Samstag, 22./$onntag,23.(Dttober 1938 188. Jahrgang Nr. 248 Erstes Blatt JE 3 ,Das Volk siihrt sich selbst durch seinen besten Sohn' •Djenin vZ KTuIkeram Gaza Ls 5 6) liebe sie. Denn sie habe nur zu erfüllen: Deutschland zu Bethlehem < Hebron ? Q 3 Wehrmacht und eine Aufgabe schützen. Immer wieder n «6.; 2= "• c 3 2 CT 3 z LU In besonders eindrucksvoller Weise stellte Dr. Goebbels der s o g e n a n n t e n^ „F r e i h e i t", die gewisse Auslpndskreise in Deutschland vermissen, die wirkliche Freiheit gegenüber, die das deutsche Volk sich selbst errungen hat. „Wir haben in einem Jahre zehn Millionen Deutsche wieder freigemacht. Die Demokratie aber hat diese zehn Millionen im Namen der Freiheit gefesselt!" Die Oesterreicher und die Sudetendeutschen würden den ausländischen Kritikern jederzeit eine klare Antwort auf die Frage geben, wo wirkliche Freiheit zu Hause sei. Es gelte jetzt, den Blick nach innen zu lenken. Es sei notwendig, wie immer, d i e Partei als die große Kraftquelle unseres Volkes richtig in die öffentliche Betätigung hineinzustellen. Das deutsche Volk müsse in diesem Winter ein soziales Hilfswerk durchführen, wie es in solchem Ausmaß bisher noch nicht erreicht worden sei. Zehn Millionen müßten in die soziale Arbeit des Reiches neu einbegriffen werden. Diese Aufgaben seien nur mit der Einheit des Volkes zu lösen. „Es ist unsere nationalsozialistische Pflicht", so betonte der Minister, „eifersüchtig über dieser deutschen Einheit zu wachen, denn sie ist d e r U n - S 5 - " 9 " «er c Sff ? gis D n ‘0 >3 <5 O.S; #5 '* ''33 3 * S, = : - O o n: - 2.E-. ■ n ö© ff s §8 -2. n 5 15 Tiberiasefj Bj \Sazareth jf E:©3 : •?3 ' 7?- : 0 fO 10 so 40 KILOMETER. den entscheidenden Auseinandersetzungen der letzten Wochen. Deutschland, das ohnmächtigste Land der Nachkrieg^eit, sei in fünf Jahren zur stärksten Wilitärmacht der Welt geworden. Das Volk kenne diese „Das deutsche Volk war des Führers würdig!" Or. Goebbels spricht in der Hamburger Hanseatenhalle über die Voraussetzungen , des weltpolitischen Erfolges der letzten Monate. yiTOTES 13 MEER *3 ' „Der beste Kamerad." Or. Ley sprach zu den Schulungsleitern über den Führer. ........ ...... von begeistertem Beifall der Massen unterbrochen, entrollte Reichsminister Dr. Goebbels dann in klaren Umrissen ein Bild der Annahme von Anzeige» für öie Mittagsnummer bis8* /.Uhr des Dormittag« Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mtn Brette 7 Rps.. für Test« anzeigen von 70mm Breit« bORpf.,Platzvorschrift nach vorh. Dereinbg.25°/. mehr. Ermäßigte Grundpreise: Steilem, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzei- gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen6Rpf. Mengenabschlüsfe Staffel B ' 08 *■ "As & Pff 5 8ß»! o 2 R v3 s e n gewagt worden. Mit beißender Schärfe skizzierte der Minister die feige Haltung der Besserwisser. „Diese Leute , so erklärte er, „arbeiten immer mit dem Argument, die Welt sei gegen uns. Daraus kommt es aber gar nicht an! Entscheidend ist, ob diese feindliche Welt überhaupt in der Lage t ft, etwas gegen »ns zu unternehmen. Am meisten kann sie uns antun, wenn wir feige sind. Am wenigsten aber vermag sie uns anzuhaben, wenn wir tapfer stehen bleiben, wo immer mir auch stehen!" Mit Stolz konnte Dr. Goebbels feststellen, daß das deutsche Volk in seiner Gesarnt- beit die Nerven behalten hat. Das Volk habe sich als ein wahrhaft politisches Volk erwiesen. „Dieses Volk", erklärte Dr. Goebbels unter minutenlangem, stürmischem Jubel, „mar pes Führers würdig, wie der Führer sich dieses Volkes würdig erwiesen hat." Es könne keinem Zweifel unterliegen, daß das deutsche Volk aus der großen Spannung der jüngsten Vergangenheit endgültig als eine neue Weltmacht hervorgegangen ist. „Zum ersten Male wieder seit 1918 haben wir wirkliche Weltpolitik getrieben! 15 Jahre lang haben wir verspielt in der Geschichte, haben wir nutzlos verstreichen lassen, und fünf Jahre n tionalsozialistischer Politik haben genügt, um diese Ketten von Versailles mit einem Male zu ^brechen. (Jubelnde Zustimmung.) Em Blick aus d e Landkarte genüge, um festzustellen, .daßunstr Reich noch nie so groß, noch nie so mächtig und noch nie la stark war wie im Jahre 19dö. ®[ar leiqte Dr. Goebbels die Voraussetzungen aus. di? zur Erreichung dieses Zieles ge^chnss-n werden mußten: „Es war notwendig, daßi W e i n einiges Bolt bildeten, und es war weiter notwendig, daß vor diesem einigen Volk starke aepanzerte Wehrmacht stand. ^us diesem Grunde war es erforderlich, Parteien und Gewerkschaften ebenso zu beseitlgen wle die sog nannte falsche und lugenhaste Frelhett der !W und der Meinungsäußerung. Theologische Haarwai- tereien so stellte er fest, wurden in wenigen Iah ein- Niemals aber werde mant ner; gessen, daß in einem einzigen Jahre di Ostmark und das Sudetenland dem Reiche angegliedert wer den konnten. Mit Schar e rechnete Dr. Soed^s hierbei auch mit den Angreifern aus klrchl^en Kreisen gegen den Nationalsozialismus ab. ,,Wa die Herren Kardinäle in den Kirchen selbst fg , so erklärte er unter stürmiichem Jubel, „soll ih Sache sein. Politik und die Straße aber ^^Dr/ Goebbels betonte bann die ausschlaggebende Rolle der deutschen Wehrmacht bei tergrund unserer nationalen Grundsätze! Deutschland ist immer stark gewesen, wenn es einig war und ohnmächtig immer nur bann, wenn es sich selbst zerfleischte! Das ist die große Lehre, die der Führer uns gebracht hat. Ein neues Zeitalter ist angebrochen, keine Welt des Scheins und der Schlagworte, sondern harter, aber uns auf das tiefste beglückender Tatsachen! Das ist die wahre, echte Demokratie, so wie wir fie meinen und verstehen: Das Volk führtsich selbst durch seinen besten Sohn. Das Volk selbst hat keinen größeren Ehrgeiz, als getreu und gehorsam hinter ihm und seiner .Fahne zu marschieren! Dieses Deutschland hat sich aus den tiefsten Niederungen erhoben; es ist nun wieder eine Weltmacht! Als Dr. Goebbels feine zündende Rede mit den Worten des Liedes schließt, das ein junger Dichter für Deutschlands Volk geschaffen hat und das jetzt für unsere ganze deutsche Nation seinen Wert bekommen hat: „Mit unserer Fahne ist der Sieg! Flieg, deutsche Fahne, flieg!", da will der Jubel kein Ende nehmen. ■fftgS.a: ZW C9Ö--! C crn &*_• *3 2*» S 3 3 3 n - So- = =r,:: wo Adolf Hitler den Beschluß faßte, Politiker zu werden. Reichsminister Or. Frank in Budapest. B u d a p e st, 21. Okt. (DNB.) Der Präsident der Akademie für Deutsches Recht Reichsminister Dr. Frank hielt in der Aula der Budapester Universität einen Vortrag über die Rechtserneuerung im Dritten Reich. Man sah den Ministerpräsidenten Jrnredy mit nahezu sämtlichen Ministern, ferner den ehemaligen Ministerpräsidenten v. Daranyi und den Oberbürgermeister von Budapest, ferner den Gesandten von E r d m a n n s d o r f f, mit dem Landesleiter der NSDAP. Nach Begrüßungsansprachen des Prorektors Dr. Kenez wies der Vorsitzende der Vereinigung ungarischer Richter und Staatsanwälte Dr. Vladar, auf die große Kultur des deutschen Rechtes hin, von dem das ungarische Rechtsleb^n sehr viel gelernt habe und jetzt nach der Machtübernahme durch den Nationalsozialismus noch mehr werde annehmen können. Dr. Vladar betonte die politische Schicksalsgemeinschaft Deutschlands und Ungarns und widmete den deutschen Rechtswahrern herzliche Worte. Anschließend ergriff Dr. Frank das Wort. Die Zuhörerschaft folgte den Ausführungen Dr. Franks mit außerordentlichem Interesse und spendete am Schluß des Vortrages dem deutschen Gast herzlichen Beifall. Das nationalistische Regierungsorgan „Uj Ma- gyarsag" schreibt, der Budapester Besuch des Reichsministers Frank sei von einer ganz besonders warmen Anteilnahme begleitet gewesen, wie sie kaum einer der Staatsmännerbesuche in der letzten Zeit habe aufweisen können. Reichsminister Fvank habe in den beiden letzten Tagen anläßlich seiner Besuche bei führenden Regierungsmitgliedern sowie bei den leitenden Persönlichkeiten des Wirtschaftslebens Gelegenheit gehabt, die Anhänglichkeit und Begeisterung kennenzulernen, die sich in Ungarn für feine Person und durch ihn für das ganze deutsche Volk bekunde. — Das Organ der Regierungspartei „Füg- getlenseg" erklärt, wie der ganze Besuch, so sei auch der Vortrag eine prunkvolle Kundgebung der ungarisch-deutschen Freundschaft gewesen, die sich immer mehr zu einem unbezwingbaren Machtfaktor in der europäischen Politik entwickele und mit ihrem größeren Gewicht für den friedlichen Aufbau und eine Neuordnung eintrete. Englands Krieg in Palästina. Die Lage in Palästina drängt zu einer Entscheidung. England erntet hier die Früchte der bewußt unklaren und sich entgegenstehenden Versprechungen, die es während des Weltkrieges Arabern und Jud^n gemacht hat, um beide in die Front gegen die Mittelmächte zu spannen. Die berüchtigte Balfour-Deklaration vom 2. November 1917 versprach den Juden, aus dem damals, türkischen Palästina eine „nationale Heimstätte für das jüdische Volk' zu machen. Der großartige Agitationsfeldzug des britischen Obersten Lawrence dagegen, der in allen arabischen Ländern eine auf Befreiung von der türkischen Herrschaft gerichtete panarabische Bewegung zu entzünden suchte, arbeitete mit der Idee eines großarabischen Reiches, dem selbstverständlich auch Palästina angehören sollte. Lawrence wurde schon während des Weltkrieges von seiner Regierung desavouiert, als diese mit Frankreich ein Geheimabkommen über die Teilung Syriens traf, in dem Palästina der britischen Interessenzone zugewiesen wurde. Das Weltjudentum faß damals wie heute in London am längeren Hebel als die Araber. Das jüdische Großkapital, besonders das amerikanische, brauchte man zur Finanzierung des Kampfes gegen die Mittelmächte, und um sich bei den amerikanischen Juden beliebt zu machen, fand sich England zu der Balfour-Deklaration bereit, vermutlich ohne sich, ganz bewußt zu werden, in welche Zwickmühle man sich damit begab. Während nach dem Kriege die Eifersucht der arabischen Fürsten es England leicht machte, die Erfüllung des Versprechens der Schaffung eines großarabischen Reiches auf die lange Bank zu schieben und inzwischen die militärischen Interessen des Empire im Nahen Orient sicherzustellen, pochten die Juden mit aller Rücksichtslosigkeit auf ihren Schein. England erhielt Palästina als Mandat des Völkerbundes mit dem Auftrag, das Versprechen der Balfour-Deklaration einzulösen. Die weitere Entwicklung kennen wir. Aus der ganzen Welt, namentlich aus den Ländern Osteuropas, setzte eine riesige Judenwanderung nach Palästina ein, das bis oahin nur 60 000 Juden zählte gegenüber rund 800 000 Arabern, mit dem Erfolg, daß heute annähernd ein Viertel der Bevölkerung Juden find. Dank der Unterstützung des internationalen jüdischen Kapitals vermochten die jüdischen Einwanderer nicht nur den Handel in Jerusalem und den großen Küstenstädten an sich zu reißen, sondern auch die arabischen Bauern in den fruchtbaren Teilen des Landes von ihrem ererbten Grund und Boden zu verdrängen. Ganz in amerikanischem Tempo und amerikanischem Stil wurde Tel Aviv errichtet, eine Stadt, die heute schon mehr als hunderttausend Einwohner zählt, aber jüdische Siedlungen zerstreuten sich auch über das ganze Land, so daß die ohne den Schutz der englischen Mandatsregierung und ohne finanziellen Rückhalt gebliebene arabische Bevölkerung sich mehr und mehr in die für die Juden wenig verlockenden Gebirgsgegenden zurückgedrängt sah. Dor die Frage gestellt, ob sie sich künftighin als Hirtenvolk mit dem begnügen wollten, was die Juden verschmähten oder den Kampf um das Land ihrer Väter aufzunehmen, fanden sich die Araber zur Widerstandsbewegung gegen die Auslieferung ihres Landes an die Juden zusammen. Die vollendete Skrupellosigkeit, mit der die Juden ihre Ansprüche auf Alleinherrschaft in Palästina durchzufetzen suchten, wie die willige Unterstützung, die sie dabei von der englischen Mandatsregierung fanden, entfachten die Widerstandsbewegung der Araber zu offenem Aufstand, der den verantwortlichen Staatsmännern in London erst die Augen darüber öffnete, daß die krasse Vergewaltigung der palästinensischen Araber dem englischen Nimbus in der ganzen arabischen Welt einen schweren Stoß versetzen müsse. Man suchte also nach einem Ausweg aus dem Dilemma, in das sich England durch seine im Weltkrieg nach allen Seiten allzu freigiebig gemachten Versprechungen selbst gebracht hatte, und fand ihn nach alten britischen Rezepten vorerst einmal in der Entsendung einer Kommission nach Palästina. Ihr Vorsitzender, Lord Peel, schlug am 8. Juli 1937 eine Teilung Palästinas in einen arabischen und einen jüdischen Staat und in eine englische Man- datsherrschaft über die heiligen Stätten mit einem Korridor von Jerusalem zur Hafenstadt Jaffa vor. Dieser famose Teilungsplan, der heute immer noch n?N •shs&sj ■ f J n 3 h > O * 2 < « klssJX ii tifgltfft Mussolini wirklich ein großer Freund Deutschlands war und ist! Hier zeigte sich vor aller Welt, daß in dem ewigen Wirrwarr der Meinungen der Welt zwei Männer in Europa stehen, auf die man sich verlassen kann und die sich auch auseinander verlassen können." Indessen habe Deutschland noch eine g a n ä e Reihe pon Gegnern, die den Nationalsozialismus als einen Angriff auf die „heiligen Rechte" der Demokratie werteten. Demokratie aber fei im wahrhaften Sinne des Wortes Herrschaft des Volkes, ebenso wie Sozialismus nichts anderes als Gemeinschaft bedeute. „Es gibt in Europa keine Regierung", erklärte Dr. Goebbels, „die dem Volke näher steht als die Regierung Adolf Hitlers. Wo find denn mehr Söhne des Volkes in der Regierung als bei uns? Nirgends in der Welt kann unseren Taten der Gemeinschaft, kann unserem Winterhilfswerk, der NSV. oder der Organisation Kraft durch Freuds etwas annähernd Gleiches an die Seite gestellt werden." Hamburg, 21. Okt. (DNB.) Die riesige Hanseatenhalle strahlt im Schein von 1000 Lichtern. Vor Der Ehrentribüne breiten mächtige Goldadler des Hoheitszeichens auf beiden Seiten eines großen lorbeerumrandeten Hakenkreuzes ihre Schwingen aus. Gegenüber leuchten von den hohen Rängen Spaten und Aehren des Reichsarbeitsdienstes, sinnvoll von Mädeln des weiblichen Arbeitsdienstes in ihren schmucken weißen Blusen geformt. Als Dr. Goebbels in der Hanseatenhalle eintrifft, empfangen ihn Zehntausende mit einem Jubel ohnegleichen. Der Begeisterungssturm dröhnt empor, als Reichsstatthalter Gauleiter Kaufmann Worte herzlichen Willkommens spricht. Dann tritt unter neuer stürmischer Begeisterung Reichsminister Dr. Goebbels an die Mikrophone. Es habe sich in diesen letzten Monaten, so betont der Minister unter dem stürmischen Beifall der Masten, ein so gewaltiges geschichtliches Ereignis abgespielt, daß erst eine spätere Geschichtsschreibung in der Lage fein werde, die tieferen Ursachen und Auswirkungen dieses Vorganges zu ermessen. Aber schon die Zeitgenossen könnten die Tatsache, daß der Führer in sieben Monaten 1 0 M i l- lionen Deutsche dem Reich wieder ein« reihte, als eines der größten Wunderder Weltgeschichte überhaupt verbuchen. Und dieses Wunder geschah mitten im Frieden, ohne einen einzigen Gewehrschuß; es wurde erreicht mit dem Eidsatz einer Volkskraft, die unsere Gegner noch vor fünf Jahren überhaupt nicht wahr haben wollten. Es zeuge von grenzenloser Dummheil, wenn gewisse Lenke diesen unglaublichen Erfolg daraus zurückführen wollten, der Führer habe „eben Glück gehabt". Es sind eine Unmenge von Voraussetzungen zu schaffen ge- wesen, um diesen Erfolg zu ermöglichen. Diese staunenerregenden Erfolge seien unter gar keinen Umständen zu trennen von dem in zäher Arbeit vollzogenen Aufbau einer ff arten Wehrmacht. Dr. Goebbels stellte unter stürmischem Beifall fest, daß die deutsche Nation bis zum letzten Wann entschlossen gewesen sei, das einst feierlich proklamierte Setbstbestim- mungsrecht der Völker notfalls auch mit dem Schwert zur Durchführung zu bringen. Nur durch diese Entschlossenheit fei der drohende Krieg überhaupt vermieden worden. Es habe sich um eine beispiellose Probe der Führung und der Gefolgschaft gehandelt. Es sei um großer Dinge willen ein großer Einsatz mutig und entschlaf- gegenroärtigen außenpolitischen Lage des deutschen Volkes, das vor fünf Jahren noch völlig isoliert dastand. Er wies darauf hin, wie die von den Demokratien so gepriesenen „K o l l e k t i v f r e u n d- chaften" kläglich versagten, als es hart auf hart ging, und wie sich auf der anderen Seite die Achse Berlin—Rom als stahlhart und u n - zerbrechlich erwies. „Hier zeigte sich, daß kNchemi »aqlkch. außer Sonntag» and Feiertag» Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monat»» Bezugspreis: Mit 4 ‘Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte . I 80 Zustellgebühr , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt zernsprechanlchlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Gieße» Postscheckkonto: Lronlfurt am Main 11688 Stettin, 21. Okt. (DNB.) Der Lehrgang aller Gau- und Kreis schulungsleiter der NSDAP. Großdeutschlands verweilte auf dem Wege nach Pasewalk als Gast des Gaues Pommern in Stettin. Die Fahrt galt dem Gedenken des Tages, an dem Adolf Hiller vor 20 Jahren als unbekannter Frontsoldat gasvergiftet und fast erblindet in das Lazarett von Pasewalk ausgenommen wurde. Reichsorganisationsleiter Dr. L e y sprach aus diesem Grunde zu den Schulungsleitern. „Alles, was wir heute sind als Menschen", so sagte er, „hat uns d e r Führer durch sein Wesen gezeigt. Das größte, was er getan hat, ist, daß er dich und mich, daß er uns alle z u anderen Menschen gemacht hat. Sein Glaube schuf das neue Volk, schuf das neue Reick. Dieser Glaube kam aus seinem Wissen um sein Volk, das er kannte, weil er es erlebt hatte als Arbeiter und als unbekannter Frontsoldat. Der Führer ist trotz aller Größe und aller Einzigartigkeit Mensch geblieben. Der Führer ist Kamerad geblieben, Kamerad wie ehedem, Kamerad von uns allen. Der Führer ist der größte Politiker, weil er ber befte Erzieher ist, und der b e st e K ü n st l e r darin. Er liebt sein Volk unbändig und verzeiht jedem einzelnen all die kleinen Dinge seines Menschseins. Es ist die größte Tat des Führers, daß er unserem Volke den Weg ebnete zu allem Schonen und Lichten." * Pasewalk prangte im schönsten Festschmuck und Flaggenschmuck. Auf dem Platz vor der Weihestatte waren rund 3000 ehemalige Frontkämpfer aufmarschiert. Eine vieltausendköpfige Menge umsäumte den Platz. Die Feierstunde stand unter dem Leitwort: „20 Jahre Kampf". Em Sprecher der SA. zeigte die einzelnen Jahre des Kampfes, beginnend mit 1918 im Jahre des Verrats und des Zusammenbruchs und endigend mit dem Jahre 1938, der Schaffung von Großdeutfckland. Der Leiter des Hauptschulungsamtes der NSDAP./ Pg. Friedrich Sch m i d t, erklärte dann, daß die Fahne der Bewegung die Fahne Großdeutschlands geworden ist. Heute fei das Großdeutfche Reich eine durch Blut und Raste gebundene große Volksgemeinschaft geworden. Gauleiter Schwede-Coburg betonte, vor vier Jahren noch sei hier ein verfallenes Gebäud- gewesen. Es sei im Sinne des Führers zu einer schlichten und würdigen Gedenkstätte umgebaut worden. Auch die nachkomm"nden Geschlechter würden ernst ehrfurchtsvoll in Pasewalk an der Weihestätte stehen. »3 3 ** Io ) 's O = ff 2 3 :ö"® ■ =2, *5 O"'* , o e 5 0 C ff r' H 6 3 C-S o

y 2 $8 Oft 5 6* 3 5? ? OS- H? uw § =5 al? Z-Wp X! (•rs'S 1 V j Nablus % ' Lyddd ' Jerusalem Geheim Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen vnick und Verlag: vrühlsche UniverfilSirdruckerei «.Lange in Sieben. Schriftleiivng und SeschSsirftelle: Schulftrahe 7 in der britischen Oeffentlichkeit lebhaft besprochen wird, wenn auch die meisten Sachverständigen und die Mehrzahl der konservativen Blätter sich inzwischen von seiner Undurchführbarkeit überzeugt haben, gedachte die Araber, also die rechtmäßigen Besitzer des Lundes, mit den Steingebirgen und Sand- wüsten des Ostens und Südens abzuspeisen, während den Juden fast der ganze Küstenstrich, mit Ausnahme von Gaja, und fast ganz Galiläa zuge- schanzt werden sollte, also ein Gebiet, das sich vor allom im Norden keineswegs mit dem jüdischen Siedelungsbereich decken, sondern rund 300 000 Araber unter jüdische Herrschaft bringen würde. Diesen Plan haben die Araber leidenschaftlich ab- gelehnt, während bei den Juden die Meinung geteilt blieb, da die radikalen Zionisten das ungeteilte Palästina ganz für sich beanspruchen. England hasste, 'mit der Teilung die eigene Herrschaft am sichersten behaupten zu können, woran ihm heute mehr denn je gelegen sein muß, wo es gilt, neben dem Suez- Kanal auch den Landweg bzw. die Luftoerbindungen nach Indien zu sichern und Flottenstützpunkte an der Küste des östlichen Mittelmeeres zu behalten, die die Versorgung des britischen Mittelmeer- Geschwaders aus der in dem Palästina-Hafen Haifa endenden Oelleitung von dem irakischen Mossulge- beit her sicherstellen zu können. Diese außerordentliche strategische Bedeutung, die Palästina für das britische Weltreich besitzt, macht es den Engländern ja so schwer, der arabischen Forderung auf Rückgabe ihres Landes sachlich gerecht zu werden, zumal die Juden dank ihres Einflusses in der Londoner City und in der englischen Presse in allen Parteien, besonders natürlich auf der Linken, gewichtige Fur- jprecher haben. Trotzdem hat man angesichts des wachsenden Widerstandes der arabischen Bevölkerung in London nicht gewagt, den Peelschen Teilungsplan durchzuführen, es wurde vielmehr eine neue Kommission unter dem Vorsitz von Sir John Woodhead, der als Gouverneur von Bengalen in der Behandlung schwieriger Verhältnisse große Erfahrung ge- sammelt hat, nach Palästina beordert, angeblich, um die technischen Bedingungen des Teilungsplans zu prüfen, in Wahrheit aber wohl, um neue Vorschläge zu machen, die es England gestatten, von dem so sehr umstrittenen Teilungsplan ganz loszu« kommen. Woodheads Bericht soll in den nächsten Tagen veröffentlicht werden. Vielleicht wird auf ihn nicht ohne Einfluß sein das Ergebnis von Derhand- lungen, die der irakische Außenminister Sayid Taufik al Suwaidi in London mit den zuständigen englischen Ministern über die Palästina- Frage gehabt hat. Er hat einen neuen Plan unterbreitet, der wohl im wesenlichen den Wünschen der Araber entspricht. Der Vorschlag sieht, soweit man erfahren hat, ein unabhängiges Palästina vor, das nach dem Muster des Irak, des alten Mesopotamien, mit England einen Bündnisvertrag schließen würde, der den Engländern erlauben könnte, ihre strategische Stellung im Lande zu behaupten. Die jüdische Einwanderung soll sofort gestoppt werden, aber die gegenwärtig in Palästina ansässige Bevölkerung soll ohne Rücksicht auf Rasse und Religion gleiche politische und bürgerliche Rechte erhalten. Der Plan sieht weiter kantonal begrenzte Selbstverwaltung vor, eine konstitutionelle arabische Zentralregierung und ein aus Verhältniswahlen hervorgegangenes Parlament. Das ist ein Kompromiß, das Englands Interessen weitgehend berücksichtigt und von den Arabern beträchtliche Opfer fordert. Der panislamische Palästina-Kongreß in Kairo, über den hier bereits -ausführlich berichtet wurde, hat durch eine Abordnung in London Forderungen unterbreitet, die sich im wesentlichen mit dem Vorschlag des irakischen Außenministers decken. Auch in Kairo wurde betont, daß ein zionistischer Staat im arabischen Le- bensraum, wie ihn der Peelsche Teilungsplan vorsah, von allen arabischen Mächten als Fremdkörper empfunden werde, mit dem man sich nicht abfinden könne. Die Tatsache, daß in Kairo Vertreter des Islams aus allen Ländern, nicht bloß den arabischen, anwesend waren, und sich mit den Arabern Palästinas solidarisch erklärten, wird ihren Eindruck in London gewiß nicht verfehlt haben. Doch bevor das britische Kabinett in der Palästina- Frage eine Entscheidung getroffen hat, ist der zu den Besprechungen nach London gerufene britische Oberkommissar Sir Harold Mac Michael wieder nach Palästina zurückgekehrt. Denn dort hat sich inzwischen die Lage so bedrohlich zugespitzt, daß seine Anwesenheit im Lande dringend notwendig ist. Die britische Regierung hat immer betont, daß die Wiederherstellung der Ruhe und Ordnung die erste und unabdingbare Voraussetzung eines Kurswechsels ihrer Palästina-Politik sein müsse, wenn man von einem solchen überhaupt sprechen wolle und sie hat sich von diesem Standpunkt offenbar auch durch die letzten Verhandlungen in London nicht abbringen lallen, obwohl diese sture Gewaltpolitik, auf der die ,.Befriedungsaktion" der britischen Militärs in Wahrheit hinausläuft, den offenen Aufstand der Araber gegen die englische Mandatsherrschaft hervorgerufen hat. Wandten sich die arabischen Freischärler bisher so gut wie aus- schließlich gegen die Juden, so ist mit dem brutalen und ganz einseitig zum Schutz der Juden erfolgenden Einsatz starker britischer Streitkrätte Enaland selbst der Feind geworden, gegen den sich der Freiheitskampf der Araber richtet. Das britische Militär geht im Mandatsland Palästina mit den gleichen Mitteln gewaltsamer Unterwerfung gegen die arabische Bevölkerung vor, die aus den englischen Kolonialkriegen ja genügsam bekannt sind. Wo sich arabische Freischärler zeigen, werden ganze Stadtteile und Dörfer, soweit sie von Arabern bewohnt werden, als „Strafmaßnahme" in die Luft gesprengt, Plantagen verwüstet und Hunderte auf bloßen Verdacht hin in die Gefängnisse gesperrt. Die Antwort der verzweifelten arabischen Bauern konnte nicht ausbleiben. In hellen Scharen reihten sie sich ein in die Front der Aufständischen, die heute von einer geheimen arabischen Zentralregierung straff organisiert und geleitet einen beträchtlichen Teil des flachen Landes und wichtioe Städte wie Bethlehem fest in ihrer Hand haben. Wenn nun auch der britische Oberbefehlshaber in Palästina, General Haining, eine Armee von 25 000 Mann, davon 17 000 britische Soldaten, 6000 Mann Polizei und 2000 jüdische Freiwillige mit Flugzeugen und allen modernen Waffen einsetzen kann, um den arabischen Aufstand mederzuschlagen, so vermögen die arabi- . schen Freischaren diesem gewiß furchtbaren Kriegs- apparat die Vertrautheit mit dem Lande die geheime Unterstützung durch die Bevölkerung, in der sie jederzeit unerkannt untertauchen können, und nicht zuletzt den nationalen Fanatismus eines für die gerechte Suche der Befreiung seiner Heimat kämpfenden Volkes entgegenzustellen. Wie schwierig die Lage der Engländer unter diesen Umständen geworden ist, zeigt ja der Kampf um die Altstadt Jerusalems. Jetzt ist es soweit gekommen, wie die „Times" einsichtsvoll schrieb, daß die enalische Man- datsmacht sich an Stelle einiger bewaffneter Banden in den Bergen, die von den anderen Arabern nur Kanion von den Japanern besetzt. Chinesische Truppen und Zivilbevölkerung hatten die Stadt geräumt. — Lleberrafchend schneller Vormarsch japanischer Truppen. - Rückwirkungen auf die gesamte Kriegslage. Io Mo, 21. Ott. (Europapreß.) wie amtlich vom Oberkommando der Wehrmacht bekanntgegeben wird, ist Kanton am Freitagnachmiltag um 3.30 Uhr örtlicher Zeit von den japanischen Truppen beseht worden. Aus der gleichzeitigen Meldung, daß das japanische Konsulat in Kanton unverzüglich noch der Besetzung wieder eröffnet werden konnte, wird geschlossen, daß die japanischen Truppen die Lage in der Stadt völlig beherrschen, und daß kein ernsthafter widerstand geleistet wird. Aach privaten Berichten aus Kanton soll die Zivilbevölkerung vor dem Einmarsch der Japaner zum größten Teil geflüchtet sein. Die in der Stadt verbliebenen Einwohner werden auf wenig mehr als 100 000 geschäht. (Die chinesische Statistik vom Jahre 1930 gab die Bevölkerung der Stadt mit 812 000 an.) Die Stadt in Flammen. Auch die Flutz-Forts von den Chinesen kampflos geräumt. Hongkong, 22. Oft. (Europapreß.) Das von den Japanern eroberte Kanton steht in Flamme n. In verschiedenen Stadtteilen brennen die von den abziehenden chinesischen Truppen angezünüeten bnl 50 km Häuserreihen und Jndustriewerke. Die Lichtversorgung der Stadt ist durch die Sprengungen in dem Hauptkraftwerk gestört, und weite Teile der Stadt liegen im Dunkeln. Die Besetzung Kantons vollzog sich, wie sich jetzt übersehen läßt, durch einen kaum mehr als 3000 Mann umfassenden japanischen Stoßtrupp, da die japanische Hauptmacht bei Wongtang längere Zeit durch chinesische Nachhuten aufgehalten wurde. Die vollständige Besitzergreifung und die gründliche Säuberung der Stadt von versprengten chinesischen Soldaten wird daher erst jetzt durchgeführt werden können. Weitere japanische Truppentransportschiffe mit Verstärkungen an Bord sind auf dem Kanton- Fluß gesichtet. Die berühmten Forts an der Bocca Tigris sind nach zuverlässigen Berichten von den Chinesen kampflos geräumt worden. Der befürchtete Flüchtlingsstrom in die ausländischen Konzessionen auf der Insel Schamien konnte durch das Eingreifen von fünf englischen Fluß- kanonenbooten ferngehalten werden. In der Handelswelt der Stadt Hongkong herrscht tiefster Pessimismus. Der Jnlandshandel Hongkongs ist seit Beginn der japanischen Offensive zu völligem Stillstand gekommen. Der Eindruck in Tosio. Tokio, 22. Oft. (DNB. Funkspruch. Ostasien- dienst.) Ganz Japan steht unter dem Eindruck der raschen Einnahme Kantons, die selbst die fühnsten Erwartungen übertroffen hat. Die Presse stellt die außerordentlichen Leistungen der japanischen Landungstruppen in den Vordergrund. Man schätzt die Bedeutung des Sieges höher ein als den Erfolg der Einnahme Schanghais, da mit dem Fall von Kanton der Hauptversorgungsweg für den Teil Chinas, der noch Widerstand leistet, a b g e s ch n i 11 e n, die wichtigste Zentral st elle der antijapanischen Machenschaften zerstört und schließlich der japanische Angriff aufHankau nunmehr wesentlich erleichtert sei. Das Fehlen eines jeglichen ernsten Widerstandes im Süden Chinas erflärt m^n mit den innerenchinesifchen Spannungen, die sich jetzt weiter vertiefen würden, wobei besonders das Auseinanderfallen der Einheitsfront zwischen den Kommunisten und Tschianfaischek erwartet werde. Die große Leberraschuno. Schanghai, 21. Oft. (DNB.) Der schnelle Fall Kantons ist völlig überraschend gekommen. Es war bekannt, daß sich große Massen der Provinzial- truppen sowie der Miliz der Kwantungprovinz in Kanton gesammelt hatten, um so unverständlicher ist es, daß sie nicht zum Einsatz kamen und so gut wie gar keinen Widerstand leisteten. Man vermutet, daß sich die Engländer bei den Behörden für eine Verlegung des Wiederftandes außerhalb von Kanton eingesetzt haben, wogegen sie von der! Japanern die Zusage zur weitestgehenden Schonung des Landes, der Gebäude sowie des ausländischen Besitzes erhielten. „China Weekly Review" wirft dagegen den Amtsstellen in Kanton eine Ueberschätzung des englischen Einflusses in Tokio vor. Sie hätten sich darauf verlassen, daß es möglich sei, die Landung der Japaner in Südchina durch diplomatische Mittel zu verhindern. Der W befall in Gnganb. London , 22. Oft. (DNB. Funkspruch.) Der Fall Kantons hat in London tiefen Eindruck gemacht. Die meisten Blättern zweifeln nicht daran, daß auch Ha n k a u sehr bald von den Japanern erobert werden wird. Gleichzeitig wird aber auch hervorgehoben, daß das siegreiche Vorgehen der Japaner die eine Seite, die „endgültige Beherrschung des eroberten Gebietes aber die Kehrseite der Medaille sei". Die „Times" schreibt, der Fall Kantons > sei ein beachtlicher Erfolg für die japanischen Trup. pen. Japan werde in der Stadt jetzt wohl eine Regierungsbehörde einrichten, d i e Provinz Kanton aber werde sich den Japanern weiterhin widersetzen. „Daily Telegraph" meint, in einem derartig großen Lande wie China Garnisonen einzurichten, sei eine schwierige Frage. „Evening News" hebt hervor, daß die Chinesen vor ihrem Rückzug auch die Brücke über den Perl-Fluß, die einen Wert von 425 000 Pfund darstelle, in bte Luft g c • sprengt hätten. Chinesische Kreise machten Tschiangkaischek für den Zusammenbruch der militärischen Operationen bei Kanton verantwortlich, da er bedeutende Truvpenabteilungen von Kanton zur Verteidigung Hankaus herangezogen habe. Mit der Eroberung Kantons werde die Frage nach dem Schicksal der Konton-Kaulun - Eisenbahnlinie brennend, die mit einer britischen Anleihe im Jahre 1907 erbaut worden sei. Wnesirter Rückzug an ter ßankousront. Schanghai, 22. Oft. (Europapreß.) Nach japanischen Berichten haben die Chinesen an der Hanfausront einen allgemeinen Rückzug angetreten. Tschiangfaischef ist aus Hankau abgereist. Er soll sich nach der neuen Hauptstadt Tschungfing begeben haben, wohin auch seine Gattin abgereift sei. Nach anderen Berichten soll er nach Tschangt schau an der Bahnstrecke Hankau—Kanton gegangen sein. Der frühere chinesische Außenminister Eugen T s ch e n richtete scharfe Angriffe gegen Tschiangkaischek, den er für die schwere chinesische Niederlage in der Provinz Kwantung verantwortlich macht, weil er die Luft- ftreitfräfte und die besten Divisionen Kwaptungs zur Verteidigung von Hankau herangezogen und dadurch den Süden des Landes seiner wirksamsten Verteidigung entblößt habe. Einer nordöstlich der Hankau—Tschangtschau- Bahn vorstoßenden japanischen Kolonne ist gelungen, bis auf 20 Kilometer an Hankau heranzukommen, so daß die Abschneidung der Bahnlinie zu erwarten ist. Nach Gerüchten haben japanische Kriegsschiffe die Schiffssperre Hwangkang— O ch e n g 95 Kilometer flußabwärts passiert und sind im Begriff, auch die Spe.rre bei Twanfeng 70 Kilometer unterhalb von Hankau zu überwinden. Zu einer Um- fc'fung vom Süden her gegen die Bahnlinie Hankau—Tschangscha angesetzte Kolonnen sind in nächster Nähe von Stenning angelangt. Dom frühen Morgen an herrscht regste Flieger- tätigfeit, auch über Hanfau, wo gegen 10 Uhr mehrere leichte Bomber bei einem Vorortbahnhof' der Hankau-Bahn Bomben warfen. — Gleichzeitig flogen 27 schwere Bomber nordwestlich an den chinesischen Linien der Nordfront entlang. widerstrebend unterstützt wurden, einem einigen arabischen Volk gegenübersieht, das von den Aufständischen überzeugt worden ist, daß es von England nur dann Gerechtigkeit zu erwarten hat, wenn es sich erhebt und um seine Freiheit kämpft. Dr. Fr. W. Lange. Mit Tränengas argen die arabischen Ausländischen. Jerusalem, 22. Oft. (Europapreß.) In ihrem Kampf gegen die arabischen Verteidiger, die sich immer noch im Viertel um die Omar-Moschee in der Altstadt behaupten, sind die Engländer jetzt zur Anwendung von Tränen erregenden Gasen übergegangen. Polizeitruppen, die mit Gasbomben bewaffnet und mit Gasmasken ausgerüstet sind, haben mit der Durchsuchung der unterirdischen Gänge,- der sogenannten Steinbrüche Salomos, begonnen, durch die die arabischen Kämpfer in Verbindung mit der Außenwelt stehen sollen. Bisher ist es jedoch nicht gelungen, eine solche Verbindung zu finden. Das Vordringen der Engländer in dem unterirdischen Labyrinth endete immer wieder in Sackgassen. Mit ihren Haussuchungen sind die englischen Truppen jetzt in die unmittelbare Nähe der Moschee vorgedrungen. Sie werden immer wieder durch arabische Scharfschützen belästigt: ein Soldat wurde getötet. Man wird sich darüber klar, daß auch nach Abschluß der gegenwärtigen Aktion erhebliche Polizeikräfte notwendig sein werden, um die Ruhe in Jerusalem aufrechtzuerhalten, da die arabische Bewegung keineswegs niedergeschlagen ist, der Aufruhr vielmehr in der Stille weiterglimmt und jeden Augenblick wieder aufflammen kann. Als nächster Schritt ist eine Säuberungsaktion in einem Gebiet, das vom Jordan und dem Toten M-er im Offen bis zum Beginn der Küstenebene im Westen reicht und sich etwa 30 Kilometer nördlich und 80 Kilometer südlich von Jerusalem erstreckt, in Aussicht genommen. Dieses Gebiet umschließt die Städte Jericho, Ramallah. Bethlehem und Hebron, in denen die englischen Behörden seit einiger Zeit völlig machtlos geworden sind. Man rechnet mit einer mehrwöchigen Dauer der militärischen Operationen. Da nach Mitte November die Kälte die Unterbringung der Truppen in Zelten nicht mehr zuläßt, ist mit dem Bau von Baracken begonnen wor- ben. In Ja f f a kam es zu Straßenkämpfen zwischen Polizei und arabischen Freischärlern, die einen jüdischen Omnibus angegriffen hatten. Die Gleise der Eisenbahn zwischen'Jerusalem unb Lndda sind auf einer Strecke von über einem halben Kilometer aufgeriffen worden. 3m Hamen ter arabischen Welt. Der iralischc «uijenminifter über seinen Besuch in London. Beirut. 21 Ott. Der Autzenmlni- st e r b 6 s 3 r a t, her auf der Rückreise non London Seii-ut berubtt', erklärte dort, d-ch auch die ena- lische Regierung an einer möglichst raschen SJofung interessiert fei. England tjabe einge-sehen, es die arabische Welt mit einer ihr entsprechenden Lösung der Palästina-Frage zufrieden st el- len müsse, falls es die Freundschaft der A"aber gewinnen wolle. Die Lösung der Palästina-Frage werde demzufolge noch vor Ende November erfolgen, nachdem England die sofortige E i n ft e I • lung der jüdischen Einwanderung zuge sagt haben werde. Der islamische Kongreß in Kairo sei in England mit großer Aufmerksamkeit verfolgt worden. Auch ein vom syrischen Präsidenten des Palästina-Ausschusses an die englischen Zionisten gesandtes Telegramm sei in London als Ultimatum, nicht nur an die Juden, sondern auch an die Engländer gewertet worden. Der Minister stellte fest, daß die Lage in Palästina für die Araber sehr günstig fei. Er selbst habe in England im Namen der gesamten arabischen Welt verhandelt. Die endgültige Regelung der Palästina-Frage werde gemeinsam mit den Vertretern Palästinas und aller anderen arabischen Länder vorgenommen werden. Zu diesem Zwecke werde auch er noch einmal nach London reifen. Englands Vüsinnq. London , 22. Ott. (Europapreß.) Aufsehen erregt die Ankündigung des Luftfahrtministeriums über den Bau einer großen neuen 3 lug- zeugfabrik der Firma Vickers-Armstrong. Es handelt sich um die Massenherstellung von Flugzeugen, die in dieser neuen Fabrik zusammengestellt werden sollen, während die Einzelteile auf Grund weitgehender Unterteilung in bereits bestehenden Fabriken hergestellt werden sollen. Wie aus einer Rede des Luftfahrtministers, Sir Kingsley Wood, hervorgeht, sollen dazu auch bisher außerhalb der Flugzeugindustrie stehende Werke herangezogen werden. Die neue Fabrik wird voraussichtlich in Lancashire oder Cheshire erbaut werden. Der Kriegsminister Hore-Belisha erklärte, eine erhebliche Beschleunigung der englischen Aufrüstung sei nur dann möglich, wenn man b i e Methoden der Kriegszeit i wieder anwende. Ein Munitionsministerrum müsse Voll- Ruhl Sehersweg Nr. 67 ■ ad IO Telephon Nr. 3170 I eparaturen HQ/, machten haben, um Rüstungsaufträgen den Vorrang zu sichern, die Rohstossversorgung zu kontrollieren und Vorkehrungen für die Verschiebung der gelernten Arbeiterschaft zu treffen. Die Presse stimmt dem beschleum-jen Rüstungs- Programm zu. Der der Regierung nahestehende „Daily Telegraph" verlangt sofortiges Handeln. Der „Daily Expreß" betont aber, daß es falsch sei zu sagen, England rüste gegen Deutschland. Die eng- lischen Rüstungen richteten sich gegen niemand, sondern seien nur zum Schutze Englands bestimmt. England dürfe offen uussprechen, daß es rüste, um seine Kolonien zu verteidigen, aber nicht, ' um für irgend welche Grenzen in Europa zu kämpfen. ■ i— in der Slowakei und in der Karpatho-Ukraine der Außenpolitiker des wurde die Partei bereits früher aufgelöst — wurde London, 22. Ott. (DNB. Funkspruch.) Der tschecho-slowakische Ministerpräsident General Si- rovy erklärte dem Prager Vertreter der „Daily Mail": „Unser Ziel auf außenpolitischem Gebiet ist es, zu einer völligen Ueberein- stimmung mit unseren Nachbarn zu kommen, und zwar so schnell wie möglich." Eine der notwendigsten Ausgaben sei die Festsetzung der endgültigen Grenze, für die entspre- chend dem Münchener Abkommen eine europäische Garantie gegeben werden würde. Diese Garantie unterstützt von Deutschland, Italien, England und Frankreich, wird von um so größerer Bedeutung fein, je mehr die Beziehunksen der Tschecho-Slowakei mit den Nachbarstaaten sich verbessern Wir haben den Beweis unserer Aufrich- tigkeit bei der Durchführung unserer Verpflichtun- gen geliefert. Die Zukunft unseres neuen Staates besteht nun in ftänbiger schwerer Arbeit. Die Regierung ist völlig in ihrer Entschlossenheit geeint, alle ihre Verpflichtungen aufrecht und ehrlich zu erfüllen. Rudolf P r och a zka, uer uuBenpoitnrer oes i wurde die Partei bereits früher aufgelöst — wurde . rrutsprasidiuMS, erklärte zum gleichen Thema,! am Freitag in den Einzelheiten durchgefuhrL Die V e u t I ch I a n d habe als neues schöpferisches und kommunistische Partei presse ist am Freitag revolutionäres Prinzip den Nationalitäten- nicht mehr erschienen. Die Parteisekre- gedanken nicht nur in die tschecho-slowakische, tanate und Redaktionsräume der kom- sondern überhaupt in die europäische Politik ge-j munistischen Presse wurden behördlich verste- Die neue Tschecho-Glowakei. Prags außenpolitisches Ziel: „Völlige llebereinstimmunq mit unseren Nachbarn" bracht. Der neue Nationalstaat der Tschechen, Slowaken und Karpatho-Ukrainer befinde sich nach den Münchener Vereinbarungen in einer neuen Sphä r e. Das seien die wichtigsten Grundtatsachen, die man bei der tschecho-slowakischen Außenpolitik berücksichtigen müsse. Die neue Außenpolitik werde ebenso bestimmt fein von den Interessen und Ansichten des Ostens wie des Westens des Landes und auch von dem Umstand, daß Deutschland heute die be stimmen de mitteleuropäische Macht sei. Die Garantie der tschechoslowakischen Grenzen durch England und Frankreich dürfe in keinem Fall aufgefaßt werden als ein „Gegengewicht gegen Deutschland". Die Auf ö im$ der kommunistischen Partei in Böhmen und Mähren. Prag, 21. Ott. (Europapreß.) Die von der Prager Zenttalregierung verfügte Auflösung der Kommunistischen Partei in Böhmen und Mähren sammensetzung die Kommuni st en mit 19 von insgesamt 100 Sitzen vertreten seien. Dies sei mit dem gegenwärtigen Kräfteverhältnis nicht i n Einklang zu bringen. naue jetzt "ä 18 p< Bei Sodbrennen eg Nr. 67 i Nr. 3170 »Oi i eines Konfliktes, der zum Weltbrand hätte auswachsen können. Angesichts der Entspannung konnte Adolf Hitler vor kurzem die Entlassung der Reservisten ankündigen. Und nun schallt es wieder durch alle Kasernen: „Reserve hat Ruh!" In Wiedersehensfreude rüstet alles zur Heimkehr. Aber kehren die Männer, die ihrer Wehrpflicht genügt haben, nun wirklich alle wieder in die Heimat zurück? Wir wissen es schon aus Erfahrungen, wie sie in der Vorkriegszeit gesammelt wurden, daß die militärischen Dienstjghre' häufig dazu Veranlassung geben, ein Leben in völlig neue B a h- n e n zu lenken. Das will durchaus nicht besagen, daß derartige Veränderungen sich zum Nachteil des Beteiligten auswirken müßten. Sehr oft ist das ge- Gegenteil zu beachten gewesen. Aber auch diese Feststellung ist wiederum n'.cht für alle Fälle gültig. Man kommt nicht um die Beobachtung Herrigen Rentner und eine Mutter mit ihrem fünf Jahre alten Kinde nur noch als Leichen vorfand. preß.) lesen । In den schweren Wochen der internationalen Er-1 einer entsprechenden Verwendung der geweckten örtcrungen über die politische Zukunft des deutschen Kräfte zu erschließen. Aber mit gutem Bedacht Sudetenlandes trat bei den unter den Waffen be-. empfehlen sie dem jungen Manne, der seinen Beruf findlichen Mannern der Gedanke an ihren „zivilen erlernt hat, die Rückkehr in die einstige Beruf" nach der baldigen Beendigung der Dienst-s Dä t i g k e i t. Es versteht sich bei einer so bedeu- zeit zurück hinter der Bereitschaft, deutsches Volk und deutsches Land zu jeder Zeit zu verteidigen. Des Führer starker Wille schuf die friedliche Lösung zu seinem Beruf zurückkehrt. _ „Reserve hat Ruh!" Das will nicht heißen, daß nun ein Faulenzerleben einsetzen soll. Nein, durch- In Cuxhaven kamen bei einem Ha us brand drei Menschen ums Leben. Gegen Mitternacht it aus eine. Hsiey Wood, innerhalb der herangnogen caussichtlich in irden. isha erfiürte, englischen Ach man die Me« eher amvenbe. n müsse Doll« Zwei Durchstöße durch das Alpenmaffiv Auf der Tieichsautobahn in 3M> Stunden von Klagenfurt nach München. gelt. Es verlautet, daß eine Reihe von Funktio- nären der Partei in Schutzhaft genommen worden sind. In den Betrieben wurde der Auf- lösungsbeschluß von den Belegschaften auch dort mit Ruhe zur Kenntnis genommen, wo bisher die kommunistischen Anhänger überwogen oder doch einen starken Einfluß hatten. Der rechtsradikale „Prazsky List" fordert die Auflösung der Prager Gemeindevertretung mit dem Hinweis darauf, daß in dieser nach der. gegenwärtigen ZuVon der Kaserne zum Bauernhof. Die Reservisten kehren aufs Land zurück. IRdferbori'bf Das festländische Hoch verlagert sich nordostwärts, beherrscht zur Zeit aber die Witterung ganz Mitteleuropas. Auch in der Nacht zum Samstag kam um, daß beispielsweise manche der „gedienten Männer" aus dem Landvolk, verlockt von zufälligen und sehr äußerlichen Eindrücken, roifr sie die Garnisonstadt bietet, nach ihrer Dienstzeit in der Stadt eine neue Lebensaufgabe ausfüllen wollen. Für diese Menschen bedeutet dieser Entschluß fast immer die Aufgabe ihres gelernten Berufes — denn Landarbeit ist heute gelernte Arbeit! — und die Einreihung in das Heer der „un- gelernt"n Arbeiter". Ein Wechsel der Betätigung von so durchgreifender Bedeutung ist in gewissem Sinne verständlich, weil der Entschluß- dazu von Menschen ausgeht, die sich zwar als Soldaten bewährt haben, im allgemeinen jedoch noch nicht über genügend Lebenserfahrung verfügen, um die Auswirkungen eines so entscheidenden Schrittes ganz zu übersehen und richtig zu beurteilen. Unsere wiedercrstandene Wehrmacht hat es sich daher zur Pflicht gesetzt, stärker und eindringlicher noch als das in Vorkriegszeiten der Fall war, den vor ihrer Entlassung stehenden Dienstpflichtigen Helfer und Berater beim Uebergang in das zivile Leben zu sein. Das- gilt nicht allein für diejenigen Soldaten, die vier oder acht oder noch mehr Jahre im Dienste standen, sondern ebenso für die jungen Menschen, die im üblichen Umfange ihre Ausbildung erhielten. Be- sonders ausgewäblte und für ihre Aufgabe umfassend geschulte Offiziere widmen sich schon zeitig allen Fragen, wie sie bei der bevorstehenden Entlassung aus dem aktiven Dienst entstehen. Erfahrene Männer beraten und helfen nach besten Kräften. Wo sie besondere Eignungen beobachtet haben, die sich erst während der Dienstzeit auswirkten, zögern diese Berater nicht, ^iach Prüfung aller Umstände, die für und wider eine Veränderung in der bisherigen Verufsausübung sprechen, neue Wege zu njlad>6flrn' ; niu<" 'i" gru*1' :'Ä,n W6; ®al fienpoli11 '«“'ÄS ””b ft«’9.6, »Il«h l?llr II»* "l,f ? sranl",,d| ,d all <*’ werden (’Äj Titn uli0,U(rfli will Ift ‘flffy' fotib blagr. Sfr* ”>! 'int -Ti ff«: "»»tllidl, da «"'on --u, ’be- Ml bet ' M btnt !°hnllni, '*>' >m Sah« inen den »«’ una iu ka»ittl> z»schikbiinsW i" nah'll-h-" fianb'ln. Ä f(i ? jtanb. Di- " •n Europa 3“ Hause keine Frage sei, denn immer mehr neue Landarbeiterwohnungen würden in der Heimat gebaut, und so schön und wohnlich wie die Wohnungen in der Stadt sind sie heutzutage ganz gewiß. Bloß die Sache mit dem Lohn natürlich — nein, Landarbeit bringt derartige Wochen- oder Monatslöhne nicht. Ja, und dann rechneten sie auf beiden Seiten, die jungen Arbeiter aus der Stadt und die andere Gruppe vom Lande: Miete, Feuerung, Beleuchtung, Kleidung, Wäsche, die Ernährung und was so alles im Leben bezahlt sein will. Da gab es oft ein großes Verwundern, wenn der Kamerad vom Lande meinte, Wohnen und Heizen und Essen würden doch nicht derartige Beträge ausmachen, wie sie der städtische Kamerad nannte. Innerhalb des Deputatvertrages sei doch alles klipp und klar geregelt. Im Endergebnis — so rechneten sie ganz richtig aus — steht sich der Landarbeiter sicher besser als sein Kamerad, der in der Stadt soviel mehr an Wochenlohn ausgezahlt bekommt! Derartige Gespräche waren und sind in der Dienstzeit nicht selten. Sie führen auch ohne Zweifel zum Nachdenken. Und doch vergessen manche aus dem Landvolk die dabei gewonnenen klaren Erkenntnisse, wenn der Tag herankommt, an dem Reserve Ruhe hat. Nicht jeoer will eben aus den Erfahrungen anderer Kameraden lernen. Er muß erst einmal selbst auskosten, was es heißt, in der Stadt zu leben, am eigenen Leibe zu erfahren, daß er sich selbst des größeren Lebenserfolges beraubte, der ihm auf dem Lande — als freiem Manne auf freiem Grunde — sicher ist. Derartige Erfahrungen sammeln zu müssen, ist zeitraubend, schmerzlich und kostspielig — die vielen, die den Weg zur Heimat- tunqs- und verantwortungsvollen Aufgabe von selbst, daß weder Zwang noch Ueberredung auf» gewendet werden, um den zu Beratenden in eine ihm wesensfremde Tätigkeit zu lenken. So müßte es sich also eigentlich von selbst ergeben, daß der im Landvolk verwurzelte junge Mensch auch wieder 1 Nach an her Rückzug aus hankau 1 Hauptstadt n auch seine Berichten soll . Bahnstrecke lsühere chine- achtete scharfe er für die der Provinz er die Luft« 1 Kwaptungs Hamburg, 21. Oft. (DNB.) Auf der vom i Gauamt für Technik der NSDAP. Hamburg ver- i anftalteten Tagung der Technik behandelte Reichs- i Hauptamtsleiter Prof. Dr. Todt die Reichs- ! auto bahnen und ihre Bedeutung. 2300 Kilo- ! meter Reichsautobahnen feien bis heute für den i Uierfeljr fertizgeftellt. Weitere 300 Kilometer wür- i Öen Anfang November übergeben, und mit der i Jahreswende würde programmgemäß der 3000. : Kilometer fertiggestellt sein. Die längste Reichsautobahnstrecke reicht mit 900 Kilometer von derO ftj e e bi s z u den Alpen. Sie geht von Stettin über Berlin, Leipzig und Nürnberg nach Salzburg und wird zum Jahresende für den Verkehr frei. In der Ostmark feien alle Verkehrslinien nach Wien ausgerichtet gewesen. Bis jetzt habe man von der Steiermark und Kärnten nach München im Winter eine 700 Kilometer lange Strecke fahren müssen, während die Luftlinie jeweils nur 250 Kilometer betragen habe. Ein Durchstoß durch das Alpenmassiv mittels zweier 7 bzw. 8 Kilometer langer Tunnels werde eine Fahrzeit von dreieinhalb Stunden von Klagenfurt nach München ermöglichen-. — Auch im Sudetenland, wo es an Querverbindungen fehlte und alle Straßen von Prag aus radikal zu den Grenzen liefen, werde sofort eingegriffen werden, um das Reich mit feinem neuen Gau zu verbinden. Die Bedeutung der Reichsautobahnen gehe schon aus der Verkehrsstatistik einwandfrei hervor. Die Benützerzahlen seien durchweg höher als ursprünglich angenommen wurde. Die wirtschaftliche Bedeutung der Straßen des Führers sei ferner aus der Entwicklung der deutschen Bauwirtschaft ersichtlich, die heute über 3 Millionen Volksgenossen beschäftige gegenüber 500 000 bei Inangriffnahme der Straßenbauten. Wer einmal mit der Bahn von der Kärntner Hauptstadt nach München seine guten neun Fahrstunden heruntergeschlagen hat, wird die Revolution des Verkehrs jubelnd begrüßen, die Generalinspektor Todt angekündigt hat. Klagenfurt ist dem Binnendeutschen vielfach erst durch die Rückgliederung Oesterreichs ein klarer Begriff geworden-, aber leider muß gesagt werden, daß, wenn der Begriff, von Klagenfurt auch klarer geworden ist, er für viele Deutsche noch lange nicht klar genug ist. Die Entfernung von Klagenfurt nach Triest, das sich einer so warmen Förderung durch den Duce erfreut, beträgt nur etwa 120 Kilometer; und unmittelbar vor den Toren Klagenfurts beginnt das mächtig emporftrebenbe Jugoslawien, dessen Straßenbaupläne durch die Ankündigung von Dr. Todt einen neuen Antrieb empfangen werden. Und dieser Antrieb wird sich fortsetzen. Denn wenn von der Linie München—Klagenfurt gesprochen wird, so liegt darin sinngemäß die Verheißung einer Autobahn nach dem Südosten, die sich mit der von Wien aus geplanten Autobahn nach Istanbul, dem alten Konstantinopel vereinigt. Die Oesterreicher haben allen Anlaß, sich zu freuen, und^wir mit ihnen: denn die Alpen, die einen so mächtigen Anziehungspunkt für Ausflügler darstellen, sind zugleich ein zeitraubendes Verkehrs- erbe zurückfanden, beftätigen das. So gern fie sich ihrer militärischen Dienstzeit erinnern und des Tages, da Reserve Ruhe hatte, so wenig angenehm ift ihnen der Rückblick auf die Spanne Zeit, die sich daran schloß. Sie bedeutete einen kostspieligen Umweg. Und der läßt sich wahrhaftig crfP°,r^ Fortschreitende Besserung im Befinden Kemal Atatürks. London, 21. Oft. (Europapreß.) Nack den letzten Berichten aus Istanbul hat die Besserung im Befinden des türkischen Staatspräsidenten Kemal Atatürk weitere Fortschritte gemacht. Als ein Zeichen dafür, daß die Befürchtungen wegen einer unmittelbaren gefährlichen Entwicklung der Erkrankung des Präsidenten einer hoffnungsvolleren Beurteilung gewichen sind, sieht man auch die Tatsache an, daß mehrere der m Istanbul versammelten Mitglieder des türkischen Kabinetts nach Ankara zurückgekehrt sind. Aus aller Welt. 200 h e „Darmstädter Togblatt". Am 22. Oktober feierte das „Darmstädter Tag. blatt", eine d e r ältesten deutschen Zeitungen, sein 200jähriges Bestehen. Das Blatt gibt aus diesem Anlaß eine Festausgabe heraus, m der nach Glückwünschen, von Generalfeldmarschall Ministerpräsident Göring, Reichsminister Dr. Goebbels, Reichspressechef Dr. Dietrich, Reichsleiter Amann, Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, der Reichsminister Ohnejorge, Dorpmüller, Seldte, des Kommandierenden Generals Schroth, des Standortältesten Generalmajor Müller u. a. die Entwicklungslinie durch zwei Jahrhunderte bis zum Jahre 1938 aufgezeigt wird. Eine Folge van Aufsätzen behandelt die Kämpfe, Erfolge und Wandlungen 200- jährigen politischen Zeitgeschehens. Die kulturgeschichtlichen Aufsätze zeichnen ein Bild von der geistesgeschichtlichen Situation und Entwicklung während der zwei Jahrhunderte deutscher Kultur seit 1738. Wertvolle Beiträge bekannter Mitarbeiter entwerfen Bilder von der großen klassischen Zeit um die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert und deuten die Entwicklung und das geistige Gesicht des vorigen Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Neben diesen allgemeinen kulturpolitischen Aufsätzen wird das besondere geistige Leben Darm- ft a b 15 in Aufsätzen über bedeutende Köpfe und über die Entwicklung des Darmstädter Kunstlebens dargestellt. Der dritte Teil der Jubiläums- ausgabe schildert die schaffende und feiernde Stadt Darmstadt während 200 Jahren. Uebersichten über die wirtschaftliche Entwicklung, die Geschichte des Zeitungswesens usw. runden den reichen Inhalt der Festausgabe ab. Freiherr von Egloffstein f. Der Präsident d es D D A C., NSKK.-Ober« führer Freiherr von Egloffstein, ist an den Folgen einer Blutvergiftung imAltervon42Iahren g e ft o r b e n. Freiherr von Egloffstein wurde 1933 durch Korpsführer Hühnlein mit der Führung des DDAC. beauftragt. Er erwarb sich um dessen Ausbau große Verdienste, die schon in dem Ansteigen der Mitgliederzahl von 94 000 im Oktober 1933 auf heute 175 000 zum Ausdruck kommt. Am 20. Avril 1937 wurde Freiherr von Egloffstein zum NSKK.-Oberführer befördert. Ein kapierfahiger Farbensilm. Die Entwicklungsarbeiten auf dem Gebiet der Farbenphotographie haben zu einem Erfolg geführt, der über die Fachkreise hinaus Beachtung verdient: es ist nach jahrelanger Forschungsarbeit gelungen, einen kopierfähigen Dreifarbenfilm [ herzustellen. Die Kovie kann ohne jeden zusätzlichen \ Lichtbedarf mit Hilfe der normalen Theatermaschi- l nen, also ebenso wie ein gewöhnlicher Schwarz- - Weiß-Film, und zwar einschließlich des Tones, vor- ' geführt werden. Die Bilder zeigen farbtreue i Wiedergabe, und es ist zu erwarten, daß die Der- ' suche, die seitens der Herstellerfirma in Zusammen- ■ arbeit mit der deutschen Filmindustrie im Gange t sind, in Kürze erfolgreich beendet werden. Das i neue Dreifarbenverfahren wurde jetzt auf der ' VIII. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für photographische Forschung durch Prof. Dr. Eg- i g e r t und Dr. Heymer bekanntgemacht. Drei Menschen im brennenden Hause umgefommen. Hindernis, das von der Semmeringbahn eigentlich nur umgangen wird. Die erst sehr spät, in unserem Jahrhundert eröffnete wundervolle Tauernbahn genügt nicht, um das schwere Verkehrshemmnis Der sich langhinziehenden Hochalpenkette zu überwinden. Jeder Meter, den sich die Bohrer in die Alpenmassive hineinbohren, ist ein Fortschritt der deutschen Geschlossenheit in allen Lebensbezirken. Vas Volkswagenwerk wächst empor. Fallersleben, 21. Ott. (DNB.) Erstmals feit der Inangriffnahme des Baues des Volks- wagenwerkes bei Fallersleben im Februar d. I. und der Grundsteinlegung durch den Führer im Mai, wurde der Prelle Gelegenheit gegeben, sich von den gewaltigen Fortschritten zu überzeugen, die dieser Industriebau in knapp acht Monaten gemacht hat. Das Baugelände ist etwa zweimal 1L Kilometer groß. Auf ihm befinden sich zur Zeit vier Hallen im Bau. Nahezu fertiggestellt ist der Unterbau der Werkzeughalle, weit vorgeschritten auch der Bau des Preßwerkes, das im Gegensatz zu den anderen Hallen in Eisenkonstruktion aus- geführt wird mit Rücksicht auf das hohe Eigengewicht der Pressen von zum Teil über 100 Tonnen. An das Preßwerk schließen sich das Ka- rosseriewerk sowie die mechanische Werkstatt an. Die Hohe der Hallen beträgt rd. 15 Meter. Das Prehwerk ist im Mittelteil, wo die großen Pressen zur Aufstellung gelangen, noch einige Meter höher. Die größte Halle ist das Karosseriewerk mit einer Dodenfläche von über 70 000 Quadratmeter. Sämtliche Hallen haben Keller von vier Meter Höhe,'in denen alle Rohrleitungen usw. untergebracht sind. Ein Teil dieser Keller ist zu Lust- schutzräumen ausgebaut, wahrend spiralbewährte Decken einen Durchmesser von 1,10 Meter besitzen, also absolute Sicherheit bietet. Für die Herstellung des von einer zentralen Luft- schachtstelle an die jeweiligen Arbeitsstellen gepumpten Betons werden allein täglich 2 0 0 0 Tonnen Kies und 6 Ö 0 Tonnen Zement benötigt. Dieser Zement wird aus Italien in Spezialschiffen bis nach Bremen befördert und dort in Lastkähne umgeladen. Der höchste Bau des Gesamtwertes wird das Kraftwerk, desien Eifenkon- ftruktion sich bis zu 46 Meter erhebt und das Turbinenhaus, das Kesselhaus, Kohlenbunker und das Sckalthaus enthält. Von diesem Kraftwerk aus soll auch die Energie- und Wärmeversorgung der im Entstehen begriffenen KdF. - Stadt erfolgen. Der für das am Mittellandkanal gelegene Werk bereits vorhandene und benutzte Hafen hat eine Cänae von 380 Meter und eine Breite von 70 bis 150 Meter. An den Bauten werden zur Zeit insgesamt etwa 4 000 Arbeiter, darunter 2500 Italiener sowie einige hundert Holländer und deutsche Volksgenossen aus Danzig beschäftigt. Sie find in einem als vorbildlich zu bezeichnenden Barackenlager in nächster Nähe des Baugeländes untergebracht. ©tobt und Land. Dresdener Tagung der Deutschen Akademie sür Städtebau. Dresden, 21. Oft. (DNB.) In der Hauptstadt des Sachsenlandes, das als das dichtest besiedelte Gebiet Deutschlands zugleich Industrie- wie Land- wirtschastsgau ist, hält die Deuts che Akademie für Städtebau eine Tagung ab über das Thema „Die Stadt und das Land — Planung- und (9eftaltungr’nuigaben, des Industriebezirks, der Großstadt, der Kleinstadt und des flachen Landes". Staatssekretär Dr. Muß von der Reichsstelle für Raumordnung zeigte, in welchem Umfange d i e Städte Raumge st alter sind. Sie seien Kristallisationspunkte im deutschen Volksraum, und so wie sie gestaltet werden, so werde auch der deutsche Raum gestaltet. Stadt und Land seien zu einer organischen Einheit zusammenzuschmieden. Das eine sei ohne das andere nicht mehr denkbar. Jedes habe seine Aufgabe für die Gesamtheit. Der Vorsitzende der Akademie, Landesrat Niemeyer, stellte in seinem Referat „Raumordnung und Städtebau" fest, daß das Land sich aus eigener Kraft seit den ungeahnten Fortschritten der Technik nur mit großen Schwierigkeiten halten könne. Eine ländliche Besiedluna genüge keineswegs, um die Landflucht zu beseitigen. Eine Durchsetzung mit Derarbeitungsindustrie sei das dringendste Erfordernis, besonders im deutschen Osten. Die Grundlagen hierfür müßten im Wege aller gesunden Raumordnung durch w e i t e st g e - hende Anwendung der Technik geschaffen werden. • Diese Maßnahmen seien besonders dringend aus bevölkerungspolitischen und biologischen Gründen. Raumordnung und Städtebau könnten in diesem Sinne biologische Voraussetzungen für den Neuaufbau des deutschen Volkes schassen, der an jedem einzelnen Volksgenossen die stärksten Ansprüche stellen werde. Professor Dr.-Ing. Kreis (Dresden) stellte in feinem Vortrag über „Die Großbauten der Partei und des Staates im Bilde der Stadt und der Landschaft" besonders heraus, daß der Nationalsozialismus unter dem ganz persönlichen Einfluß des Führers wieder das nationalvölkische Id^al in ber Baufun ft in den Vordergrund gerückt habe. In wenigen Jahren sei eine neue Ordnung im Bauwesen herausgestiegen, die das Bild von Stadt und Land als Abbild des einen politischen Willens und Glaubens gestalte. In diesem neuen Ziel einten sich Monumentalbau und bürgerlicher Zweckstil als eine einheitliche Schöpfung der deutschen Seele. Dr.-Ing. Bruno Wehner, Referent beim Ge- neralinfpektor für das deutsche Straßenwesen, wies auf die Bedeutung des Omnibus- bzw. des Lastkraftwagens für die Anlegung von A^u ß e n f i e d - [ u n n e n mit geringer Siedlungsdichte hin. Auch bei ber siedlungsgünstigeren Verlagerung von inbuftrie* ellen Betrieben innerhalb des Stadtraum's und als Träger des Erholungsverkehrs für die Neuerschlie- ßun'g von fremden Verfehrsgebieten komme dem Omnibus- und dem Lastkraftwagen eine erhöhte Bedeutung zu. — Oberbaurat Boehm (Breslau) erörterte die „organische Stadterweiterung und die Erschließung von Wohn- und Siedlung s g e b i e t e n". Stadterweiterung dürfe nicht mehr Kampf gegen die Landschaft und Kampf gegen den ernährenden Boden sein. Das Gerüst der Stadtplanung seien die V e r k e h r s l i n i en. Auch der Volkswagen werde eine übertriebene Auflockerung der Stadt nicht gestatten. Kein Beamter Mitglied einer berufsständischen, konfessionellen Bereinigung. NSO. DerReichsmtnisterdesInnernhat durch Runderlab Dom 14. Oktober 1938 den Beamten und Lehrpersonen^den Erwerb der Mitgliedschaft und irgendwelche Betätigung in berufsstandlschen konfes- sionellen Vereinigungen verboten. Eine e»va bestehende Mitgliedschaft oder Betätigung m einem derartigen Verband ist sofort zu lösen. Der Relchs- minister des Innern weist darauf hin, daß zur orgni- fatorischen Erfassung der Beamten und Lehrpersonen die ber NSDAP, angeschlossenen Derbanbe, ber Reichsbund der Deutschen Beamten (RDB.) e. 23., einschließlich des ihm eingeglieberten Kamerabschaftsbundes Deutscher Polizelbeamten e.V., der Nationalsozialistische Rechtswahrerbunb e. 93. unb ber Nationalsozialistische Lehrerbund M3, geschaffen worben finb. Die Zugehörigkeit von Beamten unb Lehrpersonen zu befonberen berufsstan- dischen konfessionellen Derbänben läuft daher den l)r- ganisationsgrunbfätzen des nationalsozialistischen Staates zuwider und verträgt sich nicht rmt der Stellung ber Beamten unb Lehrpersonen als Staats- diener. Kleine politische Nachrichten. Der Reichsarbeitsminister hat ben Ministerialdirektor im Reichsarbeitsministerlum Staatsrat B arger zum Sonbertreuhanber- der.Arbeit bestellt und ihn beauftragt, grundsätzliche soziale Fragen, die den ganzen deutschen Bergbau betreffen, mit den Beteiligten zu erörtern und geeignete Maßnahmen für ihre Lösung vorzuschlagen. * Ministerpräsident Chamber! a i n hat sich be- reits am Freitagnachmittag n a ch C h e q u e r s be geben. Man nimmt an, baß er dort wahrend bes Wochenendes Besprechungen mit Ministerkollegen unb anberen Persönlichkeiten haben unb s'H dann über bie Veränberungen schlüssig ^ben wird, bie er in seinem Kabinett vorzunehmen gebens Man rechnet bamtt, baß bie Namen ber neuen Minister erst am Mittwoch bekanntgegeben werden. es bei heiterem Himmel zu starker Ausstellung unb vielerorts zu leichten Bodenfrösten. Das Hock- brutfgebiet wird zwar von Sübwesten her rasch ab- gebaut, dürfte jedoch bei uns noch roetterbeftimmenb bleiben. Vorhersage für Sonntag: Morgens vielfach dunstig ober neblig, sonst heiter bis wolkig. Nachts frisch. Mittags milb. Winde aus Oft bis Süd. Lufttemperaturen am 21. Oktober: mittags 11,8 Grad Celsius, abends 3,2 Grad; am 22. Oktober: morgens 0,3 Grad. Maximum 11,8 Grad, Minimum heute nacht —0,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 21. Oktober: abends 6,9 Grad; am 22. Oktober: morgens 4 Grad. — Sonnenscheindauer 4,9 Stunden. Hauptschnftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschristleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik unb für bie Bilder: Dp. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigenTeil.-ErnftBlumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IX. 38: 9143, Druck unb Verlag: Brühlsche Umoersitätsbruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen Monatsbezugspreis RAK 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit ber Illu- ftrierten 15 Pf mehr Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit ber Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1 September 1937 gültig "gezogen und r wirksamsten Tschangischall- me ist gelun- . n hankau Abschneidung ch Gerüchten iffssperre meter flußab- griff, auch die lometer unter- Ju einer Uni- die Bahnlinie innen sind in igelangt. Boni » Flieger- gegen 10 Uhr Borortbahnhof - Gleichzeitig Kid) an den fanfl. aus nicht, jeder will arbeiten! Doch scheint es manchen Söhnen des Landvolks verheißungsvoller, eine Ä"- ftdufeSw Ä™ £!' S USÄ'S s ! - »auywiÄäJS s« i SfÄPM?'.' Ä.S3 ten. Allerdings macht ihm die Wohnungsbeschaffung sw — t.-.-c etwas Sorge. Damals sagte sich wohl mancher, der im Geiste das Heimatdorf erblickte, daß dies zu Nerven zuver n Mäusburg n Aelteres Suche für sofort einentücht.iung. 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Nur so . bar, daß in früheren Zeiten an t der Wolga, in itr.4, Ruf 294' «nW tütfltis. 1Ä wlrbn4736 o- d- Die führende Rolle, die erst Portugal und Spanien, dann Frankreich und die Niederlande, schließlich England bei der Erschließung und Ausbeutung überseeischer Kolonialländer spielten, ließ den Binnendeutschen jahrhundertelang nicht zu neuer Welt- aeltung kommen; der Grenzdeutsche blieb sich des Primates deutscher Kultur in Mittel- und Osteuropa bewußt, behauptete seine Ueberlegenheit an geistiger Beweglichkeit und Zielstrebigkeit, sowie im besonderen an Arbeitsdisziplin gegenüber den fremdrassigen Völkerschaften, in deren Mitte oder Nachbarschaft er lebte, konnte aber nicht verhindern, daß die Führung in politischen und Volkswirtschaft- lichen Angeleaenheiten mehr und mehr an Angehörige der Völkerschaften überging, deren ältere Bodenständigkeit und überlegene Vermehrungskraft die deutsche Ostwanderung zum Stillstand und Abebben gebracht hatten. Dennoch blieb das Deutschtum an der Machtgestaltung im Donauraum im Rahmen des Habsburgerreiches noch iahrhunderte- lana weit über seine zahlenmäßige Stärke hinaus ausschlaggebend beteiligt, und selbst im alten Rußland konnte man bis zur letzten Jahrhundertwende den Eindruck gewinnen, als ob die herrschenden Kreise sich ans dem Banne einer seit Jahrhunderten auf sie einwirkenden deutschen Kultur-Hypnose nicht r) war es denk- Südrußland und anderwärts Hunderttgusende deutscher Kolonisten in blühenden Gemeinwesen seit 100 bis 150 Jahren in fast voller Selbstverwaltung ungestört Wohlstand über Wohlstand anhäufen konnten Binnen- und Grenzdeutschtum konnten jahrhundertelang getrennt ihre besondere deutsche Sendung erfüllen. Nach dem großen Kriege hätten sich beiderlei Ausrichtungen deutschen Kulturbewußtseins abgesondert nicht auf die Dauer behaupten können. Im Dritten Reich verband sich grenzdeutsches und binnendeutsches Nationalgefühl zu einer höheren Einheit, die in der nunmehr erreichten großdeutschen Gestaltung alle Vorzüge grenzdeutscher Sonderentwicklung mit denen binnendeutscher Arbeits- und Wehrdisziplin vereinigt. deutschland bis zum kleinsten Kind herunter möchte einmal sieben bis acht Kisten, jede einen Zentner schwer, verschicken. Dazu würde man — falls es per Schiff geschieht, denn mit der Post und auch mit der Bahn ist das immerhin ziemlich kostspielig — eine Kette der allergrößten Schleppkähne brauchen, die durch das ganze Mittelmeer hindurch von Gibraltar bis zur Nilmündung, oder auch dreimal von Königsberg bis Basel reicht. Jetzt gewinnt die tote Zahl' schon etwas Leben. Und diese wirklich kaum Die Bildhauer sind diesmal an der Gauausstellung ungewöhnlich zahlreich und durchgehend- höchst qualitätvoll beteiligt. Neben Der Führerbüste von Phil. Becker hebt sich die hervorragende Porträtplastik Mussolinis von A n t h e s (Darmstadt) nicht nur durch ihre monumentalen Ausmaße hervor. Hub, Flettner, Viering er, Harald Winter, v. Beckeratb, Schwarzbeck und Schiffers zeigen vorzügliche Arbeiten, fast durchweg aus den letzten beiden Jahren. Besonders bemerkenswert ist die große Zahl höchst individuell lichen Komposition des vorjährigen Gaukulturpreisträgers Poppe seien die stimmungsvolle Gruppe „Mutter mit Kindern" von H. v. Beckerath, Bildnis eines alten Kriegers von Runze, Kaisers Industrielandschaft „Ausbau", der charaktervolle Kops einer Jungbäuerin von Hoffer- - berth, Hermanns „Dreschmaschine im oberhessischen Dorf" und das sehr einfache, großartig durchsonnte Erntebild Mulots genannt; neben Dielrnanns ausladender Figurengruppe „Erster Spatenstich" das Porträt Sprengers von Vielmeier. Endlich ein feines kleines Aquarell „Abend in Frankfurt" von Agnes Ernst. In der Graphik ist unsere engere heimatliche Landschaft erfreulich vertreten: Ernst Eimer mit einem bäuerlichen Familienbild, Felix Klip st ein mit dem „Großen Hirschkäfer" und einem charaktervoll vertieften Selbstbildnis. Eimer ist auch mit dem Gemälde einer Vogelsberglandschaft zur Stelle. Ferner sahen wir aus unserem engeren Umkreise noch folgende Arbeiten. Otto Seitz (Homberg) zeigt einen farbigen Krug im hessischen Bauernstil, die Handwebermeisterin Helene Jung (Lich) einen Bettvorleger und Kostümstofs aus handgewebter Schafwolle, Gustav Rohrbach (Gießen) eine graphisch gestaltete Zigarrenkistenauflage. Deutschenhasses aufziehen und nach Kriegsausbruch konnte nur der Ausbruch der bolschewistischen Revolution die Ausführung jener Liquidationsgesetze hindern, die das Deutschtum in Rußland so gut wie vernichten sollten. Daß der Bolschewismus dieses Vernichtungswerk, das in Wolhynien, wo der Anfang gemacht wurde, schon mehr als zehntausend deutsche Kolonisten von Haus und Hof vertrieben hatte, nach kurzer Atempause Übernahm und mit einen Methoden um so gründlicher durchführte, braucht kaum betont zu werden. Bildhauer. In der Abteilung für Gebrauchsgraphik findet man geschmackvolle Entwürfe für Schokoladenpackungen, Etiketten für Weinflaschen, Plakate, Prospekte und Modezeichnungen. — Hans Thyriot. GauaussteUung für bildende Künste. Im Nassauischen Landesmuseum zu Wiesbaden. der handwerklichen C. , , schäft, zumal der engeren Heimat, ist noch immer von unerschöpflichem Reiz und vielfältiger Anziehungskraft. Aus der beträchtlichen Fülle von Werken und Künstlern können bei einem Ueber- blick wie diesem nur einige wenige bezeichnet werden. Für die reine Landschaft beispielsweise der begabte Hanauer Ewald (Pfälzer Landschaft, Wasserfall), Happ, Hanni Franke (ein zartes Dorfrühlingsbild), Sauter (Maintal). Karl Lenz (Erdhaufen) ist mit einer abendlichen Landschaft „Dämmerung" vertreten, deren stiller, pastellhafter Farbton wie ein neues Element im Schaffen des hessischen Künstlers wirkt, während die „Dorfstraße in Mardorf" an den Stil seiner bekannten Bauernbilder anklingt. Neben einer großen figür- Das binnendeutsche Nationalgefühl erholte sich erst nach den napoleonischen Krieaen, die selbst nur ein kurzes Auftlammen starken Einheitsbewußtseins bei den deutschen Stämmen bewirkten, allmählich von all den Erschütterungen und Zerrüttungen, die es seit dem Reformationszeitalter erfahren hatte. Es blieb indes selbst nach der Reickisgründung im 70er Kriege allzufehr von äußeren Machterscheinun- aen abhängig. Es rankte sich wie Efeu an dem Gerüst Bismarckfcher Machtvolitik empor und osten- barte folgerichtig feine Hilflosigkeit, als das Kaiserreich im" aroßen Kriege zusammenbrach. Dieser Kriea entfesselte eine Weltverschwörunq aeqen alles Deutschtum, die für das Deutschtum in Mittel- und Osteuropa alle Schleusen in Jahrhunderten angestauten Hasses Öffnete. In dem Augenblick, wonach dem rufsisch-iavanischen Krieae das zaristische Rußland den Ring der Deutschland einkreifenden Mächte schloß, war die Uhr deutschfreundlicher Tradition in Osteuropa abgelaufen. Die panslawistische Propaganda durfte alle Register ungezügelten Magdeburg, Oktober 1938. Vermutlich am 30. Oktober wird das Hauptstück des sogenannten Mittellandkanals dem allgemeinen Betrieb übergeben. An dem gleichen Tage findet auch die Eröffnung des gewaltigen Schiffshebewerkes Rothensee statt, das den Ueber- gang vom Mittellandkanal zur Elbe darstellt. Der Mittellandkanal verbindet in einer Länge von 475 Kilometer Duisburg und Magdeburg und schafft damit eine billige Großfrachtmöglichkeit zwischen dem rheinisch-westfälischen Jndustrierevier und dem neuen großen Jndustrierevier, das sich in Mitteldeutschland, mit Magdeburg als Mittelpunkt, in voller Entwicklung befindet. Das Schiffshebewerk von Rothensee befördert die Lastkähne von der Elbe in den Mittellandkanal, dessen Wasserspiegel 18 Meter über der Elbe liegt. Es wird noch größer sein als das berühmte Schiffshebewerk von Niederfinow, das den Uebergang von dem Hohenzollernkanal zur Oder üarstellt. Das riesige Decken, das die Schiffe hebt und senkt, ist 85 Meter lang, 12 Meter breit und 2,5 Meter tief; es enthält 2700 Tonnen Wasser. Der vollständige Ausbau des letzten Bauabschnittes des Mittellandkanals, über die Elbe hinweg, wird noch drei Jahre beanspruchen. Aber schon heute ist mit den bestehenden natürlichen und künstlichen Wasserstraßen der unmittelbare Verkehr zwischen Rhein, Ems, Weser, FORPEDO 6 i:e maiiive mit den auswechselbaren Wagen u. dem Setz-Dezimal- r läßt sich was n Sie Prospekt orfühmngvon Hochschulnachrichten. Don den amtlichen Verpflichtungen wurden entbunden die ordentlichen Professoren Dr. H. Stephan (systematische Theologie) an der Universität Leipzig und Dr. Hermann Brüning (Kinder» hellkunde) an der Universität Rostock. er schön !rbrandhetd ,?Uch *b. On 'st der 'Verbrauch, yan. 'rd für ihre iäuser. Walz) > ^5-2146 mert, weil er sich auch kein seidenes Gewand mit seiner Kunst verdienen konnte, nur Schlüge und Verachtung. Wieder nach einer Weile stand er vor dem Haus des weisen Mannes. Der war so weise, daß davon ringsumher die Bäume kahl und die Vögel stumm geworden waren; trotzdem dachte er noch immerfort nach und rechnete" aus, wieviel Tropfen Master im Meere schwammen. Die Leute sagten, er hatte es beinahe herausgebracht. Da meinte der Jüngling, dem Weisen fiele das Höhlen gewiß leichter, wenn er ihm unter dem Fenster "auf der Rindenpfeife vorbliese; vielleicht konnte er sein Schüler und selbst so weise werden, daß die Vögel vor Ehrfurcht verstummten. Allein der gelehrte Mann fuhr zornig ans Fenster und schalt den Jüngling einen nichtsnutzigen Buben. Es hätten eben noch die letzten Tropfen in seiner Rechnung gefehlt, und nun sei er irre geroor« den und müsse wieder von vorn anfangen. Da lief der Jüngling fort und war arg traurig. Alles schlug ihm fehl, Reichtum, Macht und Weisheit waren ihm versagt und verleidet; wozu also taugte eigentlich seine Kunst? Er irrte lang in der Fremde umher, die Pfeife verbarg er vor den Leuten, und niemand kannte ihn mehr, denn es wuchs ihm ein Bart um das Kinn. Zuletzt wendete er sich doch und gedachte heimzi^ kehren, damit er wenigstens die alte Mutter noch anträfe, ehe sie am Herzweh gestorben war. Auf den Weiden vor dem Dorf fand er ein fremdes Mädchen, das hütete die Schafe, und war schön wie ein Bild. Er bat um einen Trunk Milch, und weil er nichts in der Tasche fand als seine Rindenpfeife, zog er sie noch einmal hervor und blies eine Weise um Dank darauf. Die klang wie ein Vogellied m dem freundlichen Tal, und auch der Jungfrau ge- ^^JchEweiß'nicht, sagte sie, warum deine Weise mir so 3u Herzen geht, sie macht mich auf einmal wieder fröhlich. Vor langer Zeit kannte 'ch einen im Dorf, der war so wie du, nur nicht bärtig. Uno er fonnte auch so wunderbar blasen, aber dann zog er fort, und seither bin ich keinen Tag mehr froh gewesen. Da wußte er, wer das Mädchen war, und gab fick der Gespielin zu erkennen. So brachte der Jüngling also nicht Ruhm und Reichtum heim, sondern eine Braut, die er liebte. Und vielleicht hatte er dann Kinder mit ihr, die auch alle auf der Rindenpfeife blasen konnten, zum Trost der ftrflen Leute, wenn sie am Herzweh litten. 3u den bedeutendsten Bauwerken des Mittellandkanals gehört das Schiffshebewerk Rothensee in der Nähe von Magdeburg. Mit dem 87 Meter langen und 12 Meter breiten Schiffstrog wird ein Höhenunterschied von 18,50 Meter überwunden. Unser Bild zeigt links einen Teil des Schiffshebewerks und rechts im Hintergrund den weiteren Verlauf des Kanals. (Scherl-M.) Wasserweg für 30 Millionen Tonnen Der letzte Bauabschnitt des Mittellandkanals vor seiner Vollendung. Don unserem Dr. El.-Korrespondenten. Oie Nindenpfeife. Von Karl Heinrich Waggerl. Die Geschichte von dem Jüngling, der so. säM auf der Rindenpfeife blasen konnte, — die will ich mir ausdenken. Was geschah also mit ihm. Seine Mutter hatte ihn die Kunst gelehrt weil sie arg am Herzweh litt, nichts anderes wollte helfen. Und zuletzt blies der Jüngling wirklich wunder, bar. Es klang wie ein Vogellied, man wurde gleich fröhlich und vergaß allen Kummer. Indessen war aber der Jüngling in die Jahre gekommen, und die Wanderlust packte ihn er memte auch, daß ein Mensch wohl fein ® “ machen müsse, wenn er eine so köstliche Kuns f‘Ü®ie'Mutter riet ihm frei«* ab.■ Ä Welt sagte sie gelte dergleichen wenig, die yore Mt auf9 eine armselige WnbeijRote; nur wo em Mensch heimlich litte, hätte sie Macht. Urck> ermg doch bleiben, damit sie nicht verlassen am Herzweh ^yber der Jüngling verschloß sich allen Bitten.. Er Äst? rtÄS' ‘S Der war so reich, daß er immerfort F Mujik scholl aus den Fenstern. >°ut und melstmi mig rote der Jüngling nie eine flrtori baU*_ da war sie wie verzaubert, !>- pnff ^mpi und und jämmerlich, dah man ihn mit Schimp, Gelächter aus der Tur jagte. Da sank ihm der Mut ein wenyt m l er Spott statt den flut voll Dukaten verdient hatte Ueber eine Weile kam %a"nc,"Soa"Sifmir ^ribna6roOÄpeCtrenmuo*rt,ibrn her schmetterten, wenn 8™. SRÄ»* -»--- Mann hielt es für einen Schimpf, vay m einer elenden Rindenpfeife nor ihm 0« wollte statt mit Fanfaren: er ließ den Sunglmg durch seine Prügelknechte benagen. giun war der Spielmann noch viel mehr verum Grenzdeulsches Kullurbewußlsein Von Otto Corbach Warum gingen die großen Scharen, die im Laufe des 17., 18 und 19. Jahrhunderts aus Deutschland nach überseeischen Ländern auswander- ten, dem Deutschtum größtenteils verloren, und warum gibt es ostlich der alten Reichs- grenzen noch heute Millionen in geschlossenen Siedlungen lebende Deutsche, die zäh an deutscher Art, Sitte und Sprache festhalten, obgleich nicht selten Jahrhunderte oerslosseii, seitdem die Vorfahren ihre deutsche Heimat verließen? Diese Ostwande- rung, deren Quellen schon im 11. Jahrhundert zu sprudeln begannen, bahnte sich Wege bis zum Stillen Ozean und machte in neuerer Zeit selbst vor diesem nicht Halt. Der ferne Westen der Union wie West-Kanada wurden großenteils von deutschstämmigen Pionieren erschlossen, die aus Sibirien über den Großen Ozean kamen. Zehntausende solcher „deutscher Kolonisten" flüchteten wiederum seit Ausbruch der bolschewistischen Revolution aus Rußland über den Fernen Osten nach den Ländern der Neuen Welt. Friedrich Kapp arbeitet in der Einleitung zu seiner „Geschichte der Deutschen im Staate Neu- vork" meisterhaft den Gegensatz zwischen der deutschen Auswanderung im 18. Jahrhundert und der deutschen Ueberlandwanderung vom 11. bis 15. Jahrhundert heraus. Damals drangen die Söhne Deutschlands als Bezwinger, Lehrer und Zucht- meister der Nachbarn in die Fremde und schufen deutschem Handel und Gewerbefleiß, deutscher Sitte und deutschem Recht in den Gebieten jenseits der Elbe, Oder ober Weichsel, ja über das deutsche und baltische Meer hinaus eine heimische Stätte. „Alle nordischen Meere, Buchten und Eilande wurden von ihnen durchspäht, bei den Wenden und Preußen, Finnen und Russen, in Schweden und Norwegen, in Dänemark und England waren diese tapferen Ritter und mutigen Bürger zu Hause... als stolze und gebietende Herren zogen sie aus und wußten überall verlassene Landstriche zu kolonisieren oder unterlegene Volksstätnrne der eigenen Bildung zu gewinnen." Dann aber verblutete Deutschland fast in den Reformationskämpfen, und während die Nachbarvölker sich konsolidierten, zerstörte der Dreißigjährige Krieg den letzten Rest seiner früheren Weltstellung. Der deutsche Mittelstand und mit ihm die Kraft und Energie der Nation ging zugrunde. Schüchtern und verkrüppelt erhob sich aus dem Schutt und den Ruinen ehemaligen Wohlstandes eine zahme Bevölkerung, deren knechtische Gesinnung Fürsten geflissentlich ausnutzten. Jedes Aufbäumen neu sich regenden Bürgerstolzes gegen ein Menschenunwürdiges Untertanenverhältnis wurde brutal niedergeschlagen. So konnte es kommen, daß Demut, Derzagcheit und duldende Ergebung die Einwandernmg kennzeichnete, die die "überseeischen Kolonialländer aus Deutschland erhielten. „Die deutschen Auswanderer", float Friedrich. Kapp, „sind die Kulis des achtzehnten Jahrhunderts, sie spiegeln das Elend, den Jammer und Verfall der einst fo mächtigen Heimat wider." Es ist England, das infolge gegluckter Revolutionen sich zur Weltmacht aufschwingt und zum Bannerträger germanischer Tatkraft und gcr= manischen Geistes "über See wird. Der deutsche Einwanderer begnügte sich mit einer bescheidenen Nebenrolle: er wurde in der Regel vom angelsächsischen B"völkerungskem aufqesogen. Bis zur Wende vom 14. zum 15. Jahrhundert verschob die seit Mitte des 12. Jahrhunderts andauernde Massenbewegung auch die Schwerpunkte deutscher Machtgestaltung immer weiter ostwärts, bis sie in Böhmen und dem Ordensland Preußen festen Halt gewannen. In Prag konnte 1348 nicht umsonst die erste deutsche Universität entstehen die für einige Jahrzehnte zum Mittelpunkte deutschen geistigen" Lebens überhaupt wurde. Schon 60 ^ahre später sedoch wurde sie unter dem schwachen Nach- folaer Karls IV eine Beute der von Johann Hus entfachten religiös-nationalistischen Bewegung. Gleichzeitig gerieten die Bollwerke, die der deutsche Orden im" Norden gegen die slawische Flut autae- richtet hatte, ins Wanken. 1408 wanderten 20 000 lautos u. Motorräder feDcdl M7M »r.trsatzteilen ngKariDörr itr. 47, Ruf 3164 deutsche Studenten mit ihren Lehrern aus Protest gegen die Tschechisierung der Prager Universität aus Böhmen aus. 1410 kämpfte der Hussitenführer Ziska auf feiten der Polen in der Schlacht bei Tannenberg, die der Macht des deutschen Ordens in den Ostseeländern einen Stoß versetzte, von dem er sich nicht wieder erholte. Damit begann die Aufspaltung des deutschen Nationalbewußtseins in ein binnendeutsches und ein grenzdeutsches. Das Binnendeutschtum geriet in den Strudel der jahrhundertelangen Machtkämpfe, die sich aus dem durch die Entdeckung Amerikas und des Seeweges nach Ostindien eingeleiteten ozeanischen Großverkehr ergaben. Das Grenzdeutschtum suhlte sich des politischen Rückhaltes beraubt, den es an den Stammlanden bis dahin gehabt hatte. Es erhielt immer noch von dorther wertvolle Blutzufuhr, aber der Strom der Ostwanderung ebbte doch zusehends ab, und die Zeiten waren für immer dahin, wo der deutsche Westen und Süden der Ostkolonisation seine wertvollsten Elemente zur Verfügung stellte. Man mußte sich nun darauf einrichten, von der Masse des deutschen Volkstums abgesondert, mit fremden, im besonderen slawischen Völkerschaften politische Lebensgemeinschaften zu bilden, so wenig man sich darin beirren ließ, kulturell zu ihnen Distanz zu hatten. Im Binnendeutschtum erlosch mehr und mehr die Erinnerung an die ruhmvolle Epoche deutscher Ost-Kolonisation, im Grenzdeutschtum blieb sie lebendig und wurde als kostbarstes Erbgut deutscher Kultur gehütet. -erettt str8uß lD ^r fflPOp6^8' Elbe, Oder gewährleistet, ja, die Kähne können so- gar durch den Weichselkorridor bis nach Königsberg i. Pr. gelangen. * Was sind 30 Millionen Tonnen? — Eine leere Zahl, bei der man sich nichts rechtes vorstellen kann. Aber rechnen wir nach: jeder Mensch in Groß- Eine Brille mit Zweistärkengläsern empfehle ich jedem, dem beim Blickwechsel (Ferne/Nähe) das Auf- und Absetzen der Brille lästig ist. Die fachgemäße Anpassung ist meine ..Spezialität! 6.33A _______der Optiker am Bahnhof. Die nunmehr zum dritten Male stattfindende Gauausstellung für bildende Künste wird heute nachmittag durch Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger im Nassauischen Landesmuseum in Wiesbaden feierlich eröffnet. Der Presse war schon gestern Gelegenheit zu einer Vorbesichtigung gegeben. Landesleiter Prof. Dr.-Jng. Lieser betonte die doppelte Absicht der Veranstaltung: zunächst in einer Leistungsschau den künstlerischen Standort des Gaues dem Reiche gegenüber aufzuzeigen; zweitens der öffentlichen Hand wie dem Privatpublikum die Anregung zu geben, sich mit der Kunst und vor allem auch die Kunst zu beschäftigen. Die Ausstellung umfaßt im einzelnen Malerei, Plastik, Graphik, Kunsthandel und Kunstblatthandel, während die Architektur (im Hinblick auf die soeben beendete Bau- und Siedlungsausstellung) diesmal nicht vertreten ist. Der Kunsthandel zeigt, wie im vorigen Jahre, in einem repräsentativen Raum wertvolle Antiquitäten aus dem Gaugebiet, alte Möbel, alte Plastik, Gobelins, Kunsthandwerk, dazu einige Bilder. Die Malerei nimmt, wie stets, auch diesmal den breitesten Raum ein. Will man, an Stelle einer ermüdenden Aufzählung von Namen, zunächst einen allgemeinen Eindruck zu geben versuchen, so kann man vielleicht von einem wiedergewonnenen Blick für die Wirklichkeit der umgebenden Welt, von einer ^eftigung, unt)^ru^ ^D5re^nm92)^ ßan^ I geformtes Porträtbüsten. Rein technisch interessieren Sicherheit sprechen. Die Lano^ | $erfud)e mit neuen Werkstoffen für den ch!« tfügung reilinj i el Gießer WeT beaufsichtigt MM eines Seitanerä ” Minimum) Schl. Ang. unt. OlTGUbjyi W ieher «r 6« Herr möchte fii1» * -w' Bu« sreundschaftl.an schließen, W Heim und | ft« 1 oiibanden. o" t 04723 gtf) 48kE.Gr. Chemie erschließt die ett Don den Grundlagen und Aufgaben des chemischen Zeitalters. Oie neue Winteruniform der HI. und Forschungen von heute. H. Sch-r. haltige Wirkung auf das chemische genden Zeiten ausübte, war keine modernen, abendländischen Sinne. in einer naiven Einheit mit der Natur schöpferischen Kräften, die sich in und und ihren hinter ihr Wisienscbaft im Es wird wohl daß die antiken chemische Jndu- Korpsführer Hühnlein auf der Londoner Autoschau. 6. Jahrhundert sickerten allmählich slawisch« Stämme herein, jedoch erfaßte die deutsche Rückwanderung in den Osten, die mittelalterliche deutsche Ostkolonisation, bald ganz Schlesien. Im 12. Jahrhundert, unter Kaiser Friedrich I. von Hohenstaufen, dem Rotbart, wurde jene Grenze festgesetzt, die Schlesien bis nach dem Weltkrieg umschloß. Im 15. Jahrhundert brachen sengend und mordend die Vorfahren der heutigen Tschechen, die Hus« fiten, ein und rotteten die Bevölkerung größtenteils aus. In die Lücken kamen aus dem Osten slawische Zuzügler, die freilich nicht die deutsche Führung des Landes berühren konnten Sa entstand jene Bevölkerungsverteilung, die das Te- schener Schlesien auch noch im 20. Jahrhundert kenn, zeichnet: eine deutsch-slawische Uebergangsbevölke- rung mit teilweise im Hausgebrauch eigenen Mundarten, die sich vom Hochpolnischen und noch mehr vom Hochtschechischen abheben.' Das Jahr 1742 brachte eine staatliche Trennung zwischen Preußisch- Deutsch und Oesterreichisch-Deutsch, aber sie wurde zunächst wohl noch nicht so empfunden, da die Lei« tung hüben wie drüben dieselbe blieb und ein großer wirtschaftlicher Aufschwung Entwicklungsmöglichkeiten bot. . In seinem Zeichen reckten sich in Tschynretz die Hochöfen, in Bielitz die Schornsteine, Karwins Kohlenschätze erlangten europäischen Ruf, aus manchen verträumten deutschen Ackerbürgerstädtchen wurden Mittelpunkte der Industrie und des Großhandels. Die Wirkung auf die Bevölkerung war doppelter Art: Einmal kamen Zuwanderer, vor allem Tschechen, aus bereits national erhitzten Gegenden Das bedeutete eine Verschärfung der örtlichen volklichen Verschiedenheiten, andererseits schwächten Erwerbsdrang, Gewinn und Not diese Verschiedenheiten ab, Für die gesamte Hitler-Jugend mit Ausnahme der HI.-Sondereinheiten (Marine-, Motor- und Flieger- HI.) ist eine neue Winteruniform eingeführt worden. Die Schaftstiefel werden durch den Sommerdienstschuh ersetzt. Als Kopfbedeckung wird eine blaue Schimühe getragen. Die Winteruniform kann auch für Zivilzwecke benutzt werden. Unser Bild zeigt links die neue HJ.-Uniform und rechts die zur Uniform gehörende Regenpelerine. — (Scherl-Bilderdienst-M-) lich und politisch bedeutet, braucht angesichts ferner bekannten Notlage kaum heroorgehoben zu werden. Den größten Vorteil erwartet aber das mitteldeutsche Gebiet von der Vollendung des S ü d f l ü g e l s des Mittellandkanals, der b i s Leipzig führen soll, und der den Umschlag der Transporte nach Sachsen und Thüringen derart erleichtern dürfte, daß man für die Zukunft mit dem vier- bis sechsfachen Umfang des Verkehrs auf der Saale rechnet, für den vor allem Getreide, Cherni- kalien und Papier in Betracht kommen. Der 16. Ok- Der folgende Beitrag unterrichtet über das Teschener Gebiet, das am 2. Oktober von den Po^en besetzt wurde; der Verfasser gehört zu den wenigen, die dieses Gebiet aus eigener Anschauung kennen, sein Name ist aus zahlreichen oolkspolitischen Veröffentlichungen bekannt. Das „Dornröschen unter den Grenzlandschaften Mitteleuropas" hat man das Teschener Schlesien genannt, und mit gutem Recht, denn bis in die jüngste Vergangenheit war das Teschener Land am Fuße der beskidischen Karpathen so gut wie unbekannt. Erst als tschechische Gewaltherrschaft auch hier völlig unleidliche Verhältnisse schuf und Polen sich der Teschener Frage mit Nachdruck annahm, ging es der „großen" Welt auf, daß das Teschener Schlesien ein Sammel- und Drehpunkt bedeutender europäischer Kraftlinien ist. Das Teschener Gebiet ist Abdachungsland, genauer Karpathenvorland, und erstreckt sich vom Jablunkapaß, dem tiefsten Einschnitt des ganzen Karpathenwalls mit nur 550 Meter Seehöhe bis nach Preußisch-Schlefien. Es öffnet sich also zur Oder, in die die beiden Flüsse Olsa und Ostrawitze oder Osterbach münden. Der Osterbach bildet die Westgrenze, das Flüßchen Bialka bei Bielitz die Ostgrenze des Teschener Landes. Nahe seinem Nordwestwinkel, bei Mährisch-Ostrau. treten sich die Ausläufer der Karpathen und der Sudeten bis auf 300 Meter gegenüber, ein Dölkertor erster Ordnung bil- dend. Dem Rande beider Karpathengebirge folgen seit, alter Zeit die Verkehrswege, die im Teschener Schlesien in Furten die Flußrinnen gut überwinden konnten. So wurde früher auch der wesentliche Verkehr d«s ganzen südlichen Rußland schon von tober, an welchem eine der wichtigsten bisher noch offenen Kontaktstellen im Leitungsnetz des deutschen Massengüterverkehrs geschlossen wird, bringt somit den Abschluß eines besonders bedeutsamen Kapitels der deutschen Wasserstraßenpolitik, und er eröffnet zugleich — und bas,, wird auf der Magdeburger Binnenschiffahrtstagung nachdrücklich betont werden — neue Ausblicke auf den weiteren Ausbau der deutschen Ströme und Kanäle zu unentbehrlichen Lebensadern der deutschen Wirtschaft. einem Urstoff die Welt zu erklären, sie in Elemente aufzuteilen und diese aus Atomen zusammenzusetzen, nicht so ganz unrecht gehabt. Die auf den Lehren der Alten ausbauende chemische Wissenschaft hat im Laufe ihres Experimentierens und Forschens die Lehre von den vier Elementen verworfen. Es wurden fast 25mal mehr entdeckt, und stolz darauf hat man es lange für unumstößlich gehalten, daß sie nicht ineinander übergehen könnten, sondern ihre Konstanz behielten. Allein, mit der Entdeckung des wunderbaren Elementes Radium, seines völlig unerklärlichen Zerfalls und seiner Zerlegung in andere Elemente und mit der neuesten Erkenntnis der Atomzertrümmerung und E l e m e n t u m- Wandlung erscheinen uns die Philosophen der Alten und ihre Frage nach einem Urstoff in einem ganz anderen Sicht. So schließt sich der Kreis. So berühren sich im Wandel der chemischen Erkenntnis die Philosophen der Alten mit den Experimenten SAellkm Bei EMung, GriMMW: Man trinke !un vor dem Zubettgehen möglichst heiß zweimal ie einen Eßlöffel Klosterfrau-Rtelissen- aeist und Zucker mit etwa der dovvelten Menge kochenden Wassers gut verriihrt. Kindern gebe man die Hallte. , . . Wer dieses ausgezeichnete Mittel erprobte, wird es bei Erkältungserschcinungen gern wieder anwenden. Lassen Sie sich nicht erst noch einmal von einem Anfall überraschen, sondern kaufen Sie noch heute Klosterfrau-Melissengeist. Sie erhalten ihn in der blauen Originalnackung mit den drei Nonnen in Apotheken und Drogerien in Flasche n zu 2,80,1,65 und 0,90 Mt. ezsoV offenbarten und die sie als göttliche und gott- gefanbte Gestalten erlebten. So geschah das mit Prometheus oder unserem nordischen Feuergott Heimdall, mit anderen sagenhaften Erfindern und mit den Schmieden, die die Metalle verwandelten. Es konnte in jenen Zeiten eines innig erlebten Naturzusammenhangs nicht zu einem Nachdenken kommen über das, was die Menschen trieben, wenn sie Stoffe bearbeiteten und verwandelten. Zwar war es ihnen nicht selbstverständlich, daß dem Töpfer und dem Schmied sein Werk gelang. Es glückte eben, weil man den Beistand von Geistern oder Göttern erbeten und dabei die kultischen Vorschriften innegehalten hatte, die in geheimen Traditionen weitergegeben wurden. Das ging durch die Jahrtausende so bis in die Zeiten der „Schwarzen Kunst", der mystisch und magisch bestimmten Alchimie. Prometheus brachte den Menschen das Feuer. Sie nahmen es an, verehrten den Spender, aber dachten sich dabei nicht viel. Jahrtausende trieben sie unbewußt Chemie mit dem Feuer und legten die Grundlagen menschlicher Kultur. Uns ist hierüber nichts berichtet, auch nicht über die „Ersatzstoffprobleme", die in jenen Zeiten auftauchten, als die Menschen mit Hilfe des Feuers vorn Werkstoff Stein zu dem Neustoff Bronze und dann zum Eisen übergingen. Erst das Genie L a v o i s i e r s erkannte 1774 das Feuer als Erscheinung eines chemischen Prozesses, als einen Oxidationsvorgang. Er legte mit dieser Erkenntnis des chemischen Wesens des Feuers, mit dem die empirische Chemie begann, die Grundlagen zur Entwicklung der modernen wis- enschaftlichen Chemie und demzufolge zur indu- triellen Chemie von heute. Es begann die Geschichte des bewußten Nachdenkens über Art und Wandel der Stoffe, als sich die ionischen Naturphilosophen von den Göttern Homers freimachten und die Frage nach dem Ursprung und dem Wesen der Stoffe, hrer Verwandtschaft und Beziehungen untereinander stellten. Es war ein kühner Schritt, die Welt ans einem begreifbaren Prinzip erklären zu wollen. Dies tat zuerst — soweit uns berichtet ist — um 600 v.Christi Geburt Thales von Milet. Jrn Wasser sah er den Urstoff, weil er mit dem Auge des Chemikers die Welt erblickte. Die Beobachtung der verschiedenen stofflichen Zustände des Wassers, daszsich in das feste Eis und den luftförmigen Dampf verwandeln kann, mag ihn dazu geführt haben. Heraklit, der Dunkle (um 500), erkannte im Feuer den Urstoff der Welt. Im Atemhauch und in der Wärme sieht er das Wesen des Lebendigen, gewinnen suchte. Die Naturphilosophie der Alten, die eine so nach- Denken der fol- Das Teschener Schlesien Don Or. Or. Zrie-rlch Lange. so daß die wirtschaftlichen Kampffronten nicht nur durch die Uebergangsbeoölkerung der Schlonsaken, d. h. Schlesier, gingen, sondern auch quer durch die deutschen, polnischen und tschechischen Volkszugehörigen. Es entstand in Gautrotz und Gemeindefestigkeit ein neues Landesbewußtsein, das immer mehr das Teschener Schlesien durchdrang, und an dem sich heute die Tschechen die Zähne ausbeißen. Als der Weltkrieg im Zeichen' des „Selbstbe- st i m m u n g s r e ch t s" beendigt wurde, wurde sofort für den Fall, daß man der Bevölkerung nicht ihren völlig freien Willen lassen wollte, ein eigener Freistaat für das Teschener Schlesien gefordert, wie im 19. Jahrhundert lange Zeit Krakau ein Freistaat gewesen war und dann im 20. Jahrhundert — unter anderen Verhältnissen — Darrst g ein Freistaat wurde. Die Pariser Weltoerteiler sahen eine Volksabstimmung vor, deren Einzelheiten freilich den Wünschen der Einheimischen wenig Rechnung trugen. Aber diese Abstimmung fand nicht einmal statt. Denn die Tschechen in ihrer Doppelzüngigkeit fielen den Polen in den Rücken, als diese durch den Bolschewisteneinfall (bis nach Warschau) in höchster Gefahr waren. So kam es zur Teilung des Teschener Lande». Die Zwangsgrenze spaltet das Land längs dem Fluß Olsa förmlich auf und zerteilt sogar die deutschsprachi'sche Hauptstadt Teschen, so daß es seitdem ein „Tschechisch"-Teschen und ein Polnisch- Teschen gibt. Polen ist seitdem nicht müde geworden, auf die Unnatürlichkeit dieser Grenzziehung hinzuweisen, während die Tschechen sich in steigender Rücksichtslosigkeit daran machten, die bodenständige Bevölkerung zu verdrängen und durch Tschechen aus ihrem Landesinnern zu ersetzen. Wohl bequemten sich von Zeit zu Zeit die Regierenden in Prag zu formalen Zugeständnissen, aber gehalten wurde nichts davon. So hat Beneschs „Syftem" die Schuld, daß Unfriede in und um Teschen blieb; nun erber wird, im Anschluß an die Münchener Vereinbarungen der Großmächte, auch hier die gerechte Grenze den Frieden sicherstellen. Am kommenden Samstag findet in England das Internationale Donington-Rennen, das größte englische Autorennen statt, in dem auch die deutschen Wagen zahlreich vertreten sind. Korpsführer Hühnleinhckt sich zu diesem Rennen nach England begeben. Nach feiner Ankunft besuchte der Korpsführer die Londoner Autofchau; man sieht ihn hier am Stand von BMW. — (Associated-Preß-M.) vorstellbare Riesenlast von Gütern wird künftig auf dem Mittellandkanal Jahr für Jahr befördert werden. Der Begriff „wirtschaftliche Bedeutung der deutschen Wasserstraßenpolitik", so nüchtern er erscheint, ist mit dieser phantastischen Vorstellung aber noch nicht erschöpft. Die Zeiten, in denen Binnenschiffahrt und Eisenbahn in heftigem Wettbewerb miteinander lagen, liegen hinter uns. Niemand macht der Eisenbahn und neuerdings dem Lastauto den Rang als schnellste Transportmittel streitig. Ebenso aber ist der Binnenschiffahrtsweg für die Beförderung von Massengütern selbstverständlich stets der billigste. Im übrigen aber sind die Aufgaben unseres Verkehrswesens derartig gewachsen, daß alle Verkehrsmittel, jedes nach feiner Art eingesetzt werden müssen und einander ergänzen müssen. lieber den Bau des Mittellandkanals ist schon in der Vorkriegszeit unendlich viel gestritten worden, und als man ihn schließlich zu bauen begann, konnte niemand ahnen, daß seine wirtschaftlichen Aufgaben in der Zeit seiner Vollendung einstmals ein Vielfaches von dem umfassen würden, was damals vor- auszusehen war. Hätte man ihn seinerzeit nicht geplant und verwirklicht, so müßte man ihn heute schleunigst in Angriff nehmen. Man hat noch vor wenigen Jahren den künftigen Verkehr auf dieser Wasserstraße auf 10 bis 12 Millionen Tonnen geschätzt, aber diese Zahl gehört längst der Vergangenheit an. Heute muß man die Ergebnisse des Vierjahresplanes mit in Rechnung stellen. Die Herrn a n n - G ö r i n g - W e r k e in Salzgitter, die durch einen Stichkanal mit dem Mittellandkanal verbunden werden, und die Volkswagenfabrik in Fallersleben, die unmittelbar am Kanal entsteht, schließlich aber auch die Jndu- ftr i e des Gaues Halle-Merseburg, die durch den Südflügel des Kanals herangeführt wird, steigern die ursprünglichen Schätzungen des 23er» kehrsoolumens ganz gewaltig, so daß nunmehr auf einen jährlichen Gesamtverkehr von rund 30 Millionen Tonnen zu rechnen ist. Davon entfällt etwa die Hälfte auf die Werke von Salzgitter, und zwar im einzelnen etwa sechs Millionen Tonnen Erze für die Hüttenwerke im Westen und etwa ebenso viel Koks und Kohle aus dem Ruhrgebiet. Wie stark das Verkehrsbedürfnis zwischen den Gebieten am Rhein und denen an der Elbe ist, geht daraus hervor, daß der Massengüterve r- kehr, also derjenige, den man mit Vorliebe über den Wasserweg leitet, bisher in recht beträchtlichem Maße über d i e Nordsee ging. Mit der Verkürzung dieses Weges durch den Mittellandkanal wird dieser Verkehrsweg naturgemäß erheblich anwachsen. Düs Bedürfnis für einen billigen Transportweg zum Austausch von Kohle und Eisen sowie von land- und forstwirtschaftlichen Erzeugnissen (Holz, Getreide, Zucker) ist schon immer vorhanden gewesen, und die Ersparnisse an Beförderungskosten, die sich für die deutsche Gesamtwirtschaft in Zukunft durch die Benutzung des Mittellandkanals ergeben, werden allein schon auf jährlich rund 70 Millionen Mark geschätzt. Die Vollendung des Mittellandkanals eröffnet jedoch nicht nur für die Landesteile, die dieser Was- ferweg durchschneidet, sondern auch für andere Teile des Reiches wirtschaftliche Ausblicke, da der Kanal im Rahmen der gesamten deutschen Wasserstraßenpolitik mit anderen bedeutsamen Wasserwegen zusammenhängt. Nach dem Gesetz vom 11. Mai dieses Jahres soll der Rhein-Main-Donau-Ka- v a l bis 1945 für große Schleppkähne ausgebaut fein. Die Verbindung des Mains wiederum mit dem norddeutschen Kanalsystem, als auch mit dem Mittellandkanal. wird durch den Werra-Main- Kanal gesichert, durch den vor allem die Kali- Industrie im westlichen Thüringen an die großen Binnenschiffahrtsstraßen herangebracht wird. Die Kanalisierung der Werra ist bereits zwischen Minden und Wartha in Angriff genommen. An dieser etwa 100 Kilometer langen Strecke wird seit dem vergangenen Jahre gebaut. Die Kanalisierung wird dann fortgesetzt, bis sie das wichtige Kaligebiet bei Merkers erreicht, und von dort aus wird das letzte Stück des künftigen Kanals nach Bamberg führen, wo es in den erwähnten Rhein-Main-Donau-Kanal einmündet. Durch dieses Stück des Kanalbaues werden wieder die Verbindungen des Wirtschaftsgebietes von Kaburg beträchtlich verbessert. Wie weit die wirtschaftlichen Wirkungen des norddeutschen Wasserstraßensystems durch diese Verbindungswege nach dem Süden ausstrahlen, erkennt man z. B. darin, daß auch die Bayerische Ostmark bedeutende Vorteile davon haben wird. Die Erzeugnisse des Bayerischen Waldes und des Fichtelgebirges brauchen dringend billige Transportwege, da es sich hier vielfach um Holz und andere Massengüter handelt, die den Verarbeitungsstellen im Reiche au dem Wasserweg zugeführt werden können. Die Kanalbauten geben daher auch der Bayerischen Ostmark neue Hoffnungen für die Steigerung ihrer Ausfuhren, und was das für diesen Gau wirtschaft- Natur diesem Gebiet zugeleitet. Dazu hat das Land jenseits der doppelten Gebirgsumwallung andere Flachländer wie Böhmen, das Wiener Becken und Ungarn als wertvolle Nachbarn. Bequeme Uebergänge erleichtern auch diesen Verkehr nach allen Richtungen, so daß natürliche Nordsüdweae nach Oberitalien. Ungarn und der Balkanhalbinstl führen. Es kreuzen sich also hier große Ostwest- mit Nordsüdwegen. Was das für den gewaltig gewachsenen Kraftwagen-Fernverkehr und vor allem für den Luftverkehr bedeutet, wird erst die Zukunft veranschaulichen. Eine Ahnung davon vermittelt heute schon die Verkehrslage des Teschener Schlesien im zwischenstaatlichen Eisenbahnverkehr, zwischen dem Innern des Reiches, der Slowakei und Ungarn, zwischen den Sudetenländern Böhmen und Mähren und den polnischen Gebieten wie Galizien, Kongreßpolen usw. Obgleich die jüngste Zeit für zwischenstaatlichen Eisenbahnverkehr keineswegs günstig war, gab es doch hier täglichen Schnell« zugsverkehr in allen sechs Hauptrich- t u n g e n ; nämlich auf den Linien Breslau—Ofen- pest, Wien—Warschau, Warschau—Prag, Prag- Lemberg, Lemberg—Wien und Ofenpest—Prag! Auch der Bevölkerung nach ist das Teschener Gebiet ein Ueberganqslanb. Jahrhunderte vor und nach der Zeitwende war es gleich dem übrigen Schlesien von den germanischen Vandalen bewohnt. Zu Beginn des 5. Jahrhunderts nach der Zeitwende wanderten sie teilweise, nicht vollständig, nach Westen und Süden ab. gründeten in Spanien und Nordafrika stolze Reiche, fanden aber rassisch und daraus auch militärisch am Mittelmeer ihren Untergang. Reste der zurückgebliebenen Vandalen hiel- ten sich noch jahrhundertelang in den Wäldern. Im auch unmöglich sein, nachzuweisen, Philosophen mit ihren Lehren die ftrie ihrer Tage befruchteten. Es ist vielmehr umgekehrt. Sie haben von den Praktikern gelernt. Und sie haben in ihrem Bestreben, aus des Seelischen und Geistigen. In ewiger Wandlung sei alles Natürliche begriffen. In ewigem Kreislauf verlaufe das Geschehen — von der Erde aufwärts über Wasser und Luft zum Feuer und wieder abwärts zur Erde. In der Geschichte der kommenden Alchimie hat dieser Gedanke lange genug tiefe Wir« tung ausgeübt. . Emvedokles von Agrigent (490 bis 430) stellte dann zum erstenmal jenes feste System der vier Elemente auf. Erde, Wasser, Luft und Feuer. Alles fei durch Mischung dieser vier Elemente entstanden. Die verschiedenen Eigenarten der Stoffe beruhten auf den verschiedenen Mischungsverhältnissen. Eine bestimmte Harmonie der elementaren Mischungen müsse in Körper und Seele des Menschen vorhanden sein, damit er nicht krank werde. Und so wurde frühzeitig das medizinische Denken mit dem chemischen verbunden. Don 460 bis wahrscheinlich 360 lebte D e m o krit von Abdera. An ihn und feinen älteren Zeitgenos- sen Leukippos knüpft sich die Lehre von den Atomen. Als kleinste, nicht mehr weiter zu teilende Bausteine der Stoffe waren sie gedacht. Unzerstörbar und unveränderlich, aber verschieden in Gestalt und Größe. In wechselnder Anordnung und Mischung sollten sie die Dinge dieser Welt zusammensetzen und ihre Eigenschaften und Beziehungen bestimmen. Und es ist bekannt, wie beinahe zwei Jahrtausende später die beginnende wissenschaftliche Chemie des Abendlandes auf die antike Atomtheorie zurückgriff und in ihrer Fortentwicklung wichtige theoretische Grundlagen zur modernen chemischen Erkenntnis und Praxis schuf. Stärker als Plato drang die konkrete Erkenntnis des Aristoteles in die Natur ein. Er galt jahrhundertelang als der Lehrmeister der Naturwissenschaft. Auch er kannte die vier Elemente, die in wechselnden Mischungen die Einzeldinge und ihre Eigenarten verursachten. Aus Wasser und Erde entstehen im Innern der Erde unter wechselndem Druck, als ob sie allmählich zur Reife gelangten, die Salze und Steine, die Erze und Metalle. Alle Metalle sind im Wesen miteinander verwandt und können ineinander übergehen. So kann das goldartige Metall durch Verschmelzen von Kupfer mit einer gewissen Erde — Galmei — gewonnen und ein anderes, die Bronze, aus Kupfer und Zinn hergestellt werden, wobei die Eigenschaften des Zinns völlig verloren gehen und ein neues Metall mit neuen Eigenschaften erzeugt wird. Es führt von dieser aristotelischen Ansicht ein direkter Weg zu den Künsten der Alchimie, die die Metalle ihrtzm Wert und ihren Eigenschaften nach in eine Stufenleiter von geringerer und größerer Vollkommenheit anordnet und aus minderwertigen Metallen das edelste, das Gold zu II. Himmlische und irdische Chemie. Etwa vor 300 Jahren sah Bacon, einer von den großen Geistern, die die Europäer kritisch und methodisch denken lehrten, die Zeit voraus, die durch Versuch und Irrtum und durch wissenschafttiche Forschung Erfindungen fordern werde, durch die die Natur nach den Zwecken des Menschen gelenkt werden könne. Man werde sie zwingen, sich wie Proteus zu wandeln und Gebilde zu schaffen, die sie ohne menschliche Kunst nie hervorbringen würden. In der Gestalt künstlicher Gebilde werde die Natur in eine 21 r t zweiter Welt verwandelt. Bacon beschrieb so besser als viele von heute, die so gerne davon reden, daß wir durch die Fortschritte der Technik die Natur vergewaltigten oder sie durch die Künste der Chemie überträfen, das Wesen und die Aufgaben der formgebenden Technik und stoffewandelnden Chemie. Wie aber durch Vernunft, Irrtum und Forschung Erfindungen gefordert wurden, durch die die proteischen Kräfte der Natur in Bewegung gerieten, um eine zweite Welt" zu schaffen, das steht im Geschichtsbuch der Chemie geschrieben. Schon als die Menschen das F e u-e r kannten und um so mehr als sie es später zur Töpferei und zur Bearbeitung der Metalle verwandten, trieben sie Chemie. Aber sie wußten nichts davon. Sie lebten V b W Geschichten aus aller Welt dort Aus der engeren Heimat Deutschland, eine Leistung, die in keinem anderen il Ml! Wochenendschulung der BOM - Führerinnen. n btt 61* im Netz der Jugendherbergen des Landesverbcmd-- nannte er Butzbach, Gelnhausen, Worms, Nas. sau, Idstein und Wetzlar. Der Landesverbands- leiter dankte besonders dem Gauleiter und allen 'fiten nicht nur rr Schlonjaken, quer durch die, 1 Bolkszugehö-' Gemeindefeslig» htsein, das en durchdrang, die Zähne aus- ; „Telbstb«« urde, wurde |o> wölkerunq nicht * llte, ein eigener n gefordert, mii au ein Freistaat ‘ -hundert - un- ;q ein Freistaat jen eine Ms- n freilich den 9led)nunfl tni- t einmal Hart. iqiqfei/ fielen. irch den Bz>/- x hvMer^.' des Teichen« is Land längs [teilt sogar die so das» es leib ein Polnil'd' Stadt noch heute umgeben ist. Sie sind in Absätzen von dreien angeordnet und sehr steil. Wenn man sich hier etwas wünschen will, so muß man zunächst einmal einen Marsch um die ganze Stadtmauer machen, eine Strecke von über drei Kilometer, und dann muß man zweimal die Stufen ohne anzuhalten hinauf und herunter laufen. Es gibt auch ein „Wunschtor" in der Nähe von Grasmere in Westmorland, das jeden Sommer von Tausenden von Urlaubsreisenden besucht wird, weil es den Dichter Wordsworch zu seinem Gedicht „Das Wunschtor" angeregt hat. Nach der Ueberlieferung muß man das Tor dreimal mit beiden Händen berühren und jedes Mal seinen Wunsch wiederholen, um seine Erfüllung zu erreichen. „Wunschbrunnen" sind in vielen Teilen Englands anzutreffen, und bei diesen ist es üblich, eine Nadel in das Wasser zu werfen, während man seinen Wunsch ousspricht. Der berühmteste unter diesen befindet sich in Upwey in Dorset-, man muß ihn dreimal umscyreiten, ehe man die Nadel fallen läßt. Als vor einiger Zeit der Herzog von Windsor in der Gegend weilte und den Brunnen besuchte, waren alle aufs Höchste gespannt, ob er dem alten Brauch folgen würde, und man hätte auch gern seine Wünsche gewußt. Der konig- liche Besucher weigerte sich jedoch entschieden, seinen Wunsch bekannt zu gebe^l. Ein Ehepaar irrt durch Paris. B. Paris. Will: LSS selten Menge 'em gebe man ervrobte.wnd * wieder an- w einmal von wen Zie noch - erhalten ihn !n brei Nonnen blasch. n zu 8i3oV worden, aus die -enzziehung sich in Iteiqenoer ie bodenständige Tier, das die Briefe jahrelang von Lanslebourg nach dem Fort Soliörs in 2700 Meter Höhe zu der liegenden Abteilung des 92. Regiments der -ch Tschechen aus Wohl bequemten den m Prag £ qehalten wurde 'tem" die Schuld blieb; nun ab« ,eT $ereinbarun- gerechte Grenze Tischgerät mit llltra-Dilalux RM 67,— Mra-Ditalux allein ------RM 42,— Während im Sommer Fahrt, Sport und Lager Stellen, die das Jugendherberoswerk unterstützten, im Vordergründe standen, tritt im Winter die wett- Bis jetzt bestünden 2000 Jugendherbergen in KO Utz 1 intk ' 14 ?le. ba$ y. ■ÄS .77»» £ H? d>e Lei. Knietz die RnQr®'ns Koh. tdS mürben ^rohhandels «qenben DQ5 yn volklichril Erwerbs. ledenheiien ab, Ein Londoner Polizeigericht hatte sich dieser läge mit einer sonderbaren Frage zu beschäftigen. Ein Polizist von der motorisierten Abteilung war einem Auto gefolgt und hatte bemerkt, daß der Führer des Wagens zweimal die neben ihm sitzende Dame geküßt hatte; er hatte aber dabei auch festgestellt, daß in den beiden Augenblicken, in denen er das tat, das Auto durchaus nicht die grade Richtung beibehielt. Der verliebte Fahrer wurde daher von chm vor den Richter gebracht. Die Anklage lautete, daß er die Mitfahrerin geküßt habe, aber der Verteidiger wies darauf hin, daß in der Verkehrsordnung dieses Verbrechen unter den strafwürdigen nicht angeführt wird. Der Richter wußte indessen einen Ausweg, um den Schuldigen zu bestrafen. Er ging von der Tatsache aus, daß die beiden Küsse einen für das Publikum gefährlichen Einfluß -auf die Lenkung des Wagens gehabt hätten, und kam zu dem Schluß, daß der Angeklagte, um unter diesen Umständen eine Frau im Auto zu küssen, gar nicht anders als betrunken gewesen sein könnte, also in einer Verfassung, in der er nach dem Gesetz unfähig wäre, einen Wagen zu lenken, und sich strafbar machte, wenn er es trotzdem täte. So verurteilte er den Wagenführer zu zwei Monaten Gefängnis. Das macht einen Monat für jeden Kuß... Ziemlich teuer! Der Kutzstem und der Wunschbrunnen. C. K. Cork. Es erregte vor Kurzem nicht geringe lieber« rafchung, als bekannt wurde, daß ein Amerikaner eine Million Dollar dafür geboten hatte daß er den berühmten „Kußstein" oom Schloß Blarney in der Nähe von Cork in Irland für eine bestimmte Frist nach Amerika entführen konnte, "ch dort em gutes Geschäft damit zu machen. Das irische Volk glaubt, daß jeder, der diesen Stein küßt und seine Wünsche dabei äußert, sehr bald deren Erfüllung erleben wird Dabei ist es durchaus nicht leicht, diesen Stein, der über einem Fenster liegt, heran- zukommen und man läuft dabe, Gefahr, ‘"eine Tiefe von 60 Meter abzustürzen Trotzdem zeigt der Stein deutliche Spuren, daß Zahllose Menschen ihn geküßt haben, um ihre Wunsche erfüllt zu sehen- Irland ist reich an solchen geheimnisvollen Wunsch, erfüllern, deren Geschichte in bie flraue zurückreicht. Berühmt ist auch der Wunschstem.au Lern Friedhof von Kilrnakedar m der Grafscha.t Kerry, der in früheren Jahrhunderten "och eine be sondere Rolle spielte, da über ihm die Ehen ge anschauliche Schulung in den Vordergrund. 3}iefe erfolgt nach einem jahrgangsweisen Aufbau Die beiden Hauptthemen sind: „Das Aufbauwerk des Führers" uni> „Volk und Persönlichkeit". Das Ziel der weltanschaulichen Schulung muß sein, eine fähige Führerinnenschaft heranzubilden, die durch klare weltanschauliche Haltung und durch klaren Ueberblick über die uns gestellten Aufgaben die Mädel wach und aufgeschlossen macht für die großen m W e » eas hoa Alieraloubens sondern auch das „ausgerianere Orten Steine Brunn« unb andere Wahrzeichen, die Jahr für Iah LD°" senden hoffnungsvoller Menschen b-iucht werden. In der Nähe der Ruinen des Schlosses Berry B merot) in South Denon steht »ltest^n Buchen Englands, die allgemein der ..Wunschdaum aenannt wird. Wenn man dreimal um den Baum Aerumgeht so wird einem der liebste Wunsch gemäht„Wunschstufen" gibt es in Chester d' hln aufführen zu der berühmten Mauer, von der^ Ein sonderbares Mißgeschick hatte in Paris ein reiches holländisches Ehepaar, das ein Opfer seiner Gedächtnisschwäche wurde. Die beiden waren im eigenen Auto angekommen und d» sie nirgends Bescheid wußten und auch keine Reisebücher bei sich gatten, waren sie in dem ersten kleinen Gaschos ab» gestiegen, den sie auf ihrer Fahrt getroffen hatten; sie waren zu müde, nach einem besseren zu suchen. Der Chauffeur war bann weggeschickt worden, um eine Garage zu suchen, und sie hatten ihn für den nächsten Tag beurlaubt. Auch am nächsten Tage uchten sie kein anderes Hotel, aber am Abend nahmen sie eine Taxe, und ließen sich zur Oper fahren. Als die Aufführung zu Ende mar und sie zu ihrem Gaschos zurückkehren wollten, bemerkte der Mann, daß er einen Zettel, auf dem er sich die Adresse des Hauses ausgeschrieben hatte, in einem anderen Rock hatte stecken lassen, und beide Eheleute konnten sich, o sehr sie sich auch anstrengten, nicht besinnen, wie ihr Hotel hieß und in welcher Straße es lag. Schließlich hofften sie, es wiederzufinden, wenn sie in einer bestimmten Richtung umherführen, und nahmen eine Taxe, um bald hierhin, bald dorthin zu fahren, wo sie glaubten, ans Ziel zu gelangen. Bis 6 Uhr morgens dauerte die Irrfahrt, ohne daß sie das Haus gefunden hatten. Ganz verzweifelt begaben sie sich nun zu einem Polizeibüro, um dort Hilfe zu suchen, aber da sie keine weitere Angabe mache» konnten, als daß sie „zu einem kleinen Gasthof in einer kleinen Straße" kommen wollten, wußte die Polizei natürlich auch keinen Rat. Also entschlossen sich die beiden, von neuem herumzufahren. Gegen Mittag mußten sie sich wieder an die Polizei wenden, da sie furchtbaren Hunger hatten und das einzige Geld, das der Herr bei sich trug, eine Banknote von 100 holländischen Gulden war, die ihm nicht gewechselt werden konnte, weil es Sonntag war und alle Banken geschlossen waren. Der Polizeikommissar ließ in allen Vierteln der Stadt Umfrage halten, aber auch so gelang es nicht, den gesuchten Gasthof zu finden. Er sorgte nun dafür, daß die beiden Verirrten in einem anderen Hotel Auf- Schicksalsfragen unseres Volkes. So wurde am vergangenen Sonntag in unserem Untergau in acht Standorten, und zwar in Gießen, Leihgestern, Grünberg, Langsdorf, Allendorf an der Lumoa, Friedberg, Butzbach und Groß-Karben die Führerinnenschaft in der Wochenendschulung erfaßt. Es nahmen insgesamt 210 Gruppen-, Schar- und Schaftsführerinnen daran teil. Die Schulungen, die in den meisten Orten in den jeweiligen BDM- Heimen stattfanden, begannen mit einer kurzen Feier an der Fahne. Nach einer Liederstunde wurden bann bie Aufbau- »nb Durchführungsmöglichkeiten eines Heimabends besprochen. Weiter erhielten bie Führerinnen Anweisungen über bie Anfertigung von Arbeiten für die Sudetendeutschen und über Werkarbeit. Die Schulungsleiterin gab einen Ueberblick über die bevorstehende Arbeit und besprach bann mit den Führerinnen eingehend die Schulungs- und Heimatabendthemen. Mit einem gemeinsamen Schlußlied wurde die Schulung beschlossen. Mit dem Auto töhlicb verunglückt. Am gestrigen Freitag spät abends verunglückte der 21 Jahre alte Kraftfahrer Günter Neu - b e r t aus Pirmasens auf der Landstraße Mücke— Grünberg mit seinem Kraftwagen. Der bedauernswerte junge Mann mußte von der Sanitätsbereitschaft Gießen mit einem Schädelbasisbruch in die Chirurgische Klinik in Gießen eingeliefert* werden, wo er am heutigen Samstagmorgen an seinen schweren Verletzungen geftorben ist. Das Auto ist zertrümmert. Steuer in Bellersheim. ♦ Bellersheim, 22 Oft In der letzten Nacht gegen 23,30 Uhr brach in der Scheune des hiesigen Bäckermeisters Vogt Feuer aus. Die mit Stroh, Kartoffeln und landwirtschaftlichen Geräten und Maschinen gefüllte Scheune wurde voll- ständig eingeäschert. Dem tatkräftigen Einsatz der Ortsfeuerwehr gelang es, die Stallungen und das Wohnhaus zu retten. Der Schaden ist groß. Die Ermittlungen über die Brandursache sind im Gange. Einweihung der Jugendherberge in Bad-Nanheim Lpd. Bad-Nauheim, 21. Okt. Am Freitag- nachmitag wurde die neue Jugendherberge des Landesverbandes Rhein-Main im Reichsoerband für deutsche Jugendherbergen auf dem Johannisberg eingeweiht. Der Feier wohnten Kreisleiter Backhaus, Schulrat Klink, Referent für Leibesübungen, (Darmstadt), Bürgermeister Hahn und Landesverbandsleiter Gei feier, sowie Vertreter von Ortsoerbänden und der HI. bei. Vor dem neuen Haus hielt Bürgermeister Hahn eine Ansprache, in der er auf die reizvolle Lage der neuen Jugendherberge hinwies, bie ein Geschenk der Stadt Bad-Nauheim sei. Dem Landesverband gebühre für die zweckmäßige Ausgestaltung besonderer Dank. Kreisleiter Backhaus erklärte, die Jugend müsse das Vaterland kennen lernen und auch Verbindung mit der Jugend anderer Völker gewinnen. Auch dieser sollten die Tore geöffnet werden; so könne das Jugendherberaswerk auch die politische Arbeit unterstützen. Die Liebe zum Volk und zur Heimat seien das Beste, was der Jugend mitgegeben werden könne. Mit Dank an den Bürgermeister schloß der Kreisleiter. Landesverbandsleiter Geißler gab dann einen : Rückblick auf die jahrelangen Bemühungen um die Errichtung dieser Herberge. Als werdende Häuser Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Die 720Tanze der schönen Priscilla. C. K. Los Angeles. Priscilla Dean, einer der reizendsten jungen Filmstars von Hollywood, befindet sich in einer großen Verlegenheit. Die Ueberlieferung und bas Reklamebedürfnis ber Filmgesellschaften verlangen gebieterisch, daß jeder neue Stern am Filmhimmel an den festlichen Veranstaltungen teilnimmt, die in den Hauptstädten 'Amerikas bei Gelegenheit ber Erstaufführung von Filmen stattfinden, in denen sie die Hauptrolle spielen. So sollte dieser Tage ein solches Fest in Kentucky stattfinden, und unter den Zöglingen ber Marine-Akabemie hatte sich bas Gerücht verbreitet,, bafe Priscilla Dean persönlich erscheinen würde. Einer der Schüler kam sogleich auf den Gedanken, an die Schauspielerin zu schreiben, um sie inständigst zu bitten, sie möchte ihm an dem Abend der Feier wenigstens einen Foxtrot gewähren. Priscilla gab ihm gern die Zusage. Dann aber tarnen auch andere Zöglinge der Akademie auf denselben Gedanken, und um keine Eifersüchteleien unter den jungen Leuten aufkommen zu lassen, beauftragte die Künstlerin ihre Sekretärin auf alle Bitten um einen Tanz in ihrem Namen zusagenden Bescheid zu geben. Jeder der jungen Leute war stolz und glücklich in dem Gedanken, einen ganz besonderen Vorzug erhalten zu haben, und einige von ihnen konnten das Geheimnis, das sie befeeligte, nicht auf die Dauer bei sich behalten, sondern rühmten sich ihres Glückes bei den Kameraden. Jetzt war es um die „Einzigartigkeit" des Vorzugs vollendes geschehen, es dauerte nicht lange, bis alle 720 Zöglinge der Marine-Akademie sich mit der gleichen Bitte an Priscilla Dean gewandt hatten, und sie alle erhielten von ber Sekretärin, bie ben Auftrag ihrer Herrin treulich durchführte, eine feierliche Zusage. Die schöne Priscilla steht, jetzt vor der Tatsache, daß sie jedem der 720 Anwärter -auf die Marinelaufbahn einen Tanz zugesagt hat. Sie erklärt jedoch, daß sie treu zu ihrem Worte stehen wolle und daß sie hoffe, in ber Erfüllung ihres Versprechens einen neuen Weltrekord aufzustellen. Die amerikanischen Zeitungen, in denen die 720 Tänze ber Priscilla einen breiten Raum einnehmen, haben ausgerechnet, daß, wenn man für jeben Tanz auch nur drei Minuten und eine kurze Pause rechnet, die Schauspielerin etwa 40 Stunden tanzen muß, um ihre Zusage an alle ihre jugendlichen Bewunderer zu erfüllen. Der zärtliche Mann am Steuer. B. London. Lande zu finden sei. Dann wurde die Flagge auf der Jugendherberge gehißt. Es folgte ein Rundgcmg durch das neue Heim, das 45 Betten in fünf Schlafräumen aufweist. Von dem freundlich ausgestatteten Tagesraum und ben umlaufenden Balkonen bietet sich ein wunderbarer Blick auf Bad-Nauheim, Friedberg und die Wetterau. Landkreis Gießen < Holzheim, 21. Okt. Am morgigen Sonntag, 23. Oktober, kann unser Mitbürger, ber Metzger unb Lanbwirt Konrab Brock in körperlicher und geistiger Frische seinen 7 3. Geburtstag feiern. , Kreis Schotten. Y Laubach, 21. Oft. Reichsbahnassistent Heinrich Wahl konnte auf eine 25jährige Dienstzeit bei ber Reichsbahn zurückblicken. Im Jahre 1913 trat er bei ber Bahnmeisterei I Gießen ein unb mürbe später zur neugebilbeten Bahn- meisteret II versetzt. Seine weitere Ausbilbung erhielt er auf den Bahnhöfen Gießen unb Reiskirchen. Seine erste Derwenbung erfolgte 1917 als Telegraphist. Von 1918 bis 1927 war Wahl Assistent in Hartenrod (Kreis Biedenkopf), feit dieser Zeit ist er am Bahnhof Laubach tätig. Er hat unser Städtchen als seine zweite Heimat gefunden. An allen öffentlichen Fragen und vor allen Dingen am Dereins- lcben nimmt er regen Anteil. In der Partei bekleidet er das Amt eines Kreisunterabschnittsleiters (Amt für Beamte). U. a. ist ber Jubilar Vorsitzender des Vereins ehemaliger 116er und Präsident des Karneval-Vereins. Der allseits beliebte Beamte feiert auch am 25. Oktober mit feiner Ehefrau Katharine Marie, geb. Hach, das Fest ber f i I b e r • nen Hochzeit. Gleichzeitig ist er seit 25 Jahren Bezieher bes Gießener Anzeigers. Dem Jubilar und seiner Gattin unsere herzlichen Glückwünsche. s. Sd) ott en, 21. Oft. Das Fest der goldenen Hochzeit konnten heute Karl Funk und Ehefrau Elisabeth, geb. Stein, begehen. Funk hatte, wie schon sein Vater unb ebenso auch als Nachfolger sein" Sohn, das Amt des städtischen Schäfers jahr- zehntelang versehen. Seitens des Reichsstatthalters und der Stadt wurden dem Jubelpaar ein Geldgeschenk und Glückwunschschreiben überreicht. Zahlreich waren die Ehrungen, die ben Jubilaren zuteil würben. — Mit ber Verlegung mehrerer neuer Aemter in unsere Stabt wirb sich in Schotten eine Wohnungsnot bemerkbar machen. Um dieser zu steuern, ist beabsichtigt, den früher bestandenen Gemeinnützigen Bauverein wieder erstehen zu lassen. In einer Vorbesprechung, die der Bürgermeister mit ben Interessenten abhielt unb in ber auch ein Vertreter bes Sübwestbeutschen Wvh- nungsbauDerbanbes einen Vortrag hielt, würben alle einschlägigen Fragen erörtert. Auf genossenschaftlicher Grunblage wird der Verein aufgebaut, die Mitglieder werden sich aus den Baulustigen, dem Bauhandwerk und sonst interessierten Teilen finden, auch die Stadt, bie Bezirkssparkasse unb bie Dolksbank werben sich beteiligen. In aller Kürze wird zur Gründung des Vereins geschritten werben. — In der hiesigen Kriegerkamerabschaft herrscht neues Leben, wie ber letzte Mitglieberappell bewies. Die Kameradschaft Hot die Schiefestände vom früheren Schützenverein übernommen unb wirb sich ben Schießsport sehr angelegen fein lassen. — Zur Zeit werben die Wasserleitungsanschlüsse im Viertel um Kirche unb Rathaus, bie noch seit bem Bau ber Leitung 1896 in Bleirohren liegen, ausgewechselt. Die Straße um Rathaus unb Kirche soll bann ein neues Kleinpflaster erhalten. Der freie Platz vor Rathaus und Kirche, auf dem häufig die großen öffentlichen Kundgebungen stattfinden, wird damit wesenllich verschönt. ^ärftermorö bleibt ungeföbnf LPD. Frankfurt a. M„ 21; Oft. Die Justiz- Pressestelle Frankfurt a. M. teilt mit: Die gegen Ende des vergangenen Jahres wegen Mordverdachts verhafteten Bruder Ernst unb Rubolf Grisar finb inzwischen burch Beschluß bes Lanb- gerichts Limburg (Lahn) außer Verfolgung gesetzt ■ worben. Es war ihnen zur Last gelegt worden, im nähme fanden, von dem aus sie in größerer Ruhe bie Suche nach ihrem Gepäck und nach ihrem Chauffeur fortsetzen können. Krach in der Straßenbahn. C. K. Mailand. Es ist immer mißlich, sich in ber Straßenbahn ober überhaupt, wenn andere Leute zugegen sind, allzu laut zu unterhalten. Das mußten dieser Tage zwei Herren in einem Mailänder Straßenbahnwagen erfahren, die über ihre letzten Erlebnisse sprachen. Der eine schilderte seinem Freunde die komischen Eindrücke, die er am Abend vorher in einem Kino der Vorstadt mit eingelegten Vorstellungen gehabt hätte. Als er merkte, bafe bie Mitfahrenden aufmerksam zuhörten und bei feiner Beschreibung kräftig mitlachten, fühlte er sich geschmeichelt, erhob seine Stimme immer mehr und erging sich in immer drastischeren Uebertreibungen. „Stell dir vor", erzählte er weiter, „bann tarnen zwei Damen, bie tanzten unb sangen. Ich sage bir, zwei Waschfrauen, beide erheblich aus bem Schneider, und Stimmen wie Gänse..." Alle lachten schallend, aber weiter kam ber Herr nicht. Denn plötzlich sah man, wie zwei entfernter sitzenbe, recht gut gekleibete Damen sich erhoben, schimpfend auf ben Erzähler zustürzten, ihm ben Hut vom Kops rissen, um ihn aus bem Fenster zu werfen, unb mit ihren Täschchen auf ihn losschlugen. „Wir sind bie Waschfrauen! Wir sind die Gänse!" schrien sie dabei dem Herrn ins Gesicht. Ein wüster Krach entstand, der Wagen mußte halten, aber es dauerte lange, bis die Wütenden getrennt wurden und der Wagen weiterfahren konnte. Er wollte Kiepura betrügen. A. S. Warschau. Ein dreister Betrüger, der den polnischen Tenor Jan Kiepura hineinlegen wollte, stand vor dem Warschauer Bezirksgericht. Während bes letzten Aufenthaltes von Kiepura in ber polnischen Hauptstadt meldete sich eine Frau bei seinem Sekretär unb legte einen Wechsel über 3000 Zloty mit bem , Giro des Sängers auf der Rückseite vor. Der , Wechsel war protestiert, unb bie Unbekannte bat > ben Maestro um Bezahlung bes Betrages. Die Echtheit der Unterschrift stand außer Frage. Kiepura erinnerte sich aber nicht, jemals einen ähnlichen Wechsel giriert zu haben. Einem herbeige- rufenen Polizeibeamten erklärte die Frau, daß sie ben Wechsel von einem Mann, der vor bem Hotel warte, zum Einlösen erhalten habe unb bafür 500 Zloty bekommen solle. Der Mann, ber Theater- frifeur Kalinski, mürbe festgenommen. Bei ber Untersuchung kam es ans Tageslicht, baß ber Betrüger ben Sänger um ein Autogramm bat unb ihm babei einen viermal zusammengelegten Wechsel zur Unterschrift unterschob. Er gab an, aus grofeer finanzieller Notlage gehanbelt zu haben. Das Gericht verurteilte Kalinski zu einem Jahr Gefängnis, seine Mithelferin erhielt sieben Monate. Der H'.rnd als Briefträger. B. Bordeaux. Ein Muster der Pflichterfüllung unb der Anhänglichkeit bis zum Tode war der Schäferhund „Flambeau", dessen Tod nach zehnjähriger Dienstzeit als Dienstbote in den französischen Alpen allgemein betrauert wird. Ueberaü kannte man das intelligente ist jetzt leicht zu erfüllen. Schaffen Sie sich eine Osram . Ultra-Ditalux an, dann haben Sie immer Sonne im Seim. Die täglichen Äestrahlungen nehmen nur wenige Minuten in Anspruch. ULTRA-VITALU alpinen Infanterie beförderte. Nicht em einziges Mal hat Flambeau seine Aufgabe nicht ausgefuhrt, so schwer sie oft auch war, wenn der Winter oder stürmisches Wetter jeden Verkehr verhinderte und auch die Alpenjäger zu Hause bleiben mußten. Flambeau scheute niemals davor zurück und kämpfte stundenlang, um seine Pflicht zu erfüllen. Er war in solchen Zeiten die einzige Verbindung zwischen bem Tal und dem Fort. Wenn er mit seinen zwei Posttaschen davonzog, war er unempfänglich für alles, was ihn von seinem Ziele ablenken wollte, achtete auch nicht auf das herausfordernde Gebell der Hirtenhunde, mit denen er sonst, wenn er „dienstfrei" war, einen Kampf durchaus nicht verschmähte. Er hörte auf keinen fremden Zuruf und war durch Leckerbisien nicht zu verführen. Seit einem Jahr tat Flambeau keinen Dienst mehr, da seine Kräfte verbraucht waren, und man gönnte ihm die verdiente Ruhe. Es scheint aber doch, als ob ihn das Heimweh nach den Bergen, nach dem Fort und feinen Soldaten nicht verlassen habe; denn an einem der letzten' Tage brach er zum letztenmal auf und legte den Weg zum Fort Zurück, und als er beinahe dort angekommen war, brach er zusammen unb verendete, während die Soldaten sich um ihn versammelten. örfjW in den Elektrolicht- unb medizinischen Fachgeschäften. Wo nicht erhältlich, schreibe man wegen Nachweis einer Äezugsquelle an Osram, Serlin O 17, Abt. 182 i. H. höher mit 136,25 und Scheideanstall pllrs 0,25 i. H. auf 206,50. Von sonstigen Papieren notierten v. v. Diel- Er- Die Abendbörse lag auf allen Gebieten still, jedoch Am Aktienmarkt entwickelten sich die Kurse einheitlich, es auf 112 Am El'ektromarkt ergaben sich verändert lagen Gesfürel mit 139, Licht 6- Kraft 5)1 .7.' ~ < -V ____... 1 „ a 141 reUHr Qtof ontnn.'n mit 190 RMtF mit Wfeseck. den 22. Oktober 1938. 6761D Gleisen 6786A Gießen, den 21. Oktober 1938. Frankfurter Str. 52/56, Ruf 2847 6749V Kreuzplatz 3 GIESSEN und 4 aus pflanzlichen Bestandteilen ] 6747 A 04734 erteilt 04754 ^iMrrx. aoo1 6699 A 3 „HÖHENS0NNE'^/47/WÄö4 ß(^(üc/vH Abführ-Perlen kommt durch die Welt wenn Heizkraft kommt von selbst auf l.O.ALßERT WEBER •MAGDEBURG Limousine RM 6500 a.W. Cabriolet.. RM 7000 a.W. Sie finden stets das Richtige in: 10Toblo60 k2OTabia99j Die Beerdigung findet Sonntag, den 23. Oktober, nachmittags 3 Uhr, vom Elternhaus, Alicestrabe 14, aus statt. E. Petter, Lehrerin Frankfurter Strahe 46. In diesem repräsentativen Großwagen steht die Schönheit der äußeren Form ebenbürtig neben der erlesenen Ausstattung seines eleganten Innenraums und der hohen Leistung eines starken Motors. Wir sehen Ihrem Besuch mit Interesse entgegen. Bettstellen Kinder-Bettstellen Auflage-Matratzen Federbetten Bettkolter Reform-Unterbetten zu niedrigen Preisen in dem guten Fachgeschäft NacbhllfesMen in Deutsch. 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Für die uns beim Heimgang unseres lieben Entschlafenen in so reichem Mähe erwiesene Teilnahme sagen wir herzlichen Dank. Die trauernden Hinterbliebenen: Fami ie Georg Pfaff Fami ie Walter Neidei Familie Georg Beimborn. Gießen. Wuppertal-Elberfeld, Friedrichshafen, den 22. Oktober 1938. Bembera mit 139,50 (139), Westdeutsche Kaufhof mit 104,50 (104) und Nordd. Lloyd mit 73,50 (73,13). Bankaktien kamen bei kleineren Umsätzen wie mittags zur Notiz; Adca 97,65, Commerzbank 113,50, Deutsche Bank 118,50, Dresdner Bank 112,50, Reichsbank 191. Am Einheitsmarkt lagen Frankfurter Hof weiter fest mit 72,50 (71). Der Rentenmarkt lag ruhig. 4,5proz. Badener Stadt- Am Rentenmarkt fanden ReichsakweH- anleihe größeres Interesse bei 130,90 (130,50), Reichsbahn-DA. zogen 0,13 v. H. an auf 125,75 Am Pfandbriefmarkt wurden sämtliche Serien der Lan- deskommunalbank Girozentrale für Hessen um 0,25 v. H. zurückgesetzt, im übrigen lagen die Kurse unverändert, auch für Liquidattonspfandbriefe, Stadt- und Statsanleihen. Industrie-Obligationen bröckelten vielfach 0,25 bis 0,50 v. H. ab. Im Freiverkehr waren Kommunal-Umschuldung mit 93,95 (94) nicht Mettenheimer Inh.: W. Menges 6468D Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Darum: Kleinanzeigen in die Hei- matzeitung, den Gießener Anzeiger dann Dittman, GIESSEN ▲ Seltersweg I Mehr Milch, mehr Eier,hochbe- wettete Kaninchen durch die echte gewürzte Fuiterkalkmlschuag Zwerg - Marke Zu haben In den einschlägigen Geschäften «amsveck & SchneU Großhandlung Frankfurt Main 17. Elbestr. 32 Gegründet 1894 Ruf 31682 Ständig großes Laaer in Büro- und Schulartikeln Reine Lederwaren: Börsen, Tresors, Schüleretuis, Brieftaschen, Schulranzen und dergl. 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Sie hat deshalb Männer und Frauen der verschiedensten Berufe gebeten, ihre Meinung zu sagen. Das neue Heft veröffentlicht die ersten Antworten und außerdem die Bilder der befragten Volksgenossen. Der Leser soll seine Menschenkenntnis beweisen und herausfindep, wer welche Antwort gegeben hat. Für richtige Lösungen sind Preise ausgesetzt. Außerdem bringt die illustrierte Luftschutz-Zeitschrift viele interessante Beiträge und Bilder aus der Luftschutz-Arbeit. IRiflagsbörfe ruhig, aber freundlich. Frankfurt a. M., 21. Oft. Der Austrags-in- Ms'aum 24° b. TL1 unter’ bem Änfangsstänb. Hoefch gingen aus 119,50 stmfenben^°steichnum^'ber Reichsanleihe zuwenbet.' nach 119 90 zurück. 5ür Santaftien »erblieb «unb. Äeüen bestaub roleber vorwiegend kleine Nach- scha,tsnach,rage bei weiter 'eicht steigenden Kursen, fraae Io bah sich die sreunbliche Grunbtendenz er= | 3m 3 r e 11> e r I e b r lagen Sabifdje SBolIe hielt Die Umsätze erreichten allerbings auf keinem weiter fest mit 94 bis 98 (90 bis 92) aud; Schuh Marktgebiet befonberen Umfang, doch gingen em- Berneis 2 v S). Mer mit 77 bis 79. Sonst nannte I felne Werte leitroeife etwas lebhafter aus bem Ver- man bte letzten Surfe. Tagesgelb unv. 2,2o v. S). 'fpkr Abendbörse still und behauptet. . - zi r« < v : . fS*.. —. „ . Of a mXU X a f a a ^ff Avi m t #i4-ATt fT trth Donnerstag nacht gegen 12 Uhr verschied nach kurzer, schwerer Krankheit unser lieber Bruder. Schwager, Onkel. Pate und Neffe Karl Schneider im blühenden Alter von 25 fahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Adolf Schneider Familie Hans Noeth. ganz behauptet. In der zweiten Börsenstunde schrumpfte das Geschäft stark ein, und das Schluhgeschäft kam fruh- ziu|iiua»cu.-zeitig zum Erliegen. Kursveränderungen lagen kaum so daß das vor, man nannte einzelne Papiere etwa 0,25 v. H. ___ r>^ x fm ' xvIav Som OCnfrinncfirinh mrmpn mit 119.50 Höhensonnen«' Bestrahlungen begünstigen den Heil, verlouf fast jede» ErkrankungdurchVere Stärkung od. Wieder« belebung der natur« liehen Abwehrkräfte. Die gesunde braune Hautfarbe ist schon rein äußerlich ein Zeichen dafür. Kompl, Apparate von 93.- bis 248.- RM. Verlangen Sie kostenlose Prospekte von Karl Egnerv mediz.Fachgeschäft Frankfurter Straße S. Telephon 3707 Jahre 1919 den Förster Bartholomä aus Fleisbach erschossen zu haben. Damals hat bereits ein Verfahren gegen die Vorgenannten wegen Ermordung des Forsters geschwebt, ohne daß der Nachweis der Täterschaft möglich war. Auch die neuerlich in größtem Umfang durchgeführten Ermittlungen haben keine hinreichende Unterlage sur die Erhebung einer Anklage ergeben; sie haben sogar eine Reihe von Entlastungsmomenten gezeitigt. Da auch die Untersuchungen in einer anderen Richtung ergebnislos verlaufen sind, muß leider angenommen werden, daß die Tat ungesühnt bleibt. Wer könnte da». ---7 wenn es nicht ein bewährtes Hausmittel wäre, das bei aller Billigkeit Außerordentliches leistet! 13 Pfennig beim Einweichen der Wasche richtig angelegt - spart Ihnen das vielfache an Geld und Ärbeitskraft: wenn Sie die Wäsche mit Henko einweichen, brauchen Sie sich nicht mehr mit Koben und Dürsten ab- MWM *7* Ab und zu hört man die Ansicht, daß die Volksgasmaske nicht gekauft wird, weil sie doch zu nichts zu gebrauchen sei. Diese Auffassung ist nicht zutreffend. Zu allererst benötigt man sie bei der Ausbildung im Luftschutz. Daß jeher deutsche Volksgenosse ausgebildet werden muß, ergibt sich aus __ dem Luftschutzgesetz in' Verbindung mit ber erften nm A l" kleinen Veränderungen nicht'ganz gut behauptet. Infolge des kleinen Auftragseingan- Durchführungsverordnung vom 4^ Mat 1937. Daß jebod) Besserungen um ges und mit Rücksicht auf den Wochenschluß war für den Selbstschutz nur ^ Dolksgasmaske n emhettttch es überwogen „ wesentlich die Unternehmungslust klein. Den meisten zur No- Frage kommt, bestimmt der Erlaß des R tchsluf - Bruchtelle v. ^^^onra h^en, Hoesch 119,90 ti8 gekommenen Papieren lag kein Abschluß zu- fahrtmini sters vorn 29 April 1938. Was ist nahe- JtiU 1 ann 114 40° (114,50), Rheinstahl gründe. Soweit Kursveränderungen eintraten, gin- liegenber, als für bie Ausbilbung im Lustfchutz (120), etwas lebhafter mit gen sie über Bruchteile n. S). nicht hinaus. Eine gleich seine eigene Gasmaske ch'tzubnngen^ Es I >110'50 'no'40 (110,75). Maschinenaktien notier- Ausnahme bildeten am Elektromarkt Akkumulato- ja auch angenehmer, immer die gleiche Gasmaske 110,59 bis iiu,4u (iiuj j. gewannen ren, die 2 v. H. höher gefragt wurden mit 215. Un- imfzusetzen und die Uebungen rntt d-eser zu machem zumeist Ö.5Ö J ^m ®kftronwrft ergaben sich verändert laAn" Gesfürel mit 139, Licht L Kraft Man lernt sie dadurch besser kennen und erhalt m 1,50 d.$. auf 11* am w D ^^on che- mit 141, Elektr. Lieferungen mit 120, RWE. mit ©asmastenprüfraum bie Gewißheit, baß sie unter, ebenfall m f,^ g@ ^arf)cn 9mit 122,75 unb Schlickert mit 177,50. Bon Maschinen- allen Umstanden schützt. „r.rPrtmmon i152 75) 'und Metallgesellschast mit 125,75 (125,50) aktien befesttgten sich Eßlinger auf 112,50 (111,75). Aber es kann auch im Frieden etwas umqe^ bröckelten auf Am Montanmarkt blieben Verein. Stahl auf dem Man stelle sich vor, nian tritt °^ ^ .Woh^ng ' kbMt r /b. Richt ganz behauptet und ebenfalls erhöhten Mittagsschlußkurs von 111,25 behaupte^ tur, die vielleicht im 2. oder 3. Geschoß liegWestdeutsche Kaufhof mit 104,50 (105).! Buderus gewannen 0,75 v. H. auf 114,75, Hoesch stellt sest. baß bas Treppenhaus Rauch L*«.* flr mit unb Mannesmann je 0,25 n. fi. auf 119 75 bzw. Der beißende Qualm dringt m Rase und Augen em. ^ecy sei ^eichsbank gut behauptet mit 191 114,65. In der chenu chen Gruppe bröckelten JG.- Dor Tränen kann man nichts mehr fe^en, unb 1W,W *neiq)5Dan[ 9 J F I Farben auf 153,50 (153,75) ab, Goldschmidt 0,50 Atmen macht erhebliche Mühe. Hat man eine Volks- - (190,73). u * 1 ' ' ' --- L ««-ALL Nr. 24 8 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) 22./25.Gltober 1938 Aus der Stadt Gießen. Oer Lustballon. Es war in einem Geschäft, wo ich Zeuge dieses kleinen Vorfalls wurde. Er hatte natürlich nicht viel auf sich, und sicher würde er manchem nicht einmal als erwähnenswert erschienen sein. Schließlich gibt es weit wichtigere Dinge. Aber als ich ihn beobachtete, lockte er zum Vergleich. In dem , Geschäft herrschte lebhafter Betrieb. Käufer kamen und gingen, und an den Derkaufs- tischen wurden eifrige Beratungen geführt. Ich hatte eben meine Besorgung erledigt und strebte dem Ausgang zu, als ich in einer Ecke ein hübsches Bild beobachten konnte. Ein kleiner Zunge von vielleicht drei Jahren stand dort vor einem Spiegel und betrachtete sich samt seinem Luftballon, den er fest in der geballten Faust hielt. Es war einer jener Ballons, wie sie von den Geschäftsleuten an die Kinder verschenkt werden. Zweifellos machte es dem Kleinen besonderen Spaß, den stattlichen bunten Ball an der Leine zu halten. Dabei glitt sein Blick immer wieder in den Spiegel, als gewähre es ihm großen Genuß, den Ballon gewissermaßen zwiefach zu sehen. Es war ein reizvoller Anblick, der aber plötzlich wie durch höhere Fügung eine völlige Verwandlung erfuhr. Denn mit einem Male gab es einen vernehmlichen Knall, daß die Käufer in der Nähe verwundert um sich sahen. Der Ballon war fort, nicht mehr zu sehen. Irgendein tückischer Umstand hatte seinem lustigen Dasein ein Ziel gesetzt. Der Kleine stand völlig verdutzt. Einen Augenblick lang schien er unter der Nachwirkung des Knalles wie versteinert. Dann sah er an seiner Hand hinauf, blickte |n den Siegel, und schon begannen sich seine Mundwinkel zu verziehen. Das heulende Elend packte ihn mit der ganzen Gewalt seiner jungen Erdenjahre. Wenn ein Kind solchermaßen seinem Schmerz Ausdruck gibt, finden sich sofort barmherzige Seelen, die mit tröstenden Worten Balsam auf die Wunden legen. Der Kleine war solchen Tröstungen gegenüber jedoch nicht zugänglich. Je mehr sich die Frauen in seiner Nähe um ihn bemühten, um so lauter ertönte sein Geschrei als bitterer Klaggesang um eine zerstörte Illusion. Die Illusion des anscheinend festgefügten bunten Balles war jämmerlich zerplatzt und hatte nichts übrig gelassen als ein zusammengeschrumpftes buntes Häutchen. Dem Kleinen wurde indessen geholfen. Eine junge Verkäuferin kam gelaufen und drückte ihm einen neuen Ballon in die Faust. Ein wenig verwundert und nicht ohne Mißtrauen glitt sein Blick darüber hin. Doch dann versiegten die Tränen. Die neue Illusion begann ihre Wirkung. Und hier wurde die Sache zum Ereignis. Haben wir uns so überlegen blinkende Erwachsenen nicht auch oft genug solche Illusionen? Stehen wir nicht auch häufig vor der Gefahr, daß sie plötzlich an der Realität des Daseins zerplatzen? Illusion bleibt schließlich Illusion, sei es nun eine romantische Vorstellung oder auch nur — ein harmloser Luftballon ... H. W. Sch. üornofiaen Tageskalender für Samstag. Ortsgruppe Gießen-Süd: Monatsversammlung 20.30 Uhr in der Neuen Aula der Universität: es spricht der frühere Ortsgruppenleiter, Gauhauptstellenleiter Holländer (Frankfurt a. M.). — Gloria-Palast (Seltersweg): „Rote Orchideen": Snätoorstelluna, 23 Uhr: „S'chs Frauen und ein König". — Lichtspielhaus (BabnboPraße): „Die Eiskönigin." — Oberhessischer Kunstverein: 17 bis 18 Uhr Ausstellung im Turmhaus am B^and. — Baugenossenschaft 1894 Gießen: 20 Uhr Burghof" Jahreshauptversammlung. Tageskalender für Sonntag. Stadttheater: 19 bis 22 Uhr „Wiener Blut". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Rote Orchideen." — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße: „Die Eiskömgin." — Oberhessischer Kunstverein: 11 bis 13 Uhr Ausstellung im Turmhaus am Brand. — Zugunsten der Sudetendeutschen: 20.30 Uhr „Eaf6 Leib" Hand- harmonika-Konzert von etwa 80 Spielern. Preisüberwachung und Preiskontrollen im Kreis Gießen. Maßnahmen im Dienste des Vierjahresplanes. tritt, daß Waren in ihrer Qualität verschlechtert werden oder ein Geschäft einfachere Waren, die es früher geführt hat, jetzt nicht mehr zum Kauf bereithält. Schließlich ist bei den Kontrollen auch darauf zu achten, daß auf Lebensmittelmärkten oder in Geschäften keine Koppelungsgeschäfte vorgenommen werden, d. h. eine bestimmte Ware, die vielleicht gerade knapp ist, nur dann an den Käufer abgegeben wird, wenn dieser sich entschließt, andere, marktgängigere Waren, die der Verkäufer gerade in reichem Maße vorrätig hat oder die er gerne los sein will, beim Erwerb der geforderten und vielleicht knapperen Ware mitzukaufen. Die die Preiskontrolle durchgeführt wird. Die Preiskontrolle ist in den Landgemeinden des Kreises Gießen schon immer durch die Beamten der Gendarmerie durchgeführt worden. In besonderen Dienstoersammlungen und durch besondere Verfügungen werden die Beamten über die einschlägigen Vorschriften laufend unterrichtet. Zwei Arten von Preisüberwachungen sind zu unterscheiden: einerseits erhalten die Beamten oft den Auftrag, schlagartig in einer Reihe von Orten und Geschäften die Preise für bestimmte Bedarfsgüter nachzuprüfen, anderseits geht nebenher die fortlaufende umfassende Ueberwachung aller einDie Preiskontrollen des Kreisamts Gießen in einer Reihe von Kreisorten — vgl. unsere Berichte in Nummer 241 und 244 des Gieß. 2lnz. — haben wir zum Anlaß einer Unterredung mit dem für diese Angelegenheiten zuständigen Dezernenten beim Kreisamt Gießen, Regierungsrat Dr. Fuhr, genommen, um auf Grund dieser Unterhaltung unseren Lesern einen Ueberblick über das wichtige Gebiet des Preisschutzes und die sich daraus ergebenden Aufgaben der Behörde zu vermitteln. Das Ergebnis dieser Unterredung ist in dem nachstehenden Bericht zusammengefaßt. D. Schriftltg. Sinn des Preisschuhes und Zweck der Preiskontrollen. In einem erneuten Erlaß des Reichsführers ff und Chefs der deutschen Polizei vom 10. September 1938 wird die ständige und gewissenhafte Ueberwachung der Preisbildungsoorschriften allen Polizei- und Polizei-Aufsichtsbehörden zur besonderen Pflicht gemacht. Dabei wird heroorgehoben, daß im Interesse einer reibungslosen und erfolgreichen Durchführung des Dierjahresplanes allen Fragen der Prei» Überwachung von den zuständigen Behörden besondere Aufmerksamkeit zuzuwenden ist. Die einschlägigen Vorschriften bezwecken, allen Volksgenossen den Erwerb der lebenswichtigen Bedarfsgüter zu angemessenen Preisen sowohl für den Käu'er, als auch für den Verkäufer zu gewährleisten und dadurch mitzuhelfen an dem vollen Gelingen des Vierjahresplanes. Um dieses Ziel mit Sicherheit zu erreichen, müssen auf dem Gebiete des Preisschutzes immer wieder Preiskontrollen vorgenommen werden. Diese Kontrollen sollen dazu dienen, festzustellen, ob von den Erzeugern von Lebensmitteln bzw. von den Verarbeitern, Lebensmittelhändlern, Kaufleuten und Gewerbetreibenden die Vorschriften preisrechtlicher Art gewissenhaft beachtet und durchgeführt werden. Die Bestimmungen für die Prüfung der Durchführung der preisrechtlichen Vorschriften sind sehr mannigfaltig und bedingen ganz besondere Kenntnisse der mit den Kontrollen beauftragten Beamten. Es handelt sich für die Kontrollbeamten schon um deswillen um eine schwierige Aufgabe, weil nicht für alle Verkehrsgüter gleichartige Bestimmungen bestehen, sondern bei einzelnen Gütern Höchstpreisvor- s ch r i f t e n in Betracht kommen, bei anderen Waren gewisse Verdien st spannen festgesetzt sind und schließlich für eine andere Warengruppe Festpreise bestehen. Als Beispiel sei erwähnt, daß Höchstpreise u. a. oorgeschrieben sind für Butter, Fleisch. Wurst, Eier, Oele, Kartoffeln. Salz: Verdien st spannen bestehen u. a. bei Mineralwasser, Obst, Gemüse, Fischhändel: F e ft p r e i \ e kommen bei den einzelnen Arten von Verbrauchs- zucker in Betracht. Im Hinblick auf diese verschiedenartigen Vorschriften sind natürlich die Preiskontrollen besonders schwierig. Neben der Beachtung dieser Bestimmungen durch Erzeuger und Warenverteiler ist bei den Kontrollen noch besonderes Augenmerk darauf zu richten, daß die oorgeschriebenen Preisverzeichnisse und Preisschilder für die einzelnen Waren mcht nur vorhanden, sondern in jedem Falle auch richtig und ordnungsgemäß angebracht sind. Der genauen Durchführung dieser Vorschriften über die Preisverzeichnisse und Preisschilder ist besondere Bedeutung beizumessen, weil diese Verzeichnisse und Schulder der Verbraucherschaft die Möalich- keit geben sollen, von sich^aus die genaue Beachtung der preisrechtlichen Vorschriften durch die Verkäufer kontrollieren zu können. Ein anderes wichtiges Kapitel in diesem Zusam-. menhanqe ist die Kontrolle, ob nicht eine indirekte Preiserhöhung für bestimmte Waren dadurch ein»1 Alle Volksgenossen Helsen durch das WSW! An die Handwerker im Treuhänderbezirk Hessen. NSG. Landeshandwerksmeister Samer wendet sich nach Beginn des Winterhilfswerks . mit nachstehendem Aufruf an die Handwerker im Treuhänderbezirk Hessen. Wieder hat der Führer das Winterhllfswerk eröffnet, dessen große ideelle und materielle Bedeutung jedem von uns längst zur Erkenntnis gekommen ist. Gerade in diesem Jahre sind dem WHW. neue und große Ausgaben gestellt worden. Nachdem die Arbeitslosigkeit in Deutschland beseitigt worden ist, gilt es in diesem Winter über die Maßnahmen einer vorsorglich sozialen Arbeit hinaus die Not in der deutschen Ostmark und in dem jetzt heimgekehrten Sudetenland zu überwinden. Damit danken wir dem Führer für seine gewaltige Tat der Schaffung von Großdeutschland. Ich erwarte deshalb von jedem Handwerksmeister, daß er sich nach bestem Können an den Spenden für das WHW. beteiligt, denn wir sind uns der Verantwortung, die wir mit allen deutschen Volksgenossen übernommen haben, voll und ganz bewußt und sehen es als unsere selbstverständliche Pflicht an, freudig zu helfen, wo wir selbst nicht mehr der Hilfe bedürfen. Das WHW. erwartet unsere Opfer, der deutsche Handwerker wird wie immer dazu bereit sein! 5 t Prozent mehr als im Vorjahr. NSG. Die erste Reichsstraßensammluna des Win» terhilfswsrkes am vorigen Samstag und Sonntag, von der DAF. durchgeführt, gestaltete sich im Gau Hessen-Nassau zu einem gewaltigen Erfolg. Die Sammlung brachte 343 110,90 RM., das sind 51 v. H. mehr als bei der gleichen Sammlung des WHW. 1937/38, bei der nur 223 924,12 NM. eingingen. Diese Sammlung beweist, wie sehr die Bevölke» rung des Gaues Hessen-Nassau den Ruf des Führers verstanden hat und nun alles daranfetzt, dieses größte soziale Hilfswerk, dem durch die Befreiung der Ostmark und des Sudetenlanoes gewaltige Aufgaben gestellt sind, in diesem Jahre zu einem beispiellosen Erfolg zu führen. Diese großartigen Summen freiwilliger Spenden sind der schönste und sprechendste Dankesbeweis der deutschen Volksgemeinschaft an den Führer Adolf Hitler. Gießen ehrt bedeutende Wissenschaftler. phil. Wilhelm Oncken, Ge- 1841—1889: Dr. phil. Hugo von Ritgen, Geheimer Baurat, Professor der Baukunst und der Baugeschichte, Wiederhersteller der Wartburg und des Gleibergs. Geb. 3. März 1811 zu Stadtberger in Westfalen, geft. 31. August 1889 in Gießen. (Haus Frankfurter Straße 19.) 1884—1920: Dr. theol. h. c., Dr. phil. Hermann Siebeck, Geheimer Hofrat, Professor der Philosophie. Geb. 28. Septcmebr 1842 zu Eisleben, geft. 22. Februar 1920 zu Gießen. (Haus Wilhelmstraße Nr. 14, Balsersche Stiftung.) lieber eine weitere Tafel, die am Hause Frankfurter Straße 10 für Geheimrat Stade angebracht wurde, berichteten wir bereits. n e r t, der die Archive der Stadt verwaltet, wurde diese Ehrung vorbereitet und ausgearbeitet. 'Insgesamt wurden bisher sieben derartige Tafeln geschaffen, die aus Muschelkalk (Blaubank) bestehen und in goldener Aufschrift das Wissenswerteste über diese bedeutenden Männer zu lesen geben. Die Gestaltung und Ausführung der Tafeln geschah im Auftrag des Städtischen Hoch- und Tiefbauamtes durch den Bildhauermeister Ehrhardt. Die Tafeln sind folgenden Wissenschaftlern gewidmet und tragen folgende Aufschriften: 1879—1885: Dr. phil. Wilhelm Konrad Röntgen, Professor der Physik, Entdecker der nach ihm benannten Röntgenstrahlen. Geb. 27. März 1845 zu Lennep, geft. 10. Februar 1925 zu München. (Tafel am Haus Hindenburgwall 17.) 1899—1903: Dr. phil. Albrecht Dieterich, Pro- unserer Gießener Universität wirkten, geehrt wird. Heimer Hofrat, Professor der Geschichte. Geb. Unter der Jnitiativie und Leitung von Dr. Leh- 29. Juli 1838 zu Heidelberg, geft. 11. August 1905 zu Gießen. (Haus Hindenburgwall 12.) . In den vergangenen Tagen wurden an verschie- .vember 1804 zu Niederftorstadt, geft. 30, Juni 1878 zu denen Häusern Gedenktafeln angebracht, durch die Gießen. (Haus Hindenburgwall 21.) das Andenken bedeutender Wissenschaftler, die an I 1872—1905: Dr. phil. Wilhelm Oncken, Ge- fcsior der klassischen Philologie. Geb. 2. Mai 1866 zu Hersfeld, geft. 1908 zu Heidelberg. (Haus Hindenburgwall 17.) 1868—1878: Dr. phil. Friedrich Ludwig Karl Weigand, Direktor der Realschule, erster Inhaber der Professur für deutsche Sprache an der Universität, Freund Jakob Grimms. Geb. 18. Na- Dem Auge das Beste! Lassen sich beraten von I Optiker Mo^nus dem Optiker Ihres Vertrauens / Seltersv/eg 33 ' Kassenlieferant. a Eines Tages sagte die Göttin: Die Frist ist heute Johannes sagte also aus, daß er schon geahnt1 du. ihn stutzig. Er sagte sich, etwas voreilig: Bestimmt ist, mie 21m W alaubft? ... "Hl?1irf, «uf das. Pf ast-r zu legen, wenn er .hm nicht Herbert mit. b, en Tage, beim Mittagessen, teilt mir Herbert mit, daß es zu seinem Leidwesen — wieder Die Prügelei unterblieb somit für diesmal. Die vergangen fein wird, habe, daß es nicht ohne Prügelei abgehen würde Er hatte richtig vermutet, denn auf dem halben Wege zwilchen Schule und Haltestelle übergab mein Sohn Herbert ihm seine Büchertasche mit der Bitte, er möchte sie ihm einen Augenblick halten. Das war Der weil umschritten die beiden Kampfhähne den langen Häuserblock. Immer noch stoßend und rempelnd kehrten sie nach einiger Zeit zu den Anlagen vor der Haltestelle zurück. Herbert merkte jetzt, daß Johannes nicht mehr auf der Bank saß. Das machte mit den Schultern stießen. Dies war noch Vorspiel. An der Haltestelle bogen sie in eine Nebenstraße verstrichen, das Jahr ist um. So darf ich, fragte er, bleiben? Die Göttin versetzte: Nein. Er stammelte zu Tode erschrocken: Was sagst was sagst du? Habe ich etwas versäumt? Ist das Liebe, fragte die Göttin, indem sie anbiß mir neulich folgendes: I Diesmal handelte es sich um meinen zweiten, um ' Artt-horf IT eher hnro irh nnn Qpit 211 Qpit | samt der Abonnement-Kart^ herausgeben. I Die beiden vertragen sich bann wieber und besteigen bie nächste Straßenbahn. Franz, Herberts Ta|che im Arm, zeigt ganz kühl bie Karte meines Sohnes vor, was ja verboten ist: bem Schaffner entgeht es. zu einer Rauferei gekommen fei. Diesmal habe fraglos ber Franz „angefangen". Als Herbert ihm bas Gelb übergab, hatte er geäußert, baß ich. der Vater, rechtes Glück gehabt hätte, als der Schaffner ihn, den Franz, nicht mit der falschen Abonnement-Karte erwischte: wäre ber Schaffner aufmerksam gewesen, so müßte ich bie Strafe bezahlen ober gar einen Tag Gefängnis absitzen. Herbert hat gemeint, ihn wegen biefer Ansicht recht stark verdr-ftchen zu müssen. Hoffentlich geht es diesmal ohne Gelb ober Strafzettel ab! Wir sind eben beim Mittagessen. Herbert hat mir gebeichtet, daß er sich zwanzig Pfennig habe leihen müssen und auch weswegen, er sagt bie Wahrheit: komisch aber wäre nun, baß Johannes zu f du glaubst? Er sagte zitternd: Ich weiß es nicht. Darauf wieder die Göttin: staunen? Ich war, stammelte der Prinz, geblendet! Auch die Wolke verschwand, und auch den Königssohn sah niemand mehr, da er sich, aus bem Garten ins Freie gelangt, im Meer ertränkte. Heibert macht Schulden. 23cm Georg von der Dring. Ein Vater von brei strammen Söhnen erzählte | nes. Johannes besucht dieselbe Klasse und hat, da einen Stoß vor den Bauch und weiß nicht einmal er in unferm Viertel wohnt, die gleiche Straßen- weshalb: zweitens^ muß er Herberts Büchertasche bahn zu benutzen wie Herbert. i samt der Abonnement-Kart^ herausgeben. Franz merkt es auf ber Rückfahrt. Da er bie zwan- zig Pfennige bem Schaffner geben muß, so ist seine Lage wie zuvor: bie zwanzig Pfennige ist er los. Zum Glück komme ich noch am gleichen Tage barauf. Um*zu verhüten, baß es am nächsten Morgen mit Sticheleien und Kampf feinen Fortgang nimmt und um dem Lehrer nicht einen neuen (Brfinb zur Kl-m? zu geben und überhaupt aus Gründen ber Billigkeit unb Gerechtigkeit händige fing, zu einer goldenen Wolke zu werben — nichts weiß unb begehrt, als in ein Antlitz zu begehre als ihren Anblick. Darauf versetzte die Göttin: Du bist ber Erste nicht. Und wie gedenkst du nur c. ■ O * L . f A nmiAhn MT HIT P liche nicht vor ihm war, und seine einzige Beschäs-s worden wäre. Ein dritter Knabe, ber hinter ben! sich fort. In biefem Augenblick kommt Johannes tigung war, Hymnen an bie Geliebte auf große beiben Kampfhähnen herging, ist von Anfang an mit den beiden Büchertaschen vom Fußballplatz Blätter zu ritzen, die er fand, und mit ihnen ver- vom Gegenteil überzeugt gewesen. Er heißt Johan- herübergeschlendert. Erstens bekommt er von Franz welken unb vergehen zu lassen. 1 cr mein Sohn einsteigen muß. Der Geg- Beiden standen noch emen Augenblick zusammen an vergangen sein wirb werde ich dir sagen, f Schule und gebt der Haltestelle. Gesprochen wurde nicht Herbert die Prüfung bestanden hast. Aß heim. Die Entfernung von der Schule bis klingelte mit bem Gelb seines Gegners. Dann kam Und er konnte nur bie Lippen bewegen, um m ^"^Mestelle beträgt zweihunbert Meter; und da die Straßenbahn, und er stieg em. 311 banfen. mnrh?n von ben Herbert nach Schulschluß Hunger hat, so wäre! Franz steht da unb schaut ben gelben Waaen an. Unb s° lebte r denn n dem arten eiaentIirf) 3U erwarten gewesen, daß bie Ai'sem- Schon ärgert er sich, baß er bie zwanzig Pfennig ^da chr Bilb vor ihm lebte wenn bie Wirk-1 andersetzung beigelegt ober wenigstens verschoben. herausgegeben hat. Er spuckt Feuer unb wendet! I». . I aj l c Dlliui tyuiiuc uc will meinen »r »iniflo verschlungene Wege duvchwan- Herbert, lieber Herbert höre ich von Zeit zu Zeit hÄnTfnnh er9fi(h aus Xm Myrthen-Dickicht von seinem Lehrer, haß er recht rauflustig ist; in bett hatte fand er. sich, aus einem ^iyr , pflege er meistens auf einem feiner nnnDOirhr7mC:SJnbrJ geblendet die Augen schloß. Sie Mitschüler zu liegen. Der Lehrer mußte ihn mehr- ist er inzwischen eingestiegen, der gemeine Kerl, und am Stamm eines Stilen belaubten ®au= rnals deswegen verwarnen. Nun, Sie werden sich fäf)rt nun mit meiner Büchertasche heim. Wieso laß am «lamm » fie in9 Auge denken, daß es mir immerhin lieber ist, er liegt hinein? Nun, in der Bück-ertasche befand sich die laa.- « ttamm °nd nur daß -r si- an- oben, als daß er unten läge und Senge bezöge. Lbonnement-Karte für die Straßenbahn. ' ’ Let/und v!m Leben u7d von der Welt nichts mehr «« -'"mol e.ne Rami . ...... ......--------- .... Alle Gießener Soldaten heimgekehrt Aus den Gießener Gerichtssälen Gießen, Untertun zugänglich sein. Die m Romrod gesammelten besonders wertvollen Bauernmöbel nieoerdeutscher Herkunft sind den Sammlungen im Schloßmuseum in Darmstadt und im Jagdschloß Kranichstein einverleibt worden. Auch sie sind der Oeffentlich' ;t zugänglich, was v"n allen Freunden bäuerlicher Handwerkskunst begrüßt werden dürste. sich ganz besonders Deshalb sehr schwierig, weil durch die erheblichen Verspätungen alle vorher und sorgfältig getroffenen Dispositionen über den Haufen geworfen wurden. Da gegenwärtig ein außerordentlich gesteigerter Personen- wie ar£ Güterverkehr den Rangierbahnhof belastet, war Der äußerste Einsatz notwendig. Eine weitere Erschwerung für Die leitenDen Dienststellen ergab sich durch die außerordentlich zahlreichen telephonischen Anrufe nicht nur durch Die militärischen Dienststellen, sondern auch durch Privatpersonen. Die Arbeit Der Beamten, Angestellten und Arbeiter Des Bahnhofs verdient alle Anerkennung. Dank des Gtandortältesten an die Gießener. Der StanDorlalkeste, Generalleutnanl Oßwald, spricht auf diesem Dege der Bevölkerung der Stadt Gießen seinen wärmsten Dank aus für den herzlichen Empfang der Truppen des Standortes Gießen bei ihrer Heimkehr aus dem durch ihren militärischen Einmarsch befreiten fudetendeutschen Gebiet. Beide Teile find strafbar! Bei einem Verstoß gegen Die Preisoorschriften ist nicht nur der Verkäufer strafbar, sondern ebenso auch der Käufer. Manchmal wird es zwar nicht leicht sei, die Persönlichkeit Des Käufers festzustellen, Da diese wohl oft unbekannt ist. In diesem Falle trifft Den Verkäufer allein Die Ordnungsstrafe. Ist aber Die Persönlichkeit Des Raufers bekannt, so hat er für Das Vergehen Die gleiche Ordnungsstrafe wie der Verkäufer zu erwarten. Strafbar' macht sich auch jeder, der einen gegenüber den Preisvorschriften erhöhten Preis für eine Ware oder eine Leistung fordert, sich versprechen läßt oder an- nimmt. Ebenso strafbar macht sich jeder, Der einen solchen erhöhten Preis anbietet, verspricht oder gewahrt. Es ergibt sich also die nachstehende Schlußfolgerung: Verkäufer und Käufer sind bei den preis- gebundenen Waren an die behördliche Preisfestsetzung gebunden. Auch angebliche Unkenntnis von Preisgrenzen schützt nicht vor Der Bestrafung. Eine Derartige Ausrede kann nicht anertant werden, da über alle preisgebundenen Waren durch oie Preisverzeichnisse und Preisschilder genügend Aufschluß gegeben ist. Daher hat das Kreisamt Gießen bei Den bisher verhängten Ordnungsstrafen nicht nur Den Verkäufer, sondern auch Die Käufer, in einem • Falle bei einem Mietvertrag auch Den Mieter bestraft. Um seine Tätigkeit bei der Preisüberwachung immer auf eine breite Grundlage zu stellen, legt Das rufenen Stellen gegeben ist. Die Ergebnisse der jüngsten Preiskontrollen. Bei den eingangs erwähnten jüngsten Preiskontrollen konnte erfreulicherweise festgestellt werden, daß die Höchstpreisvorschriften fast durchweg die gebührende Beachtung finden. Zuwiderhandlungen gegen diese Vorschriften wurden in geringem Umfange festgestellt bei Dem Verkauf von Hackfleisch, Malzkaffee und Mineralwasser. In manchen Fällen von Verstößen konnte man sich des Eindrucks nicht erwehren, daß Geschäftsleute gelegentlich noch eine durchaus unbegründete Abneigung gegen die Pfen- ntgrechnung haben, denn sie waren bemüht, die Preise nach oben abzurunden. In einem Orte ergab sich die eigenartige Tatsache daß sämtliche Metzger die preisgebundenen billigeren Wurstsorten (Leber- und Blutwurst) von guter Beschaffenheit zum Preise von RM. 0,70 je 500 Gramm nicht führten. Auf Vorhalt hörten die revidierenden Beamten, diese Wurstsorten, Die in diesem Orte früher auch hergestellt und verkauft wurden, würden heute von der Bevölkerung nicht mehr gekauft. Demgegenüber war festzustellen, daß in allen übrigen Gemeinden des Kreises, auch in der Stadt Gießen, diese preisqebundenen billigeren Wurstsorten in guter Beschaffenheit hergestellt und gern gekauft werden. Rach den klaren Tatsachen liegt kein Grund vor. Der die Annahme rechtfertigen würde, daß Die Einwohnerschaft jenes einen Ortes finanziell derart gutgeftetlt ober im Geschmack verwöhnt wäre, daß sie eine solche billigere Blut- und Leberwurst nicht kaufen würde. Daher hat Das Kreisamt Gießen in allen diesen Fällen in jener Gemeinde Ordnungsstrafen verhängt, weil nicht geduldet werden kann, daß die für bie Volksernährung befonbers wichtigen billigeren Wurstsorten non einzelnen Metzgern nicht geführt werben. Diese Ordnungsstrafen waren aber nicht befonbers hoch, weil bie in diesem Falle von Den beteiligten Metzgern zu höherem Preise verkaufte Blut- und Leberwurst meist auch in der Qualität hochwertiger war. In erstaunlich hohem Ausmaß wurde festgestellt, daß in vielen kontrollierten Geschäften Preisverzeichnisse und Preisschilder fehlten. In einer Reihe von Fällen mußten auch hierfür Ordnungsstrafen verhängt werden. In einigen Fällen konnte man es mit Rücksicht auf die ganz besonderen Verhältnisse des Einzelfalls l e tz t m a l i g bei einer gebührenpflichtigen Verwarnung belassen. In Zukunft wird es aber keinerlei gebührenpflichtige Verwarnungen 1 mehr geben, sondern in allen Fällen werden Ord- nungsstpasen verhängt, weil endlich erreicht werden muß, daß in jeder Hinsicht von den Geschäftsleuten den Vorschriften entsprechend verfahren wirb. Ein besonders schwerer Verstoß gc,;cn die gesetzlichen Vorschriften mußte von Den kontrollierenden Beamten in einem anderen Orte behandelt werden. Dort hatte ein Metzger unter gröblicher Verletzung der Vorschriften über Die Fleischbeschau ein Schwein schwarzgeschlachtet, dieses Tier auch nicht zur Schlachtsteuer angemelbet. Ferner hatte er in gleicher Weise eine Ziege schwarzgeschlachtet und Deren Fleifch in bie Wurst verarbeitet. Es lag also ein Fall doppelter Schwarzschlachtung unD Hinterziehung der Schlachtsteuer vor, ferner handelte es sich insofern um eine Preisüberschreitung, als Die Wurst, Die dieser Metzger als vollwertige Ware zum entsprechend höheren Preis verkaufte, in Wirklichkeit keine diesem Preis entsprechende Qualität aufwies. Deshalb mußte gegen diesen Metzger mit Nachdruck vorgegangen werden. Er wurde bis zum Abschluß Der ersten Ermittlungen zwecks Verhütung von Ver- dunkelungsmanövern zunächst in Polizeigewahrsam genommen. Nachdem Der Sachverhalt in ausreichender Weise festgestellt war, wurde Der Mann wieder auf freien Fuß gesetzt. Nun sind gegen ihn mehrere Verfahren bei den Gerichts-, Steuer- und Verwaltungsbehörden, sowie bei dem Diehwirbschaftsver- band anhängig, so daß er einen gehörigen Denkzettel erwarten kann. Schlußfolgerung. Aus den vorstehenden Darlegungen kann jeder Volksgenosse Die Uebevzeugung gewinnen, daß von den für Die Preisüberwachung zuständigen Behörden fortlaufend alles getan wird, was zum Schutze Der Bevölkerung hinsichtlich der Preise und Der Qualität Der Waren, Darüber hinaus auch zur einwandfreien Durchführung des Dierjahresplanes unbedingt erforderlich ist. B. Neue Schätze im Gießener Museum. LPD. Die bisher im Jagdschloß Romrod in Oberhessen aufgestellten, vom früheren Großherzog Ernst Ludwig von Hessen gesammelten hessischen Bauern- Truhen und -Schränke werden nach dem Uebergang des Jagdschlosses Romrod an den hessischen Staat auf Anordnung von Prinz Ludwig von Hessen in verschiedenen Museen Oberhessens, vor allem in ft finden Md Der Öffentlichkeit in Romrod gesammelten beson- nmöbel nlebi Mit dem gestrigen Tage konnte Der Rücktransport unserer Soldaten sowohl Der Infanterie, wie auch Der Artillerie abgeschlossen werben, Gestern gegen 13 Uhr kam die 9. Batterie unserer Artillerie- Abteilung an und in Den AbenDstunden, gegen 22.30 Uhr, traf abschließend bie Pferbestaffel Der Division in Gießen ein. Mittags gegen 14 Uhr passierte Der Zug, Der Die restlichen Mannschaften Der 116er brachte, unseren Bahnhof Gießen unb fuhr nach Lich weiter, um bort auszulaben. Gegen 7 Uhr trafen bann Diese Mannschaften nach langem Marsch an Der Bergkaserne ein. Aeußersler Einsatz im Bahnhof Gießen war notwendig! Der Rücktransport Der Truppen unserer hAigen Garnison hat an Die Leitung Des Gießener Bahn- Hofs, an Fahrbienflleiter, an bie Leiter Des Ran- gieroerkehrs und an Die vielen Arbeiter, Die nn Dienste Des Rangierbahnhofs stehen, außerorbenlllche Anforderungen gestellt. Die normale Dienstzeit fast eines jeden Beteiligten wurde bei weitem überschritt ten, denn ohne diesen zeitlichen Mehraufwand hatte bie Arbeit nicht geleistet werden können. Die Arbeit für Leitung unb Personal gestaltete gen hatte Der Angeklagte kurz nach Der fraglichen Unterhaltung dasselbe darüber erzählt, was er später in Friedberg auf seinen Eid genommen hatte. Der Angeklagte bestreitet entschieden, sich einer Eidesverletzung schuldig gemacht zu haben. Das Gericht gab in den Abendstunden Den De- weisanträgen des Verteidigers statt und ordnete die Ladung zweier weiterer Zeugen an. Insbesondere wird ein jüdischer Handelsmann als Zeuge gehört werden und seine Geschäftsbücher vorzuleaen haben, ob eine Der Belastungszeuginnen mit ihm in Den letzten Jahren nach in geschäftlichen Beziehungen stand. Diese Beweiserhebung ist für die Glaubwürdigkeit dieser Zeugin, die geschäftliche Verbindungen energisch in Abrede stellte, von großer Bedeutung. Die Sitzung wird nächsten Dienstag fortgesetzt werden, Amtsgericht Gietzen. Der P. R. aus Gießen ist bereits 15mal wegen Ruhestörung bestraft. Kürzlich kam er wieder zweimal betrunken nach Hause, wo er nicht gerade freundlich empfangen wurde. Dabei verübte Der Angeklagte einmal auf Der Straße, Das zweitemal in feiner Wohnung einen solchen Lärm, daß die ganze Nachbarschaft aus dem Schlafe geschreckt wurde. Trotzdem der Angeklagte versprach, keinen Alkohol mehr zu trinken und in Zukunft keinen ruhestörenden Lärm mehr zu verursachen, Der» urteilte ihn das Gericht dennoch wegen seiner zweimaligen Ruhestörung zu Der gesetzlichen Höchststrafe von je 6 Wochen Haft. Am 20. Juni fuhr Der Angeklagte E. K. aus Gladenbach mit seinem Personenkraftwagen auf Der Straße Staufenberg—Lollar in südlicher Richtung. Dor ihr fuhren ein weiterer Personenwagen unD ein gelähmter junger Mann mit seinem Selbstfahrer, ihm entgegen kamen, sich streng rechts yaltenD, zwei Radfahrer. Der Personenwagen überholte den Selbstfahrer gerade in dem Augenblick, als die beiden Radfahrer auf gleicher Höhe waren. Trotzdem versuchte der Angeklagte, gleichfalls noch den Personenkraftwagen zu überholen. Er kam habet sehr weit auf die linke Straßenseite. Als er merkte. Daß er Den Personenwagen nicht überholen konnte, bremste er stark ab. Sein Wagen geriet dabei etwas ins Schleudern und warf einen der Radfahrer um, dessen Rad zertrümmert wurde. Der Radfahrer erlitt einige Verletzungen. Der Angeklagte erhielt wegen Uebertretung der Reichs- straßenverkehrsardnuna und fahrlässiger Körperverletzung gemäß § 230 I unD II StGB, eine Geld- strafe v 0 n 110 Mark. Kreisamt Gießen Gewicht darauf, daß es sich bei der Erfüllung dieser Aufgaben in engster Gemeinschaft mit der gleichgerichteten Tätigkeit Der zuständigen Stellen von Partei und Wirtschaft befinDet, so daß immer ein geschlossenes Vorgehen Der be« Schwurgericht Gießen. In Der gestrigen Sitzung Des Schwurgerichts hatte sich Der Kaspar H e ß aus Weckesheim wegen Meineides zu verantworten. Bereits während des Krieges wurde Der Angeklagte straffällig. 1919 heiratete er, Damals noch reichlich jung, unD zog nach Weckesheim. In Der Folgezeit kam er noch mehrere Male mit Dem Gesetz in Konflikt. Seit 1929 führte sich Der Angeklagte mit einer Ausnahme annehmbar. Als Der Gemeindefeldschütz von Weckesheim wegen feines Alters sein Amt nieberlegte, wurde Der Angeklagte fein Nachfolger. Man hatte damals im Gemeinderat einige Bedenken gegen ihn gehabt. Da aber Die dem Gemeinderat bekannten Straftaten in die Zeit kurz nach hem Kriege fielen unb man annahm, daß Der Angeklagte sich zwischenzeitlich gebessert hätte, verpflichtete man ihn schließlich doch als Feldschützen. Diesen Posten füllte her Angeklagte ordentlich aus. Die zahlreichen Zeugen, die über Die Persönlichkeit des Angeklagten vernommen wurden, konnten eigentlich nichts Ungünstiges gegen ihn aussagen. Was vorgebracht wurde, richtete sich eigentlich mehr gegen die Familie des Angeklagten, als gegen diesen selbst. Der Gemeinderechner stellte dem Angeklagten sogar ein gutes Zeugnis aus. Er habe ihn öfters mit bedeutenden Geldsummen nach Friedberg geschickt, der Angeklagte habe immer ordnungsgemäß nach seinen Weisungen die Gelder dort eingezahlt. Die Anklage wirft Heß vor, in einer Privatklagesache vor dem Amtsgericht Friedberg am 9. November 1937 einen Meineid geleistet zu haben. Die Kinder des damaligen Privatklägers hatten Falläpfel geiefen. Er hörte dies von der Prioatbeklagten in seiner Eigenschaft als Feldschütz. Er sagte nun vor dem Amtsgericht Friedberg unter seinem Eid aus, hie Privatbeklagte, Frau Sch., habe-ihm in Gegenwart anderer Frauen gesagt: Der Schä. (Prioat- kläger) habe im vorigen Jahre den ganzen Keller voller Aepsel gehabt unb nur zum Schein ein Bäumchen gekauft. Es müsse einmal Haussuchung gemacht werben, Die Prioatbeklaate Sch. bestreitet auch heute energisch, eine solche Aeußerung getan zu haben. Sie habe sich wesentlich anbers ausgedrückt. Auch die anderen Zeuginnen, die damals zugegen waren, wollen nichts von der durch den Angeklagten beeideten Aeußerung gehört haben. Es wurde anderseits aber auch ein anberer Zeuge gehört, mit Dem Der Angeklagte kurze Zeit nach Der damaligen Unterredung gesprochen hatte. Diesem Zeugen hatte Der Angeklagte von Der Unterhaltung erzählt. Insbesondere hatte er ihm die angebliche Aeußerung der Zeugin Sch. mitgeteilt. Diesem Zeu- schlägigen Waren und Warenumsätze vor sich. Don Zeit zu Zeit nimmt bas Kreisamt Gießen als Polizeiaufsichtsbebörbe gemeinsam mit her Gendarmerie ebenfalls Preiskontrollen vor, um sich von her genauen Beachtung der einschlägigen Vor- schriften zu überzeugen bzw. um die unterstellten Gendarmeriebeamten bei biesex Gelegenheit über ihre schwierige Aufgabe genau aufzuklären und Mißverständnisse zu beseitigen. Als Beispiel dafür, auf was bei her Kontrolle alles zu achten ist, fei der Kontrollbesuch in einer Metzgerei angeführt. Hier haben die Beamten auf folaende Dinge zu achten: 1. ob bie Preis- Verzeichnisse für Frischfleisch unb Gefrierfleisch im Verkaufsraum unb im Schaufenster richtig angebracht sinb; 2. ob bas Preisverzeichnis für die einzelnen Wurstsorten vorhanden ist; 3. ob in dem Schaufenster und auf dem Ladentisch an den ausgestellten Wurstsorten, Wurstkonseroen usw. die Preis s ch i l d e r vorhanden und richtig angebracht sinb; 4. ob bie in dem Metzgereibetrieb geforderten Fleisch- und Wurstpreise den bestehenden Höchstpreisvorschriften entsprechen; 5. ob die preisge- bunbenen billigeren Wurstsorten in. hinreichenber Menge unb in guter Beschaffenheit in dem Geschäft geführt werben; 6. ob her Preis für bessere Wurstsorten nicht über bem vorgeschriebenen Höchstpreis von 2 Mark je 500 Gramm liegt; 7. ob die Wurst nur nach dem beim Verkauf festgestellten Gewicht abgegeben wird (Abgabe nach Stuck ist unzulässig); 8. ob Die Derbienstspanne bes Metzgers oder Einzelhändlers bei nicht selbst hergestellter, sondern von anderer Seite bezogener Wurst unter 25 o. H. liegt. In Derart vielseitiger Art müssen hie Beamten in den Geschäften auf die genaue Beachtung der verschiedensten Vorschriften ihr Augenmerk richten. Die Dehanblung von Beanstandungen. Bei ganz geringfügigen Zuwiderhandlungen, z. B. beim vorübergehenden Fehlen eines Preisverzeichnisses ober eines Preisschildes, beläßt es Die Be- hörbe zunächst bei einer münblichen Verwarnung, sofern nicht her Einbruck entsteht, Daß bei Der Unterlassung ober bei dem Vergehen von dem Geschäftsmann bewußt gehandelt worden ist. Seither wurde in den meisten Fällen dieser Weg mit Erfolg beschritten. Die Vorschriften über Preisverzeichnisse und Preisschilder bestehen nun aber schon seit mehreren Jahren, so daß ohne weiteres angenommen werden muß, daß jedem Geschäftsmann diese Vorschriften genau bekannt sind. Deshalb trifft bie Behörde künftig auch schärfere Maßnahmen, wenn sie das Fehlen dieser Verzeichnisse bzw. Schilder in den Geschäften feststellt. In gleicher Weise wird künftig auch bei Preisüberschreitungen, ober bei Kuppelungsgeschäften vorgegangen werben. Soweit im Einzelfalle eine münbliche Verwarnung nicht ausreicht, wird von her (Benbormerie Der Sachverhalt mit bem Ergebnis her Vernehmung bes Beschuldigten dem Kreisamt zur weiteren Behandlung zu- gcleitet. Seit 15. Mai 1937 hat Das Kreisamt Gießen (Die gleiche Befugnis hat für Die StaDt Gießen die Polizeibirektion) die Befugnis, bei Zuwiderhandlungen gegen bie Vorschriften Der Preisüberwachung und her Warenbeschaffenheit Ordnungsstrafen für jeden einzelnen Fall bis zur höchsten Strafgrenze von RM. 500.— feftzufetzen. In einigen schwereren Ausnahmefällen steht die Strafbefugnis bei solchen Zuwiderhandlungen lediglich dem Reichsstatthalter in Hessen — Landesregierung, Stelle für die Preisbildung — zu, wobei Ordnungsstrafen in unbegrenzter Höhe verhängt werden können. Im Verlaufe Des letzten Jahres war Das Kreis- amt Gießen gezwungen, in 60 Fällen von Dieser Strafbefugnis Gebrauch zu machen, wobei es sich um Ordnungsstrafen von RM. 2,— bis zu RM. 300,— handelte. Die meisten Ordnungsstrafen wurden verhängt wegen Verstöße gegen die Höchstpreisvorschriften für Eier, Butter, Wurst, Ferkel- und Sclilachtlchweinpreise, (Betreibe-, Stroh- und Haferpreise, Mietpreise, Mineralwasserpreise; im übrigen handelte es sich um Zuwiberhcmblungen gegen Die Porschriften über bie Preisschilder. Gegen sämtliche Entscheidungen Des Kreisamts besteht die Möglichkeit Der Beschwerde an Den Reichsstatthalter — Landesregierung, Stelle für die Preisbildung — seitens des Betroffenen. Bisher wurde aber nur in einem geringen Teil der Fälle von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht, ein Beweis dafür, daß bie Betroffenen sich ihrer Verfehlung bewußt waren unb bie Berechtigung her vom Kreisamt verhängten Ordnungsstrafen aner' kannten. Welche Behörde ist für das Verfahren zuständig? Nehmen wir wieder, ein Beispiel. Auf dem Wochenmarkt in Gießen verlauft ein Erzeuger oder Händler aus dem Landkreis Gießen Lebensmittel. Gibt er eine bestimmte Ware, z. B. Eier, nur bann ab, wenn her Käufer sich gezwungenermaßen bazu versteht, zwecks Erlangung her begehrten Ware auch andere Waren zu kaufen, so liegt ein Koppelunasgeschäft vor. Der Verkäufer unterliegt bei her Verhängung her Ordnungsstrafe nicht etwa her Zuständigkeit der Polizeidirektion Gießen, sondern bie Ordnungsstrafe wirb vom Kreisamt Gießen verhängt, weil nicht her Tat o r t, fonbern immer nur der Wohnsitz der betreffen- den Person für die Verhängung her Ordnungsstrafe maßgebend ist. Interessant ist in diesem Zusammenhänge die Tatsache, daß ein Teil der vom Kreisamt Gießen bisher verhängten Ordnungsstrafen wegen Verstöße auf den Märkten in (Bie- feen, Wetzlar und Frankfurt a. M. veranlaßt wurde. Sornofixen. Spielplan des Sladklhcakers Gießen vom 23. bis 30. Oktober. Am Sonntag, 23. Oft., findet die Erstaufführung von „Wiener Blut", Operette in drei Akten von Johann Strauß, statt. Musikalische Leitung Joachim Popelka; Spielleitung Gert Buchheim; Tänze Thea Maaß; Bühnenbild Karl Löffler. Die Vor- stellung findet außer Miete statt. Anfang 19 Uhr, Ende 22 Uhr. Montag,. 24. Oft., Anfang 19.30, Ende 22.15 Uhr, Theaterring der Hitler-Jugend, 1. Vorstellung: „Flachsmann als Erzieher", Komödie von O. Ernst, Spielleitung Dr. Hannes Razum. Die Plätze müssen bis 19.30 Uhr eingenommen werden, da um 19.30 Uhr bie Eröffnungsansprache bes Reichsjugendfüh, rers von her Reichstheatertagung her HI. in Hamburg übertragen wirb. Dienstag, 25. Oft., Anfang 20, EnDe gegen 23 Uhr. Erstaufführung „Dantons Tob". Drama von Georg Büchner, Spielleitung Dr. Hannes Razum. Dienstag-Miete, 4. Vorstellung. Mittwoch, 26. Oft., Anfang 19.30, Enbe 22.30 Uhr. „Wiener Blut", Operette m brei Akten von Sclwlwenie Johann Strauß. Mus. Leitung Joachim Popelka; Spielleitung Gert Buchheim. Mittwoch-Miete, 5. Vorstellung. Freitag, 28. Oft., Anfang 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr. Erstaufführung „Fibetto", Oper oom Ludwig van Beethoven, Mus. Leitung Paul Walker; Spielleitung Hermann Schultze-Griesheim. Freitag-Miete, 5. Vorstellung. Samstag, 29. Oft., Anfang 20 Uhr, Ende 22.45 Uhr. „Ein Sommernachtstraum" von Shakespeare. Spielleitung Hermann Schultze-Griesheim; Mus. Leitung Paul Walter. Die Vorstellung findet gleichzeitig für ben KDF.-Feierabenhring, 2. Vorstellung, tatt. Sonntag, 30. Oft, Anfang 11.30, Ende 12.30 Uhr. 3. Morgenveranstaltunq in Verbindung mit her Hitler-Jugend und der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", „Rufe und Lieder Sudetendeutscher", „Hans Christoph Kaergel lieft aus eigenen Werken. — Anfang 19 Uhr, Ende 22 Uhr: „Wiener Blut", Operette von Johann Strauß. Außer Miete! Nakurheilverein Gießen. Der Naturheilverein Gießen veranstaltet am kommenden Montagabend im Katholischen Dereinshaus einen öffentlichen Vortrag. Dr. med. Müller (So- bernheim) spricht über das Thema „Kampf ben chronischen Krankheiten". Oie Verlosung von Auslosungsrechten Am 20. Oktober hat die Verlosung von Aus- losungsrechten der Ablösungsanleihe her Stadt Gießen stattgefunden. Das Ergebnis dieser Verlosung wird heute bekanntgegeben. Die Auszahlung der ausgelosten Stücke erfolgt am 2. Januar 1939. Zwei Zuchthäusler entflohen. Der vor einigen Tagen bei her Außenarbeit gegen Abend entflohene (Strafgefangene Uhl, der im Zuchthaus Marienschloß zur Strafverbüßung unter- gebracht war, ist mittlerweile wieder ergriffen worden. Am gestrigen Freitagabend sind wiederum bei Außenarbeiten in her Nähe von Ostheim zwei Zuchthausgefangene dieser Anstalt entflohen. Bei den jetzigen Ausreißern handelt es sich um ben 33 Jahre alten Alois Busemann aus Witten (Ruhr) unb ben 23 Jahre alten Bernhard Driskes aus Anrath. Die Bevölkerung wird gebeten, bei Den Nachforschungen nach diesen Flüchtlingen mitzuhelfen. Gießener Dochenmarktpreise. * Gießen, 22. Oft. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, % kg 1,52 Mark, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 9, Eier, deutsche, Klasse S 13, Klasse A 12%, Klasse B 12, Klasse C 11%, Klasse D 10%, ausländische Kühlhauseier 12%, Wirsing, % kg 8 bis 9 Pf., 50 kg 5 bis 7 Mark, Weißkraut, % kg 3 bis 6 Pf., 50 kg 3 bis 5 Mark, Rotkraut, % kg 7 bis 8 Pf., 50 kg 5 bis 7 Mark, gelbe Rüben unb Karotten, % kg 7 bis 9 Pf., rote Rüben 10, Spinat 15 bis 20, Nomifchkohl 8 bis 10, Unterkohlrabi 6 bis 8, Rosenkohl 15 bis 25, Feldsalat, Vio 8 bis 10, Tomaten, % kg 20 bis 25, Zwiebeln 10 bis 12, Meerrettich 35 bis 60, Schwarzwurzeln 35 bis 40, Kürbis 8 bis 9, Pilze 50, Kartoffeln, % kg 4 Pf., 5 kg 40 Pf., 50 kg 3,15 bis 3,45 Mark, Aepsel, % kg 30 bis 45 Pf., Birnen 20 bis 40 Pf., junge Hähne 1 bis 1,20 Mark, Suppenhühner 90 Pf. bis 1,05 Mark, Gänse 1,10 Mark, Enten 1,20 Mark, Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., Nüsse, % kg 50, Blumenkohl, das Stück 10 bis 60, Salat 5 bis 8, Endivien 5 bis 12, Einmachgurken 1 bis 5, Ober- kohlrabi 5 bis 10, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 35, Rettich 5 bis 20, Radieschen, das Bündel 8 bis 12 Pf. * ** Eine Achtzigjährige. Am kommenden Montag, 24. Oktober, kann Frau Marie Becker, geb. Wagner (aus Großen-Buseck), wohnhaft in Gießen, Wolfstraße 30, in geistiger unb körperlicher Frische ihren 80. Geburtstag feiern. Die hochbetagte Frau verlor Im Weltkrieg einen Sohn, der beim Jnf.-Regt. 22 diente. Der Reichskriegsopferführer SA.-Gruppenführer Oberlindober übermittelt der Jubilarin zum Geburtstag feine Glückwünsche und eine Ehrengabe. Seit 50 Jahren ist bie hochbetagte Frau Bezieherin des Gießener Anzeigers. Auch wir beglückwünschen herzlich! ** Stadttheater-Miete. Die Einlösung der Zweiten Rate der Stammiete hat am Dienstag, 25., Mittwoch, 26., und Donnerstag, 27. Oktober, zu erfolgen. ** Eröffnung Des Volksbildunqs- werks in Gießen. Durch Die NSG. „Kraft durch Freude" wird am Dienstaa. 25. Oktober, in Der Aula der Universität das beutMie Dolksbildunas- werk in Gießen eröffnet. Bruno Brehm lieft aus eigenen Werken. Spreckstttndcn Der '"eonktion. 11 30 hts (2 30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samskagnach« mittag geschlossen. Für den Büchertisch. tim Freiheit, Schönheit und Liebe MesuO Altes vonTimniernians — Felix Timmer er Laterne. Neue der mans: Das Licht in und alte Geschichten. Mit deutsche Uebertragung. Der Wert eines solchen 23er« fahrens, das die nachschöpferische Arbeit des lieber« efcefs jederzeit «mit dem Original zu vergleichen ge- tattet, liegt auf der Hand. Die Sammlung beginnt mit dem Sonnengesange des Franziskus von Assisi, deutsch von Johann Friedrich Heinrich Schlosser, und endet mit dem Gedicht „Ein Traum" von d'Annun- zio, deutsch von Stefan George. Die Linie der Entwicklung führt in dieser Sammlung vom heiligen Franz über Dante, Petrarca, Lorenzo de Medici, Michelangelo, Dittoria Colonna, Cellini, Ariost, Tasso, Guarini, Metastasio au Leopardi, Manaoni, Carducci und endlich zu d'Annunzio. Auf deutscher Seite ist die Reihe der Namen womöglich noch farbiger: man findet unter den Uebersetzern Hofmanns- waldau, Opitz und Brockes, Bürger und Lenz, Herder und Goethe, Mommsen und Grkmm, Thode und Boßler, Dehmel, George, Rilke und Weinheber. Da die Sammlung, unter Einbeziehung auch einiger mundartlichen Volkslieder, vom Beginn der Kunst- dichtunq bis ins 20. Jahrhundert hineinreicht, findet der Leser hier einen auf das Wesentliche gerichteten Ueberblick über die Lyrik Italiens und ihre formale und gehaltliche Entwicklung. Die Einleitung weist — Egon Caesar (Tonte Cor 1 i: Lud - w i g I. von Bayern, ein Ringen um Freiheit, Schönheit und Liebe. Nach dem schriftlichen Nachlaß des Königs und zahllosen sonstigen unveröffentlichten Dokumenten, 69 Bildtafeln nach bisher.meist unbekannten Originalen, Preis in Leinen geb. RM. 9,80. Verlag F. Bruckmann in München. — (227.) — Wir Zeugen einer neuen und großzügigen städtebaulichen Gestaltung Münchens werden besonders ein Buch begrüßen, das dem Manne gewidmet ist, der dem München von heute im wesentlichen sein Gesicht gab. Was nach ihm König Max und der Prinzregent schufen, war im Stil ihrer Zeit nur eine Fortführung des von Ludwig I. großartig Begonnenen. Ludwigs I. Wille zur Kunst tat mutig den entscheidenden Schritt, der aus der stillen Residenz der bayrischen Kurfürsten die Stadt der deutschen Kunst werden ließ, die mit ihren monumentalen Bauten und reichen Kunstschätzen Reisende aus aller Welt an sich lockte, ohne doch den ihr eigenen Charakter einer behäbigen, mit ihrer Umgebung und dem Bayernvolk eng verwachsenen Landstadt jemals aufzugeben. Ludwig und seine Zeit haben keinen eigenen Kunststil hervorgebracht, aber was sie ge- der Leipziger Schlacht von Napoleon lossagt. Später als König wird freilich unter dem Eindruck der Julirevolution und dem wachsenden Einfluß Metternichs seine Begeisterung für die grohdeutsche Sache gedämpft durch die Furcht vor einer Revolution oder auch nur vor einer Einschränkung seiner souveränen Rechte, über die er sein Leben lang eifersüchtig wacht, so daß er nach dem Lola-Montez- Skandal lieber ganz auf den Thron verzichtet, als sich Forderungen zu unterwerfen, die ihm mit seiner Königswürde unvereinbar dünken. In diesen kritischen Tagen zeigt Ludwig einen persönlichen Mut, der uns heute noch Bewunderung abnötigt, so wenig die skrupellose Spanierin diesen Einsatz ihres königlichen Freundes auch verdient haben mag. Ein besonders aufschlußreiches Kapitel schildert das Verhältnis des alten Königs zu seinem Enkel Ludwig II., mit dem er in sehr freundschaftlichem und offenherzigem Briefwechsel steht und ihm besonders auch im unglücklichen Kriegsjahr 1866 seinen Rat und seine Hilfe nicht versagt, wenn er auch die Freundschaft des jungen Königs zu Richard Wag- ner zwar begreift, ober die Auswirkung auf die Regierungsgeschäfte bei dem Charakter des Königs für bedenklich hält. Eine große Rolle im Leben Ludwigs I. haben bis in sein hohes Alter die Frauen gespielt. Trotz glücklichster Ehe hat sich Ludwig niemals dem Reiz schöner Frauen ent« ziehen können, viele bleiben Eintagserlebnisse in dem stets liebebebürftigen Herzen des Königs, aber manchen, wie der schönen Marchesa Florenzi, bewahrt er treue Freundschaft ihr Leben lang. — Eine stärkere thematische Zusammenfassung würde dem umfangreichen Werk Cortis vielleicht von Vorteil gewesen sein, die von ihm streng durchgeführte chronologische Anordnung freilich unterstreicht das Sprunghafte und Temperamentvolle im Charakter Ludwigs. Die ausführlichen Wiedergaben von Briefstellen und Notizen geben der Biographie etwas ungemein Lebendiges. Die vielfältigen verwandtschaftlichen Beziehungen des Königs und seine Verbindung mit allen bedeutenden Männern und Frauen seiner Zeit runden sein Lebensbild zu einer eindrucksvollen Schilderung 'der ganzen, uns in ihren Baudenkmälern noch so höchst gegenwärtigen Epoche ab. Die vielen zu einem guten Teil wenig bekannten Bilder sind eine dankenswerte Bereicherung dieses fesselnden Buches. Fr. W. Lange. MN vückler reist noch England. — Für st Pückler reist nach England. Aus den „Briefen eines Verstorbenen", heraus- gegeben von H. Ch. Mettin. Verlag Hans von Hugo und Schlotheim in Berlin. — (226) — Fürst Pück« ler«Muskau, als Klassiker der deutschen Gartenbau- fünft unvergessen, wäre auch einer weniger konven- Honetten Zeit als der (einigen als ein höchst sonderbarer Heiliger oorgekommen. Seine kostspieligen Marotten machten viel von sich reden, am meisten jedoch seine Methode, sich nach gütlicher Trennung von seiner Frau durch eine reiche Heirat zu rangieren, um dann im alten Stil weiter seinen Passionen leben zu können. Seine Ehe mit einer Tochter des Fürsten Hardenberg, des damaligen preußischen Staatskanzlers, war die denkbar glücklichste und so ist es begreiflich, daß die Scheidung, bereit Hintergründe offenbar nicht verborgen blieben, das größte Aufsehen erregte, zumal die geschiedenen Gatten in bestem Einvernehmen und ständiger Verbindung blieben. Selbst von seiner Brautschau, die ihn für zwei Jahre nach England führte, berichtete der Fürst fast täglich. Diesem Mitteilungsbedürfnis des unglücklichen und, wie wir sehen werden, erfolglosen Freiers verdanken wir eines der köstlichsten 'Briefbücher unserer deutschen Literatur, das in den mehr als hundert Jahren seit seinem Entstehen nichts an seiner ursprünglichen Frische eingebußt hat. So ist es sehr zu begrüßen, daß hier aus den mehrbändigen früheren Ausgaben eine Auswahl getroffen wurde, die diesen amüsanten Plauderer einem größeren Publikum erschließt. Schon des Fürsten Bericht über einen Besuch bei Goethe in Weimar auf der Fahrt zur Küste möchten wir nicht missen. Die folgenden Briete geben dann in allen Details ein so überaus anichauliches Bild her englischen Gesellschaft unter den letzten Welfen-Königen, wie es nur ein so scharfer kritischer Beobachter wis Pückler entwerfen konnte. Aber seine alte Leidenschaft führt ihn auch durch alle berühmten Parkanlagen der britischen Inseln. Seine Berichte bare über sind Kabinettstücke der Landschaftsschilderung, die ihresgleichen suchen. Gern werden wir bei so viel Geist und Witz ein Auge zudrücken, wenn ihm gelegentlich auch seine nicht geringe Selbstgefälligkeit einen Possen spielt. Wir sagten schon, die Suche nach der reichen Erbin blieb erfolglos, auch in England hatte sich der Zweck der Reise des Fürsten schnell herumgesprochen und so sand sich keine stolze Britin bereit, den preußischen Fürstenhut zu vergolden. Merklich erleichtert kehrte Pückler zu seiner „Herzensschnucke" nach Muskau zurück. Die einzige Frucht dieser Irrfahrt sind die Briefe, die für uns heute einen reinen Genuß bedeuten, während die Frau, für die sie einst bestimmt waren, sie vermutlich mit recht gemischten Gefühlen gelesen haben wird. Daß die neue Auswahl mit zeitgenössischen Bildern und Stichen rei.zvoll ausgestattet wurde, soll nicht unerwähnt bleiben. Fr. W. Lange. Mltke-Vriese. — Helmuth von Moltke: Briefe aus der Türkei. Auswahl und Nachwort von Max Horst. Albert Langen-Georg Müller, München, 1938. — (331) — Diese treffliche Auswahl aus Moltkes berühmten Briefen aus der Türkei gibt nicht nur ein klar gesehenes Bild dieses Landes, sondern läßt auch einen Menschen erkennen, der so besonnen wie tapfer war und, mit seinem untrüglichen Blick für Welt und Menschen alle Schwierigkeiten des Sehens meisternd, im Gedächtnis der Nation fortlebt als einer der großen Führer deutschen Soldatentums. Heinrich von Klei! — Walter von Molo: Geschichte einer Seele. 628 Seiten. Ganzleinen. Holle und Co. Verlag, Berlin. — (291) — Wir kennen Walter von Molo, dessen „Endloser Zug" zuletzt hier besprochen wurde, als einen Meister des historisch- biographischen Romans: Schiller und Friedrich der Große, Luther und List und der Prinz Eugenio von Savoy sind die berühmtesten und volkstümlichsten unter seinen Helden. Das neue Buch, aus dem wir kürzlich eine Probe in der Unterhaltungsbeilage abdruckten, ist die romanhafte Lebens- und Seelengeschichte Heinrich von Kleists; das Motto stammt aus dem „Prinzen von Homburg": „Das Kriegsgesetz, das weiß ich wohl, soll herrschen, jedoch Oie lieblichen Gefühle auch..." Kleist, heute in seiner ganzen Kraft und Bedeutung erkannt und gewürdigt, ist eine der großartigsten und zugleich tragischsten Erscheinungen in den Annalen des deutschen Geistes. Die Geschichte seines Lebens schreiben heißt die Geschichte einer höchst einsamen und zutiefst unglücklichen Seele schreiben, ein Trauerspiel unverstandener dichterischer Größe, einen Menschenuntergang und Zusammenbruch von unaufhaltsamer und erschütternder Gewalt. Was an übermenschlicher Kraftanstrengung, an künstlerischer Entwicklung, Reife und reiner Leistung in die vier- unddreißig armseligen Jahre dieses rasenden Daseinsablaufes hineingepreht wurde, ist nahezu unfaßbar. Dabei ist nicht einmal alles erhalten: der große zweibändige Roman ist spurlos verschwunden; wir kennen keine Zeile davon, und es besteht wohl auch keine Hoffnung mehr, je etwas davon wiederaufzufinden. Die Schwierigkeiten, die sich dem Unternehmen eines Kleist-Romans entgegenfteUen, sind ungeheuer und im einzelnen kaum aufzuzählen. Die beiden elementarsten Forderungen, die an jeden Derartigen Versuch von vornherein und unbedingt zu stellen sind, müssen wohl folgendermaßen lauten: hinter dem verführerisch bewegten und dramatisch Handlungsreichen äußeren Lebensablaufe die ent« cheidende innere Geschichte eines genialen Menschen sichtbar werden zu lassen, der wie ein Fremdling in einer feindlichen oder ahnungslos-gleichgültigen Welt zu leben verdammt war; ferner, ohne psychologisierende Einseitigkeit, die vielfältig und verhängnisvoll sich häufenden und überschneidenden Motive hervorzukehren, deren Summe schließlich den verzweifelt-unabwendbaren Ausgang wenn nicht rechtfertigt, so doch erklärt. Wer diese Voraussetzungen ober Forderungen billigt, wird die Leistung Molos anerkennen müssen, selbst dann, wenn er davon überzeugt ist, daß jeder Versuch einer künstlerisch-intuitiven Kleist-Biographie günstigenfalls einen Annäherungswert zeitigen könne; und selbst bann, wenn er ber sprachlichen Eigenart und den stilistifchen Formulierungen Molos nicht allenthalben ober nur bebingt zu folgen unb Der Tod als Freund. — Georges Barbarin: Der Tod als Freund. Preis in Seinen geb. 4,80 Mk. Deutsche Verlagsanstalt in Stuttgart. — (235) — Gewiß gibt es keinen Menschen, ber sich nicht in einem bestimmten Augenblicke seines Lebens sehr ernsthafte Gebauten über den Tod gemacht hat, nicht nur solche der Sorge um seine Familie ober sein Unternehmen, sonbern solche seines allerpersönlichsten Verhältnisses zum Tobe, unb gewiß hatten nur sehr wenige in solchen Augenblicken bie innere Ruhe und Ueberlegenheit, ohne Beklemmung an bie letzte Stunbe ihres Lebens zu benken, ja man darf wohl behaupten, baß bie Angst vor dem Tode manche Menschen in steter aufreibender Spannung hält. Dieses Buch eines wahren Menschenfreundes gibt nun eine Wesensschau des Todes, bie sich nicht mit philosophischen ober religiösen Ueberlegungen begnügt — sie stehen ja auf einem ganz anbern Blatt —, fonbern nüchtern unb sachlich, aber mit ber behutsamen Delikatesse, bie ber Gegenstand fordert, von den Tatsachen ausgeht, bie bie Physiologie bes Tobes und bie Erfahrung bieten. Der Verfasser hat bie Berichte solcher Menschen gesammelt, die schon einmal an ber Schwelle des Todes standen unb erst im letzten Augenblick gerettet werden konnten. Er lehrt uns, einen Unterschied zu machen zwischen den Eindrücken Derer, die Zeugen waren beim „Todeskampf" eines ihrer Sieben, und den eigenen Wahrnehmungen des Sterbenden, wie sie Die medizinische Wissenschaft uns glaubt verbürgen zu können unb wie sie ben Erfahrungen derjenigen entsprechen, die wieder ins Leben zurückgerufen werden konnten. Der Verfasser verlegt Den „Todeskampf", den jeder von uns, soweit er nicht durch einen Unfall plötzlich abberufen wird, einmal durchkämpsen muß, in den Augenblick vor, in dem es uns zur Gewißheit wird, daß unser Leben sich seinem Ende nähert. Wie wir uns aus dieser unausweichlichen Erkenntnis heraus zum Tode stellen, liegt ganz in unserem Willen. „Wenn der Mensch an die Schleuse bes Tobes kommt, so weiß er wohl, daß bas Niveau berg» roärts höher steht als bas Niveau talwärts, und baß man nicht ohne Stoß von bem einen Wasser- ftanb zum andern Übergehen könnte, aber dazwischen befindet sich die Schleusenkammer, in der man einen Augenblick verbleibt. Dort gleicht sich das Niveau der beiden Wasser unmerklich aus. Zunächst ist man in der Schwebe zwischen den beiden Niveauhöhen: zwischen der des fallenden und der des steigenden Wassers, bann öffnet sich bas Tor, und die Barke gleitet ohne Erschütterung dahin." Lassen wir ber Natur ihren Sauf, wenn die Stunbe gekommen ist, so wird sie uns auch das Sterben leicht machen, das ist ber Trost bieses Buches, bas nicht in hohlen Phrasen hängen bleibt, sondern jedem etwas zu sagen hat, dem Arzt durch das hier zufammengetragene reiche Material ausländischer Beobachter, das der Herausgeber durch deutsche Zeugnisse ergänzt hat, dem Saien durch die mit Feingefühl und sachlichem Ernst durchgeführte Klarlegung eines Problems, das nicht aufhören wird, die Menschheit zu bewegen. Fr. W. Lange. darauf hin, wie die italienische Sprache in ihrer Klangfülle und biegsamen Musikalität gerade dem lyrischen Dichter einen überaus dankbaren unb ge- schmeibigen Grunbstoff liefere; das läßt sich an dieser Auswahl ebenso eingehenb unb anregend verfolgen wie etwa die Wahl der mehr oder minder national und landschaftlich begründeten Themen unb Motiokreise. Dem italienischen Gebicht ist bie beut» sehe Uebertragung hier (im wörtlichen Sinne) gegenübergestellt, unb zwar bewußt als selbständiges Kunstwerk. Das Nachwort legt auf bie künstlerische Arbeit bes Uebersetzers um so mehr Gewicht, als diese Arbeit noch vielfach Mißverständnissen und einer betrüblichen Unterschätzung ausgesetzt ist. Wenn man sich der bereits erwähnten (keineswegs vollständigen) Folge der Uebersetzer-Namen erinnert, wird man finden, baß bie verbienstvolle Sammlung auch einen beachtlichen Beitrag zur Geschichte unseres jahrhundertealten Italien-Traumes und der deutschen Sehnsucht nach dem Süden liefert. Das sorgfältig gearbeitete unb ausgestattete Buch barf in ber Zeit eines neu aufblühenben Kulturaustausches zwischen ben beiben Nationen herzlich willkommen geheißen werben. Hans Thyriot. schaffen haben, war in einheitlicher, großzügiger Planung vollendete Nachahmung der besten Bauwerke großer künstlerischer Epochen, ein Stadtbild, bas heute der Ausgangspunkt für die großartige Ausgestaltung und Erweiterung geworden ist, bie München als Stadt der deutschen Kunst wie als Hauptstadt der Bewegung durch den vom feinsten künstlerischen Empfinden getragenen Bauwillen bes Führers erfährt. Cortis Werk erschließt uns ben Zugang zu ber Persönlichkeit dieses Königs, ber nicht minder wie in seinem künstlerischen Wollen auch in seinen politischen Auffassungen ein Vorläufer unserer Zeit war. Ludwig, in Straßburg geboren, als Sohn eines Wittelsbachers ber Linie Pfalz- Zweibrücken, ber als General in französischen Diensten stand, dachte großbeutsch sein Leben lang. Niemals hat er das Gefühl tiefer Beschämung ver- gessen, das er als bayrischer Kronprinz im Heerlager Napoleons trotz aller Schmeicheleien des Kaisers empfunden hat, bitter empfand er Bayerns schiefe Stellung in ben Jahren ber deutschen Erniedrigung besonders als Frankreichs Zwingherr in Tirol, immer wieder begehrte er auf gegen die frankophile Politik des Grafen Montgelas, und er ist überglücklich, als sein Vater sich endlich kurz vor zuzustimmen vermag. (Das sind Erwägungen, die sich schon in den früheren Romanen Molos aufdrängten.) Die dennoch bedeutende, manchmal bewundernswerte Leistung dieses Buches völlig zu überschauen und zu würdigen wird nur der in der Lage fein, welcher die hier anbringenbe, außerordentliche Fülle bes Stoffes einigermaßen beherrscht; man muß bie fünf Bänbe ber vorbilblichen kritischen Ausgabe Erich Schmidts gründlich gelesen haben und aus ber riesigen Flut ber biographisch- monographischen Kleist-Literatur das Meiste unb Wichtigste: nur ber genaue Kenner Kleists, seiner Zeit unb seiner Zeitgenossen wird bei Molo saft auf jeber Seite bestätigt finden, wie außerordentlich be« lesen unb kenntnisreich hier gesammelt, gesichtet, aufgebaut unlX gestaltet würbe. Die einftihlenbe Durchbringung und Erhellung dieses Menschenbildes freilich bleibt bei Molo über alle Quellenstudien hinaus bas Entscheibenbe; hier liegt, wie in ben Romanen um Schiller, Friebrich unb Luise von Preußen, das eigentliche Schwergewicht seiner nach« schöpferischen Gestaltung. Die bichterischen unb vor allem brieflichen Zeugnisse Kleists sind mit ebensoviel öerftänbnis wie Taktgefühl behanbelt unb aus» geschöpft worben. (Hier lagen debrohliche Gefahrenquellen.) Nur einmal, soweit wir sehen können, ist eine Briefstelle nahezu wörtlich in eine Romanszene transponiert worben: es handelt sich um bie Schilderung ber Würzburger Ritter- unb Gespensterge- schichten-Bibliothek, Die ber Dichter auf ber berühmten Reise im Jahre 1800 schaudernb kennenlernte. Sehr überzeugend gelang die wichtige Jugendgerichte (Potsdam, Berlin unb Frankfurt); ein breiter Raum im Gesamtbilbe gehört, mit Recht, Kleists Verhältnis zu ben Frauen, vor allem zu Ulrike, zu Wilhelmine, zu Marie von Gualtieri; gewichtige Stationen der weiten unb wirren Lebens« weise sind ferner ber Thuner See, Paris, Weimar (bie Begegnungen mit Goethe, mit Wieland unb besten Tochter Luise), Königsberg unb ganz zuletzt noch einmal Berlin. Man kann in einem knappen Referat nur Anbeutungen von der Breite unb Dichte, ber Szenen- unb Figurenfülle bes Werkes geben. „Die Geschichte meiner Seele" nannte Kleist, wie bie Freunbe Ernst von Pfuel unb Rühle von Lilienstern bezeugen, seine Tagebuch-Aufzeichnun« gen, bie er später selbst verbrannte: ein ebenso unersetzlicher Verlust wie bas Derschwinben seines Romans. Was Molos Dichtung, im Titel an jene für immer verlorenen Tagebuchblätter anklingenb, vermittelt, ist bas Bild eines großen, früh voll- enbeten, einsamen Menschen unb "Künstlers in seiner Zeit: es wirb bem Leser um so tieferen Einbruck machen, je klarer er sich bewußt ist, was ber Name Kleist in ber Geschichte des beutschen Geistes bebeutet. Hans Thyriot. Zeichnungen bes Dichters. 250 Seiten. In Seinen 3,75 Mark. Im Insel-Verlag, Leipzig, 1938. — (316) — Wenn es jemanden geben sollte, der noch keine Zeile von Timmermans gelesen hat, für den wäre das „Licht in ber Laterne" gerade das richtige Buch; unb wenn er dann später, begierig und leselustig geworden, zu den andern Büchern vordringt, so wird er gewahr werden, daß viele charakteristische Züge daraus bereits in dieser Sammlung alter und neuer Geschichten zu finden sind; in ihnen ist, wenn man es recht verstehen will, der ganze Timmer- mans enthalten — vom „Pallieter" bis zum „Fran- ziskus", von den „Delphinen" bis zum „Jesuskind": Der geborene Erzähler, der Realist und der Fabu- lierer, der fromme und der heitere Dichter Flanderns. Seine Freunde werden neben schonen und unvergeßlichen alten auch manche neue Erzählung finden. Die zartesten und dichterischsten Stücke des Buches sind wohl noch immer „Die Flucht nach Aegypten" und „Sankt Nikolaus in Not"; die persönlichsten, in denen Timmermans einmal von sich selber, feinem Leben und seiner Arbeit erzählt, heißen „Meine Kramkommode" unb „Wie ch Erzähler wurde": dieses heiter-besinnliche Prosastück wird manchen Leser an den Besuch des Dichters in Gießen erinnern. Ein reines Phantastespiel voll überströmender Fabulierfreude ist die märchenhafte Erzählung vom geretteten Goinarus unb vom verliebten Meerweibchen Perlamuna. Daneben stehen aber ganz unverblümt realistische Geschichten wie die vom gewalttätigen Bäcker Ambiorix und vom Gustav aus ber „Roten Katze", roie „Die lanbliche Pro- zession" unb „Zmn Königlichen Fladen . Außer dem anmutigen Scherzo vorn Schwe mche n, bas hier seinerzeit mit Recht alle Zuhörer entzückte, finden sich andere Tiergeschichten, von der Eule, vom Has- lein und vom Raden Hans unb besonders die vom Schwein Kringel, bas weder tn die Wurst noch in Hackbraten wollte und am Ende mit dem frommen Einsiedler Antonius ins Paradies fuhr ... Das fugt sich alles zusammen zu einem prächtigen und kurzweiligen Lese- und Dorlesebuch, unb Timmermans hat auch nach alter Weise seine .kleinen indl.ch- phantasieoollen Zeichnungen dazwischengestreut, d e den Text so lebendig und stilvoll begleiten. - D e Übersetzung aus bem Flämischen besorgten Peter Mertens unb Anna 93 a U f °Thyriot. Deutsches ÄMli« Erlebnis. — Herbert Nette: Die großen Deutschen in Italien. Dichtung, Briefe und lBerichte. Preis in Seinen geb. 5 Mark. Verlag L. C. Wittich in Darmstadt. — (308) — Es war em hübscher Gebanke, dem Jtalienerlebnis unfern deutschen Volkes em literarisches Denkma au feften. Dabei ist es jeboch bem Verfasser nid) darauf angekommen, auch solche Jtalienrelienbe mi ihren Berichten aufzunehmen, bie wohl beji nielften Lesern dieses Buches zum erstenmal vor Augen kom men. Es lag dem Herausgeber daran dl! Aeug rungen solcher Männer oornehmllchzu.sammeln.dle besonders treue, lebendige ober vielseitige 3eugn j| non ihrer Begegnung mit Italien gegeben haben Der Versuch barj als burchaus gelungen bezeichnet werben. Die vielen burchweg wenig bekannten zett genössischen Bilder gliedern sich gut in den Text ?in Stefan Georges Wort, an die Rom-Fahrer könnte diesem schonen Lesebuchlein als Motto vor °""N euch>ß n!« euch fremde- land g-ward-n, Der weihe land der väter paratnes Das sie erlöst vom nebeltraum im norden, * Das oft ihr fang mehr als die Heimat pries. _ Italienische Gedichte. Mit ^jbertra- gunaen deutscher Dichter Zufamm-nMektt w>n Korst Rüdiger. 337 Seiten 8,50 !War - svan Rauch Vertag, Leip,ig-Markk e-b-rg 1938. — (311) Die Sammlung stellt sich °„ -,n- f°g. idnop ' rye Ausgabe bar: man liest auf d-r 'nk-n Sette da- itali-nisch- Original, aus der rechten daneben d:e Das Sebaldusgrab. — Peter Vischer: Das Sebaldusgrab z u Nürnberg. 44 Bildtafeln. Mit einem Geleitwort von Herbert K ü a s. Im Insel-Verlag zu Leipzig. — (334) — In der Reihe der Kunstbücher ber Insel-Bücherei, aus der wir früher die Darstellungen ber Naumburger und ber Bamberger Domplastik unb auletzt bas farbige Bänbchen mit den kostbaren Holbein-Bildnissen hier angezeigt haben, ist jetzt (als Nr. 330) ein neues erschienen, bas sich mit dem Nürnberger Sebaldusgrab des berühmten Erzgießers Deter Vischer beschäftigt. Sebaldus war, wie die Legende erzählt, ein dänischer Königssohn, der ins Land der Franken zog, diesen das Christentum zu bringen. „Als er nach einem wunderreichen Leben in Frieden entschlafen war und bestattet werden sollte, blieben bie Ochsen, bie den Wagen zogen, an der Peterskapelle zu Nürnberg stehen. Man deutete diele Weigerung aus dem Wunsch des Heiligen, am selben Ort begraben zu sein..." (Eine merkwürdig ähnliche Legende gibt es vom Wendeischrein in Butzbach, worüber m der „Heimat im Bild",1933, Nr. 10 vom 9. März, berichtet wurde.) Mit ber Errichtung des Grabmonumentes wurde Vischer 1488 beauftragt; 1519 war es vollendet. Den meisten wird das Werk dem Namen nach, zum mindesten flüchtig, bekannt fein; die wenigsten aber werden eine voll« kommens Vorstellung vom Ganzen unb von den überaus zahlreichen Einzelheiten haben: hiervon vermittelt bas neue Insel-Bändchen in vorzüglichen Aufnahmen, zu denen der Kunsthistoriker Herbert K ü a s ein erläuterndes Geleitwort schrieb, einen großartigen Eindruck. Man wird gewahr, wie das Werk bes Peter Vischer weit über bas hinausreicht, was man sich etwa heute unter einem Grab oder Grabmal vorstellen würde; dies ist vielmehr ein großes, sehr bewegtes, figuren* unb szenenreiches Monument, in bem sich Heiliges und Profanes, Irdisches unb Mythisches mischt und alles durch formende Phantasie und einen sehr einheitlichen Stil zusammengeschlossen wirb. Neben der Darstellung der Taten bes Sebaldus, des Eiszapfen- Wunders unb ber Heilung des Blinden, wird ben Beschauer vor allem die imposante Reihe der ausdrucksmächtigen Apostelsiguren bewegen, die auf hohen Sockeln bas riesige Grabmal wie himmlische Wächter umstellt haben, während unten die Schmalseiten jeweils von ben Figuren des Heiligen unb des Peter Vischer selbst (mit Schurzfell unb Hammer) beherrscht werben. Hans Thyriot. I Städt. Betriebe Gießen Telefon 2058 Gartenstraße 3 Feinkrümelig und säurefrei sparsam und bequem anwendbar der kraftvolle NaturHumusdünger Verkaufslager: Biohumwerk und Gaswerk sowie durch alle örtlichen Verteilungsstellen. 6770 A Zur Herbstdüngung: für Obstbäume und Beerensträucher Gemüse — Wiesen — Blumen düngt und verbessert den Boden auf natürliche Weise Die deutsche Avbettsfvout «SG. „«vast durch Freude" Voriragsabend -ur Eröffnung deS deutschen DolksbildungswerLeS in Gießen Dienstag, den 25. 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Heim Müller Margret Müller, geb.Guntrum 1066, 1287, 1568, 1851, 2075, 1745, 1904, 2081, 2259, 2514, 2806, Einspaltige Kleinanzeigen werden inm ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für dteMMmeler. idle eeröffcnilitbi Elsbeth Moeser Or. med. Kurt Schardt GIESSEN MARKTPLATZ !6757 A gütet. Beispiel: Bei der Einlösung werden gezahlt für je 100 RM. Nennwert der Aus- losungsscheine dazu 5 vom Hundert Zinsen für 13 Jahre = 65 vom Hundert Doppeiherz Ver autssb Elges, Selters w.66. C.Seibel, Fra>kf. Str. 0. Winterhof!, Kreuzplatz 9/10. Grünberg: Kari Schott u. sämtliche Filialen. Laubach: Solms* Lau ba eher Drog. Karl Klein. Gruppe E, Nennwert = 50,— RM.: Nr. 52, 136, 178, 215, 216, 653, 994, 995, 1012, 1363, 1379, 1456, 1706, 1747, 1891. Gruppe F, Nennwert = 25,— RM.: Nr. 71, 263, 270, 276, 278, 285, 311, 322, 326, 336, 621, 826, 850, 1173, 1317, 1449, 1451, 1557, 1594, 1595, 1660, 1667, 1838, 2097, 2110, 2287, 2504, 2652, 2903. Gruppe G, Nennwert = 12,50 RM.: Nr. 74, 152, 160, 165, 181, 187, 202, 220, 223, 228, 244, 1238, U'l4, 1719, 1723, 1896, 1915, 2352, 2371, 2383, 2384, 2395, 2404. Gießen, den 21. Oktober 1938. Der Oberbürgermeister. Ritte r^ und darum gleich beim Kauf nicht nur auf Farben und Muster, sondern auch auf Güte u. Ausführung Ihr Augenmerk richten. Ist doch der gute Mantel ein treuer Kamerad in allen Winterszeiten. 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Gruppe F zu nom. 25,— RM. = 98 Stück: Nr. 38, 44, 95, 160, 195, 223, 224, 251, 312, 352, 358, 378, 401, 409, 425, 444, 495, 550, 592, 601, 696, 702, 709, 763, 804, 809, 843, 873, 924, 946, 975, Galthaus zur deutfehen Eidie Klein-Linden 6787 A is, 15, 18, 21, 49, 117, 135, 151, 203, 214, 216, "" 478, 494, 525, 570, 779, 1466, 1493, 1509, 1545, 1681, 1776, 1803, 1827, fiebmljei . Dr. Karl Obergfell, prall. Tierarzt Tilly Obergfell, geb. Espach Vermählte Neustadi-Schwarzw. Gießen, Crednerstraße 29 22. Oktober 1938 Gtaötiheater-Miete. Die Einlösung der zweiten Rate der Stammiete hat an der Theaterkasse, Zohannesstraße 3, zu erfolgen, und zwar: 6742C Dienstag, den 25. Oktober 1938, für die Mittwoch- Mieter, Mittwoch, den 26. Oktober 1938, für die Freitag- Mieter, Donnerstag, den 27. Oktober, für die Dienstag- Mieter Die Einlösung der 2. Rate muß unbedingt vor der 5. Mietvorstellung erfolgt sein. Durch die Einführung der neuen Stammiete-Ein- trittskarten kann die Einlösung der einzelnen Raten nur noch an der Tageskasse erfolgen. Eine Einlösung an der Abendkasse ist in Zukunft nur noch in Ausnahmefällen möglich. Gießen, den 19. Oktober 1938. ____________Der Oberbürgermeister. Bekanntmachung. Die Erd-, Pflaster- und Chaussierungsarbeiten für den Ausbau des verlängerten Tannenweges zwischen Iahnstraße und Kirschbaumfeld sollen auf Grund der Reichsoerdingungsordnung für Bauleistungen öffentlich vergeben werden. 6752O Die Angebotsvordrucke sind ab Montag, den 24. Oktober 1938, bei uns erhältlich. Die Angebote find spätestens bis Freitag, den 28. Oktober 1938, vormittags 10 Uhr, an das Stadtbauamt, Asterweg Nr. 9, abzugeben, wo die Oeffnung der Angebote im Beisein der erschienenen Bieter erfolgt. Zuschlags- und Bindefrist 4 Wochen. Gießen, den 21. Oktober 1938. Stadtbauamt: Gravert. Darmstadt Tandwebrstraße 15 22. Oktober 1938 WKKSECK Sonntag, den 23. Oktober; ab ab 4 Uhr M AAjMl ßSl 4 Uhr Zum kühBezn Grund Inhaber: A. Schepers. Tel. 3133. wtwmtwn&w A 2219, 2241, 2252, 2265, 2304, 2360, 2403, 2406. Die ausgelosten Stücke werden zum seHseinhalb- fachen ihres Nennbetrages einaelöst. Außerdem werden bei der Einlösung Zinsen in Höhe von 5 vom Hundert des Einlösungsbetrages für die Zeit vom 1. Januar 1926 bis 31. Dezember 1938 Der» W Gleiberg Sonntag, den 23. Oktober von nachmittags 3 Uhr ab 04771 TANZ ausgeführt von Mitgliedern* der Kapelle deslnfanterieregiments 116. in der Zeit von 10 bis 13 Uhr. Bei Einzahlung auf Postscheckkonto Frankfurt am Main 37210, Kasse des Stadttheaters Gießen, erfolgt Uebersendung einer besonderen Quittung. Die zu zahlende zweite Rate beträgt: Familienlogen mit 5 Plätzen . . . Familienlogen mit 4 Plätzen . . . IL Ring III. Ring......... IV. Ring.......... V. Ring..........4— " Außerdem sind zu zahlen für die Altersversorgung der Bühnenschaffenden im I. und II. Ring —,40 RM. im III. und IV. Ring —,20 „ für die zweite Rate. zusammen r____________ Die Einlösung erfolgt bei der Stadtkasse Gießen, und zwar vom 2. Januar 1939 ab gegen Rückgabe der gezogenen Auslosungsrechte nebst Schuldverschreibungen der Ablösungsanleihe im gleichen Nennbeträge. Gleichzeitig wird noch bemerkt, daß von früheren Ziehungen die nachstehenden Stücke bisher nicht eingelöst worden sind: Gruppe D, Nennwert = 100,— RM.: Nr. 79, 342, 420, 627 40,— RM. 30,- ,, 14,— „ 10,— „ 8,— „ 5,— „ An die großen C Wenn ein % die Werte einer Stunde der Ruh blickt, dann lind damit beschästig seine Zigarre ge qeriet Und waf eigener Phantas vielfältig ist er Brasilien ober 5 nach heuchel! denn es führen Linien über K01 zu erinnern, b( aus Dorderasien dem schwarzen Wolhynien! Ri mungen der Zi ten Weg — s Wieseck oder au anMten So weit, V Ronii Wright by Dl 13 Fortsetzung ' “«■ und Die ,7' und bann h ®on d E" ** einen 7- für .......fcs »&"!« l'^-ben Äj II «i r:H was di. ^f. teiM da, ftä“ "Sil? Rr. 248 Dicrtes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Z2./23. Oktober 1938 WM 11 Guter Inhalt in schöner Hülle Interessantes von der Herstellung der Zigarrenkistchen. An feine Packungen werden halbrunde Kanten geschliffen. In allen Arbeitsräumen türmen sich die Kistchen zu Wolkenkratzern Bei der Ausstattung der Zigarrenkistchen mit Papier und bunten Rändern. (Aufnahmen s6s: Neuner, Gießener Anzeiger.) Ganze Brettchenstapel werden in einem Arbeitsgang auf genaues Format geschnitten und behobelt. Kenner schon durch die feine Struktur des Holzes erkennen, daß der Inhalt exquisit aromatisch ist. Nun ist es aber nicht möglich, alle Zigarren in Zedernholzschachteln unterzubringen. Es würde die Zigarren unverhältnismäßig verteuern und auch den Devisenmarkt sehr belasten. Deshalb werden „goldene Mittelwege" begangen, indem für eine ganze Reihe von Ziaarrenarten lediglich der Kistchenboden aus Zedernholz gestellt wird. Dann gibt es aber auch noch eine zweite Art exotischen Holzes, das Gabun, afrikanischen Ursprungs. Es hat ebenfalls ein Aroma, das sich harmonisch der Zigarre mitteilt. In den weitläufigen, wohltemperierten, von würzigem Geruch erfüllten Holzlagern der Ziaarrenfabrik findet man ferner auch die wolhynische Erle und die — deutsche Buche, die sich allerdings nur widerwillig bereitfand, als Zi- garrenkistchenholz zu dienen. Die Techniker und zuständigen Fachmänner hatten erhebliche Schwierigkeiten zu überwinden, um das Buchenholz diesem besonderen Zweck gefügig zu machen. Kistchenholz darf sich nicht werfen! Die dünnen Brettchen, wie sie für Zigarrenkistchen geschnitten werden, en miniature. Fülle der Eindrücke in den Derarbeitungsräumen hod) viel größer. In der Brettchenschneiderei surren die Kreissägen, kreisen Hobelmesser, um die Kanten und Seiten zu bestoßen, zu behobeln und auf genaues Format zu bringen. Dabei wird nicht etwa jedes Brettchen einzeln vorgenommen, vielmehr sind es meist ganze Stapel von 20 bis 30 Stück der Kistchenteile, die hier den Maschinen überantwortet werden. Große Exhaustoren'sorgen dafür, daß alle Späne, aller Staub sofort entführt wird. Und überall der feine, würzige Duft der exotischen Hölzer! Mit dem Schneiden und Behobeln der Brettchen ist aber erst ein Bruchteil der Arbeit geschehen. Brettchen, die als Kistchendeckel ihre Aufgaben zu erfüllen haben, nehmen nun zum Beispiel den Weg in die Aufschriften-Druckerei bzw. in die Titelbrennerei. Hier sitzen Volksgenossen an gedrungen gebauten Druckmaschinen, in die die widerstandsfähigen Stempelplatten aus Rotgußmetall eingebaut sind. Unter kräftigem Druck wird die Zeichnung oder das Titelwort aufgedruckt. Im gleichen Raume stehen aber auch Pressen, in denen die Titel eingebrannt werden. Form und Preßbalken sind hier mit Propangas in offener Flamme beheizt. Druck und Hitze sorgen dafür, daß in Bruchteilen von Sekunden das Titelwort (ohne Farbe) in schönem, dunkelbraunem Ton aus das Holz übertragen wird. Und während hier die Deckelbrettchen bedruckt oder gebrannt werden, schafft man die übrigen Kistchenteile schon in die nächste Abteilung weiter. Wiederum und in der Hauptsache sind es Maschinen, die dem Menschen einen Teil der Arbeit abzunehmen haben. Die Seitenteile der Kistchen werden zusammengenagelt, so daß sie ein Rechteck bilden, dem dann der Boden angefügt wird. Schließlich erhält das Ganze mit dem Deckel seine endgültige Form. Auch der Deckel wird auf maschinellem Wege durch Scharniere, die heute nicht etwa mehr mit Hilfe einzelner Nägel, sondern durch anaeserzte spitze Zapfen befestigt werden, angebracht. Kistchen, die vorne noch einen besonderen Verschlußriegel erhalten, werden auch damit mit Hilfe von Maschinen versehen, da es gegenwärtig nicht möglich wäre, so Hier werden die Kistchen mit einer raffiniert konstruierten Maschine genagelt. gesehen wird der Betrieb vielleicht nur von einigen amerikanischen Unternehmen übertroffen. Ein Zigarrenkistchen ist, so ließen wir uns erzählen, eine wohlerwogene Angelegenheit! Für die wertvollsten Zigarren wird ganz bestimmtes Holz verwandt. Möglichst Zedernholz. Warum gerade Zedernholz? Diese Frage ist rasch beantwortet: das Zedernholz hat ein besonders feines Aroma! Es trägt dazu bei, daß das der Zigarre schon an sich zu eigene Aroma nicht nur bewahrt, sondern sogar gesteigert wird. Schachteln aus Zeder lassen den sind trotz naturgegebener Stabilität sehr empfindlich. Deshalb werden Wärme- u n d Feuchtigkeitshaushalt in den Lagerräumen automatisch geregelt. Das Holz lagert also wochen- und monatelang unter stets gleichen Bedingungen. Bei einem Rundgang in Lagern und Arbeitsräumen der Zigarrenkistchen-Abteilung hat man kaum Augen genug, alles zu sehen, alles in sich aufzunehmen, was im einzelnen wissenswert erscheint. Im Lager türmen sich die Ballen wohlriechenden feinzerschnittenen Holzes, in größeren Kisten findet man für je 500 Kistchen alle die Brettchenteile (sechs an der Zahl), aus denen ein Kistchen besteht, für jederzeitigen Abruf bereit. Gibt es schon im Lager viel zu sehen, so ist die Tabak bis zum Raucher zurücklegen muß, daß es Immer fällt, in einem Aufsatz von 150 Druckzeilen aurf) nur zu umreißen, was es an durchaus interessanten Einzelheiten zu berichten gibt. Man muß fid) also schon weise Beschränkung auferlegen So fiel uns denn, dank der Anregung durch eine Zigarre, ein, sich einmal mit den Stadien der Entwicklung eines Zigarrenkistchens zu beschäftigen. Um etroas Darüber zu erfahren, lenkten wir unsere Schritte nach Heuchelheim, wo allein in der Abteilung „Zigarrenkistchen-Herstellung" der Firma Rinn 6- Cloos rund 300 Menschen beschäftigt sind. Mit dieser großen Gefolgschaft ist diese Abteilung des Betriebes wohl die größte Zigarrenkistchenfabrik Deutschlands Aus artigerem Raum An die großen Geschenk-Packungen wird letzte Hand angelegt. Wenn ein Raucher von Passion, der wirklich die Werte einer Zigarre zu schätzen weiß, in einer Stunde der Ruhe dem Rauch seiner Zigarre nachblickt, dann sind seine Gedanken wohl nur selten damit beschäftigt, den Wegen nachzusinnen, die feine Zigarre gehen mußte, bis sie in seine Hand geriet Und wahrhaft, dieser Weg wäre auch aus eigener Phantasie heraus schwer zu verfolgen, so vielfältig ist er — fo weit auch, angenommen von Brasilien oder Kuba, von Sumatra oder Java bis nach Heuchelheim! Dabei bleibt es auch nicht, denn es führen um der Tabake willen noch andere Linien über Kontinente! Zum Beispiel wäre daran zu erinnern, daß Holzer für die Zigarrenkistchen aus Vorderasien und aus dem innersten Afrika, aus dem schwarzen Erdteil kommen — aber auch aus Wolhynien! Nur die buntfarbigen Papier-Umrahmungen der Zigarrenkistchen machen keinen so weiten Weg — sie stammen nämlich zum Teil aus Wieseck öder aus großen deutschen graphischen Kunsk- anOniten So weit, so vielfältig sind die Wege, die der (Nachdruck verboten!, 13 Fortsetzung Die gute Helene ist eben immer noch der Meinung, daß zu einem guten Brot ein Holzosen gehört, und die heiße Glut muß herausaefegt werden, und dann muß das Drot auf ine Steine kommen. Von der Bäckerei mit Dampfbetrieb halt sie gar nichts, und daß ein Mensch das Brot, das gute, zarte Roggenmehl mit einer Maschine kneten kann, das gilt als Sünde m ihren Augen. Das muß man mit feinen Händen tun, denn Mehl s etwas Lebendiges. So denkt Helene Christbuch , und darum schmeckt ihr Brot so gut, wie es Karola sonst nirgendwo schmeckt. . „n. Es gibt einen kleinen Tranenbach bei der wacke- ren Frau Christbucher, als Karola nun wirklich in ihren roten schnellen Wagen klettert ab«bas ift nur für kurze Zeit. Sie weiß ja, daß Karola balD mal wiederkommt. ~ „ Nun schnurrt der Motor. An dem großen Torpfeiler stehen Onkel und Tante und winken. Häqebarth sitzt wie auf Kohlen. Er ist heute überhaupt unruhig. Seine Tochter m München h geschrieben, daß Hans, sein jüngster Gnfel, Den Keuchhusten hat, und das laßt ihm keine Die drei Herren von der Dettiebskontrolle sitzen ebenfalls wie auf Kohlen. Der Werbefachmann und der Kalkulator tun das gleiche. Sie warten alle auf den Chef. Sie haben sich alles bereits erzählt, was die ganze Runde interessieren konnte, den Stadtklatsch, die letzten Kinoauffuhrungen den Durchfall eines modernen Schauspiels die neuen Gerüchte um die „Union AG Nun warten in ständig anwachsender Spannung. Denn das eine wissen sie ganz genau: diese Untcrrebung bringt die Entscheidung — Leben oder ToD. Da klingelt der Fernsprecher. Ferngespräch. Hägebarth will schon loszetern, was der albernen Gans in der Zentrale einfalle da stockt er mit einem Augenzwickern, jo komisch, daß der Werve- Steine Suin mit groBem mut Roman von Kurt Riemann Copyright by Verlag Oskar Meister. Werdau L Sa fachrnann ein wonniges Gelächter aus seinem Bauch kollern läßt und die andern aufsehen. „Himmel und Hölle! Der hat mir gefehlt!" Er deckt die Muschel ab. „Fernspruch aus Berlin. Die .Union AG/. Und raten Sie mal, wer? Der Herr Meßdorff läßt sich persönlich ansagen." „Nicht die Möglichkeit! Was will er denn? Wollen sie etwa hier die Bude aufkaufen...?" „Pssst!" Hägebarth winkt ärgerlich mit der Hand ab. „Jawohl. Hier sind die /Bereinigten Chemischen Werke'. Hägebarth... Tut mir leid. Fräulein West- ner ist leider noch nicht im Hause. Aber wir erwarten sie. Dann wollen Sie sich selbst bemühen?... Bitte sehr. Ich werde es ausrichten. Wir lassen Ihnen dann Bescheid geben. Jawohl," Hägebarth legt den Hörer mit einer fast zärtlichen Bewegung auf die Gabel zurück. In den Gesichtern der andern steht die Spannung. „Na, was war, Herr Hägebarth?" Hägebarth döst vor sich hin. „Wenn dem Burschen, dem Hans, nur nichts passiert! Gerade ein Jahr ist er geworden, kann eben ein bißchen laufen... Da ist Keuchhusten eine eklige Sache... Wenn nur keine Lungenentzündung dazukommt!" Dann schreckt er auf. „Was soll denn gewesen sein? Haden Sie doch eben gesehen, meine Herren, ich habe ein Telephon- gesprach geführt. — Aber wenn mich nicht alles täuscht, kommt da unten der Chef. Er springt gerade aus dem Wagen." Er hat recht, es ist Karola. Sie hat die ganze Nacht gearbeitet. Nun ist sie noch eine Stunde durch die Berge des Sauerlandes gefahren, um einen klaren Kopf zu bekommen. Sie kommt so, wie sie ist, mit zerwehtem Haar und oerbriyften Kleibern. „Den Staub entschuldigen Sie, meine Herren, auch baß ich fein feiertägliches Kleib anhabe. Ich habe noch eine Stunbe frische Luft geschnappt. Bitte Platz zu nehmen. Unb nun — legen Sie los. Hägebarth! Aber ohne jede Beschönigung?" Sie wirft sich in ben großen Sessel, in bem schon ihr Großvater saß, wenn es galt, zu beraten, aber sie hält es ba nicht lange aus. Sie muß Bewegung haben. Darum schreitet sie unruhig auf unb ab. Der Reklamefachmann mustert sie verstohlen von der Seite unb denkt, daß sie eigentlich ein verdammt hübsches Mädel sei. Wenn sie nicht zufällig einem so vor die Nase gesetzt wäre, wer weiß... man kann Staat mit ihr machen. Ihn interessiert das alles nämlich nicht sonderlich, was der alte komische Kauz mit Namen Hägebarth ba vorträgt. Er hat seinen Vertrag mit ber „Union AG." zwar noch nicht ganz in ber Tasche, aber beinahe. Unb ber ist prima. Wie lange ist er nur hier?... Fünf Jahre? Na, sie werben ja Augen machen, wenn er sich eines Tages verabschiebet, ohne zurückzukommen. — Hägebarth ist am Enbe. Er klappt bie Mappe zu, in ber sich seine Notizen befinben. Ein gewöhnlicher blauer Aktenbeckel. Ader was barin liegt... bas ist ein Schicksal. Karola steht jetzt ganz still hinter ihrem Stuhl. Die Hänbe liegen auf ben harten Lehnen aus bunk- lem Eichenholz. Ihr gegenüber hängt bas Bilb bes Großvaters. Er hat bas alles aufgebaut. Das Haus hier, bie Häuser ba brüben, in bencn bie Maschinen rasseln, bie Transmissionen schwirren. Sie steht nun am Enbe. Sie kann es nicht länger halten. Denn bas ist ber letzte, tiefste Sinn besten, was Hägebarth ba vorträgt. Unb auf ben kann man sich verlassen. „Wie kommt es, Hägebarth, baß bie ,Union AG/ jeben größeren Auftrag sofort zur Kenntnis bekommt? Ist hier ein Verräter unter uns?" „Zumutung! Unerhört...!" knurrt ber Reklamefachmann, unb bie anbern Herren sehen sich betreten an. „Wenn Sie unschulbig sinb, können meine Worte Sie nicht getroffen haben, Herr Willkowsky!" fertigt sie ben Entrüsteten ab. Unb bann zu Hägebarth: „Was soll man also tun? Sie haben sich boch sicher eine Meinung gebilbet?" „Gewiß!" entgegnet ber vorsichtig. „Ich habe es jebenfaUs versucht... soweit bas möglich ist. Uns sinb bie größern Aufträge systematisch abgenommen. Norwegen, München, bazu bie beiben Berliner Großfirmen! Wir haben uns vergeblich bemüht, ben Grunb zu erfahren. Eine Reihe kleinerer Kunben sinb unter fabenscheinigen Dorwänben abgesprungen. Das ist natürlich nicht Zufall. Das ist ein wohloorbereitetes Kesseltreiben, bei bem bie .Union AG/ Treiber unb Schütze zugleich ist. Währenb wir bas Vergnügen haben, ben armen Hasen barzustellen. Bilblich gesprochen natürlich Die,Union* kann sich diese skrupellose Unterbietung ruhig noch eine Weile leisten, bie hält's aus. Inzwischen aber sinb wir fertig. Das sinb bie Aussichten für bie nächste Zukunft, wenn wir alles seinen Gang gehen lassen." Er macht eine kleine Pause. „Nun können wir erstens bas tun, was bie anbern bereits getan haben." „Sie meinen verkaufen?" „Stimmt, Fräulein Westner. Aber ich habe nicht gesagt, baß ich bas raten möchte. Es kann noch einen anbern Weg geben." „Unb ber wäre?" „Man müßte neue Dinge fabrizieren, bie man sich schützen lassen könnte, Patent ober Musterschutz wenigstens." „Ja, was benn?" Hägebarth weist ein wenig hilflos in bie Runde. „Wir haben uns schon ben Kopf barüber zerbrochen. Bis jetzt ist nichts Gescheites herausgekommen. Der Herr — Herr —" „Grote. Doktor Grote." Der jüngste ber drei Herren aus ber technischen Abteilung springt auf. „Ich arbeite im Maschinensaal drei unb vier." „Also unser neuer Herr — es ist erst seit vier Wochen hier —, ber hat auf bie Aufsätze unb Untersuchungen Doktor Karajans hingewiesen. Er meint, ba läge eine Ausgabe rür bie Zukunft. Na .. aber wir wissen ba besser Bescheib. Karajan war ja bei uns, unb fein Verfahren haben wir ihm ja bamnls abgenommen. Gut, baß wir aber bie Hände von der Ausdeutung gelassen haben. Meßdorff hat's ja bei der.Union’ ausprobiert und ist damit 'reingefallen." Karola muß sich ein wenig zur Seite wenden, damit die andern nicht sehen, wie sie still lächelt. Nun bist du schon wieder bei mir, Herbert! Nun bringen Sie mir schon deinen Namen ins Haus! Ach, wenn sie alle wüßten — denkt sie zärtlich. Doch schnell zwingt sie ihre Gedanken zurück in die Gegenwart. „Da ist keinerlei Möglichkeit für uns. Wir könnten das auch gar nicht tun. weil das Patent der .Union* nun einmal abgetreten ist. Ich wollte mit ber Sache nichts mehr zu tun haben, hatte auch nie bie Möglichkeit, eine solche Sache finanziell zu tragen, als alle Verbindlichkeiten erfüllt waren." „Aiißerd"m kauft kein Mensch bas künstliche Zeug, bas einen Dreck wert ist!" (Fortsetzung foljt!) viele Arbeitskräfte zu erhalten, um diese Arbeiten alle von Menschenhand ousführen zu lassen. So läßt es sich denken, daß in den verschiedenen Arbeitsräumen Maschinen von spezieller und raffinierter Konstruktion stehen Manche von den Maschinen ver- einigt eine ganze Reihe technischer Systeme in sich, stellt oewissermahen Maschinenkombinatio- n e n dar. Etwas anders sieht es dann in der nächsten Ab- Leitung aus. in der die Kistchen ihre oft färben- prächtige Ausstattung erfahren. An den Maschinen fand man ausschließlich Männer. In dieser Abteilung nun bestimmen die Frauen und Mädchen das Bild. Und während im bisherigen Arbeitsgang die Arbeitsteilung, die Aufgliederung in viele einzelne Arbeitsgänge das beherrschend« Drinzip darstellt, ist es hier bei den Frauen und Mädchen etwas anders. Die Ausstattung der Kisten liegt i e - weils in einer Hand. Entsprechend ^m Beoleitzettel (..Kommissionszettel") werden im Etttet- tenloger alle die einzelnen Streifen, Bilder, Em- lagepapiere usw. ausgegeben, mit denen dann die Kistchen-Ränder, die Flächen, die Innen- oder Außenseiten beklebt werden. Auf breiten und langen Arbeitstischen türmen sich hier nun die Kistchen zu Wolkenkratzern en miniature und das Gesamtbild ist das einer vielfältigen Buntheit. Bon hier aus , werden die Kistchen in das Lager gebracht, wo i sie dann zur Füllung mit der kostbaren und kost, liehen Ware des Abrufs harren. N. SJL-'fpoti Abiurnen in Großen-Linden. Dieser Tage fand das Abturnen des To. Großen- Linden, das wegen besonderer Umstände hatte ver- choben werden müssen, im Saale der Gastwirt- chaft Schaum statt. Dos volkstümliche Turnen war cyon vor einigen Wochen durchgeführt worden, so )aß in den Vormittagsstunden nur noch die Geräteübungen für den Wettkampf zu turnen waren. Das Schauturnen am Nachmittag war sehr gut besucht. Außer dem Turnen an den Geräten wurden von den Turnerinnen Ball- und Keulenübungen ge- zeigt. Alle Darbietungen fanden ungeteilten Beifall. Der Siegerehrung ging eine Ansprache des Ober- turnwartes Karl Seipp voraus. Er bemerkte, daß mit dem Abturnen keine Einschränkung des Turnbetriebes eintreten bür e, sondern daß sofort für die neuen Aufgaben gerüstet werden müsse, wozu die Wintermonate besonders geeignet seien. Er gedachte noch einmal der großen Erfolge, die der Verein auf dem Turn- und Sportfest in Breslau mit seinen neun Siegen hotte erringen können. Die Eltern ermahnte er, ihre Kinder regelmäßig in die Turnstunde zu schicken. Alle mußten dazu beitrogen, daß der Wunsch des Führers „das ganze Volk in Leibesübungen" in Erfüllung gehe. Aus der Siegerliste: Gemischter Welkkampf. Schüler: 1. Willi Menges 126 P.; 2. Werner Walther 121 P.; 3. Erich Wagner HO P. Jugend, Unterstufe: 1. Hans Weiß 143,5 Punkte; 2. Alb. Schneidmüller 142,5 P.; 3. Heinz Junker 132,5 P. Jugend, Oberstufe: 1. Hans Braun 123 Punkte; 2. Alb. Schmidt 116 P. Turner stufe: 1. Erich Dellen 154,5 P.; 2. Herbert Fischer 152,5 P.; Walter Zörb 145,5 P. Turnerinnen: 1. Hildegard Keßler 139 P.; Elli Dietz 121 P.; 3. Elfriede Mehl 120 P. Volkskümlichet Dreikampf: 1. Helmut Feller 50 P.; 2. Helmut Vellen 45 P. Die Spiele der Vezirksstaffel Gießen. VfB.-R. — 1900 Steinbach -- Sinn Bissenberg — Naunheim Burg — Frohnhausen Wetzlar — Ehringshausen. Don den für Sonntag vorgesehenen Spielen wird dos Lokaltreffen lediglich als Gesellschaftsspiel durchgeführt. Wohl die sicherste Chance des Tages zum Sieg haben die Teutonen aus Watzenborn-L-teinberg, denn nachdem den Leuten von der Neumühle nunmehr wieder alle Spieler zur Verfügung stehen, haben die ©inner wenig Aussicht auf Erfolg. Ungewiß ist der Ausgang der Begegnung zwischen Bissenberg — Naunheim. Beide Mannschaften ver- loren am Sonntag sehr hoch. Hierbei zeigte Naunheim immerhin noch einigermaßen eine Leistung, so daß sich die Bissenberger auf den Platzvorteil nicht allein verlassen dürfen. Unter den seitherigen Umständen hätte man bei dem Spiel Burg — Frohnhausen den Burgern auf Grund der vorsonntäglichen Leistung unbedingt die besseren Aussichten einräumen müssen, nachdem sich aber auch hier Besserungen einstellen werden, muß man einmal abwarten. Der Ausgang des letzten Spieles, Wetzlar gegen Ehringshausen, dürfte wohl leicht zu erraten sein, denn es ist nicht anzunehmen, daß dem Neuling ausgerechnet gegen die Do-mstädter das gelingt, was ihm seither versagt geblieben ist, nämlich zu einem Erfolg zu kommen. Watzenborn-Steinberg ! — BL. Sian L Zum weiteren Meisterschaftsspiel empfangen die Teutonen am kommenden Sonntag auf eigenem Platz den BC. Sinn. Der Papierform nach müßte man dem derzeitigen Tabellenführer und Platzmannschaft die größeren Sieoesaussichten einräumen, zumal auch die Mannschaft zu diesem Spiel erstmals voraussichtlich in kompletter Aufstellung antreten wird. Zieht man jedoch die Spiele der Einheimischen aegen den BC. Sinn aus früheren Serien in Betracht, so muß festgestellt werden, daß die Spielweise der Gäste- Mannschaft den Teutonen gana und gar nicht liegt. So waren es auch gerade Die ©inner, die den Watzenborn-Steinbergern in der vergangenen Meisterschaftsserie die höchste Niederlage mit 5:0 Toren beibrachten. Die Teutonen sind sich aber der Schwere der Spiele bewußt und werden dementsprechend handeln. Lang, Däublin, Hedrich usw. dürften wieder eine wesentliche Verstärkung bedeuten. • Vorher treten sich die 2. Mannschaften beider Vereine zum Meisterschaftsspiel entgegen. Da den Teutonen nun reichlich Spielermatenal für die 2. Mannschaft zur Verfügung steht, wird eine starke Elf zusammengestellt, die sich, zumal auf eiaenem Platze, wohl kaum die wertvollen Punkte entreißen lassen wird. Zum 1. Meisterschaftsspiel tritt die Iugendmann- schaft gegen den vorjährigen Bannmeister Großen- Linden in Großen-Linden an. Hier gibt man den Platzbesitzern die größeren Siegesaussichten. Lokalkampf auf dem Mdfporlplaß. Wieder VfB -N. gegen ^»pielvereinigung 1900. Nachdem die Mannschaft des DfB.-Reichsbahn wieder in die Bezirksklasse aufsteigen konnte, erwartete man in beiden Lagern und im Kreise der Freunde der beiden Vereine mit größtem Interesse den ersten Punktekampf zwischen beiden Mannschaften, den ersten Lokalkampf zweier Bezirksklassen- gegner! Zwar hatte man im vergangenen Jahre Kämpfe zwischen beiden Mannschaften gesehen, aber da sie als Gesellschaftsspiele ausgetragen wurden, kam ihnen doch nicht ganz die Bedeutung zu, die ihnen in früheren Jahren zu eigen waren. Anders sollte die Situation nun für den kommenden Sonntag werden. Es sollte nun wieder um Punkte gehen, die nach Lage der Sache, z. B. die Grünweißen nach einem sichtlich unalücklichen Start in die Kämpfe der Bezirkstlasie sehr nötig hätten. Nun ist aver ein Umstand eingetreten, der die Situation wandelte. Es geht morgen nicht um die Punkte? Die Spieloereinigung 1900 bat nämlich Lippert und P a n k o k, zwei ihrer Besten, an die Gauelf Hessen abgeben müssen, die morgen gegen den Gau Niederrhein ein schweres Spiel zu bestreiten hat. Da sich die Spieloereinigung nicht von vornherein benachteiligt in das wichtige Spiel begeben wollte, wurde die Durchführung des Kampfes als Gesellschaftsspiel beschlossen. So wird der Kampf also erst einmal zu einer Dor- und Kraftprobe auf den Punktekampf. Nichtsdestoweniger wird dem Spiel alle Aufmerksamkeit der Gießener Fußballfreunde gehören. Dies um so mehr, als man damit rechnen darf, daß die Mannschaften — mit der oben angedeuteten Ausnahme — komplett antreten sollten. Allerdings und leider kann noch keine der beiden Mannschaftsaufstellungen genannt werden, da man sich nach der Rückkehr der Soldaten erst die Köpfe zerbrechen will, wie man es am besten macht. So bleibt also zu der Spannung über den Ausgang des Spieles auch noch das Rätselraten: wie werden die Mannschaften stehend Aus dem Verlauf und aus dem Ausgang des Spieles werden sich dann sicherlich recht klare Schlüsse für den Kampf um die Punkte ziehen lasten. Wie aber das morgige Spiel ausgeht, das steht gewisser- maßen noch in den Sternen geschrieben. Auf jeden Fall sollte man ein Spiel erwarten dürfen, das es in sich bat, und das den Zuschauern den Weg nach dem Sportplatz lohnt. Den Sieg der besseren Mannschaft! Die Kreisklaffen im Kamps um die punkie. 1. Kreisklasse: Rodheim — Lollar Klein-Linden — Rüddingshausen Steinbach — Großen-Linden Garbenteich — Leihgestern Hungen — Lich. 2. K r e i s k l a s s e: Ettingshausen — Harbach Saasen — Flensuntzen NieDer-Ohmen — Queckborn Daubrinaen — Staufenberg Großen-Linden II — SA II Heuchelheim II — Londorf Grüningen — Krofdorf. Es sind interessante Spiele zu erwarten, die guten Sport zeigen werden. In Rodheim tritt Lollar an und wird gut tun, den Gegner nicht zu unterschätzen. Klein-Linden empfängt die eifrige Mannschaft von Rüddingshausen und wird alles Können aufbieten müssen, um den starken Gegner in Schach zu halten. Großen-Linden wird in Steinbach um die Punkte kämpfen. Garbenteich erwartet Leihgestern und trägt damit das erste Spiel in dieser Serie aus. Lich reift nach Hungen und sollte trotz des ein- HUstellenden Ersatzes in der Lage fein, die Punkte beimzuführen. Bei dem Lokalkamps in Ettingshausen wird es hart bergeben, denn der Gast hat seinen Titel als Tabellenführer und ungeschlagene Mannschaft zu verteidigen. Es ist mit einem offenen Spiel zu rechnen, dessen Ausgang völlig ungewiß ist. Flensungen muß in Saasen antreten, wir rechnen mit einem Siege der Platzherren. Queckborn fährt nach Nieder-Ohmen. Beide Mannschaften sind etwa gleichstark. Vielleicht entscheidet hier der Vorteil des eigenen Platzes. In dem Lokalspiel Dau« bringen gegen Staufenberg könnte Daubringen stärker fein. Aber die Mannschaft hat lange nicht gespielt und hat Mannschaftssorgen. Die Reserve der SA. fährt nach Großen-Linden und wird ein großes Spiel liefern müssen, sollen die Punkte nach Gießen wandern. Londorf muß in Heuchelheim antreten. Zu Hause sind die Heuchelheimer sehr gefährlich. In Grüningen wird Krofdorf erwartet. Da die Gäste noch nicht in die Spiele einqriffen» kann man über di« Spielstärke der Krofdorfer nichts sagen. Sv. Garbenleich I — Spvgg. 1926 Leihgestern I. Zum dritten Meisterschaftsspiel tritt Leihgestern am Sonntag in Garbenteich der ersten Elf des Sportvereins gegenüber. Die Leihgesterner befinden sich in guter,Verfassung. Sie haben aber das Pech, nächsten Sonntag mit Ersatz für Väth und Tertor antreten zu müssen. Auch ist es fraglich, ob Krämer zwischen den Pfosten steht. Dafür ist aber zum ersten Male Martini wieder dabei, und Brunotte wird sein Antritts- und Abschiedsspiel liefern, so daß die Mannschaft folgendes Aussehen haben dürfte: Dutenhöfer; Velten, Laux: Wedemann Brunotte, Funk; Martini, Arnold, Schäfer, Laur und Sommer. Es wird in Garbenteich zu einem harten Kampf kommen, der erst mit dem Schlußpfiff entschieden sein sollte. Vielleicht teilt man sich in die Ehren des Tages. Steinbad) I — Großen-Linden I. Morgen empfängt Steinbachs erste Mannschaft die gleiche von Großen-Linden zum fälligen Der- bandsspiel. Beide Mannschaften kennen sich schon aus früheren Kämpfen her, die meist knapp für Die eine oder die andere Partei gewonnen wurden. Mit welcher Aufstellung Steinbach antreten wird, ist nicht bestimmt. Ein knapper Sieg liegt im Bereich der Möglichkeit. Dor diesem Spiel treffen sich die Jugend von Steinbach und Lich. Groheu-Linden II — S2L IL Am morgigen Sonntag empfängt Großen-Lindens II. Mannschaft die gleiche der SA.-Kampfsvielgemein- schäft Gießen zum fälligen Pflichtspiel. Die Platzelf hat die gleiche Elf aufgeboten (außer dem linken Verteidiger, der aus der I. Mannschaft stammte), die den schönen Sieg in Grüningen erkämpfte. Der Umstand, daß die Großen-Lindener II. die mühsam errungene Tabellenführung verteidigen will, und die Spielstärke der SA-Männer wenig bekannt ist, so ist mit einem spannenden und packenden Kampf zu rechnen. Vorher fpieü Großen-Lindens 1. Jugend gegen Teutonia Watzenborn-Steinbergs 1. Jugend. Die I. Mannschaft weilt zum fälligen Pflichtspiel in Steinbach und wird sich, obwohl sie in stärkster Aufstellung antritt, auf einen harten Kampf gefaßt machen müssen. 3m Kampf um die Äann-Meisterschast im SuiboiL 1900 mit drei Mannschaften bereit. Der Kampf um die Punkte beginnt. Drei Jugend- Mannschaften der Blauweißen sind eingesetzt, die. zum Kampf um den Bannmeistertitel antreten Die 1 Jugend der SpDgg. 1900 ist wohl in der stärk- sten Gruppe vertreten und hat morgen gegen Kl? n- Linden zu spielen. Die Blauweißen müssen alles aufbieten, wenn Klein-Lindens Jugend nicht wieder einen Sieg erringen soll. Zwei Derlustpunkte sind wohl gleichbedeutend für die Ausschaltung im Kampf um den Bannmeister. Einen schweren Kampf hat die 2. Jugend der Spieloereinigung 1900 gegen Allendorf zu bestreiten. Jedoch ist das Spiel noch nicht verloren! Sehr schwer wird es wohl der 3 Jugend fallen, in den Derbandsspielen Sieg und Punkte an sich zu reißen. Dadurch, daß zwei Spieler die Lucken der 2. Jugend auffüllen müssen, muß die 3. Jugend schon das erste Derbandsspiel gegen Treis in veränderter Aufstellung bestreiten. •-S ■ . . -V- Ar' v Beim Training im Donington-Park. Hermann ß a n a in feinem Mercedes-Benz auf der Strecke. — (Scherl-Bllderdienft-M.) HandbaMmpse aus breiter Front! Bisher waren es nur die oberen Klaffen, die in dir neue Runde eingegriffen haben. Am morgigen Sonntag sind erstmals alle Mannschaften bis zur Jugendklasse beschäftigt. Es wird also eine ganje Menge Spiele geben, die die Anhänger des Handballs zweifellos restlos begeistern. Allein die Paarun- aen, die durch Zufall zusammengekommen sind, bieten die beste Gewahr dazu. In der Bezirksklasse ist diesmal auch die Staffel IV voll in Betrieb, da nunkdehr auch die Soldatenmannschaften wieder zur Verfügung stehen. Er tre» ten an: Mtv. Gießen — Tuspie Ockershausen. Tv. Heuchelheim — MSD. Barbara Gießen. DfL. 1800 Marburg — Spvgg. 1900 Gießen. Tv. Lützellinden — Tv. Münchholzhausen. Tv. Wetzlar — Tv. Hörnsheim. Tv. Katzensurt — Tv. Garbenheim. Der Mtv. Gießen wird, wenn er in spielstärkster Aufstellung antritt, sicherlich kaum Mühe haben, die Gäste mit einer deutlichen Niederlage nach Hause zu schicken. Denn die Leistungen des Dor,onntags lassen vermuten, daß die Elf aus dem Kreis VII tatsächlich wenig Aussicht hat, auch nur annähernd an die Spielstärke unserer Vereine heranzukommen. Die Heuchelheimer haben eine kampfstarke Mannschaft auf die Deine gebracht, die ihre Feuertaufe am letzten Sonntag glänzend bestanden hat. Unter diesen Umständen gehen sie auch diesmal mit den besten Aussichten in das Spiel. Denn es ist kaum anzunehmen, daß die Soldaten die Spielpause haben benutzen können, um sich auf die kommenden Kämpfe so vörzubereiten, wie das erforderlich ist. In Marburg treffen sich zwei Vereine, die beide mit Mannschaftsschwierigkeiten zu kämpfen haben. Es ist deshalb auch nicht annähernd vorauszusagen, welche Aussichten bestehen und wer als Sieger den Platz verlassen wird. Das schlechte Abschneiden der Mannschaft aus Münchholzhausen gegen den Neuling Katzensurt ist noch lange kein Grund für die Platzbesitzer, Das morgige Treffen auf die leichte Schulter zu nehmen. Wie notwendig Vorsicht ist, zeigt der Punktverlust gegen Wetzlar, der sicherlich nicht ohne Wirkung geblieben ist. Die Hörnsheimer haben zweifellos Aussichten, gegen die ersatzgeschwächten Wetzlarer etwas zu erreichen, wenn sie nicht wieder in den Fehler des letzten Spieles verfallen. Katzensurt wird das Spiel gegen Garbenheim auf eigenem Platz sicherlich zu seinen Gunsten entscheiden. I. fireisflaffe: Tv. Holzheim — To. Atzbach. Tv. Dutenhofen — Tv. Nauborn. Wenn Holzheim Das Treffen ernst nimmt und Die Lehren aus der Niederlage gegen Grüningen gezogen hat, wird es dem Neuling kaum gelingen, auch nur zu einem einigermaßen günstigen Ergebnis zu kommen. Die Einheimischen können spielen, es scheint eben nur am guten Willen zu liegen. — Gespannt sein darf man auf Das Abschneiden der Nauborner in Dutenhofen. Wenn Die Gastgeber ihre komplette Mannschaft zur Stelle haben, werden sie gewinnen; im anderen Falle muß man Nauborn Chancen einräumen. II. Ärelsklasse: Tv. Krofdorf — Luftwaffe II. Lich — SA -Kampfspielgemeinschaft Gießen B. Londorf — SA.-Kampfsvielgemeinsch. Gießen A. <521. III / J 33 — Ewersbach. Es ist der erste Kampf, den die neue Mannschaft der Luftwaffe bestreitet. Man Darf aerobe deswegen um so gespannter fein, wie sie abscknriden werden. — Lich hat zu Hause zweifellos Aussichten, Die SA.- Männer aus Gießen $u schlagen. Denn Die Mannschaft ift aut und verfügt auch über Die notwendige Kampfkraft. — Nachdem Burggemünden ausgeschieden ist, weist Die Staffel 2 nur ein Spiel auf, und zwar Den Ldkalkampf Londorf — Allendorf (SA ). Wer Sieger bleibt, hängt von der Tagesform ab. Jugend: Tv. Heuchelheim — Mtv. Gießen 1. Tv. Hausen — Tv. Lang-Göns. Tv. Grüningen — Tv. Hausen. Spvgg. 1900 2. — Tv. Klein-Linden. DfB.-R. Gießen — Mtv. Gießen 2. Uundsunkprogramm Sonntag, 23. Oktober. 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.10: Römisch-katholische Morgenfeier. 8.45: Dom Deutschen. 9: Chorgesang. 9.30: Morgenfeier der Hitler-Jugend. 10.15: Deutsche Meister. 11: Dichter aus unserer Zeit: Thor Goote lieft. 11.15: Wann wir schreiten Seit' an Seit* Hörfolge zum 60. Geburtstag des Dichters Hermann Claudius. 12: Musik am Mittag. 13: Das Mikrophon unterwegs. 13.15: Musik am Mittag. 14: Für unsere Kinder: Seppi fliegt! 14.30: Uns gehört Der Sonntag! Ein Reigen sorgloser Melodien. 15.15: Der Früchtekorb. Eine herbstliche Hörfolge. 16: Unterhaltung unD Sport 18: HerbstbilDer aus Dem Hatzen- wald. 18.45: Ein Junggeselle schüttet sein Herz aus. würzig mild - mit dem bekannten Sttiinkenbild! Kurzer Einblick ins Leben des möblierten Herrn. 19.30: Beschwingt und froh! 20: Nachrichten. 20.10: Sportspiegel Des Sonntags. 20.30: 5. Weltkonzert, Daraeboten von Der Kanadischen Rundfunk-Gesellschaft. 21: Festlicher Tanzabend Der Jugend. Eine gesellige Sendung mit Tanzen unserer Gemeinschaft. Wontag, 24. Oktober. lag Der Stadt Frankfurt a. W 6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. Einlagen: 1. In Den Uebungsstätten Der DAF. 2 Das Haus Der Arbeit zu Frankfurt a. M. 9.30: Gaunachrichten. 9.40: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 10: Schulfunk: Der Traum vom großen Vaterland. Eine Hörfolge. 10.30: Festliche Musik aus der alten St. Nikolaikirche am Römerberg und der Kirche Des Karmeliterklofters. 11.40: Frankfurt, die Stadt Des Verkehrs. 12: In den Domen Der Arbeit. Großes Konzert. Werke deutscher Meister. 13: Nachrichten. 13.10: Platzkonzert. 14: Nachrichten. 1410: Frankfurt: Heimat und Wahlheimat bekannter Musiker. 15: Frankfurter Komponisten. 15.30: Mit dem FD 241038 durch Die Stadt Frankfurt. Jungen und Mädel übernehmen Die Führung. 16: Kraft durch Freude „... wie kann nor en Mensch net von Frankfort sei!" 18: Zeitgeschehen. 19: „Die Stadt am Strom": Frankfurt am Main Hörbild von Alfons Paquet. 20: Nachrichten. 20.10: „La Traviata". Oper in 4 Akten. In Der 1. Pause (20.40 bis 20 50): Zwiegespräch mit Generalintendant Meißner. In Der 2. Pause (21.25 bis 21.45): Erste Nachrichten — Die Frankfurter Oper nach dem Umbau. In der 3 Pause (22.10 bis 22.15): Zweite Nachrichten. 22.40: Frankfurter Sport einst und setzt. 23: Unterhaltungs- und Tanzmusik. 24: Nachtmusik. 2 bis 3: Nachtkonzert. rSZ !^ Wlttier" * fe’s feg! 1 MLeW dem Leim' FdÄfijJ charen und leichsorganisallonsleit jrbeltsfront Dr. L e Y !s angesichts der neu Rohstoffen könne lie Frage nach °e. assender Men X5 Geldes, sondern Sollens und der Krc fahren seit der Mach flf völlig neuem, r -eistung aus un moor, und ich glau igen Jahren aller W xit voraus sein wer! wische in unse liftungen vollbringe sichen hat." Der Reichsorganifc ihtige Beruf B:i muffen heute fd sr in 5 oder 6 Ic Bereits im 7. Sch tlgen Zachari r. Schuljahr hab in Verbindung n Schulzeit mäffen um den jungen II iet jn madjen. Da 3ief)ung ein. De werbe dadurch befo der Lelriebsführer I mit den ZorlM' macht und ihnen I Lehrwerkstatt 2600 gegen 80 bi reicht haben, müsse M das Handwerk dch mir den b «eU haben, Der 2 der Seif alle ( dem Lerufswettl MW Begabten * in den ■ Stilen dafür be WM MG die T ^legt werden. E- gebe noch Milli nicht vol ,roerbe- hin sei ei “n9 erforderlich. M die als Arbei A?leu, nichlsd Alen wir ei, «i®*" i *ln* tonnten "?n9mancher "hlam Hebelt test 9U| Gericht Ift*,;1! "Mu™-iie Ä bi, j. °et «SB? EWaft J'its »Der a , ■0« 9eiutib