Nr.16 Erstes Matt 188. Jahrgang Donnerstag, 20. Januar 1938 krschemr tflgltd), außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • DieScholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr . . , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernsprechanfchlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach« richten: Anzeiger Siehe« Postscheckkontos Krontsurt am Main 11688 Metzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Univerfitätsdruckerei R.Lange in Gietzen. Lchriftleitvng und Geschäftsstelle: Schulftraße 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/.Uhr des Vormittags Grundpreise für l mm höhe für Anzeigen von 22 mm Brette 7 Rps., für Text- anzergen von70mm Breite 50 Npf.,Platzvorschrift nach vorh Dereinbg.25°/o mehr. 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Dadurch erlangt diese Regierungskrise eine besondere Bedeutung, denn wenn nun künftig die Währung ebensooft geändert werden sollte wie bisher die Regierungen, dann sähe es doch sehr ernst und bitter aus um Frankreichs Zukunft. Bisher galt die Währung als etwas Solides, das nur im äußersten Notfall angetastet werden durfte. Frankreichs Vorkriegswährung war sogar eine der stabilsten der Welt. Sie wurde von Napoleon am 17. Terminal des Revolutionsjahres 11 geschaffen, also nach den üblichen Daten am 6. April 1803. Mehr als hundertundelf Jahre hat dieser Germinalfranken allen Stürmen und Bewegungen standgehalten. Er fiel weder den vielen Revolutionen noch dem Kriege 1870/71 zum Opfer. Aber nach dem Ausbruch des Weltkrieges erwies er sich als nicht genügend widerstandsfähig, und nach Beendigung des Krieges setzte sogar ein starker Kursrückgang ein, bis P o i n c a r ä Ende 1926 eine faktische Stabilisierung und im. Juni 1928 eine legale herbeiführen konnte. Dem erprobten Germinalfranken folgte der P o i n c a r ä- franken in Höhe von nur noch 20 v. H. des alten Wertes. Dieser erreichte aber nur eine Lebensdauer von gut acht Jahren, denn die erste Volksfrontregierung mußte am 1. Oktober 1936 eine neue Abwertung a u f 15 v. H. vornehmen. Dem Auriolfranken folgte mit dem Währungsgesetz vom 1. Juni 1937 der Bonnetfran- ken als der freischwebende, der zur Zeit nur noch 10 v. H. des Wertes des Germinalfranken darstellt, also nur noch zwei Vorkriegssous. Eine Währungsentwertung ist immer der Ausdruck einer besonders schweren wirtschaftlichen und sozialen Krise, insbesondere ein Zeichen dafür, daß die Anforderungen, die in politischer und sozialer Hinsicht an die Wirtschaft gestellt werden, über deren Kräfte gehen. Dies trifft auch jetzt für Frankreich zu. Frankreich ist e i n bäuerliches Land, mit nur wenigen Jndustriebezirken wie um Paris, im Norden bei Lille, im Osten bei den Erzvorkommen und in der Umgebung von Lyon. Ungefähr die Hälfte der Bevölkerung wohnt auf dem Lande, d. h. in Ortschaften mit weniger als 2000 Einwohnern. Der Franzose ist in seiner geistigen Haltung und in seiner wirtschaftlichen Tätigkeit ein t.Ypischer Bauer. In der Industrie haben sich deswegen auch die Großbetriebe nicht so stark durchsetzen können wie in anderen Ländern. Einerseits ^deutet das auf eine gesunde wirtschaftliche und soziale Struktur hin, denn eine breite bäuerliche Grundlage ist ein großes Plus, aber anderseits ist zu beachten, daß Frankreich eine Großmacht sein will und als solche Aufgaben zu erfüllen hat, die nur mit einer leistungsfähigen Großindustrie und von einer aktiven Bevölkerung geleistet werden können. Die wirtschaftlichen Aufgaben einer Großmacht gehen aber offensichtlich über die Kraft dieses zu bäuerlichen Frankreich. Dies spiegelt sich einmal in den vielen Klagen darüber wider, daß Frankreichs Industrie nicht genügend leiste, so Frankreichs Flugzeugindustrie nach den Behauptungen von Marcel Döctt nur etwa 40 Flugzeuge im Monat liefere, die anderer Länder dagegen 200 bis 300 und zweitens darin, daß die Kosten der Aufrüstung steuerwirtschaftlich nicht aufgebracht werden können; die Mehrausgaben werden sich im jetzt abgeschlossenen Jahre auf mindestens 23 Milliarden Franken belaufen haben, aber an Staatssteuern werden nur 43 Milliarden eingehen, so daß für den Schuldendienst und für die zivilen Ausgaben nicht aenügend Gelder verbleiben. Aehnlich wird es 1938 fein. Der bisherige Finanzminister Bonnet rechnete für 1938 mit einem Fehlbedarf von 30 Milliarden, was aber viel zu niedrig gegriffen ist. Die Schätzungen anderer Sachverständigen gehen bis auf 46 Milliarden. Diese Lasten der Aufrüstung wiegen doppelt schwer, weil Frankreich gleichzeitig eine kühne S o - z i a l r e f o r m durchzuführen versucht. Während in Frankreich wie überall viele Unternehmungen über Arbeitermangel klagen, wurde gemäß den Beschlüssen der Volksfrontregierung die Vierzigstundenwoche durchgeführt. Diese, die gleichzeitige löprozentige Erhöhung der Löhne und andere, kleinere Sozialreformen führten zu einem Anwachsen der Kosten und der Preise, so daß sehr bald neue Lohnforderungen laut wurden und die Schraube der sich gegenseitig bedingenden Lohn« und Preissteigerungen sich auszuwirken begann mit dem Ergebnis, daß heute die Kaufkraft der meisten Arbeiter geringer ist als vor Antritt der Regierung Blum, die des Mittelstandes stark.zusammengeschrumpft ist und die Wirtschaft somit im Zeichen des Rückganges der Bestellungen und der Produktion steht. Diese Lasten der Aufrüstung und der Sozialreform führten zu der Währungsentwertung. Von allen wichtigen Währungen ist heute der Franken am stärksten entwertet. Aber hier muß einmal ein Halt geboten werden, wenn eine ähn- „BdM.-Werk, Glaube und Schönheit." Oer Neichsjugendführer verkündet eine besondere Organisation für Mädel vom 17. bis 21. Lahr zur Förderung der modernen Körpererziehung und kulturellen Arbeit im BdM. Berlin, 19. Jan. (DNB.) Die Amtschefs der Reichsjugendführung, die Führer der HI.-Gebiete und Führerinnen der BDM.- Obergaue find 3U einer Arbeitstagung in der Reichshauptstadt versammelt. Mit berechtigter Freude konnte der Jugendführer des Deutschen Reiches, Baldur von S ch i r a ch , auf die Erfolge der Heimbeschaffung, der Arbeitsparole des alten Jahres, zurückblicken. Die Hitlerjugend habe die künstlerischen Gesetze der Baukunst, wie sie der Führer in einem neuen Stil ausgerichtet habe, in ihrem Aufgabenbereich verwirklichen dürfen. Er wies dann auf die erzieherische Notwendigkeit der Verbindung der Jugend mit dem Ausland hin. Junge Menschen könnten stets Vorbeugen, daß Mißverständnisse und böse Verleumdungen unter den Völkern sich breitmachten. Sie dienten durch natürliche und gesunde Aussprache dem Frieden. Niemand könnte heute noch leugnen, daß die deutsch-französischen Beziehungen durch Frontkämpfer und Jugend eine spürbare Entspannung erfahren hätten. Im Sommer werde in Gatow bei Berlin ein großes Aus- landshaus der HI. eröffnet, das die zwischenstaatliche Verbindung der Jugend fördern solle. Die Arbeit an der Formation stehe immer wieder im Vordergrund. Die Arbeitspläne eines jeden Jahres seien zusätzlich, die Arbeitsgrundlage bleibe die kleine Einheit. Der Grundsatz der Freiwilligkeit verlange immer wieder, Jahrgang um Jahrgang zu erobern. Vor dieser Aufgabe stehe das Führerkorps auch im neuen Jahre. Ab sofort werden innerhalb der Hitlerjugend die Mädel vom 17. bis 21. Lebensjahr in einer besonderen Organisation, die ihrem Wesen und Lebensalter entspricht, erfaßt. Diese neue Einrichtung trägt den Namen „ B D W. -Werk, Glaube und S ch ö n h e i t Der Name umschließt vollständig unser Programm. Ich möchte, daß hier unter Führung von Sportwartinnen des BDM. auf dem Gebiet der Gymnastik, des Sporks, der Körperpflege, aber auch der kulturellen Arbeit Vorbildliches geleistet wird. Auch möchte ich, daß durch diese Organisation Tanzkurse veranstaltet werden und eine ganz moderne Körpererziehung in dieser wesentlichen Altersstufe der weiblichen Jugend gefördert wird. Wir wollen Menschen, die vielleicht bisher als Gymnastiklehrerinnen oder Sportlehrerinnen nicht viel mit Politik zu tun gehabt haben, in unseren Kreis aufnehmen, hier müssen wir ihnen Arbeit geben, und sie müssen an diesem Werk „Glaube und Schönheit" dem modernen Lrziehungsideal einer gläubigen und schönen Jugend dienen". Körperpflege und Eleganz seien, so führte Baldur von Schirach weiter aus, in diesem Alter der weiblichen Jugend erzieherische Forderungen. Er wolle, daß dieses Werk, das der Erziehung des schönen und gläubigen Menschen gelte, von der Öffentlichkeit richtig verstanden werde. Um so schöner die deutschen Mädel würden, um so stolzer und selbstbewußter sollten sie sein. Mit der Ausnahme kultureller Werte und mit der Pflege des Körpers bekenne sich auch die weibliche Jugend zu einem Ideal der Haltung und der Achtung vor sich selbst. Schließlich verkündete Baldur von Schirach, daß er die auf seine Anordnung hin von führenden deutschen Modehäusern ausgearbeiteten Modelle einer neuen BDM. - Tracht, zu der künftig auch eine Festtrackt für Führerinnen hinzukäme, gesehen und die Einführung einer solchen, unserem Ideal entsprechenden Kleidung verfügt hätte. Die nächsten Wochen und Monate sollten im Zeichen des Aufbaues der Organisation „Glaube und Schönheit" und der Werbung der noch nicht im BDM. erfaßten Mädel dieser Altersstufen stehen. Alker- und Pflanzenbau - wiffenschaW gesehen. Gemeinschaststagung von Reichsnährstand und Forschungsdienst. liehe Entwicklung wie in Deutschland bis 1923 verhindert werden soll. Um diese Fragen ging es bei den Regierunasoerhandlungen. Sie sind keineswegs mit der Neubildung der Regierung gelöst, denn jede Regierung wird auf erhebliche Hindernisse stoßen, weil die Mehrheit des Parlamentes keine vernünftige Wirtschaftspolitik zuläßt. Die Mehrheit der Kammer ist die der Volksfront und eine andere ist kaum möglich. Diese Volksfront ist bei den Massen sehr beliebt, denn sie hat die Vierzigstundenwoche gebracht. Nur wenige Führer und Anhänger der Volksfront sehen, wie kurzsichtig dies Geschenk der Vierzigstundenwoche ist und daß diese Sozialreform neben der Aufrüstung über die Kräfte des Landes geht. Sie fordern einen Kurswechsel im Sinne einer Politik der Sparsamkeit, der Arbeitszeiterhöhimg und der Stabilisierung des Lohn- und Preisniveaus. Aber den meisten Abgeordneten der Volks-- front gilt dies Programm als z u w e n ig p o - pulär und somit ist es fast unmöglich, auf dieser Grundlage eine neue Politik aufzubauen. Solange die Notwendigkeit dieses Kurswechsels verkannt wird, wird in Frankreich eine schwere Währungskrise und eine Regierungskrise der anderen folgen — oder Frankreich wird als Großmacht resignieren, d. h. feine außenpolitischen Ziele zurückstecken müssen, wie es schon der „Temps" kürzlich als unvermeidlich bezeichnet hat. Vierjahresplan hebt die Lebenshaltung. Ein Vortrag von Oberst Löb in Kassel. Kassel, 19. Jan. (DNB.) Im Rahmen der Wintervorträge des Generalkommandos sprach der Chef des Amtes für deutsche Roh- und Werkstoffe beim Beauftragten für den Dierjahresplan, Oberst im Generalstab Löb, über die industriellen Grundlagen des Bierjahresplans. Die vordringlichste Aufgabe war es daher zunächst, die Ausland sab- h ä n g i g k e i t auf den einzelnen großen Rohstoffgebieten festzuftellen und dann im engsten Einvernehmen mit der deutschen Industrie sowie der Wissenschaft und Technik alle Möglichkeiten zu untersuchen, die zu einer Entlastung dieser überaus gespannten Rohstofflage führen konnten. Aus diesen Vorarbeiten entstand dann der Vierjahresplan. Mit Genugtuung stellte Oberst Löb fest, daß nicht nur dieses erste Jahr des Anlaufes planmäßig d o n ft a 11 e n g e g a n g en fei, daß bereits heute die gefährdete Rohstofflage zum guten Teil b e - hoben fei. Allerdings fei selbstverständlich gewesen, daß der Staat auch dafür Sorge trug, daß die Industrie in keiner Weise Rückschläge erlitt, die ihre freudig zugesagte Mitarbeit irgendwie beeinträchtigen konnten. Der erste Vierjahresplan hatte als vordringliche Aufgabe die Behebung der Arbeitslosigkeit. Heute müssen wir uns täglich sagen, wo bekommen wir die genügend ausgebildeten und rein zahlenmäßig ausreichenden Arbeitskräfte her, um die geplanten Vorhaben auszu- führen. Hierdurch allein, nicht etwa durch mangelnde praktische und theoretische Erkenntnisse, durch Sorgen der Finanzierung oder der Rohstoffe werde der Gang der deutschen Produktion im Dierjahresplan bestimmt. Eingehend erörterte Oberst Löb die auf dem Gebiet des Eisens, der Nichteisenmetalle, des Holzes, der Zellwolle, des Buna, der Kunststoffe und der Mineralölwirtschaft bereits erzielten Erfolge sowie die in der nächsten Zeit zu beschreitenden Wege. Die Produktion dieser Stoffe werde niemals >die geringste Verschlechterung in der Lebenshaltung des deutschen Volkes herbeiführen. Vielmehr sei sie dazu berufen, unser Vaterland nach außen zu sichern, nach innen wohnlicher und schöner zu machen. Schon aus diesem Grunde sei der Vierjahresplan Vom 19. bis 21. Januar findet in Berlin eine Gemeinschaftstagung des Reichsnährstandes und des Forschungsdienstes statt. D?r erste Tag brachte Vorträge aus dem Gebiete des Acker- und Pflanzenbaues. Prof. Tornau (Göttingen), der das Problem der Bodenbearbeitung behandelte, machte darauf aufmerksam, daß besonders der Wasserhaushalt des Bodens in Zukunft stärker beachtet werden müsse. Denn an ihn würden infolge der höheren Ernten, der Ausdehnung des Hack- und Zwischenfruchtbaues ufw. von Jahr zu Jahr höhere Ansprüche gestellt; außerdem fei eine Verschiebung des Wasserhöchstbedarfes vom Frühjahr zum Sommer eingetreten. Der Boden müsse so bearbeitet werden, daß er die Niederschläge für die Zeiten speichere, in der die Pflanzen den höchsten Wasserbedarf entwickeln. Dazu sei eine Lockerung der Böden erforderlich, weil die Mehrzahl unserer Böden zu dicht gelagert sei. Diese dichte Lagerung zu verhindern und den Verdich- tungshorizont zu beseitigen, seien die wichtigsten Aufgaben der Bodenbearbeitung in der praktischen Landwirtschaft. — Dr. Boekholt (Berlin) zeigte die großen Unterschiede, die bei den Getreide- ertrügen in den einzelnen Landesbauernschaften bestehen. Im zehnjährigen Durchschnitt habe Württemberg mit 12,9 Doppelzentner die niedrigsten und Braunschweig mit 23,3 Doppelzentner Getreide die höchsten Erträge je Hektar aufzuweisen. Gegenüber der Vorkriegszeit sei im gesamten Reich in den Jahren 1924/29 eine Ertragseinbuße um 12 v. H. eingetreten, die sich in den Jahren 1930/35 auf 4 v. H. vermindert habe. Bei dieser Mehrerzeugung seien besonders die guten Böden in West- und Mitteldeutschland beteiligt gewesen. — Prof. Giesecke (Berlin) forderte eine harmonische Ernährung der Berlin, 19. Jan. (DNB.) Das Reichsluftfahrtministerium teilt mit: Der von dem Reichsminister der Luftfahrt, Generaloberst Göring, eingesetzte Ausschuß 3 ur Untersuchung des „H i n d e n b u r g" - U n« glücks hat nach feiner Rückkehr aus USA. die Möglichkeiten, die zur Entstehung des Luftfchlff- brandes geführt haben können, eingehend geprüft und hierzu eine Reihe von Versuchen fn den Laboratorien der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt, Berlin-Adlershof, der Drahtlos-Telegraphischen und Luftelektrischen Versuchsstation Gräfe- ling und des Luftschiffbaues Zeppelin, Friedrichs« Hafen, durchgeführt. Angesichts der Tatsache, daß im deutschen 'Zeppelinluftschiffverkehr in einem jahrzehntelangen Fährbetrieb bei Benutzung des Wasserstoffes als Traggas Unfälle nicht aufgetreten sind, und auf Grund aller Zeugenaussagen und Untersuchungen hat der Ausschuß die Ueberzeugung gewonnen, daß alles getan war, um ein Unglück zu verhüten. Die Landung des Luftschiffes in Lakehurst wurde völlig ordnungsgemäß durchgeführt, ebenso war das Verhalten der gesamten Besatzung vor und während der Katastrophe vorbildlich. Auch deutet nichts darauf hin, daß das Schiff vor der Anfahrt zur Landung sich etwa nicht in einem technisch einwandfreien Zustand befunden hat. Zur Klärung des Unglücks wurden nach zwei Richtungen Untersuchungen angestellt: ob das Schiff Pflanzen mit Stallmist und Handelsdüngern. — Dr. Stelzner (Müncheberg) behandelte die Probleme der Keimftimmung, des Photoperiodismus und der Wuchsstoffe. — Prof. Blunk (Bonn) bezeichnete als wichtige Aufgabe die Beseitigung des Hederichs und Ac^ersenfes, die Bekämpfung der Ackerschnecken und Wiesenschnecken, die Verhinderung der Maikäfer- und Mäuseplage, die Rostbekämpfung durch Ausrottung der Berberitze, das Beizen des Getreides, die Verhinderung der Herz- und Trockenfäule beim Zuckerrübenbau, das Spritzen der Kartoffeln gegen Kraut- und Knollensäule, die Bekämpfung des Abbaus der Kartoffeln durch verschärfte Anerkennung und richtige Spritzmaßnahmen im Obstbau. — Auf die neuen Fett- und Faserpflanzen wies Prof. Sessous (Gießen) hin. Der Anbau der Sojabohne müsse dort planmäßig gefördert werden, wo sie ihren Ansprüchen nach hingehört, so in den Weinbaugebieten, in Sachsen, Schlesien und in der Landsberger Gegend. Als nicht aussichtslose neue Fettpflanzen nannte ec unter anderem den Saflor und die Erdman- d e l. Beide haben für den Anfang befriedigende Erträge gebracht. Die nereren Faserpflanzen Pukka und A r a u j a sowie Ramie benötigten teils eine zu lange Wachstumszeit bis zur Ernte, teils zu hohe Anzuchtkoften. — Auf die alten Faserpflanzen Flachs und Hanf wies Prof. Dr. Opitz (Berlin) hin. Um die Erträge zu erhöhen, dürfen nur deutsche Zuchtsorten von bester Qualität zur Saat verwendet werden. Ferner sei eine richtige Ernährung erforderlich. Weiter müsse der Unkrautbekämpfung größte Beachtung geschenkt werden. Im Hinblick auf den Arbeitermanael komme der maschinellen Ernte eine besondere Bedeutung zu. einem verbrecherischen Anschlag erlegen ist, oder ob eine Reihe von physikalischen und sonstigen Umständen derart zusam- menkam, daß ein Brand erfolgen konnte. Beides liegt im Bereich der Möglichkeit. Die Einbringung von Vorrichtungen, die mit Hilfe von Zeitzündern ober anderen Auslösern eine Explosion veranlassen konnten, hätte vor ober während der Fahrt erfolgen müssen. Es ist nachgewiesen, daß die Bewachung des Schiffes und aller mit dem Schiff in Berührung kommenden Personen vor und während der Fahrt äußer st streng und sorgfältig durchgeführt wurde, so daß sowohl die Einführung als auch die Anbringung derartiger Fremdkörper im Schiff nahezu unmög- l i ch war. Zudem wäre es schwierig gewesen, angesichts der unbestimmten Fahrzeiten und Fahrtdauer des Luftschiffes den Zeitpunkt der Zündung richtig zu wählen. Für die Einwirkung von außen auf das Luftschiff kommt ein Schuß mit einem Brandgeschoß in Frage. Angesichs der zahlreichen anwesenden Menschen und der amerikanischen Absperrung des Geländes erscheinen nur Schüsse, die aus einem geräuschlosen Gewehr inmitten einer Gruppe Eingeweihter aus näherer Entfernung abgefeuert wurden, ober Schüsse aus einer roeittragenben Waffe möglich. Unter allen Umftän« den wäre bie Gefahr der Entdeckung bei der anwesenden Menschenmenge sehr groß gewesen. Gegen OieLlrsacheder„Hindenbnrg"-Katastrophe Wahrscheinlich eine Verkettung unglücklicher Umstände. — Oer Schlußbericht der „Hindenburg^-Untersuchungskommission. ii. X n er- Fürst Konoe warnt vor antijapanischer Agitation. Auf einer Konferenz der Provinzgou- verneure gab Fürst Konoe Richtlinien für die geistige M o b i»l i s a t i o n des japanischen Volkes bei Eintritt in das neue Stadium des chinesisch-japanischen Konflikts. Japan werde mit der neuen chinesischen Regierung die chinesisch-japanischen Beziehungen regeln und ein neues China aufbauen. Japan wollte mit allen Nationen Zusammengehen, wenn sie ihrerseits mit Japan für die Herstellung des Friedens im Fernen Osten Zusammenarbeiten wollten. Die Krise im Fernen Osten würde aber verschärft werden, wenn dritte Mächte weiterhin gegen Japan agitierten oder antijapanische Strömungen in China unterstützen. Das Helium im LustViffsverkehr Ein Bortrag von Oberst Breithaupt in Frankfurt. Frankfurt a. M., 19. Jan. (LPD.) Oberst B r e i t h a u p t vom Reichsluftfahrtministerium sprach in der Frankfurter Gesellschaft für Handel, Industrie und Wissenschaft. Bis zu der Katastrophe von Lakehurst sei in keinem deutschen Verkehrsluftschiff ein Passagier ums Leben gekommen oder auch nur verletzt worden. Es fei daher nicht verwunderlich, daß das „Hindenburg" - Unglück den Entschluß zum Weiterbauen nicht er- schüttern konnte. Zur Zeit gehe der L Z 130 seiner Vollendung entgegen, und L Z 131 sei bereits in Auftrag gegeben worden. Eine zweite Verkehrshalle auf dem Frankfurter Luftschiffhafen werde im laufenden Jahr fertiggestellt sein. Die ursprüngliche Absicht, mit einem mit W a s s e r st o f f gefüllten Luftschiff nach Lakehurst zu fahren, das Gas abzusaugen und durch Helium zu ersetzen, verbiete sich aus grundsätzlichen Erwägungen. Es müsse daher das Helium vom Erzeugungsoxt in Texas im Land- und Seetransport in eigens hierzu heraeftellten Stahlflaschen nach Frankfurt a. M. befördert werden. Sobald diese Möglichkeit geschaffen sei, werde der Luftschiffverkehr wieder ausgenommen werden. „Imponderabilien", die in diesem fernöstlichen Kriege viel höher in Rechnung gestellt werden müssen als auf irgend einem fernwestlichen Kriegsschauplatz. Denn hier handelt es sich um einen „Krieg der „Improvisationen" ... Die Schüsse an der Marco-Polo-Brücke hatten die gleichen Auswirkungen, wie man sie oft bei Oelbohrungen beobachten kann. Unzählige Male ist hier und dort und dort und da die aeduldiae Erde angebohrt worden, und urplötzlich trifft der Bohrer auf eine Ader, mit elementarer Gewalt schießt dann himmelhoch der Oelstrahl heraus und gerät in Brand Und von allen Seiten eilen die Wehren und die Nutznießer herbei, aber Feuer und Naturgewalt spotten aller Bemühungen der kleinen Menschlein, weil die Explosion zwangsläufig erfob gen mußte. Und zwangsläufig rollen die Ereignisse im Fernen Osten ab, nur in größeren, gigantischeren Maßstäben wie einst im Weltkriege. Eine neue Welt ist auch im Fernen Osten im Werden und Starke Lleberzeichmmg der Reichsanleihe. Durch Ueberlassung weiterer 200 Millionen Reichsmark volle Zuteilung gesichert. Berlin, 19. Jan. (DJtB.) Die am 18. dieses Monats geschlossene Zeichnung auf die 4,5prozen- tigen auslosbaren Schahanweisungen des Deutschen Reiches von 1938, Erste Folge, hat ergeben, daß der vom Reichsanleihekonsortium übernommene Betrag von 750 Millionen Reichsmark erheblich überzeichnet worden ist. Um die Zeichner, die mit einer vollen Zuteilung gerechnet und dies überwiegend bereits bei der Zeichnung zum Ausdruck gebracht hatten, befriedigen zu können, ist das Reichsanleihekonsortium an das Reich wegen nachträglicher Ueberlasfung des mehrgezeichneten Betrages herangetrelen. Das Reich hat, um den dringenden Anforderungen zu entsprechen, dem Reichsanleihekonsortium weitere 200 Millionen Reichsmark gleichartiger Schahanweisungen überlassen, so daß der durch das Reichsanleihekonsorlium unter- gebrachte Betrag sich nunmehr auf 950 Millionen Reichsmark beläuft, hiernach kann im allgemeinen mit einer vollen Abteilung der Zeichnungen gerechnet werden. Einschließlich der fest übernommenen 250 Millionen Reichsmark stellt sich damit der gesamte Anleihebetrag dieser Emission auf 1200 Millionen Reichsmark. Leders Japanische Beer. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! An Bord der „Kitsurin-Maru", Ende Dezember 1937. Genau 48 Stunden braucht die schnelle „Kitfurin- Maru" für die Strecke Dairen—Moji. Dieses Dai- re n, das mandschurische „Hamburg", das man von Berlin aus mit der sibirisch-mandschurischen Bahn in genau zehn Taaen erreicht, bidet den südlichsten Zipfel der Mandschurei, Moji hingegen ist der erste japanische Hafen, jenseits des „Japanischen Meeres" — von dort aus muß man nochmals 24 Stunden mit dem Schnellzug reisen,.um Tokio zu erreichen — dies nur als kurzer Hinweis für alle jene, die 1940 zur Olympiade nach Tokio zu reisen gedenken. Allerdings — zur Stunde sieht es so aus, als ob diesmal der ,Kampf der Nationen" nicht im Stadion von Tokio, sondern in einer weit größeren Arena ausgetragen werden würde und zwar in einer Arena, die die ganze östliche Halbkugel der Erde umfaßt. Denn Dinge sind im Fernen Osten im Werden, von denen wir uns in aller unserer Schuweisheit nichts träumen lassen und über die in Ruhe nachzudenken so eine geruhsame Seefahrt nach Japan die allerbeste Gelegenheit bietet. Was schrieb neulich eine führende japanische Zeitung über diesen Krieg?... „Unsere Siege" — so stellte das Blatt fest — „sind um so höher zu bewerten, als wir auf diesen Krieg in keiner Weise vorbereitet waren und er sich aus ganz kleinen Anfängen zu seiner jetzigen Größe entwickelt hat. Er war und ist ein Krieg der Improvisationen, der sich infolgedessen auch folgerichtig weiter entwickeln muß." Gewiß! Das ist richtig! Aber auch der Weltkrieg begann ja bekanntlich — genau wie der derzeitig chinesisch-japanische — mit einer ganz kleinen „lokalen Schießerei" in Serajewo und noch Ende Juli 1914 fragte sich ganz Europa: „Was geht uns Serbien an?" — Vier Wochen später begann der deutsch-französisch-russische Krieg, England griff ein, nach vier Monaten stand bereits halb Europa in Flammen, und als „Das Ganze Halt" geblasen wurde, hatten die apokalyptischen Reiter ihren Ritt von Finnland über die westliche Erdkugel bis hinab nach Bagdad beendet. Und als im Juli des Jahres 1937 die ersten In Zukunst könne der Luftschiffbetrieb nur mit Helium durchgeführt werden. Es müsse daher mit allen Mitteln versucht werden, Helium auch europäischen Erdgasquellen zu schließen. Gelinge es ferner, den Gestehungs- preis des Heliums auf ein wirtschaftlich tragbares Maß zu senken, so werde der Anreiz für die Jnbetriebhaltung von Luftschiffen auch in anderen Ländern steigen. Aussicht auf Rentabilität werde immer die notwendige Voraussetzung für jedes auf privatwirtschaftlicher Grundlage arbeitende Verkehrsunternehmen bleiben. Deshalb müsse Verbilligung der Betriebskosten, vor allem durch Herabsetzung des Heliumpreises, durch Schaffung eines ökonomisch arbeitenden Ballastgewinners und einer Vorwärmungsanlage sowie durch Verfeinerung der Fahrtechnik, angestrebt werden. Eine Reise nach Tokio Don unserem H. Tr.-Äerichierstatter. Oie englische Lustaufrüstung. London, 20.Jan. (DNB.-Funkspruck.) „Daily Telegraph" berichtet, daß die britische Aufrüstung zur Luft in der letzten Zeit ausgezeichnete Fortschritte gemacht habe. Noch 200 Maschinen müßten geliefert werden, um die Heimatluftflotte auf den Stand zu bringen, der im Aufrüstundspro- iramm vorgesehen sei. Es stünden dann dreimal oviel Flugzeuge wie zu Beginn der Aufrüstung zur Verfügung. Hierbei seien die Reserven nicht berücksichtigt, für bie gleichfalls ständig weiter gebaut werde. Die englisch-irischen Verhandlungen werden fortgesetzt. MeVemiihWenzUVeilegungdesZrmostkonWs Japan dankt für die guten Dienste der Neichsregierung. 1 die§ SPlA'ho-t Vtz «WH»"' ÄS SM «lett&l,, über' SSM Ä & ftges I lh a , - R Ä “W AL'sch- M“, unb Grundbesitzer WohltMeitslnstitu L zur SpeNflt WNMlW deröf Forderung de Dresden, 19 decke Dresden st nanzen, Gras über „Probleme iik" Nachdem der der feit der Mo nanz- und Wirtscl Produktions- und |er Politik nachge die hohe Quote, d seitlichen jji stieße, eine doppe Bei jeder Ausgab anttoortlidje Gewisfensfrage sie. überhaupt uni fertigen fei. Un der Ananzvenvall SfeuerbütteL Steuerpslichtii Toenbiqe schwere de teil, WWeit und liegendes wirtschaft tragbar zu matt Die Ausgabe E-tats sei nw Volk wirtenden pc turellen Kräfte. Etat sei die Der! Ausgaben auf t ziele der Natioi nabmeseite. Qn d Jahre sei die Bel wer stärker oewo völker^gspolitisch Normte Der Präsident i Hör Dr. Hans J Yen Gesellschaft f fr Medizinisch. Reform des .Ate verfugten nötigen. Kenntnisse Berater öder tie. 5 Ke, da anb gliche Behandl fr. än den Prüf fralsh/u? Sfrne (endoge A r b? " ^?endmch1 äs,1;;,, m Än i,, J , 3®etfe f0(j. w-niqs " LtzK Wz Quf ben $LUnb bi her ftber ^handeln ?ot)nun Nene >> - Kn, der ? k°ak, !^ge z^ ?ubMu ^rtes !'cher der j M«n eitj, Schüsse an der Marco-Polo-Brücke vor den Toren Pekings fielen, wurden auch sie — und das mit Recht — zunächst nur als „Schüsse der Unverantwortlichen" ausgelegt und im Fernen Westen begnügte man sich damit, diesen neuen Zwischenfall ebenso kurz zu registrieren wie alle anderen vorher. Denn man ahnte nicht und konnte auch nicht ahnen, daß diese kleine Vorpostenschießerei an der uralten Marco-Polo-Brücke die Einleitung des Kampfes auf breitester Fr 0 n t bedeutete, und man konnte oder wollte zunächst nicht begreifen, daß die Entwicklung, die die Dinge heute im Fernen Osten genommen haben, genau so zwangsläufig sind wie jene Folaen, die sich für Europa aus den Schüssen von Serajewo ergeben haben. Denn genau so wie Europa 1914 reif geworden war für den Umbruch, genau so ist der Ferne Osten im Laufe der letzten Jahre und Jahrzehnte reif geworden für eine Neu- und Umgestaltung. Heber eins muß man sich daher klar sein: Genau so wie der Weltkrieg nur das Vorspiel bildete für die gewaltigen weltanschaulichen. soz:a- len, politischen und wirtschaftlichen Umwälzungen Europas, genau so bildet der chinesisch-japamsche Krieg nur das Vorspiel, für Ereignisse, die das Gesicht der fernöstlichen Welt von Grund a u f umgestalten werden Denn es handelt sich eben um einen „Krieg der Improvisationen", wie die erwähnte japanische Zeitung sehr richtig schrieb, und „in dem Heute wandelt schon das Morgen..." Mit einer unheimlichen Folgerichtigkeit entwickeln sich die Dinge: Aus der ursprünglich von den Japanern lediglich in Nordchina beabsichtigten „Kleinen Flurbereinigung" im Raume Peking- Tientsin" entwickelte sich wider Erwarten der Nord-Chinesische Krieg". In Schanghai vorliege-n. Wie englischerseits weiter ausgeführt wird, werden vorerst keinerlei Zusammenkünfte zwischen irischen und britischen Sachverständigen für Verteidigungsfragen erfolgen. Die britischen Sachverständigen sind jedoch angewiesen worden, alle Einzelheiten für die Verteidigungsfragen durchzuarbeiten, um erforderlichenfalls die Aemter über die Sachlage unterrichten zu können. Die Frage der „Teilung" sei, nachdem klare Erklärungen beiden Parteien zu dieser Frage zu Beginn der Erörterungen abgegeben worden waren, in den weiteren Besprechungen nicht mehr erwähnt worden. Nationalspanische Erfolge im Abschnitt Teruel. Salamanca, 20. Jan. (DNB. Funkspruch.) Wie der nationalspanische Heeresbericht meldet, haben in den Abschnitten Pedriza und Losilla die Bolschewisten Angriffe unternommen, die von den Nationalen blutig abgeschlagen wurden./ Bei Losilla wurden die zurückflutenden Bolschewisten, die beim Angriff auch Tanks verwendet hatten, bis zum Alfambra-Fluß verfolgt. Unter den mehreren hundert bolschewistischen Gefangenen befindet sich auch der Kommandant der Muleton- Stellung. Die Bahnlinie von Sagunto nach dem Ojas Negros liegt in einer Ausdehnung von mehreren Kilometer unter nationalem Feuer. In diesem Abschnitt erbeuteten die Truppen Francos zwei sowjetrusstsche Tanks und machten 40 Gefangene. Weiter südlich besetzten sie den Gutshof Chantre Mafia, wo die Bolschewisten eine Batterie in Stellung gebracht hatten. Bei her polnischen Wehrmacht zu Gast. Warschau, 19. Jan. (DNB.) Bei einem Essen zu Ehren des Kommandeurs der Deutschen Kriegs- akademie, General der Infanterie Liebmann, wies der polnische Kriegsminister General Kaspr - zy ck'i aöf die guten nachbarlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Polen hin. Der Besuch gebe Gelegenheit, für den gastlichen Empfang zu danken, der der polnischen Militärdelegation in Deutschland zuteil geworden sei. Die Vertreter der deutschen Armee würden mit der polnischen Armee in Berührung kommen und deren Ausbildungsstand kennenlernen. Dabei könnten sie zugleich das Ergebnis der militärischen Arbeit in Augenschein nehmen, dessen Polen — seiner Jahrhunderte alten Tradition entsprechend auf der Wacht des Friedens in Europa — bedürfe. General Liebmann sprach den Dank des Reichskriegsministers für die Ein» । ladung aus. Die Gäste seien sich bewußt, daß es flz* London, 19. Jan. (DNB.) Die enalrschärischen Verhandlungen endeten kurz nach 16 Uhr. Während einer Pause blieb de Valero im Hause des Ministerpräsidenten Chamberlain, mit dem er allein frühstückte. Nach Abschluß der Sitzung blieben de Valera und der Kommissar Irlands in London, Dulanty, noch kürzere Zeit beim Ministerpräsidenten. Eine amtliche Verlautbarung besagt lediglich, daß man Punkte, die sich aus schon erörterten Fragen ergeben hätten, weite rberaten werde. Obwohl bei einigen dieser Fragen bisher keine Einigung habe erzielt werden können, habe man doch gemeint, daß die Erörterungen wett genug fortgeschritten seien, um eine mehr ins einzelne gehende Prüfung einer Anzahl von Punkten durch Beamte der beiden Regierungen zu recht- fertigen. Mit dieser Prüfuyg werde sofort begonnen werden. Die Konferenz der Minister solle wieder auf genommen werden, sobald die notwendigen Unterlagen für weitere Besprechungen die Entzündung durch ein Brandgeschoß spricht fer- ner die Tatsache, daß im Verlaufe des Bundes eine heftige Explosion erfolgte. Wie die Erfahrungen mit Fesselballonen während des Weltkrieges gezeigt haben, verbrennen durch em -oianD« qeschoß entzündete Ballons jedoch im aUgemetncn ohne eine Explosion, do sich größere Mengen von Knallgas nicht bilden können. Beweise für die Ausführung eines Gewaltaktes konnten trotz gruno- lichster Nachforschungen nicht er brach t werden, obgleich allen Hinweisen in dieser Richtung besonders sorgfältig nachgegangen wurde. Die Möglichkeit einer gewaltsamen Zerstörung des Luftschiffes mutz aber, da eine andere Entstehungsursache wenig bewiesen werden kann, zugegeben werden. Der Untersuchungsausschuß glaubt, daß vielleicht eher eine Reihe ungünstiger II m ft a n b e . die Zündung verursacht haben kann. Es müssen zwei Hauptvoraussetzungen zusammengekommen sein, das Vorhandensein einer brennbaren Mischung vonWasserstoffundLuftund das Auftreten einer Zündung zur Entflammung des. Ge- mifches. Während der Anfahrt zur Landung entstand in einer der hinteren Zellen des Schiffes vielleicht durch Reißen eines Spanndrahtes ein Leck, durch das Wasserstoffgas in den Raum zwischen Zelle und Hülle einströmte. Hierdurch bildete sich im oberen hinteren Teil des Schiffes ein b r e n n b ar es Wasser st ofs-Luft-Gemisch. Für die Entzündung dieses Gemisches sind zwei ^alle denkbar. Entweder: Infolge elektrischer atmosphärischer Storungen war zur Zeit der Landung des Luftschiffes das Potentialgefälle in der Nähe des Bodens so hoch, daß es nach Erdung des ganzen Schiffes an seiner stärksten Erhöhung, nämlich dem Heck, zu B us ch e 1- entl abung und damit zur Zündung geführt hat. — Oder: Nach Abwerfen der Landetaue wurde die OberflächederAußen hülle des Luftschiffes weaen der geringeren elektrischen Leitfähigkeit des Außenhüllenstoffes weniger gut geerdet als das Gerippe des Luftschiffes. Bei raschen Aende- rungen des atmosphärischen Feldes, wie sie bei einem Nachgewitter die Regel und auch im vorliegenden Fall anzunehmen sind, entstanden dann Paten- tialdifferenzen zwischen Stellen der Außen- feite der Hülle und dem Gerippe. Falls diese Stellen hinreichend feucht waren, was gerade in der Gegend der Zellen am Heck infolge der vorangegangenen Durchfahrt durch ein Regengebiet wahrscheinlich war, konnten diese Potentialdifferenzen einen Spannungsausgleich durch einen Funken herbeiführen, der möglicherweise die Zündung eines über den Zellen am Heck vorhandenen Wasserstoff- Luft-Gemisches verursachte. Von den beiden genannten Erklärungen erscheint dem Untersuchungsausschuß die letztgenannte als die wahrscheinlichere. Der WnakonfiM und die MM Japan zu Flottenvejprechungen bereit Tokio, 20. Jan. (DNB. Funkspruch.) Der Chef der Informationsabteilung her DIarine, Admiral Noda, erklärte ausländischen Korrespondenten, daß eine Verwirklichung der angetuntngten Flottenbaupläne Amerikas, Englands und Moskaus die bisherige Vertragsstärken Durchbrechen werde und man sie somit als -Beginn eines Flottenwettbaus ansehen wusse. Es hieße, die inneren Gründe des Chinakonfliktes völlig verkennen, wenn dritte Mächte hieraus einen Vorwand für eine Verstärkung ihrer Flotten ableiten wollten. „,, . Admiral Noda erklärt zu den Gerüchten über den angeblich geplanten Bau aan 46000 - To n - nen - Schlachtschiffen, es würden im Auslande so viele Meldungen über japanische Riesen- schiffe verbreitet, daß Dementis sich im einzelnen erübrigten. Noda betont, daß Japan nach wie vor bereit sei, an neuen Flott en ko n - ferenzen teilzunehmen, wenn die bekannten japanischen Forderungen nach quantitativer Abrüstung zur Verhandlung gestellt wurden. wird von chinesischen Fanatikern ein japanischer Offizier erschossen, und aus der kleinen Strafexpedition der Flotte entsteht der Krieg um Schanghai. Nach einem gigantischen Kampf s fällt diese Hochburg Europas in Fernost in die । Hände der Japaner, dadurch wird ein neuer Brandherd und neue Konfliktsstoffe geschaffen. Japanische Warnungen: „Straße frei! Es wird geschossen!" werden von den mit Blindheit geschlagenen angelsächsischen Mächten, die noch immer der Ansicht sind, sie allein seien Herren in Fernost, übernört oder nicht beachtet. Resultat: Japanische Flieger versenken ein amerikanisches Kanonenboot und ein paar Handelsdampfer, leichte Seestreitkräfte liefern sich mit ebensolchen englischen । Kräften ein regelrechtes Gefecht auf dem Iantse — damit weitet sich der Kriegsyorizont erneut, und obwohl Nanking, die Hauptstadt des neuen, werdenden Chinas gefallen und die chinesische Zentralarmee fast vernichtet ist, schöpft die chinesische Zentralregierung neue Hoffnung: was ihr aift dem Verhandlungswege nicht gelungen ist, nämlich die angelsächsischen Mächte am Schicksal Chinas zu interessieren, haben diese neuen Komplikationen bewirkt: es hagelt Proteste in Tokio, England und Amerika rücken näher zusammen, Flottendemonstrationen werden erwogen, und plötzlich beginnen die angelsächsischen Mächte zu begreifen, was für sie in Fernost auf dem Spiel steht. Aber nicht nur die Angelsachsen ... auch die Franzosen werden unruhig, denn Indo- China hat ?inft auch zu China gehört. Kem Wunder, wenn unter diesen Umständen die Nan- king-Regierung mit der vulgären, aber vom letzten Kuli verstandenen Begründung: „So kaputt, oder so kaputt", die Dinge nun an sich heran- fommen lassen will. Sie glaubt zwei sehr starke Bundesgenossen zu haben: Zeit und Raum. Denn hoch oben im Norden, in Fernost- Sibirien rüsten die Sowjets fieberhaft, und wenn Japan wirklich die bisherige „Nanking-Regierung" auf die Knie zwingen will, muß es deren letztes Luftloch verstopfen, das Kanton heißt. Vor den Toren Kantons aber liegt Hongkong, das englische Hongkong, und wieder beginnt sich der Krieasborizont zu weiten! England hat verschie- : deutlich in der Vergangenheit zu verstehen aegcben, daß ihm die Aktionen der Javaner in Nord- china im wesentlichen gleichgültig seien, es hat aber immer wieder betont, daß Süd - Ch i n a englische Jnteressevlnhäre sei und bleiben müsse. Ur- svrünglich war Japan bereit, diese angeblichen englischen „Rechte" zu refpettieren. Unter dem Zwana der Verhältnisse, nämlich der Notwendigkeit, so rösch wie möglich der chinesischen Zentralregierunq das Lebenslicht auszublasen, kann aber Japan gezwungen sein, sich auch über diese anaeblichen englischen „Reckte" Hinwegsetzen ztt müssen. Kein Wunder, daß Enaland versucht, Amerika für die Verteidigung seiner „heiHnften Güter" in Südchina zu gewinnen. USA. ist jedoch darum bemüht, sich solange wie möglich aus diesem Konflikt herauszuhalten, weil es allein in die „letzte Runde" kommen und den chinesischen Rabm absckopfen möchte... ofr es aelinaen wird, darüber entscheiden aber wohl in erster Linie jene Tokio, 19. Jan. (DNB.) Das japanische Außen- , Ministerium veröffentlicht durch die Nachrichtenagentur Domei zu den Friedensbesprechungen zwi^ eben Japan und China eine Erklärung. Danach eien die ausländischen Botschafter vor einiger Zeit über die grundsätzliche Haltung der Kaiserlich Japanischen Regierung dahin unterrichtet worden, daß sich Japan n i ch t ablehnend verhalten würde, falls die National- regierung von China aufrichtig an Japan herantreten würde mit dem Wunsch nach einer zufrieden st eilenden Losung des gegenwärtigen Zwischenfalles. In diesem Zusammenhang wird vom Außenministerium weiter fest- gestellt, daß die Kaiserlich Japanische Regierung „für die guten Dienste der b e u t Mm? n Regierung und ebenso für die freundschaftlichen Bemühungen der deutschen Botschafter in Tokio und China tiefe Dankbarkeit empfindet. Wie bas Deutsche Nachrichtenbüro von amtlicher Seite erfährt, war im Verlaufe von Gesprächen, die Ende Oktober 1937 zwischen den deutschen Botschaftern in Nanking und Tokio mit ben dortigen Regierungsstellen stattfanden, von den Regierungen der beiden in Konflikt befindlichen Länder der Wunsch nach einer Mitwirkung Deutschlands bei dem Versuch, einen Ausgleich zu finden, ausgesprochen worden. Um dem Interesse des Friedens zu dienen, an dessen Wiederherstellung Deutschland im gleichen Maße wie der gesamten Welt gelegen ist,'hat die deutsche Regierung geglaubt, sich den beiden ihr befreundeten Ländern für den gedachten Zweck zur Verfügung stellen zu sollen. Dabei wurde deutscherseits von Anfang an betont, daß Deutschlands Haltung im Konflikt neutral fei und daher feine Mitwirkung nicht über die einfache Uebermittlung von N ach- richten hinausgehen könne, die die eine der beiden Regierungen an die andere gelangen lassen wolle. Nach diesem Grundsatz ist bisher verfahren worden. Mit der am 16. Januar erfolgten Veröffentlichung des Manifestes der japanischen Regierung ist der Konflikt zwischen Japan und China in ein neues Stadium getreten. glücklich das Volk, das nicht in den Strudel hinem- gerissen wird. Denn es hat alles zu gewinnen, und "LenstL°r°i? ... - Unfruchtbare- SrüMn’ Möglich! Welleicht ist auch bet Erste Ostizier der „Kitfurin-Maru" der gleichen^^M-mung. Denn er kommt an den Tisch des „Grüblers und meint trocken: „Verdammt langwellige Fahrt... was ... Nun! Morgen sind Sie in Mo,!. • • W" gerade in der Straße von Tsuschima die Halst- M geschafft!" Tsuschima? .... Richtig! In der Straße von Tsuschima wurde |a vor rund einem Menschenalter die russische Flotte von der iapan - schen unter Admstat Togo versentt, Nachdem I - zur „Rettung heiligster russischer Guter um bie halbe Erde gefahren war ... Die großen Manöver bei Gingapore. Britanniens mächtigster Stützpunkt in Ostasien. London, 20. Jan. (DNB. Funkspruch.) An den am 2. Februar beginnenden großen See- unö Landmanöver bei Sin gapore werben nach dem „Daily Telegraph" 2 7 Kriegsschiffe, darunter Einheiten der englischen Flotte, 100 Flugzeuge, unter ihnen Maschinen aus Indien und Dem Jrcrk, sowie Truppen in einer Stärke von 10 000 Mann teilnehmen. Zum ersten Male werden die neuangelegten Küstenbatterien, bie auch 45,7-Zentimeter-Geschütze haben, erprobt. Heber Den riesigen Ausbau von Singapore zum mächtrgsteN Stützpunkt Großbritanniens in Ostasien bendjttt das Blatt Dann weiter, daß die Arbeiten, die NN Jahre 1923 begonnen wurden, erst im Jahre 1 939 vollendet fein werden. Für Die Befestigungsarbeiten, Flugzeuganlagen, Dockbauten (Darunter ein TrockenDock für 50 000-Tonnen-Schiffe) seien 17 Millionen Pf unD (etwa 212 Millionen RM.) ausgegeben worden. Der Stutzpunkt Singapore sei Die größte Anlage Diejer Art, Die bisher von einem Lande begonnen roorben fet. Seine Vollendung werde einen unschätzbaren Beitrag für Englands Verteidigungsstärke in Ostasten : darstellen. Singapore beherrscht einen der wichtigsten Seewege Der Welt, bie Straße von Malakka, ; Den Zugang vom Indischen zum Paziftschen Ozean. bei dem Heereswelen des polnischen Staates um eine Armee handele, die bereits unmittelbar nach ihrer Geburt ihr Vaterland zu verteidigen hatte und unter der zielbewußten Führung ihres großen Marschalls Pilsudski diese Feuerprobe glänzend bestand. Wie groß das Interesse für den einstigen Kommandanten und polnischen Nationalhelden in der deutschen Wehrmacht sei, dafür zeuge nicht nur die Herausgabe der Werke Marschall Pilsudskis in deutscher Sprache, sondern die dem Werk gewidmeten Vorworte höchste? deutscher Soldaten. Die deutsche Offiziersabordnung sei dankbar, das von Marschall Pilsudski seinem vertrautesten Mitarbeiter, dem jetzigen Marschall von Polen, übergebene kostbare Instrument des Staates persönlich in Augenschein nehmen zu dürfen. Oie Hochzeit KönigFaruks von Aegypten. Kairo, 20. Jan. (DNB. Funkspruch.) Heute begeht König Faruk I. von Aegypten, der nach Vollendung seines 18. Lebensjahres vor einiger Zeit die Regierungsgeschäfte persönlich übernommen hat, seine Vermählung mit der Prinzessin Farid a. Der Führer und Reichskanzler hat dem König zu seiner Vermählung drahtlich herzliche Glückwünsche übermittelt und ihm ein viersitziges Mercedes-Benz-Sportka8"ri- o ! e t t zum Hochzeichtsgeschenk gemacht. Der eng* lische Botschafter überreichte im Auftrage König Georgs eine Sportausrüstung, darunter zwei wertvolle Jagdgewehre Der Präsident der französischen Republik hat ein Seores-Porzellan-Service und alte Gobelins übermitteln lassen. Italien schenkte eine Alabaster-Statue, Belgien ein Jagdgewehr, Griechenland eine alte griechische Statue und die Türkei wertvolles Leinen mit alter türkischer Stickerei. Gestern fand als Auftakt der Hochzeitsfeier ein riesiges Sch au reit en von Beduinen und Landbewohnern auf der Rennbahn von Heliopolis statt, dem eine große Zuschauermenge, darunter auch das Diplomatische Korps beiwohnten. Am Abend wurde in Heliopolis, am Wohnort der Braut, ein großes Feuerwerk abgebrannt. Zahlreiche Wirtschaftler und Grundbesitzer haben namhafte Beträge für Wohltätigkeitsinstitute und Armen-Pflegeanstalten wie zur Speisung Bedürftiger gespendet. VerantworlunüsvolleAusgabenpolttik der öffentlichen Sand. Forderung des Reichsfinanzministers. Dresden, 19 Jan Dor der Derwaltunqsaka- demie Dresden sprach der Reichsminister der Finanzen, Graf Schwerin von Krosigk, über „Probleme der Finanz- und Wirtschaftspoli-- tik". Nachdem der Minister die verschiedenen Phasen der seit der Machtübernahme durchgeführten Finanz- und Wirtschaftspolitik dargelegt und an den Produktions- und Einnahmeziffern die Erfolge dieser Politik nachgewiesen hatte, führte er aus, daß die hohe Quote, die im Steuerwege der öffentlichen Hand vom Volkseinkommen zufließe, eine doppelte Verpflichtung in sich schließe. Bei jeder Ausgabe muffe jede hierfür verantwortliche Stelle sich immer wieder die Gewissensfrage stellen, ob diese Ausgabe überhaupt und in dieser Höhe zu rechtfertigen sei. Und die zweite Verpflichtung liege der Finanzverwaltung ob, sich- nicht als Steuerbüttel, sondern als Helfer der Steuerpflichtigen zu fühlen und die notwendige Schwere der Besteuerung durch Gerechtigkeit, Höflichkeit und ein im Rahmen des Möglichen liegenoes wirtschaftliches und soziales Verständnis tragbar zu machen. Die Ausgabenseite der öffentlichen (E-t a t s sei immer ein Spiegelbild der in einem Volk wirkenden politischen, wirtschaftlichen un$ kul turellen Kräfte. Kennzeichnend für den deutschen Etat sei die Verlagerung des Schwerpunktes der Ausgaben auf die großen Gemeinschaftsziele der Nation Das gleiche gelte von der Einnahmeseite. In der Steuergesetzgebung der letzten Jahre sei die Betonung der Gemeinschaftsziele immer stärker geworden, so vor allem durch die bevölkerungspolitischen Maßnahmen ^Reform desHygienesiudiums. Der Präsident des Reichsgesundheitsamtes, Professor Dr. Hans Reiter, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Hygiene, macht in der „Münchener Medizinischen Wochenschrift" Vorschläge zur Reform des Hygieneunterrichts. Die Aerzte verfügten heute zum Teil nicht über die nötigen Kenntnisse für ihre Tätigkeit als Gutachter, Berater öder Erzieher in der vorbeugenden Gesundheitspflege, da an den Universitäten noch eine unterschiedliche Behandlung des Unterrichtsstoffes vorwalte. In den Prüfungsbestimmungen müsse Hygiene künftig als Hauptfach auftreten. Der Rassen- hygiene (endogene Hygiene) gebühre dabei der Vorrang vor der Umwelthygiene (exogene Hygiene). Besondere Aufmerksamkeit sei auch den Beziehungen zwischen Arbeit und Gesundheit und dem Ernährungsproblem zuzuwenden. Führungen durch Einrichtungen der Gesundheitsverwaltungen, durch Werkstätten und Fabriken, durch Anlagen der Wasserversorgung und Abwasserbeseiti- 5g und durch Betriebe der Nahrungsmittelver- unq hätten den Unterricht zu ergänzen. Für ; Zwecke solle der Staat jedem hygienischen Institut wenigstens tausend Reichsmark jährlich zur Verfügung stellen, da die Studierenden außerstande seien, einen Beitrag zu den Unkosten zu leisten und die -Betriebe sich nur selten zur Gewährung finanzieller Beihilfen bereit fänden. Nach den Vorschlägen der Deutschen Gesellschaft für Hygiene soll der Lehrplan künftig aus einer einsemestrigen Hauptvorlefunq für je fünf Wochenstunden oder einer zweisemestrigen zu je zwei bis drei Wochenstunden bestehen, dazu aus einem zwei- bis dreistündigen bakteriologischen Kursus und einem Impfkursus. Die Hauptvorlesung habe auszugehen von der Bevölkerungsstatistik und -Politik und der Rassenpflege und dann die Ausgaben der Hygiene auf den verschiedenen Gebieten, wie der Ernährung, der Wohnung und des Arbeitsschutzes, zu behandeln. Hierzu gehöre auch die sozialbiologische Hygiene, die Vorbeugung und Bekämpfung sogenannter Volkskrankheiten, wie der Geschlechtskrankheiten, der Tuberkulose und des Krebses. Die Vorschläge zur Heranbildung des Nachwuchses an Fachhygienikern fordern eine unablässige Betonung des Wertes und der Notwendigkeit wissenschaftlicher Arbeit in den Kreisen der jungen Studenten und eine Besserung der wirtschaftlichen Lage der jungen Hygieniker, denen als Assistenten weitere Einnahmequellen erschlossen wer den müßten, und für die mehr Aufstiegsmöglichkeiten durch Erhöhung der Zahl der Extra- Gtojadinowilsch auf der Staatsjagd in der Lehlinger Heide. Magdeburg, 19. Jan. (DNB.) Zu Ehren des königlich - jugoslawischen Ministerpräsidenten Dr. Stojadinowitsch veranstaltete Relchsjäger- meister Generaloberst Göring am Mittwoch in der Letzlinger-Heide bei Magdeburg eine Staatsjagd, an der die Reichsminister Freiherr von Neurath und Graf Schwerin von Kro- i b k teilnahmen. Man sah ferner Generalforst- metfter Alpers, Oberstjägermeister Scherping, Gauleiter Reichsstatthalter Jordan, Gesandten von Kotze sowie die Oberjägermeister Ost ermann und Menthe. Die Jagdteilnehmer trafen sich um 9 Uhr auf einer Waldlichtung, die Forstbeamten und Jäger mit ihrer Meute, die Treiber in dunkelblauer Jacke mit rotem Halstuch. Nach den Hörnerklängen der „Begrüßung", geblasen von den Forstschülern der Forstschule Neuhaldensleben, hieß Oberstjägermeister S ch e r p i n g die Jagdgäste willkommen. Die ersten beiden Treiben auf Dam- und Schwarzwild füllten den ganzen Vormittag aus. Zur Mittagsstunde stärkte ein kräftiges Eintopfgericht die Sagbteil» nehyier mit den Forstbeamten und den Waldarbeitern gemeinsam am Lagerfeuer. Nach dem dritten Treiben wurde gegen 16 Uhr die Strecke Verblasen. Beim Feuerschein wurde nach altem Brauch die Strecke gelegt und verbrochen. Oberstjägermeister S ch e r p i n g verkündete das Gesamtergebnis der achtzehn Schützen: sechs Stücke Rotwild, 24 Stücke Damwild, 17 Sauen und 1 Fuchs, von denen auf den jugoslawischen Ministerpräsidenten drei Stücke Damwild und sechs Sauen entfielen. Darauf wurde die Strecke waidgerecht mit „Hirschtod!", „Damwild tot!", „Sau tot!", „Fuchs tot!", „Jagd vorbei!" und „Halali!" Verblasen. Anschließend überreichte Oberstjägermeister Scherping den glücklichen Erlegern nach altem Brauch einen Bruch aus märkischer Kiefer. Im Namen der Gäste verabschiedete sich Reichsaußenminister Freiherr von Neurath von der Gefolgschaft der Letzlinger-Heide mit einem „Waidmannsdank", und der Oberstjägermeister sprach den Forstbeamten und Waldarbeitern seinen Dank für ihre bei der ungünstigen Witterung besonders schwierige Arbeit aus. Bei einem anschließenden Tee im Offiziersheim Hillersleben gab Generalforstmeister Alpers der großen Freude der deutschen Jäger über den Be- such des jugoslawischen Ministerpräsidenten Ausdruck. Dr. Stojadinowitsch dankte herzlich allen Beteiligten, insbesondere auch dem Reichsjägermeister Generaloberst Göring, für die hervorragende Durchführung der Jagd. Mit einem „Horridoh!" verabschiedete sich Ministerpräsident Stojadinowitsch von seinen deutschen Jagdfreunden, mit denen er einen Tag echter Jagdkameradschaft verbracht hatte, und begab sich nach Magdeburg, um von dort aus die Weiterreise nach Essen anzutteten. Dr. Stojadinowitsch trifft am Donnerstag gegen 9 Uhr in Essen ein, um hier die Kruppwerke zu besichtigen. Gegen 13 Uhr fährt er nach Scholven weiter, wo ihm ein Jndustriewerk gezeigt werden wird. Am Nachmittag stattet Dr. ab, Stojadinowitsch Düsseldorf einen Besuch das er um 21 Uhr wieder verläßt. Frau Stojadinowitsch bei der NS.-Volkswohlfahrt. "H" H M 8 ■■ A xv - 4- H- M8 -7MM - V- Amtsleiter Wulf führte Frau Stojadinowitsch durch die Ausstellung. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Berlin, 19. Ian. (DNB.) Die Gattin des jugoslawischen Ministerpräsidenten Frau Stojadinowitsch besichtigte am Mittwochmittag in Begleitung der Gattin des jugoslawischen Gesandten in Berlin, Frau (Eincar Markowitsch, und Frau von Bülow-Schwante die Ausstellung des Amtes für Volkswohlfahrt in Neukölln. Reichsoberrevisor Hauptamtsleiter Janowski und Amtsleiter Wulf vom Hauptamt für Volkswohlfahrt legten während der Führung durch die Ausstellungsräume Zweck und Ziel des großen sozialen Werkes des deutschen Volkes dar. Besonderen Eindruck auf die Gäste machten die in der Ausstellung gezeigten einprägsamen Darstellungen der Leistungen des WHW. wie überhaupt die soziale Betreuung bedürftiger Volksgenossen, die uneingeschränkte Anerkennung und Bewunderung der jugoslawischen Gäste fanden. orbinariate an den größeren Universitäten zu geben seien. Neue Schweinemastanlagen im Gau Hesten-Naffau. NSG. In Fechenheim steht nun die erste Schweinemast an läge für die Gantz a u p t ft a b t vor der Vollendung, die am 1. Februar in Betrieb genommen wird. Die Anlage, für deren Bau die Stadt die Mittel und das Gelände zur Verfügung stellte, umfaßt ein Wohnhaus für den Schweinemeister und Aufenthaltsräume für die Gefolgschaftsmitglieder, eine Futterküche, drei Stallbauten und 26 Silos. Jeder Stall kann 250 Schweine aufnehmen, so daß insgesamt 750Schweine gemästet werden können. Der Bau von zwei weiteren Stallgebäuden ist vorgesehen, um die Zahl auf 1250 zu erhöhen. Dieser Mastanlage werden die Abfälle von einer Ortsgruppe zugeführt. Zwei weitere Mastanlagen werden in nächster Zeit in Angriff genommen. Am Mittwoch weihte Gauleiter Sprenger die neue Schweinemastanlage des Ernährungshilfswerkes der Stadt Hanau. Die Mästerei, die augenblicklich 167 Schweine einliegen hat, soll auf 300 Schweine vergrößert werden Der Gauleiter führte dabei aus, daß im Gau Hessen-Nassau 3000 EHW.-Schweine einliegen, daß aber im gesamten Gau 20 000 Schweine gemästet werden können. Einen besonderen Appell richtete er dabei an die Behörden, sich tatkräftig für das EHW. einzusetzen. Die Einkünfte des Bauern werden nicht, wie vielfach behauptet wurde, geschmälert, da der Bedarf an Schweinefleisch so groß ist, daß ihn die Landwirtschaft nicht decken kann. Mit den Abfällen haben wir eine Mast geradezu aus dem Nichts geschaffen Der Bauer zieht die Ferkel auf, die nach zwei Monaten als Läufer vom EHW. eingelegt werden und nach fünf Monaten schon zweieinhalb bis drei Zentner wiegen. Wenn wir das Futter für diese Schweine pflanzen wollten, dann hätten wir 260 000 Morgen Ackerland notwendig. Für den Bauern tritt auch keine Absatzschädigung ein Die Schweine werden zum Normalpreis auf dem Markt verkauft. Die Ueberschüsse, die wir daraus erzielen, kommen dem Hilfswerk „Mutter und Kind" zu. Hier sind sie am besten zum Segen des deutschen Volkes angelegt. ©peifefarfoffdpreife für Februar in Hessen. Fwd Die Preisblldungsstelle der Landesregierung in Hessen hat im Benehmen mit dem Kartoffelwirtschaftsverband Hessen - Nassau, Frankfurt am Main, die Sveisekartoffel-Höchstprelse in Hessen für den Monat Februar 1938 wie folgt festgesetzt: 1. In Städten, Jndustriebezirken und sonstigen Orten, in denen die Versorgung mit Speisekartoffeln nicht unmittelbar durch den Erzeuger sichergestellt werden kann, und zwar in Bingen, Darmstadt, Gießen, Mainz, Offenbach und Worms, sowie in den im Kreise Offenbach gelegenen Orten Bieber, Buchschlag und Neu-Isenburg bei Abgabe ab Waggon oder Lager des Empfangsoertellers 3,15 Mark, bei Zufuhr frei Keller des Klemoertei. lers 3,25 Mark, bei Zufuhr frei Keller oder Wohnung des Verbrauchers durch den Empfangsvertel- ler 3 35 Mark und bei Abgabe ab Verkaufsstelle des Kleinoerteilers 3,45 Mark je 50 Kilogramm für weiße, rote und blaue Sorten. Für gelbe Sorten tritt ein Zuschlag von je 30 Pf. bei der Lieferung ein. Bei Abgabe von kleinen Mengen durch den Kleinperteiler kosten je 5 Kilogramm weiß, rot oder blau 40 Pf. und die gelbe Sorte 43 Pf. 2. Auf dem flachen Lande und in den Orten, in denen die Versorgung durch Erzeuger unmittelbar sichergestellt werden kann, das sind alle Gemeinden, Oie nicht unter 1. aufgeführt sind, für weiße, rote und blaue Sorten je 50 Kilogramm bei Zufuhr frei Wohnung oder Keller des Verbrauchers durch den Empfangsverteiler oder ab Verkaufsstelle des Kleinverteilers 3 Mark und für gelbe Sorten 3,30 Mark. Bei Abgabe von kleinen Mengen stellt sich der Preis für je 5 Kilogramm auf 36 Pf. bzw. 39 Pf. 3. Bei Absatz durch den Erzeuger an den Verbraucher von 50 Kilogramm an stellt sich der Preis für die unter 1. genannten Gebiete für weiße, rote und blaue Sorten auf 3,15 Mark, für gelbe Sorten auf 3,45 Mark und auf die unter 2. genannten Gebiete auf 2,70 Mark bzw. 3 Mark. 4. Soweit der Verbraucher die Kartoffeln beim Erzeuger abholt, kosten die weißen, roten und blauen Sorten 2,65 Mark und die gelben Sorten 2,95 Mark je 50 Kilogramm. Die Dersandverteilerspanne beträgt je 50 Kilogramm 20 Pf. und ist in den festgesetzten Verbraucherhöchstpreisen enthalten. Sie darf weder über-, noch unterschritten werden. Auf die für gelbe Speisekartoffeln festgesetzten Erzeugerfestpreise (2,95 Mark je 50 Kilogramm frachtfrei Empfangsstation) wird für die „Juli" (Nieren) ein Sortenzuschlag von höchstens 1 Mark je 50 Kilogramm und für „Frühe Hörnchen", „Tannenzapfen" (Rote Mäuse) und „Eifler Platte" ein solcher von höchstens 2 Mark gestattet. Für die „Juli" (Nieren) und für „Frühe Hörnchen", „Tannenzapfen" (Rote Mäuse) und „Eifler Platte" erhöhen sich die unter 1. festgesetzten Verbraucherhöchstpreise für gelbfleischige Speisekartoffeln entsprechend. Wer vorsätzlich oder fahrlässig den Bestimmungen zuwiderhandelt, wird bestraft. Kleine politische Nachrichten. Der Präsident der Reichskulturkammer, Reichs- Minister Dr. Goebbels, hat dcn Staatssekretär im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda Pg. Karl Hanke unter gleichzeitiger Berufung in den Reichskultursenat zum Zweiten Vizepräsidenten \ her Reichskulturkammer ernannt. * Auf der Wartburg versammelten sich die Gau- arbeitssührer des Re i ch sarbeits- d i e n st e s zur vierten Reichstagung, um vom Reichsarbeitsführer die Parole für den Kampfabschnitt 1938 entgegenzunehmen. * Am 17. und 18. Januar fand eine Tagung der Oberlandesgerichtspräsidenten statt, an der auch die Präsidenten des Reichs- gepichtes, des Volksgerichtshofes und des Patentamtes teilnahmen. Gegenstand der Tagung waren allgemeine und besondere Fragen der Zivil- und Strafrechtspflege, der Beschleunigung der landwirtschaftlichen Schuldenregelung, des Rechtes der ^Beamten, Angestellten und Lohnempfänger sowie des richterlichen Nachwuchses. Am Schlüsse der Tagung hatte Reicksminister Dr. G ü r t n e r alle Teilneh- mer zu einem kameradschaftlichen Zusammensein im Haus der Flieger eingeladen. Das amerikanische Marineministerium bestellte bei der United Aircraft Corporation 58 Bombenflugzeuge im Gesamtwert von 3,5 Millionen Dollar. ♦ Das britische Kriegsgericht in Nablus (Palästina) verurteilte einen kürzlich bei dem Kampf zwischen britischem Militär und Freischärlern unweit Tulkarem verwundet gefangen genommenen Araber zum Tode. Das britische Kriegsbericht in Jerusalem verurteilte einen im Zusammen- lang mit der Erschießung eines englischen Archäologen gefangen genommenen Araber ebenfalls zum Tode. Kunst und Wissenschaft. Uraufführung des Ufa-Films „Urlaub auf Ehrenwort". Im Ufa-Patast am Zoo in Berlin fand die Uraufführung zweier neuen Filme statt. Der Film „Urlaub auf Ehrenwort" unter der Spielleitung von Karl Ritter, der mit den höchsten Prädikaten „Staatspolitisch und künstlerisch besonders wertvoll" ausgezeichnet worden ist, spielt in den letzten Wochen des Weltkrieaes, als Saboteure und Deserteure bereits die deutschen Städte überschwemmen. Der Gemeinschaftsgeist einer Truppe, das Gefühl der Kameradschaft, der Appell an Pflicht und Ehre des Soldaten, triumphieren noch einmal über alle Ansteckungen, denen die Mannschaften einer Kompanie während eines kurzen Aufenthaltes in Berlin ausgesetzt sind. Der packende Film wurde mit starkem' Beifall aufgenommen. Im Vorprogramm erlebte der Ufa-Kulturfilm „Flieger, Funker und Pioniere", ein Querschnitt aus dem Aufbau der deutschen Luftwaffe, feine Uraufführung. Der Film, der die Prädikate „Staatspolitisch und künstlerisch wertvoll" erhalten hat, zeigt den täglichen harten und strengen Dienst der drei Gattungen der Luftwaffe sowie große Flugzeug- und Flakübungen. Der Vorführung wohnten zahlreiche Ehrengäste mit Reichsminister Dr. Goebbels an der Spitze bei. Geburtstagsgruß der deutschen Jugend an Wilhelm Schäfer. Der Dichter Wilhelm Schäfer begeht, wie bereits gemeldet, am 20. Januar seinen 7 0. (Schur t s t a g. Wie stark Schäfer im Volke wurzelt und auch von der heutigen Jugend gefeiert wird, zeigt ein Aufsatz in dem Führerorgan der Hitter» Iugend „Wille und Macht", der ihm zu seinem 70. Geburtstag gewidmet wird. Dieser Geburtstagsgruß betont, daß Wilhelm Schäfer mit Recht ein deutscher Volksdichter genannt wird und als solcher auch der Jugend der Bewegung gelten kann. Dgr Aufsatz schließt: „Ein Künstler, ein Erzieher, ein Deutscher wie Schäfer soll und wird an seinem 70. Geburtstag von einer Jugend gefeiert werden, die wie er die deutsche Gegenwart mit der deutschen Vergangenheit zu verbinden sucht, um zucht- voll und kunstfertig wie er die deutsche Zukunft zu gestalten. Die Großen Staatspreise 1937. Die Preußische Akademie der Künste hat die Großen Staatspreise für das Jahr 1937 an den Bildhauer Rudolf A g r i c o l a und an den Architekten Dr. Ernst Petersen verliehen. Agri- cola, 1912 als Sohn eines deutschen Ingenieurs in Moskau geboren, ist Schüler von Professor Scheibe und hat seine Ausbildung und Entwicklung vor allem dem Frankfurter Städel zu verdanken. Petersen stammt aus Heidelberg und ist jetzt 32 Jahre alt. In seinen Entwürfen versucht er Architektur und Landschaftsbild möglichst vollkommen in Einklang zu bringen. Flämischer Literaturpreis für Lyriel Verschaeve. Der flämische Staatspreis für Literatur wurde an Eyriel Verschaeve verliehen. Als Erzieher einer neuen flämischen Jugend, als Gestalter großer Dramen von religiösem Wesensgehalt, als Hymniker, als Freund und Verehrer deutscher Art ist Verschaeve eine Persönlichkeit, deren Auszeichnung durch den alle drei Jahre verliehenen Staatspreis für Literatur in Deutschland mit Genugtuung verzeichnet wird. Der jetzt Dreiundsechzigjährige lebt als Pfarrer in einem Dorf im westlichen Flandern. Goethe, Rembrandt, Wagner, Dürer erscheinen ihm als die Verkörperer einer nordischen Geisteshaltung, zu der er sich selbst wahloerwandtschcrftlich hingezogen fühlt. Mit bewundernswerter Einfühlungskunst schreibt er über Malerei, Baukunst, Dichtung und Musik. Schon im Weltkrieg hatte Verschaeve sich unerschrocken zum Deutschtum bekannt. Aus aller Wett. Gesundheitspolizeiliche Vorschriften für das Friseurgewerbe. Berlin, 19. Jan. (DNB.) Der Reichs» und Preußische Minister des Innern hat für Preußen eine Polizeiverordnung über die Ausübung des Friseurhandwerks erlassen, die am 1. April 1938 in Kraft tritt. In der Zwischenzeit werden gleichlautende Verordnungen von den übrigen Ländern erlassen werden, so daß am 1. April 1938 die gesundheitspolizeilichen Vorschriften für das Friseurgewerbe im Deutschen Reich einheitlich geregelt sein werden. Die Vorschriften sind nach sorgfältiger Prüfung durch das Reichsgesundheitsamt und den Reichsstand des Deutschen Handwerks zu dem Zwecke aufgestellt, die Ausbreitung übertragbarer Krankheiten bei der Ausübung des Friseurhandwerks zu verhindern. Die Verordnung enthält über Meini» gungs- und Desinfektionsmaßnahmen in den Friseurräumen und für die ohne solche Räume tätigen Friseure und Barbiere genaue Vorschriften, deren Durchführung von den Gesundheitsämtern sowie von den Beauftragten der Handwerkskammer und der Innungen regelmäßig überwacht werden wird. Deutscher Gieq im Internationalen Sternflug in Hoogar. Aus dem „Internationalen Sternflug von Hog- gar", der unter starker internationaler Beteiligung in der Zeit vom 23. Dezember bis 18. Januar aus- getragen wurde, ging d i e deutsche Besatzung Oberleutnant Götze, Leutnant von H a r n i e r auf einem Messerschmitt-Flugzeug vom Muster BF 108 „Taifun" als Sieger hervor. Die von Ministerialdirigent Mühlig-Hofmann (Reichsluftfahrtministerium) gesteuerte Maschine, ebenfalls eine Messerschmitt BF 108, belegte den 5. Platz in der Gesamtwertung. Das dritte Flugzeug, NSFK.-Gruppe Lufthansa, rlog den Wettbewerb außer Konkurrenz. Den Preis füc den besten Zielabwuyj im Rahmen M „Sportlichen Wettbewerbes" erhielt ebenfalls die deutsche Besatzung Götze-von Harnier. Der Wettbewerb bestand aus einem Stern- s l u g, den die deutschen Maschinen von Berlin aus über Frankreich, Italien, Sizilien, Tunis, Algier mit einer Strecke von über 5000 Kilometer bestritten, und dem anschließenden „T o u r i st i k - Wettbewerb", einem Wüstenrundflug über 3500 Kilometer. Auf der letzten Etappe Biskra—Algier war ein auf dieser Strecke ausgelegtes Sichtzeichen ausfindig zu machen und eine mit genauer Eintragung zu versehende Karte in einem Meldebeutel an Ort und Stelle auf ein bestimmtes begrenztes Feld abzuwerfen. Die klimatischen Schwierigkeiten und die z. T. sehr schlechten Wetterbedingungen auf dem Anflug nach Algier, die sich den europäischen Teilnehmern auf dieser 9000 Kilometer Gesamtflugstrecke in den Weg stellten, bildeten eine harte Probe für Flugzeuge und Besatzungen. Dabei haben sich besonders auch die in unsere deutschen Messerschmitt-Flugzeuge eingebauten 240-PS-Argus-Moto- ren wiederum glänzend bewährt. Der Reichsminister der Luftfahrt, Generaloberst Göring, hat der deutschen Mannschaft in einem Telegramm seine Anerkennung ausgesprochen. Kapitän Schlimbachs Ozeanüberquerung im Segelboot. Kapitän Ludwig S ch l i m b a ch sprach in der Technischen Hochschule Berlin über seine Ozeanüberquerung in der Ost-West-Richtung. Schlim- bach hat bereits 1933 mit seinem Segler „Störte- becker 1" einen Rekord mit 3V/2 Tagen für die Fahrt von der amerikanischen zur europäischen Küste ausgestellt. Der Hochseesegler „Störtebecker", mit dem ihm ahne Begleitperson im vergangenen Sommer die Ozeanüberquerung von Ost nach West in 57 Tagen gelang, war nur 10 Meter lang. Schlim- bach betonte, daß bei genügender Erfahrung und einem geeigneten Boot eine derartige Fahrt von jedem voll durchgebildeten Hochseesegler durchgesührt werden könne. Äm Tage habe er immer friedlich und sorglos geschlafen, denn sein Boot behielt stundenlang die eingestellte Richtung bei. Während der Nacht allerdings mußte Schlimbach wachen wegen der Gefahr, von einem Dampfer gerammt zu werden. Schulschiff „Schlesien" besucht die Deutschen in i Patagonien. Das Schulschiff „S ch l e s i en " traf in Ma- gellanes an der zwischen Feuerland und Patagonien hindurchführenden Magellan-Straße ein. Nach Besuchen des Kommandanten bei den chilenischen Behörden veranstaltete der Deutsche Verein eine Feier, an der der Landesgruppenleiter von Chile, aus Santiago, die Besatzung der „Schlesien" in der südlichsten Ortsgruppe auf der ganzen Well begrüßte. Ein tapferer Seemann. In Southsea st a r b im Alter von 48 Jahren der englische Fregattenkapitän O h l e n s ch l a ge r, der sich im Weltkrieg dadurch ausgezeichnet hatte, daß er unter Einsatz seines Schiffes 162 Ueberlebende des vor den Dardanellen versenkten deutschen Kreuzers „B r e s l a u" rettete. Der damalige Leutnant war ohne Zögern in ein Minenfeld hineingefahren, um die im Wasser Treibenden zu bergen. Ohlenschlager erhielt seinerzeit für diese tapfere Tat einen hohen Orden. Sie Riesensilmstadl der W in Aevbabelsberg. ? v i * IW 6 b . B MW K Tt- . ,Wi> z- < . 'z ~ A ■ In diesen Tagen kann die Ufa auf ein zwanzigjähriges Bestehen zurückblicken. Berühmt ist die Filmstadt von Neubabelsberg, von der dieses große Modell der Ufa-Lehrschau einen Ueberblick gibt. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Mrtschaflskampf im schwedischen Gaslslätten- gewerbe. Die Aussperrung in den schwedischen Hotel- und Gaststättenbetrieben, die am Montag begonnen hat, verschärfte sich noch durch Ausdehnung auf die Cafes und einige Massenspeisebetriebe. Die erste Folge der Aussperrung war eine Ausländer- flucht aus Schweden. Am Dienstag stieg die Zahl der ausreisenden Ausländer allein in Malnch um mehr als das Doppelte. Obgleich eine große Anzahl von Privatpensionen, Privatmittagstischen und Konditoreien von der Aussperrung nicht berührt wird, bedeutet' sie jedoch namentlich für das Touristenwesen einen empfindlichen Schlag. Zweifaches Todesurteil wegen Valermordes. Das Kottbuser Schwurgericht verurteilte den Angeklagten Kurt Hebeler wegen Mordes an seinem Vater und seine Mutter, die Angeklagte Anna Hebeler, zum Tode und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit. Im Einverständnis mit seiner Mutter hat Hebeler vor sieben Jahren seinen Vater vom Hof aus durch das Fenster erschossen. Löwenbändiger von seinen Tieren zerrissen. In der Nähe von Fünfkirchen (Ungarn) wurde während der Vorstellung eiües Wanderzirkus ein junger Löwendompteur vor den Augen der Zuschauer von einem Löwen angefallen und durch einen Biß in die Kehle auf der Stelle getötet. Daraufhin stürzten sich sämtliche Löwen auf den blutüberströmten Mann und zerfleischten ihn. Die rasend gewordenen Tiere mußten durch Revolverschüsse getötet werden. Unter den Zuschauern brach eine Panik aus. . Uon der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger. Gelegentliche Veröffentlichungen lassen das gewaltige Opfer kaum ahnen, das Tag für Tag, Winter und Sommer, von den 1200 freiwilligen Mannschaften der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger gefordert wird. In den seit der Gründung der Gesellschaft verflossenen 73 Jahren retteten die Mannschaften der Stationen der Nord- und Ostsee insgesamt 5 759 Schiffbrüchige. Davon entfallen auf die letzten drei Jahre: 1935: 74 Gerettete, 1936 : 91 Gerettete, 1937: 105 Gerettete. Trotz Erhöhung der Sicherheit auf See wachsen mit der Zunahme der Kleinschifffahrt auch die Unfallmöglichkeiten. Deshalb muß Der Einsatz aller neuzeitlichen Hilfsmittel im deutschen Kustenrettungsdienst, besonders die weitere Motorisierung der Rettungsboote mit allen Kräften betrieben werden. Don 105 Stationen an der Nord- und Ostsee sind erst 35 mit Motorbooten ausgerüstet, so daß noch viel zu hnt bleibt, bis den freiwilligen Rettern, die unter Einsatz des eigenen Lebens den Kampf um das Dasein« anderer führen, die modernen Hilfsmittel zur Der-« fügung gestellt werden können, die nicht nur den! Erfolg vergrößern, sondern auch die eigene Sicher-, heit erhöhen. Dazu muß jeder Volksgenosse beitragen. Ratten und Raben plagen Paris. Die französische Hauptstadt hat augenblicklich unter einer doppelten Plage zu leiden. Das seit Wochen stillgelegte Meltaus st ellungsge- länöe ist zu einem wahren Rattenhort geworden. Hunderttausende von Ratten haben sich dort eingenistet, und wenn die Weltausstellung nicht abgebrochen würde, hätte man bei einer Wiedereröffnung mit zahlreichen Einstürzen rechnen müssen, da vielfach schon die Fundamente der Bauten von den Tieren, unterhöhlt sind. Eine umfangreiche Rattenjagd hat nur zu dem Ergebnis geführt, daß sich die Tiere i n die umliegenden Wohnviertel flüchteten. Eine besondere Behörde hat bereits für jede getötete Ratte eine Prämie ausgesetzt. Gleichzeitig setzt auch in diesem Winter im Pariser Bois d e Boulogns eine Rabenplage ein. Den Raben sind bereits zahlreiche Singvögel zum Opfer gefallen, so daß ein großer Feldzug zur Ausrottung dieser Schädlinge eingeleitet werden mußte. Wetterbericht. Vom Atlantik zieht eine neue Störung nach Nordosten, deren Verlauf auch bei uns im Laufe des' Freitags wieder unbeständigeres Wetter bringen wird. Die Niederschläge werden dabei voraussichtlich nur gering sein. Aussichten f ü r Freitag: Dunstig und neblig, sonst wechselnd bewölkt, Neigung Zu leichten Niederschlägen, Tagestemperaturen bei .+ 5 Grad, Winde um Südwest. Lufttemperaturen am 19. Janllar: mittags 4,9 Grad Celsius, abends 5,2 Grad; am 20. Januart morgens 3,9 Grad. Maximum 5,8 Grad, Minimum« 3,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 19. Januar: abends 2,7 Grad; am 20. Januar: mort aens 2,5 Grad. — Niederschläge 1,6 mm. — Sonnen« scheindauer 0,5 Stunden. Während im Schwarzwald und in den Alpen durch Neuschneefall sich vielfach wieder gute Sportmöglichkeiten eingestellt haben, ist in unseren Nachbargebirgen vorerst nicht mit dem Aufkommen neuer Schneesportmöglichkeiten zu rechnen. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr.. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen- (eiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. XII. 37: 11000. Druck und Verlag: xBrühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Steinbach, den 19. Januar 1938. Die Beerdigung findet am Freitag, dem 21. Januar, nachmittags 2 Uhr statt. 347D Am 19. Januar 1938 verschied infolge eines Unglücksfalles der Gießen, den 20. Januar 1938. 356D In tiefer Trauer: Heinrich Wilhelm Pitz Familie Heinrich Walb Familie Ludwig Wilhelm Pitz. Direktion u. Gefolgschaft der städtisch. Betriebe Gießen Abteilung Elektrizitätswerk. Todes-Anzeige. Nach Gottes unerforschlichem Ratschluß verschied sanft in dem Herrn nach langem Leiden ganz plötzlich und unerwartet heute morgen1 um 5 Uhr meine liebe Frau, unsere treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin, Gote und Tante Frau Margarete Pitz, geb. Gerhard im 72. Lebensjahre. Monteur Heinrich Volk aus Heuchelheim im 28. Lebensjahre. Der Verstorbene erfreute sich bei uns größter Wertschätzung. Sein Ableben ist uns um so schmerzlicher, als wir in ihm einen fleißigen und treuen Mitarbeiter verlieren. Wir werden ihm ein stetes Andenken bewahren. Wen-Essen im 349 A Rheingold Freitag, den 21. Januar 1938 Heu % und Stroh liefert frei Hoi Otto Schott. Vnnbe§örobuhe in Höckersdorf Pott Mücke. Geburtsanzeigen bei Brühl. Gießen | Vermietungen | 2 oder 3 Zimmer Küche, Bad zu vermieten Schr Anfragen unter 0253 an b. Gieß. Anzeiger erbet. Geräumige Z-Zimmer-Wohn. Bab, Balkon, ev. mit Heizung Alicemtraße zum 1 Avril zu vermieten. 352d Näher. A. Becker Keplerstraße 9 6-Zimmßr-Wohn. Babezimm -Balkon, Ludwigs- vlatz 11 I, zum 1. Avril zu vermieten. Näheres A. Becker Keplerstraße 9. | Mietgesuche"] |Stellengesuche] Mussliik. tzm sucht z. 1. Febr. gut möbliertes Zimm« evtl, mit voller Pension, mögt. Nähe Oswalds- garten, zu miet. Schristl. Preisangebote unter 0255 an b. Gieß. Anzeiger erbet. halt. Bin 27 I. und mit allen Hausarbeit, vertraut. Schrift!. 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Orchester- Konzert Solist: Helmut Zernick, Berlin. Leit.: P. Walter Preise: RM. 1.00-3.00. Freitas ü 20.00—22.45 16. Freitag- Miete Martha Romant. - kom. Oper v. Flotow. Preise: RM. 1.20-4.00. nr.16 Zweites Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhellen)Donnerstag, w.Zanuar 1938 Aus der Stadt Gießen. Verblüffender Januar. Januar flirrt, klingt nach Schlittschuhen, ver- sprüht kaltes Licht wie Bogenlampen über nächtlichen Eislaufflächen, Januar ist ein Monat mit Pelzen, roten Nasen, blauen Ohren, Januar ist der Mond, der die Bäche und Flüsse erstarren macht. Dieser Januar (abgesehen von seinen ersten Tagen) ist ein milder Regent. Er behandelt uns, wie der MärzanfaNg. Wir halten viel für möglich, und abends, wenn wir spüren, wie jeden Tag um eine oder ein paar Minuten später die Lampen aufflammen, kommt es über uns wie ein wetter- licher Uebermut. Sechs, sieben Grad liest du am Thermometer ab. Die Bäche brechen tosend zu Tal, den Flüssen schwillt der Kamm, sie bekommen den Mississippi- Größenwahn. Sie Männer kaufen der Blumenfrau eine Nelke ab und stecken sie verwegen ins Knopfloch. Die jungen Mädchen, die aus den Geschäften kommen, schlenkern die Einkaufstaschen und die Aktenmappen nachdenklich hin und her. Die Bäckerburschen, die uns morgens an den dämmernden Ecken erschrecken, tirilieren wie muntere Vögel, und frech, wie man in so milden Tagen wird, schaut man nachdenklich auf die kahlen, schwarzstarrenden Büsche. Ja, aber es wird uns allen nichts helfen, der Winter wird uns schon noch einmal auf die Füße treten. Das Gastspiel, das er gegeben hat, war heftig und gründlich, wenn auch nur kurz. Die Flüsse können ein knisterndes Lied davon erzählen und die Schiffleute erst recht. Eins aber wird nun nicht mehr schlimmer, eines wird immer besser: das Licht, das täglich früher trahlende, täglich später verlöschende Licht. Zwi- chen fünf und sechs Uhr spüren wir das am schönten. Dann geht durch alle Gassen, ein unnennbarer Hauch von neuem Leben. Jedes Wunder wird möglich im wachsenden Licht. r. k. Dornotizen. Tageskalender für Donnerskag: „Kraft durch Freude": CafL Leib, 20.15 Uhr, „Die rote Armee ber UdSSR." — Stadttheater: 20 bis 22 Uhr, 3. Orchesterkonzert. — Gloria-Palast (Seltersweg): „Monika". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Die Kameliendame". — Oberhessischer ^eschichtsverein: 2030 Uhr im Forstinstitut (Brau- gasse 7): „Vom Urwald zum Kulturwald". Drittes Orchesterkonzert im Stadttheater. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute abend findet das Dritte Orchesterkonzert des großen städtischen Orchesters in Verbindung mit dem Konzertoerein statt. Die Leitung hat Kapellmeister Paul Walter, als Solist wurde der Geiger Helmut Z e r n i ck aus Berlin verpflichtet. Helmut Zernick, der mit dem Musikpreis der Stadt Berlin ausgezeichnet wurde, ist einer unserer zukunftsreichsten Musiker. Das Programm sieht vor: Haydn, Symphonie in c-moll, Beethoven, Violinkonzert, R. Strauß, Don Juan, Ravel, Bolero. Das Konzert findet gleichzeitig als Z. Platzmiete-Konzert des Konzertvereins statt. Platzmieter des Stadttheaters auf allen Plätzen 10 v. H. Ermäßigung. Anfang 20 Uhr, Ende 22 Uhr. Außer Miete! Goethe-Bund und kaufmännischer Verein. „Deutsche Kunst als Erlebnis" lautet, wie man uns mitteilt, das Thema des nächsten, am Montag, 24. Januar, in der Neuen Aula stattfindenden Lichtbildervortrages, zu dem der Goethe-Bund und Kaufmännische Verein in Verbindung mit der Volksbildungsstätte der NSG. „Kraft durch Freude" den Kunsthistoriker Wilhelm Müseler gewonnen hat. Müselers Ausführungen lassen die Meisterwerke deutscher Kunst erleben, führen $u- Kunstverständnis und zum Kunstgenuß, unterhalten und bilden. öffentlicht war. In Wilsons 14 Punkten stand dann das Gegenteil von dem drin, was bereits durch- geführt war, daß die rechtlichen Ansprüche auf den Lebensraum jedes Volkes berücksichtigt werden sollten. Diese Machenschaften beweisen sehr eindeutig die Absicht unserer Kriegsgegner, Deutschland als Kolonialmacht auszuschalten und das deutsche Volk zu vernichten. Darum ist es notwendig, daß das ganze deutsche Volk einig in der Kolonialfrage auftritt. Denn es kommt nur auf die Stellung an, die wir zu der Kolonialfrage einnehmen. Da wir einen rechtlichen Anspruch besitzen, fordern wir unsere Kolonien, denn ihr Raub ist das größte Verbrechen, das je an einem Volke begangen worden ist. Die ziffernmäßige Bewertung der uns geraubten Kolonien ist ein schlagender Beweis dafür, daß unsere Kriegsgegner nicht nur das deutsche Volk mit diesem Raub treffen wollten, sondern daß es ihnen auch um die ertragreich gestalteten und wertvollen Lande, also um materielle Werte, ging. Der Führer hat die Einigung unseres Volkes geschaffen. Nun liegt es am Volke, überall und immer wieder die Forderung nach unseren Kolonien zu erheben. Wenn sich darum das ganze Volk in dieser Frage geschlossen hinter den Führer stellt, dann wird es ihm erleichtert, seine Entschlüsse zu fassen. Die Beseitigung der Kolonialschuldlüge ist auch ein Schritt vorwärts auf dem Wege zur Freiheit unseres Volkes und zur Wiederherstellung seiner Ehre. Nach den mit großem Beifall aufgenommenen Ausführungen machte Propagandawart B l i n z i g noch auf die am nächsten Montag stattfindende Monatsoersammlung der Ortsgruppe aufmerksam, I bei der Gauschulungsleiter Ruder sprechen wird. Vorsicht bei der Entrümpelung der Dachböden! Ofenplatte aus dem 14. Jahrhundert — weggeworfen! Unsere Kolonialsorderung ist Sache des Volkes Kreisschulrat Nebeling spricht in der Ortsgruppe Gießen-Süd. In einem Schulungsabend der Ortsgruppe Gie- । ßen-Süd im Studentenheim am gestrigen Mittwoch- i abend, der von Propagandaleiter Blinzig ein- । geleitet und beschlossen wurde, sprach Kreisschulrat Nebeling über die deutsche Kolonialforderung. Seinen fast zweistündigen Ausführungen schickte : er den Grundgedanken voraus, daß große Politik , ein Volk nur dann machen kann, wenn es innerlich geeint ist und eine starke Führung hat. Diese Wahr- 1 6eit läßt sich durch unsere Kolonialgeschichte beweisen. Als letztes Volk bekamen wir Kolonien, und als erstes haben wir sie wieder verloren. Während andere Völker, die in sich einig waren, längst Kolonien besaßen, kam Deutschland wegen seiner Kleinstaaterei nicht zur Erwerbung von Kolonien, obwohl der Große Kurfürst, der seiner Feit weit vor- ausgeeilt war, schon Kolonialpolitik getrieben hatte und auch im deutschen Volke der Wunsch nach Kolonien lebendig war. Spanien, Portugal, Holland und dann Frankreich und England hatten die Welt unter sich schon aufgeteilt, als wir darangingen, kleine Landstriche, die die anderen Völker nicht für wertvoll hielten, zu erwerben. Und doch gelang es uns in kurzer Zeit aus den durch Forscher und- Kaufleute, nicht einmal durch den Staat erworbenen Gebieten wertvolles Land zu schaffen, das, wie Togo, bereits Erträge abwarf oder, wie Deutsch-Ost, kurz davor stand, das investierte Kapital zu rentieren. Dann kam der Weltkrieg. An dem eingehend geschilderten Heldenkampf ber beutschen Truppe unter Lettow-Vorbeck wies ber Vortragende den Vorwurf ber in ber Kolonialschuldfrage immer roieber betonten beutschen Unfähigkeit zur Kolonisation nachbrücklich zurück. An einigen Beispielen zeigte er, wie die deutschen Kolonien schon unter ben Feinbmächten aufgeteilt I waren, bevor überhaupt die Kolonialschulblüge ver- * eingehenber Prüfung als unbrauchbar erkannt ist, könnt ihr im Sinne bes Vierjahresplanes verwerten. W. S. Archivgut und Entrümpelungen. EPNH. In ber letzten Zeit sind mehrfach Fälle bekannt geworden, in denen bei Entrümpelungen und Altpapiersammlungen wertvolles kirchliches Archivgut aufgefunden worden ist. Die Landeskirchenkanzlei hat die Pfarrämter und Kirchenvor- tände darauf hingewiesen, daß sie bei Entrümpelungsaktionen und Altpapiersammlungen auf kirchliches Archivgut besonders achtgeben. Ohne vorherige Genehmigung der Landeskirchenkanzlei dürfen derartige Akten nicht aus der Hand gegeben oder vernichtet werden. NSDAP., Ortsgruppe Gießen-Eüd. Die Monatsversammlung der Ortsgruppe Gießen- Süd findet am Montag, 24. Januar, pünktlich 20.30 Uhr, im Studentenheim. Leihgesterner Weg 16, statt. Es spricht der Gauschulungsleiter Pg. Ruder. Es sind alle deutschen Männer und Frauen der Ortsgruppe Gießen-Süd eingeladen. Die Teilnahme der Parteigenossen und Parteianwärter ist Pflicht. Nass faltuwnivea , Schon abends die Haut gut vorbereiten. Gesicht u. Hände mit Nivea-Creme pflegen, das macht die Haut widerstandsfähig gegen Wind und Wetter. BDM- u. ZM.-llntergau 116, Gießen/ Achtung Mädel und Iungmädel! Am Donnerstag und Freitag spricht zu uns die Reichsreferentin des BDM., Jutta Rüdiger; am Donnerstag, 20. 1., im Reichssender Stuttgart von 18.15 bis 18.30 Uhr; am Freitag, 21. 1„ im Reichssender Köln von 22.55 bis 21.10 Uhr, Alle Mädel und Iungmädel hören die Sendung im Gemeinschaftsempfang. ZdR. Die Entrümpelung ber Dachböden in den Dörfern soll demnächst in großem Rahmen durchgeführt werden. Luftschutz und Dierjahresplan fordern diese Notwendigkeit. Sicher dürfte dabei aus dem Dunkel ber Dachböben mancher Bauernhäuser eine Unmenge Gerümpel zu Tage geförbert werben.Mancher wird staunen, was sich da im Laufe vieler Generationen angesammelt und verborgen hat. Ehe man aber alle diese Sachen der Sammel- stelle gibt, sehe man noch einmal alles sorgfältig durch Denn es ist leicht möglich, daß sich Schätze darunter befinden, die unbedingt dem Dorf, ber Sippe ober bem Hof erhalten bleiben müssen. Hiermit meinen wir vor allem alle alten Urkunden, Rechnungen, Rechnungsbücher, Register, sonstige Papiere und Schriftstücke über das Dorf, den Hof ober die Flur. Die unscheinbarsten und unwichtigsten Funde müssen genau untersucht werden. Alte, vergilbte Papiere mit anscheinend nicht mehr lesbarer Schrift soll man sorgfältig sammeln und aufheben. Dasselbe gilt für alle Briefe, Tagebücher, Bilder und sonstige Schriften, die ben Hof, bie Familie ober die Sippe angehen.r Wertvolle Funde sind weiter auch alter Hausrat aus früheren Zeiten, z. B. Truhen, alte Schränke, Metalltöpfe und Gefäße, Spinnräder, Trachtenstücke und Webarbeiten, Hausbücher, Hauskalender, alte Gerätschaften und alte Holzpflüge und was es sonst in dieser Art noch gibt. Manches alte Möbelstück wird vielleicht mit seinem Schnitzwerk und seinen Verzierungen, entstaubt und mit etwas Del abgerieben, wieder zu einem Schmuckstück des Hauses. Die alten Papiere, Schriftstücke und Akten erzählen vielleicht von den längst vergessenen Ahnen, die einst den Hof bewohnten. Vor einiger Zeit wurde in einem Ort eine Schmiede entrümpelt, die bereits viele Generationen im Besitz einer Familie war. Sechs große Wagen voll alten Eisens wurden abgefahren. Einige Tage später hatte es sich herumgesprochen, daß zwischen dem Alteisen eine Ofenplatte aus dem 14. Jahrhundert und eine ganze Anzahl kunstvoller handgeschmiedeter, alter Schlösser gewesen seien. Trotzdem sofort alle in Frage kommenden Stellen benachrichtigt wurden, konnte nicht ein Stück wieder herbeigeschafft werden. Ein derartiges Verfahren ist natürlich böllig unsinnig. Unter allen Umständen ist es notwendig, sofern das Verständnis und der Sinn für solches alte Familien- ober Volksgut weniger vorhanden ist, einen Fachmann zu befragen, bevor die Stücke endgültig fortgegeben werden. Jedes Heimatmuseum wird auf derartige Anfragen gerne Auskunft und Rat erteilen. In allen Schulen muß auf ben Wert solchen alten Hausrates für Familien-, Hof-, Dorf- und Volkstumsforschung hingewiesen werden. Der beste Weg, um Verständnis im ganzen Dorf zu wecken, ist eine kleine Ausstellung in einem leeren Schulraum, die von den Kindern durch mitgebrachte Sachen zu einem kleinen Dorfmuseum ausgestaltet wird. Bauern und Landwirte! Die Entrümpelung soll mit dazu führen, daß altes Sippengut wieder ans Tageslicht und zu Ehren kommt. Erst was nach Belt.: TÖerbeoeranffaltung des Deutschen Reichsbundes für Leibeserziehung am Freitag. 28. 1. Die Mädel und Jungmädel der Gießener Gruppen nehmen an der Nachmittags- und Abendveranstaltung bes Reichsbunbes teil. Alle Iungmädel gehen in die Nachmittagsveranstaltung. Karten sind bei der Gruppenführerin zu haben. Bett.: Ordonnanz. Heute, Donnerstag, schicken die vier Gießener Jungmädelgruppen je ein Mädel zur Ordonnanz! In Zukunft kommen die Mädel ein um den anbereit Tag. Betr.: Untersuchungen der Iungmädel. Die Vertretung der Jungmädeluntergguärzfin hat für 3 Wochen Jgn. Dr. Friebel Kr'euter. Dis nächste Untersuchung in der Kinderklinik findet aht 26 1., mittags von 14 Uhr an. statt. Die JM- Gruppe 19/116 Wieseck schickt 10 bis 12 Iungmädel Oie Sanitätsoffizier Laufbahn. Meldetermin beachten. DNB. Die Meldefrist für Schüler, die 1939 dis Reifeprüfung bestehen und die Sanitätsoffiziers- Laufbahn im Heer ergreifen wollen, läuft .nur b i s 3 1. März 1938. Meldung beim Korpsarzt des örtlich zuständigen Generalkommandos, von dem auch, ebenso wie von der Militärärztlichen Akademie, Berlin NW 40, Scharnhorststraße 35, oder von den Wehrersatzdienststellen ein Merkblatt bezogen werden kann. Erschöpfende Auskunft gibt Der Dichter der Abderiten. In Wielands 125.Todestage am Lv.Januar. Blättert man in dem vielbändigen Werk, bas Christoph Martin Wielanb in einem langen Leben geschaffen hat, so spürt man immer roieber bie Enttäuschung über ben weiten Abstand, der uns von ihm trennt Das kann nicht nur an dem absoluten Zeitraum liegen. Als er 1813 in Weimar starb, war Lessings, Schillers, Kleists Werk und Leben lange abgeschlossen; war Goethe, der bem Freund die Denkrede hielt, vierundsechzig Jahre alt. Die Trennung ist nicht zeitlich, sie ist psychologisch bedingt. Wielands — und der ganzen Aufklärung — Betonung des Vernunftmäßigen im Seelischen läßt uns feine Gestalten zu blassen Schemen werden. Es geht nicht jener verbindende Gefühlsstrom von ihnen aus, der so notwendig ist, daß Tolstoj seinen Bauern Kunst einfach als Ansteckung erklären konnte. Man empfindet beim Lesen eigentlich nur die ästhetische Freude an der Eleganz und tänzerischen Anmut der Sprache. Es ist dieses Formgefühl, um dessen Willen man Wieland als Nachahmer der Franzosen bezeichnet hat. So nannte ihn Hebbel einen der Hellas-Gläubigen, welche meinten nach Athen zu schauen, während sie ihre Gebete nach Paris richteten. Schiller, Wielands schwäbischer Landsmann, der ihm polemisch manchen „Streifschuß" versetzt hat, war vorurteilslos genug, feine Deutfchheit anzuerkennen, die bei aller „französischen Appretur" sein Wesen ausmachte. Wenn wir heute Wielands gedenken, bann geschieht es also nicht wegen seiner Wirkung auf unsere Zeit, sonbern wegen ber Bedeutung, die er einst für die Entwicklung ber beutschen Literatur gehabt hat. Er war nach Klopstock ber erste, ber uns zeigte, welch klangreiches Instrument bie beut- sche Sprache ist. Nur baß Wielanb bald den Klop- stockschen Psalter mit der Pansflöte vertauschte. Seine Schulzeit hatte der Predigersohn in Klosterbergen bei Magdeburg verbracht, und mit seinen ersten Dichtungen reihte er sich in die Schar der Jünger um den Thron des Mssssias-Sängers. Aber Bodmer, der Schützer frommer junger Dichter, mußte mit Abscheu erkennen, daß es ein Engel mit Meinen Fehlern war, den er als Hauslehrer nach Zürich berufen hatte. Ein feinsinniger Kritiker wie Lessina hatte das früh erkannt, und der Berliner Nicolai schrieb: Wielands Muse, die als Betschwe- ter maskiert sei, werde sich noch als junge Mode- chönheit enthüllen. Sie enthüllte sich derart, daß ie in den meisten der mythologischen Verserzäh- lungen, die Wieland schrieb, nachdem er die ätherischen Sphären verlassen hatte, nur mit ihrer Unschuld bekleidet auftrat, die etwa von ber gleichen Beschaffenheit ist wie des Kaisers neue Kleider in Andersens Märchen. Von dem Pasiierschein, den Goethe dem Genie ausstellte, die Grenze des Schicklichen überschreiten zu dürfen, hat Wieland hier in weitgehendem Maße Gebrauch gemacht. So kam er, inzwischen Kanzleidirektor in Biberach gewor- * AWWWM Ü Portrat Wielands nach einer Zeichnung von Joh. Friedrich L o r tz i n g aus dem Jahre 1805. — (Scherl-Bilderdienst-M.) den, der ein ehrbares Leben führte — „still ein Kreis der Mäßigungen" — und stolz darauf war, mit feinen vierzehn Söhnen und Töchtern der kinderreichste Dichter Deutschlands zu sein, bei seinen früheren Freunden in Verruf, und die etwas überschwenglichen Jünglinge des Göttinger Hainbundes machten aus feinen lasziven Versen Fidibusse für ihre Tabakspfeifen. Um so merkwürdiger erscheint es uns, daß bie verwitwete Herzogin-Regentin von Weimar Wieland, der nun wegen feiner Verfeerzählungen „M u- farion ober bie Philosophie ber Grazien" als Professor nach Erfurt berufen worden war, als Erzieher für ihre beiden Söhne' Konstantin und Karl August ausersehen hatte. Wieland verdankte das seinem Staatsroman „Der Goldene Spie- g e l". Mit den darin niedergelegten politischen Anschauungen hatte er sich eigentlich einen Wirkungskreis in Wien schaffen wollen und ging ohne große Begeisterung in die thüringische Residenz, der erste der Klassiker des Weimarer Musenhofes. Hier gab er feine Monatsschrift „ Der Teutsche Mer - kur" heraus, die die damals außergewöhnlich hohe Auflage von etwa 3000 Stück erreichte, und deren Verdienst es gewesen ist, die Teilnahme des Bürgertums an dem wiederaufblühenden deutschen Geistesleben zu erwecken. Es entstand feine lieber» fetjung von zweiundzwanzig Shakespeare-Dramen, die trotz ihrer Mängeln bahnbrechend für das gesamte Drama des Sturm und Drang geworden sind. Er ist der Herold des jungen Goethe und vieler anderer gewesen. Er hat dem deutschen Roman wieder Handlung und Gehalt gegeben, nachdem er zu dickleibigen, enzyklopädischen Wälzern oder bloßer Nachahmung der sentimentalen englischen Scharteken eines Richardson geworden war. Goethes „Wilhelm Meister" ist nicht zu denken ohne Wielands Erziehungsromane „Peregrinus Proteus" oder feinen „Agatha n", den Lessing als „eine der unstreitig vortrefflichsten Werke des 18. Jahrhunderts" bezeichnet hat. Auf Wielands, des immer gütigen und hilfsbereiten, Landsitz an der Ilm hat Heinrich von Kleist am „Guiskard" geschrieben. Und es war eine eklatante Anerkennung für den deutschen Geist, daß nach der hochfahrenden Behandlung der Fürsten auf dem Erfurter Kongreß, Napoleon vor der Corona von Weimar anderthalb Stunden mit dem alten Wieland, der im Samtkäppchen vor ihm stand, über deutsche Literatur sprach. War Wielands Wirken so von unschätzbarer Bedeutung für die Entwicklung deutschen Geisteslebens, was gilt heute noch von seinen Werken? Ein einziges vielleicht. Denn fein „Oberon" ist wohl nur duräMW e b e r s romantische Oper in Erinnerung geblieben. Unvergessen aber ist seine „Geschichte der Abderiten". Nirgends ist mit feinerer Satire das Kleinstädtertum gezeichnet worden: enge Seelen, harte Köpfe, kalte Herzen „Wieland lehnt sich auf gegen alles, was wir unter dem Wort Philisterei. zu begreifen gewohnt find, gegen stockende Pedanterie, kleinstädtisches Wesen, beschränkte Kritik, falsche Sprödigkeit, satte Behaglichkeit, anmaß- liche Würde und wie die Ungeister nur alle zu bezeichnen sein mögen." Der erbitterte Streit um des Esels Schatten bildet den Höhepunkt des köstlichen Werkes. Hier, im Streite gegen Dummheit und Schwäche, gegen das Abdera, das immer und überall blüht, nicht in Thrakien oder in Schwaben, ist Wieland lebendig wie je. Wenn wir feine Nadinen, Dianen und Zeniden längst vergessen haben: dem feinsinnigen, klugen Chronisten von Abdera gilt unser dankbares Gedenken. Walter Schwerdtfeger. Was alles gegessen wird. Die Fleischsorten und ©emüfearten, die in deö gemäßigten Zone die Nahrung des Menschen bilden, - umfassen nur einen geringen Bruchteil all dessen, was sich in der Welt an Lebensrnitteln findet. Erst mit zunehmendem Wohlstand hat der Mensch gelernt, wählerisch zu werden. Eine unüberwindliche Abneigung in uns wehrt sich z. B. gegen Schlangen fleisch, obwohl es in vielen Gegenden gegessen wird und als sehr wohlschmeckend gilt. Sudameri- kanische Indianer essen auch Affen, doch sind diese zäh und hart, und ebenso seltsam erscheint uns die Vorliebe östlicher Küstenbewohner für große Fledermäuse. Welch einen Leckerbissen Walfischfleisch bedeutet, hat schon mancher Forscher in den Polargegenden erfahren; es wird dem besten Rindfleisch gleichgesetzt, ja als noch zarter bezeichne^ Fast alle Vogelarten dienen der menschlichen (Er* nährung, ausgenommen solche, deren Fleisch ekel* erregend ist wie das des Geiers, oder zu bittet wie bei manchen Abarten des Haselhuhns. Als eilt besonderer Leckerbissen werden auch einige größere Arten von Eidechsen, besonders Leguane,' angesehen, und wahrend sich die Neger Nordafrikas aii Krokodilen delektieren, schätzen ihre südlicheren Brü* der besonders die Schwänze von Alligatoren Ein beliebter Bestandteil des Menus sind in Westindien! Fischaugen, in Nordost-Asien gekochte Augen bed Lachses, die großen Blaubeeren gleichen. Unter beit Seewürmern ist einer ber Palolo, ber einen wichtigen Bestanbteil ber Nahrung ber Polynesier aus* macht. Groß ist auch bie Nachfrage nach bem Dfto- pus unb Tintenfisch in vielen Teilen ber Welt, jct sie haben einen ganzen Jnbustriezweig in ben japanischen Gewässern hervorgerufen. Die amerikanischen Jnbianer erquickten sich an einem Gericht, bas aus einer gekochten Heuschreckenart, ber Siebzehnjahr-Heuschrecke, einer Zikabe, bestaub, bie aber von weißen Ansieblern niemals gegessen würbe. Bei ben Arabern finb bie Heuschrecken ein willkommenes Nahrungsmittel. Hochschulnachrichten. Der nb. ao. Professor Dr. Wilhelm Käst ist zum Orbinarius für Experimentalphysik an ber Universität H a 11 e ernannt worben. Der Dozent Lic. Dr. Heinz Erich Eisenhuth würbe zum ordentlichen Professor für systematische Theologie an der Universität Jena ernannt. die vom akademischen Auskunftsamt an der Universität Berlin. Berlin NW 7, Bauhofstraße 7, herausgegeben und gegen Einsendung von 0,30 RM. zuzuglich Porto zu oeziehenoe Schrift: „Der Arzt". Oie Soz alversicherung der Werkstudenten. ' NSG. Das Reichsversicherungsamt hat in einem Bescheid zur Frage der Sozialversicherungspflicht von Werkstudenten Stellung genommen. Danach ist eine Beschäftigung, die ein bei der Universität eingeschriebener Student gegen Entgelt ausübt, auch dann versicherungsftei im Sinne der Reichsoersicherungsordnung und demgemäß arbeitslosenoersicherungsfrei, wenn sie außerhalb des Bereichs des Studiumsfaches liegt und lediglich dazu dient, dem Werkstudenten die Mittel für die Durchführung des Studiums und für den Unterhalt zu verschaffen. Ist den Umständen des Einzelfalles nach anzunehmen, daß eine Bersicherungspflicht zur Krankenversicherung nicht Vorgelegen hat, so ist daher die Krankenkasse, bei der der Wertstudent gemeldet war, nur dann leistungspflichtig, wenn diese drei Monate ununterbrochen und unbeanstandet die Beiträge angenommen hat. Unabhängig von der Krantenver- sicherungspflicht ist jedoch die Entschädigungspflicht des Trägers der Unfallversicherungspflicht zu beurteilen; sie ist im allgemeinen schon dann gegeben, wenn die verunglückte Person einen Arbeitsposten in einem solchen Betrieb versehen hat. Oie Tätigkeit von Inkasso-Instituten. NSG. Es besteht Veranlassung, die rechtsuchende Bevölkerung darauf hinzuweisen, daß den Inkasso- Instituten Vereinbarungen mit Kunden, nach welchen diese Pauschaloergütungen — insbesondere Jahres-Abonnements- oder Mitgljedsbeiträge, Unlostenpauschalen oder dergleichen — zu entrichten haben, untersagt sind. Die Inkasso-Institute sind im übrigen nur zur außergerichtlichen Forderungseinziehung (Inkasso) berechtigt. Die gerichtliche Geltendmachung von Forderungen im Auftrage Dritter (gerichtliches Mahnverfahren, Erwirkung von Pfändungs- und Ueberweisungsbeschlüssen usw.) ist den Rechtsanwälten und Rechtsbeiständen Vorbehalten. Schokolade wird billiger. ZdR. Als Folge einer hausseartigen Preissteigerung, die am Weltmarkt bis zum Sommer 1937 zu verzeichnen war, hatte sich im Vorjahr die Notwendigkeit ergeben, eine Preiserhöhung für Kakaopulver, Tafelschokoladen und andere Kakaoerzeugnisse zuzulassen. Nachdem inzwischen eine Abschwächung der Weltmarktpreise eingetreten ist, können grundsätzlich die Preise wieder gesenkt werden. Mit Rücksicht darauf, daß Groß- und Kleinhandel noch über Bestände verfügen, die zu teueren Prei- sen eingekauft wurden, ist die Preisherabsetzung im Kleinverkauf bis auf den 21. Januar hmaus- gefchoben. Von diesem Tage ab tritt eine erhebliche Verbilligung ein, in deren Rahmen die Ladenoerkaufspreise ' für Tafelschokoladen bis um 5 Pf. je Tafel gesenkt werden. Die neuen Preise entsprechen damit etwa denjenigen Preisen, die im Oktober 1936, d.h. vor der letzten Preiserhöhung, galten. 40 Spenglermeister lernen Iinkschweihen. Im Einvernehmen mit . der Kreishandwerker- schaft und mit der Gewerbeförderungsstelle fand gestern, durchgesührt von einer Frankfurter Firma, in Gießen in einem großen Raume der „Liebigs- höhe" ein Kursus statt, der etwa 40 .Spenglermeistern aus dem Stadt- und dem Kreisgebiet die Kenntnis des Zinkschweißens nach dem Messerschen Verfahren vermittelte. Dieses Verfahren unterscheidet sich von den bisherigen Lötverfahren dadurch, daß jetzt keine Notwendigkeit mchr besteht, unbedingt Zinn als Lötmaterial zu verwenden, sondern Zink verwanvt werden kann, das in genügen- Lrzeugungsschlacht auch im Obstbau. ZdR. Wenn bei der Paroleausgabe zum diesjährigen Abschnitt der Erzeugungsschlacht der Obst- bau nicht besonders erwähnt wurde, so bedeutet das keineswegs, daß auf diesem Gebiete nichts mehr zu tun wäre. Im Gegenteil, jeder weiß, daß auch heute noch ausländisches Obst eingeführt werden muß und der Obstverbrauch von Jahr zu Jahr teigt. Um den Bedarf im Inlands zu decken, kommt es darauf an, auch im Obstbau alle Maßnahmen zur Anwendung zu bringen, die eine Vermehrung und vor allem eine Verbesserung der Obsternte zur Folge haben. Dies gilt natürlich nicht nur für den Erwerbsund landwirtschaftlichen, sondern auch für den klem- gärtnerischen Obstbau, gleichgültig, in welcher Form er betrieben wird. Bei der letzten Zählung wurden m Deutschland etwa 175 Millionen Obstbäume festgestellt, von denen über 9 Millionen als „abgängig" bezeichnet wurden. Das heißt, über 9 Millionen Obstbaume lassen auf Grund ihres Alters oder ihres Gesundheitszustandes keine bemerkenswerten Erträge mehr erwarten. Werden diese durch junge, ertragfähige Stämme ersetzt, so ist in Zukunft schon ein wesentlicher Mehrertrag gesichert. Dieser kann weiter durch die Bekämpfung der verschiedensten Schädlinge erhöht werden. Ebenso wichtig wie die Vermehrung der Obstmenge ist auch die Verbesserung der Qualität. Jeder weiß, daß noch bis vor kurzem das ausländische Obst nicht wegen des besseren Geschmacks, ondern wegen des besseren Aussehens bevorzugt wurde. Wenn sich heute schon manches in dieser Einsicht geändert hat, so genügen diese Verbesserungen doch noch nicht. Um schneller voranzukommen, hat der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft am 29.10.1937 eine Verordnung zur Schädlingsbekämpfung im Obstbau erlassen, zu der jetzt die Richtlinien herausgekommen sind. Danach müssen die abgestorbenen und im Absterben begriffenen Obstbäume und -sträucher bis zum 1. 3. jedes Jahres entfernt werden, ebenso solche, die von Krankheiten und Schädlingen so stark befallen sind, daß Bekämpfungsmaßnahmen nicht mehr zweckmäßig erscheinen. Großer Wert wird ferner auf das AuÄichten gelegt, wobei besonders die mit Krebs, Misteln, Blutläusen und Meltau besetzten Zweige zu beseitigen sind. Um den Schädlingen die Schlupfwinkel zu nehmen, wird die Säuberung der Stämme und Aeste von Moosen. Flechten und Borke gefordert. Die Zweige sind von eingetrockneten Früchten, Raupennestern und Eigelegen usw. zu befreien. Um die Schädlingsbekämpfung völlig durchführen zu können, müssen unter Umstanden sogar erwachsene Bäume, und zwar solche nut übermäßig hohen Baumkronen, beseitigt werden, falls infolge der ui großen Höhe eine Bekampsungs- maßnahme nicht mchr möglich ist. Diese Verordnung lriffl also einschneidende Bestimmungen für den gesamten Obstbau, die für den einzelnen um so wichtiger sind, als sie unbedingt durchgeführt werden müssen. Geschieht dies nicht, so können die Ortspolizeibehörden und Pflanzenschutzämter die Bekämpfungsmaßnahmen auf Kosten der Verpflichteten selbst vornehmen oder vornehmen lassen. Zweifellos wird es dazu nur in den wenigsten Fällen kommen. Jeder Obstbauer hat ja das größte Interesse daran, möglichst hohe Ernten zu erzielen. Diese können aber nur bei Befolgung der angeführten Richtlinien erreicht werden. K.S. nung ausdrücklich festgelegt, daß der Winker ke n Freibrief ist. Wer seine Richtung andern will, muß dies zwar rechtzeitig und deutlich anzeigen, darf oben trotzdem nicht die gebotene Sorgfalt außer Acht lassen. f „Na, komm, rauchen wir zusammen eine Friedenspfeife!" Die Zigaretten flammten auf, die Erregung legte sich. Sie haben recht", antwortete der Fahrer, „man wird mit der Zeit gleichgültig Aber ich werde mir diese Warnung hinter die Ohren schreiben. Bon heute ab wird scharf ausgepaßt, auch beim Embie- gen und Losfahren!" * * Rasrent. ** 40jähriges Eis e n b a h n er j u b i l ä u m. Der Lokomotivführer Friedrich Marti n, Gießen, Glaubrechtstraße 12, kann am morgigen 21. Januar auf eine 40jährige Dienstzeit bei der Reichsbahn zurückblicken. Der Jubilar trat 1898 in Betzdorf in den Dienst der Reichsbahn und ist schon seit 1901 bei der Betriebswerkstätte in Gießen. Durch seine starke Verbundenheit mit allen Arbeitskameraden und durch seine ausgezeichneten Charaktereigenschaft ten ist der Jubilar bei allen Beamten und Arbeitern der Reichsbahn geachtet und geschätzt. ** Wegen Kuppelei verhaftet. Wie die Kriminalpolizei mrtteilt, wurde am Dienstag ein 36 Jahre alter verheirateter Mann unter dem dringenden Verdacht der schweren Kuppelei festgenommen. Der Verhaftete ist geständig, die Kuppelei aus Eigennutz betrieben zu haben. Er tpuroe am gestrigen Mittwoch dem Amtsgericht Gießen zugefuhrt und in Untersuchungshaft genommen. ** Unterschlagung eines Hotel - karrens. Gelegentlich der Versteigerung von Hotelmobiliar entlieh sich ein Unbekannter einen zweirädrigen Hotelkarren. Das Fahrzeug würbe bisher nicht zurückgebracht. Es liegt also Unterschlagung vor. Sachdienliche Mitteilungen erbittet die Kriminalpolizei. Große Strafkammer Gießen. der Menge in Deutschland vorhanden ist, während Zinn als ein aus dem Ausland eingeführtes Metall die Ausgabe von Devisen erfordert. Das neue Zink- schweißverfahren ermöglicht also eine Devisen- erfparnis. Die Handwerksmeister, die im Laufe des gestrigen Tages in zwei Kursen zu je 20 Mann mit der Technik des neuen Verfahrens vertraut gemacht wurden, hörten zunächst in kurzen Darlegungen von Ingenieur Wißbrock die Theorie des Verfahrens, dann konnte man zu den Vorführungen übergehen, die den Kursusteilnehmern bewiesen, daß die Anwendung des Verfahrens praktisch ohne weiteres möglich ist. Die Handwerksmeister bekamen im Verlauf des Kursus ausreichend Gelegenheit, sich selbst praktisch mit dem Befahren vertraut zu machen. Wenn natürlich auch nicht gleich fehlerlose Nähte gelangen, so ist doch damit zu rechnen, daß bei einiger Hebung unsere heimischen Spengler- meister auch dieses neue, volkswirtschaftlich recht bedeutsame Verfahren bald beherrschen werden. (Siebener 2Dod)enmarftpreiie * Gießen, 20. Jan. Auf dem heutigen Wochen- morkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier, ausländische 11, junge Hähne, y kg 1,10 bis 1,30 Mark, Suppenhühner —,90 bis 1 Mark, Wirsing, grün 10 bis 12 Pf., Weißkraut 7 bis 8, Rotkraut 10 bis 12, Gelberüben und Karotten 10 bis 12, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 20 bis 25, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 15, Rosenkohl 30 bis 35, Feldsalat, Vio 9 bis 10, Tomaten, kg 45, Zwiebeln 9 bis 10, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 35, Kürbis 6, Kartoffeln 5, 5 kg 42 Pf., 50 kg 3 — bis 3,60 Mark, Aepfel, Vi kg 10 bis 20 Pf., Birnen 8 bis 15, Blumenkohl, Stück 45 bis 50, Endivien 10 bis 25, Lauch 5 bis 8, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 40 Pf. __________________ Oer Wiyker ist fein Freibrief. Es läßt sich nicht leugnen, daß II 999 999 ein ganz herrlicher Wagen ist. Riesengroß, letztes Modell, blitzend vor Gepflegtheit. Und sein Lenker fühlt sich als König der Straße, denn er läßt sein Fahrzeug mit einer Wucht aus der Reihe der Parkenden hervorbrechen, als habe niemand außer ihm auf der Fahrbahn etwas zu suchen. Im gleichen Augenblick kracht es auch schon. Ein Radfahrer ist von ihm zu Boden geschleudert worden. Es sieht gefährlich aus, scheint aber doch nicht ganz so schlimm zu sein. Benommen, doch einigermaßen unbeschädigt rappelt er sich wieder hoch. Wie ein Wilder stürzt sich der Fahrer auf den Gefallenen. „Dämlicher Bengel, kannst du deine Augen nicht aufsperren? Mach bloß, daß du weiterkommst, ehe die Polizei da ist!" Das blutjunge Bürschchen wagt nicht, etwas zu erwidern. Fassungslos sieht es auf die Trümmer seines Rades. Da wird nicht mehr viel zu machen sein. Ich finde es an der Zeit, einzugreifen. „Wissen Sie, Sie sollten sich schämen. Schuld ist nicht der Radfahrer, sondern Sie ganz allein!" Jetzt wendet sich der rücksichtslose Fahrer mit erhobenen Fäusten gegen mich: „Sie ... was wollen Sie denn ... können Sie vielleicht bestreiten, daß ich den Winker draußen gehabt habe?" „Nein, aber Sie sind losgefahren, ohne sich umzusehen, und das ist noch viel schlimmer!" Um weitere Erörterungen abzuschneiden, drehe ich mich um und helfe dem jungen Mann, die Nummer des Wagens und meine Anschrift für den Fall einer Verhandlung aufzuschreiben. Brummend kommt der Fahrer hinterher: „Mach keinen Quatsch. Laß deine Karre in Ordnung bringen und schick uns die Rechnung!" „Siehst du, Kamerad", sage ich, „so gefällst du mir schon viel besser. Wenn es dich übrigens interessiert: es ist in der neuen Straßenverkehrs-Ord- Unter der Anklage eines Notzuchtversuches, sowie der Erregung öffentlichen Aergernisses und Beleidigung in mehreren Fällen hatte sich der L. A. aus Gießen zu verantworten. Dem Angeklagten wurde zur Last gelegt, sich an jugendliche Mädchen — in einem Falle sogar unter 14 Jahren — herangemacht und sie in unsittlicher Weise belästigt zu haben. In der Hauptoerhandlung, die unter Ausschluß der Öffentlichkeit stattfand, war der Angeklagte im großen und ganzen geständig, in den Fällen, in denen er bestritt, wurde er durch die Be- weisaufnahme überführt. Mit Rücksicht darauf, daß er bisher noch nicht einschlägig vorbestraft ist, billigte ihm das Gericht mildernde Umstände xxx und erkannte auf eine Gesamtgefängnisstrafe von fünf Monaten. Rundsunkprogramm Freitag, 21. Januar. 6 Uhr: Morgenlied. — Morgenspruch. — Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Nur Freiburg: Nachrichten. 10: Schulfunk. Eisen schafft dem Volk die Wehr. Aus der Geschichte des deutschen Waffen» handwerks. 10.30: Sportprüfungen der Jugend. 10.45: Musik zur Werkpause. 11.40: Hausfrau, hör zu! 11.50: Bauernschicksal an der Wolga. 12: Mit- tagskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert (Fortsetzung). 14: Nachrichten. 14.10: Dem Opern- freund (Schallplatten). 15: Volk und Wirtschaft. Die Anstellung auf Probe. 15.15: Mutter turnt und fpielt mit dem Kind: Es klappert die Mühle ... 15.30: Heini will fernsehen. 15.40: Krach im Hinterhaus. 15.45: Aus Kunst und Kultur. 16: Unterhaltungskonzert. 18: Zeitgeschehen. 19: Nachrichten. 19.10: Singen, lachen, tanzen ... (Ein Konzert). 21: Deutschlands Platz an der Sonne (I). Eine kolonialpolitische Hörfolge. 22: Nachrichten. Äjamanten-Komödie Roman von Horst Biernath. 35. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Bitte", fuhr er fort, „nachdem Sie schon unsere Verabredung fürxben Nachmittag vergessen haben, sind Sie es mir eigentlich schuldig, sich jetzt von mir zu Tisch führen zu lassen." „Lassen Sie mich gehen!" bat sie leise. „Ich bin heute nicht in der Stimmung, um unter Menschen zu gehen." „Der Speisesaal ist leer. „Trotzdem ..." Es klang, als hätte sie „Eben deshalb!" gesagt. Sein Blick streifte ihr Gesellschaftskleid, das sie doch wahrscheinlich nicht für einen Spaziergang ums Bootsdeck angelegt hatte. In ihrer Haltung lag Abwehr und Fluchtbereitschaft ... „Sie sind nicht dieselbe — Sie sind merkwürdig verändert!" Meder schwieg sie. Ihr Blick irrte ab. Und plötzlich verstand er. „Sie sind meinetwegen geflohen! Sie sind geflohen, weil Sie mich im Speisesaal sahen ..." „Wundern Sie sich etwa darüber?" fragte sie fast schroff. „Ein wenig", antwortete er leise. Seine Bewegung, mit der er ihre Hand zu ergreifen versucht hatte, stockte. In dem hellen Lichtfleck, den die Lüster des Speisesaals durch die gläserne Seilentür auf den Gang zeichneten, erschien ein Schatten. Die Tür wurde geöffnet, und Humphrey trat hinaus, wahrscheinlich, um Martini nachzuspähen, dessen Verschwinden ihn beunruhigte. Er zog sich sofort zurück, als er ihn in Carolas Gesellschaft erblickte. „Wann war Herr Timperly bei Ihnen?" fragte Martini kurz. ,^>eute oorniittag; im Auftrag von Kapitän Zanten." „Und er hat geplaudert?" „Geplaudert —? Das klingt etwas leicht. Er hat mich über Dinge unterrichtet, die mir unbekannt waren. Und wenn ich ihm eines nicht verzeihe, dann nur das, daß er nicht früher Zeit fand, zu mir zu kommen." „Ah, ich verstehe", sagte er fast unhörbar. „Sie bedauern, freundlich zu mir gewesen zu sein?" Ihr Mund wurde schmal: „Nein — ich bedaure lediglich, daß ich Ihr Zartgefühl überschätzt habe." „Ist Ihnen nie der Gedanke gekommen. Sie könnten mich vielleicht zu schnell verurteilen?" fragte er langsam. „Wollen Sie damit sagen, Humphrey hätte mich belogen?" „Nein, durchaus nicht." „Was soll ich mit Ihrer Frage und dieser Antwort anfangen?" sagte sie fast gereizt. „Ich bin nicht in der Stimmung, Rätsel zu lösen. Wenn Sie Wert darauf legen, daß mir uns wieder unbefangen gegenüberstehen, dann sagen Sie mir jetzt ganz ein» ach und klar, daß Sie die Diamanten nicht geraubt haben, und ich will Ihnen auf Ihr Wort glauben!" „Trauen Sie mir zu, daß ich Diamanten stehle?" orschte er mit einem merkwürdigen, fast zärtlichen Ton in der Stimme, als wolle er sich für das unbeabsichtigte Eingeständnis ihres Vertrauens be« danken. * „Was ich Ihnen zutraue, ist im Augenblick gänzlich gleichgültig und nebensächlich!" antwortete sie heftig und von seinem Ausweichen peinlich betroffen. „Ich habe Ihnen eine klare Frage gestellt und um eine ebenso klare Antwort gebeten." Er sah sie fest an: „Es ist aber für mich von allergrößter Wichtigkeit, von Ihnen zu erfahren, ob Sie mir diesen Diebstahl zutrauen." „Lassen Sie das doch!" bat sie gequält. „Dor wenigen Stunden noch war ich ahnungslos und unbefangen. Jetzt bin ich unsicher. Zwischen gestern und heute steht Humphreys Bericht. Wie kann ich jetzt noch meinem Gefühl vertrauen?" „Verzeihen Sie!" bat er. „Sie haben recht: Ich hätte diese Frage nicht mehr stellen dürfen." Nach einer stummen Pause peinvoller Ungewißheit hob er den Kopf. Er sah ihre Augen starr und angstvoll an seinen Lippen hängen. „Lassen Sie mir Zeit, Carola! Ich kann jetzt nicht sprechen. Mir sind die Hände gebunden... Ach, es ist widersinnig, es ist fürchterlich — aber ich kann Ihre Frage jetzt nicht beantworten... Verurteilen Sie mich nicht voreilig! Vertrauen Sie mir! Mehr vermag ich Ihnen nicht zu sagen. Vielleicht erkläre ich Ihnen schon morgen diese ganze lächerliche und niederträchtige Geschichte..." Er brach plötzlich ab, von der Zwecklosigkeit feiner dunklen Erklärungsversuche überzeugt. Sie sah ihn ratlos an. Seine Antwort war eine lahme, hilflose Handbewegung. „Nein, natürlich, wie sollten Burg-Gemünden, 19.Jan. Die Erd- arbeiten am Einschnitt der Reichsautobahn oberhalb unseres Dorfes, unter der Bleidenröder Straße hindurch, gehen ihrer Vollendung ent- gegen. Gewaltige Erdmassen mußten durch Spren- gungen gelöst und abtransportiert werben. Die Fahrbahn kommt hier etwa 8 Meter unter das allgemeine Niveau zu liegen. Nach Vollendung der Brücke kann der Verkehr zwischen hier und dem benachbarten Bleidenrod wieder hergestellt wer- den. > Bleidenrod, 19. Jan. Der hiesige Gesangverein „L i e d e r k r a n z" hielt seine 16. Generalversammlung ab. Vereinsführer Buch gab feiner Freude über die zahlreichen Neuanmeldungen zum Gesangverein Ausdruck, durch die bewiesen werde, daß die hohen kulturellen Werte im Volkslied gewürdigt würden. Dann wurde der Kassen- bericht erstattet, die Kasse geprüft und in Ordnung befunden. Mehrere Sänger konnten für regel- mäßigen Besuch der Singstunden mit der Ehrennadel des Vereins ausgezeichnet werden. Im kameradschaftlichen Teil der Versammlung trugen Li ed- vorträge und heitere Et-zählungen zur weiteren Unterhaltung bei. „ _j_.— Homberg a. d. O., 19. Jan. Die NS.- Gemeinschaft „K r a f t d u r ch F r e u d e" veranstal- tete in der bis auf den letzten Platz besetzten Stadt- Halle einen Theaterabend. Das Frankfurter Künstler-Theater Rhein-Main brachte die Operette „Frischer Wind aus Kanada" zur Aufführung. Die zahlreichen Zuschauer belohnten die Darsteller mit reichem Beifall. — In der vergangenen Woche wurden von Pfarrern der Umgegend in der hiesigen Kirche Vorträge über Themen aus bem ch r i st l i ch-e n Leben gehalten. Die Geistlichen sprachen über die Sinngebung der Taufe, der Konfirmation, des Abendmahls usw. # Ober-Ohmen, 19. Jan. Der Männer- gejan.goerein „Germania" hielt im Vereinslokal „Zur Krone" feine Generalversammlung ab. Zu Beginn der Versammlung wurde der verstorbenen Mitglieder Johann und Konrad S t r i t» ter gedacht. Sodann erstattete der Vereinsführer den Jahresbericht, dem zu entnehmen war, daß der Verein 36 Singstunden abhielt, sich bei den öffentlichen Veranstaltungen in der Gemeinde, wie auch an dem Wertungssingen in Nieder-Ohmen beteiligte und außerdem mit einigen eigenen Veranstaltungen hervortrat. Der Kassenbericht lautete zufriedenstellend. Schon jetzt wurde beschlossen, aus Anlaß des 75 jährigen Bestehens des Vereins im Januar 1939 ein größeres Sängerfest zu veranstalten. Für regelmäßigen Singstundenbesuch sollen im nächsten Jahre Auszeichnungen vergeben werden. Kreis Wetzlar. Lützellinden, 19. Januar. Die hiesige Badegemeinschaft hielt im Rathaussaal ihre Jahres - Hauptversammlung ab, die von Lehrer Goubeaud eröffnet wurde. Nach einem kurzen Rückblick auf das Jahr 1937 wurde ein lehrreicher Film gezeigt, der zweckmäßiges Rettungsschwimmen vor Augen führte. Rechner Ludwig Engel erstattete den Geschäftsbericht. Für den weiteren Ausbau der Badeanlage ist die Schaffung von Hecken zur Einfriediguna sowie ein Ausbau der Baderäume und Einzelzellen vorgesehen. Ferner soll in diesem Jahre der Wasserlauf des Lindbaches von der Quelle bis zum Schwimmbecken geräumt werden. Vor dem Zulauf in die Badeanlage soll eine Filtrieranlage zur Reinigung des Wassers angelegt werden. Im Verlaufe der Versammlung sprach der Stützpunktleiter, daß es möglich sein möchte, aus dem gleichen Geiste der Gemeinschaft, aus dem heraus die Badeanlage entstand, für unser Dorf auch eine Halle zu schaffen, in der gemeinschaftliche Veranstaltungen abgehalten werden können. — Die Kreissparkasse Wetzlar veranstaltete dieser Tage im Rathaussaal einen Vortragsabend. Ein Vertreter der Kreissparkasse sprach über das Sparwesen und seine volkswirtschaftliche Bedeutung, gab einen Ucberbfitf über die Entwicklung der Sparkassen und kennzeichnete die Aufgaben der Sparkassen als Kredit- inftitute. J) Rodheim a. b. 58., 19. Jan. In der Wirtschaft Bender fand ein Schulungsabend statt, in dessen Mittelpunkt ein Vortrag des Amtswalters D i e n e n t a I über die deutsche Kolonialforderung stand. Er schilderte den deutschen Land- verlust, wie er sich nach dem Versailler Diktat ergab und sprach dann über die Bedeutung der Kolonien für unsere Rohstoffwirtschaft. Ortsgruppenleiter Keller, der früher selbst in Aftika war, berichtete über eigene Erlebnisse in den Kolonien. Mit dem Wunsche auf baldige Wiedergewinnung unse- Irer Kolonien wurde der Abend geschlossen. Wirtschaft. Vhein-Mainische Börse. TNilkagsbörse: Uneinheitlich. Fr a n k f u r t a. M. 19. Jan. Die Börse hatte infolge des weiterhin nur kleinen Ordereinganges wieder nur wenig Geschäft. Während yian vorbörslich auf Grund einiger günstiger Mitteilungen aus der Wirtschaft mit einer freundlichen Haltung und wenig veränderten Kursen gerechnet hatte, erwies sich der amtliche Beginn als uneinheitlich, und später neigten die meisten Kurse etwas zur Schwäche. In einigen führenden Werten sollen Sperrmarkumschichtungen vorgenommen worden sein. Der Rückgang von AEG. auf 117,50 bis 116,75 (119) u. von JG.'Farben auf 160,90 bis 160,50 (161 75 verursachte Zurückhaltung und löste seitens der Kulisse auch an anderen Marktgebieten kleine Abgaben aus. Von Montanwerken ermäßigten sich Hoesch auf 115,50 (116,50), Verein. Stahl auf 113,40 bis 113 (113,90) und Mannesmann auf 116,50 bis 116,25 (116,75), dagegen blieben Buderus weiter gefragt mit 129,40 (128,50), später allerdings 129,25. Mo torenwerte lagen uneinheitlich, Adlerwerke 114,50 (115), andererseits Daimler 141 (140,50) und BMW. etwa 150,50 (149). Von Maschinenaktien büßten Eßlinger 1,50 v. H. auf 121 ein. Im einzelnen notierten Hanfwerke Füssen 1 v. H. höher mit 133, Feldmühle Papier und Rütgerswerke gewannen je 0,25 v. H., Reichsbank und Scheideanstalt blieben mit 212,50 bzw. 253 behauptet. Im Verlaufe war das Geschäft unverändert klein, die meisten Papiere erfuhren keine Veränderungen. Auf ermäßigter Basis bestand etwas Kaufneigung. Leicht rückläufig noch IG.«Farben mit 160,25 nach 160,50, Hoesch mit 115 nach 115,50, Daimler mit 140,50 nach 141. BMW. tarnen schließlich mit 151,75 (149) zur Notiz, im übrigen zeigten die später notierten Werte wenig Aenderung. Fest nach Pause Südd. Zucker mit 215 (211). Am Einheitsmarkt wurden Kahlgrund Eisenbahn nach fast dreimonatiger Paufe mit 36 (24 am 28. Oktober 1937) wieder notiert, wobei nur mit 30 v. H. zugeteilt wurde und Aufträge unter 3000 RM. ausfielen. Für Hypokhekenbanktktien verblieb etwas Nachfrage und von Großbankaktien erhöhten sich Commerzbank auf 121,13 (121). Abendborse ruhig. An der Abendbörse kam es allgemein nur zu ehr kleinen Hmsätzen, da Aufträge von außenher ehsten, während die Hnternehmungslust des Han- )eis ebenfalls gering war. Der große Erfolg auf die Reichsanleihe gab der Haltung gegenüber der Geschäftsstille Widerstandskraft, was sich auch in zumeist unveränderten ober nur ganz geringfügig ab« roeidjenben Kursen ausdrückte und die zudem in den meisten Fällen ahne Hmfatz zur Notiz kamen. Auf der ermäßigten Basis zeigte sich jedoch cher Kaufneigung. IG.-Farben blieben mit 160,65 (160,50) voll behauptet, leichte Erhöhungen erfuhren MAN. auf 130,50 (130), Geffürel auf 148 (147,50) und Schöfferhof auf 208 (207,50). Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 19. Jan. Es)notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in RM.: Weizen W 13 211, W 16 214, W 19 218, W20 220; Roggen R 12 193, R 15 196, R18 200, R19 202, Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste, Futterhafer nicht notiert. Weizenmehl, Type 812, W13 29,30, W 16 29,40, W 19 29,40, W 20 29,75; Roggenmehl, Type 1150, R12 22,45, R15 22,80, R 18 23,30, R19 23,50 plus 0,50 RM. Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W 13 10,75, W 16 10,90, W19 11,10, W 20 11,20; Roggenkleie R12 9,95, R 15 10,15, R18 10,40, R 19 10,50, Mühlen- feftpreife ab Mühlenstation. Svjaschrot, Palmkuchen, Erdnußkuchen nicht notiert. Treber, geh'., 14, Höchstpreis ab Erzeugerstation; Trockenschnitzel, Heu (geb.), dasselbe (drahtgepr.), Weizen- und Roggenstroh nicht notiert. Tendenz: ruhig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 20. Jan. (Vorbericht.) Hm 10 Hhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 761 Rinder (darunter 200 Ochsen, 105 Bullen, 330 Kühe, 126 Färsen), 359 Kälber, 42 Hümmel, 273 Schafe. Es kosteten: Rinder: Ochsen 36 bis 45 Mark, Bullen 34 bis 43, Kühe 18 bis 43, Färsen 35 bis 44, Kälber (Sonderklasse) 30 bis. 65 Hümmel 30 bis 46, Schafe 23 bis 42, Schweine 49,50 bis 56,50 Mark. — Marktverlauf: Rinder und Schweine zugeteilt, Kälber flott, Hümmel und Schafe langsam. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter Den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe bet zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v H.. Lombardzinsfuß 5 v. H Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. HL Frankfurt a. M. Berlin Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurs Schlußk. Abendbörse Schluß-, kurs Schluß! Mittagbörse Schluß- Furt Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Schlu«. Mittag- dürfe Damm 18.1. 191. 18-1. 19.1- Damm 18.1. 19.1. 18.1. 19.1. 5% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 101,6 101,5 101,6 101,5 Accumulatoren-Fabrtk...... . 14 226 226 225,5 228 5 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 99,25 99,25 99,25 99,25 Aichafsenburg Zellstoff...... .. 6 140,25 140,5 140,75 141,25 4y?% Deutsche Reichsschatzanwet- sungen von 1935 . .......... _ — — .— Bemberg................. Bekula................... .. 0 .. 8 142,5 169,5 142,5 169 142,5 169,75 141,5 169,25 iy«% Deutsche Reichrschatzanwei- fungen von 1935, II. Folge ... 99,5 99,6 99,5 99,6 BuderuS Ellen............. Cement Heidelberg......... .. 6 .. 7 128,5 166,25 128,5 166,25 128,5 128,5 iy»% Deutsche Reichsschatzanweisungen von 1936, III. Folge .. 99 99 — _ Tement Karlstadt.......... Conti Gummi............. Daimler Motoren.......... .. 6 . 12 191,5 191,25 191,5 191,4 Sy2% Doung Anleihe von 1930 .. 106,75 — 106,75 —- ey, 140,5 140,5 140,5 140,13 4%% Hessische Bolksstaat von 1929 100,15 100,25 100,3 100,4 Dessauer Gas............. .. 4 — — 123 122,75 4y,% Deutsche Reichspostschatz von 1934 I...................... 100,3 100,25 100,5 100,5 Deutsche Erdöl............ Deutsche Gold- und Silber .. .. 5 .. 9 145,5 253 144,5 253 145,75 144,75 4y,% Deutsche Reichsbahnschatz von 1936 I.................. 99,9 99,9 99,9 99,9 Deutsche Linoleum......... Elektrische Lieferungen...... . 10 .. 6 168,5 132,5 168,75 132 169 132,5 168 131,5 Reichsanleihk-Altbesitz.......... 130,13 130,25 130,25 130,25 Elektrische Licht und Kraft... .. 7 144 144 143,75 143,75 Oberhessen Provinz-Anleihe mit 138,5 100 138,5 100 _ I. G. Farben-Jndustrie ..... Felten & Guilleaume....... .. 7 .. 6 161,75 134,25 160,65 133,5 161,65 134 160,75 133,75 148,25 142 4y,% Hess. LandeSbk. Darmstadl (Holbtife. R. 13.............. Gesfürel.................. Th. Goldschmidt........... .. 7 .. 6 148 142,25 148 141,75 147,75 142,25 5yt% Hess. LandeS-Hyp.-Banl Ltqu. Goldpfe............... 101,9 101,75 _ — Gritzner Maschinen......... Harpener................. .. O »'/, 49,13 174,75 49,13 174 49,4 174 49,5 174 4%% Preusr. Landespfdbr.-Anst. Goldpfe. 81. 19.............. 100 100 100 100 Hoesch Eisen............... Philipp Holzmann......... .. 8 116,5 156 115 156,5 116,25 156,5 114,75 157 4y,% Preuß. Gold-Komm. R. 20 99,25 99,25 99,25 99,25 Ilse Bergbau.............. .. 6 — — 161 161 4%% Darmstädter Komm.-Lan- 99 135,25 99 Ilse Genüsse.............. Kali Aschersleben__________ .. 6 .. 4 134 114,25 119,75 133 114 133,75 113,75 120 160 132 112,5 119 158,75 Deulsche Ko^m.-Sammel-AnIeHe Auslos.-Rechte I............. 135,75 135,75 Klöcknerwerle.............4 ya Kokswerke und Chemische Fabrik 7 119 4y,% Franks. Hyp. Goldpfe. R. 15 100 100 100 100 Lahmeyer ................ .. 6 123 123 123 122,75 4%% Franks. Hyp. Gold-Komm. Obl. 23................. 99,25 99,25 — _ Mainkraft................. Mannesmann............. .. 4 4 y. 95,75 116,75 95,75 115,75 116,65 116 5%% Franks. Hyp. Liquidation Goldpfe..................... 101,9 101,5 _ _ Mansfelder Bergbau....... Metallgesellschaft........... .. 7 .. 6 159 145,5 159 145,25 158,75 146 158,75 145,5 6y»% Rheinische Hyp. Liquidation Goldpfe..................... 102,1 102,1 102,25 102,25 Orenftein & Koppel........ Rheinische Braunkohle...... .. o . 12 231,25 231,25 110,5 231,75 111,13 231,75 Steuergutschetn-Berrechnungskur- 111,4 111,4 111,5 — Rheinische Elektro.......... .. 6 131 — —» 129 S.G. für Verkehrswesen .... 134,75 134,5 134,5 134,13 Rheinstahlwerke............ Rheinisch-Westfälische Gektro Rütgerswerke ............. .. 6 .. 6 .. 7 145,75 126,5 152,5 144,5 126 152,75 146 126,75 152,5 144,9 125,75 151,75 Hamburg-S>:dam. Dampfschiff. 0 — — — — Salzdetfurth Kali.......... Schuckert L Co. ?........... .. 6 174,5 174 174,5 174 Hamburg-Aiucrika Paket......0 82,75 82,75 83,13 83,25 .. 7 179 179 179,5 179 Norddeutscher Lloyd..........0 83 84,75 84,5 84,25 Schultheis Patzenhoser...... .. 4 ioi ,4 101,25 Deutsche Reichsbahn Borz.-Akt. 7 129,65 129,5 129,65 129,65 Siemens & Halske......... .. 9 212,5 — 213 21275 RetchSbank................ 1L 212,5 212 212,25 212 Süddeutsche Zucker......... Bereinigte Stahlwerke...... . 10 4y» 114,13 215 113 113,75 216 113,13 Berliner Handelsgesellschaft . 6% 136 136 Westdeutsche Kaufhof....... .. O 60,75 60,5 60,9 60,65 Commerz- und Privat-Bank ... 6 121 121,13 121 121,13 Westeregeln Alkali.......... .. 4 113 113 113,5 113 Deutsche Dikonto......... 6 Dresdner Bank..............4 127 113,75 127 113,75 127 113,75 127 113,75 Zellstoff Waldhos.......... Otavi Minen.............. 0,6 151,25 30,25 150,5 30,13 151 30,25 150,5 30 18.Januar 19.Januar 18.Januar 19.Januar Amtlich'Roiierung Amtliche'Dotierung Amtliche Roiierung Amtliche Notierung (»eit ’Br^i Gew Bne> Geld Bries Geld «rtel Buenos Arres............. 0,727 0,731 0,727 0,731 Japan.................... 0,723 0,725 0,723 0,725 Brüssel................... 41,99 42,07 42,01 42,09 Jugoslawien.............. Oslo.................... 5,694 5,706 5,694 5,706 Rio de Janeiro............ 0,137 0,139 0,138 0.140 62,34 62,46 62,37 62,49 Polen.................... 47,00 47,10 47,00 47,10 Wien..................... 48,95 49,05 48,95 49,05 Kopenhagen............... 55,38 55.50 55,40 55,52 Lissabon.................. 11,27 11,29 11,27 11,29 Danzig................... 47,00 47,10 47,00 47,10 Stockholm ................ 63,94 64,06 63,97 64,09 London................... 12,405 12,435 12,41 12,44 Schweiz.................. 57,34 57,46 57,35 57,47 helsingfors................ Paris.................... 5,485 5,495 5,485 5,495 Spanien.................. 14,49 14,51 14,49 14,51 8,292 8,308 8,342 8,358 Prag..................... 8,711 8,729 8,711 0,729 138,26 138,54 138,33 138,61 Budapest................. —— —- — —■ 13,09 13,11 13,09 13,11 Reuyork................. 2,484 2,488 IM83 2,487 öJzfpori Gießener Studenten fahren nach Greifswald. Alljährlich trägt die deutsche Studentenschaft ihre Meisterschaften im Boxen, Gelänüelauf, Fechten und Turnen im Wintersemester aus. In diesem Jahre treffen sich die Vertreter der Universitäten und Hochschulen am 22. und 23. Januar in Greifswald. Die Universität Gießen nimmt an dem Wettkampf im Boxen und im Geländelauf teil. Die Meisterschaft im Boxen ist nur als Einzelwettbewerb, die im Geländelauf nur als Mannschaftskampf ausgeschrieben. Im Boxen ist Gießen im Leichtgewicht durch Krausch vertreten, der nach seinem hervorragenden Kampf gegen den Studentenweltmeister Kurt Krüger im vorigen Jahr Aussichten auf einen Meistertitel hat. Doch ist die Konkurrenz außerordentlich stark. Zum Geländelaus schickt die Universität mit Mayer, Moll, Zimmermann und Schilp eine Mannschaft, die durch ihr gleichmäßi-ges Können Aussichten auf einen guten Platz haben. Man konnte bisher immer bei den Hochschulmeisterschaften im Mannschaftsgeländelauf feststellen, an dem 100 bis 200 Läufer teilnehmen, daß ein hervorragender Einzelkönner nicht so stark auf die Gesamtwertung Einfluß ausübte, wie die durchschnittliche Leistung der Schwächsten einer Mannschaft. Gewertet wird durch Addition der Platznummern. Fußball der Gauliga Hessen. Der kommende Sonntag sieht folgende Gauligaspiele vor: SC. 03 Kassel — Kewa Wachenbuchen, FC. Hanau 1893 — BC. Sport Kassel und Germania Fulda — Borussia Fulda. Der SC. 03 Kassel würde im Falle eines Sieges über Kewa Wachenbuchen, der sich nach Lage der Dinge einstellen sollte, mit dem führenden Spiel- verein Kassel auf gleiche Höhe kommen und dank seinem guten Torverhältnis sogar den ersten Platz einnehmen. Der FC. Hanau 93 hat gegen Sport Kassel eine hohe Borspielniederlage wettzumachen. Da bie Hanauer zu den Meisterschaftsanwärtern zählen, werden sie sich um einen doppelten Punktgewinn besonders bemühen. Sehr interessant verspricht der Lokalkampf in Fulda zwischen Germania und Borussia zu werden. Beide Mannschaften haben Abstiegssorgen — schon aus diesem Grunde ist ein erbittertes Ringen um die Punkte zu erwarten. Fußball der Zugendmannschasten. Großen-Linden — Muschenheim, Klein-Linden — Staufenberg, Rodheim — Spielvgg. 1900 Gießen, Heuchelheim — Leihgestern, Watzenborn-Steickberg — Krofdorf, Hungen — Lich, Steinbach — Butzbach, Ettingshausen — Garbenteich, Lollar — Wiese ck, Saasen — Grünberg. Die Spiele des kommenden Sonntags sind zur Ermittlung der einzelnen Gruppenmeister festgesetzt. Zwei Meister stehen bereits fest, und zwar VfB- Reichsbahn I. und Großen-Linden. Das Spiel in Großen-Linden ist für die Gäste von Wichtigkeit, da sie bei einem Spieloerlust den Anschluß an die Spitzengruppe verlieren. In Klein-Linden entscheidet sich, wer an den kommenden Ausscheidungsspielen um die Meisterschaft teilnimmt. In Rodheim haben die Gießener Blauweißen letztmals Gelegenheit, ihren schlechten Tabellenplatz zu verbessern. In Heuchelheim werden die Gäste schwer zu kämpfen haben. Der Ausgang in Steinberg ist offen, da sich zwei gleichstarke Gegner treffen. Die Licher, die in dieser Saison sehr unglücklich gekämpft haben, werden sich in Hungen wohl anstrengen, um vom Tabellenende wegzukommen. Steinbach hat apf eigenem Platze Aussicht auf den Sieg. Ettingshausen hat gegen die Gäste einen schweren Stand, doch sollten sie den Sieger stellen. In Lollar fällt eine wichtige Entscheidung. Wenn es den Lollarern gelingt, die Blauweißen zu schlagen, so ist den Wie- seckern die Meisterschaft verloren. Sollte es jedoch umgekehrt sein, dann ist den Gästen die Meisterschaft nicht mehr zu nehmen. In Grünberg treffen sich die Tabellenzweiten, und ein Unentschieden sollte der Ausgang dieses Spieles fein. Zachtmanns Segelflugrekord anerkannt. Ernst Jachtmanns Segelflugrekord hat jetzt seine Anerkennung beim Internationalen Verband gefunden. Jachtmann konnte mit Floßdorf als Passagier am 26. und 27. November bei Wenningstedt auf Sylt mit dem Segelflugzeug RM 4 in der Klasse D, mehrsitzige Flugzeuge (2. Kategorie), mit 13:59 Stunden einen neuen internationalen Rekord im Dauerflug aufstellen. Kurze Sportnotizen. Die Skilauf-Meisterschaften des Gaues Südw e-ft, die für das kommende Wochenende nach Ober-Reifenberg angesetzt waren, wurden abgesagt, da die schlechten Schneeoerhältnisse eine Austragung nicht ermöglichen. Die Ski-Meisterschaften des V. Armeekorps, die vom 24. bis 26. Januar im Gebiet des Feldbergs Im Schwarzwald durchgeführt werden, sehen nicht weniger als 57 Mannschaften im Wettbewerb. Rudi Cranz, unser bester Abfahrtsläufer, tat beim Training in Garmisch-Partenkirchen einen bösen Sturz und wird sich wahrscheinlich an der 2. Internationalen Wintersportwoche nicht beteiligen können. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) £. 2B. V. Die Verordnung über Lohnpfändung und das Gesetz betr. die Beschlagnahme des Ar- beits- und Dienstlohnes sind durch das Gesetz vom 24. 10. 35 außer Kraft getreten. Nach der neuen Gesetzbestimmung sind der Arbeits- und Dienstlohn, sowie sonstige wiederkehrende zahlbare Vergütungen für geleistete Arbeiten, wenn die zu vergütenden Leistungen die Erwerbstätigkeit des Schuldners vollständig oder zu einem wesentlichen Teile in Anspruch nehmen, bei Auszahlung für Wochen bis zu dem Betrage von 35 RM. wöchentlich und, soweit sie diese Beträge übersteigen, bis zu einem Drittel des Mehrbetrages der Pfändung nicht unterworfen. Beträge, die auf Grund steuerrechtlicher oder sonstiger gesetzlicher Vorschriften zugunsten des Schuldners unmittelbar an eine dritte Stelle abzuführen sind, dürfen bei Ermittlung des pfändbaren Betrags nicht in Abzug gebracht werden. Die Kaffe kann nur auf Grund eines vollstreckbaren Titels, den sie nach Ihrer Verurteilung zur Zahlung verlangt, pfänden. Haben Sie dagegen mit der Kasse vereinbart, daß die Firma, bei der Sie beschäftigt sind, wöchentlich 3 RM. einbehalten soll, dann ist die Kasse zur Einbehaltung des Betrags durch die, Firma berechtigt. Schach-Ecke. Bearbeitet von K. Helling. Vierfache Liniensperrung. 6 6 e b e f fl b a b e d e f g h 8 2 Die abgebildete Stellung ist eine einfallsreiche Komposition des Ungarn Josef Balazs. Um die Schwierigkeit der Gewinnführung zu erkennen, mache man sich klar, daß die partiegemäße Abwehr der Drohung Lg2 + mittels 1. Dg5 an Le4 scheitert und Weiß auf keinen Fall ein Schach des weiß- feldrigen Läufers zulassen darf. Wie setzt Weiß am stärksten fort? , Zu Unrecht Remis gegeben. ■ L! Die nebenstehende Stellung (Schwarz am Zuge) ergab sich im zweiten Jubiläumsturnier der Berliner Schachgesellsä)aft in der Partie von Hennig-Sämisch. Weiß bot in dieser Stellung Remis an, worauf der Nachziehende einging, um hinterher festzustellen, daß er hätte gewinnen können. Sämisch sah sogar den Gewinnweg, rechnete aber nicht weit genug und hielt ihn wegen des Vorhandenseins ungleichfarbi-. ger Läufer für aussichtslos. — Wie setzt Schwarz am stärksten fort? Lösung der Schachaufgabe „Widerlegte Rettungsaktion". Weiß: Kbl, Dh6, Thl, Ld3, Sc3, Se2, Ba2, b2, c2, e5, f4, g4, H4 (13). — Schwarz: KH8, Dd8, Ta8, Tf8, Le3, Se7, Ba7, b7, d4, e6, f7, g6, H7 (13). Nach 1. H4 — H5, Se7 —g8 spielt Weiß. 2. DH6 X H7 +!! Es folgt 2. ... KH8 X H7. 3. H5 X g6 + + KH7 — g7. 4. Thl — H7 matt. Lösung der Schachaufgabe „(Eine vpferkomblnatton*. Weiß: Kgl, DH2, Ta8, Tfl, Lc5, Bb 6 b4 g2, H3 (9). — Schwarz: Kc8, Dg6, Td2, Te5, Sb8, Bb7, c6, f6, g7, H7 (10). 1. Ta8 X b8 +, Kc8 X b8. 2. DH2 X e5.+, f6 X e5. 3. Tfl — f8 matt. Oie Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedaktionStisch. Wasser und Wein. In einer Frankenthaler Weinstube hatte sich em Gast eine Flasche Selterswasser bestellt. Beim Oeff- nen stellte ej sich etwas ungeschickt an, so daß das Wasser heraussprudelte und ein dicker Strahl einem gegenüberfitzenden Zecher mitten ins Gesicht ging. Der Pechvogel suchte sich mit vielen Worten zu entschuldigen. Doch der andere meinte voller Ruhe: „Rege Se sich nor net uff! Des isch net schlimm, do wär noch Glück dabei: ins Maul isch mer jo nix kumme!" In einem Gasthaus zu Neustadt a. d. Weinstraße fragte ein Fremder einen Einheimischen, warum er denn mit jedem Glas Wein eine andere Sorte bestellte. , . „Ja mei", sagte der Mann, „wissen Se, wann ich Dorscht hab, da trink ich en ,Hambacher'; wann ich Dofl Zeitalter -es Verkehrs muß rum Zeitalter -er verkehrsgemeiuschast werden. Benimm -ich deshalb als Kamerad und befolge R», die Segeln der öttaßenverkehrs-ordnung. lustig sein will, en ,Cdekobener', und wanns mft schlecht wird, en ,Dürkheirner<. lieber diese seltsame Antwort erstaunt, erkundigte sich der Fremde weiter: „Und wann trinken Sie Wasser?" Da meinte der Gefragte achselzuckend: „Ja, so en schwieriger Fall is mer noch net vor* kumme!" * In Edenkoben fragte ein Reisender an der Bahnsperre den Bahnbediensteten, wie lange noch Zeit sei bis zum Abgang des nächsten Zuges nach Neustadt a. d. Weinstraße. Der (gefragte überlegte einen Augenblick, dann sagte er: „Ja, mei lieber Herr, es is immer noch e gute Schoppe Län g!" Drinnen und draußen. Der große Bildhauer Rauch hat sich aus ärmlichsten Anfängen zu dem Weltruhm emporgearbeitet, den er auf der Höhe seines Schaffens be- , saß. In seiner Jugend war er Lakai am preußischen Hof; dadurch, daß die Königin Luise auf seine Begabung aufmerksam wurde, begann sein Aufstieg. Als Rauch bereits ein berühmter Meister war, fuhr er eines Tages zusammen mit dem Fürsten N. in dessen Wagen zur königlichen Tafel. Da sagte er zu dem Fürsten: „Durchlaucht erinnern sich gewiß nicht, daß wir schon einmal diesen Weg zusammen gemacht haben?" Der Fürst dachte angestrengt nach und sagte endlich: „Ich kann mich wirklich nicht darauf besinnen." „Das glaube ich", meinte Rauch. „Das ist schon mehr als dreißig Jahre her, und außerdem saßen damals Durchlaucht allein im Wagen, und ich stand hinten drauf." NMWAtzÄAS GLORIA Erstaufführung Heute Donnerstag des mit großer Spannung erwarteten neuen Greta Garbo-Films Heute Donnerstag Eine außergewöhnliche Premiere! M ACHTUNG! 345 A Geschäfts-Drucksachen bei Brühl, Schulstraße 7 PQLRST Giessen Zum ersten Mal im Film Carmen Lahrmann, die entzückende kleine Sprecherin der Shirley Temple — als Kleine Monika, das Kind, um das sich alles dreht Beiprogramm und Ufa-Ton-Woche. — Sichern Sie sich Karten im Vorverkauf. Bestellungen unter 4078 erbeten. Rechnungen Briefblätter Briefumschläge Postkarten Geschäfts karten Maria Andergast Ivan Petrovidi Theodor Loos kämpft umihr Kmd Ein neuer Gustav Althoff-Film mit Maria Andergast wird heute Donnerstag nachm. und abends persönlich das Gießener Publikum begrüßen. Autogrammstunde Empfang am Bahnhof heute 3.43 Uhr Ein Filmkunstwerk von beispielloser Gröhe! Mit letzter Hingabe gespielt In traumhaft schön.Bildern eingefangen! Der Film erhielt das Prädikat: „Künstlerisch wertvoll V* In deutscher Sprache! Im Beiprogramm: „Bargen im meißner Land" nnd Ton-Woche Sichern Sie eich Karten im Vorverkauf, Bestellung, u. 4077 erbeten ine Mittel Ge^f°Pro! fen S»e e ^o- dd' n®u tpEAl- deU 5*-' sehr e'°' le'cb'? _r An- st"'s'e- Generalvertrieb : Baums & Treibig Gießen Bahnhofstraße 26 Ruf 3700 32oA Seltene 3laturur> Kunden von den Halligen und vom Wattenmeer enthält die Neuerscheinung, die olle Naturfreunde und Dogelliebhaber mit Begeisterung lesen und schauen werden: linier MMiMlern n.5eeW0en Beobachtungen und Natururkunden aus d. Dogeiwelt d. deutschen Nordseeküste. — Don (Eugen Schuhmacher Insgesamt 104 Seiten mit 92 Bildern nach wundervollen Naturaufnahmen. In Leinen gebunden RM. 3.90. Bestellungen nimmt jede Buchhandlung entgegen. Verlangen Sie bitte das aus- jährliche Werbeblatt. HugoBermühler Verlag Berlin. Lichterfelde Goethe Bund und Kauhnännischer Verein in Verbindung mit der Volksblldungsstätte der NS. Gemeinschaft »Kraft durch Freudo«. Montag, 24. Januar 1938, abends 8 Uhr, Neue Aula Lichtbild er vortrag von 343D WILHELM MUESELER fatt Kunst als Erlebnis Die Mitglieder des Goethe-Bnndes und des Kaufm. Vereins erhalten bis zn 3 Plätzen freien Eintritt gegen Rückgabe des Gutscheines Nr. 3 (neue Karte) für Goethe-Bund und Nr. 7 für Kaufmännischen Verein. Mitglieder der NSDAP., der NS. Franenschaft, des Landschaftsbnndes Volkstum und Heimat nnd der Arbeitsgemeinschaft Gießener Soldatenkameradschaften erhalten ermäßigte Eintrittskarten zum Preise von 60 Pf. gegen Vorzeigen des Mitgliedsausweises. Nichtmitglieder zu Mk. 1.00 bei Challier und an der Saalkasse. Studentenkarten für 30 Pf. bei Hausverwalter Becker, Univ.- Gebäude. Militär und Schüler zu 30 Pf. Voranzeige! 27. Januar 1938: Dichter-AbendI Alfred Hnggenberger liest aus eigenen Werken. AU TO-RE PAK. mit seinen Wagen und wird auch diesen Kasten wieder flott kriegen dank seiner stummen Mitarbeiter, die er in seinem Werkzeugkasten hat. Es sind alles gute Dinge, vom Mutterschlüssel bis zurWagen- winde. Sie sind ja auch vom Häuser. Un- vei wüstliche Werkzeuge, auf die man sich verlassen kann. Von der kleinsten Schraube bis zum größten Wagenheber bekommen Sie diese notwendigen Helfer alle bei Häuser. Autofahrer und Schlosser denkt daran: „Gutes Werkzeug — halbe Mühe“ durch den Weg zu Parkplatz 2145/46 355A I e X^rrörpe? 3» Sol! lll!ler a***1 inl löfl11 5% SA"! 'S*'"' Sfr: r-x. insold'. : ft« Reit Lch unterer/1 nud) * iran$fr Iiiube an der Engen. Obwohl, in kurzer W derechiigung N »pter seinem i-ire glänzende äuge seines um A des W Klinnensahres Mt, dah eine t ;! Das bedeuten ffjorke Zukunfts Wlitischein Geb Vein Sommerft :ite5 von Sa tionfultatiopaktc 53 r a n, Türk Wie sehr diese ßr politischen ,klsliache, dak Ministern diese Hngen, die sich Hing, die etwc irinas herui Kilo- Letzte zu muicm Willen Wedenheiten I lWertragswege < liten. SBorfjergegt jungen, ©ebiet tgehenbe, von fr Verträge fowotjl Stfgbaniftan, mit >«r Geschichte stel wnd. Mchdein in di jjen Anzahl von Boden reis gem folgerichtigen A rwgsglieder zu Dininenzuschlief lurientali scheu ! Gebiet erfaßt, ! sväche Europas Mnnöinaoien i Geist beutlid) oiieöer' vertrete, Wh Regionalpa ^s»der, die oo, rli°Bt werden so ! ®en echten A ^igeführt Hal . t'iir 3ran hat Mabaßab noch < Wtung, der wenn nicht M keine zwei ; 1 S. Persien, I ! Expanch LN™ Zu ei Zu ernied ,®*05 war llj'-lm Nord ä-L e,n Ste> 0 Iwntt. iUt °ndg & Mfln fi HSä 65«*" RÄ," kbi& M öS heran- looi erm°9£ 8ilud)er ei ®le bi Milien g. KM MW ^chkeit, »Oren6 • Iern Ai r0refor> Qou5Tn9. de S? 8ehrrber9l fer x?rt°tper