Nr. 194 Erstes Blatt 188. Jahrgang Samstag, 2O./$onntag,2L August 1938 tr|d)etnf tügltch, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - DieScholle Olonat$«Be$ugsprets: Mit 4 Verlagen RM.1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Henisprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Sranffurt am Blain 11686 Gietzemr Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vriihlsche Univerfitatsdruckerei R. Lange in Gießen. Schriftlettung und Geschäftsstelle: §chulstraste 7 Annahme oon Anzeigen für die Mittagsnummer vis8'/,UhrdesDormittag» Srnndvreise für 1mm höhe für Anzeigen oon 22 mm Breite 7 Rps., für Textanzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh. Dereinbg.25°/^ mehr. ermäßigte Grundpreise: Stellen», Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder», Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Nikolaus von Horthy. Der Reichsverweser des Königreichs Ungarn, Admiral Nikolaus von Horthy, wird am morgigen Sonntag als freudig begrüßter Gast den Boden des Deutschen Reiches betreten. Der hohe Gast hat am 18. Juni dieses Jahres seinen 70. Geburtstag feiern' können. Er stammt aus den Ost- prooinzen des alten ungarischen Staates, die im ßqufe der Geschichte viele bedeutende Männer her- vorgebracht haben. Seine Vorfahren waren ßand- edctteute, die als Politiker und Beamte vielfach hervorgetreten sind. Der junge Nikolaus von Horthy trat als Seekadett in die - österreichisch-ungarische Marine ein. Dort durchschritt er eine glänzende Laufbahn. Im Reichsverweser Nikolaus von Horthy. f‘f-ß _____________.__________________________________________ Weltkriege hat er sich einen glänzenden Namen gemacht, ais er zweimal mit dem Kreuzer „Novarra" die Blockade in der Adria durchbrach. Bei dem Vorstoß im Mai 1917 kam er in ein schweres Seegefecht, wurde schwer verwundet, ließ sich aber auf Dem Deck des Schiffes festbinden, um das Kommando zu behalten und keinen Augenblick die Ueber- sicht zu verlieren. Seitdem führte er den Ehrennamen des Helden von Otranto. Als der Zerfall der alten Monarchie sich durch Matrosenaufstände ankündigte,, warf er den Aufruhr im Hafen von Cattaro mit starker Hand nieder. Zum Admiral ernannt, war Nikolaus von Horthy der letzte Kommandant der österreichisch-ungarischen Flotte- Das Schicksal mutete ihm die schwere Aufgabe zu, nach dem Waffenstillstand seine unbesiegten Schiffe auszuliefern. Er bewahrte auch hier die Würde und den Stolz des ungarischen Edelmannes. Erst als er oon Bord gegangen war, wurde die alte Fahne der k. u. k. Flotte eingezogen. Horthy zog sich auf seine Besitzungen zurück. Ungarn wurde grausam zerschlagen, auf die links- . rad'ik<üe Revolution folgte die Herrschaft des bolschewistischen Terrors unter dem Juden Bela Khun. Da traten in der Stadt Szeged nationale Männer zusammen? um von hier aus den Vorstoß gegen die Herrschaft des jüdisch-kommunistischen Pöbels zu unternehmen. Als einfacher Kämpfer reihte sich Admiral von Horthy in diese Kolonnen. Bald aber zeigte sich, daß nur ein Mann oon starker Autorität in der Lage sein würde, das Land vom Chaos zu befreien. Wer anders war dazu berufen als der Held von Otranto, der im Juni 1919 Kriegsminister im Landesregierungsausschuß wurde! Die Schwierigkeiten waren riesengroß, denn die französischen Besatzungstruppen standen der nationalen Bewegung mißtrauisch gegenüber, auch die Heimat des Admirals war von ihnen besetzt. Es gelang trotz alledem die Bildung einer ungarischen nationalen Armee, die kaum 7000 Mann stark war, und deren Führer Horthy der einzige politische Machtfaktor des zerrütteten Landes war. Als er in Budapest einziehen konnte, wurde er als der Held des Tages und als der Befreier von einer unertragltchen Schreckensherrschaft gefeiert. Ungarn blieb der monarchischen Verfassung treu, auch wenn der Königsthron noch unbesetzt war. Am 1. März 1920 wählte die Nationalversammlung den Admiral von Horthy zum O b e r h a u p t des ungarischen Staates, das den Titel eines Reichsverwesers führt. Eine schwere Belastung für den jungen Staat waren die Versuche der Habsburger Restauration. Im März und im Oktober 1921 erschien Karl von Habsburg heimlich in Ungarn, wurde aber durch militärische Machtmittel gezwungen, wieder umzukehren. Sein Weg führte ins Exil. Die folgenden Jahre galten der inneren Befriedung des Landes, wie auch der Auseinandersetzung mit den Nachbarstaaten. In der Innenpolitik war besonders das Kabinett Gömbös der Träger von Reformen, wobei vielfach die Agrarfrage eine bestimmende Rolle spielte. Die Bedeutung des Amtes des Reichsverwesers wurde verstärkt und aus dem Parteigetriebe herausgehoben. Außenpolitisch wurde der Gedanke der Revision des Friedens von Neuilly niemals preisgegeben. Die Beziehungen zwischen Ungarn und Italien sind im Laufe der Jahre vertieft worden, zu Polen bestehen ebenfalls freundliche Beziehungen, die durch einen Besuch des Reichsverwesers in Warschau zum Ausdruck gelangten. Unabhängig oon alledem war die Schicksalsgemeinschaft der ungarischen ''unö feir deutschen Nation allezeit so unbestritten, daß zwischen Berlin und Budapest stets das beste Einvernehmen bestanden hat. Diese Freundschaft knüpft an eine Geschichte an, die durch Jahrhunderte gemeinsame Wege zeigte, und sie gründet sich auf das Heldentum deutscher und ungarischer Frontkämpfer, Runciman schlägt autonome deutsche Gebiete vor? Aufteilung der Tschecho-Glowakei in volksmäßig selbständige Kantone? London, 20. Aug. (Europapreß.) Die englischen Blätter befassen sich am Samstagmorgen allgemein mit der Einsetzung mehrerer Sudetendeutscher als höhere Beamte im s u d e t e n d e u t s ch e n Gebiet, die am Freitagabend die lschechoslowa- kische Regierung Lord Runciman offensichtlich zu dem Zwecke mitteilte, sich bei dem englischen Vermittler in ein günstiges Licht zu sehen und den Beginn einer Entspannung vorzutäuschen. Die Londoner Presse verhehlt sich aber nicht, daß die Ernennung einiger deutscher Beamter noch lange feinen Beitrag zur Lösung der Volksgruppenfrage im Sinne der SDP. darslelll. Sichtlich größere Beachlyng schenkt man in London einem Plan, der als „R u n c i m a n - JJ l a n“ am heutigen Samstagmorgen zum erstenmal in den Berichten der Prager Korrespondenten darunter des Korrespondenten des „Rems Ehronicle", des „Daily fjeralb“, aber auch des amtlichen englischen Rach- richlenbüros auftaucht. Rach den Andeutungen der Korrespondenten dürfte dieser Plan sehr bald größte Bedeutung gewinnen. Rach den Berichten der Sonderkorrespondenten soll der noch in Ausarbeitung befindliche Runciman-Plan die Schaffung von drei autonomen deutschen Gebieten vorsehen. Diese Gebiete seien: 1. Der Böhmerwald bis Karlsbad; 2. das Bergwerks- und hüttengeblet an der Rordgrenze zwischen Gablonz und Komotau; 3. das Industriegebiet in Mähren und Schlesien. Diese drei Gebiete sollen nach dem Plan in ähnlicher Beziehung zum tschechischen Staat stehen, wie Rordirland zur englischen Regierung. Die in den drei Gebieten lebenden Tschechen würden ihre eigene Vertretung haben und die gleichen Rechte genießen wie die in den tschechischen und anderen Gebieten ansässigen Deutschen. Analog hiermit soll auch das übrige tschechische Staatsgebiet in einheitliche tschechische, slowakische und ungarische Kantone aufgeteilt werden. Der Prager Bericht: Lord Runciman macht Hodza „gewisse Vorschläge". Prag, 20. Aug. (DRB.) Lord Runciman hat eine Wochenendeinladung des Erbprinzen Adolf Schwarzenberg angenommen. Der Besuch gilt dem Iagdsih des Erbprinzen in Oberplan unweit von Böhmisch-Krummau. Mit Lord Runciman fahren seine Gemahlin und Mr. P e t o. Man erwartet, daß auch dieser Wochenendaufenthalt wie die bisherigen keinen politischen Lharakter fragen wird. Lord Runciman will Erholung von seinen politischen Arbeiten suchen. Ministerpräsident Dr. h o d z a empfing Freitag mittag Lord Runciman zu einer längeren Besprechung. Die Unterredung dauerte ungefähr anderthalb Stunden. Wie aus unterrichteter Quelle verlautet, hat die gestrige Zusammenkunft Lord Runcimans mit Konrad Henlein den hauptgegenstand der Unterhaltung gebildet. Lord Runciman soll auf Grund seiner gestrigen Besprechung mit Konrad Henlein dem Ministerpräsidenten gewisse Vorschläge unterbreitet haben. Wie eine der Regierung nahestehende Karre- spondenz meldet, ist eine Begegnung der sudetendeutschen Parteiabordnung mit dem tschecho-slowa- fischen Ministerpräsidenten und den politischen Ministern in Aussicht genommen. Die Regierung legt nach derselben Quelle größten Wert auf die Fortsetzung der Besprechungen. Runcimans Mitarbeiter angepöbett. Daily Mail" stellt fest: „Von Tschechen niedergeschrieen und angegriffen". Brüx, 19. Aug. (DNB.) Wie erst jetzt bekannt wird, begaben sich am Donnerstag nach der Begegnung Henlein—Runciman in Rothenhaus Abgeordneter Kundt, Mr. Ashton G w a t k i n und Mr P e t o nach Brüx, wo sie sich im Bürgermeisteramt und bei den Funktionären der Sudetendeutschen Partei, sowie bei der Staatspolizei über die Vorfälle in Brüx informierten. Die Unterredungen dauerten fast zwei Stunden. Die englischen Herren betonten, daß ihre Informationen an Ll^rd Runciman weitergegeben werden, der durch die Ereignisse in Brüx beunruhigt sei. Auf dem Rückwege wurde die Abordnung von deutscher Seite mit herzlichen Heil-Rufen begrüßt. Doy tschechischer Seite wurde ein schrilles Pfeif- konzert angestimmt. Es ertönten .Pfui- Rufe, peinliches Aussehen in England. Englischer Augenzeugenbericht. London, 20. Aug. (DNB. Funkspruch.) Die Tatsache, daß die Beauftragten Lord Runcimans, die sich am Donnerstag nach Brüx begeben hatten, um sich dort persönlich über die schweren Ueberfälle auf die Sudetendeutschen zu informieren, nun selbst Gegen st and einer feind« seligen tschechischen Demonstration geworden sind, hat in England peinliches Aufsehen erregt. Mit kaum verhehlter Entrüstung gibt der Prager Korrespondent der „Daily Mai I" folgende Schilderung: Die Mitglieder des Stabes Lord Runcimans, Geoffrey P e t o und Alfhon-Gwatkin, feien am Donnerstag in Brüx, wohin Lord Runciman sie geschickt habe, um die Unruhen vom vergangenen Dienstag, bei denen 50. Sudetendeutsche durch Tschechen verletzt wurden, zu untersuchen, von Tschechen niedergeschrieen und angegriffen worden. Die beiden Beauftragten Lord Runcimans. hätten Gelegenheit gehabt, sich an Hand von Dokumenten und Photographien sowie Zeugenaussagen ein Bild von den Vorgängen zu «machen. Auf dem Weg zum Polizeiamt seien sie von den Deutschen mit Heilrufen und erhobenen Armen, von den Tschechen aber mit einer Art Katzenmusik empfangen worden. Vor den Augen der Engländer habe ein Tscheche, der gegen die Deutschen eine drohende Haltung einnahm, oon der Polizei festgestellt werden müssen. Das nennt Prag eine Leistung! Prag, 19. Aug. (DNB.) Wie oon dem Sekretariat Lord Runcimans mitgeteilt wird, hat der Vorsitzende der Regierung Dr. H o d z a erklärt, daß in einiger Zeit innerhalb der P o st Verwaltung eine Reihe Dpn Stellen Beamten deutscher Nationalität eingeräumt werden soll. Wie es in der Mitteilung heißt, handelt es sich um sechs Po st mei st er st eilen und die Stelle eines P o st m e i st e r st e 11 v e r t r e t e r s. Weiter wird in vager Form mitgeteilt, daß man die Absicht habe, auch in der politischen Verwaltung deutsche Beamte mit verschiedenen Aufgaben zu betrauen. So soll die Besetzung der Stelle des Vorsitzenden am Kreisgericht in Eger durch einen Sudetendeutschen in Erwägung gezogen worden fein.. Dazu schreibt der „Deutsche Dienst" unter der Überschrift „Erfüllte Zusagen sind keine Zugeständnisse": Die dem englischen Vermittler Lord Runciman vom Vorsitzenden der Prager Regierung mit der nicht zu übersehenden Absicht einer propagandistischen Wirkung gemachte Mitteilung, daß in einer eng begrenzten Anzahl oon Postoerwaltungen leitende deutsche Beamte eingesetzt werden sollen, ist keineswegs geeignet, das Problem der den Sudetendeutschen vorenthaltenen Gleichberechtigung zu lösen. Diese Mitteilung stellt, zumal es sich bei ihr um eine läng ft fällige Konzession handelt, noch nicht einmal einen Beitrag zur Abstellung der viel grundsätzlicher gelagerten Beschwerden der Sudetendeutschen dar. Mit der an« gekündigten Bestellung deutscher Beamter, die wohl unter dem Druck der allmählich immer klarer sehenden öffentlichen Meinung des Auslandes beschlossen wurde, soll offensichtlich der Eindruck erweckt werden, als ob nun endlich von Prager Regierungsseite etwas Entscheidendes zur Behebung der inner- politischen Schwierigkeiten geleistet worden sei. k ( <- -Va ml '■ ■< A ' i | ■ Zusammen mit dem ungarischen Reichsverweser von Horthy kommen (von links nach rechts) feine Gattin, Ministerpräsident von Jmredy, Außenminister von Kanya und Landesverteidigungsminister General Ratz nach Deutschland. — (Scherl-Bilderdienft-M.) die im Weltkriege Schulter an Schulter gestritten haben. Der Anschluß Oesterreichs hat daher in Ungarn keine unfreundlichen Gefühle hervorgerufen, wie es von mancher ausländischen Seite gewünscht wurde, im Gegenteil: Reichsverweser von Horthy und die ungarischen Staatsmänner haben dieses historische Ereignis mit herzlichen Glückwünschen für das geeinte deutsche Volk begleitet. Wenn die Völker sich in tiefster Not befinden, so werden ihnen, wie die Geschichte lehrt, oftmals Männer geschenkt, die ihre Retter werden. In Ungarn war es der Soldat Nikolaus von Horthy. In Deutschland ist es der (Befreite des Weltkrieges, Adolf Hitler, gewesen, der feinen Namen in die Weltgeschichte eintrug, als er das deutsche Volk zur Freiheit, Einheit und neuen Wehrhaftigkeit zusammenfügte. Die nationalsozialistische Bewegung erkennt das hohe Verdienst des nationalen Ungarns und seines Reichsverwesers an, das in der Niederwerfung des Bolschewismus besteht.. Damit war der Beweis gegeben, daß die europäische Kultur stark genug ist, um dem gefährlichen Gift des Kommunismus zu widerstehen, wenn die Männer vorhanden sind, Vie dagegen zu kämpfen wissen. Der Reichsverweser Ungarns ist in feiner Heimat ein Mann von beispielloser Volkstümlichkeit. Als alter Soldat versteht er die Herzen seiner Landsleute, seine Ritterlichkeit begeistert die ganze Nation. Seine zweite Muttersprache ist deutsch, daneben aber spricht er fast alle europäischen Sprachen. Der „Sieger von Otranto" ist ein begeisterter Seemann geblieben, auch nachdem Ungarn keine Meeresküste mehr besitzt. Ungarn ' und Deutschland, Adolf Hitler und Horthy — das sind Faktoren, die sich ohne weiteres miteinander verstehen, die durch gegenseitige Treue und Kameradschaft miteinander verbunden sind. Politisch gibt es hier keine Gegensätze, wirtschaftlich bestehen zwischen beiden Staaten die besten Beziehungen, international betrachtet bilden beide Bollwerke des Friedens in Europa. Wenn dazu noch die Sprache der Geschichte und die große Kraft gemeinsamer Traditionen redet, so ergibt sich von selber der volle Husammenklang der Gefühle, die den Deutschland-Besuch des Reichsverwesers von Horthy begrüßen und begleiten! Das deutsche Volk grüßt die ungarische Nation mit ihrem ritterlichen Führer, Soldaten und Staatsmann Horthy an der Spitze! & ganz wenigen > 11 folgt waren, zurück und schlugen auf ihn ein. s anderen wenig f t 1 ■: Patz i e s-l' Prag hiermit tatsächlich ein , an die Sudetendeutschen mache. „ Ausnahmen abgesehen wogen die Blätter angesichts der Dürftigkeit'dieser Prager Geste keine eigenen Kommentare. Der „I o u r" kann die Bemerkung aus und tränt auf das Wohl des Staatssekretärs der Luftfahrt und der Offiziere der deutschen Luftwaffe. Nach der Landung auf dem Flughafen Tempelhof begehen sich die französischen Gäste in das Reichs- luftfahrtminifterium/wo sie im Ehrenhof vom Chef der Zentralabteilung des Reichsluftfahrtministeriums, General der Flieger von Witzen- d o r f f, empfangen wurden. Bei einem Rundgang durch das Ministerium wurden von ihnen sowohl der Ehrensaal, als auch einige Sitzungszimmer und Arbeitsräume besichtigt. Gast der Deutsch-Französischen Gesellschaft. Zu Ehren des Generals Duillimin und seiner Begleitung hatte die Deutsch-FranzösischeGe- s e l l s ch a f t in - Berlin am Freitag in ihren Räumen zu einer Abendveranstaltung geladen. Unter den Gästen, die mit ihren Damen erschienen waren, bemerkte man u. a. den französischen Botschafter Fran;ois-Poncet, Staatssekretär General der Flieger Milch, General der Flieger von Witzendorff, Obergruppenführer Lorenz, den Polizeipräsidenten von Berlin, Grafen Helldorff, die Ozeanflieger Henke und Hauptmann von Moreau u. a. m. Der Präsident der Deutsch-Französischen Gesellschaft, Professor von Arnim, erläuterte in einer kurzen Tischrede die Aufgaben und Ziele der Deutsch- Französischen Gesellschaft. Er brachte seine besondere Freude zum Ausdruck, Angehörige des ftanzösischen Soldatentums als Gäste begrüßen zu können, wobei er darauf hinwies, daß gerade die Soldaten erfahrungsgemäß diejenigen seien, mit denen sich eine Verständigung besonders leicht Herstellen lasse. General Vuillemin erwiderte den Ausführungen des Präsidenten zustimmend und sprach seinen Dank für die ihm bargebotene Gastfreundschaft aus. Der Abend gab willkommene Gelegenheit, die Vertreter beider Nationen im Gedankenaustausch einander näherzubringen. £"oi 6er K $rin( Gnglanl Dftobern allem A Wxv, b in Sä)ot Ws d Nernho dem E halten. Ro Gtatifi Jude licht , 48 000 (eute ii gestellte freier! lern Be arbeite!- (0,7 D.i) Wzien Wie ■ Gesandter Ridder van Rappard Berlin, 19. Aug. (DNB.) Der königlich niederländische Gesandte in Berlin C. Ridder van Rappard ist am Freitag im Krankenhaus in Bückeberg den schweren Verletzungen erlegen, die er kürzlich bei einem Kraftwagenunfall erlitten hatte. Der F ü hrer und Reichskanzler hat Ihrer Majestät der Königin der Niederlande telegraphisch seine Teilnahme zum Ausdruck gebracht. Ebenso hat der Führer und Reichskanzler der Schwester des verstorbenen Gesandten, Frau Hooft van Graaflang, telegraphisch sein Beileid ausgesprochen. Der Reichsmini st er des Auswärtigen hat dem niederländischen Außenminister und der Schwester des Verstorbenen telegraphisch sein herzliches Beileid ausgesprochen. Der Chef des Protokolls, Gesandter Freiherr von Dörnberg, sprach der hiesigen Gesandtschaft der Niederlande sein Beileid aus schaftskreisen erfährt, hat der amtliche s o w -. jetrussische Außenhandel sein Interesse daran bekundet, im Preßburger Hafen eine Freihafenzone zu errichten. Ebenso soll im Preßburger Hafen ein sowjetrussisches Transitlager errichtet werben. , In biefem Zusammenhang befaßt man sich bereits mit bem Plan, den Preßburger Hafen unter Einbeziehung bes Karlsburger Donauarmes, ber nur wenige Kilometer von ber Deutschen Grenze entfernt liegt, auszubauen. Noch im August wirb aus Preßburg eine Ab- orbnung, bestehend aus Regierungspolitikern unb führenben Persönlichkeiten der tschecho-slowakischen Donau-Dampsschiffahrtsgesellschaft nach Sowjetrußland abreisen, um über diese Frage zu verhandeln. Man rechnet, auf diese Weise der Sowjetunion auch direkten Einfluß auf die mitteleuropäische und südo st europäische Wirtschaft zu verschaffen. Paris, 20. Aug. (DNB. Furstspruch.) Die rifer Morgenpresse verzeichnet ostentativ Geste Prags und versucht, in den Ueberfdjriften die völlig irrige Meinung aufkommen zu lassen, daß " ä n d n i s" gelang ihm aber trotzdem, in den Wagen zu kommen und ihn in Bewegung zu setzen. Inzwischen hatten die Angreifer die Fenster des Wagens zertrümmert. Da sich die Tschechen an den Wagen hängten, mußte er stchenbleiben. Rulf sprang aus dem Wagen unb wollte flüchten, wurde aber eingeholt unb erneut mißhandelt. Ein dritter Zwischenfall ereignete sich am Kreuz- herrenplatz, wo der subetcndeutsche Parteimann Leopold Fischer sich an einem Verkaufsstand ein Paar Würstchen kaufte. Als er feine Geldbörse herausnehmen wollte, stürzte eine Gruppe von acht betrunkenen Tschechen auf ihn los und schlug ihn zu Boden. Nach dieser „Heldentat" verschwanden sie. Die Tschechen waren vorher wegen Trunkenheit aus einem Lokal gewiesen worben. Prag als Höriger der Sowjets. Freihafenzone für die Sowjetrussen in Pretzburg! Preßburg, 20. Aug. (DNB.) Wie bie „Zeit" aus gut unterrichteten Preßhurgex Wixjr 0r°5 Wett Truppe iniU) die ohr schwitt sjlann nafwr aene I nod)i fange' fofiim 3m der F Trupp Pina roid)*'!), würbe babei 1 Ani tfa bis ge>° Sein, Hl einen w na tionote geniachl- und eine 3m würben ■ auf die > in der 91 gewiesen. Weza d Das 5ri Abschnitt umsaßt 8 Miner munitioi mehrere 3m? nalen i abgeschi Flugzei Ami militari . mit 3o wurden Vendra der No von B Nach ist der tisch gerb gesu Oer Führer in Pommern. Besuch bei seinen Soldaten auf dem Truppenübungsplatz, tleberall jubelnder Empfang des Führers. Stettin, 19.äug. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber ber Wehrmacht traf am Freitag zu einem zweitägigen Besuch auf bem Truppenübungsplatz Groß-Born em, um an ben Truppenübungen des II. Armeekorps teilzunehmeü. In ber Begleitung bes Führers be- fcnben sich Reichsleiter Bormann, sowie die persönlichen Adjutanten, Brigadeführer Wiedemann und Brigadeführer Bormann und die militärischen Ad- utanten, Major Schmundt und Hauptmann Engel. Der Besuch des Führers auf dem Truppenübungsplatz Groß-Born hatte sich wie ein Laufteuer herumgesprochen. Schon in den frühen Vormittagsstunden ah man die Einwohner ber umliegenben Stäbtchen unb Ortschaften in langen Zügen zu ben Anmarfch- traßen eilen. Da es sich aber um eine gefechtsmäßige Hebung hanbelte, mar ber hierfür vorge- ehene Abschnitt bes Truppenübungsplatzes hermetisch abgesperrt. Der kleine Bahnhof Groß-Dorn war mit Fahnen unb Girlanden festlich geschmückt: Vor bem Bahn- Hof war eine Ehrenkompanie bes Infanterieregiments 94 mit Musikkorps unb Spielmannszug, sowie ber Regimentsfahne aufmarschiert. Am linken Flügel stehen bie unmittelbaren Vorgesetzten bes bie Ehrenkompanie stellenben Truppenteils mit bem Divisionskommanbeur Generalleutnant von F alte n h o f. Auf bem Bahnsteig erwarten ben Führer unb Obersten Befehlshaber ber Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst von Brauchitfch, ber Oberbefehlshaber ber Heeresgruppe I, Generaloberst von Runbstebt, ber Kommanbierenbe General des II. AK., General der Infanterie B l a s k o w i tz, der Chef des Generalstabes des II. AK., Generalmajor Bieler, und weiter alle Ehrengäste bes Führers, ber Oberpräfibent unb Gauleiter von Pommern, Schwebe, sowie ber Kommanbant des Truppenübungsplatzes Groß-Born, Oberst T h o f e r. Kurz vor 14.30 Uhr wird ber Sonberzug' des Führers gesichtet. Als der Zug einläuft, fetzt der Präsentiermar ch ein. Als erster entsteigt der Führer bem Sonderzug, begleitet von Reichsleiter Bormann, sowie einem persönlichen und militärischen Adjutanten. Nachdem der Führer die ihn erwartenden höheren Offiziere und den Gauleiter von Pommern begrüßt hat, schreitet er unter den Klängen bes Babenweiler Marsches die Front der Ehrenkompanie ab, um bann burch bas Lager zum Truppenübungsplatz zu fahren. Am Eingang stehen bie Lagerwachen als Ehrenwache mit Doppelposten vor Gewehr. Den ersten Teil der Strecke bilden die Angehörigen der DAF., Abteilung Wehrmacht, die Angestellten und Arbeiter ber Kommanbantur, Spalier. Durch bas gesamte Lager bis hinaus zum Uebungsplatz stehen mit präsentiertem Gewehr bie Solbaten bes Hebungsplatzes, burch beren Spalier der Führer ganz langsam fährt. Die Freude darüber, daß sie den Führer aus unmittelbarer Nähe sehen dürfen, leuchtet den jungen Trägern unserer Wehr aus den braungebrannten Gesichtern. Das ganze Lager ist von Fahnen geschmückt. Bor ben Unterkünften wehen bie Fahnen ber pommerfchen Stäbtchen, nach benen sie benannt finb. Bei ber Ortschaft Krangen, außerhalb bes Lagers, stehen zu vielen Hunberten bie Einwohner ber umliegenben Stäbtchen unb Dörfer, bie ihrer Freube unb Begeisterung jubelnb Ausbruck verliehen, als sie ben Führer sahen. Dor allem ist es bie Iugenb, bie Fähnchen schwenkenb mit hellen Stimmen bem Führer General Vuillemin bei einer Lustwaffenübung. Berlin, 19. Aua. (DNB.) Am Freitagvormittag weilte ber Ches Des ©eneralftgbes ber französischen Luftwaffe, General Vuillemin, mit General b ' A st i e r und den übrigen Herren seiner Begleitung auf bem Luftwaffen-Uebungs- platz Zinast, wo er gefechtsmäßigen Vorführungen von Verbänben ber Lehrtruppen ber Luftwaffe beiwohnte. Um 9 Uhr startete vom Flughafen Tempelhof ber französische General, mit bem von beutscher Seite Staatssekretär ber Luftfahrt, General ber Flieger Milch, ber Chef bes Generalstabes ber Luftwaffe, Generalleutnant Stump ff unb ber Chef bes Ministeramtes, Generalmajor Bobenschatz, flogen. Auf bem Fliegerhorst Barth erwartete der Höhere Kommandeur der Lehrtruppen bie Gäste, die nach Abschreiten der Ehrenformation durch bie Stabt Barth nach bem Luftwaffen-Uebungsplatz fuhren. Auf bem Wege borthin bereitete bie Bevölkerung den französischen Ofizieren einen sehr freundlichen Empfang. Die Vorführungen, bie von ben ftanzösischen Gästen vom Beodachtungsstanb bes Luftwaf- sen-Uebungsplatzes verfolgt würben, zeigten gefechtsmäßiges Schießen der leichten und schweren Flakartillerie, Tiefangriffe der Kampfflieger, sowie Angriffe schwerer Kampfflugzeuge und Sturzkampfflieger mit scharfem Bombenwurf, sowie die Abwehr ber Kampfflugzeuge burch bas Zusammenwirken von Jagdflugzeugen und Flakartillerie. Während eines Frühstücks, das im Offiziersheim des Fliegerhorstes Barth eingenommen wurde, hieß der Höhere Kommandeur der Lehrtruppen der Luftwaffen, Generalmajor Förster, General Duil- l e m i n und bie Offiziere feiner Begleitung willkommen, gab ber Hoffnung Ausdruck, daß die fr an» zöfftchen Fliegeroffiziere durch die Vorführungen einen Einblick in die Arbeit der Lehrverbände ber deutschen Luftwaffe erhalten hätten und trank auf das Wohl der ftanzösischen Offiziere. General V u i l- i Umin sprach in kurzen Worten seine Anerkennung Seine: >nbe Nt' > an 5iI Blick durch hohe Arkaden^ die den Ehrenhof nach der Hafenseite umrahmen, hinaus auf Hörn und Förde, ein wundervolles Bild, in feiner Eindringlichkeit erhöht durch die silhouettenhaft im Hintergrund emporragenben Helgen unb Hallen ber gro- ;en Werftanlagen. Ein mächtiges, mehrere Meter hohes Staatswappen bes Königreiches Ungarn, flankiert von zwei Reichsablern, grüßt von ber Mitte ber Arkaden. Große Flaggenphylonen grenzen ben estlichen Raum ab. Am Hafenufer entlang zieht sich eine Allee hoher Fahnenmasten. Vor der Bellevue* Brücke wird ein über 15 Meter hoher Doppel- phylon, mit bem Hoheitszeichen des Reiches und dein ungarischen Staatswappen gekrönt, stehen. Auch bas Ostufer des Hafens erfährt eine würdige Aus- chmückung, bis hinauf nach Laboe, zum Ehrenmal )er deutschen Kriegsmarine. Oie HL.-Zührer in Japan. Tokio, 19. Aug. (DNB.) Die HI.-Führer* Abordnung reifte am Freitag nach $ a m a « n a f a ab, wo sie am See gleichen Namens gemeinschaftlich mit 500 Angehörigen der japanischen Iu- genb ein Zeltlager bezieht. Auf allen Stationen wurde bie HI.-Adordnung in ihren weißen Uniformen von ber Bevölkerung und Abordnungen der japanischen Jugend herzlich begrüßt. In Pa- manaka fand nach Willkommengrüßen durch die dortigen Deutschen ein Empfang beim Oberpräsidenten statt. Die Presse berichtet fortlaufend ausführlich über den Besuch der HJ.-Abordnung in Japan. Zahlreiche Berichterstatter haben sich in die Umgebung des Fudschijama begeben, um an der Besteigung bes Bergriesen burch bie HI. teilzunehmen, bie am Samstagmittag beginnt. Steigender Indenschmnggel nach England. Lonbon, 20. Aug. (Europapreß.) Die steigende Zahl ber vor englischen Polizeigerichten wegen u n=z erlaubten Aufenthalts in Englanb zur Aburteilung fommenben 3 üben hat, wie „Daily Expreß" melbet, zu einer planmäßigen Polizeiaktion gegen ben immer größeren Umfang annehmenben Schmuggel von Iuben nach Englanb geführt. Wie bas Blatt schreibt, beuten viele Anzeichen barauf hin, baß täglich zahlreiche Iuben an einsamen Stellen der englischen Küste an Lanb gesetzt wer- d e n. Don biesen geheimen Lanbeplätzen würben bie Iuben bann im Auto nach Lonbon gebracht und hier in kleineren Durchgangslagern mit Geld und Nahrungsmitteln versehen, um dann „unterzutauchen". Die Weigerung der aufgegriffenen Juden, irgendwelche Aussagen über die Art ihrer Ankunft in England bzw. in London selbst, oder über ihre Durchgangslager zu machen, erschwert, wie bas Blatt betont, in großem Maße bie Aufgaben ber Polizei. Adschließenb erklärt bas Blatt, ber jübische Menfchenfchmugael werbe systematisch unb äugen- ■ scheinlich vom Auslanbe her betrieben. ■ Anscheinenb seien es vor allem belgische Schiffer, bi9 i an biefem sehr einträglichen jübischen Menschen* schmuggel beteiligt seien. 3« Erwartung Horthys. Berlin, 19. Aug. (DNB.) Der Reichsverweser bes Königreichs Ungarn, S. D. Abmiral Niko* laus Horthy von Nagybanya unb I. D. Frau von Horthy treten am Sonntagmorgen ihre Reise nach Deutschlanb an. In ihrer Begleitung befinben sich der ungarische Ministerpräsident von Jmrsdy, der ungarische Minister des Aeußeren von Kanya, der ungarische Honvedminister General der Infanterie von Ratz, ber C!>ef ber Kabinettskanzlei bes Reichsverwesers Dr. von Jray und ber Chef ber Militärkanzlei bes Reichsverwesers Fclbmarschall.eutnant von Janyi. An ber beutschen Grenzstation Bruck a. b. Leitha- Bruckneuborf wird der vorher eingetroffene deutsche Sonderzug mit dem ungarischen Gesandten Feld- marschalleutnant S z t o j a y , dem deutschen Gesandten in Budapest von E r d m a n n s d o r f f, die Führer des deutschen Ehrendienstes Vizeadmiral Schuster, dem Chef des Protokolls Gesandten Frhr. von Dörnberg, dem Fahrtleiter des 23er- bSibungsftabes des Stellvertreters des Führers, --- Oberführer Stenger, sowie den übrigen Mitgtte- bern bes beutschen Ehrenbienstes bem ungarischen Sonberzug angeschlossen. Gegen Mittag wirb bieser auf bem Westbahnhof in Wien eirttreffen, wo der ungarische Reichsverweser unb Frau v. Horthy von bem Reichsstatthalter in Oesterreich unb grau Seyß-Jnquart, sowie ben führenben Persönlichkeiten von Partei, Staat unb Wehrmacht empfangen werben. Der Reichsverweser wird' eins Ehrenkompanie der Luftwaffe abschreiten unb nach kurzem Aufenthalt bie Fahrt nach Kiel fortsetzen. Flaggenschmuck. Berlin, 19. Aug. (DNB.) Auf Anorbnung bes Führers unb Reichskanzlers flaggen aus Anlaß bes Besuches S. D. bes Reichsverwesers bes Königreichs Ungarn, Abmiral von Horthy, bie öffentlichen Gebäube für bie Dauer feines 2Iufenc- haltes in benjenigen Stäbten, in benen sich ber Reichsverweser währenb feiner Deutschlanbreise be- finbet. Außerbem flaggen bie öffentlichen Gebäude in ben Ortschaften, bie an ben vom Reichsverweser befahrenen Eisenbahnstrecken liegen, am Tage bec Durchreise. Auf allen öffentlichen Gebäuben und Plätzen, bie Empfangs- ober Abschiebszwecken bienen, kann neben ben von Reichs wegen vorgesehenen Flaggen bie ungarische Flagge gesetzt werben. Die Bevölkerung ber in Betracht fommenben Ortschaften wirb gebeten, an ben Tagen bes Besuches ober ber Durchreise bie Reichs- unb Nationalflagge zu zeigen. Kiel int Festschmuck. Kiel, 19. Aug. (DNB.) Der Reichsverweser bes Königreiches Ungarn, Abmiral von Horthy, wirb mit seiner Gemahlin auf feiner Deutschland- reife die deutsche Kriegsmarinestabt Kiel besuchen. Der Stapellauf eines neuen Kreuzers, dessen Taufe bie Gattin des Reichsverwesers vollzieht, wirt)« als sichtbare Bekundung der herzlichen deutsch-ungarischen Freundschaft im Mittelpunkt bes Besuches stehen. Unzählige Hände sind schon am Werk, um den Straßen und Plätzen der im neuen Deutschland zu größerer Blüte wiedererstandenen Stadt ein festliches Gewand zu verleihen. Die Halle bes Haupt- bahnhoses wirb durch einen riesigen Flaggenbaldachin in ein leuchtenbes, von ben Farben des Dritten Reiches und bes Königreiches Ungarn beherrschtes Bild verwandelt. Der große, repräsentative Platz vor bem Hauptbahnhof wirb zu einem Ehrenhof ausgestaltet, auf bem bas ungarische Staatsoberhaupt bie Front ber Ehrenkompanien abschreiten wirb. Beim Verlassen des Bahnhofsportals fällt der nicht unterdrücken, daß dieses tschechische Verfahren „etwas seltsam" anmutet und stimmt bem zu, baß es sich wohl nur um eine „erste Genugtuung" seitens ber Tschechen hanbeln könne. Die Tatsache, baß Lorb Runciman unb nicht bie Regierung bie Ernennung beutscher Beamter angefünbigt habe, beweise, daß diese Maßnahme auf Wunsch R u n c i m a n s von der Regierung ergriffen worben fei. 3mmer Wieder Gewalttaten gegen Deutsche. Zwischenfälle in Komotau. Prag, 20. Aug. (DNB.) Von einer Beruhigung ber Lage im subetenbeutschen Gebiet ist trotz ber sehr ernsten Vorstellungen seitens der Sudetendeutschen Partei bei Prager verantwortlichen Stellen bis jetzt noch nichts zu bemerken. Im Gegenteil, es sind fortwährend weitere Reibereien und Angriffe auf Sudetendeutsche festzustellen. Die Spannung im nordwestlichen Böhmen, bie jüngst erst zu den B r ü x e r Ausschreitungen geführt hat, hat jetzt in Komotau zu neuen Zwischenfällen geführt. Gegen 21.30 Uhr ging bas SDP.-Mitglied Emil Siegel spazieren, als ihm sechs bis sieben Zivilisten entgegenkamen. Siegel bat einen aus dieser Gruppe um Feuer. Plötzlich wurde er niedergeschlagen und mit Faustschlägen und Fußtritten bearbeitet. Er brach bald danach, nachdem die Angreifer von ihm abaelassen hatten, ohnmächtig zusammen. Später wuroe er von Passanten aufgefunden, die ihn in bas Krankenhaus schaffen ließen, wo eine Gehirnerschütterung und zwei stark blutende Kopfverletzungen festgestellt wurden. In einer Wirtschaft wurde gegen den Chauffeur Julius Rulf eine völlig betrunkene tschechische Gesellschaft ausfällig. Um eine Auseinandersetzung zu vermeiden, verließ Rulf das Lykal. Als er in seinen Wagen stieg, rissen ihn die Tschechen, die ihm ge- Selbst wenn man bie von ben Tschechen als große Tat aufgebauschte Ernennung einiger weniger Post- oorftänbe unb bie noch nicht einmal fest zugesagte Einsetzung beutscher Beamter in bie politische Verwaltung als ein wirkliches Entgegenkommen zu ben subetenbeutschen Forberungen werten wollte, wäre bamit lebiglich eine Voraussetzung zur Einleitung ber notwenbigen 23ef rtebung geschaffen. ' Die Prager Regierung hatte schon im Februar 1937 in feierlicher Form Versprechungen abgegeben, baß bie im Laufe ber bis bahin seit ber Staats- grünbung vergangenen Jahre ben Subetenbeutschen wiberfahrenen schweren Benachteiligungen auf. bem Gebiete ber Aemterbefetzung bereinigt würben. Es ist bekannt, wie ungenü- genb biefes Versprechen eingehalten würbe. Sv begrüßenswert beutsche Postvorstänbe in bis zu 80 Prozent unb mehr beutschen Orten sein werben, so handelt es sich bei deren Einsetzung dach nur um eine Selbstverständlichkeit, wobei zu bemerken ist, daß ber beutsche Postvorstanb in jebem Falle mit einem noch überwiegend tschechischen Dienstpersonal arbeiten muß. Die Beamtenfrage ist für bas Subeten- beutschtum zwar wichtig, aber es kann sich in ber heutigen Lage nicht lebiglich um einige Beamten- poften hanbeln, fonbern vor allem um bie Anerkennung bes Grundsatzes und seiner darauf erfolgenden wirklichen Anwendung, da bas Subetenbeutschtum auch auf biefem Teilgebiet ben berechtigten Anspruch auf Verwaltung burch beut« s ch e Beamte in seinem Gebiet unb in allen Kategorien hat. Konzessions-Schulzen. Die tschechische Regierung überrascht bie Welt mit ber freudigen Mitteilung, baß bemnüchst im Bereich ber Postoerwaltung sieben unb im Bereich ber Jnnenverwaltung ganze zwei höhere Derwaltungs- stellen Subetenbeutschen anvertraut werben sollen. Wir wollen nicht bie Frage aufwerfen, ob bie zu ernennenden Beamten als Vertreter ber subetenbeutschen Bevölkerung angesprocheü werben können — es genügt völlig bie Randbemerkung, daß bie Selbstverwaltung ber Subetenbeutschen nach eigenem Recht nicht mit .einigen Konzessions- Schulzen erreicht ist. Während ber tschechische Ministerprüsibent noch von diesen KonzessioNs- Schulzen spricht, um bas berühmte Fähnchen bes noch berühmteren guten Willens herauszuhängen, tobt sich die tschechische Verwaltung in Schikanen aus. Ein Beispiel: Ein Ortsleiter ber Sudeteybeut- ■ schen Partei hat ein Schabenfeuer zu beklagen, bas seine Scheune einäschert. Angesichts ber damit gegebenen Schwierigkeiten bei ber Einbringung seiner Ernte ersucht er um Aufschub seiner Waffenübung. Das Gesuch wirb abgewiesen. Er will nun Ernteurlaub haben unb braucht bazu die rein tatsächliche Bescheinigung ber Tatsache biefes Schabenfeuers. Die tschechischen Behörben stellen ihm einfach biefe Bescheinigung nicht aus. Man sieht, in ber Tscheche! geht nach wie vor bie Schikane noch vor ben Konzessions - Schulzen! „Elwas seltsam". Auf Wunsch Runcimans? zujubelt. Auf bem restlichen Teil ber Strecke bi Iben bie Panzerschützen in ihrer schmucken Uniform mit ben charakteristischen Mützen Spalier. Der für bie Hebung bes Freitags vorgesehene Abschnitt bes Truppenübungsplatzes ist ein gerabezu ibeales Gelände. Leichte Bodenerhebungen wechseln mit flachen Mulden, durchsetzt von dichtem Unterholz und mit verelnzelten Busch- und Baumgruppen und eingefaßt und durchzogen von dichtem Tannenwald. Nachdem ber Führer auf einem bas Gelanbe deherrschenben Hügel eingetroffen ist, steigt am hohen Mast bas gelbrote Warnzeichen empor, bas anfünbigt, baß gefechtsmäßige Hebungen stattsinbey. Der heuttgen Hebung liegt bie Annahme zu- grunbe, baß ein Infanterieregiment auf bie stark befestigte Hauptkampflinie bes Feinbes gestoßen ist, bie unter Zuhilfenahme schwerer Angriffswaffen eingebrückt werben kann. Nachdem die schwächste Stelle des Gegners erkundet ist, greift bie schwere Artillerie ein, und deutlich sind auf dem rechten Flügel bie Einschläge zu erkennen. Nach einem Vorberei- tungsföuer verstärkt sich ber Einsatz ber Artillerie. Unter ihrem Schutze gehen bie Schützen staffelweise auf bem rechten Abschnitt vor. Aus einem ben Abschnitt begrenzenden Waldsaum empfängt Jie heftige Abwehr schwerer MGs. Die Schützengruppen geraten ins Stocken unb können ihren Vormarsch erst wieber aufnehmen, als die Artillerie eine schützende Nebelwand vor sie gelegt hat. Der Angriff auf bem rechten Ufer gelingt. Dagegen stößt ber.linke Flügel ber Bataillone auf heftigen Wiberstanb, so baß bie Frontlinie verlagert unb ber burchstvßende rechte Flügel burch schweres Flankenfeuer bedroht wirb. Durch Jnfanterieschützen unb inbirettes Feuer schwerer MGs. werben bie Stellungen bes Feinbes angegriffen, bie aber erst aufgegeben werben, als sie unter schweres Artilleriefeuer genommen werden, das nun die ganze Front bes Abschnittes entlang rollt. Den Höhepunkts erhält bie Hebung, als aus einem Walbeinschnitt ein Panzerangriff auf ben linken Flügel erfolgt, bem Panzerabwehrkanonen unb bas konzentrierte Feuer ber Jnfanterieschützen unb ber Artillerie ein vorzeitiges Ende bereiten. Mit Hurra rollen bie Schützen bie feinbliche Kampflinie auf. Dann sinkt bas Sperrzeichen: bie Hebung ist 6e= enbet. Die beteiligten Truppen rücken in bie Unterkünfte. Die Bewohner ber umliegenben Dörfer unb Stäbt- .chen außerhalb bes Geländes haben auf ben Zufahrtsstraßen lange ausgeharrt, um ben Führer noch einmal zu sehen unb ihm ihre Liebe unb Verehrung zu bekunden. Nach Beendigung ber Hebung verweilte der Führer mit ben Ehrengästen bes Heeres einige Stunden im' Kreise der Offiziere unb Beamten bes Truppenübungsplatzes. Am Abenb fanb bann am Offiziersheim mit bem Blick auf ben herrlichen Piel- burger See ber Große Zapfenstreich vor bem Obersten Befehlshaber ber Wehrmacht statt, an bem sechs Musikkorps, zwei Trompetetkorps unb sämtliche Spielleute, sowie drei Infanteriekompanien als Fackelträger teilnahmen. Anschließend nahm der Führer ben Vorbeimarsch der am Großen Zapfenstreich beteiligten Musikkorps ab. Bei der Abfährt vom Truppenübungsplatz bereitete die Bevölkerung von Groß-Born dem Führer zu mitternächtlicher Stunde erneut begeisterte 'Kundgebungen. ouf f M ?*•$! Wüin, L°lle ein Mrurf. piung Sw N di SS« N’i . .Die t lebet 5 el Nblu >(h S den Ain e Stiar // auf die nationalen Stellungen von Zc in der Nacht zum Freitag und am F: Wetter. gewidmet, die mit wahrhaft künstlerischen Leistungen' aufwartet. Die Reichspflanzen- und Saatgutschau, (früher Reichsgartenbaumesse), die ebenfalls erfreulich stark beschickt ist, gibt einen Querschnitt durch die Vielgestaltigkeit und den hohen Stand des deutschen Gartenbaues und die hervorragenden Leistungen der Vorhersage für Sonntag: Wechselnde Bewölkung mit einzelnen, teilweise gewittrigen Nie- derschlägen bei lebhaften Winden aus West bis Dem Auge das Beste! Lassen Sie sich beraten von Optiker Magnus dem Optiker Ihres Vertrauens / Seltersweg 33 / Kassenlieferant. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauvtschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange (in Urlaub), i.V.: Ernst Blum- schein; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck (in Urlaub). Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theod. Kümmel. D.A. VII. 38 : 9034. Druck und Verlag: Brühlsche Univerfitätsdruckerei R.Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illu- strierten 15 Pf. mehr. Einzelverkausspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 —___ gültig. deutschen Erwerbsgärtner. Ausstellung „100 Jahre Slaatsbahn" in Braunschweig. nehmlich autartische Ziele habe, wobei man auf amerikanischer Seite allerdings übersieht, daß diese „autarkischen Ziele" ja nicht mutwillig von Deutschland aufgestellt worden sind. Wenn Brinkmann erkläre, daß er Rohstoffe hier kaufen möchte, so begrüße das Amerika. Es fei der Ansicht, daß man zu diesem Ziel schon vor Jahren hätte kommen können, wenn eine Einigung über die zugrunde liegenden Handelsmethoden möglich gewesen wäre. In der Lage, in der A m e r i k a sich befinde, sei es so gut wie unmöglich, zweiseitige Handelsabmachungen zu treffen, denn ein Land lege Wert auf diese, ein anderes auf andere Güter und Amerika würde dann weder wissen, welche Zollpolitik es verfolgen solle, noch in welcher Form es für die gelieferten Waren Bezahlung erhalten könne. Es fei anzunehmen, daß das Angebot darauf hinausgehe, in der gleichen Weife, wie Deutschland das in gewissen, lateinamerikanischen Ländern getaü habe, die Erzeugnisse zum Teil mit Waren zu bezahlen. Hierüber könne nicht ohne weiteres etwas gesagt werden, sondern es bedürfe dazu genauerer Angaben. Hüll machte seine Ausführungen in durchaus freundschaftlichem Ton. Er erklärte, daß er die Wünsche Brinkmanns in vollem Umfange teile. Die Bemerkung, daß man genauere.Einzelheiten hallen müsse, deutet an, daß der Vorschlag nicht grundsätzlich abgelehnt wird. NGS. In einer Feierstunde im Römer wurden Reichskulturwalter Myraller, Professor Dr. Ni ess en (Köln) und dem Sachbearbeiter in der Reichstheaterkammer Kühnly, für ihre Verdienste um das Theater der Stadt Frankfurt die silberne bzw. bronzene Ehrenplakette der Stadt d?s deutschen Handwerks verliehen. Der Oberbürgermeister gab einen Querschnitt durch das Kulturschaffen der Stadt Frankfurt. Die Verleihung der silbernen Ehrenplakette an Reichskulturwalter M o r a l l e r bedeute Anerkennung und Dank der Stadt für die Bemühungen des Reichskulturwalters um die Römerbergfestspiele. Prof. Dr. N i e s s e n (Köln), der die bronzene Ehrenplakette erhielt, wurde damit der Dank der Stadt für den vorbildlichen Aufbau und die wissenschaftliche Beratung für die „Ausstellung des deutschen Freilichttheaters" im Karme- liter-Klost-er zuteil. Dem Sachbearbeiter in der Reichstheaterkammer, Kühnly, wurde die bronzene Ehrenplakette verliehen zum Dank für seine Verdienste beim Zustandekommen des Gastspieles der Frankfurter Oper in Bukarest und dem daraus entstandenen Theateraustausch zwischen der rumänischen Hauptstadt und der Stadt des deutschen Hand- Coburg, 20. Aug. (DNB.) Zu Beginn der gestrigen Schlußsitzung im Schloß Ehrenburg gab der Präsident der CJP., NSKK.-Obergruppenführer Herzog von Coburg, folgendes Telegramm des Stellvertreters des Führers bekannt, das mit größtem Beifall ausgenommen wurde: „Der Tagung des Exekutivausschusies der permanenten Internationalen Frontkämpferkommis- fion übermittele ich kameradschaftliche Grüße und beste Wünsche für das Gelingen ihrer Arbeit. Mit vereinten Anstrengungen haben die Frontkämpfer aller Länder mitgewirkt, daß die Anschläge, die in den letzten Jahren auf den Frieden der Völker unternommen worden sind, zum/ Wohle der Völker ohne Erfolg blieben. Ich bin überzeugt, daß gleiche Anstrengungen der Frontkämpfer auch in Zukunft zu ihrem Teil beitragen werden, den Frieden zu bewahren. heil Hitler! Rudolf h e ß." Nach Erledigung interner Fragen brachte der Vizepräsident der Vereinigung deutscher Frontkämpser- Bei lebendigem Leibe verbrannt. Ein Unglücks fall, der sich auf spanischem Boden in unmittelbarer Nähe der französischen Grenze ereignet hat, wirft wieder ein bezeichnendes Licht auf die französische „Nichteinmischungspolitik". Ein französisches Benzintankauto, das mit Brenn- - ftoff gefüllt war und in der Nähe des spanischen Ortes Matara Halt gemacht hatte, wurde von einem zweiten französischen Benzintankwagen gerammt, wobei beide Fahrzeuge in Flammen aufgingen. Nur einer der Fahrer konnte mit schweren Brandwunden gerettet und ins Krankenhaus von Matara gebracht werden. Der Fahrer des anderen Wagens und die zwei Beifahrer verbrannten bei lebendigem Leibe. Bei allen vieren handelt es sich um französische Staatsangehörige. Jugoslawisches Gebirgsdorf eingeäschert. Unweit der albanischen Grenze brannte das Gebirgsdorf Kukuljane bei Prizren vollständig nieder. Das Feuer verbreitete sich mit Windeseile nach allen Seiten. Da es in dieser karstigen Gegend kein Wasser zum Löschen gibt, brannten alle 60 Häuser bis auf die Grundmauern nieder. Verluste an Menschenleben sind nicht zu beklagen. Das Vieh befand sich glücklicherweise auf den Almen. 6 Tote, 45 Verletzte bei einer Schießerei in Mexiko. Zwischen den im Staate Mexiko liegenden Farmen San Andres Timilpa und Mado kam es zu einer Auseinandersetzung, die in eine schwere Schießerei ausartete. Als Opfer des Feuergefechtes waren insgesamt sechs Tote und 45 Verletzte zu verzeichnen. Wetterbericht Trotz der lebhaften vom Atlantik ausgehenden Wirbeltätigkeit und dem starken Luftdruckfall konnte sich am Freitag bei uns heiteres und bei lebhaften Südweftwinden auch warmes Wetter behaupten. Eingedrungene Meeresluft hat inzwischen jedoch unter Druckanstieg unbeständige Witterung gebracht, die vor allem in Norddeutschland schon zu Regens Amerikas Handelspolitik »der einzige Weg Außenminister Hüll zur Rede des Staatssekretärs Brinkmann. Frontkämpfer sind für den Frieden! Sruß vom Stellvertreter des Führers. Auf der Essener Reichsgartenschau wurden zwei Sonderausstellungen eröffnet: die Reichspflan - zen - und Saat gutschau und die August- Blumen-Sonderschau. Ein Rundgang durch die beiden Sonderschauen übertraf alle Erwartungen. In ungeahnter Pracht und Fülle bot sich die Blumensonderschau mit ihren Meisterschöpfungen neuester deutscher Blumenzüchtung dem Auge dar., ■ . -. Ein- besonder- Abteilung ist der Blum-nbind-kunlt ^Lufttemperaturen am 19. August: mittags 25,3 Grad Celsius, abends 17,7 Grad: am 20. August: morgens 14,8 Grad. Maximum 26 Grad, Minimum heute nacht 11,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 19. August: abends 20,1 Grad; am 20. August: morgens 16 Grad Celsius. — Sonnen- scheindauer 12 Stunden. Washington, 19. Aug. (DNB.) Außenmini- ter Hüll erklärte in der Pressekonferenz, über die Rede des Staatssekretärs Brinkmann vor der Amerikanischen Handelskammer in Berlin befragt, er würde nichts mehr begrüßen, als eine Der- tärkung der deutsch-amerikanischen Handelsbeziehungen und eine Rückkehr zu dem intensiven Warenaustausch, der in der Vergangenheit für beide Länder so außerordentlich nützlich gewesen sei. Die amerikanische Regierung habe diesem Problem seit langer Zeit sorgfältige Aufmerksamkeit gewidmet, habe jedoch bisher keine Methoden gefunden, um eine für beide Teile befriedigende Lösung herbeizuführen. Für das deutsche System, mit anderen Ländern einen Warenaustausch zu verabreden, könne er sich allerdings nicht erklären. Deutschlands Handelspolitik basiere seiner Ansicht nach auf der sicheren Führung zwischen den einzelnen fremden Ländern und mache dadurch den dreieckigen, ober vielseitigen Warenaustausch unmöglich. Amerika sehe dagegen in seiner Handelspolitik den einzigen Weg, um allmählich die Handelsschranken in der Welt abzubauen und zu verstärktem Warenaustausch zu gelangen. Eine weitere Schwierigkeit besteht nach Ansicht des Staatsdepartements darin, daß Amerika im freien Wettbewerb mit anderen Ländern feinen Außenhandel fördere, während Deutschland vor- Ieckeln sowie die übrigen Ehrengäste einen Rundgang durch die Schau, auf der auch ein KdF.» Wagen gezeigt wird. i Unglücksfahrl des Donkofaken-Ehors. In der Nacht zum Samstag ereilte den berühmten Don-Kosaken-Chor, der sich in einem Omnibus auf der Fernverkehrsstraße von Bad Neuenahr nach Bad Ems begeben wollte, zwischen Weißenturm und Urmitz-Bahnhos ein schweres Unglück. Der Fahrer des Omnibusses wurde von einem entgegenkommenden Lastzug geblendet und steuerte zu weit nach links, so daß der Omnibus gegen einen Baum prallte. Von den 40 Insassen erlitten 13 schwere und 10 leichte Verletzungen. Der Omnibus wurde völlig zertrümmert. Das Unglück ist um so bedauerlicher, als der Chor in der nächsten Woche zu einer Fahrt nach Amerika ^verpflichtet war. Die Verletzten wurden in die Krankenhäuser nach Neuwied und nach Koblenz gebracht. Jnlernationale Briefmarkenfälfcher verurteilt. Eine Große Strafkammer des Landgerichts München verurteilte vier Mitglieder einer internationalen Briefmarkenfälscherbande, und zwar die Angeklagten Joan G j u r i s und Ivo Hein» r i ch zu je drei Jahren Gefängnis, Slavko Deucht zu einem Jahr und Nikola M i r k o v i t ch zu sechs in der Nacht zum Freitag und am Freitag zuruck- aewiestn. Ein feindlicher Angriff südöstlich von Cabeza del Buey wurde gleichfalls zurückgeschlagen. Das Kriegsmaterial, das dem Feinde in diesem Abschnitt in den letzten Tagen abgenommen wurde, umfaßt 50 automatische Masten, 1530 Gewehre, 8 Minenwerser, über eine Million Schuß Gewehrmunition, mehrere tausend Handgranaten und mehrere tausend Schuß Artilleriemunition. Im Verlaufe eines Luftkampfes haben die nationalen Flieger am Freitag vier feindliche Flugzeuge abgeschossen. Auf nationaler Seite wurden keine Flugzeuge verloren. Am 17. August haben die nationalen Flieger die militärischen Ziele im Bahnhof von Ampolla Mit Bomben belegt. In der Nacht zum 18. August wurden militärische Ziele in den Bahnhöfen von Dendrall, Sitges und Ampolla angegriffen und in der Nacht zum 19. August die Kriegsmaterialfabrik von Blaues bombardiert, die zerstört wurde. Nach einer Reutermeldung aus Barcelona ist der im Hafen von Dalcarca liegende britische Dampfer „S t a n d r o ck" von Fliegerbomben getroffen worden. Das Schiff ist gesunken. Verletzte gab es nicht. kommen. f . c» Im Kampfabschnitt des S a l a d a - B e r g e s an der Front von Valencia haben die nationalen Truppen eine kühne Operation durchgeführt und die Pina Juliana, Zoma Redonda und eine andere wichtige Stellung besetzt. Kurz dsmach hat der Feind diese Stellungen wiederholt heftig angegriffen, er wurde aber in glänzender Weise zurückgeschlagen; dabei wurden ihm erhebliche Verluste. beiaehracht. Am Freitagabend haben die nationalen Truppen das gesamte Massiv von Pina Juliana erobert und beim Durchschreiten der Schlucht Resinero dem Feind eigen Verlust von 300 Mann beigebracht. Von den nationalen Truppen wurden hierbei 153 Gefangene gemacht, 10 Maschinengewehre, über 200 Gewehre und eine größere Menge Munition erbeutet. Im Kampfabschnitt van Cabeza del Buey wurden ebenfalls mehrere feindliche Gegenangriffe ...... ~ " Warzas Capilla Schweden kam mit einem sorgfältig durchgearbeiteten Film „Ein F r a u e n a n t l i tz" zu Wort, ein Werk von hohen Qualitäten, das in der Photographie manche ausgezeichnet gelungene Szene zeigte. Das Stück, in der Durchführung etwas zu weitschweifig, basiert gänzlich auf dem Dialog. Wenn das Stück trotzdem großen Beifall errang, so ist das in der Hauptsache der packenden Darstellung von Ingrid Bergmann zu danken, die stärkste Begabung verrät. DKK. berichtet über die Vorführungen auf der Internationalen Filmkun st schau in Venedig: Zu dem deutschen Film „Fahrendes Volk" war eine weitaus größere Besucherzahl als sonst erschienen. Das starke Interesse für diesen deutschen Film war wohl in erster Linie Hans Albers zuzuschreiben, der auch in Italien in die Reihe der Filmlieblinge eingerückt ist. Dazu kam das allgemein interessierendes Thema des Filmes, auch war man gespannt, ein deutsches Filmwerk unter der Spielleitung des erfolgreichen Regisseurs Jacques Fey - d e r zu sehen. Der starke Beifall bewies, daß sich das Publikum in feinen Erwartungen keineswegs getäuscht sah, sondern von dem schmissigen und interessanten Film äußerst befriedigt wurde. Neben Hans Albers gefiel besonders Fran?oife R o s a y in der eindrucksvollen Rolle der Tigerbändigerin und Hannes Stelzer, der sich als ein ausgezeichneter Schauspieler erwies. — Eine sehr gute Aufnahme fand auch der Ufa-Kulturfilm „Schnelle S t r a- ß e n", der durch eine Dergleichsfahrt auf gewöhnlichen Straßen die gewaltigen Vorteile aufzeigt, die sich durch das Reifen auf den Reichsautobahnen für .den Kraftwagenfahrer ergeben. In glücklicher Weife ist die Verbinduna der aufklärenden technischen Erläuterungen mit schönen Aufnahmen der deutschen Landschaft gelungen. — Mit Erfolg wurde auch der deutsche Kulturfilm der Tobis „Gefiederte Strandgäste an der Ostsee" vorgeführt, der ein interessantes Bild vom Leben der reichen Voqel- welt gibt, die sich an den Küsten der deutschen Ostsee niederläßt. — Der amerikanische Film „T h e rage of Paris" mit Danielle Darrieux und dem jungen Douglas Fairbanks besitzt außer einer sauberen Photographie eigentlich keinerlei Eigenschaften, die ihn aus dem gewöhnlichen Durchschnitt herausheben. Reichskulturwalter INoraller erhält die silberne Ehrenplakette der Stadt Frankfurt. verbände, ^-Brigadeführer H u m a n - Hainhofen, den Dank an die ausländischen Delegierten für ihr Erscheinen und für ihre Mitarbeit zum Ausdruck. Er betonte, daß die Frontkämpfer auch weiter einsatzbereit seien, einen Krieg zu verhindern, und richtete abschließend Grütze an alle Frontkameraden der Länder der Delegierten. Den herzlichen Dank der ausländischen Frontkämpfer an den Herzog von Goburg und an die deutschen Kameraden brachte der belgische Präsident de Praetere zum Ausdruck unter besonderer Betonung der Kameradschaft und Offenheit der Coburger Tagung/ Deutschland habe hier einen sehr schönen Beweis geliefert zu den Bestrebungen der Frontkämpfer für Verständigung und Annäherung der Völker. Abends sand ein Abschiedsessen im Rittersaal der Feste Coburg statt. Hierbei erhob der Herzog sein Glas auf das Wohl der Staatsoberhäupter und der Länder aller Delegierten. Den Trinkspruch erwiderte namens der ausländischen Frontkämpferführer der englische Delegierte Oberst C r o ß f i e l d. Von Coburg aus machen die Delegierten eine Fahrt nach Mainz, von wo aus sie mit dem Dampfer nach Köln fahren. Von dort aus treten sie dann die Heimreise an. Monaten Gefängnis. Die Fälscherbande, die aus Zagreb stammt, hatte den Versuch unternommen, an einen Münchner Briefmarkenyändler türkische Briefmarken für 560 RM. zu verkaufen, die sich als Fälschungen herausstellten. Sie hatten schon vorher in Dresden, Leipzig, Berlin, Bremen, Hannover, Essen, Düsseldorf, Köln, Frankfurt und Nürnberg ihre Falsifikate abgesetzt und dabei insgesamt 3000 RM. vereinnahmt. Die Markenblacks, die sie verkauften, wurden von der türkischen Postbehörde nie verausgabt. Jüdische Rasfenfchänder. Vor kurzem wurde in-Hamburg der jüdische Rechts- anmalt Dr. Manfred Heckscher, der häufig jüdische Rassenschänder vor Gericht verteidigte, wegen Rassenschande festgenommen. Nunmehr gelang es der Hamburger Kriminalpolizei, auch seinen Bruder, den Rechtsanwalt Dr. Cäsar Heckscher, der gleichen Straftat zu überführen. Auch er hat wie sein Bruder jüdische Rassenschänder in ihren Strafprozessen vertreten. Drei Kinder in den Flammen umgekommen. Auf einem Bauernhof in Süd-Estland ereignete sich ein Brandunglück, dem drei Menschenleben zum Opfer fielen. Der Brand entstand beim Dreschen durch Funken aus einer Lokomobile. Infolge der Dürre und des starken Windes verbreiteten sich die Flammen mit großer Schnelligkeit und vernichteten die Gebäude des Bauernhofes. In der allgemeinen Verwirrung hatte die Frau des Hofpächters vergessen, daß sie ihre drei Kinder im Alter von , zwei his fünf Jahren in eine Scheune schlafen gelegt hatte. Die drei Kinder fanden den Tod in den Flammen. R o m , 18. Aug. (DNB.) Eine neue- aufschlußreiche Statistik über die zahlenmäßige Verteilung der Juden auf die verschobenen Berufe, veröffentlicht „(Saniere Padano". Danach sind von rund 48 000 Juden in Italien 15 000 (31,4 v. H.) Kaufleute und Handelstreibende, 11 000 (23,1 v. H.) Angestellte und Beamte, 4724 (9,9 v. H.) Angehörige freier Berufe sowie 4170 (8,7 v. H.) von unbekanntem Beruf. Dagegen sind nur 2460 (5,1 v. H.) Handarbeiter, 731 (1,5 v.H.) Gewerbetreibende, 327 (0,7 v.H) in der Landwirtschaft Tätige, 246 (0,5 v.H.) Offiziere und 87 (0,2 v. H.) Soldaten. Wie man sieht, gleicht auch in Italien die Verteilung der Juden auf die einzelnen Berufe der in anderen Ländern: Viele Handeltreibende, aber wenig Handarbeiter und fogut wie keine Soldaten. Kunst und Wissenschaft. Reue deutsche Erfolge auf der Filmkunstschau in Venedig. Auf der Internationalen Filmkunst- s ch a u in Venedig fand die Welt-Uraufführung des Tobis-Filmes „Verwehte Spuren" statt. Die Handlung spielt "1867 während der ersten Pariser Weltausstellung. Kristina So ed er b äum spielt die Rolle einer unglücklichen Tochter mit ergreifendem Ausdruck. Der Regisseur Veit Harlan gab der Handlung großartigen Schwung. Don den übrigen Gestalten ist Friedrich K a y ß l e r , der Präfekt von Paris, die eindrucksvollste Leistung. Die Freiucht- aufführung im „Garten der leuchtenden Brunnen wurde mit starkem Beifall ausgenommen. Mit gutem Erfolge wurde auch der deutsche Kulturfilm „Riemenschneider, der Mei st er von Würzburg", ausgenommen, der in wundervoller Plastik und äußerst glücklich gewählter Zusammenstellung ein Bild vom Schaffen des großen Bildhauers in einer der reichsten Epochen der deutschen Kunstgeschichte vermittelt. Die mexikanische Filmkunst stellte sich mit dem in jeder Beziehung sehr gut gelungenen Film „Alla en el Rancho“ vor. Im Rahmen einer flotten Handlung ergibt sich reichlich Gelegenheit, urwüchsige mexikanische Musik hören zu lassen, die' im 23ere-m mit den malerischen Volkstrachten der Darsteller dem Film einen einheitlichen und ganz van der Volkseigenart Mexikos erfüllten Charakter gibt. Der Spielfilm fand ungeteilten Beifall. In ein eigenartiges Milieu führte der ftanzösische Film e’ fängnis ohne Gitter". In dem Film sind es die Erziehungsmethoden der alten und der modernen Zeit, die bei der Schilderung des Lebens in einer Besserungsanstalt für Mädchen scharf aufeinanderprallen. Es spricht für den Film, daß das Publikum im Laufe des Geschehens in spontanen Beifall ausbrach. Der Film wendet sich unmittelbar an das Gefühl; daher der starke Eindruck, den der Film machte. Carinne Luchaire und Annie Ducaux waren die fceiöefl HauML.rWlexinnen. In Braunschweia eröffnete der braunschweigische Ministerpräsident Klagges die Ausstellung „100 Jahre Staatsbahn" — „Land zwischen Harz und Heide". Er schilderte, mit welchen Widerständen der Schöpfer der ersten deutschen Staatsbahn, Philipp August van Arnsberg, zu kämpfen hatte. Mit dieser Ausstellung stehe man an einem Wendepunkt wie vor 100 Jahren, denn heute werde mit dem Bau der Reichswerke „Hermann Göring" und der Volkswagensabrik ein neues Aufblühen der Wirtschaft eingeleitet. Nach der Eröffnung unternahmen Ministerpräsident Klagges, General ter Flieger FelmrL tt/Osiergruppenfutzrer Sowjetspanische Niederlage am Ebro. Lebhafte Tätigkeit der nationalen Flieger. Salamanca, 20.Aug. (Europapreß.) Das nationale Hauptquartier erklärt in dem in der Nacht zum Sanlstag von ihm ausgegebenen Heeresbericht: Am Freitag haben die nationalen Truppen im Ebro- Abschnitt den sowjetspanischen Milizen eine schwere Niederlage beigebracht. Die nationalen Truppen haben Stellungen von großem m il i t ärif ch e n Wert besetzt. deren Verlust die ohnehin schwierige Lage der Sowietspamer noch schwieriger gestaltet. Der Feind hat mehrere tausend Mann und wertvolles Kriegsmaterial verloren. Die nationalen Truppen haben einige hundert Gefangene gemacht; ihre endgültige Zahl kann zur Stunde noch nicht festgeftellt werden, da dauernd neue @e= fangenen-Transporte aus dem Kampfabfchnitt an- Aus aller Welt. Die Ozeanflieger bei Reichsminifter Dr. Goebbels. Reichsminister Dr. Goebbels empfing die Mannschaft des Focke-Wulf „Condor", Flugkapitän Henke, Hauptmann von Moreau, Ober- funkmaschimst D i e r b e r g und Oberflugzeugfunker Kober. In einer längeren Unterredung berichteten die Flieger dem Minister von ihrer Ozeanüberquerung. Dr. Goebbels sprach jedem einzelnen der Flieger seine besondere Anerkennung aus. Amerikanerinnen besuchen die Reichsfrauenführung. Sieben amerikanische Dozentinnen, Lehrerinnen und Frauen aus sozialen Berufen haben, wie die NSK. meldet, der Reichsfrauenführung einen Besuch abgestattet. Die Amerikanerinnen befinden sich auf einer Europareife, die sie über Paris, Rom und Istanbul nach Berlin führte. Sie besichtigten im Hause der Reichsfrauenführung die ständige Ausstellung des Deutschen Frauenwerks und erhielten Aufschluß über den Aufbau der deutschen Frauenarbeit, für die sie sehr großes Interesse Zeigten. Teilnehmer am Internationalen Gartenbankongreß in Frankfurt. In Frankfurt a. M. trafen über 100 Teilnehmer des 12. Internationalen Gartenbau- kongresses ein. Die Gäste wurden im Palmen- garten' von Gartenbaudirektor fromme begrüßt. An einen Rundgang durch die vorbildlichen Anlagen schloß sich ein Empfang im Rathaus durch Stadtrat Dr: Müller an, der den Gästen ein Bild von der Entwicklung und Gestaltung des Gartenbaues in Frankfurt, der feinen Ursprung bis ins frühe Mittelalter zurückführen kann, vermittelt. Heute find in Frankfurt etwa 52 000 Haus- und Erwerbsgärten vorhanden. Es ist interessant, daß jede dritte Frankfurter Familie einen eigenen Garten besitzt. Sonderausstellungen auf der Reichsgartenschau in Essen. im Süden des Reiches zu Gewittern Anlaß gegeben hat. Die Gesamtlage bedingt auch für die Folge wechselhaftes, zu einzelnen Niederschlägen geneigtes Holländische Kronprinzessin besucht England. London, 19. Aug. (Europapreß.) Ein Besuch der Kronprinzessin Juliana sowie des Prinzen Bernhard der Niederlande in England wird von der englischen Presse für die erste Oktoberwoche angekündigt. Der Besuch dürfte aber allem Anschein nach keinen offiziellen Charakter haben, da das Kronprinzenpaar sich eine Woche lang in Schottland aufhalten will. Im Rahmen dieses Besuches werden sich Kronprinzessin Juliana und Prinz Bernhard auch mehrere Tage auf Schloß Balmoral, dem Sommersitz des englischen Königspaares, aufhalten. Die Juden in Italien. ***^Dringt die leichte . Fnednchstr.7 'Lieferant aller Kassen .....;denn । Erleichterung bei C.jß ' LOS Die den Li iiberra erfolg nämlid Langhc schweig chen, hi f fo haß ( 12. 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Schriftliche Angebote u. 03819 an den Gietzener Anzeiger erbet. 'foicudfaujföuc TSlmc- ö Nr. M Zweites Blatt Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhchen) 20./21. August M8 Handgloffen zur kleinen Zeitgeschichte Von Ernst von Niebelschüh. Das besinnliche Reisen kommt aus der Mode. Die Hetzjagd des geschäftlichen Lebens, die stete Vervollkommnung der Beförderungsmittel, der Zwang, mit der Minute zu rechnen — alles das und noch viele kleine Rücksichten, die sämtlich unter dem Schlagwort „Tempo" stehen, scheinen es dem heutigen Menschen nicht mehr gestatten zu wollen, eine Reise zu einem Bildungserlebnis werden zu lassen. Eigentlich will man gar nichts mehr erleben, denn das erfordert nun einmal Zeit, und eben die Zeit ist es, dis man nicht mehr hat, von der man sich mindestens einredet, sie nicht mehr zu haben. v Wie war es denn früher? Wer eine fremde Stadt besuchte, tat es nicht, ohne sich auf sie vorbereitet zu haben Man hatte den Stadtplcm, der immer ein Stück Geschichte verrät, in großen Zügen im Kopf, man wußte, wie man von einem Punkt zum anderen gelangte, und was man auf dem Wege antreffen würde. Es gehörte mit zum Zauber der Reife, sich ein solches Programm auszuarbeiten, sich mit dem geistigen Bilde der Stadt so genau vertraut zu machen, daß man sicher war, sich auch mit verbundenen Augen zurechtzufinden. Das ist nun vorbei oder jedenfalls nicht mehr nötig, und was nicht mehr nötig ist, hat erfahrungsgemäß keinen Reiz mehr. Warum Unbequemlichkeiten auf sich nehmen, wenn ein anderer da ist, der sie uns abnimmt, auch wenn dieser andere ein seeleyloser Automat ist? Ein solcher nämlich bot auf der letzten Mustermesse in Basel dem Fremden seine Dienste an, und wie nicht anders zu erwarten, hat sich der Apparat so gut bewährt, daß er auch in anderen europäischen Großstädten aufgestellt werden soll. Er gibt dem Stadtunkundigen Auskunft über sämtliche Straßen, indem er, nachdem man den Hebel auf den gewünschten Straßennamen eingestellt und ein Geldstück in den Schlitz geworfen hat, einen schönen Stadtplan spendet, auf dem der kürzeste Weg vom Standort des Fremden bis zu der von ihm gesuchten Straße mit einer deutlich markierten Führungslinie verzeichnet ist. Damit nicht genug, wird angegeben, welche Straßenbahnlinie benutzt werden kann, wo umgestiegen werden "muß und wie hoch der Fahrpreis ist. Man wird gewiß der neuen Erfindung seine Bewunderung nicht versagen, sich aber doch die Frage vorlegen müssen, ob es, unter höheren Gesichtspunkten betrachtet, Aufgabe der Technik sein darf, das geistige Faulenzertum in so flagranter Weise zu fördern. Denn was ist am Ende das Ergebnis? Doch nur dies, daß eine einzige, einer komplizierten Maschinerie mitgeteilte Erfinder-Intelligenz den Tausenden, die daraus Nutzen ziehen, die kleine Anstrengung der Selbstunterrichtung abnimmt und sie zu einer gedankenlosen Passivität erzieht. * Die Ausschachtung einer neuen Gruft für Heinrich den Löwen im Dame zu Braunschweig hat einen überraschenden und sehr begrüßenswerten Neben- erfolg gezeitigt. Mit der Anlage der Grabstätte geht nämlich eine malerische Restaurierung des ganzen Langhauses Hand in Hand. Zwar gehört der Braunschweiger Dom zu den wenigen romanischen Kirchen, die sich noch des Besitzes ausgedehnter Freskenzyklen aus der Erbauungszeit rühmen können, so daß er, wie kaum ein anderer Innenraum des 12. Jahrhunderts, eine richtige Vorstellung von dem engen Zusammenhang zwischen Architektur und Wandmalerei vermittelt. Allein nur die Bilder des Chores und des Querschiffes sind alt, wenn auch bei der letzten großen Wiederherstellung des Bauwerks in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts erneuert. Dagegen hat Professor von Essenwein, der damalige Direktor des Germanischen National-Museums in Nürnberg, dem seinerzeit die vollständige Restaurierung des ehrwürdigen Löwendomes anvertraut worden war, in mißverstandener Pietät den Fehler begangen, auch die Pfeiler tnb Oberwände des Mittelschiffs, an denen nur noch geringe Spuren mittelalterlicher Wandgemälde sichtbar waren, mit neuromanischen Bildern, eigener Erfindung völlig zu übermalen, um das Langhaus dem relativ gut erhaltenen Chor nebst Querschiff farbig anzupassen und so eine Einheit herzustellen, die die damalige Denkmalpflege forderte, die heutige jedoch mit Recht ablehnt, weil eine solche Ausmalung eine Vollständigkeit nur vortäuscht. Jetzt ist man dqbei, die wenigen Reste der alten, echten Malereien wieder hervorzuholen, indem man i die neue Farbschicht beseitigt, selbstverständlich mit | jener technischen und künstlerischen Sorgfalt, der in letzter Zeit die Rettung mancher verlorengeglaubten • Werke der mittelalterlichen Monumentalmalerei zu danken ist. Gelingt es, dem Braunschweiger Dom, der dem größten Welfen zur Grablege dient, auf diese Weise die ursprüngliche Farbenschönheit zurückzugeben, so wird man erst erkennen, welcher Sünde wider den Geist man sich schuldig gemacht hat, als man im vorigen Jahrhundert die Mehrzahl unserer romanischen Domkirchen, die man sich nicht farbig genug vorstellen kann, übertüncht und damit ihnen einen Leichenfarben-Charakter angedichtet hat, den sie niemals gehabt haben. Wieviel farbiges! Leben mag noch bei manchen unter ihnen unter । der Putzschicht schlummern und seiner freudigen Auferstehung harren! * Die bedenkliche Zunahme von Prozessen in Litauen, die auf die Zerrüttung der ehelichen Gemeinschaft burd) Ehebruch zurückzuführen sind, haben einen litauischen Arzt veranlaßt, einen „Verein zur Bekämpfung des Ehebruchs und der Ehebrecher" zu gründens der alle verheirateten Litauer umfassen soll. An der Bestätigung der Statuten des neuen Vereins durch das Innenministerium ist nicht zu zweifeln, womit denn auch der staatliche Segen auf diese neueste Erfindung des menschlichen Geistes her- Als die Amerikanische Handelskammer in Deutschland den Staatssekretär im Reichswirtschaftsministerium, Rudols Brinkmann, bat, über die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten zu sprechen, war man sich zweifellos darüber klar, daß der Vertreter des deutschen Wirtschaftsministers nicht bloß andeutend und obenhin über eine Frage sprechen werde, die seit zwei Jahren die oerständigungsbereiten Kreise in Deutschland und in Amerika mit Sorge erfüllt, und die trotz ehrlicher deutscher Bemühungen bisher ihrer Lösung noch nicht nähergekommen ist. Seit fast zwei Jahren besteht zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten von Amerika vertragsloser Zustand. Deutschland hatte in der Kündigung des geltenden Handelsvertrages ausdrücklich erwähnt, daß nur einige nicht mehr zeitgemäße Bestimmungen umge- änbert werben sollten, daß man aber in Berlin von der Wichtigkeit geregelter Wirtschaftsbeziehungen zu dem größten Produktions- und Handelsland der Erde überzeugt fei. Mehrere Male find Vertreter des deutschen Auswärtigen Amts nach Amerika gereist, um die Möglichkeit eines neuen Vertragsad- schlirsses zu untersuchen. Staatssekretär Brinkmann hat kein Hehl daraus gemacht, daß es überwiegend politische — ober eigentlich psychologische — Um- ftänbe gewesen sind, die es bisher noch zu keiner Verhandlungsbereitschaft der Washingtoner Regierung kommen ließen. Die amerikanische Regierung hat gegen deutsche Waren Zollzuschläge .verhängt, für die angeblich die Unterlagen in Ermittlungen festgestellt worben sind, die von Agenten des amerikanischen Schatzamts in Deutschland angestellt worden sind. Ueber das Ergebnis dieser Politik sollen die Zahlen, die Staatssekretär Brinkmann in feinem Vortrag vom 17. August über den deutsch-amerikanischen Warenaustausch bekannt gab, ein eindrucksvolles Urteil: Während Amerika noch im Jahre 1927 fast 10 v. H. seiner Ausfuhrwaren in Deutschland obsetzte, lieferte es im Jahre 1937 nur noch 3,7 v. H. noch Deutschland. An der deutschen Warenausfuhr sind die Vereinigten Staaten von Amerika sogar nur mit 3 v. H. beteiligt. __________________ abgefleht wäre. Daß man nicht schon früher auf einen doch so naheliegenden Gedanken gekommen ist! Wieviel Unheil in der Welt wäre verhütet worden, wenn man rechtzeitig daran gedacht hätte, das in der Praxis so wenig befolgte sechste Gebot auf dem Vereinswege wirksamer zu gestalten! Im Organisieren ist -unsere Zeit eben doch allen früheren überlegen; warum soll man also nicht versuchen, durch Organisation moralischer zu werden? Uebri- gens steht der litauische Fall keinesfalls vereinzelt da. So hat kürzlich der Storthing, um dem Alkoholmißbrauch in Norwegen einen Riegel vorzuschieben, sieben seiner Mitglieder zu sogenannten „Nüchternheitsräten" ernannt. Sie haben die Aufgabe, in ihren Bezirken den Alkoholoerbrauch zu überwachen, und ihren Wählern die frohe Botschaft der Abstinenz zu verkündigen. In Jütland finbx die' Störche in den Niststreik getreten, was dem Familiensinn des beliebten Vogels kein gutes Zeugnis ausstellt. Wie aus Kopenhagen gemeldet wirb, gibt es auf den Bau- ernhäuse rn kein einziges selbstgebautes Storchennest mehr, eine Erscheinung, die man, wo nicht auf den Willen zu bewußter Geburtenbeschränkung, so doch . auf zunehmende Trägheit und Bequemlichkeit dieser | Spezies zurückzuführen zu müssen glaubt. Allein der 1 Mensch müßte nicht Mensch sein, wenn er nicht auf Mittel sänne, dem Storch, von dem einem alten Volksglauben nach seine eigene Existenz abhängt, die Mühe der Familiengründung zu erleichtern. So ist denn in Jütland eine eigene Industrie entstanden, die serienweise Storchennester zum Montieren auf Dächer bezugsfertig liefert. Ein Symbol! Sollte unser fortgeschrittenes Jahrhundert reif für den Serienmenschen geworden sein? Staatssekretär Brinkmann bezeichnete Deutschland und die Vereinigten Staaten von Amerika als die beiden größten Industrieländer der Erde. Trotzdem ist er der tseberzeugung, daß sich beide Länder wirtschaftlich sehr gut ergänzen. Die amerikanische Union ist nicht nur industriell hochentwickelt, sie ist dabei auch Großproduzent von Rohstoffen und Agrarerzeugnissen geblieben. Der deutsche Staatssekretär nannte als Beispiel die Baumwolle. Wenn sich innerhalb einer verhältnismäßig kurzen Reihe von Jahren die deutschen Baumwollbezüge aus den Vereinigten Staaten auf weniger als ein Drittel verringert haben, und wenn auf der anderen Seite •alle Rohstoffprobuzenten der Erde in schweren Absatzsorgen stecken, so leuchtet unbedingt ein, daß ein Land mit dem starken Baumwollverbrauch Deutschlands eine Stütze des amerikanischen Außenhandels und der amerikanischen Baumwollproduktion werden kann, wenn die Regierung des Landes es versteht, dem Abnehmer Deutschland angemessene Bedingungen zu bieten. Hieran hat es bisher gefehlt. Erwähnt wurde bereits der Zuschlagszvll, den das amerikanische Schatzamt einigen Waren des deutschen Ausfuhrinteresses auferlegt hat. Aber Amerika hat sich auch geweigert, Deutschland in der Schul- benfrage Entgegenkommen zu zeigen. Als vor etwa sechs Wochen das neue deutsch-britische Wirtschaftsabkommen abgeschlossen wurde, hieß es an halbamtlicher Washingtoner Stelle, daß die Regierung der amerikanischen Union in der Schuldenfrage aus grundsätzlichen Erwägungen kein Entgegenkommen zeigen könne. Die Stimmung hat sich auch nicht geändert, als bald darauf zwischen Deutschland und Frankreich, sowie zwischen Deutschland und der Schweiz ein Schulbenarranaement getroffen wurde. Deutschlands Warenaustausch mit den Vereinigten Staaten ist mit Ausnahme von wenigen Monaten stets für Deutschland passiv gewesen. Deutschland bat also im Warenaustausch mit der amerikanischen Union zuzahlen müssen. Anderen Gläubigerländern gegenüber konnte Deutschland Entgegenkommen zeigen, da es im Warenaustausch Ueberscbüsse erzielte und damit die fälligen Zins- und Tilgungsraten zu Die deM>alnenkamfthr' NchasiMung. Von Dr. Earl Wellthor. bezahlen vermochte. Die amerikanische Regierung hat sich aber nicht damit begnügt, deutschen Waren den Zugang zu erschweren, sie hat auch in anderen Ländern (Brasilien) gegen die deutschen Zahlungsmetho- den Stimmung gemacht und ihren Einfluß aufgeboten, um diesen Austausch zu stören. Wenn die Vereinigten Staaten schon selbst nicht die Hand dazu bieten wollen, daß Deutschland bei ihnen überweisungsfähige Devisen verdient, so sollten sie wenigstens nicht hindern, daß Deutschland sich durch seinen Außenhandel anderwärts Ueberschüsse verschafft, die zur Schuldenabtragung verwandt werden können. Auf der Suche nach Vorwänden, um Deutschland ein Entgegenkommen zu verweigern, ist man in gewissen amerikanischen Kreisen zu der These gelangt, daß Deutschland mit der Inangriffnahme des Vierjahresplans jene strengen moralischen Auffassungen über Bord geworfen habe, zu denen sich bisher die Führer der deutschen Wirtschafts- und Schuldenpolitik, insbesondere Dr. Schacht, bekannt haben. Staatssekretär Brinkmann hat in seinem Vortrag vor der Amerikanischen Handelskammer deutlich durchblicken lassen, daß sich an der deutschen Auf- T___,________:___—__________j------------- t würzig mild - mit dem bekannten Schinkenbild! fassung in der Frage der Auslandsschulden nichts geändert habe. Brinkmann erwähnte sogar ausdrücklich jene amerikanischen Geldgeber, die mit der Kreditgewährung an Deutschland nicht nur hohe Zinserträge erzielen, sondern der deutschen Wirtschaft einen ehrlichen Dienst leisten wollten. Unerwähnt ließ der Staatssekretär, daß in der Tat weite amerikanische Kreise, insbesondere auch die mit der Lösun-g der Reparationsfrage befaßten Großbanken, die Kreditgewährung an Deutschland trotz besseren Wissens über den Punkt des Erträglichen und Vernünftigen hinaus fortgesetzt und sich zurückgezogen haben, als das unsolide errichtete Gebäude zusammenbrach. Soweit Deutschland mit auswärtigen Staaten Abmachungen über die Behandlung der früheren Schulden getroffen hat, ist entweder ein Teil der fälligen Zinsen und Tilgungsbeträge in neue Schuldforderungen konsolidiert, ober aber der Zinsfuß herabgesetzt und der ersparte Zinsbetrag für die Tilgung bereitgestellt worden. Alle diese Länder haben sich zu der Auffassung durchgermigen, daß es besonders in einer Zeit drohender neuer Wirtschaftsstörungen wichtiger sei, neue Geschäftsmöglichkeiten zu schaffen und zu sichern, als alten Forderungen nachzujagen, die aus einer Periode der Verärgerung und Verirrung stammen. Die Vereinigten Staaten von Amerika führen zur Zeit Wirtschaftsoerhandlungen mit Großbritannien. Es verlautet, daß noch vor Ende August ein großes Vertragswerk Zustandekommen wird. Ueber Umfang und Inhalt der Verhandlungen ist so gut wie nichts an die Oeffentlichkeit gedrungen. Es ist selbstverständlich, daß ein etwaiger Vertragsabschluß Großbritannien-Amerika keinen Hinderungsgrund gegen ein deutsch-amerikanisches Handelsabkommen bilden würde. Wenn sich auch in der amerikanischen Industrie ernsthafte Störungen gezeigt haben, so liegt der Schwerpunkt der beginnenden Krise in Amerika doch auf landwirtschaftlichem Gebiet. Deutschland hat regelmäßigen Einfuhrbedarf an Baumwolle, Weizen, Mais, Erdöl, Kupfer und vielem anderen, was die Vereinigten Staaten hervor- bringen. Die amerikanische Union ist für spezifisch deutsche Erzeugnisse, wie chemische Produkte, optische und photographische Artikel, Spielwaren usw. ein aufnahmefähiger Markt. Staatssekretär Brinkmann hat seinen Zuhörern ins Gedächtnis zurückgerufen, daß Deutschland die nationalsozialistische Idee, mit der sich die Amerikaner durchaus nicht befreunden wollen, nicht als Exportartikel ansieht, daß also Neutralität und Duldsamkeit gegenüber den Auffassungen und den politischen Methoden des Hans Knot he. hinter den humorigen Worttn die En ^chung des Neigungen der Liebe und Freundschaft wiederzuer- kemxen geglaubt in dem Verhältnis Peter Schle- mihis zu feinem Diener Bendel und zu den beiden Frauengestalten, die dem Mann ohne Schatten begegneten. Vielleicht hat Chamisso wirklich am Rande jenes Schaffensprozesses, der beim wirklichen Dichter eignet, im gelegentlichen Abrücken von bem Strubel, der sein Kunstwerk gebar, mit bem Gebanken gespielt, diesem uyb jener ein Denkmal der Dankbarkeit ober der Erinnerung zu setzen durch einen kleinen Zug, mit dem er bie„Gestalten seiner Märchenwelt ausstattete, mit einer Namensähnlichkeit, deren vertrauter Klang ihm lieb war. Dem Verständnis des Kunstwerks an sich aber ist mit solchen biographischen Bemühungen wenig I gedient. Im Gegenteil: empfinden wir es nicht zurückkehren." \ Mittlerweile hatte ihn Peter Schlemihls wun- mählich die Erhabenheit einer schwarzen Götterburg an. Man hatte Vorstellungen von Reisen, Meerbran- bung und kühlen Bergwälbern. Man dachte an die glasgrünen Bäche im Spessart und an die blühenden Enzianwiesen im Allgäu, man dachte an die Dampfer mit der weißen Schaumspur im Kielwasser und an die braunen Mulattenleiber der Badenden. Eine Spieluhr aufzudrehen und ihrer dünnen und altertümlichen Melodie zuzuhören, wäre in dieser erschlafften Stunde beschaulich und reizvoll gewesen; Traumbilder kamen immer mehr, süßer Duft von Jasmin drängte beklemmend aus dem Gartendickicht. den viele und gerade die schönsten Gedichte Cha- missos, entstand auch der Schlemihl. Welch eine Erkenntms: Ereignisse, nicht die Tat! Aber es ist leider so gewesen, daß Chamisso in seinem Leben jene „Ereignisse" zu spüren bekam, die stärker als jede Tat waren, das heißt, die es für ihn waren. Als Chamisso elf Jahre alt war, waren es die Ereignisse der französischen Revolution, die ihn und seine Familie aus Frankreich vertrieben. Chamisso kam nach Deutschland, nach Preußen, das ihm seine zweite Heimat werden sollte. Im Jahre 1806 überraschten ihn die Ereignisse als preußischen Offizier in Hameln. 1810 rief man ihn nach Frankreich, wo er eine Stelle als Professor am Lyzeum zu Na- poleonville erhalten sollte. Als er dort eintraf, war — wieder ein „Ereignis" von größter Bedeutung für fein ganzes künftiges Leben! — die Stelle bereits anderweitig besetzt. Als er schließlich wieder nach Deutschland zurückkehrte und — als Einund- dreißigjähriger — Student der Naturwissenschaften wurde, waren es die Ereignisse des Jahres 1813, die ihn unglücklich machten: er durfte an dem Kampf nicht teilnehmen. Dann kam feine große Reise um die Welt. Drei Jahre brachte Chamisso, oft kaum geduldet von den übrigen Teilnehmern der Expedition, auf dem kleinen russischen Weltumsegler zu. Jenes „Ereignis", das zum Mißlingen der Expedi- s tion führte, schnitt tief in fein Herz ... Aber bann, am Enbe ber Reise, kam die Wendung! Der bisher Heimatlose fand eine Heimat! Nun endlich gestaltete eine bewußte „Tat" sein Leben: „Ich hatte in St. Petersburg nur das eine Geschäft, mich so bald wie möglich von St. Petersburg frei zu machen. Ich kehrte mich von jeder Aussicht ab, die mir in Rußland eröffnet werden sollte, und wich hartnäckig jedem Antrag crus, mich durch irgendein Verhältnis binden zu lassen. Mich zog heimlich ein anderes Land. Ich werde diesem Geschwätz hohe Namen nicht einmischen. Mein Herz hing an Preußen, und ich wollte nach Berlin Chamisso und sein Schlemihl. Zum Ivv. Todestage des Dichters am 21. August. Peter Schlemihls wundersame Geschichte, die bekannteste unter den Dichtungen Adelbert von Chamissos, hat auch heute noch nichts von ihrer Frische verloren. Sie ist, wie jedes echte Kunstwerk, über alle Fragen des Zeitgeschehens erhaben. Du lieft sie (zum wievielten Male wohl seit den Tagen ber Kinbheit?), unb schon nach ben ersten Seiten lebst bu reicher mitten in ber Wunberwett biefes Märchengeschehens, in dem Schicksal jenes Mannes, ber seinen Schatten verlor. Es hat eine Zeit gegeben, in ber man versuchte, Ereignisse unb Gestalten bes Schlemchl-Märchens in bem Leben bes Dichters wieberzufinden. Mit aller Grünblichkeit hat man auch Chamissos Erlebnisse mit Männern unb Frauen, hat man seine zarten Ländlicher Gommersvnntag. Von Anton Schnack Es war ein stiller, in sich versunkener Nachmittag, heiß unb schwül, noch eine Minute bis vier Uhr. Obwohl bas Fenster des von Baumschatten verdunkelten Zimmers breitflügelig geöffnet war, kamen nur wenige Geräusche aus der schlafenden Landschaft herein — dann und wann fernes Geschilp der Spatzen, das schnelle Sausen eines Autos, die vertropfende Reisestimme eines weltvergessenen, abseitigen Bahnhofs. Es war so ein ausgebrannter, vor Hitze knisternder Sonntagnachmittag, wo die Spiele der Kinder erst am Abend beginnen, das Ballwerfen der Mädchen unb bas klappernbe Reifspiel ber Knaben. Im kühlen Zimmer sitzend, hatte man die Vorstellung von bräunenden Kornfeldern, über denen bie Hitze flimmert Unb raucht. Ein wenig Traurigkeit hatte man im Herzen zurückbehalten wegen bes toten Stares, ber vom Gärtner mit ber Vogelflinte erlegt wurde, weil er in den Kirschen räuberte. Es war ein Sonntag, wo man sich an die Speicherzimmer erinnerte, die im hochgegiebelten Hause einer versunkenen Knabenzeit in der Kühle der Ostseite lagen. Da schlichen sich haarumflatterte Knabengestalten hinauf, während der Vater auf dem Plüschsofa der guten Stube eingeschlafen war. Sie kramten in ben Kisten, wo verblichenes unb verschollenes Spielzeug ruhte, glühten über alten Biiberbüchern, einst von der Kinderhand in müßiger Ungeschicklichkeit bekritzelt unb verkleckst. Oder die entblößten Knaben- arme hoben die sonnenheißen Dachfenster empor unb sahen die Bäume am Fluß unb bie fernen, in Dunst gehüllten Weinberge. Im staubenben Feldweg war eine tief eingefahrene Wagenspur. Sie glitzerte unruhig von tausenden Glimmerplättchen, auf denen der Sonnenschein funkelte und blitzte. Der Knecht Johann Baptist hatte tags zuvor frischgeschyltes Lärchenholz heimgefahren, weil ein Gewitterwind durch die Wälder mit Unheil und Bruch gestürmt war. lieber bem Mobnbrobem ber Gartenbeete schwebte Die gan5e Art, wie- Chamisso von dem Unfall Mittlerweile hatte ihn Veter j^iem™ mun- des Hahnes im Zusammenhang mit ber verunglück-1 dersame Geschichte zu ^elrebten beut eben ten Reise nach Norben (bas war bas eigentliche! A^rbe' jung unb alt ^machll ^Is oldjer star Ziel ber Erpebition!) erzählt, spiegelt 'i>r den, der i Chamisso am 21. August 1838 in Berlin. ein Perlmutterfalter, ein gaukelndes Silberblatt, das im Himbeergesträuch verschwand. Die kleine Bauerngroßmutter saß einsam im Gartenhaus. Sie hatte ein vergriffenes, mit einem eingelegten Silberkreuz geschmücktes Gebetbuch in den Händen und war ein- geschlafen. Manchmal erhob sich aus feiner Schattenecke ein Windzug. So ein Windzug, der schon gestorben ist, bevor er zu wehen an'fängt. Ganz fern, wo, . .. nnr h m « LiA-ÄÄ E ien° dieses allzu grelle Hineinleuchten in das, was aus ftellung zum Leben" wider, die Chamisso mit seinem ber Zeit, ber Umwelt heraus vielleicht mitbestim- Schlemihl gemeint hatte. „Ereignisse, nicht bie Tat", menb gewesen sein kann für bas Zustanbekommen bestimmen bas Leben, so empsanb ber Dichter Cha- einer jener wenigen Schöpfungen, bie bie Zeiten misso. Aus biefer refignierenben, freilich in einer zu überbauern bestimmt finb? - befonberen Weise refignierenben Haltung entstan- Jn der Beschreibung seiner „Reise um bie Welt", bie Chamisso als Teilnehmer her sogenannten No- manzofsischen Entbeckungsexpebition in ben Jahren 1815—1818 unternahm, finbet sich an jener Stelle, wo er von bem Entschluß bes Kapitäns, bie Heimkehr vor Erreichung des wesentlichsten Reiseziels ber Expedition anzutreten, berichtet, ber Satz: „Unb ich selbst kann nicht ohne bas schmerzlichste Gefühl biefes unglückliche Ereignis berühren. Ereignis, ja, mehr benn eine T a t." — Unb im siebenten Kapitel bes Schlemihl heißt es: „Auch hier trat, wie so oft schon in meinem Leben ... ein Ereignis an bie Stelle einer Tat." Welch merkwürbige Uebereinstimmunq! Hier wie hort stellt Chamisso als „verantwortlich" für eine entscheibenbe Wenbung nicht bie Tat, sonbern das „Ereianis" in ben Vordergrund Daß zwischen jenem Satz aus dem „Schlemihl", der im Jahre 1813 niedergeschrieben wurde, unb demjenigen alls ber „Reise' um bie Welt", bie Chamisso in ben Jahren 1834/35 neu überarbeitete unb seinen gesammelten Werken hinzufügte, eine Spanne von über zwanzig Jahren liegt, biese Tatsache zeigt beutlich, baß es sich bei ber Formulierung um mehr handelt, als um eine einmalige, nur auf ben wunberlichen Schlemihl passenbe Einstellung zum Leben. Dafür noch ein weiteres, einigermaßen lustiges Beispiel, bas auch beshalb hier erwähnt zu werben oerbient, weil es in einem unmittelbaren Zusammenhang mit jenem „Ereignis" auf Chamissos Weltreise steht: „Als wir von Kamtschatka nach Norben fuhren, hatten wir einen letzten Hahn an Bord, ber, aus bem Hühnerkasten entlassen, als ein stolzer Gesell frei auf bem Verbeck spazieren ging. Ich war neugierig, zu beobachten, wie er sich hinsichtlich bes Schlafens verhalten würbe, wenn bie Sonne für uns nicht mehr unterginge. Die Beobachtung unterblieb jeboch aus zwei Grünben; benn wir kamen erstlich nicht so weit noch Norben, unb zweitens flog über Bord, fiel ins Meer unb ertrank der Hahn, bevor wir noch die St.-Laurenz-Jnsel erreicht hatten." M ty U'W MW ».ÄH Ä J r - WM^ • ’ 4 '.M ; M Z Jz •'•/'z'.’. Die Londc renb i heit i vor si reiter tor un bunten uni) ba fclbft, n jlatürfid merkte \\ Ein P Öen Nar Aussehen Tag um seiner H- diese irg sreudig i die Note jeden an selben 21 gebens ' stellen, i sehr frü jind au Staatei sich um um da! Noten Msch und de die Lisi rcn. M entfern hat, in kn dir Gor Meliss Leid fincio Flasch Nona lveg^,^ 5eib|t.DC ist es.! nebÄ neh^"' kräM alle nichts uM a bis Jur sßei w? Hand!») tierten' lvird n das P< heit de stellt- gend da es ausge Loi nier r tun li in bei könne! Strass feine t . N ( [*iQe Reic kfn 24,24 Leben, Ur !■ 3000 , llhau 2.260 c Fast '**« > di, j! yM 9l>a Mellon Ni liefet «M. >; PMMW ' ■ ... v/' - : Das neue Schiffshebewerk Rochensee bei Magdeburg ' >.- <-/- • auf gefaulten Kakao abholt.' Wenn der Weißeftine eingeborenen Aufkäufer inspiziert, so bringt er Säckchen voll der hier kursierenden messingenen Scheidemünze von Nigeria mit. Wir sahen, wie einem Einkäufer fünfzig- englische Pfund in Ein- und Zwei- Schillingstücken vorgezählt und eingehändigt wurden. Dies Geld geht an die schwarzen Bauern. Da unser Einkäufer nichts schreiben konnte, so malte er als Quittung nur ein Kreuz auf das, Papier. So wenig der Kakaobau der Eingeborenen in Kamerun eine Volkskultur im Sinne reiner Familien- und Hausarbeit ist, so w^ig kann man sagen, daß er ohne Einfluß aus die Arbeiterfrage im ganzen ist, besonders mit Rücksicht auf den Plantagenbau. Man hört häufig, die Plantagen fordern für sich einen zu großen Teil der im gut bevölkerten Hochland vorhandenen Arbeitskräfte. Die schwarzen Kakaobauern greifen aber durchaus in dasselbe Reservoir, nur wird bei ihnen weniger und scylech- ter gearbeitet, als auf den Pflanzungen. Der Eingeborene nimmt lieber Arbeit bei seinesgleichen, auch wenn er weniger Lohn bekommt, weil er dann besser faulenzen kann. Die schwarzen Kakaobauern, die genug Bäume haben — manche besitzen bis zu fünf Hektar Kakaoland mit etwa 3000 Bäumen rühren überhaupt keine Hand mehr zu eigener Ar- Tie englische Mandatsverwaltung möchte den Ankauf des Eingeborenen-Kakaos bei einer Kooperativ- Genossenschaft unter Leitung eines weißen Landwirtschaftsinspektors mit eingeborenen Hilfskräften konzentrieren und die europäischen Kaufleute, meist Deutsche, aus dem Kakaohandel ausschalten. Die Bauern bringen aber ihre Ware nach wie vor lieber zu den deutschen Firmen, weil sie hier sofort ihr Geld bekommen. Die Genossenschaft zählt erst am Schluß der Saison und schreibt sich bei der Abquerung für die Beziehungen Deutschlands und der amerikanischen Union haben wird. Es wird letz von der Nachwirkung der Brinkmannschen Rede abhängen, ob sich in den Bereinigten Staaten die Abneigung gegen ein neues wirtschaftliches JBertrags- verhältnis mit Deutschland überwinden laßt. rechnung große Spesen gut. Darüber kam es kurz lich unter den Bauern zu solcher Erbitterung, daß eine Hauptankaufsstelle gestürmt und verbrannt un dem englischen Inspektor ein Pferd erschossen wurde. Die Ruine des „kooperativen" Kakaoschuppens wurde uns noch während unserer Fahrt gezeigt. Zur Hebung der Qualität hat man eine be on« bere Kakao-Inspektion eingerichtet. Ihre Angestellten sind — Schwarze, die das Recht haben, bei jeder europäischen Firma den Inhalt der Kakaosacke zu prüfen, den Kakao zu klassifizieren, einen Prüfung-- vermerk einzutragen und dann die Sacke zu plombieren Der Schwarze i ft also d e r Kontrolleur und der Weiße der Kontrollierte- ein Unding für jedes normale Empfinden über das Verhältnis der Rassen auf afrikanischem Es ist oorgekommen, daß ein Europäer, der sich non einem Ichwanen Kontrolleur fdjiEanrert Nchlte. biefem einen Taschenspiegel oorhielt mit der Frage, ob er einen Visen sehen wolle? Der Schwarze, oo - (er Wut, zog einen Revolver und drohte dem Wei- ßen, ihn niederzuschießen, wenn er nicht aut dem Fleck stehenbliebe, bis die Polizei — natürlich wiederum Schwarze — geholt würde. Die schuld an einem so unerträglichen Vorfall trifft weniger den Europäer, der in seinem Aerger auf unangebrachte Art aus der Rolle fiel, als das System, das darauf ausgeht, im Schwarzen einen Großmannsdünkel und die Lust daran zu züchten, dem Europäer als Herr gegenüberzutreten. In diefem Fall besänftigte ein Bakschisch ohne weitere Umstände das Toben des wütenden Negers. Man kann sich aber auch denken, daß, wenn so weiter gewirtschaftet wird, eines Tages — der Eingeborenenkakao eine recht teure Ware werden könnte! Die Aervenzenlrale der deutschen Atlantikslüge — könnte man die Abteilung Seeflug der Deutschen Seewarte in Hamburg nennen, die nicht zuletzt an den Ersof -n b°r b°u?sch-n'vz°nsli-g°r-/b°t°i,ig. ist. Von hier °u- erhallen. b.° Flugzeuge Berichte über die Wetterlage in dem jeroeils von ihnen zu durchfliegenden Gebiet. Die große Leistung des „Condor" wurde von seiner Mannschaft besonders auf die tadellose Zusammenarbeit mit der Deutschen Seewarte zurückgeführt, in deren RaumenFeses^Biausgenommen wurde. Es zeigt die Gruppe der „Seeflug-Wettermacher mü ihrem Leiter Professor Dr. S e 11 köpf (Zweiter von links). — (Scherl-Bilderdienst-M.) anderen Partners genügen, um die Voraussetzung für einen lebhafteren Warenaustausch zu schaffen. Der amerikanische Botschafter in Berlin, W i 1 - s o n, hat durch sein Erscheinen auf dem Tempel- hofer Feld bei der Rückkehr der deutschen „Condor"- Flieger sein Verständnis für die hohe verkehrspolitische Bedeutung bekundet, welche die Qzeanüber- 9 Meer liegt und man in dem größten Teil des Jahres baden kann. Die Falange führt ihre Jugend schon im Kameruner Kakaogebiet. Wir hatten Gelegenheit, mit dem in Kamerun arbeitenden deutschen Dörfer zu fahren, wo schwarze Vertreter einer Firma in die Aufkäufer den ein, um ihnen die Erfüllung des höchsten Neger- ibeals, ein bequemes Dasein ohne eigne Arbeit, zu sichern. Ganz ähnlich stehen die Dinge jetzt auch nicht bedeutet, daß eine wirklich innere Verschmelzung schon zustandegekommen ist. Nach wie vor besteht wegen der religiösen Frage eine Spannung, die erst nach Beendigung des Krieges beseitigt werden dürste. In ihrem erwachten Patriotismus nullten die Jungen es den Erwachsenen gleichtun. Biele nen und feststellen, daß sie d e.n I n d u ft r i e u an derer Länder vollkommen ebenbürti Hungen weiter aus zubauen und die vorhandenen zu vertiefen. Außenh'andelsbesprechungen, die bisher immer zu guten Ergebnissen geführt haben, werden auch nun wieder die .führenden Männer der deutschen und ausländischen Wirtschaft vereinen In diesem Jahre werden zum ersten Male mehrere sudetendeutsche Firmen auf der Ostmesse in Erscheinung treten. Selbstverständlich ist auch die Hauptstadt der wiedervereinigten Ostmark, Wien, vertreten. So stellt der Handelsbund Wien auf einer Exportschau seine hochwertigen Bijouterien und Moden aus, die in der Welt überall reichen Beifall finden. Weiter ist noch die Schau der Fachgruppe „Deutsche kolonialwirtschaftliche Erzeugnisse" zu erwähnen. Gibt es dckch in den ehemaligen Kolonien eine ganze Reihe deutscher Firmen, die sich der Verarbeitung der zum großen Teil auf deutschen jetzt dreimal wöchentlich hinaus zum Sportplatz. Wenn man hier sehen würde, wie in Deutschland sogar ältere Männer und Frauen in kurzer Sportkleidung im Wettstreit um den Siegeslorbeer fämp» fen, würden bestimmt viele brave Spanier schaudernd die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Auf diesem Gebiet hat die Falange also ein außerordentlich fruchtbares und dankbares Arbeitsfeld vor sich. Daß auch in diesen Kindern unter der südlichen Sonne der Trieb nach natürlicher körperlicher Bebeiterviertel gingen, um für ihre Organisation zu werben, wurden sie zunächst noch häufig mit Steinen beworfen. Der Anfang war sehr schwer. Dann wurden ihnen die Anfangsgründe der Disziplin bei- qebracht. Alle erhielten eine einheitliche Uniform; die Aermeren unter ihnen auf Parteikosten Die Jungen tragen ein blaues Hemd und Käppi, dazu eine kurze schwarze Hose mit schwarzem Koppel- zeirg. Wer das 16. Lebensjahr erreicht hat, zieht sich lange Hosen an, die in Spanien stark bevorzugt werden. Nachdem die erste Uebergangszeit vorüber war, ging man daran, eine exakte Einteilung vorzunehmen. Während in Deutschland die HI. in zwei Altersstufen eingeteilt ist, gibt es in Spanien davon öVei. Der Eintritt ist nicht an ein bestimmtes Alter gebunden. Es hat sich jetzt ein fester Stamm gebildet, der an den Veranstaltungen teilnimmt. Aus dem herrschenden Kriegszustand ist es wohl zu erklären, daß bei weitem noch nicht die Hälfte aller Jungen in der Falange organisiert ist. Es gibt hier noch immer „Vornehme", die es für eine sittliche Gefahr halten, wenn ihre Kinder mit den Altersgenossen aus einfachen Kreisen zusammenkommen. Es soll auch erwähnt werden, daß die ehemaligen eingefleischten Kommunisten sich innerlich erst langsam umstellen müssen, ehe sie ihre Kinder schicken. Man übt während des Bürgerkriegs nicht den geringsten Druck aus. Es ist schon als ein kleines Wunder anzusprechen, daß die bisher Erfaßten jetzt ausgerichtet in Reih und Glied marschieren, da der Spanier bisher nicht im geringsten dazu neigte, sich irgendwelchen äußeren Zwang aufzuerlegen. Darum ist es auch sehr schwer,, einen Vergleich mit Deutschland zu ziehen, wo jedes Kind eine gewisse Veranlagung zur Disziplin mitbringt. Das Ziel, welches sich die Falange gesteckt hat, besteht ebenfalls darin, die Jungen körperlich und geistig zu ertüchtigen, sie zu wertvollen Gliedern des. zukünftigen autoritären Staates zu machen. An erster Stelle ist vielleicht der Sport zu nennen; hier kann sehr fruchtbare Arbeit geleistet werden, da man den Volks sportgedan- fen bisher nicht gekannt hat. In dieser Beziehung ist Spanien leider hinter den übrigen Nationen zurück. Es gibt noch viele Erwachsene, die diese Art Malaga, Mitte August. Der deutsche Leser mutz versuchen, sich noch einmal in die Zeit vor der Machtübernahw' zurückzu- oersetzen, wenn er das Entstehen und Wachsen der spanischen Staatsjugend voll und ganz verstehen will. Außerdem mutz er noch eine Reihe von Faktoren einschalten, die dem spanischen Volke eigen sind. Nachdem die Falange am 29. September 1932 ^on Jose Antonio Primo de Rivera gegründet worden war, schritt man in Malaga im Jahre 1934 dazu, eine Jugendgruppe der Partei zu bilden. Zunächst gehörten ihr eigentlich nur die Kinder der ersten Falangisten an. Da man schon damals in einer ausgesprochenen Kampfzeit lebte, bestand die Aufgabe der Jungen hauptsächlich darin, Propaganda zu treiben, durch Verkaufen von Zeitungen und Ankleben von Werbeplakaten. Wie mir ein fanatischer Junge erzählte, wurden sie häufig von Kommunisten überfallen, wobei es zu lebhaften Schlägereien kam Aber der Glaube an ein starkes und freies Spanien war schon tief in die Herzen dieser Jungen eingebrannt. Todesopfer waren auch während der Revolution, als viele Kinder mit ihren Eltern flüchten mußten, nicht zu beklagen. Nach der Einnahme Malagas am 8. Februar 1937 wurde sofort die Jugend neu organisiert. Es ließ sich aber nicht verhindern, daß zwei Jugendgruppen entstanden. Die Falange- Iugend hatte infolge der ersten Begeisterung sehr großen Zustrom; daneben bildete sieh eine Gruppe der Requetes. Das ist die Parte, der Traditionalisten, die ursprünglich monarchisch eingestellt war, und die jetzt die vorherige Machtstellung der Kirche auch auf politischem Gebiet wieder erstrebt. Vor einem Jahr gelang es durch einen Erlaß Francos, diese beiden Richtungen zu vereinigen, was aber Nahe Magdeburg gehen jetzt die Bauarbeiten an dem neuen Schiffshebewerk Rothensee, das im Zuqe des Mittellandkanals einen Niveauunterschied von 19 Meter ausgleichen wird, ihrer Vollendung entgegen. Schiffe bis zu 1OOO Tonnen werden in dem 25 Meter langen Bassin innerhalb von 20 Minuten gehoben werden. Die Eröffnung des Schiffshebewerks bas wir hier auf unserem Uebersichtsbilde zeigen, soll Anfang September erfolgen. — (Atlantik-M.) gegenüber ft ebt, ja, in manchen Fällen sie sogar' noch überflügelt hat. Zum ersten Mole ist :n diesem Jahr mit der Ostmesse auch eine O st s ch a u des Neichsnährst a n d e s vereinigt. Hier ergibt sich für die Landwirte Ostpreußens und darüber hinaus für die der Oststaaten eine ganz ausgezeichnete Möglichkeit, ihren Bedarf an Landmaschinen zu decken. Aber auch der Bauersmann, der nach Königsberg kommen wird, hat auf der Ostschau des Reichsnährstandes Gelegenheit, sich neue Anregungen zu holen, die er nutzbringend auf seinem eigenen Hof verwerten kann, um dem Ziele der Erzeuaunasschlacht, die Nahrungsfreiheit auf der eigenen Scholle, sicherzustellen, näherzulommen. Darüber hinaus wird die Schau des Reichsnährstandes zugleich einen umfassenden lieb erb lief über die landwirtschaftlichen Besonderheiten des Gaues Ostpreußen geben, den man mit Recht die „Speisekammer des-Reiches" nennen tonn. Farmen erzeugten Landesprodukte widmen. Eine Zusammenstellung dieser Waren wird die Kenntnis vom Umfang und der Bedeutung der Kolonialwirtschaft ganz 'erheblich erweitern. In einer Sonderausstellung wird Ostpreußen seine wichtigsten Erzeugnisse den Besuchern und Käufern vorlegen. Gerade hier kann man deutlich erkennen, daß sich Ostpreußen in den letzten Jahren des Wirtschaftsaufschwunges vom reinenAgrar- land zu einem Industrieland gewandelt hat. Neben landwirtschaftlichen Erzeugnissen zeigen Konserven, Lederwaren, Garne und Stoffe, chemische Erzeugnisse, Metall- und Holzwaren, Baustoffe und Möbel, daß ostpreußische Werke die reichen Agrarerzeugnisse zu hochwertigen Industrie- Produkten umwandeln können. Sogar die Kraftfahrzeuge und Maschinen fehlen nicht, die gerade für Ostpreußen mit seiner Verkehrsferne eine bedeutende Rotte spielen. Wenn im Ausland behauptet wurde, daß der angebliche Mangel an Rohstoffen erhebliche. Lieferfristen für Fertiawaren bedinge und sich daher die deutsche Industrie nicht an Ausstellungen und Messen beteiligen könne, so ist die Ostmesse der beste Beweis dafür', daß dieses böswillige Entstellungen find So liegen, nur um ein Beispiel zu nennen, für Textil- und ßeberAmaren, Nahrungs- und Genußmittel, Haus- und Küchengeräte 12 bis 15 v. H. mehr Anmeldungen vor als im Vorjahre. Weit stärker werden auch die einzelnen Zweige der Maschinenindustrie vertreten sein. Die Ausländer selbst werden sich in diesen Tagen in Königsberg von dem Stand der deutschen Industrie ein Bild machen kön- JIIV. Bei den schwarzen Kakaobauern in Kamerun. Kumba , 19. Juli. Wir bewegen uns jetzt jenseits der Europäerpflanzungen in der Region, wo auf Grund von Vorarbeiten der früheren deutschen Verwaltung nach dem Kriege umfangreiche Eingeborenenkulturen von Kakao entstanden sind. Im englischen Mandatsgebiet von Kamerun wurden 1936 rund 5 Millionen Kilogramm Kakao erzeugt. Seitdem mag die Menge noch etwas zugenommen haben. Nur ein Drittel non ihr kommt auf Europäerpflanzungen; zwei Drittel sind Eingeborenen-Kakao. Wo von Eingeborenen-Kulturen die Rede ist, denkt man zunächst an Betriebe, in denen der einzelne Schwarze mit seinen Familienangehörigen die Arbeit leistet. Das war anfangs bei den schwarzen Kakaobauern in Kamerun auch der Fall. Heute gilt es nur noch zum kleineren Teil. Schon bei unserem Besuch in Ostafrika hörten wir, daß in Uganda, wo die Engländer den Baumwollbau auch als sogenannte Volkskllltur eingeführt haben, viele schwarze Baumwollpflanzer gar nicht mehr daran denken, ihr Land selbst zu bestellen, sondern sich dazu Arbeiter aus dem dicht bevölkerten Runnda-Urundi kommen lassen. Die Baumwolle bringt ihnen genug Das Schaufenster von 12 Nationen Die Internationale Deutsche Ostmeffe in Königsberg. Die spanische Staatsjugend im Aufbau Von D. Zeffel, Malaga. Kreuz und quer durch den Schwarzen Erdteil Briefe von einer Afrika-Reise. Von Or. Paul Rohrbach. Bauern-Kakao sackweise für das Exporthaus zufam- menholen. Man sieht die ganze Aufbereitung. Der Kakaobaum trägt dicht am Stamm oder am Ansatz der stärksten Zweige gelbe oder rotbraune Früchte von der Form der Größe einer kleinen Melone. D)enn man sie öffnet, so liegen die Samenkerne, die sogenannten Kakaobohnen, in einer aromatisch duftenden, rosa gefärbten schleimigen Masse. Man nimmt die Bohnen heraus, füllt sie — bei der bäuerlichen Aufbereitung — in primitive, aus Palmblattrippen geflochtene, mit Bananenblättern zugedeckte Behälter und läßt sie dort, unter öfterem Umschaufeln, fünf bis sechs Tage fermentieren. Die dabei eintretende Selbsterhitzung bis auf einige 40 Grad gibt dem Kakao erst sein Aroma. Dann wird er auf Matten zum Trocknen ausgebreitet, und wenn er genügend getrocknet ist, in Säcke gefüllt, die je 70 kg fassen. Der schwarze Aufkäufer sieht zu, wieviel Sack er von den Bauern zusammenbekommt. Ein Vertrauensmann hatte fünf Sack eingekauft, ein anderer zwanzig, ein dritter sogar vierzig! Wöchentlich wird von der Firma ein Lastauto geschickt, das den Schon seit zwei Wochen sind die umfangreichen Arbeiten für die 2 6. Deutsche O st m e s s e i n K ä H i gs’b er g abgeschlossen. Jetzt, wenige Stunden vor der Eröffnung durch den Reichswirtschafts- minifter Funk, kann man feststellen, daß die diesjährige Messe einen Erfolg bringen wird, der in bet Geschichte Königsbergs einzigartig dasteht. Seit 1933 hat diese Veranstaltung sich in gerader Lime auswärts entwickelt. Don Jahr zu Jahr haben sich sowohl die Zahlen der Besucher, als auch der Aus- > steller ständig gesteigert. Fortgesetzt mußte die Ausstellungsfläche vergrößert werden. Betrug sie noch 1937 = 110 000 qm, so wird sie in diesem J^hre für die Ostmesse und die ihr angegliederte Ostschau des Reichsnährstandes weit über das Doppelte messen. Diese Erscheinung ist nicht ein Zeichen einer ungesunden Konjunktur, sondern sie ist das Spiegelbild eines stetigen und organischenWirt- schaftsaufbaues Zwölf Staaten sind es, die in diesem Jahre ihre Erzeugnisse auf der Ostmesse, dem Schaufenster der Nationen, ausstellen roerben. Zum ersten Male sind Britifch-Indien und Norwegen vertreten. Die Freie Stadt Danzig, Estland, Finnland, Lettland, Litauen, Mandschukuo, Polen, Schweden, die Türkei und ' Ungarn sind alte Bekannte, die der Königsberger Messe treu geblieben sind. Zum größten Teil haben sie ihre Stände vergrößert und neue Produkte hinzugenommen. Recht interessant ist die Vertretung Britisch-Jndiens, bas seinen Reichtum, wie Tee, Curry unb Reis zur Schau stellen wirb. Im ganzen merben etwa 300 Firmen bes Auslandes vertreten sein; eine Erscheinung, bie einwanbfrei beweist, baß Deutschland qar nicht daran denkt, sich vom Ausland abzuschließen unb von einem internationalen Güteraustausch zurückzuziehen. Deutlich genug beweist bas Reich, daß es seinen Teil bazu beiträgt, die internationalen Handelst) ezie- der körperlichen Bewegung in leichter Turnkleidung als unmoralisch ansehen. Die Falange hat es sich auch Dorgenommen, den Schwimmsport eifrig zu .... ... ,...... „____,_____ pflegen. Man kann sich fast keine Vorstellung davon meldeten sich an Oie Front. Beweise großer Tapfer- r achen, wie viele Kinder und Erwachsene in Malaga feit wurden an den Tag gelegT. Diejenigen, welche . Nichtschwimmer sind, obwohl die Stadt direkt am noch nicht das nötige Alter erreicht hatten, stellten | sich zum Nachtdienst in den Kasernen zur Der- s fügung oder unterstützten die Aelteren bei ihren Patrouillen durch die Stadt, um die öffentliche Ruhe und Ordnung wiederherzustellen. Als sie in die Ar- wegung steckt, kann man täglich wieder beobachten. Selbstverständlich wird auch exerziert, um an den Aufmärschen wirkungsvoll teilzunehmen. Ausfallend ist es, daß die Spanier nicht in Drejherreihen eng nebeneinander, sondern in einem ziemlichen Abstand marschieren, so daß sie die ganze Straßenbreite cin- nehmen. Gewaltig dröhnt der Trommelwirbel, und kräftig schmettern die Trompeten, mit denen auch alle Kommandos gegeben werden. Man betreibt nicht unseren langen Schritt, sondern einen kürzeren, wobei auf das exakte Schwenken des rechten Armes bis zur Schulterhöhe der größte Wert gelegt wird. Bei einem Galaaufmarsch ziehen alle Jungen weiße Handschuhe an, und die Kleinen tragen einen imitierten Stahlhelm und ein Holzgewehr. Schulung wird nur bei den Größeren betrieben. Ihnen wird das Parteiprogramm und die herrliche Vergangenheit der spanischen Geschichte in Vorträgen dargestellt. Das Prinzip: „Jugend muß durch 3u • gend geführt werde n", kennt man noch nicht, da es bislang an jugendlichen Führern fehlt. Bis sie ausgebildet sind, herrscht noch das Lehrersystem. Don früher her steckt in jedem einzelnen Spanier noch das individualistische Geistesgut, das jeden tun ließ, was ihm beliebte. Erst langsam wird man in dem spanischen Menschen einen Wandel schaffen können. Die Falange hat aber schon mit strengen Strasmaßnahmen begonnen. Erfüllt hier ein Junge seine dienstlichen Verpflichtungen nicht, so wird ihm das Haar abaeschoren, was als eine sehr entehrende Strafe aufgefaßt wird. Hilft das nicht, so gibt man ihm Arrest. Man kann diese Strafen, welche die Eltern im allgemeinen nicht kritisieren, durchführen, weil die Zugehörigkeit auf dem Grundsatz der Freiwilligkeit ausgebaut ist. Die schärfste Strafe ist der Ausschluß aus der Falange. Von den vier Erziehungsmächten (Elternhaus, Schule, Kirche und Partei) sind die ersten beiden ziemlich bedeutungslos. Besonders streng ist der Einfluß der Kirche. Es kann am Sonntag kein Ausmarsch oder sonst etwas unternommen werden, bevor die Gruppen nicht geschlossen zur Messe gegangen sind. Wer nicht zur Messe oder zum Abendmahl geht, kann sich nicht in der Jugendorganisation halten. Ohne die Zustimmung der Kirche, die an allen entscheidenden Stellen ihre Vertreter oder Freunde hat, wird praktisch nichts durchgeführt. Es gibt auch auf dem Gebiet der Jugendertüchtigung noch eine Reihe von Problemen zu lösen. Aus verständlichen Gründen werden sie zunächst zurückgestellt, um nicht die einheitliche Schlagkraft während des Krieges zu erschüttern. Es muß noch mit vielen Vorurteilen aufgeräumt werden. Die Falange hat jedoch schon energisch Hand angelegt. Die ersten Erfolge sind da. Möge es ihr durch stetes Vorleben gelingen, den Typ eines Gemein- schaftsmenschcn zu erziehen, wie es für die heutige 'Zeit nötig ist. D. Jessel-Malaga. Geschichten aus aller Welt. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Em erstaunlicher Pudelhund. C. K. 21 u ft i n. Ein Pudel in San Antonio in Texas, der auf den Namen „Shep" hört, erregt seit einiger Zeit Aufsehen in der ganzen Gegend, indem er Tag für Tag um die Mittagsstunde mit einer Dollarnote bei seiner Herrin erscheint. Er ist nicht dazu zu bringen, diese irgendeinem anderen auszuliefern', er wedelt freudig mit dem Schweife, wenn ihm die Herrin die Note aus dem Maule nimmt, aber er knurrt jeden an und will ihn beißen, der ihm sonst mit derselben Absicht nähern will. Man hat bisher vergebens versucht, dem Hund zu folgen, um festzustellen, wo er die Dollarnoten findet; er läuft schon sehr früh von Hause fort. Die meisten Geldscheine sind auch bereits veraltet und in den Vereinigten Staaten außer Kurs; man vermutet daher, daß es sich um die Beute irgendeines Diebstahls oder auch um das Lösegeld von Entführern handelt, die ihre Noten nicht verwenden konnten. Die Nummern der Geldscheine sind genau ausgezeichnet und der Polizei und den verschiedenen großen Banken mitgeteilt, die Listen solcher kompromittierender Scheine führen. Man nimmt an, daß der Pudel ziemlich weit entfernt auf freiem Felde, ein Versteck gefunden hat, in dem irgendjemand vor mehreren Jahrzehnten diese Dollarnoten verborgen hat. Das Kraftwägelchen für Zwillinge. B. London. Die Mutter zweier gut gedeihenden Zwillinge in London fand es ermüdend, den Kinderwagen während der langen Ausfahrten, die ihr für die Gesundheit ihrer Sprößlinge notwendig schienen, immer vor sich herzuschieben, und so brachte ihr hilfsbereiter Mann, der Ingenieur ist, einen kleinen Motor unter dem Wagen an, der mit den Rädern verbunden wurde; so war jede Anstrengung vermieden, und das neuartige Kraftwägelchen beförderte sich selbst, während die Frau nur noch zu lenken hatte. Natürlich fiel die Sache auf, auch ein Polizist bemerkte sie und hielt sie für so wichtig, daß er seinen Vorgesetzten Bericht darüber erstattete. Diese gingen damit weiter zu den städtischen Behörden, und hier wurde entschieden, daß der Kinderwagen ein Kraftwagen sei und daß daher die entsprechenden Steuern dafür gezahlt werden müßten. Die Jngenieursgat- tin erhob Einspruch und machte unter anderem daraus aufmerksam, daß die Selbstfahrer für die Invaliden auch nicht mit Steuern belegt würden, selbst wenn sie von Motoren bewegt würden. Aber der Stadtrat bestand auf seiner Meinung, und so ging die Sache an den Derkehrsminister. Dieser kam als höchste Instanz zu einem Urteil, in dem er sich auf die Seite des Stadtrats stellte, und nicht nur das, sondern er fand, daß für das Ehepaar auch noch eine ganze Reihe • anderer Verpflichtungen zu erledigen wären, wenn sie auf ihrer Idee beharren wollten. Sie müßten eine Jahreslizenz für 50 Mark nehmen, die Frau müßte einen Führerschein erwerben, es müßte eine Haftpflichtversicherung ausgenommen werden, und das Auto müßte seine Nummer, Scheinwerfer vorn und Lichter hinten und eine Hupe haben. Ganz entsetzt verzichtete das Ehepaar natürlich ... Mit Helm und Schwert und Panzer. (mt) Paris. In einer Vorstadt von Paris lebt ein gewisser H. Lynch, ein Waffenschmied, der sich außerdem auf die Herstellung von Helmen, kugelsicheren Westen und Panzern spezialisiert hat. Er ist also in der Lage, alles das herzustellen, was im 16. Jahrhundert ein starker Mann zum Schutze von Kops, Hals, Brust und Beinen benötigte. Seine Arbeit erstreckt sich nicht nur auf Blecharbeiten für Filmateliers. Er muß nicht nur auf alten Schlössern verrostete Rüstungen wieder in Ordnung bringen. Kürzlich erschienen bei ihm einige Geologen, die für eine Vergesellschaft in Venezuela Petroleum suchen sollten. Sie bestellten eine Rüstung, die den gesamten Oberkörper gegen Giftpfeile schütze. Denn die verteufelten Indianer, die von den weißen Oelsuchern nichts wissen wollen, schießen mit einem Gift, das häufig verhängnisvoll wirkt, wenn es oberhalb der Hüften in den Körper einbringt. Werden „nur" die Arme oder die Beine getroffen, dann kann die Wunde leicht gereinigt und ausgesogen werden. Für jene Geologen wurde eine Rüstung gebaut, die garantiert allen Anforderungen entsprechen sollte. — Aber da gibt es auch noch andere Kunden: Neulich kam ein elegant gekleideter älterer Herr, der mit einem gewaltigen Personenwagen mit Chauffeur und Kammerdiener vorfuhr. Er erkundigte sich genau nach dem Preis für ein Schuppenpanzerhemd, wie es zur Zeit Wilhelms des Eroberers getragen worden fei. Er ließ genaues Maß nehmen und bestellte die Rüstung, die eine mächtige Stange Geld kostete, sofort. Einen Monat nach der Ablieferung fand sich der Herr wieder ein und behauptete, an der rechten Schulter drücke die Rüstung etwas. Der Waffenschmied untersuchte die Rüstung und muhte fest- stellen, daß der Panzer, der schließlich seine 125 Pfund wog, sehr stark getragen worden war. Er erkundigte sich, unter welchen Umständen denn die Rüstung so häufig benutzt werde. Erst jetzt merkte ■er. daß mit dem alten Herrn etwas nicht in Ordnung war. Dessen Miene verklärte sich und er sagte: „Tatsache ist nämlich daß ich die Reinkarnation Wilhelm des Eroberers bin. Abends nach dem Essen ziehe ich die Rüstung an und gehe auf dem Dach meines Hauses spazieren. Das gibt mir Kraft und Stärke, um meine Geschäfte am nächsten Tag erfolgreich durchzuführen. — Uebrigens lernte Lynch in seiner Praxis auch schon zwei Reinkarnationen der Jungfrau von Orleans kennen. „Die öffentliche Aufführung." AS. Brüssel. Die Frage, wie man mit einem Mitbürger fertig wird, der Tag für Tag bei offenen Fenstern und Türen seinen Lautsprecher „mit Vollgas" laufen läßt, hat für Belgien durch eine gerichtliche Erst- entfcheidung eine eigenartige Lösung gefunden. Belgien kennt an sich im Gegensatz zu Deutschland keine polizeiliche Handhabe, um solchen rücksichtslosen Leuten auf die Finger zu klopfen. Aber unter den Belästigten befanb sich auch ein Schriftsteller, Mitglied der Gesellschaft der Autoren, Komponisten und Musikverleger. Dieser gewiß nicht auf den Kopf gefallene Mann setzte sich mit seiner Standesorga- nisation in Verbindung, und bald darauf brachte der Postbote dem Rundfunkfreund eine Vorladung ins Haus. Er war aber keineswegs wegen ruhe- skörenden Lärms angezeigt, für den er bestenfalls mit einer geringen Geldstrafe, wenn nicht gar nur mit einer kostenpflichtigen Verwarnung davonge- kommen märe, sondern wegen Verletzung des Urheberrechts! Für jede Vorführung der Werke von Schriftstellern und Komponisten in der Oeffentlich- keit muß an die Verfasser eine Lizenzgebühr bezahlt werden. Die erwähnte Gesellschaft ist als Vertreterin der Autoren von den belgischen Gerichten anerkannt. Jemand nun, der seinen Lautsprecher oder sein Grammophon auf eine Lautstärke stellt, die es anderen ermöglicht, die Darbietungen mit anzuhören, bringt „Werke zur öffentlichen Aufführung", also muß er die entsprechenden Gebühren zahlen. So wenigstens behauptet die Autoren-Ge- sellschast, und es besteht die größte Wahrscheinlichkeit, daß der Richter ihr Recht geben« wird. Lpa mit der Mundharmonika. AS. Rom. Ein in Mailand wohnender Arbeiter hat kürzlich ein ganzes Stadtviertel in Aufregung versetzt, nur, weil er Großvater geworden war. Auf die Nachricht, daß ihm ein Enkel geboren worden sei, bewaffnete sich der Mann mit einer großen Mundharmonika, die er nach Aussagen der Zeugen meisterhaft spielt, und zog musizierend durch die Oste- rien der Nachbarschaft. Dort scheint er dem italienischen Wein etwas zu üppig zugesprochen zu haben, denn gegen zwei Uhr nachts vernahmen die Anwohner des Piazzale Medaglie d'Oro ein glänzendes Mundharmonikakonzert, das zu ihrem Erstaunen von der Höhe eines Römertors herabklang. Am Ende alarmierten die besorgten Nachbarn dis Polizei, weil sie fürchteten, der Musikant könnte ad- stürzen. Als Die Feuerwehr eintraf, hatte sich um das Römertor eine große Menschenmenge angesam- melt, die dem Konzert des in luftiger Höhe sitzenden Arbeiters zuhörte und ihn in den „Pausen" immer wieder, aber vergeblich aufforderte, herunterzukommen. Erst als die Feuerwehrleute eine Leiter her- anbrachten, begann der „Verrückte" an den Vorsprüngen des Torbogens herabzuklettern. Unten an- gelangt, fiel er selig in die Arme der Feuerwehr; aber es kostete noch einige Mühe, das Mißverständnis aufzuklären. Die braven Feuerwehrleute taten bann noch ein übriges: sie begleiteten den überglücklichen Großvater nach Haufe und brachten ihn sorgsam zu Bett. Um weitere Kletterpartien und Rettungsaktionen zu vermeiden! TerDieb imSchrank und dieBienen inrCafs. AS. Warschau. Ein Einbrecher aus Warschau stattete der Stadt Lodz einen „Besuch" ab. Er hatte in Erfahrung gebracht, daß die Wohnung eines Kaufmanns ohne Aufsicht fei, da der Wohnungsinhaber und seine Familie in der Sommerfrische weilten. Der Kerl drang in die Wohnung ein, wurde aber bei seiner „Arbeit" durch den für einen Tag nach Lodz zurückgekehrten Kaufmann gestört. Schnell versteckte sich der Einbrecher nun in einem massiven Eichenschrank. Beim Verlassen der Wohnung schloß der Kaufmann alle Schränke sorgfältig ab. Als er nach drei Tagen seine Wohnung wieder betrat, rollte ihm beim Oefnen des Eichenschrankes der anscheinend leblose Körper eines unbekannten Mannes vor die Füße. Nachdem er das Bewußtsein wiedererlangt hatte, wurde der erschöpfte Einbrecher verhaftet. Ein beliebtes Cafe in der Warschauer Innenstadt erhielt unlängst sm Nachmittag sonderbare Gäste. Plötzlich flog mit großem Gesumme ein riesiger Bienenschwarm durch die Tür und ließ sich an der Decke nieder. Die Gäste verließen fluchtartig das, Lokal. Nach einigen Stunden flogen die Bienen, ohne jemandem ein Leid zugefügt zu haben, wieder fort. Der Besitzer des Cafes erklärte, daß er alljährlich um diese Zeit den Besuch der Bienen erhalte, obwohl sich im Umkreis von Kilometern kein Bienenstock befinde. Evas -Urschen und Adams Rippe. B. Budapsst. Eva heißt das reizende junge Mädchen, die einzige Tochter wohlhabender Eltern in Budapest, die auf ihr hübsches Gesicht sehr stolz ist und ganz besonders über eine zierliche Nase verfügt, die auch von anderen sehr bewundert wird. Das Schicksal wollte es jedoch, daß die junge Dame bei einer Spazierfahrt im Auto einen Unfall erlitt, bei dem ihr das Nasenbein gebrochen wurde. Die besorgten Eltern beriefen eine ganze Anzahl von Aerzten und Spezialisten der chirurgischen Plastik, um das Un- glück wieder gut zu machen. Nach eingehender Prüfung erklärten die Aerzte, sie könnten das Näschen der armen Eva in alter Schönheit wiederherstellen, aber dazu sei nötig, daß ein junger Mensch eine Rippe opfere. Evas Vater war bereit, 20 000 Pengö an den zu zahlen, der dieses Opfer bringen würde, und so fand Eva ihren Adam in der Person eines sportgestählten jungen Mannes, der über eine glänzende Gesundheit, aber wenig Geld verfügte. Die Operation wurde gemacht und hatte vollen Erfolg. Nun wollte aber auch dieser Mann sich nicht mehr von Eva trennen, er sah in ihr, wohl mit demselben Recht wie sein großer Vorgänger, einen Teil seiner selbst, und kühn entschlossen bat er um die Hand des jungen Mädchens. In der Tat wurden auch diese Gefühle erwidert, und so endete alles mit einer glücklichen Hochzeit. $eif® Tage, schlaAoss Rächte __________________________ Schlaflosigkeit und ähnliche sommerliche Gesundheitsstörungen sind häufig aus Überanstrengung des Herzens und der Nerven oder auf unregelmäßige ■ Verdauung zurückzuführen. Klosterfraq-Melissengeist hat bei diesen Beschwerden schon viele gute Erfolge erzielt. Als Heilkrauterdestillat übt er einen allgemein beruhigenden Einfluß auf den gesamten menschlichen Organismus aus, sodaß der Schlaf nicht sozusagen „erzwungen roiro sondern auf eine natürliche Weise ohne ungünstige Nachwirkungen eintrckt. So schrieb z. B. am 18. 1. 37 Herr Friedrich Kühnemund, o.D., Erfurt, Schlösscrstr. 18, u. a.: „Ich habe mir inzwischen Klosterfrau-Melissengeist getauft und nehme ihn nun regelmäßig. Die Wirkung ist ausgezeichnet. ^>ch kann seitdem besser schlafen und merke auch die beruhigende Wir ung aus die Nerven. Es freut mich, daß ich nun endlich ein gutes Mittel gefunden habe, ^Unbroeikr Her"ich ae? Alb re äst (Bi l d nebenstehend), Einrichter, Berlin N 31 Scheringstr. 8, am 6. 5. 37: „Ich habe .Ihren Klosterfrau-Melissengeist versucht und bin mit diesem sehr zufrieden. Bei Schlaflosigkeit und Magenoefchwerden angewendet, hat er sich sehr gut bewährt und kann ihn auch ledem empfehlen. Ich werde nun schon 67 Jahre alt und gehe mit Lust und Liebe zur Arbeit. - ..... Kronprinzenstraße 6, am 12. 10. 36: „Ich benutze ^Klosterfrau- Sowie Frau Agne, BM. r Witfenaeift mit ooräu01id)et. fflhrtuna p n Sefunbbeitäftärungen? Dann machen Sie Leiden auch Sie m den h-ib-n ^ommerr g gk bci 3i)tem Apotheker ober Drogisten IN sTÄVÄ i(t "ur °cht in der blauen Packung m,t den drei Nonnen; niemals lose. ,5159 v Verdingung. Auf Grund der „Verdingungsordnung für Bauleistungen" (DOB.) sind nachstehende Arbeiten aus der Reichsstraße Nr. 276 Abtlg. Schotten—Laubach, km 24,244—23,628 und 26,840—25,450, sofort ZU vergeben, und zwar: _ 1. 3000 qm Ranbftreifenbefefhgung mit Gestuck, Chaussierung und einer Asphaltsplitteinstreudecke. 2. 260 qm Gossenpflasker mit Lieferung der Groh- pflastersteine 12/14 cm. . Angebotsvordrucke sind, solange der Vorrat reicht, in unserem Amt Gießen, Hitlerwall 37, erhältlich, wo auch die der Lieferung zugrunde liegenden Bedingungen zur Einsichtnahme offenliegen. Angebote sind in einem verschlossenen Umschlag mit der Aufschrift „Angebot für Randstreifenbefefti- gungen auf Reichsstraße 276" bis Freitag, den 26. August 1938, vormittags 10 Uhr, an das unterzeichnete Amt einzureichen, wo anschließend die Oeffnung erfolgt. Zufchlagsfrist 4 Wochen. Gießen, den 19. August 1938. Hessisches Straßenbauamt Gießen. KERAMIK In moderner sowie altdeutscher Art, im Groß- und Kleinverkauf, erhalten Sie in der heute eröffneten Kunsttöpferei in Gießen, Asterweg 57 03776 Heinrich Reuter, Kunsttöpfermeister - -K ATA nehmen! Bahnhol Straße finden Sie die beiührfiieh ideal. sTreibig LG Hesse n Generaiyed'r. A Asbest- Platten 1.2.3,4u. 5mm. wieder am Lager. 5425D CarlSchunck Bahnhofßtr. 64 Bekanntmachung. über A. die Erfassung der Wehrpflichtigen des Geburts- jahrganges 1910. B. die Erfassung der ehemaligen Offiziere und Wehrmachtbeamten im Offizierrang. Auf Grund des Wehrgesetzes vom 21. 5.1935, der Verordnung über die Wehrpflicht von Offizieren und Wehrmachtbeamten im Offizierrang vom 22.2.1938 und des Runderlasses des Herrn Reichsministers des Innern vom 12. 7.1938 wird hiermit folgendes bekanntgemacht: A. Sämtliche Wehrpflichtige des Geburtsjahrgangs 1910, die in der Stadt Gießen wohnhaft und noch nicht zur Wehrstammrolle erfaßt sind, sowie diejenigen des genannten Geburtsjahrgangs, die bei der militärärztlichen Untersuchung 1937 für untauglich befunden worden sind, haben sich zur Anlegung der Wehrstammrolle vom 22.8. 1938 bis 31.8.1938 jeweils in der Zeit von 8 bis 12 und 15 bis 18 Uhr, Mittwochs und Samstags von 8 bis 12 Uhr bei der Polizeidirektion Gießen, Landgraf-Philipp-Platz 1, Zimmer 26, zu melden. Bei der Anmeldung haben die Wehrpflichtigen Nachweise über Geburt, Abstammung — soweit im Besitz befindlich (Ahnenpaß) —, Eheschließung, Berufsausbildung (Lehrvertrag, Gesellen- und Meisterbrief), Arbeitsbuch (dieses hat der Unternehmer dem Wehrpflichtigen zu diesem Zwecke auszuhändigen), Zugehörigkeit zu den Gliederungen und angeschlossenen Verbänden der NSDAP., Befähigungsnachweise (Führerschein für Kraftfahrzeuge, Reiterschein, Frei- schwimmerzeugnis u. dgl.), Militärpapiere — soweit noch vorhanden —, sowie zwei Lichtbilder, Größe 37 X 52 mm in bürgerlicher Kleidung und ohne Kopfbedeckung aufgenommen, mitzubringen. Wer der angeordneten Meldepflicht nicht oder nicht pünktlich nachkommt oder den vorstehenden Anordnungen zuwiderhandelt, wird, wenn keine höhere Strafe verwirkt ist, mit Geldstrafe bis zu 150,— RM. oder mit Haft bestraft. Evtl, werden polizeiliche Zwangsmaßnahmen gegen ihn ergriffen. B. Dom 1.9.1938 bis 10. 9.1938 jeweils in der Zeit von 8 bis 12 und 15 bis 18 Uhr, Mittwochs und Samstags von 8 bis 12 Uhr haben sich nachstehende Offiziere und Wehrmachtbeamte im Offizierrang, die in der Stabt Gießen wohnen, zu melden: 1. ehemalige aktive Offiziere und Wehrmachtbeamte im Offizierrang der alten Wehrmacht, 2. ehemalige Offiziere des Beurlaubtenstandes der alten Wehrmacht sowie die ehemaligen Feldbeamten im Offizierrang der alten Wehrmacht — jeweils einschließlich der Sanitäts- und Veterinäroffiziere sowie der Heeresapotheker. Ausgenommen von dieser Erfassung sind Wehrpflichtige a) im Range eines Generalmajors oder in einem höheren Range, Dr. ERNST RICHTERS Frühdückikräutertee Nein — aber mit 30 — 40 — 50 neigen viele zu Korpulenz. Kluge beugen vor, erhalten sich schlank und jugendfrisch durch die tägliche Tasse auch als Drix-Tabletten-Drix-Dragees b) die das 65. Lebensjahr vollendet haben oder bis zum 30. 9.1938 vollenden, c) die im Besitze eines Wehrpasses der neuen Wehrmacht sind. Zur Anlegung der Wehrstammrolle haben die ehemaligen Offiziere und Wehrmachtbeamten im Offizierrang die Papiere über geleisteten aktiven Dienst im früheren Heer, in der Schutztruppe, in der Kaiserlichen Marine und in der Reichswehr (Reichsheer und Reichsmarine) mitzubringen. Außerdem ist anzugeben: Letzter Dienstgrad Letztes Patent als vom........ (Charakter als vom........) Waffengattung Sonderausbildung Verwendung im Kriege Diensteintritt Letzter Truppenteil oder Dienststelle Entlassungstag und -ort Kriegsorden und Ehrenzeichen « Verwundung Grad der Erwerbsbeschränkung. 5390V Der Schlußsatz zu A gilt entsprechend. Gießen, den 17. August 1938. _________Der Polizeidirektor. I. V.: Koch.__________ Oestentliche Mahnung. Folgende Rückstände werden hierdurch zur umgehenden Zahlung gemahnt; andernfalls muß ein Säumniszuschlag berechnet und die Beitreibung eingeleitet werden. 5388C III. Rate Bürgersteuer 1938. II. Vorauszahlungsrate Gewerbesteuer 1938. I. Rate Beitrag zur Handwerkskammer 1938. Beitrag zur Land- und forstwirtschaftlichen Be- rufsgenossenschaft 1937. Gießen, den 19. August 1938. ________________Stadtkasfe Gießen.________________ Mahnung. Die Beiträge für den Monat Juli 1938 derjenigen Arbeitgeber, die von der Kasse Rechnung erhielten, sowie der freiwilligen Mitglieder können noch bis zum 25. August 1938 ohne Kosten bezahlt werden. Nach Ablauf dieser Frist erfolgt Kostenberechnung evtl. Zwangsbeitreibung. Für die Arbeitgeber, die die Beiträge selbst nach dem wirklichen Arbeitsverdienst berechnen, gilt die gesetzte Frist bis zum 25. d. M. nicht. 53720 Allgemeine Ortskrankenkasse für Stadt- und Landkreis Gießen in Gießen. Aus -er engeren Heimat. Unfälle auf dem Lande. Der 35jährige Arbeiter Otto Ruh aus Ober- Hörgern stürzte von einem Haufen Schwellen so unglücklich ab, daß er einen Brustbeinbruch erlitt und sofort in ärztliche Behandlung gebracht werden mußte. — Die 56jährige Witwe Maria Weber von Dutenhofen zog sich bei einem unglücklichen Sturz eine Gehirnerschütterung, einen Oberarmbruch und Verletzungen an einem Ellenbogen zu. — Der 54jährige Landwirt Karl Hartmann aus Erda stürzte in seiner Scheune ab und mußte unter Verdacht auf schwere innere Verletzungen in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. Landkreis Gießen. # Allendorf (Lahn), 20. Aug. Am heutigen Samstag können Ludwig Luh VII. und Frau Elisabeth, geb. Franz, das Fest der Goldenen Hochzeit feiern. Beide Jubilars, die im Alter von 75 bzw. 72 Jahren stehen, erfreuen sich aller körperlichen und geistigen Frische. Ludwig Luh VII. war 40 Jahre lang im Braunsteinbergwerk Großen- Linden tätig. Jahrzehntelang bediente er den Blasebalg der Orgel in der Kirche. Den Ehrentag des Jubelpaares feiern 7 Kinder, 15 Enkel und 1 Urenkelkind mit. (Wir beglückwünschen!) <£ Birklar, 19. Aug. Am vergangenen Mittwoch konnte unser hiesiger Feldschütz i. R. Gilbert Koch seinen 79. Geburtstag feiern. Der hochbetagte Mann erfreut sich noch aller körperlichen Rüstigkeit, nimmt an allen Geschehnissen unserer Zeit regsten Anteil und läßt es sich auch heute noch nicht nehmen, täglich seinen gewohnten Feldrundgang zu machen. Das Schwurgericht klärt den Mordfall Krollmann. Lpd. Darmstadt, 19. Aug. Die Justizpresse- stclle teilt mit: Am 22. d. M. beginnt die diesjährige 4. Tagung des Schwurgerichts im Landgerichts- bczirk Mainz. Zwei Verhandlungen beschäftigen sich mit Anklagen wegen gewerbsmäßiger Abtreibung gegen eine Frau aus Lingen und eine aus Worms. Mehrere Verhandlungstage sind für eine Strafsache acgen die Frau A. H. aus Worms wegen Mordversuchs an ihrem Kinde vorgesehen._________________ Weiter wird sich vor dem Schwurgericht auch die 24jährigc Maria L. aus Mainz wegen des Verdachts der Nichtanzeige eines drohen- den Verbrechens zu verantworten haben. Das Verfahren steht in engstem Zusammenhang mit dem aus früheren Meldungen bekannten Mord des Jakob Krollmann aus Sprendlingen in Rheinhessen an seiner Ehefrau. Krollmann, der die Tat am 10. November 1937 auf der Landstraße unter Vortäuschung eines Kraftwagenunfall e s bei Gensingen beging, entzog sich durch Selbstmord im Dezember v. I. der Strafverfolgung. Die L., die zur damaligen Zeit ein Liebesverhältnis mit Krollmann unterhielt, wird nunmehr beschuldigt, von diesem Mordvorhaben Krollmanns Kenntnis erhalten und es unterlassen zu haben, den Behörden oder der bedrohten Ehefrau rechtzeitig Anzeige zu machen. Die im Jahre 1936 verschärfte Gesetzesvorschrift sieht für Unterlassung der Anzeige drohender Verbrechen Gefängnisstrafen und in besonders schweren Fällen Zuchthausstrafen bis zu lebenslänglicher Dauer oder die Todesstrafe vor. Die Presse meldete Mitte Juni d. I. einen Jagdzwischenfall bei Sprendlingen (Rheinhessen), bei dem der Georg Friedrich W. aus St. Johann dem Jagdberechtigten des Nachbarreviers H. B. aus St. Johann nach einer Auseinandersetzung eine tödlich werdende Schußverletzung beibrachte. W., der seine Verteidigung im wesentlichen auf Notwehr stützt, ist vor dem Schwurgericht wegen Totschlags angeklagt, so daß nunmehr die gerichtliche Klärung des Vorfalles zu erwarten ist. Wegen Sachbeschädigung im Betrieb bestraft. Lpd. Darmstadt, 19. Aug. Im Schnellverfahren hatte sich vor dem Schöffengericht ein 29jähriger Angeklagter aus Reinheim wegen Sachbeschädigung im Betrieb zu verantworten. Der Angeklagte war in einem Sägewerk, wo auch sein Vater und seine beiden Brüder in Arbeit stehen, beschäftigt. Er hatte für Krankenhauskosten von seinem Betriebsführer einen Vorschuß verlangt und auch erhalten. Als der Vorschuß an seinem Wochenlohn abgezogen werden mußte, da der Angeklagte sich zu einer zusätzlichen Arbeit nicht bereitfand, kündigte er einfach seine Stellung. An einem der nächsten Tage wurde festgestellt, daß die Sägemaschine nicht mehr ordentlich funktionierte, und die Untersuchung ergab, daß die dem Angeklagten unterstellt gewesene Oellei- tung zum Lager der Maschine voll Sägemehl geschüttet worden war. Auf der, Polizei gab der Angeklagte seine Tat zu und gestand, daß er seinen Arbeitgeber habe schädigen wollen, daß er jedoch das ganze Werk damit aufs höchste gefährdete, will er nicht berücksichtigt haben. Der vor Gericht gehörte Sachverständige erklärte, daß gerade die Sägewerksbrände durchweg durch Heißlaufen 1) e r Lager entstünden und durch Venmischung des Oeles mit dem Sägemehl Explosionsgefahr bestand. Das Gericht kam zu der Ansicht, daß der Angeklagte sich durch diese Tat außerhalb jeder Betriebs- und Volksgemeinschaft gestellt habe und erkannte auf ein Jahr Gefängnis. Der Angeklagte wurde sofort festgenommen. Dreschwagen n flammen. Lpd. Biedenkopf, 19. Aug. Im Kreisort Bischoffen fuhr beim Dreschen ein mit Roggen beladener Wagen zu dicht an den Dreschwagen, so daß das Schutzgitter der Riemenscheibe an diese angedrückt wurde. Durch die Reibung entstand Feuer, das im Nu den ganzen Wagen in Fl a m m e n hüllte-, der -vollständig verbrannte. Ein Uebergreifen des Feuers konnte noch rechtzeitig verhindert werden. Nundfunkprogramm Sonntag, 21. August. 6 Uhr: Hafenkonzert auf dem Elektroschiff „Patria" der Hamburg-Amerika-Linie. 8.10: Ev. Morgenfeier. 8.50: Unser Morgenständchen. 9.10: Das Grundgesetz nordischer Lebensgestaltung. 9.30: Chorgesang. 10: „Der Ahnen Kraft liegt in der Enkel Zucht." (Horaz.) 10.30: Ewiges Deutschland. 11.15: Geliebte Freundin ..." Eine Hörfolge. 12: Musik am Mittag. 13: Internationale Golfmeisterschaften Frankfurt a. M. 13.15: Musik am Mittag. 14: Für unsere Kinder: Ein lustiges Spiel. 14JO-: Uns gehört der Sonntag! Ein Reigen sorgloser Melodien. 15.30: Volkstum und Heimat: Beim Wälderfest in Triberg. 16: Nachmittagskonzert. Einlage: Schwimmwettkämpfe Europa gegen Amerika im Olympia-Stadion zu Berlin. 18: .Tanzen und Springen. Frohsinn im Dorf mit der Rundfunkspielschar 8 Ffm. der RIF. 18.30: Unter Palmen ... Eine Entdeckungsreise in Wort und Klang. 19.30: Sportspiegel des Sonntags. 19.30: Funkberichte vom 27. Deutschen Meisterschaftsrudern in Heilbronn. 19.40: Berichte. 19.45: Aus dem Olympia-Stadion: Erdteilkampf Europa — SNnerifa im Schwimmen. 20: Nachrichten. 20.10: Unterhaltungskonzert. Einlage: „Requiem". Eine Mozart-Novelle. 22: Nachrichten. 22.15: Sportbericht. 22.30: Zu Tanz und Unterhaltung. 24: Nachtkonzert. 2 bis 3: Nachtmusik: Unterhaltungs- und Volksmusik. IHontag, 22. August. 5 Uhr: Frühmusik. 5.45: Ruf ins Land. 6: Ghm- naftik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.40: Kleine Ratschläge für den Garten. 9.50: ... und was sagt der Mann dazu? Ein Zwiegespräch. 10: Schulfunk. Kinderliedersingen — Liederblatt 4. 11.45: Volk und Wirtschaft: Der Arzt geht in die, Betriebe. 12: Schloßkonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Schloßkonzert. 14: Nachrichten. 14.15: Musikalische Kurzweil. 15: Für unsere Kinder: Jetzt basteln wir ... 16: Nachmittagskonzert. Das Mikrophon unterwegs. 18: Zeitgeschehen. 48.30: Der fröhliche Lautsprecher. 19.10: Klang der Landschaft: Die Mosel entlang. Hörfolge. 20: Nachrichten. 20.15: Aus der Welt der Oper. 21: Abendkonzert. 22: Nachrichten. 22.15: Kamerad, wo bist du? 22.35: Nacht- und Tanzmusik. 24: Nachtmusik I. 2 bis 3: Nachtmusik II. Dienstag, 23. August. 5 Uhr: Frühmusik. 5.45: Ruf ins Land. 6: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Bäderkonzert. 9.40: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 10: Schulfunk: Ein Mädel heiratet noch Südwest, Hörfolge. 11.45: Elektrowirtschaft im Handwerk. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Was "alle Spatzen pfeifen ... Lieblingsschlager von gestern und heute. 15: Klaviermusik. 16: Nachmit-, tagskonzert. Das Mikrophon unterwegs. 18: Zeit-, geschehen. 18.30: Der fröhliche Lautsprecher. 19.10: Adalbert von Chamisso. Hörfolge zu seinem-100. Todestag (22. 8.). 20: Nachrichten. 20.15: Stuttgart spielt auf. Heitere Feierabendmusik. 22: Nachrichten. von seinem schweren Leiden erlöst. Krofdorf 146, den 19. August 1938. 5389D Nach einem arbeitsschweren und aufopferndem Leben wurde heute unser treuer Vater Die Beerdigung findet statt am Sonntag, dem 21. August 1938, nachmittags 4 Uhr. In stillem Gedenken: Studienrat Walter Fabel und Familie Landwirt Karl Fabel und Familie Dr. med. Hermann Fabel und Familie. Herr Ludwig Fabel Landwirt und Drechsler Graue Haare verschwinden durch Apotheker Walter Ulbrichts Haar-Regenerator Nid ß||H in wenigen Tagen Natur- „HlC-UIdU färbe zurück. Einfache Anwendung! Kein Färbemittel! Vollkommen unschädlich! Erstklassige Gutachten und Sachverständigen-Urteile! 1 Original- Flasche Monate ausreichend RM. 3.50. 4219D Alleinverkauf: Germania-Drog. C. Seibel, Gießen, Frankfurter Straße 39. Tel. 3593. 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Nun liegt es vor dir auf dem Bürgersteig Ein Lindenblatt zweifellos, der braune Ueberrest eines ehemals grünen Lindenblattes. Und mit dieser Feststellung kommt dir plötzlich eine ganze Gedankenreihe. Was ist das? Sind wir schon im Herbst? Ist der Sommer bereits vergangen und nähern wir uns so rasch schon der unwirtlichen Jahreszeit? Hat nicht vor kurzem erst der richtige Sommer begonnen? Das welke Blatt ist eine Tatsache, die sich nicht wegdeuten läßt. Und wie du genauer hinschaust, siehst du auch noch mehr solcher Blätter. Drüben der Baum am Straßenrand prangt keineswegs mehr im saftigen Grün und dein kritischer Blick entdeckt auch im Vorgarten nebenan allerlei Anzeichen für die schwindende Kraft des müde gewordenen Sommers. Trotzdem: ein seidig blauer Himmel wölbt sich über der Stadt, und es ist immer noch sommerlich schön. Aber gerade deshalb kommt dir die Erkenntnis vom nahen Ende dieses Sommers einigermaßen überraschend. Es ist ein wenig Traurigkeit in dieser Erkenntnis, jene Traurigkeit, die uns erfüllt, wenn es Abschied nehmen gilt. Niemand nimmt gern Abschied von Dingen, die ihm lieb sind oder die ihn erfreuen. Und gehört der diesjährige Sommer mit seinen schönen sonnigen Tagen nicht auch zu diesen erfreulichen. Dingen? Vorläufig hat ja zum Glück der Herbst noch nicht begonnen. Es dauert noch ein Weilchen, ehe das Unabänderliche eintritt und der Abgesang des Lebens auf der ganzen Linie vernehmlicher erklingt. Aber auch bann' nützt es nichts, zu jammern und zu klagen. In dem ewigen Wechsel allen Geschehens liegt ja erst der Reiz, der dieses Erdenleben immer aufs neue wieder erfüllt. Und indem dir dieser trostvolle Gedanke kommt, gleitet auch die Elektrische heran. Mit einem Satz bist du oben: Gottseidank, hier sieht noch alles sommerlich aus. Die Fahrgäste tragen ihre hellen Kleider und unterhalten sich angeregt über ihre Ferienfreuden. Und hinter dir liegt jetzt auch jenes welke Blatt, das dich leise mahnend an die Vergänglichkeit aller Dinge erinnerte ... H. W Sch. 80000 Arbeiter — jetzt nur noch 82 Arbeitslose. Gehr erfreuliche Entwicklung des Arbeitseinsatzes in Oberhesten. — Unterredung m:t dem Leiter des Arbeitsamtes Gießen. Ein st Mangel anArbeit — heute Ma n- g e l an Arbeitern. In diesen wenigen Worten ist der gewaltige Wandel der Dinge enthalten, den wir alle durch das Aufbaurberk unseres Führers seit 1933 und ganz besonders in den beiden letzten Jahren erleben durften. Der Arbeitseinsatz steht denn auch überall im Vordergründe der deutschen Erneuerung auf wirtschaftlichem Gebiet. Und besonders seit Beginn dieses Jahres ist die Nutzbarmachung aller arbeitsfähigen Kräfte noch stärker denn je in Erscheinung getreten. Eine Entwicklung, durch die der Begriff „Arbeitsmangel" noch mehr als vor einigen Jahren uns eine längst erledigte Angelegenheit geworden ist. Um einen Ueberblick über den Arbeitseinsatz in unserer engeren Heimat, in Oberhessen, zu gewinnen, haben wir uns am gestrigen Freitag mit einigen Fragen an den Direktor des Arbeitsamtes Gießen, Oberregierungsrat Dr. L i ft, gewandt, dessen Amtsbezirk sich über ganz Oberhessen erstreckt. Hier das Ergebnis der Unterredung: Die Anforderungen an den Arbeitseinsatz sind in den letzten Wochen weiterhin e r - heblich gestiegen. Die starke Beanspruchung ging weit über die Leistungsfähigkeit des Arbeitsamtes Gießen hinaus. Auch die genaueste Durchforschung der restlichen Bestände an Arbeitslosen hat zahlenmäßig keinen nennenswerten Erfolg mehr haben können. Bei rund 80 000 Arbeilsbuchinhabern im Gießener Arbeitsamtsbezirk find nur noch 82 Mann statistisch arbeitslos vorhan- den. Bon diesen 82 Mann hat die überwiegende Mehrheit nur an einem Tage statistisch als arbeitslos gelebt, denn sofort kamen sie in Arbeit. Wie gering die Reserve an arbeitslosen Kräften ist, ergibt sich daraus, daß heute nur noch 4 Männer in Giehen Arbeitslosenunterstützung ausgezahlt erhalten, für diese 4 Männer aber schon das Verfahren zur Jnvalidenrentenzahlung eingeleitet ist. Bei einer solchen Lage ist es natürlich unmöglich, den laufenden Bedarf an Arbeitskräften zu decken. Dennoch muß alles darangesetzt werden, wenigstens die Arbeitsvorhaben durchzuführen, die staats- und wirt f ch aftspol i t ifch den größten Dringlichkeitsgrad haben. Es ist bekannt, daß das Pflichtgesetz erlassen worden ist, das die vorhaben unter allen Umständen sichern, soll. Da die angespannte Lage im Arbeitseinsatz es nicht mläßt, den Kräftebedarf für diese Vorhaben aus Arbeitslosen-Reserven zu decken, sieht sich das Arbeitsamt zu Rückgriffen gezwungen auf bisher Beschäftigte in solchen Unternehmungen, die vom Standpunkt der Allgemeinheit aus gesehen einen weniger großen Dringlichkeitsgrad haben. Es ist selbstverständlich, daß solche Rückgriffe Härten mit sich bringen, sowohl für den Betrieb, als auch für den betroffenen Arbeiter iinb Angestellten. Erfreulicherweise sind aber bisher diese Härten überall mit außerordentlichem Verständnis für die überragende Bedeutung der durchzuführenden Maßnahmen hingenommen worden. Von der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung wird alles getan, um vermeidbare Härten gar nicht erst entstehen zu lassen. Für jeden Arbeiter und Angestellten ist sichergestellt, daß er in seiner neuen Stelle mindestens das Einkommen in seiner bisherigen Stelle, auf die Stundeneinheit berechnet, erhält, weiterhin Trennungsentschädigung gezahlt wird an Familienväter und an solche Ledige, die bisher' wesentlich zum Unterhalt der Familie beigetragen haben. Das Arbeitsamt bleibt natürlich weiter bemüht, alle noch verwendungsfähigen Arbeitsenergien zu erschließen. Es appelliert daher vor allem auch an die Frauen, die ohne Beschäftigung find, Witwen, junge Mädchen, an die Pensionäre und Rentenempfänger, die noch arbeitsfähig sind, sich zur Verwendung ihrer Arbeitskraft, und wenn es auch nur für einige Stunden am Tage ist, im Interesse der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen und sich auf dem Arbeitsamt zu melden. Die Zeit hat sich gegenüber 1933 ganz gewaltig geändert. Damals der Kampf gegen die Doppelverdiener, heute dagegen die Feststellung, daß sowohl alle Männer, als auch die Frauen verpflichtet sind, ihre Arbeitskraft, soweit sie noch drachliegt, in den Dienst der Allgemeinheit zu stellen. Dos Arbeitsamt Gießen ist auf dem Hauptamt und auf allen Nebenstellen in den Landorten bemüht, asten in Betracht kommenden Männern und Frauen beim Einsatz ihrer Arbeitskraft nach bester Möglichkeit beratend und anregend zur Seite zu stehen. Zur zweckmäßigen Beratung über den Ar- beitseins atz hat das Arbeitsamt Gießen eine Abendsprechstunde an jedem Mittwoch von 18 dis 20 Uhr eingerichtet In anerkennenswerter Weise stellen sich die hierfür in Betracht kommenden Beamten des Arbeitsamtes über ihre Dienstzeit hinaus freiwillig und ehrenamtlich in den Dienst der Sache. Diese Äbendsprechstunde auf den Arbetts- amts-Dienststellen hat den Zweck, allen Volksgenossen, die sich tagsüber an ihrer Arbeitsstätte nicht freimachen und die auch keinen Lohnausfall für versäumte Arbeitszeit tragen können, die Möglichkeit zu bieten, sich während ihrer Feierabend-Freizeit auf dem Arbeitsamt Rat und Auskunft zu holen. Dabei haben z. B. diejenigen Arbeiter, die bis jetzt noch berufsfremd beschäftigt werden, Gelegenheit, Von der korrekten Anpassung einer Brille hängt - gutes Sehen ab. Jede auch die eintachste Brille wird nach Mafe gefertigt und ist dennoch im Preis nicht teurer bei XL/ Optiker am Bahnhof D633 Lieferant auch Ihrer Krankenkasse! sich nach einer Veränderung ihres Arbeitseinsatzes entsprechend der erlernten Berufsarbeit zu erkundigen; wer aus dringlichen Gründen von feiner Arbeitsstelle ausscheiden und sich' anderswo sein Brot verdienen will, kann sich in dieser Sprechstunde ebenfalls sachdienliche Aufklärung und Beratung von dem zuständigen Fachvermitller geben lassen, sich auch als arbeitsuchend anmelden. Durch Berufspflichten tagsüber stark in Anspruch genommene Betriebsführer können mit ihren Anliegen natürlich auch in diesen Abendsprechstunden erscheinen. Vor einigen Monaten, als diese Einrichtung geschaffen wurde, war zunächst nur geringer Zuspruch in der Äbendsprechstunde. Allmählich ist sie aber doch recht besucht worden; sie wird in steigendem Maße in Anspruch genommen. Das Ergebnis dieser Einrichtung für den Arbeitseinsatz ist jetzt bereits außerordentlich befriedigend; u. a. ist es hierdurch schon gelungen, eine große Anzahl guter Fachkräfte zu gewinnen. > Es wäre natürlich verkehrt, wenn ein gelernter Landarbeiter glauben würde, diese Sprechstunde habe für ihn den Sinn, ihn in eine ungelernte Vornotizen Tageskalender für Samstag. Gloria-Palast (Seltersweg): „Was tun, Sybille?" — Verein ehern. 116er, Gießen, 20.30 Uhr im Auerhahn, Sonnenstraße, Kameradschafts-Appell (Hauptversammlung). Tageskalender für Sonntag. Gloria-Palast (Seltersweg): „Was tun, Sybille?" — Heimatoereinigung Schiffenberg: 15.30 Uhr Schiffenberg, Jahreshauptversammlung. Zur Wehrstammrolle melden' Der Pvlizeidirektvr in Gießen veröffentlicht heute» eine Bekanntmachung über die Erfassung der Wehrpflichtigen des Geburtsjahrganges 1910 und der ehemaligen Offiziere und Wehrmachtsbeamten im Offiziersrang. Die Aufgerufenen haben sich m der Zeit vorn 22. bis 31. August bei der Polizeidirektion Gießen zur Eintragung in die Wehrstammrolle anzumelden. Alles Nähere ist aus der Bekanntmachung ersichtlich. pw H Links: Sonderberatung in schwierigen Fällen. Rechts: Beratung in der Abendsprechstunde des Arbeitsamtes. — (Aufnahmen [2]: Neuner, Gießener Anzeiger.) ,,D»e Gefechts-Skatspieler." Von Korvettm-Kapitcin a O. G G Irhr. v. Zorstner. Wieder stand im Frühjahr 1905 der schwere Tag der Hauptgefechtsbesichtigung auf S. M. S. „Kaiser Karl der Große" bevor. Am 2. April sollte das große Ereignis stattfinden. Schon wochenlang hatte an Bord der eifrigste Dienstbetrieb»geherrscht — Kanonenschwoof ohne Ende. Jetzt aber standen die Geschütze eisern still, und die Geschoßaufzüge ratterten nicht mehr. Das Großreinemachen hatte begonnen, und das Malfest war in bestem Gange: „Damit das Schiff hübsch frisch und grau . „der Admiral sich dann beschau!" Längsseit lag seit mehreren lagen, ein großer Werftprahm, in dem die berühmte „Liste A" — die Liste „der im Gefechtsfalle von Bord zu gebenden Gegenstände" verstaut wurde. Dieses waren Bilder, Vorhänge und allerlei sonstige entbehrliche brennbare Gegenstände. Wohlgefällig betrachtete der 1. Offizier am Nachmittag des 1. April fein schmuckes Schiff. Er konnte mit Ruhe dem großen Tag entgegensetzen. Alles war blitzsauber und blank an Bord. Die Mannschaft war beim letzten Messing- psttzen beschäftigt. Gleich sollte eine große Selbstreinigung Der Besatzung und „alle Mann Haarschneiden und Rasieren" die Vorbereitungen krönen. Kein' Fremder durfte mehr das Schiff betreten. Doch was war das? Plötzlich legte ein Dampfboot am Bgckbord-Fallreep an. Ihm entstieg ein Bootsmannsmaat, gefolgt von acht Einjährig-Freiwilligen, mit Kleidersäcken, die sie auf das blendend weiße Deck neben sich stellten. — Da erscholl auch schon von weitem der laute Fluch des Oberbootsmanns: „Wollt ihr wohl die teerigen Kleidersäcke nicht auf mein eben gescheuertes Deck stellen! Anlüften! Anlüften .die Dingers!" Durch diesen Fluch aufgeschreckt, eilte der 1. Offizier herbei. Er hörte noch die Meldung des Bootsmannsmaaten an den wachhabenden Offizier: „Acht Einjährig-Freiwillige der 3. Kompanie I. Matrofendivifion an Bord S. M. S. Kaiser Karl der Große kommandiert." Bald war auch der herbeigerufene Wachtmeister zur Stelle. Nun wurde beratschlagt. Der Oberbootsmann meinte: „Zu «morgen können wir die Leute unmöglich brauchen." Der 1. Offizier und Wachtmeister waren derselben Meinung. Letzterer meinte: „Mit die Leute können wir jetzt gar nichts anfangen, meine Rollenbücher und der Stärkerapport sind bereits fix und fertig abgeschlossen, und der Sanitätsmaat hat auch schon den Gesundheitszustand nach der Besatzungsstärke in Prozenten ausgerechnet. Das können wir unmöglich bloß wegen die acht Mann allens wieder umstoßen!" Man war sich in dem hohen Rate also vollkommen darüber einig, daß man die Leute morgen nicht gebrauchen konnte. — Aber wo sollten sie bleiben? Der begleitende Bootsmannsmaat weigerte sich, sie wieder mit zurückzunehmen. „Herr Kapitän, ich habe Befehl, die Leute abzuliefern, die Kasernen sind durch neue Rekruten wieder voll besetzt." — Da war also nichts gegen zu machen. Der Oberbootsmann kam nun auf den schlauen Gedanken: „Dann können wir die Leute man ja am besten gleich mit die Liste A wieder von Bord geben, den Schleppdampfer habe ich schon längsseits gerufen!" — Hiergegen bestanden dann bloß wieder Schwierigkeiten in der Derpflegungsfrage, Unterbringung und Beauftichtigung. Deshalb schlug der Oberbootsmann weiter vor: „Wachtmeister, dann kannst Du sie man glejch in die Arrestzellen sperren." — Dagegen weigerte sich aber wieder der Wachtmeister: „Meine Zellen sind eben alle frisch gemalen, die will ich mir nicht wieder gleich versauen lassen. Aber der Oberbvvtsmann kann sie gut in ein Hellegat einschließen, da guckt der Flottenchef sicher nicht hinein!" — Natürlich protestierte hiergegen aber wieder der Oberbootsmann: „Mein Hellegat ist auch kein Dreckloch für sowas!" Schließlich entschied der 1. Offizier aber doch im Sinne des Vorschlages des Wachtmeisters. Die acht Einjährigen sollten cklso während der Besichtigung in dem Bootsmanns-Hellegat, dem Aufbewahrungsraum für das seemännische Inventar eingeschlossen werden und sich dort mäuschenstill verhalten, bei strengem Rauchverbot. Das Bootsmanns-Hellegat lag im Unterbau bes vorderen 24-Zentimeter-Geschützturmes. Auf gleicher Deckshöhe mit ihm standen unmittelbar daneben an Steuerbord und Bachbackbvrdseite das dritte 15- Zentimeter-Geschütz. Die Besichtigung war im besten Gange. Der Flottenchef ging, wie üblich, im Schiff herum zu den einzelnen Gefechtsstationen. Kaum war er mit feinem Stabe bei dem dritten Steuerbord-15-Zenti- meter-Geschütz angelangt, als in die Stille plötzlicy ein lautes Stimmgewirr hereinplatzte: „Trumpf! Trumpf! Trumpf! All mien!" — Und dann ging ein wüstes Durcheinander los. — „Du Kamel, warüm heßt Du nid) Karo fpeelt? Dohn gern ick Piek feigen rin, und hei is rümm, hei freeg kein Bein nid) miehr an Deck!" — „Du olle Ap, wo funn ick weiten, datt Du ne blanke Piek teigen harst?" — und in diesem Ton ging es munter weiter. Kein Klopfen an die starken Wände des Hellegats und kein Zuruf durch die Entlüftungslöcher in die Wand, aus denen starke Schwaden von Tabaksdampf herausströmten, „Maul halten!" halfen jedoch. Hinein konnte auch niemand, da der Oberbootsmann den Schlüssel eingesteckt hatte, „damit keine Molligkeiten durch Austreten von die Leute passieren konnten". Entsetzt schauten der Kommandant und der 1. Offizier sich an. Erstaunt blickten der Flottenchef und die Herren seines Stabes daher. Streng fragte er: „Herr Kapitän, was geht hier vor?" Von unserer Seite raffte sich aber niemand gleich zu einer Antwort auf. Unser Klopfen an den starken Stützwänden des schweren Geschütz-Unterbaues, der die Außenwand des Hellegats bildete, konnte im Hellegat nicht gehört werden. Unsere Zurufe wurden durch den Meinungsstreit im Innern immer noch übertönt. Das erste richtige Wort fand schließlich der Flot- ten-Artillerieoffizier, indem er, mit der Hand an der Mütze, seinem hohen Chef meldete: „Hier wird irgendwo Skat gespielt!" — Dieser gab nur zurück: „Das scheint mir allerdings auch der Fall zu sein, aber wer kann da mitten im Gefecht bloß auf den Gedanken kommen, Skat zu spielen? Personalmangel scheint an Bord dieses Schiffes jedenfalls nicht zu herrschen." Endlich war der Bootsmann mit dem Schlüssel zur Stelle. Gleich rief er durch die geöffnete Tür hinein: „Ihr verfluchten Hallunken, wollt ihr wohl das Maul halten!" — Nun verstummte endlich der Streit, und das elektrische Licht im Hellegat erlosch. Dann hörte man, wie der Oberbootsmann in dem runden Hellegat um den in der Mitte befindlichen Geschoßaufzug für den vorderen schweren Geschützturm die erschreckten Einjährigen vor sich herjagte. Diese suchten erklärlicherweise vor ihm Deckung, liefen so aber nach der ersten Runde dem vor der Hellegatstür in seiner ganzen Ordenspracht stehenden Flottenchef in die Arme. — Nun kam alles raus! Das ganze Schiff war blamiert. Umsonst alle Mühe und die Arbeit der mehrmonatigen Gefechtsausbildung. Bangend sahen wir der Kritik entgegen. — Nach einem Lob über den ersten Teil der Besichtigung fuhr der Flottenchef, Großadmiral von Koester, dann fort: „Herr Kapitän, meine Herren! Dann kamen wir zu dem dritten Steuerbord- 15-Zentimeter-Geschütz, da platzten plötzlich die Worte an mein Ohr: „Trumpf! Trumpf! Trumpf! All mien!" Und dann schloß sich ein bei Skatspielern üblicher und heftiger Meinungsstreit an. — Es war mir und meinem Stabe sofort klar, daß hier in der Nähe Skat gespielt wurde. Ader erst, als der Ober- bpotsmamr mit dem Schlüssel zur Stelle war, gelang die Feststellung, daß mitten im Gefecht acht Einjährig-Freiwillige mit dieser friedlichen Tätigkeit beschäftigt waren, die erst am Tage vorher von der Kompanie an Bord Überwiesen worden waren. Sie sollten in dem Bootsmanns-Hellegat meinen Blicken entzogen werden, da ihnen die Gefechtsausbildung fehlte. Herr Kapitän! Meine Herren! Wenn Sie im Ernstfall am Tage vor einer großen Schlacht acht so prächtig vorgebildete Seeleute noch an Bord bekommen, ich glaube, Sie würden diese dann zur Zeit des heißesten Kampfes wohl doch nicht gerade zum Skatspielen oder anderen sonst noch so unterhaltenden Dingen abkommandieren. Sie würden diese Leute dann schon irgendwie, und sei es nur zum Munitionstransport, heranziehen. Herr Kapitän! Meine Herren! Hier hätte das Kaiserliche Kommando gerade einmal zeigen können, was es auch acht, noch dazu seemännisch erstklassig vorgebildeten Leuten in nur einem Tage der Gefechtsausbildung hätte heraushol^n können. Herr Kapitän! Meine Herren! Und da muß ich denn doch das Kaiserliche Kommando ganz energisch darauf Hinweisen, daß ...!" und dann ging es erst richtig los. Unsere Einjährigen hatten aber von nun an den Spitznamen weg „Die Gefechts-Skatspieler". Hochsckulnachrichten. Der hervorragende Gräcist Geh. Rat Professor Dr. Edugrd Schwartz in München vollendet am 22. August das 8 0. Lebensjahr. Seine Forschung umfaßt das ganze Gebiet des altgriechischen Schrifttums bis in die Berührungen mit dem Christentum. Äls Hauptwerke gelten die textkritische Ausgabe Homers und die Arbeit über Thukydides, neben den Zeugnissen gelehrter Einzelforschung stehen aber yuch Darstellungen, die den Weg in eine breitere Oeffentlichkeit fanden: die berühmten „Fünf Vorträge über den griechischen Roman". Schwartz wurde schon mit dreißig Jahren in Rostock Ordinarius. Er hat dann in Gießen, Straßburg, Göttingen, Freiburg und wieder in Straßburg gelehrt, bis ihn die Universität München auf den Lehrstuhl von C r u f i u s berief. Zahlreiche Ehrungen sind dem berühmten Forscher zuteil geworden; er ist Doktor aller Fakultäten, Inhaber des bayerischen M-aximilian-Ordens für Wissenschaft und Kunst, des Pour le merite und des Adlerschilds des Deutschen Reiches. Er ist Mitglied der Akademie der Wissenschaften in München, der Deutschen Akademie in München sowie der Akademien in Berlin, Heidelberg, Göttingen, Wien, Budapest und Kopenhagen. Ausruf des Gauleiters an alle Betriebssichrer. In aller kürze findet wiederum die jährliche Heerschau der Partei in Nürnberg statt. Tausende von Politischen Leitern des Gaues Hessen-Rassau sollen dem Führer unter die Augen treten und dazu beitragen, der Welt die Wacht der Partei sinnfällig zu zeigen. Ich bitte die Betriebsführer, den schaffenden Volksgenossen, die ihre Pflicht als politische Soldaten Adolf Hitlers tun. auch in diesem Zahr. wie es dankenswerter- weise in den vergangenen Zähren schon durchweg geschehen ist. den für den Reichsparteitag erforderlichen Urlaub bei Fortzahlung des Einkommens und ohne Anrechnung auf den Tarifurlaub zu gewähren. Wo darüber hinaus die Lage des Betriebes es gestattet und die wirtschaftliche Stellung der Rürnberg-Fahrer es wünschenswert erscheinen läßt, bitte ich. auch ein Taschengeld zur Persügung zu stellen. Die Teilnahme an der gewaltigen Offenbarung der Partei soll den Wännern nicht durch eine wirtschaftliche Einbuhe geschmälert werden. Gez.: Sprenger. Aufruf der Kreisleitung Wetterau. Tätigkeit zu bringen. Der gelernte Landarbeiter muh im Interesse unserer Volksgesamtheit in seinem gelernten Beruf tätig bleiben. Die Reichsregierung hat in der Verordnung zur Förderung der Landbevölkerung vom 1. Juli 1938 sich bemüht, die berechtigten Wünsche der Landarbeiter auf wirtschaftliche Hilfe zu erfüllen. Die Ehestandsdarlehen für die Landbevölkerung und die Einrichtungsdarlehen sind in der Presse (auch im Gießener Anzeiger) bereits besprochen worden, so daß man hier nur auf diese Maßnahmen hinzuweisen braucht. Man bedenke aber, daß das hierdurch erreichbare wirtschaftliche V e r m ö g e n , auf die Jahre der Arbeit umgerechnet, einen vollen Ausgleich der geldlichen Minderleistungen auch dann bringt, wenn die Gewährung von freier Wohnung, Deputaten, Gartenland usw. nicht mit eingerechnet wird. Es ist daher Pflicht des Landarbeiters, dem Appell des Arbeitsamtes ;um vollen Einsatz in der Landwirtschaft zu folgen. Er muh sich dabei bemüht sein, dah alle anderen Hilfen nur Aushilfen sind und dah die Sicherung der Ernährung unseres Volkes nur von seiner vollen Pflichterfüllung abhängt. Diese Aushilfen mußten in diesem Jahre in großem Umfange in Anspruch genommen werden. Im Bezirk des Arbeitsamtes Gießen kamen in der Landwirtschaft viele Ausländer zum Einsatz, vor allem Italiener. Die Arbeitsleistungen und die Führung dieser Arbeitskräfte sind e i n - wand fr ei gewesen. Ihre Zahl reicht aber nicht aus, um allen Ansprüchen, insbesondere von bäuer- lichrn Betrieben nachkommen zu können. Deshalb wurden noch Ergänzungen zur Hilfeleistung herangezogen, so die Hitler-Jugend mit ihren Landarbeitereinsatz-Gruppen, wobei sich die Jungen und die Mädel in eifriger und vorbildlicher Weise betätigen; das gleiche ist von den zur Erntehilfe beurlaubten Soldaten und von den Helfern aus den Formationen der Partei yi berichten. Mit der zu Ende gehenden Körnerernte ist aber erst ein Teil der Arbeitsaufgaben erledigt. Eine noch größere Verpflichtung ist bei der Bergung der Hackfrüchte und jetzt in Kürze bei ^)er D r e scha r b e i t zu erfüllen. Die Drischarbeit erfordert die Freistellung aller Männer, die bisher schon beim Dreschen beschäftigt waren, insbesondere Facharbeiter, wie Schlosser und Maschinenführer. Das Arbeitsamt erwartet hier wieder das volle Verständnis aller Betriebsführer, diese Facharbeiter für die kurze Zeit des Dreschens aus ihren Betrieben herauszugeben, sie nachher aber wieder ohne Nachteil für diese Helfer in den Betrieb zurückzunehmen. Das Haushalls-Pflichtjahr der Wädchen Hal sich fehr befriedigend eingeführt, die Wädels sind jetzt allenthalben mit Freude bei der Sache. Als aus der Not der Zeit heraus das Pflichtjahr für Mädchen verkündet wurde, stieß diese Maßnahme zunächst auf großen Widerstand. Der eine Grund für die Einführung des Pflichtjahres für die weib-' liche Jügend, sich durch die Tätigkeit im haushalt vorzubereiten auf ihren natürlichen Lebensberuf als Hausfrau und Mutter, wurde nicht gewertet; der andere Grund, daß in der Hauswirtschaft, insbesondere in der Landwirtschaft, die weiblichen Kräfte zur Erfüllung dringender Arbeit fehlen, wurde als für die Betreffenden nicht verbindlich angesehen, sondern er sollte nur für bifc anderen gelten. Die betriebsamen Wirtschaftszweige wehrten sich auf das entschiedendste und glaubten, den weiblichen Nachwuchs nicht entbehren ^zu können. Im Ergebnis ist dann aber doch eine sehr beträchtliche Zahl junger Mädchen sowohl in die landwirtschaftlichen als auch in die städtischen haushalte gegangen und hat dort gesehen, daß es doch allerlei zu lernen gibt. Das wesentlichste Ergebnis dieser ganzen Tätigkeit ist in einer Steigerung des eigenen Lebensgefühls und in dem hineinwcrchsen in eine gefestigte Lebensauffassung (charakterliche Erziehung!) zu erblicken. Ein solches Erlebnis kann für das ganze Leben nicht hoch genug veranschlagt werden. Die materielle Seite ist in vielen Fällen durchaus befriedigend gelöst worden. Es ist aber erwünscht, daß diejenigen, die Pflichtjahrmädchen beschäftigen, durch eine der steigenden Leistung entsprechende Entschädigung zum wirtschaftlichen Durchhalten des Pflichtjahres beitragen. Es mehren sich die Fälle, daß das Pflichtjahr abgebrochen wird, weil es wirtschaftlich für das Mädel und seine Eltern nicht mehr tragbar ist. Dabei ist zu beachten, daß viele dieser Mädchen aus Kreisen kommen, in denen die Eltern Zuschüsse sehr ndt- roenblg brauchen. Zusammenfpssend ist zu sagen, daß die Gesamt- age viel leichter zu meistern ist, wenn von je- >em einzelnen rückhaltlos der Vorrang der Interessen der Allgemeinheit vor dem eigenen Interesse anerkannt wird. Es wird auch wieder die Zeit kommen, in der das Interesse des einzelnen in größerem Umfange berücksichtigt werden kann; zu diesen ist insbesondere auch der früher geförderte Uebergang von unständiger Arbeit im Freien zur Fabrikarbeit zu rechnen. Die großen laufenden Bauarbeiten im Gießener Arbeitsamtsbezirk müssen bis Ende dieses Jahres zum Abschluß gebracht werden. Aus dieser Lage heraus muß verlangt werden, daß jeder Arbeiter bis auf weiteres bei diesen Bauarbeiten verbleibt. . B. Hitler-Jugend Bann 116. Vetr. Schwimmen. 1. Der für kommenden Sonntag angesetzte Bann und Jungbannvergleichskampf der Banne und Jungbann 116 und 88 ist in letzter Minute vom Bann, bzw. Jungbann 88, Wetzlar, abgesagt worden. Der Wettkampf findet zu einem späteren Termin statt. 2. Die Gefolgschafts- und Fähnleinführer werden hierdurch nochmals dringend ersucht, nach Erhalten der Ausschreibungen für das volkstümliche HJ- Schwimmfest am Sonntag, 28. 8. 38, in Grohen-Bu- seck, die Meldungen für die Teilnehmer nur in Zahl bis zum Mittwoch, 24.8. 38, auf der 1.-Stelle des Bannes 116 einzureichen. BOM -ttntergau 116 Gießen. Morgen Sonntag, 21. August, 7.30 Uhr, ab Lud- wigspjatz: Abmarch zur 23-Kilometer-Wanderung für das BDM.-Leistungsabzeichen. AS. Kampfspiele 1937 in Nürnberg im zilm' Am morgigen Sonntag findet im Gloria-Palast die Vorführung des großen Sportfilms „NS.-Kampf- spiele 1937" statt. In allen Städten, in denen der Film bis jetzt lief, gefiel er ausgezeichnet und die Säle konnten die Besucher kaum fassen. Besonders spannend ist der l.JEeil, ber in klaren Silbern die Infolge der ungünstigen Witterung konnte die Getreideernte bisher nur zu einem geringen Teil unter Dach und Fach gebracht werden. Nachdem nun das Wetter wieder günstig geworden ist — die Wettermeldung für die nächsten Tage aber wieder Regen vorausgesagt hat —, ist es unbedingt notwendig, dah die Getreideernte fo schnell wie möglich eingefahren wird. Ich rufe daher die Partei mit all ihren Gliederungen, angeschlosfenen Verbänden und auch die sonstigen Organisationen auf, sich dafüx einzusehen, dah überall in Stadt und Land Hille bei der Ernte geleistet wird. .. Diese Urne? Nein, nein, diese Urne kommt nicht ins Magazin, sie soll in dem neuen Schrank links in der Ecke des ehemaligen Verwaltungszimmers stehen." So konnten wir den Direktor des Museums belauschen bei seiner wichtigen Arbeit der Neugestaltung des Gießener Museums. Und da wir einmal dort sind, erfahren wir auch mehr noch als dieses, daß eine alte Urne in einem neuen Schrank zu stehen kommt. Doch wir müssen die Ohren spitzen, denn die Schreiner sind dabei, alte Schränke auseinanderzureißen, neue zu arbeiten, den alten wieder ein neues Gesicht zu geben und vor allem aüch eine zweckentsprechende Form. So teilt sich diesen stillen Räumen seit einiger Zeit schon eine unruhvolle Geschäftigkeit mit. Die Räume des oberen Geschosses des Alten Schlosses, darin Schalen und Töpfe, Krüge und Kannen und alle sonstigen nur erdenklichen Gegenstände der Vorgeschichte in Schränken untergebracht sinh, stehen fast leer im Augenblick. Man ist dabei, eine Umgestaltung oder besjer gesagt eine Neugestaltung der A b - Teilung Vorgeschichte des Gießener Museums vorzunehmen. Da wandert von ber Fülle bes Materials eine Menge von Töpfen unb sonstigen Gegen- ftönben biefer Zeitepoche ins Magazin. Nur zwei ober bret Proben der jeweiligen Typen der Vorzeitkultur finden bei dieser Umgruppierung Raum in den Schauschränken, da sie in ihrer Vielzahl nur dazu angetan wären, den Laien zu verwirren. Doch dies ist nicht der einzige und wesentlichste Grund und nicht die Ursache zu dieser Arbeit. Es geht dem neuen Leiter bes Museums vorwiegend darum, einmal klar und deutlich an Hand des vorhandenen Materials aufzuzeigen, welchen Anteil gerade Oberhessen im Gesamtrahmen derdeutschen Vorgeschichte hat. Karten und Bilder sind hier seine treuen Helfer, um die Fülle dieser Sammlung unb ihre Bebeutung zu einem Begriff für bas gesamte Gebiet ber Provinz Hessen zu gestalten. Die Fülle bes Materials aber hat allein schon burch bie Begrenztheit der Räume in ihrer Uebersichtlichkeit und somit auch in ihrer Verständlichkeit zu leiden. Soll darum die Arbeit Sinn und Zweck haben, muß man die bestehende Raumnot zu überwinden versuchen. Um dieses entschieden genug zu tun, plant man nun, das gesamte Obergeschoß des Museums mit seinen neun großen Räumen für die Vorgeschichte einzurichten. Dadurch aber wird es notwendig, die Verwaltung und bas Magazin an anderer Stelle unterzubringen. Das kleine Gebäude, in dem die Sanitätskolonne und die Aliceschule bisher untergebracht waren, soll herangezoaen werden. Die Sanitätskolonne sowie die Aliceschule werden demnächst neue Räume beziehen. Das Haus gehört schon lange zu dem Museum, da der jahrzehntelange Förderer des Oberhessischen Museums, Kommerzienrat Gail, es schon im Jahr 1906 angekauft und dem Museum geschenkt hatte. Doch es wurde noch nicht in dieser Weise verwandt. Nun aber soll es, da die Raumfrage innerhalb des Museums fast unlösbar geworden ist, im Zuge dieser Neuerung im Gießener Museum seinem eigentlichen Zweck dienen. Hier sollen Verwaltung und Magazin Unterkunft finden spannenden Ausscheidungskämpfe der*SA., HI., bes NSKK. und des Arbeitsdienstes zeigt. An die- sem Film kann man die nachdrückliche Sportarbeit in den einzelnen Gliederungen erkennen. Der zweite Teil bringt die sportlichen Vorführungen vor dem Führer auf dem Reichsparteitag 1937 und zeigt die äußerste Exaktheit in der Ausführung und höchste Leistungen. Weiterhin führt der zweite Teil den Besucher des Films in die Stadt ber Reichsparteitage unb vielen, benen es noch nicht vergönnt war, einen Reichsparteitag mitzuerleben, werden die Filmbilder ein Erlebnis sein. Mitarbeit der Beamten und Behördenangestellten beim WHW. NSG. Der Reichsminister des Innern hat in einem Runderlaß darauf hingewiesen, daß bei ber Durchführung bes Winterhilfswerkes 1938/39 wie in ben vergangenen Jahren die tatkräftige Mithilfe der Behördenangehörigen erforderlich ist. Für Zwecke des Winterhilfswerkes kann deshalb auch im kommenden Winterhalbjahr den Beamten, Behördenangestellten und -arbeite™, soweit es die Dienstverhältnisse irgend zulassen, Urlaub mit Fort- Zahlung der Bezüge und ohne Anrechnung auf den Erholungsurlaub erteilt werden. meine Bitte gehl auch an alle Beamten, Angestellten und Arbeiter, die nicht in der Landwirt- schäft tätig sind, amheutigen Samstag unb morgigen Sonntag bei der Ernte z u helfen. Die Behördenchefs und die Belriebsführer sehen sich mit den betreffenden Ortsgruppen und Stützpunkten in Verbindung, die die Zuteilung für die einzelnen landwirtschaftlichen Betriebe im Benehmen mit den Ortsbauernführern vornehmen. Ich erwarte von jedem Partei-und Volksgenossen, daß er sich der hohen Bedeutung der Einbringung der Ernte bewußt ist und restlos feine Pflicht erfüllt. Backhaus, Kreisleiter. und somit die Frage der Raumnot prakttsch lösen helfen. Doch man plant noch mehr! Nicht nur dieses Nebengebäude am Rande des Botanischen Gartens will man dem Zwecke des Museums dienlich machen, sondern auch einen Teil des Botanischen Gartens selbst. Und zwar geht es um den Teil des Gartens, der dem Schlosse am nächsten liegt. Hier soll im Lause des nächsten Jahres noch ein altes ober« hessisches Bauernhaus errichtet werden, das sowohl in ber Struktur und dem Gesamteindruck als auch in seiner gesamten Inneneinrichtung ein besonders charakteristisches Beispiel darstellen soll. Es stehen verschiedene alte und typische oberhessische Bauernhäuser zur Wahl, von benen man bas wertvollste und gediegenste wählen und am Heimatort abreißen wird, um es hier als Zeugen alter Bauernkultur aufzustellen. Dieses Bauernhaus soll nicht als Prunkstück des Museums an sich dienen, sondern in seiner ganzen Eigenart dem Besucher verständlich machen, was Bauernkultur ist. Bäuerlicher Haus- unb Zierat aber nimmt sich immer am stilvollsten aus in seiner eigentlichsten Umgebung. Und so beabsichtigt man, alles das, was das Museum an solchen Dingen birgt, hier seinen rechten Platz zu geben. Um das Ganze aber an Echtheit des Stils gewinnen zu lassen, plant man ferner in Verbindung mit diesem Bauernhaus auch einen Bauerngarten einzurichten mit allen Blumen und Kulturpflanzen, die für Oberhessen eigentümlich sind. Doch auch hier liegt dem Leiter des Museums nicht nur an dem Wert einer solchen Einrichtung an sich, sondern auch an seiner rechten unb weitgehendsten Ausnutzung. Don einer solchen kann man aber erst bann sprechen, wenn neben uur stäbtischen Bevölkerung auch die Landbewohner teilnehmen an diesen Dingen. Leider muß es gesagt sein, daß ber Besuch des Museums fast zu einer ausschließlich stäbtischen Angelegenheit geworben ist. Unb so hofft man mit biefer Neugruppierung bäuerlichen Kulturgutes auch roieber der ländlichen Bevölkerung die Schätze und Werte solcher Stätten neu zu erschließen. Dieser Plan, ein Bauernhaus zu errichten und dort die bäuerlichen Museumsbestänbe sinngemäß aufzustellen, ist im Museumswesen Mittel- und Süddeutschlands durchaus ein Neuling. Es dürfte somit Gießen einzig dastehen mit dieser Bereicherung seines Museums. Nur in Norddeutschland findet man solche Ergänzungen der Museen gelegentlich vor. Pläne und Projekte in reicher Fülle und somit Arbeit in großem Maße für den Neugestalter des Ganzen wie für seine Handwerker. Emsig ist man dabei, die Dinge werden zu lassen, doch wird man last ein Jahr dazu brauchen, um es in seiner Gesamtheit erstehen zu lassen. Es ist damit zu rechnen, daß die Errichtung des Bauernhauses sowie die Um- und Neugestaltung der Abteilung Vorgeschichte im nächsten Frühjahr ihr Ende finden werden. So wird in aller Stille eine Arbeit geschafft, die überaus wichtig ist. Verbindet sie uns doch mit alledem, was uns aus grauer Vorzeit an deutschem Kulturgut überkommen ist! Elektrizität ohne Gefahren. Versammlung der, Elektro-Innung und der Elektro-Gemeinschaft. In einer gemeinsamen Versammlung der Elektro- Innung und der Elektro-Gemejnschaft Gießen sprach am Mittwoch im „Burghof" Oberingenieur Lüder von der Arbeitsgemeinschaft zur Förderung der Elektrowirtschaft, Berlin. Der Redner führte u. a. aus: Man kenne in der Elektrotechnik schon lange die Mittel, um eine Berührung stromführender Anlageteile unmöglich zu machen. Ader die Elektrotechnik sei noch viel gewissenhafter in bezug auf ben Gefahrenschutz für Mensch unb Tier. Die Elektrotechnik habe auch Vorkehrungen getroffen und Mittel geschaffen, daß auch die Berührung nicht ström- führender Teile einer Anlage nach menschlichem Ermessen niemals zu einer Gefahr für Mensch und Tier werden könne. Diese Vorbeugungsmaßnahmen wieder einmal den Elektrofachleuten und besonders nach neuesten und aktuellen Gesichtspunkten praktisch zu demonstrieren, sei der Zweck des Vortrages. Der Vortragende verstand es an Hand gemeinverständlichen Skizzenmaterials, die Wichtigkeit des behandelten Themas he'rauszustellen und den Nachweis zu führen, daß jede der in der Elektrotechnik allgemein bekannten Schutzmaßnahmen — richtig angewendet — einen zuverlässigen Schutz gegen Schäden am Leben von Mensch und Tier bedeutet. Er konnte cum Schluß seiner Ausführungen feststellen, daß der Elektrofachmann in der Serge fei, eine gefahrlose elektrische Anlage zu erstellen und dem Laien beim Kauf elektrijcher Geräte richtig zu be= raten. Der Versammlungsleiter, Obermeister W. K. Schmidt, Gießen, dankte dem Vortragenden für einen hochinteressanten Vortrag und ermahnte die Mitglieder, immer daran zu denken, daß der Elektro- Handwerker, wie vielleicht kein anderer, eine große Verantwortung dem Volksganzen gegenüber trage. Eine nach ben Vorschriften und den technischen Möglichkeiten erstellte elektrische Anlage berge keine Gefahren für den Laien in sich. An der Aussprache beteiligten sich noch die Betriebsingenieure Schaffner, Maxein und Rudolph, sowie mehrere Versammlungsteilnehmer. Allgemein wurde begrüßt, daß Elektro-Gemein- chaft und Innung in verständiger Zusammenarbeit olche interessanten Schulungsoorträge für die Mitglieder veranstalte. Es wurden weitere Vorträge in Aussicht gestellt. Oie Marschteilnehmer unseres Gebietes in Groß-Gerau. . NSG. Die 76 Marschteilnehmer des Adolf-Hitler- Marsches unseres Gebietes, die am Donnerstagabend von Wiesbaden aus den Marsch nach Nürnberg antraten, trafen am gleichen Tag um 22 Uhr in Mainz ein, wo sie übernachteten. Arn nächsten Tag ging der Marsch weiter nach Groß-Gerau, bas ie gegen 14 Uhr erreichten. Zwei Tage sind unsere Jungen jetzt unterwegs. Zwei Tage schon tragen sie bie 19 Fahnen unserer Banne auf dem Weg nach Nürnberg. Sengende Hitze lag bleischwer auf ber Landstraße von Mainz ßSslf Msr-Narsch 1938 Gebietes hsAn N-agoiz 101 nach Äroß-Gercm. Diese 18 Kilometer waren bie Feuerprobe, unb alle haben sie bestauben. Trotz aller Unbilben bes Wetters ist es etwas herrliches, unter dem Knattern der Fahnen durch die fruchttragenden Felber unb d^m schweigenben Wald zu marschieren. UeberaU, wo sich unsere Fahnen zeigen, werden sie mit Freuden begrüßt. Der Bauer läßt eine Minute die Sense, bie Harke und Gabel ruhen, um die Wahrzeichen des jungen Deutschlands zu grüßen, und durch die Dörfer marschiert jubelnd die Jugend mit. Am Samstag trifft die Marscheinheit in Darmstadt ein. Draußen am Waldfriedhof werden sich dann erneut die Fahnen senken über dem Grabe des im Kampfe gefallenen Peter Fries und den Kameraden grüßen, dessen Opfer immer wieder mahnt und immer wieder verpflichtet, gläubig und treu ber Jbee zu bienen. Gießener Wochenmarktpreiie. * Gießen, 20. Aug. Auf bem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, V» kg 1,52 Mark, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Kose, bas Stück 4 bis 9, Eier, beutsche, Klasse B 12, Klasse C 1134, Klasse D 10^, aus-- länbische 12, Wirsing, % kg 10, Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 10 bis 12, gelbe Rüben 10 bis 15, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 8 bis 12, Bohnen, grün 15 bis 25, gelb 20 bis 25, Tomaten 20 bis 30, Zwiebeln 10 bis 15, Rhabarber 10 bis 15, Pilze, 30 bis 60, Kartoffeln, % kg 5 bis 6 Pf., 5 kg 50, 50 kg 4 bis 4,50 Mark, Frühäpfel, % kg 40 bis 45 Pf., Falläpfel 12 bis 15, Pfirsiche 65, Brombeeren 40, Preiselbeeren 45, Birnen 25 bis 45, Pflaumen 48 bis 60, junge Hähne 1,10 bis 1,15, Suppenhühner 90 Pf. bis 1,05 Mark, Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., Blumenkohl, das Stück 10 bis 50, Salat 8 bis 15, Salatgurken 10 bis 35, Einmachgurken 1 bis 5, Endivien 5 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 10, Sellerie 20 bis 25, Rettich 5 bis 15, Radieschen, das Bündel 8 bis 12 Pf. ♦ ** Die Heimatvereinigung „Schiffe n- b e r a" hält am Sonntagnachmittag auf .dem Schiffenberg ihre diesjährige Jahreshauptversamm- luna ab. Anschließend findet eine Familienzusammenkunft statt, bei der Lehrer Stumpf (Garbenteich) einen Vortrag über die Besiedlung des Wiesecker Waldes halten wird. ** Unfall. Durch Sturz von einem Motorrad erlitt die 26jährige Verkäuferin Anni Schott eine schwere Gehirnerschütterung und mußte in die Chirurgische Klinik eingebracht werden. Große Strafkammer Gießen. Der K. K., jetzt in Frankfurt wohnhaft, war früher bei dem Elektrizitätswerk in Gießen beschäftigt. Seit dem 1. Januar 1935 wurde er als Zählerableser verwandt und in ein dauerndes Beschäftigungsverhältnis übernommen. Im Jahre 1937 wurde er auf den Führer verpflichtet. Augenscheinlich kam der Angeklagte, der nebenher noch als Kellner tätig war, nicht mit feinen Einkünften aus. Er trug in die Stromkarten weniger Kilowattstunden ein, als er tatsächlich abgelesen hatte und in Uebereinftim= mung hiermit auch eine kleinere Zahl der entnommenen Münzen. Die überzähligen Münzen verkaufte er weiter. Das dafür erhaltene Geld ließ er in seine Tasche verschwinden. Er schädigte dadurch das Elektrizitätswerk um 1100 Mark. Auf die Dauer wurde dem Angeklagten aber der Boden zu heiß unter den Füßen, und er wollte seinen Posten aufgeben, da er immer eine Aufdeckung seiner Manipulationen zu befürchten hatte. Nun war aber in Wirklichkeit eine viel größere Anzahl von Elektrizitätsmünzen im Umlauf, als es die Elektrizitätskarten des Angeklagten auswiesen. Sein Nachfolger hätte dann sofort die Unterschleife bemerkt. K nahm deshalb die bereits geprüften und abgezeichneten Stromkarten und erhöhte darin die Zahlen der Kilo- OberhessischesMusenm in neuerOrdnung Wertvolle Bereicherung: ein typische«! oberhessische«! Bauernhau«! wird aufgestellt. «Seaman wieder am schnellsten. Wattstunden unb der Münzen. Obwohl der Ange- Rosemeyer konnte auch am Freitag beim Training Eine hochherzige Stiftung. SJlxfport •l Wirtschaft «8 Mimische Mannschaften in ZreunaschastSkämpsen und •auf, Wedels Sieger aus erhöhter umiaßtangreu zeigien icyon oie Das Vorspiel tierungen durchschnittliche Steigerungen bis 3 v. Sy und im Verlaufe stellten fi von Die Bereits 1700 Sinzeimeidungen zum Hoherodskopf-Dergfest. sich auf 564 sich entscheiden können. Großen-Linden I — FL. Grohen-Bufeck I. Am Sonntag empfängt die 1. Mannschaft Großen-Linden die gleiche von Großen-Buseck. Für den kommenden Sonntag hat sich die 1. der gung hat sich beachtlich verstärkt, wahrend anderer- Smelvereinigung 1926 Leihgestern die gleiche des seits das Angebot erheblich zuruckgegangen ist. Da- TSV Rodheim verpflichtet. Die Leihgesterner. die neben haben auch die erst kürzlich gemeldeten wirt- ein Unentschieden. Die Watzenborn-Steinberger müssen ersatzgeschwächt antreten. Fünf Mann fehlen! Mit einigem Kampfgeist sollten die Teutonen auf ihrem eigenen Platz aber doch das Spiel für Empfang der Ruderer in Heilbronn. Im Festsaal des Heilbronner Rathauses gab die Stadt Heilbronn am Freitag für die Teilnehmer am 27. Deutschen Meisterschaftsrudern einen Emp- ang. Oberbürgermeister Gültig begrüßte die Rudrer und wünschte der Veranstaltung einen guten Verlauf. DRL.-Gauführer Dr. ^lett überbrachte die Grüße des Reichsstatthalters und Gauleiters Murr und für die Ruderer sprach Fachamtsleiter Pauli. Auch Amerikaner-Sportfest in Wien. Das Wiener Stadion sah am Freitag nur etwa 2000 Zuschauer, die sich zum Start der amerikani- chen Leichtathleten eingefunden hatten. Da die Gäste 'eine vollwertigen Gegner hatten, gab es auch im schaftlichen Momente jetzt ein stärkeres Echo gefunden und zur Besserung beigetragen. Bei wesentlich erhöhter Umsatztätigkeit zeigten schon die ersten No- ''' r""' * l um 1,50 Bei der Schlußfeier der Internationalen Riemer ' ’ am Donnerstagabend gab Präsident erwegs. unserer ’ngenöe Mainz „ .. „z. ____ .... ____ . sich vielfach weitere beachtliche Erhöhungen ein. Prägnante Be- „J. Rodheim verpflichtet. Sie Leiha« Sas Spiel mit Dutenhöfer; Velten, Lc mann, Funk, Textor; Martini, Arnold, Krick, G. Laux 'und Heß bestreiten, sollten als Sieger aus dem Spiele hervorgehen können. endete unentschieden 1:1. oaren die en. Trotz herrliches, lie frucht- Wald zu en zeigen, auer läßt )ei ruhen, 'anbs $u . jubelnd ,n Darm-- erben sich m Grabe ; und den er wieder äubig und Christian Weber bekannt, daß der Besitzer von Antonyum, des siegreichen Pferdes im „Braunen Band", der bekannte französische Rennstallbesitzer Holdert, von der Gewinnsumme 5 v. H. für die notleidenden Jockeys und Stalleute in Riem, 5 v. H. für die Armen der Stadt und 10 o. H. für die NS.» Volkswohlfahrt gestiftet hat. Z.nnland will auch Winterspiele. Beim ersten Zusammentritt des Organisationskomitees für die 12. Olympiade 1940 in Helsinki sprachen sich Finnlands Wintersportverbände für die Uebernahme auch der Winterspiele 1 9 40 aus und baten das Organisations-Komitee, . die entsprechenden Schritte einzuleiten, sobald das IOK. im Besitz der offiziellen Absage aus Oslo ist. Das Organisations-Komitee selbst setzt sich aus zwei Vertretern der Regierung, General Oestermann, Direktor Pekkala, Stadtdirektor Helo, Bürgermeister von Frenckell, Minister Kekkonen, Direktor Rangell und Konsul Krogius zusammen. gesehen werden. Spielvereinigung Leihgestern I — Rodheim I. au. -Hitler, rersiao. ) Nrn- 22 Uhr nächsten ‘QU, bas Dreister ßNaubüberfali. LPD. Frankfurt a. M., 19. Aug. In einem Hause der Lortzingstraße wurde ein dreister Raubüberfall verübt. Bei einer dort wohnenden Frau erschien ein Mann und erklärte, von einer Versicherung zu kommen. Die Frau, die sich mit einer Nachbarin auf der Treppe unterhielt, erklärte dem Unbekannten, daß er sich in das Geschäft bemühen sollte, um mit ihrem Mann persönlich diese Dinge zu regeln. Der Fremde entfernte sich, kam aber nach einiger Zeit zurück. Beim Deffnen der Wohnungstür drückte er die Frau in die Küche, warf sie zu Boden, steckte ihr einen Knebel in den Mund und fesselte ihr beide Hände. Mit den Worten: „Ich muß unbedingt Geld haben und Ihr habt Geld!" verlangte er den Schlüssel zum Schreibtisch. Der wehrlosen Frau nahm er dann aus der Geldtasche das Bargeld von etwa 3 0 Mark. Der "Schlüssel zum Schreibtisch konnte ihm nicht ausgehändigt werden, da ihn der Mann bei sich hatte. Unter der Drohung, tue Frau totzuschlagen, wenn sie schreien würde, verließ der Räuber ungehindert die Wohnung. Bei dem Täter handelt es sich um einen etwa 30 bis 35 Jahre alten Mann, 1,65 bis 1,68 Meter groß, mit glattem Gesicht und dunklem, zurückgekämmten Haar. Er trug dunklen' blauen oder schwarzen Anzug mit hellen Nadelstreifen und hellgraue, durchlöcherte Wildlederschuhe. Für die Ermittlung und Ergreifung des Täters ist eine Belohnung ausgesetzt. Nähere Angaben, die vertraulich behandelt werden, nimmt jede Polizeidienststelle entgegen. Sprechstunden verNevaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnach. Mittag gefchlosien. blieben, die im Jahre 1937 erzielt werden konnten. Die durchschnittliche Versicherungssumme stellt für Juli 1938 in der Großlebensoersicherung 4178 Mark, in der Kleinlebensversicherung auf UHL SeHersweg Nr. 67 adlO Telephon Nr. 3170 eparaturen Sd)ä. et Kellen, ne 9e. ’ 0kNi ZU be. D. K. 'n für le die lektro- grofce trage Nischen t leine d'e V ’leilnel). Gemein: ^arbeit lie Mt: trä9e in 7 Milliarden Reichsmark Hypotheken. Das Jahr 1937 war, wie auf so vielen anderen Gebieten, auch auf dem des Bauwesens ein Rekordjahr. Wohnungen wurden im Werte von rund zwei Milliarden Mark erstellt. Wie groß diese Summe ist, geht etwa aus dem Vergleich mit der deutschen Maschinenproduktion hervor. Zwei Milliarden Mark entsprechen nämlich annähernd der Hälfte der ge- amten deutschen Maschinenerzeugung im Jahre 1937., Daß eine so gewaltige Summe, wie sie der Wohnungsbau 1937 erfordert hat, nicht von einer Stelle aus bereitgestellt werden kann, liegt auf der Hand. Neben den Eigenkapitalien, Kausgeld-Stun- bungen und öffentlichen Mitteln, z. B. von Ländern und Gemeinden, Arbeitgeberdarlehen usw. sind es insbesondere die Hypotheken der sog. organisierten Kreditgeber, die mit zusammen 1135 Millionen Mark die Finanzierung des Wohnungsbaues auch 1937 entscheidend ermöglicht haben. Den größten Posten haben, wie auch in den vorhergehenden Jahren, die Sparkassen, mit 400 Millionen Mark bereitgestellt. Es folgen die privaten Hypothekenbanken mit 200 Millionen Mark, die Sozialversicherung mit 170, die Lebensversicherungen mit 150, öffentlich-rechtliche Kreditanstalten mit 135 und Bausparkassen mit 80 Millionen Mark. Der Stellung der Sparkassen entspricht ihre Bedeutung als Verwalter von Hypotheken überhaupt. Mehr als 1,6 Millionen Stück einzelne Hypotheken haben die Sparkassen ausgegeben. Insgesamt sind 7,4 Milliarden Mark im Hypothekarkreditgeschäft der Sparkassen eingesetzt. Der Durchschnittsbetrag einer Sparkassenhypothek liegt mit 4500 Mark vergleichsweise niedrig und ist ausgesprochen auf die Erfordernisse des Mittelstandes und der wirtschaftlich schwächeren Bevölkerungskreise zugeschnitten. Höchstpreise für Kleie und Futtermehl tagte seine Fälschungen außerordentlich geschickt be- oerkstelligte, kamen seine Verbrechen doch ans Tageslicht. Da er als Zählerableser eine hoheitliche Funktion ausübte, war er im strafrechtlichen Sinne gIs Beamter anzusprechen. Das Gericht verurteilte hn wegen schwerer Amtsunterschlagung und schwe- er Falschbeurkundung im Amte im Sinne der ;§ 348 II, 349, 350, 351 II, 74 StGB, zu einem ; ahr und einem Monat Zuchthaus und 2 0 0 Mark Geldstrafe. Bei der Strafzumes- ung berücksichtigte das Gericht einerseits, daß der Ließen- tWu'Att« |unfl6”‘pen in’,” »ar, !l lll 9in di- (5 « ## l'?^ j. bas dadurü t d-e/heiß »den 7 fluf* i As ♦ Wachsende Antragszugänge bei den öffentlichen Lebensversicherung s- a n ft a l t e n i m I u l i. Im Juli wurden bet den im Verband öffentlicher Lebensversicherungsanstalten in Deutschland zusammengeschlossenen Anstalten 10 155 Anträge gestellt mit 27,66 Millionen Mark Versicherungssumme (gegenüber 12 423 Anträgen und 26,08 Millionen Mark Versicherungssumme im Vormonat, sowie 12 271 Anträgen 24,47 Millionen Mark Versicherungssumme im Juli 1937). In der Hauptsache hat wieder die Großlebensversicherung zu diesem guten Ergebnis deigesteuerj. Die Bewegung der Anträge in den bisher abgelaufenen Monaten d. I. ist über denjenigen Summen ge- Nachdem im weiteren Verlaufe nochmals durchschnittliche Befestigungen von 1 bis 1,50 v. H. cin- getreten waren und die Umsätze ein beachtliches Ausmaß hatten, wurde es später ruhiger, doch konnten sich die Kurse auf dem höchsten Stand behaupten. Am Einheitsmarkt lag verschiedentlich noch Angebot vor. Im Großoerkehr notierten u. a. Daimler mit 124,50 nach 123, RWE. mit 115,75 nach 11'4,40, Elektr. Lieferungen mit 111 nach 109,50, Scheide-. anstatt mit 206 nach 204, Verein. Stahl mit 99,75 nach 98,40, Buderus mit 104,50 nach 103,13 usw.; ferner zeigten Adlerwerke und Lechwerke eine Erholung auf 101,50 nach 100 bzw. 103 nach 101,65. Von später notierten Werten sind Salzdetfurth Kali mit 137 bis 139 (134), Deutsche Linoleum mit 149 '(143), AEG. mit 105,50 (101,75) und Feldmühle mit 123 bis 124 (120) sowie Hanfwerke Füssen mit 119 (114,75) zu erwähnen. Abendbörse gut behauptet. Gegenüber dem teilweise schwächeren Berliner Schluß zeigte die Abendbörse bei kleinen Käufen der Kundschaft wieder eine leichte Erhöhung um bis zu. 1 v. Sy, während gegen den frankfurter Schluß die . Entwicklung nicht ganz einheitlich, vorwiegend aber gut behauptet war. Teilweise ergaben sich auch weitere leichte Steigerungen. Don Montanwerten notierten Buderus mit 104 und Rheinstahl mit_ 129,56 je 1 v. H. über Berlin, hingegen 0,25 bzw. 0,75 v. H. unter Frankfurt, Verein. Stahl gewannen 0,25 v. H. auf 99,75. JG.-Farben zogen wieder auf 144,25 (143,75) an, aber Scheideanstalt gingen um 1 v. H. zurück auf 205. Berger Tiefbau gewannen 2,5 v. Sy auf 138, Feldmühle Papier 1,50 v. H. auf 125,50, Junghans 1,25 v. Sy auf 104,75, Schuckert 1,25 v. H. auf 159,75, ferner Adlerwerke 1 v. Sy auf 102,50, Bemberg 1 v. Sy auf 124 bis 124,50. Etwas niedriger lagen Daimler mit 123,50 (124,50), IG. für Verkehr mit 116 (117), AEG. mit 105 (105.50), ©effürel mit 127,25 bis 126,75 (127,50) und Westdeutsche Kaufhof mit 92 (92,50). Am Rentenmarkt gingen Farben-Bonds mit wieder 122,13 um, Reichsbahn-VA. nom. 121,90. Kommunal-Umschul- dung wurden mit unv. 94,45 bewertet. Frankfurter Pserdemarkt. Der Frankfurter August-Pferdemarkt findet erst am Dienstag, 23. August, statt. Da dieser Markttag die letzte Gelegenheit bietet, vor den landwirtschaftlichen Herbstarbeiten die Bespannung zu ergänzen, wird der Handel besonders volljährige mittelschwere Arbeitspferde, die sofort in Dienst gestellt werden können, dorn Markt zuführen. Gäste verfügen über eine sehr starke Elf, in der der Linksaußen, der Mittelläufer sowie die Hintermannschaft besonders gut sind. Die Platzelf tritt dem schweren Gegner stark verjüngt entgegen. Zehn Spieler der Meisterjugend mit dem alten Kämpen Heil wollen versuchen, die Dorspielniederlage auszugleichen. Es sollte zu einem spannenden Spiel kommen. Spiele der Iugendmannschaflen. 1900 mit drei Iugendmannschaflen im Kampf. Die Blau-Weißen werden in den diesjährigen Derbandsspielen mit drei Jugendrnannschasten antreten. Als sehr spielstark kann man die 1. Jugend bezeichnen, die am Sonntag gegen den Bannmeister Großen-Linden ihr erstes Spiel nach der großen Sommersperre bestreitet. Die beiden Düsseldorf-Bezwinger stoßen damit aufeinander. Man kann sich noch recht gut darau besinnen, als vor der Sperre die Düsseldorfer Meisterjugend bei beiden Vereinen gastierte und jeweils eine knappe Niederlage hinneymen muhte. Wer wird nun von den damals siegreichen Mannschaften die stärkere fein? 1900 oder Großen-Linden? Gro- ßen-Lindens Jugend zählt schon von jeher zu den besten Jugendmannschaften des Kreises Gießen. Die 3. Jugend der Blau-Weißen stellt sich am Sonntag zum erstenmal vor. Vetzberg wird wohl eine körperlich stärkere Jugendmannschaft in das Feld stellen. Was aber die Jüngsten der Blau-Wei- ßen keineswegs entmutigen fall. Die 2. Jugend ist spielfrei. Klein-Linden 1. 3gb. — Bad-Nauheim 1. 3gd. Fwd. Zur Behebung etwa bestehender Zweifel weist die HL. der deutschen Getreide- und Futtermittelwirtschaft darauf hin, daß die im Rahmen der Kleiemarktordnung festgesetzten Preise nach der ausdrücklichen Vorschrift in Abschnitt II Ziffer 21 der Anordnung vom 1. 7.1938 über die Bestimmungen für bas Getreidewirtschaftsjahr 1938/39 als Höchstpreise gelten, die unterschritten, jedoch nicht überschritten werden dürfen. Beim Weiterverkauf dieser Erzeugnisse (Kleie, Futtermehl usw.) ist für die Preisberechnung, ebenso wie bei allen anderen Futtermitteln jeweils der auf Grund der hierfür maßgebenden Vorschriften tatsächlich gezahlte Einstandspreis zugrunde zu legen, da mit Ausnahme der in der Kleiemarktordnung selbst getroffenen Sonderbestimmungen über die Entrichtung einer Ausgleichsabgabe hinsichtlich der Preisberechnung beim Weiterverkauf die allgemeinen Vorschriften über die Festsetzung der Verteilerspannen für Futtermittel in Abschnitt IV der Anordnung vom 1. 7.1938 Anwendung finden. Von einem Verteiler darf hiernach bei der Weiterbelieferung nur die nach den geltenden Bestimmungen zulässige Spanne als Aufschlag auf den gezahlten Einstandspreis berechnet werden. In keinem Fall ist dagegen ein Verteiler, der unter dem festgesetzten Höchstpreis gekauft hat, berechtigt, bei der Weitertteferung neben der ihm zustehenden Ver- teiterfpanne einen höheren als den von ihm gezahlten Einstandspreis in Rechnung zu stellen. roegungen hatten u. a. Hoefch Eisen mit 102,50 bis 104 (101), Mannesmann mit 103 bis 104 (101,65), JG.-Farben mit 143,25 bis 144 (142,90), Deutsche Erdöl mit 119,75 (115,75), Metallgesellschaft mit 121,75 bis 122,25 (119,50), Daimler mit 122 bis 123 (118,25), Aschaffenburger Zellstoff mit 108,75 (104,65), Conti Gummi mit 187,50 (182), Lahmeyer mit 117,50 bis 118 (114,75), Rheag Stamm mit 111,50 bis 113,50 (106), Demag mit 133,25 (130), ;n Wochcn- tter, / kß art, Matte r, deutsche, M aus- t 8 bis 10, s 15, rote MischE 20 bis 2o, Mbarber k kg 5 bis Frühapfel. Pfirsiche oa, .25 bis f' 0 bis 1,15, buben, das itüd 10 b. ) Einmach' »r'tohlrabl 5 5 Petttch o rPf- cs , Meseaer Mtorrad choUeme te m w Die 1. Jugendmannschaft des Turnvereins Klein- Linden hat am kommenden Sonntag die gleiche des Sportvereins 1906 Bad-Nauheim als Gegner. Klein-Linden tritt in stärkster Aufstellung an. Da über die Spielstärke und Spielweise der Gaste wenig konnte aber trotzdem als Zweiter seinen Vorsprung vor dem schwedischen Oblt. Frhr. v. Gyllenstierna weiter auf 5,5 Punkte ausdehnen, da der Schwede im Schwimmen nur den fünften Platz belegte. In der Länderwertung ist nach vier Uebungen der Abstand zwischen Schweden und Deutschland mit 3,5 Punkten der gleiche geblieben. Deutsche Schützen ganz hervorragend. Mit einer großen Leistung warteten die deutschen Schützen bei den internationalen Schießwettkämpfen in Budapest auf. Im Pistolenschießen auf die Olympiascheibe blieben sie fehlerlos Sieger. Jasper, Maurer, Leopold Bucherer, die erste deutsche Mannschaft, erreichte die höchstmögliche Zahl von 270 Ringen und siegte damit vor der zweiten deutschen Mannschaft mit 264, Ungarn mit 262 und Polen mit 258 Ringen. Im Kleinkaliberschießen stellte Steigeimann kniend mit 389 Ringen bei 40 Schuß den Weltrekord des Esten Locotar aus dem Jahre 1935 ein. Der große Bergpreis von Deutschland. Großglockner-Rennen in zwei Teilabschnitten. Der Große Dergpreis von Deutschland, der am 28. August am Großglockner entschieden wird, kann in diesem Jahr nur in zwei Teilabschnitten ausae- tragen werden. Die notwendigen Straßenverbetze- rungen für dgs Durchfahren des Tunnels im Renn- tempo konnten wegen des Mangels an Arbeitskräften nicht rechtzeitig ferttggeftellt werden. Korpsführer Hühnlein, der sich vom Stand der Arbeiten persönlich überzeugte, hat daher angeordnet, daß der „Große Bergpreis von Deutschland" in diesem Jahr aus Sicherheitsgründen in zwei Etappen unter Neutralisierung der Bergabstrecke Fuscher—Törl—Guttal gefahren wird. Das bedeutet also eine Wertung der Läufe Verleiten—Fuscher—Törl und Guttat— Franz-Josef-Haus. Australier siegen auch im Doppel. henkel-INekaxa klar unlerlegen. Bereits das Doppel gab am Freitag in der Jn- terzonen-Runde des Davispokal-Kampfes zwischen Deutschland und Australien den Ausschlag über den Endsieg. Hatten die Australier am Vortage die bei* den Einzel glatt gewonnen, so rissen sie diesmal das Doppel in ebenso überzeugendem Sttle an sich und errangen damit eine 3:0-Führung. Von der großen Klasse des australischen Paares B r o m w i ch - Q u i st zeugt am besten die Tatsache, daß es seit zwei Jahren ohne Niederlage dasteht. Gegen diese Gegner hatten Henkel-v^Metara keine Aussichten, zumal Henkel wieder mit banoagiertem Arm antreten mußte. Die Australier spielten wieder fehlerfrei und siegten überlegen 6:2, 6:1, 6:4. Unabhängig von dem Ausgang der beiden letzten Einzelspiele, qualifizierten sich die Australier damit bereits für die Herausforderungsrunde vom 3. bis 5. September in Philadelphia gegen USA. Aufstiegspiel auf dem Waldsporlplah. VfB.-Reichsbahn l — Reichsbahn Dillenburg I. Auf dem Waldsportplatz treffen sich morgen zum entscheidenden Spiel um den Aufstieg zur Bezirks- kasse VfB.-Reichsbahn und Dillenburg. Dieses Spiel ist zugleich das letzte Heimspiel, das die Grün- deißen auszutragen haben, denn nächsten Sonntag mufe die Mannschaft in Ehringshausen antreten. Die ßaftgeber benötigen noch zwei Punkte, wenn sie Djffteigen wollen. Die Gäste, die im Vorspiele eine hohe Niederlage in Kauf nehmen mußten, sind aber keineswegs gewillt, Punktlieferant zu fein und werden versuchen, die so heißbegehrten Punkte selbst zu erringen. Die Mannschaft ist als spielstark bekannt, rar allem kämpfen die Spieler bis zum letzten Lugenblick. Die Grünweißen, die zwar auch nicht ihre vollständige Elf beisammen haben, sind sich der Schwere des Spieles bewußt und werden alles daransetzen, Sieg und Punkte zu holen. Schieds- rchter Jft Gerhard (Annerod). VfR. Reichsbahn II — Turnverein Wißmar I. Vor dem Spiel der 1. Mannschaft trifft die Re* ferne des VfB.-Reichsbahn im Freundschaftsspiel auf die 1. Mannschaft des Turnvereins Wißmar, lie Gäste, die zwar erst in diesem Jahre erstmalig in der ersten Kreisklasse spielen, haben am Sonnte g bei dem Blitzturnier gegen die stärksten Gegner b?r 1. Kreisklasse erfolgreich abgeschnitten, während sich die Reserve des VfB.-Reichsbahn bis jetzt noch techt gefunden hat. Gpielvereinigung 1900 Gießen. 1900—Ockershaufen. Im Gesellschaftsspiel gegen Ockershausen müssen b e Blauweißen nunmehr auch noch auf Quitt und Krämer verzichten, so daß von dem eigentlichen Stamm Ligaspieler nur noch Zeiler, Erhard, Koch unb Fischer vorhanden sind. Dadurch erhalten Nach- nuchsspieler Gelegenheit, ihr Können im Kampf »?gen starke Gegner zu beweisen. Unter diesen Unv landen läßt der Ausgang alle Möglichkeiten offen, u die Blauweißen ist der Ausblick für die sich egnenben Kräfte mit Rücksicht auf die in aller Kürze beginnenden Derdandsspiele sehr wertvoll. An der vorgesehenen Aufstellung Fischer, Zeiler, Jäger, Er- hird, Rensing, Hain, Günther, Bergmann, Koch I., ßeuser, Kociok kann sich auf dem einen ober anderen . Posten noch eine Aenderung ergeben. Ober-lllörten in Steinberg zu Gast. Am morgigen Sonntag empfängt die 1. Elf von j „Teutonia" Watzenborn-Steinberg die 1. Elf von . Loer-Mörlen zu einem Freundschaftsspiel. Die Gäste, i bis der Friedberger Bezirksklasse angehören, hatten ! ir den Verbandsspielen ursprünglich einen guten Start, verloren aber wieder an Position, bis sie sih schließlich einen guten Mittelplatz erkämpften. ißie Spielstärke im einzelnen ist hier weniger bekennt. Gegen Bad-Nauheim gelang ihnen kürrlick' Angeklagte einen großen Vertrauensbruch begangen und mit größter Gerissenheit die Fälschungen vor- aenommen hatte, anderseits hielt es dem K. seine bisherige Unbestraftheit zugute. Entgegen dem Anträge des Vertreters den Anklage sah das Gericht von dem Erlasse eines Haftbefehls ab. Weiter hatte sich der PH. L. aus Nieder-Ohmen wegen Verbrechens gegen § 175 a Ziffer 3 und § 174 Ziffer' 1 StGB, zu verantworten. Nach mehr- stündiaer Verhandlung verurteilte das Gericht den Angeklagten zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr. ML. angeschlossenen SA.-Kampfspielgemeinschaften us Gießen, Nidda, Lauterbach, Frankfurt a. M. emelbet, um vorläufig nur einige Namen zu nen« ien. Dabei laufen ständig noch Meldungen und tachmeldungen bei der Wettkampfleitung ein. Stcidte-Achter Gießen-Wetzlar am 4. September. Das abschließende rudersportliche Ereianis wird uch in diesem Jahre wieder der Städte-Achter dar- Wellen, der, wie nunmehr festliegt, am Sonntag, . September, gestartet werden wird. Am kommen- en Mittwoch findet die Startverlosun^ statt. Die lusrichtung hat für dieses Jahr wieder der Gießener Ruderklub Hassia übernommen. Im Zusammenhang mit dem Städte-Achter werden auch noch inige andere Veranstaltungen stattfinden. Der Internationale Moderne Fünfkampf der Offiziere. Der Internationale Moderne Fünfkaimpf in Dres- en brachte am Freitagvormittag das Pistolenschießen. Als bester Schütze erwies sich der finnische teutnant Kiviperä mit 20 Treffern und 191 tingen von 200 möglichen. Den zweiten Platz be- zgte Oblt. Lemp (Deutschland) mit 20 Treffern int» 187 Ringen vor Lt. S ch m i 11 m a n n (Deutschen!)) mit 20 Treffern und 185 Ringen, Oblt. Freien: von Gyllenstierna (Schweden) mit 20 Treffern und 184 Ringen und Feldwebel Garvs Deutschland) mit 20 Ringen und 184 Treffern. Oblt C e m p erstmalig im Schwimmen geschlagen. Die Teilnehmer an\ Internationalen Modernen Fünfkampf in Dresden hatten am Freitagnachmittag noch eine weitere Hebung zu erledigen: das 300- Neter-Schwimmen. Dabei wurde Oblt. Lemp zum (rftenmal in feiner Spezialübung geschlagen. Der Schwede Lt. Boliden kam als einziger mit 3:58,4 Inter die Dier-Minuten-Grenze, die von Fünf- Umpfern nur ganz selten erreicht wird. Oblt. Lemp Mark. Tlhein -Mainische Börse. TNillagsbörfe fest. tttißher titn frftndfftett allgemeinen nur mäßige Leistungen. Das beste Er« ÖCOman am wneimen. »ig er3ie[te bcr amerikanische Meister im Stab' Die Rekordrunde unseres unvergeßllchen Bernd Hochsprung, Warmerdam, der 4,30 Meter über« ......... 3--—o sprang. Der bekannte Wurfathlet Watson gewann zum Großen Preis der Schweiz auf der 7,28 km gleich drei Wettbewerbe: das Diskuswerfen mit langen Schleife im Bremgartenwald zu Bern nicht 46,79 Meter, das Kugelstoßen mit 15,68 Meter und geschlagen werden, obwohl die Zeiten roefentlicf) den Weitsprung mit 7,43 Meter. Hetzer waren als am Vortage. Der Engländer Seaman, der Gewinner des Großen Preises von Deutschland, war auf seinem Mercedes-Benz mit 2:38,9 Minuten gleich 164,9 km/st Schnellster, öod) < hat Rosemeyers Rundenrekord mit 2:34,5 Minuten 1 - immer noch Bestand. Hermann Lang auf Mercedes- Benz kam auf 161,8 krn/St, während Hans Stuck auf Auto Union 161,3 kin/st erreichte. Der Hoherodskopf, der Heimatberg der Oberheffen, at es den Kameraden von der SA., vom DRL. inb vom DHC., die gemeirtfam das Hoherodskopf- lurnfeft begehen, in besonderem Maße angetan. Seit Cer Wiedereinführung des Bergfestes durch Kreis- ochwart Dr. Siegert (Stockheim) wachst mit abem Jahr die Zahl ber Besucher unb vor allem tud) der Wettkämpfer, lieber Erwarten groß ift -uch in diesem Jahre wieder das Meldeergebnis für !ie volkstümlichen Mehrkämpfe. Am Freitag lagen :U5 weit über 100 Vereinen Oberhessens und be? angrenzenden Gebiete bereits über 1700 Einzel- Meldungen für bäs 6. Hoherodskopf-Bergfest am !8. August vor; befonbers stark haben bie DRL.- Jereine aus Gießen, Wetzlar, Butzbach unb bie dem Frankfurt a. M., 19. Aug. Die Erholung Beruhigung an den Aktienmärkten machte uuci - - - jroeitere kräftige Fortschritte. Die verschiedenen Hm- bekannt ist, kann der Ausgang des Spiels nicht ab- üb^r den grundlosen Kursverfall haben das breitere Publikum offenbar zu einer Aenderung ihrer bisherigen Haltung veranlaßt. Die Kaufnei- Die SeMe Mellssronl Dr -Ing. Kurf Binder Lony Binder, geb. Laberen; Der mahlte Art der Matznahme: 1. Eachabteilung Eisen und Metall: Stuttgart Gießen, Lahnstraße 3 20. August 1938 Fach- Fach' 03785 Ihre Vermahlung geben bekannt Kurt Franz Unteroffizier, 6. Komp., Jnf.-Regt. 105 Ilse Franz, geb. Schönefeld Trier/Mosel Gießen/Lahn, Zheringstraße 7 20. August 1938 5385D Ihre Vermählung geben bekannt Ernst Fnderthal, Apotheker Friedel Fnderthal,' geb. Schwalm Tel. 60139 Mitarb, ges. Rheingaustr. 5. 5393V Eiterfeld (Rhön), den 20. August 1938 03663 Persönliche Anmeldung muh spätestens 8 Tage vor Beginn bei der DAF-Abteilung für Berufserziehung und Betriebsführung Ihre Vermählung geben bekannt Dr. med. Heinrich Topp und Frau Mathilde, geb. 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