Nr. 247 Lrftes Blatt Zreitag, 21. Oktober 1938 188. Jahrgang Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche UniverfitStsdruckerei R. Lange tn Sietzen. 8chriftlettvng und Seschöstrftelle: Schulftratze 7 trldjetm täg Heb, auha Sonntag» und Feiertag» Beilagen: Die Illustriert» Gießener Jamthenblätter Heimat rm Bild Die Scholl» Monat». Sezugrpreir: Mit 4 Betlagen RM.I.95 Ohne Illustriert» . . 1.80 Zustellgebühr . -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt zernsprechanschlüsse enter Sammetnummer 2251 Anschrift für Drahtnach» richten Anzeiger Siehe» Postscheckkonto: Kronkfuri am Main 11686 Annahme von Anzeige« für die Mittagsnummer vts8'/,Uhr des Vormittag» Grundpreise für I mm hohe für Anzeigen von 22 mm Breit» 7 ^Rpf., für anzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach oorh. 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Gleichzeitig entbinde ich Sie unter Anerkennung der verständnisvollen IHitroir- fung aller Dienststellen von der Befugnis zur Ausübung der vollziehenden Gewalt 2Uit den sudetendeutschen Volksgenossen danktdasganzedeut- f cf) e Volk allen an der Befreiung des Sudetenlandes Beteiligten. Gez.: A d o l f h i f l e r." Tagesbefehl an das Heer. Berlin, 20. Oft (DRB.) Der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst von Brauchitsch, hat anläßlich der Uebergabe der Verwaltung des sudetendeutschen Gebietes folgenden Tagesbefehl erlassen: Die Ausgabe, die der Oberste Befehlshaber der Wehrmacht dem Heere gestellt hatte, ist mit dem heutigen Tage abgeschlossen. Ich daufe dem Heere für die in den letzten Monaten bewiesene Einfahbereitschast, Pflichterfüllung, Haltung und Manneszucht Unsere Arbeit gilt weiter dem Führer und dem Vaterlande. Der Oberbefehlshaber des Heeres. Gez.: von Brauchitfch, Generaloberst. Unter dem Schutz der deutschen Massen. Ein Briefwechsel zwischen Generaloberst von Brauchitsch und Reichskommissar Henlein. Berlin, 20. Oktober. (DNB.) Der Oberbefehlshaber des Heeres richtete aus Anlaß der Uebergabe der Verwaltung des sudetendeutschen Gebietes an den Reichskommissar Konrad Henlein folgendes Schreiben: Sehr geehrter Herr Reichskommissar! Die Besetzung des sudetendeutschen Gebietes ist nunmehr planmäßig vollendet. Die deutsche Wehrmacht hat Ihre sudetendeutsche Heimat unter den Schutz der deutschen Waffen gestellt. Damit ist der mir vom Führer und Obersten Befehlshaber der Wehrmacht erteilte Auftrag erfüllt. Der Führer hat mich auf meinen Antrag von der Verantwortung für die vorläufige Verwaltung des Sudetenlandes und der Betreuung seiner Bevölkerung mit Wirkung vom 20. Oktober 1938 entbunden. Diese Aufgabe geht demgemäß mit dem Ablauf des 20. Oktober in Ihre Hände über. Ich wünsche Ihnen für Ihre ver- antwortüTigsvolle Tätigkeit vollen Erfolg und hoffe zuversichtlich, daß Ihre Heimat bald die schweren Folgen fremder Bedrückung überwinden möge. Bei dieser Gelegenheit ist es mir ein Bedürfnis, Ihnen, sehr geehrter Herr Re.ichskommissar, und allen sudetendeutschen Volksgenossen meinen D a n k zu sagen für die herzliche Aufnahme, die alle Truppen in Ihrer Heimat gefunden haben. Mein besonderer Dank gilt der Sudetendeutschen Partei, dem stets einsatzbereiten Freikorps und allen wackeren Männern, die sich der deutschen Wehrmacht selbstlos zur Verfügung gestellt haben. Ich bin überzeugt, daß unsere vertrauensvolle Zusammenarbeit sich auch künftighin bewähren wird. heil dem Führer! gez. von Brauchitsch, Generaloberst und Oberbefehlshaber des Heeres. Der Reichs ko mm iss ar für die sudetendeutschen Gebiete richtete an den Oberbefehlshaber des Heeres folgendes Schreiben: Sehr geehrter Herr Generaloberst! Der Führer hat die frÄibe Bedrückung von uns genommen. Unter Ihrem Oberbefehl paben die deutschen' Truppen im Auftrage des Führers /und Reichskanzlers die Befreiung des Sudetendeutschtums und seiner Heimat durchgeführt. Ihre Truppen und Verwaltungsbehörden haben in vorbildlicher Weise und verständnisvoller Zusammenarbeit das Sudetendeutschtum betreut und in das größere Deutschland geleitet. Mit Ablauf des 20. Oktober 1938 übertragen Sie mir die von Ihnen vorläufig ausgeübte Verwaltung der sudetendeutschen Gebiete. Ich habe nunmehr gemäß dem Auftrage des Führers und Reichskanzlers den Sudetengau zu einem ft a r k e n und vollwertigen Glied des Reiches zu gestalten. .Ich bin gewiß, daß mich hierbei das ganze Sudetendeutschtum in alter Treue und Einsatzbereitschaft unterstützen wird. Ihnen, sehr geehrter Herr Generaloberst, Ihren Truppen und Verwaltungsbehörden danke ich nochmals herzlich fürdiehohe Einsatzbereitschaft und die große Fürsorge bei der Befreiung unseres Gebietes. Meinem Danke schließt sich das ganze Sudetendeutschtum an. Es hat diesen Dank nicht zuletzt durch die jubelnde und freudige Aufnahme der Soldaten des Führers be-, wiesen. Gleich Ihnen bin ich der festen Ueberzeu- gung, daß unsere Zusammenarbeit sich auch in Hinkunft stets bewähren wird. heil Hitler! gez. Konrad Henlein. Polizei und ff übernimmt den Schutz des Grenzgebietes! Lobositz, 20. Okt. (DNB.) Am Mittwoch drang nach dem Abzug der deutschen Truppen eine Bande von fünfzig Tschechen unter Führung eines tschechischen Offiziers in das diesseits der Demarkationslinie gelegene sudetendeutsche Ciskowitz-Schelkowitz ein. Die Bande, in der sich uniformierte Angehörige der tschecho-slowa- kischen Armek befanden, bedrängte die Bevölkerung, verlangte die Herausgabe der Führerbilder, die sofortige Beseitigung der Hakenkreuzfahnen sowie die Uebergabe von Geiseln. Ferner wurden, verschiedentlich Plünderungen versucht. Durch das Eingreifen von deutschen Zollbeamten und Schichpolizei mit Maschinenpistolen und Karabinern wurden die Tschechen über die Grenzlinie zurückgejagt. Während auf deutscher Seite ein Zollbeamter durch einen Streifschuß leicht verletzt wurde, ließen die Tschechen fünf Tote zurück. In einer Ortschaft südwestlich von Gablonz waren tschechische Zollbeamte auf deutschem Gebiet erschienen und hatten unter der tschechischen Minderheit Zusammenrottungen verursacht. Sie wurden von der deutschen Bevölkerung über die Demarkationslinie zurückgetrieben. In einzelnen Ortschaften der Besatzungszone 111 versuchten tschechische Insurgenten im Verein mit Kommunisten durch Abreißen von Hakenkreuzfähnchen, durch Durchschneiden von Fernsprechkabeln und ähnliche Sabotageakte Unruhe zu stiften. Da auch in anderen Gebieten nach der Räumung durch die Wehrmacht ähnliche Zwischenfälle zu befürchten sind, wurden zur Beruhigung der Bevölkerung in die gefährdeten Ortschaften st ä r f e r e Kräfte Ordnungspolizei und ff g e - legt, teilweise motorisiert, die jedem Uebergriff tschechischer Banden sofort mit Waffengewalt entgegentreten und für die Sicherheit in diesen Gebieten volle Gewähr leisten. Deutsche Wehr. Noch einmal ist der Führer in das befreite Sudetendeutschland gefahren, um auch den Volksgenossen des südlichen Böhmer Waldes das Glück und die Freude seines Besuches zu schenken, die als Bewohner der Besetzungszone I zu allererst die Wiedervereinigung mit dem Reich erfuhren. Es waren dieselben Ausbrüchs eines überströmenden Dankgefühls und eines unfaßbaren Glücks, die dem Führer hier ebenso entgegenschlugen wie in den anderen Landesteilen. Ader das Bild der Landschaft und die Art der Kundgebungen hatten doch schon andere, friedensmäßigere Züge, denn inzwischen ist nicht nur der tschechische Spuk ganz verflogen, sondern es hat auch bereits der friedliche Wiederaufbau des Zerstörten begonnen, wobei neben den sonstigen Organisationen dec deutschen Volksgemeinschaft vor allem die deutsche Wehrmacht ihre tatkräftige Hilfe lieh. Jetzt, nachdem die Aufgabe, die Heer und Luftwaffe bei der Wiedereingliederung des sudetendeutschen Gebietes übernommen haben, im wesentlichen beendet ist, muß man im Rückblick noch einmal den ungeheuren Eindruck feststellsn, den unsere Soldaten bei dieser Gelegenheit hinterlassen haben. Sie sind, mit dem Führer an der Spitze, nicht als militärische, sondern als moralische Eroberer gekommen, und doch bot ihr Einzug das Bild einer glänzenden militärischen Machtentfaltung, die mit der Präzision eines Uhrwerks abrollte. Wie ein sorgfältig gegliedertes Instrument stand die Wehrmacht'dem Führer zur Verfügung, zu jeder Zeit einsatzbereit, an keiner Stelle auffällig, aber als es darauf ankam, zu handeln, war sie mit ihrer gewaltigen und zusammengefaßten Kraft zur Stelle. Nach außen hat sich das gewiß alles reibungslos vollzogen, allein um das zu erreichen, mußte innen eine Arbeit geleistet werden, die nicht nur mühsam war, sondern auch an Geist und Nerven von Truppen und Führung die denkbar höchsten Anforderungen gestellt hat. Die Wehrmacht hat bei diesem Einmarsch auch bewiesen, daß sie im Sinne der Größe ihrer Aufgabe und ihrer Verantwortung vor Führer und Nation soldatisch und menschlich zugleich handeln kann. Dor dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht war es die soldatisch nicht einfache Pflicht der tschechischen Truppen, sich znrückzuziehen, und die Aufgabe der deutschen, ihr zu folgen mit einer Distanz, die die Achtung vor den Truppen jenseits der Grenze in ritterlicher Form ausdrückte. Daß das ohne Reibungen gelungen ist, daß es an keiner Stelle Zwischenfälle gegeben hat, das beweist, daß die Disziplin der deutschen Wehrmacht sich mit jener vornehmen Ritterlichkeit paart, wie sie nur einem Volke eigen sein kann, das feit mehr als einem Jahrhundert daran gewöhnt ist ein Volk in Waffen zu fein. Alles hat sich ineinander gefügt, alles fyat sich so abgewickelt, wie es voraus berechnet war, alles ging am Schnürchen. Wir sehen daran wieder, wie in der Wehrmacht gearbeitet worden ist, unermüdlich zu jeder Zeit und in allen Verbänden. Nicht nur die Sudetendeutschen, welche die brüderliche Hilfe ihrer feldgrauen Befreier gerne annahmen und auf die rührendste Weise zu vergelten suchten, waren begeistert., Auch das Ausland wurde aufmerksam und hat der Leistung, welche die deutschen Truppen bei ihrem Einmarsch vollbrachten, höchste Anerkennung und Bewunderung gezollt. Mit Recht dürfen wir deshalb stolz sein auf unsere vom Führer neugeschaffene Wehrmacht. Mit Recht dürfen wir ihren Geist und ihre Ausrüstung rühmen, denn diese Faktoren sind es ja gewesen, die gewisse Großmächte dazu bewogen haben, von einer militärischen Intervention zu Gunsten der alten Tschecho-Slowakei Abstand zu nehmen. Der absoluten milHärischen Bereitschaft der deutschen Wehrmacht und ihrer waffenmäßigen Überlegenheit, aber auch der Entschlossenheit des ganzen deutschen Volkes, wenn notwendig mit der Waffe in der Hand die Befehle des Führers zu vollziehen, verdanken drei Millionen Sudetendeutsche und sieben Millionen Ostmärker die Befreiung ihrer Heimat, verdankt die Welt die Erhaltung des Friedens. Gewichtige ausländische Pressekommentare und Aeußerungen maßgebender Politiker haben diese Tatsache wiederholt anerkannt, so daß wir keinen Grund haben, das Licht unserer wohlgerüsteten Wehrmacht unter den Scheffel zu stellen. H. Ev. Wir sind vom Glück gesegnet worden. Die Vorsehung hat es uns gestattet, daß, was ein schwaches Geschlecht versäumt hatte, wiedergutzumachen. Sie hat es uns ermöglicht, unser Volk wieder im Innern zur Ordnung zu führen, die Zwietracht zu beseitigen, den Bruderkrieg und -haß zu überwinden und endlich viele Millionen Deutsche, die schon verloren zu sein schienen, hineinzuführen in unser großes gemeinsames Reich. Das Jahr 1938 wird in der Geschichte ein denkwürdiges sein! Rund zehn Millionen Volksgenossen und weit über 100 000 Quadratkilometer Land haben wir in diesem Jahre dem Deutschen Reich und damit dem deutschen Volkstumzu- fügen und damit für ewige Zeiten sichern können. Und das ist uns gelungen, ohne daß es notwendig war, zum letzten Einsatz zu schreiten. Dies konnte aber nur möglich werden, weil wir gerüstet waren für diesen letzten Einsatz und entschlossen, wenn notwendig, ihn auch vorzunehmen. Dafür, daß uns und so vielen deutschen Volksgenossen dieses Leid erspart geblieben ist, danken wir dem Herrgott. Wir geloben ihm. daß wir erst recht unsere Pflicht erfüllen, alles zu tun, was unserem Volke nutzen kann, und alles zu unterlassen, was ihm Schaden zufügen könnte. Das wollen wir versprechen als Volksgenossen dieses gewaltigen großen Deutschen Reiches, Oes Führers Besuch im Böhmerwold. - Das obere Moldauial huldigt seinem Befreier. Kalschi ng (Böhmer Wald), 20. Okt. (DNB.) Durch ein Spalier jubelnder Menschenmassen hat der Führer, wie schon kurz gemeldet, Linz verlassen, um das sudetendeutfche Gebiet der oberen Moldau unb&es Böhmer Waldes zu besuchen. Die Fahrt führte zunächst durch den Haselgraben, jene alte Straße, die früher für die Salzlieferungen von Linz nach Prag benutzt wurde. Die Berge des Mühlviertels erheben sich. Nach etwa 30 Kilometer Fahrt ist die Grenze bei Weigetschlag erreicht. Nur ein paar Häuser stehen dort mitten in dem land reichen hügeligen Gelände, durch das die Straße sich dahinzieht. Die Gegend des südöstlichen Böhmer Waldes ist arm an Bodenschätzen, sie ist auch sehr hoch, so daß kaum ein Korn- und Getreideanbau möglich ift So ist die Bevölkerung arm, und die wenigen Häuser, die verstreut an den Hügeln liegen, sind klein und strohbedeckt. Aber die Bevölkerung ist urdeutsch und treu. Schon 1918 hatte dieses Land sich an Oberösterreich angeschlossen, und österreichische Dolkswehr hatte es besetzt. Dann aber kamen die Tschechen und trieben die schwachen Kräfte zurück. Nun ift kein Haus ohne Schmuck, auch das ärmste trägt noch eine Hakenkreuzfahne, ein Bild des Führers oder einen Spruch. Ueberall grüßt den Führer Glockengeläut, grüßen ihn Triumphpforten und Spruchbänder. Bei der Einfahrt in die kleine Stadt Hohenfurth spannt sich ein Spruchband über die Straße: „Grüß Gott im deutschen Böhmer Wald". Wir passieren Rosenberg an der Moldau, von einer alten Burg überragt. Wenig später mußte der Führer in der Reinen Gemeinde O11au halten und sich jn das Buch der Gemeinde eintragen. Dann tauchen an der Moldau riesige Stapel von Holz auf. Kilometerlang. Es sind die Vorräte der größten Papierfabrik, die die Tschecho-Slowakei einmal besaß, die Papierfabrik Pötschmühle. Die gesamte rein deutsche Arbeiterschaft in einer Stärke von 1700 Mann ist angetreten und jubelt dem Führer begeistert zu. Unablässig heulen die Sirenen. Kurz nach 11 Uhr trifft der Führer in Kru - mau ein. Ein ohrenbetäubender Jubel durchbraust die engen Gassen. Auf dem Marktplatz sind die deutschen Truppen angetreten unter der Führung von General Ritter von Schobert. Der Führer schreitet bie. Front ab. Er begrüßt die alten Kämpfer der NSDAP, aus Krumau. Er schreitet auch die Front der SA. ab, dahinter steht HI. und BDM. In dem Senatssaal des Rathauses trägt der Führer sich in das Gedenkbuch der Stadt Krumau ein. Dann tritt er auf die Tribüne vor dem Rathaus. Stürmische Heil- und Dankrufe schlagen ihm entgegen. Nur mühsam konnte Konrad Henlein Ruhe schaffen. Er dankt dem Führer in bewegten Der Nhrer spricht. Dann dankt der Führer den Böhmerwäldern mit folgender Ansprache: Deutsche! Volksgenossen und Dolksgenossinnen! Meine Böhmerwäldler! Wenn ich euch heute hier als neue Bürger und Angehörige unseres großen Deutschen Reiches begrüßen kann, bann möchte ich euch zunächst dafür danken, daß ihr eurem Volkstum treu geblieben seid und den Glauben an das große deutsche Volk und Reich nicht verloren habt. Ihr aber müßt den vielen Millionen Deutschen danken, die im Reiche bereit waren, für euch, für die deutschen Menschen in diesem Lande, wenn notwendig, die schwer st en Opfer auf sich zu nehmen. Denn Deutschland mar bereit und entsch 1 osy- fen, wenn es anders nicht gegangen wäre, auch mit dem letzten Einsatz euch frei zu machen! Ihr werdet nun das Glück erleben, Angehörige eines so großen Reiches zu sein, eines Reiches, dos von Königsberg bis nach Aachen reicht, von Hamburg und Schleswig-Holstein bis zu den Karawanken, und in dessen Mitte ihr nun eingebettet seid. Es war ein sehr schwerer Weg, um zu diesem Reiche zu kommen. Diele Jahrhunderte lang mußte gekämpft werden, und unsere Generation hat in den letzten Jahrzehnten besonders schwere Opfer bringen müssen. Das muß uns dieses Reich b öppe lt.te ue r machen! Worten dafür, daß er den Weg nicht gescheut habe, um in dieses schöne, aber auch so arme Land des Böhmer Waldes zu kommen. „Wir alle können es ja immer noch nicht fassen, was es heißt, frei z u fein, endlich frei zu sein." Im Namen des sudeten- deutschen Volkes gelobte Konrad Henlein, daß die befreiten Volksgenossen nicht durch Worte, sondern durch Taten ihren unauslöschlichen Dank an den Führer zum Ausdruck bringen und mit allen ihren Kräften sich stets'hinter das ganze Deutsche Reich stellen wollen. So wie dieses Reich bereif ist, für jeden einzelnen einzufrefen, so hak auch jeder einzelne Deutsche die Pflicht, sein ganzes Dasein diesem Reich und dieser Gemeinschaft zur Verfügung zu stellen! Deutschland kann uns allen nicht mehr geben, als wir bereit sind, Deutschland selbst zu geben! Wie viele Deutsche, die nicht das Glück besitzen, zu unserer Gemeinschaft zu gehören, würden dafür gerne alles opfern. Es ist ihnen verwehrt. Hm so dankbarer müssen jene sein, die dieses Glückes nun teilhaftig fein dürfen! Das kann für uns nur eine Verpflichtung in sich bergen, alles zu tun, was zum Ruhen dieses Reiches dient, alle persönlichen Interessen in demselben Augenblick zurückzustellen, in dem das größere deutsche Interesse es erfordert. Denn: Wir einzelne sind nichts, unser Volk ist alles! Wenn unser deutsches Volk zugrunde geht, geht jeder einzelne Deutsche mit zugrunde! Wenn unser großes Deutsches Reich aber wieder mächtig und stark emporblüht, wird ein Schimmer dieses Glückes auf jeden einzelnen Deutschen fallen! wir alle leben in Deutschland und leben mit Deutschland! Dies muß als heilige Verpflichtung unser Bekenntnis sein in diesen so denkwürdigen - und ergreifenden Stunden. Gerüstet und entschlossen zum letzten Einsatz. dem wir verschworen sind, solange wir leben, mit Leib und Seele! Unser deutsches Volk und Reich — Sieg-Heil! Das Siegheil des Führers nehmen die Böhmerländer mit nicht endenwollender Begeisterung aus und bereiten dem Führer noch bei seiner Abfahrt stürmische Kundgebungen. An der neuen Grenze. Begeisterter Jubel umgibt den Führer auch bei seiner Rückfahrt nach Linz. Der Führer verließ die Stadt in der Richtung auf die neue Grenze. Das Budweiser Tor, das er durchfährt, zeigt die schweren Einschläge tschechischer Granaten, die noch am 2. Oktober von einem tschechischen Panzerzug abgefeuert wurden. Wenige Kilometer hinter Krumau treffen wir auf eine tschechische Befestigungslmie mit Betonbunkern und Tanksallen, die mitten durch das deutsche Dorf Krenau gelegt sind. Weiter ging die Fahrt nach Kalsching, dem letzten Ort vor der neuen Grenze. Hier nimmt der Führer ein kurzes Mittagessen ein. Immer wieder schlägt der Jubel in das kleine Gasthaus hinein. Der Führer begrüßt die alten Kämpfer der Bewegung und. die Formatio- nen. Der Bürgermeister überreicht ihm die Ehrenbürgerurkunde von Kalsching. Dann geht die Fahrt auf den Schöninger Berg, einen hochragenden, weitgestreckten Rücken mit wundervollem Waldbestand. der auf seiner Höhe einen Aussichtsturm trägt, von dem man einen weiten Blick hat in die herrliche Berglandschaft des Böhmerwaldes. Nicht weit von dieser Höhe -läuft die neue deutsch-tschechische Grenze. Die Fahrt geht nun wieder auf derselben Strecke nach Linz zurück. Immer wieder muß der Wagen des Führers halten. Immer wieder werden Blumen hineingereicht, und jede kleine Gemeinde 'bittet ihn, sich doch in ihr Gedenkbuch einzutragen. Per Führer kommt dem Wunsche stets nach und erweckt damit neue jubelnde Huldigungen. In Krumau wird dem Führer noch ein großes Oelgemälde in den Wagen hineingereicht, das eine Ansicht der Stadt gibt. Am Nachmittag ddnn trifft der Führer in Linz wieder ein. Kopf an Kops stehen die Menschen viele Glieder tief und jubeln Dem Führer zu.Auf dem weiten Bahnhofs- oorplak stehen die jungen Mädchen von Linz in ihren schmucken Trachten. Gegen Abend trifft der Führer wieder auf dem Berghof ein. Ihn begleiten die Gedanken von Tausenden, die ihn heute haben sehen können. Der Arbeitseinsatz in den sudetendeutschen Gebieten. Berlin, 20. Oft. (DNB.) Durch die reichsdeutschen Grenzarbeitsämter sind besondere Dienststellen der Reichsanstalt in den sudetendeutschen Gebieten errichtet worden. Zwei große Aufgaben stehen im Vordergrund: die beschleunigte Unterbringung der einsatzfähigen Arbeitslosen und die Gewährung einer angemessenen Arheitslosenunterstützu'ng für den Fall, daß nicht alle Arbeitslosen sofort wieder Arbeit und Brot finden werden. Die Arbeitslosenunterstützung, die weit über die bisherige tschechische Arbeitslosenhilfe hinausgeht, sofern an Sudetendeutsche überhaupt Unterstützung gegeben wurde, wird einheitlich ab 10. Oktober 1938 gewährt. Die ersten Auszahlungen sind bereits erfolgt. Zum Sonderbeauftragten der Reichsanstalt für die sudetendeutschen Gebiete mit dem Sitz in Reichenberg ist der Präsident des Landesarbeitsamtes Pommern, Dr. Böen in g, ernannt worden. Die auf dem Gebiete des Arbeitseinsatzes erforderliche Aufbauarbeit verträgt keinerlei Störungen. Sine selbständige Anwerbung von sudetendeutschen Arbeitskräften durch Vertreter reichsdeutscher Betriebe in den sudetendeutschen Gebieten kann deshalb nicht geduldet werden. Soweit besonders vordringliche Anforderungen staatspolitisch wichtiger Betrieoe vorliegen, sind sie der Hauptstelle der Reichsanstalt in Berlin namhaft zu machen, die von sich aus nach Prüfung der Dringlichkeit die Weiterleitung an den Sonderbeauftragten in Reichenberg veranlassen wird. Der doppelte Oskar. (Line Geschichte von Peter Mattheus. Herr Hinrich Bohmann kam von einer Geburtstagsfeier. Es war spät geworden. Im Mondlicht batterte er den Fußweg entlang, der hinunter zum Fluß führte. Es kam ihm vor, als sei dieser Fußweg gewundener als sonst. Jedenfalls bewegte sich Herr Hinrich Bohmann ziemlich im Zickzack. In der Nähe des Flusses, dicht an der Mauer des Zoologischen Gartens, lag Herrn tzBohmanns Wohnung. Es nxir kein richtiges Haus. Es war eine Wohnlaube. Ein Gemisch von Ziegeln, Fachwerk und Holz. Leicht und luftig, aber gemütlich. Ein Zimmer, eine Küche und ein winziger Vorraum. Mehr brauchten Bohmanns nicht. Kinder waren noch nicht vorhanden. Und Oskar, der Hund, schlief nachts im Vorraum.^ Ein Anbau war noch da, in dem Brennholz, Gartengeräte und alte Blumentöpfe aufbewahrt wurden. Das Ganze stand in einem mäßig großen Garten, der rundum von einem Lattenzaun umgeben war. Herr Bohmann öffnete die Pforte dieses Zaunes und steuerte seine Haustür an. Er kam in voller Fahrt angerauscht. Dann stutzte er plötzlich und blieb leise schwankend stehen. In dem Winkel zwischen Tür und Anbau saß ein grauer Schäferhund. „Oskar? Nanu —?!" sagte Herr Bohmann mit heiserem Flüstern. „Hat dich Frauchen rausgesetzt? Wieso?" Der Hund tat das, was alle Hunde tun. Er antwortete nicht. Er bewegte aber auch nicht einmal den Schwanz. Er saß nur da und guckte Herrn Bohmann an. Und seine Augen hatten einen unfreundlichen grünen Schimmer. Herr Bohmann war erstaunt. „Was ist denn los, Oskar? Kennst mich wohl nicht?" sagte er etwas lauter und tat einen Schritt auf den Hund zu. „Komm mal her!" Der Hund fletschte deutlich sichtbar die Zähne, und seine Augen funkelten noch grüner. Sehr, sehr unfreundlich. Unverkennbar feindselig. Herr Bohmann war nicht mehr erstaunt. Er war wütend: „Oskar? Was —! Die Zähne willst du mir blecken?" brach er los. „Warte, du verdammichte Kröte — dir werd' ich zeigen!" Er war ein großer und sehr kräftiger Mann. Für den Augenblick verdrängte der Zorn jegliches Schwanken. Im Nu riß er die Tür zum Anbau auf. In der nächsten Sekunde packte er — ohne zu fackeln — den wild um sich schnappenden Hund Oer Aufbau des Arbeitsdienstes im Sudetengau. Teplitz-Schönau, 21. DEL (DNB.) Generalarbeitsführer v. Gönner, Inspekteur des Dienstamtes in der Reichsleitung des Reichsarbeitsdienstes, der in der Ostmark den Aufbau des Reichsarbeitsdienstes leitete, erklärte, die Aufgaben, die dem Reichsarbeitsdienst in Zukunft in den sudetendeutschen Gebieten gestellt seien, unterschieden sich grundsäglich nicht von denen im Alt- reich. Es wurden gebildet ein bis zwei Arbeits- aaue, 13 bis 15 Arbeitsdienstgruppen mit etwa 100 Arbeitsdienstabteilungen; jede Abteilung habe eine beim Nackenfell und beförderte ihn mit Schwung zwischen die Blumentöpfe. Die Tür flog mit einem Krach au. Der Riegel wurde vorgeschoben. „Verdammichte «töte!" sagte Herr Bohmann noch einmal tief aufatmend. Dann öffnete er seine Wohnungstür und prallte zurück. Aus dem dunklen Vorraum sprang ihm schweifwedelnd ein grauer Schäferhund entgegen und hüpfte freudig blaffend um ihn herum. „Meine Herren! Wieso denn?" sagte Herr Bohmann fassungslos und griff sich mit zitternder Hand an die Stirn. „Noch einer? Wieso noch einer? Ogottogottogott — sechs Gläser Bier und vier Korn! Das kann doch nicht... das wird doch nicht am Ende..." Sein Gedankengang wurde jäh durch eine laute Stimme unterbrochen, die von der Gitterpforte her „He — Sie!" rief. Herr Bohmann drehte sich um. Dort stand — an der Uniform kenntlich — einer der Wärter des Zoologischen Gartens und hielt in der einen Hand eine Taschenlampe, in der anderen ein Gewehr. „He — Sie! Haben Sie hier herum einen Wolf gesehen?" fragte er. „Nö", sagte Herr Bohmann geistesabwesend. „Bestimmt nicht? Mann, Sie schlafen ja! Haben Sie überhaupt schon mal einen Wolf gesehen?" „Nö", sagte Herr Bohmann und scyüttelte schwermütig den Kopf. „Sechs Mollen und vier Korn! Ob man wohl davon —" „Ach, hören Sie doch auf!" schrie der Wärter ärgerlich. „Was sollen denn jetzt die Mollen und der Korn? Wix reden hier vorn Wolf. Einer ist uns ausgenommen. Graues Tier. Nicht ungefährlich, müssen Sie wissen. Sieht aus roie’n Hund. Wie ein Schäferhund etwa ..." „Hä —? Schäferhund?" fragte Herr Bohmann plötzlich schrill. „Ja — ungefähr so", sagte der Wärter. „Haben Sie ihn gesehen?" Herr Bohmann stand eine Weile stumm da und schnappte nach Luft. Man sah ihm an, daß er die Beute einer heftigen Gemütsbewegung war. Dann endlich hob er die Hand und deutete mit dem Daumen über Jbie Schulter zum Anbau. „Da ist er drin", sagte er. „Machen Sie keine Witze", sagte der Wärter. „Ist kein Witz", sagte Herr Bohmann. „Hab ihn selber reingefeuert. Ich dachte, es ist Oskar." Was bann kam, ging ziemlich rasch. Der Wärter trillerte auf einer Signalpfeife, und bald waren noch andere Wärter zur Stelle, die auf einem Wägelchen einen Transportkäfig mit sich führten. Während sie damit beschäftigt waren, den Wolf aus dem Anbau heraus in den Käfig zu bringen, Stärke von etwa 200 Führern unb Männern. Das an den Arbeitsgau XIX (Regensburg) angrenzende Gebiet von der Fürther Senke bis einschließlich Prachatitz komme zu diesem Gau, das Gebiet von Böhmisch-Krumau bis zur Ostarenze zur Ostmark. Mit der Aufbauarbeit im Nordsudetenland habe der Reichsarbeitsführer den bisherigen Stabschef des Sudetendeutschen Freikorps, Senator Hauptmann a. D. Pfrogner, beauftragt. Ebenfalls sofort beginne im Sudetenland der Aufbau des Arbeitsdienstes für die weibliche Jugend. Zu seiner Verwirklichung würden aufgestellt: eine Bezirksleitung und sieben Lagergruppen mit etwa 70 Lagern. Die Belegschaft jedes Lagers betrage 40 Arbeitsmaiden und Führerinnen. rechkigt, die größte Bedeutung der (Er- flärung beizumesfen, die Herr Hitler und Mister Chamberlain abgegeben haben." Hier sei, erklärte Hoare weiter, in der Tat eine konkrete Tatsache, die ihn davon überzeuge, daß mit Geduld, Zurückhaltung und der Bereit- s ch a f t, die verschiedenen Standpunkte zu verstehen, es möglich sei, die Gräben zu füllen, die Europa in feindliche Lager geteilt hätten, und wieder einmal die Gemeinschaft derNationen zu schaffen, auf deren Grundlage der Frieden der leiden- den Menschheit zurückgegeben werden könne. Die Po- litik der Regierung, so schloß Hoare, habe zwei Ziele: , Friede mit dem Auslande und Sicherheit in der Heimat. * Die Rede Hoares wird von den Londoner Blättern besonders insofern gewürdigt, als Hoare sich mit dem Ausbau des britischen Derteidigungs- snstems und ii^sbesondere mit dem Luftschutz befaßt hat. Die „Times" erklärt, Hoares Rede fei äußerst wichtig, denn er habe während der Krise fast in ständiger Verbindung mit Chamberlain gestanden, und man könne daher annehmen, daß seine Ausführungen die Gedanken des Premierministers widerspiegeln. Um so bemerkenswerter sei es, daß er die Zukunft mit einem „yedärnvfien Optimismus" sehe. Im Vordergrund seiner Argumente habe selbstverständlich die Münchener Friedenserklärung gestanden Gerade dieses Dokument sei von pessimistischen Zynikern angegriffen worden. Sie hätten an dem Mut Chamberlains und an seinem guten Glauben an den Verhandlungspartner gezweifelt. Mit beiden habe Hoare abgerechnet. Die Worte des Innenministers, wonach der Führer den Flottenvertrag in Wort und Geist gehalten habe, werden von dem der Regierung nahestehenden Blatt besonders unterstrichen. Sicherlich habe Hitler das ganze deutsche Volk hinter sich gehabt. Reisende, die aus Deutschland kämen, bestätigten das immer wieder. Die W'nw des Kabinetts Chambe^a n. London, 21. DH. (Europapreß.> Die durch das Stillschweigen der Regierung über die bisherigen Ergebnisse der hinter verschlossenen Türen geführten Besprechungen enttäuschte Presse roul wissen, Ministerpräsident Chamberlain werde während des Wochenendes, „vielleicht auch schon am Freitag", die Namen der Männer bekanntgeben, die a n Stelle von Duff-Cooper und Lord Stanley in das Kabinett eintreten werden. Man ist sich klar darüber, daß bald etwas geschehen muß, zumal der Posten des Ersten Lords der Admiralität bereits seit 1. Oktober frei ist. Daß sich Ministerpräsident Chamberlain drei Wochen Zeit nimmt, um einen neuen Marinminister zu bestimmen, erscheint der Oeffentuchkeit verwunderlich. Reuter schreibt, daß man sich in zuständigen Kreisen in Anbetracht der Erfahrungen, die man während der Krise oemadjt habe, allgemein für die Schaffung eines Muni- tionsminifterium«-' ausspreche. Ein endgültiger Entscheid werde all.rdings noch nicht in dieser Woche zu erwarten fein. Dir italienischen Freiwilligen in Reopel begeistert empfcn^ n. »Italiens Politik im SPanicnkonflikt bleibt unverändert " Neapel, 20. Oft. (DNB.) Der Empfang der 10 000 nach zweijährigem harten Ringen aus Spanien in die Heimat zurückkehrenden italienischen Freiwilligen gestaltete sich zu einem eindrucksvollen Ereignis. Die beiden Divisionen „23. März" und „Littorio" waren unter Führung des Befehlshabers der italienischen Legionäre, General Berti, und der Generäle Bergonzoli und F r a n c i s c i nach Verlassen der vier Transportdampfer auf der Hafenmole angetre- t c n. Kurz nach 15 Uhr erschien der König und Kaiser, der, gefolgt vom Kronprinzen, den Ministern Graf Ciano und Alfieri, dem Parteisekretär Minister Starace, den Staatssekretären in den Die innerpoiUche Eniwilklung in Frankreich. Regierungserweiterung anstatt Kammerauflösung? Paris, 21. Oft. (Europapreß.) Der Gedanke einer Kammerauflösung hat über Nacht bedeutend an Boden verloren. Jn^politischen Kreisen versichert man, Ministerpräsident Daladier, denke gegenwärtig eher an eine Erweiterung seiner Regierung nach rechts und links. Der Sozialistenführer L6on Blum soll dem Ministerpräsidenten gefagt haben, daß eine Auflösung nichts nütze, wenn nicht vorher die Wahlreform durchgeführt werde, und daß die Verabschiedung einer derartigen Reform durch bas Parlament vielleicht auf unerwartete Schwierigkeiten stoßen könnte. Außerbem würben Neuwahlen nicht bie entscheibenbe Klärung in ben Mehrheitsoerhält- nissen bringen, wenn bas ßanb nicht durch ein klares Programm unb burch eine schlagkräftige Formel genau wisse, warum unb wofür es wähle. Aber wever ein Programm, noch Formeln schienen gefunben zu sein. Die Argumente Blums, bie zum Teil auch von ben Rechtskreisen gebraucht werben, scheinen auf ben Ministerpräsibenten Einbruck gemacht zu haben. Deshalb glaubt man, baß bie Regierung burch eine Erweiterung nach rechts unb links unb mit einem großzügigen Programm über bie Wieber- aufrichtung unb Aufrüstung bes Laubes arbeiten könne. Jebenfalls ist bie Frage ber Schaffung eines Rüstungsministeriums in aller Munbe. In ben Wanbelgängen ber Kammer ging sogar bas Gerücht um, Ministerpräsident Daladier habe dieses Ministerium dem Sozialistenführer Löon Blum angeboten. Von ber neuen verwirklichten Regierungsmehrheit würben sowohl bie Kommuni st en als auch bie Rechtsextremisten ausgeschlossen werben. Die Kommunisten haben erneut scharf gegen Daladier Stellung genommen. Andererseits will die größte Rechtspartei, bie Republikanische Föderation Louis Marins, mit den Sozialisten nicht Zusammenarbeiten, da sie bie Sozialisten für bie wirtschaftlichen, finanziellen unb politischen Rückschläge Frankreichs ber letzten beiben Jahre verantwortlich macht. Man ist also in Wirklichkeit noch in völliger Ungewißheit, zumal Minister- präsibent Dalabier auch weiterhin zu zögern scheint, eine enbgültige Entscheidung vor dem radikal- sozialistischen Parteitag Ende nächster Woche zu treffen. Gemeinschaft der Nationen — Grundlage des Friedens. Oer Führer hat das Flo-ttenabkommen dem Buchstaben und dem Geist nach gehalten. - Oie Münchener Friedenserklärung hat ihren vollen Wert. London, 2'1. Oft. (DNB.) Der britische Innenminister Sir Samuel Hoare beschäftigte sich in einer Rede mit den deutschen Pres festirn- men zur britischen Aufrüstungspolitik. Wenn Großbritannien, so fragte er, eine neue Friedensepoche beginne, welche Rechtfertigung gebe es dann für größere Anstrengungen auf dem Gebiete der Aufrüstung? Das sei die Frage, die in der deutschen Presse aufgeworfen worden sei. Er stimme mit dem Führer überein, wenn er sage, daß ein starker Staat jederzeit bereit fein könne, eine Politik der Verständigung mit den umgebenden Staaten zu verfolgen. Das britische Interesse bestehe im Frieden, und die britische Stärke werde sicher in die Waagschale des Friedens geworfen werden. Keine dem Frieden zuneigende Nation brauche die britischen Waffen zu fürchten. Sir Samuel Hoare erklärte weiter, er teile nicht die pessimistischen Ansichten, die einige Leute über die Münchener Vereinbarung hätten. Wenn er diese Ansicht teilte, würde er zu Der Heber» zeugung gezwungen sein, daß England einen Präventivkrieg gegen bie Diktatoren führen müsse. Die Blätter ber Geschichte seien aber mit ben Fehlschlägen, ben Verwerflichkeiten unb ben Katastrophen ber Präventivkriege gefüllt. haare verlas hierauf die Münchener deutsch- englische Erklärung und stellte dann fest, er sei ebenso überzeugt, daß es ohne freundschaftliche Beziehungen zwischen England und Deutschland keinen dauerhaften Frieden in der Welt geben könne. Aber er gehe noch weiter und sage, daß er aus eigener Ersah- rung diese Ansicht bestätigen könne. 3m 3uni 1935 hätte er das englisch-deutsche F l o t t e n a b k o m m e n für die britische Regierung zusammen mit Außenminister von Ribbentrop unterzeichnet. „3ch wurde", erklärt er, „mit einem Sturm der Kritik im Unterhaus begrüßt, und es wurde mir gesagt, daß das Abkommen schlimmer als ein verbrechen sei. Es sei ein Fehler, weil kein Diktator je sein IDo# gehalten habe. 3ch bin heute hier als der Mann, der als Außenminister den Vertrag gemacht hat und der nachher Marineminister war, der also die beste Möglichkeit zu der Feststellung hatte, ob er durchgeführt wurde oder nicht. 3ch bin hier, um zu sagen, daß Herr Hitler das Abkommen eingehalten hat, ein Abkommen, das, wie Sie sich erinnern werden, die deutsche Flotte aus 35 v. h. der britischen beschränkt; und er hat es dem B u ch st a b e n und dem Geiste nach eingehalten, hier ist in der Tat eine konkrete Tatsache, die nicht bestritten werden kann, und die mich bestellte sich ein sehr netter Herr Herrn Bohmann als Direktor des Zoologischen Gartens vor unb schüttelte ihm warm bie Hanb. Unb ein anberer Herr zog Notizbuch unb Bleistift aus der Tasche unb bat um nähere Angaben. Unb bie kriegte er benn auch. So kam es, baß Herr Bohmann sich am nächsten Morgen in ber Zeitung fand. Es war recht schmeichelhaft, was er über fich las. Sein Mut würbe sehr gelobt. Die Tatsache, baß er einen lebendigen Wolf einfach mit zwei Händen gegriffen hatte, wurde gebührend hervorgehoben. „Weißt du", sagte er nicht ohne Stolz zu seiner Frau, „wenn man so bedenkt, was sechs Glas Bier unb vier Korn —" „Wie —???" fragte Frau Bohmann ziemlich scharf. „Ach so ... hm ... na ja", sagte Herr Bohmann etwas verlegen unb bückte sich, um bem richtigen Oskar ben Kopf zu kraulen. „Immerhin — ist ja nun alles in Drbnung, nicht? Ist ja alles in schönster Drbnung." Lichtspielhaus: »Oie Eiskön gin " Sonja H e n i e, in Deutschlanb unter bem zärtlich- volkstümlichen Rufnamen Häseken bekannt, ist vor einiger Zeil nach Amer.ta zum Fiirn gegangen. Fox präsentiert jetzt, in beutscher Sprache, bas Ergebnis, । unb es erweist sich, baß Häseken, bie burch ihre Eislauf-Kunst unzählige Sportfreund (unb nicht nur Sportfreund) in Entzücken versetzte, sich drüoen womöglich noch vervollkommnet hat. ES ist ein ästhetisch Vergnügen, ihr zuzusehen; sie hat ben Eislauf zu einer Vollkommenheit gesteigert, bie dr Weltmeisterschaft roürbig ist. Sie bewegt sich auf dr spiegelnden Fläche mit einer schwebenben Eleganz unb Präzision, bie keine Schwierigkeiten zu kennen scheint. Sie tanzt auf bem Eise wie andre auf ber Bühne, lächelnb hingegeben an bas wirbelnde Spiel ihrer Figuren unb an bie begleitend Melodie. Was ber Film (Regie: Roy b e l R u t h) um bie Eislauf- Szenen ber Henie herumkomponiert hat, teils Liebesgeschichte, teils Revue auf der Eisbahn, entspricht eher bem amerikanischen als unferm Geschmack. (Wir empfinben beispielsweise ftepenbe Jnbianer unb befrackte Herren auf Schlittschuhen, gelind gesagt, als Stilwibrigkeiten) Don Häsekens Partnern seien Don Ameche, Cesar Romero, Ethel Merman, Joan Hershvlt unb Billy Gilbert genannt. — Im Beiprogramm sieht man neben einem Kulturfilm („Wunder der Natur") einen großen Bilbbericht ber Fox-Wochenschau über bie Ereignisse währenb der europäischen Krise. Hans Thyriot. Zeitschriften — „21 u s ber Natur" (Der Naturforscher), Hugo Bermühler Verlag, Berlin-Lichterfelbe. Preis vierteljährlich RM. 2,50, Einzelheft RM. 1,—. Im Oktoberheft zeiat Prof. Dr. G. O. Appel bie nationalpolitischen Aufgaben bes beutschen Pflanzenschutzes sowie bie große Bebeutuna ber Pflanzenschutzwissenschaft und des Pflanzenschutzbienstes für unsere Ernährung unb Wirtschaft auf. — Dr. Kurt Hueck führt in ausgezeichneten Aufnahmen unsere Spätblüher vor Augen unb weist auf ben merk- roürbigen Lebensverlauf biefer Pflanzen hin, bie trotz ihrer späten Blüte bas Ziel ihre^ Blühens, bie Fruchtbilbung boch noch erreichen. — Erna Mohr hat am Zoologischen Museum Hamburg in ben letzten Jahren bominikanische Schlitzrüßler gehegt unb kubiert unb kann viel Interessantes von biefer Riesenspitzmaus erzählen. — Otto Krösche belauschte die Zwergrohrbommel an deutschen Seen. — Professor F. Pax unb Dr. G. Frenzel veröffentlichen ihre Erfahrungen über bas Halten abriatischer Korallentiere im Aquarium, bie vielen Lesern Anregungen bieten. — Dr. Hans Peters hat aufschlußreiche Untersuchungen über ben Brutpflegeinstinkt eines maulbrütendn Fisches gemacht.— Dr.Jlse Koelz berichtet von ber Tätigkeit ber Bakterien unb Pilze in ber Milchwirtschaft. — Die Anregung zur Naturbeobachtung von Dr. Felix Sauer läßt bas 2Wern und (Sterben von Seen verfolgen. — Kleine Beiträge aus allen Gebieten, bie Bücherschau unb bie Preisfrage schließen bas Heft. — Die Wirtschaftskurve, bie bekannte, unter Mitwirkung dr Frankfurter Zeitung im So- cietäts-Verlag herausgegebene Vierteljahrsfchrift, bringt in ihrem letzten Heft intereffante Aufschlüsse über bie englische Aufrüstung. Herbert Sitterbing berichtet über ben Volkswagen. Ein weiterer höchst aktueller Beitrag ist dr Entwicklung ber Zellwolle geroibmet. Eine Fülle kürzerer wirtschaftspolitischer Notizen runbet bas interessante Heft ab. Sochschulnackrickften. Der nb. ao. Professor Dr. Adolf Welte an ber Universität Würzburg ist zum Ordinarius für Geographie an ber Universität Halle ernannt worben. Dem nb. ao. Professor Alfreb Nischke wurde unter Ernennung zum Ordinarius ber Lehrstuhl für Kinbercheilkunde an ber Universität Halle übertragen. Dr. phil. habil. Wilhelm Specht ist zum Dozenten für Mathematik an ber Universität Breslau ernannt worden. 5fr Ai,. &eibÄ Srifi » 7.«"'°nd.n V,e">- 5IUS: Premier, J'"1« « SU Sernbe dir, 3?>n,tern Qn, " ®ul 6l)rm. hA °" d<° ' b-'d-u h«b, „ni?enmmift,r5| 3. ®°rt und m der Jt,oi„ , “"Mt'idi'en. 'Ich- $«lf bin* :s Deutsch,M er. der xQi , >er ; Detfbh ' °li°n7n" LK ie‘S\S wiliigen * li. nfonjlitt »e>"aÄ, Die durch das die bisherigen "ren geführten 111 wissen, Mi- ^rde während chon am Frei- ltgeben, die an ßorb Sian« '• Man ist sich en mutz, zumal nrolität bereits Ministerpräsident mt, um einen 1, erscheint der r schreibt, daß Vnbetracht der ' Krise Gemacht eines Muni« e. Ein endgül- I nicht in dieser impsM der m aus \taV\eni' sich P einem en Divisionen intet Führung Legionäre, ®e« Lergonzoii 1er vier Drans- ie angetre- r König und ringen, den M> n Parteisekreiär ■etären in den d-t ! oflfliJS fiC rW M Naturforscher), chterselde. W M. 1,-. 3m llppel die nativ- . schen Pflanzen. I der Pflanzen- . chutzdienstes für uf. -Dl- K"r snahmen unsere i auf den merk ^en hin. d' er Blühens, d __ Erna Mohr ,ura in den letz« . M rW "S ntes von d ese i en adriatil^r r-eW WM HU«« *jUwÄ tfwunb 6 bie bei«""1': ««J» säJ** ft ab- Wehrmachtsminlsterien, ötnn Sekretär für Jtatieniich- Afrika, Teruzzt, und dem Generalstabschef der faschistischen Miliz, Russo, die ftront abichntt Viktor Emanuel III begab sich dann zur Ehrentribüne, wo auch die ausländischen Pollzeibelegatlonen. darunter auch die deutsche Abordnung, sich ein- gefunden hatten, um~ben Vorbeimarsch der Truppen abzunehmen Den Spanienkämpfern wurden auf ihrem Marsch durch Neapel von der Bevölkerung begeisterte Kundgebungen dargebracht Das halbamtliche ,® i o r n a I e d ' I t a l l a" erklärt. die Zusammenarbeit des faschistischen Italiens mit dem nationalen Spanien werde auch nach der Rückkehr der beiden siegreichen Divisionen in an« veränderter Brüderlichkeik und Wirk» s a m k e i t weiter bestehen Nochmals erkläre das faschistische Italien -unzweideutig, daß der Sieg Francos gegen den Kommunismus entscheidend und endgültig sein müsse Das Werk, für das sich die Freiwilligen an der Seite der tapferen Soldaten Francos eingesetzt haben, werde bis seiner Vollendung f o r t g e s e tz. „Die Heimkehr eines Teiles der italienischen Freiwilligen ändert nichts an der italienischen Politik im spanischen Konflikt." DerKampfum dieAlistavi von Jerusalem Jerusalem 21 Oft lEuropapreß.) Während noch in den frühen Morgenstunden des Freitags in dem alten Stadtteil von Jerusalem tue Scheinwerfer der englischen Truppen den Maschinengewehrabteilungen das notwendige Blickfeld schufen, um Angriffe abzuhalten, wurde bekannt, daß das Vorgehen der englischen Truppen in Jerusalem schon in kürzester Zeit in Nablus, Jaffa und anderen Städten wiederholt werden soll. Es heißt, daß in den genannten Städten Truppenzusammenzie- düngen größeren Stiles bereits eingesetzt haben Obwohl sich englische Stellen bemühen, nach den Vorgängen des Donnerstags von einer „EinBAHNHOF Unsere Karte zeigt die Altstadt Jerusalems und die Omar-Moschee. — (Scherl-Bilderdienst-M.) nähme" des alten Stadteils zu sprechen, ist es Tatsache, daß die Einnahme durchaus noch nicht vollständig ist In der Umgebung der Omar-Moschee z. B hält der arabische Widerstand noch an. Die ganze Nacht hindurch hörte man -Schüsse Die Minaretts sind Schlupfwinkel für die Gegner der englischen Truppen Immer wieder werden von hier aus Schüsse auf Posten gerichtet. Die Engländer befürchteten daß die Araber durch die unterirdilchen Gänge, die sich unter Jerusalem hinziehen, z u neuen Angriffen vorstoßen könnten Diese Gänge sind den Engländern zum Teil unbekannt, es wurde sestgestellt, daß die Mehrzahl der geflüchteten Freiheitskämpfer durch diese unterirdischen Zugänge entkommen rft Die englischen Truppen drangen am Donnerstag vom Dorre Siluan bei Jerusalem aus durch einen dieser Geheimgänge vor und gelangten endlich an seiner Mündung ins Gebiet der Altstadt Jerusalems am Kahx-sFluß 3000 Mann englischer Truppen sind um Jerusalem herum, am Delberg und bei Bethlehem, versammelt Auch auf dem Dach der Kirche des Heiligen Grabes sind Posten aufgestellt worden, um die Bewegungen der Araber besser beobachten zu können. Nachdem nunmehr alle Gewalt auf das Militär übergegangen ist, wird das Ausgehverbot mit aller Strenge durchgeführt. Passierscheine, die bisher noch häufiger ausgegeben wurden, werden kaum noch ausgestellt. Die Haussuchungen der Truppen wurden m den frühen Morgenstunden der Freitags wieder ausgenommen Die Truppen sind angewiesen worden, bei ihrem Vorgehen die zivile arabische Bevölkerung zu schonen, da „95 v. H. aller Araber harmlos" seien. Gleichzeitig ist den Truppen verboten worden, ohne vorherige Erlaubnis der vorgesetzten Stellen Moscheen zu betreten Man will vermeiden, das religiöse Gefühl der Araber zu verletzen Bisher ist noch kein Befehl zum Betreten einer Moschee gegeben worden. Die militärischen Stellen wollen jedoch mit Be- .stimmtheit wissen, daß die Araber heilige Platze als Schlupfwinkel benutzen Wie die englischen Verwaltungsstellen eine .Räumung" der gesamten alten Stadt erzwingen wollen, ist nicht zu sagen. Es gibt Stimmen, die behaupten, das Oberkommando werde versuchen, nach einem weiteren Vortreiben der militärischen Aktionen die Räumung der übrigbleiben- den Punkte durch die Araber auf dem Verhandlungswege zu erreichen Durch eine Aus- nahmeverordnung ist der englische Oberkommissar ermächtigt worden, alles unbewegliche Eigentum arabischer Freischärler zu zerstören Auf diese Weise haben die englischen Behörden die Möglichkeit, in den unübersichtlichen Stadteilen Sprengungen und Durchbrüche vorzunehmen, die die Beherrschung dieser Stadtteile erleichtern sollen. Ein Aufruf der Deutschen Evangelischen Kirche zur Erhaltung der heiligen Stätten Palästinas. Berlin, 20 Oft. (DNB.) Der Leiter der Deut- schen Evangelischen Kirchenkanzlei und Präsident des Evangelischen Oberkirchenrates, Dr. Werner, hat einen Aufrus erlassen, der sich für die Erhaltung der heiligen Stätten Palästinas einsetzt. In dem Aufruf heißt es u. a.: Die Ereignisse und schweren Kämpfe in Palästina beunruhigen in steigendem Maße d i e gesamte Christenheit. Die Deutsche Evangelische Kirche, die sich In besonderer Weise die Pflege der heiligen Stätten angelegen sein läßt, hofft und erwartet, daß nicht blinde Wut und Kampf zerstört, was der Christenheit in aller Welt als heiliges Vermächtnis gilt Der Aufruf schließt mit dem Appell an die gesamte Christenheit, die heiligen Stätten bei den sich abspielenden Machtkämpfen nicht in Mitleidenschaft zu ziehen, sondern sie als Erbe der ganzen Christenheit zu pflegen und zu erhalten. Oer Kampf um Kan on. Hongkong, 20 Oft. (Europapreß.) Nach den hier vorliegenden Meldungen sind die Operationen der Japaner in der Provinz Kwantung während der letzten 24 Stunden zum Stillstand gekommen Der erwartete Vorstoß japanischer Streitkräfte von Waitschau aus in Richtung Kanton hat noch nicht begonnen Nach chinesischen Meldungen soll inzwischen hinter der japanischen Front der Kleinkrieg chinesischer Freischärler eingesetzt haben. Sabotageakte sollen die Zerstörung wichtiger Verbindungen gehabt haben. Weiter sollen chinesische Bomber die japanischen Streitkräfte vor Kanton bombardiert haben. An der Bahnlinie Kaulun—Kanton sind chinesische Streitkräfte in Stärke von 100 000 Mann zusammengezogen worden, um die Bahnlinie gegen Die japanische Angriffe zu schützen Der Strom der chinesischen Flüchtlinge richtete sich besonders nach der portugiesischen Kolonie M a c a o westlich von Hongkong. Die nach Macao führenden Straßen bieten das Bild eines endlosen Menschen- ström 5. Alle Omnibusse und Kraftwagen auf dem Wege von Schekki nach Macao sind in unvorstellbarer Weise überfüllt. Die Lebensrnittel- preise in der Kolonie sind von den Spekulanten über Nacht in die- Höhe getrieben worden Gouverneur Tamanini ordnete an, daß die Ausfuhr von Lebensmitteln von Macao überwacht wird. um_ den Bedarf der Kolonie zu sichern und eine Preisüberwachung einzurichten In der Nacht zum Freitag hat sich die Stadt Kanton auf den Entscheidungskampf vorbereitet Die Nachrichten, wonach die ersten japanischen Vorposten bereits bis auf 20 Kilometer an die Stadt herangerückt seien, haben zu einer Beschleunigung der nächtlichen Arbeiten beigetragen Die ganze Nacht hindurch wurden Schützengräben ausgehoben. Maschinengewehre in Stellung gebracht und Nahrungs- mittelDorräte für Die vorgeschobenen chinesischen Stellungen bereitgestellt, zum Teil auch schon ab» befördert Schamien. das Gebiet der ausländischen Konzessionen gleicht ebenfalls einer Festung. Die Brücken, die zur englischen und fron- zöstschen Konzession (übren, sind mit Sandsäcken verbarrikadiert worden. Kleine politische Nachrichten. Der letzte Tag Der viertägigen Dienstreise Des Reichsinnenministers Dr Frick durch das Sude- tengebiet führte von Teplitz Schönau über das Mittelgebirge noch Lobositz und von dort über Leit’ meritz, Aussig. Tetschen und Bodenbach nach Dresden Der Führer und Reichskanzler hat den bisherigen Reichstreuhänder der Arbeit für bas Wirtschaftsgebiet Rheinland. Staatsrat Prosestor Börger, zum M i n i st e r i a l d i r e k t o r im Reichsarbeitsministerium ernannt In Wien sand Die Amtsemsührung der Ober- flnanzpräsidenten für Wien, Dr. Egger, und jur Niederdonau, Bretz, durch den Reichsminister der Finanzen. Graf Schwerin von Krosigk, statt. ♦ Reichsfinanzminister Graf Schwerin von Krosigk nahm in Anwesenheit der Spitzen des Staates, der Partei und der Wehrmacht die feierliche Amtseinführung des neuen Oberfinanzpräsidenten Dr Richter in Graz vor. ♦ Das Bulletin, das am Donnerstag um 20 Uhr über den Gesundheitszustand des türkischen Staatspräsidenten Kemal Atatürk herausgegeben wurde, besagt, daß nach dem Verschwinden der nervösen Symptome eine Besserungdes allgemeinen Zustandes eingetreten ist. Der Puls ist regelmäßig, die Temperaur normal. In Istanbul trafen alle Regierungsmitglieder sowie der Präsident der Großen Nationalversammlung ein. ♦ König Leopold von Belgien ist mit dem fahrplanmäßigen Zug von Dover kommend i n London eingetroffen Er rourbe von seiner Schwester, ber Kronprinzessin von Italien. begleitet. Der Besuch trägt rein privaten Charakter. IRefferborirfit Das über dem europäischen Festlande zur Ausbildung gekommene Hochdruckgebiet hat sich weiter verstärkt. In seinem Bereich kam es, vor allem in West- und Süddeutschland, in der Nacht zum Freitag bei klarem Himmel zu starker Abkühlung, die stellenweise bis unter den Gefrierpunkt führte Das herbstliche Schönwetter hält auch weiterhin an, wird allerdings in den Morgenstunden durch Nebel gestört sein Vorhersage für Samstag: Morgens vielfach neblig, meist trocken, heiter, nachts sehr frisch. Tagestemperaturen weiter ansteigend, schwach- windig. Vorhersage für Sonntag: Abgesehen von Nebelbildung freundliches Herbstwetter. Lufttemperaturen am 20 Oktober, mittags 13,4 Grad Celsius, abends 4,9 ©rat); am 21 Oktober: morgens 1,3 Grad Maximum 14 Grad, Minimum heute nacht 0,6 Grad — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 20 Oktober: abends 9,1 Grad, am 21. Oktober: morgens 6,1 Grad. — Sonnenscheindauer 6,6 Stunden Hauptschristleiter Dr Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schem Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigenTeil: ErnstBlumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Veraniwortlich für den Inhalt ber Anzeigen: Theobor Kümmel. D. 21. IX. 38: 9143, Druck unb Verlag: Brühlsche Unioerfitätsbrurferei R Lange, K.-G.. sämtlich in Gießen Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf Zustellgebühr, mit ber Illustrierten 15 Pf mehr Einzelverkaufspreis 10 Pf. unb Samstags 15 Pf., mit ber Illustrierten 5 Pf. mehr. 3ur Zeit ist Preisliste Nr 4 vom 1. September 1937 gültig. ■ -WA.WErH W" ri V v,v *7-5-4 • V V <■:?:: „Tatsächlich! Sie haben recht! Die „Astra" schmeckt ja prima I Das hätte ich bei einer so leichten Cigarette nicht gedacht, die einem so gut bekommt." „Das soll ich glauben? Eine Cigarette, die und dabei ut schmeckt? Such’ ich schon lange, aber diegibt’sjagarnicht!" Auch Ihnen kann geholfen werden! Leichtigkeit und Wohlgeschmack — natürlich gewachsen, nicht chemisch erzielt — das ist das Geheimnis der „Astra". 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Egen - Lichtbilder uneveiverbunisunler- lipen müllen ,ur Aer- meibuno oon sBerluiten soll, brei aktive Bürgerdivisionen von 67 000 Mann auf- erster Linie auf Japan, dessen Aktionsbereich an- Lis Veritarkung emtrifft. In der Auswirkung dieser gesollt werden, drei Brigaden mit 10 000 Mann scheinend mit ebenso übertriebenen Maßstäben gc» und weiterer Beschlüsse entwarfen Australien aus den Schützengesellschaften und drei weitere Re- messen wird, wie derjenige Italiens, ober was das und Neuseeland vor allem em Programm für ferne Schützenbrigadeck mit 60 000, zusammen betrifft, auch Deutschlands. Freilich trägt an diesen Kriegsindustrie, Flottenverstarkung, Flugplätze und 137 000 Mann. Im Kriege tritt die Wehrpflicht für. Besorgnissen ein Stück unvorsichtiger japanischer Flugzeuge, Kanada blieb einigermaßen passiv, bie Altersklassen zwischen 17 und 60 Jahren ein.! Fachliteratur Schuld, das Buch eines japanischen übernahm jedoch den Ausbau oon Befestigungen Die Bewaffnung svll höchst modern sein, — soweit Marineoffiziers, in dem dieser in Gedanken schon am Stillen Ozean. Indien, das mit wachsender bie Mittel gestatten — und aus England bezogen, Hongkong und Singapore erobert, Australien über» Unabhängigkeit ohnehin bie Thlitarla|ten scharf j zum Teil im ßanbe gefertigt werden, mit dem rannt und die japanische Flotte am Roten Meer murho komuhi „ h n f r. f n n»r- Schwergewicht auf der Infanterie, ba bas Busch- unb am Kap ber Guten Hoffnung auf ben britischen velbt für mechanisierte Waffen wenig günstig sei. Anmarschwegen stehen sah. — Immerhin ist man Keine Waffen für Nichteuropäer unb Farbige, bie selbst in Sübafrika ber Ansicht, baß biese „Drohung" zum Transport- unb Arbeitsbienst heranzuziehen nicht ohne Vorzeichen und eine Vorbereitungspause finb. Für bie Luftwaffe, bie zur Zeit nur eine oon sechs Monaten wirksam werben könnte. Alles Staffel unb Fliegerschule umfaßt, sollen aus Eng- in allem vollzieht sich hier ein Aufrüstungsvorgang, lanb ausrangierte Lehrmaschinen, im Kriege erst- ber in bas heutige ruhelose Weltbilb paßt, jeboch tlalfiqe Flug euqe geliefert werben. | mehr von grundloser Panik verrät als von der Für bie Verteidigung nach ber S e e s e i t e! vernünftigen Einsicht, baß man nicht alles glauben sprechen anbere Erwägungen. Einmal hat Süb.-!barf, was eine künstliche Weltmeinung ben „D:k afrita sich einoerftanben erklärt, bie große Um-- taturen" in bie Schuhe schieben will. hin einen Abstanb von 25 Breitengraden oder rund sion und St. Helena für das Notwendigste 2400 Ki^omo er — die Strecke Leningrad- Kairo —,! sorgt, im Indischen Ozean dann weiter auf Mau - und zwar bestehend aus Gebirgen, Urwald, Steppe ritt u_s und den Seychellen, baut Südafrika unb Buschvelbt zeigt. Diese Gefahr ist also ein reines Kunstprobukt, auherbem hat ber englisch-italie- — r. . . ' • 1» • • j. •— rc • - s , nische Ostervertrag bie Aufstellung eines Singebore. 21be|finien ober t>om Umbruch in (Europa mar ba-1 ncnI;eereä in 2n,”|[inien «„hindert. Daß Italien -.................. mals etwas zu (puren, so daß die Borschlage einst überhaupt auf solche Gedanken kommen könnte, gc- ban werden die Süftenbatterien mit 38 Geschützen weilen auf dem Papier blieben. Die Re ichs kon- hört zu den abwegigsten Einfällen, an denen unsere — wohl aus englischen Marinevorräten — ausge» ferenz oon 1937 hatte es danach leichter, die Zeit freilich nicht arm ist. ! stattet und die Stellung damit, wie Minister Pirow Tochterstaaten von der Dringlichkeit ihrer 2Iuf» । ($5 bleibt also nur übrig, die Pläne Südafrikas agt, „schlachtschiffsicher" gemacht, während sie bis- Munq Überzeugen iRidjtungnebenb war babei für bie Verstärkung ber Lanbmacht mit feiner i ' ' ~ ror.®» '■£' I-lbstanbige ®heb bes e r e n Drbnung in Beziehung ZU setzen, UNO vau von öimonporon ais Weltreiches über Art und Umfang feiner 23erteibi» | hierfür erscheinen sie angemessen. Es sollen also! .Die hier vermuteten „Gefahre aung selbst bestimmen und dafür aufkommen soll, drei aktive Bürgerdivisionen von 67 000 Mann auf»1 e-“- ---- iis Berstärlung eintll t. In ber Auswirkung btefer gestellt werben, brei Angaben mit 10 000 Mann iinh motioror 'KofmliiH» onfmnrfpn VI 11 ff r n I i n '____ v ... r- i < ■ cn . stärkste gegen England aufgebracht hatte. Page und Sir Edward Grey sollte es nun gelingen, den Colonel House während dessen Besuch in London so völlig für die Sache der (Entente einzufangen, daß House in höchstem Maße voreingenommen und im Grunde nur noch pro forma auch noch nach Berlin reiste, wo eine vielleicht nicht sehr geschickte Behandlung des Amerikaners, bas übrige dazu tat, daß House mit dem festen Entschluß nach Washington zurückkehrte, Wilson zur offenen Parteinahme für die Entente zu bringen. Was nun folgte, war ein höchst geschickt angelegtes, ganz auf den Charakter des Präsidenten berechnetes Spiel täglicher persönlicher Bearbeitung, dessen (Erfolg uns nur zu bekannt ist. Kober hat es aus den amerikanischen Quellen überzeugend rekonstruiert. Dieser Kampf um die Kriegserklärung ist wohl das spannendste Kapitel seines spannenden Buches. Colonel House hat bann auch in Wilsons berüchtigte Botschaften ber vier und ber vierzehn Punkte jene Wenbunaen lanciert, bie bie moralische Offensive gegen Deutsch- lanb eröffneten, indem sie Volk und Regierung zu trennen suchten. House hat auch in Varis während der Friedenskonferenz, von ber ben Präsi- benten fernzuhalten, ihm nicht gelungen war, alles Hdec £ödix (üc sein Sckuku/eck nimmt, dec pflegt und schützt es ganz bestimmt! QUALITÄTS-ERZEUGNIS DER SIPO L-WERKE getan, um Wilson für die mit ben ibeologischen Vorstellungen des Präsibenten von einem Frieben ber Gerechtigkeit unvereinbaren Forberungen ber Alliierten mürbe zu machen. Und bann kommt Amerikas Absage an bas Friedenswerk seines Präsidenten und der Zusammenbruch Wilsons. An Stelle von Colonel House, der von heute auf morgen die Freundschaft des Präsidenten verliert, wird Wilsons Gattin seine einzige Vertraute, sie sperrt in diesen letzten Monaten seiner Präsidentschaft bas Weiße Haus hermetisch ab, nicht einmal ben Ministern gelingt es, ohne Vermittlung Frau Wilsons zuM Präsibenten vorzubringen, ber, selber nur noch ein Wrack, seine Amtsgeschäfte nur noch Non feinem Ar- beitszimmer aus mit Hilfe feiner Frau erlebigen kann, bis ber Amtsantritt Hardings am 4. März 1921 bem Kranken enblich noch brei Jahre bie Ruhe eines Privatmannes schafft. Nichts vermag beut- licher als dieses fesselnde Buch die alte Wahrheit zu illustrieren, daß die Macht des persönlichen Einflusses alle politischen Systeme beherrscht, selbst wenn sie so „demokratisch" aufgezogen finb, wie bas d"s amerikanischen Urbilds der Demokratie. Das Buch Kobers ist mit einer Reihe meist unbekannter Bilder ausgestattet, die den Kreis um Wilson uns auch in figura nahebringen. Fr. W. Lange. Wechsel in der Leitung der ^Reichsgruppe Industrie. Berlin, 20. Okt. (DNB.) Der bisherige Leiter der Reichsgruppe Industrie, Gottfried Dierig, Langenbielau, hat den Reichswirtschaftsminister um Abberufung aus feinen Aemtern gebeten, weil er sich in Zukunft ausschließlich seinem eigenen Wirtschaftsunternehmen widmen möchte. Der Reichswirt- schaftsminister hat Herrn Dierig seinen besonderen Dank für die der Industrie geleisteten hervorragenden Dienste ausgesprochen und zum Nachfolger als Leiter der Reichsgruppe Industrie den Generaldirektor ber Mannesmann-Nöhrenwerke, Wilhelm Zangen, Düsselborf, berufen. Der neue Leiter ist nach kaufmännischer Ausbilbung unb Praxis in ber (Elfen- inbuftrie, im Bergbau unb in ber weiterverarbeiten- ben Mafchineninbustrie, wo er seit 1924 Vorstanbs- mitglieb ber DEMAG unb ber Schieß-Defries AG. fiitmt AM mit gioseoi mol Roman von Kurt Riemann Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau I. Sa 12 Fortsetzung (Nachdruck verboten!/ „Ich möchte nicht mitfommen zum Autobus, Herbert!" Er nickt und Der teht ohne Worte. „Es wird mir chwer, so von dir zu gehen, Karola. Aber es gilt jetzt meine Arbeit.... und damit unser Glück. Bleibst du noch lange bei deiner Kante?" „Ich fahre wahrscheinlich in der nächsten Woche nach Dresden zurück. Auch auf mich wartet Arbeit, Herbert." „Musik! Ich weiß, Kleines. Wirst du mir schrei- ben? Nach Maadeburg?" „Jeden Tag, den Gott werden läßt." Sie reichen sich fest die Hände. Ihre Augen sagen mehr als Worte ausdrücken können. „Leb wohl, Herbert!" #rßeb wohl, Karola!" Ein le-tzter Händedruck... bann läuft er in langen Schritten den Freunden rach. Karola geht langsam ins Haus zurück. Am andern Morgen kommt der Brief oon Häge- barth. Karola hat Glück. Die Tante ist in die Kreis- ftadt gefahren, der Onkel hinaufgeftiegen an den Sperrsee zum Angeln. Das dauert seine Zeit, denn tr läßt nicht locker, ehe die Büchse an seiner Seite le füllt ist, und Tante wird vor Mittag nicht zuruck lein. Karola kann also in aller Ruhe überlegen. Oh, fie hat trotz des scherzhaften Tones sofort begriffen, was die Mitteilung bedeutet, die ihr Hägebarth da Macht. Das bedeutet, ein ganz großes Geschäft, das fie schon sicher glaubte, für immer verloren. (Einen Lbsatzrnarkt losgeworden zu sein, mit dem man cfs einer festen Zahl seit einigen Jahren rechnete. Tas bedeutet wahrscheinlich noch mehr: (Betriebs» e nschränkung. Arbeiterentlassung; unb wenn bas Io weitergeht, wenn bie „Union AG" weiterchm jibes Geschäft burchkreuzt, bann sieht sie ben Tag bmmen, wo sie schließen muß. Natürlich ist bas nicht Zufall. Im Gegenteil! Es liegt bem allen ein wohlberechneter Angriffs- p'an zugrunbe. Man will sie mürbe machen. Und b sjes „Man" ist niemand anders als. Meßdorff — der seine Rache sucht, dem es unerträglich ist, daß da ein Mensch eine Fabrik leitet, der weiß, was für ein Kerl er iff. Hätte er Karola nie gesehen, wäre er niemals ihr Geliebter gewesen, hätte sie ihn nicht aufgelesen damals, als es ihm dreckig ging — die „Vereinigten" wären ihm gleichgültig gewesen. Aber das ist nun einmal so: sie weiß zuviel oon ihm, er will sie zwingen, abzutreten. Man macht das, da es nicht anders geht, mit wirtschaftlichen Mitteln. Er stellt mit den ausgedehnten finanziellen und technischen Möglichkeiten der „Union AG." so ziemlich die gleichen Waren her, unterbietet jedes Angebot, verzichtet für einige Zeit auf jeden Verdienst, ja, legt gegebenenfalls noch einiges dazu, um dann, wenn die Frucht reif ist, das ganze Unternehmen für ein Butterbrot aufzukaufen und stillzulegen. Der unangenehme Partner wäre dann tot. Karola hat bisher zäh und verbissen baaegen an- gekämpft, sie hat gearbeitet, hart gearbeitet, aber sie hat es nicht verhinbe?n können, baß seine Methoben bvch (Erfolg haben. Der Geschäftsgang wird flauer. Alte Kunben werben untreu. Neue kommen selten, benn man muß jeben Groschen sparen unb kann für bie Werbung nur bescheibene Summen ausgeben. Dazu kamen bie Jahre nach Mutters Tob. Fast zweimalhunberttausenb Mark Schulben hatte sie ihrer Tochter hinterlassen. Karola hat sie bezahlt bis auf ben letzten Pfennig. Es war ihr, als wische sie bamit fort, was ihr noch an Unsauberem aus jenen Tagen anhaftete, in benen Meßdorff mit ihr tun konnte, was er wollte. Als bie letzten Außen- ftänbe bezahlt waren, Schulben für eine Weltreise, zu der Mutter nicht weniger als sechs Freundinnen und Freunde eingeladen hatte, da atmete Karola auf, fühlte sich erlöst und glaubte nun, durch harte Arbeit die Vergangenheit ausgelöscht zu haben. Aber Meßdorff ließ nicht locker. Er arbeitete auf lange Sicht, konnte warten bis zum günstigsten Augenblick. Und der scheint jetzt gekommen zu sein. Der Auftrag aus Norwegen stellte für die Existenz der „Vereinigten" eine Schicksalsfrage dar. Ob man ihn verschmerzen kann, ist fraglich. Wahrscheinlich kaum. Nun bin ich dran! denkt Karola. Dabei wird ihr Mund hart, und die kleine Falte steht scharf zwischen ihren Brauen. Doch diese Müdiakeit ist nur für einen Augenblick da, dann hat sie sich schon wieder in der Gewalt. Sie denkt natürlich nicht daran, das Feld kampflos zu räumen. Sie weiß nur noch nicht recht, was zu tun ist. Zunächst muß sie erst einmal nach Radevormwald in den Betrieb. Sie erklärt Tante Therese, was los ist, denn vor ihr hat sie keine Geheimnisse, und dann macht sie ihren Wagen fertig. „Ich fahre auf der Stelle. Wenn ich gegen Abend ba bin, kann ich in der Nacht noch alle Unterlagen durchsetzen und morgen Kriegsrat halten!" „Kind, Kind", seufzt Tante Therese, „warum plagst du dich nur jo? Verkauf doch! Gib doch nach...! Laß diesem Kerl, diesem Meßdorff, was er will, dann hast du deine Ruhe. Kannst du nicht Doktor Karajan mit deinem Kapital viel helfen? Siehst du, zu dem hätte ich alles Zutrauen! Hat er nicht eine neue Erfindung gemacht? Vielleicht kannst du da den (Erlös aus dem Verkauf der Fabrik anlegen? Eine Fabrik leiten, bas ist Männersache „Er darf nie erfahren, baß ich biese Fabrik habe." Tante Therese aber schlägt bie Hänbe über dem Kopf zusammen und kann bas gar. nicht verstehen: „Er ist ja nicht mehr hier... aber warum sollte ich ihm denn nicht sagen, daß du eine Fabrik hast? Schließlich wollt ihr doch wohl heiraten? Wie kannst du ihm da verschweigen, wer du bist?" „Du brauchst ihm das nur zu erzählen, Tante, dann wirst du erleben, wie er seine Sachen packt unb loszieht. Unb bamit bu auch weißt, weshalb: Diesen Doktor Karajan hat Meßborff vor sechs Jahren fast zugrunbe gerichtet. Er war in meiner Fabrik Chemiker. Seine erste (Erfinbung hat er bei uns erarbeitet...! Meßdorf hat sie ihm damals gestohlen! Unb ich habe Meßborff bei Vater unb Mutter geberft, habe also ben Prozeß gegen Karajan finanziert... Gott, was verstaub Muttt schon baoon, unb Vater war krank unb gleichgültig... also ich bin schon schul- big! Unb warum? Weil Meßborff Gelb brauchte... viel Gelb... ich war schwach bamalß... Verstehst bu jetzt, warum Karajan nie erfahren bars, wer ich eigentlich bin?" „Du lieber Heilanb! Das geht boch nicht gut! Du hast ihn boch bamals gar nicht gekannt! Dann kann er bir boch keinen Vorwurf machen!" „Glaubst bu selber daran, Tante?" lächelt Karola schmerzlich. Da seufzt die Gute unb nickt. „Du mußt's ja wissen! Ich werbe schweigen. Und deine Anschrift? Wenn er anfragt, muß ich doch schließlich Bescheid wissen?" „Gib ihm meine Dresdener Anschrift an. Er kann ruhig wissen, daß du mir dein Häuschen in Loschwitz eingeräumt hast." ,Und wenn er dich dort aufsucht und du bist nicht ba?" „Ich wevbe Frau Kolzow instruieren. Kannst chnen übrigens schreiben, baß ich Mitte nächster Woche komme, bamit sie sich barauf einrichten. Unb wenn Karajan vorher was von sich hören läßt, soll man mir das ins Werk nachschicken. Ich teile ihm jedenfalls mit, baß ich in Dresden bin und Musik studiere!" „Auch bas noch! Siehst du — eine Lüge holt die andere hinterher." Doch Karola streicht ihr lächelnd über ben grauen Scheitel. „Ich werde wohl von dir Vergebung für diese Sünde erlangen, Tante! Du wirst mich ver- Stehen, glaub ich. Wir Frauen von heute haben es nicht leicht, Tante. Die eine Sorte Männer, bie ist sehr umgänglich, mit denen hat man gar feine Schwierigkeiten, aber es steckt auch oft nichts da- hinter. Und die andern sind rein närrisch. Sie sind in den bösen Jahren aus der Bahn geworfen, weil man ihnen die Arbeit genommen hat und den Glauben an sich selbst. ,Es sind nicht die schlechtesten, die so sind wie Herbert..." „Versteh ich nicht, Kind!" Die Tante läßt sich gar nicht drauf ein. „Wo eben die Liebe hinsällt! Ich habe mir meinen Mann geholt, obwohl mein Bruder in seinem Künstlerstolz Ach und Weh schrie, und er hat auch ja gesagt. Das war eben früher viel einfacher!" | „Ach Gott!" meint Karola. „Ihr seid alle behütet herangewachsen. Unser Geschlecht ist Kriegs- generation. Wir sind die Kinder eines Volkes, das viel mitgemacht hat, und das läßt sich nicht wegwischen wie ein Kreidestrich. Ihr hattet es gut damals ... es ging alles so, wie ihr es plantet. Wir müssen uns das alles erst wieder zurechtbiegen. Glaubst du, daß aus Karajan jemals solch gehetzter Mensch hätte werden können, wenn nicht ber Schatten jener entsetzlichen Jahre nach bem Zusammenbruch sein Leben bestimmt hätte?... Aber jiehst bu, Tante, ich hab ihn lieb, gerabe wie er nun einmal ist... mit allen seinen knorrigen Heften...!" Da streicht ihr bie Tante übers Haar und sagt gar nichts mehr. Sie weih es ja, daß Worte nichts nützen. Sie kennt auch Karola. Die wird sich ihr Leben schon einrichten. Da kann man ihr nur hilfreich die Hand reichen, wenn es einmal hart “luf hart kommt. Helene Christbucher hat ein Paket mit guten Butterbroten zurechtgemacht. Ein Paket, das für eine Korporalschaft ausreichen würde. Das soll für die Fahrt sein. „Brot können sie in der Stadt ja doch nicht backen!" (Fortsetzung joljt!) M| P3Wstr. M W HM 11 gesichert. Auch m Ungarn bestehen die weitaus nach Indien und Aegypten die gung. Die Neuvermessung der von der Eisenbahn Das sollten Sie versuchen DfiOetker- werden die auf Deutschland 1000 Kilometer durchgehend von du über Ankara .weitergeführt werden. In wenigen Jahren entfallenden mehr als schaffen, die bei Nairobi in Kenia in die Kairo— Kapstadt-Straße einmünden würde. Für alle letztgenannten Straßenbaupläne werden allerdings — vorsichtigerweise — keine auch nur annähernden Fer- ügstellungstermine genannt. Schon im vergangenen Sommer wurde in Bel- der sich Ge« 1 6er. r EßL Maller, 150 g Zucker. 1 fläfchchen Dc. Oetker'« Backöl Zitrone. 2 Päckchen Dr. Oetker's PuÖtTing- puloer vanille-öesckmack. ■75, 3.80, 4.1 ’robeflasche Bornem 100 g Weizenmehl. 1 gelte. leel (3 g) Dr. Decker'» .Backen". 75 g geriebene Nüsse oder Semmelmehl. 125 g geriebene rohe Möhren (Gelbrüben ober wurzeln). aen Altbürgevmeiste , lauf seiner Wahlperiode im Jahre 1904 im Amte war. Auch er hat wegen hohen Alters, nachdem er 33 Jahre Bürgermeister war, auf eine Wiederwahl verzichtet. Bei der Neuwahl wurde dessen Sohn als Dritter in der Generation heß am 25.11.1904, an ch Langsdorf, 18. Ott. Die darf beginnt Anfang November hauerarbeit im Staatswald. Försterei Langs« mit der Holz« In wenigen Wochen wird das letzte Stück der Auto st raße London — Istanbul vermessen, und damit eine der ersten Etappen der Bemühungen des englischen Automobilbundes erreicht sein, in Zusammenarbeit mit den betreffenden Ländern eine Autostraßenoerbindung zwischen London und Kalkutta herzustellen. Diese Transeuropastraße größten Teile der Transeuropastraße als hochwertige, allerdings einbahnige Betonstraßen. Jugoslawien hat die große Durchgangsstraße von der ungarischen Grenze bis nach Belgrad auf der ganzen Länge mit neuen schweren Decken versehen. Der weitere Ausbau in der gleichen Weise über Nisch bis zur bulgarischen Grenze in Richtung Sofia ist zum Teil in Angriff genommen, zum Teil steht er im Straßenbauprogramm Jugoslawiens an vorderster Stelle. Auch Rumänien, Bulgarien und die Türkei haben den bevorzugten Ausbau der Transeuropalinie beschlossen. Von der ungarischen Grenze wird die Linie über Budapest, Szege- din, Belgrad, Sofia nach Istanbul verlaufen und steifen Gerfchnee, der so fest sein must, dost ein Schnitt mit dem Messer sichtbar bleibt kr wirb auf den Leckrem gefüllt darüber gibt man bas mit flieht und „Bachin" gemischte und gesiebte ßubbingpuloer, Nüsse (Semmelmehl) und Möhren und zieht alles oorfuhtig mit dem Schneebesen unter den Eierkrem. Man fällt den leig in eine gefettete, mit Papierfutter ausgelegte Kastenform und backt ihn 30-40 Minuten bei guter MittelhiHe. Veränderung: Man kann den Teig auch auf ein gefettetes, mit Papier belegtes Blech ßreichen und 25-35 Minuten backen. Der fertige fluchen wirb mit Puderzucker bestäubt oder mit Schokoladenguss überzogen, in Stücke geschnitten und mit Mandeln odec Nüssen verziert. Kitto ausfchnelben? Kreis DeHIar. (D Groß-Rechtenbach, 20. Oft. In jüngsten Gemeinderatssitzung Hatte der Gemeinderat mit der Jahresrechnung der 1920 bezahlt. (spinale Sinberläi munc, * Alsfeld, 21. Oft. Der Amtsarzt des Staatlichen Gesundheitsamtes Alsfeld und das Kreisamt als Reichsautobahn fertiggestellt sein. Rechnet man bei einem Kleinwagen eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 80 bis 85 Stundenkilometer, jo wird man die deutsche Strecke in einem Tag durchfahren. Wenn dünn in absehbarer Zeit auch die übrigen Länder ähnlich hochwertige Straßen geschaffen haben, wird man auf der Transeuropastraße im Kleinwagen die Strecke von London nach Istanbul in drei Tagen zurücklegen können. Oer Verlauf der Straße in Deutschland. Die Transeuropastraße erreicht bei Aachen deutsches Gebiet. Von Aachen wird sie als Reichsautobahn weitergeführt. Die Reichsautobahn verläuft, wie Reichsbahnoberrat Baudirektor Nadler ausführt, über Ejchweiler—Düren dem Rhein zu. Südlich von Köln wird der Rhein mit einer mächtigen Kunst und Wissenschaft. Richard Strauß dirigiert Beethovens Neunte In Dien. Der Festzyklus zum 25jährigen Bestehen der Wiener Konzerthaus-Gesellschaft wurde mit einem Konzert des Wiener Symphonischen Orchesters unter Leitung von Generalmusikdirektor Dr. Richard Strauß feierlich eröffnet. Nach der Einleitung durch das festliche Präludium für großes Orchester und Orgel von Richard Strauß gelangte die Neunte Symphonie von Beethoven zur Aufführung. Mit hinreißendem Schwung dirigierte der Meister in vollendeter Weise Orchester und Chor, den die Solisten Erika R o k y t a und Isolde Riehl sowie die Kammersänger Julius P a tz a k und Hans Hermann N i e ß e n von der Münchener Staatsoper in meisterhafter Weise ergänzten. Die Wiener Singakademie bestritt mit dem Wiener Schubertbund in kongenialer Weise die Cborpartien. Nach der Symphonie erhob sich das Publikum, um den vortrefflichen Künstlern und ihrem Meister Richard Strauß zu huldigen. Die Transeuropastraße von London nach Istanbul. Tausend Kilometer der riesigen Strecke als Beichsautobahn in Deutschland. meinde für das Rechnungsjahr 1937 zu beschäftigen. Der ordentliche Haushalt verzeichnete in Einnah« men 49 042,93 RM., in Ausgaben 46 957,40 RM., der Bestand beläuft sich auf 2 085,53 RM. Die Einnahmereste betragen 5 919,89 RM. Im außerordentlichen Haushalt betragen die Einnahmen 44 817,88 RM., die Ausgaben 44 656,12 RM. Der Bestand beträgt also 161,76 RM. Die Einnahmereste im außerordentlichen Haushalt belaufen sich auf 200 RM., die Sonderrechnung zeigt einen Betrag von 2849,56 Mark. Der Hebefatz für die Bürgersteuer 1939 wurde mit 350 v. H. des Steuermeßbetrags festgesetzt. Im Verlaufe der Sitzung berichtete Bürgermeister Langsdorf über die Fertigstellung der Wasserleitung, mit deren Bau gleichzeitig eine Strecke der Reichsstraße kanalisiert werden soll. Man hofft, daß es möglich wird, noch in diesem Jahre die Wasserleitung fertigzustellen. Im weiteren Verlauf der Sitzung wurde der Ortsdiener Loh zu seinem 70. Geburtstage beglückwünscht. Bürgermeister Langsdorf überreichte dem Jubilar, der seit 35 Jahren im Dienste der Gemeinde steht, eine Ehrengabe. Unermüdlich tat er seine Pflicht. Der Vorsitzende der Kriegerkameradschaft, Polizeihauotwachtmeister Langsdorf, überbrachte die Glückwünsche der Kriegerkameradschaft, der der Jubilar als alter Husar bereits seit 40 Jahren angehört und dessen ältestes Mitglied er ist. — In diesem Jahr ist hier eine Rekord- Dickwurzernte zu verzeichnen. Ein hiesiger Landwirt erntete eine Rübe im Gewicht von 2 2 Pfund. kreis Alsfeld. H o m b e r g , 19. Oft Die Einführung des Winterfahrplans am 2.10. brachte auf der Strecke Kirchhain — Burg-u. Nieder-Gemünüen kein« Veränderung in der Fahrzeit der Züge: sie verkeh-' ren noch wie in den Sommermonaten. Dagegen hat die Reichsbahn günstig^ Gelegenheit für die Benützung von Sonntags-Rückfahrkarten geschaffen. Der Reisende kann sie verwenden bei der Fahrt nach Alsfeld, nach Gießen über Mücke, nach Gießen über Kirchhain, nach Mücke, nach Grünberg oder Freienseen, nach Kirchhain, nach Lauterbach und nach Marburg. Neu ist bei dieser Regelung die Ausgabe von Sonntags-Rückfahrkarten nach Lauterbach. Nun liegt es am reisenden Publikum, von dieser Einrichtung auch den nötigen Gebrauch zu machen, da sonst die Reichsbahn bei ungenügender Benutzung diese Vergünstigung wieder aufheben dürfte. — In der Gemarkung Homberg (Gärten, Feld und Straßen) sind nach der im Mo- nat September üurchgeführten Baumzählung an ertragsfähigen Obstbäumen vorhanden: 3252 Stück Apfelbäume, 960 Stück Birnbäume, 125 Stück Kirschbäume, 2264 Stück Pflaumen- und Zwetschen« bäume und 73 Stück Mirabellen- und Reineclauden- bäume. Ferner wurden an Johannisbeer- und Stachelbeersträuchern 2190 Stück gezählt, sowie eine Fläche von 24 Quadratmeter Himbeeren festgestellt. — Es ist erfreulich, daß die P r o v i n z i a l st r a ß e Ober-Ofleide n—N ieder-Ofleiden zur Zeit gründlich ausgebessert wird. Um eine glatte, tragfähige Fläche zu erzielen, werden auch Walz« arbeiten durchgeführt. I W hje Gewi |r e znnungsbe n V* linÄ r-;i[«n5 in der yeli Lautes, des tagln tertung erfolgte Versuchung la en Li> Sw" ,e ZU Mischbrote, wie sie EU 65 rou Gun» D-lm-" u Aie E d-b d!- Sr°t! Mnd bezeichnet unk Ei Brotwettbewerb WM WZH BÄsSw war, seit 1934 in Düsseldorf Vorsitzender des Vorstandes der Mannesmann-Röhrenwerke, er ist stellvertretender Leiter der Bezirksgruppe Nordwest der Eisen schaffenden Industrie und Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer Düsseldorf. Uebergabe des 3 * H. 61 an seinen Chef Genera« Ritter von Epp. In Winterberg (Böhmerwald) fand bi? Uebergabe des JR. 61 an den neuernannten Chef des Regimentes, Reichsstatthalter General der Jn'anterie a. D. Ritter von Epp, statt. Das JR. 61 war in Paradeaufstellung angetreten, als der Kommandierende General des VII. Armeekorps, General der Infanterie Ritter von Schobert, mit dem Reichsstatthalter eintraf. Im Auftrage des Oberbefehlshabers des Heeres übergab alsdann der Kommandierende General das Regiment. Er gedachte der besonderen Verdienste, die sich General Ritter von Epp in Krieg und Frieden um Heer und Reich erworben hat. Mit einem Hurra auf General Ritter von Epp schloß der Kommandierende General seine Ansprache. General Ritter von Epp begrüßte darauf fein Regiment. Er endete mit einem Sieg- Heil aus den Führer. Heber das weite Paradefeld, das von einer begeisterten Menge Sudetendeutscher dicht umdrängt war, erklangen dann die Nationalhymnen. Anschließend dankte der Kommandeur des JR. 61, Oberst Sintzenich, dem neuen Chef des Regiments für feine anerkennenden Worte und schloß mit einem Treuegslöbnis, worauf die Regimentsmusik den Regimentsmarsch des JR. 61 spielte. Die Uebergabe fand ihren Abschluß durch einen Vorbeimarsch des Regiments. Am Mittwochabend brachte die Bevölkerung von Eleonorenhain dem Reichsstatthalter einen Fackelzug. General Ritter von Epp wird auf seiner Rückfahrt nach München kurz die Stadt Passau besuchen. Die Grazer Tagung des NSDStB. In Graz wurde die Tagung des NSDStB. mit Referaten über wichtige Arbeitsgebiete des deutschen Studententums abgeschlossen. Der Leiter des Amtes Körperliche Ertüchtigung" teilte mit, daß die Tödlicher Sturz aus dem Fenster Lpd. Büdingen, 20. Oft. Die junge Frau des Lehrers in Dauernheim stürzte aus dem Fenster ihres Hauses und erlitt so schwere 23er« letzungen, daß der Tod augenblicklich eintrat. Das junge Ehepaar wohnte erst kurze Zeit im Dorfe. Landkreis Gießen △ Allendorf (Lah n), 20. Oft. Dieser Tage I fand in unserer Gemarkung eine Ob ft bäum« ; zählung statt, bei der alle in Hausgärten, wie auch im Ackerland stehenden Bäume und Sträucher i erfaßt wurden. Die Zahl der noch nicht ertrags« j fähigen Bäume wurde ebenfalls festgestellt und ist I in der nachfolgenden Aufstellung in Klammer gesetzt j beigefügt. Es wurden gezählt: 1635 (179) Apfel- | bäume 328 (60) Birnbäume, 522 (55) Pflaumen- und Zwetschenbäume, 70 Süß- und Sauerkirschen- | bäume, Mirabellen- und Reineklaudenbäume 26,. Pfirsiche 11. Ferner wurden 394 Johannesbeer- I sträucher, 390 Stachelbeersträucher und 27 qm mit 1 Himbeersträuchern bepflanzt, festgestellt. Hängebrücke überspannt, auf der in östlicher Rich- ftabt. Später wurde noch einmal in Gemeinschaft tung die Reichsautobahn in Richtung Frankfurt! mit den Städten Gießen und Grünberg und der weitergeführt wird. Sie durchschneidet den Königs-1 Gemeinde Beuern eine Abordnung nach Darmstadt forst und erreicht bann Siegburg. Bis dahin ist fieigeschickt: die hiesige Gemeinde wurde dabei durch bereits dem Verkehr übergeben. Von Siegburg aus das Gemeinderatsmitglied Gengnagel vertreten, wird sie auf den Westerwald geleitet, erreicht bei Das Ergebnis war für Großen-Bufeck günstig: es Dierdorf den Gau Hessen-Nassau, schwingt wurde auch ein „Bahnhof" in Aussicht gestellt. sich um Montabaur herum und wird oberhalb von | Die Vorarbeiten (Proiektierung und Zeichnungen) Limburg angesichts des 700jährigen Felsendomes auf wurden von einem (Aktionsausschuß, der, solange der 56 Meter hohen Lahnbrücke überdasLahn- es nötig war, Jeinen Sitz in Großen-Buseck hatte, t a l geiührt. Mit der Heberschreitung der Lahn geleistet. Nachdem die meisten Grundbesitzer einst- erreicht die Autobahn den Taunus, führt über Cam- ( weilen den Anfang der Arbeiten gegen Verzinsung berg—Niederhausen nach Frankfurt. Auf einer der später zu zahlenden Entschädigung zugestanden 300 Meter langen Brücke wird der Main überquert,' hatten, wurde am 22. Oktober 1868 der erste Spa- der alte Stadtwald durchschnitten. Nach einer noch- tenstich getan. Am 12. November war ein kleiner „Studentischen Wettspiele" im Jahre 1939 unter Beteiligung der Studentenschaften von 28 Nationen in Wien stattfinden werden. Der Beauftragte für studentische Baufragen referierte über die bauliche Gestaltung von studentischen Kameradschaftshäusern, Wohnheimen und studentischen Häusern, die alle nicht nur Unterkünfte seien, sondern auch Ausdruck der Gesinnung und des kulturellen Willens des deutschen Studententums. Ferner spra- chen der Vertreter des Reichskassenwalters des NSD- Studentenbundes und der Schriftleiter des Zentralorgans des NSDStB. „Die Bewegung". Der ständige Vertreter des Reichsstudentenführers Ernst Horn schloß die Tagung mit einem Hinweis auf den Erfolg dieser Arbeitstagung, die wesentlich dazu bei» getragen habe, das studentische Führerkorps zu einer festen Gemeinschaft zusammenzuschließen, von der aus das deutsche Studententum die großen Ausgaben erfüllen werde, die ihm das nationalsozialistische Großdeutschland stellt. Die nächste Studentenführertagung wird in Reichenberg stattfinden. I 1 «lfUtl - b»# t S-" Renten p E " di- "l- ifsAjS VäS 1 ßin 3atf' > Achten q? kUng Zu haben: 01 fcÄ» Aus her engeren Heimat. Al^bürqermeister Heß 70 Zahre alt. MM™“"1'" ®r“nW« Mtet= 25 ®ußen I 24 Kreuzer. Der von der Gemeinde zu leistende An- <£ Leihgestern, 21. Oft. Am morgigen Sams- teil an den Baukosten der Eisenbahn wurde in 46 tag kann der weit über die Ortsgrenzen hinaus be- Raten zu je ‘ 45,12 Mark, beginnend im Jahre 1873, kannte Bürgermeister a. D. und Landwirt Johan- und in d.er letzten Rate mit 75,50 Mark im Jahre dem Tage, als fein Vater auf dem Totenbette lag, mit knapper Mehrheit zum Bürgermeister gewählt. Die Wahl wurde von der Gegenpartei — die beiden Parteien hatten sich die hübschen Namen Liebe und Treue zugelegt — angefochten und für ungültig erklärt. Alle Leidenschaften, die bei einer solchen Wahl aufkamen, feierten damals Triumphe. In der Zeit bis zum Tage der nächsten Wahl versah der damalige Beigeordnete Johannes Will V. die Bürgermeistergeschäfte. Bei der zweiten Wahl im Frühjahr 1905 blieb die Partei, die sich den Namen Treue zugelegt hatte, siegreich. Altbürgermeister Heß konnte am 17. April 1905 als Bürgermeister, Ortsgerichtsvorsteher und Standesbeamter in fein Amt eingeführt werden. Mit größter Gewissenhaftigkeit hat er die ihm übertragenen Aemter zur Zufriedenheit seiner vorgesetzten Behörde versehen. Lange Jahre war er auch als Schiedsrichter in Feldbereinigungsstreit- sachen tätig, wo fein Gerechtigkeitssinn von allen anerkannt wurde. Anläßlich seines 25jährigen Bürgermeisterjubiläums im Jahre 1930 veranstaltete die Gemeindevertretung eine Feier im Rathaussaale und ehrte ihn durch Heberreichung eines Diploms. Der alte Turnverein (DT.) verlieh ihm die Ehrenmitglied des Vereins. Am 30. Januar 1934 legte er nach 29jähriger Amtstätigkeit infolge Erreichung der Altersgrenze seine Aemter nieder. Das Bürgermeisteramt, das hier 91 Jahre in einer Familie und einem Hause war, hat sich also in drei Generationen vorn Vater auf den Sohn vererbt. Dem jetzt im Ruhestand lebenden Bürgermeister fielen während seiner Amtstätigkeit schwerste Aufgaben zu. Erwähnt sei der Neubau der evangelischen Kirche in den Jahren 1906/08 (das Dach des Kirchenschiffes war am 31. Mai 1906 bei einem Gewittersturm abgehoben und in das Innere der Kirche geschleudert worden). Gleichfalls im Jahre 1906 nahm die Feldbereinigung ihren Anfang, die im Jahre 1913 beendet wurde. Im Jahre 1908 wurde mit jbem Bau der Wasserleitung begonnen und gleichzeitig die Kanalisation des Straßennetzes durchgeführt. Das Jahr 1913 brachte unserer Gemeinde das elekttische Licht. Dann kam der Weltkrieg. Aber auch nach dem Kriege hatte er einen schweren Stand, als marxistisch verhetzte Menschen Unmög- liches von ihm forderten. Aber allem konnte der schlichte, allen Phrasen abholde, immer hilfreiche Mann durch sein achtunggebietendes Wesen, verbunden mit guter Menschenkenntnis, begegnen. Dom Jahre 1925 ab, in dem seine Ehefrau starb, hatte er die Genugtuung, in der Gemeindevertretung wie- der eine nationale Mehrheit zur Seite zu haben, die es ihm ermöglichte, den Gefallenen der Gemeinde ein Ehrenmal zu errichten. Altbürgermeister Heß, der immer ausgleichenb wirkte, kann mit Genugtuung auf ein arbeite«, aber auch erfolgreiches Leben zurückblicken. Dem Jubilar bringen auch wir unsere herzlichen Glückwünsche zum Geburtstage dar. 70 Jahre Eisenbahn im „Busecker Tal" § Großen-Buseck, 21. Oft. Am morgigen 2 2. Oktober sind es 70 Jahre, daß mit dem Bau der Reststtecke der Bahnlinie Gießen—Fulda, zwischen Gießen und Grünberg begonnen wurde, und schon am 27. Dezember desselben Jahres fand die Eröffnung der Linie statt. Anfangs war es zweifelhaft, ob die Bahn durch das Busecker Tal gehen würde, da man die beiden Linien nach Fulda und nach Gelnhausen über L i ch in einem gemeinsamen Schienenstrange bis dahin führen wollte. Es war deshalb eine „Deputation", bestehend aus Bürgermeister W a g n e r und Pfarrer Strack, in Darm» Nes Heß XXIV. in guter Gesundheit seinen 7 0. Geburtstag begehen. Er war der letzte ehrenamtliche Bürgermeister unserer Gemeinde und folgte feinem 1904 verstorbenen Vater in der dritten Generation als Ortsoberhaupt. Seiner Militärpflicht genügte er von 1890/92 beim Pionier-Bataillon , Nr. 16 in Metz. , Alsfeld geben amtlich bekannt, daß in Storn. Sein Großvater, der im Jahre 1842 erstmalig darf ein Fall von epidemischer Kinder- zum Bürgermeister gewählt wurde, bekleidete die- l a h m u n g aufgetreten ist. Damit hat die Kinder- ses Amt 29 Jahre lang bis zum Jahre 1871, wo lahmung jetzt auch das Gebiet des Kreises Alsfeld er es wegen hohen Alters niederlegte. Ihm folgte erreicht. Der Amtsarzt betont, daß em Anlaß zur im Bürgermeisteramt der Sohn, der Vater des jetzi- Beunruhigung vorerst nicht gegeben ist, wenn alle gen Altbürgermeisters, der von 1871 bis zum Ab- Vorsichtsmaßnahmen von der Bevölkerung beachtet y • ' ....... ~ ' ---- ■ ~ ■ ! werden. ITIohronhuchcn Dm 6gelbfchlogtmanmitl)emlDadec schaumig cmdmeiiecnM/4 decZuckec- menge und dem Bocköl zu cinec kcem- actigen Masse. Den Best des Zuckers fchlägl man nach und nach unter den - . . . . - gien mit dem Bau einer Autobahn von Ostende nach fuhrt in einer Lange von mehr als tausend Kilo- Brüssel nach deutschem Muster begonnen. Damit ist Meter durch Deutschland. In östlicher bzw. der Transeuropastraße das belgische Teilstück südöstlicher Richtung soll sie über den Bosporus gesichert. Auch in Ungarn bestehen die weitaus maligen Heberschreitung des Maines bei Klein- tKrawall unter den Eisenbahnarbeitern, der aber Wallstadt führt die ^Autobahn mitten, durch den bald beigelegt wurde. Für das zur Erbauung der Eisenbahn abgetretene ; i-i sind zwar nod i Wen. feuchten W !! *hr lange auf sich 1 hüte haßen direkt Ring, sie wissen, wi Erkaltungen sind. \ Das Rezept ist eins wieder eine der ed „mit den tjvnt/ Ihre Atmungsorc hinaus nach Indien und abzweigend nach Aegypten weiterlaufen. Die Transeuropastraße, die große Industriestaaten mit Rohstoffländern verbindet, würde zur wichtigsten internationalen Kraftlinie des europäischen Festlandes. Selbstverständlich werden nicht alle Abschnitte der Straße eine gleich starke 93er» kehrsbedeutung besitzen. Ihren größten Wert hat die Straße im mitteleuropäischen Raum. Der Anschluß der Ostmark an das Reich und die damit verbundene und schon m Angriff genommene Weiter- führung der Reichsautobahnen durch Oesterreich bis zur ungarischen Grenze läßt die endgültige Verwirklichung des kühnen Planes wieder in den Vordergrund des Interesses treten. Wir haben die verantworttichsn Fachleute nach dem Stand dieser größten Straße des Festlandes befragt. Don Hamburg nach ISten in einem Tage Die Transeuropalinie verläuft, wie der deutsche Sachbearbeiter Rudolf Hoffmann gusführt, auf deutschem Boden mit äußerster Gradlinigkeit. Beim Bau der Autobahn ist mit Rücksicht auf die einzigartige Bedeutung der betreffenben Teilstücke für den großen Fernverkehr auf eine unbedingt zügige und gradlinige Führung unter Ausschaltung aller vermeidbaren Umroege Rücksicht genommen worden. Nach Fertigstellung der ganzen Strecke werden die räumlichen Entfernungen auch nach unseren heutigen Begriffen noch wesentlich zusammenschrumpfen. So wird es selbst mit einem leichten Personenkraftwagen möglich sein, in einem Tage von Hamburg, Berlin ober Äöln nach Wien zu fahren. Die gesamte Länge ber Transeuropastraße von London nach Istanbul wird 3 0 0 0 bis 3 5 0 0 Kilometer betragen. Gin Drittel der Straße wird durch Deutschland laufen. Mit der durchgehenden Ausführung dieser größten Fernstraße des Festlandes als Reichsautobahn übernimmt Deutschland in vollendeter Form die Schaffung einer hochwertigen Kraftoerkehrs- straße. Der Beitrag der anderen Nationen. Wenn die Strecke fertiggestellt ist, was angeblich im Jahre 1941 der Fall sein soll, dann körne eine Forlsekung über Aleppo, Damaskus, Bagdad, Teheran, Mesched, Zaheran, Quetta (Beludschistan), Lahore und Delhi nach Kalkutta in Frage. In Damaskus würde eine weitere Autostraße über Jerusalem nach Kairo abzweigen, von wo es dann quer durch ganz Afrika bis nach Kapstadt ginge. Die Franzosen wossen ihrerseits zunächst einmal eine Verbindung Brüssel — Paris — Marseille schaffen. Jenseits des Mittelmeeres mürbe dann Spessart bis nach Würzburg. Bei Randersacker ------ Qu?ruerbinbung Algier — Trivolis—Ghardia überschreitet die Autobahn den Main und führt über Gelände bekam die Gemeinde 2752 Gulden, LL —Kano (Nigenen) — Fort Lamy et Bangassu (frong. Westheim, Biberried nach Nürnberg und von da Pfarrei 306 und die Schule 30 Gulden Entjchädi- Aequatorialafrika) — Rutschuru (Belgisch-Kongo) ge- weiter über Passau nach Wien. r. c _____ _ Es ist dabei vor« äesehen, eine Motorsäge zur Erleichterung ber Arbeit einzusetzen. Hin ££*- Ls..4**“'*' 1 IM *onfler8eblet der' Aschen Dru, Ete 25 ÄJÄ n"»n«, "b bgg L$lH 'S M > ch'r °t». bie ft.!1, ’ ®rei|c« , S Die Polizei tvorni vor Fefrfiper. 5pt). Frankfurt a. M., 20. Okt In den letz- Wochen hat der Zeitschriftenwerber Helmut lilbrandt, geb. 10. 1. 09 zu Schwerin, in Meswig-Holstein, Bremen, Hamburg, Magde- I-ra und Braunschweig für die Zeitschrift „Die »chrmacht" Abonnenten geworben und diese um «.WC Beträge geschädigt Er ließ sich von den i onnenten Anzahlungen geben, gab aber die 2Iuf= Le nicht weiter. Ferner kassierte er bei Firmen Einzelabonnenten höhere Beträge, als gestattet II und lieferte die überhobenen Beträge nicht •! In mehreren Fällen hinterließ er Logis- und «ilchschulden. Da vermutet wird, daß er auch in »Enkfurt a M. und Umgegend auftritt, wird vor ilii gewarnt. W. hat den Ausweis der Reichs- n-ttekammer Nr 62 791. Er ist etwa 1,72 Meter hat schlanke Figur, frisches Gesicht, dunkel- pndes. glattes Haar und trägt hellgrauen Heber« ,^cr. Beim Antreffen ist der Betrüger dem näch- svi Polizeibeamten zu übergeben. m dufter Ein Backwettstreit. Untersuchung lagen ausschließlich Mischbrote Flasche 1.75, 3.30, 4.20. Auf Wunsch Probeflasche gratis Drogerie Bornemann Bshnhofstr. 17, Ruf 2135. [07i9A ssenschaftliche Werke Sondergebiet der BrühPschen Druckerei 8, und zwar je zur Hälfte Roggenmisch- und stzenmischbrote, wie sie im Jnnungsbezirk Hessen »üblich sind. Es wurde festgestellt, daß Form, ■icfung und Volumen in Ordnung sind, 7 8 v. H. unten die Höchstpunktzahl erreichen, was iseist, daß die Brote mit Liebe und Sorgfalt gerichtet sind. Das Gesamtergebnis wird als voll ssiedigend bezeichnet und stellt sich noch besser dar |j beim Brotwettbewerb im Januar 1938. Knoblauch-Beeren „Immer fUnger“ machen froh and frisch! Sie enthalt, alle wirksamen Bestandteile des reinen unverfälschten Knoblauchs in leicht löslicher, gut verdaulicher Form. Bewährt auch bei: UDDELHERZwmwuh- T°rsterei Lang- der holz.» ®5, >st dabei uord Erleichterung b(l|J lführung des Win. I >er Strecke Kir^ß e m ü n d e n km ! Züge: sie vektch | tüen. Dagegen Hut lheit für die Je- ickfahrtartei i verwenden bei b« über Mücke, ich ke, nach ©rüifc . nach Lauters ieser Regelung 'karten nach & ; en Publikum, n? igen Gebrauch zi '*\ bei ungenügend ■! Meder aufhckn 11 ng Homberg 1 'ad) ber im Mo- | umgäjlunq I irhanden: 3252 I iuM, Vß&iM \ixvt) Jwei^- | A Äemeclaudin. I yamnsbeer- und I ,eM, sowie eine I Leeren sestgestriil. I vinzialstrahr I Ofleiden jur | . Um eine gtattt, I »erden auch M 1 !t r°he 3^ ° rxMip 3 r Wir sind zwar noch im Herbst, aber die halfen, feuchten Wintertage werden nicht mehr lange auf sich warten lassen. Manche Leute haben direkt Angst vor dieser Witte- luncj. sie wissen, wie empfindlich sie gegen Erkaltungen sind. Wie aoer sich schützen? Das Rezept ist einfach: Nehmen Sie immer wieder eine der echten „mit den 3 Tannen" und Ihre Atmungsorgane bleiben gesund. ie gegen Würmer. Geschmack- u. ei. Monatspackung Rm. L- Achten Sie auf die grün-weihe Packung! Zu haben: g. Winter hoff, Kreuzplatz 10; S C. Seibel. Frankl Stra&e 39; *0S- E. Karn, Schulstratse. 5773 v iimeHnWW sAützlkli Manien ^)Jer llkaturschutzverordnung vom VMrz 1936 Herausgegeben von der ^»stelle für Naturschutz, Berlin. eL‘2 mehrfarbigen ganzseitigen Kunst- Abbildungen nach naturgetreuen ftorb» '^«ungen von Kunstmaler Erich Schröder ||N’ Seiten Text mit den gesetzlichen De- Gingen und einertabellarischen Übersicht, jyä: Steif kartoniert RM. 4,50. »*e Naturschutzverordnung in vollem "sa g, wirksam werden, so ist es notwendig, “’Ne Kenntnis der geschützten Pflanzen in r^-etic de» Dolles getragen, besonders L^^njenigen Personen vermittelt wird, die Fdik praktische Ausübung de» Schuhes in ^°tzt kommen. (Polizei-, Ioll-, Forst- Fwantte, Feldhüter usw.) 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Dieser 7 tzfamtergebnisses über die Brot- und Gebäckqua- le vbstba IM eines Jnnungsbezirks, dem dadurch die Mög- Hausgarfen Mkeit einer einmütigen Bekundung seines Lei- ae und Sfr" slngswillens in der Herstellung unseres wichtigsten id) nicht 1 Mrungagutes, des täglichen Brotes, gegeben ist. estgestelst,,3?^ ft Bewertung erfolgte nach dem Punktschema. 1 Klammeres! Untersuchung Iaflcn ausschließlich Mischbrote ®(i«r J5? Pslauwen, audenbaume 26, 4 ^otjannesbeer. Ä27 qm X Mein» für die Dame für den Herrn ) in reicher Auswahl Leder-Becker Bahnholslr. 16. | Verkäufe BMW.- Sport-Wagen 3/15uS,m.2tür. Ihle-Aufbau, steuerfrei, preis- wert gegen bar zu v erkaufen durch l 04720 E. Pietsch Aulweg 18 Fernruf 2230. Ofen gut erhalt.,preis' wert zu verkauf. Goethestr. 50 v. | Kaufgesuche ZMM 700—900 Liter, sofort zu kaufen gesucht. Angeb. mit Preis und näheren Angab. U.6688D a.G.A. All-Goib auch Silberqeld kaust ständig Erich Beyer Juwelier Babnbofstraßel Telefon 4041. Genehm -Beschl. Nr. II 59393. 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Oktober 1 9 38 zu Denn der Einzug unserer Infanteristen und Artilleristen nach der mehrwöchigen Abwesenheit der jüngsten Zeit ist in keine Parallele zu stellen mit all den Heimkehren, die unsere Soldaten nach früheren Hebungen erlebten. Ueberaus reicher Fahnenschmuck und eine Ehrenpforte am Selterstor — wie wir gestern bereits berichteten — brachten unfern Feldgrauen im Blick über die Straßen die große Freude der Gießener über die frohgestimmte Heimkehr der Truppen zum Ausdruck. Hinzu* kam, soweit die Transporte am gestrigen Tage bis gegen Mitternacht die Straßen passierten, eine so unvergleichliche Welle der freudigen, begeisterten Zurufe, daß auch hierfür keinerlei Vergleichsmaßstab von den früheren Einzügen unserer Garnison vorhanden ist. Diese Heimkehr war eben etwas Einzigartiges nach jeder Richtung hin. * Der gestrige Donnerstag stand vom frühen Morgen bis um die Mitternachtszeit der Nacht zum heutigen Freitag ganz im Zeichen unserer Soldaten. Jung und alt nahmen daran herzlichen Anteil. Insbesondere die Jugend äußerte weithin vernehmbar ihre Freude an dieser Soldaten-Heimkehr Die Aelte- ren standen zwar äußerlich stiller dabei, aber auch ihnen war die Freude über dieses unvergeßliche Erlebnis an den lachenden Gesichtern und den strahlenden Augen abzulesen: natürlich stimmten sie in die freudigen Willkommensrufe beim Vorbeimarsch der Truppen ebenso kräftig ein, wie die Jugend. hatten und nun ihren Heimkehrer mit herzlichfrohen Zurufen: „Papa" oder „Mann, da bist du ja" empfingen, während es von dem feldgrauen „Papa" ebenso herzlich und freudig ergriffen herüberklang: „Bübchen" oder „Mein Mädel" oder „Liebe Frau". Eifrig ging es ans Ausladen. In kurzer Zeit waren die Fahrzeuge von den Wagen heruntergefchaift und die Pferde ausgeladen. Dann stellte sich kurz vor 15 Uhr die Kompanie vor dem Güterbahnhof zum Abmarsch bereit. Wenige Minuten pach 15 Uhr ging es los in Richtung Stadt. Eine riesige Menschenmenae begleitete vom Güterbahnhof aus die Soldaten. Blumen über Blumen wurden ihnen schon auf diesem ersten Marschteile dargereicht. Und dann kam der Höhepunkt. Von dem Einschwenken der Kompa-nie aus der Hammstraße in den Horst-Wessel-Wall setzte ein Jubelsturm ein. Gewaltig erklang der Chor ber Zurufe von jung und alt durch die Straßen. Blumen über Blumen wurden den Soldaten überall zuge- worfen ober in die Hand gedrückt. Pferde und Wa^ gen, bereits reichlich geschmückt, erhielten immer wieder neuen Blumenschmuck. Der Jubel war so groß, daß sogar manche Truppenpferde, die doch an allerlei Spektakel gewöhnt sind, reichlich unruhig wurden, glücklicherweise ereignete sich aber kein Unfall. Und io ging es denn von ber Bahnunterführung am Horst-Wessel-Wall über bie ganze Marsch- strecke hinweg bis in bie Gegend des Stadttheaters. Erft dort wurden die Iubellaute etwas schwächer, da von hier ab die Menschenmenge sich immer mehr auf bas Mitmarschieren einstellte. Und so zog denn bie Kompanie, rechts unb links begleitet von vielen Schaulustigen, ihres Weges bahin bis zur Kaserne, wo noch einmal alle Herzlichkeit unb Freude sich in einem großen Subelfturm äußerte. Nun waren die Männer ber 12 roieber baheirn, um ein großes Erlebnis unb eine herzliche Freube in ber Heimat reicher In den Straßen aber bauerte ber Hochbetrieb noch lange an. brachten bem Regimentskommandeur, Oberst H erriet n , mit herzlichen Worten unb mit schönen Blumenspenben ben Willkommensgruß ber Heimat und der Garnisonstabt für bas Regiment unb alle seine Angehörigen bar. Nach bem Aussteigen ber Mannschaften unb wöh- renb an ber Rampe bie 13 Kompanie ihre fahrbaren Waffen unb sonstigen Fahrzeuge auslud erfreute auf ber Verlabestraße bie Regimentsmusik mit einem schönen Platzkonzert bie gewaltig große Menschenmenge unb bie Solbaten Die vortrefflichen Darbietungen ber Regimentsmusik/ die mit bem Spiel bes Egerlänber Marsches eingeleitet würben, erfreuten bie Zuhörer in hohem, Maße und lösten starken Beifall als äußeres Zeichen bes Dankes aus Unermüblich hielten bie vielen Hun- berte von Zuschauern bie Arbeits- unb Sammelplätze des Transports umlagert obwohl die Nacht immer mehr voranschritt. Mit größtem Interesse wurde alles in Augenschein genommen, unb immer roieber hörte man herzliche Unterhaltung zwischen M-sitär unb Zivil. Enblich war alle Arbeit getan Gegen 22.30 Uhr machten sich bie Männer zum Abmarsch fertig. Etwa um 23 Uhr ging es dann, mit der Regimentsmusik an der Spitze, los zur Stadt. Trotz der weit vor- aeschrit«»nen Zeit hatten hie Schaulustigen vom Horst- Wessel-Wall her zum Selterstor, den Seltersweg herunter und weiterhin zur Kaserne „ihren Posten nicht verlassen". Es hatte sich auf dieser Strecke eine Menschenmenge versammelt, wie man sie selbst bei großen Veranstaltungen am Tage bisher wohl noch nie gesehen hat, m der Nachtzeit um diese Stunde, da es bereits stark auf Mitternacht ging, aber bestimmt noch niemals. Und diese Menschenmenge empfina die Truppen mit ihrem Regimentskommandeur, Oberst H e r r le i n , an ber Spitze, als sie gegen 23.20 Uhr am Selterstor auftauchten unb in ben Seltersweg einbogen, mit einem so überaus starken Jubel ber Begeisterung, wie wir ihn in Gießen noch nie erlebt unb gehört hatten. Unb dazu gab es auch hier wieder Blumen über Blumen, von den stehenden Menschenmassen den Soldaten zugereicht oder zugeworfen, aus den Fenstern heruntergestreut auf die marschierenden Kolonnen. Und immer wieder der erhebende, dankerfüllte Jubelgruß der Das Ausladen bes umfangreichen Materials war in verhältnismäßig kurzer Zeit geschehen Um 9 Uhr machte sich bie Batterie vom Güterbahnhof aus auf ben Marsch in bie Stabt unb strebte über Horst- Wessel-Wall, Hinbenburgwall unb Hitlerwall, über bie Moltkestraße unb bie Kaiserallee ber Kaserne in ber Grünberger Straße zu Auch ihnen würbe ein herzlicher Empfang zuteil. Die Kinber ber Goethe- schule stauben an der Straße unb warfen den Solbaten Blumen zu. Auch in allen Häusern an ben passierten Straßen machte man sich für einige Minuten von der Arbeit frei unb grüßte bie Soldaten. Voraussichtliche Ankunft weiterer Truppenteile. Für heute um 10 Uhr war bie Ankunft bes III. Bataillons (9. bis 11. Kompanie) vorgesehen. Die Truppe bürste inzwischen eingetroffen sein Gegen 13 Uhr trifft ein weiterer Truppenteil unseres Regiments in Lich ein unb wirb von bort aus nach Gießen marschieren Ferner wird gegen 13 Uhr bie 9 Batterie bes Art.-Rgis. 9 im Bahnhof Gießen erwartet. Aus der Gtadi Gießen. Die letzten Rosen. Die Bäume haben zum Teil schon ihr Laub verloren, aber ber Wiesengrunb hat sich noch einmal mit frischem Grün aeschmückt. Ueberall finb bie Kleingärtner jetzt befonbers eifrig an der Arbeit unb heimsen bas ein, was ihnen ber Garten im Laufe bes Jahres fpenbete. Auch einen Blumenstrauß vergessen sie nicht. Noch blühen unb leuchten Herbstastern und Dahlien. Aber auch die Rosen wollen nicht zurückstehen. Zweimal haben sie ihre herrlichen Bluten entfaltet, aber immer wieder treiben sie aus. Zarte Knospen erscheinen, und die Herbstsonne küßt sie wach Es sind die letzten Rosen. Lange standen sie im Garten und wollten nicht recht aus ber Knospe heraus. Die Nächte finb wohl schon zu kühl. Aber in ber Wärme entfalten sie sich schnell. Ein Rosenstrauß steht auf unferm Tisch. Das ganze Zimmer ist voll Rofenbuft. Erinnerungen an Links oben: «Herzlicher Empfang am Selterstor. Eine bichte, un= durchbringliche Menschenmenge säumte die Straße. Ne ben stehend: Ein Teppich bunter Herbstblumen war für die Soldaten gestreut. Unten Mitte: Gespannt harrten bie Kinber ber Ankunft der Soldaten. Groß war bie Freube, als sie in Sicht kamen. (Aufnahmen f3s: Neuner, Gießener Anzeiger.) 9 F ff 1 1 & Unb bei unfern Solbaten war zu beobachten, baß ihnen dieser begeisterte Empfang eine herzliche Freude bereitete, denn auch bei ihnen sah man nur lachende Gesichter und strahlende Augen, vom Kompaniechef bis zum letzten Schützen. Bis es aber soweit zum Austausch der frohen Grüße kam, verging eine lange Wartezeit. Die Transportzüge trafen nämlich sämtlich mit einer Dersnätung von 4 bis 6, ja bis 8 Stunden im Gießener Bahnhof ein. * Unsere Schuljugend war bereits am Vormittag, mit kleinen Fähnchen und mit Blumen ausgerüstet, zum Empfang der Soldaten in bie von uns mit« geteilten Einmarschstraßen abgerückt. Dort hatten die Kinber zu beiden Seiten bes Fahrbamms als Ehrenspalier Ausstellung genommen. Hinter ihnen sammelte sich, etwa vom Horst-Wessel-Wall her bis in ben Seltersweg hinunter, eine zahlreiche Menschenmenge. Da kam leiber eine Enttäuschung. Es würbe nämlich bekannt, baß bie Truppentransporte erst mit mehrstünbiger Verspätung ankommen würden unb ber erste Zug nicht vor 13 Uhr zu erwarten sei. Als bie Richtigkeit biefer Kunbe ein- w'anbsrei feftftanb, rückte ber größte Teil aller Zuschauer schnell nach Hause ab, um möglichst frühzeitig bas Mittagessen einzunehmen und dann wieder zur rechten Zeit an Ort unb Stelle zu sein. Ganz „Stanbhafte" gaben aber ihren Platz nicht preis, jonbern „hielten bie Stellung", so baß schon lange vor ber mitaeteiüen Ankunftszeit des ersten Transoortes die Gegend am Selterstor und am Horst-Wessel-Wall stark von Schaulustigen besetzt roa\. Gegen 13 Uhr wuchs die Menschenmenge in schnellem Tempo gewaltig an, denn aus allen Gegenden ber Stabt strömten Männlein unb Weiblein, jung unb alt, zu ben Einmarschstraßen Hun- berte wollten aber nicht warten, bis bie Truppe burch bie Straßen kam, jonbern sie wollten ben Empfang unserer Solbaten schon-früher bewerkstelligen. Unb so hatten sich denn auf der Brücke am Güterbahnhof unb auf ber Straße bei ber Verlaberampe ebenfalls große Menschenmassen zu- fammengefunben, bie auch hier wacker stanbhielten, obwohl bie Wartezeit reichlich lang ausfiel. Gegen 13.30 Uhr ging frohe Kunbe burch die Menge am Güterbahnhof. Von Bahnbeamten hatte man erfahren, daß der erste Transportzug im Güterbahnhofsabschnitt „Bergwerkswald" angekommen sei. Im Nu hatte sich diese Kunde zu ben Massen innerhalb ber Stabt fortgepflanzt Jetzt bauerte es nur noch kurze Zeit, unb wenige Minuten nach 14 Uhr rollte ber erste Transport, bie 12. Kompanie des Jnf.-Regts. 116, an bie Verlaberampe zum Ausladen Kreisleiter Backhaus als Hoheitsträger empfing bie Kompanie. Dann gab es schon einen sehr herzlichen Empfang, befonbers für manche R'fervisten bereu Frauen unb Kinder sich in der Nähe' der Verladerampe eingefunben ♦ Mittlerweile war bekannt geworden, daß der nächste TranSportzua mit dem Stab des Jnfanterie- Regts. 116. der Nachrichtenabteilung, der Regimentsmusik und der 13 Kompanie ebenfalls etwa vier Stunden Verspätung haben unb nicht vor 20.30 Uhr an ber Verlaberampe eintreffen werbe. So hatte benn alles erst noch Gelegenheit zum Abendessen. Dann aber setzte bie „Völkerwanberung" ein. Hauptziele dieser Massenwanderung waren der Güterbahnhof, das Selterstor und ber Seltersweg, aber auch in ben übrigen Straßenzügen war Hochbetrieb. Die Gebulb würbe auch jeht'roieber auf eine barte Probe gestellt, denn die Ankunft des Zuges hatte eine weitere Verspätung erfahren. Gegen 21.15 Uhr rollten die Wagen dieses Transports an die Rampe bzro. an bie, Verlab-straßen. Eine große Menschenmenge, die vor ber Verlabe- straße staub, burchdrach nunmehr in überschäumen- ber Begeisterung bie schwache Absperrkette, aber gerne Ijeßen es sich bie abfperrenben Männer gefallen, baß sie hier „über ben Hausen gerannt" würben, benn sie wußten ja, baß nur größte Freube bie Ursache biefes Masseneinbruches war Kreisleiter Backhaus als Hoheitsträger ber Partei im Kreise Wetterau unb Oberbüraermeifter R i 11 e r als Oberhaupt ber Garnifonstabt hatten sich mit ihren engsten Mitarbeitern zur Begrüßung eingefunben unb Menge, bie bamit unfern Soldaten eine unvergeßliche Stunde der mitternächtlichen Heimkehr bereitete. So fetzte sich der geradezu triumphale Einmarsch unserer Soldaten, soweit wir ihn als Augen- unb Ohrenzeuge beobachten konnten, bis zur Kaserne fort. Nach bem Vorbeizug ^)er Truppe und einem Blick auf ben Uhrzeiger, ber nur noch etwa eine halbe Stunde vor Mitternacht anfünbigte, machten sich viele beschleunigt auf ben Heimweg. Anbere aber machten ben Marsch mit ber Truppe mit bis zur Kaserne unb bereiteten bort unseren Soldaten noch einmal eine freudige Ehrung. ♦ heule nacht kamen an: Heute nacht um 0.15 Uhr traf die 7. Batterie unserer III. Abteilung Art.-Regt. 9 im Güterbahnhos Gießen ein. Wenig später, um 2.22 Uhr, folgte der Transportzug, der das I. Batl. unserer 116er brachte. In Lollar traf gestern abend der Reiterzug bes Jnf.-Regts. 116 zusammen mit ber 4 und 8. Kompanie ein. Die Truppenteile machten sich nach dem Ausladen sofort auf den Marsch nach Gießen. heute morgen trafen ein ... Heute um 7 Uhr traf der Zug mit Mannschaften unb Material ber 8. Batterie unserer Artillerie ein. vergangene Sommertage steigen herauf unb lassen ben Herbst vergessen. Wie sie bastehen in ihrem schlanken Glase, bie Blätter bunteigrün unb glän- zenb, von keinem Insekt benagt, fest unb straff! Unb bann bie Farben! Sinb sie nicht tiefer unb ebler als im Sommer? Wie schnell verblühen bie Rosen in ben heißen Tagen! Am Morgen noch herrliche Knospen, am Abenb fallen ^schon bie Blütenblätter ab. Die letzten Herbstrosen aber sinb gehärtet burch bie kühlen Nächte. Sie bleiben lange in ber Knospe unb erfreuen uns noch für Wochen mit ihren rounber« baren Blüten unb ihrem Wohlgeruch. Sie haben die ganze Pracht des Sommers in sich aufgespeichert. Sie zeigen uns noch einmal mit ihren herrlichen Farben und dem köstlichen Duft alles Schöne der vergangenen Tage. Sonnenbeschienen lag die Welt vor uns, Vogelsang erschallte, Schmetterlinge gaukelten von Blume zu Blume, und Bienen summten in der Luft. So schauen wir liebevoll zu ben letzten Rosen, weil sie uns bie schönsten Erinnerungen bringen, zugleich aber auch hinüber zum kommenbew Frühling zeigen. Sie finb uns ein Sinnbilb bes Abschieds, aber auch Träger einer fteuen Hoffnung. H. Dornotizen. .? Tageskatender für Freitag. Stadttheater: 20 bis 22.45 Uhr „Ein Sommernachtstraum". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Rote Orchideen". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Eiskönigin". — Oberhessischer Kunstverein: 17 bis 18 Uhr Ausstellung im Turmhaus am Brand. Der große Eröffnungserfolg „Ein Sommernachtstraum". Heute abenb Wieberholung bes großen Eröffnungserfolges biefer Spielzeit „Ein Sommernachtstraum" von Shakespeare, textlich neu bearbeitet unb inszeniert von Hermann Schultze-Griesheim. Musik von Wagner-Regeny. Musikalische Leitung: Paul Walter. Die Vorstellung finbet gleichzeitig als 4. Vorstellung ber Freitag-Miete statt. Anfang 20 Uhr, Enbe 22.45 Uhr. Wann mu6 die Lust gesiebt werden? *7* Diese Frage erscheint manchem komisch: sie ist es aber gar nicht. Wenn wir etwas sieben, so wallen wir bamit irgenbroeldje (Begenftänbe entfernen, bie uns unliebsam sind unb uns stören könnten. Wir ^sieben ben Kaffee, um ben Kaffee- grunb zu entfernen, wir sieben bie Fleischbrühe, bamit keine Knochensplitter in bie Suppe geraten. Man könnte noch tausend Beispiele anführen. Auch bie Luft kann schäbliche Beimengungen enthalten In ber Regel ist bies nur in gewerblichen Betrieben ber Fall Einmal ist es Staub, bas an« bcremal finb es irgenbwelche chemischen Stosse. Wirtschaft der Rück- SA.-Mederholmgsübung ist Einsatz für Deulschland Frankfurt a. M. 20. Oft Die Börse mar bei an« die be» Ein Weltrekord im 30-Kilometer« Gehen wurde in Paris von dem Franzosen Florimont Cornet mit 2:34:16 Stunden aufgestellt, der um über drei Minuten besser als der alle von Laisne (Frankreich) gehaltene ist. Bank für Brauindustrie um je 1,50 o. H. auf 189 bzw. 127,50. Don Zellstoffaktien zogen Aschaffenburger um 3 v. H. an auf 123,50, wahrend Waldhof nach 3 v. S). schwächerem Beginn um 2 v. H. erholt waren auf 137,50. lieber das durchschnittliche Maß von 0,25 bis 0,50 v. H. hinaus verändert waren noch Bekula mit 162 bis 162,50 (161), Cement Heidelberg mit 153,50 (151.50) und Deutscher Eisenhan» del mit 144,75 (143,50). IG.«Farben waren bei ruhigem Geschäft 0,50 v. H. höher mit 152,50, etwas belebter waren Westdeutsche Kaufhof mit 101.75 bis 102,25 (101,50). Maschinenwcrte lagen zumeist 0,25 bis 0,50 v. H. fester. und es schadet auch gar nichts, wenn alle, schon beiseite gelegte Ausbildungshefte heroorgeholl wer« ** Silberne Hochzeit. Am morgigen Samstag, 22. Oktober, können Reichsbahnsekretär Karl Sauer und Frau, geb. Kliffmüller, das Fest der silbernen Hochzeit feiern. Dem Jubelpaar herzlichen Glückwunsch. schäftswelt und der öffentlichen Stellen am Quartalstermin zum Ausdruck. Wie in den Vorjahren, hat sich daher der Bestand der sonstigen Gläubiger im Berichtsmonat vermindert. Der gegenüber dem Vorjahr etwas größere Rückgang der Giroeinlagen (—123 Mill. RM.) dürfte mit den notwendigen Gelddispositionen der einberufenen Geschäftsleute im Zusammenhang stehen. Auch hier ist im Rahmen der gleichen Zeit des Vorjahres. An dieser haltenden Steigerung der Spartätigkeit waren einzelnen Monate in verschiedenem Umfang des jahreszeitlichen Rhythmus mit baldigen flüffen in den nächsten Monaten zu rechnen. Rhein-Mainische Börse. Mttagsbörse überwiegend fester. Der Renten markt lag weiterhin sehr still. Je 013 v. H. höher lagen Reichsaltbesitz mit 130,50 und Reichsbahn-VA. mit 125,75. Don Freiverkehrs. VDM.Werk-Grnppe 1/116. Alle Mädel der Schar 2 treten am 21. Oktober, um 20 Uhr, mit Turnzeug an der Alten Pestalozzi- schule an. Ebenfalls alle Schaftsführerinnen der Schar 1 und 2. Erscheinen ist Pflicht. ner sich überhaupt einmal wieder mit dem Gewehr beschäftigt. Jeder Mann, der ein wenig Ehrgeiz in sich spürt, wird gerade beim Schießen nicht unvorbereitet auf den Schleßstand gehen, denn 15 Kilometer marschieren, das kann wohl jeder, aber eine gute Ringzahl oder sogar eine 12 herausschießen, das sind Dinge, die nicht jeder kann und die sich auch gut zur Leistung des liebenmannes vergleichen lassen. Bis jetzt 1,24 Milliarden RM. Spareinlagenzuwacbs in 1938. Fwd. Nachdem die Monatsausweise der Spar- f aff en für den September vorliegen, ergibt sich für die ersten neun Monate des laufenden Jahres eine Spareinlagenzunahme von 1237,4 Mill. RM., gegenüber einer solchen von 983,5 Mill. RM. in ^luul^uu. u»Ci.- gestellt, von denen hauptsächlich Bankaktien gefragt den, wenn in aller Stille vorkommende Zielfehler j wurden. Für Montanwerte hat die Nachfrage im studiert und die Telle des Gewehrs wieder einmal 9an3ßn gesehen nachgelassen, wenn auch weiterhin durchgenommen werden. I mäßige Erhöhungen eintraten. Verein. Stahl be- Sicheres Schießen erfordert Uebung und noch festigten sich nach 109,50 (109,75) auf 110, Mannes- einmal Hebung! Es ist deshalb auch nicht nur allein mann gut behauptet mit 113,40 (113,25), ebenso damit abgetan, daß IVz Millionen SA.-Sportab-, Rheinstahl mit 140,50 und Buderus mit 113,25. Don zeichenträger in diesen Wochen ihre Munition ver-,^" variablen $3antaftien stiegenReichsbank und schießen, sondern es kommt vielmehr darauf an. daß ***“ m .....- diese gewaltige Anzahl wehrhafter deutscher Män° Schwurgericht Gießen. Das Schwurgericht hatte sich in seiner gestrigen Sitzung mll dem Karl Franz aus Nidda und drei weiteren Angeklagten zu befassen. Franz ist wegen einer vollendeten Abtreibung und eines Abtreibungsversuches — beide Delikte unter dem Gesichtspunkt der Gewerbsmäßigkell — anaeklagt. Die Ehefrau M. Sch. aus Schotten wird eines Abtreibungsversuches und einer Bechllfe zum Abtreibungsversuch beschuldigt. Die M. M. aus Bad Salzhausen hat sich wegen versuchter Abtreibung und der W. G. aus Gießen wegen Beihilfe zur Abtreibung zu ver- antworten. Die Verhandlung fand unter Ausschluß der Oeffentlichkell statt. Sie konnte nicht zu Ende geführt werden und wird, da heute eine andere Strafsache vor dem Schwurgericht ansteht, am Samstag fortgesetzt. Sie wird aber nicht wesentlich gehoben durch das Vorhandensein einiger Schützenoereine, sondern einzig und allein durch die Heranführung Hunderttau- sender deutscher Männer an diesen Tell des deut- schen Wehrsportes. Alle diejenigen Volksgenossen, die jahrelang keinen Schießstand besucht, keine Büchse in der Hand gehabt und noch viel weniger wirk- liche Schießleistungen vollbracht haben, werden sich NSG. In der Zeit vom 1. September bis 31. Ok- tober 1938 wird die zwelle Wiederholungsübung für das SA.-Sportabzeichen durchgeführt. Wenn es bei der ersten Wiederholungsübung im Frühjahr dieses Jahres der 15-Kilometer-Marsch war, der im Mittelpunkt der Aufgabe stand, so ist es jetzt das Schießen, das als wehrsportliche Uebung neben Handgranatenweit- und -zielwurf von jedem CT.» Sportabzeichenträger gefordert wird. Es mag einige Sportabzeichenträger geben, die, nicht in den Reihen der Bewegung stehend, bisher wenig oder überhaupt nicht Gelegenheit hatten, auf dem Schießstand zu üben. Das SA.- Sportabzeichen fordert jetzt aber von jedem feiner Träger eine Schiehleistung, vn- abhängig davon, ob er sich in der Zwischenzeit hierin weiter ausgebildet hat oder nicht. Schießen, — das ist doch ein Sport für Liebhaber, heißt es auch manchmal noch heute, und zum Tell liegt hierin ein Stück Wahrheit, denn wenn man sich so einen richtigen Sportschützen mll drei Spezialbüchsen, Schießbrllle und Zielfernrohr vorstellt, so kann man schließlich doch zu deni Schluß kommen, daß ein derartig betriebener Sport wohl nicht gerade dazu geeignet ist, sich breite Massen des deutschen Volkes zu erobern. Diese Rechnung ist soweit richtig, aber dennoch ohne den Wirt gemacht, und der ist in diesem Falle das SA.-Sportabzeichen, das in Zukunft dafür Sorge tragen wird, daß auch der Schießsport im Rahmen der anderen wehrsporllichen Uebungen ein Volkssport wird. Jawohl, und zwar ein auf breite, ster Basis betriebener Sport, nicht weil er inter- effant und schön, sondern vor allen Dingen deshalb, well er zweckmäßig und für die Wehrkraft unseres Volkes notwendig ist. Dip geschossene Durchschnlttsringzahl des deut- fchev rNaunes muß besser werden. Durch Atemfiller, welche die schädlichen Telle fest- hatten, wird die Luft für unsere, in solchen Werken tätigen Arbellskameraoen gesiebt. Uns alle bedroht vergiftete Luft nur bei Luftangriffen. Da wir nun nicht einen Augenblick ohne Luft fein können, müssen wir uns darauf einrichten, daß wir diese schädlichen Bestandteile aus der Atemlust heraussieben. Das geschieht am besten mit dem Filter der Dolksgasmaske. Es entfernt alle schädlichen Bestandteile aus der Atemluft. Die Haube mit den Augenfenstern und dem Ausatemventil verhindert, daß kampfstoffhaltige Luft auf einem anderen Wege als durch den Filler an unser Gesicht und in unsere Lungen gelangen kann. WSW. Ortsgruppe Gießon-Mitte. Detr.: Pfund spende für Oktober. In der Zeit von Montag, 24. Oktober, bis Mttt- woch, 26. Okttver, sammelt die NS-Frauenschaft der Ortsgruppe Gießen-Mitte die Pfundspende ein. Die Hausfrauen werden gebeten, den Inhall der Päckchen auf der Umhüllung kennllich zu machen. In Anbetracht der großen sozialen Aufgaben des neuen Großdeutschland bitten wir alle Volksgenossen, sich rege an der Pfundspende zu betelligen. DOM.-!lntergau 116 Gießen. BDM. Werk'Gruppe IV/116. Die Schar 2 der BDM -Werk-Gruppe IV/116 tritt am Freitag, 21. Oktober, um 20.15 Uhr, mit Bastelarbeiten am Untergau an. Sudetensportler kehren heim! wertvoller Zuwachs au Spitzenkönnern für den deutschen Sport. Der Tag ist nicht mehr [em, da der Gau 18 des Reichsbunoes für Leibesübungen offiziell feinen Eintritt in das gesamtdeutsche Sportleben melden kann. Die organisatorischen Dorarbellen dürften kaum lange Zett in Anspruch nehmen, sie stoßen weder auf bürokratische Hindernisse noch solche anderer Art. Die sudetendeutschen Sportler sind im Kampfe zu einer Einhell geworden und politisch längst ausgerichtet, und an wahrhaft soldatischer Disziplin werden sie so leicht von niemand überboten werden. Das allein schon könnte genügen, um diesen wertvollen Zuwachs des deutschen Sports zu einem begrüßenswerten zu machen. Aber damit nicht genug, sind unsere Brüder aus Sudetenland auch in der Lage, die großdeutsche Streitmacht durch einige Spitzenkönner zu verstärken. Wenn trotz schmachvoller 20jähriger Bedrückung durch volks- und wesensfremde Herrschaft sich ein Könner vom Schlage Gusll Berauers bis in die Spitzenklasse der Well emporarbellete, dann spricht dies wohl mehr als alles andere für die ungeheure Kraft, die dem Sudetendeutschtum innewohnt und die Großdeutschland wohl auch itt Zukunft noch viele große Sportsöhne schenken wird. Gusll Berauer ist der hervorragende Lang- und Sprungläufer des Riesengebirges, längst nicht der einzige sudeten- deutsche Sportler von Wellruf. Da sind noch Hans Layr, der wagemutige Abfahrtskünsller, Alois Horn aus dem Grenzdorf Polaun oberhalb Schreiberhaus, der erst im vergangenen Winter schlesischer 50-Kllometer-Meister wurde, da tauchen wieder Namen der berühmten Schilaufgeschlechter der Buchberger, Hollmann, Donth, Adolph, Ellrich und wie sie alle heißen, auf, und alles in allem sind es an die 40 000 Männer und Frauen, die die große Gemeinde der deutschen Schlläufer von nun ab verstärken werden. Dazu kommen noch Tausende erstklassiger Schlitten- und Eissportler, die Reichenberger und Gablonzer Rodler, die Troppauer Eishockeyspieler und Kunslläufer und die Morchensterner Eisschützen. Eine wertvolle Verstärkung bilden weiter die sudetendeutschen Tennisspieler mit Roderich Menzel, S t i n g l und Melzer und vor allem Frau Ruvolari überbot Rosemeyers Rekord. D-e deutschen Rennwagen sind seit dem Großen Preis von Italien noch wetter veroessert worden. Das wirkt sich in erster Linie auf die Spitzengeschwindigkeit und die Straßenlage aus. So übertraf beim zwetten Training zum Großen Autopreis vom Donington-Park Tazio Nuvolari auf Auto- Union den seit einem Jahr bestehenden Rundenrekord Bernd Rosemeyers um eine Zehntelsekunde. Nuvolari fuhr mit 2:11,1 Minuten einen Durchschnitt von 137 km/st. Er war selbst überrascht und meinte, daß diese Leistung noch gesteigert werden könne. Dichtauf folgten von Brauchitsch (Mercedes- Benz) mit 2:11,2, Seaman (Mercedes-Benz) mit 2:12,1, Lang (Mercedes-Benz) mit 2:12,2, Müller (Auto-Union) mit 2:12,3, der junge Baumer (Mercedes-Benz) mit 2:13,4 Minuten. Haste und Kautz, (beide Auto-Union) lagen zwischen 2:15 und 2:20 Minuten. Die französischen und englischen Wagen waren wesentlich langsamer als die deutschen. Villoresi, der einen Maserati-Wagen fahren soll, ist noch nicht eingetroffen. Hessen gegen Niederrhein! Ela Fußball-Freundschaftskampf In Lastet. Der Fußball - Gaukampf zwischen Hessen und Niederrhein, der am Sonntag in Kassel ausgetragen wird, bildet eine angenehme Unterbrechung im Reigen der Meisterschaftsspiele. Beide Gaue sehen diese Begegnung als eine Vorprüfung zu den kommenden Kämpfen um den Reichsbundpokal an. Die Rheinländer kommen mit einer sehr jungen Mannschaft, in der sich allerdings neben einigen „unbeschriebenen Blättern" auch verschiedene Spieler befinden, die sich schon in größeren Kämpfen bewährten. Hessen stützt sich auf bewährte Kräfte und hat damit die Gewähr, daß es nicht von vornherein „schief" geht. — Hessen tritt mll folgender Elf an: Ocklenburg (Spv. Kassel); Pape (Spv. Kastel), Engelhardt (SC. 03 Kassel); Willführ (Hanau 93), Maier (Dunlop Hanau), Fiedler (VfB. Groß- Am 3. Dezember ist Viehzählung. ZdR. Ein im Reichsministerialblatt der landwirtschaftlichen Verwaltung veröffentlichter Runderlaß des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft ordnet, wie alljährlich, für den 3. Dezember 1938 eine allgemeine Viehzählung an. Mit dieser Zähluna sollen, wie bisher, Ermittlungen über die nicht beschaupftichtigen Hausschlachtungen von Schafen und Ziegenlämmern unter drei Monaten alt in den Monaten September, Oktober und November 1938 und über die in der. gleichen Zeit geborenen Kälber verbunden werden. Die Zählung wird vom Statistischen Reichsamt bzw. den Statischen Landesämtern in dem üblichen Rahmen durchgeführt. Die Erhebung dient statistischen und volkswirtschaftlichen Zwecken, ihre Bedeutung erfordert die sorgfältigste Mitarbeit jedes Tierhalters. Begrenzung der Handelsspannen bei der Vertei'una von Milch. Fwd. Nach den $ eftimmun gen des Reichskomis- sars dürfen bei der Abgabe von Milch im Kleinhandel bei Lieferung je Liter folgende Höchstzuschläge berechnet werden: Bei Lieferung ab Laden 4 Reichspfennig, bei Lieferung frei Haus 6 Reichspfennig. Bei Abgabe von Flaschenmilch, einschließlich Marken- und Vorzugsmilch, betragen die Höchstzuschläge bei Lieferung ab Laden 4V? Reichspfennig, bei Lieferung frei Haus 6V, Reichspfennig. Die Einstandspreise der Kleinoerteiler erhöhen sich um die nach Absatz 1 und 2 eintretende Kürzung der Kleinvertellerzuschläge. Wurden von dem Milchoerteiler bisher niedrigere als die genannten Zuschläge erhoben, so dürfen die niedrigeren Zuschläge nicht erhöht werden. Die Anordnung tritt mit sofortiger Wirkung in Kraft. Abendbörfe gut behauptet. Infolge des nur kleinen Auftragseinganges erreichte bas Geschäft an der. Abendbörse nicht den Umfang des Mittagsverkehrs. Da jedoch wellerhin Nachfrage überwog, blieb die Grundstimmung am Aktienmarkt fest. Lebhafter waren wieder Westdeutsche Kaufhof mll 104,75 big 105 (104,25). Auch Großoankaktien blieben beachtet bei unveränderten Kursen; je 0,25 v. H. höher notierten Effektenbank mit 87,50 uttd Adca mit 96,65. Im Großverkehr notierten die Kurse meist unverändert und vielfach nominell. Von Montanaktten lagen Rheinstahl und Deutsche Erdöl je 0,50 v. H. hoher mit 141,25 bzw. 131,25, Vereinigte Stahl gingen mit unv. 110,75, Hoesch mit unv. 120 und Mannesmann zum Ein- heitskurs mtt 114,50 (114,65) um. . Frankfurter Schlachtmehmarkt Frankfurt a. M., 20. Okt. Auftrieb: Rinder 1365 (gegen 1188 am 13. Okt.), darunter 451 (323) Ochsen, 125 (112) Bullen, 490 (439) Kühe, 299 (314) Färsen. Kälber 227 (304), Schafe 439 (449), Schweine 109 (163). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 44 bis 46,5 (43,5 bis 46,5), b) 39,5 bis 42,5 (42,5). Bullen a) 43 bis 44,5 (41,5 bis 44,5), b) 39 bis 40,5 (40,5), c) 35,5 (—). Kühe a) 42 bis 44,5 (42,5 bis 44,5), b) 37,5 bis 40,5 (37 bis 40,5), c) 29 bis 34,5 (30 bis 34,5), d) 19 bis 25 (20 bis 25). Färsen a) 44 bis 45,5 (43,5 bis 45,5), b) 39 bis 41,5 (40 bis 41,5), c) 33 bis 36,5 (33 bis 36,5). Kälber a) 62 bis 65 (64 bis 65), b) 56 bis 59 (56 bis 59), c) 45 bis 50 (47 bis 50), d) 40 (36 bis 40). Hammel b2) 46 bis 52 (48 bis 52), c) 42 bis 45 (42 bis 45), d) 36 bis 41 (28 bis 40). Schafe a) 38 bis 42 (38 bis 42), b) 33 bis 37 (33 bis 37), c) 18 bis 32 (18 bis 32). Schweine a) 59 (59), bl) 58 (58), b2) 57 (57), c) 53 (53), d) 50 (50). Sauen gl) 58 (58). Markt- verlauf: Rinder, Kälber und Schweine zugeteilt, Hämmel und Schafe mittel. vor wenigen Monaten in die Hände des CT.Ober- gruppenfuhrers Suttner übergegangen und so- mit zu einer ureigensten Angelegenheit der SA. geworden ist, ein gut Stück vorwärts bringen. Wieder werden überall in Deutschland sich Männer einer Prüfung unterziehen, zu der fie ihr SA.-Sportabzeichen verpflichtet. Wieder werden sie einen kleinen persönlichen Einsatz für Deutschlands Wehrkraft zu leisten haben, und dennoch werden sie gern und freudig ihre Pflicht erfüllen, denn sie sind ja mit dem SA.-Sportabzeichen Träger jener wehrhaften Gesinnung geworden, die nicht nur für zwei Jahre bei der Wehrmacht in Erscheinung tritt, sondern darüber hinaus ihr ganzes Leben ausfüllt. Hein-Müller aus Karlsbad an der Spitze. Nicht zu unterschätzen sind auch die Fußballer aus Teplitz und Warnsdorf. Der Kunstspringer Hans ßeitert wird in Zukunft auch nicht mehr sein großes Können für eine fremde Flagge einsetzen müssen. Die Ruderer und Leichtathleten werden unbeschwert von Haß, Bedrückung und Verfolgung ihre Leistungshöhe der des gesamtdeutschen Sports anpassen können. Im großen Wettbewerb aller Sportler Großdeutschlands werden also gerade die Sudetendeutscyen nicht die schlechteste Klinge schlagen. Suvelengau für den Wintersport gerüstet. Führende Männer des deutschen Wintersports haben, während noch die deutsche Wehrmacht sich auf dem Marsch zur Befreiung der deutschen Gebiete befand, bereits die ersten Maßnahmen ergriffen, um die Möglichkeit der Durchführung großer wintersportlicher Veranstaltungen' im Sudetengau zu prüfen. Sie bereisten die sudetendeutschen Telle des Erz-, Iser- und Riesengebirges und konnten dabei die erfreuliche Feststellung treffen, daß diese Gebiete, zumal Harrachsdorf, Spindlermühle usw. nicht nur sporttechnisch, sondern auch hinsichtlich der Unterkunftsoerhältniste allen Anforderungen gewachsen sind. Große Wintersporttage stehen also dem Sudetenland bevor. Meisterschasten der HZ. Der Aufbau der Leibesübungen in der Hitler- Jugend und dem BDM. ist nahezu vollendet. Schon in diesem Jahr wurden die Meisterschaften im Fußball, Handball, Leichtathletik, Schwimmen, Rudern, Kanufahren und Gerätturnen durchgeführt. Im nächsten Jahr kommen noch die Titelkämpfe im Ringen, Gewichtheben, Judo, Boxen und Fecy- ten hinzu. Ändern werden auch im Gerätturnen Einzelmeisterschaften eingeführt. Die Durchführung der Bannkämvfe in den neu eingeführten Sportarten muß ois 3um 31. Januar beendet sein. Schlußtag für die Gebietsausscheidungen ist der 1. März. Die hier ermittelten Endkampfteilnehmer treffen bei den Meisterschaften in Stuttgart vom 22. bis 26. März aufeinander. In, der Stadt der Ausländsdeutschen wird auch der BDM. vertreten sein, der hier seine Meisterinnen im Florettfechten ermittelt _2luch die Handgranate ist ein wehrsportliches Ge- rät, das eine kräftige und vor allen Dingen sichere — _____,___...... ^,,v. ^uu Hand verlangt. Gewiß wird es immer Männer, renten gingen Kommunal-Umschuldung mit unv. 94 geben, die auch ohne Uebung die Handgranate ihre um. Am Pfandbriefmarkt bröckelten Liquidatiöns- 40 oder 50 Meter wett werfen, aber hier wie bei werte zum Tell 0,13 v. H. ab. Stadtanleihen und allen anderen wehrsportlichen Uebungen kommt es Industrie-Obligationen wiesen nur wenig Verändern cht auf den Einzelkönner, sondern auf den guten! rung auf. Durchschnitt an, der durch die Wiederholungsübun- Im Verlaufe blieb das Geschäft sehr sttll und auf gen festgestellt und gehoben werden soll. Wett nur wenige Papiere beschränkt. Im Vordergrund chwienger liegen die Dinge aber beim Handgrana-, standen Westdeutsche Kaufhof bei Käufen der Ku- ten-Zielwurf. Hier ist wieder Uebung und noch ein» lisse mit 103 bis 104,25 nach 101,75. Weiter fest mal Uebung, genau wie beim Entfernungsschätzen lagen Reichsbank mit 190,75 nach 189 und von • e<-eI*tcn Wlederholungsübung, notwendig, um Montanwerten erhöhten sich Vereinigte Stadl auf wirllich gitte Leistungen erzielen zu können. Die,110,75 nach 109,50, Hoesch von unv. 118 75 auf Handgranate "egend in den zehn Meter entfernten, 111^,50 und Mannesmann auf 114,65 nach 113 40 kniend 'N den 20 Meter entfernten und stehend in Die später notierten Werte lagen zumeist 0 25 bis bcn 30 Meter entfernten Kreis zu werfen, ist nicht 0.75 v. H. über gestern. Von Bankaktien befestigten so ein'ach, wie sich der Laie dies wohl vorstellen sich Deutsche Bank auf 118,25 (118), Dresdner Bank Und gerade bei der ersten Entfernung auf zehn auf 112,25 (112), Effektenbank auf 87,25 (86 50) ^/r, bei ber die Brust des Werfers den Boden während Commerzbank mit 113,25 uiweränbert nicht verlassen darf, gehen die meisten Handgra- blieben. naten daneben. Im Freiverkehr wurden u. a. genannt- Dina- Die Zwelle Wiederholungsubung für das CT.-'ler Maschinen 95,75 bis 96 75 (94 bis 96) Kak , ^vortabzeichen ist deshalb weit interessanter und 8r Klumpp weiter fest mit 101 bi^ rinn bis ™ asfÄS-tfiw-S ” -- ruhigem Geschäft am Aktienmarkt meist weiter etwas befestigt. Das Interesse der Kundschaft bleibt jedoch im wesentlichen auf einzelne Spezialwerte ab» teiltet. Die Entwicklung der sonstigen Einlagen Spar- und Girokassen im September brachte auch in diesem Jahr den erhöhten Geldbedarf der Ge- auheim); Donnard, Schaffert (beide Hesien Hers- feld), Bock, Jordan, Kleim (alle SC. 03 Kastel). Tv. Dreieck wrrbt für die Turnsache. Nach längerer Unterbrechung führt der Turnverein Wieseck in diesem Jahre wieder zum ersten Male eine früher geübte Sitte durch, befreundete Vereine durch eine Werbeveranstaltung zu unterstützen. Am nächsten Samstag fahren etwa 15 Turner und über 30 Turnerinnen nach Lich, um in einer reichhaltigen Vorführunasfolae in Geräteturnen, Gymnastik und Tanz für die deutschen Leibesübungen zu werben. Lich wurde deswegen gewähtt, well die dort vorhandene Bühne eine wirksame Aufführung der großen Tänze gestattet und well der Saal eine große Menge Zuschauer faßt. Es kann dadurch der Zweck des Abends gut erfüllt werden. ^u^bal! im Turnverein Treis. Am Sonntag wellte die 1. Mannschaft zum fälligen Verbandsspiel in Staufenberg und konnte gegen die 1. Mannschaft des Tv. Staufenberg nach wechseloollem Spiel Sieg und Punkte mit nach Hause nehmen. Da Treis nur mtt zehn Mann an» trat und noch dur.ll jugendliche Spieler stark'ersatzgeschwächt war, say es in der ersten Halbzett nicht nach einem Sieg der Treiser aus. Aber zäher Kampfgeist und entschlostener Siegeswillen hatten alle zehn Spieler beseelt, nur dadurch war es den Treffern möglich, die Staufenberger auf eigenem Platz zu schlagen. Beim Schlußpfiff lautete das Resultat 5:4 für Treis. Die HI.-Mannschaft des To. Treis hatte die HI.'Mannschast des Tv. Londorf zu Gast. Da Londorf nur neun Spieler im Feld hatte, war Treis eindeutig überlegen. Halbzett 2:0 für Treis! Wenn es im Treiser Sturm in der ersten Halbzeit nicht klappen wollte, so ardettete der Sturm durch Umstellung in der Halbzeit desto erfolgreicher. In kurzen Abständen fielen noch fünf Tore, ohne daß Londorf das Ehrentor retten konnte, so daß das Spiel beim Schlußpfiff 7:0 für Treis stand. Kurze Sportnotizen. Der Tennisgau Südwelt gibt feine Ranglisten für die abgelaufene Spielzeit bekannt. Bei den Männern nimmt Dohnal (Frankfurt a. M.) den ersten Platz ein vor Dr. Tüscher (Mainz) und Pfaff (Frankfurt a. M.). Die Liste der Frauen führt Marieluise Horn (Wiesbaden) an und als Nummer 2 rangiert mtt Frl. Debusmann ebenfalls eine Wiesbadenerin.