Nr. 299 Erster Blatt 188. Jahrgang Donnerstag, 22. Dezember 1938 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unterSammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Sieben Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche UnIverfitStsdruckerei Ü. Lange in Sietzen. Schristieitung und Geschästrftelle: Schulstratze 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70mm Breite 50Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25°/„ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Die geistige Neutralität der Schweiz. Eigener Bericht des Gießener Anzeigers. D. S. Zürich, 20. Dezember. Die schweizerische Bundesversammlung (Nationalrat und Ständerat) hat am 15. Dezember mit 117 gegen 98 Stimmen beschlossen, die Beteiligung der Sozialdemokraten an der Regierung a b ß u = lehnen. Zum Nachfolger des ausscheidenden Bundesrats Dr. Meyer, Vorsicht des Eidgenössischen Finanz- und Zolldepartements, wurde Dr. Wetter gewählt, Vizepräsident des Vorortes des Schweizerischen Handels- und Fndustrieoereins und Mitglied der Freisinnig-demokratischen National- ratssraktion. Die Enttäuschung in marxistischen Kreisen über die Ablehnung ihres Kandidaten, Stadlpräsident Dr. Klöti, Zürich, jst groß. Nachdem sich die Sozialdemokraten in den letzten Monaten bemühten, ihre innenpolitische Haltung auf den Kurs der Regierung abzustimmen, hofften sie damit, den schon längst begehrten Ministersessel zu erhalten. Der Hauptwiderstand gegen den marxistischen Vorschlag machte sich in der welschen Schweiz bemerkbar, während ihn die deutschsprachige Schweiz freundlicher aufnahm. Unter den Gründen, die gegen die marxistische Regierungsbeteiligung sprechen, ist vor allem der Einwand bemerkenswert, daß das Verhalten der Partei mit der Außenpolitik der Regierung nicht übereinstimmt. Das scheidende Jahr hat diesen Einwand mit aller Deutlichkeit bekräftigt. Im Januar d. I. mußten die eidgenössischen Behörden in mehreren Städten ein Plakat entfernen, weil es u. a. dreiste Angriffe gegen die bundesratliche Außenpolitik (Abessinien und Spanien!) enthielt. Noch in guter Erinnerung ist die Hetze der marxistischen Presse gegen Bundesrat Motta, als er in seiner Rede in Lugano Anfang Oktober das Münchener Abkommen als Friedenstat feierte. Ende Mai d. I. stimmte der marxistische Parteitag in Basel einer Entschließung zu, die zwischen Staaten, mit denen die Schweiz „korrekte" Beziehungen unterhält, und solchen unterscheidet, mit denen „enge Fühlungnahme" besteht, gemeint sind hier die „demokratischen" Länder; kommt hier die Auffassung zum Ausdruck, daß für die auswärtigen Beziehungen eine „differenzielle Neutralität" gilt, so weigert sich die marxistische Presse hartnäckig, dem Geist der totalen Neutralität nachzuleben. Diese Presse bildet das Zentrum der deutschfeindlichen Hetze, die Hauptquelle der bösartigen Gerüchte,, die die Regierung veranlaßten, am 14. Dezember? eine eindeutige Warnung auszusprechen. In den letzten Monaten bestätigte sich wieder einmal, wie das jeder sachlichen Grundlage entbehrende Gerücht sich verhängnisvoll in den Beziehungen zwischen den Völkern auswirken kann. Tatsächlich liegen die Dinge in der Schweiz so, daß die Urheber von Verleumdungen und Lügettnachrichten mit einer kritiklosen, leicht zugänglichen Gefolgschaft vor allem im deutschsprachigen Lande steil rechnen können. Das Gerücht wird zu einem Mittel des parteipolitischen Kampfes, das nach dem Willen der marxistisch-kommunistischen und linksbürgerlichen Drahtzieher die Beziehungen zum nördlichen Nachbarland vergiften soll. Niemand bedroht die staatliche Selbständigkeit und politische Unabhängigkeit der Eidgenossenschaft. Aber der Haß Lieser Kreise erfragt es nicht, daß die daraus sich ergebenden Schlußfolgerungen zur Beruhigung der Bevölkerung, zu einem freundnachbarlichen Verhältnis mit allen Nachbarländern führen. Selbst auf die Gefahr hin, daß ein solches Treiben im Auslande Mißtrauen erwecken muß, Mißtrauen in die Aufrichtigkeit des Neutralitätswillens des ganzen Volkes. Wenn der Bundesratsbeschluß „betr. Maßnahmen gegen staatsgefährliche Umtriebe und zum Schutze der Demokratie", der am 15. Dezember in Kraft trat, u. a. Strafbestimmungen gegen denjenigen enthält, der „öffentlich eine unwahre oder entstellende Behauptung tatsächlicher Art wissentlich aufstellt oder verbreitet, die geeignet ist, die innere oder äußere Sicherheit der Eidgenossenschaft zu gefährden", so bestätigt das nur, wie die Gerüchtemacherei sich zu einem staatsgefährlichen Unfug herausgebildet hat. Nicht weniger bezeichnend ist die Tatsache, daß Bundespräsident Baumann und Bundesrat Motta in der Nationalratssitzung vom 14. Dezember sich ausführlich mit ihr beschäftigen mußten. Auf dieser Linie dunkler Machenschaften liegt auch die Uebertreibung und irreführende Auslegung von Nachrichten aus dem Auslande. Eine durchaus korrekte, auch vom Standpunkt der Schweiz erfreuliche Bekanntmachung am Schwarzen Brett der Berliner Universität, in der festgestellt wird, daß reichsdeutsche Studenten Devisen zum Studium in der Schweiz erhalten und bedürftigen, besonders einsatzbereiten Studenten finanzielle Zuschüsse gewährt werden können, gab Anlaß zu Mißverständnissen, die als Folgen einer bedauerlichen Stimmungsmache gewertet werden müssen. Bei den „einsatzbereiten Studenten" handelt es sich um tüchtige Jungakademiker, die bereits bewiesen haben, daß sie rückhaltlos für'bas nationalsozialistische Deutschland eintreten. Auch die Schweiz erwartet von ihren Auslandsstudenten einsatzbereite Treue zum Vaterland. In Kundgebungen studentischer Verbände wurde nun sehr viel von „Einsatzbereitschaft" der schweizerischen Jungakademiker ge- aen angebliche Auslandspropaganda gesprochen, obwohl die deutschen Studenten in der Schweiz gar nicht daran denken, sich in die inneren Angelegenheiten des Gastlandes einzu- mischen. In einer amtlichen Mitteilung stellte der Bundesrat ausdrücklich fest, daß fein Grund vorliegt, anzunehmen, die deutschen Studenten würden die Richtlinien für politische Vereinigungen von Ausländern in der Schweiz, die auch für die deutschen L-tudentenorganisationen gelten, nicht beobachten. Wieweit unverständliche Empfindlichkeit und „Angstpsychose" gehen können, zeigt folgendes Beispiel: In Solothurn wurde kürzlich eine fünfköpfige Familie schweizerischer - Staatsangehörigkeit verhaftet, unter der Beschuldigung, sie hätte gegen das schweizerische Unabhängigkeitsgesetz verstoßen. Kurz darauf erfolgte die Freilassung, denn schließlich kann der Besuch von KdF.-Veranstaltungen auf deutschem Boden und deutschfreundliche Gesinnung kein Grund sein, dies Gesetz anzuwenden. Bezeichnend ist ober, wie ein Teil der Presse, vor allem die marxistische, diesen harmlosen Vorfall aufgebauscht hat. Das kürzlich gegründete Hetzblatt „Schweizerische Zeitung am Sonntag" will sogar in jedem Schweizer, „der mit den Zivilisten dort drüben (nämlich in Deutschland) sympathisiert", einen „Begünstiger des Landesverrats" ja einen „Landesverräter" sehen. Bedeutsame Regierungserklärungen in den letzten Tagen waren eine unmißverständliche Absage an „demokratischen Uebereifer" und deutschfeindliche Stimmungsmache, gleichzeitig aber auch an die schweizerische Gruppe der internationalen Brunnenvergifter. Das offene Wort der Regierung ist sehr zu begrüßen. Mündliche Erklärungen aber allein genügen nicht. Ebenso wichtig sind die Schlußfolgerungen, die die Presse und politischen Parteien daraus ziehen. Auf die Dauer ist es untragbar, daß die guten Beziehungen zwischen der Schweiz und Großdeutschland von der marxistisch-kommunistischen uni) linksbürgerlichen Presse systematisch gestört und vergiftet werden. E.-F. Paris, 21. Dezember. Die Kammer hat am Mittwochnachmittag mit der Beratung der Einnahmenseite des sogenannten Finanzgesetzes begonnen. Dieser Aussprache kommt insofern die größere Bedeutung zu, als die Verabschiedung des Einnahmen-Haushaltes auch indirekt eine Annahme der Reynaudschen Notverordnungen gleichkommt. Besonders hart wird um die einmalige zweiprozentige Svn - derbe st euerung auf Gehälter, Löhne und alle sonstige Vermögenseinnahmen gekämpft werden. Gegen diese Sonderbesteuerung wird von zahlreichen Abgeordneten der verschiedensten Parteien von rechts bis links Einspruch erhoben. Insbesondere wünschen die Abgeordneten eine Verminderung dieser Steuer oder eine vollständige Befreiung für dis Kleinlohnempfänger und die Kleinrentner. Die radikalsozialistischen Abgeordneten schlagen vor, daß für die letzteren ein Grundbetrag von 6000 Franken bei der Sonderbesteuerung ausgenommen wird. Für die Aussprache, die erst am Freitag beendet sein wird, sind 26 Redner eingeschrieben. Man rechnet damit, daß die Regierung nach gewissen Zugeständnissen an die Linksopposition siegen wird. Finanzminister Paul Reynaud wies vor allem auf die bereits erzielten E r - gebniffe in finanzieller, währungspolitischer und moralischer Hinsicht hin. Er hob hervor, daß mehrere Milliarden Franken Fluchtkapital nach Frankreich zu- rückgekehrt seien, daß die Staatskasse auf mehrere Monate hinaus keine Anleihen aufzunehmen brauche, daß die Börse die Entwicklung der letzten Wochen, insbesondere nach dem mißglückten Generalstreik, mit einer ganz außerordentlichen Hausse der französischen Werte und vor allem der Renten begrüßt habe, die den Inhabern dieser Papiere seit einem Monat einen Kursgewinn von 30 Milliarden Franks eingebracht hätten. Die Regierung habe dieZinssätzeherab- setzen können. Erst am Dienstag habe sie in Amsterdam die Konvertierung einer französischen Eisenbahnanleihe mit Erfolg vornehmen können. Auch in derIndustrie feien Anzeichen für eine Besserung festzustellen: so in der Metallindustrie und in den Automobilwerken. Die Erzeugung habe sich leicht erhöht, und die Zahl der Arbeitslosen sei gesunken. Die Wagengestellungen hätten zugenommen; die Eisen-, Stahl- und Kohlenproduktion habe sich erhöht. Die Arbeitslosigkeit sei zurückgegangen. Das sei allerdings eine erste Etappe auf dem Wege zur Wieder- aufrichtung des auf lange Sicht berechneten Gesamtplanes. Der Finanzminister wandte sich entschieden gegen die Behauptungen seiner Gegner, daß er eine Deflationspolitik treibe. Er sprach sich erneut gegen jede Währungskontrolle aus und verurteilte auch die von der Linken geforderte Verstaatlichung aller Großbetriebe. Er wies auf die in Deutschland durch den Nationalsozialismus angewendeten Wirtschaftsmethoden hin, wo der Staat eine Kontrolle ausübe. Die staatliche Kontrolle über die Privatwirtschaft habe bessere Ergebnisse als die Verstaatlichung. — In diesem Zusammenhang kam es zu einer stürmischen Auseinandersetzung zwischen der Rechten und der Linken über die Frage der Verantwortlichkeit an den geringen Erträgen der unter dem Volksfront- Regime verstaatlichten Flugzeug- Jndustrie. Reynaud erwähnte weiter, daß die Ausgaben für die Rüstungen von 17 auf 25 Milliarden Franken jährlich angestiegen seien. Das von den Lohnempfängern geforderte steuerliche Opfer fei Oer Mann der wirtschaftlichen Rangfolge Was bedeutet der Auftrag, den Generalfeldmarschall Göring als Beauftragter des Führers für den Vierjahresplan dem Reichswirtschaftsminister Funk erteilt hat? Das offizielle Dokument geht davon aus, daß Betriebsanlagen und menschliche Arbeitskraft auf der Höchstleistung angelangt sind. Wohl verstanden: auf der Höchstleistung, die d i e gegenwärtigen Umstände erlauben. Erhöhungsmöglichkeiten der deutschen Wirtschaftskraft sieht der Auftrag nur auf zwei Wegen, einmal durch Verbesserung der Produktionsmittel und der Arbeitsmethoden und dann durch die Steigerung des persönlichen Leistungsvermögens aller Werktätigen. Es liegt also eine klare Unterscheidung zwischen der technischen und menschlich-persönlichen Aufgabe vor. Diese Doppelaufgabe duldet keine Zersplitterung und setzt unbedingte Einheit des Zieles und Willens voraus. Darum wird dem Reichswirtschastsminister die Aufgabe der Verteilung und Abgrenzung der Aufgabengebiete zuge- wiefen; der äußere Ausdruck dieser Führerstellung ist eine allgemeine und unbedingte Anweisungs- befugnis. Zur Bewältigung der Aufgaben, die der deutschen Wirtschaft gestellt sind, gehört naturgemäß zu allererst eine bestimmte und klare Rangfolge, die sich ordnet nach Vordringlichkeit und Dringlichkeit. Ein so viel gestalteter Organismus wie die Wirtschaft einer Großmacht und einer Wirtschaft, die auf vollen Touren läuft, muß zugleich beweglich und nach jeweils bestimmten Gesichtspunkten einheitlich fein. Da sind die Anforderungen der Wehrmacht. Dort fordert die Ausfuhr ihr Recht. Hier drängen die Verkehrsmittel auf Erneuerung oder Ausweitung; nichts anderes als eine Versicherungsprä- m i e gegen Elend und Not. Der Finanzminister schloß seine auf der Rechten und der Mitte mit Beifall aufgenommene Rede mit der Aufforderung an das Parlament, Vertrauen in seine Finanz- und Wirtschaftspolitik zu haben und den Haushalt anzunehmen, dessen Gleichgewicht die erste Bedingung für die weitere Gesundung der französischen Wirtschaft sei. — In der Aussprache nannte der rechtsstehende Abgeordnete Denes den Finanzminister Reynaud „Syndikus der Volksfrontpleite". Das Frankreich von 1936 habe als Finanzminister Auriol gehabt, dessen Irrtümer jetzt Reynaud wieder gut machen müßte. Diese Ausführungen fanden auf der Rechten und in der Mitte starken Beifall, während die Linke heftig tobte. Der Abgeordnete Pistry gab der Hoffnung Ausdruck, daß Reynaud eine Steuerreform einleiten werde. Alle Bürger müßten ihren Verhältnissen entsprechend zahlen; leider müsse man jedoch feststellen, daß die Arbeiter und Bauern, also zwei Drittel der Bevölkerung, nicht den ihnen zukommenden Anteil an Steuern trügen. Frankreich sei heute auf dem Gipfel des Liberalismus an gelangt, obwohl dieser einer der Toten des Weltkrieges sei. Eine Wiederaufrichtung Frankreichs sei ohne Disziplin unmöglich. Frankreich dürfe daher nicht allein derartige Traditionen wie den Liberalismus bis zur völligen Erschöpfung achten. Nach einer kurzen Unterbrechung der Kammersitzung kam ein bretonischer Abgeordneter auf die kürzliche Denk- malsfprengung von Pontivy zu sprechen und beteuerte, daß die Bretagne sich, obwohl sie an ihren Ueberlieferungen hänge, nicht von Frankreich trennen wolle. Blum wühlt hinter den Kulissen. Die reibungslose Durchführung der Haushaltsaussprache in der Kammer bedeutet keineswegs, daß die Gegner der Regierung Dala- dier ihre Pläne aufgegeben hätten, diesen bereits in kurzer Zeit zu stürzen. Die Angriffsvorbereitun- gen werden hinter den Kulissen in umfassender Weise weitergeführt. Vor allen Dingen macht sich der marxistische Parteichef Blum, der Daladier nie vergessen hat, daß der Ministerpräsident offiziell die Volksfront hat fallen gelassen, zum Wortführer Belgrad, 21. Dez. (Europapreß). Ministerpräsident Stojadinowitsch überreichte dem Prinzregenten Paul, den Gesamtrücktritt der Negierung. Dr. Stojadinowitsch wurde vom Prinz- regenfren mit der Neubildung der Regierung betraut, nachdem seine Kandidatenliste bei den Parlamentswahlen eine Zweidrittelmehrheit erhalten hat. Zum neuen Innenminister wurde ernannt der bisherige Polizeichef von Belgrad, Milan Atjirno witsch; zum Bautenminister ohne Portefeuille K r e k, einer der Führer der Slowenen neben dem bisherigen Innenminister Korofchetz; zum Forst Minister der bisherige Bautenminister S t o f o w i t s ch; zum Unterrichts Minister der bisherige Forstminister Kujundschitsch und zum Postminister der bisherige Bürgermeister von Skoplje, Panta Jowanowitsch. — Ferner tritt als Minister ohne Portefeuille der Slowene S n o j in das Kabinett ein. In einer amtlichen Mitteilung wird unterstrichen, daß die allgemeine Politik der Regierung nach Die» fen Personalveränderungen «unverändert bleischließlich steigert die Vollbeschäftigung auch den Verbrauch. Und gerade das blühende Weihnachtsgeschäft zeigt, daß gerne Anschaffungen vorge- nommen werden, genau so wie die steigenden Einlageziffern der Sparkassen den Wunsch bezeugen, durch Sparsamkeit einen Notgroschen zur Seite zu legen. Irgendwie wirken aber alle diese Einflüsse, Strömungen, Stimmungen wieder zurück auf das Tempo der Wirtschaft, auf die Versorgungslage der einzelnen Erwerbszweige, auf den Arbeitseinsatz und schließlich auf die technische Gestaltung des Produktionsprozesses. Man denke nur daran, daß anno 1933 die Arbeiterkolonnen, die in Ostpreußen zu Meliorationsarbeiten oder beim Bau der Autobahnen antraten, Schaufel und Hacke zum Symbol betonter Handarbeit trugen; heute müssen wahre Ungetüme von Maschinen helfen, den Mangel an Arbeitskräften beim Hoch- und Tiefbau auszugleichen. Der neue Zentralauftrag an Reichswirtschaftsminister Funk kommt nicht von ungefähr. Adolf Hitler sagte in der Proklamation zur Eröffnung des Parteitages G roß deut schland: „Augenblicklich leiden wir überhaupt nur unter zwei wirklichen Wirtschaftssorgen: a) der Sorge um Arbeitskräfte und insbesondere um gelernte in der Industrie und b) der Sorge der Arbeitskräfte auf dem Land e." Und Gener als eldmarf chall ©Öring machte bei derselben Gelegenheit aus seiner scharfen Gegnerschaft gegen den Papierkrieg keinen Hehl, wies aber auf die Notwendigkeit einer gewissen Rangordnung zur Erzielung von „mit gutem Grund geordneter Arbeitsverhaltnisse" hin. Nicht umsonst übernahm der gegenwärtige Reichswirtschaftsminister sein Amt gerade in den Tagen, in denen — im Februar 1938 — der Führer die Konzentration des politischen und militärischen Arbeitseinsatzes in der Reichsregierung vorgenommen chatte. Der Auftrag Görings von heute entspricht auf wirtschaftlichem Gebiet jenem politisch-militärischen Kräfteeinsatz. Dr. Ho. Paul Reynaud im Kamps um Frankreichs Finanzgesundung. Wilbnng des Kabinetts Sloiadinowttsch. der mit feiner Regierung unzufriedenen Kreise. Blum sucht für die heftigen Debatten, die bei den Januarberatungen der Kammer über d i e Außenpolitik der Regierung und andere Fragen zu erwarten sind, nicht nur die Unterstützung von links, sondern auch von rechts. Wie die „Liberte" meldet, hielt sich in den Wandelgängen der Kammer hartnäckig das Gerücht, der marxistische Parteichef habe dem ehemaligen Ministerpräsidenten Tardieu, einer der bekanntesten Persönlichkeiten der Rechten, durch den ehemaligen rad.kal- sozialistischen Außenminister D e l b o s den Vorschlag unterbreitet, sich an der Bildung einer R e - gierung der nationalen Einheit u n - ter sozialistischer Führung zu beteiligen. Tardieu habe dies jedoch abgelehnt. Der Führer der Französischen Volkspartei, D o r i o t, erklärte auf einer von 10 000 Personen besuchten Massenkundgebung seiner Partei, die französische Regierung könne nur unter drei Bedingungen auf die Unterstützung der Rechten rechnen: 1. Auflösung der Kommuni st ischen Partei; 2. Ausarbeitung eines Ausländer» ft a t u t s und 3. Wahlreform. Daladiers Inspektionsreise nach Korsika und Tunis. Paris, 21. Dez. (DNB.) Der „Jour" will wissen, daß Ministerpräsident Daladier seine Inspektionsreise nach Korsika und Tunis am 2. Januar antreten wird. Daladier wird sich an Bord des Panzerkreuzers „Fach" begeben, der von den Kreuzern „A l g e r i e" und „Emile Ber - t i n" begleitet sein wird. Außerdem wird eine Flo- tille von Torpedobootszerstörern und Unterseebooten sowie ein Geschwader von Wasserflugzeugen dem Ministerpräsidenten auf seiner Reise das Geleit geben. In der Begleitung Daladiers werden sich der Chef des Admiralstabes, Vizeadmiral Dar- Ian, ein General der Luftwaffe und ein General des Landheeres befinden. In Ajaccio wird Daladier voraussichtlich eine politische Rede halten. Von Korsika aus wird sich Daladier nach Tunis begeben und dort wahrscheinlich auch die militärischen Verteidigungsanlagen — die sogenannte afrikanische Maginot-Linie — besuchen. be. In politischen Kreisen wird die Ernennung des Belgrader Polizeipräsidenten zum Innenminister lebhaft kommentiert, da man vermutet, daß diese Ernennung eine schärfere Politik gegenüber den Kroaten zur Folge Haden wird. Aus dem alten Kabinett sind fünf Minister ausgeschieden, vor allem der bisherige Innenminister K o r o s ch e tz, einer der Hauptmitarbeiter von Stojadinowitsch in der Leitung der Regierungspartei. Ferner schied aus der bisherige Postmi ni'ster T s ch w r k i s ch, der Unterrichtsminister Magaraschewitsch und die beiden Mi* nister ohne Portefeuille Nowakowitsch und H o d j e r a. Der letztere ist der Führer der Jugoslawischen Volkspartei, der knapp vor den Wahlen in das Kabinett eintrat, die an seine Person geknüpften Erwartungen aber inbezug auf die Unterstützung der Regierungsliste durch die Volksparter nicht erfüllen konnte. Der zurückgetretene Innenminister Korofchetz soll dem Vernehmen nach 5um Präsidenten der neuen Skupschtina gewählt werden. Stojadinowitsch betonte, daß die neue Regierung Feinde im eigenen Land -.M.) Außenminister G a f e n c u. (Scherl-Bi Ein englisch-skandinavisches Flotienabkommen. London, 21. Dez. (Europapreß.) Im Außenministerium wurde am Mittwoch das englisch- skandinavische Flottenabkommen unterzeichnet. Die Unterzeichnung wurde auf englischer Seite von Lord Halifax vorgenommen, während Dänemark, Finnland, Schweden und Norwegen durch ihre Gesandten vertreten wurden. Durch den Abschluß des neuen Vertrages sind nunmehr sämtliche Anliegerstaaten der Ostsee auf die Bestimmungen des Londoner Flottenvertrages von 1936 verpflichtet. Für England liegt der Wert dieses Abkommens darin, daß nunmehr auch die skandinavischen Staaten, wie alle anderen Unterzeichner des Abkommens, zum Austausch von Informationen iiber ihre Flottenbauprogramme verpflichtet sind. Landesbauernsührer Wagner aus dem General appell der Landesbauernschast Hejsen-Rassau. Finonftiiden, die in und nach dem Kriege das deut« sch- Valksvermäaen nm Milliarden von geschädigt haben. Nutznießer: Alliuda! D. S. 150 000 Köpfen anqesiedelt. Gleichzeitig sind 4000 Familien mit rund 36 000 Personen nach den überseeischen Besitzungen Italiens, einschließlich Abessiniens, verpflanzt worden. » Am Vorabend des Weihnachtsfestes sind von der italienischen Regierung 5 0 9 Verbannt- b e - g n a d i g t und in Freiheit gesetzt worden. ausüben konnte. _ ,. So wie es Bleichröder gelang, mit dem Zweiten Reich ins Geschäft zu kommen, so wie es den Roth- childs möglich war, in allen Hauptstädten Europas die Finanzjuden zu werden, so brachte es Men- d e l s s o h n fertig, für Has Zarenreich das zu sein, was der Rothschild in Wien und Paris war. Es ist den Juden oft nachqesaqt worden, sie hatten sich deshalb dem Bank- und Geldgeschäft zuwenden müssen, weil sie vom Mittelalter bis zur Emanzipation unter dem Druck der Judengesetze und des Judenverrufs gezwungen gewesen seien, vom Geldverleih und non Wucherzinsen zu leben. Diese Vorbelastung hätte ie dann besonders für das Dankaeschäft aeeiqnet ae- macht. was aber ein jüdisches Märchen ift. denn die Technik des Bankwesens wurd- im Mittelalter und in der Neuzeit wie das kapitalistische System überhaupt n i ch t von Juden aeschafsen und durchg-bildet; sie sind immer nur Mitläufer und Nutz- nießer gewesen, für die der Kapitalismus nicht Mittel zum Zweck war, Wirtschaft und Vrodukticm zu befruchten, sondern Selbstzweck Als Deutschland in der zweiten Halste des 19 Jahrhunderts sich zum Industriestaat entwickelte, als das deutsche Volk in den Werkstätten und Kontoren, in den Härsälen der Technischen Hochschulen daranging, in unermüdlicher Arbeit eine Industrie ohnegleichen auszubauen, waren die Juden bestimmt nicht in den Werkstätten zu finden. Auch nicht in den Kantoren der Industrie, wobl aber in den Ranken und Rärsenlälen. D-r Jude war es.'der ein» Bärsentechnik entwickelte, die schon zur Zeit des Aufkommens von wirklichen Wirt- Der Konflikt Höre Delisha. London, 21. Dez. (DNB.) Der Konflikt um den Kriegsminister H o r e B e l i s h a hat sich offensichtlich zugespitzt. Auf Veranlassung Höre Belishas faßten die Nationalliberalen eine Protest- entschließung, die sich dagegen wendet, daß Höre Belisha von seinen Gegnern für seinen Minister- posten als unfähig und ungeeignet be» zeichnet wird. Höre Belisha suchte daraufhin Chamberlain auf und hatte mit ihm eine längere Unterredung, über deren Ergebnis jedoch nichts bekanntgegeben wurde. Anschließend begab sich Chamberlain zum König, um ihm über die Lage zu berichten. Wie verlautet, hat Chamberlain den parlamentarischen Staatssekretär im Kriegsministerium Lord Strathcona sowie den parlamentarischen Staatssekretär im Kolonialministe- Kriegsauszeichnung dekoriert; er ist Ritter des Mi- chael-Helden-Kapitels. Gafencu wurde auch nut Dem englischen Kriegskreuz ausgezeichnet. Schon frühzeitig betrat er die politische Laufbahn; er war wiederholt Abgeordneter und Senator. In der ersten Regierung der Nationalen Bauernpartei, deren Ministerpräsident Julius Maniu war, bekleidete Gafencu den Posten des Staatssekretärs für Aeußeres; später wurde er Staatssekretär für Industrie und Handel. Als stellvertretender Außenminister unterzeichnete er den rumänisch-sowjetruj- si chen Pakt. Der neue Außenminister ist einer der bekanntesten Publizisten Rumäniens. In den letzten Jahren war er Chefredakteur der Blätter „Timpul und „Agus". Gafencu spielt auch im rumänischen Wirtschaftsleben eine bedeutende Rolle. Dor einigen Monaten wurde er Präsident der rumänischen Luftfahrtgesellschaft Lares. Die rumänische Presse hebt vor allen Dingen seine wirtschaftlichen Erfahrungen und Fähigkeiten hervor. Die Blätter betonen, daß bei der Bedeutung, die die Wirtschaftsfragen in der pächsten Zukunft für den Südostraum haben würden, eine derartige Erfahrung besonders vorteilhaft für den Außenminister sein dürfte. ♦ Wie ungarische Blätter aus Bukarest melden, wird eine von der Zensur verbotene Denkschrift Julius Manius, des Führers der National- zaranistischen Bauernpartei, an den König jetzt al s F l u g z e t t e l massenweise in der rumänischen Hauptstadt verbreitet. Maniu protestiert darin er- bittert gegen die „neue königliche Diktatur" und bezeichnet die auf dem Verordnungswege ins Leben gerufene nationale Einheitsfront als Trägerin der Korruption und der Günstlingswirtschaft. Die Gründer der Einheitsfront werden von Maniu als „Bravos und Schakale" bezeichnet. Man wartet nun in Bukarest gespannt darauf, was mit Maniu geschehen wird. Einstweilen befindet er sich noch auf freiem Fuß, doch soll er ständig von Detektiven bewacht werden. Der deutsch-tschecho-slowakische HeqierungSausschutz. schaftsmännern als ungeheurer Leerlauf empfunden und bezeichnet wurde. Wer es erlebt hat, wie es etwa in den neunziger Jahren in den Berliner Börsensälen zuging, wie die Direktoren und Bevollmächtigten der jüdischen Berliner Großbanken aufmarschierten, um sich gegensetig Schlachten zu liefern, wilde Spekulationen um das Auf und Ab der Kurse sowie Termin- geschäfte in Getreide und anderen wichtigen Waren, der weiß auch, daß hier auf der einen Seite von der jüdischen Hochfinanz Geld gemacht wurde, daß auf der anderen Seite die Dummen, die sich Aktien hatten aufschwatzen lassen, bezahlen mußten. Damals war der Finanzjude so recht in seinem Fahrwasser. Wer weiß heute, wie diese Börsenschlachten eingeleitet wurden? Es wurden Notizen in die Presse lanciert oder Gerüchte über dies ober jenes Unternehmen verbreitet, um je nach Wunsch und Willen der jüdischen Drahtzieher die Kurse bestimmter Wertpapiere in die Höhe zu treiben ober zu werfen. In ben Berliner Börsensälen gab es «m bie Jahrhundertwenbe unb später kaum ein arisches Gesicht, am allerwenigsten in ben Reihen ber Käufer unb Verkäufer von Wertpapieren. Es konnte nicht ausbleiben, baß sich ein Börsenfkanbal an ben anbe- ren reihte, so baß in ben neunziger Jahren ber Reichsregierung nichts anberes übrigblieb, als Maßnahmen anzukünbigen unb zu ergreifen, um bie schlimmsten Auswüchse abzustellen. Eine Börsenenquete saß jahrelang beisammen, hielt Sitzungen über Sitzungen ab, veröffentlichte bitte Protokoll- bänbe, um schließlich, wie bas immer so geht, aus dem kreißenben Berg ein winziges Mäuslein herauszulassen. Der Einfluß ber jüdischen Hochfinanz war eben viel zu mächtig, als baß es eine Regierung bes Zweiten Reiches hätten wagen können, den ganzen Saustall an der Börse auszukehren. Was das für ein volkswirtschaftlicher Leerlauf an ber Börse war, bas haben wir in einem anberen Zusammenhang sowohl in ber Inflation selbst als auch unmittelbar nach ber Inflation erlebt. Nach der Inflation wurde unter Leitung von Jakob Goldschmidt jene Hausse in Wertpapieren industrieller Unternehmungen eingeleitet, die die Kurse zunächst schwindelnd hoch trieb, um jäh in sich zu- sammenzubrechen, als jener schwarze Freitag am 13. Mai 1927 herankam, ein Freitag, ber beshalb schwarz war, weil bie Reichsbank es abgelehnt hatte, für bie wilbe Spekulation an ber Börse Gelder zur Verfügung zu stellen. Das ganze Kursgebäude war Judenschwinbel, hatte ber jüdischen Hochfinanz wieder ungeheure Summen eingebracht, bie das deutsche Volk ebenso verloren batte, wie in der Inflation das zuvor ersparte Vermögen. Dieser Jakob Goldschmidt war auch einer der Urheber b»r Verschuldung bes beutschen Volkes unb b»r deutschen Wirtschaft an das Ausland, wobei bie jüdische Hochfinanz abermals gründlich verdient bat. Wie bas beutsche Volk bamals ausgeplündert wurde, geht schon daraus bervor. daß die Reichsbank fast ihren gesamten G o l d b e st a n d von iiber zwei Milliarden Mark in das Ausland abfließen losten mußte, also an die jüdische Hochfinanz, die „Kredite" gewährt batte. Jakob Goldschmidt unb der Teilhaber des Bankhauses M»ndelssohn 8- Co., ber Dr. Fritz Mannheimer in Amsterdam, sind die b»iden „deutschen" NSG. Im Frankfurter Rathaus fand ein Gene- ralappell ber Landes bauern schäft statt, auf dem Landesbauernsührer Dr. Wagner die Parolen zum Beginn der 5. Erzeugungs-fchlacht m Hefsen- Naffau verkündete. An dem Appell nahmen sämtliche ehrenamtliche Mitarbeiter, Beamten unb Angestellten des Reichsnährstandes teil, die zur Cr- zeugungsschlacht eingesetzt sind. Der Landesbaluern^ führer ging dabei auf bie Sorgen und Note des Landvolks ein. die in crfter Linie m der Unttr- l-ewertung ber Landarbeit, in der klaffenden Pre,s schere, dem Arbeitermangel und der Landflucht lieqen. Trotzdem fei kein Grund ”°rbanben ben Kopf hängen zu lassen. Denn das Landvolk.wisse, daß heute die Nahrungssreiheit. mehr als ie Die Voraussetzung unserer politischen Hanblungsfreiheit jeiin muß. Dabei ist es notwendig, diese Ernah- rungssicherung bei ftergenbem Bedarf, ständig steigender Verbraucherzahl unb verringerter Bob en- »äche durchzuführen, zumal ja auch bie Devisenlage eine? Erschwerung bes Außenhandels bedeutet. Zu den Schwierigkeiten bei der Durchrührung der Er- zeugungsschlacht gehören in erster Linie der Arbeitermangel und bie Geldnot, Denn, wie der Landarbeiter mit Recht daraus hinweist, daß die Entlohnung beim Bauern zwar nicht schlecht ist, der Anteil des Bargeldes an feinem Lohn aber nicht genügt, allo Ansprüche zu befriedigen unb eine Familie zu gründen, so halt der Bauer dem entgegen, daß ber Ertrag seiner Erzeugnisse nicht so hoch ist, um damit den gesamten Lohn in bar auszahlen zu können. Er mutz daher dem Landarbeiter einen großen Teil seines Lohnes als Deputat abftatten, weil er nicht immer GenfaiionslofesEndeinLima 8 i m a, 22. Dez. (DNB. guntfpru*.) Die Voll- Versammlung ber panamerikanischen Ko n - s e r e n z ist am Mittwoch nach vierstündiger Dauer abgebrochen worben. Wie vorauszusehen war, ergaben sich keine neuen Gesichtspunkte unb keine Überraschungen. Die Ausführungen ber verschiebe- nen Rebner bewegten sich in bem bekannten Rahmen ber Solibaritätsbeteuerungen. Es wurde eine Reihe bereits von ben Ausschüssen gebilligter Pro- jette angenommen, barunter befinbet sich als konkreter Punkt bie Schaffung eines interamerikanischen Finanz- unb Wirtschaftsinstitutes. Trotz ber enbgültigen Ablehnung bes Jnterventionsplanes für Spanien kam der Vertreter Cubas nochmals auf bieses Projekt zurück. Für ben neunten Kongreß ist, nachbem Venezuela zugunsten Columbiens verzichten will, Bogota in Aussicht genommen. Hier soll bas mit ber Enteignung ber Oelfelber zusammenhängende mexikanische 'Projekt ber finanziellen Entschäbigung be- hanbelt werben. Für die Vereinheitlichung des Zivilund Handelsrechtes soll ein Dreimännerkollegium, ein Nordamerikaner unb zwei burch bas Los bestimmte Jbero-Amerikaner, dis Mitte nächsten Jahres bas Dorstubium aufnehmen. Der Ausschuß, ber seinen Sitz in Lima haben wirb, soll in engster Fühlungnahme mit der juristischen Fakultät der Universität arbeiten. Die Fragen der wirtschaftlichen unb kulturellen Hebung der Eingeborenen bleiben einer im August 1939 in La Paz, der Hauptstabt Boliviens, stattfinbenben Sonbertagung vorbehalten. Auch bie Probleme ber Verbesserung ber Lebenshaltung des Arbeiters sollen auf einer Sondertagung im Herbst nächsten Jahres, bie wahrscheinlich nach Buenos Aires einberufen wird, behanbelt werden. Oie (Stiftung für Opfer der Arbeit. Wieder mehr als 2000 Unterstützungen bewilligt. Bisher rund 6 Millionen ausgeschüttet. Berlin, 21. Dez. (DNB.) Im Reichsministe- rium für Volksaufklärung und Propaganda trat der Ehrenausschuß der „Stiftung für Opfer der Arbeit", dem bie Staatssekretäre Walter Schuhmann, MdR., Dr. Emil Georg von Stauh, MdR., und Dr. Fritz Thyssen, MdR., angehören, zu seiner Weihnachtssitzung zusammen. Der ehrenamtliche Geschäftsführer, Ministerialrat Dr. Ziegler erstattete den Geschäftsbericht. Es wurden für 2144 Gesuche 439 854,50 Mark in einmaligen und laufenden Zahlungen bewilligt. 942 Gesuche mußten abgelehnt werden, da bie Voraussetzungen für eine Unterstützung aus der Stiftung nach deren Richtlinien nicht gegeben waren. Unter ben bewilligten Gesuchen befinden sich 716 Anträge, bie erneut mit einer Unterstützung im Gesamtbeträge von 83 262^0 Mark bedacht wurden. Die Gesamthöhe der seit Bestehen der Stiftung getätigten Ausschüttungen erreicht damit einen Betrag von r u n d s e ch s M 11- lionen Mark. Es ist dafür Sorge getragen worden, daß die Bedachten noch rechtzeitig vor dem W e i h n a ch t s s e st in den Besitz ber ihnen zuaebachten Unterstützungen gelangen. Der Ehrenausschuß beschloß weiterhin, die im vergangenen Jahre in enger Verbindung mit der NSV. sehr erfolgreich burchgesührte Verschickung von Waisenkindern, Deren Väter im Beruf tödlich verunglückt sind, auch im kommenden Jahr, unb zwar in erheblich erweitertem Umfange durchzuführen. in Der Lage ist, soviele Erzeugnisse zu verkaufen, wie er Bargeld für seine verschiedenen BeDürsnisse braucht. Von entscheidender Bedeutung ist hierbei noch die Tatsache, daß die Einnahmen eines bäuerlichen Betriebes gegenüber Denen bei Industrie und Gewerbe zurückgeblieben sind. Der Landes- bauernführer erklärte, daß ber Bauer von sich allein aus keine Mehrleistung mehr vollbringen kann. Trotzdem dürfe er nicht erlahmen und unter keinen Umständen etwa zur extensiven Wirtschafts- weise übergehen. Er könne gewiß sein, daß unter allen Umständen auf bie Lösung bes Problems ber Preisschere und ber Unterbewertung ber Landarbeit "hin gearbeitet werde. Als die wichtigsten Aufgaben für das 5. Jahr der Erzeugungsschlacht in Hessen-Nassau nannte der Landesbauernsührer die Verbesserung der Böden und eine a u s r eichende Humus v e r so r g u n g, die Einrichtung besserer Dünger stät'ten, Die Verwendung guten Saatgutes, eine Ausdehnung des neuzeitlichen Weide betriebes sowie bessere Pflege der Wiesen, die Verstärkung des Zwischenfruchtbaus verbunden mit einer besseren Ausnutzung der Futterquellen des eigenen Betriebes, Leistungfütterung und -zücht und eine Erleichterung ber Arbeit, vor allem für bie Bauersfrau,' durch den genossenschaftlichen Einsatz arbeitsfparenbcr Maschinen unb Geräte. Das Bauerntum müsse bedenken, daß Landflucht gleichzusetzen fei mit Fahnenflucht. An Stelle der Abkehr vom Lande müsse die Rückführung neuer Kräfte treten, vor allem durch die Neubildung deutschen Bauerntums. Wesentlich anders liegt ber Fall jeboch hinsichtlich der Tatsache, daß dieser Innenminister „ Deutschland unb seinen Führer mit Ausbrücken bedacht hat, die bem Jagon von Der- drecherkneipen zu entstammen scheinen. Von ihm ist erner ein Antrag beim Generalpostmeister eingebracht worben, keinerlei Post mehr auf beutschen Schiffen zu verfrachten. Selbstverstänblich strotzt auch biefer Antrag von Angriffen auf uns. Nun könnte man sich auf ben Standpunkt stellen, daß ein Mensch von ber Sorte bieses Ickes gar nicht in ber Lage ist, unseren Führer unb unsere Nation überhaupt zu beleidigen. Aber Ickes ist nicht ber imple Minister Ickes, sondern berJnnenmini- ter ber Vereinigten Staaten. An dieser Tatsache ändern auch die Versuche Washingtons nichts, die Pöbeleien nicht als amtliche Aeuherung, onbern lediglich als gelegentliche Privatmeinung linzustellen. Otach ber amerikanischen Verfassung inb nicht Die einzelnen Regierungsmitglieder verantwortlich, sondern ber Präsibent, ber ja gleichzeitig Regierungschef ist, zeichnet verantwortlich für die Gesamtregierung. Demnach mürbe Herr Roosevelt auch bie Verantwortung für bie Flegeleien eines Innenministers gegenüber Deutschland zu tragen haben. Es ist bisher noch fein Anzeichen Dafür erkennbar, was^Herr Roosevelt in dieser überaus heiklen Lage zu tun gedenkt. f Im übrigen erinnert uns die dummdreiste Unterscheidung zwischen bem Innenminister Ickes und dem Privatmann Ickes an jene bekannte plumpe Methode Moskaus, alle ausländischen Entlarvungen seiner unterirdischen Einmischungen in bie Angelegenheiten fremder Staaten mit Der frechen Luge zu beantworten, bie Sowjetregierung habe barmt selbstverständlich gar nichts xu tun; es handele sich vielmehr um eine Angelegenheit Der Komintern, auf die bie Sowjetregierung keinen Einfluß habe. Es wunbert uns schon lange nicht mehr, baß man in Amerika bem internationalen Jubentum und feinen bolschewistischen Schrittmachern einen immer größeren direkten Einfluß auf bie inneren unb äußeren Angelegenheiten ber USA. zugesteht. Daß man aber in Washington schon Moskauer Ausflüchte notig hat, war uns neu. Berlin, 21.Dez. (DNB.) Die deutsche unb die tschecho-slowakische Delegation veröffentlichen folgendes gemeinsame Communiqus: Der in ber deutsch-tschecho-slowakischen „Erklärung über ben Schutz ber beiberseitigen Volksgrup - p e n" vom 20. November 1938 vorgesehene Regie- rungsausschuß trat heute zu seiner k o n st i t u i e - renden Sitzung zusammen/ Die {laubigen deutschen Mitglieder [inb: Vortragender Legationsrat v. Twardowski vom Auswärtigen Amt, Ministerialdirektor Vollert vom Reichs- Ministerium des Innern. Die ständigen tschechoslowakischen Mitglieder sind: Gesandter Ernst Heid- r i ch vom tschecho-slowakischen Außenministerium und Obersektionsrat Dr. Schalupny vom tschecho-slowakischen Innenministerium. Nachdem der Ausschuß feine Geschäftsordnung festgelegt hatte, nach der im Bedarfsfälle Vertreter der beteiligten Ressorts als Mitglieder des Ausschusses unb Vertreter ber Volksgruppen als Sachverständige herangezogen werden können, nahm er in Aussicht, zunächst eine Anzahl von wirtschaftlichen, kulturellen und sonstiger Fragen, die für die Angehörigen beider Volksgruppen von großer Bedeutung sind, zu behandeln. Mussolini ehrt italienische Siedler. Rom, 21. Dez. (Europapreß.) Mussolini hat am Palazzo Venezia an 600 Familienväter, die sich als Siedler bei ber Urbarmachung ausgezeichnet haben, Belohnungen verteilt. Gleichzeitig wurden 400 Bauernfamilien in der Siedlung der ehemaligen Pontinischen Sümpfe ausgezeichnet. In diesem Gebiet sind über 3000 Handwerkerfamilien mit insgesamt 30 000 Personen angesiedelt worden Auf Grund der Bemühungen für die Wirtschafts- MWe Hochfinanz. Das Bankhaus Mendelssohn & Co. gehört nunmehr auch wie andere jüdische Finanzhochburgen der Dor- unb Nachkriegszeit ber Geschichte an. Die Rothschild, die Bleichröder, die Mendelssohn & Co. sind als Korn- und Geldjuden im 19. Jahrhundert hochgekommen, immer als Nutznießer einer Entwicklung, bie das kapitalistische System ausbildete. Der Aufstieg des Hauses Roth sch ilb ist hierfür besonders typisch, benn sowohl ber alte Meyer Amschel wie seine berüchtigten fünf Söhne machten mit Staat unb Fürsten sowie mit einflußreichen Würdenträgern Geldgeschäfte, bei denen das Verdienen für bie Roth- schilb immer groß geschrieben würbe. In bie Fuß- tapsen ber Rothschild waren auch bie B l e i ch r o b e r unb Menbelssohn getreten, begünstigt dadurch, baß in ber zweiten Hälfte bes 19. Jahrhunderts für gewisse Staaten unb Regierungen bie Verbindung mit ber Hochfinanz eine Lebensfrage war. Es ist leiber so, baß bas Bankhaus Bleichröder seinen Aus- tieg just zu ber Zeit beginnen konnte, in der Bis- marck bie Politik einleitetete, bie wenige Jahre pater zur Begründung des Zweiten Reiches führte. Fast das gesamte Bankwesen in Preußen, später m Deutschland, war damals schon in jüdischen Händen. Aber es ift nicht so, baß bie Mischen Banken unb Bankiers, beren sich Bismarck bebiente, um für den Staat Gelb zu beschaffen, bies aus nationaler Gesinnung besorgten, sonbern beshalb, weil in ver- mlinismäßig kurzer Zeit ungeheure Summen mit biefen Geschäften zu verdienen waren. Unb diese ungeheuren Summen, die sich in Kapital umschluqen, also in gewonnene Macht, waren wieder Die Voraussetzung für ben ungewöhnlich starken p o l i ° tischen Einfluß, ben bie Mische Hochfinanz Autarkie war ber Ärbeitsplatzaustausck ber Arbeiter in Italien im letzten Jahre besonbers stark. In einer Ansprache erklärte Mussolini u a., w e n i g st e n s Die Hälfte ber italienischen Bevölkerung müsse weiterhin auf bem Lanbe leben. Die Völker, die die Scholle verließen, seien zur Arbeitslosigkeit verurteilt. Die Zeiten seien vorüber, da ber Landarbeiter nickt gebührend geachtet worden sei. Heute mundeten sich alle Fürsorgemaßnahmen des üf.nn-r bem Schutz des Bauern y\ Die Macht rn.s Vv'les hänge von seiner Treue jur Scholle ab. Das Bnnenwanderungsamt hat in den Jahren 1930 bis 1938 auf neugewonnenen Landstrecken des Mutterlandes insgesamt 18 000 Familien mit rund rium Lord Dufferin and Ava für Donnerstag zu sich gebeten. Don der Regierung wird das strengste Stillschweigen bewahrt. König Georg wird sich am Donnerstag nach Schloß Sandringham begeben, wo er mit ber königlichen Familie bie Weinachtsfeiertage verbringen wirb. Minister im Rowdyion. , Äon unterer Berliner Schnstleiiung. Daß ber amerikanische Innenminister Harald L. Ickes zwei prominente amerikanische Staatsbürger, nämlich Färb unb Linbdergh, in öffentlicher Versammlung angepöbelt hat, weil sie eine hohe deutsche Auszeichnung angenommen haben, werden ihm diese beiden Männer zweifellos in der ihnen geeignet erscheinenden Weise' zu beantworten wis- en. Und daß ein Mitglied ber amerikanischen Regierung sich in öffentlicher Versammlung im Re- volverton ber Chikagoer Gangsterwelt ergeht, Damit haben sich biejenigen Amerikaner abzufinben, die diesem Mann durch ihre Wählerstimme indirekt zu einem hohen Posten verhalfen haben. weder in außen-, noch in innenpolitischer Richtung eine Aenberung der Politik beabsichtige. Die Re- gierung werde Die Arbeiten zur Verwirklichung des Iahresprogramms weiter fortsetzen. Die früheren und Die jetzigen Minister würden gute Freunde bleiben unb an Dem gemeinsamen Werk mitar» beiten. Rumäniens neuer Außenminister. Bukarest, 21. Dez. (Europapreß.) An Stelle des gestern zurückgetretenen Außenministers Pet- rescu C o m n e n wurde ber ehemalige Unterstaats- fetretär Gafencu zum Außenminister ernannt. Origore Gafencu ist 47 Jahre alt. Er ftubierte in Genf unb Paris, wo er zum Doktor ber Rechtswissenschaften promovierte. Im Weltkriege war er als Fliegeroffizier tätig unb würbe mit ber höchsten Vor Abbruch der japanisch- sowjetrussischenIischereiverhandlungen Tokio, 22. Dez. (DNB. Funkspruch. Ostasien» dienst.) Nachdem Moskau die berechtigten Forderun* oen Japans in der Fischereifrage a b g e l e h n t hat. scheint man in Tokio davon überzeugt zu sein, daß angesichts der rechtswidrigen Verhandlungsmethoden der Sowjetunion weitere Bemühungen um das Zustandekommen eines Provisoriums überflüssig seien. Das Blatt Asahi Schimbun glaubt zu wissen, daß die japanische Regierung den A b ■ bruch d e r Verhandlungen für unvermeidlich ansehe. Die japanische Regierung sei deshalb entschlossen, bei einem vertraglosen Zustand die ja- Sanischen Fischereirechte durch „geeignete Maßnahmen" zu wahren. Der Sprecher der Marine. Admiral Kanazawa, erklärte, daß die Marine für den Schutz der Flschereirechte durchaus vorbereitet sei. Beschleunigte Entfernung der Juden aus Polen gefordert. Warschau, 21. Dez. (DNB.) Der Chef des Lagers der Nationalen Einigung, General Skwarczynski, und 116 Abgeordnete der gleichen Organisation richteten an den Ministerpräsidenten eine Eingabe, die feststellt, daß die Juden die normale Entwicklung der nationalen und staatlichen Kräfte hemmen. In der polnischen Wirtschaft feien Juden h ö ch st unerwünscht, weil sie Die wirtschaftliche Verselbständigung der polnischen Bevölkerung in Stadt und Land erschwerten. Das Lager der nationalen Einigung strebe energisch nach einer Polonifierung des Handels, der Industrie und des Handwerks sowie nach einer Ausschaltung des jüdischen Einflusses aus dem kulturellen und sozialen Leben. Die Regierung solle unverzüglich eine möglichst starke Herabsetzung der Zahl der Juden in Polen erwirken. Die Auswanderung der Juden müsse in einem Ausmaße erfolgen, das den wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Erfordernissen des polnischen Staates entspreche. Die Regierung solle deshalb dafür Sorge tragen, daß für die Auswanderung der Juden aus Polen entsprechende Siedlungsgebiete Itnb. internationale Geldmittel sichergestellt würden. Kleine politische Nachrichten. Der Reichsführer ff und Chef der deutschen Polizei, Himmler, nahm an der Sonnenwend- und Iulfeier des Sturmes 4 der ---Standarte 97 in Tachau bei Marienbad teil. Der Reichsführer ff hielt die Feuerrebe und verbrachte den Abend gemeinsam mit den Männern des Sturmes und ihren Angehörigen. * Die deutsch-finnischen Wirtschaftsvereinbarungen sind im wesentlichen unverändert für das Jahr 1939 verlängert worden. Gleichzeitig ist eine Aenderung des deutsch-finnischen Handelsvertrages von 1934 getroffen worden, die für die Verzollung von Motorrädern und Verbrennungsmotoren in gleicher Weise, wie schon für Kraftfahrzeuge, gewisse Erleichterungen vorsieht. Kunst und Wissenschaft. Keine Einheitschöre für Städte. Der Präsident der Reichsmusikkam- m e r, Professor Dr. Peter Raabe, nimmt in einer Anordnung zur Neubildung städtischer Chöre Stellung. In einigen Städten seien Bestrebungen im Gange, die vorhandenen Chorvereinigungen zu einem einzigen großen Chor zusammenzufassen. Das hier erkennbare Bemühen um den Aufbau leistungsfähiger tädtischer Chöre sei sehr zu begrüßen. Die prakti- chen Erfahrungen hätten aber gezeigt,> daß die Ver- chmelzung zu einem Einheitschor nicht zur tat- ächlichen Erfassung aller sangestättgen Kräfte der Stadt führe und daß ein solcher Einheitschor sämtlicher vorhandener Chöre niemals allen k ü n stier i s ch e n Aufgaben gerecht werden könne. Der Präsident wendet sich gegen die Zerschlagung von Chören aus falsch angewen- oetem Einheitsgedanken und bestimmt, daß ihm, sobald die Absicht der Neubildung eines städtischen Chors oder der Verschmelzung besteht, der Plan in jedem Einzelfall zur Genehmigung vorgelegt werde. Der Olympia-Film in Hollywood. Freunde, Förderer und Mitarbeiter der Olympischen Spiele in Kalifornien veranstalteten in Hollywood eine private Vorführung des Olympia-Films. In Kaliforniens bekanntestem Klub trafen sich dazu die amerikanischen Kämpfer der Olympischen Spiele in Berlin 1936 von Marjorie Gestring bis Glen Morris, die bekanntesten amerikanischen Sportjournalisten sowie Mitglieder der angesehensten Familien des Landes. Beide Teile des Filmes wurden mit stürmischem Beifall aufgenommen. Herzliche Kundgebungen dankten ßeni Riefenstahl. Die „Los Angeles Times" preist den Film als einen Triumph der Kamera, während „Hollywood News" erklärt, die Jugend Amerikas erleide einen schweren Verlust, wenn ihr der Olympia-Film nicht gezeigt werde. Weltreise des wiener Mozartknabenchors. Unter Leitung feines Kapellmeisters Dr. Georg G r u b e r hat sich der bekannte und beliebte W i e • nerMozart-Knabenchor nach Hamburg begeben, von wo sich'der aus 20 Knaben bestehende Chor nach Amerika einschiffen wird. Die kleine Sängerschar wird die gesamten Staaten der amerb konischen Union durchreisen, um über Kanada nach Kalifornien und San Franzisko zu gelangen, wo überall Konzerte vorgesehen sind. Die Reise geht von den Vereinigten Staaten dann nach Australien. Im Frühjahr nächsten Jahres erst werden die unternehmungslustigen Wiener Sänger zurückkehren. Großer Erfolg deutscher Künstler in Paris. Der Leiter der Zweigstelle Paris des Deutschen Akademischen Austauschdienstes hatte zu einer musikalischen Abendveranstaltung geladen, die unter Mitwirkung von Professor Günther Ramin, des Leiters des Berliner Philharmonischen Chors, und der Solisten Hilde D e s s e l m a n n. Lore Fischer. Heinz M a t t h e i und Horst Günther statt- fanb. Der Konzertsaal mar bis auf den letzten Platz von französischen und deutschen Hörern, darunter zahlreichen Vertretern des Comite France - Alle- magne, gefüllt. Die Dortragsfolge umfaßte drei Quartette von Brahms, das Spanische Liederspiel von Schumann, und den Liebeslieder-Wolzer von Brahms. Die deutschen Künstter wurden für ihre hochstehenden Leistungen stürmisch gefeiert Dieser große Erfolg bildet einen vielversprechenden Auftakt für das Konzert des Berliner Philharmonischen Chors, der am Montagabend unter der Leitung von Professor Günther Ramin das Weihnachts- ipratorium von Bach zum Vortrag bringt: Bei Der Ausbildung unserer Flieger. M, 8b «>/- «w*0» I ’iM a-m. Unser Bildberichterstatter stattete in diesen Tagen der Fliegertechnischen Schule in 3 ü ter bog einen Besuch ab, bei dem er diese interessanten Bilder von der Ausbildung unserer Flieger machte. Rechts sieht man den Unterricht am Bombenabwurfgerät. Links: Aufsetzen des Propellers und Sicherung der Nabe. — (Scherl-Bilderdienst-M.) iix: intersport in Großdeuischland. r f Der Wintersport ist noch recht jung, doch heute gehört eine Winterreise in das Jahresprogramm vieler Leute, besonders der Jugend Mancher Urlaub wird in den Winter verlegt, ganze Ortschaften in den Gebirgen sind darauf angewiesen, Industrien und Spezialgeschäfte rechnen mit der Wintersaison. Kaum sind die Herbsttage verflossen, sp späht man nach dem Winterwetter aus. Setzt trockene Kälte ein, wie in diesem Jahre, so gibt man die Hoffnung auf den Umschwung nicht auf, der weiße, weiche Flocken bringen soll. Die großen Sportplätze haben ihr Programm fertig, als da sind Schirennen, Schispringen, Eislauf, Bobrennen, Eishockey usw. In der Ebene auf den großen Seen ist das Eissegeln heimisch. Ueberhaupt ist es ein Irrtum zu glauben, daß der Wintersport an die Berge gebunden sei. Unsere großen Wälder und Heideflächen laben zu weiter Fahrt ein, wenn der Schnee auf den weiten Feldern liegt. Man kann wohl sagen, daß jeder Bezirk seine bevorzugten Gebiete für den Wintersport hat, zumal die Reichsbahn allen Verkehrsbedürfnissen freundlich Rechnung trägt. Berlin führt gern in die schlesischen Gebirge, in den Harz und in das Erzgebirge. Wer mehr Zeit hat, kann von hier aus die Reise nach den Alpen antreten. Von Oberschlesien zogen seit langen Jahren die Leute mit den Brettern auf der Schulter ins A l t- oatergebirge. Dieses Jahr werden sie es um so lieber tun, denn nu« ist dieses Land deutsch geworden, keine Grenze und keine Deoisensrage erschwert den Besuch. Daran schließen sich die andern Gebirge der Sudeten an: die Glatzer Berge, das Waldenburger und das Riesenge- birge, das Jser - und Jeschkengebirge, die Lausitzer Berge und das Erzgebirge. Ein stolzer deutscher Zug der Mi 11 e l g e b l r g e, der seine Fortsetzung zum Fichtelgebirge, der Rhön und zum Vogelsberg hat, um sich im Taunus und Odenwald nach Südwesten zu verlängern, bis das Bild des hohen Schwarzwaldes die Westgrenze andeutet. Alle diese Berge sind mehr ober weniger Wintersportland. Die Sudeten sind nun zu beiden Seiten ihrer Kämme deutsch geworden, bisher lief die Grenze meist auf ihrer Mitte. Stille verträumte Dörfer laben im Lande Rübezahls ebenso zum Verweilen ein, wie vortreffliche Wintersportplätze. Der industrielle Westen besitzt im Sauerlande und in der Eifel Wintersportgebiete, die sich prächtig entwickelt haben. Die Krönung ist für viele naturgemäß die Fahrt in die Alpen. Da gibt es berühmte Wintersportplätze ohne Zahl, aber auch ruhige und behagliche Ortschaften und Höfe. Vom Allgäu mit Oberstdorf als Mittelpunkt geht es nach dem Arlberg, vom Werdenfelser Land hinüber nach Tirol, von Berchtesgaden ins Salzkammergut. Die hochalpinen Gebirge der Oetztaler Alpen und des Stubai locken, die Hohen und die Kleinen lauern ebenfalls, Kitzbühel hat einen internationalen Ruf. Bergbahnen und Drahtseilbahnen erleichtern an vielen Stellen den Besuch. Ueberall hat der Reichsbund für Leibesübungen dafür gesorgt, baß erfahrene Schilehrer zur Stelle sind. KdF. hat vielfach Trockenkurse in der Heimat eingerichtet, so daß viele der angehenden Sportler die Anfangsgründe bereits mitbringen. Wie bas Wetter wird, davon hängt viel ab für unsere Winterkurorte, aber auch für unsere sportfreudige Jugend. Wenn sie auf „zügiger Bahn" über die Alpen der Ostmark ober über die Halden der Subetenberge dahingleitet, wird sie immer eingedenk der Tatsache sein, daß sie sich auf großdeutschem Boden befindet, in Dem Lande, das der Führer befreit bat. Aus aller Welt. Glockengeläut über Großdeutschland. Im Deutschlandsender wird am 24. Dezember in der Sendung „Weihnacht" von 18 bis 19 Uhr Glockengeläut aus dem Norden und Süden, Osten und Westen des Reiches erklingen. Dabei werden in diesem Jahr auch Glocken aus der Ostmark (Braunau, Linz, Wien) und dem Su bete nl and (Eger, Karlsbad, Reichenberg, Brüx) ihre Stimme ertönen lassen. Am Schluß ver- eifligen sich sämtliche Glocken der Reichshauptstadt zu einem Weihnachtsgruh an alle deutschen Menschen. Aus Eisnot gerettet. Nachdem an den Vortagen die Bemühungen des Fliegerhorstes Norderney und des Rettungsbootes „Bremen" vergeblich waren, ist es jetzt gelungen, die beiden Besatzungsmitalieber des im Eise bei Juist feftliegenben Motorschiffes „Juist" zu retten und wohlbehalten nach Juist zu bringen. Ein mit vier Mann ber Rettungsstation Juist und dem alten Vater des einen Besatzungsmitgliedes der „Juist" besetztes kleines Boot war zu Wasser gebracht worden, nachdem es zunächst eine lange Strecke über die aufgetürmten Eisschollen getragen werden mußte. Schließlich kamen die Männer bei den Schiffbrüchigen an, die ihren Rettern eine Strecke auf dem Eis entgegengegangen waren. Die Rückfahrt wurde sofort angetreten, und das Boot traf mit den Geretteten wohlbehalten auf der Insel Juist ein. Trotz des mehrtägigen Aufenthaltes auf dem kleinen Motorschiff inmitten ber riesigen Eis- wüste bes Wattenmeeres haben bis Geretteten keine körperlichen Schüben davongetragen. Lisuotdienst mit Fluzeugen. Wie bereits berichtet, sind infolge des Frostes fast sämtliche ostfriesischen Inseln von jeder 23er- binbung mit ber Außenwelt abgeschmtten. Es wurde deshalb ein Eisnotdienst mit Flugzeugen eingerichtet. Am Mittwoch ist es zwei Flugzeugen der Lufthansa gelungen, aus dem am Strande der Insel Juist behelfsmäßig her^rich- teten Flugplatz zu landen und etwa 50 Personen unb die Post nach dem bei Norden gelegenen Flugplatz zu bringen. Es wurden sämtliche Insassen des Müttererholungsheimes und 8 Kinder aus einem Kinderheim ab transportiert. Am Nachmittag wollten die Flugzeuge noch einmal nach Juist zurückkehren, um weitere Kinder zum lanb zu bringen. Wegen starken Sclmeetre'bens mußte diese Absicht jedoch aufgegeben merben. Wenn sich bas Wetter beruhigt, werden dre Flugzeuge am Donnerstag die Insel erneut anfliegen. Sie werden dann die 218 Waffen ber beiden Kinderheime herüb erbringen, damit Melber Weihnachten noch M ihren Familien fein tonnen. Zwei Schulkinder auf dem Eise eingebrochen und ertrunken. Ein schweres U n tz l ü ck trug sich auf der zugefrorenen Rur bei Birkesdorf (Rheinland) zu. Eine Schulklaffe war mr Rur gezogen, wo sich ein Teil der Kinder am Ufer und die übrigen auf dem Eise vergnügten. Als der Lehrer eine kleinere Gruppe Jungen, die abseits auf dem Eise spielten, zurückholen wollte, gab plötzlich das Eis nach, und der Lehrer sowie die Jungen brachen ein. Der Lehrer konnte mit Hilfe der am Ufer stehenden Jungen fünf der eingebrochenen Knaben retten. Leider sind zwei Jungen im Alter von 10 und 11 Jahren ertrunken. Sie sind offenbar unter dem Eise abgetrieben worden. Der Tod in den Bergen. Die Bergsteiger Josef Mandl unb Simon Petritsch aus Schwarz unternahmen eine Wan- betung auf die Wandlalpe im Unterinntal. Als die beiden bis zum Abend nicht zurückkehrten und im Lauf der Nacht aus der Richtung ber Alpe Hilferufe vernommen wurden, gingen Rettungsmannschaften auf die Suche. Nach zweitägigen angestrengten Bemühungen konnte Petritsch auf einem Felsband völlig erschöpft angetroffen und durch Abseilen geborgen werden. Er gab an, daß sein Kamerad beim nächtlichen Abstieg plötzlich vor seinen Augen ver- verschwunden und, ohne einen Laut zu geben, in eine etwa 80 Meter tiefe Felsschlucht gestürzt sei. Mandl muß jedenfalls sofort t o t gewesen fein. Die Bergung der Leiche ist voraussichtlich erst im nächsten Sommer möglich. Vollstrechung eines Todesurteils. Berlin, 21. Dez. (DNB.) Am 21. Dezember ist der am 26. April 1918 geborene Erich Boos aus Eisenberg (Saarpfalz) hingerichtet worden, ber durch Urteil bes Sondergerichtes in Kaiserslautern . vom 7. Dezember 1938 wegen Mordes unb Verbrechens gegen das Gesetz zur Gewährleistung bes Rechtsfriedens zum Tode und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit verurteilt worden ist. Boos hat am 27 November 1938 in Eisenberg einen Gendarmerie-Beamten erschossen. Der zweite Mörder des ---Rottenführers kallweit hingerichtet. Berlin, 21. Dez. (DNB.) Am 21. Dezember 1938 wurde der am 15. Mai 1911 in Gaisheirn (Oberpfalz) geborene Peter Forster hingerichtet, ber vom Sonbergericht in Weimar am gleichen Tage wegen Mordes und Verbrechens gegen das Gesetz zur Gewährleistung des Rechtsfriedens z u m Tode unb zum Verlust ber bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit verurteilt worben war. Forster hat zusammen mit dem schwer vorbestraften unb bereits rechtskräftig verurteilten unb Hingerichteten Berufsverbrecher Bargatzky am 13. Mai 1938 in Buchwald bei Weimar einen Wachtposten, den ---Rottenführer Kaliweit, meuchlings ermordet. Wieder ein Autofallenbandit zum Tode verurteilt. DNB. Hamburg, 21. Dez. Das Hanseatische Sondergericht verurteilte am Mittwochnachmittag den 21jährigen Wolfgang Stocklossa, der am 29. November 1938 in Hamburg-Farmsen den Straßenraub an einem Taxichauffeur ausführte, als gefährlichen Gewohnheitsverbrecher wegen Verbrechens gegen das Gesetz gegen den Straßenraub mittels Autofalle vorn 22. Juni 1938 sowie wegen verschiedener Fälle des Diebstahls, des Betruges, der Unterschlagung und wegen widerrechtlichen Schußwaffenbesttzes zum Tode unb zu zehn Jahren Zuchthaus. Weiter wurde auf lebenslänglichen Ehrenrechtsoerlust unb Sicherungsverwahrung erkannt. Eisenbahnunglück in Mexiko. Ein von Mexiko-Stadt nach Veracruz abgegangener Zug der englischen Bahngesellschaft Ferro-- carril Mexicano entgleiste zwischen den Stationen Ometusco unb Jrolo. Das Unglück hat anscheinend fünf Todesopfer und 43 Verletzte gefordert. Der Derkehrsminister hat eine Untersuchung eingeleitet. Die Ursache des Unglücks scheint ein A ch s e n b r u ch bei ber Lokomotive des in voller Fahrt befindlichen Zuges gewesen zu fein. Wetterbericht Wahrend in Ost- unb Mitteldeutschland weitere Frostmilberung eingetreten ist, hat sich im Westen unb Süden des Reiches fast unverändert Frost zwischen minus 5 und minus 10 Grad erhalten. Der Zustrom milder' Lust in der Höhe bedingt dabei verbreitete Niederschläge, die in den Niederungen aus Schnee ober Graupeln bestehen. In größerer Höhe konnte dagegen am Donnerstagmorgen der Frankfurter Wetterflieger Regen feftfteUen, der unterwegs allerdings wieder zum Gefrieren kam. Die Nacht zum Freitag wird voraussichtlich Aufheiterung und damit stärkeres Anziehen der Fröste bringen. Das Wetter bleibt aber auch weiterhin unbeständig. Vorhersage für Freitag: Zeitweise aufheiternd unb nachts stärkerer Frost, sonst unbejtän- big unb zu Niederschlägen (aber auch wahrscheinlich Schnee) geneigt, veränderliche Winde. Vorhersage für Samstag: Fortdauer des Frostes und der Unbeständigkeit. Lufttemperaturen am 21. Dezember: mittags —8,4 Grad Celsius, abends —8,4 Grad; am 22. Dezember: morgens —8,9 Grad. Maximum —7,9 Grad, Minimum heute nacht —10 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 21. Dezember: abends —1,4 Grad; am 22. Dezember: morgens — 1,0 Grad. — Niederschläge 3,6 cm Schnee. WintersportWetterbericht. Vogelsberg, Herchenhainer Höhe: Schneefall, — 8 Grad, Äesamtschneehöhe 12 cm, Neuschnee 12 cm, Pulverschnee, Schi unb Nobel gut. — Hohe- rodskopf: Schneefall, —11 Grad, Gesamtschneehöhe 12 cm, Neuschnee 12 cm, Pulverschnee, Schi unb Rodel gut Rhön, Wasserkuppe: Schneefall, —13 Grab, Gesamtschneehöhe 11 cm, Neuschnee 3 cm, Pulverschnee, Schi unb Robe! sehr gut. Taunus, Kleiner Feldberg: Schneefall, —12 Grad, Gesamtschneehöhe 4 cm, Neuschnee 3 cm, Pulverschnee, Schi unb Nobel nur stellenweise. — Großer Feldberg: Schneefall, —7 Grad, Gesamtschneehöhe 4 cm, Neuschnee 4 cm, Pulverschnee, Schi unb Nobel mäßig, Eistwhn sehr gut. Schwarzwald, Feldberg: Schneefall, —15 Grad, Gesamtschneehöhe 35 cm, Neuschnee 10 cm, Pulverschnee, Schi unb Rodel gut. Straßenwetterdienst der Generatinfpektion. Reichsautobahnen im allgemeinen scbnee- und eisfrei. Die Strecken München — Salzburg, München—Stuttgart haben Glatteis unb sind gestreut. Allgemeines Straßennetz: In der Ostmark herrschen zur Zeit starke Schneefälle. Die Straßen im Gebiet Ober- unb Niederdonau sowie in der O st - S t e i e r m a r k sind durchweg vereist unb gestreut. In Kärnten ift ber Verkehr noch behinbert: Don Heiligenblut—Jselsberg—Linz —Pustertaler Straße—Reichsgrenze, bie Katschberg- Paßstraße, die Loiblpaßstraße, sowie die Drautaler Straße unb bie Plöken-Paßstraße. Alle passierbaren Straßen nur mit Schneeketten befahrbar. Sonstige höhergelegene Straßen der schlesischen, sächsischen unb bayerischen Gebirge, im Harz unb Thüringer Wald sowie in den sübwe st deutschen Höhenlagen haben teilweise Schnee- glätte unb Glatteis. Straßen werden ge« streut. Bücher unter dem Deutsche Erzähler. — Mirko Jelusich: Der Ritter. Roman. Verlag W, Scheuermann, Wien I. Preis broschiert 4,50 RM., geb. 6,50 RM. — (474.) — Der Autor macht in diesem außerordentlich fesselnden Roman mit dem Leben und. Kampf Franz von Sickingens, des Freundes Huttens und Vorkämpfers Luthers, um Deutschland bekannt. Er schildert in packender Weise diesen heldenhaften Mann in geradezu dramatischer Bildfolge und mit ihm zugleich die Zeit der beginnenden Reformation, des Heraufsteigens einer neuen Welt an Stelle der durch innere Morschheit versinkenden alten. Der Leser gewinnt durch diese^Erzühlung tiefen Einblick in ein Kapitel der gesamtdeutschen Geschichte, aus dem er das Wissen um die großen und ewigen Kräfte des deutschen Volkes gewinnen und vertiefen kann. Man darf feststellen, daß mit diesem Buche der deutschen Leser- gemeinschaft eine Gabe überreicht worden ist, die zu den wertvollsten gehört und die gerade in unserer Zeit der Neuformung des deutschen Volkes und seines geistigen Gesichts besondere Bedeutung besitzt. Dieses Buch wird vor allem auch unsere Jugend mit großem Nutzen und mit Gewinn für ihr ganzes Leben lesen können. Daher sei es auch nach dieser Hinsicht mit einer guten Empfehlung angezeigt. Ernst Blumschein. — Rösy von Känel: Im Namen der Liebe . . . Ein Bekenntnis. Preis Leinen RM. 4,00. Eugen Rentsch Verlag, Erlenbach-Zürich. Eine junge, ledige, berufstätige Frau glaubt, auf illegalem Wege zu einem Herzensglück zu kommen, indem sie daß äußere wie das innere Gesetz mißachtet und umgeht. Das Buch zeichnet ihren Weg, schildert ihren Kampf, ihr^ Hoffnung, ihre Sehnsucht; begleitet sie durch das Dunkel der Lüge und Schuld 6n ein scheinbares Glück — und wieder hinaus ins Licht der Wahrheit, um zu bekennen, daß es fein Glück ohne das Hoheitszeichen des Rechts gibt, und baß die Seele sich nicht selber betrügen kann. — Ursula Kobbe: Palett e.und Maske. Roman einer Künstlerehe. In Halbleder. Volksverband der Bücherfreunde, Wegweiser-Verlag G. m. b. H., Berlin-Charlottenburg 2. — (524) — Dieser Roman ist von einem Menschen geschrieben, der selbst Abend für Abend in immer gleichbleibender "fieberhafter innerer Erregung das Zeichen des auf- gehenden Vorhanges erwartet hat. Auftreten dürfen! Das allein ist für einen jungen Künstler das ewig federnde Sprungbrett. Aus der Atmosphäre der Licht- und Schattenseiten dieses Berufsmilieus, verbunden mit dem eines um Anerkennung und Existenzmöglichkeit ringenden Malers, entwickelt die junge Autorin die Lebens- und Schicksalsgeschichte kines Kreises junger Künstler — Die Hellseherin. Roman von Richard W e n z. (Verlag Friedrich Gutsch, Karlsruhe. Gebd. 8,85 RM.) — 267. — Der Autor führt den Leser tn ein Dorf des Mosellandes. Das dunkle Schicksal über einem Bauern- und Winzerhof und seiner Bewohner ist die Handlung, die ein auch heute noch von psychologischen Wissenschaftlern erörtertes Thema zum Gegenstand hat. Von 1648, der Zeit des Dreißigjährigen Krieges, bis in unsere Jahre & eihnachtsbaum. ist der Bogen der Erzählung gespannt. Im ersten Teil des Romans find Totsachen der badischen und pfälzischen Ortsgeschichte zugrunde gelegt, die Ahnenfolge ist gleichfalls dem Leben entsprechend, die Hellseherin und die sie umgebenden Menschen sind Dichtung. Man liest das Buch mit interessierter Spannung. * , , — Arno Dohm: Die Flotte Gottes. Preis in Leinen 4,40 RM. Verlag C. Bertelsmann, Gütersloh. — (511) — Als 1588 der Spanierkomg Philipp eine Kreuzzugsflotte von 150 Kampfschiffen mit 30 000 Soldaten unter dem Segen der Kirche und mächtigem Aufwand gegen das „ketzerische England rüstet, setzt er mit dieser Flotte Gluck und Macht seines Reiches aufs Spiel. Denn als Beginn zum Endkampf um die Seeherrschaft sehen auch Englands weitblickende Admirale diesen ungeheuren Seezug an. Das Wunder geschieht: Englischer Wagemut und englische Seemannskunst zerschlagen die „Glückhafte Armada". Die Naturgewalten geben der stärksten Flotte der Erde den Rest, und das aufstrebende England tritt das Erbe der spanischen Weltherrschaft an. Ein fesselnder Seekriegsroman, nach den Tatsachen gestaltet. Ausländische Literatur. — «Philip Gibbs: Brücke zum Morgen. Roman. Preis kart. 4,80, geb. 5,50 Mark. Universitas, Deutsche Verlags AG., Berlin W 50. — (366) — In diesem englischen Zeitroman gehört die Anteilnahme des Autors zwei Liebenden, die aufmerksam verfolgen, welche Stellung England den „faschistischen" Staaten gegenüber einnimmt. Da ist zwar immer von „unteilbarem Frieden", von „kollektiver Sicherheit" die Rede — aber droht nicht hinter diesen Thesen das Gespenst eines kollektiven, ganz und gar unteilbaren Krieges? Ein ursprünglich völkerbundgläubiger Pazifist muß diese Frage schließlich bejahen und damit der Jugend die Hand reichen, die innerlich gesund genug ist, um aus dem Dickicht der politischen Meinungen herauszufinden. Dank dem Freimut und der Vorurteilslosigkeit des Autors endet dieser politische Erziehungsroman mit dem mannhaften Bekenntnis zu einem besseren Europa, in dem die gegenseitige Achtung die Gtund- lage^-fstr eine ehrliche Verständigung ist. — Marcel Dioux: Anna Boleyn. Die jungfräuliche Geliebte Heinrichs VIII. Preis in Ganzleinen gebunden RM. 5,80. Verlag Paul Zfolnay, Berlin. —(388)— Heinrich VIII., der als gekrönter Blaubart in die englische Geschichte eingegangen ist, worüber man meist seine Leistungen als Staatsmann vergißt, ist neuerdings auch durch Fum und Belletristik ausgiebig bekannt geworden, ebenso wie Anna Boleyn, die Hofdame der unglücklichen Königin Katharina. Sie spielte ein gefährliches Spiel, als sie dos Auge des schönheitsdurstigen Königs «uf sich zog und nicht eher ruhte, bis er sie neben sich ayf den Thron hob. Das Spiel endete auf dem Schafott, und nur durch ihre Tochter, die große Königin Elisabeth, hat sie einen Platz in der Geschichte erhalten. Dies Buch eines Franzosen ist unleugbar spannend geschrieben, aber eine Reportage, die über den Zweck prickelnder Unterhaltung nicht hinausgeht. Fr. W. Lange. Lyrik. — Achim von Akerman: Die Stunde vor Tag. Gedichte. 85 Seiten. In Leinen 4 RM. Im Insel-Verlag zu Leipzig, 1938. — (544) — Der junge Balte Achim von Akerman, der bereits mit einem Gedichtbuche „Gesichte der Heimat" an die Oeffentlichkeit getreten ist, hat die verpflichtende Auszeichnung erfahren, vom Insel-Verlag in eine Sammlung lyrischer Dichtung ausgenommen zu werden, in der man unter andern Ricarda Huch, Carossa und Schaeffer begegnet: das wird von vornherein den Blick aller am lyrischen Gedicht Teilnehmenden auf den neuen Namen lenken. Wenn man das Buch gelesen hat, muß man wieder einmal an Rilke denken .und an das, was er über junge Dichter und frühe Gedichte gesagt hat: es ist nicht leicht, die Eindrücke zusammenzufassen, die sich aus dieser ersten Begegnung mit Akerman ergeben. Vielleicht wird sich zuerst die Vielfalt der Formen ausdrängen, die der Gedichtfolge einen lebhaft bewegten Rhythmus mitteilt; dann, über das äußere Bild hinaus, die ungeduldige, tastende, ahnungsvolle Unmittelbarkeit, mit der in diesen Gedichten ein junger Mensch seiner Umwelt und ihren Erscheinungsformen gegenübersteht; und was die Gegenstände oder Inhalte angeht, wenn im lyrischen Gedicht überhaupt davon die Rede sein soll, so scheinen hier in früher Kindheit und heimatlicher Landschaft die nachwirkenden Erlebnismächte zu ruhen, die ursprünglich und ohne Umweg zur Gestaltung und Aussage drängten. Hans Thyriot. — Kampf und Glaube. Gedichte österreichischer Dichter 1933 bis 1938. Herausgegeben von Hein Stünke. 86 Seiten. Kartoniert 2, Ganzleinen 3 RM. Ludwig Doggenreiter Verlag, Potsdam. — (539) — Der Band vereinigt Bekenntnisse österreichischer Dichter aus der' Kampfzeit von 1933 bis 1938. Durch die Begrenzung auf einige Jahre und ein Gebiet konnten, wie der Herausgeber im Nachwort bemerkt, nicht immer die Maßstäbe angelegt werden, die sonst für ein Gedicht Geltung haben müssen. Immerhin finden sich unter den Mitarbeitern so bedeutende Nomen, wie Weinheber, Tumler, Billinger, Nabl„ Jelusch, von jüngeren Kräften Erna Blaas und Gertrud Fussenegger. Für die Zugend. — Die Wolfsgeschwister. Erzählung von Joseph Bieniasz. Aus dem Polnischen übertragen von Paul K u tz n e r. 190 Seiten. Mit Textbildern von R. Busoni. 1938. Franckh'sche Verlagshandlung, Stuttgart. Leinen 4,80 RM. — (344) — Diese Geschichte von Kuba Pikor, dem Hundesänger, und seinen drei Wölfen hat etwas von einer alten Ballade. Es gehen in chr keine großen Dinge vor, aber was geschieht, hat die einfache Größe aller unverfälschten Natur. Kuba, der noch die Sprache der Tiere kennt und die Macht des Umgangs mit ihnen hat, ist ein Stück dieser Natur; gutmütig und schlau streicht er durch die Urwälder des Polesie; den Bauern erzählt er seltsame Geschichten, vor dem Krieg verbirgt er sich mit den Wölfen tief in den Wäldern, bis Kosaken ihn aufstöbern und nach Rußland verschleppen. Die Wölfe, die er unter mancherlei Schwierigkeiten auf der zoologischen Station des Waldes betreut und aufgezogen hat, verwildern, sobald er fort ist. Sie werden der Schrecken der ganzen Umgegend. Mit ungebrochenes Instinkten führen sie ihr Wolfsdasein, jagen und räubern, bis der nach Jahren heimgekehrte Kuba wieder Macht über sie gewinnt. — Robert Theuermeister: Komische Käuze. Alte deutsche Schwänke und Schnurren. 96 Seiten. Mit 14 Vollbildern von Franz Bilko. Ganzleinen RM. 1,80 (Herold-Verlag, Stuttgart). — (441.) — Das Buch erzählt in leichter kinder- tümlicher Art von seltsamen Erlebnissen merkwürdiger Menschen und geheimnisvollen Begebenheiten in Dorf und Kleinstadt. Aus dem reichhaltigen Inhalt: Sparwas und Habwas — Das goldene Ei — Vom Besenfriedel — der Riese Timpetu — Die fünf Lügenbrüder — Das Futtermännchen — Der Schneebäcker und der Eismüller. — Wie strahlend bunt i ft diese Schar! Gedichte von Otto Nebelthau. Bilder von Else Wenz-Vietor. 1,25 RM. Verlag Josef Scholz, Mainz. — (433) — Ein Blumenbuch für unsere Jüngsten. Else Wenz-Vietor hat ihr bestes Können dazu gegeben. Das Büchlein wird bei Kindern und Erwachsenen Entzücken auslösen. — Erstens kommt es anders ... Roman von Edith Zellwecker. (Franckh'sche Verlags- Luchhandlung, Stuttgart. Gebd. 4,80 RM.). — 345. — Eine Erzählung voll heiterer Liebenswürdigkeit, in deren Mittelpunkt ein frisches Mädel, die Studentin Lili, steht; Wiener Luft und englische Lebensart spielen eine hervorragende Rolle in dem bunten Geschehen. Das studentische Leben in Wien, die gleichsam schwerelose Luft dieser Stadt, Ferientage in den Bergen, winterliche Schifahrten auf der einen Seite, auf der anderen das Leben in dem englischen Elternhaus dreier Brüder, ergeben hintergründige Kontraste, immer wieder gelöst in der Gestalt der Lili, die bei allen scheinbaren Irrungen, bei aller Unsicherheit ihrer halb ernsten, halb verspielten Gefühle doch mit untrüglichem Instinkt sich selber treu zum guten Ende strebt. Ein Roman, der besonders unseren Frauen und Mädchen viel Freude bereiten wird. Vorläufige Anzeige. Im Verlag Rütten & Loening in Potsdam erschien von Frederick Wight die „Chronik des Kapitäns Kane" (Preis in Seinen gebunden 8,50 RM.) ein umfangreicher Roman aus dem Neuengland um die Mitte des vorigen Jahrhunderts. Das an Abenteuern reiche Leben eines Seefahrers wird in das politische und soziale Geschehen seiner Zeit gestellt. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigenTeil:ErnstBlumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. XI. 38:' 10718. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM.- 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Gustav Ekarius Gießen, den 22. Dezember 1938. 8465D An den Folgen eines Unglücksfalles verschied am 21. Dezember unser lieber Arbeitskamerad Im 35. Lebensjahre. - Wir verlieren in Ihm einen pflichtgetreuen und hilfsbereiten Mitarbeiter und guten Kameraden. Sein Andenken werden wir stets in Ehren halten. Betriebsführer und Gefolgschaft der Firma Jean Dem andern nur Zeugnis- abschriften dem Be- werbungsichretden bet- 'egen 1 - Lichtbilder unoBewerbuniSunter- ^(jen müssen tut Vermeidung von Äerlusleu aus der Rückseite Wt> men und Anschrift deS Vaverkas trage» l NsiPhlÜQQP von3 bis 20 V1erhalten Sie bei wiedeb IldUllidüOD holten Veröffentlichungen einer Anzeigei Edgar BORRMANNg: Gießen, Neustadt 5—7, Fernruf 4165 Wie aufmerksam! Doppelherz auf öem Gaben tlfch! Weich' höftlldiee Geschenkt Weich’ eine Wohltat für uns alle! DOPPEL HERZ Doppelherz Verkaufssteil.:Drog.H. Elges, Seltersw.66. C.Seibel, Frankf. Str. 0. Winterhof!, Kreuzplatz 9/10. 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Januar 1939 in der „Stadt Lieh“, Liehet Straße. smD rar gefällt den meisten Kindern in Liebold's Buch') am besten, und sie wünschen sich — wie auf Grund vieler Zuschriften bekannt wurde — noch mehr derartige Bücher, in denen Freude an allem Lebendigen in Wald und Flur vermittelt wird. *) Mit offenen Augen Drei Jungen und ein Mädel entdecken ihre Waldheimat. Eine naturkundliche Fugend^rzählung für Jungen und Mädel von etwa 9 — 15 Jahren. Mit 135 S. Text und 8 Tafeln mit Naturaufnahmen. In Leinen geb Schuhumschlag RM. 2,85 Ein schönes Geschenkbuch für Jungen und Mädchen! Werbeblatt mit Leseprobe kostenlos. Zu beziehen durch lebe Buchhandlung. Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde kann es losgehen! Ja. diesmal habe ich mich richtig eingedeckt I Alles Dinge, die der Hausfrau Spaß machen und die sich das Frauchen schon lange gewünscht hat Erst mal das neue Bügeleisen, dann den Tauchsieder, nicht zu vergessen den schönen Brotröster und so weiter. Ein paar Geräte mehr für die Steckdose, und warum auch nicht, wo doch der Strom noch billiger wird. Außerdem ist es immer wieder ein sauberes Arbeiten mit diesen Geräten. Das weiß die Hausfrau schon lange und wünscht sich gerade darum immer wieder eines der neuen Elektrogeräte von ®J.B. HÄUSER Gießen, am Oswaldsgarten (Parkplatz) Fernruf Nummer 2145 — 2146 Mitglied der Elektrogemeinschaft 7715 A Verlobungs-Anzeigen ‘iefert Brühl'sche Druckerei MÄNNER für Eure Frauen u. Kinder haben wir schöne Mantel-, Kleiderstoffe, Handschuhe, Samtschals, Taschentücher alsimmer passende u.schöne Weihnachts- Geschenke. DenkenSie daran.DiePreise sind niedrig und Umtausch nach dem Fest gestattet. Kaufen Sie bei 8473A Manfred Volz Gießen, Marktstraße 27 Achten Sie auf die genaue Adresse. ZUM FEST! Das gutsitzende Korsett nach Anprobe (7728A Damen-Wäsche mit echt Plauener Spitzen Korsettmoilen oeschw.Bierans GIESSEN, Seltersweg 59 Stadttheater Heute 15—17.30 Uhr. Außer Miete! „Frau Holle" Märchen von Walter Osterspey Preise: RM. 0.30-1.60. Nr.299 Zweites Blatt Gießener Anzeiger sSeneral-Anzeiger für Oberhessen) Donnerstag, 22. Dezember 1938 Aus der Stabt Gießen seinen Weihnachtsteller voller Aepfel und Nüsse, Pfefferkuchen und Dörrpflaumen hinsetzte. Dann stimmte der Wirt mit rauher Kehle ein Weihnachtslied an, alle fielen ein, die kleine Gaststube dröhnte ordentlich von den kräftigen Bässen bärtiger ll^än- ner, gegen die der schüchterne Diskant der Frauenstimmen schlecht aufkam. Nun las der Bauernwirt aus einer alten, vergilbten Bibel laut und bedächtig die Weihnachtsgeschichte. Sie.klang uns ganz neu und seltsam echt in dieser Umgebung, aus diesem bärtigen Munde. Feierliche Stille lag über dem Stübchen, ja, über dem ganzen verschneiten Haus im Winterwald. Warm lag der Widerschein der Weihnachtskerzen auf den verarbeiteten, andachtsvollen Gesichtern der Schwarzwaldbauern. Die Mägde laßen mit gefalteten Händen und sahen vor sich hin. Wir wenigen Fremden fühlten uns ganz zugehörig, die Stimmung, an der nichts Unechtes oder Gewolltes war, umfing uns wie jeden dieser einfachen Menschen neben uns. Nachher saßen wir alle um den gemeinsamen Tisch und schmausten Gänsebraten. Dazu gab es einen selbstgebrauten steifen Grog, der es in sich hatte. Die Stunden verflogen, immer heller wurden die ernsten Gesichter. Einer nach dem andern taute auf, und fröhliche Laune löste die schweren Zungen. Um Mitternacht waren wir ein Herz und eine Seele. Da zupfte mich die Schwester. Sie winkte mit dem Kopf zur Tür. Unauffällig stand sie auf und verschwand. Nach einer Weile folgte ich ihr. Sie stand schon draußen und schnallte die Schier an. Der Frost klirrte in den Zweigen. Die Luft war glasklar, und obwohl der Mond untergegangen mar, schienen die Sterne so hell, daß wir das Tal weithin übersehen konnten. Ganz unten im Grund blinkten die Lichter der Bahnstrecke. Ueber dem Wald stand der (Sternenreigen. Und als wir uns aufmachten, dem Hügelrand zu, fingen im Dorf die Mitternachtsglocken zu läuten an. Ihr Schall klang in der Frostluft wie der Ton von singenden Sägen. Feierlich und fern, wie eine' riesige Weihnachtsglocke, wölbte sich der schwarze Nachthimmel über uns. Es war, als trügen unsere Schier uns in eine Zauberwelt. Am Waldrand hielten wir inne und blickten uns wortlos an. Der Schnee selbst schien zu tönen, oder waren es die Sterne? Ohne Worte wußten wir: dies war das feierlichste Weihnachtsfest, das wir je erlebt hatten. Dr. Buresch. bei wachsendem Licht seinen eisigen Obern zu gebrauchen. Gleichviel, er soll es tun, er hat das Recht dazu. Aber wenn er auch ein gestrenges Regiment führen sollte, sein Nachfolger wird ihm eines Tages ebenso sicher den Kehraus blasen, wie es jetzt von ihm mit dem Herbst geschehen ist. Nur daß wir bann das Geschehen um einige Grade freudiger zur Kenntnis nehmen werden. H. W. Sch. Lomotizen. lagesfatenber für Donnerstag. Stadttheater: 15 bis 17.30 Uhr „Frau Holle". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Zwei Frauen". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Gastspiel im Paradies". — Oberhessischer Kunstvereim 17 bis 18 Uhr Weihnachtsausstellung im Turmhaus am Brand. Stabtttjeafer Gießen. Am heutigen Nachmittag finbet eine Wiederholung des großen Märchenerfolges „Frau Holle" von Walter Osterspey statt. Spielleitung: Hermann Schultze-Griesheim: musikalische Leitung: Heinz Markwardt, Tänze: Thea Maaß, Bühnenbilder: Karl Löffler. Die Vorstellung findet außer Miete statt. Anfang 15 Uhr, Ende 17.30 Uhr. 1939 wieder Gesellenwandern und Gesellenaustausch. NSG. Wie in den vergangenen Jahren, wird auch im Jahre 1939 das Gesellenwandern zur Durchführung gelangen. Es sind hierzu alle Handwerksberufe, einschließlich des graphischen Handwerks, zugelassen. Ausgenommen jedoch sind sämtliche Berufe des Metallhandwerks, sowie aus den Bauhandwerken die Berufe der Maurer, Zimmerer, Dachdecker, Bildhauer und Steinmetze, Stukkateure und Gipser und die Pflasterer. Auskünfte erteilen alle Kreishandwerkswalter der Deutschen Arbeitsfront, die auch die Anträge zum Gesellenwandern entgegennehmen. Neben dem Gesellenwandern wird auch im Jahre 1939 wieder der Gesellenaustausch durchgeführt. Im Gegensatz zum „Gesellenwandern" haben die Teilnehmer am „Gesellenaustausch" ihr Austauschziel durch Bahnfahrt zu erreichen. Wandern ist somit grundsätzlich nicht gestattet. Zugelassen zum Gesellenaustausch sind alle Handwerksberufe wie beim Gesellenwandern, ausgenommen sind jedoch solche BeBauernweihnacht im Schwarzwald Unvergeßliches Erlebnis am Heiligen Abend. Der Winter im Amt. Gespürt haben wir die eisig? Kraft des Winters bereits. Nachdem sich alle Wett darüber gewundert hatte, wie außergewöhnlich mild sich der Dezember in diesem Jahre anlasse, und nachdem verstiegene Optimisten schon einen möglichen Ausfall des Winters in Betracht zogen, kam mit überraschender Plötzlichkeit der hundskalte Oft daher, und aus war es mit der Gemütlichkeit. Aber diese erste Kältewelle unterstand im eigentlichen Sinne noch nicht der Zuständigkeit des gestrengen Herrn. Maßgebend war jedenfalls noch der Herbst, der allerdings weniger mit Amtsaufgaben, als mit Reisevorbereitungen beschäftigt schien und infolgedessen nicht mehr die Zügel in der Hand haben konnte. Der Winter fuhr ihm daher mit seinen respektablen Winden gehörig in die Parade, so daß sich der Herbst genötigt sah, einen recht verschnupften Abschied zu nehmen. Und nun befindet sich der Herbst auf jener Reise, die ihn für die Dauer von neun Monaten außer Landes führt. Dafür hat der Winter sein Amt in ordnungsgemäßer Weise angetreten. Am heutigen 22. Dezember, an dem Tage, wo die Sonne in das Zeichen des Steinbocks tritt, beginnt kalendarisch das winterliche Regiment. Dieser 22. Dezember beschert uns zugleich den kürzesten Tag im Ablauf des Jahres, da die Sonne um die Mittagsstunde den größten Abstand von ihrem Scheitelpunkt erreicht. Nur sieben Stunden und 39 Minuten währt das Tageslicht, was im Vergleich zu den sechzehn Stunden und 50 Minuten zur Zeit der größten Helligkeit im Sommer gering genug ist. Aber während wir im Sommer die abnehmenden Tage in Kauf nehmen müssen, bringt uns die Wintersonnenwende die tröstliche Gewißheit, daß es nun wieder aufwärts geht, und daß trotz Schnee und Kälte das sieghafte Licht sich freie Bahn schaffen wird. Dieser Gedanke des wachsenden Lichtes ist es auch gewesen, der schon in altersgrauen Zeiten unseren Vorfahren wichtig genug erschien, um ihm mit Feuerbränden festlichen Ausdruck zu geben. Und wenn wir in der Gegenwart die Lichter an den Tannenbäumen entzünden, so begehen wir die Feier des Lichtes in demselben Geiste. In seinem bekannten „Lied Hinterm Ofen zu singen" schildert der gemütvolle Mathias Claudius den Winter als einen rechten Mann, „kernfest und auf die Dauer". In der Tat weiß der Winter auch Wenn man keine andere Wahl hat, muß man sich damit abfinden, daß Weihnachten in der Fremde auch einmal ganz schon sein kann. So ungefähr dachte ich, als berufliche Pflichten mit um die Weihnachtszeit in Paris festhielten. Paris ist ja auch im Dezember durchaus keine trübe oder gar langweilige Stad^ Und doch war ich schließlich heilsroh, als noch gerade zu rechter Zeit eine Anfrage meiner Schwester kam, die als Assistentin in einem süddeutschen Krankenhaus arbeitete, ob wir unsere kurze Freizeit nicht gemeinsam im Schwarzwald zubringen wollten. So dampfte ich denn am 23. früh mit hastig gepackten Sportsachen in feuchtem Morgengrauen vom Gare de l’Est in Richtung Straßburg ab. Wir trafen uns in Freiburg, ein paar Schier lieh ich mir von Freunden, aus, und am frühen Morgen des Heiligen Abend faßen wir als zünftige Schihasen verkleidet in der Schwarzwaldbahn. Mit zunehmender Höhe wurde es immer kälter und klarer, und als wir in Hinterzarten ausstiegen und die Schier anschnallten, ging gerade die Sonne unter und ihr Abendschein tauchte die festliche Landschaft in einen Strom von Gold. Ein dichter Schwarm von Sportlern hatte mit uns den Zug verlassen. Noch eine Stunde ungefähr stiegen wir schweigend auf selbstgespurter Bahn in unberührtem Pulverschnee, dann tarnen wir auf der Waldblöße an, die ersten Lichter eines einsamen Schwarzwalddorfes blinkten auf, Zäune, vom Schnee fast zugeweht, Strohdächer von halbversunkenen Häusern, dick mit weißem Pelz verbrämt, geduckte Ställe und Scheunen — wir waren am Ziel. Wir kannten den kleinen, sauberen Gasthof von früheren Winterfahrten her. Er lag am Rande des Hügels, von dem man weit ins Tal hinuntersehen konnte und der oben von Wald umsäumt war. Eine große Schneewehe hatte das Haus so mit dem Hügel verbunden, daß es wie in den Berg hineingebaut schien. Die von Rauhreif überzuckerten Aepfel- und Kirschbäume des Obstgartens glitzerten im Mondlicht wie Ballettänzerinnen. Wir nahmen mit dankbarem Blick dies Bild in uns auf, während wir den Schnee von Stiefeln und Hosen bürsteten und die Schier an die Hauswand lehnten. Drinnen erwartete man uns schon. Eine Stube — vorn krachenden Eisenöfchen auf tropische Wärmegrade erhitzt — war uns als Nachtquartier gerüstet. Rasch frischten wir uns auf und saßen dann bald in fröhlichem Verein mit wenigen Gästen, die sich auch hierher verirrt hatten, und mit der bäuerlichen Gastwirtsfamilie rund um die „Kunscht", diesen unvergleichlich gemütlichen Riesenkachelofen, ohne den das Schifahren im Schwarzwald eine halbe Sache wäre. Auf dem Schanktisch stand ein buntgeschmückter Tannenbaum, und aus der Küche kam ein Duft wie von junger Mastgans verheißend uns in die Nasen. Nicht lange, dann wurde uns bedeutet, einen Augenblick ins Nebenstübchen zu gehen, und kurz darauf begannen unten im Dorf die Weihnachtsglocken zu läuten. Da tat sich auch schon die Tür zur Gaststube wieder auf und wir sahen nun den Baum in vollem Lichterglanz. Unser Wirt und seine Frau standen etwas steif vor feierlicher Würde vor dem Schanktisch in der Stube, sie hatten alle Knechte und Mägde des Anwesens zusammengerufen, die bekamen nun ihre Bescherung. Jeder einzelne wurde vom Wirt an der Hand genommen und an die Stelle der Theke geführt, wo seine Gaben aufgetischt waren. Für jeden hatten der Bauer und seine Frau ein paar Worte des Dankes für gute Dienste in guten und schlechten Zeiten, es war, als gehörten sie alle zu einer großen Familie. Ja, selbst mir Gäste fühlten uns zugehörig, als die Bäuerin mit hochbeladenen bunten Tellern an unsere festlich geschmückten Tische kam und vor jeden rufe, bei denen ein Austausch saisonbedingt erscheint. Ein Austausch kann nicht nur von Gau zu Gau, sondern auch innerhalb des Gaues erfolgen. Die Austauschzeit beträgt sechs Monate, Anträge werden das ganze Jahr entgegengenommen. Richtlinien für den Gesellenaustausch sind bei allen Kreisdienst- stellen des Deutschen Handwerks in der Deutschen Arbeitsfront kostenlos erhältlich. Dezember-Eintopf ein neuer Sieg der Gemeinschaft. NSG. Der dritte Eintopfsonntag, den das deutsche Volk am 11. Dezember beging, brachte für den Gau Hessen-Nassau einen neuen Sieg der Gemeinschaft. In aller Klarheit legte er den Beweis bafür ab, daß die Opferfreudigkeit der Bevölkerung von Jahr zu Jahr steigt und alle Volksgenossen mit dem Sozialismus der Tat ihr Bekenntnis zum Führer und seiner Weltanschauung ablegen. Von den ehrenamtlichen Helfern des WHW. wurden am Dszem- ber-Eintopfsonntag in den Familien und Gaststätten in unfetem Gau rund 296 000 Mark gesammelt. Gegenüber dem Eintopfsonntag im gleichen Monat des Vorjahres, der 234 590 Mark erbrachte, bedeutet dies eine Erhöhung des Ergebnis- ses um 61 4 0 0 Mark. Fürwahr eine stolze Zahl, die wir zum Abschluß des Jahres verzeichnen können. Festtagsverkehr mit Arbeiterrückfahrkarten. Wie bereits mitgeteilt, dürfen wegen des starken Festtagsverkehrs zuschlagspflichtige Züge am 23., 24., 26. und 27. Dezember 1938, sowie am 2. und 3. Januar 1939 von Reisenden mit Arbeiterrückfahrkarten nicht benutzt werden. Als Ersatz dafür verkehren an diesen Tagen zahlreiche schnellfahrends und zuschlagsfreie Entlastungszüge. Nähere Auskunft hierüber erteilen die Bahnhöfe. Eine weitere Erleichterung wirb den mit Arbeiter-' rückfahrkarten reifenden Volksgenossen dadurch ge< boten, daß die Geltungsdauer aller vorn 21. Dezember ab gelösten Arbeiterrückfahrkarten von 10 auf 14 Tage verlängert ist. Die Rückfahrt braucht also mit einer am 21. Dezember gelösten Arbeiterrückfahrkarte erst am 3. Januar, mit einer am 22. Dezember gelösten erst am 4. Januar, mit einer am 23. Dezember gelösten erst am 5. Januar ujw. beendet zu sein. Winterwetter verursacht Zugverspätungen. Viel Mehrarbeit auch im Dahnhof Gießen. Durch den starken Frost sind im ganzen Reich erhebliche Verspätungen im Zugverkehr heroor- gerufen worden. Im Bezirk der Reichsbahnbirektion Frankfurt und den angrenzenden Bezirken betrugen' die Verspätungen 3 Stunden, teilweise sogar noch mehr. Die Verspätungen werden dadurch hervorgerufen, daß z. B. das Heizungswasser der Lokomotive und auch der Personenwagen einfriert, so daß die Züge auf offener Strecke halten müssen, um das Auftauen der Heizungen vorzunehmen. Zum Glück ist von schweren Schäden noch nichts bekannt geworben. Wegen der großen Kälte sind überall Derpflegungsstationen eingerichtet worden, wo den Beamten heißer Tee gereicht wirb. * Von diesen Störungen ist auch unser Bahnhof Gießen weitgehend betroffen. Der Fahrplan läßt sich nur schwer aufrechterhalten. Für die Beamten und Arbeiter des Bahnhofs Gießen gilt es, unter den gegenwärtigen Umständen eine erhebliche Mehrarbeit zu leisten. Die Zugverspätungen wirkten sich auch für die Zustellung unserer Zeitung ungünstig aus. Die Leser werden sicherlich alles Verständnis für die Sachlage aufbringen und ob der verspäteten Zustellung nicht ungehalten sein. Die Laufmaschine des Herrn von Drais. Ein Dezember-Idyll vor 125 Jahren. Es war ein sonderbares Bild, das sich den illustren Herrschaften auf der Gartenterrasse des Mannheimer Schlosses bot. Die Mäanderwege des dezemberlich kahlen Parks entlang fuhr ein kleiner Mann im scharlachroten Kammerherrenfrack auf einer monströsen Maschine. Er saß in der sattel- artigen Einbuchtung eines hölzernen Gestells, das auf zwei Speichenrädern ruhte; durch eine Achsengabel am vorderen Rad konnte er das Gefährt lenken. Mit beiden Füßen stieß der Mann sich wechselweise vom Boden ab und brachte den Wagen so in Schwung. Die Geschwindigkeit war recht bedeutend, obwohl es Mühe machte, das schwere, von einem Stellmacher gebaute Gefährt im Gleichgewicht zu halten. Auf den Wegen, die zum Rheine abfielen, hockte der Mann sogar mit hochgezogenen Beinen wie ein uniformierter Affe auf der Drehorgel, und die Maschine rollte schwankend weiter, obwohl Gelehrte dem Erfinder messerscharf bewiesen hatten, daß sie den Naturgesetzen nach umfallen müßte. Die bardischen Markgrafen sahen erwartungsvoll auf den Zaren Alexander, der durch fein Lorgnon das Schauspiel beobachtete; in diesem Winter 1813 hing der Bestand des Großherzoatums und ehemaligen'RheMbundstaates von der Gnade des russischen Cousins ab. Aber dem Russen machte die Sache großen Spaß. „C’est bien ingenieux!" sagte er zu dem abgehetzten Erfinder, dem der Schweiß in Bächen über das Gesicht lief. Am folgenden Tag ließ er sich das Laufrad sogar noch einmal vorführen, und das „Badische Magazin" konnte am 22. Dezember seinen Lesern berichten, daß der Kammerjunker und Forstmeister Freiherr von Drais „seinen erfundenen Wagen, der ohne Pferde durch den insitzenden Menschen getrieben, leicht und schnell dahinläuft", dem Kaiser von Rußland gezeigt und von ihm einen Brillantring erhalten habe „für das Vergnügen, welches I. K. M. damit gemacht worben sey" Dieser Herr von Drais, dessen Denkmal heute in Karlsruhe steht und dessen „Draisine" im Eisenbahnbetrieb noch heute lebt, war ein seltener Kauz. Es war Unglück, daß er einer angesehenen Adelsfamilie entstammte. Er wäre vielleicht ein großer Ingenieur geworden, aber seine Herkunft bestimmte nach den Standesbegriffen seinen Lebensweg. Er wurde ein untauglicher Offizier, ein unmöglicher Hofmann, ein unluftiger Forstmeister, eine jener Gestalten, wie sie Deutschland in Fülle I hervorgebracht hat; außerordentliche technische Intuition und kindliche Phantasie waren zu einem Amalgam verschmolzen. Er konstruierte eine Fleischhackmaschine und eine Art Periskop; er grübelte über mathematische Probleme, baute eine Tastenschreibmaschine, Telegraphen- und Dampfschiffmodelle und dachte die Technik der Kriegführung zu revolutionieren, indem er es der Artillerie möglich machte, um die Ecke zu schießen; was seiner Meinung nach, wegen der parabolischen Krümmung der Geschoßbahn, sehr einfach sein mußte: man brauchte nur die Kanone auf die Seite zu legen! Eine einzige feiner Erfindungen hat sich durch- gesetzt: das Fahrrad. Name und Gestalt haben sich verändert und gewandelt. Aus der Marotte eines deutschen Forstmeisters entstand das billigste und am weitesten verbreitete Verkehrsmittel der Erde. Und doch besiegelte gerade diese Erfindung das Schicksal des Herrn von Drais. Diese Maschine fraß sein Leben auf. Immer arbeitete er an Verbesserungen, ermattete sich in Patentstreitigkeiten. Er trat mit seiner Maschine vor den Teilnehmern des Wiener Kongresses auf, fuhr in vier Stunden die 80 Kilometer von Karlsruhe bis zur Grenze bei Straßburg-Kehl, um die militärische - Brauchbarkeit seiner Laufmaschine zu beweisen; er hielt Vorträge, ließ das Rad in Paris zeigen, verfaßte eine Werbeschrift „Abbildung und Beschreibung einer neuen Lauf- maschine". Sogar eine Preisliste ist erhalten. Die einfache Maschine kostete 44 Gulden; mit verstellbarem Sattel 50, eine zweisitzige, ein Tandem also, sollte für 75 Gulden zu haben sein. Seine Rührigkeit hatte einen gewissen Erfolg. Die Post stellte ein paar Laufräder in Dienst. Bei der Jugend wurde die Draisine sogar Modesache. In England baute man Sportbahnen, auf denen, die jungen Stutzer ihre hölzernen Pferde tummeln konnten. Karlsruhe entschloß sich zu einer Polizei- Verordnung: Das Laufen auf den Laufmaschinen ist nur in der Mitte auf den Hauptwegen gestattet, auf den Fußpfaden und allen Nebenwegen verboten!" Das Ergebnis war in beiden Ländern das gleiche. Die Draisine fiel der Vergessenheit anheim. Die behäbigen Bürger lachten über den „Knochenschüttler", und es läßt sich' nicht leugnen, daß ein gewisser Körperteil tatsächlich heftig strapaziert wurde. Erst siebzig Jahre später half der schottische Tierarzt Dr. Dunlop diesem Hebel ab, indem er einen luftgefüllten 6>nrtenschlauch um die Räder des Velozipebs wickelte, eine Idee, die ihm mehr Ruhm eintragen sollte, als Herrn von Drais seine ganze Maschine. . . . Ende der zwanziger Jahre beteiligte sich Drais an einer Forschungsreise nach Brasilien. Aber die ! Maschine rumpelte dusch seine Träume und Gedanken. Er kehrte zurück, ein alternder Querulant, der alle Aemter und Behörden mit umfangreichen Eingaben, Beschwerden und Schriftsätzen behelligte, die seine Laufmaschine betrafen. Alle Wege legte er auf feiner Maschine zurück, und ein Rudel johlender Straßenjungen eskortierte den geifernden kleinen Mann mit der verwahrlosten Kleidung, die aus Resten feiner früheren Glanzzeit zusammen- gestoppelt war, dem rauhen Zylinder und den hohen Vatermördern. Als er sich mit einem Engländer prügelte, der sesn Laufrad verspottete, wurde ihm die Kammerherrenwürde aberkannt. Er starb am 10. Dezember 1851, verbittert und enttäuscht, als Sechsundsechzigjähriger in Karlsruhe. Die großherzoglichen Gerichtsschreiber, die den Nachlaß aufnahmen, hatten nicht viel Mühe. Das Mobiliar in dem einzigen Zimmer war ärmlich. Im Schranke hingen ein paar verschmutzte Kleidungsstücke: ein dunkelblauer Offiziersspenzer, ein goldbestickter Kammerherrenfrack. In einer Ecke steht eine seltsam ungefüge Maschine. Zwei große Holzräder, durch ein schweres Rahmengestell verbunden. Ein Laufrad = 3 Gulden, schreibt der Beamte in das Verzeichnis. Sonst gibt es im Zimmer nur noch einen Wust von Papieren mit mathematischen Kritzeleien und rätselhafte Modelle un.b Apparate; keinen Kreuzer bietet einer dafür. Rund dreißig Gulden ergeben sich, als man zusammenzählt, 30 Gulden und 40 Kreuzer. Das ist der Nachlaß des Erfinders des Fahrrades, des ehemaligen Forstmeisters, Kammerherrn und Premierleutnants der badischen Leibgrenadiere Karl Friedrich Christian Ludwig Freiherrn von Drais und Sauerbronn. W. S. Weihnachtsgeschenke in alter Zeit. Weihnachten ist bei uns das große Fest des Schenkens. Die Sitte des Schenkens ist uralt. Begann doch früher, bis ins 16. Jahrhundert hinein, bei uns mit dem Weihnachtsfest das neue Jahr, und das Weihnachtsgeschenk ist in Anlehnung an. das altrömische Neujahrsgeschenk entstanden. Aus den Abgaben und naturalen Leistungen, die zum Jahreswechsel fällig waren, wurden allmählich freiwillige Gaben. So wird aus mittelalterlichen Klöstern berichtet, daß die Lehnsleute und Knechte zu Weihnachten ihr befiimmtes Geschenk bekamen, wie Geld, ein Paar Handschuhe, Lebkuchen und anderes. Um das Jahr 1400 schildert der Presbyter Alsso in einem für die Geschichte der Weihnachtsfeier wichtigen Schreiben die Sitte des Weihnachtsgeschenkes folgendermaßen: „Es ist der Brauch, daß die Leute am Abend der Geburt von Jesus sich wechselseitig einen „Christabend" senden, und Zwar etwas Angenehmes, Wohlschmeckendes und süß Duftendes, Man hat dabei die Sitte, das übersandte Christ-' gescheut anzunehmen, dem Absender danken zu lassen, die Ueberbringer zu beschenken und den Schenkenden wieder durch andere Boten einen Christabend zu senden." Bei allen diesen Geschenken handelt es sich aber nur um die Erwachsenen. Die Kinder gingen an, diesem Tage leer aus. Für sie war St. Nikolaus, der in der Nacht zum 6. Dezember umging, der Bringer der Gaben, noch früher auch der heilige Martin am 11. November. In beiden Festen verbergen sich wohl Lleberrefte eines alten heidnischen frübminterlimen Schlachtfestes, das von jeher ein Jubelfest der Kinder gewesen war. Beide wurden das ganze Mittelalter hindurch mit Umzügen vermummter Gestalten, die an die Kinder Gaben austeilen, begangen. Der Nikolaus hat sich ja im Süden und Westen Deutschlands in dieser Form ununterbrochen erhalten, in unserer Zeit schickt er sich sogar an, auch Norddeutschland, das ihm jahrhundertelang verloren gegangen war, zurückzuerobern, heute freilich nur noch als eine Art Vorläufer zum großen Gabenfest des Weihnachtsabends, nicht mehr als der eigentliche Festbringer. Die Sitte, die Kinderbescherung vom Nikolaustag fort auf den Weihnachtsabend zu verlegen, tauchte unter dem Einfluß der Reformation auf.'.Das älteste Zeugnis über den Brauch der „Christbürden", der frühesten Form der weihnachtlichen Kinderbescherung, haben wir aus Straßburg vom Jahre 1568. Danach ist die Chrislbürde ein Bündel, in dem die Geschenke zusammengebunden sind, und das der „heilige Christ" selber bringt. Ueber den Inhalt dieser Bündel erzählt der Pfarrer Thomas Vinita in einer Weihnachtspredigt von 1571: „Die Kinderlein finden in ihren Bündlein gemeiniglich fünferlei Dinge: Erstlich Geld, viel ober wenig, je nachdem der Hauschrist vermag, doch lassen sich auch die armen Kinderlein an einem Pfennig oder Heller, in Aepfel gesteckt, genügen und sind guter Dinge darüber. Danach finden sich auch geniehliche Dinge, als Christstollen, Zucker, Pfefferkuchen und mancherlei Konfekt; daneben Aepfel, Birnen, Nuß und gar mancherlei dieser Art. Zum dritten finden sie ergötzliche und zu Freuden gehörige Dinge als Puppen und mancherlei Kinderwerk. Zum vierten finden sie nötige und zur Bekleidung und zur Zier des Lebens dienstliche Dinge, gar hübsche Kleiderlein von gutem Zeug und Seiden, Gold und Silber in redlicher Arbeit gefertigt. Zum letzten finden sie auch, was zu Lehre, Gehorsam, Zucht und Disziplin gehört, als ABC-Täflein, Bibeln und schone Bücher- lein, Schreib- und Federzeug, Papiere und die angebundene Christrute." Vorsicht vor Kohlenoxydvergiftungen. Die starke Kälte in den letzten Tagen hat dem Reichsarbeitsminister Veranlassung gegeben, vor ungeeigneter Beheizung der Arbeits- und Aufenthaltsräume, der Aborte und der Einstellräume von Kraftwagen zu warnen. Bei jeder Verbrennung von Kohlen, Leuchtaas und Motortreibstoffen kann Kohlenoxyd in gesundheitsschädlicher, ja selbst in tödlicher Menge entstehen. Es ist deshalb gefährlich und unzulässig, geschlossene Räume mit offenem Kohlenfeuer ohne Abzug der Verbrennungsgase zu Heizen. Auch sogenannte Glühsteine aus Kirhler- und Autoheizungen dürfen zum Beheizen geschlossener Räume nicht benutzt werden. Ihre mißbräuchliche Benutzung hat in dem kalten Winter 1928/29 tödliche Unfälle verursacht. Besonders gewarnt werden muß vor der Beheizung der Garagen durch Motorabgase. Das Laufenlassen des Motors in geschloffenen Einstellräumen für Kraftwaaen ist lebensgefährlich und deshalb unbedingt verboten. Gießener Dochenmarktprelfe. * Gießen, 22. Dez. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, % kg 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 9, Eier, deutsche, Klasse S 15, Klasse A 14%, Klasse B 14, Klasse C 13%, Klasse D 12%, ausländische Kühl- haussier, Klasse B 10%, Wirsing, % kg 9 lns 10, Weißkraut 7, Rotkraut 9 bis 10, gelbe Rüben und Karotten 8 bis 10, rote Rüben 9 bis 10, Spinat 12 bis 15, Unterkohlrabi 8, Grünkohl 12 bis 15, Rosenkohl 15 bis 30, Feldsalat, Vw 8 bis 10, Tomaten, % kg 50, Zwiebeln 12 bis 15, Meerrettich 35 bis 55, Schwarzwurzeln 25 bis 35, Kartoffeln, % kg 4 Pf., 5 kg 40 Pf., 50 kg 3 bis 3,50 Mark, Aepfel, % kg 40 bis 50 Pf., Nüsse 50 bis 60 Pf., Hähne 1 bis 1,20 Mark, Suppenhühner 90 Pf. bis 1 Mark, Gänse 1 bis 1,30, Enten 1,20 Mark, Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., Blumenkohl 20 bis 50, Endivien 5 bis 10, Oberkohlrabi 5 bis 10, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 40 Pf. * ** Ein Dreiundachtzigjähriger. Am morgigen Freitag, 23. Dezember, kann der Rentner Christian Hau b ach in geistiger und körperlicher Frische seinen 83. Geburtstag feiern. Der hochbetatzte Mann, der seit 18 Jahren bei seiner Tochter im Hause Asterweg 31 wohnt, stund lange Zeit tm Dienste des Ortsgerichts Gießen und ist weit und breit in dieser Eigenschaft bekannt geworden. Wir beglückwünschen den alten Herrn herzlich zum Ge- burtstag. ... ** E i n Dreiundsiebzigiahrrger. Am heutigen Donnerstag vollendet der Ehrenobermei- ster der Herren-Schneider-Jnnung für den Kreis und die Stadt Gießen, Schneidermeister Robert Gärtner, Ludwigstraße 59, in aller geistigen und körperlichen Frische sein 73. Lebensjahr. Schneidermeister Gärtner war Mitbegründer der Schneiderinnung und deren langjähriger Obermeister. Außerdem ist er Ehrenmitglied des Bauerschen Gesangvereins, dem er seit über 40 Jahren als aktiver Sänger angehört. In der Kriegerkameradschaft ist er seit 30 Jahren Mitglied. "DasStädtischeVolksbad gibt bekannt, daß während der Feiertage die Badezeiten geändert sind. An den Samstagen des 24. und des 31. Dezember wird das Bad jeweils um 15 Uhr geschlossen. Äm Mittwoch, 28. Dezember, und am Mittwoch, 4. Januar, ist die Schwimmhalle von 10 bis 13 und von 14.30 bis 19 Uhr geöffnet. ** Tödlicher Unfall. Der 24jährige Pferde- pfleger Ziegler wurde bei seiner Arbeit im Stall von einem Pferd so unglücklich getroffen, daß er einen Schädelbasisbruch erlitt und sofort in die Chirurgische Klinik gebracht werde mußte. Leider erlag der hoffnungsvolle junge Mann bald nach seiner Einlieferung den Folgen der erlittenen schweren Verletzung. 450000 Mark Steuerstrafe. Lpd. F r a n k f u r t a. M., 21. Dez. Wieder mußte ein Jude wegen Steuerhinterziehung bestraft werden. Das Finanzamt Frankfurt-Ost hat gegen den Juden Benedikt Cahn., Frankfurt a. M., Gärtnerweg 5, wegen fortgesetzter, vorsätzlicher und zum eigenen Vorteil bewirkter Verkürzung der Einkommensteuer für die Jahre 1927 bis 1932 eine Geldstrafe von 150000 Mark festgesetzt. Gießener Trachtragshaushalt für 4938. Nach Beratung mit den Ratsherren in Krast getreten. - Jagd- und Fischereisteuer. Oberbürgermeister Ritter hatte die Ratsherren der Stadt auf den gestrigen Mittwochnachmittag zu einer öffentlichen Sitzung eingeladen, in der einige Vorlagen, die noch vor dem 1. Januar 1939 bei der Landesregierung zur Genehmigung einzureichen sind, mit'den Natsherren zur Beratung kamen, damit der Oberbürgermeister fristgerecht seinen Entschluß über diese Angelegenheiten fassen konnte. Wichtigster Punkt war ein 7!ichtrags-HauShaltsp!an für 1938 als Ergänzung des diesjährigen außerordentlichen Haushaltsplans. Durch diesen Nachtrags-Haushalt wurden für den außerordentlichen Haushaltsplan in Einnahme und Ausgabe weitere 649536RM. festgesetzt, wodurch sich die Gesamteinnahmen und -ausgaben im außerordentlichen Haushaltsplan von 1 654 993 RM. auf 2 3 0 4 5 2 9 RM. erhöhen. Hinsichtlich der Darlehen, die zur Bestreitung von Ausgaben des außerordentlichen Haushaltsplans bestimmt sind, bleibt es bei dem in der ursprünglichen Haushaltssatzung bestimmten Gesamtbetrag von 1 228 337,85 RM. Nach Beratung mit den Ratsherren erhob der Oberbürgermeister diesen Nachtrags-Haushaltsplan mit der entsprechenden Satzung zum Beschluß. Aus dem Nachtrags-Haushaltsplan sind folgende Punkte von besonderem Interesse: Für das Stadthaus Bergstraße ist noch eine Aufwertungshypothek in Höhe von 17 900 RM. zu tilgen, die durch die Verwendung eines entsprechenden Rechnungsrestes zurückgezahlt werden soll. Der Umbau der unteren Kaiserallee und der L i ch e r Straße bis zur Stadtgrenze kostet, vom Hindenburgwall ab gerechnet, 330 000 RM. Davon sind im Haushaltsplan 1938 bereits 95 000 RM. vorgesehen. Von den verbleibenden 235 000 RM. werden 220 000 RM. durch ein von dem Generalinspekteur für das deutsche Straßenwesen gewährtes anteilmäßiges Darlehen gedeckt, die restlichen 15 000 RM. werden einem Rechnungsrest entnommen. Von den Kosten des am Alten Friedhof errichteten Bedürfnis, und Verkaufshauses entfallen auf die Stadtoerwallung 5755 RM., die aus einem Rechnungsrest gedeckt werden. Die Kosten für die in diesem Bauwerk mit untergebrachte Transformatorenstation und für die Wartehalle der Straßenbahn sind zu Lasten dieser Betriebe gegangen. Die Errichtung der B a u /r n s ch ä n k e bei der Viehversteigerungshalle Rhein- Main kostet insgesamt 41 000 RM. Davon sind 11000 RM. bereits im Nachtrags-Haushaltsplan für 1937 bereitgestellt. Die verbleibenden 30 000 RM. werden nunmehr aus einem Rechnungsrest ihre Deckung finden. Für die Schweinemästerei des EHW. sind 1200 Mark Mehrkosten beim Bau des ersten Stalles noch zu decken, die jetzt aus einem Rechnungsrest gezahlt werden sollen. Die Hauptkosten dieses Bauwerks im Betrage von 60 000 Mark sind bereits im Nachtragshausyalt für 1937 eingestellt worden. Oberbürgermeister Ritter machte bei dieser Gelegenheit die Mitteilung, daß im kommenden Früh- fahr ein zweites großes Stallgebäude fürdas EHW. errichtet werden soll, das von der Stadt der NSV. zur Förderung ihrer Arbeit zur Verfügung gestellt wird. Für dieses neue Stallgebäude werden 45 000 Mark vorgesehen. Nach der Errichtung dieses weiteren Stallbaues wird es der NSV. möglich sein, insgesamt rund vierhun- dertSchweine zur Ma st aufzustellen und damit alle in Gießen bereitstehenden Küchenabfälle zu verwerten. Zur Erhöhung der Stammeinlage der Stadt bei der Gemeinnützigen Wohnungsbau -G. m. b. H. Gießen sind noch 42 781 Mark erforderlich, die einem Rechnungsrest entnommen werden sollen. Die Erhöhung beziffert sich insgesamt auf 70 000 Mark. Der übrige Betrag zwischen dieser Gesamtsumme und der nunmehr vorgesehenen Ausgabe ist bereits im Nachtragshaushaltsplan für 1937 vorgesehen. Im übrigen sind einige weitere Posten für Wohnungsbauten als Positionen in durchlaufender Rechnung in dem Nachtrags-Haushaltsplan enthalten. Es handelt sich dabei um die Finanzierung der Wohnhausbauten im Schwarzlachgebiet ufw. Städtische Zagd- und Fischereisteuer. Nach Beratung mit den Ratsherren beschließt der Oberbürgermeister folgendes: Die Stadt Gießen erhebt ab 1. April 1938 eine Jagd- und Fischers i st e u e r an »Stelle der bisher vom Lande Hessen erhobenen Steuer dieser Art. Die Steuersätze betragen, wie bereits bei der Landes-Jagd- und -Fischereisteuer, für Inländer 15 v. H., für Ausländer 60 v. H. des Jagdwertes. Auf dem Trieb hielt gestern abend die Partei mit ihren Gliederungen die Feier der Wintersonnroende ab. Weit umstanden SA., HI., die übrigen Gliederungen der Partei und eine Vertretung der Wehrmacht den Holzstoß. In der Seitenfront der Volkshalle wurden die Sturmfahnen aufgestellt. SA.-Sturmbannführer Adler erstattete dem Kreisleiter Meldung, der den Formationen den deutschen Gruß entbot. SA.-Mann Nieren entbot den Vorspruch: „Wo auch immer die Fahne steht, stehen auch wir!" Dann traten, einer nach dem anderen, vier Sprecher an den Holzstoß heran, die aus dem Osten, dem Süden, vom deutschen Strom im Westen und aus dem hohen Norden, um nach altem Brauch ihre Grüße an das kommende Licht zu überbringen. Der Musikzug der SA.-Standarte 116 spielte das Flammenlied, die Sprecher traten an den Holzstoß heran und ließen die Flammen aufsteigen, die hell aufsprangen und weit in die Nacht hinaus leuchteten. Kreisleiter Backhaus hielt die Feuerrede. Er führte die Gedanken der Volksgenossen in dieser feierlichen Stunde, da die längste Nacht des Jahres sich zum Ende neigt, im Geiste in jene Zeiten, in denen die Vorfahren schon durch solche Feuer die Sonnwende draußen in der Natur erwarteten. Und so wie sie es taten, so sollen auch jetzt wieder jedes Jahr, in der Zeit, in der die Sonne sich wendet und das Licht zu uns kommt, auf allen Bergen die Flammen in die Nacht hinein lodern zum Zeichen, daß das Volk brüderlich zusammensteht im großen Deutschen Reich. Der Kreisleiter machte verständlich, daß unsere Vorfahren, die noch in dunklen Wohnungen hausen mußten und die noch keine Bücher besaßen, durch die sie über die letzten Ereignisse unterrichtet wurden, mit ganz anderen Empfindungen die Sonn- menbe feierten und das auskommende Licht begrüßten. Sie waren mit der Natur noch inniger verbunden und kamen auf den Bergen zusammen, um mündlich ihre Erlebnisse auszutauschen und sich gemeinsam des kommenden Frühlings zu freuen. Dieter alte Brauch war fast verlorengegangen. Andere Geisteshaltungen, die die alten Ueberlieferungen zerstörten, drängten ihn in den Hintergrund, aber die Grundhaltung des Volkes ist unverfälscht geblieben. Das danken wir der Reinheit des Blutes und dem Schöpfer, der unser Volk aus einer besonderen, der germanisch-deutschen Rasse schuf. Der Kreisleiter betonte in diesem Zusammenhang, daß Deutschland Konzessionsabgabe der gemeindlichen Verkehrsbetriebe. Die städtischen Werke, die jetzt als „Stadt- werke Gießen" auch die Straßenbahn und den Omnibusbetrieb verwaltungsmäßig mit umschließen, haben für ihre Verkehrsbetriebe (Straßenbahn und Omnibus) an die Stadt alljährlich eine Konzessionsabgabe (Wegebenutzungsabgabe) in Höhe von 15 v.H. des Jahresumsatzes der jährlichen Betriebsroherträge abzuführen. Die Satzung für diese Zahlungspflicht tritt mit Rückwirkung vom 1. April 1937 in Kraft. Oer Dusklang. Nach einer kleinen Aenderung einer Polizeiverordnung für die Sicherheit in und vor dem Stadttheater und nach der feierlichen Vereidigung einiger Ratsherren schloß Oberbürgermeister Ritter die Sitzung mit herzlichen Wei'hnachts- und Neujahrswünschen für die Ratsherren und mit dem Gelöbnis zu weiterer, allezeit einsatzfreudiger Mitarbeit a™ Werk des Führers. nur bestehen bleiben wird, wenn das Blut rein erhalten bleibt. So sollte auch dieser Abend die heilige Verpflichtung sein, zusammenzustehen in unverbrüchlicher Treue und immerzu bestrebt sein, das große Licht, das unter dem Führer aufgegangen ist, auch dem deutschen Volke zu erhalten. In diesem Sinne soll auch auf die Jugend eingewitkt werden, daß sie teil hat an diesen Feiern. Der Kreisleiter wies auf die Bedeutung dieser Dintersonnwercke hin, die die erste ist im Groß- deutschen Reich, die die Feuer "auf den Höhen'des Böhmerwaldes, dem Erzgebirge und auf den schlesischen Bergen mit denen der deutschen Ostmark und des Altreiches zu einer einzigen großen Sonnwendfeier vereinigt. Und wie das deutsche Volk groß, einig und zukunftsgläubig an den Sonnwendfeuern zum Führer und zu Großdeutschland das Treuebekenntnis ablegt, so erneuerte der Kreisleiter auch in dieser feierlichen Stunde, in der die Flammen zum Himmel aufloderten, das Gelöbnis zu Führer und Volk mit dem Wahrspruch aus dem Rathaus in Eger: „Das höchste Gut, des Mannes ist fein Volk / das höchste Gut des Volkes ist sein Recht / des Voltes Seele lebt in seiner Sprache / dem Volk, dem Recht und seiner Sprache treu soll uns der Tag, wird jeder Tag uns finden!" Hierauf traten Sprecher aus den einzelnen Kampfformationen und aus den Gliederungen vor, die mit Feuersprüchen chre Kränze den Flammen übergaöen. Hierauf entzündeten vier Mann die Fackeln an dem Flammenstoß und trugen nach den vier Himmelsrichtungen schreitend das Feuer zu ihren Kameraden, und in kurzer Zeit schloß sich ein leuchtender Ring um das prasselnde Feuer. Kreisleiter Backhaus vereinte die Volksgenossen und Kameraden im Treugruß an den Führer, der hell über den weiten Platz hallte und ein vielfaches Echo fand. Die Lieder der Nation beschlossen die feierliche Stunde. Die Leier brr ff. Zu später abendlicher Stunde fanden sich gestern auf dem Gleiberg die Kameraden der ff, der Polizei und der Hitler-Jugend in verschworener Gemeinschaft zu einer Sonnwendfeier ein, die zu einem eindrucksvollen Erlebnis wurde. Die Burg Gleiberg war von einem Leben erfüllt, wie es sonst in dieser winterlichen Zeit dort oben .nicht alltäglich ist. Bald wurden Wachsfackeln entzündet, die Mannschaften der drei Formationen traten an, die Fackelträger gingen voraus und beleuchteten den Weg über Fels Winter-Gonnwendfeuer leuchten — Die Feier der Partei auf dem Trieb. Will IWM Weill? Roman von Hubert Rausse. Copyright by Albert Langen/Georg Müller, München. 12. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) 7. Kapitel. Im v-Zug nach Schwerin waren alle Fenster offen. Der Wind ließ nie Garbienen flattern unb brachte Kühlung nach den heißen Tagen. Der Atem der Kornfelder, die sich ringsum dehnten hügelauf, hügelab, war im ganzen Zug zu spüren, lieber den langen Reihen der Garben ging langsam der Mond auf. In den Tiefen der abendlichen Landschaft braute ein milchiger Nebel. Und darüber, von Horizont zu Horizont, stand die tiefblaue Sternenglocke des Himmels. Ein gottgesegnetes Bauernland! dachte Jago Schmid. Wann ist doch das Fest auf Losnitz? Am Abend schaute er von seinem Hotelzimmer auf den morrdversilderten Pfaffenteich. Ueber den Anblick von soviel Wasser tröstete er sich mit einem weißen Bordeaux, blond wie Elisabeth. Hier im „Stern" pflegen auch die Hellfahrs zu wohnen. Er hat den Wirt so beiläufig nach den Treb- feinem gefragt. Der machte ein andächtiges Gesicht: „Die alten Herrschaften! Prima, prima! Waren oft auch im Schloß geladen. Aber die haben viel Unglück gehabt: zwei Söhne blieben im Krieg, die Tochter wurde Schauspielerin, und der junge Herr, der Trebbin übernommen hat — er zuckte die Achseln —, es soll auch nicht weit her sein mit ihm." Auch! Auch! Das geht auf die Schauspielerin! Jago hatte seine gute Laune schon wieder. Wo Roggen und Kartoffeln gar so gut gedeihen, konnte man für die dramatischen Künste keine besondere Anteilnahme verlangen. Am folgenden Morgen ließ er sich den Leiter seiner Bankvertretung ins Hotel kommen. Der Kauf des Jagdgutes war bald ab» ?ieschlosfen. Die Unterlagen hatte er seit Monaten tudiert. Das Gut Plöhne mar zweifellos billig, wenn man in Peseten rechnen konnte; es hat sich in guten Jahren verzinst, erforderte aber unter den derzeitigen Verhältnissen Zuschüsse. Jago lehnte langwierige Erklärungen ab. „Danke, ich bin im Bilde. Wie oft hat der Jäger den früheren Besitzer zu Gesicht bekommen?" „Eigentlich nur, wenn er ein paar Böcke oder gelegentlich einen Hirsch schießen wollte!" „Nun, so oft werde ich auch kommen können. Und dem Jäger wird es gleichgültig sein, ob er einem Schmid dient oder einem Lehmann. Und die an gebauten Stücke sind verpachtet? Und die Pächter sind gewohnt, bei Ihnen zu verrechnen?" Der Bankbeamte nickte. „Nun, bann wäre also alles klar. Die Abrechnungen gehen über Ihre Berliner Zentrale an mein Remscheider Büro." „Jawohl! So lauten auch meine Anweisungen!" Der junge Bankbeamte machte einen sympathischen Eindruck. Er beobachtete den blonden Riesen aus Spanien mit dem allergrößten Interesse. Die Zentrale hatte von Berlin extra angerufen und ihn auf die Wichtigkeit des Kunden aufmerksam gemacht. Das mar also der erste. Milliardär seines Lebens: denn das Familienkapital der Firma mit etlichen Millionen Peseten umgerechnet in Mark ... Er dachte nach, und aus diesem Nachdenken heraus jagte er: „Der neue Dollarkurs ist 340." Jago sah ihn ein rnenig erstaunt an. Aber er brauchte ihn ja noch und brauchte ihn sogar immer wieder, und deshalb sagte er sehr freundlich: „Danke! Er wird auch weiter steigen! Wenn Ihnen mit dieser meiner privaten Meinung gedient sein sollte — es wird in Deutschland bald wieder Millionäre geben, arme Millionäre natürlich! Aber nun zu Dem Fall Trebbin! Was haben Sie feststellen können?" Der Bankbeamte zeigte sich vorzüglich informiert. Er hatte die sachlichen Angaben über Größe, Nutzung, Ertragfähigkeit des Gutes, über frühere und neue Belastung feit der Umstellung in einem übersichtlichen Bericht geordnet. „Sie scheinen gute Beziehungen zu haben!" lobte Jago, „Woher kennen Sie die neue Belastung mit der Goldklausel so genau? 18 500? Da ist also abgezahlt worden. Von einer anderen Seite ist mir 25 000 gemeldet worden." „Stimmt, so hoch war die Leihsumme ursprünglich, im Januar 1919. Es sind also 6500 Mark zurückgezahlt!" .Zn drei Jahren und außer der Verzinsung — das ist ganz anständig und läßt auf eine ordentliche Arbeit schließen." Der Bankbeamte nickte. Jago sah ihn an. „Es gibt Leute, die dem jungen Helliahr die Schuld geben!" „Zu Unrecht", glaube ich. „Ich kenne ihn nicht, aber ich kenne die Zahlen. Wenn Trebbin verkauft werden muß, ist der Vertrag mit der Goldklausel schuld!" 1 „Auch nicht eigentlich", sagte Jago, „sondern die Inflation, die man Januar 1919 noch nicht ahnen konnte. Dieser Goldklauselvertrag ist eine Dummheit oder ein Peck, aber keine Schuld. Und was wissen Sie nun üver den Vertrag sonst noch?" „Alles!" Der Bankbeamte machte ein stolzes Gesicht. „Der Privatbankier, bei dem der junge Hellfahr das GeU> damals aufnahm, ist uns restlos verpflichtet. Wir können uns heute ruhig als die wahren Geldgeber betrachten. Wenn Trebbin also wirklich verkäuflich werden sollte, so werden wir als Erste unsere Hand im Spiel haben ..." „Ja!" sagte Jago. Er dachte nach. Sollte er dem Mann die Wahrheit sagen? Wenn nein, wurde vielleicht ein unnötiger Druck ausgeübt, wenn ja. — ,2Iber das war einfach unmöglich! Denn hier handelte ja nicht der Kaufmann, sondern — er war ehrlich genug, sich das einzugestehen — der Liebhaber, und das konnte man dem sympathischen Bankbeamten doch schwerlich verständlich machen. „Ich bin Ihnen für Ihre klare Auskunft dankbar. Ich werde Ihrem höchsten Chef gern persönlich sagen, wie genau und, darüber hinaus, roie verbindlich ich hier bedient worden bin. Und jetzt bitte ich, die folgenden Richtlinien in dem Fall Trebbin strickte einzuhalten: kein Druck! Die Verhältnisse sich ruhig entwickeln lassen! Monatlich genauer Bericht — ob Abzahlungen kommen, welche Rückstände usw. — an mein Remscheider Büro!" Der Bankbeamte mar entlassen Er ging mit der Ueberzeugung, daß dieser deutsche Spanier zu seinem Jagdgut auch Trebbin sich aneignen wolle. Natürlich in aller Form und Ehrbarkeit, aber immerhin — so eine Art norddeutsche Sommerresidenz am Schweriner See für die heißen Monate, wo es in Madrid und am Manzanares nicht auszuhalten war. Natürlich, mit Petersen ließ sich alles machen! Schmid verließ am Abend Schwerin mit dem Bewußtsein, die notwendigsten Schritte getan zu haben. „Passieren — von außen her, als Unglück oder Schicksalsschlag — was man so passieren nennt, kann jetzt in Trebbin nichts. Das müßte ich so rechtzeitig erfahren, daß ich es verhindern kann. Und sonst? Von innen her?" Jago Schmid mar kein Philosoph. Aber er war ein Mensch, der sehr viel gesehen und erlebt hatte, der zwei Länder und vier Sprachen genau kannte, und der dem Schicksal in jenen Jahren nach dem Krieg in allen möglichen Gestalten begegnet war — so stark wie sein gesundes Mißtrauen war auch sein Glaube an seinen Stern. Er war, wenn man so will, ein Phantast. Aber ein Phantast, der mit einem sehr wachen und klaren Verstand ins Reich der Träume marschierte r— bewußt und wissend, daß jedes echte Glück jeden großen Einsatz wert ist. Wer nichts wagt, kann nichts gewinnen. Er kannte Elisabeth, und er glaubte an sie. 8. Kapitel Die Herzogin kommt auch! Wenige Tage vor dem Losnitzer Fest lief diese Kunde von Gut zu Gut durch die ganze Nachbar» schäft. Der Herzog hatte eine prachtvolle Besitzung am Schweriner See. Und da er selbst die meiste Zeit des Jahres auf Expeditionen und Jagden in Afrika weilte, lebte die junge Herzogin viel bei ihren Eltern im Süden. Aber sie war im Lande und wollte kommen! Auch Vater Hellfahr entschloß sich nun endgültig, in seinen alten Frack zu steigen und das Fest mitzufeiern. „Nicht wegen dem Beeren, aber wegen der Herzogin!" sagte er zu Elisabeth, „sie ist eine scharmante Dame!"' „Das macht das süddeutsche Wesen!" entgegnete Elisabeth. „Das tut es", sagte der Alte. „Seit den alten Zimbern und Teutonen sind wir in das Südliche verliebt. Als ich vor einem halben Jahrhundert in Rostock mein Jahr ab diente, hab ich mich in die Frau eines jungen Professors verguckt, die eine Wienerin war. ,Verguckt* — düs war ihr Ausdruck; in Wirklichkeit war ich bis über alle Ohren verschossen!" „Und jetzt mit deinen siebzig Jahren gehst du zum Losnitzer Fest nur deshalb, weil die scharmante Herzogin kommen wird!" „Ganz recht! Sie ist als Prinzessin in einem kleinen Haus groß geworden — jedenfalls nichts Regierendes, und an eine Herzogin hat die Prinzessin damals nicht entfernt gedacht. Und bas gefällt mir, daß sie auch als Herzogin hier im Ndr« den die kleine Prinzessin aus dem Süden geblieben ist." „Aus welchem Hanfe?" „Ich weiß es nicht einmal! Hohenlohe, Hohenstein — so was ähnliches." Elisabeths Neugier war geweckt, sie wollte alles wissen: rote alt, wie schön, rote man sie anrede? „Mit Hoheit", sagte der Vater, „ein paar Jahre älter als du, dafür dreifache Mutter und eine kluge, bezaubernde Frau." (Fortsetzung folgt!) Aus der engeren Heimat Schützt die Zugtiere vor Frost! Enkelkinder feierten mit ihr. Am Freitag, mußte. Landkreis Gießen 23. Dezember, kann die älteste Einwohnerin unseres Dorfes, Frau Anna Elise Vorbach Wwe., geb. Sames, in aller geistiaen Frische ihren 8 7. Geburtstag feiern. Vier Kinder, acht Enkel und neun Urenkel werden mit der Hochbetagten den Geburtstag feiern. (Wir gratulieren!) gfs. Laubach, 21. Dez. Die Mitglieder der N S. - F r a u e n s ch a f t fanden sich in der festlich geschmückten Aula au einer Feier zusammen. Gleichzeitig waren die für die sudetendeutschen Volksgenossen angefertigen Kleidungsstücke ausgestellt. Mit viel Liebe und Sorgfalt war alles, hauptsächlich warme Kinderkleidung, angefertigt. Gemeinsame Lieder, ein Dorspruch, eine vierhändig gesvielte Romanze von K. M v. Weber, eine kleine Weihnachts- musrk mit zwei Blockflöten, wechselten ab mit zwei von Kindern gespielten Theaterstücken. Drtsfrauen» schaftsleiterin Irl. Fritsch bearüßte die Erschienenen und verlas dann die Ansprache des weaen Krankheit verhinderten Pg. S c r i b a (Wetterfeld). Im „Schützenbof fand in Anwesenheit der Kreisfrauenschaftsleiterin Frau W r e d e (Gießen) und der Kreiskassenwalterin Frl R o s e n s ch o n , eine * T r e i s a. d. L d a., 22. Dez. Sein 80. Lebens- j a h r vollendet am heutigen Donnerstag Johann Philipp Muhl von hier. Er ist geistig und körperlich sehr rüstig und arbeitet noch im Garten und im Feld. Kreis Wetzlar. (D Krofdorf, 21. Dez. Eine der ältesten Einwohnerinnen unseres Ortes, Frau Elisabeth Schube ck e r Wwe., geb. Feiling, kann am zweiten Weihnachtsfeiertag in geistiger und körperlicher Frische ihren 8 5. Geburtstag feiern. Die hochbetagte Frau vermag noch manche Arbeit in Hous und Garten zu verrichten. 3 Krofdorf, 21. Dez. Der hiesige 34jährige verheiratete Hilfsarbeiter Gustav E k a r i u s, der an_ seiner Arbeitsstelle in Gießen schwer verunglückte, ist den erheblichen inneren Verletzungen erlegen. Der bedauernswerte Mann war, wie wir schon berichteten, zwischen die Puffer zweier Eisenbahnwaggons geraten. * Fellingshausen, 21. Dez. Der hiesige Landwirt und Holzhauer Christian G e r l a ch , der im 40. Lebensjahre steht, erlitt bei der Arbeit im Walde einen schweren Unglücksfall. Von einem schweren Ast wurde er so unglücklich am Kopf getroffen, daß er einen Schädelbruch erlitt und nach Gießen in die Chirurgische Klinik gebracht werden mußte. Wie wir auf Anfrage hören, ist sein Befinden, den Umständen entsprechend, gut. Rundfunkprogramm Freilag, 23. Dezember. 6 Uhr: Gymnasttk. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnasttk. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.40: Mutter turnt Und spielt mit dem Kind: „Morgen, Kinder, wird's was geben". 10: Schulfunk. Das deutsche Wunder. 11.45: Ruf ins Land. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: „Morgen, Und welcher Soldat vergißt die herrlichen Stunden, die er abends nach mühevollen Märschen und harten Gefechten im Quartier verleben konnte! Alle vergangene Mühe, Hitze und Durst, Tornister und Fußbeschwerden waren vergessen! Nicht selten wurde für manchen „Landser" ein kleines Manäveraben- teuer mit der „Schönsten des Dorfes" zur großen Liebe. Und während ich diese Zeilen schreibe, singt gerade eine Rekrutenstube über mir in der Putz- und Flickstunde die alte, schwere Soldatenweise: „3 m Feldquartier auf hartem Stein ..." Wieviel deutsche Menschen haben das Lied vor uns gesungen, im Kriege im Unterstand bei Kerzenschein zum leisen Klingen einer Mundharmonika oder im Frieden am glimmenden Feuer eines Biwaks! Keiner, auch der härteste und rauheste Krieger kann sich dieser eigenartigen, sentimental anmutenben Stimmung des Lagerfeuers und der lustigen oder schwermütigen Lieder verschließen; man denkt an daheim und an sich und an die Kameradschaft, und man bildet für wenige, leise Stunden eine kleine Welt für sich, die mit dem Erlöschen des Feuers und mit dem Hornruf des Zapfenstreiches wieder in die große Welt der Wirklichkeit des Lebens zurückkehrt... Wer einmal solche Stunden mit seiner Kompanie verleben durfte, der wird verstehen, mit welcher Liebe und mit welchem Stolz man an seiner Waffe hängt, der „schlichten, tapferen, anspruchslosen Infanterie". — Die Infanterie braucht harte Gesellen und Kerle mit Charakter, Gemüt und Humor und vor allen Dingen solche, die gewillt sind, mit Idealismus und Pflichterfüllung das Vermächtnis der Infanterie des großen Krieges zu übernehmen. Es ist dies eine große Aufgabe, fast zu groß, als daß sie vollendet werden könnte, weil der Soldat des Weltkrieges Leistungen vollbracht hat, die zu wiederholen schwer sein wird. Jeder, der bei der Infanterie eintritt, sollte sich überlegen, daß er im übertragenen Sinne das Gewehr und den Spaten eines toten Soldaten übernimmt, er soll sich der Ehre und der Verpflichtung bewußt sein, Träger einer großen, heiligen Tradition zu sein. Die Begeisterung allein genügt nicht, die verflackert meist schon nach den ersten Wochen? Aber danach kommt die Pflicht, und wir kennen kein größeres und schöneres Beispiel deutscher Pflichterfüllung als den Infanteristen des großen Krieges. Wer sich zu einer anderen Waffe meldet mit dem Glauben, es dort „besser" zu haben, der soll sich erst gar nicht freiwillig melden, denn 1. legt auch die Schwesterwaffe keinen Wert auf junge Leute mit solchen Auffassungen, und 2. bat er überhaupt nicht erfaßt, worum es geht. Alle Waffen der deutschen Wehrmacht dienen dem gleichen Ideal: der Wehrhaftmachung des deutschen Vol- k e 5. Zum Schluß ein Wort Friedrichs des Großen: „Es wird das Jahr hart und scharf hergehen, Aber wir müssen die Ohren steif halten. Und jeder, der Lieb und Ehre zum Vaterland hat, Wird alles daran setzen." Unser altes Gießener Hausregiment, das Infanterie-Regiment 116, blickt auf eine ruhmreiche Tradition zurück. Es hat sich be« währt im Frieden und im Kriege, und es kann non zahlreichen großen Kämpfen und von unvergeßlichen Heldentaten einzelner berichten. Tausende von Mannern des Hessenlandes haben in feinen Reihen gestritten und viele sind auf dem Schlachtfelde geblieben. Der Heranwachsenden Generation! bietet sich durch ihren Eintritt in das herrliche Regiment wieder Gelegenheit, ihre „Liebe und Ehre zum Vaterland" zu beweisen. gfs. Wieseck, 21. Dez. Die diesjährige Weihnachtsarbeit der NS.-Frauenschaft und des Frauenwerkes stand unter dem Motto „Prak- ttfche Resteverwertung". Am Sonntagabend fand in dem schön geschmückten Saal des Parteilokals Braun die Ausstellung und Besichtigung der für die bedürftigen Sudetendeutschen gespendeten Sachen statt. Frau Hahn, in Vertretung der Frauenschaftsleiterin, begrüßte die Anwesenden nut einem Wort des Führers und brachte interessante Aus- führungen über germanische Sitten und Brauchtum in der Weihnachtszeit. Einige Gedichte, Musik und Gesang verschönten die Feier. i gfs. Annerod, 21. Dez. Der Abschluß des Lehrganges über allgemeine Gesundheit und häusliche Krankenpflege wurde mit dem vierstimmigen Kanon „Grüßet die Fahnen", von den Kursteilnehmerinnen gelungen, eröffnet. Nach den Begrüßungsworten der Ortsfrauenschaftsleit-rin sprach die Lehrgangsleiterin Schwester Dorothea Reuter über die Arbeit des Reichsmütterdienstes. Danach wurden die Lehrgangsbescheinigungen an die Kursteilnehmerinnen verteilt. Nach dem gemeinsam gesungenen Lied '„Uns ward das Los gegeben" sprach Ortsgruppenleiter Schäfer über die Verpflichtung jedes einzelnen Deutschen, sich gesund zu erhalten, und rief besonders die Jugend auf, sich durch Sport zu stählen. Nach dem Gedicht „Das neue Deutschland braucht neue Frauen" wurde gemeinsam das Lied „Heilig Vaterland" gesungen. Daran schloß sich ein gemütliches Beisammensein. In den Schlußworten legte Bürgermeister Groh allen Frauen die Pflicht der Volksgemeinschaft ans Herz. OO Eberstadt, 22. Dez. Am gestrigen Mittwoch konnte Frau M. Holler Wwe., geb. Neusel, in aller geistigen und körperlichen Frische ihren 7 3. Geburtstag feiern. Drei Kinder und fünf Zum Herbst 1939 können wieder Freiwillige zur Ableistung ihrer Dienstzeit bei allen Truppenteilen der Wehrmacht, so auch beim Gießener Regiment 116 eingestellt werden. Meldeschluß am 5. Januar 1939. Bei vielen jungen Leuten, die sich verpflichten wollen, entsteht nun die Frage: Bei welchem Truppenteil bewerbe ich mich? Die angestellten lieber» legunaen sind verschieden. Es wird im Bekannten- und Verwandtenkreis herumgefragt, und besonders solche werden gern zu Rate gezogen, die bereits auf eine abgeschlossene Dienstzeit zurückblicken können. Leuten mit einer ausgesprochenen technischen Begabung fällt die Wahl nicht schwer. Sie melden sich bei einer Nachrichten-Truppe, bei Panzer- ober Artillerieverbänden. Vielfach zur Wahl entscheidend ist der Wunsch des Vaters, daß sein Sohn bei derselben Truppe eintritt, bei der er im Frieden gedient, oder im Kriege gestanden hat. Der Vater des einen war vielleicht Marburger Jäger ober Potsdamer Gardist, meistens ist es für ihn selbstverständlich, daß sein Sohn bei dem gleichen Truppenteil eintritt. Der Onkel des anberen erzählt be, geistert von seiner Dienstzeit als Pionier oder als Kavallerist. Der Neffe entscheidet sich für gine dieser Waffen. Neu und reizvoll für besonders Interessierte ist die Panzerabwehr oder Flakartillerie. Und schließlich wird es vielen als der größte Wunsch vorschweben, ihre Dienstzeit bei der Kriegsmarine ober der mobernen Luftwaffe ableisten zu dürfen. Erfreulich ist jebenfalls, baß bei der Heranwachsenden Jugend von Jahr zu Jahr steigende soldatische Begeisterung festzustellen ist. Eine Zurückstellung ober gar Ablehnung durch bie militärischen Dienststellen würbe für bie meisten eine schmerzliche Enttäuschung bebeuten. Von entscheidendem Einfluß ist, wie erst roieber bei den kürzlich eingetretenen Rekruten festgestellt werden konnte, zweifellos bie vormilitärische Erziehung burch die NS.° Jugendorganisationen, bie, Parteigliederungen und besonders durch den Reichsarbeitsdienst. Der deutsche Staat ist in der Erziehung seiner jungen Mannschaft und des ganzen deutschen Volkes zum Wehrwillen und zum Soldatentum schon beachtlich vor- angekommen. Es gibt heute tatsächlich nur noch ganz wenige Militärpflichtige, bie miberftrebenb oder gar mit Angst zur Truppe kommen, und auch diese Ausnahmen werden, wenn sie" einmal den grauen Rock anhaben, eines Besseren belehrt. Gewiß, für manchen ist die Dienstzeit eine einschneidende Unterbrechung seines bisherigen Lebens, sie bedeutet für viele persönliche Opfer. Nach dem Willen des Führers jedoch soll der Dienst bei der Wehrmacht die Erziehung des jungen deutschen Menschen zum Staat krönen, nach dessen Ableistung dieser erst als vollwertiges Mitglied der deutschen Schicksalsgemeinschaft zu gelten hat. Gottseidank hat die Heranwachsende Jugend wieder gelernt, Opfer für den Staat begeistert auf sich zu nehmen. Das Bild von dem „schwarzen Gespenst der Kaserne", das noch hier und da in überängstlichen und unselbständigen Gemütern herumspukte, ist einer freudigen Erwartung auf die militärische Dienstzeit gewichen, und jeder, der einmal bei den „Preußen" mar, wird später gern an die harte, aber auch herrliche und für viele schönste Zeit seines Lebens zurückdenken, in der er mit gesundem Körper bei seiner Waffe dienen durfte. W a f f e n st o l z ! Jeder liebt seine Waffe, und je länger er bei ihr ist, um so mehr. Ich bin Infanterist, also sprechen wir von der Infanterie, der „Königin aller Waffen". Waffenstolz bedingt keinen Neid und keine Herabsetzung des Wertes anderer Truppen, lieber eine solche Auffassung ist der Soldat erhaben, weil er ihre Auf- Betrunkener Kraftfahrer als öffentliche Gefahr. Der Lastkrastwagensührer W. F. aus Griedel hielt sich am Dienstagabend in einer Gastwirtschaft in Langd bei Hungen auf, wo er dem Alkohol kräftig zu sprach. Als er in diesem Zustande mit seinem Lastauto abfahren wollte, wurde er vom Bürgermeister von Langd eindringlich vor dieser Fahrt gewarnt. Dennoch fuhr der Mann los und rannte dabei mit seinem Auto gegen das Haus des Bürgermeisters, das einigen Sachschaden erlitt. F. fuhr trotzdem weiter und beachtete auch in Hungen ein von dem dortigen Gendarmeriebeamten, der mittlerweile benachrichtigt worden war, gegebenes Haltesignal nicht. Er fuhr weiter, wurde aber chließlich von dem Gendarmeriebeamten, der auf den fahrenden Lastkraftwagen aufgesprungen war, zum Halten gezwungen. Erst jetzt kam der „illuminierte" Kraftfahrer einigermaßen zur Besinnung. Er wurde fest genommen und bis nach dem Ausschlafen seines Rausches in Verwahrung behalten. Die Blutprobe zur Feststellung des Alkoholgehalts wurde natürlich sofort vorgenommen. Das dicke Ende für den leichtfertigen Mann dürfte nicht lange auf sich warten lassen. Beide Beine abgefahren. Beim Ausspringen auf den fahrenden Zug. Lpd. Marburg, 21. Dez. Die Unsitte, auf einen bereits in Fahrt befindlichen Eisenbahnzug aufzuspringen, hatte im Bahnhof Biedenkopf einen schweren Unglücksfall zur Folge. Ein dort zu Besuch weilender Student kam bei dem Versuch, im letzten Moment noch auf einen a n g e - fahrenen Zug a u f 3 u f p r i n g e n , zu Fall und geriet mit den Beinen unter bie R ä - der. Schwer verletzt brachte man den Verunglückten in die Marburger Klinik, wo man sich zur Amputation beider Beine entschließen Zugunfall im Bahnhof Frankfurt-West. LPD. Frankfurt a. M, 21. Dez. Die Reichsbahndirektton teilt mit: Mittwoch gegen 15.30 Uhr fuhr ein den Bahnhof Frankfurt-West durchfahrender G Ü t e r 3 u g einer Rangierabteilung in die Flanke. Hierbei fiel ein Wagen des Güter- Zuges um und mehrere entgleisten. Verletzte gab es nicht. Sämtliche Hauptgleise find vorübergehend gesperrt. Die Züge aus Kronberg, Bad Homburg und aus Richtung Friedberg fahren nur bis Frankfurt- West. Zwischen Bahnhof West und dem Hauptbahnhof wurde ein Pendelverkehr eingerichtet. Dom Auto an die Wand gedrückt. Zwei Arbeiter getötet. LPD. Gelnhausen. 21. Dez. Am Mittwoch, kurz vor 6 Uhr, ereignete sich in Wirt heim ein Unfall, dem zwei Menschen zum Opfer fielen. Als sich zwei Arbeiter zum Bahnhof begaben, um nach ihrer Arbeitsstelle zu fahren, wurden sie von einem aus Richtung Fulda kommenden L a st z u g über» holt. Als der Lastzug über eine Glatteisstelle sichre geriet er ins Schleudern. Der Anhänger schlug dabei gegen die Mauer einer Scheune. Dio beiden Arbeiter, die das Auto im gleichen Augenblick überholte, wurden gegen bie Scheunenmauer gedrückt und so schwer Dcri:'J, sie nach fur^t "Zett starben. Kinder, wird's was geben!" 15: Kleines Konzert. Aus Werken des Fürst!. Fürstenberg. Museums. 15.30: Wir halten für die Weihnachtszeit der Wunderdinge viel bereit! 16: Nachmittagskonzert. Heitere und ernste Klänge aus aller Welt. Einlage 17 bis 17.10: „Der Stern der Christa Weber." Weihnachtserzählung. 18: Sport der Woche und für den Sonntag. 18.15: Bücher von denen man spricht. 18.30: Volk singt, spielt und plaudert. Wenn's draußen recht kalt ist. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. 20: Nachrichten. 20.15: „Hänsel und Gretel." Märchenspiel. 22: Nachrichten. 22.20: Bücher für den Gabentisch. 22.30: Unterhaltungsmusik. 24 bis 3: Nachtkonzert. Samstag, 21 Dezember. 6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnasttk. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.30: Gaunachrichten. 9.40: Deutschland — Kinderland. Die unerfüllbaren Wünsche. 11.45: Ruf ins Land. 12 und 13.15: Mittagskonzert. Weihnachtsgrüße der Ostmark. 13: Nachrichten. 14: Nachrichten. 14.10: Weihnacht — ew'ges Wunder. 15: Bilderbuch der Woche. 15.15: . .. und drunten liegt die weihnachtliche Stadt. 15.30: Noch immer geht die Tür nicht auf..." 16: Nachmittagskonzert. 18: Der Blindenchor singt Weihnachtslieder. 18.30: „Bunter Weihnachtsteller in Wort und Musik." 19.15: „Hohe Nacht der klaren Sterne." Musik, Lieber und Worte um die deutsche Weihe-Nacht. 19.45: Glocken unserer Heimat läuten die Christnacht ein. Reichssendung: Ansprache des Stellvertreters des Führers, Neichsminister Rudolf Heß. 21.20: Festliches Konzert. 22.20: „An die Einsamen." Don Hermann Stehr. 22.30: Frohe Spende für den Gabentisch. 24 bis 3: Nachtkonzert. Weihnachtsglocken unserer Heimat grüßen euch, Deutsche im Ausland! und Mauerreste bis an den freien Platz unterhalb der riesigen Mauer des Pallas. Nachdem dort Auf- stellung genommen war, rückten jene Fackelträger der ff an, welche die Kienfackeln entzündet hatten, die mit ihrem hellflackernden Feuer den Schauplatz der Feier beleuchteten. Der Vorspruch eines Hitlerjungen eröffnete die besinnliche Stunde. Das gemeinsam gesungene Lied „Flamme empor" klang zusammen mit dem Geprassel des Holzstoßes, an den Feuer gelegt worden war. Dann hielt der Führer des Sturmbannes 1/83, ^-Untersturmführer Stastny-Hain, die Feuerrede. Er sprach davon, wie sich der Kreis der Käme- raben wieder einmal in großer Stunde um das Feuer der Sonnenwende schare und in Gedanken sich zurückversetze über Tausende von Jahren, da germanische Menschen um die Sonnwendfeuer standen und ihre Sinne sich erhoben über das Bewußtsein der Wiederkehr des Lichts in solcher weihevollen Nacht. Diel Leid sei feit dieser Zeit über das deutsche Volk hinweggegangen, aber es habe sich nun erhöhen, sei wieder stark und gewappnet gegen- jeden feindlichen Angriff. Das Volk habe zurückgefunden zu dem Wissen um die Ströme und Kräfte des eigenen Blutes. Sodann widmete der Redner am Sonnwendfeuer Worte des Gedenkens den Gefallenen der Bewegung um die Erneuerung Deutschlands, den Gefallenen des Weltkrieges und allen jenen, die im Kampf um Deutschlands Freiheit und Einheit ihr Leben ließen. Don zwei Kameraden der ff wurde nun ein großer Kranz, den gefallenen Helden zum Gedächtnis, den. Flammen übergeben. Dann entzündete ff-Unter- sturmführer Stastny-Hain eine Kienfackel, die er nach der seit einigen Jahren gepflegten Tradition dem HI.-Stammführer Dr. S ch n e i d e r mit der Aufforderung zur Bewahrung des heiligen Feuers überreichte. Stmmführer Dr. Schneider übernahm die Fackel mit Worten zu einem kraftvollen Bekenntnis zu Führer, Volk und Vaterland. Nachdem die Hitler-Jugend das Lied der Jugend sowie die Kameraden der ff und der Polizei das Treue-Lied gesungen hatten, schloß der Standort- fuhrer der ff die feierliche Stunde mit dem Gruß an den Führer. Während noch das Licht des erlöschenden Feuers über die alten Mauern geisterte, begab man sich über die Mauertrümmer zurück zur Burg. Kameradschastsabend. Im Kaisersaal des Nassauerbaues fand man sich bann zu kameradschaftlichem Beisammensein ein. ^-Untersturmführer S t a st n y - H a i n begrüßte die Kameraden der Polizei (insbesondere Hauptmann H e i n a ck e r, Leutnant Fischer und Leutnant Radon), von der Gendarmerie in Gießen den Gendarmerieobermeister S ch u • macher, ferner die Kameraden der HI. und die Angehörigen, die sich zahlreich zu Feier und Kameradschaftsabend eingefunden hatten. Nach einem gemeinsam gesungenen Lied wurde der Lichterbaum der Weihenacht entzündet, dessen einzelne Kerzen unter würdigen Gedenkworten aufflammten. In ernstem Vortrag der Einzelsprecher und in von tiefem Sinn erfüllten Worten wurden die Flammen der Kerzen der Bewegung, den Toten des Weltkrieges, den Ahnen, der Sippe, der Familie, den Kindern und Enkeln, dem Mann und Kameraden, der Treue und der Opferbereitfchast der ff, der Wiedergeburt des deutschen Volkes, dem deutschen Menschen und dem Führer gewidmet. Im weiteren Verlaufe des Abends wurden einige Kameraden ausgezeichnet. Die Kameraden Spazier und Kirsch erhielten für besonderen Einsatz im Dienste an Volk und Vaterland das Bild des Reichsführers ff mit eigenhändiger Unterschrift. Die Kameraden Bayer, Sessous, Pfann- kuch und Baum wurden für ihren 2. ©ieg im 1500-Meter-Mannschaftslauf des ^-Oberabschnitts Fulda-Werra geehrt. Schließlich wurde noch an alle verheirateten Kameraden des Standorts Gießen der Julleuchter überreicht, durch den mit kleinem Lichte das vergehende Jahr und mit großer Kerze das neue Jahr symbolisch zum Ausdruck gebracht werden soll. Die restliche Stunde des Tages war dem kameradschaftlichen Beisammensein und der ftöhlichen Unterhaltung gewidmet. gäbe und Bedeutung kennt. Jeder Infanterist soll aber stolz auf seine Waffe fein! Er soll wissen, wie herrlich sie ist! Der Infanterist läßt sich ruhig im Scherz „Sandhase" nennen, weil das für ihn ein Ehrenwort ift Gewiß hat die Schützenkompanie keine komplizierten Kommandogeräte oder motorisierte Fahrzeuge. Sie hat andere Aufgaben. Aber etwas hat sie, worauf sie stolz sein kann, und das mit Recht! Wo gibt es eine Truppe, die so wie diese in harten und staubigen Märschen auf heißen Straßen ober eisgefrorenen Wegen, durch lange Wälder und Dörfer, bergauf und beraub zusammen- geschweißt wird zu einer Mannschaft, m der Kameradschaft gls oberstes Gesetz gilt? Wo einer auf den anderen angewiesen ist! Wo sich jeder einzelne als Soldat und Kerl beweisen muß! Wo sich der von selbst unmöglich macht, der versucht, seine vom Bauern am Straßenrande geschenkten Aepfel allein zu verzehren! Gibt es etwas Schöneres als ein Zusammenhalten auf Biegen und Brechen in einer Gruppe Fußsoldaten, die den letzten Tropfen in der Feldflasche unter sich verteilt? Wenn auch die Zunge am Gaumen klebt? Es gibt keine Truppe, die solche gemeinsamen Leistungen an Selbstüberwindung und Kameradschaft, an Zusammenhalten und Erleben, an Freud und Leid aufzuweisen hätte! Gibt es einen herrlicheren Beweis für eine Soldatentugend, wenn in einem MG.-Trupp der Schütze 3 zusätzlich zu feinem Gerät dem Schützen 4 das schwere Fliegerdreibein ab nimmt, trotz dessen anfänglichen Sträubens — weil dieser sich aus irgendeinem Grunde die Zehen blutig gelaufen hat? Der junge Soldat will härter werden. Er will Entbehrungen auf sich nehmen, er will stark sein, er will Kamerad fein! Ja, er fordert Proben an Charakter und Kraft geradezu heraus, um sich zu beweisen! Und solche Gelegenheiten gibt es im täglichen Dienst des Qnfanteriften unzählige, angefangen bei der kleinsten, unscheinbarsten Dienstverrichtung in der Kaserne bis zur Einteilung als Feldposten nahe am Feind oder als Spähtrupp in den Feind. Gibt es ein verantwortungsvolleres Amt als in einsamer Nacht auf Posten gestellt zu werden und zu wissen: hinter mir ruhen meine Kameraden, für deren Schlaf und Sicherheit bin ich verantwortlich? Oder gibt es etwas, bei der ich mich mehr als Soldat beweisen könnte: als Mann vom Spähtrupp im Dämmerlicht an den Feind heranzupirschen, um einen mir gegebenen Auftrag für meine Kompanie auszu- füyren? Oder wenn ich als Schütze in meinem Zuge mit der blanken Waffe in der Hand beim Feind einbreche und ihn mit „Hurra" aus der Stellung herauswerfe? Schon als Schütze ist der Infanterist Führer. Schon vom jüngsten Soldaten werden im Gefecht selbständige Entschlüsse gefordert. Er tft nicht irgendeine Zahl unter Vielen, sondern jeder ist als Einzelkämpfer auch Führer, von dem ohne Einwirkung seiner Vorgesetzten selbst- tätiges Handeln, rücksichtsloser Einsatz seiner Person und höchstes Verantwortungsbewußtsein gefor- bert wird. Jeder ist sein eigener Führer, der Meter um Meter Gelände gewinnt, die feindlichen Reihen durchbricht und so den enbgültigen Sieg erringt. — Wieviel Mühe macht die Einübung des E x e r • ziermarsches! Aber der altgebiente Soldat weiß, wie herrlich es ist, nach den schneidigen Klängen der Regimentsmusik an seinen höchsten Vorgesetzten im Paradeschritt vorbekzurücken, und heute noch zuckt es den alten Kriegern in den Knochen, wenn irgenroo von einer Militärkapelle der Parademarsch seines Regiments, nach dem er so oft marschiert ist, erklingt. Solche Freuden und solche Höhepunkte im militärischen Leben knnt nur der brave Infanterist! Znsanien'e — oder eine andere Waffe? Von Leutnant (Siebeier, Infanterie-Regiment 116, Gießen. Zusammenkunft der Leiterinnen und Blockfrauen mit Zelle Wetterfeld, Gonterskirchen und Ruppertsburg statt. Durch bie Zugehörigkeit der Laubacher Ecke zum Kreise Gießen kommen die genannten Frauenschaften zum Kreis Wetterau. Frau W r e d e sprach über die neue gemeinsame Arbeit und gab Richtlinien bekannt, auf Grund derer ein gutes Zu? 1 fammenarbetten zu hoffen ift SJlXfpOTt Neichsprüfungskämpfe her Schwimmerinnen. Am 21. und 22. Januar 1939 finden in Frankfurt am Main die ersten reichsoffenen Prüfungskämpfe der deutschen Schwimmerinnen statt. Zu diesem großdeutschen Frauen-Schwimmfest werden erstmalig auch die Schwimmerinnen der deutschen Ostmark und des Sudetenlandes erwartet. Bei den zweitägigen Kämpfen werden Einzel- und Staffelrennen für alle Klassen ausgetragen. Besonders zu erwähnen ist eine 4X100-Meter-Kraulstaffel, für die der Fachamts-Sportwart die Besetzung der einzelnen Mannschaften auf Grund der Leistungen in den vorangegangenen Rennen selbst vornehmen wird. Jugoslawien verliert puficec. Wenn sich die Gerüchte bestätigen, die aus Südamerika eintreffen und vom Uebertritt des bekannten Tennisspielers Franz P u n c e c zum Berufssport wissen wollen, verliert Jugoslawien einen Mann der Davispokal-Mannschaft, der schwer zu ersetzen sein wird. Puncec befindet sich zur Zeit auf einer Turnierreise in Südamerika zusammen mit seinem kampferprobten Kameraden Palada. Anfang des kommenden Jahres will Puncec in Nordamerika feine Berufsspieler-Laufbahn starten. Harper Berufsläufer — Kusoczinski gesperrt. Englands hervorragender Langstreckenläufer Ernie Harper, der im Olympischen Marathonlauf in Berlin dem Japaner Kitei Son erst nach großem Kampf unterlag, hat von seinen Freunden ein Haus als Geschenk angenommen und damit seine Amateureigenschaft eingebüßt. Der Engländer will sich vom aktiven Sport endgültig zurückziehen, vorher aber noch an dem berühmten Berufsläufer- Wettbewerb von Powderhall teilnehmen. Ein zweiter großer Läufer, der polnische Olympiasieger Kusoczinski, hat gleichfalls gegen die Amateurbestimmungen verstoßen. Sein Verband hat ihn aus diesem Grunde für jeglichen Sportbetrieb aus drei Jahre gesperrt. Ser Wintersport tritt in sein Recht! heitsdienstes (SD.) teil. Das Programm sieht fol- Leistungen im Abfahrtslauf elegante Engländerin Cecilia Colledge ihre Kunst zeigen wird. In Königsberg eröffnen unsere wird; alpine Kombination (Abfahrt und Torlauf); Weltmeister Herber-Baier die Eislaufzeit. Weiter-Polizei-Schistreifenlauf über 20 Kilometer. Jede über 18 Kilometer, Mannschaftswertung Meter Höhenunter- Zulassung von den abhängig gemacht qende Kämpfe vor: Langlauf Abfahrtslauf in Einzel- und über 4,5 Kilometer mit 800 schied; Torlauf, für den die Die große Zeit der Wintersportler bricht jetzt an. Die Eissportler haben ihre bedeutsamsten Ereignisse im Berliner Sportpalast, in dem sich nicht nur die kanadische Eishockeymannschaft der Smoke Eaters vorstellt, sondern darüber hinaus noch die Streife besteht aus einem Führer und zehn Mann in Marschausrüstung, die auf dem zweiten Teil der Strecke noch eine Schießübung zu erfüllen hat. Großes Programm der Schlittensportler. hin gibt es eissportliche Veranstaltungen m Garmisch-Partenkirchen, Dortmund und St. Moritz (in- ternat. Eishockeyturnier). Nicht minder groß ist der Betätigungsdrang der Schisportler, die einen kräftigen Schneefall wohl verdient haben. Es veranstalten: Hinterzarten (So.), Oberstdorf (So./Mo.), Bischofsgrün (So.), Garmisch-Partenkirchen (Weih- nachtsspringen am Montag), Seefeld und Kitzbühel. Reichs-Schiwettkämpfe des AS.-Fliegerkorps. Zur Vorbereitung auf die schisportlichen Reichs- wettkämpse des NSFK., die vom Korpsführer des NS.-Fliegerkorps, Generalleutnant C h r i ft i a n - s e n, auf die Tage vom 8. bis 12. Februar 1939 nach Innsbruck angesetzt wurden, werden in Trainingslagern die auserwählten Schiläufer zusammengezogen und geschult. Nahezu 5 0 0 Wettkämpfer werden zu den Reichswettkämpfen zugelassen, bei denen die gleichen Bedingungen zu erfüllen sind wie später bei den NS.-Winterkampfspielen 1939 in Villach vom 17. bis 19. Februar. Die Ergebnisse der NSFK.-Reichswettkämpfe dienen als Richtschnur für die zu den NS.-Winterkampfspielen abzugebenden. Meldungen. Scki-Meisterschasten der Polizei. • Im Tiroler Wintersportgebiet bei Kitzbühel werden die Deutschen Polizei-Schimeisterschaften 1939 durchgeführt, die zum ersten Male unter Beteiligung aus der Ostmark und dem Sudetenland im Zeichen des Großdeutschen Reiches stehen. An den Wettkämpfen nehmen die Schisportler der Ordnungspolizei, der Sicherheitspolizei und des SicherSofern Wetterlaunen nicht wieder wie im letzten Winter den Terminkalender der an ihre Bahnen gebundenen Schlittensportler arg durcheinanderwerfen, wickelt Thüringen die erste Gaumeisterschaft der Rodler am 8. Januar in Friedrichsroda ab. Der größte Teil der Titelkämpfe steht aber am 15. Januar auf dem Programm; hier kämpfen die Schlesier in Bad Flinsberg, die Erzgebirgler in Annaberg oder Geising, die Bayern in Kochel und der vom Wetter am wenigsten begünstigte Südwesten hat Wiesbaden als Schauplatz vorgesehen. Die Ostmärker haben sich örtlich bisher noch nicht festgelegt. Dann folgt der Harz am 29. Januar in Hahnenklee, und der Sudetengau beendet den Reigen am 19. Februar in Graslitz. Die deutschen Rodelmeisterschaften veranstaltet, erstmalig Berchtesgaden am 21./22. Januar, während Reichenberg die Europameisterschaften vom 3. bis 5. Februar am Jeschken durchführt. Der Lenkschlitten sieht Gaurennen am 15. Januar in Wiesbaden, am 22. Januar in Ilmenau, am 11. Februar in Schierke und am 19. Februar in Geising vor. Die deutsche Lenkschlitten-Meisterschaft übernimmt Schierke für den 12. Februar. — Der bei uns bislang wenig geschätzte Skeleton hat im Hinblick auf St. Moritz an Interesse gewonnen. Die deutschen Titelkämpfe im Skeleton werden am 12. Februar, ebenfalls in Schierke, entschieden. 'XX' irtschafi. Oer Winterschluß-Verkauf 1939. Fwd. Die Anordnung des Reichswirtschaftsministers vom 16. Dezember 1938 über den Winterschluß- Verkauf 1939 besagt, daß nachstehend aufgeführte Waren des Textilfachgebietes nicht zum Verkauf gestellt werden dürfen: Weiße Nesselstoffe jeder Art einschließlich Rohnessel und blauer Köper, Taschentücher jeder Art einschließlich Frottierhandtücher, Küchenhandtücher, Küchengeschirrtücher und Badetücher, Erstlingswäsche einschließlich Einlagen und Windeln, Bettwäsche und Inletts jeder Art, einfarbige gewirkte und gestrickte Unterwäsche aus Gespinsten, die Wolle oder Baumwolle enthalten, Hemden jeder Art außer kunstseidenen Hemden, einfarbige und Melangestrümpfe aus Gespinsten, die Wolle oder Baumwolle enthalten, Bettfedern, Kapok und sonstiges Bettenfüllmaterial, Matratzen, Matratzenschoner, Reformunterbetten, Reformauflagen, Bettstellen, blaue Mützen jeder Art, schwarze steife Herrenhüte, Seidenhüte, Klapphüte und schwarze weiche Herrenhüte, Berufskleidung (zugelassen sind jedoch Livreen und Chauffeuranzüge), einfarbige Arbeitskittel, Schürzen aus Gespinsten, die Wolle oder Baumwolle enthalten, Pelze, pelzgefütterte Mäntel, Teppiche, Brücken und Verbindungsstücke jeder Art, einschließlich Läufer und Vorlagen, Fahnen und Fahnenstoffe jeder Art, Herrenstöcke und Schirme Heber Art. Rhein-Mainische Börse Alittagsbörse sehr still. Frankfurt a. M., 21. Dez. An der Börse blieb das Geschäft auch heute äußerst klein. Zahlreiche Strichnotierungen gaben den Märkten das Gepräge. Die Beteiligung von außen her war weiterhin sehr gering, was vor der Weihnachtspause allerdings kaum überrascht. Am Aktienmarkt überwogen anfangs wieder kleine Abgaben, doch war die Kursentwicklung nicht einheitlich bei durchschnittlich etwa 0,25 bis 0,75 v. H. ausmachenden Veränderungen. IG. Farben gingen weiter zurück auf 150 (151,13), ferner AEG. auf 113,75 (114,50), während von den übrigen führenden Papieren Verein. Stahl unter leichten Schwankungen mit 104,50 bis 104,75, außerdem Mannesmann mit 108 und Hoefch mit 108 behauptet blieben. Am Markte der Maschinenaktien brök- kelten die Kurse zumeist 0,50 bis 0,75 v. H. ab. Sonst kamen vorerst noch Zement Heidelberg mit 145,50 (146,50), Conti Gummi mit 205,75 (206), Westdeutsche Kaufhof mit unverändert 1103 und Reichsbank nach Pause mit 186,25 (185,50) zur Notiz. Am Rentenm ar kt war die Entwicklung ebenfalls etwas ungleichmäßig, da leichter Nachfrage auch kleine Abgaben gegenüberstanden. Von öffentlichen Anleihen gingen Reichsaltbesitz auf 128,15 (128,25) zurück, dagegen Reichsbahn-VA. 0,40 v. H. befestigt auf 124. Von Industrie-Obligationen blieben niedrig stehende fünfprozentige Papiere gefragt. Der Pfandbriefmarkt lag sehr ruhig und behauptet, wobei sich Angebot und Nachfrage etwas ausgeglichen haben. Stadtanleihen kamen ebenfalls meist unverändert und nomyiell zur Notiz. Im Freiverkehr hielten sich Kommunal-Umschuldung bei 92,10, 4 v. H. Rentenbank-Ablösung bei 88,50. Im weiteren Verlaufe bewegte sich das Geschäft in engsten Grenzen, größere Abweichungen traten kaum ein, lediglich Deutsche Linoleum gingen auf 154,50 nach 151 ohne besonderen Umsatz. Sonst zeigten zweite Notierungen Rheinstahl mit 132,25 nach 132, Junghans mit 100 nach 99,65 und Zement Heidelberg mit 145 nach 145,50. Von den führenden Werten bewegten sich IG. Farben bei unverändert 150, Verein. Stahl zwischen 104,50 bis 104,75. Die erst später notierten Werte lagen überwiegend etwas niedriger und größtenteils nominell. Schuk- kert verloren 2,50 v. H. auf 170,50, anderseits kamen Ilse Genuß nach Pause mit 131,50 (128) zur Notiz. Am Einheitsmarkt war die Haltung ebenfalls uneinheitlich. Stark gefragt blieben weiterhin Niederrh. Leder Spier. Don unnotierten Werten nannte man Katz 8z Klumpp mit 92,50 bis 94,50 (93,50 bis 95,50), Dingler mit unverändert 98 bis 100, Verein. Fränk. Schuh mit 78 Geld und Ufa mit 82 (82,25). Tagesgeld unverändert 2,50 v. H. Abendbörse still. An der Abendbörse kam es mangels Kundschafts- beteiligung nur in einzelnen Papieren zn kleinem Geschäft, während im übrigen die Feststellung der Kurse fast ausschließlich nominell erfolgte. IG. Farben wurden mit unverändert 150, Verein. Stahl mit 104,75 (104,90), Scheideanstalt mit 193,50 Gedenkt der hungernden Vögel. (193,25) und Commerzbank mit 110,90 umgesetzt. Deutsche Linoleum lagen in Anpassung an Berlin 1 v. H. höher mit 155,50. Sonst notierten u. a.: Mannesmann 107,90 (108), Rheinstahl 132,25, Adlerwerke 105, Bemberg 134, Demag 145,50, Ges- sürel 129,50, Moenus 122,50, Rheinmetall 129,75, Deutsche Bank 115, Dresdner Bank 118. Von Renten gingen 4,50 v. H. Mainz von 26 und 28 mit je unverändert 96 und 4,50 v. H. Baden-Baden von 24 mit unverändert 98 um. 6 v. H. IG. Farben waren zu unverändert 119,50 und 6 v. H. Großkraft Mannheim RM.-Anleihe zu unverändert 99,65 gefragt. Im Freiverkehr nannte man Kommunal- Umschuldung wie mittags mit 92,10. $ranffurter Schlachtvtehmarki. Frankfurt a. M., 21. Dez. Da infolge der Kälte die Viehtransportzüge mit erheblicher 23er« fpätung eintreffen, mußte auch der heutige Viehmarkt auf die Nachmittagsstunden verlegt werden. Die amtlichen Notierungen sollen erst am Donnerstag ausgegeben werden. Sranffurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 21. Dez. Bei ruhiger Gesamttendenz blieben die Notierungen gegen den Markt vom Montag unverändert. Geschäftsschließung wegen Verstoßes gegen die Preisregelung. Lpd. Frankfurt a. M., 21. Dez. Der Großhändlerin Katharina Ein schütz, geb. Held, Rük- kertftraße Nr. 44 wohnhaft, sind auf Anordnung des Regierungspräsidenten in Wiesbaden die Geschäftsund Betriebsräume bis auf weiteres g e f ch l o f - f en worden, weil sie wiederholt wegen Verstoßes gegen preisregelnde Anordnungen in Ordnungsstrafen genommen werden mußte. Sprechstunden der Nermktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnachmittag geschloffen. JUNKER.