M. Zahrgang Mittwoch, 22.3uiti1958 Gietzener Anzeiger ZU Viertel- Kriege in sich schließen, beseitigt n. Leichen lühen. iböf kommender werden. Deutschland Es kann auf baren träges eins aus dann die lismus aus den Händen der alten Kämpfer übernehmen und voranzutragen. Entrüstete Pfuil-Rufe wurden im ganzen Stadion taut, als Dr. Goebbels ausrief: „Ist es nicht geradezu empörend und treibt es einem nicht die Zornesröte ins Gesicht, wenn man bedenkt, daß in den letzten Monaten nicht weniger als 3 0 0 0 Juden nach Berlin eingewandert sind? Was wollen die hier? (Erregte ,,Raus!"-Ruse.) Sie sollen dahin gehen, woher sie gekommen sind, und sie sollen uns nicht noch weiter lästig fallen. Sie sollen nicht so tun, als wenn es eine nationalsozialistische Revolution überhaupt nicht gegeben hätte." rbelt mit imäher, sprenget ) Rasen, ,h diese" nicht mehr möglich ist, auf die Dauer Volk von Volk zu trennen. Wenn ich also bei dieser festlichen Gelegenheit erneut an die Welt appelliere und von ihr Einsicht und Vernunft fordere, so tue ich das nicht als Chauvinist, sondern als Mensch mit gesundem Menschenverstand. Deutschland bildet keine Kriegsgefahr: es will nur, daß die Elemente, die die Ursachen tr-iurigen Erfolges rühmen, daß sie 117 wehr- lcl e n Menschen — darunter 30 Männer, fünf tfauen und 82 Kinder — mitten heraus aus ini blühenden Leben einen schrecklichen Tod be- teitet hatten und daß weitere 140 Unglückliche, dar- Mer 48 Männer, 20 Frauen und 7 2 Kinder, re:wundet in ihrem Blute lagen. Jammernd irrten mzweifelte Mütter unter schrecklich verstümmelten genheit genug, in Berlin ihre schmutzige Gesck)äfte- macherei den Augen der Oeffentlichkeit zu entziehe aufgespalten in Konfessionen und Parteien, sondern zusammengefunden in neuerwachtem Leben der völkischen Blutsgemeinschaft. In' stolzem Bewußt- seit unserer Kraft *beugen wir uns vor dem ewigen Schöpfer als dem, der uns begreifen läßt, daß dieselbe Kraft, die uns erstehen ließ, uns auch den Kampf auferlegte. Wir begreifen in der Sonnwendnacht, daß es im ewigen Wechsel nicht nur Jahre, sondern auch Geschlechter gibt. So schließe sich uni das Feuer der Sonnwende ein Volk von 75 Millionen, das in feinen Geschlechterfolgen sich einig fühlt. Nicht Nomantik ist es, die uns hinausruft zur Sonnwendfeier. Nicht, was in ein oder zwei Menschenaltern verlören wurde, sondern was in 500 Jahren versäumt wurde, das zu schaffen, sind wir angetreten. So sehen wir vor uns die wunderbare Sendung Adolf Hitlers, begreifen die ganze Größe seiner Arbeit, die ganze Schwere seines Werkes. Mögen meine jungen Mitkämpfer in dieser Stunde begreifen, daß die Kämpfe aussichtlos sind, wenn sie nicht in den Realitäten dieser Welt ihren Rückhalt finden. Als Reichsminister Rust geendet hatte, loderte der Holzstoß auf, dem zum Gedenken der Toten der Freiheitskriege, des Weltkrieges, der nationalsozialistischen Bewegung sowie der Brüder und Schwestern jenseits der Reichsgrenze Kränze übergeben wurden. Während die Flammen gegen den nächtlichen Himmel loderten, erklangen die Nationalhymnen. Dann empfing Reichsminister R u st ditz fünfzehn Mitglieder der italienischen Abordnung unter Führung des italienischen Studentenführers M e z z a m a. Mit Nachdruck betonte dann Dr. Goebbels, daß die Auseinandersetzung mit dem internationalen Judentum in Berlin legal und stre-ng nach dem Gesetz von der Partei und vom Staate und nicht von der,Straße vollzogen werde. Im übrigen würde schon durch gesetzliche Maßnahmen dafür gesorgt, daß in absehbarer Zeit der jüdische Einfluß auch in der Wirtschaft gebrochen werde, ßr richte das Ersuchen an die Juden, nicht weiterhin so provokatorisch in der Oeffentlichkeit aufzutreten. Die Bevölkerung forderte er auf, Disziplin zu halten, nicht zu Einzelaktionen zu schreiten und dem Staate das weitere zu überlassen. Dr. Goebbels gab vor allem den nach Berlin in der jüngsten Zeit zugewander- t en Juden den dringenden Rat, Berlin möglichst schnell wieder zu verlassen. Wenn sich im übrigen die marxistisch-jüdische Auslandspresse so sehr für die Zurückweisung jüdischer Unverschämtheiten interessiere und von Unterdrückung spreche, so könne er nur empfehlen, sich näher mit .ber Terrorisierung und brutalen Unterdrückung von dreieinhalb Millionen Deutschen in einem anderen Lande zu befassen. > „Deutschland will den Frieden, aber nicht den Kirchhofsfrieden, ber* in Versailles organisiert werden sollte. Wenn man im Auslande etwas für den Frieden tun will, dann soll man möglichst schnell dafür sorgen, daß die u n h a l t - Bedingungen dieses Ver- verschwinden. Wenn die Völker dem Kriege gelernt haben mühten, Tatsache, daß es im 20. Jahrhundert des Westmarkgaues Koblenz-Trier. Der stellvertretende Gauleiter schloß die Kundgebung mit einem jubelnd aufgenommenen Sieg-Heil auf den Führer. Unter dem Donner von Böllerschüssen marschierte dann die Alte Garde inmitten eines Spaliers vieler tausend Fackelträger durch die im festlichen Lichterglanz erstrahlenden Straßen der alten Stadt zur JTremris", wo die Junker der Ordensburg Vogelsang den Ehrenzeichenträgern eine wür- Deutschland will nur sein Lebensrecht Aeichömmister Goebbels spricht auf der Berliner Sonnwendfeier. nationalen Stolz zubückgegeben. Das war vielleicht unter seinen vielen Taten die größte Tat. Ich glaube, wenn dieses Volk seinem Führer so treu bleibt, wie der Führer seinem Volk treu bleibt, dann braucht uns um die Zukunft nicht bange zu fein. Deshalb wollen wir es aufs neue geloben im Scheine dieser niedersintenden Flammen: Dem Volke unsere Arbeit, dem Führer unser Herz! Die Nation, das Reich, der Führer — Sieg-Heil!" Begeistert stimmen die Massen in den Gruß an den Führer ein, und feierlich klingen die Hymnen der Nation zum nächtlichen Himmel empor. dige Feierstunde gestalteten. Ihr lag der Gedanke zugrunde, den Kampf und das Werden der Alten Garde in einer durchaus neuen Form im Wechsel von Musik, Einzelsprechern Und Chören zu zeigen und zugleich darzustellen, daß schon heute hinter der Alten Garde eine neue Garde des Führers steht, die bereit ist, das Banner des Nationalsozia- Trier ehrt die Alte Garde. Der Auftakt \ur Westmark-Fahrt der Alten Nardc. Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer vis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps., für Text« anzeigen von70mm Breite 50 Rps.,Platzvorschrift nach Dort). Dereinbg 25"/, mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzei- gen 5 Rps., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B rM- 1 Berlin, 22. Juni. (DNB.) Im Olympiastadion beging die Reichshauptstadt ihre Sonnwendfeier. Gegen 21 Uhr war das ganze Oval des Olympiastadions bis auf den letzten Platz besetzt. Gaupropagandaleiter Wächter eröffnete die Feier mit Worten des Gedenkens an die vor zwei Tagen tödlich verunglückten Kameraden der SA.-Gruppe Berlin- Brandenburg. Gewaltig erklang dann der letzte Satz aus Beethovens Neunter unter der Stabführung von Eugen I o ch u m. Bei den Klängen des Feuerzaubers aus Wagners „Walküre" marschierten 200 Fa'hnensch'winger ein, 3000 Fackelträger bildeten ein riesiges Hakenkreuz, das sich unter begeistertem Jubel der Menge zum Sonnenrad umbildete. SA.- Obergruppenführer von Jagow gab dann die Anweisung zum Entzünden des Feuers der Sonnwende. Dann nahm Berlins Gauleiter, Reichsminister Dr. Goebbels, das Wort. ör. Goebbels spricht. Er begann bei dem Sinn der Feier: Der Nationalsozialismus habe den alten germanischen Brauch der Sonnwenofeier aus dem Erleben unserer Tage wieder zu Ehren gebracht, Hube Brauchtum der Väter und Empfinden des modernen Menschen des 20. Jahrhunderts verschmolzen. Fast wie ein Märchen mute es an, wenn auch inmitten des Häusermeeres und der endlosen Asphaltstraßen dieser Viereinhalbmillionenstadt das Fest der Sonnenwende feierlich begangen werde. Dem Nationalsozialismus sei es in einem harten siebenjährigen Kampf gelungen, aus der ehemals nach Moskau rötesten Hauptstadt Europas eine echte deutsche Stadt zu machen, er habe wohl zweifellos auch ein Recht darauf, daß diese Ergebnisse dieses Kampfes nicht in Zukunft wieder verlorengingen. Tosender Beifall erhob sich, als der Gauleiter erklärte: „Wir haben nicht sieben Jahre in Berlin gegen das internationale Judentum gekämpft, damit es sich heute im nationalsozialistischen Berlin beinahe breiter macht als je zuvor. Gegen diese provokative Haltung des internationalen Judentums in Berlin müssen wir schärfstens protestieren." Mitunter habe man fast den Eindruck, daß sich die Juden in Berlin noch genau so wohl fühlten wie vor unserer Revolution, sie fänden offenbar Gele- will nur f e in Lebensrecht. , sein Lebensrecht gar nicht Verzicht leisten, und wir haben auch keineswegs die Absicht, uns für dauernd in die Kategorie der Habenichtse einreihen zu lassen. Diese große Lehre hat uns der Führer gelehrt. Er hat unserem Volke seinen hwachs is auch Ihre Einigkeiten es eitigf! i Apotheken! o-h.z.goid. Id. 1052 V userg ildsgarten? —2146 ."lls die französischen Flieger nach einer _______ fhtnbe wieder verschwanden, konnten sie sich des >>'Ä AeriiH 5 ?» pre.se Qb .."7; Crd, ?Äiprejz ^e>zen. Zündelt Motion, Deutscher Giudententag in Heidelberg Heichsminister Rust spricht auf der Sonnwendfeier. iS trieb; 728 weine, (kz 'wer untz Iweine 50 ^weine Er|d)etm rüg ttch, außer Sonntags und Feiertags Belagen: Die Illustrierte Heßener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle MonalS'vezugspretr: 4 Beilagen RM. 1.95 Ojne Illustrierte . 1.80 g stellgebühr , -.25 $id) bet Nichterscheinen pm einzelnen Nummern frfolge höherer Gewalt * Zernfprechanfchlüffe liier Sammelnummer 225) Urschrift für Drahtnach- rchten Anzeiger Gietzeu Postscheckkonto: ^ankfurl am Main 11688 Ä|!lr.H5 6rftes Blatt \’5r der 0. Asien uud der lachendeSritte. 23on Willy Ostlinq. Wir veröffentlichen heute den ersten Aufsatz einer drei Beiträge umfassenden Arbeit eines hervorragenden Kenners der fernöstlichen Probleme. I. Ein Krieg — erklärt oder nicht erklärt — ist im Fernen Osten im Gange, der um nichts Geringeres als die Vorherrschaft in Asien geht. Die japanische Politik hat sich in der Kennzeichnung ihrer Ziele immer durch eine Offenheit ausgezeichnet, die ihresgleichen sucht. Eben deshalb sind staatsmännische Aeußerungen aus dem Jnselreich, die programmatischen Charakter trugen, nicht verstanden oder nicht gewürdigt worden,' weil nach den landläufigen Vorstellungen die Politik eine Geheimkunst ist. Die Stellung als Großmacht hat Japan sich mit Blut erfochten, vor 33 Jahren, als die Festungswerke von Port Arthur genommen, die Flotte Roschdestwenskis bei Tsuschima vernichtet wurde. Die Beteiligung Japans am Weltkrieg war ein politisches Manöver, das nur ihm und nicht der Entente Vorteile brachte. War es 1905 gelungen, die russische Expansion nach dem Pazifik lahmzulegen, so öffneten 1914 die europäischen Großmächte den Japanern die Tür nach dem politisch luftleeren Raum des ostasiatischen Festlands als gleichberechtigten Bundesgenossen. Der Hauptinteressent England muß heute feststellen, daß der japanische Freund von ehemals dem traditionellen Freundschaftsverhältnis zwischen Roß und britischem Reiter längst entwachsen ist .und aus seiner englandfeindlichen Haltung kein Hehl mehr macht. Das China des 20. Jahrhunderts war ein politisches Luftdrucktief, solange bis Dr. Sun- jatsen'die nationale Flamme entfachte. Ihre lodernde Glut erstickte den Brand des Bürgerkrieges zwischen den Generälen. Sie schlug gegen d i e Fremden, Europäer und Japaner. Die Japaner nun behaupteten, daß es die Schwarzkunst der englischen Propaganda war, die alle chinesisch-nationalistische Fremdenfeindlichkeit gegen Japan zu richten verstanden habe. Sie übersehen dabei das eine: nämlich daß China von England und die «ilberpreispolitik der Vereinigten Staaten diejenige materielle Unterstützung seiner Finanzen erhielt, die Japan nicht zu leisten imstande war. Sollte die chinesische Revolution nicht im kommunistischen Chaos untergehen, sollte sie einen evolutionären langsamen Wege nehmen, bedurfte sie dieser Mittel, deren Anwendung allerdings den Frieden voraussetzte. Auch 'Japan — so versichern die Japaner — begrüßt den erwachenden chinesischen 'Nationalismus und in der politischen Werbung gegenüber den Chinesen spielt der Hinweis eine große Rolle, daß die aufgehende rote Sonne den Weg zur wahren Befreiuung vom Einfluß der Fremden, von ihren exterritorialen Settlements und drückenden Vorrechten, ihrer Konsulargerichtsbarkeit und Oberhoheit über /die wichtigsten Staatseinnahmen weist. Den Beweis hierfür hat Japan aber bisher weder in Korea noch in Mandschukuo er-, bracht. Zwar sind die Fremden von dort vertrieben, aber die japanische Kolonialpoli- t i k gegenüber der Bevölkerung unterscheidet sich nicht viel von dem, was England in Indien, Frankreich in Marokko betreibt. Wer überhaupt versucht, den japanischen Expansionsdrang mit Ziffern über die Bevölkerungsdichte, die Uebervölkerung des In- sclreichs, mit feinen Ernährungsschwierigkeiten materiell-ökonomisch zu begründen, gerät auf Abwege. Weder in Korea noch auf Formosa, ja selbst auf der nördlichsten altjapanischen Insel Hokkaido sind die vorhandenen Siedlungsmöglichkeiten ausgenützt. Bei vielerlei großen Möglichkeiten beispielsweise zur Viehzucht sind diese bisher fast ungenutzt geblieben. Wir haben uns, wenn wir Japans Politik verstehen wollen, mit der rational nicht erklärlichen Tatsache abzüfinden, daß in diesem starken Volk em historischer Wille lebendig wird, der den Lebenden den Kampf aufzwingt, obwohl sie es sich vielleicht bequemer machen könnten. Der Glaube an die asiatische Sendung Japans ist wahrscheinlich sehr viel mehr als der imperialistisch-kapitalistische Drang der europäischen Groß- Mächte im 19. Jahrhundert, der in erster Linie materielle Grundlagen hatte. Wollten die Japaner auf dem asiatischen Festland im Territorium China nichts anderes, als die Weißen verdrängen und deren Politik übernehmen, um sie fortzusetzen, so müßte ihr Beginnen nicht nur moralisch verurteilt werden, sondern ös würde den Keim des Mißerfolges von vornherein in sich tragen, weil eine bloße Imitation der imperialistischen Kolonialpolitik des 19. Jahrhunderts angesichts der neuen Kräfte, die in der Welt und insbesondere auch in China wirksam geworden sind als Anachronismus wirkt. Diese neuen Kräfte sind Na - t i o n a l i s m u s und K o m mm n i s m u s. Schließlich hat China die längste gemeinsame Grenze mit der Sowjetunion von allen ihren Nachbarn, und es wäre geradezu unnatürlich, wenn die Geister aus Moskau in das politische Tiefdruckgebiet Chinas nicht einzudringen versuchten. Dazu bedürfte es nicht einmal eines geheimnisvollen roten Imperialismus, dessen machtgierige Drahtzieher hinter den Kremlmauern sitzen. Die Geschlossenheit und Entschlossenheit, die das Bild des heutigen Japan charakterisieren, besagen sehr viel. Alle Geister pan- asiatischen Erlöserglaubens sind entfesselt. Dabei führen ohne Zweifel die guten, moralischen Kräfte. Der Glaube an das Prinzip des Gott-Kaisers, auf den sich der opferbereite Patriotismus des einzelnen gründet, ist eine starke ethische Macht. Da etwas ganz Neues im Werden ist, läßt sich der Ausgang Heidelberg, 22. Juni. (DNB. Funkspruch.) Nach der vorjährigen Reichsarbeitstagung der deutschen Studentenführer nahm die Reichsstudentenführung mit einer machtvollen Kundgebung des geeinten deutschen Studenten- und Altherrentums im Großdeutscheu Reich die Tradition der deutschen Studentenkage wieder auf, biez seit dem Weltkriege alle deutschen Studenten von diesseits und jenseits der Reichsgrenzen alljährlich zu einem gesamtdeutschen Bekenntnis zu- sammenführten. Außer 50 österreichischen Kameraden und 40 ausländischen Delegationen aus der ganzen Welt nahmen 1000 deutsche Studentenführer sowie Amtsleiter an der Tagung teil, ferner 200 Kameradschaftsführer des Altherrenbundes uyd die Rektoren sämtlicher deutschen Universitäten und ihre Vertreter. Die Gesamtzahl der offiziellen Tagungsgäste beträgt rund 1500. Als Abschluß des ersten Tages fand auf der Feierstätte „Heiliger Berg" die politische Großkundgebung und Sonnwendfeier des deut sch en Studententages statt. Nach dem Liede „Heilig Vaterland^ ergriff Reichsstudentenführer ^-Ollersührer Dr. Scheel das Wort. In dieser Stunde erkennen wir alle, so führte er u. a. aus, daß die Aufgabe unseres Lebens der Kampf an der nationalsozialistischen Front sei. Der Redner deutete den Wiederaufstieg des deutschen Volkes als die große Sonnwende unserer Zeit. Unter lebhaftem Beifall trat dann Heichscrziehungsminister Ruft 3um Rednerpult. Ein neues Volk marschiere heute' hinter der Fahne, so sagte der Minister, nicht mehr einein.i 1 u n 9 e n, .erstmals J W einem schließen. I 'gung des n wahres. I *362 RM. ielausMe ozent) der | 500) RM. i| WO RM. enthalten. Merkt der e Gesamt. 1 n9 (durch \ lerentwick. i Möglichkeit; lZunehmen, 9 die Sanie- 9 hält eine rchführung,! prüche Ser i ■inn sowie i >ei den ' ingsap. 'ei den hn i mftülfen in ! lten 13472 L Versich-1 i mit 26,79 Bormonat RM. Ber. | 'fern guten [ Versicherung er Summe j troffen hat. J stellt sich [ 36560. 90.- M 1 Trier, 21. Juni. (DNB.) Trier hat der Alten । Trrde des Führers, die von hier ihre dreitägige !' ^stmarkiahrt antritt, einen überwältigenden Emp- Ifrig bereitet. Bis zum Mittag waren alle 650 Teil- ! «chmer der Westmarkfahrt in Trier eingetroffen, llu Nachmittag besuchten sie unter kundiger Führung ; zahllosen steinernen Zeugen aus 2000jahriger ' Uscher Geschichte, überall von der herzlichen Freude Bevölkerung umgeben. Ihren schönsten Ausguck aber fand diese bei der Kundgebung vor dem ^maligen Kurfürstlichen Palais und am anschlie- ^iben Marsch durch die Stadt. Sauleiter Gustav Simon gab seiner Freude ta-über Ausdruck, 630 der ältesten Mitkämpfer des Ehrers, an ihrer Spitze Reichsorganisationsleiter bl- Ley, begrüßen zu können. Er verwies darauf, aß die Westmark heute wieder befreit sei und unter en Schutz einer starken deutschen Wehrmacht ar= yien dürfe. Er versprach, im Geiste der ersten Mit- lönpfer des Führers hier treue Wacht zu halten 'ii' unser Vaterland. Dann verlas der Stabsleiter e> Reichsorganisationsleiters das Telegramm, in (en die 630 Ehrenzeichenträger dem Führer ihren Treuegruß entboten. — Don braufem Heil!-Rufen begrüßt sprach bann Dr. Ley. Die clien Kämpfer sollten das Deutschland kennenlernen, Ifr das sie gekämpft, geblutet und geopfert haben, fttd) Dankesworten an den Gauleiter und seine Mitarbeiter für die Vorbereitung dieser Fahrt über | jab der Reichsorganisationsleiter die Fahne der | Klten Garde an den Fahnenträger der Ehr^ngarde Karlsruhe, 22. VI. 1916. ' heute jährt sich der Tag, an dem vor 22 Jahren ei französisches Fliegergeschwader jenen feigen U verfall auf die wehrlose, offene Stadt Karls- rJi f) e machte. Führer des Geschwaders war (iptmann Henri d e K e r y l l i s , der in der hkriegszeit feine Lebensaufgabe in der Pflege ’s sinnlosen Deutschenhasses sieht und seinen ■uf als Journalist wie seine Stellung als sran- scher Senator ausgiebig dazu benutzt. Die „Ber- r BörsenzeituNg" erinnert gegenüber der Aufing in gewissen Pariser und Londoner Blättern r nationalspanische Bombenangriffe auf rote ekle an ihre damalige Schilderung, der der amt- ’ deutsche Bericht vom 7. Juli 1916 zugrunde t. Wir entnehmen ihm folgende Sätze: ' Es ist offenbar kein Zufall gewesen) daß die Aanzosen sich gerade den Fronleichnams- tog für ihren Ueberfall auserwählt hatten. Sie mißten genau, daß an diesem hohen katholischen Kfchenfest, das Heller Sonnenschein verschönte, ein Sirom von luftbedürftigen Menschen ü|?r die Straßen fluten würde. Und auf Menst e n l e 6 e n hatten sie es abgesehen. Das beweist dkl Art der benutzten Abwurfgeschosse. Brandbombe: sind gar nicht, und schwere, zur Sachzerstörung jbitimmte Geschosse nur in sehr geringer Zahl verwindet worden. Bei weitem die meisten Bomben bäten nur kleines Kaliber, dafür aber eine Füllung, becn besonders starke Sprengkraft die auf lebende Ä-le berechnete Splitterwirkung erhöhen Up obendrein auch vergiftende Gase ent» wickeln sollten. Den Vorbereitungen und der Absicht hat der Er- fo.g nur ’ allzu sehr entsprochen. Auf dem Karls- imer Festplatz, wo Hagenbecks Tierschau ihio Zelte aufgeschlagen hatte, wogte am Nach-, mir tag des 22. Juni eine festlich gekleidete Menge dni-cheinander. Fröhliches Kinderlachen mischte sich ' den Klängen der Musik. Da plötzlich traf die Mldung ein, daß feindliche Flieger nah- ür. Noch ehe es möglich war, die Bevölkerung in i Scherheit zu bringen, schlugen bereits die ersten Cschosse ein. In großer Höhe kreisten, durch leichte- Dunst fast ganz der Sicht entrückt, die verder- teibringenben Sendboten feindlicher Mordlust über k friedlichen Stadt. Schlag auf Schlag zerbarst jejt mit dröhnendem Krachen Bombe auf Bomhe. Eil Teil der Geschosse traf die Stadtviertel, wo kleine Bürger und Arbeiter wohnten. A.ch nahe beim Schloß, wo die Königin von iE* weden auf dem Krankenbett lag, schlugen ! ieirzelne Bomben ein. Die schlimmsten Verheerun- Iflei aber richtete der Feind in der Nähe des Wist platzes unter den kurz zuvor noch so fröh- tic en schuldlosen Kindern an. i umher, um ihre getöteten Lieblinge zu Drei blühende Knaben hatte eine von ihnen lerloren; eine andere, die Witwe eines gefallenen Fl egers, den einzigen Sohn. Soldaten selbst, die | Irnifjen im Felde kein Schrecken des Kampfes er- I füttert hatte, bekannten, daß ihnen nie zuvor so Furchtbares vor Augen gekommen sei. Die französische Nation, die sich so gern als rit- i Isilich und vornehm rühmt, kann in ihrer Geschichte «ir neues Heldenstück verzeichnen. 154 deutsche Kin- kr haben bluten und 82 von ihnen haben sterben inrsfen, damit die Flieger des stolzen Frankreichs . eines Triumphes rühmen konnten, der ihnen m Kampf mit den wehrhaften deutschen Beherr- stern der Luft bisher versagt geblieben war." General-Anzeiger für Gberhesfen Druck und Verlag: vrühlsche Univerfitatrdruckerei B.£angc in Gießen. §christlettvng und Geschäftsstelle: 5chulftraße 7 ffiieöerai Sä, "WÜT» K5 Kreistag der NSDAP. Wetterau Gießen-Krie-berg 2S.und 26.Jtini 1 «Ü einer irgendwie fei Schicksal „Deutschland dungsfrage, ob tand vor 1933 vor der Entschei- ein Fortbestehen in der Geschichte gekommen sei, oder ob gerade die Auf Vereinbarung zwischen dem italienifchen Justizminister Solmi und dem Reichsminister der Justiz, Dr. (Bürtner, weilen italienische Strafvollzugsbeamte zu Fachstudien in Deutschland. — Reichsminister Dr. Gärtner hieß die italienischen Gäste willkommen. Der Generaldirektor des italienischen Vollzugswesens, Senatspräsident am Kassationshof, Dr. M o v e l l i, sprach über Theorie und Praxis der sichernden Maßregeln in Italien. Er ging davon aus, daß Mussolini im faschistischen Parteiprogramm einen klaren krirninal- politischen Plan aufgestellt habe, der dann im Stras- gesetzgebungswerk von 1930 verwirktlicht worden fei: -Beibehaltung der Strafe, daneben aber Verbreiterung der Front gegen die Kriminalität durch Ausbau vorbeugender und heilender Maßnahmen auf dem Gebiet der Justiz, die eine Zwischenstelle zwischen den Strafen und rein polizeilichen Maßregeln gegen das Verbrechertum einnehmen. Während die Strafe an die Schuld an- ihren verschiedenen Formen und geartet heroortretenden neuen Zeit ür alle geworden. punkt vertreten, wenn die in x bas Bombardement spanischer Häfen verwickelten englischen Schiffe nicht für Sowjetspanien, sondern für das nationale Spanien tätig seien. Er könne sich lebhaft vorstellen, wie in einem solchen Falle die Opposition feststellen würde, daß diese Schiffe der Profitmacherei dienten und auf eigene Rechnung und Gefahr spanische Häfen aufsuchen müßten. Die Regierung halte es für unmöglich, diese Schiffe zu schützen, ohne in den Krieg selbst einzugreifen und damit ihre ganze Nichteinmischungspolitik aufs Spiel zu setzen. England gestehe weder General Franco, noch irgendeiner anderen Macht das Recht zu, diese Schiffe anzugreifen. Die Regierung sehe jedoch keine praktische Möglichkeit, diese Angriffe zu verhindern, ohne eine Politik zn führen, die nach ihrer Ueberzeugung im Gegensatz zu den Interessen des Landes stehe. Wenn von der Opposition oorge- hat sich schon bereit erklärt, die internationale Kow trolle an der Pyrenäengrenze mit dm Augenblick zu verhängen, wo die beiden Kommis sionen in Spanien eintreffen. Diese Kontrolle soll iränbert. war um/ irrirb mit ernt nemmungn,c Dis Königsmanöver der britischen Heimatflotte. London, 21. Juni. (DNB.» Die britische Hei- matflotte, insgesamt 80 Kriegsschiffe, lief am Dienstagfrüh aus der Bucht von Weymouth zu den alljährlich um diese Zeit stattfindenden Königsmanö- oern aus. König Georg hatte sich an Bord des Flaggschiffes „Nelson" begeben, um persönlich feine Flotte ins Manöver zu führen. Zu den Uebungen gehörte ein Tiefangriff einiger Bombenflugzeuge vom Flugzeugträger „l^ourageous", ein Angriff vom zweiten Kreuzergeschwader katapultierter Flugzeuge, ein Torpedobootsangriff sowie ein konzentrisches Feuer aus den 15-Zoll (38-cm-)Geschützen der beiden Schlachtschifte „Royal Oak" und „Revenge" auf schwimmende Zielscheiben. Desgleichen richteten die beiden neuen Kreuzer „Southampton" und Einigung im Nichieinmischungsausschuß Oer britische plan einstimmig angenommen. und die baltischen Staaten noch von den politischen Erdbebenstößen verschont geblieben seien, so bedeute' das zwar ein augenblicklich beruhigendes Moment für diese Völker und für Europa überhaupt, aber es sei nicht unmittelbar ein Zeichen dafür, daß sich diese Völker und Staaten, auf die Dauer gesehen, den großen Auseinandersetzungen zu entziehen vermöchten. Der Kampf zwischen der Tradition und " ks jüJ* gert werden. Englischer Optimismus bl- fei fc rien bei M Birnitf oten^01 Tag des Nordens. Alfred Rosenberg über die gemeinsame Verpflichtung Europas. Lübeck, 21. Juni. (DNB.) Der Schluß der 5. Reichstagung der Nordischen Gesellschaft in Lübeck gewann besondere Bedeutung durch eine Rede des Reichsleiters Alfred Rosenberg, der auf die Gemeinsamkeit zwischen den Völkern Europas hinwies, gleichgültig, ob man diese Schicksalsgemein- fchaft heute schon erkennen wolle oder ob sich größere Gruppen noch aus überlebten Gedankengängen heraus dieser Tatsache gegenüber verschließen wollten. Wenn der skandinavische Norden Oer Schuh der Zivilbevölkerung im Lustkrieg Chamberlain über die Schwierigkeiten einer völkerrechtlichen Regelung. knüpfe, sei die sichernde Maßregel Rechtsfolge krimineller Gefährlichkeit. — Staatssekretär im Reichsjustizministerium Dr. Freister sprach über Fragen der Sicherungsverwahrung in der deutschen Praxis, die sich von den sichernden Maßregeln des italienischen Rechtes nicht unwesentlich unterscheidb, jedoch werde die Gleichartigkeit des Zieles durch die Verschiedenartigkeit des Weges nicht beeinträchtigt. 3m Juli Oieustruhe für das TlGFK. Berlin, 21. Juni. (DNB.) Der Korpsführer des NS.-Fliegerkorps, Generalleutnant C h r i ft i - ansen, hat folgenden Korpsbefehl erlassen: Der Monat Juli dient der Erholung aller NSFK.-Füh- rer und -Männer und dem Sammeln fliegerischer Kräfte für die zahlreichen und wichtigen vor uns liegenden Aufgaben. Ich ordne daher an, daßim Monat Juli jeder Sturmdienst, ausgenommen Segelflug, im NS.-Fliegerkorps ausfällt. Außerdem find alle angesetzten bzw. laufenden Lehrgänge und Wettbewerbe ausgenommen. Rentenerhöhung für Militärdienst- und Kriegsdienstzeiten. .Berlin, 21. Juni. (DNB.) In dem Gesetze über den Aufbau der Rentenversicherung von 21. Dezember 1937 ist vorgesehen, daß die aktive Dienstzeit der Soldaten des neuen Heeres sowie die Zeiten des Reichsarbeitsdienstes eine Erhöhung der Rentenansprüche bewirken sollen, obwohl für diese Zeiten keine Beiträge entrichtet zu werden brauchen. Ferner beseitigt das Gesetz die Härte, daß bisher den Jnoalidenoersicher-- ten im Gegensatz zu den Angestelltenoersicherten die Kriegsdienstzeiten für ihre Renten nicht angerechnet wurden. Die näheren Anordnungen, insbesondere über die Rentensteigerungen, sind Ausführungsvorschriften überlassen, die voraussichtlich bald ergehen werden. Nachteile für die Versicherten entstehen aus der Verzögerung nicht, weil alle Beträge nachgezahlt werden, sobald die Ver-, ordnung erlassen ist. Sachsen-Anhalt, 2. die Mannschaft der Inspektion Südbayern und 3. die Mannschaft der Inspektion Hannover-Braunschweig. Als Abschluß der Sonnwendfeier wurde von den vereinigten Musikkorps der Polizei Hamburg und Bremen zum ersten Male der Zapfen st reich der deutschen Polizei zu Gehör gebracht. Zusammenarbeit deutscher und italienischer Rechtswahrer In Rom begann die Arbeitsgemeinschaft für die deutsch-italienischen Rechtsbeziehungen ihre Arbeitstagung. Die Reihe der Vorträge begann der Justizminister Solmi mit grundsätzlichen Darlegungen. Der Vorsitzende der deutschen Gruppe, Präsident des Volksgerichtshofes, Dr. Thierack, gab der Erwartung Ausdruck, daß die beiden Völker viele verbindenden Ideen im Recht finden würden. Reichsminister Dr. Frank wies auf die große Bedeutung des römischen Rechts als eines klassischen Kulturdenkmals hin. Aüch der deutsche Rechtswahrer werde nach wie vor an ihm die Kraft eines logisch aufgebauten Rechtssystemes erkennen können. Das deutsche Recht, das auf den rassischen, sittlichen, völkischen und staatlichen Grundlagen germanischer Prinzipien aufbaue, stehe nicht etwa im Gegensatz zum römischen Recht, sondern das deutsche deckst des Nationalsozialismus sehe seinen schärfsten Gegner in seinem liberalistischen marxistisch- demokratischen Vorgänger. Das nationalsozialistische Reich baue seine Rechtsordnung auf fünf großen Substanzwerten unseres Volkes auf: Rasse, Boden, Arbeit, Reich und Ehre. Der Faschismus und der Nationalsozialismus seien sowohl Weltanschauung wie Staatsmaxime. Aus diesem Kontakt der römischen faschistischen und der deutschen nationalsozialistischen Rechtsordnung und Rechtsgesinnung möge em weiterer Baustein für politische, soziale und kulturelle Zusammenarbeit der befreundeten Nationen erstehen. London, 21. Juni. (Europapreß.) lieber die zweieinhalbstündige Nachmittagssitzung des Nichteinmischungsausschusses wurde eine längere Verlautbarung betanntgegeben, die feststellt, daß die Verhandlungen zur einstimmigen Annahme des englischen Planes für die Zurückziehung der ausländischen Freiwilligen in Spanien, die Gewährung der Rechte von Kriegführenden an die beiden spanischen Parteien und die Wiederherstellung der Land- und Seekontrolle geführt haben. Das zur Beratung stehende Schriftstück, so heißt es in der amtlichen Verlautbarung weiter, werde umgearbeitet und nach Fertigstellung sämtlichen Mitgliedern des Ausschusses zugeleitet werden, damit es dann in einer Vollsitzung des Nichteinmischungsausschusses angenommen werden könne. Hierauf werde der Plan den beiden spanischen Parteien zugeleitet. * In seiner Nachmittagssitzung beschäftigte sich der Nichteinmischungsausschuß auch mit der Finanzierungsfrage. Die sowjetrussische Regierung hat sich bisher noch nicht dazu bereit .erklärt, ein Fünftel der bei der Durchführung des englischen Planes entstehenden Kosten zu tragen. Man hofft jedoch, daß diese Schwierigkeiten in der nächsten Sitzung des Ausschusses überwunden werden können. Der britische Plan zur Zurückziehung der Freiwilligen aus Spanien sieht zunächst die Entsendung zweier Kommissionen nach Spa- n i en vor, um die ausländischen Freiwilligen zu zählen und zu klassifizieren und schließlich deren Abtransport vorzubereiten. Weiter soll die Lanb- und Seekontrolle verstärkt werden. Nachdem eine wesentliche Zurückziehung von Freiwilligen erfolgt ist, sollen dann den beiden Parteien die Rechte Kriegführender zugestanden werden. Nach endgültiger Annahme des Planes durch die Vollsitzung des Nichteinmischungsausschusses dürfte der erste Schritt der sein, an beide Seit en in Spanien heranzutreten, um deren Zustimmung zur Entsendung der Kommissionen zu erhalten. Frankreich L o n d o n , 21. Juni. (Europapreß.) Im Unterhaus sprach Ministerpräsident Chamberlain vor einem bis auf den letzten Platz besetzten Hause und überfüllten Galerien. Der Ministerpräsident wies den Vorstoß der Opposition, in einer Weise zurück, die ihm wiederholt stürmischen Beifall von den Regierungsbänken brachte, während die zahlreichen Zwischenrufe und Einwürfe der Linken deutlich zeigten, daß die Ausführungen des Ministerpräsidenten der Opposition höchst unbequem waren. Der Ministerpräsident, von lauten Zdrufen begrüßt, begann mit der Feststellung, daß er die vom Vertreter der Opposition gemachten Ausführungen über die furchtbaren Auswirkungen des modernen Krieges auf die Zivilbevölkerung unterstreiche. Man könne sich nicht der Tatsache verschließen, daß die Entwicklung der Luftwaffe dem Krieg eine ganz andere Bedeutung gegeben habe und ^Fragen aufwerfe, die es in der Vergangenheit nie gegeben habe. Mit der Einführung neuer Waffen entstehe naturgemäß eine neue Lage und diese erfordere eine Ausdehnung des bestehenden Völkerrechts. Im Augenblick sei der Luftkrieg in keiner Weise durch internationale Abkommen Beschränkungen unterworfen, es gebe aber für den Land- und Seekrieg gewisse internationale Regeln, die auch auf den Luftkrieg anwendbar seien und deren Anwendung die englische Regierung stets gefordert habe. Sie suche nach einer praktischen- Formel, die sie den anderen Ländern als Derhandlungsgrund- lage unterbreiten könne. Inzwischen könne er jedoch feststellen, daß es drei internationale Grundsätze gebe, die auch auf den Luftkrieg anwendbar seien. Zuerst widerspreche es dem Völkerrecht,, die Zivilbevölkerung als solche zu bombardieren. Zweitens verlange das Völkerrecht, daß die Ziele eines Bombardements nur militärische Objekte seien und als solche einroanbfrei feststellbar sein müßten. Drittens müsse frei allen Luftbombardements auf militärische Objekte darauf geachtet werden, -daß die Zivilbevölkerung in der Nachbarschaft nicht versehentlich in das Bombardement verwickelt werde. Die Anwendung dieser drei Grundregeln stoße auf gewisse Schwierigkeiten. Es sei sehr schwierig, festzustellen, ob die in der Nähe eines militärischen Objektes auf die Zivilbevölkerung nieder-^ gehenden Bomben vorsätzlich oder versehentlich abgeworfen worden seien. Bei einer Geschwindigkeit der Flugzeuge von nahezu 600 Kilometer in der Stunde sei es sehr leicht möglich, ein militärisches Ziel zu 'verfehlen. Er halte es für unmöglich, festzustellen, ob ein Pilot es an der genügenden Vorsicht habe fehlen lassen. Es diene keinem praktischen Zweck, wenn man theoretische Regeln aufstellen wolle und dabei die sich aus der Praxis ergebenden Schwierigkeiten übersehe. Aus diesen Erwägungen heraus habe die englische Regierung es sich zur Aufgabe gemacht, "die allgemeine Atmosphäre so zu verbessern, daß die Aussichten auf eine Regelung des Luftkrieges günstig erschienen. Die englische Regierung habe,nicht die Absicht, den die spanischen Hvheitsgewässer befahrenden englischen Schiffen einen besonderen Schutz angedeihen zu lassen. Auch die Opposition würde seinen Stand- Glasgow" ein konzentrisches Feuer auf die vom Zerstörer „Shikari" aus ferngelenkte „(Senturian", Zu den besonderen Uebungen des Manövers zählte ferner ein Abwehrfeuer dreier Schiffe des zweiten Kreuzergeschwaders gegen das ferngelenkte Flugzeug „Queen Bee". — Tausende von Zuschauern hatten sich bei schönstem Sommerwetter an der Küste eingefunden, um das Auslaufen der Flotte zu beobachten. Keine Isolierung Englands. London, 22. Juni. (Europapreß.) Gegen die Versuche, England in eine Jsolierungspolitik zu treiben, wandte sich Außenminister Lord Halifax auf einem Abendessen des Königlichen Instituts für .internationale Angelegenheiten. Das englische 23oIL so betonte er, würde es als unwürdig empfinden, wenn England sich nicht mit seinem'ganzen Gewicht in die Waagschale werfen würde, wenn es gelte, internationale Schwierigkeiten zu lösen. Das englische Volk habe begriffen, daß heute d i e ganze Welt irgendwie miteinander verbunden und aufeinander angewiesen sei, und daß aus diesem Grunde jede Jsolierungspolitik unangebracht sei. „Das soll jedoch nicht heißen, daß England in Streitigkeiten verwickelt werde, die es nichts angehen. Das heißt jedoch auf der anderen Seite, daß wir erkannt haben, dah die Tatsachen eines Tages stärker sind als der Wille von Menschen, und daß, wenn eines Tages ein Krieg ausbricht, niemand sagen kann, wo er enden mag. 1914 hätte niemand gedacht, daß Amerika in einen Krieg verwickelt werden würde, weil ein österreichischer Erzherzog ermordet wurde." Verzögerung in Prag. Meinungsverschiedenheiten im Ministerrat ttlntiochic h, daß die 11 »eralstabsbe itö, da die In die die Fr Brfen hofften, Ingen, fließen bestimmte W Widerstand W ihre häuf Ai! des Einmi :ttt hündert o M Vemonstr Wlfim, um fl jM'tyr Führ !- - J Militär öelional^a E, Üutgos, ' Mister Horde «thweiz, £ Ille seines H Irl schweizer? ■Mer Am wirb von Leg >rit Nalionalii allen L Wnen bilden E-schen Staci kleine p M Oberhefe V" Ohr «li Bien I zu einem Ende gekommen sei, ober ob gerade l Tiefe des Falles die Voraussetzungen für eine Wiedergeburt darstelle. In einem großen Ringen um die Seele des deutschen Volkes einigte sich die ganze Nation um die Persönlichkeit des Führers. So ist aus der t ie f ft e n Niederlage d i e größte Wiedergeburt erwachsen, und alles das, was die Männer der großen deutschen Vergangenheit bewegt hatte, wenn sie vom Reiche sprachen und nach einer inneren Einheit riefen, ist geschichtliche Wirklichkeit geworden. In wenigen Jahren hat das Deutschland Adolf Hitlers die Ernte eines ganzen Jahrtausends nach Hause getragen. Diese geschichtliche Tatsache muß naturgemäß irgendwie hinüber schwingen weit über die politischen Grenzen, weil die deutschen Probleme, die zunächst einmal unmittelbar sozial-politisch gestellt waren, auch die Probleme der übrigen Völker sind, mag auch die Entwicklung bei anderen Natio- uen langsam gehen, weil sie nicht unter dem unmittelbaren Schicksalsdruck stehen. Wir alle stehen unter hm Schicksal Europas und müssen dieses gemeinsame Schicksal als Verpflichtung empfinden, weil am Ende d i e Existenz des weißen Menschen überhaupt von dieser Einheit des europäischen Kontinents abhängt! Das fordert aber auch, daß man den Instinkt für das aufbringt, was sich absolut feindlich gegen die Lebensgrundlagen aller europäischen Staaten richtet. Auch muß jener furchtbare Versuch einer Weltzerstörung, der von Moskau aus schon viele Völker in ein Meer von Blut getaucht hat, abge- lehnt werben!"- (Stärkster Beifall.) Reichsleiter Rosenberg sprach bie Hoffnung aus, daß immer mehr Kräfte in allen um die Nord- und Ostsee gelegenen Völkern sich an bie Wurzeln ihres völkischen kulturellen Wesens erinnern, unb baß sie alle in ihrer Weise entschlossen fein müßten, inmitten eines großen gemeinsamen Schicksals sich ihrer Art gemäß zu formen. • nicht bestimmen. Cs läßt sich nicht sagen, ob" die moralische und politische Kraft Japans in ber Sage ist, die immanenten nationalen Kräfte Chinas einzufangen unb zu leiten, um bann bie große pan- asiatische Jbee zu verwirklichen, wozu bie militärische Überlegenheit, bie Okkupation ber Hafenplätze unb Bahnlinien, die Ausrottung von „Banditen" mit Feuer und Schwert keineswegs genügt. Japan fefbft befindet sich erst im Stadium der Erneuerung, die noch keine endgültigen Formen angenommen hat. Die Kräfte hierzu sind eigene, japanische. Chinas Erneuerung, wie sie von Tfchiangkaischek eifrig unb erfolgreich betrieben würbe, stand stark unter europäisch- amerikanischem Einfluß. Im Hintergrund lauern die Lockungen ber Kommunisten, bereu Führer Wan Min die Moskauer Schule durchlaufen 'hat. Dieser frembe Prophet kann zunächst nur das Chaos versprechen, um nachher „alles neu zu machen". Nichts ist dem in Familienverbände ge- glieberten, beruflich in Gilben organisierten chinesischen Volk, seiner Religion unb Philosophie, feiner tausendjährigen Kultur frember, als eben die ursprünglich westliche Lehre der Kommunisten. Japan verheißt Befreiung von allem Fremben. Die Frage ist, ob bie japanische Führung tatsächlich die eigenes chinesischen Kräfte zur asiatischen Erneuerung de» vs^-eichsten aller Staaten zu entfesseln vermag. Die Haltung der europäischen Mächte, vor allem Englands und seines amerikanischen Gefolgsmannes ist in dem chinesisch-japanischen Konflikt durch eine Passivität, eine Müdigkeit charakterisiert, die taktisch bedingt sein mag, die aber in diesem Augenblick, wo vielleicht, wahrscheinlich Geschichte gemacht wird, auch geschichtliche Folgen hat. Diese Unlust zum offenen Kampf, zur Primitivieruna der politischen Probleme bis hinunter auf die Probe der Waffen, kennzeichnet oorläufig auch die Haltung der S o w j e t u n i o n, die ihre inneren Schwierigkeiten hat. Dieser geopolitische Zwitterstaat, der auf Äsien und Europa lastet, ist die große Unbekannte in jeder Berechnung des weiteren Schicksals. Nichts kann in Moskau willkommener sein, als der japanisch-chinesische Konflikt, der die Entwicklung in China nach den Methoden Tschiang- kaischeks aufhält ober abschneidet, der anderseits Japan vor Probleme stellt, die für feine Kräfte sicherlich kein Kinderspiel sind. Auch die Zurück- drängung der weißen Interessen aus Ostasien ganz allgemein kann Moskau nur recht fein. Dort sitzt der lachende Dritte! (Fortsetzung folgt!) ir । ».'ha Ai »^Strä. Oie Sonnwendfeier der deutschen Polizei. Zum ersten Male beging die deutsche Poli- 3 e i bie Feier der Sommersonnwende. Die Hauptfeier war die große, von Polizei, und Hitler- Jugend gemeinsam durchgeführte Sonnwendfeier am Holftentor in Lübeck, gleichzeitig der Abschluß der Reichstagung der Nordischen Gesellschaft. Von hohen Masten flatterten die Fahnen des Reiches, mit ihnen gemeinsam die Banner aller Länder des Nordens. Ein gewaltiger Flam- menftoß war geschichtet. Nach einer festlichen Bläser- musik und dem von einigen Hitlerjungen gesprochenen Feuerspruch nahm General Daluege das Wort zur Flammenrebe. Sodann erfolgte die Ehrung der Sieger bei den Polizei'meister- schaften 1938: 1. die Mannschaft der Inspektion versteht man in erster Linie die Regelung der finanziellen Seite und weiter die zu erwartenden Verhandlungen mit den beiden spanisich en Parteien, die das Schlußwort bei der Behänd, hing des Freiwilligenproblems ab geben müssen. Sowohl von Burgos als auch von Barcelona fehlen bisher Andeutungen, ob man bie Bemühungen des Nichteinmischungsausschusses um bie Zurückziehung ber ausländischen Freiwilligen unterstützen will ober nicht. Eine solche Unterstützung ist jedoch notwendig, wenn die feit einem Jahr geführten Gespräche im Nichteinmischungsausschuß über die Zurückziehung der Freiwilligen einen Zweck gehabt haben sollen. ' In der englischen Presse herrscht Zuversicht, der Beginn der Arbeiten der beiden nach Spanien zu entsendenden Ausschüsse werde vielleicht einen Waffen st illstand ober aber zum mindesten ein vorübergehendes Einstellen der Feindseligkeiten mit sich bringen. Doch man weiß noch nicht, wann die Entsendung der Ausschüsse möglich sein wird. Schließlich aber hat der englisch-italienische Gedankenaustausch zu einer Hebung der britiscyen Stimmung geführt. damit zu rechnen, daß solche Zwischenfälle sich immer wiederholen. Nur eine befriedigende Lösung der spanischen Frage, so schloj Chamberlain, könne diesen Zuständen ein Ende machen, unb die einzige befriedigende Lösung sii! die Beendigung des Kriegs. England halt» nach _roie vor an der Nichteinmischunaspolitik fefl und prüfe immer Dieder von neuem die Möglich feiten einer Beendigung des spanischen Krieges/ Wenn einmal die Zeit dazu gekommen fei, werde sie entweder allein oder zusammen mit anderen Mächten ihre Vermittlung für eine Beendigung be?' bedauerlichen Konfliktes anbieten. Prag, 21. Juni. (Europavreß.) Entgegen den ursprünglichen Erwartungen fanden am Dienstag lediglich vertrauliche Besprechungen bes mit ber Entscheidung politischer Fragen betrauten Minister- aus chusf^s statt. Die angekündigte Unterredung des Ministerpräsidenten mit den Führern der Koalitionsparteien ist unterblieben. — Das Parlaments- Präsidium, das gleichfalls für Dienstag- einberufen war; hat sich lediglich mit administrativen F>-ige» beschäftigt, hingegen keinerlei Beschluß über die Elifr berufung ber Nationalversammlung gefaßt. Alles spricht für eine Verzögerung der innenpolitischen Lage, hervorgerufen dadurch, daß unter den politischen Ministern Meinungsverschiedenheiten über die Form ber Lösung ber Nationalitätenfrage entstanden sind. Hauptträger des Widerstandes sind bie tschechischen Klerikalen, benen sich bie tschechischen V o l k s s o z i a l i st e n an geschlosst Durch bie^e Schwierigkeiten hat das Arbeitsprogramm ber Regierung für bie laufende Woche eine Umstellung erfahren. Vor ällem ist noch immer kein Tag festgesetzt für die Wetterführung ber Verhandlungen mit der S u d e t e n d e u t s ch e n Partei, jiipinfl, 2 _*whe; London, 22. Juni. (Europapreß.) Der Der. win in 51on lauf der Dienstagsitzung des Nichteinntischungsaus- MDr Trup schuffes hat den seit wenigen Tagen irk (England [)in, bafe herrschenden hoffnungsvollen Grundton bei der Äämp1 Handlung der spanischen Frage verstärkt, wenngleich k,, japanische man sich auch nicht verheimlicht, daß noch gro^ Irii, bie die CI unb schwierige Aufgaben zu lösen bleiben. DarunterM^ haben ~ 'ATBe(iobenc ? Uangegrissen m in der lehle w (ein. Blbbrud) I schlagen würbe, den englischen Generalagenten i, Burgos abzuberufen, so glaube er nicht, daß einer1- toj solche Abberufung die Haltung General Franco; beeinflussen könnte. Solange der Krieg anhalte, (eiI^:^Mtel! kz-S WS I*" zunächst 30 Tage in Krqft bleiben. Wenn bi; uh.; . zum Ende dieser Zeit der Abtransport noch nicht Wrvo^ begonnen hat, wohl aber Aussicht auf dessen Beginn besteht, soll sie um weitere zehn Tage verlän. M gelandet. Kunst und Wissenschaft Dreißig polnische Bauern ertrunken. furchtbares U n - tionale SÖ1 Se mit ben N Ot ch-ine Regenperiode einfritt Japanische Flugzeuge SuSItren bei Tschungmao an der Lunghai-Bahn nrit M-n schirmen eine große Anzahl von Gummi- t nn*”1 '• o ten ab, weil dort mehrere Kompanien japa- essen B n'1: '^cr Soldaten vom Hochwasser eingeschloss^n sind. e »erd Wiederaufnahme des Kampfes ' 1 itii japanische Darstellung spricht ien die die Chinesen in der Prc firtPion fnHort ^Innnnifrkö Aus aller Welt Oer Lütticher Gistmordprozeß der weiz, Legationssekretär Broy.e, zur lieber« aus die üot „Centurian" »r an der ft Flotte zu aruf hin, daß scholl in kürzester Zeit mit neuen feeren Kämpfen in Nordchina zu rechnen ist. ----'7s--ri-"— von 27 Dioisio. üe bereits auf Freitag vergangener Woche in Aus- jch genommen waren. Wann es zu diesen Bespre- htrgen und zu denen mit den ungarischen und pol« liscten Volksgruppen kommen wird, ist vorerst noch jjöug undurchsichtig. Provinz zusammen- igen haben sollen. Japanische Garnisonen und Der italienische Unterrichtsminister B o t t a i hat sich nach Köln begeben, um als Vertreter der italienischen Regierung an der'550-Jahr-Feier der rheinischen Universität teilzunehmen. ceschobene Posten würden schon von den Chineangegriffen. Die Eisenbahnlinie nach Tayuan in der letzten Zeit mehrmals unterbrochen wor- sein. Obruch der Generalstabskonfereuz in Antiochia. er schweizerischen Regierung in Nationalspanien. Vieser Anerkennung Francos durch die Schweiz >ir: von Regierungskreisen hervorgehoben, daß fo- irit Nationalspanien de facto oder de jure von cf allen Staaten anerkannt wird. Aus- wljiien bilden lediglich Frankreich, Belgien unfreie ivlti schen Staaten. verflogen. Berlin, 21. Juni. (DNB.) Montag nachmittag hat ein Flugschüler der Luftwaffe, der sich in einem einsitzigen, unbewaffneten Uebungs- flugzeug ohne Funkgerät auf einem Ueberlandflug befand, die Orientierung verloren. Er ist nach Ueberfliegen der Grenze — offenbar in der Meinung, sich über einem deutschen Flugplatz zu be- itionalfpanien von fast allen Staaten Europas anerkannt. -u, menriglfl B noch gn'1 den. DaruniL mgspohht ? ;rd halisl iglanW 3) Gegen-s Im Lütticher Giftmordprozeß wurde ... Aufmarsch der 3 2 0 Zeugen fortgesetzt. Ihre Aussagen tragen beinahe ausnahmslos zur Belastung der Witwe Becker bei. Unter anderen _ , . , , Bug, das dreißig Bauern beförderte, verlor inmitten des Flusses seinen Boden. Das Wasser drang augenblicklich ein. Alle dreißig Bauern ertranken. Die Bauern fang an sei dieser Einfluß des Maynes auf die Frau unverkennbar stärker gewesen als umgekehrt. Sehr interessant sind die Feststellungen, die der Sachverständige durch hypnotische Versuche bei der Angeklagten erzielte. In diesem Zustand sei deutlich zum Ausdruck gekommen, wie sich die Frau mit allen Kräften immer wieder gegen die von ihrem Mann geplante Mordtat sträubte. I AklsllNUM englische Dl-, lig empsiM anzen Gew'- jenn es (p| ien. das tr.' * fd ein Q Lösung 1 ngland hJ llischungs^l iir bei der M >r verbüß wiesen lierungsppH licht 6*1 ißt jedoch^ t haben, k stärker.ie \ wenn en^-i i’n» I* hätte niem ; ieq venvl°7 je? ErzheM st i v e Einwirkungen der beiden Angeklagten aufeinander seien zweifellos vorhanden. Von An- anövers M r g o s , 22. Juni. (DNB. Funkspruch.) Außen- se des M'-'Mster Jordana empfing den Vertreter der gdentte 3llr I |t_ . v , ‘ "? v... on ZuschM ob seines Beglaubigungsschreibens als Vertteter Oie Japaner stehen vorTaifu. i Lchanghai, 21. Juni. (Europapreß.) Die -ipmische Luftwaffe war trotz des außerordentlich Mchten Wetters im umstrittenen Jangtfe-Abschnitt i/bechalb Nankings auch am Dienstag lebhaft tätig. Zis belegte die chinesischen Stellungen auf beiden jfirn des Jangtse mit Bomben. Von diesem Gebiet ua sollen die Japaner in. den letzten beiden Tagen tienig. Kilometer längs der Landstraße vorgerückt jtin und jetzt vor den Toren von Taifu sehm. Nach dem für die nächsten Stunden erwar- Der Kölner Doppelmordprozeß. Im Kölner Doppelmorbprozeß Schönewald wurde ein sehr umfangreicher Briefwechsel zwischen Otto Schönewald und seiner Frau verlesen, ferner, was von besonderem Interesse war, Auszüge aus juristischen Arbeiten des Schönewald, die dieser als Student der Rechtswissenschaft im fünften Semester anfertigte. In einer Hausarbeit behandelte er den § 211 des Strafgesetzbuches. Er beschäftigte sich damals eingehend mit der Frage des Mordversuchs und führte Kommentare usw. dazu an. In einer Klausurarbeit ließ er sich eingehend über Totschlag, Mord, Ueberlegung und Ausführung der Tat aus. Schließlich befaßte er sich in einer dritten Arbeit mit den näheren Umständen eines Mordes. Wenn diese Arbeiten auch keine Spitzenleistungen darstellten, so beweisen sie doch, daß der Angeklagte sich damals gründlich mit juristischen Fragen befaßte. Darauf erstattete Reg.-Medizinalrat Dr. Kapp sein Gutachten. Er hat die beiden Angeklagten sechs Monate lang Eingehend beobachtet und bei der Frau auch umfangreiche h y p n o t i sch e Versuche an- gestellt. Während des fünfeinhalbstündigen Gutachtens wird noch einmal das Vorleben der Angeklagten in allen Einzelheiten dargelegt. Im einzelnen sagte der Gutachter folgendes: Gewisse erbliche Belastungen in der Familie des Angeklagten sind zweifellos vorhanden. Schönewald ist sehr nervös, mißtrauisch und flatterhaft und verstrickt sich in Wahnideen. Die unheimlich zwingende Macht seiner Wahnvorstellungen sei zweifellos nicht vorgetäuscht, sondern echt. Er habe keinen festen Willen und verstehe nicht, durchzuhalten. Im Grunde sei sein ganzes Auftreten unecht, unehrlich und posen- haft. Er sei ein grüblerisch veranlagter Psycho - p er t h, dabei außerordentlich überheblich. Doch scheide §51 oei der Ausführung der Tat vollkommen aus. wurde der frühere Geliebte der Becker, der 40jäh- rige Angestellte H o d y , verhört. Er erklärte, daß die Becker sich ihm gegenüber, als eine reiche Frau ausgegeben habe. Sie habe ihm u. a. ein Auto geschenkt, das sie aber niemals bezahlt habe. Die Aussagen Hodys widerlegen die Behauptung der Angeklagten, daß sie wegen Herzbeschwerden gefährliche Mittel habe einnehmen müssen. Er erklärte, daß die Becker niemals über Herzbeschwerden geklagt habe, sie sei eine Tänzerin von großer Ausdauer gewesen. Er habe einmal der Becker seine Verwunderung darüber zum Ausdruck gebracht, daß alle ihre „Freundinnen" hintereinander sterben. Sie habe ihm geantwortet: „Das ist um so besser für mich, als ich die Letzte sein werde." Vier Verräter hingerichtet. Der 36jährige Stefan Lovasz, der 30jährige Josef Steidle, die 28jährige Lieselotte Herrmann — alle drei aus Stuttgart — und der 31jährige Artur Göritz aus Manzell sind in Berlin hin geriet; ter worden. Lovasz war vom Volksgerichtshof wegen Vorbereitung zum Hochverrat 'unter erschwerenden Umständen zum Tode verurteilt worden, weil er an leitender Stelle versucht hatte, in Süddeutschland eine kommunistische Organisation aufzubauen. Durch das gleiche Urteil sind Steidle, Göritz und Lieselotte Herrmann roegeh Landesverrats in Tateinheit mit Vorbereitung zum Hochverrat zum Tode verurteilt worden. — Steidle und Herrmann haben mit hohen kommunistischen Funktionären des Auslandes in Verbindung gestanden und an sie u. a. geheime militärische Anlagen verraten. Göritz hat Staatsgeheimnisse, die ihm auf seiner zum Teil mit militärischen Aufgaben beschäftigten Arbeitsstelle bekannt geworden waren, an einen mit dem Ausland in Beziehung stehenden kommunistischen Funktioär verraten, obwohl er durch die Werkleitung über seine Pflicht zyr Geheimhaltung eingehend belehrt worden war. ' ' Stadttheaters waren: Jochen Hauer, der schon seit einigen Jahren in Berlin spielt. Will Quad flieg, der bei uns kurze Zeit als jugendlicher Held tätig war, und der populäre Komiker Ludwig L i n k m a n n , der jetzt vom Hessischen Landestheater in Darmstadt nach der Reichshauptstadt übersiedelt. Marburger Festspiele. Am 25. Juni beginnen die Marburger.Fe st - spiele mit „W i e es euch gefällt" von Shakespeare. Die Spielleitung hat auch in diesem Jahre Dr. Fritz Budde, dem wieder der Bühnenbildner Franz Mertz zur Seite steht. Eine zahlreiche und mit Sorgfalt gewählte Schar von Schauspielern wird den Erfolg sichern helfen. Ilse Knochen- Hauer vom Schillertheater in Berlin, die durch die Heidelberger Festspiele bekannt wurde, wird die Celia spielen, während Lilo Dietrich aus Darmstadt die Rosalinde gibt. Als Orlando tritt Henry R ü b s a m auf, den Herzog wird Walter R e d - l i dr geben, den Melancholiker Jacques Seppl Litsch vom Schillertheater in Berlin (beide aus den leisten Jahren schon bekannt). Den Narren Probstein gibt Herr Pauly aus Berlin. Von der Ranga-Parbal-Expedilion. Nachdem die Himalaja-Expedition am Nanga Parbat das Lager II am 9. Juni errichtet hatte, kamen so schwere Schneefälle, die weit herunterreichten, daß das Vordringen für einige Tage behindert wurde. Nach eingetretener Besserung wurde am 16. Juni bas Lager III in 5900 Meter Höhe errichtet. Die Bergsteiger sind in guter Gesundheit und bereiten sich vor, weiter vorzudringen. Gerda Schönewald sei eine wenig komplizierte Natur, aber ein sehr intelligenter Mensch. Nichts habe sie zur Belastung des Mannes ausgesagt und sich stets ruhig verhalten. Gegenseitige s u g g e - st i v e E i nw i r k u n g e n der beiden Angeklagten in Nordchina. Jeiping, 22. Juni. (Europapreß.) Die Wic- e ufnahme der Kampftätigkeit an verschiedenen 5t£en in Nordchina und die Zusammenziehung Mischer Truppen in der Provinz Schansi deuten der Abteilungschef in der Adiuiantur des Stabschefs Standartenführer Besserer. * ,.?e^Eschaftsminister Funk hatte sämt- l i ch e G a ^Wirtschaftsberater erstmalig zu einer Arbeitstagung berufen. Der Leiter der Kom- mifston für Wirtschaftspolitik der NSDAP., Bernhard Köhler, München, dankte dem Minister für öie Initiative. In eingehenden Ausführungen behandelte Reichswirtschaftsminister Funk alle grund- UPÖ aktuellen Wirtschaftsfragen. Daran schloß sich eine längere Aussprache. Wetterbericht Aus das europäische Festland erstreckt sich ein flacher Hochdruckrücken. Er ist im wesentlichen auch für unser Wetter bestimmend, so daß heiteres Wetter Vorherrscht. Die Möglichkeit zum Auftreten örtlicher Gewitterstörungen ist jedoch für die Gesamtlage gegeben, wenn auch eine durchgreifende Aen- derung damit'nicht verbunden sein wird. Vorhersage für Donnerstag: Heiter bis wolkig, höchst vereinzeltes Auftreten von örtlichen Gewittern, warm, veränderliche Winde. Vorhersage für Freitag: Im wesentlichen freundliches und warmes Wetter. Lufttemperaturen am 21. Juni: mittags 24,2 Grad Celsius, abends 16,2 Grad; am 22. Jüni: morgens 14,6 Grad. Maximum 25,5 Grad, Minimum 9,7 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 21. Juni: abends 24,1 Grad; am 22. Juni: morgens 18,0 Grad. — Sonnenscheindauer 13,8 Stunden. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Dr. Hans Thy- riot. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für ben übrigen Teil: Heinrich ßubroig Neuner. Anzeigenleiter: HansBeck. Verantwortlich fsir benJnhalt ber Anzeigen: Theobor Kümmel. D. A. V. 38: 9163. Druck unb Verlag: Brühlfche Universitätsbruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit ber Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs- prers 10 Pf. unb Samstags 15 Pf., mit ber Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. yä'i Kleine politische Nachrichten. »M? U tb-r Oberbefehlshaber bes Heeres, Generaloberst t> n Brauchitfch, ber sich auf einer Dienstreise 'birg bie Ostmark befinbet, stattete ber Kriegs- 14 ule Wiener-Neu st abt einen Besuch ab, nttübem er eine Besichtigung ber Truppenunter- tiirte in Wien vorgenommew hatte. Jer Reichsführer ff unb Chef ber beutschen Po« fijei Himmler besichtigte die ff-Junker-Schule Braunschweig und sprach zu den ff-Junkern di; Lehrganges. 24.6. bis 1.7.1938 wird Stabschef Lutze ojf Einladung des Generalstabschefs ber faschistischen T'iz, Exz. Russo, in Italien Einrichtungen unb Müfjrungen ber faschistischen Miliz sehen. In fBe« g*?bung bes Stabschefs werden an der Fahrt teil» lernen: der Führer der Gruppe Südwest, Ober« MMpenführer Ludin, der Führer der Marine- bäcode 4 Kiel, Brigadeführer Gontermann, und elung der jl u erwachs spanisch! i der Behal n müssen, 'cl redona fehl mühungen tl Zurückzijhil ützen Dill o\l odjnotmen'l Gespräch iJ SuriitfjM haben soll-' Zuversicht, d- h Spanien t elleicht mit um mindest Deutscher Rekord im Dauersegelflug. Fast zur gleichen Zeit mit den Weltbestleistungen des deutschen Hubschraubers stellten die beiden Segelfluglehrer NSFK.-Truppführer K a tz n e r und als Fluggast NSFK.-Truppsührer S p a e t e r von der Meichsschule für Segelflug auf der Insel Sylt einen deutschen Rekord im Dauersegelflug für Zweisitzer auf. De? Flug wurde nach 17 Stunden 22 Minuten wegen ungünstigen Windes abgebrochen, nachdem die bisherige Bestleistung von I a ch t m a n n mit 13:59 Stunden Überboten war. Sechs Tote durch Explosion von Feuerwerkskörpern. In einem Flecken bei Anapolis im brasilianischen Staate Sergipe wurden durch die Explosion von Feuerwerkskö.rpern sechs Personen getö- t e t und 60 verletzt. Die Feuerwerkskörper waren zum Verkauf für das Johannisfest im Freien ausgestellt worden. Durch die ungeheure Sonnenhitze entzündeten sie sich. befanden sich auf ber Fahrt zu ihren auf dem jenseitigen Ufer gelegenen Wiesen, wo sie das Heu ernten wollten. Der Bug, der prößte Nebenfluß der Weichsel, ist bei dem Dorfe Orla sehr breit und reißend. Darauf ist es auch zurückzuführen, daß bisher noch keine Leiche geborgen werden konnte. Die Baggerarbeiten am Wrack der „Luline". Nach dreitägiger Unterbrechung wegen rauhen Seeganges hat der Zinnbagger „Karimata" seine Arbeit über dem „ Lutine Wrack wieder ausgenommen.. Der Bagger hat sich in den stürmischen Tagen auf der offenen See sehr gut gehalten. Seit einigen Tagen arbeitet man auf einer Tiefe von 16 Meter. Man rechnet damit, daß noch zwei bis drei Wochen hingehen werden, bis der Bagaer ben Mittelpunkt jener Stelle erreicht, wo das Wrack der „Lutine" liegen soll. Außer der einen spanischen Münze hat man vorläufig nichts weiteres gefunden. Felssturz am IHont Cenis sperrt die Strecke Paris—Rom. / Durch einen Felssturz vor dem Tunnel Mont Cenis wurde die internationale .Eisenbahnstrecke Parjs-7—Rom bei Modane-Fourneaux unterbrochen. Die Gesteinsmassen bedeckten in einer Höhe von drei Metern.die Schienen auf einer Strecke von 50 Meter. Der Schnellzug Paris—Rom mußte nach Bar- doumeche zurückkehren. Die Aufräumungsarbeiten werden voraussichtlich 48 Stunden in Anspruch nehmen. Riesenprozeß gegen eine Räuber- und Erpresser-Bande in Palermo. Vor dem Strafgericht von Palermo hat ein Riesenprozeh, gegen 281 Angeklagte begonnen, die zahlreiche Raubüberfälle, Erpressungen und Diebstähle begangen haben. Außerdem sind sie der Bildung einer verbrecherischen Organisa-" Hon, ähnlich der früheren Maffia in Sizilien, angeklagt. Zur Verteidigung der Angeklagten wurden über 100 Rechtsanwälte aufgeboten. Um die Häftlinge unterbringen zu können, mußte man den großen Saal des Schwurgerichts erweitern. Walter Bloem Jahre alt. In Berlin beging Dr. Walter Bloem den 7 0. Geburtstag. Wer feine an die Geschehnisse von 1870/71 anknüpfende Trilogie las: („Das eiserne Jahr" — „Volk wider Volk" — „Die Schmiede der Zukunft") und später die drei Weltkriegsbände „Vormarsch", „Sturmsignal", „Das Ganze halt", der hat das Wesen Bloems erfaßt, der immer beides sein wollte: Dichter und Soldat. Stets bereit, die Feder mit dem Degen zu wechseln, zotz er 1914 in einen Krieg, aus dem er vier Jahre später als Major mit den höchsten Kriegsauszeichnungen, aber nach drei sehr schweren Verwundungen grau, hager und ausgemergelt in eine veränderte Heimat zurückkehrte. Unerschütterlich weiter seine Dramen und Romane schreibend versuchte er wie so viele, den neuen Tatsachen gerecht zu werden, mußte aber nach dem Verlust des erarbeiteten Gutes eine Enttäuschung nach der anderen erleben. Sp wurde auch für Bloem der Anbruch des Dritten Reiches eine Erlösung. Zusammen mit feinen Kameraden, die ebenso ihr Blut Hingaben für Deutschland, dient er nun der nationalsozialistischen Gemeinschaft. Der setzt Siebzigjährige, der 1933 die Goethe-Medaille erhielt, arbeitet dabei wie einst; seine Arbeit gilt dem Buch, dem Film und mit besonderer Liebe der Bühne. Drei frühere Gießener Schauspieler an der Berliner Volksbühne. An der B e rl i n e r Volksbühne (Generalintendant Eugen Klöpfer) werden in'der kommenden Spielzeit 1938/39 drei Darsteller tätig fein, die früher geschätzte Mitglieder des Gießener In der Nähe des polnischen Dorfes Orla bei Brest-Litowsk ereignete sich ein g l ü cf. Ein Fährschiff auf dem ÄSL........... en sei, n?, ttn Fall Taifus rechnet man mit dem japanischen mit an6.1. Soniarsch entlang der Landstraße auf die am red)» ■migunA rn Jangtse-Ufer gelegene Stadt Kiukiang, von 8' )er sie jetzt noch 80 Kilometer entfernt sind. Vier Msische Flugzeuge sind über den japanischen Stel- ‘■artcen bei 21 n fing gesichtet worden. Nach v - »pcnischen Meldungen wurden sie vertrieben, ehe r Bomben abwerfen konnten. M/||h le Frontlage im Osten der Provinz Honan * r t infolge der Ueberschwemmungen noch immer [mränhert. Der Wasserstand des Gelben Flusses t imar um einen halben Meter gesunken, aber k vird mit einem endgültigen Rückgang der Ueber- fjtt.'mmung nicht gerechnet, weil im Juli gewöhn- r »ine Regenperiode eintritt Japanische Flugzeuge Der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes Frei- finden — auf dem Flugplatz Pilsen glatt Herr von Weizsäcker und der königlich-rumänische ' *■ ' Gesandte Djuoara haben Vereinbarungen wirtschaftlicher Art unterzeichnet, durch bid die Verhandlungen über die aus der Wiedervereinigung Oesterreichs mit dem Deutschen Reich für die deutsch-rumänischen Wirtschaftsbeziehungen sich ergebenden Fragen zum Abschluß gebracht werden. Lnkiochia, 21. Juni. (DNB.) Es bestätigt ch daß die Unterbrechung der französisch-türkischen ralstabsbesprechungen von längerer Dauer sein HL da die Türken Forderungen gestellt haben, U die die Franzosen nicht eingehen konnten. Die ■iir’en hofften, sehr rasch zu ihrem Ziele zu ge- incen, stießen aber bei ben Franzosen, die nicht bei bestimmte Zugeständnisse hinausgehen wollten, ..fiiflis Widerstand. Die türkische Bevölkerung hat Iftot ihre Häuser reich geschmückt und geflaggt und r* r MiE bes Einmarsches der türkischen Truppen. Meh- ■Jeim5 r( Hindert arabische Männer und Frauen, bie ’nW -■ finn Demonstrationsmarsch nach Antiochia veran- dndii jtMen, um für bie Freilassung arabischer unb rh üscher Führer einzutreten, wurden durch fron» föi ches Militär am Betreten der Stadt gehindert. ParlaEl Ste Jfe M Apathische Nervensystem barstellen. Sv erklärt es sich, daß bei |J Heben Erregungen, z. B. Herzklopfen, Erblasten, Erröten, Angst- Kveih auftreten, daß Qlerger ben Appetit verdirbt, Magenschmerzen dnrsacht und andere innere Organe angreift. Auf bet anberen Seite haben auch bie Nervenzellen ihren Stoff- fcolel. Jede Nerventätigkeit, auch bie normale, verbraucht und Ichtzt lebende Substanz, bie auS dem zuströmenben Blut wieber sosse" Lfy »ns, der Adern, Lungen, Leber, Nieren eingeleitet und aufrecht- , LE [ji,i Mlten durch die Nervenknoten (Ganglien), die das sogenannte , N (ir‘ ..... e " •* ~ rA 2--M>esunde Nerven, gesundes Herz , .aen | fcl wichtige Grundbedingungen für unser Wohlbefinden, Das heutige Sl10flie^ ktenstempo mit seiner übermäßigen Anspannung von Herz und ! - mit & ?erben nimmt jedoch selbst an sich gesunde, robuste Personen häufig l d k mit, so daß ein Ausgleich gegen allmählich auflretenbe Schäden ^Milcht werden muh. ‘ So ist z. B. bekannt, baß bei Personen, bie viel Auto fahren tüfen, überhaupt im Berkehrsleben stehen, im Laufe ber Zeit re Tätigkeit der Kreislauiorgane, insbesondere des Herzens, um lustig beeinträchtigt wird. Auch bie Zunahme ber Nervenstö- kugen ist verstänblich, benn schließlich steht fast jeder Mensch, selbst re Hausfrau mit ihren scheinbar kleinen täglichen Sorgen, im Märlten Daseinskampf. Nun sind die Nerven in einer gewißen Weise die dirigierenden «hane des Körpers, so bah ihr guter oder schlechter Zustand immer ktprechend auf das allgemeine Befinden wirkt. Bei unseren seelischen Empfindungen sowie allen Lebensvor- E-rgen spielen die Nervenzellen, die durch.ein Gitterwerk feinster Lerchen untereinander verbunden sind, die wichtigste Nolle. Jns- «srndere werden die Tätigkeiten' der Derbauungsorgane, des Herneugebildet wird. Durch schwere Berdauungsstörungen, die zu mangelhafter Blutbildung führen, wird das Nervensystem unterernährt und geschwächt. Es heiht deshalb zweierlei beachten, wenn man bie Nerven gesund erhalten will. Erstens gilt es, bei Nervenüberreizung sofokt ein Beruhigungsmittel zu nehmen, .und je konsequenter und zeitiger das geschieht, um so sicherer läht sich eine wirkliche Erkrankung verhüten. Zweitens achte man auch auf leichtere Berdauungsstörungen, damit die normale Bildung gesunden Blutes nicht beeinträchtigt wird und bie ausreichenbe Ernährung ber Nervenzellen gesichert bleibt. Als wertvolles Mittel, das die Wirkung auf Herz, Nerven und Verdauung in glücklicher Form vereint, hat sich seit weit über hundert Jahren Klostersrau-Melistengeist gut bewährt und Anerkennung gefunden. Wer deshalb bei Nervenstörungen, Herzbeschwerden, Unregelmäßigkeiten der Verdauung sogleich Klosterfrau-Melistengeist nimmt trägt dazu bei, den Organismus leistungsfähig und gesund zu erhalten, Lesen Sie nun bitte, wie Verbraucher aus eigener Erfahrung sich über die gute Wirkung von Klosterfrau-Melissengeist äußern: Herr Robert Steinit; (Bild nebenstehend), Rentner, Dresden, Schausuh- straße 22, am 3. 9. 37: „Seit 50 Fahren geht in unserer Familie Klosterfrau« Melissengeist nicht mehr aus. Er wird von uns bei Herz-, Nerven- und Magenbeschwerden mit gutem Erfolg angewandt. Ich bin 78 Jahre alt und fühle mich immer noch wohl und munter." NM. 0.90, 1.65 unb 2.80. empfehlen wir Ihnen bie Sv sollten auch Sie, falls Sie an ähnlichen Beschwerden leiden, einen Versuch mit Klosterfrau - Melistengeist machen. Sie erhalten den echten Kloster- srau-Melistengeist in der blauenPackung mit den drei Nonnen bei Ihrem Apotheker ober Drogisten in Flaschen zu Wenn Sie ihn regelmäßig einnehmen, ■ - - - - --------- Kurpackungen zu NM. 6.40, 12.— unb ■7\2x\Vxd) Gebrauch viel billiger stellen. Klosterfrau-Melisten- gerst ift niemals lose erhältlich. 4249 V überhaupt mit den ganzen Nerven herunter. Ich habe schon allerhand für dieses Leiden getan, aber seitdem ich Klosterfrau-Melissen- geist kenne, gebrauche ich diesen. Er ist mir zum Hausfreund geworden. Ich lasse ihn niemals ausgehen." Frau Magdalena Attermener (Bild nebenstehend), Essen-West, Bing.Str.22, schreibt.am 12.4.37: „Klosterfrau-Me-- listengeist hat mir sehr gut geholfen. Ich hatte immer Schwindelanfalle, da hörte sch von Klosterfrau-Melissengeist und habe ihn daraufhin eingenommen. Da. wurde mir von Woche zu Woche besser, und heute bin ich wieder gesund." r Johann Becker, Bonn, Hauptstr. 124, am 10. 7. 36: „Ich selbst habe schon mehrere Jahre ein nervöses Herzleiden und bin überhaupt mit den ganzen Nerven herunter. Ich h, banb für dieses Leiden getan, aber seitdem ich Kloste geist kenne, gebrauche ich diesen. Er ist mir zum 4 Herr Heimann Bloß, Kunstschlosser, Köln, Salierring 59, schreibt am 12.5.37: „Ich habe Klosterfrau-Melissengeist zur allgemeinen Stärkung und gegen Herzbeschwerden nervöser Art genommen, und zwar täglich zweimal einen Teelöffel auf einen Eßlöffel Wasser. Klosterfrau - Melnssengeist bat mir sehr gute Dienste geleistet, die Schwächeanfälle'sind verschwunden, und fühle mich wohl." der die Psychologie der Eingeborenen studieren wil ix Gießen, Grünberg, Mainz, Berlin, Fritzlar, Laubach, 20. Juni 1938. Schreibtische 4270D 3594A Gießen, Bahnhofstr. 49, Ruf 3941 Gießen, den 22. Juni 1938. 42710 42750 Hege Bautätigkeit in der Schwarzlach n h L fc- 3'. n Svezial-Reva- raturwerkstätte D in li a d Wreseck, Gieß. Str. 73. 2741D Tel 3975. S 6 r r 2 n n t xu h.1 bi?«; 0! P bl d r ü , lobtsein! und da wirklich war? 9 verändi was he W Säugli dererzi wirtsch neugest gebend scher, stehen ; Ehefrar oder dr chen ha Niem achten c ihrer m Weg gi. Ausgabe schulen l sicherlich ihre ver schicken Mütter formschön, praktisch eingeteilt, stabil und dabei sehr preiswert dl r, ■ c ¥ te Nachlese zum 116er Fest. Während sich die letzten Teilnehmer der Frode n i u s - E x p e d i t i 0 n auf die Molukken und Neuguinea mit reicher Ausbeute auf der Heimfahrt befanden, war eine neue Expedition des Frobenius- Jnstituts wieder unterwegs nach A u ft r a l i e n. In Batavia hätten die Wege der beiden Expeditionen sich beinahe gekreuzt. In diesen Tagen ist nun die neue Expedition, die aus Dr. Petri, dem Leiter der Expedition, Douglas Fox, Dr. Lommel, Agnes Schultz und Gerta K l e i ft besteht, an ihrem ersten Arbeitsplatz, dem Hafen Broome mit einer mehrtägigen Verspätung angekommen. Von hier werden die jungen Frankfurter Wissenschaftler in die Eingeborenenreseroate reisen und ihre ethnologischen, archäologischen und psychologischen Forschungen betreiben. Vorher haben, wie aus den ersten Berichten Dr. Petris heroorgeht, drei Teilnehmer der Expedition bei Port Hedland Felsbilderaufnahmen machen können. Es handelt sich dabei um alte Gravierungen, die bisher unbekannt und unveröffentlicht waren. Mittlerweile sind Dr. Petri und Fox wieder zu den übrigen ge- stoß"n und haben die Weiterreise nach Broome beendet. Die Expedition hat schwer unter der verheerenden Dürre und einer fast unerträglichen Hitze zu leiden. Nach Aussagen von Australiern soll Australien seit 52 Jahren nicht mehr eine Fremantle ist, wie Dr. P-etr'i schildert, ein sehr schöner Hafen. Das ist allerdings auch alles, was Fremantle zu bieten hat. Die meisten Häuser, ob aus Holz oder Stein, sind in dem üblichen Kolonialstil mit Veranden und grellroten Dächern gebaut. berichtet Dr. Petri in sehr launiger Weise: „Uns hielten die Kontrollbeamten anfänglich für eine Schauspielertruppe. Vielleicht kann man das als Kompliment auffassen. Unsere diversen Schreiben von der Bundesregierung und dem Governement of Western Australia verfehlten nicht ihren Eindruck, so daß wir bevorzugt behandelt wurden. Den Kontrollbeamten folgten auf dem Fuße die Journalisten, zwei sympathische Leute, die uns nach allen Regeln der Kunst ausfragten. Trotzdem wäre beinahe ein Unglück geschehen. Als wir m den Hafen von Fremantle einfuhren, stand ich mit einer jungen Australierin an der Reeling und unterhielt mich mit ihr in einer meinen englischen Sprachkenntnissen angemessenen Weise. Einer der Journalisten war nun überzeugt, daß ich sie heiraten würde. Nur sehr schwer war er von dieser Idee abzubringen. Da sie die Nichte des Gouverneurs von Westaustralien war, versprach er sich offenbar von dieser Kombination einen großen- Erfolg. Ick) mußte ihn in diesem Punkte enttäuschen. Schließlich haben wir nicht die Absicht, diesen Kontinent als Hochzeitsreisende zu betreten oder als solche zu gelten." Von Perth aus begaben fid) drei Teilnehmer b« Expedition nach Porth Hedland in Nordwest-Austr!, lien, um im Pil-Barra-Distrikt die oben sck)on ai- nannten Felsbilder-Aufnahmen zu machen. Dort haben sich alle Teile der Expedition wieder vci- einigt und sind nach Broome abgereist, von wo 015 die ersten Arbeitsfahrten unternommen werden. Wegen Kreis- varteitag Wanderung vom26.6. verlegt auf 3. 7. Monatsversammlung vom 2. 7. fallt aus. Er spart mehr, als er kostet: der Bosch - Kühlschrank mit dem kleinen Strombedarf. Rezept - Werbeheft kostenlos bei Die Beerdigung findet am Donnerstag, 23. Juni, 15.30 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt Das Seelenamt ist am gleichen Tage um 7 Uhr in der Pfarrkirche. Von Beileidsbesuchen bitten wir absehen zu wollen besorgte übergeses Möbl. Zimmer in Nähe Landgericht gei Schrift!. An geb. u. 02891 an d. Gieß. Anz. ausste'ge schon ge Mutter die Ne Gau-Dr Tübinge aekonnn „SluffW fid)»1« BlM in* Dif F Aäute k /den ®ri der das' kennt, w „undank! jungenJ Undankb dieses P das zulk Problem So isi klügste 9 das beiz Wenn e Fernruf Nr. 2145 — 2146 MeWlne für die Lalm find noch abzugeben. Schrift!. Anfragen unter 02899 an d.Gieß Anzeiger erbet. Mtzener Haöffltjrer ßereinloöog. Donnerstag, 23 6., 20". Ubr, Burghof: ysr VekjWNlIM Im Rahmen der sportlichen Vorführungen zum 116er-Fest wurden die Tieffliegerangriffe undder Einsatz der MG.-Schützen zur Fliegerabwehr mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt. Unser Bild zeigt eines der Flugzeuge bei einem Angriff atif die Mannschaften, die sich mit Gewehren und Maschinengewehren verteidigten. (Aufn.: Neuner, Gießener Anzeigers Mädchen für Küche und Hausarbeit zum l.Jüli ob. früher gesucht 0™S79 Württemb. '■Vor, „ Gießen, Bahnhofstr. 15. Bürogehilfin. Zum alsbaldigen Eintritt suchen wir eine Bürogehilfin im Alter bis zu 22 Jahre. 4261D SkvmaL Simmersbach Werk Nidda/Oberhessen. Ehrt., sauber. Hcta m.Kochkennt- nm. u. kinderlieb sofort ob. später gesucht. Schlaqeteranl.10* iE ihr lcho" S in Ai är bb ’' jek Z- - nii toi i* sel' ' de sei an Lr tei: j M( ’ ' Fr i all . sas gri ach 1 da 1 kai Gu wi eui lief fpc bei Hai Zu au ers gez gcl s'ch Fr stet Un ode dur ‘ W. net ।' ■ ab! 9 Vo Lü. . ‘i tsch ver ■ Tei ' Be;, gen dre! Kri . Inf ♦ lin bad We dun Kn von En; mac We entl tior Der Elnsah der Heuernte kauft per Fuhre und Waggon Wiesen-Heu Heeresverpslegungs - Hauptamt Gießen Telefon 3010 Ablieferstelle mit Fuhre: Heeresverpflegungs-Hauptamt Gießen, Erdkauterweg. Dersandadreffe bei Waggo'nlieferungen: Heeresverpflegungs-Hauptamt Gießen, Anschlußgleis. Es wird gezahlt bis zu einer evtl. Preisfestsetzung: a) bei Fuhrenanlieferungen „frei Magazin" b) bei Verladung auf Waggon ^frei.Verladebahnhof" für den Ztr. je nach Güte 2.50 bis 2.75 9Ut. 3m Fall b) erfolgt die Verladung durch das Amt, ebenfalls werden die Transportkosten und Deckenmiete vom Amt getragen. Angebote von Händlern werden besonders erbeten. ---- • 4251P Hies. Industrie-Unternehmen sucht zum baldigen Eintritt zwei gewandte jüngere SfenolwiltiDien einen jüngeren 8auliM«Wlßn mit guter Handschrift. Ausführl. Bewerbungen mit Lebenslauf sowie Angab.liber den frühesten Eintrittstermin erbeten unter 4257D an den Gießener Anzeiger. NflphläQQP von3bls 20 v-H- halten Sie bei wieder lluvilluDuU holten Veröffentlichungen einer Anzeigei Keine Zeugnisse in Urschrift wnvern nur Zeugnis, abjchriften Dem Br- werbungsjchreiden bet. legen! - Lichtbilder unoBewerbungsunter- >>gen müfien 'zur Berat eidung 00h Verlusten aus Der -ttücksette -Jia» men unD Anschrift Des) Bewerbers tragen I solche Trockenheit erlebt haben. Seit Monaten ist in sonst fruchtbaren Weidendistrikten kein Tropfen Regen mehr gefallen. Auf den Farmen sprießt kein Grashalm mehr, und damit fehlt das Futter für die Schafe, die zu Tausenden den Dursttod sterben. Die Farmer versammeln sich in den Kirchen der kleinen - Gemeinden und beten um Regen. Wie Dr. Petri im letzten Brief mitteilte, hat die Hitze in jüngster Zeit ein wenig nachge- lasien. Eine schwere und auch gefährliche Plage sind weiterhin die Sandfliegen. Die Reise bis zum Bestimmungshafen ist nicht ohne Zwischenfälle verlaufen. Kurz nach der Ueber- querung des Aequators brach eine der beiden Schraubenwellen des Schiffes, das die Expedition beförderte. Später brauch auch noch eine zweite Schraubenwelle, und schließlich wurde das Unglück vollständig durch den Tod des Kapitäns, der einem Herzschlag erlag. Mit fünftägiger Verspätung gelangte man endlich nach Fremantle. Bevor die Expedition das Schiff verließ, mußte sie sich natürlich der Paß- und Zollkontrolle unterziehen. Bei ihrer Ankunft wurde sie von dem deutschen Konsul und auch von den Vertretern Englands sehr herzlich begrüßt. Die australischen Zeitungen brachten m großer Aufmachung Bilder der Ankunft und Gespräche mit den Frankfurter Forschern. Darüber NS( an dit fr iffy Miel genb b fahrunc mich ar Grunde oder di den. L kühler, die rich Zunä rer "Freud- von sol sie nur beiten c nicht F, Lachen । nerinnei bauens Krankhc wartenk der lUng b QU öoi Kette Vollesi Abeitc Medico beiten sibgeseh 'NKüch dern, ; 9*qtl •Wisj U gere ^regun l°li fi9en eir t @ele< ^Und b ®'nn: j ^chrveste Schauen >e Q1 fc- Sen i Hs Jelsbilder, Sandfliegen und verheerende Dörre Erste Erlebnisse der Krobenius-Expediiion in Australien. tiüönetitall gesucht. Schriftl. Angeb. u. 02889 an d. Gieß. Anz. | Verschiedenes | An-unflVerhau! von Lumven Giien, Bavier Jlaschen u. alle Metalle. Jede Bestellung wird abgeholt. o2opi H. Schneider Neuenweg 6 Televbon 3187 In der Schwarzlach wachsen gegenwärtig in intensiver Arbeit die zahlreichen Wohnbauten heran, die das Stadtbild nach Norden zu erheblich erweitern werden.,lieber 300 Wohnungen entstehen zwischen dör Schottstraße pnd der Marburger Straße. Unser Bild zeigt, wie weit die Wohnbauten bereits emporgeführt sind. (Aufn.: Neuner, Gießener Anz.) Wir erfüllen h;er- mit die traurige Pflicht,unsere Mitglieder von dem Tode unseres lieben Schützenkameraden Willi Bette in Kenntnis zu setzen Die Beerdigung findet l )onnerstag, den 23. Juni, 15.30 Uhr, auf dem Neuen Fried- hoFstatt. — Wir bitten um recht zahlreiche Beteiligung. Schtttzenverein Gießen e. V. Gießen, den 22. Juni 1938. Forscher von den vielen spitzbvgigen Kirch,„ mit Wellblechdächern. Sowohl Dr. wie auch Douglas Fox wurden vom Dekan h Universität Perth aufgefordert, vor den Professor!» und Studenten einen Vortrag über die Ziele b Frankfurter Instituts und der Expedition zu halt-» Beide haben in der Universität und der Roij Society of Western Australia, einer vorwiegeH naturwissenschaftlich interessierten Gesellschaft, äor, träge gehalten. Die -Universität in Perth besteht f-ü 1913 und umfaßt nur eine naturwissenschaftliz, Fakultät. Das in den letzten Jahren errichtete bäude mit Gärten und Sportplätzen liegt sehr schz» in der Landschaft, das College ist in englische Stil erbaut und liegt mitten in einem Eukalyptus wald. Agnes Schultz hat vor der Vereinigung der Studentinnen der Universität einen Dortr:g gehalten. Die deutschen Forscher wurden überofl auf das freundlichste empfangen und eingeladen. Alle Behörden ließen der Unteknehmung roeitcb gehende Förderung und Unterstützung angedeihcz. IN.SIeltalier und Lßhriing gesucht. 4252° Karosseriebau Schlosser, Grüningen bei Gießen. Saubere, zuverlässige 012897 Putzfrau für zirka 2 Stunden nachmittags gesucht. Hch. Hettler, Konditorei und Eas^- Saubere Marino!! 1-2 X wöchentlich gesucht. 02898 Brann, Ederstraße 2, vorzust. vormitt. Reklame und sonstige Plakate und Aufschriften sind Perth hat sich der deutschen Expedition ein ausü" in solcher Ueberzahl vorhanden, daß eigentlich sie lischer Student der dortigen Universität anqeschlossei und nicht die Architektur dem Straßenbild das @e= P-“ <. x- « r, .-■ .? präge geben. Ueberrascht waren die Frankfurter I Stadtfheater Gießen HEUTE 20-22.30 Uhr Einmaliges Gastspiel Agnes Straub, Berlin mit ihr.Berlin.Ensemble in SdiaulBielerii Komödie von Rol. Schacht. Preise: RM. 1.-, 1.25,1.50.2- 3 -, 4.-. - Kassenständen 10-13 Uhr, 17-18 Uhl’. 4255D Am 20. Juni ist unser treuer Kamerad 4254D Karl Müller Frankfurter Straße 75 zur großen Armee abberufen wo) den. Beerdigung Donnerst.. 23. Juni. 14 Uhr, neuer Friedhof. Zahlreiche Beteilig. Kameradenpflicht. Kameradschaft ehern. 116er. Schöne, sonnige, geräumige 5-Ziwent in guter Lage, m i t B-a b, zum 1. Oktober oder 1. Sevt. gesucht. Schriftl. Angeb. mit Preisangabe unt.02888anden Gießen. Anzeig. 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Schriftliche Angeb. u. 02890 an d. Gieß. Anz. In tiefer Trauer: Olga Bette, geb. Godosar Margot und Doris Bette Familie Franz Bette Familie Albert Godosar. Neueste Modell« in allen Preislagen Sr.M Gießen 37^ Neuenweg 32 Gott der Herr nahm heute meinen lieben, unvergeßlichen Mann, unseren herzensguten Vater, Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel ' \ Willi Bette nach kurzer, schwerer Krankheit zu sich in die Ewigkeit Er starb wohlvorbereitet und versehen mit den hl. Sterbesakramenten im Alter von 37 Jahren. Am 20. Juni verschied nach kurzem Leiden unser Juniorchef Willi Bette im Alter von 37 Jahren. Wir verlieren in dem Entschlafenen einen langjährigen Vorgesetzten, . der unser aller Achtung und Wertschätzung erworben hatte. Sein Andenken werden wir in hohen Ehren bewahren. f Die Gefolgschaft der Firma Franz Bette. 5 % S>am] kW L I. - Hr.143 Zweites Blatt_________ Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)___________Mittwoch, 22. Zum 1938 Aus dem Reiche der Krau r < ,1UYU Z ö^roejiern=x$er|id)erung und dazu noch eine Hausbestehen wurde denn ,ch mußte an der Haltestelle Pension ihres Mutterhauses - ebenso wie bei der erreichten Altersgrenze — ein. PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS mütter abblasen. D.S. Volkes! Und dann wieder: Wissenschaftliches nun einmal nenne Hohlräume, die P. Arbeiten im Laboratorium, Röntgenzimmer, im Medico-mechanischen Institut. — Gibt dieses Arbeiten nicht eine Fülle praktischen Wissens, ganz, abgesehen von der hauswirtschaftlichen Ausbildung in Küche, Wäsche, Haushalt? Sport, fröhliches Wandern, Theater, Konzert, geselliges Beisammensein in ia, wenn zu diesen Aufstand Die Frage ist nun: tun die jungen deutschen Bräute gut daran, begeistert in die neu.eingench- teten Bräuteschulen 3» strömen? Ich glaube: jeder, der das Problem „Mutter und verheiratete Tochter" kennt, wird die Frage bejahen und nicht etwa von „undankbaren Töchtern" sprechen. Denn, was die jungen Bräute in diese „Ä)eschulen" treibt, ist nicht Undankbarkeit, sondern ein instinktives Wissen um dieses Problem „Mutter und verheiratete Tochter", das zuletzt nichts anderes als Zin Generationen- Problem ist. So ist denn selbst die allergütigste, beste und klügste Mutter nie in der Lage, ihrer Tochter „alles das beizubringen, was sie in ihrer Ehe wissen muß". Wenn eine Mutter trotzdem noch anderer Meinung ist, so möge sie sich einmal" in die Zeit ihres Verlobtseins und ihrer jungen Ehe zurückversetzen und darüber nachdenken, ob ihre Blutter ihr wirklich alles beigebracht hat, was damals „nötig" war? Rein! Zuviel hat ein Menschenalter um uns verändert, als daß wir „Alten" nun alles wüßten, was heute zu wissen ist! Reue Erkenntnisse derWissen- schaft sind aufgetaucht, neue Erfahrüngen in der Säuglingspflege (der „Lutfcher"!!) und'in ber Kim dererziehnng (das „Einkind"!) sind gemacht: dos wirtschaftliche, soziale, gesellschaftliche Leben hat sich neugestaltet und — was vor allem heute ausschlaggebend ist — neue weltanschauliche Begriffe, völkischer, bevölkerungspolitischer und ^rassischer Art, stehen jm Vordergrund der Pflichten einer jungen Ehefrau und Mutter, von denen man vor zwanzig oder dreißig Jahren Überhaupt noch nicht gesprochen hat! Niemand wird die Ratschläge einer Mutter gering achten ober verwerfen wollen, die sie aus der Tiefe ihrer mütterlichen Liebe der Tochter mit auf den Weg gibt! Aber wir stehen heute vor so großen Aufgaben, daß der Sinn und Zweck der Bräuteschulen leicht zu begreifen ist. Und so werden ganz sicherlich über kurz oder lang auch jene Mütter ihre verlobten Töchter in diese Schulen des Ledens schicken und lächelnd den Aufstand der Schwieger- sich nicht die verlobten Töchter begeistert Bräuteschulen meldeten und damit den im Keime erstickten. acht bis zehn gleich große Margarinekisten. Sie werden ohne Deckel, nachdem natürlich die Nägel sorgsam entfernt sind, im Viereck hochkant nebeneinandergestellt, aber mit der offenen Seite nach innen. An den beiden Längsseiten müssen je drei Kisten, an den Querseiten je zwei Kisten aufge- Schrckester ein Ruhepol für so viele Kranke, zu der sie oft all ihre Nöte und Familiensorgen tragen, wie em vertrauendes Kind zur Mutter? Gerade die altere Schwester gewinnt in ihrem Berufe. Sie kann ihr an Mütterlichkeit reiches Innenleben weitergeben, kann „Mutter" werden im schönsten Sinn des Wortes all ihren Kranken — sie, die kinderlose, unverheiratete Frau! — Reich und schön ist ihr Leben im Gegensatz zu der einsam gebliebenen Frau in vielen freien Berufen. Und wird sie vorzeitig durch Krankheit oder Unglücksfall arbeitsunfähig, so tritt neben der Angestelltenversicherung die Schwestern-Versicherung und dazu noch eine Haus- Wer seine Spielecke besonders schön machen will, soll auch die Hängematte nicht vergessen. Sind keine geeigneten Bäume zum Anbringen vorhanden, so genügen drei im Dreieck ausgestellte Pfähle (möglichst aus Eisen). Sie müssen natürlich mit Rostschutzfarbe angestrichen und tief in die Erde einge= graben werden Die Hängematte muß am ersten und dritten Pfahl, asso über Eck, angebracht werden, am besten verbindet man sie m nicht zu großen Abständen mit rostfreiem Draht. Bei der Auswahl des Platzes soll man versuchen, die Hängematte gegen nachbarliche Sicht und zu viel Sonne zu schützen. Mit dem Gartenschlauch ober nicht zu schweren Gießkannen kann man bann bie Kleinen anlernen, ihr Planschbecken selbst zu füllen. Uebrigens ist bas sonnenerwärmte unb abgestanbene Wasser gerabe richtig zum Gießen für bie Pflanzen. »Die Bubbelkiste ist ja ganz schön, abfcr auch das Planschen macht Vergnügen", meinte ein breijähriger Knirps, als er seinen staunenben Tanten Jein Gartenreich * vorführte. In vielen Sieblungs- gärten kann man beobachten, baß praktische Mütter einfach eine Zinkwanne, in bie Erbe eingegraben haben, bie mit Wasser aufgefüllt wirb, um auf diese Weise ben Kinbertraum eines Planschbeckens in bie Tat umzusetzen. Ein kleines, zementiertes Wasserbassin ist natürlich dauerhafter. Wenn der Vater ein bißchen geschickt ist, kann er dieses sogar selbst Herstellen. Er muß sich nur über die richtige bleiben Diese Spielecke ist ja im Grunde, das muß sich die Mutter immer wieder klar machen, das ins Freie verlegte Kinderzimmer. Die hauptsächlichste Beschäftigungsmöglichkeit im Garten ist natürlich immer die S a n d k i st e. Man kann sie mit geringen Mitteln sogar selbst Herstellen. Da bittet man etwa den Kolonialwarenhändler um Die ttinderspielecke im Garten Die Hauptsache ist die Sandkiste. Wenn wir als praktische Hausfrauen auch gar zu gern noch in der freien Ecke in unserem kleinen Gartenreich ein Salat- oder gar ein Erbheerbeet anlegen würben — bie Ecke muß frei bleiben unb zwar für unser Kinb. Denn: „Was nützet mir ein schöner Garten..wie es in bem alten Solbaten- lieb heißt, wenn unser Kinb babei zu kurz kommt. Für bie Ferien am Strand zeigen wir heute einen Strandmantel, einen Strandanzug und ein paar praktische Kleinigkeiten. Der Strandmantel (Mitte links) ist. aus weißem Leinen und mit großgeblümtem Fr 0 tee gefüttert. Der praktische Strandan - z u g (Mitte rechts) in schlichter Herrenform ist aus naturfarbenem Leinen. Die P 0 loblus e.(1) ist aus rotweißgestreiftem Kattun, der große Sonnenhut (2) aus grobem, naturfarbenem Stroh mit rotem Baumwollband. Weißes Wolleinen ist das Material der kurzen Hose (3) und des dazugehörigen Brust- zwar auch schon längst dem Elternhaus entwachsen, einmal doch ganz allein zurücklassen. Da übernimmt das Mutterhaus bie Stelle bes einstigen Elternhauses unb gibt ben Schwestern Heimat im wahrsten Sinne bes Wortes für alle Zeit. Ich schreibe biese Zeilen , in Dankbarkeit ber Organisation bes Roten Kreuzes gegenüber, ber ich angehöre. Ausbrücklich möchte ich noch heroorheben, baß biese Werbeschrift keiner einseitigen Berussein- stellung entspringt. Ich selbst habe neun Jahre in ber Arbeitsgemeinschaft ber Großinbustrie gestan- ben, habe eine Reihe Frauenberufe von ben Anfangs- bis in bie gehobenen Vertrauensstellungen kennengelernt. Ich ziehe baher sachlich bewußt "bie Parallele zwischen ben freien "Berufen unb ber Arbeit in ber Gemeinschaft bes Roten Kreuzes ober einer anbern Schwefternorganifation unb möchte baher aus eigener Erfahrung ber Jugend und vielen Frauen ben Weg weifen zu einem Lebensberufe, der in jeder Beziehung reichste Befriedigung und Heimat gibt. hineinkneten können. Denn die Zuckerkristalle würden das Brechen des Teiges peranlassen. Dann kann das Gewürz dazu, unb ber Teig ruht als Klumpen zugebeckt eine Nacht im Kalten Ein befonbers gutes Binberni11el i st Bienenhonig. Wir geben auf 250 Gramm Talg einen Eßlöffel Hellen Honig, ber erst in lauwarmem Wasserbab flüssig gemacht wirb, wenn er bies nicht ist. Ist er gut mit bem Fett verbunden, kommt alles andere wie vorher dazu. Der Honig gibt dem Mürb- teig eine ganz besondere Note. An Stelle des Honigs läßt man einen Eßlöffel Zucker fort. Alle Mürbteige sind reichlich zu würzen, wenn wir sie nicht aus reiner Butter Herstellen können, sonst schmecken sie leer/ Pulverkuchen fangen wir ebenfalls mit dem Abrühren des warmen Fettes mit dem Zucker an. Dann kommen die Eier und das vorgeschriebene Maß Milch dazu, das wir auch durch roten Trauben-, Kirsch- ober Johannisbeermost ersetzen können, was bem Kuchen eine schokolabeähnliche, zarte Färbung unb eine befonbere Würze gibt. Kommen Rosinen, Korinthen unb Nüsse ober Aehnliches hinein, werben sie erst mit Most ober Milch ober Wein an- gefeuchtet. Dann erst kann bas mit bem Backpulver gemischte Mehl bazu. Sanbkuchen muß ebenso wie Pulverkuchen gemacht werben Zuerst alle Flüssigkeiten unb bann bas Mehl nicht in so kleinen Mengen unterrühren, fonbern in zwei bis brei Teilen. Dann tüchtia mit bem Drathbesen schlagen. Bei Plunberteig unb Blätterteig ist auch bie Fettmischung bie Hauptsache Der Grundteig muß etwas bünner gehalten werben als fönst unb sehr kalt stehn. Die Fettmischung kann Margarine, Talg, Butter unb Oel sein. Wir lösen schon am Tag vorher vorsichtig bas Rmbertalg auf unb mischen bann etwas Margarine, unb Oel bazu, lassen bas Fett kalt werben unb haben bann eine geschmeidige Masse, ber wir auch etwas Butter zu- setzen können. Der kalte Grunbteig wirb bann aus- aeroUt unb bas feste, geschmeibige Fett als dünne Lagen bazwischen gearbeitet, wie wir es sonst gewacht haben Der Plunberteig muß langsam gehn unb bann im heißen Ofen gebacken werben Blätterteig wirb gleich geschoben. Eier sparen können wir beim Backen, wenn wir auf fünf Eier ein Ei fort lassen unb bafür einen Eßlöffel Milch ober Wasser zusetzen Um bie fehlende Bmbekraft zu ergänzen, geben wir bafür einen Eklö'fel Mehl mehr, bem eine Prise Backpulver zugegeben wurde. aussteigen. Indessen, hatte ich unfreiwilligerweise schon genug gehört, um zu wissen, daß auch diese Mutter zu jenen Schwiegermüttern gehört, denen bie Reichsbräuteschule in Berlin unb bie * Leiber konnte ich nicht mehr erfahren, woraus die besorgte Mutter, der ich in der Straßenbahn gegenübergesessen hatte, nach der Hochzeit ihrer Tochter t u ch e s (4) aus blauen, weißen, roten und grünen Streifen. Der blauweißrote Gurtengürtel (5) hat Zwei kleine Ledertaschen, das gelbblau gemusterte Rohseidentuch (6) dient ebenfalls als Gürtel. Aus blauem, rotweiß bedrucktem Kattun ist der Luftanzug (7), der aus einem Röckchen mit un- tergearbeiter, blauer und einem hinten geknöpften Brusttuch besteht. Die dicke Kordel am Halse und als -Gürtel ist rot. Der handgestrickte Sweater mit Rollkragen (8) ist aus dicker Wolle in schwarz- weiß. H. Schwesterndienst ist Lebensberuf. Bon Schwester Hedwia Raulenberq. NSG. Ich wende mich mit diesen Zeilen weniger an die jungen Mädel, die mit strahlender Jugendfrische sieghaft ihrem Leben entgegenschauen, als vielmehr an die Eltern und Erzieher, bie ber Ju- genb bei ber Frage ber Berufswahl mit ihrer Erfahrung ratenb zur Seite stehen. Ferner wenbe ich mich an biejenigen Frauen, bie aus irgenb einem Grunbe einen Berufswechsel vornehmen müssen ober bie bisher noch einem Lebensberufe femstan- ben. Lebensberuf — bas dürfte bei ganz kühler, sachlicher Bewertung bes Schwesternberufes die richtige Bezeichnung fein. Zunächst: Was bietet der Schwesternberuf unserer Jugend? Freude! Ja, ich sage^dewußt: „Freude". Ist nicht die dreijährige Ausbildungszeit von solch einer harmonischen Vielgestaltigkeit, wie sie nur wenig andere Berufe haben? Ist das Arbeiten an lebendigem, kostbarem Menschenmaterial nicht Freude? — Auf Kinderstation: sonnenhelles Lachen auf leibbefreiten Kindergesichtern. Im Wöchnerinnenzimmer: glückliche, junge Mütter! Auf Frauenstation: fröhlicher Abschied nach Sorge und Krankheitsnot in die schon sehnsüchtig und mit Liebe wartende Familie. Auf Männerstation: stolze Freude der Schwester: „Ich darf mithelfen an der Genesung des kranken Mannes, damit er bald wieder als vollwertiges Glied mitschwingt in der großen Kette der Arbeitsgemeinschaft unseres deutschen beim Graben im Gartenland einmal stößt. Der Sand muß auch die unteren, am Erdboden liegen- Butter und Töchter... ... und von der Schule der Bräute. „Wozu eine Reichsbräuteschule? Was meine Tochter für ihre Ehe wissen muß, das bringe ich ihr schon bei! Außerdem werde ich sie nach" ihrer Hochzeit sehr häufig besuchen und bann in ihrem Haushalt nach bem Rechten sehen unb barauf bestehen . > " Backe, backe Kuchen... 23 on $ri0a Aiscy „Nanu, Liesbet, warum stehst bu benn so be» brippst ba! Ich denke, bu willst Kuchen backen, und ich wollte dir babei helfen!" „Das ist es ja gerabe, ich habe allen Mut verloren. Der letzte Sonntagskuchen ist fitzengeblieben, ich werbe lieber Ulrichs Geburtstagskuchen beim Bäcker bestellen." „Sag' mal, Liesbet, nach welchem Rezept hattest bu benn am Sonntag gebacken?" „Nach ber alten Bisquitoorschnft, bie wir schon hunbertmal gemacht hatten. Unb immer war bie Torte gut." „Siehst bu, ba ist schon ber Fehler! Deine alten Vorschriften finb alle auf reines Weizenmehl eingestellt. Du hast aber in ber Mehltüte nun kein reines Weizenmehl mehr, fonbern unser neues, schö- nes Mischmehl enthält einen Zusatz von Maismehl, ber sich anbers auswirkt. Du mußt bir klarmachen, baß jedes Material seine Eigenart hat, ob das Eisen ober Zellstoff ober Holz ist, auf tue bu bei ber Verarbeitung achtgeben mußt, wenn etwas Gescheites babei herauskommen soll. Dein Kuchen ist natürlich klein unb trocken geworben, bei mir wär bas zuerst gerabeso." „Was muß ich benn anbers machen?" „Weil Maismehl meht quillt, als Weizenmehl, müssen wir bem Teig etwas mehr Flüssigkeit zu- setzen, bas ist bas erste. Unb bann müssen wir bie ganze Art ber Herstellung änbern." „Das ist boch furchtbar schwer, bas würbe ich mich nicht getrauen!" „Wenn bu ein bißchen nachbenkst pnd beine Erfahrungen >zu Rate nimmst, kannst bu es ruhig versuchen. Ich habe es mir boch auch ausgeprobt, unb meine Kuchen finb wunberschön geworben, tragen bem Dierjahresplan Rechnung unb finb außerdem billig. Ich habe mir alle Vorschriften umgearbeitet nach* ben Zutaten, bie wir heut zur Verfügung haben. Ich will dir mal rasch sagen, was ich bei den einzelnen Backsorten anders gemacht habe, als sonst. Hefenkuchen: Das Mehl wird einige Tage warm unb trocken gestellt. Das Hefestück muß sehr groß angesetzt werben, etwa mit bem brüten Teil bes Mehles, unb barf nur mäßig gehen. Dann muß es zweimal niebergeschlagen werben, bamit ber Kuchen kurz unb flockig unb kleinlöcherich wirb. Eier, Zucker unb Fett, auch bie bazugehörige Milch muß von Anfang an tüchtig geschlagen werben unb erst, wenn alles eine gemeinschaftliche, gleichfarbige Flüssigkeit ist, wirb bas Mehl hineingerührt unb bann gleich bas Hefestück bamit verarbeitet. Jetzt muß ber Teig bie notige Festigkeit haben. Das ist bie Hauptsache. Wir müssen oermeiben, baß noch Nasses nachgeschüttet werben muß. Nämlich, wenn wir nach und nach die Flüssigkeit zugeben, wie wir es sonst taten, dann würde das Maismehl, das viel flinker im Aus- gMllen ist, als das etwas bedächtigere Weizenmehl, fmort alle Flüssigkeit in sich selber aufsaugen, das Weizenmehl hätte das Nachsehen. Das Maismehl kann sich dann auch nicht mehr gut untermischen und der Kuchen wird ungleichmäßig. Es ist auch schneller fertig mit Ausquellen unb kann bann nichts mehr von Nässe aufnehmen. Wenn wir M ü r b t e i g Herstellen, so können wir gut an Stelle ber vorgeschriebenen Butter Zwei- brittel Rinderfett nehmen. Dies hat aber die Eigenschaft, daß es viel spröder ist als Butter. Darum wärmen wir das Fette erst an, und dazu stellen wir . es in einen warmen Raum. Es muß weich sein, darf aber nicht fließen. Wir machen es geschmeidiger durch Zusatz eines ganzen Eis. Alte Mürbteiavor- schriften enthalten oft nur Eigelb. Eiweiß bindet aber mehr und ist jetzt am Platz. Wenn man ohne Ei bäckt, muß man etwas Milch nehmen, dabei ist nicht Zu vergessen, daß Milch kein Treibmittel ist, wie das fortgelassene Eiweiß. Darum setzen wir etwas Backpulver ober Hirschhornsalz zu. In bie flüssige Fettmasse, bie mit Ei ober Milch ober bei» bem gebunben ist, kommt ber Zucker unb muß sich erst vollstänbiq barin auflösen, ehe wir bas Mehl Gau-Bräuteschule, von benen jüngst bie erste in Tübingen eröffnet mürbe, etwas „in- bie Quere" gekommen finb, unb die am liebsten einen geheimen „Aufstanb" anzetteln würben, wenn — ........ o FÜR DI ben Kistenflächen etwas bebeefen, am besten bort ... ...__v___________ gut festgekloppt werben. Auf biese Weise können bie sich erspährt's" Sie"„bars" alt werden, die Schwester Kisten niemals umkippen Heber bas ganze Gestell ist zeitlos Es kümmert bie Kranken nicht, ob bie kann man in paffenber Län"e noch gehobelte Bret- . . Schwester jung ober alt ist Sie empfinben nur bie ter nageln, bie bann ben Kinbern eine bequeme I unD oann hinein ins Vergnügen! Wohltat besHelfens. Und ist nicht gerade die ältere 1 Sitzgelegenheit bieten. 1 —.....- mit der nachrückenden Jugend nicht mehr Schritt, halten kann, die Nerven an der Schreibmaschine im Tempo des Acht-Stundenkages langsam zu versagen 1 drohen und bie Angestelltenversicherung noch kein. sorgenfreies Altwerben sichert? Sorgen, schwer- lastenbe Brotsorgen, bie bie Schwester niemals an 1 als Beispiel nur ben ber Büroanaestellten. baut werben. Da bie Zwischenwänbe Ist nicht eine leichte Angst in ihr, wenn die Jahre bestehen bleiben, ergehen sich kleine Hi weiter rücken und sie die 40 bereits überschritten von ben Kinbern gerabezu großartia als Backofen, hat, was aus ihr werben soll, wenn sie körperlich Autogarage ober Aehnlichem beim Spiel eingeorb; ' " * ‘ ~ * " " ' net werben. In bie Mitte biefes Kistenoierecks wirb nun weißer Sanb geschüttet, auf ben man meistens Aber Bubbelkiste unb Planschbecken wie überhaupt alle Vergnügen in ber Spielecke finb erst wirklich schön, wenn ein beschmierter Anzug ober ein Loch in ber Hose auch bie Mutter kalt lassen. Darum trage sie Sorge für bie richtige Spielkleibung im Garten, ein Babeanzug ober ein Spielhöschen, vor allem nur kein Sonntagsanzug. gepflegten Räumen, sozialpolitische Vorträge mit anschljeßenben Aussprachen geben in gut ünb reichlich geregelter Freizeit eine Fülle neuer, moberner Anregungen. Unb ich frage: Ist eine Frau mit einer solchen vielseitigen praktischen und geistig hochwertigen Ausbildung nicht besonders geeignet, um selbst "einmal Frau unb Mutter zu fein, wenn sich ihr Gelegenheit zu^'Ehe bietet? Unb bann für viele Frauen wohl ber größte Gewinn: Der unbebingt gesicherte Lebensberuf. Eine Schwester ist in ihrer Arbeit keinen Unsicherheiten und Wechselfällen im Berufsleben unterworfen. Schauen wir uns einmal bie freien Berufe an: Ich Heimat ist Gedorgensein, Heimat ist Glück. Unb biefes Geborgensein, biefes Heimatglück möchten Eltern ganz befonbers ihrer bei bem Überschuß der grauen naturgemäß nicht zur Ehe gekommenen Tochter wohl für immer bereit halten; sie können es eines Tages nicht mehr, sie müssen sie, wenn Natürlich müssen bie Kleinen bazu erzogen werben, „ll4D |lu, ,XUk uucu ulc ben gesamten Garten sorgsam >unb schonenb zu be- Mischung von Zement unb Wasser unterrichten, hanbeln. Aber bie Spielecke soll ureigenstes Reich v m ■ r" s 5 O fr \ H Heue SKlachffchiffpMk. Xton ^onfernbmiral a. D. GaOow. Vor kurzem wurden Besprechungen zwischen englischen, amerikanischen und französischen Sachverständigen über die Frage der künftigen Schlachtschiffgrößen abgeschlossen. Als Ergebnis wurde bekannt, daß man die bisherige Größenbeschränkung verlassen und zu den größten Typen mit den schwersten Geschützen übergehen wolle. Die Vorgeschichte hierzu lautet: Im Londoner Flottenoertrag von 1936 hatte man sich auf eine Höchstgrenze von '35 000 Tonnen mit 35,6-cm-Geschützen geeinigt, auf amerikanisches Drängen jedoch, auch weil in Italien und Frankreich bereits Schiffe mit 38-crn-Ge- fchützen im Bau waren, die Kalibergrenze auf 40,6 cm hinaufgesetzt. Im Februar d. I. traten Gerüchte auf, Japan wolle neue Schiffsbauten von wesentlich höherer Wasserverdrängung bauen, und die drei „westlichen" Mächte richteten daher eine entsprechende Anfrage dorthin. Japan antwortete am 12. Februar, es ziehe vor, keine Mitteilungen über seine Baupläne zu machen, und wies daraufhin, daß es nicht Teilhaber jenes Vertrages sei, daß es wiederholt vergeblich auf Seeabrüstung nach fairen Maßstäben gedrängt habe und in der gewünschten Auskunftserteilung keinen Ersatz dafür sehe, auch bloße Gerüchte über seine angeblichen Baupläne nicht als Grund für die anderen anerkennen könne, die Vertragsgrenzen zu verlassen. größte Fernabstänüe *u erlangen, wozu man eine zwei- bis dreifache Stärke gegenüber Japan für notwendig hält. Bisher war das Schlachtschiffverhältnis wie 15 :9. Bei England spricht die hocherwünschte Stärkung der Stellung im Mittelmeer mit wo sich die Bereinigung der Spannungen verzögert, und vor allem in Ostasien, wo man mit der japanischen Südoffensive, der Bedrohung Cantons und der Besetzung von Inseln im südchinesischen Meer den Druck auf die Reichsgrenzen näher kommen fühlt. Im übrigen hat England allein die Beschränkungen laut Flottenoertrag bei sich durchgeführt und 5 Schlachtschiffe von 35 000 Tonnen mit 35,6-cm- Geschützen in Bau gegeben, es fühlt sich damit nicht befriedigt Was Frankreich betrifft, so ist sein Zögern mit der Arbeits- und Finanzlage hinreichend begründet. Es möchte wohl ehrgeizige Flottenwünsche gegenüber seinen Nachbarn verwirklichen, jedoch fehlt es an Atem. Die tägliche Klage über Bauverzögerung und schleppendes Arbeitstempo in der Industrie und in den Werften und Werkstätten sprechen ihre Sprache. Ein Ueberblick zeigt im Äugenblick folgendes Bild: S ch l a ch t s ch i f f b e st a nd : England: fertig 15, im Bau 5 zu 35 000 Tonnen, geplant 5 zu 40 bis 45 000 Tonnen; USA.: fertig 15, im Bau 2 zu 35 000 Tonnen (?), geplant 2 zu 40 bis 45 000 Tonnen; - Japan: fertig 9, im Bau ?, geplant ?; Frankreich: fertig 7, im Bau 1 zu 26 500 Tonnen, 2 zu 35 000 Tonnen, geplant 2 zu ?; Italien: fertig 4 zu 21 bis 23 000 Tonnen, im Bau 2 zu 35 0Ö0 Tonnen, geplant 2 zu 35 000 Tonnen; Deutschland: fertig 1 zu 26 000 Tonnen, 3 Panzerschiffe zu je 10 000 Tonnen, im Bau 1 zu 26 000 Tonnen, 2 zu 35 000 Tonnen, geplant —. Mit den vorstehenden Entschlüssen und Bauplänen erkennt man zugleich die Revision der militärischen Auffassung und Beurteilung des Schlachtschifftyps. Die ersten Nachkriegsjahre ließen gewisse Zweifel an der Unentbehrlichkeit dieser stärksten aller Schiffsklussen erkennen, da es einmal nicht zur entscheidenden Seeschlacht gekommen war und die schweigende Wirkung der Schlachtflotten hinter der Blockade und Gegenblockade (U-Boots- und Kreuzerkrieg) verkannt wurde, ferner, weil die Entwicklung der neuen Waffen der Luft, der Mine und des Torpedo- sich den großen Schiffen wachsend gefährlich zeigte. Aber hiermit wurde die Schiffbau- und Waffentechnik fertig in Gestalt verbesserter Sinksicherheit, Panzerung, Geschwindigkeit und Luftabwehr. Heutige Schlachtschiff-Konstruktionen zeigen die hohe.Geschwindigkeit von 31 Knoten, sie führen 30 bis 40 Flugabwehrgeschütze, sind doppelt gepanzert gegen Luf'tbomben und im Innern hochgradig geschützt. Damit hat sich dem Schlachtschiff neues Vertrauen zugewendet, man findet wieder in ihm die schwere Kampf- und Widerstandskraft und auch Beweglichkeit, von denen letzte Entscheidungen erwartet werden. Daß ein treues Rüstungsrennen mit dieser Entwicklung verbunden sein soll, ist das trübe Kennzeichen der immer noch schwebenden Machtprvbleme aus der Erbschaft des Weltkrieges oder des Widerstandes gegen eine neue Ordnung der Welt, die allen gerecht wird. Daraufhin gaben die drei Flottenmächte am 1. April d. I. bekannt, daß sie übereingekommen feien, die Beschränkungen für Schlachtschiffe zu lockern. Die amerikanische Note fügte hinzu, daß die Lockerung sich a u ch auf S ch i f f s f a I i b e r beziehe — also über 40,6 cm hinaus — und die Regierung trat alsbald an den Senat heran mit dem Ersuchen, den Bau von drei 45000- Tonnen-Schisfen gutzuheißen. Der Senat stellte die Entscheidung dem Präsidenten nach Maßgabe der angekündigten Besprechungen anheim. Die französische Note war zurückhaltender und besagte, daß Frankreich trotzdem an den Beschränkungen festhalten wolle, solange „,feine andere europäische Macht davon abweichen wolle". — In diesen Dingen sind politische und militärische Momente enthalten. Zunächst hat sich kein verbürgter Anhalt dafür ergeben, daß Japan, mit einem kontinentalen Krieg vollauf beschäftigt, tatsächlich zu ganz großen Schiffsbauten übergegangen ist. Seine ablehnende Antwort war der Ausdruck verletzten Stolzes, daß man es ausfragen wolle, ohne von feiner stets wiederholten Forderung — paritätische Abrüstung — Notiz zu nehmen. Die Anfrage wurde daher in Japan als reiner Vorwand der angelsächsischen Mächte bettachtet, von den „qualitativen" Vertragsfesseln loszukommen und riesige Schlachtschiffe auf Stapel zu legen, denen Japan (und andere) nichts Gleichwertiges entgegenstellen könne. Wohin dieses Prinzip führen kann, hat schon einmal die „Dread- nougbt-Periode" von 1906 und späte? gelehrt, wo der Sprung zum größeren Schlachtschiff plötzlich alles ältere Material entwertete und damit, gerade das Stärkeverhältnis zwischen den Flotten zerstörte. Denn in dem größeren Typ konnte England z. B. nicht so schnell seine alte zahlenmäßige Ue.berlegenheit Herstellen, was sein Drängen auf baldige Kriegsentscheidung stark beeinflußte. 'Ebenso könnte es heute gehen, jedenfalls würden neue Riesenschiffe kaum in England nnd Amerika allein entstehen, und die Rüstungslasten der Welt müßten sich erneut drohend verstärken. Ein Schlachtschift von rund 45 000 Tonnen wird englischerseits auf 200 Millionen Reichsmark geschätzt. Das treibende Motto ist natürlich hie Wiederherstellung der Seeherrschaft der befreundeten angelsächsischen Großmächte. Für die USA. steht die alte Forderung voran, im Stillen Ozxan die absolute Ueberlegenheit selbst auf Neues für frei — Triibners Deutsches Wörterbuch. Im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft für deutsche Wortforschung herausgegeben von Alfred Götze. Achte Lieferung: Geschmeide — Glaube. (Band 2, Lieferung 3.) Preis 1 Mark. Verlag Walter de Gruyter & Co., Berlin, 1938. — (170) — Das Wörterbuch macht erfreulich schnelle Fortschritte: die achte Lieferung ist schon erschienen, nachdem wir erst eben die siebente angezeigt hätten. Der schwierige Buchstabe G ist munprehr zu einem beträchtlichen Teil seines starken Umfanges bewälttgt. Die neue Arbeitsmethode hat sich bewährt; die beiden anschließenden Lieferungen stehen, wie dem Vorwort des Herausgebers zu entnehmen ist, kurz vor der Vollendung. Auch diesmal hat Professor Wolfgang Stammler die Durchsicht und Ueber- arbeitung für den Druck geleistet. Die Wortgeschichten sind in der achten Lieferung großenteils bemerkenswert eingehend und umfangreich; auch der wissenschaftlich unbefangene Leser wird sich mit Genuß und Nutzen darin verttefen, Erfreulich reichhaltig ist das ausgeschöpfte Quellenmaterial; die Belege verweisen des öfteren auf Neuerscheinungen der allerjüngsten Zeit. Wir möchten diesmal die folgenden Beiträge hervorheben: geschmeidig; Geschoß; Geschütz; Geschwader; Gesellschaft;- Gesicht; Gesinnung; Gespenst; Gestalt; gesund; gewähren; Gewehr (mit 100 Belegen!); Gewerkschaft; Gewissen; Gewitter; Gift; Glas und glatt. Hans Thyriot. — Gunther Haupt?Der Empörer. Das Leben Heinrich von Kleists. 278 Seiten mit einer Federzeichnung von Kleists Ruhestätte. Kartoniert 4,50 Mark, in Buckram-Leinen 5,40 Mark. Haube und Spenersche Buchhandlung Max Paschke, Berlin, 1938. — (144) — Dies ist die erste einer Reihe von Biographien großer Deutscher, welche, von Gunther Haupt, herausgegeben, bei Haude und Spener erscheinen sollen; so werden noch für dieses Jahr Lebensbeschreibungen von Arndt und Nietzsche angekündigt. Was Kleist betrifft, so ist die Zahl der Darstellungen und Deutungen seines Lebens und seines Werkes beträchtlich; Haupts Beschreibung verzichtet auf die Anführung der mehr oder minder .bekannten früheren Monographien, auch auf die i Büchertisch. Beigabe eines wissenschaftlichen Apparates, der den größeren Teil der Leser von vornherein abgeschreckf. haben würde, zieht aber dafür die Quellen heran, die für jede Lebensbeschreibung solcher Art immer von entscheidender Gültigkeit bleiben werden, die persönlichen Zeugnisse nämlich des Dargestellten, in diesem Falle die Dichtungen, Briefe und sonst überlieferten Aeußerungen Kleists. Es geht Haupt in seiner Darstellung in erster Linie um ein Kleist-Bild vor dem Hintergründe und in den Zusammenhängen seiner Zeit, gereinigt von den Mißverständnissen und Entstellungen psychoanalytisch verrannter Biographen, und mit ausgeprägter Betonung des politischen Gehaltes im dichterischen Gesamttverk. Dem in der Ankündigung des Verlages geäußerten Wunsche, es möge von diesem Buche eine neue Epoche der Kleist-Verehrung und der Kleist-Darstellung auf unseren Bühnen ausgehen, wird man sich um so nachdrücklicher anschließen, je ernstlicher man von der Notwendigkeit überzeugt ist, solche Jdealforderungen zll verwirklichen. Hans Thyriot. — Paul Wolfrum: Reiseland Südbayern. Mit 80 Kunstdruckbildern. Verlag Knorr & Hirth, München. Preis in Leinen 3,50 Mark. — (165) — Südbayern hat sich als Reiseland die Welt erobert. In diesem von dem Münchner Verkehrsdirektor Paul Wolfrum herausgegebenen Werk ist zum erstenmal mit der Schilderung von Natur und Kultur auch in weitestem Maße die Rücksicht auf die praktischen Bedürfnisse des Reisenden verbunden. Wir lernen die Schönheiten der Ebene kennen, die sich nördlich von München zur Donau hin breitet, die Ufer der Seen und Flüsse und die stolze Gebirgswelt, die bodenständige Kultur und Theaterkunst. Von kundiger Hand werden wir durch die Städte Südbayern in die herrlichen Kirchenbauten, die Königsschlösser, die Museen und zu den Bauten des Dritten Reiches geführt. Von den Verkehrseinrichtungen, von Autobahnen, Alpenstraße, Bergbahnen, die das Reisen in Südbayern so bequem machen, wird berichtet. Weitere Beiträge zeigen die ungezählten Sportmöglichkeiten, Bäder und ihre Heilmittel. Die praktische Benutzbarkeit des Buches wird noch erhöht durch Verzeichnisse der Volksfeste, der Rodelbahnen, der Berggasthäuser und der Bergbahnen, ferner durch eine Uebersichtskarte und eint ausgezeichnete farbige Reliefkarte. — Potsdam. Ein Heimatbuch. Im Auftrage des Nationalsozialistischen Lehrerbundes (NSLB.) herausgegeben von Dr. Max P echs e , Kreissachbearbeiter für Geschichte. 256 Seiten, über 35 Bilder, 4 Pläne. Steif kart. 3 Mk., Ganzleinen 4,50 Mk. Ludwig Voggenreiter Verlag, Potsdam. — (190) — Das Buch schildert die Bedeutung und die Schönheiten Potsdams, seine Geschichte von der Urzeit bis zur Gegenwart, seine Bau- und Kulturgeschichte. Die besten Kenner Potsdams haben hier ihre Forschungsergebnisse in klarer Form oorgelegt. Für die Jugend wird das Buch eine gediegene Einführung in die Geschichte Potsdams und Preußens überhaupt fein. Die vielen Deutschen, die alljährlich nach Potsdam kommen, werden gern zu diesem Buch greifen. — Neil M. Gunn: „Früh flut". Roman. In Leinen geb. 4,80 RM. Verlag Albert Längen/ Georg Müller, München. — (182) — Diesem 'chot- tischen Dichter wurde als höchste literarische Aus-' Zeichnung des britischen Weltreiches kürzlich der Du trügst mit Die Verantwortung <■ vor Den hommenDen Generationen, tritt ein in Die NSV.! James Tait Black Memorial Book Prize verliehen. 'Seine Erzählung spielt in jener einfachen großen, fast urweltlichen Landschaft, die durch das Meer ihr elementares Gepräge erhält. In einem der Fischerdörfer dort oben vollziehen sich die Geschehnisse, durch deren Gewalt der 12jährige Hugh, ein kleiner tapferer Bursche, aus der Verträumtheit seiner Jugend in den Alltag der Wirklichkeit hineingerissen wird. Das eine Mal ist es die Macht der aufgewühlten Elemente, in deren Toben die Fischerboote nach einer unheimlichen Sturmfahrt an den Klippen zu zerschellen drohen, das zweite Mal der Abschied des älteren Bruders, der auf Nimmerwiederkehr in die Welt hinausfährt, und das dritte Mal das Sterben der Mutter. Diese drei Ereignisse schließen Hugh das Tor zum Leden auf bis tief hinein jn die letzten geheimen Bezirke. Es ist eine ganz und gar unpathetische, aber in ihrer Wirklichkeitstreue dafür um so abgründigere Kunst, die sich hier ausspricht. — Else Steup: Miete erlebt Afrika. .In Ganzleinen geb. 2,85 Mark. Deutscher Verlag Berlin.' — (89) — In ihrem früher erschienenen Buche „Miete will nach Afrika" erzählt Else Steup, wie unsere jungen Mädchen auf das Leben in Ucberfee vorbereitet werden. „Miete erlebt Aftika" schildert nun die Erlebnisse der Schülerinnen unter deutschen Farmern in Arika. Miete fährt mit ihrer Freundin Sigrid nach Südwest. Ehe sie auf der Farm von Sigrids Vater ankommt, lernt sie große' Teile des Landes kennen. Die wechselvolle Schönheit der herben Landschaft, das arbeitsreiche, harte Leben der Farmer, die unendliche Weite und Fruchtbarkeit des schwarzen Kontinents — die Fülle der fremden Eindrücke bezaubert das junge Mädchen. Und bald zeigt sie, daß sie auf der Kolonialschule viel gelernt hat. — Paul Schmitthenner: Das deutsche Soldatentum, Wesen, Entwicklung und Leistung. „Schriften zur völkischen Bildung". Verlag Hermann Schasfstein, Köln. Preis drosch. 0,40 Reichsmark. — (179) — Der' badische Staatsminister und Direktor des wehrgeschichtlichen Seminars an der Unioetfität Heidelberg, Professor Dr. Paul Schmitthenner grenzt in seiner neuen Arbeit das deutsche Soldatentum von dem anderer Volker ab und schildert es in seiner völkischen Besonderheit. Die beiden Hauptwurzeln, aus denen es in der neueren Zeit heroorgewachsen ist, die deutsche Wehrhaftigkeit und das allgemeinpolitische deutsche Schicksal werden nach Wesen und Entwicklung behandelt und sodann das von ihnen in der neueren Zeit heroorgebrachte deutsche Soldatentum in den einzelnen Epochen seiner Geschichte in seiner Art und Leistung geschildert und gewertet. Vor 60 Jahren. Bismarck auf dem Berliner Kongreß. Von Eugen Siebert. Sechs Kriege gegen die Türkei hat Rußland geführt, um das sogenannte Testament Peter des Großen zu erfüllen und die Hagia Sophia 'in Konstantinopel mit dem russischen Kreuz zu zieren, immer wieder war es von England daran gehindert worden, und auch der sechste, der russisch-türkische Krieg von 1877/78, >st durch das Einschreiten Englands in das Gegenteil eines Sieges verkehrt worden. Ruhland hatte, um die „slawischen Brüder" auf dem Balkan zu befreien, ungeheure Opfer gebracht, aber die russische Nachlässigkeit und Bestechlichkeit trugen zu einem erheblichen Teil die Schuld an den großen Aufwendungen. Auf dem Balkan wies zunächst Osman Pascha 1877 bei Plewna die russischen Angriffe zurück, der Schipkapaß und seine Kämpfe blieben lange im Gedächtnis der Zeitgenossen, aber am 10. Dezember mußte sich Osman Pascha mit 40 000 Türken nach monatelanger Belagerung Plewnas ergeben, am 9. Januar 1878 wurde der Schipkapaß den Türken entrissen und die Verteidiger gefangengenommen, am 22. Januar wurde Adrianopel, am 29. Januar bei Rodosto das Marmarameer erreicht. Die Russen rückten bis dicht vor Konstantinopel. ' Aber England wachte. Rußland hatte allein auf den europäischen Kriegsschauplätzen 172 000 Tote gelassen, es hatte eine halbe Milliarde Rubel aus- gegeben und war am Ende seiner Kraft. Die Rumänen grollten, da sie den Russen kräftig geholfen hatten, aber im Dorfrieden von San Stefano gezwungen worden waren, den Bulgaren Gebiete abzutreten Bulgarien machte den Hauptgewinn. Unter russischer Verwaltung sollte ein Großbulganen entstehen, das bis an das Ägäische Meer reichen sollte. Bulgarien sollte, das war Rußlands Absicht, eine russische Zitadelle auf dem Balkan werden. Die Türkei war durch den Frieden in zwei Teile zerschnitten worden. Da ließ England 'seine Kriegsflotte in das Marmarameer einlaufen, es zog indische Truppen nach Malta und drohte mit Krieg, wenn Rußland nicht den Vorfriedensoertrag e-nem Kongreß unterbreiten würde. In Moskau mußte man nachgeben, wenn man nicht in einem neuen Kriege einer Koalition Oesterreichs und Englands erliegen wollte. Schon der letzte Krieg hatte gezeigt, daß im russischen Verpflegungs- und Lazarettwesen arge Mißstände herrschten. Das Volk war kriegsmüde, und Rußland stimmte daher dem.Vorschläge ober vielmehr dem Diktat zu. Am 13. Juni 1878, also vor nunmehr 60 Jahren, trat der Kongreß in Berlin unter dem Vorsitz Bismarcks zusammen^ der als „ehrlicher Matter" bemüht war, Rußland nicht zu sehr den englischen Erpressungen auszuliesern, aber nicht verhindern konnte, daß nachher Rußland, das infolge der englischen Drohung den Krieg vorzeitig beendet hatte, ihn mit Groll überhäufte. Damals ist das Band, das zwischen Petersburg und Berlin so viele Generationen hindurch bestand, durch verlogene russische Demagogie geschwächt und nach der Amtsentlassung Bismarcks durch Nichterneuerung seines Rückoersicherungsvertrages mit Rußland endgültig zerrissen worden. Die Konstellation des Weltkrieges, die Rußland an der Seite Englands und Frankreichs zeigte, ist damals entstanden. Einige deutsche Geschichtsforscher haben Bismarck den Vorwurf gemacht, nicht aktiv gegen Rußland in den Krieg eingegriffen zu haben. Aber Bismarck war weit von solchen Präventivkriegsgedanken ent-, fernt. Er erinnerte daran, daß während des Krimkrieges Preußens Neutralität unter schwerem west? lichem und russischem Druck gestanden hatte, er befürchtete, ein geschlagenes, revanchelüsternes Rußland werde eine ständige Gefahr für Europa werden. Was die Zukunft bringen würde, das war eine Angelegenheit der kommenden Generation. Er war zufrieden damit, den Frieden zu sichern. Als die führenden Staatsmänner ganz Europas im Juni .nach Berlin kamen, war der Wandel der Zeiten recht sinnfällig geworden. Die Beschlüsse des Pariser Kongresses nachdem Krimkrieg, im Jahre 1856, standen unter dem Schatten des Lichtes Napoleons III.; damals war Frankreich Herr Europas. Jetzt war das neue Deutschland im Aufstieg, und Bismarck paßte die Bestimmungen des Pariser Kongresses den veränderten Verhältnissen an. Sieben Nationen hatten zu jhm ihre Vertreter entsandt. .Aus England kamen der Premierminister Lord Beaconsfield und der Außenminister Lord Salisbury sowie Lord Odo Rüssel, aus Frankreich Außenminister Waddington und Graf St. Ballier, aus Italien Außenminister Corty und Graf de Launay, aus Oesterreich der Minister des Auswärtigen, Graf Andrafsy, ferner Graf Carolyi und Baron Haymerle, aus Rußland Reichskanzler Fürst Gor- tfchakoff, Graf Peter Schuwaloff und Freiherr von Oubril und schließlich aus der Türkei Karatheodory, Mehemet Ali und Sadulla Bey. Deutschland -war durch Bismarck vertreten, ferner durch den Staatssekretär des Auswärtigen von Bülow, dem Baker des späteren Reichskanzlers und durch Fürst Hohenlohe. Die Empfänge und Festlichkeiten währenddes Kongresses beschränkten sich auf das gewohnte preußisch-sparsame Maß. Unangenehm fiel der russische Reichskanzler Fürst Gortschakoff auf, eine gezierte, greisenhafte Persönlichkeit von ungeheurer Eitelkeit, die es nicht verwinden konnte, daß Bismarck, in dem er seinen diplomatischen Schüler sah, ihn glatt überspielt hatte. Der Verlaus des Kongresses braucht hier im einzelnen nicht geschildert zu roerSen. Zwischen dem 21. und 24. Juni mußte Rußland unter englischem Druck auf seine Schöpfung eines Groß-Bulgarien verzichten und sich mit einem Bulgarien nördlich des Balkan zufrieden geben, der südliche Teil jenes Neubulgarien sollte als Ostrumellen unabhängig von Rußland organisiert werden und die Türkei wenigstens südlich des Balkans als lebensfähige Macht erhaltenbleiben. Dagegen erhielt Rußland1 zwei Konzessionen. Einmal wurden die Donaubefestigun- gen einschließlich Varnas geschleift und Bulgarien übergeben, und bann erhielt biefes Fürstentum auch seine Hauptstadt Sofia. Gortschakoff roat gegen diese Konzessionen .Rußlands, die aber auf Antrieb Schuwaloffs, eines persönlichen Freundes Bismarcks, angenommen wurden. Am 26. Juni erschien Gortschakoff, der eine diplomatische Krankheit überwunden hatte, weil der Zar und Schuwaloff gegen seinen und der panslawistischen Partei Widerstand ihren Willen durchgesetzt hatten, wieder im Kongreß und drechselte Sätze wie: „Ich glaube, niemand wird den Ruhm der russischen Armee, welche die glänzendsten. Siege errungen hat, in Frage stellen, aber Rußland wünscht, daß es offenkundig sei, daß es die'Lorbeeren des Sieges, die mit dem kostbarsten Blute errungen sind, gegen die Palme des Friedens vertauschen mochte", worauf der englische Premier Lord Beaconsfield den Fürsten Gortschakoff folgendermaßen apostrophierte: „Ich bin überzeugt, der Dolmetscher der Gefühle aller zu sein, wenn ich der tiefen Bewunderung Ausdruck gebe, welche ich für die Worte meines edlen und ersuchten Freundes und die Weise hege, in der er den wahren Gesinnungen seines Landes Ausdruck ver-. liehen hat. Ich bin glücklich in dem Gedanken, daß es der Wunsch nach Frieden war, der die Entschließungen Rußlands in den letzten Beratungen geleitet hat." Am 28. Juni übertrug der Kongreß auf den formellen Antrag Englands Oesterreich die Besetzung und Verwaltung der Herzegowina, die Türkei protestierte hiergegen. Fürst Gortschakoff erklärte pur et simple seine Zustimmung zum englischen Antrag. Deutschland bewahrte Schweigen. Als die Türkei Einwendungen machte, erhob sich Fürst Bismarck und forderte die türkischen Bevollmächtigen auf, neue Instruktionen einzuholen, die mit dem einmütigen Willen des Kongresses übereinstimmten. Ein süddeutsches Blatt schrieb damals: „Oesterreich geht nach Osten, xes legt sich nach dem Beispiele Rußlands auf der Balkanhalbinsel fest und verliert natürlich qn Bedeutung und Aktionsfähigkeit für die I eigentliche europäische Politik", und schließlich wird gesagt, eigentlich habe Oesterreich nur für — Ser-1 bien gearbeitet Das waren die Worte eines wirt;1 lichen Propheten. Die griechische Frage wurde nach den Wünschen Englands entschieden, Rumänien mußte, da es von allen Mächten im Stich gelassen wurde, auf B.eßarabien zugunsten Rußlands verzichten, dagegen erhielt es die Dobrudscha. Serbien erhielt Nisch, Montenegro Nicsich und alle drei wurden für unabhängig erklärt. Das türkische Latum wurde schließlich an Rußland abgetreten. Damit waren die eigentlichen Ausgaben des Kongresses erledigt In 64 Artikeln wurden am 13. Juli die Kongreßbeschlüsse zusarnmengesaßt, aber der Kongreß selbst wurde zu einer Quelle immerwährenden Aer- gers für den Kanzler. Die Wut über die durch eigene Ungeschicklichkeit verursachte Niederlage der Russen machte sich in einer wüsten Deutschenhetze ßuft, obgleich Fürst Bismarck versicherte, er habe sich auf dem Kongreß gleichsam als russischer Bevollmächtigter gefühlt und alle russischen Anträge ynterstützt. Die Russen nahmen sofort Truppenverschiebungen in Polen vor, der Panslawismus der Kattkow und Aksakow wurde Modesache und Beziehungen zu Frankreich und Italien wurden an- geknüpft. Ein naiver Brief des Zaren Alexander II. an Kaiser Wilhelm I. vom 15. August 1879 verlangte sogar, daß Deutschland in allen Kommissio- nen, die zur endgültigen Regelung der nur in groben Zügen geordneten Balkanangelegenheiten eingesetzt würden, von vornherein den russischen Standpunkt ohne weiteres unterstützen sollte. Das wäre eine Abhängigkeit von Rußland gewesen, die sich Deutschland niemals gefallen lassen konnte. Zudem lehnte es Rußland ab, den Verbleib der Reichslande Elsaß-Lothringen beim Deutschen Reich zu garantieren! Alle diese Momente bewogen Bismarck, als Ge- gengewicht das Bündnis mit Oesterreich- Ungarn zu erstreben. Kaiser Wilhelm I., ausgewachsen in der traditionellen Freundschaft mit dem Zarenhaufe, war dagegen bemüht, einen Bruch mit Rußland zu vermeiden. Am 3. und 4. September besuchte er Alexander II. in Ale-Kndrowo, der Zar gab dem Oheim gegenüber zu, daß sein Bries mit seiner drohenden Sprache eine „Dummhest" gewesen sei, und das bestärkte den deutschen Kaiser noch in den Bedenken gegen das Bündnis. Aber schließlich siegte der Kanzler, der immer wieder auf die Unzuverlässigkeit und Undankbarkeit Rußlands hm- wies. Vom 7. Oktober 1879 datierte das deutsch- osterreichische Bündnis, über bas Bismarck in feinen „Gedanken und Erinnerungen" das Urteil fällfe: "Die Haltbarkeit aller Verträge zwischen Großstaaten ist eine bedingte, sobald' sie in den Kampf ums Dasein auf die Probe gestellt wird. Keine große Nation wird je zu bewegen fein, ihr Be- ftehen auf dem Altar der Vertragstreue zu opfern, wenn sie gezwungen ist, zwischen beiden zu wäh- leu..— Trotzdem haben wir 1914 zu dem Bündnis gestanden aus dem Gefühl heraus, Oefter» reidjs Großmachtstellung im eigenen Interesse nicht aufs Spiel.setzen zu dürfen. Nr. H5 Drittes Statt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen) Mittwoch, 2?. Juni 1938 Aus Der Stadt Gießen. Sonnwendfeuer. In allen deutschen Landen flammen in der Sonnwendnacht die Feuerstöße zum Himmel, von Bergeshöhen, auf weiter Heide, an besonderen Weihestätten. Die Reichshauptstadt besitzt im Stadion einen Ort, der es ihr ermöglicht, die Sonnwende in einer Großartigkeit au begehen, die sie für alle, die daran teilnehmen dürfen, zum unvergeßlichen Erlebnis macht. Aber auch im kleinsten Dorf, wo die Jugend um ihren Holzstoß steht, ihre Feuersprüche spricht und die Flamme überspringt, loht in den Herzen dieser Jugend die gleiche Begeisterung. Die deutsche Jugend ist sich bewußt, in den Sonnwendfeiern das Brauchtum der Väter zu erneuern, die in gläubiger Ehrfurcht zu den Gestirnen aufschauten, in dem gewaltigen Tagesgestirn die Verkörperung ihres Lichtgottes Baldur erblickten, des- en Mythos im Ablauf des Jahres sein Gleichnis and. Der höchste und der tiefste Stand des Ge- tirns, die Sommer- und Wintersonnwende, waren geheimnisvoll feierliche Zeiten, wo Geisterstimmen in den Lüften raunten und man sich den Göttern näher fühlte als sonst. In unheimlicher Nähe berühren sich zur Zeit der Sonnwende Leben und Tod. Wie in den „Zwölfnächten" der Wintersonnwende Wodan mit dem Geisterheer durch die Lüfte brauste, so erneuerte sich in der kürzesten Nacht des Jahres immer wieder jener geheimnisvolle Punkt, wo Baldur auf der Höhe seines Lebens vom Todespfeil Lokis, der den Händen des blinden Hödur entgleitet, getroffen wird. In dieser Nacht war das Leben dem Einströmen der Mächte von „drüben" offen, mit allerlei Zauber und Beschwörungen schützte sich der Mensch gegen die Dämonen, nützte aber auch die Stunde, um sich die Geister dienstbar zu machen, Heilkraft zu erlangen oder die Zukunft zu erforschen. Wenn in dieser Nacht einstmals die Feuer auf den Bergen auflohten, die Flammenräder zu Tal rollten, so war es ein Gleichnis von Baldurs Scheiterhaufen, Gleichnis des kosmischen Geschehens selbst, zugleich aber auch Notfeuer zur Abwehr der Unholden. So lebenskräftig war das Brauchtum aus germanischer Vorzeit, daß es sich Jahrhunderte und Jahrtausende hindurch erhalten hat, vielfach abgewandelt und in seinem ursprünglichen Sinn übermalt, aber doch überall die gemeinsame Wurzel erkennen lassend. Wußten auch die Städte längst nichts mehr von den alten Bräuchen, so sind sie doch in den abgelegensten Teilen unseres Vaterlandes, in einsamen Älpentälern, wie in den masurischen Wäldern, nie ganz erloschen, und vielerlei Volksglauben knüpft sich an ihre Begehung. Das Sonnwendfeuer wird als heilkräftig angesehen, besonders wenn der Brand, wie es in Masuren zum Teil ge- sachh, durch rasche Umdrehung eines Wagenrades um einen eingerammten Pfahl gewonnen wurde. Die heilende reinigende Kraft des Feuers nützt der Mensch, indem er sein Vieh durch die niedergebrannten Gluten treibt, selber aber, einzeln oder noch besser zu zweit, über die Flammen springt. Zur Erfüllung welcher Wünsche ihm dabei das Feuer insbesondere helfen soll, verraten allerlei Sprüche; so etwa: „St. Johann, mach's Werg drei Ellen lang", und so hoch der Sprung über das Feuer, so hoch gerät der Flachs. Oder: „Stärk meine Augenlider, daß ich dich aufs Jahr seh wieder", denn wie das Feuer für mancherlei Gebrechen Heilkraft besitzen soll, so ganz besonders zur Stärkung des Augenlichts. Nach einem alten fränkischen Glauben konnte man diese Wirkung noch erhöhen, indem man eine Ritterspornblume in der Hand hielt und so lange wie möglich ins Feuer schaute. Daß für die jungen Liebespaare der gemeinsame Sprung übers Feuer ganz besondere Bedeutung bat, ist selbstverständlich, ist diese Nacht doch auch sonst Hochstunde für viele Liebesorakel. Auch noch der Asche des Feuers wohnt Heilkraft inne, sie wird sorgfältig aufbewahrt und dem Vieh ins Futter gemischt oder im Acker vergraben. Das brennende Rad, ,chas Segen brennt, brennend den Berg hinunter rennt", Abbild der Sonne selbst, ist Schicksalsrad. Aufmerksam wird sein Lauf verfolgt, der Ort, wo es niederfällt, bleibt das Jahr über von Hagel und Blitzschlag verschont. Die heutige Jugend, besonders so weit sie in Städten wohnt, weiß wenig mehr von diesen alten Ueberlieferungen. Indem sie die ehrwürdigen Bräuche erneuert und übt, erfüllt sie sie mit neuem Sinn. Für sie sind die Sonnwendfeuer Sinnbild der ewigen Erneuerung des unsterblichen Deutschlands, ihre Feuersprüche das Gelöbnis, diesem Deutschland die Treue zu halten. C. K. Der Auftakt des Kreistages der ASDAp. Nächsten Samstag Einweihung der Gauschule in Gießen. Im Rahmen des Kreistages der NSDAP., Kreis Wetterau, der am nächsten Samstag und Sonntag in Gießen, bzw. Friedberg, stattfindet, wird nächsten Samstagvormittag die feierliche Einweihung der Gauschule in Gießen erfolgen. Mit dieser Feier erfährt der Kreistag der Partei seinen Auftakt. Die Gauschule liegt in der Richtung nach Leihgestern zu in einem schönen parkartigen Gelände, rings von Wald umgeben. Sie enthält eine Reihe schöner Wohn- und Arbeitsräume, einen neu eingerichteten Speisesaal, sowie alle erforderlichen Nebenräume. Der Lehrgang in der Gauschule wird jeweils acht Tage dauern, so daß alle Lehrgangsteilnehmer während ihrer politischen Ausrichtung immer für acht Tage in der Gauschule Quartier beziehen werden. Die Politischen Leiter, die sonst immer nur die Pflichten ihres Amtes zu erfüllen haben, werden bei Gelegenheit dieser Lehrgänge auch eine Ausspannung erfahren und dadurch neue Kraft sammeln können für ihre weitere Arbeit im Dienste des Führers zum Wohls unseres Volkes. S^t.-Standarte 116 beim Kreiöparteitag. Die gesamte SA.-Standarte 116 nimmt mit sämtlichen Fahnen und der Standarte an dem Kreisparteitag Wetterau am 25. und 26. Juni in Friedberg teil. Der Spielmanns- und Musikzug der Standarte wird dort Standkonzerte geben. Die Abfahrzeiten der einzelnen Stürme und des SZ. und MZ. gibt die Standarte noch bekannt. Lin Erinnerungszeichen vor der Verglasen Im Zusammenhang mit der 125-Jahrfeier des Infanterie-Regiments 116 wurde vor der Bergkaserne, inmitten einer grünen Rasenfläche, und vor einem Blumenbeet ein Stein aufgestellt, der in verschiedener Hinsicht interessantes Erinnerungszeichen darstellt. Es handelt sich um einen Grenzstein, der dort als Mahnmal und als Erinnerungszeichen aufgestellt wurde. Der Stein hat eine interessante Geschichte, die in ihrem ersten Teil Jahrhunderte zurückliegt, in ihrem zweiten Teil aber in jüngster Vergangenheit spielt. Der Grenzstein, der jetzt vor der Bergkaserne Aufstellung gefunden hat, stand ursprünglich in etwa 820 Meter Höhe in her Nähe des Dammersfeld-Kopfes im Gelände des Truppenübungsplatzes Wildflecken. Der Grenzstein war Besitzmarkierung zwischen dem Fürstbistum Würzburg und der Abtei Fulda. Der Stein trägt die Jahreszahl 1557. Das Wappen, das sich unter der Jahreszahl befindet, ist das des ehemaligen Fürstbistums Würzburg, das Wappen auf der Rückseite das der Abtei Fulda. Sehr deutlich sind die Zeichen allerdings nicht zu erkennen. Die Witterung über 400 Jahre ljatte ihre Wirkung getan. — In späterer Zeit war der Stein Grenzmarkierung zwischen Bayern und Preußen. Von den Soldaten unseres Regiments wurde der Stein — im Einverständnis mit dem Landrat von Fulda, sowie nach Anhörung des Kommandeurs des Truppenübungsplatzes — ausgegraben und dem Oberbürgermeister unserer Stadt zum Geschenk gemacht, als er zu einem kurzen Besuch bei der Gießener Truppe auf dem Uebungsplatz weilte. Dem Infanterie-Regiment 116 war dieser Stein in sinnbildlicher Auslegung deshalb überlassen worden, roril unser Regiment das erste war, das auf dem neuen Truppenübungsplatz Uebungsdienst tat. Oberbürgermeister Ritter übernahm de^i Stein mit herzlichen Worten des Dankes und veranlaßte, nachdem der Stein in Gießen eingebracht war, daß er unmittelbar vor der Bergkaserne und vor dem Klinker - Schmuck - Relief an der linken Seite des Tores Aufstellung fand. Oberbürgermeister Rittes hielt in Anwesenheit vieler Angehöriger des Regiments eine kurze Ansprache, in der er den Stein als ein Mahnmal bezeichnete, das an Zeiten einer unseligen Zersplitterung erinnerte, Zeiten, die niemals wiederkehren dürften in unserem Vaterlande, Der alte Grenzstein als Erinnerungszeichen vor der Bergkaserne. (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) er bezeichnete den Stein ferner als eine Erinnerung an Wildflecken und schließlich als eine Mahnung zur Einheit, als den Ausdruck einer stetigen Verbundenheit von Partei, Staat, Stadt und Wehrmacht. In dieser Sinngebung fand der Stein seinen Platz vor der Bergkaserne. Erwähnenswert ist, daß der Stein bei einem Gewicht von 17 bis 18 Zentner eine Länge von etwa zwei Meter hat und zu seinem größten Teil im Erdreich steht. Dornotizen. Tageskalender für INillwoch. Stadttheater: 20 bis 22.30 Uhr „Schauspielerin", Gastspiel Agnes Straub. — Gloria-Palast (Seltersweg): „Unter vier Augen". — Gießener Sängerschaft: 20.30 Uhr: Gesamtprobe im Katholischen Vereinshaus. heute Gastspiel Agnes Straub im Stadttheater. Heute um 20 Uhr findet das einmalige Gastspiel von Agnes Straub, die dem hiesigen Publikum aus verschiedenen Filmen bekannt ist und zu den bekanntesten und besten Bühnen- und Filmschauspielerinnen Deutschlands zählt, mit Roland Schachts Komödie „Schauspielerin" statt. Ende gegen 22.30 Uhr. KvleWWMMWl IIS-Gemeinschaft „Kraft durch Freude-. Betr.: Gastspiel Zirkus Europa. Der vom 24. bis 26. Juni 1938 in Gießen gastierende Zirkus Europa hat uns Verbilligungsscheine zur Verfügung gestellt. Genen Vorzeigen dieser Scheine gewährt die Zirkuskasse 50 Prozent Preisermäßigung auf alle Platze ab 2. Platz. Die Betriebswarle werden gebeten, die Scheine und das Propagandamaterial auf der Verkaufsstelle, Seltersweg 60, umgehend abzuholen. [4272D Achtung, Master sparen! In einer Bekanntmachung weist der Oberbürgermeister unserer Stadt darauf hin, daß es unbedingt erforderlich ist, sich im Wasserverbrauch alle Beschränkung aufzuerlegen. Infolge der anhaltenden Trockenheit hat die Ergiebigkeit der Quellen nachgelassen. Der Oberbürgermeister gibt der Hoffnung Ausdruck, daß das Verständnis der Bürgerschaft besondere Maßnahmen nicht notwendig werden läßt. Eröffnung des Gießener Militärschwimmbades. In intensiver Arbeit ist in den vergangenen Monaten an der Grünberger Straße, im Wiesengrund vor Annerod, das Militärschwimmbad entstanden und nunmehr fertiggestellt worden. Diese Heeres- Zehn pflichten? eigene Schwimmanstalt wird nun am kommenden Freitag durch das Heeresbauamt an den Standortältesten übergeben, der dann in einer kurzen Ansprache das Bad eröffnen wird. Im Anschluß daran werden einige schwimmsportliche Wettbewerbe den Bade- und Sportbetrieb im Militärschwimmbad einleiten. Die heereseigene Schwimmanstalt kann nur von Soldaten, Beamten, Angestellten und Arbeitern derWehrmacht desStandortes Gießen benutzt werden. Ein Abend im Kolonialgedanken. Von der Studentenführung der Universität Gießen, Amt Presse und Propaganda, wird uns berichtet: Am Samstag fand im Studentenhaus ein Vortragsabend der Akademischen Auslandsstelle an der Universität Gießen in Verbindung mit der Kulturwissenschaftlichen Fachgruppe statt: Die an der Universität Gießen studierenden Ausländer, zahlreiche Professoren mit ihren Damen, Dozenten und Studenten waren erschienen. Zu Beginn des Abends begrüßte im Auftrage des Leiters der Akademischen Auslandsstelle, Prof. Dr. Fischer, der Leiter des Außenamtes der Studentenführung, cand. phil. M a h r, die geladenen Gäste. Dann hielt cand. med. Oer Abschied. Äon Max Lippold. Diele Jahre sind seit dem Sommer vergangen, da ich mit Wenns auf einem großen Hofe in Masuren war, aber noch immer muß ich an ihn denken. Er war ein gewissenhafter Mensch, tüchtig und strebsam und nur darauf bedacht, es im Lause der Zeit zu einem kleinen Eigentum zu bringen. Wenn er mit jemand sprach, hielt er stets die Hände auf dem Rücken, das war so seine Gewohnheit. Sein Mädchen hieß Magda und gehörte zum Personal des Hofes. Sie war schon recht für Wenns, wenn ich auch nicht viel Vertrauen zu ihr hatte. Arbeitsam und fleißig war sie gewiß, zudem nicht unansehnlich — vielleicht gerade die rechte Frau für einen kleinen Hof. Kurz bevor die Ernte begann, kamen noch einige fremde Kräfte auf den Hof, Elmar war einer von ihnen. Mir fiel gleich am ersten Tage auf, daß er Magda kennen mußte, denn er begrüßte das Mädchen sehr freundschaftlich. Vielleicht ein alter Bekannter, eine Jugendliebe, was wußte ich. Am selben Abend, wir waren im Begriff zur Ruhe zu gehen, hörten wir plötzlich Lärm auf dem Hofe. Es war längst dunkel draußen und Schlafenszeit, — wer konnte jetzt noch mit jemand in Streit geraten? Wir gingen hinaus. Wenns kam uns entgegen, den Kopf gesenkt, die Hände auf dem Rücken. Was in aller Welt —? Doller Zorn stieß er uns beiseite und ging in den Schlafraum. Auch am nächsten Morgen hatte sich sein Zorn noch nicht gelegt, wir sahen, wie er an Magda ohne Gruß und ohne sie anzusehen vorüberging. War es möglich, daß Magda sich von Wenns ab- gewandt hatte? Jetzt noch, da er schon über einen kleinen Hof verhandelt und sie in sein Leben einbezogen hatte? Im Laufe des Tages hörte ich, was Magda zu einigen Mägden sagte. Sie machte fein Geheimnis aus ihrem Verhältnis zu Elmar, sondern sagte, daß sie Elmar schon lange kenne und daß ihre Tage hier schon gezählt seien. , „So, willst du denn fort?" fragten bie Mädchen. „Willst du Elmar heiraten?" „3a, habt Ihr denn nicht meinen Ring gesehen, seht her." Wahrhaftig, sie trug einen Ring. Ich ging zu Wenns und glaubte, daß diese Nachricht ihn überraschen würde. Aber er tat sehr gleichgültig. Ich fragte ihn, ob er denn nie mit Magda über jein zukünftiges Leben gesprochen hätte. „Sie nen ausgewachsenen Fuchs, der sich mit den Hum Uhu, der des Rockes ihn plötzlich gereizt hatte. In einem anderen Fall war es ein vom spät. über ihn, bis wir dann erfuhren, was ihn zwischen Gut und Böse pendeln ließ: Wenns hatte schon dienen konnte. Wo ist er? Rufe ihn zurück! „Wenns!" rief Elmar. „Wenns!" Er lies Hose und rief noch einmal, aber es war zu gute Wenns! Er hat nicht vergessen, daß ich mir immer schon eine Uhr gewünscht tjabe." Plötzlich wurde sie ernst: „Wir dürfen das Geschenk nicht annehmen", sagte sie und brach in Tränen aus. „Sieh her, er hat mir eine goldene Uhr gekauft, und sie kostet mehr, als er in drei Monaten ver- den im gemeinsamen Zwinger tummelte, wenn er auch keine wahre Freundschaft mit ihnen schloß. Eines Tages betrat er den Zwinger im grünen Waffenrock, der mit knallroten breiten Aufschlägen, Kragen und Achselklappen neu besetzt war. Er nahm den Fuchs auf den Arm, um nach einer kleinen Augenverletzung zu sehen, und in diesem Augenblick biß dieser sich in seinem rechten Unterarm so fest, daß Kameraden mit der Spitze des Hirschfängers den Fang aufbrechen mußten, um ihn zu befreien. Man konnte keine andere Ursache für diesen Angriff des Fuchses finden, als daß das rote Tuch wußte vielleicht gar nicht, daß du >es ernst meintest?" „Ist sie denn ein Kind?" schrie er mich an. „Gewiß wußte sie es." „Auch daß du einen Hof kaufen wolltest?" „Ja, auch das. — Aber das schlimmste ist, daß sie mich die ganze Zeit betrogen hat. Wenn sie fortging, sagte sie, sie geht zu ihren Eltern. Und zu wem ging sie? Aber ich sage nur, sie wird mich noch kennen lernen!" Von diesem Tuge an ging eine große Wandlung in Wenns vor, er geriet mit uns -jedem in Streit. Wir begannen zu fürchten, daß er etwas gegen Magda und Elmar vorhätte. Wir fanden eine Pistole in seinem Schrank und erschraken nicht wenig. Und von diesem Tag, als wir ihm die Waffe fortnahmen, gehörte er nicht mehr zu uns. Wie ein drohendes Ungewitter ging er umher. durch die rote Farbe stark erregt wurde. Bei einer Hüttenjagd hatte der Förster den Uhu einem Jaqd- gast gereicht, aber der gut abgerichtete Vogel, der schon oft an den Fängen gefaßt und getragen worden war, ohne daß er je gebissen hätte, griff mit seinem kräftigen Schnabel den Gast sofort an und verletzte ihn schwer am Halse und an der linken Wange. Der Uhu biß sich so fest, daß die Befreiung des Angegriffenen von dem wütenden Tiere nicht leicht mar. Als Grund für diesen Angriff fand man keinen anderen, als daß ein rotes seidenes Halstuch, das der Jagdgast bei dem kühlen Wetter um den Hals gebunden hatte, den Vogel plötzlich geblendet und gereizt haben muß. Im Forsthaus Mohnesse, in dem der Erzähler längere Zeit wohnte, bewegte sich ein Wildschafbock frei auf dem Hofe herum. Als eines Tages rotes Bettzeug in das Haus gebracht wurde, stürzte sich das Tier, augenscheinlich durch die Farbe gereizt, Das rote Tuch wirkt nicht nur auf den Stier. Und niemand konnte wohl Wenns recht ver-' man sie im allgemeinen nicht beobachtet. Er hatte stehen, denn es war doch nur etwas Alltägliches, I in den achtziger Jahren während seiner forstlichen was ihm widerfahren. Einige spotteten und lachten Ausbildung in Bückeburg einen von ihm aufgezoge- ithm- ik» hta mir hnnn orfithron mna ihn imifrhon 1 , -l. - r;j, •. s. ' c... In „Reclams Universum" führt der Hegemeister i. R. Adolf Bahne aus seinen reichen Erfahrungen eine Anzahl Beispiele an, in denen die rote Farbe besondere Wirkung bei Tieren zeigte, bei denen einen Hof gekauft, einen kleinen Hof unten am Nied er fee... So kam dann jener Abend, an dem Magda und Elmar für immer von uns Abschied nahmen, um ein neues gemeinsames Leben zu beginnen. Es wurde ein kleines Abschiedsfest mit Tanz und Spiel, und wir überreichten unser Hochzeitsgeschenk an das junge Paar, daran alle, mit Ausnahme von Wenns, sich beteiligt hatten. Es wurde ein schöner Abend, 2stagda tanzte mit jedem einen Tanz und wollte auch mit Wenns tanzen, aber er war fort, schon am Tage war er verschwunden. Gott wußte, wo er war. Am anderen Morgen, kurz bevor wir auf die Felder gingen, erschien er, streckte jedem die fianb entgegen und sagte Lebewohl zu uns. „Warum in aller Welt —? Willst du fort?" „3a, ich gehe, lebt wohl! Ich muß auf meinen Hof." Wir standen alle vor dem Schlafraum und sahen, wie er zu Magda und Elmar hinüberging, die reisefertig auf den Wagen warteten. Wenns trat zu ihnen, zog etwas aus der Tasche und sagte: „Glaubt nicht, daß ich so schlecht bin und euch nichts zur Hochzeit schenken will. Hier, Magda, ich übergebe dir ein kleines Andenken. Und nun lebt wohl." Damit reichte er ihnen die Hand und verließ den Hof. Die beiden waren im Augenblick sehr überrascht. Magda lachte verlegen, während sie das kleine Päckchen öffnete, das Wenns ihr gegeben hatte. „Da, sieh her", rief sie, „eine Uhr! Ach, der mit unglaublicher Wildheit auf den roten Ballen und griff diesen immer wieder von neuem an. Ein anderes Mal hatte der Förster mit einem kleinen Mädchen, das ein rotes Mäntelchen und ein blutrotes Mützchen trug, eine sehr hoch angebrachte 3agdkanzel bestiegen, um dem Kinde recht viel W'.ld vorzuführen. Die Kanzel lag ganz in der Nähe von Nestern von Waldkäuzen, die die Brüstung des Hochsitzes augenscheinlich als Ruheplätzchen benutzten. Wenn sie auch sonst schon die Kanzel umflattert hatten, sobald Menschen sich darauf zeigten, so zeigten sie diesmal eine so leidenschaftliche Angriffslust und hieben so heftig besonders auf das kleine Mädchen ein, daß man mit dem Gehstock nach den wütenden Tieren schlagen mußte, um sie zu vertreiben. Das merkwürdige Verhalten konnte nur durch die rote Kleidung des Kindes hervorgerufen fein. Eine neue Oper. Die schon für die vorige Spielzeit angekündigte - Uraufführung der Oper „3rrwisch" von Ernst Meyerolbersleden (Ttzxt von Olga Brügger) wurde im Deutschen Theater Wiesbaden unter Karl Fischers musikalischer und Hans Springers szenischer Leitung verwirklicht. Ohne dem fühlenden Geiste des Hörers Gewalt anzutun, behandelt die dramattsche Gestaltung der 3rrlicht- Sage zeitnahe Stilprobleme. Es geht hier um die Rechtfertigung der wahren, schlichten und unverfälschten Kunst und um die Verdammung häßlicher atonaler Verirrungen. Um diese auseinanderstrebenden Richtungen sinnfällig zu beleuchten, wurden die widerstreitenden musikalischen Elemente scharf gezeichnet und unvermittelt gegenübergestellt. Dabei erkennt man doch die persönliche 'Ausdrucksart des Komponisten, die sich in der Einhaltung und klaren Fortsetzung der Linie Wagner—Humperdinck—Pfitzner äußert. Da Meyerolbersleden um Einfälle nicht verlegen ist,,weist seine Musik stetigen Fluß auf, zumal der Orchesterpart sehr mannigfaltig instrumentiert und kontrapunktisch gediegen durchgearbeitet ist. So errang die Uraufführung einen starken Publikumserfolg, der durch weitere Vorstellungen zweifellos noch erhärtet wird. Marga Mayer als körperlich geschmeidige und gesanglich ausdrucksfähige Vertreterin der Titelrolle, Daga Söderqvist als edel singende und wundervoll verklärte Marlene, und Waldemar B i e n e f als natur- und stimmfrischer Spielmann hatten entscheidenden Anteil an dem Gelingen des Werkes, dem man den Weg über viele deutschen Bühnen voraussagen darf. Gerhard Weckerling. 1 ( i 1 ■ l 11 ■ 5 CM ' s ' t -i r ■ ft* : h- 1 d, r1'. ü fli 9 r r 2 . n n v li a > d Ei. n fl 3', n fr dl El C T te w I D in s r>c S in W öt dil je! Z- ■ Ml t0! »' fel ' de sei an Lu tei mc fas " gn ad da kai Eu wi- eui lick, spo 1 bei ।. Hai Zu au o | Kameraden geschaufelt, und hier fand nun auch diese Sonnwendfeier statt. Beim Sturm waren auch drei Kameraden aus der Ostmark, aus Linz, die Feriengäste des Sturmes, die dabei gleich den besten Anschluß fanden. Als nun die Dunkelheit hereingebrochen war und das Landschaftsbild von ©lerberg; und Vetzberg wie eine Silhouette vor dem Abend-' Himmel stand, traten die Sturmmänner um den Holzstoß zur Sonnwendfeier an. In ihren Kreis wurde die Sturmfahne hineina^traaen, ein Lied erklang, und dann züngelten die Flammen in die Höhe, die weithin ins Wiefecktal leuchteten. Sturmführer Sch wend er gab den Gedanken Ausdruck, die in solchen Augenblicken, da die Sonne ihren Kreislauf wendet, deutsche, von Freiheit be- • seelte Menschen erfüllen. Zum ersten Male begehe der Sturm allein hier draußen seine Sonnwendfeier, und dies solle symbolisch die unvergängliche Treue der Kameraden untereinander im Glauben an ihren Führer unter Beweis stellen. Die Kameraden traten dann an die lodernden Flammen und sprachen von dem Zusammenstehen, auf daß die Heimat frei bleibe, und vom Volke, das zum Volke dränge. Dann gelobten sie unter diesen Eindrücken erneut dem Führer ihre Treue. Ein Kampflied ließ diese Feierstunde ausklingen. Innungsversammlung des Krastfahrzeughandwerks. Die Innung des Krastfahrzeughandwerks hielt dieser Tage ihre Jahreshauptversammlung ab. Be- zirksinnungsmeister und Obermeister A ß m a n n (Gießen) begrüßte die Berufskameraden und erstattete den Rechenschaftsbericht, dem zu entnehmen war, daß auch das vberhessifche Kraftfahrzeuahand- werk sich restlos in den Dienst der Motorisierung gestellt hat und sich tatkräftig für den Vierjahres- plan einsetzt. Die Mitgliederzahl ist im Steigen begriffen und umfaßte zu Beginn des Jahres 94 Berufskameraden. In einer Reihe von Jnnungs- Vornan von Hans von Hülsen. Copyright by Prometheus-Verlag, Dr. Eichacker, München-Gröbenzell. 8. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) „Und — haben Sie das so ganz aus sich selbst? Ich meine,' sind Sie Autodidakt? Um so größer dann Ihr Verdienst!" Bartold schüttelte den grauen Kopf, in dem die Augen tief eingesunken lagen. „Keine Rede von Verdienst. Wirklich nicht. Wenn etwas daran ist — wenn etwas darin zum Menschenherzen spricht, dann ist das Gnade, Gottesgeschenk. Und ich bin auch gar kein Autodidakt —" „Ich dachte es mir. Wer so etwas hervorbringen kann, der muß gewisse Dinge studiert haben. Gewisse rein technische Dinge, möchte ich sagen." „Ja. Das muß wohl sein. Und das habe ich auch getan. Vor unendlich langer Zeit — wenigstens kommt es mir vor, wie eine unendlich lange Zeit —, da habe ich Musik studiert. Aber", fügte er hinzu, und Ottenrieth war es, als geistere dabei.ein kleines Lächeln über fein derbknochiges Gesicht, „das ljabe ich alles vergessen —" „Vergessen?" "Za, vergessen", sagte die Stimme, und es klang fast geheimnisvoll. „Mein ganzes Leben von damals habe ich vergessen. Er hat nicht Stich gehalten — wenn Sie mich recht verstehen wollen. Vor allem, was nachher kam, hat es nicht Stich gehalten. Sie sind Musiker?" fragte Bartold plötzlich. Jählings schoß es Ottenrieth durch den Kopf, daß er sich vor Bartold unmöglich als Komponist des „Hellblauen Engels" zu erkennen geben könnte; gleich einem Vorhang rollte große Scham zwischen ihnen beiden herunter; und geläufig, wie in der Auskunfsstunde in Torbole, sagte er: ■ „Nein — ja und nein, wie man es nehmen will. Eigentlich bin ich Industrieller, aber mein besseres Ich, wen», ich so sagen darf —, das darf ich vielleicht einen Musiker nennen. Und darum war es mir ein so befonderes Erlebnis, als ich neulich hier in diesem weltverlorenen Dorf — ja, wirklich, ich mache keine Phrasen, es war mir. wie eine Offenbarung! Und ich bin heute gekommen, weil ich hoffe, es wird mir beschieden s^in, bas Ganze zu hören — die ganze Fuge —, wenn Sie mir die Freude machen wollen." Bartold sagte: „Wenn es Ihnen Freude macht, dann kommen Sie heute abend in die Kirche, so um neun Uhr, dann spiele ich noch einmal das Ganze. Wissen Sie", fügte er unmittelbar hinzu: „ich spiele es eigentlich um meinetwillen, weil es mir immer noch nicht genügt, weil ich noch immer daran arbeite — so vieles wird einem erst klar, wenn man immer wieder das Ganze hört." — Als Ottenrieth, die äußerste Kraft seines Motors entfesselnd, die nachtdunkle Uferstraße entlangschoß und nach Hause kam, trat ihm der Baron entgegen, der in der Halle mit einem Rudel bunt gekleideter Frauen Schnäpse gefrunfen hatte „Schonen Gruß vom Fräulein Rührmichnichtan — die Todesco sind heute abend abgereift." * „Was meinst du, Francesco? Ob er Mort hält und wiederkommt?" Der alte Pfarrer Majslli sagte so, aus langem Sinnen heraus. Sie. saßen in der Dunkelheit in Bartolds Stübchen, um die späte Abendstunde. Der Blinde hielt die Hände über den schwarzweißen Tasten des kleinen Harmoniums und phantasierte leise darauf, dann und wann einen Akkord greifend, ein Register ziehend. „Ich weiß nicht", sagte er, ohne den Kopf zu heben, und spielte ruhig weiter. ^Es war am Abend nach Ottenrieths Abreise von Sant Ambrogio, an einem der letzten Augusttage. Zum ersten Male seit vier Tagen waren die beiden wieder jo allein wie sie d/irch fast zwei Jahrzehnte immer gewesen. Ja, vier volle Tage hatte Ottenrieth in Sant Ambrogio verbracht. Und dann war er unmittelbar nach Wien zurückgefahren. Nachdem er die Nachricht von der plötzlichen Abreise Renatas und ihrer Eltern empfangen, war ihm die „Casa Rossa" und das ganze loroole verleidet gewesen — nur noch Schauplatz einer Erinnerung, oon der er nicht zu sagen wußte, ob sie ihn mehr beglückte ober quälte. So nahm er, rasch entschlossen, ein gleichgültiges Telegramm seines Agenten zum Anlaß, bem Baron zu eröffnen, er müsse leider vorzeitig reisen. Aber er fuhr nicht die gewundene Straße nach Nago hinaus, sondern steuerte den Wagen die Gardesana auf bem östlichen Ufer entlang — sehr zur Verwunderung Leutstettens, und stoppte erst vor dem Gasthof „Ire spade" in Sant Ambrogio. Wie einen alten Bekannten begrüßte ihn der hemdärmelige Wirt, höchlichst erstaunt, daß der elegante Fremde die Absicht äußerte, nicht nur diese Nacht, sondern einige Tage im Dors und in seinem Albergo zu verweilen — derlei war ihm noch nie passiert, seit er die „Ire spade" von den Schwiegereltern übernommen! Der Steyr wurde in den Hof gebracht, wo er unter dem riesigen Schirmdach einer uralten Kastanie genau so gut stand wie in einer Garage, und Ottenrieth selber richtete sich mit seinen Sachen in einem einfachen, weiß gekalkten Zimmer des Oberstockes häuslich ein, bas zwar weder fließendes Wasser noch sonst irgendeine Bequemlichkeit, dafür aber über die gewölbten Wipfelmassen der Oelbäume hinweg eine Aussicht auf den See besaß, die feiner anderen nachstand. Drüben, jenseits der gleißenden Fläche, lag, im Licht flimmernd, Gardone, vom Schneegebirge malerisch überragt. Und von nun an war Ottenrieth täglich viele Stunden lang im Pfarrhause. Saß bei dem blinden Bartold, ließ sich von ihm auf dem Harmonium Vorspielen. Und Abend für Abend lauschte er im Kirchengestühl bem Orgelspiel, das ihn wie Zauberspruch an diesen Ort bannte. „Ich glaube ganz bestimmt, er kommt wieder", sagte der alte Pfarrer durch die Dunkelheit, als das Harmonium einmal schwieg. „Er war ja ganz wie besessen von deiner Musik, Francesco! Mich hat es jo froh gemacht, daß einmal auch außer mir noch jemand ■ war, dem du etwas geben konntest. Warst du nicht auch froh?" „Ja — schon", antwortete Bartold, ein wenig Zögernd. „Gewiß freute es mich. Obgleich ich ja bei meiner Musik nie an Zuhörer gedacht habe, sondern nur daran, bas auszudrücken und darzustellen, was sich in mir regt und ans Licht will. Sieh, Freund, du weißt es ja, daß ich die Musik als etwas ansehe, was dem Gebet verwandt ist. Dem »Gespräch des Herzens mit Gott. Und denkt der Beter an ein Publikum oder an Beifall?" „Gewiß nicht. Aber ich meine, die Musik ist eine priesterliche Kunst. Und einem Menschen etwas zu geben — und du hast diesem Menschen etwas gegeben, Francesco, das weiß ich wohl, das sah ich an seinem Gesicht, wenn er bir lauschte! Das muß dich boch auch froh mad)en und mit Dank erfüllen. Und darum hoffe ich, er macht sein Wort wahr und kommt wieder." Bartold schwieg eine Welle, während er eine kleine Melodie unter seinen Fingern entließ. „Ader mir war es doch immer so fremd, wenn er hier bei mir in der Stube saß", sagte er bann. „Ich fühlte immer, es war ein fremdes Etwas in unsere alte Gemeinschaft getreten Denn, auch wenn bu recht hast, auch wenn ich ihm wirklich »twas gegeben habe mit meinem Spiel, bas eine habe ich! doch immerfort gespürt, daß er ein ganz anderer Mensch ist als ich und du. Ein weltlicher Mensch, möchte ich sagen, und es soll kein Vorwurf für ihn sein. Er lebt ja in der Welt und mit ihr und für sie. Mir war es immer ein wenig leid um unsere stillen Abende, die seine ©egepmart zerstörte. Und darum wünschte ich beinahe, er käme nicht wieder." „Dürfen wir so eigensüchtig denken, Freund?" „Ich weiß, ich weiß. Aber — schau, ich bin doch hier in den langen Jahren zu einer Art Einsiedler geworden. Und diesen Frieden, den störte er mir. Ich fyabe in jeder Sekunde gefühlt, daß er von da drüben kommt. Vom anderen Ufer! Von dem Ufer, das ich verließ, als ich in den ewig schwarzen Nachen stieg. Als er mich nach all dem Schrecklichen hierher trug und ans Land setzte. Und er, der Fremde, der brachte so vieles mit, was mich erregte — was mich an das Einst erinnerte, das ich längst abgetan gewähnt! Sieh, er rührte eben so viele Dinge in mir auf, die längst weggesackt waren, die ich längst vergessen geglaubt — vergessen und überwunden —" Xy „Dunkel redest du, wie noch nie", sagte Majelli. „Dunkel. Ja. So dunkel, Giuseppe, wie es heute in mir ist. Ach, ich wünschte, er käme nie, nie wieder! Glaube mir, Freund — ich übertreibe nicht, es ging mir immer durch und durch, wenn er hier bei mir saß und zu mir sprach. Wenn er plötzlich Dinge — Orte — Namen nannte, die mir einmal viel bedeutet haben. So viel, daß ich damals glaubte, sie wären der ganze Inhalt meines Lebens — damals, als ich noch selber am anderen Ufer war und nichts von dem schwarzen Fährmann ahnte — als das Leben noch licht vor mir auf- geschlagen war wie ein großes Buch, das ich unablässig studieren mußte! Alles erinnerte mich, alles quälte mich. Obwohl er mir gewiß eine Freude machen wollte. Ich kann dir das nicht so erklären. Es war ein großer Aufstand in meinem Herzen. Die loten standen wieder auf!" d „Die loten — Francesco, wie sonderbar redest „Du mußt doch gemerkt haben, Giuseppe — du mußt doch gemerkt haben, wie aufgeregt ich immer war, wie ich ganz anders spielte als sonst?" ,Lch habe es gemerkt." Der Pfarrer nickte. „Aber ich habe mir immer gedacht, daß dich das Gefühl eines aufmerksamen Zuhörers, eines verständnisvollen Zuhörers aufregt und befeuert, daß cs dir gewissermaßen neuen, starken Wind unter die Schwingen gibt." (Fortsetzung folgt!) und Meisterversammlungen wurden die wichtigsten Fragen des Kraftfahrzeughandwerks besprochen. Lehrlingswart Appel nahm zu wichtigen Fra- gen des Berufsnachwuchses Stellung und wies nochmals auf die Zustimmung hin, Daß sämtliche Lehrlinge des Kcaftfahrzeughandwerks in der Motor-HI. fein muffen. Prufungswart P letsch berichtete über die Ergebnisse der beruflichen Prüfungen. Im vergangenen Jahre nahmen 44 Lehrlinge an den Prüfungen teil, von denen 37 die Prüfung bestehen konnten. Die Ergebnisse konnten durchaus als gut bezeichnet werden. Der Haushaltsplan für das laufende Geschäftsjahr wurde bekanntgegeben und einstimmig genehmigt. Obermeister A ß m a n n sprach dann über Rohstoffbeschaffungsfragen und gab die neuen Höchstpreislisten für das Kraftfahrzeughandwerk aus. Er gab ferner seiner Erwartung Ausdruck, daß sich die Kraftfahrzeugmeister restlos im NSKK betätigten. Obermeister Ahmann wurde einmütig wiedergewählt und dankte den Berufskameraüen für Die treue Mitarbeit. Der stellv. Kseishandwerksmeister Hartmann sprach anschließend über wichtige Berufsfragen und betonte, daß gerade das Handwerk sich heute besonders für die Durchführung des Vierjahresplanes einsetzen müsse. Der Leiter der Berufsschule. Rektor Adam, gab seiner Verbundenheit mit dem Kraft- fahrzeughandwerk Ausdruck und bat die Meister, der Berufsschule — als einem wichtigen Grund- Pfeiler der Jugenderziehung — größtes Verständnis entgegenzubringen. Große Strafkammer Gießen. Gestern hatte sich der 25jährige H. H. aus Kaffe! vor der Großen Strafkammer wegen versuchten Einbruchsdiebstahls im Rückfall zu verantworten. Der Angeklagte war am 17. März nach Verbüßung einer einjährigen Gefängnisstrafe aus der Strafhaft entlassen worden. Nachdem er sich einen Tag in Kasse! bzw. in Marburg herumgetrieben hatte, begab er sich am 18. März nach Gießen. Gegen Abend sah er in der Frankfurter Straße ein offen- stehendes Fenster, durch das er kurzerhand einstieg, um sich wieder flottzumachen. Er wurde jedoch von der Frau des Hauses überrascht, dann von Sttaßen- passanten verfolgt und konnte schließlich der Polizei übergeben werden. In der gestrigen Hauptverhand- luna war der Angeklagte restlos geständig. Zu seiner Entschuldigung führte er an, er habe sich in wirt- schaftlicher Not befunden, da er sich nach Verbüßung seiner Vorstrafe geschämt habe, nach Hause zurückzukehren und die Hilfe seiner Eltern tn Anspruch Zu nehmen. Mit Rücksicht auf sein Geständnis und seine Jugendlichkeit billigte ihm die Kammer noch einmal mildernde Umstände zu und erkannte aus eine Gefängnisstrafe von 6 Monaten. 3 Monate gelten durch die Untersuchungshaft als verbüßt. Der Angeklagte nahm das Urteil sofort an. Sodann verhandelte die Kammer gegen den O. D. aus Merkenfritz wegen Sittlichkeitsverbrechens. Die Anklage legte ihm zur Last, mehrmals an seiner letzt 20 Jahre alten Stieftochter unsittliche Handlungen vorgenommen zu haben. In der Haupt- Verhandlung, die unter Ausschluß der Oeffentlichkeit stattfand, war der Angeklagte im wesentlichen geständig. Das Urteil lautete, unter Zubilligung mildernder Umstände mit Rücksicht auf feine bisherige Unbestraftheit und sein Geständnis, unter teilweiser Freisprechung auf zehn Monate Gefängnis. Die Untersuchungshaft in Höhe von 47 Tagen wurde angerechnet. Der Angeklagte erkannte das Urteil gleichfalls fofdrt an. Vezittsschöffengericht Gießen. Vor dem Bezirksschöftengericht hatte sich gestern die H. R. aus Gießen wegen Unterschlagung, Dieb- stahl, Betrug und Urkundenfälschung zu verantworten. Die Angeklagte, die dem Zeugen I. den Haushalt führte, hatte eine diesem gehörige Uhr, die sie in Gewahrsam hatte, ohne dessen Wissen an einen anderen verkauft. Eine andere Taschenuhr, die gleichfalls dem I. gehörte, verwandte sie zur Bezahlung ihrer Dauerwellen. Außerdem eignete sie sich noch drei Weckeruhren rechtswidrig zu; von ihnen verkaufte sie eine an eine andere Frau, eine schenkte sie ihrer Mutter, die dritte behielt sie für sich. — Die Angeklagte, die kurze Zeit für eine Zeitschrift als Werberin tätig war, füllte auch einen Bestellzettel aus und unterschrieb ihn mit dem Namen des I., ohne hierzu irgendwie berechtigt zu sein; sie hoffte auf diese Weise die Provision für die Werbung zu erhalten und außerdem in den Besitz der mit der Zeitschrift verbundenen Versicherung zu gelangen. Die Angeklagte ging auch zu Verwandten des I. und ließ sich von diesen unter der Vorspiegelung, I. brauche das Geld für eine- Reise, 25 Mark aushändigen Diese Verwandten bestahl die H. R. auch, indem sie tn deren Abwesenheit Lebensmittel mit nach Gießen nahm. Die An- klaae lautete weiterhin auf Unterschlagung einer Geldsumme, welche die Angeklagte von I. zur Bezahlung eines Mantels erhalten hatte. Das Gericht verurteilte die Angeklagte wegen 'Unterschlagung, Diebstahl und schwerer Urkundenfälschung in Tateinheit mit Betrugsversuch zu einer Gesamt- gefängnis strafe von fünf W o chen. Der Lebensmitteldiebstahl sowie die Unterschlagung eines ebenfalls Lebensmittel enthaltenen Paketes fiel unter die Amnestie, bezüglich der Unterschlagung des Geldes für die Bezahlung des Mantels erfolgte Freispruch. Weiterhin hatte sich das Ehepaar L. aus Friedberg wegen Unterschlagung bzw. Hehlerei zu verantworten. Der Ehemann L. hatte eine Brieftasche mit 750 Mark gesunden. Anstatt diese bei dem Fundbüro abzuliefern, nahm er das Geld heraus und warf die Brieftasche fort. Mit dem Gelbe ging er in eine Wirtschaft und bestellte dort in großzügiger Weise Lokalrunden, was dem Wirt, der die ärmlichen Verhältnisse des Angeklagten kannte, auffiel und der dies der Polizei meldete. Als L nach Hause kam, erzählte er seiner Frau von dem Fund; als diese ihn aufforderte, das Geld unverzüglich abzuliefern, kam es zu einer heftigen Auseinander- setzung zwischen den Ehegatten. Die Frau nahm dann alles Geld, was sie bei ihrem Manne fand, an sich und versteckte es in einer Büchse auf dem Boden. Nachdem ihr Mann festgenommen worden war, behauptete sie gegenüber der Polizei, nichts von dem Verbleib des Geldes zu wisse» und gab es erst nach einer Gegenüberstellung mit ihrem Manne heraus. Da das Gericht nicht restlos davon überzeugt war, daß die Frau das Geld versteckte, um es an sich zu bringen, sondern es nicht für ausgeschlossen hielt, daß sie das Geld verheimlichte, um ihren Mann nicht der Bestrafung auszuliefern. wurde Frau L. ftsiaesprochen; der Ehemann L. wurde wegen Unterschlagung zu zwei Wochen Gefängnis verurteilt. Strafmildernd kam in Betracht, daß die Eheleute L. das unterschlagene Geld bis auf einen kleinen Betrag gleich wieder ersetzten. yJL-'fpoit Vor dem Vox-Großkamps Schmelmg-Loms. Oie ölten Weltmeister über den großen Kampf. Ueber den Ausaana des Weltmeisterfchaftstampfes zwischen Max Smmeling und Joe Louis haben nun 1° gut wie alle früheren Titelträger ihre Meinung abgegeben. Es gibt darunter eine Menge Stimmen, die einen entscheidenden Sieg des Deutschen Voraussagen. Zu ihnen zählt der größte Kämpfer des Boxringes, den Amerika je heroorgebracht hat, Jack Dempfey, der unseren Landsmann dank seiner vollendeten Boxkunst und Intelligenz weit über den Neger stellt, der zudem von der schweren rechten^ Faust des Deutschen leicht zu treffen sei. per schon 63 Jahre alte Jack Johnson war überraschend gegen seinen Rassegenossen eingestellt und nannte als wichtigsten Grund dafür, daß Louis moralisch feine erste Niederlage durch Schmeling nicht überwinden könne. In die gleiche Kerbe schlug Ieß W i l l a r d, der seinen Titel von Johnson holte und später an Dempsey abgeben mußte. Er bezeichnete Schmeling als den größten Schwergewichtsboxer aller Zeiten. Dieser Ansicht ist auch Tommy Burns, der besonders in der Rechten Schmelings eine vernichtende Waffe sieht. Zu den Anhängern Louis' zählen James Je ff ries, Amerikas größtes Boxidol vor der Jahrhundertwende, Jack Sharkey und selbstverständlich auch Max Baer, die den Neger auf ihren Schild gehoben haben und ihn zum Favoriten stempeln. Gene T u n n e y legt sich überhaupt nicht fest, bewilligt aber Schmeling bessere Aussichten, wenn der Kamps länger als vier Runden dauern würde. wetten nur noch 8:5 für Louis... Ungeaästet des starken Eindrucks, den Louis bei seinem Abschlußtraining in Pompton Lake hinterließ, sind die Wetten von 9:5 auf 8:5 für den Neger gefallen. Schmeling beendete sein Training in Speculator mit leichter Arbeit und fparrte nur vier Runden. Am Dienstag trafen beide Boxer in Neu- york ein. Drückende Hitze über Neuyork. Neuyork liegt in einer wahren Tropenglut. Die steinernen Quader der Siebenmillionenstadt strahlen eine glühende Hitze aus. Ein weiteres Ansteigen der Temperatur wäre für den Deutschen von großem Nachteil. Allerdings ist für Mittwoch ein Rückgang der Hitzewelle angekündigt. Viele Mitglieder der Regierung, zahlreiche Gouverneure der Bundesstaaten, die Oberbürgermeister nahezu aller ostamenkanischen Großstädte werden zusammen mit den Filmsternen aus Hollywood uno 90 000 Zuschauern den Rahmen für den „Kampf des Jahrzehnts" bilden. Deutschland hört denGchmeling-Kampf In der Nacht zum Donnerstag überträgt der deutsche Rundfunk ab 1 Uhr früh den Boxkampf Schmeling — Louis aus Neuyork. Sprecher ist Arno H e l l m i s. Schild, Favorit der Deiitschlandrimdsahrt. 11 HM M jfP H... W WA RA vA II it LN # >' W - , ; MWWV ' X- . :.SM :,w UV & Hermann Schild nach seinem großen Sieg und rechts bei seinem prächtigen Alleingang durch Münster; im Hintergrund die Lamberti-Kirche. — (Schirner-M.) Gießener Krastsportler bei den Gavmeisterschasten in Kassel erfolgreich. Am vergangenen Sonntag wurden in Kassel die Gaumei st erschaften im Freistilringen, Gewichtheben und im Rasenkraftsport ausgetragen. Es wurden auf allen Gebieten ausgezeichnete Leistungen gezeigt, jedoch waren im Ringen einzelne Klaffen nur schwach besetzt, was wohl daran liegt, daß das Freistilringen noch nicht so volkstümlich ist wie der griechisch-römische Ringkampf. Die Vertreter des „Kraft- uno Sportklub 189 3" Gießen schnitten bei diesen Wettkämpfen sehr gut ab, denn es konnten drei erste Siege erkämpft werden. Willi B e l l o f f wurde Gaumeister im Gewichtheben (Halbschwergewicht) mit 540 Pfund im Olympischen Dreikampf. Er erzielte im Drücken 160 Pfund, im Reißen 170 Pfund und im Stoßen 210 Pfund. 220 Pfund mißlangen ihm nur knapp. Im Ringen wurde Belloff 2. Sieger im Halbschwergewicht Fritz Funk wurde 1. Sieger im Rasenkraftsport-Dreikampf (Hammerwerfen, Gewichtwerfen und Steinstoßen). Seine besten Leistungen voll- brachte der Federgewichtler Funk im Steinstoßen mit 6,25 Meter und Gewichtwerfen mit 11,58 Meter. Irn Hammerwerfen blieb Funk mit 26 Meter weit unter seinen sonstigen Leistungen. Adolf Klotz holte sich im Leichtgewicht den 1. Platz. Trotzdem Klotz vorher einige harte Kämpfe auf der Matte hinter sich hatte, erzielte er im Gewichtwerfen mit 12,23 Meter und im Hammerwerfen mit 32,10 Meter ansprechende Leistungen. — Ebenfalls im Rasenkraftsport (Leichtgewicht) wurde Noeller 4. Sieger. Im Ringen startete Klotz im Weltergewicht und wurde 3. Sieger. Er besiegte den Kasseler Bölling nach Punkten. Dann traf Klotz auf den starken Kasseler Becker, gegen den er sich zunächst die Führung erkämpfte. Jedoch erfaßte der im Freistil gut bewanderte Becker in der 13. Minute bei einem Ueberstürzer von Klotz dessen Beine und siegte damit überraschend. Im Leichtgewicht hatte Paul Eder Pech, denn er traf auf die vorzüglichen Alsfelder Steinbach und S ch e m b e r, gegen die er jeweils nach hartem Widerstand verlor. Gegen Schember hatte Eder einmal eine große Chance, denn er warf den Alsfelder hart am Mattenrand auf die Schultern, aber der gewitzte Alsfelder entzog sich durch Mattenflucht dieser Gefahr. Deutsche Gewichtheber in USA. erfolgreich. In der Fallsway-Arena gewann Deutschland am Sonntagabend den ersten Gewichtheber-Länderkamps gegen USA mit 1787,5 : 1770 Kilogramm Trotz der drückenden Hitze zeigten die Deutschen eine ausgezeichnete Kampfieistung. Die amerikanischen Gewichtheber entpuppten sich als äußerst stark, und sie bewiesen eindeutig, daß sie sich feit den Weltmeisterschaften in Paris, bei denen sie zum ersten Male überraschend in den Vordergrund traten, noch weiter verbessert haben. Unser Federgewichts-Weltmeister L i e b s ch mußte sogar Weltrekord drücken, um Terry schlagen zu können. Ausschlaggebend für den deutschen Sieg waren die überlegenen Leistungen im Drücken und Mangers eiserne Ruhe. Dazu war Rudi I s m a y r ein um; sichtiger und nützlicher Mannschaftsführer. _ Durch die großartige Leistung von Lied sch führte Deutschland im Dreikampf nach dem Drücken mit 550:512,5 Kilogramm Liebsch schaffte 97,5 Kilogramm, ein Kilogramm mehr als feine eigene Bestleistung. Der Weltrekord wird jedoch keine Anerkennung finden, da sowohl Liebsch als auch sein Gegner Terry beim Nachwiegen Uebergewicht auf» nwefen. Irn Reißen schafften die Amerikaner 550, während die Deutschen auf 537 Kilogramm kamen. Bis auf 25 Kilogramm hatte damit die USA.» Mannschaft aufgeschlossen. Der einzige Neger in der USA.-Vertretung, Terry, kam hier mit 97,5 Kilogramm ebenfalls über den alten Weltrekord, den der Deutsche Walter hält, doch wegen seines lieber» gewichts wird auch diese Leistung keine Anerkennung finden können. Auch im Stoßen hatten sich unsere Gegner stark verbessert. Durch Terry und Weltmeister Terpak kamen sie bis auf 5 Kilogramm heran, so daß Olympiasieger Manger im letzten Kampf die Entscheidung in der Hand hatte. Der erfahrene Deutsche siegte sicher gegen den talentierten 20jährigen Ungar-Amerikaner Stanko und entschied damit das Treffen zugunsten Deutschlands. KaustbaN-Meisterschastskämpfe im Kreis 8. To. 1846 führ«. Am vergangenen Sonntag wurde die Lrste Ausscheidung im Kreis zur «diesjährigen Gaumeister- fchaft im Faustball durchaeführt. Bei günstigen Platz- und Witterungsoerhältnissen wurden allgemein gute Leistungen geboten. Erstmalig nahm auch eine Mannschaft der SA., der Standarte I. 33, an den Spielen teil und führte sich mit einem zweiten Platz sofort gut ein. Gut schlug sich auch die junge Mannschaft von Ballersbach (Dill), die mit der SA. auf den zweiten Platz tarn. Erwartungsgemäß fetzte sich die Mannschaft des mehrmaligen Gaumeisters, Tv. 1846 Gießen, an die Spitze In technischer und taktischer Beziehung haben die Gießener, die auch in dem wirkungsvollen Spiel ihres Schlagmannes ein bedeutendes Uebergewicht haben, den übrigen Mannschaften doch noch manches voraus. Bei der Teilnahme von 6 Mannschaften waren 15 Spiele Zit erledigen, die folgenden Stand der ersten Spielreihe ergaben: Spiele Gew. Verl. Pkte. Tv. 1846 Gießen 5 5 0 10 SA. I. 33 5 3 2 6 Ballersbach 11 5 3 2 6 Ballersbach 1 5 2 3 4 Sinn 5 1 4 2 Philippstein 5 Um den 1 4 2 „Großen Straßenpreis von Gießen". Der Gießener Radsport tritt zum zweiten Male in diesem Jahre mit einer Großveranstaltung an die Oeffentlichkeit Nachdem vor 14 Tagen der Bahnrennsport zur Geltung kam, wird am kommenden Sonntag das alljährlich stattfindende reichsoffene Straßenrennen „Großer Straßenpreis von Gießen" ausgetragen. Es ist bereits eine große Zahl von Meldungen eingegangen. Kanuregatta auf der Lahn. Am kommenden Sonntag werden auf der Lahn eine Gau-Kurz st reckenregatta und eine Jugend-Kurz st reckenregatta der Paddler stattfinden. In 20 Rennen werden insgesamt etwa 60 Boote starten. Paddler aus Kassel, Marburg, Wetzlar, Hanau und Gießen (Paddlergilde und Schiklub Gießen) liegen im Rennen. VfB.-ReichSbahn-Leichtathletik. Otto Luh und Lotti Diehl (VfB.-Reichsbahn) starteten beim Gau - Vergleichskampf in Braunschweig. Beide zeigten sich in guter Form. Otto Luh wurde im Kugelstoßen Dritter mit 14,05 Meter. Sieger war der bekannte Sievert (Hamburg) mit 14,62 Meter vor Baier (Hamburg) mit 14,14 Meter. Diese Weite bedeutet für Luh noch nichts, erst allmählich stellt sich seine frühere Leistung ein. Im Diskuswerfen kam er nur auf 38,75 Meter, da er während des Werfens in der gleichzeitig gelaufenen 4X 100-Meter-Staffel starten mußte. Lotti Diehl wurde über 100 Meter eingesetzt. Sie lief, als Vierte einkommend, persönliche Bestleistung mit 13,4 Sekunden. Frl. Diehl bewies damit, daß sie selbst bei großen Kämpfen ihre Ruhe behält. In der 4X200-Meter-Staffel lief sie prächtig und hat fid) sicherlich einen Platz in der Gau- Mannschaft erkämpft. Siege und Niederlagen in Wimbledon. Die Kämpfe im Männereinzel wurden am Dienstag, dem zweiten Tage der inoffiziellen Tennis- Weltmeisterschaften in Wimbledon, abgelöst von den ersten Begegnungen im Fraueneinzel und Männerdoppel. Glühende Hitze lag über den Tennisplätzen, als die Dänin Hilde Sperling auf dem Hauptplatz die Kämpfe im Fraueneinzel zusammen mit der jugoslawischen Meisterin Kovac einleitete. Die frühere Essenerin war glänzend im Schlag und hatte die Jugoslawin schnell 6:1, 6:2 abgefertigt. Leider gab es später die erste deutsche Niederlage. Unsere Nachwuchsspielerin Gisela Enger traf auf die Amerikanerin S. Fabyan und unterlag 1:6, 3:6. Im übrigen gab es zunächst weitere Favoriten« siege. Das Männerdoppel brachte die deutsche Kombinatton Koch-Göpfert gegen das frühere englische Davispokaldoppel Hughes-Wilde. Die beiden Deutschen hatten keine Chance. Die Engländer gewannen sicher 6:0, 6:4, 6:2. Dr. K l e i n s ch r o t h kam zusammen mit dem Ungarn Csikos eine Runde weiter. Sie bezwangen die Monegassen Landau- Medecin 6:3, 7:5, 6:3, treffen aber nun auf die Titelverteidiger Budge-Mako und haben da keine Aussichten. Henkel-von Melaxa siegreich. Bei den englischen Tennismeisterschaften in Wimbledon schlug unser Davispokaldoppel Henkel- von Metaxa am Dienstag das Schweizer Paar Ellmer-Maneff in vier Sätzen 3:6, 6:2, 6:4, 7:5. Reitturnier in Bad-Nauheim. Dor einigen Jahren wurde als ständige Einrichtung in Bad-Nauheim das zweitägige Reit-, «pring- und Fahrturnier geschaffen, für das von jetzt ab das IX. Armeekorps und die SA.-Gruppe Hessen als Veranstalter verantwortlich zeichnen. Der Turnierplatz in der von-Tschammer-und-Osten» Kampfbahn am Hang des Johannisberges wird im 3u!i wieder Schauplatz sportlich hochwertiger Reiterkämpfe sein, bei denen vor allem auch die Offiziell, Unteroffiziere und Mannschaften der in der Umgebung liegenden Truppenteile sowie SA.- upd ff- Reiter stark beteiligt sein werden. Bereits jetzt haben eine Reihe bedeutender Turnierreiter ihre Meldung abgegeben. Aus her engeren Heimat. Au einem rostigen Eisenhaken hängen geblieben. .# Allendorf (Lahn), 21. Juni. Auf dem Gehöft des hiesigen Landwirts V i s o s ky ereignete sich dieser Tage ein schwerer Unfall. Der Schwager des Landwirts, der dort zu Besuch weilte, half beim Futterabladen. Als er dabei vorn Futterboden auf den Kastenwagen abfteigen wollte, blieb er plötzlich mit dem Unterarm in einem rostigen Eisenhaken hängen. Gleichzeitig schien er dabei neben dem Wagen gestiegen zu fein, so daß er freischwebend in der Luft hing, während sich der Eisenhaken immer tiefer in seinen Arm bohrte. Der herbeieilende Hausherr konnte feinen Schwager nur mit Mühe aus feiner bedenklichen Lage befreien. Nach erster Hilfeleistung durch einen Arzt wurde der bedauernswerte Mann in das Krankenhaus nach Wetzlar gebracht. Bei dem Verunglückten handelt es sich um einen Wetzlarer Einwohner Eduard Weber. Landkreis Gießen. • Großen-Linden, 22. Juni. Der älteste Einwohner unserer Gemeinde, Balthasar Schäfer, Obergasse, konnte dieser Tage in voller geistiger und körperlicher Frische seinen 8 6. Geburtstag feiern. Auch der Händler Jung kann am kommenden Freitag, 26. Juni, seinen 8 6. Geburtstag begeifern n jähriges Mädchen vermißt. Wetzlar, 21. Juni. (Lpd.) Seit dem 16. Juni wird die 11jährige Lieselotte Bott vermißt. Das Mädchen ist 1,52 Meter groß und hat hellblonde Haare in zwei Zöpfen geflochten. Es trägt geblümtes Kleid, weiße Strickjacke und weiße Kniestrümpse. Wirtschaft ändert. Im einzelnen blieben Reichsbank-Anteile änderung mehr ein, die Umsätze blieben sehr ftilL praktisch frei von Arbeitslosen, ins« besondere die nördlichen und nordwestlichen Bezirke. Eine nennenswerte Arbeitslosigkeit ist nur noch in den Großstadt- uni) Jndustriebezirken des engeren Rhein-Main-Gebietes um Frankfurt a. M. vorhanden, auf die (7 Arbeitsamtsbezirke) rund 90 v. H. aller noch vorhandenen Arbeitslosen (24 000) entfallen. Bon diesen Arbeitslosen sind rund 9000 nicht im Beruf voll einsatzfähig und 10 000 ungelernte Kräfte. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit während des Berichtsmonats Mai betraf sowohl die stärker sai- sonahhängigen Berufsgruppen (—1000) und Ungelernten (— 1700), als die mehr von der allgemeinen Wirtschaftsentwicklung abhängigen Berufsgruppen (—1700). Besonders erfreulich ist der weitere Rückgang der Arbeitslosigkeit in den Angestell- tenberufen, die eine Abnahme von rund 460 aufzuweisen haben. Die Zahl der von der Reichsanstalt unterstützten Volksgenossen ging (um etwa 2900) auf 12 416 zurück. Die Notstandsarbeiten wurden wegen des allgemeinen Mangels an Arbeitskräften' planmäßig weiter eingeschränkt. Ende Mai dieses Jahres waren insgesamt nur noch 1933 Arbeitskräfte bei Notstandsmaßnahmen beschäftigt. fleisch a) —, b) 69, Bullenfleisch a) 77, b) 66, Kuhfleisch a) 77, b) 65, c) 54,^Färsenfleisch a) 80, b) —, c) 61; Kalbfleisch, 1. Sorte 81 bis 95, 2. Sorte 75 bis 80; Hammelfleisch b) 76 bis 90, Frankfurter Obst- und Gemüfemarkk. Frankfurt a. M., 21. Juni. Der Obst- und Südfrüchtemarkt zeigte ein starkes Angebot von Erdbeeren, während Kirschen nur gering angeboten waren. Auch Johannisbeeren waren erstmals ganz schwach angeboten. Bei schleppendem Geschäft in Erdbeeren gaben die Preise nach, im übrigen zufriedenstellend Am Gemüsemarkt waren Karotten, Kohlrabi, Wirsing und Rhabarber stark, Kopfsalat, Blumenkohl und Rettich ausreichend, aber Spinat, Erbsen, Spargel und Gurken nur knapp angeliefert. Die Tomatenzufuhr hat sich gebessert. Gutes Geschäft hatten Spargel, Gurken, Erbsen, Blumenkohl und Rettich, die übrigen Gemüsearten konnten aber nur schleppend abgesetzt werden. Die Preise lagen für Karotten rückläufig, sonst aber fest. Im einzelnen notierten: Blumenkohl 100 Stück 20 bis bis 60, Johannisbeeren 35, grüne Stachelbeeren 25 bis 28 Reichsmark. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 21 Juni. Auftrieb:. Kälber 733 (am letzten Dienstag 795), Hümmel und Schafs 70 (65), Schweine 3705 (2660). Es notierten je 50 kg Lebendgewicht in RM.: Kälber, Sonderklasse nicht notiert (—), andere Kälber a) 62 bis 65 (61 bis 65), b) 54 bis 59 (53 bis 59), c) 43 bis 50 (45 bis 50), d) 35 bis 40 (38 bis 40); Lämmer und Hümmel b2) Weidemaskhämmel 48 bis 52 (48 bis 52), c) 40 bis 45 (40 bis 45), d) 35 bis 38 (34 bis 39), Schafe a) 38 bis 42 (37 bis 42), b) 34 bis 37 (34 bis 36), c) 28 bis 32 (27 bis 30); Schweine a) 57 (57), bl) 56 (56) b2) 55 (55), c) 53 (53), d) 50 (50), gl) Sauen 54 (54). Marktverlauf: Kälber und Schweine zugeteilt, Hammel und Schafe mittel. G r o ß h a n-d e l s p r e i f e für Fleisch und Fettwaren: Beschickung: 573 Viertel Rindfleisch, 46 ganze Kälber, 3 ganze Hämmel, 220 halbe Schweine, 1 Kleinvieh. Es notierten je 50 kg in RM.: OchsenGießener Schlachiviehniarkt. Zum gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtoiehverteilungsmarkt) in der Viehversteigerungshalle Rhein-Main in Gießen wurden 3 Ochsen, 2 Bullen, 28 Kühe, 31 Färsen, 111 Kälber, 209 Schweine, und 1 Schaf aufgetrieben. Preise: Ochsen 43 bis 44 Pf., Bullen 40 bis 41 Pf., Kühe 22 bis 42 Pf., Färsen 32 bis 43 Pf., Kälber 40 bis 65 Pf., Schafe 42 Pfennig je Pfund Lebendgewicht. Für Schweine wurden je Kilogramm Lebendgewicht folgende Preise bezahlt: Klasse a (150 Kilogramm und mehr) 1.12 RM., Klasse bl (135 bis 149,5 Kilogramm) 1.10 RM., Klasse b2 (130 bis 134,5 Kilogramm) 1.08 RM., Klasse c (100 bis 119,5 Kilogramm) 1.04 RM., Klasse d—f (unter 100 Kilogramm) 0.98 RM., Klasse gl und h (fette Specksauen und Altschneider) 1.06 RM., Klasse g2 und h (andere Sauen und Eber) 1.02 RM. Marktverlauf: Großvieh und Schweine zugeteilt, Kälber lebhaft, alles ausverkauft. erholen. Voran lagen Metallgesellschaft, die auf 129 nach gestern 127,65 anzogen. Auch Scheideanstalt recht gut gehalten. Kaliwerte ebenfalls durchweg freundlicher. Der Elektromarkt zeigte keine wesentlichen Veränderungen, hier blieben die Umsätze sehr gering. Motoren- upd Maschinenwerte hatten ganz überwiegend durch Abwicklungsverkäufe und solche zu Geldbeschäffungszwecken Rückgänge, wobei vor allem Daimler um 2,25 v. H., daneben Junghans um 1,50 v. H., Rheinmetall um 0,75 v. H., gedrückt waren. BMW. und Adlerwerke verloren je 0,25 v. H. Am Montanmakkt Buderus auf dem gestern abend leicht erhöhten Stand behauptet, Verein. Stahlwerke aber noch 0,40, Mannesmann noch 0,50 v. H. niedriger. Bau- und Zementwerke kaum ver- Oer größte Teil frei von Arbeitslosen Der Arbeitseinsatz im Mai im Landesarbeitsamtsbezirk Hessen. Der kräftige Beschäftigungsanstieg der Vormonate hat sich auch im Laufe des Monats Mai fortgesetzt. Die Zahl der beschäftigten Arbeiter und Angestellten stieg wiederum um rund 23 000 an und erreichte damit den bisher höchsten Stand von rund 1038 000. Auch im Berichtsmonat stand der Arbeitseinsatz — wie während des Monats April — vor allem im Zeichen der Eingliederung der Schulentlassenen in das Berufs- und Wirtschaftsleben. Die Zunahme der Beschäftigung war wiederum erheblich größer, als die Abnahme der Arbeitslosigkeit; insgesamt wurden während der Monate April und Mai von den Betrieben und Verwaltungen des Landesarbeitsamtsbezirks Hessen rund 41 000 bisher nicht arbeitslos gemeldete Kräfte zusätzlich aufgenommen, wovon der weitaus größte Teil auf Jugendliche entfallen dürfte. Aus dem Bestand der Arbeitslosen dagegen konnten nur noch in beschränktem Maße Kräfte für einen zusätzlichen Arbeitseinsatz bereitgestellt werden. Während des Manats April nahm die Zahl der Arbeitslosen um rund 4000, während des Monats Mai um rund 4400 ab. Immerhin konnte damit die Arbeitslosigkeit weiter gesenkt und auf einen bisher nicht erreichten Tiefstand (rund 24 000) gebracht werden. Der größte Teil des Landesarbeits- amtsbezirks Hess en ist nunmehr Van den später notierten Werten waren RWE. um 1, Lechwerke um 0,25 v. H. fester, aber Holzmann 0,75 v. H., Goldschmidt 0,25, Gesfürel 0,50 v. H. niedriger. IG.-Farbenindustrie konnten vorübergehend bis 155,50, also noch eine Kleinigkeit anziehen. Renten weiterhin ohne Anregung. Der Pfandbriefmarkt lag in sich ohne Kursoeränderung und ausgeglichen. Städte-Anleihen wiederum etwas widerstandsfähiger. Tagesgeld nach wir vor flüssig bei wieder 2,25 v. H. Abendbörse gehalten. Die Abendbörse lag still und hatte nur kleinste Umsätze. Soweit solche stattfanden, kamen sie auf Höhe der Mittagsschlußkurse zustande. JG.-Farben- inbuftrie mit 155,65, Metallgesellschaft mit 129 wurden auf Mittagsschluß genannt, dagegen gaben Klöckner auf eine kleine Zufallsorder auf 117,13 (117,50) nach. Am Rentenmarkt war auf Basis der Mittagskurse kleinere Nachfrage vorhanden, Reichsaltbesitz aber wieder 131,65 (131,80). Es notierten: Altbesitz-Anleihe 131,65, JG-Farbenbonds 130.25, Adlerwerke Kleyer 113,75, AEG. 118,75, BMW. 147,50, Bemberg 135, Buderus 113, Daimler 137, Demag 147, Deutsche Erdöl 137, Scheideanstalt 244,50, Deutsche Linoleum 157,50, Licht & Kraft 140, IG.-Farben 155,65, Gesfürel 144,50, Goldschmidt 136,40, Holzmann 154, Ilse Genüsse 137, Kali Aschersleben 103,50, Klöckner 117,13, Mainkraft 96, Rheinmetall 141, Stempel 104,50, Vereinigte Stahlwerke 106,75, Westd. Kaufhof 99,50, Zellstoff Waldhof 144.50, Adca 103,50, Commerzbank 113,75, Deutsche Bank 120,25, Dresdner Bank 111,65, Eisenbahn-Bank 3,25, Reichsbank 193,50, Reichsbahn-Vorzüge 124,75. * Hessische Eisenbahn- Ä G., Darmstadt. Bei dem Unternehmen ist im Berichtsjahr 1937 eine weitere Aufwärtsentwicklung eingetreten. Selbst der Straßenbahn-Betrieb konnte erstmals Betriebskosten und Abschreibungen verdienen. Die Erfolgsrechnung zeigt Einnahmen aus Straßenbahn und Kraftbetrieb von 1,9 (1,7) Mill. RM., vom Elektrizitätswerk 5,54 (5,16) und aus dem Gaswerk von 0,02 (0,02) Mill. RM. Weitere Eingänge beliefen sich auf 0,045 (0,065). Andererseits betrugen Betriebsausgaben für Straßenbahnen und Kraftverkehr 1,79 (1,88), für Elektrizitätswerk 4,54 (3,76), Gaswerk 0,040 (0,043), ferner für Zinsen (0,31) (0,29). Die gesetzliche Rücklage erhielt 0,042 (aus Reingewinn 6,048). Aus dem Ueberschuß von 0,85 (1,01) Mill. RM. werden wieder 10 v. H. Dividende verteilt. Die Hauptversammlung genehmigte einstimmig den Abschluß. Rhein Mainische Börse. Mllagsbörse uneinheitlich, aber etwas lebhafter. Frankfurt a. M., 21. Juni. Die Dienstag- borse gewinnt insofern historische Bedeutung, als erstmals seit Bestehen der Börse keine jüdischen Besucher und Händler zugegen waren. Die lang . erwartete Bereinigung ist durch den Erlaß des Reichswirtschaftsmimsters nunmehr vollzogen. Die Börse verlief eher etwas lebhafter, besonders unter Führung von JG.-Farbenindustrie, die einen Teil des 6,3prozentigen Dividendenabfchlages im Ausmaß bis 0,65 v. H. wieder einholten. Im übrigen hat das Angebot allgemein etwas nachgelassen, das herauskommende Material fand eher Aufnahme, zumal erstmals feit längerer Zeit auch aus Publikumskreisen wieder Kaufaufträge vorlagen. Immerhin war die Gesamthaltung noch uneinheitlich, es konnten sich nur verschiedene Werte kräftiger ändert. Im einzelnen blieben Reichsbank-Anteile 60 RM., Bohnen 50 kg 50 RM., Erbsen 50 kg gut gehalten, während Hanfwerke Füssen, Bem- 24 bis 25, Karotten 100 Bdl. 10 bis 12, Salatgurken berg, Westdeutsche Kaufhof je 0,50 v. H., Hapag 100 Stück 20 bis 40, Rettich 100 Bdl. oder 1Ö0 St. 0,13 v. H., Reichsbahn-Vorzüge ebenfalls 0,13 v. H. 8 bis 12, Rhabarber 50 kg 6 bis 8, Kopfsalat 100 zurückfielen. | Stück 4 bis 10, Spargel, je nach Sorte, 50 kg 14 Renten hatten nach wie vor sehr kleine Um- bis 44, Spinat 50 kg 15, Tomaten 10 kg Kanar., sätze und durchweg unveränderte Kurse. Altbesitz 6 bis 6,70, dieselben, inländische, 50 kg 45 bis 65, Zvgkn um 0,17V2 v. H. an. Kommunal-Umschuldung Frühwirsing 50 kg 6 bis 7, Bananen 12,5 kg 7,25 ulD ov, j;Uiiuii«|ici|u) u,