Nr. 18 Erstes Blaff Lrlchemi tflgltd), außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die 3IIufttierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholl» Mona^-Vezugrpretr: Mit 4 Beilagen RM.l.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüste unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach» richtens Anzeiger Siesten Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 188. Jahrgang Samstag, 22. Januar 1958 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Prüft und Verlag: vrühlsche llniverfilättdruckerei «.Lange in Sietzen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe r Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr des Vormittags Srundpreife für 1 mm Höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Tertanzeigen von 70mm Breite 5ONpf.,Platzvorschrist nach oorh Vereinbq 25"/„ mehr. Ermästtgte Grundpreise: Stellen», Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Japan wünscht Frieden und Zusammenarbeit in Wien. Erweiterung des Antikominternpakts. — Achtung der Integrität Chinas und der Rechte dritter Mächte. — Aufrichtiger Dank an Deutschland. Ein heißes Eisen. Wer Biographien englischer Staatsmänner des vorigen Jahrhunderts liest, oder etwa in den soeben auch in deutscher Sprache erschienenen Denkwürdigkeiten Sir Austen Chamberlains blättert, wird überrascht sein, zu sehen, in welchem Ausmaß d i e irische Frage Englands innere Politik viele Jahrzehnte hindurch beherrscht hat. Seitdem der englisch König Heinrich II. Anfang des 12. Jahrhunderts Irland erobert hat, ist die Insel für England ein unverdaulicher Bissen geblieben, der den Engländern immer wieder heftige Beschwerden verursacht hat, obwohl sie mit allen Mitteln gewalttätiger Unterdrückung versucht haben, Irlands Herr zu werden. Die irische Sprache wurde ausgerottet, der Handel Irlands mit dem Ausland unterbunden, die irische Wollindustrie vernichtet, die Viehausfuhr nach England verboten, der Ire vom angestammten Grund und Boden zugunsten eingewanderter englischer Landleute vertrieben und von den Hochschulen des Landes wie von den freien Berufen ausgeschlossen. Und schließlich hat sich England durch die Austreibung der Iren aus dem größten Teil von Ulster, den sechs nordirischen Grafschaften, und durch die Besiedlung des Landes mit Schotten und Engländern 1609 auf der „grünen Insel" ein Bollwerk geschaffen, das, wie wir noch sehen werden, bis auf den heutigen Tag Bestand hat. Damit wurde der Konfessionsstreit zu einem der wichtigsten Momente der irischen Frage, denn Irland war der einzige Teil der Britischen Inseln gewesen, in dem die Reformation nicht hatte Fuß fassen können. Erst mit den eingewanderten Engländern und Schotten kamen Puritaner ins Land, die nicht minder leidenschaftlich wie die katholischen Iren ihre Sache vertraten. 1800 kam die völlige Vereinigung mit England. Ihres Bodens beraubt und unfähig gemacht, sich eine eigene Industrie aufzubauen, lebten die Iren in grenzenloser Armut dahin. Der Uebergang Englands zum Freihandel vernichtete die irische Landwirtschaft vollends, denn gegen die Konkurrenz russischen und amerikanischen Weizens kam der irische Bauer nicht an. Nach mehreren Mißernten trieb 1845/46 eine furchtbare Hungersnot fast zwei Millionen Iren nach Amerika hinüber. Seitdem hat die Auswanderung bis in die neueste Zeit hinein nicht aufgehört, die Bevölkerung der Insel ist von 1841 bis 1921 von 8,2 Millionen Einwohner auf 4,5 Millionen zurückgegangen. Aber in den ausgewanderten Iren, die meist in den Vereinigten Staaten, Kanada und Australien Zuflucht gefunden haben, erwuchs der Heimat in ihre-m um diese Zeit einsetzenden Kampf für die Befreiung vom englischen Joch der wertvollste Bundesgenosse. Der Kampf begann, als England in der Erkenntnis, daß es die' Iren wohl unterdrücken, niemals aber zerbrechen könne, zur Versöhnung einlenkte. Auf jedes Zugeständnis der englischen Regierung folgten aber in dem Begehren nach mehr Rechten und Freiheiten Verschwörungen, Attentate, Aufstände, auf die England wieder mit militärischer Besetzung und Kriegsgerichten antwortete. Trotz dieser wachsenden Erbitterung, mit der von den Iren der Kampf um die politische Unabhängigkeit ihres Landes geführt wurde, und trotz der wachsenden Opposition, die infolgedessen die Ver- föhnungspolitik der britischen Regierung im eigenen Land fand, hat diese unbeirrt daran festgehalten und der Versöhnung beträchtliche Opfer gebracht. Sie hat die Errichtung konfessioneller Schulen für den katholischen wie für den protestantischen Teil T o k i o^ 22. Jan. (DNB. Funkspruch.) Am Sams- tagvormittag wurde die Sitzung des japanischen Reichstages durch eine große Rede des Ministerpräsidenten Für st Konoe eröffnet. Im Reichstag waren neben dem gesamten Kabinett zahlreiche Mitglieder des kaiserlichen Hauptquartiers und der Heeres- und Marineleitung anwesend. Die Tribünen waren überfüllt. Fürst Konoe erklärte, Japans Politik ist auf den Frieden im Fernen Osten gerichtet, der die untrennbare Zusammenarbeit zwischen Japan, Manüschukuo und China zur Grundlage hat. Zugleich mit dem Entschluß, nicht mehr mit der halsstarrigen Regierung von China zu verhandeln, wird die japanische Regierung bemüht sein, freundliche Beziehungen zu den Mächte n zu pflegen. Wir alle begrüßen im Interesse des Weltfriedens die Tatsache, daß das Antikomintern-Abkommen zwischen Japan und Deutschland durch die Beteiligung Italiens ergänzt worden ist. Nachdem Fürst Konoe unter dem Beifall des Hauses den in China kämpfenden Truppen im .Namen des japanischen Volkes für ihren Einsatz gedankt hatte, erklärte er, daß die japanische Regierung nunmehr ein neues chinesisches Regime unterstützen werde, um rti'it diesem Regime die chinesisch-japanischen Beziehungen zu regeln und den Wiederaufbau Chinas zu ermöglichen und so die Grundlage für einen dauerhaften Frieden im Fernen Osten zu schaffen. Es sei unnötig zu betonen, daß sich die japanische Politik hinsichtlich der Souveränität und der Unversehrtheit Chinas sowie der vertrag! ich en Rechte und Interessen dritter Mächte in China nicht geändert habe. Die Stellung Japans als stabilisierende Kraft O st a s i e n s habe Japan größere und schwerere Verpflichtungen auferlegt. Japan müsse deshalb auch größere Opfer bringen, die eine heilige Pflicht gegenüber der heutigen Generation und den Nachkommen seien. Deshalb müsse Japan eine nationale Mobilisierung im Geistigen und Materiellen durchführen und hierbei bedacht sein auf eine Stärkung von Heer und Marine und auf eine einheitliche Organisierung von wirtschaft und Finanzen. Die Regierung sei grundsätzlich auf eine kriegswirtschaftliche Organisierung der Industrie eingestellt, um die Produktionskraft im Rahmen einer Zusammenarbeit zwischen Japan, Mandschukuo und China zu heben. Der Ministerpräsident sprach dann die Erwartung aus, daß das gesamte Volk sich freudig und entschlossen hinter die Regierung stellt, um das Endziel zu erreichen, das heute noch nicht abzusehen sei. Die Regierung werde mit Geduld und Ausdauer eine zufriedenstellende Beilegung des Zwischenfalles erreichen. Interessen dritter Mächte in den besetzten Zonen voll anerkennt, sondern auch bereit ist, im Interesse des chinesischen Volkes f ü r alle Mächte d i e Türen weit offen zu lassen und deren kulturelle und wirtschaftliche Zusammenarbeit willkommen zu heißen. Japan hofft ernstlich, daß die anderen Mächte, die die gegenwärtige Lage in China voll verstehen und die gerechten Forderungen Japans anerkennen sowie an der Einrichtung einer neuen Ordnung im Fernen Osten tätig Mitarbeiten werden. Die Politik Japans gegenüber Moskau sei von der Ueberzeugung geleitet, daß die Beziehungen beider Länder im Interesse des Friedens in Ostasien n o r» malgeschaltet werden müßten. Japan werde aber n i cht dulden, daß Moskau die vertraglichen R e ch t e I a p a n s in der Fischerei-Frage undin Nordsachalinmißachte BesondereAufmerksam- keit verdiene der Nichtangriffspakt zwischen Sowjetrußland und China und die Unterhöhlung des chinesischen Volkes durch die kommunistische Internationale Japan betrachte diese Lage mit äußer st em Ern st. Hirota betonte sodann, daß die freundschaftlichen Beziehungen zu Amerika auch durch den Panay- Zwischenfall nicht gestört worden seien. Gegen- über England sei die Politik Japans unverändert auf die Aufrechterhaltung der traditionellen Freundschaft gerichtet. Japan hoffe, daß England die Stellung Japans im Fernen Osten verstehe und mit Japan für den Frieden und das gute Einvernehmen beider Nationen zusammenarbeite. hirola widmete bann Deutschland herzliche Worte. Er erinnerte an die Bedeutung des Antikomintern - Abkommens und gab die Versicherung ab, daß Japan d i e Zusammenarbeit beider Länder verliefen wolle. Die Erklärung hirotas sowie fein Dank für die deutsche vermittlungs- döenste fanden im Reichstag stärksten Beifall. j Neun hohe chinesische Offiziere wegen Pflichtverletzung hingerichtet. London, 21.Jan. (DNB.) Die Zeitungen berichten über eine Hinrichtung von neun höheren chinesischen Offizieren durch die chinesischen Militärbehörden. Ihnen sei vorgeworfen worden, daß sie ihre Pflichten verletzt hätten. Bei den Hingerichteten soll es sich um einen Armeekorps- Kommandeur, einen Brigadegeneral, ein Kriegsgerichtsmitglied, zwei Regimentskommandeure, drei Bataillonskommandeure und den Leiter des Nachrichtendienstes handeln. Die Blätter melden ferner, daß dreizehn Divisionskommandeure entlassen werden sollen, unter ihnen auch der bekannte General Fengyusiang. Sie japanischen Medensbedingungen. Außenminister Hirota ging dann vor allem auf die vier grundsätzlichen Friedensbehing ungen ah China und die Beziehungen zu den fremden Mächten ein. Japan habe ke^ne territoralen Absichte n in China und beabsichtige nicht, Nordchina vom gesamten Reiche abzusprengen. Alles, was Japan wünsche, sei, daß China mit Japan zusammengehe, um durch eine Zusammenarbeit bei beiden Ländern Wohlstand und Fortschritt zu erreichen. China.habe das Angebot Japans abgelehnt und zum Widerstand aufgerufen anscheinend in der Hoffnung auf dritte Mächte oder im Zusammengehen mit den Kommuni st en. Hirota teilte sodann die vier grundsätzlichen Friedensbedingungen mit, die Japan als letzte Gelegenheit zur Selbstbesinnung der chinesischen Nationalregierung über 1 Mitteln ließ: 1. Aufgabe der kommunistischen, gegen Japan und Mandschukuo gerichlelen Politik und dafür Zusammenarbeit mit Japan und Mandschukuo auf dem Boden der Antikomintern-Politik. 2. Einrichtung demilitarisierter Zo - nen in bestimmten Gegenden und gleichzeitig ein Sonderregime für diese Gegenden. 3. Abschluß eines Wirtschaftsabkommens zwischen Japan und China und Mandschukuo. 4. Kriegsentschädigungen für Japan. Die chinesische Nationalregierung, so fuhr Hirota fort, habe jedoch die Antwort hinausgezögert und schließlich gezeigt, daß sie nicht beabsichtige, mit Japan aufrichtig zu verhandeln. Japan habe deshalb nicht warten können, bis sich die Nationalregierung zu einer aufrichtigen Haltung entschließt. Der einzige. Weg sei deshalb gewesen, sich auf das neue Regime zu stützen, um überhaupt eine Befriedung Osta'siens durch eine chinesisch-japanische Zusammenarbeit zu ermöglichen. Starke Beachtung fand dann die Erklärung Hirotas, daß Japan nicht nur die Rechte und der Bewohner Irlands geduldet, sie hat eine katholische Landesuniversität in Dublin gegründet und das Irische als Unterrichtsfach wieder eingeführt. Wichtiger noch war die Bodenreform Gladstones 1881. Der Pachtzins wurde herabgesetzt, das Kündigungsrecht der englischen Grundherren be- chränkt und schließlich 1903 vier Fünftel des Grund und Bodens den irischen Pächtern zu freiem Besitz übereignet. 1829 erhielten die Iren auch das Wahlrecht zum britischen Parlament, in dem sie seitdem oft genug das Zünglein an der Waage gespielt haben, und 1898 die Lokaloerwaltung, die ihnen ast alle Selbstverwaltungskörper des Landes überrag. Der Anstoß zu diesem Einlenken Englands 'am einmal von den eigenen Radikalen, die mit dem Wachsen der sozialen Bewegung in dem ersten Industrieland der frühkapitalistischen Aera von der mittelalterlichen Gewaltpolitik gegenüber Irland obzurücken begannen, zum andern vom Auslcknd >er, wo die Agitation der ausgewanderten Iren lern britischen Imperialismus des 19. Jahrhunderts lie größten Schwierigkeiten machte. Bis in den ILeltkrieg hin^n hat England auf das irische Element in Kanaoa, Australien und in den Vereinigten Staaten die denkbar größte Rücksicht nehmen müssen. Aber „Homerule", das Recht auf Selbstverwaltung Irlands, fand im Lande selbst die heftigsten Gegner in den Ulster-Leuten, den Nachkommen der schottisch-protestantischen Kolonisten, die im 17. Jahrhundert in den sechs nördlichen Graf- schäften angesiedelt worden waren. Sie wehrten sich und wehren sich noch heute gegen eine Los- irennung von England, weil sie, die fast allein handel und Gewerbe trieben, in einem rein irischen Parlament, von den katholischen 2ren, die vorwiegend Bauern sind, politisch an die Wand gtbciicft und wirtschaftlich ausgenutzt zu werden fürchteten. Unter Führung von Sir Edward Lar so n hatten sie sich 1912 bewaffnet und eine provisorische Regierung organisiert, gegen die nun die irische S i n n - F e i n-(„Wir selbst")-Bewegung eine Freiwilligentruppe aufstellte, die aber sich infolge der Unterstützung, die die Ulsterleute in London fanden, bald in eine Kampfschar gegen England verwanbelte. Mitten im Weltkriege, in der Osterwoche 1916, brach in Dublin der Aufstand gegen die britische Herrschaft los, und acht Tage lang wehte die „grüne Flagge" einer Irischen Republik über der irischen Hauptstadt; dann bereitete britisches Militär dem Aufstand ein schnelles und blutiges Ende. Ein ganzes Stadtviertel wurde damals' in Dublin in Trümmer gelegt, gegen 2000 Aufständische wurden in England interniert, die Führer zum Tode verurteilt und zum Teil hingerichtet, zum Teil, wie die späteren irischen Minister- präsidenten Cosgraoe und de Valero, zu chweren Kerkerstrafen verurteilt. Im August des gleichen Jahres erlitt der Vorkämpfer der irischen Freiheitsbewegung Sir Roger C a s e m e n t im Londoner Gefängnis den Tod durch den Strang. Trotz dieses Mißerfolgs war das blutige Osterfest 1916 die Geburtsstunde der irischen Unabhängigkeit, wenn auch erst unter dem Druck der amerikanischen Iren am 6. Dezember 1921 der Vertrau zu- standekam, der dem bereits ein Jahr vorher durch das Homerule-Gesetz vom 23. Dezember gegründeten Irischen Freistaat den Rang eines Dominions zuerkannte. Der Irische Freistaat erhielt die gleichen Reche wie Kanada, völlige Ver- waltungsautonomie, volle Steuer- und Zollfreiheit und eigene diplomatische Vertretung im Ausland. Das irische Parlament in Dublin, der Dail Eireann, blieb allein der britischen Krone unterstellt. Aber die radikalen Iren waren mit dieser „Lösung" der irischen Frage nicht zufrieden. Sie schlafen sich während der Regierung des gemäßigten Ministerpräsident C o s g r a v e unter Eamon d e Valero zur Fionno Fall, der Oppositionspartei, zusammen, die im Frühjahr 1932 im iri-- chen Parlament eine relative Mehrheit errang, mit deren Hilfe de Valero die Regierung übernahm. Nun setzte erneut der Kampf um die völlige Unabhängigkeit Irlands ein. Der Treueid der iri- chen Abgeordneten gegenüber der Krone wurde abgeschafft und die Zahlung der Landannuitäten eingestellt. Bei diesen handelt es sich um Jahreszahlungen von fünf Millionen Pfund für Privatanleihen, die unter Garantie der Regierungen Englands und des Irischen Freistaats den irischen Bauern gegeben worden waren, um ihre Pachtung in Eigenbesitz umzuwandeln. England beantwortete diese Maßnahmen de Valeras mit Schutzzöllen gegen die irische Einfuhr. Damit bekamen diejenigen irischen Patrioten recht, die in der wirtschaftlichen Abhängigkeit des Landes eine Gefahr für feine politische Selbständigkeit sahen und eine großzügige wirtschaftliche Umorganisation befürworteten, denn bisher waren fast 90 v. H. der irischen Ausfuhr noch Großbritannien gegangen, und 75 v. H. davon waren landwirtschaftliche Erzeugnisse gewesen, vornehmlich Vieh, während der Irische Freistaat fast in gleichem Umfange notwendige Bedarfsartikel, besonders Kohle, aus Großbritannien bezogen hatte. Handel und Gewerbe haben vorwiegend in Ulster ihren Sitz, im Irischen Freistaat dominiert die Landwirtschaft, die ganz auf Viehzucht abgestellt ist, die weniger Arbeitskräfte braucht als der Ackerbau, ein wesentlicher Grund für die rapide zurückgegangene Bevölkerungsdichte des Landes in den letzten hundert Jahren. Unter dem politischen Druck des Kampfes mit England ging nun de Valero mit Feuereifer daran, die irische Landwirtschaft von der Weide zum Ackerbau umzustellen, um sie in den Stand zu setzen, das irische Volk aus eigener Kraft zu ernähren. Daneben ist man auch mit Energie an die Errichtung einer bodenständigen Industrie herangegangen, die vorwiegend landwirtschaftliche Erzeugnisse, wie Zuckerrüben, Gerste, Kartoffeln und Wolle verarbeiten soll. Diese neue Wirtschaftspolitik hat nicht unerhebliche Erfolge gehabt und auch den Außenhandel Irlands zu Ungunsten Großbritanniens verlagert, trotzdem besteht wohl auf beiden Seiten der Wunsch nach Rückkehr zu normalen Verhältnissen. Immerhin hat de Valero die Kampfzeit benutzt, Irlands Unabhängigkeit weiter zu stabilisieren. Während der Königskrisis in England im Dezember 1936 hat das irische Parlament das Amt des königlichen Generalgouver- neurs abgeschafft. Alles, was dem Vertreter der Krone in Dublin an freilich recht kümmerlichen Hoheitsrechten geblieben war, wurde dadurch Angelegenheit der Regierung des Irischen Freistaates jelber. Im Dezember vorigen Jahres verkündete er dann die neue irische Verfassung, die mit der Ersetzung der Bezeichnung „Irischer Freistaat" durch „Irland" den Anspruch auf die Vereinigung der ganzen Insel in einem einzigen Staatswesen erhebt und den britischen König, der nicht einmal genannt wird, nur als Instrument der Außenpolitik kennt. Nachdem hiermit ein gewisser Abschnitt erreicht war, glaubte de Valero die Regelung des Verhältnisses zu England mit einiger Aussicht auf Erfolg erneut anpacken zu können. In London war man um so lieber zu Verhandlungen bereit, als der Abschluß eines Handelsvertrages mit den Vereinigten Staaten vor der Tür ftebt und die Millionen dort lebenden Iren einen politisch bedeutsamen Faktor darstellen, dessen Wohlwollen für die kommenden Verhandlungen mit Washington der britischen Regierung nicht unwichtig dünkte. Sie hat deshalb den Vorschlag de Valeros gutgeheißen und der irische Ministerpräsident ist mit mehreren seiner Kollegen in London gewesen, um mit Chamberlain und den zuständigen britischen Ministern, in erster Linie mit dem Dominionminifter Malcolm Macdonald den zwischen Jrland^und Großbritannien stehenden Fragenkomplex zu erörtern. Er umfaßt im wesentlichen drei Punkte. Am wenigsten Schwierigkeiten hat, wie zu erwarten war, nach der nach Beendigung der Londoner Konferenz am Mittwoch dieser Woche ausgegebenen amtlichen Verlautbarung der Abbruch des englisch-irischen Wirtschaftskrieges gemacht. Das bestehende Abkommen, das den Austausch irischen Viehes gegen englische Kohle vorsieht, soll verlängert werden, aber nach Möglichkeit schon im Februar in den Handelsvertrag übergeleitet werden, über den auch nach der Abreise de Valeros in London weiter verhandelt wird. Der Handelsvertrag soll auch den Streit um die Landannuitäten beenden, die gegen künftige gemeinsame Verteidigung ganz Irlands aufgerechnet werden sollen, wohingegen England seine Vergeltungszölle auf» heben wird. Damit ist schon der zweite Punkt angeschnitten, die Verteidigung Irlands. Die britische Admiralität hafte sich im britisch-irischen Vertrag vorn 6. Dezember 1921 die Verfügung über vier U-Bootstützpunkte an der irischen Küste gesichert, Irland hat sich aber in dem Vertrag von 1926 das Recht auf Revision dieser Bestimmung ausbedungen, da es ihm mit (einer Souveränität unvereinbar erscheint, daß der britischen. Flotts allein die Verteidigung Irlands überlassen/bleibt. i l. M- n et. he r • en n, uf i ■ »ch nd en i b ’n, ,en ■rb oie on ich en, >d- um inb eile um r - its« des es- ü r eilt crg fien och» au- hen er irbe kürz 933 gen. der- chen hrt. Ar. Ab. um nen. >tigt, den arze reck. be» offen i m ollen nach lers, fest- fön- iben aber roße ilfe- ttag 11 s tobt ijor her« -Dill. ihre zen iter die )en, her der end n • rps die ein TU» len hr> e r Man scheint in London eine Entscheidung hierüber hinausgeschoben zu haben, bis der dritte Punkt des Problemkreises, die sogenannte Teilungsfrage, spruchreif geworden ist. Sie ist die weitaus heikelste, denn die Vereinigung ganz Irlands in einem einzigen Staatswesen, wie es de Valero wünscht, hängt nicht allein von dem guten Willen der englischen Regierung ab. Wie sahen weiter oben schon, daß die vorwiegend schottisch-protestantische Bevölkerung Nordirlands, das ein Teil Großbritanniens geblieben ist, wenn auch mit eigener Regierung und eigenem Parlament in Belfast, einer Vereinigung mit dem überwiegend katholischen Irland auf das heftigste widerstrebt. Schon die bloße Ankündigung neuer irisch-britischer Verhandlungen hat in Nordirland die größte Besorgnis hervor- oe rufen und den nordirischen Ministerpräsidenten Viscount Craigavon veranlaßt, sofort Neuwahlen zum nordirischen Parlament auszuschreiben, um durch Volksabstimmung den Wunsch Nordirlands zum Verbleiben im großbritannischen Staatsverband zu demonstrieren. Im aufgelösten nordirischen Parlament hatte die Regierung Craigavon von insgesamt 48 Abgeordneten 37 hinter sich, während 11 die allirische Idee verfochten. Hier wird wohl kaum so bald eine Aenderung der Volksstimmung eintreten, wie de Valero es wünschen möchte, um den seinerzeit allerdings ganz willkürlich gezogenen Trennungsstrich zwischen Südirland und Ulster auszulöschen und damit sein Ideal der Vereinigung aller Bewohner der „Grünen Insel" in einem einzigen unabhängigen Staatswesen zu erreichen. Immerhin ist auf der Londoner Konferenz zweifellos eine Annäherung erreicht worden, die nicht ohne Folgen bleiben wird und ein bedeutsamer Schritt dazu sein kann auf dem Wege, die irische Frage, die so lange das heiße Eisen der inneren Politik des Britischen Reiches gewesen ist, durch verständnisvolle Aussprache und beiderseitigen guten Willen aus- der Welt zu schaffen. Freilich die Zukunft Ulsters wird noch auf lange Zeit für beide Teile eine harte Nuß bleiben. Dr. Fr. W. Lange. Wirtschaft und Werbung. Der Bericht über das vierte Geschäftsjahr des Werberates der deutschen Wirtschaft gibt einen wichtigen Ausschnitt aus der Entwicklung des wirtschaftlichen Lebens. Er weift darauf hin, daß das Volkseinkommen in den letzten Jahren eine ständig steigende Kurve eingenommen hat: von 52,7 Milliarden 1934 auf 57,9 Milliarden im Jahre 1935, weiter von 62,6 Milliarden 1936 auf 68 Milliarden Reichsmark im Jahre 1937. Im Zuge dieses Aufstieges hat auch der Umsatz des Werbungswesens in Deutschland zugenommen. Die Werbeumsätze steigerten sich: 1935 um 7,5 v. Sy, 1936 um 9,9 v. Sy, 1937 nach den vorläufigen Feststellungen um 9,4 v. Sy Wenn von den verschiedenen Mitteln der Eigenwerbung in Schaufenstern usw. abgesehen wird, so steht die Anzeige ols die gebräuchlichste Form der Werbung im Vordergrund. Setzt man den Gesamtumsatz der vom Werberat der deutschen Wirtschaft kontrollierten privaten Wirtschaftswerbung im Jahre 1934 gleich Hundert, so waren die einzelnen Werbemittel wie folgt daran beteiligt: Anzeigen in Tageszeitungen 55 ü. Sy, Anzeigen in Zeitschriften 28 v. H., insgesamt 83 v. Sy, Eintragungen und Anzeigen in Anschriften, Büchern und Kalendern 3>9 v. Sy, Vorführung von Werbefilmen, Stehbildern usw. 1,1 v. H., Anschläge durch öffentliche Plakatinstitute 3,7 v. H., Werbung durch öffentliche Verkehrsmittel 3,5 v. H., Messen und A u s st e l - Hungen 2,4 ü. Sy, sonstige Werbung, z. B. Anzeigen in einmalig erscheinenden Druckschriften, Miete für Außenwerbung usw. 2,4 v. H. Vom Messe- und Ausstellungswesen wird gesagt, daß es wieder seinem ursprünglichen -Zwecke zugeführt wurde, die Möglichkeit des Ueber- blicks und des Vergleichs, zu schaffen, gleichzeitig einer Fühlungnahme zwischen Erzeugung und 23er* brauch zu dienen. Dem Werberate ist es gelungen, das Ausstellungswesen vorausschauend so zu planen, daß es der Wirtschaft nicht zur Plage werden soll, sondern dazu bestimmt bleibt, ihr zu dienen. Daher war eine Einschränkung solcher Veranstaltungen geboten, deren Zahl von 634 im Jahre 1934 auf 191 im Jahre 1937 zurückging. Dadurch kamen auch die Veranstalter auf ihre Kosten, deren Einnahmen an Standmieten und Eintrittsgeldern sich gegen 1934 mehr als verdoppelten. Im Vordergrund der Arbeit des letzten Jahres stand die aktive Förderung der Wirtschaftswerbung, für die der Wirtschaftssektor des Reichsnährstandes besonders gute Beispiele bietet. Die Gemeinschaft s we r b u n g hat sich im Rahmen der landwirtschaftlichen Werbung zu dem entscheidenden Faktor entwickelt, ob es sich dabei um die E r - Zeugungsschlacht, um den Werbefeldzug „Kampf dem Verderb" oder um die Lenkung des N a h r u n g s rn i t te l v e r b ra u ch s handelt. Diese Aufgaben, die der Initiative des Reichsnährstandes entsprungen sind, haben das regste Interesse des Werberates der deutschen Wirtschaft und seine Förderung gefunden. Der Geschäftsbericht weist darauf hin, daß die Aufforderung, Brot sparsam zu verwenden und nicht zu vergeuden, im Oktober vqrigen Jahres auf fruchtbaren Boden gefallen ist, daß der Ftschverbrauch, der 1934 noch 8,9 Kilogramm pro Kopf betrug, 1935 auf 10,1 Kilogramm und 1936 auf 12 Kilogramm gestiegen war. Die durchschnittliche M arme l a d e Herstellung hatte 1934 1,3 Mill. Zentner betragen. Durch die Reichsverbilligungsaktion im Zusammenhang mit der Gemeinslbaftswerbung konnte eine Gesamtsteigerung auf 3 Mill. Zentner erreicht werden. Der Ouargverbrauch wurde durch die Werbung im Wirtschaftsjahr 1936 um 40 v. Sy erhöht. Durch das „Fest der deutschen. Traube und des Weines" wurden 1936 rund 20 Mill. Liter Wein zusätzlich verbraucht und dadurch der Win- zcrnot wirksam begegnet. Der Geschäftsbericht des Werberates zeigt, daß auch bei der nichtlandwirt- schaftlichen Gemeinschaftswerbung die Arbeiten des vergangenen Jahres in Zusammenarbeit mit dem Reichsausschuß für volkswirtschaftliche Aufklärung rüstig vorangegangen sind. Dabei spielten insbesondere die Werbemaßnahmen für die neuen deutschen W e r k st o f f e eine wichtige Rolle, die durch viel begehrte Wanderschauen bekanntgemacht wurden. Eine wertvolle Förderung erfuhr auch die Auslandswerbung. Auf landwirtschaftlichem Gebiete ist dabei insbesondere die Absatzförderung für deutschen Wein in den nordischen Staaten und im Baltikum zu erwähnen. B. R. Gen^alfeldmarschall v. Blomberg sagt für die vielen Uweise herzlicher Teilnahme an dem Heim- g a n g eV in er Mutter im Namen der Familie auf dieses Wege aufrichtigen Dank. Das Programm her Regierung Chautemps. Fortführung her Gozialreform, aber her Finanzlage angepaßt. Das Vertrauensvotum her Kammer. Nur eine Stimme gegen das neue Kabinett. Paris, 21. Jan. (DNB.) In der Kammer verlas Ministerpräsident Chautemps die Regie- rungserkläruna, in der es heißt: Die Volksfront, die spontan aus dem demokratischen Instinkt hervorgegangen sei am Tage nach blutigen Zwischenfällen, die eine Gefahr für das Regime bedeuteten, habe die doppelte Bedeutung fnes entschlossenen Willens der republikanischen Verteidigung und eines tiefen Wunsches nach sozialem Frieden. Diese beiden Ziele behielten ihre volle Bedeutung. Die verbrecherischen Unternehmen, die kürzlich aufgedeckt worden feien, bewiesen, daß der Geist des Hasses noch nicht abgerüstet habe. Die Regierung sei entschlossen, alle Schuldigen zu entlarven und sie rücksichtslos der Strenge des Gesetzes zu unterwerfen. Gegen alle Unordnung, gegen alle Umstürzler und gegen die verdächtigen Handlungen gewisser Ausländer müsse die entschlossene Anwendung des republikanischen Gesetzes die öffentliche Ruhe, die Unabhängigkeit und die Sicherheit des Vaterlandes garantieren. Es sei zu gleicher Zeit notwendig, die volle Gewähr dafür zu geben, daß die sozialen Vorteile nicht angetastet würden. Die bereits verwirklichten Reformen müßten dem nationalen Leben angepaßt werden. Die Regierung werde einen Vorschlag über die Beziehungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern unterbreiten. Wenn die Regierung entschlossen sei, von allen Bürgern die Achtung der Gesetze zu fordern, so wolle sie dies nur in einem Regime der sozialen Gerechtigkeit. Die Regierung werde ferner einen Vorschlag fertigstellen, der Arbeitsinvaliden eine wirksame Hilfe bringe. Andere Reformen, die sich auf die Presse, das politische Regime in Algerien, die Ausländer und die S ch u l- r e f o r m bezögen, würden dem Parlament zur Prüfung vorgelegt, je nach den finanziellen Möglichkeiten der Nation. Ein fest begründetes finanzielles ®e- r ü ff fei eine Bürgschaft sowohl für die Unabhängigkeit des Regimes als auch für die Sicherheit des Landes. Es müßte deshalb mit Unterstützung des Parlamentes die formelle Verpflichtung erneuert werden zur Beibehaltung des haushaltsgleichgewichles und energischen Verteidigung der Währung im Rahmen der Währungsfreiheiten und des Dreierabkommens. Eine der hauptsächlichsten Aufgaben der Regierung fei ferner, das Tempo der Erzeugung zu beschleunigen, den Widerstand gegen die Erhöhung der Lebenshaltungskosten zu verstärken, die Zunahme der Arbeitslosen abzustoppen und den Unterschuß der Handelsbilanz herabzu- fehen. Die Außenpolitik sei begründet auf der Treue Frankreichs zur Genfer Liga. Die Regierung werde keine Anstrengung unterlassen, um das Vertrauen der Völker wieder zu beseelen, die Genf treu bleiben wollten. Bis die Regierungen begriffen, daß sie die Pflicht hätten, ein Wettrüsten abzustoppen, das die Völker zum Ruin und zum Krieg führe, liege die erste Bürgschaft der französischen Sicherheit in einer stark untermauerten Landesverteidigung. Wir haben dafür gesorgt, sie durch eine methodischere Organisierung der Beziehungen zwischen dem Kriegsministerium, dem Kriegsmarineministerium und dem Luftfahrtministerium zu steigern, sowie auch durch eine Verstärkung der Befugnisse, die dem Ministerpräsidenten und dem Minister für die Landesverteidigung übertragen werden, um ein vollkommenes Zusammenarbeiten zu gewährleisten. Frankreich bleibt dem gemeinsamen Ideal treu, das es mit den großen Demokratien verbindet, vor allem der fo vollständigen Entente, die es herzlich mit Großbritannien vereint. Es ist entschlossen, alle Pakte mit befreundeten Rationen aufrecht zu erhalten; Frankreich hat zugleich den aufrichtigen Willen, mit allen Staaten normale und friedliche Beziehungen zu erhalten und zu fördern und dabei mit diesen durch eine gegenseitige Anstrengung des Verständnisses loyal ein Verständigungs- gebiet zu suchen. Frankreich ist entschlossen, nicht auf die wesentlichen Grundsätze zu verzichten, die seit langem seine außenpolitische Tätigkeit begründen. Es will überall und stets im Dien st e des Friedens stehen. Die Hoffnung, die kürzlich leitende Persönlichkeiten unserer Demokratie zum Ausdruck gebracht haben, daß die Nation in einer umfassenden Sammelbewegung zugleich nationalen und volkstümlichen Charakters geeint roejbe, konnte nicht in die Tat umgesetzt werden. Hoffen wir wenigstens, daß sich im Lande unter der Autorität des Parlaments um ein beherztes Programm sozialer und wirtschaftlicher Erneuerung eine Atmosphäre der Arbeit, der freiwilligen Disziplin und der bürgerlichen Eintracht entwickelt. Die Abstimmung. Die A b st i rn rn u n g in der Kammer für die vom Ministerpräsidenten Chautemps gestellte Vertrauensfrage über die von den Volksfrontfraktionen einge- brachte Entschließung ergab eine Mehrheit von 501 zu 1 Stimme. Wie man zu dem Abstimmungsergebnis erfährt, haben nicht nur die fünf Parteigruppen der üblichen Dolksfron t m ehr - beit für die Regierung gestimmt, also die Kommunisten, Sozialdemokraten, Radikalsozialen, unabhängige Linke und die Republikanisch-sozialistische Vereinigung, sondern auch die Gruppen der Mitte, und zwar die Demokratische Linke, die Linksrepublikanische Alliance uyd Unabhängigen Radikalen, ferner die Katholischen Dolksdemokraten und eine Gruppe, die sich Unabhängige der Dolks- aftion nennt. Außerdem hat noch ein Teil der „Unabhängigen Republikaner der sozialen Aktion" ebenfalls für die Regierung gestimmt, während sich ein Teil dieser Gruppe der Stimme enthielt. Gleichfalls enthielten sich der Stimme die Unabhängige Agrargruppe, die Republikanische Vereinig gung (Marin) und einige Unabhängige Republika-I ner und Fraktionslose. Die einzige Gegenstimme^ dürfte wohl vom Abgeordneten B e r g e r y abgegeben worden sein. Die neue Mehrheit. Paris, 22. Jan. (DNB. Fünksprych.) Wenn man die Schwierigkeiten bedenkt, mit denen das Kabinett Chautemps gebildet worden ist, jo muß das Vertrauensvotum» das ihm die Kammer erteilte, doppelt auffallen. 501 Abgeordnete haben für die Regierung gestimmt, obwohl in ihr. parteipolitisch nur 162 Abgeordnete vertreten sind. | Auf den beiden Flügeln dieser gewaltigen Stimmenmehrheit war das Abstimmen zugunsten der Regierung insofern eine symbolische Geste, als sowohl die Flandin-Gruppe wie auch die Kommunisten auf diese Weise die Regierung festzulegen versuchten. Das „Journal" schreibt, die Volksfrontmehrheit, die uneinig geworden ist, ist durch die neue Mehrheit ersetzt worden. Diese neue Mehrheit stellt, abgesehen von etwa 100/ Stimm» enthaltungen, die „nationale Einigung" her. Der „Matin" spricht von einem beispiellosen - Erfolg. Der Gedanke der nationalen Aussöhnung sei nunmehr in die Welt gesetzt und die Politiker müssen sich vor ihm beugen. Im „Petit Journal" begründet Oberst d e lo Roque die Stimmenthaltung der französischen Sozialpartei da. mit, daß er unter den gegenwärtigen UmftgnOen Neuwahlen für erforderlich halte. Der sozialdemokratische „Populaire" erklärt, die radikalsozi- ale Regierung Chautemps wolle eine Volksfrontregierung sein und habe das deutlich zum Ausdruck gebracht. Dieses „Ja" zugunsten der Volksfront fei ein „Nein" an die Adresse der Volksfrontgegner. Die kommunistische „Humanits" will Chautemps ebenfalls festlegen und schreibt, die Volksfront setze sich durch und der Chef der neuen Regierung habe dem Volksfrontprogramm Treue "geschworen. . Die Konzentration der französischen Landesverteidigung. Im neuen Kabinett Chautemps zeigt sich deutlicher als jemals ein leiser Zug zur Stärkung der Autorität. Neben Chautemps tritt der Staatsminister Frossard, dem die Wahrung der speziellen Rechte und Pflichten obliegt, die mit der Ministerpräsidentschaft überhaupt verbunden find. Er ist also eine rein politische Erscheinung. Daneben wurden dem Kriegsminister Dalad ier die drei Ministerien der nationalen Verteidigung unterstellt. Er hat also nicht nur das Heer, sondern auch die Luftwaffe und die Versorgung der Kriegsmarine in seiner Hand vereinigt. Dieser Drei-Männer-Bund Chautemps — Frossard — Daladier könnte den Ansatz zu einem neuen und nach französischer Mentalität durchaus mit der republikanischen Ideologie zu vereinbarenden „Comikk du sa- lut public", zu einem neuen Wohlfahrtsausschuß sein, denn selbstverständlich werden alle entscheidenden Gesetze diese drei Männer zunächst beschäftigen, ehe sie dem weiteren Ministerrat unterbreitet werden. Es ist ein ähnlicher Vorgang wie in England, wo gewissermaßen der Premier, der Schatzkanzler und der Außenminister einen engeren Kreis bilden und je nach Bedarf der eine oder andere Minister hinzugezogen wird. Kriegsminister Daladier aber hat jetzt eine weitere Reform durchgesetzt. Er hat eine Gesetzesvorlage eingebracht, die den Generalstabschef, General G a m e l i n , zum Generalstabschef der gesamten Landesverteidigung ernennt. Damit wäre die Verbindung zwischen dem Kriegsminister als dem politischen Teil der Landesverteidigung, und der militärischen Leitung enger geknüpft. Diese Vorlage des Kriegsministers wäre undenkbar, wenn nicht Daladier und Gamelin sich bewußt wären, daß sie am gleichen Strange zögen. Bis jetzt war der Generalstabschef Vizepräsident des Obersten Kriegsrates. Präsident ist der Kriegsminister. Der Oberste Kriegsrat ist nur beratendes Organ des Kiegsministers, seine Mitglieder sind die Marschälle von Frankreich, die im Kriegsfälle die Kommandos der Heeresgruppen übernehmen. Wie weit die Idee eines Ein- heitsministeriums der nationalen Verteidigung schon durchgedrungen ist, läßt sich noch nicht sagen, jedenfalls ist mit der Ernennung Gamelins zum Generalstabschef der drei Wehrmachtsteile ein entscheidender Schritt zu einem einheitlichen Oberbefehl getan worden. Graf Fernand de Brinon, der angesehene französische Publizist, ein guter Kenner der Wirksamkeit Daladiers und Gamelins, hat am Donnerstag in Berlin über die Möglichkeit einer deutsch- französischen Verständigung gesprochen. Eine solche Verständigungsmöglichkeit dreht sich vor allem auch um die beiden Männer, die über Frankreichs Heer, Flotte und Flugzeug bestimmen, um Daladier und um Gamelin. Beide sind natürlich durch ihr Milieu gebannt. Daladier, ein Südfranzose und Freund des verstorbenen provenzalischen Dichters Fredsric Mi-' stral, hat als Linksradikaler die -übliche politische Karriere eingeschlagen, wurde Ministerpräsident und zum ersten Male im Jahre 1933 Kriegsmmister. Er hatte in seiner Zeitung „La Republique" bereits am 4. November 1930 sich für eine deutsch französische Verständigung eingesetzt. Oberst de la Roque berichtete, im Jahre 1933 habe Daladier sich über die Möglichkeit einer deutsch-französischen Verständigung günstig geäußert.-Er habe die Taten der nationalsozialistischen Regierung „edel und realistisch" beurteilt und immer den Wunsch gehabt, Leutsch- land näher kennen zu lernen. Die parlamentarischen Arbeiten zogen ihn ab. Sein Zusammenstoß mit den Kommunisten am 13. November 1936 zeigte bereits, daß er seiner Linie treugeblieben ist. Damals drohte er mit seinem Rücktritt, wenn die Kommunisten und Marxisten die Absicht nicht auf* gäben, ihn, den Kriegsminister, ihren Wünschen gefügig zu machen. Daraufhin fielen die Linksparteien um. General Gamelin ist nur Soldat. Er ist Schüler der berühmten Militärschule von St. Cyr, wurde Generalstabsoffizier, war dann Kompaniechef eines Jägerbataillons, darauf in sämtlichen Stäben Joffres, nahm an der Marnefchlacht teil und wurde nach Joffres Sturz im Februar 1916 Kommandeur einer Jäger-Halbbrigade. Im Jahre 1925 wurde er als Divifionsgeneral nach Syrien geschickt, beendete den Kolonialkrieg mit den Drusen, wurde als Erster Quartiermeister des Generalstabes nach Paris zurückberufen und wurde am 21. Januar 1935 bei dem Rücktritt General Weygands Vizepräsident des Obersten Kriegsrates. General Gamelin tritt in der Öffentlichkeit nicht hervor, aber er hat anläßlich des deutschen Reiterbesuches in Paris im Jabre 1934 keinen Hehl daraus gemacht, daß er die deutsche Wehrmacht außerordentlich schätzt. Er hatte auch bei dem Pariser Besuch des deutschen Gene- ralstabschefs, General der Artillerie B" ck, am 17. Juni eine Unterredung mit diesem. Gamelin und Daladier, diese beiden hervorragen, den Männer der nationalen Verteidigung Frankreichs sind keine verbissenen Gegner einer deutschfranzösischen Verständigung, die wie Fernand de Brinon mit Recht sagte, dem Willen der beiden Stationen entspricht. D. S. Etojadinowüsch in her Hauptstadt der Bewegung. München, 21. Jan. (DNB.) Aus Düsseldorf traf am Freitagvormittag her jugoslawische Ministerpräsident Dr. Sto j ach i n o wi t scr mit seiner Gattin in der Hauptstadt der Bewegung ein. Zu seinem Empfang hatten sich Reichsstatthalter General Ritter von Epp, Ministerpräsident Siebert, Gauleiter Staatsminister Adolf Wagner und Oberbürgermeister Reichsleiter Fiehler eingefunden. Seinen ersten Besuch stattete Stojadinowitsch den Ehrentempeln am Königlichen Platz ab, nachdem zwei Ehrenkompanien der ^-Derfügungstruppe der Standarte „Deutschland" mit Front zu den Ehrentempeln angetreten waren. Unter den Klängen des Musikzuges legte Dr. Stojadinowitsch einen Lorbeerkranz mit den jugoslawischen Landesfarben nieder. Darauf schritt der Ministerpräsident die Front der Ehrenkompanien ab und besichtigte unter der Führung von Reichsschatzmeister Schwarz das Braune Haus, den Führer- und den Verwaltungsbau der NSDAP, sowie einen Unterzug des Reichsautozuges Deutschland. Im Laufe der Besichtigung, bei der Frau Professor Tro ost und Professor Gall vorgestellt worden waren, sprach sich der Gast bewundernd über die monumentalen Bauten und ihre Inneneinrichtung aus. Zu Ehren des Ministerpräsidenten und feiner Gattin gab dann der Reichsstatthalter in Bayern, General Ritter von Epp, ein Frühstück, bei dem der Reichsstatthalter die Gäste herzlich willkommen hieß. München, die Wiege des Nationalsozialismus, zeige markante Proben des deutschen Aufbauwillens, von denen sich der Gast habe überzeugen können. Zwischen Jugoslawien und dem Süden des Deutschen Reiches bestünden enge, gleichsam von der Natur gegebene Zusammenhänge. Diese von altersher bestehenden wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Wechselbeziehungen gelte es zu erhalten und auszubauen. Ministerpräsident Dr. Stojadinowitsch gab seiner Freude darüber Ausdruck, wieder in München zu sein, wo er als Student in froher Jugend Zeiten ern st er Arbeit verlebt habe. Besondere Anerkennung müsse er dem Wunder zollen, das sich auch in München nach dem großen Wandel der deutschen Dinge vollzogen habe. Neben dem ihm so vertrauten und liebgewordenen Alt-München fei ein neues mon um e nta le s München entstanden, das Bewunderung abnötige. Freitag nachmittag fand ein Tee-Empfang im Deutschen Museum statt. Dabei wies Geheimrat Professor Zenneck auf namhafte jugoslawische Erfinder auf dem Gebiete der Elektrotechnik und Physik hin. Mit großer Herzlichkeit gab Geheimrat Zenneck auch seine Eindrücke aus Jugoslawien wieder, die er bei der Gründung des Internationalen Tesla-Institutes vor zwei Jahren empfangen habe. Nach dem Empfang besichtigte der jugoslawische Staatsmann die Einrichtungen des Deutschen Museums. Sein besonderes Interesse fanden die Abteilungen Verkehr, Elektrotechnik und Physik. In letzteren sind auch zwei namhafte jugoslawische Erfinder, Michael Pup in (1858 bis 1935) und der heute noch in Neuyork lebende 82jäh- rige Ingenieur Nicola Tesla verewigt. Ministerpräsident Dr. Stojadinowitsch ließ sich auch eingehend die wissenschaftlichen Versuche Teslas oor- führen, deren Bedeutung Geheimrat Prof. Zenneck kürzlich in einem Aufsatz gewürdigt hat. Die Stadt der deutschen Kunst legte am Freitagabend vor den jugoslawischen Gästen ein glanzvolles Zeugnis von dem Hohen Stand der deutschen Bühnenkunst mit einer festlichen Aufführung der Oper „Aida" im Nationaltheater ab. Der jugoslawische Ministerpräsident Dr. Stojadinowitsch mit seiner Gattin wurde von dem voll besetzten Haus herzlich begrüßt. Die jugoslawischen und die deutschen Na° tionallieder leiteten den Festabend ein. Dann begann die Aufführung unter Leitung von Generalmusikdirektor Clemens Krauß in der Inszenierung von Rudolf Hartmann, zu der Ludwig Sievert die Bühnenbilder und Kostüme entworfen hatte. Die Rollen waren mit den ersten Kräften der bayerischen Staatsoper besetzt. Ministerpräsident Dr. Stojadinowitsch und alle anderen Ehrengäste spendeten den Mitwirkenden lebhaften Beifall. Eine im Weltkrieg gefundene Ikone wurde Stojadinowitsch zurückgegeben. Düffeldorf, 21. Jan. (DNB.) Beim Besuch des jugoslawischen Ministerpräsidenten Dr. Stoja« dmowitsch in Düsseldorf überreichte der jugo- slawische Generalkonsul Pantitsch diesem eine auS stiegen. Der Ausschuß bereite jetzt einen Plan für eine Ausgabe von 3 Millionen Pfund Sterling (37,5 Mill. RM.) vor, von denen auf England nicht weniger als 400 000 Pfund (5 Mill. RM.) fallen Das Blatt fragt noch, ob auch die übrigen Mächte bereit fein würden, einen entsprechenden Beitrag zu liefern. KeigerÜeberfallbolschewistischerZlieqer auf die offene Stadt Salamanca. Salamanca, 22. Jan. (D71B.) Die Stadt Salamanca, die weitab vom Kriegsgebiet liegt und keinerlei militärische Anlagen oder kriegswichtige Betriebe hat, wurde am Freitagmittag von bolschewistischen Fliegern heimgesucht. Durch Bombeneinschläge im Zentrum der Stadt wurden, soweit bisher bekannt, acht Einwohner getötet und sechzehn verwundet. Ferner wurde das Gebäude des deutschen Vizekonsulats schwer beschädigt, während die Bewohner glücklicherweise unversehrt blieben. Die Bevölkerung der Stadt ist über den feigen Ueberfall der bolsche- wistischen Luftpiraten äußerst empört. Der nationalspanische Heeresbericht meldet von der Teruel-Front, daß die vorderen Linien denAlframbra-Flußerreicht hätten Die Flußübergänge bei Billalba-Baja und Tor- tajada lägen im Feuerbereich der nationalen Artillerie. Postwertzeichen zum 30. Januar Berlin, 21. Ian. (DNB.) Zum fünften Male jährt sich am 30. Januar der Tag der Machtübernahme. Die Reichspost hat aus diesem Anlaß besondere Wertzeichen Herstellen lassen. Sie zeigen nadf einem Entwurf von Professor Aloys Kolb- Leipzig als Sinnbild des Sieges der nationalsozialistischen Bewegung einen deutschen Jüngling, der das Licht der Wahrheit und den Lorbeer der Ehre durch das Brandenburger Tor in die Reichshauptstadt bringt. Es handelt sich um zwei Freimarken zu 6 und 12 Reichspfennigen und eine Postkarte zu H Reichspfennigen. Zum Nennwert werden Zuschläge von 4 und 8 Reichspfennia bzw. 4 Reichspfvinig bei der Postkarte für den Kulturfonds des Führers erhoben Die Abgabe der neuen Wertzeichen und der Postkarte beginnt bei allen Postdienststellen am 28. Januar. Weitere politische Nachrichten auf dem 4. Blatt, 2. S. Wetterbericht. Bei hohem Druck und schwacher Luftbewegung liegt über Westeuropa feuchte Meeresluft, die durch Ausstrahlungen abgekühlt erneut zu Nebel- und Hochnebelbildung geführt hat. Bei allmählicher Abkühlung wird die neblige Witterung im wesentlichen anhalten. Aussichten für Sonntag: Dunstig und neblig, leicht bewölkt, geringe Niederschlagsneigung, Tagestemperaturen wenig über 0 Grad, schwache veränderliche Winde. Aussichten für Montag: Fortdauer des augenblicklichen Witterungscharakters Lufttemperaturen am 21. Januar: mittags 5,0 Grad Celsius, abends 5,1 Grad: am 22. Januar: morgens 5,1 Grad. Maximum 5,3 Grad, Minimum 4,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 21. Januar: abends 3,7 Grad: am 22. Januar: morgens 3,8 Grad. — Niederschläge 5,0 mm. Wintersport-Wetterbericht. Schwarzwald. Feldberg: Bewölkt, — 1 Grad, 80 cm Gesamtschneehöhe, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. Sprechstunden der.Neoaktion. 11.30 dis 12 30 Uhr, 16 bis 17 Uhr Samstagnach» mittag geschlossen Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum» schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für Feuilleton: Dr. Hans Thvriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen» leiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt her Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. XII. 37: 11 000. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K -G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs» preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs» preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr 4 vom 1. September 1937 gültig. Le neue Ken der hl bl. die r neuen rQmin 9unq« J?u5, vt Und 1 "Petit die r,e.1 ba, Ütanben . iozial- ^stozi- der na: Leuts,h. wurde f ef eines. Stäben d wurde wurde er i, beendete als Erster Paris zu- 1935 bei 'ibent des itt i;i bcr anläßlich n Iabre ; er die Er hatte en Gene- । e d, am •" bereits ch'sranzö- la Roque sich über 'toß mit R zeigte ist. Da. wenn die nicht aus-, nichen ge- ksparte'en ng Frank- er deutsch- mb de Bri- beiben Ra- D.S. em auch Heer, "er und Milieu 'M des öric Mi.- politische dent und ünchen Keisoll- lfgegebs"' 95! s°i°- ' s d-- kmpsang ei wies Ge- ifte jugosla' [ettroterf)nu >it gab us Jugosla' des Inter' iahren emp' sichtig'- d- itungen W nte«fl« f1”. nh-st- I* , (1858 W bende 82M' h auch e*N' Teslas vor rof. Zenneck am Fr«' i glanzo^^ -bch°" Ä ' mit Mg eutlch-" '■ti & WMOMMMW : V'./v-'-S,) v"' 7 w A WKW ■ill - Der 1,5 Ltr. 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Der Koffer, in dem die Statue aufbewahrt wurde, ging bei einer Brückensprengung verloren, wurde aber später von dem Offizier vedergefunden. Sitzung des Nichteinmischungs-Ausschusses. Bonbon, 21. San. tigt, den arze reck. frais* be- offen i m ollen t sie An. nach :lers, fest* kön» oben aber roße et. he r» en 'n, uf i • 'ch I. ölte» ittag nts stadt ajor her» vill- chre rzen nter die den, Iber der end i. den -hr. e r Es- Bei quälendem Asthma chrornscherVerschleimung.Luftröbrenkatarrh, barhiädiger Bronchitis uni* Husten haben sich Or. Boeiher-Tablesten auch in alten fällen erfolgreich bewahrt. Erprobtes, un- schadliches, kräuterhaltiges Heilmittel. Enthält 1 erprobte Wirkstoffe. Stark lösend und auswurftordernd. Reinigt, beruhigt u. kräftigt die angegriffenen Gewebe. 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Soll das Schifi keinen Zickzack Kurs fahren, so muß man daraus achten daß es nicht aus dem Kurs „giert", wie der Seemann sagt Früher mußte der Mann am Ruder unablässig für Einhaltung des genauen Kurses sorgen Heute macht das mühelos und viel genauer der Selbststeuerapparat Nur wenn das Schiff einem entgegenkommenden Dampfer oder Segler ausweichcn muß, wird die Berbindung vom Steuerrad mit dem Selbststeurer gelöst, und der uöersmami bedient das Rad mit der Hand Der Selbststeuerapparat hängt mit dem Kreiselkompaß zusammen und ist ohne diesen nicht denkbar Als man dazu überging, die Schiffe ganz aus Metall zu bauen arbeitete der bis dahin verwendete Magnetkompaß nicht mehr genau, da er von den Eisentellen abgelenkt wird. Vollkommen frei doti jeder Mißweisung ift der Kreiselkompaß, da er mit Magnetismus nichts zu tun hat, sondern allein auf den Kreiselgesetzen beruht. Diese gehören zu den schwierigsten der ganzen Physik In einem mit Wasserstoff gefüllten Gehäuse dreht sich ein elektrisch angetriebener Kreisel in einer Minute 20 OOOmal Dann hat die Kreiselachfe die Eigenschaft, sich para- lell zur Erdachse einzustellen also nach dem Nord- und Südpol zu zeigen Der Kreisel bildet daher einen Kompaß wie er besser gar nicht gedacht werden kann Ein solcher Kreiselkompaß dient nun beim Selbststeuern als Steuermann. Sowie das Schiff auch nur em klein wenig aus dem eingestellten Kurs abweicht, werden durch den Kreiselkompaß entsprechende elektrische Kontakte betätigt, die einen Elektomotor in Gang letzen, der dann das Steuerrad entsprechend dreht So wird der Kurs genau eingehalten ohne daß eine menschliche Hilfe nötig ist Kreiselkompaß und Selbststeuer-Apparat gehören zu den genialsten menschlichen Erfindungen. Eine Reise nach Tokio. 23on unserem H. Tr.-Berichterstatter. III. Expreß Ar. 7... Nachdruck, aud) mit QueUetiangabe, verboten! Schimon osekl, Ende Dezember 1937 Organisieren können die Japaner — das muß ihnen der Neid lassen! Da ist also zum Beispiel nach 48stündiger Fahrt die „Kitsurin-Maru" eines Morgens in Moji angekommen, einer Hafenstadt, deren einziger Vorzug darin besteht, daß sie gegenüber von Schimbnoseki liegt. Um nach Schimonoseki, von wo der Schnellzug nach Tokio abgeht, zu gelangen, muß man eiligst erst durch die halbe Stadt Moji rennen, sich durch einen verbauten Bahnhof hindurchwinden, ohne sich aber anhand der vielen Wegweiser zu verirren, dann muß man irgendein zweistöckiges Fährboot besteigen, das genau so aussieht, wie die Hamburger Hafen-Fährboote und das einen dann durch das Gewimmel der in der Bucht liegenden Truppen-Transportdampfer ans andere Ufer bringt. Truppentransporter — sie find nacht- schwarz angestrichen und einer trägt die Nummer 326. Auch ein paar Lazarettschiffe anfern im Hafen ... alle grün gestrichen, was wohl die Sichtbarkeit wenig erhöht. — Auf dem Bahnhof Schimonoseki, den man dann nach einem kleinen Irrgang durch allerlei Unterführungen jeder Art erreicht, steht der Schnellzug nach Tokio bereits unter Dampf und vor dem Schnellzug, das heißt genau vordem auf der Fahrkarte verzeichneten Abteil das gesamte Gepäck! Wie hingezaubext! Man zeigt dem „Porter" bloß die Nummer vor, er verfrachtet die Ladung im Abteil und der Fall ist ausgestanden. So etwas nennt man eben im Hinblick auf die Tausende von Mensd)en, die wie in einer „City" nach Büroschluß von einem Ufer zum andern dauernd herüberwechseln, Organisation — genau so organisiert ist aber — horribile dictu! — auch der „Aschen-Urnen-Trans- port". Das ist eine ganz eigenartige Sache: Die gefallenen japanischen Soldaten werden bekanntlich auf dem Schlachtfeld verbrannt und ihre Asche in einer Urne verschlossen und in die Heimat überführt Auf allen Heimatbahnhöfen ist nun eine Art Ehrendienst eingerichtet, blte Frauen in weißen Trauerüberkleidern, die von Gruppenstärke an auf jedem Bahnhof stationiert sind und die die ankommenden Aschenurnen au$ dem Gepäckwagen holen und sie den Angehörigen aushändigen Gerade marschiert so eine Gruppe dieser urnentragenben Frauen vorbei, sie drängen sich in Doppelreihe unter Vorantragung einer Art Opferschale mit ihren weißverschnürten Urnen durch das Gewühl der hastig eilenden Menschen. die aber kaum Notiz von dem traurigen Zuge nehmen Denn es ist eben halt Krieg und Aschen- urnen auf den Bahnhöfen sind ein alltägliches Bild geworden Sonst aber nichts was auf diesem Bahnhof an Krieg erinnert. Nur auf der Reede guaünen die schwarzen Truppen-Transporter Da der Zug schwach besetzt ist. macht man es sich bequem und schlendert nach hinten in den Aussichts- wagen, der allen japanischen Zügen angehängt ist Und hier entdeckt man auf dem Schreibtisch ein kleines Heftchen, das wiederum Zeugnis ablegt von der japanischen Organisation oder von dem. was wir „Dienst am Kunden" nennen Das bunte Heftchen ist ein Zug-Prospekt und auf der ersten Seite steht: „Bitte, mein Herr, stellen Sie Ihre Uhr genau nach Bahnzeit, denn die Pünktlichkeit der japanischen Bahnen hat Weltruf!^ — Das stimmt: alle Züge, — fogar in der „wilden Mandschurei — gehen nicht etwa auf die Minute, sondern auf die Sekunde genau ab und kommen ebenso genau an. es fei'benn, höhere Gewalt in Gestalt der mandschurischen Banditen hätten die Schienen ein-, mal irgendwo aufgerissen. — Und bann heißt es im Prospekt weiter: .'.Blättern Sie nun um, und vergleichen Sie die eingedruckte Zeittafel, lesen Sie den danebenstehenden Tert, und Sie werden immer im Bilde fein!" Man richtet sich nach dieser Instruktion und stellt zunächst fest, daß der Zug tatsächlich Punkt 9.15 Uhr abfährt. . nun, das ist schließlich kein Wunder. Das „Kleine Wunder" beginnt nämlich erst jetzt: In dem Heftchen ist auf sechs Teilkarten nach Art der Pharus-Pläne (wie wir es etwa auf der Rhein- dampferstrecke kennen) die ganze Streckt Schimonoseki—Tokio „ansichtsmäßig" dargestellt. Am rechten Rande dieser Karten ist wie ein Thermometer eine „Zeittafel" eingedruckt, während auf der gegenüberstehenden Seite in gleicher Höhe mit den einzelnen Zeitangaben der erläuternde und bebilderte Text verzeichnet steht Man braucht also — laut Vorschrift — um 9.27 Uhr nur links aus dem Fenster zu schauen um zu wissen, daß das alte Gemäuer am Berge ein „very old castle" aus dem „15 centuri)/ ist und wenn man — wieder laut Vorschrift — um 9.32 Uhr rechts herausblickt, sieht man „the biggeft Salzgewinnungsanlage of the world" ober von Fall zu Fall andere und ebenso erstaunliche Dinge Fabelhaft gemacht und zur Nachahmung empfohlen' Natürlich sind diese alten Kastelle die Salzgewinnungsanlagen die die neuen Eifenbahnabzweigungen und was auf so einer „gewöhnlichen" Eisen- bahnfahrt noch alles zu sehen ist. nicht so wichttg, viel wichtiger ist der erste beherrschende Eindruck, den wohl jeder .Foreigner" auf feiner ersten Eisen- bahnfahrt durch Japan gewinnt und den wohl noch jeder in den fassungslos-erstaunten Ausruf zusammengefaßt haben wird: „Herr°du°meine°Güte! Ist das eine Enge! Kein Wunder, wenn unter diesen Umständen die Leute aufs Festland ziehen und dort Krieg um Raum und Luft führen, alldieweilen man in dieser Enge des Landes ersticken muß!" 12 Stunden lang fährt man immer am Meere, an der Küste des Inlands-Meeres bis Kobe und auf der ganzen 12ftünbigen Schnellzugsfahrt Dorf an Dorf und Haus an Haus dazwischen große Städte und Industrieanlagen jeder Art, alles a u f eng ft en Raum zusämmengepreßt Jeder Acker und jedes Fleckchen Erde ausgenutzt wie im montenegrinischen Hochgebirge, und immer wieder fragt man sich: Fährt man hier eigentlich durch ein 300 Kilometer langes Riesendorf ober durch eine ebenso lange Riesenstadt? Denn hier bilden die Dörfer die Randsiedlungen der Städte und gleichzeitig wieder Uebergang und Vororte für neue Städte — phantastisch das Menschengewimmel in den engen Gassen und Straßen dieser Städte und Dörfer, winzige Holzhäuschen, alle federleicht gebaut, ineinander verschachtelt hier und da von Mini^turgärten umgeben — selbst d'e Schnellzugsstrecke ist als Schmalspurbahn (!) gebaut, beinahe möchte man annehmen, um kostbaren Acker- und Reisboden zu schonen ober zu „sparen" — 1000 Politiker können 1000 gelehrte, zustimmende ober ablehnende Untersuchungen und Betrachtungen über den „japanischen Imperialismus" ober wie man es gerade nennen will, anstellen — eine kurze Eisenbahnfahrt durch dies übervölkerte Land sagt mehr als ein dicker Wälzer und mag er auch noch so gelehrt sein . die „Leute" haben eben einf ach keinen Platz und keinen Lebensraum und müssen „raus" ins Freie bas ist ein einfaches Gesetz ber Natur. Denn jeber Topf, in ben man zuviel Wasser schüttet muß einmal überfließen' Ja — richtig! Und noch etwas! Im „Reiseführer des Zuges" sind auch — dick rot umrandet — die „b e f e ft i g t en Zonen" eingetragen, durch die ber Zug an ber Küste hindurchrast. Infolgedessen erscheint kurz darauf der Zugführer und bittet mit abgezogener Mütze und vielen Entschuldigungen den „ehrenwerten Fremden", weder zu photographieren noch zu zeichnen, noch „hinzuschauen" sondern sich ins Innere des Wagens zu begeben „Aber selbstverständlich!" — alle Fenstervorhänge werden her- untergezogen und selbst die Japaner saßen so schweigend und besorgt da, als führen sie über einen Vulkan Nur in der Wasch-Toilette hatte man die Fenster zu schließen vergessen ... man „riskierte also een Oooge" . . und tatsächlich: die ganze Bucht lag wieder voller Truppentransporter mit unwahrscheinlich hohen Nummern. Das ist ber Krieg .. ©er Sieger im Afrika-Sternflug. Oberleutnant Goetze, ber auf seiner Messerschmttt- Taifun-Maschine mit Argusmotor in überlegener Weise ben Internationalen Sternflug zum Hoggar-Massiv in Norb-Afrika gewann. (Scherl-Bilberbienst-M.) L. Wettniarkidämmerung am oberen Amazonas. . 23on unserem Wp.-Berichterstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Lima, im Januar 1938. Wenn ber Panamakanal für Peru. Ekuador und in geringerem Maße auch für Kolumbia die Seewege nach ben Atlantischen Häfen der Neuen und Alten Welt erheblich verkürzte, so hatte bas für die Erschließung der unermeßlichen natürlichen Reichtümer dieser Länder doch nicht allzuviel zu bedeuten. Zwischen der pazifischen Küste und den meisten und wichtigsten Lagerstätten dieser Reichtümer richtete die Natur die gewaltige Verkehrsschranke ber Küstenkorbllleren auf, die mit ihren Gipfeln vielfach in bie Region des ewigen Schnees emporragen, und deren Pässe noch in einer mittleren Höhe von 4000 Meter liegen. Die Schwierigkeiten, die weiten Räume hinter diesen Pässen von der Küste aus verkehrspolitisch aufzuschließen, gingen im allgemeinen weit über die Kräfte ber Republiken hinaus, bie sich aus bem spanischen Kolonialreich im pazifischen Sübamerika bildeten. Wohl entwickelten sich in ben fruchtbaren Tälern zwischen den Gebirgsketten mit ber Zeit zahlreiche Siedlungen, aber diese Siedlungen fuhren großen- Leistungsfähi« sein, vorankommen, mehr verdienen dazu braucht man y;ntes Sehen! Oder die tadellos angepaßte Brille von ( Optiker f|p||Gr a.Bahnhot Lieferant auch IhrerKrankenkasss teils noch heute mangels guter Straßen, geschweige Eisenbahnen, ein ziemlich weltabgeschlossenes Dasein, da auch von den Flußhäfen ttn Stromgebiet des Amazonas auch bisher wenig geschah, für landeinwärts gelegene Gegenden Anschlüsse an ben großen Verkehr herzustellen. Run rühren sich aber neuerdings die Nordamerikaner, beizeiten die Schlüsselstellungen für bie Schätze ber Quellgebiete bes Amazonas in bie Hand zu bekommen unb burch Bau von Autostraßen unb Anlage von Flugzeuglinien bie Voraussetzungen für eine planmäßige Ausbeutung von Rohstoffquellen zu schaffen, die Ersatz für diejenigen Südostasiens bieten sollen, sofern man von diesen über kurz ober lang burch einen japanischen Sperrgürtel abgeschnitten werben sollte. Der archimedische Punkt, von dem aus nordamerikanisches Finanzkapital das ostanbische Peru gewissermaßen aus ben Angeln zu heben droht, ist die Stabt I q u 11 o s , bie, obgleich 4 5 0 0 Kilometer von ber Münbung bes Amazonas entfernt, von bort aus noch mit, 5000 - Tonnen ° Dampfern erreichbar ist- Die maßgebenden Kreise in Lima fühlen sich durch diese Vorgänge wie aus einem langen Dornröschenschlaf wachgerüttelt. Man ist von bem Dollar- Prinzen, ber bas zuwege brachte, keineswegs entzückt. So wenig man feiner Hilfe für bie Lösung ber gewaltigen Probleme, vor bie man sich gestellt sieht, entraten kann, so fühlt man boch die Notwendigkeit, jeden Nerv anzuspannen, um nach hundertjährigem Schlendrian eigene nationale Tatkra*st zu entwickeln und ber Gefahr bie Stirn zu bieten, in eine unüberwindliche Abhängigkeit von bem „Koloß bes Norbens" zu gelangen. Woran es babei vor allem mangelt, kommt in der peruanischen Presse oft brastisch zum Ausdruck. Da jammert z. B. bie Zeitung „El Oriente" beweglich über bas Fehlen privater Initiative bei den Einheimischen: „Dreiviertel unserer lieben Lands- leute leben vom Staat Der Staat ist das große Tränentuch für alle Schmerzen, öffentliche und private, vergangene, gegenwärtige und zukünftige ... Diejenigen, bie gar nichts mit den öffentlichen Ausgaben zu tun haben, kann man an den Fingern einer Hand aufzählen... Unsere Industrien brauchen Hände zur Arbeit. Die Montana Schwarze Oanie «m roten Kleid Oder: das 6)1 üd tm Winkel. Manche sammeln Briefmarken, Schmetterlinge ober Exlibris, das ift nichts Besonderes Manche sammeln venezianisd)e Gläser alte Tabaksdosen oder Südsee-Masken: das ist schon seltener und aud) kostspieliger. Aber dann gibt es die ganz ausgefallenen Sachen: Hosenknöpse, Streichholzschachtel- Bilder ober die abgelegten Kleider berühmter Film schauspieler. Das gehört bereits in die Bereiche des Spleens; die klassische Heimat des Spleens ist England. und die Kosten solcher Sammelleidenschaft sind je nachdem. Sd)ließlich gibt es auch noch die ausgefallenen Sad)en, welche man ohne Spleen sammeln Fann, und es kostet nichts ober fast nichts Zum Beispiel Zeitungsausschnitte; aber weder Romanfortsetzungen noch Kochrezepte, roeber Kinoberichte noch Wcmder- vorschläge: bas kann man alle Tage haben In ben großsiäbtischen Blättern kann man viel schönere und interessantere Dinge finden, gar nicht alle Tage zu haben. Man muß sich nur Mühe geben unb mit Lust und Liebe bei der Sache fein, dann kann man, mit ber Zeit, eine Sammlung zusammenbekommen, um bie ber Kenner einen schmunzelnd unb äugen« rollend beneidet Neulich habe ich eine gesehen, eine hübsche, kleine, etliches daraus will ich hier zum besten geben. „In Milchstube Hauptbahnhof, Sonntag 17.30 Uhr, kommt Herr mit weißer Nelke, setzt sich an Nebentisch von Dame, bie Notizen schreibt Herr bittet Dame um Nachricht unter . " Ober: „Schwarze Dame im roten Kleib, 9. 1 6-Uhr-Abenb- vorstellung Rathauslichtspiele, wirb von Herrn mit Augengläsern, welcher hinter ihr gesessen, um Wiede^ehen gebeten..." Das gibt es; bas kann man finben in den großen Blättern, ganz klein, verstreut, versteckt, mit vielen Abkürzungen, mitten unter ben Anzeigen ber Theater, ber Kinos, der Pelzhändler. Masseure unb Autovermietungen. Do hat nian’s, ba sieht man's: so fängt das also an ober so Fann es jedenfalls anfangen Dabei ist es noch verhältnismäßig einfach unb erfolgverfprechenb. wenn die allererste Begegnung im Kino ober in der Milchstube am Hauptbahnhos ftattgefunöen hat; viel schwieriger, ja nahezu hoffnungslos ist etwa folgender Fall.: „Jene oroße schlanke blonde pinge Dame, bie in Nurn Here, >n O Zua nach München um 16 Uhr zustteg ünb sich mit Herrn aus Zittau unterhielt, w'rd hrinnenh um -'N Lebenszeichen gebeten " * । In öen rneiiten' Fallen icheini aber doch Der winzige, stumme Anruf, unscheinbar und versteckt zwischen ben Ankündigungen sehr alltäglicher und gegenständlicher Dinge,' unter Tausenden oder Millionen von Menschen gerade den einen oder die eine zu erreichen, an die er, von weither und gleichsam ins Blaue hinein, gerichtet war. Die Leute müssen die Zeitung doch viel gründlicher lesen, als man gemeinhin denkt; oder nur d > - Leute, die es angeht9 Wer Fann das sagen * Wenn es nun aber, wunderbarerweije, gelungen ist. ben zarten Faden einer Verständigung oder ersten AnFnüpfung zu spinnen dann ist auch noch lange nicht immer alles gut. Denn es gibt, wie man sich durch einen Blick in die kleine Sammlung leicht überzeugen kann, allezeit viele Menschen auf der Welt viele Liebesleute, die sich aus wer weiß welchen Gründen auf gar Feine andere Weise verständigen wollen oder Fönnen als durch diese schmalen unauffälligen Rechtecke im Anzeigenteil, ba wo man die Heiratslustigen findet, die Gelegen- heitsFäufe, die entflogenen Kanarienhähne und die zugelaufenen Hunde. Hier mitten im grauen Alltag, blüht, bescheiden wie ein Veilchen, bas Glück im WinFel Hier ist dieser merFroürbige, kleine Briefkasten der Liebenden, das verschwiegene Postamt ber hoffenden und erwartungsvollen, ber enttäuschten und der glücklichen Seelen. Zuweilen ist es luftig, zuweilen lächerlich, oft ist es rührend zu lesen, was sie sich zu sagen haben in ihrer abgekürzten. geheimnisvollen, manchmal nur aus ein paar Buchstaben, Zahlen unb Zeichen bestehenben Geheimsprache Wer den Blick dafür hat, Fann hier im Spiegel einer brausenden Gegenwart, die zärtlichsten Hieroglyphen entziffern * „Kann ich Sie auf ber Straßenbahn sprechen? Es ist bringenb" — „Walter, ich geh weg, muß bich bringenb sprechen " — „Durch Aussprache Mut verloren, hab dich so lieb, bitte hilf " — Untröstlich, bin breimal an Ihnen oorbetgegangen und wieder nicht erfannt." — „Willy, es tut mir so leid!" — „Ich hab vor Freude gemeint, die Welt ist wunderschön, 1000 innige Grüße." — „Strauß roter Rosen, hab dich von Herzen lieb." — „Innige Glückwünsche, bin so traurig.' — „Ich muß verachten möge Dir die andere alles Glück fchenFen." - So geht dos hin und her unb bies ist nur eine Heine Sammlung . . . Sorgen, Tränen, Glückwünsche, Grüße, Bitten. Wieviel Liebe gibt es auf der Welt, muß man denken, wenn man in all den Ausschnitten blättert und lieft. Wieviel Geschichten, wie viele Komödien und kleine Trauerspiele des täglichen Lebens verstecken sich hinter ein paar Buchstaben, Zeichen unb Zahlen. Wie viele gehen nicht nur dreimal, sondern immer, am Ende ihr Leben lang stumm und unerkannt aneinander vorüber Selbst hier, wo man bie Handschriften nicht zu Gesicht bekommt, lernt man bald, an winzigen Merkmalen der Stilisierung, die Temperamente unterscheiden, die Heftigen und die Sanften, die Zaghaften und die Leidenschaftlichen — „Warum willst du mich vermeiden? Wir gehören zusammen. Fernsein ist Qual. Komm zu mir. " — „Warum quälen mir uns? Solche Liebe Fann nicht sterben " — „Daß ich dir doch alle Sorgen abnehmen und am andern Ende der Welt mit dir leben und sterben Fönnte " Welch em Ausbruch in bie OeffentllchFeit! Aber man finbet aud) anbere Töne, schneidenbe, messerscharfe. sarkastische unb pathetische. — „Ihr Wille, mich zu besiegen, mar ftärFer als.. " — „Von dem Wahn. Ihnen mehr zu sein als ein Spielzeug, haben Sie mich gründlich geheilt 22 6" — Also im Juni mar bas. ♦ Die seltensten unb tastbarsten Stücke ber sonber- baren Sammlung, auf die ihr Besitzer mit begründetem Stolz hinmeist, sind jene, aus denen sich das Bruchstück eines Dialoges zusammensetzen läßt, Rede und Antmort, durch mindestens vierundzwan- zig Stunden von einander getrennt, von ber räumlichen Scheidung der beiden Partner ganz zu schweigen — „Verzichte' Aber ich fahre im Traum mit dir nach Garmisch, du Seele, von Eis umgeben." — Was für ein leidenschaftlicher Mensch, man hort ihn förmlich schnauben Unb mas antwortet sie, zierlich. Fühl, überlegen unb dennoch zärtlich9 „Don Eis Feine Spur' Warum nie ein Wort? Meine Gedanken sind stets bei Ihnen Tausend innige Grüße und viel Vergnügen für Gar- mifd)" — Ist das nicht ein scharmantes Fräulein? Es gibt alle Tonarten, alle Schattierungen des Spiels herüber und hinüber, das merkt man bald Besonders apart ist die musikalische Einkleidung.— Er, elegisch: „Herzmunben von Grieg. Kennen Sie bas?" — Sie, in ber nächsten Nummer, schlagfertig unb auf ben Flügeln bes Gesanges- „Kenn' ich gar nicht. Ich weiß nur das eine: .Ich liebe Dick/ von Grieg." Die Nennung des Komponisten war hier ja mohl eigentlich nicht mehr notroenbig, bloß so, ber Ordnung unb Abrundung halber. Eine Fortsetzung bes Duetts mar nicht aufzutreiben. Es ist anzunehmen, baß tiefes Pärchen von nun an auf eine minder umständliche unb zeitraubende Weise miteinander musizieren wird. hth. Wenn ein Fesselballon sich losreißt. Als ein gefährlicher Ausreißer erwies sich ein Fesselballon, dessen Haltetaue auf bem englischen Militärflugplatz von Manston in Kent brachen unb ber, fast 3000 Meter Kabel mit sich schleppenb, auf weite Strecken hin überall ben größten Schaben anrichtete. Er zerstörte fast zwei Bombenflugzeuge unb eine Anzahl Autos auf ben Straßen, ehe er aus England verschwand, ben Kanal überquerte unb nun in Frankreich als Störenfried auftrat- ®r zerbrach die Hochspannungsleitungen an der Küste in der Nähe von Boulogne und versetzte Calais. Boulogne, St. Omer und eine Reihe anderer Städte plötzlich in völlige Dunkelheit. Eine Sekunde nachdem die Schlepptrosse des Ballons die Hoch- leitungsfabel getroffen hatte, befanden sich über eine Million Menschen in finsteren Räumen und düsteren Straßen. Die Straßenbahnen hörten auf Zu fahren, bie Zeitungsbruckmaschinen standen still, die Lifts ftiegen nicht mehr hoch ber Runbfunk verstummte. unb in den Werkstätten hörte bie Arbeit auf In vielen Bergwerken ber Gegenb kam bie Maschinerie gleichfalls zum Stillftanb. Ein Kurzschluß hatte bie große Kraftstation der Elektrizitätswerke bei Bethune völlig gelähmt. In Audriucq geriet bas Postgebäube in Branb Merkwürbiger- weise mürbe der Ballon selbst durch das Zusammentreffen mit Hunderttausenden von Volts nicht beschädigt, sondern man sah ihn in der Richtung auf die belgische Grenze forttreiben Zeitschriften. — Modische Spezialitäten bilden in ber Hauptsache ben Inhalt bes neuesten Heftes ber „Neuen Mobenme11" (Deutscher Verlag, Berlin). Braut- und Festkleiber findet man da, Entzückendes für die Konfirmation unb Kommunion, Taufkleidchen unb Sonstiges fürs Baby, Moden von Größe 3 aufwärts, Wasche, Berufs- und Trauerkleidung unb außerdem bie ersten Frühjahrsmodelle. Die „Kleine Zeitung" bringt interessante modische Plaudereien, allerlei nützliche Tips und einen neuen Roman: die bekannten praktischen Beilagen vervollständigen das bunte neue Heft. Gras Fernand de Vrinon als Gast in Berlin t ene Verkehrswe dem Loreto, Minuten in Anspruch nahm. Ohne zu Zögern ms In man lpird. Im i sich durch Dornrös- em Dollar- leswegs Ise für die ie man sich in doch die um nach natio> *r (Bejatjr ilrche 5“ zu gehet- an- mit ent« ver- not« Es wäre schön, wenn das ginge! Wenn wir unsere Zukunft wie einen Filmstreifen vorübergleiten lassen und jedes Unglück daraus entfernen könnten! Aber leider gelingt das nicht. Es geschieht immer wieder, daß jemand durch einen Unfall Schäden leidet Eines aber können wir: Die unangenehmen Folgen solcher Zwischenfälle mildem oder ganz beseitigen — durch eine Unfallversicherung! Gar manche böse Geschichte nahm ein gutes Ende, weil eine Unfallversicherung abgeschlossen war. ver- ihre zester Frist bis Pucallpa weitergeführt werden, womit der seit einem Jahrhundert erstrebte t r o k - ~ ‘ ' sweg von der Küste nach dem Departement, dessen Haupt- freundlich herablassend aus ihrer Höhe auf sie niederblickten. Aber es mußte sein, es gibt scheinend nicht mehr genügend Kandidaten Gardemaß, und so hat sich der Polizeichef schließen müssen, das geforderte Maß um schiedene Zentimeter herabzusetzen, um die Film nicht weiter drehen konnte. Läßt sich der Schaden nicht beheben Und wirklich nicht Ersatz beschaffen? Es wird in Hollywood doch geben Zum Filmen auch noch andre Affen?' schneidende Verwandlung vor sich gehen: die ragenden Gestalten der Polizisten, die den Verkehr beherrschten, werden verschwinden, und an ihre Stelle roerben allmählich Menschen von gewöhnlicher Statur treten. Den Londoner,n wird das sehr leid tun, sie waren so stolz auf ihre „bobbies“, die so wendigen Rekruten für seine Polizeitruppe zu finden. Er erklärt, daß es so viele Dienstleistungen gäbe, für die ein gesunder Körper und eine wache wären, aber nicht das Riesen- ?rdienen tadellos n W ler ikenkasse Film den i eschweige' 's Dasein, ström. er wenig llden Auen. ockameri- für die die Hand t o ft r a» glinien Ausbeute Ersatz 'n, sofern itd) einen' den sollte, wrbameri« Peru ge. droht, ist 10 Kilo, s Ama- noch mit, reichbar' „Bobby" ohne Gardematz. % G. K. London. Londoner Straßenbild wird bald eine ein- Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Kleine Späße aus USA. H. D. Neuyork. Der Sportlehrer Brown in Neuyork schlug meh^ reren jungen Männern mit einer Keule auf den Kopf, um ihnen durch die entstehenden Beulen die für den Militärdienst vorgeschriebene Körpergröße zu verschaffen. Dies jedem der jungen Männer ließ Felizitas Kalkutta, ihre Arbeit und Freunde und machte eine Reise von 10 000 Kilo- Hollywood sind 152 Affen, die bei einem mitwirken sollten, entsprungen, so daß losreißt. )ies sich ek m englisch^ brachen uns ileppenb, aus en SäM ,b-nM«-ug- afeen, -H-« 11 üb ie Montana aendig, bloß . Eine Fort- den. Es ist nun an aus »ende Weise hth. Stammbuch: Und schlägt man mit drei Keulen gleich Dir auch den Schädel beulenreich, So bleibst du doch zu jeder Frist • (Nach Goethe) immer, was du bist! * I l. n et. he r» en n, uf i ■ ich nd en t- m, en ■rb oie on ich en, id- iim mb alle um r • tts- des •es» ü r eilt erg fien och- au- hen er irbe tärz 933 gen. ier» chen hri. Ar» Ab- um nen. digt, den arze reck. hr. offen i m ollen l sie An. nach .lers, fest» kön» oben aber roße I. olfe» ittag n t s itabt a jor ber» vill- ihre rzen nter die den, über der end n. i n» >rps die ein au» den ihrer Es- In der Nacht von Donnerstag auf Freitag verschied in der Medizinischen Klinik zu Gießen nach kurzer, schwerer Erkrankung unser Gefolgschaftsmitglied Fritz Bremer aus Rodheim a- d. Bieber im 18. Lebensjahr. Er war ein fleißiger und ^treuer Arbeitskamerad, dessen allzufrühes Ableben wir aufrichtig bedauern. Wir werden ihm ein stetes Andenken bewahren. Betriebsführung und Gefölgschaft der Firma Tribus L Sundheim. Gießen, den 21. Januar 1938. _______________________________________________________390D Frau Elisabethe Siemon, geb. Elmshäuser Gießen (Mühlstraße 24). den 21. Januar 1938. Die Trauerfeier findet in aller Stille statt. 0303 Gestern früh 93/4 Uhr entschlief sanft nach langem schweren Leiden meine innigst- geliebte Frau, unsere treusorgende Mutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Job. Jakob Siemon. Der im 84. Lebensjahre. 0291 im fast vollendeten 69. Lebensjahre Gießen (Steinstraße 38 p), Friedberg, den 21 Januar 1938 421D Die trauernden Hinterbliebenen: Elisabeth Forbach Wwe., geb. Blum Familie Fritz Lang Familie Heinrich Blum Die trauernden Hinterbliebenen: Marie Roloff, geb. Güngerich Ludwig Güngerich , Richard Güngerich Wilhelm Roloff Emmy Güngerich, geb. Dilthey Marie Kämmerer und 5 Enkel. Gießen (Liebigstraße 58), den 21. Januar 1938. Die Beerdigung findet Montag, 24. Januar, nachm. 2% Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. - Von Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen. Generalvertrieb : Baums& Treibig Gießen Bahnhofstraße26 Ruf 3700 32QÄ Die Beerdigung- findet am Montag, dem 24. Januar, nachmittags 3.30 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt durcfi eine gute Skiffe von Optikermeisterfl Carl Leisler Gießen 80,8a Neuenweg 16 Lieferant aller Krankenkassen / Heute mittag entschlief sanft nach kurzem schweren Leiden unsere liebe, treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter u. Schwester Frau Hermine Güngerich Wwe. geh. Kämmerer Heute mittag 14.15 Uhr verschied nach langem schweren Leiden unsere liebe Schwester, Schwägerin und Tante Fräulein Katharine Blum ist es: ,ie sofort der FR\KA be* °e‘Sh so e'°' v,e h* SO te' stiscn. ^enn derndf für tnon To9 -lenrnüß. schreiben vzeiß m yörtej 6>oser ynd wert gen fAo$nd^^: sten'os o tog °Vorführung- JEirilh©! Für die beim Heimgang unseres lieben Entschlafenen erwiesene innige Teilnahme sagen wir hierdurch allen unseren herzlichsten Dank. Frau Dorothea Sauer und Tochter. Gießen (BruchStraße 15 I), den 22. Januar 1938. 401D de s WH W/ Seltene Natururkunden von den Halligen und vom Wattenmeer enthält die Neuerscheinung, die alle Natur, freunde und Dogelliebhaber mit Begeisterung lesen und schauen werden: Unter Säbelschnäblern und Seeschwalben Beobachtungen und Natururkunden aus der Dogelwelt der deutschen Nordseeküste Don Engen Schuhmacher Insgesamt 104 Seiten mit 92 Bildern nach wundervollen Naturaufnahmen. 3n Leinen gebunden Reichsmark 3.90 Der Verfasser, der als Ornithologe und Tier- Photograph bekannt ist, hat mehrere Wochen auf zwei einsamen deutschen Nordseeinseln an der Lidermündung zusammen mit den eigenartigsten Vögeln unserer Heimat gelebt und die herrlichsten Naturaufnahmen von den Säbelschnäblern, Seeschwalben, Rotschenkeln, Austernfischern u. a. mitgebracht. Er erzählt im Textteil unterhaltsam und spannend aus der Kraft eigenen Erlebens die sonderbarsten Begebenheiten, die er, im 3eit versteckt, aus nächster Nähe beobachten und im Bild festhalten konnte. Bestellungen nimmt jede Buchhandlung entgegen. Verlangen Sie bitte das ausführliche bebilderte Werbeblatt Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichter seid e Seffenlliche Aufforderung zur Abgabe der Erklärungen für die Einkommen- steuer, körperschaflsteuer, Wehrsleuer und Umsah- steuer für das Kalenderjahr 1937 und für die Gewerbesteuer 1938. Die Erklärungen für die Einkommensteuer, Körperschaftsteuer, Wehrsteuer und Umsatzsteuer für das Kalenderjahr 1937 und für die Gewerbesteuer 1938 sind in der Zeit vom 1. bis 28. Februar 1938 unter Benutzung der vorgeschriebenen Vordrucke wie folgt abzugeben: I. .. Zur Abgabe einer Steuererklärung für die Einkommensteuer Jind verpflichtet: A. Unbeschränkt Einkommensteuerpflichtige 1. wenn ihr Einkommen den Betrag von 8000 RM. überstiegen hat oder 2. wenn ihr Einkommen weniger als 8000 RM. aber mehr als 4000 RM. betragen hat und darin Einkünfte von mehr als 300 RM. enthalten find, die weder der Lohnsteuer noch der Kapitalertragsteuer unterlegen haben oder 3. ohne Rücksicht auf die Höhe des Einkommens, wenn es ganz oder teilweise aus Gewinn aus Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieb oder selbständiger Arbeit (insbesondere aus der Ausübung eines freien Berufs) bestanden hat und der Gewinn auf Grund eines Buchabschlusses ermittelt ist. B. Beschränkt Einkommensteuerpflichtige 1. wenn ihre gesamten inländischen Einkünfte, nach Abzug der Einkünfte, die der Lohnsteuer oder der Kapitalertragsteuer unterliegen, 4000 RM. übersteigen oder 2. ohne Rücksicht auf die Höhe ihrer inländischen Einkünfte, wenn diese ganz oder teilweise aus Gewinn aus Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieb oder selbständiger Arbeit (insbesondere aus der Ausübung eines freien Berufs) bestanden haben und der Gewinn auf Grund eines Buchabschlusses ermittelt ist. Der Ehemann hat in seiner Steuererklärung auch die Einkünfte seiner Ehefrau anzugeben, die bei der Zusammenveranlagung mit seinen Einkünften zusammenzurechnen sind. Die Ehegatten werden zusammenveranlagt, solange beide unbeschränkt steuerpflichtig sind und nicht dauernd-getrennt leben und diese Voraussetzungen mindestens vier Monate in dem Kalenderjahr bestanden haben, für das die Veranlagung erfolgt. Ebenso hat der Haushallungsvorstand in seiner Steuererklärung auch die Einkünfte der Kinder anzugeben, die bei der Zusammenveranlagung mit seinen Einkünften zusammenzurechnen sind. Der Haushaltungsvorstand wird mit seinen Kindern, für die ihm Kinderermäßigung gewährt wird, zusammenveranlagt, solange er und die Kinder unbeschränkt steuerpflichtig sind. Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit, die die Kinder aus einem dem Haushaltungsvorstand fremden Betrieb beziehen, scheiden bei der Zusammenveranlagung aus. II. Zur Abgabe einer Steuererklärung für die Körperschaflsteuer sind verpflichtet: A. Unbeschränkt steuerpflichtige Körperschaften über sämtliche Einkünste, und zwar: 1. Kapitalgesellschaften (Aktiengesellschajlen, Kommanditgesellschaften auf Aktien, Gesellschaften mit beschränkter Haftung, Kolonialgesellschaften, bergrechtliche Gewerkschaften); e 2. Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften; 3. Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit; 4. sonstige juristische Personen des privaten Rechts; 5. nichtrechtsfähige Vereine, Anstalten, Stiftungen und andere Zweckvermögen; 6. Betriebe gewerblicher Art von Körperschaften des öffentlichen Rechts (hierzu gehören u. a. sämtliche öffentliche Dersorgungsbetriebe). B. Beschränkt steuerpflichtige Körperschaften über die inländischen Einkünfte, und zwar: 1. Körperschaften, Personenvereinigungen und Vermögensmassen, die weder ihre Geschäfts- lekung noch ihren Sitz im Inland haben; 2. Körperschaften, Personenvereinigungen und Vermögensmässen, die nicht unbeschränkt steuerpflichtig sind. C. Sämtliche Körperschaften, Personenvereinigungen und Vermögensmassen 1. beim Wegfall der Steuerpflicht, insbesondere auch bei der Umwandlung; 2. beim Uebergang von der beschränkten aur unbeschränkten und beim Uebergang von Der unbeschränkten zur beschränkten Steuerpflicht. III. Ohne Rücksicht auf die Höhe des Einkommens haben abzugeben eine Einkommenserklärung bei Beteiligung mehrerer Personen an den Einkünften aus a) Land- und Forstwirtschaft, b) Gewerbebetrieb, c) selbständiger Arbeit, d) Vermietung und Verpachtung unbeweglichen Vermögens. Die Verpflichtung zur Abgabe der Erklärung obliegt in diesen Fällen den zur Geschäftsführung oder Vertretung befugten Personen. IV. Zur Abgabe einer Steuererklärung für die Wehrsteuer sind verpflichtet die männlichen deutschen Staatsangehörigen der Geburtsjahrgänge 1914, 1915 und 1916, die einen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Inland haben 1. wenn sie keinen Arbeitslohn bezogen haben, ihr Einkommen aber den Betrag von 224 Reichsmark überstiegen hat, 2. wenn sie neben Arbeitslohn sonstige Einkünfte von mehrmals 100 Reichsmark bezogen haben, 3. wenn sie eine Einkommensteuererklärung abzugeben haben. x V. Zur Abgabe einer Steuererklärung für die Gewerbesteuer sind verpflichtet: 1. alle gewekbesteuerpflichtigen Unternehmen, deren Gewerbeertrag im abgelaufenen Wirtschaftsjahr den Betrag von 4000 Reichsmark oder deren Gewerbekapital an dem maßgebenden Feststellungszeitpunkt den Betrag von 20 000 Reichsmark überstiegen hat; 2. Kapitalgesellschaften (Aktiengesellschaften, Kommanditgesellschaften auf Aktien, Gesellschaften mit beschränkter Haftung, Kolonialgesellschaften bergrechtliche Gewerkschaften); 3. Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften und Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit. Sonstige juristische Personen des privaten Rechts und nlchtrechtsfähige Vereine haben eine Gewerbesteuererklärung nur abzugeben, soweit diese Unternehmen einen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb (ausgenommen Land- und Forstwirtschaft) unterhalten, der über den Rahmen einer Vermögensverwaltung hinausgeht; 4. ohne Rücksicht auf die Höhe des Gewerbeertrag» oder die Höhe des Gewerbekapitals alle ge« werbesteuerpflichtigen Unternehmen, bei denen der Gewinn auf Grund eines Buchabschlusses zu ermitteln ist oder ermittelt wird. VI. Zur Abgabe einer Steuererklärung zur Umsatz- steuer sind alle Umsatzsteuerpflichtigen verpflichtet mit Ausnahme: 1. der Straßenhändler, Wandergewerbtreibenden und anderen Umsatzsteuerpflichtigen, die nach §§ 83 und 85 der Durchführungsbestimmungen zum Umsatzsteuergesetz 1934 zur Führung eines Straßensteuerheftes verpflichtet sind; 2. der nichtbuchführenden Landwirte, soweit sie für ihre Umsätze Vorauszahlungen nach den jeweils geltenden Umsatzsteuerrichtsätzen get leistet haben; 3. derjenigen Unternehmen, deren Umsatzsteuer für das Kalenderjahr 1937 nicht mehr als 20 Reichsmark beträgt oder bei steuerfreien Umsätzen betragen würde, wenn diese steuerpflichtig wären (§ 63 [2| der Durchführungsbestimmungen zum Umsatzsteuergesetz 1934). Ohne Rücksicht auf ein etwa vom Kalenderjahr abweichendes Wirtschaftsjahr ist in allen Fällen der in der Zeit vom 1.1. bis zum 31.12.1937 erzielte Umsatz anzugeben! VH. Die zur Abgabe einer Steuererklärung Verpflichteten haben die Steuererklärung auch dann abzu-- geben, wenn ihnen ein Vordruck nicht zugesandt wird; die übrigen Steuerpflichtigen haben eine Steuererklärung abzugeben, wenn sie hierzu vom Finanzamt aufgefordert werden. VIII. Wer die Frist zur Abgabe der ihm obliegenden Steuererklärung versäumt, kann mit Geldstrafen zur Abgabe der Steuererklärung angehalten werden; auch kann ihm ein Zuschlag bis zu 10 v. H. der festgesetzten Steuer auferlegt werden. IX. Wer nachträglich, aber vor dem Ablauf der Steuerverjährungsfrist erkennt, daß eine Steuererklärung, die er dem Finanzamt abgegeben hat, unrichtig oder unvollständig ist, und daß die Unrichtigkeit und Unvollständigkeit zu einer Verkürzung von Steuereinnahmen führen kann, ist — ohne daß es einer besonderen Aufforderung bedarf — verpflichtet, dies unverzüglich dem zuständigen Finanzamt an< zuzeigen. X. Die Hinterziehung oder der Versuch einer Hinterziehung der Einkommensteuer, Körperschaftsteuer, Wehrsteuer, Gewerbesteuer ober Umsatzsteuer sowie fahrlässige Vergehen gegen die Steuergesetze (Steuergefährdung) werden bestraft. Gießen, den 22. Januar 1938. 3711) Die Finanzämter Gießen, Friedberg, Lauterbach, Alsfeld, Hungen, Grünberg, Nidda, Büdingen, Schotten. Bekanntmachung. Vetr.: Brennstoff-Beihilfe 1937/38. Volksgenossen, die nicht in laufender Fürsorge des Wohlfahrtsamtes stehen, die aber einen Antrag auf Brennstoff-Beihilfe gestellt haben, erhalten die Gutscheine für die III. Rate im Stadthaus. Garten- strahe 2, Zimmer 13, nur vormittags von 9 bis 12 Uhr, und zwar: Buchstabe A—G am Montag, 24. Januar, „ h—p „ Dienstag, 25. Januar, „ R—Z „ Mittwoch, 26. Januar. Empfänger von Arbeitslosen- und krisenunter- stühung legen unaufgefordert ihre Meldekarte vor. An Kinder werden Gutscheine nicht abgegeben. Gießen, 21. Januar 1938. 383D Der Oberbürgermeister. (Wohlfahrtsamt.) Giadiiheaier-Mieie. Die Einlösung des fünften Abschnitts der Stamm-Miete hat an der Theaterkasse, Johannes- straße 3, zu erfolgen, und zwar: Montag, den 24. Januar 1938, für die Dienstag- Hlieter, Dienstag, den 25. Januar 1938, für die Mittwoch- mieter, Mittwoch, den 26. Januar 1938, für die Freitaa- mieter in der Zeit von 10 bis 13 und von 17 bis 18 Uhr! Montags nur von 10 bis 13 Uhr! Nach Einzahlung auf Postscheckkonto Frankfurt a. M. Nr. 37210, Kasse Des Stadttheaters Gießen, erfolgt Ueberfendung der Mietkarten. Die zu zahlende fünfte Rate beträgt: mit 5 Plätzen . , 30,— RM. mit 4 Plätzen . , 20,— „ .......10,— „ ..... ■ 8,— „ ■ i ■ ■ ■ ■ 1 5,— „ ! Die Einlösung der 5. Rate mutz unbedingt vor dec 17. mietvorstellung erfolgt sein. Die oben angegebenen Emlösezeiten sind einzuhalten. Gießen, den 19. Januar 1938. 373c _________Der Oberbürgermeister. 1. Brennholzversteigerung der Fürstlichen Oberförsterei £ i ch. Montag, den 24. Januar, werden im Riedwald versteigert: rm Scheitholz Buche 154, Eiche 7; Knüppel Buche 89, Eiche 8; S t 0 ck h 0 l z Buche 59; Wellen Reis Holz Buche 3700, Schlaqreiser Elche zirka 100. 1 Zusammenkunft 10 Uhr: Riedwaldstraße Kreuz Laubacher Straße. — Das Holz sitzt in guter Abfuhrlage. y 229D Weitere Versteigerungen sind geplant: 31.1.: Her- und am Albacherhof; 1. 2.: Meilbach. Auf Die Veröffentlichung am Samstag, dem 29. d. M., wird hingewiesen. Brennholzversteigerung der Fürstlichen Oberförsterei Hohensolms, w? xn!LCrifa9, rben Januar, werden in Distrikt Windelbach versteigert: rm S ch e i t h 0 1 z Buche 115; 122' Eiche 28, Knüppelreiser Buche 5; R e l s h 0 1 z Buche 600, Eiche 15 (zum großen Teil gute Stammreiser). Zusammenkunft 10 Uhr vormittags am Pflanzgarten. ö 372D Familienlogen I. Ring . q H- Ring , , III. Ring , , IV. Ring , a ^•5 Möglich juber, ?*„l I»"11 he lL w SP< @ei Kellers ; s,;- ;s6 rx« M halten M- eme überlegt, Der Gedanken der Eniplängc von äußeren Echrist und Aber es gn nehmen, ihre um dann tut es bei der tc Siele Msg oder Schilde anwenden zi deshalb, per meistens übe wie: „Anges, len Endes. qen hören t „schließlich" Ist irgendeii len auch du grandios",. gend beson Wörter mit nunq viele! „sabelhast falsch „leite Und wie len zugeben besser geroo in unserer 1 Wir sollten Radio, leb Perron n. 0 haben mir Wir fönnt auMhlen, ab fail täqlid) fe MNechrache deneits würd' wir uns nun etwa Cchille schriUchen 1 wir versuche- zu gebrauche scheu Spraä Stadtthea — Glorias (Bahnhofstr Iu seinem 'M ho Lei Sur Lieb Und Doch Srei So Dich Doch Gab Wol Abei 3u dieser $ 5« e « h °^ich ben er Qi te"0*« x ‘Men, ein Äo"; ®05r(er|^tterl Liebe n^Ntli. lnnders mQr(f ?esitz Jfm er «'s.«’i Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen) Warum nicht Hecken um die Gärten? Wir nennen, Gießen eine Gartenstadt. Viele Fremde kommen bei ihren Rundgängen durch unsere Straßen zu der gleichen Meinung. In der Tat gibt es auch wohl nicht allzu viele Städte von der Größe unseres Gießen, die neben den öffentlichen Anlagen so ausgedehnte Gartenflächen besitzen. Diese „Lungen der Stadt", wie man die Gärten und Anlagen zu nennen pflegt, sind nicht nur vom Standpunkt der Volksgesundheit zu bewerten. In hphem Maße kann man sie auch, wenn sie gut gepflegt sind, vom ästhetischen Gesichtspunkt aus als einen Gewinn betrachten. Wer sich mancher Stadtbilder m Industriegebieten oder in wirtschaftlich armen Gegenden erinnert, oder wer unmittelbar von dort aus seinen Wohnsitz hierher verlegt, der wird unseren Gartenreichtum besonders zu würdigen wissen. Dabei soll nicht verkannt werden, daß von den Vorgärten noch mancher schöner sein könnte als jetzt. Wir meinen damit nicht nur die Pflege, sondern auch den Bestand, kurzum das Gesamtbild des Gartens. Diese Einschränkung der Anerkennung für einen kleinen Teil der Gärten soll aber nicht die Tatsache in den Hintergrund drängen, daß die große Mehrzahl der Vorgärten den Straßenpassanten allen Grund zur Zufriedenheit bietet. Allen gemeinsam ist jedoch eines: die Abgrenzung der Vorgärten nach den Straßen und den Nachbargrundstücken zu bedarf einer Erneuerung, die sich an Stelle der jetzigen toten Zäune in sinnvoller Weise in das Bild des blühenden Lebens der Gärten einfügt. Uebrigens besteht dieser Vorschlag für eine ganze Reihe von Nutzgärten hinter den Häusern ebenfalls zu Recht. Die Frage lautet: Warum nicht Hecken auf den Grenzlinien? Derartige Pflanzungen werden sich lebensvoll und harmonisch in das Gesamtbild des Gartens einfügen und auch das Straßenbild entschieden schöner in Erscheinung treten lassen, als es jetzt der Fall ist. Hecken als Grundstücksabgrenzung sind aber auch nach anderer Richtung hin zu empfehlen. Man denke daran, wie dankbar unsere Vögel die Hecken als Vermehrung von Nistgelegenheiten und von Zufluchtsstätten gegen vier- und zweibeinige Feinde begrüßen werden. Vielfach ist es jetzt doch so, daß trotz der großen Zahl von Gärten den Vögeln eine dicht gewachsene Zufluchtsstätte fehlt. Mancher „Mieze" ist es ein leichtes, nicht nur den Baum zu erklettern, sondern auch in die niederen lichten Büsche zu gelangen und dort die Vögel und ihre Brut zu überfallen. Eine dichte Hecke, die mit allerlei kleinen Dornen gespickt ist, dürfte wohl auch der Mieze wenig erfreulich, den Vögeln aber dienlich sein. Ein weiteres: Wer von den Gartenbesitzern Wert darauf legt, in seinem Vorgarten möglichst ungezwungen und weitgehend vor Staub geschützt zu sitzen. dürfte wohl m einem Heckenzaun das richtige Mittel zur Erfüllung dieses Wunsches erblicken. Und schließlich noch ein Gesichtspunkt von der Verkehrssicherheit: Die Fälle waren bisher nicht selten, daß Kraftfahrer oder Radler infolge schnellen Fahrens oder auch in schwierigen Kurven gegen die bisher gebräuchliche Garteneinfriedigung sausten und sich dabei manchmal erheblich, zum Teil sogar tödlich verletzten; es hat sich auch schon ereignet, daß kletterfrohe Buben von einem Baume stürzten und in das feste Gartenspalier hineinfielen, wiederum mit schwerwiegenden Folgen. Alle Fährnisse dieser Art kann man als ausgeschlossen ansehen, sobald Hecken die Gärten umgeben. Wer dann als „Segler durch die Lüfte" auf einer derartigen Einfriedigung landet, wird im schlimmsten Falle eine Anzahl Kratzer davontragen und an der Aufschlagstelle die Hecke niederdrücken; weiter wird aber kein Unheil entstehen. Aus allen diesen Gründen verdient die Hecke als Garteneinfriedigung, neben dem Gesichtspunkt der Schönheit, also den Vorzug. Gerade jetzt vor Beginn des Frühjahrs sollten sich die Gartenbesitzer diese Gedanken überlegen und aus der naheliegenden Schlußfolgerung möglichst umgehend zur Umänderung der Grundstückseinfriedigung schreiten. Hecken an der Straße sind bestimmten Bedingungen unterworfen. Sie sollen schön sein, einen geordneten Eindruck Hervorrufen, die Uebersicht für den Verkehr nicht behindern, müssen demnach niedrig gehalten werden, und sollen auch einen sicheren Schutz gegen Tier und Menschen bilden. Bevor im Frühjahr oder Herbst gepflanzt wird, gilt es, einen 50 Zentimeter breiten Streifen auf 40 bis 50 Zentimeter zu locken und nötigenfalls zu verbessern. Am Pflanzmaterial darf nicht gespart werden, denn die Hecke soll dicht werden. Man pflanzt daher doppelreihig in Verband, je Meter 12 Stück. Geschnitten wird von Anfang an und alljährlich zweimal, im Winter und gegen Mitte Sommer. Die besten Heckenpflanzen sind Weißdorn und Eibe- Taxus. Dabei ist zu beachten, daß die Eibe ein gefährliches Gift für alle Einhufer ist, darum soll sie so weit vom Fahrdamm entfernt sein, daß stehende Pferde nicht zu der Hecke reichen können Billig im Preis und zufriedenstellend im Wuchs sind der gemeine Liguster und die Weißbuche. Diese beiden Holzarten leiden nicht an Krankheiten, sie haben schönes, frisches Grün und vertragen den Schnitt gut. Für besondere Zwecke ist noch die Korne^irsche zu empfehlen. Sie bildet gut geschlossene Hecken, die sich auch zu größerer Höhe ziehen lassen. Für die innere Ausgestaltung von Schmuckplätzen, Grünstreifen, wie auch für alle anderen Gärten gibt es außerdem noch eine große Anzahl von geeigneten Ziergehölzen. Nr. 18 Drittes Blatt Aus der Stadt Gießen. Sprachsünden. Zn jeder Familie gibt es sogenannte „Erbstücke", die von den Vorfahren übernommen wurden Diese . Stücke werden besonders geschätzt und dementsprechend pfleglich behandelt. Das können alte, wertvolle Bilder, Bücher oder auch Möbelstücke sein. Wlevlel wertvoller aber ist unsere liebe Muttersprache, die wir doch auch von unfern Ahnen übernahmen und an unsere Kinder weitergeben sollen! Wie oft wird aber gerade unsere deutsche Sprache vernachlässigt und als Aschenbrödel behandelt! Wir müssen stolz auf unsere Muttersprache sein, denn sie ist so schön und reich, wie kaum eine andere Sprache Wir brauchen nur einige Goethesche oder Kellersche Gedichte zu lesen, vielleicht auch eine Novelle von Storm oder Wilhelm Schäfer, dann kommt uns so recht zum Bewußtsein, welcher Reichtum an Schönheit und welcher Wohlklang in unserer Sprache stecken. Es ist schmerzlich, wenn wir fast täglich erleben müssen, wie unsere Muttersprache vernachlässigt und oft gar mißhandelt wird. Wir sollten sie genau so sorgfältig und achtungsvoll behandeln wie die erwähnten „Erbstücke". Jeder einzelne Volksgenosse kann hier durch Selbsterziehung mithelfen, daß nur ein gutes, fehlerfreies Deutsch gesprochen und geschrieben wird. Wir halten es für selbstverständlich, daß sich jeder, der einen Brief schreiben muß, vorher genau überlegt, was er mitteilen will. Ein Durcheinander der Gedanken oder gar eine Unklarheit im Stil muß der Empfänger als eine Ungehörigkeit empfinden, von äußeren Dingen, Schreibfehlern, schlechter Schrift und Unsauberkeit ganz abgesehen. Aber es gibt viele Menschen, die sich keine Zeit nehmen, ihre Gedanken richtig zusammenzufassen, um dann kurz, klar und deullich zu schreiben. Ist es bei der täglichen Umgangssprache nicht ebenso? Viele Volksgenossen glauben, bei einer Erzählung oder Schilderung recht umständlich gebaute Sätze anwenden zu müssen. Die einfachsten, klarsten und deshalb verständlichsten Wörtchen werden dabei meistens übergangen. Da regnet es dann Ausdrücke wie: „Angesichts der Tatsache, daß ...", oder „Letzten Endes ..." usw. Solche verdrehten Wendungen hören wir täglich. Die Wörtchen „weil" oder „schließlich" sind den Sprechern wohl zu bescheiden. Ist irgendeine Sache schon gewesen, so genügt vielen auch dieses Wörtchen nicht. Das war „einfach grandios", „phänomenal" oder — heute bei der Jugend besonders bevorzugt — „pfundig!" Kleine Wörter wie „schön", „gut" usw. sind nach der Meinung vieler eben zu schwach. Da muß mindestens „fabelhaft schön" gesagt werden, oder auch ganz falsch „selten schön"! Und wie ist es mit den Fremdwörtern? Wir wollen zugeben, daß es im Vergleich zu früher etwas besser geworden ist, aber noch immer wimmelt es in unserer Umgangssprache von diesen Fremdlingen. Wir sollten heute nicht mehr die Worte Chauffeur, Radio, Telephon, Temperatur, Coupe, Trottoir, Perron u. v. a. gebrauchen. Für jedes dieser Worte haben wir gute deutsche Ausdrücke. Wir können hier keineswegs alle Sprachsünden au Böhlen, aber wer seine Ohren öffnet, der wird fall täglich feststellen können, wie schrecklich unsere Muttersprache manchmal vergewaltigt wird. Anderseits würden wir uns lächerlich machen, wenn wir uns nun so gewählt ausdrücken wollten, wie etwa Schiller in' feinen Dramen. In unserm schriftlichen und mündlichen Verkehr aber sollten wir versuchen, em klares und fehlerfreies Deutsch zu gebrauchen. Das sind wir unserer schönen deutschen Sprackse schuldig! H. Dornotizen Tageskalender für Samstag. Stadttheater: 20 bis 22.30 Uhr „Die Boheme". — Gloria-Palast: „Monika" — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Die Kameliendame" — LB. Volkstum und Heimat: 20 Uhr im Cafe Leib „Gießener Heimatabend" — Deutsche Stenographenschaft: 20.30 Uhr in der Stadt Lich Jahreshauptversammlung. — Gießener Rudergesellschaft: 20.30 Uhr im Cafe Am end. Tageskalender für Sonntag Stadttheater: 11.30 Uhr Morgenfeier; 19 bis 21.30 Uhr „Die Geisha". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Monika". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Die Kameliendame" — Oeffentliche Vorträge über Physiologie: „Herz und Blutdruck", 11.30 Uhr im Physiologischen Institut (Friedrichstraße 24) Stadttheater Gießen. Heute, Samstagabend, Wiederholung der Oper „Die Boheme" von Puccini Musikalische Leitung Joachim Popelka Spielleitung Dr. Erich Schumacher. Bühnenbild Karl Löffler. Diese Vorstellung findet gleichzeitig für die KdF.-Miete, Gruppe I, 8. Vorstellung, statt. Anfang 20, Ende 22.30 Uhr. Freier Kartenverkauf im Vorverkauf und an der Abendkasse. Am Sonntag, 23. Januar, 9. Morgenveranstaltung; sie sieht vor: Smetana: Streichquartett „Aus meinem Leben", Schubert: Forellenquintett, 11.30 dis 12.30 Uhr. — Am Abend Wiederholung des großen Operettenerfolges „Die Geisha", Operette von Jones Musikalische Leitung und Gesangstexte Joachim Popelka. Spielleitung Karl-Ludwig Lindt. Beginn 19 Uhr, Ende 21.30 Uhr. Außer Miete Deutsche Kunst als Erlebnis. Am kommenden Montag wird, wie man uns fchrsibt, Wilhelm M ü se l e r auf Einladung des Goethe-Bundes und des Kaufmännischen Vereins einen Lichtbildervortrag über das Thema „Deutsche Kunst als Erlebnis" halten. Er zeigt die Meisterwerke deutscher Kunst -n Verbindung mit der Entwicklung des geschichtlichen und kulturÄen Lebens unseres Volkes. t Steuererklärungen abgeben Die Finanzämter veröffentlichen heute eine öffent- liche Aufforderung zur Abgabe der Erklärungen $amstag,2-,.3anuar 1958 für die Einkommen-, Körperschafts-. Wehr- und Umsatzsteuer für das Kalenderjahr 1937 und für die Gewerbesteuer 1938. Die Steuerpflichtigen mögen diese wichtige Bekanntmachung sorgsam beachten. Küpretz 1938. Küpreß lautete der Gießener Faschings« Schlachtruf im vorigen Jahre: das Gießener Künstler- und Pressefest war ein so schöner Erfolg auf der ganzen Linie, daß schon damals der Wunsch laut wurde, die Sache zu wiederholen. Jetzt ist es so weit: am 15. Februar wird Küpreß 1938 gefeiert werden Erinnern Sie sich noch, wie hübsch und wie lustig es das letzte Mal war? Hat es Ihnen nicht großartig gefallen, sind Sie nicht ungewöhnlich früh nach Hause gekommen? Na also. Küpreß 1938 soll nicht weniger schön, nicht minder luftig, nicht minder farbenfreudig werden. Veranstalter sind, wie letztes Mal, das Gießener Stadt- theater, die bildenden Künstler und die Presse. In särnlichen Räumen des Clubs soll auch Küpreß 1938 einen Schauplatz finden, der sich sehen lassen kann, wo es den Leuten eine Freude sein wird, nach den unsterblichen Klängen des Dem Auge das Beste! vw2 Lassen Sie sich beraten von TL? opfc JJiagnus dem Optiker Ihres Vertrauens I Seltersweg 33 z Kassenlieferant. Narrhalla-Marsches und anderer aktueller Faschingsmusiken das Tanzbein zu schwingen. Die Ausstattung der Räume werden wiederum die bildenden Künstler in Gemeinschaft mit den Kollegen vom Stadttheater in die Hand nehmen — wissen Sie noch, wie nett die Säle im letzten Jahre ausge- sehen haben? Sie sollen sich Heuer nicht minder reizvoll präsentieren, das kann schon jetzt versprochen werden. Wie wir hören, werden bereits feit Tagen mit Andacht und Eifer die Pinsel geschwungen: die malerischen Dekorationen für das Fest sind heftig in Angriff genommen. Auch haben wir schon vom festlichen Einzug des Prinzen Karneval in den großen KluSsaal etwas läuten hören, wo ihn die Küpreß-Gemeinde stürmisch empfangen wird. Das Theater wird, wenn wir recht unterrichtet sind, die Nacht vom 15. Februar im venezianischen Stile beleben, und es soll überhaupt ein fqines, ein heiteres, ein farbenfrohes Fest werden, das Fest des Gießener Faschings: Küpreß 1 9 3 8! NSDAP., Ortsgruppe Gießen-Nord. Die Zellenbefprechungen für den Monat Januar 1938 finden am Montag, 24. Januar, 20.30 Uhr, wie folgt statt: Zelle 1 im Restaurant „Frankfurter Hof". Lin- dengafse 2; Zelle 2 im Restaurant „Zum Aquarium", Walltorstraße 5; Zelle 3 im Restaurant „Zum Gambrinus", weh- steingasse 10; Zelle 4 im Restaurant „Zum Waldschlößchen", Horst-Wessel-Wall 64; Zelle 5 in der Gastwirtschaft „Rohl", Ederstr. 6; Zelle 6 in der Gastwirtschaft „Stephan", Stein- straße 74; Zelle 7 in der Gastwirtschaft „Stadt Marburg", Marburger Straße 23; Zelle 8 in der Gastwirtschaft „Becker", Wiesecker Weg 44; Zelle 9 und 10 in der Gastwirtschaft „Bönsel", Gabelsberger Straße 5. , Sämtliche Politischen Leiter, Amtswalter bzw. Amtswalterinnen der DAF., NSv. und RS.- Frauenfchaft haben an diesen Besprechungen teilzunehmen und werden ersucht, pünktlich um 20.30 Uhr in ihrem zuständigen Lokal anwesend zu sein. Lord Byron. Zu seinem 15tt. Geburtstage am 22. Januar. Ach, zum Erdenglück geboren. Hoher Ahnen, großer Kraft, Leider früh dir selbst verloren, Jugendblüte weggerafft! Scharfer Blick die Welt zu schauen, Mitsinn jedem Herzensdrang, Liebesglut der besten Frauen Und ein eigenster Gesang. Doch du ranntest unaufhaltsam Frei ins willenlose Netz, So entzweitest du gewaltsam Dich mit Sitte, mit Gesetz; Doch zuletzt das höchste Sinnen Gab dem reinen Mut Gewicht, Wolltest Herrliches gewinnen, Aber es gelang dir nicht. Zn dieser Totenklage um den gestürzten Eupho- rton im zweiten Teil des „Faust" hat sich bei Goethe die Trauer um den Tod Lord B y - rons verdichtet, des einzigen europäischen Dichters, den er außer Schiller als ebenbürtig neben sich anerkannte und zu dem er, ohne ihn je gesehen zu haben, ein tiefes persönliches Verhältnis hatte, das von Byron mit leidenschaftlicher Verehrung erwidert wurde. Fast mit der Zärtlichkeit eines Vaters hatte der greife Olympier dem jungen Lord ein Jahr vor dessen Tode in seinem Gedicht „lieber Lord Byron" mahnend zugerufen, die „Selbstbefehdung im Innersten" aufzugeben und - die Selbstbeglückung in der Arbeit zu finden. „Und wie ich ihn erkannt, so mög' er sich erkennen", schließt jenes Gedicht. Die Nachricht vom Tode Byrons erschütterte Goethe so tief, daß er lange keine Worte fand, dann aber widmete er ihm einen Nachruf, den er bezeichnend „Lebensverhältnis zu Lord Byron" überschrieb. Und von Goethes Patriarchenwort gemahnt, hatte das ganze deutsche Volk, namentlich die geistige Jugend, in stürmischer Liebe von den Lebenswerken des genialen Engländers Besitz ergriffen. Auch der junge Bismarck bezeichnet Byron als den einzigen Dichter, dem er sich innerlich verwandt fühle, und feine Briefe an seine Braut sind voll von Byronschen Versen. v . Tatsächlich ist es Deutschland, von dem nach dem flüchtigen Moderuhm Byrons unsterblicher Nachruhm ausgegangen ist Denn zu der gleichen Zeit, in der er bei uns geliebt, gefeiert und verehrt würde wie kaum ein Zweiter, war er in seinem eigenen Vaterlande verlästert und verpönt. Woher diese ungleiche eBurteilung, diese Abkehr Englands von einem seiner großen Söhne, die nur ganz langsam der Anerkennung gewichen ist? Goethe gibt uns den Schlüssel mit seinen Versen: „So entzweitest du gewaltsam Dich mit Sitte, mit Gesetz ..." Sein ganzes Leden lang hat Byron alles getan, um dem so ausgeprägten englischen Gefühl für , 'Z'- ' 4 (Scherl-Bilderdienst-M.) Schicklichkeit und Wohlanständigkeit ins Gesicht zu schlagen. Schon auf der feudalen Schule von Har- row erregte er durch seine Disziplinlosigkeit Aussehen, nicht minder als Student auf dem Trmity- College in Cambridge. In der Londoner Gesellschaft tauchte der junge Mann, schön, reich, unabhängig, hochbegabt, Pair von England, anfangs wie ein Meteor auf, die Veröffentlichung der beiden ersten Gesänge des ,Childe Harold" häufte buchstäblich über Nacht den Ruhm eines genialen Dichters auf ihn. Es war keine Uebertreibung, wenn er selbst berichtet: „Ich wachte eines Morgens auf und fand mich berühmt." Bald aber begannen die Skandale, schon vor seiner Heirat war er als junger Mann mit unmoralischem Lebenswandel gestempelt, und nach seiner Scheidung wandte die Gesellschaft sich eindeutig von ihm ab. Byron vergalt seinen Landsleuten, indem er ihre Engherzigkeit und ihr Pharisäertum verhöhnte, sie in ihrem empfindlichsten Punkt, der nationalen Eitelkeit, verletzte. Ein seltsamer Antagonismus herrschte zwischen ihm und feinem Volke, der tiefgehende Ursachen hatte. Heine erste Kindheit hatte Byron unter den unglücklichsten Verhältnissen in Schottland verbracht, wo seine Mutter, von ihrem skrupellosen Mann verlassen, eine winzige Rente verzehrte. Armselig und liederlich zugleich ist der Haushalt, die hysterische Mutter quält den Knaben abwechselnd durch schlechte Behandlung und übertriebene Zärtlichkeit, zudem bildet sein, durch einen Geburtsunfall entstandener Klumpfuß und die qualvollen und vergeblichen Behandlungsoersuche, eine ständige Quelle des Leidens. Der phantasievolle und reizbare Knabe nährt sich geistig von den düsteren schottischen Sagen und Märchen, die ihm die Amme erzählt, und von der Bibel. Mit 10 Jahren wird er durch den Tod des Großonkels plötzlich Lord. Von einem Tag auf den anderen sind Reichtum und Ansehen da. Aber zehn solcher Kinderjahre lassen sich nicht auslöschen. Zumal bei einer Erbanlage, die von Natur zur Maßlosigkeit im Guten wie im Bösen neigt. Byrons unbezähmbarer Stolz war sein ganzes Leben hindurch genährt von der Erinnerung an die Erniedrigungen seiner Kindheit, von der Scham über sein Leiden, der Scham über seine Mutter. Sehr früh erwachte die Liebe m dem nach Zärtlichkeit verlangenden Knaben. Die ersten schwärmerisch heftigen Zuneigungen verliefen unglücklich, bis die vornehmen Damen der Londoner Gesellschaft sich freiwillig für ihn kompromittierten. Byrons Beziehung zu Frauen hat eine merkwürdige innere Verwandtschaft mit seiner Beziehung zum Vaterlande. Er erwartete alles von der Frau, Erhöhung und Ergänzung seines eigenen Ich. Daß er enttäuscht wurde, vergalt er mit Haß und Verachtung. In der Wahl seiner Gattin, einer typischen Vertreterin des tugendhaften, gutwilligen, aber pharisäischen England, dürfen wir geradezu den Versuch sehen, mit England feinen Frieden zu machen. Der Versuch mußte mißlingen. Skandal und Scheidung waren das notwendige Ende. Eip Ende in mehr als einer Beziehung. Byron verließ sein Vaterland, wurde ein Wanderer unter fernen südlichen Himmeln. Seine Teilnahme an dem Freiheitskampf der Griechen bedeutet eine letzte heroische Flucht ins Außerordentliche, eine letzte furchtbare Enttäuschung und endlich den Tod. Die Griechen trauerten um ihn wie um einen Nationalhelden und wünschten seinen Leichnam in den Ruinen des Theseustempels zu Athen zu begraben, feine Familie aber holte den Toten nach England und gab ihm, da die Westminster Abtei ihm verschlossen blieb, die letzte Ruhestätte in der einsamen Dorfkirche von Hucknall Torkard, in der Nähe feines Stammsitzes Newstead^ Abbey. Wenn man von einem Dichter sagen kann, daß in ihm der Mensch und der Künstler eins sind, so von Lord Byron. Wie sein Leben selbst fast als Dichtung anmutet, so sind alle seine Werke Bruchstücke eines Selbstbekenntnisses im Goetheschen Sinn. „Alle Zuckungen enden bei mir in Versen", hat er selbst bekannt. So finden wir in den Abenteuern eines „Childe Harold", in den Träumen eines „S a r d a n a p a l", dem Mtznschheitsringen eines „K a i n", in j)en Klagen des „P r i s o n e r o f Chillon“, vor allem aber in feinem genialsten Werk „Son Iuan" den ganzen Byron. Er war stolz darauf, feine Werke als vornehmer Dilettant so nebenbei hinzuwerfen, und tatsächlich besitzen alle seine Dichtungen die Unmittelbarkeit und Frische der Skizze, leiden freilich auch an einer gewissen Planlosigkeit des Aufbaues, an Sprunghaftigkeit und vielem allzu Flüchtigem, an überflüssigen und manchmal sogar geschmacklosen Abschweifungen, die durch seinen Mangel an Kritik noch verstärkt wurden. Dafür atmen sie aber als Ganzes den hinreißenden Schwung seiner Persönlichkeit, die heroische Größe seines Gefühls, den dämonischen Zwiespalt, der sich doch stets in Versen von trunkener Süßigkeit löst, und sie umfangen uns noch heute mit demselben Zauber, den seine Person zu Lebzeiten ausgestrahlt haben muß. Annemarie von Puttkamer. Kampf mit Adlern. Einen aufregenden Kampf mit Adlern hatte ein italienischer Jäger in der Gegend von Novara zu bestehen, der zu den Bergen über Premvsello auf- gestiegen war, um Adler $u jagen, da diese nach den ersten Schneefällen oft ausgehungert zu den Häusern im Tale herabstießen und die Einwohner erschreckten. Nachdem er lange gewartet hatte, gelang es ihm, einen jungen Adler mit zwei Schüssen zu verwunden. Der junge Räuber stieß, als der Jäger sich seiner bemächtigen wollte, Helle Schreie aus und rief dadurch zwei große Adler herbei, die sich sofort auf den Mann stürzten und ihn so hart bedrängten, daß er sich nur noch mit Fußtritten und dem Geryehrlauf wehren konnte. Er blutete bereits an den Händen und am Halse und wurde von den wütenden Tieren immer weiter bedrängt, bis er in eine tiefe Grube stürzte. Hier blieb er mehrere Stunden leblos liegen, ehe er aufgefunden wurde. Inzwischen hatten die beiden Adler den von ihnen befreiten jungen Raubvogel mit sich fortgeführt. J k- n et. he r - en n, uf i» >ch nb en t- 'n, en :tb oie on ich en, id- im inb eUc um r ■ its- des •es- ü r ellt erg fien och- au» hen er irde kürz 933 3 en. ier» chen hrt. Ar. Ab- unt nen. rtigt, den arze reck- h:: affen i m ollen nach lers, fest- kön- oben aber roße t. ölfe- ittag n t s ftadt ajor ber- Dill- ihre rzen nter die den, jiber der cend n. i n» >rps die ein .au- den chr. e r Es- Hitlerjugend Bann 116 Gießen. Bett.: Bewertungsappelle. Am kommenden Sonntag, 23. Jan., finden folgende Bewertungsappelle statt: Um 8 Uhr Gefolgschaft 10/116 in Lollar. Um 10.30 Uhr Gefolgschaft 7/116 in Londorf. Um 11.30 Uhr Gefolgschaft 8/116 in Geilshausen. Betr.: Standortappelle vom 24. bis 28. Januar. Vom 24. bis 28. Jan. finden folgende Standort a p p e l l e statt: Montag, 24. Jan. in Steinbach um 20.15 Uhr. Dienstag, 25. Jan., in L i ch um 20.30 Uhr. Dienstag, 25. Jan., in Nieder-Bessingen mit den Standorten Röthges und Ober Bessingen um 20.15 Uhr. Dienstag, 25. Jan., in Ettingshausen mit Münster um 20.30 Uhr. Donnerstag, 27. Jan., in Hungen mit den Standorten Villingen u. Nonnenroth um 20.15 Uhr. Donnerstag, 27. Jan., in Rodheim mit den Standorten Steinheim, Langd, Rabertshausen, Unter- und Ober-Widdersheim um 20.30 Uhr. Freitag, 28. Jan., in Bettenhausen mit den Standorten Langsdorf, Birklar und Mufchenheim um 20.15 Uhr. Freitag, 28. Jan., in Bellersheim mit den Standorten Inheiden, Utphe, Obbornhofen und Trais-Horloff um 20.30 Uhr.. weitere Hausabbrüche zur Altstadtfanierung. Das Stadtbauamt bringt nunmehr weitere Abbruchsarbeiten im Zuge der Altstadtsanierung (Ab- schniu in der Schloßgasse, am Kirchenplatz und am Lindenplatz in Gang. Die Abbruchsarbeiten sollen öffentlich vergeben werden. Die Spitzhacke wird bei diesen Häusern voraussichtlich Ende Februar in Tätigkeit gesetzt. Die jetzigen Bewohner der abzubrechenden Häuser haben zum Teil mit Hilfe der Stadt, zum Teil durch eigene Initiative im Schwarzlachgebiet und in anderen Stadtteilen Wohnungen erhalten. Giehener Wochenmorktpreije. * G i e ß e n , 22. Jan. Auf dem heutigen Wochen- martt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, XA kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, deutsche vollfr. Eier, A 12C 11%, ausländ. Kühlhauseier 11 und 12, ausländ. Eier 12%, junge Hähne, % kg 1,20 bis 1,30 Mark, Suppenhühner —,90 bis 1,—, Gänse 1,10, Enten 1,30 Mark, Tauben, Stück 50 bis 60 Pf., Wirsing, grün, % kg 10 bis 12, Weißkraut 7 bis 8, Rotkraut 10 bis 12, Gelberüben und Karotten 10 bis 12, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15 bis 20, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 15, Rosenkohl 28 bis 35, Feldsalat, Vio 9 bis 10, Tomaten, % kg 45, Zwiebeln 9 bis 10, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 35, Aepfel 10 bis 20, Birnen 8 bis 20, Blumenkohl, Stück 45 bis 50, Endivien 10 bis 25, Lauch 5 bis 8, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 35 Pf., Kartoffeln, Zentner 3,— bis 3,45 Mark. * ** Arbeitsjubiläum. Am heutigen Tage feiert der Aufscher Karl Schäfer aus Albach bei den Gailfchrn Tonwerken fein 25jähriges Arbeits- Jubiläum. Herr Schäfer hat seine Tätigkeit bei der Firma als Grubenarbeiter begonnen und wurde nach seiner Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft mit dem Aufseherposten betraut. Der Jubilar hat sich das Vertrauen der Firma und der Gefolgschaft in hohem Maße erworben, und es wird ihm allseits eine weitere lange, ersprießliche Tätigkeit im Inter-, esse des Betriebes gewünscht. Durch die Firma und feine Arbeitskameraden wird der Jubilar an feinem Ehrentage entsprechend gefeiert werden. ** Verbreiterung und Geradelegung des Aulweges. Gegenwärtig sind Arbeiter damit beschäftigt, tm Aulweg zwischen dem Schiffen- berger Weg und dem Riegelpfad die Kanalisation neu, entsprechend dem jetzigen Straßenzug, zu verlege». Wie erinnerlich, wurde vom Oberbürgermeister Ende vorigen Jahres die Geradelegung des Aulweges beschlossen, um die scharfe Kurve am Bahnübergang unmittelbar am Riegelpfad zu vermeiden. Diese Arbeit ist jetzt in 21 griff genommen und die neue Straße bereits feftaelegt worden. Die Fahrbahn des Aulweges zwischen Schiffenberger Weg und Rtegelpfad wird dabei auf 6,5 Meter verbreitert. Zu beiden Seiten werden Bürgersteige von je 3,25 Meter Breite entlanggeführt. ** Rege Bautätigkeit im Eichgärtenge b i e t. Ecke Fröbel- und Curtmannstraße hat der Geschäftsführer Fr. Rehnelt^den Bau eines Doppelhauses mit neun Dreizimmerwohnungen begonnen. Die Arbeiten sind inzwischen bis zum Kellergeschoß vorangebracht. Mit diesem Bauvorhaben wird die Kreuzung Fröbelstraße, Curtmannstraße und Tannenweg nach neuen städtebaulichen Gesichtspunkten abgeschlossen. Auch der hier geschaffene Freiplatz erhält damit einen würdigen Rahmen. Wie das Stadtbild günstig beeinflußt wird, so entsprechen auch die Wohnungen selbst allen Erfordernissen der Neuzeit. In der oberen Fröbelstraße hat die Baufirma Frese mit dem Bau von sechs Häusern mit insgesamt 12 Wohnungen beginnen lassen. Beide Baugruppen werden beschleunigt durchgeführt, so daß im Nachsommer dort mit dem Zugang von 21 Wohnungen zu rechnen ist. ** Erweiterung des Gartens der Hautklinik. In den vergangenen Wochen wurde an der Gaffkystraße, und zwar von der Universitäts- Hautklinik nach der Psychiatrischen Klinik zu, eine stattliche Mauer gebaut, die nunmehr das dahinterliegende Gelände dem Einblick entzieht. Der Garten der Hautklinik wird eine erhebliche Erweiterung erfahren. Die erweiterte Gartenanlage soll schon im kommenden Sommer ihrer Bestimmung übergeben werden. Der Boden ist für die Rasenflächen, für Busch- und Baumanpflanzungen bereits vorbereitet. Den Patienten der Hautklinik, die häufig in ihrer körperlichen Bewegungsfähigkeit nicht behindert sind, soll dort die Möglichkeit gegeben werden, Rasenspiele zu treiben, damit sie leichter über langweilige Zeiträume hinwegkommen. Ferner ist vorgesehen, eine Liegehalle zu schaffen, die Sonnen- und Luftbäder gestattet, außerdem ist die Erstellung einer Dusche geplant. Die Gartenanlagen werden so angelegt, daß sie für beide Geschlechter getrennt benützt werden können. ** Stadttheater-Miete. Die Einlösung des fünften Abschnittes der Stadttheater-Stamm- Miete hat am Montag, Dienstag und Mittwoch nächster Woche zu erfolgen. ** Verhängnisvoller Sturz von der Treppe. In einem Haufe am Landgraf-Philipp- Platz kam in der Nacht zum Freitag eine ältere Frau schwer zu Fall. Sie stürzte die Treppe hinab und erlitt dabei einen schweren Schädelbruch. Die bedauernswerte Frau mußte in die Chirurgische Klinik gebracht werden. > ' NS.-Irauen tagen in Gießen. Beginn der Arbeit im neuen Zahr. Aus dem Kreise Gießen versammelten sich am Mittwoch die Ortsfrauenschaftsleiterinnen zu einer Arbeitstagung. Die Kreisfrauensckastsleiterin Frau Wrede begrüßte nach gemeinsamem Gesang die Frauen, rief sie in eindringlichen Worten zu treuer Mitarbeit auf und betonte die Pflicht jeder Leiterin, in ihrem Ort Vorbild und Beispiel im täglichen Leben zu sein. Um einen Ueberblick über die zu leistende Arbeit zu geben, sprachen dann von den Aufgaben der verschiedenen Arbeitsgebiete die Abteilungsleiterinnen des Kreises, lieber den Reichsmütter- dienst brichtete ausführlich die neue Abteilungsleiterin Schwester Emely G v b b e r s ; sie hat die Frauen, in ihren Orten immer wieder aufklärend zu wirken und für die Lehrgänge der Mütterschulung zu werben, deren Notwendigkeit von allen erkannt wird. Sie sprach dann noch über die. verschiedenen Wanderlehrerinyen und über ihre Unterbringung und Betreuung. Die Abteilungsleiterin von Volkswirtschaft-Hauswirtschaft bat die Frauen, sich in ihren Orten für die Werbung zum Anlernjahr und zur hauswirtschaftlichen Lehre einzusetzen. Sie hob hervor, daß gerade im Gau Hessen-Nassau bereits schöne Erfolge in dieser Richtung zu verzeichnen sind. Sie teilte dann den Frauen mit, daß am 6. Februar in Gießen im „Einhorn" ein Lehrgang für die Abteilungsleiterinnen des Kreises PZetterau stattfindet. Es werden dabei Kartoffelgerichte aller Art, Eintopfgerichte und Osterkuchen gezeigt werden. Frau Klewitz berichtete über die Aufgaben der Abteilung Presse und Propaganda, während Frau Schön grundsätzliche Fragen des Schlichtungsausschusses behandelte. Die neue Leiterin der Abteilung- F e st - und Feiergestaltung, Frau Kranz, sprach dann über ihre Pläne zur Ausgestaltung der Pflichtabende und feierlichen Veranstaltungen. Sie gab bekannt, daß eine Büchersammlung in Gießen geschaffen wird, bei der die Leiterinnen sich nach Wunsch Bücher zum Vorlesen in der Gruppe ausleihen können. Nach kurzer Mittagspause wurde die Tagung im Verein mit den Kassenverwalterinnen fortgesetzt. Es fand eine Aussprache über kassentechnische und organisatorische Fragen statt. F. K. Vierjahresplan und deutsche Tkeustoffe. Die Kreisgruppe Gießen des N S. - R e ch t s - Wahrerbundes bereitete am gestrigen abend im Hörsaal des Kunstwissenschaftlichen Instituts ihren Mitgliedern wieder einen interessanten Vortragsabend. Oberstaatsanwalt K n a u ß hieß die zahlreichen Teilnehmer willkommen. Sodann sprach der Gau-Hauptstellenleiter, Diplom-Ingenieur Dr. Scholz über das Thema „Vierjahresplan und deutsche Neustoffe". Der Vortragende stellte seinen Ausführungen einige grundsätzliche Erwägungen über den Begriff des Rechtswahrers und seine Aufgaben voraus und betonte, das oberste Gesetz sei, so zu entscheiden, daß das Urteil dem Volke nütze. Das Volk insgesamt habe ein Recht auf Freiheit, die die Betätigung seiner Anlagen gestatte. Diese Freiheit des Volkes setze die Wehrfreiheit voraus, die nicht denkbar fei ohne eine starke Wehrmacht. In seinen weiteren Ausführungen gab der Vortragende einen anschaulichen Ueberblick über die Rohstofflage unseres Vaterlandes, wie sie sich vor dem Kriege, nach dem Kriege und in jüngster Ver> gangenheit dargestellt hat. Der Redner ließ keinen Zweifel darüber, daß der deutsche Rohstoffbedarf auf manchen Gebieten unbefriedigend gedeckt war und es zum Teil noch ist. 2Iber er gab in seinen weiteren Darlegungen ebenso klar Aufschluß darüber, daß Deutschland auf dem besten Wege ist, sich in feiner Rohstoffwirtschaft vom Ausland unabhängig zu machen. Für die Faserstoffe laute die Lösung Zellwolle. Diese stelle einen idealen Frauenkleidungsstoff dar, außerdem ein ausgezeichnetes Effektgarn für Männerkleidung. Für die mangelnden Metalle heiße die Lösung Leichtmetalle. Diese seien durchaus Fort- schrittstoffe. Für mangelnde Treibstoffe liege die Lösung in den deutschen Kohlenlagern durch Hydrierung begründet. Nach dem Verfahren Sergius werde aus der Kohle Benzin gewonnen. Der Prototyp des Neustoffes aber fei der synthetische Kautschuk, der in mancher Hinsicht dem natürlichen Kautschuk, überlegen fei. Synthetischer Kautschuk sei unempfindlich gegen Del, hitzebeständig, widerstandsfähig gegen Abrieb und gegen Alterung. In weiteren Darlegungen sprach der Redner noch von manchen anderen Neustoffen, die inzwischen längst Eingang gefunden und sich bewährt haben. Schließlich kam der Redner noch auf die neuen Möglichkeiten der Umwandlung von Holz zu Eiweiß und Zucker zu sprechen und wies hier große Perspektiven auf. Der Redner betonte, daß es unser aller Aufgabe sei, noch bestehende ungerechtfertigte Vorurteile gegen Neustoffe beseitigen zu helfen, immer deutsches Material zu verwenden und deutsch zu denken. Der Bauer müsse sich endgültig mit der Kraft des Motors anfreu nb en, damit es ihm möglich werde, höhere Erträge zu erzielen. Für uns komme es darauf an, uns die Kräfte der Natur, aufgeschlossen durch die Technik, nutzbar zu machen und unsere menschliche Kraft zu vervielfachen, um zu jener Freiheit zu gelangen, die uns die Möglichkeit zur vollen Betätigung unserer vielfältigen völkischen Anlagen verschafft. Aus der engeren Heimat. Altes Spinnfluben-Liedgut wird der Jugend vermittelt. § Nonnenroth (Kreis Gießen), 21. Jan« Bereits vor dem Kriege konnten Kenner des dörflichen Lebens die bedauerliche Tatsache feststellen, daß eine geistige V.erslachung unseres dörflichen. Gemeinschaftslebens in steigendem Maße Platz griff. Das Schwinden der Liebe zu Heimat und Scholle war wohl die eigentliche Ursache dieser beklagenswerten Erscheinung. Zwar wurde dieser Prozeß einlr zunehmenden Verstädterung in Kleidung und Sprache und der gesamten geistigen Haltung durch den großen Krieg zunächst aufgehalten. Er ließ den Frontkämpfer im Schützengraben, fern der Heimat, die Heimat als den köstlichsten Wert von neuem erleben; aber die Nachkriegszeit Der« schüttete, und diesmal scheinbar für immer, die neu aufgebrochene Quelle deutschen Heimatsinnes. Am deutlichsten war diese Entwicklung im inneren Leben der dörflichen Spinn st u be spürbar. Sie als der Sammelpunkt der Geselligkeit der Dorfjugend hätte Pflegestätte des Heimaksinnes sein können, wie sie es zu Väterzeiten gewesen war; aber sie verkümmerte immer mehr, seitdem das Liedgut der früheren Spinnskuben nicht mehr Gemeinbesitz der Dorfjugend war. Die alten, einst von Geschlecht zu Geschlecht vererbten Spinn st uben- lieber, in ihrem Gehalt gewiß nicht gleich wert- voll, hatten mehr und mehr den modernen Großstadt-Schlagern und Gassenhauern weichen müssen. Nur bei der älteren Generation des Dorfes sind diese Spinnstubenlieder, meist echte Volkslieder, noch lebendig. In ihrem Text und ihrer Weife spiegelt sich heute den Männern und Frauen im ergrauten Haar das Glück ihrer Jugendtage. In diese verklungene Welt tauchen sie immer gern wieder ein, wenn bei festlichen Anlässen im Rhythmus der frohen Stimmung die Tür zu der verborgenen Schatz, kammer aufspringt. Dann singen die Alten, aber die Jungen können nur zuhören. Das ist ein Zustand, der nicht natürlich genannt werden kann und daher geändert werden muß. Von dieser Ueberlegung ausgehend, haben sich eine Anzahl älterer Männer mit dem Lehrer unserer .Gemeinde zufammengefunden und beschlossen, einmal in der Woche mit der gesamten Jugend des Dorfes einen Singe-Abend zu veranstalten. Freiwillig und ohne jeden Zwang kommen sie, die Alten und die Jungen, zum gemeinsamen Singen der alten Lieder. Und es ist eine Freude, mit welcher Liebe und Begeisterung die alten Weisen gesungen werden. Jeder Singe-Abend wird in der Weise vorbereitet, daß in einer vorausgehenden Besprechung mit den älteren Sängern die Auslese der Lieder vorgenommen wird, damit nur wertvolles Liedgut der Jugend vermittelt wird. Text und Weise werden in gemeinsamer Besprechung' genau festgelegt, sprachliche oder gesangliche Unebenheiten berichtigt. Der schriftlich niedergelegte Text wird sodann den beiden hier bestehenden Spinn- stubengemeinschaften ausgehändigt, von diesen an den Spinnstubenabenden in ein Heft eingetragen und so vorbereitet, daß die Singe-Abende voll für das Einüben der Melodien verwendet werden können. So hegen wir hier die begründete Hoffnung, verschüttetes altes Volksliebergut im Bewußtsein unseres Dorfes wieder lebendig werden zu lassen. Es ist erstaunlich, welche Fülle schöner alter Lieder bereits verklungen waren, sie wären geeignet, den Spinnftuben' unserer Dors- jugenb wieder mehr Gehalt zu geben, die Jugend selbst verlangt danach. Es ist aber auch die höchste Zeit, daß dieser Schatz noch gehoben und zu neuem Leben erweckt wird, bevor er mit der älteren Generation für immer ins Grab sinkt. Aus dem Gefängnis entwichen. * Alsfeld, 21. Jan. Vor etwa zwei Wochen wurden bei einer Razzia der Gendarmerie eine Anzahl Zigeuner wegen zahlreicher Fahrrad- unb Wäschediebstähle in der Umgegend von Alsfeld verhaftet. Die Burschen wurden hier auf dem Gefängnishof mit Holzhacken beschäftigt. Diese Arbeit gefiel ihnen aber nicht, und zwei von ihnen kletterten bei passender Gelegenheit auf einen großen Holzstoß und von dort über die Mauer. Bis jetzt konnten die Ausreißer noch nicht wieder gefaßt werden. Landkreis Gießen. * Wiese ck, 21^ Jan. Der Gesangverein „Eintracht" Wivfeck hielt im Dereinslokal seine diesjährige Jahreshauptversammlung ab. Der Vereinsführer L. Balser erstattete den Jahresbericht, dem zu entnehmen war, daß die aktiven Sänger unter der Stabführung ihres bewährten Chor- meifters Fritz Leib (Gießen) günstige Bewertung ernten konnten, insbesondere auf dem Wertungssingen in Großen-Buseck. Am 19. Februar hält der Verein seinen diesjährigen Maskenball. Außerdem besucht der Verein das Gausängerfest in Gießen, und beabsichtigt im Laufe des Jahres eine Rheinfahrt. Einige junge Sänger haben sich dem Verein angeschlossen. Der Vorstand bleibt in seiner bisherigen Zusammensetzung im Amt. Nach dem Kassenbericht und der Entlastung des Rechners W. H o f wurde die Versammlung in üblicher Weise geschlossen. J) fi o 11 a r, 22. Jan. Am heutigen Samstag vollendet unser Mitbürger Wilhelm D e u ß i n g sein 7,8. Lebensjahr. Der alte Herr, der, außer einem langjährigen Beinleiden, sich sonst noch bester körperlicher und geistiger Frische erfreut, ist ein treuer Leser des Gießener Anzeigers. Dem Jubilar unsere besten Glückwünsche. # Saubringen, 21.Jan. Der hiesige Gesangverein hielt im Saale von Erb einen Theaterabend ab. Nach einigen Liedern des Chores und nach einer Begrüßungsansprache des zweiten Vereinsführers, August Kümmel, gelangten zwei Theaterstücke zur Aufführung, die sehr beifällig ausgenommen wurden. G Staufenberg, 21. Jan. Der hiesige Gesangverein hielt bei Gastwirt Geißler seine Hauptversammlung ab. Nach einem Lied des Chores erstattete der Vereinssührer Fuchs den Jahresbericht. Anschließend gab Vereinsrechner Schäfer den Stand der Kasse bekannt. Der Vorstand blieb mit zwei Ausnahmen in feiner bisherigen Zusammensetzung im Amt. Mitglied H. Abel wurde als zweiter Vereinsführer und H. Grölz als Schriftführer in den Vorstand aufgenommen. wg Groß en-Buseck, 21. Jan. Im Gemeindewald fand dieser Tage die erste Brennholz - 23er Steigerung statt. Viele Kaufliebhaber hatten sich eingefunden. Für je 2 Raummeter wurden bezahlt: Buchenscheite 16 bis 18 Mark, Buchen- knuppel 11 bis 12 Mark, Eichenscheite 11 bis 14 Mark, Elchenknüppel 8 bis 9 Mark, Buchenreisig 4 bis 5 Mark, und Eichenreisig 1,50 Mark je 5 Raummeter. wg Großen-Buseck, 21. Jan. Auf Einladung bes Bürgermeisters fand eine Versammlung statt, in der eingehend über die Beschaffung der Stühle für die Turnhalle gesprochen wurde. Neben den Vertretern der Partei und der Gemeinde waren auch die Vertreter der Vereine dazu eingeläben. Nach längerer Aussprache wurde beschlossen, die Stühle auf dem Wege der freiwilligen Stiftung zu geschaffen. Es soll eine Sammlung im Orte ftattfinben, ferner ist damit zu rechnen, daß sich die Vereine und Genossenschaften im Orte mit entsprechenden Beträgen beteiligen. Für die Halle sind etwa 800 Stühle notwendig. — Die Verbrauchergenossenschaft Gießen hielt für die Großen-Busecker Verteilungsstelle eine Mitgliederversammlung ab. Geschäftsführer Schenk erstattete den Jahresbericht, dem zu entnehmen war, daß der Umsatz dec Genossenschaft gestiegen ist. Im Anschluß an den Geschäftsbericht wurde ein Tonfilm gezeigt: der Einblick in die Betriebe der Verbrauchergenossenschaften gestattete. Geschäftsführer Storck- Gießen ermahnte stets zur Genossenschaft zu stehen. < Reiskirchen, 21. Jan. Die Zelle Reiskirchen der NSDAP, hielt im Parteilokal Fritzel ihr-rn ersten Zellenabend im neuen Jahre ab. Pg. Sack gab*einen Bericht über den Werdegang der NSDAP. Zellenleiter Pg. R o t h hielt einen Vortrag über „Ueberstaatliche Mächte im Zweiten Reich", der mit großer Aufmerksamkeit verfolgt wurde. — Der Gesangverein „Harmonie" hielt seine Generalversammlung ab. Der Vereinsführer erstattete den Jahresbericht, dem u. a. zu entnehmen war, daß der Verein bei einem Wertungssmgen im abgelaufenen Jahre sehr gut abgeschnitten habe. Dann ehrte er eine Anzahl SangeSbrüder mit goldenen und silbernen Ebrev» nadeln für regelmäßigen Besuch der Singstunden In den letzten Jahren. Er sprach noch über die Teil- RUHL Seliersweg Nr. 67 ■ adlO Telephon Nr. 3170 I eparaturen .89?d i nähme am Gausängerfest in Gießen, zu dessen Ausgestaltung der Verein „Harmonie" durch den Vortrag verschiedener Hauptstücke zu einer großen Hymne beizutragen hat. Hierbei kommt auch ein Knabenchor zum Vortrag, den der Dirigent, Chormeister Nicolai, mit hiesigen Knaben einüben wird. Nach der Verlesung des Kassen- und des Jahresberichtes wurde dem Kassenwart und dem Schriftführer Entlastung erteilt. Die Kasse schloß mit einem erheblichen Ueberschuß ab. — Die Kameradschaft der NS.-Kr ie gs o pf erver sorg un g Reiskirchen, zu der alle Orte der Umgebung gehören, hielt im Saale „Zum Hirsch" ihre Jahreshauptversammlung ab. Der Kameradschaftsführer gab einen aufschlußreichen Bericht über die Arbeit im verflossenen Jahre. D Weickartshain, 21. Jan. Die älteste Einwohnerin unseres Dorfes, Frau Anna Katharina H öni g W w e., geb. Schmidt, begeht heute, 21. Januar, in körperlicher und geistiger Gesundheit ihren 8 6. Geburtstag. od Cberstadt, 21.Jan. Die hiesige Evangelische Frauenhilfe hielt im Saale der alten Schule ihre Jahreshauptversammlung ab. Frau Ködding hieß die Teilnehmer willkommen. Die Kassenwalterin erstattete den Jahresbericht, der von reger Tätigkeit der Frauenhilfe Zeugnis ab-- legte. Der anschließend bekanntgegebene Kassenbericht wurde in Ordnung befunden. Vom lieber« stand wurden 20 Mark für die Beschaffung einer neuen Orgel bewilligt. Bürgermeister G ö r 1 a ch hielt zum Schluß noch eine kurze Ansprache und dankte der Leiterin der Frauenhilfe für die Arbeit im vergangenen Jahre. Bei Kaffee und Kuchen sowie bei einigen gemeinsam gelungenen Liedern blieb man noch geraume Zeit beisammen. Kreis Wetzlar. D Rodheim a. d. Bieber, 21.Jan. In der Werkstatt des hiesigen Schreiners P e p p l e r ereignete sich ein Unfall. Der 15jährige Lehrjunge fiel so unglücklich gegen d i e Bandsäge, daß er erhebliche Schnittwunden am Arm erlitt und nach erster ärztlicher Hilfeleistung in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden mußte. CÖ Lützellinden, 21. Jan. Dieser Tage konnte der Landwirt Georg Lenz sein 81. Lebensjahr vollenden. Der Jubilar ist körperlich und geistig noch sehr rüstig. Trotz feines hohen Atters nimmt er noch an allen landwirtschaftlichen Arbeiten teil. Seit 1916 ist er Witwer. Von feinen 4 Kindern leben noch 3, es zählen ferner zum Kreise seiner Familie neun Enkel und drei Urenkel. Seiner Militärdienstpflicht genügte er von 1878 bis 1881 bei dem Feld-Artil- lerie-Regiment 27 in Mainz. An allem Zeitgeschehen nimmt er noch regen Anteil. Nachträglich herzlichen Glückwunsch! ORunhfunfprogromm Sonntag, 23. Januar. 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.15: Gnmnastik. 8.30: Christliche Morgenfeier. 9: Kleiner Bauernkalender. 9.15: Chorgesang. 9.45: Dichter im Dritten Reich. Thils von Trotha. 10: Neujahrsappell der SA.-Gruppe Westmark. Ausführende: Musikzug der SA.-Gruppe Westmark unter Leitung von Musikzugführer Hermann Passens, Chor der SA.-Gruppe Westmark. Es spricht Gruppenführer Gräntz. Aufnahme.) 10.30: Ewiges Deutschland. 11.15: Dichter und Kämpfer. Lord Byron und der deutsche Geist. Hörfolge zum 150. Geburtstag des Dichters (22.1. 38) 12: Musik am Mittag. 14: Für unsere Kinder. Das Spitzentuch der Königin. Ein luftiges Kasperlspiel. 14 30: Uns gehört der Sonntag? Ein Reigen sorgloser Melodien. 15.15: Deutsche Scholle. Ein Wintertag in einem Dorf der hohen Rhön. 16: Nachmittagskonzert, mit Berichten von der Europa-Meisterschaft im Eiskunstlauf für Frauen in St. Moritz und von der internationalen Wintersportwoche Garmisch-Partenkirchen 1938. 17: Nachmittagskonzert. 18: Brettl von gestern und heute. Eine vergnügliche Stunde. 19: Nachrichten. 19.10: Klaviermusik 19.40: Svortspiegel des Sonntags. 20: Das glückliche Ende. Szenen aus bekannten Operetten. 22: Nachrichten. Montag, 24. Januar. 6 Uhr: Morgenspruch, Gymnastik. 6.30: Frühkon- Zert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Nachrichten. 10: Schulfunk. Der Mann 'im Wolfsfell. Nach einem alten Märchen. 10.30: Musik zur Werkpause. 11.40: Hausfrau hör zu! 11.50: Die fliegende Uhrmacherschule. 12: Schloßkdnzert. 13: Nach.-ick« ten. 13.15: Schloßkonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Das Stündchen nach Tisch ... 15: Volk und Wirtschaft. Was versteht man unter Handelsspanne? 15.15: Für unsere Kinder. Jetzt basteln wir . . 15.45: Der Sport der Jugend. Große Kämpfer als Vorbilder. 16: Musikalischer Atlas. 18: Zeitgeschehen 19: Nachrichten. 19.15: Stuttgart spielt auf. Heitere Feierabendmusik. 21: „Zeppelin-Kapitän Ernst August Lehmann". Erinnerungen von Max Geisen- heyner. 21.15: Orchesterkonzert. 22: Nachrichten. SJl.-tfpOTt Wirtschaff das Kirchliche Nachrichten Rund Kapelle. Berliner spenden. Junior Ullrich Kuhn mußten Zugaben Kurze Sportnotizen. 80 0 0 0 Eintrittskarten wurden gewannen am Freitag die Abfahrtsläufe der bayerischen Skimeisterschaften bei Oberstaufen. Helmuts) Lantfchner (SC. Freiburg) siegte in 3:29,4, während Lisa Resch für die 4600 Meter lange Strecke 3:42,4 Minuten benötigte. Schlesiens Skimeisterschaften wurden am Freitag bei Krummhübel und Brückenberg mit dem 17-Kilometer-Langlauf begonnen. Im Speziallanglauf siegte Sy Leupol-d (Breslau) in 1:17:47, während G. Meergans in 1:22:47 Stunden Sieger der ,.Kombinierten" wurde. Das Fachamt Kegeln hielt in Wernigerode eine zweitägige Sitzung ab, auf der u. a. die Bestimmungen für Betriebs-Wettkampfgemeinschaften festgelegt wurden. Gemeinschaften, die mindestens 35 ordentliche Mitglieder haben, genießen Vereinsrecht. Daß Ben Foord, Schmelings Hamburger Gegner, ein überaus hart schlagender Boxer ist, mußte sein deutscher Trainingspartner Paul Wall- ner (Düsseldorf) erfahren. Der Rheinländer zog sich eine Schulteroerletzung zu und muß vorläufig pausieren. zum Fußball-Länderkampf Deutschland — Schweiz, der am 6. Februar in Köln stattfindet, ausgegeben. Rund 57 000 Karten gingen an die Vereine, 12 000 an Einzelbesteller und 10 000 wurden den Kölner Tageszeitungen zum Verkauf überlassen. Bei den Eiskunstlauf - Europamei- höhung bei Krupp den Montanwerten etwas An- regung gab. Klöckner gewannen 1 v. Sy auf 119,50, Hoesch 0,65 o. Sy auf 115,13, Rheinstahl 0,50 v. H. auf 144,50, Verein. Stahl 0,40 v. H. auf 113,40, dagegen bestand in Mannesmann etwas Angebot. AEG. konnten sich um 1.40 v. H. auf 117,40 erholen, ebenso von Maschinenwerten Demag um 1,25 d. Sy auf 144. IG.-Farben zagen 0,75 v. H. an auf 161, waren aber später zu 160,50 angeboten. Im einzelnen notierten Bemberg 1 v. Sy, VDM. 1 v. Sy., Daimler und Adlerwerke je 0,25 v. S)., Reichsbank 0,50 v. S). freundlicher, dagegen Feldmühle Papier 1,25 v. Sy und Hanfwerke Füssen 2,13 o. H. schwächer; bei letzteren verstimmte, daß die Verwaltung eine nur mäßige Dividenden- erhöhung in Aussicht stellt (i. V. 4 v. H.), nachdem die Erwartungen auf 6 v. H. lauten. Am Renteümarkt waren die Umsätze klein. Die Grundtendenz blieb jedoch freundlich. Reichsaltbesitz 0,25 d. H. fester mit 130,35, dagegen Reichsbahn-VA. 129,50 bis 129,40 (129,50). Von Staatsanleihen ermäßigten sich 5 v. H. Reichsanleihe von 1927 auf 101,60 (101,80), anderseits 5,50 v. H. Vounganleihe 106,50 (106,40). Schutzgebietanleihen gingen leicht zurück auf 11,80 (11,82,50), do. Zerti- Tabellenerste gegen Tabellenletzte. Sfeinborf — 1900 Buhbach — Wehlar Sinn — Steinberg (fällt aus!) Burg — Naunheim Bissenberg — Lollar Sinn,— Frohnhausen. Baptisten-Gemeinde, Gartenstraße 13. Sonntag, 23. Januar. 11: Kindergottesdienst; 16: Predigt und Abendmahl. — Mittwoch; 26. Januar. 20.15 Uhr: Bibelstunde, f Neuapostolische Gemeinden, Händelstraße 1, Eder- siraße 13. Sonntag, 23. Januar. 9.30 Uhr: Gottes- dienst; 16: Gottesdienst. — Mittwoch, 26. Januar. 20.30 Uhr: Gottesdienst. Bund freikirchlicher Christen, Gemeinde Gießen, Großer Steinweg 4. Sonntag, 23. Januar. 11.15 Uhr: Sonntagsschule; 15.30: Bibelstunde; 20.15: Jugendstunde. — Mittwoch, 26. Januar. 20.15 Uhr: Bibel- und Gebetstunde. Landeskircht. Gemeinschaft, Gutenbergstr. 9. Sonntag, 23. Jan., 20.30: Evangelisationsstunde. Mittwoch, c20.30: Bibelstunde, Donnerstag, 20.30: Jugendbundstunde. Katholische Gemeinden. Samstag, 22. Januar. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichtgelegenheit. Sonntag, 23. Januar. 3. Sonntag nach Erscheinung des Herrn. Gießen. 6.30 Uhr: Beichtgelegenheit: 7: hl. Messe; 8: Spendung der hl. Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11.15: Singmesse mit Predigt; 17.30: Christenlehre und Andacht.. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Lollar. 9.30: hl. Messe. — Cid). 7.30: Hochamt mit Predigt; 20: Christenlehre und Andacht. — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt und Christenlehre. — Nidda. 8.15: Hochamt mit Predigt. — Echzell. 10.45: Hochamt mit Predigt. Montag, 24. Januar. Laubach. 7.30 Uhr: hl. Messe. Im neuen Geschäftsjahr hat der gute Geschäftsgang angehalten. Ein großer Auftragsbestand und weitere in Aussicht stehende Aufträge aus dem In- und Auslande sichern den Verrieben über Mittwoch, 26. Januar. Hungen. 7.15 Uhr: hl. Messe. Oeffentticher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringende» Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschrankter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer f bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Aerztlicher Sonntagsdienst: 23. Jan.: Dr. mcd. Ploch, Asterweg 34. Dienstag, 25. Januar. Gießen. 20.30 Uhr: Bibelstunde in der Herz-Jesu- fichtslos prophezeihen will, so ist doch der restlose Einsatz eines jeden Spielers notwendig um ein angehendes Resultat zu erzielen. Daß die Gäste kämpfen können, haben sie schon des öfteren bewiesen. Erforderlich ist nur, daß die Lollarer sich bis zum Ende des Spiels energievoll durchkämpfen und nicht wie in den meisten seitherigen Spielen in s Öen letzten Minuten auf die Punkte verzichten. Die ^Elf wird voraussichtlich in der gleichen Aufstellung wie gegen Burg antreten. Die 2. Mannschaft muß nach Rodheim. Das Vorspiel endete 1:1. Wenn die Elf das bessere Ende er- : zielen will, wird sie sich zu einer besseren Leistung, wie am letzten Sonntag, aufschwingen müssen. Auf eigenem Gelände empfängt die Jugend die gleiche von Wieseck. Die Wiesecker werden sich den sieg wohl kaum streitig machen lassen. Fußball der Kreisklaffen. 1. Kreisklasse. Gro-ßen-Buseck — VfB. -Reichsbahn!. 3m Vorspiel konnten die VfB.er mit 9:1 gewinnen. Heuchelheim — Klein-Linden. Hier sollte der Platzverein das Spiel für sich entscheiden. 1R o>d h e i m I — .Lollar II. Rodheim ist auf «igenem Gelände schwer zu schlagen und aller Voraussicht nad), werden die Platzbesitzer das Spiel siegreich für sich gestalten. Alten -Buseck — RüddingshaUsen. Im Hörspiel schon konntey die Alten-Busecker die Rüd- Lingshäuser auf eigenem Platze mit 4:2 schlagen rnd so dürst? auch dieses Mal Alten-Buseck den Sieger stellen. 1900 Gießen II — L i ch I. Wenn die 1900er rn Vorspiel sich geschlagen bekennen mußten, so »erden sie jetzt die Scharte auszuwetzen wissen. V f B. - R. Gießen II — Leihgestern I. ÜHe VfB.er werden sich die Punkts auch nicht nehmen lassen. laufende Jahr hinaus gute Beschäftigung. Mein-Mainische Börse. TNillagsbörse uneinheitlich. Frankfurt a. M., 21. Jan. Die vorbörslichen Erwartungen auf eine freundliche Tendenz haben sich zu Beginn des amtlichen Verkehrs nicht immer erfüllt. Am Aktienmarkt überwogen zwar bei den zunächst zur Notiz gekommenen Papieren mäßige Besserungen, da verschiedentlich Rückkäufe erfolgten, jedoch trat im Verlaufe wieder eine Abschwächung ein, weil sich die Sperrmarkumschichtun- ten fortsetzten. Wenn auch das Angebot feilten besonderen Umfang hatte, so fand es doch nur schwer Aufnahme. Die Tatsache, daß immer wieder Abgaben vorgenommen werden und man zudem nicht weiß, wie lange diese Umschichtungen anhalten, lähmen jede Unternehmungslust. Infolgedessen wirkten sich auch einige günstige Mitteilungen aus der Wirtschaft kaum aus, wiewohl die Dioidendener- Evangelische Gemeinden in Gießen. Sonntag, 23. Januar. Gießen. Sladtkirche. 9.30 Uhr: Dozent Lic. Euler; 11: Kindergottesdienst für die Markusgemeinde, Pfr. Becker; 17: Pfr. Schmidt. — Johanneskirche. 9.30: Pfr. Bechtolsheimer; 11: Kindergottesdienst der Lukasgemeinde; 11: Kindergottesdienst der.Johannes- und Militärgemeinde im Saal der Krippe; 17: Pfr. Ausfeld; 20: Bibelbesprechung im Saal der Krippe, Pfarrassistent Paetow. — Kapelle des Allen Friedhofs. 9.30: Gottesdienst; 11: Kindergottesdienst. — pelruskapelle (Gemeindehaus, Wetzlarer Weg 59). 9.30: Pfr. Trapp. — Wieseck. 10.45:. Pfarrassistent Paetow; 11: Kinderkirche. — Kirchberg. 10: Gottesdienst; 13.30: Kindergottesdienst. — Daubringen. 10: Gottesdienst; 11: Kindergottesdienst. — Lollar. 13: Kindergottesdienst; 14: Gottesdienst. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst; 11: Kindergottesdienst, 1. Abtl., 13: Kindergottesdienst, 2. Abt. — Klein-Linden. 10: Gottesdienst; 11.15: Kinüergottesdienst. — Albach. 12.30: Gottesdienst und Christenlehre. — Skeinbach. 10: Gottesdienst. — Garbenteich. 13: Gottesdienst. — Hausen. 10: Gottesdienst. — Watzenborn-Steinberg. 13: Gottesdienst. — Lich. 10: Missionar Ruff; Posaunenchor; Kollekte; 12.45: Kindergottesdienst, Missionar Ruff, Kollekte; 17: Missionar Ruff; Posaunenchor; Kollekte. — Rieder-Bessingen. 14: Missionar Ruff; Kollekte. — Langsdorf. 11: Hauptgottesdienst. — Bettenhausen. 9.30: Hauptgottesdienst. — Hungen. 10: Gottesdienst; 11: Kindergottesdienst. — Reinhards- Hain. 10: Gottesdienst. — Veitsberg. 13: Gottesdienst. Montag, 24. Januar. Lollar. 20.15 Uhr: Bibelstunde. , Mittwoch, 26. Januar. Lich. 20 Uhr: Bibelstunde. Donnerstag, 27 Januar. Gießen. Saal der Krippe. 20 Uhr: Bibelstunde, Pfr. Ausfeld. Evang. Sladlmission, Löberstraße 14. Sonntag, 23.. Januar. 8.30 Uhr: Morgenandacht; 13.30: Sonn-/ tagsschule; 16: Jungfrauenstunde; 20.15: Evangelisationsvortrag. — Mittwoch, 26. Januar. 20.30 Uhr: Bibelstunde. Christliche Gemeinde, Zu den Mühlen 2. Sonntag, 23. Januar. 9.45 Uhr: Erbauungsstunde: 11: Sonntagsschule; 20.30: Evangelisation. — Dienstag, 25. Januar. 20.30 Uhr: Bibel- und Gebetstunde. G r o ß e n - L i n d e n — Steinbach. Wenn f£)on im Vorspiel die -Steinbacher auf eigenem Platze sich den Sieg entreißen ließen, so werden sie bei diesem Spiel auch kaum Punkte holen können. 2. Kreisklasse. Treis — Oppenrod. Hier stoßen zwei gleich- uerkige Gegner aufeinander. Der Platzverein wird b-tr voraussichtlichen Sieger stellen. Flensungen — Grünberg. Dieses Mal werden die Flensunger sich die so nötigen Punkte N erkämpfen wissen. Oueckborn — Lehnheim. Die Lehnheimer Mten gegen die schwächeren Queckbörner gewinnen. Müschen heim — Göbelnrod. Auf eige- n. m Platze dürften die Muschenheimer das Spiel jnr sich entscheiden. Daubringen — Wißma r. Hier stoßen zwei hcrte Gegner aufeinander, und es " wird einen Mfeen Kampf um die Punkte geben. Staufenberg — A l l e n d o r f. Die Allen- bfirfer werden auch in Staufenberg verlieren. AL. 1926 Großen Buseck I — VfB.-Reichsbahn Gießen I. Morgen empfängt die erste Elf des FC. 1926 die Mdye des VfB.-Reichsbahn zum fälligen Verbands- Wl. Wenn auch die Gäste im Vorspiel einen Men Sieg landen konnten, so ist eine Vorhersage für das Rückspiel für die oder jene Mannschaft Oer Krupp-Abschluß für 1936/37. grob. Der Abschluß der Friedrich Krupp , H e n - für das am 30. 9. abgelaufene Geschäftsjahr 1936/37 läßt die günstigen Ausroirkun- gen des weiteren Beschäftigungsanstiegs in der deutschen Montanindustrie erkennen. Der Rohertrag stieg um 11 v.H. auf316,56 (287,80) Millionen Mark, Beteiligungserträge erhöhten sich auf 15,63 (10,25) und ao. Erträge auf 6,34 (5,86) Millionen Mark. Dagegen stiegen bei den Aufwendungen Löhne und Gehälter um 12,4 d. H. auf 172,05 (153,04), Sozialabgaben auf 14,65 (13,32), Steuern auf 47,29 (37,63), Wohlfahrtsausgaben auf 11,90 (7,25) und Verluste aus Beteiligungen auf 0,65 (0,02) Millionen Mark. Zinsaufwendungen ermäßigten sich auf 2,18 (2,86) und sonstige Aufwendungen auf 28,11 (31,96) Millionen Mark. Die Erhöhung der freiwilligen Wohlfahrts- ausgaben^ unb bie Verminberung der sonstigen Auf- roenbungen erklärt sich heraus," baß aus letzterem Posten bie bisher dort geführten Aufwendungen sozialer Art herausgenommen und bei den Wohl- fahrtsausgaben verrechnet wurden. Nach erhöhten Anlageabschreibungen von 39,01 (36,75) und anderen Abschreibungen von 6,47 (6,71) Millionen Mark ergibt sich einschließlich 1,00 (0,04) Millionen Mark Vortrag ein Gewinn von 17,22 (1 4,40) Millionen Mark, woraus 5 (4) v. H. D i - v i b e n b e auf 160 Millionen Mark AK. verteilt, 9,0 (4,0) Millionen Mark ber Rücklage für Werks- erneuerung zugeführt und 0,22 Millionen Mark oorgetragen werden. (J.«V. außerdem 3,0 Millionen Mark Rückstellungen für Wohnungsbauzwecke.) Die meisten Werke waren bis an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit beschäftigt. Den aus dem Dierjahresplan sich ergebenden besonderen Aufgaben habe man durch verstärkte Forschungsarbeit Rechnung getragen. Man habe mit Erfolg eine stärkere Nutzbarmachung inländischer Ausgangs- ftoffe angestrebt und dabei neue Werkstoffe schaffen können, bie sich oft ben bisher benutzten überlegen gezeigt hätten. Währenb ber Absatz fast aller Erzeugnisse ber Firma auf dem Jnlandsmarkt zu- nahm, wurde auch auf dem Auslandsmarkt eine bemerkenswerte Steigerung erreicht. Bei ber Stammfirma konnte bie Ausfuhr gegen bas Vorjahr um runb 20 v. H., bei ben Tochtergesellschaften noch wesentlich barüber hinaus erhöht werben. Die gute Beschäftigung bes Unternehmens habe ein wirtschaftlich befriedigendes Geschäftsergebnis gezeitigt. Die Zahl der Werksangehörigen (einfchl. der Tochterunternehmungen) betrug Ende September 1937 insgesamt 90164), wozu weitere 18 601 Gefolgschaftsmitglieder bei den angeschlossenen Werken und Hanbelsunternehmungen kommen. Auch in diesem Jahre wurde die Gefolgschaft durch eine Sonderzuwendung am Ertrag beteiligt. Regelmäßige Zuwendungen wurden an mehr als 11100 ehemalige Werksangehörige und deren Hinterbliebene gezahlt. v /eit, sich für die ein' zigste Niederlage auf eigenem Platze, bie ihnen ber Sport- und Spielklub Burg beibrachte, revanchieren zu können. Lollar hegt dasselbe Verlangen. Hier ist die Aufgabe jedoch weit schwieriger, obwohl auch Bissenberg in seinem Spiel nachgelassen hat. Für Lollar macht sich das Fehlen von Gabriel stark bemerkbar. Das Spiel Sinn — Watzenborn-Steinberg ist cch- gesetzt worden, da immer noch die Maul- und Klauenseuche in Watzenborn-Steinberg herrscht unb Verschleppungsgefahr besteht. An Stelle bieses Spieles ist bie Begegnung Sinn — Frohnhausen anaesetzt worben, damit man mit den Terminen nicht mehr wie nötig in Rückstand kommt. nicht zu geben. Zweifellos steht fest, daß VfB.- Reichsbahn die Mannschaft ist, die es verdient hat, ungeschlagen die Spitze anzuführen auf Grund ihrer größeren Spielerfahrung und ihres technischen sonnens. Die Schwarz-Gelben, die noch nie vom Glück begünstigt wurden und ihren zweiten Platz in der Tabelle schwer erkämpft haben, werden jedenfalls alles daransetzen, um zu zeigen, daß sie wirklich diesen Stand verdient haben. Was die Mannschaften anbetrisft, so kann man von VfB.- Reichsbahn behaupten, daß sie keinen schwachen Punkt hat, während man bei Großen-Buseck den unentschlossenen Sturm bemängeln muß. Bester Mannschaftsteil dürfte die Hintermannschaft sein. Die Großen-Busecker treten mit folgender Mannschaft an: Hahn; Brück, Dambmann; Eisennacher, Harbach II., Belloff; Hofmann, Henß, Harbach I., Balser, Koch. VfB.-Reichsbahn II. — Leihgestern I. Auf dem Waldsportplatz stehen sich am Sonntag obengenannte Mannschaften im Rückspiel gegenüber. Das Vorspiel sah die Grünweißen als knappen Sieger. Die Gäste, die in der Zwischenzeit ihre Mannschaft wieder beisammen haben, konnten durch hohe Siege ihren Tabellenplatz verbessern und stellen heute eine Mannschaft dar, die schwer zu schlagen ist. Die Grünweißen, die in ihren letzten Spielen keineswegs überzeugen konnten, stehen daher vor einer schweren Aufgabe. Wenn die Mannschaft ihre führende Position in der Tabelle behalten will, so muß sie mit anderen Leistungen aufwarten. Die Elf muß sich darüber im klaren sein, daß ein weiterer Punktverlust gleichbedeutend mit dem Verlust der Meisterschaft ist. 1900 II. — Lich. Die Reserve der Blauweißen empfängt den VfR. Lich. Nachdem die Platzbesitzer sich dem Tabellenführer überlegen gezeigt haben, müßte auch ein Sieg über den Zweiten möglich sein, zumal die Mannschaft in der fast gleichen Aufstellung antritt. Spiele der SA.-2Nannschaflen fallen aus. Die beiden Pflichtspiele der SA.-Mannschaften für den morgigen Sonntag sind abgesetzt worden. Handball im Kreis VIII Gießen. Die Pflichtspiele in der Gau- und Bezirksklasse nehmen ihren Fortgang. Der Tv. Wetzlar muß nach Kirchbauna. Der Boden ist dort heiß. Das haben schon viele Mannschaften erfahren müssen. Trotzdem schätzen wir den Wetzlarern, die keinen Punkt mehr verlieren dürfen, einen sicheren Sieg zu. In der B e z i r k s k l a s s e gibt es auch diesmal wieder eine Reihe spannender und interessanter Begegnungen. Dort stehen sich gegenüber To. Münchholzhausen — Mtv. Gießen Spvgg. 1900 Gießen — Tv. Roth Tv. Lützellinden — Tuspo. Wetzlar-Niedergirmes DfL. 1860 Marburg — Tv. Hörnsheim. Für den Mtv. Gießen gilt es, die Scharte des Vorspiels auszuwetzen. Damals 'glückte bekanntlich Münchholzhausen ein knapper Sieg. Diesmal kann es anders kommen, wenn sich die Gießener zusammennehmen und in der Form spielen, die sie in den Vorspielen gezeigt haben. — Auch 1900 traut man einen Sieg zu, nachdem schon im Vorspiel beide Punkte entführt werden konnten. — Lützellinden muß diesmal zeigen, daß das Ergebnis des Kampfes in Niedergirmes irregulär war. Damals kam ein Unentschieden zustande, das allerdings Lützellinden doch die beiden Punkte einbrachte. — Sollte es Hörnsheim glücken, auch in Marburg zu gewinnen? Es ist schwer zu glauben. Denn die Platz - desitzer werden diesmal auf der Hut fein, um nicht einen weiteren Punktverlust zu erleiden. Immerhin ist das Treffen vollkommen offen. Auftakt von Garmisch-Partenkirchen. Eishockey um die Deutsche Meisterschaft. Der erste Tag der 11. Internationalen Wintersportwoche in Garmisch-Partenkirchen brächte herrliches Winterwetter. Nach leichtem Schneefall in der Nacht lag den ganzen Taa über strahlende Sonne über dem Werdenfelser Land. Den Auftakt der großen Veranstaltung bildete am Freitagnachmittag das erste Eishockeyspiel der Endrunde um die deutsche Meisterschaft. Etwas unerwartet setzte sich die Düsseldorfer EG. gegen den bayerischen Meister, SC. Rießersee, in deren Reihen Nationaltorhüter Egginger wieder mitwirkte, mit 1:0 (0:0, 1:0, 0:0) durch. Im Kun st lauf-Programm ernteten Lug- maier (München), Sophie Schmidt (München), Zeller (Augsburg) und das Paar Schmidt-Rambold (München) reichen Beifall. Das deutsche Meisterpaar im Eistanz Eva Prawitz-Theo Laß und der st e r s ch a f t e n in St. Moritz traten am Freitag 18 Frauen zürn Pflichtlaufen an. Wegen der ein- brechenden Dunkelheit mußte man jedoch nach neuy Figuren abbrechen. Bis dahin führte die englische ^Weltmeisterin Cecilia Co Hedge vor ihrer Landesschwester Megan Taylor und der Deutschen Maxie Herber. Lisa Resch und Helmuth Lantschner Der Sportoerein Wetzlar trifft in Butzbach auf eine unberechenbare Mannschaft. Beim Spiel in Wetzlar blieben die Domstädter trotz besseren Feldspiels der Butzbacher 2 :0 siegreich. Ob sich der Verlauf diesmal wieder so gestaltet? Naunheim erhält Gelegenh " fikate auf 11,75 (11,82,50). Dekvsama Neubesitz weiter erhöht auf 29,40 (28,85). Von Goldpfandbriefen blieben Meininger weiterhin gestrichen Geld. Kom- munal-Obligationen hatten bei unv. Kursen etwas Geschäft. Liquidationspfandbriefe lagen still, ebenso Stadtanleihen. Von Industrie-Obligationen 6 v. H. IG.-Farben 130 (130,50). Im Freiverkehr waren Kommunal-Umschuldung mit 95,20 (95,17,50) gefragt. In der zweiten Börsenstunde stockte das Geschäft fast vollkommen, weitere Abgaben lagen nicht vor. Zweite Notierungen hatten IG.-Farben mit 160 nach 161, Hoesch mit 114,75 nach 115,13, Bemberg mit 141,50 nach 142,25 und anfangs 142, Reichsbank mit 212 nach 212,50 und Mannesmann mit 115,50 nach 115,40. Die später notierten Werte bröckelten zumeist 0,50 bis 0,75 v. H. ab, etwas höher lagen Hapag mit 82,50 (81,50) und Buderus mit 129,75 (129,25). Am Cinheitsmarkt kamen Kahl- grund Eisenbahn der gestrigen Schätzung entsprechend mit 43 (zuletzt am 28. 10. 37 24) wieder zur Notiz. Commerzbankaktien erneut 0,13 v. Sy höher mit 121,40. Im Freiverkehr nannte man u. a.: Neue Wayß & Freytag 149 (148), Elsäss. Wolle 83,50 (83), Schuh Berneis 75,50 (75), Bürbach Kali 74 bis 74,50 bis 74 (73). Tagesgeld unv. 2,25 v. Sy Abendbörse still und behauptet. Die Abendbörse lag wohl sehr still, da die Zurückhaltung anhielt, zeigte aber äegenüber der Geschäftsstille Widerstandskraft. Die Kurse kamen am Aktienmarkt überwiegend auf der Mittagsschlußbasis zur Notiz, nur ganz vereinzelt traten geringe Veränderungen ein. Die Kulisse zeigte verschiedentlich mäßige Kaufneigung. Von Montanwerten waren Mannesmann zu unverändert 115,50 gefragt, Vereinigte Stahl notierten zum Einheitskurs mit 113 (113,13) und Deutsche Erdöl wurden mit 144,50 (144,75) gesucht. IG. Farben blieben bei kleinem Umsatz mit 160 behauptet. Weitere Nachfrage fanden Adlerwerke Kleyer zu unverändert 116, auch BMW. beachtet und 0,50 v. Sy höher mit 150. Maschinen- aftien bröckelten etwas ab, Rheinmetall 144 (144,50), MAN. 129,50 (129,75), Junghans 125,50 (126), Demag jedoch unverändert 144. Elektroaktien blieben behauptet, Geffürel 148, Schuckert 178,50, Bekula 0,50 v. Sy höher mit 168,50. Sonst notierten u. a. VDM. mit unverändert 176, Holzmann mit unverändert 155, Hapag mit unverändert 82,50 und von Hypothekenbankaktien Bayr. Hyp. mit 108,25 Sfeinborf — 1900. Die Aufgabe, die die Blauweißen am Sonntag beim Tabellenletzten, Steindorf, vor sich hat, ist nicht so einfach, wie man es bei Betrachtung des Tabellenbildes auf den ersten Blick annehmen könnte. Fehlt dem Neuling auch jenes spielerische Können der Blauweißen, so ist er doch jederzeit ernst zu nehmen. Im Verlauf der seitherigen Kämpfe haben die Steindorfer hier und da doch etwas gelernt, und das Unentschieden in Naunheim kommt nicht von ungefähr. Auf ihrem eigenen Platze sind sie noch mehr zu beachten, da sich infolge der geringen Ausmaße des Feldes ihre Der- teidigungstaktik besonders erschwerend für den Gegner auswirkt. Und mit welcher Konsequenz sie diese durchzuführen vermögen, haben die Blauweißen ja schon im Vorspiel erfahren, wo sich Steindorf einen Vorsprung zu verschaffen vermochte und denselben noch mit einem Unentschieden zu halten wußte. Unter Berücksichtigung all dieser Umstände hat man sich bei den Blauweißen denn auch entschlossen, die ab Sonntag spielberechtigten4 neuen Spieler in die Mannschaft einzureihen. Mit der Aufstellung: Rahn; Pankok (2/116), Lippert (2/116); Erhard, Sack, Mank; Schellhaas, Bergmann, Hormel (2/116), Quick (7/A. R. 9), Löbsack hofft man, die im Sturm seither noch bestandenen Mängel behoben zu haben. Bissenberg I — Lollar I. Die Lollarer Elf weilt morgen in Bissenberg als Gast. Bissenberg, schon von jeher als harte Kampf- i ftätte bekannt, wird auch diesmal den Gästen eine harte Nuß zu knacken geben. Hinzu kommt noch, daß die Gastgeber in ihren letzten Spielen Federn ; lassen mußten und so sich doppelt anstrengen werden, um gegen ihren Gegner einen Sieg heraus- Zuholev. Die Bissenberger konnten das Vorspiel fnapp 2:1 für sich entscheiden. Ob es ihnen morgen wieder gelingen wird? Diese Frage möchte man .fast bejahen. Wenn man trotzdem der Lollarer Elf ben Gang nach Bissenberg nicht gerade als aus- ! 4- n 2t. he r» en n, uf i • -ch nb en t- *n, en rb oie on -ch en, ib- jm mb eile um r • rts- des •es- ü r eilt erg sien och- au- hen er irde !ärz 933 len- ier- chen hrt. Ar- Ab- um nen. üigt, den arze reck- offen i m ollen i sie An- nach :lers, fest- fön- oben aber jrofje 1. ölfe- ittag n 15 stabt rnjor )ber- will- ihre azen Inter bie iben, über ! der renb n. i n» orps die ein Lau« den ehr- i er Gesdiäftserölfnung und Empfehlung iti der 0217 Verlobte Auto-Kühler und ^Karosserien 3 Ihre Vermählung geben bekannt 373D 0275 fußöbslreicher l / I / / 0273 Ludwig Reinhard Mitglieder Eintritt frei, Nichtmitglieder 1,— KM. [i ter der Höhechl Trotz alledem Selters weg 81 243D Sessel Couches Matratzen 1 385 A 5. Februar 1938: Karl Hahn 384A ooWixit, W/ Akkordeon 377D 61 A Keller. 692Ö Geburtsanzeigen bei Brühl, Gießen Mana Wilhelm Wilhelm Same^ Amtsgerichtsrat Adolf Schudt Frau Erika Schudt, geb. Lahr tue 6 eröffne. — Ich werde bemüht sein, durch gute und solide Handwerksarbeit das Vertrauen meiner Kundschaft zu erwerben. Gießen, 22. 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Leistenbruch trotz meines Alters von 62 Jahren durch das Tragen Ihrer Bandage vollkommen geheilt ist. Ich habe nichts gegen die Veröffentlichung des Dankschreibens. Friedrich Grahn, Bauer, Kahlau, Kreis Mohrungen/Ostpr., den 1. Juni 1937.“ Weshalb wollen Sie sich weiter quälen? Kommen Sie zu mir. Sie werden überrascht sein, wie leicht und^bequem sich Ihr Bruch zurückhalten läßt ohne lästigen Eisenbügel. — Kostenlos zu sprechen: Wetzlar, Montag, 24. Jan., von 3Va bis 7 Uhr, im Hotel Kaltwasser. Gießen, Dienstag, 25. Jan., von lx/2 bis 6 Uhr, im Hotel Kobel. Butzbach, Mittwoch, 26. Jan., von 12*/2 bis 3 Uhr, im Hotel Hessischer Hof. Nidda, Donnerstag,27.Jan., von 9 bis 11 Uhr, im Hotel zur Traube. Grttnberg, Freitag, 28.Jan., von 4^2bis 5^2Uhr, im Hotel Hirsch. K.Ruffing, Spezialbandagist, Köln, Richard-Wagner-Str. 16 Volkstümliche Naturwissenschaft in reichbebilderten, leichtverständlich geschriebenen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlagserzeugnisse. 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Nun ist sic stolz auf ihre gute Figur, die keineswegs ein Vorrecht der Jüngeren ist. Trinken auch Sic täglich den bewährten Jungbrunnen* f Frühstückskräuterteo ■Hl 111 IIIII Für das Kostümfest«... Maskenball entzückende Neuheiten in: Elegante goldbedruckte Stoffe und Brokate Einfarbige Kunstseide in vielen Farben Trachtenstoffe, Tarlatan, farbige Strümpfe Gold- und Silberborden, Blumen, Ohrringe, Ringe - Kopfbedeckungen in Stroh und Filz in bekannt großer Auswahl Besichtigen Sie mein Spezial-Fenster! MODEHAUS Schneberger^r- ____________________________________________ __________419 A Es spielen: „Im großen _ , . ... TT. 0 ch starte mit dir m den Himmel..... Himmel: Kapelle FERNAU, Orig.-Besetzg., 10 Stimmungs- Solisten „Im kleinen Himmel“: Kapelle TRILLER, das lustige Trio „In der Hölle“: Humor - Solisten, Saxophon und WIM Vornan v Mw/Iejunj. fe e«o[a :uilt bi<«erniil?le WM» ft“' wS""9 ai den Wu w" fleine5aro A Mtte er Sl s“!" batte 'N ,n lckr ni(ht, »L A baben } * kn Gesicht jern 0263 Rh®. Heute Samstag J §am§tag,22.ZariuaN938 r.!8 viertes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Die ärztliche Betreuung unserer Soldaten Besuch in der Gießener Bergkaserne. Bei der Visite in den Krankenstuben des Reviers. Wer der Höhensonne. — (Ausn. |5f: Neuner, GA.) m Dienstplan aller Truppenteile nimmt zunächst Hier gibt es ein Lichtbad für Fußkranke. svarlach, Diphtherie usw., vorgekommen sind. mkheitsverdächtige werden besonders unterge- nicht immer ein bedenk- wichtsverlust ist natürlich Revierstunde. Der Arzt untersucht einen verrenkten Ärm. Arzt und Patient am Rontgenapparat. (Nachdruck verboten.) ^Fortsetzung. Tage saßen über irgend was es sei, bi ü )0 :e r ii Echt und beobachtet, bis nach sorgfältiger Unser- ufeiing, wozu auch Nachforschung beim Gesund- s^samt gehört, jeder Krankheitsverdacht be- Rtsn ist. * aenlernen. Um ein Einschleppen ansteckender inkheiten zu verhüten, werden alle Rekruten ch nach d^m Eintreffen gefragt, ob in letzter - in ihrer Familie ansteckende Krankheiten, wie Visierung eine Position der „Catharina" irgendwo zwischen Mekka und Medina ergab; daß er ihr den Titel „Hadschi" verleihen müsse — „Hadschi Carola"! Neber solch einen schwachen scherz redete er volle zehn Minuten lang. Und der Atem ging ihm nicht aus: Er hielt ihr eine Vorlesung über Joseph Conrad, den er persönlich gekannt hatte, und sprang von der Literatur wieder auf die Nautik zurück, und zwar so gründlich, als habe er die Absicht, Carola auf das Steuermannsexamen vorzubereiten. Er zerstreute sie auf alle mögliche Weise — ja, er zerstreute sie fast gewalttätig. Er unterhielt sie jedenfalls so, daß sie nicht dazu kam, auch nur' eine der vielen Fragen an ihn zu richten, die ihr auf der Seele brannten. Seine unermüdliche und fast befremdende Geschwätzigkeit verschüchterte sie. Ohne daß sie einen Grund dafür hätte angeben können,,keimte ein Gefühl in ihr auf, hinter diesem allzu* geräuschvollen Wesen des alten Herrn verberge sich eine bestimmte heftige Leibschmerzen verschweigen wollte, weil dadurch womöglich der günstigste Augenblick für eine Blinddarmoperation verstreicht. Solche und andere Fragen aus dem Gebiete der Gesundheitsbetreuung bespricht der Truppenarzt mit Truppenführcr und Ausbildungspersonal. Regelmäßig werden auch die Rekruten durch den Truppenarzt „belehrt". Bei den monatlich stattfindenden „Gesundheitsbesichtigungen" und beim Besuch der Mannschaftsstuben werden sich die verschiedensten Punkte ergeben, über die der Arzt zu den Rekruten sprechen kann. Nicht mit wissenschaftlichen Vorträgen will der Arzt etwas erreichen, aber auch nicht mit einer womöglich regelmäßig wiederkehrenden „Instruktion". Seine Belehrungen werden der Denkweise des einfachsten Soldaten angepaßt sein, dann bleibt auch bei jedem etwas haften. Lichtbilder und Filme stehen dem Arzt zur Unterstützung des gesprochenen Wortes zur Verfügung, die sich besonders bei Besprechung der Erblehre und Eugenik bewährt haben. Täglich früh hält der Truppenarzt zur festgesetzten Stunde „Revierkrankendienst" ab. In dieser „Sprechstunde" werden alle krank gemeldeten Soldaten vor- gestellt. Jeder Militärarzt kennt die „Nekruten- krankheiten", die durch die .Witterungscinmirkung oder durch die Ausbildung an Waffen und Gerät entstehen. Ein kleiner Verband oder Befreiung von einzelnen Dienstverrichtungen genügt oft schon. Bei leichteren Erkrankungen wird der Soldat in der Revierkrankenstube aufgenommen, bei ernsteren Erkrankungen dem Lazarett überwiesen. Stets ist im Krankenreoier der „Sanitätsunteroffizier vom Dienst" bereit, erste Hilfe zu leisten und auch außerhalb der „Revierstunde" bei Tag oder Nacht den Truppenarzt herbeizurufen. Dienst am Gesunden ist von jeher ein wichtiger Teil der Betreuung der Soldaten durch den Trup» und Truppenarzt wird bald festgestellt, ob für ein Versagen eines Rekruten etwa ein körperlicher oder geistiger Fehler Ursache ist. Jeder erfahrene Militärarzt weiß, daß der vielseitige militärische Dienst die sicherste Prüfmethode ist, die durch beste ärztliche Untersuchung und Beobachtung nie gleichwertig ersetzt werden kann. Der Soldat soll bewußt zur Härte gegen sich selbst erzogen werden. Eine leichte „Unpäßlichkeit" kann man auch ohne Beteiligung des Arztes überwinden, doch es wäre falsch, wenn der Rekrut z. B. liches Zeichen, doch erfordert er in jedem Falle eine besondere Vorstellung des Soldaten beim Arzt Ein zwischen Aushebung und Einstellung erlittener Unfall oder eine ernste Krankheit kann auch ' einmal die Tauglichkeit einschränken oder gar aufheben. In solchen Fällen kann der Rekrut ohne besonderes Verfahren wieder in seinen Heimatort zurückgeschickt oder zur kurzfristigen Ausbildung überwiesen werden. Nach beendeter Einstellung werden alle Rekruten gegen Pocken geimpft. Während der Ausbildungszeit beobachtet der Truppenarzt die Einwirkung des Dienstes aus die gesundheitliche Entwicklung der jungen Soldaten, Je enger die Fühlung mit dem Truppenführer und dem gesamten Ausbildungspersonal ist, um so besser wird der Truppenarzt die junge Mannschaft betreuen können. Gewiß gehört es.zu seinen Aufgaben, die Kranken zu behandeln oder über Aufnahme ins Lazarett»- zu entscheiden. Ebenso wichtig ist es aber, über den Gesundheitszustand aller Soldaten gut unterrichtet zu s^in. Die Körperkonstitution, die sportliche Vorbildung, die Berufsart und manches andere, nicht zuletzt auch die Auffassungsgabe bringt es mit sich, daß der Dienst dem einen leichter, dem anderen schwerer fällt. Durch verständnisvolle Zusammenarbeit von Truppe Er mußte sich eingestehen, daß hinter diesem Abenteurer und Diamantendieb doch , fast so etwas wie ritterliche Tugenden steckten, ja, daß aus halb, verschütteter Kinderstube und den Trümmern einer besseren Vergangenheit immerhin noch ein Stückchen Gentleman herausrage. Und es war eigentlich ein rechter Jammer, daß em Mensch mit so reicher Veranlagung und einem unzweifelhaft gesunden Kernstück unter der angefaulten Oberschicht derart auf die schiefe Bahn geraten und so kläglich vor die Hunde gegangen war... Nach langer Zeit endlich, als sie beide zufällig gleichzeitig aufstanden, um sich an der Wasserleitung die Hände zu kühlen und die notwendigen Umschläge zu erneuern, und sich, in gegenseitiger Erkenntnis ihrer Absichten, vor lauter Höflichkeit über den Vortritt nicht einigen konnten, ergriff Humphrey die Gelegenheit beim Schopfe: „Nach Ihnen, Martini!" „Nach Ihnen, Timperly!" „Nein, wirklich — ich warte gern..." „Nun sagen Sie womöglich noch: ,Dem Alter der Vorrang!'?" drohte Martini. Sie standen norm Spiegel und sahen sich vor ihm sozusagen indirekt an. Da das Glas nicht von der allerbesten Sorte war, zeichnete es ihre Beulen noch kräftiger und sogar noch einige dazu, die gar nicht vorhanden waren. „Hübsch haben wir einander zugerichtet.,." „Hm — ja, man tat, was man konnte." Sie grinsten in den Spiegel hinein. „Hören Sie zu, - Martini!" sagte Humphrey schließlich zu dem Spiegelbild seines alten Widersachers. „Ich mache Ihnen noch einmal einen Vorschlag — mein letztes Wort in dieser Angelegenheit. Es wäre mir angenehm, wenn Sie durch Ihre Zustimmung zu diesem meinem Vorschlag es mir ersparen würden, daß ich die Schritte gegen Sie unternehme, die ich im Weigerungsfälle zu tun fest entschlossen bin. Seien Sie vernünftig, Martini! Sehen Sie endlich ein, daß Ihr Erfolg nur ein scheinbarer ist, daß Ihr Vorsprung über' kurz oder lang eingeholt wird, daß es nur eine Frage der Zeit sein kann, bis man Ihr Versteck entdeckt. Die ,Catharina' ist kein schwimmendes Grand-Hotel wie der ,General Smuts'. auf dem Ihre Aussichten, das Spiel - zu gewinnen, natürlich größer «gewesen wären ..(Fortsetzung folgt.) sich die Herren Timperly und Martini in ihrer Doppelkabine gegenüber. Vielmehr: Sie logen sich gegenüber, mit zerbeulten Köpfen und geschwollenen Knöcheln. Unversöhnt, aber wohltuend entspannt, wie nach einem Gewitter. Sie waren sich nichts schuldig geblieben. Die Konten waren bereinigt. Eine dicke Nase hier, ein verklebtes Auge dort; ein wackelnder Schneidezahn gegen eine verschwollene Lippe. Soweit war alles richtig und in Ordnung; ihre persönliche und private Abrechnung miteinander war abgeschlossen. Sie verharrten in einer Art Waffenruhe — aber die Feindseligkeiten waren nicht aufgehoben, sondern nur vertagt. Einander heimlich änblinzelnd, konnten sie mit freudiger Genugtuung feststellen, wie tüchtig und reichlich sie es dem anderen besorgt hätten — bis der erste Blick in den Spiegel jedoch belehrte, daß der andere sein Pulver auch nicht gerade gespart hatte. Martinis Haltung vor, während und nach der körperlichen Auseinandersetzung nötigte Humphrey eine gehörige Portion Achtung ab, sie für Martini stets empfand, wenn sie ihm von Angesicht 3U Angesicht gegenüberstand und seine Stimme horte, dieses Unerklärliche, bedingungslose und fast zwangsläufige Vertrauen, dessentwegen sie ,gestern vor ihm geflohen war, weil sie heimlich befürchtete, sie stünde unter Suggestion, war neuen Zweifeln gewichen, als sie die Tür hinter sich geschlossen hatte. Neuen Zweifeln und frischer Unsicherheit, die mit vorschreitender Nacht und den immer langsamer und träger kreisenden Zeigern schrecklich wuchs. Ihre Versuche, vor den Dämonen der Einsamkeit in den Schutz eines Buches zu entfliehen, waren kläglich gescheitert Die bohrenden Stimmen waren nicht verstummt: Weshalb hatte er ihr nicht klar geantwortet? Weshalb nicht den Mut zu einem Ja ober Nein gehabt? Weshalb eine unbestimmte Frist verlangt? Weshalb? Weshalb? Und warum, überhaupt peinigten sie diese Fragen? Weshalb wurde sie von Angst umschnürt? Weshalb ließ sie sich von hämmernder Unruhe zermürben? Um ein fremdes Schicksal... Ein fremdes Schicksal? Was wußte sie von Martini? Nichts... Aber welchem Menschen hatte sie sich jemals näher verbunden gefühlt als ihm? Niemand... Sie erschrak zutiefst vor diesen Fragen und fürchtete vor den Antworten und drängte sie zurück — so fertig und. zermahlen, daß sie nahe daran war, den alten, mit feinem Eimerchen vorüberschlurfenden Vater Snyders hereinzurufen, nur, um ein Menschengesicht zu sehen, eine menschliche Stimme zu hören und jemand neben sich zu wissen. Als dann Snyders ihr Zantens Gruß und Botschaft ausrichtete, stieg in ihr die tolle Hoffnung auf, der Kapitän werde ihr sagen, die gestohlenen Steine hätten sich wieder eingefunden — ja, ein Wunder wäre geschehen, der unbekannte Dieb hätte in dieser Nacht die Steife wieder in den erbrochenen Panzerschrank hineingeschmuggelt... Natürlich nichts davon. Und obwohl sie gewußt hatte, daß ihre Hoffnung sinnlos sei, war sie doch enttäuscht. Zu müde, um noch die Kraft aufbringen zu können,, Zanten über ihren Zustand hinwegzu- ttiuschen, starrte sie durch die beschlagenen Fenster des Kommandostandes auf den zerrissenen Himmel und die- aufgewühlte See. Am liebsten wäre sie baDongeIaufen;,aber Zanten ließ sie nicht fort. Sie mußte ein Besteck aufnehmen, und Zanten wollte sich totlachen, daß ihre Bei der Einstellungsuntersuchung soll der Rekrut seinem Truppenarzt nochmals über seine gesundheitliche Entwicklung berichten. Ergibt sich hieraus ober burch bie ärztliche Untersuchung, baß Anfragen bei Krankenkassen, Gesundheitsämtern usw. erwünscht finb, so werben bie notmenbigen Auskünfte vom Truppenarzt eingeholt. Bei biefer Untersuchung vermerkt ber Truppenarzt alle Leute, bie einer de- fonberen ärztlichen Überwachung bebürfen, in seiner „Ueberwachungsliste". Hierzu gehören auch bie Rekruten, bie aus irgenbeinem Anlaß betn Facharzt ovrzustellen sinb. Bei ber Musterung unb Aushebung gab bie Untersuchung betn Arzt ja nur eine Momentaufnahme. Der Truppenarzt ist in glücklicherer Lage, et muß bei nicht ganz einwcmd- fret klaren Befunben burch Kontrolluntersuchungen unb Beobachtung ein wirklichkeitsgetreues Bild gewinnen. Ihm selbst steht in den Kasernen zwar nur das notwendigste Untersuchungsgerät zur Verfügung, doch wird er jederzeit durch die Fachärzte in den Lazaretten, die über alle neuzeitlichen Unter- fuchungseinrichtungen verfügen, ausgiebig unterstützt. Bei dem einen Rekruten soll der Facharzt für Innere Krankheiten durch Röntgenaufnahme, Blutsenkung und Blutbild einwandfrei klären, ob die Lunge völlig gesund ist. Bei einem anderen Rekruten wird ein Elektrokardiogramm und eine Funktionsprüfung von Herz und Kreislauf vom Facharzt erbeten. Bei einem dritten soll der^Augen-, facharzt das richtige Glas für die Dienstbrille verordnen. Bei einem vierten soll der Ohrenarzt raten, ob wegen einer früher überstandenen Ohrenerkrankung eine besondere Beobachtung notwendig ist. Kurz^ es wird alles getan, um den Gesundheitszustand beim Eintritt ins Heer genau festzulegen und die jungen Soldaten zu vermerken, die ein besonders wachsames Auge des Arztes benötigen. Jeder ärztliche Untersuchungsbefund wird von der Einstellungsuntersuchung bis zur Entlassungsuntersuchung im Gesundheitsbuch eingetragen. Freilich bringt diese Buchführung Mehrarbeit, die besonders in Zeiten gehäufter Untersuchungen oft drückend ist. Es ist aber zu hoffen, daß dieses Gesundheitsbuch-, das erst in diesem Jahr neu eingeführt wurde, besser als die verschiedenen früheren Listen in erster Linie dem Truppenarzt eine besonders wertvolle Stütze für seine Tätigkeit werden wird. Im Hasten des Dienstes in der Kasern^, im Lazarett oder bei der Familienbehandlung wird tagsüber nur selten die nötige Ruhe sein. Daher wird der Truppenarzt z. B. nach dem „Wiegetag" in einer ruhigen Abendstunde alle Gesundheitsbücher durchsehen. Ein Blick aus die über jeden Mann fortlaufend geführte Gewichtskurve zeigt ihm die geringsten Schwankungen. In der Ausbildungszeit wird der Rekrut monatlich gewogen, später vierteljährlich. Erfreulicherweise steigt die Gewichtskurve bei den allermeisten Rekruten schon in den ersten vier Wochen. Ein Ge- Absicht: die Absicht, sie hinzuhatten, sie etwas, wovon sie nicht sagen konnte, Hinwegzubringen ... An diesem grauen und verhängten Als Carola gegen Mittag Zantens Einladung iolg. e und auf der Brücke erschien, flaute der Sturm wits merklich ab. Die Wolken lichteten sich; der . ftirimel riß auf; die Regenschauer wurden seltener; mir die See rollte noch schwer und hoch aus. Immer ud fegten die Spritzer über die Schanz, wuschen »INs Deck und klirrten gegen die Aufbauten. S ne Einladung auf den Kommandostand, einer Düne gegenüber zumal, war so ungewöhnlich und leerte so wenig zu Zantens Gepflogenheiten, daß hin Tweedl^ sich bemüßigt fühlte den Kapitän nit unverhohlener Neugier zu mustern, ob zu allem Ibglüd diese alte Scheune nun auch noch zu böser Ätz zu brennen angefangen habe. Die fast zärtliche 3.s rgnis für den Gast ließ das Schlimmste be= iürejiten. Ihb, wahrhaftig, die junge Dame trug Zantens : eitles Oelzeug! Und fragte er sie nicht tatsächlich, »sJalb sie die viel zu langen Aermel des Mantels nh einfach, abgeschnitten habe? Mit der Schere -bg schnitten? Gott steh' mir bei! Das sagte er, em ' Dlnn mit grauen Haaren — soweit die überhaupt ml vorhanden waren! Und: „Sie sehen nicht gut ms, mein kleines Fräulein! Wo sind die roten ööcichen geblieben?" Di war es Tweedle sonnenklar, daß es mit • }®nen endgültig zu Ende ginge. Wahrhaftig: „Rote ' oidchen" hatte er gesagt! Und dabei die Hand der 1 iing=n Dame^gestreichelt! Man hatte als Kavalier ID(b jetzt die Pflicht, sich verständnisinnig zurück- < Wen... ilh, Carola hatte nachtsüber nicht ein Auge zu- «lemcht! Sie versicherte viel zu nachdrücklich, von iiem Unwetter nichts verspürt und glänzend ge- Mien zu haben, als daß Zanten ihr es hätte cjlduben können. Die lange Nacht und die einsamen, iliinilen Stunden zermürbender Ungewißheit hatten i: i ihrem Gesicht deutliche Spuren hinterlassen. Müde Wgm und eine, zermarterte Stirn Dcs unzweifelhafte Gefühl des Vertrauens, das Ginstellungsuntersuchung" einen breiten Raum Innerhalb der ersten vier Werktage muß sie )y!chgeführt fein. Wenn auch jeder Rekrut bei der D jfterung, im Reichsarbeitsdienst und bei der Uuijebung vom Arzt beurteilt wurde, so geht es jei der Einstellungsuntersuchung auch nicht in erster Liie darum, die Tauglichkeit nachzuprüfen, sondern )ei Truppenarzt soll die jungen Soldaten, die er nun an ärztlich zu betreuen hat, einzeln iamanim-Komödie Vornan von Horst Biernaih. l. t- n 2t. he r - en n, uf ad en t- m, en rb Die on >ch en, id- im lad eüe um r • tts- des es» ü r ellt erg sien och- au= hen er irbe ’ärfl 933 zen. Lerchen hrt. Ar- Ab- um nen. 'tigt, den arze reck. offen i m ollen i sie An. nach der s, fest- fön- oben aber jrofje ll. «ölke- ittag n t s .stadt lajor )ber- will- ihre 'rzen Inter die iben, über der renb m. ü n - orpg die ein Dauben ehr-- ter Es- penarzt gewesen, aber nicht zurückgesetzt wird hierdurch seine Hauptaufgabe als Arzt. Stets wird er bestrebt sein, der Truppe und jedem einzelnen Soldaten im Krankheitsfälle Ratgeber und Helfer zu sein. Dr. Hans Müller, Oberstarzt im Reichskriegsministerium. 3m Gießener „Erweiterten Krankenreoier". Nach diesen grundsätzlichen Ausführungen über die ärztliche Betreuung unserer Soldaten ist es interessant, einmal einen Blick in die Einrichtungen zu werfen, die für Teile unseres Jnfanterie-Regi- ments 116 in der Bergkaserne, geschaffen sind. Das „Erweiterte Krankenreoier" in der Bergkaserne, das für das 1. Bataillon, für. die 13., die 14. und die Stabskompanie sowie für die 2. und 3. Kompanie des Infanterie-Regiments 36 zuständig ist, befindet sich in einem der ehemaligen Wohnhäuser (auf Kasernengelände) am Kugelberg. Die Unterbringung des Reviers in einem dieser Häuser darf als vorbildlich gelten. Das „Erweiterte Krankenrevier" zählt 35 Betten, die für die Aufnahme solcher Kranker bestimmt sind, die innerhalb weniger Wochen Heilung erwarten lassen. In schweren Fällen werden die Gießener Soldaten z. Zt. noch in die Lazarette in. Kassel oder in Würzburg gebracht. Kranke, die nicht transportfähig sind, werden in die hiesigen Universitätskliniken ausgenommen. Reisen der Kranken werden aber überhaupt vermieden werden können, sobald das Gießener Standortlazarett fertiggestellt ist, das nach seiner Inbetriebnahme einer großen Klinik (ähnlich unseren Universitätskliniken) gleichen wird, in der in zahlreichen Abteilungen Einrichtungen für jeden Krankheitsfall getroffen sind. Lediglich die Zahl der Betten wird nicht so groß sein, wie z. B. in unseren Universitätskliniken insgesamt. Das gegenwärtige „Erweiterte Krankenreoier" in der Bergkaserne verfügt selbstverständlich auch in seiner Form und in entsprechendem Umfang über eine Reihe von zeitgemäßen Einrichtungen, die der Gesundheitspflege der 'Soldaten dienen. So findet man in einem besonderen Raume eine Röntgen- apparatur, mit deren Hilfe nicht nur Durchleuchtungen, sondern auch röntgen-photographische Aufnahmen gemacht werden können. Eine anschließende Dunkelkammer gestattet die sofortige Entwicklung der Filme. Für Bestrahlungen sind Sollux-Lampe und Höhensonne da. Lichtbäder können verabreicht werden. Schließlich tft auch ein gut eingerichtetes Laboratorium vorhanden, in dem Blut-, Urin-Untersuchungen usw. gemacht werden können. Auch das Mikroskop fehlt selbstverständlich nicht. Das Wesentliche des Krankenreviers ist jedoch die R e v i e r st u n d e, zu der sich die Kranken täglich einzufinden haben, soweit sie dazu in der Lage sind. Der Arzt nimmt in der Reoierstunde einen nach dem anderen der jungen Kameraden vor, untersucht mit aller Sorgfalt, fragt, rät, befiehlt und hilft den Soldaten, die sich aufgeschlossen und gerne der ärztlichen Untersuchung entziehen. Die Gesundheitspflege und Ueberwachung ist beim Militär ausgesprochener, als es im Zivilleben des einzelnen der Fall ist. Es gibt beim Militär nur „Gesund" oder „Krank". Nur der Gesunde kann Dienst tun! Wer nicht Dienst tun kann, also krank ist, muß sofort zum Arzt. Auf diese Weise wird selbst eine vielleicht an sich harmlose Erkältung behandelt, die man im Zivilleben nicht sonderlich ernst nimmt, und die doch ernste Folgen haben kann. Die Revierstunde ist vielgestaltig. Die Kranken treten nach der Zugehörigkeit zu ihren Kompanien im Flur an. Unteroffiziere sorgen für die glatte . Durchführung, weisen nach der Konsultation die ' Kranken in die verschiedenen Behandlungsabteilungen und führen fürstliche Arbeiten aus, so daß sich der Arzt ausschließlich den Kranken widmen kann. So rät er hier einem Soldaten, sich die Mandeln, die für ihn und seine Gesundheit eine stete Gefahr bedeuten, herausnehmen zu lassen: einem anderen wird der Gipsoerbaud nachgesehen; wieder ein anderer hat an Schwielen der Füße zu leiden und ihm wird mit bewährten Mitteln geholfen; efn anderer Kamerad bekommt Bestrahlun- gen verschrieben und dort wird der Heilungsverlauf eines Beinbruches beobachtet. Der Arzt bestimmt, wer für den Innendienst tauglich ist, wer in das Revier ausgenommen wird ober wer wieder dienstfähig gemeldet werden kann. So vollzieht sich die Revierstunde bei aller Exaktheit der Untersuchung rasch und reibungslos. Und nach der Revierstunde macht der Arzt Visite an den Krankenbetten im Revier selbst. Die Aerzte fühlen sich der Gesundheit der Soldaten voll verantwortlich. Es heißt nicht: „Dienst um jeden Preis!", vielmehr ist alles Bestreben darauf gerichtet, den jungen Soldaten wehrfähig zu erhalten, und ihn — wenn ihm schon einmal etwas " fehlt — bald wieder wehrfähig zu machen. Jede Mutter eines jungen Soldaten darf überzeugt fein, daß ihr Sohn auch in der Krankenstube der Kaserne alle erdenkliche Pflege genießt. N. Verwaliunssreorganisai on in Westpolen. Posen und Pommerellen werden neugestaltet. Am 1. April 1938 tritt eine wesentliche Verschiebung der inneren Verwaltung s. grenzen in West polen ein. Pommerellen und Posen werden erheblich vergrößert, beiden Provinzen werden Grenzbezirke kongreßpolnischer Woiwodschaften (Oberpräsidien) zugeschlagen. Diese Maßnahme, die für uns mit Rücksicht auf die dort zahleich siedelnden Volksdeutschen von Interesse ist, ist von dem Gedanken bestimmt, die sehr merklichen Unterschiede zwischen dem einstmals preußischen Westpolen und Kongreßpolen etwas auszugleichen. Nach den neuen Verwaltungsgrenzen wird die Einwohnerschaft Pommerellens eine Vermehrung um fast 50 v. H. erfahren. Die Zahl der in der Provinz seßhaften Deutschen wird von 105 000 auf rund 193 000, ihr verhältnismäßiger Anteil an der Bevölkerung von 9,8 auf 10,3 o. H. steigen. Viel geringer ist der Gebiets- und Bevölkerungszuwachs der Provinz Posen, wo auch 'der deutsche Anteil an der Gesamtbevölkerung von 9,2 auf 7,3 v. H. sinkt. Beide neugestalteten Provinzen werden infolge Zuschlagung kongreßpolnischer Kreise eine erhebliche Vermehrung ihrer jüdischen Einwohnerschaft erfahren. Auch zwischen Posen und Pommerellen erfolgt ein Gebietswechsel, indem die Kreise Wirsitz, Schubin, Bromberg-Stadt, Brom- berg-Land und Hohensalza zu Pommerellen zuge- schlaaen werden. Im Austausch gegen mehrere Kreise, d^ bisher der Woiwodschaft Warschau angehörten, wird der Kreis Soldau an diese Woiwodschaft abgetreten. Oie erste Akademie des 7!G -Oozentenbundes in Kiel. Kiel, 21. Ian. (DNB.) Am Freitag fand in der Aula der Kieler Universität die Eröffnung der ersten wissenschaftlichen Akademie des NS D.-Dozenten bun des statt. Unter den Gästen sah man den Reichsführer ff Himmler sowie den Gauleiter und Oberpräsidenten von Schleswig-Holstein Staatsrat Lohse. Der Rektor der Kieler Universität Prof. Dr. Ritterbufch begrüßte die Gäste. Nachdem Gaudozentenbundführer Prof. Dr. Löhr über Wesen und Sinn der Kieler Akademie gesprochen hatte, stellte der Reichsdozentenführer Ministerialdirektor Prof. Dr. Walter Schultze fest, daß die Akademie im engsten Einvernehmen mit dem Beauftragten des Führers für die Ueberwachung der gesamten geistigen und weltanschaulichen Erziehung der NSDAP., Reichsleiter Alfred Rosenberg, errichtet ist. Der Reichsdozentenbundführer beschäftigte sich dann mit den Grundfragen der deutschen Universität und Wissenschaft. Er ging davon aus, daß -eine Wissenschaft, die außerhalb des Volkes ein in sich abgeschlossenes Leben führt, das in nichts von den großen Problemen der Nation berührt wird, keine Daseinsberechtigung hat. Die Wissenschaft könne sich erst da ganz entfalten, wo sie die Bindungen an ihr Volk erkannt hat. Diesen Grundsatz an den deutschen Hochschulen durchzusehen und sie damit zu wahren Hochschulen des deutschen Volkes zu machen, fei die große Aufgabe des TtSD.- Dozentenbundes. 3n dieser Akademie sollen alle aktiven und an der Umgestaltung der Hochschule interessierten Kräfte zufammengefaßt werden, um mit ihnen das Ziel des Dozentenbundes durchzusehen: die Schaffung einer rtfa tj- ten nationalsozialistischen Hochschule. * Die Universität als Gemeinschaft der deutschen Wissenschaft beruhe auf drei großen Grundsätzen, die geradezu die gesamte deutsche Geistesgeschichte in sich schlössen: 1. die Universitas literarum, 2. die Freiheit der Wissenschaft, 3. die Einheit von Forschung und Lehre. Für die Wissenschaft ist die Universität die institutionelle Verkörperung der geistigen Gemeinschaftsarbeit. Will nun aber die Universität ihrer Idee gemäß als Universität etwas Lebendiges sein, so muß sie von dem Bewußtsein getragen sein, daß ihre ganze Arbeit bis in die kleinste Disziplin hinein einen gemeinsamen Urgrund hat, nämlich die nationalsozial i st ische Weltanschauung. Die Forderung nach der „Freiheit der Wissenschaft" ist uns überkommen als Erbe aus der Zeit der Reformationsfchulen. Ihren wesentlichen Ausdruck findet sie in der Freiheit von Forschung und Lehre, der akademischen Freiheit schlechthin. Sie gehört ebenso wie die 3bee der Universitas zum Lebens- prinzip unserer Hochschule. Wir gehen dabei von unserer arteigenen Anschauung über die Freiheit aus, und wir wissen, daß diese Freiheit immer ihre Grenzen im Bestände des Volkes haben muß. Diese an das Volk gebundene Freiheit ist aber auch ein wesentlicher Bestandteil für jede wissenschaftliche Tätigkeit. Daher soll und wird die deutsche Wissenschaft frei bleiben, vorausgesetzt, daß ihre Zielsetzung für unser Volk brauchbar ist. In der Forderung nach „Einheit von Forschung und Lehre" findet die deutsche Universität den Zusammenklang, der zur höchsten und geradezu unerschöpflichen wissenschaftlicyen Leistung angeregt Hot. So wie sich die Forschung immer und immer wieder in der Lehre verjüngt, so ist andererseits auch die Forschung der notwendige Grund einer wahrhaft akademischen Lehre. * Wie wir erfahren, wird die zweite wissenschaftliche Akademie des NSD.-Dozentenbundes bereits Anfang Februar in Tübingen eingeweiht werden. । Glaube und Schönheit. Don unserer Berliner Schristleiiung. Es ist eine der größten, vielleicht die größte Leistung der NSDAP., daß sie nicht wie andere Parteien in Formalismus erstarrt, sondern B e ■ roegung geblieben ist. Der Nationalsozialismus fühlt sich in erster Linie dem lebendigen, flutenden Leben verpflichtet, nicht irgendwelchen Verfassungsparagraphen oder vereinsmäßiaen Satzungen. Daraus schöpft er seine werbende Kraft und die Berechtigung, die Weltanschauung des gesamten deutschen Volkes zu sein. Elastisch in seinen Organisationsformen, bleibt er unbeirrbar in der Verfolgung seiner großen idealen Ziele. In welchem Maße die Partei fähig ist, ihre äußere Formgebung den jeweiligen Erfordernissen völkischen Lebens fortlaufend anzupassen, bas hat uns jetzt wieder der Reichsjugendführer Baldur von Schirach mit dem „BDM.-Werk, Glaube und Schönheit" gezeigt. Diese neue Einrichtung, in der künftig die Mädel zwischen dem 17. und 21. Lebensjahr zu besonderen Aufgaben zusammengefaßt werden, ist nicht das Ergebnis einer plötzlichen Eingebung oder Laune, sondern sie wurde auf Grund langer Beobachtungen und Erfahrungen ins Leben gerufen. Es hat sich nämlich erwiesen, daß der bischerige Aufbau des BDM., der die weibliche Jugend zwischen 14 und 21 Jähren im Bund Deutscher Mädel und im Alter von 10 bis 14 Jahren in der Jungmädelschaft vereinigte, in der Praxis vielfache Unzulänglichkeiten ergab, die aus den besonderen Entwicklungsgesetzen dieser Altersstufen herrührten. Viele junge Mädchen scheuten sich, vor den Augen der Oeffentlichkeit Gepäckmärsche zu veranstalten und Absperrdienste zu verrichten. Das Schönheitsempfinden der Frau sträubt sich gegen einen Zustands wie er bei verschiedenen Veranstaltungen, bei Aufmärschen, Versammlungen und Wanderfahrten war. Die HI. hat schon immer den Standpunkt eingenommen, daß der Sinn deutscher Jugenderziehung nicht darin bestehen dürfe, ein „rauhbeiniges" Geschlecht heranzubilden, das die guten Formen Volksgemeinschaft oder die Gaben deutscher Kultur mit souveräner Nichtachtung behandelt. Es sei daran erinnert, daß schon vor Jahren dagegen Stellung genommen wurde, daß Jungen oder Mädel in der „Kluft" die Theater oder Konzertsäle besuchen. Im Leben muß alles seinen Platz haben, .auch der rechte Anzug zur rechten Gelegenheit. In besonderem Maße gilt das von unserem weiblichen Geschlecht. Seine Wesenheit soll nicht durch eine gewollte Primitivität untergraben werden, sondern soll zur Freude des Lebens und zum Schmuck schöner Geselligkeit sich voll entfalten. Deshalb sollen die Ausgaben körperlicher Erziehung nicht zu kurz kommen. Der Reichsjugendführer richtet eine Mahnung an die Sportlehrerinnen, bäM mitzuhelfen, daß die Gymnastik ganz allgemein im BDM. eingeführt wird. Der Tanz soll besonders gepflegt werden, Eleganz und körperliche Haltung sollen das deutsche Mädel stolz und sesbstbewußt machen. Das neue vom Reichsjugendführer geschaffene Werk wird deshalb eine große werbende Zugkraft auch auf die Mädchen ausüben, die aus den angeführten Gründen dem BDM. bisher ferngeblieben sind. Wohl jeder hat beispielsweise den Unterschied bemerkt, der etwa zwischen der Uniform des weiblichen Arbeitsdienstes und der bisherigen Tracht der BDM.-Mädels bestand. Die neue Kleidung, die der Reichsjugendführer für die Führerinnen im Bund Deutscher Mädel bestimmt hat, wird diesem Mangel abhelfen. Aber es ist Vicht, nur eine äußere Veränderung, die sich in der Erziehung der. weiblichen Jugend anbahnt, sondern auch eine innere Wandlung. Das nachwachsende Geschlecht soll zu idealer Haltung und zur Achtung vor sich selbst erzogen werden. Es soll seinen weltanschaulichen Glauben nicht bloß in der dauernden Verwendung der entsprechenden Vokabeln, sondern vor allem durch praktische Nutzanwendung bei jenen Aufgaben beweisen, die der künftige Beruf der Frau und Mutter von ihm verlangt. Sckon dadurch wird der Einwand widerlegt, als ob nun seelenlose Tanzpüppchen und Modeäffchen gezüchtet würden. Der Typ der eleganten deutschen Frau von morgen wird durch Schönheit und ©taube, durch eine freie und wahre Lebenskultur gekennzeichnet sein. H. Evers. Gefängnisurteil gegen die 22 deutschen Lagerteilnehmer in Westpolen bestätigt. B r o m b e r g , 21. Jan. (DNB.) Arn Donnerstag fand vor dem Obersten Gericht in Warschau die Kassationsverhandlung im „Fall Kensau" statt. Nach einstündiger Verhandlung wurde das Urteil der Posener Instanz bestätigt. Im Juli v. I. waren 22 meist jugendliche Deutsche an- getlngt worden, auf dem Restgut Kensau im Kreise Tuchel in Westpolen ein Arbeitslager gegründet und eine Schulung der Teilnehmer durchgeführt zu haben. Das Ziel fei nach der Anklage die politische Erziehung der Lagerteilnehmer in einem für den polnischen Staat ungünstigen Sinne gewesen. Nach der Verurteilung in der ersten Instanz wurden die 22 deutschen Angeklagten von der Berufungsinstanz in Posen im August des Vorjahres zu Gefängnisstrafen von vier bis zu zwanzig Monaten verurteilt, wobei mehreren Angeklagten eine fünfjährige Bewährungsfrist zugestanden wurde und sie sofort auf freien Fuß gefetzt wurden. Drei Ange- klagte verblieben in Hast und wurden erst am Heiligenabend 1937 aus dem Gefängnis entlassen. Aus alter Wett. Aufsehenerregender Selbstmordversuch eines Prager Parlamentsbeamten. In Prag hat der S e l b st m o r d v e r s u ch eines hohen Staatsbeamten erhebliches Aufsehen erregt. Dl. Holovka, ein Beamter des Prager Parlaments, schoß sich in seinem Büro eine Kugel in den Schädel. Schwerverletzt wurde er ins Krankenhaus gebracht, wo er noch ohne Besinnung liegt. Der Selbstmordversuch soll mit der Entwertung eines Briefmarkenblockes, der anläßlich der Preßburger Briefmarkenausstellung ausgegeben wurde und im internationalen Handel bereits einen Preis von 15 Kronen erreicht hatte, aber nun auf 2,50 Kronen gesunken ist, im Zusammenhang stehen. Holovka und ein zweiter Beamter des Prager Parlaments betrieben einen lebhaften Handel mit Briefmarken und erreichten Umsätze, die in die Hunderttaufende gingen, obwohl sie als hohe Staatsbeamte gute Einkommen hatten. Die beiden waren in letzter Zeit aber in Zahlungsschwierigkeiten geraten. Die Forderungen der Markenlieferanten an sie dürften ungefähr eine halbe Million Tschechenkronen betragen. Eine ganze Familie durch Leuchtgas vergiftet. In Lodz (Polen) wurde eine neunköpfige Familie durch Leuchtgas vergiftet, das infolge eines Gasrohrbruches in die Wohnung eingeströmt war. Der Arzt konnte nur noch den Tod aller neun Vergifteten feststellen. Drei Tote bei einem Gerüsteinsturz. In einer der vergangenen Nächte stürzte der Gerüstbau der Sporthalle der Luftkriegsschule Wildpark-Werder bei Berlin ein und begrub sechs Arbeiter unter den Trümmern. Sie konnten im Verlause der Bergungsarbeiten, die sich recht schwierig gestalteten, geborgen «erden. Drei von ihnen waren verletzt, davon zwei schwer, während drei ums Leben gekommen waren. Eine Untersuchungskommission ist damit beschäftigt, die Ursachen des Emsturzes festzustellen. Schiffszufammensioh im dichten Nebel. Am Freitag herrschte in der Elbmündung ein d'cker Nebel, so daß schließlich der Schiffsverkehr eingestellt werden mußte. Zck einem schweren Schiffszusammenstoß kam es unterhalb Euxhasens zwischen dem auslaufenden norwegischen Motorschiff „Brattdal" und dem gleichfalls auf der Ausreise befindlichen brasilianischen * Dampfer „Sage". Die „Brattdal", rund 5000 Tonnen groß, erhielt durch den Zusammenstoß ein schweres Leck' Wassermassen drangen in den Maschinenraum, so daß das Motorschiff auf Strand gesetzt werden mußte. Die „Bage" hat erheblichen Bugschaden erlitten, Anker und Kette verloren und kehrte nach ange •wjSS S#. A-s K» für Dro Cuxhasen zurück. Mit Schlepperhilfe wurde der Brasilianer nach Hamburg bugsiert. Bei der „Brattdal" ist ein Bergungsdampfer längsseits gegangen. Zwanzig Zigeuner in der Weichsel ertrunken. Auf dem Wege nach Radom fuhr ein Zigeunertrupp mit seinen Fuhrwerken über d i e z uge« frorene Weichsel. Hierbei brach das Eis ein und die Wagen versanken mit zwanzig Z'gsu- nern in den Fluten. Bei den Ertrunkenen handelt es sich um Angehörige eines Stammes in Ostgalizien, von dem sie als Abordnung zum „Zigeunerkönig' Kwiek nach Warschau geschickt worden waren. Der Münchener Fasching hat begonnen. Feierlich-närrifch, wie es einem echten Faschingsprinzen geziemt, hielt Münchens Faschings- prinz Michl I. von Narrhalesten (Michl Eh- bauer) im Deutschen Theater, das auch dieses -Jahr wieder Mittelpunkt des Münchner Faschingslebens ist, feinen Einzug. Mit Volldampf kam er auf einer silber- und blaugestreiften Lokomotive, die einen einzigen Salonwagen mit der Faschings- prinzessin G a o y, (Gabriele Steinacker), ihren Hofdamen und dem Hofmarschall zog, in das Faschingsleben des Deutschen Theaters hineingefahren. Begeistert empfing ihn das närrische Volk. In der „Thronrede" gab seine Tollität Prinz Michl I. die Faschingsparole aus: „alle Kraft dem Humor". Prinzessin Gaby hielt eine reizvolle Ansprache an die Männerwelt. Dann ritt noch die Prinzengarde eine siegreiche Attacke gegen Griesgram und Stubenhocker — Münchens Fasching hatte begonnen. Büchertisch. — In der bei Ludwig Voggenreiter in Potsdam erscheinenden „Zeltbuch-Reihe" sind eine Am zahl neuer Bändchen herausgekommen. Die Sammlung will aus wahrhaften Lebensberichten Volksbücher barbieten, die sich ohne Unterschied des Alters an alle wenden, deren Herz für mannhafte Taten schlägt. Die Auswahl hat die Erkenntnis gezeitigt, daß diese Lebensberickte nicht weniger spannend zu lesen sind als erdichtete Abenteuörgeschich- ten. Uns liegen vor: „Zehntausend Mann, die zogen ins Manöver...", ein Erlebnisbericht von Hermann Teske (500); „Elefant Iojo" von Henri von Wermeskerken, deutsch von Albrecht Otto (501); „Ausbruch zur Heimat", Kriegsgefangenenfchicksale, gesammelt von Hermann Appel (502) und „E i n Schiff fällt in die Nach t", Fischdampfer „Island" fährt auf Heringe, von Korbinian Lech- n e r (503). — Jedes Bändchen kostet fest gebunden 90 Pfennig. — Auguste Supper: Die große Kraft der Eva Auer st ein. Roman. Preis Seinen 2,85 RM. Verlag C. Bertelsmann, Gütersloh. — (585) — In einer dunklen Schneenackst droben im Baltenland tritt Eva als Findelkind in das zer-' rüttete Leben des Thomas Auerstein, der mit ihr, ein heimwehkranker Mann, als Forstmeister in die rauschenden Wälder seines deutschen Vaterlandes zurückkehrt. Sie wächst frühreifend schreckhaft aus diesem Paradies heraus, als Heinz Sommer die sorglosen Pfade ihrer halberwachten Kindheit kreuzt. In stillen Stunden bei dem alten Bauern Straub leuchtet auch ihr ein Strahl jenes Lichtes, das dunkle Seelen geduldig und zu allckm Guten fta^ macht. Oer deutsche Außenhandel im Dezember und im Jahr -1932. Fwd. Irn Dezember sind die Außenhandelsumsätze sowohl in der Einfuhr, als auch in der Ausfuhr gestiegen. Am stärksten war die Steigerung der Einfuhr; mit 531 Mill. Mark lag sie um 49 Mill. Mark, d. h. rund 10 v. H., über der. des Vormonats. Die Zunahme entfällt zum größten Teil auf eine Erhöhung des Einfuhrvolumens, jedoch ist auch der Gesamtdurchschnittswert der Einfuhr infolge Erhöhung der Einfuhrpreise im Bereich der Ernährungswirtschaft etwas gestiegen. Nach der Saisontendenz mußte im Dezember zwar mit einer Steigerung gerechnet werden, jedoch geht die Zunahme über den jahreszeitlichen Umfang hinaus. Das Dezemberergebnis 1936 wurde um 164 Mill. Mark überschritten. Gestiegen ist die Einfuhr von November zu Dezember sowohl im Bereich der Ernährungswirtschaft, und zwar um 13 Mill. Mark, als auch bei der Hauptgruppe Gewerbliche Wirtschaft, und zwar um 35 Mill. Mark. Die Ausfuhr belief sich im Dezember auf 552 Mill. Mark. Gegenüber dem Vormonat ergibt sich damit eine Steigerung um fast 20 Mill. Mark, d. h. um 3,7 v. H. Dem Volumen nach war die Zunahme noch etwas stärker, da der Ausfuhrdurchschnittswert nach einer Erhöhung im Vormonat etwas gefallen ist. Die Zunahme der Ausfuhr ist im wesentlichen als jahreszeitliche Erscheinung zu betrachten. In den vergangenen Jahren ist die Ausfuhr von November zu Dezember meist ebenfalls gestiegen. Gegenüber dem Dezember 1936 ergibt sich eine Steigerung der Ausfuhr um 95 Mill. Mark. Die Handelsbilanz schließt im Dezember mit einem Ausfuhrüberschuß von 21 Mill. Mark, gegenüber 50 Mill. Mark im November, ab. JmIahrl937 betrug die Einfuhr 5468 Mill. Mark, die Ausfuhr 5911 Mill. Mark. Gegenüber dem Vorjahr ist die Einfuhr um 1250 Mill. Mark, d. h. rund 30 v. H. gestiegen. Diese Zunahme entfällt zu etwa zwei Drittel auf eine Erhöhung des Volumens, ein Drittel beruht auf der Steigerung der Einfuhrpreise. Verhältnismäßig am stärksten war die wertmäßige Steigerung der Einfuhr im Bereich der Ernährungswirtschaft mit 36 v. H. (volumenmäßig 27 v. H.). Die Einfuhr von Roh- stosfen hat sich wertmäßig um 27 v. H., volumen- mäßig um, 15 v. H. und von Halbwaren um 31 bzw. 13 v. H. erhöht. Die Ausfuhr ist gegenüber 1936 um 1143 Mill. Mark, d. h. nicht ganz ein Viertel, gestiegen. Zum weitaus größten Teil beruht diese Zunahme auf einer Erhöhung des Ausfuhrvolumens (+ 19 v. H.), jedoch sind auch die Aus-' fuhrpreise, die von 1935 auf 1936 noch rückgängig waren, etwas gestiegen (+ 4,4 v. H.). An der Steigerung der Ausfuhr waren — von der Ernährungswirtschaft abgesehen — alle Gruppen beteiligt. Verhältnismäßig am stärksten war die Zunahme bei Rohstoffen (Kohle); 'der Absatz von Fertigwaren lag (volumenmäßig) um rund 20 o. H. über dem Vorjahresumfang. Die Handelsbilanz schließt 1937 mit einem Ausfuhrüberschuß in Höhe von 443 Mill. Mark, gegenüber 550 Mill. Mark im Vorjahr ab. Die Verringerung des Ausfuhrüberschusses beruht ausschließlich auf der vermehrten Einfuhr lebenswichtiger Nahrungsmittel und Rohstoffe. iw 'S'sSfl ebner. nren ja -NI Öfe2?fer dl 2"F.bela, ’ Mn iMoth er (Bi - Snem Vericht.M Weit LeulW ' Mt hinstellte. 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