Ur. 44 Erstes Blatt 188. Jahrgang Dienstag, 22. gebruar 1938 krlchem» täq ltd), autzei Sonntags und Feiertags Betlagen Die Illustrierte Gietzener Familienblätter Heirnat lm Bild Die Scholle Monalr-Vezugrpretr: Mit 4 ‘Beilagen RM. l 95 Ohne Illustrierte . 1 80 Zustellgebühr , --25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernsprechanschlüste unter Sammelnummer 225) Anschrift für Drahtnach- richten Anzeiger Gietzev poftfcheckionto: granffurt am Main 11686 GietzeimAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Universitatrdruckerei R. Lange in Sietzen. Schriftle^vny und Geschäftsstelle: Schulstratze 7 Annahme oon Anzeigen süi Oie Mittagsnummer bis8' ,.UHr Oes Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen oon 22 mm Breite 7 Nps., für Text- anzeigen oon70mm ‘Breite 50Nps..Platzoorjchrifi nach vorh Vereinbg 25°,„ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins«, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige (öelegenheitsonzei- gen 5 Npf.. Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- m behördliche Anzeigen 6Npf. Mengenobschlüsse Staffel B Chamberlain wünscht Fühlungnahme mit den autoritären Mächten. Der Wechsel in der Leitung der britischen Außenpolitik. Lord Halifax mit der Führung des Foreign-Ossice beauftragt. Unterredung mit Botschafter Grandi. London. 21. Febr. (DNB.) Ministerpräsident Chamberlain begab sich Montagnachmittag zum Buckingham-Palast, wo er mit dem Königspaar ein Frühstück einnahm. Anschließend gab Chamberlain dem König Georg einen lieber« blick über die Ereignisse der letzten Tage ab, die zum Rücktritt Edens führten. Der italienische Lord Halifax. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Botschafter in London, Graf Grandi, suchte den englischen Premierminister auf, der ihn in Gegenwart oon Lord Halifax und des Ständigen Unterstaatssekretärs im Foreign Office, Sir Alexander C a d o g a n , empfing. Wie verlautet, ist Lord Halifax zur Zeit mit der Leitung des Foreign Office beauftragt. Grands hat Chamberlain die italienische Antwort zur Frage der Zurückziehung der Freiwilligen in Spanien überreicht. Es wird ferner angenommen, daß in Verfolg der Besprechung baldigst Schritte zur Eröffnung englisch- italienischer Verhandlungen ergriffen werden können. Eden begründet seinen Rücktritt. London, 21. Febr. (DNB.) Im Unterhaus machte sich am Montag eine sichtliche Spannung bemerkbar. Der Saal war überfüllt. Auch die Galerien für die Diplomaten und die Presse waren stark besetzt. Eden, der beim Betreten des Hauses von der Opposition mit demonstra- Anthony Edön. — (Scherl-Bilderdienst-M.) tivem Beifall begrüßt worden war, wies daraus hin, daß ein Meinungsaustausch zwischen der italienischen und der britischen Regierung wegen der Aufnahme oon Besprechungen stattgesunden habe. Die britische Regierung sei grundsätzlich zu solchen Besprechungen verpflichtet seitdem der Premierminister selbst im letzten Sommer Briefe mit Mussolini austauschte. Die Frage sei, ob solche offiziellen Be precyungen n Rom nun eröffnet werden sollen. Nach s e i- n e r Ansicht sei die Haltung der italienischen Regie- run« nicht fo. d°tz fie «in Derartiges Verfahren rechtfertige Der Baden fei „in keiner Hinsicht vorbereitet" Er habe fich verpflichtet, keine Besprechungen mit Italien zu beginnen b>- defsen feindliche Propaganda gegen England aufhöre. In den letzten 18 Monaten feien alle Versuche, die britischen Beziehungen^ Italien zu bessern, hauptsächlich wegen der s p a n i. schen Frage fehlgeschlagen. Die Zurückziehung der Freiwilligen müsse seiner Ansicht nach vorher ernsthaft begonnen haben. Eden erklärte weiter, daß noch andere Fragen zwischen ihm und dem Premierminister stünden. So sei in der letzten Woche in einer der wichtigsten Entscheidungen der Außenpolitik, die sich nicht nur a u f Italien beziehe, eine fundamentale Meinungsverschiedenheit festzustellen gewesen. Zwischen ihm und dem Premierminister bestehe eine grundsätzliche Verschiedenheit der Ansichten und der Methoden. Er glaube nicht, daß irgendein Fortschritt zur europäischen Befriedung gemacht werden könne, wenn man im Auslande den Eindruck an Boden gewinnen lasse, daß Großbritannien „ständig dem Drucke nachgeb e". Besprechungen mit Italien sind eingeleitet. Premierminister Neville Chamberlain wurde mit lautem Beifall auf den Regierungsbänken begrüßt. Er erklärte, daß die britische Politik auf drei Grundsätzen beruhe: 1. Schutz britischer Interessen und des Lebens britischer Staatsangehöriger; 2. Aufrechterhaltung des Friedens, soweit das möglich sei; Regelung von Meinungsverschiedenheiten durch friedliche Mittel und nicht durch Gewalt; 3. Förderung freundschaftlicher Beziehungen zu anderen Völkern, die bereit sind, solche freundschaftlichen Gefühle zu erwidern und die sich an jene Regeln internationalen Verhaltens halten wollen, ohne die es weder Sicherheit noch Stabilität in der Welt geben Fann. Dir sind jetzt mit einem gigantischen Aufrüstungsplan beschäftigt, von dem die meisten von uns glauben, daß er wesentlich der Erhaltung des Friedens dient Diese Wiederaufrüstung ist uns aufgezwungen worden, weil andere Länder sich fürchten, abzurüsten und weil wir nicht Opfer irgendeines bewaffneten Nachbarn werden wollen. Ich kann aber nicht glauben, daß es mit gutem Willen und Entschlossenheit nicht möglich ist, echte Beschwerden zu beseitigen. Aus diesen Gründen sind meine Kollegen und ich bestrebt, irgendeine Gelegenheit zu finden, um Besprechungen mit den beiden europäischen Ländern Deutschland und Italien aufzunehmen, damit wir feststellen, ob es irgendeine g e - meinsame Basis gibt, auf der wir vielleicht einen allgemeinen Plan der Befriedung in Europa aufbauen können. Verschiedene Zwischenfälle im Mittelmeer hätten es nach britischer Ansicht unmöglich gemacht, die Besprechungen mit Italien mit irgendeiner Aussicht auf Erfolg zu eröffnen. Das Nyon-Abkommen habe wieder Hoffnungen erweckt. Aber wieder sei man enttäuscht worden. Während der sich ständig verschlechternden Atmosphäre habe sich plötzlich jedoch die Möglichkeit zu einem Ausgleich ergeben. Am 10. Februar habe der italienische Botschafter ihm und Eden erklärt, seine Regierung sei zu jeder Zeit bereit, Verhandlungen mit Großbritannien zu beginnen. Sie hege den Wunsch, daß die Besprechungen so umfassend wie möglich seien und daß sie natürlich die Frage der formellen Anerkennung des italienischen Imperiums umfassen sollten, aber Spanien nicht etwa ausschlössen. Eden habe erklärt, daß Großbritannien als Mitglied der Genfer Liga handeln müsse. Eine Woche später habe die italienische Regierung Grandi angewiesen, sich für einen baldigen Beginn der Besprechungen einzusetzen. Chamberlain habe bei Eden eine Unterredung mit Grandi angeregt, aber nach der Unterredung habe er bei der Erörterung mit -Eden, welche Schlußfolgerungen aus den Besprechungen gezogen werden müßten, das Empfinden gehabt, daß Meinungsverschiedenheiten zwischen ihnen bestünden. Er war der Meinung, daß eine verbesserte Atmosphäre insbesondere in Spanien, erzielt werden könnte. Eden aber habe antworten wollen, „daß nach Ansicht der britischen Regierung der Augenblick für den offiziellen Beginn der Verhandlungen mit Italien nicht g e e i gn et sei". Eden habe eine substanzielle Zurückziehung von Freiwilligen in Spanien zur Bebinflung gemacht. Unter diesen Umständen habe er, Chamberlain, das Kabinett einberufen. heule habe Grandi erklärt, daß die italienische Regierung die britische Formel über die Zurückziehung der ausländischen Freiwilligen angenommen habe und willens sei, die Besprechungen zu beginnen. Er. Lbam- berlain, habe seinerseits dem italienischen Botschafter mitgeteilt, daß auch die britische Regierung bereit sei, Besprechungen zu beginnen. Dem englischen Botschafter in Rom sei bereits mitgeteilt worden, daß die britische Regierung 1. eine Regelung der Spanienfrage als einen wesentlichen Bestandteil des etwa zu erzielenden Abkommens ansehen würde. Ein Abkommen ohne Regelung der Spanienfrage würde als nicht vollständia anzuseben fein: 2. England ein loyales Mitglied der Genfer Liga sei und daß, wenn man zu einem Abkommen gelange, Großbritannien die Billigung Genfs dafür zu erlangen wünsche. Die Lage in Spanien dürfe während der Besprechungen nicht materiell durch Italien geändert werden. Was wir zu tun versuchen, ist, eine allgemeine Beruhigung in Europa zu erzielen, die uns Frieden g i bt. Frankreich brauche nicht zu befürchten, daß der Rücktritt Edens ein Abweichen von der Politik der englischen Freundschaft bedeute. Man müsse zu erreichen versuchen, die vier Großmächte, Deutschland, Italien, Frankreich und England, zu einer freundschaftlich en Erörterung ihrer Weinungsverschieden-. h e i t e n zu bringen, dann werde man den Frieden Europas für eine Generation gerettet haben. Seiner Ansicht nach, schloß Chamberlain unter lang anhaltendem Beifall, bedeute der Schritt der italienischen Regierung von heute 'einen wichtigen Beitrag zur Verwirklichung dieser Absicht. Kritik der Opposition. Der Führer der Opposition, Attlee, beklagte den Rücktritt Edens lebhaft und warf der Regierung vor, die Sache des Friedens und der Sicherheit „verraten" zu haben. In das gleiche Horn stieß der Oppositionsliberale Sir Archibald Sinclair. Der Konservative A m e r y setzte sich energisch für die Verbesserung der Beziehungen zwischen Italien und England ein. Italien habe eine Reihe berechtigter Beschwerden. Die „britische Intervention in Abessinien" habe verhängnisvolle Konsequenzen gehabt. Das Schlimmste bei Eden sei, daß er Vergangenes habe nicht vergangen sein lassen können. Das Letzte, was man wünschen solle, sei eine Störung der guten Beziehungen zwischen Deutschland und Italien, das sei aber kein Grund, weshalb nicht auch Großbritannien mit Mussolini in guten Beziehungen stehen solle. Premierminister Chamberlain erklärte, er sei nicht bereit, Fri e d e*n um jeden Preis zu schließen. England wünsche eine Austragung der spanischen Frage durch Spanier ohne fremde Eingriffe. Wenn er erklärt habe, die vier großen Länder Europas können ihre Differenzen ausräumen, fo fei dies der größtmögliche Schritt'zu -einer Stabilisierung des europäischen Friedens. Er hoffe, klargeftellt zu haben, daß die britische Regierung Unterhaltungen und noch kein Abkommen Vorschläge. Wenn zu einem späteren Zeitpunkt ein Abkommen zustandekomme, müsse es für England annehmbar fein und zumindest die Punkte umfassen, die er genannt habe. Chamberlain seines Sieges Mer Die Unterhausaussprache wird am Dienstag ihren Fortgang nehmen. Die Opposition hat beschlossen, einen M i ß t r a u e n s a n t r a g einzubringen. Die Regierungsparteien halSn Chamberlain bereits ihre volle Unterstützung zugesagt. Auch die Unterhausabgeordneten der national- liberalen Partei haben beschlossen, die Regierung zu unterstützen. Ein Erfolg Chamberlains scheint damit sichergestellt zu sein. In den Abendstunden hat noch eine Sitzung oon konservativen Abgeordneten einstimmig Chamberlain das Vertrauen ausgesprochen. Damit entfällt die geringe Wahrscheinlichkeit, daß es unter den Konservativen zu einer Art Revolte kommen könnte. Auch in der Presse kommt bereits zum Ausdruck, daß die Regierung über die Opposition einen glatten Sieg davontragen werde. „Daily Telegraph" stellt so u. a. fest, daß die Stimmung für die Regierung nach den Parlamentreden schnell gewachsen sei, um 19 Uhr habe nur noch eine kleine Minderheit sich hinter die Ansichten von Eden und Granborne gestellt. „Daily Expreß" stellt fest, daß die politische Krise vorbei sei, es werde keine Austritt- aus der Regierung mehr geben, auch würden in naher Zukunft keine Wahlen stattfinden. In Durchführung der Anerkennung der spanischen Nationalregierung sind die österreichischen Konsulate in Madrid, Barcelona und Valencia geschlossen worden. An ihre Stelle werden im nationalen Spanien mehrere Konsulate errichtet werden. Der österreichische Gesandte in Paris, der schon seit Jahren die Aufgaben eines Gesandten für Spanien mit« verwaltet, wird bei der Regierung Franco akkreditiert werden. Durch Klärung zum Stieben. Erst die Lektüre des ebenso weit gespannten, wie die Wurzeln deutschen Volkstums aufzeigenden Rechenschaftsberichts, den der Führer und Reichskanzler in seiner dreistündigen Rede vor den Männern des Deutschen Reichstags und dem am Rundfunk versammelten ganzen deutschen Volk in aller Weltöffentlichkeit abgelegt hat, gestattet uns, die Fülle der aus tiefster Erkenntnis der inneren Zusammenhänge schöpfenden staats- philosophischen Gedanken über den Weg des deutschen Volkes aus tiefster Erniedrigung zu der fest in der Einheit von Volk und Staat ruhenden Machtstellung des Dritten Reiches nationalfozialiststcher Prägung, die Fülle der als stolze Zeugen deutscher Leistung in fünf Jahren nationalsozialistischer Aufbauarbeit vor uns ausgebreiteten Tatsachen und schließlich die Fülle der Eindrücke des sich vor unseren Augen aufrollenden Panoramas weltpolitischen Geschehens, in dem Deutschland dank der Tatkraft und Umsicht nationalsozialistischer Staatsführung vom hilflos Objekt frerpben Willens zum imponierenden, sein Schicksal selbst gestaltenden Machtfaktor geworden ist — erst die auch in die Einzelheiten eindringende Lektüre dieses wahrhaft großartigen Berichts gestattet uns, ihn in feiner ganzen Fülle vollauf in uns aufzunehmen, zu würdigen und zu verarbeiten. Und das ist nötig, denn er bedeutet den Abschluß einer bedeutsamen Epoche lieber alle wesentlichen Fragen deutschen Schicksals ist volle Klarheit geschaffen. Auf festem Fundament ruhen die Strebepfeiler des neuen deutschen Hauses, das Adolf Hitler, der Baumeister des Dritten Reiches der Deutschen, nach großartigem, genial durchdachtem, von dem Charakter des deutschen Volkes und seinen besonderen Bedürfnissen als dem Volk der, europäischen Mitte bestimmten Plan umsichtig Stein auf Stein türmend errichtet. Nach allen Seiten hin sind auch die großen Linien abgesteckt, die Deutschlands Stellung in der Welt und zur Welt bestimmen. Gefestigt im Innern, gesichert nach außen im Bewußtsein feiner Kraft als eine durch die Einheit des Willens und zielbewußte Führung zu höchstem Einsatz zusammengefaßte Nation steht das deutsche Volk in unermüdlicher Arbeit, um seine Leistungsfähigkeit an immer neuen gewaltigen Aufgaben zu erproben, die fein Leben auf allen Gebieten des materiellen Daseins schöner gestalten und in wachsendem Maße allen Volksgenossen ihren Anteil an den großartigen Schöpfungen deutscher Kultur sichern werden. Das ist das wahrhaft imposante Bild des deutschen Friedenswerkes, das Absft Hitler, von einem unangreifbaren Zahlenmaterial unterbaut in feiner großen Rede vom 20. Februar dem ebenso böswilligen wie kleinlichen und verlogenen Geschwätz seiner ausländischen Kritiker ent- gegenstellte Des Führers Rede, deren Dreiteilung in Rückblick, Leistungsbericht und Gegenwartsschau wir schon andeuteten, hob mit Recht die Bedeutung des 30. Januar 1933 als eines als solchen bereits erkannten und anerkannten Wendepunktes in der Geschichte des deutschen Volkes hervor. Denn nicht der an den äußeren Symptomen der Verelendung und Knechtung sichtbare Zusammenbruch unserer politischen Macht und unseres wirtschaftlichen Daseins war die verhängnisvollste Folge des verlorenen Krieges, sondern der Zusammenbruch unserer inneren Haltung, die Selbstaufgabe unseres Volkes, das fein natürliches Gefühl für Ehre und Freiheit unter der Zuchtrute ausländischer Bedrücker eingebüßt hatte, die ihren Machtwahn mit dem Dunst demokratischer Humanitätsphrasen einnebelten. Die Erkenntnis des Wesens der blutbestimmten und blutgebundenen Substanz als dem Träger alles volklichen Lebens führte nach den Worten Adolf Hitlers zur Erkenntnis der wahren Ursachen des deutschen Zusammenbruchs, aber damit auch schon zur Erkenntnis der Elemente, deren Erweckung und » deren Einsatz allein noch Rettung in letzter Stunde versprachen. Die nationalsozialistische Partei konnte in den 15 Jahren des Kampfes um die Macht nicht nur die festgefügte Organisation schaffen, sondern auch die Köpfe bereitstellen, die im Augenblick der Machtergreifung daran gehen konnten, das Rettungsprogramm des Führers in die Tat umzusetzen. Daß dies mit einem für die Geschichte anderer Völker geradezu beispiellosem Maß von Ruhe und innerer Sicherheit vor sich gegangen ist, gereicht der nationalsozialistischen Revolution, die damit ihren germanischen Charakter bewies, zu höchstem Ruhm. Wenn Unwissenheit und Arroganz von gewissen Staatsmännern, Politikern und Journalisten sogen, demokratischer Länder, die gegenüber den blutigen Hekatomben des bolschewistischen Terrors in Rußland ober dem Gemetzel des marxistischen Mobs in Spanien beide Augen schließen, die nationalsozialistische Revolution in Deutschland ebenso überheblich, wie heuchlerisch bekrittelten und das neue Deutschland mit einer wahren Flut von Lügen und Verleumungen in der Welt zu diffamieren trachteten, so wurden sie am besten durch die nicht mehr wegzudisputierenden Erfolge des nationalsozialistischen Aufbauwerks widerlegt, Erfolge, die undenkbar gewesen wären in einem Land, in dem nach bolschewistischem Muster alles Bestehende zertrümmert worden wäre. Der Führer gab bann eine großartige Leist u n g s s ch a u biefer nationalsozialistischen Arbeit, deren unbestreitbare Erfolge das deutsche Volk ausschließlich der eigenen Führung und der eigenen Kraft zu verdanken hat. Der gesunde Menschenverstand und der Wille, allen Hindernissen mutig und tapfer zu trotzen, haben, wie der Führer mit berechtigtem Stolz unterstrich, allein die Rettung des deutschen Volkes aus seiner wirtschaftlichen Not bewirkt. Die imposanten Zahlenreihen, die der Führer dann aufmarschieren ließ, dokumentieren am besten den beispiellosen Wanbel eines kurzen Einführung des weiblichen Pflichtjahres. Verstärkter Einsatz weiblicher Arbeitskräfte in -er Land- und Hauswirtschaft. 2ayrir«..,,s. Die Hebung Les deutschen Volkseinkommens von 45,2 auf 68 Milliarden Reichsmark, die gewaltige Mehrerzeugung auf allen Gebieten der deutschen Industrie, genannt seien nur die Entwicklung der deutschen Stahlproduktion von 9,6 au 19,2 Millionen Tonnen und der deutschen Eisenerzförderung von 1,3 im Jahre 1932 auf 9,6 Mil- lionen Tonnen, die durch die Maßnahmen des Vierjahresplans 1940 mindestens 41 bis 45 Millionen Tonnen erreichen wird, die großartige Bilanz des deutschen Verkehrs, die nicht nur-die besonders geförderte Motorisierung umfaßt, sondern auch Schiffahrt, Reichsbahn und Reichspost aufweisen können, die eindrucksvollen Umsatzzahlen von Einzelhandel.(von 21,8 auf 31 Milliarden Reichsmark) und Handwerk (von 10,1 auf 22 Milliarden Reichsmark) sie alle sind beweiskräftige Zeugen des Wiederaufstiegs der deutschen Wirtschaft, der sich auch spiegelt in der Zunahme der Spareinlagen von 11,4 Milliarden Reichsmark im Jahre 1932 au 16,1 im Jahre 1937 und der Reichseinnahmen von 6,6 Milliarden im Jahre 1932 auf 14 Milliarden im Jahre 1937. Welch anderes Land vermag für das letzte Jahrfünft eine ähnliche Erfolgskurve seiner Wirtschaftspolitik aufzuweisen und damit gleichzeitig einen ähnlichen Beweis für die Rückkehr des Vertrauens in die Staatsführung anzutreten, deren folgerichtige Maßnahmen Ruhe und Sicherheit in Handel und Wandel verbürgen und die nationale Arbeit nach großen einheitlichen Gesichtspunkten lenken? Diese wahrhaft grandiose Leistungsschau brachte in ihren nackten, nüchternen Zahlen den meisten deutschen Volksgenossen ungeahnte Ueberraschungen, daß sie auch auf das skeptische, nörgelnde und besserwissende Ausland nicht ohne Eindruck geblieben ist, zeigen schon die ersten Kommentare, namentlich in der französischen Presse, deren vergleichende Betrachtungen — je nach der politischen Richtung — in verlegenem oder vorwurfsvollem Ton nicht gerade zum Vorteil des eigenen Regimes ausfallen. Aber der Führer hat auch keinen Zweifel über die grundlegenden Ursachen dieses Unterschieds gelassen. Er hat der marxistischen Doktrin „Mehr Lohn, weniger Arbeit" die Erkenntnis der nationalsozialistischen Sozial- und Wirtschaftspolitik, die ein untrennbares Ganzes ist, entgegengestellt, daß jede ausbezahlte Lohn- und Gehaltssumme nur jenen realen Wert besitzt, der der geleisteten Arbeit in Form erzeugter Ware entspricht. Rur eine ge- steigerte Produktion vermag dem gesteigerten Volkseinkommen die bleibende Kaufkraft zu sichern. Ein Volk kann nur das verbrauchen, was es vorher erarbeitet hat. Jede Mark, die in Deutschland mehr gezahlt wird, setzt voraus, daß um eine Mark mehr gearbeitet wurde. Das Produkt der nationalen Arbeit ist die einzig echte Deckung einer Währung. Nach diesem Fundamentalsatz unserer Wirtschafts- und Sozialpolitik haben wir nicht nur ohne Gold unb Devisen den Wert der Reichsmark erhalten und den Wert der Sparguthaben sicherstellen können in einer Zeit, in der Länder mit riesigen Goldhorten von einer Währungskrisis in die andere taumeln, sondern auch mit der Durchführung eines Sozial- Programms eingesetzt, das in der Welt beispiel- los ist in seiner Großzügigkeit und Neuartigkeit. Die eindrucksvolle Zusammenstellung, die der Führer in feiner Rede von den Leistungen der Deutschen Arbeitsfront gab, beleuchtete nicht nur die Vielseitigkeit dieser 20 Millionen schaffende deutsche Volksgenossen umfassenden Organisation, sondern auch ihre über die Sicherung "der Arbeitsbedingungen alten Stils weit hinausgreifenden Leistungen in der Sorge für die Gesundheit, Erholung, berufliche und kulturelle Weiterbildung ihrer Angehörigen. Viele hundert Millionen, die in andern Ländern und früher auch bei uns durch Streiks und Aussperrungen vertan wurden, kann- ten durch die Sicherung des sozialen Friedens im nationalsozialistischen Staat für die praktische Hebung des Lebensstandards des deutschen Arbeiters verwandt werden. Arbeitsdienst, natiostal- sozialistische Jugendführung und Winterhilfswerk sind weitere Zeugen der neugewonnenen die Gemeinschaft in den Mittelpunkt rückenden Grundhaltung des deutschen Volkes. Und wie sehr auch das deutsche Kulturleben in allen seinen Verzweigungen vom nationalsozialistischen Regime befruchtet worden ist, zeigen die vom Führer angeführten Besucherzahlen, die Theater, Film, Ausstellungen aufzuweisen haben, zeigen die 10,5 Millionen Rundfunkempfänger, die feit der Machtüber- nähme abgegeben wurden. Aber der schönste Beweis wiedergekehrten Vertrauens, seelischer Gesundung und wirtschaftlichen Aufstiegs sind die mehr als eine Million Kinder, die deutsche Frauen seit der Machtübernahme ihrem Volke mehr geschenkt haben. Dies durch viele Hunderte von Zahlen erhärtete Bild deutschen Lebens, das der Führer entwarf dies Bild einer geeinten, zu stolzem Selbstbewußt- sein und unerschütterlichem Vertrauen in die eigene Äraft und in die Einsicht einer überlegenen Führung zurückgekehrten Nation paßt schlecht zu der verzerrten Fratze, mit der böswillige, verlogene Subjekte das deutsche Volk, den nationalsozialistischen Staat und feine Führung in einer gewissen Auslands presse bei jeder Gelegenheit zu zeichnen belieben. Der 4. Februar schien diesen üblen Skribifaxen wieder eine solche Gelegenheit zu fein. 2)er Führer hat dem Reichstag eine kleine Blüten- iefe der Produkte ihrer zügellosen Phantasie dar- geboten und mit einer Handbewegung das Sägern geroebe zerrissen, das diese Art von Journalisten über Deutschland gesponnen hatte. Mit aller Entschiedenheit hat der Führer erklärt, daß es im nationalsozialistischen Reich kein Problem Staat U-2?n?a£tci' Partei und Wehrmacht S.wt. Em Sturm des Beifalls dankte dem Führer 'UIL ™ ^eftfteöung, dnß jede Institution, Partei und Wehrmacht ihre Ausgabe hat, daß beide nn- ter dem Befehl der obersten politischen Führung des Reiches verschworen und einig sind in dem Willen, öiefes nationalsozialistische Deutschland, wenn es nötig wird, bis zum letzten Atemzug zu verteidigen und r?rrVro,e ~c deutsche Wehrmacht dem nationalsozia- listi chen Staat m blinder Treue und blindem Ge- horfam ergeben ist, fo dieser nationalsozialistische n und seine führende Partei stolz und alücklich sind über ihre Wehrmacht. Der Dank des Führers an den Generalfeldmarschall von Blomberg den Generalobersten F r e i h e r r n v o n F r i t s ch und die übrigen im Zuge der Verjüngung des poli- lifchen und militärischen Führerkorps zurückgetrete- nen Generale und Diplomaten sollte ebenso wie die ritterliche Art wie sich Adolf Hitler vor die Ehre des deutschen Offlzierkorps stellte, nun endlich auch tn den Kreisen des Auslands, die sich noch 'ein Ge- fühl für Anstand und Fairneß bewahrt haben, dem ebenso geistlosen wie albernen Gewäsch ein Ende machen, das der Führer mit bitterem Sarkasmus dem Gelächter der Welt preisgegeben hat. Aber er hat dabei auch mit allem Ernst auf die Gefahren hmgeroiefen, die diese ständige infame Brunnen- Vergiftung, die verantwortungs- und gesinnungslose Journalisten namentlich in Frankreich und Eng. Berlin, 21. Febr. (DNB.) Ministerpräsident Generalfeldmarschall Göring hat als Beauftragter für den Vierjahresplan unter dem 15. Februar 1938 eine Anordnung erlassen, die zu einer wesentlichen Entlastung im Arbeitseinsatz der Land- und Hauswirtschaft führen wird. Es war auf die Dauer nicht möglich, mitanzusehen, daß die Bauersfrau, weil weibliche Kräfte fehlten, sich vom frühen Morgen bis zum späten Abend abplagte, ohne mit der Arbeit fertigzuwerden; und ebenso war es nicht länger zu verantworten, daß Familien mit mehreren Kindern keine Hausgehilfinnen mehr finden konnten. Um hier die erforderliche Hilfe zu leisten, mußte auf die in der Frauenarbeit noch enthaltene „stille Reserve" zurückgegriften werden. Nach den Vorschriften der neuen Anordnung dürfen ledige weibliche Kräfte unter 25 Jahren von privaten und öffentlichen Betrieben und Verwaltungen als Arbeiterinnen oder Angestellte nur eingelt e l l t werden, wenn sie eine winde st ens einjährige Tätigkeit in der Landoder Hauswirtschaft durch das Arbeitsbuch nachweisen. Vom Lande stammende Arbeitsuchende müssen die Tätigkeit auf dem Lande abgeleistet haben. Die vorherige Ableistung des Pflichtjahres in der Land- oder Hauswirtschaft wird zunächst nur bei der Einstellung von Arbeiterinnen in Betriebe des Bekleidungsgewerbes, der Textilindustrie und der Tabakindusirie sowie von Angestellten für kaufmännische und Büroarbeiten in allen privaten und öffentlichen Betrieben und Verwaltungen zwingend gefordert. Das Pflichtjahr beschränkt sich dabei auf diejenigen ledigen weiblichen Arbeitskräfte unter 25 Jahren, die vor dem 1. März 1 938 noch nicht als Arbeiterinnen oder Angestellte beschäftigt waren. Damit gelten die Vorschriften über die Ableistung des Pflichtjahres nicht für bereits jetzt im Erwerbsleben flehende weibliche Arbeitskräfte. Bei Abschluß eines Lehrvertrages kann das Pflichtjahr auch unmittelbar nach der Lehrzeit abgeleisiet werden. Wichtig ist der Hinweis, daß der weibliche Arbeitsdienst, der Landdienst des B D M., die L a n d h i l f e, die ländliche Hausarbeits lehre, das hauswirtschaftliche Jahr sowie die Teilnahme an einem vom Arbeitsamt durchgeführten oder geförderten land- oder hauswirtschaftlichen Lehrgang als Tätigkeit in der Landwirtschaft gelten. Kinderreichen Familien wird dadurch besonders geholfen, daß auf das Pflichtjahr auch eine nicht arbeitsbuch- pflichtige Tätigkeit im Elternhaus oder bei Verwandten angerechnet wird, wenn es sich um Familien mit vier oder mehr Kindern unter 14 Jahren handelt. Da auch die sozialen und pflegerischen Frauenberufe dringend Nachwuchs brauchen, ist weiter bestimmt worden, daß dem Pflichtjahr eine zweijährige geordnete Tätigkeit im Gesundheitsdienst als Hilfskraft zur Unterstützung der Schwestern und in der Wohlfahrtspflege zur Unterstützung der Volkspflegerinnen und der land unter dem Schutz der eigenartigen demokratischen Freiheiten ihres Landes betreiben, für den Frieden bedeutet und erklärt, daß Deutschland nicht mehr länger gewillt ist, diese Hetze widerspruchslos hinzunehmen, die eine unerträgliche Belastung internationaler Beziehungen darstellt, besonders, wenn ie es. sich geradezu zum Ziel setzt, durch ihre raffinierten Verleumdungen die Völker in einen Krieg Zu treiben. Solange diese Gefährdung des Dölker- riedens nicht beseitigt ist, sieht der Führer keine Aussicht, durch Konferenzen oder Einzelbesprechungen die auch von Deutschland ersehnte Entspannung herbeizuführen, fühlt vielmehr die Verpflichtung, jene Verstärk um gen derdeutschenWehr- m a ch t durchzuführen, die Deutschland vor einer Verwirklichung der wilden Kriegsdrohungen einer die öffentliche Meinung vergiftenden Presse sichern. Aber die Umschau über Deutschlands weltpoli- tische Stellung braucht Gott sei Dank nicht bei den eben gekennzeichneten tiefen Schatten stehen zu bleiben. Eine enge auf ähnlichen weltanschaulichen Grunderkenntnissen und weitgehender Interessengemeinschaft ruhende Freundschaft verbindet das Deutsche Reich mit dem faschistischen Italien und dem um die Sicherung seiner Weltstellung ringenden Japan. Der Führer hat untere Stellung in dem von uns aus unseren guten Beziehungen zu Japan wie zu China aufrichtig beklagten ostasiatischen Konflikt ebenso scharf präzisiert wie. zum spanischen Krieg. Hier wie dort haben wir das alleinige Interesse, die Ausbreitung des Bolschewismus, mit dem es für das nationalsozialistische Deutschland nach wie vor kein irgendwie geartetes Verhältnis geben kann, unter ollen Umständen zu verhindern. In einer Bvlsche- roifierung Spaniens würde Deutschland eine Stö- rung des europäischen Gleichgewichts erblicken, der gegenüber es nicht gleichgültig bleiben könnte. Eine scharfe und endgültige Absage erfuhren alle lockenden Stimmen, die ups wieder in die Genfer Entente hineinzulotsen versuchen. Wir wünschen nicht, uns jemals und irgendwo durch einen Gen- er Mehrheitsbeschluß für die Verteidigung des Unrechts einspannen zu lassen, das der „Völkerbund" als ein Instrument der Versailler Friedensmacher nach wie vor darstellt. Unser gutes Verhältnis zu Polen, die eben neu fundierte Freundschaft zu Oesterreich, dessen Bundeskanzler der Führer Worte herzlichen Dankes für - die verständnisvolle Bereitwilligkeit zollte, mit der von ihm eingeleiteten Befriedungsaktion einen wesentlichen Beitrag Zur Entspannung der Beziehungen der beiden so eng verbundenen deutschen Staaten und damit auch um europäischen Frieden zu leisten, und schließlich die reundschaftlichen Beziehungen Deutschlands zu einer Reihe anderer Staaten sind angebahnt worden ohne die Genfer Entente, der auch die mit uns besonders eng verbundenen Großmächte Jta- lien und Japan nicht mehr angehören. Wir sehen auch außerhalb von Genf Wege der Zusammenarbeit genug. Mit größtem Nachdruck unterstrich der Führer Deutschlands Recht, jene deutschen Volksgenossen jenseits der Reichs- iß leinen Schutz zu uehwen. dis aus Kindergärtnerinnen gleichsteht. In besonders gelagerten Fällen kann das Arbeitsamt Ausnahmen zulassen. * Der Beauftragte für den Dierjahresplan hat mit diesen Maßnahmen der weiblichen deutschen Jugend eine Aufgabe gestellt, die sie aus ihrer Verantwortung gegenüber Staat und Volk lösen muß. Wenn die männliche deutsche Jugend dem Daterlande mit Spaten und Waffe zweieinhalb Jahre dient, dann wird auch die weibliche Jugend nicht zurückstehen wollen, sondern wird freudig und gern dort ihre Pflicht tun, wo das Vaterland es verlangt. Zugleich aber lernt die deutsche weibliche Jugend bie Be - rufe keinen, die ihrer Wesensart angemessen und die für ihren künftigen Beruf als Hausfrau und Mutter von besonderer Bedeutung sind. Das Pflichtjahr ist gleichzeitig auch ein Lehr- Berlin, 19. Febr. (DNB.) Anläßlich der Internationalen Automobil- und Mvtorradausstellung fand eine von der Obersten Nationalen Sportbe- hörde durchgeführte Veranstaltung für den deutschen Kraftfahrsport statt, in deren Mittelpunkt eine Rede des Führers des deutschen Kraftfahrsports, Kvrps- ftihrer H ü h n l e i n stand. Er betonte, daß erst die Machtübernahme durch den Führer auch dem deutschen Kraftfahrsport eine Wendung zu aktivster Tätigkeit gegeben hat. Das sei nur möglich gewesen, weil der Führer seinen starken Willen in die Tat umgesetzt habe. Ein Siegeszug ohnegleichen habe bereits vom Jahre 1933 ab für den deutschen Kraftfahrsport begonnen. Das Jahr 1937 sei ein neues Jahr stolzer Erfolge gewesen, sowohl für die Rennwagen wie fiir die Nennmotorräder. Wenn in einem einzigen Jahr elf große internationale Rennen elf deutsche Siege gebracht hätten, fo fei das ein Erfolg, wie er überzeugender nicht gedacht werden könne. Beachtlich seien auch die bei den Sportwagen-Rennen und Zuverlässigkeitsfahrten im Auslande erzielten Ergebnisse. Nach einem Rückblick auf das Ergebnis der einzelnen Veranstaltungen des vergangenen Jahres kam der Korpsführer auf die Arbeit des Jahres 1938 zu sprechen, für die er die Parole aus gab: Höchster Einsatz im Ausland! Deutschland stehe heute mit einem Bestand von 1,5 Millionen Motorrädern bereits vor England, das^bisher führend gewesen sei. Wir hätten sowohl in bejiug auf Produktion wie auf Ausfuhr und Zahl der Benutzer von Motorrädern den ersten Platz inne. Der Rennwagensport werde im Zeichen her neuen R e n n w a g e n f o r m e l stehen, nach der insgesamt 14 Rennen zur Austragung gelangen, darunter in Deutschland das Eifelrennen und der „Große Preis" auf dem Nürburgring. Im Herbst werde erstmalig die Sangstreckenfahrt Berlin—Rom durchgeführt. Eingehend, würdigte der Korpsführer die Bedeutung des Kraftfayr-Geländesports und der auf diesem Gebiet geleisteten vorbildlichen Arbeit. In einem einzigen Jahre hätten sich zu den 60 Großveranstaltungen über 12 000 Teilnehmer, darunter mehr als die Hälfte Angehörige des Korps, dem Starter gestellt. Seit fünf Jahren habe das eigenem nicht in der Sage sind, sich das Recht einer allgemeinen menschlichen politischen und weltanschaulichen Freiheit zu sichern. Und mit der gleichen Entschiedenheit wiederholte der Führer Deutschlands nicht durch Kredite oder sonstige Kuhhandelsobjekte abdingbaren Anspruch auf Rückgabe der Kolonien, die wir einst niemand dem geraubt haben und die heute niemandem nützen, für uns aber in unserer Raumnot unentbehrlich sind. Das sind Deutschlands Forderungen an die Welt. Wo das Bewußtsein für Recht und Unrecht noch nicht ganz verwischt ist, wo das Gefühl für staatsmännische Verantwortung noch nicht erstorben ist, wo man sich noch den Sinn bewahrt hat für die Imponderabilien des europäischen Friedens, für Billigkeit und Fairneß, überall dort wird man den Rechenschaftsbericht des Führers und Reichskanzlers dankbar empfinden als einen mannhaften und großzügigen Beitrag zur Klärung, ahne Die es in dieser vom Führer so eindeutig gekennzeichneten Atmosphäre sinnlos wäre von dem zu sprechen, was allen am Herzen liegen sollte, die sich für die Erhaltung der gemeinsamen Kultur der abendländischen Völker verantwortlich fühleü: Vertrauen und Friede. Dr. Fr. W. Lange. Heue Kreudenkundgebuugen in Oesterreich. Fackelzüge und Höhenfeuer in Wien und den Bundesländern. Wien, 21. Febr. (DNB.) Am Montagabend kam es in Wien erneut zu Jubelkundgebungen. Vor der Oper sammelte sich eine nach Tausenden zählende Menschenmenge, die nach dem Gesang des Horst-Wessel-Siedes in zwei Gruppen durch die Stadt zog. Zu gleicher Zeit fand ein Fackelzug des Deutschen Turnerbundes statt. Die Straßen hallten wieder von Heil-Hitler-Rufen und vom Gesang nationaler' Sieber. Angehörige des österreichischen Jungvolkes, des staatlichen Jugendverbandes, veranstalteten ebenfalls einen Fackelzug, der vor dem Bundeskanzleramt endete. Die Freudenkundgebungen trugen besonders i n der Steiermark elementaren Charakter In Graz wurde die Rede des Führers auf dem Rat- hausplatz von einer nach Zehntausenden zählenden Menge an den Sautsprechern angehört. In Bruck an der Murr hielt ein Volksgenosse nach der lieber- tragung der Rede an die versammelte Menge eine Ansprache, an die sich ein Fackelzug anschl'oß. In Leoben war sogar die Beflaggung eines Rathauses von Amts wegen angeordnet worden. Entlang der Hügel bei der Stadt Steyr zog sich eine Flammenkette von Höhenfeuern. In Klagenfurt und Villach, in Salzburg, überall wurde mit einer Begeisterung sondergleichen gegiert. Allgemeine Aufmerksamkeit wendet sich nun ber fommenben Rebe des Bundeskanzlers M .Cs werden bereits glls Vorkehrungen zu enem fahr. Hier wird dem jungen Mädchen fo manche Kenntnis und so mancher Handgriff beigebracht, für den man später gute und dankbare Verwendung hat. Der Sinn des Dienstjahres ist natürlich in erster Linie ber, bie Familien mit einer Hilfe zu versehen, beren Hausfrau unb Mutter bringenb ber Unterstützung bebarf. Das finb in ber Stabt Mütter mit vier unb mehr Kinbern, auf dem Laube die Bauersfrau. Sie hat, bas wollen wir niemals außer acht lassen, in» ben Zeiten ber Ernte so unerhört viel auch auf bem Felbe, minbeftens aber auf bem Hof zu tun, daß sie sich um ben übrigen Haushalt, vornehmlich um bie Kinber, wenig ober aar nicht kümmern kann. Hier wirb nun allmählich Abhilfe geschaffen, so daß eines Tages alle jungen Mädchen ohne Unterschied für ein Jahr ben Wert und Segen ber Hausarbeit fennenlernen. D. S. NSKK. diese Sportart in bester kameradschaftlicher Zusammenarbeit mit ber Wehrmacht entwickelt unb planmäßig ausgebaut, nicht um einige „Akrobaten" herauszustellen, sondern überall in ben Breitenglie- berungen des Korps die hohe Kunst des Gelände- fahreus zu pflegen. Der Korpsführer schloß seine mit begeistertem Beifall aufgenommene Rede mit dem Gedanken an Karl Braun, Ernst von Delius und Bernd Rosemeyer. Dann verlas ber Stabsführer ber DNS., Oberführer von Beyer-Ehrenberg, bie Namen der Deutschen Meister 1937 in ben verschiedenen Motorrabklasseu, von ben en Haus Schumann auch den „Großen Preis von Europa" innshat. Besonders begeisterter Jubel erscholl, als der Deutsche Meister der Rennwagen, Carac- c i ola, aufgerufen wurde, ber gleichfalls Europameister ist. Unter stürmischem Beifall nahm der Korpsführer die Überreichung ber Ehrennadel persönlich vor. Zum Schluß der Veranstaltung wurde ber Film der ONS. „Deutsche Rennwagen in F r o n t" uraufgeführt. Er gibt in packenden Bildern einen Abriß der heißen Kämpfe des deutschen Rennwagensports im In- und Aus- laude unb zeigt ben Einsatz unserer Rennfahrer bei ben großen deutschen unb internationalen Veranstaltungen. „Parole Motorisierung— Berlin, 21. Febr. (DNB.) Der Reichsverbanb der Automobilindustrie gab einen Empfaugsabend. Reichsverkehrsminister Dr. Dorpmüller stellte fest, daß es fast allen Fabriken gelungen fei, neue Fahrzeuge zu entwickeln, bie den technischen An- schluß an die Straßen Adolf Hitlers gefunden hätten. Besonders anerkennend fei, daß leistungsfähigere unb schnellere Typen entwickelt worben seien, ohne baß die Anschaffungspreise höher geworben seien, unb daß vor allem die Betriebskosten keine Steigerung erfahren hätten. Wir müßten bie Zahl ber L a st- fraftroagen in Deutschland bedeutend vermehren! Die wirtschaftlichen Voraussetzungen seien gegeben. Er wolle versuchen, für diesen ftaatsnoh wendigen Zweig der Motorisierung alle Voraussetzungen zu schaffen. Gemeinschaftsempfaug ber Belegschaften in ben Betrieben getroffen. Mudfchukuo wird dem 5lnti= tommternpaft beitreten. Dairen, 22. Febr. (Ostasiendienst des DNB. Funkspruch.) Die manbschurifche Presse hat am rNontagnachmittag bie Anerkennung 2Han- bs chukuos burch Deutschland durch Extrablätter gemelbet. Sie ist für bie Oeffentlichkeit völlig unerwartet gekommen. In großen Zeilen verkünden die Blatter: „MandschukuotrittdemAnti- kominternabkommen bei“. Die Presse stellt fest, Deutschlands Ferno st-Politik fei jetzt eindeutig fest gelegt. China habe, von falschen Borausfehungen ausgehend, Fehler über Fehler gemacht, doch habe es jetzt eine ernste Lehre erhalten. Alle Blatter stellen mit Ausdrücken tiefster Dankbarkeit die Anerkennung durch den Führer fest und teilen mit, daß nunmehr auch Mandschukuo als Staat dem Antikominternabkommen offiziell beitrelen werde. Japan erivortet Neuorientierung der englischen Politik. Tokio, 22. Febr. (DNB. Funkspruch.) Die ja- panische Presse sagt zum Rücktritt Edens, baß eine Neuordnung ber politischen Lage in Europa unb Ojtafien nicht möglich gewesen sei, solange Eben die englische Außenpolitik geleitet habe. Nunmehr aber sei zu hoffen, baß bie englische Außenpolitik bie öeränberte Weltlage als Tatsache erkenne unb sich von ber veralteten Ztatus-quo-Politik ber Genfer Liga löse. „Tokyo Asahi Schimbu" schreibt, Deutsch la nb hätte gehofft, baß sich Englanb im Interesse einer gemeinsamen Verteibigung gegen ben Kommunismus und zur Verhinberung einer Bolschewisierung Chinas von Moskau gelost hätte, aber Eoens Politik habe bie(e Hoffnung vereitelt. Wenn im Zuge einer neuen britischen Politik eine Perstänbigung Englands mit Deutschland Italien unb Frankreich möglich würbe, so werbe Moskau von Europa ausgeschlossen. Japan erwarte auch, baß Englanb seine Haltung im Fernen Osten unb somit gegenüber Moskau änbere. Die Lage Japans fei burch ben Führer sehr klar herausgestellt, baß ihm nichts hinzuzufügen fei. Er habe gesagt, was Japan zu sagen wünschte, unb Zwar klarer unb entfdjiebener, als es kaum ein Japaner hatte ausbrücken können. Auch Nanking gegenüber sei bie Haltung Deutschlanbs geklärt. Wenn Englanb Neutralität bewahrt hätte, wäre bie Entwicklung bes Konfliktes anbers verlaufen^ Manbfchukuo werben burch bie beutsche Anerken- nung international gefestigt werben. Japan werbe biefe aufrechte Haltung Deutschland mit tiefer Freundschaft erwidern« - Eine Kundgebung des deutschen Krastfahrsporis. Korpsführer Hühnlein ehrt die deutschen Meister-1937 und die Europameister. DieAchtungvoroemNatlonatsozialismus eine Frage des Friedens. Das Echo der Führerrede in Rom. Rom, 21. Febr. (DNB.) Die große Reichstags- rede des Führers ist für die römische Presse das Hauptereignis. „(9 iornale d Italia schreibt unter der Ueberichrift „Das größere Deutschland": Von Jahr zu Jahr stelle Deutschland sich mit immer klarerer und entschlossener Sprache vor Europa. Mehr als je habe daher Europa die Tatsache und die Kraft dieses neuen Deutsch- lands in Rechnung zu stellen, das fest gewillt sei seinen Platz auf dem Kontinent und in der Welt ganz wieder einzunehmen. Das erste Ziel sei Achtung vor dem nationalsoziali- st i s ch e n R e g i m e. Die Haß- und Verleumdnngs- kampagnen gewisser Strömungen gegen die autoritären Regimes verletzten nicht nur den Stolz und die Würde großer Nationen, sondern könnten auch der Anlaß zu internationalen Verwicklungen werden. Die Achtung vor dem Nationalsozialismus wie vor dem Faschismus sei ein Problem friedlichen und ehrlichen Nebeneinanderlebens der Völker und der Staaten und damit heute eine Frage von Ordnung und Frieden in Europa. Der Nationalsozialismus und der Faschismus seien zwei unzerbrechliche Realitäten der zeitgenössischen Geschichte, die niemanden bedrohten. Sie seien zwar gegen den Kommunismus und seine unhaltbaren Tendenzen der Zerstörung, nicht aber gegen die Demokratien. Das zweite Ziel beziehe sich auf die Kolonien Nach dem Zusammenbruch des Versailler Vertrages sei jetzt das Problem der Revision der territorialen Klauseln in bezug auf die Kolonien offen. Der vom Führer angemeldete Anspruch sei klar und bestimmt. Das deutsche Gebiet sei ungenügend und müsse durch die kolonialen Reichtümer vervollständigt werden. Die Achse Berlin — Rom sei eine starke aufbauende Kraft in dem unruhigen politischen Bild Europas geworden. Sie sei fest im Bewußtsein der beiden Nationen verankert, führe zu neuem Aufstieg und weise den beiden Staaten neue Aufgaben für die Zukunft Europas und der Welt zu. Die V e r • ständigung in Berchtesgaden sei das, was man logischerweise vom Kanzler des Dritten Reiches erwarten konnte, der ein tiefes Gefühl für die Rechte und Pflichten der deutschen Nation und das richtige internationale Verantwortungsbewußt- sein habe. Die Ereignisse des 12. Februar hätten eine neue gei st igeEint rächt zwischen Deutschland und Oesterreich geschaffen. Die italienische Nation könne wegen des Beitrages, den diese Abmachungen für das Gleichgewicht und den Frieden in Europa bedeuteten, ihre Genugtuung zum Ausdruck bringen. Systematische Störungen der Iührerrede durch Sowjetsender. R i g a , 21. Febr (DNB.) In den baltischen Staaten brachte man der Rede des Führers vor dem Reichstag größtes Interesse entgegen. Die gesamte Presse hatte die Aufmerksamkeit der Oefsentlichkeit daraus gelenkt. Leider war der Empfang der Führerrede in Lettland und Finnland durch Störungen, die keineswegs den Charakter von atmosphärischen Störungen trugen, nur in Abschnitten möglich Während die Rede vor allem auf dem deutschen Kurzwellen- sender zunächst sehr gut gehört werden konnte, setzte mit dem Beginn des außenpolitischen Teiles ganz augenscheinlich vonsowjetrussi- scher Seite her eine systematische, ununterbrochene Störung des Empfanges sowohl auf kurzen Wellen als auch auf langen Wellen ein. Nur auf den Mittelwellen der deutschen Sender, und nur mit starken Apparaten war ein zwar durch Störungen immer wieder unterbrochener Empfang der Führerrede möglich. Die neue Verfassung Rumäniens. Volksentscheid am 24. Februar. - Stärkung der Autorität des Königs. Bukarest, 21. Febr. (DNB.) Die vor zehn Tagen angekündigte neue Verfassung ist in kürzester Zeit fertiggestellt worden. Das rumänische Volk wird aufgerufen, sich am 24. Februar über d i e Annahme der Verfassung zu äußern. An dieser Abstimmung können alle teilnehmen, die in die Wählerlisten für die bisherigen Kammerwahlen eingetragen sind. Die Teilnahme ist Der'» 'kindlich. Die Verfassung enthält einschneidende Aenderun- gen: Es ist keinem Rumänen gestattet, mündlich oder schriftlich die Aenderung der Regierungsform des Staates, die Aufteilung des Vermögens anderer, die Befreiung von Steuern oder den Klassenkampf zu predigen. Den Geistlichen ist es untersagt, ihren geistlichen Einfluß in den Dienst polltischer Werbuna zu stellen. Jede politische Vereinigung auf der Grundlage eines religiösen Vorwandes ist verboten. Außerhalb des Gesetzes darf kein Geistlicher einen Eid abnehmen. Die Todesstrafe wird für Kriegszeit eingeführt. Der Mi- nifterrat kann die Anwendung der Todesstrafe auch im Frieden bestimmen für Attentate auf den Herrscher, auf Mitglieder der königlichen Familie, auf fremde Staatsoberhäupter und Staatsbeamte sowie für Raubmord und politische Morde. Öffentliche Aemter und Würden stehen nur rumänischen Staatsbürgern offen, wobei dem Mehrheits- und staatsschöpferischen Charakter der rumänischen Nation Rechnung getragen werden muß. Die Anregung zu Gesetzen ist Sache des Königs. Jede Kammer kann aus eigener Initiative Gesetze nur in allgemeinen Staatsbelangen vorschlagen. Der König ruft die gesetzgebenden Körperschaften mindestens einmal jährlich zusammen. Der König ernennt seine Mini st er und beruft sie ab. Wenn die gesetzgebenden Körperschaften aufgelöst sind und zwischen ihren Tagungen kann er De« trete mit Gesetzeskraft erlassen, die dem Parlament in der nächsten Tagung zur Genehmigung vorzulegen sind. Er schließt mit ausländischen Staaten politische und militärische Verträge ab. Handelsverträge bedürfen der Zustimmung des Parlaments. Das Abgeordnetenhaus wird auf sechs Jahre von den rumänischen Staatsbürgern gewählt, die 30 Jahre alt sind und einen Beruf ausüben, der zu den folgenden drei Gruppen gehört: 1. Landwirtschaft und Handarbeit, Handel und Industrie, 3. Geistige Berufe. Die Wahl ist geheim, verpflichtend und erfolgt nicht nach Listen, sondern bezirksweise nach persönlichen Kandidaten. Der Senat setzt sich zusammen aus Senatoren, die vom König ernannt, die von Rechts wegen berufen und die von staatlichen Körperschaften gewählt werden. Dem Senat gehören auch die großjährigen männlichen Mitglieder der Königsfamilie an. Die ernannten und gewählten Senatoren gehören dem Senat neun Jahre an, alle drei Jahre scheidet ein Drittel aus und wird neu ernannt oder gewählt. Neu ist ferner, daß Frauen wählen dürfen und wählbar sind. Minister kann nur werden, wer seit wenigstens drei Generationen Rumäne ist. Ausgenommen sind gewesene Minister. Schwurgerichte werden abgeschafft. Die Richter sind unabsetzbar. Alljährlich genehmigt das Parlament den Staatshaushalt, ohne jedoch die vorge- schlagenen Ausgaben erhöhen zu können. Unterschlagung öffentlicher Gelder wird als Verbrechen bestraft. Selbstauslösung der „Eisernen Garde". Bukarest, 21. Februar. (DNB.) Corneliu Zelea Codreanu hat die Partei „Alles für das Land" aufgelöst und alle Unterführer der Legionärsbewegung (Eiserne Garde) von ihren Obliegenheiten entbunden. Die Selbstauflösung dieser nationalistischen Rechtspartei ist eine Folge der Stellungnahme des neuen Regimes gegen alles Parteiwesen und wird damit begründet, daß die Bewegung s i ch nicht auf den Weg der Gewalt drängen lassen, sondern im Rahmen der Gesetze bleiben wolle. Der Aufruf Codreanus schließt mit dem Glauben an die Legionärsbewegung, der die Zukunft Rumäniens gehöre. Codreanu wird sich nach Rom begeben und dort den zweiten Band feines Buches „Wir Legionäre" fertigstellen. Das Deutschtum in Westpolen trägt die Opfer der Agrarreform. Gesunde landwirtschaftliche Kleinbetriebe werden vernichtet. Posen, 17. Febr. (DNB.) Die in Bromberg erscheinende „Deutsche Rundschau in Polen" schreibt zu dem auf Grund des polnischen Agrarresorm- qesetzes veröffentlichten P a r z e l l i e r u n g s - plan für 1938: „Jährlich um die gleiche Zeit erwartet das Deutschtum Westpolens mit Bangen die Namenliste des Parzellierungsplanes^ Der 15. Februar pflegt für uns immer ein Meilenstein der Geschichte der Volksgruppe zu sein, nach dem wir immer wieder einen großen 23 e r l u ft unseres Besitz st andes aufzuzeichnen haben. Nach dem Abkommen vom 5 November 1937 glaubten wir annehmen zu müssen daß das Licht der Hoffnung wenigstens so stark sein wird wie der bisherige Schatten. Und dennoch — der Schatten ist so dunkel geblieben wie er immer war, wenn auch Punkt 5 der deutsch-polnischen Erklärung besagt: „Die Zln- gehörigem der Minderheit gemeßen auf wirtschaft- kichern Gebiet die gleichen Rechte wie die Angehörigen des Staatsoolkes, insbesondere hinsichtlich des Besitzes ober Erwerbs von Grundstücken. In der neuen Liste» dieses Jahres ist de r deutsche Grundbesitz mit etwa 13 1OO Hek- tar (59,2 v. H.) herangezogen worden wahrend der polnische Besitz mit nur 9400 Hektar (40,8 v. H.) beteiligt ist. Das größte Opfer für die Resormplane des Staates hat also wieder d a s D e u t s ch - tum der Westgebiete tragen müssen. Dab^ ist zu bemerken, daß der deutsche Grundbesitz noch nicht einmal über 29 v. H. des gesamten vorhandenen Areals verfügt. Mit dem Bodenverlust hangen schwere Rückwirkungen auf das wirtschaftliche und kulturelle Leben der städtischen deut- scheu Bevölkerung zusammen. Wir wissen aus Erfahrung — und in Warschau weiß man es ebenso —, daß sich die Art der Durchführung der Agrarreform in Westpolen nicht zum Segen des ganzen Landes auswirkt Die Sorge um die Ernährungsgrundlage wird immer größer; daß schon im letzten Jahr ein Ausfuhrverbot für. Getreide eingeführt werden mußte, ist keineswegs Zufall. Man hätte annehmen müssen, daß die agrarpolitische Entwicklung der letzten beiden Jahre schon aus diesem Grunde zur Vorsicht mahnen und daß demzufolge das Schwergewicht der Parzellierung in die unbewohnte^ und schlecht bewirtschafteten Ostgebiete verlegt werden würde. Man hat jedoch am Prinzip der letzten Jahre fest- gehalten, indem hochstehende und für die Ernährung und Ausfuhrwirtschaft des Staates lebenswichtige Musterbetriebe der Parzellierung zum Opfer fallen. Don insgesamt 38 780 Hektar der diesjährigen Liste entfallen allein au Pofen und Pommerellen 36190 Hektar. Daß diese Parzellierung nicht einer gesunden Siedlungspolitik zugute kommt, haben selbst maßgebende polnische Stellen und zuletzt der Sejmabgeordnete Marchlewski auf einer Tagung in Bromberg betont, indem er sagte: „Der Hauptgrund der Wirtschaftskrise liegt in der fehlerhaften Agrarreform. Die Folgen dieser fehlerhaften Agrarreform sind katastrophal Hier in Westpolen wird nicht ein lebensfähiger landwirtschaftlicher Kleinbetrieb, sondern ein landwirtschaftliches Proletariat gezüchtet. Die aus dem Osten hierher verpflanzten armseligen Typen von Bauernhäusern aus Holz (Pomatowski) sind ein offensichtlicher Rückschritt." 'v?:A M So gui schmeck! die „Asfra", daß es schwer zu glauben ist, sie sei nikotinarm. Dabei ist ein Nikotingehalt von weniger als l°/° beglaubigt Auch Ihnen wird die „Asira" helfen. Sie ist eine echte Kyriazi, vollmundig im Aroma und von hoher Bekömmlichkeit. Ihre Niköiinarmut ist eine gewachsene Eigenschaft der Tabakblätter, die zur Herstellung Verwendung finden. Kein künstlicher Nikotinentzug. Keine chemische Behandlung. Darum: Für alle Fälle - „Asira" MIT UND OHNE MUNDSTÜCK Reich an Aroma — Arm an Nikotin Um die Lebensrechte der Deutschen in Polen. Jahreshauptversammlung der Jungdeutschen Partei. Bielitz, 21. Februar (DNB.) Die Jung- deutsche Partei für Polen hielt ihre Hauptversammlung ab. Senator Wiesner stellte die Partei als Erneuerungsbewegung der deutschen Volksgruppe in Polen und Träger der nationalsozialistischen Weltanschauung unter den Deutschen in Polen hin. Vordringlichste Aufgaben im nationalen Behauptungskampf um die Lebensrechte des Deutschtums innerhalb des Staates verlangen die Forderung nach der deutschen Schule und dem deutschen Lehrer sowie nach der unterschiedslosen Behandlung des Deutschtums beim Arbeitseinsatz und in allen wirtschaftlichen Fragen. Von dem bekanntgegebenen neuen Parzellierungsplan des Bodengerichtes werde in den Westgebieten Polens rund 70 o. H. deutscher Besitz betroffen. Man werde nichts unversucht lassen, die maßgebenden polnischen Staatsstellen auf die Unvereinbarkeit der neuen Maßnahmen mit der polnischen Staatsverfassung und der deutsch-polnischen Minderheitserklärung vom 6.November 1937 hinzuweisen. Das Sudetendeutfchtum im wirtschaftlichen Existenzkampf Henlein fordert zur totalen Abivehr auf. Prag, 21. Febr. (DNB.) Am Sonntag fand in Teplitz-Schönau eine große Wirtschaftskundgebung der Sudetendeutschen Partei statt, auf der Konrad Henlein erklärte, daß die Wirtschaft nach dem Willen der Tschechen zum national- politischen Schlachtfeld erster Ordnung geworden sei. Die sudetendeutsche Wirtschaft habe dem Volke gegenüber noch lange nicht ihre Pfliöst erfüllt, weil sie den Begriff des Dienens nicht über den des Verdienens stelle. Der Vormarsch der Tschechen dagegen erfolge auf allen Gebieten. Den deutschen Grundbesitzern seien mehr als 500 000 Hektar deutschen Bodens bei völlig ungenügender Entschädigung weggenommen und tschechischen Siedlern überantwortet worden. Das dauernde Abfließen deutschen Volksvermögens in tschechischeHände komme einer allmählichen Enteignung gleich. Das sogenannte Staatsoerteidigungsgesetz führe mitten im Frieden die Verlagerung ganzer Industrien ins tschechische Gebiet ein, veranlasse die Aufspaltung des Besitzes aus seinem eigenen Betriebe, die Enteignung von Arbeitsplätzen und vieles andere mehr. Der sudetendeutsche Arbeiter sei zum hauptsächlichen Träger des Daseinskampfes feiner Volksgruppe geworden, wofür ihm aber die Betriebsführer auch die Sorge ums tägliche Brot abnehmen müßten. Der brutale^ Bedrohung sudetendeutschen Lebens müsse eine totale Abwehr entgegengesetzt werden. Die Gefahr des Bolschewismus sei für das Sudetendeutschtum besonders fühlbar, weil die Prager „Intelligenz" marxistischen Gedankengängen zuneige. Ein neues GM -Verbrechen in Paris Paris, 22. Febr. (DNB.-Funkspruch.) In Paris ist man in den letzten Tagen einem neuen Verbrechen der GPU. auf die Spur gekommen. Seit ungefähr einem Monat wurde der frühere russische Oberst Ehinerin vermißt. Jetzt wurde unweit einer Seine-Brücke seine Leiche gefunden. Ihre Untersuchung ergab, daß Ehinerin erdrosselt und dann ins Wasser geworfen worden war. In seiner Wohnung gefundene Briefe rechtfertigen den Verdacht, daß der ehemalige Marineoffizier das Opfer eines politischen Racheaktes geworden ist. Aus verschiedenen Aufzeichnungen ergibt sich, daß er s i ch verfolgt fühlte. In den Briefen ist auch das Verschwinden des Generals Miller sowie "noch auf eine g e - heimnisvolle Verabredung angespielt, die Oberst Ehinerin hatte. Dieses Datum fällt ungefähr mit dem Zeitpunkt seines Verschwindens zusammen. Ehinerin war nach seiner Flucht aus Sowjetrußland in Paris tätig. Kontrolle der privaten Rüstungsindustrie in der Schweiz. Basel, 21. Febr. (DNB.) Die Anerkennung des Rätoromanischen als vierte Schweizer Landessprache und ihre Verankerung in der Bundesverfassung wurde, wie schon kurz gemeldet, bei der Volksabstimmung am Sonntag mit etwa 540 000 Ja-Stimmen gegen rund 50 000 Nein- Stimmen angenommen. Gleichzeitig mit dieser Regierungsvorlage wurde ein Vorschlag der Bundesversammlung über eine Kontrolle der pri - Daten Rüstungsindustrie mit rund 400 000 Ja- gegen 140 000 Nein-Stimmen a n - genommen. Der Entwurf bestimmt, daß die Herstellung, Beschaffung und der Vertrieb von Waffen, Munition, Sprengmitteln und sonstigem Kriegsmaterial und deren Bestandteile einer Bewil - ligung des Bundes bedarf. Die Ein- und Ausfuhr von Wehrmitteln darf nur mit Genehmigung des Bundes erfolgen. Der Bund ist danach auch berechtigt, die Durchfuhr von Waffen durch die Schweiz von einer Bewilligung abhängig zu machen. * In dem Kanton Schwyz fand am Sonntag eine Abstimmung über das Verbot der Kommunistischen Partei und anderer staats- gefährlicher Organtfationen statt. Für das Verbot der Kommunistischen Partei hat sich eine weitaus überwiegende Mehrheit ergeben. Ernennungen im Heer. Berlin, 20. Febr. (DNB.) Der Führer uhb Reichskanzler hat mit Wirkung vom 1. März 1938 ernannt: Generalleutnant Kratzert, Art.-Kdr. 18, zum Artillerieoffizier 3. b. 23.; die Generalmajore: Fahrmbacher, Abteilungschef im Oberkommando des Heeres, zum Artillerie-Kommandeur 35; Jengen, Artillerie-Kommandeur 1, zum Artillerie-Kommandeur 3; Baltzer, Kommandeur des I.-R. 25, zum Landwehrkommandeur Allenstein; die Obersten: Kriebel, Chef des Stabes der Inspektion der Kriegsschule, zum Kommandeur der Kriegsschule Dresden; Jahn, Artillerie-Kommandeur 35, zum Kommandeur der Artillerieschule; Graf von Rothkirch und Trach, Kommandeur des Kavallerie - Regiments 15, zum Kommandeur der 2. Schützenbrigade; Sinnhuber, Kommandeur des Art.-Rgt. 21, zum Artillerie-Kommandeur 18; Moser, Kommandeur des Art.-Rgt. 25, zum Artillerie-Kommandeur 17; Herzog, Kommandeur des Art.-Rgt. 31, zum Artillerie-Kommandeur 1; Lindig, im Oberkommando des Heeres, zum Chef der Heeresabnahmabteilung; Hühner, Kommandeur des II. Jäg.-Batl. J.-R. 83, zum Kommandeur des J.-R. 25; Steinbach, Kommandeur der I. Abtlg. des Art.-Rgt. 17, zum Kommandeur des Art.-Rgt. 21; Kruse, Komrpandeur der I. Abtlg. des Art.-Rgt. 53, zum Kommandeur des Art.- Rgt. 25. 1162D Gießen, den 22. Februar 1938. 0775 tung. 1155D Familie Otto Knetsch . Familie Wilhelm Nink. Für die unserer lieben Verstorbenen während ihrer Krankheit erwiesenen Liebe und Freundschaft, für die aufrichtige Teilnahme beim Heimgange sagen wir allen herzlichen Dank. Besonders danken wir den Schwestern der Petrusgemeinde für die liebevolle Pflege und dem Herrn Pfarrer für die tröstenden Worte. Günstige Gelegenheit! Marken- Klavier schöner voller Klang 7< Jahr im Gebrauch vollkommen neuwritig lürnurW. zu verkaufen 5 Jahre Garantie. E. Zolinger Gießen Wilsonstr. 5. Alt-Gold auch Tilbcraeld kauft ständig Euch Beyer Juwelier 0701 Bahnhofstraße! Telefon 4041. Genehm.-Besä). Nr. II 59393. Svez Umarbeit. v.alt.Trauringen ^Stellengesuche! fleißiges,ehrlich. 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Februar 1938, nachmittags 2 Uhr,versteigere ich dahier Neuenweg (bei Hartmet;) bzw. an Ort und Stelle — Bekanntgabe dortselbst — zwangsweise gegen bar: / Hans-, Laden- und Büromöbel, Näh- und Schreibmaschinen, Radios,Kassenschränke, Klaviere, Bucker, Schreibtischgarnituren, Füllfederhalter, Bürsten, Besen, Körbe,Kordel.Federzeichnungen Gasherd,Handharmonika,Geige, Grammophvne,Bettf edern, Möbelstoff und and. mehr. Mäntel und Kleider. n63D Bestimmt kommen zur Versteigerung: 2 Küchenschränke, sowie Hüte und Mützen. Btttovs Gerichtsvollzieher,Schillerstraße 5. Möbliertes Zimmer mifZentralheizg. 9täbe Kliniken v. berufstät. Dame gesucht. Gesl. Preisangeb. unt. 1154Da.d.G.A. ! Mietgesuche | Will. Zimmer (am liebsten Wohn- und Schlafzimmer) m. sev. Eingang, fließend Wasser, Heizung u. Bad- benuüung von Bauingenieur zum l.März g^ sucht. Ausf. Angeb. u.1l6lDan den Gieß. An;. Akad. sucht gut möbl. Zimmer ev. mit Bad in ruh. Lage sofort. Schr.Angeb.unt. 0772 a. d. G. A. 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Der Führer und Reichskanzler hat den Ministerialrat im Reichs- und preußischen Ministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung Prof. Dr. H 0 l f e l d e r zum Ministerialdirektor ernannt, den bisherigen Chef des Amtes für Erziehung Ministerialdirektor Dr. Bojunga in den Wartestand versetzt, da dieser auf eigenen Wunsch das Amt des Kurators der Universität Göttingen übernehmen wird, und zum neuen Chef des Amtes für Erziehung Ministerialdirektor Prof. Dr. Hoffelder berufen. ♦ Reichswirtschaftsminister Funk besuchte einige D i e n st st e l l e n der D A F. so u. a. das Amt für Berufserziehung und Betriebsführung und unterrichtete sich über alle Möglichkeiten der Steigerung des Arbeitseinsatzes in allen Wirtschaftsgebieten. ♦ Der Heeres- und Sanitätsinspekteur Generaloberstabsarzt Professor Dr. W a l d m a n n vollendete sein 60. Lebensjahr. Seit dem 1. November 1932 an der Spitze des Heeressanitätswesens stehend, leitete er Auf- und Ausbau des Sanitätsdienstes im neuen Heer. Auf ärztlichem Gebiet des Ersatzwesens und in allgemeinen gesundheitlichen Fragen der Wehrmacht ist er der sachverständige Berater des Oberbefehlshabers. Der Führer und Reichskanzler übermittelte ihm feine Glückwünsche. Die Universität München ernannte ihn zum Ehrenbürger. * Der frühere sowjetrussische Geschäftsträger in Bukarest, B u d e n k 0 , hat, wie die „Tribuna" meldet, Rom verlassen. Kunst und Wissenschaft. Vor der Grundsteinlegung zur Deutschen Filmakademie. Anfang März wird durch Reichsminister Dr. Goebbels die feierliche Grundsteinlegung zum Bau der Deutschen Filmakademie vollzogen werden. Die Filmakademie wird als das erste Institut ihrer Art in der Welt die Aufgabe der Heranbildung eines hochqualifizierten Nachwuchses auf allen Gebieten des Filmwesens haben. Noch im Laufe des Jahres wird die Lehrtätigkeit — bis zur Vollendung ihres eigenen Baues — in Behelfsräumen aufgenommen werden. Die Akademie wird über die besten Sachkenner aus allen Fachgebieten des Filmes als Lehrkräfte verfügen und technisch in der modernsten Weise ausgesta'ttet werden. Auszeichnung verdienter Wissenschaftler. Der Führer und Reichskanzler hat dem Geheimen Regierungsrat Professor Dr. Alexander Koenig in Bonn anläßlich seines 80. Geburtstages den Adlerschild des Deutschen Reiches mit der Widmung „Dem verdienstvollen Forscher und Zoologen" verliehen. Der Führer und Reichskanzler hat weiter dem Geheimen Hofrat Professor Dr. Gottlob L i n ck in Jena anläßlich seines 80. Geburtstages in Anerkennung feiner großen Verdienste um die deutsche Wissenschaft die Goethemedaille für Kunst und Wissenschaft verliehen. * Geheimrat Koenig, geboren am 20. Februar 1858 in Petersburg, hat sich als Ornithologe vor allem durch seine Arbeiten über die Dogelfauna von Spitzbergen, Tunis und Aegypten einen Namen gemacht. — Geheimrat Gottlob Eduard Linck, geboren am 20. Februar 1858 in Otisheim, hat als Geologe u. a. über Goethes Verhältnis zur Mineralogie gearbeitet; er schrieb ferner „Grundriß der Kristallographie" und „Aufbau des Erdballs". Aus aller Wett. Bombenanschlag auf die Sängerbundeshalle in Philadelphia. Auf die Sängerbundeshalle in Philadelphia, das Versammlungslokal zahlreicher deutsch-amerikanischer Vereine, wurde ein Bombenanschlag verübt. Die Bombe explodierte im Saal, beschädigte zwei Mauern und zertrümmerte etwa 50 Fensterscheiben in der Nachbarschaft. Glücklicherweise wurde niemand verletzt. Der Täter ist bisher nicht ermittelt worden. Jedoch liegt die Vermutung nahe, daß es sich auch hier um einen jüdisch-ko mm u n i ft i • schen Terrorakt handelt. Fünf Todesopfer beim Absturz eines italienischen Flugzeuges. Eine zweimotorige italienische Maschine ist auf dem Fluge zur Teilnahme am 3. internationalen Wüstenfluge in der Nähe von Rom abgestürzt, wobei die fünf Insassen den Tod fanden. Ileberschwemmungen in USA. fordern 24 Todesopfer. Jrn Staate Arkansas fielen bisher 24 Menschenleben den lieber schwemm ungen der Flüsse zum Opfer. 43 Personen wurden verletzt, 8 werden noch vermißt, lieber 3000 verloren ihr Obdach. Der Gesamtschaden geht in die Millionen. Das Rote Kreuz hat eine Nothilfe-Aktion eingeleitet. Zur Zeit ist das Hochwasser immer noch im Steigen begriffen. Weiterbericht Die über Skandinavien südwärts führende Wirbeltätigkeit hat bereits großen Gebieten Deutschlands Verschlechterung gebracht, so daß am Dienstagmorgen nur noch der Südwesten und Süden des Reiches heiteres Wetter zeigten. Aber auch weiter macht sich die Zufuhr kälterer Meeresluft bereits in stärkerer Reif- und Nebelbildung bemerkbar. Der Tief-Einfluß wird sich noch weiter aus- breiten. Aussichten für Mittwoch: Vielfach dunstig ober neblig und meist bewölkt, doch nur geringe Niederschlagsneigung, Nachtfrost nachlassend, Winde meist aus Nord bis West. Lufttemperaturen am 21. Februar: mittags 23 Grad Celsius, abends —1,1 Grad; am 22. Februar: morgens — 4,9 Grad. Maximum 3,9 Grad, Minimum heute nacht —5,3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 21. Februar: abends 0,1 Grad; am 22. Februar: morgens —0,1 Grad. — Sonnenschein- dauer 8,4 Stunden. Winkersporl.lv ellerberichl. Vogelsberg. Hoherodskopf: Bewölkt, —5 Grad, 60 cm Gesamtschneehöhe, verharscht, Ski und Rodel gut. Rhön. Wasserkuppe: Heiter, —8 Grad, 30 cm Gesamtschneehöhe, gekörnt, Ski und Rodel sehr gut Taunus. Großer Feldberg: Heiter, —5 Grad, 20 cm Gesamtschneehöhe, verharscht, Ski und RodeU gut. Schwarzwald. Feldberg: Heiter, —6 Grad, 210 cm Gesamtschneehöhe, verharscht, Ski sehr gut. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum» schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. I. 38: 11000. Druck und Verlag: Brühlfche Universitätsdruckerei R. Lange, K -G., sämtlich in Gießen. Monatsbezuqs- pkeis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Emzelverkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Husten, Frösteln, rauher Hals Erfolg überrascht Sinnen, 2 Tagen war die Erkältung beseitig, und ich fühle mich seitdem wieder Usch Runter. ^^Üerfrau-Mellssengelst wird in meiner Hausapthoke nie mehr ausgehen * -0^4 z?. neb°nst°h°nd), AnMtEtt Köln-3°ll"w-k. N-uh-im-rlk. 24. am hnn4*^rtorf?5.' imfrY vier Kinder waren diesen Winter stark erkältet. Da hörte ich Klostersrau-Melissengelst. Durch den Gebrauch von 3 Flaschen haben wir unS alle ausgeheilt.' deshalb bet lEdem Anflug von Erkältung sofort Klosterfrau-Melissengeist. Sie erhalten ihn bet Ihrem Apotheker oder Drogisten tn Ortginalflaschen zu RM 2.80, 1.65 und —.90. Nur echt in b?s blauen Packung mit den drei Nonnen; niemals lose. 1 Heiserkeit, Schnupfen, Kopfschmerzen sind meist die Anzeichen beginnender Erkaltung, die bet Vernachlässigung leicht zur Grippe führen kann. Um ernsthafte Erkrankungen vorbeugend abzuwehren, verfährt man wie folgt- Je einen Eßlöffel Klosterfrau-Melissengeist und Zucker in einer Tasse gut umrühren, kochendes Wasser hinzugießen und möglichst heiß zwei dieser Porttonen vor dein Schlafengehen trinken (Kinder nehmen die Hälfte). Zur Nachkur und zur Vermeidung von Rückfällen trinkt man noch einige Tage bretrnal täglich einen Teelöffel Klosterfrau-Melissengeist in einem Eßlöffel Wasser oder tn einer Taste Tee. Diele haben sich schon auf diese Weise geholfen. So schreibt z. S. Herr Serhatb Wagner Verlagsinhaber, Leipzig N 22, Roßlauerstr. 8, am •r «"Sett Wochen wurde ich eine in den Gliedern liegende Erkältuna 5“* $uflen und heißem Kops nicht los. Da besorgte ich mir auf Grund Krer Anzeige »Schnellkur« vor einigen Tagen eine Flasche Klosterfrau, Meli,singe Arn Abend vor dem Schlafengehen habe ich nun zweimal htnteteinanbet einen Eßlöffel Klosterfrau-Melissengeist in der empfohlenen Mischung mit Wasser und Zucker eingenommen und war von dem guten GewlnnauSzog 5. Klaffe 50. Preußisch-Süddeutsche (276. Preuß.) Klasseu-Lollerie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 12. Ziehungstag 21. Februar 1938 tJn der heutigen DormlttagSzlehung wurden gezogen 4 Gewinne zu 5000 NM. 47489 368332 235713 6 376*991* 3000 48559 «7375 234198 25384 32742 90939 286946 145419 160869 229771 275446 307361 371514 148304 183921 233974 276604 313970 390856 153079 184775 238175 276938 333867 394955 121778 156079 203791 256408 284956 335367 395195 88145 259476 84205 136228 159593 226120 268175 295467 362939 52559 132176 181390 234031 291300 694 03 223181 126580 157123 214796 260108 290244 356965 «.rt2,l®ero,nne «u 2000 NM. 110105 122548 206732 291410 357631 363163 .68 Gewinne zu 1000 RM. 63460 80450 81440 83691 110739 HÜ 77 134^4° 152072 167570 168759 177736 183361 197258 199826 208942 214447 237120 238419 247744 260751 261022 31°930 316799 323355 356961 366152 373566 1°2 ®e®inne »u 500 RM 8077 22461 23844 26799 39425 47843 48852 63397 67442 77030 ~ - 84394 118673 119660 ------ ---- 81323 102715 172498 200566 223308 251619 278475 293617 320287 342057 359828 384538 398480 72675 171390 196993 220134 248333 275937 287737 319026 336531 358389 383605 391484 181144 201012 229642 262037 278885 299257 322513 344556 361419 384718 398613 185511 204112 232022 263092 279303 303831 325000 348722 365211 387664 139812 185694 211440 235697 263338 283250 305780 327912 348760 369510 388209 69945 168587 194115 218688 246622 265808 284347 309538 335172 358125 370655 391273 174 Gewinne zu 300 RM. 4949 5423 7173 8203 10434 10444 19604 22304 23752 30379 39923 40111 41688 54246 56246 59907 65303 81323 102715 106596 ------ sueittr2in«iaen „Herbst“ Erzeuge MÜ lilr alle Hunde bekömmlich und vollständig verdaulich! beachtet und gelesen. Gießener Zoo, Seltersweg 6« tln der heutigen Nachmltkagsziehuhg wurden gezogen 2 Gewinne zu 300000 RM. 1859 4 Gewinne zu 10000 RM. 132064 394668 4 Gewinne zu 5000 RM. 175174 257766 8 Gewinne zu 3000 RM. 29379 120468 188780 326704 22 Gewinne zu 2000 RM. 96099 112812 134021 167924 183925 246758 274611 294862 312693 382027 391373 48 Gewinne zu 1000 RM. 2119 9050 12287 78098 82331 89538 116962 151308 161751 163717 167741 183513 184688 232837 237420 238422 245774 250138 267213 267429 268139 277766 323971 370258 76 Gewinne zu 500 NM. 4778 16634 22266 28730 44756 47256 62745 67057 86687 96054 97352 112195 148886 161991 179433 183041 193572 196763 227349 244178 247402 258721 260707 269121 279858 280528 293260 299096 300563 304030 308053 308528 315430 343836 354464 357866 361993 363161 176 Gewinne zu 300 RM. 467 8965 17223 25150 29282 32698 34734 81585 117547 166243 177580 195486 211755 251504 261574 287438 321681 352543 374704 123814 168195 180057 196766 213948 254937 269415 300343 325125 352704 378428 111723 165161 176392 190876 202910 235276 260894 286002 317518 347729 370442 105147 150055 169490 187238 199839 216546 257396 285468 307349 344464 363077 384481 12526 14473 35457 44382 77997 78926 111095 150588 171007 188765 201744 223750 260491 285532 316030 347269 369240 66590 67819 68914 71349 72022 """" 99944 102012 ------ 135164 168993 184342 196965 215319 256874 282932 304273 341801 359204 383098 3m Gewinnrade verblieben: 2 Gewinne zu je 1000000, 2 zu je 500000, 2 zu je 100000, 2 zu je 75000, 4 zu je 50000, 6 zu je 30000, 14 zu je 20000, 64 zu je 10000, 122 zu je 5000, 224 zu je 3000, 598 zu je 2000, 1676 zu je 1000, 2878 zu je 500, 5866 zu je 300, 139540 zu ft 150 NM. ltr.44 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Dienstag, 22. Zebruar 1958 Neue Ausgrabungen auf dem„Berg der Deutschen". Nach einem Gespräche mit ^-Gruppenführer Oberst a. O. Reinhard, Führer des Deutschen Reichskriegerbundes. Don unserem p. M.-Lerichterstatter. Sage und Dichtung umgeben feit alten Zeiten das Kyffhäufergebirge, jenes schöne Waldgebirge im Herzen Deutschlands, das in einer Urkunde aus dem Jahre 1277 als „Wodansland" bezeichnet wird, dem man aber auch den Namen „Berg der Deutschen" gegeben hat. Von stolzer Höhe schaut das Ehrenmal des Reichskriegerbundes ins Land. Jahrhundertelang währte der Dornröschenschlaf der Ruinen hier, denn schon um 1400 herum berichteten die Chronisten von „wüsten Schlössern aus Kyffhusen". Erst im Herbst 1934 wurde auf Anordnung des Führers des Deutschen Reichskriegerbundes, ^-Gruppenführer Oberst a. D. Reinhard, damit begonnen, diese Stätte großer deutscher Geschichte wieder in einen würdigen Zustand zu versetzen. Mit Unterstützung -des Reichs- arbeitsdienstes begann eine großzügig angelegte Ausgrabung und Untersuchung des gesamten Burggeländes, wobei die Reste von drei selbständigen, in sich geschlossenen Wehr- anlagen freigelegt und interessante frühzeitliche und mittelalterliche Funde geborgen wurden. 0er Kyffhäuserberg, eine altgermanische Kultstätte. Die Ausgrabungen des Jahres 1937, die sich besonders auf das Gebiet der sogenannten Ober- bura erstreckten, haben nun, wie der Bundesführer, ^-Gruppenführer Oberst a. D. Reinhard, in einer Unterhaltung ausführte, den endgültigen Beweis erbracht, daß die Besiedlung o e s Kyff - Häusers Ausgang des sechsten Jahrhunderts vor der Zeitenwende einsetzte, und daß zu dieser Zeit Germanen auf dem Burgberg saßen. Ob die Germanen als erste auf dem Kyffhäuser gesessen haben oder vor ihnen bereits Kelten die Bergkuppe befestigt hatten, konnte nicht geklärt werden. Keltische Scherben und Bronzeschmuck sind zwar gefunden worden, aber nur in geringer Zahl und nicht in einer verbreiteten zusammenhängenden Siedlunqsschicht. Dagegen spricht die Lage des Kyffhäusergebirges dafür, daß die Kelten den Kyffhäuserberg wenigstens zeitweise als Vorposten haben halten können. Die Wallanlage, die im Verlaufe der Grabungen auf der Nord- und Südseite des Burgberges angeschnitten wurde, ist aber sicher erst den Germanen zuzuschreiben, denn die starke Kulturschicht im toten Winkel des Waldes barg nur germanische Funde, während die keltischen Fundstücke von der Bergspitze stammen. Mit dem Nachweis des germanischen Burgwalles und der reichen germanischen Besiedlung aus dem 6. und 5. Jahrhundert vor der Zeitwende ist auch die germanische Kultstätte gesichert, die man bisher auf dem Kyffhäuser annehmen zu können glaubte. Ein Turm, den Barbarossa baute. Bei den letzten Ausgrabungen auf der Oberburg, der größten der drei Befestigungsanlagen, wurde neben großen Teilen der Ringmauer vor allem die Westspitze der Burg freigelegt. Der Kaiser- Friedrich-Turm muß einmal eine Höhe von 30 bis 35 Meter gehabt haben und wurde höchstwahrscheinlich in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts beim Wiederaufbau der 1118 zerstörten Burg aufgemauert. Obgleich Oberst Reinhard alle erreichbaren alten Archive, besonders diejenigen Niedersachsens, hat durchforschen lassen, ist man auch heute noch nur auf Vermutungen über den Erbauer der ersten Burg angewiesen. Man nimmt an, daß sie auf Heinrich IV. zurückzuführen ist, der sie zur Sicherung des kaiserlichen Besitzes erbaute. Bei den Ausgrabungen hat man umfangreiche Wohnräume, Kelleranlagen und Küchen festgestellt. Man glaubt, daß hier alte Palisadenbauten standen und schließt aus zahlreichen Brandstellen auf alte hölzerne Wehrgänge. Außerhalb der später erbauten großen Umfassungsmauern wurde ein germanischer Burgwall mit außerordentlich hohen Scherbenschichten gesunden. An der Stelle des Kaiser-Friedrich-Turmes stand wahrscheinlich noch früher em hoher Holzturm. Der seit Jahrhunderten überlieferte Name,, Kaiser-Friedrich-Turm" läßt darauf schließen, daß Friedrich I., Barbarossa, selbst das gewaltige Bauwerk hat errichten lassen. Der Germanenwall ist übrigens noch nicht überall durchgegraben; man hat Suchgräben gezogen und ist dabei aus die eng zusammengedrängten Scherbenschichten gestoßen. Küche nach Norden und Wohnung nach Süden. Auf der Ostseite des Turms zeigt sich 7 Meter über dem Boden eine schmale Tür als einziger Zugang; unterhalb der Tür lind in der Mauer Kragsteine zu erfemren, bei oenen es sich wohl um die Reste eines Kaminvorbaues handelt, in dem sich der getarnte Aufgang befand. Ein tiefer Halsgraben, der aus dem Felsen des Bergrückens herausgesprengt ist, sicherte dem Westteil der Burg völlig eigene Verteidigungsmöglichkeiten. Die letzten Reste einer früher auf der Ostseite des Halsgrabens vorhandenen Binnenriegelmauer und einer Zugbrücke sind noch zu erkennen. Eine Keller- a n l a g e , die sich bis an die Nordmauer der Burg erstreckt, ist mit außerordentlich starken lehmgebundenen Mauern versehen und liegt unter der ehemaligen Küche, die sich, wie aus überaus zahlreichen Funden hervorgeht, auf der kühleren Nordseite befunden hat, während die Wohnräume auf der Südseite lagen. Eine starke Mauer, die in Verlängerung der Turmostwand nach Norden zur Nordmauer und südlich vom Turm zur Südmauer verläuft, beweist wieder den starken Verteidigungscharakter der Gesamtanlage, denn diese Quermauer legte sich noch einmal wie ein Riegel rechts und links an den Turm an, um zum letzten Male Halt zu gebieten, wenn der Halsgraben im Osten vom Gegner bezwungen war. Von der Nordseite der Oberburg hat man heute einen guten Einblick in die doppelte Wall- und Grabenanlage, die der Burg westlich vorgelagert ist, um ein mögliches Ersteigen auf dem etwas flacher ansteigenden Bergsporn zu verhindern. Der Burgbrunnen der Oberburg ist mit seinen 176 Metern wohl die t i e f ft e Brunnen- anlage Deutfchlands. Er war bis zu [einer Freilegung, die 1936 Mittels elektrischer Förderanlagen erfolgte, fast bis zum oberen Rande mit Steinen, Schutt und Felsblöcken angefüllt. Der Brunnen ist 1937 mit einem Brunnenhäuschen versehen worden und kann durch einen starken Scheinwerfer bis zum Wasserspiegel übersehen werden. Kunstschähe wie im Aachener 0om. Aus der Oberburg konnte eine über alles Erwarten reiche Sammlung schönster frühzeitlicher und mittelalterlicher Kultur- Hinterlassenschaften geborgen werden, darunter eine ganze Anzahl wahrer Kostbarkeiten. Für die Kulturhöhe der Burgbewohner zeugen ein wertvoller romanischer Leuchterfuß mit drei Tierköpfen als Füßen, der ganz unter dem Einfluß des nord- germanischen Tierschlingstils gearbeitet ist, sowie ein Schloßbeschlagstück, dessen Griff in Form eines Adlers gegossen ist. Das sind Schätze, wie sie höchstens noch der Aachener Dom aufweist. Die Scherben zeigen teilweise Verzierungen wie hängende Dreiecke, mit Strichen gefüllt, und wellenförmige Strichmuster. Weiter wurde'v e r k o h l t e s Getreide gefunden, das ein Alter von 2500 Jahren aufweist; wahrscheinlich handelt es sich um Opfergaben. Unter den etwa 300 Bronzestücken befinden sich zahlreiche Amulette, Schmuck- und Belagstücke, sowie Münzen, eine Reihe schön verzierter Schreibgriffel, vergoldete Sattelknöpfe und vergoldetes Sattelbeschlagzeug. Eine Anzahl Zaumzeuganhänger zeigt als Zierelemente Lilien, Kreuze und Greifen. Die Scherben gehen teilweise bis auf das 6. Jahrhundert vor der Zeitenwende zurück. Das Kyff- häufermufeum ist zu klein geworden, um alle Schätze aufzunehmen. Auf dem Platze, an dem die Wege zum Denkmal und zum Burghof sich gabeln, wird noch in diesem Sommer auf einer terrassenförmig erhöhten Anlage ein fteinernes Bildwerk Hindenburgs errichtet werden, an dem der Berliner Bildhauer Professor H o s e u s arbeitet. Es wird ein machtvolles Bildwerk in vereinfachten Formen, das die unerschütterliche Ruhe und Entschlossenheit des deutschen Soldaten roiebergibt. Der Marschall des Weltkrieges steht hier als Vorposten und Vertreter ewigen deutschen Soldatentums vor dem Berg der Deutschen, lieber die Wipfel hinweg grüßt ihn der zum Himmel ragende Denkmalsturm als Symbol der Kriegerehre von 1870/71 und der alte Barba- roffaturm als Zeichen mittelalterlicher Mannentreue. ' / Aus deutschem Obst - verbilligte Marmelade. 3u Besuch in einer großen Marmelade-Fabrik. ■" Beim Abfüllen der fertig gekochten Marmelade aus dem Vakuumkessel. (Aufnahme: Landesbauernschaft.) e Ausführlich würdigten wir gestern in einem Aufsatz unter dem Titel „Das Nahrungsmittel aus Obst und Zucker" die Aktion der Verteilung verbilligter Marmelade an breiteste Kreise unserer Bevölkerung in Stadt und Land. Gleichzeitig wurde der tiefere Sinn dieser Aktion, vor allem die Notwendigkeit eines gesteigerten Marmelade- Verbrauchs Umrissen. Angesichts dessen, daß die Marmelade als Volksnahrungsmittel eine immer bedeutendere Rolle spielt, erschien es angebracht, einmal eine Stätte der Herstellung dieses nahrhaften Brotaufstrichs zu besuchen. Die Landesbauernschaft gab deshalb der Presse des Rhein- Main-Gebietes Gelegenheit, einen neuzeitlichen Fabrikbetrieb für Marmeladen und Konserven kennen zu lernen. Wir nahmen an dieser Besichtigung teil. Man besuchte den größten derartigen Betrieb im Gebiet der Landesbauernschaft, die Marmeladen- und Konservenfabrik „Helvetia" m Groß-Gerau! Da sah es denn etwas anders aus, denn in Mutters Küche zur Einmachzeit! Zwar roch es in der Fabrik genau so angenehm und würzig, so aromatisch nach allen möglichen Früchten, aber im Kochsaal brodelte es in vielen, großen, blitzenden kupfernen Kesseln und es wurde mit anderen Mengen von Früchten und Zuckern umgegangen, wie in der eigenen Küche zur hohen Zeit der Hausfrau. Allerdings: gegenwärtig kann in einer Marmeladenfabrik der gesamte Verarbeitungsprozeß des Obstes nicht gezeigt werden. Liegen doch die Erntezeiten des Obstes sehr verschieden, und so muß man darauf bedacht fein, alle die Früchte über Monate hinweg in ihrer Substanz zu erhalten, jeglichen Verlust zu vermeiden, um sich auch während der Wintermonate mit der Marmelaoe-Her- stellung beschäftigen zu können. Es ist praktisch nicht möglich, die in den Zeiten der Ernte anfallenden Obstmengen kurzfristig genug oder gar von Schopenhauer und Du. Zum 15v. Geburtstage des Philosophen am 22. Februar. Gründet sich auch der Weltruhm Arthur Schopenhauers auf fein Hauptwerk „Die Welt als Wille und Vorstellun g", so haben doch feine zahlreichen anderen Schriften nicht minder fruchtbar gewirkt. Zu diesen Werken kleineren Umfangs aber gleicher Erkenntnisschärfe, wie sie sein Hauptwerk auszeichnet, gehören auch die „Aphorismen zur Lebensweishei t", die ihre Gültigkeit behalten werden, solange es Menschen gibt, und die den großen Vorzug haben, auch von philosophisch nicht vorgebildeten Lesern verstanden zu werden, zumal diese Lebensweisheiten bald mit feinem, bald mit polterndem Spott durchtränkt find. Indem Schopenhauer das Wort des Franzosen Chamfort „Das Glück ist ein schwierig Ding. In uns finden wir es nur sehr schwer und gar nicht außer uns" seinen Aphorismen voranstellt, wendet er sich nicht rtur an den einzelnen Menschen, an das Du, sondern er leitet damit auch sofort zu einer wichtigen Tatsache über: „Jeder steckt in feinem Bewußtsein, wie in seiner Haut, und lebt unmittelbar nur in demselben; daher ist ihm von außen nicht sehr zu helfen". Von dieser Tatsache ausgehend, durchwandert Schopenhauer alle Gebiete des Lebens. , . , . . t Von der Heiterkeit. Was uns am unmittelbarsten beglückt, ist die Heiterkeit des Sinnes: denn diese gute Eigenschaft belohnt sich augenblicklich selbst. Wer eben fröhlich ist, hat allemal Ursach es zu sein: nämlich eben diese, daß er es ist. Nichts kann so sehr, wie diese Eigenschaft, jedes andere Gut vollkommen ersetzen; wahrend sie selbst durch nichts zu ersetzen ist. Einer fei jung, schön, reich und geehrt; so fragt sich, wenn man sein Glück beurteilen will, ob er dabei heiter fei? Ist er hingegen heiter, so ist es einerlei, ob er jung oder alt, gerade oder bucklich, arm oder reich sei- er ist glücklich! Dieserwegen also sollen wir der Heiterkeit, wann immer sie sich einstellt, Tur und Tor öffnen: denn sie kommt nie zur unrechten Uhr. Das nötige Maß des Schlafes zu überschreiten, wäre jedoch Zeitverlust, weil b*ann der Schlaf an Wirkung verliert, was er an Ausdehnung gewinnt. 23 o m Reichtum, Vermögen und Besitz. Der Reichtum gleicht dem Seewasser: je mehr man davon trinkt, desto durstiger wird man! Vorhandenes Vermögen soll man betrachten als eine Schutzmauer gegen Unfälle; nicht aber als eine Erlaubnis oder gar Verpflichtung, die Vergnügen der Welt herbeizuschaffen. Ich meine, wir sollten das, was wir besitzen, bisweilen so anzusehen uns bemühen, wie es uns vorschweben würde, nachdem wir es verloren hätten. Von der Phantasie. In allem, was unser Wohl und Wehe betrifft, sollen wir die Phantasie im Zügel halten: also zuvörderst keine Luftschlösser bauen; well diese zu kostspielig sind, indem wir sie gleich darauf unter Seufzern wieder einzureißen haben. Aber noch mehr sollen wir uns hüten, durch das Ausmalen möglicher Unglücksfälle unser Herz zu ängstigen. Dom Schicksal. Unser Lebenslauf ist keineswegs schlechthin unser eigenes Werk, sondern das (Ergebnis zweier Großen, nämlich der Reihe der Begebenheiten und der Reihe unserer Entschlüsse, welche stets inemander- greifen und sich gegenseitig bestimmen. Das Schicksal mischt die Karten und wir spielen. (Aber auch:) Was die Leute gemeiniglich das Schicksal nennen, sind oft nur ihre eigenen dummen Streiche. Alles*was geschieht, vom Größten bis zum Kleinsten, geschieht notwendig. Leben und Tod. Das ganze Leben ist ein Kampf, jeder Schritt wird uns streitig gemacht. Daher ist es eine feige Seele, die, sobald Wolken sich zusammenziehen oder wohl gar nur am Horizont sich zeigen, zusammen- schrumpst, verzagen will und jammert. Solange der Ausgang einer gefährlichen Sache noch zweifelhaft ist, darf an kein Zagen gedacht werden, sondern nur an Widerstand. Das Höchste, was ein Mensch erreichen kann, ist ein heroischer Lebenslauf. Wer für fein Volk in den Tod geht, ist von der Täuschung frei geworden, welches das Dasein auf die eigene Person heschränkt: er dehnt sein eigenes Wesen auf feine Volksgenossen aus, in denen er fortlebt, ja auf die kommenden Geschlechter, für welche er wirkt — wobei er den Tod betrachtet wie das Winken der Augen, welche das Sehen unterbricht. So sprach Schopenhauer! Wem das kleine Kapitel großer Lebensweisheit allzu klein ist, der nehme die Aphorismen selbst zur Hand. Vielleicht läßt sich der eine oder der andere auch bestimmen, noch weiter zu greifen und sich zu vertiefen in bas Lebenswerk dieses Philosophen, der — nehmt alles nur in allem — einer der erhabensten Geister Deutschlands gewesen ist. ? Dr. Friedrich Bubendey. Lichtspielhaus: „Brillanten." , Kriminalstücke sind hier gegenwärtig die große Mode. Dies ist eins mit komischen Pointen, aus- gebaut auf dem feit altersher beliebten Doppelgänger-Motiv. Auf der Bühne ist das stets ein nicht völlig gelostes Problem geblieben; der Film hat es zu einer seiner Trick-Spezialitäten entwickelt. Hier handelt es sich um einen raffiniert angelegten Schwindel mit einem kostbaren Brillantschmuck; die Fäden laufen von einem Spielfaal in San Franzisko nach der Edelsteinstadt Amsterdam, und es ist einer der hübschesten Züge in diesem von Eduard von Borsody geschmeidig und großzügig in Szene gesetzten Film, daß er eine Reihe sehr anziehender Aufnahmen aus dem internationalen Juwelenhandelsplatz festgehalten hat. Mit dem Kriminalfall ist natürlich, wie es sich gehört, eine Liebesgeschichte verquickt, auch tut man einen der stets beliebten Blicke in die Welt eines großen Varietes und erlebt den Aufstieg einer namenlosen Tänzerin zum ungeahnten Erfolg: die Drehbuchautoren Emil B u r r i und Walter Forster haben die Karten gut gemischt, um das Spiel zu einer fesselnden Unterhaltung zu machen. Darstellerisch interessiert in erster Linie ein neuer Mann: Hans Olden, der den Hochstapler Lamont mit einer bemerkenswerten Einfühlungsgabe spielt und sich mit komödiantischer Sicherheit und Wendigkeit in feiner Doppelrolle zurechtfindet. Hansi K n o t e ck sieht man hier von einer Seite, von der man sie kaum zu sehen erwartet hätte; nicht „Seelchen" und nichts von Ganghofer, sondern ein Revuestar mit schlanken Beinen, dazu als Gegentyp die vielseitig begabte Hilde Korber und als Partner Viktor Staat, der hier einmal mit Temperament und Energie aus sich herausgehen darf. Ferner Brausewetter, der mit Humor noch immer einen netten, großen Jungen spielt, und Aribert Wäscher, der mit beschwörenden Gebärden eine groteske Mischung aus Whiskyrausch und spiritistischer Besessenheit zum Besten aibt. An der Kamera stand Günther Anders; Lothar Brühne schrieb die Musik. - (Ufa.) * Im Beiprogramm läuft ein Kulturfilm „Jugend am Motor" und die neue Wochenschau der Bavaria. Hans Thyriot Gtraßenkampf mit dem Wildschwein. Ein merkwürdiger Vorfall spielte sich in dem französischen Städtchen Conde-sur-Escaut ab. Gegen Einbruch der Dunkelheit war in einer Straße ein junges Mädchen von 16 Jahren, Mlle. ßinionce, gerade von ihrem Fahrrad gesprungen und unterhielt sich mit einem Briefträger. Da tauchte dicht vor der Gruppe eine dunkle Masse auf, die im Galopp herankam, auf die beiden jungen Leute einstürmte und sie zu Boden warf. Der Briefträger, der nicht wußte, wie ihm geschehen war, blieb ein paar Augenblicke verwirrt liegen, während das junge Mädchen halb ohnmächtig über ihr Rad hingeworfen verharrte. Inzwischen machte der wilde Angreifer plötzlich kehrt und stürzte sich aufs neue auf das Mädchen. Die wenigen Zeugen der Szene erkannten in dem Tier ein Wildschwein, das mit den Hauern sein unglückliches Opfer bearbeitete. Von allen Seiten strömten jetzt die Nachbarn mit Stöcken ober Heugabeln bewaffnet zur Befreiung des Mädchens herbei. Vor dieser drohenden Menge ergriff das Wildschwein die Flucht und verschwand ebenso schnell wie es gekommen war. Es nahm seine Richtung in das Gehölz von Bon Secours, von den herbeigerufenen Gendarmen auf Rädern verfolgt. Das Mädchen wurde mit ernsthaften Verletzungen aufgehoben. Seltsam ist, daß man in den Wäldern der Umgegend bisher noch niemals ein Stück Schwarzwild gespürt hat. Schwurgericht in Gießen. Gestern trat das Schwurgericht am Landgericht Gießen zur ersten Verhandlung der lau>enden Schwurgerichtsperiode zusammen. Den Vorsitz führte Landgerichtsdirektor Dr. Speckhardt. Die Anklage vertrat Assessor Dr. Schuchmann. Angeklagt waren wegen Meineids die neunzehnjährige Elisabech Loch aus Zeilbach (Kreis Alsfeld) und wegen Anstiftung dazu der W. Stark aus Nidda. Der Angeklagte Stark war im Jahre 1934 in der Gemeinde Zeilbach tätig. Dort lernte er die damals 15jährige Loch kennen und trat mit dieser in strafbare Beziehungen? Ein mit Start verfeindeter Einwohner der Gemeinde erhob deswegen gegen diesen Anzeige. Es wurde dann gegen den Anzeiger ein Verfahren wegen Beleidigung eingeleitet. In dem sich daraus entspinnenden Prozeß wurde von dem Zeugen und damaligen Angeklagten behauptet, daß Stark das Mädchen vergewaltigt habe. Daraufhin wurde dieses Verfahren ausgesetzt und gegen Stark ein Verfahren wegen Sittlichkeilsverbrechens eingeleitet, welches jedoch eingestellt wurde. Im Laufe der damals schwebenden Ermittlungen wurde die Angeklagte Loch von dem Amtsgericht Ulrichstein informatorisch gehört. Dabei gab sie zu Protokoll, daß die von dem Zeugen in dem Beleidigungsprozeß ausgestellten Behauptungen über ihr Verhältnis zu Stark den Tatsachen entsprächen. Dies führte dazu, daß Stark aus seinem Dienst entlassen wurde. Nunmehr trat dieser mit der Angeklagten in Derbinüuna und setzte zwei Briefe auf des Inhalts, daß ihre Aussage vor dem Richter in Ulrichstein nicht richtig gewesen sei. In den Briefen wurde zwar zugegeben, daß es zwischen den beiden Angeklagten zu Beziehungen gekommen rft, allerdings erst nach Vollendung chres 16. Geburtstages. Die beiden Briefe wurden von der Angeklagten unterzeichnet unb an das Amtsgericht Ulrichstein, sowie an den Vorgesetzten Starks abgesandt. Dabei schärfte ihr Stark ein, die Briefe eigenhändig zu falten und wegzuschicken, damit bei einer etwaigen chemischen Untersuchung keinerlei Fingerabdrücke oder sonstige Verdachtsmomente, daß er seine Hand dabei hn «Piel gehabt hätte, festgestellt werden könnten. Außerdem verbot er ihr, mit irgend einem Menschen über diesen Vorgang zu sprechen. Auf Grund der Briefe wurde das Verfahren gegen den Zeugen wegen Beleidigung weiterbetrieben, das schließlich mit dessen Verurteilung endete. In der damaligen Hauptverhandlung vor dem Amtsgericht lllricgftein beschwor die Angeklagte, daß sie vor ihrem 16. Geburtstag mit dem Angeklagten nicht in Beziehungen getreten sei, und weiterhin, daß sie die bechen Briefe aus eigener Initiative und vollkommen selbständig verfaßt und ab- gefandt habe. Auf Grund dieses Ergebnisses durfte der Angeklagte seinen Dienst wieder aufnehmen. Schon kurze Zeit nach dem Prozeß wurde festgestellt, daß Stark wenige Tage vor dem Termin die Loch, die mittlerweile in Gießen eine Stellung angenommen hatte, bott ausgesucht und mit* * ihr Verhandlungen gepflogen hatte. Ebenfalls konnte ermittelt werden, daß er am Verhandlungstage in Saasen zu ihr ins Abteil gestiegen war und sich mit ihr über den Prozeß unterhalten hatte. Diese Verdachtsmomente führten zu dem gestrigen Verfahren. Gegenstand der Anklage war die zweite Behauptung der Loch, sie habe den Brief selbständig abgefaht. In der gestrigen Hauptver- handlung war die Stngetlagte restlos geständig. Sie gab unumwunden zu, von Stark die Anweisung erhalten zu haben, mit niemanden darüber zu sprechen, daß er der Verfasser der beiden Briefe sei, und sie gestand auch, daß der Angeklagte ihr im Zug nochmals eindringlich zugeredet habe, auch vor Gericht in diesem Punkte standhaft zu bleiben. Ueberraschenderweise erweiterte sie dieses Geständnis noch dahin, daß die näheren Beziehungen zwischen ihnen schon vor Vollendung ihres 16. Lebensjahres bestanden hätten, obwohl Anklage in diesem Punkte überhaupt nicht erhoben war. Da der Angeklagte Stark. vor dem Amtsgericht Ulrichstein ebenfalls beschworen hatte, der Zeitpunkt ihrer näheren Beziehungen sei erst nach dem 16. Geburtstage gewesen, wurde auch er auf Grund dieses Geständnisses eines vollendeten Meineides überführt. Die verfahrensrechttichen Bestimmungen gestatten nicht, daß der Angeklagte wegen dieses Verbrechens gestern mit abgeurteilt werden konnte, so daß er sich demnächst erneut wegen Meineides zu verantworten haben wird. Im Gegensatz zu dieser Darstellung blieb der Angeklagte St. dabei, sie nicht zum Meineid angestiftet zu haben. Er gab wohl zu, die Briefe verfaßt zu haben und ihr aufgetragen zu haben, darüber Stillschweigen zu bewahren. Dies wollte er jedoch nicht in dem Sinne verstanden haben, daß sie vor Gericht die Unwahrheit sagen solle. Mit der Besprechung in der Bahn vor dem Termin habe er lediglich beabsichtigt, der Angeklagten etwas Mut zuzusprechen. Der Vertreter der Anklagebehörde bezeichnete das Geständnis der Angeklagten als durchaus glaubwürdig und hielt auf Grund dessen auch den Angeklagten Stark trotz seines beharrliches Bestreitens für überführt. Er beantragte gegen die Angeklagte Loch die Mindeststrafe von einem Jahr Zuchthaus, gab ihr jedoch anheim, ein Gnadengesuch einzureichen. Gegen den Angeklagten Starck hielt er ebenfalls eine Zuchthausstrafe von einem Jahr für ausreichend, allerdings mit Rücksicht auf fein ungleich größeres Verschulden ohne den Hinweis auf ein Gnadengesuch. Der Verteidiger der Angeklagten Loch schloß sich diesen Ausführungen an und beantragte gleichfalls, auf die Mindeststrafe zu erkennen. Der Verteidiger des Angeklagten Stark wies in längeren Ausführungen darauf hin, daß die Schuldfrage einzig und allein davon abhänge, wem das Gericht von den beiden Angeklagten Glauben schenke. Er beantragte daher Freispruch für seinen Mandanten. Nach längerer Beratung kam das Gericht zu folgendem Urteil: Die Angeklagte Loch wurde wegen Meineides zu der gesetzlichen Mindeststrafe von einem Jahr Zuchthaus, sowie zwei Jahren Ehrverlust verurteilt. Der Angeklagte Stark er- hiett wegen Anstiftung zum Meineid ein Jahr drei Monate Zuchthaus und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf drei Jahre. Beiden Angeklagten wurde die Fähigkeit zur Eidesleistung auf Lebenszeit aberkannt. In der Urtellsbegrün- bung führte der Vorsitzende aus, daß das Gericht dem Geständnis der Angeklagten gefolgt sei, da gar kein Grund für die Angeklagte bestehe, sich eines Verbrechens zu bezichtigen, wenn sie es nicht begangen habe. Im übrigen werden die Dar^ ftellungen der Angeklagten durch verschiedene Momente gefeftigt. Der Angeklagte Stark habe schon bei seiner Anweisung, den Brief zu fallen, um Fingerabdrücke von seiner Person zu vermeiden, gezeigt, daß er auf lange Sicht gearbeitet habe und zum Aeußersten entschlossen gewesen sei. Dieses Bild runde sich noch durch den Besuch in Gießen und dos Aufsuchen in der Bahn ab. Die ganze Anlage des Vorgehens des Angeklagten hätte bei Gericht jeden Zweifel an feiner Schuld ausgeschlossen. Gegen den Angeklagten Stark wurde sodann Haftbefehl erlassen und Stark abgeführt. der Anfuhrrainpe weg sofort zu Marmelade zu derarbeiten. So muß also ein großer Obstoorrat in Silos! Das geschieht nun folgendermaßen. Alles Obst wird fauber gewaschen, dann gedämpft und schließlich wird die gedämpfte Frucht durch eine „Passiermaschine" Getrieben, in der sich reinlich das Fruchtmark von Kernhaus, Kernen oder Schalen scheidet. Das Fruchtmark selbst, eine wunderbar zarte, duftende Masse, wird mit edlen Konservie- rungsftoffen versetzt und entweder in große Silos oder in sorgfältig vorbereitete große Fässer gefüllt. So liegen gegenwärtig in der Marmeladenfabrik Groß-Gerau im wahrsten Sinne des Wortes ungeheure Mengen Fruchtmark konserviert für die allmähliche Bearbeitung bereit. Bis zur neuen Ernte müssen dann Silos und Fässer wieder leer sein. Jetzt wird also Marmelade in den verschiedensten Zusammenstellungen aus den Fruchtmarkvorräten gekocht. So entstehen im Zuge der großzügigen Herstellung verbilligter Marmeladen Kombinationen non Himbeer-Apfel, Erdbeer-Apfel, Apfel-Erdbeer-- Zwetschen-Trauben (Vierfruchtmarmelade) u. a. m. Alle diese Marmeladen werden aus dem reinen Fruchtmark hergestellt, bestehen also lediglich zu gleichen Teilen aus Fruchtmark und Zucker, aus einem Zusatz von edlen Gewürzen und etwas Stärkesyrup (aus Kartoffelstärke oder Mais gewonnen), der dafür sorgt, daß die Marmelade mit dem Erkalten Schnittfestigkeit erhäll. Da standen wir denn daneben,, wie im Kochsaal eine Schüssel nach der anderen voll Fruchtmark in die Kupferressel wanderte, Zucker sackweise zuge- schüttet und eingerührt wurde, wie mit Hilfe heißen Dampfes fünf Minuten gekocht wurde und dann die ganze Masse (jeweils 334 Kilogramm) in einei^, zweiten Kochkessel (im Stockwerk darunter) floß und dort unter luftleerem Raum und bei nur 50 Grad Celsius noch einmal sieben Minuten gekocht wurde. Während dieses zweiten Kochens wurde der Wafsergehall mit Hilfe des „Refraktometers"' ständig überprüft, denn der Wassergehalt darf eine bestimmte Menge nicht übersteigen. Und dann wurde aus dem Kessel ummttelbar in 12V2= Kilo-Eimer abgefüllt. Das alles geschieht hygienisch etnroanbfrei! Stets werden die Erzeugnisse wijsen- schaftlich im Laboratorium der ffabrit, aber auch von den staatlichen Nahrungsmittel-Untersuchungsbehörden nachgeprüft. Für die verbilligte Marmelade sind besonders strenge Bestimmungen einzuhallen. So ist also diese „verbilligte" Marmelade nicht etwa ein „billige" Marmelade, im Sinne von „weniger wertvoll", sondern ein vollwertiges unreines Erzeugnis, dem gerechterweife alles Vertrauen entgegengebracht werden darf. Aus der Stadl Gießen. Betrachtungen vor dem Thermometer. Wir sind überfallen worden. Die Kälte tarn, als die Fruhlingspoeten schon gute Tage witterten, im Moos Schneeglöckchen erwachen wollten, Primeln, vielleicht die ersten frechen Krokusflämmchen. lieber Nacht war der frühe Spuk vorbei. In die Maskenbälle und Damensitzungen schwebte vermummtes und geputztes Volk vergnügt mit offenem Mantel, aber wer früh heraus kam, also spät und eben deswegen früh, der wurde wie mit Ruten geschlagen. Der Winterwind war erwacht. Es mar eine Attacke, an die wir nicht mehr dachten. Jeder Mensch ist von Natur aus optimistisch. Dann kommt ein Winterwind und bläst die ganze Frühlinas- zuversicht hinweg. (Dabei sind wir, wenn wir die .Wahrheit bekennen, froh um die Kälte. Es war uns ohnehin nicht ganz wohl bei dieser seltsam verdrehten Wttterung. Lieber jetzt kalt, als im Mat!) Noch einmal sind mir an den Ofen gescheucht, die Straßen sind sellsam leer, die Doppelfenster erfüllen ihren Daseinszweck und die Tritte der frühen Boten hallen: Milchmann, Briefbote, Bäckerjunge. Etwas reckt sich und heißt: Februar 1929. War es schön damals? Die Erinnerung: Der Ritt über den Strom, die arktische Landschaft des Flusses, die tödliche, schwarze Einsamkeit der Pappeln. Es war, als wollte die Welt nicht mehr auftauen. Die Erinnerung macht das Bild von damals großartig, Oie Mädchen aus der Burgflraße. Roman von Hilde X Lest. 23 Fortsetzung. ■ (Nachdruck verboten.) „Dielen Dank, Herr Schulmeister, ich werde das alles getreulich befolgen. Nun sagen Sie mir aber endlich, wer Sie sind, damit ich weiß, wem ich für meine Rettung dankbar sein darf." „Nicht, so lange Sie diesen überheblichen Ton beibehalten. Ich will Ihnen gestehen, daß ich Ihnen heute nur aus Neugierde nachgegangen bin, verehrtes Fräulein Carla. Ja, ich kenne Ihren Namen, und ich weiß auch sonst einiges von Ihrem Dasein. Eben daher kam meine Neugier, ich wollte mehr erfahren. Jetzt ist mein Interesse erheblich gestiegen. Ich brenne darauf, zu erfahren, wie lange Sie Ihre Rolle spielen, die Ihnen gar nicht liegt. Ich wurde Ihnen gerne behilflich fein, wieder etwas festeren Boden zu gewinnen." „Wenn ich aber auf Ihre Hilfe verzichte —?" Der Fremde hob die Schultern. „Sie werden nicht verzichten? Denn ich will Ihnen hinreichend Zeit lassen, sich zu überlegen, ob Sie unter den Menschen, die Sie kennen, nicht auch einen haben wollen, der Ihnen keine Flöhe ins Ohr setzt, der Sie nicht anhimmelt, aber auch nicht nach der Rolle einschätzt, die Sie augenblicklich spielen und — merken Sie sich das wohl — der auch gar nichts anderes fein kann als ein guter Freund, weil es chm verwehrt ist, sich an eine Frau zu binden." Er klemmte sich mit den Ellenbogen ans Ge länder, entnahm seiner Brieftasche eine Karte und einen Umschlag, steckte die Karte in den Umschlag, verschloß diesen und sagte: „Segen Sie das, bitte, in die tiefste Schublade Ihres Schrankes. Sind Sie mit sich zufrieden, so vergessen Sie es. Sollten Sie aber unzufrieden werden, so bedienen Sie sich der Telephonnummer, die unter meinem Namen sieht. Und nun gehen Sie nach Hause, die Luft ist inzwischen rem geworden." „Wollen Sie mich nicht begleiten?" „Nein", war die Antwort, „wir wollen das Spiel wieder von vorne beginnen." Er stieg erst wieder über das Geländer, als Carla im Hausflur verschwunden war. Carla stand in ihrem Zimmer vor dem Spiegel und nahm den Hut ab. Sie warf die dunklen x Locken aus der Stirn und sah sich prüfend an. x Brrr! Sie hatte sich heute keine Lorbeeren geholt, aber die Wirklichkeit war — kalt, einfach hundekalt, war Frieren, Einmummen, Augen, die tränten vor Frost, arme Vögel, die za hunderten starben, bis auf das seltsam zäh? Volk der Raben. Soll es noch einmal so werden, wie damals, wo viele zum erstenmal einen blassen Schimmer davon bekamen, was sie bedeuten, die großen Namen Alaska, Aukon-Fluß, Grönland und Spitzbergen? Nein, mir sind nicht begierig auf eine Wiederholung des Februar 1929. Rechtschaffen kalt? Ja. Aber die Starre, die damals über der Erde lag, die träumt niemand gern zurück. • k. und die Gardinenpredigt war ihr gut. bekommen, wenn auch — zum Teufel! — wenn sie auch eine Unverschämtheit war. Sie hätte ihn einfach stehen- lasien sollen. War sie ein Schulmädel, das wildfremde Leute auf der Straße abkanzeln konnten? Da lag der verschlossene Umschlag auf dem Tisch. Oeffnen? Natürlich rechnete er damit, daß sie ihn öffnen würde, sei es auch aus bloßer Neugierde. Nun erst recht nicht! Sie verschloß den Umschlag in der untersten Schublade des Wäscheschrankes. .15. . ' Am nächsten Tag erschien Herr Viereck am Mittagstisch der Mutter Lenz und bat, fortan ihr Gast sein zu dürfen. Er widmete Carla eine formvollendete Verbeugung, scherzte mit Ursel und ihrem Verlobten, schien aber sonst nur für Lisbeth da zu sein. Die beiden sprachen miteinander wie zwei Leute, die sich seit langem fennm, und Carla glaubte in Lisbeths Stimme einen wärmeren Ton Zu vernehmen, den die Schwester Männern gegenüber nicht anzuschlagen pflegte. Sie suchte vergebens ihren Aerger zu bekämpfen. Gewiß, sie hatte Viereck längst vergessen. Mußte er sie deshalb wie Luft behandeln? Professor Mollwitz flötete ihr in aufdringlicher Weise Komplimente über den Tisch zu. Viereck sah sekundenlang zu ihr hin, und um seine Lippen zuckte ein verdächtiges Lächeln. Also Spott! Ursel, die kleine Ursel, die kein Mensch für voll genommen hatte, verlobte sich ohne viel Federlesens mit dem Assessor, der doch nur Carlas wegen ins Haus gekommen war. Lisbeth, die spröde Lisbeth, schien sich mit Herrn Viereck zumindest gut zu vertragen. Ihr blieb — Professor Mollwitz, die komische Figur dieser Tafelrunde, die komische Figur auch dieser Reise, die sie zu dritt unternommen hatten. Viereck konnte aus guten Gründen spotten. Aber so leicht sollte ihnen allen der Triumph nicht fallen'. Sie wandte sich plötzlich dem Professor zu. In ihren großen braunen Augen funkelten helle Lichter, ihre Sippen reihten Satz an Satz, ein in allen Farben sprühendes Feuerwerk weiblichen Witzes. Bald schwiegen die andern ringsum, die Beamten unterbrachen ihre Gespräche, die ältlichen Fräuleins stießen sich mit den Ellenbogen an. Man horte nur Carla. Dann begann Mollwitz, aus seinem Seben M erzählen, von seinen großen Erfolgen, von seinem schönen Haus an einem stillen See, dem leider die Herrin fehle, vom Winter in Stockholm und seinen Festen, von weiten Reisen zu den Schätzen der Welt, Und Carla pflichtete ihm bei, bewunderte ihn, hielt seine Blicke fest--- Dornoiiren. Tageskalender für Dienstag. Stadttheater: 20 bis 23.15 Uhr „Clivia". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Wie einst im Mai". — Sichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Brillanten". — Ober- hessischer Kunstoerein: Ausstellung im Turmhaus am Brand. Siadttheaker Gießen. Heute um 20 Uhr finbet eine Wiederholung des Operettenerfolges „Clivia" von Nico Dostal ftatt. Musikalische Seitung Heinz Markwardt, Spielleitung Am folgenden Tag glaubte sie feststellen zu können, daß keiner an der Tafelrunde noch zu Spott neigte, auch Herr Viereck nicht. Er ,aß unruhig auf feinem Stuhl. Er schien sich nicht mehr ausschließlich Lisbeth zu widmen. Wenn er .Carla anblickte, lag es wie Besorgnis in feinen Augen. Da sandte sie ihm zur Entgegnung ein strahlendes Lächeln, und immer häufiger kreuzten sich ihre Blicke, und sie hatte auf seine stummen Fragen immer nur die Antwort dieses Lächelns, das man deuten konnte, wie man wollte. Als der Professor, zufrieden wie ein satter Pfau, gegangen war, erhob sich auch Carla und bemerkte, daß sie dringend beschäftigt sei. Mutter Lenz und ihre beiden Töchter blieben mit Viereck und dem Assessor allein zurück. „Bleiben Sie noch!" bat Mutter Lenz, als Viereck gehen wollte. „Sie haben Carla recht gut kennengelernt. Sie macht mir schwere Sorgen. Wissen Sie ihr Verhalten zu deuten?" „Carla ist unberechenbar", sagte Lisbeth. ,Wenn sie uns nur ein glänzendes Schauspiel vormachen wollte, könnte sie sich auf den Mittggstisch beschränken. Aber sie ist dauernd aus dem Haus, obwohl sie zur Zeit nichts auf der Universität' zu tun hat. Mit wem? das ist unschwer zu erraten." „Ich glaube trotzdem nicht daran", sagte Viereck, „aber es müßte sich schließlich fefffteCen lasten ..." Da traf ihn ein Blick Lisbeths, der ihn den Satz nicht zu Ende sprechen ließ. Er verabschiedete sich, um, wie er sagte, mit Lisbeth zur Arbeit zu gehen. Vor dem Hause blieb er stehen. „Mir ist heute nicht mehr nach Arbeit zumute", sagte er, „mich dürstet nach ftischer Luft." „Es ist gut", erwiderte Lisbeth, „bann auf morgen!" „So ist das nicht gemeint. Nicht ohne Sie! Sie haben frische Luft noch mehr verdient als ich. Ist es sehr schlimm, wenn ich Sie bitte, diese Lust mit mir zu teilen?" „Es ist nicht das Schlimmste an Ihnen." „Recht so, Lisbeth, man muß mtzh nehmen, wie ich bin. Kommen Eie." „5d> komme ja schon. Wollen Sie mir nicht we- nigstens sagen wohin?" „Ich würde Vorschlägen: aufs erste in die Fennstraße." „Ein seltsamer Vorschlag. Sollte da die Lust gar so frisch sein?" P „Wir könnten da meine Maschine holen." „Und bann?" „Dann gibt 5 frische Luft, so wahr ich hier stehe" Sie fuhren in die Fennftraße, und Viereck holte seine Maschine aus dem Stall. Sie war ein schwe- Karl-Ludwig Lindt, Leitung und Einstudierung der Tänze Irmgard Zenner, Bühnenbild Karl Löffler. Die Vorstellung findet als 20. Vorstellung der Dienstag-Miete ftatt Ende 23-15 Uhr. Slaatsfchaufpieler Paul Wegener im Sladilheaker. Die Intendanz des Stadttheaters hat den Staats- schauspieler Paul Wegener (Berlin) für ein ein« maliges Gastspiel am Donnerstag, 24. Februar, verpflichtet. Paul Wegener gaftiert mit eigenem Berliner Ensemble in „Kollege Crampton", Komödie in fünf Akten von Gerhart Hauptmann. Spielleitung: Paul Wegener. Dühnenblider: Karl Löffler. Die Vorstellung findet außer Miete statt. Anfang 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr. Gießener ttonzerkverein. Man schreibt uns: Einen Genuß auserlesenster Art wird am kommenden Sonntag ein Kammermusik-Abend des ausgezeichneten Quartetto di Roma bringen. Diese vorzügliche römische Duartettoereini* gung kommt auf ihren Gastspielreisen feit mehreren Jahren auch nach Deutschland, zur Freude jedes anspruchsvollen Kammermusikverehrers, und so wird es auch jeder Freund dieser edelsten musikalischen Kunst in Gießen dankbar begrüßen, daß es dem Konzertverein möglich gewesen ist, dieses wundervolle Stteichquartett zu einem Konzert zu verpflichtet. Wertvollste alte italienische Mersterinftrumente erklingen unter den Fingern dieser vier Meisterspieler. Pressekritiken heben überall hervor, daß die Darbietungen in jeder Hinsicht vollkommen sind. Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde. Am morgigen Mittwochabend Vortrag von Professor Standsuß über „Seefische als Nahrungsmittel." TLS<3» „Lraft durch Freude", kreis Gießen. Theatervorstellung. Samstag, den 26. Februar 1SZÜ, Beginn 20 Uhr, SdF.-Miete. Gruppe I (10. Vorstellung), „£abg Windermeres Facher". Komödie in 4 Akten von Oskar Wilde. Eintrittskarten zu —,90 und 1,— R2IL find In der Verkaufsstelle Selters weg 60 und bei den Be- lriebswarten erhältlich. Am 28. Februar 1938 fahren Omnibusse zum Rosenmontagszug nach Mainz. Fahrpreis beträgt 4.40 RM. Anmeldungen Seltersweg 60. 1152V NSDAP., Ortsgruppe Gieße«-Nord. Am Donnerstag, 24. Februar, finden um 20.30 Uhr folgende Zellenabende statt: Zelle 5, 7, 8 nn Restaurant „Frankfurter Host', Lindengasse. Sämtliche Parteigenossen, Parteianwärter und Mitglieder der DAF.» NSV. und NS.-Frauenschaft innerhalb der ZÄenbereiche haben an diesen Abenden Leilzunehmen und sich pünktlich in ihrem zuständigen Lokal einzufinden. WHW. Ortsgruppe Gießeu-Mitte. Vetr.r Vfnndspende. Am Mittwoch, 23. Februar, werden die Pfundspenden durch die NS.-Frauenschaft eingesammelt. Die Hausfrauen werden gebeten, den Inhalt auf der Umhüllung der Päckchen kennttich zu machen. Die Pfundsammlung erstreckt sich während der Dauer des WHW. auf alle Volksgenossen. WHW. Ortsführung Gießen-Güd. Am Montag, 21., Dienstag, 22., und Mittwoch, 23 Februar, findet im Bereich der Ortsgruppe Gie- ßen-Süd die Pfundsammlung durch die NS.-Frcm?n- schaft statt. Es wird während der Dauer des WHW. 1937/38 nicht nur bei den Mitgliedern des Lebens- mittel-Opferringes, sondern bei allen Volksgenossen die Pfundfammlung durchgeführt. Als Spenden sind vorwiegend Mehl, Hülsenfrüchte, Graupen, Nudeln, Grieß, Wurstwaren, Konserven erwünscht. Selbstverständlich werden auch alle anderen Pfundspenden res Ding, und Lisbeth bekam gemischte Gefühle, als sie die dicken Zylinder sah. ,Keine Sorge", sagte er, „aber vielleicht ziehen Sie in der Garage doch schnell diese Hosen über, wenn sie auch ein bißchen wett sind." Und dann brausten sie ab. Es ging nordwärts auf der Straße nach Oranienburg. Als sie die Stadt durchquert hatten, drehte er auf. * Carla war auf ihr Zimmer gegangen. Sie kramte in ihrem Wäscheschrank und holte den Briefumschlag des Unbekannten hervor. Sie glaubte fetzt zu wissen, wesien Anschrift er barg. Sie hatte Ursel bei Tisch sagen hören, Herr Stelling habe angerufen und sich entschuldigt, daß er der Verlobungsfeier nicht habe beiwobnen können. Dringende Pflichten hatten ihn plötzlich abgehalten. Carla überlegte. Der Fremde hatt^ sie beim Verlassen des Hauses gesehen und war ihr gefolgt. Also hatte chn irgendein Umstand in die Nähe des Lenzschen Hauses geführt. Er hatte auch gewußt, daß Ursels Verlobungsseiec stattfand. Vielleicht war dieser Gast gar nicht so frohen Herzens zu Ursels Verlobung gekommen. Alle diese Spuren wiesen auf einen gewissen Herrn Stelling hin. Es gehörte nicht viel kriminalisttsche Logik dazu, das herauszubekommen. Sie lachte, als sie sich daran erinnerte, wie heimlich er getan hatte! Sie brauchte nur den Umschlag auszureißen. Halt! durchzuckte es sie, als sie das Papier m Händen hielt. „Sollten Sie mit sich unzufrieden werden, so bedienen Sie sich der Telephonnummer..." hatte der vermeintliche Fremde gesagt. Wenn sie den Umfchlaa öffnete, sah das so aus, als brauche sie die Ratschläge und schulmeisterlichen Ermahnungen dieses Herrn. Weiß Gott, sie brauchte sie nicht. Es wäre nur angebracht, ihm bei Gelegenheit zu zeigen, daß fein überlegenes Getue fehl am Platze war... Sie lauschte. Durchs offene Fenster drangen bekannte Stimmen von der Straße herauf. Sie spähte durch die Gardinen. Da standen Lisbeth und Viereck gerade unter dem Fenster. Sie planten also eme Spazierfahrt. Sie wollten also heute nid? zu Macher gehen. Sieh an, dachte Carla, die spröde Lisbeth... Der Name Macher brachte sie auf einen neuen Gedanken. Dieser Herr Stelling, den sie auf so absonderliche Weise kennengelernt hatte, gehörte doch auch zur Macherschen Kumpanei, wenigstens war davon die Rede gewesen. Man mußte oer- suchen — (Fortsetzung folgt.) ge- Hitler-Jugend. Sämtliche Darbietungen fanden star- des Reichslustfchutzbundes werde. ken Beifall. Die Besucher des Abends verlebten Wirtschaft Frankfurt a. M. Berlin 19-2 | 21 2. 19-2. Dalum "2IccnmnI atotm- Fabrik ...... 14 werden. Solswerle unh Gtatnifcta Fabrik 7 9h>tbDctit)d)et Lloyd o Deutsche Äfid ?bobn Vorz.-Mt. 7 12 iKddteban! Merline« HaadelSaefeMchaft . 6H Commerz, und Prioat-Bank ... 6 6 Berlin — Zranksvrl a BL Deoilenmarft RdUjod 0,725 5,706 62,44 49,05 11,285 64,01 57,54 8,703 2,479 Schluß- fürs , 223 141,5 139,75 170,25 123,25 Schluß^ Mittag» hörte - 141,5 140 170,65 123 0,723 5,694 62,32 48.95 11,265 63.89 57,41 8,691 2471 6 4 *¥i ,. 7 .. 6 0 . 12 .. 6 .. 6 .. 6 .. 1 .. 6 Schl uß- kurs ßabmetjex Mamtrait 'Diannesmartn ...... Mausselder Bergbau..... Me tätige iellfthaft..... ..... Crenftm & Kovvel ....... Khetntfdie Bram»kokle...... Rheinische Cfietao Rbeinstahlwerke............ Rdeinisch-DestfäLche Bektro ... 10 ... 4K .... 0 ..... 4 .... 6 ...0.6 141 139,75 170 .124,25 164,5 193,75 144,5 143,5 255,5 146 161,25 139 148,75 50 114,75 160,5 133.25 110 119,25 122 95,75 114.5 146.5 229,5 129 145,25 126,75 152.5 169 179 214 210 112.4 61 110 149,4 29,9 aus. 00 Klein-Lind en. 21. Febr. Die Schar 1 der Gefolgschaft 5/116 der Hitler-Iu- g e n d veranstaltete am Samstag im Saale des 1 Gasthauses „Jur deutschen Eiche" einen wohlgelungenen Dolksgemeinschaftsabend. Schon lange vor Beginn der Veranstaltung war der Saal dicht besetzt. Gefvlgschaftsführer Willi Volk sprach nach herzlichen Begrüßungsworten über Aufgaben und Ziele der Hitler-Jugend. In Liedern und Ge- e .. o . 8 .. 6 .. 7 .. 6 12 sy, . 4 .. 5 9 10 Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt oeschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 o H. Lombardzinsfuß 5 v H jab die Äugend ihr Wollen kund. Auch einige Jenen nahmen bezug auf die Arbeit der 194 144,13 122,75 143,9 167 146,5 161,5 139 149,4 144 49,9 173 114,75 161 159,5 133,5 110 119,5 157 122.4 114,65 156 110 231 129,13 145,25 126,75 152,9 179 96 213,5 212 112,5- 60,75 110,75 149 29,75 0,725 5,706 62,44 49,05 11.285 64,01 57,53 8,709 2,475 194,25 144,13 122,9 144 169 130,4 146,5 160,4 139,4 149,5 144,13 50 174,4 115 162 158.75 135 110 119,5 158 121,75 114,9 139,75 111.25 231,5 129 145,5 127,9 153 169 179.25 95,9 214 212 112.65 60,75 110,5 150 30 Dr. Reibt hielt darüber einen aufschlußreichenf — Alten-B useck, 20. Febr. Auch hier wurde Lichtbildervortrag. Ein Bühnenspiel der ffiaffe und vam Reichslustschutzburü» der Film „Volk in Liedgesänge sowie Vorträge des Mundharmonika- Gefahr" vorgeführt. Orchesters füllten die weiteren Stunden des Abends । △ Daubringen, 20. Febr. Im Saale der Gastwirtschaft .Lum blauen Hecht" fand eine Werbeoer anstaltung des Reichsluftschutz» b u n d e s statt. Nach einleitenden Worten des Un= tergruppensührers Lehrer Wagner führte der Gemeindegruppenführer Lehrer Eberle (Lollar) den Film' „Volk in Gefahr" vor. Er gab die notwendigen Erläuterungen zu dem Film und forderte die Zuhörer zur Mitarbeit im Reichslustfchutzbund auf. In einem Schlußwort betonte Bürgermeister Deines nochmals die Notwendigkeit des Luftschutzes und gab der Hoffnung Ausdruck, daß auch in unserem Orte bald feder Erwachsene Mitglied entgegen genommen. Die Einwohnerschaft wird beten, die Spenden bereitzuhalten. BOM -Unterqan 116. Stelle für Leibesübungen. Bete.: Saniprüfung für Leistungsabzeichen. Kreis Wetzlar. * Franken b ach, 22. Febr. Die älteste Ein» wohnerin unseres Dorfes, Frau Margarete Oehler W w e., kann am 28. Februar in verhältnismäßiger Rüstigkeit ihren 8 9. Geburtstag begehen. 7 ... 6 ... 7 ... 6 ... 0 8’/i sy, ... 8 ... 6 ... 6 ... 4 . 4ft einige frohe Stunden. 1 Staufenberg, 20. Febr. Die hiesige Ser. dunkelungsübung nahm einen guten Verlauf. Die Einwohnerschaft bewies, daß sie für die Erfordernisse des Luftschutzes volles Verständnis besitzt. sen. Die Ermittlungen der Frankfurter Kriminalpolizei gegen den bald nach der Tat festgenommenen Verbrecher führten zu der Feststellung, daß K o s ch e i k e auch den Einbruch in ine Stahlwaren- und Waffenhandlung von Reinig in Gießen ausgeführt hat. Hier waren, wie wir berichteten, von dem Täter außer Bargeld auch einige Pistolen mit Munition aus dem Laden als Einbruchsbeute mitgenommen worden. Die gestohlenen Pistolen konnten durch die Frankfurter Kriminalpolizei bei Kofcheike restlos vorgefunden und sichergestellt 0,723 5,694 62,32 48,95 11,265 63,89 57,42 8,691 M75 Rhein-Mainische Börse. Mittagsbörfe freundlich. Frankfurt a. M.. 21. Febr. Den vorbörslichen Erwartungen entsprechend hatte die Börse einen freundlichen Wochenbeginn, die Umsätze hielten sich aber in engen Grenzen. Es lagen zwar einige Auf- träge der Kundschaft vor, sie hatten aber nur sehr kleines Ausmaß, so daß die Berufskreise keine Nei- gung zu größerer Unternehmungslust bekundeten. Anderseits lagen Abgaben kaum vor, so daß an den Aktie n mär kten zumeist kleine Befestigungen von etwa 0,25 bis 0,75 v.H. eintraten. Am Montanmarkt setzten Hoesch und Mannesmann je 0,25 v. H., Verein. Stahl 0,50 v.H. höher, Reinstahl un- oerändert ein, wogegen Buderus 1,25 o.H. nach- gaben auf 123. Maschinenaktien lagen uneinheitlich, Daimler verloren 0,50 v.H., Moenus 0,25 v.H., Adlerwerke blieben mit 119,50 unverändert, Eßlin- ger erhöhten sich auf 121,50 (120,75). Vermehrtes Interesse fanden Zellstoffwerte, von denen Waldhof auf 150,40 (149,40) anzogen. IG. Farben blieben bei ruhigem Geschäft mit 161,25 behauptet, hier erfolgten kleine Abgaben. Im einzelnen notierten Reichsbank mit 211 bis 210,75 (211), Siemens mit 214,50 (214), Eonti Gummi mit 194,25 (193,75) und Kali Westeregeln mit 111 (110). Am Rentenmarkt hielt die Rachftage unvermindert an. Lebhafter waren Kommunal-Um- schuldung mit 95,75 (95,65) und 4 v. H. Renten- bank-2lbläsung mit 94,75 (94,65). Reichsbahn-Vorzugsaktien befestigten sich um 0,40 v. H. auf 130,65. Reichsanleihe-Altbesitz bewegten sich zwischen 132,50 bis 132,65 (132,50). Am Pfandbriefmartt wurden Goldpsandbriefe überwiegend repartiert. Liquid a- tionspfandbriefe. Kommunal - Obligattonen und Stadtanleihen notierten zumeist unverändert, ebenso wichen Staatspapiere und Industrie-Obligationen kaum ab. 4 v. H. Rentenbank-Ablösung erhöhten sich im Verlaufe auf 94,80. In der zweiten Börsenstunde schrumpfte das Geschäft stark zusammen. Teilweise brodelten die Kurse leicht ab, in den meisten Fällen blieben sie aber mangels Umsatz auf dem Anfangsstand. Niedriger warßn auf einige wettere Abgaben IG. Farben mit 160,50 nach 161,25, ferner Verein. Stahl mit 112.65 nach 112,90. Die erst später fest- gestellten Kurse lagen zumeist 0,50 v. H. höher, Südd. Zucker um 1 v. H. mit 21L Größere Nach- frage fanden Bankaktien auf die bevorstehenden Bilanzsitzungen. Commerzbank 123 (122,50), Deutsche Bank 127,75 (127,50), Dresdner Bank 114,50 (114.40), auch Effektenbank weiter erhöht auf 89 (88,50). Landkreis Gießen T Großen-Linden, 21. Febr. Am Mitt- woch, 23. Febr., feiert Johannes Volk IL bei sehr guter Gesundheit seinen 8 0. Geburtstag. — Der im Jahre 1912 nach Amerika ausgewanderte Karl Keßler wird in diesem Jahre wieder eine Reise nach Deutschland machen. Obwohl seine Ehefrau in Amerika geboren ist, liebt sie Deutschland mit aller Herzlichkeit. Beide haben ihre große Anhänglichkeit an Deutschland, sowie an Großen- Linden schon zur Genüge bewiesen. X Steinbach, 22.Febr. Am morgigen 23. Februar feiert Frau Margaretha Katharina Haas, geb. Krämer, die Witwe des bereits im Lahre 1921 verstorbenen Heinrich Haas XIII., in verhältnismäßig guter Gesundheit ihren 7 9. G e b urts ta g. Sie lebt im Hause ihres Enkelsohnes Karl Haas II. t Heuchelheim, 21. Februar. Am gestrigen Sonntagabend fand in der Turnhalle eine Sch ulen t l a s fu n g s f e i e r der ersten Klasse statt. Die Vorttagssolge des gittbesucksten Abends wurde “allein von den Schülern und Schülerinnen bestritten. Rach einem Marsch des Mundharmonika- Orchesters hielt der Leiter unserer Volksschule, Rektor Kn ab, eine Ansprache, in der er u. a. den Wert des Landschulaufenkhalts der Kinder und die dadurch erreichte Erziehung zur Kameradschaft und Volksgemeinschaft hervorhob, ferner des Führers gedachte. Der Verlauf des Abends stand ganz im Zeichen des Landschulaufenthaltes, den die Klasse rm vorigen Sommer in Miltenberg erlebte. Lehrer Volksdeutscher Abend der Höheren Privatschule. Die Höhere Prioatschule Gießen bot den Eltern der Schüler und den Freunden der Anstatt am Samstag mit einem „Volksdeutschen Abend" im .Katholischen Vereinshaus" einen Einblick in die Arbeit der Schule. Zeichenarbeiten, die die Wände des Saales schmückten, spiegetten den Geist natio- nalsozialistischer Erziehungsarbeit wider.. Der von einem Streichorchester mit Klavierbegleitung vor- qetragene „Ulanenmarsch" von 3riebnd) bem Großen lenkte die Aufmerksamkeit auf die Pflege der Musik an dieser Schule. Der neue Leiter der Schule, «»tudlenasiessor H. Walther, verband mit seinen Begrüßungsworten an die zahlreich Erschienenen den Dank an Kreisschulrat Rebeking für bas der Anstatt be- kündete Interesse. Er wies dann auf den Wechsel in der Leitung der Schule durch die Uebernahme des bisherigen Leiters Dr. Fuchs in den Staa^- dienst hin und würdigte die Verdienste Dr. Fuchs während ' seiner fünfjährigen Tätigkeit um die Schule. Als Ergebnis einer Tagung der Reichsfacy- fchast der höheren Privatschulen überbrachte Strwien- assessor Watther die Feststellung daß das Fort- bestehen der höheren Prioatschulen gesichert ift Mit Hebungen aus der Körperschule und der Keulengymnastik bekundeten die Mädchen den Ernst, mit dem sie ihrer körperlichen Ertüchtigung im Rahmen ihrer Schularbeiten nachgehen. Das in G-dur" für Klavier, Violine und Dwlincello, von Josef Haydn, ein „Quartett für vier Violinen so- wie der von einem Streichorchester mit Klavier, begleitung vorgetragene „Parademarsch" von Fried- rieh dem Großen ließen erkennen, welche Sorgfalt der Instrumentalmusik an der Anstatt gewidmet wird. Im „Flensburger Spruch" in einem Mahmvort „Deutsche in aller Wett" kam ver Sprechchor wirksam zur Geltung. Während die Jungen Hebungen aus der Kugelgymnastik zeigten, führten die Mädchen eine Dallgymnastik vor, und die Jungen boten mit Bodenübungen und Kasten- fpringübungen weiterhin einen Einblick in den Turnunterricht. Im Mittelpunkt der Darbietungen stand ein Lichtbildervorttag des Siebenbürger Sachsen Berthold Weiß, der jetzt in Hungen wohnt. In unterhaltsamer Art gab der Vortragende einem Einblick in den Dolkstumskampf, den die Siebenbürger Sachsen bis in die Neuzeit hinein zu bestehen hatten. Der Vortrag fand verdientermaßen lebhaften Beifall. (Bießener Wochen morlkprette * Gießen, 22. Febr. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, % kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Häse, das Stück 5 bis 10 Pf., Eier, deutsche, Klasse A 12--, Klasse D 10%, Wirsing, % kg 10 bis 12, Weißkraut 9 bis 10, Rotkraut 10 bis 12, gelbe Rüben und Karotten 10 bis 12, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 12 bis 15, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 15, Rosenkohl 25 bis 28, Feldsalat, x/i» 9 bis 10, Tomaten, % kg 40 bis 50, Zwiebeln 9 bis 10, Meerrettich 30 bis 60, Kartoffeln, % kg 5 Pf., 5 kg 45 Pf., 50 kg 3,25 bis 3,75 Mark, Aepfel, % kg 10 bis 25 Pf., Birnen 25, Blumenkohl, das Stück 50 bis 60, Salat 20 bis 30, Endivien 10 bis 25, Lauch 5 bis 8, Sellerie 10 bis 35, Rettich 5 bis 10 Pf. Schluß?. Abend börte 21.2- 229" 141 140 170 123 164,5 194,25 144 144 255,5 168,65 13Q ,5 146 160,25 138,75 149 144 50,4 174 115 161,5 134,5 119,25 122,25 95,75 114,5. 140.5 229,5 129 146 127,5 153 169 179 214,5 212 112,65 60,75 Hl 150,4 29,9 A.S. kür Bertehrsweseo .... 6 ft Hamburg-Sübam. Dampfschiff. 0 Hamburg.Amerika Palet......0 ** Polizei gegen Verkehrssünder. Die Polizei schritt in der Zeit vom 11. bis 17. Februar ein: gegen Kraftfahrzeugführer mit 14 Anzeigen und 29 Verwarnungen und Belehrungen; gegen Radfahrer mit 2 Anzeigen und 22 Verwarnungen und Belehrungen; gegen Fußgänger mit 2 Anzeigen. ** Werkskonzert bei Heyligenstaedt. Am morgigen Mittwoch, 23. Februar, um 12 Uhr, findet im Betrieb der hiesigen Wertzeugmaschinenfabrik Heyligenstaedt ein Werkskonzert statt, das vom Reichssender Frankfurt für den Rundfunk übernommen wttd. Somit ist allen Rundfunkhörern Gelegenhett gegeben, im Geiste mit dabei zu fein. Das Konzert wird vom Städtischen Orchester Gießen ausgesührt. Dirigent ist Kapellmeister Walter. ♦♦ Nichts damit zu tun. Der Althändler Heinrich Schneider, Riegelpfad 48 wohnhaft, legi Wert auf die Feststellung, daß er mit dem am 16. d. M. vorn Schöffengericht in Gießen wegen Hehlerei zu einem Jahr Gefängnis verurteilten Althändler H. Sch.» Gießen, nicht identisch ift, auch mit diesem in keinerlei verwandtschaftlichem Verhältnis steht. Herr Heinrich Schneider, Riegelpfad, betreibt fern Gewerbe schon feit dem Jahre 1899. ** Familienabend der Lukas- gemeinde. Zahlreiche Glieder der Lukas- gemeinde hatten sich am Sonntag zum diesfährigen Famikienabend rm Lukassaale eingefunden. Nach der Begrüßung der Versammlung durch Kirchenvorsteher Architekt W e h r u m, der auch des tm Dezember vorigen Jahres verstorbenen Kirchen- oorstchers Karl Noll chrend gedachte, brachten die Damen Beate Molker und Elli Kümmel auf dem Flügel die Ouvertüre Cosi fan tutte von Mozart vierhändig in meisterhafter Weife $u Gehör. Dann hielt Pfarrer i. 9t Büchner einen sehr lehrreichen Vortrag über den Vater der Inneren Mission, D. Johann Hinrich Wiehern, und zeigte anschließend eine große Anzahl von Lichtbildern, die den Werdegang der von Wichern im Jahre 1832 gegründeten Erziehungs- und Brüderanstall des „Rauhen Hauses" in Horn bei Hamburg darstellten. Nach dem mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag spielten die genannten Damen noch Öen dritten Satz aus der Symphonie Es-Dur von Mozart und das Finale dazu. Herr Weh rum schloß dann den schön verlaufenen Abend mit dem Ausdruck des Dankes an alle, die zum Gelingen des Abends beigetragen haben. Aus her engeren Heimat. Unfälle auf dem Lande. Auf der Straße Grünberg—Beltershain wurde dieser Tage die (Ehefrau Susanne Riemer von Beltershain von einem Auto angefahren und dabei an einem Arme erheblich verletzt. Die Verunglückte mußte sich in die Chirurgische Klinik nach Gießen begeben. — Die Landwirtsehefrau Marie Eiffert aus Schwarz (Kreis Alsfeld) erlitt bei einem unvorsichtigen Hantieren mit. einem scharfen Messer eine schwere Sehnenverletzung an der linken Hand. Die Verletzte mußte sich sofort in ärztliche Behandlung begeben. — Der 18fährige Landwirtssohn Ernst Roym aus Sellnrod lKreis Schotten) erlitt durch unvorsichtige Handhabung eines Gewehrs eine Schußverletzung an der rechten Hand. Er mußte sich zur ärztlichen Behandlung nach Gießen in die Klinik begeben. — Der 23jährige Metzger Heinrich Döring aus Bersrod zog sich, als er ein Kalb schlachten wollte, eine schwere Schmtt- verletzung zu. Anscheinend glitt er mit dem Messer aus. Er schnitt sich dabei tief in den rechten Ober- schenkel und traf die Schlagader. Döring mußte in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht und gleich nach feiner Einlieferung operiert werden. Wie wir hören, ist fein Befinden den Umständen entsprechend gut Die Lebensgefahr ist beseitigt Abendbörse ruhig. Die Abendbörse war sehr still, die Haltung blieb aber freundlich. Die wenigen Abschlüsse erfolgten bei nahezu unveränderten Kursen, in den meisten Fällen waren die Notierungen jedoch nominell. Erhöhtes Interesse verblieb bei etwas mehr Geschäft für Großbankaktien, von denen Commerzbank roeiter 0,13 v. H. anzogen auf 123,13, Deutsche Bank unverändert 127,75, ebenso Dresdner Bank mit 114,40 und Adca mit 106,13. Don den im Großoerkehr notierten Werten gingen Metallgesellschaft auf 140,50 (141,25) und Hapag auf 78,75 (79,50) zurück, andererseits waren Südd. Zucker 1 v. H. höher gefragt mit 212. Am Montanmarkt befestigten, sich Rheinstahl auf 146 (145.75) und Ilse Genuß auf 134,50 (134), wogegen Mannesmann 0,25 v. H. ab- bröckelten auf 114,50; Buderus mit 123, Verein. Stahl mit 112,65 und Deutsche Erdöl mit 144 tagen behauptet. Maschinenaktien blieben gut gehalten, Demag 149, MAN. und Rheinmetall je O,zS> v.H. höher mit 131 bzw. 141,25, dagegen Adlerwerke 119,40 (119,50). Etwas höher gefragt wurden Holzmann mit 161,50 (161). IG. Farben lagen mit 160,25 unverändert, ferner u. a. Bemberg mit 140, Scheideanstalt mit 255,50, Goldschmidt mit 144, Licht & Kraft mit 14h, Gesfurel mit 149, Schuckert mit 179 und AG. für Verkehr mit 135. Renten lagen ruhig. Reichsbahn-VA. unverändert 130,65, 6 v. H. JG.-Farben unverändert 130,50. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 21. Febr. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W 13 211, N 16 214, W 19 218, W20 220; Roggen R12 193. R15 196, R18 200, R19 202, Großhandlspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste —, Futterbaser —. Weizenmehl W13 29,40, W16 29,50, W19 29,50, W20 29,85; Roqgenmehl Type 1150 R 12 22,45, R15 22,80, R18 23,30, 3t 19 23,50 plus 0,50 Mark Frackstausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W13 10,75. W 16 10,90, W19 11,10, W20 11,20; Roggentleie R12 9,95, 3t 15 10,15, R18 10,40, R19 10,50, Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M, 22. Feb. (Vorbericht.) Um 10 Uhr mar folgende Markttage: Vorauftrieb: 840 Kälber, 94 Hämmel, 89 Schafe, 4100 Schweine. Es kosteten: Kälber 35 bis 65 Mark. Hammel 30 bis 48, Schafe 20 bis 42, Schweine 49,50 bis 56,50 Mark. — Marktverkauf: Kälber und Schweine zugetellt, Hammel und Schafe mittelmäßig. Deutsche liiL nu), Dresdner Bant.., RürgerLmerke ........ Salzdetfurrb Kall Schuckert L Co........ Schultheis Patzenhofer. Siemens & Halske .... Süddeutsche Zucker.... Vereinigte Stahlwerke. Westdeutsche ff auftat .< Weileregeln Mait..... 2rllftofi Waldtat..... tact Minen ........ Mittwoch, 23. Februar, findet um 20 Uhr auf ( dem Untergau die Saniprüfung für das Leiftungs- i abzeichen statt für die Mädel, die vor Weihnachten < am Sanikurs teilnahmen. Bett.: Volkstanzgruppe. Freitag, 25. Februar, kommen alle Mädel der Volkstanzgruppe um 20 Uhr in der Turnhalle der Oeffentlichni Handelslehranstatt zum Volkstanz. Neue Namen der Gießener Kaiernen ■ Die Kasernen im Standort Gießen erhol- ■ ten künftig folgende Bezeichnung: Kaserne Licher Straße (ehem. Neue Kaserne) ; Berg-Kaserne; Waldkaserne -- Verdun-Kaserne; । Artillerie-Kaserne * Bleidorn-Kaserne. Die Artillerie-Kaserne führt ihren Namen „Blei- dorn-Kaserne" nach dem General der Artillerie B l e i d o r n , der sich als Inspekteur der Artillerie ; im früheren 100 000-Mann-Heer um den Aufbau der Artillerie besonders große Verdienste erworben hat und von dem der Ausdruck stammt: „Der lauge Arm der Artillerie." WHW. -Wunschkonzert im Wehrkreis IX NSG. Zum Abschluß der Sonüerveranstaltungen für das WHW. 37/38 veranstaltet das Wehrkreiskommando IX in enger Zusammenarbeit mit der NSA. am 14. März ein großes Wunschkonzert. Es wird von der Staüchalle in Kassel auf den Reichs- stnder Frankfurt und die ihm angeschlosienen Seither übertragen. Wer seinen Parademarsch, ober einer der schonen deutschen Solbatenlieder über den Sender hören will, benutzt eine Zahltarte (Generalkommando IX. AK.. 2ibt Ic, Kafsel, Postscheckkonto Frankfurt am Main 9tr. 4820) zur Einsendung einer Spende und teilt gleichzeitig seinen Wunsch und feine Anschrift auf dem Zahlkartenabschnitt mit KüF.-Sonderzug von Frankfurt zur Berliner Automobilausstellung. LPD. Die NSG. „Kraft durch Freude" Gau Hefsen-Näsfau veranstaltet vom 2. bis 7. März eine Sonderfahrt zur Internationalen Automobll- und Motorradausstellung. Der Sonderzug. zu dem bereits über 600 Anmeldungen vorlieaen, verläßt den Frankfurter Hauptbahnhof am 2. März^ 21.15 Uhr, und trifft am 3. März, 8.15 Uhr, auf dem Potsdamer Bahnhof in Berlin ein. Die Rückfahrt erfolgt am 6. März, 21.58 Uhr. Ankunft in Frankfurt am 7. März, 8.49 Uhr. Hin- und Rückfahrt erfolgt über Gießen, Kassel; Zus teige mö glich keite n sind in' Friedberg, Gießen, Lollar, Marburg, Kastel und Eichenberg gegeben. Die Fahrtkosten befragen 23,50 Mark einschließlich Unterkunft, Verpflegung und Besuch der Automobilausstellung. 30 Lahre im Dienste des Noten Kreuzes. Am heutigen 22. Februar steht der Inhaber des Kurbades Kratz, Louis Kratz, (eit dreißig Jahren im Dienste des Roten Kreuzes. Herr Kratz trat am 22. Februar 1908 in die Freiwillige Santtäts- fotonne vom Roten Kreuz in Gießen ein, wurde im März 1921 deren Kolonnen sichrer und ist sett I.März 1935 Kreiskolonnenführer des Roten Kreuzes. Sett Mai 1935 bekleidete er auch das Amt des 2. stellv. Vorsitzenden des früheren Kreis-Männer- Vereins Gießen. Im Laufe der drei Jahrzehnte hat sich Herr Kratz stets mit größtem Eifer für die Sache der Sanitätskolonnen eingesetzt. Seinem Wirken ist auch die gute Entwicklung der Gießener Sanitätskolonne in hervorragendem Maße mit zuzuschreiben. Koicheike stahl die Pistolen in Gießen In einer der letzten Nächte hat, wie wir berichteten, in Frankfurt a. M. der 26 Jahre alte Oswald K o s ch e i k e aus Gelsenkirchen in einem Gasthaus der Frankfurter Attstabt nach einem Streit den Bauarbeiter Robert Bender erschos- «uenos Sire» . Vrüstel....... Hw de Janeiro Polen........ tkopenhag«... Tonzig....... London. helsingfor-.... Partt........ Holland ..... Statt«....... Oslo. ... Wien ßifiahon .. Stocktal« Sctiweiz.. Loanien.. Prag Budapest. Aickiaffendurg Zellstoff ..... Bemberg............. Bekula.............. Buderus ®ien............. Gement Heidelberg........ Gement Karlstadt......... Conti (Summt ............. "Daimler Motoren........ Teiiauer «a4............ Deutsche Erdöl........... Deutsche Gold- und Silber .. Deutsche Linoleum....... (Seltrtfdte Lieferungen . Elektrische Licht und Kraft... I. (Ä. Farben-Jnbustrie ..... Selten & Guilleaume . (Sesfütel................. Tb. Goldschmidt Grihner Maschinen......... Haroener......... Hoesch Eilen . Pbilivp Holzmann .. Ilse Bergbau.............. » Genüsse...... Aicher? le den ......... Älödnenoerte ........... Darum 5% Deutsche SietchSanleihe v. 1927 *% Deutsche Reichsanl. öoa 1934 Franks- Hyv- Ltauldation Goldvfe..................... 6y«% Abetirifche Hyp. Liquidation Goldvfe................... Lteuergutschein-Berrechtnutgskurs Frankfurt a. M. Berltu Schlußkurs Schluß?. SbenN börte Echluß- turs Schluv Mittags börse 19.2. ri r- 19 2. 21.2- 102 102 102 101,9 99,3 99.3 99,3 99,3 99,7 99 L 99,75 99.8 99 _ 99,75 — 108,5 108.5 —— — 101 101 101,25 101,5 100,75 100.5 100,7 100,7 100,1 100 100 100 132,5 132.5 132,6 132,7 — — — 135,5 100 100 — — 102,5 102.5 — — — 100 — 100 — — 100 — 99,5 99.5 — — 137,4 137.75 137.65 128 — 100 — 100 100 100 — — 102,5 102.5 — — 102,5 102,5 102,5 102,5 111,4 111,4 111,6 — 134,5 135 134,75 135 — — 135 79,65 78,75 79,4 78,75 80 80,5 81 80,25 130,25 130,65 130,5 130,65 210,75 210,75 210,75 211 — 135,25 135,25 122,5 123,13 122,5 123 127.5 127,75 127,5 127,75 114.4 114,5 114,4 114.5 iz.Februar 21 .Februar Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Briet Geld Brief 0.653 0.657 0.653 0.657 41,99 42.07 42.02 42.10 0.143 0,145 0,143 0,145 47,00 47.10 47,00 47,10 53,36 55.48 55,36 55,48 47,00 47,10 47,00 47,10 12,40 12.43 12,40 12,43 5.485 5,495 5,485 5.495 8.132 8.148 8,137 8,153 138,30 138,58 138,30 138,58 13,09 13,11 13,09 13,11 15.Februar 21 Februar Amtliche Notierung Geld | «rief Amtliche Notierung Geld 1 Brief SJL-tfpoTt SA.-Gruppe Hochland groß in $orm. Die ItS.-Winlerkampfspiele in Oberhof. Die SA.-Gruppe Hochland gewann bei den NS.- Winterkampfspielen in Oberhof den 18 - Kilometer - Patrouillenlauf in Klasse A in 1:33:09 Stunden und errang damit gleichzeitig den vom Führer und Reichskanzler gestifteten Wanderpreis. In Klasse B (Mittelgebirge) trug die SA - Gruppe Bayer. Ostmark II den Sieg über die 12 Kilometer lange Strecke davon und in Klasse C kam die NSKK.-Obergruppe Ost zum Siege. Die SA.-Gruppe Hochland hat das Unwahrscheinliche fertiggebracht, ihrem Triumph im Kampf um den Wanderpreis des Führers einen neuen hinzuzufügen: sie gewann am Schlußtage der NS.-Win- terkampfspiele, am Sonntag, auch den 5 X 8 - k m = Melde st affellauf. Mit der verbissen um den Sieg kämpfenden Mannschaft Höltl, Eisgruber, Mittermeier, Wörndle und Zeller belegte sie in 3:07:11 den ersten Platz vor dem ^-Oberabschnitt Süd VI (3:09:48), der auf der Schlußstrecke fast noch von der zweiten Mannschaft der SA.-Gruppe Hochland (3:11:51) eingeholt worden wäre. Kanada — Eishockey-Weltmeister. Der Schlußkampf der diesjährigen Eishockey-Weltmeisterschaft in Prag brachte vor 10 000 Zuschauern die wirklich besten Mannschaften von Kanada und England am Sonntagabend zusammen. Auf beiden Seiten wurde mit letztem Einsatz gekämpft, und vor allem die Ahornblattträger zeigten, was wirklich in ihnen steckt. Zum erstenmal gingen sie ganz aus sich heraus. Nach rassigem und hartem Kampf siegten sie schließlich verdient 3:1 (3:1, 0:0, 0:0) und sicherten sich damit wieder den Weltmeistertitel. Deutschland kam in der Meisterschaftstabelle nur auf den vierten Platz hinter England und der Tschechoslowakei. Die Deutschen verloren den Kampf um den dritten Platz mit 0:8 Toren gegen Prag. Deutscher Nad-Ländersieg. Der Radländerkampf zwischen Deutschland und Frankreich am Sonntag in der Dortmunder Westfalenhalle endete mit einem einwandfreien Siege von 65,5:31,5 Punkten. Die Franzosen konnten nur im Mannschaftsomnium das 100-m-Zeitfahren gewinnen. Alle übrigen Wettbewerbe endeten mit überlegenen deutschen Siegen. Hessenelf verlor gegen Lothringen 2:5. Bon den drei Auswahlkämpfen, die am Sonntag deutsche und französische Auswahlmannschaften auf französischem Boden bestritten, endete nur einer mit einem deutschen Sieg, die beiden anderen Kämpfe gingen verloren. Außer dem Gau Mittelrhein verlor auch der Gau Hessen, der in Metz auf eine sehr starke lothringische Mannschaft traf. Bei. den Lothringern wirkten u. a. der französische Nationalspieler Jgnace und der frühere holländische Internationale Bakhuys, der jetzt beim FC. Metz tätig ist, mit. Gegen diesen starken Gegner hielt sich die hessische Mannschaft sehr lange ausgezeichnet, erst zum Schluß mußte sie die Segel streichen und eine zahlenmäßig etwas zu klare Niederlage einstecken. Bis zur Pause war das Treffen ziemlich offen. Lothringen führte mit 2:1, mußte sich dann aber gleich nach dem Wechsel den Ausgleich gefallen lassen. Hessen hatte jetzt sehr starke Augenblicke, kam aber durch den Fehlschlag eines Abwehrspielers mit 2:3 ins Hintertreffen. Die zum Schluß drängenden Lothringer konnten dann den vorzüglichen hessischen Torhüter Sonnrein noch zweimal bezwingen und mit 5:2 siegreich bleiben. Tum- und Sportvereine halten Rückschau. Sportklub 1921 Daubringen. Der Sportklub 1921 Daubringen hielt dieser Tage im „Blauen Hecht" zu Daubringen seine Jahreshauptversammlung ab. Bereinssührer L. Hofmann erstattete den Jahresbericht, dem zu entnehmen war, daß 17 Berbandsspiele durch die Mannschaft des Vereins ausgetragen wurden. Er gab dem Wunsche Ausdruck, daß es der neuaufgestellten Mannschaft möglich sein möchte, einen leb» hafteren Spielbetrieb als seither zu entfalten. Kas- senwalter Heinrich Hofmann gab den Kassenbericht, der eine günstige Lage des Vereins' auswies. Im weiteren Verlauf der Versammlung wurde beschlossen, eine neue Jugendmannschaft auf- zustvllen. Albert Opper wurde zum Dietwart des Vereins bestimmt und vom Vereinsführer verpflichtet. Turnverein Grünberg. Am Samstagabend hielt der Turnverein Grünberg im Gasthaus Peppler am Bähnhof zu Grünberg seine Hauptversammlung ab. Vereinsführer Wenzel erstattete einen ausführlichen Jahresbericht, der durch die Berichte der einzelnen Fachwarte ergänzt wurde. Vom Turnbetrieb gaben folgende Zahlen Kenntnis: Aktive Turner 64 Abende mit 1230 Teilnehmer, Altersturner 37 Abende mit 195 Teilnehmer, Turnerinnen 42 Abende mit 458 Teilnehmerinnen, Frauen 29 Abende mit 275 Teilnehmerinnen, bei den Schülerinnen betrug die wöchentliche Beteiligung 30 bis 35. Zum Hoherodskopf-Bergfest wurde eine Omnibusfahrt mit 35 Teilnehmer unternommen; von 22 Wettkämpfern konnten 21 einen Sieg erringen. Am 5. September wurde vom Verein das Unterkreisturnen für die Kreise Gießen und Alsfeld ausgerichtet, das einen guten Verlauf nahm. Dabei wurden 23 Siege von Mitgliedern des Vereins errungen. Neu ausgenommen wurde im Berichtsjahre der Fußballsport. Die aktive Mannschaft trug bis jetzt 13 Spiele aus, davon 6 gewonnen, 6 verloren und eins unentschieden; ihr Torverhältnis lautet 34:26. Die Jugendmannschaft erledigte 23 Spiele, davon 14 gewonnen, 3 verloren und 6 unentschieden; ihr Torverhältnis steht 63:46. Bei der Pflichtrunde erkämpfte sie sich den zweiten Platz. Die Rechnung ergab eine Einnahme von 3143,85 Mark und eine Ausgabe von 2949,80 Mark. Als größere Ausgabeposten erscheinen 1585 Mark für Zinsen und Tilgung, 290 Mark für Steuern und Abgaben, 167 Mark für Kohlen, 124 Mark für Licht, 42 Mark Wassergeld u. a. Dem nach Gießen verzogenen Mitgliede Erich Becker wurde für die Schenkung eines Darlehensscheines von 25 Mark der Dank des Vereins ausgesprochen. In 1937 wurde die Turnhalle 27mal vermietet, zweimal wurde sie zu Veranstaltungen des Vereins benutzt. Der Vereinsführer widmete dem Kassenwart Carl Schmidt, der seit 1887 Mitglied ist und seit 1907 bis zu seiner schweren Erkrankung im vorigen Jahre die Kassengeschäfte des Vereins leitete, warme Worte der Anerkennung. Unter allgemeiner Zustimmung wurde er zum Ehrenmitglied ernannt. Ebenso gedachte der Vereinsführers des nach Schotten verzogenen Mitgliedes Karl Möser, der seit 1892 dem Verein angehört, in anerkennenden Worten. Mit Zustimmung der Versammlung bestimmte der Vereinsführer Christian S ch m a d e l als Kassenwart, Adam Adler als Leiter der Fußballabteilung. Spielführer der aktiven Mannschaft wird Willi Port, der Jugendmannschaft Ewald Repp. Für Breslau hat der Verein bei der Voranmeldung 9 Teilnehmer gemeldet. Nach einem Hinweis des Vereinsführers auf den Pflichtdietabend wurde eine Tellersammlung veranstaltet, ihr Ertrag soll zur Beschaffung von Trikots für gering bemittelte Spieler dienen, eine weitere Sammlung fand zugunsten des Winterhilfswerks statt. Für Ostern soll eine Ligamannschaft zu einem Freundschaftsspiel nach hier verpflichtet werden. Der Raum über der Bühne soll als Wohnung ausgebaut werden. Der Kostenvoranschlag hierfür beträgt 2158 Mark. Dazu ist vom Reich ein Zuschuß von 600 Mark in Aussicht gestellt worden. Mit den Arbeiten soll sofort begonnen werden. Die Versammlung, die einen guten Besuch auf- wies, wurde mit dem Gruß an den Führer geschlossen. Eine Anzahl Neuanmeldungen fanden statt. Turnverein INünzenberg. Der Turnverein Münzenberg hielt im Gasthaus „Zum Löwen" zu Münzenberg ebenfalls feine Ge- neraloerfammlung ab. Vereinsführer Werner Weiß erstattete den Jahresbericht. Für die Kaffe legte Wilhelm Schwenz Rechenschaft ab. Die Kasse wurde in Ordnung befunden. Im weiteren Verlaus des Abends wurde Lehrer Kraft in Anbetracht seiner Verdienste um den Verein zum Ehrenmitglied ernannt. Der bisherige Vereinsfüh- rer legte wegen Arbeitsüberlastung fein Amt nieder. An seine Stelle wurde Oberturnwart Otto Schlecht zum Vereinsführer bestimmt. Turnverein „Gut heil" Hörnsheim. Der Turnverein „Gut Heil" Hörnsheim hielt bei Gastwirt Bepler unter Leitung des Vereinsführers Artur Schmidt feine Jahres-Hauptversammlung ab. Aus dem Bericht des Geschäftsführers Fritz Schimmel war eine erfreuliche Aufwärtsbewegung des Vereins im Verlaufe des Berichtsjahres zu erkennen. Die Handballabteilung konnte von der Kreisklasse in die Bezirksklasse aufsteigen, ferner wurden im Gießener Hallenhandbüll- Turnier zwei Mannschaften gestellt. In der Meisterklasse konnte die 1. Mannschaft unter starker Konkurrenz den Meistertitel erringen. Für das diesjährige Turnier in der Volkshalle zu Gießen sind wieder zwei Mannschaften gemeldet. Vereinsrechner Emald Engel konnte einen günstigen Kassenbericht vorlegen, so daß ihm von der Versammlung Dank gesagt und Entlastung erteilt wurde. Der Vorstand blieb in feiner bisherigen Zusammensetzung im Amt. Nach dem Absingen einiger Turnerlieder wurde die Versammlung in der üblichen Weise geschlossen. Baskettball Gießen-Marburg. Eine Bakkettball-Mannschaft des Männerturnvereins Gießen in der Aufstellung: R. Krausch, Rau, Berkenhoff, Eger und Möckel, verstärkt durch Leuthäuser und Schäfer vom VfB.-R. folgte einer Einladung der Universität Marburg um ein Spiel gegen die dortige Universitätsmannschaft auszutragen. Das von Anfang bis Ende spannende Treffen wurde von den zahlreichen. Zuschauern begeistert verfolgt, und zeigte die Gießener meist feldüberlegen. Die Gastgeber, bei denen der Litauer Dokietaitis und der Amerikaner Ellert hervorrag- ten, nutzten ihre körperliche Uebevlegenheit sehr aus. Die anfängliche 6:0-Führung der Gießener ging leider verloren und bei der Pause stand der Kampf 9:7 für Marburg. Auch in der zweiten HalbzeiU waren die Hiesigen stark vom Schußpech verfolgt. Die bestgemeintesten Würfe gingen daneben. Dagegen konnte Vokietaitis, den man nicht genügend bewachte, noch 15 Körbe erzielen, und mit dem Ergebnis von 24:13 den Sieg für Marburg fichex- stellen. Tv. Lützellinden Sieger der Handball-Bezirksklasse? Das einzige Spiel im Kreis fand in Marburg zwischen Marburg 1860 und Tv. Lützellinden statt. Das Ereignis kommt nicht wenig überraschend. Die Gäste haben die mit so, großen Aussichten in den Kampf gegangenen Marburger mit nicht weniger als 11:7 (8:1) schlagen können. Mit diesem neueit Sieg hat sich der Vorsprung, den Lützellinden den übrigen Mannschaften gegenüber hat, auf insgesamt? 8 Punkte ausgedehnt. Nach menschlichem Ermessen ist wohl kaum damit zu rechnen, daß dieser Vor« sprung noch aufgeholt werden wird, obwohl noch einige schwere Spüle- ausstehen. Die Mannschaft ist eben doch in einer so ausgezeichneten Verfassung, daß sie keinen Gegner mehr zu fürchten brauche Das Halbzeitergebnis gegen Marburg, das bereits eine 8:1-Führung fah, ist der beste Beweis bafür.- Sollte Lützellinden den heißbegehrten Titel erringen, geht damit ein jahrelanger Traum in Erfüllung, um den man schon von Runde zu Runde kämpft. Der Tabellenstand. Spiele Gew. Unentsch. Verl. Pkte, Lützellinden 12 12 0 0 24:0 Mtv. Gießen 12 8 1 3 17:7 DfL. Marburg 11 7 0 4 14:8 Heuchelheim 11 4 3 4 11:11' Münchholzhausen 12 5 0 7 10:14 Hörnsheim 11 4 0 7 8:14 Niedergirmes 11 2 2 7 6:18 1900 Gießen 11 3 0 8 6:16 Roth 9 1 2 6 4:14 Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der 1 Schriftleitung) K. V. 2l. Hat der Verkäufer die Trächtigkeit einer1 Kuh zugesichert und ist die Eigenschaft beim Gefahr- Übergang nicht vorhanden, so finden die Vorschrift ten über den Viehankauf Anwendung. Danach hak der Käufer den sogenannten Wandlungsanspruch^ Dieser geht auf Rückgängigmachung des Kaufes, d. h. auf Beseitigung seiner praktischen Folgen, also auf Rückzahlung des schon gezahlten Kaufpreises? gegen Rückgabe der Sache, ober wenn ber Kaufpreis noch nicht gezahlt ist, auf Aufhebung ber Kaufpreis- schuld gegen Rückgabe der Sache. Der Käufer hak Nutzung nur soweit herauszugeben, als er sie gezogen hat. Die Kosten der FüUerung und Pflege hat der Verkäufer zu ersetzen, sofern sie einer ordnungsgemäßen Wirtschaft entsprechen. Die Leistungen sind Zug um Zug zu erfüllen. Kommt der Käufer mit der Rückgewährung in Verzug, so kann ihm! eine Frist gesetzt werden, bei deren Ablauf die Wandlung unwirkfakn wird. Er geht also seiner Gewährleistungsansprüche verlustig. Der Käufer behält also entweder die Kuh und zahlt den Kaufpreis und bekommt nichts für die Fütterung, oder er gibt sie zurück, bekommt den gezahlten Kaufpreis zurück, erhält einen gewissen Betrag für Fütterungskosten und muß die gezogenen Nutzungen herausgeben. Jtunbfunfprogramm Mittwoch, 23. Februar. 6 Uhr: Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkon- zert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Gaunachrichten. 10: Schulfunk: Am großen Strom. Wort und Lied vom deutschen Weichselland. 10.30: Froher Klang zur Werkspause. 11.40: Deutsche Scholle: Pflüg' mit, Kamerad. 12: Aus dem Betrieb der Firma Heyljgenftaedt & Co., Gießen: Werkskon--,. zert. Ausführung: Städtisches Orchester Gießen unter Leitung von Kapellmeister Walter. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Musik nach Tisch. 15: Volk und Wirtschaft. Maschinen wollen gepflegt sein. 15.15: Von Rittern, Räubern und anderen finsteren Gesellen. Schauermoritaten und schreckliche Geschichten. 15.45: Aus Kunst und Kultur. 16: Frohsinn und Heiterkeit am Rhein zur Fastnachtszeit. 17: O, holde Frau Musika (Schallplatten). 18: Treu leben — todtrotzend kämpfen — lachend sterben. Horst Wessel zum Gedenken. 18.45: Fliegendes Deutschland. 19: Nachrichten. 19.10: Großes Konzert. 21: Reichssendung: Stunde der jungen Nation. Goethe in Straßbuxg. Hörspiel. 21.30: Alte und neue italienische Musik. 22.30: Nachrichten. 22.50: Kamerad, wo bist du? 23: Unterhaltungs- und Tanzmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert: „Rienzi", Oper. ’mr alles mit dem Kastenwagen, Leiterwagen odw I mit der Schiebkarre! Ausstellung: Neustadt 7, BSSU / Für Kinder-Kostüme: Masken-Stoffe in bunt- und genauster! DirncPl-Stoffe in großer Ausmusterung Kopfbedeckungen, Schmuck, Besatz in reicher Auswahl Modehaus Schneberger Gießen / Schulstraße 4 1153 A Statt Karten Von Fastnacht-Samstag bis Fastnacht-Dienstag: empfiehlt Stralsund, den 22. Februar 1938 iieov KleineArneigen im Gießener Anzeiger werden von Tcmienden beachtet und aelefea Stralsund Alter Markt 16 Großen.Äuseck bei Gießen Kaiserstraße 37 Ihre Vermählung geben bekannt Or. med. Richard Croon und Frau Irmgard, geb. Mehleri FASCHING fi Trprtidpr Am Fastnacht-Dienstag Eintritt nur gegen **’*Hl***’*' Verzehrkarte von RM. 1.50. 1157D Steinstr. 73, Tel. 3581 Restaurant Stadt Mainz Kummer / Mittwoch, den 23. Februar -J Mgelull Bunter Abend! SA Heute Mittwoch Oberh. Gesellsc? alt f.Natur-D.HeükDnde Natu; wissenschaftliche und veterinärmedizinische Abteilung Gemeinsame Sitzung Mittwoch, 23. Februar, 20.15 Uhr im Hörsaal des Hauptgebäudes der Veterinär-Kliniken Prolessor Standhiß spricht über: „Seefische als Nahrungsmittel“ mit Film vorführ. u. Vorweisungen Henne berg. Krause. Deutsche Christen 22. Februar 1938, 20.15 Uhr, „Stadt Wetzlar", Riegelpfad 42: MMM.Dk.ViMrinnnn Bad Kreuznach. »77s Baue gut.... mit Abermann Kreuzplatz 15 68sA von 3 bis 20 v. 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Prof, der Rechte und Refereni im Reichs- und Preuhischen Ministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, und Prof. Dr. Walther Schoenichen, Leiter der Reichsstelle für Naturschutz. Gebunden RM. 3,60. Bestellungen durch alle Buchhandlungen 6ugo bermüD-er Verlag. Veriin-Mleri Morgen Mittwoch: Groh bunter Abend Stimmung! O77i Humor! Gasthaus Taunus Gustav Delndrenner, vranvgasse 8 Preise : 1.—, 1.25, 1.50, 2.—, 3.—, 4.— Reichsmark Durch Nbreichenauftraye in den ersten 4-WH-W- 1.13 ' ' ' ' Stadttheater ^Kohlerr-Lotz Tel. 4061 Kaiserailee 11 HO»N UNP