Nr. 69 Erstes Blatt 188. Zahrgang Mittwoch, 23. Marz 19Z8 krfcheim tftg Itd), außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblatter Heimat im BUd - Die Scholle monat$»Be$ugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr . . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüfie unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sieben Postscheckkonto: Zrantfurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche llnlverfitätsdruckerei R. Lange in Sietzen. Schristleitvng und SeschSstrftelle: Lchuiftrah« 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps., für Text- anzeigen von 70mm Breite 50 Npf.,Platzvorschrift nach vorh. Vereinbg. 25°/6 mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Eine ganze große stolze Aaiion von 75 Mionen ist aufgerufen Wir werden der Wett beweisen, daß Oesterreich zu uns gehört, daß das Bott zum Führer steht und das nationalsozialistische Aufbauwerk billigt. Berlin, 22. März. (DNB.) Von den Massen im Sportpalast mit Stürmen des Beifalls und tosenden Heilrufen empfangen, eröffnete der Reichspropagandaleiter der NSDAP., Reichsminister Dr. Goebbels, den unter feiner Leitung stehenden größten Wahlkampf aller Zeiten mit einer ebenso inhaltsreichen wie aufrüttelnden' und begeisternden Rede, die von den deutschen und österreichischen Sendern bis in die fernsten Gaue Großdeutschlands getragen wurde. Dr. Goebbels begann mit einem Rückblick auf die internationale Lage vor zwei Monaten, die im wesentlichen durch eine beispiellose, infame Hetze gegen Deutschland und feine Staatsführung gekennzeichnet war. Die jüdischen Drahtzieher dieser düsteren Machenschaften hatten der Welt einreden wollen, daß es in Deutschland drunter und drüber gehe und der Führer überhaupt nicht mehr in der Lage sei, eine eigene, selbstbewußte und entschlossene Politik zu betreiben. Ziel dieser internationalen Hetze sei es gewesen, ein fünfjähriges, vom ganzen Volk in gemeinsamer Arbeit mühsam vollbrachtes Aufbauwerk durch einen großangelegten Feldzug der Lüge und Verleumdung zu diskreditieren. Dr. Goebbels erinnerte an die historische Reichstagsrede des Führers vom 20. Februar, die dieses internationale Lügengewebe mit einem einzigen Hieb zerriß. Entrüstete Pfuirufe brandeten auf, als Dr. Goebbels, auf das Abkommen von Berchtesgaden eingehend, den Namen Schuschnigg nannte und das Verhalten des damaligen Bundeskanzlers eindeutig als Verrat und Wortbruch kennzeichnete. Der Minister legte dar, daß es des Führers ehrlichste Absicht gewesen sei, zum Frieden zu kommen, während demgegenüber Schuschnigg entschlossen gewesen sei, unter dem Schein der Loyalität das Abkommen zu brechen. Es drohte die G e - fahr des Bürgerkrieges. In diesem Augen.blick aber habe der Führer das in seiner Reichstagsrede gegebene Versprechen e i n l ö s e n müssen und wollen, das Versprechen, nicht zu dulden, daß deutsche Volksgenossen an den Grenzen des Deutschen Reiches gequält würden und daß Oesterreich ein Schlachtfeld des Bolschewismus und damit ein zweites Spanien würde. 2HU Nachdruck wandle sich Winister Dr. Goebbels gegen den vielfach in der internationalen Presse erhobenen Vorwurf, Deutschland habe die österreichische Bevölkerung durch einen militärischen Gewalt st reich unter eine Diktatur gebeugt. Minutenlange stürmische Zustimmungskundgebungen unterstrichen seine Feststellung: „Wir sind nicht in Oesterreich eingebrochen, sondern die österreichische Regierung Seyß-Jnguart hat uns gerufen. Sie hat uns gerufen, nicht, um das Volk zu tyrannisieren, sondern um das Volk gegen seine Peiniger z u beschützen. Diesem Ruf tonnte sich der Führer niemals versagen. Was der Führer vorausgesehen hatte, trat ein: Das österreichische Volk dachte anders als feine vergangene Regierung, das Volk verfluchte fie als Tyrannei und begrüßte den Führer als feinen Retter(Langanhaltender Beifall.) Als eine wunderbare Fügung der Geschichte bezeichnete es Dr. Goebbels, daß es dem Führer -als einem Sohn der österreichischen Erde vorbehalten blieb, den tausendjährigen Traum aller wahrhaften Deutschen zu verwirklichen, daß er vom Schicksal die Gnade empfing, seine eigene Heimat wieder in das Reich zurückzuführen. Als der Führer in Wien einzog, konnte die internationale Presse mit Recht feststellen, daß auf solche Art niemals und nirgendwo ein Kaiser oder König von seinem Volk empfangen worden ist. (Stürmischer Beifall.) Was (Benerationen erträumt und ersehnt hatten, wofür Hekatomben von Menschen in früheren Zeiten geopfert worden waren, was immer die Vision der wahren Patrioten im alten Deutschland und in Oesterreich gewesen und geblieben war, das fand nun feine Erfüllung. Wie von einem Frühlingssturm sind in 24 Stunden alle Widerstände und Hemmungen gegen die Einigung des deutschen Volkes hinweggefegt worden, das große Deutsche Reich ist nun Wirklichkeit. (Brausende Heilrufe folgten dieser Feststellung des Ministers.) Dr. Goebbels zerstreute dann die Befürchtungen, daß etwa der österreichisch-deutsche Volkscharakter im großen deutschen Polkscharakter unterdrückt oder mißachtet werden sollte. „Wir wollen keinen öden Zentralismus, wir sind stolz auf die Vielgestaltigkeit unserer Städte und unserer Länder. Zur Verwirklichung haben wir das Wort des Dichters vom Reich gebracht, das einst nur Sehnsucht und Hoffnung war: „Nach innen reich und vielgestaltig, nach außen stark und schwertgewaltig!" „Es wird nun", so fuhr Dr. Goebbels fort, „vielfach die Frage aufgeworfen, warum über den Anschluß noch eine Abstimmung? Gibt es doch keinen Deutschen in Oesterreich und im übrigen Reich, der zur Frage der Wiedervereinigung Nein sagen könnte. Aber wenn wir keine Wähl angesetzt hätten, würden gewisse Wahrheitsforscher in Paris, London und Moskau jahrelang nicht müde werden, der Welt einzureden, daß wir Oesterreich vergewaltigt hätten. Es soll aber nun der Welt ganz drastisch vor Augen geführt werden, daß wir es gar nicht nötig haben, Gewalt anzuwenden: wir werden es der Welt beweisen, daß Oesterreich nicht nur freiwillig, sondern freudig zum Reich gekommen ist. (Stärkster Beifall.) Wenn nun aber gefragt wird, warum nicht nur Oesterreich, sondern auch das übrige Reich abstimmen soll, so laute die Antwort — und auch diese Feststellung von Dr. Goebbels wurde von stärkstem Beifall begleitet: .Wir wollen Oesterreich nicht allein zur Wahl gehen lassen. Von jetzt ab soll das deutsche Oesterreich alles mit dem Reich gemein haben, auch fein Bekenntnis zum Reich. Damit wird diese Wahl eine wahrhaft historische.' Deutschland stimmt ab über das Reich, zugleich aber auch über eine fünfjährige Aufbau- arbeit des nationalsozialistischen Regimes." lieber diese Aufbauarbeit gab dann Dr. Goebbels einen eindrucksvollen Rechenschaftsbericht. „Wir sind überzeugt, daß das deutsche Volk bei nüchternster Ueberprüfung unserer Aufbauarbeit zu dem Ergebnis kommen wird: sie haben getan, was Menschen kraft überhaupt nur tun kann. Der Führer hat in der Tat Deutschland vom Abgrund zurückgerissen, wenn wir auch manchmal vielleicht vergessen, wie es in Deutschland damals ausgesehen hat. Unsere österreichischen Volksgenossen dagegen werden es sich gewiß vorstellen können, weil sich Oesterreich heute noch in einer ähnlichen Lage befindet." Dr. Goebbels wies darauf hin, daß es Deutschland fertiggeb'rad)t hat, die Zahl von sieben Millionen Arbeitslosen auf eine halbe Million herabzudrücken. Er wies nach, daß gleichzeitig die Zahl der Beschäftigten von 11,5 Mill. 1932/33 auf 19 Millionen 1937/38 gestiegen ist, so daß heute praktisch von einer Arbeitslosigkeit in Deutschland überhaupt nicht mehr gesprochen werden kann. Die Gesamtzahl der Konkurse und Vergleichsverfahren ging von 27 900 im Jahre 1931 auf 5000 im Jahre 1937 zurück, die Zahl der landwirtschaftlichen Zwangsversteigerungen verringerte sich von 5800 auf 1670 im gleichen Zeitraum. Diese Zahlen liegen noch weit unter dem Stand der Vorkriegszeit, obwohl die Zahl der Betriebe wesentlich zugenommen hat. Dr. Goebbels hob weiter hervor, daß die Zahl der in der Industrie beschäftigten Arbeiter von 3,7 Millionen im Jahre 1932 auf mehr als sieben Millionen im vergangenen Jahr angestiegen ist, was eine Erhöhung der Jahresarbeitsleistung um mehr als das Doppelte bedeutet. Im Jahre 1937 sind über 16 Milliarden Jnduftriearbeiterstunden für die Volkswirtschaft geleistet worden, d. h. 8,1 Milliarden mehr als 19 3 2. Während 1932 nur 4,2 Milliarden Reichsmark als Ersatz für verbrauchte Maschinen neu investiert wurden, erhöhte sich dieser Betrag 1937 auf 15 bis > 16 Milliarden Reichsmark. Weiter verwies der Minister auf die umfangreichen Maßnahmen zur Steigerung der Erträge der deutschen Landwirtschaft durch intensive Bearbeitung des Bodens. Auf ein Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche werden. in Deutschland 32,7 Kilogramm, in Oesterreich nur 2 Kilogramm Reinkali und an Stickstoff 19,8 bzw. 1,5 Kilogramm verwandt. Die Erfolge dieser Bewirtschaftung in Deutschland kommen in den gesteigerten Hektarerträgen zum Ausdruck, die im Kartoffelbau um 11 v. H. und im Zuckerrübenbau um 3 v. H. zugenommen haben. Der Bestand an Milchkühen stieg von 9,8 auf 10,2 Millionen, die Milcherzeugung insgesamt von 23,5 Milliarden Liter im Jahre 1932 auf 25,4 Milliarden Liter im Jahre 1937. Im gleichen Zeitraum stieg die einheimische Buttererzeugung von 419 500 auf 517 000 Tonnen. Der Bestand an Schweinen erhöhte sich im Vergleich zu 1932 um fast eine Million Tiere und beträgt heute 23,7 Millionen. Durch diese Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion fliegen auch die Verkaufserlöse der Landwirtschaft, und zwar von 6,5 Milliarden im Jahre 1932/33 auf 9 Milliarden Mark im Jahre 1936/37. Durch den Einsatz des Reichsarbeitsdienstes wurden 261 000 Hektar Oedland erschlossen, somit also eine neue Provinz für unser Volk friedlich erobert. Durch Meliorationen wurden 300 000 Hektar landwirtschaftlich nutzbar gemacht, durch Deichbau und Flußregulierunqen schließlich 83 000 Hektar vor Hochwasser geschützt. 1937 sind 510 612 Kraftfahrzeuge hergestelll worden, fo daß die Produktion an Kraftfahrzeugen in diesem einzigen Jahre genau fo groß gewesen ist wie der gesamte Kraftfahrzeugbestand Deutschlands im Jahre 1926. Gegenüber 1932 hat sich die Produktion an Personenkraftwagen verfünffacht und der Wert der Anto- mobilausfuhr ist seitdem von 29,5 auf 136 Millionen Mark im Jahre 1937 angestiegen. Dr. Goebbels bewies, daß sich der wirtschaftliche Aufschwung auch zum Wohle des einzelnen Volksgenossen ausgewirkt habe. So sei der Steigerung der deutschen Produktion eine Erhöhung des Lebensstandards gefolgt. 1937 hat das deutsche Volk über 33 Milliarden Mark mehr erarbeitet als im Jahre 1932. Das Volkseinkommen ist von 45,2 Milliarden Mark 1932 auf 68 Milliarden 1937 gestiegen. Nach diesen Zahlen, die so überzeugend den Aufstieg der deutschen Wirtschaft dartun, wandte sich der Minister der wirtschaftlichen Entwicklung Defterreichs zu. Er schilderte in großen Zügen, wie das Frieoensdiktat den größten Teil der öfter- Prag, 22. März. (DRV.) Der Obmann des Bundes der Landwirt, Gustav Hacker, Hal die Sudetendeutsche Partei davon verständigt, daß der Bund der Landwirte mit dem heutigen Tage aus der Regierung austritt und bereit ist, sich ganz der sudete«deutschen Einheitsbewegung unter Führung Konrad Henleins einzugliedern. Dem Kampf des Sudeten- deutfchlums um Lebensrechl und Lebensraum sind damit neue Kräfte zugewachsen. Gustav Hacker, dem vom Reichsparteivorstand des Bundes der Landwirte die Vollmacht zu allen Entscheidungen über das Schicksal der Partei erteilt wurde, erklärt, daß der im Jahre 1926 begonnene versuch, im Wege der Mitarbeit in der Regierung zu einer nationalen Befriedung im Staate und zur Sicherstellung der Lebensrechte der sudetendeutschen Volksgruppe zu gelangen, gescheitert sei. Ebenso habe die Politik, die mit dem Regierungsbeschluß vom 18. Februar 1937 eingeleitet worden sei, versagt. Die Entwicklung der letzten Zeit erfordere die einheitliche Ausrichtung und den geschlossenen Einsatz aller Volkskräfte. Alois S t e n z l, der von der Reichsparteileitung der Deutschen Gewerbepartei bevollmächtigte Vollstrecker, hat nachstehende Erklärung abgegeben: „Als Bevollmächtigter der Deutschen Gewerbepartei erkläre ich mit dem heutigen Tage die B e r l i n , 22. März. (DNB.) Der Berliner Korrespondent des „K u r j e r Warszawski" stellt in einer „Deutschland schlägt Litauen wieder feinen Schutz vor" überschriebenen Meldung die Behauptung auf, daß die Beilegung des polnisch-litauischen Konflikts für Deutschland eine gewisse En11äuschung sei, die man deutlich unter der nach außen künstlich zur Schau getragenen Befriedigung herausfühlen könne. Deutschland beeile sich jetzt, mit einem neuen (!) Angebot an L i - tauen hervorzutreten, um zu erreichen, daß Litauen sich unter den Schutz Deutschlands begibt. Ein derartiges Ausspielen Litauens gegen Polen von feiten Deutschlands wenige Stunden nach ihrer Verständigung werfe ein eigentümliches Licht auf die Haltung Deutschlands zu dieser Frage. Diese Meldung ist eine Brunnenvergiftung übel st erArt und stellt die Tatsachen buchstäblich auf den Kopf. Amtlicherfeits wird daher gegenüber dieser ebenso dreisten wie plumpen Erfindung folgendes feftgeftellt: Die Einstellung der Reichsregierung zu dem polnisch - litauischen Konflikt war von jeher bestimmt von dem Gedanken einer Vereinigung des Verhältnisses zwischen diesen beiden Staaten aus dem Boden der realen Gegebenheiten. Sowohl die litauische, als auch die polnische Regierung waren sich über die deutsche Einstellung zu dieser Frage völlig im klaren. Rach Eintreffen der polnischen Forderung auf sofortige Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen Polen und Litauen hat der litauische Gesandte diese Angelegenheit i n Berlin zur Sprache gebracht. Der Reichsauhenminister hat daraufhin dem litauischen Gesandten erklärt, daß Deutschland die bedingungslose Annahme der polnischen Forderung als den einzig gangbaren Weg zur Wiederherstellung normaler Beziehungen zwischen den beiden Staaten ansehe, und diese Annahme empfohlen. Die polnische Zeitung hätte gut daran getan, sich zunächst an zuständiger polnischer reichischen Industrie und Landwirtschaft zerstört habe und wie insbesondere die zwangsweise Trennung vorn d e u t s ch e n Wirtschaftsgebiet jede gesunde Entwicklung im deutschen Bruderlande zerstört habe. Fast jeder zehnte Staatsbürger war inOe st erreich erwerbslos. Wenn man aber die Familienangehörigen dazu zählt, war ein Fünftel der österreichischen Gesamtbevölkerung ohne ausreichende Versorgung. „Jetzt aber gilt es, die österreichische Wirtschaft an den gewaltigen deutschen Wirtschaftsaufschwung anzuschließen und in feinen starken Rhythmus einzuspannen." In großen Zügen zeigte der Minister, daß hierzu eine grundlegende Ümstellung der österreichischen Wirtschaftspolitik erforderlich fei, die sowohl die bisherige Geld- und Kreditpolitik, wie auch Industrie und Landwirtschaft umfassen muß. Steigerung der Produktion wird auch in Oesterreich der Hebel sein, der zur Gesundung der Wirtschaft angefetzt Deutsche Gewerbeparsei für aufgelöst. Die Entwicklung der letzten Zeit hat eindeutig erwiesen, daß der Kampf des Sudetendeutschtums um feine Zukunft und Existenz nur geschloffen und unter einheitlicher Führung siegreich durchgefochten werden kann. Lage und Schicksal unserer deutschen Handwerker und Kaufleute find abhängig vom Ausfall des nationalpolitifchen Ringens und unserer politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Rechte. Ich fordere die Angehörigen meiner Partei auf, sich in die deutsche Par- tei unter Führung Konrad Henleins einzugliedern. Minister Spina tritt aus der Prager Regierung aus. Infolge des Austritts des Bundes der Landwirte aus der Regierung hat Minister Spina dem Staatspräsidenten Dr. Benesch sein Rücktrittsgesuch als Minister überreicht. Das Gesuch wurde angenommen. Spina war seit 1926 Minister. Wie verlautet, verhandeln die deutschen Christa lich-Sozialen über ihre weitere Haltung. Es gibt in ihr zwei Richtungen, von denen die vorn Abgeordneten Schütz und Senator Pater Hil- genrainer geführte Gruppe den Schritt des Bundes der Landwirte mitmachen und sich eben« falls, der Sudetendeutschen Partei anschliehen will. Die Entscheidung ist noch nicht gefallen. Stelle, die über den Dorgaqg unterrichtet 1 war, z u informieren, anstatt eine fo böswillige und gefährliche Brunnenvergiftung in die Welt zu fetzen. Warschau bedauert pariser Zweideutigkeiten. Warschau, 22. März. (DNB.) Wie der regierungsfreundliche „Expreß Poranny" festftellt, hat sich nicht nur die französische Presse in unerwünschter Weise in den polnisch-litauischen Konflikt eingemischt und eine zweideutige, keineswegs den Frieden fördernde Rolle gespielt, sondern der gleiche Vorwurf sei auch der französischen Diplomatie zu machen. Der französische Gesandte-in Kowno habe Litauen zur Unnachgiebigkeit gegenüber Polen ermuntert und die litauische Regierung davon zu überzeugen versucht, daß man von Polen mildere Bedingungen erhalten könnte. Lediglich der realen Bewertung der Lage durch die litauische Regierung sei es zu danken, daß unabsehbare Weiterungen aus diesen französischen Einflüsterungen ausgeblieben seien. Man könne schwerlich begreifen, wem diese französische Aktion in einem Gebiet dienen sollte, in dem Frankreich keinerlei Interessen besitze. Eins sei sicher: daß diese Aktion, die einen recht zweideutigen Charakter trage, nicht dem Frieden dienen konnte und daß „sie schwerlich mit den Grundsätzen in lieberem- stimmung zu bringen ist, die unter Bundesgen o s s e n verpflichtend sind". Oer plan eines Litauisch-polnischen Nichtangriffspalts Warschau, 23. März. (DNB. Funkspruch.) Nach einer Meldung des „Kurjer Poranny" besteht in Kowno die Absicht, mit Polen einen Nicht- a n g r i f f s p a k t abzuschließen. Die Verhandlungen hierüber sollen in dem Augenblick aufgenom« men werden, in dem nach Einrichtung der beiderseitigen Gesandtschaften in Kowno und Warschau die Militärattaches mit den militärischen Stellen des anderen Landes Fühlung genommen haben. DiesudelendeuWeEinheitsbewegungmarschiell Bund der Landwirte und Gewerbepartei lösen sich aus und empfehlen Eingliederung in die Front Konrad Henleins. Klare Haltung Deutschlands im polnisch-litauischen Konflikt. Lleble Brunnenvergiftung eines polnischen Blattes scharf zurückgewiesen. Oer Gau Hessen-Nassau im" ahlkampf. 2300 Versammlungen im Sau. - Am 5. April 153 Versammlungen im Kreis Wetterau. werden wird. Aus der Mehrproduktion wird sich die Beseitigung der 2lrbeitslofigfeit ergeben, wird die Kaufkraft der Massen gesteigert werden, wird eine verbesserte Lebenshaltung und ein neuer Wohlstand des österreichischen Volkes erwachsen. Die deutsche Reichsregierung werde durch Hergabe von öffentlichen Krediten und Förderung der privatwirtschaftlichen Investitionen die Durchführung eines großzügigen Aufbauprogramms gewährleisten. Das günstige, der Währungsangleichung zugrundegelegte Verhältnis von Mark zu Schilling ist überall in Oesterreich als ein weithin sichtbares Entgegenkommen ausgelegt worden. Bei der manche schwierigen Probleme heraufführenden Angleichung werde mit aller Sorgfalt und aller Gewissenhaftigkeit vorgegangen werden, damit keinerlei Schaden für die österreichische Wirtschaft entstehe. Darum werde man sowohl in der Sicherung und Förde- rung des Exports wie auch bei dem neu aufblühenden Fremdenverkehr eine Anlaufzeit einschalten, um eine ruhige und stetige Entwicklung zu gewährleisten. „So wird die österreichische Wirtschaft, von ausländischen Fesseln und Abhängigkeiten befreit, innerlich stark und nach außen geschützt, zu dem werden, was die Wirtschaft überhaupt sein soll: Dienerin des Voltes und der Wohlfahrt aller schaffenden Volksgenossen." An unwiderleglichen Ziffern zeigte Dr. Goebbels dann seinen Zuhörern, wie mit dem steigenden Volkseinkommen auch der Verbrauch gewachsen ist. So stieg der Konsum an Fleisch von 42 Kilogramm im Jahre 1932 auf 46 Kilogramm im Jahre 1937 pro Kopf der Bevölkerung. Der Verbrauch an Butter von 7,5 auf 8,9 Kilogramm, an Weizenmehl von 44,7 auf 55,4 und an Zucker von 20 auf 24 Kilogramm. Stürmische Zustimmung unterstrich seine Feststellung, daß diese mehrverbrauchten gewaltigen Mengen von Lebensmitteln ja nicht von einigen wenigen Millionären, sondern von der breiten Masse des Volkes verzehrt worden find. Erschütternd war die Gegenüberstellung dieser Entwicklung im Reich mit der des alten Oesterreich. Während in Deutschland z. B. der Verbrauch an Weizenmehl prokopf der Bevölkerung im Jahre 1937 im Vergleich zu 1932 um 17 Prozent stieg, fiel er in Oesterreich um 21 Prozent; während er bti Zucker um 11 Prozent stieg, fiel er in Oesterreich um 5 Prozent. Beim Roggenmehl stieg der Verbrauch im alten Reich um 2 Prozent, in Oesterreich fiel er um 16 Prozent, bei Kaffee stieg er um 19 Prozent, in Oesterreich fiel er um nicht weniger als 50 Prozent. Besonders eindringlich trat diese Erscheinung den Zuhörern vor Augen, als Dr. Goebbels feststellte, daß der Index des Fleischverbrauches in Wien von 100 im Jahre 1929 auf 56 im Jahre 1937 gesunken ist. Während die Konsumgüterindustrien in Deutschland voll beschäftigt find, fiel der Index des Schuhumsahes in Wien von 100 im Jahre 1929 auf 63 im Jahre 1937, bei Herrenkleidung von 100 auf 58, bei Damenkleidung von 100 auf 49! Mit allem Rachdruck betonte der Minister, daß diese Zahlen nicht erfunden, sondern das amtliche Material der Oesterreichischen Handelskammer darstelle. „Es ist dies", erklärte er unter lebhaftester Zustimmung, „ein erschrek- kendes Beispiel sür die Art und Weise, wie die gewissenlosen, volksfremden und volksfeindlichen Elemente allmählich ihre Unfähigkeit und Skrupellosigkeit Oesterreich in Grund und Boden regiert haben. Wan kann jetzt verstehen, warum das deutsche Volk in Oesterreich auch aus diesem Grunde den Führer als Retter begrüßte, warum sich in Wien die Menschen in den Straßen umarmten und in Freudentränen ausbrachen, als der Führer in die Hauptstadt des deutschen Oesterreich einzog. Jeder taühte: Das ist die Rettung! Mit ebenso überzeugendem Zahlenmaterial belegte Dr. Goebbels, wie im Zuge dieser Entwicklung auch das soziale Leben in Deutschland befruchtet worden ist. Mit berechtigtem Stolz konnte er auf die Tatsache Hinweisen, daß die NSG. „Kraft durch Freude" seit 1934 384 Seefahrten mit 490 000 Teilnehmern, über 60 000 Landreisen mit über 19 Millionen Teilnehmern und 113 000 Wanderungen mit rund 3 Millionen Teilnehmern durchgeführt hat. „Mit staunender Bewunderung lesen wir heute in den Zeitungen", rief der Minister, „daß 2000 deutsche Arbeiter in Tripolis angekommen sind. Wo gibt es das in der Welt? Wo sind denn die Touristen aus Sowjetrußland, aus diesem ,Paradies der Arbeiter und Bauerns auf das die westlichen Demokratien so voll Ehrfurcht und Bewunderung schauen?" Noch weitere Ziffern, die der Minister nannte, unterstrichen diesen grandiosen Leistungsbericht, 77 Millionen Mark Aufwendungen für „Kraft durch Freude" seit 1934, 155 Millionen Veranstaltungsteilnehmer, 41 000 Besucher in den 34 Erholungsheimen der DAF., 600 Millionen NM. Aufwendungen für „Schönheit der Arbeit", für Kantinen, . Gärten, Sport- und Schwimmanlagen, wofür insgesamt im Jahre 1937 allein 109 Millionen Mark aufgewandt wurden. „Früher wurde dieses Geld für Streiks und Aus Haltung marxistischer Bonzen verwandt, heute kommt es d e m Volke s e l b st zugute!" Einen überzeugenderen Beweis des sozialen Wollens und Schaffens der nationalsozialistischen Staatsführung kann man sich kaum denken, als er aus den Ziffern sprach, die Dr. Goebbels zum Winter Hilfswerk nannte. Mit Stolz konnte Reichsminister Dr. Goebbels darauf Hinweisen, daß durch freiwillige Spenden im Jahre 1933/34 350 Millionen, im folgenden Jahre 360 Millionen, 1935/36 fast 372 Millionen und 1936/37 408 Millionen Mark aufgebracht worden sind. Stürmischer Beifall dankte ihm für die Feststellung, daß diese gigantischen Ziffern für 1937/38 wahrscheinlich sich sogar auf 410 Millionen Mark erhöhen würden, so daß in fünf Winterhilfswerken insgesamt fast zwei Milliarden Mark zur Linderung der Not aufgewandt worden sind. Die Zahl der Eheschließungen, die bis 1933 ständig zurückging, stieg im Dritten Reich von 517 000 im Jahre 1932 aus 620 000 im Jahre 1937. Insgesamt konnten in den vergangenen fünf Iah- ren 460 000 Paare mehr heiraten als in den letzten fünf Jahren vor der Machtergreifung. Bis Ende 1937 hat die nationalsozialistische Regierung in planmäßiger Förderung der Eheschließun- gen über 878 000 Ehestandsdarlehen ausgezahlt. Die Zahl der lebendgeborenen Kintz e r stieg von 971 000 im Jahre 1933 auf 1 276 000 im Jahre 1937. Es sind dem deutschen Volke seit NSG. Nach dem großartigen Auttakt, den der Gauleiter dem Wahlkampf im Gau Hessen-Nassau am Montag in Frankfurt a. M. gegeben hat, beginnt die größte Versammlungsaktion, die der Gau bisher gesehen hat, am Donnerstag, dem 24. März. In 2300 Versammlungen werden 250 Redner zu der. hessen-nassauischen Bevölkerung sprechen. Bis in den letzten Stützpunkt und die kleinste Ortsgruppe werden die Redner kommen. Sie werden den Gefühlen Ausdruck zu geben, die uns alle erfüllen, die wir die Heimkehr Oesterreichs in das deutsche Vaterland miterleben dursten. Das Glück, daß wir Zeuge dieser historischen Tat des Führers fein durften, verpflichtet uns aber auch zu gleicher Zeit, dem Führer in eistem einmütigen Bekenntnis den Dank abzustatten.. Mit der am 24. März schlagartig beginnenden Versammlungsaktion wird der Gau Hessen-Nassau ganz im Zeichen des Wahlkampfes stehen. Die Versammlungswelle wird am 24. März in Mainz eröffnet, wo an diesem Tage 30 Versammlungen stattfinden. Am 25. März finden im Kreis Offenbach 30 Versammlungen statt, am 26. und 27. März im Groß-Kreis. Limburg 120 Versammlungen, im Kreis A l z e y - O p p e n h e i m 93, im Kreis Bergstraße 105 und im Kreis Alsfeld- Lauterbach 120. Am 28. März sprechen die Redner der NSDAP, in 60 Versammlungen im Kreis Schotten und in 80 im Kreis Unter- t a u n u s. Am 29. März steht der Groß-Kreis Dillenburg mit 138 Versammlungen im Zeichen des Wahlkampfes. Am 30. finden 46 Versammlungen im Kreis Schlüchtern und 73 im Kreis Gelnhausen statt. Am 1.April erlebt der Kreis Hanau 36 Versammlungen und Wetzlar 90. Am 2. und 3. April sprechen unsere Redner in 90 Versammlungen im Unterwesterwald, in 150 im Ooerwesterwabd upd in 150 im Kreis Odenwald. Am 4. April wird J)ie Versammlungswelle mit 80 Versammlungen ven Kreis Rheingau -St. Goarshausen erreichen und mit 63 den Kreis Main-Taunus - Obertaunus. Der Kreis Wetterau erlebt am 5. April 153 Versammlungen, während am 6. April 29 Versammlungen im Kreis Groß- Gerau, 28 in Darmstadt und 100 in Oberlahn-Usingen stattfinden. Groß - Frankfurt und Worms erleben am 7. April. je 45 Kundgebungen der NSDAP. Am 8. April schließt die Welle im Gau Hessen-Nassau mit 40 Versammlungen in Wiesbaden, 60 in Büdingen und 26 in B i n g e n. Während dieser Tage werden die Versammlungen den ganzen Gau Hessen- Bern, 22. März. (DNB.) In der schweizerischen Bundesversammlung erklärte Bundespräsident Baumann: „Am 13. März hat der Bundesstaat O e st e r r e i ch, mit dem die Schweiz herzliche nachbarliche Beziehungen unterhalten hat, als unabhängiger (Staat zu bestehen aufgehört. Der Wille, die Völker Deutschlands und Oesterreichs zu vereinen, war nicht neu. Dieser Wille hat sich nun durchaeseüt. Der Bundesrat hat Verständnis dafür, daß diese Vorgänae unser Volk stark bewegen. Die Veränderung, die die politische Karte Europas erfahren hat, kann keine Schwächung der politischen Lage der Schweiz zur Folge haben. Die Unabhängigkeit und Neutralität der Eidgenossenschaft erweisen sich im Gegenteil mehr denn je als unentbehrlich für die Aufrechterhaltung des europäischen Gleichgewichtes. Feierliche Zusicherungen sind uns in dieser Hinsicht von allen Seiten gegeben worden. Ihr Wert ist unbestreitbar. Keiner unserer drei Nachbarstaaten kann den Untergang der Schweiz wünschen oder anstreben. Die Lehre, die unser Land aus den Ereignissen zu ziehen hat, liegt klar zutage: Mehr als je müssen die Bestrebungen zur Anerkennung unserer umfassenden Neutralität fortgesetzt und zum Ziele geführt werden. Ferner ist es eine Notwendigkeit, daß wir mit allen unseren Nachbarn in gleicher Weise korrekte und freundschaftliche Beziehungen zu unterhalten bestrebt sind." Auf die mit starkem Beifall aufgenommene Erklärung wurde durch den Vizepräsidenten des Nationalrates und Präsidenten der freisinnig-demokra- der Machtübernahme 1 13 0 0 0 0 Kinder mehr geschenkt worden. Die Zahl der Lebendgeborenen in Oesterreich ging in denselben fünf Jahren, in denen in Deutschland 1 130 000 Kinder mehr geboren wurden, von 102 200 auf 85 600 zurück. In Deutschland kamen auf 1000 Einwohner im vergangenen Jahre 18,9, in Oesterreich 12,8 Lebendgeborene. Bedürfen diese Zahlen noch eines Kommentars? In Wien standen im Jahre 1937 den 10 032 Lebendgeburten 24 453 Sterbefälle gegenüber! So war W i en eine sterbende Stadt. Auf 1000 Einwohner kamen im verflossenen Jahre in Wien 5,4, in Berlin 14 Lebendgeborene, in Wien 13, in Berlin 12,7 Sterbefälle. Das bedeutet für Wien einen Sterblichkeitsüberfchuh von 7,6 auf 1000 der Bevölkerung. Line Geburtenziffer von 5,4 auf 1000 ist in keiner anderen Großstadt der Welt zu finden. Berlin dagegen ist von feinem tiefen Stand von 8,7 Lebendgeborenen im Jahre 1933 je 1000 Einwohner auf 14 Lebendgeborene im Jahre 1937 gestiegen! Hand in Hand damit ging eine erfolgreiche Bekämpfung der Säuglingssterblichkeit, so daß von den Geburtsjahrgängen 1933 bis 1937 rund 63 000 Kinder mehr am Leben erhalten werden konnten, als ohne Gewährung der staatlichen Hilfe zu erwarten gewesen wäre. Nicht minder stürmischen Beifall fanden die anschließenden Zahlenangaben über den Aufschwung d e s deutschen Kulturlebens. Auch hier haben wir mit dem gedankenlosen Dor- urteil aufgeräumt, daß es ohne den Juden nicht ginge. Und es ist tatsächlich mit der Ausschaltung des Juden eine Blüte der deutschen Kultur verbunden gewesen. Die Besucherzahlen der Lichtspielhäuser sind von 235 Millionen im Jahre 1932 auf über 376 Millionen im Jahre 1937, Nassau mit der einen, jeden im tiefsten Herzen mitreißenden Parole erfüllen, um die es in dem ganzen Wahlkampf geht: Ein Volk, ein Reich, ein Führer! Oer Gauletter wird am 1. April in Gießen sprechen. RSG. Gauleiter Sprenger spricht im Rahmen der großen Versammlungsaktton des Gaues hes- fen-Rassau in sieben Versammlungen in den ver- schiedenen Kreisen des Gaues. Er seht sich damit selbst an die Spitze der Redner, die in den kommenden Wochen unermüdlich tätig fein werden. Der Gauleiter spricht am: 25. März in Dieburg, 26. März in Gelnhausen, 27. März in Büdingen, 1. April In Gießen, 6.April in Offenbach, 7. April in Frankfurt und am 8. April in Wiesbaden. Oie österreichischen Gäste im Gan Hessen-Nassau. SdSG. Vom 22. bis 28. März weilen tausend österreichische Arbeitskameraden als Gäste der NS.- Gemeinfchaft „Kraft durch Freude" im Gau Hessen- Nassau. Sie werden in Wiesbaden untergebracht, besichtigen das Kurhaus und den Koch- brunnen, das Dambachtal und den Neroberg. Im Kurhaus findet in Anwesenheit des Gauleiters ein Begrüßungsabend statt. Am Donnerstag nehmen die Oesterreicher an einem Werkskonzert in den Portlandzementwerken Dyckerhofs & Wicking in Mainz-Amöneburg teil. Nachmittags besuchen sie Eppstein, Königstein, Oberursel, Bad Homburg und die Saalburg. Abends werden sie in Wiesbaden einer Theateraufführung beiwohnen. Am Freitag sehen sie Darmstadt, die Bergsttaße, Heidelberg, Hirschhorn, Necktarsteinach und den Odenwald. Mit einer Besichtigung der Opelwerke und einer Feierstunde der Werkschar, bei der der (Sauobmann der DAF., Willy Becker, und der Betriebsführer der Opelwerke sprechen, beginnt der Samstag. Nach einer Stadtrundfahrt durch Mainz findet ein Rheinischer Abend statt. Für Sonntag ist eine Rheinfahrt von Wiesbaden nach Koblenz und zurück vorgesehen. Am letzten Tage weilen die Arbeitskameraden aus Oesterreich in Frankfurt, wo sie das IG.-Hochhaus und den Luftschiffhafen besichttgen. Abends erfolgt die Weiterfahrt nach Hamburg zur Teilnahme am Stapellauf des zweiten KdF.-Darnp- fers. tischen Fraktion, Nationalrat Valloton, im Namen sämtlicher Fraktionen der Bundesversammlung u. a. folgendes erwidert: Alle Fraktionen der Bundesversammlung haben Kenntnis genommen von der Erklärung des Bundesrates zur Neutralität und erklären einstimmig und feierlich, daß das Schweizer Volk in seiner Gesamtheit ohne Unterschied der Sprache, der Konfession oder der Partei entschlossen ist, die Unverletzlichkeit seines Vaterlandes bis zum letzten Blutstropfen gegenüber jedem Angriff zu verteidigen. * Die „Nationalzeitung" hebt hervor, daß die bun- desrätlichen Feststellungen ihrem Inhalt nach das seien, was erwartet wurde: ruhig und fest. Die schweizerische Staatshoheit sei durch niemand bedroht. Der Bundesrat vertraue auf die Zusicherungen, die der deutsche Kanzler und der italienische Regierungschef abgegeben haben. Das Parlament vertraue ihnen ebenfalls. Aber ein wehrhaftes Volk müsse, auch wenn es klein sei und seine Rüstungsmittel bescheiden sind, seine staatliche Selbständigkeit auf die eigene Kraft aufbauen. — Das „Berner Tagblatt" betont das neuerliche Bekenntnis zur Wiedererlangung der unbedingten Neutralität. Nach der Devise „Freiheit in der Ordnung" schreibt das Blatt, wollen wir unsere Daseinsberechtigung innerlich wie äußerlich unter Beweis stellen, als ein diszipliniertes Volk, das fein eigenes Dasein mit Recht bis auf den letzten Blutstropfen verteidigt. also um 141 Millionen angeftiegen. Die Zahl der gemeinnützigen Theater ftjeg von 113 auf 179. Seit 1934 hat das Reich fast 69 Millionen an Zuschüssen zur Verfügung gestellt, die insbesondere der Organisation „Kraft durch Freude" zugute kamen, die den deutschen Bühnen im vergangenen Jahr 13,5 Millionen zusätzliche B e - s u ch e r gebracht hat. Das Theater des Volkes in Berlin allein wird in jedem Jahr von rund 1 Million Berliner Arbeiter und Arbeiterinnen besucht! Die Zahl der Rundfunkhörer hat sich von 4,2 Millionen im Jahre 1932 auf 9 087 000 im Jahre 1937 erhöht, so daß Deutschland das stärkste Rundfunkland von ganz Europa geworden ist. Die Auflagenhöhe der deutschen Tages- presse wuchs von 15 Millionen im Jahre 1934 auf über 16 Millionen im vergangenen Jahr, und ebenso stieg auch die Auflage der illustrierten Z e i t u n g en von 7,5 Millionen im Jahre 1933 auf 13 Millionen im Jahre 1937. Der Minister verwies noch auf die gewaltige Bautätigkeit des Dritten Reiches: auf die Monumentalbauten und die Führerbauten in München, das Nürnberger Parteitagsgelände, die kommende Ausgestaltung- des Hamburger Hafens, die geplante völlige Umgestaltung der Reichshauptstadt, die Parteibauten in Weimar und Dresden, die Schulungsburgen der Partei und die Adolf-Hitler- Schulen. Besonderes Interesse fanden die Zahlen über den Wohnungsbau, der sich von 132 870 Neu« Wohnungen im Jahre 1933 auf über 282 000 im Jahre 1936 erhöhte. „Das ist das Aufbauwerk unseres Führers? Dieses Aufbauwerk sieh! in der Well o h n e B e i f p i e l da! An ihm haben wir alle an sorgenvollen Tagen und in durchwachten Rächten mitgearbeitel? Wir haben damit ein Volk aus der Verzweiflung her- ausgerlffeu. Die österreichischen Arbeiter, die heule mittag am Anhalter Bahnhof an- kamen, verhärmt und abgemagerl durch eine lange Leidenszeil, finden kein vergrämtes und unterdrücktes Volk, sondern eine Ratton, die ihre Lebensfreude und ihren Le» bensmut wieder gefunden hat. Im Zustand der Verzweiflung hat der Führer das Reich übernommen, im Zustand des unerschütterlichen Glaubens an unsere nationale Zukunft ruft der Führer nun die Ration. Bei uns herrfcht die wahre Demokratie, sonst könnte die Führung es nicht.wagen, das Volk an die Wahlurne zu ruftn. Die Well wollte eine Abstimmung. Sie soll sie haben! Wir werden ihr beweisen, daß Oesterreich zu uns g e h ö r t, wir werden ihr beweisen, daß das Volkzum Führer steht.wir werden ihr beweisen, daß das Volk das nationalsozialistische Aufbauwerk billigt und bewundert. Ich bin der lleberzeugung, daß sich nur ein ganz minderwertiger, schlechter Charakter in dieser historischen Stunde dem Ruf der Ration entziehen kann." Dr. Goebbels zeigte dann die einzelnen Etappen der deutschen Außenpolitik auf, deren jede einzelne ein Beitrag zum Frieden geworden ist. Mit stärkstem Beifall wurden vor allem die Worte Dr. Goebbels über die A ch s e B e r l i n — R o m und über die bewährte Freundschaft mit Italien ausgenommen. Des weiteren gedachte er der gemeinsamen Front, die uns mit Japan in der Abwehr des Bolschewismus verbindet. „Die Ration ist aufgerufen, sich am 10. April zu bekennen. Der Führer selbst hat sie gerufen. Durch ihn ruft das Reich, das ewige Reich der Deutschen. Unser Ja ist nur die kleine Abtragung einer großen Dankesschuld. Und jetzt mutz sich das Wort bewahrheiten: Der Führer ruft und alle, alle kommen!" In andächtigem Schweigen hörten die Zehntausende und mit ihnen die Millionen im großen Deutschen Reich das mitreißende Treuebekenntnis zum Führer, mit dem Dr. Goebbels seine mehr als zweistündigen Ausführungen beschloß. „Wenn schwere Stunden über die Nation kamen, dann hat er die Verantwortung allein getragen! Von seinen tiefen Sorgen wissen nur ganz wenige. Er liebt es nicht, das Volk mit Problemen zu belasten, die es nicht von sich aus lösen kann. Es ist unser größter Stolz, daß er es weit von sich weist, sich durch blitzende Bajonette beschützen zu lassen. Ich spreche in dieser Stunde zu einem deutschen Volk, das von Aachen bis Tilsit und von Hamburg bis Wien um die Lautsprecher versammelt sitzt, und ich bin der festen Ueberzeu- gung, niemand befindet sich unter den vielen Millionen, der sich in dieser Stande dem Gebot der nationalen Pflicht und dem Ruf des Führers versagen könnte. Eine ganze stolze große 75 - Millionen - Ration tritt an. Am 10.April ist sie zum Appell aufgerufen. Jüngling und Greis, Mann und Frau werden zur Stelle sein, und unser Kampfruf soll heißen: Lin Volk! Ein Reich! Lin Führer!" Während die Massen gegen Ende der Rede in andächtiger Stille diesem zu Herzen gehenden Appell des Ministers gelauscht hatten, umbrandete ihn jetzt stürmischer Jubel, als ein Gelöbnis, als ein Schwur, den Appell nicht ungehört verhallen zu lassen, am 10. April ein glühendes Bekenntnis zum unteilbaren großen Deutschen Reich und zum Führer abzulegen. Die Lieder der Nation und das Treuebekenntnis zum Führer bekräftigten diesen Schwur am Schluß der ersten Großkundgebung, mit der der Wahlkampf seinen imponierenden Auftakt gefunden hat. Ministerialdirektor Dr. Neichardt Reichswahlleiter. Berlin, 22. März. (DNB.) Der Reichsminister des Innern hat zum Reichswahlleiter den Präsidenten des Statistischen Reichsamtes, Ministerialdirektor Dr. R e i ch a r d t, und zu feinem Stellvertreter den Regierungsrat im Statistischen Reichsamt, Dr. R o e s n e r, ernannt. Für den Fall der Behinderung des Reichswahlleiters und seines Stellvertreters ist der Oberregierungsrat im Statistischen Reichsamt Dr. H a m m e r mit der Wahrnehmung der Geschäfte beauftragt. Die Geschäftsräume des Reichswahlleiters befinden sich in Berlin NO 43, Neue-König-Straße 27/37, Fernruf: Berlin 52 0557; Telegrammadresse: Reichswahlleiter Berlin NO 43. Oer Führer ehrt General Reinhard. Anläßlich seines 50jährigen Militärjubiläums empfing der Reichsführer des NS. Deutschen Reichskriegerbundes (Kyffhäuserbund), ^-Gruppenführer Generalmajor a. D. Reinhard, zunächst den engeren Kreis seiner Mitarbeiter, aus dem der Stabsführer des Bundes, ff-Brigadeführer Major a. D. von Behr, die herzlichsten Glückwünsche überbrachte. General Keitel, der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, überreichte nachstehendes HandschreibendesFührersund Reichskanzlers mit der Ernennung des Obersten Reinhard zum General: Lieber General Reinhard! Zur Wiederkehr des Tages- an dem Sie vor 50 Jahren in die Armee eintraten, spreche ich Ihnen meine besten Glückwünsche aus. yn Anerkennung Ihrer Verdienste um die Pflege des Wehrgedankens im deutschen Volk verleihe ich Ihnen den Charakter des Generalmajors a. D. mit ter Berechtigung zum Tragen der Uniform desjetzigenHeeres. Ich freue mich, durch diese Anerkennung einen inhohemMaßekriegs- bewäh rten Offizier gleichzeitig als G e n e • ral der neuen Wehrmacht an die Spitze der zur Pflege soldatischer Tugenden imReichskrie- g e r b u n b msammenzufassenden alten und jungen Soldaten stellen zu können. In kameradschaftlicher Verbundenheit und mit den besten Wünschen für eine weiterhin erfolgreiche Arbeit bin ich Ihr Adolf-Hitler. Der Chef der Kanzlei des Führers, Reichsleiter Bo uhle r, übergab dem Jubilar das Goldene Ehrenzeichen der Partei für seine Verdienste. In feiner Begleitung befand sich als Vertreter des Reichsführers ff Himmler ff-Gruppen- flihrer S ch m i d t, der die Grüße des Reichsführers aussprach. Der Kommodore des Kampfgeschwaders Hindenburg", Oberst Mahnke, überbrachte die Glückwünsche des Geschwaders, das fsinerzett dem Führer vom Reichskriegerbund als Gescheut gegeben worden ist. Anschließend erschien der frühere Chef des Oeneralftabea des ehemaligen Gardekorps, Gras Die Schweiz fühlt sich nicht bedroht. Von allen Nachbarn feierliche Zusicherung der schweizerischen Unabhängigkeit. Schulenburg, und sprach die Anerkennung des Gardekorps für die großen Leistungen des Obersten Reinhard im Weltkriege aus. 3000 deutsche Arbeiter in Tripolis. Tripolis, 22. März. (DNB.) Seit Dienstagfrüh ergehen sich 3000 deutsche Arbeiter in der afrikanischen Sonne von Tripolis. Als die drei deutschen KtzF. - Schiffe im Hafen von Tripolis unter Den Klängen italienischer Militärkapellen die deutschen Urlauber an Land setzen, werden sie von Dr. Ley begrüßt. Präsident Cianetti bringt seine tiefe Genugtuung über den heutigen Tag zum Ausdruck und verspricht Dr. Ley auch die weitere Unterstützung der italienischen syndikalistischen Organisationen. Unter der jubelnden Zustimmuna der Teilnehmer erklärt Cianetti, es sei sehr gut, daß sich die deutschen Menschen auf diesem Wege wieder an den Aufenthalt auf kolonialem Boden gewöhnten. Rach der Begrüßung begaben sich die KdF.- Fahrer in die alte innere Stadt und besuchten hier die zahlreichen Sehenswürdigkeiten. Am Mittag besichtigten die deutschen Urlauber zusammen mit Dr. Ley d i e T r i p o l i s - M e s s e. Für Donnerstagabend hat Marschall B a l b o Einladungen an Dr. Ley und seine Begleitung ergehen lassen. Im Anschluß daran findet eine große Kundgebung statt, an der auch Marschall Balbo, Dr. Ley und Präsident Cianetti teilnehmen werden. Für Mitt- wochoormittag hat Marschall Balbo zu Ehren Dr. Leys eine große Truppenparade angesetzt. „Keine neuen Verpflichtungen in Europa." England wird sich weiter zurückhalten. London, 23. März. (DNB. Funkspruch.) In ihren Vermutungen über den Ausgang der Kabinettsberatung ist sich die gesamte Londoner Morgenpresse darüber einig, daß die englische Regierung es ablehnen werde, weitere Verpflichtungen in Mitteleuropa zu übernehmen, daß England ferner die „Einladung" Sowjetrußlands zu einer „internationalen Konferenz" a b l e h n e n und daß es schließlich an seiner Nichteinmischungspolitik gegenüber Spanien fest halten werde. Times schreibt, man nehme an, daß der P r e m i e r m i n i st e r am Donnerstag die Ansicht der englischen Regierung bekanntgeben werde, die auch von den anderen Regierungen des Empire unterstützt werde, nämlich im Augenblick keine neuen Verpflichtungen in Europa einzugehen. Der kleine Teil der Regierungsanhänger, der auf eine besondere Erklärung über eine militärische Unterstützung der Tschechoslowakei ge- drängt habe, werde zweifellos enttäuscht sein. Man hoffe, daß der angekündigte Entschluß der tschechoslowakischen Regierung, berechtigte Forderungen der deutschen Minderheit in freundschaftlichem Sinne zu prüfen, dazu beitragen werde, die Spannung etwas zu verringern. Die Minister seien natürlich „tiefbetroffen über die Lage in S p a n i e n". Aber die Politik der Nichteinmischung werde weiter verfolgt werden. Es liege kein Anlaß zu der Annahme vor, daß Eng- lano irgendeine andere Aktion in Spanien unterstützen könne. Chamberlain werde sicherlich den Wunsch der Regierung zum Ausdruck bringen, i n engstem Kontakt mit Frankreich zu bleiben. Außerdem rechne man damit, daß Chamberlain in der Lage sein werde, mitzuteilen, daß die englisch-italienischen Unterredungen in Rom zufrieden st ellende Fortschritte machten. Die Blätter rechnen im übrigen mit der Möglichkeit, daß der italienische Außenminister Graf Ciano im nächsten Monat persönlich nach London kommen werde, um das endgültige Abkommen zu unterzeichnen. Neue Offensive Francos. Nördlich und südlich von Huesca Einbruch in 10 Kilometer Tiefe. Salamanca, 23. März. (DNB. Funkspruch.) Der nationalspanische Heeresbericht meldet: An der Aragon-Front wurde die Offensive wieder aufgenommen und ein neuer Abschnitt, an dem der Gegner seit Kriegsbeginn große Mengen von Kriegsmaterial angesammelt hatte, in unseren Besitz geb rächt. Nördlich von Huesca fielen nach glänzendem Angriff feindliche Stellungen in einer Tiefe von 10 Kilometer in unsere Hand. Ebenso wurden südlich von Huesca bei dem an der Straße nach Saragossa liegenden Ort A l m u d e y a gegnerische Positionen in zehn Kilometer Breite und neun Kilometer Tiefe über den Haufen gerannt. Die Bolschewisten wichen in wilder Flucht zurück und verloren mehrere tausend Gefangene, sowie umfangreiches Kriegsmaterial. In der eroberten Zone befinden sich u. a. einige wichtige Höhenzüge. Auch die Hauptstraße Hues- c a—S aragossa ist nunmehr völlig in unserem Besitz. Der Frontberichterstatter des nationalen Hauptquartiers teilt ergänzend mit, daß die nationale Artillerie am frühen Morgen den nationalen Angriff mit intensivem Feuer eingeleitet und die von den Bolschewisten in 19 Monaten außergewöhnlich stark ausgebauten Stellungen st u r m r e i f gemacht habe. Die Infanterie trug dann den Angriff mit solcher Wucht vor, daß die Mehrzahl der sowjetischen Söldner sich nach kurzem Widerstand ergab. Das eroberte Terrain umfaßt 250 Quadratkilometer. Gefangene sagten aus, daß die Bolschewisten von dem nationalen Angriffsplan Kenntnis hatten. In einem Aufruf war auf die Wichtigkeit der Huesca-Stellungen hingewiesen und aufgefor- dert worden, die Stellungen „bis zum letzten Atemzug" zu verteidigen. Blums Finanzexperimente. Pariser Presse spricht von Jnflationsmatznahmen. Paris, 23. März. (DNB. Funkspruch.) Die Pariser Morgenpresse veröffentlicht ihre Berichte von der Kammersitzung, in der zwei neue Gesetzentwürfe über eine Erhöhung der Vorschuß- grenze um weitere 5 Milliarden Franken und über die Landesverteidigungskasse angenommen wurden. Das „Journal" schreibt: Die Regierung gebe durch diese Rückkehr Sur Inflation zu, daß sie bei den Massen der kleinen und großen Sparer nicht das notwendige Vertrauen besitze, um die Finanz- Ä ien erlebt Deutschland. 2000 Wiener Arbeiter zogen in die Reichs-Hauptstadt ein. Don unserem Ter.-Sonderberichterstaiier. W M :• 4 5 * '■ WX r N M £ MH? • M - V? ’> A i' H W \.- 2 & 4 Am W 4' f Fi- II | ; ■ ■ BK MW MWL > « . x ’S * V : Vor dem Berliner Bahnhof spielten sich stürmische Begrüßungsszenen ab. Wie lustig es dabei zuging, veranschaulicht das Bild links. Die Wiener benutzten die günstige Gelegenheit, mit Berliner Mädeln gleich auf der Straße ein Tänzchen zu wagen. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Irn 1. KdF.-Zug Wien—Berlin. Diese kurze Schnellreise von Berlin nach Wien und zurück bringt eine fast bedrückende Fülle starker Bilder. Eins aber hätte ich allen unseren Lesern mitzuerleben am meisten gewünscht, die A u s - reiseder2000WienerKopf - undHand- arbeiter aus Wien. Die Stadt hat viele Aufzüge in diesen Tagen tiefster Bewegung gesehen. Aber als die Marschkolonnen der 2000 Glücklichen, die auf acht Tage nach Deutschland reisen, durch die Straßen zum Wiener Westbahnhof zogen, da drängten die Wiener, unter denen man so viele ab= gezehrte Gestalten sieht, in ergreifender Mitfreude von den Bürgersteigen auf die Fahrdämme bis unmittelbar an die Züge der hinter der flotten Musik Marschierenden, und die Angehörigen der Berlin-Fahrer hatten bei diesem Ansturm Mühe, nicht von der Seite ihrer Väter und Brüder gerissen zu werden. Dann kam die festlich beschwingte Stunde des Abschieds vor dem schön geschmückten Bahnhof, wo sich sogar Gauleiter Bürckel zu männlich-herzlichen Worten eingefunden hatte. Während die Zweitausend in die Züge stiegen, wurden noch große Schubkarren voll appetitlich verpackter Brote in den Waggons verstaut, als erster Imbiß unterwegs, und die Wiener fielen aus einem Staunen ins andere, was Arbeitsfront, „Kraft durch Freude", NSV., NSBO. in den knapp drei Tagen der Vorbereitung alles geschafft hatten an Reisebetreuung, bis in die kleinsten Einzelheiten hinein. Aber das war nicht das stärkste Erlebnis dieser Fahrt. Das war die Strecke vom Westbahnhof hinaus bis zum letzten Haus der Wiener Vorstadt. Da standen sie zu ungezählten Tausenden und schrien und winkten, stürzten im letzten Augenblick vom Fenster ins Zimmer, rissen ein Tuch vom Bett oder Tisch, weil ihnen das Taschentuch zu klein war, und manche Frau stand da und winkte gar nicht, sondern hatte das Tuch vor das Gesicht gedrückt vor übergroßer Freude. Seht: das find nicht allein die Wiener, die in Freud und Leid als leicht beweglich gelten, nein, das sind die Menschen, die feit anderthalb Wochen sich jeden Tag wieder sagen, daß sie dies alles wirklich erleben und nicht nur träumen. Die Fahrt durch das herrliche Land Oesterreich gestern und durch Deutschland heute war ein zwei- tausendfacher Triumphzug. Selbst auf den Stationen, die wir ohne Halt durchfuhren, stand alles mit dem deutschen Gruß da oder winkte, solange noch ein Wagen zu sehen roar> In Linz dann am späten Abend, in Passau nachts, in H o f im grauenden Morgen Überbot sich alles, um die Gastfreunde aus dem Lande Oesterreich so herzhaft wie nur irgend möglich zu bewillkommnen. Ueberall Musikkapellen auf den Bahnhöfen — nach den ersten Takten waren sie meistens völlig übertönt von den donnernden Sieg-Heil-Rufen der Wiener, die sich an den Fenstern Drängten. Wo sich dieser riesige Sonderzug mit seinen guirlanden- und fahnengeschmückten Wagen zeigte, war alles andere plötzlich nebensächlich geworden. Die Wiener wurden allmählich stiller, in sich gekehrt fast. Die kleinere Heimat hatte sie mit den herzlichsten Grüßen an das größere Vaterland entlassen — und dieses größere Vaterland nahm sie jetzt in die mächtigen, starken Arme und führte sie durch Großdeutschland als ein herzlich froher freigebiger Gastgeber. An tausend Einzelheiten unterwegs sahen sie, wie sehnlich sie erwartet worden waren, von den leckeren Frühstückspaketen in Hof (Teewurst, Brot, Semmeln, Zigaretten, Schokolade) bis zu dem Begeisterungssturm, der ihnen dann hier in Berlin bei der Ankunft entgegenbrauste. Die Wiener wußten, sie kamen an einem Arbeitstag nach Berlin, wo es alle Menschen so schrecklich eilig haben sollen. Aber da dröhnte die weite Halle des Anhalter Bahnhofs von den Zurufen der Berliner, kaum konnte Stadtpräsident Dr. Lippert die Gäste aus Wien willkommen heißen. Und draußen standen die Menschenmauern auf den Straßen und Plätzen, und wäre nicht die vorsorgliche Absperrung gewesen, die Berliner hätten die Wiener Arbeiter vielleicht gar nicht bis zu den wartenden Autobussen kommen lassen, sondern hätten sie einfach beschlagnahmt und in die Quartiere geschleppt. Die 2000 Wiener Kopf- und Handarbeiter, die wir bei dieser freudigen Reise nach Berlin begleiten durften, mögen früher teilweise Demokraten oder Zentrumsleute oder Marxisten oder sonst was gewesen fein: heute sind sie ganz einfach D e u t s ch e im großen Sinne der Wiedervereinigung. Sie werden jetzt Deutschland wie aus einem riesigen Buch gewissermaßen lernen, sie werden nach Hause schreiben so froh und tiefbewegt, wie unsere Gespräche während dieser Reisenacht mit ihnen waren, in denen sie von ihren tausendfachen Nöten und wir von fünfjährigem Siegerkampf des neuen Deutschland gegen alle Not erzählten. Und wenn sie wieder daheim sind, dann finden sie dort schon die Aufräu- mungs- und Aufbauarbeiten mitten im Gange, und dann können sie in Wien erzählen: das und das haben sie in Deutschland gemacht und so bekommen wir es hier auch, denn Wien und Graz und Klagenfurt und Salzburg und Linz und Innsbruck und alles das liegt ja nun endlich auch im großen deutschen Staat! Politik durchführen zu können, für die hie Schaffung der Landesverteidigungskasse das Vorspiel hätte sein sollen. Die Regierung sehe sich gezwungen, es ft a 11 .mit einer Anleihe mit der Inflation z u versuchen. Dabei hätte die Regierung aus den Erfahrungen der letzten Jahre doch mindestens die Lehre ziehen müssen, daß eine solche Inflation gefährliche Nachteile mit sich bringe. Auch die kommunistische „Humanits" spricht von 5 Inflationsmilliarden, erklärt jedoch etwas betreten, daß die kommunistischen Abgeordneten für die Gesetze gestimmt hätten, weil man das finanzielle Leben des Landes hätte „sichern" müssen, und weil die Kommunisten „allzu sehr darum besorgt" gewesen seien, der Nation die Mittel zu geben, die sie brauche, um den Gefahren die Stirn bieten zu können, die von draußen drohen (!). Der sozialdemokratische „Populaire" vermeidet es als einziges unter den Pariser Blättern peinlich, das Wort Inflation zu gebrauchen und hebt immer wieder hervor, daß es sich nur um „r e i n provisorische Maßnahmen" handelt. Oer Lehrkörper der Wiener Universität ans den Führer vereidigt. Wien, 22. März. (DNB.) Im Senatssaal der Wiener Universität wurden alle ordentlichen und außerordentlichen Professoren feierlich auf den Führer vereidigt. Der kommissarische Rektor Dr. Fritz Knoll betonte in einer Ansprache, die Universität füge sich damit in den Ausbau des nationalsozialistischen Deutschlands ein. Nach Würdigung der großen Verdienste der deutscheingestellten st u - dentischen Korporationen Oesterreichs im Kampfe der nationalsozialistischen Beweguna erklärte Prof. Dr. Knoll, daß die deutschen Professoren und die deutschen Studenten künftig eine Einheit bilden werden. Schon die ersten Tage der Zusammenarbeit hätten gezeigt, welch vorzügliche Führung die Studentenschaft besitze, und wie leicht man mit ihr zusammenarbeiten könne. Diese gemeinsame Arbeit müsse vertieft werden. Kleine politische Nachrichten. Der Generalappell der Parteiformationen am heutigen Mittwoch, 21 bis 22.30 Uhr, in der Deutschlandhalle in Berlin wird vo n a l l e n d e u t - scheu und deutschüsterreichischen Sendern übertragen. ♦ Der Führer ^udReichskanzler hat dem Generaloberst Heye sowie dem General der Infanterie Freiherrn von Ledebur anläßlich des 5 0. Gedenktages ihres Diensteintritts telegraphisch seine besten Glückwünsche übermittelt. ♦ Der bisherige Chef der österreichischen Fliegertruppe, Generalmajor Löhr, meldete sich beim Reichsminister der Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe, Generalfeldmarschall Göring, in Karinhall. Der Generalfeldmarschall überreichte Generalmajor Löhr, der sich in Begleitung mehrerer deutschösterreichischer Fliegeroffiziere befand, einen Ehrendegen. Die deutsche Regierung hat dem Generalsekretär der Genfer Liga eine Note übermitteln lassen, in der der Wortlaut des Gesetzes über die Wiedervereinigung Oesterreichs mit dem Deutschen Reich vom 13. März 1938 mitgeteilt und festgestellt wird, daß mit dem Tage der Verkündung dieses Gesetzes DU Mitgliedschaft des früheren Bundesstaates Oesterreich im Genfer Institut erloschen sei. Der österreichische Unterrichtsminister Dr. Men - ghin nahm am Sonntag die Vereidigung des kommissarischen Präsidenten des Evangelischen Oberkirchenrats Dr. Kauer auf den Führer und Reichskanzler vor. Im Anschluß hieran wurde im Evangelischen Oberkirchenrat das gesamte Personal in feierlicher Form vereidigt. Seit der Wiedervereinigung Oesterreichs mit dem Reich ist nicht mehr die Zugspitze der höchste Gipfel Deutschlands, sondern der 3800 Meter hohe Groß- glockner in den Hohentauern. Nun Haden Drei SA.-Männer Des Sturmes 23 in Mattei in Ost-Tirol nach schwierigem Aufstieg auf Dem Gipfel des Großglockners die Hakenkreuzflagge gehißt. * Das „E ch o d e P a r i s", das in feinem 54.. Erscheinungsjahr steht, wird sein Erscheinen e i n ft e iTe n. Es ist vom Herausgeber des ,I o u r", dem Journalisten Bailby, aufgekauft worden. Es erscheint keineswegs gewiß, ob der berüchtigte jüdische Außenpolitiker des Blattes, Pertinax- Grünbaum, so bald wieder ein Feld für seine Hetztätigkeit finden wird. Aus aller Wett. Rekordfänge deutscher Fischdampfer — verstärkter Seefischverbrauch! Begünstigt durch schönes Wetter hat jetzt die Dampf - Hochfee - Fischerei bis Island und an Der norwegischen Küste in vollem Umfange eingesetzt. Nach Den letzten Meldungen der Dampfer sind die Fänge im Steigen begriffen, so daß Der Zufuhrenstrom noch breiter werden Dürfte. Da in diesem Jahre erstmalig die im Rahmen des Vierjahresplanes erhöhte Fängkapazität und die stark gesteigerte Leistungsfähigkeit der Dampfer sich auswirken, ist anzunehmen, daß die diesjährige Frühjahrsfischerei die bisherigen Fänge erheblich übertreffen wird. Die großen Fänge sind eine erwünschte Gelegenheit, um durch einen verstärkten Seefi schverzehr unsere Lebensmittelversorgung auf anderen Gebieten zu entlasten und insbesondere die notwendige Verminderung des Schweinefleischverbrauchs zu emöglichen. Die Verbraucher sollten sich 23 -45 dieser Fangsteigerung anpaffen und durch einen verstärkten Seefischoerbrauch Dafür sorgen, daß Die Großfänge restlos Der Ernährung nutzbar gemacht roerDen. Dies sollte um so leichter fallen, als Die Fische Durchweg von bester Beschaffenheit sind und zu Den Denkbar nieDrigsten Preisen verkauft roerDen. Da in Den RekorDfängen Schellfisch, Kabeltau und Seelachs — Die gebräuchlichsten Massenfische — enthalten sind, ist für genügende Abwechslung gesorgt. Nach den Erfahrungen der letzten Jahre werden sich Die starken Frühjahrsfänge in Den nächsten beiDen Monaten fortsetzen. In Dieser Zeit muß also Die Losung für Den Küchenzettel lauten: „In jeder Woche zweimal Seefisch auf Den Tisch! Schweres Autounglück an Der Mosel. In Der Nähe des Ortes Büchel bei Kochern (Mosel) trug sich ein Verkehrsunglück zu. Der Weinhändler Kölsch aus Eller im Kreise Kochern fuhr aus noch nicht geklärter Ursache mit seinem Wagen in voller Fahrt gegen einen Baum, wobei sich das Fahrzeug überschlug und zertrümmert wurde. Der Hilfsförster Jakobi aus Kennfus und die Schwester des Försters I a x aus Lutzerath wurden auf der Stelle getötet. Kölsch erlitt einen schweren Schädelbruch. Zwei weitere Mitfahrer wurden ebenfalls schwer verletzt. Autodieb und Betrüger abgeurteilt. Wegen Betrugs, Privaturkundenfälfchung, Unterschlagung, Diebstahls, unbefugter Ingebrauchnahme von Kraftfahrzeugen, wegen Fahrens ohne Führerschein und wegen eines versuchten Notzuchtverbrechens hatte sich Der 1917 geborene Hugo Mannsmann aus Hauenstein vor der Großen Strafkammer Landau zu verantworten. In Pirmasens, Landau, Ludwigshafen, Mannheim und Bruchsal stahl er neun Kraftwagen. Mannsmann schädigte in 64 Fällen Personen in der Saarpfalz, in Württemberg und Baden. Das Urteil lautete auf eine Gesamtgefängnisstrafe von drei Jahren, worauf Dem geständigen Angeklagten vier Monate Untersuchungshaft angerechnet werden. Auslandsreise der Segelschulschiffe „Albert Leo Schlageter" und „horst Wessel". Bei herrlichem Sonnenschein verließ das Segelschulschiff der Kriegsmarine „Albert Leo Sch läge ter" von Kiel aus die Heimat. Wie das Schwesterschiff „Horst Wessel", das schon kurz vorher durch den Kaiser-Wilhelm-Kanal ausgelaufen war, hat das Schiff eine Dreimonatige Auslandsreise nach Westindien angetreten. Trotz Der frühen Morgenstunde hatten sich am Signalturm im Kieler Hasen viele Menschen eingefunden, um dem Auslaufen des „Albert Leo Schlageter" beizuwohnen. „Tag für Denkmalspflege und Heimatschuh" Hamburg 1938. Der vorn Deutschen Heimatbund und dem Deutschen Denkmalspflegetag veranstaltete „Tag für Denkmalspflege und H e i m a t s ch u tz" findet vom 3. bis 7. Juli in Hamburg statt. Er steht unter Der Leitung Des LanDeshauptmanns Der Rheinprovinz, Hauptamtsleiter Der Reichsleitung Der NSDAP. Heinz Haake, unD von Ministerial- rat Dr. e. h. Hiecke vom Reichs- und preußischen Ministerium für Wissenschaft, Erziehung unD Volksbildung. Die Tagung wird sich mit dem Thema „Heimatpflege in Der StaDt" beschäftigen. Neben einer Reihe von Vorträgen finD mehrere'Ausstellun- gen vorgesehen. Die Tagung findet ihren Ausklang in Lübeck. Wetterbericht Die Luftdruckoerteilung über Mitteleuropa ist noch immer sehr unausgeglichen. Die Zufuhr feuchter Luftmassen aus dem Mittelmeergebiet führt jedoch zu zeitweise stärkerer Bewölkung, wobei es in Der Nacht zum Mittwoch im Rhein-Main-Gebiet sogar örtlich zu leichten NieDerschlägen kam. Eine rocfent- liche AenDerung ist aber immer noch nicht zu er- warten. Aussichten für Donnerstag: Morgens dunstig, tagsüber veränderlich, vereinzelt leichte Niederschläge, Tagestemperatur um 15 Grad, chwache Winde. Aussichten für Freitag: Leicht unbestän- diges Wetter, Temperatur nicht mehr ganz so hoch ansteigend. Lufttemperaturen am 22. März: mittags 19,6 Grad Celsius, abends 9,2 Grad: am 23. März: morgens 3,6 Grad. Maximum 20,1 Grad: Minimum heute nacht 3,2 Grad — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 22. März: abends 10,1 Grad: am 23. Marz: morgens 5,6 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 5,9 Stunden. SJl.-tfport Motorwagen-Verkaufsges. m. b. H. Ruf 2847/8 GIESSEN Frankfurter Str. 52 in der Kapelle des Neuen Friedhofs statt. 1877V 1886A Suche für sofort I^ULLJC IUI. IV | ULI »eben mit Kochkenntnisfen. 186?D 1878 V 01378 kaufsstelle Gießen gesucht. 1869V Tüchtiger Donnerstag, den 24. März 1938, i 73immer ZlLfohi nachm.2 Uhr, versteig.ich an Ort ' Junkie und Stelle (Bekanntgabe erfolgt gegen Barzahlung: 1879D Beamten i. R f [Stellenangebote such. 1865° WFRRP DRUCKSACHEN Vf UR Qc Brühl. 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Artilleristcn- Kameradschaft 1935 im Waffenring. Gießen (Krofdorfer Straße 5), den 23. März 1938. Die Beerdigung findet Freitag, den 25 März, nachmittags 2 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt aus Klein-Linden lieferten in Großen-Linden ein überraschend gutes Spiel. Diesem Umstand und dem, daß der Sturm der Platzelf schlecht aufgelegt war, ist es zu verdanken, daß die Niederlage nicht höher ausfiel. Die 2. Jugend konnte gegen die 1. Jugend von Frohnhausen ein ehrenvolles l:l-Unentfchieden erringen. , Zum Rückspiel weilte die 1. Elf von Frohnhausen in Großen-Linden und konnte auch hier ihre Spielstarke trotz zwei Mann Ersatz wieder deutlich unter Beweis stellen. Sofort nach Spielbeginn zogen beide Mannschaften mächtig vom Leder und der einheimische Mittelstürmer konnte seinen Verein in Führung bringen, die aber sofort ausgeglichen wurde. Kurz vor Halbzeit war es wieder der Mittelstürmer, der durch schönen Schuß das 2. Tor erzielte. Man rechnete schon mit einem Siege und damit mit einer Revanche für die Vorspielniederlage. Aber die Gäste waren hiermit nicht einverstanden. Durch ihr aufopferndes Spiel kamen sie noch zum Ausgleich, der für beide Mannschaften das gerechte Ergebnis war. 3$pD. Steinbach — Spvgg. Leihgestern 0:8 (0:5). Am Sonntag bestritt die 1. Elf der Spielvereinigung Leihgestern das letzte Verbandsspiel in Steinbach gegen den dortigen Fußballsportverein und konnte mit 8:0 als verdienter Sieger das Feld verlassen. Wie im Vorspiel, versuchten die Steinbacher gleich von Anfang an die Entscheidung herbeizuBrille im Bergwerkswald verloren. Abzug, auf dem Fundbüro oder Wetzl. Weg 65 (Laden). [01381 Billige Frübiahrs- Damen- Mäntel 14.75 17.90 19.75 24.50 26.50 29.75 31.90 36.50 Unsere Mäntel sind gut in Qualität und ganz gefüttert. Bitte besuchen Sie uns recht bald. Manired Volz Gießen Marktstr.27 __1 b83A Tagesmädchen sofort gesucht, liebigslraße 68II. 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Dienstag, den 22. März 1938 verschied plötzlich und unerwartet meine liebe, gute Frau, unsere treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Elisabethe Dierlamm, geb. Rein führen; ihre Angriffe wurden aber von der stabilen Abwehr der Gäste zunichte gemacht. Allmählich machte sich das bessere Zusammenspiel der Spvgg. bemerkbar, bis etwa nach viertelstündiger Spielzeit der Linksaußen Heß wenige Meter vor der Eckfahne eine Flanke aufnahm und das Leder in die rechte obere Ecke zum Führungstor seiner Mannschaft einschoß. Bis zur Pause fielen noch weitere vier Treffer, die durch Arnold (drei) und Krick erzielt wurden. Rach der Pause verschärfte Steinbach das Tempo, ohne aber die starke Abwehr der Spielvereinigung zu bezwingen. Nachdem die Blau-Weißen das Spiel wieder an sich gerissen hatten, folgte durch Arnold der 6. und durch Krick der 7. Treffer. Etwa fünf Minuten vor Schluß stellte Arnold, der eine Vorlage von links aus Meter Entfernung erfolgreich abschloß, das Endergebnis her. Der Kampf wurde von beiden Seiten sehr ritterlich geführt. Durch diesen Sieg ist Leihgestern auf den dritten Tabellenplatz vorgerückt mit einem Torverhältnis von 38:24 und 14:14 Punkten. Kurze Sportnotizen. Der VfK. Alsfeld (Oberheffen) wurde hessischer Gaumeister im Mannschaftsringen. In der Schlußrunde wurde die Kasseler Tgd. „Hessen- Preußen" in Alsfeld in Vor- und Rückkampf mit jeweils 13:6 Punkten besiegt. Im Tischtennis kamen bei den deutschen Mannschafts-Meisterschaften die Titelverteidiger wieder zu Meisterehren. Bei den Männern setzte sich in Hamburg abermals der Hamburger SD. im Endspiel durch, und bei den Frauen triumphierte in der Reichshauptstadt Osram Berlin.__________ Fleißiges l„1367 Haus® mäddien sofort oder zum 1. April gesucht. Lohn 30 Mk. bei freier Kr.-Kasse. Apotheke Krofdorf. im Alter von 52 Jahren. 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Die Hessen konnten sich zunächst gar nicht auf das schnelle Spiel der Gegner einstellen, die den Schlußmann der Einheimischen denn auch siebenmal in der ersten Spielhälfte überwanden, während Hessen nur zu zwei Gegentreffern kam. Erst als Meyer die Sturmführung der Hessen übernahm, wurde es etwas besser. An dem überlegenen Siege der Gäste war aber nichts mehr zu ändern. Bis auf 6:8 kam die Platzelf heran, dann zogen die Bayern unwiderstehlich davon. Bester Mann der Gäste war Mittelstürmer Kiener, der allein neun Treffer auf sein Konto brachte; die beiden übrigen Tore erzielten Röder und Seidel. Meyer (3), Hermann (2) und Wiese waren für Hessen erfolgreich. Unparteiischer war der Eßlinger Schiedsrichter Marquardt. Fußball-Ergebnisse der Kreisklassen. Großen-Linden I — Frohnhausen l 3:3 (2:1). Die 1. Jugend konnte auch in ihrem vierten Spiele einen überlegenen Sieg landen. Die Gäste Tüchtiger, anpassungsfähiger Kontorist Für die Einkaufsabteilung einO?Maschinenfabrik in Stuttgart wird gewandte-r, zuverlässiger, junger IKAWIFMAWN zu baldigem Eintritt gesucht. — Handschrift!. Bewerbungen mit Zeugnisabschriften, Lichtbild und Angabe der Gehaltsansprüche erbeten unter W 1435 dch. Anzeigengesellschaft, Stuttgart, Auguftenstratze 82 B. Deutschland und Schweden bestreiten am kommenden Donnerstag, 24. März, in Göte- burg den Rückkampf im Hallenhandball. Beide Mannschaften wurden jetzt aufgestellt. In der deutschen Vertretung sind wieder die beiden Frankfurter Mahnkopf und Obermark dabei. Das internationale Etlenrlede - Rennen, das am 10. April die neue Motorradrennzeit in Hannover einleiten sollte, wurde mit Rücksicht auf die an diesem Tage stattfindende Volksabstimmung und Reichstagswahl verlegt. Neuer Termin ist der 24. April. Sie Ausrichtung d e r Schi-Weltmei- sterfchaften im Februar in Lahti hat, wie man jetzt erfährt, dem Organisationsausschuß einen Unterschuß von rund 30 000 Mark eingebracht Die gesamten Unkosten beliefen sich auf 130 000 Mark, die Einnahmen auf nur 100 000 Mark, so daß der finnische Staat nun wohl oder übel einspringen muß. • , Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters-. Ernst Blum-/ schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für Feuilleton: Dr. Hans Thynot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen- [eiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. II. 38: 10 788. Druck und Verlag: Brühlsche Universitatsdruckerer R. Lange, K-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs. preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. 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Der Rekrut wirst sich stolz in die Brust: „Jetzt bin ich wirklich Soldat! Jetzt fülle ich jeden mir angewiesenen Platz in der Kompanie aus!" Der Alte Mann lächelt: „Roch 'st es nicht so wett! Noch hast du manchen Schliss nötig, bis du mir das Wasser reichen kannst!" Wir können ihm nicht so ganz unrecht geben. Schon König Wilhelm, der feinfühlige, praktisch^ Soldat, meinte, als vor bald hundert Jahren der Kampf um eine Herabsetzung der Dienstzeit ging: „Einen Rekruten kann man wohl in drei Monaten dressieren, einen Soldaten aber nur in jahrelanger . Erziehungsarbeit heranbilden", und der Führer und seine Berater haben gewußt, was sie taten, als sie die aktive Dienstzeit in der Wehrmacht von einem auf zwei Jahre hinaufsetzten Gewiß, der Rekrut kommt heute durch die Hitler^ Jugend, die SA. und fj, das NSKK., das NSFK. und den Arbeitsdienst äußerlich und innerlich soldatisch geformt, vertraut mit dem Pferde, dem Motor, der Luft, in die Kaserne. Der Rekrutenoffizier kann vom ersten Tage ab ihm die Waffe in die Hand drücken, kann das Tempo der Ausbildung so beschleunigen, daß in den 16 Wochen, die für sie vorgesehen werden, vor allem in der Gelände- und Gefechtsausbildung erheblich mehr erreicht wird als in der Vorkriegszeit. Aber es ist klar, daß vieles nur an der Oberfläche haftet und erst durch längere Uebung in Fleisch und Blut übergehen kann. Darin aber besteht ja gerade der Sinn der militärischen Ausbildung, des militärischen Drills, daß jeder Griff an Waffe und Gerät so fest sitzt, daß er im Augenblick höchster Nervenanspannung, im Krachen der Granaten, im Brodem der Gasschwaden zur rechten Zeit unbewußt ausgelöst wird, daß der Reservist, selbst wenn er nach Jahren die Waffe erst wieder in die Hand bekommt, nicht fehlgreift. Wiederholung, Vertiefung des in der Rekrutenzeit Gelernten wird also Punkt 1 des Ausbildungs- Seit September 1917 lag das Regiment nun schon in Flandern. Namen wie Gheluoelt, Paschendaele und Becelaere gingen in seine Geschichte ein. War es erst der Großkampf der Flandernschlacht, so zehrte dann der Kampf mit Nässe, Schlamm und Kälte in trostlosen Trichtern an seiner Kraft. Kein Wunder, daß alles sich freute, als es endlich im Februar 1918 hieß: „Wir kommen in Ruhe!" Am 14. Februar kam das Regiment in der Gegend von Maubeuge an, wo zwar keine wohnlichen Unterkünfte, dafür aber ein großes Uebungswerk feiner harrten. Hinzu kam ein ganz ungewohnter Ausbildungsplan, de? im Angriff hinter einer Feuerwalze und in der Abwehr von Gegenstößen gipfelte. Nach öB. Hunderte von Weizensorten ausgesät werden. Wertvoller als jede direkte Schädlingsbekämpfung allerdings sind alle vorbeugenden Maßnahmen des Pflanzenschutzes. Fragen der Sortenwahl, die Zucht frostfesten Getreides oder krebsfester Kartoffeln mögen die Bedeutung dieses Gebietes beleuchten. Der Kampf gegen den Kortoffelkrebs z. B., unter dem unsere Landwirtschaft sehr zu leiden hatte, wurde schließlich zu einem Wissensgebiet für sich. Der Pilz, der diesen MWcher Spuk an der Westfront Von Otto Müller. Oie hauswirischastliche Lehre. Wir brauchen tüchtige Fachkräfte im Haushalt und in dex Landwirtschaft. In allen gelernten Berufen des Handwerks, des Handels, der Landwirtschaft usw. kennen wir zwei Wege zur Berufsausbildung: die Lehre und die Fachschule. So gibt es auch im hauswirtschaftlichen Beruf die Ausbildung in einer Haushaltungsschule und die haus» wirtschaftliche Lehre. Durch die hauswirtschaftliche Lehre, die zwei Jahre dauert, soll ein fachlich gut ausgebildeter Nachwuchs in der Hauswirtschaft herangezogen werden. Es liegt also im eigensten Interesse der Haus- frau, sich als Lehrfrau zu melden und ein Mädchen in ihrem wohlgeordneten Haushalt in allen haus- wirtschaftlichen Arbeiten mütterlich anzuleiten. Der Lehrling besucht außerdem einmal wöchentlich die Berufsschule, wo seine Kenntnisse in praktischem Können und theoretischem Wissen ergänzt werden. Die Ausbildung des Lehrlings erfolgt nach einem bestimmten Plan und findet ihren Abschluß durch eine- Prüfung. Außer Kost und Wohnung erhält der Lehrling ein Taschengeld. Es liegt niedriger als der ortsübliche Lohn für eine „bezahlte Anfängerin' desselben Alters, weil die Hausfrau mehr Muhe und Verpflichtung dem Mädchen gegenüber hat. Wer Lehrfrau werden will, erhält jede Aus- fünft bei der Abteilung Volkswirtschaft-Hauswirt» schäft tm Deutschen Frauenwerk oder bei der Ab« teilung Berufsberatung im Arbeitsamt. Mögen sich viele Hausfrauen der schonen Aufgabe widmen, neue zuverlässige Kräfte für die Haus- und Landwirtschaft heranzubilden! p £ der die Kompanie mit um so größerem Stolze erfüllte, weil er nur 1 Toten und 2 Verwundete gekostet hat. Geradezu heiß brennt die Märzsonne, die Zunge klebt am Gaumen, die Träger der Maschinengewehre können kaum noch fort. Zur Linken brennt gerönne, die alte, uns von 1915 her wohlbekannte Stadt. Unö dort jenseits des Kanals am Hang wallt der Staub auf, feindliche Batterien in vollem Rückzug, Infanterie dazwischen. Schon sind unsere Batterien herangeholt, und Schuß auf ^chuß sitzt mit direkter Beobachtung. Der feindliche Rückzug gestaltet sich zur Flucht. Unablässig drängt das II. Bataillon nach, durchschreitet das trockene Kanalbett — aus der Sommeschlacht allen Kämpfern im Regiment gar wohl bekannt und läßt den Feind nicht zum Halten kommen. Schon stoßen Spähtrupps gegen Bouchavesnes vor, wo am 20. September 1916 das L Bataillon so schwere Blutopfer gebracht hatte. Da wird das Bataillon angehalten und nach Allaines zurückgeholt. Das Tagesziel soll nicht überschritten werden! Ein erfolgreicher Tag lag hinter dem Regiment, 15 Kilometer war es an diesem Tage hineingestoßen in -die feindliche Front. Indessen hatte sich der Engländer in der Linie Rancourt—Bouchavesnes—Clery wieder gestellt. Ihn hier zu werfen, war die Aufgabe des 24. März. Alle drei Regimenter der Division kämpften in vorderer Linie, das Regiment 116 am linken Flügel mit dem Schwerpunkt des Angriffes. Das HL Bataillon ist vorne und kommt bald mit dem Gegner in Gefechtsberührung. Der feindliche Widerstand versteift sich, die Begleitbatterie aber schafft Luft. Es ist ein schweres Vorwärtskommen in dem blutgetränkten, durchwühlten und von Gras und Strauchwerk überwucherten Boden der Somme- fchlacht. Das III. Bataillon wird nach Süden abgedrängt und stoßt auf heftigen Widerstand von der maschinengewehrgespickten Rabenhöhe bei Le Forest. Auch das I. Bataillon wird in diese Kämpfe verwickelt, bis es endlich um 5 Uhr nachmittags gelingt, die Hohe im Sturm zll nehmen. Ein harter Kampf Mann gegen Mann setzt ein, der Kamps wird zu einem Ehrentag der 11/116. Das II Bataillon hatte indessen lange in der Mulde zwischen Clery Und Le Forest gelegen, weil JR. 115 bei der Hospitalferme auf heftigen Widerstand von Schottländern stieß. Endlich war es soweit, daß'die Schotten mit flatternden Röckchen ihr Heil m der Flucht suchten. Da schob sich das II. Bataillon in der Lücke zwischen dem III. und 115 in die vordere Linie und stieß vor, bis es leider in eigenes Artilleriefeuer geriet und schon gewonnenen Boden z. T. wieder aufgeben mußte. Doch schon sehen wir es wieder im Vorgehen, einzelne Nester werden genommen, der Feind flieht gen Maricourt. Da kommt die falsche Nachricht, Maricourt sei 'schon genommen. Rasch sammelt das Bataillon in Marschkolonne und tritt an: Richtung Maricourt. Brennende Tanks beleuchten den Weg. Der Regimentskommandeur, Oberstleutnant Mansfeld, ein alter Schutztruppler, ist an der Spitze. Da stößt die 7. Kompanie auf eine englische Feldwache. 5. und 7. packen zu, überrennen den Feind, bekommen aber verstärktes Feuer aus Richtung Maricourt. Der Regimentskommandeur befiehlt Abbruch der Verfolgung und Verteidigung am Feuersteinberg. Die Aufklärung stellt fest, daß der Engländer von Maricourt her wieder stark vorfühlt, dem Bataillon aber fehlt neben Verpflegung vor allem Munition. Da werden alle englischen Maschinengewehre in Feuerstellung gebracht, Beutemunition ist genug da. Schließlich warten 14 englische Lewisgewehre "c ihre früheren Besitzer. Als der Tag graut, starker feindlicher Artilleriebeschuß ein, der französische Batterien schließen läßt. Dreimal versucht der Engländer unter ihrem Schutze einen Angriff, dreimal weist ihn das II./116 mit den dem Feind abgenommenen Waffen blutig ab. Doch immer empfindlicher wird der Munitionsmangel, immer unangenehmer die Lage des Bataillons, das hier allein ohne Anschluß liegt. Die eigene Artillerie, vor allem die schwere, ist noch zurück. Der Vormarsch ging zu schnell, die Straßen waren zu schlecht und überlastet. In der Nacht traf das Grenadierregiment 3 ein, die Division kam in die 2. Welle. Endlich, nach fünf Tagen ununterbrochenen Kampfes, ein Ruhetag! Dieser 26. Mcjrz wurde zur Munitionsergänzung, zur Bestattung der Toten und zur Einreihung des Ersatzes benutzt. Denn 15 Offiziere und 628 Unteroffiziere und Mannschaften Krebs verursacht, war chemisch nicht abzutoten. So mußte man schließlich dazu übergehen, krebsfeste Kartoffeln zu züchten, und das ist dann auch gelungen. In ähnlicher Weise wird der Kampf gegen die'Kartoffelfäule geführt , An Problemen fehlt es hier nie. Vor einigen Jay» ren erregte das Ulmensterben allgemeine Aufmerksamkeit. Die Reichsanstalt legte einen Ulmenhain an, in dem alle Sorten von Ulmen, etwa 'echs, durchgeprüft wurden. Man machte Jmpfver- uche und stellte bald fest, daß der Erreger em Pilz st, der in den Gesäßen der Ulme wachst und zuerst in Holland beobachtet wurde. Da es kein Mittel gibt, Pilze im Baum abzutöten, suchte man immune Sorten und fand sie. r Das Laboratorium für Sorten künde ist einer der jüngsten und bedeutsamsten Zweige der Reichsanstalt. Hier wird zum ersten Mal versucht, eine wissenschaftlich exakte Beschreibung der Sorten zu geben. Jährlich werden hier Tausende von Neuzüchtungen geprüft, von denen sich immer nur wenige als brauchbar erweisen. Hier gelang auch eine besondere Methode zur einwandfreien Feststellung von Sorten, die sogenannte Lichtkeimprüfung, die man heute als den ErkennungS'bienst für Kartoffeln bezeichnen kann. Selbstverständlich ist man auch daran gegangen, die Weizen- und Ru- bensorten zu registrieren. ..... Dieser kurze Einblick in das Tätigkeitsgebiet der Biologischen Reichsanstalt zeigt, welche Bedeutimg und welchen Wert der Pflanzenschutz für die Sicherung der Ernäherung unseres Volkes hat. K. M. Ludwig Wüllner -f. Der berühmte deutsche Schauspieler, Sänger und Rezitator Dr. Ludwig W ü l l n e r ist, einer Meldung aus Berlin zufolge, nach kurzer Krankheit im 80. Lebensjahre g e ft o r b e n. * Wüllner wurde am 19. August 1858 zu Münster (Westfalen) als Sohn des Musikpädagogen und Dirigenten Franz Wüllner geboren; sein Großvater war Germanist und gehörte zum Freundeskreise der Brüder Grimm. Ludwig Wüllner studierte zunächst ebenfalls Germanistik, promovierte 1882 zum Dr. phil. und war 1884 bis 1887 als Dozent in seiner Vaterstadt tätig; dann gab er die akademische Laust in offenen, von Schlamm und Wasser gefüllten Granattrichtern. Durchfall und Erbrechen waren die Folge. Die Zahl der Kranken wuchs von Tag zu ^ag. Hier konnte nur der Angriff weiterhelfen. Am 4. April sollte dieser einsetzen, wobei die drei Bataillone den Wald von drei Seiten anpacken sollten. Leider kamen die Befehle zu spät an, die Bereitstellung war z. T. noch nicht begonnen, als andere Teile schon zum Sturm ansetzten, der zer- flatterte und ohne Ergebnis blieb. Ein zweiter Versuch scheiterte an gänzlich ungenügender Artillerievorbereitung, rief aber eine feindliche Gegen- (Scherl-Bilderdienst-M.) bahn auf und studierte in Köln am Konservatorium, das damals unter der Leitung seines Vaters stand, Geigenspiel und Gesang. Als Schauspieler wirkte er anfangs mit großem Erfolge in Helden- und Charakterrollen im berühmten Ensemble der Meininger; seit 1896 trat er mit noch größerem Erfolge als Rezitator und Sänger auf. Feste Engagements, u. a. einen Ruf als Nachfolger Ernst von Poffarts nach München, lehnte er ab. Gastspielreisen führten ihn durch ganz Deutschland und auch nach Amerika. Der preußische Staat bewilligte Wüllner auf Vorschlag der Akademie der Künste in Berlin 1934 einen jährlichen Ehrensold von 2000 Mark. Wüllners Leistungen als Schauspieler, Sänger und Rezitator blieben bis in sein hohes Alter hinein erstaunlich; er war einer der letzten großen Wortkünstler und Sprechmeister alten Stils; die Verbindung von sprachlicher Gestaltungskraft und einer oft verblüffenden Zuverlässigkeit und Reichweite des Gedächtnisses kennzeichneten seine Vorträge, die übrigens auch auf dem Podium stets von geschmackvoll beherrschten schauspielerischen Akzenten begleitet waren und seinen berühmt gewordenen Abenden häufig einen melodramatischen Charakter gaben. In Wüllners großem Repertoire standen .wohl sein Schubert-Programm und seine Rezitationen Goethescher Dichtungen an erster Stelle. Als Schauspieler gab er u. a. mit Vorliebe den Faust, den Shylock und den Nathan; in den beiden zuletzt genannten Rollen sahen wir Wüllner vor Jahren in Gießen und als Gast bei den Marburger Festspielen. Auch als Rezitator ist Wüllner hier bei uns zu Gast gewesen; manche werden sich der großen Eindrücke seines letzten Vortragsabends in der Neuen Aule noch heute gern erinnern. fehlten. Doch am Morgen des 27. März stand das Regiment schon wieder zusammen mit Feldartillerie- Regiment 25 als „Kolonne Mansfeld" am Ostrand von Maricout und bezog an der Bronfay- Ferme Biwak. Am 28. in der Frühe rückte es als Reserve hinter die 1. J.-D., deren Gefechtsstreifen als fernstes Ziel Amiens umfaßte! Die ersten erhaltenen Dörfer nach einer feit dem 21. März durchschrittenen Wüstenzone waren erreicht. Nach einem Ruhetag am 29 März war für den 30. ein Angriff in breiter Front gegen die feindlichen Stellungen bei Hamel geplant. Die 25. J.-D. sollte nach Heberschreiten der Somme auf Notbrücken der 228. J.-D als zweites Treffen folgen. Doch der Angriff jener Division kam ins Stocken, und am gleichen Tage noch wurde das Regiment weiter südwärts nach Bayonvil- l e r s verschoben. Die Lage hatte sich unerfreulich geändert. Am 26. März hatten sich die Engländer dem Oberbefehl des Generals Fach unterstellt, der alle irgend verfügbaren Abwehrkräfte dorthin warf, wo die Gefahr des Durchbruches am größten war, in den Abschnitt vor Ämieys. Von Stunde zu Stunde wuchs die Feuertätigkeit des Feindes. Südlich der Luce ging der Gegner sogar zum Gegenangriff vor und drängte die dort schwer ringende 199. und 208. J.-D. zurück. Die 25. J.-D. wurde alarmiert, das Regiment an der großen Straße von Roye nach Amiens eingesetzt, wo um einen Wald südöstlich von Hourges schon in den letzten Tagen schwer gerungen worden war. Die Stellungen waren sehr ungünstig, starkem Flankenfeuer ausgesetzt, ohne viel Deckung. Großes Schanzzeug fehlte. Der Wald steckte voller Maschinengewehre, die dort mangels jeder Beobachtung kaum zu fassen waren. Den schweren Waffen, der Artillerie und den Minenwerfern, fehlte die Munition, um der Infanterie wirklich helfen zu können. Ohne Schutz gegen Wetter und feindliches Feuer, ohne warme Verpflegung lag diese Tag und Nacht Hr.69 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Mittwoch, 23. März 1938 Aus der Stadt Gießen. Frühlingstage am Karpfenteich. Am strahlenden, blauen Himmel die strahlende Sonne! Und die Meisen rufen, die Spagen zwitschern und eine Drossel übt zaghaft ihr erstes Liedchen. Grün dehnen sich die Wiesen, immer wieder schweifen unsere Augen darüber, in der Ferne an sanften, blauen Waldketten hangen bleibend. Rote Häuserdächer leuchten uns freundlich zu. Am schönsten aber ist doch das Wasser, blau wie der Himmel, bald hellblau, bald dunkelblau, oder auch silbern. Feierlich rudern die-Schwäne dahin, sträuben ihr Gefieder, biegen den schlanken, ausdrucksvollen Hals, oder fliegen auch mal eine kurze Strecke mit Geräusche über den Wasserspiegel. Viele Spaziergänger hat die Sonne angelockt, und die Bänke sind besetzt mit Müttern und Kindern: das kleinste liegt im Wagen und schläft. Fröhliches Kinderlachen und Rufen klingt auf; jetzt werden die Schwäne gefüttert. Geschickt fangen sie die Bröckchen auf, und als das Vesperbrot zu Ende, ziehen sie stolz und ohne Dank ab. Man sieht ihre rudernden Füße, sanfte Wellchen bleiben hinter ihnen. Puh, wie kalt muß es sein! Man genießt so recht den ersten warmen Sonnenschein, nach einem abkühlenden Bad hat man noch gar kein Verlangen! Auf der Rollschuhbahn neben dem Karpfenteich ist fröhlicher Betrieb. Da surren die Rollschuhe, da laufen, gleiten, sausen unsere Mädels mit den kurzen Röckchen jiber die glatte Fläche. Die Zöpfe fliegen, und bei fröhlichem Schwätzen wird, unter Anleitung einer gewandten Lehrerin, fleißig geübt: da werden Bogen gelaufen, da wird eine Pirouette versucht, dort wird hingefallen und lachend wieder aufgestanden. Aber auch einen „Mond", eine „Spirale", ein „Kanönchen" gibt es. Natürlich darf auch der „Achter" nicht vergessen werden, geschweige denn das Rückwärtslaufen und das Tanzen, wenn man eine vollkommene Rollschuhläuferin werden will! Und über allem die herrliche Frühlingssonne! I E.L. St. Domotizen. Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater, 14.30 bis 17.15 Uhr: „Wilhelm Tell"; 19.30 bis 22.15 Uhr: „Das Land des Lächelns". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Zwei gute Kamsraden". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Rote Rosen — Blaue Adria". — Oberhessischer Kunstverein: 17 bis 18 Uhr Ausstellung im Turmhaus am Brand. Ltadttheaker Gießen. Heute abend findet die Erstaufführung der Lehär- schen Operette „Das Land des Lächelns" statt. Musikalische Leitung Joachim Popelka, Spielleitung Karl- Ludwig Lindt, Choreographische Leitung Irmgard Zenner, Bühnenbild Karl Löffler. Die in eigener Werkstatt hergestellten Kostüme sind angefertigt nach Entwürfen von Sophie Buchner, ausgeführt von Willi Endrich. Die Vorstellung findet gleichzeitig als 25. Vorstellung der Mittwoch-Miete statt. Anfang 19.30 Uhr, Ende 22.15 Uhr. 234 Gausieger im Gau Hessen-Mffau. NSG. Am Dienstagnachmittag wurde der Gauentscheid im Rahmen des Berufswettkampfes aller schaffenden Deutschen, der am Samstag begonnen hatte, feierlich abgeschlossen. Don den 1500 Kreis- fiegern aus dem Gaü Hessen-Nassau, die in Frankfurt, Darmstadt und Offenbach zum Wettstreit angetreten waren, wurden 234 Erwachsene und Jugendliche Gausieger. Die Zahl der Gausieger verteilt sich wie folgt auf die einzelnen Wettkampfgruppen: Eisen und Metall 36, Chemie 14, Verkehr und öffentliche Betriebe 11-, freie Berufe 9, Handel 25, Friseure 2, Gesundheit 8, Bergbau 3, Stein und Erde 14, Bau 9, Nahrung und Genuß 19, Holz 14, Hausgehilfen 8, Banken und Versicherungen 6, Druck und Papier 19, Leder 16, Textil 6, Bekleidung 15. Achtung? heule, Mittwoch, 23. März, 21 Uhr, geben der Führer, der Reichspropagandaleiter und die Führer der Gliederungen über den Rundfunk die Parole für die Volksabstimmung und die Reichstagswahl bekannt. Oie Mitglieder des Kreisstabes, sämtliche Politischen Leiter, die Block- und Zellenwalter der DAF. und NSV. der vier Gießener Ortsgruppen nehmen an diesem Gemeinschastsempsang im Cafe Leib teil. Die Plätze müssen dort um 20.45 Uhr eingenommen fein. Die Politischen Leiter, Matter und Warte der DAF. und RSV. treten, getrennt nach Ortsgrup^ pen, jeweils um 20 Uhr an den Geschäftsstellen der Achtung! NSDAP. an und marschieren geschlossen zum Cafe Leib. Die Fahnen der Ortsgruppen find mitzuführen. Kreisleitung Wetterau der RSDAP. 3m Dienste des WSW. X Am Donnerstag, 24. März, 20 Uhr, findet im Stadttheater zugunsten des Winterhilfswerkes ein großer bunter Abend unter dem Motto „Eine Frühlingsfahrt ins Blaue" statt, an dem das gesamte Solopersonal des hiesigen Stadttheaters, sowie Chor und Orchester beteiligt sind. Die gesamten Einnahmen fließen restlos dem Winterhilfswerk zu. Die Bevölkerung der Stadt Gießen wird gebeten, diese Veranstaltung nach Kräften zu unterstützen. Kreisamtsleitung der RSV. Kreisleitung Wetterau. Gemeinnützige Bauten in Gießen. Dom Eisenbahn- übergang am Aut- weg. Im Laufe des vergangenen Winters wurde der Aulweg vom Schif- fenberger Weg bis zur Bahnkreuzung der Geln- häufer Eisenbahn mit Kanal versehen, alsdann die Fahrbahn ausgebaut und beiderseits je ein Fußsteig angelegt. Nunmehr ist man damit beschäftigt, den höher gelegenen Straßenkörper zwischen Liebigstraße und Bahnkörper jenseits auf die neue Höhe abzutragen und wie den unteren" Straßenteil auszubauen. Im Anschluß hieran soll die, Eisenbahnschranke nach dem neuen Straßenzug verlegt werden, so daß in aller Kürze der Verkehr vom Schisfenberger Weg bis zum Leihgesterner Weg bzw. dem Kliniksviertel sich in gerader Richtung vollziehen kann. Transformatorenhaus an der Feuerwache. Auf Oswaldsgarten unmittelbar an der Feuerwache ist in wenigen Tagen der Rohbau eines schmucken Transformatorenhauses herangewachsen. Die Front des Gebäudes ist von drei großen Türbogen bestimmt, die fast die ganze Frontseite ausfüllen. Das Haus sieht so aus, daß es fast nicht möglich ist, feinen nur technischen Zweck zu erraten. Unser Bild zeigt den schmucken Neubau. (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) Achtung! Oesterreichische Abstimmungsberechtigte im Reich! Vom 24. bis 26. März Anmeldung bei den Gemeindebehörden! Alle über 20 Jahre alten Oesterreicher im Reichsgebiet werden hierdurch aufgefordert, sich umgehend bei der Gemeindebehörde ihres Aufenthaltsortes zwecks Teilnahme an der österreichischen Volksabstimmung in der Zeit vom 24. bis 26. März anzumelden. Zur Teilnahme an dieser österreichischen Volksabstimmung sind berechtigt alle spätestens am 10. April 1918 geborenen Männer und Frauen, die die österreichische Bundesbürgerschaft besitzen, sowie diejenigen Oesterreicher, die aus politischen Grsinden seit März 1933 aus Oesterreich ausgebür- Sert worden sind oder aus politischen Gründen esterreich verlassen mußten; dabei ist es unerheblich, ob die beiden letzgenannten Gruppen inzwischen die deutsche Staatsangehörigkeit erworben haben.' Die im Ausland sich aufhaltenden über 20 Jahre alten Oesterreicher werden aufgefordert sich umgehend bei der für ihren Aufenthaltsort zuständigen diplomatischen oder konsularischen Vertretung Des Reichs wegen Ausstellung eines Stimmscheines anzumelden. Schont die Weidenkätzchen. LPD. Der März gehört zu den Monaten, die der Mensch am freudigsten begrüßt, bringt er doch die ersten Frühlingsblumen in Gärten und Wielen. Neben den sichtbar blühenden Haseln, Erlen und Birten tragen auch die Weiden ihre kleinen „Kätzchen", die silberig aus den braunen Knospen herausragen. Dieses silberne Leuchten verleitet noch immer Blumenfreunde zum Pflücken der „Kätzchen", obwohl sie durch das Reichsnaturschutzgesetz geschützt sind. Gewiß, man weiß, daß der Blütenstaub der „Kätzchen" der Brut der Bienen als Nahrung bient, aber schließlich, so sagt sich der Blütenfreund, kann RUHL Seliersweg Nr. 67 adlO Telephon Nr. 3170 eparaturen ,R9?L es doch auf ein paar Zweige nicht ankommen, und er bricht trotz der drohenden Geldstrafe die Weidenkätzchen ab. Vermutlich, würde er es nicht tun, wenn er wüßte, welche Mengen Blütenstaub selbst ein kleiner Bienenstand für die Aufzucht der jungen Bienen benötigt Es mag deshalb hier kurz einmal der Bedarf an Blütenstaub eines Bienenstandes errechnet werden. Zur Fütterung einer einzigen Bienenlarve benötigt das Bienenvolk 0,15 Gramm. Das macht, da die Larve nur sechs Tage gefüttert zu werden braucht, auf den Tag umgerechnet 0,025 Gramm Blütenstaub. Sicher ist das sehr wenig; berücksichtigt man aber, daß die Königin eines Bienenvolkes täglich im Durchschnitt etwa 1000 Eier legt, in sechs Tagen also 6000, so daß also ununterbrochen 6000 Larven täglich zu ernähren sind, so macht das täglich 150 Gramm Pollen, bei einem kleinen Stand von zehn Volkern also 1,5 Kilogramm täglich. Diese Menge. Blütenstaub von den Kätzchen der Weiden — denn andere Blüten, die nennenswerte Mengen Blütenstaub liefern konnten, gibt es jetzt noch nicht — täglich heranzuschaffen, bedarf es einer erhebliches Arbeitsleistung, und manche Biene fällt auf diesen Sammelflügel, auf denen sie jedesmal nur 0,01 Gramm Blütenstaub holt, der Kälte und der Nässe zum Opfer. Würden die Weiden im Hochsommer blühen, wenn die Natur überall Pollen in Hülle und Fülle spendet, dann käme es auf ein paar Weidenkätzchen wahrlich nicht an. Jetzt aber sind die Weiden die einzigen Pflanzen, die den Bienen Nahrung für die junge Brut liefern, und deshalb ist es notwendig, die „Kätzchen" zu schonen und den fleißigen Bienen die Arbeit zu erleichtern. Dietrich Eckart als Dichter uni) Kämpfer. Zu seinem 7v. Geburtstage am 23. März. Es ist nicht gerade ein erhebendes Gefühl, wenn man dessen gedenkt, wie so manche schöngeistige Schriftsteller, die, noch vor fünf Jahren luftig und behaglich im Fahrwasser des Systems dahinplätscherten, sozusagen über Nacht entdeckten, daß sie eigentlich schon von ihrer Geburt her Nationalsozialisten waren. In derselben Vorkriegszeit, als diese Leutchen mit ihrer Schreiberei Vermögen verdienten, stand unser Dietrich Eckart im schwersten Kampfe ums Dasein. Nur ein einziger Mann von Rang und Namen hatte seine große Begabung gefordert; dies war der damalige Generalintendant der königlichen Bühne in Preußen, Graf Hülsen- Haeseler, der es wagte, Dietrich Eckarts „F r o s ch k ö y i g" im Königlichen Schauspielhaus zu Berlin aufzuführen; allein die Kritikaster der Berliner Presse, von einigen wenigen Ausnahmen abgesehen, fielen mit einer derart gehässigen Wut über dieses Schauspiel her, daß es bald vom Spielplan wieder abgesetzt werden mußte. Derselbe Korybantenlärm schallte zu uns aus der Berliner Presse entgegen, als in demselben Theater zu Anfang 1914 Dietrich Eckarts Neubearbeitung von Ibsens „Peer G y n t" zur Uraufführung kam, der Publikumserfolg war indessen damals so gewaltig, daß sich dieses Werk trotzdem Bahn brach und seither wohl in ungezählten Aufführungen über die deutschen Bühnen ging. Daher brachte Graf Hülsen- Haeseler zu Beginn' 1915 auch Dietrich Eckarts „Heinrich der Hohen st aufe" zum ersten Male zur Darstellung. Der Dichter hatte dieses Drama noch vor Kriegsausbruch geschrieben.' Es behandelt den bekannten Konflikt von Richard Löwenherz mit dem Hohenstaufer und läßt ihn in dem Auftritt gipfeln, wo der englische König als Vasall vor dem deutschen Kaiser kniet. Ein solches Stück durfte doch nicht in einem Hoftheater gespielt werden, denn es hätte die trotz des Ganges der kriegerischen ^Ereignisse nach wie vor unentwegt um Englands Gunst buhlende Politik des unseligen Bethmann-Hollweg durchkreuzen können, und so wurde es trotz des durchschlagenden Erfolges nach acht Wiederholungen abgesetzt. Auf Betreiben des Reichskanzlers... Warum wird es aber jetzt nicht gegeben? Wenn nunmehr im nationalsozialistischen Deutschland auch in der Dichtkunst sich neues. Leben und Blühen entfaltet, so dürfen wir nicht vergessen, daß unser Dietrich Eckart dabei der Vorkämpfer war. Denn muß es für das deutsche Drama der Vorkriegszeit als charakteristisch bezeichnet werden, daß es, vornehmlich unter dem Einflüsse Ibsens und dann des französischen und russischen Realismus stehend, sich fast nur mit der Darstellung von Einzelfällen, dazu möglichst pathologischer Natur, befaßte, die höchstens eine bestimmte kleine Schicht oder Klasse näher angingen, niemals aber in die Breite und Tiefe des Volkes griffen, so erkennen wir in seinen beiden größten dramatischen Schöpfungen, dem „Peer Gynt" und „Lorenzacci o", das Mysterium der echt deutschen Weltanschauung Eckarts, die in die Ewigkeit mündet. Hier ist er ganz Dichter, wogegen er uns in seinen „Familienvätern" und seinem „Froschkönig" auch als politischer Kämpfer entgegentritt, der sein Schwert geg*i die satte und dabei moralische Behaglichkeit des liberalistischen Bürgertums der wilhelminischen Periode erhebt. Der echte dramatische Dichter ist' immer ein Kämpfer, denn was er zu gestalten hat, ist ja nichts anderes als der Kampf zwischen Menschen. Dietrich Eckarts Kämpfernatur entfaltete sich aber am kräftigsten, als er nach dem unsäglich traurigen November-Zusammenbruch unseres Volkes 1918 sich sofort mit an die Spitze der Gegner des marxistischen Systems setzte, indem er seine Zeitschrift „21 u f gut Deutsch" gründete. Persönlich hatte ich Dietrich Eckart im Frühherbst 1919 in Berlin tennengelernt, wo ich als Pressechef des von Kapp gegründeten Deutschen Hochstiftes arbeitete, das als besondere Kulturabteilung bestimmt war für ben Fall, daß der von Kapp geplante Sturz des Regimes Ebert und Genossen gelingen sollte. In München, wohin ich nach dem Fehlschlagen des Kappschen Unternehmens übersiedelte, setzte sich dann unsere Bekanntschaft fort. Dort war inzwischen die „nationale" Regierung von Kahrs ans Ruder gekommen, und wenn wir uns auch über deren Schönheitsfehler keinerlei Täuschung hingeben, so blieb uns doch nichts anderes übrig, als uns vorläufig wenigstens unter deren Fahne zu sammeln. Dietrich Eckart hatte sich mit solcher Leidenschaft in die Wogen der politischen Kämpfe geworfen, daß er nicht mehr die Muße zu dichterischem Schaffen sand, und so entstand in dieser leider letzten Periode feines für uns viel zu kurzen Lebens wohl nur sein gewaltiger Kampfruf: „Deutschland erwache!" Was er sonst produzierte, das waren seine Beiträge zu seiner Zeitschrift und später für den „Völkischen Beobachter", als dessen Herausgeber er zeichnete. Aber da ihm die eigentliche journalistijche Begabung fehlte, so wäre der „Völkische Beobachter" niemals fertig geworden, wenn wir, die Schriftleiter, uns auf ihn verlassen hätten! Versagt war ihm auch die Gabe eines hinreißenden rednerischen Flusses, die Kunst, die Masse zu packen und zu begeistern; er vermochte es auch nicht, in der freien Rede wohlgeformte Sätze zu prägen. Genau so wie er als Dichter mit dem Ausdruck rang, immer wieder an seinen Versen oder seiner Profa bosselte und verbesserte, so auch, wenn er auf dem Podium als Redner stand. Aber mit seinem Witz und Humor wußte er'doch die Zuhörer zu fesseln. So entsinne ich mich, daß er einmal in dem großen Saale des Hofbräuhauses sprach. Mitten in einem Satze hielt er inne: „Das habe ich nicht richtig gesagt, es muß anders heißen. Ich fange also noch einmal an." Allgemeines Gelächter, in das er selbst einstimmte, worauf ex fortfuhr: „Sie werden es jetzt gleich hören, wie ich mir die Sache richtig gedacht habe!" Hätte er nichts anderes geschrieben als fein flammendes kurzes Gedicht „Deutschland erwache!", wäre er als einer der Bannerträger unserer Bewegung schon unsterblich geworden, allein sein ganzes Wirken und Schaffen ist von nationalsozialistischen Geiste erfüllt und getragen. Insbesondere in seinem letzten großen Werke, dem „Lorenzacci o", dessen Vorwurf ihn schon beschäftigte, als er in den dreißiger Jahren stand. Ein in strenge künstlerische Form gebanntes, in sich ruhendes Meisterwerk, das ich wegen der Tiefe seiner Gedanken und der mystischen Ahnungen, die es in uns erweckt, nahe an Goethes „Faust" heranrücken möchte. Gibt uns Gobineau in seiner „Renaissance" nicht nur farbig, sondern auch geistig ein geradezu plastisch getreues Bild dieser künstlerisch wie geschichtlich uns gleich mächtig fesselnden drei Jahrhunderte des späten Mittelalters und der frühesten Neuzeit Italiens, so gelingt dies Eckart in feinem „Lorenzaccio" nicht minder gut im Kolorit, aber er begnügt sich nicht damit, ein historisches Drama zu schaffen, sondern sucht dabei den Sinn des Lebens selbst zu deuten und die Erlösung daraus zu weisen. Wie bedeutungsvoll tritt Lorenzaccio Ahasver, der ewige Jude, entgegen, der Versucher, unser steter Gegenpol. War doch sein Glaube an Deutschlands Zukunft unbegrenzt! Oder war er in den furchtbaren Wochen, die er, der schwer herzkranke Mann, in der Gefängniszelle zu Stadelheim bei München, verbrachte, die ich selbst aus eigener Anschauung kenne, doch wankend geworden in seinem Glauben? Als ich in Berchtesgaden an seiner Leiche stand und den fein modellierten Schädel mir. zu dauernder Einnerung ein». prägte, da suchte ich vergebens nach einer Ähnlichkeit mit dem Lebendigen. Sv entstellt war das Antlitz Dietrich Eckarts. Der Mund zusammengepreßt wie im Kampfestrvtz, finsteres Gewölk schien auf den Augenbrauen zu ruhen, und in den scharfen Gesichtsfalten tatbereite Härte zu liegen. War er dahin geschieden in der Verzweiflung darüber, von seinem heißgeliebten Volke den nahen Untergang noch nicht abwenden zu können? Sicher nicht. Noch wenige Tage vor seinem Tode las er in einer ihm befreundeten Familie aus dem „Egmont" die Szene vor, wo Klärchen die schlaffen Bürger vergeblich aufzureizen sucht, Egmont mit Gewalt aus dem Kerker zu befreien. ,',Klärchen", sagte er mit liebem Lächeln, „das ist die deutsche Volksseele." Ruhig und ohne Todeskampf schlummerte er in jene Welt hinüber, die jenseits der Wahns, hinter dem bunten Schleier liegt, mit dem uns Maja umspinnt. Ihm, dem im Leben immer Ruhelosen, vom Schicksal hart Geschüttelten, der aber aus aller Jrrnis den rechten Pfad zum Heile stets von neuem fand, um zum Schlüsse sich selbst dem deutschen Volke zum Opfer darzubringen, erklang wohl in feinen letzten lichten Augenblicken die tröstende Stimme der Singenden, die auch in seinem „Lorenzaccio" das Sterben verklärt: „Ewig leuchtet deine Seele Ueber alle Welten hin; Irrtum ist es, daß sie fehle, Doch der Irrtum ist Gewinn. Nie kann ihr die Gnade schwinden. Dunkelt noch so sehr der Wahn — Alle werden heimwärts finden. Du, du hast es längst getan." Josef Stolzing-Czerny. > i Hochschulnachfichten. Geh. Reg.-Rat Professor Dr. Richard Wachs- m u t h , der frühere Ordinarius für experimentelle Physik an der Universität Frankfurt, beging Jemen 7 0. Geburtstag. Der seit 1932 emeritierte Gelehrte, ein Schüler von Helmholtz, habilitierte sich in Göttingen, mürbe 1898 Ordinarius für Physik in Rostock, wirkte später in Berlin und folgte 1907 einem Rufe nach Frankfurt Seine 21r» beiten befassen sich in erster Linie mit Akustik, Spektroskopie und Elektrizitätslehre. Professor Dr. Emil Winkler in Heidelberg, früher in Wien, ist als Ordinarius für romanische Philologie an die Universität Berlin berufen worden. NSG. ..Kraft durch Areude". kreis Gießen. Theatervorstellung. Am Samstag, dem 26.3.1938: ..Clivia." Operette von Nico Dostal. Karten zu 1,— RM. in der Verkaufsstelle Seltersweg. 18620 BDM.-u.ZM.-llntergau 116, Gießen. Vetr.: Sani-Kursus für das LeisiuNgsabzeichen. Alle Mädel, die in diesem Jahr das Leistungs- abzeichen machen wollen, sind am Freitag, 25. März, um 20.15 Uhr pünktlich auf ber. Dienststelle des Untergaues zum Sani-Kursus. Betr.: Dienste durch die Untergauführeriu oder ihre Mitarbeiterinnen in dieser Woche. *23. März: Der Dienst im Standort Lich fällt wegen Maul- und Klauenseuche aus. 24. März: Gruppenappell in Lollar, M.-G. 5/116. Gruppenappell in M.-Gr. 1/116, Gießen-Süd. 25. März: Dienst in Burkhardsfelden (Abnahme des Singewettstreits). Appell in Steinbach. 27. März: Sportwartinnenschulung, antreten um 8 Uhr an der Dienststelle des Untergaues. 27. März: Tanzveranstaltung „Tänze der Nationen" mit Irmgard Zenner vom Staüttheater Gießen. Antreten der Gruppen um 9 Uhr am „Gloria- Palast". Beginn um 9.30 Uhr. Eintritt 0,25 Mk. Karten bei jeder Gruppenführerin erhältlich. Jahrgänge 1918 und 1919 zur Wehrstammrolle melden! Der Leiter der Polizeidirektion Gießen bringt heute eine Bekanntmachung über die Anmeldung der Geburtsjahrgänge 1918 und 1919 zur Wehrstammrolle zur öffentlichen Kenntnis. Die Wehrpflichtigen dieser Jahrgänge müssen sich, entsprechend den Vorschriften der Bekanntmachung, bei der Polizeidirektion Gießen anmelden. Alles nähere enthält die Bekanntmachung, auf die wir alle Meldepflichtigen besonders Hinweisen. Furchtbares Verkehrsunglück im Gchiffenberger Weg. Heute morgen gegen 9 Uhr ereignete sich im Schisfenberger Weg ein schweres Verkehrsunglück. Der Oberarzt der Chirurgischen Klinik, Dr. T i m p e, war mit einer Dame in seinem BMW.-Personenkraft- wagen unterwegs in der Richtung vom Schiffenberg nach der Stadt zu. Anscheinend geriet dabei der Wagen in die Gefahr, gegen die Bäume an der rechten Straßenseite zu stoßen. Dr. Timpe vermochte zwar den Wagen in der Kurve noch in der Gewalt zu behalten, fuhr dann aber kurz vor dem Abzweig der Straße nach Watzenborn-Steinberg auf der l i n k e n Straßenseite gegen einen Baum. Bei dem Anprall wurde der Wagen schwer beschädigt. Außerdem geriet der Benzintank in Flammen. Eine hohe Stichflamme schoß aus dem Wagen und verbrannte die Baumrinde bis zu einer Höhe von sechs Meter. Sekunden später stand der ganze Wagen in Flammen. Der Kraftwagenlenker und seine Begleiterin vermochten sich unglücklicherweise, da die Türen anscheinend durch den Zusammenstoß mit dem Baum verklemmt waren, nicht aus dem brennenden Wagen zu befreien. Glücklicherweise arbeiteten in unmittelbarer Nähe der Unfallstelle einige Straßenarbeiter, die ungeachtet der Gefahr, in die sie sich selbst begaben, die Türen aufwuchteten und die Verunglückten aus dem Wagen befreiten. Dr. Timpe hatte schwere Brandwunden erlitten, seine Begleiterin schien leichter verletzt zu sein. Beide Verunglückte mußten sofort durch die Sanitätskolonne zur Behandlung in die Klinik eingeliefert werden. Inzwischen war auch die Feuerwehr alarmiert worden, die das Feuer löschte. Der Wagen ist den Flammen völlig zum Opfer gefallen. ÄngmädelsührenmenerWenalleAnfordemngen NSG. Der BDM. steht in diesen Tagen wieder vor der Aufnahme der 10jährigen Mädel in den Jungmädelbund. Tausende von neuen Mädeln in den kommenden Monaten zu organisieren und auszurichten, d. h. gleichzeitig Hunderte von Führerinnen für die Ausrichtung und Betreuung verantwortlich zu machen. Besorgt und fragend sehen in diesen Wochen die Eltern auf die Führerinnenschaft des BDM., die den jüngsten Nachwuchs der großen Organisation übernehmen soll. Daß die Führerinnen den ihnen gestellten Aufgaben in der nationalsozialistischen Erziehung der Jungmädel gewachsen sind und in sie das volle Vertrauen gesetzt werden kann, dafür gibt der Ausbildungsgang der Jungmädelführerin beste Gewähr. Vier Jahre steht das Mädel im Jungmädelbund. Während dieser Zeit stellt sich heraus, wer über dem Durchschnitt steht und haltungs- wie anlagemäßig zur Führerin geeignet erscheint. Diese Mädel werden in besonderen Einheiten, den „Führerinnen- anwärterschaften", zur sorgfältigen Ausbildung er- faßt. Bereits im Sommerhalbjahr beginnt der BDM. mit einer sportlichen Auslese, deren Ziel das BDM.- Leistungsabzeichen ist. Das Mädel soll selbständig einen ordentlichen Sportnachmittag ausarbeiten und durchführen können. Der zweite Schulungsfaktor ist die Fahrt, die bereits größere Anforderungen an die Anwärterinnen stellt. Im Winterhalbjahr fetzt eine planmäßige Schulung ein, die den Mädeln vor allem die weltanschaulichen Grundlagen des Nationalsozialismus: das Werden der Bewegung, das Parteiprogramm und seine Erfüllung in den Gesetzen des nationalsozialistischen Staates nahebringt. Daneben wird die Anwärterin mit allen Fragen der praktischen Jungmädelarbeit vertraut gemacht, die im wesentlichen aus dem Lied, Spiel und der Werkarbeit besteht. Am Schluß dieser Schulung muß das Mädel in der Lage sein, einen Heimnachmittag selbst durchzuführen. Mädel, die sich während dieser vielseitigen Schu- luna in der Anwärterinnenschaft bewährt haben, werden untergauweise in mehrtägigen Schulungslagern zusammengefaßt. Landuntergaue verteilen diese Schulung auf zwei Wochenendlehrgänge. Die nochmals geprüften und gesichteten Mädel, die bereits alle Voraussetzungen zur Führerin mitbringen müssen, kommen alljährlich in das große Führerinnenlager des Obergaues auf die Wegscheide. Das Lager der tausend Kameradinnen, das auf dem Erlebnis aufgebaut ist, wird der künftigen Führerin die letzte innere und äußere Verpflichtung bringen. Das Lager wird in diesem Jahr vom 4. bis 9. April durchgeführt und zum 20. April, dem Tag der Aufnahme der Zehnjährigen, die Führerinnen stellen, die charakterlich, gesundheitlich und leistungsmäßig allen Anforderungen entsprechen. lastzuaes In Langsdorf verkehrhindernd und miBe- leuchtet in den Abendstunden aufgestellt. Er selbst fuhr mit seinem Fernlastwagen geschäftlich wettzx. Wohl hatte der Angeklagte vor seinem Welterfahren den vorderen Anhänger mft einer roten Sturm- laterne beleuchtet, die Lampe war aber bald wieder verlöscht Der Einspruch wurde als unbegründet Der- morsen; die Geldstrafe des Strafbefehls blieb be- stehen. 80 österreichische Kinder für den Kreis Wetterau. Am 30. März werden aus Oesterreich 80 Kinder zum Erholungsaufenthalt im Kreise Wetterau eintreffen. Die NSD.-Kreisamtsleitung Gießen ist zur Zeit mit der Bereitstellung von Pflegestellen für die kleinen Feriengäste beschäftigt. Man darf sicher fern, daß den Kleinen überall ein herzlicher Empfang und ein liebevoller Aufenthalt bereitet wird. Wer einen solchen kleinen Feriengast aufnehmen will, mag sich sofort bei dem Ortsgruppenwalter der NSV. melden. Keine Mietunterstützungen aus Sondersteuermitteln. Der Oberbürgermeister (Wohlfahrtsamt) bringt heute eine Bekanntmachung über den Fortfall der Mietunterstützungen aus Sondersteuermitteln zur öffentlichen Kenntnis. Die Bekanntmachung, die für die interessierten Hausbesitzer und Mieter von großer Wichtigkeit ist, sei dringend zur sorgsamen Beachtung empfohlen. Aus den Gießener Gerichtssälen. SezirMöffengericht Wen. Die Ehefrau H. W. aus Bingenheim hatte sich wegen Anstiftung zur schweren Urkundenfälschung in Tateinheit mit Anstiftung zum Betrug zu verantworten. Der bejahrte und unkomplizierte Zeuge R. hatte einiges Interesse für die Zeugin B., die damals auf dem gleichen Hofe beschäftigt war, erkennen lassen Als die B. in Marburg im Krankenhause weilte, stiftete die Angeklagte die Zeugin K. an, im Namen der B. an den Sch. Liebesbriefe au schreiben, in denen B. um Zusendung von Geld, Schuhen und einem Kleid bat. Auf diese Briefe hin kaufte der Sch. Kleiderstoff und beauftragte die K., aus ihm ein Kleid für die B. zu arbeiten. Dann gab er der K. noch Geld, für welches diese Schuhe für die B. kaufen sollte. Schließlich händigte er der K. noch 5 RM. aus, welche diese, da er selbst des Lesens und Schreibens unkundig ist, an die B. nach Marburg hätte schicken sollen. Die B. erhielt aber weder die Schuhe, noch das Kleid, noch die 5 RM. Ebenso wie das frühere Strafverfahren gegen die K. ergab auch die jetzige Beweisaufnahme, daß die Angeklagte H. W. die K. angestiftet hatte, die fraglichen Briefe an den Sch. zu schreiben. Die Angeklagte bestritt, sich strafbar gemacht zu haben. Das Gericht hielt sie aber durch die Beweisaufnahme für überführt und verurteilte sie zu einer Gefängnisstrafe von zwei Wochen. ‘ Große Strafkammer Gießen. Wegen fahrlässiger Tötung hatte sich der F. H. aus Herzberg im Harz zu verantworten. Der Angeklagte fuhr am 22. September notigen Jahres mit seiner Frau und seinem Kinde in seinem Personenkraftwagen von Stuttgart nach Herzberg. An dem fraglichen Tage herrschte wechselndes, meist regnerisches Wetter. In der Nähe der stVellersburg fuhr der Angeklagte mit einer Geschwindigkeit von 60 Kilometer in einem Abstand von ungefähr 60 bis 70 Meter hinter dem Personenwagen eines Gießener Geschäftsmannes her. Der Angeklagte sah, wie sich von rechts ein Kuhfuhrwerk der Straße näherte; gleichzeitig bemerkte er, daß auf der Straße selbst, auf ihrer rechten Straßenseite fahrend, eine Frau mit einem Handwagen und hinter dieser ein Radfahrer ihm entgegenkamen. Da. der Gießener Geschäftsmann wegen des Kuhwagens, der im Begriff war, auf die Straße zu fahren, feine Geschwindigkeit herabsetzte, hatte sich der Angeklagte dessen Wagen auf ungefähr 30 Meter genähert. Der Angeklagte bremste nun seinen Wagen ab. Auf dem nassen Kleinpflaster kam das Auto aber ins Schleudern. Die instinktiven Versuche des H., sein Fahrzeug aufzufangen, blieben erfolglos. Wie auch der Gießener Fahrer, der sich daraufhin schleunigst in Sicherheit brachte, durch seinen Rückspiegel bemerkte, schleuderte der Wagen sehr stark. Als der Wagen des Angeklagten auf die linke Straßenhälfte schoß, riß er die Witwe Brück aus Wiefeck, die gerade mit ihrem Handwagen vorbeifuhr, um und schleifte die bedauernswerte Frau mit. Weiterhin warf er den hinter der Witwe Brück einherfahrenden Radfahrer von seinem Rade in den Straßengraben und streifte schließlich noch einen Chausseebaum. Frau Brück wurde schwer verletzt unter dem Wagen des Angeklagten hervorgezogen und mit einer Schädelverletzung und, Knochenbrüchen in die Klinik eingeliefert, wo sie Ende Oktober an einer Embolie verstarb. Nach sehr langer Verhandlung, in deren Verlauf der Angeklagte betonte, daß er alle Möglichkeiten zur Vermeidung des Unglücksfalles getroffen habe, während -ein Sachverständiger dieser Erklärung nicht beipflichten konnte, erklärte der Staatsanwalt, das Verhalten des Angeklagten zwar nicht als sehr erschwerend, und er beantragte eine Strafe von zwei Monaten Gefängnis. Das Gericht sprach den Angeklagten frei, da es ein Verschulden des Angeklagten nicht als erwiesen ansah. Amtsgericht Gießen. Ende November v. I. fuhr gegen die Mittagszeit der E. N. aus Gießen im Wernerwall in Richtung Hitlerwall. Trotz eines Vorfahrtszeichens durchfuhr er mit einer Geschwindigkeit von ungefähr! 40 Kilometer die Straßenkreuzung Wernerwall—Hitlerwall und Walltorstraße — Marburger Straße. Dabei brachte er den L., der aus der Walltorstraße kam, mit seinem Leichtmotorrad zu Fall. Das Motorrad wurde beschädigt, der Fahrer selbst erhielt keine wesentlichen Verletzungen. E. N. bekam einen Strafbefehl in Höhe von 30 RM. Gegen diesen legte er Einspruch ein. Da sich auch in der Beweisaufnahme zeigte, daß der Angeklagte das Vorfahrtsrecht des Motorradfahrers, der sich außerdem bereits in der Kreuzung befunden, nicht beachtet hatte, wurde der Einspruch zurückgewiesen. Es blieb bei der bereits erkannten Geldstrafe. Gleichfalls keinen Erfolg mit feinem Einspruch hatte der W. M. aus Fulda. Er hatte im November vorigen Jahres die beiden Anhänger seines Fern- Die Frühjahrsmesse kommt? Dom Samstag, 26. März, bis Sonntag, 3. Aprü, findet in Gießen auf Oswaldsgarten wieder der Frühjahrsmarkt (Schaumesse) statt. An neuartigen Geschäften wird e$ auch diesmal nicht fehlen. Nach seiner unfreiwilligen Winterruhe wird jeder Schausteller bemüht sein, sein Geschäft in neuem Glanz und in bester Aufmachung dem Publikum zu zeigen. Es sind zü erwarten: Auto-Selbstfahrer, LMBoob Flottille, Russische Schaukel, Kinder-Motorrad-Karussell, Hippodrom, Raubtierschau, Marionettentheater, Looping nm Auto, Im Wunderlande Indien, Hexenschaukel und andere, außerdem Verkaufsstände aller Art mit neuen Spezialitäten. Jung und alt wird, wie immer, mit Spannung und Interesse der kommenden Messe entgegensetzen können. Für auswärtige Besucher besteht verbilligte Fahrgelegenheit (Sonntagsrückfahrkarten) im Umkreis von 75 Kilometer um Gießen, und zwar: a) an den beiden Messesonntagen mit tarifmäßiger Geltungsdauer, b) am Mittwoch, 30. März, mit Geltungsdauer vom Mittwoch, 0 Uhr, bis Donnerstag, 3 Uhr (Ende der Rückfahrt). Entscheidungen des Bezitks- verwaltungsgerichtes Gießen. Der Berufung der Genossenschaft für Häute- und Fettverwertung e. G. m. b. H. zu Kassel, Nebenstelle Gießen, gegen die Entscheidung des Kreisausschusses des Kreises Friedberg vom 19. November 1936 wegen Versagung der Erlaubnis zur Errichtung eines Lagers für Häute und Felle in dem Anwesen des Wilhelm Bauer in Butzbach wurde ftattaegeben. In der Sache: Berufung des Herrn. Ostheim II. in Gettenau gegen das Urteil des Kreisausschusses des Kreises Büdingen vom 25. November 1937 wegen Entziehung des Führerscheins wurde die Verhandlung vertagt. Die Klage des August Greulich in Freiensteinau (Kreis Lauterbach) vom 17. August 1937 wegen Entziehung des Wandergewerbrscheins für Kj. 1937 wurde als unbegründet kostenpflichtig abgewiesen. Die Klage des Heinrich' Baumann in Gießen gegen den Bescheid des Kreisamts Gießen vom 10. Dezember 1937 wegen Versagung des Wandergewerbescheins für Kj. 1938 wurde als unbegründet kostenpflichtig abgewiesen. Die Klage des Bezirksfürsorgeverbandes Stadt Marburg gegen den Bezirksfürsorgeverband Kreis Friedberg wegen Erstattung von Fürsorgekosten für Anna Vogt und deren Kind Helga wurde als unbegründet kostenpflichtig abgewiesen. 1 In der Sache: Klage des Max Walldorf in Abenteuer in Paris. Vornan von Hans Hirthammer. Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa. 15. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) Ruland vertrieb sich die Zeit, so gut es gehen mochte. Er wagte vorsichtige Spaziergänge von einer Ecke des Zimmers in die andere, schnüffelte in den Schränken herum und fand schließlich zu seiner angenehmen Ueberraschung ein paar Bücher, sehr gute Bücher sogar, deren Besitz er diesem merkwürdigen Mädchen gar nicht zugetraut hätte. Er nahm eines davon, setzte sich an den Bettrand und las. Gleichwohl versäumte er nicht, die Ohren offen zu halten. Er war fest entschlossen, diesem Herrn Bargent einen nachhaltigen Denkzettes zu verabreichen, sobald es dem braven Manne vielleicht einfallen sollte, seinem Gefangenen einen Besuch abzustatten. Aber Herr Bargent schien ihn vergessen zu haben. Es wurde dunkel. Ruland wollte Licht machen, aber der Strom war abgeschaltet. Aergerlich, nun konnte man nicht einmal mehr lesen, die Geschichte begann langweilig zu werden. Der Gefangene streckte sich auf dem Lager aus und überlegte zum hundertsten Male, was er unternehmen sollte, um seinen Auftrag doch noch durchführen zu können. Das Ergebnis war immer dasselbe: zuerst unter allen Umständen über die Grenze und auf schnellstem Wege nach Paris! Dort mußte dann versucht werden, die Kerle ausfindig zu machen, die heute im „Esplanade" zusammengekom- men waren. Alles weitere mußte dem Zufall überlassen bleiben. Plötzlich flammte das Licht im Zimmer auf. Willy Ruland schnellte sofort Dorf seinem Lager hoch und bezog den Wachposten an der Tür. Immerhin dauerte es noch eine ziemliche Zeit, bis er das Geräusch sich nähernder Schritte vernahm. Es war Lissy, ohne Begleitung des Alten. Er hörte, wie sie behutsam aufschloß. Langsam drückte sie die Klinke nieder, aber sie öffnete die Tür nur so weit, daß sie eben durchschlüpfen konnte. Dann drückte sie die Tür sofort wieder hinter sich zu. Sie blieb, an die Wand gelehnt, stehen, und ihre Augen hefteten sich mit einem Ausdruck von Angst auf Ruland. Ruland trat auf sie zu und faßte sie am Arm. „Was gibt es? Wo haben Sie den Alten? Wie lange soll dieses Affentheater noch währen?" Sie schluckte ein paarmal. „Mein Vater ist vor einer Stunde weggegangen. Er wollte gleich wieder zurück sein, ist aber bis jetzt noch nicht gekommen. Die Wohnung ist zwar abgefperft, Sie können jedoch durch das Küchenfenster in das Innere des Hofes gelangen. Aber machen Sie rasch — Vater kann jeden Augenblick wieder da sein!" „3d) danke Ihnen, Fräulein Lissy, vor allem für den Dienst, den Sie mir heute mittag erwiesen haben. Wo ist mein Mantel unb mein Koffer?" „Draußen in der Diele! Kommen Sie!" Wenige Minuten später war er marschbereit. „Ich muß unter allen Umständen über die Grenze. Sie sind doch sicher hier mit allen Wegen vertraut. Können Sie mir nickst sagen, wie ich--?" „Ich — werde Sie führen. Einen Augenblick — ich bin gleich ungezogen." Als sie zurückkain, trug sie einen dunkelblauen Mantel und eine Baskenmütze. „Haben Sie sehr wichtige Dinge im Koffer?" fragte sie hastig. „Nur Wchche und was man eben so auf eine Reise mitzunehmen pflegt. Warum fragen Sie?" „Ich würde Ihnen raten, den Koffer hierzulassen. Es könnte immerhin sein, daß wir einem Posten in die Hände laufen. Wenn wir ohne Gepäck sind, können wir uns schlimmstenfalls darauf hinaus- reden, daß wir harmlose Spaziergänger sind und uns verlaufen haben." „Sie haben recht!" erwiderte Ruland nach einiger lleberlegung. „Aber — soll ich den Koffer hier in der Wohnung lassen? Dann habe ich ihn zum letztenmal gesehen." „Ich werde schon darauf achtgeden. Ich verstecke ihn zunächst in meinem Zimmer und stelle ihn dann bei den Nachbarsleuten unter, die mir sehr zugetan sind." „Schön! Dann bin ich beruhigt. Habe ich Ihnen übrigens schon meinen Namen genannt? — Willy Ruland, Angestellter aus Berlin!" Sie geriet in Verlegenheit. „Es tut mir sehr leid, Herr Ruland, daß Sie .. von meinem Vater —" „Wir woflen darüber nicht mehr sprechen!" gab er lächelnd zurück. „Sie haben ja Ihr Möglichstes getan, daß es nicht gar zu schlimm wurde." Als Lissy den Koffer in der Tiefe ihres Kleiderschrankes verstaut hatte, führte sie den Mann in die Küche Sie unterließ es aber, das Licht einzu- fchalten, wahrscheinlich wollte sie es vermeiden, die Aufmerksamkeit eines gewissen Mannes auf sich und ihr Tun zu lenken. Beim Oeffnen des Fensters schlug ein feuchter I Nebel ins Zimmer. „Wir treffen es günstig!" meinte Lissy. „Bei dem Wetter werden wir kaum einen Zwischenfall zu befürchten haben." Sie kletterte als erste über den Rand des Fensters. Als ihre Füße auf den geschichteten Ziegelsteinen Halt gefunden hatten, griff sie nach der Hand ihres Begleiters und bedeutete ihm, ihr zu folgen. „Es ist ganz ungefährlich!" ermutigte sie ihn, und in ihrer Stimme klang etwas Jungenhaftes. Willy Ruland lachte auf. Das kleine Abenteuer begann feinen Beifall zu finden, war doch nun endlich der zermürbenden Untätigkeit ein Ende gefetzt, die seinen Mut und seine Tatkraft gelähmt hatte. Sie gelangten* beide glücklich auf ebener Erde an und schlugen nun vorsichtig den Weg zur Haustüre ein. In dem Augenblick aber, als sie auf die Straße hinaustreten wollten, wurde die Tür von draußen geöffnet und Herr Bargent stand auf der Schwelle. In feiner Begleitung befand sich ein hoch- gewachsener junger Mann von sehr elegantem Aussehen. Lissy prallte mit einem unterdrückten Aufschrei zurück, und auch Willy konnte sich eine heimliche Verwünschung nicht verkneifen. Aber er war entschlossen, sich seiner Haut zu wehren. „Das ist ein reizender Zufall!" wandte er sich höhnisch an Bargent „Ich war schon untröstlich, daß ich keine Gelegenheit hatte, mich für Ihre Gastfreundschaft zu bedanken. Sie werden sicher verstehen, daß ich Sie wirklich nicht länger belästigen kann. Ihr Fräulein Tochter will mich ein Stück begleiten. Sie haben doch nichts dagegen?" Bargent war die Liebenswürdigkeit in^Derfon. „Aber ich bitte Sie, Herr Ruland, Lissy yandelt durchaus in meinem Sinne. Ich weiß, was wir unseren Freunden schuldig sind. Aber — Sie haben ja Ihren Koffer vergessen!" „Ich bat Fräulein Lissy, ihn vorläufig unterzustellen. Ich werde ihn später abholen." ^„Wie Sie wollen, selbstverständlich? Aber daß Sie sich so klanglos auf und davon machen, will mir gar nicht gefallen. Wie wäre es mit einem kleinen Abschiedstrunk?" „Oh, danke vielmals!" entgegnete Ruland mit einer abwehrenden Handbewegung. „Ihre Unverfrorenheit ist geradezu staunenswert. Jcd bin Ihnen zwar gestern brav in die Falle gegangen, aber Sie brauchen mich deswegen nicht gleich für einen so vollendeten Trottel zu halten, daß ich die gleiche Dummheit zum zweitenmal begehe. Eher können Sie von Glück sagen, daß ich in großer Eile bin; denn sonst hätte ich Sie jetzt der Polizei übergeben. damit Ihrem verbrecherischen Treiben endlich das Handwerk gelegt würde." Christian Herdegen stand lächelnd dabei und war ein aufmerksamer Zuhörer. Bargent warf einen fragenden und halb mißtrauischen Blick auf seinen Begleiter. Zwar war ihm der Mann von Donna d'Alvarez aufs wärmste empfohlen worden, doch man konnte nicht wissen, ob man seiner Unterstützung auch in dieser Sache sicher war. Herdegen fing seinen Blick auf und gab ihn schmunzelnd zurück. „Sie sprechen in Rätseln!" fuhr daraufhin Bargent ermutigt fort. „Ich wüßte nicht, was Sie der Polizei' gegenüber vorzubringen hätten." „Geben Sie mir die Türe frei, ich muß gehen!" Ruland hielt es für zwecklos, den Alten herauszufordern. Sie waren zwei gegen einen und er hatte nicht die geringste Lust, noch eine zweite Nacht in diesem Hause zu verbringen. Nun aber mischte sich Herdeaen ein. „Immer sachte, mein Junge!" lachte er und vertrat ihm den Weg. „Wenn Sie schon meinen Freund verdächtigen, bann nur immer ’raus mit der Sprache! Wir sind hier ganz unter uns!" Dabei machte er, von Bargent unbemerkt, eine rasche Bewegung nach seinem Rockaufschlag. Ruland sah für einen kurzen Augenblick das Erkennungszeichen aufblitzen. Er blickte Herdegen an, ein kaum bemerkbares Zwinkern mit den Augen gab ihm Gewißheit. Er vermutete sofort das Richtige. Berlin hatte also bereits eingegriffen und einen Beamten hergeschickt, der nach seinem Verbleib forschen sollte. Natürlich mußte der Mann eindeutige Tatsachen hören, um gegen Bargent vorgehen zu können. „Wenn Sie Wert auf Einzelheiten legen--" Und er berichtete, was sich seit dem Verlust seines Passes ereignet hatte. „Es arbeitet Hand in Hand, dieses Gesindel. Der ein flaut die Papiere, der andere nimmt den Beraubten in Empfana. um ihn vollends auszuplündern. Wenn mich das Mädel hier nicht rechtzeitig gewarnt hätte, dann würde ich wohl jetzt mittellos irgendwo herumirren und konnte nicht einmal eine Anzeige machen, denn ich müßte ja ein« aestehen, daß ich versucht hatte, ohne Papiere die Grenze zu überschreiten." Bargents Miene verriet einiges Unbehagen. „Ihrer Phantasie nach zu sck)ließen, möchte man annehmen, daß Sie den Sonnenstich haben. Ein Spaziergang in der kühlen Nachtluft wird Ihnen sicher guttun. — Kommen Sie, Herdegen, wir gehen ' nach oben!" (Fortsetzung folgt) 6 Wirtschaft Aus -er engeren Heimat g2 und h (andere Bedarf Schweine zugeteilt; Hammel und Schafe mitteler / ret = 6 Devisenmarkt Kälber dem zugeteilt. 200 130 123,25 128 116,9 Deutsche Diskonto Dresdner Bank . . 0,649 42,00 0,146 47,10 55,39 47,10 12,41 5,485 7,668 138,26 13,11 199.25 130 123,25 128 117 0,647 42,02 0,146 47,10 55,33 47.10 12,395 5,485 7,558 138,06 13,11 199,75 130 123,25 128 117 Berlin 0,723 5,706 62,34 11,265 63,87 57,31 8,709 8494 0,721 5,694 62,15 11,23 63,69 57,14 8,701 8493 Kund- gefolgt Labmeyer .......... Mainkrail........... Mannesmann Mansselver Bergbau . Merallgesellschaft..... Orenstem & Koppel .. Rheinische Braunkohle Rheinische Elektro .... Rbetnstablwerke...... 14 . 6 . 0 . 8 . 5 . 7 . 8 12 6y, 4 . 5 . 6 . 4 4Vi .. 7 .. 6 .. 0 . 12 6 .. 6 Rhein-Mainische Börse. rmllagsbörfe wenig verändert. Frankfurt a. M., 22. März. Da die schäft der letzten Entwicklung nur zögernd Käl- und 0,723 5,706 62,27 11,25 63,81 57,26 8,719 L.497 § Garbenteich, 22. März. Am Sonntag veranstaltete die hiesige Evangelische Frauen- Hilfe ihren Schlußabend als Abschluß der winterlichen wöchentlichen Zusammenkünfte. 3p diesem Abend wären die Männer der Mitglieder eingeladen, und so war es die stattliche Schar-von 350 Teilnehmern, die sich an den festlich gedeckten Kaffeetafeln in den Sälen der Wirtschaft Lotz zu- der Umsätze festzustellen. Die Unkosten betrugen 4135 Mark, gegenüber 3374 Mark im Vorjahre. D Reingewinn beträgt 874 Mark. An Rückvergütung werden 3 v. H. gewährt, 50 Mark werden dem Reservefonds überwiesen, der Rest wird der Betriebsrücklage gutgeschrieben. Vorstand und Aufsichtsrat wurde einstimmig Entlastung ertellt. Die satzungsgemäß ausscheidenden Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder wurden einstimmig wiedergewähll. Direk- bankwerte um)., Aschaffenb. Buntpapier —1 auf 99. Renten waren ohne Geschäft. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 22. März. Auftrieb: der 694 (gegen 614 am 15. März), Härnrnel 100 kg) 0,97, Klasse gl und und Mtschneider) 1,05, Klasse Sauen und Eber) 1,01 Mark. Marktverlauf: Großvieh und entsprechend. Schweine wurden Schafe 112 (116), Schweine 4270 (4332). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in RM: Kälber a) 60 bis 65 (62 bis 65), b) 53 bis 59 (55 bis 59), c) 41 bis 50 (45 bis 50), d) 35 bis 40 (30 bis 40). Härnrnel b2) 46 bis 52 (47 bis 52), c) 41 bis 45 (42 bis 45), d) 32 bis 40 (30 bis 40); Schafe a) 39 bis 42 (40 bis 42), b) 33 bis 38 (35 bis 39), c) 28 bis 31 (24 bis 32). Schweine a) 56,50 (56,50 bl) 55,50 (55,50), b2) 54,50 (54,50), c) 52,50 (52,50), d) 49,50 (49,50); Sauen gl) 53,50 (53,50), g2) 51,50 (—). Marktverlauf: Kälber und' steigerung. Der Platz, der viel und gern in Anspruch genommen wird, stellt sich jetzt in weit vollständigerer Form dar, als es in den Jahren bisher der Fall war. Wieder Schäferhundeschau in Gießen. Die Ortsgruppe Gießen der Fachschaft Deutsche Schäferhunde veranstaltet auch in diesem Jahre, voraussichtlich im Juni, wied'er eine Schäferhunde- schau, die eine stattliche Anzahl der besten Schäferhunde aus weitem Umkreis nach Gießen bringen soll. Man rechnet damit, daß Hundebesitzer und -züchter mit etwa 60 Tieren dabei zugegen sein werden. * ** Straßensperrung. Während der Frühjahrsmesse roirt) die Kirchstraße von Wetzsteingasse bis Neustadt vom 26. März bis 3. April einschließlich für den gesamten Durchgangsverkehr täglich von 11 Uhr bis zur Beendigung der Messezeit gesperrt. ** Unfall bei der Arbeit. Der 33jährige Eisenbahner Erich Junker geriet mit dem rechten Bein zwischen zwei Schiebetüren eines Güterwagens und erlitt dabei einen Unterschenkelbruch. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. 200,25 130 123,25 128 116,9 | tRetdiiban!............... 12 Berliner Handelsgesellschaft . 6H Commerz- und Privat-Bam ... 5 0,721 5,694 62,22 11,245 63,75 57,19 8,691 2,490 (100 bis 119,5 kg) 1,03, Klasse d bis f (unter ' I (fette Speck sau en Buenos itiires . Brüssel....... Rio de Janeiro Polen........ Kopenhagen... Danzig ..... London helsingforS.... Parts........ Holland ..... Italien....... ist — der Auftragseingang war auch heute gering — lag die Börse ziemlich still, zumal die gestern das Geschäft belebenden Sonderbewegungen sich kaum mehr fortsetzten. Verschiedentlich erfolgten seitens der Berufskreise kleine Gewinnmitnahmen, so daß die Kursentwicklung am Aktienmarkt »wenig verändert und nicht ganz einheitlich, jedoch überwiegend noch freundlich war, wie überhaupt eine feste und zuversichtliche Grundtendenz vorherrschend blieb, lieber den durchschnittlichen Rahmen von 0,25 bis 0,50 v. H. hinaus verändert waren Deutsche Linoleum mit 177,25 (176), Metastgesell- schaft mit 139,40 bis 139,50 (138), MAN. mit 136,25 (135). BMW. mit 156,50^155,50), Deutscher Eisenhandel mit 154,75 (154), Feldmühle Papier mit 140,50 (139,50) und AG. für Verkehr mit 135 (134,25). Zu den knapp gehaltenen Papieren zählten u. a. Reichsbank, Verein. Stähl, Demag, Rheinmetall und Zellstoff Waldhof, während Betula ihre rückläufige Bewegung leicht fortsetzten auf 163,50 (164). IG. Farben blieben u. a. mit 159,25 bei kleinen Umsätzen unverändert. Am R e n t e n m a r k t hot die Nachftage wieder leicht zugenommen. Einige Umsätze hatten Reichsaltbesitz mit 132,75 (132,50), ferner im Freiverkehr Kommunal-Umschuldung mit unverändert 96,15 und 4 v. H. Rentendank-Ablösung mit unverändert 94,90. Goldpfandbriefe wurden vorwiegend ratio- 0,645 i 41,92 I 0,144 I 47,00 55,27 । 47,00 । 12,38 5,475 7,652 | 137,98 13,09 | Gießener Schlachtviehmarkt. Zum gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtviehoerteilungsmarkt) in der Viehversteige- oungshalle Rhein-Main in Gießen wurden 7 Ochsen, 6 Bullen, 21 Kühe, 28 Färsen, 103 Kälber, 188 Schweine aufgetrieben. An Preisen wurden erzielt: Ochsen 40 bis 44, Bullen 36 bis 42, Kühe 21 bis 41, Färsen 33 bis 43, Kälber 36 bis 54 Pfennig je Pfund Lebendgewicht. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgende Preise bezahlt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,11 Mark, Klasse bl (135 bis 149,5 kg) 1,09, Klasse b2 (120 bis 134,5 kg) 1,07, Klasse c Uhr: Morgenlied, Morgenspruch, Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Abweichungen auf: Goldschmit 146,25 (145,50), Bemberg 146,25 (146,50), Bekula 163 (163,50), Feldmühle 142,25 (142), Geffürel 149,50 (149,75), Reichsbank 199,25 (200). Am Einheitsmarkt Groß- v.H. tor Schwalb ermahnte die Mitglieder zu weiterer genossenschafllicher Treue. In froher Geselligkeit blieb man anschließend noch einige Stunden beisammen. Das Autoung'ück auf dem Römer berg. Lin Jahr neun Monate Gefängnis für den verantwortungslosen Autodieb. LPD. F r a n k f u r t a. M., 22. März. Die Große Strafkammer verurteilte am Dienstag den 18 Jahre alten Karl Sieber aus Mannheim wegen fahrlässiger Transportgefährdung, fahrlässiger Körperverletzung, Fahrerflucht und Uebertretung der Reichsstraßenverkehrsordnung zu einem Jahr neun Monaten Gefängnis. Der Angeklagte, der mit einem Freund in einem gestohlenen Auto aus Mannheim am 30. Januar noch Frankfurt gefahren war, rannte abends, nachdem er gezecht hatte, auf dem Römerberg in die dort zur Feier der 5. Wiederkehr des Jahrestages der Machtübernahme angetretenen Parteiformationen und verletzte drei Personen erheblich und acht leicht. Der Angeklagte hatte zuvor am Hauptbahnhof einen Zusammenstoß mit der Straßenbahn und bemühte sich, einem ihn verfolgenden Motorradfahrer zu entkommen, wobei er mit dem Auto in die Altstadt und schließlich auf den Römerberg geriet. Lediglich weil der Angeklagte noch sehr jugendlich sei, habe man nicht auf die höchstzulässige Strafe erkannt, wie sie beantragt war. Dar £lr eil im Mieger-prozeß vom RecchSgericht bestätigt. LPD. Leipzig, 22. März. Der I Strafsenat des Reichsgerichts hat in Uebereinstimmung mit dem Antrag des Reichsanwalts die im Wildererprozeß Mi eg er gegen das Urteil des Schwurge- r-chts Frankfurt o. M. vom 20. November 1937 eingelegten Revisionen als unbearündet verworfen. Damit ist der 55jährige Johann Wilhelm M i e g e r aus Sckmitten wegen Mordes in zwei Fällen zweimal zu in Tode unter Aberkennung der Ehrenrechte auf Lebenszeit rechtskräftig verurteilt. Gleichzeitig hat die gegen seinen 28 Jahre alten Sohn Wilhelm Mieger wegen Totschlags, Wilderns und Schußwaffenvergehens verhängte Strafe von 15 Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust Rechtskraft erlangt. 0,643 41,94 l 0,144 47,00 i 55,21 I 47,00 1 12,365 5,475 । 7,542 । 137,78 I 13,09 l Gießen gegen den Bescheid des Kreisamts Gießen vom 17.Jan. 1938 wegen Versagung des Wandergewerbescheins für Kj. 1938 erging Beweisbeschluß; die Verhandlung wurde vertagt. Großzügiger Ausbau des MTB.-Gportplatzes. Dank des eifrigen Einsatzes des Vereinsführers Müller und einiger treuer Helfer hat der Platz des Männer-Turnvereins Gießen am Heegstrauchweg einen umfassenden Ausbau erfahren Der Platz ist nach der Straße zu mit einem Drahtgitter abgeschlossen worden. Die Laufbahn hat man erheblich erweitert, und nun ist sie nach langer und mühevoller Arbeit fertiggestellt. Spielfeld und Aschenbahn wurden mit einem Geländer eingefaßt, das die Wettkämpfer und Spieler von den Zuschauern trennt. Ferner wurde der Raum für die Zuschauer an einer Platzseite terrassenförmig angelegt, so daß eine gute Uebersicht ermöglicht ist. Gegenwärtig ist man dabei, die Umkleideräume zu erweitern. Unmittelbar an den bereits bestehenden Umkleideraum und an den Geräteschuppen werden zu beiden Seiten neue Umkleideräume geschaffen. Die Umbauarbeiten und die Ausgestaltung des Platzes zu seiner jetzigen Form bedeutet eine erhebliche Wert- A Großen-Linden, 21. März. Dieser Tage konnte einer unserer ältesten Einwohner, Ludwig Pirr, Bergstraße, seinen 7 8. Geburtstag feiern. Er war von 1919 bis 1934 Rechner der' hiesigen Spar- und Darlehenskasse und ist jetzt noch Rechner der Genossenschaft. Er erfreut sich noch körperlicher Rüstigkeit und geistiger Frische. V Watzenborn-Steinberg, 21. März. Im Saale „Zur Krone" fand eine Versammlung der Deutschen Arbeitsfront statt. Kassen- - ' ‘ ~ ‘ *" Ziel der Rheinisch-Westfälische Elektro .. 6 RütgerSwerke ...............7 ®ol)Detfurth Kali .. 6 (Jduidert £ (So...............7 Gdiultbetfl Patzenhofer 4 Siemens L Halske..... 9 SüDbeutfrtie Zucker 10 Bereinigte Stahlwerke...... 4% Westdeutsche Kaufhof......... 0 Westeregeln Alkali...... .....4 gellftoff WalDhof 6 taoi Minen...............0,6 — Zrankfurk o M. stellenleiter Schmitt sprach über Zweck und Zi Deutschen Arbeitsfront. — Die hiesige F willige Feuerwehr hielt bei Mitglied Gg. Philipp II. ihre Jahreshauptversammlung ab. Oberbrandmeister Karl S ch m a n d t erstattete den Geschäftsbericht. Rechner Mandler gab Aufschluß über den Kassenstand. Dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Im Hinblick auf den diesjährigen Verbandstag findet jeweils am Montag in der Volkshalle eine Uebung der Wehr statt. sammenfand. Der Frauenchor eröffnete den Abend, worauf Pfarrer Steiner (Hausen) die Besucher begrüßte. Im Mittelpunkt des Abends stand ein Heimatspiel „Die Heimat ruft", verfaßt von Pfarrer Steiner und Frau. In diesem Spiel kommt in schlichter und doch spannender Form zum Ausdruck, welch stark bindende Kräfte in dem Wort Heimat verborgen liegen. Die Darsteller brachten in überzeugender Form den Grundgedanken des Heimatspieles zur lebendigen Darstellung, was ihnen verdienten Beifall brachte. Ebenso sprach ein Singspiel lebhaft an, von zwei Mitgliedern in seiner humorvollen Art plastisch dargeboten. In bunter Folge wechselten Gedichtvorträge, Musikstücke und Lieder des Chors, der es sich nicht leicht gemacht und sich an schwierige Lieder herangewagt hatte, die er unter Leitung von Chormeister Schäfer (Garbenteich) gut meisterte. Nach Ablauf des eigentlichen Programms faß man bei gemütlichem Kaffeettinken noch lange angeregt beisammen, und so war es allen Anwesenden aus dem Herzen gesprochen, als der Vorsitzende am Schluß bei seinem Dankeswort den Wunsch aussprach, daß es der Frauenhilfe vergönnt sein möge, im nächsten Jahr ebenso froh wieder zusammenkommen zu dürfen. Eine Sammlung für die Winterhilfe ergab den ansehnlichen Betrag von 16 Mark. - 5 Steinbach, 21. März. Die Mütter unserer diesjährigen Konfirmanden und Konfirmandinnen waren auf Sonntag abend zu einem K o n f i r - manden-Mütterabend ins Pfarrhaus eingeladen. Der Einladung waren alle Mütter, mit Ausnahme von zwei, die durch Krankheit zu kommen verhindert waren, gefolgt. Der Abend wurde von der Pfarrfrau, die früher beruflich in der Frauenarbeit gestanden hat, gehalten. Zu dem Abend hatten sich auch die Albacher Konfirmandenmütter eingefunden. Alle Fragen der Konfirmandenzeit wurden behandelt, einige Lieder gesungen. Die Schlußandacht yielt Pfarrer Döll. OO Beuern, 22. März. Die Bezugs- und Absatzgenossenschaft hielt bei Gastwirt Wagner ihre Generalversammlung ab. Direktor Schwalb gedachte zunächst der drei im vergangenen Jahre verstdrbenen Mitglieder. Die Genossenschaft zählt gegenwärtig 198 Mitglieder. Der Gesamtumsatz betrug 221243 Mark; das bedeutet gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung um 30 000 Mark. An Waren wurden vertellt: 1009 Zentner Düngemittel im Werte von 48 699 Mark (179 Doppelzentner mehr als im Vorjahr), an Futtermitteln 255 Zentner verteilt, Saatfrucht 185 Zentner, Briketts 500 Zentner, 240 Zentner Frucht. In allen Teilen des Geschäftsbereiches war eine Steigerung Scutidie GJolö» und Silber .... 9 Deutsche Linoleum........ 10 Elektrische Lieferungen 6 Elektrische Licht und Kraft 7 I. ®. Farben-Jndustrie.......7 Felten & Guilleaume 6 Gesfürel....................7 Th. Goldschmidt 8 Gritzner Maschinen 0 Harvener.......... 8y. Hoeick Eisen 3% Pbilivv Holzmann ........8 Ilie Bergbau. 6 Ilse Genüsse 6 Kali Aschersleben 4 Klocknerwerke 4% Kokswerke und Chemische Fabrik 7 Mieaek Vater hat am 31. Oktober 1917 den 62 Jahre alten Forstmeister W. Birkenauer aus Usingen bei, der Saalburg auf Oberhainer Gebiet ermordet, um der Bestrafung wegen Wilderns u entgehen. Das zweite Opfer war der kriegsbe- chädigte Waldhüter Ernst Hofmann, der am 16. April 1937 im Walde der Dillinger Bornberge bei Friedrichsdorf von Mieger Vater ermordet worden war. An dieser Tat war auch der Sohn beteiligt. Mieger Vater ist übrigens am 20. November 1937 vom Frankfurter Sonoergericht wegen Verbrechens gegen das Gesetz zur Gewährleistung des Rechtsfriedens zu lebenslänglichem Zuchthaus und wegen Wilderns zu 15 Jahren Zuchthaus bei dauernder Aberkennung der Ehrenrechte unanfechtbar verurteilt worden. CRunbfunfprogramm Donnerstag, 24. März: Licher Sänger im Rundfunk. > Lich, 23. März. Nächsten Sonntag, 27. März, wird die hiesige Sängervereinigung „Cä° ci li a" nach Frankfurt fahren, um dort im Rundfunksaal ein Konzert zu geben. Damit wird die Reihe der Jubiläumsoeranstaltungen anläßlich des 100jährigen Bestehens des Vereins zu Pfingsten eröffnet. Interessenten seien auf dieses Rundsunk- konzert aufmerksam gemacht. Ausladebahnhof wird abgebaut. 3) Li ch, 22. März. Vor etwa zwei Jahren war hier für die zu dem Bau der Reichsautobahn benötigten Materialien (Steine, Kies, Sand, Zement, Eisen usw.) unmittelbar neben der Schiefer- steinschen /Maschinenfabrik ein besonderer Aus - ladebahnhos geschaffen worden. Nachdem nunmehr die Arbeiten an der Reichsautvbahn sich weiter nordwärts erstrecken, wäre der Material-! Transport von hier aus zu umständlich und zu kostspielig. Deshalb ist man jetzt mit dem Abbau der Ablage beschäftigt. Die Schienen und Schwellen werden mit der Bahn nach Lumda bei Grünberg verbracht, um dort zu einer Neuanlage wieder Verwendung zu finden. Den Schotter und die Steinpackung transportieren noch einzelne Lastkraftwagen nach der jetzigen Autobahnbaustelle. Bald wird der Verkehr in unserer Stadt dann wieder normal und ruhiger werden. Tödlicher klnglücksfall in Alsfeld. (D Alsfeld, 23. März. Gestern abend kurz nach 18 Uhr war die 26jährige verheiratete Martha Post aus Hattendorf auf ihrem Fahrrad von ihrer Arbeitsstätte bei der hiesigen Firma Georg Dietrich Bücking auf dem Heimwege begriffen. An der Kreuzung der Adolf-Hitler-Straße mit der Rornröder Straße und dem Zeller Weg stieß sie mit einem aus der Adolf-Hitler-Straße kommenden schweren Personen-Autobus so unglücklich zusammen, daß sie schwere Schädelverletzungen und starken Blutverlust erlitt. Die bedauernswerte Frau wurde in das.Kreiskrankenhaus gebracht, wo sie noch gestern abend an den Folgen ihrer schweren Verletzungen gestorben ist. Die polizeilichen Ermittlungen wurden sofort ausgenommen und sind noch im Gange. Unfälle auf dem Lande. Dem»64jährigen Landwirt Balthasar Grieb von Holzheim ging, als er sich mit einem Fuhrwerk auf dem Weg zu einem Acker befand, das Pferd durch. Bei dem Versuch, das Tier zu halten, erlitt der bedauernswerte Mann schwere Rippenverletzun- aen und eine Brustquetschung. — Der 15jährige Sohn Ernst des Landwirts Schäfer von Beltershain erlitt bei einem Sturz vom Fahrrad einen Unterschenkelbruch des linken Beines. — Durch einen Sturz vom Soziussitz eihes Motorrades zog sich die 38jährige Landwirtsehefrau Anna Mathes aus Atzenhain (Kreis Alsfeld) einen Bruch des linken Ellenbogens zu. — Der 31 Jahre alte August Jäckel von G r ü n b e r g , der in der Nacht zum Samstag einen Streit zwischen jungefi Leuten schlichten wollte, erhielt dabei drei Messerstiche in den Rücken. Die Verunglückten mußten in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. Von der Maul- und Klauenseuche erfaßt NSG. Im Kreise Wetterau wurden die Gemeinden Klein-Karben, Dortelweil, und Münzenberg von der Maul- und Klauenseuche erfaßt. In Klein-Karben besteht der Sperrbezirk aus der Rüdesheimer Straße, während die übrige Gemeinde und Gemarkung Beobachtungsgebiet bleiben. Zum Sperrbezirk in Dortelweil wird die Gemeinde und zum Beobachtungsgebiet die Gemarkung Dortelwell erklärt. In Münzenberg bildet hie Gemeinde den Sperrbezirk, die Gemarkung das Beobachttingsgebiet. Landkreis Gießen. Klang zur Werkpause. 9.40: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 10: Schulfunk. Dolksliedsingem 11.40: Volk und Wirtschaft: Deutsche Kanalbauten, 12: Werkskonzert: In den Domen der Arbeit. Werke großer deutscher Meister. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Das Stündchen nach Tisch... 15: Bilderbuch der Woche. 15.30: Für unsere Kinder: Wir erzählen euch neue Märchen. 16: Nachmittagskonzert. 17: Das Mikrophon unterwegs. 18: Zeitgeschehen. 18.30: Der fröhliche Lautsprecher (Schallplatten). 18.45: Frühlingsboten der NSV. Hörbericht von der Herstellung des WHW.-Abzeichens für die letzte Reichsstraßensammlung 1937/38. 19: Nachrichten. 19.10: Musik französischer Komponisten (Schallplatten). 20: Aus Besanron (Frankreich): Gastspiel des Freiburger Stadttheaters: „Fidelio", Oper in zwei Akten von Ludwig van Beethoven. 22: Nachrichten. 22.30: Volks- und Unterhaltungsmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert. Carl Maria von Weber. Accumulawren-Fabrtk Aschaffenburg Zellstoff Bemberg........... Bekula............. Buderus Eilen....... dement Heibelberg... dement Karlstadt .... Conti (Mummt...... Daimler Motoren.... Dessauer Gas Deutsche Erdöl...... nen notierten wie am Vortag. Von Industrie-Anleihen 6 v. H. IG. Farben 130,13 (130,50). Gefragt blieben Reichsschatzanweisungen. Im Verlaufe war das Geschäft bei fester Grundtendenz teilweise lebhafter, ohne daß sich die Kurse nennenswert veränderten. Fest jedoch Adlerwerke Kleyer mit 122,75 bis 122,90 nach 122,25, ferner zogen Zellstoffwerte bis 1 v. H. an, Feldmühle 141,50, Aschaffenburger 142,50, Waldhof 150. Rheinmetall leicht schwankend mit 143,75 bis 144 nach 144, BMW. 0,50 v. H. leichter mit 156. Von später notierten Werten Südd. Zucker fest mit 218 (215,50), andererseits Marisfelder nach Pause 150,50 (152,50). Dresdner Bank weitere 0,13 v. H. höher mit 117. Abendbörse zuversichtlich. Für die Abendbörse lagen nur wenig Aufträge vor, so daß sich die Umsätze in engen Grenzen bewegten. Die Haltung war aber weiterhin zuversichtlich. DieKurse erwiesen sich gegenüber der Geschäftsstille als beachtlich widerstandsfähig und notierten auf dem höchsten Stand zumeist behauptet. Bemerkenswert ruhig lagen Auto- und Maschinenwerte, Adler unv. 123, MAN. 136,25 (136,50), Rheinmetall 143,50 (144), Demag unv. 155,75, Eß- linger + 0,25 v. H. auf 121,50. Leicht erhöht waren Bergwerkspapiere, Buderus 120,25 (120), Ilse Genuß 144 (143,50), Mannesmann 114,50 (114,40), Rheinstahl 146,50 (146,25), Deutsche Erdöl 142,75 (142,25), Dt. Eisenhandel unv. 155. IG.-Farben notierten unter Schwankungen lebhafter, 159,13 bis 159,25 bis 159 (159,25). Sonst wiesen noch leichte Iavan . Zugostawlev 061o ..... Wien Cfffabon .... Stockholm .. Schweiz .... Soanien.... Prag.. Budaveü... Neuyort..., niert. Liquidationswerte bröckelten zumeist bis 0,25 < Schwer v. H. ab. Stadtanleihen und Kommunal-Odligatio-1 mäßig. Franks urt a. M. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schluß- kure Schlußk Mittag- hörte Datum 2L3 22-3. 21-3. 22.3. 6% Deullche Reichsanlethe v. 1927 101,9 102 101,9 101,9 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 99,75 99,65 99,75 99,65 iy2% Deutsche Reichsschatzanwei- jungen von 1935 .. ...... —— —* — .1935 des Reichsarbeits- 2" Di- Dienstpflichtige« des" «eburtsjagrgangs dienstgefetzes vom.28 6. 193o, dcr Verordnung über ,919, die in der ,;cit vom 1. Januar bis 31. August baä (.riastungsiveien vom 15. 2^1937 und der An- 1919 geboren find, deren Familiennamen beginnen: ordnung über Erfassung und Musterung 1938 für 1937er Nalurweio p. Ltr. RM. 0.80, in Fässern jeder Größe u. Kisten von 30 Flaschen an 1937er alkoholfr. Traubensaft per '/j Flasche RM. 1.-, in Kisten von 30 Flaschen an, liefert PelBornheiiner,Weinkellerei Gensingen bei Bingen a.Rh. Fernsprecher Nr. 24. 1783D 1864 A - Vp gische Privat-Handelsschule Gießen, Goethestr. 32 Wer seiner Anmeldepflicht nick)t oder nicht pünktlich nachkommt, oder den vorstehenden Anordnungen zuwiderhandelt (Nichtvorlage der Unterlagen oder Paßbilder) wird, wenn keine höhere Strafe verwirkt ist, mit Geldstrafe bis zu 150,— RM. oder mit Haft bestraft. Eventuell werden sofortige polizeiliche Zwangsmaßnahmen gegen ihn ergriffen. fliorlDüotioeinöe Männer-Versammlung Mittwoch (heute) abend fällt aus! 1861D Menoodtanö öermartuggemeinöe. A/ftatAtA I Die Anmeldung zur Wehrstammrolle beginnt am 'OeiUnnilUUCvUlllL 6.^1« 1M8, jeweiU in der Zeit von 8 bis 12 M . Qf ,, ar , , ‘ , .7 „ und 15 bis 17 Uhr, und endigt am 27. April 1938. Betr.: Anmeldung zur Anlegung der Wehrstammrolle Es melden lick' der Geburtsjahrgänge 1918 und 1919. Bekanntmachung. Betr.: Wegfall der Mietunterstützungen aus Sondersteuermitteln. 1859D Nach § 2, Absatz 3 des Gesetzes zur Aenderung der Vorschriften über die Gebäudeentschuldungssteuer (Hauszinssteuer) vom 1.12.1936 treten die Landesbestimmungen über die Stundung und Niederschlagung dieser Steuer zu Gunsten hilfebedürftiger Mie- ter (in Hessen: Mietunterstützungen aus Sondergebäudesteuermitteln) ab 1. 4.1938 außer Kraft. Dies hat für die betreffenden Hauseigentümer und Mieter folgende Wirkungen: Vom I. Ziel 1938 an finden Gutschriften auf Steuerkonten der Hauseigentümer aus Anlaß der Gewährung von Mietunterstützung nicht mehr statt. Der Mieter kann seinerseits die bisher gewährte Mietunterstützung letztmalig bei Zahlung der Miete für den Monat März in Abzug bringen. Soweit die Voraussetzungen dafür vorliegen, erhält der Mieter, dem bisher Mietunterstützung aus Sondersteuermitteln gewährt wurde, von Monat April an eine Miet- beihilfe aus Fürsorgemitteln, die im allgemeinen in Gestalt eines Gutscheines gewährt wird. Der Gutschein ist von dem Mieter dem Hauseigentümer auf die Miete in Zahlung zu geben. Soweit der Gutschein nicht die^Gesamtmiete deckt, hat der Mieter den Mehrbetrag in bar zu zahlen. Mieter, die dem Hauseigentümer keinen Gutschein abgeben, haben für 'Monat April und weiterhin die volle Miete an den Hauseigentümer zu entrichten. Die Gutscheine können von den Hauseigentümern bei der Stadtkasse und der Kasse der Städtischen Betriebe auf städtische Gefälle aller Art (Steuern, Gebühren, Strom-, Gas- und Wassergeld) in Zahlung gegeben werden. Auf Wunsch werden die Scheine von der Stadtkasse auch in bar eingelöst. Uebertragung der Gutscheine auf dritte Personen ist jedoch nicht statthaft. Personen, die in laufender Fürsorge des Wohl- 'fahrtsamtes stehen, brauchen einen besonderen Antrag auf Gewährung einer Mietbeihilfe nicht mehr zu stellen. Arbeitslose und sonstige Hilfsbedürftige, die nicht in Fürsorge des Wohlfahrtsamtes stehen, erhalten Vordrucke zur Antragftellung auf Gewährung einer Mietbeihilfe beim Wohlfahrtsamt, Lonyftraße 2 Erd- geschah (Schalter) zwischen 8 und 11 Uhr vormittags. Gießen, den 19. März 1938. Der Oberbürgermeister. (Wohlfahrtsamt.) 2- D.: Dr. Hamm, Bürgermeister. Vom Augenarzt zum Optiker Biedenkopf! 1H55P Geschmackvoll Oleee 3 ^eeentiionen Eigenschaften der guten Vornehm Familien-Drucksache °ersön/ich zur TN. (Technische Nothilfe), zur Freiwilligen Sanitätskolonne (Rotes Kreuz), OulH aitiujyuiueiiäUlcn|C weroen m der Zeit 1 zur Feuerwehr; vom 1. 10. 1938 bis 31. 3. 1939 und vom 1 4 1939 den Nachweis über den Besitz des Reichssport- *"3"" " ' abzeichens oder SA.-Sportabzeichens; 8) Freischwimmerzeugnis, Rettungsschwimmerzeug- ms, Grundschein, Leistungsschein, Lehrschein der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG.); h) den Nachweis über fliegerische Betätigung: für Angehörige des fliegerischen Zivilpersonals der Luftwaffe, der Luftverkehrsgesellschaften und der Reichs uttverwaltung, die Bescheinigung des ^wnststellenleiters über fliegerisch-fachliche Verwendung und Art der Tätigkeit; werden —W ab 1. dtober 1939 zum aüiven k) dw »Wwf hnangezogcm düng beun NSKK.-Amt fftt Schule^ den Reiter-