Nr. §5 Erstes Blatt 188. Jahrgang Mittwoch. 23. ZebruartM fcrKhetnt f äq Md), autze» Sonmaqs und feiertags Beilagen Die Illustriert» ©ienenet Familien blätter Heimat >m Bild Die5d)oUe Monatr-Bezugspreir: Mi> 4 ‘Beilagen NM 1.95 Ohne .Illustrierte , 1 80 Iustellgebühi . -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge stöbere» Gewalt fiernfprccbanfdilüfit unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drastinach» richten rinzeiger Siesten postfcheäionto: Krontfurl am Main 11688 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Univerfitätsdruckerei R. Lange in Sietzen. 8chriftle'ttmg und Geschäftsstelle: Schulstratze 7 Annahme von Anzeigen für Oie Mittagsnummer bis8' /,Ustr des Vormittags Srunvprelte für i mm Höhe für Anzeigen von 22 mm Brette 7 Npf., für Text- anzeigen von 70mm Breite 50 Npf..Platzvorschrift nach vorst Verembg 25°,„ mehr. 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Chamberlain wies darauf hin, daß durch die gestrigen Erklärungen Edens M i ß o e r - st ä n d nisse entstanden seien. Er erinnere sich nicht, von Eden jemals gehört zu haben, daß die Frage internationalen guten Glaubens ein Hindernis für Besprechungen mit Italien oder Deutschland sei. — Der Liberale Sinclair unterbrach Chamberlain mit dem Bemerken, die Italiener sollten „erst einmal ihre Auslandspropaganda einstellen und ihre Freiwilligen aus Spanien zurückziehen". Mit Gelassenheit fragte Chamberlain zurück, warum Sinclair nicht gleich verlange, daß die Italiener auch Abessinien wieder verlassen sollten. Die Behauptung, daß man erst Besprechungen aufnehmen könne, wenn derartige Verlangen erfüllt seien, sei Humbug. — Auf diese Erklärung hin erhob sich ein ungeheuerer Lärm. Mit solchen Methoden, sagte Chamberlain, komme man nicht weiter. Wenn man wirklich Besprechungen wünsche, dürfe man keine derartigen Bedingungen im voraus festlegen. Die Haltung der Opposition werde dadurch gekennzeichnet, daß es für sie gewisse Völker gebe, mit denen sie überhaupt nicht in Besprechungen eintreten wolle. Attlee habe sogar behauptet, er, Chamberlain, sei jammernd zu Mussolini gegangen. Derartige Steuerungen ließen ihn völlig kalt! (Brausender Beifall auf den Regierungsbänken.) Im übrigen könne er zur Beruhigung der Opposition mitteilen, daß die Beziehungen zu Frankreich durch Besprechungen mit Italien nicht berührt würden. Auf die Frage eines marxistischen Abgeord- neken, warum Chamberlain nichl die „tollet- live Sicherheit" erwähnt habe, erkundigte sich der Premierminister seinerseits, was denn die Opposition eigentlich darunter verstehe. Ob denn irgend jemand glaube, daß d i e Genfer Liga in ihrer heutigen Zusammen- sehung in der Lage sei, so etwas wie kollektive Sicherheit überhaupt zu gewähren. 2Han solle sich nicht selbst tauschen, und noch weniger dürfe man den kleinen und schwachen Völkern vortäuschen, daß sie durch die Genfer Liga geschützt würden. „Wir wissen, daß nichts dieser Art zu erwarten ist. Man kann aber nicht erwarten, daß ein Auto- mobil ein Rennen gewinnt, nachdem seine Zylinder nicht mehr funktionieren." Man könne auch nicht erwarten, daß die Genfer Institution funktioniere, nachdem fast jede Großmacht sie verlassen habe. Wenn er auch glaube, daß in Gens wichtige und wertvolle Aufgaben erfüllt werden könnten, so zweifle er doch daran, daß die Liga jemals wirklich zu arbeiten in der Lage sein werde so lange ihre Grundsätze nominell auf der Auferlegung von Sanktionen oder der Anwendung von Gewalt gegenüber einem Angriff beruhten Heute müsse man klar erkennen, daß man die entsprechenden Genfer Artikel nicht anwenden könne und daß man nicht erwarten dürfe, sie überhaupt angewandt zu sehen. Dann stand Lloyd George auf, der eine lebhafte Auseinandersetzung mit Chamberlain heraufbeschwor, als er rundweg behauptete, der Premierminister habe Eden eine Mitteilung Gran- bis absichtlich vorenthallen. Chamberlain erwiderte, man habe ihn den Inhalt des Telegramms inoffiziell wissen lassen. Er habe das dem Kabinett auch mitgeteilt. — Eden erklärte, er habe aber bis zum Zeitpunkt seines Rücktrittes keine amtliche Mitteilung von der italienischen Regierung erhalten. Der Premierminister habe ihm gesagt, er habe eine Andeutung erhalten, aber nicht gesagt von wem. Im Außenamt sei nichts einge- qanqen, so lange er noch Außenminister war- diese Mitteilung würde jedoch seine Haltung m feiner Weise geändert haben. Lloyd George bleibt dabei, es sei ein wichtiges Dokument vorhanden gewesen, das nie in die Hände des Außenministers gelangt fei Unter tosendem veisall der Regierungsparteien und Zischen der Opposition erklärt Chamberlain, Lloyd George habe offenbar andeuten wollen, er, der Premierminister, habe etwas Schandbares getan. — Lloyd George unterbrechend: Iawoht! - Chamberlain verwahrt sich entrüstet. Am Sonntagmorgen habe er von einem Freunde, der Grandi kenne, die Andeutung erhalten, daß Grandi eine günstige Antwort auf das Ersuchen habe, ob Italien die britische Formel annehmen wolle. „Das habe ich dem Kabinett ge- s'a g t f" Lloyd George ist offenbar daraus aus, festzustellen, daß hier etwas nicht richtig ist. Ich habe das Dokument nicht gesehen, bis es mir Grand» "w vberg'1 Ich hmnte es daher niemanden geben. Ich hatte gehört, Unser Bild zeigt den bisherigen britischen Außenminister nach der entscheidenden Kabinettssitzung. — (Scherl-Bilderdienst-M.) ^4 v-:U 'V Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! London, 22. Februar 1938. Schon der bisherige Verlauf der dramatischen Debatte im Unterhaus über den Rü ck - tritt Edens hat gezeigt, daß der Ministerpräsident Chamberlain die innerpolitische Loge offenbar völlig beherrscht. Roch am Montagabend, | unmittelbar nach der Unterhaussitzung, beschloß eine Versammlung der konservativen Parlamentarier, dem Premierminister einstimmig das Vertrauen zu Dotieren, und damit sind jetzt schon alle Gerüchte über eine Erweiterung der Außenministerkrise zu einer allgemeinen Krise des Regierungssystems oder doch mindestens des Kabinetts Chamberlain gegenstandslos geworden. Der Ministerpräsident ist Herr der Lage, und das Geschick, das er bei seinem für englische Verhältnisse immerhin ungewöhnlichen Zusammenstoß mit Eden vor dem dichtbesetzten Unterhaus an den Tag gelegt hat, hat seine Autorität eher noch vermehrt. Bereits seit langem wurde in London davon gemunkelt, daß zwischen Chamberlain und Eden M'i- nungsverschiedenheiten bestünden Zwar wurden die Gerüchte darüber noch bis in die letzten Tage dementiert, und Chamberlain selbst war es ja, der im Unterhaus noch einmal zum Ausdruck brachte, wie überrascht er von dem Rücktrittsentschluß Edens in diesem Zeitpunkt gewesen sei. Man batte 'N Gesprächen über die Möglichkeit einer Dem's'wn des Außenministers‘vor allem mit dem Argument operiert, daß Edens Rücktritt schon deshalb unwahrscheinlich sei, weil die Konservativen durch seine Person einen erheblichen Teil von Stimmen der mehr links stehenden Wähler fingen. daß die Antwort günstig und zustimmend fei. Das ist alles, was ich dem Kabinett habe Mitteilen können." Lloyd George versteigt sich dann zu der auf der Seite der Konservativen mit Empörung aufgenommenen Behauptung, daß G r a nd i (!) die Mitteilung absichtlich zurückgehalten habe. Das Dokument hätte dem Außenminister übermittelt werden müssen, bevor Eden zurücktrat. Die Aussprache wurde im Namen der Regierung von Landwirtschaftsminister M o r r i k o n geschlossen. Morrison erklärte, die Regierung verfolge eine P o l i ti k der Wiederaufrichtung und der Versöhnung. Er stimme der Opposition zu, daß die Gefahr einer Isolierung bestehe. Aus diesem Grunde eben aber wünsche die Regierung Fühlung mit den Nationen der Welt Alles Gerede über angebliche Intrigen innerhalb des Kabinetts habe keine Grundlage. Nichts sei gegen Eden unternommen worden Im Gegenteil Kollegen und Freunde hätten sich ernstlich Mühe gegeben, um Eden zu halten Die britische Regierung betrachte die Genfer Liga als das beste Instrument. Sie betrachte sie aber mit den Augen d e s Realismus und wünsche nicht, sie als eine Art Führer oder Be- Rückwirkungen Paris, 22 Febr. (DNB.) Der französische Außenminister D e 1 b o s hat vor dem Auswärtigen Ausschuß der Kammer einen Bericht über die internationale Loge erstattet, wobei er vor allem auf die österreichische Frage, die Rede des Führers und den Rücktritt Edens einging Er betonte die Notwendigkeit einer Disziplin und Einigkeit, das,,Potentiel" des Landes auf das Höchstmaß zu steigern und besonders das । 5R ü ft u n g 5 p r o g r a m m z u erweitern. Die 1 Regierung werde den Freundschaftsbündnissen und Allianzen Frankreichs treu bleiben, desgleichen den Genfer Satzungen Auf eine Frage nach den italienisch - englischen Verhandlungen soll Delbos erwidert haben, er verfüge noch nicht über genügend Unterlagen, um bereits jetzt nützliche Aufklärungen geben zu können. Auf eine Frage des früheren Ministerpräsidenten Flan- d i n, welche Haltung Frankreich einnehmen wurde, wenn die englisch-italienischen Besprechungen zu einem Abkommen führen sollten, soll Delbos geantwortet haben, daß Frankreich dann ebenfalls Besprechungen nach der gleichen Richtung hin, aber unter gewissen G a - r a n t i e n ins Auge fassen könne. Auf die Frage eines kommunistischen Abgeordneten, ob S o w j et- rußland aus der von Chamberlain erwogenen Möglichkeit einer Verständigung der vier europäischen Großmächte ausgeschlossen werden solle (!). antwortete Delbos daß es sich selbstocr- ständlich um die Möglichkeit einer Verständigung handele, die allen Staaten offen stehe. Auf zahlreiche Fragen über die auch in Frankreich beobachtete Pressehetze erklärte Delbos, daß er solche Methoden verurteile und daß die Regierung im Wiederholungsfälle die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen werde. Nach dem Bericht des .Journal" hat Delbos nachdrücklich aus die Wechselwirkungen zwischen Innen- un d A u ß e n p oli ti k hingewiesen Es le, nicht gerade bequem, diplomatisch zu arbeiten, wenn sich schützer hinzustellen. Man habe die ganze Angelegenheit so hingsstellt, als ob es eine Angelegenheit von Hitler oder Mussolini sei. Er aber erinnere sich der Tatsache, daß hinter diesen Führern ihre Völker stehen. Die Regierung habe den sinnlosen Kreislauf durchbrochen, um, wenn möglich, zu einem gemeinsamen Verstehen in Europa zu kommen. Die Theorie, daß der Krieg unvermeidlich fei, sei gefährlich. Die Regierung stehe zu ihrem Ausrüstungsprogramm um sicherzustellen, daß, wenn alle versuche fetjl- schlagen, das englische Volk sich verteidigen könne, wenn irgend jemand angreifen sollte. In der Zwischenzeit aber sehe sich die Regierung für d i e Aussöhnung ein, soweit sie nur eben möglich sei. Hierauf folgte die Abstimmung über den Mißtrauensantrag gegen die Regierung Chamberlain. Der Mißtrauensantrag wurde mit 3 3 0 gegen 16 8 Stimmen abgelehnt. Das Ergebnis wurde von den Regierungsparteien mit brausendem Beifall ausgenommen. Das Unterhaus vertagte sich daraus auf Mittwoch. auf Frankreich. die Innenpolitik immer wieder hemmend auf die Außenpolitik auswirke lieber ein Gerücht von einem Rücktritt des Außenministers Delbos berichtet „Populaire". Das Gerücht fei im Außenministerium selbst entstanden und auf folgende Vorgänge im gestrigen Ministerrat zurückzuführen: Delbos habe darauf hingewiesen, daß die in England erfolgte Wendung nach bem Rücktritt Edens bei gewissen französischen Ministern vielleicht die Auffassung habe aufkommen lassen, daß auch dir derzeitige Richtung der s r a n z ö s i s ch e n A u ß e n p o 111 i k damit in Frage gestellt sei. Sollte dies der I Fall sein, wolle er den neuen Verhältnissen Rechnung tragen, er würde sofort, ohne Schwierigkeiten 1 zu machen, sein Amt niederlegen. Sämtliche französischen Minister hätten jedoch Delbos ihres Vertrauens versichert, Ministerpräsident Chautemps habe darüber hinaus diesem eiqftimmigen Vertrauensbeweis des Mimsterrats für Delbos noch besonders Ausdruck verliehen. Oer tfinörutf in Hom. Rom, 22. Febr. (DNB ) Die Ratlosigkeit, die der Rücktritt von Eden in Paris ausgelöst hat, beschäftigt die römischen Abendblätter. „Giornale d'Jtalia" erwähnt, man halte die Position von Delbos für unsicher „Lavoro Fascista" erklärt, daß, falls Delbos sich nicht freiwillig zurückziehe, ein Kompromiß zustandekomme, das jedoch gegenüber den Realitäten kaum von Dauer fein könne. „Frankreich kann sich keine Zweideutigkeiten mehr leisten. Es befindet sich am Scheideweg, entweder mit dem Welten dem Frieden entgegenzugehen oder mit Sowjetrußland dem Chaos zuzusteuern." Eden aibf dem Könia di- K'esel xurücf London, 22 Febr. (DNB) König Georg empfing am Dienstag den früheren Außenminister Eden, der ihm feine Siegel überrelchte. Diese Beweisführung maq bis zu einem gewissen Grade richtig gewesen sein Aber gerade der Umstand, der Eden zu einem Köder für gewisse Linkskreise machte, war es nun auch, der feigen Sturz herbeigeführt hat. Edens unverhoblene Döl- kerbundslympathien, seine ebenso offene Antipathie gegen Italien und Deutschland haben ihm '.weife llos Anhänger auf der Linken aebracht. Die übertriebene und zuletzt rein formalistische Anhänglichkeit an den Völkerbund war aber auch entscheidend für die Erfolglosigkeit der englischen Außenpo'i'ik in den letzten Jahren, und gerade in den einst iß- reichen Kreisen der City nahm deshalb auch die Mißstimmung gegen den bisherigen Außenminister ständig zu. Wenn dieser Taae noch ein ßonhn-’er Blatt schrieb, daß die allgemeine Lage in der W'lt und der Premierminister leibst Herrn Eden zu einem Reolvosttiker gemacht hätten, so steht heute fest, daß das Blatt sich hier geirrt hat. Eden mußte aus dem Foreign Office scheiden, und mit ihm dürfte der erste und einzige Völkerbundsmini'^er, i den England je gehabt hat, fein Amt verlassen haben. Seine Laufbahn war schnell und erfolgreich. Man behauptete von ihm, daß er ein besonderer Schützling Baldwins gewesen sei, der in feiner Enttäuschung darüber, daß sein eigener Sohn sich ins sozialistische Lager schlug, Eden gegenüber eine Art politischer Vaterrolle übernommen habe. Ob bas stimmt ober nicht, bleibe dahingestellt. Fest steht auf jeden Fall, das Edens politischer Aufstieg nur in einer Aera der englisch'»» Politik mansch mar, in der man in London noch an den Völker- Hund glaubte und sich der Hornung hinnab. daß die Genfer Liga ein Mittel englischer Politik — und ein Instrument zur Sicherung des Meltfriebens sei. In dem Augenblick aber, da die Genfer Entente nm schwersten versagte, in der Sanktionskrise, liegt auch der Anlong vom Ende der schn'l- (en politischen Laufbahn Edens Die völlige Ergebnislosigkeit einer Sanktionspolitik, für die sich in England außer Eden selber nur wenige Utopisten »mrusetzen rannten, enthüllten alle Schwächen und Mängel des Genfer Snstems. und wenn es für die britische Politik nicht allzu blamabel gewesen wäre, alsbald nach dem Sturz des . Realisten" Sir Samuel Hoare zum zweiten Male einen Auß'n- ministerwechsel nonunehmen, nrnn zudem nicht die hefonberen persönlichen Sympathien Balbrains für Eben eine noch lange nachrairkenbe Stütze ne- mefen wären, so hätte bie Laufbahn bes fünaften Außenministers schon früher zu Enbe fein müssen. Der klare Unterschieb ber Auffassungen zwilchen bem Premierminister Chamberlain unb Eben trat im Grunbe bereits seit Beginn ber Amtsführung Chamberlains zutage. Der neue Premierminister, als kühler Rechner bereits feit langem eine bekannte Figur ber britischen Politik, bemühte sich von Anfang an barum von ben Illusionen freizukommen, bie bas Nachkriegseuropa viele Jahre hinburch so unheilvoll beherrschten. Sein mehrfaches Eingrei- fen auf bem Gebiete ber Außenpolitik zeigte deutlich, daß er auf direkte Verhandlungen von Staat z u Staat mehr Wert legt als auf Kollektivaktionen ober Kollektivbeschlüsse ber Gen- fer Liga. Das bewies fein Hanbfchreiben an Mussolini, dafür sprach auch der Besuch do n Lord Halifax in Berlin Ebenso beweisen seine Ausführungen über bie Notwenbigkeit von englisch-italienischen Derhanblungen vor bem Unterhaus, baß er sich um eine realere Betrachtungsweise ber Beziehungen zwischen ben Staaten bemüht als fein bisheriger Außenminister, der neben dem englischen Standpunkt nur noch die Genfer Dogmen gelten lassen wollte. Es wäre sicher verfrüht, nun annehmen zu wollen, daß der Sturz Edens den Genfer Spuk nun überhaupt rasch beenden werde. Erst aus der praktischen Politik, die Chamberlain in den kommenden Monaten betreibt, wird man ersehen können, ob der britische Premierminister nicht nur bereit, sondern vor allem auch in der Lage ist, mit allen den Illusionen aufzuräumen, die in den letzten Jahren der englischen Politik beinahe hinderlicher gewesen sind als der Politik jener Länder, gegen die man sie zunächst aufgerichtet hatte. Es ist freilich schon ein gutes Zeichen, daß er imstande war, sich gegen alle innerpolitischen Widerstände, auch gegen gewisse Widerstände in den Reihen der eigenen Partei, zu behaupten. Und an seinem ehrlichen Willen, zu einem direkten Gespräch mit Italien und Deutschland zu kommen, sind keine Zweifel erlaubt. Es muß andererseits bedacht werden, daß Chamberlain zahlreichen Bindungen eines parlamentarisch-demokratischen Systems unterliegt und seine Handlungsfreibeit demgemäß begrenzt ist. Im europäischen Interesse muß man freilich wünschen, daß der Realismus, der im Dezember 1935 den damaligen britischen Außenminister Sir Samuel Hoare zu Fall brachte, diesmal die Oberhand behält. Denn.nur von der nüchternen Erkenntnis gegebener und nicht hinwegzudiskutierender Tatsachen aus läßt sich eine wirklich konstruktive Politik treiben. Französischer Rüslungskredit von 11 aus iS Milliarden erhöht. Vornehmlich für Luftwaffe und Flotte bestimmt. Paris, 22. Febr. (DNB.) Im Ministerrat vom Dienstag hat die Regierung beschlossen, der Kammer einen Gesetzesvorschlag über die Eröffnung eines außergewöhnlichen Landesver- teidigungskredites von 3,2 Milliarden Fr a n k e n zu unterbreiten. 1,8 Milliarden Franken sollen hiervon für den Ausbau der Luftwaffe verwendet werden. 800 Millionen entfallen auf das Kriegsmarinemini ft e- rium. Weitere 600 Millionen sollen in erster Linie für Luftabwehrgeschütze der Kriegsmarine verwendet werden. Die Regierung hat ferner beschlossen, zwei 35 000-Tonnen-Schlacht- schiffe auf Kiel zu legen. Die notwendigen Gelder sollen auf dem Wege einer Landesverteidigungsanleihe aufgebracht werden. Die außergewöhnlichen Kredite für die Landesverteidigung werden sich damit von 11 auf 15 Milliarden Franken erhöhen. Oie Gudetendeutschen fordern Mitbestimmung. ,Wir wollen Subjekte derStaatsPolitik sein? Prag, 23. Febr. (DNB.) Im Prager Abgeordnetenhaus führte der Abgeordnete May für die Sudetendeutsche Partei aus, die politische Entwicklung der letzten Tage habe endgültig gezeigt, daß die natürlichen Lebensrechte der Völker stärker seien als jene Staatsgebilde, die den Lebensansprüchen der Völker nicht gerecht werden wollten. Das Volk wünscht Ordnung und Gerechtigkeit und vor allem Sicherheit seiner Arbeit. Auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens herrscht heute eine heillose Unordnung. Kompetenzstreitigkeiten gibt es ständig zwischen den staatlichen Behörden. Akte verschwinden immer dort, wo es sich um Sudetendeutsche handelt. Wer uns zum Vegetieren zwingen will, ist unser Feind. Wir lassen uns nicht das ablisten, worauf wir einen natürlichen Anspruch haben. Wir haben uns immer an die Ordnung gehalten, wir nützen den Staat nicht aus, wir leisten, was er fordert. Wir wollen Subjekte der Staatspolitik sein, wie es unserer Stärke zukommt. Wir stehen zu unserem Recht, weil eine Volksgruppe von unserem Ausmaß nicht auf ihre völkischen Rechte verzichten kann. Keine Verfolgung und Gewalt wird uns von dem eisernen Willen abbringen, als freie rnitbe stimmende Männer zu leben. Zusammenfassung aller ausbauwiliigen mäste. Rundfunkansprache des österreichischen Innenministers. Wien, 22. Febr. (DNB.) Innenminister S e y ß- I n q u a r t erklärte im Rundfunk, Ernst, Sammlung und Disziplin seien jetzt die wichtigsten Voraussetzungen dafür, daß die in Berchtesgaden gefundene Plattform zu jenem Aufbau führe, in welchem der österreichische Nationalsozialist in legaler Form sein Gedankengut für ein enges und sreund- fchaftliches Verhältnis zwischen den beiden Staaten einzusetzen habe. Die Maßnahmen zur Z u - jamme nfassung aller aufbauwilli-- gen Kräfte in Oesterreich seien getroffen. Gerechte Forderungen würden ihre Erfüllung finden. Nach dem Ablauf dreitägiger Freudenkundgebungen habe er nunmehr zur inneren Sammlung und Bereitschaft aufgerufen. Dies sei der Sinn der Ver- fügung, die öffentliche Kundgebungen ein st weilen untersage. Die Rede von Bundeskanzler Schuschnigg werde alle Kräfte für öas gesamte deutsche Volk und das österreichische Vaterland zum Einsatz bringen. Die deutsche Volksgruppe in Rumänien stimmt für die neue Verfassung. B u k a r e st, 22. Febr. (DNB.) Gegen die Auf- sovderung Manius, die in Kreisen der Liberalen Widerhall gefunden haben soll, sich an der Abstimmung am Donnerstag nicht z u beteiligen, richtet sich ein Hinweis des Innenministers an die ^der Versuch, jemanden an der gesetzlichen Wahlpflicht zu hindern, m i t G e f ä n g - n i s b e st r a f t wird. Am Abstimmungstag wer- den die Behörden und Schulen geschlossen sein. Zahlreiche Personengruppen werden gemeinsam ihre Stimme für die neue Verfassung abgeben. Der Führer der deutschen Volksgruppe, Fabri- $ius, hat die Deutschen in Rumänien aufgerufen für die Verfassung zu stimmen, da der König die Rechte aller Volksgruppen gewährleistet habe. Die »Partei des nationalen Willens" in Ungarn verboten. Budapest, 22. Febr. (DNB.) Die von dem früheren Generalstabsmajor Szalafi geführte Äaliemsch-englische WirWastsverhandlungen AationalspamscheTriippenerobertenTemelzuriilk Die des Einheitliche Bearbeitung von Berkehrsstrassachen. Bilbao, 22. Febr. (DNB.) Die nafionalfpani- schen Truppen haben den letzten Widerstand der bolschewistischen Besatzung Teruels gebrochen und die Stadt in ihrer ganzen Ausdehnung beseht. Auf den Trümmern der von den Bolschewisten zerstörten Verwaltungsgebäude wurde die nationale Fahne gehißt. Etwa 4 00 0 b o l s ch e w i st i s ch e Gefangene, unter ihnen der „Chef des Generalstabes", wurden gemacht. Unter den toten Bolschewisten befinden sich zahlreiche Häuptlinge und politische Kommissare. Eine unübersehbare Wenge von Kriegsmaterial, darunter eine Lustabwehrbatterie und 2 Lebensmittelspeicher, sowie große Wunitionsvorräte fielen den siegreichen Truppen Francos in die Hände. Der Vormarsch konnte am Dienstag im Südosten von Teruel fortgesetzt werden. Die nationalspanischen Truppen erreichten Lomas Eassil- las, Eoscajares und El Eastellar. Auch die Ortschaft Easiralvo mit der Wallfahrtskirche sowie andere Positionen im Turio-Fluhtal gelangten in den Besitz der nationalspanischen Truppen. Der nationale Fronkberichkerstatter stellt auch in dem wiedereroberten Teruel die abscheulichten Verwü st ungen durch die Bolschewisten est. So wurden u. a. aus der San Pedro-Kirche von den Bolschewisten wertvolle Reliquien gestohlen. Aus dem Bischofspalast sind unersetzliche Archive geraubt worden. 3n der Kathedrale konnte nicht ein einziges der wertvollen Kunstwerke gefunden werden. Die Bank von Teruel ist ebenfalls völlig ausgeplündert worden. Mehrere Gebäude wurden von den Bolfchewi- ten nach bekanntem Muster in die Lust ge- p r e n g t. Bel vielen anderen Häusern fand man noch die unterirdischen Sprengladungen, die von den Bolschewisten nicht mehr angezündet werden konnten. waltfchaften, soweit es bisher noch nicht geschehen ist, die V e r k e h r s st r a f s a ch e n in der Hand eines oder mehrerer bestimmter Sachbearbeiter zusammenzufassen sind. Ebenso sollen im Interesse einer besonders fachkundigen Besetzung der zuständigen Gerichte bei den Amtsund Landgerichten die Verkehrsstrafsachen grundsätzlich durch die Geschäftsverteilung einem bestimmten Einzelrichter oder bestimmten Schöffengerichten und Strafkammern zugewiessn werden. Die zur Bearbeitung -von Derkeyrsstraf- sachen ausgewählten Richter und Staatsanwälte sollen nach Möglichkeit über eigene praktische Derkehrserfahrungen verfügen und im Besitz einer Fahrerlaubnis für Kraftfahrzeuge sein. Kampf dem Verkehrstod! Erziehung zu Berkehrsdisziplin. Berlin, 22. Febr. (DNB.) Der Reichsführer ff und Chef der deutschen Polizei im Reichsministe-. rium des Innern, Himmler, hat eine Bekanntmachung veröffentlicht, in der er zunächst einige Zahlen der Verkehrsunfall-Bekämp- f u n g bekanntgibt. Danach gab es im Jahre 1935 bei 2 158 000 Kraftfahrzeugen 8764 tödliche Verkehrs Unfälle, im Jahre 1936 bet 2 475 000 Kraftfahrzeugen 8388 und 1937 bei 2 848 000 Kraftfahrzeugen 7635 Todesopfer bes> Verkehrs. ,Lch spreche allen", heißt es dann in dem Aufruf, „hie an der Rettung wertvoller deutscher Menschenleben durch die Senkung der Todesziffer im Straßenverkehr mitgewirkt haben, meinen aufrichtigen Dank aus. Dieser Dank richtet sich in gleicher Weise an die Offiziere und Mänuer der deutschen Polizei, an die Kameraden und freiwilligen Helfer des Na- tivnalsozialistischen Kraftfahr-Korps sowie an die gesamte deutsche Bevölkerung, durch deren Verständnis und Mithilfe dieser Erfolg nur möglich war. Wir werden nicht Nachlassen in der weiteren Erziehung aller deutschen Volksgenos- en. Das Erreichte ist ein Anfangserfolg. Im nationalsozialistischen Deutschland muß es möglich fein, die Zahl der Todesopfer des Verkehrs trotz der tön di gen Vermehrung der Kraftfahrzeuge weiterhin zu senken, und zwar bis auf das Maß der wirklich durch höhere Gewalt her- Dorgerufenen, unvermeidbaren Unglücksfälle." „Partei des nationalen Willens" wurde aufgelöst und verboten. Die linksliberalen Blätter suchen das Verbot als ein Anzeichen eines Vorgehens der Regierung gegen die rechtsradikalen Verbände auszulegen. Die Polizei hat auch in den Provinzstädten Durchsuchungen der Parteilokale und Wohnungen der Anhänger der Szalasi-Bewegung vorgenommen Major Szalasi und sein nächster Mitarbeiter, Graf Ladislaus Szechenyi, sollen einem polizeilichen Verhör unterzogen, jedoch nicht verhaftet worden fern. General Zranco beglückwünscht den Führer. In London ist eine von dem Direktor der italienischen Devisenbewirtschaftungsstelle d ' A g o - stini geleitete handelspolitische Delegation einge- troffen, die über die Verlängerung des Handels- und Zahlungsabkommens vom November 1936 verhandeln soll. Im Verlaufe des abessinischen Konflikts hatte die schwere Verstimmung der beiden Länder infolge der wirtschaftlichen Sanktionen, die auf Betreiben Edens über Italien verhängt wurden, derart zugenommen, daß England praktisch seinen Handel mit Italien einst e l l t e. Im März 1936 war z. B. die Einfuhr nach Italien auf 267 000 Golddollar gegen 2 645 000 im März 1935 gefallen. Als nach dem Zusammenbruch der Wirtschaftsblockade Italien neue Handelsverträge mit den einzelnen Nationen abschloß, unterschied es sehr wohl zwischen den Ländern, die die Sanktionen gefördert, und jenen, die sich ihnen nicht angeschlossen hatten. Diese starke Stellung Italiens kam auch in dem neuen Abkommen zum Vorschein, das im November 1936 abgeschlossen wurde und die englischen Exporteure durchaus nicht befriedigt. Das Abkommen sah eine Kontingentierung sämtlicher britischer Exporte nach Italien vor, um einen italienischen Ausfuhrüberschuß zu sichern, der zur Abdeckung der eingefrorenen britischen Forderungen, deren Höhe zwischen 2 und 3 Millionen Pfund geschätzt wurde, benutzt werden sollte, während die italienische Ausfuhr nach Großbritannien keinerlei Beschränkung unterlag. Das sorgfältig ausgearbeitete Clearing-Abkommen erstreckte sich auf Forderungen aus dem Warenverkehr und auf Frachten. Die Abwicklung der Außenstände war so gedacht, daß vier zinslose Konten bei der Bank von Italien und bei der Bank von England eröffnet wurden. Die Umrechnung der alten Forderungen Großbritanniens erfolgte, soweit die Lire bereits deponiert waren, zum Kurs von 64,46. Für die neueren Forderungen waren die jeweils erfolgenden Währungsnotierungen vorgesehen. England sollte vierteljährlich für durchschnittlich 43 Millionen Lire Kohle und Koks liefern. Die Gesamtmenge der aus England bezogenen Waren einschließlich der Lieferungen von Dorsch, Schellfisch und Stockfisch wurde auf 97 Millionen Lire im Vierteljahr festgesetzt. Italien konnte dagegen, wie gesagt, schrankenlos nach Großbritannien liefern. Es ist ihm gelungen, die rückständigen Handelsschulden an England durch diese Zahlungsbestimmungen zu begleichen. Die bisher zur Abdeckung der alten Finanz- und Warenschulden benutzte 30prozentige Zahlungsmittelquote soll nun nach Italiens Wunsch zum Ankauf von größeren Mengen englischer Kohle sowie von Schrott verwendet werden, während England seinen Texttlien-Export nach Italien ausdehnen möchte. Nachdem Italiens Schuld gedeckt worden ist, bestehen keine Hemmnisse mehr für die Ausdehnung des italienisch-englischen Warenhandels. D. S. mit der neuen Reichsstraßenverkehrsordnung erzielte bestmögliche Regelung aller Vorgänge des motorisierten Straßenverkehrs berührt auch unmittelbar die deutsche Gerichtsbarkeit auf dem um« angreichen Gebiet der Verkehrs st raffachen. Die fachgemäße Bearbeitung des Derkehrsrechts etzt häufig besondere praktische Erfahrung im Straßenverkehr und Vertrautheit mit den technischen Bedingungen des Verkehrs voraus. Um eine erfolgreiche Bekämpfung der Derkehrsunfälle durch die Strafrechtspflege zu gewährleisten, hat Reichsjustizminister Dr. Gärtner die Anordnung getroffen, daß bei sämtlichen Staatsan« Der Führer hat mit nachstehendem Telegramm hierauf geantwortet: „Euerer Exzellenz danke ich herzlichst für das soeben erhaltene Telegramm. Ich verbinde damit meine b e ft e n Wünsche für weitere Erfolge im Kampfe gegen den völkerzerstörenden Bolschewismus und für das Gedeihen des nationalen Spaniens. Gez. Adolf Hitler. Deutscher Reichskanzler." Kommandowechsel bei der japanischen Armee. Schanghai, 23. Febr. (DNB.-Funkspruch.) General S h u n r o k o H a t a hat den Oberbefehl über bie japanische Armee im Jangtse-Raum an Stelle von General Matsui übernommen. Matsui ift bereits mit feinem Stabschef nach Tokio abgelogen. Der Wechsel im Oberkommando fand gele- gentlich der Anwesenheit des Prinzen Osaka, eines Onkels des japanischen Kaisers« statt. Truppeningenieure für die Flak-Abteilungen. Berlin, 22. Febr. (DNB.) Zur Deckung des Bedarfes an Truppeningenieuren bei den Flak- Abteilungen wird noch eine Anzahl junger D i • plomingenieure der Fachrichtung „Allgemeiner Maschinenbau" benötigt, die übergangsweise in einer zweijährigen informat arischen B e - schäftigung als Iruppeningenieure der Kraftfahrtechnik praktisch innerhalb des Geschäftsbereiches des Reichsministers der Luftfahrt und Oberbefehlshabers der Luftwaffe einge- roiefen werden sollen. Es kommen nur junge Diplomingenieure im Alter von höchstens 28 bis 29 fahren in Frage, die ihrer Arbeitsdienstpflicht und möglichst auch Wehrpflicht genügt haben, besondere Neigung für die Kraftfahrtechnik besitzen und gute Noten im Fach „Derbrennungskraftmaschinen" aufweisen können. Bei Bewährung können sie ins Ingenieurkorps der Luftwaffe und damit in ein beamtenrechtlickes Verhältnis übernommen werden. Bewerber müf en ihr Gesuch unter Beifügung eines ausführlichen Lebenslaufes und beglaubigter Zeugnisabschriften o f o r t dem Reichsminister der Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe, Berlin W.8, Leipziger Straße 7, vorlegen. Aus dem Gesuch muß der früheste Eintrittstermin ersichtlich sein« die nationalen Truppen hingezogen hat. Es ist nun bezeichnend für den Charakter dieser ganzen Kämpfe um Teruel, daß sie auf nationaler Seite ausschließlich von spanischen Soldaten, auf der bolschewistischen Seite aber fast ebenso ausschließlich nicht von spanischen Milizen, sondern von den Söldnerharden der internationalen Brigaden bestritten wurden. Auch das Rüstungsmaterial, das auf roter Seite verwendet wurde, stammte zum überwiegenden Teil aus nichtspanischen Ländern. Bei Teruel kämpfte also im wahrsten Sinne des Wortes das spanische Volk um seine Befreiung von der sowjetrussischen Fremdherrschaft. Hier offenbarte sich die weltrevolutionäre Taktik der Komintern und der Vvlksfrvnttnter- nationale in krassester Form. Hier wurde aber auch d i e Ueberlegenheit sichtbar, die ein gut geführtes nationales Dolksheer immer über die bewaffneten Söldnerhaufen des internationalen Klassenkampfes siegen lassen wird. In dem Augenblick, da England sich anschickt, mit Italien über eine Generalbereinigung aller schwebenden Probleme zu verhandeln, in dem Augenblick, da Mussolini feine Zustimmung zur britischen Formel der Frettvilli- gen-Zurückziehung und Kriegsrechtzuerkennung ge- geben hat, bedeuten die Ereignisse auf dem Kriegsschauplatz von Teruel eine heilsame Lehre für alle Politiker, die sich mit der Nichteinmischungsfrage zu beschäftigen haben. H. Ev. Nationalspanien feiert den Sieg. Bolschewistenfeindliche Demonstrationen in Barcelona und Madrid. Salamanca, 23. Febr. (DNB. Funkspruch.) Während in allen Teilen des nationalen Spanien Jubel überben Sieg von Teruel herrscht, während die Falange-Abteilungen mit wehenden Fahnen und schmetternder Musik durch die festtich beleuchteten Straßen ziehen, während die Bevölkerung zu den Dankgottesdiensten eilt, laufen aus Sowjetspanien immer neue Meldungen über Protest kund gedungen gegen die Bolschewistenherrschaft ein. Dabei kam es zu Zusam- menstößen zwischen den Bolschewisten und der Bevölkerung. In Barcelona verstärken dort die bolschewistischen Oberhäupter die Machtmittel für ihre Sicherheit. So wurde u. a. das Zusammenstehen mehrerer Personen auf der Straße verboten. Im Stadtteil Barceloneta wurde aus einer Protestkundgebung geschossen. In Madrid hat man mehrere hundert Personen verhaftet mit der Beschuldigung, sie hätten Protest-Aktionen organisiert. Nachdem die spanische Nordfront ausgehört hatte zu bestehen, ging General Franco daran, den entscheidenden Stoß für das Jahr 1938 vorzubereiten. Das Ziel dieser Offensive wurde streng geheimgehalten. Den Bolschewisten wurde es unbehaglich, und so beschlossen sie, durch eine eigene Angriffs- Operation den Plänen General Francos zuvorzu- kommen. Aus dieser Absicht entstand die Winter- chlacht von Teruel, die sich nun feit dem 14. Dezember mit einigen Unterbrechungen bis heute, bis zur Wiedereroberung hieser Stadt durch lich zu einer realistischeren Auffassung über die gegenwärtige Machtstellung Deutschlands bequemen. Die Führerrede hat trotz mancher krampfhaft zusammengesuchter Gehässigkeiten gewisser Blätter sehr tiefen Eindruck gemacht, und in Regierungs- freifen wie in der Presse ist die Erkenntnis erstanden, daß die Pressehetze wie auch manche Reden, die von Unverständnis gegenüber den „autoritären Staaten" nur so strotzten, ganz überflüssig gewesen sind. Amerika ist an der Erhaltung des Weltfriedens interessiert, das hat Außenminister Hüll erst am Samstag in einer Rundfunkrede wieder betont, denn jeder größere Krieg würde auch Amerika einbeziehen und feine Entwicklung auf das schwerste stören. Deshalb kann gesagt werden, daß man hier erleichtert aufatmen würde, sobald die britische Regierung mit Deutschland und Italien zu einer Verständigung gelangte. Berlin, 22. Febr. (DNB.) Der Staatschef ... nationalen Spanien Generalissimus Franco hat an den Führer folgendes Telegramm gerichtet: „Aufs tiefste beeindruckt von ihrer schonen Rede, welche den großen Erfolg Ihrer ungeheuren und gewaltigen Arbeit und die Stärke der großen deutschen Nation wie auch ihre politische Einstellung zum Ausdruck bringt, und die eine sichere Bürg- chast des Friedens ist, beeile ich mich, die Bekundung meiner Bewunderung zu wiederholen und meinem tiefgefühlten Dank Ausdruck zu geben für die Gefühle der Gerechtigkeit, die Ihre Worte über das Verhältnis zum nationalen Spanien beseelen. Argentiniens neuer Präsident. Am 20. Februar trat der neue argentinische Staatspräsident Dr. Ortiz, der früher Finanzminister war, sein neues Amt an. Dem bisherigen Staatspräsidenten I u st o war ursprünglich das Kriegsministerium in dem Kabinett des neuen Staatspräsidenten zugedacht, um auf diese Weise die Beständigkeit der Regierung auch nach außen hin zu dokumentieren. Vor einigen Wochen aber erst hat Justo seinen einzigen Sohn durch ein schweres Flugzeugunglück verloren. In der sechsjährigen Ämtsperiode Justos hat Argentinien einen großen Schritt feiner nationalen und wirtschaftlichen Entwicklung aus der Weltkrise in eine neue Festigung seiner Grundlagen getan. Das Steigen der Rohstoffpreise kam dem Lande zugute und die Regierung hat diese Erholung zur Verstaatlichung einer Reihe von Bahnen, zu einem großzügigen Straßenbau und zu der Errichtung von Gefrierfleischhäusern benutzt. Dieses Werk soll auch unter der neuen Regierung kräftig fortgesetzt werden, wobei auf wirtschaftlichem Gebiete vor allem auch an eine Aus- dehnung der Wasserversorgung der Prärie-Provinzen, an eine planmäßige Siedlung und an eine gemeinsame sachliche Arbeit von Opposition und Regierungspartei gedacht wird. Interessant ist, daß sich auch Argentinien gerade jetzt gegen die Gefahren des „heißen Geldes" wehren muß, wobei unter diesem Ausdruck dasselbe zu verstehen ist wie unter „vagabundierendem Zigeunerkapital". Nach Argentinien wurden genau so wie nach den Vereinigten Staaten große Fluchtkapitalien gebracht, die jetzt teilweise wieder das Land zu verlassen beginnen und damit in die Zahlungsbilanz einen Faktor der Unruhe bringen. Amerika und die neuen europäischen Möglichkeiten. Washington, 21. Febr. (DNB.) Amerika steht unter dem Eindruck der Führerrede und des Rücktritts Edens. Die Besprechung dieser beiden Ereignisse des Sonntags wird entsprechend dem amerikanischen Standpunkt durchweg verquickt. Sollte zwischen Chamberlain und Italien eine Einigung zustande kommen, so dürfte die Hetze gegen die „bösen Autokratten" auch hier eine Ab- Schwächung erfahren uni) Amerika dürft« sich endDas Sozialprogramm der DA?. Dr. Leh vor den DAF.-Kreisobmännern auf der Ordensburg Sonthofen. Sonthofen, 22. Febr. (DNB.) Die Tagung der 700 Kreisobmänner der Deutschen Arbeitsfront auf der Ordensburg Sonthofen wurde mit einer Rede Dr. Leys abgefchloffen. Dabei umriß er klar die Aufgaben der Partei als des Führerordens und die Stellung der Arbeitsfront als der großen Gemeinschaft der Schaffenden, die von der Partei geführt wird. Die Partei sei der Lebensquell Deutschlands. Unser oberstes Arbeitsgesetz müsse das Streben werden, den Takt der Maschine mit dem Rhythmus unseres Blutes in Einklang zu bringen. Nach Ausführungen über Leistungslohn, Preisbildung und vernünftige Derbrauchslenkung sprach er weiter über das heiße Bemühen um die Gesundheit des Schassenden. Daneben aber sei von großer Wichtigkeit die Sorge um denLedens- abend des Arbeitenden, denn jeder solle in Deutschland das Gefühl haben, daß er nicht mehr allein stehe. In dieser Richtung gab Dr. Ley Hinweise auf die kommende Altersversorgung. Wie siehtes in derWittschasiaus? Im Vorjahre hatte der deutsche Einzelhandel einen Gesamtumsatz von rund 31 Milliarden Mark. Die Umsätze hotten sich gegenüber 1936 um rund 10 v. H. gesteigert und den tiefsten Stand von 1932 um 45 v. H. überschritten. Im Jahre 1933 setzte der Einzelhandel für rund 21,2 Milliarden Reichsmark um. Allerdings liegt dieser Umsatz von rund 31 Milliarden Reichsmark noch um 10 bis 15 v. 5). niedriger als im Jahre 1929, aber man kann nicht einfach die Wertziffern der Einzelhandelsumsätze vergleichen, sondern muß berücksichtigen, daß die Einzelhandelspreise seit 1929 erheblich zurückgegangen sind, daß also mengenmäßig eine stärkere Angleichung an die Umsätze dieses Jahres der Scheinkonjunktur zu verzeichnen war. Auf gewissen Gebieten des Einzelhandels, z. B. im Möbelgeschäft, wurde mengen- und wertmäßig die Umsatzziffer des Jahres 1929 überholt und auch im laufenden Jahr dürften die Umsätze auf allen Gebieten weiter zunehmen. * Als zweite der Berliner Großbanken hat die Reichs - Kredit. Gesellschaft - AG. nun. mehr ihren Geschäftsbericht veröffentlicht, der, da diese Bank vor allem den Außenhandel finan- ziert, ein Anwachsen der einzelnen Abteilungen zeigt, die mit den bekannten Schwierigkeiten unseres Außenhandels überhaupt zusammenhängt. Das hat natürlich ein Anwachsen der Geschäftsunkosten mit sich gebracht, das über das normale Maß hinausgeht. Auf der anderen Seite waren infolge der Verringerung der Zinsspannen die Einnahmen kleiner als gewöhnlich. An Einnahmen wurden 1937 9,66 Millionen (i. D. 9,48 Millionen) ausgewiesen, aus dem Konto Zinsen und Diskont, ferner 5.80 Millionen (4,62 Millionen) Provisionen und Ge- bühren, eine halbe Million Dividenden und Betei- Ligungen. Die Aufwendungen betrugen dagegen 15,33 Millionen. Der Reingewinn verminderte sich von 3,21 Millionen auf 2,60 Millionen im Jahre 1937. Dom reinen Bankenstandpunkt aus ist also trotz der Ausweitung des gesamten Bankgeschäftes die Entwicklung nicht günstig, aber mit der weiteren Durchführung des Dierjahresplanes wird eine stärkere Heranziehunß der Kreditbanken erfolgen. Die Umschichtungen im Außenhandel spiegeln sich auch im Aufbau Der Bankbilanzen ab, so in der Er- Höhung der Wechselkredite. Die staatliche Wirtschaftspolitik stellt an die Banken ebenso hohe Anforderungen wie an die Privatwirtschaft. ♦ Hier soll nur von der zünftigen, also gewerbsmäßigen deutschen Gartennutzung die Rede fein. Der Reichsnährstand hat auf Grund der 1936 durchgeführten Erhebung über die Bodenbenutzung zum ersten Mal ein klares Bild über die deutsche Gartennutzung geschaffen. Einschließlich der Baumschulen, Saatzuchtbetriebe und Blumengärtnereien sind 187 000 Menschen im Gartenbau beschäftigt, die ihren Lebensunterhalt auf nur 153 000 Hektar gewinnen. Der Arbeitseinsatz im Vergleich zu ter landwirtschaftlichen Nutzungsfläche ist also außerordentlich groß. Werden die kleinbäuerlichen, aber ebenfalls für den Marktverkauf erzeugenden Betriebe eingerechnet, so steigt die Nutzungsfläche auf 230000 Hektar, also für ganz Deutschland gerechnet, aus eine Fläche, die 23 Kilometer lang und 10 Kilometer tief ist. Der Erzeugungswert wird je nach den klimatischen Einwirkungen auf 965 bis 1300 Millionen RM. geschätzt. Die Ein- fuhr von Gemüse, Obst und Südfrüchten ist gegen 1933 scharf gedrosselt worden. Südfrüchte können natürlich in Deutschland im allgemeinen nicht erzeugt werden, wenn auch einige Elektrizitätswerke ihren Wärmeüberschuß in Warmhäusern für den Anbau von Ananas und im Winter von Tomaten, Gurken und Frühgemüsen verwenden. Südfrüchte tonnen aber zum Teil durch heimisches O b st ersetzt werden. Aber: eine übermäßige Ausdehnung von Obst- und Gemüsebau ist jetzt grundsätzlich nicht erwünscht, weil wir Boden für Gespinstpflanzen, Getreide und Hackfrüchte aus der einen Seite brauchen und weil andererseits die Verstärkung unseres Außenhandels mit Italien und den Balkanländern uns große Obst- und Gemüsequellen erschließt. Der Absatz an Landmaschinen betrug in Deutschland im Jahre 1932 = 120 Millionen Mark, erhob sich im Jahre 1936 auf 275 Millionen und im Vorjahre auf 300 Millionen RM. Die Bestrebungen des Reichsnährstandes für die erweiterte Anwendung von landwirtschaftlichen Maschinen und Geräten haben also vollen Erfolg gehabt. Die Stei- gerung ter Kaufkraft unserer Bauernschaft, die Schwierigkeit der Beschaffung der notwendigen Arbeitskräfte und die Intensivierung der Landwirtschaft erzwingt immer stärker die Verwendung von Dreschmaschinen, Erntemaschinen für alle Zwecke, Saatgutreinigern, Sortiermaschinen für Knollen- früchte, Hackmaschinen, Düngerstreuer, Mähmaschi- nen, Rübenschneidern, Schrot-, Quetsch- und Mahlmühlen usw. Die Preise für Landmaschinen und landwirtschaftliche Geräte sind mit Wirkung vom 15. März auf Verordnung des Reichs- kommiffars für die Preisbildung um 5 v. H. gesenkt worden im wesentlichen auf Kosten des Verteilerapparates. Zu beachten ist, daß die Merkzahl für die Großhandelspreise der Landmaschinen seit 1931 um etwa 20 v. H. zurückgegangen ist, obwohl zum Teil Verbesserungen und erhöhte Bequemlichkeiten beim Gebrauch der Maschinen hinzugekommen sind. Die neue Preissenkung erinnert an die vor Jahresfrist vorgenommene Senkung der Preise für künstliche Düngemittel und soll die gestiegenen Unkosten der Landwirtschaft aus- gleichen helfen. Zur Förderung des Güterfernverkehrs mit Lastkraftwagen hat der Reichsoerkehrs- minifter soeben ein Programm veröffentlicht, das alle Unternehmen des Güterfernverkehrs, gleich- gültig ob es sich um Kraftwagenbetriebe innerhalb des Reichskraftwagenbetriebsoerbandes oder um solche der Reichsbahn handelt, erfassen soll. In erster Linie sollen jedoch die sogenannten Tramp- f a h r e r, das sind die kleinsten selbständigen Fernfahrer, gestützt werden. Diese leiden darunter, daß ihnen trotz Des ungeheuer gesteigerten Güterumlaufs nicht genügend Frachtgut über die Laderaum- Verteilungsstellen zufließt. Auch fühlen sie in zunehmendem Maße den Wettbewerb der spediteur- eignen Großunternehmen, welche sich durch Anmietung von Fernzügen und ähnliche Maßnahmen auszudehnen suchen. Daher ist es nach dem Erlaß jedem Derkehrsunternehmen, also sowohl der Eisenbahn als auch dem Kraftwagen verboten, Spediteure für Ferntransporte ausschließlich auf sich zu verpflichten. Ferner wird dafür gesorgt, daß das für den Kraftwagen bestimmte Gut in angemesse- nem Umfang bei den Laderaumverteilungsstellen zusammenkommt und nicht durch angemietete Unternehmer von den Spediteuren selbst befördert Eidgenossen gegen Rotfront. Von unserem Or. . denken bewahren. Die Trauerfeier findet am Donnerstag, dem 24. Februar, nachm. *2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Beteiligung all. Kameraden Ehrenpflicht. _ ____________________________________1178 D Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht unsere Mitglieder von dem Ableben unseres Kameraden Zugführer i.R. Heb. Kümmel in Kenntnis zu setzen. - Die Trauerfeier findet Donnerstag, den 24. Februar, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. - Um zahlreiche Beteiligung bittet der Vereins.ührer. — ___________________________________1182D Horst Wessel sterblich war, zerfiel. Sein Geist lebt weiter in den Marschkolonnen unserer braunen Bataillone. Indem wir unsere toten Kameraden ehren, verpflichten wir uns für die Zukunft. Es lebe Deutschland! Es lebe der Führer! Tagim des Fulda-LOn-Kana'-VerM Lpd. Wiesbaden, 20. Febr. Die unter dem Vorsitz von Landeshauptmann Traupel abgehaltene diesjährige Mitgliederversammlung des Fulda — Lahn-Kanalvereins bot einen aufschlußreichen Ueberblick über die fortschreitende und aktive Tätigkeit des Vereins. Der Gedanke der Fortführung des Kanals über Lim- Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. I. 38: 11 090. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckcrei R. Lange, K -G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrieren 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Kavalleristen-Kameradschaft Gieren ca. 60*80x100 cm zu kaufen gesucht. 0782 vttll,Sägewerk Rödgen. 73. Vanderversammlung der deutschen Vienenwirle. Die 73. Wanderversammlung der Bienenwirte war ursprünglich für die Zeit vom 14. bis zum 16.Januar in Le i pz i g im Zusammenhangs mit 779 1190 3633 5441 In Bukarest ist das Bild, das in englischen und italienischen Zeitungen über Budenko in Rom erschienen ist, genau mit dem in Bukarest bekannten Bilde Budenkos verglichen worden. Einstimmig wird die Auffassung vertreten, daß es sich um ein und dieselbe Person handle und daß jede Täuschung ausgeschlossen ist. 2 Gewinne zu 20000 NM. 4 Gewinne zu 5000 NM. 4 Gewinne zu 3000 RM. 10 Gewinne zu 2000 RM. 373810 379978 184 Gewinne zu 11503 15549 28661 104042 120636 152050 173196 19/546 2290/6 265310 292015 335346 367294 116633 127353 161715 188439 213058 238690 271603 299294 347263 384675 stellte fest, daß Steuerung, Schaltung und Bremse nicht in Ordnung waren und auch die Räder Kurven schlugen. Der Angeschuldigte wollte in der Verhandlung nichts mehr wissen. Es sei ein sehr verkehrsreicher Tag auf der lebhaften Strecke gewesen und den Verkehrsunfall könnte auch ein anderer Kraftfahrer verursacht haben. Die Zeugenaussagen waren aber so einwandfrei, daß das Gericht den schon zweimal wegen Vergehens gegen die Derkehrsordnung vorbestraften Mann mit Rücksicht auf die besonders erschwerenden Umstände zu sieben Monaten Gefängnis verurteilte. Gleichzeitig kann er mit dem Entzug des Führerscheins rechnen. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Derbmdlichkett der Schriftleüung ) h. Sch. in Ob.-W. Bei Personen, die jeweils am 10. Oktober des der Besteuerung vorausgehend.m Jahres das 50. Lebensjahr vollendet haben, wird der Steuermeßbetrag (als Grundlage für die Berechnung der Bürgersteuer) um ein Drittel ermäßigt, sofern im Bemessungsjahr das Einkommen nicht mehr als 2100 Mark betragen hat. — Der Ort im Taunus heißt Kelkheim. Wenden Sie sich mit Ihrer Anfrage an den dortigen Bürgermeister. — Ihre Frage nach einem geeigneten Grassamen wird in der nächsten Ausgabe der „Scholle" beantwortet werden. Wetterbericht Die Umgestaltung der Großwetterlage setzt sich fort, macht aber nur langsam Fortschritte, nachdem es am Dienstag mit der Anfuhr feuchter Meeresluft zu Bewölkungszunahme und besonders in öi’n nördlicheren Teilen des Reiches auch zu leichten Niederschlägen gekommen war. Aussichten für Donnerstag: Vielfach dunstig und bewölkt, zunächst nur nördlich des Taunus, Spessart, Rhön auch leichte Niederschläge, nachts vielfach Frost, Winde um Nord. Aussichten für Freitag: Meist unbeständiges, aber nicht ausgesprochen unfreundliches Wetter. Lufttemperaturen am 22. Februar: mittags 1,2 Grad Celsius, abends 0,3 Grad; am 23. Februar: morgens 0,3 Grad. Maximum 1,3 Grad, Minimum heute nacht —0,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 22. Februar: abends —0,1 Grad; am 23. Februar: morgens — 0,1 Grad. Winlerspork-Wetterbericht. Rhön. Wasserkuppe: Heiter, — 5 Grad, Gesamt, schneehöhe 25 cm, Ski und Rodel gut. Schwarzwald. Feldberg: Nebel, — 9 Grad, Gesarntschneehöhe 200 cm, verharscht, Ski und Rodel sehr gut. Kollege Crampton Komödie von G. Hauptmann Spielleitung: Paul Wegener. Preise: RM. 1.00-4.00. FürVerkanisläl gkeil (Besuch v. Land- kundschast und Omanisations- arbeitswird tüchtige, dafür geeignete Sraii gesucht. Gehalt und evtl. Dauerstellung. Schriftliche Angeb. unt. 1175Da.d.Gieß. Anzeiger erbet. Junges 109570 123383 157266 174396 211 155 233199 269055 296587 337158 3/4422 Aeltere Frau für 2-Personen- ü aushalt tagsüber gesucht. Schr.Angeb.unt. Q7R7 a. d. G. A. [Stellengesuche) ÄW . 22 Jahre, mit besten Zeugnissen,sucht Stellung.Schriftliche Angebote unter 0795 an d. Gieß. Anzeiger^erbet. | Verkäufe | 4 zu üiViw.-Lim. steuerpflichtig . 9.10 Steuer in sehr gutem Zustande zu verkaufen.Schr.An- :rag. unter 0790 an d. Gieß. Anz. auf der planmäßigen Nachtpoststrecke Köln— eingesetzte Postflugzeug „Otto Parschau" D-APAR ist in dichtem Morgennebel etwa elf Kilometer vor dem Flughafen Paris gegen einen 160 Meter hohen Hügel gestoßen und durch Brand zerstört worden. Die Besatzung, bestehend aus Flugkapitän Heinz van Vloten, Funkermaschinist R i e d h e r r und Flugzeugfunker Maier, kam dabei ums Leben. mit Lieferwagen übernimmt billigst 0792 O Io Schmitt Näh.Kanzleiberg Nr. 7. Tel. 3597. Uebernehme LoWreo 3';2 To. (Kipper) ab 1. März wöchentlich noch 4 Tage frei. Schr. Angebote unter 1170Da.d.Gieß. Anzeiger erbet. Reifender der Lebensrnittel-, Zuckerwaren-, Drogen-od.Markenartikel-Branc! e vor 1. Avril 1938 oder früher rur eingeführte Tour von hiesiger Großhandlung gesucht. Bewerber müßen Führerschein Kl. 3 haben. Angebote mit Gehaltsanivrüchen, Zeugnisabschriften und Nef unt 1061D an den Gieß. Anz erbeten Bekanntmachung. Velr.: Dohnungsneubauten in der Schwarzlach. Die für den 12. Februar 1938 angesetzte öffentliche Ausschreibung für Erd- und Maurerarbeiten wird wegen Verstoßes gegen die Verordnung über Preisbindungen hiermit aufgehoben und als neuer Termin für die Abgabe der Angebote der 11840 1. Alärz 1938, vormittags 10 Uhr angesetzt. Angebotsformulare können ab Freitag, den 25. Februar, bei uns abgeholt werden. Gießen, den 22. Februar 1938. Städtisches Hoch- und Tiefbauamt. \ Gravert. 62905 65498 68483 68805 72359 78753 78994 79110 82075 87/80 94285 97385 98474 99230 103863 ..............—-------- ------ ---- - 168 Gewinne zu ...... 14978 16953 22861 Fräulein Schulz fehlt heute I Sie liegt imBett und muß schwitzen! Das sind die Folgen eines nicht beachteten Schnupfens! Schon bei den ersten Anzeichen sollten Sie zu Ihrem Fachdrogisten Winterhoff gehen, der hilft Ihnen! Winterhoffs Brust- und Hu ten-Tee Beutel zu Mk.0.50, Paket zu Mk. 1.- Winterhoffs Tee zum Schwitzen Paket zu Mk. 0.90 Die vielen Bonbons und Tabletten, die schützen Sie vor Erkältung. Also nicht warten—gleich zu uma Drogerie Kreuzplatz 10 14 Gewinne zu 2000 NM 134982 192390 ön der Heuligen NuchmillanSziebuna wurden gezogen LPD. Darmstadt, 22. Febr. Wegen ...... besonders schlimmen Falles von Fahrerflucht nach einem Verkehrsunfall hatte sich der 33jährige Peter Löchel aus Darmstadt vor Gericht zu verantworten. Am 17. Oktober vorigen Jahres streifte er in Langen eine vorschriftsmäßig scharf rechts fahrende Radfahrerin mit seinem Lastwagen und schleifte das Mädchen ein Stück Weges mit, so daß es schwer verletzt wurde. Als er sah, was er angerichtet hatte, fuhr er mit abgeblendeten Lichtern mit erhöhter Geschwindigkeit davon. Er konnte aber ermittelt werden, und am nächsten Morgen noch ergab die ärztliche Blutuntersuchung einen erheblichen Alkoholbestand. Die Verkehrspolizei hatte sich inzwischen seines Lastwagens angenommen und -- ---------- -------- . 13769 22152 38146 49769 60213 71618 89282 102013 ------ ------ ------ Tagesbefehl des Stabschefs der SA Iber 5. Reichst!e-inüerschau geplant. Wegen der Maul- und Klauenseuche entfiel aber die Reichskleintierschau, und so mußte auch die Wanderver- Fünf Toke beim Absturz eines holländischen Bombers auf 3aoa. Wie aus Batavia gemeldet wird, ist während einer Luftschutzübunq ein großes holländisches Bombenflugzeug in der Nähe des javanischen Flugplatzes Tjililitan brennend abgestürzt. Die fünfköpfige Besatzung ist ums Leben gekommen. Todesurteil im INordprozeß Potte rechtskräftig. Das Berliner Schwurgericht hatte den 26jährigen Paul Polte unter Aberkennung der Ehrenrechte auf Lebenszeit wegen Mordes zum Tode verurteilt. Dieses Urteil ist nunmehr rechtskräftig geworden, da das vom Angeklagten angerufene Reichsgericht feine Revision als unbegründet verworfen hat. Polte hat in Berlin umfangreiche Heiratsschwindeleien begangen, wobei er die Hausgehilfin Alma Garbe um ihre gesamten Ersparnisse von 2000 Mark betrogen hat. Da er für seine Sicherheit fürchtete, ermordete Polte sein Opfer. Wegen anderer Straftaten war gegen Polte auf 15 Jahre Zuchthaus erkannt worden. Außerdem waren seinem Tatgenossen Reinhardt Benner 12 Jahre Zuchthaus und 10 Jahre Ehrenrechtsverlust zudiktiert worden, während Harald Du erst mit drei Jahren neun Monaten Gefängnis davongekommen war. Auch diese Urteile sind rechtskräftig geworden, nachdem das Reichsgericht die hiergegen eingeleiteten Revisionen als unzulässig verworfen hat. Orkan über Kalifornien. Novdkalifornien ist von einem schweren Orkan heimgesucht worden. In zahlreichen Ortschaften wurden Gebäude zerstört. Der Verkehr auf Landstraßen und Eisenbahnen sowie der Betrieb der Kraftwerke wurde lahmgelegt. Der Sachschaden wird auf mehrere Millionen Dollar geschätzt. Fünf Personen wurden durch umstürzende Bäume oder beim Einsturz von Wohnhäusern getötet und zahlreiche andere verletzt. Allein in der Stadt Sacramento zählte man 30 Verletzte. „ - ■ ......... .....24861 25800 35265 70536 80111 101306 103585 103670 117278 ----- ------ ------ ----- Preise: U60D RM. 0.60-3.00. Bekanntmachung. Delr.: Brennstoff-Beihilfe 1937/38. Volksgenossen, die nicht in taufender Fürsorge des Wohlfahrtsamtes stehen, die aber einen Antrag auf Brennstoff-Beihilfe gestellt haben, erhalten die Gutscheine für die IV. (letzte) Rate im Stadthaus, Gartenstraße 2, Zimmer 13, nur vormittags von 9 bis 12 Uhr, und zwar: 1165D Buchstabe A—G am Donnerstag, 24. Februar „ H—P „ Freitag, 25. Februar „ R—Z „ Samstag, 26. Februar Empfänger von Arbeitslosen- und ürisenunter- slühung legen unaufgefordert ihre Meldekarte vor. An Kinder werden Gutscheine nicht abgegeben. Gießen, 21. Februar 1938. Der Oberbürgermeister. (Wohlfahrtsamt.) Aus aller Welt. Unfall des deutschen Postflugzeuges Köln—Paris. Nach Erledigung der geschäftlichen Fragen hielt der bisherige Geschäftsführer des Vereins, Prof. 2)r; Bechtel, der eine ehrenvolle Berufung nach München erhalten hat, einen Vortrag über die wirtschaftliche und kulturelle Struktur des Lahntals vom Vogelsberg bis zum Rhein. Der Vortrag, wirksam durch reichhaltiges Bildmaterial unterstützt, w'es die .Notwendigkeit des in Aussicht genommenen Kanalbaues überzeugend nach. Oer Besitz »erbotener Druckschriften muß gemeldet werden. Bier Monate Gefängnis wegen Verheimlichung des Besitzes. LPD. Frankfurt a. M., 22. Febr. Wegen Vergehens gegen die Verordnung zum Schutze des Deutschen Reiches erkannte das Schöffengericht gegen einen Angeklagten auf vier Monate Gefängnis. Der Angeklagte hatte zugesanidte Druckschriften staatsgefährlichen Inhalts verheimlicht und sie nicht der Polizei gemeldet und zur Verfügung gestellt. S.ebrn Monate Gefängnis wegen Fahrerflucht. Gewlnnauszug 5. Klaffe 50. Preußisch-Süddeutsche (276. Preuß.) Klassen-Lotterie Ohne Gewähr_________________Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich | hohe Een inne gefallen, und zwar je einer I auf die Lose gleicher Nummer in den beiden I Ableilungen I und II 9. bis 16. Juli und die Wettfahrten ,um die Euro- ' ______ pameisterschaft der Starbootklasse| legen. Im Einvernehmen mit Gauleiter Spren- oom 18. bis 23. Juli. Die Ausschreibung für die 6 e r wurde Bürgermeister Kindermann (Wetz- IV. Internationale Marine-Pokal-Segelwettfahrt, die lar) zum Geschäftsführer bestellt. Zum stelloertrc- in der Starboot-Klasse auf der Kieler Außenförde tenden Vorsitzenden wurde Kommerzienrat Dr. h. c. ausgetragen wird, ist jetzt erschienen. Der Oberbe- Koehler (Wetzlar) berufen. In den Beirat wur- fehlshaber der deutschen Kriegsmarine, General- den berufen Generaldirektor Avieny (Wies- admiral Dr. h. c. Raeder, hat die Teilnehmer baden), Oberbürgermeister Ritter (Gießen) und der fremden Kriegsmarinen wie in den Vorjahren Landesrat Sch l ü t e r (Wiesbaden). zu diesen Wettkämvfen einqeladen. fisch und solide gebaut.sein,— ■ damit sie duch wirklich ihren Zweck erfüllen .--Wir hoben- siets eine große Auswahl.1.., | Vermietungen] 2-Zimmer- Wohnung mit Küche Nähe Gießen, f. sofort zu vermiet. Schriftliche Anfrag. unt.1180D an d. Gieß. Anz. | Mietgesuche | 8 9-Z.MM.- Wohnrmg für Bürozwecke geeignet, zum 1. März od.l.April zu miet, gesucht. Schriftliche Angebote u. 1183D an den Gießener Anzeiger erbet. Beamter sucht für sofort od.spät.geraum. Hiinm-Wok mit Bad und Zubehör. Au^fimrl. Angeb.u.Berücksichtig.all Neben' abgaben u. 0789 an d. Gieß. Anz. Werkstatt zu miet, gesucht. Schrift!. Angeb. unter 0793 a. d. Gießen. Anzeig. 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Die Gaststättenräume des ^En Vorbild heldenhaften Glaubens und Opferns Zoologischen Garten sind als Tagungsplatz ausqe- ur Führer und Volk und zum Inbegriff national- Morden. Die Reichsfachgruppe Imker im sozialistischen Kampfertums wurde, den folgenden Reichsverband Deutscher Kleintierzüchter erbittet T a g e s b e f e h l an die Sturmabteilungen erlassen. Anfragen an ihre Abteilung Wanderoersammlung, Kameraden! Am heutigen Tage senken tmr die Berlins 50, Neue Ansbacher Straße 9. Ler Zeit- Fahnen und Standarten m Erinnerung an den der punft bie Wanderversammlung ist gewählt wor- v 9 __V 1 . r;nC, CX n V U na a H n i c ’n i A h ben, um den Teilnehmern, vor allem den ausländi- Sprenger anläßlich des L?b-N ließ, tz 0 rstW - s,«l s LI - d sIngth - ute ! schen Wissen,chaftl-rn, Gelegenheit zn geben, nm' ^rernnn,n6 hnrn,i,nt hntt» ivr die Nation Sem Tod aber ist verschlungen.'» VH. Internationalen Kongreß für den Sieg des Glaubens, der unsere Herzen füllt, (Entomoloqie ~ ’ und in die Treue, die uns an den Führer bindet. *• ■ * S A. marschiert! So soll es bleiben! Was an zum Ausfahren eines Hein. Kindes gesucht. 0794 NeuenBäueLlv Suche ehrliches, anständig., jung. «Mädchen f. meinen Haushalt (2 Personen) 3ian fflibb. RPi’DPtg. Abendstern bei Gießen. meD Mädchen für Gasthaus zum 1. März ne= sucht.Schrntliche Angebote unter 1171Da.d.Gieß. Anzeiger erbet. Nach Mainz wird in gepflegt. 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Die Mitgliederversammlung ternationale Marine-Pokalwettfahrt vom dat daher beschlossen, den Sitz des Fulda—Lahn- Kanaloereins von Limburg nach Wetzlar zu ver- Hr.45 3n»eftes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesfen) Mittwoch. 23. Zebruar 1038 Wehr und Waffen. Mosh&di Sadv BrebyanWrn Walhif/tizsacZZ die unaufhörlich von den Franzosen beunruhigt Die Wehrmacht verkörpert den Selb st be- Die schweizerische Heeresresorm streitkräften und dank der regionalen Rekrutierung ,29. Mai 1793 beschafft werden mußten — Die leichten hessischen 20. bis 32. Altersjahr), die sich zu einer Dienstzeit Biebrich teil wo die Franzosen mit 1500 Mann Weltanschauung Für bi bar gemachl werden Das Erziehungsziel "it sr- 15 Band S 446 bis 48(5) In Anbetracht aber, daß die Goethescbe Darstellung nur Wenigen be-- abgeschlagen. Die Franzosen ließen.30 Tote zurück. von Valrny (20 Sep- ur1 ^n!,7istiaen Kräften oon benen bas <5faat5mcfen , Cuftine hatte mit kaum kann Der Offizieranwärter 15 000 Mann ungeordne- muß die Grundsätze der nationalsozialistischen Welt- ter Truppen Speyer ä s *4' »y im”“ ■Tu”«. >-« »" e-s» grBMÄ L toüSäS® und sich sogar im raschen Anlauf der Festung in Besitz, überall unge« die Preußen hatten etwa 90 Mann verloren. Goeche schildert den Eindruck, den die Toten dieses Gefechts auf ihn machten, mit folgenden Worten: .Die Op'er der Nacht lagen nebeneinander Unsere riesenhaften wohlgekleideten Kürassiere machten einen wunderlichen Kontrast mit den zwergenhaften, schneideriichen. zerlumpten Ohnehosen. Der Tod hatte sie ohne Unterschied hingemäht." Auch das Lager des Königs von Preußen, Friedrich Wilhelm 11, lag bei Marienborn Goethe ist begeistert von seiner Einrichtung Er schreibt: „Es war angelegt gerade an dem Abhang, wo der große Kessel, in welchem Mainz liegt, sich endigt, in aufsteigenden Lehm- Truppen, darunter unser Bataillon, lagen auf dem rechten Rheinufer gemeinsam mit preußischen, kurhessischen und Hessen Kasseler Abteilungen, und zwar unser Bataillon in Biebrich. Die Franzosen merkten sehr bald die schwache Besetzung des rechten Rheinufers und versuchten mehrfach dort die Einschließungslinie zu durchbrechen. Unbegreif- sicherweise immer nur mit kleinen Abteilungen, nie aber mit stärkeren Kräften, so daß es nie zu ernsten Gefechten kam. Unser Bataillon nahm am wurden. Erst im Frühjahr 1793 nahm der Krieg wieder eine ernstere Wendung. Mainz sollte eingeschlossen und belagert werden. Es kam zunächst zu lebhaften Gefechten bei Bingen, Alzey und Landau, wo preußische Truppen die Franzosen zurückwarfen. Ende April wurden auch unsere hessischen Truppen dem Belagerungs-Korps vor Mainz zugeteilt, das die Festung im weiten Umkreis umspannte. Die eigentliche Belagerung sollte auf dem linken Rhem- ufer erfolgen Zur Verbindung beider Ufer waren Schiffsbrücken bei Ginsheim und Walluf geschlagen worden. Der größere Teil der hessisch-barrn- städtisrben Truppen wurde auf dem linken Ufer zwischen Finthen und Budenheim verwendet. Bei ihnen hielt sich auch der Landgraf bis zum Schluß der das gesamte Kontingent wieder aus Gießen aus, das leichte Infanterie-Bataillon unter Kapitän v. S t o f ch an der Spitze, und vereinigte sich Tags Mainz bemächtigt Wenige Wochen später nahm er auch Frankfurt a. M. von sechs Monaten verpflichten, eine Spezialausbildung in allen Infanteriewaffen sowie in der Herstellung von Tankbarrikaden, von Minenfeldern u. a. m. erhalten und die kleineren Sperrwerke längs den Landesgrenzen zu bewachen haben. Daneben werden besondere Grenzschutzbrigaden gebildet, die unabhängig von den Haupt- tember 1792) war die preußische Armee, die zur Befreiung des französischen Königs Ludwig XVI. in Frankreich eingerückt war. unter großen Verlusten. namentlich durch Krankheiten, bis Koblenz zurückgegangen. Die Franzosen waren schnell gefolgt, und der General heure Kontributionen erpressend. Die Gefahr für D a r m st a d t war so groß, daß Landgraf Ludwig X. mit seinen schwachen Truppen die Stadt räumte und auf Gießen zurückging. Das landgräfliche Korps war nur 3500 Mann stark, darunter das Ehevaulegers-Regiment und iroölf Geschütze. Am 28. November 1792 rückte korps begründet Erziehung zu einer hohen Berufs- Lebensauffassung, - Erziehung zur nationalsoziali st ischen neue Truppenordnung 20 neue 1 0,6 - Zenti - meter-Motorkanonenbatterien vor. Se. Erziehung zum Offizier. Von Oberst Dr Altnchter. Die Deutsche Gesellschaft für Wehrpolit'ck und Wchrwisienschaften hat unter dem T'tel „Verinnerlichtes Soldatentum" Beiträge zur soldatischen Erziehung herausgegeben (Verlag E S. Mittler und Sohn, Berlin). Von aktueller Bedeumng angesichts der bevorstehenden Berufswahl der Abiturienten ist der Beitrag von Oberst Dr. Altrichter über die Entwicklung der Erziehnngsgrundsätze des Offiziersnachwuchses im preußisch-deutschen Heer. Nach dem Weltkriege, als das Diktat von Versailles das Wehrsystem änderte und an Stelle des Wehrpflichtheeres das 100 000-Mann-Heer langdienender Berufssoldaten setzte, trat an das Offizier- korps seine Schicksalsstunde heran. Würde es unter dem außenpolitischen Zwang und dem innerpolitischen Druck der wehcfeindlichen Weimarer Republik zerbrechen oder als in sich gefestigte Gemeinschaft erhalten bleiben? war die geschichtliche Frage. Wir wissen, daß sich die Hoffnungen der Gegner nicht erfüllten. Abseits vom politischen Getriebe arbeitete das Heer in der Stille an seiner Wiederherstellung Es schuf die feste Grundlage für den Neuaufbau der Volkswehrmacht des Dritten Reiches. Daß das Werk gelang, ist vor allem der Erziehungsarbeit des Generals von S e e ck t zu danken, die richtungweifend für feine Nachfolger war Er schuf kein neues Snstem, sondern hielt sich an die alten, bewährten Grundsätze, die er zu neuem Leben erweckte. Der große Gedanke, von dem die Erziehungsarbeit geleitet wurde, war, an Stelle des von den Feinden gewollten um Brot und Erwerb dienenden Söldnerheeres, ein vom höchsten vaterländischen Schwung getragenes Führerheer zu fetzen. Die bisherigen Kriegsschulen wurden aufgelöst und durch eine Anstalt ersetzt. Die Erziehung und Ausbildung war ungemein sorgfältig. Sie dauerte zwei Jahre. Im zweiten Jahre traten die Angehörigen der Kavallerie, Artillerie und Pioniere zu in Frage kommen, wie Bombenflugzeuge mit igro- feem Aktionsradius und großkalibrige Geschütze.. 8. Mai an der Abwehr eines Ausfalles bei Kost- Neben 17 alten 12-Zentirneter-Batterien sieht die'heim und am 9 Ium an einem Nachtgefecht bei und zwei Geschützen angriffen. Aber selbst hier scheint es sich um keinen eigentlichen Angriff gehandelt zu haben, da das Bataillon dabei nicht einen Mann verlor. In der folgenden Zeit stellten die Franzosen, wohl durch den auf dem linken Rheinufer begonnenen „förmlichen Angriff" bewogen, ihre schwachen Durchbruchsoersuche auf dem rechten Rheinufer ganz ein, so daß die dort stehenden Truppen, darunter auch unser Bataillon, zu den Schanzarbeiten auf dem linken Ufer heran» gezogen werden konnten. Der „förmliche Angri'f" ging gegen die Südfront der Festung, und wurde die erste Vorparallele mit zwölf Geschützen in der Nacht vorn 19. zum 20. Juni eröffnet. Von h'er aus wurde dann mit Laufgräben weiter vorgegan» gen und in der Nacht vom 25. zum 26 Ium .die wirkliche erste und am 16. Juli die zweite Parallele erbaut- Die Franzosen hatten auch auf dem linken Ufer den Fortschritt der Belagerung durch mehrere Ausfälle zu stören versucht. Einer ihrer Angriffe hatte sich gegen Marienborn in der Nacht vom 30. zum 31 Mai gerichtet, wo sich das preußische Hauvt- quartier (General Graf v. Kalckreuth) befand. Er schuf ziemliche Verwirrung, wurde aber durch zwei preußische Regimenter unter Führung des 2. Dezember erstürmten preußische und hessest- kasselsche Regimenter das von Custine besetzte _■ Frankfurt am Main (Hessen-Denkmal!), tapferen Prinzen ^Louis Ferdinands von Preußen während die Darmstädter Truppen in Reserve blie- ' '■*■* ~ ** r ' ~ ben Custine ging aus Mainz zurück, die Verfolgten nur langsam, um längs des den Wintermonaten, in denen man daeigenen Waffenschulen über. Für die Erziehung des Offiziernachwuchseä ergaben sich eine Reihe besonderer Schwierigkeiten Zum Teil waren sie in den Umständen des 100 000-Mann-Heeres begründet. Die mangelhafte Ausrüstung und Be- wa'fnung, die Enge aller Verhältnisie. die schlechten Beförderungsaussichten bargen die Gefahr eines Nachlassens der Dienstfreudigkeit und des beruflichen Strebens in sich. Weiterhin lagen die Erziehungs- schwierigkeiten in dem Heraushalten der Fähnriche aus der das ganze öffentliche Leben zerfetzenden und spaltenden Parteipolitik. Ihnen hier die richtige Auffassung beizubringen und ihr ganzes Denken und Handeln auf die sittlichen und praktischen Aufgaben des selbsterwählten Berufes auszurichten, war' nicht immer einfach Besondere pädagogische Umsicht erforderte die Herstellung eines Ausgleiches zwischen der soldatischen Berufsauffassung und dem G"fühl der persönlichen Ablehnung des Weimarer Staates, das von Lehrern und Schülern in gleicher Weife geteilt wurde. Hier konnten gefährliche Krisen entstehen, wenn das aus höchster vaterländ'scher Besorgnis entspringende eigene politische Wollen das Gesetz des militärischen Gehorsams aus den Augen verlor Alle Schwierigkeiten sind durch die Klarheit und Wahrheit der alten Erziehungsgrundsätze und ihre verständnisvolle Anwendung überwunden worden. Die heutigen Erziehungsgrundsätze für den Offiziernachwuchs der Wehrmacht auf den Schulen sind klar vorgezeichnet Sie stützen sich zum Teil auf das alte bewährte Gedankengut, zum Teil bedürfen sie einer Erweiterung im Hinblick auf die geistigen Grundlaaen des neuen Zeitalters. Sie lassen sich unter folgende Leitgedanken zusammenfassen: Erziehung zu charaktervollen Persönlichkeiten. die als Führer und Erzieher in jeder Lage ihren Mann stellen, Erziehung zu jenem einheitlichen ©eifte, der die innere Geschlossenheit des Offizier- - Loo ooo T T 3 Kliti bündeten Rheins in I I bruchs den wir erleben, das Zurückbeziehen aller Dinge auf das Volkstum uni) tue Urgründe der Rassenseele ist. und daß von hier aus alle Wert, maßstäbs neu ausgerüstet werden. Hierzu ist bie Die Erziehung zur nationalsozialistischen W e l t a n s ch a u u n g ist von qerade- zu entscheidender Bedeutung für die Zukunft der Wehrmacht, weil diese nur ir' Ueberemstimmun^mit schen Kraft darangeht sich em artgemäßes Dasein in der Vollendung verwirklichen. Der Offizier aber, zu schaffen. Eine besondere Freude ist für den an- durch Erziehung als Fähnrich innerlich gebildet und gehenden Offizier die Wahrnehmung, daß die sitt- geformt, ist auch hier Führer und Vorbild. lichen Grundlagen des Nationalsozialismus zum I ------- Der 1. Januar 1938 war ein bedeutsamer Markstein in der schweizerischen Aufrüstung: An diesem Tage trat bie neue Truppenordnung in Kraft, die die „Militärorganisation von 1925" ersetzt. Grundsätzlich wird das Milizsystem (zwei- bis dreimonatige Rekrutenschule und mehrere Wiederholungsübungen mit insgesamt sieben- monatiger Ausbildungszeit) beibehalten. Dagegen besteht das schweizerische Heer an Stelle der bisher sechs schwerfälligen Divisionen in Zukunft aus drei Armeekorps mit insgesamt 9 beweglicheren Divisionen, drei selbständigen Gebirgsbrigaden, einer leichten Brigade (Kavallerie. Radfahrern usw.), zwei bis drei zusätzlichen Artillerieregimentern und weiteren Spezialtruppen. Diese Zusammensetzung entspricht den operativen Plänen für den Heer? saufmarsch im Kriegsfälle. Für den Mobilmachungsfall ist ein weiteres (IV.) Armeekorps vorgesehen. Während die drei Oberstkorpskommandanten vor der Heeresresorm nur Jnspektionsbefugnisse, aber feine Kommandogewalt hatten, werden sie nun Truppenführer der Armeekorps. Die Schweiz dürfte der einzige mehrsprachige Staat sein der bei der föderativen Gliederung und regionalen Rekrutierung der Armee auch die einzelnen Sprachgebiete berücksichtigt. Mit Ausnahme des Graubündner Regiments, dem Mannschaften des deutschen, räte- romanischen und italienischen Volkstums angehören, sind alle anderen 36 Jnfanterieregimenter ein- sprachig. In sieben Regimentern ist das Französische die Kommandosprache, in zwei da- Italienische. Die kriegsmäßige Stärke des Schweizer- Heeres beträgt zur Zeit rund 450 000 Mann. Neben dem Ausbau der Flugabwehr-Artillerie und der Luftwaffe — das derzeitige Rüstungsprogramm sieht 300 jederzeit einsatzbereiter Flugzeuge vor —, neben der vermehrten Ausstattung der Heereseinheiten mit automatischen Waffen, Artillerie (11 Batterien auf 9 Jn- fanteriebataillone) und motorisierten Fahrzeugen, ist die Schaffung einer sorgfältig durchgearbeiteten Grenzschutzorganisation ein°5 der wichtigsten Ziele der Reeresresorm. Dabei ist der Grundgedanke maßgebend, daß im Kriegsfälle mit einem überfallartigen Angriff, insbesondere motorisierter Divisionen und Panzerwagen, gerechnet werden muß Bisher wurden 9 st ä n d i g e Grenzschutz- Aus der Geschichte des alten Regiments U6. Sie Belagerung von Mnnz vom 5. Mai bis 22. Juli 1793. Hon Generalmajor a. O. Hubolf Mohr, G eßen. wänden und Hügeln: dieses gab zu den anmutigsten Einrichtungen Gelegenheit. Das leicht zu behandelnde Erdreich bot sich den Händen geschickter Gärtner dar. welche die gefälligste Parkanlage mit wenig Bemühung bildeten. Die abhängige Seite ward geböscht und mit Rasen belegt, Lauben gebaut, Flächen planiert, anstoßende Wäldchen und Büsche mit in den Plan gezogen usw." Wird man bei dieser Schilderung nicht direkt an die Kunstwerke erinnert, die 'm Weltkrieg unsere braven Leute in den Ruhestellungen, ja oft genug an der Front selbst, in gärtnerischer Beziehung herstellten?! Am 1. Juli hatte das Bombardement der Festung begonnen, das bald eine größere Anzahl von Bränden in Mainz hervorrief. Dis Franzosen wehrten sich verhältnismäßig zäh in aufgeworfenen Erdschanzen gegen das Verschieben der Laufgräben, die eine nach der anderen me'st in nächtlichen Unternehmungen weggenommen in den Grenzzonen sehr rasch mobilisiert werden - • • - -. _ - - , können. Leichte Brigaden dienen als erste-Belagerung auf. Dieses Lager bei Finthen be- Grenzschutzreserve. Nach der neuen iruppenorb= i fd)reibt Goethe sehr interessant: „29. Mai 1793 nung übernimmt also nicht mehr, wie bisher, der I begleitete ich meinen gnädigsten Herrn nach dem hn- Landsturm (41. bis 48. Altersjahr) den ersten ken Flügel, wartete dem Herrn Landgrafen von Grenzschutz, vielmehr haben selbständige For- Darmstadt auf, dessen Lager besonders zierlich mit mationen, deren Mannschaften in den Grenz- kiefernen Lauben ausgeputzt war und dessen Zelt gebieten wohnen und in regelmäßigen Abständen, alles, was ich je in dieser Art gesehen, übertraf, zu Grenzschutzübungen herangezogen werden, die 11° wohl ausgedacht, vortrefflich gearbeitet, begu-m Aufgabe, den Aufmarsch der Armeekorps im Lan-- und prächtig " Dann erzählt er weiter, daß er bei besinnen) sicherzustellen. dieser Gelegenheit bie beiben Prinzessinnen von Schließlich trägt bie neue Heeresresorm ber Tat- MecNenburg-Strelitz (bie spätere Königin Luise von sache Rechnung, baß die Eisenbahnen im Ernstfälle nur noch in beschränktem Ausmaß für Truppentransporte zur Verfügung stehen. Die Truppensammelplätze werben daher weitgehend dezentralisiert und bedeutend vermehrt. Eine den Preußen mit ihrer Schwester) gesehen und c-nen unauslöschlichen Eindruck von ihnen erhalten habe. Beide hatten sich kurz vorher in Frankfurt a. M. mit den Söhnen Friedrich Wilhelm II. verlobt und besuchten ihre Verlobten falt täglich im Lager, wo Generaistabsabteilungen angegliederte Sektion es überhaupt an Damenbesuch nicht gefehlt" zu dafür Kriegswirtschaft hat die Evakuationen den scheint. Besonders an den Sonntagen ftro-nte vorzubereiten und die industrielle Mobili , bie ganze Landbevölkerung ms Lager, hauptsächlich (ierung zu organisieren, damit die Industrie in m die eine herrliche Uebersicht gewahrende Schanze kürzester Frist von der Friedens- auf die Kriegs- bei Weißenau, unbekümmert um die in hohem Produktion umgestellt werden kann. In diesem Zu-Bogen ankommenden französischen Kanonenkugeln, sammenhange ist bemerkenswert, daß kürzlich als,.Wenn die Schildwache auf der Brustwehr ,Bstc? interne Einrichtung der Bundesverwaltung eine rief, so war dies das Zeichen, daß alles sich nieder» „Kommission für kriegswirtschaftliche Angelegen- wessen mußte um gegen die ankommende Kugel heilen" geschaffen wurde, die insbesondere für die geschützt zu fern." (Goethe.) Es scheint manchmal notwendige Fühlungnahme und Zusammenarbeit bei dieser Belagerung höchst gemütlich hergegangen aller mit Maßnahmen zur kriegswirtschaftlichen; 3" sein. Vorsorge betrauten Derwaltungsabteilungen sorgen. Natürlich trat auch der Ernst des Lebens in bie muß. Durch ein neues Bundesgesetz wird der Bun- Erscheinung. Das Belagerungsheer auf der linken desrat ermächtigt, „die notwendigen Maßnahmen Rheinseite war etwa 22 000 auf ber rechten Rhem- für bie Beschaffung und Sicherstellung der Güter feite 12 000 Mann stark Später verstärkte es sich zu treffen, welche "im Kriegsfälle für die Versor- auf 36 850 Mann, denen 23 000 Franzosen m ber gunq von Volk und Heer "unentbehrlich sind." Es Festung gegenuberftanben, bie sämtlich einem Willen heißt in ber Botschaft ber Regierung, baß die Pflege gehorchten, wahrend die Verbündeten in langer der wirtschaftlichen Kriegsbereitschaft ebenso not- Linie ausemandergezogen sich rote immer mit Miß- roenbiq ist, wie die Steigerung ber Schlagfertigkeit trauen betrachteten unb keiner bem anberen einen bes Heeres, denn die moderne Kriegführung ver-! Erfolg gönnte Dazu fehlten Belagerungsgeschütze, langt sowohl den Einsatz der Wirtschaft wie ber die erst weit her, zum Teil sogar aus Holland, Armee. Die kommende gesetzgeberische Neuordnung f"x‘“ c-rr:fx- Belagerungs Korps umfaßt, für unseren Zweck aber hauptsächlich die Tätigkeit der Hessen-Darmstabti- schen Truppen und unseres leichten Jnfantene- ~ ™ damals kurze Zeit Füsilier-Bataillon lichen und politischen Ziele bestehen. Die iungen z , Herzen müssen begeistert werden von der wunder- hauptungswillen der Nation in höchster baren Tatsache, daß das deutsche Volk gleichsam und letzter Form, denn die Waffe bleibt für immer in zwölfter Stunde zurückgefunden hat zu sich selbst, die ultima ratio. In Uebereinstimmung bannt muß unb aus ben unverbrauchten Quellen seiner völki- die Truppe auch ben Geist bes Nationalsozialismus Bevor ich zu bem großen Abschnitt ber Regi- mentsgcschichte „Die Hessen unter Napoleon I." komme, muß ich noch die Teilnahme des leichten und Infanterie-Bataillons (späteres 1/116) an der Be- I lagerung von Mainz nachholen. Ich war erst im Zweifel," ob ich überhaupt darüber schreiben sollte, e 11U H I ui U u u .. M denn die Geschichte dieser Belagerung hat bereits ft"ir bie ersten drei Gesichtspunkte können die eine große Anzahl von Verfassern gefunden, darfrüheren Richtlinien und Anschauungen voll nutz- unter den bedeutendsten: G o e th e, der im Ge- Lnr nPmnfht werden Das Erziehungsziel Jt er- folge des Herzogs von Sachlen-Weimar die ganze ---, - • x, ,, •• menn ber SVäbnrid) w tiner »arten 'Berlöm. Belagerung miterlebt unb betrieben hat IPro- baraut bei Hamburg a b. q mit ber mm Koblenz lichkest wird die beftr^ ist, ihr gesamtes Denken fesior" Dr. Heinemanns Ausgabe „Goethes Werke ,> herangeruckten preußischen Armee Bereits ^ am und Handeln unter die Gebote ber Ehre zu stellen. 15 Banb S 446 bis 486) In Anbetracht aber, Er muß sich restlos zu den im Offizierkorps Herr- baß bie Goethescbe Darstellung nur Wenigen be- fdienben Ideen und Überzeugungen bekennen und könnt sein dürfte und naturgemäß das geiamte bestrebt sein sie sich völlig zu eigen zu machen. Ein r.rns i-m-n&t. für unteren Zweck aber besonders strenger Maßstab wird bei ber B eur- teilung bes Persönlichkeitswertes nnaeleat Stellen sich Mängel bes Charakters her-, Bataillons <\ Süs bie ben Betreffenben für bie schweren Auf-' genannt) in Frage kommt, gaben bes Offiziers ungeeionet erscheinen lassen so habe ick mich doch zu wird er von der Liste der Fahnenjunker gestrichen, einer Darstellung ent- Aus der Auffassung heraus, daß der Fähnrich allem. fdifoffen durch Das Ehrgefühl geleitet werden darf ergibt. Zunächst kurz die fiib von selbst daß schwere Di ziplinarstrafen als gelchichte: Nach der er- ^iebunÄMÜr ihn überhaupt nicht 'n Jruge folgten Kanonade kommen dürfen. Wer nur durch körperliche Zucht- »nn B mittel auf den richtigen Weg gebracht werden kann, bringt innerlich überhaupt keine Voraussetzungen für "den Offizierberuf mit, denn bei einem ehrenhaften Mann ist die Angst vor der ‘^anbe, bu» mit ber Tatsache ber Bestrafung verbunden ist, großer als bie Angst vor ben Nachteilen ber ©traf- Erkenntnis notroenbig, in welcher Weise der Na-1 größten Teil den Werten des Soldatentums ent-1 mals nicht gern Krieg führte, Quartier zu be» tionalsozialismus alle Gebiete des öffentlichen nommen sind. Diese Tatsache allein erfüllt ihn schon ziehen. Unser Bataillon kam nach Groß-Gerau Lebens durchdringt und formt, welcher Mittel er mit dem Gefühl innerlicher Verbundenheit mit der und stellte Vorposten vom Rhein bis Ginsheim aus, sich bedient, und worin seine kulturellen, wirtschaft- nationalsozialistischen Weltanschauung. 1' ‘ 2 „ ' ' bes Verkehrswesens (Verkehrsteilung zwischen Eisenbahn unb Kraftwagen) berücksichtigt in her- Dorragenbem Maße die Bedürfnisse der Landesverteidigung Der Ausbau bes Straßennetzes erfolgt zum Teil auch im Hinblick auf militärische Anforderungen. Im allgemeinen hält die neue fompanien ausgestellt, bestehend aus ~ arbeits-! Truppenordnung am D e f e n s i v ch a r a k t e r des losen, .ledigen Wehrmännern des Auszuas (vorn schweizerischen Heeres fest. Verzichtet wird auf Was- • ..... '■ ’t fen, die für eine offensive Kriegführung hauptsächlich Wirtschaft 9Jl.-Sport Die oberhe notierten unverändert. SA. für Wehrsport - RsL für LerstuWiport! der Pkte. vornherein mit einem Rolle Staffel Spiele Tv. Garbenheim In der Klasse A siegte die Mannschaft des Pionier- 7 6 3 2 0 0 0 0 1 1 1 1 0 0 0 0 1 4 6 7 7 7 8 8 8 2 5 5 7 Tv. Gr.-Rechtenbach Tv. Dutenhofen Tv. Katzenfurt Tv. Dornholzhausen MSV. Barbara Gießen To. Hausen Tv. Lang-Göns Tv. Grüningen Tv. Holzheim Gew. 6 5 4 2 1 8 8 8 8 8 von Pkte.' 13:1 11:3 8:8 4:12 2:14 dec Don uni Nachdruck, ai 2. Unentsch. Verl. 14:2 12:4 6:10 5:11 1:15 guten über- Fußball der Bezirkes affe am Sonntag. Für den kommenden Sonntag sind in der Bezirksklasse die Begegnungen neu festgesetzt worden. Der nächste Spieltag bringt folgende Gegenüberstellungen: Lollar — 1900 Wetzlar — Naunheim Bissenberg — Steinberg Butzbach — Sinn Frohnhausen — Steindorf. DasEnde der künstlichen Eichenlaubkränze. Lpd. Der Deutsche Reichsbund für Leibesübungen weist darauf hin, daß die Frist für die Verwendung von künstlichen Eichenlaubkränzen mit dem Jahre 1937 abgelaufen ist. Jetzt dürfen in keinem Falle mehr innerhalb des Reichsbundes künstlich hergestellte Eichenlaubkränze ver- Faschingsdienstag keine Abendbörse. Fwd. Am Dienstag, 1. März (Fasching), fällt die Abendbörse aus. Frankfurter Schlachtoiehmarkt. Frankfurt a. M., 22. Febr. Auftrieb: Kälber 841 (gegen 680 am 15. Febr.), Hämmel und Schafe 183 (165), Schweine 4186 (3585). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in Reichsmark: Kälber a) 62 bis 65 (62 bis 65), b) 54 bis 59 (55 bis 59), c) 45 bis 50 (48 bis 50), d) 30 bis 40 (35 bis 40). Hämmel b2) 46 bis 52 (50), c) 40 bis 45 (43 bis 45), d) 35 bis 38 (41 bis 42); Schafe a) 38 bis 42 (39 bis 40), b) 35 bis 36 (—), c) 20 bis 32 (20 bis 32). Schweine a) 56,50 (56,50), bl) 55,50 (55,50), b2) 54,50 (54,50), c) 52,50 (52,50), d) 49,50 (49,50); Sauen gl) 53,50 (53,50), g2) 51,50 (51,50). Marktverlauf: Kälber und Schweine zugetejlt, Hämmel und Schafe mittelmäßig. Junghans 0,25 v. H. höher mit 123. Don Elektropapieren waren Gesfürel 0,25 v. H. höher mit 149,50, Schuckert 0,25 v. H. niedriger mit 178. In Bankaktien war das Geschäft bei behaupteten Kur- sen kleiner als im Mittagsverkehr, Pfälz. Hyp. 0,50 o. H. höher mit 112. Mainzer Aktienbier ge- wannen 0,50 v. H. auf 92,75. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. 130,50, Adler mit 119,50 4. ' " tk. war Holzheim. Die Mannschaft verlor durch Abgänge schon von Anfang an jeden Zusammenhalt und konnte so während der ganzen Runde keine spielen. Wenn man auch , Abschneiden der Soldaten gerechnet hatte, so rascht der gute Platz des Tv. Hausen. Mit etwas mehr Glück wäre es vielleicht zu einem erbitterten Endkampf gekommen, der vielleicht noch eine andere Reihenfolge erbracht hätte. Vollkommen außer Form Das 3. Sahara-Flugtreffen für Touristik-Maschinen, an dem auch deutsche Flieger beteiligt sind, wurde in Gadames mit der technischen Prüfung und dem Zulassungswettbewerb begonnen. Der Italiener de Vittembeschi erzielte die höchste Punktzahl und startete als Erster zum eigentlichen Wüstenrundflug. Die Skimeisterschaften des IX. Armeekorps wurden bei Gersfeld in der Rhön mit dem Spähtrupplauf über 20 Kilometer begonnen. furt fielen vollständig aus. lieber die Lage in der 2. Kreisklasse berichten wir noch. Spiele der Handball-Sauliga Hessen In Hessen haben weiterhin zwei Vereine Meisterschaftsaussichten: Tuspo. Bettenhausen und Tv. Wetzlar. Während die Bettenhausener nach Kassel fahren müssen und es dort sicher nicht leicht haben werden, von Hessen-Preußen die Punkte zu bekommen, empfängt Wetzlar die Kasseler Kurhessen auf eigenem Gelände und müßte zu einem Siege kommen. Ein ausgeglichener Kampf ist in Kassel zwischen CT. und Spv. zu erwarten. Nicht ohne Gefahr geht MSV. Hanau zum Tabellenletzten nach Kirchbauna. Ein Sieg würde für die Platzelf viel bedeuten. Hanau wird also den Gegner nicht unterschätzen dürfen. VfB.-Micksbahn Gießen. Fußball: VfD.-R. III — Wißmar I 6:0 (1:0). Die dritte Mannschaft hatte den Tabellenführer Wißmar zu Gast und konnte sich die begehrten Punkte holen. Die Gäste, die nur zehn Mann zur Stelle hatten, konnten gefallen und zeigten sich in der ersten Hälfte von der besten Seite, ohne aber zu Erfolgen zu kommen. Nach dem Wechsel lief das Spiel bei den Platzherren, die einige Versager in ihren Reihen hatten, besser und so konnten Erfolge nicht ausbleiben. Dem Spielverlauf nach ist aber die Niederlage der Gäste zu hoch ausgefallen, die einige Tore verdient hätten. Durch diesen Erfolg sind die Grünweißen wieder Anwärter auf den Meistertitel. Kurze Sportnotizen. Finnlands Leichtathletik-Verband hat beim Leichtathletik-Weltverband um die Anerkennung von zehn Weltrekorden finnischer Athleten nachaesucht, darunter befindet sich auch der Speerwurf-Rekord M. Järvinens mit 77,23 Meter. Gn Milk zurück aus dir Handdalirunde 1932/38 Die Spiele der Kreisklaffen im Kreis VIII (Lahn-Dill). Mahnten l Me und § Der Saal detz tnie auch Küche, Intern der Sch riebfamkeit. Olis den oben) lind Dillenburg Neichsberufswe häretischen 2 djroere Aufgat ungen waren und verlangter eoung. Der Nachm praktischer Ard Arbeitsfeld der weißen Arbeit lott es in nie wurden die ; Sorgfalt wurd überaus still. Den. kleinen Kaufaufträgen der Kundschaft standen einige Abgaben gegenüber, so daß die Kursentwicklung nicht ganz einheitlich, jedoch ziemlich ausgeglichen war. Nach den ersten Notierungen, die zumeist nur zögernd zuftandekamen, ergaben sich aber infolge der Geschäftsstille eher leichte Rückgänge; auf ermäßigter Basis setzte jedoch wieder Kaufneigung ein. Montanaktien bröckelten zumeist 0,25 bis 0,50 v. H. ab, Rheinstahl gingen auf 145 (146) zurück. Maschinenwerte lagen vorwiegend 0,25 bis 0,7S v. H. niedriger, gut behauptet blieben Daimler Motoren und Adlerwerke Kleyer. Don Verkehrswerten ermäßigten sich Allgemeine Lokal und Kraft und AG. für Verkehr um je 0,50 o. H. Chemische Werte lagen sehr ruhig, Rütgerswerke verloren 1 o. H. auf 152. Im einzelnen notierten Schuckert 0,75 v. H., Hanfwerke Füssen 0,50 o. H. niedriger, Reichsbank und Gesfürel je 0,25 v. H. höher. Für Großbankaktien erhielt sich verstärktes Interesse. Commerzbank 123,50 (123,13), Deutsche Bank 128 (127,75), Dresdner Bank 114,75 (114,50). Im Verlaufe konnte sich das Geschäft kaum beleben, die Haltung war aber behauptet, ebenso zeigten die Kurse nur wenig Veränderung, teilweise aber leicht nach oben. IG.-Farben kamen stark verspätet mit 160,40 (160,25) zur Notiz. Im übrigen zeigten die im Verlaufe notierten Papiere Schwankungen unter 1 o. H. Im Freiverkehr hatten Dinglerwerke zu 88,50 bis 89 (88), Elsäsi. Badische Wolle zu 89 bis 89,50 (89), Schuh Verneis zu 75,75 (76) und Verein. Pinsel zu 78 (zuletzt 76) etwas Geschäft. Ufa ermäßigten sich um 1 v. H. auf 69,75 Tagesgeld unv. 2,50 v. H. Abendbörse freundlich. An der Abendbörse war die Geschäftstätigkeit klein. Die freundliche Haltung blieb jedoch bestehen, wozu auch die feste Tendenz an den Auslandsbörsen beitrug. Die Kurst entwickelten sich gegen den Mittagsfchlußoerkehr uneinheitlich, ohne daß aber die Abweichungen 0,50 v. H. überschritten. Am Montanmarkt bröckelten Mannesmann auf 113,90 (114,25) ab, während Buderus mit 122,90 und Rheinstahl mit 145,25 je 0,25 v. H. und Verein. Stahl mit 112,25 0,13 v. H. gewannen. IG.-Farben ermäßigten sich bei kleinem Angebot auf 160,13 (160,50), die anderen Chemiepapiere lagen behauptet. Von Maschinenwerten erhöhten sich Demag . auf 149 (148,50), Moenus mit 133, MAN. mit Nach den Richtlinien ist die S A. die verantwortliche Organisation auf dem Gebiete der körperlichen Ertüchtigung für Erhaltung und Förderung der Wehrkraft und zur Durchführung von Wehrwettkampfen einschließlich Schießen. Der D R L. ist, mit Ausnahme der NS.- kampffpiele, die verantwortliche Organisation für Durchführung leistungssportlicher Wettkampfe und neben den einschlägigen Organisationen des Staates und der Bewegung die sportliche Organisation für die Leibeserziehung des deutschen Volkes. Es kann gesagt werden, daß mit diesem lieberem- kommen zwischen den maßgeblichen Faktoren der gesamten körperlichen Erttichtlyuna und Leibeserziehung ein bedeutsamer Schritt für die Gesamtentwicklung des deutschen Sports getan worden ist. tion gefehlt. Die Zeltausrüstungen waren überhaupt nicht angekommen. Alles hatte in felbftgebau« ten Laubhütten kampieren müssen. Das vorhandene Feldlazarett war nicht mitgenommen worden, Der- bandzeug und Arzneien hatten fast völlig gefehlt. Die Verpflegung sollte aus Magazinen geliefert werden, kam aber meist nicht an. Das als Ersatz gezahlte Geld konnten die Leute nicht essen, hungerten also oft genug, lieber Krieg, Waffenwirkung, Geschosse pp: fehlt jede Belehrung. Die Unerfahrenheit der Leute war geradezu rührend. Eine kleine Geschichte mag zum Schluß dafür als Beweis dienen: „In einer dunklen Nacht warfen die Franzosen Bomben (damals noch runde mit Sprengpulver geladene Eisenkugeln, die eine brennende Zündschnur im Zündloch hatten) in ein Gehölz, wo eine hessische Feldwache stand. Diese, aufs äußerste von diesem unangenehmen Besuch überrascht, riß aus. Nur zwei Posten blieben am Rhein stehen. Einer von ihnen erzählte, es sei zwischen ihm und seinem Kameraden ein Ding nieder- gefallen, das hätte in der Erde gewühlt und mit einem hellen Lichtlein gebrannt. Er wäre hinzugelaufen, um es sich näher anzusehen, fein Kamerad aber habe iyn am Rock zurückgehalten und gesagt, dem Teufelsding fei nicht zu trauen. Da habe es auf einmal einen starken »Platz' getan und ihnen soviel Sand in das Gesicht geworfen, daß sie lange nichts hätten sehen können." — Mit der Einnahme von Mainz war zunächst der Zweck des Krieges erreicht. Der Landgraf zog nunmehr feine Truvpen zurück. Unser Bataillon kam wieder nach Groß-Gerau, wo es bis zum Herbst verblieb. Die der SA. gestellte Aufgabe, in Vorbereitung und Durchführung Trägerin der SA.-Kampfspiele zu sein und eine umfangreiche wehrsportliche Erziehungsarbeit auf der Grundlage des SA.-Sport- abzeichens zu leisten und die anderseits dem Deutschen Reichsbund für Leibesübungen obliegende Aufgabe, ein „Volk in Leibesübungen" heranzu- ziehen, bedingen eine enge und kameradschaftliche Zusammenfassung aller Kräfte. Diesen großen Gedanken wurde nunmehr durch eine kameradschaftliche Festlegung zwischen der Obersten SA.-Führung und dem Reichssportführer Rechnung getragen. Die von der deutschen Turn- und Sportbewegung in langjährigem Schaffen erarbeiteten Erfahrungen auf dem Gebiete der Leibeserziehung werden zusammen mit dem auf nationalsozialistischen Grundsätzen beruhenden Wollen der SA. bestimmend sein für Form und Gestaltung der gesamten körperlichen Ertüchtigung. ..Das neue & ubre ^ganger fe Feldherrn °r. Aber r ^n, dieses '^n anders. We W'F* oöu begehn. Mm denkt ii »"“»i'F o am 23 ? “ie Mrd. '^pPteÄbe feil ?,e -.Mo: i)Sre\^re ,BcrbertiS°9le Q1 &'nen lieber, »Aiet senden itoem Ver 96 a H4n Qh5?Qs hern'Sfot: die SpÄ» B S dermal •Nert l. M $ • ’s zur 5 bi “n’“s HD- luNt( Frankfurt a. M., 22. Febr. Während der Rentenmarkt in weiterhin fester Haltung verkehrte und lebhaftere Umsätze in den variablen Papieren aufwies, wobei sich Altbesitzanleihe auf 133 (132,50), Kommunal-Umschuldung auf 95,85 (95,75) und 4proz. Rentenbank-Ablösung auf 94,90 (94,80) erhöhten, lagen die Aktienmärkte wieder wendet werden. Der Wegfall der Eichenlaubkränze aus Siegerauszeichnung gilt auch für alle Veranstaltungen der Vereine. Die früher an Jugendliche gegebenen Eichenlaubsträußchen sind gleichfalls nicht mehr als Siegerauszeichnungen aüszugeben. An ihre Stelle tritt eine Urkunde nebst Metall- Eichenblatt. Gerätewettkämpfe an Grünberger Schulen. Bei den Gerätewettkämpfen der Grünberger Schulen, die am Montag zwischen Volksschule und Oberrealschule ausgetragen wurden, gab es folgende Ergebnisse: 5. und 6. Schuljahr tte 12 Mann): 1. Ober- Realschule 180 Punkte; 2. Volksschule 137 Punkte. 7. u n b 8. Schuljahr (je 10 Mann): 1. Volksschule 168 Punkte; Oberrealschule 154 Punkte. (An den Kämpfen waren nur Knaben beteiligt.) werden mußten. Besonders war die sogenannte „Welsche Schanze" ein großes Hindernis, das unbedingt fallen mußte. Der stets zu Unternehmungen bereite tapfere Prinz Louis Ferdinand von Preußen (er fand 1806 in dem Gefecht bei Saalfeld den Heldentod) stellte sich persönlich an die Spitze der Sturmkolonne. Die Unternehmung glückte, die Schanze wurde genommen und zerstört, der Prinz aber dabei schwer verwundet, daß er zu Schiff nach Mannheim ins Lazarett gebracht werden mußte. Er war der vergötterte Liebling des Heeres, und fein Verlust wog schwer. An dem Ausgang der Belagerung änderte er aber nichts. Das Bombardement wurde immer wirksamer, zündete häufig und sprengte ein großes Magazin in die Luft. Da den Belagerten jede Aussicht auf Entsatz fehlte und Mangel an Lebensrnitteln und besonders Medikamenten eintrat, so schloß der französische Kommandant am 22. Juli eine Kapitulation ab, nach der die Besatzung der Festung, noch 12 000 bis 14 000 Mann stark, mit Kriegsehren frei nach Frankreich abziehen durfte, unter der Bedingung, ein Jahr lang nicht gegen die Verbündeten zu fechten. (Ob sie es gehalten haben?!) Der Gesamtverlust der hessen-darmstädtlschen Truppen während der Belagerung betrug an Toten: 1 Offizier, 9 Gemeine. An Verwundeten: 1 Offizier, 1 Unteroffizier, 48 Gemeine. Unser Bataillon hatte nur einen Verwundeten. Waren auch keine großen Lorbeeren geerntet worden, so waren doch die Erfahrungen der Belagerung sehr lehrreich. Die Gewehre hatten sich als recht mangelhaft erwiesen, auch hatte es vielfach an Murn- Anleihe-Einzahlung verkürzt hie Bankbilanzen. Die Bilanzsumme der Berliner Großbanken hat sich zwischen November und Januar — für Dezember fällt die Berichterstattung regelmäßig wegen der Jahresabschlüsse aus — um rd. 230 Mill. Mark verkürzt, wobei die Bankeneinlagen um 62 Mill., die sonstigen Kreditoren sogar um 197 Mill, zurück- aingen. In dieser Bewegung spiegeln sich die An- iprüche wieder, die die Einzahlung für die neue Reichsanleche mit ihrem Rekordbetrag von 1200 Mill. Mark an die Kreditinstitute und ihre Kunden stellten. Es ist interessant, daß dabei in erster Linie neben den jederzeit fälligen Geldern die sog. Dreimonatsgelder abgerufen wurden, während gerade die auf längere Termine gebundenen Einlagen sich noch leicht erhöhten. Das läßt den Schluß zu, daß auch nach Erledigung der Anleihezeichnung die Wirtschaft noch über beträchtliche Reserven an längerfristig disponiblen Mitteln verfügt. Diese Sachlage hat auch den Banken die Finanzierung der umfangreichen Abzüge für die Anleihezeichnung wesentlich erleichtert. Die Ausleihungen an die Wirtschaft konnten unvermindert aufrechterhalten werden; ja, es konnten darüber hinaus beträchtliche Mittel — bei den Großbanken und den sonstigen Kreditbanken zusammen rd. 85 Mill. Mark — in neuen Anleihestücken bis jur wetteren Verwertung angelegt werden. Die hierfür erforderlichen Bettäge wurden aufgebracht durch eine Verkleinerung des in den letzten Monaten stark angewachsenen Wechselportefeuilles um insgesamt rd. 300 Mill. Ein Rückgriff auf die Reichsbank war dabei nicht notwendig, wie die Entwicklung der Jndosfamentsver- pflichtungen zeigt, die sich bei den meisten Instituten sogar noch verminderten. Das beweist, wie sorgfältig die Bewältigung der sich aus der großen Reichsemission ergebenden Leistungen und Aufgaben von den Banken vorbereitet worden war. Eine wertvolle Stütze für die glatte Abwicklung der Anleihezeichnung war daneben für die Banken auch der überraschend starke Zustrom an neuen Spargeldern; diese erhöhten sich bei den Großbanken um 46 (im Vorjahr nur um 32) Mill. Mark, bei den sonstigen Kreditbanken um 23 Millionen. Gießener Schlachtviehmarkt. Zum gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtviehoerteilungsmarkt) in der Vieh-Derstei- gerungshalle Rhein-Main in Gießen wurden 13 Ochsen, 7 Bullen, 24 Kühe, 23 Färsen, 135 Kälber, 235 Schweine, 2 Schafe aufgetrieben. An Preisen wurden erzielt: Ochsen 23 bis 43 Pf., Bullen 36 bis 42 Pf., Kühe 17 bis 42 Pf., Färsen 23 bis 44 Pf., Kälber 25 bis 55 Pf., Schafe 36 bis 44 Pf. je Pstmd Lebendgewicht. Für Schweine wurden je Kilogramm Lebendgewicht folgende Preise bezahlt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,11 Mark, bl (135 bis 149,5 kg) 1,09 Mark, b2 (120 bis 134,5 kg) 1,07 Mark, c (100 bis 119,5 kg) 1,03 Mark, d—f (unter 100 kg) 0,97 Mark (gl und I (Fette Specksauen und Altschneider) 1,05 Mark, gll und h (andere Sauen und (Eber) 1,01 Mark. Marktverlauf: Großvieh, Kälber und Schafe entsprachen dem Bedarf. Schweine wurden zugetettt. Ausverkauft. Rhein-Mairrische Börse. TNiltagsbörfe: Sehr still. Nachdem der größte Teil der Spiele durchaeführt ist (nur zwei Staffeln sind noch nicht enogültig fertig), dürfte es an der Zeit fein, einmal eine abschließende Ueberfidjt zy bringen, gleichzeitig aber auch die Leistungen zu betrachten, mit denen die einzelnen Mannschaften aufwarteten. Gewiß ist man, soweit jedenfalls bis jetzt feftfteht, in diesem Jahre von größeren Ueberraschungen verschont aeblieben. Immerhin gab es aber doch außerordentlich spannende Spiele mit zum Teil unerwarteten Ergebnissen. Dabei konnte es auch nicht ausbleiben, daß die Staffelung der Gegner oft eigenartig verlief, und daß man heute mit Verwunderung von der Reihenfolge in den einzelnen Klassen Kenntnis nimmt. Die Durchführung der Spiele ließ in mancherlei Beziehung Wünsche offen. Im großen und ganzen aber kann man zufrieden fein. Ausfälle werden immer verkommen, sie können aber die Aufwärtsentwicklung, die der Handball gerade im heimischen Kreis genommen hat, nicht mehr stören. 1. krelsklasse. Staffel 1. Spiele Gew. Unentsch. Verl. Wer die Führung übernehmen wird, ist noch nicht endgültig entschieden. Es schwebt noch ein Protest, der sich mit einem zugunsten von Groß-Rechtenbach geendeten Spiel befaßt. Wahrscheinlich wird der Spitzenreiter erst in einem Entscheidungsspiel fest- gestellt werden können. Dutenhofen kam diesmal nicht so recht mit. Auch feine Mannschaft war durch! Batl. Hanau und in Klasse ö stellte das Panzer- Abgänge sehr geschwächt. Dornholzhausen und Katzen-f Rgt. Erfurt den Sieger. Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurs Schlußk. Abend- börse Schluß- furo Schlußk Mittag börse Datum 21.2. 22.2. 21-2. 22.2. 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 102 102 101,9 101,9 4% Deutsche Retchsanl. von 1934 *y»% Deutsche Reichsschatzanwet- 99,3 99,3 99,3 99,3 fungen von 1935 —— ^"/„"Deutsche ReichSschatzanwei- 99,8 99,8 99,8 99,8 fungen von 1935, II. ftolge ... 4ty% Deutsche Reichsschatzänwel- fungen von 1936, III. Holge .. — — •— 6y,% Doung Anleihe von 1930 .. 108,5 —- —— — 4yt% Hessische Volksstaat von 1929 Die oberhessischen Brauer im Sudhaus bei Ihring-Melchior. (Aufnahmen |3J: Neuner, Gießener Anzeiger.) K öche und Kellner zeigen ihr Können. Der Saal des Hotels Hindenburg im Seltersweg, (»e auch Küche, Vorratskammer und Keller waren stern der Schauplatz einer außerordentlichen Be- iebsamkeit. 35 Köche, Köchinnen, sowie Kellner vis den oberhessischen Kreisen, ferner von Wetzlar Id Dillenburg traten, alle tadellos gekleidet, zum ichsberufswettkampf an. Der Vormittag war der oretischen Arbeit gewidmet, für die ziemlich were Aufgaben gestellt waren. Die Aufgabenstel- igen waren dabei außerordentlich mannigfaltig d verlangten von vornherein sorgfältige Ueber- lUNg. Der Nachmittag war ausgefüllt von fleißiger attischer Arbeit. Die geräumige Küche wurde zum beitsfeld der zahlreichen Köche in ihrer schmucken üßen Arbeitstracht. Auf allen Herden briet und t es in vielen Töpfen, an den Arbeitstischen tiirben die Zutaten hergerichtet und mit aller Sorgfalt wurde von den Teilnehmern des Wettbewerbs der Koch- und Bratoorgang beobachtet. Bei der Herstellung der Gerichte lieh man es sich angelegen sein, zeitgemäße Speisen zuzubereiten. So lautete die Ausgabe auf Herstellung eines schmackhaften Eintopfgerichtes, ferner aber auch auf die Zubereitung der verschiedensten Fischarten. Auch einige Fleischgerichte wurden hergestellt, um den Prüflingen eine möglichst universelle Betätigung zu ermöglichen. Die gestellten Aufgaben wurden zum Teil sehr gut gelöst. Die Köche brachten ihre Gerichte in einer hervorragend schönen Form auf den Tisch. Während die Köche in der Küche bei der Arbeit waren, beschäftigten sich die Kellnerlehrlinge mit der Herrichtung der Tische für die verschiedenartigsten Speisefolgen, für Wein, Bier oder Kaffee usw. Es war dabei zu erkennen, daß eine ganze Anzahl der Prüflinge mit viel Geschick und gutem Geschmack zu Werke gingen und erfreuliche Leistungen zeigten. Zum Abschluß der Prüfung saß man dann gemeinsam zu Tisch. Der Kreiswettkampfleiter für den Handel (dem das Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe einaeordnet ist), Pg. Büttner, hielt eine kurze Ansprache, gab seiner Befriedigung Ausdruck über die gezeigte Arbeit, empfahl aber auch, alle Möglichkeiten der Weiterbildung, wie sie die DAF. biete, auszunützen. Der Wettkampf hat durch die Betriebsführer im Gaststättengewerbe eine erfreulich starke materielle Unterstützung erfahren. Wettkampf her Gruppe Hanhel. Die Oeffentliche Handelslehranstalt am Oswalds- garten stellt ihre Schulräume für die Wettkämpfe der 286 Teilnehmer der Gruppe „Der Deutsche Handel" zur Verfügung, die in die Untergruppen „Großhandel", „Einzelhandel" und „Industrie" aufgeteilt wurde. Am Dienstag traten hier die Teilnehmer des 1. und des 3. Lehrjahres, sowie die schon länger im Berufsleben Stehenden zum Wettbewerb an, der mit einem kurzen Appell eröffnet wurde. Der Leiter dieser Wettkampfgruppe, Pg. Heydt von der DAF., sprach zu den im Hofe Versammelten Worte von Dr. Ley über „Aufgaben und Ziele des Reichsberufswettkampfes" und der stellvertretende Kreisbeauftragte, HI. - Unterbannführer Ungelenk widmete ihnen einige aufmunternde Worte zur Hergabe ihres besten Könnens. Er wünschte ihnen einen guten Erfolg und erklärte damit den Wettkampf für eröffnet. Nach der Aufteilung in die entsprechenden Untergruppen begannen dann die Arbeiten, die in der Niederschrift eines Aufsatzes und einiger Rechenaufgaben sowie in der Beantwortung berufskund- licher und weltanschaulicher Fragen, weiterhin in Buchführungsarbeiten, warenkundlichen Aufgaben, in Kurzschrift und Maschinenschreiben bestanden. Für die einzelnen Jahrgänge waren entsprechende Steigerungen der Ausgaben vorgesehen. Die weiblichen kaufmännischen Lehrlinge und Angestellten hatten am Nachmittag noch hauswirtschaftliche Aufgaben zu erfüllen. Am heutigen Mittwoch kamen dann die Lehrlinge des 2. Lehrjahres und die Junggehilfen (Klasse 5) daran, die in der Kaufmännischen Berufsschule in der Liebigstraße ihren Wettkampfort haben. Für die Durchführung und Ueberwachung dieser Arbeiten hatten sich die 14 Lehrkräfte der Oeffent- lichen Handelsschule sowie 20 Berufskameraden zur Verfügung gestellt. Gleichzeitig waren auch die D r o g i st e n «m regen Wettbewerb, für die die Aufgaben der Eigenart ihres Berufes angepaßt waren. Zum ersten Male Handelsschüler höbet Der diesjährige Reichsberufswettkampf sieht zum erstenmal auch die Beteiligung der Handelsschüler vor. In Gießen nahmen über 300 Schüler und Schülernnen der Oeffentlichen Handelsschule an diesem Wettbewerb teil. Die Ausgaben für diese Teilnehmer wurden im theoretischen Teil durch Buchführungsarbeiten, im praktischen Teil durch Aufgaben in englischer Sprache, in Kurzschrift und Maschinenschreiben und praktische Handelsfragen erweitert. Die einzelnen Aufgaben waren entsprechend den Schuljahren und Altersklassen gesteigert. Die Leitung dieses Wettkampfabschnittes war dem Leiter der Oeffentlichen Handelslehranstalt Dr. Kruse übertragen. Die oberhessischen Brauer bei Ihring-Melchior. Für den Reichsberufswettkampf trafen sich die oberhessischen Brauer am gestrigen Dienstag in L l ch, um sich im Betrieb der Brauerei Ihring- Melchior zum Leistungskampf zu stellen. 28 oberhessische Brauer nahmen daran teil, und zwar 14 Lehrlinae und 14 ausgelernte Brauer, insbesondere Austausch-Brauer, die im Laufe von 6 Jahren nach ihrer Lehrzeit in immer wieder einem anderen Betrieb arbeiten sollen, um so ihr fachliches Können auf eine möglichst breite Grundlage zu stellen. Der Wetkampf der Brauer wurde in zwei Gruppen durchgeführt. Während sich ein Teil mit den theoretischen Aufgaben beschäftigte, hatten sich die anderen der praktischen Arbeit zu widmen. Die theoretischen Aufgaben stellten entsprechend den Leistungsklassen verschieden schwere Aufgaben und verlangten auch Rechnungen, die das ganze Können Köche am Herd im Reichsberufswettkampf Gruppe „Handel" bei der Arbeit. z gg der Teilnehmer herausforderten. Die Prüflings konnten schon hier beweisen, in welchem Ausmaß ihnen die Materie vertraut ist, mit der sie täglich zu arbeiten haben. Die praktische Arbeit führte zunächst in die Mälzerei, schließlich aber auch in den- Gärkeller und in die Lagerräume. Die Mitglieder der Prüfungskommission konnten sich dabei mit raschem Blick davon überzeugen, wie es mit der praktischen Arbeit der Prüflinge bestellt war. denn an vielen Einzelheiten erkennt der Fachmann, welche Auffassung ein junger Mann von seiner Arbeit hat, wie er an sie herangeht, ob er planmäßig vorgeht und ob es mit der nötigen Geschicklichkeit geschieht. Auch in der weltanschaulichen Prüfung hatten die Prüflinge nachzumeisen, daß sie dem Zeitgeschehen folgen und bewußt in der Volksgemeinschaft stehen. Für die praktische Prüfung bot die Brauerei Ihring-Melchior günstige Bedingungen. Die umfangreiche Mälzerei bot viel Gelegenheit zu praktischer Arbeit. Die vorbildlichen Einrichtungen der Besser abends - aber auch morgens Chlorodont Brauerei waren für die Prüflinge außerdem eine wertvolle Anschauung. Für die theoretischen Aufgaben fand man sich im alten „Trinkstübchen", wie auch in dem neugeschasfenen Gemeinschaftsraum der Brauerei ein und widmete sich mit allem Ernste der Arbeit. Die Leitung des gesamten Wettkampfes lag in den Händen des Gau-Fachfchaftsleiters Löffler (Frankfurt a. M.). Ihm standen bewährte Fachleute zur Seite. Aus der Stadl Gießen. Oer Zauber her Maskerahe. Farbenreich wie die Palette eines Malers prangen die Schaufenster mit bunten Trachten- und Phantasiestoffen, mit künstlichen Blumen und Goldflitter, mit kindlichen Musik- und Lärminstrumenten, mit harmlos papiernen Waffen, wie Konfetti, Luftschlangen und Pritschen, zu neckisch-spielerischen Angriffen und ebensolcher Abwehr geschaffen und lockend, besonders wenn der Glanz abendlicher Licht- flut sie überschimmert, jung wie alt, zumal Mädchen und Frauen, die gerne mit großen, leuchtenden Augen verweilen und sich heimlich ein Kostüm zurechtdichten, das alle Männerblicke fesseln soll. Um ihnen Wahl und Entschluß zu erleichtern, zeigen lebensgroße Konfektionspuppen in mannigfacher Maskerade, was Blondinen. Brünetten und Schwarzen, was Schlanken und Vollschlanken am reizvollsten steht. Alle deutschen Landschaften, wo noch Trachten üblich sind, haben sich mit ihren farbenfrohen Eigenarten eingefunden, und die noch grellere Buntheit südlicher Zonen und ferner exotischer Länder gesellt sich hinzu. Für letztere werden sich mit Vorteil viele Schwarzhaarige entscheiden und, je nach Geschmack und Temperament, in das Kostüm einer spanischen „Carmen", einer mexikanischen „Farmerin", oder einer japanischen „(Äisha" schlüpfen. Typen wie „Postillon", „Rosen- kaoalier", „Tambourmajorin" oder „Till Eulenspiegel" geben Schlanken die erwünschte Gelegenheit, ihre Beine bewundern zu lassen. Der Zauber der Maskerade: einmal, und sei es nur für wenige Nachtstunden, eine andere spielen zu können, eine andere zu scheinen, als man wirklich ist, nimmt das Frauenherz unwiderstehlich gefangen. Und die schelmische Faschingsfee lächelt, wie im Märchen, jeder leisen Wunschregung verher- Oie „Ausstellung -es 3U>mcHum0//. Don unterem H.H.-Äerichterstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Rom, im Februar 1938. Das neue Italien hat vieles nachzuholen, was »cs alte versäumt hat. Im Jahre 1901 waren 2000 (Zrhre vergangen seit der Geburt des größten ronn- säen Feldherrn und Staatsmannes, Julius Lös ar. Aber niemand kam damals auf den Ge° Linken, dieses Jubiläum zu feiern. Heute denkt mn anders. Wenn am 23. September dieses Jahres W Geburtstag des ersten römischen Kaisers, Augu- ijtiis, des Großneffen jenes Cäsar, sich zum 2000. Dale jährt, wird das neue Imperium alles tun, un diesen Ehrentag des alten Imperiums festlich ji begehen. ~ , Rom denkt in großen Zeiträumen. Darum hat mnn diesem durch Augustus auf die Hohe des Welt- rc ches ae ührten Römertum eine gewaltige Aus- tslluna gewidmet, die ein ganzes Jahr lang die Erinnerung wachrufen soll an jene glanzvollen A iten, und die mit der eigentlichen Augustusseler an 23. September ihren glorreichen Abschluß finden ioib. Die „Mostra Augustea della Romamta seit bem Jahre 1932 von einer großen Anzahl jüngerer Fachmänner unter Leitung öe%'Pror^’i!iorrf dar Archäologie an ber Universität Rom, G i g l i o l i, Dcrbereitet, gibt, im Palast ber Via Nazionale beim K»niaspalast, bem Quirinal, untergebracht, in Der Iit einen Ueberblick über bie gesamten Leistungen b(5 Römischen Reiches, bes größten aller un Altertum bestehenben Weltreiche: Leistungen auf bem ©.•biet ber gesamten menschlichen Kultur. Man v-iß, was bas alte Rom in bieser Beziehung ge- säaffen hat: bie moberne Welt steht auf den Schul- te-n Roms. Nicht allein in ben meisten europäischen Zubern, sonbern auch in Norbafrika unb tief bis ncch Asien hinein zeugen gewaltige Denkmäler von der Größe unb Sebeutung bes römischen Kaiser- Die Aufgabe war schwer und ungewöhnlich. Von de- aus sagenhaftem Dunkel auftauchenben Grundig ber Stabt Rom im 8. vorchristlichen Jahr- bimbert bis zur Aufzeichnung bes Römischen Rechts ui Beginn bes 6. Jahrhunberts unserer Zeitrech- nmg, also aus beinahe vierzehn Jahrhunderten, Duren bie Zeugnisse zu sammeln, bie in unzähligen ös entliehen Museen unb Privatsammlungen vermut liegen. Diese Zeugnisse sinb zu einem großen Kile monumentaler Art. Es war von vornherein ausgeschlossen, Tausenbe von Tonnen Steine nach ber italienischen Hauptstabt zu schaffen. Man hat besroegen vernünftigerweise auf Driginalgegenftänbe ganz verzichtet unb ausschließlich Kopien ausgestellt. Das minbert ben Wert ber Ausstellung keineswegs herab, sonbern kommt nur ihrer Einheitlichkeit zugute. Im übrigen hat bie Reprobuktions- technik einen solchen Grab ber Vollkommenheit erreicht, baß bie Nachbilbungen nicht mehr von ben Originalen zu unterscheiben sinb. Wir haben anläßlich ber Ausstellung „Sport in ber Antike" in Berlin währenb ber letzten Olympiabe Gelegenheit gehabt, uns von bieser Vollkommenheit zu überzeugen. Mancher Museumsbirektor hat bem Professor Giglioli gestanben, er habe vor ber Abschickung bie Kopien nach Stücken seiner Sammlung betasten müssen, aus Furcht, man könne bie wirklichen Gegenstänbe eingepackt haben. Mehr als 3000 Gipsabgüsse unb 300 Mobelle sinb auf biese Weise angefertigt worben, bie bie Denkmäler ber Architektur unb Plastik roiebergeben: Amphitheater, Tempel, Bäber, Paläste, Triumphbögen, Brücken, ferner Statuen, Büsten, Altäre, Sarkophage, Reliefs, Jnschrifttafeln — gar nicht zu reben von ben galvanoplastischen unb photographischen Reprobuktionen von Golbschmiebe- arbeiten, Münzen, Gemmen, Waffen unb Rüstungen, ber Nachbildung von Schlachtfeldern, Befestigungsarbeiten, Schiffen, Fahrzeugen, Möbeln, Hausgeräten, Musikinstrumenten, Mosaiken, Wandmalereien, Bildnisse sind in den Originalfarben täuschend wiedergegeben. Der Orientierung bient eine Menge geographischer Karten unb Panoramen. Dabei ist der ungeheure Stoff klar gegliedert: man hat auf bie Gruppierung nach Orten unb Provinzen verzichtet, bie boch nur ermübenbe Wieberholungen ergeben hätte, unb bafür nach ben einzelnen Lebensgebieten geordnet. Man hat also straff organisiert, wie es dem Wesen bes römischen Weltreichs entspricht, unb genießt babei ben Vorteil, Denkmäler ber verschiedensten Herkunft miteinander zu vergleichen: etwa einen südfranzöfischen mit einem nordafrikanischen Triumphbogen, eine Bäderanlage in Deutschland mit einer auf italienischem oder spanischem Boden. Drei große Abteilungen sind unterscheidbar: Geschichte, Architektur und Privat- und G e s e 11 s ch a f t s l e b e n. Die erste ist die umfänglichste. In vielen Sälen, die man von einem gewölbten Dorraum aus betritt — er ist geziert mit den Figuren der Wölfin des Kapitols, die Romulus und Remus, die sagenhaften Begründer der „Ewigen Stadt", säugt, und der Viktoria von Brescia —, durchwandert man die Entwicklung Roms vom Hirten- und Kriegerborf über die anfangs noch schlichte republikanische Periobe, in ber bie Etrusker, bie Gallier, bie Punier unb Griechen- lanb niebergeroorfen würben unb Roms militärische Tüchtigkeit am großartigsten sich entfalten konnte, in ber aber auch bie grimmigsten Bürgerkriege mehr als einmal ben Bestanb bes Staates gesährbeten, bis zu Cäsars Diktatur. Ein eigener Saal ist ihm allein geweiht. Seine Kriegstaten, namentlich bie in Gallien, führen ausgezeichnete Mobelle, bie bas historische Institut für bas Geniewesen unter Leitung bes Generals Clause11i geschaffen hat, vor Augen. Die Beschreibungen seiner Lager- unb Brückenbauten haben hier Gestalt gewonnen. Aber nun gelangen wir erst zum Mittelpunkt der ganzen Schau: zu den acht Sälen des Augustus und feiner Familie, des „goldenen Zeitalters", das von den Schriftstellern, Dichtern und Künstlern verherrlicht worden ist, und in dem man den ersten Kaiser noch zu seinen Lebzeiten zur Gottheit erhob. Die überlebensgroße Statue, die ihn mit verschleiertem Antlitz, das Füllhorn des Segens in ber Hanb, barstellt, gibt nicht ben Menschen wieder, sondern die Idee bes Kaisertums. Der Vorraum bes Augustustempels von Angora, ben eine italienische Expebition 1910 ausgegraben hat, ist samt bem in seine Wänbe eingegrabenen „Testament bes Augustus" in natürlicher Größe hier ausgestellt. Jeber Kaiser bekommt nach Augustus seinen eigenen Raum; farbige Diapositive in ben Wänben zeigen bas allmähliche Anwachsen bes Imperiums, bas unter Trajan vom Atlantischen Ozean bis nach Persien reichte. Mit gutem Grunb hat man bem römischen Heerwesen einen ganzen Saal eingeräumt, ber einer ber sehenswertesten geworben ist. Auf bem Militär ruht ber römische Staat. Der Name „Imperator", ben ber Kaiser führte, heißt „Befehlshaber", unb wer nicht eine bestimmte Zeit als Offizier bei ber Truppe gestanben hatte, bürste kein öffentliches Amt befleiben. Die Legionen unb ihre Felbzeichen, bie Belagerungsgeschütze, bie Angriffsmethoben, Be- tleibung unb Bewaffnung bes einzelnen Solbaten, seine Auszeichnungen, sein Gepäck, bas Transport- unb Scmitätswefen, zuletzt sein Grabmal, werben oorgesührt. Im Nachbarraum kann man bas römische Seewesen ftubieren: Hanbels- unb Kriegsschiffe, Organisation unb Taktik ber Flotte, bie Häfen unb bas alles überragt von einer Statue des Abmirals, ber bie für bie Begrünbung der Kaisermacht entscheidende Schlacht bei Actium gewonnen hat, Agrippa. Das Rechtswesen beleuchten alle erhaltenen Erlasse und Gesetze, zuletzt das Gesetzbuch des Justinian im 6. Jahrhundert, bas in ber Reformationszeit auch in Deutschland Geltung gewann. Das frühe Christentum hat sich nur durch feine enge Anlehnung an die Organisation des Weltreiches so schnell zu der beherrschenden Kirche entwickeln können; die Katakombe erinnert an die Verfolgungszeit, die Basilika an die Anerkennung durch den Staat. Der Römischen Idee gehört der letzte Saal, ber bie Vergangenheit mit ber Gegenwart verknüpft. An ben Wänben bie Bilbnisse aller Männer, bie für biese Römische Jbee gewirkt haben. Neben einem Mobell bes letzten antiken Triumphbogens, bem bes Konstantin, bie Photographie des Triumphbogens von Bozen, und die des Bauwerks, das an bie Reise bes Duce nach Libyen erinnert. Eine Siegesgöttin aus bem Altertum wirb eingerahmt von ben Büsten Viktor Emanuels III. und Mussolinis. Darunter ist die Rede wiedergegeben, mit ber bieser am 10. Mai 1936 „bie Wiebererscheinung bes Kaiserreichs auf ben Schicksalshügeln Roms" ankünbigte. Immer roieber, im 14. Jahrhunbert mit ber Renaissance, im 19. mit bem „Risorgimento“, ber politischen (Einigung Italiens, hat bie Jbee bes Imperiums neues Leben gewonnen. Sie ist unsterblich — bas ist ber Sinn ber „Mostra Augustea della Romanitä“. Der Doppelgänger. Henrik Ibsen war währenb seines langjährigen Münchener Aufenthaltes Stammgast im Cafe Maximilian. Täglich zwischen zwei unb drei Uhr tränt er dort seinen Nachmittagskaffee, und als der Dichter weltberühmt geworden war, kamen viele Fremde, um den „Magus aus dem Norden" zu betrachten. Das Cafe war daher auch an diesen sonst stillen Stunden überfüllt. Als Ibsen eines Tages auf längere Zeit verreiste, blieben die enttäuschten Besucher bald wieder fort. Da verfiel man auf eine glänzende Idee. Nachmittags zwischen zwei und drei Uhr saß an Ibsens Platz ein Schauspieler mit bem weißen Backenbart, ber Goldbrille unb ber altmobischen Kleidung, trank seinen Kaffee, las norwegische Zeitungen — kurz, der ganze Ibsen. Bald war das Cafe wieder überfüllt. Eines Tages erschien der richtige Ibsen unvermutet wieder auf dem Schauplatz, und als er sich selber auf feinem alten Platze sah, erschrak er furchtbar und war schrecklich aufgeregt, während der Schauspieler sich würdevoll erhob und den Platz gemessen verließ... Damit war die Glanzrolle des Schauspielers natürlich erledigt; aber er ging später nach Amerika, wo er lange Zeit davon lebte, baß er sich bei Ibsen- Aufführungen als der „persönlich anwesende Autor" verbeugte. Dieses Geschäft, das seinen Mann ernährte, setzte er auch noch fort, als Ibsen bereits gestorben war.iM ßungsvol! Erfüllung und öffnet weit die bunte Bühne des Maskenfestes, deren Bretter einen Traum lang eine andere Welt, einen neuen Stern bedeuten. Vielleicht ist sogar das, was man spielt und zu sein scheint, das eigentliche wahre Wesen, und man schätzt sich glücklich in der Vermummung, die einem den Mut gab, einmal frei und unbehindert dem wagelustigen Herzen kein Verlangen zu versagen. Manches Mädchen jongliert mit ihm, spielt „Wer hascht den Ball?" mit seinem kleinen Herzen, daß es bald da, bald dort wie eine rote Rose über dem Getümmel aufblüht, und ist doch froh, wenn es das heiße, pochende Ding wieder in seinen Händen hält. Einen Partner möchte das Mädchen ja schon, um mit ihm im beglückenden Wechselball „Herz schenken und Herz fragen" zu spielen. Aber da heißt es auf der Hut sein. Schnell haben flinkere Hände, als die eigenen, erhascht, was einem anderen zugedacht war, und am Ende muß man einem eigenen Herzen nachlaufen. Der Zauber der Maskerade verwandelt die Menschen, als wären sie alle Lebenskünstler. Dabei sind es doch nur die, die sich ihre frohe Laune und ihr unbeschwertes Lachen ungetrübt auch in die Stunden nach der Demaskierung hinüberzuretten vermögen. B- P. Dornoiizen. Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater, 19.30 bis 22 Uhr: „Parkstraße 13". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Wie einst im Mai". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Brillanten". — Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde: 20.15 Uhr im Hörsaal des Hauptgebäudes der Veterinär-Kliniken, Filmvorführung und Vortrag Profesior Stondfuß „Seefische als Nahrungsmittel". — Haus- und Grundbesitzer-Verein Gießen: 20.15 Uhr „Zum Burghof" (früher Caf6 Ebel) Jahres-Hauptversammlung, Vortrag Dr. Koch (Frankfurt a. M.) und Dr. Gaus (Darmstadt). — Oberhessischer Kunstoerein: 17 bis 18 Uhr Ausstellung im Turmhaus am Brand. Sladttheater Gießen. Heute, 19.30 Uhr, findet eine Wiederholung des mit großem Erfolg erstaufgeführten svannenden Kriminalstückes „Parkstraße 13" von Axel Ivers statt. Spielleitung Hans Geißler. Die Vorstellung findet als 21. Vorstellung der Mittwoch-Miete statt. Ende 22 Uhr. MWWWMMlMl NSG. „Kraft durch Freude", Kreis Gießen. Theatervorstellung. Samstag, den 26. Februar 1938, Beginn 20 Uhr. KdF.-Miete, Gruppe I (10. Vorstellung), „Lady Windermeres Fächer". Lomödle in 4 Akten von Oskar wilde. Eintrittskarten zu —,90 und 1,— RM. sind in der Verkaufsstelle Leltersweg 60 und bei den Be- triebswarten erhältlich. Am 28. Februar 1938 fahren Omnibusse zum Rosenmontagszug nach Mainz. Fahrpreis beträgt 4,40 RM. Anmeldungen Seltersweg 60. 11520 NSDAP., Ortsgruppe Siehen-Nord. Am Donnerstag, 24. Februar, finden um 20.30 Uhr folgende Zellenabende statt: Zelle 5, 7, 8 im Restaurant „Frankfurter Hof", Lindengasse. Sämtliche Parteigenossen, Parteianwärter und Mitglieder der DAF., NSD. und NS.-Frauenschaft innerhalb der Zellenbereiche haben an diesen Abenden teilzunehmen und sich pünktlich in ihrem zuständigen Lokal einzufinden. 6iflep3ußenh/ Zungbann 116. Fähnlein 24/116. Donnerstag, 24. Februar, Führerdienst des Fähnleins 24 um 18 Uhr in Wiefeck. Karten 1:100000 mitbringen. Aus den Gießener Gsrichissäien Schwurgericht Gießen. Am zweiten Tage der laufenden Schwurgerichtsperiode hatten sich der Karl W i ck aus Köppern und der Hermann Preis aus Rodheim v. d. H. wegen Meineids zu verantworten. Der Angeklagte Wick, der gelähmt ist und gewöhnlich von dem Mitangeklagten Preis gefahren wird, war längere Zeit als Berater eines Landwirts in Köppern tätig und verkehrte täglich in desien Haushalt. Da der Landwirt im Jahre 1934 in finanzielle Schwierigkeiten geriet, wandte er sich an seinen in Westfalen lebenden Bruder mit der Bitte um Unterstützung. Dieser traf auch alsbald in Köppern ein, wo et sich eben- falls ankaufte. Er wollte dort ein landwirttchaft- liches Unternehmen errichten, dessen Durchführung jedoch mittlerweile aescheitert ist. Seine erste Tätigkeit bestand darin, dem Bruder aus dem Gröbsten herauszuhelfen und die dringendsten Verbindlichkeiten abzudecken. Er schaffte u. a. mehrere Stück Vieh an, und zwar 1 Schwein, 1 Fahrkuh, 1 Rind und 1 Kalb, welches angebunden werden sollte. Diese wurden in dem Stall des in Köppern ansässigen Bruders untergestellt. Es kam jedoch bald zu Differenzen zwischen den Brüdern, so daß der aus Westfalen Zugereiste das Vieh.aus dem Stalle seines Bruders herausholte und verkaufte. Nunmehr strengte der andere, auf den Rat des Angeklagten Wick, einen Prozeß auf Herausgabe des Viehes bzw. Schadenersatz an. Der Prozeß lief zunächst am Amtsgericht Friedberg, wurde aber bald an das Landgericht in Gießen verwiesen. Der Kläger stützte seine Klage in erster Linie auf die Behauptung, daß der beklagte Bruder das Vieh ihm geschenkt habe, nicht, wie dieser behauptete, lediglich bei ihm unterstellte. Diese Darstellung wurde von beiden Angeklagten, die in dem Prozeß als Zeuge auftraten, sowohl in Friedberg, als auch in Gießen beschworen. Weiterhin machten die beiden Angeklagten damals unter ihrem Eid Angaben über die Reihenfolge der Anschaffungen des Viehes. Es war vor dem Prozeß zwischen den beiden Brüdern mehrfach zu Auseinandersetzungen gekommen, in deren Verlauf der Angeklagte Wick zu dem Kläger gesagt haben soll: „Wenn ich einen derartigen Bruder hätte, schlüge ich ihm mit der Art den Schädel ein." Diese Vorgänge kamen in dem Prozeß ebenfalls zur Sprache, wurden jedoch von dem Angeklagten W i ck unter Eid bestritten. Der aus Westfalen zugezogene Bruder bekundete dagegen ebenfalls unter Eid, daß er das Vieh nicht geschenkt, sondern nur untergestellt habe, und beschwor überhaupt in den entscheidenden Punkten das Gegenteil von dem, was die beiden Angeklagten beschworen haben. Das Gericht gab, da gewiße Momente hierfür sprachen, dieser Darstellung den Vorzug, so daß die Klage abgewiesen wurde. Diese Vorgänge führten zur Einleitung des jetzt anhängigen Meineidsoerjahrens. Gegenstand der Anklage bildeten allerdings nur die Behauptung über die Reihenfolge der verschiedenen Anschaffungen, sowie die dem Angeklagten Wick zur Last gelegte Aeußerung „er würde einem derartigen Bruder den Schädel einschlagen". In der gestrigen Hauptverhandlung bestritt der Angeklagte Wick, der im übrigen ein alter Bekannter des Gerichts ist und zur Zeit wegen Verleitung zum Meineid in einer anderen Sache eine Zuchthausstrafe von zwei Jahren und 10 Monaten verbüßt, die ihm zur Last gelegten Verfehlungen. Er hielt voll und ganz seine damals vor Gericht beschworene Aussage aufrecht. Der Angeklagte Preis behauptete ebenfalls, in dem Prozeß die Wahrheit gesagt zu haben. Die beiden Angeklagten gaben allerdings die Möglichkeit zu, daß ihnen in der zeitlichen Aufeinanderfolge der Anschaffungen ein Irrtum unterlaufen sein könne, hielten dies jedoch für nicht wahrscheinlich. In diesem Zusammenhang muß gesagt werden, daß die einzige Frage, auf die es in dem damaligen Prozeß ankam, die war, ob die Tiere geschenkt seien oder nicht. Daher konzentrierten sich die Aussagen in erster Linie auf diesen Punkt, während die anderen Bekundungen, die für die Kernfrage des Prozesses ohne Bedeutung waren, nur am Rand« mitspielten, und ihnen daher auch von dem Gericht keine erhebliche Bedeutung zugemessen wuxde. Die weitere Behauptung des Angeklagten W i ck ging dahin, daß dis Aeußerung vom „Schädeleinschlagen", sofern sie überhaupt gefallen sei, erst viel später, und zwar nach dem Termin, gefallen sein könne. Zur Klärung dieser recht verwickelten Vorgänge waren viele Zeugen aufgeboten, so daß die Beweisaufnahme den ganzen Verhandlungstag bis in die späten Abendstunden in Anspruch nahm. Die beiden feindlichen Brüder hielten ihre gegenteiligen Darstellungen auch gestern wieder aufrecht, während die übrigen Zeugen Über die Frage des Zeitpunktes der Viehkäufe teils für, teils gegen die Angetlag- ten aussagten. Gegen Schluß der Beweisaufnahme beschloß das Gericht, den Bruder aus Westfalen erneut zu beeidigen. Daraufhin beschwor dieser seine Aussage, die in sämtlichen Punkten gegen die Angeklagten lautete. Nunmehr stellte der Verteidiger erneut Beweisanträge, die für die Glaubwürdigkeit dieses Zeugen von erheblicher Bedeutung waren. Nach längerer Beratung gab das Gericht diesen Anträgen statt und vertagte gegen 22 Uhr die Verhandlung auf Freitagnachmittag. Schöffengericht Gießen. Gestern hatte sich der A. Sch. aus Betzdorf wegen schweren Diebstahls, einfachen Diebstahls, Diebstahlversuchs und Betrugs vor dem Schöffengericht zu verantworten. Der Angeklagte, der erst 21 3afjre alt ist, war im Sommer bis Herbst vorigen Jahres an der Reichsautobahn in der Butzbacher Gegend beschäfttgt. Dort erbrach er einen Wandschrank, in dem em Arbeitskamerad Tabakwaren, die er an die Belegschaft Weiterverkäufen wollte, pusbewahrte und stahl einen Posten Zigaretten im Werte von 8 Mark. Kurze Zeit daraus sah er in Bad-Nauheim eine Opel-Limousine stehen, deren Fenster offenstand. Bei näherem Zusehen entdeckte er in dem Wagen eine Lederjacke, die ihm so sehr zusagte, daß er sie mitnahm. Weiterhin stteg er in Griedel durch ein offen- stehendes Fenster in die Wohnung feiner früheren Wirtsleute ein, um dort Geld zu fteblen. Da er aber nichts vorfand, kehrte er unverrichteter Dinge wieder um. Bei einem weiteren Einbruch in der Kantine feiner Arbeitsstelle hatte er mehr Erfolg. Hier fielen ihm Wurst, Brot, wiederum verschiedene Rauchwaren sowie etwas Bargeld in die Hände. Schließlich kehrte er noch bei einem Gastwirt in Griedel em, bestellte ein frugales Essen nebst einigen Hellen, obwohl er genau wußte, daß fein Geld zur Bezahlung der Zeche nicht ausreichte. Dem Wirt versprach er, am anderen Tage den Rest zu bezahlen, ließ sich jedoch nicht mehr blicken. Der Angeklagte war in vollem Umfange geständig und bereute seine Taten augenscheinlich sehr. Mit Rücksicht hierauf, sowie auf seine Jugendlichkeit und bie- yerige Unbestraftheit erhielt er mildernde Umstände HUgebilligt. Das Urteil lautete auf insgesamt fünf Monate Gefängnis. Die nächste Anklage gegen die E. R. aus Langenhain lautete auf Diebstahl, schwere Urkundenfälschung und Betrug. Die Angeklagte kam im Dezember voriaen Jahres abends in Langenhain an dem Anwesen eines Bauern vorbei, vor Dem bereits die Milchkannen, die zur Abholung durch die Molkerei am kommenden Morgen bestimmt waren, standen. Auf dem Deckel der einen Kanne lag ein Zettel des betreffenden Bauern, auf dem dieser seinen Bedarf an Butter für den kommenden Tag bestellte. Die Angeklagte entwendete diese Karte, änderte die Zahl von V» Kilo in IVt Kilo ab, fügte noch eine Bestellung auf Käse hinzu und holte sich bei der Molkerei die entsprechenden Waren ab, die ihr ausgehändigt wurden. Obwohl die Angeklagte im Vorverfahren die Täterschaft bestritten hatte, legte sie in der gestrigen Hauptverhandlung ein Geständnis ab. Sie behauptete zu ihrer Entschuldigung, sie habe an diesem Tage 5 Mark verloren. Da ihr Vater in diesem Punkt sehr streng sei und sie dessen Zorn gefürchtet habe, haoe sie mit dieser Manipulation den Verlust decken wollen. Mit Rücksicht auf ihr Geständnis sowie auf die Geringfügigkeit des erschwindelten Vermögensoorteils — es sind dies rund 3 Mark — billigte das Gericht ihr in weitestem Maße mildernde Umstände zu und verurteilte sie zu zwei Wochen Gefängnis und 9 Mark Geldstrafe. Kleine Strafkammer Gießen. Der E. H. aus Gießen war vom ^Amtsgericht Gießen wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt zu zwei Wochen Gefängnis und dreißig Mark Geldstrafe verurteilt worden. Auf feine Berufung hin kam die Sache vor dis Kleine Strafkammer. Der Angeklagte kam im Sommer v. I. nachts mit feinem Bruder über den Kreuzplatz, wo sie einige Bekannte trafen, mit denen sie sich eine Zeitlang unterhielten. Dabei ftiefe der Angeklagte einen lauten Jodler aus, der geeignet war, die Nachtruhe der Anwohner zu stören. Wegen dieses Vorfalls wollte ein Polizeibeamter die Personalien des Angeklagten feftftellen, die dieser nach einigem Zögern in sehr schnoddriger Form herunterrasselte. Da er die Auskunft auf die Frage nach dem Beruf verweigerte, forderte der Schutzmann ihn aus, mit auf die Wache zu kommen. Der Angeklagte widersetzte sich dieser Aufforderung, so daß es zwischen beiden zu Tätlichkeiten kam, die ein derartiges Ausmaß annahmen, daß der Beamte sich veranlafet sah, mit dem flachen Seltengewehr dem Angeklagten einen Schlag zu versetzen. Daraufhin war es erst möglich, den Angeklagten mit Hilfe anderer Zivilisten zur Wache zu schleppen, wo er f sich weiter ungehörig benahm. Der Angeklagte behauptete auch jetzt, ebenso wie schon in der ersten Instanz, der Beamte habe ihn zuerst angegriffen. Die eidliche Vernehmung des Polizeibeamten eraab jedoch das Gegent^fi, so dafe die Kammer die Berufung zurückwies. Der Kraftwagenführer H. G. aus Dutenhofen war im Dezember v. I. wegen fahrlässiger Körperverletzung vom Amtsgericht Giefeen zu einer Gefängnisstrafe von sechs Wochen und 20 Mark Geldstrafe verurteilt worden. Gegen auch AIumj ZWIH ausgiebig — sparsam — billig dieses Urteil legte er Berufung ein, die jetzt vor der Kleinen Strafkammer veryandelt wurde. Der Angeklagte war im Sommer v. I. mit seinem Lastwagen auf einem Lagerplatz in der Nähe des Windhofs bei Heuchelheim und schickte sich gerade an, von dort auf die Straße Rodheim—Gießen herauszufahren, um nach rechts in Richtung Gießen abzubiegen. Im gleichen Augenblick kam ein mit zwei Personen besetztes Motorrad aus Richtung Rolcheim. Der Motorradfahrer suchte an dem etwa auf halber Höhe des Fahrdamms sich befindlichen Wagen des Angeklagten vorbeizukommen. Dabei ft reifte er den Wagen noch so stark, daß er zu Fall kam und infolge dieses Unfalls ein Dein verlor. Der Soziusfahrer wurde gleichfalls erheblich verletzt. Das Gericht erster Instanz sah das Verschulden des Angeklagten vor allen Dingen darin, dafe er, obwohl die Ausfahrt ziemlich unübersichtlich war, sich nicht durch eine zweite Person vergewissert habe, ob die Straße frei fei, sondern, allerdings in langsamem Tempo, bis mitten auf die Straße fuhr. In der Berufungsverhandlung behauptete der Angeklagte zur Begründung feiner Berufung, dafe der Verletzte, wenn nicht allein, so doch in überwiegendem Maße an dem Zusammenstoß Schuld trage. Der Verletzte fei mit einer derartigen Geschwindigkeit gefahren, daß er seinem Fahrzeug nicht habe ausweichen können, obwohl ihm noch die halbe Strafeenseite zur Verfügung gestanden hätte. Im übrigen sei dem Verletzten, der diese Strecke täglich fahre, genau bekannt gewesen, daß an der fraglichen Stelle, wie auch etwas weiter am Windhof, Autoausfahrten feien, daß weiterhin ein Stück dahinter die Straße von Heuchelheim einmünde, so daß er feine Geschwindigkeit erheblich hätte mindern müssen. Außerdem befindet sich 5 Meter hinter der Unfallstelle ein Warnungszeichen, das nach Auffasiung des Angeklagten den Verletzten zur größeren Vorsicht hätte veranlassen sollen. Es fei in Blink darmoperation im Südpolareis. Von Admiral Richard E. Byrd. Der bekannte Polarforscher und Flieger Admiral Byrd ist mit den Vorbereitungen für seine dritte Südpolarerpedition beschäftigt, die er im nächsten Jahre antreten will. Als Expeditionsguartier wird wieder die von Byrd errichtete südlichste „Stadt" der Erde, „Kleinamerika", benutzt werden. Don „Kleinamerika" werden bann Expeditionen in die geheimnisvollen Gebiete des ewigen Eises aufbrechen. Dafe selbst so umfassend ausgerüstete Unternehmungen wie die des Admirals Byrd, der zu feiner zweiten mit 115 Mann, 2 Schiffen, 4 Flugzeugen, 5 Raupenschleppern und 153 Hunden auszog, den mannigfachsten Gefahren und Abenteuern ausgesetzt sind, zeigt die anschauliche Schilderung, die Byrd selbst unter dem Titel „Mit Flugzeug, Schlitten und Schlepper" bei F. A. Brockhaus in Leipüg veröffentlicht hat. Nicht nur von außen her drohen die Gefahren, wie der folgende Bericht Byrds über eine Blinddarmoperation, die unter sehr erschwerenden Umständen in der Eishütte vorgenommen werden mußte, zeigt. In der Nacht des 14. März entwickelte sich eine Lage, die alles andere in den Hintergrund drängte. Ich hatte mich nach dem Abendbrot in meine Hütte zurückgezogen. Sterrett klopfte an. Er meldete mit besorgter Miene, daß Pelter sehr krank sei. Petter lag schon seit einigen Tagen mit „Bauchweh" zu Bett, wollte aber kein Aufhebens davon machen. Außerdem schien er wenig Vertrauen in die ärztliche Kunst zu setzen. Schließlich hörte Sterrett durch Blackburn davon und sprach wie zufällig bei Pelter vor. "Was ist es?" fragte ich. „Höchstwahrscheinlich Blinddarm, wenn ich es auch noch nicht ganz sicher behaupten kann", antwortete Sterrett. Wir ließen Dr. Potaka rufen, der Petter sofort untersuchte. Sterrett hatte Recht; es war eine schwere Wurmentzündung. Vor einem Eingriff mit dem Messer könne man sich aber noch etwas beobachtend verhalten. Um Vzll Uhr ging es Pelter indes wieder so schlecht, daß sich Potaka zum rettenden Schnitt entschloß. Mit Mühe wurde Pelter aus seinem Gebäude in die hellere Funkstube geschafft. Zunächst mußte man aber die ärztlichen Gerätschaften finden. Der Krankenhauskoffer lag noch unausgepackt in der Vorhalle. Andere Sachen befanden sich sogar draußen unter metertiefen Schneewehen. Der Doktor wühlte in den Sachen, als seine Hoch- drucklamve ausging. Er füllte sie aus einer in der Nähe stehenden Benzintrommel. Die Glut des Glüh- mantels aber war wohl nicht ganz erloschen, denn es gab einen Puff, eine Rauchsäule und einen Feuerstrom gegen Potakas Gesicht. Erschrocken liefe er die Lampe fallen. Brennendes Benzin bildete eine Lache um Den Gepäckhaufen, in dem sich die Messerkiste befand. Tinglof und von der Wall, die den Aufschrei gehört hatten, rannten herbei und handelten sehr geistesgegenwärtig. Im Schlafzeug — denn fast alle Menschen waren schon zu Bett gegangen — bemühten sie sich eilig um Feuerlöscher und Gasmasken. Zunächst konnten sie nicht oben hinaus, weil die Lukendeckel der Ausstiege angeboren waren. Potaka und ein Dutzend anderer Leute waren abgeschnitten. Rauch füllte den Saal. Damas schloß die Tür, um den Zugwind zu unter» brechen. Ich trat gerade aus meiner Kammer, als ich Tinglof vorbeihetzen sah. „Großer Gott, was nun?" dachte ich. Eine Rauchsäule beantwortete die Frage. Feuer und Blinddarmentzündung sind ungefähr die peinlichsten Dinge, die einem im Poleis zustoßen können. Hier kamen sie gleich brüderlich vereint, und das Feuer trachtete nach Vernichtung des rettenden Werkzeuges. Da wartete ein Kranker auf den Operationstisch. Dank schleunigem Zugriff wurde der Brand unterdrückt. Von der Wall, ein Gespenst im flatternden Gewand mit Gasmaske, tauchte noch rechtzeitig in die Tiefe und zog den angekohlten Koffer aus dem brennenden Gepäckstapel. Aber auch Dann konnte Potaka noch nichts unternehmen, weil die keimfreien Nähfäden fehlten. In der sechsten Kiste entdeckte man sie endlich. Dann kam Die Tischsrage. Woher nehmen? Jemand erinnerte sich eines Tisches, Den Tinglof für wissenschaftliche Zwecke zimmerte. Die Platte fehlte noch, aber man konnte ja Tragbahren querüber legen. Wo sind die Tragbahren? Man hole Corey, Den einzigen, Der weife, wo alles ist. Corey wußte es. Im Apothekerstapel unter einem Meter Schnee. Man grub sie eilig aus und taute sie über Dem Küchenherde auf. Nun noch Licht! Woher Licht? Dyer erinnerte sich Der Tausendwattlampe, Die Dem Belastungsausgleich im Stromnetz Diente. Er zog schnell eine Deckenleitung und hängte Die Lampe über dem Tisch auf. Wenn aber Die Stromer inmitten Des Eingriffes streiken? Balley versprach, drei Maschinen gleichzeitig laufen zu lassen, dauernd babei zu stehen und auf eine andere umzrrschalten, sobaür eine zu spucken begann. Wie soll das Zimmer warmgehalten werben? In der mit Aether geschwängerten Luft Darf kein offenes Feuer brennen. Draußen hat es 29 unter Null. Der Raum wird schnell kalt werden, nachdem das Feuer gelöscht wurde. Man verstopfe alle Ritzen und die Luftlöcher. Man unterhalte ein tüchtiges Feuer, bis die Zimmerwärme auf plus 30 gestiegen ist. Dann schnell hinaus mit Glut und Asche. Endlich war alles so weit, und fünf Minuten nach Mitternacht konnte der Aetherrausch eingeleitet werden. Ich werde das Bild nicht so leicht vergessen: der schmale Raum mit den Schiffsbetten, die schneeverwehten Oberlichter mit Dem Abglanz des ersten Südlichtes, Dann Potaka, Sterrett und Perkins in weißen Kitteln, Kappen und Handschuhen. Glitzernde Messer, Scheren, Zangen und Klemmen lagen bereit nebst Glasröhren mit Kat- gut. Die Waschbecken waren zehnfach geschrubbt worden, bis sie glänzten. Sie standen auf einer kleinen Orgel. Sterrett träufelte Aether auf Die Tüllmaske. Pelter zählte, bis Die Stimme bei siebenundzwanzig erstarb. Doch Der Seemann in ihm rang sich noch einmal durch: „Machen fe keene Witze, Doktor, ich kann schon zählen. Werde Sie schon wissen lassen, wann ich es nid) kann." Dann verhielt er sich still' Potaka schnitt, während Sterrett Aether tropfte und den Puls überwachte. Dr. Perkins reichte Die Teile Des Bestecks, Die Potaka verlangte. Der arbeitete ruhig und sicher, was in Der Enge Des Raumes nicht geraDe leicht war. Einmal fiel er beinahe über Den Ofen, Der hinter ihm stand. Der Eingriff zog sich in Die Länge, Denn es fehlten Die geübten Hilfsärzte unb Schwestern, die jede Handreichung kennen. Am Schluß zitterten wir alle vor Kälte, Denn die Wärme hatte stetig abaenommen. Nun konnte man Das Feuer wieder in Gang bringen. Petter wurde ins Bett gelegt. Am folgenden Tage herrschte trübes Wetter und zunehmende Kälte. Pelter fühlte sich schwach, aber Potaka war mit Dem Erfolg zufrieden. Der Wurm war 17 Zentimeter lang und böse vereitert... Hochschulnachrichten. Der ao. Professor Dr. Rudolf Reinhardt wurde zum Ordinarius für Bürgerliches Recht, Handelsrecht und Arbeitsrecht an Der Universität Königsberg ernannt. Ein merkwürdiger Kund. Daß man es bereits um 800 v. Ehr. verstanden hat, regelrechte Amputationen vorzunehmen, beweist ein wichtiger neuer Fund, Der in einer schachtartigen Höhle bei Rückersdorf gemacht worden ist. Unter Den zahlreichen menschlichen Skelettresten, die in Den tiefen Schichten Der Höhle enthalten waren, befand sich auch das untere Ende eines menschlichen Oberarmknochens, Der in unglaublicher Weise verunstaltet war, wie zuerst angenommen wurde, durch Attersgicht. Das untere Dberarmgelent war durch zwei saubere, ganz glatte Sägeschnitte, Die aber nicht genau aufeinandertrafen, abgetrennt worden. Die verunstalteten Knochen wurden Professor Dr. Grüß zur Untersuchung übersandt, Der über Das Ergebnis in Der Frankfurter Wochenschrift „Die Umschau" berichtet. Er legte Die Stücke Dem besten Kenner verunstalteter Knochen vor, Professor H. Virchow, unD dieser erkannte, daß Der Knochen Durch Vereiterung zerfressen worDen mar. Die auch auf Die Elle übergegriffen hatte; Die Speiche war verloren gegangen. Auf Den verunstalteten Knochen hatte sich im Laufe Der Zeit eine Dünne Kalkschicht abgesetzt. Die oberhalb Der Sägeschnitte abgeschabt und unter Dem Mikroskop untersucht wurde. Nach Fortlösung Des Kalkes blieben Leinfasern unb Stärkekörnchen aus Weizenmehl zurück. Auf Grund des Befundes nimmt Profesior Grüß folgenden Vorgang an: Ein germanischer Krieger trug im Kampfe am Oberarm eine Wunde Davon, Die man mit Scharpie aus Leinfasern und Weizenmehl verband, um Die Wundsäfte aufzusaugen. Da aber solches Verbandszeug nicht steril war, trat Eiterung ein, Die schließlich auf Die Knochen Übergriff, und so entschloß man sich, Das Oberarmende abzusägen, eine Operation, die eine außerordentliche Standhaftigkeit Des Patienten erforderte. Es müssen in jener Zeit sehr scharfkantige Werkzeuge im Gebrauch gewesen sein, wie Die ganz glatt verlaufenen Sägeschnitte zeigen. Wenn hier Die Folge Der BehanDlung eine Eiterung war, so zeigt ein anderer Fund aus viel früherer Zeit, daß man im Norden bereits eine antiseptische Wundbehandlung anzuwenden verstand. Bei Bornhöved in Schleswig-Holstein wurde eine runde Bronzedose von 12 Zentimeter Durchmesser aus der Bronzezeit um 1500 v. Ehr. gefunden, deren Jnhatt bei genauer Analyse neben Weizenstärkemehl als Hauptmenge Blütenstäubchen, Glie- Derhärchen und Blattreste von der Beinheilpflanze, Die einen antiseptisch wirkenden Giftstoff enthält, aufwies. __ Söft* Sptoi Mts! -HL Ä*f MW ' Sfift 50 Meter entfernt Msicht unter attei Das Erricht kam frage, ermäW6 20 Mark. Ohne Erfolg dl Leihgestern, d>e r befehl über 1 qetlagte wurde b Jahres auf einen funa Leihgestern zu haben. 3n der geklagte Mr zu, fit behauptet fedo, ausgerupft. Dabei wurzblätter mitge ganz entschieden, i Die Zeugen bekur mittelbar nach bei Angeklagte Dort r hatten. Auf Grm daher bei der im Unter der Ank sich der K. H. au verantworten. D gelegt, in der Na in ein verschlösse! lers eingebrochen gestohlen zu Habei gut an einen ar über Die Herkunft W& miitletweili den. Dn ÄWll aus wirWW diese Eintasjuna das Gericht mit auf eine Gefii Echwestm WG. Die G sm Erna Wes Worte an alle 3 »Es gibt wot stauen so weseri auszufüllen Derrn j€0t ein großes Eckens, und je hier Gelegenheit , ^wahrhaft zu Alliger Art, . lilbslund seinem Di' oti« h, Avina Sortierung. Karl, ?lmm« auf uni Wen ‘ft;, ein 6Mg Zu daß tz. ^dlvig ( Ds kii ,„V«6 ich, taten'ich ! ää W Sts Din0 W An t.4* inntrung. Eifrige Sänger, die im vergangenen Ver JIVUUC IJUl ]iu; lyucu uw uuuiuuiuuy >- > .' ' , „ , , malischen Gesell- reicht. Hierbei war feitzustellen, daß sich die Zahl Facher" xu wie- der eifrigen Sänger, gegenüber dem Vorjahr, wie- Aus der engeren Heimat gut ist." * (Nachdruck verboten.) 24 Fortsetzung. deinen neuen mich schon aus den .Den kennst auch?/ wartet!" neckte Lisbeth. „Du irrst", sagte der be- dem NSG. Die Gaufrauenschaftsleiterin, Parteigenossin Erna Western ach er, richtet nachstchende Worte an alle Mädel unseres Gaues: „Es gibt wohl kaum einen Beruf, der uns Frauen so wesensnahe ist und das Leben so ganz auszufüllen vermag, wie der einer Schwester. Hier liegt ein großes und weites Gebiet segensreichen v , M v - < rr____ —X 1 aXa-tw Y|T>nhol ita£erW 1 n b FrQlt !ilt i itzZ ^hhet Ä f“Ae«, btt Ä«Mr ün ' ?QrÖUf« wir '“Uhu trjab bie C Äbrper. !U einer und 20 «en. Gegen nicht die Legende vom --------- v . ist eine alte Legende, aber sie bewahrheitet sich stets aufs neue: das Mädchen, das mit dem alten Peetz unter einem Dache schläft, ist binnen einer Woche glückliche Braut Und deshalb ist der Andrang so groß, daß ich unterm Dach zwei Fremdenzimmer einbauen ließ, und meine Küche muß bann wohl könnte Ihm ja zuvorkommen. Carla tonne ja gleig zu Hauschild aehen. Und bann tonne ^arla vielleicht gleich einen Doppelten Erfolg erringen. ?er ' fessor suche nämlich eine Privatsekretärin für Korre- spondenz unb Empfang und Repräsentation. Ob das "^Doch^das wäre?etwas", meinte Carla. Maschinenschreiben» Stenographie, Sprachen unb gute Unv qangsformen könne sie wohl aufbieten. . . 9 „Ra, denn man viel Glück!" jagte grau Hedwig unb gab Carla noch genaue Instruktionen mit aus wegen der Maul- unb Klauenseuche sprach. Ferner wies er auf die Wichtigkeit des Flachsanbaues hin. Die bebaute Fläche betrug im vergangenen Jahre 60 Ar. Die Neueinteilung der DreschmaschineNbe- zirke wurde bekanntgegeben, fand aber nicht allenthalben die Zustimmung. Eine Anzahl Landwirte beabsichtigte neuzeitliche Jauchegruben und außerdem Futtersilos anzulegen. — Der hiesige Vieh» oersicherungsverein hielt bei Gastwirt Vogel seine Jahresschlußversammluny ab. Trotz der hohen Mitgliederzahl wurde die Auflösung des 33er- eins beschlossen, well nicht genügend Viehbestände der Versicherung angemeldet waren. □ Ettingshausen, 20. Febr. Bei der jüngsten Nutzholzoer st eigerung wunden je Fest' mcter folgende Preise erzielt: Eschenstämme 40 biß 45 Mark, Buchenstämme 3. bis 5. Klasse 25 bis 28 Mark, Eichenstämme 1. bis 4. Klasse 20 bis 40 Mark, Kiefern-Abschnitte 3a- bis 4. Klasse 55 biß 60 Mark, Fichtenstämme 5. und 6. Klasse 45 bis 48 Mark, Fichten-Mschmtte 3. bis 5. Klasse 55 die 60 Mark, Eschen- und Buchen-Derbstangen je Stück 1,50 Mark, Fichten-Bauholz je Festmeter 15 bis 20 Mark, Fichten-Nutzrollen zu Latten je Stuck 2,00 biß 2,50 Mark. Zur Versteigerung fand sich eine große Anzahl auswärtiger Käufer ein. — Die Sängervereinigung „Konkordia- Lieder kränz" veranstaltete im Saale von Paulus Walther einen Konzert- und Theaterabend, der mit dem deutschen Sängergruß eröffnet wurde. Vereins- sichrer Karl Sann hielt eine kurze Ansprache. Sodann gelangten durch den Chor unter Leitung des Dirigenten Lenz (Klein-Linden) eine Reihe von Kompositionen, insbesondere auch Volkslieder, zum Vortrag. Die Darbietungen fanden lebhaften Beifall. Im weiteren Verlauf des Abends gelangten noch einige humoristische Darbietungen und Theaterstücke zur Aufführung. Gute Musik trug außerdem zur weiteren Verschönerung des Abends bei. D Watzenborn-Steinberg, 23. Febr. Am heutigen Mittwoch feiert Frau Sophie M ö k - ke l, geb. Büschel, Günther-Groenhoff-Straße, in bester geistiger und körperlicher Frische ihren 7 5. Geburtstag. Lange Jahre lag die Vertriebsstelle des Gießener Anzeigers von Watzenborn in ihren Händen. < Holzheim, 21. Febr. Die hiesige Milch- absatzgenossenschaft hielt im Saale von Sarnes unter der Leitung des Vorsitzenden des Aufsichtsrats K. Jung II. ihre Generalversammlung ab. Rechner K. Buß erstattete den Kassenbericht, anschließend gab Direktor K. Kuhl II. einen Rückblick auf die Entwicklung der Genossenschaft. Der Auftichtsrat verblieb in seinen Aemtern, bis auf Hch. K. Gg. Jung, der infolge hohen Alters freiwillig ausschied-, an feine Stelle wurde : Hch. Jung I. in den Auftichtsrat gewählt. Nach der Vorführung des Films „Saubere Milch" wurde : von berufener Seite auf die Notwendigkeit hinge- , wiesen, daß jeder Bauer bestrebt fein muß, nur „Ich glaube ihn zu kennen." Und Carla erzählte haarklein, wie sie den vermeintlichen Stelling kennengelernt hatte. t ... . „Das isser", meinte Frau Hedwig, „das isser und so isier. Das is so'n aufrechter, jerader Patton, imma feste de Wahrheit jesacht, imma feste Por- zellan zerteppert. Ja, ist denn das eine Art, Bekanntschaft mit einem hübschen Mädchen zu machen! Aber was soll ich dagegen tun?" „Hören Sie, Frau Macher, ich will irgend etwas leisten, ohne daß die andern eine Ahnmig davon haben. Ich kann mich Zwar auf meinem Fachgebiet, der Kunstgeschichte, irgendwie betätigen, aber das . sieht ja die liebe Umwelt nicht als „Arbeit an. „Ich muß bald irgendeinen sichtbaren Erfolg auf- ! weifen können, der den Herrschaften imponiert. Der- stehen Sie mich, Frau Macher, das soll meine Unter der Anklage des Einbruchsdiebstahls hatte sich der K. H. aus Gießen vor dem Amtsgericht zu verantworten. Dem Angeklagten wurde zur Last gelegt, in der Nacht zum 11. August vorigen Jahres in ein verschlossenes Lager eines hiesigen Althand, lers eingebrochen und dort sechs Ballen Lumpen gestohlen zu haben. Er verkaufte darauf das Diebsgut an einen anderen Althändler. Dieser wußte über die Herkunft der Ware Bescheid und ist des- wegen mittlerweile wegen Hehlerei abgeurteilt worden. Der Angeklagte war geständig. Er gab an, aus wirtschaftlicher Not gehandelt zu haben. Da diese Einlassung sich als richtig erwies, billigte ihm das Gericht mildernde Umstände zu und erkannte auf eine Gefängnisstrafe von 4 Monaten. Gchwesterndienst ist Dienst am Volk. NSG. Die Schirmherrschaft über das WHW.- Wunschkonzert, das am 14. März vom Wehrkreiskommando Ix in Zusammenarbeit mit der NSV. veranstaltet wird, hat mit Reicksstatthalter Gau- leitet Sprenger der Befehlshaber im Wehrkreis IX, General der Artillerie D o l l m a n n, übernommen. Spenden für das Wunschkonzert, das vom Reichssender Frankfurt unb seinen anyeschlos- Jenen Sendern übertragen wird, werden bis zum 7. März auf das Postscheckkonto Frankfurt a. M. Nr. 4820 (Generalkommando IX. A. K. Avt. Ic Kassel) erbeten. Gleichzeitig ist der Wunsch und die Anschrift des Spenders auf dem Abschnitt mitzu- teilen. Neueinstellungen bei ^-Verfügungs- truppe und ^-Totenkopfverbändcn. NSG. Die ^-Derfügungstruppe und die ff» Totenkopfoerbände stellen zum 1. April 1938 noch Bewerber ein; Mindestalter 17 Jahre, Höchstalter 22 Jahre. Interessenten wollen sich an die 2. Standarte wenden (Frankfurt a. M., Reuterweg 78, Zimmer 5). Sie erhalten dort nähere Auskunft, Merkblätter und Fragebogen. Landkreis Gießen. gfs. Heuchelheim, 21. Februar In unserer Frauenschaft fand ein Gruppenabend der Abteilung Volkswirtschaft-Hauswirtschaft statt, bei dem die Leiterin Fräulein Lüd decke die Herstellung zeitgemäßer Gerichte vorführte. Einige Frauen hatten nachmittags die Speisen im Schulhaus zubereitet. Nach einer kurzen Ansprache der Leiterin über den Zweck dieser Schulung wurden die Rezepte durchgesprochen und Kostproben ausgegeben. Die 56 Teilnehmerinnen waren mit lebhafter Aufmerksamkeit dabei und nahmen wertvolle Anregungen mit nach Hause. 3 Lollar, 22. Febr. Die hiesige „Sanger- vereinigung" hielt am Sonntag in ihrem Vereinslokal „zur Linde" ihre diesjährige Jahreshauptversammlung ab. Der Bericht des Vereinsfuhrers Erich Es pich bewies eine Entwicklung des Der- eins, die Anlaß gab, auf die erreichten Erfolge stolz zu sein, die aber auch Ansporn sein müssen, mit aller Hingabe weiterhin das deutsche Lied zu pflegen. Leider hatte auch ihm vergangenen Jahre die „Sängeroereinigung" durch Tod Verluste erlitten. Die Firma Rockel & Co. hat ein Gesuch um lleberlaffung von Gelände zur Errichtung eines Betriebssportplatzes für ihre Gefolgschaft einaereicht. Sie beabsichtigt auf dem 2Ve Morgen großen Gelände einen Sportplatz mit den modernsten Anlagen zu errichten. Es wurde beschlossen, der Firma das beantragte Gelände zu einem noch zu vereinbarenden Kaufpreis zu über« Jubilarin unseren herzlichen Glückwunsch. ~ inntrung. Eifrige Sänger, die irn vergangenen Ver- ** „Lady Windermeres Facher" als einsjahr keine oder nur wenige Singstunden vcr- K d F. - A u f f ü b r u n g. Die Kreisdienststelle der säumten, wurden vom Dereinsführer geehrt und NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude^ hat sich ihnen als Anerkennung ein kleines Geschenk uber- entschlosstn, die Aufführung des em "" ~ " 1 schaftsstuckes „Lady Windermeres Fächer" zu wiederholen, da es bei den Mitgliedern der KdF. besonderen Anklang gefunden hatte. Karten sind noch in der Geschäftsstelle erhältlich. ♦* Vorlesungskurs über Versicherung. Von der Pressestelle der Ludwigs-Universität Gießen wird uns mitgeteilt: Im Sommer« ssmester 1938 beginnt an der Ludwigs-Universität in Gießen wieder ein zweisemestriger Dorlesungs- kurs über Versicherung (Versicherungswesen, Versicherungsrecht, Versicherungsmathematik). Nach Teilnahme an diesem Kursus kann eine Prüfung UNv. xhr. verstanden zunehmen, dein einer schachtet worden ist. /Skelettresten, fohlt enthalten -e Ende.eines i ungläubig angenommen Oberarmgelenr äenär aiEi au^i^'trat stenl n>%er t ^che" .iide ms OAntl'che den de' --tand- ---nd'" sd- * [tu" ,t«r SÄ **’ Wirkens und jeder Frau und jedem Mädel ist Erlenanlagen, woruberberetts mvergar hitr ffl^Menheit aeaeben ihr Frauen- und Mutter- nen Herbst in einer öffentlichen Versammlung £ mah?haH xu entfalten H^er ist eine Aufgabe Alsfeld der Landschaftsgestalter der Reichsautobahn, X&9eid,U*‘ Hofsordnung i__a—o_, Hofsordnung auf Grund der reichsrechtlichen Richtlinien für die Gestaltung der deutschen Friedhöfe enspricht. Nach den Erläuterungen des Vorsitzenden zu den neuen Vorschriften wurden gegen den Entwurf keine Bedenken erhoben. Der Vorsitzende ver- kündete daraufhin die Entschließung, daß die Friedhofsordnung in der vorgelegten Fassung für die Stadt Alsfeld eingeführt wird. auch sauber fein." „Bei so vielen Bräuten hätte auch eine für dich abfallen können. Da stimmt was nicht an dieser Legende." „An jeder Legende stimmt etwas nicht", sagte per Alte und versammelte tausend Fältchen um feine Augenwinkel, „bie einzige Ausnahme habe ich eben mir vorbehalten. Merk dir das, Mädel!" „Ich tann's mir ruhig merken, denn ich habe nicht die Absicht, unter beinern wundertätigen Dache ^Der Alte sagte nichts, er brühte gerade den Kaffee auf und war voll beschäftigt. (Fortsetzung folgt) / Als Carla gegangen war, griff sich Frau Macher an die Stirn. „Nun habe ich Soi*m» fnrnnn über Baumwurzeln nach, bann stieg ein Leuchten tn chr Gesicht. Sie Eine Achtzigfahrige. Am 25.Februar Die verstorbenen Sänger Heinrich Hasselbach, Aug, begeht Frau Katharine Friebertshäuser, Rudolf, Heinr. Schwalm und Louis Wlssemann Glaubrechtstraße 14, ihren 80. Geburtstag. Der bleiben in der „Sängervereinigung in bester Cr* Meisters kann das vom Verkehre- und Verschöne- rungsoerein vorgelegte Projekt der Erweiterung der Erlenanlagen im Zusammenhang mit der Erbauung der Reichsautobahn, das einen Geländeerwerb von etwa 20 ■ Morgen Land für die Erweiterung der Anlagen vorschlägt, in dieser ausgedehnten Form nicht zur Ausführung gelangen. Es wird statt dessen eine Leilerweiterung, bie einen Geländeerwerb von etwa acht bis zehn Morgen erfordert, vorgeschlagen. Nach allgemeiner Ansicht der Rätsherren wird diese für ausreichend erachtet. Der Bürgermeister wird in diesem Sinne mit der Feldbereinigung, in welcher bas erforderliche Gelände ausqeschieden men x „ .„. n ben soll, verhandeln. Die Ausgestaltung der erroci- ltn)U r»?/ rhi»n mhlüer rieb- terten Anlagen wird dem Landschaftsgestalter übertragen. Ndch Durchsühmng dieses , Planes in Verbindung mit der Errichtung des " Sportplatzes der Firma Rockel & Co., der unmittelbar an bie Erlenanlagen anschließt, unb in Verbindung mit dem städtischen Schwimmbad, bas die Fortsetzung der Anlagen mit dem idyllisch gelegenen Erlenteich' bildet, wird die Stadt eine Anlage geschaffen haben, die ihr des Dankes der ganzen Bc- völkerung gewiß ist. — was? Carla ging mit langen Schritten »m Zimmer auf unb ab. Sie ertappte sich auf ge- i^uß^etwas geschehen!" sagte sie. Sie hatte die Fäuste in bie Seiten gestemmt, stand vor oem Spiegel und lachte chr SpieaelbiU) an. „Nun, mein Fräulein, glauben Sie nicht, oatz wir beide noch miteinander fertig werden." Carla ging zu Machers. Unterwegs trällert« sie ein fröhliches Liedchen. Sie hatte Frau Hedwig erkannte sie gleich. „Äs |ö IJ- daß Se mich auch mal heimfuchen! Das freut Mich. Nun dacht' ich immer, Sie waren so was llsft geblafenet, und nu erschemse mir doch als lanz vaninstichet Mädchen. Herzlich willkommen, Frau- lein Caria, und was führt Sie zu mirr „Danke fürs Kompliment", sagte Carla, „oainit; haben Sie mir gleich einen Stein vom Herzen g , rollt. Denn nun brauche ich Ihnen nicht ers ^u । oie 1 1 $(ei'nun in Ordnung, unb beweisen, daß ich gar^mcht so' uA^stn könnte wohl gelingen, ben Professor wieder her- halb komme ich nämlich h h anzulotten, wenn man ihn nur richtig Das ist nun wiederum ’n Kompliment für m-ch, |emer großen xiappe, w n tSnn, ifl aleicb daß Sie mich für fähig halten Ihnen Zu helf.n Sonst ström-n nämlich nur solch- bei uns ein, uns f;elfen wollen. Wir Machers sind schon„ »ie reinsten Fürsorgezöglinge! Wo brennt s, Frollem, ich bin schon Feuer und Flamme. „Mein Ehrgeiz brennt, grau Macher Ich habe es satt, daß mich alle für ein zwar -ufgebl-Iene-, aber leeres Ding halten, bas zu nichts Rechtem taugt. Ich kann bie Überheblichkeit nicht ertragen, mit ber sie sich alle für bester unb kluger halten als ich: meine Schwestern und die ganze yo^de Männlichkeit ringsherum, der Assessor, der Her Viereck und dieser Herr Stelling. hochwertige Milch zur Molkerei zu liefern, bamtt die Erfordernisse der Milch- und Butterversorgung in ausreichender Weise erfüllt werden könnten. I Hungen, 21. Febr. Wenn es die hiesige Freiwillige Feuerwehr auch nicht liebt, alljährlich mehrere Festlichkeiten oder solche größeren Umfanges zu veranstalten, sondern in erster Linie auf gute Ausbildung der Wehr zur Ermöglichung einer steten Einsatzbereitschaft im Falle der Gefahr, auf tadellose Instandhaltung ihres Löschmaterials und dessen Ergänzung und Vervollkommnung bedacht ist, so sucht sie doch alljährlich aus Anlaß ihres Stiftungsfestes — gegründet wurde die Wehr am 19. Febr. 1876 — auch ihren unterstützenden, sowie den Angehörigen ihrer aktiven Mitglieder einige vergnügte Stunden zu bereiten. So auch in diesem Jahre. Ein froher Kameradschaftsabend im vollbesetzten Saale des Gasthofs „zur Traube" führte zu einem vollen Erfolg. Der Abend erhielt eine besondere Note durch die Anwesenheit des Kreisfeuerwehrführers Bouffier, der mit Kamerad Münch von der Gailschen Freiwilligen Feuerwehr der Einladung gefolgt war. Nach einem flott gespielten Eröffnungsmarsch begrüßte der Führer der Wehr die Erschienenen, insbesondere die Gäste, sowie die Gemeindebehörde, und gab dann in großen Zügen ein Bild von dem Entstehen und der Entwickelung der Wehr, um dann zum Schluß des Führers und des Vaterlandes zu gedenken. Ein Lustspiel sowie ein oberbayerisches Volksstück hielten die Besucher ständig in Spannung und heiterster Stimmung. Nach kurzen Dankesworten des Kreisfeuerwehrführers folgte das Tanzvergnügen. Kreis Alsfeld. ch Deckenbach, 23. Februar. Witwe Louise Braun von hier kann am 24. Februar im Kreise ihrer noch lebenden 8 Kinder und 19 Enkel ihren 7 5. Geburtstag begehen. Rundfunkprogramm Donnerstag, 24. Februar. 6 Uhr: Morgenlied. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 10: Schulfunk: Volksliedsingen. 10.30: Froher Klang zur Werkpause. 11.40: Hausfrau, hör zu! 11.50: Dein Groschen hilft allen. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Ein bißchen Singsang — ein bißchen Klinaklang. (Schallplatten.) 15: Was ist gut? — Tapfer sein ist gut! 15.15: Für unsere Kinder: Schneemann, Schneebälle und andere Winterfreuden! Eine Plauder- und Spielstunde. 15.45: Allerlei vom Sport der Woche. 16: Nachmittagskonzert. 18: Zeitgeschehen. 18.30: Der fröhliche Lautsprecher. (Schallplatten.) 19: Nachrichten. 19.10: Unterhaltungskonzert. 20.11 aus Mainz: Festsitzung für die Mainzer aus aller Welt. Autos unter der Lupe. Oer deutsche Forschungsrat für das Krastfahrwesen. Auf der Internationalen Automob il- und Motorradausstellung Berlin 1938 geben zum ersten Male die Forschungsinstitute des Forschungsrates für das Kraftfahrwesen einen Ueberblick über ihr Arbeitsgebiet. Betrachtet man die Entwicklung des Autos in den letzten Jahren, so gelangt man zu der Feststellung, daß grundlegende Aenderungen im Aufbau und im Antrieb der Kraftfahrzeuge nicht zu verzeichnen sind. Zwar bringt jede Autoschau eine Reihe interessanter Neuerungen, aber bei aller Bedeutung für die Weiterentwicklung der Kraftfährt sind sie doch nur folgerichtige Weiterführungen bereits bekannter Bauweisen und Organe von Wagen und Motorrädern. Man kann also sagen, daß das Auto heute etwa in dem gleichen Maße wie die Nähmaschine oder der Rundfunkempfänger in seinem wesentlichen Aufbau abgeschlossen ist und seit Jahren keine umstürzenden Neuerungen mehr hervorgebracht hat. Damit wäre also das Auto technisch vollkommen und bedürfte keiner besonderen Fürsorge der Konstruktionsbüros, geschweige denn der Laboratorien mehr? Weit gefehlt! Jeder weiß, daß alle Autofabriken kostspielige Laboratorien besitzen, in denen Untersuchungen über Einzel- und Gesamtkonstruktionen von Fahrzeugen angestellt werden. Wir wissen auch, daß die bei Rennen vorgenommenen Zerreißproben an Motorfahrzeugen der Ermittlung schwacher Konstruktionsteile und unwirtschaftlicher Betriebsorgane dienen. Derartige Erprobungen erstreben eine ununterbrochene Weiterentwicklung kleinster Teile eines Kraftfahrzeuges, um aus der Summe von Erfahrungen das Fahrzeug in der Hand des Verbrauchers immer zuverlässiger und betriebssicherer zu machen. Diesen Tagesforschungen der Industrie gegenüber stehen die auf lange Sicht gerichteten wissenschaftlichen und praktischen Arbeiten der im Forschungsrat zusammengeschlossenen technischen Institute. 'Wenn der Forschungsrat mit seinen Arbeiten auch bisher nicht sonderlich an die Oeffentlichkeit getreten ist, so darf doch der Eingeweihte behaupten, daß der gewaltige Aufschwung der deutschen Kraftfahrt während der letzten fünf Jahre zu einem Teil der stillen Arbeit dieses Forschungsrates zu verdanken ist. Heber den Umfang der Forschungsarbeiten berichtete kürzlich Ministerialdirektor Brandenburg vom Reichs- und preußischen Verkehrsministerium, dessen Initiative die Einrichtung einer zielbewußten, weitschauenden Kraftfahrtforschung zu verdanken ist. Unter seinem Vorsitz vereinigen sich die führenden Wissenschaftler der Technischen Hochschulen und Institute, soweit dort irgendwelche Fragen der Kraftfahrtechnik oder -chemie bearbeitet werden, zum Forschungsrat. So finden wir unter den Mitgliedern des Forschungsrates die Namen der Professoren Thum (Darmstadt), Opitz (Aachen), Kamm (Stuttgart), Nägel (Dresden), Prandtl (Göttingen), Schmidt (München), Ubbelohde (Berlin) und viele andere mehr. Alles Männer, die ihre Lebensarbeit in den Dienst der deutschen Kraftfahrt gestellt haben und auf Grund ihrer langjährigen Erfahrung berufen sind, im Forschungsrat die deutsche Kraftfahrt zu fördern. Wenn je für die Lösung einer großen technischen Aufgabe Gemeinschaftsarbeit geleistet wurde, so in diesem Forschungsrat der deutschen Kraftfahrt. Die zu erforschenden Fragen werden hier gemeinsam besprochen und demjenigen Forscher zur Erledigung zugewiesen, der die besten Sachkenntnisse auf diesem Gebiet besitzt und über geeignete Laboratorien verfügt. Selbstverständlich stehen die Forscher mit den Stellen der Industrie, die ihrerseits auch Untersuchungen anstellen, in enger Fühlungnahme. Aus der Summe von Aufgaben, die sich aus den Vorschlägen der Mitglieder des Forschungsrates ergeben, entsteht das Forschungsprogramm eines Jahres. In Zwischenberichten verständigen sich die Beteiligten über Teilergebnisse ihrer Arbeiten und erstatten nach Abschluß einer Arbeit öffentlichen Bericht. Werden bei diesen Forschungen irgendwelche Erkenntnisse gesammelt, die von praktischem und wirtschaftlichem Nutzen zu werden versprechen, so entstehen hieraus Patente, die als Ergebnisse einer Gemeinschaftsarbeit der gesamten deutschen Kraftfahrt zur Verfügung stehen. Auf diese Weise sichert sich die deutsche Forschung vor einer wirtschaftlichen Übervorteilung durch das Ausland. Um Irrtümer über die Aufgaben des Forschungsrates auszuschließen, sei bemerkt, daß er sich nicht mit Erfindungen und Entwicklungsarbeiten befaßt, sondern nur weit in die Zukunft greifende Probleme von Motor und Fahrzeug anpackt. Wer also glaubt, irgendeine wichtige Erfindung auf dem Gebiet des Kraftfahrwesens gemacht zu haben, bemühe damit nicht den Forschungsrat, sondern die berufenen Stellen. Einige Beispiele mögen die zur Erforschung gestellten Probleme kennzeichnen. In das Gebiet der Baustoffe greift naturgemäß der Vierjahresplan hinein. Darum finden wir in dieser Gruppe Untersuchungen über die Eignung von Rädern und Kupplungen aus Kunststoff (Professor Opitz, Aachen), über neue Werkstoffe für Differentialgetriebe oder die Verwendung von Gummifedern an Motor, Getriebe und Hinterachse (Professor Thum, Darmstadt). In der Gruppe Triebwerk befaßt sich Professor Kamm, Stuttgart, mit der Schaffung von Entwicklungsgrundlagen für den mit heimischen Kraftstoffen angetriebenen Dieselmotor und der (Erprobung einfacher Einspritzorgane. Auch Unter- suchungen an einem für den Volkswagen bestimmten luftgekühlten Zweitaktmotor wurden beim Forschungsrat von Professor Rein sch durchgeführt. Wir wissen inzwischen, daß der Volkswagen einen Viertaktmotor erhalten wird, also auf Grund eingehender Forschungen dem ursprünglichen Plan gegenüber geändert wurde. Luftkühlung und'Schmie- rung, Dichtung der Kolbenringe oder Verbesserung der Schalldämpfer sind andere Forschungsfragen dieser Gruppe. v In der dritten Gruppe wird das Fahrzeug selbst durchforscht. Welche äußere Form ist für den Schnellverkehr am günstigsten, rote können Lastzüge und Omnibusse auf den Autobahnen spar- fam fahren, wie wirkt der Seitenwind auf die Steuerfähigkeit schnellfahrender Wagen (Professor Das berühmte italienische Streichquartett Quartette di Roma Sonntag, 27. Februar, in der Univ.-Aula Kluge, Darmstadt) ober was ist bei Beheizung und Lüftung von Verkehrsmitteln zu berücksichtigen? Das sind einige Aufgaben dieser Gruppe. Ganz den Kraft- und Schmier st offen wendet sich die vierte Gruppe zu. Die bekanntesten Fachleute wie Professor Schmidt (München), Professor Pott- h o f (Hannover) ober Dr. Heinze (Berlin) erforschen bie Eigenart ber Kraftstoffe für Vergaser- unb Dieselmotor, verfolgen ben Ablauf ber Verbrennung im Innern ber Zylinder unb ermitteln neue Verfahren, um aus deutschem Erböl möglichst hochwertige Schmierstoffe zu erzeugen. Schließlich besteht beim Forschungsrat noch eine fünfte Gruppe, bie sich mit allen Fragen ber Bereifung befaßt. Dieses Gebiet ist wegen der Steigerung der Verkehrsgeschwindigkeiten besonders wichtig. Darum richten sich auch Forschungen auf das Haftvermögen der Reifen, auf die Sicherung des Fahrzeuges bei plötzlichem Reifenbruch, die zweckmäßige Ausbildung der Profile, die Hitzebeständigkeit von Buna und manches andere mehr. Die Ausstellung der Forschungsinstitute ist während der Berliner Autoschau in der Halle I im engeren Rahmen der Wertstoffschau zu finden. Hier wird der Besucher erfahren, daß die Forschung Fortschritt bedeutet und die besten Sachkenner in den Dienst der Volksgemeinschaft ruft J. B. f Samstag, den 26. Februar 1938, im märchenhaften Faschingspalast mit nie gesehenen Dekorationen 1166 Bad-Nauheimer Kurhaus-Maskenball »Ein Ereignis des Rhein-Mainischen Karnevals« Anzug: Maske oder Gesellschaftskleidung — Karten im Vorverkauf 3.00 RM.: Hapag-Reisebüro und Musikhaus Challier IHmnziige in groß.Auswahl Alle Karneval- u. 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