> Nr. 222 Erstes Blatt Donnerstag, 22. September 1938 188. Jahrgang «I ■ Sonne Hütte •’n biß. vorbei Mann. hinter. l!' 2 (Birojv lemarf) lwien.) veilen.) ;u T> ■ ■» Unterwelt in Deutsch-Böhmen! Das zeiac die kommunistischen Demonstrationen in d> 'I IV tW deaux in Uuleman, Benzinfässer gebracht wurden, sind weiter dabei, die hohen Stra- zu beiden Seiten der Straße Klingen heute )en Stra- v'i lend viel Die Tschechen ßenbäume iten!' His nid)t, in Vein der nentugef iten, daß le habe!' Oer Führer in Godesberg eingetroffen. Godesberg, 22. Sept (DRV. Funkspruch.) Der Führer und Reichskanzler traf heule um 10 Uhr mit dem Sonderzug auf dem Bahnhof Godesberg ein. ßen Prags, die vor der Burg, dem Amtssitz des Herrn Benesch, bereits die Ausrufung der „Sowjetmoldaurepublik" verlangen. An Herrn Benesch bewahrheitet sich wieder einmal das Wort: „Wer von den Sowjets frißt, der stirbt daran!" Parteibüro der kommunistischen Partei in der kralovska 13 eine Besprechung der Prager kommuni st lschen Funktionäre mit Bri- gadekommandeur Wulkow und seinen Mitarbeitern statt, bei der die Aktionspläne für die nächsten Tage festgelegt wurden. 3n Prager Regierungskreisen hat das unangemeldete Eintreffen der Sowjetfunktionäre große B c - unruhigung ausgelöst. Lin höherer Regierungsbeamter äußerte erbittert, daß in dieser Situation der Tschecho-Slowakei die Sowjetsreundschaft nunmehr ihre Früchte zu tragen beginne. Sowjet- ruhland zeige jetzt sein wahres Gesicht. Nachdem die Nachbarn der Tschecho-Slowakei wesentliche Teile des Staates beanspruchten, versuchten nunmehr noch die Sowjets, den Rest des Staates zu einer Filiale von Moskau zu machen und die Sowjet-Moldau-Rexublik auszurufeu. Zusammenbruch des Benesch-Systems. KommunistischeDemonstranten fordern in Prag Ausrufung derSowjet-Hepublik II Dome amen« reits dem berüchtigten Militärgericht in Äosephstadt ausgeliefert. Ein Braunauer Firmenvertreter, der tschechisches Gebiet bereiste, schildert den namenlosen Haß, der durch langjährige Agitation gegen das Deutschtum gesät wurde. Am Dienstag habe er in Oberwekels- dorf beobachtet, wie tschechische Soldateska einen u d e t e n d e u t s ch e n Soldaten zu Tode prügelte, und wie dieses Opfer später mit dem Sanitätsauto in das Spital übergeführt wurde. Die Stadt Te plitz hat unter dem Terror des kommunistischen Mobs und der tschechischen Soldateska unsäglich zu leiden. Immer wieder kommt es zu w ü st e n U e b e r f ä l l e n auf Sudetendeutsche, die dabei in der feigsten Weise verwundet und Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr des Dormittags Grunvprette für 1 mm Höhe für Anzeigen von 22 mm Brette 7 Rpf.. für Text« anzeigen von 70mm Breite 50Rpf.,Platzoorschrist nach oort) Bereinbg.25°/6 mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzei» gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzelgen6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Neuer Grenzzwischensatt. Sudetendeutsche Freikorpsmänner befreien Flüchtlinge. ib? Tagen dadurch eine gewisse Beruhigung wieder eingetreten, daß nach einer Pause die Nationalbank Staatspapiere wieder rediskontierte und trotz des ungeheuren Angebotes den Kurs der Staatspapiere an der Börse durch umfangreiche Stützungskäufe aufrechterhi,elt, die nur dadurch möglich gewesen sind, daß die Nationalbank den Notenumlauf stillschweigend erhöhte in der Hoffnung, in-späteren Zeiten ihn auf die gleiche Weise wieder verringern zu können, ohne daß der Kronenkurs Schaden litte. Die tschechische Krone hat aber trotzdem nur formell noch einige Tage ihren Kars aufrechterhalten können, frei gehandelt wurde sie nur noch zu 50 bis 6 0 v. H. des Kurswertes. Da man auch die Notenpresse nicht mehr weiter strapazieren kann und somit dem Staate jede Möglichkeit fehlte, das System der Stützungskäufe fortzusetzen, blieb nichts anderes übrig, als die Börse zu schließen. Durch eine Regierungsverordnung ist die Auszahlung von Guthaben aus Geldeinlagen bei Geldinstituten und die Auszahlung der privaten Versicherungsanstalten beschränkt worden. Die Banken sind belagert, besonders die Ziwno-Bank und die Sopooo-Bank. Die Zentralstelle der tschechischen Sparkasse hat durchschnittlich ein Drittel der ihr anvertrauten Einlagen in Skaatspapieren angelegt. Die Folge ist nun, daß auf die Sparkassen Sturm gelaufen wird, auch auf ihre Filialen. In Prag stehen die Leute vor den Postäm- tern Schlange, um ihre Einlagen aus der Volkssparkasse abzuheben. Auch vor der Böhmischen Diskontbank stehen große Ansammlungen von Einlegern. Moskau übernimmt die Reale. Wie der Deutsche Dienst meldet, find am Mittwoch früh um 7.50 Uhr aus dem Wilson-Bahnhof sieben höhere kommunistische Funktionäre aus Sowjetrußland unter Führung des sowjet- russischen Brigadekommandeurs Wulkow eingetroffen. Sie wurden im Namen des Leiters der kommunistischen Partei in der Tschecho-Slowakei, Gottwald, auf dem Bahnhof von einer größeren Abordnung begrüßt und zur Sowjetgesandtschaft in der helenska 4 geleitet. Die Sowjetgesandtschaft ist eine der schönsten Billen des Stadtteils Weinberge und mit einem geradezu phan- lastifchen Luxus eingerichtet. Gegen Mittag fand im Langenbrück (Grafschaft Glatz), 22. Sept. (DNB. Funkspruch.) In den Abendstunden des Mittwoch hatte sich an der tschechischen Zollgrenze in Kronstadt eine größere Zahl sudetendeut'- scher Frauen und Kinder eingefunden, die auf das deutsche Reichsgebiet übertreten wollten. Die Sudetendeutschen waren im Besitz vollgültiger Ausweispapiere. Da die Grenze offiziell nicht geschlossen ist, wollten sie hier am Zollhaus vorbei reichsdeutsches Gebiet erreichen. Eine Gruppe tschechischer Soldaten, die die Grenzpolizisten hier abgelöst hatten, verweigerten jedoch mit vorgehaltener Pistole den Su- detendputschen widerrechtlich den Grenzübertritt. Der Grenzabschnitt war auf fudetendeulscher Seite von insgesamt 60 tschechischen Infanteristen beseht. Auf deutschem Reichsgebiet beobachteten sudetendeutsche Freikorpsmänne r, die den deutschen Grenzbeamten zur Unterstützung beigegeben sind, die erschütternden Szenen auf der anderen Seite des Schlagbaumes. Nachdem die sudetendeutschen Freikorpsmänner lange mit angesehen hatten, wie ihre Landsleute drüben von den Tschechen bestialisch mißhandelt wurden, entschlossen sie sich, nur mit Feldspaten bewaffnet, einen Vorstoß zu machen, um die Flüchtlinge auf reichsdeutsches Gebiet zu holen. Acht Freikorpsmänner fetzten darauf mit geschwungenem Qegen rt> die k 'm. end avch 18. I TI Prag, 21. Sept. (DNB.) Die Lage in Prag spitzt sich immer mehr zu. Während am Nachmittag in erster Linie Nationalisten gegen Benesch demonstrierten und in stürmischen Sprechchören die Ausrufung einer Militärdiktatur verlangten, tritt am späten Abend immer stärker das kommunistische Element in Erscheinung Die Vorstädte sind mobil geworden, und riesige Demonstrationszüge, besonders aus dem Stadtteil Aizkow, mit roten Fahnen, geführt von kommunistischen Hetzern, bewegen sich in die Stadt in Richtung auf die Burg. Immer wieder werden Sprechchöre laut: „Fort mit Benesch!“, „Benesch hat uns verraten!", „Benesch ist bestochen und bezahlt!", „Es lebe die Sowjetmoldaurepublik!" Große Polizeiabkeilungen haben den Zugang zum Denzelsplah und zur Burg abgeriegelt. Doch ist es der Wenge gelungen, die Polizeisperren zu durchbrechen und dennoch vor die Burg zu gelangen, wo sich die Sprechchöre immer mehr verstärken. Während 10 000 Kommunisten die Internationale sangen, drangen von der Gegenseite mit tschechischen Nationalfahnen Tausende von Legionären gegen den Wenzelsplatz vor und antworteten mit der tschechischen Nationalhymne. Sie trugen Transparente mit sich, auf denen die Ausrufung einer Militärdiktatur unter dem tschechischen Generalstabschef K r e j c y gefordert wurde, während die Kommunisten eine rote Armee unter dem General S i r o v y verlangen. Am Abend ist es zu Demonstrationen vor der deutschen Gesandtschaft gekommen, bei denen sich in erster Linie Sowjethetzer hervortaten. Der Polizei gelang es, die Straßen vor der Gesandtschaft frei zu halten. Die wirtschaftliche Katastrophe. Prager Börse geschlossen. — Bankenmoratorium. — Wachsende Panik. Prag, 21. Sept. (DNB.) Die Nachricht von der S chl i e ß u n g d e r B ö r s e hat in Prag wie eine Bombe eingeschlagen. Obwohl seit einer Woche die wirtschaftliche Lage außerordentlich unter der allgemeinen Unsicherheit litt, mar doch in den letzten Feige Mordtaten. Klingenthal, 22. Sept. (DNB.) Flüchtlinge aus Schwaderbach berichten, daß die Tschechen als Racheakt die Beschießung und Niederbrennung des Ortes Schwaderbach planen. Auch im Graslitzcr Bezirk ist beobachtet worden, daß Nach verschiedenen Orten auffal- genthal—Graslitz z u fällen. Die Bäume liegen kreuz und quer über den Fahrbahnen. In der letzten Nacht gegen 2 Uhr hörte man von Markhausen her Schüsse. Nach den eingegangenen Berichten sind Flüchtlinge aus dem tschechischen Zollhaus beschossen worden. Es wurden a u ch Handgranaten geworfen. Einige Kugeln sind auf reichsdeutschem Gebiet eingeschlagen. Die Flüchtlinge konnten sich in Sicherheit bringen. Allein in Klingenthal sind wieder rund 500 Flüchtlinge, meist Frauen und Kinder, angekommen. Es mußte ein Massenlager für Frauen eingerichtet werden. Eine alte Frau aus Graslitz, deren Mann von den Tschechen bei den Vorfällen am 27. Oktober 1921 erschossen war, und die seit langem völlig gelähmt ist, wurde gestern von ihren Töchtern im Handwagen bis an die Grenze gezogen. Hier wurde sie von einem Sanitätsauto abgeholt und in gute Pflege gebracht. Die Arbeiterschaft in Graslitz ist in den Generalstreik getreten. Tückisches Vernichtungswerk vorbereitet. In dem sudetendeutschen Grenzort Georas- walde mußten die Bewohner der in der Nähe der Eisenbahnbrücke gelegenen Häuser d i e Wohnungen räumen, da mit einer Sprengung der Brücke gerechnet wird. Auch die Aleisburger Eisenbahnbrücke auf der Staatsstraße Rumburg—Neugersdorf ist völlig unterminiert worden. Mit Wagen darf sie nicht mehr befahren werden. Das Zollamt Georgswalde ist Mittwoch früh von den tschechischen Zollbeamten und den in letzter Zeit hier liegenden tschechischen Soldaten geräumt worden. Nur ein Unterbeamter ist zurückgeblieben. In der Nacht erschien in Georgswald auch ein Lastauto mit Militär, das die Aufgabe hatte, die tschechische Grenzstation zu räumen. Sämtliche Akten wurden auf dem Lastauto mit fortgeschleppt. Auch tschechische Gendarmc ’ebeamte sind kaum mehr in Georaswalde wahrzunehmen. Die uniformierte tsechische Soldateska drohte, auch Braunau am Samstag in die Luft fliegen zu lassen, wenn die Situation sich am Donnerstag nicht zugunsten der Tschecho-Slowakei ändere. Alle Brücken und die öffentlichen Gebäude sind mit starken Sprengladungen ver- sehen worden. In den weltberühmten Kurorten Karlsbad, Marienbad und Franzensbad haben die Tschechen in nächtelanger Arbeit riesige Ekrasitladun- gen in den Kellern der großen Hotel- paläsie und Kurhäuser angebracht. Ein nach Graslitz zurückgekehrter UnterhäUptting der Roten Wehr erklärte ganz offen, daß die Deutschen in den berühmten Bädern keinen Stein auf dem andern finden würden. „Auch die englischen und französischen Schweine dürften dann sehen, wo sie ihre fetten Dürgerbäuche spazierenttagen wollten. In Silberbach bei Graslitz wurden am Dienstag mehrere Lastautos mit Benzinfassern zur Post und zum Hofgasthaus gebracht und von uniformierter Roter Wehr unter Anfuhrung eines aktiven Feldwebels entladen. Es handelt sich hier um die gleichen Vorbereitungen zur Massendrand- stiftunq, die nun bereits in den meisten sudetendeutschen Orten getroffen worden sind. Zur gleichen Zeit schaffen die Tschechen ihre eigene Zivilbevölkerung aus dem von ihnen |elb|t mit Mord, Brand Giftgas und Sprengungen bedrohten Gebiet, während die deutsche Bevölkerung mit Gewalt an der Flucht gehindert wird. Von tschechischen Schien znm Selbstmord getrieben. B ö h m i s ch - L e i p a , 21. Sept. (DNB.) Obwohl die letzten Meldungen schon klar erkennen lalfen, daß Benesch das Spiel endgültig verloren hat, haben angesichts der fortdauernden tschechischen Greuel auch am Mittwoch viele Hunderte fubeteiv deutsche Familien, zumeist Frauen und Kinder, Die tschechische Grenze überschritten und sich in bas Reich gerettet. Welches Grauen den blutrünstigen tschechischen Horden vorangeht, zeigt die Tatsache, daß in Reichenberg und in Schonlinde zwei Sudetendeutsche, eine 48 Jahre alte Frau und ein Vater von mehreren Kindern Selbstmoro verübt haben, als die bolschewistischen Rollkommandos auftauchten. Die Frau rief, sie will lieber selbst in den Tod, als daß sie sich von den Tschechen zu Tode quälen lasse. In Reichenberg sind m den letzten Tagen etwa zehn Verhaftungen vorgenommen worden und zwar unter dem Dor- wand der „Spionage", Die Verhafteten wurden be- ernwrbet werden. So fiel ein Haufen dieses roten Gesindels in der Stäberstraße über einen Sudetendeutschen her, der der Blutgier der Untermenschen ausgesetzt war, und die von ihrem Opfer erst abließen, als der Sudetendeutsche, von mehreren Messerstichen durchbohrt, tot am Boden lag. Auch in Aussig wurde ein Sudetendeutscher das Opfer eines solchen feigen Ueberfalles. Am hellen Vormittag machten sich tschechische Mordbuben mitten auf der verkehrsreichen Teplitzer Straße über einen Sudetendeutschen her und stießen ihm von hinten ein langes Messer in den Rücken. Schwer verletzt brach der Sudetendeutsche auf dem Bürgersteig zusammen, mo er i n f e i n e m Blute liegen blieb. Spaten im Sprunglauf über die Grenze. Sofort flüchtete die tschechische Soldateska völlig verwirrt hinter das Zollhaus. So gelang es den sudetendeutschen Flüchtlingen, das deutsche Reichsgebiet zu erreichen. Die acht Freikorpsmänner, die die Flüchtlinge decken wollten, wurden von den Tschechen aus sicherer Deckung unter schweres PistoIen - und Wa- schinengewehrfeuer genommen. Erst nach längerer Zeit ebbte die Schießerei ab. Die sudetendeutschen Freikorpsmänner zogen sich auf Reichsgebiet zurück. Mehrere Stunden vergingen. Plötzlich nahmen die Tschechen das tschechische Zollhaus, das von ihnen vorher verlassen worden war, unter heftiges Feuer. Offenbar glaubten sie, die Freikorpsmänner hätten sich im Zollhaus festgesetzt. Die Schießerei der Tschechen auf das tschechische Zollhaus wurde immer wilder. Schließlich wagten sich einige Soldaten ganz nahe an das Zollhaus heran und warfen Handgranaten durch die F e n st e r. Dabei wurde das tschechische Zollhaus beschädigt. Die sudetendeutschen Freikorpsmänner beobachteten von reichsdeutschem Boden diesen Don- Quichote-Kamps. Als Schüsse der Tschechen über die Reichsgrenze gingen und in deutsche Häuser einschlugen, wurde von deutscher Seite das Feuer kurz erwidert. Daraus flohen die Tschechen in die hinter dem Zollhaus gelegenen Gebäude. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen On,(& und Verlag: Vrühlsche UaiverfttätrdruSerei R. Lange in Sieben. Schriftleitrmg und Geschäftsstelle: Schulstraste r dringenden Horden kaum ein Unterschied besteht. Durch den Einfluß des modernen Weltjudentums in Prag und Moskau wurde diese Gleichung dann in dem sowjetrufsisch-tschechischen BÜnb- n i s p a k t von 1935 besiegelt. Wenn es gegenwärtig nicht so scheint, als ob Moskau van diesem Pakt Gebrauch machen und der Tschechei militärischen Beistand leisten wollte, so muß Herr Benesch auch in diesem Umstand einen jener vielen Trugschlüsse erblicken, mit denen sein Weg als Politiker so überreich gepflastert ist. Denn er war es, der als Außenminister der Moldau- Republik immer auf den Pakt mit Moskau hingearbeitet hat, bann ben Sowjetjuden Litwinow-Fin- kelstein in die erlauchte Gesellschaft der Genfer Schönredner einführen half und ihm so die Gelegenheit verschaffte, sich trotz seiner kriminell belasteten Vergangenheit als Friedensengel aufzuspielen. Nun muß Benesch diesen größten Irrtum seines Lebens nicht nur mit dem Untergang seines Staates, sondern auch mit der Verachtung seiner westlichen Freunde bezahlen, die inzwischen am spanischen Beispiel die grauenhaften Folgen einer bewußten Sowjetisierung beobachten konnten. Diese Sowjetisierung ist auch in der Tschecho-Slowakei jahrelang mit allen Mitteln der Massenbeeinflussung planmäßig betrieben worden. Sie ging über militärische Nützlichkeitserwägungen weit hinaus und fand in der tschechischen Seele einen tiefen Widerhall. Im Herzen unseres Kontinents bildeten nicht nur die von Sowjetrussen erbauten und besetzten Militärflugplätze und Befestigungen, sondern auch große Teile der tschechischen Bevölkerung selbst das mitteleuropäische Ausfallstor der roten Weltrevolution. In ben wissenschaftlichen Vereinigungen ebenso wie in ben politischen Massenversammlungen, in ber Literatur, in ben „Kunstausstellungen", in ben Kinos und Theatern wurde immer wieder das Sowjetregime verherrlicht und der Haß der Minderwertigen gegen die höhere Rasse geweckt. Wie weit dieser Prozeß bereits gediehen war, das zeigt den schaudernden Völkern Europas heute die losgelassene tschechische Tschechische Mordbrenner bereiten die Anarchie vor. Gudeiendeutsche Städte und Dörfer sotten dem Erdboden gleichgemacht werden. W; t enso lM ' Lach'- nein eiten er®- ken mit t1] .nie und 1 krfchetnr täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblättrr Heimat im Bild - Die Scholle Monair.Bezugrpreir: Mtt 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr . . , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernfprechanfchlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Gowjet-Tschechei auf dem Marsch. Der fortschreitende innere Zerfall des tschechischen! Potpourristaates zeigt zwei getrennte Entwicklungslinien. Während auf der einen Seite die „tapferen" tschechischen Zollbeamten, Finanzwachleute und Soldaten, die den Grenzschutz versehen sollen, immer mehr von der Nutzlosigkeit ihres Tuns überzeugt werden und sich deshalb als mutige Verteidiger ihrer Republik allgemach seitwärts in die Büsche schlagen^ ist auf der anderen Seite eine zunehmende Verbrüderung zwischen den K o m m u n i ft e n uni) gewissen Teilen des Heeres, insbesondere des Offizierskorps zu beobachten. Daß Rotmord und Militär in der Tschechei so eng Zusammenarbeiten und sich auf die kommenden Ereignisse auf ihre Weiss gemeinsam „vorbereiten", ist kein Zufall, auch keine Notlösung, sondern nur die letzte Sichtbarmachung einer schon lange bestehenden und bislang nur not« Dürftig verdeckten Gleichung zwischen Hus- sitengeist und Bolschewismus. Immer wieder hat die Geschichte bezeugt, daß zwischen dem Mordbrennertum des tschechischen Mobs und dem anarchistischen Zerstörungswahn der aus Asien Dort d. HW 8.10: W’ f R°M l, Äiedstz Beitrag ’ )ten. V ji Musiki' II lachmill^- M ihliche L°M loche. l^M bere he'^W lnsersiAl fiten. I dwest. 22’1 chtkonzeli-l in Det.l ianaen/6;. (243) .'W’V mit dem . hienene e erfleh ’ er am- ; qen W 'n y SJleu!®* I I sWW I ■r u”6 iV;| MA Prag nimmt an qLbracht. Die schärfste Sprache führte der Vertreter zur Unterstützung der gerechten Forderungen-der im- des ungarischen nationalen Studentenverbandes, Jo- garischen _ ^ronttompfer °^rderte, h lt P sef Arnbrus, der versicherte, daß Ungarn nicht Zadravecz die Schlußansprmhn de er Gottes mehr weiter warten könne und daß die ungarische negen erbat, auf daß die mächtige Kundgebung d Jugend sofort bereit sei, sich in Marsch zu setzen. ungarischen Volkes zum Erfolge fuhr«. D ie !v Nach einer Botschaft des ungarischen Frontkämp- lammlung schloß mit dem Absmgen der ungarrsche Chamberlains letzte Vorbereitungen t der Vor- Nach einer Botschaft des ungarischen v fer-Führers, Abgeordneten Martseteny, an die französischen und englischen Frontkämpfer, die er Ser Mm mit den manschen Staatsmann«« Ws dem Sbersalzberg. UHlllUUllU ---------I ""i) . , t < Nationalhymne. — Aehnliche Kundgebungen fanden auch in allen übrigen Städten Ungarns statt. Um 19.20 Uhr verkündete derPragerRund- f u n k in tschechischer Sprache, daß die Prager Regierung die englisch-französischen Vorschläge angenommen W Der Sprecher betonte mit deutlich fühlbarer Niedergeschlagenheit, daß sich die Regierung zur Annahme gezwungen sah, nachdem ihr Vorschlag, das Problem einem internationalen Schiedsgericht zu unterbreiten, abge- lehnt worden war und die englische und französische Regierung kategorisch erklärt hätten, sie könnten keinen Krieg führen. Der Regierungssprecher forderte dann die ganze Bevölkerung zur Ruhe und Ordnung auf, weil sie andernfalls den Staat bloß schwer schädigen würde. Die Regierung und der Präsident seien ^entschlossen, den Staat unter den neuen Lebensbedingungen zu führen. —« Gleich nach der Bekanntgabe, daß die Prager Regierung den Vorschlag der britischen und der französischen Regierung angenommen hatte, wird folgender Textdes Kommuniques der tschechoslowakischen Regierung bekannt. „Die tschecho-slowa- kische Regierung hat sich unter dem unwiderstehlichen Druck der britischen und der französischen Regierung gezwungen gesehen, schmerzerfüllt die in London ausgearbeiteten Vorschläge anzunehmen." Der Führer und Reichskanzler hatte am Dienstag eine Besprechung mit dem ungarischen Ministerpräsidenten auf dem Berghof. Unser Bild zeigt Adolf Hitler im Gespräch nut feinen Gästen. In der Mitte Ministerpräsident von Irnredy und (links) Außenminister von K a n y a. — (Presse-Illustrationen-Hoffmann-M.) Die Prager Regierung hat durch die Verschleppung ihrer Antwort bis auf die letzte Minute und durch die gleichzeitig von ihr systematisch betriebene Steigerung des bolschewistischen Terrors bis zum Aeußersten die letzten Möglichkeiten für eine Regelung aus der Hand gegeben, zu der ihr der Weg fett -vollen vier Monaten durch das Uebermaß deutscher Geduld offengestanden hat. Inzwischen ist eine völlig andere Lage entstanden, für die es völlig bedeutungslos geworden ist, daß Herr Benesch sich endlich „schmerzerfüllt" entschlossen hat, die Londoner Vorschläge anzunehmen. Man glaubt in Prag vielleicht, durch solch sentimentale Worte Mitleid zu erwecken ohne zu spüren, daß die vom Tschechentum drangsalierten Volksgruppen den so gefühlvoll zum Ausdruck gebrachten Schmerz des Herrn Benesch und Konsorten als eine Verhöhnung ihres Kampfes um die primitivsten Lebensrechte empfinden müssen. Schmerz darüber, daß ein System maßloser Unterdrückung sein Ende findet, Trauer darüber, daß die von der tschechischen Tyrannenherrschaft befreiten Völker jetzt ihre Zukunft selbst bestimmen dürfen. Das ist ein jämmerlicher Grabgesang, den die bisherigen Prager Machthaber anstimmen. Er ändert in seiner Würdelosigkeit nichts an der harten, aber gerechten Sprache der Tatsachen. „Siegen oder sterben!" „Bit allen zu Gebote stehenden Mitteln." Eine Erklärung Jmredhs. Budapest, 21. Sept. (DNB.) Aus Berchtesgaden zurückgekehrt, erklärte Ministerpräsident J.m - r e d y , er habe zusammen mit Außenminister von Kanya auf dem Obersalzberg eine eingehende Besprechung mit dem Führer und dem Reichsaußenminister von Ribbentrop geführt. Die Bedeutung dieser Besprechung werde noch gesteigert durch den Umstand, daß der deutsch-englische Gedankenaustausch fortgesetzt werde. Die ungarische Ration fordert einmütig Oberungarn zmülk Massenkundgebung fordert Revision des Diktats von Trianon. Die gestrigen Besprechungen hätten sich ausschließlich um die tschecho-slvwakische Frage gedreht. Vor einigen Tagen hätten die gewählten und berufenen Vertreter des in der Tsche- cho-Slowakei lebenden Ungartums das Selbstbestimmungsrecht für die Ungarn in der Tschecho-Slowakei gefordert. Dieser Ruf der ungarischen Stammesbrüder habe im ganzen Lande Ungarn orkanartigenWiderhall gefunden. Die un- garische Regierung kenne ihre Pflicht, die Forderung nach dem Selbstbestimmungsrecht mit allen zu Gebote stehenden Mitteln zu unterstützen, sie zu fördern und ihr zum Triumphe zu verhelfen. In diesen geschichtlich bedeutsamen Stunden kenne jeder Ungar nur eine Pflicht: Einigkeit und Disziplin. Aus dem Seldenplatz in Budapest. Budapest, 21. Sept. (Europapreß.) „Wir legen die Trauer ab, es lohnt sich wieder, Ungar zu sein , so leiten die Abendblätter die Riesenkundgebung der ungarischen Nation auf dem Budapester Heldenplatz für die Befreiung des Ungarischen Oberlandes ein. Auf dem Freiheitsplatz in Budapest, wo seit zwan- zig Jahren die Landesfahne auf Halbmast weht, wurde zu Beginn der Massenversammlung die Nationalflagge gehißt. Schon um 16 Uhr war in allen öffentlichen und privaten Betrieben die Arbeit eingestellt worden, damit die Arbeiter und Angestellten der Kundgebung beiwoh- nen können. Aus allen Städten und Dörfern Ungarns sind Abordnungen in der Hauptstadt erschienen. Unbeschreiblicher Jubel begeistert die mit Fahnen und Musik aufmarschierenüen Kolonnen der nationalen Verbände, an deren Spitze Bilder des ungarischen Reichsverwesers, des Führers und Reichskanzlers und des italienischen Regierungschefs getragen werden. Andere Plakate verkünden die'Parole der Massenversammlung: Zu- rück mit dem ungarischen Oberland! Wir fordern das Selbstbestimmungsrecht für unsere Waffenbrüder des Oberlandes! Wir fordern ge- meinsame Grenzen mit unseren polnischen Brüdern! Die größte Begeisterung unter den Hunderttausenden lösten die in der tschechoslowakischen Uniform mitmarschierenden ungarischen, sudetendeutschen, slowakischen und ukrainischen Soldaten aus, die erst in den letzen Tagen ihre Frontstellungen an der slowakisch-ungavischen Grenze verlassen hatten und nach Ungarn geflüchtet waren. Schätzungsweise waren mehr als 300 000 Menschen auf dem Heldenplatz versammelt. Der erste Redner war der Vizepräsident des Spitzenverbandes der Nationalen Vereinigungen und frühere Feldbischof, Pater Zadravecz, der Gerechtigkeit für die ungarische Volksgruppe in der Slowakei auf Grund des Selbstbestimmungsrechtes forderte. Seine Rede wurde häufig von Zwischenrufen wie „Nieder mit den Tscheche n", „Nieder mit Trianon" und „W i r f o r b e*r n alles zurück' unterbrochen. Pater Zadravecz schloß seine Rede mit den Worten: „Wir fordern entweder durch Volksabstimmung oder auf einem anderen kürzeren Wege alles zurück. Nicht morgen, sondern noch heute. Wir glauben, daß wir auch mit friedlichen Methoden das ungarische Oberland zurückerhalten können, Sollte das aber nicht gehen, so werden wir es mit festem Willen zurückverlangen." Die Tschecho-Slowakei müsse auf ihre Bestandteile zurückgeführt werden. Sodann schwor die Kundgebung den feierlichen Eid, daß sie nicht ruhen werde, solange Ungarn nicht mit den abgetrennten Brüdern wieder vereinigt sei. Minutenlang hqrte man den Ruf „Nieder mit Trianon". Es sprach dann ein Redner des Verbandes der Ungarn aus der Slowakei, Adalbert Horvath, der der Hoffnung Ausdruck gab, daß-. England und Frankreich' nun Gerechtigkeit walten lassen werden. Bei der Erwähnung des Namens Chamberlain hörte man lebhafte Hochrufe auf den englischen Ministerpräsidenten. Unmittelbar darauf wurden wieder Heilrufe auf Horthy, Hitler und den Duce aus» Prag, 21.Sept. (DNB.) Das Tschecho-Slowa- kische Preßbüro teilt mit: Heute um 17 Uhr empfing der Minister für auswärtige Mgelegenheiten, Dr. Krofta, den französischen und Den britischen Gesandten und erteilte ihnen im Namen der Regierung die Antwort auf deren gemeinsame heute um 2 Uhr früh beim Präsidenten der Republik unternommene Demarche. Wie das Tschecho- Slowakische Preßbüro dieser Meldung beifügt, werden mit dieser Antwort die Verhandlungen über den formalen Vorgang l fachlichen Durchführung der sch l ä g e ausgenommen, welche die französische und die britische Regierung der tschecho-slowakischen Regierung am 19. September 1938 zu machen für notwendig befunden haben. ,ZZ..V - Konrad Henlein bei den sudetendeutschen Flüchtlingen. Annaberg (Erzgebirge), 22. Sept. (DNB. Funkspruch.) Auf einer Besichtigungsfahrt durch sächsische Flüchtlingslager stattete Konrad Henlein in Begleitung von SA.-Obergruppenführer S ch e p m a n n und verschiedenen führenden Männern der sudetendeutschen Partei am Mittwochnachmittag auch der Stadt Annaberg einen Besuch ab. Er besuchte erst auf dem Schillerplatz die dort aufmarschierten sudetendeutschen Flüchtlinge und unterhielt sich mit ihnen herzlich. Dann begab er sich in das Annaberger Rathaus, wo er sich ins goldene Buch der Stadt Annaberg eintrug. Vom Balkon des Rathauses richtete Konrad Henlein an die etwa 10 000 Volksgenossen aus dem oberen Erzgebirge einige Worte, die mit großer Begeisterung aufgenommen wurden. „Im Namen der Männer 'bes sudetendeutschen Freikorps", so sagte er, „und des gesamten Sudetendeutschtums danke ich euch allen, daß hr uns jo herzlich und so gastlich aufgenommen habt. Wir sind von drüben zu euch her- übergekommen, nicht weil wir Sorge um unser Leben hätten, sondern weil wir entschlossen sind, mit der Waffe in der Hand die Freiheit unserer Heimat zu erkämpfen. Ihr wißt, daß ich steckbrieflich verfolgt werde. Ihr wißt, daß meine Partei aufgelöst ist. Aber ich habe als Antwort, auf die staxke Kraft des Sudetendeutschtums bauend, den Aufruf für das Sudetendeutjche Freikorps erlassen Die Freikorpsmänner kennen nur eins: S i e g e n oder sterben. Daß wir siegen werden, ist mein unerschütterlicher Glaube." Deutschenverfolgung auch in den Dolksiunisinseln. I g l a u , 21. Sept. (DNB.) Di^tschechifche Staats- Polizei unter Führung des durch seinen Sadismus berüchtigten Polizeidirektors Wiedemann, eines Tschechen mit deutschem Namen, übt seit einigen Tagen allen Deutschen gegenüber ein furchtbares Terrorregiment aus. Es werden Haussuchungen bei den deutschen Einwohnern vor- qenommen, wobei die Polizei wie Einbrecher haust. Alles, was den Beamten wertvoll scheint, wird beschlagnahmt und mitgenommen. In erster Linie haben sie es auf Gold- und Silbergegsnstände und auf Kleidung abgesehen. Die Bezirksstelle der SDP. ist vollkommen demoliert worden. Das übriggeblie- bene Mobiliar wurde gestohlen. Ein Teil der Möbelstücke wurde in die Privatwohnungen von Staatspolizeibeamten gebracht. Auch das Privateigentum des Personals, darunter Mäntel und Kleider, wurde mitgenommen. Eine ähnliche Meldung kommt aus Landskron, wo die tschechische Polizei sich i n denHäusernderDeutschen einquartiert hat. Die Polizeibeamten stoßen die Drohung aus, daß kein Deutscher die Volkstumsinsel von Iglau lebend verlassen werde, wenn erst einmal der Augenblick des Aufstandes gekommen sei. London, 21. Sept. (Europapreß.) In den Abendstunden begab sich Ministerpräsident Chamberlain zum König, um ihm über die Nach- Mittagssitzung des Kabinetts sowie über seine bevorstehende zweite Begegnung mit Adolf Hitler Bericht zu erstatten. Beim Verlassen der Downing- Street wurde der Ministerpräsident, der sehr zuversichtlich aussah, von einer großen Menschenmenge b e g e i ft e r t begrüßt. Für d'en Flug des Ministerpräsidenten nach Köln hat die britische Air- ways-Gesellschast eines ihrer neuesten Flugzeuge, eine amerikanische Lockheed-Super- Electra-Maschine, zur Verfügung gestellt. Die gleiche Maschine hatte am vergangenen Sonntag einen Rekordflug von London nach Stockholm in viereinhalb Stunden durchgeführt. Die Maschine wird von den beiden Flugkapitänen Robinson und King gesteuert: ein Funker bildet die Ergänzung der Be- satzung. Eine zweite Lockheed-Electra-Maschine mit einer Besatzung von vier Mann wird das Flugzeug des Ministerpräsidenten begleiten. Chamberlain wird den Flugplatz Hefton Donnerstag früh gegen 10 Uhr verlassen. Jin Falle schlechten Wetters sind kleine Abänderungen des Reiseprogramms möglich. Der Ministerpräsident wird von Sir Horace Wilson, Sir William Malkin, Berater des Foreign Office, und Mr. S t r a n g sowie Mr. H u m p h r e y - D a - Dies, seinem Privatsekretär, begleitet werden. ♦ Chamberlain gehe nach Godesbera, so schreibt die „Time s", mit den besten Wünschen des ganzen Landes für eine friedliche und ehrbare Bereinigung des tschechischen Problems. Die augenblicklichen Grenzen der Tschecho-Slowakei seien n i ch t i rn geringsten heilig. Vor 20 Jahren habe man sie gezogen, und zwar habe man sie nach Ansicht vieler, die sich ein Urteil leisten formten, falsch g e • zogen. Unter diesen Leuten hätten sich damals auch Vertreter der Labour-Partei befunden, deren Nachfolger heute genau das Gegenteil sagten. Chamberlain verdiene den Dank Englands nicht nur dafür, daß er die eigentliche Kriegsgefahr beseitigt habe. Seine Mission umfasse mehr als das. Es handele sich nicht allein darum, den Frieden zu erhalten, sondern auch eine Lösuna zu finden und jedem Versuch, eine Bereinigung durch Gewalt herbeizuführen, sich zu widersetzen. „Daily Telegraph" bedauert zwar die Prager Regierung, betont aber gleichzeitig,^daß der auf Prag von Paris und London ausgeübte Druck nicht aus Mangel für Sympathie für die Tschechen, sondern zur Rettung des Friedens ausge» übt worden fei. —„Daily Expreß" betont, daß mit nüchternem Auge gesehen dieses Ende unvermeidlich gewesen sei. Eden habe gestern ein Wehgeschrei ausgestoßen und Chamberlains Vorgehen kritisiert. Seine Rede könne man nicht anders auslegen, als daß England in den Kampf ziehen solle, wenn andere Völker dieser Ansicht seien. Dieser Rat komme ausgerechnet von dem Mann, der die Engländer überredet habe, den Teilungsplan Abessiniens zurückzuweisen. Derselbe Mann sei aber später nicht in der Lage gewesen, die Abessinier gegen die traurigen Folgen dieser Zurückweisung zu schützen. Glücklicherweise aber sei das englische Volk entschlossen, nicht auf fremden Rat zu hören, sondern sein eigenes Schick- al selbst zu schmieden. „Daily Mai l" erklärt, was für Sympathien man immer auch für die Tschechen habe, es bleibe eine historische Tatsache, daß man von ihnen lediglich verlange, diejenigen Gebiete und Bevölkerungen abzugeben, die man von Rechts wegen niemals hätte unter ihre Herrschaft geben sollen. Die Nachkriegsprobleme müßten in irgendeiner Weise gelöst London, 22. Sept. (DNB. Funkspruch.) In Stratford-on-Avon hat sich der frühere Außenminister Eden zur Lage geäußert und dabei erklärt: In Großbritannien wachse die Ueberzeu- gung, daß ein fortgesetzter Rückzug nur zu immer größerer VerSvirrung führen könne. Das britische Volk wisse, daß ein Halt geboten werden müsse. Die tiefe Besorgnis, mit der das britische Volk die gegenwärtige Entwicklung sehe, stünde außer Zweifel. Es gäbe Leute; die glaubten, wenn die gegenwärtige Frage gelöst würde, daß bann der Ehrgeiz fast aller Mächte in Europa befriedigt und die Krise vorbei fei. Die Wahrheit fei, daß jede neue Krise den Krieg näher bringe. In den letzten Wochen habe man geradezu am Abgrund gestanden. Gegenwärtig sei nichts wichtiger, als ein besseres Verstehen zwischen dem britischen und dem amerikanischem Volk. Unter der Ueberfchrift „Saboteur Eden" schreibt hierzu das Berliner „12-Uhr-Blatt" u. a.: „Mister Anthony Eden hielt gestern eine Rede, die eine verzweifelte Aehnlichkeit mit den politischen Sonn- tagsreben jener gestürzten Götter hat, die ba meinen, einzig und allein ihre Klugheit hielte bie Welt in ben Angeln. Daß Mister Eden in einem Augenblick, in bem die britische Politik her Nachkriegszeit sich der Vollendung eines ihrer schönsten Frievens- werke nähert, bazu hergibt, zur Sabotage dieses Werkes aufzurufen, ist ein einmaliger Vorgang nicht nur in der britischen, sondern auch in der europäischen Politik. Wenn Mister Eden Darüber hinaus von der tiefen Besorgnis spricht, die bas britische Volk gegenwärtig erfülle, so können wir nur antworten, daß uns biefe Tatsache völlig neu ist. Wir haben von der tiefen Besorgnis des britischen Volkes gewußt, bie vorherrschte, als sich der englische Regierungschef noch nicht zu bem Schritt entschlossen hatte, ben er in der entscheidenden Stunde tat als ein Mann, der sich seiner Verantwortung bewußt ist und sie auch zu übernehmen gedenkt. Sind bie herzlichen Ovationen, die Chamberlain nach seiner Rückkehr werden, und Chamberlains Weg sei der richtige. Wer aber versucht Chamberlain in ein falsches Licht zu setzen, spiele ein gefährliches Spiel. Wer ben Friebensplan zerstören und die Kriegsgefahr wieder heraufbefchwören wolle, würde mehr als Verrat begehen. Es gäbe aber noch eine andere Gefahr, nämlich, daß die Tschechen auf die finsteren Triebe hereinfallen: denn die Sowjets würden jetzt alle Tricks und Unterweltsmethoden einfetzen, um es zum Kriege zu bringen. Die Dfehe« fchen aber dürften auf diese Hetze nicht hören. Sie müßten auf der Seite des Friedens stehen. vom Oberfalzberg zuteil wurden, etwa Ausdruck der Besorgnis des englischen Volkes gewesen? Das, was Mister Eden über die Rauschoelüste gewisser Völker zu sagen weiß, die beim Essen Appetit bekämen, wollen wir nicht als einen Zweifel an bem Wort bes Führers anfehen, sondern lediglich als die Dummheit eines Ewiggestrigen. Wenn Mister Eden jedoch glaubt, feine Meinung dahin formulieren zu müssen, England fei verpflichtet, der gerechten Neuordnung Europas ,ein Halt zu bieten, Dann müssen wir ihm unsererseits ein Halt zurufen." Scharfe Abrechnung mit der Opposition. London, 22. Sept. (DNB. Funkspruch.) In einem bemerkenswerten Artikel wendet sich „E v e • ning News" gegen die Opposition, bie sich gegen Chamberlain zu rühren beginnt (Eben, die Arbeiterpartei unb bie Liberalen). Mit jebetn Schritt, den Chamberlain tue, um ben Frieden zu sichern, schreibt bas Blatt, würben die „moralischen I d e a l i st e n" in Englanb kriegerischer. Je mehr bie Gefahren bes Krieges verfchwinbe, um so lauter bestäuben sie Darauf, baß fie bereit g e - wesen feien, z u kämpfen. Sie wollten damit die britische Meinung gegen ben englisch-französischen Plan mobilisieren unb versuchten ben Eindruck zu erwecken, daß mit dem Führer ein Handel auf Kosten der Tschecho-Slowakei gegen ben Willen bes britischen Volkes abgeschlossen worben sei wäh' renb ber Abwesenheit bes Parlaments. Gegenüber Siefen Kritikern an der britischen Regierung brauche man nur eine Frage zu stellen: Haben sie das Schicksal Abessiniens vergessen? Der Hoare- Laoal-Plan biete ein bewundernswertes Beispiel dafür, wie man eine Lösung auf bem Wege eines vom gesunden Menschenverstand getragenen Kompromiß ses hätte herbeiführen können. Die Empörung der „Idealisten" habe ihn aber zerstört. Das Ergebnis sei das Verschwinden bes ab essinisch en Reiches gewesen. Die gleiche Gefahr folge Quertreibereien Edens gegen Chamberlains Friedenswett. hältnisse d e r Tschecho-Slowakei habe, a Laß Großbritannien ausdrücklich sich dessen enthal- f ten habe, ein Versprechen abzugeben, für die Wolga geraubten Gut gefüllt, sichern, opferten sie das Leben Um ihre Beute zu W W ML Die Legende der tschechischen Legionen Oie Armee der Lleberläufer auf ihrem Zug durch Sibirien 1918/20. M' heute für die Tschecho-Slowakei. Gefühle seien aber kein Ersatz für kalte Tatsachen. Die Realität der Lage bestehe darin, daß Großbritannien kein lebenswichtiges Interesse an der Erhaltung der gegenwärtigen 23 er- SWÄo«(5tomafet zu kämpfen, und daß schließlich morallsch für die Schaffung der Tschecho-Slowakei dle Veremlgten Staaten und Präsident Wilson ver- antwortllcher seien als Großbritannien. Die Hal- tung Großbritanniens sei daher durchaus klar, wie auch seine Antwort: Sich vom Kontinent fernzuhalten. ..... Jeden der Bevölkerung." Zahlreiche Zeugnisse über die an wehrlosen Deutschen, Oesterreichern und Ungarn begangenen viehischen Grausamkeiten der Tschechen liegen vor. Geheimer Rat F e st e r, aus Frankfurt a. M. stammend, ließ sich 1893 in München als Privatdozent nieder. Von 1899 bis 1907 las er in Erlangen als ordentlicher Professor über mittlere und neuere Geschichte. 1909 wurde er als Nachfolger Droysens an die Universität 'Halle gerufen, wo er bis zu feiner Emeritierung 1926 lehrte. Professor Fester ist als hervorragender Kenner besonders des 18. Jahrhunderts und des Bismarck-Zeitalters bekannt. Seit dem Weltkriege hat er sich auch der Klärung aktueller Geschichtsprobleme zugewandt. Besondere Verdienste hat er sich um die Klärung der Kriegsschuld« frage erworben. Professor Fester ist Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und Mitarbeiter im Reichsinstitut für Geschichte des neuen Deutschlands. Hinrichtung eines Mörders. Am 21. September ist der 1913 geborene Adolf Brenner aus Iabersborf (Kärnten) hingerich - t e t worden, der vom Obersten Gerichtshof zu Wien wegen Mordes zum Tode verurteilt worden ist. Der als gewalttätig bekannte Brenner hatte in Lassendorf die Gastwirtstochter Maria G r a tz e r mit einem Holzscheit erschlagen. Ehepaar in einem Steinbruch tödlich abgestürzt. In einem Steinbruch bei Bürgstadt, in der Nähe von Miltenberg am Main, machten zwei Steinhauer, als sie ihre Arbeitsstätte betraten, einen schaurigen Fund. Ein Mann und eine Frau lagen zerschmettert t o t auf dem Felsen. Offenbar waren sie von der hohen Felsenwand in den Steinbruch hinabgestürzt. Es handelt sich um den Stadtamtmann Hugo Kahl aus Köln-Braunsfeld und feine Frau. Bei einem Spaziergang im Walde haben sie sich wahrscheinlich verirrt und sind dann auf der Suche nach dem Heimwege in den Steinbruch abgestürzt. Hitter-Hahnen über dem Gudetenlond. Die Sudetendeutschen übernehmen den Ordnungsdienst in eigene Hände. (Letzte Meldung.) Eger, 22. Sept (DRB. Funkspruch.) 3n der Nacht zum Donnerstag und in der Frühe dieses Tages haben die Sudetendeutfchen im ganzen fudetendeutfchen Gebiet bis zu der tschechischen Sprachgrenze den Ordnungsdienst, zunächst noch zusammen mit den Organen des tschecho-slowakischen Staates, in eigene Hände übernommen. Das ganze Land ist in einen Taumel unbeschreiblicher Freude geraten. Hakenkreuzfahnen wehen von den Häusern, die Bevölke- rung ist auf den Straßen. Alles fällt sich vor Freude um den hals. Ls gibt unbeschreibliche Szenen ergreifenden Jubels. Die Sudetendeutfchen. die schwere Jahre mit bewunderungswerter Ausdauer . durchgestanden haben, hielten auch in den letzten Stunden vor ihrer Befreiung in vorbildlicher und mustergültiger weife Zucht und Ordnung. Die Organe des tschecho-slowakischen Staates, Gendarmen und Polizeibeamte und andere, machen gemeinsam mit den Sude- tendeutschen den Ordnungsdienst, das heißt, diesen Organen sind Sudetendeutsche beige- geben, doch treten sie selbst kaum noch in die Erscheinung. Tatsache bezeugt, daß z. B. in Bad-Nauheim allein rund 16 Millionen Mark in den Badeanlagen investiert find. Dritte werkstältenfahrt des „Graf Zeppelin". Das neue Luftschiff „Gras Zeppelin" ist heute (Donnerstag) morgen um 4.15 Uhr auf dem Flugplatz Löwental zu feiner dritten Werk- stättensvhrt aufgestiegen. Bei leichtem Morgen- nobel, jedoch von ruhigem, windstillem Wetter begünstigt, erfolgte der Start ohne Zwischenfall. Die Führung hat, wie bei den vorhergehenden Fahrten, Dr. Eckener selbst übernommen. An Bord befinden sich Werksangehörige und Mitglieder des Reichs- luftfahrtministermms. Die Fahrt wird sich Ms in die Abendstunden ausdehnen. Goethe-Medaille für Geheimrat Richard Fester. Der Führer und Reichskanzler hat dem Geheimen Regierungsrat Professor Dr. Richard Fester in München aus Anlaß seines 78. Geburtstages in Anerkennung feiner Verdienste um die deutsche Geschichtswissenschaft die Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen. Auch die Karpatho-Llkramer fordern ihre Freiheit. Niemand will für den Tschechen-Staat kämpfen. MAGGI” W ruhte Tschechen ihr geraubtes Gut in Sicherheit bringen wollten ... Die Hauptschuld, besser gesagt die alleinige Schuld an diesem grausigen Unglück tragen die Tschechen ... Sie hatten sich der Lokomotiven der Flüchtlingszüge bemächtigt und den ganzen Bahnbetrieb lahmgelegt. 50 Prozent des rollenden Materials waren in den Händen der Tschechen und waren mit dem am Ural und an der September-Erfahrungen in Paris Don unserem E. J.-Korrespondenien. . eine delikate Sahnensoße und etwas Sahne e .^onte Zwiebelsoße und eine kl. zwe • - kräftige Senfsoße Aus aller Wett. 23 Länder beim internationalen Bäderkongreß. Vorn 22. bis 27. September findet in Berlin und Bad-Nauheim der Internationale Bäder- ko n g r e ß des 1937 in Budapest gegründeten Internationalen Bäderoerbandes statt. Der unter der Schirmherrschaft der Reichsminister Dr. Goebbels und Dr. Frick stehende Kongreß, an dem sich 23 Länder beteiligen, beginnt in Berlin mit bet Generalversammlung und Delegiertentagung sowie einer öffentlichen Kundgebung des Internationalen Bäderverbandes und wird vorn 24. bis 27. September in Bad-Nauheim in Verbindung mit dem 2. Deutschen Bädertag des Reichsfremdenverkehrsverbandes fortgesetzt. Hier werden in fünf Sektionen wirtschaftliche, technische, ärztliche und rechtliche Fragen des Bäderwesens sowie Fragen der Bäderwerbung behandelt. Aus der Fülle Der Beratungsthemen seien die Preisgestaltung der Bäderwirtschaft, die Diät in Bädern und Kurorten, die internationale Bädergesetzgebung und internationale und deutsche Bäderwerbung genannt. Eine Ausstellung moderner Bädertechnik und des internationalen Werbematerials der Bäder sowie zahlreiche Besichtigungen werden die Vorträge ergänzen. Im Anschluß an die Tagung sind drei Besichtigungsfahrten vorgesehen. Diese Fahrten werden den ausländischen Teilnehmern Einblick in Den hohen Stand des deutschen Bäderwesens vermitteln. Mit rund 750 anerkannten Bädern und Kurorten steht Deutschland weitaus an der Spitze aller Länder; ihm folgt an zweiter Stelle Frankreich mit etwa 200. Die volkswirtschaftliche Bedeutung des deutschen Bäderwesens wird durch die Prag, 21. Sept. (DNB.) Aus U z h o r o d (Kar- pathen'llkraine) wird gemeldet: Die Unsicherheit der tschechischen Verwaltung in der Karpathen-Ukraine wächst ständig. Um den Haß der Ukrainer gegen das tschechische Regime zu besänftigen, hatte die tschechische Regierung den Landwirtschaftsminister Za- di n a nach Uzhorod entsandt, der aber erfolglos nach Prag zurückkehren mußte. Die Masse der Bevölkerung weigert sich, der tschechischen Mobilmachung Folge zu leisten und vielleicht mit der Roten Armee und den in der Tscheche! selbst organisierten kommunistischen Banden gegen Deutschland kämpfen zu müssen. Die Karpathen-Ukraine hat sich seinerzeit unter Zusicherung völliger Autonomie dem tschecho-slowakischen Staatsverband angeschlos- fen und will heute bei dessen Verfall ihre v ö l - kische Selbständigkeit zurück haben und kein anderes Okkupationsregime im Lande dulden. Wie in Uzhorod erst jetzt bekannt wird, hat in d e n Vereinigten Staaten von Amerika bereits eine große Kundgebung der dortigen Ukrai- ner stattgefunden, auf welcher auch Die Schaffung einer unabhängigen Karpathen- Ukraine gefordert wurde, das gesamte Ukrainer- tum steht geschlossen hinter dieser Forderung. Auf dieser nationalen Kundgebung, die von der ODWU. (Organisation zur staatlichen Erneuerung der Ukraine) organisiert war, nahmen über 5000 Delegierte aus allen ukrainischen Siedlungen in den Vereinigten Staaten teil. In ihrem Namen hat bereits der ukrainische Bevollmächtigte in Rom, Professor Onatskyj, der italienischen Regierung ein ausführliches Memorandum über die Lage der Ukrainer im Karpathenland überreicht, in welchem Der unerschütterliche Wille der Ukrainer zur Selbstbestimmung ihres Schicksals und Ablehnung jeder fremden Okkupation in der Karpathen-Ukraine klar zum Ausdruck gebracht ist. Der Nationalrat der Ukraine und die autonome Bauernverwaltung waren am Dienstag in Ungnar versammelt. Auf dieser Zusammenkunft wurde eine Entschließung angenommen, in der es heißt: Angesichts der Tatsache, daß die Tschechen innerhalb von 18 Jahren dem ukrainischen Volke dle Autonomie nicht gewährt haben und somit die in dem Vertrag von SL Germain und in der tschechischen Verfassung übernommenen Verpflichtungen nicht erfüllt haben, sieht sich der Zentralrat der Ukrainer in diesen schicksalsschweren Stunden veranlaßt, für das Recht und für die Freiheit des ukrainischen Volkes einzutreten. Der ukrainische Zentralrat fordert dle Selb st be st im- mung im Sinne der Dilsonschen Grundsätze als Sicherung für die Zukunft des Volkes. Die Nachrichten von der Festnahme des stellvertretenden Führers der ukrainischen Volksgruppe, Rohac, in der Tschecho-Slowakei hat in der gesamten ukrainischen Bevölkerung ungeheure Erregung ausgelöst. Die Erbitterung und Die Kampfbereitschaft wächst von Stunde zu Stunde. Die Ukrainer sind entschlossen, ihren Freiheitskampf gegen die tschechischen Bolschewisten mit allen ihnen Zur Verfügung stehenden Mitteln zu führen. die Tschechen?" ist immer lauter und deutlicher erhoben worden und mußte auch von den Politikern gehört werden. Adolf Hitlers große Nürnberger Rede wurde mit einem deutlichen Seufzer der Erleichterung gehört, die Nachrichten über die schweren Zwischenfälle m Sudetendeutschland verstärkten wieder die Besorgnisse, aber man hatte allen Beeinflussungsversuchen zum Trotz im Volk offensichtlich keine Lust, die Verantwortlichkeit zu untersuchen. Schließlich wirkte Die Reise des englischen Ministerpräsidenten Chamberlain nach Berch- te^gabcn wie Die Befreiung von einem ungeheuren Druck. Gleichzeitig damit haben sich jetzt auch in der gedruckten öffentlichen Meinung, der Tages« presse, einige Urteile hervorgewagt, Die heute noch Durch ihre Freimütigkeit überraschen, morgen vielleicht schon alltäglich fein werben: einige Blätter sprechen weniger freundlich von Den Tschechen, to- gar der „Temps" mußte ihnen bescheinigen, daß sie den Sudetendeutschen in Den monatelangen Der- hanDlungen mit Der einen Hand wieder Das zu nehmen sich anschickten, was sie mit der anderen Hand ihnen scheinbar geben wollten. In einem anderen Statt dem konservativen „Figaro", kann man zum ersten Male lesen, Daß gewisse Dinge in Europa eben Doch einer Evolution, also einer Entwicklung, unterworfen sein müssen. Mit anderen Worten, man kann nicht ewig an Den Versailler Vertragskonstruktionen für Mitteleuropa festhalten; das gleiche Blatt erkennt den heutigen hohen Rang Deutschlands in Der Welt, seine Gewinne an An- sehen an. Die Reise Chamberlains nach Berchtesgaden ist von fast allen Pariser Blättern rückhaltlos begrüßt worden, und Das entspricht auch selbstverständlich Der Stimmung im Volk. Man ist sehr stolz darauf, Daß Frankreichs Ministerpräsident Dalabier an der Vorbereitung Dieser Reise nicht ganz unbeteiligt war. Es scheint, Daß man sich in Frankreich im Ein« verstänDnis mit England mit Dem Gedanken an weitreichende Zugeständnisse in der sudetendeutschen Frage vertraut zu machen beginnt. Die starre Abwehrfront gegen alle Deutschen Forderungen beginnt auch hierzulande abzubröckeln. Konkrete Anzeichen dafür sind die sich täglich mehrenden Stimmen, Die offen für eine Volksabstimmung in der Tschecho-Slowakei eintreten. Das Bild der imponierenden Stärke Deutschlands Dürfte hierfür in erster Linie verantwortlich zu machen sein. Ein so ernst zu nehmender Politiker wie F l a n D i n hat es ausgesprochen, Daß Die außenpolitischen Ziele eines Volkes sich den Machtmitteln anpassen müssen, Die es in Die Waagschale werfen kann. 2lber er hat zugleich auch gesagt, Daß man vielleicht in eine Periode konstruktiver Politik eintrete. Diese konstruktive Politik ist auch gerade vom französischen Standpunkt aus nötig, denn, so sagt ein Blatt der Linken in Pans: „Das 1919 schlecht wieder aufgebaute Europa droht der Last Der Rüstungen zu erliegen unD im Elend unterzugehen." Es wäre erfreulich, wenn die französische Politik jetzt die Konsequenzen aus solchen Erkenntnissen ziehen wollte. II. Bei der Sicherung des Bahntransportes durch Sibirien ging der organisatorische Führer, Gajda, nach einem wohlüberlegten Plan vor. Es kam darauf an, Das in hartem Kampf mit Den Bolschewisten stehende Heer Des Admirals Koltschak so lange als Schutzwall zwischen den ostwärts ziehenden Legionen und den Bolschewisten zu wissen, bis man mindestens in Irkutsk war und dann- die Maske fallen lassen konnte. Schon im November 1918 suchte Gajda daher den Admiral in dessen Hauptquartier auf und versicherte ihm Der Sympathie und Zuverlässigkeit der tschechischen Legionen. General Sakharrow, der Stabschef Koltschaks, verzeichnet bei Diesem ersten persönlichen Zusammentreffen mit Gajda eine knappe anschauliche Charakteristik des Tschechen in seinem Tagebuch: „Ein junges, schmales, maskenhaftes Gesicht, beinahe farblose harte Augen, darin Der Ausdruck festen, raubgierigen Willens ... Die Uniform eines russischen Generals, nur ohne Achselstücke, Die er den tschechischen Politikern zuliebe abgenommen hatte. Seine Sprache war leise, gemessen, beinahe zart ... Er markierte Den Helden und Felbherrn." Koltschak ließ sich von Dem wortgewandten Tschechen in seiner Gutgläubigkeit Derart einwickeln. Daß er ihn kraft seines Amtes als russischer Rk'chsver- weser zum Generalmajor ernannte. Sofort zeigten sich die verhängnisvollen Folgen. Die Tschechen beschlagnahmten oej erster Gelegenheit zwei komplette russische Panzerzüge, die als Flankendeckung für Die vorn kämpfende weißrussische Westarmee in Diesem Bewegungskrieg von größter Bedeutung hätten werden können. Aber die Tschechen halten diese Panzer- züge grundsätzlich weit hinten in Der Etappe zu ihrer ständigen eigenen Verfügung und beachten Die immer wieder eintreffenden Hilferufe Der weißrussischen Westarmee überhaupt nicht. Ebensowenig setzen sie ihre 50 000 Mann im Kampf gegen die Bolsche- wisten in irgendeiner wirklich nennenswerten Weise ein. Die Zurückhaltung der beiden Panzerzüge und der 50 000 Tschechen sichert mit Dem gleichzeitig fortgesetzten Raub des rollenden Eisenbahnmaterials nicht nur den tschechischen Marsch nach Osten, sondern besiegelt bald darauf den Untergang Des Heeres Koltschaks und damit zugleich Den Sieg Des Bolschewismus. m Bald läuft „das unsterbliche Bataillon Des Gene- rals Gajda" einfach zu Den Bolschewisten über. Leider wird Koltschak etft jetzt aufmerksam. Gajda wird degradiert und schimpflich aus der russischen Armee ausgestoßen. In einem mit Kostbarkeiten vollgestopften Sonderzuge fährt er nach Wladiwostok ab. An Der Wolga erlebt General Sakharow dann Den Auszug der Legionen selbst: „Ich hatte nicht erwartet, eine Feiglingsschar vor mir zu sehen. Deren Spezialität Fahnenflucht, Verrat und Diebstahl waren ... Der Vertreter Englands, Gene- ral Knox, versicherte mir wiederholt seme aufrichtige Empörung über bas Verhalten der Tschechen.^ Für dieses Verhalten seien hier noch zwei zeitgenössische Feststellungen angeführt. In der 1921 in Lokio erschienenen Schrift „Die tschechischen Argonauten in Sibirien" heißt es u. a.: „I e o e r Deutsche ober Ungar mürbe ohne weiteres erschossen." Die von Den Tschechen geplünderten Städte wie Kasan usw. werben unter Mitfuhrung des Eisenbahnmaterials kampflos den andrangenDen Bolschewisten überlassen. Ein Augenzeuge notiert: .Hunberttausende von Russen, hungrig, h^bnackt, krank, werden auf ber Flucht vor den Bolschewisten dem Tode preisgegeben, weil 50 000 kräftige^usge- Nationalspanischer Vormarsch an der Ebro-Zront. Bilbao, 22. Sept. (DNB. Funkspruch.) Der nationalspanische Heeresbericht gibt bekannt, daß an der Ebro-Front der Vormarsch Der nationalen Truppen anbauert. Aus einer Frontlänge von. Drei Kilometer wurden Die feindlichen Gräben besetzt und deren Besatzung gefangengenommen. Aus den Aussagen Der Gefangenen geht hervor, daß Die Roten in den letzten Kämpfen am Ebro mehr als 50 000 Mann verloren haben. Davon 5000 allein am gestrigen Tage. Die Bolschewisten versuchten an anderen Abschnitten Gegenangriffe zu unternehmen, die aber mit großen Verlusten für Die Angreifer abgeschlagen würben. Bei einem Dieser Angriffe verloren bie Roten bei Villafvanca de Corboba mehrere hunbert Tote und zahlreiche Gefangene. Von der nationMpanischen Luftwaffe wurden sieben bolschewistische Flugzeuge abgeschossen und ein weiteres durch Flak zum Absturz gebracht. Paris, Mitte September 1938. In einem großen Lichtspieltheater auf den Pariser Boulevards läuft zur Zeit ein Film, ber volle Häuser unb viel Beifall finbet: „Alarm im Mit- telmeer". Er schildert eine dramatische Begebenheit aus ber Tätigkeit ber Marine bei ber Nichteinmischungs-Kontrolle über Spanien unb gibt mit viel Takt Verbrüberungsszenen zwischen ben französischen See-Offizieren unb je einem deutschen unb englischen Verbindungsoffizier wieber. In einer gefährlichen Lage wirb ber sehr sympathisch bargestellte beutsche Marine-Offizier ein Opfer tamerab» schaftlicher Hilfe unb Pflichterfüllung, er stirbt an einer Gasvergiftung, unb über seinem Grab senkt sich bie Hakenkreuzflagge. Auch in ben Tagen Der äußersten Diplomatischen Spannung ist es nicht zu ber kleinsten Mißfallenskundgebung gegen biesen Verständigungsfilm gekommen, ber Beifall hat feine gleiche herzliche Wärme behalten. Das ist symptomatisch. Denn — von ben Ausnahmen ber Unbelehrbaren selbstoerstänblich abgesehen — hat man sich in ben kritischen Tagen mit ihrer Spannung wegen ber subetenbeutschen Frage von Aeußerungen ber Deutschfeinblichkeit im allgemeinen ferngehalten. Im Pariser Zentrum wurde ein Filmstreifen vom Nürnberger Parteitag zwar ausgepfiffen, aber an- bererfeits lösten in einem billigen Kino Mißfallensrufe gegen einen ähnlichen Filmstreifen bemonstra- tiven Beifall einfacher Frauen aus, was immerhin nicht ohne Interesse ist. Ganz allgemein kann man wohl sagen, baß man sich bemüht hat, das Dunkle unb schwer zu entwir- renbe Fatum biplomatischer Zwirnssäben unb Vor- tragskonstruktionen von ben persönlichen Gefühlen gegenüber Deutschlanb zu trennen. Die Tage der Unentwegten, bie jebe Gelegenheit benutzen, um Deutschlanb bie Absicht geheimnisvoller Eroberungszüge zu unterschieben, und bie am liebsten jebe Verstänbigung über bie subetendeutsche Frage Der- hinbert hätten, finb zwar noch nicht gezählt; sie haben sowohl auf Der Seite Der Linken wie ber Rechten ihre Sprachrohre in ber Presse. Aber andererseits ist ber Wille, ber wirklichen Lage Deutschlanbs gerecht zu werben, boch stark im Zunehmen; es mag sich nicht um einen Stimmungsumschwung aus reiner Liebe hanbeln; ber politische Machtzuwachs bes neuen Deutschlanb seit 1933, von bem bie Welt täglich neue unb einbrucksvolle Beweise erhält, ist eben nicht zu übersetzen, gerabe das Volk, der Mann auf ber Straße, hat in diesen Tagen seine Ueberlegung angestellt über bie Sinnlosigkeit ber schweren Opfer, bie man sich anschickte, von ihm zu forbern, um sich einer Entwicklung entgegenzustemmen, die eben nicht mehr aufzuhalten ist. Dieser geistige Umstellungsprozeß hat sich gerade jetzt deutlich gezeigt unb hat auch das äußere Bilb von Paris in allen ben einzelnen Phasen ber schweren internationalen Krise beherrscht: bie Dumpfe Besorgnis, bie burch bie langsam einsetzenben Re- seroisten-Einberufungen für bie Maginot-Linie, bie Abreise ber „Spezialisten" oom Pariser Ostbahnhof ausgelöst würbe. Die Frage: „Für was", „Für Mit größter Bereitwilligkeit aber nahmen bie Legionäre in ihren 20 000 Waggons solche russischen Flüchtlinge auf, die größere Geldsummen oder Kostbarkeiten bei sich hatten. Sie verlangten für die Mitfahrt Durchschnittlich 5—15 000 Goldrubel — unter- wegs wurden Dann Die Opfer erschlagen und die Leichen bei Der Ueberfcchrt über Flüsse ins Wasser geworfen. Ein tolles Stück erlebte Der dänische Konsul in Wladiwostok, Gavardo, Der bei der Rückkehr an feinen Amtssitz seine Wohnung von Den Tschechen völlig a 14s geplündert fand. Bei dem später in der Tscheche! von dem Konsul angestrengten Prozeß, bei dem die tschechischen Beamten alles ableugneten, erkannte ber Konsul in bem Teppich, auf dem ber tschechische Verhanblungsleiter stand, eins seiner wertvollsten Stücke wieder! Seinen hauptsächlichsten Besitz entdeckte ber Konsul bann im — Prager Nationalmuseum! H U , SW < • - '. ' . - u J . Tüchtige Lebensmittel- Verkäufer für sofort oder später gesucht Gustav Geisse Gießen, Seltersweg 2 6033D Militär: Koffer billig von Leder-Rührig, Neustadt 43 zugefallen. Stunde der Hausfrau! an pimperliche / lAf CDRE DRUCKSACHEN WCnDE Brühl. GieOen 6070 V 1 Stu» 18 Pfg. 6073V AöR ADO R bekörnmäft Sie übertSlÄ wo es gute Seifen gibQ 5765 V liehen Eigenschaften Der 2 der mit ge- sind wichtig, wenn Ihre Kleidung bis ins Kleinste modisch und elegant wirken soll: Strümpfe und Handschuhe! — Wählen Sie bitte beides zu Ihrer Herbstgarderobe passend aus der Fülle der Neuheiten bei Vornehm i Geschmackvoll i PersönlichI iiiilllllllllilllllillliliiiiiiiiiiilllllliilllilliiiiiililiii Einspaltige Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die Mllllmeterzeile veröffentlicht iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiliiiiiiiiiiiin Familien- Drucksache Dietet ihnen in zahlreichen neuzeitlichen Ausführungen sowie Papieren billiget die Brühl'sche Druckerei Schulstr. 7. Ruf 2251 rinnen zu verständigen. Gießen, den 21. September 1938. - Stadtschulamt Gießen. I. V.: Nebeling, Schulrat. umwobenen Rhein nicht aus ihrem Reiseplan her- ausgelassen haben,,bekannt ist. In herrlicher Einsamkeit mitten in schönstem deutschen Wald liegt das Hotel, von dem aus der Mick weit über das Rheintal und die Nachbargebiete hinwegschweifen kann. Beide Stätten sind der Angelpunkt der Aufmerksamkeit aller, die sich in Godesberg versammelt haben. Und dazu gehören viele Tausende Kölner und Bonner, die herbeigeeilt sind, um den Führer und seine Gäste zu begrüßen und sie'bei den verschiedenen Hin- und Herfahrten zu beobachten. Sie Di des $ Reqii /. Sain Kommc II. Batt von E-Dati mande steht c zur 5 bei $ 8"t t dicht der Wenn sich Staatsmänner ein Stelldichein geben, beherrscht zuerst die Presse das Feld; so auch in dem kleinen Rheinstädtchen Godesberg, das auserwählt worden ist, den Hintergrund für die Begegnung des Führers mit dem englischen Ministerpräsidenten Chamberlain abzugeben. In großer Zahl sind die Vertreter der Weltpresse, der Zeitungen des In- und Auslandes, herbeiaeeilt, um unter Ausnutzung der modernsten technischen Einrichtungen der Nachrichtenübermittlung jede Phase der Vorgänge in Godesberg Nach draußen weiterzugeben. Das ist indessen leichter gesagt als getan. Zwar sind von der Reichspost in höchster Eile neue Kabel gelegt und die Zimmer der Journalisten in den Hotels ausgerichtet worden, aber der große Ansturm auf das Telephon läßt doch manchen Berichterstatter sich in fein Auto schwingen und mit hoher Geschwindigkeit zum nahen Bonn oder Köln herüberfahren, von wo er etwas leichteren Anschluß mit seiner Heimatredaktion zu erhalten hofft, mag sie diesseits, mag sie jenseits der Reichsgrenze liegen. Einen kleinen, aber nicht unwesentlichen Unterschied weist jedoch die Begegnung von Godesberg gegenüber anderen Ministertreffen auf. Hier wird hinter verschlossenen Türen gesprochen, hier wird ohne Umschweife das zur Debatte stehende Problem angepackt, während bei anderen ähnlichen Anlässen, soweit sie sich im Auslande abspielen, meist die Indiskretion vor, während und unmittelbar nach den Besprechungen eine nicht unwesentliche Rolle spielt, die Konferenzen stört, beeinflußt und schließlich auch dazu führt, daß sie alle möglichen Gerüchte und neuen Hindernisse auftürmt und die Beratungen in die Breite, statt in die Tiefe gehen läßt. Hier in Godesberg hat Indiskretion nichts zu suchen. Infolgedessen müssen sich also auch die ausländischen Berichterstatter mit Geduld wappnen und in der Zwischenzeit einen Blick in die Gegend und Umgegend werfen, die, soweit es sich um das Rheintal handelt, dem Korb eines aufgestörten Bienenschwarms gleicht. Ueberall hat die Polizei Absperrungen und Verkehrsumleitungen vorgenommen, sie hat dafür gesorgt, daß das Hotel Dressen, ein mächtiger Gästebau hart am Rheinufer, verkehrsmäßig außer Schußbereich bleibt. Denn hier wohnt der Führer, während ihm gegenüber auf der anderen Seite des Rheins, auf dem Petersberg, fein englischer G a st Quartier bezogen hat. Der Petersberg liegt inmitten der Siebenberge, deren einer, die Ruine Drachenfels, allen Engländern, die einmal Deutschland besucht haben und selbstverständlich den sagenstehen wie die Mauern, Kopf an Kopf auf den dem Union Jack und der Hakenkreuzflagge schmückten Straßen, geduldiger als die Presse, die die Fernsprechleitungen nach allen Richtungen der Windrose hin keinen Augenblick außer Betrieb kommen läßt. Denn sie ist in Godesberg berufen, der Welt auf dem kürzesten Wege ein getreues Spiegelbild» det historischen Zusammenkunft zu geben, ihr ist als Mittlerin zwischen den entscheidenden politischen Faktoren und der Oeffentlichkeit eine ebenso interessante wie bedeutsame Aufgabe Der Konferenzsaal im Hotel Dreesen in Godesberg, wo die Besprechungen zwischen dem Führer und Reichskanzler und dem englischen Premierminister Chamberlain stattfinden werden. — (Scherl-Bilderdienst-M.) In irgend einer Schublade haben Sie sicher noch altes Sllber- geld, sonst. Bruch- u. Altsilber oder -Gold. Lassen Sie diese Werte nicht nutzlos herumliegen, sondern bringen Sie sie zurWIederverwertung der Württemberg is chen Metall war en fabrlk Gießen, Kreuzplatz 14 Gen. Bescheid XXII/55605 Bekanntmachung. Betr.: Obstversteigerung der Stadt Gießen. Samstag, den 24. September 1938, soll die diesjährige Obsternte von den Bäumen an der Kläranlage und dem Leihgesterner Weg öffentlich versteigert werden. 6068A Zusammenkunft: 8.30 Uhr an den Kläranlagen, 10.00 Uhr am Leihgesterner Weg (Ecke Aulweg). Gießen, den 20. September 1938. Der Oberbürgermeister. 3. 23.: Nicolaus. Bekanntmachung. Die Schülerinnen der Schillerschule erscheinen am Freitag, dem 23. September 1938, 14 Uhr (2 Uhr nachmittags), in der Goetheschule zum Unterricht. Die Schülerinnen werden angehalten, ihre Mitschüle- Weltpresse am Rhein. Oie Statten der Entscheidung. — Oas Quartier Chamberlains Hakenkreuz und Union Zack. — Indiskretion unmöglich. Don unserem nach Godesberg entsandten Sonderberichterstatter. Freitag, den 23. Sevtember verkaufe ich im Neuenweg 28 (Eingang durch d.Hof)folgendes: Büfetts, Vitrinen, große u. kleine Tische, Stühle, Wasch- u. Nachttische, Servier- und Luther-Tische, Holzbettstellen, Federkissen, Komo- den, Sviegel, 1 kl. Handwagen, Einmachtöpfe, Sofas und Sessel, Küchenschränke, 1 Frisiertoilette, versch. Porzellan u.Küchengeschirr, Bilder u.v.a., 1 grober Eisschrank f. Metzger z. Preise von 10;—RM. Berkaus bestimmt. 6074V Lj. Hartmetz, Neuenweg 18. Für Ihre Winter-Kartoffeln, damit keine verderben. Oben werden die Kartoffeln in den Behälter hineingeschüttet und immer die untersten werden zuerst verbraucht Lassen Sie sich diesen Kartoffel-Behälter mal zeigen bei BJ.B. Häuser, Gießen,a.Oswaldsgarten ' (Parkplatz) Fernruf Nr. 2145-2146 % der Angt ner , ßinie märts nad) kalbte ta«. 6 die $er; !er Zum dersland kchen Di. Wen. e N liege Mrie-9 N auß, *»fai Rene . ™ mit ■ D-kte! 7 und A Q JJQQcf, Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lanae. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst JBhmfc schein. Verantwortlich für Politik und für die Silbers vr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: vr. Hans Thynot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenletter, Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theoder Kümmel. D.A.VIII. 38: 8916. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM.' 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. ft’"* Onti «■'S UH? Ss s Ni b tz s Oer Chef der IlSA.-LuststreiitrSftv tödlich verunglückt. Los Angeles, 22. Sept. (DNB. Funkspruch.) Generalmajor Oskar Westover, der 55jährige Chef der amerikanischen Luftstreitkräfte, kam am Mittwoch ums Leben, als fein Flugzeug kurz vor der Landung auf dem Flugplatz von Los Angeles abstürzte. Westover sowie sein Pilot verbrannten dabei. Augenzeugen berichten, daß der Motor 50 Meter über dem Boden und 300 Meter vom Flugplatz entfernt plötzlich aussetzte. Witterungsvorhersage. für die Zeit vom 22. September bis 1. Oktober. Herausgegeben von dem Forschungsinstitut für langfristige Witterungsvorhersage des Relchswetttrdienstes Bad Homburg v. d. H. am 21. 9.1938, abends. In den nächsten Tagen in fast ganz Deutschland freundliche, vielfach sonnige und trockene, tagsüber warme, frühherbstliche Witterung. Nur im Westen des Reiches werden teilweise stärkere Bewölkung, vereinzelt auch Niederschläge auftreten. Auch in der nächsten Woche wird dieses Witterungsgeprage im großen und ganzen fortbestehen, jedoch werden jetzt nicht nur im Westen, sondern auch in Sud- und Mitteldeutschland sowie im mittleren Norddeutschland Tage mit stärkerer Bewölkung und Niederschlägen aufkommen. Nur in Ostpreußen, in Schlesien und in der Ostmark ist fast bis zum Ende der nächsten Woche mit Fortdauer der vorwiegend heiteren und trorfenen Witterung zu rechnen. Die Temperaturen werden voraussichtlich im Durchschnitt der zehn Tage den Regelwerk überschreiten. Wetterbericht Die Großwetterlage zeigt wenig Aenderung, so daß mit der Fortdauer der im wesentlichen herbstliche freundlichen Witterung gerechnet werden kann. Vorhersage für Freitag: Morgens viel« fach dunstig oder neblig, sonst heiter bis« wolkig, mittags warm, Winde meist um Süden. Lufttemperaturen am 21. September: mittags 23,4 Grad Celsius, abends 14,2 Grad; am 22. September, morgens 10,5 Grad. Maximum 23,4 Grad, Minimum heute nacht 10 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 21. September: abends 16,4 Grad; ant 22. September: morgens 13,2 Grad. — Sonnenschein* dauer 5,4 Stunden. An Anschluß an die Persil-Weiß-Wasch-Vorführungen findet die uns von vielen Hausfrauen gestellte Frage: )ie wasche ich Berufskleidung? ihre Beantwortung und vraktische Vorführung am Donnerstag, den 22. und Freitag, den 23. Sept. um 16 und 26 Uhr im Restaurant „Bayerischer Hof" Bahnhofstraße 45. Henkel & Cie. A.-G. (Persilwerke) Düsseldorf. Mrwap gut erhalt., billig zu verkauf O43io Aulweg 40 I r. Aükhläsie von Z dis 20 v. tz. erhalten Eie bet wiederholten Auf« sabmen einer Anzelgß | Vermietungen | i'MM- VMlM (parterre) zum 1. Januar an ruhige Mieter zu vermieten. 6o?7D Johannesst.il? Schön geraum. £ilei ab 15. Oktober in der Bahnhofstraße 64 zu vermieten. 5757° Bagerei Mr. | Mietgesuche""| Jung. Angestell- ter sucht 2-3-Zini.-Mng. zum 1. Oktober oder später. Schr.Angeb.unt. 04320 a. d. G. A. Verkäuferin, Dauermieterin, 27J., sucht nettes inööl.5hnmer m. voll. Pension, am liebst. Stadtmitte, z. 1.10.38. Schriftl.Ang. m. Preis unt. 04321 an d. Gieß. Anz. Stellengesuche] Tücht,kinderlieb. WUi für besser. Haushalt, 2 Erw. u. 1 Kind, gesucht. Zu erfragen in der Geschäftsst. des Gieß. Anz. Suche für den Haush. anständ., ehrliches, mnges MW 3rcu Wüelg Heuchelheim, Gießen. Str. 109 »möeUnWiW gesWteuWM Nach der Nalurschutzverordnung vom 18. März 1936. Herausgegeben von der Reichsstelle für Naturschutz, Berlin. Mit 72 mehrfarbigen ganzseitigen Kunst- druckabbildungen nach naturgetreuen Farbzeichnungen von Kunstmaler Erich Schröder und 16 Seiten Tert mit den gesetzlichen Bestimmungen und einer tabellarischen Übersicht. Preis: Steif kartoniert RM. 4,50. Soll die Naturschutzverordnung in vollem Umfange wirksam werden, so ist es notwendig, daß die Kenntnis der geschützten Pflanzen in alle Kreise der Volkes getragen, besonders aber denjenigen Personen vermittelt wird, die für die praktische Ausübung der Schutzes in Betracht kommen. (Polizei-, Zoll-, Forst- schutzbeamte, Feldhüter usw.) Ihnen wird die in diesem Album bargebotene naturgetreue mehrfarbige Dildwiedergabe in bestem Vierfarbendruck ein gutes Hilfsmittel sein, wer sich durch Nachschlagen in diesem Büchlein von dem Aussehen der unter Schutz stehenden Pflanzenarten zuverlässig unterrichtet hat, der wird jederzeit in der Lage sein, den unserer heimischen Pflanzenwelt drohenden Gefahren zurrechten Zeit zu begegnen. Dieser handliche Album ist ein zuverlässiges Bestimmungsbuch für jeden Pflanzenfreund. Hugo Bermühler Verlag Derlin-Lichlerfelde r Man pflege Treppen, Böden n. Flur nur mit ObeMScMoliliir Liter Mk. 1.20 einschl. Glas FarbenhausObermann . Sonnenstraße 15. 6O76Ö P Verkäufe"] laschw. u. leichte Hannoveraner (iWtWüe n.z. erst.Schlacht stehen zum Verkauf bei Q4323 Keil, Wieseck, GießenerStr. 89 Mr/teigel 16 Markt 16 6071 A „ se\bst \ -—So' fceW* ^9dobe\ ** eS »st V* und vvenn e 0\\te, det s°Ao^ej'. ÄnnK^ d se«etB . _ uerd-v^ der tAo^m>ere-^o den f'^oden »»" ' 1 n=ch"be^^ep^ Kckö» 311., Führersch. Klasse 3, sucht Stellung. Schr. Angeb. u. 04325 an o. Gieß. Anz. ^Stellenangebote Keine zennmsse in Urschrift lonoern nur Zeugntr- abschriften dem Be- Werbungsschreiben beilegen. - Lichtbilder unoBewerbungsunter- '•gen müssen iur Wet- meidung oon Verlusten ans oer Rückseite Na- men und Anschrift des Bewerbers traaen l Tfffiefl Lagerarbeiter für sofort gesucht Gebr. Kahl. Mjimge 14-18 Jahre für einige Stunden vormittags ges. Zu erfragen im Gieß. Anz. 6079D LÜHNS Seifen- u.Glycerin-Fabriken, Wuppertal (Rhld.) Nr.222 Zweites Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Donnerstag, 2 2. September 1958 3m Bewegungskrieg vom Hinterland zur Dill. Das große Gchlußgefecht bei der Herbstübung unseres Infanterie-Regiments 116. (Eigener Bericht unseres im Uedungsgelände weilenden Schristleiiers. 4 w Der Manöverkrieg ist aus; frohe Rast im Dorf an der Dill. (Aufnahmen |4j: Carl Eberth, Kassel.) Montag, früh am Vormittag. Zahlreiche Besucher fahren von Gießen aus in das Uebungs- oelände der im Regimentsverband im Raume zwischen Erda und der Dill übenden Teile des IX. Armeekorps. Der Nebel liegt noch dicht auf Feld und Wald. In der Gegend von Fellingshausen und dem Dünsberg kann man kaum auf zwanzig Meter weit sehen. Je mehr die Kraftwagen auf das Höhengelände vor und hinter Frankenbach heraufkommen, desto dünner wird aber der Nebelschleier und immer besser wird die Fernsicht. Beim ersten Halt der Kraftwagen unmittelbar vor Erda bietet sich endlich ein unbehinderter Blick über das Aufmarschgelände für den ersten Abschnitt der großen Gefechtshandlung. * Die Leitung der Hebung hot der Kommandeur des Jnf.-Regt's. 116, Oberst Herrlein. Das Jnf.- Regiment 116 wird von Oberstleutnant Maock geführt. Die Angriffstruppen (Blau) sind das I. Bataillon Jnf.-Regt. 116 unter dem Befehl seines Kommandeurs, Oberstleutnant Wiese, und das II. Bataillon unter dem befehl von Major Freiherr von Kittlitz. Den Gegner (Rot) stellt das E-Bataillon des Jnf.-Regts. 116 unter seinem Kommandeur, Oberstleutnant M e u t h e r , dar. Ferner steht auf beiden Seiten schwere und leichte Artillerie zur Verfügung. Die Luftlage stellt Ueberlegenheit bei Rot fest. Als Ort des Divisionsgefechtsstandes gilt das an der Straße Frankenbach—Gladenbach, dicht vor dem Straßenabzweig nach Wilsbach auf der Höhe gelegene einsame Gehöft Eiserne Hand. Nach der Hebungslage befindet sich Rlau aus der Gegend von Erda auf schmalem Raume im Angriff gegen den in Verteidigung stehenden Gegner Rot, der sich in dem Waldgelände auf der Linie Hohensolms — Mudersbach, westwärts dieser Landstraße, festgesetzt hat. R o t ist, nach den eingegangenen Meldungen, an diesen Waldrändern nur mit schwachen Kräften in Stellung. Es hat die Aufgabe, zunächst mit aller Kraft die Verteidigung seiner Stellung vorzunehmen, später zum hinhaltenden Widerstand in mehreren Widerstandslinien überzugehen und sich schließlich zwischen Dillheim und Katzenfurt über die Dill zurückzuziehen. Der Angriff von Blau ist als Fortsetzung eines am Tage vorher vor der Front von Rot liegengebliebenen Angriffs zweier anderer Infanterie-Regimenter gedacht. Hohensolms selbst liegt außerhalb des Ängriffsstreifens der Infanterie von Blau; es wird angenommen, daß dieser hochgelegene Ort von der schweren Artillerie der Division mit Feuer stark eingedeckt wird, um Blau die verdeckte Bereitstellung in den Waldungen zwischen Erda und Hohensolms zu ermöglichen. Nach Eingang der Meldungen Über Rot entschließt sich der Führer von Blau, Oberstleutnant M aack, das I. Bataillon JR. 116 (Oberstleutnant Wiese) auf dem linken Flügel angreifen zu lassen und das II. Bataillon (Major v. Kittlitz) zunächst noch zur Verfügung des Regiments in der alten Stellung bei Erda zu behalten. Das III. Bataillon ist nicht beim Regiment, sondern es bildet die Divisions-Reserve. * Der Angriff von Blau durch das Bataillon Wiese beginnt um 10.35 Uhr. Wie glücklich die Bereitstellung dieser Angriffstruppen gelungen ist, kann man daran erkennen, daß auf dem nicht au- zuweit entfernten Standort der ^FejieD^r.c*.eff gut wie nichts von dem Einrücken dieses Bataillons in die Waldstücke zu sehen ist. Die Mi^nner haben sich in ganz kleine Trüppchen, ja zum Teil^emzeln, in die Waldungen „hineingemogelt . Um lO.ao uyr bricht plötzlich ein gewaltiger Feuerkampf los. Das I. Bataillon greift an. Rasendes Maschinengewehr- feuer. Die Aufgabe des Bataillons besteht darin, in diesem Abschnitt durchzustoßen in Richtung zum Buchenberg, westlich von Groß-Altenstädten. Rot erwidert das Feuer zunächst aus den Walditucken unterhalb von Hohensolms, nach der Gabelung der Landstraße vor Erda zu, jedoch läßt sein Feuer bald nach. Nun treten die Kompanien des Bataillons Wiese zum Stoß an. Während man vorher im Gelände voü Truppen so gut wie nichts steht, sind plötzlich die Soldaten überall da. In kleinen Gruppen, stark aufqelockert, dringen sie vorwärts. Meist geht es im Laufschritt bergauf. Immer wieder wird Stellung genommen und je nach dem Erfordernis das Feuer eröffnet. Aber Rot weicht aus. Bald dringen die Kompanien, in Gruppen ausgelöst, in die großen Waldstücke ein und KL* ginnen in Richtung zum Buchenberg mit der planmäßigen Säuberung des Waldes. Für den Zuschauer ist der Manöverkrieq jetzt im Walde unter» getaucht. * . Der Führer von Blau zieht nun seine ganzen Kräfte nach vorne in Richtung Buchenberg bei Groß-Altenstädten, wo die erste Wider st andslinie von Rot verläuft. Wir fahren von Blau hinüber zu Rot, um zu sehen, wie es dort aussieht. Wir finden Rot (Gießener E.-Ba- taillon) am Waldrande des Buchenberges in einer vorteilhaften Stellung gut eingerichtet vor. Der Waldrand mit seinem dichten Hnterholz ist mit schweren und leichten Maschinengewehren gespickt voll. Eine Schützenlinie liegt außerdem feuerbereit im niederen Gebüsch. Die Straße durch den Wald ist an ihrem Eintritt in das Waldstück durch Panzerabwehrkanonen und durch einen Verhau gesichert. Weiter rückwärts liegen Kräfte zum Eingreifen bereit. Infanterie-Geschütze und Artillerie verstärken die Kampfkraft des roten Verteidigers. Als starken Vorteil genießt Rot weiterhin die Gunst des Geländes, denn das Feld zwischen der Linie des anrückenden blauen ^Gegners und den Waldrändern nordostwärts und ostwärts vom Buchenberg ist nahezu deckungslos und zur Stellung von Rot ansteigend, also für Blau außerordentlich ungünstig. Nunmehr muß Blau ein weiteres Bataillon Einsetzen. Etwa von 13 Hhr ab wird der Feuerkampf vom Waldrand des Buchenberges aus immer lebendiger. Vor allem find es die schweren Maschinengewehre von Rot, die auf große Entfernung den anrückenden blauen Gegner niederzuzwingen suchen. Jetzt kann man auch das Vorfühlen einzelner Spähtrupps aus dem Raume westwärts Erdq gegen den Buchenberg bemerken. Um 13.30 Hhr sieht man von der roten Linie aus auf dem rechten Flügel von Blau eine Kompanie in lichten Schwarmlinien gegen den Waldrand nordostwärts des Buchenbergs vorgehen. Starkes MG.-Feuer von Rot zwingt diese Kompanie schnell zu Boden, zumal der An- chluß beim Vorgehen nach links nicht vorhanden ist. Wie wir später hören, sollte diese Kompanie auf dem rechten Flügel, zusammen mit allen Übrigen Maschinengewehr im Feuerkampf während der Nacht vor dem Hebergang über die Dill bei Dillheim. AW Wy .. O " Kräften, befehlsgemäß um 13.30 Hhr vorstoßen, der Angriff von Blau verzögerte sich jedoch auf dem linken Flügel um etwa 15 Minuten, der Gegenbefehl an jene Kompanie ist nicht mehr rechtzeitig bis nach vorne durchgekommen. Deshalb mußte diese Kompanie die „Nase in den Dreck" stecken. Um 13.45 Hhr bricht aber der Angriff von Blau am linken Flügel mit aller Kraft los. Im Nu ist gegen das kräftige Maschinengewehrfeuer des Angreifers Blau eine ebenso starke Gegenwirkung von Rot im Gange. Und nun spielen auf der ganzen Linie beider Fronten die Maschinengewehre ein gewaltiges Konzert. Dazwischen setzt die Artillerie ihre Schüsse in das Vorfeld des blauen Angreifers. Aus den hochgelegenen Waldstücken ostwärts Groß-Altenstädten bringt aber Blau mit aller Kraft zu Tal in das Dorf hinein, das es im Handumdrehen besetzt. Nun schickt sich Blau an, das schwierige, fast vollkommen deckungslose Gelände zum ostwärtigen Rande des Buchenberges in breiter Front heraufzuschreiten. Der Waldrand des Buchenberges liegt bereits unter starkem Artilleriefeuer. Bei dieser Lage entschließt sich der Führer von Rot, seine Linie zurückzunehmen. In kurzer Zeit sind die Kräfte von Rot auf der ganzen Front im Abmarsch durch den dichten Wald zur zweiten Widerstandslinie begriffen. Wiederum nimmt der Wald den ganzen Manöverkrieg aus. ♦ Wir fahren nun durch das rückwärtige Gelände von Rot, um hier Umschau zu halten. Mittlerweile ziehen sich die Kämpfe auf der ganzen Linie durch den Wald hin zur zweiten Wider st andslinie, die in der Linie Niederlemp—Bechlingen mit dem Mühlenberg als Schlüsselpunkt aufgebaut ist. Aber auch hier ist ein längeres Verweilen für Rot nicht möglich, da Blau, begünstigt durch den großen Wald, der die Wirkung der schweren Waffen behindert, mit aller Kraft nachdrängt. Gegen 16 Uhr ist Blau an vielen Stellen der zweiten Widerstandslinie von Rot in flottem Angriff begriffen. Dabei werden auch hier wieder, wie schon in den früheren Gefechtsabschnitten, größte Anforderungen an die körperliche Leistungsfähigkeit der Männer beider Parteien gestellt, denn das bewaldete Gelände ist sehr hügelig und zum größten Teil steil ansteigend. Dazu kommt, daß die Truppen mit größter Schonung über die Felder schreiten müssen, da Flurschaden nach bester Möglichkeit vermieden werden muß. Dvs alles muß man sich vergegenwärtigen, um mit größter Bewunderung die hervorragenden Leistungen unserer Soldaten bei diesem verhältnismäßig schnell abrollenden Gefechtsverlauf festzustellen. Gegen 17 Uhr ist Rot bereits mit Teilen seiner Kräfte bis dicht an die Dill bei Dillheim herangekommen, um hier im Laufe des Abends und in der Nacht zum Dienstag auf behelfsmäßigen Stegen über d i e Dill zu gehen und sich dort westwärts der Dill erneut zur Verteidigung einzurichten. Auf der Fahrt zwischen Kölschhausen und Ehringshausen begegnen wir gegen 17.30 Uhr drei Panzerwagen von Rot, die mit großer Geschwindigkeit zur Front fahren, offenbar in der Absicht, durch einen energischen Gegenstoß gegen Blau den roten Kräften für ihren Abmarsch zur DM etwas Luft zu machen. Leider haben wir nicht die Zeit, uns diesen Gegenstoß anzusehen. Unser Ziel ist die Dill. Die Führung von Rot hat damit gerechnet, daß Blau bei dem für seine Angriffe günstigen Gelände (viel Wald) verhältnismäßig schnell vorwärtskom- men wird. Deshalb hat die Führung von Rot bei D i l l h e i m vorsorglich eine Anzahl Stege über die Dill bauen lassen, damit seine Truppen in breiter Front den Fluß überqueren können und an der einzigen noch nicht zerstörten Brücke keine Stockung entsteht. Wir finden bei Dillheim, daß die Infanterie-Pioniere unserer 116er die Stege in sehr zuverlässiger behelfsmäßiger Weise gebaut haben. Gegen 18 Uhr geht eine Kompanie von Rot auf diesen Stegen über den Fluß hinüber. Die Pressevertreter überschreiten auf diesen Stegen ebenfalls den Fluß, um sich das Bild der Lage auch einmal von der anderen Seite anzusehen. Inzwischen kommen immer mehr Truppen von Rot an der Dill an und ordnen sich zum reibungslosen Ueberganq über die Stege. In kürzester Zeit ist dicht vor Dillheim ein Heerlager im Kleinen entstanden, das von der Zivilbevölkerung aus beiden Orten und aus der Nachbarschaft mit großem Interesse betrachtet wird. Bei stark bewölktem Himmel wird es rasch immer dunkler, und bald ist die Nacht hereingebrochen. Immer mehr nähert sich der Manöverkrieg dem Abschnitt Dillheim—Katzenfurt und damit einem besonderen Brennpunkt des ganzen Kampfes. Denn selbstverständlich wird Blau bestrebt sein, möglichst zugleich mit den letzten Abteilungen von Rot an der Uebergangsstelle zu erscheinen, um dem roten Gegner möglichst noch die Uebergangsstege wegzunehmen, bevor dieser sie vernichten kann. Diese mutmaßliche Absicht von Blau würde dadurch begünstigt werden, daß gerade an der Ueberqangs- ftelle dichter Wald von Osten her bis hart an den Fluß heranreicht. Bei diesem Stand des Gefechts am Montagabend verlassen wir diesen Schauplatz des Manöverkrieges. * Dienstag früh gegen 4 Uhr sind wir wieder unterwegs im Feld. Zwischen Wetzlar und Ehringshausen liegen die Dörfer noch in tiefster Ruhe. Bei Ehringshausen wird es aber bereits lebendig, auch viel Zivil weilt schon als Zuschauer bei den Truppen. Das Zentrum des militärischen Großbetriebes liegt noch bei Dillheim am Flußübergang, jedoch auch bis hinauf nach K a tz e n f u r t hat sich der Kampf ausgebreitet. Auf beiden Seiten find die Männer, trotzdem der Tag vorher ihnen viele Anstrengungen gebracht hat, mit großem Schwung dabei. Zunächst werfen wir in Katzenfurt an der Dillbrücke, die aber nach der Kriegslage als zerstört gilt, einen kurzen Blick auf die Flügelstellungen der Gegner. Dann begeben wir uns zum Zentrum des Kampfes, in die Gegend um Di11heim mit den Uebergängen über den Fluß. Allerdings ist von den Stegen des Abends vorher nichts mehr vorhanden. Rot ist es also gelungen, die Stege vor dem Zugriff von Blau zu beseitigen und damit Blau den Flußübergang erheblich zu erschweren. Nunmehr ist Blau dabei, seine Männer auf Floßsäcken über den Fluß hinüberzubringen. Zur Deckung dieses Vorhabens nimmt es vom Rand der Landstraße Dillheim—• Katzenfurt und von den unmittelbar angrenzenden bewaldeten Abhängen aus die auf den gegenüberliegenden Höhen, jenseits, des Flusses, eingerichteten Stellungen von Rot unter starkes Feuer. Der Leitende, Oberst Herrlein, teilt uns früh gegen 5 Uhr, während Blau sich trotz erheblichen Störungsfeuers von Rot um den Flußübergang bemüht, in großen Zügen die gegenwärtige Lage mit, und er erzählt dabei, daß das Gefecht am Flusse während der ganzen Nacht im Gange gewesen fei. Rot hat also die Gunst des Geländes vor seiner Stellung kräftig ausgenutzt und Blau viel ^u schaffen gemacht. Während wir in der Dunkelheit aus nächster Nähe die Männer am Flußufer beobachten, gehen oft Leuchtkugeln hoch, die für kurze Zeit schmale Teile des Gefechtsfeldes taghell erleuchten. Aber auch grüne Signalpatronen werden abgeschossen, um der Artillerie Kunde zu geben. Fronterinnerungen werden bei diesem Ablauf der ^J^und dabei ^^ptiegemitteH i kleineTubeZ» Dinge bei den alten Feldsoldaten wach. Währenddem wird das Maschinengewehrfeuer von Blau immer mehr zum Dauerfeuer. Rot erwidert zunächst kräftig, dann aber baut es offensichtlich ab. Mittlerweile ist nämlich am linken Flügel von Blcm eine Kompanie über den Fluß gelangt. Weiterhin nach der Mitte zu, also nach rechts, bringt Blau auf Floßsäcken nun immer mehr Kräfte auf das feindliche Ufer hinüber Nun beginnt Rot seine Stellung am Fuße der Höhen auf dem rechten Ufer zu räumen. Um dem Gegner den Einblick zu verwehren, setzt Rot Nebelgranaten ein, die in wenigen Minuten, begünstigt durch das windstille und feuchtwarme Wetter des frühen Morgens, das ganze rechte Dillufer vor der aufgegebenen Stellung in undurchdringlichen Nebel hüllen, in den man keine drei Schritt weit sehen kann. Inzwischen hat aber Blau so viele Kräfte hinübergebracht, daß es mit großem Schwung die Höhen hinaufstoßen und Rot immer mehr zurückdrangen kann. Es entspinnen sich hierbei gegen 6 Uhr heftige Kämpfe mit Feuerwirkung auf nächste Entfernung. Da ertönt, als eben der trübe Morgen etwas weitere Sicht gestattet, das Signal „Das Ganze Halt!" Der Manöverkrieg ist zu Ende Letzte Munition in den Gurten der MG., oder in den Gewehren der Schützen wird noch schnell hinausgejagt. Dann tritt Ruhe auf dem Gefechtsfeld ein. Dec „tiefe Frieden ist ausgebrochen". ♦ Nach dieser Schilderung des Gefechtsverlaufs der Schlußübung noch ein kurzes Wort über die Leistungen der Truppe. Ueberall und andauernd, selbst in schwierigstem Gelände, hat sich gezeigt, daß unsere Soldaten mit stärkstem Einsatz ihrer Kräfte und ihres militärischen Könnens an die gestellten Aufgaben herangingen. Sowohl in den Marschleistungen, als auch beiyder. Ausnutzung des Geländes für die bestmögliche Feuerwirkung sind damit für den militärischen Erfolg haben die Männer unter der umsichtigen Führung ihrer Offiziere, vom Leitenden bis zum jüngsten Leutnant, und unter geschickter Anleitung durch die Unteroffiziere bewiesen, daß sie ein militärisch sehr schlagkräftiges Instrument sind^ Mit diesen Herbstübungen im Rahmen des diesjährigen sog. kleinen Uebungsjahres hat das milw tärische Ausbildunqsjahr feinen Höhepunkt und Abschluß gefunden. Der Beobachter kann aus allen! Wahrnehmungen während des mehrtägigen Verlaufes der Herbstübungen die erfreuliche Feststellung machen, daß unsere jungen Waffenträger des Infanterie-Regiments 116 sich dem in vielen Schlachten des Weltkrieges bewährten alten Regiment 116 würdig an die Seite stellen können und einen guten Schutz und eine sichere Wehr der Heimat gegen feindliche Bedrohung gewährleisten. Mit dieser Er-, kenntnis, die erneut die früheren Erfahrungen bestätigt, ist die diesjährige Herbstübung des Regiments als ein neues und starkes Plus der militärischen Ausbildung unserer Jugend zu verzeichnen. B. 3m dichten Waltz am MchMergi MMtellMg gM in LemrMWg, MM M - 27^ S * * z - fin tes LMMeit im FloßM sibex die Dill am Ufec bei Diltzeüm Helfi sudetendeuische Not bannen? Aus der (Stabt Gießen Herbstanfang. 21m morgigen September, um 18 Uhr, nimmt für. uns Bewohner der nördlichen Halbkugel der Herbst seinen astronomischen Anfang. Der Kalender verzeichnet an diesem Tage den Uebertritt der Sonne aus dem Zeichen der Jungfrau in das der Waage. Mit den gleichlautenden Tierkreissternbildern stimmen allerdings die Kalenderzeichen heute nicht mehr überein. Durch die Wirkung der Präzession, des Dorrückens der Sterne gegen die Ordnung der Zeichen um jährlich 50,26 Bogensekunden, hat sich der Herbstpunkt, in dem die Sonne zur angegebenen Zeit steht, ebenso wie der Frühlingspunkt seit der Entdeckung der Präzession durch den griechischen Astronomen Hipparch um 200 v. Ehr. bereits um die volle Breite eines Tierkreisbildes rückwärts, nach Westen, verlagert und befindet sich gegenwärtig schon im westlichen Teil der Jungfrau. Während so der astronomische Anfang des Herbstes feststeht, schwankt das Volk in den Angaben über den Begiirn dieser Jahreszeit. Wenn die Ernte eingebracht ist, der Wind über die Stoppelfelder weht, dann „herbstet" es schon. So gilt vielfach bereits der Bartholomäus-Tag, der 24. August, als Herbstanfang. Häufiger finden sich aber Daten, töte der 1. September oder der 8. September oder der Tag, der das ganze Mittelalter -hindurch und bis in 'die neueste Zeit hinein im öffentlichen Leben eine bedeutende Rolle spielte, der Michaels^Tag am 29. September. Tacitus berichtet von den Germanen, daß sie ein eigenes Wort für den Herbst nicht kannten. Die Bezeichnung, die die Zeit bedeutet, in der die Früchte reif sind, taucht erst später auf, und als Herbstmonat wird der September angegeben. In dieser Jahreszeit erlebt das Volk jenen Umschwung der Witterung, der es mit ahnungsvollem Schauder erfüllt. Daher ist der Herbst bei allen Völkern die Gersterzeit, in der man sich besonders vor Dämonen hüten muß. Neben dem Kult d?r Fruchtbarkeit, der durch die Ernte bedingt ist, dienen daher die meisten Herbstfeste der Abwehr feindlicher Mächte. Die Germanen begingen im Herbst ein Fest zu Ehren der Tanfana, die wahrscheinlich eine Erntegöttin war. Damit mag wohl die Feier der Jahreswende verbunden gewesen sein, denn bei den alten Deutschen begann das Jahr mit dem 1. Oktober. Das überzählige Vieh, das vor Einbruch des Winters geschlachtet werden mußte, gab Anlaß zu Opferfesten. Bei den altdeutschen Gemeindeversammlung gen, die im Herbst begangen wurden, zündete man schon in uralter Zeit Herbstfeuer an, die die bösen Dämonen vertreiben und die Felder für das nächste Jahr fruchtbar machen sollten. In den Weinländern gipfelte der herbstliche Brauch in dem Weinlesefest, das sich auch in Deutschland bald nach der Einführung des Weinbaues durch die Römer eingebürgert und mit noch älterem deutschen Brauch verbunden haben mag. Früh finden wir die Sitte des Herbstfeuers mit dem Winzerfest verknüpft. Singende Knaben zogen mit Fackeln in geordnetem Zuge zur Nachtzeit umher und „leuchteten den Herbst aus". Dieses Herbstausleuchten" findet sich noch heute tn manchen Gegenden Süddeutschlands und der Untersteiermark. Das festliche Herbstmahl, die Krönung einer Herbstkönigin, zu der das Mädchen erwählt wird, das die letzte Traube schneidet, das Aufstecken eines Herbstmaies, eines mit Blumen und Bändern geschmückten Bäumchens, das alles sind Züge, die auf alten germanischen Fruchtbarkeitskult Hinweisen. Geheimnisvolle Gestalten geistern dabei bisweilen umher, so die elsässischen „Herbstschmudeln", die an die Dämonen antiker Erntefeste gemahnen, so am Rhein die Herbstnarren, die ihr ausgelassenes Wesen treiben. Der Herbst ist eben der Anbruch einer gefürchteten Geisterzeit, in der sich Irrlichter sehen lassen und in stürmischen Nächten die wilde Jagd dahintobt. Sogar der gewaltigste Heilige des deutschen Mittelalters, dessen Fest im Jahre 813 auf den 29. September festgesetzt wurde, der heilige Michael, trägt deutliche Züge von Wodan. In der Volksmedizin ist der Herbst ebenso wie der Frühling als Uebergangszeit gefürchtet, denn er „nimmt die Kranken mit". Anderseits ist er die beste Zeit, um Heilmittel einzusammeln. Jetzt halten die Wurzel- und Kräuterweiblein in Wald- und Feld Tausende aus dem sudetendeulschen Gebiet geflüchtete deutsche Volksgenossen stehen ohne hab und Gut bereits im deutschen Reichsgebiet. Erneute große Aufgaben erwachsen der RS.'Volkswohlfahrt durch bk Betreuung der sudetendeutschen Flüchtlinge. Die deutsche Volksgemeinschaft muß daher die erforderlichen Mittel in selbstverständlicher Pflichterfüllung sofort ausbringen. Opfert daher alle für dieses erneute große nationalsozialistische Hilfswerk echter Tatge meinschaft! NSG. Der Arbeitsdienst für die weibliche Jugend baut auf. 1936 standen 10 000 Mädchen unter seiner Fahne, im vergangenen Jahr waren es 25 000, in diesem Jahr sind es 30 000, im kommenden Jahr werden 50 000, und binnen kurzem alle deutschen Mädchen für ein halbes Jahr im Arbeitsdienst Dienst für die deutsche Nation tun. Diese Vergrößerung des Arbeitsdienstes bedeutet gleichzeitig -einen umfassenden organisatorischen Ausbau, eine Vergrößerung und Erweiterung der Dienststellen, der Bezirksleitungen, Gruppenleitungen und Schulen des Reichsarbeitsdienstes. In diesen Dienststellen arbeiten Führerinnen, die die Tätigkeit im Arbeitsdienst als Lebensberuf erwählten und sorgfältig ausgebildet ihr fachliches Können in den Dienst des Ausbaues der „Schule der Nation" stellen. Auch für alle Mädel, die eine gute hauswirtschaftliche, oder hauswirtschaftlich'-landwirtschaftliche Ausbildung haben, ist im weiblichen Arbeitsdienst die Möglichkeit führender Mitarbeit gegeben. In jedem der 700 Lager des Arbeitsdienstes für die weibliche Jugend, die es heute schon gibt, ist eine der Lagergehilfinnen als Wirtschaftsgehilfin eingesetzt. Sie hat den Küchenbetrieb zu überwachen, die Arbeitsmaiden, die zum Küchendienst eingestellt sind, anzulernen, und für gute und pünktliche Mahlzeiten Sorge zu tragen. Ihr unterstehen die Waschküche, die Plättkammer, die Reinigung des Lagers und all- seiner Räume. Auch der Garten, den fast jedes Lager hat, gehört zu ihrem Aufgabenkreis. So hat sie die Arbeitsmaiden, die täglich in diesen Jnnen- betrieben des Lagers angesetzt sind, anzuleiten und für ihre hauswirtschaftliche Ausbildung zu sorgen, damit sie bei ihrem späteren Einsatz in den Familien richtig mithelfen und die Frau auch tatsächlich entlasten können. Sie ist Führerin und steht im Rang einer Gehilfin, äußerlich kenntlich durch eine braun-silberne Schnur am Kragen der Tracht. Sie erhält auch das Gehilfinnengehalt, das zwischen 50 und 120 RM. bei freier Verpflegung, Unterkunft und Dienstkleidung liegt. Selbstverständlich ist es, daß für ein so wichtiges und großes Aufgabengebiet auch estre gründliche und sorgfältige Ausbildung verlangt wird. Als Ausbildung roitf) anerkannt der Besuch einer staatlich anerkannten Frauen- oder Haushaltungsschule, einer BDM.-Haushaltungsschule oder einer Landfrauenschule.' Hat die Fül)reranwärterin diese Vorbildung noch nicht, so kann sie während der Arbeitsdienstzeit dazu beurlaubt werden. Viele Führeranwärterinnen werden diese Ausbildung aber bereits in den Ar- Spenden nehmen alle Dienststellen der RZV. entgegen, insbesondere die Konten der Gauamts- teitung: Postscheckkonto Frankfurt a. 21t 23 000, Girokonto 6800 bei der Bank der deutschen Arbeit Frankfurt a. IN.. Girokonto 7300 bei der Städtischen Sparkasse Darmstadt beitsbienft mitbringen. Dann verkürzt sich ihr Ausbildungsgang zur Führerin im Reichsarbeitsdienst wesentlich. Sie treten als Arbeitsrnaid für em halbes Jahr in den Arbeitsdienst ein, um während dieser Probezeit zu beweisen, daß sie für ihre spätere Tätigkeit die selbstverständlichen politischen und charakterlichen Voraussetzungen mitbringen. Hat sich die Führeranwärterin als geeignet bewiesen, so wird sie nach einigen Monaten zur Kameradschaftsältesten ernannt und oft gleichzeitig in ein anderes Lager versetzt, um ihren Erlebniskreis zu erweitern. Als Kameradschaftsälteste bekommt sie em tägliches Taschengeld von 0,40 RM. bei freier Unterkunft, Verpflegung und Dienstkleidung. Ist sie tüchtig, kann sie sehr bald zur außerplanmäßigen Gehilfin mit 0,80 RM. Taschengeld pro Tag ernannt werden, später erfolgt ihre Ernennung zur planmäßigen Gehilfin. Im allgemeinen wird sie aber noch vor dieser Ernennung zu einem Lehrgang einer Lagerschule des Arbeitsdienstes für die weibliche Jugend einberufen werden, um sich dort die notwendigen allgemeinen und pädagogischen Kenntnisse anzueignen. Nach Abschluß des .Lehrgangs wird sie dann mit den Aufgaben einer Wirtschaftsgehilfin im Lager betraut und erhält ein selbständiges und verantwortliches Aufgabengebiet. Die Wirtschaftsgehilfin hat, wenn sie sich in dieser Arbeit bewährt, noch weitere Aufstiegmöglichkeiten. Sie kann als Lehrkraft an eine der Schulen des Reichsarbeitsdienstes versetzt werden, wo ihr die Ausgabe anvertraut ist, selbst Führeranwärterinnen auf hauswirtschaftlichem Gebiet zu schulen und zu erzichen. Als solche erhält sie ein Gehalt von 80 RM. bis 150 RM. und steht im Range einer Lagerführerin. Sie kann auch als Sachbearbeiterin für hauswirtschaftliche Erziehung an einem der Bezirke des Reichsarbeitsdienstes eingesetzt werden, wo sie nach dem TOA.-Tarif, Gruppe VI und V bezahlt wird. Die Stellung als Wirtschaftsgehilfin kann das Ziel und die Endstellung einer Führerin im Arbeitsdienst ebenso gut sein, wie beispielsweise die der Verwalterin. Die Aufstiegsmöglichkeiten zur Lagerführerin und zur späteren Führerin in höheren Dienststellen sind aber keineswegs ausgeschlossen, sondern sichen jedem tüchtigen und seiner Persönlichkeit nach geeignetem Mädel offen. An welcher Stelle die Führerinnen des Arbeitsdienstes auch stehen, ob sie die Leibeserziehunader Arbeitsmaiden betreuen, oder den staatspolitischen Unterricht, oder als Wirtschaftsgehilfin die haus- wirtschaftliche Erziehung leiten, sie alle arbeitep an einem nationalsozialistischen Aufbauwerk mit, das die besten Kräfte der Nation braucht. Wessel-Wall, In Löbershos, Johannesstraße, Kap- lansgasse, Katharinengasse, Kleine Mühlgasse, Korn« blumengasse. Freitag, 2 3. September, von 9 dir 12 Uhr: Kreüzplatz, Löberstraße, Löwengasse. Lonystraße, Ludwigstraße, Mäusburg, Maigasse, Marktplatz, Marktstraße-, von 15 bis 18 Uhr: Mühlstraße, Neuenweg, Neustadt, Plockstraße, Rtt« tergasse, Schanzenstraße, Seltersweg, Sandgasse. Samstag, 24. September, von 9 bis 13 Uhr: Teufelslustgärtchen, Tiefenweg, Wagen- qasse, Weidengasse, Wolkengasse. Dorzuleqen sind Mietbuch und Beleg über Em- kommen, Unterstützungen, Renten und sonstige Ver- dienste (Meldekarte des Arbeitsamtes). Beamte im NS.-Altherrenbund. NSG. Der Reichsminister des Innern hat durch Runderlaß t>om 22. August 1938 angeardnet, dah Beamte und Angestellte des Reiches, der Lander, der Gemeinden, der Gemeindeverbande und sonstigen Körperschaften des öffentlichen Rechts zur Vervollständigung ihrer Personalakten ihrer vorgesetzten Dienststelle anzuzeigen haben, ob und seit wann ste dem NS.-Altcherrenbund der Deutschen Sti^enten angehören und welche Aemter sie in ihm bekleiden. Derdunkelungsübung verlegt. Die ursprünglich für diese Tage vorgesehene großräumige Derdunkelungsübung ist — wie uns vom Kreisamt Gießen mitgeteilt wird — abgesagt wor- den; sie soll erst im Spätherbst, oder zu Anfang des Winters stattfinden. Habt ihr Löschgeräte für den Lustschuh? Ausschneiden! Ausbewahren! Jedes Haus muß für die Brandbekämpfung im Luftschutz vorbereitet sein und mindestens über einfache Luftschutzgeräte verfügen: 1. Wassereimer in möglichst großer Zahl. 2. W a s s e r f a ß mit mindestens 100 Liter Inhalt. 3. Feuerpatsche zum Ausschlagen von Flammen und zur Bekämpfung schwer erreichbarer Brandherde. Sie besteht aus einer Stange mtt einem Stück Tuch, das vor Gebrauch ins Wasser eingetaucht wird. 4. S a n d k i st e mit mindestens V< cbm Sand oder Erde und einfacher Handschaufel (z. B. Kohlenschaufel). 5. Schippen, Spaten oder Schaufel. 6. A e x t e und Beile. 7. Einreißhaken (Holzstange mit Stahl« haken). 8. Seine (lange kräftige Wäscheleine). Solche Geräte sind größtenteils in den Haushal» tungen- vorhanden, oder können ohne besondere Kosten hergestellt werden. Bei Aufruf des Luftschutzes müssen die Geräte nach den Anweisungen des Luftschutzwartes im Treppenhaus verteilt auf- gestellt werden. Ein Ehampignon-Niese. Von dem früheren „Schipkapaß"°Gastwirt, jetzigen Privatier Arnold, wurde uns ein Champignon vorgelegt, den er auf dem Ziegenberg bei Steinbach gefunden hat. Der Pilz, ein wahrer Riese, hatte eine Höhe von 10 Zentimeter und einen Durchmesser des Hutes von 24 Zentimeter, er besaß noch Öen würzigen Geruch der Champignons und war trotz feiner Größe in allen Teilen gesund und für den menschlichen Genuß geeignet. Der als Pilzkenner bewährte Universitäts-Garteninspektor i. R. Rehnelt, der zufällig beim Dorweisen dieses Pilzes zugegen war, erklärte, daß dieser Riesen- Champignon eine große Seltenheit sei, jedenfalls habe er einen derartig großen Champignon bisher noch nie gesehen. Dem Finder wird der Pilz eine gute und schmackhafte Mahlzeit gegeben haben. Dornotizen. Tageskalender für Donnerstag. Gloria-Palast (Seltersweg): „Heimat". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Die Frau am Scheide« ihre Ernte, um die heilkräftigen Mittel einzubringen und die Tränke für den Winter zu brauen. Ueberhaupt zeigt der Herbst neben feinem düsteren und unheimlichen Gesicht auch ein heiter^freudiges. So wie die stürmischen Nebel- und Regentage mit Tagen voll mildesten Sonnengoldes und der klarsten Luft des ganzen Jahres wechseln, so ist der Herbst von altersher nicht nur die Zeit des Todes und der Geister, sondern auch Hochzeitszeit. Das hat zum guten Teil wirtschaftliche Gründe. Wenn die Ernte eingebracht ist, Scheunen und Keller voll sind, dann ist auch Zeit, an Liebe und Ehe zu denken. Noch heute ist es in bäuerlichen Kreisen fast allge- mein üblich, bie Hochzeit auf den Herbst, auf die Zeit nach der Ernte zu legen. WHW. Ortsgruppe Sießen-Mitte. Die Aufnahme von WHW.-Anfrägen für das Winterhilfswerk 1938/39 erfolgt für den Bereich der Ortsgruppe Gießen^Mttte nach folgendem Plan: Donnerstag, 2 2. September, von 9 bis 12 Uhr: Alicestraße, Am Pfarrgarten, An der Johanneskirche. Bahnhofstraße, Bismarckstraße, Bleichstraße, Bruchstraße, Erlengasse, Burggraben, Goetyestraße, Grabenstraße, Hindenburgwall; von 15 bis 18 Uhr: Hinter der Westanlage, Horst- Wirtschastsgehilfin im Arbeitsdienst. Kleine Führerin in Tirol. Von Ursula von Wihendorff. Der späte Nachmittag ließ seine DuHtschleier über den Achensee gleiten. Drüben, in die minflen Berge geschmiegt, lag Pertisau. Die Sonne bildete eine goldene Furt auf dem See. Wir standen am Ufer und sprachen nicht, weil wir den Tag über zuviel Schönes gesehen hatten und nun keine Worte fanden, das Lod des verzauberten Sees zu singen. Da war die Fahrt nach Innsbruck gewesen mit dem absonderlichen Glücksgesiihl, über eine Grenze zu fahren, die keine mehr war. Die Liebe zu Oesterreich steckt in jedem Deutschen, und kaum einer hat in diesem Sommer die Grenze überschritten, ohne das Gefühl zu haben: ich darf endlich wieder nach Hause. Da war Innsbruck, der Blick vom Turm über die grünen Dächer der bischöflichen Residenz auf die Nordkette. Danach waren wir an den Achensee gefahren, oder besser: das befreundete Ehepaar hatte mich mitgenommen. Der Weg war lebensgefährlich schmal und steil gewesen. Da hatten es die Jungen auf Rädern besser, die, nur mit einer Hase bekleidet, den „Affen" hintenauf geschnallt, uns entgegenkamen. Alles war kastanienbraun an ihnen, nur ihre weißen Zähne lachten uns an. Die Mädchen trugen bunte Tücher, als wollten sie der farbenfreudigen Natur ein wenig nachhelfen. Glückliche Jugend. Glückliche Ferien. Glücklicher Tag. Man war es gewohnt, daß hin und wieder ein Junge ober ein Mädel an der Straße stand und winkte, um mitgenommen zu werden, weil der Weg auf der Karte so nah geschienen hatte und nun kein Ende nehmen wollte. Sicherlich erging es auch den beiden Mädchen so, die am Waldrand saßen. Die ältere und größere von beiden sprang beim Herannah en des Wagens auf und hob in einer merkwürdig rührenden Art die Hände hoch, so daß der Herr am Steuer gegen seine Gewohnheit bremste, und seine Frau sagte freundlich aus dem Wagen heraus, daß leider kein Platz mehr zu vergeben sei. Das Mädchen lächelte zurück. Sie war blond — vielleicht zwanzigjährig — und trug das Haar in einem dicken Knoten am Hinterkopf. Etwas unsagbar Strahlendes ging von ihr aus. „Bitte schön", sagte sie unbekümmert und klinkte die Tür auf, „wenn Sie dann nur die Freundlichkeit hoben wollten, unten im Dorf nach dem Doktor zu fragen. Das Mädel hier ist mir krank geworden." Sie wandte sich besorgt nach der schmächtigen, unbeweg- lich im Grase hockenden Gestalt um. „Ist es wieder arg schlimm?" Die Kleine schüttelte den dunklen Kopf. „Wahrscheinlich Blinddarm", fuhr die Monde fort. „Und wir haben es noch weit. Die anderen Mädeln sind schon voraus, den Doktor holen. Aber mit dem Wagen geht es doch schneller." Ruhe und Sicherheit des Mädchens waren erstaunlich. Es mar auch kein Drängen in ihrer Stimme: „Man kennt sich halt nach drei Tagen noch nicht aus mit, den Mädeln, und wir find immerhin dreißig alle zusammen." „Jungmädel?" fragten wir, „und Sie sind die Führerin?" „Ja", antwortete sie heiter und sah an den Blicken des Herrn, daß vielleicht doch noch etwas mit einem Platz im Wagen zu machen märe, da der vierte nur von Mänteln und dem unwahrscheinlich kleinen Terrier Seppl belegt war, der jetzt seinerseits in das Gespräch eingriff. „Ja, mei", lachte das Mädchen, „was ist den das?" „Ein Hund", sagte der Herr ernsthaft und sah dem Mädchen in die lachenden Augen. Sie stand wie die verkörperte Sauberkeit vor uns, mst hellen Augen, die sich vor nichts fürchten, nur einen Weg suchten, der gesunden werden muß. „Wenn Sie bas Mädel wenigstens mitnehmen könnten. Bis hierher jinb wir tapfer gelaufen, aber jetzt will es flimmer gehen. Und man hat doch die Verantwortung." Natürlich, das würde sich schon machen lassen, sagten mir einstimmig. Das Mäbchen mar uns nach diesen wenigen Sätzen vollkommen verttaut. „Vergelt's Gött", rief sie urtb lief auf bie kleine Kamerabin zu. „Sixt, jetzt hast bu es aber fein. In einem so scyönen großen Auto fährst du. Komm, ich Helf bir." Dabei hob sie die Steine auf, legte wie eine Mutter ben Arm um sie und geleitete sie mit kleinen freundlichen Worten zum Wagen. Wir, die beiden Frauen, hatten uns inzwischen samt Seppl hinten häuslich eingerichtet. „Ja", sagte da die Blonde, „jetzt bin ich aber doch ganz ausner» schämt ..." sie stockte kaum merklich, „ ... wenn ich halt die Kleine auf den Schoß nehmen täte, bann könnt ich gleich mitkommen, unb Sie müßten nicht erst lange nach bem Doktor suchen." In ben Augen bes Jungmäbels glomm ein dankbares Leuchten auf. „Gern — wenn es Ihnen nicht zu unbequem ist", sagte der Herr, unb keiner von uns breien sah dieses Mädchen ungern mitkommen. Sie stieg ein und zog die Kleins auf ihre Knie. „Na", sagte sie fröhlich zu ihr. „Wie ist bas nun? Wie haben wir das gemacht?" „Wir sind aus dem Tirolischen, hinter Innsbruck her", erzählte sie ungefragt. „Unb Sie sind aus Berlin", fügte sie stolz hinzu. „Das kenne ich nämlich auch, noch aus der Notzeit her. Da sind mir mit dem Rad herüber mit den Jungen. Aber nicht am Grenzbeamten vorbei — das mar ein Gaudi." Dabei war die Fahrt losgegangen, vorsichtig, denn der Straße sah man noch die Notzeit des österreichischen Landes an. „Solche gefährlichen Sachen haben Sie gemacht?" „Gefährlich?" Das Mädchen lachte. „Ja mei — Spaß hat's halt gemacht." Das war nichts lieber» hebliches in ihrer Stimme, als sie fortfuhr: „Wir mußten doch einmal sehen, wie die Jungen und Mädel das drüben machen." ,^eute sind wir baden gegangen", erklärte uns die kleine Führerin ernsthaft. „Und immer fragt man vorher, ob’s einer leicht zuviel wird. Aber so sind die Mädeln: trauen sich nichts zu sagen, weil man die Führerin ist und manchesmal eilt bissel streng tun muß." „Na, Fräulein, Sie sein doch nicht streng." Wir sahen ganz erstaunt auf die kleine Kranke, die plötzlich rote Backen bekommen hatte, als sie sich zu der Großen herumdrehte. „Sixt", lachte die Blonde", „da sagst schon wieder Fäulein und Sie zu mir. Als ob man was be» fonderes wäre. Und dabei sollt's ihr doch zU mir kommen rote zu eurer Mutter." ,Lch hott' mich so sehr aufs Baden gefreut", murmelte die Kleine beschämt, „darum hab ich dir nichts sagen wollen." „3a", schalt bie Große unb lachte uns so glücklich an, als ob Verantwortung bas einfachste Ding auf ber Welt sei. „Autofahren hast wollen, was Besonderes haben unb mir einen Schreck einjagen." Wir näherten uns dem Dorf und sahen Trupps von Mäbchen, allesamt in Dirndlkleidern, vor uns hergehen. „Das sind meine Mädeln", sagte bie Führerin voller Stolz. „Kluft haben wir noch keine — aber barauf kommt es ja auch nicht an, wenn es nur ordentliche Möbel werben." Das sei bie Kati und die mit den roten Haaren bie Luis — als müßte sie uns jebe einzeln vorstellen. „Aber jetzt", sie wandte sich voll Heiterkeit der Kranken zu, „jetzt machst fünf Minuten fern Gesicht, als ob dir was weh täte. Wir winken aus dem Fenster, wie wenn wir Prinzessinnen sein, daß sie ganz neidisch werden und auch alle einen Blinddarm haben möchten. Du — gell?" Der Herr fuhr ganz langsam. Man wußte fetzt wirklich nicht, wer glücklicher war: das kleine Mädchen oder die Führerin, als sie sich aus dem Fenster bogen und winkten. Muß denn ein Ungeschick immer gleich ein Unglück sein? Dieses Tiroler Mädchen bewies uns das Gegenteil. Vielleicht lag das ihr airoertraute Kind in wenigen Stunden auf dem Operationstisch. Aber jetzt feierte es, kraft der Begabung seiner Führerin noch ein kleines sorgloses Fest. Es lachte von allen Seiten über uns her. Rufe wurden laut und Hände in den Wagen gereicht. „Wie gehts denn — du hast es aber gut — der Doktor weiß schon, daß du kommst." Wie wenn der Herrscher eines Landes empfangen wird, bahnte sich der Wagen den Weg durch die schwirrenden Mädchen. Unsere beiden Begleiterinnen hatten heiße Backen. „Das war luftig", sagte die Führerin. „Aber jetzt müssen wir leider aussteigen. Wir danken Ihnen sehr. Das war schön freundlich von Ihnen." Sie schob das Mädchen behutsam aus dem Wagen. „Gell, wir habens gut gehabt. Da wirst dann auch beim Herrn Doktor tapfer sein." Das Lachen des blonden Tiroler Mädchens blieb die Fahrt über bet uns im Wagen. Wir hatten an diesem Tag nicht nur ein schönes Stück Land, sondern eines seiner schönsten Geschöpfe kennenge« lernt. Hochschulnachnchten. Professor Dr. Karl Blomeyer, Ordinarius der Rechts- und Staatswissenschaften an der Universität Jena, ist in gleicher Eigenschaft an die Universität Münch°en berufen worden. Seine Veröffentlichungen betreffen in der Hauptsache das Zivilprozeßrecht. Dem nb. ao. Professor Dr. Franz Altheim wurde an der Universität Halle der Lehrstuhl für Klassische Philologie (Latein) überfragen. Professor Dr. Hero Moeller, Ordinarius für Nationalökonomie, Finanzwisfenschaft und Statistik an ber Universität Erlangen, mürbe zum Mit- glieb ber Akabemie für Deutsches Recht ernannt. Professor Dr. Robert R ö ß l e , Ordinarius für Pathologie und pathologische Anatomie an der Universität Berlin, mürbe von ber Finnischen In- terniften-SBereinigung in Helsinki zum Ehren- mitglieb ernannt. Professor Dr. Viktor Graf Haller von Halle r st e i n , Drbinarius für Anatomie an der Universität Halle, ist auf feinen Antrag von den und* lichen Verpflichtungen entbunden morden. Professor Dr. Karl W e i m a n n , Extra-Ordinarius für historische Hilssmissenschaften an der Universität Leipzig, ist wegen Erreichung der Altersgrenze in den Ruhestand getreten. Professor Dr.-Jng. Friedrich Emde, Ordinarius für Elektrotechnik an ber Technischen Hochschule Stuttgart, ist wegen Erreichung der Altersgrenze von den amllichen Verpflichtungen entbunden worden. Oelbe V^öalrückstrahler ab ^.Oktober' Nach her neuen Straßenverkehrsordnung und einem Runderlaß des Reichsführers -- und Chefs der deutschen Polizei müssen vom 1. Oktober ab neue Fahrräder, die erstmalig in den Verkehr gebracht werden, an beiden Seiten der Pedale neue gelbe Pedalrückstrahler haben. Der Reichsführer ff und Chef der deutschen Polizei hat aus sportlichen Gründen Rennfahrräder bis auf weiteres von dieser Verpflichtung entbunden, soweit sie nicht während der Dunkelheit auf öffentlichen Straßen benutzt werden. Die näheren Erläuterungen zu diesen Bestimmungen besagen, daß die Rückstrahler an den Pedalen weder verdeckt, noch verschmutzt sein dürfen. Für die alten, schon im Verkehr befindlichen Fahrräder tritt die Bestimmung zu einem späteren, ^och zu bestimmenden Zeitpunkt in Kraft. Bis dahin müssen die alten Fahrrcü>er wie bisher die roten Rückstrahler am Hinteren Ende des Rades führen. Wenn schon vor dem Inkrafttreten der Bestimmung Fahrräder mit gelben Pedalrückstrahlern vorschriftsmäßig ausgerüstet sind, dann brauchen sie nicht mehr mit den roten Rückstrahlern am Ende des Fahrrades versehen zu sein. Auch die neuen Fahrräder, die gelbe Pedalrückstrahler haben, brauchen keinen roten Rückstrahler mehr. Diese Regelung soll es den Fahrrad- besitzern ermöglichen, die Pedalrückstrahler freiwillig anzubringen. Es ist zu erwarten, daß alle Fahrradbesitzer dieser Auffdrderung ,gerne und freiwillig nachkommen, denn die Bestimmung tritt ja zum Schutz und zur Sicherung des Radfahrers in Kraft. Die Sicherung der Fahrräder mit dem roten Rückstrahler bei Dunkelheit hat sich als nicht genügend erwiesen. Immer wieder passierte es, daß ein Wagen auf ein Fahrrad auffuhr, weil der Kraftfahrer bei abgeblen» detem Licht den Radfahrer nicht oder zu spät sah. Vielleicht lag das auch daran, daß die Wirksamkeit der roten Rückstrahler nicht ausreichend war, auch wenn sie von Prüfstellen genehmigt wurden. • Um hier nun die richtige Hebersicht und eine ausreichende Gewähr zu haben, darf in Zukunft nur noch die Abteilung für Lichtmessungen der Physika- lisch-Technischen Reichsabstalt Rückstrahler prüfen und Genehmigungen erteilen. Diese Forschungsstelle hat über ein Jahr lang Versuche gemacht, um den wirksamsten Rückstrahler für Fahrräder zu finden. Gelbes Rückstrahlglns wurde deshalb gewählt, weil es weniger Licht absorbiert und daher wirksamer ist und weil die rote Farbe dem Schlußlicht vorbehalten bleiben soll. Die Rückstrahler kommen an die Pedale, weil sie als bewegliche Lichtflecke dem Kraftfahrer weit stärker ins Auge fallen müssen, als ein einzelnes rotes Lichtfleckchen. Krastfahrunternehmer müssen gegen Hastvflicht versichert sein. DNB. Nach den Vorschriften des Gesetzes über die Beförderung von Personen zu Lande ist jeder gewerbliche Kraftfahrunternehmer gehalten, sich wegen Ansprüchen aus Betriebsunfällen gegen Haftpflicht zu versichern. In den Dersicherungsbedingun- gen ist dabei regelmäßig vorgesehen, daß der Unternehmer von jedem Schadensfall unverzüglich Mitteilung zu machen hat, widrigenfalls die Versicherung keine Deckung zu gewähren braucht. Es besteht Veranlassung, die Kraftfahrunternehmer auf diese Anzeigepflicht aufmerksam zu machen. Wer sie vernachlässigt und dadurch die Ansprüche Geschädigter, vor ollem geschädigter Fahrgäste gefährdet, handelt gewissenlos und hat in jedem Falle zu gewärtigen, daß die zuständigen Behörden sich mit der Frage befassen werden, ob er noch weiterhin die Eignung besitzt, das Leben und die Gesundheit anderer Volksgenossen anvertraut zu bekommen. Gießener DochenmarktpreUe. * G i e ß e n, 22. Sept. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, kg 1,52 Mark, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 9, Eier, ausländische 12, Wirsing, % kg 8 bis 10, Weißkraut 8, Rotkraut 10, gelbe Rüben und Karotten 10 bis 11, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 20 bis 25, Römischkohl 8 bis 12, Bohnen, grün 25 bis 30, gelb 30, Tomaten 20 bis 35, Zwiebeln 10 bis 15, Meerrettich 45 bis,70, Rhabarber 12, Kürbis 8 bis 9, Pilze 45 bis 50, Kartoffeln, % kg 4 Pf., 5 kg 40 Pf., 50 kg 3,30 bis 4 Mark, Aepfel, % kg 25 bis 40 Pf., Fall- Gtaatsführung und Bauwirtschast. Reichsarbeitsminifter Geldte spricht auf der Tagung für wirtschaftliches Bauen. Fwd Fronlfurt a. !Dt, 22. Sept. Heute, Donnerstag, vormittag sprach auf der 16. Ta- gung für wirtschaftliches Bauen der Deutschen Akademie für Bauforschung der Reichsarbeitsminister Seldte über das Thema ..Staatsführung und B a uw i r t sch a ft". Der Minister sagte u. a.: Nachdem der Führer st aat gegenüber der $ aft den Anspruch aufgerichtet hat, sie nach seinem allein bestimmenden Willen zu lenken, stehe ihm auch das alleinige Recht zu, der Bauwirt- einem wichtigsten Teile der Gesamtwirt- schast Weg und Ziel vorzuschreiben, ja sich gegebenenfalls selbst schöpferisch einzuschalten. Alles Bauen könne heute nur im Rahmen einer Gesomtverant- wortung geschehen. Die natürlichen Grenzen seien für Stoatssüh'rung und Bauwirtschaft in einer allgemeinen Ordnung des Bauwesens gezogen, die vom Staate in weiser Beachtung gesunder volkswirtschaftlicher Lebensgrundlagen geschaffen wird. Hier liegen für das Reichsarbeitsministerium als dem Städtebau- und Baupolizei-Ressort des Reiches wichtige Aufgaben. Ordnung des Bauwesens umfasse jetzt ganz allgemein die Führung und Lenkung dez Bauwesens auf kulturellem, sozialem und wirtschaftlichem Gebiet. Wenn auch gerade die Bauwirtschaft in so bewegten Zeiten, wie wir sie gegenwärtig durchleben, immer wieder außerordentliche Spannungen überwinden müsse, so sei es doch bereits weitgehend gelungen, eine neue Ordnung aufzustellen und durch einen festgefügten Zusammenschluß von Städtebau, Baupolizei, Wohnungs- und Siedlungswesen der Bauwirtschaft den Rahmen zu ziehen. In ihm darf sie sich, der Staatsführung sich willig unterordnend, nach der ihr eigenen natürlichen Gesetzlichkeit entfalten. Eine staatliche Ordnung des Bauwesens mache drei große Aufgaben deutlich erkennbar. Die alles Gewesene von l^rnnd aus neu gestaltenden Kräfte müssen in den auf festes Ziel gerichteten planvollen Städtebau eingeordnet werden bei gleichzeitiger Beachtung des Zieles, eine allgemeine Hebung der Baukultur zu erreichen. Sodann gilt dem Reichsarbeitsminister in seiner Eigenschaft als Sozialminister des Reiches seine besondere Sorge dem Arbeiterwohnstätten- b a u. Der arbeitende Mensch steht im Mittelpunkt unseres nationalen Lebens: deshalb stellen wir aus zwingenden Gründen höchste Ansprüche an feine Arbeitskraft, und um fo berechtigter ist daher fein Recht auf eine gesunde, schöne Wohnung, wo er sich nicht nur erholen, sondern auch seine Kräfte erneuern kann. Schließlich muß der Staat da in die Wirtschaft selbst tätig eingreifen und gegebenenfalls neben seinen sonstigen Machtmitteln auch erhebliche Geldmittel einsetzen, wo sonst große Teile der Volksgemeinschaft wirtschaftlich Not leiden könnten. 'Neben und in Verbindung mit diesen großen Aufgaben des Reichsarbeitsministeriums auf den Gebieten des Städtebaues, der Baupolizei und der Sozialpolitik gibt es drei neue Abschnitte, in die sich gegenwärtig der besonders Auftrag der Bauwirtschaft eingliedert: Die Wieberaufrich- tung der deutschen Wehrhoheit mit ihren umfangreiches Aufgaben, die Verkündung des zweiten Vierjahresplans, die Neu- geftaltung deutscher Städte. Zu allen Zeiten standen Städtebau und Landesverteidigung in engster Wechselbeziehung. So war es selbstverständlich, daß die Wehrhaftmachung des deutschen Volkes auch dem Städtebau eine neue Richtung gab, und zwar gleicherweise auf dem Gebiete der städtebaulichen Planung, wie auch auf dem engeren der Wohnungsfürsorge. Gleichzeitig hat sich der bau» l i ch e Luftschutz entwickelt. Seine Forderungen beginnen sich im Städtebau, bei der Baupolizei und im Wohnungswesen auszuwirken. Dann aber war es der Befehl zur Inangriffnahme des zweiten Vierjahresplanes, der.für uns ein doppeltes Zugreifen bedeutete. Seine Durchführung bedingt die völlige Verlagerung ganzer großer Siedlungseinheiten, neuer Ge- mcinschaftssiedlungen, ja die Gründung ganzer neuer Städte. Mit fester Hand muhte der Staat auch hier wieder die Führung übernehmen, wobei erneut dem Reichsarbeitsministerium eine bedeutsame Rolle zufiel und zufällt, nicht zuletzt die Perpflichtung, daß diese Planungen den Stempel einer hohen künstlerischen Verantwortung tragen, und die Auffassuna, daß es sich darum handelt, Stadtgebilde neu wachsen zu lassen, die lebendigen Gebilde einer vom deutschen Schicksal zusammengeführten Gemeinschaft deutscher Menschen sind. „Es erfüllt mich", so fuhr der Winlster fort, „mit ganz besonderer Genugtuung, gerade der Bauwirtschafs mitteilen zu können, daß wir von selten des Reichsarbeitsministeriums in neuester Zeit auch zur tätigen finanziellen Förderung solcher neuen Gemeinschaftssiedlun- gen und ihrer Einrichtungen mit Reichsbeihilfen haben übergeben können." Neben dieser Tätigkeit auf städtebaulichem Gebiete mußte die Baupolizei stark in den Dienst des Dier- jahresplanes eingespannt werden. So mußte 1937 die Baupolizei mit der Durchführung der Maßnahmen zur Einsparung von Bau st off en betraut werden. Wir stehen auch in diesen Dingen an einer Wende, denn wir sehen uns, aus lange Sicht betrachtet, einfach vor der Notwendigkeit, das gesamte Bauwesen umzustellen auf die nun einmal gegebene Rohstofsgrundlage. Dabei reichen sich auf dem Boden ernster wissenschaftlicher Forschungstätigkeit hier Staat und Wirtschaft die Hand, um nach gemeinsamer Zielsetzung neue Wege zu finden. Zu yll diesem Neuen tritt seit etwa Jahresfrist noch die nach dem Willen des Führers.begonnene Neugestaltung deutscher Städte hinzu. Die Staatsführung beschränkt sich auch hierbei nicht mehr auf Leitung und Lenkung, sondern sie schreitet zur Tat und reißt durch das eigene Schaffen und durch eigenes selbstschöpferisches Gestalten die Baukunst aus ruhiger Beschaulichkeit zu stürmischem Vorwärtsdrängen. Die Bauwirtschaft selbst leistet hier oft zunächst unmöglich Erscheinendes, weil der Ruf des Führers sie dazu befähigt. Es ist sesbftver- stündlich, daß wir dabei unsere stete Sorge um den Wohnungsneubau nicht vernachlässigt haben. Vielmehr ist es bisher gelungen, die Linie der Reichswohnungspolitik zu halten und zu vertiefen. Namentlich das Baujahr 1937 Hal trotz mancherlei Schwierigkeiten einen Rekordzugang an Wohnungen gebracht. Besonders erfreulich ist dabei, daß überwiegend Arbeilerwohnftätten errichtet und somit die öffentlichen Wittel dem Zweck zugeführt wurden, der im Sinne der von der Reichsregierung verfolgten Wohnungspolitik liegt. Dabei ist der G e s ch o ß b a u auch heute noch am Platze, wo es aus städtebaulichen Gründen, oder zur Schließung von Baulücken angezeigt erscheint, wenn auch die Kleinsiedlung, wo es nach Lage der Dinge möglich ist und geeignete Siedler vorhanden sind, nach wie vor als die in allgemein- politischer, gesundheitlicher, ernährungswirtschaftlicher und sozialer Hinsicht wünschens werte st e Behausungsart bevorzugt gefördert werden muß. Wenn auch kleinere Wohnungen noch gebaut werden müssen, so muß man doch darauf achten, daß immer die Möglichkeit offen bleibt, sie bei Bedarf durch Aus. und Anbau, Zusammenlegung usw. zu vollen Vierraumwohnungen zu erweitern. Da wir uns in den letzten fast sechs Jahren mit grundstürzenden Kräften im Bauwesen auseinanderzusetzen hatten, konnten wir eine umfassende Neuordnung des gesamten deutschen B a u r e ch t s noch nicht vollends durchführen. Wir sind aber dabei, das schrittweise zu tun, und haben wichtige Dinge schon geregelt. Dabei wird für die schrankenlose Baufreiheit eines überwundenen Zeitalters im kommenden Reichsbaurecht kein Raum sein. Die Norm dieses Rechtes wird vielmehr die Rücksichtnahme auf das Wohl des Ganzen sein müssen. Jedenfalls umfassen die beiden Begriffe Staatsführung und Bauwirtschast, unter einer einheitlichen Schau gesehen, schon ein gewaltiges Zusammenspiel lebendigster Kräfte, und das Band zwischen Führung und Wirtschaft müsse die gemeinsame Verantwortung vor Führer und Volk sein. Den wirklichen und nachhaltigen Erfolg können nur die unbedingte lautere Wahrhaftigkeit, auf welche sich das gegenseitige Vertrauen zwischen Staat und Wirtschaft zu gründen hat, verbürgen. äpfel 14 bis 15, Birnen 30 bis 50, Pfirsiche 50, Brombeeren 40 bis 55, Preiselbeeren 40, Haus- zwetschen 21 bis 25, Edelzwetschen 35 bis 40 Pf., junge Hähne 1,10 bis 1,20 Mark, Suppenhühner 90 Pf. bis 1,05 Mark, Blumenkohl, das Stück 10 bis 50 Pf., Salat 8 bis 15, Salatgurken 10 bis 30, Einmachgurken 2 bis 6, Endivien 5 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 12, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 35, Rettich 5 bis 15, Radieschen, das Bündel. 8 bis 10 Pf. ♦ ** Unterrichtsverlegung. Wie das Stadtschulamt bekanntgibt, haben die Schülerinnen der Schillerschule am Freitag, 23. September, in der Goetheschule zum Unterricht zu erscheinen. ** Forts chritte der Straßenbaugr- beiten in der Kaiserallee. Die umfangreichen Straßenbauarbeiten in der unteren Kaiserallee machen gute Fortschritte. Insbesondere auf der — von Stadtmitte bus gesehen — rechten Straßenseite läßt sich die neue Aufteilung der Straße schon gut erkennen. Nunmehr wurde mit der Verlegung der Platten für den Bürgersteig begonnen. Der Radfahrerweg, von schmalen Steinen gefaßt, ist nahezu fertig, und die Straßenbahnschienen, die am Lud- wigsplatz schon weiter nach rechts verlegt wurden, werden bald wieder eingebettet werden können. Wann die Derkehrssperre aufgehoben werden wird, kann jetzt allerdings noch nicht abgesehen werden. ** E r h a t sich in der Zeit geirrt. In einem Garten in der Nähe der Eisenbahnhäuser Am Wartweg/Schlangenzahl kann man gegenwärtig einen Apfelbaum sehen, der vollständig in Blüte steht. Der blütenfreudige Baum hat sich sehr in der Zeit geirrt. Landkreis Gießen. * Lei*hgestern,22. Sept. Unser Mitbürger Heinrich Velten kann am heutigen Donnerstag, 22. September, in voller geistiger und körperlicher Frische seinen 7 7. Geburtstag feiern. Dem alten Herrn, einem langjährigen treuen Bezieher des Gießener Anzeigers, unseren herzlichen Glückwunsch. <£ Leihgestern, 22. September. Seinen 7 9. Geburtsta g kann am Freitag, 23. September, der Rentner Peter Arnold in guter Gesundheit begehen. Der noch- rüstige, mit gutem Humor ausgerüstete Mann hat früher jahrzehntelang täglich die Milch von hier nach Gießen gefahren. Beiden Iubilaren unseren herzlichen Glückwunsch. Kannst du zurück, Dore? Vornan von Hedda Lindner. Copyright by Carl Duncker Verlag, Berlin W 35. (Nachdruck verboten!) 21. Fortsetzung. „Der Mann verdankt Ihnen sein Leben. Ihm nachzuspringen — bei dieser See — Donnerwetter, \aV sagte der Kapitän in grenzenloser Hochachtung. „Als ich erst mal vom Schiff ab war, war es nkcht so schlimm", meinte Hilger. „Die Strömung wär günstig. Wäre er mehr abgetrieben, hätte ich iljn niemals finden können. Im übrigen bin ich ein sicherer Schwimmer." . „Gegen die Haie nutzt auch das beste Schwimmen nichts", bemerkte der Zweite Offizier, der im Boot gewesen war. „Ich hatte auf alle Fälle die Pistole in der Hand, aber ob das viel geholfen hätte ..." „Wir sehen", sagte der Kapitan, „daß der alte Herr da oben für tapfere Kerle immer noch etwas übrig hat, darum wollen wir uns nicht weiter ausmalen, was alles hätte geschehen fönen, sondern uns lieber klar werden, was nun zu geschehen hat. Vernehmungsfähig ist Ihr Patient noch nicht, Doktor?" Der Doktor schüttelte den Kopf. „Abgesehen von dem Schlag hat er auch erheblich Wasser geschluckt. Es bauert mindestens noch ein paar Stunden, bis ich ihn einigermaßen klar habe." „Wenigstens kann inzwischen niemand aussteigen", warf Merzmann ein. „Aber wissen mochte ich doch, welche Halunken es auf diesen ruhigen Doktor abgesehen hatten. Der Mann tut doch keiner Fliege was ^Gerald wußte nicht recht, wie er sich verhalten sollte. Ob er die Unterredung mit Kesten als vertraulich betrachten mußte oder nach diesem Ueberfall darüber sprechen durfte. Er entschloß sich zu einem Mittelweg. „Ich hatte den Eindruck, als ob der Doktor sich in Gefahr fühlte." c . »Ohne sich an mich zu wenden?" warf der Kapitän ein, mehr überrascht als gekränkt. Gerald hob leicht die Schultern. „Sein Verdacht war wohl zu unbestimmt, als daß er Ihnen davon hätte Mitteilung machen können. Aber ®enn tu) heute darüber nachdenke, habe ich den Eindruck, oatz es irgendwie mit den Chinesen zusammenhängt. Merzman stieß einen Pfiff aus. „Jetzt geht mir eine Tranlampe auf. Ich besinne mich doch, daß ich mich über das Interesse des Doktors für die Wäscher gewundert habe, weil er sonst niemals nach etwas fragte. Ein sehr angenehmer Fahrgast", fügte er aus tiefster Ueberzeugung hinzu. Die andern mußten über diesen Stoßseufzer unwillkürlich lächeln, sie alle wußten „nicht fragende" Fahrgäste gebührend zu schätzen. „Ganz richtig", antwortete Gerald, „und am Abend nach dieser Unterhaltung machte er mir die Andeutung, einer möglichen Gefahr; darum glaube- ich jetzt auch an einen Zusammenhang." „Auf alle Fälle werden wir uns die Brüder langen", erklärte Merzmann energisch. „Aber wenn das so ist, dann ..." Er zögerte. „Dann ist der Doktor wohl kein harmloser Privat- gelehrter", fiel der Kapitän ein. „Auch das werden wir feststelle-n." Es bedurfte dazu keiner sonderlichen Anstrengungen. Als der Doktor so weit war, um reden zu können, gab er selbst die nötigen Aufklärungen. Er hieß mit seinem richtigen Namen Dr. Fiedler, war Kriminalrat am Polizeipräsidium in Berlin und mit einem Sonderauftrag unterwegs. Seit längerer Zeit waren in den Mittelmeerlän- dern und in Südafrika ausfallend viel deutsche Banknoten im Umlauf, die bei den strengen Deoisen- gesetzen nur durch Schmuggel ins Ausland gekommen sein konnten. Da sie immer zahlreicher auftauchten und allmählich eine Gefahr für die deutsche Handelsbilanz in diesen Ländern zu werden begannen, beauftragte man Dr. Fiedler — einen der fähigsten Beamten und außerdem Spezialisten auf diesem Gebiet — mit der Verfolgung der Angelegenheit. Der ebenfalls auffallende Umlauf von Pfundnoten erweckte gleichzeitig das Interesse der englischen Behörden, wodurch seine Arbeit wesentlich erleichtert wurde; denn nun bekam er weitgehende Unterstützung überall. Er stellte zunächst fest, daß die Mark- ebenso wie die Pfundnoten zum großen Teil in ausgeklügelter feiner Weise gefälscht waren, und seine Ermittlungen führten allmähl.ch darauf hin, daß die Zentrale der Bande nicht — wie anfänglich vermutet — in Kapstadt, sondern in Kairo war. Die Beweise '.n dem Geralds Obhut übergebenen Umschlag reichten aus, einen bis dahm sehr ' angesehenen und einflußreichen ägyptischen Finanzmann auf das schwerste zu belasten. Seine letzten Zweifel, auf der richtigen Spur zu sein wurden behoben, als man zweimal in Kapstadt den Versuch machte, ihn zu beseitigen Beide Male gelang es seiner Wachsamkeit in Derblndung mit der Aufmerksamkeit der dortigen Behörden, diese Anschläge zu vereiteln. Nun er seiner Sache sicher war, handelte es sich für chn nur nod) darum, sein Material den englischen Behörden in Aegypten zu übergeben, die das weitere zu erledigen hatten. Er wagte nicht, diese wichtigen Papiere einem Transportwege anzuvertrauen. Er kannte die Machtmittel seiner Gegner ebenso wie ihre Skrupellosigkeit. Deshalb entschloß er sich, sie persönlich zu überbringen. Er wählte ein deutsches Schift, weil er sich dort am sichersten fühkke, und er wählte die Maske eines etwas weltfremden Gelehrten, weil er hoffte, so am unauffälligsten in der Menge unterzutauchen. Die Kapstadter Polizei hatte feine Einschiffung sorgsam Überwacht, auch sämtliche Fahrgäste der „Kenya" durchgeprüft, ohne Verdächtiges festzustel- len. Fiedler war zu erfahren, um sich durch diese anscheinende Untätigkeit seiner Gegner einwiegen zu lassen. Er wußte nur zu genau, mit was für Leuten er es zu tun hatte. Als er darum von der merkwürdigen Art hörte, wie die chinesischen Wäscher an Bord gekommen, wurde sofort sein Mißtrauen rege, und er versuchte, vor allem das Material zu sichern. Dieses Pflichtbewußtsein, das ihn wie stets zuerst an seine Aufgabe denken ließ, rettete zugleich sein Leben; denn nur dadurch war es Gerald möglich, die Zusammenhänge rasch genug zu erfassen. Die chinesischen Wäscher leugneten entschieden ihre Täterschaft. Beweisen konnte man ihnen vorläufig nichts. Fiedler war von hinten niedergeschlagen worden und hatte seine Angreifer nicht zu Gesicht bekommen. Er hatte aber keinerlei Zweifel, daß die richtigen Wäscher in Mombassa eingeschüchert waren und diesen Werkzeugen seiner Gegner Platz machen mußten. Die beiden Leute wurden festgesetzt, die Behörden in Aden konnten das übrige tun. Es war ganz selbverständlich, daß sich nun zwischen Fiedler und seinem Retter eine Freundschaft entwickelte, die selbst Gerald mehr aus sich heraus- gehen ließ, als er es sonst einem Fremden gegenüber getan hätte. Und so ergab es sich, daß er auch von seinem Schicksal erzählte und ebenso von seiner Absicht, die Angelegenheit wieder aufzurollen. Fiedler entsann sich dunkel, gelegentlich über die Sache unterrichtet worden zu sein. Er hörte mit dem Interesse des Fachmannes zu, aß und zu knappe Fragen dazwischenwerfend. Als Gerald geendet hatte, ging er lange schweigend, die Hände auf dem Rücken, neben ihm die Deckpromenade auf und ab. „Wer hatte einen Vorteil davon, wenn Ihr Onkel starb?" fragte er schließlich. „Dem damaligen Testament nach — ob es heute noch vorhanden ist, weiß ich nicht — war ich sein Erbe", antwortete Hilger, , „Hm. Und wer hatte Vorteil davon, wenn Sie ausschieden?" fragte der Doktor nach einigem Heber« legen weiter. „Mein Vetter Petry, bter aber als Täter niemals in Betracht kommt. Er ritt an dem Tage des Heberfalls auf meinen Onkel ein Rennen in Düsseldorf und wäre auch einer solchen Tat nicht fähig", erklärte Hilger entschieden. „Wessen manche Leute fähig sind, zeigt sich oft erst, wenn eine entsprechende Sage an sie herantritt", meinte Fiedler skeptisch. „Aber daß man nicht gleichzeitig in Düsseldorf Rennen reiten und in Rehwaldau^schießen kann, das steht fest. Komische Sache, diese törichte Scheckfälschung, und nachher dieser Schuß. Wenn der Schütze hätte töten wollen, hätte er bei der knappen Entfernung kaum vorbei- geschossen." „Meinen Sie, er wollte meinen Onkel gar nicht ermorden?" fragte Gerald überrascht. „Ich komme immer mehr zu der Ueberzeugung, daß er es tatsächlich nicht wollte. An den Landstreicher glaubt fein Mensch", begann Fiedler seine Ansicht zu erläutern. „Auch die Kollegen nicht, die sicher den Fall im Auge behalten. Wer geschossen hat, hat mit Heberlegung geschossen, aus Ihrer seitdem verschwundenen Pistole, und konnte schießen, sonst hätte er eine andere Waffe, Messer oder Gift ober sonst was, genommen. Unsichere Schützen knallen nur im Affekt, in Liebssdramen und so. Wenn aber der Mann Ihren Onkel gar nicht töten wollte.." „... bann sollte ich baburch kompromittiert werben", fiel Geralb erregt ein. „Ein bißchen reichlich kompromittiert", meinte ber Kriminalrat mit trockenem Humor. „Unb jebenfalls genügenb, um Sie als Erbe auszuschalten." „Merkwürbig", sagte Gerald nachdenklich. „Mein Onkel Ashton drüben in Afrika, der doch die ganze Sache auch nur aus meinen Berichten kennt, hat denselben Gedanken, nur ich bin nie darauf gekommen." „Die Behörden dort anscheinend auch nicht, sonst wäre die Untersuchung wahrscheinlich ganz anders aufgefaßt worden. So hat sich der. Verdacht von Anfang an nur gegen Sie gerichtet. Aber ich habe es in meiner Praxis oft erlebt, daß jemand, der Abstand hat, viel klarer sieht. Ich versuche auch bei meinen Fällen immer nach Möglichkeit, den großen Heberblick nicht zu verlieren. Ist Ihnen eigenllich nie etwas ausgefallen, was auf eine Feindschaft gegen Sie schließen ließe?" „Nie", jagte Gerald überzeugt. Fortsetzung folgt!). Langfristige Wettervorhersage SJL-tfport Rumänien ist Pesser Wirtschaft um treibe je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Weizen W9 198, W 11 200, W 12 201, W 13 I 22: Nachrichten. 22.30: Unterhaltung; W16 205, W 18 207, W 19 209, W 20 211, t Nachtkonzert. Unentwegt „auf Draht". RM.: schuldung gingen mit 94,20 (94,13) und Stäbte-Alt- Biallas Dobai Um 951 198 und Erste deutsche Maßnahme für Olympia 1940. Albu Bürger David. Bodola Baratky Bogban Bindea Demetrovici Cotormani Dintila Raftl Appel Schmaus Wagner Mock Skoumal Hahnemann Stroh Schön Nur zwei Jahre trennen uns noch von den Olyrn pischen Spielen 1940 in Helsinki. Deutschlanb hat auf der XII. Olympiabe in Finnland den 1936 in Berlin in grandiosen Kämpfen eroberten ersten Platz in der Gefamtwertung aller teilnehmenden Nationen zu verteidigen. Eine schöne, aber zugleich schwere Aufgabe. Es ist selbstverständlich, baß im vorolympi- fchen Jahr, an beffen Schwelle wir in einigen Monaten bereits stehen, vorsorglich für ben beutschen Sport alle Maßnahmen getroffen werben, bie für die Teilnahme und ben anzustrebenben Erfolg rich- tungroeifenb sind. So hat der Reichssportführer die Fachämter und Verbände angewiesen, baß alle Veröffentlichungen von Terminen für bas nächste Jahr, also ein Festlegen von Zeiten für bie Durchführung von Länberkämpfen, nationalen und internationalen Veranstaltungen zu unterbleiben haben. Für alle Veranstaltungen ist bie befonbere Zustimmung des'Reichssportführers emzuholen. Fachämter und Verbänbe müssen an bie Reichsfuh- rung bes DRL. bis zum 20. Oktober 1938 ben von ihnen geplanten Aufbau ber sportlichen Veranstaltungen in terminlicher Hinsicht sowie bie von ihnen geplanten Derhanblungen wegen Durchführung internationaler Veranstaltungen aufgeben. nen zogen überroiegenb 0,25 v. H. an, 4V2 v. H. Krupp jeboch 98,75 (99). Stabtanleihen notierten unoeränbert, ebenso Pfandbriefe, wofür bie Nachfrage etwas Angenommen hat. Liquibations-Pfanb- briefe zogen z. T. 0,13 v. H. am. Im Verlaufe blieb bie Börse auf allen Gebieten sehr fest. In ben meisten Fällen setzten sich am Aktie n m a r k t neue Erhöhungen von durchschnittlich 0,50 bis 1 v. H. burch. Die Umsätze waren im ganzen weiterhin recht lebhaft, ba hin unb wieder auch kleine Gewinnsicherungsabgaben vorgenommen würben. Besonbers gesteigert waren Deutscher Eisen- hanbel auf 144,50 nach 141,75, außerbem Daimler auf 133,50 nach 132. Kinb. 10: Schulfunk: Die sieghafte Straße. Manu« skript von Hans Roeper. 10.30: Der. erste Fliegt über Paris. NSFK.-Oberführer von Hibbessen ?r' zählt. 12: Mittaaskonzert. 13: Nachrichten. 13.15'. Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Das Stund' chen nach Tisch ... 15: Kleine Klaviermusik. 16: Nach' mittagskonzert. Das Mikrophon unterwegs. 18: Zeit' geschehen. 18.30: Der fröhliche Lautsprecher. 19.20: Inr Felbguartier auf hartem Stein ... Solbaten unb ihre- Lieber. 20: Nachrichten. 20.15: Unb gelb färbt sich das Laub. Herbstliche Musik. 21.15: Unterhaltungskonzert. 22: Nachrichten. 22.30: Unterhaltungskonzert. 241 Frankfurter Schlachtviehmurkt. Frankfurt a. M., 22. Sept. (Vorbericht.) 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: Rinder (179 Ochsen, 114 Bullen, 416 Kühe, Schon wenige Tage nach bem siegreichen Länber kampf gegen Polen hat Deutschlanbs . abermals eine internationale Kraftprobe stehen. Diesmal ist Rumänien ber Gegm. ----- Schauplatz bes Länberkampfes ist am kommenden Sonntag die rumänische Hauptstadt Bukarest. Es geht zum zweiten Male gegen die Rumänen; der erste offizielle Länberkampf fand im August 1935 in Erfurt statt und wurde von Deutschland mit 4:2 (1:1) Toren siegreich gestaltet. Schon damals erwiesen sich die Rumänen als vorzügliche Fußballer. Sie konnten diesen ersten Länderkampf ziemlich ausgeglichen gestalten und erst im Endspurt gelang ber beutschen Els der Sieg. Inzwischen hat ber Fußball auch auf dem Balkan weitere Fortschritte gemacht, besonders aber in Rumänien, wo die Spitzenklubs einer Nationalliga angehören. Wie stakt die rumänische Länderelf geworden ist, geht aus der Tatsache hervor, daß ihr erst vor wenigen Tagen in Belgrad gegen das starke Jugoslawien Rumänien: Auf deutscher Seite stehen, wie schon gesagt, acht Wiener Spieler, dazu Appel (Berlin), Biallas (Duisburg) unb. Schön (Dresben). Da bas Wiener Element vorherrscht und sich bie Spieler aus vielen gemeinsamen Kämpfen kennen, bürste bie Zusammenarbeit von vornherein keine Schwierigkeiten bereiten. Der Dresbener Schön hat sich in ber Wiener Umgebung bereits am vergangenen Sonntag gut zurechtgefunden unb von Appel und dem Neuling Biallas darf man annehmen, baß sie keine Außenseiterrolle spielen werben. Die rumänische Elf setzt sich aus Spielern ber brei bebeutenbften rumänischen Vereine zusammen: Ripensia Temesvar, Venus Bukarest unb Rapib Bukarests Die Rumänen haben eine eisenharte unb schlagsichere Verteibigung und einen schnellen Sturm, in dem Dobai, Baratky unb Bindea die bekanntesten sind. Don der rumänischen Elf erwartet man im eigenen Land eine große Leistung, zumal in Anbetracht der Tatsache, baß im Falle eines Sieges über Deutschlanb ganz enorme Siegesprämien (Rumäniens Spitzenspieler sinb Berufsfuhballspieler!) gezahlt werben! Roggen R 11 183, R12 184, R 14 186, R 15 187, R 16 189, R 17 190, R 18 191, R 19 193 Großhan* belspreise ber Mühlen ber genannten Preisgebiete. Futtergerste —, Futterhafer —. Weizenmehl Type 812 W 13 28,85, W 16 28,85, W 18 28,85, W 19 28,85, W2O (Kreis Alzey) 28,85, W 20 (Kreis Worms) 29,20, Roggenmehl Type 997 R 12 22,45, R 15 22,80, R16 22,95, R 18 23,30, R 19 23,50 plus 0,50 RM. Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W13 10,75, W16 10,90, W 18 11,00, W19 11,10, W20 11,20, Roggentleie R12 9,95, R 15 10,15, R 16 10,25, R 18 10,40, R 19 10,50 Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Treber —. Wiesenheu, hanbelsüblich, gesunb, trocken, mit Besatz (bis V») an minderwertigen Gräsern 5,00, Wiesen- heu, gut, gesund, trocken, mit unerheblichem Besatz (bis etwa V10) an minderwertigen Gräsern 5,80 bis 6.00, Erzeugerpreis ab Erzeuger-Verlabestatiom Weizenstroh, bindfabengepr. unb gehünb. 2,80, Roggenstroh, binbfabengepr. unb gebünb. 2,90 bis 3,00, Hafer- -unb Gerstenstroh, binbfabengepr. und geb. 2,40 bis 2,50, Kleeheu, gut, gesund, trocken, 7,00 bis 7,50 ab Erzeuger-Verladestation. Tendenz: ruhig. ein 1:1 gelang. Gegen Deutschland soll bie gleiche Mannschaft eingesetzt werden, darüber hinaus wäre noch zu sagen, daß die rumänischen Nationalspieler im Hinblick auf den Kampf gegen Deutschland, der in Rumänien als das „Spiel des Jahres" angesehen wird, eine Spezialvarberitung erhalten haben. Die deutsche Elf, in ber allein a ch t W i e n e r S p i e - 1 e r stehen, wirb in Bukarest einen Gegner antref* fen, ber nicht nur in technischer unb taktischer Hinsicht bas Fußballspiel ausgezeichnet beherrscht, sondern der darüber hinaus auch noch große kämpferische Qualitäten hat. Und schließlich wirb hinter ber rumänischen Els noch ein begeisterungsfähiges Publikum in Stärke von über 30 000 Mann stehen, das „feiner" Elf einen starken Rückhalt geben wirb. Es steht unserer Mannschaft ein sehr schwerer Kampf bevor, bem wir in ber Heimat aUerbings mit Vertrauen entgegensetzen können, beim bie Auswahl unserer Spieler würbe recht sorgfältig getroffen unb burchweg bewährte „Internationale" mit ber Vertretung der beutschen Farben beauftragt. Abendbörse weiter fest. Da sich bie Käufe des Publikums fortfetzten, anderseits aber das Angebot weiterhin gering mar, verkehrte auch bie Abendbörse auf allen Märkten in weiter sehr fester Haltung. Etwas ruhiger und weniger erhöht waren von den führenden Werten IG. Farben mit 152 (151,75), Verein. Stahl mit 103 (102,75) unb Mannesmann mit 109,75 bis 109,65 (109,40). Dagegen setzten sich an ben übrigen Gebieten erneut beurchschnittliche Steigerungen von 0,50 bis 1,25 v. H. burch. Sehr fest lagen Bekula, bie in Anpassung an Berlin um 5,50 v. H. anzogen auf 162, ferner Scheibeanstalt mit plus 4,50 v. H. auf 210,50, unb je 2 0. H. gewannen Aschaffenburger Zellstoff mit 121 unb Ilse Bergbau Genuß mit 137. Fest lagen besonders Elektroaktien, Gesfürel 137,75 (137), AEG. 117,75 (116,75), Licht und Kraft 138 (136,75), ^ahmeyer 129 (128,50). Sonst stiegen u. a. Goldschmidt auf 134,75 (133,50), Junghans auf 109,50 (108,40), Holzmann auf 152 (150,75), Hapag auf 64,50 (63), Bemberg auf 136 (135), BMW. auf 146 (145), Westdeutsche Kaufhof auf 98 (97), Moenus auf 123 (122), Reichsbank auf 184,75 (184), daneben gab es eine Reihe von Erhöhungen um 0,25 bis 0,75 v. H. Auch am Einheitsmarkt traten neue Befestigungen ein. Schuh Herz 123 (122), Pokorny 158 (157), Gebr. Fahr 146 (145), Schriftg. Stempel 97 (96), Ehern. Albert besonders fest mft 112,75 (111), Otavi Minen 23,25 (22,75), Deutsche Bank 115,25 (115) uiib Berl. Hanbesgesellschaft nach Pause 118,50 (116,25). Don Renten, bie im allgemeinen ruhig lagen, fanden verschiebene Industrie- Anleihen bei teilweise leicht erhöhten Kursen etwas Interesse, ebenso im Freiverkehr Kommunal-Um- schuldung zu 94,25. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 21. Sept. Es notierten (Ge- Meteorologen als Berater der Wirtschaft. Der Kernpunkt unserer Betrachtung liegt in der Feststellung, daß ber Meteorologe im Reichswctter- bienst nicht nur ber wissenschaftliche Spezialist und Forscher, sonbern auch ein Wirtschaftsbera- t e r ist, indem er bie günstigen ober ungünstigen Einflüsse ber verschiebenen Wetterformen erkennen, abschätzen und bie in Frage kommenden Wirtschafts- unb Gewerbezweige jeweils informieren unb beraten kann. Für ben moralischen Erfolg der langfristigen Witterungsvorhersage ist bie - Tatsache besonbers aufschlußreich, baß bie Bauern, bis wissenschaftlichem Fortschritt unb baraus sich erge* benben Neuerungen erfahrungsgemäß abwartend gegenüberstehen, ben Wert ber Wetterberatung in biesem Sommer erkannt haben unb baraus bie Nutzanwenbung zogen, wie in ben letzten Monaten aus zahlreichen Anrufen unb An« fragen von Bauern bei ber Staatlichen Forschungs* stelle in Homburg, bei ben Reichswetterbienststellen. ben Reichssenbern unb insbesonbere auch bei den Tageszeitungen hervorging, eine Beobachtung, bis man in früheren Sommern gar nicht ober nur Der« einzelt gemacht hat. Es liegt in ber Art bes Bauern, baß er ihm nahegelegte Neueinrichtungen genau prüft unb erprobt. Wenn er heute auf einem Gebiet wie ber Wetterkunbe, wo bestimmte altherkömmliche Ansichten — z. B über den „Hundertjährigen Kalenber" — noch hier unb ba im Kurse stehen, ber mobernen Richtung nachgibt, so ist ba* mit bem qualitativen Wert ber' meteorologischen Forschung bas beste Zeugnis ausgestellt. Aorhersage auch im Winter? Man wirb nicht in ber Annahme fehlgehen, baß in ein ober zwei Jahren, wenn bie Staatliche Forschungsstelle in ber Lage ist, bie jetzt bis in ben Oktober ausgebehnten Zehntagevorhersagen auf ben ganzen Winter zu erweitern, bie Beanspruchung bieser Langfristvorhersage durch die verfchiebenen Wirtschafts- unb Gewerbezweige sich ganz erheblich steigern unb baß damit auch bie Leiftungsmoglich- feiten unb Erfolge der Zehntagevorhersage noch beutlicher werben.' Die in ber Wintersaison vom Wetter abhängigen bzw. mit bem Wetter arbeiten» ben Wirtschaftszweige sind so zahlreich unb vielseitig, baß sich hier ein überaus weites Betätigungs- unb Anwenbungsgebiet ber Beratung ergibt. Dementsprechend dürften auch bie Vermögenswerte, die mehr eingebracht bzw. durch rechtzeitige Warnung und Vorbeugung vor Verlust geschützt werben, auch im Winter augenfällig hervortreten. Angesichts bieser Möglichkeiten, bie zwar im Augenblick noch Theorie sinb, aber in ihrem bemnöchstigen praktischen Erfolg jeben Zweifel ausschalten, wäre es zu begrüßen, wenn bie Staatliche Forschungsstelle ben Zehntagewetterbienst recht halb auch auf bas Winterhalbjahr, also ganzjährig, ausbehnen könnte. Walter Lammert. In einer Zeit ber Nutzbarmachung aller Kräfte für ben wirtschaftlichen unb nationalen Ausbau Großbeutschlanbs unb seine Unabhängigkeit vom Auslanb mußten auch solche Wissensgebiete für ben Einsatz mobilisiert werben, bie bisher interne Forschungsarbeit betrieben unb bie praktische Anwenb- barteit ihrer Erkenntnisse nur in kleinem Umfang nachwiesen. Unter btefen verschiebenen Wissensgebieten, bie als Forschungswissenschaften tätig sinb, hat auch in biesem Sommer bie Meteorologie einen wertvollen Beitrag leisten können. Man sage nicht, baß bie Wetterkunbe unb bie Erkenntnisse ihrer Gesetze ein Wissensgebiet seien, bas in ber Aufgabenstellung bes Vierjahresplanes nur am Ranbe liege unb nebensächliche Bebeutung habe. Man muß bie Anwenbungsmöglichkeiten, wie sie bie heutige Meteorologie bietet, unter einem größeren Gesichtskreis betrachten unb werten als ihn ber Name ^Wettervorhersage" mit sich ver- binbet. Es kommt bei ber Meteorologie von heute nicht allein auf bie täglichen Vorhersagen an, ob sie stimmen ober fehlschlagen. Kern unb Aufgabe biefes Wissensgebietes liegen vielmehr in ben Leistungsmöglichkeiten auf breiter Basis, wie etwa ber allgemeinwirtschaftlichen Beratung. Wie im Laufe eines Erntejahres burch die Gesamtheit der einzelnen Wetterunbilden das Ernteergebnis in seiner Summe und Qualität mehr ober weniger ungünstig beeinflußt wirb, so kann man in ber geschlossenen Vorbeugung unb Abwehr bieser ungünstigen Wettereinflüsse' bas Ernteergebnis im positiven Sinne korrigieren. Millionen RM. unb bei ben Spezialbanken 39 Millionen Reichsmark zu. Rhein-Mainische Börse. fertigen wird. Dem französischen Schiedsrichter Capdevil'le werden sich die beiden Mannschaften wie folgt „Die beste der Wett/'' Während wir bie Wetterunbilben bireft nicht bekämpfen können, besitzen wir in ben erzeugungstechnischen Mitteln eine wertvolle Unterstützung ber Erntesteigerung. Zu biesen Möglichkeiten hat sich nach langjähriger Vorbereitung in biesem Sommer die üorbeugenbe Wetterberatung unb währenb ber Erntezeit eine organisierte, im Einsatz freibewegliche Planung gesellt. Diese Einrichtungen stellen einen Erfolg ber Meteorologie unb insbesonbere ihres wichtigsten Forschungszweiges, ber langfristigen Wettervorhersage, bie bem Staatlichen Forschungsinstitut in Bab Homburg v. b. Höhe obliegt, bar. Der geistige Schöpfer bieser unter Zehntagevorhersage bekannten Neueinrichtung ist Professor Dr. Franz Baur. Kenn- zeichnenb für ben praktischen unb wissenschaftlichen Erfolg bieser prognostischen Methobe ist die Tatsache, baß vor einigen Wochen auf einer Tagung amerikanischer Gelehrter unb Dolkswirtschaftler in Ottawa, bie bie Beziehungen zwischen Wetter unb Ernte als Thema führte, unter ben gegenwärtigen wissenschaftlichen Methoben ber Aufstellung langfristiger Witterungsvorhersagen biejenige Baurs als „bie beste der Welt" bezeichnet würbe. Daß gerabe in biesem Sommer bie Bebeutung ber Zehntagevorhersagen unb damit das Aufgabengebiet ber langfristigen Prognosen in ihren Beziehungen zur Ernährungswirtschaft so offensichtlich würbe, lag in der besonderen Gegensätzlichkeit der Wetterform des Sommers begründet. Auf einen unfreundlichen Vor- und Mittsommer folgte im ganzen Reich eine mehrwöchige Hitzeperiode mit einem wohl abgewogenen Maß von Niederschlägen, so daß ber Saatenstanb, gerabe vor bem Sta- bium ber Reife, unter ben besten Bebingunqen ausreifte unb, was bas (Setreibe angeht, mit einem hervorragepben Körnerergebnis überraschte. In bem Augenblick, wo biefes Stabium erreicht war, beutete l)ie Langfristprognose mit der gleichen Exaktheit wie vorher den Gutwetterabschnitt einen We11erUmschlag an, der eine schnelle Einbringung ber an- fallenben Ernte erscheinen ließ. Aus ber Aufem- anberfolge bieser zwei verschiebenen Prognosensor- „Berlin—Rom" erst im Frühjahr 1939. Aus technischen Grünben hat sich ber Führer bes Deutschen Kraftfahrsports, Korpsführer Huhn- lei n, im Einvernehmen mit dem Präsidenten des Flüssige Bankbilanzen im August, j Seit ber Umstellung ber staatlichen Finanzie- 5 rungsmethoben Enbe April befinben sich bie Bank- i bilanzen in starker Bewegung, bie sich vor allem l burch eine beträchtliche Ausweitung des Bilanzoolu- mens kennzeichnet. Nachbem sich schon im Juli bie l Bilanzsumme aller Krebitinstitute um runb 500 : Millionen Reichsmark ausbehnte, zeigen jetzt bie August-Bilanzen sogar einen Zuwachs um 868 ; Millionen RM. Diese bemerkenswerte Entwicklung bürste einmal mit ber weiteren Kräftigung unserer Wirtschaft, baneben aber auch mit ben allgemeinen Liquibitätsbemühungen Zusammenhängen, bie burch die wachsenbe politische Spannung im August aus- gelöst würben. So bürste bie Erhöhung ber Kunb- schaftseinlagen um 331 Mill. RM. sicher auch auf bas Bestreben ber Wirtschaft zurückzuführen sein, bie sofort verfügbaren Mittel zu stärken; zum Teil bürsten sich hier auch Effektenabstoßungen nieber- schlagen. Auch bie Krebitinstitute bemühten sich, ben erhöhten Liquibitätsansprüchen Rechnung zu tragen. Die flüssigen Mittel (Kasse, Reichsbankquthaben, Schecks, fällige Zinsscheine) nahmen um 80,4 Mill. Reichsmark zu, außerbem würben bie sofort greifbaren Nostroguthaben bei anberen Krebitinftituten allgemein verstärkt, unb zwar bei ben Regionalbanken um 22,3 Mill. RM., bei ben Spezialbanken um 63,6 unb bei ben Staatsbanken um 14,6 Mill. Reichsmark. Weiter waren bie Banken bemüht, auch ihr Wechselportefeuille, trotz bes roegfallenbcn Angebotes an neuen Sonberwechseln, zu behaupten. Die Großbanken nahmen sogar zusätzlich 52 Mill. Reichsmark Wechsel auf, unb bei ben Regional- banfen beschränkte sich ber Rückgang bes Wechsel- beftanbes auf 15 Mill. RM. Aus ben Wertpapier- beftänben würben trotz ber bekannten Börsenschwäche insgesamt runb 52 Mill. RM., bavon 21 Millionen bei ben Groß- unb Regionalbanken, für anbere Zwecke sreigemacht, wobei ber Abbau voll auf bie Reichsanleihen unb bie sonstigen beleihbaren Rentenwerte entfällt. Trotz bieser Verstärkung ber Bankenliquibität war es den Banken, bank bes reichlichen Zustroms an neuen Mitteln, möglich, bie wachsenben Krebit- ansprüche sowohl bes Reiches, als auch ber Wirt- fern Konto sinb auch bie neuen „Lieferschätze" verbucht — erhöhte sich bei ben Großbanken um 56 Millionen, bei ben Regionalbanken um 31 Mill, unb bei ben öffentlichen Banken sogar um 367 Mill. Reichsmark. An Warenoorschüssen mürben von ben Groß-, Regional- unb Spezialbanken zusammen 25 Mill. RM. neu ausgegeben, unb bie „sonstigen Debitoren" nahmen bei ben Großbanken um 27 Färsen), 265 Kälber, 106 Hämmel, 83 Schafe 278 Schweine. Es kosteten: Ochsen 36 bis 45 Mark, Bullen 34 bis 43, Kühe 18 bis 43, Färsen 35 bis 44, R. Menzel spielt in Wien. Der subetenbeutsche Tennismeister Roberich Menzel, ber kürzlich ein Bekenntnis zu feinem Volkstum ablegte, hat bie Einlabung zur Teilnahme am internationalen Turnier bes Wiener AC. angenommen. Geistesgegenwart rettet Eapt. Eyston Dem englischen Rennfahrer dopt. Eyston genügten die 575 km/st als Weltrekord noch nicht. Nachdem sein Landsmann John Cobb mit den Rekordversuchen bereits Schluß gemacht hat, startete Eyston am Mittwoch noch einmal mit seinem „Blitzstrahl", um seinen eigenen Rekord zu brechen. Nur mit knapper Mühe entging der Engländer dabei einem schweren Sturz, der seinen Tob herbeigeführt hätte. Don einem Reifen löste sich bei einer Ge- schwinbigkeit von mehr als 560 km/st plötzlich ber Projektor unb verfing sich im Innern der Karosserie, die ben ganzen Wagen stromlinienartig um- tleibet. Mit großer Kaltblütigkeit und Geistesgegenwart konnte Capt. Eyston ben Wagen gerade noch anhalten, bevor ber Reifen platzte. Londorf I — Staufenberg I. 14:1. Die 1. Elf von Staufenberg trat am Sonntag in Lonborf gegen bie dortige 1. Elf zum Fußballkampf an. Londorf siegte einbeutig mit 14:1 Toren. stellen: Deutschanb: men bie beibe genau eintrafen, ergab sich für bis interessierte Lanbwirtschaft ber einbeutige Beweis, wie planvoll man bie Grnteeinbrmgung nach diesen Prognosen lenken könne. Sie wurde dementsprechend, 3um Teil durch freiwilligen Erntehelfer* bienst, burchgeführt. Der spätere Verlauf bes Hoch* sommerwetters gab ben beratenben Zehntagevorher- sagen in allen Einzelheiten recht, sowohl in ber zeitlichen als auch in ber regionalen Aufteilung innerhalb Deutschlanbs. An biesen praktischen Fallen bewies bie Meteorologie — auch ber kurzfristige Wetterbienst von Tag zu Tag arbeitete sehr erfolgreich — baß bie These einer regelmäßigen Wetterberatung burchaus ernst zu nehmen ift unb in ihrer Verbreitung auf die oerschiebensten Wirtschaftszweige eine wichtige Unterstützung bebeuten kann. Mttagsbörse sehr fest. Frankfurt a. M., 21. Sept. Die weitere Entspannung ber weltpolitischen Lage hat nunmehr auch bie Kunbschaft zu größerer Aktionsfähigkeit bewegt, nachbem in ben letzten Tagen die Auswärtsbewegung an den Aktienmärkten in ber Hauptsache von ben Berufskreisen getragen worben war. Der Drbereingang hat sich beachtlich vermehrt, hingegen zeigten bie Abgaben eine weitere Vermin- berung, so baß sich ber Mangel an entsprechendem Angebot in einer weiteren starken Befestigung der Kurse auswirkte. Bei recht lebhaften Umsätzen, insbesondere in ben gängigen Werten, ergaben sich erneut burchschnittliche Erhöhungen von 1 bis 1,50 v. H. In vielen Fällen gingen die Steigerungen barüber hinaus, ebenso wie bie Befestigung wiederum alle Marktgebiete erfaßte. Als besonders fest seien erwähnt: Rheinstahl mit 139 bis 139,50 (137), Hoesch mit 112 (109,75), Deutscher Eisenhandel mit 141,75 (139,75), Eßlinger Maschinen mit 100 (98), Aschaffenburger Zellstoff mit 117,75 (116), Deutsche Erböl mit 129 bis 129,50 (127,25), Felten mit 133 (130,50), Schuckert mit 179,50 (177), Bemberg mit 133,65 bis 134,50 (132). Don ben führenden Werten fliegen IG. Farben auf 150,50 (149,75), Derein. Stähl auf 101,75 bis 102 (101,50) unb Mannesmann auf 108,50 bis 109 (108). Auch ber Rentenmarkt zeigte ein festeres Gepräge, es hat sich überwiegend etwas Nachfrage eingestellt. Die Umsätze hatten aber noch kleines Ausmaß, unb auch bie Kurse wiesen nur leichte Befestigungen auf. Im Dorbergrunb ftanben Reichsaltbesitz mit 129,50 (129). Reichsbahn-Dorzugsaktien gewannen 0,40 v. H. auf 124,40, Kommunal-Um- 1 Königlich Italienischen Automobilclubs. Graf Bo- nacoffa entschlossen, bie Gemeinschaftsveranstal- tunq bes deutschen und italienischen Kraftfahrspor- tes, bie Fahrt „Berlin—Rom" auf das Frühjahr 1939 zu verlegen. Hilst in der Erzeugungsschlacht. Erfahrungen aus der agrarmeteorologischen Beratung dieses Gommers. Kälber 35 bis 65, Hämmel 35 bis 52, Schafe 22 bis 42, Schweine 52 bis 59 Mark. — Marktverlauf: Rinber, Kälber unb Schweine zugeteilt; Hämmel und Schafe mittelmäßig. Rundfunkprogramm Freitag. 23. September. 5 Uhr: Frühmusik. 5.45: Ruf ins Lcmb. 6: Gymnastik. 6 30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.30: Nachrichten. 9.4f): Mutter turnt unb spielt mit bem chen ßänber» | Ein ausgesprochener Länberspiel-Neuling Fuhballsport lebiglich ber Duisburger JBi alias, ber aber in so robe zu be- vorzüglicher Umgebung sicher seine Berufung recht- Gegner unb fertigen wird. schäft zu befriebigen. Der Bestanb an Schatzwert)- |U)U1UU11!1 ..... -..... ,------- sein unb Schatzanweisungen des Reiches — auf die- besitz mit 134,75 (134,50) um. Industrie-Obligatio-1202, W 16 205, W 18 207, W 19 209, W 20 211,