Nr. 45 Erstes Matt 188. Jahrgang Montag, 2?. Hebruar 1938 fcr|' < wy WM - M L > V. • M H < ä SO! -'O/M * " MA ■ M * F * < f- Partei und Staat. 741 Plätze zählt dieser untere Teil des Sitzungsraumes, genau der Zahl der Abgeordneten entsprechend. Gedämpfte Unterhaltung erfüllt noch den Raum. Auch der Rang ist dicht besetzt. Hier hat auch die Presse ihre Plätze, unter der allein die ausländischen Zeitungen mit über 100 Berichterstattern vertreten sind. In der Mittelloge wohnt das Diplomatische Korps fast vollzählig der bedeutungsvollen Tagung bei. Der oberste Rang ist einer großen Zahl von Zuhörern vorbehalten , die in den glücklichen Besitz von Karten gelangten. Um 13 Uhr betritt der Führer und Reichskanzler den Sitzungssaal, gefolgt von Reichstagspräsident Generalfeldmarschall Göring, dem Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, dem Führer der Reichstagsfraktion der NSDAP. Reichsminister Dr. Frick und seiner ständigen Begleitung. Die Männer des Deutschen Reichstages und die Volksgenossen auf den Rängen grüßen den Führer mit erhobener Rechten. Der Führer schreitet durch die Reihen und grüßt sodann von seinem Platz aus die Anwesenden. Neben dem Führer haben Platz genommen der Stellvertreter des Führers Rudolf Heß, sowie die Reichsminister von Ribbentrop, Dr. Frick, Dr. Goebbels, Freiherr von Neurath und Graf von Schwerin von Krosigk. Zu beiden Seiten des Rednerpodiums sitzen Reichsminister Dr. Lammers, Reichspressechef Dr. Dietrich, sowie Obergruppenführer Brückner und Gruppenführer Schaub. Reichstagspräsident Generalfeldm-rschall G ö - ring erhebt sich von seinem Platz und erklärt die Sitzung für eröffnet. Unter atemloser Stille des ganzen Hauses, der man die ungeheure Spannung anmerkte, mit der die ganze Welt auf die Worte des Führers warten, begann darauf der Führer und Reichskanzler feine grüße Rede, deren Wortlaut wir im zweiten Blatt veröffentlichen. Der Führer und feine Mitarbeiter im Reichstag. Don rechts in der ersten Reihe: der Führer und die Reichsminister Heß, von Ribbentrop, Frick, Goebbels, von Neurchh, von Schwerin-Krosigk; zweite Reihe: die Reichsminister Funk, Gürtner, Rust, Kerrl, Seldte, Frank, Dorpmüller; dritte Reihe: Oberbefehlshaber des Heeres General von Brauchitfch, Chef des Oberkommandos der Wehrmacht General Keitel, die Staatsminister Meißner, Popitz, Generalinspektor Dr. Todt, die Staatssekretäre von Mackensen und Psundtner. — (Scherl-M.) Der Führer spricht... Lautlose Stille herrscht im Sitzungssaal, als der Führer das Wort nimmt. Zum erstenmal unterbricht ihn tosender Beifall, als er den 30 Januar 1933 als einen Wendepunkt für jetzt und für alle Zeiten bezeichnet. Die Rede des Führers gibt zunächst ein gewaltiges Bild von dem Aufbauwerk des Nationalsozialismus, der ein Land der Ordnung und des allgemeinen Aufblühens geschaffen hat. Stolze Freude erfüllte die Stimme des Führers, als er von den großen Leistungen auf sozialem, kulturellem Gebiet und vom Geburtenanstieg sprach. Laut und wuchtig bekennt sich dann der Führer und durch ihn ganz Deutschland zum Frieden. Bei seinen Erklärungen über Partei, Staat und Wehrmacht und bei der folgenden eindeutigen und endgültigen Absage an die Genfer Liga findet er ein starkes Echo, ebenso, als er mitteilt, daß Deutschland nunmehr Mandschukuo anerkennen werde Der Führer betonte dann noch einmal den Willen zur Zusammenarbeit mit allen Völkern, außer mit Sowjetrußland. Als der Führer auf O e st e r r e i ch zu sprechen kommt, spürt jeder den echten Ton der Freude und Genugtuung. Jeder spürt, wie gerade er über die Verständigung mit, Oesterreich glücklich ist Der Jubel überspringt alle Grenzen, als der Führer seine Rede mit einem starken Bekenntnis des Führers an das deutsche Volk endet. Göring dankt dem Führer. Das Gelöbnis neuer Tat der Dank des deutschen Volkes. Die Männer des Deutschen Reichstages bereiten dem Führer nach seiner dreistündigen Rede minutenlange tosende Kundgebungen. Die Abgeordneten sind von ihren Plätzen aufgesprungen und jubeln dem Führer begeistert zu. Reichstagspräsident Generalfeldmarschall Göring gibt sodann dem Empfinden aller Anwesenden, den Gefühlen des deutschen Volkes in diesem denkwürdigen Augenblick Ausdruck. Er führte aus: Mein Führer! In diesem Augenblick, in diesen Stunden, da Sie uns in ergreifenden Worten den grandiosesten Rechenschaftsbericht ablegten, der wohl je von einem Führer oder Staatsmann eines Volkes abgelegt wurde, ergreift es nicht nur die Männer des Reichstages, sondern draußen im ganzen Reich die Millionen deutscher Männer und Frauen, über die engeren Grenzen hinaus das deutsche Volk, dem Sie jetzt zum Schluß diese herrlichen Worte gewidmet haben. Sie haben aber nicht nur eine gewaltige Schau unerhörter Lei st ungen aufgezeigt, die woht vom deutschen Volk in seiner Gesamtheit vollbracht wurden, aber nur möglich waren unter Ihrer einzigartigen, genialen, starken und zielbewuhten Führung. Sie haben auch weiter eine klare Zielsetzung dem deutschen Volke gegeben. Fünf Jahre der Vergangenheit haben Sie uns aufgezeigt, eine weitere Zukunft uns gewiesen. Unsere Antwort darauf, die Antwort des ganzen Volkes, mein Führer, kann nur fein eine weitere Hingabe äußerster Leidenschaft, weiteres vertrauen in Sie und Ihr Derk. Stolz auf die gewaltigen Leistungen, die wir vollbringen durften unter Ihrer einzigartigen Führung, verpflichten Sie uns auch für die Zukunft. Und unser Dank, mein Führer, kann und darf nicht in Worten bestehen; er muh bestehen im weiteren handeln, in der weiteren Tat. Diesen Dank aber des ganzen deutschen Volkes darf ich Ihnen, mein Führer, noch einmal in dieser für uns feierlichen und heiligen Stunde, da Sie uns die Gröhe unseres Volkes und seinen Ewigkeitswert noch einmal vor Augen gestellt haben, bekunden, indem ich die Wanner des Deutschen Reichstages auffordere, unserem Führer ihre Alle Well Hörle die Worte des Führers. Auch das Ausland zoltt der großen Rede des Führers stärkste Beachtung. Der Führer während seiner Rede. Hinter ihm aus dem Präsidentenstuhl Reichstagspräsident Generalfeldmarschall Göring. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Llnser gerader Weg. Der umfassende Rechenschaftsbericht, den Adolf Hitler am ^Sonntag seinem Volke vorlegte, hat uns nicht nur während dieser drei Stunden ganx in seinen Bann geschlagen, sondern er wird unser Tun und Handeln, unser Denken und Wollen noch für lange Zeit beherrschen. Die Fülle der Ideen und Probleme, die in ihm aufgeworfen wurden, war so gewaltig, daß es schwer fällt, in einem einzigen nachträglichen Ueberblick eine Anschau- u n g d e s G a n z en zu gewinnen und sie auf eine kurze Formel zu bringen. Diese Rede war bestimmt keine Sensation in dem landläufigen Sinne, den gewisse internationale Dunkelmänner im Auge haben, wenn sie die bedauernswerte Menschheit mit den Ausgeburten ihrer kranken Phantasie, mit den zunächst verblüffenden Schlagern einer abgefeimten Pressehetze belästigen Aber der Bericht Hitlers war insofern eine Sensation, als er das Geraune und Gewispere nörgelnder Besserwisser endgültig zum Schweigen brachte durch den unwiderlegbaren Beweis der nationalsozialistischen Leistung, indem er ferner alle komplizierten und verwirrenden Fragen zurückführte auf jene Ausgangsstellung, die klar und eindeutig gegeben ist durch den Cyarakter des deutschen Volkes. Es gibt kein Geheimnis zwischen ihm und uns, zwischen Adolf Hitler und seinen 68 Millionen Volksgenossen. Es gibt aber auch keine deutsche Rätselhaftigkeit gegenüber den Angehörigen anderer Nationen, die sich die Fähigkeit bewahrt haben, durch Phrasennebel und Lügendunst der alljüdischen Giftmischer hindurch die Realitäten der politischen Weltlage und insbesondere die Wirklichkeit des Dritten Reiches zu erkennen. Diese tn- ne re Wahrhaftigkeit, diese offene und objektive Behandlung aller politischen Probleme ist es vor allem, welche der Reichstagsrede des Führers ihren Stempel aufdrückte. Wohl kein anständiger Mensch, sei es im Reich ober sei es im Ausland, der am Sonntag durch den Lautsprecher die Sitzung des Reichstages miterlebte, ist im Innern unberührt geblieben von der leidenschaftlichen Aufrichtigkeit, die immerfort in der Stimme des Führers mitschwang und die jeden einzelnen packen mußte, dessen Seele von der bolschewistischen Seuche noch nicht angefressen ist. Unser deutsches Wesen zeichnet den geraden Weg vor, den wir bisher auf allen Gebieten des politischen Lebens gegangen sind und von dem der Führer sagte, daß wir ihm auch weiterhin folgen werden. Aus diesem Bekenntnis zur völkischen Eigengesetzlichkeit lassen sich leicht alle Maßnahmen erklären und deuten, welche die deutsche Staatsführung seit fünf Jahren ergriffen hat und künftig ergreifen wird, um das Dgsein unseres Volkes nicht nur zu sichern, sondern auch auf eine immer höhere Stufe menschlicher Vollkommenheit zu heben. Hieraus entspringt zugleich das st arte Rechtsbe- w u ß t s e i n , von dem alle Taten der natigUal- sozialistischen Regierung im innerpolitischen wie im außenpolitischen Bereich getragen sind. Ohne rechtliche Grundlagen wäre jene nationalsozialistische Realpolitik gar nicht denkbar, die sich etwa in der Anerkennung des Kaiserreichs M a n d s ch u k u 0 ,' in unserer kolonialen Forderung, in unserer Haltung zur Genfer Entente, in unserer Abwehr gegen internationale Brunnen- Vergiftung und bolschewistisches Räubertum, in unserem Kampf für das Deutschtum jen- Der Deutsche Reichstag jubelt dem Führer nach Schluß seiner Rede zu. — (Scherl-M.) feite der Grenze, in der Stärkung unserer Landesverteidigung und in all den anderen Maßnahmen kundtut, die insgesamt die ungestörte Entfaltung der deutschen Nation in einem friedlich geordneten Europa zum Ziele haben. H. Evers. Die denkwürdige Reichstagssitzung. Berlin, 20. Febr. (DNB.) Die ganze Welt hatte am Sonntag ihren Blick und ihr Ohr auf Deutschland gerichtet. Auf einer denkwürdigen Tagung des Deutschen Reichstages gab der Führer und Reichskanzler die mit höchster Spannung erwartete weltpolitisch bedeutsame Erklärung der Reichsregierung ab, die durch die Aetherwellen in viele Länder der Erde getragen wurde. Das ganze deutsche Volk erlebte diese Stunde am Rundfunk mit. Von der Krolloper wehen die Banner, des Dritten Reiches, lieber dem mit frischem Tamien- grün umkleideten Eingang erhebt sich ein leuchtendes Fahnen^und. Ein mächtiges Goldgewinde umsäumt das Tordach, von dessen Höhe herab die Hoheitszeichen des neuen Deutschlands grüßen. Die Vorhalle und die Umgänge sind mit Blumen geschmückt. An kleinen Pulten tragen sich die Abgeordneten in die Anwesenheitsliste für diese zweite Tagung des am 29. März 1936 gewählten Reichstages ein. (Die erste Tagung wurde am 30. Januar 1937 abgehalten.) • Der Sitzungsraum ist fast voll besetzt. Die Mehrzahl der Abgeordneten trägt die Uniform der Bewegung; es find zu einem großen Teil Männer von innere Verpflichtung darzutun in dem Rufe: Unser heißgeliebter Führer Siegheil!. Sle^heil!» Siegheil! — Der Reichstag ist geschlossen. Begeistert stimmen die Teilnehmer dieser Stunde in das Siegheil auf den Führer, und spontan werden aus der Mitte des Reichstages das Deutschland- und Hör st-Wessel-Lied^ angestimmt als Gelöbnis des gesamten Führerkorps des Dritten Reiches zu unverbrüchlicher treuer Gefolgschaft. Noch einmal grüßt der Führer seine Mitarbeiter und feie Reichstagsabgeordneten und verläßt sodann, geleitet vom Reichstagspräsidenten Generalfeldmarschall Göring und seinem Stellvertreter, Reichsminister Rudolf Heß, den Reichstagssitzungssaal. Er schreitet aus dem Saal durch ein Spalier der Abgeordneten, die ihm mit erhobener Rechten auch jetzt wieder ununterbrochen zujudeln. ZubelstürmebegleiiendeliKijhrer aus seiner Fahrt. Eine WelleüberschäumenderBegeiste- r u n g begleitete den Führer sowohl auf seiner Hinfahrt zum Reichstag als auch bei seiner Rückkehr in die Reichskanzlei. Hunderttausende brachten ihm auf seiner Fahrtstrecke jubelnde Kundgebungen dar. Beim Betreten und Verlassen des Reichstags vrä- sentierte die Ehrenkompanie der Leibstandarte Adolf Hitler, und das Musikkorps intonierte den Präsentiermarsch, dessen Klänge jedoch bald in dem brausenden Jubel untergehen. Auf dem Wilhelmsplatz gab es beispiellose Begeisterungsstürme. Aus dem wogenden Menschenmeer erscholl immer gewaltiger derRufnachdemFührer. In den vordersten Reihen standen O e st e r r e i ch e r mit einem weithin sichtbaren Schriftband: „Deutschösterreich grüßt den Führer". Die Lieder der Nation wollten nicht verstummen. Als der Führer auf den Balkon hin- austrat, umbrandete ihn ein Jubelsturm ohnegleichen. Nach allen Seiten hin dankte der Führer für die begeisterten Kundgebungen, die wenige Sekunden später noch einmal aufflammten, als der Führer nun in Begleitung von Rudolf Heß und Reichsaußenminister von Ribbentrop den Balkon betrat und wiederum lange Zeit den Massen seinen Gegengruß entbot. Freudenkundgebungen in Oesterreich. Wien, 20. Febr. (DNB.) Während zur Zeit der Uebertragung der Rede des Führers die Stadt fast menschenleer war, wogte nachher in den Straßen eine freudig bewegte Menge. Schon in den frühen Abendstunden bildeten sich spontan Kundgebungen, und zahllose Volks- genossen zogen zur Metternich-Gasse zur deutschen Gesandtschaft, wo sie das Deutschland- lieb und das Horst-Wessel-Lied sangen. Als der Zustrom immer größer wurde, nahm die Polizei schließlich Absperrmaßnahmen vor, wobei aber rücksichtsvoll verfahren wurde. Unterdessen hatten sich noch andere Gruppen gebildet, die den Ring hin- unterzogen unter Singen und Hochrufen auf den Führer. Der ganze Ring war ein einziges bewegtes Menschenmeer. An der Oper vorbei ging es den Ring entlang, vorüber am Parlament und am Burgcheater, bis zur Votiv- Kirche. Dort hielt ein österreichischer Parteigenosse eine Ansprache, in der er Dor allem dem Führer und Reichskanzler dafür dankte, daß es durch seine tatkräftige Initiative den Oesterreichern ermöglicht worden sei, sich nun auch frei und offen zu ihrer Weltanschauung zu bekennen. Nach der Aufforderung, wie bisher auch jetzt vollste Disziplin zu wahren, zerstreute sich dann die Men- schenmenge. Aus den Fenstern der Häuser, in denen Reichsdeutsche wohnen, grüßten Hakenkreuzfahnen zusammen mit der österreichischen Flagge, nachdem vom Bundeskanzleramt die Geneh- migung dazu aus Anlaß der besonderen Bedeutung des Tages erteilt worden war. Gleichzeitig wurde auch das Flaggenhissen für kommenden Donnerstag erlaubt, an dem Bundeskanzler Schuschnigg in einer Rede zu den schicksalsreichen Ereignissen der letzten Wochen das Wort nehmen wird. Am Rat- Haus fand eine Kundgebung von vaterländischer Seite statt, bei der Hochrufe auf Bundeskanzler Schuschnigg ausgebracht wurden. — Auch die Städte Linz und Wels prangten in reichem Fahnenschmuck. Ebenso festlich war die Stimmung den ganzen Tag über in Graz, wo Umzüge in größerem Umfange stattfanden. In Innsbruck setzten sich von Jnnrain aus Tausende von Fackelträgern in Bewegung, die durch die Hauptstraßen bis zum Bahnhofsplatz zogen. Zehn- tausende säumten die Straßen und grüßten die Zug- teilnehmer mit Heilrufen und dem deutschen Gruß. Don den meisten Häusern wehten Hakenkreuzfahnen. Es wurden nationale Lieder gesungen, und die Heilrufe nahmen kein Ende. Das Echo in London. Des Führer- Forderung nach einem sauberen Journalismus. London, 21. Febr. (DNB.-Funkspruch) In der Londoner Moraenpresse hat eine große Wirkung die scharfe Geißelung der Pressehetze hervor- gerufen. Die Blätter heben diese Stellung der großen Führerrede besonders hervor. Ja, schon in den Ueberschriften kommt die Forderung Hitlers nach einem sauberen Journalismus zum Ausdruck. Ganz im Gegensatz zu dem völlig verständnislosen Kommentar der liberalen „News Chronicle" sagt „Daily Mail", Hitler habe mit dem Stolz eines Führers gesprochen, der sich an der Wiedererstarkung seiner Nation freue und entschlossen sei, weiter die Macht seines Landes aufzubauen. In den Aeußerungen des Führers über England solle man d e n W u n s ch nach guten Beziehungen sehen, den Hitler so oft ausgedrückt habe. Deutschland habe keine Differenzen mit Großbritannien außer den Kolonien. Es sei für das englische Volk nichts Neues, daß diese Kolonialfrage ftüher oder später von allen Beteiligten geregelt werden müsse. Tiefe Befriedigung in Japan. Die Anerkennung Mandschukuos. Tokio, 21. Febr. (DNB. Funkspruch.) Der Sprecher des Außenamtes gab eine Erklärung zur Führerrede ab, in der es hieß: Es fei klar, daß sich die deutsche Regierung auf eine geschlos- jene Nation in glühendem Patriotismus stütze. „Die offizielle Anerkennung Man- d s ch u k u o s durch Deutschland, das den Geist der Gründung Mandschukuos voll verstanden hat, ist eine Quelle tiefster Begeisterung der 30 Millionen Einwohner Mandschukuos und eine Tatsache aufrichtiger Wertschätzung für Japan. Wir sind fest davon. überzeugt, daß dieser Schritt der deutschen Regierung unmittelbar nach der Aberkennung Mandschukuos durch Italien und Spanien nicht nur dazu dienen wird, die internationale Stellung Mandschukuos zu erhöhen, sondern auch ein Baustein für die Stakrilisle- r u n g Ostasiens darstelle. Stärkster Emdruck in Prag. Prag, 21. Febr. (DNB. Funkspruch.) Kaum ist eine politische Mndgebung mit so großer (Spannung auch in der Tschechoslowakei erwartet worden, als diese Reichstagsrede des Führers. Die Tatsache, daß die Rede auch vom tschechischen Rundfunk (zum ersten Male feit der Machtübernahme) Paris, 21. Febr. (DNB. Funkspruch.) Die Rede des Führers nimmt einen weiten Raum in der französischen Morgenpresse ein. Besonders star- ken Eindruck hat der nachdrückliche Protest des Führers gegen den Mißbrauch gemacht, den eine gewisse „Weltpresse" mit ihrer Freiheit treibt. Die Blätter verzeichnen übereinstimmend die Aeußerung des Führers, daß es zwischen Frankreich und Deutschland keinen einzigen Streitpunkt gäbe. Bezeichnend für das Interesse, das die Führerrede in Frankreich gefunden hat, ist es, daß z. B. „Le Journal" ein Stimmungsbild über die Eindrücke abdruckt, die der Schriftführer der unter dem Vorsitz von Pichot stehenden Union der ftanzösischen Frontkämpfer beim Abhören der Rede am Pariser Rundfunk hatte. Er sagt, der Widerhall der Rede im Herzen der französischen Frontkämpfer lasse sich wie folgt zusammenfassen: Wolle Gott dafür sorgen, daß Deutschland und alle Völker ohne Umweg zu einem dauerhaften Frieden finden. Der Berliner Vertreter des Journal* schreibt, zehn Rationen hätten auf ihre Sender amtlich die Führerrede übernommen, zehn weitere hörten ebenfalls mit, was sie jedoch nicht wahr haben wollten und schämten sich daher dabei. Die Rede werde nicht nur in der Geschichte Deutschlands, sondern in der Geschichte der ganzen Welt grundlegend sein. Der Eindruck auf die im Reichstag anwesenden diplomatischen Vertreter sei ebenso ungeheuer gewesen wie der Eindruck auf Öen Mann aus demDolke. Der Führer habe den ganzen Haufen plumper unheilvoller Erfindungen über das Dritte Reich im Zusammenhang mit dem 4. Februar zunichte g e - macht. Er habe nachdrücklich und deutlich Forderungen und Ueberzeugungen herausgestellt, die ganz sicher die Grundlage von Meinungsaustauschen bilden werden. London. 20.Febr. (DRV.) Anthony Eden ist am Sonntagabend von seinem Posten als Außenminister zurückgetreten. Mit Eden ist auch der AnterslaatssekretSr im Auswärtigen Amt. Lord Lranborne, zurückgetreten. Eden hat an Ministerpräsident Lhamberlain einen Brief gerichtet. Darin erklärt er. die Ereignisse der letzten Tage hätten eine Meinungsverschiedenheit zwischen ihm und dem Premier- Minister offenbart, und zwar in einer Entscheidung von großer Bedeutung, die weitreichende Folgen habe. Er sei sich in wachsendem Maße einer Verschiedenheit in den Ansichten zwischen ihm und dem Premierminister bewußt geworden. die die internationalen Fragen des Tages betreffe und ebenso die M e t h o d e n. sie zu lösen. Ls könne nicht im Interesse des Landes sein, wenn die leitenden Männer in einer unruhigen Partnerschaft zusarnrnenarbeiteten. wobei sie sich der Verschiedenheiten in den Ansichten voll bewußt wären. Dies gelte insbesondere in den Beziehungen zwischen dem Premierminister und dem Außenminister. Ministerpräsident Lhamberlain hat Eden in einem Brief für die geleisteten Dienste gedankt. Er bedauere den Entschluß Edens umsomehr, als die Meinungsverschiedenheiten keineswegs die endgültigen Ziele oder Grundlagen der englischen Politik beträfen. Der entscheidende punkt, von dem Eden glaube, ihn nicht annehmen zu können, sei der, ob der gegenwärtige Augenblick für den Beginn der englisch- italienischen Unterhaltungen geeignet sei. e Es verlautet in englischen Kreisen, man rechne mit Bestimmtheit damit, daß nunmehr Lord Halifax Nachfolger Edens fein werde. Eine Entscheidung fei im Augenblick jedoch noch nicht gefallen. Bereits vor zehn Tagen war in London ein Gerücht im Umlauf, daß sich starke Gegensätze zwischen dem Premierminister und dem Außenminister ergeben hätten wegen der Methoden der Außen- Politik. Als Chamberlain dann erneut eine Unterredung mit dem italienischen Botschafter hatte, seien diese Gegensätze wieder verstärkt aufgelebt. Das habe dazu geführt, daß am Samstag zu einem ungewöhnlichen Aeitpuntt eine Kabinettssitzung einberufen wurde. Da es am Samstag nicht gelang, die Gsgensäge zu überbrücken, wurde eine neue Ka- bmettsjitzung für Sonntag einberufen. Als auch in dieser Sitzung keine Einigung erzielt werden konnte, trat dann Eden zurück. Die Londoner presse zum Rücktritt Edens. London, 21. Febr. (DNB. Funkspruch.) Der Rücktritt Edens hat in der gesamten Londoner Morgenpresse das größte Aufsehen erregt. „Time s * schreibt, daß bereits seit Monaten zwischen Chamberlain und Eden über die Methode der Herstellung besserer Beziehungen zwischen England und den autoritären Staaten Mei- nungsoerschiedenheiten bestanden haben. Die Sondersitzung des Kabinetts sei nun die unmittelbare Folge des Besuches des italienischen Botschafters G r a n d i bei Ministerpräsidenten Chamberlain am Freitag gewesen. Wie es heiße, habe Chamberlain den Standpunkt oertreten, daß wirklich kein Grund bestehe, nicht sofort Grandir Besuch weiter zu oerübertragen wurde, kennzeichnet die große Aufmerksamkeit, die auch die Prager amtlichen Stellen der deutschen Außenpolitik gewidmet haben. Ueberall in der ganzen Tschechoslowakei saß man um 13 Uhr am Lautsprecher. Die Gaststätten in Prag, die keinen Gemeinschaftsempfang vorbereitet hatten, blieben leer, die Straßen schienen verödet. Don allen Seiten wird versichert, daß der Eindruck der Rede des Führers ein außerordentlicher war, ein Eindruck, dem sich kein Tscheche entziehen konnte. An amtlichen Stellen herrscht, nach einer vorläu- figen Prüfung der Rede, eine positive Auftas- jung vor. Auf alle Fälle ist festzustellen, daß der Rechenschaftsbericht über die Leistungen des Nationalsozialismus in Öen letzten fünf Jahren über - all überwältigend gewirkt hat. „Petit Parisien" erklärt: Der Führer habe sich noch nie so entschieden in seinen Ansichten und seinen Forderungen gezeigt. Im Ausland könne man sich jetzt keine falschen Vorstellungen mehr machen. Des Führers Worte an Frankreich feien kurz, aber ohne Bitterkeit gewesen. In französischen Kreisen habe man die Rede kaltblütig ausgenommen, eine Politik der Entschlossenheit sei jetzt notwendiger denn je. „Echo de Paris" unterstreicht, daß zwischen Deutschland und Frankreich gebietsmäßig kein Streit bestehe. Das Blatt meint jedoch, daß beide Länder hinsichtlich der O r - ganifierung Europas verschiedener Ansicht seien. Der „Excelfior" spricht von einer Triumphrede des Führers. Die Welt, die die Zahlenangaben über den Aufstieg der deutschen Produktion niemals gelesen haben würde, habe sie nun auf der Reichstagsrede über den Rundfunk gehört. „Figaro" betont, daß der Deutsche Reichskanzler ein Recht habe, auf das von ihm vollbrachte Werk stolz zu fein. Daß die Rede des Führers von einer gewissen Presse in Frankreick) nicht b e krittelt würde, war ja nicht anzunehmen. So fürchtet >,Epoque" ein starkes Deutschland und sagt, Frankreich müsse stark fein und die Verbindung mit feinen Verbündeten aufrechterhalten. „Ouevre" findet sogar die Rede drohender als sonstige Reden des Führers. Der marxistische „Populaire^ ist offensichtlich erschrocken über die gigantisch gesteigerten deutschen Produktionen und bemüht sich daher, die Lei- stungen des Dritten Reiches auf wirtschaftlichem Gebiet herabzusetzen. Dabei muß aber selbst dieses Marxistenblatt zugeben, es sei n i ch t z u befreiten, daß in Deutschland die Produktion st a r k g e ft i e g e n sei. Das Gewerkschaftsblatt „Le Peuple" klagt darüber, daß durch die Stelle der Führerrede, die sich auf Frankreich beziehe, die Politik des Frontkämvferführers Jean Goy ferner De Brinons und Flanoins erleichtert werde. folgen. Die Aussicht auf eine Allgemeinregeluna in Europa wäre nur hinausgeschoben worden, wenn man aus dem Verhalten der britischen Regierung auf eine Ablehnung hätte schließen können. Man hätte vor einer neuen versäumten Gelegenheit gestanden. Eden dagegen soll jedoch großen Wert daraus gelegt haben, vor Fortsetzung der Besprechungen mit Italien ein Nichteinmischungsabkommen über Spanien abzuschließen. Die „Times" sagt, man könne schon jetzt mit einiger Gewißheit sagen, daß sich durch den Rücktritt Edens nichts Grundsätzliches an den britischen Zielen ändern werde, wohl aber, daß nun d i e Möglichkeit der Herstellung st a - b i l e r Beziehungen zwischen den Demokratien und autoritären Staaten mit einem Vertrauen versucht würden, das Eden nicht habe aufbringen können. Das Labour-Blatt „Daily Herald" benutzt Edens Rücktritt selbstverständlich zu einem scharfen Angriff auf Chamberlain und seine Politik. In das gleiche Horn stößt natürlich auch das liberale „News Chronirie". Ganz im Gegensatz hierzu schreibt „Daily Mail", England atme erleichtert auf bei der Botschaft, daß Eden aus der Regierung ausgeschieden sei. Seine Politik als Außenminister habe in England Unsicherheit und i m Ausland Bestürzung hervorgerusen. Infolge seines verdünnten Genfer Idealismus sei seine Polittk immer mehr von der Wirklichkeit abgewichen, er habe bis zum Letzten die unglückliche Sanktionspolitik unterstützt. Die „Daily Mail" häll es für sicher, daß Lord Halifax der Nachfolger Edens werden wird. „Daily Expreß" stellt fest, es sei jetzt leicht zu sagen, Eden sei der Idealist und Echamberlain der Realist. Chamberlain sei aber beides, Realist und Idealist. Sein hohes Ideal sei die H e r st e l l u n g des Friedens, den er auf einem praktischen Wege verwirklichen wolle. Chamberlain wolle Aechyopien anerkennen, das nicht einmal Genf Heile Selafsi zusprechen könne. Chamberlain habe schließlich feinen Willen durchgesetzt. GroßernationalspanischerErsolg vor Teruel. Salamanca, 21. Febr. (DNB) Der national« spanische Heeresbericht meldet: Unsere Truppen, die am Donnerstag den Alfambra-Fluß überschritten haben, haben sämtliche Höhen zu beiden Seiten der Sttaße Dillaalba-Corlaban b e» setzt. Sie haben ferner von den Höhen 1083 bis 1141 BesiN ergriffen. Die Trupven haben am Freitag den feindlichen Widerstand restlos gebraten. Im Zuge des Vormarsches besetzten die tapferen Regimenter Dsrtice, Tocon, ferner sämtliche Positionen des Gorda-Gebirges. Sämtliche nationalen Kolonnen befinden sich nunmehr östlich des Alfambra-Flusies. Bei Tortajada, Villalba Baja war der Flußübergang sehr einfach, da die roten Söldner bei ihrer überstürzten Flucht keine Zeit mehr zur Sprengung der Brücken fanden. Flieger und Artillerie schützten den Vormarsch der nationalen Infanterie und zermürbten den feindlichen Widerstand. Die nationalen Truppen haben am Sonntag wieder mehrere wichtige Höhen erobert, so daß sie Teruel umzingeln konnten. Es sind jetzt alle auf die Stadt führenden Straßen besetzt. Die Eisenbahnlinie von Teruel nach Valencia ist unterbrochen. Der Friedhof von Teruel befindet sich in nationalem Besitz» Die Amnestie in Oesterreich abgeschlossen. Wien, 19. Febr. (DNB.) Die große Amnestie ist, nachdem heute noch einige Nachzügler entlassen wurden, nunmehr abgeschlossen. Die letzten Freigelassenen waren 12 Nationalsozialisten, die sich in einem kleinen burgenländischen Gericht in Untersuchungshaft befanden. Die Abwicklung in so kurzer Zeit ist hauptsächlich durch die außerordentliche Arbeitsleistung der Gerichtsbeamten möglich geworden, die unter Verzicht auf besonderes Entgelt in Ueberstunden- und Nacht- dienstarbeit die notwendigen Formalitäten durchführten. Kleine politische Nachrichten. Der Führer und Reichskanzler stattete in der dänischen Gesandtschaft Ihren Majestäten dem König und der Königin von Dänemark, die sich auf der Durchreise nach Dem Süden in Berlin aufhalten, einen Besuch ab. In der Begleitung des Führers befanden sich Staatsminister Dr. M e i ß n e r und Obergruppenführer Brückner Der Stellvertreter des Führers empfing alle Gauleiter der Bewegung in Einzelbesprechungen über Fragen des Aufgabenbereiches der NSDAP. Am Sonntagabend waren die Reichsleiter, die Gauleiter, deren Stellvertreter und die führenden Parteigenossen des Stabes Heß Gäste des Stellvertreters des Führers. ♦ Das Schweizer Volk hat bei der am Sonntag durchgeführten Dolksad ft immun g mit gewaltiger Mehrheit der Regierungsvorlage über die A n ° erfennung Des Räteromanischen als vierte schweizerische Landessprache zugestimmt. Kunst und Wissenschaft. Der Dichter Otto zur Linde f. In Berlin-Lichterfelde starb im 65.'Lebensjahre der Dichter Otto zur Linde. Am 26. April 1873 in Essen geboren, wurde er vornehmlich als Begründer des „C h a r o n" (1904) und der „Charon"- Bewegung bekannt. Der „Charon" erstrebte eine Erneuerung der Dichtung, der dichterischen Sprache und Themenstellung in deutschem Sinne; die Zeitschrift erschien — unter Mitwirkung von Rudolf P a n n w i tz und Karl R ö 11 g e r — bis zum Ausbruch des Weltkrieges. Zur Lindes Werke liegen in zehn Bände vor; wir nennen daraus „Gedichte, Märchen und Skizzen", „Die Kugel, eine Philosophie in Versen" und die Streitschrift „Arno Holz und der Charon". Aus aller Wett. Großer Goldfund im Bauschutt. Einen wertvollen Fund machten städtische Arbeiter in St. Wendel (Saar) beim Abbruch eines Hauses. Bei den Abbruchsarbeiten fanden die Arbeiter in einem alten Milchtopf und einem Steinhägerkrug den Bettag von 14 540 Mark in 10- uno 2 0- Mark-Gold stücken. Beim Einhauen des Kellergewölbes stürzte noch ein Säckchen mit 680 Mark in 10- und 20-Markstücken heraus, so daß sich die Gesamtsumme des gefundenen Goldes auf 15 220 Mark erhöht. Da die Stadt Eigentümerin des Grundstückes ist, gehört ihr das Geld. Die Stadt St. Wendel wird Gauleiter B ü r ck e l den Fund für die Errichtung eines HJ.-Heimes überreichen. Verheerende Uebersihwemmungen in USA. Anhaltender mit schweren Regen- und Schneestürmen verbundener Orkan verursachte in Nordkalifornien wiederum große Ueberschwemmungen. Im Colusa-Sacramento-Gebiet allein wurden 25 000 Acker Farmland infolge von Dammbrüchen überflutet; Tausende wurden obdachlos. Im San-Jose- Gebiet wurden über 40 000 Obstbäume umgelegt. Das Unwetter forderte bisher über 20 Tote. Verheerende Ueberschwemmungen infolge Hochwassers wurden auch aus Südmichigan gemeldet; große Teile mehrerer Städte sind überflutet. Drei Kinder durch Gas vergiftet. In Hühnerfeld (Saar-Pfalz) wurde die fünfköpfige Familie Johann Heck gasvergiftet aufgefunden. Die drei kleinen Jungen im Alter von sechs Monaten bis drei Jahren waren bereits tot, während die Eltern in bewußtlosem Zustand ins Krankenhaus eingeliefert wurden. Wiederbelebungsversuche waren von Erfolg. Man vermutet, daß die Ferngasleitung schadhaft geworden war, wodurch Gas in das Haus eingedrungen ist. Fünfzehn Todesopfer eines Schiffsunglücks im Hafen von Sidney. Im Hafen von Sidney (Australien) kam es zu einem schweren Schiffsunglück, bei dem fünf- zehn Personen ertranken. Ein Fährboot, das 150 Passagiere zu dem hier verankert liegenden amerikanischen Kreuzer „Louisoille" bringen wollte, kenterte aus noch unbekannten Gründen und sank. Obwohl das Kriegsschiff sofort sämtliche Boote au Wasser ließ, und auch eine Reihe von anderen Schiffen zu Hilfe eilten, konnten nur 135 Personen gerettet werden. Bisher mürben sechs Leichen geborgen. Zuchthaus für einen gemeingefährlichen Heiratsschwindler. Vor der Großen Strafkammer Karlsruhe hatte sich der einschlägig vorbestrafte Georg Hugo Kos- male wegen fortgesetzten erschwerten Betrugs und Unterschlagung zu verantworten. Der Angeklagte, ein gefährlicher Gewohnheitsverbrecher, hatte nach seiner Strafentlassung 1936 bis zu seiner Verhaftung im Juni 1937 fast ausschließlich von Heirats- betrügereien gelebt und vertrauensselige Mädchen um rund 10 000 RM. geprellt. Er nahm u. a. einer Angestellten 4000 RM. ab, einer Sekretärin 1000 Reichsmark; eine Stütze in Frankfurt bewog er, ihm 1500 RM. und 700 RM. zu geben. In mindestens zwölf Fällen hatte er mit Frauen Beziehungen angeknüpft. Das erhaltene Geld verspielte er. Die Strafkammer sprach eine Zuchthausstrafe von vier Jahren drei Monaten aus. Die bürgerlichen Ehrenrechte wurden ihm auf die Dauer- von fünf Jahren aberkannt. Die Untersuchungshaft wurde nicht angerechnet. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptfchriftteiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den Übrigen Teil: Ernst Blumfchein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. I. 38: 11000. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K -G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Sinzelverkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom L September 1937 oüütfl. AußerordentlichesZnteresse in Frankreich Oer Führer hat ein liecht darauf, auf sein Werk stolz zu sein. Ser britische Außenminister Sden zurülkgetreten. Fortsetzung der Führer-Rede Deutschland selbst hatte zunächst überhaupt kein Recht, in diese erhabene Gemeinschaft der moralischen ' Verteidigung früherer Gewalttaten einzutreten, sondern erhielt diese gnädige Erlaubnis erst unter dem unvergeßlichen Reichskanzler Gustav Stresemann. Sie wissen, meine Abgeordneten, wie sehr nun diese Institution versagt hat. Sie war weder ein Völkerbund, denn es fehlten ihr von Anfang und späteren Austritt zwei der gewaltigsten Weltmächte, noch war sie eine Institution des Rechts, oder, wie man heute immer mit eiserner Stirn' behaupten will, der Prinzipien des Rechts, sie war eine Institution zur Aufrechterhaltung eines aus tausendjährigem Unrecht entstandenen Zustandes. Denn: Entweder ist Gewalt Recht oder Gewalt ist Unrecht. Wenn Gewalt aber heute Unrecht ist, dann war Ge- walt auch früher Unrecht. Wenn also der bisherige Zustand der Welt aber ohne Zweifel durch Aktionen der Gewalt entstanden ist, dann ist dieser Zustand mithin ein Zustand, der durch Unrecht wurde. Es verteidigt daher der Völkerbund auch keineswegs einen Zustand des Rechtes, sondern einen aus tausendjährigem Unrecht geborenen Zustand. Wir hören nun allerdings, daß dies anders werden soll. Wir vernehmen sehr häufig, daß z. B. eng- lische Politiker uns mit Freuden unseren kolo- n i a l e n Besitz zurückzugeben wünschten, wenn sie nur dabei nicht so sehr unter dem Gedanken an das Unrecht und an die Gewalt, die dabei den Eingeborenen zugefügt werden würden, litten. Nachdem im Jahre 1918 der Völkerbund noch nicht bestand, konnte man damals ja diese Gebiete ohne Einwilligung der Eingeborenen den neuen Herren praktisch überantworten und sich diese Uebereignung durch den Völkerbund später moralisch testieren lassen. Allerdings wollte man den edlen Grundsatz, daß eine Kolonie nur dann jemandem gehören darf, wenn die Eingeborenen ihren ausdrücklichen Wunsch in dieser Hinsicht äußerten, auf die Vergangenheit der kolonialen Erwerbungen ausdehnen, dann würden die kolonialen Besitze unserer Weltmächte vermutlich bedenklich zusammenschrumpfen. Alle diese kolonialen Reiche sind eben nicht durch Abstimmungen, vor allem nicht durch demokratische Abstimmungen der dort lebenden Völker entstanden, sondern durch nackte und brutale Gewalt. Sie sind heute selbstverständlich unlösbare Bestandteile der in Frage kommenden Staaten und bilden als solche einen Teil jener Weltordnung, die uns besonders von demokratischen Politikern immer als die „Weltordnung des Rechts" bezeichnet wird. Jenes „Rechts", das nun der.Völkerbund in seinen Schutz zu nehmen beauftragt 'ist. Jd) habe tiefes Verständnis dafür, daß die Interessenten an dieser Rechtsordnung im Völkerbund ein angenehmes moralisches Forum sehen für die Aufrechterhaltung und, wenn möglich, für" die Verteidigung ihrer früher durch Gewalt zusammengebrachten Besitztümer. Ich habe nur kein Verständnis dafür, daß der soeben selbst durch einen Gewaltakt Beraubte seinerseits an einer solchen lllustren Gesellschaft t e l l n e h m e n soll. (Heiterkeit und lebhafte Beifallsrufe.) And ich muß mich dagegen verwahren, daß daraus gefolgert wird, daß wir nicht für die Grundsätze des Rechts einzutreten bereit wären, weil wir nicht im Völkerbund feien! Im Gegenteil: Wir find nicht im Völkerbund, weil wir glauben, daß er nicht eine Institution des Rechts, sondern eher noch eine Einrichtung zur Verteidigung des Versailler Unrechts ist. (Langanhaltende stürmische Zustimmung.) Es kommen dazu aber auch noch eine Reihe weiterer sachlicher Erwägungen: 1. Wir sind aus dem Völkerbund einst ausgetreten, weil er uns getreu seiner ganzen Geburt und Verpflichtung das Recht auf gleiche Rüstung und damit gleiche Sicherheit verweigerte. 2. Wir würden niemals mehr in ihn eintreten, weil wir nicht die Absicht haben, uns an irgendeiner Stelle der Welt durch einen Mehrheitsbeschluß des Völkerbundes für die Verteidigung des Unrechts einspannen zu lassen. Und 3. glauben wir, damit all jenen Völkern einen Gefallen zu erweisen, die das Unglück verleitet, zu glauben, aus den Völkerbund als einen Faktor wirklicher Hilfe bauen und vertrauen zu dürfen. Denn wir hätten es für richtiger gehalten, im Falle des Abessinienkrieges z. B. erstens mehr Verständnis für die italienischen Lebensnotwendigkeiten aufzubringen und zweitens weniger Hoffnungen und vor allem weniger Versprechungen an die Abessinier zu geben. Es würde dies vielleicht eine einfachere und vernünftigere Lösung des ganzen Problems ermöglicht haben. 4. Wir denken aber überhaupt im Ernstfall nicht daran, die deutsche Nation in Konflikte verwickeln zu lassen, an denen sie nicht selbst interessiert ist. Wir sind nicht gewillt, für territoriale oder Wirtschaftsinteressen anderer einzutreten, ohne daß dabei auch nur der geringste Nutzen für Deutschland ersichtlich wäre. Im übrigen erwarten wir selbst auch nicht von anderen Völkern eine sollte Unterstützung. Deutschland ist entschlossen, sich in seinen Interessen und in seinen Ansprüchen eine weise Beschränkung aufzuerlegen. Sollten aber irgendwo deutsche Interessen e r n st l i ch au dem Spiele stehen, so werden wir nicht erwarten, von einem Völkerbund jemals eine praktische Unter« stützung erhalten zu können, sondern wir nehmen von vornherein an, daß wir uns der daraus entstehenden Aufgäben selb st zu unterziehen haben. Und es ist gut, sich darüber im Klaren zu sein, denn dies wird unseren Wünschen und Hoffnungen immer jene Mäßigung auferlegen, die wir seitens der kollektiv Beschützten leider nur zu oft vermissen müssen! (Langanhaltende stürmische Zu- stimmungskundgebungen.) 5. Endlich haben wir nicht die Absicht, uns in Zukunft von irgendeiner internationalen Einrichtung eine Haltung vorschreiben zu lassen, die, indem sie die offizielle Anerkennung unbestreitbarer Tatsachen ausschließt, wenig Aehnlichkeit mit den Handlungen überlegter Menschen als vielmehr mit den Gepflogenheiten eines bekannten großen Vogels besitzt. Ein lOOjähriger Bestand des Völkerbundes würde, da er selbst ersichtlich unfähig ist, geschichtliche oder wirtschaftliche Notwendigkeiten zu begreifen und die daraus resultierenden Forderungen erfüllen, umgekehrt aber die Interessen der Völker am Ende, soweit es sich um ihr Sein ober Nichtsein handelt, stärker sind als formalistische Er- wägungen, zu einer komischen Weltlage führen. Denn im Jahre 2036 würden sehr leicht neue Staaten entstanden oder andere vergangen sein, ohne daß eine Registrierung dieser neu eingetreteaen Sachlage in Genf hätte stattfinden können. (Gelächter und Beifall.) Deutschland hat einmal durch seine Mitgliedschaft im Völkerbund sich an einer solchen unvernünftigen Handlung beteiligen müssen, es hat, Gott sei Lod und Dank, infolge seines Austritts aus ihm in einem drohenden zweiten Fall der Vernunft und der Billigkeit entsprechend handeln können. Ich will Ihnen aber, meine Herren Abgeordneten, heute bekanntgeben, daß lch mich nunmehr entschlossen habe, auch im ersten Falle die notwendige geschichtlich bedingte Korrektur vorzunehmen. Deutschland wird Mandschukuo anerkennen. (Beifall.) Wenn ich mich zu diesem Schritt entschließe, dann geschieht es, um auch hier einen endgültigen Strich zu ziehen zwischen einer Politik phantastischer Unverständlichkeiten und einer olchen der nüchternen Respektierung realer Tat- achen. Ich will zufammenfassend also noch einmal erklären, daß Deutschland, und erst recht nach dem Austritt Italiens aus dem Völkerbund, überhaupt nicht mehr daran denkt, jemals in diese Institution zurück- z u k e h r en ! Dies bedeutet nicht die Ablehnung einer Zusammenarbeit mit anderen Mächten; im Gegenteil. Dies bedeutet nur die Ablehnung von Verpflichtungen, die unübersehbar und in den meisten Fällen auch unerfüllbar sind. (Leidenschaftliche Zustimmung.) Für die Zusammenarbeit mit anderen Mächten hat Deutschland viele und, wie wir glauben, wertvolle Beiträge geleistet. Das Reich ist auch heute weder wirtschaftlich noch politisch als isoliert anzusehen. Ich habe mich im Gegenteil bemüht, seit der Aebernahme der Macht im Reiche zu den meisten Staaten das möglichst beste Verhältnis herzustellen. Zu einem einzigen Staat haben wir kein Verhältnis gesucht und wünschen auch, zu ihm in fein engeres Verhältnis zu treten: Sowjetruhland. (Beifall.) auch nur irgendwie denkbar möglichen Konflikt. Das einzige, was das Zusammenleben dieser Staaten vergiftet und damit belastet, ig eine geradezu unerträgliche Presse- Hetze, die in diesen Ländern unter dem Motto: „Freiheit der persönlichen Meinungsäußerung" getrieben wird. Gegen die internationale preffehetze. Ich habe kein Verständnis dafür, aus dem Munde ausländischer Staatsmänner und Diplomaten immer wieder zu vernehmen, daß in diesen Ländern keine gesetzlichen Möglichkeiten bestünden, der Lüge und der Verleumdung ein Ende zu bereitem Denn es handelt sich hier nicht um Privut- angelegenheiten, sondern um Probleme des Zusammenlebens von Völkern und von Staaten. Und wir sind nicht in der Lage, diese Vorgänge auf die Dauer auf die leichte Schulter zu nehmen. Wir können auch nicht vor den Folgen dieser Hetze die Augen verschließen. Denn es könnte sonst nur zu leicht sein, daß-in gewissen Ländern durch niederträchtige internationale Lügenfabrikanten ein so starker Haß gegen unser Land entwickelt wird, daß dort allmählich eine offene feindselige Stimmung gegen uns entsteht, der vom deutschen Volk dann nicht mit der notwendigen Widerstandskraft begegnet werden könnte, weil ihm selbst durch die Art unserer Pressepolitik jede Feindseligkeit gegenüber diesen Völkern fehlt. Und dies ist eine Gefahr. Und zwar eine Gefahr für den Frieden. Ich bin deshalb auch nicht mehr gewillt, die zügellose Methode einer fortgesetzten Begeiferung und Be - schimpfung unseres Landes und unseres Volkes unwidersprochen hinzunehmen. Wir werden von jetzt ab antworten, und zwar mit nationalsozialistischer Gründlichkeit antworten. (Langanhaltender Beifall.) Was allein in den letzten Wochen an geradezu irrsinnigen, dummen und drei st en Behauptungen über Deutschland ausgestreut wurde, ist einfach empörend. Was soll man dazu sagen? Wenn Reuter Angriffe auf mein Leben erfindet und in englischen Zeitungen von ungeheuren Verhaftungen in Deutschland geredet wird, von Schließung der deutschen Grenzen gegenüber der Schweiz, Belgien, Frankreich usw. Wenn wieder andere Zeitungen berichten, daß der Kronprinz aus Deutschland geflohen sei, oder daß ein militärischer Putsch in Deutschland gewesen wäre, daß man deutsche Generale gefangengenommen hätte und umgekehrt wieder deutsche Generale mit Regimentern vor die Reichskanzlei gezogen seien, daß zwischen Himmler und Göring ein Streit über die Juben- frage ausgebrochen fei und ich mich deshalb in einer schwierigen Lage befände, oder daß ein deutscher General durch Vertrauensleute Fühlung mit Dala- dier genommen habe, daß in Stolp ein Regiment gemeutert hätte, daß 200 Offiziere aus der Armee ausgestoßen worden sind, daß die gesamte deutsche Industrie soeben ihre Mobilmachungsorder für den Krieg erhielt, daß zwischen der Regierung und der Privatindustrie schärfste Gegensätze bestehen, daß 20 deutsche Offiziere und drei Generale nach Salzburg geflohen waren, daß 14 Generale mit der Leiche Ludendorffs nach Prag geflüchtet seien (schallende Heiterkeit) und daß ich keine Stimme mehr besäße, so daß der umsichtige Dr. Goebbels soeben Umschau halte nach einem Mann, der meine Stimme zu imitieren in der Lage sei (erneut stürmische Heiterkeit), um mich in Zukunft von Platten sprechen zu lassen. Ich nehme an, daß dieser journalistische Wahrheitsfanatiker morgen entweder die Identität meiner Person am heutigen Tage bestreiten oder behaupten wird, ich hätte nur Gesten gemacht, während hinter mir der Herr Reichspropagandaminister das Grammophon bediente (erneute Heiterkeit) usw. usw. Mr. Eden hat neulich in einer Rede von den verschiedenen Freiheiten seines Landes geschwärmt. Es ist nur eine besondere Freiheit darunter vergessen worden, die Freiheit nämlich für Journalisten, unbeanstandet und unbegrenzt andere Völker, ihre Einrichtungen, Männer und Regierungen beschimpfen und verleumden zu dürfen! Allerdings könnte man sagen: Das ist ja alles zu dumm, um ernst genommen zu werden. Denn endlich sehen es doch Millionen von Ausländern in Deutschland, daß daran kein wahres Wort ist. Denn zum Unterschied des fowjetrussischen Völkerbundsmitgliedes, das in seinem Lande alle Fremden entfernt und sogar die Konsulate schließt, kann in Deutschland jeder in voller Freiheit an Ort und Stelle seine Erfahrungen sammeln. Allein auf die Dauer ist dies doch eine schwere Belastung internationaler Beziehungen. Ich will gerne feststellen, daß ein Teil der ausländischen Presse sich an diesen niederträchtigen Angriffen gegen die Ehre anderer Völker nicht beteiligt. Allein der Schaden, der durch eine solche Hetzkampagne angerichtet wird, ist trotzdem so groß, daß wir von jetzt ab nicht mehr gewillt sind, dies ohne stärksten Widerspruch noch länger hinzu- nehmen. Besonders schlimm wird dieses Verbrechen aber dann, wenn es sich ersichtlich das Ziel gesetzt hat, die Völker in einen Krieg zu treiben. Und ich darf hier nur auf ein paar Tatsachen Hinweisen. Ich erinnere Sie, meine Abgeordneten, wie im vergangenen Jahre plötzlich gelogen wurde, Deutschland hätte 20 000 Mann in Spanisch - M a - r o k k o gelandet. Es war ein Glück, daß diese infamste Fälschung sofort widerlegt werden konnte. Allein was würde wohl geschehen, wenn einmal eine solche Widerleaung in der notwendioen kurzen Zeit nicht gelingen könnte? In die Reihe der Kapitalverbrechen gehören auch die Behauptungen, daß Deutschland und Italien sich geeinigt hätten, Spanien aut"zuteilen oder eine ganz junae niedertrcichtiae Fälschung, daß Deutschland und Ja- pan eine Abmachung getroffen hätten, den niederländischen Kolonialbesitz sich gemeinsam anzueignen. Kann man hier noch von einem ehrbaren Gewerbe sprechen ober kann man noch von Freiheit reden, die es solchen internationalen Verbrechern ermöglichen, die Welt fortgesetzt in Unruhe zu verletzen?Sind dies nicht Kriegsanstifter und Kriegshetzer schlimmster Art? Die britische Reaierung wünscht, Rüftungs- begrenzungen ober ein Verbot bes Bombenobwur's. Ich habe bas einst selbst vorgeschlagen. Allein ich I schlug damals auch schon vor, daß es das wichtigste sei, die Vergiftung der öffentlichen Meinung der Welt durch niederträchtige Presfeartikel zu verhindern. Was unsere Sympathie — wenn es irgend möglich wäre — für Italien noch verstärkt hat, ist bk Tatsache, daß dort Staatsführung mib Prejjei M dem Bolschewismus gibi es kein Verhältnis. Wir sehen im Bolschewismus mehr noch als früher die Inkarnation bes menschlichen Zerstörungstriebes. Wir machen für diese grauenhafte Ideologie der Vernichtung auch nicht bas russische Volk als solches verantwortlich. Wir wissen: es ist eine kleine jüdisch - intellektuelle Oberschicht, die ein großes Volk in den Zustand dieses Wahnwitzes gebracht hat. Wenn sich diese Lehre nun territorial auf Rußland begrenzen würde, ließe sich auch darüber am Ende noch reden, denn Deutschland hat nicht die Absicht, dem russischen Volk etwa Auf- assungen unseres Lebens aufzuzwingen. Leider aber >erfucht der jüdisch-internationale Bolschewist von einer fowjetrussischen Zentrale aus die Völker der Welt innerlich auszuhöhlen, die Gesellschaftsordnungen zum Einsturz zu bringen und das Chaos an die Stelle der Kultur zu fetzen. Nicht wir suchen eine Berührung mit dem Bolschewismus, sondern er versucht fortgesetzt, die andere Menschheit mit seinen Gedanken und Ideen zu verseuchen und sie damit in ein Unglück ungeheuersten Ausmaßes zu stürzen. Und hier sind wir unerbittliche Feinde. So wie wir im Inneren in Deutschland selbst die kommunistischen moskauischen Versuche erledigten, so werden wir auch nicht von außen her Deutschland durch die materielle Gewalt des Bolschewismus vernichtest lassen! Denn nun Großbritannien sehr off durch den Wund feiner verantwortlichen Staatsmänner versichern läßt, daß es an der Aufrechterhaltung des status quo in der Welt interessiert fei, dann sollte dies auch hier gelten. Jede Bolschewist e r u n g eines europäischen Landes bedeutet eine Verschiebung dieses 3 u- standes. Denn diese bolschewisierten Gebiete sind dann nicht mehr selbstherrliche Staalen mit einem nationalen Eigenleben, sondern Sektionen der Woskauer Revolutionszentrale. Wir ist es bekannt, daß Wr. Eden diese Auffassung nicht teilt. Herr Stalin feilt sie und gibt das offen zu, und in meinen Augen ist zur Zeit noch immer Herr Stalin persönlich ein glaubwürdigerer Kenner und Interpret bolschewistischer Auffassungen und Absichten als ein britischer Winister! (Lang- anhaltender Beifall!) Wir stehen daher jedem Versuch einer Ausbreitung des Bolschewismus, ganz gleich, wo er auch stattfindet, mit Abscheu und dort, wo er uns selbst bedroht, in Feindschaft gegenüber! Daraus ergibt sich auch unser Verhältnis u Japan. Ich kann mich nicht der Auffassung jener Politiker anschließen, die glauben, der europäischen Welt einen Dienst durch eine Schädigung Japans erweisen zu können. Ich befürchte, daß eine japanische Niederlage in Ost - asten niemals Europa oder Amerika zugute käme, sondern ausschließlich dem bolschewistischen Sowjetrußland. Ich halte China nicht für seelisch oder materiell gekräftigt genug, um aus eigenem einem bolschewistischen Ansturm standhalten zu können. Ich glaube aber, daß selbst der größte Sieg Japans für die Kultur und den allgemeinen Frieden der Welt unendlich weniger gefährlich ist, als es ein Sieg des Bolschewismus sein würde. Deutschland hat mit Japan einen Vertrag zur B^ kämpfung der Komintern-Bestre- düngen. Es besaß zu China immer freundschaftliche Beziehungen. Ich glaube, daß wir vielleicht am ehesten als wirklich neutrale Zuschauer dieses Dramas gelten können. Ich brauche nicht zu versichern, daß wir alle den Wunsch hatten und haben, daß zwischen den beiden großen ostasiatischen Völkern wieder ein Zu st and der Beruhigung und endlich des Friedens eintreten möge. Allein wir glauben, daß es zu einem Frieden vielleicht längst gekommen sein würde, wenn nicht g e - Die ZremidHast mif Italien. Wir sind daher glücklich, daß unsere antibolsche- wisttsche Einstellung auch von einem dritten Staat noch geteilt wird. Das deutsch-italienische Verhältnis basiert auf dem Vorhandensein gemeinsamer Lebens- und Staatsauffassungen sowie auf einer gemeinsamen Abwehr der uns bedrohenden internationalen Gefahren. Wie sehr diese Empfindung in Deutschland Gemeingut des Volkes geworden ist, wurde am schlagendsten erwiesen durch die freudige Begeisterung, mit der der Schöpfer des faschistischen Staates im Reiche begrüßt wurde. Eine Erkenntnis, müsse allen euro« päischen Staatsmännern zu eigen sein: Hätte Mussolini im Jahre 1922 nicht durch den Sieg seiner faschistischen Bewegung Italien erobert, dann würde dieses Land vermutlich dem Bolschewismus verfallen sein. Die Folgen eines solchen Zusammen- braches wären für die abendländische Kultur aber nicht vorstellbar. Schon der bloße Gedanke an eine solche Möglichkeit wirkt auf einen Mann mit historischem Blick und geschichtlichem Verantwortungs. bewußtsein grauenhaft! Die Sympathie, die Benito Mussolini in Deutschland ge^ßt, gehört daher einer Erscheinung von saekularem Ausmaß. Die Lage, in der sich Italien befindet, ist in mancher Hinsicht ähnlich der deutschen. Es war unter solchen Umständen selbstverständlich, daß wir, die wir unter einer gleichen Ueberbeoölferung zu leiden haben, Verständnis aufbringen für die Handlung eines Mannes und eines Reaimes, die nicht gewillt waren, ein Volk den phantastischen Idealen des Völkerbundes zuliebe zugrunde gehen zu lassen, sondern vielmehr entschlossen waren, es zu retten, Dies wisse Kräfte genau so wie im Falle von Abessinien auch in Ostasien ihren Rat und vielleicht das Versprechen moralischer Hilfeleistung zu sehr in die Waagschale der einen Seite gelegt hätten. Dieser Stellungnahme konnte — wie die Dinge liegen* — nur eine rein platonische Bedeutung zukommen. Wer iedoch am Ertrinken ist, greift nach jedem Strohhalm. Es wäre besser gewesen, China auf den vollen Ernst seiner Lage aufmerksam zu machen, statt, wie so oft, den Völkerbund als den sicheren Garanten des Friedens und der Sicherheit zu zitieren! Ganz gleichgültig, in welcher Zeit und wie die Ereignisse in Ostasien ihre endgültige Lösung finden werden, Deutschland wird in feiner Abwehrstellung gegen den Kommunismus Japan stets als ein Element der Sicherheit betrachten und werten, und zwar der Sicherung der menschlichen Kultur. Denn es gibt für uns keinen Zweifel, daß selbst der größte japanische Sieg die Kulturen der weißen Völker nicht im geringsten berühren wird, ebenso aber auch keinen Zweifel darüber, daß etwa ein Sieg des Bolschewismus gerade der heutigen tausendjährigen Kultur der weißem Rassen ein Ende bereiten würde! (Stürmische Zustimmung.) Ich möchte mich hierbei schärfstens verwahren gegen jene geistlosen Angriffe, die gegen Deutschland den Vorwurf erheben, wir würden durch unsere Haltung im ostasiatischen Konflikt gegen bie Interessen ber weißen Rasse verstoßen. So etwas in französischen ober englischen Zeitungen lesen zu müssen, regt uns wahrhaftig nur zum Staunen an. Daß ausgerechnet der wegen feinem Raffestanbpunkt fo heftig bekämpfte nationalsozialistische Staat nun plötzlich die Ehre erhalten soll, für Rassenideale, sprich besser Rasseninteressen, vom Leder zu ziehen, ist auch ein Witz ber Weltgeschichte. (Heiterkeit.) Deutschlanb hat in Ostasien keinerlei territoriale Interessen. Es hat ben begreiflichen Wunsch, Handel und Geschäfte zu betreiben. Dies verpflichtet uns nicht, für die eine oder andere Seite Partei zu ergreifen. Wohl aber verpflichtet dies uns, zu erkennen, daß ein Sieg des Bolschewismus auch hier die letzten Möglichkeiten vernichten würde. Im übrigen hatte Deutschland einst s e l b st in Ostasien Besitzungen. Es verhinderte dies gewisse Mächte nicht, durch eine Koalition von Völkern weißer und gelber Rasse das Deutsche Reich von dort zu vertreiben. Wir wünschen heute wirklich nicht mehr eine Einladung zu erhalten, etwa nach Ostasien zurückzukehren! Ebenso besitzt Deutschland keinerlei territoriale Interessen, die irgendwie Bezug haben könnten auf den furchtbaren Bürgerkrieg, der zur Zeit in Spanien tobt. Die Lage ist dort ähnlich, wie wir sie in Deutschland selbst einmal erlebten. Der von Woskau aus personell und materiell inspirierte und durchgeführte Angriff gegen einen national unabhängigen Staat führt zum Widerstand der sich nicht abschlachten lassen wollenden nationalen Bevölkerung. Und genau wie In Deutschland steht auch in diesem Fall die demokratische Internationale auf der Seite der bolschewistischen Brand- stifter. Die deutsche Regierung würde in einer Bolschewisierung Spaniens nicht nur ein Element der Beunruhigung Europas, sondern eine Störung des europäischen Gleichgewichts erblicken, denn so wie erst dieses Land zu einer Sektion der Woskauer Zentrale werden würde, bestände die Gefahr einer weiteren Ausbreitung dieser Seuche der Zerstörung und Vernichtung mit Folgen, denen roir-bann unter keinen Umständen gleichgültig gegenüberstehen könnten. um so mehr, da ohne Zweifel diese scheinbaren Ideale des Völkerbundes sich ohnehin zu sehr decken mit den außerordentlich realistischen Interessen seiner Hauptmächte. Auch im Spanienkonflikt haben Deutschland und Italien gleiche Auffassungen und daher auch eine gleiche Stellungnahme bezogen. Ihr Ziel ist es, ein nationales Spanien in vollkommener Unabhängigkeit sicherzustellen. Die deutschitalienische Freundschaft hat sich aus bestimmten Ursachen heraus allmählich zu einem Element der Stabilisierung des europäischen Friedens entwickelt. Die Verbindung beider Staaten mit Japan stellt das gewaltigste Hindernis für ein weiteres Vordringen der russisch-bolschewistischen Gewalt dar. Es wurde in den letzten Jahren sehr oft von Gegensätzen zwischen Frankreich und England einerseits und Deutschland andererseits geredet und noch mehr geschrieben. Es ist mir im einzelnen nicht klar, worin diese Gegensätze genauer substanziert liegen sollen. Deutschland hat in Europa, wie ich schon öfter als einmal betonte, an Frankreich keine territorialen Forderungen mehr zu stellen. Wit der Rückkehr des Saargebiets hoffen wir, ist die Periode französisch-deutscher territorialer Auseinandersetzungen endgültig abgeschlossen. Deutschland hat auch mit (Eng- land keinerlei Streitigkeiten, es seien denn unsere kolonialen Dün- fdje, Es fehlt jeder Anhaltspunkt für einen Morgens oder abends {LICHTSPIELHAUS früh oder spät, .^wW®Uiiu„. iGLORlfl Ab Heute Montag Adolf Schmidt, Pereinsleiter. 1144D Zerrissene Strümpfe sind jetzt wertvoll! Von der guten alten Zeit bis in die Gegenwart spannt dieser heitere Film den köstlichen Bogen. Kunterbunt und immer wieder auf den Beinen, das ist Berlin, das ist Berlin wie einst im Mai und gestern und heute! sie weg. heute aber der .parena' an- für 55 Pfg ) und mal als neue. Ihre zerrissenen waschen, aber ten) zur Nus- Beiprogramm — Ufa-Ton-Woche täglich 4.00, 6.00, 8.80 Uhr Eine temperamentvolle Kriminalkomödie mit Herz,Humor u.Spannung! Regie: Rich. Schneider-Edenkoben 1136Ä Buch: KurtHeynicke, Musik:W.Kollo aber umgekehrt auch die schmerzlichen Folgen der durch den Versailler Wahnsinnsakt durcheinandergebrachten europäischen Landkarte der wirtschaftlichen und bevölkerungspolitischen Lage. Allein zwei der an unseren Grenzen liegenden Staaten umschließen eine Masse von über 10 Millionen Deutschen. Sie waren bis 1866 mit dem deutschen Ge- samtoolk noch in einem staatsrechtlichen Bund ver- Irüher warf man läßt man sie mit sohlen (das paar trägt sie noch ein» Bringen auch Sie Strümpfe (ge» nicht abaeschnlt» führungvstelle: einigt. Sie kämpften bis 1918 im großen Krieg Schulter an Schulter mit dem deutschen Soldaten des Reiches. Sie sind gegen ihren eigenen Wil - l e n durch die Friedensverträge an einer Vereinigung mit dem Reiche verhindert worden. Dies ist an sich schmerzlich genug, lieber eims darf in unseren Augen kein Zweifel bestehen. Die staatsrechtliche Trennung vom Reich kann nicht 3 u einer volkspolitischen Rechtlosmachung führen, d. h. die allgemeinen Rechte einer volklichen Selbstbestimmung, die übrigens in den 14 Punkten Wilsons als Voraussetzung zum Waffenstillstand feierlich uns zugesichert worden sind, könne nicht einfach mißachtet werden deshalb, weil es sich hier um Deutsche handelt! Es ist auf die Dauer für eine Weltmacht von Selbstbewußtsein unerträglich, an ihrer Seite Volksgenossen zu wissen, denen aus ihrer Sympathie oder ihrer Verbundenheit mit dem Gesamtvolk, seinem Schicksal und seiner Weltauffassung fortgesetzt schwerstes Leid zugefügt wird! (Brausende Zustimmungskundgebungen.) Wir wissen genau, daß es eine alle befriedigende Grenzziehung in Europa kaum gibt. Allein um so wichtiger wäre es, unnötige Quälereien von nationalen Minoritäten zu vermeiden, um nicht zum Leid des politischen Getrenntseins auch noch das Leid der Verfolgung wegen der Zugehörigkeit zu einem bestimmten Volkstum hinzuzufügen. Daß es möglich ist, bei einem guten Willen hier Wege des Ausgleichs bzw. der Entspannung zu finden, ist erwiesen worden. Wer aber eine solche Entspannung durch einen Ausgleich in Europa m i l Gewalt zu verhindern versucht, der wird eines Tages die Gewalt zwangsläufig unter die Völker rufen! Denn es soll nicht bestritten werden, daß, solange Deutschland selbst ohnmächtig und wehrlos war, es viele dieser fortgesetzten Verfolgungen der deutschen Menschen an unseren Grenzen einfach hinnehmen muhte. Allein so wie England seine Interessen über einen ganzen Erdkreis hin vertritt, so wird auch das heutige Deutschland seine wenn auch um soviel begrenzteren Interessen z u vertreten und zu wahren wisse n. (Sehr starker Beifall.) Und zu diesen Interessen des Deutschen Reiches, gehört auch der Schuh jener deutschen Volksgenossen, die aus eigenem nicht in der Lage sind, sich an unseren Grenzen das Recht einer allgemeinen menschlichen politischen und weltanschaulichen Freiheit zu sichern. Es erfüllt uns im fünften Jahr nach der ersten großen außenpolitischen Abmachung des Reiches mit aufrichtiger Befriedigung, feststellen zu können, daß gerade in unserem Verhältnis zu dem Staat, mit dem wir vielleicht die größten Gegensätze hatten, nicht nur eine Entspannung eingetreten ist, sonder im Laufe dieser Jahre eine immer freundschaftlichere Annäherun g. Ich weiß ganz genau, daß dies in erster Linie dem Umstand zu verdanken war, daß sich damals in Warschau kein westlicher Parlamentarismus, sondern ein polnischer Marschall befand, der als überragende Persönlichkeit die europäisch wichtige Bedeutung einer solchen deutsch-polnischen Entspannung empfand. Das damals von vielen angezweifelte Werk hat unterdes seine Probe bestanden, und ich darf wohl sagen, daß, seit der Völkerbund seine fortgesetzten Störungsversuche in Danz i g endlich aufgab und durch einen neuen Kommissar auch einen Mann von persönlichem Format abstellte, gerade dieser gefährlichste Platz für den europäischen Frieden seine bedrohliche Bedeutung vollkommen verlor. Der polnische Staat respektiert d i e nationalen Verhältnisse in diesem Staat, und diese Stadt und Deutschland respek- tun vermöchten. Da diese internationale Presse- Hetze natürlich nicht als ein Element der Beruhigung, sondern als ein solches der Gefährdung des Völkerfriedens aufgefaht werden muh, habe ich mich auch entschlossen, jene Verstärkungen der deutschen Wehrmacht durchzuführen, die uns die Sicherheit geben werden, dah sich diese wilde Kriegsdrohung gegen Deutschland nicht eines Tages in eine blutige Gewalt verwandelt. Diese Mahnahmen sind seit dem 4. Februar d. I. im Gange und werden schnell und entschlossen durchgeführt. (Starker langanhaltender Beifall.) Deutschland selbst hat jedenfalls den aufrichtigen Wunsch, mit altfn europäischen Großmächten sowohl als den übrigen Staaten ein vertrauensvolles Verhältnis herzustellen. Wenn dies nicht gelingen sollte, wird es nicht an uns gelegen fein. Wir glauben dabei allerdings, daß angesichts dieser Pressehaltung von Kockserenzen und Einzelbespre- chungen zur Zeit wenig erwartet werden darf. Denn es geht nicht an, sich über folgende Tatsache einer Selbsttäuschung hinzugeben. Diese internationale Pressekampagne gegen den ' Frieden wird jeden Versuch, zu einer Völkerverständigung zu kommen, sofort zu sabotieren wissen. Sie wird jede Besprechung sofort mißdeuten ober in das Gegenteil verdrehen. Sie wird jede Abmachungen sofort u m f ä l s ch e n, und es ist daher unter diesen Umständen nicht einzusehen, welcher Nutzen aus solchen Besprechungen oder Zusammenkünften entstehen soll, solange die Regierungen im allgemeinen nicht in der Lage sind, ohne Rücksicht auf ihre öffentliche Meinung entscheidende Schritte zu vollziehen. Wir glauben daher, daß auf weiteres der Weg eines normalen diplomatischen Notenaustausches der ein» z i g gangbare ist, um wenigstens den allzu groben Fälschungen dieser internationalen Presse die Voraussetzung zu entziehen. Wenn Deutschland nun selbst eine Begrenzung seiner Interessen vornimmt, dann soll es nicht heißen, daß wir r 1 allem, was um uns vorgeht, desinteressiert sind. Wir sind glücklich, mit den meisten Staaten, die an Deutschland angrenzen, normale und zum Teil auch freund- schaftl iche Beziehungen unterhalten zu können. Wir haben die Empfindung, daß sich hier überall ein Gefühl d e r Entspannung auslöst. Das starke Streben nach einer wirklichen Neutralität, das wir in einer Reihe europäischer Staaten beobachten können, erfüllt uns mit tiefer und aufrichtiger Befriedigung. Wir glauben, darin ein Element steigender Beruhigung und damit stei- CHfe Tittmar, Inh. G. Bergan, Seltersweg 52. Gustav A. Sturm, Marktstraße 17. oc*d Keine Blähungen mehr „Wohldorrer" BläHunas- und Perdanungsvulver, frei pon Chemikal.,nickt abführend.Vorzüglich b. Gefühl d. Völle, Am- stoßen,Herzklouf.,Komschmerz, nur in Orig.-Packung RM.l.oO Kneipp-Kräuierftaus 3ung Gießen, in d. Mäusburg. [1137D illlllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll Mehr Freude an der Natur durch BermühlerBücher i IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIUIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHIIHI Kohlen KokS 6452 D Briketts Holz Torf Dungkalk N. Maar& Solin Frankfurt. Str.19 MühlstraOe 18 Tel. 3144 3145. 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Es ist nicht nur das gleiche Volk, sondern vor allem es ist eine lange gleiche Geschichte und eine gemeinsame Kultur, die das Reich und Deutsch-Oesterreich verbinden. Die Schwierigkeiten, die sich im Vollzug des Abkommens vom 11. Juli ergeben hatten, zwangen dazu, einen Versuch zu unternehmen, Mißverständnisse und Hindernisse für eine endgültige Aussöhnung beiseite zu räumen. Denn es war klar, dah eine an sich unerträglich gewordene Lage eines Tages, gewollt oder ungewollt, die Voraussetzungen für eine sehr schwere Katastrophe hätten entwickeln können. Es liegt dann meist nicht mehr in der Wacht der Wenschen, einem Schicksal Einhalt zu gebieten, das durch Nachlässigkeit oder Rnklugheit erst einmal ins Rollen gekommen ist! Ich bin glücklich, feststell- len zu können, dah diese Erkenntnis auch den Auffassungen des österreistischen Bundeskanzlers, den ich um einen Besuch bat, entsprachen. Der Gedanke und die Absicht waren dabei, eine Entspannung unserer Beziehungen dadurch herbeizuführen, dah dem nach seiner Auffassung und Weltanschauung nationalsozialistisch denkenden Teil des deutschösterreichischen Volkes im Rahmen der sonst gültigen Gesetze d i e gleichen Rechte gegeben werden, wie sie auch den anderen Staatsbürgern zustehen. (Beifall.) In Verbindung damit sollte eine grohe Befriedungsaktion eintreten durch eine Generalamnestie und eine bessere Verständigung der beiden Staaten durch ein nunmehr engeres freundschaftliches Verhältnis auf den verschiedenen Gebieten einer politischen, personellen und sachlich wirtschaftlichen Zusammenarbeit. Dies alles ist eine Ergänzung im Rahmen des Abkommens vom 11. Juli. Ich möchte an dieser Stelle vor dem deutschen Volke dem ö st e r r ei ch i s ch e n Bundeskanz- l e r meinen aufrichtigen Dank aussprech e n für das große Verständnis und die warmherzige Bereitwilligkeit, mit der er meine Einladung annahm und sich bemühte, gemeinsam mit mir einen Weg zu finden, der ebenso sehr im Interesse der beiden Lander wie im Interesse des gesamten deutschen Volkes liegt, jenes gesamten deutschen Dol.kes, dessen Söhne wir alle sind, ganz gleich, wo die Wiege unserer Heimat stand. (Nicht endenwollender Beifall und stürmische Bravorufe.) Ich glaube, daß wir damit auch einen Beitrag zum europäischen Frieden geleistet haben. Der sicherste Beweis für die Richtigkeit dieser Annahme liegt in der empörten Wut jener demokratischen Weltbürger, die, indem sie sonst immer oom Frieden reden, keine Gelegenheit vorbeigekfen lassen, um zum Kriege zu Hetzen. Sie sind erbost und erzürnt über dieses Verständigungswerk... Es kann daher mit Recht angenommen werden, daß es gut und richtig ist. Vielleicht wird dieses Beispiel rnithelsen, in einem weiteren Ausmaße eine allmähliche Entspannung in Europa herbei- zuführen. Deutschland wird jedenfalls, gestützt auf seine Freundschaften, nichts unversucht lassen, um jenes Gut zu retten, das die Voraussetzung für jene Arbeiten auch in der Zukunft abgibt, die uns vorschweben, den Frieden. Ich darf Ihnen hier, meine Parteigenossen, noch versichern, daß unsere Beziehungen zu den übrigen europäischen und auch außereuropäischen Staaten entweder gute und normale oder auch sehr freundliche sind. Ich brauche nur hinzuweisen auf unsere überaus herzliche Freundschaft, die uns z. B. m 11 Ungarn, Bulgarien, Jugoslawien und vielen anderen Staaten verbindet. Ueocr das Ausmaß unserer wirtschaftlichen Z u. (ammenarbeit mit’ ben anderen Völkern hat Ihnen die Bilanz unseres Außenhandels em eindringliches Bild gegeben. Ueber allem aber steht öie Zusammenarbeit mit jenen bei- den Großmächten, die so wie Deutschland im Bolschewismus eine We11gefahr erkannt haben und daher entschlossen sind, der Kominternbewegung in gemeinsamer Abwehr ent- qegenzutreten. Daß sich diese Zusammenar. beit mit Italien und Japan immer mehr vertiefen möge, ist mein aufrichtigster Wunsch. 3m übrigen sind wir glücklich für jede Entspannung, die sich in der allgemeinen politischen Lage ergeben kann. Denn wie groß auch die Leistungen unseres. Volkes sind, so sind wir uns darüber nicht im Zweifel, daß der Nutzen für das Gesamtwohl sich noch steigern ließe, dann, wenn sich eine Vertiefung der internationalen Zusammenarbeit ergeben könnte. , Das deutsche Volk ist seinem ganzen Wesen nach kein kriegerisches, sondern einsoldatisches, d. h. es wünscht keinen Krieg, es fürchtet ihn nur nicht. Es liebt den Frieden, aber genau so auch seine Ehre und seine Freiheit. 15 entsetzliche Safyre, bie hinter uns liegen, finb eine Warnung und eine Belehrung, die, das glaube ich, die deutsche Nation immer beherzigen und niemals mehr vergessen wird. Meine Parteigenossen! Abgeordnete Manner des Reichstags! Ich habe Ihnen, die Sie mir einst durch die Annahme der Ermächtigungsgesetze die Voraussetzung für mein Wirken gaben, einen Rechenschaftsbericht abgelegt über fünf geschichtliche Jahre im Leben des deutschen Volkes. Ich kann ihn nicht abschließen, ohne Ihnen zu versichern, wie groß mein Vertrauen in die Zukunft des von uns allen so heiß geliebten Volkes und des Reiches ist. Was mich einst als unbekannten Soldaten bewog, einen Kampf für die deutsche Wiederauferstehung aufzunehmen, war im tiefsten Grunde der Glaube an das deutsche Volk. Nicht an seine Einrichtungen, nicht an seine Gesellschaftsordnung und Gesellschaftsschichten, an seine Parteien, an seine staatlichen und politischen Machtmittel, sondern der Glaube an d i e ewigen inneren Werte dieies Volkes. Und vor allem der Glaube an jene Millionenzahl einzelner Männer und Frauen, die selbst, wie einst auch ich, nur namenlose Träger unserer Lebens- und Volksgemeinschaft sind. Für sie mühe ich mich auch, dieses neue Reich aufzubauen. Es soll keiner Klasse und soll keinem Stand gehören, sondern nur dem deutschen Volk z u eigen fein. Es soll ihm helfen, seinen Lebensweg auf dieser Erde leichter zu finden und sein Dasein schöner gestalten zu können.^ Was ich in dieser. Zeil ins Leben rief, Hal keinen Selbstzweck zu beanspruchen. Alles kann und wird vergänglich sein. Das Bleibende für uns Ul jene Substanz aus Fleisch und Bin!, die deutsches Volk heißt. Partei, Staat, Wehrmacht, Wirtschaft sind Einrichtungen und Funktionen, denen nur der Werl eines Wittels zum Zweck zukommen kann. Sie werden vor der Geschichte gewogen nach den Diensten, die sie dem Zwecke leisten. Ihr Zweck ist aber immer wieder das Volk. Sie sind bedingte Erscheinungen gegenüber der einzigen zeitlosen. Ihr mit meinen ganzen Kräften zu dienen, war und ist das Glück meines Lebens. Den vielen meiner hervorragenden 2H i t arbeitet, ohne die mir dieses werk nie häkle gelingen können, zu danken, ist mir eine glückliche Pflicht. Ich möchte in dieser Stunde nur den Herrgott bitten, daß er auch in den folgenden Jahren unserer Arbeit und unserem handeln, unserer Einsicht und unserer Entschlußkraft seinen Segengeben möge, dah er uns ebenso vor jedem falschen Hochmut w e vor jeder feigen Unterwürfigkeit bewahre, dah er uns den geraden Weg finden taffen möge, den seine Vorsehung dem deutschen Volke zugedacht chat, und dah er uns stets den Wut gebe, das Rechte zu tun und niemals z u wanken und z u weichen vor keiner Gewalt und vor keiner Gefahr. Es lebe die nationalsozialistische Bewegung, es lebe die nationalsozialistische Armee, es lebe unser Deutsches Reich! - POLAST Giessen Giefeener Konzertverein Sonntag, den 27. Februar 1938, 17 Uhr, Universitäts-Aula / Siebentes Konzert Quartette di Roma der Königlich Römischen Philharm. Akademie. Streich-Quartette von Respighi, Verdi, Brahms. Eintrittskarten: 1.50, 2.25, 3 und 4 RH. bei Ernst Challier u. abends an der Kasse. Studentenkarten 1 RM. im Kollegiengebäude und im Studentenwerk Kraft durch Freude Theaterring halbe Preise 1043p Politik einen Weg beschreiten, daß nicht die.gender Sicherheit erblicken zu dürfen Wir sehen Staaisführung von Verständigung redet und die Presse eine entgegengesetzte Hetze betreibt! In dieses Kapitel der Störung der internationalen Beziehungen gehört auch die Anmaßung, Briefe an ein fremdes Staatsoberhaupt z u schreiben mit dem Ersuchen um Auskünfte über Gerichtsurteile. Ich empfehle den Abgeordneten des englischen Unterhauses, sich um die Urteile britischer Kriegsgerichte' in Jerusalem zu kümmern und nicht um die Urteile deutscher Volksgerichtshöfe. (Starker Beifall.) Das Interesse für deutsche Landesverräter kann uns vielleicht verständlich sein, allein es hilft nicht mit, die Beziehungen zwischen England und Deutschland zu verbessern. Im übrigen möge sich niemand einbilden, durch so taktlose Einmischungen auf deutsche Gerichte oder auf den deutschen Strafvollzug eine Wirkung ausüben zu können. Ich würde jedenfalls nicht erlauben, daß sich Abgeordnete des Deutschen Reichstages um Angelegenheiten der englischen Justiz bekümmern. Die Interessen des britischen Weltreiches sind sicherlich sehr große und sie werden von uns als solche auch anerkannt. Ueber bie Belange b e 5 deutschen Volkes und Reiches entscheidet aber der Deutsche Reichstag und als der Beauftragte des Reichstages i ch und nicht eine Delegation englischer Briefschreiber! (Stürmische Bravorufe.) Ich glaube, dah es ein verdienstvolles Werk fein würde, wenn es gelingen könnte, nicht nur den Abwurf von Gift-, Brand- und Sprengbomben auf die Bevölkerung international zu verhindern, sondern vor allem den vertrieb von Zeitungen z u beseitigen, die auf die Beziehungen der Staaten schlimmer wirken, als es Gift- oder Brandbomben je zu SW- uno MMM-Min Gießen Kommenden Mittwoch, den 23. Februar, abends 8'< Ubr, im Gasthaus „3um Burghof" (früher CafS Ebel) findet die Z1.MMWMWUIM statt. Nach Erledigung der Tagesordnung anschlieh. Borlrag der Herren Sr. M. Srantiutl anö Berüanösleiler N. Gnutz, JarrvWl. Mitglieder erscheint zahlreich. Auch können von Mitgliedern Hausbesitzer als Gälte eingefübrt werden. »M Ischias- ■ kranke trinken ■ ZinssevTee. ■ Paket I.54MK, ■ und 2.13 Mk. W In Apotheken. W Probe gratis! \ ■ Diele Anerkenn. l^inTjer 1" Leipzig 202 Heute Montag Erstaufführung veX,e’ Ä-S SS •- - \\3^ * "n enQl VhS .de,. cn LJ 4l)r ^wehr 5 i^enar lmmer , ^Är"L 4®el«min>oy "> eine >L„ ""«beit,": i^inad) ?es'M •; fent Ehre „»"toter E ^lehrung, J£* b-: >nncr des ''""N't durch R-Ü $l0rQU5= ^chenlchasts- ch'chtliche kann ^s'chern, wie öe* von uns 5 Reiches, ist. ^ken bewoq Auferstehung runde der I Nicht an Tesellschafts- . fane Par- Ifyn Macht. le ewigen e 5. Und vor zahl einzelner einst auch ich, s- und Volks- ich auch, dieses er Klasse und 1 nur dem • Es soll ihm Erde leichter gestalten zu m ries, hat ■ Mer fanu leibende 15 Fleisch Volk heiht. afl sind Ein- mr dn Dert m kann. Sie en nach den il Ihr Zweck lk. Sie sind der einzigen i Kräften zu nnes Lebens, ’n IHilar- rf nie halle r eine glütf- Stunde nur er auch in eU und unse- । unserer Ent- e n möge, dah Hochmut w'e bewahre, daß inden las- dem deutschen r uns stets te 1» tun n und zu lt und vor nationalsozia- ationalsoziali- itsches Reich! AUS ?ntag Montag, 21. Februar 1958 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Hr.45 Sroeites Statt Das neue Reich und seine Stellung zur Welt. Der Rechenschaftsbericht des Führers und Reichskanzlers in der Rerchstagssitzung vom 20. Februar über fünf Jahre nationalsozialistischen Aufbauwerkes. Berlin, 20. Febr. (DNB.) Die große Rede des Führers und Reichskanzlers im Deutschen Reichstag hat folgenden Wortlaut: Meine Abgeordneten! Männer des Deutschen Reichstags! Ich weiß, daß Sie, und mit Ihnen das deutsche Volk, es erwarten, zur Feier des fünften Jahrestages unserer Machtübernahme zusammengerufen zu werden, um als die gewählten Vertreter des Reiches mit mir diesen für uns Nationalsozialisten erinnerungsschweren Beginn eines neuen geschichtlichen Aufstiegs unseres Volkes zu feiern. Die Festsetzung der Einberufung des Reichstages auf den heutigen Tag erklärt sich aus zwei Gründen: Eltens hielt ich es für richtig, eine Reihe personeller Veränderungen nicht vor, sondern nach dem 30. Januar oorzunehmen und, zweitens, schien es mir nötig, auf einem bestimmten Gebiet unserer auswärtigen Beziehungen vorher noch eine dringend notwendige Klärung herbeizuführen. Denn Sie erwarten es alle mit Recht, daß an einem solchen Tage nicht nur ein Rückblick in die Vergangenheit, sondern auch ein Ausblick in die Zukunft gegeben wird. Beides soll denn auch Aufgabe und Inhalt meiner heutigen Rede zu Ihnen sein. Als mich am 30. Januar vor fünf Jahren der Herr Reichspräsident Generalfeldmarschall von Hindenburg um die Mittagsstunde mit der Kanzlerschaft und damit mit der Führung des Reiches vertraute, war in den Augen von uns Nationalsozialisten eine Wende des deutschen Schicksals angebrochen. Unseren Gegnern erschien dieser Vorgang vielleicht gleich den zahlreichen ähnlichen anderen, in denen ebenfalls ein Msnn zum Reichskanzler ernannt worden war, der dann wenige Wochen oder Monate später seinem ungeduldigen Nachfolger Platz machen durfte! Was wir Nationalsozialisten als eine geschichtliche Stunde von einmaliger Bedeutung erlebten, erschien diesen anderen daher nur als zeitlich begrenzte Ablösung vorübergehender Erscheinungen. Wer hat nun, meine abgeordneten Männer, die Bedeutung dieser Stunde richtig erkannt? Fünf Jahre sind seitdem vergangen. Ermächtigen uns die Erlebnisse dieser Zeit, ein Urteil abzugeben über die epochale Bedeutung der damaligen Stunde oder sind sie nur eine Bestätigung jener Auffassung unserer Gegner, die damals meinten, die Unzahl bisheriger deutscher Reichskabinette einfach durch ein weiteres vermehrt zu sehen? Wenn es im deutschen Volke keine andere Einigkeit gäbe, dann würde wenigstens über einen geschichtlichen Vorgang heute nur eine Meinung vorhanden sein. Auch unsere Gegner von damals, sie werden es kaum mehr tefireiten: Der Tag, an dem ich als Chef der größten deutschen Oppositionspartei in das Haus am Wilhelmsplah ging und als Führer und Kanzler der Nation heraustrat, war ein Wende- tag in der Geschichte unseres Volkes, damals, jetzt und für alle Zeiten. Alle sind sich darüber im klaren. Der 30. Januar 1933 wurde zum Abschluß einer Zeit und z u m Beginn einer neuen. So hingestrichen, ja selbstverständlich ist die Tatsache, daß man schon jetzt von einer deutschen Geschichte vor der Machtübernahme und einer solchen nach der Machtübernahme spricht. Es ist nicht meine Absicht, Ihnen, meine Abgeordneten, heute ein Bild des chaotischen Zustandes der Zeit vor der Machtübernahme zu entwerfen. Sie ist den erwachsenen Zeitgenossen noch lebhaft in Erinnerung, die Heranwachsende Jugend aber würde auch trotz einer solchen Schilderung das damalige Deutschland kaum begreifen. Nur wenige allgemeinere Ausführungen will ich zur Kennzeichnung dieser zurückliegenden tragischen Epoche der Geschichte unseres Volkes machen. Nach dem Zusammenbruch des alten Deutschen Reiches und in Sonderheit zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts erschien, von dem Nürnberger Buchhändler Palm herausgegeben,eine eindringliche und bemerkenswerte Schrift: „Deutschland in seiner tief st en Erniedrigung'. Das kleine Heft hatte einst so aufrüttelnd m deutschen Landen gewirkt, daß sich Napoleon entschloß, den Verfasser ober zumindest Herausgeber erschießen zu lassen. Nach dem Abklingen des großen Völkergeschehens verfielen Buch und Verfasser mehr oder weniger einer förmlichen Vergessenheit. Ein neues Deutsches Reich war entstanden. Siegumwoben flatterten seine Fahnen über zahlreichen Feldern der Ehre und des Ruhmes! Als ferne Erinnerung verblich der große Befreiungskrieg gegenüber den strahlenden Taten einer so großen und selbstbewußten Gegenwart. And bann kam am Ende eines gewaltigen und heroischen Ringens jener unfaßbare Zusammenbruch, dtt nun mit einem Schlag das vor über 100 Jahren in der tiefsten Not des Vaterlandes geschriebene Werk auch unserer Zeit verständlich machte: „Deutschland in seiner tiefsten Erniedrigung". Wir haben den erschülternden Inhalt dieses Bekenntnisses seit dem November 1918 alle selbst erlebt. Anderthalb Jahrzehnte lang lag über unserem Volk jene dumpfe Bedrückung der Folgen des größten Zusammenbruches in unserer Geschichte. Nicht des Zusammenbruches unserer Heere und auch nicht desjenigen unserer Wirtschaft, sondern des Zusammenbruches unserer Haltung, unserer Ehre und unseres Volkes und damit endlich unserer Freiheit. Fünfzehn Jahre lang waren wir das willen- und hilflose Objekt einer internationalen Vergewaltigung, die, während sie im Namen demokratischer Ideale von Humanität redete, die unbarmherzigste Zuchtrute eines wahrhaft sadistischen Egoismus auf unser Volk niederschlagen ließ. In dieser Zeit unserer Erniedrigung und unserer Not begann sich der forschende Geist mit den Ur- achen dieses Geschehens zu beschäftigen. Aus tausend Vorgängen der Vergangenheit und Gegenwart bildete sich langsam eine bestimmte Einsicht. Was im Reichtum der Friedensjahre vielleicht als uninnig verlacht oder zumindest mißverstanden worden wäre, wurde nun im Zwange der Not aus Erkenntnissen ein Wissen und damit z u m Glau- bensgut zahlreicher bester Deutscher. Eine tiefernste Prüfung der Grundlage unseres ge- chichtlichen Seins, der Gesetze unserer Entstehung mb unserer Entwicklung, der Ursachen unseres Anstiegs und unseres Zerfalls und damit der Doraus- etzungen für eine neue deutsche Erhebung setzte ein. Es kam zur Scheidung der Geister in unserem Volke. Denn wie immer zog der politische Zusammenbruch einen wirtschaftlichen nach sich. Indem aber nur der wirtschaftlich orientierte Bürger in ihm das Wesen unseres Unglücks an sich sah, entfernte er sich immer mehr von jenen Kämpfern, die über bie wirtschaftliche Not hinweg die größere politische und moralische emp- anben. Aus ihren Reihen aber allein konnte die Rettung Deutschlands kommen. Sie stellte einer be- chränkten bürgerlichen Parole der Staatsrettung durch die Wirtschaft die Staats- und Wirschaftsrettung durch innere und äußere Erhebung des Volkes entgegen. Vielleicht 3um ersten Wale in der Geschichte Deutschlands fiel in dieser Zeit der Blick sehender Deutscher nicht mehr auf den Staat oder gar auf die Wirtschaft als den wesentlichsten Erscheinungen und Funktionen menschlichen Daseins, sondern auf das Sein und Wesen der ewigen Substanz, die der Träger des Staates und damit selbstverständlich auch der Wirtschaft ist. lieber die politischen und wirtschaftlichen Ideale vergangener Zeit erhob sich damit bestimmend ein neues: Das Völkische. Zum ersten Male ergab sich nun die Voraussetzung für eine wahrhaft unabhängige souveräne Prüfung der wirklichen Ursachen unseres Verfalls sowohl als auch des tatsächlichen Zustandes unserer Lage. Alle jene Bindungen, die in früheren Zeiten den sicheren Blick in die nationalen Notwendigkeiten zu trüben, verwirren und zu lähmen vermochten, verloren von jetzt ab ihren Einfluß und damit ihre Bedeutung. Die dynastische, konfessionelle, parteimäßige sowohl als staatlich formalistische Vorstellung verblaßten angesichts der Erkenntnis des Wesens der blutbestimmten und blutgebundenen S u b st a n z als dem Träger alles volk- lichen Lebens. Was auch im einzelnen als letzte äußerliche Ursache des Zusammenbruches gelten konnte, bas unbestreitbare Versagen ber obersten Führung besonbers in ber Stunde ber größten Not unb bamit stärkster Anforberungen, bie ersichtliche Schwäche ber inneren Organisation unseres staatlichen Lebens, bie seelenlose Verbüro- tratifierung unserer Verwaltung, ber behauptete Zusammenbruch ber Nerven einzelner Männer ober bie wahnsinnige Verblendung breiter Massen, es trat bies alles zurück gegenüber ber tieferen Erkenntnis, baß biefe Schwächen höchstens äußere Symptome waren. Denn ihnen ftanb gegenüber bie erschütternbe Tatsache, baß 1. bas beutsche Volk als solches überhaupt unfertig unb baß 2. auch sein Staat unvollenbet geblieben war. Währenb sich Bismarck mühte, aus deutschen Stämmen und Ländern ein Reich zu formen, zerfiel das tragende Staatsvalk in Klaf- j e n und damit am Ende wieder in die großen Grundelemente seiner Volkwerbung. Während sich über die deutschen Stämme eine theoretische Reichsgewalt erhob, wurde diese selbst der Büttel von örtlich-, klassen- oder konfessionsbedingten Jnteressentengruppen. So böse war dieser innere Verfall, daß in der Zeit ber größten Gefährdung des Reiches als staatlich und klassenmäßig sowohl die konfessionell gebundenen Auffassungen ganz offen der Gedanke propagiert werden konnte, für bie Nation unb bas Reich wäre die Niederlage ein größeres Glück als der Sieg. Eine überalterte, wohl äußerlich unb gesellschaftlich hochgezüchtete, aber blut- und volksmäßig entwurzelte Führerschicht fand weder die Einsicht noch die Kraft, einem solchen Verrat mit der notwendigen harten Entschlossenheit entgegenzutreteu. Ihr konnte es deshalb auch nicht mehr gelingen, die Ergebnisse der Folgen dieser ihrer eigenen Schwächen wieder zu beseitigen. Es erscheint mir deshalb doch notwendig, am heutigen Tage dem deutschen Volk eine Tat- Die Machen des deutschen Zusammenbruchs. Die Partei stand bereit. Denn in den fünfzehn Jahren des Kampfes um die Wacht inmitten einer fortgesetzten Verfolgung und Unterdrückung durch unsere Gegner wuchs nicht nur die innere sittliche Kraft der Partei, sondern damit auch vor allem ihre äußere Wider st andskraft. Dadurch gelang es uns, im Laufe von anderthalb Jahrzehnten, aus kleinsten Anfängen be- ginnend, eine politische Organisation aufzubauen, wie Deutschland bis dorthin etwas Aehn- liches noch nicht gesehen hatte. Dadurch wurde es aber auch mir erst möglich, die Ergebnisse des durch den jahrelangen Kamps bedingten Ausleseprozeß in der Besetzung der leilenden Siellen der Partei zu berücksichtigen. Und damit konnte der Nationalsozialismus an die Machtübernahme schreiten nicht nur als festgefügte Organisation, sondern auch als ein reiches Reservoir befähigter Persönlichkeiten, was mich in den Jahren des Kampfes und auch heute so oft mit aufrichtiger Zufriedenheit erfüllt, ist die Erkenntnis, daß dieses mein werk nicht auf zwei Augen gestellt ist. Was den Gegnern ganz verborgen blieb, ist die Tatsache, daß zu keiner Zeit in unserer Geschichte eine solche Fülle fähigster und vor allem tatkräftig st er Persönlich- keilen auf politischem Gebiet vorhanden war, wie in der Zeit der nationalsozialistischen Eroberung des Deutschen Reiches. Es entsprach dann dem kleinen Horizont und der Einsichtslosigkeit früherer bürgerlicher Kritiker, es sich gegenseitig nachzuplappern, daß die Bewegung wohl Massen, aber keine Köpfe besitze. Tatsächlich aber hatte diese Bewegung die Masse nur gefunden, weil diese in ihr in ft in f ti0 die Köpfe witterten und erkannten. fache wieder in Erinnerung zu bringen: Als ich am 30. Januar 1933 die Reichskanzlei betrat, war ich nicht der erste, der berufen wurde, das deutsche Volk zu retten, sondern der letzte. Das heißt: Nach mir befand fich niemand mehr, als höchstens das Chaos. (Stürmischer Beifall.) Denn vor mir hatten sich alle jene schon erprobt, bie sich seit Jahrzehnten als berufen erklärten, Führer unb Netter bes deutschen Volkes zu sein. Unb nicht einmal, sonbern Zwei- unb breimal unb noch öfters durften sich die Träger dieser Parteien infolge des geringen Erinnerungsvermögens des Volkes immer von neuem als Kanzler unb Minister zur Rettung aus einer Lage anpreisen, bie sie s e l b st verschulbet hatten. Sozialdemokratische unb Zentrumssührer lösten ein- anber in fortgesetztem Wechsel ab. Liberale unb demokratische Politiker leisteten Hilfsdienste. Bürgerliche Reform- und Wirtschaftsparteien beteiligten sich ebenso an diesen parlamentarischen Rettungsaktionen wie die Vertreter sogenannter „Rechtskreise". Bis zu dem Tag, da General Schleicher die Reichskanzlei verließ, hatten alle sogenannten „Prominenten" unserer marxistischen, Zentrums- und bürgerlichen Parteiwelt das deutsche Leid theoretisch bekämpft und durch ihre Regierungstätigkeit praktisch vergrößert. Nach den Regeln der so oft gepriesenen parlamentarischen Demokratie hätte die Nationalsozialistische Partei schon im Jahre 1930 zur Regierung herangezogen werden müssen. Allein infolge der inneren Verlogenheit dieser demokratischen Parteiwelt war es begreiflich, daß man ber Bewegung biefes Recht unb ber deutschen Nation damit die Rettung bis zur letzten Stunde vorenthielt. Als mir dann endlich doch die Führung des Reiches gegeben wurde, geschah es zu einem Zeitpunkt, da aber auch ber allerletzte Versuch einer anbersgearteten Rettung bes Reiches mißlungen unb bie Partei als einzig denkbarer Faktor für eine solche Aufgabe allein noch übrig geblieben war. Dieses überlange Zögern hatte allerdings einen erst später erkennbaren Nutzen für bie Bewegung unb bamit für Deutschland mit sich gebracht. Es ist nicht der wahre Beweis für das Vorhandensein eines politischen Kopfes, keine Anhänger zu haben (Heiterkeit), sondern es ist eher der Beweis dafür, daß infolge des Fehlens der Masse vermutlich auch gar kein Kopf vorhanden war (Heiterkeit). Es ist auch sicher einfacher unb vor allem weniger anstrengend, als geistreicher Einzelgänger durch die Zeit zu wandeln und sich im eigenen Innern für einen großen Gestalter ber Geschichte zu halten, als bie Menschen z u sammeln, mit denen man allein Geschichte gestalten kann. Fünfzehn Jahre lang hat diese Partei nur Menschen gesammelt, organisiert und formiert, so daß sie, als endlich die Stunde der Machtübernahme kam, sogar nach dem Gesetz der Demokratie in strengster Legalität zur Regierung kommen konnte. Das Programm unserer Bewegung bedeutete eine Revolution auf den meisten Gebieten bisher geltender gesellschaftlicher, politischer unb wirtschaftlicher Auffassungen unb Erkenntnisse. Der Machtantritt selbst war eine Revolution in ber Ueberroinbung vorhandener Erscheinungen. Wie immer bestand nun hier bie Gefahr, daß die durch viele Jahre unterdrückte Bewegung wohl die ihr auf er legten Ketten sprengen, aber keinen vernünftigen Gebrauch von der gewonnenen Freiheit würde machen können. Es ist für uns alle ein stolzes Bewußtsein, daß wir bie Begeisterung miterleben bürsten, mit der unsere Bewegung die Revolution bes Jahres 1933 verwirklichte. Allem, es ist für uns auch eine ebenso tiefe Genugtuung, feststellen zu können, daß in dieser ganzen Zeit bas eiserne Gefüge unserer Organisation unb vor allem die Disziplin der nationalsozialistischen Sturmbewegung als solche nie gelitten hat. wann ist jemals ein Staat unter solchen Umstanden und mit einer solchen inneren Sicherheit und Ruhe erobert worden? Die größte Umwälzung in der Geschichte unseres Volkes, ein Vorgang, dessen Bedeutung sogar der anderen Welt jetzt allmählich oufzudäm- mein beginnt, sand statt ohne die geringste Zerstörung sachlicher Güler und ohne jene blutigen Exzesse, die bei lächerlich geringeren Erschüllerungen anderer Lander so oft an der Tagesordnung waren und sind. Dieses ist nicht etwa geschehen, weil die nationalsozialistischen Führer kein Blut hätten sehen können! Wir alle sind Frontsoldaten gewesen, haben den fnrchtbarsten Krieg erlebt, und zahllose Tote gesehen und selbst oft dem Tode ins Auge gesehen und ihn erwartet. Die deutsche Revolution verlief unblutig, weil wir alle entschlossen waren, auch im Ablauf dieser Revolution unseren deutschen germanischen Charakter zu betonen. Wir wollten mit einem Minimum an Leid ein Maximum an Wirkung erzielen. Wenn ich heute abschließend die ersten fünf Jahre der nationalsozialistischen Revolution überblicke, bann kann ich feststellen, baß die Zahl der Toten unserer Gegner noch nicht einrnaldieHälfte ber vorher von ihnen ermordeten Nationalsozialisten gleichkommt. Unb daß diese Toten selbst aber wieder nur die Opfer eigener neuer Angriffe gegen die nationalsozialistische Revolution waren. Im übrigen haben wir allerdings den Staat durch andere Methoden vor denen in Schutz zu nehmen gewußt, die glaubten, die nationalsozialistische Erhebung teils aus verbrecherischen Instinkten, teils aus einer bestimmten wirtschaftlichen ober politischen Interessiertheit heraus sabotieren zu müssen. Troß biefer wahrhaft beispiellosen Disziplin und Zurückhaltung, die bie nationalso,statistische Bewegung in der Durchführung ihrer Revolution bewahrte, haben wir erleben hönnen, daß eine g e - wisse Auslandspresse das neue Reich mit einer förmlichen Flut von Lügen unb Verleumdungen übergoß. Besonders in den Jahren 1933 und 1934 konnten wir es immer wieder sehen, daß Staatsmänner, Politiker ober Journalisten in unseren sogenannten „demokratischen" Ländern sich bemüßigt fühlten, Methoden unb Maßnahmen der nationalsozialistischen Revolution zu kritisieren. Es war eine seltene Mischung von Arroganz und beklagenswerter Unwissenheit, die sich hier öfter als einmal anmaßte, Richter über die Geschehnisse in einem Volke zu sein, die gerade diesen demokratischen Aposteln höchstens als Vorbilder hätten dienen können. Denn wann ist jemals in diesen Ländern eine solche innere Umwälzung unter ähnlichen Begleitumständen verlaufen.Soll ich Sie etwa an das große Vorbild aller Revolutionen erinnern, da die Guillotine ein halbes Jahrzehnt lang ihre blutigen Orgien feierte, gerade so lang, als nun der deutsche Aufbau dauert? Ober gar an jene bolschewistische Revolution, die Millionen und abermals Millionen von Menschen hinschlachtete, deren blutbefleckte Mörder aber im Rate der demokratischen Institutionen hoch angesehene Plätze einnehmen? (Stürmischer Beifall.) Soll ich erinnern an das Gemetzel des marxistischen Mobs in Spanien, dessen Opfer nach den Schätzungen vorsichtiger Männer, die selber aus den Ländern der Demokratien stammen, mit einer halben Million eher zu niedrig als zu hoch anzusehen sind? Wir wissen, daß diese Schlächtereien die braven demokratischen Gemüter unserer Wettpazifisten bisher noch nicht im geringsten Erregt haben. Wir begreifen dies auch. Denn hinter ihrer heuchlerischen Maske verbirgt sich ja meist selbst nur der Wille zur brutalsten Gewalt. Ich erwähne dies daher auch nicht in der Meinung, gewisse notorische jüdisch-internationale Lügner unb Verleumber irgendwie bekehren zu können. Ich erwähne es nur, um dem deutschen Volk zu zeigen, mit welch beispielloserSchonung bie nationalsozialistische Revolution in Deutschland verfahren ist unb mit welch beispielloser Verlogenheit über sie gerebet und geschrieben wurde und auch heute noch wird. Der beste Beweis für die Lügenhaftigkeit aller dieser Behauptungen liegt aber in bem nicht bestreitbaren Erfolg. Denn wenn wir in biesen fünf Jahren etwa ähnlich gehaust hätten wie bie braven demokratischen Weltbürger sowjttrusfi- scher ober sowjetspanischer Herkunft, das heißt also jüdischer Rasse, bann wäre es uns nicht gelungen, aus dem Deutschland bes tiefsten materiellen Zusammenbruches ein Land der materiellen Ordnung unb bes allgemeinen Wieberaufblühens zu machen. Allein gerade weil bas so ist und so sein sollte, nahmen wir das Recht für uns in Anspruch, unsere Arbeit mit jenem Schutz zu umgeben, der es verbrecherischen Naturen ober verrückten unmöglich machen soll, sie stören zu können! Unb wenn ich heute vor Ihnen, meine abgeordneten Männer bes Deutschen Reichstages, unb vor bem ganzen beutfchen Volk diese Rechenschaft ablege, bann kann ich auf so ungeheure unb einmalige ßeiftungen Hinweisen, baß in ihnen allein schon bie h 0 chste Rechtfertigung für bie Methoben unseres Hanbeins und damit aber auch für die Sicherung dieser Leistungen liegt. Wie ich schon erwähnte, war bie deutsche Lage 1932 auch wirtschaftlich allmählich in einen solchen Tiefstanb geraten, daß für viele — gerabe auf biefem Gebiet geschulte Köpfe — überhaupt keinerlei Aussicht mehr auf eine Besserung zu bestehen schien. Als mir am 30. Januar ber verewigte Reichspräsibent bie Kanzlerschaft übertrug, war schon allein nach biefer Seite hin gesehen bie Lage bes Reiches eine f a ft völlig aussichtslose. Die besten Köpfe waren bei bem Versuch, zu helften, gescheitert! Alle überlieferten wirtschaftlichen Methoden hatten sich hierbei als nutzlos erwiesen! Ein böser Fatalismus hatte unser Volk ergriffen. Immer mehr schienen sich diejenigen durchzusetzen, die predigten, daß erst alles unb jebes 3 e r ft ö r t werben müsse, ehe an eine Wiederaufrichtung gedacht werden könnte. Eine verhängnisvolle Lehre, denn die Rettung der Nation war nach aller menschlichen Einsicht über» Jahre 1937 sich M eine enWosseneTattonnteRettlmgbringen die Förderung an Steinkohle und Ihir der eigenen Krast DenWandiviederdasgrößieSWlandderWeli verdankt das dentsche Volk feinen Wiederaufstieg 1932 1,3 Millionen Tonnen. Sie stieg 1933 schon auf 2,6 Die geleistete Arbeit bestimmt die Lohnhöhe Gewaltige Zahlen deutscher Verkehrsbelebnog Dieser Steigerung des Kraftverkehrs steht aber der zur Seite eine allgemeine Verkehrs- im । ft e i g e r u n g. Die deutsche Binnenschiffahrt beför« die die Problem der solches der über 12 Milliarden Reichsmark. Daß es sich hier nicht nur um 1934 1935 1936 1937 1934 1935 1936 1932 1933 1934 1935 1936 1932 1933 1934 1935 1936 die die die die die die die die die die Produktion Produktion Produktion Produktion Produktion ein ein 1932 1933 1934 1935 1936 6,8 8,2 9,6 11,5 an an on an an 43 6 73 9,6 234 000 Krafträder, 41100 Personenwagen, 216 000 Personenwagen, 7 000 Lastkraftwagen, 1937: 1932: 1937: 1932: 1937: Millionen Tonnen erreichen. 3n derselben Zell stieg die Gußerzeugung von 1,4 Millionen Tonnen auf 3,7 Millionen Tonnen. 1937 19,207 sie wird im Jahre 1938 rund 21 104,7 Millionen Tonnen, 109,7 124,9 143 158 122,65 Millionen Tonnen, 126,79 137,27 147 161,37 stoffen um 470 v. H., Produktion an Aluminium um 570 v. H., Produktion an Zellwolle um 2500 v. H. Haupt nur solange möglich, als noch der Wunsch nach einem besseren Lebens standard bei den einzelnen Mitbürgern vorhanden war. Jeder Absturz in ein Chaos mußte aber zu einer Vernichtung des letzten Restes eines vernünftigen Lebensstandards führen und damit gerade zum Erlöschen einer Sehnsucht, die von einer noch vorhandenen materiellen Grundlage ausgehend die Verbesserung derselben anstrebt. Der Primitioi- tötskult des Bolschewismus vernichtet mit tödlicher Sicherheit die in den Menschen schlummernden Kräfte des Strebens nach einer Verbesserung des Lebensniveaus und als Voraussetzung hierzu die Erhöhung ihrer Arbeitsleistung. Diesen verderblichen Aposteln des Chaos standen jene bürgerlichen Egoisten gegenüber, für die die wirtschaftliche Rettung der Nation nichts anderes mar als die Sicherung eines billigen Gewinns ohne Rücksicht auf die Interessen der Gesamtheit. Wie in allen Notzeiten suchte auch hier ein gemeines Spe- betrug die deutsche Stahlerzeugung 9,660 Millionen Tonnen, 13,555 16,010 18,614 mittelmarkt die Selbstversorgung, die im Jahre 1932 zu 75 v. H. aus der Eigenerzeugung gedeckt wurde, im Jahre 1936 schon auf 81 v. H. zu steigern. Dies find die Ergebnisse eines Produkttons. Prozesses, dessen äußere Merkmale die Zehn- lausende der nunmehr wieder rau- chenden Schlote und Kamine find, die Tausende und abermals Tausende von Fabriken und Werkställen, in denen jene Millionenzahl deutscher Menschen wieder Arbeit und Brok findet, die der Nationalsozialismus der Er. werbslofigkeit entrissen hat. Nach der amerlka- Nischen Union ist Deutschland heute wieder das weitaus größte Stahltand der Welt geworden. (Starker Beifall.) Die deutsche Eisenerzförderung betrug im Jahre And wenn ich heute vor dem deutschen Volke diesen Rechenschaflsbecicht ablege, bann kann ich all jenen Hunderilausenden und Millionen, die sich selbst in Stadt und Land unter dem Schweiß ihrer eigenen Arbeit ihr redliches Brot verdienen, mit offenem Auge stolz entgegentreten. In diesen fünf Jahren b i n auch i ch ein Arbeiter gewesen. Nur waren meine persönlichen Sorgen vermehrt durch die Sorgen für das Sein und für die Zukunft von 68 Millionen anderen. (Brausender Beifall.) Und so. wie diese anderen sich es mit Recht verbitten, in ihrer Arbeit von Nichtskönnern ober Faulenzern gestört zu werben, so habe ich es mir verbeten, in meiner Arbeit von Nichtskönnern, Tunichtguten, ober böswilligen ober trägen (Elementen behinbert zu sein. Ich hatte ein Recht, mich hier gegen jeden zu wenden, der statt mitzuhelfen seine Mission nur in einer kritischen Betrachtung und Beurteilung unserer Arbeit sah. Auch der Glaube entbindet nicht von der Verpflichtung, sich der Arbeit jener gleichzuschalten, die die Rettung einer Nation vollziehen. Daß ich aber ein Recht hatte. diese, meine und unser aller Arbeit vor solchen öffentlichen Störenfrieden in Schuh zu nehmen, möchte ich nun erweisen an den Lrgebnif- fen dieser Arbeit. Sie sind unbestreitbare und vor allem aber: sie sind um so bemerkenswerter, als mir in den meisten Fällen nicht so sehr die Vorbilder bisheriger Leistungen als Beispiele zur Verfügung standen, als n u r b e r eigene gefunbe Menschenverstanb unb ber aufrichtige Wille, niemals vor Hindernissen zu kapitulieren, fonbern ihnen mutig unb tapfer zu trotzen. Ich möchte babei auch gleich an biefer Stelle noch eine weitere Feststellung treffen: Wenn Deutschlanb heute wirtschaftlich gerettet ist, dann verdankt dies bas beutsche Volk nur feiner eigenen Führung unb seiner eigenen Ar- beit. Das Ausland hat dazu gar nichts beigetragen. (Stürmischer Beifall und Kundgebungen.) Außer haßerfüllter Ablehnung oder be- schränkter Besserwisserei ist uns nichts bekannt, was auch nur als positives Interesse für Deutschland gewertet werden könnte, von Hilfe ganz zu schweigen. Zum Vergleich möchte ich hier auch noch heran- zlehen die Umso Hz ah len des Einzeih an- dels, die 1933 21,8 Milliarden Mark und 1937 31 Millarden Mark erreichten. Aber auch die landwirtschaftliche Produktion weist 1937 _ 14,0 Sie werden 1938 über 17 Milliarden be- Kunstseide um 100 v. H., Leuchtöl um 110 v. Stahl um 167 v. H., Schmieröl um 190 v. H., Benzin imb sonstigen Kraft- Bem entsprechen auch die Neubauten in unseren Schiffswerften. 1932 hatten die deutschen Schiffswerften 22 000 Tonnen Schiffbauaufträge, und zwar nur aus dem Inland, Auslandsaufträge lagen so gut wie nicht vor. Ende 1937 ergibt sich folgendes Bild: Auf dem Stapel liegen 370 000 Tonnen Jnlandsaustrag, 350 000 Tonnen Auslandauftrag. Noch nicht auf Stapel gelegt werden konnten weitere rund 400 000 Tonnen Aufträge. Die Neubauten der Kriegsmarine sind dabei nicht eingerechnet. Das heißt also: Die deut- schen Schiffsbauwerften, die im Jahre 1932 einen Bauauftrag von 22000 Tonnen besaßen, arbeiten Wenn der Wert der gewerblichen Produktton nun von 37,8 Milliarden auf über 75 Milliarden stieg, dann kann dies durch einzelne Beispiele noch im besonderen erläutert werden. In den fünf Jähren nationalsozialistischer Wirtschaftsführung hat 1937 184,7 Meine abgeordneten Männer unb mein deutsches Volk! Diese jährliche Mehrsörderung von rund 80 Millionen Tonnen Steinkohlen und 62 Millionen Tonnen Braunkohlen ist ein anderer Wert- f a k t o r, als wenn in den vielgerühmten Dernokra- tien das im Umlauf befindliche Geld um soundsoviel Preisbildung, sondern um . , Mehrerzeugung handelt, wird dadurch dewie- sen, daß es gelungen ist, trotz der erhöhten Kauf- kraft des deutschen Volkes und dem damit verbundenen erhöhten Ansturm besonders auf dem Lebens- 1937 184,5 Auch die Förderung der Braunkohle ergibt ein ähnliches Bild: untergingen. Die Reichseinnahmen selbst betrugen: 6,6 Milliarden, Lassen Sie mich nun in einem kurzen Auszug aus unserem wirtschaftlichen Leben durch nüchterne Zahlen belegen, ob und inwieweit der National- ntfsmus diese Ausgaben gelöst hat. Im Jahre 1932, also vor der Machtübernahme, betrug bas deutsche Volkseinkommen 45,2 Milliarden Reichsmark. Schon 1933 stieg es auf 46,6 Milliarden Reichsmark, um im Jahre 1937 die runde Summe von 68 Milliarden Reichsmark zu errei- chen. Dieser Steigerung des Einkommens stand gegenüber die fast vollkommen gleichbleibende Höhe des allgemeinen Lebensindexes. Er betrug im Jahre 1932 120,6 und 1937 125,1. Das heißt: Während sich also das nationale Volkseinkommen um nahezu 50 v. H. erhöhte, betrug die -Steigerung des allgemeinen Lebensindex nur 4 v. j). Die Ursachen dafür liegen im Wachstum unterer Gesamtproduktion. Es betrug ber Wert ber gewerblichen Erzeugung i,„ Zähre 1932 37,8 Milliarden, 1933 39,9 Milliarden, aber 1937 schon über 75 Milliarden. Dem entsprechen im einzelnen auch die Umsatzziffern, z. B. im Handwerk, die 1932 9,5 Milliarden, 1933 10,1 Milliarden unb 1937 bereits 22 Milliarden Reichs- mark betrugen. bot es sich von selbst, die deutsche Rettung mit schwindelhaften Währungsmanipulationen zu identifizieren, b. h. also, auf Dem Weg gleitender Lohn- unb bamit Preisskalen unsere Mitbürger zu betrügen, sondern es war notwendig, mit Hilfe einer gesteigerten Produktion bem aefteigerten Einkommen des Volkes die bleibende Kaufkraft zu sichern. Unser wirtschaftlicher Ausstieg. berte 1932 73,5 Millionen Tonnen, 1937 130 Millionen Tonnen Gütermengen. Die großen neuen Stromregulierungen unb Kanalbau. ten werben bas schon heute gewaltige Netz unserer Binnenschiffahrtswege ergänzen und zu weiteren Verkehrssteigerungen führen. Die deutsche See- s ch i f f a h r t beförderte 1932 36 Millionen Tonnen, 1937 61 Millionen Tonnen. Die Schiffsfriedhöfe an der Elbe unb an ber Weser aus dem Jahre 1932 unb an allen anderen deutschen Küstengebieten sind verschwunden. Sie wird bis zum Jahre 1940 durch die schon rüber eingeleiteten Maßnahmen auf 20 Millionen Tonnen gesteigert werden, und dazu kommt bann die in Ausführung des Dierjahresplanes durch Pg. Göring begründete zusätzliche Förderung, bei ber allein bie Reichswerke Hermann Göring in einer Höhe in Erscheinung treten werden, die 1940 über 21 Millionen betragen wird. Die deutsche Eisenerzförderung erreicht mithin im Jahr 1940 gegenüber 1,3 Millionen Tonnen im Jahre 1932 alles in allem mindestens 41 bis 45 Millionen Tonnen. Daraus mag bas deutsche Volk ersehen, daß eine Not nicht durch Schwatzen, sondern durch einmalige gigantische Maßnahmen behoben wird. Aehnlich liegt der Aufstieg unserer deutschen Eigenproduktion auf einer Reihe weiterer Gebiete. Es stieg beispielsweise die Förderung von Bauxit von 1360 Tonnen 1932 auf 73 280 Tonnen im Jahre 1937, die Förderung von M a g n e • s i t von nichts auf 21 000 Tonnen, bie Förderung von Flußspat von 36 000 auf 127 000 Tonnen, von Schwerspat von 110 000 auf 423 000 Ton- nen, von Graphit von 21000 auf 24000 Tonnen, von Asphaltkalk von 33 000 auf 109000 Tonnen, von Arsenerz von 2800 Tonnen auf 26 400 Tonnen, von Schwefelkies von 165 OOO auf 420 000 Tonnen, von Nickelerz von nichts auf rund 87 000 Tonnen, von Blei und Zink- erz von 1,18 auf 2,4 Millionen Tonnen. Die Gewinnung von Kalirohsalz stieg auf 6,415 Mil- lionen Tonnen 1932 auf 14,460 Millionen Tonnen. Die Erdölgewinnung stieg von 238 600 Tonnen im Jahre 1933 auf 453 000 Tonnen 1937 Die Erzeugung leichter Kraftstoffe, also Benzin usw., stieg von 386 000 Tonnen 1933 auf In diesem Augenblick also übernahm ich als Kanzler die Führung und damit die Verantwortung für das Deutsche Reich! Es war angesichts einer solchen katastropha- len Situation notwendig 1. mit ganzen Wahnahmen zu beginnen unb 2. augenblicklich zu handeln. Es war weder Feit zu verlieren, noch konnte man hoffen, durch eine Fortsetzung jener halben Handlungen zu einem anderen Ergebnis als dem schon vorliegenden gelangen zu können. Was die Nation, wenn sie überhaupt gerettet werden sollte, in dieser Stunde erhoffen durfte, war der Wut zur Tat und nicht der Wut zum Reden ober zum Kritisieren. Wenn in einem Lande Hunderttausende von Bauern vor dem Verlust ihrer Höfe unb Ländereien stehen, wenn Hunderttausende gewerblicher Arbeiter ihr Brot verlieren, wenn Zehntausende von Unternehmungen bie Tore schließen müssen, Angestellte unb Arveiter zur Entlassung kommen, wenn eine Armee von über 6 Millionen Erwerbslosen, bie sich dauernd noch vermehrt, immer drückender auf den Finanzen des Reiches, der Länder unb ber Kommunen lastet, im übrigen aber trotz aller Unterstützung kaum das nötigste zum Leben kaufen kann, wenn ein geistiges Proletariat entsteht, dem bie erworbene Bildung zum Fluch statt zum Segen gereicht, wenn alte blühende Industriestädte veröden, große Gebiete mangels Absatzes ihrer Produktionen förmlich auszusterben beginnen, wenn in anderen wieder die Kinder mit drei und vier Jahren keine Zähne bekommen infolge einer grauenerregenden Armut unb ber daraus folgenden Unterernährung, Ich mochte t Porungen übe über unsere Der Mitglieder front betch M den korpl die W auf Mitglieder der näblstmdes nii Unb dies f der Vohlfahi Pallung i kurzen $ä)la werden: 130 schen Jntereff Motlüetung tarlflify in Ho Lucherrungen Nach 5 W«i arbeit: 1000 1 hällnisse. kein destbedingune kein Klassen! rang, keine samer Schuh Ausgleich bi Met Zriedi Beifall.) Der Urlar rneist auf Koste Much, lange ! Ehrung, um 5 Tage. N°ch s 3 'cherAufbc genossen ein 2 chochsturlaub - l°ubs nach & g»fsdter, Arbe Regel nur 6 2 Ä "»e ' Url°° durch Sä tes rsZZ 5 Tichnu Ä» mV01«* iss-' äs?» ZK gen&i : beitsrcj^esi taume, «nlag,'. 8’’ ! SK "iS 59 600 Lastkraftwagen. Insgesamt hatte Deutschland vor 5V, Jahren 1V> Millionen und heute rund 3 Millionen Kraftfahrzeuge. Der Volkswagen wird ober hier schon in wenigen Jahren noch mit ganz anderen Zahlen aufwarten. Wenn im Jahre 1937 rund fünfmal soviel Kraftfahrzeuge zugelassen werden konnten wie 1932, bann hat sich bie Ausfuhr von Auto- mobilen aber beinahe um das Achtfache gegenüber 1932 erhöht. Ich habe auch nie etwas anderes erwartet. Für uns Nationalsozialisten gehörte es zum Abc unseres politischen unb wirtschaftlichen Glaubensbe- kenntnisses, die Rettung nicht in irgend einer fremden Hilfe, fei sie politischer, wirtschaftlicher ober finanzieller Herkunft, zu erhoffen, sondern diese Hilfe ausschließlich im Bannkreis ber eigenen Einsicht und der eigenen Kraft zu suchen. Maßgebend babei war die Erkenntnis, daß ber Lebensstandard ber Nation das ausschließliche Ergebnis einer Gesamtproduktion an lebensfähigen Gütern fein kann, b. h. also, Daß jede ausbezahlte Lohnsumme unb jedes ausbezahlte Gehalt in Deutschland nur jenen realen Wert besitzen, ber ihnen durch bie geleistete Arbeit als produzierte Ware gegenübertritt. Ein sehr unpopuläre Lehre in jener Zeit, bie widerhallt von bem Geschrei: mehr Lohn unb weniger Arbeit! Als ich bie Führung des Reiches übernahm, war bie Zahl ber Erwerbslosen auf weit über 6 Millionen gestiegen unb die Zahl ber dadurch betroffenen Familienmitglieder auf über 15^ Millionen Menschen. Daher hieß also bie Lösung bieses Pro- blems, nicht nur 15 Millionen Menschen bas Geld zum Leben auszubezahlen, sondern vor allem jene Güter zu produzieren, die für dieses Geld gekauft werben konnten. Es ist daher das nationalsozialistische Wirtschaftsprogramm überhaupt kein Geld-, sondern hauptsächlich ein P r o d u k t i o n s- Programm. Je größer die Gesamtsumme ber Produktion ist, um so größer wirb ber Genußar.teil fein, ber auf den einzelnen trifft. Das Gelb leibst ist nur ein Bebelfsmittel im Dienst' ber Verteilung der Produktionsgüter. Dabei aber mußte, um ber Nation jene Stellung in ber Welt zu geben, die sie zur ungehinberten Durchführung ihrer Le- bensaufgaben benötigt, außerdem jene zusätzliche Produktion geleistet werben, die als nationale Rüstung n i cf) t bireft, fonbern nur indirekt den Volksgenossen zugute kommt. Damit aber ver- Papierfabrikatton um 50 v. H. erhöht, Fabrikation des Dieselöls um 66 v. H., Produktion der Steinkohle um 68 v. H., Produktton an Heizöl um 80 v. H., Produktion an Erdöl um 90 v. H., kulantentum den allgemeinen Mangel in einen persönlichen Gewinn zu verwandeln, d. h. bie Not zu erpresserischen Manipulationen unb betrügen» schen Handlungen auszunützen. Das Volk selbst hatte keine klare Vorstellung von dem möglichen Weg einer Rettung, sondern nur bie dumpfe Emv- finbung einer mehr ober weniger schicksalhaft bebingten Verelenbung. Es war daher ebenso leicht geneigt, jenen zuzustimmen, die dies als bas Ergebnis einer unabänderlichen Entwicklung bezeichneten, wie umgekehrt jedem nachzulaufen, der durch irgendwelche schwindelhafte Anpreisung einen möglichst einfachen und vor allem mühelosen Weg aus ber unerträglich geworbenen Situation versprach. Dabei drängte die Zeit, um so mehr, als nicht nur das Einkommen der einzelnen Menschen in Unordnung geraten mar, sondern vor allem auch die Finanzen der Körperschaften des privaten und öffentlichen Lebens vor dem restlosen Zusammenbruch ftanoen. 1480 000 Tonnen 1937 und wird heuer bereits 1700 000 Tonnen übersteigen, obwohl die Groß» werke des Dierjahresplanes dabei noch nicht in Erscheinung treten. Die Produktion von Dieselöl stieg von 60 000 Tonnen auf 120 000 Tonnen, von Schmieröl von 45 000 Tonnen auf 140 000 Ton« nen, von Heizö 1 von 167 000 auf 320 000 Tonnen, von Leuchtöl von 19 000 auf 40 000 Tonnen. Die Produktion von Wolle stieg von 4700 Tonnen auf 7500 Tonnen 1937, von Flachs von 3100 auf 24 000 Tonnen, bei Hanf von 210 auf 6000 Tonnen, bei Zellwolle von 4000 Tonnen auf über 100 000 Tonnen, bei Ä u n ft f e i b e von 28 OOO auf über 57 OOO Tonnen. 3d) könnte diese Reihenfolge noch durch zahl- reiche weitere Beispiele belegen. Sie sind alle der dokumentarische Nachweis für eine Arbeit, wie sie ähnlich in unserem Volk noch nicht geleistet worden ist. Zu diesen Erfolgen aber wird in wenigen Jahren das gigantische zusätzlich e Resultat des Bier- ' jahresplanes treten. Was wollen gegenüber einer solchen Deltleistung die dummen Blöbeleien in- und ausländischer Kritikaster, das Geschreibsel beschränkter ober böswilliger Journalisten oder parlamentarischer Nichtskönner? Ist es endlich nicht ein wih der Weltgeschichte, wenn man gerade in solchen anderen Landern, die selbst nur Krisen haben, glaubt, uns kritisieren zu sollen und weise Ratschläge geben zu müssen? Dir haben ohne Rat und vor allem ohne Hilfe der an« deren versucht, mit einer Not fertig zu werden, der manche Staaten der wett bisher hilf- I los gegenüberstanden. Ich möchte nun bie Ergebnisse auf einigen anderen Gebieten unserer Arbeit bem deutschen Volke vorlegen. An Kraftwagen sind 1932 zugelassen worden: 56 400 Krafträder, Diese gigantisch gesteigerten nationalen Produkttonen haben jene werte geschaffen, die der deutschen Mark die Kaufkraft und damit ihre Stabilität sicherten, trotzdem in derselben Zeit — entsprechend dieser gesteigerten Produktton — die Zahl der Erwerbslosen von über 6,5 Millionen anläßlich der Machtübernahme auf rund 470 000 Anfangs Oktober 1937 zurücksank. Die Zahl ber Neueingegliederten in den Produk- ttonsorozeß ist aber noch um rund 2 Millionen Menschen höher. Diese enorme Wirtschaftsbetättgung findet ihren Ausdruck auch in den Zahlen des Außenhandels. Ohne uns an Weltwirtschaftskonferenzen zu beteiligen, Ohne hn Besitz jener gigantischen wirtschaftlichen Möglichkeiten anderer Weltmächte zu sein, ist es uns gelungen, unseren Außenhandel in der Einfuhr von 4,2 Milliarden nn Jahre 1933 auf 5,5 Milliarden im Jahre 1937, und in der Ausfuhr von 4,9 Milliarden hn Jahre 1933 auf 5,9 Milliarden hn Jahre 1937 zu steigern. Dem entspricht auch das Vertrauen des deutschen Volkes in seine Wirtschaftspolitik, die ihren Ausdruck findet in der Zunahme der Spareinlagen. Bei den öffentlichen Sparkasien steigerten sich die Einlagen wenn weder Brot noch Milch für sie beschafft werden kann, wenn das Wort eines Hartherzigen Feindes, daß in unserem deutschen Volk 20 Millionen Menschen zu viel lebten, auf diese Weise allmählich fast durch die furchtbare Wirklichkeit ihre Bestätigung findet, dann schreit ein solches Volk nicht nach journalistischen Skribenten oder parlamentarischen Schwätzern, es schreit nicht nach Untersuchungskommissionen, nach internationalen Debatten, nach lächerlichen Aostimmungen oder nach seichten Redensarten in- ober ausländischer sogenannter „Staatsmänner"! Nein! Es schreit nach jener Tat, die über schwätzigen und blöden Zeitungsartikeln hinweg die Rettung bringt. (Stärkster Beifall.) Es hat kein Interesse an den literarischen Abhandlungen salonbolschewistischer internationaler Korrespondenten, sondern es yat nur ein Interesse an jener Hilfe, die es vor dem äußer st en Unglück zurückreißt! Und vor allem: Wer sich der Aufgabe verpflichtet fühlt, in einer solchen Stunde die Führung eines Volkes au übernehmen, ist nicht den Gesetzen parlamentarischer Gepflogenheiten verantwortlich ober einer bestimmten demokratischen Auffassung verpflichtet, sondern ausschließlich der ihm auf erlegten Mission. Unb wer diese Mission dann stört, ist ein Feind des Volkes, gleichgültig ob er diese Störung als Bolschewist, als Demokrat, als revolutionärer Terrorist ober als reaktionärer Phantast versucht. In einer solchen Notzeit, da handelt auch im Namen Gottes nicht der, der mit Bibelsprüchen faulenzend durch das Land zieht und den lieben Tag teils im Nichtstun, teils in ber Kritik am Handeln anderer vollbringt, sondern der, der seinem Gebet die höchste Form verleiht, die einen Menschen mit seinem Gott verbindet: Die Form der Arbeit! (Langanhaltender stürmischer Beifall.) Milliarden ohne jeden Gegenwert erhöht wird. Ein nicht minder imponierendes Bild ergibt der Blick auf die deutsche Stahl- und Gußerzeugung sowie auf die deutsche Eisenförderung. 1933 ' " Döm Jahre 1932 mit 11,4 Milliarden im Jahre 1933 auf 12,1 „ im Jahre 1936 auf 14,6 „ und im Jahre 1937 auf 16,1 „ Reichsmark. Eine Begleiterscheinung dieser planvollen Nationalwirtschaft war die organische Zin-isen- k u n g , die für kurzfristige Kredite von 6,23 v. H. im Jahre 1932 auf 2,93 v. H. im Jahre 1937 sank, unb auch für langfristige Kredite, die von 8,8 v. H. im Jahre 1932 auf 4,5 v. H. im Jahre 1937 her- tragen! Ich will aus der Summe ber Belege für diese gigantische Steigerung der deutschen Produktion und damit der Hebung der Wirtschaft nur ein paar Ausschnitte mit wenigen Zahlen herausgreifen. Eine der wichtigsten Grundlagen für unsere nationale Wirtschaft liegt in unferem K o h l e n r e i chtum. Es betrug nun die Förderung an Steinkohle im Jahre „ «intu Heini®‘‘ rs« W t ei* "bie 1"? jM“ Wn“‘L bet Ms* F*s.f ÄS? S->iS M’rnin W nahmen r. -eMt 2 seres deutsche L Briefe |tj tete °°n » M der Hl ? 19 3 72. »' ® . Die •äs? gen M aranun. Dir G Millionen auf • Finten beH 1937 über 80 Lu ftpostlil 62000 K'loM lionen 5-lomet trotz einer an sich schon höchsten Bodenkultur stei- aenöe Ergebnisse auf. Sie betrug im Jahre 1932 8,7 Milliarden Reichsmark und im Z ' ausgegeben worden Der Aufschwung des deutschen Ledens 2300 6 ergibt ein 07 über 80 Millionen Menschen. Die Länge der Der soziale Friede ist gesichert ®0F zugelassen l1 h w _ 1934 1935 500 000 750 000 440 708 1325 1450 Heuer bereit» ohl die Groß- t) nid)t in Er- n Qieftlöl Tonnen, von 140 000 Stxv Millionen, Millionen, Millionen, Millionen. 1932 1934 1935 1936 1937 l mb 21 en. 3n bet« agung von 1 Millionen 1,6 Millionen Teilnehmer 2,5 Millionen Teilnehmer 3,7 Millionen Teilnehmer 5,8 Millionen Teilnehmer und 6,1 Millionen Teilnehmer. Dienstzeiten je rund 200 000 Arbeitsdienst beträgt 25 000 1933 sind 1850 000 deutsche 120 000 Mädchen durch die dienstes gegangen. (Beifall.) neu Jugendbewegung. Die Zahl der Teilnehmer am Reichs- berufswettkampf betrug: 1932 1933 1935 1937 Kilometer 1936 1 036 000 und 1937 1 800 000 Jugendliche. Ein ähnliches Bild bietet der Reichs spart elttampf t mit 240 Millionen Kubikmeter Erdbewegung bei weitem die Bauleistungen des Panamakanals. An Reichs st raß en wurden von 1934 bis 1937 rund 10 000 Kilometer auf 6 Meter Fahrbahn und 8 bis 10 Meter Kronenbreite verbreitert, 7500 Kilometer mit schweren bzw. mittelschweren Decken versehen. 344 Brücken wurden erneuert bzw. neu gebaut, Hunderte schienengleiche Bahnübergänge beseitigt und Ortsumgehungen ausgeführt. In derselben Zeit wurden 6 0 0 0 Kilometer Landstraßen erster und zweiter Ordnung verbreitert, 5000 Kilometer mit schweren bzw. mittelschweren Decken versehen, 600 Brücken für diese Straßen erneuert bzw. neu gebaut und ebenfalls zahlreiche Bahnübergänge beseitigt und Ortsumgehungen ausgeführt. An großen Brücken wurden gebaut: 6 Rheinbrücken, 4 Elbebrücken, 2 Oderbrücken, 3 Donaubrücken, eine Weserbrücke,eine Pregelbrücke. Im Zuge der Reichsautobahn wurden außerdem rund 3400 weitere Brücken gebaut. Der ungeheueren Steigerung der Leistungen auf diesen und anderen Gebieten entspricht die Steigerung unserer Wohnungsbautätig- keit. Sie führte im Jahre 1937 schon zum Bau von 340 000 Wohnungen, das sind mehr als die doppelte Zahl des Jahres 1932. Insgesamt wurden Arbeitsmaiden. Seit junge Männer und Schule des Arbeits- tö Tonnen, von 4100 Ion« achs von 3100 i 210 auf 6000 X) Tonnen auf ibe von 28 000 ) buch zahl. Sie find alle eine Arbeit, Volk noch q biesen 6r- en bas gigan« bes Bitt' vollen gegen- bie bumlneu t Kritikaster, r bösmilligtt et INchlskön- lh bet Dell- lchen anderen oben, glaabl, fe MW ohne Rat e bet an- rfig 1° bisher hilf- An großen sozialen Einrichtungen steht an der Spitze das deutsche Dinlerhllfswerk. Sein Aufkommen betrug 1933 350 Millionen K2IL, 1934/35 360 Millionen RM., 1935/36 371 Millionen RM., 1936/37 408 Millionen E2IL, insgesamt also rund 1 490 000 000 RM. seit 1934. Das sind über 300 Millionen mehr an freiwilligen Spenden als in den Jahren 1912/13 der berühmte Wehrbeitrag ausmachte. Dieses gewaltigste soziale Hilfswerk wird ergänzt durch die Stiftung „Opfer der Arbeit- mit Spenden von über 10 Millionen RM. Vor der Machtübernahme durch den Rationalsozialismus existierte nichts, was sich mit diesen gewaltigen Leistungen überhaupt auch nur vergleichen liehe. Die ungeheure Teilnahme des deutschen Volkes an seinem Gesamtaufftieg ergibt sich aus den stetig teigenden Besucherzahlen öffentlicher Veranstaltungen, der T h e a t e r, der Filme, sowie aus der ungeheuren Steigerung der R u n d f u n k - Hörerzahl. Allein im Jahre 1937 fanden fünfzehn politische Ausstellungen mit über 18 Millionen Besuchern statt. Die Zahl der Rund- funkhörer stieg von 4,2 Mllionen im Jahre 1932 auf 9 087 000 im Jahre 1937. Die Höhe der Einnahmen von 93 Millionen auf 204 Millionen. Die Produktion von Rundfunkemp- fanasgeräten betrug 1932 1 Oll 000 Stück, 1937 1 681 000 Stück plus 475 000 Volksempfänger. Insgesamt wurden seit der Machtübernahme über 10,5 Millionen Empfänger abgegeben. Die Zahl der spielenden deutschen Theater betrug 1932 199, 1937 263, die Anzahl der b e - schäftigten Bühnenschaffenden stieg von 22 000 auf 30 730. Ich erwähne dies, um jene Behauptungen einer böswilligen Auslandsjournalistik zu widerlegen, die vorgibt, in Deutschland würde das Kulturleben seit unserer Machtüber- nähme darniederliegen. Das gesamte Bild der deutschen Kulturentwicklung ergibt sich am besten auch aus der Wertung durch die übrige Welt. Zahlreiche Große Preise, 'Ehrendiplome und Goldmedaillen versuchen dieser Wertung äußerlich Ausdruck zu verleihen. Die Gesamtauflage der illustrierten Zeitungen stieg von 9,5 Millionen bis 1937 auf 15 Millionen. Sogar die Zähl der Auslandsjournalisten, die Deutschland besuchten, stieg von 872 im Jahre 1932 aus 2973 im Jahre 1937. Man kann nur fragen: Woher dann diese Unkenntnis über unsere deutschen Zustände? Der Fremdenverkehr überhaupt besaß 1932 14 305 000 Meldungen und 49 Millionen lieber« nachtungen. Er stieg bis 1937 auf 27 Millionen Meldungen und 103 Millionen Uebernachtungen. Die Zahl der Ausländer im Jahre 1932 von 1114 000 Meldungen bis zum Jahre 1937 auf 2 400 000 Meldungen. Die Zahl der Uebernachtungen von 2 673 000 aus über 7 Millionen. Es dünste interessant sein, vielleicht aus englischem Munde die Zahl der Reisenden in Sowjetrußland zu vernehmen. Die Besucherzahlen im deutschen Film erreich, ten 1932 rund 235 Millionen und stiegen bis 1937 auf über 376 Millionen an. Die Einnahmen des Films betrugen 1932 176 Millionen RM., 1937 290 Millionen RM. Wenn ich nun dieses Bild eines Aufschwungs des deutschen Lebens, das ich nur durch ganz wenige aus einer Riesenzahl herausgegriffener Belege und Daten aufzeichnen will, beende, dann kann ich keinen schöneren Abschluß finden, als den, der sich aus dem Aufstieg unserer Geburtenzahl ergibt! Denn im Jahre 1932 wurden In Deutschland 970 000 Kinder geboren. Diese Zahl stieg nun jährlich an und erreichte 1937 1 270 000. (Beifall.) Insgesamt sind dem deutschen Volke seit der Machtübernahme durch den Ratlonalsozialismus rund 1 160 000 Kinder mehr geschenkt worden! (Starker Beifall). Sie sind nicht nur ein Grund des »Stolzes auf unsere deutschen Frauen, sondern auch ein Grund zur Dankbarkeit gegenüber unserer Vorsehung. Zu ihrer friedlichen Arbeit ohnegleichen wurden der Ration in fünf Jahren 1 160 000 junge Volksgenossen und -genossinnen geschenkt, die ein lebender Beweis für die gewaltige Arbeit der nationalsoria- llstischen Erhebung unseres Volkes und des Segens unseres Herrgotts sind. Meine ab geordneten Männer des Reichstages! Ich habe mich hier bemüht, in einem ganz kur- zen Auszug durch dos Vorbringen trockener, nüchterner Zahlen Ihnen und dem deutschen Volke den dokumentarischen Beweis für eine Aufbauarbeit zu unterbreiten, die in diesen Ausmaßen und in einer solchen Wirkung einzigartig ist. Ich und alle meine Mitarbeiter und mit uns das ganze deutsche Volk, wir können stolz sein auf fünf Jahre, in denen auf allen Gebieten unseres wirtschaftlichen Lebens so gigantische Leistungen erzielt worden sind. Wie lächerlich ist demgegenüber die Kritik all jener, die der nationalsozialistischen Arbeit des Aufbaues nichts entgegenzusetzen haben als das Gestammel ihrer Dummheit oder ihrer Bosheit. Wir wissen auch, daß abgesehen von berufsmäßigen Nichtstuern und Stänkern bas ganze deutsche Volk sich zu dieser Arbeit bekennt. So- weit es sich aber um eine wahrhaft krankhaft verlogene Auslandsjournalistik handelt, könnte es uns Deutschen gänzlich gleich bleiben, was sie ihrem gläubigen Leserpublikum oorzusetzen beliebt, wenn nicht durch diese dauernde Hetze der Friede der Völker bedroht würde! Denn untere Leistungen an sich werden dadurch nicht geschmälert, sie bleiben, sie können weder weggeredet noch weqge- leugnet werden. (Stürmischer Beifall.) Daß aber diesen internationalen Hetzern und Brunnenoergif- deutsche, ®2n tunb 80 “ Mionen tret Wett. WEN Demokra« um soundsoviel yoht wird. Ein r9föt der Blick "Zeugung derung. vtvhlerzeuMg nnen, Eine gänzlich neue, rein nationalsozialistische Einrichtung stellt der Arbeitsdienst dar. 1933 gab es im Freiwilligen Arbeitsdienst etwa ein Dutzend größere und 100 kleine Arbeitsdienstvereine. Nach l'/rjährigem Uebergang war im wesentlichen der Aufbau des neuen Arbeitsdienstes gesichert. Er umfaßt zur Zeit in zwei sechsmonatigen ------------Mann. Der weibliche Auch däs^Bild der deutschen Jugendführung ist ein imponierendes. Dor der Machtübernahme gab es eine vollkommene Aufsplitterung der deutschen Jugend in zahlreiche Verbände. Heute im ganzen Reichsgebiet nur noch eine Jugendorganisation, HI. und BDM. Sie umfaßt 1937 über 7 Millionen Mitglieder, 59 Gebiets- und Obergebietsführer, 1365 Bann-, Jungbann- und Untergauführerinnen, 9000 Unterbann- und Ringführerinnen, 1800 000 Jugendliche. In anderen Ländern wird die Jugend gegen die Arbeit gehetzt. 550 500 untere Führer und Fuhrerinnen stehen im Dienste dieser gewaltigsten rnoder- konnten zum Bau freigegeben werden. Das Reichsautobahnnetz ist das größte Bauwerk der Welt und übertrifft schon jetzt für dies, Zahl der Fluggäste von 100 000 auf 326 000. Die Zahl der Flughäfen stieg seit 1933 um über 100, wozu weitere 62 Landeplätze für Verkehr und industrielle Zwecke kommen. Sell 1933 umfaßt der Deutsche Flugsportoerband 600 000 Mitglieder. 1937 zählt das Nationalsozialistische Fliegerkorps 3 Millionen Mitglieder, davon 50 000 aktive, mit 6 Motoren- und 22 Segelflugschulen und 400 Motor- und 4600 Segelflugzeugen. Ungeheuer ist die Entwicklung des deutschen Straßenbaues. Es sind für die Unterhaltung und den Ausbau der deutschen Straßen einschließlich der Reichsaukobahn und °n 6 231 c n ’ re M?d von 8r *Qnf. "■ «2 bltt»9en; >/, Sabre" r S« anWenso- unbf“*^ie Ä” t tmiaen * Heime im Bau begriffen und eine große Anzahl von Schulen. Das Jugendherbergswerk verfügt über 2000 Jugendherbergen mit rund 8 Millionen Uebernachtungen im Jahre 1937. Dies sind mehr als achtmal soviel Uebernachtungen als sämtliche Jugendherbergen der ganzen Welt zusammen besitzen. (Starker Beifall.) Für die Gesundheit dieser Jugend sind in der HI. über 4000 Aerzte tätig, 800 Zahnärzte und -ärztinnen, rund 500 Apotheker, denen 40 000 hinge Feldschere und 35 000 Unfalldienstmädel Hilfsdienst leisten. Die Betreuung der einzelnen Jungen und Mädel erledigen über 30 000 Aerzte, die vom Amt für Volksgesundheit dafür zur Verfügung stehen. Jährlich findet ein Gesundheitsappell der ganzen deutschen Jugend statt. Die Zahl der ärztlich Unter- suchten übersteigt zur Zeit jährlich eine Million. WA 1932 sch'^"' nnen 2tus* i 3"l° ' Ande nich^ Atapel 350 000 '^'stapel ge. I auf 400 000 £ jjstsi Ä : *<682 Die Marine-Hi tler-Jugend umfaßt 45000 Jungen. Die Motor-Hitler-Jugend umfaßt 60 000 Jungen. Im Dienste der Flugertüchti« gung wurden 55 000 Angehörige des Deutschen Jungvolks im Segelflugwesen zu Gemeinschaftsarbeiten ausgebildet. 74 000 Hitlerjungen sind in den Fliegereinheiten der Hitler-Jugend organisiert. 15000 Jungen bestanden allein im Jahre 1937 ihre Gleit« und Segelflugprüfung. Im Kleinkaliberschießen erhalten heute 1200 000 Hitlerjungen regelmäßigen Unterricht, der von 7000 Schießwarten geleitet wird. Zur Zeit sind allein für die Hitler-Jugend 1400 xr Zeit an einem Bauauftrag von 1 120 000 Ion« n.n allein für die zivile Schiffahrt. Die deutschen Reichsbahnen lagen m ihren Dagengestellungszahlen im Relchsbahngüteroerkehr in Jahre 1937 im arbeitstäglichen Durchschnitt um 4~ v. H als 1932. Dem entsprechen die Ein- mhmen des Güterverkehrs. Das Jahr 1937 brachte c gen 1932 70 o. H. Mehreinnahmen, 78 o. H. vehrbeförderte Tonnen und 83 o. H. mehrgeleistete Tonnentilometer. Der Güterkr aftw a g entstand der Reichsbahn stieg von 1932 mit 217 Dagen bis zum Jahre 1937 auf 3137 Wagen, die ^hl der Kraftwagenlinien von 53 auf 1131 und de Länge der Linien von 1321 Kilometer auf 45 715 Kilometer. Im selben Ausmaß steigerte sich dr Verkehr mit Schnellreisewagen. Die Gesamtzahl dr in Reichsbahn - Omnibussen beförder- tm Personen ist von 480 000 im Jahre 1932 auf Hute 2,5 Millionen gestiegen. Die Leistungen der Reichsbahn zeigt auch die Zahl der gesteigerten lietriebstonnen-Kilometer. Sie stieg t»n 178 Milliarden auf 274 Milliarden, mithin um 5k v. H. Auf allen anderen Gebieten des Verkehrs nuferer Reichsbahn zeigt sich eine ähnliche Steige- rng: Sie findet ihren letzten Beleg m den En- nahmen: 1932 betrugen die Einnahmen 2,234 Milliarden, 1937 stiegen sie bereits auf 4,480 Milliarden Reichsmark. Die Steigerung des R e l ch s p o st v e r k e h r s b stätigt diesen gewaltigen allgemeinen Aufstieg unsres deutschen wirtschaftlichen Lebens. Die Zahl fc:r Briefe stieg von 1932 von 5,6 Milliarden auf 6# Milliarden im Jahre 1937. Die Zahl der Pakete von 227 Millionen auf 296 Millionen. Die Ahl der Postscheckkonten von 1 021 819 auf 1119 372. Die Guthaben im Jahresdurchschnitt c: n 461 Millionen auf 729 Millionen Reichsmark, le Postscheckbuchungen von 703 Millionen hn gleich Preis für die Ware „Arbeit", schema- ti«che Hüchstlöhne, Lohnbeeinflussung durch Arbeits- llssigkeit, untertarifliche Entlohnung, Akkordschere itub Leistungspassivität, keine Stetigkeit des Ein« dimmens, Derdienstousfall durch Feiertage. Mach 5 Jahren nationalsozialistischer Aufbau- tribeii: Sicherung des Rechts auf Arbeit, Sicherung emes Mindesteinkommens, Lohnerhöhung bei Steigerung der Produktion, Lohnbindung an die Leistung, Stetigkeit des Einkommens, gesunde und ehrliche Akkordschere, Maßnahmen zum Familienlastenaasgleich, Bezahlung der Feiertage. lZur Sorge für die Volksgesundheit ihre folgendes zu erwähnen: In der Erkenntnis, Ibd6 die Erhaltung der Gesundheit des schaffenden L'enschen von größter Bedeutung für Volk und ’Jteid) ist, wurde von der Deutschen Aibeitsfront ge» reibe dieser Frage eine besondere Aufmerksamkeit gnoidmet. Die folgenden Zahlen zeigen es 1937: Untersuchungen von Betrieben und Betriebsbe- glhungen rund 17 000. Gesundheitliche Untersuchung a::n Gefolgschaftsmitgliedern mit eingeleiteter Behandlung im Krankheitsfalle rund 620 000. Rund Z' 000 Betriebsbesichtigungen wurden Üurchgeführt. t.e von den Betrieben vorgenommenen Perbesse» nngen sozialer Art überstiegen seit 1933 die Summe von 600 Millionen Reichsmark. Das alles trurbe früher durch Streiks und durch Aussperrun- gm vertan. !Im einzelnen wurden nun an Verbesserun- zr n durchgeführt bzw. neu errichtet: 23 000 Ar- irntsräume, 6000 Werkhöfe, 17 000 Speise- und Lufenthaltsräume, 13 000 Wasch- und Umkleide- raume, 800 Kameradschaftshäuser, 1200 Sportanlagen. Ferner Verbesserungen in der Unterbringung der Mannschaften auf 3600 Schiffen. An der Lvrfverschönerungsaktion beteiligten sich heute schon i: er 5000 Dörfer. Das Deutsche Volksbildungswerk er- röglichte dem deutschen Arbeiter den Besuch von nmb 62 000 Veranstaltungen: Cinzeloortragen, Dor- irvgsreihen, Dolksbildungsarbeiten in Betrieben, S ädten und Dörfern, Arbeitsgemeinschaften, Füh- Das deutsche Volk hatsich zu seinem Selbstvertrauen zurückgesunden. Demgegenüber hielt ich es für meine erste und wichtigste Aufgabe, auf jedem sich mir bietenden Felde und bei jeder sich bietenden Gelegenheit das deutsche Volk wieder zu feinem Selbstbewuhlfein zurückzuführen, ihm den verdammten Zweifel an seiner Tüchtigkeit auszutreiben und es wieder zu einem stolzen und zu einem selbstbewußten Volk zu machen. Deshalb habe ich so oft Forderungen gestellt, die zu ihrer Erfüllung Höchstleistungen verlangten. Ich wollte und will auch in Zukunft, daß das deutsche Volk an dem praktischen Beispiel seiner Leistungsfähigkeit, an den Ergebnissen seiner Arbeit ermessen kann, daß es gegenüber den anderen Völkern der Welt nicht zweitklassig oder gar minderwertig ist, sondern daß es diesen an allen wirklichen Werten unbedingt gleichkommt, im höchsten Sinne des Wortes also ebenbürtig und damit gleichberechtigt ist. (Stürmischer Beifall.) Ich habe daher auch alle jene Institutionen gehaßt und deshalb beseitigt, die das deutsche Volk zu einer solchen Kleinheit des Denkens mit erziehen halfen. Nur unsere kleinen Geister brauchten die kleinen Einzel st aaten! Nur sie haben die sogenannten „Werte" dieser damaligen Länder erfunden, damit sich ihre eigene Begrenzung nicht an größeren Aufgaben zu verraten brauchte! Jene furchtbare Auffassung, daß es besser sei, der Erste in seinem Dorf zu bleiben als der Zweite in einem großen Reich, ist zum Glaubensbekenntnis für all jene geworden, die zu begrenzt find, um die erste Rolle in einer großen Gemeinschaft spielen zu können, aber zu ehrgeizig oder zu verdorben, um sich mit einer zweiten oder dritten zu begnügen, und die deshalb die Nation am liebsten in kleinste Fragmente zerrissen hätten, damit die Vielzahl ihrer eigenen Erscheinungen dann doch noch führend hätte aufzutreten vermocht. Die nationalsozialistische Revolution wäre etwas halbes geblieben, wenn sie nicht über öie früheren Länder und vor allem über deren sogenannte eigene souveräne Wurzeln das Interesse der Nation als Gesamtheit gestellt hätte. Nicht nur die Parteien mußten verschwinden, nein, sondern auch die Parlamente unserer Länder waren längst überfällig. Es kann nur eine Souveränität im Deutschen Reiche geben. Sie geht aus von dem Ganzen des deutschen Volkes und nicht von einem Teil desselben. Indem wir diese Länder als selbstherrliche Erscheinungen und ihre Parlamente als Träger einer eigenen Souveränität aufhoben, schufen wir die Voraussetzung zu einer wahren Souveränität des deutschen Volkes im Gesamten. Die Zukunft des Deutschen Reiches ist erst seit dem Augenblick sichergestellt, seitdem das Reich zur souveränen und ausschließlichen Repräsentantin der deutschen Nation wurde. Der eiserne Grundsatz, daß einem Volk auch ein Reich zustehe, hat es ermöglicht, Deutschland aus den Lähmungen zahlreicher einzelstaatlicher Bindungen zu erlösen und in der Folge zu einer Kraftentwicklung geführt, die heute den deutschen Volksgenossen innerhalb der einzelnen Länder einen wesentlich höheren Nutzen abwirft als dies früher jemals möglich gewesen märe. Auf ollen Gebieten unseres nationalen Daseins ist es erst jetzt gelungen, jene wahrhaft großen Aufgaben zu stellen und vor allem aber auch jene materiellen Mittel zu sichern, die für die Verwirklichung großer schöpferischer Pläne die Voraussetzung sind. So hat der Nationalsozialismus in wenigen Jahren nachgeholt, was Jahrhunderte vvr ihm versäumten, und wieder gutgemacht, was zahlreiche Generationen vor ihm gesündigt hatten. So wurde es uns durch diese Beseitigung der inneren stammesmäßigen und parteipolitischen Zersplitterung möglich, gerade jene gewaltigen Aufgaben zu stellen und auch zum Teil zu lösen, die schon heute ein Grund für den Stolz und damit für die Selbstachtung des ganzen deutschen Volkes sind. Großartige Verkehrswege, gigantische Industriebauten, einzigartige Stadtpläne und Bauwerke, riesenhafte Brücken, erleben heute ihre Planung, stehen vor chrem Bau oder sind zum Teil auch bereits vollendet! Wenn dos nächste halbe Dezennium vergangen sein wird, werden die Deutschen in ihrem Bewußtsein die Bilder von Leistungen tragen, die egeignet sind, das ganze Volk mit tragen, die geeignet sind, das ganze Volk mit diesen Leistungen gehört aber vor allem auch die Konstruktion einer Volks-und Staatsführung, die ebenso weit entfernt ist von parlamentarischer Demokratie wie von militä- rischer Diktatur. 3m Nationalsozialismus hat das deutsche Volk jene Führung erhalten, die als Partei die Nation nicht nur mobilisiert, sondern vor allem organisiert hat, und zwar so organisiert, daß auf Grund des natürlichsten Prinzips der Auslese die Fortdauer einer sicheren politischen Führung für immer gewährleistet erscheint. Und dies ist vielleicht eines der stolzesten Kapitel der Geschichte der letzten fünf Jahre. Der Nationalsozialismus hat nicht, wie ein kleiner internationaler Skribent vielleicht glaubt, am 4. Februar das Außenministerium in Deutschland erobert, sondern er besitzt ganz Deutschland feit dem Tag, an dem ich als Reichskanzler vor fünf Jahren das Haus am Wilhelmsplatz verließ, und zwar restlos und ausschließlich. Es gibt keine Institution in diesem Staat, die nicht nationalsozialistisch ist. Vor allem aber hat die Nationalsozialistische Partei in diesen fünf Jahren nicht nur die Nation nationalsozialistisch gemacht, sondern sich auch selbst jene vollendete Organisation gegeben, die für alle Zukunft öie Selbst- und F 0 rterha 1 - t u n g gewährleistet. Die größte Sicherung dieser nationalsozialistischen Revolution liegt führungsmäßig nach innen und außen in der restlosen Erfassung des Reiches und all feiner Einrichtungen und Institutionen durch die Nationalsozialistische Partei. Sein Schutz der Welt gegenüber aber liegt in derneuen nationalsozialistischen Wehrmacht. (Lebhafter Beifall.) Parteigenossen! In diesen Tagen vor 18 Jahren habe ich zum erstenmal das Programm der Partei verkündet. Damals in der Zeit der tiefsten deutschen Erniedrigung, der größten Ohnmacht und eines unvorstellbaren Jammers proklamierte ich als Ziel der nationalsozialistischen Partei unter anderem die- Beseitigung des uns durch den Versailler Vertrag aufgezwungenen Söldnerheeres und die Errichtung eines großen starken deutschen Volks- Heeres. Als unbekannter deutscher Frontsoldat hatte ich dieses kühne Programm aufgestellt, 14 Jahre lang in der Opposition gegen eine Welt von inneren Feinden und äußeren Hassern dafür gekämpft und in fünf Jahren habe ich es jetzt verwirklicht! (Bravorufe, stürmische Zustimmung.) Ich brauche gerade bei dieser größten Leistung des neuen Reiches nicht in Details einzugehen. Nur folgendes will ich bekanntgeben: Das deutsche Friedensheer ist aufgestellt! Eine gewaltige deutsche Luftwaffe schützt unsere Heimat! Eine Macht zur See unsere Küsten! Inmitten der gigantischen Steigerung unserer allgemeinen Produktion wurde es möglich, eine Aufrüstung ohnegleichen durchzuführen! Partei und Wehrmacht dienen dem Volk. r Wenn es heule ausländischen Weisen zur inneren Beruhigung dient, dann mögen sie unseretwegen auch ruhig glauben, daß in Deutschland zwischen Wehrmacht und Rationat- sozialismus weih Gott was für Differenzen bestehen. Wir gönnen ihnen diese Art einer inneren Selbstbefriedigung ohne weiteres. Wenn sie aber daraus jemals zu anderen Schlüffen kommen wollten, dann mag ihnen folgendes hier gesagt sei: Es gibt in Deutschland kein Problem nationalsozialistischer Staat und nationalsozialistische Partei, und kein Problem nationalsozialistische Partei und nationalsozialistische Wehrmacht. In diesem Reich ist jeder Rational- ! soziatiff, der an irgendeiner verantwortlichen stelle steht! Jeder Wann trägt das nationalsozia- llstische Hoheitszeichen auf seinem Haupt. (Stärkster Beifall.) Jede Institution dieses Reiches steht unter dem Befehl der ober st en politischen Führung, und alle Institutionen dieses Reiches sind verschworen und einig in dem Willen und Entschluß, dieses natio- nalsozialistische Deutschland zu vertreten und wenn notwendig, zu verteidigen b i s zum letzten Atemzug. (Stärkste begeisterte Zurufe.) Wan möge sich ja nicht durch jene Elemente eines anderen belehren lassen, die schon in Deutschland die schlechtesten Propheten gewesen sind. Die Partei führt das Reich politisch, und die Wehrmacht verteidigt dieses Reich militärisch. Jede Institution in diesem Reich hat ihre Aufgabe, und es gibt niemand an einer verantwortlichen Stelle in diesem Staat, der daran zweifelt, daß der autorisierte Führer dieses Reiches i ch b i n und (Großer Beifall und leidenschaftliche Zustimmung) daß mir die Ration durch ihr Vertrauen das Wandat gegeben hat, sie überall und an jeder Stelle zu vertreten. (Erneute jubelnde Zurufe.) Und so wie die deutsche Wehrmacht diesem Staat des Rationalsozialismus in blinder Treue und blindem Gehorsam ergeben ist, so sind dieser nationalsozialistische Staat und seine führende Partei stolz und glücklich über unsere Wehrmacht. In ihr sehen wir die Bekrönung einer den deutschen Wenschen von Jugend auf in Bann hattenden nationalsozialistischen Erziehung. Was er In den politischen Organisationen in seiner politischen und geistigen Haltung bekommt, wird hier ergänzt durch die Ausbildung und Erziehung zum Soldaten. Ich kann in dieser Stunde nicht anders, als jener Männer zu gedenken, die als Treuhänder der Wehrmacht, des Heeres, der Marine und der Luftwaffe mir g e h o l f en haben, dieses wunderbare Instrument zu bauen. Ich mußte den Wunsch des Generalfeldmarschalls von Blomberg, nach der Vollendung der ersten großen Aufbauarbeit feine angegriffene Gesundheit nunmehr nach all den Aufregungen in einem privaten Leben zu schonen, respektieren. Ich möchte aber an dieser Stelle meinen und des deutschen Volkes Dank aussprechen für die so unendlich treue und loyale Arbeit dieses Soldaten für das neue Reich und feine Wehrmacht. (Starker Beifall.) Sie roitf) als solche von der Geschichte der Gründung dieses Reiches historisch niemals mehr getrennt werden können. Dasselbe gilt von der Tätigkeit und dem hervorragenden Wirken des Generalobersten von Fritsch und von all jenen, die im Zuge der Verjüngung unseres politischen und militärischen Führerkorps jüngeren politischen und militärischen Kräften chre Plätze in vornehmster Gesinnung zur Verfügung stellten. (Starker Beifall.) Wir wissen, was das Hunderttausend-Mann-Heer der früheren Reichswehr an Voraussetzungen für die so schnelle Wiederaufrüstung der deutschen Wehrmacht geschaffen hat. Wir wissen aber auch, daß die neuen gewaltigen Aufgaben zu ihrer Bewältigung eines fortgesetzten Nachstroms junger Kräfte bedürfen. Und wir wissen vor allem, daß die Aufgaben der Zukunft eine stärkere Zusammenfassung der politischen und militärischen Macht des Reiches erfordern, als dies vielleicht früher nötig war. Wenn ich mich daher nach dem Weggang des Generalfeldmarschalls von Blomberg entschloß, nunmehr meine Befehlsgewalt über die drei Wehrmachtsteile direkt auszuüben und das Wehrmachtsamt als Oberkommando der Wehrmacht mir persönlich zu unter ft eilen, dann hoffe ich, daß wir dadurch zu jener Verstärkung unserer militärischen Machtmittel in kürzester Zeit kommen werden, die die allgemeinen Zeitumstände heute angezeigt fein lassen. (Stürmischer, anhaltender Beifall.) Eine Versicherung möchte ich vor dem deutschen Volk als fein von ihm gewählter Führer an diesem Tage abgeben: So sehr wir am Frieden hängen, so sehr hängen wir an unserer Ehre und an den unveräußerlichen Rechten unseres Volkes. So sehr ich für den Frieden eintrete, so sehr aber werde ich auch dafür sorgen, daß unserem Volke niemals mehr das Instrument geschwächt oder gar genommen wird, das meiner lleberzeugung nach allein geeignet ist, in so unruhigen Zeitläuften den Frieden am sicher st en und am erfolgreich st en zu bewahren! Und so sehr ich der Welt die Versicherung von der aufrichtigen und tiefen Friedensliebe des deutschen Volkes übermitteln kann, ebensowenig aber möchte ich einen Zweifel daran. lassen, daß diese Friedensliebe weder mit schwächlichem Verzicht noch gar mit ehrloser Feigheit etwas zu tun hat. Sollte jemals internationale hetze und Vrunnenver- giftung den Frieden unseres Reiches brechen, werden Stahl und Eisen das deutsche Volk und die deutsche Heimat unter ihren Schuh nehmen. Und die Welt würde dann blitzschnell sehen, wie sehr dieses Reich, Volk, Partei und Wehrmacht von einem Gei st erfüllt und in einem Willen fana- .visiert sind! (Leidenschaftliche Zustirnrnungs- funbgebungen.) Im übrigen ist es nicht meine Absicht,das ehrenhafte deutsche Offizierkorps vor den Verleumdungen einer internationalen Journalistik besonders in Schuh zu nehmen. Dies ist auch nicht notwendig. Denn es gibt nun einmal unter den Journalisten zwei Sorten von Wenschen: Wahrheitsliebende, und andererseits verlogene, minderwertige Schwindler, Völkerbetrüger und Kriegshetzer. Es gibt aber nur eine Sorte von deutschen Offizieren! Das Produkt unserer Arbeit ist die wahre Deckung unserer Währung. Sie hoben, meine Parteigenossen, das Bild eines aewaltigen geschichtlichen Aufschwungs soeben gesehen, der Deutschland durch die nationalsozialisttsche Revolutton und durch die Führung der Partei zuteil wurde. Die Größe dieser Leistung zwingt aber auch zur Sorge für die Zukunft. Das wirtschaftliche Programm dieser Zukunft ist Ihnen bekannt. Es gibt für uns keinen anderen Weg als den einer größten Steigerung unserer Arbeit mrt) damit ihrer Erträgnisse. Das deutsche Volk ist ein Volk mit einem hohen Lebensanspruch. Wenn die übrige Welt statt von Journalisten nur von überragenden Staatsmännern beeinflußt würde, müßte sie für diese Tatsache dankbar sein. Denn je größer die Lebensund Kulturansprüche eines Volkes find, desto größer wird seine Sehnsucht nach Frieden sein. Er allein gibt di« Möglichkeit, jene Leistungen zu vollbringen, die den Anforderungen eines so hohen Lebensstandardes zu genügen vermögen. Unsere wirtschaftliche Lage ist schwer. Allein Nicht, weil in Deutschland der Nationalsozialismus regiert, sondern weil 140 Menschen auf dem Quadratkilometer leben, weil uns nicht jene großen Natur- und Bodenschätze gegeben sind wie anderen Völkern, weil wir vor allem einen Mangel an fruchtbarer Erde besitzen. Würde sich heute Großbritannien plötzlich auflösen und England nur auf seinen eigenen Lebensraum angewiesen fein, dann hätte man vielleicht dort sofort mehr Verständnis für die Schwere der wirtschaftlichen Aufgaben, die uns gestellt sind. (Beifall.) Daß und wie Deutschland mit diesen Problemen fertig wurde, ist an sich ein Wunder und ein Grund für uns alle, darauf wahrhaft stolz zu fein. Wenn ein Volk, das über keinerlei Goldreserven und Devisen verfügt, und zwar nicht deshalb, weil hier der Nationalsozialismus regiert, sondern weil der nicht nationalsozialisttsche, demokratisch- parlamentarische Staat vorher 15 Jahre lang von einer beutegierigen Welt ausgeplündert wurde. Wenn also ein Volk, das 140 Menschen auf den Quadratkilometer zu ernähren hat und keinerlei koloniale Ergänzung besitzt, wenn ein Volk, dem es an zahlreichen Rohstoffen fehlt und das weder die Möglichkeit besitzt noch willens ist, durch Kredite ein Schwindeldasein zu führen, wenn ein solches Volk in fünf Jahren seine Arbeitslosenzahl auf nichts vermindert, seinen Lebensstandard nicht nur hält, sondern sogar verbessert, und dies alles aus eigener Kraft, wenn ein Volk ein solches Wunder zuwege bringt, dann sollten wenigstens alle jene schweigen, die es trotz größter wirtschaftlicher Voraussetzungen kaum fertigbringen, ihre eigenen Erwerbslosenprobleme zu lösen. (Große Beifallskundgebungen.) Es wird auch in der Zukunft unsere Aufgabe sein, das deutsche Volk vor allen Illusionen zu bewahren. Die schlimmste Illusion ist aber immer die, zu glauben, daß man etwas verleben kann, was vorher nicht durch Arbeit geschaffen und produziert wurde. Mit anderen Worten: Es wird auch in der Zukunft unsere Pflicht fein, iedem einzelnen Deutschen in Stadt und Land klarzumachen, daß der Wert seiner Arbeit stets aleich sein muß feinem Lohn. Das heißt: Der Bauer kann für feine Lanbvrodukte nur das bekommen, was der Städter vorher erarbeitet hat, und der Städter kann nur erhalten, was der Bauer feinem Boden abrang, und alle untereinander können nur austauschen, was sie produzieren, und das Geld kann dabei nur d i e Mittlerrolle spielen. Es trägt keinen eigenen Gebrauchswert in sich. Jede Mark, die in Deutschland mehr bezahlt wird, setzt voraus, daß um eine Mark mehr gearbeitet wurde. Ansonsten ist diese Mark ein leeres Stück Papier, das keine Kaufkraft besitzt. Wir aber wollen, daß unsere deutsche Reichsmark e i n ehrlicher Schein bleibt, eine ehrliche Anwei- funa für Produkt einer von einem anderen ebenso ehrlich geleisteten Arbeit. Dies ist d i e wahre, weil einzige und wirkliche Deckung einer Währung. Dadurch haben wir es ermöglicht, ohne Gold und ohne Devisen den Wert der deutschen Mark zu erhalten, und haben damit auch Öen Wert unserer Sparguthaben sichergestellt, zu einer Zeit, öa jene ßänöer, die von Gold unb Devisen überlaufen, ihre Währungen felbst entwerten mußten! Schon^der Geburtssegen wird uns zwingen, durch Erhöhung unserer Produktion das erhöhte Auskommen für die Gesamtheit sicherzustellen. Wir haben uns nun in den Jahren 1933/34 gezwungen gesehen, die deutsche Arbeitskraft, um sie überhaupt erst einmal zur Wirkung zu bringen, nicht selten in primitivster Form anzüsetzen. Spaten und Schaufel waren in diesen Jahren die Werkzeuge für viele Hunderttausende deutscher Männer. Mit der steigenden Inbetriebsetzung unseres wirtschaftlichen Lebens erfolgte eine langsame Umstellung auch in unseren Arbeitsmethoden. Heute leidetDeutsch- land an einem Mangel gelernter Arbeitskräfte. Die Arbeitslosigkeit als solche ist so gut wie restlos beseitigt. Wir treten nunmehr in eine neue Phase unserer nationalen Produktion. Jetzt ist es die Aufgabe, die primitiven Arbeitsmethoden langsam zu ersehen durch verbesserte, vvr allem technisch vervollkommnete. Es muß unser Ziel sein, den hochwertigen deutschen Arbeiter immer mehr von der primitiven Arbeit wegzuziehen und einer hochwertigen Tätigkeit zuzuführen. Die primitivste Arbeit aber wollen mir z>ann der durch die hochwerttge Arbeit geschaffenen Maschine überlassen! Es ist dabei aber notwendig, dafür zu sorgen, daß unser flaches Land, bei dem diese Umstellung zur Maschine nur bedingt und allmählich möglich ist, nicht von Arbeitskräften entblößt wird. Allein auch dies wird am ehesten dadurch erreicht, daß durch die allgemeine Vervollkommnung unserer Arbeitsmethoden dem Mangel der Arbeitskraft im Gesamten auf natürliche Weise begegnet wird und damit das Abfließen primitivster Arbeitskräfte vom flachen Land mit Recht gestoppt werden kann. In wenigen Sätzen ein Programm, das allerdings Jahre zur Verwirklichung benötigt. Allein wie alle nationalsozialistischen Vorhaben am Ende auch feine Verwirklichung erfahren wird. Was immer mir aber auch durch eine solche Steigerung der deutschen Produktion erreichen, es kann die Unmöglichkeit der deutschen Ravm- zumessung dadurch nicht beseitigt werden Es wird daher von Jahr zu Jahr stärker die Forderung nach jenem kolonialen Besitz ertönen, den Deutschland einst nicht anderen TUWen weggenommen hat, und der für diese Mächte heute sachlich so gut als wertlos ist, für unser eigenes Volk aber unentbehrlich erscheint. (Brausender Beifall.) Ich mochte mich hier gegen die Hoffnung wenden, einen solchen Anspruch uns etwa durch Kredite abdingen zu können. Wir wünschen nicht Kredite, sondern Lebensgrundlagen, die es uns ermöalichen, durch eigenen Fleiß die Existenz der Ration sicherzustellen. (Beifall.) Wir wünschen vor allem nicht naive Zusicherungen, daß es uns gestattet sein soll, zu kaufen, was wir brauchen. Wir lehnen solche in unserem Lande als hohn empfundene Erklärungen einmal für immer ab. Es gibt kein weltwirtfchaftliches Rezept, das einen vollen Erfaß für die Möglichkeit einer intensiven Wirtschaft im eigenen Währungsbereich bieten kann. Sie werden, meine Abgeordneten, von mir nicht erwarten, daß ich zu einzelnen internationalen Plänen Stellung nehme, die augenblicklich das mehr oder weniger große Interesse verschiedener Regierungen zu erregen scheinen. Sie sind zu ungewiß und zu unklar, als daß ich mich dazu äußern konnte. Deutschlands Absage an die Senser Eniente. Vor allem aber nehmen Sie mein tiefwurzelndes Mißtrauen gegenüber allen sogenannten Konferenzen entgegen, die für ihre Teilnehmer vielleicht anregende Stunden interessanter Gespräche sind, für die hoffende Menschheit aber meistens nur zu Enttäuschungen führen. (Stürmischer Beifall.) Sie werden mir zugeben, daß, wenn mein Programm im Jahre 1933 etwa gelautet hätte, abzuwarten, bis durch eine internationale Weltwirtschaftskonferenz die Hilfe kommt, Deutschland heute vermutlich 15 Millionen Erwerbslose haben würde, sofern wir nicht schon überhaupt im bolschewistischen Chaos untergegangen wären! Ich kann auch nicht zugeben, daß bestimmte natürliche Forderungen mit politischen Geschäften verknüpft werden, die damit nichts zu tun haben. Es tauchen in letzter Zeit immer wieder Meldungen auf, Deutschland stehe im Begriff, feine Anschauung über einen eventuellen Wiedereintritt in den Völkerbund einer Revision zu unterziehen. (Heiterkeit.) Auch auf die Gefahr hin, daß der ebenso begriffsstutzige wie indolente Jcur- nalismus unserer demokratischen Weltpresse die- bis morgen wieder vergessen haben wird, mochte ich aber doch noch einmal folgendes erklären (erneute Heiterkeitsausbrüche): Im Jahre 1919 wurde einigen Völkern ein Friedensvertrag auf- gezwungen, der die gewalttätigsten Eingriffe in Volksgemeinschaften und Besitzrechte mit sich brachte, die bisher denkbar erschienen. Diese Ver- getDaÜtgung nationaler und wirtschaftlicher Lebens- schicksale und Lebensgemeinschaften der Völker fand statt unter einem Dunst moralisierender Phrasen, die vielleicht geeignet waren, das schlechte Gewissen der Täter zu beruhigen, auf die Betroffenen aber nur wie ein schlechter Witz wirken konnten. (Beifall.) Nachdem durch einen solchen Gewaltakt eine ebenso gründliche wie einschneidende Veränderung der Weltkarte in territorialer und bevölkerungspolitischer Hinsicht vorgenommen worden war, wurde ein Völkerbund gegründet, dessen Aufgabe es nun sein sollte, diese wahnwitzigen, unvernünftigen Handlungen als einen endgültigen Abschluß der politischen und wirtschaftlichen Entwicklung der Volker festzulegen und seine Ergebnisse als die ewige und unveränderliche Grundlage des Lebens und der Grenzen der menschlichen Gemeinschaften auf diesem Planeten zu fixieren. In Zukunft sollte es verboten fein, durch Gewalt an dem zu rütteln, was in der Vergangenheit durch Gewalt entstanden war. Um aber das Unsinnige einer solchen haarsträubenden Vergewaltigung der Menschheit etwas zu mildern, wurde wenigstens noch offen gelassen, daß Korrekturen dieses durch die Gewalt von Jahr- tc-'isenden entstandenen Zustandes in Zukunft auf d>. m Wege des Rechts, also der Einsicht, erfolgen sollten. Diese etwas schwierige Aufgabe wurde dann dem Völkerbund so nebenbei noch zugewiesen. (Fortsetzung des Berichts im L Blatt Seite 34 nr.45 Drittes Blatt Kießener Anzeiger (General-Anzewer für Oberbeffen) Montag, 21. Februar 1938 llnsere Soldaten helfen dem Winterhilfswerk. Guter Verlauf und erfreuliches Ergebnis aller Veranstaltungen am Tage des „Wehrkreis IX ' rm Dienste des WHW." in Gießen. Nach dem Wehrmacht-Eintopf der im Standort Gießen wegen des allgemeinen Eintopfsonntags vom 20. auf den 13. Februar oorvertegt wurde und damit hier aus den geplanten Veranstaltungen des „Wehrkreis IX im Dien ft e des W H W" ausschied, waren nun der Samstagnachmitlag und -abend sowie der gestrige Sonntagoormittaa und -abend auch im Standort Gießen diesem Einsatz unserer Soldaten für das Winterhilfswerk gewidmet. Unseren Feldgrauen standen als Sammler die Helfer der NSV. aus dem Soldatenbund, dem NS.- Marinebund, dem Deutschen Reichskriegerbund (Kyffhäuser), der DAF., Abt. Wehrmacht, und aus der NSKOD für den Verkauf der WHW.-Abzeichen zur Seite. Beide — die Soldaten als Träger der Veranstaltungen und die Helfer als Abzeichen-Verkäufer — haben sich in tatfreudiger Weise für das schone Werk eingesetzt, und sie können beide stolz darauf sein, daß ihr Bemühen einen guten Erfolg für das WHW zustande gebracht hat. Diese Tatsache wird ihnen allen schönste Anerkennung und bester Dank sein. Vom schönsten Wetter begünstigt, wurde die Reihe der Veranstaltungen am Samstagnachmittag mit dem Nebenstehend: Mo- mentbild von der Ehrenwache in der Uniform des einstigen Jnf.-Rgts. 116 vor dem Wachtlokal' im Torhaus am Selters- lor. Unten links: Mit großem Interesse wurden die Geschütze unserer Gießener Artillerie in der Artilleriekaserne besichtigt. Unten rechts: Zivilisten konnten die Pan- zerabwehr-Kanone nicht nur besichtigen, sondern sie durften damit auch Schießübungen unternehmen. sobald sie dafür ihre Opferspende für das WHW. gegeben hatten. (Aufnahmen [3|: Neuner, Gießener Anzeiger.) 4z r $ W- Propagandamarsch eines Bataillons des Infanterie-Regiments 116 eröffnet. Um 15 Uhr marschierte das 1. Bataillon unter Führung des Bataillonskommandeurs, Major Wiese, zwei^ Musikkorps und zwei Spielmanns- aüge an der Spitze, von der Bergkaserne aus durch sie Licher Straße, Ludwigstraße, Bleichstraße, Horst- Wessel-Wall, Bahnhofstraße, Marktstraße, Markt- vlatz, Schulstraße, Sonnenstraße, Seltersweg, Hin- denburgwall, Hitlerwall, Moltkestraße, Kaiserallee zur Bergkaserne zurück. Dabei führte das Bataillon alles mit sich, was zu ihm gehört, d. h. sämtliche Fahrzeuge einschl. der Feldküchen. Große Menschenmengen bekundeten in allen Marschstraßen ihr starkes Interesse an diesem militärischen Aufmarsch für den friedlichen, aber doch so nachdrücklichen Krieg gegen Hunger und Kälte. Und die Hauptsache habet: war der Verkauf der WHW.-Abzeichen vorher überall schon lebhaft in Gang gekommen, so erfuhr er durch diesen Propagandamarsch unserer 116er zweifellos noch eine bedeutsame Verstärkung. Die Wehrmacht konnte als Auftakt keine eindrucksvollere Werbung für ihre WHW.-Aktion durchführen, als diesen prächtigen Marsch durch die Stadt in den Stunden des Hauptverkehrs am Wochenend. Den nächsten großen Schlag führten unsere Soldaten am Samstagabend mit dem rNilitär-Grohkonzert in der Volkshalle. Der prächtigen musikalischen Darbietung lauschten über 3000 Besucher nut größtem Interesse. An der Spitze der zahlreichen Vertreter der Bewegung war Kreisleiter Backhaus erschienen, die Wehrmacht selbst war durch den Standortältesten, Generalleutnant O ß w a l d , viele Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften vertreten. Das Konzert wurde von folgenden Musikkorps ausgeführt: Infanterie-Regiment 116, Infanterie- Regiments 36 (Musikkorps der Standorte Butzbach und Friedberg), sowie des II. Bataillons des Inf.- Regiments 57 Marburg. Die Leitung des Konzerts lag zu Teilen in Händen der Musikmeister Wohlfahrt (IR. 116) und Harzmann (IR. 36, Standort Friedberg), die das große Orchester zu einem Klangkörper von gewaltiger Geschlossenheit zusammenfaßten Der erste Teil des Abends brachte in starker Streichmusik-Besetzung beste Konzertmusik. Man hörte in diesem Teil des Programms die Hymne und den Triumphmarsch aus der Oper „Aida" (Verdi), die Ouvertüre zur Oper „Rosamunde" (Schubert), den Kaiserwalzer (Strauß) und schließlich die große Fantasie aus der Oper „Cavalleria rusticana" (Mascagni). Einen glücklichen Uebergang zur feinen Militärmusik und den Märschen bildeten die Darbietungen des zweiten Teils. Da hörte man den Festmarsch über Themen aus dem Klavierkonzert in Es-dur von Beethoven, die Ouvertüre zur Oper „Rienzi" (R. Wagner), eine Fantasie über einige deutsche Lieder (vom Heeresmusikinspizienten Prof. H. Schmidt) und schließlich eirte Histon, he Suite unter dem Titel „Aus Landsknechtszeiten" (Hempel). Die „Adolf - Hitler - Fanfare" und ein Fanfarenmarsch nach den Melodien des Liedes „Volk ans Gewehr" beschlossen diesen Teil des abwechslungsreich'N Programms. Zu einem eindrucksvollen militärischen Schauspiel gestaltete sich der abschließende Teil des Konzertabends. Die Angehörigen der vier SQufifforp5 traten mit Stahlhelmen in Paradeaufstellung auf der Bühne an und auf Kommando rückte der Spielmannszug des Jnf.-Regts. 116, vom Saaleingang her strammen Schrittes vor die Bühne. Im Zusammenwirken spielten nun Musikkorps und Spiel» mannszug mit unübertrefflicher Disziplin und Kraft den „Schwedischen Kriegsmarsch", den „Parademarsch der langen Kerls" und den „Badenweiler Marsch". Der große Zapfenstreich beschloß die fesselnde Vortragsfolge. Die Zuhörer dankten mit anhaltendem Beifall für die ausgezeichneten musikalischen Leistungen. Der Sonntagvormittag brachte, wiederum begünstigt durch schönes Wetter, Kasernenbesichtigungen, militärische Vorführungeu und Volksbelustigungen in der Bergkaserne und in der Arlilleriekaserne. Da gab es in beiden Kasernen großen Betrieb. Es ist bei der Fülle der Vorführungen und bei der Vielfältigkeit der übrigen Darbietungen nicht möglich, im Rahmen dieses Berichts auf alle Einzelheiten einzugehen. Bei der Infanterie in der Berg- kaserne konnte man Ausschnitte aus dem Dienst der Schützenkompanien, der MG.-Kompanie, der lIG.-Kompanie, der Panzerabwehr-Kompanie, des Regiments-Reiterzuges, des Regiments-Nachnchten- zuges sehen, die allesamt die großen Besucherscharen in starkem Maße interessierten. Die Artillerie zeigte durch ihre 7. Batterie den Einsatz einer Batterie in eine Gefechtshandlung mit allem, was dazu gehört, so daß eben „alles dran" war, durch den Nachrichtenzug Ausschnitte aus hem* Meldedienst, durch die 8. Batterie Reiten der Remonteabteilung. Dazu kamen in beiden Kasernen Führungen durch die Mannschafts-Unterkünfte, durch die Ställe, Reitbahnen usw. Ferner war Gelegenheit zum Kleinkaliberschießen, Kinderreiten, Rundfahrten in den Kasernen mit Krümperwagen und Kraftfahrzeugen r-xfiry Rnöeren durch Dein Opfer Z////H\\\\\ freuDe bereiten, ® beißt Dir selbst freuDe bereifen! gegeben, wer Neigung dazu hatte, konnte sich auch in den Kantinen „einen genehmigen" usw Kurzum: die Stunden des Kasernenbesuchs waren in der schönsten Weise ausgefüllt, sie brachten den Besuchern viel Neues und viel Freude, aber auch hier für das WHW. durch Eintrittsgelder und beliebige Opferspenden durch unsere Soldaten eine gute Beihilfe. 1 Eine Ehrenwache in der allen llöer-Uniform in Stärke von 1 Offizier, 1 Unteroffizier und 16 Mann war von 9 bis 18 Uhr am Setterstor aufgezogen. Diese Ehrenwache sollte einerseits eine Huldigung der jungen an die alten 116er sein, anderseits auch hier die Anregung geben, durch eine Opferspende des WHW. zu gedenken. Den ganzen Tag über war diese Wache das Ziel vieler hunderte von Volksgenossen, die einen. Blick nach dem Wachtlokal (die Lesehalle im Torhaus am Selterstor) und vor allem auf die beiden Posten in der Vorkriegsuniform unserer 116er mit den Pickelhauben werfen wollten. Am Abend rückte die Ehrenwache, begleitet von einer stattlichen Menschenmenge, durch die Stadtmitte, zur Bergkaserne zurück. Den Abschluß des interessanten Tages bildete von 20 Uhr ab ein Tanzabend in der Volkshalle. Die Erwartung, daß auch hier Großbetrieb herrschen und dadurch dem WHW. eine ansehnliche Menge „Munition" geliefert werde, dürfte in vollem Ausmaß erfüllt worden sein, denn die große Volks- Halle war auch diesmal „gerappelt" voll. Und der Tanz zu der schmissigen Musik der Soldaten soll recht länglich gewesen sein ... So ist denn auch diese Veranstaltung unserer Gießener Wehrmachtteile für das WHW. auf der ganzen Linie zu einem schönen Erfolg geworden. Unsere Soldaten dürfen auf diesen Lohn ihrer selbstlosen Tatfreudigkett mit Recht in hohem Maße stolz sei». Gießener Stadttheater. Ballettabend der Tanzgruppe. Wir haben wiederholt Gelegenheit gehabt, auf die vielseitige Verwendbarkeit im Rahmen des Repertoires und auf die erfreuliche Entwicklung der kleinen Tanzgruppe des Stadttheaters unter der Leitung von Ballettmeisterin Irmgard Zenner hinzuweisen. Wir fanden ferner bei einer früheren Veranstaltung ganz ähnlicher Art, daß die Gruppe auch außerhalb ihrer eigentlichen Funktionen im Spielplan in der Lage ist, ein Programm im Sinne her bühnentanzmäßigen Besonderheit ihrer Aufgaben selbständig und abwechslungsreich zu absolvieren. Der gestrige Abend, der größere Teile jener früheren Morgenfeier-Veranstaltung wieder aufnahm, bestätigte die damals und in der Zwischenzeit gewonnenen Eindrücke vollauf. * Als Neuigkeit sahen wir zu Beginn „Les petits riens“ (oder „Die ungleichen Freier"), ein Schäferspiel von Mozart, eine ganz aus dem graziös beschwingten Geiste des Rokoko geborene kleine Szene, deren Handlung — wenn von Handlung im dramatischen Sinne die Rede sein kann — völlig in eine rhythmisch gegliederte Pantomime aufgelöst ist, em kokettes Intermezzo zwischen Weinen und Lachen, mit Spitzentanz und schäferlichem Blindekuh-Spiel. Mitwirkende waren: Amanda Fischer, Walter K o h l e r m a n n , Irmgard Zenner, Otto Bellos, Lisel Gönner, Gisela K e r n und die Tanzgruppe. * Nach einem Orchesterzwischenspiel, das den unsterblichen „Rosenkavalier"-Walzer brachte, sahen und hörten wir die Slawischen Tänze von Dvorak; die ersten drei waren aus dem früheren Programm übernommen, der vierte neu. Die national bestimmte Musizierfreudigkeit und der Melodienreichtum des Komponisten verbanden sich mit den volkstümlich einfachen, eingängigen, meist heiteren Themen und der kräftigen Farbigkeit des Kostüms zu einem Eindruck von außerordentlicher Geschlossenheit. Besonders der von Irmgard Zenner allein vorgefuhrte und sofort wiederholte dritte Tanz dieser Suite war in seiner temperamentvollen Rassigkeit, m seinem von natürlichem Humor und tänzerischer Phantasie getragenen Schwung ein entschiedener Höhepunkt her ganzen Vortragsfolge; es war em Vergnügen, diese Nummer noch einmal auf sich wirken zu lassen (Außerdem waren beteiligt: Trudel Lischka, Erika Hönisch, Erika T h o m a s ch o f s k i und die Gruppe.) Nach her Pause brachte das Orchester als -lieber- leitung die Arlesienne-Suite von Bizet, die mit erfreulicher Verve gespielt wurde, aber in ihrer opern- haft ausladenden Instrumentierung schvn über den sonst recht einheitlichen und stilistisch gebundenen Rahmen des Ballettabends hinausging. Den Abschluß bildete die Nußknacker-Suite (ober: „Der Geburtstag") von Tschaikowsky, die roir\in der Morgenfeier bereits sahen, und die in der Vielfalt ihrer Motive noch einmal hie organische Geschlossenheit wie die tänzerischen Individualitäten der kleinen Gruppe ins rechte Licht stellte. (Mitwirkende: Zen - ner, Lischka, Thomaschofski, Fischer, Kannen, Ruland, Kern, Hönisch und die Gruppe.) Die choreographische Leitung des Ballettabends hatte Irmgard Zenner, am Dirigentenpult -waltete Kapellmeister Joachim Po p el ka als umsichtiger und feinfühliger Begleiter. Beide konnten zuletzt reichen Beifall entgegennehmen; es gab eine ganze Reihe von Wiederholungen und freundliche Blumenspenden. Hans Thyriot. Oie Schlittenfahrt. 23on Robert Seih Jakob stand in der Küchentüre. Er sagte: „Du hast also Geburtstag, Sabine!" — Wenn er auf den Bauernhof kam, versäumte er nie, in der Küche mit vvrzusprechen. Sabine hatte ein paar Arme, die mit allem fertig wurden. Zu solchen Armen konnte man schon Vertrauen haben. Jakob hatte schon Öfter sich ausgemalt, daß Sabine keine schlechte Frau für ihn wäre, aber er war sich nicht im klaren, ob sie ihn für einen guten Mann hielt. So konnte er sich zu einem entscheidenden Wort nicht entschließen. Manchmal machte er Andeutungen. Er meinte: „Eigenes ist besser als Fremdes, auch wenn es bloß halb so splendide aussieht!" — oder: „Ein paar Hufe Land unterm Pflug sind besser als tausend am Wege!" — Sabine hatte sich bisher nicht dazu geäußert. Es war ihre Gewohnheit, bei solchen Redensarten in aller Ruhe weiter zu plätten. oder den Nudelteig zu mangeln oder oas Futter für’S Vieh umzurühren. „Vielleicht merkt sie nicht, worauf ich hinaus will", dachte Jakob, „ich will es deutlicher sagen." — „Du kämst nun auch in die Jahre, wo du unter die Haube konntest. Nachher sitzt du da und kämmst fremde Kinder" — „Noch was?" fragte Sabine ärgerlich Jakob befam- nach dieser kühn-'ren Andeutung kein Zwetschenwasser, obgleich es draußen grimmig kalt war und sein Magen eine Heizung nicht verübelt hätte. Nun also stand er in der Küchentüre und brachte seinen Glückwunsch an. Sabine hatte ein gemütliches Lachen. Es freute sie, daß er an ihren Geburtstag gedacht hatte. „Du kriegst auch noch ein Geschenk", versprach Jakob, „ich muß bloß einmal die Truhe durchstöbern, da ist noch allerhand drin." — „So" antwortete Sabine, „hättest ruhig früher dran denken können." Jakob rieb sich die Nase. „Es ist immer allerlei zu tun", entschuldigte er sich. „Du mit deiner Handvoll Haus", sagte Sabine abweisend. „Großbauer bin ich freilich nicht", brummelte Jakob, „das scheint dir hier den Kopf verdreht zu haben." Er wollte gehen, aber nun tat es ihr leid, daß sie ihn für seinen guten Willen noch mißlaunig gemacht hatte. Sie sagte: „Setz dich dahin." Er gehorchte und war zufrieden, daß Sabine nicht den Fingerhut, sondern das dicke bauchige Glas vor ihn hin- stellte. „Ich will gar nichts geschenkt haben", sagte sie. — Er sah, daß sie etwas auf dem Herzen hatte. — ,Mas denn?" fragte er. Sie gestand, daß sie für ihr Leben gern einmal Schlitten fahren würde, „lieber den See bis nach Jamund". malte sie es sich aus. „Laß doch deinen Bauern anspannen", erwiderte er mit versuchtem Spott, „die Pferde sind da und der Schlitten ist da. Woran hapert's denn?" — „Schafskopf", sagte Sabine. Bloß dies eine Wort fand sie als Antwort auf einen so dummen Vorschlag. Das kann er sich doch wohl denken, daß der Bauer anderes im Kopf hat, als seine Magd Schlitten zu fahren. Sie war so verärgert, daß sie Jakob links liegen ließ Er lachte über seinen guten Witz noch immer. Als er ging, sagte er: „Morgen!" Aber sie antwortete nichts darauf Am nächsten Tage war Sonntag Kurz nach Tisch fand sich Jakob auf dem Bauernhof ein. Er klopfte an das Küchenfenster und schnitt Gesichter, aus denen Sabine nicht klug wurde, die aber Besonderes anzudeuten schienen. Er winkte auch heftig und zeigte auf ein Gefährt, das vor der Türe stand Es war ein alter Handschlitten Sabine mußte lachen, als sie sich hineinsetzte und in viele Tücher eingemummelt wurde. Der Großbauer und die Bäuerin waren auch vor die Türe getreten und amüsierten sich über die Fuhre. Jakob zog den Schlitten zum See hin. Da lag nun eine weite spiegelblanke Fläche vor ihnen Als sie sich dem glatten Eis anvertrauen wollten, sahen sie die alte Bügelten. Das Mütterchen tippelte frierend mit kleinen Schritten auf und ab. Jakob rief ihr ein fuftiaes Wort zu, aber sie wehklagte, daß ihr Schwiegersohn sie über das Eis nach Jamund holen wolle, daß er aber noch nicht ha wäre, und daß sie fürchte, er habe es vergessen. „Vielleicht hat er nächsten Sonntag gemeint", jammerte sie, „aber nun habe ich doch hier einen Kuchen im Tuch. Der wird doch alt." Da stieg Sabine aus dem Schlitten heraus und sie setzten Mutter Vögelten hinein und zogen sie gemeinsam über bas Eis. „Das war also eine Schlittenfahrt", meinte Sabine. — „Bleibt ja der Rückweg", tröstete Jakob. Er war gar nickt ärgerlich darüber, daß Sabine ihre warme Hand neben seiner an dem Strick gehabt hatte, an welchem der Schlitten mit der Mutter Bügelten hing. „Wir wollen uns erstmal aufwärmen", schlug Jakob vor, und sie gingen zu zweit in den Gasthof an der Landstraße. Jakob bestellte erst Kaffee und dann Grog und dann nur noch Grog. Sabine ließ es bei einem Glase genug fein, ‘aber Jakob war lustig, und Lustigkeit muß was zu trinken kriegen, damit sie nicht in den Hindeln stecken bleibt. Als er das achte Glas verlangte, sagte Sabine: „Nun ist's genug", und sie gingen, Teufel, die kalte Luft knickte einem ja die Beine um. Die sieben Gläser Grog im Leib schienen gefroren zu sein, so daß man mit seinen Gelenken gar nicht mehr fertig wurde. Sabine tat, als merkte sie nichts. Sie setzte sich in den Schlitten. Sie wollte ihre Fahrt haben. „Soll er sehen, wie er mit mir nach Haus kommt, der Saufbold", dachte sie. Aber er lag mehr im Schnee, als daß er auf den Füßen stand Er brachte Sabine dauernd in Gefahr mitsamt dem Schlitten kopfüber zu schießen. „Ich soll mir wohl das Genick brechen", schimpfte sie und stieg aus. Er machte ein so erbärmliches Gesicht, daß sie Mitleid bekam. Sie half ihm in den Schlitten und zog ihn nach Hause. Sie setzte langsam Schritt vor Schritt wie ein zuverlässiges Pferd. Jakob fing an sich wohl zu fühlen. Er fang laut, als könnte er ihr damit eine Freude machen Als sie ihn deswegen anfuhr, verhielt er sich mäuschenstill. Dann aber begann er zu schnarchen. Sie hatte Mühe, ihn zu Hause wach zu bekommen. „Das war also meine Schlittenpartie", sagte sie nachdenklich. Jakob ließ sich tagelang nicht bei ihr sehen. Dann eines Tages kam er kleinlaut an. „Ich habe das hier in der Truhe gefunden", sagte er ängstlich. Es war ein alter blinder Ring. „Ich laß ihn noch aufpolieren, wenn ich in die Stadt komme", sprach er. Sabine steckte den Ring auf den Finger. „Sr sitzt wie angegossen", lachte Jakob. Sabine gab ihm eine gelinde Ohrfeige. Er war ganz glücklich darüber. „Dann sind wir also im klaren", sagte er, "ich denke, wir heiraten zum Frühjahr." Sabine nickte und holte das Zwetschenwasser. „Der Mann würde ja ohne Frau verkommen", entschuldigte fit später vor sich selbst ihren schnellen Entschluß. Sie MeuiiW der VlutaWolbestimmungen bei DerkehrsimWen. (Lin Vortragsabend des OOA(L„ Gießen. Aus der Stadl Giehen. Sang vor die Stadt. Die rote Lampe an der Schranke brennt, noch hallt in der Nacht das scheppernde Aufschlagen des eisernen Balkens. Ein Zug wird die Strecke passieren. Die Vorstadt entläßt mich. Die Fabrikbauten stehen wie Burgen im Dunkeln, aber um ihre Zinnen bläst eisig der Wind. Wohin entgleitet die Zeit? Ich weiß es wieder genau: unter diesen Fabrikbauten traf ich den blassen, pausbäckigen Hans zu einem Sonntag- Morgenspaziergang über die Felder. Wir waren erst sechzehn Jahre. Aber war es nicht erst gestern? Der Tag war klar, in den Gräben am Acker zitterten die Sommergräser im leichten Wind, es kam Glockenschall von der Stadt her und wir führten die ratlosen Gespräche einer verworrenen Zeit. Anderthalb Jahrzehnte zurück — Der Wind nimmt mir den Atem, als ich auf die Landstraße komme. Sie ist so wunderbar, wie sie Autofahrer lieben. Die Lichter der Stadt glitzern kälter, stechender, je weiter man von ihnen fort- aerät, sie glitzern wie Sterne. Das ist die Landstraße, auf der wir unseren ersten Schulspaziergang machten und an die unbegreiflichen Grenzpfähle kamen, mitten in deutschem Land, hie Hessen, hie Bayern? Ein Schritt und man war drüben und es war kein Abenteuer. Die Kohlweißlinge taumelten unbefangen zwischen den gestreiften Balken. Die Landstraße, über die man später so oft mit den Fahrrädern fuhr, allein, mit Freunden, mit Mädchen. Dom Wind verwehte Gespräche, dutzend Frühlinge mit lichtgrünem Laub des Wäldchens, dutzend- mal gestorben und wiedergekehrt und in- ein paar Wochen abermals alles besiegend! Und staubige Sommer, wenn gläserne Mittaghitze über dem Land lag und in der Stadt der Rauch steil aus den Schornsteinen skieß. Der Weizen war goldgelb, er war reis. Man roch ihn unb man roch auch den Fluß. Jetzt ist es Nacht. Der Wind springt um. Er verliert jäh an Kälte. Ist das schon Föhn? Man könnte sich in die bewaldeten Wege schlagen, es ist spät geworden. Die Stadt blinzelt her.' Sind nicht der Lichter schon weniger geworden? Ein schwerer Fernlastzug dröhnt vorbei. Er verschlingt jetzt jedes Geräusch des Windes r. k. Vornotizen. Tageskalender für Montag. Ortsgruppe Gießen-Nord: Zelle 1, 2, 3 im „Frankfurter Hof", Zelle 6, 9, 10 im „Gambrinus", Wetzsteingasse, um 20.30 Uhr Zellenabend. — Gloria- Palast, Seltersweg: „Wie einst im Mai". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Brillanten". — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brand: Kollektiv- Ausstellung, Besuchszeit 17 bis 18 Uhr. Stadltheater Giehen. Dienstag, 22. Febr., Anfang 20, Ende 23.15 Uhr: „Clivia", Operette von Nico Dostal. Musikalische Leitung: Heinz Markwardt, Spielleitung Karl Ludwig Lindt, Tänze Irmgard Zenner. Dienstag- Miete 20. Vorstellung. Mittwoch, 23. Febr., Anfang 19.30, Ende 22 Uhr: „Parkstraße 13", Kriminalstück von Jvexs. Spiel- Teilung Hans Geißler. Mittwoch-Miete 21. Vorstellung. Donnerstag, 24. Febr., Anfang 20, Ende 22.30 Uhr: Einmaliges Gastspiel Staatsschauspieler Paul Wegener mit seinem Berliner Ensemble in „Kollege Crampton", Komödie von Gerhart Hauptmann. Spielleitung Paul Wegener. Außer Miete. Freitag, 25. Febr-, Anfang 20, Ende 22.45 Uhr: „Der Troubadour", Oper von Verdi. Musikalische Leitung Joachim Popelka, Spielleitung Wolfgang Kühne. Freitag-Miete 21. Vorstellung. Samstag,26. Febr., Anfang 20, Ende 22.30 Uhr: KdF.-Miete, Gruppe II (10. Vorstellung): „Lady Windermeres Fächer", Komödie von Oscar Wilde. Spielleitung Hermann Schultze-Griesheim. Freier Kartenverkauf. Sonntag, 27. Febr., Anfang 11.30, Ende 12.30 Uhr: 10. Morgenveranstaltung, eine lustige Faschingsmorgenfeier „Adam und Eva", Allerlei Neues über ein ziemlich altes Thema. Am Freitagabend hatte „DerDeutscheAuto- mobil-Club" (DDAC.) seine Mitglieder und Gäste zu einem wissenschaftlichen Vortragsabend in den Großen Hörsaal des Physiologischen Instituts der Universität eingeladen. Der Abend stand unter dem Thema: „Die Bedeutung der Blutalkoholbestimmungen bei Verkehrsunfällen", und über dieses Gebiet sprachen ein Rechtsanwalt, ein Chemiker und ein ^er Vorsitzende des DDAC. Gießen Dr. K e m p f f eröffnete den Vortragsabend und begrüßte die zahlreich erschienenen Gäste, insbesondere die Vertreter von Partei, Wehrmacht, Polizei, Staat, Behörde und den am Kraftverkehr besonders interessierten Innungen und Organisationen. Zuerst sprach der Ortsgruppensyndikus des DDAC. Rechtsanwalt Or. Wämser, Gießen und erörterte die Rechtsfragen bei Derkehrsunfällen und insonderheit solche Fälle, die auf Grund größeren Alkoholgenusses zurückzuführen sind. Rechtsanwalt Dr. Wämser kam eingangs auf die neue Straßenverkehrs- und Straßenverkehrszulassungsordnung zu sprechen, die in ihren wesentlichen Bestimmungen am 1. Januar 1938 in Kraft getreten ist. Jeder Teilnehmer am öffentlichen Straßenverkehr habe sich so zu verhalten, daß der Verkehr nicht aefährdet werden könne, und er habe fein Verhallen so einzurichten, daß kein anderer geschädigt ober mehr als nach den Umständen unvermeidbar behindert ober belästigt werbe. In der Zulassungsordnung heiße es, daß jeder, der infolge körperlicher oder geistiger Mängel sich nicht sicher im Verkehr bewegen kann, nur am Verkehr teilnehmen dürfe, wenn in geeigneter Weise Vorsorge getroffen sei, daß er andere nicht gefährde. Nach, diesen Bestimmungen fei jeder Kraftfahrer strafbar, wenn er unter Alkoholeinwirkung am Verkehr teilnehme, auch ohne daß ein Unfall geschehe. Geschehe ein Unfall, so sei zu prüfen, ob die Alkoholeinwirkung ursächlich für den Unfall war; sei diese Frage zu bejahen, dann müsse, wenn der -Unfall tödlich verlaufen sei, eine höhere Strafe ausgesprochen werden als bei fahrlässiger Tötung ohne Alkoholeinwirkung. Nach der Zulassungsordnung könne der Führerschein entzogen werden, wenn der Fahrer unter erheblicher Wirkung geistiger Getränke am Verkehr teilgenommen habe. Nicht Abstinenz von Alkohol sei für den Verkehrsteilnehmer dem Gesetze nach vorgeschrieben, sondern nurr wenn durch Alkoholgenuß die Fähigkeit und Tüchtigkeit zum Fahren so herabgesetzt wirh, daß er nicht mehr sicher das Steuer, führen und auf plötzliche Ereignisse reagieren könne. Bestehe nun im Einzelfalle Alkoholverdacht, dann habe die Polizeibehörde das Recht, Blut zur Feststellung des Alkoholgehaltes von dem Fahrer zu entnehmen. In einem Prozeß könne auf die Feststellung des Alkohols im Blute auf chemischem Wege nicht verzichtet werden, aber letzten Endes sei Doch die medizinische Diagnose ausschlaggebend für die Frage, ob im Einzelfall der betreffende Verkehrsteilnehmer gegen das Gesetz verstoßen habe oder nicht, d. h. ob er unter Einwirkung des Alkohols gestanden habe oder nicht. Jeder Kraftfahrer habe Anspruch darauf, daß die Frage der Fahrtüchttgkeit auf das sorgfältigste geprüft werde. Von dem DDAC. werde großer Wert Darauf gelegt, daß sowohl die Blutentnahme als auch die Blutuntersuchung von wissenschaftlich einwandfreien und ausgebildeten Personen vorgenommen werde, und zwar nicht von einer Zentralstelle aus, sondern möglichst lokal. Der DDAC., der seinen Mitgliedern bei Straf- ober Zivilverfahren in großzügiger Weise einen Rechtsschutz gewähre, versage Diese Hilfe, wenn ein Verstoß gegen das Gesetz infolge erheblicher Alkoholbeeinflussung festgestellt werde. — Anschließend sprach Dr. Kratz vom Hessischen Chemischen Untersuchungsamt Gießen über die chemischen Bestimmungs- Methoden des Alkohols und zeigte hierzu einige erklärende Tabellen, Bilder unb Versuche. Die Blutalkoholprobe sei vor Gericht ein wichtiges Beweismittel, nicht nur bei Verkehrsdelikten, sondern schlechthin bei allen Rechtsfragen, bei denen die Frage einer Alkoholbeeinflussung von Bedeutung sei. Eine Stunde etwa nach dem Trunk fei der ganze Alkohol aus leerem Magen in die Blutbahn übergegangen. Der Blutalkoholspiegel, der bis dahin rasch angestiegen sei, sinke von nun an Stunde um Stunde um etwa 0,15 Promille, bis aller Alky- hol aus dem Blut ausgeschieden sei. Bei stark gefülltem Magen daure der Alkoholübergang aus dem Magen länger und der Blutalkoholspiegel .steige nicht so hoch an, als wenn die gleiche Menge Alkohol auf nüchternen Magen getrunken worden wäre. Im Laufe der Jahrzehnte seien viele Alkoholnachweisverfahren ausgearbeitet worden und das heute bekannteste sei das. nach Widmark, es werde wohl auch heute wenn auch Mit einigen Abänderungen, am meisten angewandt. Der geschulte Chemiker könne die Untersuchungen in ihrer Gesamtheit so sicher ausführen, daß an der Richtigkeit des dem Gerichte mitgeteilten Ergebnisses keine Zweifel mehr geäußert werden können. Aus dem analysierten Blutalkoholgehalt ließen sich anhand des Körpergewichtes und der Angaben über den Zeitpunkt Des Alkoholgenusses und der Blutentnahme Grenzwerte errechnen, innerhalb welchen die von der untersuchten Person getrunkene Alkoholmenge liege. Es sei zwecklos, f, Schnee und Äs. unter Führung von Korpsführer -ühnlein diese harte Sportart erst zur Entwicklung und Blüte brachte, steht heute in bezug auf organisatorische Durchführung und das Können der Fahrer auf ein- samer, unerreichter -öhe. Pünktlich um 22 Uhr waren an den drei ©tarierten 333 Fahrer auf die etwa 300 Kilometer lange nächtliche Reise gegangen. 269 davon erreichten das Ziel. Das entspricht einem Ausfall von ungefähr 20 d. -., was bei den gestellten Anforderungen als ein sehr gutes Ergebnis zu bezeichnen ist. Insgesamt kamen 54 goldene und 110 silberne Medaillen zur Verteilung. Interessant war es zu beobachten, daß die in der Ausschreibung gewissermaßen als Warnung gegen unvernünftiges und allzu draufgängerisches Fahren angekündigte Zustandsprüfung nadf der Fahrt allseits zweifellos tiefen Eindruck machte. Denn die Verletzungen und die Verbeulungen der Motorräder sowohl wie der Wagen waren gegenüber den vorjährigen Veranstaltungen sehr gering. Kurz zusammengefaßt kann gesagt werden, daß die Veranstaltung für die Motorgruppe -essen ein eindrucksvoller Erfolg war und den Zielen einer solchen Fahrt weitgehendst diente. Alle Fahrer, von den -itlerjungen bis zu den Lenkern der schweren Wehrmachtswagen sprachen sich trotz größter Ermüdung begeistert über die Zusammenstellung und Organisation aus und gestanden, vieles dazugelernt zu haben. Ein warmer Eintopf labte die Fahrer am Ziel, und in strahlendem Sonnenschein standen die 400 Kraftfahrzeuge auf dem -einrich-oon-Bibra-Platz in Fulda bis zur Siegeroerkündung. Ein schönes und überzeugendes Bild der zunehmenden Moto- rifierung Deutschlands und kämpferischen Sport- geiftes. Gemeinsam hörten alle Teilnehmer und die selbstlosen NSKK.-Männer der weitläufigen Orga- nisation die Rede des Führers, und anschließend dankte Gruppenführer Richard Prinz von -essen auf der Siegerverkündung für den mu- Ligen Einsatz. Die Ergebnisse. Goldene Plaketten errangen: (WG. ist Wertungsgruppe.) WG. -I. I Kleinkrafträder bis 100 ccm: Einzelfahrer: Knaust, Rof., Lohr, NSU.. WG. -I. II Kräder bis 125 ccm: Einzelfahrer: Becker, Ja., -I. Kassel, Rixe. WG. -I. III Kräder bis 200 ccm: -I- Mannschaft Kassel, Jg. Topf (NSU.), Rof. -om- bürg (DKW.), Jg. Schwarz (NSU.) — Einzelfahrer: Fleischhut, Ros. -I. Kassel, BMW.; Stessens Karns., -I. Kassel, BMW. WG. 1 Kräder bis 125 ccm: Einzelfahrer: Eisner -elm., DDAC. Braunschweig, BMW. WG. 2Äräberbis250ccm: -J.-Mannschaft Fulda auf DKW., Jg. Reichelt, Kams. Wagner, Jg. Maul; Einzelfahrer: OSchf. Pohl, NSKK. Wernigerode, DKW. WG. 3 Kräder über 250 ccm: Dienftfahr- zeuge: Mannschaft Schützen-Regt. 2, Meiningen auf BMW., ßeutn. Renner, Centn. Ermich, Unteroff. Schäfer. Einzelfahrer: Tschauner, Schirrmeister, 1. NA. 29 Gotha, Zünd.; Schwalm, Feldw., 3. Pi. 49, -.-Münden. — Privatsahrzeuge: Mannschaft 1. M. 146 auf NSU. Aschaffenburg, Rof. Kolb, Rof. Kunkel, Scharf. Staab. Einzelfahrer: Fiedler, DDAC. Frankfurt, Ariel; Schunke, DDAC. Mose, DKW. WG. 4 Seitenwagen: Mannschaften: Ob«r- feldw. Elias, ßeutn. von Meyendors, ßeutn. von Aulogk, II. PR. 2, Eisenach, (BMW., Zünd., BMW.); Uffz. -amann, Uffz. Stolle, Uffz. Gen- scher, 5. Flea 14 Detmold (BMW >. Schf. Schieler. Schf. Anhäuser, Rf. Dürrer, 5/M. 49 Frankfurt (Ariel, -orex, NSU.). — Einzelfahrer (Dienstfahrzeuge): OGfr. Wambach Pi. 29 -.-Münden, Zünd.; Feldw. Kurzmann, 3. Pi. B. 9 -anau, Zünd.; ßtn. Bauer, Pi. B. 29, -.-Münden, Zünd. — Privatfahrzeuge: Bäder, DDAC. Frankfurt, -arley; t)öbereiner, DDAC. Kelsterbach, BMW. Kälte ist z Professor Debye berichtet üb Mit einer »Stange Lust-' Von Dx.; „Kälte bedeutet Ordnung in der Materie. Warme dagegen Unordnung", das ist in knappsten Worten der Grundsatz, nach dem die Kältephysiker der Welt arbeiten und mit dem sie so erfolgreich sich auf die Jagd nach dem „absoluten Nullpunkt" gemacht haben. Man stelle sich einmal vor, wie der Direktor des Kaiser-Wilhelm-Jnstituts für Physik, Professor Debye, in einem Vortrag über „Tiefe Temperaturen" im -arnackhaus in Berlin-Dahlem ausführte, ein Mensch könne in einer Sekunde eine Million Moleküle zählen; dann hätte er immer noch eine Million Jahre zu arbeiten, um nur die Moleküle zu zählen, die in einem einzigen Kubikzentimeter ßuft durcheinanderwirbeln. Soll die ßuft aber verflüssigt werden, so muß man die Geschwindigkeit dieser Moleküle verlangsamen, was der berühmte Erfinder unserer Kältemaschinen, Carl v. ßinbe, zunächst dadurch erreichte, daß er die ßuft durch eine feine Düse preßte, und sie so vom gasförmigen in den flüssigen Zustand überführte. Gas ist ein »unordentlicher" Zustand. Während reines Ersen erst bei 1528 Grad -itze schmilzt und bei 2450 Grad siedet, das heißt verdampft, wird Wasser bekanntlich schon bei 100 Grad gasförmig und bei 0 Grad unseres üblichen Thermometers gefriert es zu festem Eis. Wenn der Physiker zu möglichst geringen Temperaturen gelangen will, nimmt er also am besten einen Stoss, der bei normaler Wärme und unter dem gewöhnlichen atmosphärischen JDrud als Gas und damit in besonders großer innerer Unordnung vorkommt. In diesem sucht $r solche Abkühlung (- Ordnung) heroorzurufen, daß er flüssig wird. Bei dem Sauerstoff unserer Atemluft geschieht dies bei 180 Grad „Kälte", beim ßuftstickstofs bei —196 Grad Celsius. Wasserstoff verflüssigt sich erst bei — 253 Grad. Prosessssor Debye goß daher in ein Gefäß, das von flüssigem Wasserstoff umgeben war, flüssigen Stickstoff, kühlte ihn damit weiter ab, „ordnete" seine Moleküle, ließ ihn gefrieren: Mit einiger Vorsicht konnte er. eine „Stange ßuft" heraus- ziehen und schlug mit dieser „ßuft" sogar kräftig auf den Tisch. Helium unter niedrigem Druck. Genau so wie Wasser nicht erst bei 100 Grad Wärme, sondern schon bei niedrigeren Temperaturen verdampft, wenn man es unter geringerem Luftdruck zum Kochen bringt, so gehen umgekehrt auch viele Gase bei niedrigerer Temperatur in den flüssigen Zustand über, wenn man sie bei geringerem Druck bearbeitet, -elium, bas bekannte Edelgas, mit dem jetzt die Zeppelin-Luftschiffe gefüllt werden, hat einen sehr einfachen Atomaufbau, ist also von Natur aus in sich verhältnismäßig ordentlich, daher aber auch schwer zu verflüssigen. Erst bei —269 Grad gelang es, die Ordnung im -elium noch zu vergrößern. Als man aber das an diesem seinem „Siedepunkt" immer wieder verdampfende -elium stark absaugte und dadurch den Druck in dem Gefäß verringerte, erreichte ein'Physiker im Jahre 1932, daß sich das -elium sogar erst bei 272,3 Grad Kälte verflüssigte. Oer Kältephysiker rechnet nicht mehr mit Eelsius-Graden Unter „Wärme" und „Kälte" darf man sich bei diesen physikalischen Arbeiten freilich nicht die Bereiche über und unter dem „Gefrierpunkt" auf unserem Thermometer vorstellen. Die Kälte wird nämlich niemals größer, sondern nur die Wärme immer geringer: Auch bei unseren 10 oder 20 Grad Celsius ist doch mmer noch „Wärme" vorhanden! Der Kälte-Physiker rechnet daher auch nicht mit unseren Celsiusgraden, sondern hat berechnet, daß bei —273 Grad Celsius ein Punkt gegeben ist, an dem keinerlei Unordnung in der Materie mehr herrschen kann, an dem sich daher auch keinerlei Wärme mehr findet. Ihn nennt er daher den „ab feinten Nullpunkt", während unsere „0 Grad" eigentlich 273 Grad absolute Wärme sind. Mit der Verflüssigung des -eliums unter Niederdruck z. B. st also die Physik bis auf 0,7 Grad absolut an den Nullpunkt herangekommen. Magnete ziehen Sauerstoff an. Wenn man einen Körper magnetisiert, bedeutet bas nichts anderes, als daß in die kleinen „Elementarmagneten", aus denen er besteht, Ordnung ge- brächt wird: Wie jeder Magnet haben sie einen WG. 5 PKW. bis 1500 ccm: Mannschaften:' Kurt Ettling, Karl Pistorius, Kurt Fritz, DDAC. Ffm., (BMW., Fiat, Ford); Rs. Schmalz, Schf, Schmidt, Trns. Weber, 23/M48 Korbach (Opel, Ford, -an.); Dtruf. Kröner, Schf. Brunner, NSKKM. Pitsch M 47 Kassel (Opel, NSU., NSU.); Stm. Müller, Rf. Breusch, Stm. Stöppler 12/M 147 Alsfeld (Adler, Ford, DKW.). — Einzelfahrer: Schf. Rüdiger 5/M48 Ziegenhain, DKW.; OSchf. Lehv 23/M147 -erborn, DKW. WG. 6 PKW. bis 1500 ccm: Mannschaft 22/M 61 -annover auf -anomag, Obersch. Müller, Obersch. Zigelski, Schf. -unte. — Einzelfahrer: Schmidt, Rof. 1/M152 Trier, BMW.; Weißenfels Stuf. 12/M 47 Kassel, BMW. WG. 7 PKW. bis 2000 ccm; Löbering, ff» Schf., M^. 2/2 Ffm., -an.; Schwarz, OSchf. M47 Kassel, BMW.; Ringel, Schf., 1/M47, Gießen (Ford). WG. 8 Dien st wagen bis 150 ccm: Oltn. von Einem, 7. Kav.-Regt. 3 Göttingen, BMW.; -ptm. Apelt, 5. Art.-Regt. 51 Fulda, BMW. WG. 9 Dien st wagen über 2000 ccm: Mannschaft 14. JR. 15 Kassel, Oberfeldw. Klatt, Sch. Uffz. Erber, Uffz. Siegfried, Adler. — Einzelfahrer: Oltn. Grebe AR. 51 Fulda, -orch; OSchrm. Absmeier, 1. Bb. 9 Mühlhausen, Wand.: -ptm. Riemer, NA. 29 Gotha, -orch; Major Weber, Pi. 9 -anau, -orch; ßtn. Kahl, PAA. 9, Gelnhausen, -orch. Die besten Leistungen waren: Kraftwagen: Schf. Rüdiger, 5/M48, DKW., 1097 ccm., 14 Kontrollen, 100 Punkte. Solokräder: Gg. Fiedler, DDAC. Gruppe 3, Ariel, 75 Punkte. Seitenwagen: -ch. Bäder, DDAC. Ffm., Gruppe 4, -arley, 84 Punkte. Kl e i nftr äb e r 10 0 ccm: Rf. Knaust, -I., ßohr, NSU., 55 Punkte. •r die tiefen Temperaturen.— auf den Tisch geschlagen. J. Henriri. „Nordpol^ und einen „Südpol" und werden von den magnetischen Strömen, die man hindurchschickt, demgemäß „gerichtet". Da es einfachere und deshalb bei tieferen Temperaturen zu verflüssigende Stosse als das -elium nicht gibt, hatte der Physiker keine Aussicht, auf dem Weg der Abkühlung größere Ordnung in die Materie zu bringen. Um noch näher an den absoluten Nullpunkt zu gelangen, schlug deshalb Professor Debye im Jahre 1926 vor, den Magnetismus zu -ilfe zu nehmen. In seinem Experimentalvortrag projizierte er auf die ßeinwand, wie z. B. der verdampfende flüssige Sauerstoff von den Polen eines Elektromagneten angezoam wird, wie sich also seine Teilchen magnetisieren lassen. Eisenteilchen »in der Klemme". Nach D eb ye s Rezept brachte nun d e - a a s in Leyden Eisensalze in ein Bad von verflüssigtem -elium und schaltete außerdem ein starkes Magnetfeld ein, so daß die Eisenteilchen geordnet wurden und ihre Temperatur sich der umgebenden anglich. Als er dann das Eisensalz so isolierte, daß von außen keine Wärme einbringen konnte, und bas magnetische Felb abschaltete, hätten die Teilchen an sich das Bestreben gehabt, wieder in Unordnung zu verfallen, d.h. Wärme aufzunehmen. Da sie diese nicht bekamen, ordnete sich ein Teil von ihnen noch weiter — und wurde dabei noch kälter, — u«t die in ihnen vorhandenen Wärmespuren an die übrigen abzugeben und diesen damit eine größer« Unordnung zu ermöglichen. Bei solcher inneren Verteilung kühlte sich der eine Teil der Eisensalze schließlich auf 0,004 Grad absolut ab: Nur 4 Tausendstel Grad trennen also den Kältephysiker heute noch vom absoluten Nullpunkt. ,,-aben wir Aussicht, ihm noch näher zu kommen?", fragte Professor Debye. Erst haben wir die Stoffe in ihrem Molekül-Aufbau, bann in ihrem Atomaufbau georbnet unb bamit abgekühlt. Schließlich würben die in den Atomen schwingenden Elektronen magnetisiert. Was bleibt noch an Möglichkeiten, den Stoff zu ordnen und ihm damit Wärme zu entziehen? — Auch die Atomkerne, um welche die Elektronen schwingen, müssen sich magnetisieren lassen. Das zu erreichen, ist jetzt bas Ziel von Professor Debye, bas er in bem Kaiser-Wilhelm- Institut für Physik anstrebt. Vielleicht ist es bann möglich, bem absoluten Nullpunkt nicht nur auf tausenbstel, sonbern gar auf millionstel Grabe nahe- zukommen. Bhein-Mainische Börse. Freundlich. F r a n k f u r t a. M., 19. Febr. Auch zum Woche«- schluß erhielt sich an ben Aktienmärkten eine freunbliche Tenbenz, ba weiterhin kleine Käufe ber- Kundschaft zur Ausführung kamen, während nennenswertes Angebot kaum vorlag. Allerdings blieben die Umsätze ziemlich klein, insbesondere ber berufsmäßige -anbei übte Zurückhaltung. Mit großem Interesse erwartet man die morgigen Ausführungen des Führers. Bei nicht ganz einheitlicher Entwicklung überwogen Erhöhungen um etwa 0,25 bis 0,50 v. die aber im weiteren Verlaufe infolge ber Geschäftsstille nicht immer voll behauptet werben konnten. Etwas stärker erhöhten sich Reichsbank auf 211,65 (210,50), später hörte man jeboch einen Kurs von knapp 211, -apag gewannen 1,13 v. -. auf 79.65. Montanaktien blieben voll behauptet. Vereinigte Stahl im Verlaufe 112,38 nach 112,75. Maschinen« unb Motorenwerte sowie Elektroaktien notierten voll behauptet, teilweise um Bruchteile eines Prozentes höher. IG.-Farben setzten mit 161,25 (161,65) ein, waren vorübergehenb 161,75 unb später etwa 161,40. Im einzelnen notierten Zellstoff Walbhof mit 149,40 (148,50), Westbeutsche Kaufhof mit 61 (60,75), -olz- mann mit 160,50 (160,25), AG. für Verkehr mit 134,25 (134,50) unb VDM. mit unoeränbert 173. Am Rentenmaxkt hielt bie Nachfrage auf ber ganzen Linie an, während nennenswertes Angebot fehlte, so baß bie Umsätze weiterhin beschränkt waren. Altbesitzanleihe 132,35 (132,30), später etwa 132,45 bis 132,50, Kommunal-Umschulbung 95,65, 4-v. -.-Rentenbankablösung 94,75 (94,65), Stabte« Altbesitz 136 (135,75). Am Pfanbbriefmarkt würben bie meisten Golbpfanbbriefe gestrichen. Liquidationswerte unb Kommunal-Obligationen sowie die meisten Stabtanleihen kamen unoeränbert zur Notiz. Wenig Aenderung zeigten auch Staatspapiere unb Jndu» strie-Obligationen. Reichsaltbesitz waren spater auf 132,50 nach 132,35 erhöht. . Aus der engeren Heimat. Landkreis Dienen # Climbach, 19. Febr. Heute feierte die äl^ teste Einwohnerin, Frau Kath. Leyerer, Wwe., in guter Rüstigkeit ihren 8 7. Geburtstag. 42 Jahre diente die Jubilarin unserer Gemeinde als Hebamme. <£ Leihgestern, 17. Febr. Gestern abend fand im Saale „Zum Löwen" eine Feier st unde der Ortsgruppe der NSDAP, statt. Nach einem Musikoortrag und je zwei von den Gesangvereinen vorgetragenen, dem Abend angepaßten Liedern begrüßte Propagandaleiter Rektor Siegfried die Teilnehmer. Anschließend an den gemeinsamen Gesang „Volk ans Gewehr" sprach der Gauredner Kahle aus Wiesbaden in anüerthalb- stündigen Ausführungen über die geschichtlichen Entwicklungen in unserem Daterlande seit 1914. Reicher Beifall belohnte den Redner. Musikoorträge der Militärkapelle des JR. 116 hielten dann die Volksgenossen noch einige Zeit beisammen. Im Verlaufe des Abends wurde eine Sammlung für das Winterhilfswerk durchgeführt. § Garbenteich, 17. Februar. Der hiesige Schweineversicherungsverein hielt in der Gaststätte des Mitglieds Lotz seine diesjährige Hauptversammlung ab. Vereinsführer Wilhelm K ü l l b a ch . erstattete den Jahresbericht, aus dem hervorgeht, daß im verflossenen Wirtschaftsjahre infolge vieler Schadensfälle besonders große Aufwendungen erforderlich waren und zu deren Deckung auch eine größere Summe aus dem Reservefonds entnommen werden mußte. Es soll jedoch erstrebt werden, diese Entnahme durch besondere Maßnahmen bald wieder auszugleichen und den Reservefonds dadurch auf den alten Stand zu bringen. Bei der Dorstandswahl wurde für den ausscheidenden zweiten Vorsitzenden Jakob Heßler das Mitglied Otto L o tz in dieses Amt berufen, im übrigen blieb der Vorstand in der alten Zusammensetzung bestätigt. Ferner wurde beschlossen, im Verlaufe des Monats Mai eine Zwangsimpfung für alle versicherten Tiere durchzuführen. NaH einem vertrauensvollen Ausblick auf die Weiterentwicklung des Vereins wurde die Versammlung in üblicher Weise geschlossen. — Die hiesige Untergruppe des Reichsluftschutzbundes brachte bei einem Werbeabend den 2lufkläru»qsfilm „Volk in Gefahr" zur Vorführung. Untergruppenführer Stein sprach über den Sinn und Zweck des zivilen Luftschutzes. Bürgermeister Burk betonte die Wichtigkeit der Luftschutzübungen und bat alle dem RLB. noch fernstehende Volksgenossen, in dessen Reihen einzutreten. Gemeindegruppenführer Lotz upd Ausbildungsleiter Baumei st er erläuterten die Arbeiten des Luftschutzes. 1 itglieder, können noch bis zun 26. Februar 1938 ohne Kosten bezahlt werden. Äach Ablauf dieser Frist eriolgt Kostenberechnung. evtl. Zwangsbeitreibung. Für die Arbeitgeber, die die Beiträge selbst nach dem wirklichen Arbeitsverdienst berechnen, gilt die gesetzte Frist bis 26. des AionatS nicht. ^Vermietungen^ Geschäfts raume zu vermieten Diezstraße 14 bestehend aus Büro,Lagerkell., mehreren Lagerräumen m. Verladerampe, Garage und großem Hof. i2ieD Chr Jnderthal Weingroßhandl. Gießen Seite , sw eg 55 Verkäufe | Wegen Umzug gebrauchte Möbel l und soM. Haus- baltungs-Gegen- ftände abzugeb. Stevhanstr.35v. Gebrauchtes Damenrad u. Knabenrad zu verlaufen.t,77o Asterweg 3. Verschiedenes] Zirka 300 qm Garten!ani> an der Lahn od. im Neustädter Feld gesucht. Preisangeb.unt. 0767 an d.G.A. BORRMANN5: Gießen - Neustadt 5 - Ruf 4165 IN"