein D noch manchs bell in der t Die Beoötkei zeug dn? ni sich herumg' Absatzgenossc hatte: die 2 richlung, ein der Dämpszi jedermann Dieser Eint später die sie konnte, wesen sein, wendig sei,^ Denn die I hieb, und j davon über WliekWeriMMensiiller Nachdruck verboten Der für Sonntag, den 24. April 1. Ziehungstag vorgesehene 22. April 1938 3n der heutigen Dormlttagszlehung wurden gezogen Sonderzug nach 1000 RM. Auerbach a.d.B 42655 53226 72726 95295 Reichsbahndirektion Frankfurt/M. 10768 10916 1AO55 21491 85147 85165 86508 90068 95162 WIESECK Sonntag, den 24. April 1938 Zum kühlen Grund Inhaber: A. Schepers. :, • ■• -><- 23./24.Aprllw38 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Nr. 94 vierter Blatt Oämpfzug Eberstadt bei der Arbeit An der vollautomatischen Kartoffel-Waschmaschine. ton zu haben. Blitzsauber rollen die Kartoffeln in die Dämpftonne. iinschaft(DBS) Am Kessel für die Dampferzeuqung. Die Dämpsanlage fahrbar auf dem Spezialwagen. (Nachdruck verboten!) 4. Fortsetzung. Mitglieder »chülerlOPf, iimDKL. 1 a 18 Ihr.' eg. jiisA rittskarten 1 an seinen tag, 25.4.‘38. wird! Jeder Bauer weiß heutzutage, daß durch die Be- ^ortrajsüenst« älter rrNadt hat Die Arbeit weniger Stunden, die das Dämpfen, das Einbringen in den Silo und dessen Abschluß verursacht, lohnt über großen Zeitraum mit Ersparnis und Bequemlichkeit. Außerdem kann jedermann. der sich an der Silowirtschaft beteiligt, bas. Bewußtsein in sich tragen, seine Pflicht im Rahmen der Erzeugungsschlacht und in dieser Beziehung ge- Der Entschluß der Bezugs- und Absatzgenossenschaft Eberstadt, diese Dämpfanlage anzuschaffen und die vorzügliche Arbeit, die die Anlage bewies, zeitigt bereits' ihre Früchte. Eine ganze Anzahl Bauern hat sich entschlossen, mit fiilfe der dafür gegebenen . staatlichen Zuschüsse Silos innerhalb ihrer Hofreiten anzulegen. Mit Eifer hielten viele in ihrem Anwesen Umschau, wo in vorhandenen Mauerecken und kleinen Räumen Silos angelegt werden können. Die Maurer haben bereits zu tun und werden immer mehr zu tun bekommen. - Selbstverständlich ist dies alles nicht gerade nur in Eberstadt so! Auch in. mancher anderen Gemeinde unserer Heimat hat man erkannt, wie bedeutungsvoll die Kartoffelsilos für die Viehwirtschaft und die Wirtschaftlichkeit des Betriebes find. In mancher Gemeinde wurde der Dreschmaschinenbesitzer mit seiner Darnpflokonwbile beauftragt, Kartoffeln zu dämpfen und es geschah dabei wohl kaum schlechter, als es in Eberstadt geschieht. Wenn wir hier aber gerade von der Eberstädter Dämpsanlage sprechen, so nur deshalb, weil in dieser Gemeinde die Frage der Kartoffeldämpfung ihre ideale Lösung gefunden hat: die Anschaffung der Anlage auf eine.r Grundlage der Gemeinschaft, durch bie Anschaffung einer ganz neuzeitlichen und durchaus zweckmäßigen Anlage und durch die günstige Auswirkung auf den Silobau. lang! Und an Tante Martha mit dem nie festsitzenden' Haarknötchen. Ach, wie es ihnen wohl geht, den beiden alten Leutchen! Aber daß sie nicht gleich darauf gekommen ist, als der Junge von Eigelstem ansing! Freilich ist sie seit ihrer Kindheit nicht mehr dagewesen. Zehn Jahre höchstens muß sie damals alt gewesen sein. Sie weiß nur noch, daß Onkel Hammerbachers langer Bart ihr nicht so ganz geheuer war. Vater lebte damals noch, und daß die Montwills im Auto von Berlin herüberkamen, war eine Sensation für ganz Eigelstein. Und seitdem hat man von den Hammerbachers fast nichts mehr gehört. Einmal — aber das liegt auch viele, viele Jahre zurück — kam die Todesanzeige von Onkel Hammerbachers Frau; dann hat man selber die Todesanzeige von Vater verschicken müssen. Später machte auch mal ein junger Mann bei der Mutter Besuch, der sich auf Hammerbachers berief, und den man ein paarmal zum Essen einlud. Und nachher wurde es ganz still. Aber schade eigentlich. Die Hammerbachers waren so nette Leute. Marga hat das oft von ihren Eltern sagen hören, und wenn auch keine wirkliche Verwandtschaft zwischen ihnen und den Montwills vorhanden ist, sondern eine Freundschaft seit Generationen, so hätte man die Verbindung doch nicht abreißen lassen sollen. Wer ist daran schuld? Mutti? Oder die Zeit? Oder sie selbst, die sich nie mit „Familiengeschichten" belasten wollte? Marga lächelt nachdenklich vor sich hin. Dann wäre ja eigentlich jetzt ein günstiger- Moment gekommen, das Versäumte wieder gutzumachen. Und — man brauchte heute abend nicht allein zu sitzen, hätte Gesellschaft, Ablenkung. Aber ob man so ohne weiteres willkommen ist? Und ob einem die Leute heute noch ebenso gut gefallen, wie sie damals den Eltern gefielen? Hm, soll man doch lieber vorbeifahren, oder soll man nicht? Breda würde sagen: Fahre hin, mein Kind. Wer weiß, was bid)xbort Nettes erwartet! So ist Breba, er hofft immer, baß überall etwas Nettes auf einen wartet. Hm, soll man? Marga Moutwill stoppt den Wagen ab und dreht Der Arbeitsvorgang der Karloffeldämpfung mit der neuen Einrichtung ist verhältnismäßig einfach Allerdings: einige Leute müssen schon mithelfen! In stellen. Die vollen Kartoffeltonnen werden luftdicht mit einem Deckel abgeschlossen und bann mit Hilfe eines festen Schlauches mit bem Dampfkessel in Verbindung gebracht. Ein Druck auf einen Hebel läßt den Dampf in den Kessel einströmen. Während der Mann am.Kessel immer wieder einen Blick auf den Wasserstandsmesser und auf das Dampfdruckmanometer wirft und kontrolliert, tut der Dampf seine Arbeit. Selbstverständlich sind Kessel und Dämpftonne mit Ventilen ausgestattet, die der Sicherung dienen. D. h. also, es kann nichts passieren! Vor einer Explosion braucht man also keine Angst zu haben. Kleine Kartoffeln sind schneller gar, große brauchen etwas mehr Zeit. Es ist wie in Mutters Kiiche! Wenn dann die Dämpftonne geöffnet werden kann, die Kartoffeln schön weich sind, bann füllen für einige Augenblicke bichte Dampfschwaben ben Hof. Schließlich wirb bas Dämpfgut in ben Siloraum gebracht unb mit einem festen und großen Holzstößer gestampft, so baß sich die Kartoffeln in ihrer ursprünglichen Form nicht mehr zn behaupten vermögen, sondern einen dicken Brei bilden, der lückenlos den Silocaum ausfüllen muß. Der Luft muß jeder Zutritt verwehrt fein, wenn sich das Dämpfgut über Jahr unb Tag halten soll. Eine dichte, feuchte Lehmschicht hat ben Silo nach außen hin abzuschließen. Aber schon nach wenigen Wochen könnte bcr auf Diese Weise gesicherte Kartoffelvorrat verfüttert werben. Wir fanden in Eberstadt Gelegenheit, dabei zu sein, wie innerhälb von 5 Stunden mit allem Drum und Dran über 40 Zentner Kartoffeln gedämpft wurden. Abwechselnd wurden die Kartoffeln gewaschen und in die Tonne gefüllt, in der zweiten Tonne gedämpft, der gedämpfte Inhalt der dritten Tonne eingestampft und so in ständigem Wechsel die ganze Arbeit erledigt. Doppelt gut schmeckte, allen Beteiligten nach vollbrachter Arbeit bas Mittagessen, jedermann freute sich über die praktische unb rasche Art bcr Dämpfung. * Vorerst mürbe bei brei ober vier Bauern in Eberstabt gebämpft — halb werben es 10, 20 unb mehr fein," bie sich bie volkswirtschaftlich so bedeutsame Anlage zunutze machen. N. Kartoffeln gehen einen kurzen Weg. Aus dem Keller gelangen sie in die Waschmaschine, die von Hand getrieben, aber auch an einen Motor angeschlossen werden kann, unb werden dort unter ständigem Zufluß von Wasser gereinigt. In wenigen Minuten ist ein Zentner gewaschen. Die Kartoffeln kommen dabei so sauber heraus, daß sie jede Hausfrau sofort in den Kochtopf legen und für menschlichen Genuß zubereiten könnte. Die gewaschenen Kartoffeln fallen aus der rotierenden Waschvorrichtung sofort in eine der großen Dämpftonnen, deren drei