Nr. 221 Erstes Blatt 188. Jahrgang Mittwoch, 21. September 1938 krfchetttt täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Famllienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monatr'vezugspreir: Mil 4 DeUagen RM.1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüfie unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sieben Postscheckkonto: Sranffurt am Main 11688 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen ________DruLund Verlag: SrLHIsche Uniocrfttätsörudcrei R. Lange in Sieben. Schriftleitung und Geschäs^'lelle: Schnlstratze 7 Annahme von Anzeigen pr die Mittagsnummer vis 8'/,Uhr des Vormittags Srundpreife für l mm höhe für Anzeigen von 22 mm Brette 7 Rpf., für Textanzeigen von 70mm Breite 50Rpf.,Platzvorschrist nach vorh.Vereinbg.25°/, mehr. Lrmütztgte Grundpreise: Stellen-, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelcgenheitsanzei- gen 5 Rpf., Familienanzei- yen, Bäder», Unterrichts, u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Die Grenzstadt Seidenberg abermals schwer bedroht. Tschechische Goldaieska und Note Wehr rüsten zu neuem Feuerüberfall.—Mit Artillerie und Tanks gegen die deutsche Grenze. 3n höchster Alarmbereitschaft. Seidenberg, 21. Sept. (DNS.) Das schlesische Städtchen Seidenberg, das erst in der vergangenen Nacht einem feigen Feuerüberfall tschechischer Banden ausgetiefert war. steht erneut. kaum 24 Stunden später, in höchster Alarmbereitschaft. Ein neuer Feuerüberfall wird erwartet, dessen Folgen für das Städtchen unabsehbar sein müssen. Auf tschechischer Seite sind nachmittags mehrere Tanks aufgefahren und wurden im Buschwerk in Deckung gebracht. Ebenso wurde mittlere Artillerie in t^BAV seewsTAOT EtOcNBG OSTSITZ ^CKERNH^N. /SEIFHfNNEtoDF. HUCDlAND WttNl ) 8£RZ\D0Sf > TS CHECh{f-\. S SlOWA KE! DEUTSCH ES GÖ«L REICH ZITTAU Stellung gebracht. 1000 Menn Truppenoerstärkungen wurden herangezogen und gegenüber dem Städtchen, etwa 500 Meter entfernt, »erteilt. Außerdem befindet sich in Ebersbach auf Ischechischer Seite ein weiterer großer Verstärkungs- Irupp kommunistischer Horden. Auf deutscher Seite hat man alle Maßnahmen getroffen, um den zu erwartenden Angriff iu rück zuschlagen. Der gesamte Zollgrenz- !chuh wurde alarmiert, sämtliche Beamten. An- «estellte und HUfsgrenzangefl-llte wurden bewaffnet und an der Grenze verteilt. Die tschechische Soldateska und ihre roten Helfer haben es selbstverständlich wieder auf das sudetendeutsche Flüchtlingslager abgesehen. Auch dieses Lager wurde von deutscher Seite gesichert. Die Stadt selbst bietet einen trostlosen Anblick. Die Straßen liegen wie tot da. Kein Hotel hat einen Gast. Durch die Straßen gehen lediglich die Doppelposten der deutschen Grenzwache. Das Städtchen ist denkschechifchen Angriffen völlig aus - g e l i e f e r t, da es im Schußfeld der aufgefahrenen Artillerie und der aufmarschierten Truppen liegt. Die Grenze wird hier durch einen schmalen Bach gebildet, der sich zwischen dem deutschen Grenzhäus- chen und dem tschechischen an einer breiten Wiese entlangschlängelt. Freche Lügen. Dreiste Fälschungsmanöver in Prag. Berlin, 20. Sept. (DNB.) Das Tschecho-Slo- wakische Prehbüro versucht am Dienstagabend in einer überaus gewundenen Erklärung wie üblich die brutalen tschechischen Feuerüberfälle auf deutsche Grenzorte und auf zahlreiche Frauen und Kinder abzu st reiten und macht sogar den frechen Versuch, die Angriffe der disziplinlosen hussitischen Horden zu deutschen Angriffen auf die Tschecho-Slowakei umzufälschen. Man hat in Prag dabei nicht damit gerechnet, daß die Umstände an Ort und Stelle eine so deutliche Sprache sprechen, daß dagegen die Ableugnungsversuche Prags, wie schon in zahlreichen früheren Fällen, völlig zusammenbrechen. Wir brauchen nur an die tschechischen Grenzverletzungen im Sommer d. 3. zu erinnern, als man ebenfalls trotz taufender von Zeugen darunter zahlreiche Ausländer, die Grenzverletzungen zunächst absirill, sie später aber zugeben mußte; an die Vorfälle von Eger, wo eine amtliche Erklärung der anderen widersprach; an die Versuche, den Mussolini-Brief an Lord Runciman als eine deutsche Fälschung hinzustellen und anderes mehr. Beispiele, die der ganzen Welt deutlich und klar den Wert tschechischer Erklärungen gezeigt haben. Auch bei Schmiedeberg foridauernde schwere Grenzverletzungen. Tschechischer Aufmarsch zu neuen Vorstößen. Schmiedeberg, 20. Sept. (DNB.) Nach dem schon gemeldeten Feuerüberfall auf fudelendeutsche Flüchtlinge, bei dem ein tschechisches Zollhaus an der Grenze bei der Ortschaft Ober-Klein- llupa - Grenzbauden abgebrannt ist. hat sich die Spannung an dieser Stelle der Grenze immer nehr verstärkt. Da ständig von tschechischer Seite ler auf Deutsche, sowie sie in den Schußbereich der Maschinengewehre kommen, geschossen wurde, muß- EICH lEDEBERG NZBAUDEI lln aus taktischen Gründen die deutschen Grenz- Kbäude geräumt werden und der Grenzschutz Uter den Gebäuden in Stellung gebracht werden. Hoch rauchen die Trümmer des abgebrannten Zollhauses. Rechts und links von diesen haben sich lshechische Gendarmen und in tschechische Uniformen > "«gekleidete „Rote Wehr" mit Maschinen- Gewehren eingenistet. Man rechnet mit neuen Ische- Irschen lleberfällen. Flüchtlinge, die unweit dieser ffkrenzsielle über die grüne Grenze gekommen sind, I dichten, daß tschechisches reguläres Militär, nndesiens 2000 Mann, mit Panzerwagen U b I a n f 5 , schwereuMaschinengeweh- ' (n und Artillerie, etwa 400 Meter hinter V Grenzstelle am Waldesrand in Stellung I l b r a ch t worden sind. .Mit welcher Skrupellosigkeit die tschechischen Grenzbeamten, insbesondere aber die ihnen zu ihrer Unterstützung beigegebene „Rote Wehr" von ihrer Waffe Gebrauch machen, davon sprechen Vorkommnisse am Dienstagoormittag. Der Inhaber der Grenzbaude, der seine Baude sowohl auf sudetendcut- schem als auch auf reichsdeutschem Gebiet zu stehen hat, wollte in den Morgenstunden seinViehver- so r g e n , das sich auf sudetendeutscher Seite befindet. Er kam auch ungehindert auf sudetendeutsches Gebiet und konnte sein Vieh versorgen. Als er aber wieder auf reichsdeutsches Gebiet zurückkehren wollte, wurde er, obwohl er den tschechischen Grenzbeamten sehr gut bekannt ist, da er seit Jahrzehnten die Grenzbaude bewohnt, und täglich mehrere Male zwischen seinen Gebäuden hin- und hergeht, unter scharfes Maschinengewehrfeuer genommen. Bei der Essensausgabe an sudetendeutsche Flüchtlinge hinter der Grenzbaude auf deutschem Gebiet machten die Tschechen einen neuen Feuerüberfall, bei dem es nur durch einen glücklichen Zufall keine Toten, sondern nur einige Leichtverletzte gab. Das Grenzgebiet macht völlig den Eindruck einer Frontstellung. Es ist unmöglich, sich frei zu bewegen. Man kann nur in Sprüngen von einem Baum zum anderen an der Grenze entlang kommen, da ständig die Tschechen mit angeschlagenem Gewehr jede Bewegung auf deutscher Seite verfolgen und, sowie sie die Möglichkeit haben zu schießen, Schüsse auf deutsches Gebiet abgeben. Tschechische Grausamkeit schreit zum Himmel. Die Eltern verhaftet, ihre fünf Kinder mit Fußtritten über die Grenze gejagt. R o h r l a ch , 20. Sept. (DNB.) 3m Durchgangslager für fudetendeutsche Flüchtlinge in Rohrlach wurden fünfellernlosekinder eingeliefert, die von einer geflüchteten Frau über die Grenze gebracht wurden. Der Vater dieser Kinder ist schon vor Wochen von den Tschechen als Sudetendeutscher verhaftet worden 3eht drohte der kommunistisch-tschechische Mob der Mutter der fünf Kinder ständig, so daß die Mutter sich entschloß, mit den Kindern zu fliehen, obwohl sie über das Schicksal ihres Mannes nichts wußte. 3n den frühen Morgenstunden brach die Frau mit ihren fünf Kindern auf und kam auch bis an die Grenze. Ein einjähriger Säugling schrie, so daß ein tschechischer Grenzer auf die Fliehenden aufmerksam wurde. Die Mutter der Kinder wurde sofort verhaftet und die fünf Kinder mit Fußtritten über die Grenze gejagt Nun irrten die Kinder in dem waldigen Gebiet des Grenzbezirkes herum und weinend schrien sie nach ihrer Mutter, die von den tschechischen Gendarmen abtransportiert worden war. Ein Flüchtling nahm sich bann der Kinder an und führte sie zu dem Durchgangslager Rohrlach, wo die fünf Kinder jetzt nntergebracht sind, lieber das Schicksal der Eltern ist nichts bekannt. , Schärfster deutscher Protest gegen die tschechischen Grenzverletzungen. Berlin, 20. Sept. (DBB.) Die deulsche ®e- sandischaft in Prag ist angewiesen worden, wegen des tschechischen Feuerüberfalls auf das Grenzstädtchen Seidenberg und die tschechische Grenzverletzung bei Grenzbaude n in der Nähe von Schmiedeberg bei der dortigen Regierung schärfsten Protest zu erheben. Morgen Zusammenkunft in Godesberg. Fortsetzung des Gesprächs zwischen dem Führer und Chamberlain. Berlin, 20. Sept. (DNB.) Der Führer und der britische Premierminister sind übereingekommen, ihre auf dem Obersalzberg begonnene Aussprache am Donnerstag, dem 22. September, um 15 Uhr in Godesberg wieder aufzunehmen. , * In der von Moskau und Prag verschuldeten schweren europäischen Krise, die nun schon volle vier Monate anbauert, hat es zahlreiche Situationen gegeben, deren Spannung und Schärfe nicht mehr überbietbar erschienen. Noch niemals aber in diesen vier Monaten hat die ganzs Welt mit einer so sorgenvollen und zugleich so hoffnungsvollen Hochspannung den nächsten Stunden und Tagen entgegengesehen wie jetzt, da die zweite Unterredung zwischen dem deutschen Staatsoberhaupt und dem englischen Regierungschef bevorsteht. Daß die Sorgen der beteiligten Völker sich dabei auf die letzten Verzweiflungsakte der tschechisch-bolschewistischen Zusammenarbeit konzentrieren, ist ebenso klar wie die Tatsache, daß die Hoffnung der Welt um eine friedliche, aber auch würdige Lösung der Krise in erster Linie um die Person unseres Führers und Reichskanzlers kreisen. Im Kampf um die Wiedererringung des ihm gebührenden Platzes unter den Weltmäch» ten hat Deutschland manche ernste Stunde erlebt. Niemals aber haben wir Deutschen dabei auch nur den leisesten Zweifel daran gehabt, daß selbst in schwierigsten Lagen der staatsmännische Weitblick Adolf Hitlers nicht unter allen Umständen die einzig richtige Entscheidung zu finden wissen werde. Der englische Gesprächspartner Adolf Hitlers hat schon mit seinem Entschluß zu der Reise nach Berchtesgaden ein anerkennenswertes Maß von Verantwortungsbewußtsein bewiesen. Das englische und das französische Kabinett haben, jedes auf seine Art, versucht, es dem britischen Premier gleichzutun. Stunde um Stunde steigt unterdessen die Zahl der blutigen Opfer im Sudetengebiet. Es gilt nun für die westeuropäischen Staatsmänner, die einzig mögliche Lösung der Tschechenfraae selbst gegen die in Kreisen der Linken noch vorhandenen Widerstände in ihren Ländern durchzusetzei^, wenn sie sich nicht selbst desavouieren und mit ihrem Namen unübersehbares Unglück für Europa verbinden wollen. Größtes 3nterejfe in London. London, 21. Sept. (DNB. Funkspruch.) Sämtliche Zeitungen bringen bereits Meldungen aus Godesberg über die Vorbereitungen, die deutscherseits zum Empfang Chamberlains getroffen werden. So berichtet die „Times", in Godesberg sei d i e R h e i n- promenade mit englischen und deut- schenFlmggengeschmückt. Auch das Hotel, in dem Chamberlain absteige, trage Blumen- und Flaggenschmuck. Ward Price, der sich für die „Daily Mail" ebenfalls in Godesberg auflMt, schreibt u. a., der Ort des Zusammentreffens der beiden großen Staatsmänner fei f o schön, wie man ihn kaum andersinEuropa finden könne. Hietler selbst habe ihn ausgesucht. Die Zimmer des Hotels, in denen der englische Ministerpräsident wohnen werde, lägen an einer Terrasse, von der aus man einen der schönsten Ausblicke Europas habe. Erneute Demarche bei Benesch. Nach der ersten ausweichenden Antwort Prags. Eindeutige Annahme verlangt. Na tliche Borsprache der Gesandten Englands und Frankreichs. London, 21. Sept (DNB.) Die tschechoslowakische Regierung hat gestern abend eine Note überreicht, in der sie ihren Standpunkt zu dem Vorschlag darlegt, der ihr von der britischen und französischen Regierung übermittelt wurde. Dieser Standpunkt ermögliche nach einem in Prag ausgegebenen amtlichen Kommunique weitere diplomatische Verhandlungen im Geiste der Versöhnlichkeit, den die tschecho-slowakische Regierung stets bekundet habe. Es heißt, Prag werde versuchen, eine Kompromißlösung vorza- schlagen und sich dabei vor allem darauf berufen, daß die Abtretung eines Teils des Staatsgebietes dcm vom Staatspräsidenten geleisteten Eid widerspreche. Reuter meldet aus Prag, Benesch habe heute früh um 2.15 Uhr d i e Gesandten Frankreichs und Englands empfangen. Beide hätten ihm geraten, den Londoner Friedensplan, so wie er sei, anzunehmen. Nach der Unterredung mit den beiden Gesandten sei eine Sitzung des 3nneren Kabinetts einberufen worden. Sämtliche Londoner Blätter heben hervor, daß sich die Regierungen in London und Paris mit der ersten ausweichenden Antwort Prags nichtzufriedengegeven haben und nun einen neuen Druck auf Prag ausüben, um eine klare Antwort und wenn möglich, eine eindeutige Annahme der französisch- englischen Vorschläge durchzudrücken. Dabei heben die meisten Blätter hervor, daß eine klare Antwort Prags schon allein im Hinblick auf die neue Z u - sammenkunft Chamberlains mit dem Führer notwendig sei. Times berichtet, daß die tschechische Antwort den ganzen Tag über in London geprüft worden sei, und daß man sich dann entschlossen habe, eine neue Demarche in Prag zu unternehmen, um auf eine Regierungsentscheidung zu drängen. Es sei im Interesse von ganz Europa, daß die Mission Chamberlains nicht sabotiert werde. Das Vorgehen Chamberlains sei die Politik Frankreichs und Englands geworden, um den Weg der Vereinbarung zu finden, anstatt, den Weg des blinden und schadhaften Widerstandes zu gehen. Zur nächtlichen Demarche des französischen und englischen Gesandten in Prag meldet „Daily Expreß, die gemeinsamen englisch-französischen Vorstellungen seien in London und Paris kurz nach Mitternacht in Anbetracht des Ern ft es der Lage beschlossen worden. Man habe den Eindruck, daß neue Verzögerungen eine gefährliche Lage entstehen lassen würden. Für Winkelzüge keine Zeit mehr. Auch Paris drängt auf Annahme. Paris, 21. Sept. (DNB. Funkspruch.) Außenminister Bonnet hatte heute bis gegen 1 Uhr früh mit feinen Mitarbeitern am Quai. d'Orsay Besprechungen, die der Prüfung der durch die Antwort der tschechv-slvwakischen Regierung geschaffenen Lage galten. Die Prager Antwort wurde eingehend geprüft. Durch die erneute Demarche des französischen und englischen Gesandten in Prag bet der tschechischen Regierung wurde Prag auf die Gefahren einer negativen oder ausweichenden Haltung hingewiesen und ihm geraten, im eigenen Interesse die in London vorbereitete Regelung anzunehmen. Die Presse betont, obwohl sie Mitgefühl mit den Tschechen zeigt, daß Prag schon lange genug gezaudert habe, eine alle in den Grenzen der Tschecho-Slowakei lebenden völkischen Minderheiten zufriedenstellende und gerechte Regelung zu finden. Die Zeit dränge. Die Spannung an der Grenze zwischen dem Reiche und tschecho-flowakischen Staat und die Zwischenfälle erlaubten keine weiteren Winkelzüge der Prager Regierung. Das entschiedene Eintreten des Führers für die Sudetendeutschen, die energische Haltung der deutschen Presse, die bereits fordere, daß die bolschewistisch verseuchte Tschecho-Slowakei von der europäischen Landkarte verschwinden müsse und schließlich auch die Forderungen Polens und Ungarns auf Loslösung ihrer völkischen Minderheiten von dem ein Sozialdemokrat Renner Friedenskonferenz richtete. dies sicherlich verschweigen. rigkeiten beeinträchtigt werden. „Figaro unter» ins Ausland für die Dauer der außerordent- AusspracheausdemObersalzberg Reue Am der statt, un- am — an die Renner wies London, 20. Sept. (DRV.) Wie verlautet, hat die polnische Regierung vor kurzem eine Demarche beim Foreign Office unternommen, in der sie mit voller Eindringlichkeit die Forderungen Polens aus Berücksichtigung bei der Lösung der tschecho-slowa- kischen Frage geltend machte. Die Rückkehr des Teschener Gebietes zu Polen wurde energisch gefordert. Krieg ausarten lassen wolle. „Action F r a n ? a i s e" erklärt, die Franzosen würden sich nicht für die Tschechen schlagen. Der berühmte französische Jurist Barthölmy habe unbestreitbar nachgewiesen, daß Frankreich heute von seinen Verpflichtungen gegenüber der Tschecho- Slowakei völlig frei sei. Der ehemalige Generalsekretär des Öuai d'Orsay, Berthelot, der zum großen Teil für den in Locarno unterzeichneten re n. In einem vom Ministerium des Aeußeren inspirierten Artikel warnt das Blatt vor einer Wiederholung der Fehler und falschen Methoden, die zu dem gegenwärtigen Zustand führten und die in der Zukunft genau die gleichen Folgen haben würden. In den Jahren 1919 und 1920 sei Mitteleuropa w i e ein Kolonialland behandelt worden. Die Folge davon sei auch die ungerechte Behandlung Ungarns gewesen. Das Versailler System habe im Laufe von 20 Jahren bankerott gemacht. Oer polnische Botschafter beim $ü6rer. Berchtesgaden, 20. Sept. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler empfing heute auf dem Obersalzberg bei Berchtesgaden in Anwesenheit des Reichsministers des Auswärtigen, von Ribbentrop, den polnischen Botschafter die Alliierten darauf hin, daß sie ein flagrantes Unrecht gegenüber der Bevölkerung Böhmens beginnen und daß sie auch die Tschecho-Slo- wokei in eine katastrophale abenteuerliche Politik hineinziehen würden. Renner habe bereits damals auf die Unmöglichkeit hingewiesen, daß 3,5 Millionen Deutsche die Unterwerfung unter 6,5 Millionen Tschechen jemals ertragen würden. Beide Volksgruppen würden sich gegenseitig einen vernichtenden K a m pf liefern. „Oeuvre" folgert, man müsse heute zugestehen, daß der österreichische Kanzler damals ein Prophet gewesen sei. „Oeuvre" veröffentlicht die Note, die am 15. Juni 1919 der damalige österreichische Staatskanzler werden. In verhängnisvoller Selbstoerblelldung^ vergißt Prag völlig, daß die Zeit für Verhand-? lungen endgültig vorbei ist. Jetzt gilt es, entweder tschecho-slowakischen Staatsgebilde haben zu der Ueberzeugung geführt, daß Benesch und seine Regierung den „englisch-französischen Friedensplan" — wie man hier sagt — wohl oder übel annehmen müsse, wenn er überhaupt noch ein Rumpfgebilde des tschecho-slowakischen Staates retten wolle. Die radikalsoziale „R e p u b l i q u e" warnt und polen fordert Wiedergutmachung des Anrechts an der Olsa. Die unhaltbaren Zustände in der Tschecho-Slowakei. Berchtesgaden, 20. Sept (DRB.) Der garische Ministerpräsident I m r e d y stattete Heute fordern alle polnischen Zeitungen einstimmig und in schärfster Tonart die Rückgabe des Teschener Gebiets. In allen Zeitungen wird ohne Umschweife hervorgehoben, daß die Tschechen damals dem im Kampf gegen den vordringenden Bolschewismus stehenden Polen feige in den Rücken gefallen find und das Gebiet an der Olsa ihrem Vielvölkerstaat ohne Rücksicht auf die Wünsche der dort lebenden Bevölkerung einverleib- ten. „Expreß Poranny" bezeichnete es als Ausdruck des entschiedenen Willens des gesamten polnischen Volkes, daß das Teschener Land — wie auch verschiedene große polnische Organisationen es in den letzten Tagen durch Entschließungen gefordert haben — an Polen gegeben werde. Das Blatt knüpft daran die Erwartung, daß gerade Frankreich, der Bundesgenosse Polens, Verständ - nis für die .polnischen Forderungen aufbringen werde. „Kurjer Poranny" schreibt, diejenigen, die 1919 bis 1923 die Verträge über die mitteleuropäischen Staaten ausgearbeitet hätten, hätten damit den Beweis für eine ungewöhnliche Unkenntnis aller einschlägigen Fragen erbracht und dadurch die Ansatzpunkte für die schweren Konflikte geschaffen, die heute mühsam gelöst werden müßten. In dem Augenblick, da die Grenzen der Tschecho-Slowakei zusammenbrächen, sei klar, daß auch die Polen gegenüber an der Olsa bestehende Grenze völlig unaktuell geworden sei. Das Militärblatt „Polska Zbrojna" warnt, nirgends sollten Zweifel über Bereich und Richtung der polnischen Forderungen stehen können, hinter denen die ganze Energie und volle Autorität des Staates stehe. Das 1919 Polen zugefügte Unrecht müsse heute wieder gutgemacht werden. „Kurjer Poranny" ist der Meinung, nichts werde den Zusammenschluß des Teschener Gebiets mit dem Vaterland verhindern können. In dem Augenblick, da die alte Tschecho-Slowakei in sich zusammenstürzte und die Sudetendeutschen ins Reich übergingen, müsse auch das von Prag feige geraubte Land an der Olsa zu Polen zuxückkeh- streicht, es müsse schnell gehandelt werden, wenn man nicht die augenblickliche Krise in einen an der 40 000 Personen teilnahmen. Die polnische Bevölkerung war von weither herbeigeströmt. Zahlreiche Reden wurden gehalten, in denen der Anschluß Teschen- Schlesiens an die Republik Polen gefordert wurde. Rach dcr Versammlung begaben' sich die Teilnehmer zu der Brücke, durch die die polnisch-tschechische Grenze läuft. Von tschechischer Seite schauten zahlreiche Personen der polnischen Kundgebung zu. Das tschechische Ufer des Olsa-Flusses war durch Polizei und Militär stark bewacht. in Berlin, Exzellenz Lipski. Massenversammlung für den Anschluß Teschens. Warschau, 20. Sept. (Europapreß.) Dienstag fand im polnischen Teile Stadt Teschen eine Massenversammlung Äs । Keine Ausflüchte. Unter dem Druck der Ereignisse und angesichts der Gefahr, daß Prag einen Weltbrand entfesseln wollte, haben die französische und englische Regierung Forderungen an Prag gestellt, die dort zu einem SRini ft errat unter dem Vorsitz des Staatspräsidenten Dr. Benesch führten. Das Ergebnis dieses Ministerrates war ein neues Hakenschlagen des tschechischen Hasen. Prag will Zeit gewinnen und vergißt nur eins: die beiden Regierungen haben eine Forderung gestellt, zu der sie sich aus eigenem und ohne Verhandlungen mit der tschecho-slowakischen Regierung bekannt haben. Die Sache drängte angesichts der tschechischen Mordwelle gegen Sudetendeutschland. Die tschechische Anarchie hat, verbündet mit dem Bolschewismus, innerhalb der Grenzen de^ noch bestehenden tschecho. slowakischen Staates Verhältnisse wie in R o t s p a n i e n geschaffen. Wenn also die Prager Regierung Zeit zu Verhandlungen erhalten würde, liefen die Sudetendeutschen Gefahr, gänzlich dem tschechischen Dernichtungswillen ausgeliefert zu »ft Hin Wtttei h8en^fentI .R Deutschs wische: . in der $ fe W- die Sudetendeutschen auch gegen die Angehörigen der ungarischen Volksgruppe verübt, sind die Forderungen der ungarischen Blätter von Tag zu Tag dringlicher geworden. Immer wieder wird geltend gemacht, daß auch die Ungarn in der Tschecho-Slowakei das seinerzeit von Wilson verkündete Selbstbestimmungsrecht niemals auszuüben die Möglichkeit gehabt hätten. Nach zwanzig Jahren seien sie gezwungen, festzustellen, daß die tschechischen Machthaber niemals die Interessen der Volksgruppen, sondern immer nur die Ziele des sogenannten tschechischen Nationalstaates im Auge gehabt hätten, dessen verfehlte Politik die Tschecho- Slowakei zu dem Krebsgeschwür Europas gemacht habe. Selbstbestimmungsrecht und gebietsmäßige Revision, ^das ist die Forderung der ganzen ungarischen Nation zur Lösung der tschecho-slowakischen Krise. Zur Bekräftigung dieser Forderung nach außen hin wird am Mittwochnachmittag auf dem Budapester Heldenplatz eine Massenkundgebung von 250 000 Menschen stattfinden. Damit wird zugleich die Geschlossenheit des ungarischen Volkes bezeugt, die Ungarn seit Jahr und Tag mit seinen Revisionswünschen an den Tag legt. Während des ganzen Dienstags kreisten Flugzeuge über der Stadt und warfen Zettel ab, in dem Rückgabe Ober- Ungarns gefordert wird. Sämtliche Abendblätter befassen sich ebenfalls in größter Aufmachung mit der Frage einer Lösung der tschechischen Krise. Einmütig ist die Auffassung, daß nur a u f der Basis des Selvstbestimmungsrechtes für alle Nationen in der Tschecho-Slowakei die gebietsmäßige Revision durchgeführt werden kann. Ungarischer Schrift in London. London, 20. Sept. (DNB.) Wie verlautet, hat der ungarische Gesandte beim Foreign Office eine Demarche unternommen, in der auf die gegenwärtig schwebenden Verhandlungen zur Neuregelung des tschechischen Staatsgebietes hingewiesen, und die ungarischen Ansprüche auf die im Vertrag von Trianon gewaltsam von Ungarn a b getrennten und der Tschecho-Slowakei zugeryiese- nen Gebietsteile angemeldet werden. Hvrthy und Göring in Ostpreußen. Berlin, 20. Sept. (DNB.) Ministerpräsident Generalfeldmarschall Göring, dessen Gesundheit wieder hergestellt ist, traf heute in Alt- Sternberg mit Seiner Durchlaucht dem ungarischen Reichsverweser Admiral v. Hvrthy zusammen und hatte mit ihm eine längere Aussprache. Admiral von Hvrthy hält sich seit einigen Tagen als Jagdgast des Fekdmarschalls in den Stemberger Revieren auf. Italien zu jeder Kraftprobe bereit. Mussolini spricht in Udine. Udine, 20. Sept. (DNB.) Bei einer Massenkundgebung in Udine, von wo Mussolini auf den Tag genau vor 16 Jahren erstmals den Marsch auf Rom angekündigt hat, zog der Duce in einer Rede eine Bilanz der ersten 16 Jahre des Faschismus. Das Ergebnis dieser 16 Jahre des faschistischen Italiens habe sich gerade in diesen Tagen, in denen andere Völker von einer Krise in die andere fielen, in der wunderbarsten Haltung des italienischen Volkes gezeigt. 20 Jahre Krise, Kämpfe und Revolution hatten aus dem geistigen Wesen des italienischen Volkes einen stahlharten Block gemacht, und wenn morgen dieses Volk z u anderen Kraftproben aufgerufen werden sollte, so würde es auch keine Minute zögern. (Zurufe aus der Menge: „Sofort, sofort", die sich bis zu Sprechchören steigern). „Damals", so schloß der Duce, „sind wir nach Rom marschiert. Der Marsch, der dann von Rom aus ausgenommen wurde, ist noch nicht zu Ende. Und niemand wird ihn aufhalten können." Bei feiner Besichtigungsreise durch Venetien hat der Duce auch G ö r z besucht und dort auf einer Massenkundgebung erklärt: „Ich habe klar gesprochen, und es ist also zwecklos, jenen nachzulaufen, die sich taub stellen, um nicht hören zu müssen. Am Horizont sind einige Zeichen der Aufklärung vorhanden, aber da wir Faschisten immer Gegner eines voreiligen und unzeitgemäßen Optimismus gewesen sind, warten wir ab, daß der Vorhang auch zum letzten Akt des Dramas aufgeht, bevor wir uns weiter äußern. Immerhin füge ich in der Gewißheit, eure Ansicht und euer Gefühl zum Ausdruck zu bringen, hinzu, daß, wenn es zu einem Drama kommen sollte, es uns bereit finden wird." Dienstag in Begleitung des ungarischen Außenministers von kany sowie des ungarischen Gene- ratstabschefs General Keresztes-Fischer und des Staatssekretärs von Pataky dem Führer und Reichskanzler in Anwesenheit des Reichsministers des Auswärtigen von Ribbentrop auf dem Obersatzberg einen Besuch ab. Der Besuch diente der Aussprache über die unhaltbaren Zustände in der Tschecho-Slowakei. Während der Führer und Reichskanzler die deutschen Probleme behandelte, legten die ungarischen Minister eingehend die ebenso unverrückbare Forderung des gesamten ungarischen Volkes auf das Recht der Selbstbestimmung ihrer unterdrückten Volksgenossen in der Tschecho-Slowakei dar. Gerechtigkeit für Ungarn. Heute Massenkundgebung in Budapest. Budapest, 20. Sept. (DNB.) Ungarn wurde durch den Vertrag von Trianon eine besonders hohe Zahl von Dolksangehörigen zugunsten der Tschecho-Slowakei geraubt, eine Wunde, die die Magyaren niemals verschmerzen konnten. Die Forderung auf Rückführung dieses Dolksteiles in das Heimatland ist daher in allen Schichten der ungarischen Bevölkerung zu einer Herzenssache geworden. Dies fand beredten Ausdruck in den Kundgebungen nach der Rede des Duce in Triest, bei denen die demonstrierende Bevölkerung Reichsverweser, Führer und Duce immer wieder hochleben ließ. Schon im Anschluß an die Nürnberger Schlußrede des Führers hatte Graf Esterhazy, der Vorsitzende der Vereinigten ungarischen Partei in d e r T f ch e ch o ° S l o w ak e i, diese Forderung zur eigenen gemacht und die gesamte ungarische Presse hatte sich lebhaft für die Belange ihrer Volksgenossen eingesetzt. Der „Pester Lloyd" hatte gesagt, eine Vernachlässigung der Rechte der ungarischen Volksgruppe und eine Mißachtung ihrer moralischen, historischen und materiellen Interessen würde sie berechtigen, den Kampf mit allen Mitteln und bis zur Erfüllung dieser berechtigten Forderung aufzunehmen. Mit den militärischen Maßnahmen der Tschechen auch an der ungarischen Grenze und nachdem zahlreiche Flüchtlinge davon berichtet haben, daß der tschechische Mob die gleichen Brutalitäten wie gegen Auch Polen und Ungarn fordern ihr Recht. Ungarische Staatsmänner beim Führer. Polnische und ungarische Demarche in London Minute die isoliert stehenden Tschechen sich nicht besinnen, werden sie als schädliches Gewürm zermalmt. Das ist eine Tatsache, die sie selbst durch eine zwanzigjährige Geschichte der Verfolgungen, des Hasses, der widernatürlichen und größenwahnsinnigen Projektemacherei wie ein rächendes Gottesgericht auf sich gezogen haben. Es geht um Millionen von Sudetendeutschen, um kostbares deutsches Blut, das nicht mehr und unter keinen Umständen der hussitischen Verfolgungswut ausgeliefert bleiben darf. Während Benesch verzweifelt und vergeblich Frist zu gewinnen sucht, ein Bluff, der allzu oft angewendet, jetzt nicht mehr zieht, haben gerade die Ereignisse der letzten Stun- den gezeigt, was die Tscheche, wirklich ist. Noch unmittelbar vor der zweiten Unterredung Hiller- Chamberlain hat die bolschewisierte Tschechei eine äußerste Verschärfung der ohnehin zugespitzten Lage dadurch geschaffen, daß in insgesamt vier Fällen die deutsche Reichsgrenze verletzt wurde. In Seidenberg ist es sogar zu einer ausgesprochen kriegsmäßigen Aktion gekommen: "bei dem militärisch" organisierten Vorstoß einer Tschechenhorde auf Reichsgebiet gab es bei der deutschen Grenzwache 17 Verletzte. Ob die angreifenden Tschechen reguläres Militär ober in Uniformen gekleidete Bolschewisten waren, ist für die Beurteilung der Schwere des Falles unter den heutigen Umständen völlig nebensächlich. Der Zweck dieser systematischen Grenzverletzungen ist klar. Nachdem es mißlungen ist, mit Hilfe des Sowjetkrieges in Spanien einen allgemeinen europäischen Krieg zu entfesseln, und nachdem an einer endgültigen Beseitigung des ttche- chischen Brandherdes keinerlei Zweifel mehr sein kann, versucht Moskau, nun vor dem völligen Zusammenbruch feiner tschechischen Basis noch in letzter Stunde einen europäischen Krieg anzuzetteln. Diele- Versuche an der tschechisch-deutschen Grenze werden, gleichzeitig jenseits der Grenze ergänzt einmal durch 1 die Steigerung des Massenmordes und zweitens- I durch die Verteilung von Benzin- und Teerlager \ in den riesigen Waldungen der tschechischen Orenp gebiete. Wie die sudetendeutschen Städte — genau, wie in Rotspanien — im Fall der erzwungenen . Räumung durch die Tschechen nur als Trüm- l merhaufen zurückgelassen werden sollen, so sol- 1 len die ungeheuren Waldgebiete, die sich ja bis weid in deutsches Gebiet hinein erstrecken, in eineeinzige Feuersbrunst verwandelt werben.. 1 Dies alles zusammen mit dem Bestreben der tschechisch-bolschewistischen Clique in Prag vor der endgültigen Abtrenunng der sudentendeutschen Gebiete noch eine möglichst große Anzahl von Sudetendeutschen abzuschlachten, besagt, daß Moskau hier ohne Rücksicht auf die herannahende endgültige Lösung der Tschechenfrage ein bolschewistisches Exempel statuieren will, besagt aber auch, daß bie tschechische Regierung als Handlanger Moskaus bei allen diesen Aktionen die volle Schwere der Der- & ■ßn Sta Är »SS is r* bä kt” j imferr* ÄU!t Jjit ganzen M'che Part "iber bereit General i Mierr 1 hnjiaftotti Lön^egierun ein Wirtschaft kühnen * einer heiklen? ist ton Den Mister Ober leit die unmü bös ist der D Wonären sich Msudski nerer W hat die Wer gesun fr Linken, i Agraphie ist urteibilöenbei rmbers her Mscher 3bei Men. Es wi ertigbringen, 1 en, wenn sii ibenten unb rer5, des M die Hinpond c.n der Ww werden, daf idel.eines pi Iliingels gek 'schall Pilsut nachdem er I einer parlatr sagt, es sei falsch, anzunehmen, daß England und Frankreich im Falle einer ausweichenden tschechischen Antwort ihre Stellungnahme revidieren ...... a.-u-------, würden. Der „Matin" sagt: Auf keinen Fall dürfte zweiten französisch-tschechischen Vertrag, der an die das nötig unternommene Werk des englischen Mi- Stelle des Vertrages vom Januar 1924 trat, ver- nifterpräfibenten, der von seinem Lande, von Frank- antwortlich fei, sei unbestritten e i n Ho ch stapler reich und der gesamten öffentlichen Weltmeinung gewesen. Es sei die Frage, welche Summe dieser unterstützt werde, durch neue diplomatische Schwie- Vertrag Berthelot eingebracht habe. Benesch werde lichen Maßnahmen erlassen. Briefe dürfen nur annehmen ober sich dem beutschen Schwert ber offen ausgegeben werben. Die Verwendung Gerechtigkeit mit allen Folgen auch für das Forteiner unkontrollierbaren Schrift ober Sprache, einer bestehen des Staates der Tschechen auszuliefern. Der Geheimschrift, Kurzschrift, Chiffren und dgl., ist nicht Führer hat darüber keinen Zweifel gelassen. Das gestattet. Die Mitteilung muß leserlich sein und darf sudetendeutsche Freikorps ist gebildet und bereit, zwei Seiten Quartformat nicht überschrei-z sofort zu marschieren. Wenn in der allerletzten ten. Für Briefe können nur einfache Umschläge ver- Prag stellt Postsendungen ins Ausland unter schärfste Zensur. Prag, 20. Sept. (DNB.) Die tschechischen Behörden haben auf Grund der Ausnahmebestimmungen Anordnungen getroffen, die tief in das tägliche Leben einschneiden. Die Polizeidirektion hat die Vorzensur angeordnet, der Landespräsident von Böhmen hat das Tragen von Uniformen p o - litifcher Parteien verboten, die Staatspolizei hat ein Dersammlungsverbot erlassen, auch „vertrauliche Sitzungen" sind an eine Bewilligung gebunden. Die Prager Postdirektion hat eine Bekanntmachung über Sendungen antroortung unb der Folgen dieser ungeheuerlichen Verbrechen zu tragen haben wird. Es wird dabei nur von dem Grad der Feigheit der Benesch unb Genossen abhängen, ob sie durch ihren Rücktritt, wie er ja in Prag schon offen erörtert wird, unb vielleicht durch eine Flucht nach ihrer rechtzeitig beschafften ausländischen Dermogensbasis sich der Verantwortung zu entziehen versuchen, nachdem sie das Land ins Elend gestürzt haben. — Es kann nicht ausbleiben, daß die oben, skizzierte äußerste Verschärfung der Lage naturgemäß auch bei ber entscheidenden zweiten Unterredung zwischen dem Führer und dem englischen Ministerpräsidenten eine sehr wesentliche Rolle spielt. Daran werden auch die Verschleppungsoersuche der noch amtierenden Prager Schein-Regierung nichts ändern, die darauf spekuliert, daß Cyamberlain angeblich den Führer erst nach Eingang einer klaren Prager Antwort auf den englisch-französischen Vorschlag sprechen will. Chamberlains Stellung selbst dürste sich nach seiner Deutschlandreise auch noch durch den schnellen Abschluß der Besprechungen mit Frankreich weiter so gefestigt haben, daß er im Ernstfall auch gegen die bereits wieder in Angst vor ihrer eigenen Knurrige zum Umfall neigende englische Linke eine sichere Parlamentsmehrheit hinter sich haben dürste. B. R. Chamberlain lehnt Einberufung des Paraments ab. London, 20. Sept. (DNB.) In einem Schreiben an den Führer der Opposition Attlee hat: Chamberlain eine sofortige Einberufung des Par" laments, die Attlee gefordert hatte, abgelebt. Chamberlain sagt, daß das Parlament Gelegenheit: haben werde, die Vorschläge der englischen Regie" rung, die sich aus der gegenwärtigen Lage ergeben hätten, anzunehmen ober abzulehnen. I m Augenblick aber sei er mit sichwierigen und del',' taten Verhandlungen beschäftigt, tne dem Zwecke dienten, eine friedliche Lösung für e,n Problem zu finden, das, wenn es nicht m . äußer st er Sorgfalt angeparf t würde, sur: England die ernstesten Folgen haben könnte. Das Parlament jetzt zus-ammenzuberufen und vom Pr.^ mierminister zu verlangen, an den Debatten teil" zunehmen, während diese Verhandlungen n o d) t rn Gange seien, würde seine (Chamberlains) Aufgabe unmöglich machen. Die Sondersitzung werde ein- berufen werden, sobald die Dinge soweit gediehen seien, daß er eine volle Erklärung abgebew könne. wendet werden. Wertbriefe und Wertschachteln müssen gleichfalls offen aufgegeben werden und dürfen keine Mitteilungen oder belichtete, noch nicht entwickelte Filme und ähnliches enthalten. Auch den Paketsendungen dürfen Mitteilungen nicht beigelegt werden. Auf den Postabschnitten dürfen Mitteilungen nicht angebracht sein. Die Ratten verlassen das Schiff. Auf dem Präge Flughafen Betrieb wie noch nie. Dresden, 20. Sept. (DNB.) Wie der Sonderberichterstatter der „Dresdner Nachrichten" aus Prag meldet, wurde auf dem Militärflugplatz in Gebly bei Prag am Dienstag gegen 17 Uhr ein höherer Fliegeroffizier von einer Militärpatrouille verhaftet, weil er in angeheitertem Zustande in einem Lokal erklärt hatte, daß eine dreimotorige Maschine ständig bereit» gehalten werde, um den Staatspräsidenten Dr. Benesch im Falle des Ausbruchs von Unruhen in s Ausland zu bringen. Gleichzeitig ist in Prag bekannt geworden, daß die Frau des Schuh-Großindustriellen Bata aus Zlin mit ihrer Freundin, der. Frau des Ostrauer Polizeipräsidenten B a t s ch a, in einem Sonderflugzeug der Batawerke sich ins Ausland begeben habe. Auf dem Zivilflughafen in Rusin bei Prag ist ein Andrang w i e noch nie. Elegante Juden und Jüdinnen warten mit großen Koffern auf die Flugzeuge, die ohne Zwischenlandung in Deutschland für den Westen eingesetzt sind. Sämtliche derartige Linien sind auf Tage hinaus ausverkauft, man verkauft auch bereits im Schleichhandel Flugkarten um das Vielfache des offiziellen Preises. Auch auf dem Flugplatz M ü n- chen-Oberwiefenfeld hat man einen sehr starken Zwischenlandeverkehr Prag — Zürich festgestellt. Zahlreiche tschechische I n- dustrielle, darunter z. B. der Brünner Fabrikant Paczek, verließen mit ihren Familien und mit größeren Geldbeträgen bereits die Tschecho- Slowakei in Sonderflugzeugen, die zum Teil aus der Schweiz eigens nach der Tschecho-Slowakei beordert wurden. Ungeheurer Andrang zum „Gudetendeutschen Freikorps-". DRV. 20. Sept Der Andrang zum „Subefen- deukschen Freikorps" Hal derartige Formen angenommen, daß es unmöglich ist, mit der Ausrüstung der Mannschaft nachzukommen. Es wird daher angeordnet: xSudetendeutfche, die im Reichsgebiet in Arbeit stehen, können ihre Anmeldung zum „Sudetendeukschen Freikorps" bei den örtlichen Gliederungen des Sudetendeutfchen Heimatbundes vornehmen, haben aber so lange aus ihren Arbeitsplätzen zu verbleiben bzw. dahin wieder zurückzukehren, bis ihre Einberufung zum Freikorps erfolgt. Das Kommando des „Suddendeutfchen Freikorps". I London, 1 eilen Teilen j ti/Mr llnru '4 den bishei IIV'W Bei llp'i wurde | ' Uen und ei | « arabische, tplrouille erscl 1 iin Araber e ' S'-ibe schwer r i Aschen arab !Uhe von 5 währen i wundunaen i i diesem Gesei Verhaftungen ' f/R deinen Iwmfc 7 N bie S griffen. Sie nöl »Langhai hat, ! Mn 24 St 27 Fuß tr1 l’paniM i-Mich t ;«N$ppen" „Ntiuri Masts«« te- 20-e ’ n sm Q n M N-tschä wM«« I. 11 Schon 1914 wird an« wird freundschaftlichen Beziehungen I to Mandschukuo anerkannt haben. .'I haftet knapp 1Vi IDf.l Tägliche Zahnpflege mit Greuel in Sibirien war Entente in Gestalt ihrer plice der tschechischen mdnb anders als die tigen Funktionäre. nie- dor- inet au? j men; '[;■ 'er Ii'fe,' beutjio den K getli Die Legende der tschechischen Legionen Sie Armee der Ueberläufer auf ihrem Zug durch Sibirien 1918/20. von Religionsgesellschaften einmütig beteiligt. Nach Verlesung von Begrüßungstelegrammen des Ministerpräsidenten K o n o e und des Außenministers nahm die Versammlung eine Entschließung an, in der es heißt: „Wir Angehörige verschiedener Religionsgemeinschaften sind entschlossen, uns für die Ausrottung und Zerschlagung der Kommunistischen Internationale, die der gemeinsame Feind der Menschheit ist, einzusetzen. Wir wollen alle Kräfte zur Vertiefung des Antikominterngeistes und zur Förderung der Beziehungen zu den uns verbündeten Mächten aufbieten." Japanische Neligionsgesellschasten in der Antikominternkront. ^o ki o, 20. Sept. (Ostasiendienst des DNB.) An !r großen Kundgebung zur Festigung der Anti- ninternfront haben sich zusammen mit Ireichen Vertretern der japanisch-deutsch-italieni- H Freundschaftsoereinigung auch 90 Vertreter • 9lod) \ fytlen ^ei eine Berlin, 20. Sept. (DNB.) In Wien traf eine Gzielle mandschurische Freunds ch a f t s - b Wirtschaftsmission ein, die sich auf kittadung der Reichsregierung zu einem 2^wöchigen besuch in Deutschland aufhalten wird. Die Mission, irren Präsident der Wirtschaftsminister von Man- jtiutuo, Han Jun-Chieh, ist, setzt sich aus sten Offizieren, Beamten und führenden Wirt- ^ftlern zusammen. Ihr Zweck ist die Förderung ' ........ ~ • ' i mit den Staaten, rnißlVgln nien einen ’ffeln, unb bes W' metyc lein _____________ v__j. Die Mssion wird beiegenheit haben, mit führenden Persönlichkeiten ton Staat, Partei und Wirtschaft Fühlung aufzu- ^itnen und öffentliche und privatwirtschaftliche Ein- ^tungen Deutschlands kennenzulernen. Als die tschechischen Legionen sich selbst und ihren inzwischen angesammelten Raub im Frühjahr 1918 auf die sibirische Bahn verladen, um nach Wladiwostok zur Verschiffung nach Europa zu ziehen, sind sie 50 000 Mann stark, einer ihrer Führer zählt es in einem Brief vom 15. Oktober 1919 später auf: „12 Regimenter Infanterie, 2 Regirnen- >n M- t wird, - r reWl ifis ft v nadN- __ Es fc? rte W iuch wische $ sidenieN'- den auä/ rcnben J e daran! " i Fiih"^ Antlvon prechen/ id) *■ den W Ireich 1 auch eigenen ’ »erB “‘Wto ■ sch nit| | bst but| \ ?lgung; ü BenmoS | Oottes. ein. Diele e werden nal durch zweitens 'eerlager Oreny Itüm« n, so lob i bis weit in eine t werden, leben der tz oor der Men @e> m Tude> ih Mau e tNW cheM« Jlosfe.« re btt» , ____ m Rußland aus dort lässigen oder aus Oesterreich herübergewechselten Tschechen, die erst Kriegsgefangene sind, ein Bataillon gebildet. 1916 wächst es durch ständigen Zulauf von Deserteuren und Ueberläufern zu einem Regiment an, im gleichen Jahr zu einer Brigade. Die Massendesertionen der Tschechen an der österreichischen Front dauern an. Das aktive russische Militär verhält sich gegen die Tschechen ablehnend; ein russischer Korpsgeneral spricht es öffentlich aus: „Wer einmal zum Verräter wird, wird es auch wieder!" Er sollte auf grauenhafte Weise Recht behalten. hinein A gi"»! niin.7 äft’fc ofiinfM 5 iO kt DrfÄiH i"1 ,y M v»>\ in er^er ßin$e die Organisation der ehemaligen Legionäre selbst haben um die Le- ß °n^n,.u.nb lhre famose „anabasis", ihren Zug durch Sibirien 1919 bis 1920, einen so dicken Glo- ^""Ust gewoben, daß selbst heute noch über Sinn 9fncTA„s a • ^nes Zuges vielfach, vor allem im Ausland, eine erstaunliche Unkenntnis herrscht. Die Klonen, die heute noch in der Tschechei eine er« A^tiche Rolle spielen, sind nicht nur mit der Ent- Iteoung des fragwürdigsten Staatswesens der Welt aufs engste verbunden, sondern ihr Zug durch Si- ullen seinen Einzelheiten so typisch l|cyechisch, daß wir einmal den wahren Sachverhalt hier darstellen wollen. Wir folgen dabei im Wesentlichen dem Buch des ftüheren russischen Ge- neralleutnants Konstantin W. Sakharow „Die tlchechlschen Legionen in Sibirien", Berlin 1931. Der General, in der Zeit von 1918 bis 1920 Generalstabschef des weißrussischen Admirals K o lisch ak, spricht nicht nur als Augenzeuge, sondern verfügt auch heute noch über eine lückenlose Be- weissammlung an Dokumenten, Photos, Briefen zahlreicher anderer Augenzeugen usw. Es ist bezeichnend, daß die tschechische Regierung bei Erscheinen des Buches v1931 zum 10jährigen „Jubiläum" des Raubzuges durch Sibirien, in peinlichem Schrecken über die aufsehenerregenden Enthüllungen des russischen Generals völlig schwieg', erst nach Monaten das Buch verbot, aber niemals auch nur den Versuch einer Widerlegung gemacht hat. Nicht weniger bezeichnend, daß der famose Völkerbund, bem General Sakharow sein gesamtes Beweismaterial wieberholt zur Feststellung und Prüfung anbot, dankend ablehnte — denn der Korn- Glückwunsch des Führers zum Dienstjubiläum des Generalobersten v. Fritsch Berlin, 21. Sept. (DNB.) Generaloberst Freiherr v. Fritsch begeht am heutigen Tage die 40jährige Wiederkehr seines D i e n st e i n - tritts in die Armee. Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht sandte aus diesem Anlaß dem früheren Oberbefehlshaber des Heeres folgendes Glückwunschtelegramm: „Anläßlich der 40jährigen Wiederkehr des Tages, an dem Sie in die Armee eintraten, gedenke ich Ihrer mit den herzlichsten Glückwünschen, verbunden mit aufrichtigem Dank für die beim Wiederaufbau der Wehrmacht geleistete Arbeit und den besten Wünschen für Ihr weiteres Wohlergehen. Adolf H i t l e r." Aus aller Welt. Tag für Denkmalpflege und heimalfchuh 1938 in Hamburg. In Hamburg fand die Eröffnung des Tages für Denkmalpflege und Heimatschutz statt. Gaupropagandaleiter Schmidt betonte, daß nirgendwo die Arbeit der Heimatschutzbewegung als notwendiger empfunden werde als in einer Weltstadt wie Hamburg. Der Vorsitzende des Deutschen Heimatbundes, Landeshauptmann SA.-Brigadeführer Haake, konnte auf eine Fülle von erfolggekrönter Arbeit im Schrifttum, Ausstellungswesen und vor allem in der Tätigkeit in den Landschaften Hinweisen. Ministerialrat H i e ck e bekannte sich als Leiter des Deutschen Denkmalpflegetages zu der Synthese verständnisvoller Pflege großer Tradition und gesunder Fortentwicklung. Internationaler Lhirurgie-Kongreh in Vrüsssl. In Brüssel wurde durch den belgischen Innen-. minifter Merlot der 11. Internationale Chirurgen - Kongreß eröffnet, an bem sich Vertreter aus insgesamt 48 ßänbern beteiligen. Deutschland» ist durch zahlreiche namhafte Chirurgen, daraunter die Professoren Stich, Sauerbruch, Haberland und Demel (Wien) beteiligt. Die belgischen Behörden haben zahlreiche Veranstaltungen für- die Kongreßteilnehmer vorgesehen. Der deutsche Geschäftsträger Dr. von Bargen gibt einen Empfang für die deutsche Abordnung und namhafte belgische Chirurgen. Labrador-Expedition der nordischen Lander. In Zusammenarbeit mit den USA. und Kanada ist für den nächsten Sommer eine wissenschaftliche Expedition nach Labrador geplant, an der sich neben finnischen auch norwegische und dänische Wissenschaftler beteiligen. Die Expeditton will sich in tzienLog? er fällen - . , . , „ ________________ verletz; parteibildenden Kräfte kommen in Polen.oft ganz lin.. ... mnnnhor« hör nfc; mi« her itnh. hoi- erster Linie naturwissenschaftlichen, geologischen, geographischen, archäologischen und klimatologischen Ausgaben widmen. Goethe-Medaille für Professor Feddersen. Der Führer und Reichskanzler hat dem Professor Dr. h. c. Hans Feddersen in Kleiseer- Koog, Post Niebell (Schleswig-Holstein) in Anerkennung feiner Verdienste um die deutsche Kunst die Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen. ♦ Hans P. Feddersen wurde am 29. Mai 1848 in Wester-Schnatebüll in Schleswig-Holstein geboren. Er studierte an der Weimarer Kunstschule und an der Düsseldorfer Akademie, wo er Meisterschüler von Oswald Achenbach wurde. Studienreisen führten ihn nach Polen, Rußland, Italien und Oesterreich. Von seinen Werken sind vor allem die friesischen Landschaften hervorzuheben, daneben eine Reihe charaktervoller Bildnisse. — Professor Feddersen ist Mitglied der Berliner Akademie der Künste. Lin neuentdecktes Jugendwerk von Brahms. Ein neuaufgefundenes JugeLdwerk von Johannes Brahms wurde jetzt erstmals der Oeffentlichkeit übergeben. Es handelt sich um ein Trio in A-dur für Klavier, Violine und Violoncell, das aus der Zeit der großen Kunstreise des Meisters im Sommer 1853 stammt. Eine volle Ausnutzung der Klang- eigenschaften der Streichinstrumente vereint sich in hervorragender Weise mit denen des Klaviers und sichert in Gemeinschaft mit der vollendeten seelischen Aussprache, der durchgebildeten Form und der logischen Weiterführung der keimkräftigen Themen bem Werk überzeitliche Gültigkeit. Die Herausgabe besorgten Ernst Bücken unb Karl H a s s e im Verlage Breitkopf & Hätte!. Der polnische Stralosphärenslug. Hauptmann B u r z y n s k i, ber Pilot Dr. Nar- kiewicz, der wissenschaftliche Begleiter sowie der gesamte Stab der polnischen Stratosphärett- Expedition hat dieser Tage Warschau verlassen, um die letzten Vorbereitungen für den Ballonstart in die Stratosphäre vorzunehmen, der im Chocholow- Tal, unweit von Zakopane im Tatragebirge demnächst vor sich gehen soll. Man erwartet, daß der Start in der zweiten Septemberhälfte stattfinden wird, doch hängt ber genaue Zeitpunkt von den Wetterbedingungen ab. Etwa 100 Berichterstatter und Filmoperateure werden beim Start des „Gwiazda Polski" zugegen sein, der der größte je erbaute Ballon ist. Schwere lleberschwemmungsschäden in Bengalen. Die feit Wochen in mehr als 15 Verwaltungsbezirken Bengalens herrschenden Ueberflutun« gen haben seit Jahren nicht mehr erreichte Ausmaße angenommen. Rund 500 000 Menscheis sind bisher obdachlos geworden und mußten von den Behörden und religiösen Gemeinschaften unterstützt werden. Unter dem Vorsitz des Ministerpräsidenten von Bengalen ist ein Hilfs-Ausschuß gebildet worden. Der schwer in Mitleidenschaft gezogenen Landwirtschaft wurden Unterstützungsgelder in Höhe von 260 000 Pfund (rund 3,25 Millionen Mark) zur Verfügung gestellt. Weitgehende Regierungsmaßnahmen sollen geplant sein. Schweres Unwetter über Buenos Aires. Bundeshauptstadt und Provinz Buenos Aires hatten unter einem schweren Unwetter zu leiden. Bisher konnten 14 Todesopfer gezählt werden, die im Schlaf durch einstürzendes Gemäuer erschlagen wurden. Die Zahl der Toten soll noch höher sein, doch fehlen bis jetzt die amtlichen Angaben, da die Fernleitungen größtenteils zerstört worden sind. Der Schaden ist sehr groß. Eine Windhose über Dänemark. Eine W i n d h o s e von ungewöhnlicher Stärke ging über die Gegend zwischen Aalborg und Thi- stid (Dänemark) hinweg, sie hat besonders in Halo- rimmen beträchtlichen Schaden angerichtet. Es wurden viele Dächer abgetragen, Hunderte von Fensterscheiben zertrümmert, verschiedene leichte Bauten völlig zerstört. Die Stromversorgung und der Telephonverkehr waren zeitweise unterbrochen. Personen sind glücklicherweise nicht verletzt worden. Die Betroffenen schätzen ihren Verlust auf mindestens 30 000 Kronen. Sleinbruchunglück in den Albaner-Bergen. In einem Steinbruch der Albaner-Berge hat sich ein Unglück ereignet. Der obere Teil des größten Steinbruches von Marino ist plötzlich eingestürzt. Steinblöcke im Gewichte von Tausenden von Tonnen stürzten zu Tale. Einige Steinhauer waren gerade mit dem Laden eines Lastzuges beschäftigt; fünf von ihnen wurden berschüttet. Es besteht keine Hoffnung, sie noch lebend bergen zu können, denn die Schuttmassen sind zwanzig Meter hoch. Der Einsturz wurde im Dorfe wie ein Erdbeben wahrgenommen. Die Feuerwehr von Rom ist mit den Bergungsarbeiten beschäftigt. Schweres Eisenbahnunglück in Kalifornien. In Süd-Kalifornien ereignete sich ein schweres Eisenbahnunglück, das zehn Tote und 40 Verletzte forderte. Durch heftige Wolkenbrüche waren die Schienen der Souttiern-ttacikic-Eisenbahn mit Geröll und Sandmassen überdeckt worden. Dies verursachte den Zusammen stoß zweier Expreßzüge bei Tortuga des New-Orleans—Los-Angeles- Expreß und eines nach Chikago fahrenden Luxus- Zuges. Furchtbare Bluttat in Havanna. In Havanna hat ein Bauer mit einem Messer seiner Mutter, seinem Onkel und sieben Brüdern den Kopf abgeschnitten und dann das Wohnhaus in Brand gesteckt. Anlaß zu der furchtbaren Bluttat soll ein nichtiger Streit zwischen ihm und einem Familienmitglied gewesen fein. Die Polizei hat die Verfolgung des flüchtigen Mörders aufgenommen, der jedoch bisher noch nicht festgenommen werden konnte. Den Doppelgänger ermordet. In den Wäldern, bei P e t r i k a u in Polen fand man die Leiche eines Mannes, der anscheinend Selbstmord begangen hatte, wie aus einem neben dem Toten gefundenen Zettel hervorging, der lautete: „Ich bin der von der Lodzer Polizei gesuchte Ignaz Pasternak. Ich habe das Leben satt." In der Brieftasche des Toten lag eine Photographie mit dem Datum des 23. August, die die Aufschrift trug: „Vor meinem Selbstmord Euch zum Andenken." Dies führte zur Aufdeckung eines furchtbaren Verbrechens. Es wurde festgestellt, daß die Aufnahme durch einen Lodzer Straßenphotographen nach Auffinden der Leiche gemacht wurde. Die Nachforschungen führten zu der Feststellung, daß der Tote von Pasternak, der wegen Unterschlagung einiger Tausend Zloty von der Polizei steckbrieflich verfolgt wird, ermordet worden ist. Der Mörder hatte den Mann, der ihm wie ein Doppelgänger täuschend ähnlich sah, in den Wald gelockt, ihn dort mit vorgehaltenem Revolver gezwungen, seinen Anzug mit ihm zu tauschen und hatte dann, nachdem er sich noch in den Besitz der Papiere seines Doppelgängers gesetzt hatte, den Mann kaltblütig erschossen. So wollte er sich vor weiteren Nachstellungen der Polizei sichern. Pasternak konnte von der Polizei fe ft genommen werden. Eine furchtbare Verwechslung. Aus der Polizeiwache in Wloclawek in Westpolen meldete sich ein Mann, der angab, aus Eifersucht seine Verlobte ermordet zu haben. In der von dem Mörder bezeichneten Wohnung sand man auch tatsächlich ein junges Mädchen, bas im Schlaf durch Messerstiche erdolcht war. Bei der Gegenüberstellung mit der Leiche rief der Mörder entsetzt aus: „Das ist ja nicht meine Verlobte. Ich habe ihre Freundin ermordet." Er hatte sich in der Nacht in das Zimmer geschlichen, in dem seine Verlobte gewöhnlich schlief, und die Tochter des Wohnungseigentümers erstochen. Vom Mefferwerfer an den Zaun genagelt. Einen unglücklichen Verlauf nahm eine Vorstellung, die ein Artist auf einer belebten Straße der Warschauer Arbeitervorstadt Wola gab. Der Artist wollte seine Kunst im Messerwerfen auf ein lebendiges Ziel zeigen. Einer der zahlreichen Zuschauer stellte sich ihm freiwillig zur Verfügung und nahm an einem Zaun mit ausgestreckten Händen Aufstellung. Als aber das erste Messer auf ihn zuflog, verlor er den Mut und machte plötzlich eine Bewegung, so daß das Messer seine Handfläche durchbohrte und ihn an den Zaun nagelte. Er wurde sofort ins Krankenhaus geschafft, der vom Pech verfolgte Magier aber von der Polizei festgenommen. Wetterbericht Deutschland liegt zwischen dem starken nordwestdeutschen Hochdruckgebiet und der vom Atlantik ausgehenden Wirbeltätigkeit. Da letztere nachgelassen hat und die über England nach Frankreich eingedrungene Störung sich scharf nordwärts aus- richtete, ist eine stärkere Störung des an und für sich freundlichen Witterungscharakters nicht ausgeschlossen, zumal auch am Mittwochfrüh eine Störungsfront ihr Regengebiet bis nach Nordwestdeutschland vorschieben konnte. Vorhersage für Donnerstag: Vielfach Frühnebel, sonst wolkig bis heiter, im wesentlichen trocken. Temperaturen wenig geändert. Winde aus Süd. Vorhersage für Freitag: Leicht unbeständig, doch im ganzen herbstlich freundlich. Lufttemperaturen am 20. September: mittags 21,9 Grad Celsius, abends 12,1 Grad; am 21. September: morgens 9 Grad. Maximum 21,9 Grad, Minimum heute nacht 8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 20. September: abends 15,6 Grad; am 21. September: morgens 12 Grad. — Sonnenscheindauer 5,7 Stunden. Wn llcUt yoh . tolles Utz ■ °«iben ' Zu btt t9e"M & tiismih tschechl Die j, | 'wurd, j}etibuno I Manb. I entweder I vert btt I ,Q5 F°rl-1 sM Der | len. DQ51 ter Kavallerie, 3 Regimenter Artillerie, in ausgezeichneter Ausrüstung und einem Ueberfluß an Waffen, 12 000 der besten Pferde Sibiriens und billig erworben." In der Tat, sehr billig! Die gesamte Ausrüstung ist aus russischem Staatseigentum im Chaos des Zusammenbruches von 1917 züsam- mengestohlen. Aber damit nicht genug. Dk Tschechen führen ungeheure Werte an Edelmetallen, Kostbarkeiten, Lebensmitteloorräten, Pelzen, Maschinen, Bekleidung aller Art usw. in Zügen von nicht weniger als 20 000 Waggons mit! Es kommen also auf den Kopf der tschechischen Legionäre sage und schreibe 2V2 Waggons! Woher diese Züge und ihr Inhalt samt den Lokomotiven stammen, ist ein Kapitel für sich, auf das wir noch zurückkommen. Mit dem tschechischen Raubzug durch Sibirien und mit der Entstehungsgeschichte des tschechischen Staates sind die Namen der Führer dieser Legionen auf immer verbunden. Organisator und Oberster Führer ist ein Mensch, ber als „Radula G a j d a" in die reichhaltige Skandalgeschichte der Tschechei eingegangen ist und auch heute noch unter diesem Namen geführt wird. Er heißt in Wirklichkeit Rudolf Geidl, ist bei Kriegsausbruch als gelernter Drogist Sanitätsunteroffizier in der österreichischen Armee, läuft 1915 zu den Montenegrinern und nennt sich von Stund' an je nach Bedarf entweder „Fähnrich" ober „Dr. Gajba". Drüben mogelt er sich zym „Militärarzt" hinauf, läßt sehr halb auch die Montenegriner im Stich, erscheint bei den tschechischen Formationen in Rußland und wird schließlich mit Hilfe seiner absoluten Skrupellosigkeit, seiner aalglatten Falschheit und seiner Redegewandtheit Führer der tschechischen Legion. Dieser Gajda, Typ des internationalen Hochstaplers, ist es, der mit seinen 50 000 glänzend ausgerüsteten Leuten das weißrussische Heer in entscheidender Stunde verrät, den Admiral Kolt- s ch a k den Bolschewisten ausliefert, den russischen Staatsgoldschatz an sich bringt und schließlich unter dem Schutz der Entente-Diplomatie in Wladiwostok die Ueberfahrt nach Europa abwartet. „General" Gajda, kann militärische Leistungen mangels jeglicher Kenntnisse und Vorbildung nicht für sich verbuchen. Militärisch werden die Tschechen- Legionen auf ihrem Weg durch Sibirien von dem französischen General Janin geführt, der im Lauf des Zuges durch Sibirien auch besonders für die Bewachung der 20 000 Waggons und ihres Inhaltes beforgt ist. Ferner erscheint in ber „militärischen" Führung noch ein „General" S y r 0 w y , in Zivil ein schlichter Reisenber von Beruf, seinem tatsächlichen militärischen Rang nach einfacher Solbat, ein Deserteur in selbstverliehener russischer Generalsuniform. Wie ist es inöglich, baß biefe 50 000 Tschechen mit ihrem riesigen Raube ungehinbect burch Sibirien nach Wladiwostok kommen? Es ift möglich durch eine fortlaufende Kette von Verrat und durch die Aufopferung ber ahnungslosen Kolt- schak-Armee. (Fortsetzung folgt.) woanders her als aus der Macht und der Kraft politischer Ideen oder auch nur wirtschaftlicher Jnter- | essen. Es wird keine parlamentarische Opposition fertigbringen, von sich aus an das Ruder zu gelangen, wenn sie nicht das Vertrauen des Staatsprälidenten und der Armee in der Person ihres Füh- ei Schaufenster Asterweg 47. haltungsgegenstände. mün Gerichtsvollzieh./ Gießen, tttvU. Ludwigstr. 331, Tel. 3239. Ihr Schriftgut stets greifbar und staubdicht verschlossen im »BRNO« Rolladensdirank! 6058D Ängeb.u.6044D o. Gieß. Anz. 6065D Donnerstag, den 22. Sevt. 1938, nachm. 2 Uhr, versteigere ich an Ort und Stelle (Bekanntg. erfolgt im Versteig.-Lokak Neuenweg 28 dahier) zwangsw. geg.BarzahL: 2 elektr. 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Auf der spärlichen Grasnarbe, die den Uebungs- hügel des Segelfliegerlagers Trebbin ziert, sitzen sie: der Regisseur und die Männer des Stabes des neuen Ufa-Films „Pour le m er i t e", und blinzeln ebenso sorgenvoll wie regelmäßig zum abendlichen Himmel hinauf, an dem lautlos bizarr geformte Wölkchen schwimmen.'„Wenn er heute nicht wiederkommt ..." sagt einer halblaut in das Schweigen hinein. Und die anderen nicken: „...dann wird es morgen nichts mit den Aufnahmen..." ergänzen sie still für sich, und ihre Gesichter werden noch sorgenvoller ... * Er: das ist Herbert A. E. Böhme, Schauspieler, Flieger und Soldat in einem. Ein Mann, der nicht nur selbst im Weltkrieg Kampfflieger gewesen ist, sondern der auch sämtliche „Luft-Führerscheine", angefangen beim Ballon- bis zum Motor- und Kunftflug sowie das (immerhin recht seltene) „internationale Leistungsaozeichen für Segelflug" besitzt. Er hat im vergangenen Jahre eine Expedition nach Island unternommen, um den Isländern das Segelfliegen beizubringen, er hat mit feiner braven „Erla" und einem nur 19 PS starken DKW.-Motor den Kanalflugrekord mit dem kleinsten Motor auf- gestellt. Und nebenbei ist er — dies allerdings im Hauptberuf — Schauspieler! Dieser Herbert A. E. Böhme also hat heut einen drehfreien Tag gehabt. Aber anstatt sich ins Gras zu hauen und mit angenehm-leiser Schadenfreude zuzusehen, wie die Kollegen des neuen Karl- Ritter -Films sich im märkischen Sand und unter glühender Sonne vor der Kamera quälen müssen, was tut dieser Mann stattdessen . .? Er klettert trotz der sorgenvollen Gesichter des gesamten Stabes in eine der Trebbiner Hochleistungsmaschinen, hell und klar hallen seine Kommandos über das Feld: „Ausziehen! — Laufen! — Los!" Und dann hebt der riesige Vogel sich lautlos in die sommerliche Lust und verschwindet mit ruhigem Gleiten nach Südosten... Kurz vor elf Uhr abends, die Dämmerung fällt bereits- über das märkische Land, erhebt sich im Haus der Flugleitung ein riesiges Freudengeheul. Ein Melder kommt gelaufen und berichtet atemlos: „Er muß gleich hier fein...!" Und ehe die Filmleute noch Zeit haben, erleichtert aufzuatmen, rauscht eine einmotorige Sportmaschine über den Platz, den „Bussard" im Schlepp! „Erst mal eine Zigarette!" lacht der große, breitschultrige Mann, der mit den sicheren Bewegungen des erfahrenen Fliegers aus der Maschine klettert. Und dann berichtet er: „Von Trebbin nach Neuhammer am Queiß in Schlesien.'Luftlinie 180 Kilometer? Flugdauer 3 Stunden»45 Minuten! Dys soll mir mal erst einer nachmachen!" Die Freude über die eigene Leistung leuchtet aus seinen Augen. Der unbeteiligte Zuschauer, der gekommen ist, diesen Mann mit den hellen Seemannsaugen zu interviewen, wundert sich: so also sehen deutsche Schauspieler anno 1938 aus! Da gibt es keine Luxusautos und keine verräucherten Tanzbars, sondern da gibt es Kerle wie diesen Böhme, der in einer sehr knapp bemessenen Freizeit hingeht und eine sportliche Leistung vollbringt, die durchaus überdurchschnittlich ist! Es muß eine Freude fein, mit solchen Kerlen zu arbeiten, denkt man, und schickt einen kleinen, neidischen Blick hinüber zu dem Regisseur Karl Ritter, der sich die „Bussard" aufmerksam ansieht und sachlich-interessiert (er ist ja ebenfalls selbst einmal Kampfflieger gewesen) bem, Flugbericht zuhört. „Gut haben's die Jungen hier!" sagt Herbert Böhme, während wir über den Platz zu den Wagen schlendern, und deutet mit dem Daumen Aus der Wett des Films. seiner breiten, zerarbeiteten Hand auf die sauberen Häuschen des Lagers. Wenn ich daran denke, wie wir einmal angefangen, unter welchen Bedingungen wir einmal geschult haben...! Wissen Sie: daß ich Schauspieler würde, stand bei mir fest, solange ich denken kann. Aber dann habe ich zunächst einmal fliegen gelernt! Es war eine schöne und wilde Zeit damals! Eine Viertelstunde Fliegen kostete fift uns Schüler 2,10 Mark. Tausendmal haben wir dagesessen und an den Knöpfen abgezählt: „Sollen wir essen oder fliegen?" Immer mit dem gleichen Ergebnis, daß wir mit knurrendem Magen, aber sehr glücklich in die Maschine kletterten und bann, nach fünfzehn viel zu kurzen, herrlichen Minuten, zur Erde zurückgekehrt die letzte Zigarette „auf Kippe" rauchten und den letzten Kanten harten Brotes miteinander teilten. In der Erinnerung an jene Zeit lacht Böhme fröhlich auf: „Dabei macht Fliegen so hungrig; aber", fetzt er, ernst werdend, hinzu: „Essen war uns nicht wichtig! Fliegen war wichtig!" Ja, und dann kam eine Zeit, in der Fliegen noch wichtiger wurde: der Weltkrieg. „Es ist eih ganz seltsames Gefühl", erzählt Böhme, „alles das, was ich damals als Kampfflieger erlebte, jetzt in dem Ritter-Film ,Pour le merite' noch einmal zu erleben und darftellen zu müssen. Aber es ist eine Rolle, wie ich sie liebe, dieser Oberleutnant Gerdes!" — „Und was für Rollen lieben Sie?" fragt der Besucher. Böhme lacht, und statt zu antworten, erzählt er eine kleine Anekdote von seinem amerikanischen Kollegen Herbert Marshall, der einem Reporter einmal auf die gleiche Frage antwortete: „Einmal möchte ich auf der Bühne Kaugummi spucken dürfen wie Wallace Beery!" Ich weiß nicht, ob auch Böhme spucken möchte; aber die sogenannten „guten Helden" haben ihm nie gelegen. Sondern als Anfänger hat er immer schon mit Vorliebe den Macbeth, den Claudius oder \,bie Kanaille" Franz Moor gesprochen. In ben nächsten Tagen wirb bieser Mann, ber so ganz anbers ist unb so ganz anbers aussieht, als man sich Schauspieler gewöhnlich vorzustellen pflegt, roieber in bie „Kiste" steigen. Aber bann wirb er ein Kampfflugzeug und er selbst wird der Oberleutnant Gerdes sein und Jamworski wird mit seiner Kamera die Flugaufnahmen machen. „Eigentlich eine ideale Rolle für einen Mann, der mit gleicher Leidenschaft Flieger und Schauspieler ist!" w. h.-f. Curl Goetz, Napoleon, Film und Msik. Eindrücke während einer Drehpause im Atelier. Curt Goetz dreht feinen Film „Napoleon ist an allem schuld". Goetz, ist um einige Ecken mit G. B. Shaw und mit dem arabischen Lawrence verwandt. Shaw liegt ihm mehr. Sie gehören beide dem modernen Theater und lieben gemeinsam das Drechseln an spöttischen Pointen. Lawrence dagegen war ein wortkarger Mann, ein verschwiegener und einsamer Abenteurer. Curt Goetz ist neu im Tonfilmatelier. Das ist augenblicklich fein — wenn auch künstlerisches — Abenteuer. So hat er ron seinem Vetter Lawrence einiges übernommen, um es als Autor, Hauptdarsteller unb Regisseur gut zu überstehen. Goetz raucht erfreut eine Brasil nach der anderen. Goetz absolviert mit weltmännischem Lächeln die Shakehands mit Berichterstattern. Aber er sagt nichts. Er behält bie Bonmots für sich. Den Inhalt feines Films behandelt er als Staatsgeheimnis. Er macht ein Gesicht wie Lawrence vor bem Thron- fturz Amanullahs. Gewiß, er spiele nicht ben Napoleon, fonbern nur einen etwas schrulligen Napoleonforscher. Ganz recht, seine Frau Valerie von Martens spiele habe! seine Frau. Stimmt, stimmt, Else von Moellenborf ist bas Pariser Revuegirl mit bem netten Namen „Pünktchen"; sie hatte gestern, wie selbst bie Damen zugestehen, von allen Girls bie rassigsten Beine. (Auf diesem verführeriCurt Goetz unb seine Frau Valerie von Martens in ejjier Szene des Tobis-Films „Napoleon ist an allem schuld". — (M. Foto: Tobis.) 1 /Z.Z«»ZZz-Z scheu Ruhm ruhte sie einstweilen aus; si§ war nicht ha.) Und von diesem Pünktchen des Gespräches an schwieg Goetz sich aus. Die Drehpause dauerte an. Behn-Grund, der Kameramann, dirigierte die Scheinwerfer. Die Lichtkegel tanzten violett von der Decke herunter. Sie überkreuzten einander in ber Luft. Unb wenn sie sich weiter senkten, zersprangen sie auf ben Dauerwellen unb ben glatten Oelscheiteln ber Zuschauer in diesem hier aufgebauten Revuetheater zu kleinen glitzernden Sprühnebeln.- Die Bühne lag im Halbdunkel. Vorhin hatte eine tiefe Frauenstimme gesungen. Die junge Schwedin Kirsten Heiger war mit langen Beinen über bie Rampe vorgewippt, stelzenb, frech und scharmant, wie ihr Chanson ev verlangte. (Kirsten Heiberg würbe vor einigen Wochen von bem Komponisten Franz Grothe für Deutschland) entbeckt: im allgemeinen für ben Film unb im befonberen als junge Frau Grothe. Die Tobis bemerkte es zuerst.) Die Schwedin ging zum Spiegelhorizont ber Bühne. Ihr Körper steckte im schmiegsamen schwarzei^ Schlangenhaut-Trikot, unb von ben Schultern schwebte ein Umhang aus durchsichtigem Tüll. Sie sah in ben Spiegel unb sah sich fest. Wie Frauen so sinb. Sie machte eine kleine lächelnde Verbeugung. Das Spiegelbilb lächelte zurück. Sie ließ die Schleier hin unb wieder wehen. Ganz leicht. Nur eben so. Wie man sich ein bißchen in ben Hüsten wiegt. Unb bas Spiegelbild spielte mit. Sie vertieften sich in ihre zarte Liebelei, sie unb ihr Zwilling. Sie summte ihr Chanson. Da aber schwieg bas Spiegelbilb. Sie erschrak. Ihre hohe Schlangenhautbeine gingen unmutig ein paar halbe Schritte zurück. Winzige, zerbrechliche Pointe zwischen Wirklichkeit und Schein, ungewolltes Kammerspiel. Zum Schluß, um nicht zu stören, blieb bie Möglichkeit, ber quicken Valerie von Martens ein paar Fallen hinsichtlich dieses Filmgeheimnisses zu stellen. Sie ging nicht hinein. Die kluge Frau eines so gescheiten Mannes? Das wäre gelacht. Immerhin berichtete sie, ein wenig und sehr nett verliebt, drei Privatissima aus dem Leben des berühmten Curt Goetz. Wenn er morgens aufsteht, legt er eine Grammophonplatte auf, holt sich ein dünnes Stöckchen f aus dem Schreibtafchfach — unb birigiert die Stimmen feiner jeweiligen Herren. Grammophonplatten zu birigieren, ist feine Leibenfchaft. Das tut er jeden Morgen. Er kennt in den berühmtesten Sinfonien die Einsätze so genau wie Furtwängler. Er tut nicht nur so. Curt Goetz ist auch musikalisch. Er spielt ausgezeichnet Cello. Seine Hauskonzerte haben in der Schweiz, in Berlin und in ßonbon gleichermaßen viele Liebhaber. (In „Napoleon ist an allem schuld" muß er einmal die Trompete blasen. So wirb also auch bie Öffentlichkeit ihn noch als Musikanten kennenlernen.) Zum dritten wäre über ben weitaus berühmten Schriftsteller Curt Goetz zu bemerken, baß er an einem einzigen Satz in einem seiner Lustspiele bisweilen vier bis sechs Wochen tüftelt, ehe er ihn niederschreibt. Was geschrieben ist, wirb allerdings um kein Häkchen mehr korrigiert. Darin ist er pedantisch. Heber die Qualität seiner ^Pointen braucht nicht gesprochen zu werben. Das Boschhorn brüllt wie auf der Alm. Kommandos quirlen durcheinander. Die Abendkleider und die Fräcke nehmen Haltung an. Das Spiel der Wirklichkeit ist aus. Der Ernst des Scheins beginnt. Bitte Ruhe, es wird gedreht: Curt-Goetz-Film ber K Tobis „Napoleon ist an allem schuld". Einstellung 146. Was es mit bem Film auf sich hat, wirb feiner erfahren, ehe er ins Kino geht. Kirsten Heiberg hat ben Spiegeln ben Rücken gekehrt. Curt Goetz legt bie Lawrence-Miene ab; er setzt sich neben Gülstorfs vor die Kamera. In seinen Augen spielt ein letzter fünfer Shawscher Spott. Dann macht er eines seiner besten Curt-Goetz-Gesichter. Gerhart Weise. zum mindesten also Spielleiter, Darsteller, Mitarbeiter, eine Reise zu bem betreffenben Schauechte Atmosphäre eines Schauplatzes auf bas Film- bilb unb auf ben Tonstreifen gebannt, unb erst, wo bas aus irgenbwelchen Gründen nicht möglich ist, hilft bas Atelier unb helfen Ersatzleuten bie Lücke ausfüllen. Der verantwortungsvolle unb begabte Filmkünstler — ob Spielleiter, ob Architekt, ob allen Einzelheiten burchzufprechen und sich ihren Zusammenhang mit bem Gesamtverlauf bes Films ins Gebächtnis zu rufen, da ja bie Aufnahmen nicht in zeitlicher Reihenfolge vor sich gehen können, fonbern z, B. bie zu einer bestimmten Dekoration gehörigen Aufnahmen hintereinanber ge- breht werben müssen. Da viele Gesichtspunkte her stärkeren bilbhaften ober akustischen Wirkung sich erst währenb ber praktischen Dreharbeit ergeben, ist es fast nie möglich, bie einzelnen Aufnahmen nur ein einziges Mal zu brehen. Vier bis fünf Aufnahmen find bas wenigste, oft werben es zehn, zwölf unb noch mehr. Die gelungenste wirb später, bei ber schwierigen Arbeit bes Bilbschnitts, in bie Filme eingefügt. Aus zehn bis zwanzig Kilometer Rohfilmmaterial wirb so ber Spielfilm her- auskristallifiert, ber gewöhnlich zwei bis zweieinhalb Kilometer beträgt. Befonbere Schwierigkeiten bieten bie Außenaufnahmen, bie zu jebem Film notroenbig find, oft in sehr erheblichem Umfang. Spielt ein Film in Ostpreußen, am Meere, in ben Alpen — immer muß bas gleiche Heer ber an bem Werke Schaffenplatz antreten, unb es bebarf oft langen, gebulöigen Wartens, bis bas zu ben Freiaufnahmen benötigte Wetter unb alle sonstigen Bebingungen bie Dreh- arbeit ermöglichen. Oft sinb, wie beispielsweise zu ben Filmen „La Habanera" unb „Anbalusische Nächte" Reisen ins Ausland notroenbig; bei bem erstgenannten Film nach Teneriffa, beim zweiten, bem Carmen-Film, nach Sevilla. Solche Reisen sinb richtige Expebitionen von abenteuerlichem Reiz, aber auch mit großen Strapazen unb härtester Arbeit verbunden. Immer wirb'in erster Linie bie Von der ZdeeM Leinwand Von Max Zngols gewährleistet. , , _ Das Drehbuch enthält also bie gesamte Szenenfolge bes Films m allen ihren Einzelheiten. Die Besetzung ber Rollen liegt bereits fest, wenn es geschrieben wirb. Ein Blick hinein laßt Die Vorgänge einer Szene vor bem geistigen Auge erstehen. Da steht auf ber linken Seite bes Blattes die Veränberung im beroßgten Bild — her optische Vorgang — auf ber rechten Seite der bazu geoorige akustische: bie gesprochenen Worte, bie Musik, bie gleichfalls wenigstens im Plan vorliegen mutz, xW diese Arbeit getan, so kann an bie Dreharbeit ge= Sangen werden. 3m 211 ei i “ “"V",Darsteller"- wird 'auch chnen das Antlitz derWahr- kund.gen Filmarchitekten d.e notwendigen Lauten 1 in5 Kleinste sind auch die emchtet, bie Jnnenraume werden mit auer ^org » 21imnl hiftorifdien Stören 'Ä °u-Äattet, !° « die «>cht zu unt-rsMchen sind D-e unerbittUche Pt- Auchahmen beendet, (o ist der Film Scharse und Große des Umb ldes wurde leden si. . ine5roeq5 „eMmffen. Nun erst beginnt die Fehler ans Licht bringen Die Aufnahmei auch des ' n d) t « Kopieranstalt, beginnt der Bild- kleinsten Vorganges er ordert vom Spielleiter, von swusmahV ber Szenen unb bie rechte den Darstellern und vom Kameramann aufierf e । ‘ ' ^aU5™a1?1 £ fx to^b 2on Der Vor- Konzentration, Immer ist es nötig, die Szene m I Zusammen,ugung von Bild und Bon. ater -uor Wenn wir im Lichtspielhaus einen Film an uns vorüberziehen lassen, henken wir wohl nur selten daran, welch langen Weg das Werk von der Idee ber Autoren bis 'zur vorführbereiten Kopie zurückgelegt hat. Es ist reizvoll, diesen Weg — ober besser: bie wichtigsten Stationen dieses Weges: einmal zu verfolgen. Der Film entsteht zunächst im Kopfe eines ober mehrerer Verfasser. Ist die Handlung in ihren Grunbzügen festgelegt, so wird nach einem knappen Expose bas Drehbuch geschrieben, bas bereits im wesentlichen ben ganzen Verlauf bes Films in jeher geplanten Einzelszene enthält. Kann die Filmibee von Autoren außerhalb bes Kreises ber Filmschaffenden stammen, so ist das Schreiben bes Drehbuchs bereits bie Arbeit eines erfahrenen Filmfachmannes, ber mit ben Gesetzen ber Filmaufnahme, ber Atelierarbeit, ber Außenaufnahme, ber optischen Wirkung eines bestimmten Szenenaufbaus usw. bester Bescheib weiß. Manuskript- .. Verfasser, Drehbuchautor unb Regisseur sinb häufig den, z -in und dieselbe Person, wie wir das von Curl Kameramann, Tonmecher, cm Teil der technischen Goetz Willi Forst, Karl Ritter u. a kennen Reil, dem betrekkenden Ost sind diese Spielleiter gleichzeitig große Dar- fteUer unb spielen in ihren Filmen bie Hauptrolle In all solchen Fällen ist die stilistische Einheit und Harmonie bes Filmes in besonbers hohem Maße führraum schließlich kann noch manche Schwächen unb Fehler aufbecken, bie ausgemerzt werben müssen, bis schließlich bas fertige Filmkunstwerk vom Vorführapparat bes Lichtspielhauses aus auf ber Leinwanb das flimmernde Leben hervorzaubert, das uns Entspannung, Frohsinn ober besinnlichen Ernst schenken will. Witz, Satire, Zronie... Bon der moralischen Sendung des komischen Films. Aus ben mannigfachen Disharmonien bes Lebens, •bie nur ein Dummkopf leugnen kann, unb bie zu überrohiben eine der wesentlichen Schicksalsaufgaben des Menschen auf dieser Erbe ist, flieht ber Mensch in jene fraftfpenbenben Bezirke, aus benen ihm bie hinter ben Erscheinungen verborgenen geistigen Ur- bilber aller Wesen unb Dinge entgegenleuchten. In ber Religion, in ber Liebe, in ber Natur, in her Kunst wirken Kräfte, bie ben Menschen mit bem Urwesen aller Lebenserscheinungen roieber verbin- ben. Alle Antriebe zur befreienben Tat, bie bas Schicksal wandelt, kommen aus bieten Regionen. Es ist bas Eigentümliche an ber Kunsts baß sie teil hat an ber Religion, an ber Liebe, an ber Natur. Ihre Gestaltungen kommen alle aus ber Erkenntnis ber inneren Zusammenhänge zwischen bem Wesen bes Menschen, ber Natur unb bes Schicksals. Das roar so seit den Tagen Homers, Platos unb Zophokles' bis zu Shakespeare unb Goethe ... unb bis auf ben heutigen Tag. Die eigentümlich hei- lenbe Wirkung' ber Kunst beruht auf ber Freube bes Menschen an ber Erkenntnis geistiger Zusammenhänge unb an ber vollendeten Harmonie alles Lebendigen, jener Harmonie, in ber z. B. im Drama auch bas tragische Geschehen schließlich mündet. Der Film macht von diesem Gesetz keine Ausnahme. Gewiß wirb er, als ausgesprochene Bilb- kunst (wobei zum Begriff bes Bilbes auch ber in feinen Schwingungen festgehaltene Ton gehört) stets im besonderen Maße in ben Bezirken ber sinnfälligen Erscheinungen weilen unb nicht zu jenen tiefsten Deutungen bes Daseins gelangen, wie sie etwa in ber reinen Dichtung ober in ber Musik möglich sinb. Dennoch wirb er gerabe baburch immer wieher Freube zu fpenben wissen, haß er die positiven Kräfte im menschlichen Schicksal burch ben Gang ber Ereignisse erkennen läßt unb immerhin soweit in bie Tiefe ber Dinge einzubringen vermag, wie man bas etwa von einem guten Roman erwarten kann. Wobei ber Film bie bilhhaste Fülle bes Geschehens, ber Roman bie Überzeugungskraft bes bichterifchen Wortes zur Verfügung hat. Eines her wirksamsten künstlerischen Mittel bes Films, der sich im wesentlichen an Menschen aller Stände nach des Tages mancherlei Lasten wendet, ist der Humor. Er ist eine der stärksten Kräfte des Lichtspiels, er trägt in seinem lustigen bunten Gewände manch feine Perle stiller Weisheit, gleich den Narren Shakespeares. Der filmische Dialog ist heute 77 man denke nur an Curt Goetz, der nun auch für ben Film zu entscheidender Mitarbeit gewonnen ist — auf eine so hohe Stufe technischer, ästhetischer und geistiger Formung gelangt, daß Witz, Ironie, Satire unb Humor im Filmspiel der Gegenwart eine schlechthin ausschlaggebende Rolle spielen. Es ist einer ber stärksten Beweise für ein wahrhaft künstlerisches Spiel, wenn Darsteller trotz ber trennenben Sprache auch in fremben Ländern zu überzeugen verstehen. Ein schönes Beispiel hierfür ist ber außervrbentliche Erfolg, ben Heinz Rüh - mann mit feinem „Mustergatten" in Venebig erringen konnte. Hier ist bas gleiche echte Komödiantentum lebendig, das in feiner tiefsten Wirkung über die Grenzen ber Völker hinweggreift, wie beim tragischen gleichfall oft von einem hell aufleuchten- ben Humor burchstrahlten Spiel etwa eines Emil Iannings. Denn Komik unb Tragik, beibe vermögen sie bie verborgensten Saiten unserer Seele zum tönenden Schwingen zu bringen. Nicht nur bie Lustspiele unb Operetten, auch ernste, ja selbst bie tragischen Filmspiele haben humorvolle Szenen, an benen Auge unb Gemüt bes Filmbesuchers sich erfreut, um bann um so williger wieder bem ernsteren Spiel zu folgen. Jeber, ber, um ein Beispiel zu nennen, ben Film „Patrioten" gesehen hat, weiß, wie ungemein wirkungsvoll eine humorvolle Nebenhanblung, bie aber bem Ganzen organisch eingefügt ist, auf bem Hintergrund schweren Geschehens sein kann. Humorvoll sein heißt nicht alberne Mätzchen machen. Gerabe bes finben wir häufig in ben Erzeugnissen Hollywoobs, auch in solchen, bie mit Schwung unb künstlerischem Teperament gemacht sinb. Das ist bas Geheimnis -ber echten komischen Künstler: baß sie ihren Humor bitter ernst nehmen. Denn er ist eine ber wesentlichen geistigen Waffen bes Menschen gegen bie Dunkelheiten her Welt. Wer Öie Menschen das Lachen lehrt, wanbelt bas Gemüt bes Menschen, indem er es erleuchtet unb wärmt. Bü. Godesberg, die „Pforte zur Schönheit". Go nannte der Führer die Stadt am Ahein. 23on unserem rheinischen reg.-Miiarbeiiei. darf der Kurort seine ihm im Laufe der Zeit von bedeutenden Männern bestätigten Vorzüge preisen. Alexander von Humboldt nannte den Ort das „achte Wunder der Welt" Ernst Moritz Arndt, der lange in Godesberg wohnte, sagte, daß diese Landschaft an Mannigsaltigkeit und Erhabenheit m Deutschland schwerlich ihresgleichen finde. Und schlicht und tief empfunden ist das Wort des Führers. Er nannte Bad Godesberg: die „Pforte zur Schön- Bad Godesberg ist, wie die letzten Meldungen berichten, zum Empfang gerüstet. Die gesamte Bevölkerung des Ortes sieht mit brennender Erwartung der weltgeschichtlichen Begegnung des Führers und des englischen Premierministers Chamberlain entgegen. Jedermann ist sich bewußt, daß das kleine, landschaftlich ausgezeichnete Bad am Rhein gegenüber dem Drachenfels und dem Siebengebirge in diesen Tagen dazu ausersehen ist, der Schauplatz für Besprechungen von unabsehbarer Bedeutung für ganz Europa zu werden. Die Verhandlungen werden, wie bereits berichtet, im R h e i n - H o t e l D r e e - s e n geführt werden. Hier wird auch der Führer mit seinem Stabe absteigen. Vor dem Haupteingang des Hotels wehen die Hakenkreuzflagge und der Union Jack. Auch die Uferstraße am Rhein und viele Häuser sind mit den Flaggen der beiden Landdr geschmückt. Premierminister Chamberlain wird mit seiner Begleitung im Hotel auf dem Petersberg absteigen, das auf der anderen Seite des Rheins de.r Wohnung des Führers im Hotel Dreesen gegenüberliegt. Auch hier ist man bereits für den Empfang der englischen Gäste gerüstet. SodachlensichdieMechenlsiSdieAMlungDeuWlands BERLIN Köln Bad Godesberg, im September. Die großen politischen Entschlüsse, durch die die Weltgeschichte gemacht wird, sind oftmals fern von den großen Hauptstädten in der Stille und Zurückgezogenheit gefaßt worden, und im neuen Deutschland zählt der ruhige Kurort Bad Godesberg in erster Linie zu den Plätzen, die Anspruch auf einen Namen in der Geschichte unserer Tage erheben können. Mehr als einmal sind im vergangenen Jahrzehnt in Bad Godesberg Entscheidungen gefallen, die bedeutsam waren für die Entwicklung der NSDAP, während der Kampfzeit, für das Dritte Reich und für den Weg zum großdeutschen Volksstaat. Auf der hellen Terrasse des Rheinhotels Dreesen hat der Führer immer wieder im Anblick der romantischen Uferlandschaft des Siebengebirges weittragende Entschlüsse gefaßt und Verhandlungen geführt, von denen unendlich viel für die politische' Zukunft Deutschlands und Europas abhing. Viele Geschichten kursieren über den rheinischen L i e b l i n g s a u f e n t h a l t des Führers. Daß Adolf Hitler gerade Godesberg und das Rheinhotel Dreesen dazu gewählt hat, wax mit durch die Verhältnisse bedingt, die in Deutschland vor 1933 bestanden. Damals war die Anwesenheit des Führers der NSDAP, in den größeren Städten ein Ereignis, und der Führer hatte gute Gründe, seine denkwürdig gewordenen Reisen durch Deutschland seinen damaligen Gegnern nicht von vornherein zu verraten. Er blieb unsichtbar und beantwortete die aufgeregt fragenden Schlagzeilen der Presse: Wo ist Hitler? mit einem unvermuteten Auftauchen in den Städten, in denen man ihn am wenigsten vermutet hatte. So war auch Bad Godesberg im Anfang nichts anderes als ein den Gegnern unbekanntes Standquartier des Führers und der im Wachsen begriffenen Bewegung. Kurz vor der Machtübernahme, am 4. Januar'1933, fuhr Adolf Hitler in einem geschlossenen Wagen vom Rheinhotel Dreesen ohne Angabe eines Zieles ab. Seinen Getreuen befahl er — wie Reichspressechef Dr. Dietrich es in seinem Buche „Mit Hitler in die Macht" schildert —, am Nachmittag auf der Landstraße nach Düsseldorf, drei Kilometer nördlich von Köln,, auf ihn zu warten. In der Zwischenzeit sand in'Köln die entscheidende Besprechung im Hause des Herrn von Schröder statt.'Bis dahin waren die häufigen Aufenthalte des Führers in Bad Godesberg nur wenigen Außenstehenden bekannt. Erst nach dem Umschwung hörte man öfter, daß der Führer in gewissen Abständen nach Godesberg zu kommen pflegte und dort führende Männer des In- und Auslandes empfing. Alles aber, was sich in den reservierten Räumen des Rheinhotels Dreesen in bedeutsamen Unterredungen abspielte, blieb geheim. Wenn auch oft genug ausländische Journalisten sich tage-, ja wochenlang in dem Godesberger Hotel ein- mi'eteten, um zufällig Zeugen eines Besuches oder einer wichtigen Verhandlung zu sein, so war doch keinem von ihnen das Glück beschieden, jemals einen exakten Bericht an sein Blatt drahten zu können. Und nun hat Bad Godesberg längst seinen Namen in die Geschichte des neuen Deutschland und des neuen Europa eingetragen. Der Ruhm der Stadt in anderer Hinsicht ist aber viel älteren Datums. Das Mineral-Stahlbad, die sonstigen Kurmittel und die prächtigen Anlagen dienen Jahr für Jahr vielen tausend Leidenden zur Stärkung und Erholung. Die studentische Jugend von Bonn machte Godesberg zum romantischen Schauplatz ihres fröhlichen Treibens. Und der Wein, dessen nördliche Wachstumsgrenze die Hänge von Godesberg sind, tat sein übriges dazu. Vor der alten Redoute in Godesberg, in den schattigen Parks und in dem berühmt gewordenen Gasthaus „Zur Linden- wirtin" (beim Aennchen Schuhmacher) spielte sich zur Vorkriegszeit das vielfarbige Gesellschaftsleben der Kurgäste, der Bonner Soldaten und der. Studenten in rheinischer Fröhlichkeit ab. Wer es in Köln, in Düsseldorf oder irgendwo in einer rheinischen Stadt im Laufe eines arbeitsreichen Lebens „zu etwas gebracht" hatte, dessen Traum war es, seine Tage in einer Villa in Godesberg zu beschließen. So ist Godesberg jahrzehntelang eine typische Rentnerstadt gewesen, deren mannigfaltige Vorzüge inzwischen aber auch mehr und mehr von den Männern der Heilkunde erkannt worden sind. Fremdenverkehr und Kurbetrieb sind im Wachsen. Zahlreiche Engländer und Holländer, aber auch Belgier und Franzosen verleben Jahr für Jahr ihre Urlaubswochen zu Füßen der alten Godesburg vor dem bezaubernden Panorama der Sieben Berge. Godesberg selbst bezeichnet sich gern als den Ort mit dem Riviera-Klima. Ein solches Attribut verpflichtet auch zu schönen und harmonischen Daseinsformen. lieber das Bezwingende d^r Natur hinaus bietet Godesberg seinen Besuchern frohe Feste, künstlerische Veranstaltungen und heitere Abende. Die Rundfunkhörer lauschen gern den über alle deutschen Sender gehenden Darbietungen, die der Reichssender Köln regelmäßig bringt. Der Name Godesberg ist populär geworden, und mit Recht Besonders charakteristisch für den tschechischen Größenwahn ist diese Karte mit den Verteilungsplänen des Herrn Hanufch (Hans) K u f f n e r, die er im November 1918 in einer mit Karten illustrierten Schrift „Unser Staat und der Weltfriede" veröffentlichte. Nach der Art der nordamerikamschen Indianerreservationen sollten die Deutschen auf einem Gebiet zwischen Münster und München untergebracht, von der Nordsee und Ostsee aber verdrängt werden. Die Karte ist dem ausgezeichneten Buch von Rudolf Jung „Die Tschechen" entnommen. — (Volk und Reich-Verlag. — Scherl-M.) Der Traum von 1911 Am 7 Juni 1914 — man beachte dos Datum, das drei Wochen vor der Ermordung des österreichischen Thronfolgers Franz Ferdinand liegt! — überreichte der tschechische Vorkriegssührer Dr. Karl Kramarsch dem russischen Botschafter in Wien eine Denkschrift, die den Gedanken einer völligen Russisizierung Mittele u^opas unter Aufteilung von Oesterreich-Ungarn und Deutschland behandelte. Von Deutschland sollte nur eine „R e - feroation" übrig bleiben, die etwa von der Elbe über Leipzig bis Münster im Norden und von Passau bis Freiburg im Süden reichte. Die russische Grenze sollte über die Oder vorverlegt werden und Vorpommern mit Rügen umfassen. Zu der Tschecho- Slowakei im jetzigen Umfange sollten noch Schlesien und die jetzigen Gaue Ober- und Niederdonau bis zur Donau geschlagen werden. Norddeutschland aber sollte in drei Länder aufgeteilt werden: In ein „Weserland" unter der Herrschaft der Welfen und in zwei Vasallenstaaten „Unterelbe" und „Oberelbe", während die dänische Grenze an die Lanie Hamburg— Rostock vorverlegt gedacht wurde. Wir sagten schon, daß das Mittelstück Deutschlands ohne Küstengebiet und ohne Herrschaft über einen einzigen deutschen Strom den schönen Namen „Reservation für Deutsche" tragen sollte, der bewußt nach den in den Vereinigten Staaten bestehenden Reservatgebieten (Naturschutzparks) für Indianer gebildet war. Um aber das Bild zu runden, wurde daran gedacht, daß dieses jämmerliche Rumpfdeutschland von den Habsburgern regiert werden sollte. Dr. Kramarsch hatte sich gleich einen vollständigen Verfassungsentwurf für dieses neue Europa ausgedacht: Das „slawische Reich, genannt slawischer Bund", sollte bestehen aus dem russischen Reich und je einem polnischen, tschechischen, bulgarischen, serbischen und montenegrinischen Zarentum (Königreich). Der russische Kaiser, der in dem Entwurf Imperator" genannt wird, oder einer feiner Vertrauensmänner sollten von einem allslawischen Reichsrat zum Herrscher der Bundesstaaten gewählt werden, ja die Tschechen erklärten sich auch einverstanden, daß das tschechische Zarentum in Personalunion mit dem russischen Kaisertum verbunden werde und der moskowitische Imperator nur einen Statthalter in Prag ernenne. Als Menschheitsbeglücker, dB die Tschechen nun eben einmal sind, arbeiteten sie gleichzeitig einen ganz ähnlichen Vorschlag für die Polen aus. Der Artikel XVIII dieses Derfassungsdeschlusses bestimmt: „In allen nicht-russischen Ländern des Bundes ist der russische Unterricht, mit der zweiten Volksschulklasse beginnend, obligatorisch. An den Mittelschulen werden russische Sprache mit Literatur russisch unterrichtet. An den Hochschulen müssen Lehrstühle für russische Sprache, Geschichte und Literatur sein. Die über diese Fächer russisch Dorgetragenen Vorlesungen sind für alle Hörer Pflichtfächer." Artikel XIX erklärt: „Die Befehlssprachen der ganzen Reichsarmee und -Marine ist das Russisch e." Nach dem Zusammenbruch der russischen Zarenherrschaft im Weltkrieg gingen die Tschechen unverzüglich daran, ihren famosen Aufteilungsplan umzumodeln und den veränderten Verhältnissen anzupassen. Es entstand die hier wiedergegebene Karte des Herrn Hanusch Ruffner, die die Wünsche der Tschechen für die Gestaltung Mitteleuropas vor der Pariser Friedenskonferenz unterstützen sollte. Man sieht bescheidener waren die Tschechen seit 1914 nicht geworden, aber diese tschechischen Welt- eroberungs- und Weltbeglückungsideen haben auch noch bis in unsere Tage nachgewirkt. Noch im Januar 1937 wurde der damalige österreichische Bundeskanzler Schuschnigg bei seinem Besuch in Prag mit dem sogenannten H odza-Plan befaßt, den' der bisher noch amtierende tschechische Ministerpräsident Hodza bei seinem Gegenbesuch zu Ostern 1937 in Wien mit allen Mitteln zu fordern suchte Dieser Plan sah vor, daß das ganze Donaubecken bis hinunter an das Schwarze Meer unter politisch - militärisch - wirtschaftlicher Assistenz Frankreichs in ein t s ch e ch i s ch e s E l n ! lu ß - gebiet verwandelt werde, damit auf solche Weise Deutschland auf den Jsolierschemel gesetzt werde. SieGevurtde« Hochdeutschen. In seinem Zwiegespräch mit dem Vertreter der „Daily Mail", Ward Price, sagte der Führer, daß das moderne Deutsch durch die Dipio- matensprache geschaffen wurde, die in den Regierungskanzleien des Deutschen Kaisers in Prag, seiner zeitweiligen Hauptstadt, gesprochen wurde. Vielfach wird unser heutiges Deutsch auf die für» sächsische Kanzlei zurückgeführt. Das ist ein Irrtum. Es entstand tatsächlich unter der RegierungZzeit Karls IV., den man auch „des Deutschen Reiches Stiefvater und Böhmens Vater" genannt hat. Wir wollen uns in den Streit nicht einlassen, ob die Bezeichnung zu Recht gewählt wurde — es sind dabei viel zu viel zeitgeschichtliche Bedingtheiten zu beachten, die erst weitläufig erklärt werden mußten. W:r halten nur Folgendes fest: Karl IV. stammt aus dem westdeutschen Geschlecht der Grafen von Luxemburg, war Deutscher Kaiser und König von Böhmen und dachte an eine Ausbreitung seiner Hausmacht längs der Elbe und der Oder nach Norden hin. Er residierte in feinen letzten Jahren in Tangermunde an der Elbe, besuchte auch Lübeck und erwarb nach dem Ausgang des Streites um den „falschen Waldemar", den Willibald Alexis (Wilhelm Häring) in feinem gleichnamigen Roman sehr anschaulich schildert, die Mark Brandenburg. In der Kanzlei Karls IV. arbeitete nun Johann von Neumarkt, ein geborener Schlesier, der von den großen Strömungen der beginnenden Renaissance angerührk war. Er entwickelte eine deutsche Schriftsprache für die Kaiserliche Kanzlei, deren erstes Ziel die lieber» drückung der niederdeutschen und der oberdeutschen Sprachunterschiede war. Da auch das Kurfürstentum Sachsen gerade an der Grenze zwischen der ober- und niederdeutschen Sprache lag, so wurde die Kanzleisprache Karls IV. auch von den kursächsiscben Regierungsbehörden übernommen. Ungefähr 150 Jahre später griff Luther auf das zuerst in den Prager und später in den kursächsischen Kanzleien entwickelte Schriftdeutsch zurück und gab ihm im Wortgebrauch und im Stil eine Fülle und Kern- haftigkeit, wie sie das Amtsdeutsch niemals besessen hatte, lieber die sprachschöpferische Gewalt und Ursprünglichkeit seiner Bibelübersetzung braucht kein Wort verloren zu werden. Wir runden das Bild Karls IV. durch den Hinweis ab, daß er durch die Anlage eines brandenburgischen Handbuches, etwa im Jahre 1375, sowohl die Grundlage für eine steuerliche Erfassung des Landes wie auch für eine grundbuchmäßige Festlegung aller landwirtschaftlichen »Befitzverhältniss^ geschaffen hat. Sein Sobn Sigismund belehnte dann während des Konstanter Konzils im- Jahr 1417 die Hohenzollern mU der Mark Brandenburg. Dr Ho. Kunst und Wissenschaft. Internationaler Kongreß für Unfallmedizin und Berufskrankheiten. Arn 26. September wird in Frankfurt a. M der VIII. Internationale Kongreß für U n - fallmedizin und Berufskrankheiten eröffnet. Das wissenschaftliche Programm sieht eine gemeinsame Tagung der beiden Abteilungen des Kongresses „Unfallmedizin" und „Berufskrankheiten", vor mit der Erörterung des Themas „Anlage und Abnutzung in ihrer Bedeutung für Unfall und Berufsschädigung". Die folgenden Tage sind mit Verhandlungen innerhalb der einzelnen Sektionen aüsgefüllt. Deutsche und internationale Tagung für gerichtliche Medizin in Bonn. Am 21. September tagt in Bonn unter dem Vorsitz von Professor Dr. Buhtz (Breslau) die Deutsche Gesellschaft für gerichtliche, soziale Medizin und Kriminal st ati st ik. Es werden außer Fragen der Unfallbegutachtung, des gewaltsamen Todes und vor allem des Giftnachweises das Problem „Alkohol und Verkehr" erörtert. Insbesondere werden auch neuere Untersuchungen über die gerichtsärztliche Blutprobenreaktion zur Sprache gebracht. Vom Breslauer Institut für gerichtliche Medizin sprechen Professor Buhtz über fragliche Ertränkungsbefunde, Dr. Struck über den spektographischen Giftnachweis und Dr. Sommer über Begutachtung der Alkoholbeeinflussung. Jrn Anschluß an die deutsche Tagung findet der erste Internationale Kongreß für gerichtliche, soziale Medizin und Kriminalstatistik statt, zu dem sich prominente Vertreter der gerichtlichen und sozialen Medizin aus 35 Nationen angemeldet haben. Zahlreiche ausländische Gelehrte werden mit ihren deutschen Kollegen Vorträge halten. W Hotel Dreesen in Bad Godesberg. — (Scherl-Bilderdienst- Kurhaus Petersberg in Königswinter gegenüber Godesberg. -=> (Scherl-Bilderdienst-W.) 1 tz i Nr.22l Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Mittwoch. 2b September 1938 Aus der Stadt Gießen. Kehraus im Kleingarten. In den Kleingärten am Rande der Stadt haben die letzten Blumen des Jahres ein wahres Feuerwerk entfacht Dahlienbüsche umprangen in bunten Farben und zierlichen Formen die Hauptwesse und Gartenhäuschen, mit ihrem leidenschaftlichen Blu- teneifer die Nachhut des Spätfommerflors noch einmal zur Entfaltung aufstachelnd. Jägerröschen, Studentenblumen, Löwenmäuler und Goldmohn verfeuern verschwenderisch ihre letzten Gluten und Flammen, daß die braunen Stengel und Büschel zwischen ihnen, die zermorschten Blütenkronen, gar nicht auffallen. Astern wogen im Wind und bieten ihren schweren Blütenreichtum in gefüllten Körbchen weiß, weinrot, goldgelb und dunkelblau dar. Glücklich stehen die Kleingärtner zwischen diesen Spalieren der Freude, glücklich und stolz, daß die kleinen Blüten ihnen und dem herbstlichen Ueber- fluß ihrer Beete zur Feier so überschwenglich lo- Äern. Jeder Garten ist ein zierlicher Festplatz geworden. Lächelnd überblicken die Besitzer ihre Kulturen. Sie erzählen von harter Bodenarbeit und gebeugtem Rücken. Aber die Arbeit hat gefruchtet. Das Graben und Gießen, das Häckeln und Jäten war nicht umsonst. Oft, wenn Erdflöhe und Raupen, Schnecken und Blattläuse trotz mühsamen Absuchens der Pflanzen, Usberschütten mit Holzasche und fleißigem Gebrauch anderer Hilfsmittel immer wieder das Gemüse zernagten und aussaugten, zogen wohl einmal Mißmut und bange Zweifel in ihr Herz, ob sich zum Herbst noch alles erholen und gedeihlich entwickeln würde. Aber nun sind die Gemüsebeete zu. üppigen Blätterdickichten angewachsen. In Hell- und Dunkelgrün, in Blaugrau und Weinrot prangen die geschwellten, saftigen Kohlherzen, deren pralle Fülle Kopfgröße erreichte. Die hellsten von ihnen, die festen Weißkohlkugeln, werden bald kleingehobelt und in Fässer oder Steintöpfe eingepreßt, in denen sich die Wandlung zu schmackhaftem Sauerkraut vollzieht. Zu einem dichten dunkelgrünen Wald in'Kleinformat haben sich die zarten Wedel der Möhren zugewuchert. An ihnen fanden wir als Knaben einst die grünen, mit schwarzen rotpunktierten Bändern ge- gürtelten Schwalbenschwanzraupen, die uns mit ihren jäh vorgeschnellten, fleischroten Nackengabeln Schrecken einzujagen suchten, damit wir sie fallen lassen sollten. Manche Landstücke sind schon umgegraben und fürs nächste Jahr bepflanzt. Mit zwei messerförmigen Erstlingsblättern sprießen die Keimlinge des Spinats in schönen Reihen aus der Erde. Hoff- nungsvölles Grün mischt sich überall unter die satten Farben der Reife. Da und dort wuchern die winzigen Büschel des Feldsalats dicht wie Unkraut. Protzig und platzverschwenderisch liegen auf dem Boden, dicker als Kegelkugeln und Straußeneier, die glattschaligen Klötze der Kürbisse zwischen welkendem Flechtwerk fingerdicker Ranken und handgroßen Blättern. Mancher hat an einem Zaun Halt und Stütze gefunden und hängt dort leuchtend wie ein Riesenlampion, als sollte zu diesem Fest des Ueberflusses noch illuminiert werden. Und es ist doch mehr Freude, was aus der sauberen Gepflegtheit und den Verschönerungen und Ausschmückungen der kleinen Gärten spricht: es ist der Dank des Menschen an das Stück Erde, das ihm so viel schenkt, das seine Anhänglichkeit und Hingabe mit solcher verschwenderischen Gebefreudigkeit vergilt. Es ist der Dank des Menschen für den Segen der Erde. P. B. Dornotizen. Tageskalender für Mittwoch. Gloria-Palast (Seltersweg): „Heimat". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Die Frau am Scheidewege". WungsabschW.-RMehl in die Garnison. ..... V 'T 4 V 1 H Einmarsch der 116er in die Garnison. Die Spitze des Regiments an der Ecke Moltkeftraße/Kaiferallee. — (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) Unser Infanterie-Regiment 116 hat mit einer großen Gefechtshandlung von Montag früh bis Dienstag früh aus der Gegend von Frankenbach— Erda bis hinüber zum Laufe der Dill in dem Abschnitt Dillheim—Katzenfurt seine diesjährigen Herbstübungen abgeschlossen. Nach den Anstrengungen der beiben Uebungstage in der vorigen Woche, über die wir bereits berichteten, wurden bei der Schlußübung noch einmal große Anforderungen an die Männer und an ihre vierbeinigen Kameraden, die Truppenpferde, gestellt. Bei der Schlußübung traten auch die Kompanien des Gießener B-Bataillons mit in die Gefechts- Handlung ein. Der Angreifer wurde von den aktiven Bataillonen gestellt, die Verteidigung führte das B-Bataillon. Das sehr hügelige und waldreiche Gelände des Uebungsraumes von Erda bis zur Dill fordete von der Truppe den Einsatz aller Kräfte bis zum äußersten. Wer die Kompanien vom Anfang bis zum Ende im Uebungsgelände beobachtete, konnte die erfreuliche Feststellung machen, daß sie sich den hohen Anforderungen hinsichtlich der Marschleistungen und auch hinsichtlich der Gefechtskraft in vollstem Maße gewachsen zeigten. Ueberall machten unsere 116er, die aktiven Männer sowohl, als auch die Männer vom B-Bataillon, den denkbar besten Eindruck, auch bei der Bevölkerung in den Orten des Uebunasgeländes, die ihre herzliche Sympathie für die Soldaten in vielfältiger Weife bekundete. Selbst in den späten Abend- und in den frühen Morgenstunden waren jung und alt draußen bei den Soldaten im Gelände, um dort mit größtem Interesse an allem teilzunehmen, was dieser Manöverkrieg brachte. Am Dienstag früh, kurz nach 6 Uhr, war die Hebung beendet. Ueber den Verlauf der Schlußübung werden wir noch näher berichten. * Am gestrigen Dienstagnachmittag ist unser Regiment nach stundenlangem Marsch aus dem Raume von Dillheim—Katzenfurt über Ehringshausen, Wetzlar, Atzbach nach Gießen zurückgekehrt. Von Heuchelheim herkommend, traf das Regiment gegen 15 Uhr an der Stadtgrenze ein. Es marschierte von der Lahnbrücke über den Horst-Wessel-Wall, am Selterstor vorbei, Hindenburgwall, Hitlerwall, Moltke- straße, Licher Straße zu den Kasernen. Vor der Bergkaserne nahm der Regimentskommandeur, Oberst H e r r l e i n , den strammen Vorbeimarsch seines Regiments ab. Ueberall in den Marschstraßen hatten sich große Menschenmassen schon lange vor dem Eintreffen der Soldaten eingefunden, um durch dieses Erscheinen unseren 116ern zu bekunden, mit welcher Liebe und Sympathie sie in ihrer Garnisonstadt wieder willkommen geheißen werden. Die gute Haltung aller Kompanien bei ihrem Einzug, trotz der großen Strapazen der mehrtägigen Uebung und insbesondere der gewaltigen Anforderungen vorn Montag bis zum Dienstag früh, machte den besten Eindruck und bewies zugleich, daß unser Regiment 116 eine starke und allezeit schlagbereite Waffe im Dienste des Führers für unser Vaterland ist. Abschluß einer vorbildlichen Organisation. Die Arbeitsgemeinschaff Gießener Soldatenkameradschasten aufgelöst. Arn gestrigen Dienstagabend beschloß die Arbeitsgemeinschaft Gießener Soldatenkameradschaften nach mehr als 16jührigem Bestehen ihre Wirksamkeit mit einer Schlußbesprechung im „Auerhahn". Der langjährige Kameradschaftsführer der Arbeitsgemeinschaft, Kamerad Joh. Müller, betonte, daß dieser Abschluß, wie das ganze Leben der Arbeitsgemeinschaft bestimmt sein möge von dem stolzen Bewußtsein des Fronterlebnisses und treuer Kameradschaft. Die Eingliederung der einzelnen Kameradschaften in den NS.-Reichskriegerbund ist die Erfüllung dessen, was sich die Kameraden immer gewünscht und was. sie erhofft haben: des Zusammenschlusses aller Soldaten, damit die jungen neben den alten Kameraden, der Vater neben dem Sohne marschieren für die Größe des Vaterlandes und für die Ehre des Soldaten. Kamerad Mü Iler verlas bann einige Richtlinien, die ihm vom NS.-Reichskriegerführer übermittelt wurden und aus denen u. a. hervorging, daß die Tradition der alten Regimenter und Formationen auch im neuen Verbände erhalten bleiben wird. Alle zum NS.-.Reichskriegerbund übergetretenen Kameraden treten sofort in die Rechte und Pflichten des neuen Bundes ein und haben auch an seinen Wohlfahrtseinrichtungen Anteil. Bei einem Rückblick auf das Wirken der Gießener Arbeitsgemeinschaft wurde der Mitbegründer, des Generalmajors a. D. Mohr, des Feldwebel Stamm, als des ersten Kameradschaftsführers, und des Landgerichtsrats Trümpert mit Dank und Anerkennung gedacht. In den ersten Jahren nach dem Weltkrieg Haden in Gießen alte Soldaten, aus dem Fronterleben heraus und' im Bewußtsein des soldatischen Geistes, sich zusammengeschlossen, um die Tradition zu wahren Und die Kameradschaft zu pflegen. Es entstand ein Zusammenschluß über alle Regimentsvereinigungen und Waffengattungen hinweg, der vorbildlich für die alten Soldaten weit über die Grenzen des Hessenlandes hinaus wurde. In kaum einer anderen deutschen Stadt arbeiteten die alten Soldaten in solcher Einmütigkeit zusammen upd erzielten durch ihr geschlossenes Auftreten in der Öffentlichkeit die Wachhaltung soldatischen Geistes und die Wahrung ruhmreicher Tradition. An vielen kleineren und größeren Veranstaltungen, an den Gießener Soldatentagen und den 116er-Tagen, hat die Arbeitsgemeinschaft mitgcv wirkt, bei allen Heldengedenkfeiern ist sie vertreten gewesen. Nicht nur für die alten Soldaten in den Kameradschaften, sondern auch für die der näheren und weiteren Umgebung und für die Stadt Gießen selbst war die Arbeitsgemeinschaft ein Begriff geworden, und ihre Angehörigen haben bewiesen, daß sie nie den Glauben an Deutschland 'aufgegc- ben haben Wenn die Arbeitsgemeinschaft nicht mehr als dies getan hätte, so hätte sie schon ihren Zweck erfüllt. Sie hat aber weiterhin noch, auf die Anregung des Kameraden Töpelmann, den alten Kameraden einen Gedenkstein auf dem Ehren- friedhof gesetzt, so daß ihr ganzes Bestehen nicht nur einen Sinn hatte, sondern sie in jene Organisationen e.inreiht, die für das Vaterland und für die engere Heimat etwas getan haben. Durch die Pflege Der' Kameradschaft und der vaterländischen Gesinnung haben sich auch die Kameraden der einzelnen Kameradschaften untereinander kennen und achten gelernt, und einer war dem anderen ein guter Kamerad. Kameradschaftsführer Müller dankte allen, die Mitbegründer und Mithelfer waren, die durch den Zusammenschluß^ein Werk erstehen ließen, das in die Geschichte der Stadt Gießen eingegangen ist und das in guter Erinnerung bleiben wird. Er dankte seinem Amtsvorgänger, Landgerichtsrat Trümpert, für die Mühe und Hingabe für dieses Werk, das durch ihn erst zu einem Umfang anwuchs, der aus 22 Kameradschaften bestand. Die Arbeitsgemeinschaft hatte als einziges Ehrenmitglied Professor Dr. Bernbeck, der sich durch die Her- [ ausgabe von Briefen gefallener Gießener Kamera- i ben verdient gemacht hat. Besondere Anerkennung wurde dem Kameradschaftsführer der 80er, Kamerad Sperber, zuteil, der als der fleißigste und rührigste Mitarbeiter wohl in keiner Besprechung gefehlt hat. Weiterhin würdigte der Kameradschaftsführer die schwierige Arbeit des Rechners, Kam. B u r k h o l z , der sich in vorbildlicher Weise der Kleinarbeit gewidmet hatte. Mit dem Gelöbnis unwandelbarer Treue und steter Kameradschaft, auch im neuen NS.-Reichskriegerbund, brachte Kameradschaftsführer Müller das Sieg-Heil auf den Obersten Befehlshaber der Wehrmacht, den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler, aus, zu dem die alten Soldaten allezeit in Dankbarkeit und Verehrung stehen. Es wurde einstimmig beschlossen, den Restbetrag der Kasse einem alten Kameraden zu übergeben, der einer der treuesten Mitarbeiter und tüchtigsten Neue Straßen. Don Walther Gchwerdtfeger. x ’ Vor hundert Jahren, am 20. September, fuhr der erste Eisenbahnzug von Berlin nach Potsdam — am 23. September vor fünf Jahren begann der Bau der Reichsautobahnen. * Warnend erhob der alte Pfarrer Goßner feine Stimme von der Kanzel der Bethlehemkirche in der Mauerstraße zu Berlin. Gottlose Menschen hatten im Jahre des Herrn 1838 einen Schienenweg gebaut nach der Residenzstadt Potsdam. Neben dem Friedhof in der Hirscheistraße — der heutigen Saarlandstraße — war eine steinerne Halle errichtet worden, und am 22. September war funkensprühend und mit entsetzlichem Getöse, so daß auch erwachsene Menschen „ein leises Beben nicht unterdrücken können", her erste Eisenbahnzug nach Potsdam gerollt. Möchten doch, so flehte der ehrwürdige Prediger, feine Schäslein sich ja fernhalten von dem feuerspeienden Höllendrachen, um ihrer Seligkeit willen! Anfangs hielten sie sich auch fern, wenn es vielleicht auch weniger aus Besorgnis für ihr Seelenheil war, als aus Angst vor einem Unglück. Damit überhaupt Leute die Bahn benutzten, errichtete die Eisenbahngesellschaft in dem „Dorf- und Dergnu- gungsaufenthalt" Steglitz — heute längst em Berliner Stadtbezirk — ein Sommertheater. Selbst Die Herren vom Eisenbahnkomitee mit ihren würdigen Backenbärten und rauchfanghohen Zylindern schienen fich des Dampfrosses nicht recht sicher zu suhlen, obwohl sie viel von- Drehbrücken, Untertunne- lungen und Taufendtaleraktien sprachen. Denn in der Bekanntmachung über die Eröffnung der Bahnlinie teilten sie mit, daß neben den sechs „Damps- roagen bester Qualität", die man aus Ste p he n- s o n s Fabrik in Newcastle bezogen hatte, funfhun- dertvierzig Zugpferde bereitgehalten wurden. Aber nicht alle waren so ängstlich. ,,Men ^ar= ren, der durch die Welt rollt, hält kein Menschenarm mehr auf!" hatte bei der Einweihung der preußische Kronprinz und spätere König Frieona) Wilhelm IV. vorhergesagt. Und als die Berliner erst merkten, daß ihre grauen Stößer und die drayt- geftrerften Krinolinen auf der Eisenbahn weniger gefährdet waren,-als in der rumpelnden Postkulstye, da erwachte mit dem steigenden Gefühl der Sicherheit auch ihre Spottlust wieder. Mit einem Mal ging es ihnen nicht schnell genug. Die Behörde möge doch Sorge tragen, bat ein Ungenannter in einer Eingabe, daß die Fahraäste nicht zu sehr durch Bettler belästigt würden. Besonders unangenehm werde es empfunden, daß Invaliden mit Holzbeinen neben dem fahrenden Zug herliefen und um milde Gaben bäten! Dann ging die Entwicklung immer schneller. Friedrich L i ft s Entwurf für ein deutsches Eisenbahnnetz, 1833 nur ein phantastischer Zukunftstraum, ist von der Wirklichkeit bald übertroffen. Damals hatten Karikaturenzeichner die Dampfwagen als riesige Spinne dargestellt, die die Beine tastend vorschiebend in ihrem Netze hängt. Die neuen Straßen aus Holzschwellen und glitzernden Eisenbändern bilden heute mit ihrer Gesamtlänge von etwa 65 000 Kilometer, ein dichtes Netz über Deutschland. Die alten Landstraßen verloren mehr und mehr ihre Bedeutung, verfielen: aber die Postkutschen und „Dili- genzen" kamen in Museumssäle. * Fast auf den gleichen Tag wie die Eröffnung jener ersten preußischen Eisenbahn, nämlich auf den 23. September, fällt fünfundneunzig Jahre später ein anderes Ereignis. Das Zeitalter des Dampfes geht zu Ende Ein neues Verkehrsmittel taucht auf. Durch die Berliner Straßen rasseln tutend die ersten Motorwagen, die Daimler und Benz bauen. Ein halbes Jahrhundert später haben sie schon die Eisenbahn auf vielen Gebieten zurückgedrängt. Neben den langen Wagenketten der Güterzüge rollen die schweren Fernlastwagen, Giganten der Landstraße, durch die Nacht. Motorschleppzüge bringen Güterwagen in die Bezirke, die nicht an Schienensträngen liegen. Die Maßnahmen der nationalsozialistischen Regierung machen das Auto, einst Luxus- und Sportgefährt, zum Verkehrsmittel des Alltags. Damit aber haben die lange vernachlässigten Straßen neue Bedeutung gewonnen. Längst genügen sie nicht mehr den Änsorderungen, die vom Verkehr an sie gestellt werden. Da erscheint im Juni 1933 das Gesetz über die Errichtung des Unternehmens „R e i ch s a u t o b a h n e n". Nach Ablauf von sechs Jahren soll Deutschland 7000 Kilometer der modernsten Autostraßen der Welt haben. Es ist ein gewaltiger Plan. Schon beginnen Ingenieure und Vermessungsbeamte die Arbeit. 23. September 1933". Neun Monate nach der Machtergreifung. Siebenhundert Arbeiter sind am Mainufer bei Frankfurt versammelt. Nach Jahren der Arbeitslosigkeit hat man ihnen die Stempelkarte gegen einen Spaten eingetauscht. Die Scheinwerfer der Tonfilmwagen richten fich auf ein schlichtes Rednerpult mit vielen Mikrophonen. Der Führer spricht. „Wir stehen am Beginn einer gewaltigen Arbeit. Ich weiß, daß das, was heute mit einem Fest beginnt, für viele Hunderttausende Muhe und Schweiß bedeuten wird, daß die Zettel kommen, da Regen, Frost und Schnee dem einzelnen die Arbeit sauer und schwer machen werden, aber diese Arbeit muß getan werden, uns hilft niemand, wenn wir uns nicht selbst helfen! — Dem Verkehr bauen wir neue Schlagadern. Dieses Riesenwerk soll zeugen von unserem Dienst, unserem Fleiß, unserer Fähigkeit und unserer Entschlußkraft. Deutsche Arbeiter! An Das Werk!" UnD als erster unter Den Arbeitern stößt Der Führer Des Reiches seinen Spaten in Die Erde. Schaufel auf Schaufel fliegt in den Bunker Des Rollwagens. Der Bau der Reichsautobahnen hat begonnen. Aus Den 700 Arbeitern finD 121 000 an den Baustellen, fast ebenso viel in Den Lieferbetrieben geworben, Die Arbeit unD Brot erhalten haben. Die Betonmischmaschinen Drehen fich, Moore werden entwässert, Schluchten überbrückt. Im Mai 1935 durch- schneidet Der Wagen des Führers Das weiße Start- banD an Dem ersten fertiggestellten Bauabschnitt. 1936 sinD schon tausend Kilometer vollendet. Heute ist mehr als Die Hälfte Des Werkes getan. Wie Die großen Straßen Des Altertums Ausdruck ihrer Zeit waren, Spur Der Vergangenheit, Jahr- bunDerte überDauernD, so sinD auch Die neuen Straßen über Den bloßen Zweck hinaus Künder Des Aufbauwillens eines wiedererwachten Volkes. Als Wahrzeichen einer neuen Zeit ziehen sich die breiten grauen BänDer Der Reichsautobahnen Durch Das Deutsche LanD, Die Straßen ADols Hitlers. Zwei Minuten vor dem Tode... In LonDon ist eine Biographie Des ausgezeichneten englischen^ Schauspielers Robert Lora ine von seiner Witwe erschienen, in Der sich eine bemerkenswerte SchilDerung finDet, die Der Dramatiker BernarD Shaw selbst von Den Gedanken gegeben hat, Die ihn bestürmten, als er einmal in Gefahr war zu ertrinken. Im Jahre 1908 war Lo- raine mit Shaw unD Dessen Gattin im Sommer- ausenthalt zu Llanbedr in Wales, und er war mit Dem Dichter in einer sehr rauhen See weit hinausgeschwommen. Erst nach einem langen verzweifelten Ringen war es Den beiden gelungen, völlig erschöpft an LanD zurückzukehren. „Wir lagen eine Zeitlang keuchenD Da", schrieb Loraine damals in sein Tagebuch. Als wir endlich wieder atmen konnten, sagte Shaw sehr kaltblütig: „Das war aber nahe Daran", unD machte sich auf, seine StranDschuhe zu holen... Ich fragte ihn nun, ob ihm Visionen feines vergangenen Lebens gekommen wären, Da man Doch sagte, daß Ertrinkende solche hätten. Er schüttelte Den Kopf ... „Dachten Sie an Gott oder an die Hölle oder an den Himmel?" Hier hat Shaw selbst Die folgenden Zeilen eingeschaltet: „Nein, ein Mensch denkt nicht an Märchen zwei Minuten vor seinem sicheren Tode. Ich dachte an nichts außer an dringende praktische Dinge. Zunächst wollte ich Ihnen sagen, sie sollten nicht versuchen, zur Küste zu schwimmen, da es nutzlos wäre und die Anstrengung Sie erschöpfen würde... ich überlegte, ob die Leute uns helfen könnten, wenn wir laut riefen. Aber es waren keine Fischer da, nur Ausflügler, die ein Boot, wenn sie versucht hätten, es flott zu machen, sofort umgekippt haben würden. Dann dachte ich an Charlotte (die Gattin des Dichters), wenn sie die Nachricht erhalten würde, daß ich ertrunken wäre, und wieso ich nicht mein Testament geändert hätte, und wie sie niemals imstande sein würde, meine Vereinbarungen mit meinen Uebersetzern zu verstehen. Dann sah ich, welche Mühe Sie hatten, wenn die großen Wellen kamen, was für ein Jammer es doch wäre, daß Sie in der Kraft Ihrer Jugend, mit Der ganzen Welt vor Ihnen, verloren fein sollten, unD daß es nicht so wichtig für mich märe. Da ich meine Pfeile verschossen und meine Arbeit getan hätte. Dann fragte ich mich selbst, wieviel Stöße ich noch schwimmen könnte, ehe Die Anstrengung zu groß werden würde, und daß ich lieber untergegangen sein sollte, als mich noch weiter anzustrengen. Dann stieß mein Fuß auf einen Stein, und anstatt zu sagen „Gott sei Dank", sagte ich: „Verdammt!" Dann kam ein wirklich scheußlicher Augenblick. Als ich meine Beine anzog, waren Sie verschwunden. Es mar meine klare Pflicht, nach Ihnen zu tauchen und Sie zu retten. Ich konnte doch nicht nach Hause kommen ohne Sie und sagen, daß ich Sie hätte ertrinfen lassen. Und dann kam Die schreckliche Erniedrigung, als ich mir klar wurde, daß ich in höchstem Maße unfähig mar, auch nur noch einen Stoß zu schwimmen. Ich hatte die Grenze meiner Kraft erreicht. Und dann fand ich, daß Sie dicht hinter mir standen. Aber, bei Gott, ich hatte alle Einbildung verloren ..." B. Hochschulnachrichten. Geh. Rat Professor Dr. Ferdinand Hueppe, ein ehemaliger Schüler von Robert Koch und später einer der Wegbereiter der modernen Bakteriologie, ist in D re s b e n im 87. Lebensjahr g e st o r- ben. Professor Hueppe war anfänglich Militärarzt. 1884 ging er als Dozent für Hygiene an das Chemische Institut von Fresedius in Wiesbaden und wurde 1889 als Professor der Hygiene an die deutsche Universität in Prag berufen. 1912 trat er in den Ruhestand und hat sich seitdem seinen wissenschaftlichen Arbeiten UnD Forschungen gewidmet. Seine zahlreichen Veröffentlichungen betrafen Hygiene, Bakteriologie, allgemeine Biologie, Körperübungen, Alkoholismus, Volksernährung ufw. Professor Hueppe war Ehrenmitglied und Mitglied vieler in- und ausländischer Gesellschaften, Besuch bei den Arbeitern im Westen. LPD. Nach den Reden des Führers und, Hermann Görings in Nürnberg weiß die ganze Welt, daß im Westen des Reiches mit dem Einsatz Hunderttausender von Arbeitskameraden ein gigantisches Bollwerk alsSchutz und Wehr des Reiches errichtet wird. Dieses „Bauvorhaben West", wie es kurz genannt ist, H7lt vor allem auch in den Fragen der Unterbringung und Verpflegung und der kulturellen Betreuung des Heeres unserer schaffenden Volksgenossen Probleme aufbeworfen, die mit deutscher Gründlichkeit gelöst worden sind. Ein Besuch bei den Arbeitern im Westen, in den Lagern und Massenquartieren zeigte uns, welche Betreuung den Männern zuteil wird, die „zur Pflicht für die Sicherheit der Nation aufgerufen" wurden. Die Familien, deren Väter und Söhne an der Westgrenze den Hort -des Vaterlandes schmieden, dürfen den verantwortlichen Stellen voll vertrauen, sie, dürfen versichert sein, daß der aufopfernde Dienst in seinem ganzen Umfang gewürdigt und belohnt wird. Alle Sorge für das Wohl des einzelnen Menschen ist der Deutschen Arbeitsfront übertragen worden. Sie ist mit jugendlicher Spannkraft und einer geradezu ungeheuren organisatorischen Leistung an die Probleme herangegangen. Zunächst brauchte die mächtige Arbeiterarmee Obdach. In den dicht besiedelten Bezirken halfen Privatquartiere und Mas- senquartiere in öffentlichen Gebäuden, vor allem in Schulen. Wo das Gebiet wenig Siedlungen aufwies, wurden Lager gebaut mit tadellosen Mann- schastshäusern auf massiven Sockeln? sauber gehaltenen Wegen, großen lichten Stuben mit viel Raum, mit Waschgelegenheiten und Duschräumen, Trockenräumen und Gemeinschaftshallen. Alles^ ist freundlich gestrichen und traulich eingerichtet. Köche und ihre Hilfskräfte sorgen an modernen Herden für abwechslungsreiches Essen, das im Lause der Woche dem Geschmack der verschiedensten in den Lagern untergebrachten Landsmannschaften gerecht wird. Die Küchen wurden von der DAF. gestellt, die Köche und das übrige Personal, wie die Hilfskräfte zur Sauberhaltung der Stuben, stellt der Unternehmer. Im Auftrag der DAF. walten auch der Lagerführer, fein Stellvertreter und der Verwalter ihres Amtes. Die Feldküchen, aus denen die Einlieger der Massenquartiere verpflegt werden, beschafft und verwaltet ebenfalls die öAF. Hunderte sind es, und allein dieses Teilgebiet gibt einen Begriff von 6er Energieleistung der Amtsstellen. Die „Pflicht"-Arbeiter fühlen sich gut aufge- hoben; das zeigte die Fahrt in die Westmark, das erwiesen zahlreiche Gespräche mit diesen Männern. Die Art der Entlohnung ermöglicht es jedem, der nur etwas Sinn für Sparsamkeit hat, schöne Summen nach Hause zu schicken. Der Stundenlohn beträgt 60 Pf. Wer als Facharbeiter einbesetzt wird, bekommt Taris. Sonst zahlt das zuständige Arbeitsamt die Differenz für 48 Wochenstunden, die zwischen dem 60-Pf.-Stundenlohn und der Entlohnung am zeitweise aufgegegebenen früheren Arbeitsplatz entstanden ist. Arbeiter aus einer Stadt unter 100 000 Einwohnern erhalten eine Zulage von 1,50 Mark täglich, über 100 000 Einwohner 2 Mark. Für Privatquartiere werden pro Nacht 50 Pf.' vergütet. Das Essen kostet täglich 1,20 Mark. Kaffee und Tee gibt es in beliebigen Mengen, ebenso Brot. 83 Gramm Butter werden^oerabfolgt. Die warmen Speisen könnten in keinem Gasthaus besser bereitet werden. Eine Zusatznahrung von warmer Suppe oder Keks oder Schokolade im Werte von 30 Pf. gibt die DAF. ohne Bezahlung an der Baustelle. Die Organisation „Kraft durch Freude" übernahm die kulturelle Betreuung. Alle Tonfilmwagen des zuständigen Gaues sind ständig unterwegs. Varietes und Kabaretts wandern durch die Gemeinschaftsräume. Ein großes KdF.-Zelt, das 2000 Personen faßt, ist zur Verfügung. Das Landestheater Saarpfalz spielt seit einiger Zeit für die Arbeiter im Westen, und sogar die berühmte Exlbühne wurde engagiert. Zeitungen liegen auf, die der Heimatgaue besonders, und überall wurde für guten Rundfunkempfang gesorgt. Wenn wir hier vor allem die Leistungen der Organisation schildert, so wollen wir die Leistungen des einzelnen Menschen an der Baustelle darüber nicht vergessen. In welchem Sinne sie geschieht, das drückte ein Arbeiter ^mit den Worten aus: „Wir schaffen ja nicht für den Unternehmer, sondern für die Sicherheit des Vaterlandes." Die Deutsche Arbeitsfront als Trägerin der Betreuung der Menschen hat weitgehende Sicherungen eingeschaltet, nm jeglicher Ausnutzung vorzubeugen. Fünf Gau-Fach» abteilungsleiter mit den Befugnissen eines Reichstreuhänders wachen über die Einhaltung sämtlicher Rechte der Männer, von denen der Führer in feiner großen Nürnberger Rede gesagt hat, daß sie willig und freudig gefolgt sind, als es galt, int Westen eine unüberbrückbare Barriere aufzubauen. Wozu Atteisensammelaktion der SA.? NSG. Im Rahmen der seit 1936 betriebenen planmäßigen Altmaterialverwertung führt die SA. vom 24. September bis 1. Oktober d. I. eine Sammelaktion zur Erfassung von Alteisen aller Art auf dem flachen Lande, sowie in den Dörfern und Städten des Gaues Hessen-Nassau durch. Die im März 1937 durchgeführte Erfassung des Alteisens durch die SA. hat gezeigt, daß durch intensive Erfassung des in den Städten und auf dem Lande anfallenden Alteisens erhebliche Schrottmengen aufgebracht werden können. Damals wurden etwa 100 000 Tannen als Ergebnis erzielt. Welche Bedeutung diese Aktionen und überhaupt die Schrottverwertung für die deutsche Eisen wirtschaft haben, mag auf Grund von Ausführungen gezeigt werden, die man in einem kürzlich erschienenen Heft „Die Bedeutung der Altmaterialwirtschaft in Deutschland", verfaßt von dem Referenten beim Reichs- kommissar für Altmaterialverwertung, Dr. Adolf Stöcker, findet. Schrott ist neben Eisenerz der wichtigste Rohstoff der eisenerzeugenden Industrie, vor allem für die Siemens-Martin-Stahlwerke und für die Stahlerzeugung nicht zu ersetzen. Die augenblickliche Schrottbedarfsmenge beträgt jährlich etwa zehn Millionen Tonnen, was einem Geldwert von ungefähr 250 Millionen Mark entspricht. Der Schrotteinsatz bei der Siemens-Martin-Stahl- gewinnung beträgt ungefähr 75 v. H. Da die Erzeugung von Siemens-Martin-Stahl ungefähr 55 o. H. der gesamten Stahlerzeugung beträgt, ist ersichtlich, daß die Verwendung von Schrott ein wichtiges Erfordernis der deutschen Eisen- und Stahlindustrie bildet, die ohne Schrott nicht bestehen ckann. Der Schrottverbrauch der deutschen eisenerzeugenhen Industrie stieg von 4,2 Millionen Tonnen im Jähre 1933 auf 9,4 Millionen Tonnen im Jahre 1936. Der Anteil des Schrottverbrauches bei der Siemens- Martin-Stahlerzeugunq stieg von 3,2 Millionen Tonnen im Jahre 1933 auf 7,5 Millionen Tonnen im Jahre 1936. Die Schätzungen des Enquete-Ausschusses hinsichtlich der Sammelschrottmenqe der Nachkriegszeit schwanken zwischen 250 000 bis 1 Million Tonnen je Jahr. Die Sicherstellung einer ausreichenden Der- Aus den Gießener Gerichtssäle«. der Angeklagte insgesamt noch fünf Monate zu verbüßen hat. Amtsgericht Gießen. Unter der Anklage der Landstreicherei hatte sich der K. W. aus Wiesbaden-Sonnenberg zu verantworten. Der Angeklagte, der aus der Haft vorgeführt wurde, stammt aus guten Verhältnissen, ist jedoch bereits einschlägig, sogar mit zwei Jahren Arbeitshaus, vorbestraft. Er war in Wiesbaden bei einem Verwandten beschäftigt, von wo er aber wegen geringfügiger Lohndifferenzen spurlos verschwand und sich auf Wanderschaft begab. Er wurde schließlich in Gießen aufgegriffen. Der Angeklagte war geständig. Das Gericht billigte ihm noch einmal mildernde Umstände zu und sah insbesondere von einer nochmaligen Unterbringung im Arbeitshaus ab, da diese Maßnahme nach ben gesetzlichen Bestimmungen auf Lebenszeit hätte angeordnet werden müssen und anderseits seine Verwandten, die hierzu bereit und in der Lage sind, ihn in Zukunft betreuen werden. Das Urteil lautete auf Schöffengericht Gießen. Gestern hatte sich der W. W. aus Gießen vor dem Schöffengericht wegen Betrugs und schwerer Urkundenfälschung zu verantworten. Der Angeklagte war im Juni d. I. vor dem Amtsgericht als Zeuge aufgetreten und legte bei dieser Gelegenheit dem Gericht eine gefälschte Bescheinigung seines Arbeitgebers für angeblich ausgefallenen Lohn vor, um sich auf diese Weise eine Zeugegebühr zu erschwindeln. Der zuständige Beamte entdeckte dieses Manöver jedoch sofort und verhinderte die Auszahlung des Geldes. Der Angeklagte war geständig. Ha nach der Beweisaufnahme immerhin noch eine Möglichkeit bestand, daß der Angeklagte tatsächlich eine Vergütung für Verdienstausfall zu beanspruchen hatte, wurde er von der Anklage des Betrugs frei- gesprochen. Für die Urkundenfälschung erhielt er unter Zubilligung mildernder Umstände zwei Monate Gefängnis. Gleichzeitig hob das Gericht eine dreijährige Bewährungsfrist auf, die ihm bei einer früher verwirkten Gefängnisstrafe von drei Monaten zugebilligt worden war, so daß sorgung — der Schrottoerbrauch wird bereits zu 90 v. H. aus dem Inlande gedeckt — ist durch gründliche Sammlung und resllose Wiederverwertung aller aufkommenden Schrottmaterialien mog- lich. Infolge der Cisenknappheit und des großen Schrottbedarfs ist es in den meisten schrottausführenden Ländern zur Einstellung bzw. Erschwerung der Schrottausfuhr gekommen. So in Norwegen, Frankreich, Belgien, England, Rumänien und Polen. Durch diese Maßnahmen erhält die restlose Erfassung des in Deutschland anfallenden Schrottes besondere Bedeutung. . v Das in Venedig im Frühjahr 1937 gegründete Einkaufskartell für Schrott, an dem auch das Deutsche Reich beteiligt ist, sichert zwar DeutlchlaNÄ einen bestimmten Teil seines Schrottbedarfes im Ausland, trotzdem müssen wir weiterhin bestrebt sein, durch umfassende Wiederoerwertung aller ausgebrauchten Materialien die deutsche Wirtschaft weitestgehend vom Ausland unabhängig zu machen. Die technische Durchführung der eingangs angex kündigten SA.-Sarnmlung gestaltet sich wie folgt: Das gesammelte Altmaterial wird von der SA. an bestimmte Verladebahnhöfe gebracht, von denen der Abtransport erfolgt. Für den Fall, daß die an einem Verladebahnhof zusammenkommende Menge nicht ausreicht, um einen Waggon voll zu beladen, ist vorgesehen, auf der betreffenden Strecke einen Waggon laufen zu lassen, der die einzelnen Der- ladebahnböfe der Reihe nach absährt und das Ma» terial auf nimmt, bis er voll beladen ist. Da es sich um zusätzliche Schrottmengen handelt, die durch den Einsatz der SA. gewonnen werden, und um das gesammelte Material so schnell wie möglich der Wiederoerwertuna zuzuführen, kann, dieses nicht an den Schrotthändler abgegeben werden, sondern es wird von der sammelnden SA. in Waggons von den Derladebahnhöfen nach den Angaben und auf Abruf des Reichskommissars für Alt- materialnerwertung in Zusammenarbeit mit der Fachuntergruppe Schrott an die zunächst gelegenen Schrott-(Paketier-)Pressen und von diesen an die Verbraucherwerke gesandt. Helfer war. Es wird eine Geschichte der Arbeitsgemeinschaft geschrieben werden, zu der die einzelnen Kameradschaften Beiträge hinzufügen können. Kam. Reitz dankte vor allem dem Kameradschaftsführer Müller, der die Kameradschaften zusammenhielt und ihnen ein aufrichtiger und sicherer Leiter war, zu dem sie alle Vertrauen hatten und dem sie ihre Dankbarkeit anläßlich seines Familienfestes in schöner Weise zum Ausdruck brachten. . Der Kameradschaftsführer der 116er Hans Bill unterstrich diese Ausführungen und betonte, daß die alten Soldaten ihre besten Tugenden in schwerer Zeit bewiesen haben und daß sie nun ihre soldatische Pflicht nach dem Willen des Führers auch im neuen NS.-Reichskriegerbund voll und ganz erfüllen werden. Der Arbeitsgemeinschaft gehörten bis zum Schluß an: Artilleristen-Kameradschaft 1895 Gießen, die Kameradschaft ehem. 116er, die der 116er Offiziere, der 116er Landwehr und der 116er Landwehr- Offiziere, ferner die der 118er und der 118er Offiziere, die der 390er, die Kavallerie-, die Garde- und die Pionier-Kameradschaft, die Kameradschaft ehem. 80er, der Reichsbund deutscher Offiziere, Ortsgruppe Gießen, der Offiziers-Verein Gießen von 1914, die Vereinigung ehem. 222er und die der ehem. 224er, die Kameradschaften ehem. Hessischer Leibdragoner, Hessischer Gardedragoner, der Angehörigen der 105. Inf.-Dioision, der 441er, der Nachrichtentruppen und der Flak-Truppen. WHW. Ortsgruppe Gießen-Mitie. Die Aufnahme von WHW.-Anträgen für das Winterhilfswerk 1938/39 erfolgt für den Bereich der Ortsgruppe.Gießen-Mitte nach folgendem Plan: Donnerstag, 22. September, von 9 bis 12 Uhr: Alicestraße, Am Pfarrgarten, An der Iohanneskirche, Bahnhofstraße, Bismarckstraße, Bleichstraße, Bruchstraße, Erlengasse, Burggraben, Goethestraße, Grabenstraße, Hindenburgwall; von 15 bis 18 Uhr: Hinter der Westanlage, Horst- Wessel-Wall, In Löbershof, Iohannesstraße, Kap- lansgasse, Katharinengasse, Kleine Mühlgasse, Korn- blumengasse. Freitag, 2 3. September, von 9 bis 12 Uhr: Kreuzplatz, Löberstraße, Löwengasse, Lonystraße, Ludwigstraße, Mäusburg, Maigasse, Marktplatz, Marktstraße; von 15 bis 18 Uhr: Mühlstraße, Neuenweg, Neustadt, Plockstraße, Rit- tergasse, Schanzenstraße, Seltersweg, Sandgasse. , Samstag, 24. September, von 9 bis 13 Uhr: Teufelslustgärtchen, Tiefenweg, Wagengasse, Weidengasse, Wolkengasse. Vorzulegen sind Mietbuch und Beleg über Einkommen, Unterstützungen, Renten und sonstige Verdienste (Meldekarte des Arbeitsamtes). Hitler-Jugend Bann 116. Bekr.: Führecarbeiisabende. Für die Stammführer, Gefolgschaftsführer, Führer der Sondereinheiten und Scharführer der Einheiten des Kreises Friedberg findet am Mittwoch, 21. September, um 20 Uhr in der Burg ein Führerarbeitsabend statt. Für die Gefolgschaftsführer und Scharführer der Stämme II und' IV/116 iftnbet dieser Führerarbeitsabend am Donnerstag, 22. September, um 20.30 Uhr in Großen-Bus eck (HI.- Heim) statt. Die Gefolgschaftsführer und Scharführer der Stämme III und V/116 haben am Freitag, 2 3. September, um 20.30 Uhr vor dem BDM.-Heim in L i ch zum Führerarbeitsabend anzutreten. ** Unfälle. Beim Ausschachten eines Grabens und durch den Bruch einer Strebe erlitt der 39jäh- rige Arbeiter Karl Behring eine schwere Brustquetschung und Rippenbrüche. — Durch den Sturz von einer Leiter erlitt der in einem hiesigen Betrieb beschäftigte Arbeiter Wilhelm R a u aus Großen-Linden Brustprellungen. — Mit einem Schlüsselbeinbruch und mit Rippenbrüchen wurde der Maschinist von der Breck kaus Elberfeld, der auf einer hiesigen Arbeitsstelle beschäftigt ist, in ärztliche Behandlung gebracht. Sämtliche Verunglückte wurden in die Chirurgische Klinik ausgenommen. Geheimniste des Vogelzuges. Äon Ewald Schild. Wieder jährt sich die Zeit, in der uns die meisten Zugvögel verlassen, um erst im Frühjahr wiederzukehren. Störche und Segler sind in Mitteleuropa die ersten; ihnen folgen bald der Kuckuck, der Gartenlaubvogel und seine Verwandten, der Wendehals, Nachtigall und Sprosser, die Rohrdommel h. a. Im September und Oktober machen sich Schwalben, Rotschwänzchen, Grasmücke, Schwarzplättchen, Regenpfeifer, Kiebitz, Drossel, Rotkehlchen, Bussarde auf den Weg. Als Nachzügler ziehen im November Girlitz, Saatkrähen, Dohlen, Willigänse und andere Vögel aus dem Norden durch, nördliche Enten, Wildgänse, Saatkrähen, Bussarde, Taucher rücken bei uns zur Ueberminterung ein. Wenn man überlegt, welche gewaltige Veränderungen das Wandern für den Vogel, der bisher ruhig in feinem Brutgebiet gelebt hat, mit sich bringt, so ergibt sich von selbst, daß es sehr zwingende Gründe sein müssen, die den Zugvogel veranlassen, seine gewohnte Lebensweise aufzugeben/ sein Wohngebiet zu verlassen und die weite Wanderfahrt mit all ihren Gefahren anzutreten. Durch seine experimentelle Erforschung des Vogelzuges konnte F. von Lucanus für Europa hauptsächlich drei große Zuastraßen abgrenzen, die von zahlreichen Vögeln aller Gattungen und Arten durchflogen werden: Zunächst die westliche Küstenstraße, . die aus dem nordöstlichen Europa längs der Küste der Ost- und Nordsee und des Atlantischen Ozeans über Gibraltar nach Afrika führt. Dann die Adriatisch-Tunesische Zugstraße aus dem östlichen Europa über die Adria nach Tunis und endlich die Italienisch-Spanische Zugstraße, die aus dem östlichen Europa über Oberitalien, den Löwengolf nach Spanien führt. Welches sind nun die Gründe, die den Zugvogel zum Wandern treiben? Hauptsächlich zwei Ansichten stehen sich da scharf gegenüber: Nach der einen soll ein angeborener Änstinkt dem Zugvogel eigen sein, der zu einer bestimmten Jahreszeit erwacht und ihn zur Wanderung treibt, auf der ihn ein scharf ausgeprägter Richtungssinn leitet. Die andere Anschauung geht davon aus, daß die im Jahreswechsel sich einstellenden Temperaturveränderungen und in derem Gefolge der Nahrungsmangel, sowie bestimmte meteorologische Faktoren als Wanderungsursachen anzusehen seien. Die modernen Vogelwarten, wie sie heute auf Helgoland, auf Rossitten usw. bestehen, verfolgen den Einfluß der Witterung auf den Vogelzug tpit aller Aufmerksamkeit. Nach Mareks Forschungen sollen es im Herbst die Vorstöße der nördlichen Hochdrucksgebiete und die in ihrem Gefolge auftretenden polaren Winde, sowie der mit dem Sinken der Temperatur sich einstellende Nahrungsmangel sein, was den Zuginstinkt im Wandervogel wachruft und ihn nach wärmeren Ländern aufdrechen läßt. Zahlreiche Beobachter stimmen darin überein, daß die einzelnen Zugperioden innerhalb einer Zugzeit mit dem Auftreten barometrischer Hochdruckgebiete zusammenfallen. Man kann häufig beobachten, daß der Vogelzug stockt, sobald der beständige Witterungscharakter durch ein zyklonates Luftdruckgebilde gestört wird; der Zug setzt aber sofort wieder ein, wenn ein barometrisches Hochdruckgebiet wieder zur Geltung kommt. Nicht nur Luftdruckoerteilung und Winde, auch die Bewölkung beeinflussen den Vogelzug in hohem Maße. Zunehmende Bewölkung und auch Nebel drückenden wandernden Vogel gewissermaßen zur Erde herab. Verdichtet sich bei sinkender Temperatur der Nebel zu Eisregen, so kann dies für Zugvögel zur Katastrophe werden, denn es bildet sich dann auf den Federn eine Eiskruste, Schwingen und Atmungsorgane vereisen förmlich upd die Tiere fallen erstarrt zu Boden; nicht selten ist es auf diese Weise zu einem Massenuntergang von Zugvögeln gekommen. Zwei weitere, besonders interessante Fragen und Probleme des Vogelzuges sind die Höhe und die Schnelligkeit des Wanderfluges. Hier konnte die moderne, experimentelle Erforschung des Vogelzuges mit Hilfe der Dogelberingung — deren Wesen bekanntlich darin besteht, daß man den Zugvögeln einen leichten Aluminiumring um den Fuß legt, der mit einer Anschrift, z. B. „Vogelwarte Rossitten, Germania" versehen ist, um die Rückgabe des Ringes nach Erbeutung seines Trägers sicherzustellen — eine ganze Reihe von Irrtümern und falschen Angaben, die bis in die jüngste Zeit hinein selbst von der Fachwissenschaft für wahr gehalten wurden, einwandfrei widerlegen. Nach diesen märchenhaft klingenden Angaben sollte beispielsweise die Schwalbe in der Stunde 200 bis 250 Kilometer zurücklegen und der Mauersegler gar eine Geschwindigkeit von 300 Stundenkilometer erreichen. Prof. Thienemanns genaue Messungen der Eigengeschwindigkeit guter Flieger (Star, Wanderfalke, Sperber usw.) haben ergeben, daß sie nicht mehr als 60 bis höchstens 74 Kilometer in der Stunde beträgt. Durch die Beringung ist festgestellt worden, daß Stare zur Bewältigung einer Strecke von 680 Kilometer 20 Tage, also am Tage 34 Kilometer, gebraucht haben. Für den weißen Storch ist ferner festgestellt worden, daß er auf dem Herbstzuge nicht mehr als täglich 150 bis 200 Kilometer zurücklegt, sich also für seine im ganzen etwa 10 000 Kilometer lange Reise Zeit nimmt. Allerdings gibt es auch Ausnahmen mit ganz außerordentlichen Kraftproben, wie z. B. die des nordamerikanischen Gold- re g e n p f e i f e r 5 , der die gewaltige Strecke von den Meuten bis zu den Hawai-Jnseln über dem Stillen Ozean ohne Ruhepause durchfliegt und zur Bewältigung dieser rund 3000 Kilometer langen Strecke nur anderthalb bis zwei Tage benötigt. Durch lange andauernde und eingehende Beobachtungen der Flieger konnten auch die bisher stark übertriebenen Angaben über die Höhen des Vogelzuges klargestellt werden. Danach wurden Vogelzüge nur ganz selten in Höhen von über 400 Meter beobachtet und es gehört zu den größten Ausnahmen, wenn in noch größeren Höhen Vögel angetroffen wurden. Wissenschaftlich belegt ist nur d'»e bisher größte Flughöhe von 2300 Meter. Damit fallen aber endgültig die früheren Annahmen bekannter Dogelforscher, die von einer Zughöhe von 10 000 bis 12 000 Meter Höhe sprachen. Ueberhaupt wird erst eine künftige genaue und planmäßige Erforschung des Zuges jeder einzelnen Dogelart das ganze große Rätsel des Vogelzuges entschleiern können. Gin spätes Selbstbildnis von Hans Baldnng Grien. In der Graphischen Sammlung der Hamburger Kunsthalle wurde ein Selbstbildnis von Hans Bal- dung Grien aus seiner letzten Zeit entdeckt, das bedeutender ist als die neuerdings gefundenen Selbstbildnisse des Künstlers Es ist eine Handzeichnung, die sich unter einer größeren Zahl von Bildniszeichnungen von Nikolaus Kremer, dem Schüler und Genüssen Hans Baldung Griens, der bei seinem Tod 1545 den künstlerischen Nachlaß übernahm, befindet. Wie Th. M u f p e r in feiner Veröffent- lichung des Fundes in der bei F. Bruckmann in München erscheinenden Monatsschrift „Pantheon" berichtet, fiel dieser frappierende Kopf unter den technisch andersartigen Kremerschen Blättern durch seine überragende Qualität ins Auge. Die Physiognomie des Künstlers in späten Jahren ist uns feit einiger Zeit durch einen in Straßburg gefundenen Holzschnitt und eine Louvre-Zeichnung vertraut; es ist unverkennbar dieselbe wie in der neuen Zeichnung, und besonders das Visierende in dem scharfen Blick spricht dafür, daß es sich um ein Selbstporträt handelt. Während das Passer Blatt den Künstler im Alter von 49 Jahren darstellt, erscheint er hier älter, als habe er eine schwere Krankheit durchgemacht, die ihn zum erstenmal an den Tod denken ließ. Wenn es auch dieselben Augen und der. gleiche Ausdruck wie auf den früheren Bildern sind, so haben sie doch ihre frühere Spannung verloren. Der Bart ist schütter, und an der Stirn haben sich scharfe, von Leid zeugende Falten gebildet. Die Zeichnung muß also in den letzten Zeiten vor feinem Tode entstanden fein. Es kommt auch fein anderer Künstler dafür in Frage. Kremers Zeichnungen erheben sich nicht über ein gewisses Niveau, aber gerade die Herkunft aus feinem Besitz spricht auch dafür, daß es ein Blatt von Hans Baldung Grien ist. Die zeichnerische Art, tonig über die Flächen zu streichen, ist echt Baldung, selbst einige manieristische Züge wie die Kurvaturen an den Augenhöhlen und die flächige Behandlung von Mund und Bart, die dem Künstler eigen waren, finden sich wieder. C. K. Zeitschriften. — Der Verlag des „Danziger Vorvosten" gibt im Einvernehmen mit dem Reichsministerium für Dolksaufklärung und Propaganda und der Volksdeutschen Mittelstelle unter dem Titel „D e r Deutsche im Osten" eine Monatsschrift für Kultur, Politik und l^nterhaltung heraus, deren Aufgaben sich in erster Linie auf den deutschen Osten erstrecken. Die Zeitschrift soll den deutschen Standpunkt in diesem Raume vornehmlich auf kultureller Grundlage vertreten. Das vorliegende 6. Heft gibt einen Eindruck davon, wie die Arbeit gedacht ist und durchgeführt wird. Nach dem einleitenden „Ostspruch" von Kilian Koll gibt Carlo von Kügelgen ein durch umfangreiches Zahlenmaterial gestütztes Bild vom Rußland-Deutschtum. Karl Hans Fuchs beschreibt die Wanderung der Salzburger nach Ostpreußen vor 200 Jahren als ein entscheidendes Ereignis großdeutscher Volksgeschichte. Zu Bismarcks 40. Todestage behandelt Erich Lin- dow das Thema „Bismarck und der Osten". Von Gottfried Rothacker, der „Das Dorf an der Grenze" schrieb, liest man Gedichte und eine Szene aus dem deutschen Königsdrama „Konradin"; von dem ost- preußischen Erzähler Ottfried Graf Finckenstein, der in letzter Zeit recht bekannt wurde, erscheint ein Roman „Die Mutter" und eine Erzählung. Der Text wird durch gut ausgewähltes Bildmaterial bereichert; hervorzuheben sind hier die Wiedergaben nach Gemälden von Paul Gebauer. am So sich die der Westerwald-Verein fährt ins Blaue. Dom Westerwald-Derein, Ortsgruppe Gießen, wi(d uns berichtet: In Wort und Tat fand Soruztag eine Autobusfahrt ins Blaue statt, tarn es auch, bei klarblauem Fimmel traf man am Amtsgericht, bestieg mit etwa 70 Personen Autobusse, und nach einigen Irrfahrten in Stadt ging es die Frankfurter Straße entlang nach Klein-Linden, Dutenhofen, Richtung Wetzlar. Dort wieder Zweifelsfragen „wohin", da hier viele Mög- 25 Tage Haft. 13 Tage gelten als durch die Untersuchungshaft als verbüßt. Ohne Erfolg blieb der Einspruch des K. B. aus Gießen, der wegen Uebertretung der Reichsstraßenverkehrsordnung einen Strafbefehl über 2 Mark erhalten hatte. Der Angeklagte war im Mai mit seinem Fahrrad über den Kirchenplatz gefahren, obwohl dieser damals wegen der bekannten UmbaiA arbeiten gesperrt war. Die Einlassung des Angeklagten ging dahin, er habe die fragliche Stelle passieren müssen, um eine dringende geschäftliche Besorgung bei einem Anlieger Der gesperrten Stelle erledigen zu können. Das Gericht bedeutete ihm jedoch, daß er dann eben einen Heinen Umweg über den Brandplatz hätte in Kauf nehmen müssen. Mit Rücksicht darauf, daß sich der Angeklagte bei der Feststellung seiner Personalien ziemlich renitent benommen hatte, erhöhte das Gericht die Strafe auf 4 Mark. lichkeiten aufeinander stießen. Die Spannung stieg/ als es in Richtung Herborn ging. Alt und jung war von Neugierde geplagt, als es über Katzenfurt beraauf ging. In halber Höhe hieß es, wer gut bei x“ l'/:3*usft£l9ßn- Die Wagen fuhren bann mit Den restlichen Teilnehmern weiter, 'während wir es vorzogen, zu Fuß durch unbekannten Wald zu tippeln. Herrlicher Sonnenschein und dadurch gute oummung bei allen brachten uns schnell vom Platz. So ging es durch das schöne Waldhof-Elgers-' .na($ Greifenstein. Das hätte niemand gedacht, da man auf die Beilsteiner Heide tippte. Oben angekommen, hatten wir herrlichen Blick bis zu den Ausläufern des Vogelsbergs, im Süden die Ketten des Taunus, Vetzberg, Gleiberg, Hohensolms, das Dilltal mit Herborn. Dann besichtigten wir die sehenswerte Kirche mit ihren wertvollen Stuckarbeiten und die.Burgruine. Rach dem Mittagessen fuhren wir bald weiter. Es ging über Waldhof-Elgershausen, Greifenthal, das schöne Ulmbachtal nach Holzhausen, dann ins Lahntal nach Biskirchen, Stockhausen, von Leun über die Brücke nach Station Braunfels. Die Freude steigerte sich immer mef)r, nachdem man gemerkt hatte, daß man nun bald an der Schloßbrauerei Halt machen würde. Hier Aufstieg zum Schloß Braunfels, wo wir an einer interessanten Besichtigung teilnahmen. Auch der Marktplatz mit seinen schönen Fachwerkbauten fand, besonderes Interesse. Gegen 19 Uhr traten wir die Heimfahrt an und fuhren über Oberdorf— Wetzlar—Gießen zurück. Aus der engeren Heimat. Dreijähriges Kind tödlich verunglückt. "* Alten-Bufeck, 21. Sept. Am gestrigen Dienstagnachmittag ereignete sich hier ein Unfall, dem leider ein Kind zum Opfer fiel. Das drei Jahre alte Töchterchen Luzia des Schreiners Heinrich Faul st ich stand auf -der Straße an einer Hauswand, als in langsamem Tempo ein Kraftwagen herankam. Das Kind hatte in diesem Augenblick offenbar die Absicht, noch schnell vor dem Auto auf die andere Straßenseite herüberzulaufen. Dabei rannte es leider direkt vor den Kraftwagen, von bem1 es anscheinend mit der Stoßstange zur Seite geworfen wurde. Hierbei schlug das bedauernswerte Kind so heftig mit dem Stopfe auf die Fahrbahn auf, daß es durch eine schwere Schädelverletzung auf der Stelle den Tod fand. Die Ermittlungen wurden alsbald ausgenommen. Unfälle auf dem Lande. Der 23 Jahre alte Betriebsarbeiter Fritz Textor aus Garbenteich erlitt bei der Arbeit einen schweren Unfall mit starker Beckenprellung. — Der 36 Jahre- alte Arbeiter Heinrich Forster aus Heuchelheim stürzte mit dem Fahrrad so unglücklich, daß er einen Bruch des linken Armes davontrug. — Durch Sturz von einer Strohpresse erlitt auch der 28 Jahre alte Arbeiter Albert Jung aus Hochelheim einen linksseitigen Armbruch. — Der 21 Jahre alte Landwirt Gustav Z im m e r aus Groß-Eichen (Kreis Schotten) stolperte beim Ausweichen vor einem Radfahrer über einen Stein und stürzte so unglücklich, daß er einen Oberschenkelbruch erlitt. — Auf der Reichsautobahn-Baustelle stürzte der 43 Jahre alts Arbeiter Albert P e r r a t aus Rieder-Ohmen (Kreis Alsfeld) von einem Materialwagen der Baubahn. Der Mann erlitt dabei schwere Prellungen im Rücken. Herbstpferdemarkt 1938 in Friedberg. Der Herbstpferdemarkt am 11. Oktober in Friedberg ist mit einer Prämiierung von Zuchtpferden verbunden. Die diesjährige Schau ersetzt, im Hinblick auf die bevorstehende Landespferdeausstellung in Frankfurt a. M., die seitherige Bezirksprämiie- rung in Berstadt. Somit ist die diesjährige Friedberger Prämiierung als Vorschau für die Frankfurter Landespferdeausstellung anzusehen. Der Prämiierungsplan ist bereits durch die Stadtverwaltung im Benehmen mit der Pferdezüchtervereinigung Oberhessen herausgegeben worden. Es wird erwartet, daß alle guten Zuchtpferde aus dem westlichen Oberhessen in Friedberg in Wettbewerb treten werden. Die bedeutendsten Klassen sind diejenigen für zweijährige Stuten, für dreijährige Stuten und für vier- bis zehnjährige Stuten. Unmittelbar an die Prämiierung schließt sich eine Hufbeschlagprämiierung an. Gewertet werden hierbei a) Pflege und Bearbeitung des Hufes, b) Machart des Eisens, c) Lage des Eisens und Nagelung, d) der plane Auftritt. Von demselben Schmied darf jeweils nur ein Beschlag vorgestellt werden. Außerdem ist der diesjährige Herbstpferdemarkt mit zwei Zugleistungsprüfungen für Kaltblut- und Warmblutpferde verbunden. Die Prüfung der Kaltblutpferde erfolgt, wie im Frühjahr, am Krastmeß- wagen, während für die Warmblutpferde eine Dauerzugleistungsprüfung über 60 Kilometer durch- geführt wird. Sandkreis Giehen. ch Treis (Lumda), 21. Sept. Ein Liefer- kraftwagen, der Petroleum geladen hatte und dessen Fahrer vom Feldweg bei der Hühnerfarm Krause auf die Hauptstraße nach Allendorf zu einbiegen wollte, geriet beim Wenden rückwärts in den Straßengraben und in einen angrenzenden Garten. Der Wagen mußte von zwei Kraftwagen mit vereinten Kräften aus der unangenehmen Lage befreit werden. Kreis Friedberg. > Münzenberg, 19. Sept. Dieser Tage weilte die Führerin des BDM.-Untergaues Wet- terau (254), Hertha Diehl, in Münzenberg. Bei dieser Gelegenheit fanden zwei Appelle des BDM- und der Jungmädel statt. Bei fröhlichen Spielen und Volkstänzen verbrachte die Untergauführerin einige Stunden bei den Mädeln der Gruppe Münzenberg. Die Untergauführung wird am 1. Oktober nach Büdingen verlegt und der Kreis Friedberg an den Unter« gau Gießen angeschlossen. — Die hiesige Möbelwerkstätte Metzger & Schlecht erhielt vor einigen Tagen einen ehrenvollen Auftrag. Sie verfertigte für den Ministerpräsidenten Generalfeldmarschall Göring 22 Bauernstühle, sogenannte „Hessische B r a u t st ü h l e". Es handelt sich bei diesen Stücken um altertümliche hessische Möbelstücke. Kreis Alsfeld. —.— Homberg, 20. Sept. Die hiesige SchÜtze n g i l d e , ein Kleinkaliber-Schützenverein, veranstaltete am Sonntagoormittag auf ihren Schießständen das 15. König- und 'Ritterschießen. Hierbei wurde zum'erstenmal in.zwei Klassen geschossen. Der ersten Klasse gehörten alle Schützen an, die schon bei früheren Schießen eine Auszeichnung als König ober Ritter erworben hatten: zur zweiten Klaffe zählten diejenigen, die noch keine Auszeichnung errungen haben. Mit dieser Einteilung wollte man der Jungmannschaft einen Ansporn geben; aus diesem Grunde wurde ihr auch der 3. Platz (2. Ritter) vorbehalten. Es wurden in den drei Anschlagsarten 15 Schuß abgegeben: liegend, kniend und stehend. Von der ersten Klasse wurde Daniel Becker mit 155 Ringen König. Aus der 2. Klasse wurde Bert- hold Wilhelm mit 145 Ringen 1. Ritter und Karl Ramge mit 132 Ringen 2. Ritter. Anschließend errangen die nachstehenden Schützenkameraden Ehrenscheiben: Karl Habicht, Friedrich G o ß - seid er, Daniel Becker, Karl Scholl jun., >G. O e st r e i ch, Adam O b e r I e und Berthold W i l- h e l m. Am Abend versammelten sich die Schützen mit ihren Familien im „Frankfurter Hof", wo ein gutbesuchter Kameradschaftsabend stattfand. Hier hielt Dietwart Geißer eine Ansprache über die Bedeutung des Schießens, das von den Schützenvereinen sorgfältig gepflegt werde und somit der Wehrhaftigkeit des deutschen Volkes diene. Dann nahm Schießmeister Goß selber die Siegerehrung vor. Bester Jungschütze wurde Heinrich G e i b e l mit 124 Ringen; ihm wurde eine Gedenkmünze überreicht. Schützenkamerad Rudolf Seipp überreichte dann noch Friedrich Gohfeld er, der beiifi diesjährigen Vereinsschießen als Vereinsmeister mit 154 Ringen hervorgegckngen war, eine Gedenkmünze. Wilddiebsmuseum im Gerichtssaal. Lpd. Ma r b u r g, 20. Sept. Zu Beginn ber Strafverhandlung gegen den 63jährigen Heinrich H. aus Rennertehausen a. d. Eder, der seit 4. Juni wegen Verdachts der Wilddieberei in Untersuchungshaft sitzt, verwandelte sich der Verhandlungsraum des Schöffengerichts in ein Wilddiebsmuseum. Aus Säcken und Kisten kamen etwa ein halbes Dutzend Jagdgewehre verschiedener Kaliber, teilweise aus Militärgewehren umgearbeitet, Gewehrläufe, Gewehrschäfte, Reinigungsstöcke in allen Größen, Pistolen verschiedenster Art, Seitengewehre, eine Jltisfalle, ein aufgespanntes Marderfell, Draht- schlingen, Fischernetze, Sprengkapseln mit Zündschnüren, Fischräubergabeln, Munition zu Militär- und Jagdgewehren in großen Mengen, teilweise mit abgeztüickter Geschoßspitze, Kabeldrahtrollen, Werkzeuge und Material zum Selbstherstellen von Munition usw. zum Vorschein, so daß die Gerichtstische zum Ausbreiten der Gegenstände nicht ausreichten. Sie wurden gelegentlich einer bei dem Angeklagten vorgenommenen Haussuchung im Rahmen der Aktion gegen Wilddiebe vorgefunden. Der Angeklagte, der nach seiner Angabe vor etwa zehn Jahren einmal Mitbesitzer einer Jagd war, konnte über die Herkunft der meisten bei ihm Vorgefundenen Sachen keine genügende Auskunft geben. Die Militärsachen sind angeblich beim Durchzug der Truppen Ende 1918 im Anwesen liegengeblieben, oder von seinen Kindern herbeigebracht worden. Nach Angabe des zuständigen Forstbeamten ist in dem Bezirk Rennertehausen in früheren Jahren öfters, in letzter Zeit verschiedentlich gewildert war« den. Ein Wilderer konnte nicht ermittelt werden, doch wurde dem Forstbeamten der Name des Angeklagten genannt. Der Angeklagte konnte die Her« funft verschiedener in den letzten Jahren erworbener Waffen nachweisen. Eine Wilddieberei war ihm jedoch trotz vieler Derdachtsgründe nicht nachzuweisen. Das Gericht erkannte wegen Vergehens gegen das Sprengstoffgesetz, das Schußwaffengesetz, jowie wegen Besitzes von Heeresgut auf insgesamt e l j Mo n a t e Gefängnis und Einziehung der beschlagnahmten Gegenstände. Das Arbeitsbuch ist eine Urkunde und kein Legitimationspapier. LPD. Frankfurt a. M., 20. Sept. Das Schöffengericht hatte einen Angeklagten, der in seinem Arbeitsbuch den Entlassungstag aus seiner letzten Stelle geändert hatte, wegen schwerer Urkundenfälschung zu vier Monaten Gefängnis verurteilt Auf die Berufung des Angeklagten gelangte die Strafkammer zu der Annahme, daß im vorliegenden Falle im Hinblick auf die besonderen Umstände das Arbeitsbuch nur als Legitimationspapier im Sinne des § 363 StGB, anzusehen sei. Da es sich hierbei nur um eine Uebertretung drehte und die Strafverfolgung schon verjährt war, stellte die Sttaf- kammer das Verfahren ein. Die Staatsanwaltschaft legte gegen diese Entscheidung Revision ein. Sie vertrat die Auffassung, daß das Arbeitsbuch in jedem Falle eine Urkunde im Sinne des § 267 StGB, sei und derjenige, der in unzulässiger Weise eine Aenderung an dem Buch vornehme, sich der Urkundenfälschung schuldig mache. Der Strafsenat des Oberlandesgerichts Frankfurt a. M. trat dieser Auffassung bei, hob das Urteil der Strafkammer auf und verwies den Fall zur nochmaligen Verhandlung an die Strafkammer zurück. Das eingezogene Hirschgeweih. Eine wichtige Entscheidung für Iägerkreise. Lpd. Frankfurt a. M., 20. Sept. Eine Entscheidung von prinzipieller Bedeutung fällte der Strafsenat des Oberlandesgerichts Frankfurt a. M. in einem Jagd fall aus dem Limburger Bezirk. Im verflossenen Oktober hatte dort ein Jäger einen Zwölferkronenhirsch geschossen, der nach dem auf« gestellte/i Abschußplan nicht hätte geschossen werden dürfen. Wie sich herausstellte, traf den Jäger kein Verschulden, er handelte weder vorsätzlich, noch fahrlässig. Es lag ein Versehen vor. Die Frage entstand nun, ob in einem solchen Fall das Hirschgeweih eingezogen werden kann, oder nicht. Das Amtsgericht Camberg erkannte auf Einziehung, indem es sich auf den Standffünkt stellte, daß es sich bei dieser Maßnahme nicht um eine Nebenstrafe, sondern um eine polizeiliche Maßnahme handele. Der Strafsenat des Oberlandesgerichts ist dieser Auffassung jetzt beigetreten und hat die gegen das Camberger Urteil eingelegte Revision verworfen. Wirtschaft. DudenrS'sche Eisenwerke, Wehlar. Fwd. Durch Gesellschafterbeschluß vom 1.9.1938 ist das Vermögen der Hochofenschwemmsteinfabrik Oberscheld G. m. b. H., Oberscheld, Dillkreis, auf die Bu- derusschen Eisenwerke, Wetzlar, übertragen worden. Gießener Gchlachtviehmarkt. Zu dem gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtviehverteilungsmarkt) in der Viehversteige- rungshalle Rhein-Main in Gießen wurden 4 Ochsen, 5 Bullen, 40 Kühe, 28 Färsen, 148 Kälber, 125 Schweine, 22 Schafe aufgetrieben. Preise: Ochsen 42 bis 44 Pf., Bullen 39 bis 42, Kühe 17 bis 42, Färsen 35 bis 43, Kälber 30 bis 65, Schafe 38 bis 45 Pf. je % kg Lebendgewicht. Für Schweine wurden je Kilogramm Lebendgewicht folgende Preise bezahlt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,16 RM., bl (135 bis 149,5 kg) 1,14, b2 (120 bis 134,5 kg) 1,12, c (100 bis 119,5 kg) ,1,08, d bis f (unter 100 kg) 1,02, gl (fette Specksauen) und i (Altschneider) 1,10, g2 (andere Sauen) und n (Eber) 1,06 RM. Marktverlauf: Großvieh und Schweine zugeteilt, Hämmel und Schafe rege. Rhein-Mainische Börse. ANttagsbörse weiter fest. Frankfurt a. M., 20. Sept. Seitens der Kundschaft setzten sich kleine Käufe fort, und da auch der Berufshandel weitere Meinungskäufe vornahm, blieb die Börse weiterhin sehr fest. Abgaben wurden kaum vorgenommen, daneben machte sich ein gewisser Mangel an höherstehenden Limiten bemerk- bar, so daß der Aktienmarkt erneut durchschnittliche Befestigungen von 1 bis 1,50 o. H. auf- wies und eine Reihe von Werten aus dem erwähnten Grunde darüber hinaus anftieg. Von Montan- werten standen Verein. Stahl mit 100,65 bis 101 (100), Mannesmann mit 107,50 bis 108 (105,50) und Hoesch mit 109,75 (108) im Vordergrund. Ilse Genuß stiegen auf 134,40 (131,50). Maschinenaktien zogen fast durchweg 1 bis 1,50 v. H. an, nur Demag 0,50 v. H. leichter mit 142. In der chemischen Gruppe waren die Befestigungen klein, IG.- Kannst du zurück,Sore? Roman von Hedda Lindner. Copyright by Earl Duncker Verlag, Berlin W 35. 20 Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) Der nächste Tag verlief ohne besondere Zwischenfalle, nur das Meer wurde etwas unruhiger und zeigte weiße Schaumköpfe. Df. Kesten begegnete er außer bei Tisch verschiedentlich auf der Deck- promenade, aber sie tauschten nur ein paar flüchtige Bemerkungen über bas Wetter aus; auf die Unterhaltung des Vorabends kam er mit keinem Wort zurück. Für die nötige Zerstreuung sorgte die kleine Frau Murdock. Sie stöberte Gerald in seinem Liegestütz! auf und begann eindringlich mit ihm zu stirten, in einer so entwaffnend selbstverständlichen Art, baß er gutmütig Darauf einging. Die Frau wollte sich lediglich die lange Seereise etwas unterhaltender gestalten, ohne wirkliche Abenteuer zu suchen; sie machte keinerlei Hehl daraus, daß sie sehr glücklich verheiratet war, und kannte ihre Grenzen. Da war es ganz gut, wenn seine Schwerfälligkeit durch diesen harmlosen Flirt etwas aufgerüttelt wurde, außerdem lenkte er ihn wohltuend von feinen Gedanken ab. r Die freundlichen Nachbarinnen mußten darum bald voller Enttüstung feststellen, daß auch der gut ausgehende Deutsche,' ber einen so gelegenen Eindruck machte, in bas Netz biefer „Person" gegangen war. Es war am britten Abenb — nach seiner Unter-- rebung mit Dr. Kesten. In ber Nacht vorher hatte ber Kapitän ihn zu einem Drink eingelaben, und es war eine sehr ausgebehnte Sitzung geworden, barum hatte Gerald beschlossen, heute zeitig w^fen iu gehen, und er lag tatsächlich schon um elf Uhr m bem schmalen Bett seiner Kabine. Er hatte bas Acht gelöscht, konnte aber boch nicht gleich ein» chlafen unb sah — auf bem Rücken liegenb — zu "em kleinen Bullauge auf, bas als Oberlicht in Die Decke eingelassen war. Es schimmerte ziemlich hell, tur ab unb zu huschte ein bunkler Schatten darüber hin, vielleicht bie Schiffskatze, bie auf Wanbe- iung ging. Die Dünung mar stärker geworden, und bie ,Kenya" stampfte jetzt ganz gehörig. Geralb paßte sich rhythmisch ben Bewegungen bes Schiffes an Jinb kam allmählich in bas halbwache Dösen, bas d;m endgültigen Einschlafen vorangeht. Plötzlich schreckte er auf. Irgend etwas war an fein Ohr gedrungen, ein dumpfer Laut, den er sich nicht erklären konnte, ber aber boch anbers war als bie üblichen Geräusche bes Schisses. An biefe war er gewöhnt, unb sie yätten ihn nicht aufgestört, aber bies hier — was konnte bas gewesen sein? Schon saß er — hellwach — aufrecht im Bett unb horchte. Nichts. Oder boch? — Er vernahm ben leise tappenben Laut von Schritten über sich. Unwillkürlich sah er nach bem kleinen Oberlicht hinauf. Jetzt glitt ein schmaler Schatten darüber hin — bas könnte ein Fuß fein — ging es halb unbewußt burch ihn, bann wurde es vollkommen bun- fel, wie wenn eine schwere, breite Masse es bedeckte, und bann glitt wieder ein schmaler Schatten wie ber erste barüber. Dazu dieser merkwürdige, halb tappende, halb schleifende Laut. Gerald hätte niemals sagen können, was ihn trieb, aus bem Bett zu springen, feinen Babemantel über den Schlafanzug zu werfen und an Deck zu eilen. Er war noch nicht oben, da hörte er Alarm! Pfeifen schrillten, laute Rufen tönten, unb Schritte, biesmal nicht gebämpft, rannten hin und her. Nun war er oben. Der Wind faßte seinen Bademantel, daß er sich wie ein Segel blähte, er zog hastig Die Schnur zusammen. „Was ist geschehen?' fragte er einen Matrosen, Der vorüberlief. „Mann über Bord", antwortete dieser kurz und rannte weiter. Gerald trat an die Reling und beugte sich weit hinüber. Das Meer war ein schwarzes, kochendes, brodelndes Etwas geworden, schon zuckten die großen Scheinwerfer in grellem Strahl darüber hin. Die Maschinen hatten gestoppt, Die Vorwärtsbewegung des Schiffes verlangsamte sich von Sekunde zu Sekunde. Die leuchtenden Rettungsringe flogen ins Wasser, eins — zwei — drei — unb tanzten auf ben Wellen. Mattosen jagten herbei, und die Davits kreischten, als bas Boot ausgeschwenkt wurde. Gerald starrte in Das Wasser. Jetzt — ganz deutlich erkannte er den Körper, ber ba trieb. Ein Rettungsring war neben ihm, warum griff der Many nicht zu? — Jrn gleichen Augenblick hob eine Welle ihn hoch, der Scheinwerfer traf bas blasse Gesicht nur für ben Bruchteil einer Sekunde. Für Geralds scharfe Augen genügte es. Er hatte Dr. Kesten erkannt unb auch festgestellt, daß er bewußtlos war. Was nun tarn, ging so schnell, baß keine Schilderung Der Zeit nur annähernD folgen kann. Die Unterhaltung an jenem Abend, das Geräusch, die beiden Füße über bem Oberlicht, der Breite Schatten dazwischen, ber bewußtlose Mann, Der Den Rettungsring nicht greifen konnte — alles bas verschmolz zu einem geschlossenen Bild. Für den Mann, der da draußen trieb, gab es wohl keine Rettung mehr. Aber wenn er nun nicht tot, sondern nur verwundet, betäubt war. Dann war er trotzdem verloren; Denn bis das Boot herankam, war es auf alle Fälle zu spät. Da half auch die rasende Schnelligkeit nichts, mit der Die Manöver ausgeführt wurden. Gerald fühlte eine irrsinnige Wut gegen diese feige Mordbande. Sollte er es geschehen lassen, daß ein Mann, mit Dem er am Tisch gesessen, Der ihm vertraut hatte, obwohl er ihn kaum kannte, vor seinen Augen ersäuft wurde wie ein Stück Vieh? Freilich, da hinunter — und das in diesen Gewässern! Neben ihm beugte sich ber schwarze Ali vor, sein Messer wie stets im Gürtel. Plötzlich fühlte er, wie ihm bas Messer entrissen wurde, ein weicher Gegenstand flog halb über sein Gesicht, und er hatte sich noch nicht Davon befreit. Da schoß eine Gestalt neben ihm über bie Reeling, und der weiche Gegenstand erwies sich nachher als Bademantel. Alles schrie auf, als Gerald in Der schwarzen schäumenden Flut verschwand. Es Drängte sich eine Menge Fahrgäste an Deck zusammen. Trotz aller Bemühungen Der Schifsleitung, sie zurückzuhalten. Das Abstoppen Der Maschinen hatte sie alle nach oben gebracht. Ein paar Frauen begannen laut zu schreien. „Ruhe!" brüllte Merzmann, der die Gefahr einer Panik erkannte. „Oder ich lasse das Deck mit Der Feuerspritze räumen." Das hals, zumal einige besonnene Fahrgäste Die hysterisch roeinenben Frauen mit sanfter Gewalt nach unten brachten, wo sie von Der Schwester unb ben Stewarbessen mit Beruhigungsmitteln empfangen wurden. Merzmann jagte, als er bie Gefahr gebannt hatte, zur Brücke hinauf, um besseren lieber» blick zu haben. Der Kapitän stand mit zusammengebissenen Zähnen und verfolgte mit seinem Glas den waghalsigen Schwimmer, der sich in großen Stößen vorwärts- schnellte, geschickt bie Dünung ausnützenb. Als er Merzmann neben sich sah, ließ er bas Glas sinken. „Wenn da Der Herrgott kein Einsehen hat — weiß der Mann eigentlich, was er wagt?" „Er weiß es", antwortete Merzmann leise. „Er hat Alis Messer mitgenommen." „Donnerwetter!" sagte der Kapitän. Dann schwiegen bie Männer und folgten in sorgenvoller Spannung dem Schwimmer, Der sich langsam immer weiter vorarbeitete. Die Scheinwerfer hatten sich auf ihn eingestellt und leuchteten vor und hinter ihm das Messer ab, ohne daß bei Dem Wellengang viel zu erkennen war. Auch das Boot war inzwischen heruntergefiehrt und kam gut ab; der Zweite Offizier hielt sich schwankend auftecht und wies Die Richtung. Gerald hatte inzwischen bie Stelle erreicht, an der er zuletzt Den treibenden Körper gesehen, er schwamm noch ein Stück weiter, ließ sich von einer hohen Welle heben unb versuchte abermals, seine Umgebung zu überblicken. Er fühlte sich nicht sonber- lich erschöpft; er war ein hervorragender Schwimmer, und das Wasser trug gut, aber er wußte auch. Daß nur ein glülicher Zufall ihn hier draußen den treibenden Körper finden ließ. Der Zufall — ober die Vorsehung. Wie man es nennen will, bleibt sich gleich. Jedenfalls, was ba in einem Wirbel nochmals an die Oberfläche kam, vielleicht zum letzten Male vor Dem Versinken, war ein menschlicher Körper, Hilger packte zu, er hatte keine Ahnung, ob er einen Toten hielt, versuchte aber vor allem, den Kopf über Wasser zu bringen. Als es ihm gelungen war, den Rettungsgürtel über Den Bewußtlosen zu streifen, ging es leichter. Er konnte ihn nur mit; einer Hand halten und das Messer aus den Zähnen in Die andere nehmen, das ermöglichte ihm freiere Atmung. Er machte keinen Versuch, mit Dem Geretteten zurückzuschwimmen, sondern hielt sich auf der Stelle, scharf um«' herspähend. Die Scheinwerfer erreichten ihn, sie zuckten grell über die unruhige Wasserfläche, und endlich, endlich war auch das Boot heran. Das Bergen war eine Angelegenheit von Sekunden. Der ^Gerettete wurde sofort in bas Schiffshospital gebracht, wo Arzt und Schwester sich um ihn bemühten. Gerald entledigte sich sofort seines nassen Schlafanzuges und hüllte sich in seinen Bademantel, den Ali ihm grinsend hinhielt. Er gab ihm sein Messer zurück. Der Kapitän sah es. „Ob es Ihnen viel genützt hätte, da unten?" meinte er zweifelnd. Hilger zuckte die Achseln. „Wenigstens hatte ich nicht Das Gefühl, wehrlos zu sein." Der Kapitän drückte ihm warm die Hand. „Wenn Sie nicht zu erschöpft sind, möchte ich Sie in meine Kabine bitten." „Ich komme sofort, ich will mich nur anziehen." Es lag eine tiefernste Stimmung über ber kleinen Gruppe, bie sich nachher beim Kapitän zusammen- fanb. Der Arzt war auch babei, nachdem er seinen Patienten der Obhut der Schwester überlassen hatte. Außerdem stand ein Matrose als Wache vor Der Tür. Der Befund hatte ergeben, daß Der Doktor, durch einen Schlag auf Den Hinterkopf betäubt worden war, ehe man ihn in bie See geschleudert hatte. Er wäre verloren gewesen, hätte Gerald das merkwürdige Geräusch an Deck und Die Schatten über seinem Oberlicht nicht so blitzschnell Damit in Verbindung gebracht. LFortfetzung folgt.) W W SJL-'Sport Vetnebssportappell beim Arbeitsamt Gießen. reichten. E, Betriebssportgemeinschaft Arbeitsamt beim 1000-m-Lauf. (Aufnahme: Enzig, Gießen.), Jeder Betriebsführer hat die Möglichkeit, der selbstverständlichen Fürsorge für seine Gefolgschaftsmitglieder neue Wege zu eröffnen. Er kann den körperlichen Zustand seiner Gefolgschaft überwachen und die Leistungsfähigkeit im Kleinen feststel- len, wie sie der nun alljährlich stattfindende Sportappell der Betriebe im großen, im ganzen Volk feststellen soll. Er fördert im höchsten Maße bi£ Betriebsgemeinschaft, wenn er die Kameradschaft des Sportplatzes fördert. In vielen Gießener Betrieben wird bereits Betriebssport getrieben. Der Appell 1938 stellt sie erstmalig damit in die Oeffentlichkeit. Das Arbeitsamt Gießen führte gestern seinen Betriebssportappell durch. Der Leiter des Amtes hatte bereits vor Jahresfrist den Betriebssport in seinem Amt eingeführt. Jede Woche tritt das gesamte Amt dazu an. Der Appell gestern zeigte den ersten großen .Erfolg. Es waren 2,80 Meter Farben 149,13 bis 149,75 (149,25), Scheideanstalt 203 (202,50), andererseits Goldschmidt 130,75 (131,25). Am Elektromarkt stiegen AEG. auf 113,75 (112,50), Gesfürel auf 134 (132,50), Lahmeyer auf 125,90 (125), Schuckert auf 177 (171) und Siemens nach Pause auf 196,25 (191); Sonst sind noch Reichsbank mit 182 (180,50), Bemberg mit 131,75 (130), Westdeutsche Kaufhof mit 95 (94), andererseits Deutsche Linoleum mit 150 (151) zu erwähnen. Am R e n t e n m a r k t bestand ebenfalls etwas Nachfrage, sie erstreckte sich jedoch nicht auf alle Gebiete. Lebhafter gingen Reichsaltbesitz mit 128,75 (128,40) aus dem Verkehr. Kommunal-Umschuldung halbamtlich unv. 94,13. Von Reichsanleihen stellte sich die 4proz. von 1934 auf 99,75 (99,50). Liquidationspfandbriefe notierten ebenso wie Industrie- Obligationen nicht ganz einheitlich bei im allgemeinen kleinen Veränderungen. Goldpfandbriefe und Stadtanleihen lagen unverändert, lediglich Mainzer nach Pause 97,50 (97,75). Reichsaltbesitzanleihe befestigten sich im Verlaufe auf 128,90 nach 128,75. In der zweiten Börsenstunde ging das anfangs lebhaftere Geschäft stark zurück, teilweise bröckelten auch am Aktienmarkt die Kurse bei kleinen Gewinnlösungen leicht ab. Die Grundtendenz blieb aber zuversichtlich und fest, und vielfach stellten sich auch weitere Erhöhungen in kleinem Ausmaß ein. U. a. notierten: Daimler 130,90 nach 130,50, Demag 143 nach 142, Rheinmetall 127,50 nach 127. Cement Heidelberg 144,25 nach 143,50, RWE. 121,25 nach 121, andererseits Mannesmann 107,40 nach 108, ebenso die meisten Montanwerte im gleichen Ausmaß niedriger, Farbenindustrie 149,25 nach 149.75. Von später'notierten Werten Verein. Deutsche Me- tall fest mit 165 (161), ferner Südd. Zucker mit 210,50 (207) und Hanfwerke Füssen mit 129 (126). Abendbörse fest. Bei verhältnismäßig lebhaften Umsätzen setzte sich die Aufwärtsbewegung an der Abendbörse fort. Von der Kundschaft, vornehmlich des Berliner Wcitsprung, 6,50 Meter Medizinballstoßen und ein 1000-Meter-Lauf zu bestehen. Der Leiter des Amtes Oberregierungsrat Dr. L i st hatte die Teilnehmer zu Anfang zu einem Appell auf dem Waldsportplatz versammelt, in dem er den Zweck des Betriebssportes in kurzen Worten dahingehend umriß, daß er bis ins Alter hinein den arbeitenden Menschen erfassen, ihn elastisch erhalten soll und durch die regelmäßige Durchführung des Betriebssportes eine Auswirkung auf die Arbeitskraft des einzelnen erreicht wird. Aktivität im Sport wird auch die Berufsarbeit günstig beeinflussen. Der nun folgende „Wettbewerb des guten Willens" wurde mit großer Freude in seinen drei Hebungen ausgetragen. Das Amt hatte hierzu 40 teilnahmefähige Gefolgschaftsmitglieder gemeldet, die sämtlich ihre Hebungen erfüllten und damit einen hundertprozentigen Erfolg des Appells er- Der Aufruf des Reichsorganisationsleiters Dr. Ley zum Sportappell der Betriebe 1938 soll erstmalig einen Wettbewerb auslösen, der sich dem Leistungskampf der Betriebe anschließt. Der Betriebssport wird damit in seiner ganzen großen Bedeutung herausgestellt. Der Grundsatz, daß nur in einem gesunden Körper ein gesunder Geist leben kann, gibt die Zielrichtung. Hier wird der Ausgleich zur Tagesarbeit geschaffen, der dem Körper weit mehr nützt, als bloßes Ausruhen. Hier tritt eine Kameradschaft in Erscheinung, die im Betriebe allein nicht zu- standekommen könnte.Alle werden vereint zu frohem Spiel oder edlem Wettkampf. wieder Tritt gefaßt zu haben. — Der Neuling Dun- lop Hanau wartete in Kassel gegen Altmeister Spielverein mit einer überraschend guten Leistung auf, aber auch Kewa brachte aus Kassel einen Punkt mit nach Hause. Man darf einen ausgeglichenen Kampf erwarten, in dem sich Kewa knapp behaupten sollte. Der Spv. Kassel hat zuletzt gegen Dunlop Hanau seine Anhänger schwer enttäuscht. Vielleicht hatte man in Kassel den Gegner unterschätzt, und man wird am Sonntag gegen Hersfeld beweisen, daß die alte Schlagkraft noch vorhanden ist. Handball im Kreis 8. Tv. Hörnsheim — Io. Garbenheim 14:6 (5:3). Die einzige Veranstaltung des letzten Sonntags (alle übrigen Veranstaltungen waren durch das Kreisturnen in Holzheim abgesagt worden) fand in Hörnsheim statt. Der To. Garbenheim, der seine Sache ernst nimmt und Sonntag für Sonntag probt, war diesmal Gast des To. Hörnsheim. Es hält zweifellos schwer, den vorhandenen Ersatz „einzubauen", zumal es sich fast ausschließlich um Jugendliche handelt. Immerhin aber konnte man feststellen, daß die Bemühungen der Vereinsspielleitung der Gäste auf dem richtigen Wege ist, eine Einheit- zu gestalten, die vielleicht zur neuen Runde ordnungsgemäß funktioniert. Es war klar, daß Hörnsheim gewinnen würde. Immerhin hätte man dieses Ergebnis nicht erwartet. Hörnsheim hat bewiesen, daß es gerüstet in die neuen Spiele geht. Was auch diesmal wieder störend auffiel, waren die häufig vorkommenden technischen Mängel und das dauernde Reklamieren der Mannschaftsteile untereinander. x Auch die Jugend der beiden Vereine spielte. 13:1 lautete das Ergebnis für Hörnsheim. Die Bezirksklasse ändert sich! Durch die Einreihung des Tv. Wetzlar und des Luftwaffensportoereins Gießen (die Flieger spielten noch im vergangenen Jahre in Eschwege) ist es erforderlich geworden, die Staffel 4 a u f z u t e i l e n. Um in beiden die gleiche Anzahl Mannschaften zu haben, ist der To. Katzenfurt in die Bezirksklasse aufgerückt.' SA.-Sportabzeichen-Träger treten zur 2. Wiederholungsübung an! NSG. In der Zeit vom 1. September bis §1. Okto- ber finden die zweiten Wiederholungsübungen für das SA.-Sportabzeichen statt. Wie schon im Mai an den ersten Wiederholungsübungen, so hat auch jetzt wieder jeder Träger des SA.-Sportabzeichens, der datz 40. Lebensjahr noch nicht überschritten hat, an diesen Wiederholungsübungen teilzunehmen. Wollen jedoch SA.-Sportabzeichenträger über 40 Jahre in den Besitz des silbernen oder goldenen Abzeichens gelangen, müssen sie ebenfalls die zweiten Wiederholungsübungen ableisten. Von den Wiederholungsübungen sind lediglich die deutschen Männer befreit, die zur Zeit als aktive Soldaten bei der Wehrmacht sind. Bei den zweiten Wiederholungsübungen müssen folgende Hebungen abgelegt werden: Klein kcrli- b e r s ch i e ß e n (liegend aufgelegt), Handgranatenweitwurf und Handgranatenzielwurf. Vor über einer Woche erst wurden in Nürnberg die zweiten NS.-Kampfspiele beendet. Die Kampfspiele waren nicht nur eine machtvolle Kundgebung der Kraft und des Mutes, sondern gleichzeitig eine gewaltige Demonstration deutschen Wehrgeistes. Wenn in Nürnberg auch nur ein Ausschnitt aus der körperlichen Ertüchtigung der deutschen Jugend gezeigt werden konnte, so ist Tatsache, daß in diesen wehrhaften Mannschaften heute derbe st eTeil unseres Volkes marschiert. Die glänzenden Erfolge der SA. bei den zweiten NS.-Kampfspielen sind ein Beweis dafür, daß in der kampferprobten Truppe des Führers die wehrsportliche Ertüchtigung im Vordergrund ihrer Arbeit steht. Fußball der Gauliga Hessen. Der VfB. Groß-Auheim, der die Spielzeit mit einem eindrucksvollen Sieg über Kassel 03 einleitete, wird am kommenden Sonntag zu Hause auch gegen BC. Sport Kassel gewinnen und damit seine Spitzenstellung behalten. Schwerer hat es der Meister Hanau 93, der nach Kassel zum SC. 03 muß. Die Gastgeber werden bemüht sein, erfolgreicher s abzuschneiden als in Auheim, auf der anderen Seite scheint der Meister gerade im rechten Augenblick Platzes, erfolgten weitere Käufe, dagegen wurden Abgaben kaum beobachtet. Gegenüber den höchsten Mittagsschlußkursen setzten sich neue Erhöhungen von durchschnittlich 0,50 bis 1 v. H. durch. Sehr fest lagen Siemens mit 198,50 (196,25), und Harpe- ner mit 147 (144,50). Außerdem stiegen Bekula auf 155,50 (154), AG. für Verkehr auf 121 (119,50) und Klöckner auf .117 (115,50). Im übrigen erstreckten sich die Befestigungen auf alle Marktgebiete gleichmäßig. Von den Hauptwerten stellten sich IG.-Farben auf 149,75 (149.25), Verein. Stahl auf 101,50 (101), AEG. auf 114 (113,75), Mannesmann auf 108 \(107,40). Sonst notierten u. a.: Buderus 110 (109,50), Otavi Minen 22 (21,65), Aschaffenburger Zellstoff 115 (115,50), Bemberg 132 (131,50), Cement Heidelberg 145,65 (144,75), Licht & Kraft 135,50 (134,50), Eßlinger Maschinen 98 (97), Gesfürel 135 (134,50), Metallgesellschaft 126 (125,50), Rheinmetall 128 (127,50), Daimler 131 (130,90), BMW. 144,50 (144,25). Etwas leichter lagen Deutsche Erdöl mit 127,25 (128) und Adlerwerke mit 105,50 (105,75). Der Rentenmarkt lag unverändert still. Altbesitz 0,13 v. H. höher mit 129, 6proz. JG.-Farden unv. 122,25. Im Freiverkehr wurden Kommunal-Hmschuldung mit 94,13 gesucht. 3ranFfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a.M., 20. Sept. Auftrieb: Kälber 464 (gegen 537 am 13.9.), Hämmel und Schafe 369 (409),’ Schweine 2106 (1971). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in NM.: Kälber a) 62 bis 65 (63 bis 65), b) 55 dis 59 (55 dis 59), c) 46 bis 50 (44 bis 50), d) 37 bis 40 (35 bis 40). Hämmel b2) 50 bis 52 (46 bis 50), c) 40 bis 45 (41 bis 45), d) 32 bis 38 (36 bis 38). Schafe a) 39 bis 42 (39 bis 42), b) 33 bis 38 (33 bis 38), d) 22. bis 32 (23 bis 32). Schweine a) 59 (59), bl) 58 (58), b2) 57 (57), c) 55 (55), d) 52 (52). Sauen gl) 56 (56). Marktverlauf: Kälber und Schweine zugeteilt, Hämmel und Schafe mittel. Versäumte Rochade. Altin Starke Läuferwirkung. Wie? Lemoine, Severgnini und Paillard. Wals, In einer Simultanvorstellung kam dem Weltmeister Dr. Aljechin (Weiß) — Ebba Pauli: Der Eremit. Erzähle gen. Aus dem Schwedischen übersetzt. Neue Gesamt äusgabe. Druck und Verlag von Friedrich MN" Hardt in Basel. Leinenband 3,60 RM. — (282) -~ Diese Novellen sind voll tiefer Religiosität und Seelenmalerei. Der Eremit ist ein herzenskundiger unu seelsorgerischer Greis, voll verstehender und helfen- der Güte. Oben in seiner Bergeinsamkeit wird ek recht eigentlich zum Vater und Seelsorger ber Io"4 bewohner, denn zu ihm gehen sie hinauf mit ü)reit mancherlei Anliegen. Der Alte weiß alle Ratloses und Hilfesuchenden zurechtzuweisen, Lösung der Schachaufgabe „Versäumte Gelegenheit". Weiß: KH2, Dg4, Td5, Te8, Bb2, d4, g2 (7). Schwarz: KH6, DH7, Tf7, ßg5, Ba7, b7, f6, H4 (8). Weiß gewinnt — 1. Td5Xg5! (Das Qualitätsopfer Weltmeister Erich Metze siegte in einem Steherrennen über 100 Kilometer in Bordeaux in 1:22,45 Stunden vor Walter Lohmann, Meuleman, KU aus < Mche brer nen. 1 woröe !enh Die I, ßenb genlhal kreuz letzten Hausen richten Haus l grau reichst könnt« All« Fliii komm einge derer am lar von g h Polizist: „Fräulein, Baden ist hier verboten!" Fräulein: „Na, warum sagten Sie das nicht, ehe ich mich auszog?" Polizist: „Ausziehen ist nicht verboten .. (Jugoslawien.) Oie Narrenkappe. Idyll am Waldrand. Hinter dem dunklen Kiefernwald geht die Sonne unter. Herr und Frau Krause sitzen vor ihrer Hütte und genießen die Natur. In'der Wiese zirpen die Grillen. Frau Krause gähnt: „Ich habe die Grillen so gerne." „Ja", antwortet Herr Krause und nickt so'n biß. chen ein. Junge Mädchen ziehen am Waldrands vorbei und singen. „Hör nur", frrgt Frau Krause zu ihrem Mann. Der murmelt schläfrig: ^„Ja — und das machen sie alles mit den Hinterbeinen." Zwecklose Bemühung. Der General Nivaroles hatte im Kriege ein Bein verloren und ging auf einem Holzbein. In der Schlacht von Neerwinden riß ihm eine Kanonenkugel dieses Holzbein weg. „Die Narren!" sagte er. „Wenn die wüßten, daß ich davon noch ein halbes Dutzend in der Kiste habe!" Worüber die andern lachen ... „Es muß doch schrecklich sein, wenn eine Giraffe Halsweh hat ..." „Ja, aber ein Elefant mit Schnupfen ist auch nicht zu beneiden!" „Das ist aber noch nicht das Schlimmste —" „Hnd das wäre?" „Hühneraugen bei den Tausendfüßlern!" (Dänemark.) f g h f 0 Angriff auf den 4 mal 1 500-Meter-Weltrekord. Das zweitägige Bahnsportfest in Wittenberg wird als nationale* Veranstaltung 'durchgeführt. Es sind ganz hervorragende Kämpfe zu erwarten. Am Freitag, 23. September, wird der erste Tag als Abend- portfeft abgewickelt. Hierbei wird die deutsche Nationalstaffel in der Besetzung Schaumburg, Mehlhose, Körting und Jakob einen Angriff auf den von England gehaltenen Weltrekord über 4X1500 Meter in 15:56 Minuten unternehmen. Gegner der „Nationalen" werden eine westdeutsche, eine Berliner und zwei Wittenberger Mannschaften sein. Im Hammerwerfen werden sich wieder einmal Hein und Blask den Zweikampf liefern. Der zweite Tag des Sportfestes steigt am Sonntag, 25. September. Für Wurf und Sprung haben u. a. Stöck, Schröder, Trippe, Boeder und Leichum zugesagt. Heber 5000 Meter treffen Eberlein, Eitel, Dftertag, Rass, Fellersmann und Schönrock zusammen: die 3000 Meter bestreiten Schaumburg, Jakob und Sei- benschnur, die Gegner unseres 1500-Meter-Meisters Mehlhose sind in erster Linie Körting, Böttcher und Hochgeschurz, während über 800 Meter das Ende zwischen Brandscheid, Giesen, Bott und Mertens liegen sollte. Linnhoff ist Favorit über 400 Meter. Meister Syring hat vor, über 20 Kilometer dem von ihm mit 1:04,30 gehaltenen deutschen Rekord zu unterbieten. Kurze Sportnotizen. Die DeutschlandriegederTurner wird in der gleichen Besetzung wie Samstag in Bonn auch am Tage darauf in Wiesbaden ein Gastspiel geben. Es turnen also: Walter Steffens (Lüdenscheid), Heinz Sandrock (Langenfeld), Ernst Winter (Frankfurt am Main), Matth. Volz (Schwabach), Innozenz Stangl (München), Willi Stadel (Berlin), Emil Hlinetzki (Frankfurt) und Alfred Müller (Leuna). Der erste Endkampf zur deutschen Mannschafts-Meisterschaft im Ringen führte am kommenden Sonntag in Ludwigshafen den Meister Siegfried Ludwigshafen und Jugendkraft Zella-Mehlis zusammen. WalterSawall,der bekannte Altmeister des deutschen Radsports, wurde zum Stellvertreter des Radsport-Fachamtsleiters ^-Standartenführer Viktor Brack berufen. Dr. 3 örner, ein Mann aus der alten Garde des deutschen Sportlebens und vielfacher früherer Fußball-Nationalspieler, wurde als Stellvertreter von Fußball-Fachamtsleiter Dr. Felix Linnemann bestätigt. Ein Gaukampf im Schießen zwischen Niederrhein-Mittelrhein und Hessen wird am 25. September in Bendorf (Rhein) ausgetragen. Die rheinische Mannschaft besteht aus folgenden Schützen: Tolkemitt, Laufs, Esser, Kettner II (alle Köln), Herbst (Bonn) und Schmitz (Krefeld). Der Deutsche Schützen-Verband führt den Städtewettkampf der deutschen Schützen, an dem sich alle größeren Städte beteiligen, am Sonntag, 25. September, durch. Spieler namens Stein (Schwarz) zur Stellung. Schwarz ist am Zuge. Die beiden angegriffenen Figuren könnten mit 1. ..., Dh4—g5 ganz gut geschützt werden, womit Schwarz außerdem ein Matt auf g2 drohen würde. Weiß könnte sich dann aber mit 1 ..., Dd3—g3 noch hartnäckig verteidigen, denn das Endspiel wäre nur schwer zu gewinnen. Statt dessen kann Schwarz in der Bildstellung die Partie zwangsläufig zu seinen Gunsten entscheiden. In einer Partie zwischen Engert (Weiß) und Hof (Schwarz) aus dem Zonenturnier zu Düsseldorf kam es nach den Zügen: 1. e4, e5. 2. Sf3, Sc6. 3. Lc4, Lc5. 4. b4, Lb4. 5. c3, La5. 6. b4, ed4. 7 0—0, Sf6. 8. La3, b6. 9. e5, Se4. 10. ed6, cd6. 11- Tel, d5. 12. Sbd2, f5. 13. Sd4, Sd4. 14. Sd4, de4 zur abgebildeten Stellung. Schwarz ist in der Entwicklung zurückgeblieben und nicht zur Rochade gekommen; die weißen Figuren stehen deshalb sehr wirksam. Es gelang dem Weißen, die Partie 2" wenigen Zügen zu gewinnen. Wie spielte Weiß? Büchertisch. — D r. Owlglaß: Scherzo. Verse. Geb. 80 Pf. Alb. Langen/Georg Müller, München, 1938. — (243) — Was Dr. Owlglaß in diesem.Bändchen gesammelt hat, ist die Frucht einer ebenso heiteren wie besinnlichen Muse. Mit versonnenem Lächeln geht er den Grämlichkeiten des Alltags zu Leibe, voll geistreichen Scherzes spottet er der menschlichen Schwächen und Tugenden, und nicht selten erwehrt er sich der allzu irdischen Nöte und Tücken mit einer gesunden Mischung von kräftiger Ironie und er- quiekendem Witz. — Hermann Claudius: Mein Vetter Emil und andere Geschichten. „Die Kleine Bücherei", Nr. 93. Geb. 80 Pf. Albert Langen/Georg Müller, Verlag. München, 1938. — (243) — Di- entschwundene Welt der Kindheit und ^Jugend tut sich in diesem Bändchen vor uns auf, mit dem Hermann Claudius, der Hrenkel des „Wandsbecker h es zwischen und einem abgebildeten Vater: „Ist es ein Junge?" Hebamme: „3a! Der Mittelste ..." (Schweben.) 3n mal, ber S SSo^r. gütig । Aleisbr ffiumbi worbe, werde, früh t letzter gerö Mgc auch hatte Säni fortg sind Die aiuh fliec Donne ändere. fnb m sehen ö 3n d Orient 'n näd)te Sen in Palast. W erf Mimte; •liern Misch ? fette, w Silbe, «ihrer * Post Armier "mven yjie gl to N, 8r< M(biet Vo zum »n Nundfunkprogramm Donnerstag, 22. September. 5 Hhr: Frühmusik. 5.45: Ruf ins ßanb. 6: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Bäderkonzert. 9.40: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 10: Schulfunk: Volksliedsingen. 11.45: Volk und Wirtschaft: Hauskauf ist Vertrauenssache. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.15: Musikalische Kurzweil. 15: Für unsere Kinder. 16: Nachmittagskonzert. 18: Zeitgeschehen. 18.30: Der fröhliche Lautsprecher. 19: Allerlei vom Sport der Woche. 19.10: „Der Zwischenfall am Kanapee und andere heitere Begebenheiten." 20: Nachrichten. 20.15: Unfer singendes, klingendes Frankfurt. 22: Nachrichten. 22.20: Unfere Kolonien: Berufsaussichten in Südwest. 22.30: Volks- und Hnterhaltungsmusik. 24: Nachtkonzert. 2 bis 3: Nachtmusik. Sn?1 öffnet die schwarze Königsstellung.) 1. ...» f6Xg5. 2. 2>8—e6+, KH6-g7. 3. Dg4Xg5-s-, Kg7-s8. 4 Te6—H6! (Dieser keineswegs naheliegende Turm- zuq führt mindestens zum Damengewinn, während sich Schwarz nach 4. Te6—d6 oder 4. Te6—g6 noch mit 4 Tf7—d7 verteidigen kann.) 4. ..., DH7—g8. (Die Dame muß das Feld H8 bewachen; geht sie nach q7 so setzt die weiße Dame auf b8 matt.) 5. Dg5—b8+, Kf8—g7. 6. TH6-g64-. ... Schwarz behält nur einen Turm für die Dame. Lösung der Schachaufgabe „Gelockerte Königsstellung". Weiß: KH2, Dc2, Tel, Tfl, Lb2, Lf3, Sc3, Ba4, 63 c4, b5, c4, g3, H3 (14). Schwarz: Kg8, De7, Tb8, Te8, Lc8, Le5, Sg6, Ba6, b7, c5, d6, f7, g7, H7 (14). Schwarz gewinnt. — 1. .. •, De7—H4! (Angriff gegen g3 und H3.) 2. Dc2—g2, Lc8XH3! (Damit wird die weiße Dame in gefesselte Stellung gebracht, so daß sie nicht mehr den Bauern g3 schützt.) 3. Dg2>(h3, 2e5Xg3+. 4. KH2—g2 (sonst wird die weiße Dame sofort genommen). 4. ..., Sg6—f4+. mit Damengewinn und baldigem Matt. 3 ^es 'Qöen 1 | CQn! L ieuS «ui te' W I 'M®?1' I Iw I Sss ° Boten", den Kreis seiner bisher erschienenen (3t- || schichten von Armantje aufs Glücklichste ergänzt uni1 beschließt. Schlicht und innig erzählt er aufs newe von den Freuden und Leiden des jungen HerM^ dem.das Leben noch ein buntes, unerschöpfliche Spiel voller Wunder und Träume ist. Schach-Ecke Gearbeitet von K. Helling. a b e b e f g h 8