Nr. 118 Erstes vlatt 188. Zahrgang Samstag, 2l./$onnfag, 22. Mai 1938 krjcheini täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monatr-Vezugspreir: Mit 4 Beilagen RM.1.9L Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr . . e -2b Auch bet Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechairschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehe« Postscheckkonto: Zrankfurt am Main 11688 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Dnnk und Verlag: vrühlsche UniverfitStrdruckerel 8. Lange in Sieben. Schriftieitvng und Seschäftrftelle: Schulstratze 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von 70 mm Breite bORpf.,Plahvorschrist nach vorh. Dereinbg.25°/a mehr. Lrmähigte Grundpreise: Stellen», Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts» u. behördliche Anzeigen6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Mit Schußwaffe und blankem Säbel gegen Sudelendeulsche. Empörende Llebergriffe ffchechischer Gendarmen.—Große Erregung in der sudeiendeuischen Bevölkerung über das völlige Versagen der tschechischen Gicherheitsorgane. präg, 20. Mai. (DJIB.) In der sudeiendeuischen Industriestadt L h o d a u bei Karlsbad kam es zu schweren Zusammenstößen zwischen Gendarmen und der deutschen Bevölkerung. Tschechische Gendarmen aus Lhodau hatten gestern zwei junge deutsche Turner verhaftet, weil sie deutsche Heimatlieder gesungen hatten. Eine Abordnung der deutschen Einwohnerschaft von Lhodau erschien heute morgen beim Gendarmeriekommando, um die Freilassung der beiden Turner zu erwirken. Die Abordnung wurde von dem Gendarmen in brüsker Art zurückgewiesen.bedroht und zum Verlassen des Gebäudes gezwungen. Der Bevölkerung von Lhodau bemächtigte sich daraufhin eine ungeheure Erregung. Die tschechische Gendarmerie, die die Nerven völlig verloren hatte, ging mit Schußwaffe und gezogenem Sabel gegen deutsche S lraßenpassanten vor. Als ein Gendarm auf die Straßenpassanten zu schießen begann und auch die anderen Gendarmen ihre Gewehre und Revolver schußbereit machten, erreichte die Erregung ihren Höhepunkt. Die Kaufleute von Lhodau schlossen entsetzt ihre Geschäfte und liehen die Rolläden herunter. In den Betrieben wurde die Arbeit ringe stellt und es sammelten sich große Gruppen empörter Einwohner in den Straßen der rein deutschen Stadt. Die Terrorisierung der Einwohner von Lhodau durch tschechische Gendarmen löste auch in den Nachbarorten Neusattel und Falken- a u große Empörung aus. Die Bevölkerung schloß sich der Aktion der deutschen Einwohnerschaft von Lhodau an und legte die Arbeit nieder. Den Amtswaltern und Ordnern der Sudetendeutschen Partei gelang es schließlich, durch Appell an die Disziplin der Sudetendeutschen die Menge zu beruhigen und zur Räumung der Straßen zu veranlassen. auf denen in den späten Abendstunden immer noch tschechische Gendarmen mit schußbereiten Gewehren patrouillieren. Brutaler Leberfall tschechischen Militärs. Skandalöse Vorgänge in Komotau. Prag, 21. Mai. (DNB.) Am Freitagnachmittag berief der Bezirkshauptmann von Komotau in Nordwestböhmen die Spitzen der Sicherheitsbehörden und den Abgeordneten Nemetz der Sude- tendeutschen Partei in fein Amt, um angesichts der kritischen Stimmung unter der Bevölkerung alle Vorkehrungen zur Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung zu treffen. Bis 20.30 Uhr war alles vollkommen ruhig. Plötzlich bemerkte man, wie aus den Seitengassen zahlreiches dienst- freies Militär auf den Marktplatz strömte. Wie auf ein Kommando stürzten sich plötzlich die Soldaten, ohne daß jemand von der deutschen Bevölkerung auch nur den geringsten Anlaß gegeben hätte, auf die Ahnungslosen und hieben mit den Fäusten und Bajonetten auf sie ein. Abg. Nemetz ersuchte die Staatspolizei um Feststellung des Zugführers und seiner Komplicen. Trotzdem sah die Polizei zu, ohne ein- z u s ch r e i t e n , als die Soldaten den Abgeorde- ten Nemetz tätlich angingen. Zahlreiche Personen wurden verletzt in das Krankenhaus gebracht. Schließlich erschien ein großes Gendarmerieaufgebot, das unter dem Kommando eines energisch eingreifenden Majors die Soldaten in die Kaserne trieb, wo sie zurückgehalten werden. Abg. Nemetz hat an den Prager Innenminister eine Drahtung gerichtet, in der er die grundlosen lieber» fälle auf die Bevölkerung durch Militär schildert und die sofortige Kasernierung des Militärs fordert. Auch in Prag schwere Ausschreitungen. Prag, 20. Mai. (DNB.) Im Deutschen Haus in Prag fand am Donnerstagabend die zweite große öffentliche Wahlkundgebung der Sudetendeutschen Partei statt, an der mehr als 4000 Personen teilnahmen. Der Abgeordnete S a n d n e r befaßte sich mit dem Besuch Konrad Henleins in London. Er erklärte, daß man dort die Karlsbader Forderungen als Grundlage für die Verhandlungen zwischen den Sudetendeutschen und den Tschechen betrachte. Die Sudetendeutsche Partei werde das Nationalitäten st atut ablehnen, wenn es nicht die Selbstverwaltung de jure und de facto bringe. Das Sudetendeutschtum könne heute keine Konzessionen mehr machen. Ein Ausgleich zwischen Deutschen und Tschechen könne nur Zustandekommen, wenn die Karlsbader Forderungen Konrad Henleins und die von der Sudetendeutschen Partei ausgearbeiteten Dolksschutzgesetzanträge angenommen würden. Im Anschluß an die Wahlkundgebung kam es um Mitternacht zu schweren tschechischen Ausschreitungen gegen Sudetendeutsche. Verschiedentlich ging der Mob, von jüdisch aussehenden Personen aufgehetzt, gegen Deutsche tätlich vor. Die Abgeordneten der Sudetendeutschen Partei Kundt und Neuwirth versuchten wiederholt, die Polizei zum Einschreiten zu veranlassen. Dabei kamen die Abgeordneten selbst in ernste Gefahr, sie wurden aus der Menge heraus tätlich angegriffen. Dem Landesausschußbeisitzer Keil wurden bei der Abfahrt die Fenster seines Kraftwagens zertrümmert. Erst nach Eintreffen einer Polizeiverstärkung konnte der Moft abgedrängt werden. Gegen 2 Uhr nachts zogen 200 Anhänger der Tschechisch-Nationalen Vereinigung über den Araben zum Wenzelsplatz, wo sie aufreizende Sprechchöre, wie „Henlein gehört nach Pan- kraz" (Prager Gefängnis) ausstießen. Beim Wenzelsplatz stellte sich Polizei den Kundgebern entgegen und zerstreute sie zum Teil unter Anwendung des Gummiknüppels. Prag, 20. Mai. (DNB.) Das Presseamt der Sudetendeutschen Partei teilt mit: „Auf Grund der heute eingelaufenen Nachrichten über die antideutschen Ausschreitungen in Prag, Brünn und einer Reihe sudetenoeut scher Städte ist heute vormittag der politische Ausschuß der Hauptleitung der Sudetendeutschen Partei zu einer außerordentlichen Sitzung zusammengetreten. Die Vertreter der Organisationsgliederungen der Sudetendeutschen Partei berichteten über die Lage im sudetendeutschen Siedlungsgebiet. Die Zusammenfassung der Berichte ergibt, daß Sozial! st en. Kommuni st en und tschechische Elemente sich verbünden haben und das Sudetendeutschtum auf das Unerhörteste provozieren und an greifen, so daß selbst Sicherheit und Leben des einzelnen Sudetendeutschen gefährdet sind. Im besonderen wurde Bericht erstattet über die Vorfälle nach den Wählerversammlungen der Sudetendeutschen Partei in Prag und Brünn. Es wurden Protokolle vorgelegt, die beweisen, daß eine aufgehetzte Menge in Prag und Brünn geradezu eine Menschenjagd auf Deutsche veranstaltet, daß die Sicherheitsorgane ihre Pflicht nicht erfüllt haben und es selbst parlamentarischen Vertretern unmöglich gemacht wurde, sich der Angefallenen anzunehmen. Ungehindert kann die Wahlpropaganda der Tschechen, Marxisten und der Kommunistischen Partei mit Hetzparolen gegen das Deutschtum, gegen die Sudetendeutsche Partei und Konrad Henlein agitieren. Unter st ützt wird diese Agitation nahezu von der gesamten tschechischen Presse, während es sudetendeutschen Zeitungen von der Zensur unmöglich gemacht wird, Darstellungen über die Vorfälle und das Vorgehen der Sicherheitsorgane zu veröffentlichen und den wahren Sachverhalt aufzuzeigen. Der politische Ausschuß stellt fest, daß bereits nach den ersten Vorfällen der Ministerpräsident Dr. h o d z a von einer parlamentarischen Abordnung der Sudetendeutschen Partei schriftlich und mündlich auf den Ern st der Lage und die gefährlichen Folgen einer planmäßigen Wühlarbeit gegen das Sude- tendeutschtum aufmerksam gemacht wurde, lleberdies sind die vor Monaten mit Ministerpräsident Dr. hodza geführten Besprechungen unter der Voraussetzung eingeteitd worden, daß seitens der Regierung und der staatlichen Behörden Maßnahmen ergriffen werden, die 1. die volle ftaafsburger- tiche Freiheit des Sudetendeutschtumes garantieren und 2. einen Zustand herbei führen, der es ermöglicht, daß die sudetendeutsche Abordnung als Gleiche unter Gleichen die Verhandlungen beginnen. Demgegenüber stellt der polittsche Ausschuß fest, daß Regierung und Behörden diese Voraussetzungen nicht geschaffen haben. Er hat daher beschlossen, dem Ministerpräsidenten Dr. hodza mitzuteilen, daß die Sudentendeutsche Partei nichtin der Lage wäre, die Besprechungen über das Nationalitätenstatut der Regierung aufzunehmen, solange die Ruhe und Ordnung im sudetendeutschen Gebiet und überall die primitivsten verfassungsmäßigen Rechte der Meinungs-, presse-, Versamm- tungs- und Koalitionsfreiheit des Sudeten- deutfchtums nicht garantiert find. Alle Organisationsstellen, Amtswalter und Mitglieder der Sudetendeutschen Partei werden nochmals nachdrücklichst aufgefordert, unbedingt Kaltblütigkeit zu bewahren. Der politische Ausschuß hält sich für verpflichtet, die verantwortlichen Stellen darauf aufmerksam zu machen, daß Oer Pittsburger Vertrag nacb der Tschechoslowakei unterwegs. Warschau, 20. Mai. (Europapreß.) In Warschau weilt der tschechoslowakische Abgeordnete und Chefredakteur des „Slovak", S i d o r , als Gast des polnischen Senators Gwizdz. Der Aufenthalt steht im Zusammenhang mit den Vorbereitungen zum Empfang der slowakischen Delegation aus Nordamerika, die am 26. Mai i n Gdingen eintreffen wird und das Original des Pittsburger Vertrages mit sich führt. Der Pittsburger Vertrag, der im Mai 1918 zwischen Tschechen und Slowaken geschlossen wurde und den Slowaken die Auto no mie zusichert, wird von den Tschechen in seiner Gültigkeit hinsichtlich der slowakischen Autonomie angezweifelt. Die Slowaken sahen sich daher veranlaßt, das Original des Vertrages aus Amerika bdzubringen. — Sidor wurde vom Außenminister Oberst Beck empfangen und stattete verschiedenen Parlamentariern Besuche ab. die Parteiführung nicht in der Lage ist, den einzelnen deutschen Volksgenossen abzuhalten, von dem Recht auf Notwehr Gebrauch zu machen, falls den gegen das Sudetendeutschtum gerichteten Provokationen kein Ende gesetzt wird." Tschechische Hochschüler hetzen in Brünn. Gendarmerie mutz mit aufgepflanztem Seitengewehr das Deutsche Haus schützen. Prag, 20. Mai. (Europapreß.) Die Sudetendeutsche Partei hatte Donnerstag in das Deutsche Haus in Brünn eine Versammlung aus Anlaß der bevorstehenden Gemeindewahlen einberufen, an der rund 3000 Personen teilnahmen. Während der Versammlung zog eine mehrtausendköpfige tschechische Menge vor das Gebäude und belagerte es. Als nach Schluß der Versammlung die Teilnehmer das Deutsche Haus verlassen wollten, durchbrachen die Tschechen die Polizeiabsperrung. Es kam zu Zusammenstößen, bei denen nach einer Mitteilung der Sudetendeutschen Partei acht Personen deutscher Nation al i t ä t verletzt wurden. Auch wurde das Deutsche Haus mit Steinen beworfen. Erst nach Mitternacht konnte die Polizei, der eine Kompanie Gendarmerie Hilfe leistete, die Straßen räumen und den Versammlungsteilnehmern das gefahrlose Verlassen des Gebäudes ermöglichen. Die Demonstrationen wurden auch am Freitag fortgesetzt. In den Mittagsstunden demonstrierten tschechische Hochschüler vor dem Deutschen Haus, wurden jedoch von der Polizei abgedrängt. Bei Fabrikschluß am Nachmittag kam es^zu weiteren Kundgebungen. Ein großes Polizeiaufgebot hatte das Deutsche Haus in weitem Bogen abgesperrt, auch die Zugänge zur inneren Stadt wurden durch berittene Polizei und patrouillierende Truppen verriegelt. Den Ton bei den Demonstrationen gaben die tschechischen nationalistischen Studenten an. Die tschechischen Demonstranten versuchten dann nach 20 Uhr neuerdings gegen das Deutsche Haus anzustürmen, wurden aber von der Polizei zurückgeworfen. In den wichtigsten Verkehrsstraßen steht Gendarmerie mit aufgepslanztem Seitengewehr. Aktivität der bretonischen Autonomisten Paris, 20. Mai. (Europapreß.) In Rennes, der alten bretonischen Hauptstadt, haben in der vergangenen Nacht, wie „Paris Soir" und „Journal" melden, neuerdings bretonische Autonomisten die Aufmerksamkeit dadurch auf sich gelenkt, daß sie unter den Fenstern des Polizeikommissariats, das im Rathaus untergebracht ist, einen Sprengkörper zur Explosion brachten, jedoch weder Personen- noch Sachschaden verursachten. Der „Paris Soir" gibt der Vermutung Ausdruck, es handle sich um eine „Warnungsbomb e", der vielleicht ernsthafte Kundgebungen folgen könnten. Das „Journal" macht darauf aufmerksam, daß in Rennes, wo man zunächst glaubte, es handle sich um einen ernsthaften Bombenanschlag, die Erinnerung an den vor einigen Jahren erfolgten Sprengstoffanschlag gegen das zu Verherrlichung der Vereinigung der Bretagne mit Frankreich errichtete Denkmal noch sehr lebendig ist. Das „Journal" bringt den Anschlag in Verbindung mit der neuen Aktivität bretonischer Auto- nornisten, die sich gegen den Präsidentenbesuch in St. Brielle richten soll, und die vor einigen Tagen zur Verhaftung von sechs Autono mi ft en führte. Hsütschau. Mehrere Monate hindurch sind die Nachrichten vorn ostasiatischen Kriegsschauplatz überaus spärlich und ungenau gewesen. Die Japaner hatten nach der Eroberung Schanghais und dem überraschenden Fall Nankings nicht, wie erwartet, den Vormarsch den Jangtsekiang aufwärts ins Innere Chinas fortgesetzt, sondern sich das Ziel gesteckt, zunächst ihre südlich von Peking operierende Nordarmee mit der nordwestlich von Nanking stehengebliebenen Südarmee zu vereinigen. Das bedeutete vorerst die Eroberung der Provinz Schantung, die zum größten Teil überraschend schnell gelang. Damit war eines der wirtschaftlich wertvollsten Gebiete Nordchinas mit der bedeutenden Hafenstadt Tsingtau in die Hände der Japaner gefallen. Die Chinesen hatten anscheinend mit einem längeren Widerstand ihrer Truppen gerechnet, jedenfalls wurde der Oberkommandierende von Schantung hingerichtet und der südchinesische General Li Tsungjen mit der Führung der chinesischen Truppen an der Nordftont betraut mit dem Erfolg, daß nun eine längere Gefechts- pause im Stellungskrieg den Chinesen erlaubte, ihre Provinzialtruppen, auf die sie sich nach Vernichtung ihrer Elitearmeen bei Schanghai und Nanking im wesentlichen stützen müssen, für den modernen Krieg notdürftig auszurüsten und auszubilden. Der chinesische Oberkommandierende Marschall Tschiangkaischek hat in dieser Zeit einen regelrechten Bandenkrieg größerer chinesischer Frei- scharen entfesselt, die den japanischen Truppen durch überraschende Angriffe in Flanken und Rücken, durch Brückensprengungen und Bedrohung der Etappenstraßen schwer zu schaffen gemacht haben und den Marschall Zeit gewinnen ließen, währenddessen aus den Resten seiner bei Schanghai und Nanking schwer dezimierten Elitearmeen und den aus dem Innern Chinas und vor allem auch von Süden her herangezogenen Provinzialtruppen neue kampffähige Einheiten zu bilden. Mit diesen gelang es ihm denn auch, den von Norden her nach Überschreiten des Hoangho bei Tsinan wieder aufgenommenen Vormarsch der Japaner, der die Bereinigung der japanischen Nord- und Südfront an der Lunghai-Bahn zum Ziel hatte, vorerst zum Stehen zu bringen. Diese Vereinigung so lange wie möglich zu verhindern, mußte die strategische Aufgabe Tschiangkaischeks sein. In einem so weiträumigen, an modernen Verkehrswegen und -Mitteln so^ armen Gebiet wie Ost- asien ist der Besitz der wenigen Eisenbahnlinien für die Kriegführung von entscheidender Bedeutung. Daraus erklärt es sich, welche überragende Rolle die beiden großen von Norden nach Süden laufenden Strecken Peking—Hasikau und Tientsin—Nanking in den operativen Plänen der Heerführer des chinesischen Krieges spielen, noch wichtiger ist die Lunghai-Bahn, die von dem schon in der Gebirgsprovinz Schensi am Weiho liegenden Singan über Honan und Kaifeng, zwischen denen sie die Nord- Südbahn Peking—Hankau schneidet, und dann weiter über Hsütschau, dem Kreuzungspunkt mit der anderen Nord-Südbahn Tientsin—Nanking, dem alten Flußlauf des Hoangho folgend in der Provinz Kiangsu an das Meer stößt. Von einem Eisenbahnnetz im europäischen Sinne kann ja in Ost- afien keine Rede fein. Die Lunghaibahn ist tatsächlich in Mittelchina die einzige Strecke, die von der Küste ms Innere führt und daher als wichtigste Etappenstraße der chinesischen Truppen von ausschlaggebender Bedeutung für die Kriegführung, die bei den ohnehin mit europäischen Maßstäben kaum vorstellbaren Schwierigkeiten bei der Beförderung des Nachschubs an Truppen, Kriegsmaterial und Verpflegung auf den Besitz dieser einzigen Schienen- ftrajje von Osten nach Westen und umgekehrt be» greulichen Wert legt. So mußte fast naturnotroenbig der Eisenbahnknotenpunkt Hsütschau das Ziel der japanischen Anstrengungen sein, Nord- und Südarmee zu vereinigen, dadurch ganz Schantung von Mittelchina abzuriegeln und von der so hergestellten neuen zusammenhängenden Front als Basis aus den Vormarsch nach Westen und Südwesten aus auf Kaifeng und Hankau fortzusetzen. Tschiangkaischek anderseits, dem nach dem weiteren Vorrücken der japanischen Nordarmee von Tsinan auf Ientsau an der Tientsin—Nanking-Bahn und auf Tsining am Kai* serkanal alles darangelegen fein mußte, diese Vereinigung der beiden japanischen Armeen, wenn er sie schon auf die Dauer nicht verhindern konnte, doch so lange wie möglich hinauszuzögern, hatte Hsütschau zum Hauptbollwerk seines Widerstandes gemacht, wobei er allerdings Gefahr lief, durch eine japanische Umfassungsbewegung westlich Hsütschaus von seiner natürlichen Rückzugsstraße abgeschnitten, womöglich sogar mit einem mehr ober minder großen Teil seines Heeres im Kessel von Hsütschau eingeschlossen zu werden. Zunächst bedrohte ein überraschend kräftig geführter chinesischer Gegenstoß die über Lintscheng, Hanschuang und Taiertschuang nach Süden vorrückende japanische Nordarmee in ihrer Flanke bei Tsining am Kaiserkanal. Wenn den Chinesen auch der Durchbruch nicht gelang, so haben sie sich doch länger als drei Monate hindurch in den Stellungen nördlich von Hsütschau halten können und damit eine Widerstandskraft entfaltet, die man den neu aufgestellten und wenn auch nicht zahlenmäßig, so doch an modernem Kriegsmaterial weit unterlegenen chinesischen Formationen nicht zu» getraut hatte. Die Lage wurde allerdings für Tschiangkaischek kritisch, als die japanische Südarmee immer näher rückte und Hsütschau von Süden und Osten zu umfassen drohte, während motorisierte Truppen der japanischen Nordarmee mit Hilfe von schnellen Panzerwagen, die in dem flachen Schwemmland des alten Hoangho-Bettes das ihnen gemäße Gelände fanden, in weitem Bogen nach Westen auf Feststellungen der Sudetendeutschen Partei. Ohne Garantieder nutze und Ordnung keine Diskussion des Nationalitätenstatuts Nach dem Fall von Hsütschau 0 H Die Karte zeigt die japanischen Ausgangsstellungen beim Angriff auf hsütschau. (Scherl.) haben. a n Spanien" beaan- ischen Blättern Der- Rom, 20. Mai. (Europapreß.) Die Anordnung des Sekretärs der Faschistischen Partei, Minister S t a r a c e, daß der 29. Mai in Italien und im italienischen Imperium als „Tag der Solidarität mit Nationalspanien" Das Mnchener Bauprogramm wird morgen begonnen. In Anwesenheit des Führers der erste Spatenstich zur Untergrundbahn und den anderen Bauvorhaben. München, 20. Mai. (DRB.) Am Sonntag, 22. Mai, 11 Uhr, findet in Anwesenheit des Führers an der geschmückten Baustelle Ecke Lindwurm- und Ziemssenslrahe der erste Spatenstich zum Bau der großen Bauvorhaben in der Hauptstadt der Bewegung statt. Ehrenformationen der Mehrmacht und der Partei werden zusammen mit der Arbeiterschaft dem Baubeginn den feierlichen Rahmen geben. An der Spitze zahlreicher Persönlichkeiten von Partei, Staat und Wehrmacht wird Gauleiter Adolf Wagner den Führer begrüßen. Anschließend meldet Oberbürgermeister F i e h l e r dem Führer die Bereitschaft für den Beginn der großen Bauvorhaben in der Hauptstadt der Bewegung und Reichsver- kehrsminister Dr. Dorpmüller zum Beginn des Baues der Untergrundbahn. Darauf gibt der Führer das Zeichen zum Beginn der Arbeiten. Die Lieder der Ration und Böllerschüsse werden künden, daß der Führer das große Münchener Bauprogramm ins Wekk gesetzt hat. gen werden soll, gibt den römi1, , anlassung, nochmals klar den Willen Italiens zum Ausdruck zu bringen, eine Festsetzung des Bolschewismus in Spanien unter keinen Umständen zu dulden. Das „Giornale d'Jtalia" weist auf die Schicksalsgemeinschaft zwischen Italien und Spanien seit den Zeiten des römischen Imperiums hin. Die spanische Zivilisation sei eine Form der römischen Zivilisation. Die „Tribuna" schreibt, die sogenannte Republik von Barcelona, die der hort des internationalen Kommunismus sei und auf die Torpedierung des Friedens hinarb^ite, müsse fallen. Ihre Tage seien gezählt, und keine menschliche Macht werde sie verlängern. Das Italien Mussolinis, das Geschichte mache, „Standhaft Seite an Sette." Justizminister Rchnaud feiert die Freundschaft mit England. London, 21. Mai. (DNB.-Funkspruch.) In Leeds wird heute die Jahreskonfereiiz der Alliance Franxaise abgehalten. Der Oberbürgermeister gab aus diesem Anlaß am Freitagabend einen Empfang, an dem auch der in England weilende französische Justizminister Rey- n a u d und der französische Botschafter in London Corbin teilnahmen. Reynaud feierte in einer Rede die englisch-französische Freundschaft und behauptete, daß die englisch-französische Entente st ä r- k e r sei als je zuvor, heute sei es allen denkenden Menschen diesseits und jenseits des Kanals klar, daß es für England und Frankreich das Gebot der Stunde sei, standhaft Seite wisse Einschränkungen gemacht Diese müssen daher noch geklärt werden, bevor die Zurückziehung tatsächlich beginnen kann. In den späten Abendstunden ging das Gerücht um, Sowjetspanien werde erhebliche Schwierigkeiten machen. „Tag der Solidarität mit Rationalspanien." Oie italienische presst fordert Schluß mit der „Republik von Barcelona". Aufenthalts in Libyen werden im Westen der Kolonie große Manöver stattfinden, an denen nach einer Meldung der „Gazetta del Popolo" zwei motorisierte Divisionen teilnehmen werden, die zu diesem Zweck vom Osten nach dem Westen Libyens geworfen worden sind. Die „©chattenfabriten* für die englische Lustaufrüstung. London, 20. Mai. (Europapreß.) Der neu ernannte Luftfahrtminister Sir Kingsley Wood scheint alles tun zu wollen, um durch seine Akti- nitöt der Opposition bei der für nächsten Mittwoch angesetzten Ünterhausaussprache über die Luft- aufrüstung das Wasser abzugraben. Am Freitag traf er mit den Leitern oer sieben „Schattenfabriken" der englischen Flugzeug- Industrie zusammen, um sich über das Leistungsausmaß der einzelnen Werke Bericht erstatten zu lassen. Die Schattensabriken sind für die Zeit der Auftüstung in den Produktionsprozeß e i n g e - schaltet worden, obwohl sie an sich nur für den Kriegsfall gedacht sind. Weiter hatte der neue Luftfahrtminister eine längere Unterredung mit Lord Russield, dem Inhaber der großen Mor- ris-Automobilwerke, der nun endlich seine Dienste der Regierung zur Verfügung gestellt hat. Aufrüstung auch in Niederländisch-Indien. Den Haag, 20. Ma!. (Europaprch.) Nach einer Mitteilung des Verteidigungsministers an die Erste Kammer beabsichtigt die niederländische Regierung, die Kriegsflotte Niederländisch - Indiens wesentlich auszubauen. Gleichzeitig soll die Luftwaffe durch eine dritte Gruppe von 39 Flugzeugen v e r st ä r k t werden. Schließlich ist der Ankauf von Luftabwehrgeschützen und Tanks vorgesehen, sowie eine weitere Modernisierung her Landstreitkräfte. Die Aufrüstungsausgaben stellen ein Drittel des gesamten niederländisch-indischen Haushalts dar. Anhaltendes Unwetter auf dem spanischen Kriegsschauplatz. Salamanca, 21. Mai. (DNB. Funkspruch.) Der nationale Heeresbericht meldet: An.der Castellon-Front im Abschnitt Villa Franca del Cid versuchte der Feind einen Gegenangriff, der erfolgreich a b g e w i e s e n wurde. Das anhaltende Unwetter verhinderte größere Operationen. Einige Stellungen konnten verbessert werden. Im Abschnitt Corballan gelang es den nationalen Truppen, wichtige feindliche Stellungen südlich der Straße Teruel—Cantavieja zu erobern. An der Madrid-Front versuchte der Gegner im Vorort Carabanchel eine Mine zur Explosion zu bringen. Durch einen Bedienungsfehler explodierte diese jedoch noch innerhalb der feindlichen Gräben. Der im Küstenabschnitt tobende Orkan ist so stark, daß einige Soldaten durch hochschlagende Wellen verwundet wurden. Aufstand in einem nordmexilanischen Bundesstaat. Mexiko, 20. Mai. (Europapreß.) Die mexikanische Regierung hat zur Bekämpfung des von General Cedillo in dem nordmexikanischen Dundas italienisch-englische Abkommen eine allmähliche Verminderung der italienischen Streitkräfte in Libyen vorsah. Wenn jedoch Frankreich nach den Plänen des jüdischen Ministers und Sowjetrussensteun- des Mandel zur Mobilisierung von 70 000 Mann Eingeborenen schreite, so müsse man sich fragen, wie Italien ohne Gefahr für seine Sicherheit ein Programm verwirklichen solle, das sich auf das Vertrauen und das G l e i ch g e - wichtderKräfte in Nordafrika stütze. Der Vorstoß in den Rücken des vielversprechenden italienisch- englischen Abkommens fei mit Mischern Zynismus in treuloser Weise erfolgt. Schöne Worte allgemeiner Natur genügten nicht, um die Mißverständnisse zu klären. London hofft aus Entspannung. London, 21. Mai. (Europapreß.) London erwartet für das Wochenende eine Entspannung des italienisch-französischen Verhältnisses. Diese Erwartungen werhen zurückgeführt auf Mitteilungen aus Paris, wonach Frankreich sich, offensichtlich auf englischen Einfluß hin, gegenüber den italienischen Wünschen auf Schließung der Pyrenäengrenze positiv eingestellt habe. Paris soll gewillt sein, für 30 Tage nach Ankunft der neutralen Kommissionen für die Vorbereitung der Zurückziehung der Frei- willigen aus Spanien seine Grenzen mit Spanien zu schließen. Sollten technische — nicht politische — Gründe die Arbeiten der Kommis- sionen verzögern, soll Frankreich gewillt sein, die Grenzschließung 40 Tage lang durchzuführen. Man schließt aus günftiaen Aeußerungen ausländischer diplomatischer Kreist in London und Paris, daß der Höhepunkt der Krise auch in nichtenglischen Kreisen als überwunden betrachtet wird. Eine A u s- nähme bildet allerdings der hiesige sowjetrussische Geschäftsträger. Ein wunder Punkt scheint die Art der Finanzierung zu fein. Nach Schätzungen unterrichteter Kreise dürste die Vorbereitung und Durchführung der Zurückziehung der Freiwilligen rund zwei Millionen Pfund kosten, ein Betrag, dessen Aufbrin- gung bisher noch nicht geregelt ist. Die Sage öirb dadurch noch schwieriger, daß die beiden kriegführenden Parteien dem englischen Plan lldchs grundjätzliL übex gleichzeitig 2 e - die Lunghai-Bahn vorstießen und damit die Rückzugslinie der chinesischen Verteidiger von hsütschau bedrohten. Tschiangkaischek hat sich anscheinend nicht mehr überall rechtzeitig vom Feinde lösen können, aber wie weit es der japanischen Umfassungsbewegung gelungen ist, den Chinesen eine Niederlage im Stil, von Cannae oder Tannenberg zu bereiten, läßt sich aus den nn Augenblick vorliegenden Nachrichten vom Kriegsschauplatz noch nicht klar ersehen. Größeren Teilen der chinesischen Armee scheint es gelungen zu sein, wenn auch unter schweren Blutopfern und Zurücklassung von wertvollem Kriegsmaterial, durch den Rückzug nach Südwesten auf hankau zu der japanischen Umklammerung zu entgehen, wobei sie vermutlich von frischen chinesischen Divisionen ausgenommen sein werden, die von hankau herangeführt wurden. Ob es ihnen gelingen wird, in der Linie hankau—Kaifeng an der Lunghai-Bahn nahe dem wichtigen Schnittpunkt mit der zweiten Nord-Südbahn Peking—hankau eine neue Stellung zu beziehen, wird wesentlich davon abhängen, wie schnell die Japaner nach der Einnahme hsütschau- den Vormarsch nach Westen fortzusetzen vermögen. Mit der Eroberung hsütschaus sind die Japaner nun im Besitz der ganzen Nord - Südbahn Tientsin —Nanking, die Provinz Schantung ist in ihrer Hand und der ganze Küstenstreifen, von Tientsin am Golf von Tschili im Norden bis nach Amoy an der Formosa-Straße. Politisch ermöglicht ihnen das die Vereinigung der autonomen Regierungen von Nord- und Mittelchina. Militärisch scheint man nun in Tokio besonderen Wert darauf zu legen, Tschiangkaischek die Waffenzufuhr abzuschneiden, wenigstens soweit sie zvon Süden her über Kanton und Pakhoi an der Grenze von Französisch-Tonking ins Land kommt, so daß die Hankau-Regierung allein auf die Transporte aus Sowjetrußland angewiesen wäre. Dor kurzem erst sind japanische Seesoldaten auf der Insel Amoy gelandet und haben nach kurzem Kampf Stadt und Hafen besetzt. Amoy war einer der ersten chinesischen Dertragshäfen im handel mit dem Ausland und wichtiger Umschlagplatz nanzentlich auch für die Ausfuhr von Tee und Tabak, bis es von dem 500 Kilometer südlich gelegenen Kanton überflügelt wurde. Die Besetzung Amoys hat strategische Bedeutung in mehrfacher Hinsicht. Einmal liegt der Hafen der japanischen Insel Formosa gegenüber, mit seiner Besetzung entfällt also auch die Gefahr eines chinesischen Handstreiches auf Formosa. Zum andern kann Amoy das Einfallstor in die Mchine- sifche Küstenprovinz Fukien fein, von wo aus die gegen hankau operierende japanische Armee an ihrem linken Flügel gedeckt werden könnte. Und schließlich könnte Amoy der Ausgangspunkt einer Operation gegen Kanton fein, der großen füd- chinefifchen Handelsmetropole, einst Sitz der Kuomintang, der chinesischen Volkspartei, deren radi- faler Flügel auch heute noch gerade in Kanton die Seele des antijapanischen Kurses und des Boykotts japanischer Waren ist. Der Millionenstadt Kanton, die nicht direkt am Meere liegt, vorgelagert ist aüf einer Insel die britische Kronkolonie Hongkong, die mit dem Hafen Kaulun auch auf das Festland übergreift. Japanische Operationen gegen Kanton würden also ähnliche und vielleicht sogar noch grö- ßere Schwierigkeiten mit England und vermutlich auch mit den Vereinigten Staaen ergeben, wie sie die Japaner schon in Schanghai zu kosten bekommen haben. Aber Kanton ist nicht nur Sitz des erbittertsten Widerstandes gegen einen versöhnlichen Kurs, s der den Manischen Wünschen entgegenzukommen trachten würde, sondern auch über das britische Hongkong das wichtigste Eingangstor für die Kriegsmateriallieferungen, die die Hankau-Re- gifrung aus dem Ausland bezieht. Nach einer japanischen Besetzung Kantons und der weiter südlich gelegenen Insel Hainan würde Tschiangkaischek darauf angewiesen sein, seine Waffentransporte auf dem Landweg über Französisch-Jndochina oder Sowjetrußland hereinzuholen, bei dem gebirgigen Charakter der chinesischen Grenzprovinzen und dem überaus dünnen Wegenetz ein äußerst schwieriges Unterfangen. So stellt auch die nächste Phase des japanischen Feldzuges in China, die mit der Eroberung von hsütschau eingeleitet wird, beide Kriegführenden vor neue große Probleme. Dr. Fr. W. Lange. renne nur ein Spanien, das Spanien Francos und der ruhmreichen Heere, die am Vorabend des großen Endfieaes stünden. Dieses Spanien werbe Italien mit Aufrichtigkeit, Begeisterung und starkem Geist feiern, mit jener Klarheit der Absichten, die seine Politik kennzeichne. Die Pariser Berichterstatter übermitteln ihren Blättern Auszüge aus der Pariser Presse, aus denen hervorgeht, daß „Frankreich die Nichteinmischungskomödie fortsetze", d. h. weiterhin unter dem Deckmantel der Neutralität g e - wattige Mengen Kriegsmaterial an die spanischen Bolschewisten liefere. Frankreich wird erneut beschuldigt, durch diese Einmischung den spanischen Bürgerkrieg zu verlängern und nicht nur die Verständigung mit Italien, sondern, wie die „Tribuna" erklärt, darüber hinaus auch jeden fruchtbaren Versuch einer internationalen Entspannung z u vereiteln, in erster Linie durch die S a b o - tagedesitalienisch-englischenAbkom- m e n s. Mit aller Heuchelei sei die Tatsache nicht aus der Welt zu schaffen, daß die französischen Kanonen, Flugzeuge und Bajonette gegen das Heer Francos eingesetzt würden, in dessen Reihen d i e rtalienischenFreiwilligen kämpften. Nach der Turiner „Stomp a" kommt als erschwerend bi« Eütwicklllng in SaiüöixiU hinzu, wo nach Westen verlegen. Am Samstagvormittag richteten die Japaner starke Luftangriffe auf K w e itö. . Die zweite japanische Operation richtet sich auf den Seenraum hinter hsütschau und Nanking, wohin sich die zurückziehenden Chinesen gewandt haben. Ihnen sollen japanische Abteilungen, die bet haitschau am Endpunkt der Lunahai-Bahn gelandet werden, und aus der Richtung Nanking vorgehende Kräfte den Weg verlegen. Die nordöstlich von haitschau unter dem Schutz von Marinefliegern gelandeten Truppen stießen sofort mit chinesischen Truppen zusammen und rückten sodann in Richtung auf haitschau vor. Man vermutet, daß die Chinesen entweder einen Durchbruch in südwestlicher Ri chkung auffi antau versuchen oder die Nanking-Front beunruhigen wollen. Jedenfalls find die Kämpfe um die Tientsin-Pukau-Bahn noch keineswegs abgeschlossen. Die neuen Operationen kündigen sich in zahllosen blutigen Teil» g.efechten an allen Teilen der Front an. Die Japaner sind an vielen Orten mit den führerlosen chinesischen Verbänden, die sich aus der Gegend oon hsütschau durchzuschlagen versuchen, in Kämpfe verwickelt worden. Kleine politische Nachrichten. Der Führer und Reickskanzler übermittelte dem General der Infanterie a. D. von Hülsen, Kassel, anläßlich seines 75.Geburtstages telegraphisch seine besten Glückwünsche. Das brasilianische Abendblatt „Globo" betont in einem Bericht über eine Besprechung des deutschen Botschafters R i t t e r mit dem P o l i z e r ch e f v o n Rio de Janeiro, daß bisher im Hinblick auf eine Teilnahme hier ansässiger D e u t s ch e r an den letzten Ereignissen nichts festgestellt werden konnte, was diese kompromittieren könnte. * Für die vom 28. Mai bis 10. Juli in Berlin veranstaltete Erste Internationale Hand- roertsausfteHung, an der außer Deutschland 33 fremde Staaten beteiligt sind, haben der Führer und der Duce wertvolle Ehrenpreise gestiftet. Die Ausstellung wird in Zusammenarbeit mit der Internationalen handwerkszentrale (CIA.) in Rom von dem deutschen Handwerk in der DAF. und dem Reichsnährstand des Deutschen Handwerks gemeinsam mit dem Ausstellungs- und Messeamt der Stadt Berlin veranstaltet. Noch unklare Lage. Ausländskorrespondenten besuchen die eroberte Stadt. Schanghai, 20. Mai. (Europapreß.) Das japanische Hauptquartier in Peiping hat die dortigen Ausländskorrespondenten eingeladen, mit einem Sonderflugzeug das eroberte hsütschau zu besichtigen. lieber die augenblickliche Lage im Gebiet der Lunghai-Bahn sind wohl erst nach diesem Besuch genaue Berichte zu erhalten. Am Freitagabend ist das Bild noch sehr unklar. Auf keinen Fall ist es so, daß mit der Eroberung von hsütschau die Kämpfe auch nur im Gebiet der Lunghai-Bcchn und im Süden Schan- tungs beendet sind. Die japanischen Stellen in Schanghai äußern sich zuversichtlich darüber, daß es ihnen gelingen werde, die mehrere hunderttausend Mann zählenden chinesischen Streitkräfte im Gebiet der Lunghai-Bahn zu zersprengen oder gefangen z u nehmen. Jedoch geht aus, den Erklärungen der Japaner hervor, daß die japa- nische Luftwaffe bisher den Hauptteil der aus hsütschau abmarschierenden Chinesen noch nicht f e st st e l l e n konnte und lediglich eine starke Konzentration chinesischer Kräfte zehn Kilometer östlich von hsütschau beobachtet hat. Ebenso wirb zugegeben, daß die Chinesen zwischen Kweitö und Lan- feng an - der Lunghai-Bahn Schützengräben b e i e tz t haben und diese von den japanischen Angriffen bisher nicht überrannt worden sind. Die japanischen Operationen. Schanghai, 21. Mai. (DNB.-Funkspruch.) Nach dem Fall hsütschaus ist die chinesische Front an der Lunghai-Bahn in Zwei Teile zerschlagen. Die eine chinesische Gruppe steht im Westen oon hsütschau um Kweitö herum, während die zweite sich oon hsütschau aus nach Südosten gewandt hat. Die japanische Heeresleitung hat be- retts Operationen eingeleitet, um diese beiden getrennten Gruppen einzukesseln. Die Operationen gegen die westliche Gruppe werden .durch die Be« setzung ß a n f e n g 5 , 40 Kilometer östlich von fiat- feng, von den aus dem Norden vorstoßenden Japanern eingeleitet. Sie sollen im Verein mit den südlich der Eisenbahn vorgehenden Truppen den bet Kweitö versammelten Gegner hindern, sich mit den rechtzeitig aus hsütschau abmarschierten Hauptlasten zu vereinigen und ihnen den weiteren Rückmarsch Seite zu stehen. Der englische Botschafter bei Bonnet. Paris, 21. Mai. (Europapreß.) Der stanzösische Außenminister Bonnet hatte eine längere Unterredung mit dem englischen Botschafter, Sir Eric P h i p p s über die Spanienfrage. Der englische Botschafter soll dem Minister das starke Interesse der englischen Regierung an dem raschen Abschluß der französisch-italienischen Verhandlungen ausgedrückt haben. Er habe in freundschaftlicher Weise den Minister gebeten, in der Spanienfrage nichts unversucht zu lassen, um eine Einigung der hauptsächlich interessierten Mächte und damit auch den günstigen Verlauf der französisch-italienischen Verhandlungen zu ermöglichen. In den Abendstunden des Freitag hatte Ministerpräsident Daladier eine längere Unterredung mit Außenminister Bonnet über die außenpolitische Lage. Man hofft in Frankreich, daß die englische Vermittlung die Wiederaufnahme der französisch-italienischen Verhandlungen vorbereiten werde. Eine Wiederaufnahme dieser Verhandlungen hält man deshalb nicht ganz für unwahrscheinlich, weil Frankreich sich an der Pyrenäengrenze mit der vorläufigen Wiederherstellung einer Konttolle und mit der Zurückziehung der Freiwilligen nach dem Grundsatz einverstanden erklärt habe, für einen ausländischen Infanteristen auf sowjetspanischer Seite auch einen ausländischen Infanteristen auf nationalspanischer Seite und ebenso bei allen anderen Truppengattungen zurückzuziehen. Eine Hauptforderung Frankreichs ist außerdem die Wiederaufnahme der Seekontrolle und der Kontrolle an der portugiesischen Grenze. Viktor Emanuel III. auf der Reise nach Libyen. , Rom, 20. Mai. (Europapreß.) Der König von. Italien und Kaiser von Äthiopien hat sich im ha-' fen oon Syrakus an Bord der königlichen Jacht nach Tripolis e i n g e f d) i f f t, wo er am Samstagvormittag eintreffen wird. Die königliche Jacht wird oon Flotteneinheiten der Kriegsmarine- begleitet. In den ersten Tagen feines elftägigen Kopfschmerzen, Druck über den Augen und andere Beschwerden. Vielleicht liegt ein Sehfehler vor ? Eine Brille hilft 1 Augenärztl Verordnungen finden meine ganz besond. Beachtung. «ggD Optiker Aff» a.Bahnbof Lieferant auch Ihrer Krankenkasse desstaat San Luis Potofi unternommenen Aufstandsversuchs 20 000 Mann eingesetzt. Die Truppen haben die Aufgabe, die Anhänger General Cedillos einzukreisen. In Mexiko läuft das Gerücht um, General Cedillo habe die Hazienda Las Palomas, in der er sein Hauptquartier hatte, verlassen und sich mit einigen hindert seiner Anhänger i n das Gebirge zurückgezogen. Dieser Meldung scheint jedoch die Tatsache zu widersprechen, daß die mexikanische Regierung erneut sechs Militärflugzeuge in den Staat San Luis Potosi geschickt hat. Oorfweihe in Allmendfeld. Uebergabe des zweiten Lagers für den Reichsarbeitsdienst für dieweiblicheJugend NSG. Nachdem am 31. Oktober .1937 in Darmstadt die Gründungsfeier von Allmendfeld aus Vorbeugungsmaßnahmen gegen die Maul- und Klauenseuche durchgeführt worden war, findet nunmehr die D o r f w e i he am Sonntag, dem 29. Mai, um 16 Uhr statt. In einem Weiheakt auf dem Adolf- Hitlek-Platz, dem großen Dorfplatz, auf dem sich der Brunnen erhebt, erfolgt die Uebergabe des Dorfes und des Gemeinschaftshauses sowie die Bestellung des Ortsgruppenleiters. Nach der Enthüllung des Dorfbrunnens übergibt der Gauleiter den Schlüssel zum 2. Lager des Reichsarbeitsdienstes für d i e weibliche Jugend. Der Weiheakt steht unter. Leitung, von Landesbauernführer Dr. Wagner und wird gestaltet von 260 Arbeismaiden und Arbeitsdienstmännern, die das Werk „Der Asier birgt des Volkes Adel" aufführen. Im Mittelpunkt der ganzen Feier steht d i e Ansprache d e s Gauleiters und Reichsstatthalters. An die Einweihungsfeier schließt sich eine Besichtigung des Neubauerndorfes an. Am 29. und 30. Mai findet in dem nahegelegenen Wald ein fröhliches B a u e r n f e st statt.' Zu der Feier werden von der Landesbauernschaft drei Sonderzüge veranstaltet, die Bauern führ er und Volksgenossen aus allen Teilen des Gaues zu diesem schönsten deutschen Dorf führen. Außerdem werden an diesem Tag auch österreichische Landarbeiter anwesend sein,'die zur Zeit im Gau Hessen-Nassau weilen. Oer Führer ehrt gefallene Seehelden. Neue deutsche Zerstörer tragen ihre Namen. Berlin, 20. Mai. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat für die später zur Indienststellung kommenden Zerstörer „Z 17" bis „Z 22" folgende Namen befohlen: „Z 17" = „Diether von Roeder". In Erinnerung an den Kapitänleutnant Diether Frhr. von Roeder, gefallen am 11. 7.1918 als Chef der 13. Torpedobootshalbflottille. „Z 18" = „Hans Lüdeman n". In Erinnerung an den Marineingenieur-Aspiranten Hans Lüdemann, verunglückt bei einer Explosion auf dem Torpedoboot „S 148" am 14.5.1913, wo L. trotz eigener schwerster Verbrennungen durch selbstlosen Einsatz größte Gefahren für das ganze Boot^abgewendet hat. „Z 19" — „Hermann K ü n n e". In Erinnerung an den Torpedomatrosen Hermann Künne, gefallen unter vorbildlichem Einsatz am 22.4.1918 bei der Abwehr des Landungsversuches der Engländer in Zeebrügge. „Z 20" — „Karl Galster". In Erinnerung an den Kapitänleutnant Karl Galfter, gefallen am 26. 3. 1916 als Kommandant des Torpedobootes 8 22". „Z 21" = „W ilhelm Heidkamp". In Erinnerung an den Obermaschinistenmaat Wilhelm Heidkamp, der an Bord des Schlachtkreuzers „Seyd- litz" am 24.1.1915 durch tapferes Verhalten wesentlich zur Rettung des Schiffes nach schweren Tref- sern durch Fluten der bedrohten Munitionskammer beitrug und später an den Folgen der hierbei erlittenen Verletzungen starb. „Z 22" — „Anton Schmi M". In Erinnerung an den Bootsmannsmaat Anton Schmidt, gefallen am 31. 5. 1916 an Bord des Kleinen Kreuzers „Frauenlob". Schmidt hat als Geschützführer mit seinem Geschütz bis an dem Leib im Wasser stehend, aus den Gegner gefeuert, bis das Kentern des Schiffes dem Kampf ein Ende machte. Oer „Start zum Oeutschlandflug 1938". Rundfunkansprache des Korpsführers des NSFK. Berlin, 5. Mai. (DNB.) Am Sonntag, früh 8 Uhr, findet der Start zum Deutschlandflug 1938 statt. Don den 15 Startplätzen innerhalb des Großdeutschen Reiches werden in diesem Moment die zum Deutschlandflug 1938 zugelassenen 3 9 0 Flugzeuge starten und auf die einwöchige Reise gehen, mit dem Endziel Wien. — Bevor der Startschuß erfolgt, wird der Korpsführer des NSFK., Generalleutnant C h r i st i a n s e n , der auch in diesem Jahre wieder aktiv am Deutschlandflug teilnimmt, in der Zeit von 7 bis 7.15 Uhr vom Startplatz Rangsdorf aus in einer Rundfunk- a n f p r a ch e über die deutschen Sender zu den auf den übrigen 14 Startplätzen angetretenen fliegenden Besatzungen sowie zum Bodenpersonal und darüber hinaus zu allen deutschen Volksgenossen über den „Deutschlandflug 1938" sprechen. Der Korpsführer hat seinen alten Fliegerkameraden, Generalmajor Loerzer, gebeten, den Startschuß abzugeben. Punkt 8 Uhr wird daher auf dem Flughafen Rangsdorf der bekannte Pour le merite-Flieger des Weltkrieges, der erste Präsident des Deutschen Luftsportverbandes und jetzige Inspekteur der Jagdflieger, den Startschuß abgeben, während auf den übrigen Startplätzen die Gauleiter bzw. Gauleitexstellver- treter das Zeichen zum Start geben werden. In diesem Moment werden die Deutschlandflieger, an der Spitze der Korpsführer des NSFK., zum Fluge über die deutschen Gaue starten. Reichssportwettkampf der HI. 1938. Berlin, 20. Mai. (DNB.) Zum zweitenmal tritt die deutsche Jugend zum Reichssportwettkampf der HI. an, der am 21. und 22. M a i für d i e Pimpfe und Hitlerjungen und am 2 8. und 2 9. für d i e BdM.- und Jungmädel durchgeführt wird. Wieder gilt für diese Tage das Wort, mit dem der Führer die deutsche Jugend jchon im vergangenen Jahr aujnes zum sportlichen Wettkampf: „Cs ist mein Wille, daß die gesamte deutsche Jugend sich einmal im Jahr einer großen sportlichen Leistungsprüfung unterzieht und mit dieser vor der ganzen Nation Zeugnis ablegt von der Kraft und Unbesiegbarkeit des Volkstums. Ich rufe daher jeden deutschen Jungen und jedes deutsche Mädel zur Teilnahme am diesjährigen Reichssportwettkampf der Hitler-Jugend auf." Kunst unö Wissenschaft. Das Beelhovenfesl der HI. in Bad Wildbad. Unter überaus starker Beteiligung von HI. und BDM. aus Württemberg und Baden wurde in Bad Wildbad das Beethovenfest der HI. einge- lestet. Der Leiter des Kulturamtes der Reichsjugendführung, Obergebietsführer Cer ff, gab eine Siun- deutung dieses Musikfestes. Die Jugend solle ihr Urteil über die Musik nicht aus Vorlesung und Vorurteil, sondern aus dem Erlebnis finden. Sie soll auch die Größe des Meisters erkennen und in seinem ßeben und Wirken ein Vorbild finden für das eigene Schaffen. Sich zu Beethoven bekennen, heiße nicht rückwärts sich wenden, sondern einen ewigen Lehrmeister wahren deutschen Kunstschaffens sehen. Im Verlaufe von wenigen Tagen werde ein gewaltiger Ausschnitt aus dem Lebenswerk Beethovens dargeboten. Es feien darum vor allen Dingen die verantwortlichen Musikerzieher der. Hitler-Jugend zu diesem Fest einberufen worben. Die Konzerttage umfassen insgesamt neun Konzerte mit sinfonischen und kammermusikalischen Werken Beethoven, deren Folge sich im Sinne einer organischen Erfassung der Beethovenschen Gesamtwerke nach der zeitlichen Entstehung feiner Werke aufbaut Snmmdfan für bas Richard-Wagner-Ralionaldenkmal. Auf Anregung des Präsidenten der Reichsthe-ater- kammer, des Vorsitzenden des Deutschen.Gemeindetages und des Oberbürgermeisters von Leipzig findet mit Genehmigung des Reichsministers des Innern an allen deutschen Opernbühnen des alten Reichsgebietes (ohne Oesterreich) am 22. Mai aus Anlaß des 125. Geburtstages Richard Wagners eine Geldspendensammlung statt für das seiner Vollendung entgegengehende Richard-Wagner- Nationaldenkmal in Leipzig, zu dem der Führer am 6. März 1934 den Grundstein gelegt hat. Die Sammlung soll den breitesten Schichten unseres Volkes Gelegenheit geben, sich mit zu bekennen zu einem Werk nationalsozialistischer Dank- barfeit und Aufbauarbeit. Durch diese Veranstaltung soll das Richard-Wagner-Nationaldenkrnal wahrhaft zu einer Sache der Nation gemacht werden und ein einmütiges Bekenntnis zu Deutschlands großem Musiker und Dichter fein. Aus aller Welt. Neuschnee in den Allgäuer Bergen. Ars den Allgäuer Bergen werden Neuschnee- fälle gemeldet. Die Schneedecke reicht bis über die Waldgrenze herab. Die Temperaturen liegen auch im Tal in der Nähe des Gefrierpunktes. Ein Säugling von Ratten gelötet. In Split (Spalato), fast im Zentrum der Stadt, haben nach einer Meldung der Belgrader „Politika" Ratten einen acht Monate alten Säugling g e t ö - t e t. Als die Mutter des Kleinen, die 20jährige Witwe Winka Jelitsch, früh morgens erwachte, fand sie ihr Kind tot neben sich liegen. Ratten hatten ihm die Kehle durchgebissen. Im vergangenen Jahr hat sich in der Altstadt von Split ein ähnlicher Fall zugetragen. Vier Todesopfer eines Autounglücks. In der Nähe von Posen kam es zu einem schweren Kraftwagenunfall. Ein Personenkraftwagen streifte beim Ueberholen eine mit Stroh beladene Fuhre, der Chauffeur verlor die Gewalt über die Steuerung, und der Wagen raste gegen einen Baum. Aus dem völlig zertrümmerten Auto wurden die Leichen der vier Insassen geborgen. Der Kraftfahrer hatte versucht, die breit beladene Fuhre mit 120 Kilometer Geschwindigkeit zu überholen. Böses Ende einer Bierreise. Aus der Landstraße bei Neuwied ereignete sich nachts ein Verkehrsunglück. Ein mit drei Personen besetzter kleiner Kraftwagen fuhr gegen die Prellsteine und überschlug sich, wobei die Insassen in hohem Bogen aus dem Auto herausflogen. Bewußtlos blieben sie auf der Sttaße liegen. Arbeiter, die Morgens in den Westerwald fuhren, fanden die Verunglückten, die schwere Schädelverletzungen hatten, und veranlaßten die Ueber- führung ins Neuwieder Krankenhaus. Die polizeilichen Ermittlungen ergaben, daß sämtliche Insassen schwer betrunken waren und van Rengsdorf, wo sie zuletzt gezecht hatten, nach Weißenthurm fahren wollten, wo sie herstummten. Wetterbericht Begünstigt durch die Ausbildung eines zentralen Störungsgebietes werden über Deutschland kalte arktische Luftmassen mit warmer subtropischer Luft zusammengeführt. Da letztere zum Aufgleiten kommen, haben sich außerordentlich ausgedehnte Niederschläge eingestellt, die bei uns seit Dienstag Mengen zwischen 20 und 30 Liter Wasser pro Quadratmeter geliefert haben. Wenn auch die Niederschlagsneigung nachläßt, so ist beständiges Wetter vorerst noch keineswegs zu erwarten. Aussichten für Sonntag: Unbeständig und zeitweise Regen, doch im ganzen Niederschlagsneigung nachlassend, bei nördlichen bis südlichen Winden leichter Temperaturanstieg, dach für die Jahreszeit noch zu kühl. Aussichten für Montag: Unbeständigkeit weiter nachlassend, Temperatur ansteigend. Lufttemperaturen am 20. Mai: mittags 8 7 Grad Celsius, abends 7 Grad; am 21 Mai: morgens 7,4 Grad. Maximum 10 Grad, Minimum heute nacht 5,9 Grad. — Erdteiüperaturen in 10 cm Tiefe am 20. Mai: abends 11,5 Grad; am 21. Mai: morgens 9,6 Grad. — Niederschläge 17,2 mm. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IV. 38: 9614. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 ERNTEN 33 BIS 35 + MUSTERCIGARETTEN + MISCHUNGSNUMMER R 0 o/M Der ungewöhnlich zarte und reine Charakter dieser Mischung beruht darauf, daß mer Fabrikations- non :zen H.F.4PH.F. REEMTSMA ♦ CIGARETTENFABRIKEN * WERK H sämtliche Tabake zweimal Mündstück hergestellt. 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Märchenhaft, rhapsodisch oder von Dämonen getrieben — wie man sein Leben sehen mag — ein Mensch entschwand den Blicken der Zeitgenossen, dessen irdisches Dasein noch heute nicht im unverschleierten Lichte der Tatsachen erkennbar ist. Es blieb die Erinnerung an einen der wenigen und Seltenen Götterlieblinge, die aus Leid und Not, aus Bitternis und prüfender Drangsal im Schmelzofen eines glühenden Lebens zum Edelstahl der zeit- und geistprägenden Persönlichkeit gehärtet werden. Unter den schattenden Bäumen des Hofgartens von Bayreuth, wo das bürgerliche Privatreich „Wahnfrieds" mit dem fürstlichen Lustgarten zusam- hetzte Emigrant und der Hausherr von „Wahnfried" in atlasseidenen Schlafröcken von unheimlicher Anzahl, der gequälte Ehegatte, der im stillen Verzehren nach der unerreichbaren Mathilde Wesendonck die Liebesglut von „Tristan und Isolde" entfacht, dem das Geschick nach langen Irrungen Cosima als Muse seiner Reife schenkt, der Komponist „großer Opern" französischen Einschlags und der Schöpfer des deutschen Musikdramas, der Mann, der viereinhalb Riesenwerke unausgeführt in der Schublade liegen läßt und lieber auf jeden Ton "feiner Musik verzichtet, wenn sich das Ziel, das Festspiel als Ausnahmeereignis, nicht verwirklichen läßt — Gegensätze, wirkliche und scheinbare Widersprüche, Entwicklungen von beängstigender Weitschweifigkeit, wohin man blickt! Aber alle Wege und Umwege führen zum Werk, zur epochemachenden Tat, die geistig, kulturell, musikalisch und ästhetisch das Tor Hans Sachs ruft also das Volk als Richter auf! Er selbst ist als Spruchrichter bestellt, aber er fühlt sich nicht zuerst den Regeln der Zunft verpflichtet, wenn er sie auch ehrt und als Formen gelten läßt, denn jeder Inhalt muß in Formen gegossen werden, um nicht zu zerfließen. Aber höher als die Zunftregeln steht der schöpferische Geist. Der kommt aus dem Volke, den hat das Volk bewahrt und darum fühlt sich Hans Sachs als Spruchrichter auch nur in dem Sinne, daß er der Sprecher ist für das, was das Volk empfindet. platzt er los: „Aber wie kriegen denn Büchse auf?!" * Müllers wollen verreisen. Die Koffer sind gepackt, „Ein Meister, reich und hochgemut, der will euch heut' das zeigen: fein Töchterlein, sein höchstes Gut, mit allem Hab und Eigen^ dem Singer, der im Kunstgesang vor allem Volk den Preis errang, • als höchstes Preises Kron' er bietet das zum Lohn ... Ihr Meister, die ihr's euch getraut, euch ruf’ ich's vor dem Volke laut: erwägt der Werbung selt'nen Preis, und wem sie soll gelingen, daß der sich rein und edel weiß, im Werben, wie im Singen, will er das Reis erringen, das nie bei Neuen noch bei Alten ward je so herrlich hoch gehalten, als von der lieblich Reinen, die niemals soll beweinen, daß Nürenberg mit höchstem Wert die Kunst und ihre Meister ehrt." burtstags — es ist zugleich der Weihnachtsmorgen — spielte eine kleines Orchester im Treppenhaus zu Triebschen das für Cosima komponierte Idyll, das später als „Siegftied-Jdyll" bekannt wurde. Aus den Themen der Schlußszene des dritten Aktes im „Siegfried" ersteht qualvolles Ringen, Sehnsucht und' Beglückung einer großen Liebe, die sich im Kinde erfüllt hat. Das ist für Richard Wagner das köstlichste Geschenk der Triebschener Jahre gewesen. Im Januar 1867 hatte Gottfried Semper das Modell des monumentalen Renaissancebaus zu einem Nibelungentheater vollendet, das am Isar- Ufer errichtet werden sollte. Damals hatten sich in München große Widerstände gegen diesen Plan gebildet. In Triebschen taucht nun der Gedanke auf, das Festspielhaus nicht in dem lärmerfüllten Getriebe der Residenz zu errichten. Im Lauf des Frühjahrs 1871 schickt Wagner ein kleines grünes Heftchen in die Welt hinaus: „Ueber die Aufführung des Bühnenfestspieles: Der Ring des Nibelungen". Noch ist darin der Sitz der zukünftigen Festspiele nicht genannt. Im gleichen Frühjahr betritt Richard Wagner zum ersten Mal die stille, alte, fränkische Markgrafenstadt, am Roten Main, deren berühmtes Rokoko-Opernhaus von Bibiena ihn hergezogen hat. Ein Jahr darauf nimmt er Abschied von der Insel der Seligen. Bücher, Noten, die großen Saf- sianmappen mit den Partiturblättern werden zu- sammengepackt. Das Triebschener Idyll ist verklungen. In Richard Wagners fruchtbarem, reichem, erschütterndem Leben, „ganz abweichend und unerhört unter mittleren Sterblichen", wie Nietzsche es nennt, beginnt nun der letzte große Abschnitt: Bayreuth. Walter Schwerdtfeger. Es wird keinen Deutschen geben, der nicht erfrischt aus einer Aufführung der „M e i st e r s i n - ger von Nürnberg" käme. Wir wissen, daß auch der Führer immer wieder diese Oper besucht. Alles ist Farbe, Frohsinn, Humor, Beglückung, ertragenes Leid in diesem Kunstwerk. In einer Zeit, in der die Geister erwachten und es nach dem Ausspruch Huttens eine Lust war zu leben, kommt Walther Stolzing, der junge Ritter, nach Nürnberg. Aber was er antrifft, ist nicht mehr die frei- strömende künstlerische Kraft des Volkes. Vielmehr findet er einen alten Zopf, mit fürchterlichen Regeln, die Selbstzweck geworden sind, statt Hilfsmittel des Ausdrucks zu sein. Da singt er, mit Hilfe des klugen Hans Sachs, der selbst unter diesem Zopf leidet, die braven, ehrlichen, aber steifen und wichtigtuerischen „Meistersinger" in Grund und Boden. Und er bleibt Sieger — warum? Weil er einen Verbündeten hat, von dem er sich vorher wahrscheinlich nichts hat träumen lassen: das Volk, das die Begabung und Genialität erkennt. Hoher als die zum starren Handwerk gewordene Kunst der „Zunft" ist das freiströmende Gefühl, die unbezwingliche Liebe, der sich Walther von Stolzing an- vertraut. Das spürt das Volk und darum zwingt es die Meistersinger, dem kühnen Mann den schönsten Preis zu geben, dem Mann, der den Weg zu den ursprünglichen Quellen des Schaffens wie- Wir wissen, daß Richard Wagner nicht nur Dichter und Gestalter war, sondern daß er sich auch immer Rechenschaft ablegte über das, was er tat, und über die Art und Weise, wie sein Schaffen im großen Zusammenhang der deutschen Kultur stand. Das macht Wagner so groß, daß er mit dem Volke und seinen Schicksalen lebte, daß er mit leidenschaftlicher Seele empfand, was das Volk im Tiefsten aufwühlt, und daß er sich auch nicht scheute, praktisch die Folgerungen daraus zu ziehen. Nachdem er sich im Revolutionsjahr 1848 in Dresden mitten in das Volk gestellt hatte, hat man ihn verbannt, und er durfte 15 Jahre deutschen Boden nicht betreten. Aber er hat gesiegt mit seiner Idee vom Volke; denn sie war so tief verankert in feinen Gedanken, er hat das im Volke sichtbare Gut so deutlich erfaßt und ihm selbst höchsten Ausdruck verliehen, daß wir ihn heute grüßen dürfen als den Mann, der Kunst und Volk zum ersten Male unzertrennbar verbunden hat. Wenn wir heute ganz sicher wissen und fühlen, daß nur das Volk der tragende Untergrund aller Kunst ist, also auch höchster' Richter über das, was das einzelne Genie gestaltet, so verdanken wir diese im eigentlichen Sinne deutsche Wahrheit Richard Wagner. Sie ist deutsch, weil sie nicht das Individuum, den schöpferischen Geist, allein gelten läßt, wie der falsche Geniekult, sondern weil das Gerne nur in seinem Zusammenhang mit dem Volke etwas gilt, also insoweit, als es das, was das Volk wirklich „angeht", gestaltet und so eines dauernden Echos im Herzen des Volkes sicher sein darf. Es ist gewiß nicht allzu bekannt, daß Richard Wagner auch in seinen gedanklichen Schriften die Erkenntnis von der unzertrennlichen Verbindung von Volk und Kunst häufig ausgesprochen hat. Im dritten Kapitel des „Kunstwerks der Zu- kunft" stellt er die Frage „Wer ist das Volk? Die Antwort lautet: „Das Volk war von jeher der Begriff aller der Einzelnen, welche ein Gemeinsames ausmachten. Es war vom Anfänge die Familie und die Geschlechter; bann die durch Sprachgleichheit vereinigten Geschlechter als Na- voll alle Partien singt: Sachs und Beckmesser, Stolzing und Evchen, dann muß der montenegrinische Kammerdiener noch lange nach Mitternacht auf den Herrn Abbe warten, obwohl er doch schon morgens mit dem Fünfuhrzug Luzern wieder verlassen muß. Das Jahr 67 bringt die herrliche Uraufführung der „Meistersinger" in München, der Richard Wagner — ein neuer Skandal! — in der Komgsloge des Schauspielhauses beiwohnt, neben dem jungen Herrscher. „ . . Auch eine ganze Anzahl größerer und kleinerer Abhandlungen wurden ht den Triebschener Jahren veröffentlicht; so die Aufsatzfolge „Deutsche Kunst und Deutsche Politik", die Schrift zum Gedächtnis Beethovens, der Aufsatz über „Das Judentum m der Musik", der jetzt zu einer ganzen Broschüre am Triebschener )Vyu. Zu Richard Wagners 125. Geburtstage am 22. Mai. Nach den erbitterten Kämpfen des Jahres 1865, .bem fluchtartigen Verlassen Münchens, schienen alle Hoffnungen Richard Wagners gescheitert. „Bleich, mit verworrenen Zügen, das lange, schlaffe Haar ganz grau schimmernd", so war er an einem Dezembermorgen aus der Villa an der Brienner Straße vor den Propyläen fortgegangen und hatte fröstelnd und einsam in der Campagne aux artichauts, einem Landhause am Genfer See, die Wintermonate zugebracht. . , Ostern 1866 entdeckt er bei einer Dampferfahrt über den Vierwaldstätter See nahe der Alpnacher Enge eine schmale Landzunge, die sich weit in das smaragdgrüne Wasser streckt; auf einem Wiesen- HÜgel 'erhebt sich dort, zwischen alten Bäumen und steilen, hohen Pappeln, ein zweistöckiges Haus mit altmodischem, stumpfrotem Walmdach. In einer kleinen Bucht schaukelt ein Kahn unter dem Wellenschlag des Raddampfers. Triebschen. Zwei Tage danach hat Wagner das Haus gemietet. Es ist die Insel der Seligen, die er entdeckt hat. Zur Rechten erhebt der Pilatus den zerklüfteten Gipfel, und wenn des Abends der Firn des Gott- I hard in sonnendurchlodertem Blau erkaltet, sieht man über die Bucht hinweg die Lichterkette der ^Laternen am Kai von Luzern. Sechs Jahre des Schaffens werden nun dem alternden, vielumhergetriebenen Manne geschenkt. Hier in der herbstlichen Stille von Triebschen reifen die großen Entscheidungen seines Hochschulnachrichten. Professor Dr. Hermann G o ch t, der hervorragende Berliner Orthopäde und ehemalige Ordinarius für Orthopädie an der Universität Berlin, ist nach langem Leiden im 70. Lebensjahre gestorben. Gocht, am 3. Februar 1869 in Köthen (Anhalt) geboren, mar eine Zeitlang Schiffsarzt, wirkte später in Halle und von 1915 bis zu seiner Entpflichtung (1936) als Direktor der orthopädischen Universitätsklinik an der Charite in Berlin. Seine Verdienste als Arzt und Forscher haben in der ganzen Welt hohe Anerkennung gefunden. Professor Dr. Karl B r a n o i, der vor zwei Jahren entpflichtete Ordinarius für mittlere und neuere Geschichte an der Universität Göttingen, beging seinen 7 0. Geburtstag. Brandi, aus Meppen in Westfalen gebürtig, hat von 1891 bis 1936 fast ununterbrochen in Göttingen gewirkt; nur als Extraordinarius war er kurze Zeit in Marburg. Brandi hat sich vor allem als Urkundenforscher einen Namen gemacht. Von seinen Büchern seien genannt „Die Renaissance in Florenz und Rom", „Deutsche Reformation und Gegenreformation" und die erst vor kurzem erschienene große Biographie Kaiser Karls V. Brandi ist korrespondierendes Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und Ehrendoktor der Universität Cambridge. Richard Wagner. Zu seinem 125. Geburtstage am 22. Mai. Bon Johannes Lacobi. Eine verwirrende Fülle von Bildern und Ge- iicf)ten tanzt vor unfern Augen beim Gedenken an Wagner. Vor 125 Jahren tat er den kleinen Schritt n ein ärmliches Leben, vaterlos, von Not umlauert. Lor 55 Jahren hauchte er den Odem wieder aus — in einem italienischen Palazzo, ein Fürst im Reiche Jes Geistes, gebettet in den dunklen Prunk der Randglossen zur kleinen Zeitgeschichte Bon Ernst von Riebelschüh. Aehnlich wie im griechischen Altertum, wo be. kanntermaßen sieben Stadtgemeinden den Homer als ihren Landsmann beanspruchten, ohne daß bis jetzt die wirkliche Geburtsstadt der Ilias und Odyssee ermittelt werden konnte, haben sich zu unserer Zeit verschiedene deutsche Städte um die Ehre gestritten, das Grab Herrn Walthers von der Vogelweide, des berühmten Minnesängers und Spruchdichters der Hohenstaufenzeit, in ihren Mau- ern zu bergen. Wohlbemerkt: sie haben es getan. Denn die Frage ist nunmehr zugunsten Würz- b u r g s , das seine Ansprüche stets mit dem größten Eifer verfochten hat, endgültig entschieden. Und zwar durch Auffindung von zwei zeitgenössischen Urkunden, die sich genau decken. Die eine wurde tm Würzburger Archiv gefunden; es ist eine Hand-- schrift des mit Walther bekannten Kanzlers Michael Leone, die außer der Grabwidmung auch die Angabe der Grabstätte enthält: im Kreuzgang des Neumünsters. Die andere, in München entdeckte Urkunde sagt das gleiche aus: „Herr Walteher von der Vogelweide begraben ze Wircceburg zu dem Nuwemunster in dem grasehove." Die Würzburger haben also recht behalten, als sie kürzlich an der Nordseite der Neumünsterkirche, auf dem rasen- bewachsenen Hof (grasehove) des ehemaligen Kreuzganges, eine Gedenktafel aufrichteten, die ihrem Besitzanspruch Ausdruck, verleiht. Dessen nunmehr erfolgte Bestätigung sollte sie nun aber auch veran- lassen, ein Unrecht sobald wie möglich wieder gut* zumachen. Wir meinen die gedankenlose, durch nichts gerechtfertigte Versetzung des erhaltenen Teiles der schönen Kreuzgangarchitektur in das stad- tische Luitpoldmuseum. Zwar ruhen jetzt im Schatten dieses romanischen Bogenganges die Gebeine eines anderen Würzburger Dichters, Max Dauthen- deys. Gleichwohl: sollte jetzt nicht doch die Stunde gekommen sein, sich in Würzburg der Notwendigkeit des längst fälligen Wiederaufbaues des Neu- Kleinigkeiten. Die Familie saß beim Abendessen. Es gab Oelsardinen. Die Mutter hielt es für nützlich, eine Belehrung daran zu knüpfen. „Denk dir mal an, Karlchen, diese kleinen Fische werden oft von den großen verfolgt und dann gefressen." r Karlchen blickt die Sardinen mit stummem Staunen an und verdaut die mütterliche Weisheit. Dann macht keine Anstalten, sich ..... Er scheint überhaupt sehr verstimmt. gewachsen war Im Ium 1869 schenkt ihm Cosima den sehnlich erwarteten Sohn: Siegfried. An diesem Tage macht gerade der neue Extraordinarius für klassische -pqi® iologie an der Universität Basel, Friedrich Nietzsche, seinen - ersten Gastbesuch in Triebschen. Es schien ein gutes Vorzeichen der Freundschaft zu sein. Fast jedes'Wochenende über ist er von nun an auf der Insel der Seligen. Mit einem langen Zettel von Frau Cosima versehen, kauft er in Basler Spiel- zeugläden Marionettentheater und Puppen für die Kinder und vergißt darüber ganz die professorale Würde seiner fünfundzwanzig Jahre. Unvergeßlich bleiben auch die Abende am See; die scharf umrissenen Berggipfel werden immer durchsichtiger im sinkenden Licht. Da ist Cosima, ,m rD'a Kaschmirkleid, den großen Florentiner m der Hand, am Arm des jungen Professors mit den vergrubel- ten, tiefliegenden Augen; Wagner im niederländischen Malerkostüm: schwarzer ^amtrotf Kniehosen, breites Barett und gefältelte lichtblaue Atlaskrawatte. Vor ihnen, in schwerfälligem Trott, Ruß, der riesige Neufundländer; man spricht über den Geist des neuen deutschen Kulturideals, das im Werden ist, über all die Gedanken, die Nietzsche dann in der Schrift „Die Geburt der Tragödie aus dem Geist der Musik" abgehandelt hat. Noch zwanzig Jahre später, als aus dieser Freundschaft langst „der Fall Wagner" geworden ist, hat Nietz che geschrieben: „Ich lasse den Rest meiner menschlichen Beziehungen billig; ich möchte um keinen Preis die Tage von Triebschen aus meinem Leben meggeben, Tage des Vertrauens, der Heiterkeit, der sublimen Einfalle, der tiefen Augenblicke .. Während der ersten Wochen des deutsch-franzost- f»;n Srieqes 'and in aller Stille in der kleinen protestantischen Kirche non Luzern die I r a u u n » mit Cosima statt. Am Morgen ihres nächsten Ge° der freilegte Hans Sachs, der die Handlung miterlebt — und erleidet, deutet und vertieft, spricht das, was geschah, in den schönen Schlußworten aus, von denen einige ins Gedächtnis gerufen ,feien: menstößt, liegt des Meisters Leib. Sein Gast aber lebt. Bestürzt halten wir inne, wenn der Kalender die Jahre seines Lebens zur runden Zahl eines „Gedenktages" gesammelt hat; denn der in unser Gedächtnis zurückgerufen werden soll, schafft und wirkt ja weiter. Wohin wir auch greifen — ins Leben, ins Werk, ins Planen, Denken oder Mahnen des - Meisters — die Bilder zerfließen, überdecken sich Lind entziehen sich noch abschließender, urteilender Bewertung, wie es nur lebendige Gegenwart tut. Wagner hat die Geister feiner Zeit geschieden. Er bat Haß und Bewunderung geerntet Sein übermächtiger Genius hat Generationen von Nach-1 jähren überschattet. An seinem Vermächtnis rieb sich eine Jugend, die zu neuen Zielen stoßen wollte. Heute blickt die erwachte Nation in Ehrfurcht zu ihm auf und liebt in feinem Werk, in seinen Gedanken den frühen Künder einer beglückenden Gegenwart. Sa wird sein Erdendasein langsam zum Mythos. Jedes Geschlecht schöpft aus seinem Erbe die Schätze, die es sucht. Der Revolutionär auf den Barrikaden von Dresden und der Herr von Bayreuth, der einen Kaiser unb einen König in seinem Theater empfängt, der Noten kopierende Hungerleider, der mit Mühe dem Schuldturm entrinnt, und der Märchenprinz, der einen Märchenkönig als Freund erringt, der ge- Ein Führer zur Idee des Volkes Bon Hans Hartmann. Dem Auge das Beste! Lassen Sie sich beraten von | Optiker 31la&nus dem Optiker Ihres Vertrauens I Seltersweg 33 / Kassenlieferant. Lebens. „Don neuem war ich wieder m dem schweigenden Asyl, fern jedem Klange, anyelangt, aus welchem ich dereinst in die stumme Alpenwelt blickte, als ich jenen überschwänglichen Plan (Nibelungen) entwarf." In diesem ersten Triebschener Sommer entsteht Wagners „klassischestes, deutschestes,^ reifstes und allgemein zugänglichstes Kunstwerk": „Die Meistersinger von Nürnberg" „Siegfried" wird vollendet, „Die Götterdämmerung" in diesem „alten Bauernhaus" begonnen. Unvergeßlich sind die Abende, wenn er mit C o - sima, die noch immer den Namen Hans von Bülows trägt, neben dem Backsteinkamin sitzt und ihr Dorlieft: Shakespeare, Platon-Dialoge, gespenstische Erzählungen von E. T A. Hoffmann. Und wenn Franz L i f U zu Besuch kommt und man musiziert, die „Meistersinger"-Partitur auf dem Notenpult des Flügels, während Wagner temperament- „Macht dir die Reise keine Freude?" fragt die Mutter. „Gar nicht", antwortet Peter, „Vater hat heut morgen gesagt, er hat sich die ,Reiserute< schon zurechtgelegt." Mariechen wünscht sich sehnsüchtig ein Schwester- chen und legt darum jeden Abend ein Stück Zucker auf das Fensterbrett, um den Storch heranzulocken. Eines Tages fragt Tante Fränzchen: „Ist denn das Schwesterchen schon eingetroffen? „Ach Tante, noch immer nicht", seufzt Mariechen, „und wir tun doch wirklich alles dafür, was wir können!" * Man ist Tante Molchen, die bald achtzig Lenze zählen mag, begegnet. Nicht ohne Grund wundert sich Mariechen: „Och, ist die immer so klein gewesen?" „O nein", entgegnet die Mutter, „aber alte Leute wachsen in die Erde hinein." Mariechen überlegt und dann platzt sie heraus: „Mutti, wenn du mal so klein bist, und ich bin groß, und du machst dein Kleid dreckig... aber dann... 1" einer neuen Zeit aufreißt. Wir stehen mitten in ihr. Ob der Strom Wagner- scher Musik die gehetzten Menschen unserer schnelllebigen Zeit auf seine weitschwingenden Wogen nimmt und zur inneren Ruhe, zur seelischen Einkehr führt, ob die germanischen Götter- und Heldengestalten, die Ritter und Frauen der deutschen Sage1 tion." Man muß den Empfindungsgehalt dieser Worte spüren, ihn spüren auf dem Grunde einer Zeit, die noch in Fürstenegoismus versank. Die noch kaum eine Ahnung hatte, was in der Idee der Volksgemeinschaft für Lebenswerte beschloßen lind. .Sind wir nicht vielmehr alle ,das Volk', vom Bettler bis zum Fürsten?" fragt der Mann, der kein Fürstenknecht war, den das Schicksal für seine schlimmen Erfahrungen mit fürstlicher Engstirnig- feit so belohnte, daß es den romantischen Jdeal- sürsten seinen Weg kreuzen ließ, der in der Gestalt Ludwigs II von Bayern dem Werke Wagners gerade damals die Bahn bereitete, als es aufs höchste gefährdet war. Wagners Antwort aber auf diese Frage lautet: „Das Volk ist der Inbegriff aller derjenigen, welche eine gemeinschaftliche N o t empfinden. Zu ihm gehören daher alle die- jenigen, welche ihre eigene Not als eine gemeinschaftliche erkennen, oder sie in einer gemeinschaft- lichen begründet finden; somit alle diejenigen, welche die Stillung ihrer Not nur in der Stillung einer gemeinsamen Not erhoffen dürfen, und demnach ihre gesamte Lebenskraft auf die Stillung ihrer, als gemeinsam erkannten, Not verwenden." Nachdem Wagner geschildert hat, wie nur das gemeinsam empfundene Bedürfnis nach (seelischer, künstlerischer, ovlklicher) Befreiung wirklich „notwendig" ist, schließt er diesen Abschnitt: „Nur das Volk handelt nach Notwendigkeit, daher unwiderstehlich, siegreich und einzig wahr." Prüfen wir diese Worte in dem heutigen deutschen Schicksal und Wagner wird uns als deutscher Prophet erscheinen. und Geschichte dem Volke kräftige Anschauungsbilder seiner großen Vergangenheit geben, ob die Idee der Erlösung aus tragischer Schuld durch liebende Hingabe, die Ueberwindung des Ichs durch das Opfer und das Aufgehen des einzelnen in der Gemeinschaft, durch Die künstlerischen Symbole Wagners die Menschen von heute erhebt, ob der Denker und kulturpolitische Schriftsteller Wagner die Ahnenreihe der neuen deutschen Weltanschauung bis in die Mitte des vorigen Jahrhunderts verlängert und durch seinen Kampf für das wahre Deutschtum die Bestrebungen der Gegenwart mit der Wucht seiner säkularen Persönlichkeit unterstützt — wohin wir den Blick auch wenden: Richard Wagner lebt! Sein Geist und seine Werke sind die Grund- und Ecksteine eines Deutschen Reiches geworden, das auf langen Irrwegen zu sich selbst gefunden hat- Dem größten Musikdramatiker der deutschen Geschichte, dem unerschrockenen Vorkämpfer für eine völkischdeutsche Kultur gilt unser Dank und stummer Gruß an einem Tage, der wie eine Sekunde zwischen Zeit und Ewigkeit einen der erhabensten deutschen Meister in seiner schier unerschöpflichen Bedeutung vor unser geistiges Auge rückt. ta! daher ver Vorteilhaft ihmackhaft Ih. Kern. Plockstr.T lasser gesucht. . Angebote i an Ala. [iiserstr.16 Klein, ine mit altung, und ukliven igenSie 10130. 3518Ä iBe6 etbeer Münster.Kreuzhanges an der richtigen Stelle als einer unabweisbaren Dankespflicht zu erinnern? Kein Bewunderer Herrn Walthers von der Vogel- weide und der geliebten Stadt Würzburg, ja kein Deutscher überhaupt, der sich über einen solchen Akt der Pietät nicht von ganzem Herzen freuen würde. * Daß Kunstwerke und Naturschönheiten g e s e tz - l i ch geschützt werden, ist uns nachgerade selbstverständlich geworden. Als nicht ganz so selbstverständlich berührt uns ein Fall, der aus England gemeldet wird und bei dem es sich um nicht mehr und nicht weniger als um öffentliche Maßnahmen zur Erhaltung weiblicher Schönheit handelt. Sie zu treffen, war dem Gemeinderat des Städtchens B r o o m f i e l d in der Grafschaft Essex vorbehalten, eines Ortes, der durch das goldblonde Haar und den blendend weißen Teint seiner Bewohnerinnen einen solchen Ruhm in ganz England genießt, daß man zum Preise einer besonders schönen Frau nichts Besseres zu sagen weiß als: „ihre Haut ist so zart und rein wie die einer Broomfielderin". Wer also kann es dem Bürgermeister von Broom- field verargen, daß er zur Verteidigung dieses alten und wahrscheinlich auch wohlbegründeten Ruhmes alles aufbietet und einer möglichen Schmälerung mit ernster Sorge entgegensieht? Wenn Schilda seit langem schon seinen guten Ruf, die Heimat der Schildbürgerstreiche zu sein, verloren hat, warum sollte sich Broomfield einer ähnlichen Gefahr aussetzen? Und diese Gefahr war kein leerer Wahn, nein, sie war eine Realität Sie nahte sich Broomfield in Gestalt einer Institution, die man in der zivilisierten Welt als eine Wohltat für die Menschheit zu bezeichnen pflegt und demgemäß normalerweise freudig begrüßt, nur nicht in Broomfield. Sie nahte sich, kurz gesagt, in der Form einer — Wasserleitung. Broomfield sollte nach einem Beschluß des Graftchaftsrates an das Wasserleitungsnetz von Essex angeschlossen werden, dasselbe Broomfield, daß sich so viel darauf zugute hielt, daß die natürliche Weichheit seines Brunnenwassers es sei, der die sprichwörtlich schönen Frauen iyr blondes Haar und ihre weiße Haut zu verdanken hätten. Dieses Brunnenwasser, so führte der Obmann aus, sei das wahre Schönheitselixier von Broomfield, unb_ gar nicht auszudenken sei es, was geschehen würde, wenn sich in Zukunft seine schönen Landmänninnen mit dem harten Leitungswasser waschen müßten. Wer kann solchen Argumenten widerstehen? Männer nicht, selbst wenn sie Gesetzgeber sind. Und so beschlossen denn auch die Männer von Essex, den Töchtern von Broomfield noch volle drei Jahre Zeit zu geben, über den Fall nachzudenken. ♦ Altes Brauchtum zu schützen, es nach Möglichkeit zu erhalten oder doch wenigstens den Erfordernissen der heutigen Zeit sinngemäß anzupassen, ist eine dankenswerte Tat. Schöner noch ist es vielleicht, wenn neue Sitten sich den alten hinzugesellen. Sie brauchen nicht „erfunden" zu werden, es gibt Fälle, wo sie ganz natürlich und organisch aus dem allgemeinen Empfinden spontan hervorgehen, und nur dann haben sie Aussicht, einmal selbst „Brauchtum" zu werden. Ein solcher Fall wird jetzt aus dem mitten im Trachtengebiet der Grafschaft Schaumburg am Fuße des Bückebergs gelegenen Ort R e h r e n berichtet. Anlaß dazu gab die Anschaffung einer neuen Kirchenglocke, bei deren Einweihung ein Beschluß gefaßt wurde, wonach in Zukünst jedes in Rehren neugeborene Kind von Glockengeläut begrüßt werden soll. „Ob Tag oder Nacht, das Ereignis wird gleich gemeldet und unsere neue Glocke soll es dann zehn Minuten lang laut durch die Gemeinde tönen lassen: uns ist ein Kind geboren, unsere Gemeinde lebt und röächst für unser deutsches Volk." Was den Toten recht ist, sollte auch denen, die ins Leben treten, billig sein, und wir könnten uns sehr wohl vorstellen, daß ein Mensch, der weiß, daß der Mund der Glocke ihn bei der Geburt w ll- kommen geheißen hat, das Wagnis des Daseins mit mehr Vertrauen auf sich nimmt als ein anderer, dem eine solche Begrüßung nicht zuteil wurde Gewiß, in großen Städten wird sich die schöne Sitte kaum einbürgern können, aber auf dem Lande verdient das Beispiel von Rehren doch nachgeahmt zu werden. Talleyrand. Von Walther Schwerdtfeger. Der Fürst von Talleyrand-Pörigord spricht nur fürvben berühmten Literaten aus Paris, der als Gast auf Schloß Valen^ay weilt-, massig, bleich, aufgeschwemmt, sehr elegant: H o n o r £ be Balza c. Unb Balzac, ber Menschenjäger, ber dem großen Staatsmann schon in seinem Roman „Vater Goriot^ gehulbigt hatte, beobachtet ein- gehenb biesen achtzigjährigen Granbseigneur aus ben Tagen Lubwigs XV., dessen Bewegungen noch immer die unnachahmliche Grazie des Ancien Regime haben. Allerdings, so lange die Schöpfungen seines gefeierten Küchenchefs — der drolligerweise Careme (Fasten) heißt — aufgetragen werden spricht der alte Diplomat nur von Champignons und Orangeeis. Aber nachher, am Kamin, tut er die Schatzkammer feines Geistes auf. Erinnerungen, die von der Dubarry bis zum Bürgerkönig Louis Philippe reichen, in denen alle Berühmtheiten der letzten sechzig Jahre auftauchen: Franklin und Danton, Marie Antoinette und der Graf von Saint-Germain, Bonaparte und Frau von Stael, Metternich und Zar Alexander. Es ist ein seltsam bewegtes Leben, das dieser Sproß aus dem Uradel Frankreichs geführt hat. Wegen seines Klumpfußes für die Priesterlaufbahn bestimmt, wird er bald Finanzsachverständiger^ des Klerus. Mit fünfunddreißig ist er in Paris berühmt durch seinen Witz, sein gewagtes Spiel und seine Liebesabenteuer. Im gleichen Jahr hat er das königliche Dekret in der Soutane, das ihn zum Bischof von Autun macht und in dem der König sich über die Frömmigkeit und die tugendsamen Eigenschatten des neuen Bischofs für wohlunterrichtet erklärt. Sein Amtsvorgänger in Autun war das Urbild des „Tartuife" geworden. „Wie schade", spottete ein zeitgenöisisches Epigramm, „daß Moliöre nicht auch den Nachfolger kennengelernt hat!" Ein Jahr später sitzt der uradlige Bischof im Versailler Ballhaus in der Nationalversammlung, stimmt für den Anschluß der Geistlichkeit an ben Dritten Stanb: bas Bürger- unb Bauerntum, entwickelt ein vernünftiges Finanzprogramm unb schlägt bie Verstaatlichung ber Kirchengüter vor. Wieder ein Jahr später wird er vom Papst als Schismatiker exkommuniziert. Mit ber frivolen . Ironie des Voltaire-Anhängers bittet er einen Freund zum Abendessen: „Da jeder Christ mir F»uer und Wasser verweigern muß, so wollen mir Fleisch offen und eisgekühlten Wein trinken." Nach dem Tuileriensturm wird ihm der Boden in 'M' M W- Mck die Gtudenteniaqe im Gau Hessen-Nassau sollen Daran schließen sich am Nachmittag Veranstaltungen auf den einzelnen Häusern und am Abend Kameradschaftsabende mit den Alten Herren an. Im Gau Hessen - Nassau finden folgende Studentage statt: Gießen 27. bis 29 Mai, Darmstadt 10. bis 12. Juni und Frankfurt 17. bis 19. Ium 1938. NSG. Auf der letzten Studentenführertagung gab Reichsstudentenführer Dr. G. A. Scheel dis Durchführungsbestimmungen für die örtlichen Stu- dententage an allen deutschen Hoch- und Fachschulen bekannt. Den von nun ab jährlich int Juni stattfindenden Arbeitstagungen aller groß- deutschen Studentenführer sollen an allen deutschen Hoch- und Fachschulstädten die örtlichen Studententage vorausgehen Diese sollen in ber Regel brei Tage dauern unb sich gliebern in einen Tag ber Wissenschaft, einen Tag bes Sportes unb einen Tag ber Kamerabschaft Der Tag ber Wissenschaft ber abenbs mit einer politischen Kundgebung abgeschlossen wird, soll der Zusammenarbeit zwischen Dozenten- unb Stube n t e n s ch a s t bienen. Stubentenführer unb Rektor sollen gemeinsam über ihre Arbeit berichten Die einzelnen Wissenschaftstagungen, an benen bie feierliche Verleihung ber D o k t o r b i p l o m e vorgenommen werben soll, werben Lehrer unb Schüler zu, Wort kommen lassen Der Tag des Sportes soll in ben Mannschaftskämpfen ber Kamerabschaften bie stubentische Arbeit in ber Formung eines neuen Sportibeals, eben bes Mannschaftssportes, zeigen. Einzelmeisterschaften werben baneben wie bisher Spitzenleistungen zeigen. Ein Fest, bas bie Bevölkerung, bie Alten Herren unb bie Studentenschaft vereint, beschließt den Tag. Den Abschluß der' örtlichen Studententage bildet der'Tag der Kameradschaft. Nach einer gemeinsamen Morgenfeier sämtlicher Kameradschaften beginnen die Einzel- t a g u n g e n der Kameradschaftsführer und Altherrenführer, wobei gerade die Alten Herren erneut Einblick in das Leben der Kameradschaften erhalten Korpsführer Hühnlein aus Tripolis zurückgekehrt. München, 20. Mai. (DNB.) Korpsführer Hühnlein traf auf dem Luftwege aus Tripolis wieder in Deutschland ein. In den letzten beiden Tagen seines Aufenthaltes nahm Korpsführer Hühnlein auf Einladung des Generalgouverneurs, Marschall B a l b o , an einem Manöverdermoto- risierten italienischen Divisionen in Libyen teil. Hier waren für einen Kenner des Rach- schubwesens von besonderem Interesse die Maßnoh- men, die bei ber Marschbewegung dieser Trupv n. verbände auf einer Straße durch 800 k m Wüstengebiet getroffen werden mußten Da die Strecke ohne jegliches Wasser war, mußte auch die Versorgung mit Trink- und Kühlwofser sichergestellt werden. Daneben war noch für die Ergänzung von Betriebsstoff und Brennholz zu sorgen. heitsrufer soll in ben Hutten-Festspielen ein Denkmal errichtet werben. Die Festspiele sollen durch die Gemeinschaftsarbeit der Partei und aller Gliederungen zu einem politischen Ereignis werden. Ihre Aufgabe ist es, Hutten im Volk lebendig werden zu lassen. Die Durchführung der Spiele liegt-in den Händen der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" die besten Kräfte verpflichtet hat. R(JHL Seilersweg Nr. 6 adiO Telephon Nr. 317( eparaturen ,«<>,. goldene Sportabzeichen, das er sich „ganz beiläufig" bei einem Besuch in Deutschland in ein paar Tagen geholt hat! Eine Hauptunterhaltung für bie Europäer in Stan ist bas Schwirnmbab: hier zeigte auch bie jüngere Stütze der Firma viel sportliches Können. Am Stromufer, dicht beim Hotel, liegen heute drei große Kongodampfer vertäut. Die Schiffe gehen, trotz ihrer mehrstöckigen Aufbauten, nur einen Meter tief, haben kaum einen Kiel unb werben durch ein riesiges Heckrad getrieben. Die Frachtdampfer laden, trotz flacher Bauart, bis zu 1000 Tonnen. Die Fahrt stromauf, von Leo bis Stan, beinahe 2000 Kilometer Flußweg, dauert zwei Wochen. Im ganzen ist es mit dem Verkehr auf dem Kongo eine mühsame unb kostspielige Sache. Die Seeschiffe kommen bis Matadi herauf, unweit ber Münbung. Dann folgen 300 Kilometer Eisenbahn bis Leopoldville. Auf biefer Strecke tobt der Kongo in wilden Katarakten durch eine Folge enger Schluchten und durchbricht so den westafrika- nischen Hochlanbsranb. Bei Stanleyville und noch einmal am Oberlauf müssen wieder Stromschnellen umgangen und die Güter mit der Bahn befördert werden. Das gibt im ganzen, bis Bukama, wo die Schiffbarkeit zu Ende ist, sechs Umladungen!, unb noch eine siebente, um bie Waren nach Elisabeth» ville, bem Mittelpunkt ber Mineninbustrie ber Provinz Katanga, zu bringen. Die belgische Verwaltung fudjt biesen Schwierigkeiten unb Kosten burch em anberes kombiniertes Bahn- unb Flußsystem mit Hilfe bes Kassai, bes großen linken Nebenflusses bes Kongo, zu begegnen, ist aber bamit noch nicht K fertig. Die Kongokolonie gleicht in ihrer Gestalt einer gewaltigen Flasche mit einem ganz kurzen, dünnen Hals. Mit biesem reicht sie nur auf einer Strecke von kaum 40 Kilometer ans Meer. Ein großer Teil der Aus- unb Einfuhr wirb baher auf alle Fälle durch fremdes Gebiet gehen müssen: durch bas portugiesische Angola, wo englisches Kapital eine Bahn gebaut hat, im Westen, und über die ursprünglich deutsche, jetzt in englischem Mandatsbesitz befindliche o st afrikanische Zentralbahn im Osten. Auch bie zweite, gegenwärtig wichtigere Ostverbindung — nach Beira in Mozambique — ist in englischen Händen. England hat allerlei im Kongo zu sagen. Riesige Oelpalmenbestänbe sind z. B. ber englischen Firma Lever Brothers, ben größten Seifenfabrikanten der Welt, zur Ausbeutung konzessioniert. Stan ist eine typische Kolonialstadt. Die europäische Gesellschaft zählt nur wenige Hundert Mit- glieber. Geistige Genüsse (außer einem Kino natür- lich!) fehlen. Zum Sunbown kommen einige der Herren auch wohl mit ihren Damen gefahren, und ehe man sich's versieht, ist die Terrasse sogar voll von Kinbem, armen, kleinen, blassen Geschöpfen, die mit ihren Rollern zwischen ben Tischen umher- fahren. Wer diese Kinder sieht, der begreift, daß Länder wie die Kongokolonie vom weißen Mann im Grunde den Verzicht auf die Familie fordern. tofom11” 20 N ,resla"^ Mts- Lte der ^Mlteii fes? tisrn ver *1*6’ ‘ hei 3 Vos dritte Es Es äs ii oe" mir fonm unifom^ " 5 Mir für d A-r töndnis ausb p ***« Iss? Istzm nA b,! & JS besonders m Ao oo nahezu eine An,.. Die Franzos Irr Erinnerung an d Wien an die 3 M> itztionen, die in srai A hoffen, die engen Mrqsgräberfürsorge Mr anderen „Mai ,-in ^wahren." । Iper RegierunHs'o Pichen Kriegsgrabei * Mfe „9er 5 ü hrensriedhof Serien gegenwärti- Denkmäler gebaut. Derreichischen Linz Italien zeckre ciöMen Teil im Km 'Andesführer Dr. hjj alle, die von 1 Deutschland hingegeb iiioßedeutsche 5 p ist autzervrdenll Äahreserzeugung des «nbaues festzch Mliarden Mark, uri gegriffen sein. Wm luriräge in den einze Mng nicht unbeträd ! eitaltigkeit i Standorte doch ui Wenn ein trockenes innerdeutschen Kohl »^rust, so ist der gebieten an der Mei gekehrt. Kohljahre sii Are, und wenn der blohlrabi. Ta & ionbern auch 1 ^Gartenbaues, Zürnen- und 3ii S°rtenbaul "ast werden auch L»°n und ErL-1 Ä ■$Jnnen pfleg ^'Aofsgärtnei »hbmen hmerb59Q^ , seinen T Stt;rh5 absolute ' -»-iS.0«“1 rid> Wt lid) r*Wt L?Ql. der ( et(,Qu U Jrei Erblich, i ern Man !'SK' In der Grusthalle auf dem Annaberg dasselbe hören wir s ch e n Hause, das Mutter am Kongo, Bis vor kurzem und zwei Kinder in Berlin! lebte in Stan überhaupt kein ein Bremer Haus eine Nieder- unb der Verhängung ber Kontinentalsperre begann schon Las Ringen von Waterloo. digung mit England, die stets im Mittelpunkt von Talleyrands politischer Tätigkeit gestanden hat. Der Kunden in seiner Sprache verkehren, — es gelingt ihm, fast jede Unterhaltung mit einem Auftrag für seine Firma enden zu lassen, — auch ein flotter Tanz bient ihm als erfolgreiches Werbemittel — und außerdem besitzt er das Paris zu heiß. Der Justtzminister Danton gibt dem Bürger Charles Maurice Talleyrand einen Auslandspaß. Jü Calais schifft er sich nach England ein. An diesem Tag beginnen in Paris die Sep- tembermorbe. Aber bie Regierung Pitt, bie nicht recht glauben mag, daß biefer Emigrant auf bem Lanbsitz Juniper Hall nur angelt, Whist spielt unb sentimentale Romane lieft, weist ihn kurzerhand aus. Mit vierzig lanbet er in Amerika, wird beinah nach Kalkutta verschlagen, lebt bann eine Weile im Wilben Westen, ben er gar nicht romantisch finbet, macht Maklergeschäfte in Neuyork unb Philadelphia unb bemüht sich dabei um bie Aufhebung ber vom Konvent beschlossenen Acht Nach Robespierres Sturz kehrt er zurück. Ein halbes Jahr banach zieht er als Außenminister in das Hotel Gallifet ein. Er hat biesen Posten unter dem Direktorium, bem Konsulat, dem Kaiserreich und den beiden bourbonischen Restaurationen bekleidet. Man hat Talleyrand deswegen den Vorwurf der Charakterlosigkeit gemacht und gern Mirabeaus Ausspruch angeführt: „Der Bischof von Autun würde für Geld seine Seele verkaufen — und er täte klug daran, denn das hieße Gold für Mist bekommen". Mit Recht hat Talleyrand sich dagegen verteidigt: noch in seinen letzten Jahren, als Botschafter in London, schrieb er: „Seit fünfzig Jahren diene ich Frankreich, und es ist immer Frankreich gewesen, dem es zu dienen galt. Das ist der Grund, weswegen man, wenn man fein Land liebt, unter allen Regierungen, die es sich wählt, ihm dienen soll." Dem Napoleonischen Eroberungswillen hat er nur widerwillig als Werkzeug gedient. „Frankreich muß auf seine eignen Grenzen beschränkt bleiben", so hatte er schon 1792 verkündet, „bas ist es seinem Ruhm, der Gerechtigkeit, der Vernunft und seinem Interesse schuldig." Er kannte die Karte Europas und ihre geschichtliche Entstehung $u genau, um von dem Bestand der neuen, willkürlichen Grenzziehungen überzeugt zu fein. Seinen außenpolitischen Ziele waren von der rationalen Klarheit, die ein Erbe feines Jahrhunderts war: ein starkes, in sich geeintes Frankreich, das an der Spitze der lateinischen Staatengruppe stehen sollte, ein ausgedehntes koloniales Imperium mit dem Schwerpunkt in Nordafrika, als Kräftebasis für bas Mutterland. Dazu die lebensnotwendige Verstän- Ein Blick in die Grufthalle des neuen Ehrenmals für die gefallenen deutschen Freikorpskämpfer, das am Sonntag auf dem Annaberg in Oberfchlefien feiner Bestimmung übergeben wird, nachdem bereits vor Wochen die sterblichen Ueberrefte der toten Helden dorthin übergeführt wurden. In 11 Nischen sind 50 gefallene Freikorpskämpfer beigesetzt, deren Namen auf einem Mosaik-Schriftband verzeichnet sind. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Deutscher. Jetzt hat lassung gegründet und mit einem Leiter besetzt, an dem wir vier hervorragende Eigenschaften kennen lernten: er kann mit jedem hier vorsprechenden Frauen und Kinder, die aber nur bis etwa zum 6. Lebensjahre hierbleiben dürfen. Diese Regel gilt für alle tropischen Tiefländer. Die französischen Ehepaare, die wir im Tschadgebiet, am Schari unb Ubangi besuchten, hatten ihre Kinder in Frankreich: auch in dem einzigen beut- es in Stan gibt: Vater und Kreuz und quer durch den Schwarzen Erdteil Briefe von einer Afrika-Reise. Von Dr. Paul Rohrbach. ______________ r__________ r3.l________ ___ diesem Jahre zum zweiten Male die Hutten- Friede von Amiens war sein Werk. Mit dem Bruch ! F e ft f p i e I e auf der Steckelburg bei Schlüchtern durckgefübrt. Gauleiter Sprenger hat die Scbirm- 1 Herrschaft übernommen. Dem großen deutschen Frei- in die Halle oder auf die Terrasse. Gleichzeitig tritt ein Boy hinter der Bar in Funktion, der keine andere Aufgabe hat, als bis Mitternacht pausenlos eine Grammophonplatte nach der anderen aufzulegen. Es find lauter französische Schlager, je lärmvoller, desto beliebter, und für jemand, der nach dem Abendessen noch etwas lesen oder schreiben ober ein vernünftiges Wort reden möchte, wirb das öde Getöse zur Tortur. Heute, am Ostersonntag, gab es morgens eine Parade mit Musik; danach einen großen Offiziersfrühschoppen hier im Hotel. Alle weißen Chargen eilten zum Bier, das übrigens aus Bremer und Hamburger Brauereien stammt, sehr gut und hier das beliebteste Getränk ist. Die fran- zösischen Aperitifs sind verschwunden, und nur der englische Whisky-Soda behauptet noch eine schwache Position neben dem deutschen Bier. Stan ist die Hauptstadt der „Province Orientale" des Belgischen Kongo. Lange Reihen von Beamtenhäusern deuten auf den starken Verwaltungsapparat, der hier arbeitet. Auffallend groß ist die Zahl der weißen Das Programm Talleyrands enthält bereits die Erkenntnis, daß der Rhein „Deutschlands Strom, nicht Deutschlands Grenze" sei: eine Erkenntnis, die damals selbst in Deutschland noch nicht unumstritten war. Als Napoleon nach Rußland' aufbrach, sagte Talleyrand nur: „Das ist der Anfang vom Ende". Dann kam 1813 die Erhebung des ae- bemütigten Preußen, ber Augenblick, „wo Kaiser Napoleon König von Frankreich werben muß". Aber ein solcher Verzicht war Napoleon unmöglich. Sein bämonisches Schicksal trieb ihn auf ben Weg nach St. Helena. Inzwischen ebnete Talleyranb ber Restauration den Weg. Den Vorwurf des Verrates hat er zurückgewiesen: „Ich habe niemals konspiriert, außer wenn die Mehrheit in Frankreich mitverschworen war, und es sich um das Wohl des Vaterlandes handelte." Er vollbrachte das Wunder des Pariser Friedens. Frankreich, nachdem es die Welt ein Vierteljahrhundert hindurch in Kriege gestürzt hatte, das nun völlig entmachtet und innerlich zerrissen war, brauchte nicht einen Centime Reparationen zu zahlen, behielt die Kunstschätze, die es aus allen Schlössern und Galerien in dieser Zeit zusammengetragen hatte und erhielt noch als Zuwachs ein Gebiet von hundert Quadrat- me len mit einer Million Einwohner. Auf bem Wiener Kongreß reihte es sich burch Talleyranb roieber zu ben Großmächten ein. Der Dank vom Hause Bourbon beftanb barin, baß Lub- wig XVIII. bem Minister ironisch bie Anerkennung als fremben Souverän anbot — benn Napoleon hatte ihn zum Fürsten der kirchenstaatlichen Provinz Benevent gemacht. Die Ratschläge des Mannes, den Gveche den ersten Diplomaten des Jahrhunderts genannt hat, ließ er unbeachtet. Vor hundert Jahren, am 17. Mai 1838, ist Talleyrand in seinem Pariser Palais - an der Place de la Concorde gestorben, nachdem die Kirche den exkommunizierten und verheirateten Priester wieder in ihren Schoß ausgenommen hatte. Als der Abbe, der ihm die Sterbesakramente reicht, mit dem geweihten Del das Kreuzzeichen in die Handflächen zeichnen will, kommt in das wunderbare Hirn des Dierundachtzigjährigen die (Erinnerung an das Vorrecht der Prälaten, dieses Zeichen auf den Handrücken zu erhalten. „Vergessen Sie nicht — ich bin Bischof!" sagt er zu dem Abb6 Dupanloup; und mit feinem Lächeln dreht er die Hände um. Hutten-Aeftsbiele aus der Steckelburg. NSG. Vom 5. Juni bis 7 August werden in X. 43 Minuten vom Aequator. Stan, April 1938. Einen Ort „Stan" wird der Leser vergeblich auf seinem Atlas suchen. Die meisten Kongvstädte haben lange Namen: es ist aber, als ob die Tropenschwüle den Menschen unlustig macht, sich mit umfangreichen Anhäufungen von Silben abzugeben. Statt Leopold- ville, der Hauptstadt der Kongokolonie, sagt man Leo, statt Elifabethville nur. E'ville unb Stan ist Stanleyville. Das Thermometer zeigt im Zimmer nur einige dreißig Grad, also zehn weniger als in Fort Lamy, aber die Feuchtigkeit der Luft ist so groß, daß man nach jeder Bewegung das Empfinden hat, in nasser Wäsche zu stecken Stan liegt dicht unter dem Aequator, nur 80 Kilometer oder 43 Gradminuten von ihm entfernt. Weiter kongoabwärts, in „Coq" (Coquihatville), haben die Leute die Genugtuung, unmittelbar unter ber Linie zu wohnen. Hunbert Schritte vom Hotel fließt ber Kongo. Als wir. ihn zuerst erblickten, waren wir erstaunt, ihn noch nicht einen vollen Kilometer * breit zu finden. Man bringt die Vorstellung einer unendlichen Wasfermasse mit, die sich hier durch Jnner- afrtfa wälzt, und fühlt sich enttäuscht, bis man erfährt, daß der Strom hier 2 0 Meter tief ist! Dicht oberhalb beginnen die „chutes", die allerdings keine Fälle sind, sondern nur Stromschnellen. Sie setzen sich eine lange Strecke stromaufwärts fort und haben eine Umgehungsbahn nötig gemacht, um den wiederum schiffbaren Teil vom Mittellauf des Kongo zu erreichen. Unser „Hotel des Chutes" ist ein etwas geräuschvoller Aufenthalt. Zum Sunbown, ber Stunde gegen Sonnenuntergang, wenn die Luft anfängt, sich abzukühlen, kommt.ein Auto nach dem anderen gefahren, und die Leute von Stan, die es sich leisten können, eisgekühltes Bier zU 12 Francs die Flasche zu trinken, entsteigen ihren Wagen und setzen sich BEVAULIN S herzlichen Worten des Willkomms für die erft- asse sogar voll lischen Lei in den rund 169 000 Gartenbaubetrieben ständig t q w.-wa.i ß e o ! o n k s g u j e bcrs nai tift : fW|: ag Nr. 6 Nr. 317( !«0/l lenau mit seinen Sachbearbeitern sowie Ver- m der bisherigen österreichischen Kriegsgräber- rge aus Kärnten und Oberösterreich. Der Vizepräsident der Imperial War Graves Die geordnete Versorgung der Märkte mit Gartenbauerzeugnissen ist hellte mehr ein Problem schneller und guter Verteilung als ein solches der Erzeugung, denn mit Ausnahme des Obstbaues reichen für alle anderen Zwecke die für die Erzeugung vorhandenen Flächen aus. Darüber hinaus geht das Streben des'Reichsnährftandes sogar darauf hin, unter gleichzeitiger Intensivierung des Anbaues hinsichtlich der Gütesteigerung bei den Ernten auf der verbleibenden Fläche, den Umfang des Feldgemüsebaues zugunsten des landwirtschaftlichen Anbaues einzuschränken. Auf obstbaulichem Gebiet aber ist schon in den letzten Fahren mit nachdrücklicher Hilfe der Regierung viel getan und wird noch viel unternommen, um nicht nur den Umfang der Pflanzungen zu vergrößern, sondern auch die Leistung des Einzelbaumes zu steigern. NSG. Für ein halbes Jahr sind die deutschen Mädchen Arbeitsmaiden im Reichsarbeit sd i e n st, leisten sie Arbeit für ihr Volk. Sie lernen in der Gemeinschaft zu leben und zu^arbeiten, noch mehr, sie lernen für diese Gemeinschaft leben und arbeiten. Durch dieses Gemeinschaftserlebnis sollen sie zu bewußt deutschen Menschen erzogen werden, die als solche in ihrem späteren Leben nur die Verantwortung und die Pflicht ihrem.Volke gegenüber wissen. Richt heißt dies, daß die Verantwortung und das Pflichtbewußtsein nun jeden Frohsinn von den jungen Menschen nehme, sondern sie bejahen freudig diese Pflicht, sie sind stolz auf diese ihnen auferlegte Verantwortung. So sehen wir unsere Arbeitsmaiden stets als fröhliche, lachende junge Menschen; sie wissen, daß die Arbeit mit Fröhlichkeit schneller von der Hand geht als mit Unlust. So wird ihnen jede Arbeit zur Freude, weil sie sie richtig anzufassen verstehen. Anleitung hierzu gibt ihnen die Leibeserzie- h u n g. Ihre Hebungen werden so ausgeführt, daß sie die Körper der Arbeitsmaiden zu organischen Bewegungen erziehen. Innerlich locker und doch aus- gespannt, um bereit zu sein, aber niemals verkrampft, das ist das Ziel. Soweit soll jede Arbeitsmaid kommen. Wenn auch nicht alle dieses Ziel in ihrem halben Jahr Arbeitsmaidenzeit erreichen, so erhalten sie doch eine entscheidende Haltung für später. Die Mädels stehen ein halbes Jahr im Lagerleben, in der Arbeit, und täglich und stündlich wachen die Führerinnen über ihrem Tun. Darum ist es der Führerin möglich, wirklich jede Einzelne zu erfassen. Die Leibeserziehung darf nicht rtür die eine oder die andere fördern, die auf diesem Gebiet besonderes Können zeigt, nein, in jeder muß die Freude daran geweckt werden, und mit der Freude das freiwillige Mitgeben jeder Arbeitsmaid. Die Führerinnen erhalten Anregung und Ausbildung in der Leibeserziehung, soweit 'sie nicht schon eine solche vor ihrer Arbeitsdienstzeit erlernt haben, in den Füherinnenschulen von den hierfür eingesetzten Fachkräften für Leibeserziehung einerseits und von den Sachbearbeiterinnen auf den Gruppen und Bezirken anderseits. Commission, Major-General Sir Fabian Vare (London), erklärte dann: „Ich bin sehr glücklich, wieder bei Ihnen zu sein. Es ist nun d-s dritte Iahr, daß wir gemeinsam die Toten dls Großen Krieges ehren, und ich bin stolz, n>'nn ich daran denke, daß unsere Zusammenarbeit unsere Freundschaft gestärkt hat... wir, bl? wir den Krieg gesehen haben, wir wollen die nachwach^ende Generation vir seinen schrecklichen Wirkungen bewahren, wir alten Leute müssen mit al er uns zur Verfügung stehenden Macht da- slr sorgen, daß diese Generation, die den Krieg acht sah, nicht ihrerseits wieder in d?n Feuerosen geworfen wird und uukommt. wir können dieses nur tun, wenn »r für unsere Ziele gegenseitiges 7se r st ä n d n i s aufbringen, die Arbeit, zu der ni r uns verpflichtet haben, lehrt uns dieses Krslandnis." 3er Chef des Amtes des ftanzöfischen Kriegs- gpäterdienstes, Intendant-General V i n c e n f i n i, d e | — Z e n z o /bandet Leibeserziehung im Arbeitsdienst für die weibliche lugend (Mw1' !' tfi kundesführer Dr. Eulen betonte mit Nachdruck, )cf alle, die von 1914 bis 1932 ihr Leben für Ie.tfchland hingegeben hätten, eine einzige zrrhe deutsche Blutsbrüderschaft bilde- Üsarnmenarbeit im Dienste des Friedens Reichstagung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge. n Kino natur« en einige der gefahren, und gezählt werden, waren schon 1933 mit Unter- glasflächen ausgestattet, und die damals mit rund 16,2 Millionen Quadratmeter berechnete Glasfläche ist heute bereits wesentlich erweitert. Dabei haben über 80 v. H. dieser Betriebe auch heizbare Gewächshäuser. Frühbeetkästen sind in fast jedem Erwerbsgartenbaubetriebe vorhanden. Sie überwiegen der Fläche nach und haben in den letzten Jahren besonders stark zugenommen, da sie naturgemäß nicht so viel Kapital festlegen wie die Gewächshäuser mit ihren Eisenkonstruktionen, Heizungsanlagen und Inneneinrichtungen. Rächst den Glasflächen zur Temperaturbeeinflussung für die Pflanzenanzucht spielt die Wasserversorgung in den Gartenbaubetrieben die größte Rolle. Sie kann und muß noch ausgeweitet werden, da von der reichlichen und rechtzeitigen Wässerung der güte- und mengenmäßige Ertrag besonders stark abhängt. Die Preispolitik der Wasserwerke steht hier jedoch mit den wirtschaftlichen Möglichkeiten des Gartenbaues noch nicht im Einklang. Ohne auf die übrigen zahlreichen technischen Hilfsmittel, deren der Erwerbsgartenbau noch bedarf, einzugehen, kann festgestellt werden, daß seine Betriebe diejenigen des Landbaues sind, bei denen je Flächeneinheit am meisten Kapital investiert ist. Der Gartenbau stellt so den intensivst arbeitenden Zweig des Landbaues dar, bei dem zum Beispiel in Preußen 26,5 Betriebe eine Wohnbevölkerung von 10 000 Personen zu versorgen haben. Dabei ist zu beachten, daß seine Erzeugnisse zu den leicht verderblichsten, am wenigsten stapelbaren und am schlechtesten transp ort ier- baren Erzeugnissen des Landbaues gehören, bei denen obendrein je nach der Witterung Schwankungen in den Erntemengen von 100 bis 150 v. H. keine Seltenheit sind. Auf keinem Gebiet der Marktversorgung können daher auch lokale Marktstörungen durch Ueberernte oder Fehlernte leichter auftreten als auf den Märkten mit Gartenbauerzeug- nissen. Auf keinem Gebiete ist die Durchführung der Marktordnung schwieriger als hier, und sie bedarf besonders verständnisvoller Zusammenarbeit zwischen Erzeuger- und Derteilepschaft, damit Verluste an Erntegut möglichst herabgesetzt und eine möglichst gleichmäßige Versorgung der Verbrauchermärkte gesichert wird. Dabei ist die Verwertungsindustrie zum Abfangen von stoßhaft auftretenden Ernteanfällen bei vielen Gemüsen und Früchten unentbehrlich. ein kehrt. Korpssührer ! aus Tripolis letzten beiden sfHrer fiiibtv '.rneuts, Marder moto> ifionen m ntt des MH- ! die Mahnoh- iefer Trupn-n- ird) 800 mutzten M r war, mw't mb KühlmUn och für die ft* iholz zu W elen ein Denksollen durch n ' aller Gli^ 5 werden. W ibiq werden/ - '! durch Fr-ud- at. e Weitere Kapitel berichten über das Wesentliche der Segelflugschulung und die Anforderungen, die bei den Prüfungen an Öen Segelflieger gestellt werden. . Auch dem Flugzeugbau und der Wartung der Maschine ist ein Kapitel gewidmet. Ebenso dem Fallschirm. Ein Anhang berichtet über Rekorde und Wettbewerbe und bietet ein ausführliches Literatur-, Verzeichnis. — Süd ost und Südeuropa bietet sich in einem Bande von fast 600 Seiten als neuester Teil des von Professor Fritz fflute bei der Akademischen Derlagsgesellschaft Athenaion in Potsdam herausgegebenen Handbuchs der geographischen, Wissenschaft. —(143.)— Von Ungarn bis nach Spanien spannt sich der Bogen der Darstellung. Professor Prinz (Fünfkirchen) schildert Ungarn. Rumänien hat Professor Wochner (Kronstadt) bearbeitet. Bulgarien ersteht bunt, lebensecht und scharf umrissen in der Darstellung von Professor A. Burchard (Münster), und für Jugoslawien, diesen Staat voller Entwicklunglungsmöglichkeiten, zeichnet Dr. Marek (Innsbruck) als Verfasser. Das „europäische Kuriosum" Albanien schildert Dr. E. Rowack (Wien), für Griechenland setzt Professor E. Oberhummer (Wien) sich ein. Den größten Raum nehmen Italien und Spanien mit Portugal ein, deren Darstellung von Professor Kanter (Hamburg) bzw. von Professor Hermann Lautensach (Greifswald, früher in Gießen) stammt. All^r Zaüber und alle Vielfalt, die der Begriff der Länderkunde umschließt, ist hier in den Rahmen sachlicher wissenschaftlicher Darstellungen gebannt. Der außerordentliche praktische Wert des Handbuchs muß besonders hervor-, gehoben werden. Es vermittelt eine gediegene Völker-, länder-, wirtschafts- und kulturkundliche Kenntnis. Es braucht hier nur an die Aktualität des Themas „Spanien" erinnert zu werden, um die Bedeutung einer derart anschaulichen und instruktiven erdkundlichen Darstellung zu unterstreichen, die auch durch ihr Karten-, Zahlen- und Bildmaterial sowie durch ein ausführliches Register und einen wichtigen Tabellen-Anhang sich rundet. — Dr. Dr. Gerhard Venzmer: Der Mensch und sein Leben. Ein Volksbuch vom menschlichen Körper. Mit 198 Bildern und 12 bunten Einschalttafeln. In Seinen gebunden RM. 9,50. Franckh'sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart. — (141.)— Der schon durch viele Schriften bekanntgewordene Arzt und Naturwissenschaftler erklärt für jedermann verständlich an Hand vieler neuartiger sprechender Bilder und in anschaulichen Vergleichen den Aufbau des menschlichen Körpers und die Wirksamkeit der einzelnen Organe im Hinblick auf die Aufgaben, die der Körper zu leisten hat und die das Leben stellt. Das Buch ist in einer Sprache geschrieben, die jeder versteht. Der Verfasser zeigt eindringlich, wie der Dau der einzelnen Organe und ihre Wirkungsweise in der unübertrefflichen Zweckmäßigkeit der Natur sie zu vielseitigen Leistungen befähigt, und wie scheinbar nebensächliche Organe in ihrer besonderen Ausbildung lebenswichtige Aufgaben für den Gesamtorganismus zu erfüllen haben. Das Werk gibt auch Auskunft über die Bedeutung der Wirkstoffe (Hormone), über Fragen von Rasse und Vererbung, über die Drüsen, richtige Ernährung und Körperflege. 200 Bilder und 12 bunte Tafeln, die anschaulich, lebendig und sorgfältig wiedergegeben sind, tragen mit dazu bei, daß jedermann dieses Buch über sich selbst in allen Teilen verstehen kann. Ausgaben her deutschen Gartenbauwirtschast Von Professor Dr. Ebert Weihestunde in der Breslauer Iahrhunderthalle. In der Breslauer Jahrhunderthalle fand eine den Toten des Krieges und den gefallenen Freikorps- und Selbstschutzkämpfern gewidmete Weihe- ft u n d e statt. Generalleutnant a. D. ^-Oberführer Hoefer gedachte der Gefallenen der Freikorps-, Grenz- und Selbstschutzformationen, die einer begeisterten, opferbereiten Jugend angehörten und zur Brücke vom Frontsoldatentum des großen Krieges zur Freiheitsbewegung Adolf Hitlers wurden. Die auf dem Annaberg errichtete Weihestätte fei dem Andenken an alle Freikorps-, Grenz- und Selbstschutzkämpfer gewidmet, deren Gräber über ganz Deutschland zerstreut sind. Sie ehren ihren Heldengeist, dessen todesmutiger Einsatz zum Baustein für Großdeutschland geworden sei. Ein Orgelvortrag leitete über zu der Ansprache des Bundesführers Dr. Eulen. Alle Kämpfer, die von 1914 bis 1933 ihr Leben für Deutschland ließen, verbinde eine unzertrennliche Blutsbrüderschaft. Sie seien die Grundfesten des Dritten Reiches und ihre Gräber seien Ehrenstätten für alle Zeiten. Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge als Vollstrecker des Volkswillens baue diese Stätten zu Mahnmalen deutscher Art aus. Gauleiterstellvertreter Bracht erklärte, es sei wohl nicht vermessen, den Bau des Großdeutschen Reiches ols das erhebendste Denkmal zu betrachten, das den deutschen Helden des Weltkrieges, der Freikorpskämpfer und der Bewegung habe errichtet werden können. Die Formationen der Wehrmacht und der Bewegung formierten sich anschließend zu einem Fackelzug zum Schloßplatz. Dort spielte die Wehrmacht den Großen Zapfenstreich. Der Kommandierende General des VIII. Armeekorps, General der Infanterie Busch, hielt eine kurze Ansprache. ■enfrftn, fc'i'ff ■ İmetcr Bi e tobt U 7-Folg« Uwestasriss. noch ■ ’ fordert BQma- wo die ®W„ un' ■5 Elisabeth. Kber w ■pn x Q,fun0 ■en durch ein UMlussesdes ■ "och nicht M^n, dünnen Miner Strecke U Mtzer Teil M. alle FW Mussen: durch Müsches Kapj- Da, und über M'tchem Man« Uche Zen« Wn« Dach Beira ch n Händen, sagen. Niesige llischen Firma abrifanten der 05' ist außerordentlich schwer, den Geldwert der Zaireserzeugung des deutschen Erwerbsgar- ; Jk b a u e 5 festzustellen. Man schätzt ihn auf 1,3 Dliliarben Mark, und damit dürfte kaum zu niedrig jepiffen fein. Wenn auch die Schwankungen der Erträge in den einzelnen Jahren je nach der Witte- irilTp nicht unbeträchtlich find, so bietet die Viel- ze'ta l t i g k e i t des Gartenbaues und seiner Aindorte doch vielerlei Ausgleichsmöglichkeiten. Öitnn ein trockenes Jahr, zum Beispiel in vielen iiusrdeutschen Kohlanbaugebieten, Fehlernten her- ooiruft, so ist der Ernteausfall in den Anbau- gslreten an der Meeresküste um so besser und urn- gekehrt. Kohljahre sind in der Regel keine Tomaten- johre, und wenn der Spargel lacht, dann weint der KoZlrabi. So aber geht es nicht nur im Gernüse- bflt, sondern auch bei den anderen Zweigen des öwerbsgartenbaues, zu denen noch der Obstbau, der Blumen- und Zierpflanzenbau, die Baumschulen beschäftigten Personen ist mit rund 187 000 Personen als absolute Zahl genommen nicht sehr hoch. Das Bild ändert sich sofort, wenn man diese Zahlen in richtige Beziehungen zueinander setzt. Dann er- Jiflt sich, daß der Erwerbsgartenbau je Flächeneinheit sechs- bis achtmal soviel Personen beschäftigt Di» der Ackerbau, und daß die Hälfte aller Er- uurbsgartenbaubetriebe schon auf Flächen von nun l/S bis 1 Hektar eine Existenz zu finden vermögen, bcis ist nur möglich, weil diese Betriebe zwei bis |t e i Ernten im Jahr erzielen, weil in star- len Umfang mit Hilfsmitteln gearbeitet wird, die iei ©artenbautr von klimatischen und Witterungs- lir flüffen weitgehend frei machen. 30 v. H. aller ßrrtenbaubetrtebe, zu denen auch Feldgemüfebau- leriebe (37 v. H.) und Dbftbaubeiriebe (23 v. H.) Breslau, 20. Mai. (DNB.) Die Reichstagung d«r r " ' * * ......... Lolksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge er- öösnte der Bundesführer Dr. Eulen mit befon- 3 an der Reichstagung teilnehmende Abord- mn aus der Ostmark, Minister Dr. Glaife- Die Laufbahn dieser Lehrkräfte und Fachkräfte richtet sich genau wie die der Lagerführerin nachher persönlichen Eignung und den Fähigkeiten für diesen Beruf. Die Führeranwärterin muß ihre Eignung während der Dienstzeit gls Arbeitsmaid beweisen. Wer darum eine abgeschlossene Ausbildung an einem anerkannten Institut für Leibeserziehung mitbringt, wird zunächst Arbeitsmaid. Ist diese Probezeit um, d. h. hat sie bewiesen, daß sie für die Arbeit im Arbeitsdienst geeignet ist, so wird sie in den dreimonatigen Lehrgang an eine der Bezirksschulen einberufen und von hier aus als Gehilfin in einem Lager ober als Lehrkraft an einer der Schulen ober als Sachbearbeiterin an einer ber Gruppen ober Bezirke eingesetzt. Das Gehalt ber Gehilfin steigt von 60 bis 120 Mark neben allen Sachleistungen, bas Gehalt der Lehrkraft in einer Schule beträgt zwischen 80 und 150 Mark, das einer Sachbearbeiterin in einer Gruppe- ober Bezirksleitung wirb nach dem RAT. Gruppe 7 bis 8 geregelt. Wie bei allen anberen Führerinnen des Arbeitsdienstes ist auch für die Fachkräfte der Leibeserziehung der Urlaub so festgelegt, daß nach einem, Dienstjahr 14 Tage, nach zwei Dienstjahren drei Wochen Urlaub erteilt werden. Die Führeranwärterin, die keine abgeschlossene Ausbildung mitbringt, kann, sofern sie besonders geeignet und befähigt erscheint, für die Zeit einer Ausbildung beurlaubt werden. Wer die Laufbahn der Lagerführerin einschlagen will, muß ein hauswirtschaftliches oder landwirtschaftliches Praktikum Nachweisen können, das auch zwischen der Arbeitsmaiden- und Schulzeit liegen kann. Auch diese Führeranwärterin besucht eine Oüherinnenschule und wird von hier aus in einem ager eingesetzt. Sie wird im Lager ihre Kenntnisse in der Leibeserziehung weiterentwickeln, einmal durch die Anregung der Sachbearbeiterinnen für Leibeserziehung in den Gruppen und Bezirken, denen ja die gesamte Leibeserziehung in ihrem Gruppen- oder Bezirksbereich zusteht, und zum anderen in den Lehrgängen an den Schulen. Eine Lagerführerin kann also bei Eignung als Sachbearbeiterin für Leibeserziehung an Gruppen ober Bezirken ober später als Fachkraft an einer ber Schulen eingesetzt werben. Büchertisch. — Professor D r. Walter Schoenichen: Die inDeutschlanb g e s ch ü tz t e n P s l a n- den. Nach ber Naturschutzverorbnung vom 18. März 1936. Herausgegeben von ber Reichsstelle für Naturschutz. 80 Seiten mit 100 Abbilbungen nach Feberzeichnungen von Kunstmaler Erich Schröder, Berlin Geh. 0,60 RM. Hugo Bermühler Verlag, Berlin-Lichterfelde. — (103) — Diese Schrift bringt einen Auszug aus der Naturschutzverorbnung unb gibt eine übersichtliche Darstellung ber in Deutschlanb geschützten Pflanzen, bie nach folgenben Gesichtspunkten aufgeteilt ist; Frühlingsblumen; geschützte Pflanzen unserer Wälder; geschützte Pflanzen der sonnigen Hänge, Steppen, Dünen unb Felsen; geschützte Wiesen-, Sumpf- unb Moorgewächse; Alpenpflanzen. — An ben Schluß ist eine Ueber- sicht gestellt, bie in alphabetischer Reihenfolge bie deutsche unb lateinische Bezeichnung, Verbreitung, Standort, Blütezeit und Art des Schutzes nennt. Auf diese Weise wurde eine kleine Pflanzenkunde im Taschenformat geschaffen, die sich für den naturkundlichen Unterricht in den Schulen eignet. Für Erzieher und Behörden ist sie unentbehrlich. Der Natur- und Heimatfreund wird sie auf seinen Wanderungen nicht missen wollen. — Handbuch des Segelfliegens. Herausgegeben von Wolf Hirth unter Mitarbeit von Max Beck, K. Blech, Kurt Bräutigam, Georg Brüt- ting, Professor Georgii, Hans Jacobs, Robert Kensche, Paul Krekel, Peter Riedel, Kurt Schmidt, Wolfbang Späte, Fritz Stamer u. a. m. 250 Seiten mit über 150 Abbildungen, Franckh'sche Verlags- Handlung, Stuttgart, 1937, Leinen gebunden 8,50 Mark. — (152) — Mit diesem Handbuch wird das Gesamtgebiet des Segelflugs übersichtlich zusammengefaßt. Die bekanntesten Segelflieger unb Fachleute auf biesem Gebiet haben sich vereinigt, um ben bisher in vielen Einzelveröffentlichungen verstreuten Stoff zu einem grundlegenden Lehr- unb Hand- buch für ben Segelflug zu verarbeiten. Der Anfänger wird burch dieses Buch von ben vielseitigen Anforderungen unterrichtet, bie der Segelflug an ihn stellt, und der bereits erprobte Segelflieger sind et in dem Werk eine handliche Zusammenfassung seiner gesamten Wissenschaft. Nach einer Einführung in die Geschichte des Segelfluges bringt das Buch die Grundlagen der Wetterkunde und die wissenschaftlichen Grundlagen für den Bau von Segelflugzeugen und den motorlosen Flug überhaupt. Ein weiterer Abschnitt gibt eine ausführliche Uebersicht über die Entwicklung des Segelflugzeugs. ten. Seines Wissens gebe es in der ganzen Welt keine Ehrenmale von den gewaltigen Ausmaßen wie das in Waldenburg, dessen Weihe bevor- stehe. Dieses Mal biete auch den Opfern der A r b e i t eine ewige Gedächtnisstätte. Innerhalb des Reiches lägen besondere Aufgaben in Oft® preußen unb jetzt auch in Kärnten vor. Der Vorsitzende hob eine soeben in Paris getroffene Vereinbarung hervor, baß in ben nächsten vier fahren alle diejenigen deutschen Gräber, die auf deutsch-französischen Gemeinschaftsfriedhöfen liegen, mit haltbaten Grabsteinen aus Naturstein geschmückt würden. Es handelt sich um hunderttausend Gräber. Er habe sich darüber hinaus verpflichtet, in weiteren Zehn Jahren f ü r alle übrigen in Frankreich liegenden Gräber, so weit sie noch keine Steinkreuze Haven, zu sorgen. Auch in England werde die Arbeit beginnen. Von vier in Aussicht genommenen Malen seien zwei bereits baureif. Der Volksbund werde freudig und begeistert die neuen großen Aufgaben, auch für die gefallenen Kameraden ber österreichischen Armee zu sorgen übernehmen. dt. Die eure» hundert M unb der gartenbauliche Samenbau gehören. Mit Olecht werden avch jene Betriebe zugezählt, die unier Verwendung gärtnerischer Erzeugnisse Gärten anlegen und Gräber bepflanzen und mit gärtne- rifoem Können pflegen (Gartenausführungsbetriebe unb Friedhofsgärtnereien). Der Erwerbsgartenbau tritt flächenmäßig im iffdll« Nehmen des gesamten Landbaues mit seinen rund nab 000 Hektar bewirtschafteter Fläche rertagE» jfarf hervor und bietet in dieser Hinsicht noch giy, neniger Ueberdlick als zum Beispiel der Waldbau, örtlichen ne { die einzelnen Gartenbaubetriebe in der Mehr- i)= und u M zersplittert liegen, wenn man von einigen > aJj 11 x “) Scnbergebieten absieht. So entfielen zum Beispiel >n aller O i jn Preußen auf 100 Quabratfilometer @efamt= allen ! Iflache nur 36,2 Gartenbaubetriebe. Auch bie Zahl Ve to * und / ber»",.!,,. or&tP* U -Ab-« *•» 2-S SU rtr y rvardte sich bann mit folgenben Worten an den $;;rfl ibenten des Bundes: „Ich möchte Ihnen sagen, ,oij sehr ich die Größe der Aufgabe zu fhLzen weiß, die Sie mit der Ausgestaltung aller «leu chen Kriegsgräberstätten in der ganzen Welt, rint besonders in Frankreich, übernommen haben, ivijnahezu eine Million Ihrer Toten inilit./.. Die Franzosen wie die Deutschen pfleaen Uli«Erinnerung an das Vergangene, und im Ge- llzijlen an die 3 Millionen Toten von nahezu 20 ’ü^onen, die in französischtzr Erde ruhen, können iDil Höften, die engen Bande, die die Vertreter der ^rlgsgräberfürforge Englands, Frankreichs und Hilf anderen Nationen verbinden, auch fernerhin i^!vewahren." Isr Regierungskommissar der amtlichen italie- _n /eittjopfen, "ftc en Kriegsgräberfürsorge, General Ugo Cei, /en umher, ■ teile fest: „Der Ausbau der deutschen oegreipt, öag hr e n f r i e d h o f e ist in voller Entwicklung. Es weißen JJlann werten gegenwärtig fünf künstlerisch wertvolle niie [oreern. )crTmäter gebaut. Es bleiben noch die ehemals österreichischen Friedhöfe aufzubauen, die in M Italien zerstreut sind, ungefähr 847 zum Mten Teil im Kriegsgebiet." «teÄ4a. teilungen des Militärs und der Polizei gaftfreunt». lich in seinem Kastell erwartet oder es vorzieht sich ins Ausland zu begeben. Denn Geschäfte solcher Art kann man unter den Augen der Polizei nicht mehr gut machen. Die unbekleideten Schönheiten. f AS. Glasgow. Drei unbekleidete Frauenstandbilder im Sport« und Gesundheitspavillon der Glasgower Empire. Ausstellung haben etliche besonders „korrekte" (9t< müter in Wallung gebracht. König Georg hatte bas Ausstellungsaelände noch nicht verlassen, als man auch schon Anstoß an den Frauenstatuen nahm und schnell einen Ausstellungswärter mit einem Riesentuch herbeibeorderte, um die drei Schönheiten verhängen zu lassen. Man schien jedoch mit dies« Amtshandlung der „Sittlichkeit" nicht besonders gebient zu haben, denn tagelang strömten in den Vorramn der Sporthalle in Glasgow Besucher über Besucher, um das Geheimnis dieser verhängten Standbilder zu lüsten. Der Presse war diese „Der- Hängung" ein gefundenes Fressen, und tagelang erschienen nicht etwa Bilder aus der Empire-Aus- stellung, sondern Bilder, die nichts als ein mit weißem Tuch verhängtes komisches Etwas zeigten, und schließlich sahen die erstaunten Ausstellunas- besucher, wie die drei Standbilder auf einen fahrbaren Sockel gestellt und beseitigt mürben.. Sie stehen nun irgendwo an unauffälliger Stelle —- unbeachtet und unbekämpft. Sonderbarerweise hat das gleiche „Sittlichkeitskomitee" jedoch vergessen, drei Statuen, die kräftige und großgewachsene Männer darstellen, aus dem gleichen Sports- und Gesundheitspavillon beseitigen zu lassen. Offensichtlich hat man sich darauf besonnen, daß der Mann der Herr der Schöpfung ist und daß er nur das Recht hat, als Ausstellungsstück in einem Sport- Edes He« I der Mb s-r lAr ÄM gefamten W615 ? jnfi Personals Qfiiung mit der ff I ?r Wirken vollzie i k mit der Abtrennbaren 3 : < aber als G ! Mist ft dem , «hörig. Diest St ! V Entstehung Mde.^Professor ■ Universität Gießen i berufen. Er * Poliklinik für hau! Wandlung der z< mflls schon in Gie ' in jener Polikl.m . werden. Professor, bald nach seinem ( Hautklinik an, mol baß in diese Kli genommen werden MwrAM, für bett Glätte der a gerecht zu werden, andere Geldqueller . mehreren Jahren' Lonöesoerstcherung Heilstättenvereins, Plan gewonnen mi hn heilstättenvereii der die Errichtung Zuriet für die (Beine Dieses Uebergewichf mut} ja schmerzen und zu Senkfuß führenI Fort mit dem überschüssigen Feit; dann fühlen Sie sich leichter und Irischer Aus alter Wett. Erdbeben und Flutwelle auf Celebes. In Dongala (Celebes) wurden in der Nacht zuni Freitag etwa 20 Erdstöße verspürt. In Dongala und in den umliegenden Ortschaften stürzten' 60 Häuser ein. Vielfach bildeten sich breite Erdrisse unö Spalten. In Mamboro mürben 17 Gehöfte durch eine Flutwelle vernichtet. Bisher wurde eim Toter geborgen. auch als Drix-Tabletfen—Drix-Dragees Gießen« ^erhHopch, .®elt wrten bjt SBartl Gtiiwr S «usbmte, j *11910^ toltil 5‘beT?« iri" Md) JA..®111, ÄJ I S inr» ^chkecl n S d< MS* KSj.»4. i ktet ÄetJ Stift? 11 dgz u batte fjrf RS in ph nut 'eine” stz kWr o- I n PRANKFURTAMMA1N gegründet 1829 Das Einrichtungshaus für alle und Jeden! Unsere große Sonder-Ableilung für Deutsche WK-Möbel ist eine Sehenswürdigkeit für alle Freunde zeiige- mäßerWohnge slaltung. WK-Möbel sind mustergültig in Form und Arbeit, seit Uber 20 Jahren bewährt. Verkaufsstelle Sportplatz iQdo Sonntag, den 22. Mai 1938, nachmittags 3 Mr Aufstiegsspiel ISOV-Ounlop, Hanau 352SO Vorher: 1900 II-Geilshausen. Bekanntmachung. Es besteht Veranlassung wiederholt darauf hinzu- weisen, daß das Befahren der Wege und Schneise» der städtischen Waldungen mit Autos, Fahrräder» und sonstigen, nicht der Holzabfuhr dienenden Fahrzeugen verboten und strafbar ist. 3449C Gießen, den 18. Mai 1938. Der Oberbürgermeister. I. V.: Nicolaus. MÖBEL RICHTERS Frühstückskräuterfee Zwiespalt zwischen völliger Verzweiflung und jäh entfachter Männlichkeit. * Fräulein Garbe war die kleine Frau Wheeler und hatte ihre große Szene mit dem Stichwort „Adam und Emma im Wolkenkratzer". Ruth- Ines Eckermann rauschte als Frau Bartlett mit Empörung und einem phantastischen Hutgebäude durch die derangierten Gemächer. Die Herren Paschen und Weiland waren zwei verteufelte Kavaliere aus der Vorvorkriegszeit, Helga R e t s ch y ein kokettes Kammerkätzchen. — * Das Haus war bemerkenswert stark besucht, die Stimmung großartig, der Beifall stürmisch. Hans Thyriot. Oie Geburt der Venus. von Peter Bamm. Nachdruck verboten. In der großen Ausstellung der Royal Academy of Arts, die kürzlich in London eröffnet wurde, hängt ein Bild, das aus dem Rahmen fällt. Freilich fällt es nicht auf das Parkett, sondern in die Seele des Beschauers hinein, um sie in Erstaunen zu setzen. Allerdings ist das die Aufgabe, die Bilder auf der Welt haben. Aber wie selten aus dieser Welt erfüllt etwas die Aufgabe, die es hat. Das Bild zeigt das Deck eines kleinen Herings- dampfer^ der vermutlich irgendwo zwischen Aran und den Lofoten herumschwimmt. Es ist gut, daß es keine Yacht ist, sondern ein Heringsdampfer. Von einer Yacht kann man träumen. Aber Yachten haben etwas Unsolides. Entweder sie gehören Millionären, die man nicht kennt, oder sie kommen in jenen Romanen vor, die wir deshalb so gerne lesen, weil sie so schlecht sind, daß wir sie selber hätten geschrieben haben können. Keiner von. uns hat jemals wirklich lustgekreuzt, aber einen Hering ißt man zuweilen zum Abendbrot, und zwar besonders dann, wenn man zufrieden ist und ein gutes Gewissen hat. So erregt der Anblick eines Heringsdampfers ein Gefühl von Vertrautheit, Menschlichkeit und Alltäglichkeit. Und der Chrostist glaubt, daß es die Absicht des Malers war, gerade diese Atmosphäre in uns wachzurufen, um dann jenes wunderbare Ereignis eintreten zu lassen, das auf dem Bilde dargestellt ist. Dieses wunderbare Ereignis ist nämlich nicht mehr und nicht weniger als die Geburt der Venus. Die Heringsfischer haben das Netz an Deck gezogen, und als sie es ausbreiten, enthüllr sich ihnen in unerhörter Reinheit und Keuschheit die Anadyo- mene, aus dem Schlamm der Nordsee geboren. Mit dem Ausdruck verzauberten Erstaunens betrachten sie ihren Fang. Auf ihren Gesichtern liegt ein Ausdruck vollständiger Unschuld, und nur der erste Steuermann, der wahrscheinlich ein Wesleyaner ist, hält die Mütze vors Gesicht. Und mit dieser einen kleinen Geste puritanischer Verzagtheit ist alles in nuce angedeutet, was die Geburt dieser Göttin aus der Welt für Folgen haben wird. Wir haben keinen Anlaß, auch nur einen Augenblick daran zu zweifeln, daß sich das Ereignis morgen so abspielen kann, wie es heute gemalt worden ist. Fischer haben sich seit Jahrtausenden nicht geändert, und dem Meer ist noch keine halbe Minute seiner Ewigkeit verflossen, seit es die erste Venus aus dem Schaume steigen ließ... Auch damals war »eine Zeit, da Venus noch nicht aeboren war. Freilich, die Menschen waren voll Unschuld und warteten darauf, daß die Göttin der Liebe erscheinen solle. Und als sie emporstieg aus dem Schoß des Meeres, gehörte ihr die Welt, und es war wahrhaftig nicht das schlechteste Zeitalter der Vergangenheit, da die Menschen der Venus dienten. Die Venusfischer von dem Heringsdampfer der Königlichen Akademie freilich werden in arge Verlegenheit geraten. Es ist anzunehmen, daß der wesleyanische Steuermann Venus alsbald in seinen Mantel hüllen wird, wodurch sie viel von ihrer königlichen Unschuld verlieren wird. Außerdem muß er. ben Vorgang ins Logbuch eintragen, und dabei wird er in arge stilistische Schwierigkeiten geraten. Ohnehin hat Poesie im Schiffsjournal nichts zu suchen. Zudem graut ihm ein wenig vor den Schwierigkeiten mit der Hafenbehörde. Es ist jedem Schiff erlaubt, mit einigen Leuten weniger auszukommen, denn daß Leute ins Meer fallen, ist eine anerkannte und erlaubte Sache. Aber daß irgendwelche Personen aus dem Meer aufsteigen, dafür fehlen alle gesetzlichen Unterlagen. Die Immigrationsbehörde wird sich in die Sache einmischen, und da die Dame in dem wesleyanischen Steuermannsmantel keine Nationalität hat, wird Venus möglicherweise aus England ausgewiesen werden. Der wesleyanische Steuermann wird außerordentliche Schwierigkeiten mit seiner Gattin bekommen, wenn sie Venus in seinem Mantel mit dem ihr so wohlbekannten Flicken am Aermel von Bord gehen sieht. Und da kein Strahl aus dem Auge der Göttin sie treffen wird, wird auch künftig die Liebe ihr Leben nicht beunruhigen. Venus, die Schaumgeborene, aber wird etwas erleben, was ihr neu ist. Wenn sie nämlich vor den obilder ij- - — X-.65 Donis. zu lassen. OffeiG nen, daß der 9ni id daß er nur im Allheiten. ftlnc ,m 6fr 9omer Cn£ oers korrekte" h ll9 Georg hotte ? «wnftatuen u Erter mit j 'e drei Echöch- n .Ach mit bis "lcht besonder;} 9 strömten in { s9°® Besuchers dieser verhau ' e w°r diese J eilen, und taget . 15 der Empire^ nichts als ein r ches Etwas zei^ unten Ausstelly der auf einen ieitigt wurden, si ■ uWlliger Stell!- onberbarenoeife i:k e" jedoch verM und großgewch? gleichen Sports- un! '«iS HiJ 9i^N. I AS, 6 ' I Sä 'ftbaron-WI ° toa J *•! 's 'Aa jteeiam Polizei L-M : ® n- -?8en. fc fei . f in einem EM inzen. Drittes Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) 25 Jahre Lupusheilstätte in Gießen. Am heutigen Samstag, 21. Mai, begeht die Lu p u s h e i l st ä t t e in Gießen die Feier ihres 25jährigen Bestehens. Aus diesem Anlaß findet in der Mittagsstunde im Hörsaal der Universitäts-Hautklinik eine schlichte Feier statt. Als Vertreter des Eigentümers und Trägers der Lupusheilstätte, des Hessischen Landesverbandes zur Bekämpfung der Tuberkulose, wird dessen Vorsitzender, Oberregierungsrat Dr. R e y l, bei dieser Feier sprechen. Die Gedenkrede wird der ehrenamtliche Leiter der Lupusheilstätte, Universitäts-Professor Dr. Walther Schultze, halten. Ferner werden in Verbindung mit diesem Jubiläum eine Tagung her gesamten Lupusbeauftragten aus dem ganzen Reich unter dem Vorsitz von Obermedizinalrat Dr. Seiffert vom Reichs-Tuberkuloseausschuß und die 64. Tagung der Vereinigung südwestdeutscher Dermatologen stattfinden. Die Tagungsteilnehmer werden neben Besichtigungen der Hautklinik und her Lupusheilstätte eine Reihe von Fachvorträgen im Hörsaal des Physiologischen Instituts entgegennehmen. Die Lupusheilstätte in Gießen nimmt im Kreise her medizinischen Einrichtungen unserer Ludwigs- Universität eine besondere Stellung ein. Sie ist durch Personalunion in ihrer obersten ärztlichen Leitung mit der medizinischen Fakultät verbunden; ihr Wirken vollzieht sich in enger Arbeitsgemeinschaft mit der Universitäts-Hautklinik, als deren unabtrennbaren Bestandteil man sie bezeichnen kann; aber als Eigentum und in wirtschaftlicher Hinsicht ist sie dem Hessischen Heilstätten-Verein zugehörig. Diese Stellung der Lupusheilstätte ist auf chre Entstehung zurückzuführen. Im Jahre 1906 wurde.^Professor Dr. Albert I e s i o n e k an die Universität Gießen für das Fach der Dermatologie berufen. Er richtete bei seinem Amtsantritt eine Poliklinik für Haut- und Geschlechtskranke ein. Die Behandlung der zahlreichen Lupuskranken, die damals schon in Gießen ärztliche Hilfe suchten, konnte in jener Poliklinik nicht ausreichend entsprochen werden. Professor I e s i o n e k strebte deshalb alsbald nach feinem Amtsantritt die Schaffung einer Hautklinik an, wobei es von vornherein feststand, Laß in diese Klinik Hauttuberkulöse nicht ausgenommen werden könnten. Um der dringenden Notwendigkeit, für die Lupuskranken eine besondere Stätte der ärztlichen Betreuung zu schaffen, gerecht zu werden, versuchte Professor I e s i o n e k andere Geldquellen zu erschließen. Das gelang nach mehreren Jahren 'dadurch, daß der Vorsitzende der Landesoersicherungsanstalt Hessen und des Hessischen Heilstättenvereins, Geheimrat Dr. Dietz, für diesen Plan gewonnen wurde. Am 2. November 1911 kam tm Heilstättenverein ein Dorstandsbeschluß zustande, der die Errichtung einer Lupusheilstätte in Gießen zum Gegenstand hatte. Am 21. März 1912 wurde dann in einer Gesamtsitzung des Heilstättenoerems beschlossen, diesen Bau zu beginnen. Von der Stadt Gießen wurde das gemeinnützige Werk durch verbilligte Baulandhergabe und durch Entgegenkommen bei den Straßenbaukostenbeiträgen weitgehend gefördert. Die Landesversicherungsanstalt Hessen stellte zu sehr niedrigem Zinsfuß eine Baukostenhypothek bereit. Am 6. Mai 1912 konnte mit dem ersten Spatenstich der Bau begonnen werden. Nach den Entwürfen und unter der Leitung des. Gießener Architekten Hans Meyer wurde die Lupusheilstätte gebaut, und das Werk ging so rasch voran, daß die neue Heilstätte am 19. Mai 1913 eröffnet werden konnte. Damit hatte Professor Dr. I e s i o - n e k, damals ao. Professor für Dermatologie, auf diesem Abschnitt seines Wirkens sein Ziel erreicht, noch ehe es ihm möglich war, an fein Hauptziel, die Errichtung einer Hautplinik, zu gelangen. Erst etwa ein Jayr später, am 3. März 1914, konnte er auch dieses Ziel erreichen. Die Lupusheilstätte besitzt also gegenüber ihrer großen Schwester, der Universitäts-Hautklinik, das Erstgeburtsrecht. Wie damals in den Gründungs- und Anfangsjahren, so ist die Personalunion im Amt des Direktors der Hautklinik und der Lupusheilstätte beibehalten worden, unbeschadet der verschiedenen Besitzrechte und der eignen Wirtschaftsführung, zum Besten der Kranken und nicht zuletzt auch zur Förderung der ärztlichen Wissenschaft. Unter der Leitung von Professor I e s i o n e k, der bis zu seinem Tode am 8. Dezember 1935 an der Spitze der beiden Institute wirkte, konnte in der Lupusheilstätte vielen Hauttuberkulösen ärztlicher Beistand geleistet werden. Mancherlei Methoden und immer neue wissenschaftliche Erkenntnisse wurden dabei nutzbar gemacht, um den Kranken Linderung und soweit wie irgend möglich Heilung ihres schweren Leidens zu bringen. Damit allein sahen aber Professor Iesionek und seine ärztlichen Mitarbeiter, ebenso der Heilstättenverein, ihre Aufgabe keineswegs als ausreichend erfüllt an. Es wurde von Professor I e s i o n e k auch stets darauf gesehen, daß der fachärztliche Nachwuchs im Rahmen dieser Heilstättenarbeit eine gute Fortbildung erfuhr. Ferner wurde immer wieder nach neuen und noch besseren Heilmöglichkeiten geforscht. So ist denn auch der jetzige ehrenamtliche Leiter der Lupusheilstätte und Direktor der Universitäts-Hautklinik, Professor Dr. Walther Schultze, ein Schüler Je- sioneks, in dessen Geist ärztlich vorangekommen und entsprechend seiner wissenschaftlichen Schule unermüdlich bestrebt, immer wieder verbesserte Heilmethoden gegen die Hauttuberkulose in Anwendung zu bringen. Der Geist Jesioneks, von seinem Schüler und Amtsnachfolger pietätvoll gehütet, ist in diesen beiden Anstalten lebendig und wirkt sich durch die Arbeiten der Schüler des nunmehr verewigten Lehrer^ weiter im Dienste der Kranken segenbringend aus. Welche große Bedeutung ditzses Werk im Laufe seines ersten Vierteljahrhundekts erlangen konnte, geht daraus hervor, daß die Lupusheilstätte, die auch zugleich die erste Lichtheilstätte in Deutschland war, anfänglich nur 30 Krankenbetten hatte. Professor Jesionek mit seinen erfolgreichen Heilmethoden wirkte aber auf die Hauttuberkulosen Kranken so anziehend aus, daß schon nach dem ersten Betriebsjahr der Heilstätte eine kleinere Erweiterung im Hauptgebäude oorgenommen und dadurch Platz für weitere 10 Betten geschaffen wurde. Während des Krieges diente die Heilstätte als Lazarett, in der ersten Zeit ‘für Verwundete, später für Hauttuberkulose Soldaten. Unter mancherlei Schwierigkeiten konnte die Heilstätte über die schwere Zeit der Inflation hinweggebracht werden. Dann setzte erneut ein großer Andrang von Kranken eint so daß oft mehr als 100 Patienten -vor- gemerkt waren. Durch die Errichtung eines zweiten Baues nach den Plänen und unter der. Leitung des Gießener Architekten Baurat Hans Meyer konnte von 1926 ab die Zahl der Patientenbetten auf 110 erhöht werden. Selbstverständlich wurden bei diesen Erweiterungen auch die erforderlichen Verbesserungen in klinischer Hinsicht vorgenommen. Im Jahre 1937 erwies sich eine nochmalige Erweiterung als notwendig, wodurch nunmehr die Bettenzahl sich auf 123 beläuft. Heute ist die Lupusheilstätte in drei Stationen gegliedert, nämlich in die Männer-, Frauen- und die Kinderstation, von denen jede in einem eigenen Hausbau untergebracht ist. Im Verlaufe dieser 25 Jahre wurden in der Lupusheilstätte 6835 Patienten behandelt, für die insgesamt 669 352 Verpflegungstage erforderlich waren. Die durchschnittliche Behandlungszeit jedes Patienten belief sich demnach auf 98 Tage. Seit 1. Januar 1936 steht die Heilstätte unter der Leitung von Professor Dr. Walther Schultze. Der Geist des Schöpfers der Heilstätte, Professor Jesioneks, ist der gute Grund, auf dem weiter- gebaut werden kann. Jedoch hat auch hier die Wissenschaft niemals einen Stillstand erfahren. Die Gesundheitsführung im nationalsozialistischen Staat hat sich selbstverständlich in dankenswerter Weise auch die Unterstützung der Wissenschaft der Hauttuberkulose angelegen sein lassen. So wurden durch einen Runderlaß des Reichsversicherungsamtes neue Grundsätze für die Bekämpfung der Hauttuberkulose aufgestellt und zur Durchführung dieser Richtlinien besondere Bevollmächtigte bestimmt. Auf diesem Gebiete wirkt der Leiter unserer Lupusheilstätte ehrenamtlich als Lupusbeauftragter für Hessen und 8eli. auf Celebes. in her 9lad)t jum Spürt 3n Dongak iften Stürzen 60 I reite Erdrisse inti . 17 Gehvtze durch ; sicher wurde eir . iw'dM nwS j® *d'n'** ienkfuh luhrenl W «hüHlgen Fell; dw 1 leichter und fruw «SS , nachmittags^ M >, Hanau * D„. Nicols chung. d-rh-lt d°r°M Wege und W.!; ,L°-, fuhr dienenden?- '.Möbel , vl\W laltflH?* mu9,er* d Arbtt bew^ le^ Die beiden Hauptgebäude der Heilstätte. -.ijt ’ WH Gießener Gtadtiheater. Avery Hopwood: „Der Mustergatte." Diele werden die erbauliche Geschichte des Mustergatten Billie Bartlett aus dem Film kennen, der ein Dorspiel dazu gab und eine Reihe von Mottven, die im Stück nur gestreift werden, in amüsanter Weise ausbaute. Der Schwank von Hopwood, als das Urbild, konzentriert sich aus naheliegenden Gründen auf die biedere Häuslichkeit bei Hop- woods und würzt die Affäre mit Stilornamenten von 1910. ♦ Billie, man erinnert sich, ist der musterhafte Mann, den es eigentlich gar nicht gibt. Er ist so sanft und tugendhaft, daß sich seine Frau von ihm scheiden lassen will, weil er „zu gut" für sie ist; welch ein Scheidungsarund. Liebe Freunde nehmen sich Billies an und helfen ihm auf die Sprünge: Frau Wheeler vor allem glaubt ihrerseits Grund zu haben, sich von Billie kompromittteren zu lassen. Billie ahnt nicht, wie er das machen soll, und eben darauf beruht der Schwank, die mit kindlichen Mitteln inszenierte nächtliche Cocktail-Orgie im zweiten Akt uyd die Schreckensszenen bei Bartletts am anderen Morgen. Als die Verwirrung auf dem Gipfel angelangt ist, weiß Herr Wheeler, Billies fachmännischer Freund, sogar das Allheilmittel, die Bartlettsche Häuslichkeit wieder zu sanieren: Billie wird energisch, er schlägt mit der Faust auf den Tisch und brüllt, das imponiert Frau Bartlett so ungemein, daß sie ihren Zorn vergißt und sich flugs aufs neue in ihren Mann verliebt. * Intendant Schultze-Griesheim hatte sichs nicht verdrießen lassen, persönlich Regie zu führen und mit sorgfältigen Vorbereitungen und wohl- bedachten Steigerungen ein wahrhaft entfesseltes Theater zu inszenieren, dessen Situationskomik die Besucher nicht aus dem Lachen kommen ließ. Herr Löffler hatte sich mit genießerischer Genauigkeit m das traute Heim von 1910 zurückversetzt und eine gute Stube zusammengestellt, in der nichts fehlte, weder der Schaukelstuhl, noch der „Edisonsche Musik- rpparat" mit Trichter, noch der Papagei, der übrigens einen Sondererfolg davontrug. Herr Lindt, sichtlich bestrebt, den Gießenern ben Absckied schwer zu machen, spielte die Rüh- mann-Rolle des Billie Bartlett: anfänglich mit entwaffnender Schüchternheit und Hilflosigkeit, später unter dem Einfluß fürchterlicher Cocktail-Mischungen -usehends munterer, zuletzt in einem ergreifenden Blick auf die Gartenfront. — (Aufnahmen [21: Photo-Pfaff.) 1 -Mf. 4 , > . "1 • OE >. ■ - 21/22. Mai 1938 Hessen-Nassau bei den vom Staate gestellten Aus, gaben mit. Das Ziel des Kampfes gegen diese Krankheit ist, die Lupuskranken mit kosmetisch gutem Ergebnis möglichst bald zu passendem Arbeitseinsatz zu bringen,zfid) also nicht, wie, einst vor Jahren, wohl oder übel damit abzufinden, daß diese Krankheit zwar bestmöglich bekämpft würde, im übrigen aber der Kranke notgedrungen mehr ober minder im Schaffensleben beiseite stehen müßte. Welcher Weg der Krankenbehandlung der beste ist, kann immer nur von Fall zu Fall entschieden werden, oberste Richtlinie ist aber stets, die Behandlungsmethode so zu wählen, daß der Patient durch die Bekämpfungsmaßnahmen an sichtbaren Stellen so wenig wie möglich durch unschöne Narben oder dergleichen beeinträchtigt wird, um ihn eben an einer passenden Stelle in der Arbeit zu seinem und der Gesamtheit Nutzen wirken zu lassen. Darüber sagt Professor Schultze in einer Abhandlung zu dieser Jubiläumsfeier zutreffend folgendes: „Es ist im Erfolg völlig gleichgültig, ob ein Lupus- kranker seine Stelle verliert, weil er einen häßlichen Lupusherd im Gesicht hat, oder weil er im Laufe der Behandlung so entstellt ist, daß er an seinem Arbeitsplatz unmöglich ist." Um die Bekämpfungsmaßnahmen so umfassend wie möglich wirken zu lassen, wird größter Wert darauf gelegt,- daß die Lupuskranken schon möglichst früh an Jahren erfaßt werden, am besten schon vor dem 25. Lebensjahre, um bereits im würzig mild - mit dem bekannten Schinkenbild! jugendlichen Alter die Durchbehandlung möglichst weit voranzubringen. Ferner wird auch Wert darauf gelegt, regelmäßig immer wieder ärztliche Untersuchungen und Ueberwachungen der Lupuskranken vorzunehmen und frie, gesamte Behandlung von Anfang an unter dein Gesichtswinkel der allgemeinen Tuberkulose auszuführen, weil sich durch die jahrelangen Erfahrungen ergeben hat, daß in den meisten Fällen die Hauttuberkulose nur eine tuberkulöse Teilerkrankung ist. Diese Richtlinien und praktischen Maßnahmen stehen sämtlich unter der Forderung, daß im nationalsozialistischen Reich jedem deutschen Menschen das Recht und die Ehre der Arbett gewährt werden muß, also auch die Hauttuberkulösen trotz ihrer Krankheit dieses Recht auf den Arbeitsplatz teilhaftig werden müssen, soweit es durch die fachärztliche Kunst nur irgendwie zu ermöglichen ist. Mit dieser Zielsetzung handelt der Dermatologe nach den Forderungen des Nationalsozialismus und nach den ungeschriebenen Gesetzen der Verpflichtung zur Hilfeleistung für jeden hilfsbedürftigen deutschen Menschen. Die Rückschau des Zeitchronisten auf das erste Vierteljahrhundert des Wirkens der Lupusheilstätte Gießen führt zu der Feststellung, daß hier ein segensreiches Werk im Dienste leidender Menschen errichtet wurde, das täglich aufs neue fruchtbar ist. Man gewinnt auch die Ueberzeugung, daß dieses Werk sich in guter Obhut befindet, weil es nicht nur nach der modernen Fachwissenschaft, sondern auch in der innigen Verbundenheit mit seinem Schöpfer, in der pietätvollen Erinnerung an einen guten Lehrer betreut wird. Hierbei stehen dem Schüler Jesioneks, Professor Schultze, in ausgezeichneter Mitarbeit sein Oberarzt Trv. Kreiner und ebenso die seit Bestehen der Heilstätte, also seit nunmehr 25 Jahren dort tätige technische Assistentin Hildegard^M i 11 e l b a ch tatfreudig zur Seite. Und dazu kommt, daß die von unserem Führer dem deutschen Volke gestellte Aufgabe auch hier im Geiste des Nationalsozialismus in der richtigen Weife erkannt ist und ihre Erfüllung nach bestem Vermögen erstrebt wird. Darum ist der heutige Jubiläumstag der Lupusheilstätte Gießen, ebenso wie seinerzeit der Tag ihrer Gründung durch einen warmherzigen strengen Herren der Hafenbehörde steht, wird sie sich das erstemal genieren. Und dabei wird sie noch nicht einmal wissen, was das eigentlich ist. Und dann werden die Reporter kommen und sie für die Londoner Abendblätter interviewen. Die Reporter, die gewahrst sind, Radschas aus Singapore und Negerkönige von der Goldküste zu interviewen, werden nicht in Verlegenheit geraten. Mit einem alten Homer bewaffnet, werden sie so antik fein, wie Reporter sein können. Und schließlich werden sie noch irgendwo einen levantinischen Schiffskoch auftreiben, der außer Armenisch, Arabisch und Aegypttsch auch noch ein paar Brocken Griechisch spricht. Dann wird Venus für die neue Revue am Oxford-Zirkus ein glänzendes Angebot bekommen. Aber die Tillergirls werden sich über ihre vollschlanke Linie ziemlich mokieren. Einige Lords werden ihr schließlich einen Heiratsantrag machen, und das rvird dann dem Faß die Krone aufsetzen. Eines Tages wird Venus verschwunden sein. Bei Sonnenuntergang ist sie hinter Fal- mouth aufs Meer hinausgeschwebt und in den feurigen Wagen Apolls eingestiegen und hinter dem Horizont untergetaucht. Die wesleyanische Ordnung ist bann wiederhergestellt, und das aus dem Rahmen gefallene Bild in der königlichen Akademie ist wieder an seinen Platz zurückgekehrt. Nur der Schiffsjunge auf dem Heringsdampfer wird niemals mehr aufhören können, von der schaumgeborenen Göttin zu träumen. Sein Knabenherz war der einzige Zufluchtsort, den Venus in England hätte finden können. Und sie wußte doch, daß dieses Herz ihr nicht gehören sollte. So ließ.» sie ihm nur die Sehnsucht. Und. dieser Schiffsjunge wird als alter Mann feinen Enkelkindern die Geburt der Venus erzählen. Und so- wird, wenn Venus schon lange wieder verschwunden ist, die Wahrheit zu einem Märchen werden, das unschuldige Herzen erfreut. Hochschulnachrichten. Professor Dr. Franz Z i z e k, Ordinarius für Statistik an der Universität Frankfurt, ist infolge eines Schlaganfalles im Alter von 62 Jahren g e - ftorben. Die Frankfurter Universität verliert in ihm einen bedeutenden Gelehrten und einen ihrer beliebtesten Lehrer. Zizek, am 15. Januar 1876 in Graz geboren, habilitierte sich 1909 in Wien und wirkte seit 191tz in Frankfurt. Don seinen Büchern nennen wir „Soziologie und Statistik", „Grundriß der Statistik" und „Fünf Hauptprobleme der statistischen Methodenlehre". Mann und Arzt, ein Tag neuer Verpflichtung und guter Verheißung, alles zu tun im Dienste der Kranken und damit zugleich in der Arbeit für das Wohl unseres deutschen Volkes. B. Aus der Stadt Gießen. Das Wunder. Ein Wunder ist kein alltägliches Ding. Es ist etwas, das plötzlich in Erscheinung tritt und dann eine bezaubernde Wirkung auslöst. In den Märchenbüchern gibt es viele solcher Wunder, ja, eigentlich folgt dort ein Wunder auf das andere. Nur im alltäglichen Leben find die Wunder erheblich rarer, und mancher bemerkt sie gar nicht einmal. Ab-r daß eine Schwalbe mitten in der Stadt in einem Schlafzimmer nistet — dieses Wunder läßt sich schließlich doch nicht übersehen. Auf dem Lande tritt die Sache häufiger auf, und dort ist sie eigentlich schon kein Wunder mehr. Jedenfalls siedeln sich die Schwalben oft genug in Ställen und Wohnräumen an. Sie lieben eben die Nähe der Menschen,' und der Mensch sollte sie schon um dessentwillen ebenfalls lieben. Auch dann, wenn sie ihre Nistgelegenheit ausgerechnet im Schlafzimmer suchdn. Inge hatte es zuerst gesehen. Sie machte sich kurz vor / dem Schlafengehen daran, die Betten herzurichten. Nach einer Weile kam sie aufgeregt ins Wohnzimmer zurück. j,Es ist etwas im Schlafzimmer", fagte sie klopfenden Herzens. Der Vater blickte nur spöttisch von seiner Zeitung auf, während die Mutter zweifelnd den Kopf fchüttelte. Aber dann gingen doch alle drei zusammen hinaus. Und tatsächlich, es war etwas im Schlafzimmer. Auf dem oberen kleinen Kranz der Lampe saß in der schmalen Höhlung eine Schwalbe. Das Tierchen blinzelte zu den drei Menschen herab, ohne jedoch Anstalten zu machen, das selbstgewählte Asyl zu verlassen., „Pst!" bedeutete der Vater, als Inge erzählen wollte. Gleichzeitig gab er das Zeichen zum Rückzug. Im Wohnzimmer öffneten sich dann die Schleusen der Unterhaltung ungehemmt. Die Mutter hatte einige Bedenken hinsichtlich der Reinlichkeit, aber sie wurde sieghaft überstimmt. Selbstverständlich müsse die Schwalbe bleiben, erklärten Vater und Tochter in seltener Übereinstimmung. Und so geschah es auch. Daß das Oberlicht des Fensters ständig geöffnet bleibe, dafür wollte die Mutter schon sorgen. Seitdem ist das Wunder im Schlafzimmer eine Quelle ständiger Freude, an der außer der Familie alle Hausgenossen teilhaben. Wo eine Schwalbe nistet, soll -ja bekanntlich das Glück seine Stätte haben. Um dieses Glück nicht zu verjagen, ist die gegenseitige Rücksichtnahme geradezu vorbildlich geworden, was ja allein schon ein Glück ist. Und daß die Schwalbe im Schlafzimmer einer Stadtwohnung iyre Nistgelegenheit sindet und solcher- maßen ihr rührendes Vertrauen zu den Menschen bezeugt, ist eine jener besonders erfreulichen Erscheinungen, mit denen uns die Natur in dieser schönen Jahreszeit immer wieder aufs neue beglückt. Sch. Bornotizen. Tageskalender für Samstag. Stadttheater: 20 bis 22.15 Uhr, „Versprich mir nichts". — Gloria-Palaft (Seltersweg): „Anna Fa- vetti". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Die Umwege des schönen Karl". — Wettbewerb HJ.-Heim, Gießen: 16 bis 18 Uhr, Ausstellung der Entwürfe in der Volkshalle (Empore). — Maienblasen ab 19 Uhr vom Turm der Johanneskirche. Tageskalender für Sonntag. SA.-Sportfest. — Gloria-Palast (Seltersweg): „Anna Faoetti". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Die Umwege des schönen Karl". — Wettbewerb HJ.-Heim, Gießen: 16 bis 18 Uhr, Ausstellung der Entwürfe in der Volkshalle (Empore). — Landschaftsbund Volkstum und Heimat, Ortsring Gießen: Wanderung durch das Naturschutzgebiet Hangelstein, Abfahrt 7.30 Uhr, Marktplatz Gießen. — Gemeinnütziger Eisenbahner ° Heimstätten - Verein, Gießen: 8.1,5 Uhr, „Hotel Hopfeld , General-Versammlung. — Oberhessische Viehversicherungsanstalt: 15 Uhr, „Gasthaus Faulstich", Mitgliederversammlung. — Sportplatz 1900: 15 Uhr, Aufstiegspiel 1900 — Dunlop Hanau, vorher 1900II — Geilshausen. Zum letztenmal „versprich mir nichts". Heute abend findet im Stadttheater die letzte Wiederholung der Komödie „Versprich mir nichts" von Charlotte Rißrnann statt. Spielleitung Hermann Schultze-Griesheim, Bühnenbilder Karl Löffler. Die Vorstellung findet gleichzeitig für die KdF.-Miete, Gruppe II (17. Vorstellung), statt. Anfang 20 Uhr, Ende 22.15 Uhr. Spielplan des Stadlthealers Gießen vom 22. bis 29. 21laL Sonntag, 22. Mai, muß infolge plötzlicher Erkrankung von Herrn Geißler die Vorstellung „Park- straße 13" ausfallen. Das Theater bleibt geschlossen! Montag, 23. Mai, Anfang 20, Ende 22.15 Uhr, Theaterring der Hitler-Jugend (9. und letzte Vorstellung): „Versprich mir nichts", Komödie von Charlotte Rihmann. Spielleitung Hermann Schultze- Griesheim. Kein freier Kartenverkauf. Dienstag, 24. Mai, Anfang 20, Ende 22.30 Uhr: „Der Mustergatte", Schwank von Hopwood. Spielleitung Hermann Schultze-Griesheim. Dienstag- Miete, 32. Vorstellung. Mittwoch, 25. Mai, Anfang 20, Ende 22 Uhr, einmaliges Gastspiel die acht Entfesselten in ihrer neuen heiteren Szenenfolge „Gute Besserung!" Freitag, 27. Mai, Anfang 20, Ende 22 Uhr, Ab- schieds-Vorstellung für Else Monnard. Zbm letztenmal „Ein Glas Wasser", Lustspiel nach Scribe von Stockhausen. Spielleitung Hans Geißler. Außer Miete! Samskaa, 28. Mai, Anfang 20, Ende 22.30 Uhr, Abschieds-Vorstellung für Karl-Ludwig Lindt. Zum letztenmal „Der Mustergatte", Schwank von Hopwood. Spielleitung Hermann Schultze-Griesheim. KdF.-Miete, Gruppe I (17. Vorstellung). Freier Kartenverkauf. Schluß der Winterspielzeit 1937/38. NSDAP., Ortsgruppe Gießen-Nord. Belr.: General-Mitgliederappell. Am Montag, 23. Mai, findet um 20.30 Uhr, im Caf6 Leib, Walltorstr. 38, ein General-Mitgliederappell sämtlicher Pg., Pgn. und Parteianwärter statt. Es spricht der Gauredner Pg. B u l l m a n n. Anschließend erfolgt die Ausgabe von Parteianwärterkarten, Mitgliedskarten und Mitglieds- buchern. Erkplaketie zum Gängerfest in Gießen. r ALS FAHNEN' /schmuck gestif-X f TET VOM DEUTSCHEM1, , SÄNGER-BUND I ÖAU2H HESSEN ! kDARMSTADTi l ZUM 3.GAUSÄNGER i . FEST IN GIESSEN f k ß 10JUL11930 / Zum 3. Hessischen Gcm-Sängerfest 1938 in Gießen hat der Hessische Sänger-Gau eine Erk - PIa - kette geschaffen, die allen mit den Fahnen erscheinenden Gesangvereinen ausgehändigt werden soll. Unsere Bilder zeigen die beiden Seiten der Plakette. Ludwig Erk, geboren am 6. Januar 1807 in Wetzlar, gestorben in Berlin am 26. November 1883, war zuerst Lehrer, dann Musiklehrer am Lehrerseminar in Störs, seit 1835 am Seminar für Stadtschullehrer in Berlin. Er gründete dort 1845 den Erkschen Männergesangverein und 1852 den Ertschen Gesangverein für gemischten Chor. Hauptverdienst: die Sammlung und Pflege des deutschen Volkslieder Er veröffentlichte: „Die deutschen Volkslieder mit ihren Singweisen" (1838 bis 1845), „Alte und neue Volkslieder für Männerstimmen" (1845 bis 1846), „Deutscher Liederhort" (1856, neu bearbeitet von F. M. Böhme),> „Deutscher Liederschatz" (drei Bände, 1859 bis 1872), „Volksklänge für Männerchor" (1851 bis 1860), „Vierstimmige Choralgesänge" (1845), „I. S. Bachs mchrftimmige Choralgesänge" (1850 bis 1865), ferner verschiedene Schulliederbücher. Ein chronologisches Verzeichnis seiner Werke gab er anonym heraus. Der Entwurf der Plakette stammt von dem Bildhauer Ludwig G ü n g e r i ch, Gießen. Vorbereitungen zum 'H6er-Regimentsappell 1938. Massenbeteiligung macht Zeltaufbau Die Vorbereitungsarbeiten für das bevorstehende große Soldatentreffen in Gießen gehen flott vorwärts. Da bei den Massenanmeldungen, die bereits heute, vier Wochen vor den Festtagen, schon beim Regiment 116 vorliegen, und die sich täglich steigern, am Kameradschaftsabend am 18. Juni und am Sonntag, 19. Juni, die Dolkshalle die Teilnehmer nicht alle wird aufnehmen können, soll in den nächsten Tagen im Anschluß an die Dolkshalle und längs der „Liebigshöhe' ein großes Zelt mit einem Fassungsvermögen für 2000 Personen zur Aufstellung kommen. Eine Festschrift erscheint. Zum 125jährigen Gründungstag des Regiments und dem damit verbundenen Regimentsappell für das Regiment und seine Kriegsaufstellungen wird eine inhalttich wertvolle Festschrift mit zahlreichen Beiträgen und Bildern, u. a. von dem Kommandierenden General des IX. Armeekorps und Befehlshaber im Wehrkreis IX General der Artillerie Doll- mann, dem Divisionskommandeur und Standort- ältesten von Gießen, Generalleutnant O ß w a l d, von Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger, von Kreisleiter Backhaus, Oberbürgermeister der Stadt Gießen Ritter pnd dem Generalmajor z. D. Mohr, Gießen, die außerdem auch alle an den Festtagen des Regiments teilnehmen werden, erscheinen. Der Kommandeur des Infanterie-Regiments 116, Oberst Herrlein, entbietet den zum Regimentsappell gekommenen ehemaligen Angehörigen des Regiments und seiner Kriegsaufstellungen ein herzliches Willkommen und kameradschaftliche Grüße. Zahlreiche bisher unveröffentlichte Berichte über Kampfhandlungen des Regiments und feiner Kriegsaufftellungen werden darin erscheinen. Weiter finden mir in dem 96 Seiten starken Heft die ausführlichen Veranstaltungsfolgen jedes Tages, einen -Plan, mit dem in den Gießener Gaststätten eingerichteten Standquartieren, Fahrpläne mit den in Gießen ankommenden und abgehenden Zügen und vieles andere. für 2000 Teilnehmer notwendig. Oie Plakette. Immer wieder taucht die Frage auf: Wo erwerbe ich eine Plakette, die für einen Sitzplatz zu sämtlichen Veranstaltungen einschließlich Wehrsport- fest, militärischen Vorführungen und Aufführung von „Wallensteins Lager" Gültigkeit hat? Um den starken Nachfragen zu genügen, wurden bei Firma A l b o l d , Gießen, Seltersweg 39, und Firma C. Röder, Offenbacher Lederwaren, Gießen, Mäus- burg 14, Dorverkaufsstellen durch das Regiment eingerichtet. Das Abzeichen. Bereits heute taugen im Straßenbild Trager mit den ersten schmucken Regimentsappellzeichen auf. Die Träger zeigen ihre enge Verbundenheit mit der Wehrmacht und besonders mit dem ältesten Gießener Truppenteil, dem Infanterie-Regiment 116. Verbilligte Fahrkarten. Die Reichsbahn gibt am Samstag, 18. Juni, im Umkreis von 150 Kilometer und von einigen größeren Orten im Umkreis bis 250 Kilometer billige Sonntagsrückfahrkarten aus. Die städtische Straßenbahn Gießen gewährt allen Regimentsappellteilnehmern gegen Lösung einer Marke für 50 Pf. Sonderpreise. Diese Marken haben Gültigkeit während der drei Tage vom 18. bis 20. Juni zu beliebig viel Fahrten auf allen Strecken für alle Entfernungen. Auch im Hotel-Gemerbe wirst der Regimentsappell bereits feine Schatten voraus. Zahlreich find die Vorbestellungen auf Zimmer für diese Festtage. Herzlicher Gruft her Garnisonstaht. Die Stadt Gießen wird zum Empfang der alten Soldaten ihr schönstes Kleid anlegen. Herzliche Will- kommen-Grüße wird die Bevölkerung ihren alten Soldaten an diesem Ehrentage des Regiments 116 entgegenbringen, und der Marschtritt der langen Kolonnen alter Soldaten soll Zeugnis geben von dem alle Zeit bereiten und an allen Fronten des Krieges bewährten Einsatzwillen aller für Großdeutschland, für unseren Führer Adolf Hitler. Stellv. Gauleiter Linder in Gießen. Am gestrigen Freitag besuchte der stellv. Gauleiter Linder unsere Stadt, wo er mit Oberbürgermeister Ritter eine Besprechung über eine Reihe von Fragen hatte. Dabei ließ sich der stellv. Gauleiter auch über den Stand des Theaterwesens in unserer Stadt unterrichten. Für diese Aufklärung zeigte er sich als Leiter des Gemeindekulturoerbandes Rhein- Main ganz besonders interessiert. Im Anschluß an die Besprechungen wohnten stell- oertretenber Gauleiter Linder und Gattin in Begleitung des Oberbürgermeisters Ritter der aeftrigen Ausführung im Stadttheater bei. Im Verlaufe des Abends äußerte sich der stellv. Gauleiter sehr anerkennend und befriedigt über die wahrge- nommenen hervorragenden Leistungen unserer Bühne. Er gab dabei auch seiner besonderen Genugtuung darüber Ausdruck, daß unser Gießener Stadttheater im Verlaufe der letzten Jahre einen außerordentlich starken künstlerischen Aufftieg erfahren hat und heute in seiner künstlerischen Gel- tuny im weiten Umkreis aller Bühnen des Rhein- Mam-Gebietes mit an der ersten Stelle steht. Morgen keine Sportwettkämpfe her 63.! von der Führung des Bannes 116 wird uns mitgeteilt, daß die Reichsiportwektkämpfe des Bannes 116 wegen des schlechten Detters am morgigen Sonntag ausfallen und dafür auf den folgenden Sonntag, 29.2Hai, verlegt werden. Waldwege und Schneisen sind keine Fahrbahnen! Der Oberbürgermeister macht heute darauf auf« merksam, daß das Befahren der Wege und Schnei- sen der städtischen Waldungen mit Autos, Fahrrädern usw. verboten ist. Wer dieser Vorschrift zuwidechandelt, hat Bestrafung zu gewärtigen. Gießener Dochenmarktpreife. * G i e ß e n, 21. Mai.' Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, % kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 13, Klasse A •12%, Klasse B 12, Klasse C 11%, Klasse D 10%, Wirsing, % kg 18 bis 20, gelbe Rüben, neue, das Bündel 20 bis 25, Karotten, % kg 12 bis 15, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 8 bis 12, Römischkohl 10 bis 12, Spargel, 1. Sorte 55, 2. Sorte 50, 3. Sorte 45, 4. Sorte 25 bis 30, Erbsen 18 bis 20, Tomaten 40 bis 65, Zwiebeln 18 bis 20, Kartoffeln, alte, % kg 5 Pf., 5 kg 45 Pf., 50 kg 3,30 bis 3,90 Mark neue, % kg 18 bis 20 Pf., Aepfel 20 bis 40 Pf., Hähne 1 bis 1,20 Mark, Suppenhühner 1 bis 1 05 Mark, Tauben, das Stück 60 bis 65 Pf., Blumenkohl 60 bis 70, Salat 6 bis 18, Salatgurken 50 bis 70 Oberkohlrabi 20 bis 22, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 40, Rettich 10 bis 15, neue, das Bündel 20 bis 25, Radieschen, das Bündel 8 bis 12 Pf., Rhabarber Vb kg 18 bis 20 Pf. 9 ♦ ** Vergebung von Straßenunter- Haltungsmaterial. Das Hessische Straßen- bauamt Gießen schreibt heute die Vergebung der Lieferungen von Straßenunterhaltungsmaterial aus. Interessenten mögen die Bekanntmachung beachten' ** Wochenmarkt - Verlegung. Der Wochenmarkt am Donnerstag nächster Woche (Himmelfahrtstag) findet bereits am Mittwoch statt. . ** Die Herb st-Schaumesse in Gießen sindet vom 1. bis einschließlich 9. Oktober auf Os- waldsgarten statt. *♦ Maienblasen. Am heutigen Samstag, ab 19 Uhr, findet das Maienblasen vom Turm 6er Johanneskirche mit folgenden Darbietungen statt: 1. Choral „Nun danket alle Gott", Johann Krüger (1647); 2 „Gott grüße dich" von Mücke- 3. Volksweise „Don des Rheines Strand". AS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude-. Theatervorstellung. Samstag, den 21. 2Uai 1938, 20 Uhr: KdF.-Miete Gruppe II - „V e r j p r i ch- m i r nichts" Komödie von Charlotte Rißmann. Karten im freien Verkauf zum Preise von —.90 und 1,— RM. sind in der Kartenverkaussstelle Gießen, Seltexsweg 60, erhältlich. 3410D ** Seinen schweren Verletzungen erlogen. Am Donnerstagfrüh wurde, wie wir am Donnerstag bereits berichteten, am Friedhof in Wiefeck ein 43 Jahre alter Mann aus Gießen mit einer Schußverletzung in der Herzgegend auf- gefunden. Der Mann wurde sofort nach Gießen in die Chirurgische Klinik eingeliefert, wo er am gestrigen Freitagnachmittag leider an der schweren Verletzung gestorben ist. Kleine Strafkammer Gießen. Vor der Kleinen Strafkammer fand am gestrigen Freitag die Berufungsverhandlung gegen den F. Sp. aus Wißmar statt. Der bereits 14mal vorbestrafte Angeklagte war am 18. März von dem Amtsgericht Nidda wegen Rückfallbetrugs und Uebertretung von Bestimmungen der Gewerbepolizei zu einer Gefängnisstrafe von 6 Monaten und 100 Reichsmark Geldstrafe verurteilt worden. Der Bestrafung lag folgender Sachverhalt zugrunde: Der Angeklagte hatte im Januar o. I. einige Zeit in einer Gastwirtschaft in Nidda gewohnt. Anfangs zahlte er feine Gasthausschulden regelmäßig. Nachdem ihm jedoch der Wirt wegen einer Bierreise gekündigt hatte und er ausziehen mußte, blieb er die Zeche für die letzten Tage seines Aufenthaltes schuldig und veranlaßte außerdem noch die gutmütige Wirtin, ihm ein kleines Darlehn zu geben. Obwohl der Angeklagte von Anfang an die Absicht hatte, wegen der Kündigung weder die Restschuld zu zahlen, noch das das Darlehn zurückzugeben, spiegelte er doch der Wirtin vor, daß sie in zwei bis drei Tagen das Geld zurückerhalten sollte. Trotz wiederholter Mahnung erfolgte dies aber nicht, und erst nachdem F. Sp. in Untersuchungshaft gekommen war, veranlaßte er, daß ein Dritter für ihn die Schuld bezahlte. Außerdem hatte der Angeklagte bei feiner beruflichen Tätigkeit fortgesetzt gegen Bestimmungen der Gewerbeordnung verstoßen. Obgleich er keinerlei Berechtigung zur Ausübung des Heilgewerbes hatte, verstand er es, die Leute glauben zu machen, er sei ein Heilkundiger. Wenn er auch nicht direkt für seine Behandlung eine Bezahlung forderte, so erhielt er diese doch indirekt dadurch, daß er den Leuten Heilmittel angab, für die er als Vertreter tätig war und Provision bezog. So kam er auch im Januar b. I. in Maar zu einer Frau und nahm, ohne von dieser dazu aufgefordert worden zu sein, eine Augendiagnose vor. Er stellte bei ihr dann auch verschiedene Leiden fest und erreichte es, daß die Frau bei ihm eine Anzahl von ihm empfohlene Präparate bestellte und auch eine Anzahlung von 6,— RM. machte. Den Vertrieb der Arzneimittel nahm der Angeklagte zudem noch vor, ohne im Besitz eines Wandergewerbescheines zu sein. Die Kleine Strafkammer wies die Berufung des F. Sp. zurück und sprach in der Begründung des Urteils aus, daß nur wegen des geringen Schadens dem Angeklagten bei der Strafzumessung wegen Rückfallbetrugs noch einmal mildernde Umstände zu- gebilligt wurden und er hierdurch vor Zuchthausstrafe verschont blieb. Hundfunkprogramm Sonnlag, 22. Mal. 6 Uhr: Don Hamburg: Hafenkonzert. 8.10: Kleine Morgenmusik. 8.30: Römisch-katholische Morgenfeier. 9.10: Rufe über Grenzen „Bruder im Felde". 9.30: Chorgesang. 10: Wer auf dieser Welt gewinnen will, muß wagen. 10.30: Ewiges Deutschland. Hum 125. Geburtstage von Richard Wagner. 11.15: Aus dem Karmeliterkloster zu Frankfurt a.M.: Heinrich-Schütz-Morgenfeier. 12: Mittagskonzert. 14: Hoch auf dem gelben Wagen. Kasperle zieht- nach Wien. 14.30: Uns gehört der Sonntag! Ein Reigen sorgloser Melodien. 15.15: Heimat am Hochrhy. 16: Sport und Unterhaltung. Berichte vorn Internationalen Avusrennen 1938 für Motorräder, vom Davis-Pokal-Spiel Deutschland—Norwegen. 3. Tag und von der Vorschlußrunde um die deutsche Fußballmeisterschaft. 18: Männer unter sich. 18.20: O, du herrliche Eifel! 19: Nachrichten. 19.10: Schweizerische und Siebenbürgische Volksweisen. 19.30: Sportspiegel des Sonntags. 20: Aus Bad- Nauheim: Unterhaltungskonzert. 22: Nachrichten. 22.15: Sportbericht. 22.30: Unterhaltung und Tanz. 24 bis 3: Nachtkonzert. Monlag, 23. Mai. 5 Uhr: Frühmufik. 5.45: Ruf ins Land. 6: Morgenlied, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30:. Frühkon- zert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Kur- konzert. 9.40: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 9.50: Die Konsultation. 10: Schulfunk 11.40: Volk und Wirtschaft. 12: Schloßkonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Schloßkonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Das Stündchen noch Tisch... 15: Für unsere Kinder: Jetzt basteln wir. 16: Nachmittagskonzert. 18: Zeitgeschehen. 18.30: Der fröhliche Laussprecher. 19: Nachrichten. 19.10: Wenn die Mandoline spielt... Italien in Musik und Landschaft. 20: Unterhaltungskonzert. 21: Orchesterkonzert. 22: Nachrichten. 22.15: Kamerad, wo bist bu? 22.45: Nachtmusik und Tanz. 24 bis 3: Nachtmusik. Dienstag, 24. Mai. 5 Uhr: Frühmusik. 5.45: Ruf ins Land. 6: Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.40: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 10: Schulfunk. 11.40: Volk und Wirtschaft. 12: In den Domen der Arbeit. Werke deutscher Meister. 13: Nachrichten. 13.15: Platzkonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Kleines Konzert am Mittag. 14.30: Von Freiburg: Wahrung der Baukultur. Es spricht Oberbaurat Schlippe. 14.40: Heitere Lieder und Tänze aus früheren Jahrhunderten. 15: Bilderbuch der Woche. 15.10: Julius Weismann spielt eigene Kompositionen. 15 30: Freiburger jungen und Mädel singen und spielen. 16: Ünterhal- tungskonzert. 17: Platzkonzert. 18: Zeitgeschehen. 19: Nachrichten. 19.10: Freiburg im Wandel der Zelten. 20: Der Waffenschmied von Worms. Komische Oper in drei Akten von Albert Lortzing. 22.40: Sportleben in Freiburg. 22.50: Unterhalt tungs- und Tanzmusik. 24 bis 3: Nachtmusik. S.Uportf Aus -er engeren Heimat Beginn der Ausßiegspiele werden Als Schiedsrichter amtiert Markert (Kassel). Im halten Hitler-Zugend im Dienst der Ernährnngssreiheit Handball im Kreis Gießen »hängiges Groß: deutsches Reich zu bauen. mahnte sie auch zu fleißiger Arbeit uni) Pflichterfüllung und betonte, daß ihre Arbeit ein Dienst an der Gemeinschaft sei, und gerade sie als Hitler- Begegnungen mit anderen Gauligamannschaften gesehen haben, erhoffen wir auch in den kommenden Aufstiegspielen, damit der Meisterschaftssieg auch zweiten Spiel der Südgruppe zwischen Oberursel — Elz wir die Platzbesitzer für die stärkere Der- Ortsgefolgschaftswart Brück begrüßte die Jungens im Auftrage der Ortsbauernschaft und sprach die Hoffnung aus, daß nach einem Jahr ein Teil von ihnen sich freiwillig bereiterkläre, bei ihrem Bauer zu bleiben. Betriebssichrer und Jugend trennten sich dann mit den besten Hoffnungen. Die Jungens gehen morgens um 6 Uhr, nachdem sie ihr Lager in Ordnung gebracht haben, zu ihren Bauern und helfen dort bei allen Arbeiten, die der Tag bringt. Um 20 Uhr müssen sie im Lager sein, wo noch erzieherische Arbeit durch den Gruppenführer geleistet wird. Hier kommt besonders Sport, weltanschauliche Schulung und Feierabendgestaltung in Frage. Wenn auch ein großer Teil dieser Jungens nach einem Jahr die Landwirtschaft wieder verläßt, nm irgendeinen anderen Beruf zu erlernen, so ist doch erreicht worden, daß sie gelernt haben, daß die Bauernarbeit wohl eine gesunde, aber doch eine harte Arbeit ist. Es ist zu hoffen, daß die Einrichtung des Land- diensttagers immer noch mehr ausgebout wird und weitgehendste Unterstützung findet. Die Staffel 1 der zweiten Kreisklasse beginnt am kommenden Sonntag mit ihren Aufstiegsspielen. Es stehen sich gegenüber To. Wißmar und Tv. Lich. Beide Mannschaften dürsten gleichstark sein. Wer Sieger werden wird, bleibt abzu- warten. ' An Freundschaftsspielen stehen an (für einen Teil des Kreises herrscht Spieloerbot): Mtv. Gießen II — Tv. Hausen I. Tv. Holzheim — To. Wohnbach. Tv. Wetzlar II — Tv. Katzenfurt I. To. Ehringshausen — Tv. Garbenheim. Wenn die 2. Garnitur des Mtv. nicht verstärkt eine sehr gute Leistung gezeigt haben. — In Ehringshausen ist wohl mit einem Sieg der Gäste zu rechnen, die allerdings mit Ersatz antreten müssen. Vorbereitungen für Breslau. Im Rahmen der Vorbereitungen für Breslau hat das Gaufachamt Handball eine Reihe von Dor- bereitungskurfen — in denen zunächst die gemeldeten Stadtmannschaften geschult werden sollen — ins Auge gefaßt. Eine dieser über das ganze Gaugebiet zerstreuten Veranstaltungen findet am 12.Juni in Gießen statt. Dazu werden eingeladen die Stadtmannschaften von Marburg, Gießen und Friedberg und die jeweiligen Kreisauswahlmannschaften der Kreise VII (Marburg), VIII (Gießen) und XI (Friedberg). Wer den heimischen Kreis bzw. die Stadt Gießen vertreten wird, steht im Augenblick noch nicht fest. Es wird zwar nicht schwer sein, zwei wirklich spielstarke Mannschaften zusammenzubringen; immerhin ist das vorhandene Material zu groß, um jedem Wunsche gerecht werden zu können. Die zuständigen Stellen werden sich nach Kräften bemühen, allen Anforderungen gerecht zu werden, um ihre Vertretung in wirklich beste Hände zu legen. Denn gerade der Kreis VIII und die Stadt Gießen haben die Verpflichtung, vorbildlich zu wirken, weil hier zweifellos guter Handball gespielt wird. Das Programm der Veranstaltung sieht die theoretische Schulung am Vormittag und eine Anzahl Auswahlspiele am Nachmittag vor. tretung, zumal Oberursel durch die frühere Zugehörigkeit zum Nordmainbezirk über die größere Spielerfahrung verfügt. Ueberraschungen sind jedoch auch hier nicht ausgeschlossen. Spietoereinigung 1900 II — Geilshausen I. Vor dem Spiel der ersten Mannschaft trifft die Reserve auf den spielstarken Gegner von Geilshausen. Die Gäste, die eine spielstarke Mannschaft ins Feld stellen, werden sich nicht so leicht überrumpeln lassen. Die Gießener, die wieder ihre stärkste Mannschaft zur Stelle haben, werden sich mächtig anstrengen müssen, wenn sie als Sieger den Platz verlassen wollen. Aufstiegspiele zur Bezirksklasse Lich — Dillenburg. Im Vorspiel konnten die Dillenburger 2:0 gewinnen. Wenn man auch dem Platzverein auf Grund des Platzvorteils den Gewinn zutraut, so ist doch zu berücksichtigen, daß die Mannschaft von Dillenburg im Sturm sehr verjüngt worden ist und daß die neueingestellten Spieler sich bewährt haben. taltungen: das MSV. Wei - jungens könnten stolz darauf fein, daß sie durch chre Arbeit an der Volksernährung mithelsen, unserem Führer ein vom Ausland unabhängiges Großseine sportliche Krönung erhält. Als vorläufige Mannschaftsaufstellungen genannt: Dunlop Hanau Bergmann Schlett Bausewein Roth Meyer Puth Erzeuaungsschlackt zu gewinnen und die Emäh- rungsfreiheit unseres Volkes sicherzustellen. Er er- Nachdem am vergangenen Sonntag die Entscheidungen in den anderen Staffeln der Gruppe Süd gefallen sind, beginnen am Sonntag die Spiele um den Aufstieg in die Gauliga, der obersten Klasse des Fachamtes Fußball. Als Bewerber hierfür haben sich in der Süd gruppe folgende Teilnehmer qualifiziert: Gruppe Hanau: Dunlop-Sportverein, Gruppe Friedberg: FC. Oberursel, Gruppe Lahn: Sportverein' Elz, Gruppe Gießen: 1900 Gießen. Für Sonntag, 22. Mai, sind folgende Paarungen vor genommen worden: 1900 Gießen — Dunlop Hanau, FC. Oberursel — Sportverein Elz. Im ersten Spiel empfängt der heimische Vertreter den zum Favoriten erklärten Dunlop-Sportverein Hanau. Der Anlaß, der die Hanauer zur stärksten Mannschaft in diesem Abschnitt erhebt, liegt in der steil ansteigenden Leistungskurve der Gäste. Die im Vorjahre in den Tschammer-Pokalspielen errungenen Erfolge stempelten sie zur Ueberraschungs- mannschaft dieser Spiele im Jahre 1937. Schieden sie doch erst in der Schlußrunde gegen den Dresdener Sport-Club aus, nachdem 'Richard Hofmann mit zwei Volltreffern Erfolg hatte. Mit ihrem diesjährigen Meisterschaftssieg bewiesen die Hanauer aber zugleich, daß sie nicht etwa eine ausgesprochene Pokalmannschaft sind. Vielmehr besitzt die Mannschaft ein sehr gepflegtes Spiel, das streng aufs W=<5t)ftem abgestimmt ist. Und gerade für diese Spielanlage besitzen die Gäste im Mittelläufer, den beiden Außenläufern und dem Jnnensturm die besten Leute. Für die Blau-Weißen wird dieser Kampf ein schwerer Anfang sein. Die Abwesenheit der Soldaten ließ ein gemeinsames Training nicht zu, und die im letzten Spiel gegen Germania Marburg mangelnde Entschlußkraft könnte Anlaß zu einiger Besorgnis geben. Dem wird aber nicht so sein, denn die Blau-Weißen haben im Verlaufe der Perbandsspiele, in denen gezeigt werden mußte, daß die Mannschaft, die Meister werden will, etwas zu leisten vermag, bewiesen, daß sie hierzu in der Lage sind. Und diese Leistung, die wir von den Blau-Weißen in der Derbandsrunde und bei bett Kurze Gporknokizeu. Am Hindenburg-Gepäckmarsch, den die SA.-Standarte 7 am 26. Mai in Berlin durchführen wird, beteiligen sich 260 Mannschaften mit über 1000 Marschierern aus dem ganzen Reichsgebiet. Die Strecke führt über 35 Kilometer; gekämpft wird um den Ehrenpreis des Führers. Deutschland führt 2:0 im Tennis- Länderkampf gegen Norwegen, der zur zweiten Runde des Davispokal-Wettbewerbs zählt und am Freitag in der Reichshauptstadt begonnen wurde. Der Wiener von Metaxa hatte es schwer, gegen Haanes 2:6, 5.7, 6:2, 6:3, 7:5 erfolgreich zu bleiben; dagegen fertigte Henner Henkel Fritz Jensen 6:0, 6:0, 6:1 ab. Beim zweiten Training aus der Avus gab es am Freitag in allen Klassen bessere Zeiten als tags zuvor. Die Höchstgeschwindigkeit erreichte Kraus, der mit feiner 500 ccm BMW. 173,5 km std fuhr. Sei den Fecht - Weltmeisterschaften in Bad Pistyan wurden die beiden Titelträger im Florett ermittelt. Der Italiener (Buaragna belegte vor feinem Landsmann Bocchino den ersten Platz, während bei den Frauen die Tschechoslowakin Sedivy den Titel eroberte. Die Posener Segelfliegerin Wanda Modlibowka verbesserte den polnischen Strecken- flugrekord von Lemberg nach Brest auf 345 Kilometer und kam dabei nahe an den von Hanna Reitsch mit 349 Kilometer gehaltenen Weltrekord heran. Mädelgruppe 17/116, Klein-Linden. Alle Mädel des Standortes Klein-Linden treten am Sonntag, 22. Mai, pünktlich um 8 Uhr an der Kirche an. Mitzubringen ist vorschriftsmäßiges Turnzeug und Turnschuhe. Verpflegung wird in Allendorf gestellt. Sängerfest in Nordeck. * Nordeck, 21. Mai. Nur noch kurze Zeit, dann feiert der Gesangverein „Teutonia" N o r d e ck sein 75. Stiftungsfest, verbunden mit dem Wertungssingen des Sängerkreises Ohm - Lumdatal. Die Vorarbeiten sind zum großen Teil beendet, so daß das Fest am 28., 29. und 30. Mai ein schönes Volksfest zu werden verspricht, bei dem alle Freunde des Gesangs einige schöne Stunden verleben dürfen. Die Natur hat zur Ausschmückung des Dorfes ihr mögliches getan, da jetzt herrlicher Blütenschmuck das ganze Dorf mit seiner schön gelegenen Burg umschließt. Kreis Friedberg. <£ Butzbach, 19. Mai. Die Generalversammlung der Molkerei-Genossenschaft Ost- heim - Nieder-Weisel fand hier statt. Aus dem Jahresbericht des geschäftsführenden Direktors Bill war zu entnehmen, daß die Milchanlieferung feit 1933 um mehr als 50 o. H. gestiegen ist. Dagegen ist die Buttererzeugung etwas zurückgegan- gen. Der Kassenbericht, der mit.205 337 RM. und einem Reingewinn von 4570 RM. abschließt, wurde genehmigt Die Mitgliederzahl ist bei 1660 angelangt. Bei der Wahl des stellvertretenden Direktors entspann sich eine Aussprache. Nach einer Reihe von Ergänzungswahlen und Erledigung einiger interner Angelegenheiten, zu denen auch der Leiter der Hauptabteilung III im Reichsnährstand, Weyrauch, Stellung nahm, konnte der Versammlungsleiter die Versammlung schließen. + Butzbach, 20. Mai. Die Bezirks- g e n o s s e n s cha f t für V i e h o e r w e r t u n g hielt ihre ordenttiche Hauptversammlung ab. Der Porsitzende, Bopp- Griedel, erstattete den Geschäftsbericht. Die Mitgliederzahl ist von 1257 auf 1280 gestiegen. Verbandsrevisor Hartmann trug die Bilanz vor. Kreisbauernführer Ott- Friedberg hob die große Bedeutung der Genossenschaften für den Bauernstand hervor. Der Umsatz im Schlachtviehgeschäft 1937 betrug 383 800 Mark, im Nutzviehgeschäft 142 646 Mark. Der Reingewinn wurde dem Reservefonds zugewiesen. Während dem Vorstand und Aufsichtsrat Entlastung erteilt wurde, konnte dies für den früheren Geschäftsführer nicht geschehen. Nach einigen Ersatzwahlen wurde die Versammlung in der üblichen Weise geschlossen. > Münz en berg, 20. Mai. Der hiesige Turnverein hielt im Gasthaus „Zum Löwen" eine Mitglieder-Dersammlung ab. Vereinsführer Schlecht erstattete Bericht über die Arbeit im verflossenen Sommer und gab dann die Zusammensetzung des neuen Vorstandes bekannt Kreis Schotten. )—( Ruppertsburg, 19. Mai. Dom schönsten Frühlingsweter begünstigt, feierten die Ruppertsburger Arbeiter und Arbeiterinnen der Solms • Laubacher For ft Verwaltung in und bei ihrem Pflanzgarten ihr diesjähriges W a l d f e st , an dem auch der Kreisjägermeister zwingen. Die Spiele der Bezirksklasse fallen restlos aus, und zwar durch die ausgesprochenen Punktverzichte der jeweiligen Platzmannschaften VfL. 1860 Marburg und 1900 Gießen. Damit sind Heuchelheim bzw. W.-Niedergirmes kampflos Sieger geworden. Die Spiele der 1. Kreisklasse können, nachdem die noch ausstehende Entscheidung des Gaues gefallen ist, ebenfalls abgewickelt werden. Groß- Rechtenbach und Garbenheim müssen, weil beide Mannschaften punktgleich in ihrer Staffel stehen, ein Entscheidungsspiel austragen, das am 1. Pfingst- feiertag nachgeholt wird. Oie deutsche Fußballelf für das dritte Spiel gegen Aston Villa. Für das dritte Pr^be- und Lehrspiel der deutschen Fußballer gegen Aston Villa am kommenden Sonntag in der Stuttgarter Adolf-Hitler-Kampf- . bahn wurde folgende deutsche Mannschaft aufgestellt: Jakob (Jahn Regensburg) Janes Schmaus (Fort. Düsseldorf) (Vienna Wien) Kupfer Goldbrunner Skoumal (Schweinfurt 05) (Bayern Münch.) (Rapid Wien) Lehner Stroh Lenz Hahnemann Pesser (Augsb.) (Wien) (Dortm.) (Adm.Wien) (Wien) Schiedsrichter ist der Belgier John Langenus, der schon am vergangenen Samstag den Länderkampf Deutschland — England pfiff. Reichs-Gepäckmarsch-Meisterschast der ff. Nach dem großen Hanseaten-Gepäckmarsch der SA. wird am kommenden Sonntag in Hamburg die Reichs-Gepäckmarsch-Meisterschaft der ff in zwei Gruppen entschieden. Von den einzelnen Oberabschnitten bewerben sich 13 Mannschaften um den , Titel, ferner sind die beiden 8v-Oberabschnitte Elbe und West in dieser Gruppe dabei. In einem gesonderten Wettbewerb starten die Verfügungstruppen und Totenkopf-Derbände. Insgesamt nehmen 30 Mannschaften $u je 25 Männern den Kampf auf. — Die Titelkämpfe werden diesmal auf völlig neuer Grundlage ausgetragen. Nicht die Marschleistung allein wird entscheiden, sondern darüber hinaus auch zahlreiche Sonderprüfungen am Schluß des Marsches. Die 30 Kilometer müssen in einer bestimmten Zeit von 5:15 bis 5:30 Stunden zurückgelegt werden. I. Krast- und Sportklub 1893. Am heutigen Samstagabend tritt der Gießener Kraft- und Sportklub im Katholischen Vereinshaus mit einem reichhaltigen Programm an die Oeffent- lichkeit. Zunächst steigt ein Mannschaftskampf im Ringen gegen Hanau 1860 um die Meisterschaft der Gruppe Süd im Gau Hessen. Den Vorkampf in Hanau verlor die ersatzgeschwächte Gießener Mannschaft knapp. Doch sind die Aussichten beim Rückkampf bedeutend besser, und man muß den Kampf durchaus als affen bezeichnen, obwohl die Hanauer nicht unterschätzt werden dürfen. Gießen wird wahrscheinlich in folgender Aufstellung an treten: Bantamgewicht: Götz, Federgewicht: Alois Funk, Leichtgewicht: Eder, Weltergewicht: Klotz, Mittelgewicht: Becker, Halbschwergewicht: Trechsler, Schwergewicht: Belloff, während Hanau sich auf folgende Vertretung stützt: Waßmuth, Karal !., Karg! II., Ehr. Lamprecht, K. Lamprecht, Mädicke und Kräcker. Da Gießen Fliegerstadt geworden ist, wird nun auch der Boxsport in unserer Stadt neu aufleben, denn die Boxer, die am Samstag gegen den Sportverein 05 Wetzlar antreten, gehören alle der Luftwaffe an. Es sind ausgezeichnete Kräfte, und die Gießener Boxsportanhänger werden bestimmt auf ihre Kosten kommen. Den Hauptanziehungspunkt des Abends wird der Kampf des d e u t sch e n Meisters 1 9 3 8 Köppers, Gießen, bilden. Köppers ist wohl der beste deutsche Halbschwergewichtler und besiegte bei den großdeutschen Meisterschaften in Frankfurt a. M. so ausgezeichnete Leute wie Hornemann (Berlin), Dosen (Bonn), Schmidt (Hamburg) und holte sich damit in blendendem Stil die deutsche Meisterschaft. Trotz einer Handverletzung, die er sich vor einigen Wochen in Hannover gegen eine Wiener Mannschaft zuzog, wird Köppers am Samstag antreten und sein Können unter Beweis stellen. Außerdem kämpfen im Bantamgewicht Gefr. Steuter, mehrfacher Sieger auf Gau- und Kreismeisterschaften im Gau Westfalen. Auch der Leichtgewichtler Holzner, früher DfL. Union Dortmund, ist ein bekannter Mann. Dann kämpft noch rm Mittelgewicht Gefr. Mucha, ein früherer Vereinskamerad von ©teurer. Die Wetzlarer Boxer sind bis jetzt noch nicht namentlich genannt. Es sei aber hier gesagt, daß Wetzlar, besonders in den leichten Klassen, erstklassige Kräfte hat, so daß spannende Kämpfe bevorstehen. Fußball im Turnverein Großen-Linden Tv. Grohen-Linden — Spto. 1920 Lollar. Am Sonntag empfängt die 1. Mannschaft von Großen--Linden die gleiche von Lollar zum fälligen Freundschaftsrückspiel. Das Vorspiel verlor Großen- Linden 3:0. Auch bei dem bevorstehenden Spiel ist mit einem Siege der Gäste zu rechnen. Spielvereinigung 1926 Leihgestern. Spvgg. Leihgestern I — Tuspo Burg (Liga). Für den morgigen Sonntag hat sich die Spielvereinigung 1926 Leihgestern die Ligamannschaft des Turn- und Sportvereins Burg zum Gesellschaftsspiel verpflichtet. Die Gäste, die einen guten Mittelplatz in der Tabelle der Bezirksklasse, Kreis Giehen-Wetzlar, einnehmen, spielen einen guten Fußball, und sie werden auch am nächsten Sonntag das Spiel für sich entscheiden duf Grund ihrer besseren Technik und größeren Erfahrung. Die Gäste, die in dieser Saison dem Bezirksklassenmeister Spvgg. 1900 Gießen mit 2:0 die erste Niederlage beibrachten, erwarten wir als Siea-er. Leihgestern wird mit einer starken Mannschaft das Spiel bestreiten, jedoch immer noch auf ihren Mittelläufer Väth, der verltzt ist, verzichten. Im Bezirk der Kreisbauernschaft Oberhessen-West Friedberg sind in diesem Frühjahr wieder zwei neue Land dien st lager errichtet worden, und zwar in den Ortsbauernschaften Echzell und Lang-Göns. Am 18. Mai sand in Lang- Göns der feierliche Empfang der dort eingetroffe- nen Jungens statt, die aus Bochum in Westfalen kamen. Nachdem durch den Sozialreferenten des Gebiets 13, Pg. Staab, und dem Kreisgefolgschaftswart der Kreisbauernschaft das Lager des Landdienstes besichtigt worden war, kamen die Jungens mit ihren Betriebsführern zu einer schlichten, nach bäuerlicher Art von dem Ortsbauernführer und Bürgermeister Weil organisierten Feierstunde zusammen. Nach gemeinsam eingenommenem Kaffee, wobei sich die Jungens aus Westfalen das aufgetragene Gebäck recht gut schmecken ließen, sprach der Sozialreferent Pg. Staab über Sinn und Zweck des Landdienstes. Er ermahnte die Jungens zur Zucht und Ordnung im Lager und zum Fleiß und williger Mitarbeit bei ihren Bauern. Die Betriebsführer bat er, vorerst etwas Rücksicht zu nehmen, da sich die Jungens erst langsam an die bäuerliche Art und Arbeit gewöhnen müßten. Kreisgefolgschaftswart Pg. Braun begrüßte die Jungens im Auftrage des Kreisbauernführers. Er dankte ihnen, daß sie sich freiwillig bereiterklärt haben, in der Landwirtschaft mitzuhelfen, um die Forstmeister Ostheim, Förster Becker nebst Fa- nilien teilnahmen. Nach dem vortrefflichen Kaifee, zu dem die Pflanzmädchen einen guten Kuchen bereitet hatten, entwickelte sich bald eine frohe Fest- ftimmung. Lieblich fangerj, die kleinen Waldoöglein. In ihre Gesänge mischten sich die schönen Frühlings-, Wald- und Jägerlieder der Feiernden. Unsere Dorfkapelle und allerlei heitere Vorträge vergrößerten die Freude. Daß auch das Tanzbein fleißig geschwungen wurde, braucht wohl nicht gejagt zu werden. Erst nach Mitternacht wurde es in dem herrlichen Walde allmählich still. Kreis Wetzlar T Dutenhofen, 20. Mai. Der hiesige Eisenbahn - Verein unternahm gemeinsam mit dem Eisenbahn • Verein Großen» Linden einen Ausflug nach Worms, der allen Fahrtteilnehmern große Freude bereitete. Hoch- befriedigt kehrten alle am Abend in die Heimatorte zurück. — Einen Filial-Neubau läßt die Firma Rinn 8z Cloos gegenwärtig hier. errichten, da die bisherigen Arbeitsräume sich als unzureichend erwiesen hatten Der Erweiterungsbau schließt sich an den bisherigen Bau an. Die Gemeinde läßt zur Zeit Erneuerungsarbeiten am Rathaus vornehmen, die sich als dringend notwendig erwiesen hatten. Das Todesurteil im Mordprozeß Armand recktskräffiq. Frankfurt a. M., 20. Mm. (LPD.) Das Reichsgericht hat, wie dem Landespressedienst des DNB. aus Leipzig gemeldet wird, die von dem 24jährigen Angeklagten Erwin Armand aus Wasenbach (Unterlahnkreis) gegen das Urteil des Limburger Schwurgerichts vom 16. Februar eingelegte Revision als unbegründet verworfen. Damit ist der Beschwerdeführer wegen Mordes rechtskräftig zum Tode verurteilt unter Aberkennung der Ehrenrechte auf Lebenszeit. Der Angeklagte hat am 12. Oktober 1935 seiner früheren Geliebten, einem Mädchen aus Marburg, unter der Vorspiegelung, daß es sich um ein Abtreibungsmittel handele, eine von ihm hergestellts Zyankalilösung verabreicht und das bewußtlos gewordene Mädchen mit einer Beilpicke erschlagen. Gpargelpreisregeluna. Fwd. Auf Grund der von der HV. der deutschen Gartenbauwirtschaft erlassenen Bekanntmachung darf die Bruttohöchstverdienstspanne des Großhandels bei der Abgabe von Spargel 10 v. H. des Einstandspreises, der von der Preiskommission jeweils festgesetzt wird, nicht übersteigen. Zum Einstandspreis kann der vom Verteiler nachweisbar zu zahlende Verwaltungskostenzuschlag von 1 v. H. hinzugerechnet werden. Schwund und Verderb sind in der Derdienstspanne enthalten und dürfen nicht besonders berechnet werden. Die Bruttohöchstoerdienstspanne des Einzel- und ambulanten Handels bei der Abgabe von Spargel an den Verbraucher darf 30 v. H. des Einstandspreises nicht überschreiten.Da bei Spargel sehr leicht nicht unerhebliche Verluste entstehen können, wird — auf Antrag eines Gartenbau Wirtschaftsverbandes — die Preisbildungsstelle unter besonderen Umständen ausnahmsweise für bestimmte Tage eine Erhöhung der eingangs erwähnten Spannen auf 15 bzw. 35 v. H. genehmigt. antritt, wird sie kaum eine Chance gegen die starken Nachbarn haben. Ueberbies werden sich beide Mann- schasten, die sich schon oft gegenüberstanden, einen spannenden und anständigen Kampf liefern. — Wohnbach spielt Bezirksklasse und hat schon oft seine Stärke unter Beweis stellen können. Es wird auch diesmal die Oberhand behalten, wenn sich Holzheim nicht endlich aufrafft, eine wirklich gute Leistung zu zeigen. — Dor dem eingangs erwähnten Hauptspiel stoßen. Wetzlar II und Katzenfurt auseinander. Katzenfurt kann wohl kaum gewinnen, weil die Einheimischen schon, am letzten Sonntag! nmgs' Krause Weigand Steinmeyer Gruner Dornhecker Hormel Sack Löbsack Zeiler Schellhaas (Koch) Quick Knauß Erhard • Lippert Pankok Fischer 1900 Gießen Ein Ereignis steht am kommenden Sonntag im Vordergrund aller Handballveranstaltungen- s ‘ Auftreten des Mittemeisters w ' 6 en f eis in Wetzlar. Wenn auch der Hessen- meister mit keinen großen Hoffnungen in den Kampf geht, so wird man doch Handball in höchster Vollendung zu sehen bekommen. Denn feststeht, daß wir in Weißenfels einen der stärksten Favoriten um die „Deutsche" haben und daß unter diesen Umständen auch sein Spiel entsprechend sein wird. Zudem wird Wetzlar zuhause weit stärker sein und die Soldaten zur Hergabe ihres ganzen Könnens man war MOBEI Am 18. d. M. verschied unerwartet meine liebe Frau Anna Berg, geb. Spieß im 63. Lebensjahr. 3544V Gießen (Liebigstraße 45), den 21. Mai 1938. 3460D Gießen, den 21. Mai 1938. 3514V Lisi Ohr [geb. Ohr Dr Karl Moritz Ohr und Frau Hildegard, und Enkel. [geb. Goebel Gießen, Mainz, den 21. Mai 1938. 3476V von ihm. ALT-SANDELWASSER mit der Brigg Wohnort:, 103 Die Trauerfeier findet am Dienstag, dem 24. Mai, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt Wie ein frischer Lufthauch vom Bergwald erquickt der Duft von Alt-Sandel-Wasser. Diese Erfrischung ist herrlich bei Arbeit, Geselligkeit und Tanz. Die gepflegte Frau weiß, warum sie diesen Duft bevorzugt. ALT SANDEL WASSER Hüd)lü|j8ö(m3M» 20 v. 6. erhalten Sie bei wie-erholten Auf- nahmen einer Aweiao Die H.-J. Gießen, insbesondere die Fliegergefolgschaft 1/116, wird niemals ihren einsatzbereiten besten Führer und Kameraden vergessen. Sein Fliegergeist wird in unseren Reihen weiterleben. In der Vorsehung war es bestimmt, daß am 17. Mai der Gründer der Flieger-H.-J. Gießen Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Elisabeth Grau, geb. Schneider. In tiefer Trauer: Willi Berg Vossalin-Creme seit 40 Jahr.glänzend bewährt b. Flechten, Hautausschlag, Geschwüren usw.Rheumatismus, Ischias u. Gicht verschwindet sicher durch 2863v Vossalin - Riienma Tubei,-^.Zu hab. in Apothek.u. Drogerien Vossal Labor. Buer/w. Wirtschaft. Rhein-Mainische Börse. TUiHagsbörfe: Aktien meist schwächer. Frankfurt a. M., 20. Mai. Die Börse schäft erhalten. - Am Dienstag, dem 24. Mai, 14 Uhr, nehmen wir Abschied Gegen Einsendung dieses Abschnittes an die Lingner- Werke Dresden unter Beifügung von 12 Pf. in Marken für Porto und Verpackung erhalten Sie EINE PROBEFLASCHE ALT-SANDELWASSER Die Beisetzung fand auf Wunsch der Entschlafenen in der Stille statt — Von Beileidsbesuchen bitte ich Abstand zu nehmen. am Aktienmarkt überwiegend schwächer, da sich die Auswandererabgaben wieder verstärkt haben. Infolgedessen blieben eine ganze Anzahl von vorliegenden günstigen Nachrichten aus der Wirtschaft ohne jeden Einfluß, vielmehr hat sich die Zurückhaltung der Berufskreise weiter verstärkt, zumal auch von der Kundschaft kaum Kaufaufträge eingegangen waren. Die ersten Notierungen lagen zumeist 0,50 bis 1 v. 5). niedriger. Einen stärkeren Rückgang erlitten Metallgesellschaft mit 135 bis 134 (136,75), auch IG. Farben mit 158,50 (159,65) waren über den Durchschnitt hinaus rückläufig. Montanaktien ermäßigten sich bis 0,75 v. $)., ebenso wiesen Elektropapiere Abschwächungen bis 0,50 d. 5). auf. Bon Maschinenwerten verloren Demag 1 v. H. auf 144,75, Moenus nach unverändert 135,50 0,50 v. H. und Adlerwerke 0,50 v. H. auf 119,50, wogegen Daimler mit 151,50 in Erwartung des Ergebnisses der heutigen Bilanzsitzung behauptet waren. Bon Derkehrswerten gingen Allg. Lokal & Kraft auf 150,65 (151,13) und ÄG. für Verkehr auf 137 (137,50) zurück. Etwas höher lagen nur Reichsbank mit 195,75 (195,13). Im übrigen wiesen die Kurstafeln große Lücken auf. Auch am Rentenmarkt entwickelte sich nur sehr kleines Geschäft. Kommunal-Umschuldung stellten sich auf 96,13 (96,15) und 4 v. H. Rentenbank- Ablösung auf unverändert 94,50. Reichsbahn-DA. Der Führer der Fliegergefolgschaft 1/116 Gerbig, Oberscharführer. DAS «ROSSE LAGERGESCHÄFT MIT DEN NIEDEREN PREISEN GIESSEN WIESENSTRASSE 6 Scharführer Rudolf Stein Fahnenjunker-Gefreiter von uns scheiden mußte. BßhnenslanSen Erbsenreiser sämtliche Sorten KnnsidlinBer billigst 3250D LTrohslei Steinstr. 73, Bnl 3581 Für die zahlreichen Beweise mitfühlender Anteilnahme beim Heimgange unseres lieben Entschlafenen Herrn Wilhelm Grau sagen wir hiermit allen innigsten Dank. bahn-DA. ihre am Mittagsschluß eingetretene Er. holung mit 126,25. Kommunal-Umschuldung hörte mit unverändert 96,13. Am 19 Mai, abends 83/» Uhr entschlief sanft und unerwartet mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater und Schwager Karl Ohr R.B.-Werkstättenvorsteher i. R. im Alter von 78 Jahren. In tiefer Trauer: Lina Ohr, geb. Flett Paul Schuldt und Frau Gertrud, Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. (G. = Gottesdienst, KG. - Kindergottesdienst, HG. = Hauptgottesdienst, HG.-Abendm. = Hauptgottesdienst mit Beichte und Abendmahl.) 22. Mai. Gießen. Skadtkirche. G. 8, Schmidt, Christen!. Matthg. HG. 9.30, Becker, KG. 11, Markg. — Johanneskirche. G. 8, Bechtolsheimer, Christenl. Lukg., HG. 9.30, Ausfeld, KG. 11, Iohs.- u. Militg. Bibelbefpr. 20, Ausfeld. — Petruskapelle. G. 9.30, Trapp, Christenl., Gemeindeabd. 20, Storck (Friedberg). — Kapelle Aller Friedhof. HG. 9.30, Traum, KG. 11. — Wieseck. HG. 9.30, Selzer, KG. 10.45, Bibelstd. 15. — Kirchberg. KG. 9, G. 10. — Lollar. KG. 9. — Mainzlar. G. 10, KG. 11. — Watzenborn. Steinberg. KG. 10.30, HG. 13. — klein- Linden. G. 9, KG. 10. — Garbenleich. G. 11. — hausen. G. 9.30, Christenl. — Albach. HG. 12.30. — Steinbach. HG.-Abendm. 9.30. — Heuchelheim. HG. 9.30. — Lich. Christenl. f. d. weibl. Jug. 9.30, KG. 13, G. 14. — Langsdorf. Christenl. 10, HG. 11. — Bettenhausen. HG. 13.30. — Hungen. G. 10, Christenl. 11. Gemeinschaft innerhalb der Kirche (Landeskirchliche Gemeinschaft), Gutenberastr. 9. 22. Mai. Ev.- Stde. 20.30. — 25. Mai. Bibelstde. 20.30. — 26. Mai. Jugendbundstde. 20.30. Christliche Gemeinde, Zu den Mühlen 2. 22. Mai. Erbauungsstde. 9.45, Sonntagsschule 11, Ev. 20.30. — 24. Mai. Bibel- u. Gebetstde. ✓ Ev. Stadtmission, Löberstr. 14. 22. Mai. Morgen« and. 8.30, Sonntagsschule 9.45, Ev.-Vortrag 20,30. — 26. Mai. Ev.-Vortrag 20.30. Bund freikirchlicher Christen Gießen, Großer Steinweg 4 H. 22. Mai. Sonntagsschule 11.30, Bibel« stde. 15.30, Jugendstde. 20.15. — 25. Mai. Bibel« u. Gebetstde. 20.15. Neuaposlolische Gemeinden Gießen, Händelstr. 1, Ederstr. 13. 22. Mai. G. 9.30 u. 16. Katholische Gemeinden. (B. = Beichtgelegenheit, M. - Messe, K. - Kommunion, P. = Predigt, HmP. - Hochamt mit Predigt, VuA. - Vortrag und Andacht, A. - Andacht.) 21. Mai. Gießen. B. 16.30—18.30 u. 19. — 22. Mai. (5. Sonntag n. Ostern.) Gießen. B. 6.30, Hl. M. 7, Spendung d. hl. K. 8, HmP. 9, Sing-M. m. P. 11.15, Christenl. u. A. 14.30. — Grünberg. HmP. 9.30. — Lollar. Hl. M. m P. 9.30. — Lich. HmP. 7.30, Christenl. u. A. 20. — Hungen. HmP. u. Christenl. 9.30. — Nidda. HmP. 8.15. — Echzell. HmP. 10.45. — 23. Mai. Laubach. Hl. M. 7.30. — Gießen. Sakraments-A. 20. — 24. Mai. Gießen. Sakraments-A. 20, -Bibelstde. 20.30. — 25. Mai. Gießen. Sakraments-A. 20. — Hungen. Hl. M. 6.15. — Gießen. B. 16,30—18.30 u. 19. — 26. Mai. (Christi Himmelfahrt.) Gießen. B. 6.30, Hl. M. 7, Spendung d. hl. K. 8, HmP. 9, Sing-M. m. P. 11.15, Vesper m. Segen 15. — Grünberg. HmP. 9.30. — 27. Mai. Gießen. Sakraments-A. 20. — 28. Mai. Gießen. B. 16.30—18.30 u. 19, Sakra« ments-A. 20. Sonntagsdienst für Aerzte. Arzt: Dr. med. Klein, Neuen Bäue 29. — Zahnarzt (nur in dringenden Fällen): Dr. Adam, Liebigstraße 17. Marine - Kameradschaft Gießen 1892 e. V. Der Kameradschaftsführer. 3532^ Gegen Graue Haare fl Das seit Jahren bewährte kombinierte Haarwasser ENTRUPA* gibt selbst ganz weissem Haar die jugendliche Farbe wieder,befreit von Kopfschuppen und verhindert Haarausfall.In der Anwendung so einfach wie jedes Kopfwasser /wird ENTRUPAL sofort benutzt, wenn das erste graue Haar sich zeigt oderSchuppen auf treten. In Fachgeschäften. Flasche RM.t,32 Prospekt kostenl. durch: Drog.Wlnterhofl, Kreusplati 10 vorn Fachmann K. Kling vorm. Heger Bandagist Marktstraßel6 Kassenlieferant Damenbedieng. Werbe-Drucksachen bei Brühl, Schulstr.7 bröckelten aus 125,65 nach unverändert 125,75 ab, waren aber am Börsenschluß bei lebhaftem Geschäft auf 126,25 befestigt. Am Pfandbriefmarkt ergaben sich nur bei Liquidationswerten teilweise Erhöhungen bis 0,13 v. H., Pfälzische nach Pause 101,75 (101,50). Stadtanleihen bröckelten vereinzelt bis 0,25 v. H. ab, ebenso lagen die meisten Industrie-Obligationen nur knapp gehalten, 6 v. H. IG. Farben verloren 0,50 v. H. auf 130,25. Am Markt der unnotierten Werte herrschte Geschäftsstille, die meisten Kurse bröckelten 0,25 bis 0,50 v. H. ab. Dingler 96, Katz & Klumpp 107 (108), FMA. 175 (176), Verein. Fränk. Schuh 84 (84,50), Ufa 70,75 (71). — Lagergeld wieder 2,50 nach 2,25 v. H. Abendbörse still. An der Abendbörse blieb es allgemein still. Auf manchen Marktgebieten lag weiter etwas Angebot vor, so daß eine Erholung der Kurse nicht eintrat. In den meisten Fällen waren die Notierungen jedoch nominell und stellten vielfach Anpassungen an den Berliner Schluß dar. Montanwerte lagen behauptet, Buderus 118,50, Mannesmann 113,50 (113,40), Verein. Stahl 108 (107,75), Deutsche Erdöl 140,25 (140). Von Maschinenaktien gaben Adlerwerke auf 119 (119,50) nach, Rheinmetall mit 145,75 und Moenus mit 135,50 blieben unverändert. In der chemischen Gruppe notierten IG. Farben mit 158,25 (158,50), Goldschmidt mit 141,75 (141,65) und Metallgesellschaft mit 134,40 (134,25). Sonst notierten u. 0. AG. für Verkehr mit 136 (137), Reichsbank mit 195,75 (195,25), Holzmann mit unverändert 161,50, AEG. mit 121,65 (122), Gesfürel mit unverändert 145,50 und VDM. mit unverändert 175 Brief. Am Rentenmarkt behaupteten Reichs^11 > für Gärten u. Grä- tBlrFlplPlP ber in grober Aus- ▼ W* V wähl auf Lager. Torfmull in Ballen und Kleinpackungen, Torfstreu, Dungkalk, Thomasmehl, Kali u. Stickstoff- Dünger u. andere künstliche Düngemittel. n66D Wiederverkäufer bitte An- w tHUUl geböte für Waggon und Televbon Nr. 2287 Kleinbezug zu verlangen. Name:.— Straße:^. N.S. MarineM. Marine-Kameradschaft Wen 1892 e,V. Unser treuer Kamerad Karl Ohr Mitgründer und Ehrenmitglied der Marine- , Kameradschaft ist, nachdem er vor einigen Tagen noch in unserer Mitte weilte, unerwartet in die Ewigkeit gegangen. Sein Name und das Gedächtnis an ihn bleiben in der Marine-Kamerad- IIIIIIIIUIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII1H Biber in Deutschland Von Professor Dr. Gustav Hinze 75 Seiten mit 9 Textabbildungen und 62 Abbildungen auf Kunstdrucktafeln nach Natururkunden des deutschen Dibervater» Amtmann Behr Heraurgegeben von der R«ich,stell« für Naturschutz, Berlin In Leinen gebunden RM. 3,00 Wie Msent und Elch, so gehört auch der Biber zu jenen Tierarten, die einst in Deutschlands (Bauen weit verbreitet waren, aber durch das unnachsichtige Eingreifen des Menschen mehr und mehr der Vernichtung anheimfielen. Es gehört heute zu den wichtigsten Aufgaben aller Freunds unserer heimischen Tierwelt, dieses seltsame Nagetier vor dem Aussterben zu schützen und di« wenigen in Deutschland noch vorhandenen Biber zu erhalten und zu hegen. Ein hervorragender Kenner gibt hier in trefflichen Schilderungen und herrlichen Natururkunden ein anschauliches Lebensbild vom deutschen Biber. Hugo Bermühler Verlag,Berlin-Lichterfelde VETTER 731A M.118 viertes Vlatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) 21/22. mail938 HW UM "wk ■ M W -Hl Der Katze wird die gequetschte Pfote verbunden. Das kranke Huhn viel aus dem Leben (Aufn.: [21 Neuner, [4] Archiv Welt und Wissen.) Der Drahthaarterrier sollte wegen Krankheit getötet werden, sein Pfleger hat ihn gesund gemacht. sind eigentlich schön; wenn wir Zeit hätten, sie herauszupflegen, würden wir gewiß Leute finden, die sie haben möchten. Wir bringen sie einstweilen ins Tierheim. Ein jammervoll vernachlässigter Laubenhund ist seinem Besitzer fortgenommen worden; für einen anderen kann niemand die Steuer bezahlen. Das Tierheim nimmt sie auf. Es sind schon andere beschlagnahmte Tiere da: Hühner, Kaninchen, aus winzigen, schmutzigen Gelassen endlich befreit. Aber das Heim nimmt noch ganz andere Gäste! Ein Mäusebussard kam —, weiß der Himmel, wo man den her hatte! — ein Igel wurde abgegeben, ein Waldkauz, eine Schildkröte, ein Rabe, eine junge in Behandlung: überfahrene Hunde, aus dem Fenster gestürzte Katzen, oder solche, denen jemand, indem er sie scheuchte, ein Auge ausgeworfen hat. Vielleicht ist sogar.ein Hund mit einer der menschlichen ähnlichen Neurose da. Und wahrscheinlich kommt fast täglich ein Bewohner in die kleine Leichenkammer. Operationen sind in der Tierklinik sehr häufig; picht selten werden auch Tiere gebracht, die Junge erwarten, wenn oorauszusehen ist, daß der Wurf schwer sein wird. Und so gibt es gelegentlich eine Kinderstube in einem behaglichen Winkel. ' * Selbstverständlich ist der Beruf eines Tierarztes gefährlich; denn größere Hunde und ungebärdige Katzen lassen sich nicht ohne Gegenwehr untersuchen. Aber erstaunlich, was alles Tiere sich gefallen lassen, sobald sie den Menschen, der es ihnen antut, als .Freund kennen! Und rotmn er furchtfrei, ruhig und gütig ist. Am meisten erreichen wird bei ihnen allen der, der am meisten von ihrem seelischen Leben versteht und es immer und bei ällem in Betracht zieht. Er muß ja auch so viel aus dem Leben Der Tierhort ist die große Sammelstelle für heimatlose Tiere einer Stadt, verbunden mit einer Auskunft und einem Heim. Jeder größere Tierschutzverein sucht einen derartigen Hort einzurichten, weil ohne ihn ein wirklicher Tierschutz unmöglich ist. Ein Besuch in einem Tierhort oder -heim ist ein ergreifendes Erlebnis. Wenn man an den Katzenkäfigen entlanggeht, strecken sich einem lauter kleine Pfoten durch die Gitter entgegen, die einladen, daß man streicheln soll oder gar ein Spielchen machen. Und die Hunde in der anderen Abteilung — sie stehen an die Stäbe gedrängt, wedeln, wollen heraus und mitgehen, — heraus, heraus! Ein überwältigendes Angebot von Bereitschaft zur Liebe! Aber einige liegen finster in der Ecke, zu traurig und verstört, um sich zu bemühen.. Wer für Tiere in Not zu sorgen hat, weiß, was für ein Segen ein gutes Tierheim ist! Auf unseren Hof kommt schreiend vor Hunger eine.Katze. Sie wird verjagt, sie darf keinesfalls bleiben. Oder jemand hat uns, buchstäblich, auf der Straße ein Kätzchen „in die Hand gedrückt". „Machen Sie damit, was Sie wollen!" Die Tiere seiner Kranken abzulesen wissen; seine Patienten können ihm nicht erzählen, wie sie sich fühlen nach dieser oder jener Arznei oder wie schrecklich der Fieberdurst ist oder die Atemnot. Eine einzigartige Beziehung kann zwischen dem berufenen Arzt und dem kranken Tier entstehen. Unzählige Male kann der Arzt aber auch nichts anderes tun, als ein Leben auslöschen, das nur noch Leiden sein würde oder das niemand mehr pflegen will. Immer wieder begegnet ihm das überzählige, verstoßene, verlassene Tier. * Eine Katze mit einer inneren Geschwulst streicht leise klagend am Gitter ihres Käfigs entlang; ein fieberndes Aeffchen hockt zusammengeduckt da, den Kopf fast auf den Knien. In einem großen Vogelhaus wartet eine Taube auf Heilung ihres verletzten Beinchens; ein riesiger Hund mit einer Furunkulose liegt still am Ofen, ein kleiner, mit einem dicken Brustwickel, trippelt ganz munter im Raum umher und sucht Unterhaltung. Im Jsolierzirmner liegen die Staupekranken oder die Diphtheriepatienten oder die mit Typhus. Fast immer sind auch Verunglückte Tiere in Krankheit und Not. Begegnungen mit Tieren in der Gießener Beterinärklinik und im Hort. Höhensonne für dem kranken Hund in der Gießener Veterinär-Klinik Als die Menschen in uralten Zeiten Tiere der Wildnis zu Haustieren machten, machten sie sich selber dabei zum allmächtigen Schicksal von zahllosen Wesen in allen kommenden Jahrtausenden. Diese zu Haustieren gewordenen Geschöpfe der Freiheit konnten ja fortan nicht mehr selbst ihr Leben gestalten und sich auch nicht mehr selber Helsen; sie waren auf Gedeih und Verderb einer fremden Macht ausgeliefert, die alles von ihnen nahm und sich mit ihrer Hilfe eine Kultur aufbaute Darum ist es nur billig, wenn Menschen versuchen, Tieren etwas zuliebe zu tun und ihnen zu helfen. Solche Hilfe ist an jausend Stellen nötig; am meisten braucht sie das krstnke und das heimatlos gewordene Tier, das ja doch nie wieder Tier der Wildnis werden kann. Ein krankes Haustier kann oft nicht zu Haufe behandelt werden, deshalb sind nicht nur Tierärzte, sondern auch Tierkliniken notwendig. Wenige Menschen wissen, was sie bedeuten, denn wenige verstehen etwas von kranken Tieren. Eine Tierklinik ist ein Ort der ernstesten und oft erschütternden Erlebnisse. Welcher Schmerz und welche Angst wird dort durchlitten, meist lautloses, manchmal in Qual aufschreiendes Leiden — und oft ein schweres und« rührendes Sterben! wird in der Gießener Veterinär-Klinik behandelt. Füchsin. Und einmal war große Freude, als.ein armes, mißhandeltes Pferd in das Heim einzog. Nach drei Wochen guter Pflege war es so weit, daß es zu leichter Arbeit auf das Gütchen eines Siedlers gegeben werden konnte, der es im Heim gesehen und liebgewonnen hatte. Es war eins der vielen edlen, zarten Pferde, die im Alter verelenden und in immer schlechtere Hände kommen. Ueberraschend schnell war es wieder schön und glänzend geworden. * Damit bedürftigen Tieren das Heim offenstehen kann, braucht es daneben zahlende Pensionäre. Es ist ja auch dringend notwendig, daß es ein paar gute Tierpensionen in jeder Stadt gibt, in denen verreisende oder erkrankte Tierbesitzer ihre Freunde gut aufgehoben wissen. Und so erscheinen denn dort mancherlei Luxustiere: Hunde, die im Auto vorgefahren kommen, Edelkatzen, Aeffchen, Papageien. Manche von ihnen sind schon Stammgäste und ge^en sicheren Schrittes aus den Eingang zu. Manche wieder leiden so sehr an. Heimweh, daß sie trotz ihres behaglichen Lagers, ihres hübschen Auslaufs und der Spielstunden im Freien, trotz liebevoller und aufmerksamer Betreuung nicht einen Tag lang glücklich scheinen. Es ist unendlich schwer, ein Tierheim zu leiten, daß es ein Segen wird für die, denen es helfen soll! Tierschutz verlangt viel Wissen und Können und nüchterne Urteilskraft ganz ebenso wie Unerschrockenheit und ein heißes Herz. Wo das aber einmal vereint ist, kann etwas Wunderschönes entstehen, ein Ort, an dem der Mensch gegenüber dem Tier einmal nicht der Nehmende, sondern gütiger Geber ist, und darum ein Ort, an dem man trotz alles Mitleidens auch froh werden kann! Das Pferd war ein Klepper geworden — drei Wochen sorgfältiger Pflege haben es wieder gut auf den Damm gebracht^ Fäden hin und her. Vornan von Hedda Westenberger. Copyright by Carl Duncker Verlag, Berlin W 35. 28. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) Lenzsch zwingt sich mit letzter Energie zu einer höflichen Verbeugung: „Jawohl, danke, wir stehen auch auf." Und was wird jetzt? In der Diele schlagen Kahl und Monika unter Lachen und Schwatzen den Pingpongtisch auf. Aus des Doktors Studio, in das Marga „verschleppt worden ist, hört man gar nichts . . Monika und Kahl reden sich übrigens auf einmal mit dem Vornamen an. Seit wann denn? Seit wann denn? Und er, Lenzsch? „Mein Schwager hat gewiß etwas mit Fräulein Montwill zu besprechen", tröstet Tante Martha und klingelt dem Mädchen zum Abräumen „und inzwischen hätte ich eine große Bitte, liebster Doktor." „Bitte sehr?" Tante Martha legt flehend die kleinen Hände ineinander. „Ließen Sie wohl, bitte, die Hunde aus dem Garten herein? Ich kann nämlich nur ganz leise pfeifen, und unserem Seppi muß man energisch pfeifen. Wenn es dunkel wird, haben wir doch unseren Seppl lieber im Haus, damit er Nicht etwa das Herums-trolchen lernt, vers-tehen Sie? Die Hunde hereinlassen. Nach den Hunden pfeifen. Vielleicht auch die Kaffeedecke draußen ausschutteln, wie? Während die anderen... ! Ja, es ist nicht zu leugnen, im Moment sitzt er zwischen zwei Stühlen. Walter Lenzsch hat schon die Klinke zur Gartentür in der Hand, da rasselt in der Diele das Telephon. Es rasselt so anhaltend und scharf, daß unwillkürlich alle die Köpfe heben. Auch der „alte Doktor kommt aus seinem Studio, und Lenzsch kann s^hen, wie Marga drinnen im Klubsessel sitzt und — als einzige uninteressiert an diesem nervenzerrüt- tenden Läuten — in einem Buch blättert. Monika springt als erste zum Hörer. Alle anderen stehen um sie herum. Monika lauscht eine Weile, dann hört man eine dünne Stimme am Apparat, und Monika sagt halblaut zu den anderen: „Berlin. Marga Montwill wird gewünscht." Marga Montwill kommt zögernd, mit gerunzelter Stirn, während der Doktor langsam in sein Studio zurückkehrt und die ^Tür hinter sich zuzieht. Die anderen bleiben unwillkürlich um den Apparat herum stehen. Irgendwie interessiert es sie doch alle, was man in Berlin von Marga will. „Hallo — hier Montwill." Das klingt kurz und äußerst unlustig. Monika zieht zu Kahl hinüber eine kleine Fratze. Aber bei dem ersten Laut aus dem Hörer heraus ändert sich plötzlich Marga Montwills Haltung. Es ist, als erschrecke sie ein klein bißchen, wenigstens lehnt sie sich auf einmal gegen die Wand und seufzt leise auf. Lenzsch, der es deutlich sieht, geht deshalb auf Zehenspitzen zu Marga hin, gleichsam, als wolle er sagen: Sieh mich an, ich stehe auf alle Falle zu dir. Aber Marga schiebt ihn nur sichtlich nervös von sich ab und spricht dann hastig in die Muschel hinein: „Joseph, du bist es? Guten Albend, Jupp. Was ist denn los? Woher hast du denn meine Telephonnummer so schnell bekommen, und ist vielleicht etwas passiert?... So, nichts passiert. Na, Gott sei Dank! Also rufst du nur an, um mich zu fragen, wie es mir geht? (Rundblick über die Diele und alle-Zuhörer.) Glänzend geht es mir, lieber Jupp idyllisch geradezu. Wie? Abholen? Ob du mich abholen sollst? Aber, Jupp, ich bitte dich! Das ist jo an und für sich reizend von dir, nur (erneuter Rundblick) weißt du. Lieber ich fahre ja noch gar nicht. Mein Wägelchen steht hier sehr hübsch untergebracht, und überhaupt bin ich doch erst vier Tage weg! Oder ist doch was im Geschäft? Brauchst du mich vielleicht doch?" „Nein, es ist nichts im Geschäft , ruft Joseph Breda verzweifelt, „ich muß schon beinahe sagen: Leider ist nichts im Geschäft. Aber fonst — ich meine: privat — brauche ich dich. Es ist zum Wahnsinnigwerden so allein. Ich esse schon gar nichts mehr. Ueberhaupt..." Marga lächelt ein halb zärtliches, halb trauriges Lächeln. „Ach, Jupp, das geht allen Leuten so. Alleinsein ist immer zum Wahnsinnigwerden. Aber gerade darum fühle ich mich ja hier so wohl. Verstehst du das denn nicht? Und einmal muß ich doch egoistisch sein dürfen und mehr an mich als an andere denken dürfen, Jupp. Wie? Ach, Jupp, hör auf, solche Sachen sagt man nicht durchs Telephon, und du hast doch sooo viele Bekannte in Berlin. Warum muß ich es denn gerade sein. Wie? Wie lange ich noch ausbleibe? Tja, Lieber (erneuter Rundblick), das weiß ich noch nicht. Vielleicht noch zwei Tage, vielleicht auch acht." „Acht Tage!" schreit Joseph Breda empört. ,Hst das dein Ernst, Marga?" „Ja," Eine lange Pause. Der Apparat summt. Im Hintergrund flüstert Monika mit Robert von Kahl. Dann meldet sich wieder Joseph Bredas Stimme: „Und — warum bleibst du so lange?" „Das kann ich dir hier unmöglich auseinandersetzen, guter Jupp. Genügt es dir denn nicht zu wissen, 'daß ich mich hier unglaublich wohl fühle, und daß ich mich sicher wunderbar erhole?" „Nein, das genügt mir, nicht. Wenn eine Ftau sich in einer Umgebung, die ihr noch vor vier Tagen, nein, sogar vor zwei Tagen, völlig ftemd war, so unglaublich wohl fühlt, dann ist bestimmt ein Mann im Spiel." „Na, und wenn es so wäre, Jupp?" Schweigen. Marga steht wie ein Storch auf einem Bein, lächelt und betrachtet dabei die vorgestreckte Fußspitze ihres zweiten Beins Dann wird ihr das Schweigen auf der anderen Seite zu lange. Ist Jupp verrückt geworden? Jede Minute, die sie beide hier am Apparat hängen, kostet doch! „Hallo, Jupp?" Joseph Bredas Stimme ist tief und merkwürdig eingerostet: „Jaaa, ich bin noch da." „Na, so rede doch!" „Es gibt nichts mehr zu reden. Oder, das heißt ... Hör zu, Marga, hör sehr gut zu. Wenn also da drüben bei dir eine Mannsperson im Spiele ist, werde ich daraus einige Konsequenzen ziehen müssen. Hast du verstanden?" Marga horcht auf und stellt sich verblüfft auf beide Beine. „So? Wieso? Willst du mir das mal näher auseinandersetzen?" „Nein, das-will ich nicht. Entweder du fühlst und weißt, wer ich bin, und wie ich bin, und wie ich zu dir stehe — oder ... Nur eins möchte ich noch wissen, Marga: Bleibst du auch dann in deinem Kaff sitzen, wenn ich mit aller Energie fordere, daß du zurückkommst?" „Du hast höchstens zu bitten!" Von drüben kommt ein lautes höhnisches Lachen. Marga beißt sich auf die Lippen und schaut sich scheu nach den anderen um. Ob man das Lachen womöglich gehört hat? Aber die anderen tun, als interessiere sie das Telephongespräch nicht mehr. Nur Lenzsch nicht. Lenzsch spitzt noch immer die Ohren. „Ich habe also zu bitten", wiederholt indes Joseph Breda, „zu bitten .. Also schön, den Fall werde ich mir überlegen. Aber ich glaube, ich werde mich nicht dazu entschließen können, zu bitten. Du wirst also in deinem Kaff bei deinen — deinen neuen Freunden bleiben, solange es dir Spaß macht, und ich werde auf meine Weise die Folgerungen daraus ziehen müssen. Privat natürlich, versteht sich. Inzwischen wünsche ich dir also viel Vergnügen und du kannst ganz unbesorgt sein, ich telephoniere jetzt nicht mehr." „Aber, Jupp, davon habe ich doch kein Wort gesagt!" „Nein, allerdings, davon hast du nichts gesagt. Aber leider fühle ich bis in die Fingerspitzen, wie unsympathisch dir mein Anruf ist, und daß mir durch den Draht hindurch gar keinen Kontakt mehr miteinander haben. Lassen wir's also. Nochmals, viel Vergnügen, und bitte, benachrichtige mich, wenn du zurückkommst. Wiedersehen." Knacks. Weg ist er. (Fortsetzung folgt.) 2^-7 len au mit seine Bergkirche. Im sie Nassau geschicht ton vom Stein, beitete. Nycimen stille durchsonnte £ dem waldgrünen -lk-L Lb Vet t-M an nw* Aus oer jS ** Wgia M lä 8««b0? «er 8« Ai-«- ""d ä fSfsi SSL i, [ffle grüne »- Äen- 8ol 5" tita ai, tos roim NW die wilde ^amirtales, dann baurmWerwa Ilm den Dietger reizvollstes Wegsti die merkwürdige Safjnftra&e. Wein gW* Dor Wein heil aus s nenburg, Reste er Dors Ruine Saure renburg führt die hoch über Felsm duinenstein beherrscht Schloß laltfels das Bild, ial zeigt sich ein n )en Bergbogen. Wo die Ahr von Rn eilt, überrasci ^MügsMen Cta Mrdigkeiten. Küß Mürmige Schlos verkbunten Fron das Burgqemäue ,?l|en. Brückenhä Der „Hain" füfo h°de. Benachba- fliegt „Limpur turmiger Dom i der mittelalter^ Hmmel ragen. 1 «"Nmerlqall W f» jene r6em l,|n. tomit fie ntz ! . D° A dl- Wpert Ss#®»“6' ,id Lms wt * Ä ywängt, dessen1 £, Semmenoufe titi( grauen pn Stilen Kr-n-h-n ßurplah an der x Alülkchen uberspri Die sch der Ahn ...... mtl eine Wochenende und Ausflugsorte gelsberg. baren 2Ii Landschaft im Hohen Vogelsberg Blick von der Feldkrücker Höhe auf Hoherodskopf und Taufstein. — (Aufnahme: Archiv.) Herbstein (Vogelsberg) Gasthaus Deutsches Haus Gasthaus zum Weißen Roß cvx - ~ ( r-C —---— ■■<<<■ - • ^■u^i iiuuf’ ÄUI1I vvriwviinuil Bei. Hcb Fortnagel. Fernfpr. 65. Bes.: Rich.Dabmer.Marktvlatz5. Eigene Metzgerei. Vorzügl.reicht. Fernfpr. 19. Eig. Metzgerei. Bad ’Knrht Ort ’KrtX »vw 2... .r- m cyx <# . . Hoherodskopf Ilbeshausen — Hochwaldhausen Aber wie das Volkslied dieser fruchtickerbreiten sich unterscheidet von dem des Brunnental mit feinem Landgrafenschloß, Laubach, die gräfliche Residenz — Die Städte im Süden des Vogelsbergs, das verträumte Büdingen, das noch fast den vollen Ring seiner Mauern um die winkligen Gassen zieht, und das gewerbefleißige Nidda leiten schon allmählich zur Wetterau über. Die 2ß etter au ist Bauernland wie der Dann Hause. Garage. Bekannt gute Verpflegung bei mäßig. Preisen. Hotel Frankfurter Hof.Bes. Kch^.?^LAernr. 23 (Homberg). Nachtanschl. G'eßen—Homberg. Bad, fließendes Wasser, Garage. Schoner Wochenendaufenthalt. Verpfleg. Bad im Hause. Sonm Zimmer mit herrlicher Fernsicht. Pension Schweizerhaus« Landhausneubau, dir. amWald, 3Zim.m.je2Betten,fließ.Wass. reicht, gute Vervfl.,Landwirtsch., '2lutogaragen.Bes.K.Geiss. Tel.14 Gebirges, so ist es mit den Menschen. Sie sind lustiger, lebensbejahender, aber auch wohlhabender. Erde und Himmel machen es ihnen ja auch so viel leichter als im rauhen Vogelsberg. Und so ist es auch am schönsten, durch die Wetterau zu wandern, wenn das Bauernjahr seine hohe Zeit hat, wenn die ährenschweren Halme des Schnitters harren. Unvergeßlich ist, um diese Zeit auf einer tief eingeschnittenen Gasse zwischen den mannshohen Mauern des lebendigen Brotes zu schreiten, wenn noch der Tau der Nacht an den Gräsern des Feldwegs im Frühlicht glänzt. Weit hinten über den Feldern lagert auf flachem Rücken, breit und fest, wahrend und wachend, Burg Münzenberg mit ihren beiden mächtigen Rundtürmen als Schirmerin des Fruchtlandes. Di^ Felder der Wetterau find Zeugnis ewigen Bauerstfleißes, die Burgen und Schlösser, die Klöster und Städte wahren das Gedächtnis einer wechselvollen reichen Vergangenheit. In der Nähe Münzenbergs birgt sich im Waldtal der Wetter die efeuumrankte Ruine der Klosterkirche von Arnsburg, wieder einer der zahlreichen Beweise, daß die Zisterzienser sich immer die schönsten Erdenflecke zur Ansiedlung wählten. Weiter oberhalb im Wettertal ragt der alte schlanke Festungsturm von Lich heute als Herold des Gotteshauses hoch über das steile gotische Schiff der Stiftskirche und über die Dächer der Stadt. Drinnen im dämmerigen Innern der Kirche stehen im Chor die Grabmäler der Svlmser Grafen im Prunkpanzer der Renaissance, kräftig und stolz, wie sie tm Leben gewesen. Am adligsten aber wirkt das schlichte Bildwerk des Kuno von Falkenstein, verklärt von dem ganzen Zauber früher deutscher Gotik. Der Schöppenstllhl der Freigrafen von Kaichen erinnert an die Zeit, als die Bauern der Wetterau sich noch selber das Recht sprachen, wie es ihnen von den Vorfahren überliefert' war. Der Limes aber, der „Pfahlgraben", der heute noch an den Rändern des Kornlandes sich hinzieht, auf große Strecken deutlich als Wall und Graben erkennbar, durch die Wälder und längs der Raine der Felder, mahnt, wie hart schon vor Jahrtausenden um dies Land gerungen wurde, das den Schlüssel bildet zum Rheinübergang bei Mainz. Vom Turm der Burg Münzenberg schaut man hinab auf einen der gesegnetsten Gaue des Reiches. Dorf reiht sich an Dorf, von den Hainen der Obst- bäume umgeben, inmitten der unendlichen Acker- flgren. Im Nordosten wölbt sich der Vogelsberg am Horizont, im Süden aber blaut der Taunuskamm von Butzbach bis gen Frankfurt hin. Am Rande der „Höhe" lagern drei schmucke Städte \m Grünen, Butzbach mit seinem altertümlichen Marktplatz, das moderne Bad-Nauheim mit seinen weltbekannten geschmackvollen Kureinrichtungen und die mittelalterliche Turmsilhouette Friedbergs. Wer Oberhessen wirklich kennen lernen will, muß aber auch dem Hüttenberg einmal einen Besuch abstatten, dem Land zwischen Gießen, Metzlar und Butzbach, wo die Bauersfrauen noch Tracht tragen, die kurzen weit abstehenden Faltenröcke, das Mieder, und den hessischen Haarknoten, den „Schnatz", mit der Hornnadel, die ihn zusammenhält. 1 Hier sind auch die schönsten Gehöfte Oberhessens. Mehrere hundert Jahre alt sind manchmal die Fachwerkhäuser mit den schön geschlitzten, oft bunt bemalten Balken. Die ganze Hofanlage ist von einer Geschlossenheit, die die Mitte hält zwischen der Verbundenheit mit der Dorfgemeinschaft und bäuerlichem Besitzerstolz. Die Giebelseite der Wohnhäuser ist meistens der Straße zugekehrt. Nach ihr zu Erholung und gute Wiegung ______^ommer irischen und Gast'tätten unserer engeren Heimat! Mß ?ahnhof.ii . ^ru^4?2Ot' ^11M'As piigs Gast h.u. Pension., Wald-a. Berghaus“. H oc h wa I d hau- scn,Fnh.H.u.K.Wirth,Fernr.63 Herbstein. 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Sie sind von Schotten , her hinübergegangen über den Gackerstein mit seinen zerzausten Fichtenreihen, sie haben den Felsengipfel des Bilstein erstiegen und hinabgeschaut auf die blockübersäte Halde gen Busenborn hin, sie haben selbstverständlich wie die meisten Vogelsbergbesucher auf dem Taufsteinturm gestanden und über die Wipfel des Oberwaldes hinübergeblickt zu den fernen Höhen der Rhön und des Taunus, zur heimatlichen Kuppe des Düns- bergs am Horizont. Vielleicht sind sie auch einmal eingebrochen in die Domäne der Frankfurter, das Gebiet um die Herchenhainer Höhe und Hochwaldhausen. Wer aber kennt den Geiselstein und das Hochmoor, die weite Hochfläche fy>r Breungeshainer Heide, den einsamen Landgrafenborn, die Nidda- guelle, wer die Feldkrücker Höhe und den Nesselberg? Wer hat schon an den weiten stillen Wasserflächen der Mooser Teiche gestanden? Wer hat Schloß Eisenbach aufgesucht, den Stammsitz der Riedesel, wer das Barockwunder des Vogelsbergs, Schloß Stockhausen, das sich hinter den Wäldern versteckt? — Manches davon ist nicht leicht zu erreichen von Gießen aus, vieles.aber in nächster Nähe des Hoherodskopfs. Um den Vogelsberg herum liegen die kleinen malerischen oberhessischen Städte: Schotten mit seiner gotischen Liebfrauenkirche noch im innersten Kern des Gebirges wie die Bergstädte Herbstein und Ulrichstein. Das idyllische Niddertal mit dem Hillensbach-Strandbad in seiner Nähe, mit den Schlössern Ortenberg und Gedern. Tiefer reiht sich um den Fuß des Berglandes eine weiter gespannte zweite Kette freundlicher Städtchen, von denen jedes auf feine eigene Weise landschaftliche Schönheit mit geschichtlicher Bedeutsamkeit vereint: das malerische Schlitz mit seinen zwei Burgen, das bürgerlich bedeutsame Lauterbach mit seinem kleinstädtischen Rokoko, Alsfeld mit einem Rathaus, das an Schönheit in Deutschland kaum seinesgleichen hat, Homberg am Hügel über der Ohm und Grünberg auf der Höhe über dem AK Das schöne Oberhessen. Don Hermann Otto Danbel. Mit der oberhessischen Landschaft geht es einem wie mit den Menschen, die in ihr wohnen. Man muß erst Fühlung mit ihr gewinnen, da einen ihrer Wesenszüge kennenlernen, dort einen andern, man muß sie durchwandern im Laufe der Jahreszeiten ... Unmerklich ist auf einmal eine warme Zuneigung da, aus der oft eine große Liebe wird. Sie ist einfach und klar, schlicht und gemütvoll wie ein Volkslied. Sie vereint die Weite des Landes am Meer und die lebendige Semecjung der Hügelkämme und freiragenben Kuppen in harmonischem Zusammenklang. Sie ist eine Landschaft des Maßes, des Ausgleichs zwischen Ebenenweite und Gebirgshöhe, zwischen Himmel und Erde. Der kräftige Ruch des Ackerbodens liegt über dem Land, der der Wiesen und Viehweiden und das ewige Rauschen der Bergwälder. Ueberall ist die hessische Luft rauh und kräfttg, aber gesund. Zum Winter brauchen die Bauern den Schlitten nicht unbenutzt im Schuppen stehen zu lassen. Im Frühjahr schon stapeln sie überall die Buchenscheite vor den Fenstern als Brennstoff. Wer allerdings den milden Winter und den zeitigen Frühling des Rheingäues und des Mainlandes gewohnt ist, der findet sich nicht fo leicht mit der ober- hessischen Lust ab; aber der Oberhesse möchte auch nicht mit ihm tauschen. Als ein flacher, olauer Schild steigt überall über dem leichtgewellten, mäßig bewegten Land Ober- Hessens der Vogelsberg mählich empor. Wenn man von Westen sich nähert, leiten langgezogene, tief eingeschnittene Wiesentäler zwischen den wald- bestandenen basaltischen Rücken tief ins Herz des Gebirges hinein bis an den Oberwald, bis an den Fuß des Hoherodskopfs und Tauffteins. Auf einmal liegt der höchste Teil des Gebirges vor einem, flach und langgestreckt, oft in Wolken oder Nebel gehüllt, mit kahlen, steilen Rändern. Als dunkle Streifen tasten sich die Ausläufer des großen Waldes von der Höhe wieder zu Tal. Fast das ganze Jahr bläst der Wind über die Viehweiden mit den grasüberwucherten kleinen Basaltblöcken. Im Winter treibt er den Schneestaub vor sich her und hüllt alles in eine weiche Decke. Er ebnet die Raine und läßt die Blöcke verschwinden; er vermummt die jungen Fichten in den Schonungen zu abenteuerlichen Gestalten. Er läßt die weißen Flocken rieseln in die Dörfer und schüttet die Straßen zu in mannshohen Verwehungen. Aber auch Den Frühling trägt er hinein ins Gebirge, später als anderswo, ungestümer noch als den Winter. Schnell werden die dunklen Grasflecken zwischen dem Weiß immer größer und zahlreicher, die Schmelzwasser gluckern von allen Seiten zu Tal und nehmen den letzten Rest des Schnees noch mit sich. Nun sind die schweren Holzfuhrwerke aus dem Oberwald verschwunden, mit den geduldigen Gäulen davor. Das Vieh zieht allmählich wieder hinaus aus den dumpfen Ställen auf die Hochweiden. Die Bauersfrauen legen die schweren Winterkopftücher wieder ab, die Löffelschnitzer, die Schindel- und Rechenmacher legen ihr Werkzeug beiseite, auf den Feldern beginnt das Eggen und Pflügen. Doch Mensch und Tier getrauen noch immer nicht recht, sich des Frühlings zu freuen, bis auf einmal über Nacht der Sommer da ist, blau und sonnig, und droben im Hochmoor die goldene Arnika blüht. Dann streichelt der Wind sanft das frische Grün der riesigen Heiden, aus denen da und dort das Braun der Herden leuchtet, und die Schatten der weißen Wolkenschiffe gleiten über das Land. Er streicht hinein in den Oberwald, wo noch vom Schneebruch des Winters her die abgebrochenen Zweige wirr übereinander liegen, wo die Baumstümpfe sich zackig emporrecken und die schwarzen Tümpel im Moos verborgen lauern. Untrennbar gehört das alles zum Bilde des westlichen Dogelsberges: die steilen, großen Viehweiden, die Bergrücken zwischen den tief eingeschnittenen Hohccod»k«pf, herrl. Ausflugs- u. Erholungsort im Vogelsberg. KJubhausHahcr^sköpf.vVnb.SS.93cnber.£eI.188 (Schotten. Eig.Konditorei. Vorzügl.Verpfleg. Fremdenzimm. Volle Pension. Ilbeshausen-Hochwaldhausen, 500 m ü. M., der beliebte giwanü™?,L Vogelsberg; herrl. Lage a. Hochwald,gesundes Klima. Ausgangspunkt mzahlr. Fußwanderungen. Gute vreisw. Unter- turnte, «föoneä Schwimmbad. Station Ilbeshausen an der Bahnlinie >.auterbach—Stockheim. Prospekte durch den Verkehrsoerein. Tälern, der brausende Wind und der wehende Nebelschleier. Schreitet man vom Hoherodskopf am blockübersäten Urwaldhügel des Taufsteins vorbei gen Osten, dann betritt man ein anderes Land. Ost, wenn am Hoherodskopf die grauen Wolkenfetzen hochwehen, wenn der Regensturm im Oberwald die Bäume schüttelt und biegt, wenn das graue Nebeltuch alles in seine Unwirklichkeit hüllt, dann strahlt dort die Sonne, dann leuchtet das Grün der Wiesen, dann erglüht das Rot der Ziegeldächer in den Dörfern. Nur hinten in der Ferne, der man entronnen ist, brauen düstere Massen um den wie eine Götterkuppe sich wölbenden Oberwald. Wenn man das Hochmoor hinter sich hat und oorbeigeroanbert ist an der spitzen, im Wald verborgenen Basaltpyramide des Geiselsteins, beginnt eine Parklandschast. Ein breites, flaches Tal führt hinab, in derselben Richtung, in der oben am Himmel die Wolken ziehn. Eichkätzchen huschen über die Haselnußhecken, kleine Wäldchen mit Fichten, Eichen und Buchen wechseln mit großen Wiesenflächen, da und dort reicht ein Stück hochstämmigen Waldes bis an das klare Wasser des Baches. Auf einmal ist der Wald zu Ende, die Felder beginnen, man kommt in ein breitgelagertes helles Fachwerkdorf, das nicht mit dem Raum zu sparen braucht wie die kleinen Dörfer im Westen, die sich in den schmalen Talgrund hineinschmiegen, oder die Höhendörfer, die sich mit langen Dächern zusammenducken vor dem ewigen Wind. Seitab am Wege steht ein einfaches Kreuz auf dem Felde, ein buntes Marienbild ist darin eingelassen. Der Wanderer ist im katholischen Vogelsberg, in dem Landstrich, der einst dem Bistum Fulda gehörte. Ein Stück Mittelalter hat sich hier lebendig erhalten, ein Stück von der territorialen Zersplitterung, die einst im Vogelsberg herrschte. Sie sind alle protestantisch geworden, die Herren von Riedesel, deren Wappen mit dem Eselskopf bis hinauf in den Oberwald in den Grenzsteinen eingehauen ist, die Solmfer.Grafen, die Isenburgs in Büdingen, die Stolbergs in Gedern, die Landgrafen von Hessen, und mit ihnen die Länder und Ländchen. Nur Fulda, das geistliche Fürstentum, hat die Reformation siegreich überdauert. Pons. Stöckel, Hochwald- hausen. Fernspr. 64 Herbstein. Herrl. Lage, dir. am Walde. Frdl. Zimmerm. fließ. Wasser. Bad im vaufe. Altbekannte cutte Küche. Gasthaus Hessischer Hof. Ilbeshausen Hnb.Hch.Oechler. Fernfv. 18 Herbstein. Eia. Metz- aerei. Fremdenz. Volle Pension. Reichl. auteVerpflegung. Garage. Priv.- Pens. Meier, „Wal- deisliist“ Hochwald hausen Nutz, staubf. Lage dir. am Walde. Liegewiefe a. Hause in gr.Garten, schöne Zimmer.'Volle Pension Homberg (Oberhessen) £P^rh<^sen)’ das fast 1000-jährige Städtchen ^lreir$?.n Zeugen alter Baukunst. Im herrlichen Cbm- Nabe schöner Buchen- und Tannenwälder gelegen. 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