Ur. 273 (Elftes Blatt 188. Jahrgang Dienstag, 22. November 1938 Erscheint täglich, nutzer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte (Siebener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr. . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernfprechanfchlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Sranifud am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Universttatsdruckerei R.Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulftratze 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm hohe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70mm Breite 50 Rpf..Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25"/» mehr. (Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördlicheAnzeigen6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Die Festlegung der Grenzen zwischen dem Reich und der Tschecho-Slowakei. Wichtige Volkstumsfragen geregelt. — Gemeinsamer Bau einer Ourchgangsautobahn Breslau — Wien und eines Oder-Donau-Kanals. sie dazu aufforberten, auch weiterhin Ruhe und Ordnung zu bewahren. Es liege im Interesse des Staates und der Nation, sich zu keinerlei Kundgebungen hinreißen zu lassen, die unabsehbare Folgen nach sich ziehen könnten. Die Studenten müßten sich vergegenwärtigen, daß gerade in der heu- tiaen Zeit ungemein schwerwiegende und für die Tschecho-Slowakei wichtige internationale Verhandlungen über die Bedingüngen für das künftige kulturelle und wirtschaftliche Leben der Republik geführt werden. Jede unüberlegte Tat würde von schädlichem Einfluß aus das Ergebnis dieser Verhandlungen sein. Was sagt die Prager Regierung dazu? Borkommniffe, wie sie Deutschland nicht mehr verzeichnen möchte. Heimwege befand, wurde von einem tschechischen Rowdy überfallen. Es wurden zwei deutsche Beamte und deren Frauen ernstlich verletzt. Der Deutsche H. wurde derart am Kopf und am Auge verwundet, daß er jetzt noch ärztliche Hilfe beanspruchen muß. Der andere deutsche Beamte R. wurde solange geschlagen, bis er bewußtlos zusammenbr ach. Er fiel infolge des starken Blutverlustes auf der Wachstube ein zweites Mal in Ohnmacht. Die Frauen der U e b erfülle ne n zeigen noch Spuren der Mißhandlungen. Trotz aller Anstrengung hat die Prager Polizei den Namen des Täters bisher noch nicht bekanngegeben und verweigert auch weiter seine Namensnennung. Es zeigt sich immer deutlicher, daß die Elemente, die an der Völkerfeindschaft Interesse haben, wieder Oberhand bekommen und die Polizei nicht entsprechend durchgreift. Die unfreundliche Behandlung der bisher in der Tschecho-Slowakei wohnenden Deutschen bei den staatlichen Behörden ist bezeichnend. Es scheint, daß die politischen Ereignisse der letzten Zeit noch nicht deutlich genug gewirkt haben. britische „Wriebuwattion" mit Bomben und Dynamit. -Q - % .5 - - A f Die britischen Militärbehörden in Palästina setzen die brutalen Unterdrückungsmethoden gegen den Befreiungskampf der Araber in immer schärferem Maße fort. Nachdem erst kürzlich eine groß angelegte Razzia in Jerusalem stattfand, mußte jetzt abermals der Belagerungszustand verhängt werden. Ueberall häufen sich die Gewaltmaßnahmen der Engländer, die, wie hier bei Niar in Galiläa, mit Granaten und Dynamit gegen die aufständischen Araber vorgehen. Sechzig Häuser wurden hier zerstört. — (Associated-Preß-M.) Berlin, 21. Nov. (DRV.) Zwischen der deutschen und der lschecho-flowakischen Regierung ist eine Einigung über die Festsetzung der Grenzen zwischen dem Deutschen Reich und der Tschecho-Slowakischen Republik zustandegekommen. Das Protokoll ist am 20. November in Berlin unterzeichnet worden. Gleichzeitig ist ein Vertrag über S taa tsan gehö ri gkei ts- und Op- liousfragen und eine Erklärung über den Schuh der beiderseitigen Volksgruppen unterzeichnet worden. Dem Internationalen Ausschuß, der in dem Rlün- chener Abkommen vom 29. September eingesetzt worden war, wurde die Einigung zur Kenntnis gegeben. Der Ausschuß hat sie im Sinne der Ziffer 6 des Münchener Abkommens bestätigt. Die nach den Grenzfestsehungsprotokollen an einzelnen Stellen beiderseits durchzuführende Räumung und Besetzung erfolgt am 24. November. , Am 19. November war bereits im Auswärtigen Amt eine Vereinbarung zwischen Deutschland und der Tschecho-Slowakei über eine auf tschecho-slowa- kifchem Staatsgebiet zu bauende Durchgangs- Autobahn als Verbindung zwischen Schlesien und der Ostmark und eine Vereinbarung über den Bau eines Verbindungs- kauals zwischen der Donau und der Oder unterzeichnet worden. Ferner ist der ll e b e r- slugverkehr über tschecho-slowakisches Gebiet geregelt worden. * Hierzu schreibt bas Deutsche Nachrichtenbüro : Die deutsche Regierung hat den Generalinspektor für bas beutsche Straßenwesen. Dr.-Jng. Fritz Tobt, bie tschecho-slowakische Regierung ben Minister für öffentliche Arbeiten, Husar e k, ermächtigt, mit ben Vorbereitungen und ben Bau- arbeiten sofort z u beginnen, lieber ben Oder — Donau-Kanal ist bas Einvernehmen der beutschen unb ber tschecho-slowakischen Regierung grundsätzlich im Hinblick auf bie gemeinsame Inangriffnahme bieses Kanals erzielt worden. Zur Aufstellung ber technischen Grundlage für Bau unb Betrieb wirb eine Sachoer st ändigenkom- Mission zusammentreten. Ein späterer A n - schluß ber Elbe an ben Kanal ist in Aussicht genommen. Die beiben Verkehrswege bienen ber Erleichterung bes Personen- unb Handelsverkehrs zwischen ben beiben Teilen Deutschlands, bie burch das tschecho-slowakische Staatsgebiet getrennt sind. Die getroffene Regelung unb bie vorgesehene Lösung befreit ben beutschen Verkehr von zettrauben- ben Formalien unb ftörenben Kontrollen. Die Durchgangs-Autobahn mit Anschlüssen an das tschecho-slowakische Straßennetz soll dem gesamten deutschen und tschecho-slowakischen Kraftfahrzeugverkehr kostenloszurVerfügung stehen und dient somit der Förderung bes Verkehrs zwischen beiben ßänbern. Auf ber Durchgangs-Autobahn, bie exterritorial ist, wird ein durch jealiche Pech- ober Zollkontrolle unbehinderter Verkehr von Breslau nach Wien auf bem kürzesten Wege möglich sein. Die Bauausführungen ber geplanten Durchgangs-Autobahn unb bes Ober— Donau-Kanals hüben für bie von der tschechoslowakischen Regierung in Angrtsf genommene Bekämpfung ber Arbeitslosigkeit eine wesentliche Unterstützung. Wer wird Präsident? Anklageerhebung gegen Benesch? Prag, 21. Nov. (Europapreß.) Am Morllag wurden die Verhandlungen zwischen den politischen Parteien über die Person des Präsidentschaftskandidaten ausgenommen. Hierbei hat sich gezeigt, daß die Kandidatur bes Außenministers Dr. Chvalkovsky jtarf in ben Hintergrund getreten ist, ba Dr. Ehvalkoosky als Außenminister für den Staat wichtiger sei. Es werde daher vorgeschlagen für die Präsidentenkandidatur den Innenminister Cerny namhaft zu machen, wahrend Ehvalkoosky als Ministerpräsident und Außenminister in Betracht kommen soll. Es ist wahrscheinlich, daß die Wahl eine Verzögerung bis zum Wochenende erfahren wird, zumal auch die Verhandlungen mit den Slowaken noch nicht abgeschlossen sind. Die Slowaken fordern u. a. stärkere Vertretung m ber Zentralregierung. r Die Erhebung der Anklage gegen den ehemaligen Staatspräsidenten Dr. Benesch wird von ber „Slovenska Prawda", bem Blatt bes rabifalen Flügels ber Slowakischen Volkspartei 5)110105, an- gefunbigt. Die Anklage wird bamit begründet werden, daß Dr. Benesch für die heutige Lage verantwortlich fei. Nach der tschecho-slowakischen Ver- fasiung ist Kläger das Abgeordnetenhaus, das mit Zweidrittelmehrheit auf Grund der Erhebungen eines besonderen, aus seiner Mitte gewählten Un- tersuchungsausschusses*die Anklage beschließt. Richter ist ber Senat, ber feinen Spruch mit Dreisünftel- mehrheit fällen muß. Die Anklage kann nur auf Hochverrat lauten, ber Schulbspruch nur apf Aberkennung ber Präsibentenwürde ober, im Falle Beneschs, auf Aberkennung ber Fähigkeit, in Zukunft nochmals bie Präsibentenwürde zu bekleiden. Die tschechischen Studenten zu Ruhe und Ordnung ermahnt. P r a g, 21. Nov. (Europapreß.) Die Rektoren ber tschechischen Universität unb ber tschechischen Technischen Hochschule in Prag richteten an bie Studentenschaft Ausrufe, in benen Prag, 21. Nov. (DNB.) Der von einer gewissen Zentralstelle in linksstehenben Kreisen proklamierte Deutschenhaß kommt in Prag erneut stärker zum Durchbruch. Nicht nur, baß alle deutschsprachigen Aufschriften und dergleichen, soweit sie z. B. in deutschen Instituten u'sw. vorhanden waren, zerstört und vernichtet werden, werden bereits wieder beutschsprechende Passanten auf der Straße von dunklen Gestalten angepöbelt und tätlich a n g e f a 11 e n. In den.Kaffee-Häusern werben alle Gäste, bie sich ber beutschen Sprache bebienen, berart angeekelt, baß sie es oorziehen, bie Lokale zu verlassen. Selbst beutsches Eigentum, wie parfenbe Automobile mit bem Kennzeichen bes Deutschen Reiches (!) sinb bas Angriffsziel. Abzeichen, bie an bas Deutsche Reich ober einen beutschen Verband erinnern, werden überall ab gekratzt, bie Wagen beschmiert unb begleichen. Ein besonders krasser Fall, her berebtes Zeugnis von bem Anschwellen bes Deutschenhasses in Prag ablegt, hat sich in ber Nacht auf Samstag im Zentrum Prags auf ber sogenannten Kettenbrücke zugetragen. Eine Gruppe Deutscher, bie sich auf bem Mit brutaiflen MMm'tteln. ßonbon, 21.Nov. (Europapreß.) Die „Wieber- eroberung" palästinensischer Stäbte burch englische Truppen geht unter Einsatz aller Machtmittel, zum Teil in brutalster Form, weiter. Montag würbe Versabeh reftios von englischem Militär in Besitz genommen. Die örtlichen Verwaltungsstellen werben nicht mehr mit Zivilisten besetzt. Die Zivil- bchörden und die Polizeistreitkräfte hatten sich vor mehreren Wochen zurückziehen müssen, da der arabische Druck zu stark geworden war. Die „Wieder- einnahme" anderer Städte, wie Bethlehem, Jericho, Hebron unb Gaza, würbe Enbe ber vergangenen Woche abgeschlossen — Der am vergangenen Donnerstag durch Schüsse verletzte Scheich Abdul Rahman el Khatib ist am Montag seinen Verwundungen erlegen. Scheich Abdul war Lehrer an einer höheren englischen Schule, außerdem war er Mitglied der Nationalen Verteidigungspartei. In Asira (Bezirk Samaria) umzingelte bie Polizei ein Haus, in bem eine kleine "Schar von Arabern über ihre Befreiung vom englischen Joch beriet. Die Polizisten erschossen drei Araber und verwundeten zwei schwer. Nach einer Meldung aus Damaskus wird in syrischen Regierungskreisen die Gesamtzahl der aus Palästina nach Syrien unb bem Libanon vor bem englischen Terror Geflüchteten auf über 25000 Menschen geschätzt. Der Flüchtlingsstrom halte immer noch unoerminbert an, obwohl bie Grenze von Palästina von englischem Militär scharf bewacht werbe. Unter' ben Flüchtlingen sollen sich nicht nur ben englischen Manbatsbehörben mißliebige Politiker, sonbern auch zahlreiche Greise, Frauen unb Kinber befinden. Oie beiden Amerika. -23on unserem A G.-Korrespondenten. Buenos Aires, November 1938. Wenn in Europa in einigen Wochen eine Tagung sämtlicher Staaten bes Kontinents stattfinden würde, von der Art, wie die am 8. Dezember dieses Jahres beginnende Panamerikanische Konferenz von Lima, der Hauptstadt Perus, so wären wahrscheinlich jetzt schon in allen bedeutenden europäischen Tageszeitungen grundsätzliche Aufsätze über die zu behandelnden Fragen, Stimmungsbilder über die politische Lage in den einzelnen Ländern und deren voraussichtliche Haltung auf der Konferenz und ähnliches zu lesen. Die Lektüre der wichtigsten südamerikanischen Zeitungen zeigt, daß zunächst bas Interesse an der bevorstehenben Tagung noch verhältnismäßig gering zu sein scheint. Nur höchst selten weist ein führendes Blatt auf bie{e Tagung hin. Meist geschieht es zubem noch in jener allgemeinen, unverbinblichen unb zugleich wortreichen Form,' bie südamerikanische Kommentare über sübamerikanische Angelegenheiten von jeher gekennzeichnet hat. Der chilenische Staatspräsibent A g u i r r e Serba, ber sein Amt entmeber währenb ober kurz nach ber Konferenz von Lima, am 25. Dezember 1938, antreten wird, nannte Roosevelt ein „leuchtenbes Vorbild für ganz Amerika" und betonte, daß die Politik der guten Nachbarschaft endgültig die Dollardiplomatie und den amerikanischen Imperialismus abgelöst habe. Lediglich in zwei Punkten war Cerda von deutlichster Klarheit: Er kündigte an, daß unter seiner Regierung bie ch i- lenischen G e s a n b t s ch a f t e n in Europa aufgehoben und burch Konsulate ersetzt würden, währenb gleichzeitig die chilenischen biploma- tischen Vertretungen in ben amerikanischen ßänbern verstärkt werben sollen. Ist biese Geste zunächst auch wohl nur symbolisch zu werten, so muß man sie boch als eine Sympathieerklärung für ben Gebauten ber panamerikanischen Jsolie- rungspolitit bezeichnen. Schließlich meinte Cerba noch, bie bisherigen Privilegien bes ausländischen Kapitals in ben südamerikanischen Län- bern müßten einer Nachprüfung unterzogen werden — „wenngleich bas Kapital als solches un» entbehrlich sei". Auch ber norbamerikanische Unterstaatssekretär Sumner W e 11 e s hat sich in einer über ganz Amerika verbreiteten Rundfunkrebe lange bei Gemeinplätzen aus bem bekannten panamerikanischen Sprachschatz aufgehalten, bis er schließlich ben mittel- unb sübamerikanischen ßänbern bie Versicherung abgab, Nordamerika werde sie „im Falle eines Angriffs" zu Wasser, zu ßanbe und in ber ßuft schützen. Diese Versicherung würbe ben Sübamerikanern zwar schon öfter von Norbamerika aus zuteil, wohl selten aber mit solchem Nachbruck, wie burch bie jüngste Rebe von Sumner Welles. Ihm war es vorbehalten, bie schon früher in ber norbamerikanischen Propaganda vielfach zum Aus- bruck gebrachten Gebauten einer angeblich ben süd- unb mittelamerikanischeu Staaten von außen, von 11 e b e r f e e brohenbeu Gefahr erneut unb betonter zu formulieren. Bei ben letzten europäischen Ereignissen war nun, auch für sübamerikanische Augen klar ersichllich, bie Genfer Liga zu völligem Versagen verurteilt. Dies aber ist gleichbedeuteub mit einer Ausschaltung bes einen ber beiben Faktoren, auf bie sich bie Südamerikaner bei ihrer Außenpolitik stützen können. Daburch sind bie Ten- benzen gestärkt worben, bie einem stärkeren Anschluß ber sübamerikanischen Staaten an ben näheren Machtfaktor, die USA., bas Wort reben. Es ist allerdings immer noch sehr bie Frage, ob bie sübamerikanischen Länder in ihrer Gesamtheit einen so weitgehenden „Schutz" gegen eine von ihnen vielleicht gar nicht einmal so stark empfundene „Gefahr" überhaupt wollen, wie ihn Sum- uer Welles im Auftrag Roosevelts ihnen zusicherte. Es scheint heute noch sehr fraglich, ob die süd- und mittelamerikanischen Staaten wirklich an ein — irgendwie geartetes — Militärbündnis mit Nordamerika denken, das doch die letzte Folge der von Sumner Welles verkündeten Politik sein müßte. Ein solches Bündnis war ror Monaten auch schon. von uordamerikanischeu Zeitungen, sei es auch nur als Versuchsballon, besprochen worden. Aber selbst, wenn man nicht so weit gehen unb kein Militär- bünbnis, keine „panamerikanische Form von kollektiver Sicherheit", von ber neuerbings mieber bie „New Port Times" sprechen, ins Auge fassen will, so erhebt sich doch bie anbere Frage: Wirb Washington auf ber Konferenz von Lima bie ,/ßaname- rifanifierung ber Monroe-Doktrin" fortsetzen, bie auf ber panamerikanischen Friebens- sicherungskonferenz vom Dezember 1936 in Buenos $ Aires begonnen würbe? Wirb man biesmal versuchen, über bie Bestimmung hinauszugehen, baß bie Staaten beiber Amerika, falls einer von ihnen in einen Konflikt mit einer nichtamerikanischen Macht geriete, zur gemeinsamen Beratung zu- sammenzutreten haben? Wird man versuchen, sie über ben allgemeinen Grundsatz ber Konsultierung hinaus schärfer zu fassen, etwa in Form eines ante» rikcmischen Staaten- ober Völkerbunbes, wie ihn — wohl auf Anregung und Wunsch ber im Hintergrunb bleibenben Norbamerikaner — K 0 - lumbien und San Domingo vorschlagen? Oder wird man es mit einem neuen Friedens- sicherungsabkommen probieren, bas bie Norbamerikaner, wenn alle Völkerbundspläne einmal abgelehnt worben sinb, als Kompromißoor- schlag auf ben Verhanblungstisch legen könnten? Bisher liegen aus ben führenben sübamerikanischen Staaten, aus Argentinien, Brasilien und Chile, zu diesen Fragen keinerlei amtliche Stellungnahmen vor. Man hat aber keinen Grund, anzu- Berchtesgaden, 21. Nov. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler empfing heute auf dem Berghof zur Entgegennahme des Beglaubigungsschreibens den neuernannten Kaiserlich j a - panischen Botschafter Generalleutnant Oshima, der als japanischer Militärattache bereits seit mehr als vier Jahren in Deutschland tätig gewesen ist. Der Botschafter, der von dem gleichfalls neuernannten japanischen Botschaftsrat u s a m i, dem Marineattache Kapitän z. S. Kojima und dem stellvertretenden japanischen Militärattache Oberstleutnant I s h i i begleitet war, überreichte das kaiserliche Handschreiben mit einer Rede in deutscher Sprache, in der er erklärte: Daß der unerschütterliche Glaube Eurer Exzellenz in Verein mit dem absoluten Vertrauen des deutschen Volkes in so kurzer Zeit Großdeutschland geschaffen hat, kann kein Volk mit größerer Hochachtung schätzen als gerade das japanische, da wir eine der deutschen parallele Weltanschauung haben. Ich habe dies in den vergangenen 4Vi Jahren mit eigenen Augen verfolgen können. Es bedeutet daher für mich ein großes Glück, daß ich nunmehr weiter in Deutschland arbeiten darf, und zwar gerade in dieser Zeit, welche charakterisiert ist durch den vor zwei Jahren erfolgten Abschluß des deutsch-japanischen Abkommens gegen die Kommunistische Internationale, durch eine/immer engere Gestaltung der freundschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Japan und durch das Wachsen der Sympathie Hierauf empfing der Führer und Reichskanzler den bisherigen Königlich Belgischen Gesandten Graf Davignon, der,, nachdem das Deutsche Reich und Belgien ihre bestehenden Gesandtschaften zu Botschaften erhoben haben, zum er st en Botschafter Belgiens in Deutschland ernannt worden ist, zur Entgegennahme des neuen Beglaubigungsschreibens. Der Botschafter erklärte dabei, das heutige Ereignis unterstreicht die glückliche Entwicklung der Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern; schon im vergangenen Jahr war die Erklärung vom 13. Oktober'1937 ein bemerkenswertes Zeichen dafür, das Belgien mit größer Befriedigung als einen wichtigen Beitrag zum europäischen Oie Beisetzung Atatürks. Diele Abordnungen ausländischer Heere im Trauerzug. Aiplomatenempfange beim Führer aus dem Obersalzberg. Oer neue japanische Botschafter überreicht sein Beglaubigungsschreiben. und des Verständnisses, das Japan im deutschen Volk findet. Was mich mit besonderer Freude erfüllt hat, war die aufrichtige herzliche Kameradschaft, die mir die deutsche Wehrmacht, deren Schlagkraft und traditionelle Manneszucht ich auf das höchste bewundere, .stets entgegengebracht hat. Der Führer und Reichskanzler antwortete u. a.: Von Ihren anerkennenden Worten über die Entwicklung des Deutschen Reiches und der deutschen Wehrmacht habe ich dankbar Kenntnis genommen. Die einheitliche Ausrichtung des deutschen Volkes auf feine großen nationalen Aufgaben, der wir diese Entwicklung verdanken, findet ihre Parallele in dem Geist des japanischen Volkes, das unter der weisen Führung seines Kaiserhauses in den letzten Jahrzehnten einen so bewundernswerten Aufschwung genommen hat. Daß unsere beiden Völker die zersetzende Tätigkeit des internationalen Kommunismus in chrer ganzen Gefährlichkeit erkannten und sie sich zur Abwehr dieser Einflüsse mit dem italienischen Volk m dem Abkommen gegen die Kommunistische- Internationale zusammenschlossen, ist ein weitere Beweis ihrer geistigen Verwandtschaft. Ich bin deshalb überzeugt, daß die deutsch-japanische Freundschaft, die auf so sicherer Grundlage steht, sich a u ch w e i t er v e r t i e f e n und festigen wird zum Wohle unserer beiden Völker und im Dienste des Friedens und des Fortschrittes der Welt. Belgiens erster Botschafter. Frieden ausgenommen hat. Der Führer und Reichskanzler erwiderte ihm: Ich begrüße es lebhaft, Herr Botschafter, daß die Wahl Seiner Majestät des Königs der Belgier für die erstmalige Ernennung eines Botschafters im Deutschen Reich gerade auf die Person Ew. Exzellenz gefallen ist, der Sie schon seit mehr als 2Va Jahren Ihr Land hier als Gesandter vertreten und seither Deutschland gut kennengelernt haben. Die deutsche Reichsregierung sowohl wie die Königlich Belgische Regierung sind berechtigt, mit Zufriedenheit auf die Entwicklung ter Beziehungen unserer beiten Länder in dieser Zeit zurückzublicken. Die in der deutschen Erklärung vom 13. Oktober 1937 festgelegte Grundlage ter Benehmen, daß sich die grundsätzliche Einstellung etwa Argentiniens zu derartigen Fragen geändert haben soll. Diese Einstellung wurde noch kürzlich von Außenminister C a n t i l o in Rundfunkansprachen an die europäischen Staaten und an USA. sowie in einem viel beachteten Presseinterview dargelegt. Seine Haltung geht darauf hinaus, daß Argentinien die Bindungen an Europa, die vor allem wirtschaftlich bedingt sind — so ist England beispielsweise der Hauptabnehmer argentinischer Erzeugnisse —, nicht zugunsten einer einseitigen panamerikanischen Bindung aufgeben kann, und Argentinien außerdem innerhalb des amerikanischen Kontinents in erster Linie mit feiney Nachbarländern Zusammenarbeiten möchte. Hier klingt wieder einmal die alte Melodie der Bildung eines Blocks der ABC-Staaten, vielleicht erweitert durch Uruguay und Paraguay, an. Man weiß freilich, daß sich Brasilien infolge seines engen Freund- schaftsverhältnisies zu USA. zu Argentiniens Plan eines ABC-Staatenblocks abwartend verhält, vielleicht auch mit Rücksicht auf seine eigene schwächere Stellung ui einem solchen Block. Die Haltung Chiles müßte erst geklärt werden, wenn man die ersten Taten seiner demnächst zu erwartenden Volksfrontregierung überblicken kann. Die Konferenz von Lima tritt in einem politisch außerordentlich interessanten Augenblick zusammen. Ihre Beratungen werden voraussichtlich über die künftige Stellung vieler amerikanischer Staaten zu Europa, wie auch zu einzelnen europäischen Ländern Klarheit verschaffen. Daß diese Beratungen durch die in vollem Gange befindliche Auseinandersetzung Mexikos mit dem Auslandskapital — hauptsächlich nordamerikanischer Herkunft — nicht erleichtert werden und diese Frage vielleicht sogar von Mexiko in der einen ober anderen Form aufgeworfen wird, ist klar. Außerdem könnte unter Umständen das Nichterscheinen Ecuadors auf ter Konferenz wegen des ungelösten Grenzstreites, den dieses Land mit Peru hat, dessen Hauptstadt Lima die Konferenz beherbergt, ein schlechtes Vorzeichen für die beabsichtigte ,Herstellung der amerikanischen Einheitsfront" sein. ... Argentinien und die LIGA. Cantilo betont die enge kulturelle Verbindung mit Europa. Buenos Aires, 21.Nov. (DNB.) Außenminister Cantilo hat zu Roosevelts Bündnisplänen für die bevorstehende Panamerikanische Konferenz in Lima einem Neuyorker Pressevertreter erklärt, daß Argentiniens kulturelle Bande mit Europa wesentlich enger seien als mit USA. Von Spanien und Frankreich habe Argentinien die Richtung seines Geisteslebens bekommen, Italien habe es künstlerisch beeinflußt und Deutschland übe mit seiner Wissenschaft einen großen Einfluß auf das argentinische Universitätsleben aus. Wenn auch die Regierungsformen denen in USA. verwandt seien, so dürst man nicht vergessen, daß beite Länder völlig verschiedene historische Entwicklungen durchlaufen hätten uno dementsprechend ihren Kulturkreis ausgestaltet hätten. Die argentinische Regierung fei überzeugt, daß jedes einzelne ibero-amerikanische Land seine ureigene Politik im Rahmen des amerikanischen Kontinents entwickeln müsse, aber dies schließe eine ideele Solidarität nicht aus. Zum Schluß erklärt Cantilo auf die Frage nach einer wirtschaftlichen Durchdringung, daß diese Möglichkeit nicht nur von europäischer Seite bestehe, sondern seitens aller Nationen, die technisch oder finanziell stärker seien. Das einzige Mittel hiergegen sei, fei« der immer stärker zu werten. Und hiernach strebe Argentinien. Kein platz. Das größte Reich der Erde hat keinen Raum für die Juden. London, 22. Nov. (Curopapreß.) Die englische Presse beschäftigt sich mit der Frage der jüdische^ Emigranten. Dabei kommen fast alle Blätter an Hand von Karten zu dem Schluß, daß innerhalb des britischen Imperiums „trotz allen guten Willens" sehr wenig Platz zur Aufnahme von Emigranten vorhanden ist. Die „Times" schreibt, man könne nicht das britische Imperium für eine regellose Einwanderung mit allen damit verbundenen Gefahren zulassen. Im übrigen seien nur wenige Länder aus klimatischen und anderen Gründen für eine Ansiedlung von Europäern geeignet. Don den in Frage kommenden Ländern innerhalb des Imperiums fei Britisch Guayana noch am ehesten zur Aufnahme einer nennenswerten Anzahl von Emigranten geeignet. — Im übrigen müßten auch di e anderen Länder ihren Beitrag zu dieser Frage leisten. Auch Madagaskar sei für Siedlungszwecke in großem Stil geeignet. In gleichem Sinne äußert sich auch der „Daily Telegraph". Auf den Aufruf zu einer sofortigen Festlegung einer gemeinsamen Flüchtlingspolitik könne es bei allen Parteien nur eine bejahende Antwort geben. Aber es fei fein Land für Siedlungszwecke in großem Stil vorhanden. Drei-Tage-Gchlacht amGegre P a r i s , 22. Nov. (Curopapreß.) Am dritten Tage der Kämpfe erreichte die Schlacht auf dem rechten Segre-Ufer, wie die Meldungen der französischen Kriegsberichterstatter auf nationalspanischer Seite besagen, ihren Höhepunkt. Am 7. November waren die Bolschewisten über den Fluß vorge- st o tz e n , um die bedrohten bolschewistischen Kolonnen auf dem rechten Ebro-Ufer zu entlasten. Es gelang ihnen dabei, einen Streifen von 12 Kilometer Breite und drei Kilometer Tiefe zu besetzen. Nachdem dieSchlachtamEbro von den nationalen Truppen siegreich beendet worden war, griff das natio« nalspanische Armeekorps des Generals y a g u e am Samstag am Segre an. Am Montag wurde das große Dorf Seros, das in 800 Meter Entfernung vom Segre liegt, von den nationalspanischen Truppen wieder genommen. Der Streifen, der sich noch in sowjetspanischem Besitz befindet, ist neun Kilometer breit und durchschnittlich anderthalb Kilometer tief. Trotz des schlechten Wetters halten die Kämpfe mit großer Erbitterung an. Italiens Rückwanderer. Rom , 21. Nov. (Curopapreß.) Beim Ministerium des Aeußeren wurde eine Kommission zur Erleichterung der Heimkehr der Italiener im Ausland gebildet. Das faschistische Regime hat schon immer die Italiener im Ausland durch eigene Schulen, Ferienheime und faschistische Organisationen unterstützt und sich mit allen Mitteln der Einbürgerung der im Ausland lebenden Italiener widersetzt. Jetzt will sie ihre Heimkehr begünstigen. Die Bildung dieser Kommission ist auch vom rassepolitischen Gesichtspunkt von Bedeutung, da der Aufenthalt- im Ausland leicht zu Mischehen führt, die heute in Italien verpönt sind. 3um Tode der Königin Maud. Der Führer an den König von Norwegen. Berlin, 21. Nov. (DNB.) Aus Anlaß des Ablebens der Königin von Norwegen richtete der Führer und Reichskanzler das nachstehende Telegramm an den König von Norwegen: Zu dem schmerzlichen Verlust, der Ew. Majestät und das königliche Haus betroffen hat, bitte ich Ew. Majestät, den Ausdruck meiner herzlichen An- t e i l n a h m e entgegenzunehmen. (gez.) Adolf Hitler. Der Reichsminifter des Auswärtigen, von Ribben- trop, übersandte dem königlich-norwegischen Minister des Auswärtigen, Koht, folgendes Telegramm: Ew. Exzellenz spreche ich anläßlich des unerwarteten Ablebens Ihrer Majestät der Königin von Norwegen meine und der deutschen Reichsregierung aufrichtigste Anteilnahme aus. — Im Auftrage des Führers und Reichskanzlers stattete der stellv. Chef der Präsidialkanzlei, Ministerialdirektor Dr. D o e h l e, dem norwegischen Gesandten Exzellenz Scheel einen Beileidsbesuch ab. Der Reichsminister des Auswärtigen, von Ribbentrop, begab sich in Begleitung des stellv. Chefs des Protokolls in die norwegische Gesandtschaft und sprach dem norwegischen Gesandten seine Anteilnahme aus. * Im englischen Unterhaus brachte Ministerpräsident Chamberlain einen- Antrag ein, wonach das Haus König Georg VI. zum Tode feiner Tante, der Königin Maud von Norwegen, fein Beileid aussprechen möge. Der Antrag des Ministerpräsidenten wurde einstimmig angenommen, nachdem ihn die Vorsitzenden sämtlicher Unterhaussraktionen befürwortet hatten. Die verstorbene Königin wird am Mittwoch, 23.November, von England in ihre Heimat über geführt werden. Die Ueberführung erfolgt von Portsmouth auf dem Schlachtschiff „Royal O a k", das von vier Zerstörern begleitet sein wird. Die Leiche wird von Dienstag bis "Mittwoch in der Kapelle des Marlbourough-Haufes aufgebahrt. Mit aller Wahrscheinlichkeit wird einer der Brüder des Königs an den Beisetzungsfeierlichkeiten in Norwegen teilne'hmen. Or. Goebbels bei einer Abendveranstaltung der NGD. Berlin, 21. Nov. (DNB.) Gauleiter Reichs- minister Dr. Goebbels besuchte am Montagabend eine Abendveranstaltung der i d e e l l e n B e - treuung durch das WHW. im Saalbau Friedrichshain. Nicht nur der äußeren Not hat die NSV. den Kampf angesagt, sondern sie sorgt dafür, daß auch die ärmsten Volksgenossen Stunden der Freude erleben, in denen namhafte deutsche Künstler Ankara, 21. Nov. (DNB.) In der Nacht zum Sonntag auf Montag füllte in Ankara eine schier unübersehbare Menschenmenge den breiten Stra- ßenzutz, der vom .Kamutay", dem Parlamentsgebäude, über den Ulusvlatz zum Hügel des Ethno- graphischen Museums führt. In dem Hotel „Ankara Palace" hatten sich die Delegationen aus dem Aus« land versammel!. Der Fsihrer und Reichskanzler ist durch folgende Abordnung vertreten: Der Präsident des Geheimen Kabinettsrates Reichsminister Freiherr von Neurath, General der Infanterie List, Admiral Carls und Gene- ralleutnant der Flieger Felmy. Der deutschen Delegation waren folgende Herren zugeteilt: Gesandter v. Kotze, Vortragender Legationsrat Braun vo n Stumm, Legationssekretär von Kessel, Oberst der Luftwaffe Kettenbeil, Oberstleutnant von Post, Oberleutnant zur See B e t g e. . Aus der Straße, die vom Bahnhof in die Stadt führt, hatten die Truppen, Lanzenreiter, Artillerie, das Regiment der Republikanischen Garde zu Fuß, das Junkerregiment der Kriegsschule, Marinefüsi- liere Aufstellung genommen. Der Kommandeur der Trauerparade, General der Infanterie Fahrettin, schritt in Begleitung seines Stabes die Front der ausländischen Militärabordnungen ab. In der alphabetischen Reihenfolge in französischer Sprache standen die Kadetten des S ch u l k r e u z e r s „E m - d e n" mit der Musikkapelle. Es schlossen sich an die Bulgaren, die Franzosen, die Engländer, die Griechen, die Rumänen, die Jranier, die Sowjetrussen und die Jugoslawen. Vor jeder Abteilung blieb der türkische General grüßend stehen und rief den Truppen den türkischen Soldatengruß „Merhaba" zu. Die Landungsabteilung des Schulkreuzers „Em- ausfchließlich für sie da sind. Durch fein Erscheinen bewies der Minister, der durch Gauamtsleiter Mähler begrüßt wurde, wie sehr ihm diese ideelle Betreuung der Volksgenossen am Herzen liegt, um die sich zur Zeit des Weimarer Systems trotz aller schönen Redensarten kein Mensch gekümmert hat. Mit lebhaftem Interesse verfolgte Dr. Goebbels mitten unter ihnen den Ablauf des bunten und schönen Programms. Gportappett der deutschen Betriebe. iy2 Millionen schaffende Deutsche im sportlichen Wettkampf. Berlin, 21. Nov. (DNB.) Der Sportappell der deutschen Betriebe sah trotz ter kurzen Anlaufzeit eme Beteiligung von über 10 000 Betrieben mit 1,45 Millionen Gefolgschaftsmitgliedern im Alter von 18 bis 55 Jahren. Erstaunlich war dabei gerade die starke Anteilnahme von Gefolgschaftsmitgliedern über 55 Jahren. Diesmal waren die Frauen noch nicht daran beteiligt, sie sollen aber im nächsten Jahre mit hinzugezogen werden. Die Ergebnisse des ersten Sportappells waren: Klasse I (Betriebe von 12 bis 20 Gefolgschaftsmitgliedern): 1. Gebr. Simm (Herne), 639 Punkte; 2. Georg Rosa, Opel-Verkaufswerkstatt (Berlin), 637 P.; 3. Modehaus Neugebauer GmbH. (Mannheim), Gau Baden, 614 P.; 4. Fallschirm-Iäger- Rgt. I, Gau Magdeburg-Anhalt, 613 P.; 5. Allqem. Ortskrankenkasse (Melle), Gau Weser-Ems, 611 P. Klasse II (Betriebe mit 21 bis 120 (Befolg* schastsmitgliedern): 1. Kurhess. Zentral,Genossen- schäft GmbH. (Kassel), 650 P.; 2. Wegmann 8- Co., Abt. Braunkohlenwerk (Holsthausen), Gau Kurhes* Jen, 649 P.; 3. Zeitungsverlag „Der Altmärker", Curt Causche (Stendal-Schademwachtern), 627 P.; 4. „Der .Mitteldeutsche Altmärker Anzeiger" (Sten- Ziehungen zwischen dem Deutschen Reich urtb Belgien hat in der seither verflosienen Zeit und insbesondere auch in den letzten Monaten sich vollauf bewährt. Sie können versichert sein, daß Ihre Bemühungen, auf dieser Grundlage weiterzubauen und die deutsch-belgischen Beziehungen noch enger zu gestalten, stets meine vollste Unterstützung finden werden. Später überreichte der neu ernannte Königlich Albanische Gesandte Rauf F i c o dem Führer und Reichskanzler sein Beglaubigungsschreiben; er ist, nachdem das Königreich Albanien erstmalig eine Gesandtschaft im Deutschen Reich errichtet hat, der erste Gesandte dieses Landes in Deutschland. Es folgte hiernach der Empfana des neuen Gesandten der Dominikanischen Republik Roberto Despradel. Alsdann fand ter Empfang des Kaiserlich Mandschurischen Gesandten L ü I - W e n statt, der als er st er Gesand- t e r das Kaiserreich Mandschukuo in Deutschland vertritt. Der Gesandte hob hervor, daß seit dem Bestehen des neuen mandschurischen Staates die Beziehungen mit Deutschland stets freundschaftliche gewesen seien, und er es als seine Aufgabe betrachte, sie auf der Grundlage des Handelsabkommens von 1936 und des in diesem Jahre abgefchlosienen Freundschastsvertrages zwischen beiden Ländern in jeder Hinsicht auszubauen. Der Führer und Reichskanzler wies in seiner Erwiderung darauf hin, daß sich Deutschland und Mandschukuo wirtschaftlich ergänzen, und gab der Ueberzeugung Ausdruck, daß dieser günstige Umstand ebenso wie die gemeinsame Einstellung beider Völker gegen die den Frieden unb die Kultur ter Welt bedrohenden Bestrebungen des internationalen Kommunismus zu einer immer stärkeren Festigung der deutsch-mandschurischen Beziehungen führen werden. * Bei der An- und Abfährt der Diplomaten auf dem Berghof erwies eine Ehrenwache der ff«ßcib» standarte ihnen die Ehrenbezeigung Mittags nahmen die fremden Diplomaten und ihre Begleitung an einem von Staatsminister und Ches der Präsidialkanzlei Dr. Meißner im Grand Hotel yi Berchtesgaden ihnen zu Ehren gegebenen Frühstück teil. Nachmittags fuhren sie im Kraftwagen über die Alpenstraße und die Reichsautobahn nach München, von wo sie am Spätabend mit der Bahn die Rückreise antraten. den" unter dem Kommando des Kapitänleutnants Erdmann erwiderte mit einem „Guten Morgen, Herr General!" Gegen 10 Uhr wurde ter Sarg Atatürks von 12 Abgeordneten auf die Geschützlafette gehoben. Dann formierte sich der Trauerzug, beginnend mit den Abteilungen der türkischen Armee, die mit gesenkter Fahne vor dem mit der Halbmondflagge bedeckten Sarg vorüberdefilierten. Die Reihe der ausländischen Delegationen wurde durch die Besatzung des Kreuzers „Emden" eröffnet, die am Katafalk im Paradeschritt vorüberzog. Dann setzte sich der Trauerzug in Bewegung, voran das Geschütz mit dem Sarg, bas von hundert türkischen Soldaten gezogen wurde. Zur Seite gingen die Generale und Admirale der türkischen Wehrmacht. Hinter dem Sarge folgte die Schwester Atatürks, Frau Makbule, als nächste Angehörige des Toten. Es folgten der neue Präsident der Republik, General Ismet Jnönü und die Regierung, sodann die Chefs der ausländischen Delegationen. In der ersten Reihe sah man den Führer der deutschen Abordnung Freiherrn v. Neurath in der Uniform eines ff-Obergruppenführers. Das Diplomattfche Korns in Paradeuniformen und die Abgeordneten des Bar- taments bildeten den Abschluß des Trauerkonduktes. Vor dem Sarge trug ein Offizier als einzige Auszeichnung des toten Feldherrn die im Unabhängigkeitskriege in Anatolien erworbene Freiheitsmedaille. Eine Menschenmenge von 200000 säumte den etwa 4 Kilometer langen Weg bis zum Ethnographischen Museum, in dessen Vorhalle ter Sarg vorläufig aufgebahrt wurde, bis ein endgültiges Mausoleum gebaut ist. dal), 627 P. 5. Klinisch & Co. (Frankfurt a. M.), 621 P. Klasse III (Betriebe mit 121 bis 300 Gefolgschaftsmitgliedern): 1. Becker & Bernhard (Langenfeld i. Rheinland), 607 P.; 2. Große Kampffliegerschule (Lechfeld), 597 P.: 3. Friedrich Wilhelm Le- bensversicherungs-AG. (Berlin), 595 P.: 4. Flugzeugführerschule sE.j (Nellingen), Gau Baden, 584 Punkte; 5. Gebr. Happich GmbH. (Wuppertal- Elberfeld), 569 P.; 6. Mauz 6- Pfeiffer (Stuttgart» Bottnang), 569 V. Klasse IV (Betriebe mit 301 bis 1000 Gefolgschaftsmitgliedern): 1. „Anker" Kesselfabrik Schweller (Düren-Birksdorf), 216 P.; 2. „Hamburger Fremdenblatt" (Hamburg), 597 P.; 3. Finsterwalter Maschinen GmbH. (Finsterwalde), 588 P.: 4. Deutscher Ring, Lebensversicherungs-AG. (Hamburg), 582 P.; 5. Hommel-Werke GmbH. (Mannheim-Kä- fcrtal), 567 P. KlaffeV (Betriebe mit über 1000 Gefolasck^sts- mifgliebern): 1. IG.-Farben, Werk Sud und Nord (Bitterfeld), 569 P.; 2. Kugel-Fischer (Sckiweinfurt), 559 P: 3. Vereinigte Aluminiumwerke AG. Lauta- werk (Lausitz). 544 P.; 4. Deutsche Acetat Kunstseiden AG. Rhodiaseta (Freibura i. Br.). 542 P.; 5, Dürener Metallwerke AG. (Düren), 534 P. Oie Aufgaben der Hochschulen Arbeitstagung des Reichsstudentenwerkes in Tübingen. Tübingen, 22. Nov. (DNB.) Das Reichs- studentenwerk führt auf dem Treifekberg bei Tübingen eine Arbeitstagung durch. Reichsstutenten- fuhrer ff-Oberführer Dr. Scheel sprach von den drei Aufgaben, deren Lösung die Reichsstutenten- führung im Interesse der Hochschule in Angriff genommen habe. Dabei stellte er zunächst die Bildung der studentischen.Kameradschaft heraus, begründete dann die Wichtigkeit der Einigung des Akademirertums, die jetzt als Grundlage für die Fortentwicklung der Hochschule vollzogene Tatsache sei, und sprach von der Lösung der sozialen Frage für die Hochschule, die gerade bei den Studentenwerken liege. Man gehe jetzt daran, brauchbaren Nachwuchs für die Hochschule zu schaffen. Die Grundlage dafür müsse als Auslesebasis alle Stände des Volkes umfassen. Oberregierungsrat Hubert vom Reichserzie» hungsrninisterium überbrachte die Grütze des Chefs des Amtes Wissenschaft im Reichserziehungsmini- sterium, Staatsminister Dr. Wacker. Man wolle nicht nur eine konseroatorische Haltung auf denn Gebiete der Hochschule einnehmen, man wolle hier vielmehr u m a e st a l t e n , aber beim Umgestalten das Gute aus dem Gebiete der Wissenschaft und der Hochschule fördern. Beschleunigte Aburteilung von Gangsterverbrechen. Berlin, 21. Jtoo. (DHB.) Unter dem Eindruck der In letzter Zeit sich häufenden Gangsterverbrechen und namentlich des vierfachen Mordes bei Graz hat der Reichsminister der Justiz im Einvernehmen mit dem Reichsminister des Innern eine Verordnung erlassen, die die sofortige Aburteilung derartiger Taten in einem besonders schnellen und rechtsmittellosen Verfahren sicherstellt. Rach der Verordnung kann die Staatsanwaltschaft bei Verbrechen Anklage vor dem Sondergericht erheben, wenn sie der Auffassung ist, daß mit Rücksicht auf die Schwere oder die Verwerflichkeit der . Tat ober die in der Oeffentlichkeit hervorgerufene Erregung sofortige Aburteilung durch das Sondergericht geboten ist. Beim Sondergericht, das aus drei Berufsrichtern besteht, gibt es keine gerichtliche Voruntersuchung und kein besonderes Eröffnungsverfahren. Die Ladungsfrist beträgt 24 Stunden. Das Urteil wird mit der Verkündung rechtskräftig und sofort vollstreckbar. Die Verordnnng gilt auch für das Land Oesterreich und für die fudetendeutschen Gebiete; dort entscheidet an Stelle des Sondergerichtes das Oberlandesgericht. Die Verordnung zeigt, dah der nationalsozialistische Staat gewillt ist, mit allen Mitteln dafür zu sorgen, dah bei solchen Kapitalverbrechen die verdiente Strafe der Tat möglichst aus dem Fuße folgt Wie die Iustizpressestelle Berlin mitte ilt, wird der am 12. Oktober d. I. in Berlin-Nikolassee an dem Kraftdroschkenfahrer Herbert Taube! verübte Mord schon am Mittwoch zur Aburteilung kommen. Auf Grund der neuen Verordnung über die beschleunigte Aburteilung von Gangsterverbrechen und die Erweiterung der Zustän- digkett des Sondergerichts wird der Angeklagte, der 19jährige Hans Hahn aus Erfurt, sich nicht vor dvm Schwurgericht, sondern vor dem. Sondergericht in Berlin-Moabit zu verantworten haben. * Die Aburteilung von Verbrechen muß nicht nur streng und gerecht, sondern auch ohne Verzögerung geschehen. Ein Urteil, das erst gefällt wird, wssnn eine Mordtat oder ein anderes Schwerverbrechen schon monatelang zurückliegt, besitzt nicht mehr die genügende abschreckende Wirkung. Die verletzte Rechtssicherheit des Staates urib das Rechtsgefühl des Volkes hat stets eine rasche Aburteilung solcher Fälle gefordert, bei denen über die Täter kein Zweifel mehr möglich ist. Schon bei anderen Gelegenheiten hat der nationalsozialistische Staat bewiesen, daß er durchgreifende Gesetzesänderungen vornimmt, wo eine Lücke im bisherigen Gesetze einer ausreichenden Sühne im Wege stehen könnte. So wurde gegen das Verbrechen k - Kindes- Entführung die Todesstrafe festgelegt, um damit zu verhindern, daß amerikanische Gangstermethoden in Deutschland überhaupt Platz greifen. Dann wurde anläßlich des Berliner Prozesses gegen zwei Banditen, die Autoüberfälle organisierten, die Todesstrafe wegen solcher Verbrechen eingeführt Dor wenigen Tagen haben sich zwei andere verabscheuenswerte Untaten ereignet In Wannsee bei Berlin wurde ein Taxi-Chauffeur durch einen jungen Burschen heimtückisch ermordet. Bei Graz in der Steiermark erschossen zwei jugendliche Verbrecher bei ihren Raubzügen auf Automobile nicht weniger als vier wackere Männer, darunter zwei SA.-Männer, die sich an der Suche nach den Gangstern beteiligten. Darauf ist nun eine Verordnung ergangen, daß solche und ähnliche Verbrechen mir aller Beschleunigung im Sonderverfahren abzuurteilen sind. protest-Gireiks gegen die französischenTkoiverordnunaen Paris, 21. Nov. (Europapreß.) Die ersten Proteststreiks gegen die Notverordnungen der fran- zösischen Regierungen brachen in Paris aus Zuerst trat die 2000 Mann starke Belegschaft der Gurnrnl- reifenwerke Hutchinson in den Streit Bald darauf schloß sich die 180 Mann starke Belegschaft eines Werkes des groß- : französischen Chemletrust Kuhlmann dem Proteststreik an. Beide Belegschaften besetzten die Fabrikgebäude. Aber bereits m den Nach- Mittagsstunden erschien Mobilgarde, die die Streikenden zur Räumung der Betriebe zwang. Die Räumung ging ohne ernste Zwischenfalle vonstatten. Der Ministerpräsident hat den Präfekten aller französischen Departements genaue Anweisungen erteilt, damit sie sofort gegen mögliche B e s e Hungen von Fabriken elnschreiten können._ Der Vorstand des Nationalverbandes der franw- sischen Kriegsteilnehmer (ONC.) nimmt , gegen die von den Frontkämpfern geforderten Opfer für die finanzielle Gesundung Frankreichs Stellung. £5 wird daran erinnert, daß die ONC. bereits W-ben Jahren 1934 und 1935 finanzielle Opfer m Hohe von einer Milliarde Franks gebracht habe, ohne daß diese Opfer die erhofften Ergebnisie gezeitigt hätten. Die ONC wäre wieder bereit, ein Beispiel Wo ist der Meteor geblieben? Das Institut für Meteorologie und Geophysik an der Universität Frankfurt stellt zur Zeit Nachforschungen nach dem vermutlichen Verlauf der Bahn des am Sonntagabend gesichteten Meteors an. Es werden Augenzeugen gehört, die die Lichterscheinung gesehen haben. Auf Grund der bis jetzt getroffenen Feststellungen ist an der Lichterschei- nung selbst nicht zu zweifeln, doch spielt, wie stets bei solchen Vorgängen, auch hier die Phantasie reichlich mit Bis jetzt ist die Aufschlag st eile des Meteors noch nicht gefunden und noch keinesfalls erwiesen, ob das Meteor an einem erreichbaren Punkt niedergegangen ist oder seine Bahn in sehr großer Feme gezogen hat. Von Assistenten des Instituts werden auch auswärtige Beobachter gehört werden; man will versuchen, Die genaue Bahn des Meteors festzustellen und die Aufschlagstelle zu finden. * Das Meteor ist, wie wir der Zuschrift eines unserer Leser entnehmen, auch in Gießen beobachtet worden; unser Gewährsmann schreibt: Sonntagabend, kurz nach 18 Uhr, beobachtete ich vom Horst-Wessel-Wall aus über der Goethe-Schule ein leuchtend helles Meteor, das sich in west—östlicher Richtung bewegte, einer Rakete ähnlich einen Bogen beschreibend, und dessen Bahn sich in ziemlicher Erdnähe hinzuziehen schien. Es war ein sehr heller Kem, der, einem Kometen ähnlich, einen leuchtenden Schweif hinter sich Herzog, welcher in einem intensiv blauen Licht endete. Die Astronomie hat es mit den Meteoren schwer, denn nur selten kann der überaus flüchtige und unvorhergesehene Eindmck aus die photographische Platte gebannt werden. Bisher ist nur einmal, am 18. Juni 18,97, auf einer Sternwarte, die die Nordamerikaner in Peru unterhalten, bas „Spektrum", der Lichtkranz des Meteors, photographiert worden. Die Spektralanalyse erlaubt nach einer von Kirchhoff und Bunsen 1859 entdeckten Methode aus den Lichtausstrahlungen eines glühenden Körpers auf seine chemische Natur zu schließen. Die Lichtausstrahluna tritt dadurch ein, daß das Meteor die äußerste Lufthülle der Erde kreuzt, oft in einer Höhe von 300 oder 500 Kilometer. Die ungeheure Luftverdünnung in dieser Höhe bewirkt die Erhitzung des Himmelskörpers, dessen Geschwindigkeit auf 42 Kilometer tn der Sekunde geschätzt wird. Infolge dieser Erhitzung lösen sich von dem Meteor häufig Einzelteile ab, die man Meteorite nennt und die man gelegentlich auf der Erde gefunden hat. Ihre Größe ist aanz verschieden. Man kennt Meteorite von 500 Kilogramm, aber auch von 50 000 Kilogramm. Berühmt ist der Meteorit, der am 30. Juni 1908 im sibirischen Gouvernement Jenisseisk niedergegangen ist; seine Schwere wird auf 800 000 Tonnen (die Tonne hat 1000 Kilogramm) geschätzt. Krieg und Revolution haben verhindert, daß dieser Riesenmeteorit genau erforscht wurde. Blutspender als Wohltäler der Menschheit. Sie vier Blutgruppen. — Speaderzentralen in den Großstädten. Die Opferbereitschaft des französischen Frontkämpfers Thomas, der innerhalb von 48 Stunden Dreimal sein Mut für Den todwunD DamieDerliegenDen Gesandtschafts- rat vom Rath hergab und vorher schon 109 Menschen dadurch das Leben gerettet hat, hat Das allgemeine Interesse an Den Mutspendern und der Blutübertragung erneut verstärkt. Die Tatsache, daß „Mut ein besonderer Saft" ist, kannte man schon im Mittelalter. Schon damals zapfte man gesunden Menschen Blut ab, um damit Das Leben Kranker zu retten. Allerdings geschah das nicht in der von unserer modernen Medizin entwickelten kunstvollen Form der Blutübertragung, sondern in wahlloser Form der Einspritzung, bei der der Erfolg häufig negativ war. Es fehlle den alten Aerzten die ausschlaggebende Kenntnis von Der Wichtigkeit Der'Blutgruppen. Nicht alle Menschen haben genau Das gleiche Blut in den Adem. Die Forschung entdeckte eines Tages, daß sich Das Blut von zwei Menschen entmeDer miteinander vertrug ober baß es sich offensichtlich nicht vertrug. Im letzten Fall bildete die vereinigte Blutflüssigkeit zweier Menschen jene verhängnisvollen Gerinnsel, die im Körper des Lebenden zur todbringenden Embolie führen. Man fand Dann noch einen Dritten Fall heraus, bei Dem es niemals zu Der Gerinniselbildung kam, so oft man das Blut dieses Menschen auch mit irgendwelchem anderen Menschenblut vereinigte. Dieses Blut „vertrug" sich also mit dem jedes anderen Menschen. Das Ergebnis dieser Untersuchungen war eine Einteilung in die sogenannten Mut grupp en, die ja auch in der gerichtlichen Medizin bei der Feststellung der Vaterschaft inzwischen wichtig geworden sind. Vier solcher 'Blutgruppen unterscheidet die Medizin an dem Grade ihrer Verträglichkeit untereinander und nennt sie Blutgruppe A,' B, AB und O. Während die Träger des Blutes aus Gruppe A und B sozusagen normal reagieren, d. h. bei ihnen eine Blutübertragung glatt verläuft, wenn sie jeweils das Blut eines Spenders aus ihrer Gruppe erhalten, so haben die Träger des Blutes aus den Gruppen AB und O seltsame Sondereigen- schaften. Mutträger der Gruppe O sind nämlich sogenannte Universalspender, ihr Blut enthält Blutkörperchen, die auf keinen ftalle im fremden Blutserum gerinnen können. Blutträger der Gruppe AB wiederum haben ein Blutserum, das seinerseits jedes Gerinnen von Blutkörperchen aus übertragenem Blut unmöglich macht. Man bezeichnet die Menschen aus der Gruppe O deshalb als Universalspender, diejenigen der Gruppe AB als Universalempfänger. Nachdem man einmal hinter diese Verschiedenheit der Reaktionsfähigkeit gekommen war, wurde dir Blutübertragung zu einem erfolgreichen Heilverfahren der modernen Medizin. Es kam nun nicht mehr vor, daß aus bis dahin rätselhaften Gründen die Blutübertragung bei dem einen Menschen die glückliche Lebensrettung bedeutete und bei dem nächsten mit einem plötzlichen Tode endete, obgleich derselbe gesunde Spender sein Mut geopfert hatte. Man wußte fetzt, daß es nicht allein auf die kraftvolle Gesundheit des Spenders ankommt sondern man untersuchte Spender und Empfänger zunächst auf ihre Blutgruppenzugehörigkeit und nahm bann erst bie Übertragung vor. Aus ben ersten Versuchen im großen Kriege entwickelte sich bas Verfahren systematisch. Heute gibt es in allen größeren Städten in Deutschland und im Ausland sogenannte Zentralstellen, die in einer Kartei Den Mutspendernachweis Derjenigen Personen führen, Die sich für Blutübertragungen zur Verfügung stellen. Eine Derartige Blutspenderzentrale besteht in Berlin beispielsweise seit 1932; sie verfügt über ein paar hundert Blutspender, die jeweils einmal im Monat zur Blutübertragung herangezogen werden dürfen und Denen bei dieser Gelegenheit niemals mehr als 450 ccm Blut entzogen werden darf. Da Bluttransfusionen häufig auch während großer Operationen angewendet werden, wo mehr als dieses Quantum Mut nötig wird, müssen sich in diesem Fall mehrere Spender der gleichen Gruppe bereithalten, um die nötige Blutmenge zu liefern. Nicht nur bei großen Blutverlusten, Die den Patienten an die Grenze der Verblutung bringen, wird heute die Bluttransfusion angewendet, sondern weit häufiger, als der Laie sich vorstellt. Bis zu drei Bluttransfusionen täglich werden in einem großen Berliner Krankenhaus vorgenommen. Auch jede Klinik, ja selbst die einzelnen Aerzte können jederzeit #inen Blutspender aus der Zentrale anfordern. Sie geben dabei gleich die Blutgruppe ihres Patienten an, und in weniger als einer Stunde, oft auch viel schneller, ist der Spender zur Stelle. Orte, die keine Mutspenderzentrale haben, lassen sich die Spender jeweils mit Auto oder Eisenbahn kommen. In Kanada mit seinen gewaltigen Entfernungen gibt es eine Zentrale für Blutspender, die sogar mit Flugzeugen ausgerüstet ist, in denen auf raschestem Wege die Lebensretter bis in Die fernsten Gebiete geschickt werden. Mutspender bei uns können nur kerngesunde arische Männer und Frauen zwischen 20 und 50 Jahren sein. Haben sie sich einmal zu dieser lebensrettenden Aufgabe bereiterklärt, dann stehen sie nach gründlicher Untersuchung unter allwöchentlicher fachärztlicher Kontrolle. Sie begeben sich weitgehend ihrer persönlichen Freiheit, denn jeder eingetragene Blutspender muß ununterbrochen telephonisch zu erreichen sein. Der ausgesprochene Mangel an weiblichen Blutspendern erklärt sich vielleicht mit daraus, daß viele meinen, die Bluttransfusion bereite dem Spender Schmerzen. Das ist nicht der Fall. Weder der Spender noch Der Empfänger müssen bei den verfeinerten Methoden der Uebertra- gung irgendwelche Schmerzen leiden. Blutspender wird man ehrenhalber und im Nebenberuf, denn nicht ohne Absicht ist das Entgelt für die Blücher gäbe einheitlich und nicht sehr hoch festgesetzt. In Deutschland bekommen Die Blutspender für Die ersten 100 ccm Blut 10 Mark, für jedes an- gefangene weitere Hundert 5 Mark. Nicht vergüten will man den Blutverlust, sondern ein entgangenes Verdienst wettmachen. Es gibt übrigens eine ganze Rübe von Jubilar e n unter den Blutspendern. Fündig, hundert, ja in einigen Fällen über fünfhundert llebertragun» gen sind in ihrem Blutspenderpaß vermerkt. Dr. Buresch. zu geben, wenn sie überzeugt wäre, daß das Wohl Frankreichs einen solchen Beitrag erfordere. Aber der Haushalt der Pensionen betrage jetzt infolge der Abwertung nur ungefähr 600 Millionen Goldfranks, während er im Jahre 1919 über zwei Milliarden Goldfranks betragen habe. Hinzu komme die Steigerung der Lebenshaltungskosten, die die Regierung veranlaßt habe, zwei Milliarden Franks für D Ke Erhöhung der Beamten- g e h ä l t e r vorzusehen. Die Frontkämpfer würden bereits jetzt von den durch die Notverordnungen geforderten finanziellen Opfern betroffen. Eine Belastung darüber hinaus wäre untragbar. Kleine politische Nachrichten. König Leopold von Belgien ist in Amsteroam eingetroffen, wo er von der Königin von Holland empfangen wurde. Prinz Bernhard war Dem belgischen König bis Rotterdam entgegengefahren. Bei der Fahrt zum Palais brachte die Bevölkerung dem belgischen Gast begeisterte Huldigungen bar. Die holländischen Zeitungen betonen, Holland und Belgien seien in der gleichen Lage und müßten die gleiche außenpolitische Linie verfolgen. * Prinzregent Paul von Jugoslawien ist mit der Prinzessin Olga zu einem zehntägigen Besuch in London eingetroffen. Man mißt dem Aufenthalt des Prinzregenten eine erhebliche politische und wirtschaftliche Bedeutung bet Die Prinzessin Olga ist eine Schwester der Herzogin von Kent. ♦ König Carol von Rumänien und Thronfolger Pnnz Michael haben Paris am Montagabend verlassen. Zahlreiche Persönlichkeiten hatten sich auf dem Pariser Nordbahnhof eingefunden, um sich von dem rumänischen Herrscher zu verabschieden. Der königliche Salonwagen wurde an den Wiener Schnellzug angehängt. Ministerpräsident Generalfeldmarschall Hermann Goring hat, wie schon ausführlich berichtet, den Ober st en vonSchell, der bereits seit einigen Jahren an maßgebender Stelle des Oberkommandos des Heeres die Fragen der Heer^smotori- sierung bearbeitet, zum Generalbevollmächtigten für das gesamte Kraftfahrwesen ernannt. (Scherl-Bilderdienst-M.) Der Botschafter der Bereinigten Staaten von Amerika, Hugh R. W i 1 s o n , hat Berlin am 15. November 1938 verlassen. Während feiner Abwesenheit führt Botschaftsrat G i l b e r t bie Geschäfte ber Botschaft. Der französische Außenminister Bonnet empfing ben beutschen Botschafter Graf Welc^eck, ber ihm Den Dank ber Reichsregierung für bte Anteilnahme unb Unterstützung ber französischen Regierung gelegentlich bes Ablebens bes Gesandtschaftsrates vom Rath übermittelte. Der Sekretär bes Nichteinmischungsausschusses, Homming, hat ben fünf in biejem Ausschuß vertretenen Großmächten über seinen mehrwöchigen Aufenthalt in Nationalspanien berichtet, ber Der Frage Des Abtransportes ber Freiwilligen auf nationalspanischer Seite geroibmet war. Oer Marsch auf Tschangtscha. Die Chinesen rücken auf Kanton vor. Schanghai, 21. Nov. (DNB.) Die japanischen Operationen gegen Tschangtscha stoßen seit mehreren Tagen auf einen zähen erbitterten Wider st anb ber Chinesen. Zurückmführen sind diese verzweifelten Anstrengungen auf Den persönlichen Befehl Tschiangkaischeks bei seinem Besuch in Tschangtschn. Die Hauptkampstätigkeit spielt sich bei Piugkiang, etwa 80 Kilometer nordöstlich von Tschangtscha, ab. Hier befindet sich in dem gebirgigen Gelände Die Schlüsselstellung des chinesischen Verte idigungsfystems. Die Stadt Tschangtscha selbst bildet nur noch einen rauchenden Trümmerhaufen, nachdem ein siebentägiger Brand alles in Schutt und Asche legte. Ueber 2000 Menschen tarnen in den Flammen um. Aus Befehl Tschiangkaischeks wurden der Garnisonskommandeur, Der Chef Der Gendarmerie und der Chef ber Polizei erschossen, weil sie, ihre Be- fehle überschreitend, nicht nur die Stadt, sondern auch militärisch wichtige Gebäude und Anlagen viel zu früh in Brand stecken ließen. Die II. chinesische Armee, Die zumeist aus erprobten Soldaten Der Provinz Kwangsi besteht, hat sich, nach einer Meldung der Europapreß; am Montag von Westen her weiter nach Kanton herangeschoben. Eine Heeresgruppe wird von General Tsai Ting-kai befehliak, ber im Jahre 1932 bei bem ersten japanischen Angriff auf Schanghai die Wusung-Forts verteidigte. Die chinesische Artillerie feuerte am Montag in Die nörDlichen Vorstädte Kantons. Auch die Schiffahrt auf dem Hau-Fluß gesperrt? Schanghai, 21. Nov. (Europapreß.) Nach einer privaten Meldung soll ber japanische Konsul in Hankau ben ausländischen Vertretungen mitgeteilt haben, baß ber Han-Fluß, ber in ben Jangtse unmittelbar oberhalb von Hankau einmün- bet und eine wichtige Verkehrsader in das Innere Chinas bildet, für Die Schiffahrt geschlos- s e n worden sei. Ausländische Schiffe könnten deshalb den Han-Flyß nicht benutzen, es sei Denn, daß eine besondere Genehmigung von den japanischen Behörden erteilt sei. Der Han-Fluß würde also von den Japanern genau so behandelt wie ber Sang» t f e und ber Perlfluß bei Kanton, auf benen ebenfalls Der Verkehr der ausländischen Schiffe verboten ist. Der obere Verlauf des Han-Flusses befindet sich übrigens noch in Händen der Chinesen. Wetterbericht Der Vorüberzug eines besonders kräftig entwickelten Sturmwirbels brachte am Montag auch unserem Gebiet verbreitete Niederschläge und starke Luftbeweguyg, die sich abends zu vollem Sturm steigerte. Einzelne Böen erreichten Dabei eine Geschwindigkeit von 100 Stundenkilometern, während die Temperaturen zurückgingen. Da sich eine weitere Störung entwickelt, bleibt die Wetterlage auch für Die nächste Zeit sehr unbeständig. In den höheren Lagen wird es zeitweilig zu Schneefällen kommen. Vorhersage für Mittwoch: Wechselhaftes Wetter mit Niederschlägen. Lebhafte Winde aus westlichen Richtungen. Tagestemperaturen in den Niederungen um etwa 5 Grad. Lufttemperaturen am 21. November: mittags 9,7 Grad Celsius, abends 10,1 Grad; am 22. November: morgens 3,4 Grad. Maximum 10,3 Grad, Minimum heute nacht 3,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 21. November: abends 8,2 Grad. MD.EN 3m Kinderzimmer verwende man eine lOO-DattW'Lampe und schaffe hierdurch einen lichtvollen Zftaum, damit die Augen der Kinder beim Lesen, bei den Schularbeiten und beim Spiel geschont werden. Verlangen Sie in den Slektrolicht-Fachgeschästen immer die innenmattierten Oerdeutsche Außenhandel im Oktober Fwd. Die Ergebnisse der deutschen Handelsstatistik, die bisher lediglich den Außenhandel des Altreichs darstellten, schließen vom Oktober ab auch den Warenverkehr der an das deutsche Zollgebiet angrenzenden sudetendeutsche Gebiete mit dem Ausland ein. Dagegen wird der Warenverkehr zwischen dem bisherigen deutschen Wirtschaftsgebiet und dem gesamten Sudetengebiet vom Oktober ab in der deutschen Handelsstatistik nicht mehr als Außenhandel nachgewiesen. In den Oktober-Ergebnissen sind allerdings noch gewisse Posten aus der Zeit vor der Eingliederung enthalten, die dem. Statistischen Reichsamt verspätet gemeldet wurden.'^Der Außenhandel der Ostmark wird bis zur Einführung des deutschen Zolltarifs in Oesterreich wie bisher vom Handelsstatistischen Dienst des Ministeriums für Wirtschaft und Arbeit in Wien erfaßt und besonders veröffentlicht. Dom Oktober ab schließen die Ergebnisse der österreichischen Handelsstatistik den Außenhandel der an das österreichische Zollgebiet angrenzenden sudetendeutschen Gebiete ein, während der Warenverkehr zwischen dem Lande Oesterreich einerseits und den sudetendeutschen Gebieten anderseits nicht mehr als Außenhandel nachgewiesen wird. — Bei einem Vergleich der Oktober-Ergebnisse mit den Zahlen für die vorangegangene Zeit sind diese Aen- derungen zu berücksichtigen. Im Außenhandel Großdeutschlands betrug im Oktober die Einfuhr 526,3 Mill. RM., die Ausfuhr 490,2 Mill. RM. Gegenüber dem September ist die Einfuhr um 33,7 Mill. RM., die Ausfuhr um 48,4 Mill. RM. höher ausgewiesen. Die Handelsbilanz Großdeutschlands schließt mit einem Einfuhrüberschuß in Höhe von 36,1 Mill. RM. gegen 50,9 Mill. RM. im Vormonat ab. Die Einfuhr des A l t r e i ch s zuzüglich der von der deutschen Handelsstatistik erfaßten sudetendeutschen Gebiete betrug im Oktober 475,3 Mill. RM. Gegenüber der Einfuhr des Altreichs im Vor- inonat ergibt sich somit eine Steigerung um 25,2 Mill. RM. Die Ausfuhr des A l t r e i ch s , sowie der angrenzenden sudetendeutschen Gebiete betrug im Oktober 466,5 Mill. RM. Sie war damit um 50,6 Mill. RM., d. h. 12,2 v.H., höher als die Ausfuhr des alten Reichsgebiets im September, und zwar entfällt die Steigerung des Ausfuhrwerts fast ausschließlich auf das Ausfuhrvolumen. Die Handelsbilanz des Altreichs einschließlich der von der deutschen Handelsstatistik erfaßten sudetendeutschen Gebiete schließt im Oktober mit einem Einfuhrüberschuß von 8,8 Mill. RM. ab, nachdem im Vormonat für das alte Reichsgebiet ein Passivsaldo von 34,2 Mill. RM. zu verzeichnen war. Kunst und Wissenschaft. Einsamkeit und Gemeinschaft im dichterischen Schaffen. Mit einer Morgenfeier fand die 5. Reichsar- beitstagung des Amtes für Schrifttum s p f l e g e in Berlin ihren Abschluß. Rach dem ersten Satz der Jupiter-Symphonie von Mozart ergriff Professor Koch von der Universität Berlin das Wort zu einer Ansprache, die sich mit dem Motto auseinandersetzte, unter das die diesjährige Tagung gestellt worden ist: „Einsamkeit und Gemeinschaft". Wir dürfen Ursprung und Ziel der Dichtung nicht «mit ihrem Entstehen verwechseln. Sie kommt aus dem Herzen der Gemeinschaft, ist aber in der schöpferischen Stille der Einsamkeit entstanden, die nicht mit einem gemeinschaftsabgewandten Individualismus verwechselt werden darf. Anschließend sprach Hans Carossa von der „Beschaulichkeit des schöpferischen Schaffens": er ging davon aus, daß es Zeiten gegeben hgbe, in denen sich scheinbar die Einsamkeit des Schaffenden im Wirken für die Gemeinschaft völlig auflöste, wo die Werke gleichsam unter den Augen des ganzen Volkes geschaffen wurden. Es seien dies Zeiten gewesen, in denen alle Angehörigen eines Volkes den gleichen Glauben und das gleiche Weltbild in in der Seele getragen hätten. So seien Michelangelos und Dantes Werke entstanden, so habe Shakespeare geschaffen. Wenn wir uns aber heute in diese Werke vertiefen, so liegt ihre Wirkung auf uns doch in einem Unwägbaren, Seelenhaften, aus der Einsamkeit Kommenden. In jedem großen Künstler scheine etwas von jenem elbenhaften Wesen zu leben, das unter dem Namen Ariel durch Shakespeares letztes Schauspiel geistert. Rach dem zweiten Satz der Jupjtersymphonie sprach der Dichter E. G. Kolben Heyer über das Thema der Tagung „Einsamkeit und Gemeinschaft". Die Spannungsweite zwischen Ich und Gemeinschaft werde durch keine Kunst tiefer erfaßt als durch die Dichtkunst. Die Dichtkunst stelle eine Lebenshilfe in diesem Spannungsverhältnis dar. Die tiefste Lyrik komme aus diesem Erlebnis. Die lebendige Tatkraft und das Leben zwischen Ich und Gemeinschaft haben heute im Nationalsozialismus ihren politischen Ausdruck gefunden, die dem biologischen Aufbau der Rassen entspricht. Ausstellung des Hilfswerkes für deutsche bildende Kunst in Frankfurt. NSG. Am 26. November wird im Städelschen Kunstinstitut in Frankfurt eine interessante Ausstellung eröffnet, deren Träger das Hilfswerk für deutsche bildende Kunst in der NS.- Volkswöhlfahrt ist. Zweck dieser Ausstellung ist eS, unbemittelten, Künstlern, die noch um die Formgebung ihrer Kunst ringen und häufig wirtschaftlichen Beschwerlichkeiten ausgesetzt sind, den Weg freizumachen. Ein Besuch dieser Ausstellung vermittelt einen Einblick in das Werden und Heran- reifen einer neuen Künstlerschaft. Reichsminister Dr. Goebbels hat 1936 das Hilfswerk für deutsche bildende Kunst, dessen organisatorische Durchführung dem Hauptamt für Volkswohlfahrt übertragen wurde, geschaffen. Diese Einrichtung dient nicht allein der Aufgabe, den Künstlern Mirtschaftlich zu helfen, sondern ist gegründet worden aus der Verpflichtung, allezeit einzutreten für die schöpferischen Kräfte unseres Volkes. Fünfzig Jahre Pasteur-Jnstiluk. Das Pasteur-Institut in Paris, das den Namen des Erfinders des Tollwutserums trägt, konnte dieser 'Tage sein fünfzigjähriges Bestehen feiern. Dos Institut, dessen Hauptaufgabe in der Erforschung der Keimträger ansteckender Krankheiten besteht, wurde am 14. November 1888 gegründet. Die Mittel wurden damals durch eine öffentliche Sammlung aufgebracht. Die amtliche Gedenkfeier, zu der auch zahlreiche ausländische Wissenschaftler erwartet werden, wird erst im Frbruar 1939 stattfinden. Ausgrabung einer römischen Villa bei Graz. Im Gebiet des Grazer Beckens, im sogenannten Kaiserwald, südlich von Graz, sind Reite einer großen römischen Villa aus dem'4. Jahrhundert nach Christo entdeckt worden. Oesüich des Kaiserwaldes führte eine alte Römerstraße von der größten römischen Siedlung auf steirischem Boden, Flavia Solva, durch das Dturtal nach Kärnten. Im September dieses Jahres begannen die Aus- grabungsarbeiten, die jetzt zur Freilegung des Grundrisses einer Villa führten. Das Gebäude umfaßte eine Bodenfläche von rund 100X160 Meter. Damit stellte es die größte bisher aufgefundene Römervilla der Ostalpen dar. Man ninnnt an, daß es sich um den Verwaltungssitz eines römischen Beamten handelte. Wertvolle Funde, Badeeinrichtungen, Warmluftheizung, Malereien und Wandverkleidungen in pompejanischem Rot, geben bemerkenswerte Aufschlüsse über jene spätrömische Zeit. Aus aller Wett. Vegnadigungen durch den Führer. . Der Führer und Reichskanzler hat die gegen die Eheleute Paul und.Martha Schröder vom Schmurgeericht in Swlp wegen gemeinschaftlichen Mordes ihres neugeborenen, Kindes erkannten Todesstrafen im Gnadenwege in Zuchthaus- strafen von je 15 Jahren umgewandelt, weil die Verurteilten in ernster Notlage aus schwerster Sorge um ihrer und ihrer drei Gebenden Kinder Fortkommen gehandelt haben. .Der Führer und Reichskanzler hyt ferner die vom Schwurgericht Hannover gegen Franz Heise wegen Mordes erkannte Todesstrafe im Gnadenwege in eine 15jährige Zuchthausstrafe umgewandelt. Der Verurteilte hatte ein uneheliches Kind seiner späteren Ehefrau gleich nach der Geburt getötet. Ein Dolmelscherseminar in Kassel. Die Beziehungen des Reiches zu anderen Ländern, die- sich immer mehr ausweiten, machen es erforderlich, Dolmetscher heranzubilden. Diesem Ziel dient die Einrichtung des Dolmetscherseminars in Kassel, das jetzt im Kulturhaus zugleich mit der Eröffnung des Berufsseminars der kurhej- sifchen Rechtswohrer, das aus einem Rechtsseminar, einem Wirtschaftsseminar und einem Dolmetscherseminar besteht, eröffnet wurde. Reichsgruppenwal- ter Prof. Dr. Noack (Berlin) sprach bei dieser Ge- legenheit über das Thema „Staat und Volk, Führerprinzip in der Rechtspflege". Gauamtsleiter Mesferschmidt wies darauf hin, daß eine Reihe von ausländischen Juristen, so aus der Schweiz, Dänemark, Bulgarien und Italien, für Vorträge verpflichtet sei. Er eröffnete dann das Berufsseminar und betonte, daß das Dolmetscherseminar das erste im Reiche sei. Eine kugel aus dem Weltkriege nach 20 Jahren ausgehustet. Im Reichsbahnausbesserungswerk Kassel ereignete sich ein eigenartiger Vorfall. Ein 46jähriger Schmied aus Elgershausen hätte im Weltkrieg einen Lungensteckschuß erhalten. Die Kugel konnte bisher nicht entfernt werden. Dieser Tage verspürte der Mann plötzlich Schmerzen und starken Hustenreiz. Er mußte husten, wobei ihm die seit über 20 Jahren im Körper befindliche Kugel aus dem Munde flog. Er fand Aufnahme im Diakonissenkrankenhaus. Unfall oder verbrechen? In Stolberg (Bezirk Aachen) kamen zwei kleine Kinder durch Rauchvergiftung ums Leben. Vorübergehende bemerkten, daß aus einer Wohnung starker Qualm hervordrang. Man öffnete gewaltsam die Tür der Wohnung und fand zwei Kinder im Alter von IV? Iah en und fünf Monaten tot vor. Brennvorräte in der Nähe des Küchenherdes standen in Brand und hatten die Zimmer völlig ver- qualmt. Da es zweifelhaft erscheint, ob ein Unglücksfall oder ein Verbrechen den Tod der Kinder herbeiführte, wurde die 22jährige Mutter, die die Wohnung schon Stunden vorher verlassen hatte, f e st g e n o m m e n. Es besteht der Verdacht, daß l'jie sich gewaltsam ihrer Kinder entledigen wollte. Der Ehemann macht gegenwärtig eine Gefängnis« strafe wegen Kindesmißhandlung ab, die er an dem dreijährigen unehelichen Kind feiner Frau begangen hat. Auch die Frau soll nach der Rückkehr ihres Mannes aus dem gleichen Grunde eine Gefängnisstrafe verbüßen. Großer Devisenschmuggel in Rumänien verhindert. In einem der größten Textilwerke Rumäniens, in der Fabrik Isvroeanu in Bucau, wurde dieser Tage eine Haussuchung vorgenommen. In einem der Wagenlager wurde hinter einem Berge von Textilballen eine große Kiste aufgefunden. In ihr fanden die Polizeibeamten eine Million eng» lische Pfund in Banknoten, verschiedene andere fremde Banknoten im Werte von neuneinhalb Millionen Lei und achtzig Kilogramm Goldmünzen fremder Länder. Die Kiste sollte ins Ausland geschmuggelt werden. Der Direktor der Fabrik, mehrere führende Angestellte und Zwei Zoll- beamte der Stadt wurden verhaftet. Bala wegen Devifenschmuggel verhaftet. Wie das amtliche Organ der NSDAP, im Gau Sudetenland, „Die Zeit", aus Leitmeritz mel- bet, ist der bekannte Schuhindustnele Bata wegen versuchten Devisenschmuggels von Organen der deutschen Finanzgrenzwache verhaftet worden. Bata hatte zusammen mit seinem Neffen in Leitmeritz geweilt und fiel beim Grenzübertritt durch fein nervöses Gebaren auf. Eine, sofort vorgenommene Untersuchung führte zu der Feststellung, daß er 164 000 englische Pfund bei sich trug, die er in die Tschecho-Slowakei zu schmuggeln beabsichtigte. Die Devisen sollen bisher in einem Tresor des früheren Batahauses in Leitmeritz verborgen gehalten worden sein. Bata wurde in das Gefängnis des Landgerichts Leitmeritz eingeliefert. Rundfunkprogramm Mittwoch, 23. November. 6 Uhr: Morgenlied, Morgenspruch. Gymnastik, 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.30: Gaunachrichten. 9.40: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 10: Schulfunk: Maurermeister und Musiker zugleich. 11: Anläßlich der Badischen Gaukulturwoche: Eröffnung der 150 gemeindlichen Volksbüchereien. Es spricht Gauleiter und Reichsstatthalter Robert Wagner. 11.45: Ruf ins Land. 12: Werkskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Kleine Melodie, dich vergess' ich nie ... 15: Bilderbuch der Woche. 15.15: Betriebsführer sorgen für ihre Gefolgschaft. 16: Kaffee verkehrt. Die Wiener Mittwoch-Jause bringt Gesang, Musik und Fröhlichkeit. 18: Ein Wort an alle. 18.10: Trainer und Spieler. 18.20: Freudenspender im Winter. 18.30: Klaviermusik. 19: Fliegendes Deutschland. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. 20: Nachrichten. 20.15: Großes Konzert. 22: Nachrichten. 22.30: Musik aus Wien. 24: Nachtkonzert I. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für ben übrigen Teil: Ernst Blumfchein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für ben Inhalt ber Anzeigen: Theodor Kümmel. D. 21. X. 38: 10013. Druck unb Verlag: Brühlfche Universitätsbruckerei R.Lange, K.°G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM.' 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Die weltbekannten Blütentropfen ohne Alkohol MAIGLÖCKCHEN - VEILCHEN • ROSE Parfüm RM 1.— und RM 3.— Seife RM t-,50 langjährige Mitglieder des Standorts. 75260 Leiterin: Vera von Keitz. 75160 Bezirksvertretung. 7522V L. Hartmetz, Neuenweg 181. 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Hätten die Träger des Luftschutzes nicht auch in fünfjähriger mühevoller Arbeit die Luft-schutzdereitschaft der Natron auf einen hohen Stand gebracht, so wäre das ein Schwächepunkt gewesen,' der sich vielleicht ebenso verhängnisvoll ausgewirkt hätte, als wenn im Westen des Reiches nicht ein unüberwindlicher Wall aus Stahl und Beton gestanden hätte! Da es der heiße Wunsch aller guten Deutschen ist, dem Führer auch in Zukunft die Handhabe zu geben, unsere vielfältigen Rechtsbelange kraftvoll zu vertreten, ist es jedes Volksgenossen erste und vornehmste Pflicht, die Voraussetzungen hierfür zu schaffen. Und hierzu gehört unter vielem andern auch die Vorbereitung und Durchführung eines wirksamen Selbstschutzes für sich und die seinem Schutze Anbefohlenen! Wer die harmlos-naive Auffassung vertritt, daß seit dem Abenteuers. Brennstoff? Zwischen Amsterdam und Hanoi gibt es keine 800 Kilometer ohne Brennstoff. Ueberall, wo 5000 oder 6000 Menschen zusammenwohnen, gibt es ein Kino. In jedem Dorf, sei es in Birma oder in Bengalien, in Siam oder im Irak, findet man mindestens eine Nähmaschine, eine Öellaterne „Made in Germany“, eine Kanne mit 18 Liter von irgendeinem Brennstoff. Das heißt allerdings nicht, daß diese acht Monate Reise, vom Juli 1937 bis März 1938, immer eine Spazier- unser Führer und wir alle wünschen mit Leidenschaft den Frieden und hoffen auf ihn unentwegt und zuversichtlich. Nichts aber soll uns ferner lie- gen als eine weltfremde verderbliche Selbsttäuschung. Der Führer hat sich schon am 9. Oktober gezwungen gesehen, auf dem Befreiungsfeld in Saarbrücken eindringlich und mahnend festzustellen, daß mit e r - höhterEnergie an dem Schutze und der Sicherheit des Reiches weitergearbeitet werden müsse. Denn, so führte er wörtlich aus: „Auch heute noch ist die Welt erfüllt vom Geist von Versailles. Das verpflichtet uns, wachsam und auf des Reiches Schutz bedacht zu sein! Jederzeit zum Frieden ge- willt, in jeder Stunde aber auch zur Abwehr bereit!" Diejenigen, die den Luftschutz als eine termingebundene Angelegenheit ansehen, haben zu allem Ueberfluß noch in diesen Tagen die gebührende Antwort aus London erhalten. Dort nämlich werden gerade der zivile Luftschutz und der Selbstschutz der Bevölkerung mit ungewöhnlicher Energie vervollkommnet. Ein starkes Lustschutzkorps wird aufgestellt. Tausende von Lüftschutzräumen werden gebaut. Die kritischen Septembertage haben den Engländern die Lehre erteilt, daß in dieser Beziehung ihre Wehrbereitschaft den größten Schwächepunkt aufweist. Wer Augen hat zu sehen und Ohren zu hören und wer die Zeichen der Zeit zu deuten weiß, wer überdies Pflicht und Verantwortung gegen sich selbst und seine Nation kennt, der wird, soweit noch erforderlich, den Luftschutz seiner Familie, seines Hauses und seines Betriebes v erv o l l st ä n d i g e n. Er wird ohne weiteren Verzug sich durch den Reichslustschutzbund ausbilden lasten, er wird für sich und die Seinen die Volksgasmaske erwerben, er wird für einen Lustschutzraum im Hause und für Gerätschaften und Werkzeuge zur Brandbekämpfung sorgen. * Einem Aussatz in der „Sirene", Erstes Novemberheft 1938, entnehmen wir diese Ausführungen. Der Luftschutz ist keine Angelegenheit auf Abruf! Man kann ihn nicht bei eintretender Kriegsgefahr erwerben, wie man einen Regenmantel vom Haken nimmt oder einen Regenschirm kauft, wenn sich draußen der Himmel verfinstert. Man muß den Luftschutz ebenso wie alle anderen Einrichtungen der Landesverteidigung in stillen Friedenszeiten mühsam aufbauen, selbst auf die „Gefahr" hin, daß er niemals wirksam zu werden braucht. Im Gegenteil! Wehrmacht und Lust- chutz hüben dann ihren letzten Sinn gefunden, wenn ie allein durch ihr Dasein einen Krieg verhindern, wenn sie also so stark stnd, daß kein Gegner das Risiko eines Angriffskrieges auf sich zu nehmen wagen kann. „Wenn du den Frieden willst, bereite dich auf den Krieg vor!", wußten schon die alten Römer, Der Führer hätte niemals diese kraftvolle und mutige Politik betreiben können, die uns die Frei- heit und die Ehre wiederbrachte und die in einem Lichtspielhaus: »Der Optimist." Der Optimist, den man hier zu sehen bekommt, verdient schon nicht mehr, ein Optimist genannt zu werden: das ist ein Optimist in der gefährlichen Potenz, ein Phantast, ein Projektenmacher, ein Kerl, der, wo er geht und steht, den Kopf in den Wolken hat. Er schmeißt mit Einfällen und mit Millionenobjekten nur so um sich und reitet sich und die Seinen damit ins Unglück — zuletzt unwahr- scheinlicherweise sogar ins Glück, aber , man darf qar nicht sagen, wie das zugegangen ist: er kann bestimmt nichts dafür, es ist ein völlig hoffnungsloser Fall, und die Geschichte könnte nach dem Wort Ende" auf der Leinwand noch endlos so weiter- gehen. Diesen Mann spielt Victor de Kowa, und zwar mit einer Besessenheit, die sich völlig hingibt an diese Rolle, — bis zur körperlichen Erschöpfung. Dem Zuschauer wird es manchmal angst und bange dabei, bis er sich darauf besinnt, daß dies gliederten Gebiete verbreitet. Ihre Gliederung ist nach den gleichen Prinzipien der Partei durchgc- führt. Ein riesiger Stab von Amtswaltern leistet in hingebender Weise ehrenamtlichen Dienst. Krie- gereltern, -witwen und -woisen werden von zahlreichen Helferinnen betreut. Geschultes Personal auf den Reichs-, Gau- und Kreisstellen sorgt für, die Vertretung der Mitglieder in allen Fragen. Kameradschaften rekrutieren sich aus den Mitgliedern Oie Aufgaben der NSKOV Don Dr. Hans Schindhelm, Frankfurt a. M. NSG. Es gibt leider noch viele, die entweder von der Existenz der Nationalsozialistischen Kriegsopfer- Versorgung (NSKOD.) keine Kenntnis haben oder von deren Aufgaben herzlich wenig wissen. Ja, es sind unverständlicherweise noch Volksgenossen vorhanden, die nicht zu ihr gehören, obwohl sie selbst Opfer des Krieges find. Erfreulicherweise ist dies nur ein geringer Prozentsatz. Es erscheint somit notwendig, der breiten Oeffentlichkeit einiges über die Organisation' selbst und ihre Ziele zu sagen. Obwohl der Krieg nun zwei Jahrzehnte hinter uns liegt, haben wir im Reich heute noch eine große Anzahl seiner Opfer. Sie in jeder Hinsicht zu betreuen, ist das Ziel der Organisation. Das Leben jedes einzelnen bringt so vieles mit sich, daß die Aufgaben sehr reich sind, die wir vorfrnden. Oft ist der Lebenskampf eines Schwerverletzten, einer Witwe oder Waise oder der Eltern gefallener Krieger sehr hart. Beruf, Krankheiten, Kriegsleiden und viele andere Dinge bringen Sorgen in ihr Dasein. Mitunter ist ein Teil dieser Menschen mut- und hilflos und durch den Lebenskampf abgestumpft. Verschämt oder verbittert tragen sie ihr Los in stillem Heldentum und immerwährendem Verzicht. Man hört ab und zu die Ansicht, daß heute im nationalsozialistischen Staat ein Kampf für die Frontsoldaten und Opfer des Krieges nicht mehr notwendig sei, da für alle gesorgt werde und die NSV. mit ihrem großen Helferstab sich doch um der er kommt, ist Bekenntnis zur böhmischen Hei- mat, zu seinen Landsleuten und deren Sorgen und Nöten. Zumal das letzte dieser Gedichte, das dem Andenken an 57 Deutsche gewidmet ist, die wegen ihres Bekenntnisses zum Deutschtum von tschechischer Soldateska erschossen wurden: „Wen sie bei uns einen Deutschen nennen, der muß auch einsam verenden können ..." Wir hörten darauf einen Abschnitt aus dem Roman „Alle Wasser Böhmens fließen nach Deutschland", eine Episode, die im November 1914 in der Kaserne des 28. Infanterie-Regiments in Prag anhebt und in einem Steinbruch endet, wo deutsche Soldaten unter der Salve eines Exekutionskommandos ihr Leben lassen. Man spürte in dieser mit großer Leidenschaft vorgetragenen Schilderung etwas vom harten Kampf und schweren Leid deutschen Volkstums jenseits der Grenzen, das in diesen Tagen nach langen und bitteren Jahren der Verlassenheit eine beglückende Heimkehr in das größere Vaterland erleben durfte. Nach der Pause las Bodenreuth die Erzählung „Kathrein", nichts als eine Kleinigkeit, wie er selber es ausdrückte: die Geschichte berichtet vom Tode einer Alten im Versorgungshause, die in ihrer letzten Stunde das Brautkleid anlegt, das ihr als Mädchen zu tragen nicht beschieden war. — Kreisdirektor Dr. Lotz richtete Worte herzlichen Dankes an den Dichter und schloß die Feierstunde mit dem Gruß an den Führer. . Hans Thynot. Lustschutz auf Abruf? Don Generalleutnant von Roques, Präsident des Reichsluftschuhbundes*). ____ . einigen Jahren kaum jemand für möglich gehalten hat, ist heute Tatsache geworden: Es gibt in Deutschland nicht mehr genügend Arbeiter! Das Problem der Arbeitslosigkeit ist von einem anderen abgelöst worden, das nicht weniger schwierig erscheint. Weshalb dieser Zustand eintrrien mußte, zeigt uns eine Abhandlung: ^Arbeitslosigkeit? — Ärbeitermangel!" von Dr. E. Werner im Novemberheft der Monatsschrift „Volk und Rasse" (I. F. Lehmanns Verlag, München 15). Die tiefere Ursache liegt, wie an Hand genauer Berechnungen nachgewiesen wird, in dem Geburtenrückgang. Nur wenn dieser überwunden ist, können die Maßnahmen zur Behebung des Arbeitermangels, wofür mehrere Vorschläge gemacht werden, auch für Goeihe-Bund. Sudetendeutsche Dichterstunde: Friedrich Bodenreuth. Goethe-Bund und Kaufmännischer Verein hatten in Verbindung mit dem Volksbunde für das Deutschtum im Ausland, Ortsgruppe Gießen zu einer Feierstunde in der Neuen Aula eingeladen, die der Dichtung des befreiten und ins Reich heim- geführten Sudetenlandes gewidmet war: Gottfried Rothacker und Friedrich Bodenreuth waren zu Gast geladen. Leider hatte Rothacker krankheitshalber in letzter Stunde absagen müssen. So konnte Kreisdirektor Dr. Lotz, der die Erschienenen na- mens der Veranstalter willkommen hieß und ihnen für ihr zahlreiches Erscheinen dankte, nur Friedrich Bodenreuth begrüßen, der zu unser aller Freude in der Uniform des Sudetendeutschen Freikorps erschienen sei, um uns von seiner Heimat zu erzählen die in den schicksalsschweren ©^ernber. tagen dieses Jahres die Blicke der ganzen Wett auf sich gezogen habe. Kreisdlrektor Dr. Lotz erinnerte daran, daß Bodenreuth mit dem Dolksdeutschen Schrifttumspreise der Stadt Stuttgart ausgeze ch t worden fei; in den Titelworten seines Romans „Alle Wasser Böhmens fließen nach Deutschland wr brachten gestern eine Probe daraus m der Unterhaltungsbeilage — sei ein schönes Sm"bildfur die Zusammengehörigkeit des Sudetenlandes mit dem Großdeutschen Reiche beschlossen . Bodenreuth, eine straffe, soldatische Erscheinung, wurde darauf mit lebhaftem Bei all am Vortrags pult begrüßt. Wenn es wahr fei, so begann er feine Vorlesung, daß der Dichter der Mund seines Vol kes oder seines Stammes sei, so könne er nichts anderes gestalten als die ewige Sehnsucht dieses seines Volkes und Stammes. Seine Erinnerung an den alten volksdeutschen Kampf reiche bis m D e frühe Jugend zurück, und so könne er auch heute und immer wieder nur vom ewigen Aufbruch „Heim ins Reich!" sagen und künden. Bodenreuth las zunächst eine Anzahl semer Gedichte - mit einer sonoren und volltönenden Stimme, deren Ausdrucksmöglichkelten vom verfchwe benden Flüstern bis zu mächtigem, den Saal ms in die letzten Winkel füllenden Dröhnen reiche • den Überschriften dieser Gedichte - "g Heimkehr", „Der Knecht", „Vor der Kartoffelschus- fei", „Die Heimkehr des verlorenen Sohnes , „ Altenteiler", „Der Vater spricht" und „Der letzte Deutsche von Laudenberg" — deutet sich Der um kreis dessen an, was Bodenreuths Lyrik an 3m)a umschließt: sie ist der Landschaft verpflichtet, a restlose Betreuung zu gewährleisten, sind die Kameradschaften in Abteilungen gegliedert, die etwa im Ausmaße einer Ortsgruppe die direkte Fürsorge übernehmen. So steht die NSKOD. in vorderster Front im Dienste der praktischen und ideellen Hilfe und übt in selbstloser Weise die Pflege der großen Masse der Opfer des Krieges. Mit Stolz darf sie von sich behaupten, zu allen Zeiten dem Führer bei feinem Aufbauwerk ein treuer Diener zu sein. Und darüber hinaus hat sie im Verein mit ausländischen Frontkämpferorganisationen zum gegenseitigen Verstehen der Nationen beigetragen. Daß fremde Frontkämpferformationen sich weigerten, im Interesse der Juden und Tschechen gegen Deutschland Krieg zu führen, ist eine erfreuliche Tatsache und nicht zuletzt zurückzuführen auf die aktive Tätigkeit der NSKOD. hinsichtlich der Pflege des Geistes der gegenseitigen Achtung und Verständigung. WHW., Ortsführung Oießen-Güb. Am Montag, 21., Dienstag, 22. unb Mittwoch, 23. November findet im Bereich, der Ortsgruppe Gießen-Süd die Pfundfammlung für den Monat November durch die NS.-Frauenschaft statt. Die Einwohnerschaft der Ortsgruppe wird gebeten, die Pfundpäckchen bereitzuhalten. WHW. Ortsgruppe Gießen-Mitte. Am Dienstag, 22., und Mittwoch, 23. November, werden die Pfundspenden durch die NS.-Frauen- schaft eingesammelt. Die Hausfrauen werden gebeten, den Inhalt der Päckchen auf der Umhüllung kenntlich zu machen. Die Pfundsammlung erstreckt • sich während der Dauer des WHW. auf alle Volksgenossen. WHW. Ortsgruppe Sießen-Off. Die Pfundfammlung wird am Montag, 21., Dienstag, 22., und Mittwoch, 23. November, im Bereiche unserer Ortsgruppe durchgeführt. Es wird gebeten, die Pfundpäckchen bereitzuhalten. WSW., Ortsgruppe Sießeu-Nord. Arn Montag, 21., Dienstag, 22., und Mittwoch, 23. November, findet im Bereich der Ortsgruppe Giehen-Nord die Pfundsammlung für den Monat November durch die NS.-Frauenschaft statt. Die Einwohnerschaft der Ortsgruppe wird gebeten, die Pfundpäckchen bereitzuhalten. fahrt gewesen sind." In Birma zum Beispiel mußte der unglückliche alte Wagen 700 Kilometer hintereinander im ersten Gang laufen, so daß er bei 35 bis 40 Grad im Schatten bis zu 70 Liter Brennstoff auf 100 Kilometer brauchte. In Bengalien waren 40 Flüsse zu überschreiten, natürlich ohne Brücke. Mehr als einmal ist der Wagen bis an die Achsen eingesunken. Fünfzig Kulis mußten mit Stricken die beiden Reisenden und ihr altes Gefährt retten. Eines Tages wurde ein Kuli von einem Tiger gefressen. Die beiden Weißen retten einen anderen Kuli, der von einer Kobra gebissen war. „Das hat uns auch gerettet", erklärt Guy de La Rigaudie lachend. „UeberaU war unsere Kutsche im voraus gemeldet. Den Mekong haben wir an Bord einer wundervollen Piroge überquert. Auch in Bengalien sind wir auf Schienen gerollt. Es ging mühsam, aber verhältnismäßig gut — außer auf den Brücken, wo wir erst die Löcher zwischen den Holzleisten ausfüllen mußten. Wenn wir endlich unsere 40 Kilometer am Tag geschafft hatten, waren wir stolz. In Birma, bei Chittakong, Haden wir wunderbarerweise eine Spur, die vielleicht 150 Jahre alt war, ‘ deren wir unsere Reise vollenden B. . lahmte**1 ^»,-1 °°"dVlch, ohne ssärfisssi |d.iiw alle Volksgenossen kümmern würde. Gewiß ist dies der Fall. Allein es gibt soviele Fragen, die die von den Nöten des Krieges Betroffenen angehen und nur von geschulten Helfern behandelt werden können. Wenn unsere Behörden gegenüber den Kriegsopfern, im Gegensatz zu früher, eine wohlwollende Stellung einnehmen, so können sie sich trotzdem unmöglich mit den Angelegenheiten jedes einzelnen befassen. Es ist* daher notwendig, wenn die Organisation als Anwalt der Gesamtheit sowohl, als auch der einzelnen in Erscheinung tritt. Leider findet man heute noch viel Voreingenommenheit und mangelndes Verständnis für die Sorgen und Wünsche. Hier heißt es anpacken und für den anderen eintreten. Nicht allein materielle Dinge finden ihre Erledigung. In den vergangenen Jahren spielte die politische Aufklärung eine wichtige Rolle. Infolge der Demütigungen durch den November- staut waren viele argwöhnisch geworden. Dadurch war es nicht einfach, die Mißtrauischen unter ihnen zu überzeugen. Dor allem mußte in den Kriegsopfern wieder das Gefühl wach werden, sich betreut zu wissen, denn viele hatten den Glauben an eine bessere Zukunft verloren. Auch ihr Ansehen mußte gehoben werden. Es ist ein erfreuliches Zeichen, daß neben die materielle Fürsorge auch immer mehr die ideelle tritt. Veranstaltungen belehrender Art, verbilligter oder auch freier Besuch von Kunstbüh- neu, Lichtspieltheatern, Ausstellungen, Wettkampf- erbofen; so darf man sitzen bleiben und de Kowa zusehen, ohne ihm an den Kragen zu fahren und ihn zu schütteln, auf daß' er endlich aus Wölkenkuckucksheim auf die alte Erde zurückkehre: man kann vielleicht sogar darüber staunen, dyß es ihm für manche Augenblicke gelingt, der Figur so etwas wie einen menschlichen Umriß zu verleihen. Neben ihm erscheinen unter andern Henny Porten, nach langer Zeit wieder einmal, und man freut sich ihrer guten, sorgenden Mütterlichkeit: Theo Lingen, diesmal mit einer beängstigend wortkargen, trockenen Komik begabt: Gusti Huber und Este El- st er, zwei junge Bräute, die es nicht leicht haben: Rudolf Carl und Oscar Sima, der einen geris- fenen Galgenvogel von Grundstücksspekulanten ab. gibt. — (Siegel Monopol.) * Im Beiprogramm: die Tobis*Wockenschau, „Die Frau im Sattel" und ein Schwank um einen Kri- minastall, der gar kein Krimmalfall ist. So etwas gibt es. Hans Thyriot. 3n einem alten Kleinauto um die halbe Welt. In einem alten vierzylindrigen Wagen von 19 PS, der bereits feine 70 000 Kilometer hinter sich hatte und gelegentlich für 5000 Franken erstanden wurde, haben zwei junge Franzosen, der Scoutsführer Guy de La Rigaudie mit seinem Begleiter Roger Drapier, eine Reise von 25 000 Kilometer ge- macht, die sie durch ganz Europa, Kleinasien, Syrien, Palästtna, den Irak, den Iran, Afghani- ftan, Indien, Birma, Siam geführt hat, um in Hanoi und Saigon zu enden. Der eine der beiden jungen Männer, Roger Drapier, ist in Jndochina geblieben, wo er eine Anstellung in der Autobranche gefunden hat. Auch der Wagen endet dort irgendwo in einem Schaufenster — bevor er verschrottet wird — sein sagenhaftes Dasein, beladen mit den unwahrscheinlichsten Abenteuern und einigen 100 000 Kilometer. Guy de La Rigaudie da- gegen ist allein nach Paris zurückgekehrt unb von seinen Scouts-Kameraden begeistert empfangen worden. „In der ganzen Welt", so erklärt er, „findet man Menschen, die bereit sind, einem zu helfen. Obwohl wir mit sehr wenig Geld aufgebrochen sind, den Ersparnissen eines Jahres, haben wir immer zu essen gehabt. Unsere Reserven haben wir nur in i den Wüsten aufgebraucht. Wo es Ansiedlungen gibt, ■ gibt es auch Menschen, die bereit sind, einem Reis . zu verkaufen oder zu schenken und auch sonst weiter I zu helfen. Das ijt die tröstliche Lehre unseres Aus der Stadt Gießen. Abend zu Haufe. Spät abends wird unser Heim wirklich zu unserer Burg. Jetzt endlich ist die Zuabrücke hochgezogen, und ein ziemlich sicherer Graben schützt uns vor dem unruhevollen „Ernst des Lebens" draußen, dessen vielerlei Sendboten uns auch noch in den ersten Abendstunden zu erreichen wissen. Du ist nun die schöne, lässige Stunde vor dem Zubettgehen, die wahrhaft erfüllte Stunde des Heims. Auch liebe Besuche sind nun kaum mehr zu erwarten, und das ist gut so. Wir brauchen auch ein- mal eine Stunde des Gleichmuts, eine Weile stillen Genügens, da unser Gemüt geglättet liegt wie ein abendlicher See. Der Himmel darüber soll sanft ver- blassen, nur ein leiser Abendwind soll über die Wasser streicheln, und später sollen Sterne sich darin spiegeln. So sitzen wir vielleicht beim milden Schein der Stehlampe, vielleicht auch schweben blaue Wölkchen duftigen Tabakrauches im Zimmer. Eine altväterliche Uhr tickt bedächtig. Hat man Kinder, so schlafen sie schon, und ihr fröhlicher Abendlärm ließ um so schönere Stille zurück. Auch die Hausfrau hat jetzt endlich Ruhe; worunter sie freilich kaum Zeitunglesen, aber wohl Strümpfestopfen -oder Handarbeiten versteht. Es ist Feierabend, die Stunde der Einkehr und der Besinnung. Jetzt plaudert man über Dinge, zu denen der Tag nicht Zeit ließ. Gedanken und Erinnerungen tauchen auf, die im Wirbel der Pflichten nicht Platz fanden. Und endlich ist auch die Stunde des guten Buches oder der Versenkung in Seelisches — fei es nur ein Brief, der von Herzen kommt und ein anderes Herz berühren soll. Draußen die geschäftige Welt hat jetzt ihr Mindestmaß an Mühen und ihren Höchststand an Freuden- erreicht. Der lärmende Verkehr auf den Straßen ist abgeebbt. In den Gasthäusern, Vergnügungsstätten, Theatern drängen sich nun die Menschen. Und vielleicht strahlt das alles mit herein in den unwägbaren Zauber der späten Abendstunde daheim. Aber vor unseren Fenstern ist „nachtschlafende Zeit". Man denkt dann aber auch schon an das Morgen, daß da ein neuer Tag zu neuen Ufern lockt, und daß man diesem neuen Tag gutes Ausgeschlafensein schuldig ist. Und damit ist das stille Glück des Abends zu Ende. Mit einem leisen Seufzer entschließt man sich, zu Bett zu gehen. J. B. Vornotizen. Tageskalender für Dienstag. Volksbildungsstätte und NSD. - Dozentenbund, Gießen, 20.30 Uhr in der Aula der Universität, Vortrag Richard Scherer: „Das wahre Gesicht der Weltfreimaurerei". — Stadttheater: 19.30 bis 22 Uhr: „Fidelio". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Konzert in Tirol". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Der Optimist". — Oberhessischer Kunstverein, 16 bis 18 Uhr, Ausstellung: „Das alte und das neue Gießen", im Turmhaus am Brand. — Arbeitsgemeinschaft der Berufskrankenkassen, 20.30 Uhr, „Bayerischer Hof", Vortrag von Dr. Malech: „Wesen und Zweck des Naturheilverfahrens". Zum letztenmal „Fidelio". Heute abend findet die letzte Aufführung des großen Erfolges „Fidelio", Oper in zwei Aufzügen von Ludwig van Beethoven, statt. Musikalische Leitung Paul Walter, Spielleitung Hermann Schultze-Griesheim, Leitung und Einstudierung der Chöre Heinz Markwardt, Bühnenbilder Karl Löffler. Die Vorstellung findet gleichzeitig als 8. Vorstellung der Dienstag-Miete statt. Anfang 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr. BDM.-llntergau 116 Stehen. VDM. Werk „Glaube und Schönheit". Schar I der Werkarbeitsgemeinschaft tritt am Dienstag, 22. November, um 20.15 Uhr, zu einem Vortrag an der Universität an.____________________ Oer Arbeitseinsatz im Oktober. lieber eine Million Beschäftigte im Landesarbeitsamtsbezirk Hessen. Nach wie vor ungedeckter Bedarf an Arbeitskräften. Gtaatsarchivdirettor a. O. Or. Fritz Herrmann f. Am 17. November verstarb, wie gestern bereits kurz von uns gemeldet, der frühere Direktor des hessischen Staatsarchivs Dr.Herrmann kurz nach Vollendung seines 67. Lebensjahres: ein Leben im Dienste von Volk und Heimat, reich an Arbeit und an Erfolgen, hat nun seinen irdischen Abschluß gefunden. F. Herrmann war in Guntersblum geboren, wuchs aber in Mainz, wo er auch das Gymnasium besuchte, auf. Er studierte in Gießen und Berlin, hier als Schüler harnacks, evangelische Theologie, schon damals besonders dem Gebiet der Geschichte zugewandt. 1897 trat er in den Pfa/rdienst ein, den er mit Ausnahme einer zweijährigen Tätigkeit als Repetent der theologischen Fakultät in Gießen bis 1903 ausübte: in diese Zeit fällt seine Promotion zum Lizentiaten. 1903 übernahm er den Religionsunterricht an der Vcktoriaschule und dem damaligen Lehrerinnenseminar in Darmstadt, bis er 1911 an das damalige Haus- und Staatsarchiv als Archivar berufen wurde und damit eine Wirkungsstätte fand, die seinen geschichtlichen Neigungen und Forschungen besonders entsprach; er hat ihm über 25 Jahre, davon über sieben Jahre als sein Leiter, angehört. Der Beruf' des Archivars vereinigt praktisch zwei Gebiete, die sich sonst wenig zu berühren pflegen, nämlich die Verwaltung und die Geschichtsforschung. Zur Verwaltung allein gehört die eigentliche Amts- leitung, dann die Uebernahme der Behördenregistraturen, der umfangreiche Aktenverkehr mit allen Behörden des Landes, die Erteilung von Urkunden und noch so manches andere. Der geschichtliche Einschlag tritt schon stärker hervor bei der Gliederung und Ordnung der umfänglichen, vielgestaltigen Aktenbestände aus alter und neuer Zeit; hier findet die, Derwaltungskenntnis und -erfahrung ihre notwendige Hilfe in der Kenntnis der Vergangenheit des Londes in ihren verschiedenen Erscheinungsformen. °Jn der wissenschaftlichen Auswertung dieser Urkunden und Akten, chrer Nutzbarmackung für die Kenntnis der Vergangenheit einer Landschaft und ihrer Bewohner mit den Mitteln der methodischen Geschichtsforschung liegt nun die zweite große Aufgabe, die dem Archivar feit über 100 Jahren nicht nur eine amtliche Notwendigkeit, sondern ebensosehr ein persönliches Bedürfnis, wie eine Verpflichtung gegenüber der Volksgemeinschaft bedeutet, wenn anders er den Ehrentitel eines rechten Archivars überhaupt verdient. Der Erfüllung all dieser Aufgaben hat sich F. Herr- mann mit dem ganzen Ernst und all der Treue, die ein Grundzug seines Wesens waren, gewidmet. Davon zeugt das Vertrauen, das er bei Vorgesetzten und Mitarbeitern in seltenem Maße genoß, davon zeugen die vielen Bände von Aktenverzeichnissen des Staatsarchivs, die Inventare der evangelischen Pfarrarchive und des Landesknehenarchivs, davon zeugt vor allem der Ertrag an wissenschaftlichen Ar- beiten; ein Ertrag nach Umfang und Wert, angesichts dessen nur sehr wenige Geschichtsforscher der engeren und der weiteren hessischen Heimat einen Vergleich nicht zu scheuen brauchen. Eine vor zwei Jahren erschienene Bibliographie seiner Arbeiten liefert den Beweis. So war die Verleihung der Würde eines Doktors der Theologie durch die theologische Fakultät der Lanüesuniversität im Jahre 1909 eine verdiente Auszeichnung. Freilich ist Herrmanns Wirken damit noch nicht erschöpft. Viele stille, aber nicht weniger ersprieß- liche Arbeit leistete er in den geschichtlichen Körperschaften unseres Landes, besonders im Historischen Verein für Hessen, dessen Zeitschriften er von 1911 bis 1925 herausgegeben hat, in der historischen Kommission, im Denkmalrat und in sippenkund- lichen Vereinen, deren wichtige Aufgaben er schon seit Jahrzehnten besonders gefördert Hatte. Aber auch der evangelischen Landeskirche Hessens, die am Anfänge seines Lebensweges steht, ist er immer der zuverlässige Freund und Mitarbeiter geblieben und hat viele'Jahre lang im Rahmen ihrer damaligen Verfassung tätigen Anteil an ihrer Arbeit und ihrer Entwicklung, zum Teil an leitender Stelle, genommen. hatte so seine Lebensarbeit im Frieden der Heimat mit der Tat gegolten, so hat er auch die schwere Probe des Krieges als ein rechter Deut- scher bestanden: Freiwillig ist er zur Front gegan- LPD. Die Pressestelle des Landesarbeitsamts Hessen teilt mit: . Trotz der vorgeschrittenen Jahreszeit hielt sich die Beschäftigung im Oktober auf der Höhe des Vvr- monats. Insgesamt waren am Monatsende im Bezirk des Landesarbeitsamts Hessen nach dem vorläufigen Ergebnis 1033000 Arbeiter und Angestellte beschäftigt (gegenüber Ende September: 4-2000). Der leichte Rückgang der Beschäftigung während der letzten Wtonate (Juli bis September: —16000 oder 1,5 v. H.), der im wesentlichen durch den Einsatz von bisher beschäftigten Arbeitskräften bei auswärtigen, vordringlichen Arbeiten bedingt war, ist damit zum Stillstand gekommen. Die immer weitergeheudc Einschaltung von Frauen in gewerbliche Arbeit half auch im Berichtsmonat den ungewöhnlich starken Mangel an männlichen Arbeitskräften mUdern. Insgesamt sind im Laufe des letzten halben Jahres (April bis Oktober) rund 17000 weibliche Arbeitskräfte zusätzlich in Arbeit gekom- men, während die Zahl der männlichen Be- schäftigten in der gleichen Zeit unter Berücksichtigung von rund 8600 Arbeitskräften, die seit dem Sommer d. I. aus organisatorischen Gründen von anderen LandeSarbeitSämteru statistisch erfaßt werden, um 7000 zuuahm. Trotzdem besteht nach wie vor ein großer uuge- deckter Bedarf an männlichen, wie auch an weiblichen Kräften, der in zahlreichen Wirtschaftszweigen den Fortgang der Arbeiten erschwert. Die gegenwärtige Beschäftigtenzahl von 1033000, die den Bestand des Vorjahres um rund 51000 und den seinerzeitigen Höchst- stand deS Jahres 1929 bereits um rund 63000, ebenfalls unter Berücksichtigung der 8600 Arbeitskräfte, die von andern LoudeSarbeits- ämtern statistisch erfaßt werden, überschreitet, reicht nicht mehr zur Bewältigung der großen ProduktionSaufgaben aus, die nunmehr auch im LandeSarbeitSamtSbezirk Hessen, und zwar auch in seinem südlichen Teile, anfallen. Die Arbeitsämter sind daher bestrebt, durch den Einsatz aller irgendwie noch arbeitsfähigen Kräfte aus dem restlichen Arbeitslosenbestand und durch Heranziehung bisher nicht erwerbstätiger Volksgenossen, insbesondere Frauen, zusätzliche Reserven zu erschließen. Eine jahreszeitliche Abschwächung der Beschäftigung ist bisher — abgesehen vom Gast- und Schankwirtschaftsgewerbe — in kaum einem Wirtschaftszweig eingetreten. Tie Landwirtschaft hatte wegen der im Gange befindlichen Hackfruchternte nochmals einen hohen Kräftebedarf; die Erntearbeiten wurden durch den Einsatz von zahlreichen Erntehelfern erleichtert. In der Forstwirtschaft, die bereits mit dem Holzeinschlag begonnen hatte, fehlte es vielfach an Arbeitskräften. Die Rückführung der sudetendeutschen Flüchtlinge, die bisher beim Bau der Reichsautobahn und ähnlichen Arbeiten beschäftigt waren, hat den Mangel an Tiefbau- und Erdarbeitern weiter ver- gen, trotz seiner Jahre; erst eine Verwundung führte ihn 1918 in die Heimat zurück. Die Zeit des Ruhestandes sollte dem Abschluß seines größten wissenschaftlichen Werkes, der Bearbeitung^ der Mainzer Domkapitelsprvtokolle, deren dritter Band er schon vor Jahren veröffentlicht hatte, gewidmet sein; niemand hätte so wie er aus der Fülle heraus, wie sie eben nur eine fast vierzigjährige eindringende Beschäftigung mit dem Gegenstände verlechen kann, diesen vielgestaltigen und spröden Stoff zu meistern vermocht. Hier hat erst der Tod dem Verewigten die Feder aus der fleißigen Hand genommen; doch hat er, -bereits schwer erkrankt, den Abschluß des ersten Bandes noch erreichen können. Ein Herzleiden hat dann in verhältnismäßig kurzer Zeit zum Tode geführt. Die Beisetzung hat auf seinen ausdrücklichen Wunsch in der Stille stattgefunden. Doch soll dieser Tag nicht vorübergehen, schärft. Auch im Metallgewerbe ist das Fehlen von Fach- und Hilfsarbeitern nach wie vor stark spürbar. Hinzu kommt, daß iu den kommenden Monaten im Bezirk deS LandcSarbeitSamles Hessen mehrere große Arbeitsvorhaben in Angriff genommen werden, für deren Durchführung viele tausend Arbeitskräfte aus verschiedenen Berufen notwendig sind; ihre Gestellung wird nach, den bisherigen Erfahrungen nur unter Schwierigkeiten möglich sein. Die leichte Zunahme der Arbeitslosenzahl, die die Statistik für Ende Oktober ausweist (s- 2000), ist im wesentlichen auf die Neumeldung von Arbeitsmännern und Soldaten zurückzuführen, die sich gegen Ende des Monats nach Ableistung ihres Dienstes bei den Arbeitsämtern zur Vermittlung meldeten; der weitaus größte Teil dieser jungen, voll einsatzfähigen Kräfte ist bereits in den ersten Tagen, des Monats November in Arbeit vermittelt worden. Der Gesamtbestand an Arbeitslosen betrug am Monatsende 12119 (7760 Männer, 4359 Frauen). Die Zahl liegt um rund 25000 oder um 67 v. H. unter der Höhe des Vorjahres. Von den noch gemeldeten Arbeitslosen sind nahezu 5000 nicht voll einsatzfähig und nur 2200 für den Einsatz in örtlicher und auswärtiger Arbeit voll geeignet. Letztere sind zudem fast ausschließlich fluktuierende Kräfte, die nur am Tage der Zählung vorübergehend wegen Stellenwechsels ohne Beschäftigung waren. Da der Rest der Arbeitslosen nur noch in ganz geringem Umfang für die Aufnahme von Arbeit in Betracht kommt, muß die Bermittlungs- tätigkeit sich vorwiegend auf die Volksgenossen stützen, die ihre Arbeit beendet haben, oder sich neu zur Aufnahme von Arbeit melden (bisher nicht Erwerbstätige, mithelfende Familienangehörige oder Selbständige). Die Zahl der Zu- und Abgänge von Arbeitsgesuchen übersteigt daher seit dem Sommer d. I. erstmalig den Bestand an gemeldeten Arbeitssuchenden (Monatsbeginn oder -ende). Im Oktober wurden bei einem Anfangsbestand von rund 16000 Arbeitsgesuchen rund 31000 Zugänge und 27000 Abgänge von Arbcitsgesuchen gezählt. Etwa 30000 Arbeitskräfte befanden sich demnach in diesem Monat bei den Vermittlungsstellen der Arbeitsämter in Fluktuation. Von ihnen wurden durch die Dienststellen der Reichsanstalt rund 22000 in Dauerarbeitsstellen vermittelt und etwa 2400 auf Grund von namentlichen Anforderungen für Dauerbeschäftigung zugewiesen. Insgesamt konnten — unter Berücksichtigung des zwischenbezirklichen Ausgleichs — rund 90 v. H. der abgehenden Arbeitsgesuche durch Zuweisung von Dauararbeitsstellen erledigt werden. Die Zahl der von der Reichsanstalt unterstützten Vollsgenossen betrug Ende Oktober 4429. Bei Notstandsarbeiten waren nur noch 166 Arbeiter beschäftigt. ohne daß auch in der Oeffentlich dieses verdienten Mannes und ausgezeichneten Charakters gedacht wird. Er wird dem großen Kreise seiner Freunde und Verehrer unvergeßlich bleiben. L. Clemm. WHW.-Briefmarken der Ostmark. NSG. Auch in diesem Jahre werden von der Deutschen Reichspost wieder WHW.-Briefmarken hcrausgegeben, die, dazu beitragen sollen, die Schlacht gegen Hunger und Kälte in diesem Winter erfolgreich zu schlagen. In den vergangenen Jahren hatten die Winterhilfsmarken immer großen Anklang gefunden. In ihrer Schönheit reizten sie vor allem auch den Briefmarkensammler zum Kauf. Zu den 1936 und 1937 ausgegebenen Serien „Bauten des Führers" und „Schiffsbriefmarken" reihen sich in diesem Jahre die WHW.-Briefmarlen von der Ostmark. Sie werden wieder von den Volksgenossen sehr begehrt sein. Entworfen wurden sie von dem Berliner Künstler Axster-Heudllaß. Gießener Docheumarktpreife. * Gießen, 22. Nov. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, % kg 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 9, (Eier, ausländische Kühlhauseier 12, Wirsing, Vi kg 6 bis 9 Pf., 50 kg 5 bis 6 Mark, Weißkraut, % kg 4 bis 7 Pf., 50 kg 4 Mark, Rotkraut, kg 7 bis 8 Pf., 50 kg 5 bis 7 Mark, gelbe Rüben, % kg 10 Pf., rote Rüben 10, Spinat 15 bis 18, Unterkohlrabi 6 bis 10, Grünkohl 15, Rosenkohl 15 bis 35, Feldsalat, 1ly> 8 bis 10, Tomaten, kg 30 bis 35, Zwiebeln 10 bis 15, Meerrettich 35 bis 60, Schwarzwurzeln 25'bis 35, Kürbis 8 bis 9, Kartoffeln, % kg 4 Pf„ 5 kg 40 Pf., 50 kg 3 bis 3,45 Mark, Aepfel, N kg 28 bis 45 .Pf., junge Hähne 1 bis 1,20 Mark, Suppenhühner 90 Pf. bis 1 Mark, Gänse 1,10 bis 1,20 Mark, Nüsse 50 Pf., Blumenkohl, das Stück 10 bis 50, Salat 5 bis 10, Endivien 5 bis 10, Oberkohlrabi 5 bis 10, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 35, Rettich 10 bis 20, Radieschen, das Bündel 10 bis 12 Pf. Aus der engeren Heimat. DerkehrSunfall in Klein-Linden. Am gestrigen Montagnachmittag ereignete sich in Klein-Linden ein Verkehrsunfall, der zum Glück noch glimpflich verlief. In der Hauptstraße kamen sich ein Lastkraftwagen mit Anhänger aus Fellingshausen und ein anderer Lastzug an einer Stelle entgegen, an der ein Personenkraftwagen stand. Um einen Zusammenstoß zu vermeiden, bremste der Lenker des Lastzuges aus Fellingshausen seine Fahrzeuge, jedoch kamen diese auf der durch Regen und Erde von Bauarbeiten schmierig gewordenen Straße ins Rutschen. Dabei stieß der Lastzug gegen den parkenden Personenkraftwagen, der gegen einen Baum gedrückt und erheblich beschädigt wurde. Zum Glück trugen Menschen bei dem Zusammenstoß keinen Schaden davon. Krieger-Ehrenmal für Allendorf(Lahn) # Allendo rf (2ahn), 21.Nov. Gemeindeverwaltung und Hess. Hochbauamt haben in diesen Tagen die Vorarbeiten für die Schaffung eines Kriegerehrenmals für die im Weltkriege gefallenen Söhne unserer Gemeinde in Angriff genommen. Das Kriegerehrenmal erhält auf dem freien Platz in der Nähe der Kirche und vor dem Rathaus einen würdigen Platz. Das Ehrenmal wird sich nach Art und Form der Umgebung gut anpaffen. Es soll auf eine Terrasse zu stehen kommen, die in der Form einer kleinen gärtnerischen Anlage geschaffen wird. Die Finanzierung des Ehrenmals wird durch freiwillige Spenden der Ortseinwohnerschaft ermöglicht. Die Gemeindekafse wird keinerlei Belastung erfayren. Das Denkmal soll im Frühjahr nächsten Jahres gesetzt werden. Skatwettspiele in Weilburg. * Weilburg, 21.Nov. Zum ersten Male finden am 26. und 27. November, sowie am 3. und 4. Dezember in Weilburg zwecks Werbung für den deutschen Einheitsskat allgemeine Skatwettr spiele statt. Für die Wettspiele liegt die „Neue oeutsche Skatordnung" zugrunde. An diesem Preis» kat sollen nicht nur die besonders guten Spieler teilnehmen, vielmehr kann sich auch ein mittelmäßiger Spieler bei etwas Glück beteiligen. Der Wettkamps soll erneut beweisen, daß der Skat ein Spiel ist, das als Mittel der Entspannung nach des Tages Mühe seine Existenzberechtigung hat und immer haben wird. Landkreis Gießen * Alten-Buseck, 21. Nov. Arn Samstag fand im Saale der Gastwirtschaft von Rabenau eine gut- besuchte Sänger-Versammlung statt. Zweck der Versammlung war, einem Zusammenschluß des Gesangvereins „Sängervereinigung" Alten-Buseck mit den Mitgliedern des im Jahre 1933 aufgelösten Arbeiter-Gesangvereins „Germania" die Wege zu ebnen und die Vereinigung der Länger möglichst noch in dieser Versammlung zustande zu bringen. Ortsgruppenleiter Bürgermeister Kahl und der Sängerkreisführer des Sängerkreises Gießen, Mül- Ein Tag in Marseille. 23 on Dr. Irih Jeffel. Ein junger Morgen bricht an. Herrlich leuchtend geht die Sonne im Osten auf und wirft ihre ersten Strahlen auf die kahlen Berge der südfranzösischen Küste. Wir haben Kurs nach Westen. Nach geraumer Zeit taucht ein Berg auf, dessen Spitze eine Kirche krönt, auf der weithin leuchtend ein vergoldetes Standbild der Mutter Gottes steht. Wir wissen, in einer halben Stunde werden wir im Hafen von Marseille sein. Majestätisch gleitet unser Schiss über das leicht bewegte Wasser, dreht bei und fährt in die große halbkreisförmige Bucht ein, an deren Ende Marseille sich ausdehnt. Berge umgeben die Stadt und schützen sie vor gefährlichen Winden. Nur wenige Bäume schmücken die Anhöhen. Es ist ein idealer Hafenplatz. Malerisch liegen die ausgedehnten Hafenanlagen vor uns. Am westlichen Ende ist die Einfahrt. Eine langgestreckte Mole schützt den getarnten Hafen vor den Wellen des Mittelländischen Meeres. Der Lotse kommt an Bord und führt uns den sicheren Weg. Unmittelbar am Hafen ragt die im romanisch-byzantinischen Stil erbaute Kathedrale auf. Eine gewaltige Brücke, welche die Hafenanlagen miteinander verbindet, wird aufgezogen und gewährt uns freie Durchfahrt. Eine ungeheure Anzahl von grvßen Schiffen, an denen wir vorüberfahren, deutet auf die Wichtigkeit des Hafens hin. Ueberall regt sich schon das Leben, als wir endlich unseren Ankerplatz erreicht haben. Nachdem die französische Polizei an Bord gekommen ist, können mir an Land gehen. Begierig sind wir alle, diese Stadt, die schon aus der Ferne einen so imposanten Eindruck gemacht hatte, genauer kennenzulernen. Zunächst sei es jedoch gestattet, einen kurzen geschichtlichen Ueberblick über die Geschicke der Stadt zu geben. Als die Ionier im 7. Jahrhundert v. Ehr. ihre gewaltigen Kolonisationszüge unternahmen, wagten sie sich um 600 auch bis nach Gallien vor. Sie gründeten aber nicht, wie es uns heute vielleicht naheliegend scheinen möchte, im Delta der Rhone eine Kolonie, sondern sie zogen eine östlich gelegene Bucht vor. Massilia war der Name, den die Gründung am Anfang trug. Sehr schnell wuchs die Kolonie infolge ihrer günstigen Lage am Meer und als Ausfuhrzentrum für das gesamte gallische Gebiet. Auch das ganze westliche Mittelmeerbecken konnte von hier aus beherrscht werden. Kühne Seefahrer und Forscher brachte die Stadt hervor, die im Norden bis an die Ostsee und im Süden bis nach Senegal vordrangen. Hier wuchs ein Geschlecht heran, das den griechischen Wegbereitern in keiner Weise nachstehen wollte. In dem politischen und wirtschaftlichen Kampf zwischen den schärfsten Widersachern des Altertums, Rom und Karthago, ergriffen die Massilianer instinktiv die Partei ihrer Rassebrüder, der Römer, und sind stets mehr oder weniger ihre treuen Bundesgenossen geblieben. Massilia war längst nicht mehr das „gallische Athen", als Südgallien am Ende des zweiten vorchristlichen Jahrhunderts dem Römischen Reich als Provinz eingegliedert wurde. Als Roms Macht und Pracht in der spätkaiserlichen Zeit dahingesunken war, als die germanischen Volksstämme ihre siegreichen Fahrten durch ganz Europa antraten, da mußte Marseille sich oft den neuen Machthabern unterwerfen. Eine größere Nolle spielte Marseille erst wieder im Zeitalter der Kreuzzüge, als sich viele Ritter hier einschifften. Ein Heer von provenzalischen Rittern lagerte dort, um auf günstigen Wind für die Fahrt nach dem Orient zu warten. Der größte und bleibende Vorteil der Kreuzzüge war die wirtschaftliche Verbindung mit dem Orient. Marseille blühte wieder auf, weil es, wenn auch im Schatten Venedigs und Genuas, ein wichtiger Umschlagshafen der orientalischen Waren wurde. 1481 wurde die Provence und damit auch die „königliche Stadt" Marseille dem französischen Königreich einverleibt. Nach wechselvollen Schicksalen begann dann im Anfang des vorigen Jahrhunderts die großzügige Entwicklung des modernen Marseille. Die Einwohnerzahl stieg gewaltig. Je größer das Kolonialgebiet Frankreichs im Norden Afrikas wurde, desto mehr wuchs der Handel nach den jungen Kolonien. Das alles erfahren wir aus dem Munde eines Bewohners dieser Hafenstadt. Wir gehen die langgestreckte Straße entlang, die durch den ganzen Hafen führt. Nicht immer begegnet uns der schönste Geruch. Gewaltige Docks und riesige Schuppen sieht man liegen. Ueberall wird kräftig gearbeitet. Unser erster Besuch gilt dem alten Hafen. Er sieht aus wie ein Meeresausläufer, der tief in das besiedelte Land ein- gedrungen ist. Eine gewaltige Schwebebrücke verbindet die beiden Ufer. In diesem alten Hafen herrscht an allen drei Seiten ein reges Leben. Hier haben nur kleinere Schisse Platz. Größere und kleinere Motorboote sowie Segelschiffe liegen in zahlloser Menge am Ufer und an den Stegen. In der aufdringlichen Form der Südländer bieten sich die Schiffsbesitzer an, die Gäste nach den nahe gelegenen Ausflugsorten zu fahren. An dem lebhaften Verkehr auf den Uferstraßen erkennt man, daß hier das Herz der weit ausgedehnten Stadt ist mit ihren 800 000 Einwohnern. Ein Lokal reiht sich an das andere. Tische und Stühle stehen davor und laden zu einem kurzen Aufenthalt ein. In den Cafss sitzen viele Menschen, jchauen auf den Betrieb im Hasen und diskutieren über die politischen Ereignisse sowie über die Warenpreise. Zahlreiche Stände gewahrt man, wo Muscheln, Seeigel und andere Seeprodukte feil- gehalten werden. Nach diesem ersten Eindruck zieht es uns zu der eigenartigen Kirche St. Victor. Sie hat mit ihren Zinnen auf den dicken Mauern mehr das Aussehen einer Festung. Bereits im 11. Jahrhundert wurde sie erbaut auf den Katakomben der ersten Christen. In derselben Richtung auf einem Berge liegt die bereits vorn Meere sichtbare Kirche Notre Dame. Sie scheint den Seefahrern und Piloten geweiht zu sein, denn im Innern bemerkt man, daß aus Dankbarkeit für Errettung aus Not und Gefahr kleine Flugzeuge und Schiffe frei schwebend aufgehängt sind. Die Kirche hat einen Seitenvaum, in welchem viele Besucher eine brennende Kerze abgeben, die dort aufgestellt wird. So befindet sich dort ständig ein Lichtermeer brennender Kerzen. Ueberraschend ist die großartige Aussicht, die man von diesem Berge hat. Er beherrscht die ganze Stadt und gibt uns erst eine richtige Vorstellung von ihrer wahren Größe. Wir steigen wieder hinab in das laut tönende Alltagsleben, in das Gewirr der rasenden Autos. Wir wenden uns dem Börsenplatz zu, um dort Kaffee zu' trinken. Hier, unmittelbar beim alten Hafen, ist die Abfahrtsstelle aller Autobusse. Ein Gast erzählt uns von dem gewaltigen Aufblühen Marseilles, seit der Kanal nach der Rhone gebaut ist. Vor seinem Bau mußten die Schifte, welche diesen Fluß hinabkommen, noch ein Stück ostwärts an der ungeschützten Küste entlang fahren, um in den großen Hafen zu gelangen. Jetzt ist für einen sicheren Wasserweg gesorgt, den auch größere Schiffe befahren können. Seit der Erbauung dieses Kanals hat der Verkehr im Hafen von Marseille gewaltig zugenommen. Man beabsichtigt, noch gewaltige Projekte an diesem Kanal durchzuführen. Vorerst dürfte aber noch das nötige Geld fehlen, meint der Franzose. Als der Abend hereinbricht, kehren wir aufs Schift zurück. Marseille hat auf uns den Eindruck einer lebhaften, doch keineswegs strahlenden Hafenstadt gemacht. Ausgeprägter und schöner ist das Antlitz anderer großer Hafenstädte, wie etwa Hamburg, Bremen, Antwerpen oder Vendig, die ebenfalls auf eine wandelreiche Geschichte zurückblicken können. Hochschulnachrichten. Dem Studienrat und Dozenten Dr. phil. habiL Richard K i e n a st ist unter Ernennung zum ordentlichen Professor der Lehrstuhl für Deutsche Philologie an der Universität Heidelberg übertragen worden. - — Heringe mit Hausnummern. Wissenschaft und Technik sind in den letzten Jahren treue Bundesgenossen der Fischerei geworden. Mit wissenschaftlichen Beobachtungsmethoden hat man systematisch die Fanggründe erforscht, hat festgestellt, welche Wege die einzelnen Fischarten beoonugen, hat akustische Apparate konstruiert, um das Auftreten von Fischschwärmen einwandfrei auszumachen. Das amerikanische Bureau of Fisheries ist jetzt einen neuen Weg gegangen, um zu einwandfreien Feststellungen zu gelangen. Die Kennzeichnung der Heringe kann natürlich nur in einer Weise erfolgen, die den Hering in seiner Lebensweise nicht behindert. Deshalb wird der Fisch mit einem ganx dünnen, besonders präparierten Eisen Plättchen gekennzeichnet, das eine Kennzahl aufweist, und dann wieder ins Meer ausgesetzt. Wird ein gekennzeichneter Hering dann später einmal gefangen, so kann man auf Grund feiner Kennummer feftfteuen, welchen Weg er genommen hat und welchen Fischgrund er besonders bevorzugt. Leider begegnete es aber bisher großen, fast unüberwindlichen Schwierigkeiten, aus der Unmenge von Heringen, die im Schlepp- oder Treibnetz aus dem Meer gezogen werden, gerade die gekennzeichneten Heringe herauszuflnden. Das Institut hat deshalb einen ganz modernen Weg der Entladung der Heringslogger eingeschlagen, auf dem einwandfrei alle gekennzeichneten Heringe ausgesondert werden. Man hat nämlich in den amerikanischen Fischereihäfen das „laufende Band" für die Entladung der Heringslogger eingeführt, dieses aber mit Zusatzgeräten ausgestattet, die den Maschinenantrreb in dem Augenblick außer Betrieb setzen, in dem ein markierter Hering vorüberrutscht. Um das zu erreichen, schickt man durch eine Drahtspule einen elektrischen Gleichstrom, der in der Spule ein magnetisches Feld entstehen läßt, das dann gestört wird, wenn ein magnetisierbarer Körper in dieses magnetische Feld hineingelangt. Gerät also ein auf dem Kaufenden Band" vorbeigleitender mit einem Eisenplättchen gekennzeichneter Hering in dieses magnetische Feld, so ruft er eine Störung hervor, die dann auf elektrischem Wege ein Relais betätigt und so das „laufende Band" stillegt. Der Kontroll- beamte kann dann den gekennzeichneten Hering ohne weiteres auffinden, bte Kennmarke entfernen und an das Bureau of Fisheries zurückschicken, das damit in die Lage versetzt wird, die richtiges Schlüffe auf .Wanderung und Aufenthalt der Herings zu ziehen. M-Ko. etzten >®d r* Hoden t, hat Zarten HM aus« eries ein* n) leien nes ege ge- lem )em )ird fen. ; in ge- ' As ier- rlei ahr iohits Hering > fflirf> 3räpfl* Stenn* ausge* spM seiner >minen srzugt' [ft un' anen^ >k aus 1/ har adung jondert *; B evl in er- rin-n dt ife s s « »e -ichtigt'! Wirifchast Die Grund- (Nachdruck verboten!- 37 Fortsetzung. STÜCK 18 PFG. und eine Frau über 92 Jahre alt. Gfs. Grünberg, 21. Noo. Die Ortsgruppe Grünberg der N S. - Fr au e n s ch a f t hatte einen Pflichtabend mit einem interessanten Vortrag über die sudetendeutschen Grenzgebiete. Frau Fühler, Abt. Grenzland-Ausland, sprach über die geogra- phische Lage, wirtschaftliche Frage und die geschichtliche Entwicklung bis zur Gegenwart. Eingeschaltet war ein Gedicht von Kolbenheyer „Wer kann unsere Seele töten". Am gleichen Abend erlas Frau G e n g n a g e l (Abt. Volkswirtschaft = Hauswirtschaft) einen Aufsatz über Zubereitung und Verwertung der Wildfrüchte. Für den Weihnachtsmarkt in Gießen wurden viele schöne Handarbeiten ange- Frankfurt a. M., 21. Nov. Die Börse hatte den erwarteten ruhigen Wochenbeginn. Die Grundhaltung war aber nach den teilweise starken Abschlägen im Samstagsschluhverkehr eher etwas ge- bessert, da nur in einzelnen Papieren kleines Angebot erfolgte, anderseits sich auf dem ermäßigten Stand kleine Rückkaufsneigung einstellte. Im ganzen gesehen war die Unternehmungslust jedoch klein, zumal man sich im Hinblick auf die Auflegung einer neuen Reichsemission in Höhe von 1,50 Kreis Friedberg. 4- Butzb ach, 21. Nov. Gestern nachmittag fand in unserer Stadtkirche eine kirchenmusikalische Feierstunde statt. Neben dem Kirchen- und Schülerchor wirkten als Solisten Frau Gisela Collatz-Werner, Bad-Nauheim, (Sopran), und Musikdirektor Dr. Fried Schmidt aus Holland (Bariton) mit. — Durch die Nassauische Heimstätte für Kleinsiedlungen werden hier 20 Einfamilienhäuser errichtet. In Kürze soll mit dem Bau begonnen werden. Kreis Büdingen. □ Babenhausen I, 21.Nov. In zwei hiesigen Hausgemeinschaften fanden dieser Tage Luftschutzübungen statt. Sachverständige der Gemeindegruppe Ortenberg überprüften die Derdunke- Im Verlaufe blieb die Haltung uneinhMich, es überwogen jedoch bei kleinen Umsätzen Rückgänge. AEG. verloren 1,50 v. H. auf 111, ferner gingen Rheinstahl auf 128 nach 128,50 (129,25), Hoesch auf 111,50 nach 112 zurück, und die meisten der erst später notierten Papiere lagen 1 bis 1,50 v. H. schwächer. Südd. Zucker —2d. H. auf 200, Reichsbank —1,75 v. H. auf 190, und nach Pause kamen Eßlinger Maschinen mit 108 (111) und Goldschmidt mit 127,50 (131,75) zur Notiz. IG. Farben schwankten zwischen 143,50 bis 144,50 und Verein. Stahl zwischen 101,75 bis 102,50 und lagen somit gut gehalten. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 21. Nov. Es notierten (Getreide je Tonne, olles übrige je 100 Kilogramm) in RM.: Weizen W 9 202, W 11 204, W 12 205, W 13 206, W 16 209, W 18 211, W 19 213, W 20 215, Roggen R 11 187, R 12 188, R 14 190, R 15 191, R 16 193, R 17 194, R 18 195, R 19 197 Grohhan- delspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste —, Futterhafer —. Weizenmehl Tyve 812 W 13 29,35, W 16 29,35, W 18 29,35, W 19 29,35, W 20 (Kreis Alzey) 29,35, W 20 (Kreis Worms) 29,70 plus 0,50 RM. Frachtausgleich. Für Weizenmehl Type 812 mit Beimischung von Mais- bockmehl liegen die Preise 30 Pfennig unter den Notierungen. Roggenmehl Type 997 R 12 22,45, R 15 22,80, R 16 22,95, R 18 23,30, R 19 23,50 plus 0,50 RM. Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W 13 10,75, W 16 10,90, W 18 11,00, W 19 11,10, W 20 11,20 Mühlenfestpreise ob Müh- lenstation. Roggenfuttermehl R19 12,50, Roggenvollkleie R 19'11,00. Rog'genkleie R 12 9,95, R 15, 10,15, R 16 10,25, R 18 10,40, R 19 10,50 Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Treber getr. — Wiesenheu, handelsüblich, gesund, trocken 5,00, Wiefenheu, gut, gesund, trocken 5,80 bis 6,00, Kleeheu, gut, gesund, trocken 7,00 bis 7,50, Weizenstroh 2,80, Rog- gcnstroh 3,00 (2,90 bis 3,00), Hafer- und Gerstenstroh 2,60 bis 2,70 (2,40 bis 2,50) Erzeugerpreis ab Erzeuger-Verladestation. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 22. Nov. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Doraustrieb: 528 Kälber, 293 Hammel, 142 Schafe, 2729 Schweine. Es kosteten: Kälber 35 bis 65 Mark, Hämmel 34 bis 52, Schafe 20 bis 42, Schweine 50 bis 59 Mark, Marttverlauf: Kälber und Schweine zugeteilt; Schafe und Hammel mittelmäßig. Er hält ihm mit einer plötzlichen Gebärde die Waffe unter die Nase, daß Meßdorff erschreckt zurückfährt. „Zum Teufel! Lassen Sie diese Kindereien! Was soll das bedeuten?" Gelassen schiebt der andere den Revolver zurück in sein lockeres, weites Jackett. „Ich wollte Sie zunächst davon überzeugen, vaß Gewalt zwecklos ist. Sic haben keinen geladenen Revolver zur Hand. Ich bin also immer der lieber- legene. Doch scheiden wir das einmal ganz aus! Nehmen wir einmal an, wir hätten hier ganz sachlich ein Geschäft abzuwickeln. Einverstanden, Herr Dokkor?" Ehe ich Ihren Namen nicht weiß — bedaure'/ „Gott, Sie sind kleinlich. Soll ich denn nun wirklich irgendeinen Müller oder Schulze aus mir machen, nur um Ihnen mit einer Verbeugung einen falschen Namen offerieren zu können? Lächerlich. Es dürste Ihnen vollkommen genügen, wenn ich Ihnen verrate, daß hinter mir eine erkleckliche Anzahl Millionen stehen — Dollars — Mark — ja auch Pfunde stehen — die Valuta nach Ihrem Belieben. Meine Auftraggeber zahlen in jeder Währung." „Ja zum Teufel, wofür denn nur? Hat ,Union* denn an Sie geliefert?" „Die .Union'? Nein. Aber ich dachte, von Ihnen privat einige Informationen zu erhalten. Wenn ich mich recht erinnere, haben Sie damals einer auslän» dischen Firma das Verfahren eines Herrn Karajan zur Verfügung gestellt. Kunstpreßstoff. Stimmt's?" Meßdorfs wird blaß. Er muß sich mit beiden Händen fest an die Kanten des Tisches klammern. Jetzt kommt der Schlag, der unheimliche Schlag aus dem Dunkel? Er fühlt es und reißt alle Kraft zusammen. „Das — das ist ein Irrtum!" stammelt er mühsam. „Das muß ein Mißverständnis sein! Ich habe nie—" Doch vor dem spöttischen gelassenen Lächeln seines Gegenüber erstirbt ihm die Rede. „Was wollen Sie von mir? Ich leugne alles! Alles!" schreit er unbeherrscht auf. „Und Sie können mir nichts beweisen. Nichts!" Da langt der Fremde schweigend in die Seitentasche seines weiten Mantels. „Da!—" Er wirft ihm eine Reihe Papiere, Karten auf den Tisch. „Das sind Kopien der Schrift- stücke, die sich auf ^ren Verkauf der Karajanschen Erftndung beziehen. Wir haben die ganze Firma gekauft — und natürlich damit auch das Material über Sie bekommen. Sie sind sich doch darüber Iklar, was das bedeutet?" (Fortsetzung folgt-) lung und das Wissen der Selbstschutzkräste über ihrs Aufgaben. Allenthalben war zu erkennen, daß dis Arbeit und Einsatzbereitschaft im Zeichen des guten Willens steht. Die praktischen Uebungen trugen sehr zur Klärung mancher austauchender Frage bei. — Die hiesigen Schüler zogen in den vergangenen Tagen unter Leitung ihres Lehrers hinaus in die Wälder, um Bucheckern z u sammeln und damit einen volkswirtschaftlichen Beitrag zu leisten. Landkreis Gießen. s" R 0 dheiIN a. d. Bieber, 21. Nov. Am gestrigen Sonntag wurde hier das neue Iugendhe i m eingeweiht. Die Jugend von Bieber und Rodheim war mit ihren Formationen angetreten. Kreisleiter Haus, der auch den Grundstein legte, weihte das schöne Heim. Rhein-Mainifche Börfe. Abendbörse still. Der Abendbörse fehlte es an Anregungen, so daß die Umsätze äußerst klein waren und die Mehrzahl der Kurse nominell notierten. Die Haltung war dabei weiter etwas uneinheitlich, und in Anpassung an Berlin Überwogen noch leichte Rückgänge von durchschnittlich 0,50 v. H. Darüber hinaus ermäßigten sich Rheinstahl um 1,50 v. H. auf 127,50, Deutsche Erdöl um 1 v. H. auf 122 und Westdeutsche Kaufhof um den gleichen Satz auf 100. Don den führenden Werten bröckelten Verein. Stahl auf 102,13 (102,50) ab, während IG. Farben mit 144 und AEG. mit 111 unverändert lagen. Gut gehalten waren Mannesmann mit 104 (103,90), Otaoi Minen mit 25 (24,90), Demag mit 141,50 (141,25), Gesfürel mit 128,50 (128) und Junghans mit 96 (95,75). Sonst notierten u. a.: Hoesch 111.25 (111,50), Buderus 104 (104,50), BMW. 143,75 (144,25), Sentberg 129,50 (130), Bekula 161,75 (162), Deutsche Linoleum 151,50 (151,90), Rheinmetall 130 (130,25), Adlerwerke 105,50, MAN. 133, AG- für Verkehr 117, Moenus 123. Am Einheitsmarkt lagen Bankaktien unverändert, von Industriewerten Faber & Schleicher 0,50 v. H. schwächer mit 95. Der Rentenmarkt war nahezu ohne Geschäft. Reichsaltbesitz 130,65, Farben-Bands 119,50 (119,65), 5 v. H. Mark Komm, nach Pause 100,25 (101,40). Mttagsbörse uneinheitlich. I e r, sprachen zu den Sängern, beleuchteten dabei < alle Teilgebiete der Frage und die sich daraus er- । gebenden Folgerungen. Leider blieb der Dersamm- 1 lung der erhoffte Erfolg versagt, denn die Bemühun- ■ gen um den Zusammenschluß aller Sänger in un> . jerem Orte scheiterten daran, daß in der Frage des Probelokals keine Einigung erzielt werden konnte. Der Gesangverein „Sängervereinigung" wird daher weiterhin in unserem Orte als geschlossene Gemeinschaft die Pflegstätte des deutschen Liedes sein. $ Alten-Buseck, 21.Nov. Nachdem unser Postomnibus zwecks anderweitiger Verwendung einige Monate nicht verfügbar war, hat er ab heute den Verkehr zwischen Alten-Buseck—Wieseck nach dem alten Fahrplan wieder ausgenommen. Die Rückkehr des altgewohnten Verkehrsmittels wird allgemein begrüßt. Gfs. Daubringen, Lollar-Land, 21. November. Der erste Gemein schaftsabendder Winterarbeitszeit fand in der Schulküche statt. Die Blockftauen hatten den Raum in einen kleinen Festsaal verwandelt, die Tische weiß gedeckt und mit Blumen geschmückt. Die Ortsfrauenschasts- leiterin eröffnete den Abend mit der Zitierung der bedeutungsvollen Inschrift des Egerer Rathauses: „Das höchste Gut des Mannes ist fein Volk." Die Leiterin gab einen Rückblick auf die großen politischen Ereignisse des letzten Jahres und bat die Frauen, diese großen Erlebnisse als neuen Ansporn au noch größerer Leistung aus dem Gebiet der NS.- Frauenschaftsarbeit dienen zu lassen. Es fand darauf die feierliche Verpflichtung der Frauenwerksmitglieder statt. Der Arbeitsabend der Abt. Volkswirtschaft-Hauswirtschaft war neuen Anregungen der der jetzigen Lage entsprechenden Ernährung gewidmet. Die Arbeit der Iugendgruppe erstreckt sich auf hübsche Basteleien für die Sudetendeutschen. Sehr erfreulich ist die Beteiligung an der Kindergruppe. Gfs. Treis (Lumda), 21. Nov. Die Winterarbeit der hiesigen NS. - Frauenschaft begann mit einem Kurs des Reichsmütterdienstes durch Schwester Josefine Englert. Sie sprach über Gesund- heits- und Krankenpflege. Wenn auch die Anleitung zur Krankenpflege den Hauptinhalt der Abende ausfüllte, so verstand es Schwester Josefine doch ausgezeichnet, trotz der knappen Zeit, zu Beginn jeden Abends die Teilnehmer in das nationalsozialistische Gedankengut einzuführen und die Stellung der Mutter und Frau im Dritten Reich jedem ernst vor Augen zu führen. Dazu traten, neben eingehenden theoretischen Belehrungen, praktische Uebungen auf allen Gebieten der ersten Hilfe. Der Kurs wurde mit einem Schlußabend beendet. Es wurden dabei noch einmal von Schwester Josefine und der stellvertretenden Frauenschaftsleiterin Frau Rock die Aufgaben des Mütterdienstes beleuchtet. A Allendor f (Lumda), 21.Nov. Die von der hiesigen Landwirtschaftlichen Bezugs- und Absatzgenossenschaft angeschaffte D ä m p f k o l o n n e ist dieser Tage in Betrieb genommen worden. Bei einem hiesigen Landwirt wurden bereits 66 Zentner Kartoffelneingedämpft. Einige Landwirte leisteten kostenlos Hilfe. Künftig wird diese Arbeit rottenweise durchgeführt. Seit Samstag ist die Dämpfkolonne in dem benachbarten Climd ach zur Zufriedenheit der Landwirte tätig. — Im Kirchenjahr 1938 sind in der hiesigen Landeskirche 21 Personen, gegen 15 im Vorjahr, verstorben, nämlich 12 männliche und 9 weibliche Personen, darunter zwei Knäblein. Bei den Verstorbenen waren ein Mann MeMMWWM Roman von Kurt Riemann Copyright dy Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa Charlotte rührt keine Hand. Sie steht unbeweglich, blickt nur unverwandt Meßdorff an, schließt dann die Augen und taumelt ein wenig. Aber als er zufpringen will, hat sie sich sofort Gefaßt- „Nicht anrühren —nicht anrühren! Verstanden? flüstert sie, und als er betreten zur Sette geht, sagt sie ganz leise, aber unheimlich deutlich nur em Wort: „Lump!" Und bann noch einmal: „Lump! Im selben Augenblick ist siezurTürhätsieauf- gerissen und auf der Schwelle stehend schreit sie es dem erschreckten Mädchen im Vorzimmer zu: „Ihr Doktor Meßdorfs ist der gemeinste Lump, der mir je begegnet ist. Wissen Sie das noch nicht/ Nun, Sie können mir's glauben! Ja— Sie's nur weiter — ich will es auch tun. Jeder foll's Horen! Jeder soll's wissen, daß er em Lump ist, ein gemeiner, niederträchtiger Lump? Das letzte Wort schreit sie mit aller ftraft bin* aus — aber da ist's auch mit ihrer Beherrschung zu Ende. Ein Weinkrarnpf erfaßt sie, beginnt, sie erbarmungslos zu schütteln, daß Meßdorsf m rat» loser Wut genau so verlegen steht wie seine Setre- tai$3äre nicht der grauhaarige Herr, der seit einigen Augenblicken die Szene von der Korridortür her beobachtet, in hilfsbereiter Geistesgegenwart zuge- fprungen, das erschöpfte Mädchen wäre Zusammen- gebxochen, ohne Daß eine Hand sie gehalten hatte. „Charlotte!" ruft Meßdorfs endlich, „Charlotte — was ist dir denn?" Da richtet sie sich schon wieder auf. „Nichts! — Nichts — es ist vorbei — bitte, laßen Sie mich!" wendet sie sich an den fremden. Aber der fchüttell nur sanft aber bestimmt den Kops. „Ich werde Sie nach Hause bringen. „Verzeihen Sie", wirft Meßdorsf ärgerlich dazwischen, „das ist wohl nicht Ihre Sache, sondern meine!" , . Aber der Fremde braucht gar nicht zu antworten, denn Charlotte macht der bösen Szene selber ein schnelles Ende. , , „Ja — bitte, bringen Sie mich nach Hause, mein Herr!" wendet sie sich an den Grauhaarigen. „Ich wäre Ihnen von ganzem Herzen dankbar — ich fürchte nämlich, daß ich unten eingehenden theoretischen Erläuterungen fanden für eine Häusergemeinschaft auch praktische Uebungen statt. Fast die gesamte Bevölkerung nahm lebhaft Anteil an den gezeigten Uebungen, wie Brand- angriff, erste Hilfe usw. Leiter des durchgeführten Kurses war der Ausbildungsleiter der Gemeindegruppe Grünberg. Für den verhinderten Untergruppenführer Croninger amtierte Blockwart Heinrich Klos. Die Uebungen verliefen zur vollen Zufriedenheit. T Duedborn, 22. Nov. Bei der von den Jagdpächtern, Bürgermeister Horst und Lehrer W e i s h a u p t, in der Gemarkung Queckborn abgehaltenen Treibjagd wurden 37 Hasen und 5 Füchse zur Strecke gebracht. 5 Steinbach, 22. Nov. Am heutigen 22. 11. feiert der Landwirt und frühere Schuhmacher Konrad Bender seinen 80. Geburtstag. Der alte Herr, dessen Gattin zwei Tage nach ihrer goldenen Hochzeit 1933 gestorben ist, erfreut sich noch einer verhältnismäßig guten Gesundheit und ist noch in der Landwirtschaft tätig. Unseren herzlichen Glück- wünsch zum Geburtstag. § Watzenborn-Steinberg, 21. Nov. Durch die immer mehr zunehmenden Geldgeschäfte und die beengten Geschäftsräume bei Sparkassenrechner Ludwig Schmitt sahen sich Vorstand und Aufsichtsrat der Spar- und Darlehenskasse gezwungen, sich nach einem geeigneten Haus umzu- sehen. In der jüngsten Jahreshauptversammlung wurde der Erwerb eines eigenen Geschäftshauses besprochen. Die Sparkasse hat nun ein neues Heim gesunden. Daher wurden die Mitglieder zu einer außerordentlichen Generalversammlung in die Wirtschaft „Zum grünen Baum" zusammengerufen. Aufsichtsratsvorsitzender Bürgermeister S ch ä f e r gab bekannt, daß die Sparkasse jetzt ihr eigenes Geschäftshaus habe, das den erforderlichen Platz besitze, um eine gute Abwicklung der Kassengeschäfte zu ermöglichen. Dieses Haus (gebaut im Jahre 1912 vom derzeitigen Lehrer' Kohler) wurde zum Preise von 12000 Mark von Karl Freitag käuflich erworben und steht im Zentrum der Gemeinde, in der Ludwigstraße neben der Dolkshalle und der neuen Schule. Der Kauf des Geschäftshauses wurde von der Versammlung genehmigt. Im Anschluß an diese Versammlung benutzte Bürgermeister Schäfer die Gelegenheit, um den Ortseinwohnern einige wichtige Fragen der Dorfgemeinschaft vorzutragen. # Allendo r f (Lahn), 21. Nov. Am heutigen Tage kann Frau Katharine Kraft, geb. Wagner, Untergasse, in geistiger und körperlicher Frische ihren 71. Geburtstag feiern. Wir beglückwünschen die Jubilarin. ]) Lich, 21.Nov. Die Werbegernein s chaf t Licher Kaufleute, der fast alle Geschäftsinhaber angehören, hielt eine Sitzung ab, um sich mit der nun einsetzenden Werbegemeinschaft zu befassen. — Aus Anlaß des 10 0. Stiftungs- Lages (22. November) hielt die Gänger oer» e i n i g u n g „C ä c i l i a" im „Goldenen Engel" eine Feier ab. Sangesbruder O. Zimmer gab einen kurzen Bericht über die verflossenen hundert Jahre und gedachte vor allem der Männer, die vor hundert Jahren sich in den Gesang- und Turnvereinen zusammenschlossen. Während den Sangesbrüdern Jak. Liß mann, E. Trechsler und PH. Wolf für besondere Verdienste die Ehrenmitgliedsurkunde aus- gehändigt wurde, konnte jedem aktiven Sänger ein von Erbprinz Dr. Hermann-Otto geftiftetes Bild, den Chor der „Cäcilia" darstellend, überreicht werden. O Obbornhofen, 21. Nov. Unser seitheriger Ortsbauernführer Heinrich K u l l m a n n legte als solcher sein Amt nieder. Zum Nachfolger wurde fein Stellvertreter Hermann Sauber bestimmt. — Im letzten Jahre wurden in unserem Gemeindewald 900 Festmeter Holz gehauen. In diesem Jahre ist die Holzhauer ei auf 1200 Festmeter erhöht worden. Mit dem Holzhauen wird in den nächsten Tagen begonnen. Da sämtliche Arbeiter in diesem Winter an festen Arbeitsplätzen beschäftigt sind, ist den Kleinlandwirten und Gewerbetreibenden Gelegenheit geboten, sich an der Holzhauerei zu beteiligen. Es wird, wie schon mehrmals, in 4-Mann- Rotten gearbeitet. — Am Freitag wurde in der Wirtschaft von Hermann Groß I. einSchu 1 ungs- adend der Partei, der DAF. und der Frauenschaft Milliarden Reichsmark möglichst liquide halten will. Am Aktienmarkt war die Kursbildung unter leichten Schwankungen unregelmäßig. Bei kleinen Umsätzen betrugen die durchschnittlichen Abweichungen nur feiten mehr als 0,50 bis 1 v. H. Am Montanmarkt wurden lediglich Mannesmann um 2,13 v. H. herabgesetzt auf 103,40, Hoesch lagen mit 111,75 behauptet und Verein. Stahl mit 102 dis 102,25 bis 101,50 (101,75) ebenfalls kaum verändert. IG. Farben gingen nach unverändert 144,40 auf 143,75 zurück, Scheideanstalt unverändert 194. Von Elektrowerten bröckelten AEG. auf 112,50 (113,25), Gesfürel auf 128 (129) ab, Bekula behauptet mit 161,90 (162). Sonst kamen noch Zellstoff Waldhof mit 120,50 (122). Am Rentenmarkt bestand teilweise etwas Angebot, größtenteils blieben die Kurse aber behauptet. Etwas nachgebend Reichsbahn-DA. auf 125 (125,40) und Reichsaltbesitz auf 130,65 (130,75); im Freiverkehr Kommunal-Umschuldunq 93 (93,05). Der Pfandbriefmarkt brachte nur bei Liquidationswerten geringfügige Abweichungen, auch Stadt- anleihen und Industrie-Obligationen waren über 0,25 v. H. hinausgehend kaum verändert. Dekofama I allerdings 0,65 v. H. ermäßigt auf 135,65. Reichs- bahn-DA. bröckelten weiter ad auf 124,65 nach 125. „Verstehe vollkommen!" nickt der Herr. „Doktor Meßdorfs hat ja auch nichts dagegen. Er wird die Güte haben, meine Rückkehr abzuwarten, nicht wahr?" „Ich verstehe Sie immer weniger, mein Herr!" antwortet Meßdorfs erstaunt. „Sie treten ungebeten ein, mischen sich in Dinge, die Sie nichts angehen, und wollen auch noch über meine Zeit verfügen? Was gibt Ihnen überhaupt das Recht, hier einzutreten?" „Darüber eben wollte ich mich mit Ihnen, Herr Doktor, unterhalten." „Sie werden ein leeres Zimmer finden und das ist gut verschlossen gegen Zudringliche." „Schade, sehr schade! Außerdem sehr dumm — und außerordentlich gefährlich, Herr Doktor. Kennen Sie eigentlich die Stadt Biwweis? Nun, ich sehe es Ihnen an, daß Sie auf mich warten werden! Bitte, gnädige Frau, mein Wagen steht vor der Tür!" Ohne sich um Meßdorff zu kümmern, geleitet er Charlotte besorgt hinaus. Als sich die Sekretärin umdreht, ist Meßdorfs hinter der gepolsterten Tür verschwunden. Nun kennt sie sich nicht mehr aus. Hinter der gepolsterten Tür geht Meßdorfs aus und ab, ruhelos. Wer ist der Fremde? Hat er dieses verschlossene glatte Gesicht unter dem grauen Haar schon einmal gesehen? Er wühlt in seinen Erinnerungen — er zermartert fein Gehirn — vergeblich! Nichts, nichts gibt ihm einen Anhaltspunkt, wer der Fremde sein konnte. Man hätte die ganze Sache beiseiteschieben können als einen törichten Versuch, ihn zu schrecken, ihn zu überrumpeln, wenn nicht dieses eine Wort ge- sallen märe: Budweis. Und damit beginnt die Vergangenheit gegen ihn auszustehen — Ah — ihm schmerzt der Schädel. Er reißt beide Flügel des hohen Fensters auf und lehnt sich weit hinaus. Ruhig donnern die großen Motoren einer Iu 52, die da in Richtung Zentralslughafen über den Dächern brummt. Ja, fort müßte man! Hinein in eins dieser Flugzeuge — eine dringende Geschäftsreise — und dann nicht wieder zurückkehren! Dann hätte das alles ein Ende — auch die entsetzliche Qual der letzten Monate, dieser widerliche Kampf mit den Banken, die ihn auf die Knie zwingen wollen, die seine Manöver von Tag zu Tag klarer durchschauen — Aber Gott sei Dank, noch ist Irene ahnungslos, noch weiß jein Schwiegervater nichts — uiti) reißen alle Stricke, wird Irene immer an feiner Sette fein und damit ist ihr mütterliches Erbe zu seiner Verfügung. Rttt Irene kann er rechnen wie mit einem sichern Bundesgenossen, denn sie liebt ihn. Nichts ist leichter zu regieren als eine verliebte Frau. Gottlob. Aber da bleibt „Budweis". Das ist eine Sache, an die er nicht gern denkt, ja, er hat sie im Lause der letzten Jahre beinahe vergessen, und nun reißt sie dieses eine Wort wieder aus der Versunkenheit ans Tageslicht. Das muß das erste fein, herauszubekommen, was dieser Fremde davon weiß. Alles hängt davon ab, nichts kann man vorher überlegen. Leise schnarrt das Telephon. Die Sekretärin sagt den Fremden an. Meßdorsf will noch etwas er- widern, aber da sieht er auch schon, daß der Angemeldete bereits auf der Schwelle steht. „Bitte, schicken sie Ihre Sekretärin nach Hause. Unser Gespräch wird am besten ohne Zeugen ge- führt." „Im Vorzimmer kann man fein Wort hören/ „Ich bestehe trotzdem darauf, Herr Doktor." Dem ruhigen höflichen Gleichmaß des Besuchers vermag Meßdorff nicht die gleiche Beherrschung entgegenzusetzen. Nervös und zerfahren blickt er eine Weile in seine Papiere. „Wenn sie nicht mögen? — Es sollte mir eigentlich leid tun um Sie—" Aergerlich gibt Meßdorfs Anweisung ins Vorzimmer, daß er niemand mehr benötige. Er wünsche, ungestört zu bleiben. Dann wendet er sich dem Besucher zu. „Bitte, Platz zu nehmen! Wer sind Sie? Was fuhrt Sie zu mir? Sie werden begreifen, daß Ihre Art des Auftretens nicht gerade dazu geeignet ist, Gefühle des Derttauens zu erwecken!" „Halten wir unsere Unterredung frei von allem Gefühl, Herr Doktor", weist chn der Fremde kühl zurück. „Ich habe selbst Kinder daheim — in Budweis, die ich liebe, und die Erzählung jener jungen Dame, die ich nach Hause begleitete — hat mich nicht davon überzeugen können, daß Ihre Gefühle wertvoll oder auch nur von gewisser Dauer sind." „Herr, ich begreife nicht, woher Sie die Unoer- schämcheit nehmen, sich in Dinge zu mischen, die Sie einen Dreck angehen! Wenn Sie nicht ein Graukopf wären, würde ich Sie zur Tür hinauswerfen!" „Schwerlich!" lächell der ältere Herr. „Einmal bin ich gewandter und widerstandsfähiger als mein Haar vermuten läßt — ich bin im Krieg während einer Verschüttung ergraut — zum andern, Herr Doktor, verfüge ich über einen geladenen und entsicherten Revolver. Btttel" fertigt. . m Münster, 21. Nov. Hier sand ein A u s b l 1 - dungsabend des RLB. statt. Die Selbstschutzkräfte des Ortes fanden sich im Schulsaale ein. Neben abgehalten. Reichsberufswettkampf — Erfüllung einer Dankesschuld. NSG. Seit sechs Jahren ermittelt alljährlich die deutsche Jugend im friedlichen Wettstreit die besten beruflichen Könner. Etwas Einzigartiges hat sich die nattonnlsozialistische Jugend geschaffen, etwas, was früher unmöglich gewesen wäre: alle Jugendlichen für eine Idee zu begeistern und einheitlich zu erfassen. Um den ständig wachsenden Aufgaben unseres Volkes gerecht werden zu können, müssen wir alle unsere Leistungen steigern können und unsere Leistungsfähigkeit erproben. Dieses leuchtende Vorbild, ihre Besten herauszustellen und deren Können zu fördern, hat den Reichsorganisationsleiter Dr. Ley veranlaßt, voriges Jahr den Berufswettkampf auf alle schaffenden Deutschen auszudehnen. Zögernd kamen die Aelteren erst, Männer und Frauen, Arbeiter und Arbeiterinnen der Stirn und der Faust, um zum ersten Male in ihrem seitherigen Leben sich an einem Wettkampf der beruflichen Er- tüchttgung zu beteiligen. Nun ergeht wieder der Appell an alle Schaffenden, sich einzugliedern in die große Armee der Teilnehmer und Teilnehmerinnen. Deshalb wollen wir einen knappen Rückblick auf diese inhaltsreichen letzten Wochen und Monate werfen. Durch des Führers Tat find 10 Millionen Deutsche von jahrzehntelanger Knechtschaft befreit worden, sind 10 Millionen Deutsche heimgekehrt ins Großdeutsche Reich. Durch des Führers Tat wurde der jahrhundertealte Traum aller Deutschen Wirklichkeit und der Frieden echalten. Durch des Führers Tat können wir alle weiter unserer Arbeit friedlich nachgehen, die viele Tausende ebenfalls durch ihn erst wieder nach jahrelanger Arbeitslosigkeit erhalten haben. Des Führers Werk macht es jedem Deutschen zur Pflicht, sich der Größe dieses Geschehens und der Größe dieses geschichtlichen Jahres würdig zu erweisen. Der Erfolg des Berufswettkampses 1938 muß von dem vor uns stehenden weit übertroffen werden. Jeder kann durch seine Teilnahme am Reichsberufswettkampf aller Schaffenden durch die Tat seinen Dank beweisen. Den Reichssieger erwartet die schönste Belohnung, die es für einen Deutschen geben kann: der Handschlag des Führers. Welcher Deutsche trägt nicht das heiße Verlangen in sich, dem Führer auch einmal im Leben Auge in Auge gegenüberzustehen? Es sage keiner, ich habe nicht das Zeug in mir, mir wird es nie gelingen. Wie viele rechten sich voriges Jahr in das Heer der Wettkampsteilnehmer ein, ohne Glauben an ihr eigenes Ich. Und dann wurden sie auf einmal, die seither Unbekannten, Kreis-, dann Gau- und zum Schluß Reichssieger. Jeder hat einen Funken Ehrgeiz, hat noch Willen und eine seither noch nicht abgeleistete Dankesschuld gegenüber dem Führer. Kameraden und Kameradinnen der Arbeit! Wir wollen alle durch unsere Teilnahme am Reichsberufswettkampf aller schaffenden Deutschen 1939 dem Führer Dank abstatten, allein durch die Tat! SJ.-fport Nationales BasketballturnierinGießen Der Gau Hessen tritt am 10. und 11. Dezember mit einem nationalen Basketball-Turnier in Gießen vor die Oeffentlichkeit. Die Veranstaltung wird durch die Teilnahme der Heeressportschule Wüns- dorf, des Mtv. Kreuznach, einer Stadt- mannschaft von Gießen und einer Universitätsmannschaft von Marburg eine gute Besetzung erhalten. Frauen- und Jugendspiele werden das Turnier umrahmen. Um die hessischen Spieler zu schulen, findet am 26. und 27. November in der Gausportschule in Marburg (Lahn) ein Lehrgang für befähigte Spieler und Lehrwarte statt. Waldlaufmeisterschast des Kreises Gießen. Am 27. November in Heuchelheim. Zu einem etwas verspäteten Termin beschließen in diesem Jahr die Waldlaufmeisterschaften die Leichtathletiksaison im Sportkreis Gießen. Sie kommen nächsten Sonntag in Heuchelheim zum Austrag. Die Ausrichtung dürfte bei dem dortigen Turnverein wieder in besten Händen sein. Bei dem ausgezeichneten Mittel- und Langstrecklermaterial, über das unser Kreis verfügt, ist guter Sport zu erwarten. Gestartet wird für die Senioren über 6 Kilometer, für die Junioren (Jahrgänge 1917 /18/19) über 4 Kilometer. Wie bisher, so erfolgt auch Mannschaftswertung, wobei drei Läufer eine Mannschaft bilden. Fußball um die Bannmeisterschast. Folgende HJ.-Mannschaften treten an: Gruppe I: To. Heuchelheim—la. Spvgg. 1900; I DfB.-R. — Tv. Klein-Linden. Gruppe II: Id. Spvgg. 1900 — Tv. Großen- Linden; Teutonia Watzenborn-Steinberg — Allen- dorf. Gruppe III: Ila. Spvgg. 1900 — Londorf; SV. Lollar — Treis (Lumda). Gruppe IV: Steinbach — Garbenteich; Lich — II. DfB.-R. Gruppe V: Saasen — Göbelnrod; Oppenrod gegen Großen-Buseck. Gruppe VI: Ettingshausen — Laubach; Ober- Bessingen — Queckborn. Gruppe VII: Inheiden — Hungen; Utphe — Wölfersheim. Gruppe VIII: Nieder-Ohmen — Grünberg; Homberg spielfrei. Gruppe IX: I. Nieder-Weisel — II. Nieder- Weisel; Butzbach — Steinfurth. Gruppe X: Bad-Nauheim — Ober-Wöllstadt; Ober-Mörlen — FfB. Friedberg. Gruppe XI: Assenheim — Bruchenbrücken; Büdesheim spielfrei. Gruppe XII: Nieder-Florstadt — Dorheim; Fauerbach — Melbach. Gruppe XIII: Rodheim — Holzhausen; Nieder- Wöllstadt — Ober-Roßbach. Gruppe XIV: I. Groß-Karben — II. Groß- Karben; Klein-Karben — Heldenbergen. 18 Weltrekorde der kleinen Guzzi. Tennl fuhr in einer Stunde 180,5 Kilometer. Welch außerordentliche Spitzengeschwindigkeit die italienische 250-ccm-Guzzi zu entwickeln vermag, zeigte auf der Mailänder Monza-Bahn der italienische Meister und Rekordmann Omobono Tenni. Es gelang ihm bei der Versuchsfahrt über eine Stunde 18 neue Weltrekorde aufzustellen, davon die Hälfte für die nächsthöhere Klasse bis 350 ccm. Der zweifellos wertvollste Rekord ijt der über eine Stunde, in der Tenni 180,5 km/st herausholte. Dergleichsmäßig läßt sich der Fortschritt in der Entwicklung am besten daran erkennen, wenn man den Kilometerrekord dieser Klasse heranzieht, der auf 183 km/st steht und von Kluge auf Auto-Union- DKW. seit Oktober 1937 gehalten wird. Tenni übertraf diese Geschwindigkeit über 5 Kilometer und 5 Meilen. Lerdon Sieger in Stockholm. Jrn Anschluß an den Fechtländerkampf Schweden gegen Deutschland wurde in Stockholm noch ein Einzelturnier auf Degen durchgeführt, an dem die deutschen Vertreter ebenfalls teilnahmen. Der Deutsche Meister Siegfried Lerdon (Frankfurt a. M.) konnte dabei einen großen Triumph feiern und vls Sieger aus diesem Turnier hervorgehen. Den zweiten Platz belegte der Schwede B o d e s s o n vor seinem Landsmann L i n d f o r ß. Die beiden Deutschen Willi Jacobi (Hamburg) und Herbert Schöne (Zella-Mehlis) schieden bereits in den Vorrunden aus. Kurze Sportnotizen. Württembergs Fußball-Gaumannschaft gewann dank besserer Mannschaftsarbeit das Gauspiel in Frankenthal gegen Südwest mit 1:0 (1:0) Toren. 7000 Besucher gaben dem Kampf einen großen Rahmen. Eine Radfernfahrt Rom — Berlin wird in italienischen Sportkreisen geplant. Doch ist eine Stellungnahme der zuständigen Sportverbände zu diesem großen Projekt noch nicht erfolgt. Das Singener Radballturnier endete mit einem vollen Erfolg der Schweizer Osterwalder- Gabler mit 6 Punkten vor Schulze-Rudolf (Chemnitz) mit 4 P., Breitenmester-Mächler (Schweiz) 2 und Kaiser-Stöckli (Konstanz) mit 9 Punkten. Augsburg und Ferrara begannen in der Fuggerstadt eine Reihe sportlicher Kräftevergleiche mit einem Städtekampf der Boxer. Die Italiener siegten verdient vor 1200 Zuschauern mit 10:6 P. ISM H r V" i D .‘-H < ■:. W U / ■ MM ' * ■ 3 -. - 1'7'?- V' - 'X«”" . .< L Vom 3. Turn-Länderkampf Deutschland — Finnland. Mit 346,60 gegen 340,50 Punkten konnten die deutschen Kunstturner den 3. Länderkampf gegen Finnland zu einem sicheren deutschen Siege gestalten. Deutschland führte in diesem Kampf, der in der vollbesetzten Messehalle von Helsinki in der neuen Wertungsform abgewickelt mürbe* von der ersten Hebung an. Auf unserem Bilde von der Veranstaltung sieht man den Präsidenten des finnischen Internationalen Komitees, Oberstleutnant L e v e l a h t h i, bei der Begrüßung der Mannschaften. — (Schirner-M.) Die Handballkämpse des Sonntags. Erwartete Ergebnisse. Die Spiele des Sonntag, die unter der schlechten Witterung litten, haben eine wesentliche Aenderung in der Reihenfolge der einzelnen Mannschaften nicht gezeitigt. In der Staffel IV hat der Mtv. Gießen seine führende Position durch einen knappen Sieg über die Spvgg. 1900 Gießen weiter gefestigt, während in der Staffel V der Tv. Lützellinden nunmehr klar in Führung liegt. Dicht auf den Fersen sitzt ihm allerdings Hörnsheim, das diesmal mehr denn je feine ausgezeichnete Form unter Beweis stellte. An letzter Stelle in der Staffel IV steht hoffnungslos Tufpie. Ockershausen, während auf der anderen Seite der ehemalige Gaumeister Wetzlar kaum noch vor dem Abstieg zu retten sein wird. Mtv. Gießen — Spvgg. 1900 Gießen 5:2 1860 Marburg — Ockershausen 14:5 (8:2) Tv. Hörnsheim — Tv. Katzensurt 11:5 (7:2) Tuspo. Niedergirmes — Tv. Lützellinden 2:14 Tv.Münchholzhausen—Tv.Garbenheim 2:6 (2:2). Marburg hat sich erwartungsgemäß durch einen hohen Sieg aus der Gefahr des Abstiegs herausgebracht. In einer ausgezeichneten Verfassung befand sich wieder einmal die Elf des Tv. Hörnsheim. Obwohl auch der Neuling Katzenfurt ein fchr gutes Spiel zeigte, kam er bei den gegnerischen Leistungen für einen Sieg niemals in Frage. Das Spiel selbst war jederzeit anständig, spannend und voller Kampfmomente, so daß die zahlreichen Zuschauer auf ihre Kosten tarnen. Einen bemerkenswerten Erfolg errang die Mannschaft des Tv. Lützellinden, die, obwohl mit zahl« reichem Ersatz antretend, die spielstarken Wetzlarer Vorstädter einwandfrei niederringen konnte. Nach diesem Ergebnis darf man mit Recht gespannt sein auf das oemnächstige Zusammentreffen mit dem Tv. Hörnsheim. Münchholzhausen hat durch Spielerabgänge außerordentlich an Kampfkraft verloren, so daß selbst auf eigenem Platze eine Niederlage gegen den Neuling Garbenheim unabwendbar war. kreisklasfe. To. Grüningen — Tv. Dutenhofen 16:5 (9:3) Tv. Nauborn — To. Dillenburg 6:12 (2:9) VfB.-R. Gießen — Mto. Gießen II. 5:6 (3:2) Tv. Londorf — To. Krofdorf 4:2 (2:1) Tv. Lützellinden II. — To. Hochelheim kampflos für Hochelheim. Grüningen kam zu einem leichten Sieg, weil auch Dutenhofen eine ganze Reihe guter Spieler ersetzen mußte. Bemerkenswert ist der Eifer, mit dem die Gäste bis zum Schluß kämpften, ttotzdem fie bereits rettungslos geschlagen waren. Nicht anders erging es Nauborn, das alle Mühe hatte, ein einigermaßen günstiges Ergebnis zu halten. Einen harten Kampf gab es in Londorf, den die Platzbesitzer knapp für sich entscheiden konnten. Krofdorf zeigte bei weitem nicht die sonst gewohnten Leistungen. Das Spiel hätte sonst vermutlich einen etwas anderen Ausgang genommen. Lützellinden trat nur unvollständig an und überließ den Gästen kampflos Sieg und Punkte. G/ES5 EN-MAUM UR G1O Die Geburt ihres zweiten Jungen zeigen in dankbarer Freude an Aenne Neuhofer, geb. Oieffenbach Matthias Neuhofer Gießen, 22. November 1938 7528D Markt 16 7505A tarnen Strümpfe, / Wolle mit feide! 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