Ilr.271 Erstes Slatt 188. Jahrgang Samstag, l9./$onnfag, 2tt. November 1958 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monatr-Vezugspreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr. . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehe« Postscheckkonto: Krantfurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: Srühlsche Uuiversttätrdruckerei B. fange in Sichen. Schristleitung und SeschSftrftelle: Schiliftratz« 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bisS^/zUhr des Vormittags Gnindpreife für 1 mm Höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70 m m Breite 50Rpf.,Platzvorschrist noch vorh.Dereinbg.25"/<, mehr. LrmShigte Grundpreise: Stellen,, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördlich« Anzeigen 6Rpf. -Mengenabschlüsse Staffel B Das „Weltgewiffen". An einem grauen Novembertage hat das deutsche Volk einen seiner besten Söhne, den die Kugel eines jüdischen Mordbuben mitten aus der Bahn eines ganz der Arbeit im Dienst für Führer und Reich gewidmeten Lebens gerissen hat, in deutsche Heimaterde gebettet. Erschütternd standen Tausende am Wege, als der Zug mit den sterblichen Ueberresten Ernst vom Raths über die Reichsgrenze die letzte Fahrt durch das nebelvsrhangene niederrheinische Land antrat, Tausende entboten in stiller Wallfahrt zu dem in der Düsseldorfer Rheinhalle aufgebahrten Sarg des meuchlings Ermordeten dem für Deutschlands Ehre und Größe gefallenen jungen Diplomaten ihren letzten Gruß, und wieder Taufende vereinigten sich mit dem Führer und den Spitzen von Partei und Staat in ernster Trauerfeier zu dem heiligen Gelöbnis, daß Ernst vom Rath nicht umsonst sein junges Leben hingegeben haben soll, daß die Erinnerung an sein Opfer in uns allen für ewige Zeiten lebendig bleiben wird als ein steter Ansporn, es ihm gleichzutun in bedingungsloser Treue zum Führer und zur nationalsozialistischen Idee. „Niemals kann ein Volk untergehen", so sagte Reichsaußenminister von Ribbentrop am Sarge Ernst vom Raths, „solange es Männer sein eigen nennt, die jederzeit bereit sind zu sterben, damit ihr Volk lebt." Und mit dem Finger wies der Minister auf diejenigen, die auch mit diesem Mord eine furchtbare Blutschuld auf sich geladen haben, für die sie die Geschichte zur Verantwortung ziehen wird. „Eine feindliche Welt, in überlebten Formen erstarrt, glaubt durch Ablehnung alles Jungen und Starken, durch blinden Haß gegen die Gestalten und Träger eines neuen Zeitalters den Gang des Schicksals aufhalten zu können. Lüge und Verleumdung, Verfolgung, Terror und Mord sind Mittel des internationalen Judentums und der anderen zersetzenden Mächte, die dem nationalsozialistischen Deutschland den Weg in die Zukunft verwehren möchten." Aber das deutsche Volk hat die Kampfansage ausgenommen. In Erinnerung an das Märtyrertum Ernst voni Raths und aller derer, die vor ihm fielen für Deutschlands Ehre und Größe, wird es nicht schwach und weich werden, wenn es gilt, mit radikalem Schnitt die Trennung zwischen sich und seinem Todfeind zu vollziehen und das Geschwür zu beseitigen, das den Keim der Zersetzung und Vernichtung in sich trägt. Die Auseinandersetzung mit dem Judentum muß rücksichtslos fortgeführt werden, bis es für das deutsche Volk keine Judenfrage mehr gibt. Die Maßnahmen,, die die Reichsregierung zur Beseitigung der Juden aus der .deutschen Wirtschaft ergriffen hat, zeigen ebenso wie die reinliche Scheidung auf allen kulturellen Gebieten die Entschlossenheit der- nati-mal'ozialisti- schen Staatsführung, das deutsche Volk von einem Fremdkörper zu befreien, dessen parasitäres Wuchern in der deutschen Geschichte namentlich der letzten Jahrzehnte eine so verderbliche Rolle gespielt hat. Wir werden uns in der hartnäckigen Verfolgung dieses Zieles auch nicht irre machen lassen durch die Mobilmachung des Hasses und der Rachsucht, die das Judentum in aller Welt versucht, um alle einer gesunden, auf Achtung und Gleichberechtigung der zu ihrem Nationalbewußtsein erwachten Völker gegründeten neuen Friedensordnung in tiefstem Herzen feindlich gesinnten Kreise des Auslandes wieder in einer Front gegen das nationalsozialistische Deutschland zusammenzuführen. Diese Front hatte erst vor wenigen Wochen durch das Münchener Abkommen einen Riß bekommen. Jetzt muß die von Deutschland beabsichtigte radikale Lösung des Judenproblems dazu herhalten, diesen Riß zu verkleistern. Denn nichts anderes steckt hinter der maßlosen Greuelhetze, die eine gewisse, von Juden gegängelte Presse namentlich in den angelsächsischen Ländern gegen uns in Szene gesetzt hat, als der brennende Wunsch einer sich aus den verschiedensten politischen Lagern und gesellschaftlichen Schichten rekrutierenden, nur in der Todfeindschaft gegen das durch die einigende Kraft des Nationalsozialismus wieder erstarkte Deutschland sich zusammengefundenenCligue, für den ideologischen Feldzug gegen die autoritären Staaten ein neues Sprungbrett zu bekommen und damit die eben erst von verantwortungsbewußten Staatslenkern kühn und vorurteilsfrei geschaffenen hoffnungsvollen Grundlagen einer den Frieden und den nationalen Aufstieg der Volker sichernden Zusammenarbeit der vier europäischen Großmächte heimtückisch zu zerschlagen und die alten Frontstellungen zwischen Demokratien und autoritären Staaten wiederherzustellen. Um dies Ziel zu erreichen, das durch die soeben erfolgte Ratifizierung des englisch-italienischen Oster- akkords über die Anerkennung des ostasrikanischen Imperiums für alle Haßapostel und Kriegshetzer in noch weitere Ferne zu rücken drohte, wird gegen Doutschlands Vergeltungsmaßnahmen für die niederträchtige Bluttat des jüdischen Mordbuben wieder einmal das „Weltgewissen" mobil gemacht, das aber seltsamerweise stets in tiefem Schlafe liegt, wenn es dem englischen Imperialismus gefällt, für die höhere Ehre Englands und seiner Weltmacht, mit anderen Worten für die Geldsackinteressen der City, der großen Erdöl- und Minenherren, der Gummi- und Opiumhändler, der Baumwollfabrikanten und Bodenspekulanten in Palästina tausende freiheitsliebender, nur ihr Selbstbestimmungsrecht fordernder Araber in einem mit allen modernen Kriegswaffen äußerst brutal geführten Vernichtungsfeldzug um Eigentum und Leben zu bringen, in Indien durch das rücksichtslose Auftreten der Engländer m ihren religiösen und nationalen Gefühlen zutiefst verletzte Inder einfach niederkartätschen zu lassen oder an der indischen Nordwestgrenze ganze Volksstamme mit Hilfe von Bombengeschwadern skrupellos auszurotten, in Aeg'fpten eines der ältesten. Kulturvölker der Erde durch wirtschaftliche Methoden un der Palästinafehler von England in Kerfcoppelter -tfnterbrü(fen(l). Schon aus menschlichen Erwägun- gen erheische das deutsche Judenproblem eine eilige der in Vorbereitung befindlichen allgemeinen Bo« denreform soll demnach vor allem der jüdische Grohgrund- und pachtbesih in Anspruch genommen werden. 3. Förderung der jüdischen Auswanderung durch Abschaffung der bestehenden Verbote für INassenauswanderung. Mittellose Juden würden ohne weiteres auswandern dürfen, während bei den bemittelten Juden die Vermögevsaus- fuhr vielleicht in der weife erfolgen könnte, daß die Aeberweisungen auf dem Wege einer erhöhten ungarischen Ausfuhr landwirtschaftlicher Erzeugnisse ermöglicht werden könnte. Auch dürften die bemittelten Juden mit einer Sonder st euer zugunsten der mittellosen jüdischen Auswanderer belegt werden. 4. Revision des im ersten Iudengeseh festgelegten zwanzigprozentigen Verhältnisses für die Beschäftigung jüdischer Ange sk eilten in der Privatwirtschaft. Behandlung auf internationalem Gebiet. Man könne versichert sein, daß die britische Regierung diesem Auflage wiederholt würde, denn ebensowenig wie England mitsamt dem Weltjudentum völkerrechtlich V u d a p e st, 18. Rov. (Europapreh.) Das Regierungsorgan „Esti lljsag", dessen Redakteur Abgeordneter M a k k a i Vorsitzender des zur Verschärfung der Judengesehgebung gebildeten Sonderausschusses der Regierungspartei ist, will die Richtung dieser Verschärfung nach folgenden vier Punkten augeben können. 1. Revision der jüdischen Staatsbürgerrechte zum Zwecke der Abschiebung der gesetzwidrig eingewanderten Juden. Ferner Regelung des jüdischen Ansiedlungsrechtes im Sinne einer Verhinderung des jüdischen Zustroms nach den Städten im Wege einer Sehhaft- machung, wobei die Wohnsitze der Juden in drei Regionen eingeteilt werden würden: a) Hauptstadt und Umgebung, b) Provinzstädte: c) Land. 2. Verminderung des jüdischen Uebergewichts i m Vodenbesih entsprechend dem Grundsatz, daß der Vodeu denen zufällt, die ihn bebauen. Bei eines ganzen Volkes", und zwar nicht nur des englischen, sondern der „ganzen zivilisierten Welt" zu gewissen legte sich einfach auf die andere Seite, um weiter zu schlummern. Es schlief auch, als in Oesterreich deutsche Männer getötet oder wirtschaftlich ruiniert wurden, weil sie nichts anderes wolUen als Deutschland, es rührte sich nicht, als die Schächer des Herrn Benesch im Sudetenland plünderten, raubten und mordeten. Es handelte sich ja nur um Deutsche und deutsches Eigentum ... London, 18. Nov. (DNB.) Der britische Jn- dienminister Lord Z e t l a n d erklärte, in völliger Verständnislosigkeit gegenüber der spontanen Abwehraktion des gesamten deutschen Volkes gegen die neue Herausforderung des Weltjudentumes, daß feine im Anschluß an München gehegten Hoffnungen durch die Ereignisse der letzten Wochen in Deutschland stark erschüttert worden seien.(l) Zwar muß auch er zugeben, daß man nur Abscheu für das scheußliche Verbrechen empfinden könne, das der polnische Jude begangen habe, der einen unschuldigen deutschen Diplomaten ermordet habe. Dann aber mischt sich deb Lord unbekümmert in die deutsche Innenpolitik und lamentiert, „man stehe bestürzt vor den Vergeltungsmaßnahmen, die Deutschland gegen Tausende von unschuldigen Personen ergriffen habe". Dr. Goebbels habe erklärt, daß die Reichsregierung es nicht wünsche, daß England daran Interesse nehme, wie Deutschland die Judenfrage löse. Für diese eindeutige und in jeder Weise gerechtfertigte Erklärung findet der bri- tisä>e Minister eine im höchsten Grade erstaunliche E/widerung. Der einzige Kommentar, den er dazu abgeben wolle, so erklärte er, sei lediglich der, daß selbst ein solcher Wunsch einer so hoch gestellten Persönlichkeit, wie der des Reichsministers für Dolksaustlärung, nicht imstande sei, das „Gewissen und moralisch befugt war, in Palästina einzudringen, die Araber zu enteignen, zu verfolgen, zu töten oder zu terrorisieren, ebensowenig kann es über die deutschen Kolonien verfügen. Gerade das ehemalige Deutsch-Ostafrika ist eine brennende Anklage gegen englische Heuchelei. Die Beschlagnahme des deutschen Privateigentums während des Krieges wurde nach dem Kriege ergänzt durch eine geradezu verbrecherische Verschleuderung dieses deutschen Eigentums durch die Briten. Nach einer sehr vorsichtigen Schätzung betrug der Wert des enteigneten deutschen Besitzes im Jahre 1914 mindestens 125 Millionen Mark. Nach einer amtlichen Aufstellung sind bis zum 30. Juni 1924 „erworben" worden: von Engländern 301 Unternehmungen, von Indern nicht weniger als 210 Pflanzungen, von Griechen 112, von Goanesen 29, Syrern 10, Arabern 4; die ehemals deutsche Tanganjikabahn wurde zum Schandpreis von 600 000 Pfund losgeschlagen. Die für das ehemalige deutsche Eigentum in Deutsch-Ost erlöste Summe entsprach nicht einmal einem Achtel des wirklichen Wertes. Das gleiche war in allen ehemaligen deutschen Kolonien der Fall. Der Deutsche war rechtlos, fein Eigentum wurde ihm nach dem Friedensvertrag gestohlen. Und nicht nur in den Kolonien. Sofort nach dem Waffenstillstand wurden die Deutschen, deren Väter nach 1871 ins Land gekommen waren, von den Franzosen aus Elsaß-Lothringen vertrieben. Sie mußten innerhalb 24 Stunden Haus und Hof und alles Eigentum verlassen und durften nur 60 Kilogramm pro Kopf mitnehmen. Unter Der- Hände weg von den deutschen Kolonien! Deutsch-Osiafnka ist kein Giedelungsland für jüdische Auswanderer. Vor Verschärfung der Mengeseße in Ungarn. Oie Auswanderung soll gefördert werden. — Weitgehende Enteignung des jüdischen Grundbesitzes im Zuge der Bodenreform geplant. Einmischung verbeten! Der Lndienminister Lord Zetland als Kritiker deutscher Zudenpolitik. London, 18. Nov. (DNB.) In einer Rede vor Regierungsanhängern in Rhyl (Nordwales) glaubte auch Schatzkanzler Sir John.Simon zur Lage der Juden in Deutschland Stellung nehmen zu müssen. Er teilte mit, daß die Regierung sich mit einer Reihe von Kolonien in Verbindung gesetzt habe, um festzustellen, ob es möglich sei, dort Emigranten aus Deutfchland anzusiedeln. Die Regierung sehe die Frage dieser Emigranten als äußer st dringend an und wolle den denkbar größten Beitrag zu ihrer Ansiedlung außerhalb Deutschlands erbringen. Gleichzeitig betonte der Minister jedoch, daß man die Unterbrin- gunasmöglichkeit von Flüchtlingen in den Kolonien nicht überschätzen dürfe. Simon warnte vor übertriebenen Hoffnungen und verwies auf die ungünstigen klimatischen Bedingungen sowie auf die Rechte der Eingeborenen, die dabei gewahrt werden müßten. Problem seine „ernstesten Erwägungen" widme. Dabei soll es aber offensichtlich — wie stets bisher — im wesentlichen bei den „Erwägungen" bleiben, denn der Lord fügt hinzu, daß die britische Regierung bereit sein werde, eine Freistätte innerhalb des britischen Imperiums für „einige" von ihnen zu finden. * Der edle Lord täte besser daran, im Buch der englischen Kolonialgeschichte sich Anschauungsunterricht darüber zu holen, wo eigentlich Vergeltungsmaßnahmen angewandt wurden, die die ganze zivilisierte Welt als empörende Kulturschande empfinden mußte. Als Minister, dem die Fürsorge für Indien besonders anoertraut ist, weiß er ja selber, mit welch brutalen Mitteln die britischen Truppen dort Englands Herrschaft aufrechterhalten haben. Aber Deutschland hat dafür nicht das geringste Interesse. Es wünscht weiter nichts, als in Frieden und Freundschaft mit dem englischen Volk zu leben und wird sich zu irgendwelcher Kritik an englischen Methoden so lange nicht berufen fühlen, wie englische Minister und englische Zeitungen auch Deutschland mit ihrer Kritik verschonen. Auf dieser Basis, aber auch nur auf dieser, wird man sich glänzend verstehen können. So lange aber die englische Öffentlichkeit und sogar führende Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens sich bemüßigt fühlen, zu rein innerdeutsch en Angelegenheiten Stellung zu nehmen, gilt für das deutsch-englische Verhältnis das Wort: „Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es wieder heraus!". Engländer und Amerikaner verfechten jetzt den Gedanken, die deutschen Kolonien, insbesondere Deutsch-Ostafrika, mit Juden zu besiedeln. Die bösartige Absicht ist offenbar, vollzogene Tatsachen zu schaffen. Darüber hinaus aber ist der Plan der deutlichste Beweis jener krassen Ueberheblichkeit und Großmannssucht, die im Versailler Friedensdiktat ihren Niederschlag gefunden hat. Schlimmer noch ist die völlige Verwirrung jedes Rechtsaesühls der Leute, die heute als Hu- manitätsavostel auftreten. Nach ihren eigenen feierlichen Proklamationen wie nach den Beschlüssen des Völkerbundes sind ihnen die deutschen Kolonien als Mandate zu treuhänderischer Verwaltung anvertraut. Die skrupellose Ver- ügung über die deutschen Kolonien ist die Fort- etzuna aller jener Bestrebungen, das Mandat tat» ächlich in uneingeschränktes Eigentum umzufälschen und über die deutschen Kolonien aus dem Handgelenk zu bestimmen, als ob es sich um Gebiete handelte, die Engländer und Franzosen im Laufe ihrer höchst anfechtbaren Kolonialgeschichte in „völkerrechtlich" gültiger Weise erworben haben, womit nichtung ihrer Existenz mußten damals rund 112 000 Elsaß-Lothringer über die Grenze gehen. Dann kam die schwarze Schmach am Rhein, dann der Ruhreinbruch, der selbst nach dem Gutachten englischer Kronjuristen direkt dem Versailler Diktat widersprach. Die ungeheuren leiblichen und seelischen Schäden sind nie wieder gutgemacht worden. Das so sehr empfindliche demokratische Welt- Schutz englischer Truppen auszusaugen bis aufs Blut, in Südafrika 20000 Frauen und Kinder eines freien Bauernvolkes, das rassisch den Engländern in nichts nachstand, in Konzentrationslagern elend umkommen zu lassen. Die Reihe ähnlicher Beispiele aus der britischen Kolonialgeschichte ließe sich beliebig verlängern, aber sie genügt schon, um festzustellen, daß niemals das im Falle Deutschland so zartbesaitete Weltgewissen sich gerührt hat. Um so weniger wird man in England erwarten können, daß wir die Empörung ernst nehmen, die eine uns in den Motiven ihrer Politik ja zur Genüge bekannte Clique im Mantel reiner Nächstenliebe^ in der ihr zur Verfügung stehenden Presse zur Schau stellt. Daß man die Debatte über die Rückgabe der Deutschland geraubten Kolonien mit der Judenfrage verquickt, läßt allzu deutlich den Pferdefuß dieser selbstlosen Menschenfreunde herausgucken, die schon frohlocken, ein neues Argument gegen den deutschen Kolonialanspruch gewonnen zu haben, wiewohl ihnen die eigene Kolonialgeschichte, aus der wir eben einige dunkle Kapitel gestreift haben, den guten 9?at eingeben sollte, daß niemand mit Steinen werfen soll, der selbst im Glashaus sitzt. Und wo ist denn bei aller gut gespielten Entrüstung über die „Tragödie der Menschheit" und die „Schande des Zwanzigsten Jahrhunderts" in England sowohl wie in Amerika, wo die Wogen der Greuelhetze wieder einmal besonders hohe Wellen schlagen, auch nur das geringste Zeichen einer praktischen Hilfe für die „armen, verfolgten Juden ? Es hagelt zwar Proteste, Kundgebungen werden veranstaltet und Hilfsausschüsse werden gegründet, man spricht sogar in London schon von internationalen Verhandlungen, um für die Juden eine Zufluchtsstätte zu suchen. Aber auf das Nächstliegende will man in England nicht kommen. Daß im britischen Weltreich, das mit seinen 41 Millionen Quadratkilometern mehr als ein Drittel des festen Landes der gesamten Erdoberfläche einnimmt, sich weite Gebiete finden, die fast menschenleer sind — wir brauchen nur an Australien zu erinnern, für das mit seinen 1,2 Menschen auf den Quadratkilometer gegen 144 im übervölkerten Deutschland das Problem des leeren Raumes geradezu eine politische Gefahr barstellt — und sich für die Aufnahme und Ansied- hing der Juden, die Deutschland und mit ihm Italien, Polen, Ungarn und andere Staaten lieber heute als morgen ziehen lassen würden, hervorragend eignen würden, auf diesen Gedanken verfällt es nicht. Jrn Gegenteil, je lauter das Geschrei über deutsche „Judenverfolgungen", desto nachdrücklicher machen sich überall und besonders in den angelsächsischen Ländern die Bestrebungen bemerkbar, die eigenen Grenzen gegen jeden unerwünschten Zustrom von Juden abzuschließen. In England ist es sogar das Judentum selber, das die Einwanderung von Juden aus den Staaten des Festlandes höchst ungern sähe, well es davon ein Anwachsen der antisemitischen Bewegung und eine Erschütterung seiner Stellung in Politik und Wirtschaft Großbritanniens befürchtet. Während in Amerika Präsident Roosevelt feinen Berliner Botschafter zwar zur Berichterstattung nach Washington beordert hat, aber im übrigen die schamlose Greuelhetze amerikanischer Judenblätter unbekümmert als Auftriebsywment für neue Nü- stungspläne benutzt, scheint die englische Regierung doch irgendwie die Verpflichtung zu spüren, zur Lösung der Judenfrage ihrerseits einen positiven Beitrag zu leisten, wenn man auch sich über sehr schüchterne und vage Andeutungen nicht hinaus- gewagt hat. Die Flüchtlingskonferenz von Evian, die im Sommer ohne Ergebnis vertagt worden ist, hat einen Ständigen Ausschuß, dem unter englischem Vorsitz Vertreter Amerikas, Frankreichs, Hollands und Brasiliens angehören. In Besprechungen mit dem amerikanischen Botschafter Kennedy hat der britische Kolonialminister Malcolm Macdonald diese Flüchtlingskonferenz wieder zu beleben versucht und gleichzeitig bei Amerika die vermehrte Aufnahme von jüdischen Emigrantei? angeregt, aber ohne Erfolg, denn der Botschafter hat sich auf die gesetzlich festgelegte Einwanderungsquote berufen, die für 1938/39 bereits voll ausgenutzt sei. Nun soll ein Plan int Vordergrund stehen, aus Deutschland ausgewanderte Juden in größeren Mengen in Britisch- Guayana anzusiedeln, da anscheinend weder die britischen Dominions noch die südamerikanischen Staaten, an die man in London freundlicherweise gedacht hatte, große Neigung verspüren, Juden bet sich aufzunehmen. Guayana, seit 1814 eine britische Kronkolonie an der Nordostküste Südamerikas, an Oberfläche fast jo groß wie das Mutterland, aber markt. anderen Seite keine geftaltlo^e Millionenmasse, son- Gefangenea dauernd mit vorgehaltener Pistole. Die Banditen rasten durch Unzmarkt. stießen aber auher- halb des Ortes gegen den steinernen Pfeiler einer Brücke. Der Wagen stürzte in den Graben, über- Leben der Nation behandelt, dann erst darf er als Dramatiker auch die ^oröcrung stellen, daß Regisseure und Bühnenbildner sein Werk- ebenfalls nicht als Möglichkeit für das Durcherperimentieren subjektivistischer Einfälle betrachten, sondern es aus eigenen Gegebenheiten bewerten und somit nicht ihre, sondern des Werkes Grundgedanken zu Der* im Sommer dieses Jahres einen schweren nächtlichen .Ueberfall aus Volksdeutsche unternommen und einen von ihnen zum Krüppel gemacht batten, zu je 18 Monaten Gefängnis. Bei einem Tanzoergnügen in der Ortschaft Rogowo, an dem sowohl Deutsche wie Polen teilnahmen, kam es zu einer wüsten Schlägerei. Anlaß dazu war ein deutsches Lied, das von einigen tanzenden Paaren angestimmt wurde. Die Deutschen verließen um des Friedens willen sofort das Lokal, wurden aber von den Polen verfolgt. Auf dem Hof des deutschen Bauern Trenkel kam es erneut zu einem Zusammenstoß. Ein Bretterzaun lieferte den Angreifern die Wurfgeschosse, mit denen sie das Bauernhaus zu demolieren versuchten. Dom Klirren der zerbrechenden Fensterscheiben alarmiert, verließ der Besitzer das Haus. Als er aus der Tür trat, wurde er hinterrücks üb er fall en. Dabei wurde dem 77 Jahre alten Manne eine Zaunlatte mit voller Kraft ins Gesicht gestoßen, so daß der Greis das Augenlicht verlor. Italien«! Kampf um die Autarkie. Rom, 18. Nov. (Europapreß.) A-m Abend des 18. November, dem dritten Jahrestag der Verhängung der Sanktionen über Italien, eröffnete Mussolini auf dem Gelände des Circus Marimus in Rom die „Ausstellung der italienischen Bodenschätze", die den Kampf des Faschismus um die wirtschaftliche Unabhängigkeit des Landes veranschaulicht. Der Duce nahm durch Druck auf den Knopf einer elektrischen Anlage die Eröffnung der Ausstellung vor. Durch den Druck wurde das Signal mehrerer Sirenen und das Aufflammen «nächtiger Scheinwerfer ausgelöst. Gleichzeitig wurde ein Feuerwerk auf den Mauern der Casaren-Paläste entzündet. Am Vormittag hatte Mussolini den Grundstein zu einer großen Fabrik gelegt, die etwa zwanzig Kilometer südlich von Rom aus einer bestimmten Art von Zuckerrobr, deren Anbau im Gebiet der ehemaligen Pontinischen Sümpfe gefördert wird, ÄrennaNohol Herstellen wird» . Pistole bedient. Ihr Rucksack war g a n z m i l W u - nition ungefüllt Heber das Motiv zu den furchtbaren Berbrechen gaben die beiden vorläufig keinerlei Auskunft. Eigenartig ist, daß sie weder bei den Ermordeten in Hüttenberg, noch bei dem Ueberfall in der Steiermark weitere Raubabsichten zeigten, sondern es nur auf die Autos abgesehen zu haben schienen. Auf der einen Seite die Einsamkeit der schöpferischen Persönlichkeit ohne Individualismus der sek- dcrn eine durchgegliederte Kampfkameradschaft der deutschen Nation. Nach und nach beginnt es heute selbstverständlich zu werden, daß ein Mensch, der ein Urteil über eine k ü n st l e r i s ch e Leistung abgeben will, zunächst einmal dieser selbst mit Achtung entgegentritt und dann mit dem gleichen Gefühl sich bemüht, einem anderen die Beweggründe der Werke und ihrer Form darzulegen. Es ist dabei allerdings falsch, wenn man etwa erklärt, ein Mensch dürfe nur dann urteilen und vielleicht auch eine ablehnende Haltung einnehmen, wenn er selbst imstande sei, es besser zu machen. Eine Darstellung einer Leistung und ein Urteil fordern nicht notwendig die Beherrschung der gleichen Kunst, wohl aber einen gesunden Instinkt, eine kultivierte Urteilskraft und — wenn möglich — auch ein persönliches Derständ - nie für den behandelten Künstler. Wenn wir von vornherein Achtung vor Kunst und dem Künstler fordern, so erwarten wir auch, daß dieser Künsller seinerseits Achtung vor der Natur, vor ben Werten seiner Nation und vor der Vergangenheit feines Volles mitbringt. Mannschaftserziehung beruhe. Darüber hinaus sei es ihr Bestreben, praktisches Kön* nen und Verstehen zu vermitteln. A.ucki Dr. Ley hob hervor, daß die zufriedenstellende Lösung der Frage der M e h r l e i st u n g eine Gemeinschaftsarbeit voraussetze. Es müsse ohne Raubbau an der menschlichen Kraft gelingen, den einzelnen zu einem Höchststand der Leistungsfähigkeit zu bringen, den Menschen an den richtigen Arbeitsplatz zu setzen und den Arbeitsprozeß so zu gestalten, daß mit dem geringsten Arbeitsaufwand die größte Leistung erzielt werde. Dr. Ley setzte sich auch mit dem im Ausland betonten falschen Mitleid mit dem jüdischen Element auseinander. Das jüdische Element habe unserem Volk seit Jahrhunderten schwerstes Leid zugefügt. Man dürfe niemals vergessen, daß der Jude, ein Schmarotzer im Leben der Völker, durch skrupellose Hetze und durch eine dem Wirken des Bazillus vergleichbare Zersetzungstätigkeit noch jedem Gastvolk, insbesondere aber dem deutschen, unsagbare Rot gebracht habe. Er habe zu allen Zeiten ein nicht wieder gut zu machendes Unmaß von Schuld auf sich geladen; auf sein Konto komme nicht zuletzt der Tod von unzähligen deutschen Menschen, die er als der Schürer im Hintergrund zu seinem eigenen Vorteil gegeneinander gehetzt habe. Es gehe heute um Sein oder Nichtsein. Das Iuden- problem müsse einer klaren und endgültigen Lösung zugeführt werden. Graz, 19. Nov. (DNB.) Freitag vormittag hiel- ten zwei junge Burschen bei Hüttenberg in Kärnten durch eine Autofalle ein Auto an. Als der Lenker des wagens ausstieg, um das Sieben Dolen für einen lleberfall auf Do1k§d«>uifche bestraft. Bromberg, 19. Nov. (DNB.) Das T h o r n e r .Bezirksgericht verurteilte sieben Polen, die der Führer (o oft und namentlich in Stunden notwendiger schwerer Entscheidungen Berlin verläßt und sich in seine Berge begibt, so ist das nur das größte Symbol dafür, was auf anderen Gebieten und in verschiedenen Berufen ebenfalls Lebensnotwendigkeit für jeden darstellt. Und deshalb, deutsche Dichter und Künstler, wenn wir diese Tagung in das Zeichen der Einsamkeit gestellt haben, so wollen wir damit einer Notwendigkeit Rechnung tragen, die Sie vertreten müssen, um in der bewegten Zeit von heute Stunden der Sammlung zu haben, aber diese Einsamkeit soll nicht eine Vereinzelung sein, sondern eine Kräftesammlung für sich selbst, aber auch für uns alle! Deshalb ist es auch nicht ein Widerspruch, daß sich hier eine große Kameradschaft wie die nationalsozialistische Bewegung für das Recht der Einsamkeit ausspricht, denn sie weiß, daß dieser Einsame immer wieder in eine bodenverwurzelte Gemeinschaft z u - r ü ck k e h r t und nicht der Gefahr unterliegt, nur ein abgesplitterter Teil eines Ganzen zu werden. Wir wollen deshalb beide Pole gestärkt wissen. Auch die Geschichte mit ihren tragenden Persönlichkeiten fordert die Berücksichtigung ihrer Tatsächlichkeiten seitens des sie behandeln- oen Künstlers. 7Nag man der dichterischen Freiheit noch so viel Raum lassen, so geht es nicht an, einfach Gefühle und Gedanken unserer Gegenwart, in Gestalten der Vergangenheit hineinzulragen und diese, ohne ' sie aus ihrer eigenen Zeit zu begreifen, als Träger der Ideen unserer Epoche vorzuführen. Das Leben auch der Vergangenheit ist so farbig und wechselartig, daß der Dichter immer noch einen weiten Spielraum hat und es ihm deshalb der künstlerische Takt verbieten muh, hier eine Vermansch n n g der Persönlichkeiten und Gedanken oerschiedendsler Zeitalter vorzunehmen. deutlichen sich bemühen. Im Zusammenhang mit der Reichsarbeitstagung wurde ein „lag der Lektoren" durchgeführt, auf dem nach einer Begrüßung durch den Leiter des Amtes Schrifttumspflege, Hans Hagemeyer, der Dichter Friedrich Griefe das Thema „Einsamkeit und Gemeinschaft" behandelte. Der Leiter des Zentrallektorats hes Amtes Schrifttumspflege Dr. Payr sprach über das Thema „Dichtung als Brücke zwischen den Völkern Europas", Bibliotbeks- direktor Hermann Haßbargen (Danzig) über „Sind Bibliotheken Totenhäuser des Schrifttums? Höchste Leistungsfähigkeit Dr. Ley vor denReichssiegern der deutschen x Nebungswirtschaft. Berlin, 18. Nov. (DNB.) In Anwesenheit des Reichsorganisationsleiters Dr. Ley fand eine Kund* gebung der deutschen Uedungswirtschaft im Amt für Berufserziehung und Betriebsführung in der DAF. statt. Verbunden damit war die Ehrung der 16 diesjährigen Reichspreisträger im zweiten Leistungswettbewerb der deutschen Uebungs- wirtschaft. Der'Leiter, Prof. Dr. Arn hold, wies darauf hin, daß die fördernde Berufserziehungsarbeit der DAF. vor allem auf dem Grundsatz der der deutschen Nation aus Schande und Knechtschaft handelt. Alles, was in diesen Jahren sich auf politischem, militärischem, sozialem Gebiet gebildet hat, steht im Zeichen dieses alle einigenden großen Gedankens. Doch wenn wir uns alle im Kampf um dieses Dasein des deutschen Volkes zu diesem Sah: Ich bin nichts, mein Volk ist alles! bekannt haben, so ist damit wohl eine Verpflichtung s Ü r alle ausgesprochen worden. Gegenüber dem von allen anerkannten Recht der Gesamtheit auf die Zeit und Arbeitskraft des einzelnen in- und außerhalb feines Berufes tritt die Forderung auch nach Beschaulichkeit, nach gesammelten Stunden, nach der Einsamkeit. Wenn wir uns selbst überprüfen, und wenn wir die anderen großen Menschen, gleich, auf welchem Gebiete, Überschauen, dürfen wir wohl fest- skellen, daß die entscheidenden Entschlüsse Ergebnisse der einsamen Stunden dieser Großen gewesen sind. Denn presse und Staatsführung. Engster Kontakt mit dem Volke die Grundlage der Arbeit des Propagandaministeriums. Einsamkeit und Kameradschaft. Alfred Bosenberg auf der Reichsarbeitstagung des Amtes Schrifttumspflege. Jüdischer Oevisenschmuggler festgenommen. Flensburg, 18.Nov. (DNB.) Bei der lieber- aangsstelle Schusterkate, im Süden des Kreises Apenrabe sauste plötzlich ein Motorradfahrer i m 100-km-Tempo über d i e Grenze, passierte den deutschen und den dänischen Grenzbeamten und verschwand in nördlicher Richtung. Der dänische Beamte machte unverzüglich den nächsten dänischen Polizeiposten telephonisch von dem Vorfall Mitteilung, dem es dann auch gelang, des Flüchtlings habhaft zu werden. Der Festgenommene, ein Jude aus Breslau, hatte versucht, einen Betrag von 17 000 Reichsmark über die Grenze zu schmuggeln. Hindernis zu beseitigen, erschossen ihn die zwei Wegelagerer und fuhren mit dem Wagen davon, den sie aus bisher noch unbekannter Ursache im Lavanttale stehen liehen. Dort begaben sie sich zu Fuß um den Zirbihkegel in die Steiermark in die Gegend von perchau. Durch einen über die Straße geworfenen frisch geschlagenen Baumstamm stellten sie wieder eine Autofalle her und lauerten am Wegerande auf ein neues Opfer. Gegen 19.15 Uhr nahte ein Auto. Die drei Insassen des Autos, zwei Ingenieure des Iudenburger Arbeitsamtes und der Lenker namens Reinhard Zöhrer, stiegen aus, um das Hindernis zu beseitigen. Dabei wurden sie von den zwei Wordbuben überfallen. Der eine tötete Zöhrer durch einen Vrustschnß. Der eine Ingenieur konnte flüchten und die Gendarmerie von Reumarkt alarmieren, die die ganze Umgebung unter Einsatz von S2L abstreifte. Den anderen Ingenieur nahmen die Jugendlichen als Geisel mit nach Unz- Während der Fahrt bedrohten sie ihren Furchtbare Verbrechen jugendlicher Autobanditen. IZjähriger und 20iShriger Wegelagerer ermorden vier Personen. Die nationalsozialistische Bewegung hat die Idee der Gemeinschaft als Arbeits- und Kampfkameradschaft verkündet. Sie hat in extremer Darstellung dieser Gedanken das Wort aufaegriffey: Ich bin nichts, mein Volk i st > scyen Perjonucyren oyne onuiDiuuausmuä uer jet» alle s! und wollte damit aussprechen, daß jeher ) tiererifd>en und Wirtschaftsinteressenten, auf der alles zu opfern hat, wenn es sich um die Rettung <7-^----r««. RUHL Seilersweg Nr. 6/ ad IO Telephon Nr. 317C eparaturen . Berlin, 18. Nov. (DNB.) Auf der fünften Reichsarbeitstagung des Amtes Schrifttumspflege beim Beauftragten des Führers für die gesamte geistige und weltanschauliche Erziehung der NSDAP, sprach Reichsleiter Alfred Rosenberg zum Thema „Einsamkeit und Kameradschaft". Er führte dazu folgendes aus: Die nationalsozialistische Bewegung hat vom ersten Tage ihrer Wirksamkeit an betont, daß die großen Schöpfungen der Menschheit stets unmittelbarer Ausdruck großer Persönlichkeiten sind. Sie hat aber ebenso unzweideutig zum Ausdruck, gebracht, daß jede große Persönlichkeit, selbst wenn sie oft sich in Gegensatz zu einer Gemeinschaft stellte, doch zutiefst in dieser Gemeinschaft ver-! wurzelt war. Ohne den kühnen Gedankenflug großer Menschen würde das Leben erstarren. Und ohne das hemmende Schwergewicht einer sich langsamer fortenttvickelnden Masse bliebe ein neuer Gedanke ohne jene Härtung, die ihn gexade von einer bodenlosen Schwärmerei unterscheidet. mit 1,4 Einwohnern auf dem Quadratkilometer eines der dünnst besiedelten Länder des Weltreiches, beherbergt bis heute nur etwa 2000 Weiße als Plantagenbesitzer, Händler und Beamte. Das tropische Klima begünstigt den Anbau von Reis und Zuckerrohr. Die Wälder liefern Kautschuk, Kakao, Farbhölzer, Faser- und Arzneistoffe. Es finden sich auch Gold und Diamanten. Es ist also durchaus keine trostlose Wüste, die man in London als „nationale Heimstätte" für die jüdischen Emigranten ins Auge gefaßt hat. Wie weit sich das Projekt verwirklichen lassen wird, steht ganz bei England und dem Weltjudentum selbst, das ja, wenn man von den soeben bekannt gegebenen Zahlen über die fünf Jahre nach der nationalsozialistischen Machtergreifung noch bei uns befindlichen jüdischen Vermögenswerte auf die Verhältnisse der englischen und amerikanischen Juden schließen will, gewiß kapitalkräftig genug ist, um eine jüdische Massenansiedelung in einer fast menschenleeren tropischen Kolonie zu fmanzieren, wo die Juden jedenfalls nicht wie heute in Palästina einem nationalbewußten Volk wie den Arabern angestammten Boden streitig machen würden. Eine gewisse Presse in Amerika und England täte mitsamt ihren Hintermännern besser daran, diesen Gedanken der britischen Regierung ihre ungeteilte Aufmerksamkeit zuzuwenden, statt sich als höchst unberufene Anwälte des „Weltgewissens" in lärmender Kritik und böswilligen Verleumdungen über Deutschland zu ergehen, ein Verhalten, das nur geeignet ist, das deutsch-englische Verhältnis in unerträglicher Weise zu belasten, und überdies angesichts der Entschlossenheit des deutschen Volkes, die Judenfrage wenigstens für sich radikal und restlos zu lösen, völlig nutzlos ist. Dr. Fr. W. Lange. verwachsen und großgeworben sein unter der Masse. Er kann nicht lernen, was er besitzen muß! Das Volk mußte wissen, wie der Mann spricht, der es während der Krisenzeit aufklärt, es muß nicht nur seinen Worten lauschen, sondern aus seinen Worten auch fühlen, wie es steht und wie es weitergehen soll. Es muß seit langem Vertrauen besitzen zu der Art seiner Volksaufklärung. Die Kenntis des Volkes und das Klingen der Volksseele muß ich mir als Propagandaminister Tag f ü r T a g a u f s neue erwerben. So gehe ich z. B. täglich zum Volk, um das Volk zu studieren. Ich achte genau darauf, wie reagiert das Volk, was gefällt ihm und was lehnt es ab. Sehr wesentlich ist es, babin zu betonen, daß ein Propagandaminister s i ch nicht von einer chinesischen Mauer umgeben lassen darf. Wenn mir hin und wieder einer vorwirft, wir schließen uns vom Volke ab, bann kann ich nur lachen. Wenn wirklich lauter Leute um mich waren, bie nur mit Paragraphen zu tun haben, bann könnte biete Ansicht richtig sein. Ich sehe tagsüber Ortsgruppenleiter, Hauptschriftleiter kommen zu mir, Bauarbeiter erzählen mir ihre Sorgen, Künstler besprechen mit mir ihre Pläne — und aus all diesen Berufsschichten setzt sich zusammen das Volk! Abends sehe ich bas Volk während der Stunden der Erholung, in großen Werken spreche ich mit den Arbeitern, während bie Maschinen laufen. Im Mütterheim ber NSV. erzählen mir Berliner Mütter von bem, was sie denken und was sie bedrückt. Immer höre ich die Stimme des Volkes. Mit offenen Augen durch bas Leben gehen — barin besteht bas Geheimnis unserer Erfolge. Auch in ben Stunbeu ber Krise blieb bas Geheimnis des Erfolges: bas Volk kennen, um seine Sorgen wissen, bie kleinsten Beschwernisse auch des unbekannten Mannes zu kennen — unb boch das große Ziel dabei nicht aus dem Auge verlieren." Ceylon will keine Juden! C 0 l 0 m b 0,18. Nov. (Europapreß.) Der Gouverneur von Ceylon, Sir Andrew C a l d e c 0 11, sprach sich nach einer Besprechung mit seinen Ministern gegen einen Zustr 0 m von Juden nach Ceylon aus. Die Verwaltung des Landes müsse, so betonte ber Gouverneur, bei ihren Entschließungen über Einwanberung auf bie Wirtschaftslage unb bie Arbeitslosigkeit Rücksicht nehmen. Diese Stellungnahme des Gouverneurs ist eine Antwort auf ben Appell ber englischen Regierung an die Verwaltungen ber britischen Kolonien, in bem biese auf» geforbert worden sind, bei der Auswanderung von Juden behilflich zu sein. Berlin, 18. Nov. (DNB.) lieber die staatspolitische Aufgabe ber Presse und die Grundlagen der Dolksaufklärung äußerte Reichspropagandaminister Dr. Goebbels in einem Gespräch mit dem Hauptschristleiter des Berliner „12 Uhr Blattes" u. a.: _ , , „Die deutsche Publizistik hat nicht bie Aufgabe, bem Leser unbedingt unb um jeden Preis bas Neueste auf ben Frühstücksttsch zu legen. Es ist bies ber Ehrgeiz ber privatkapitalistischen Zeitungskonzerne in ben sogenannten bernokratischen Staaten. Sie leben untereinander in schärfster Konkurrenz, und wer am frühesten die neueste Nachricht bringt, darf sich gewöhnlich auch der größten Auflagen rühmen. Bei uns übt die Presse eine wichtige Funktion des staatlichen Lebens aus. Sie ist zu einem Träger öffentlicher Pflichten gewor- d e n. Die deutsche Presse hat positiv in dem Zusammenspiel der staatlichen Kräfte m i t z u w i r k e n, es sind ihr somit gleichwichtige Aufgaben zugewiesen, wie etwa der Verwaltung ober ber Schule. Kein Mensch kann bestreiten, baß während des tschechischen Konfliktes die deutsche Publizistik in der Offensive stand. Im Weltkrieg begnügten wir uns damit, die Meldungen der Gegner zu dementieren unb richtigzustellen. Diesmal aber haben wir bie Offensive ergriffen. Die beutsche Presse hat während der vergangenen Wochen Hervorragendes geleistet. Es war eine Freude für die deutsche Staatsführung, mit ihr zu arbeiten. Ich wünsche und hoffe, daß die beutsche Presse bie* sen Geist auch in Zukunft beibehalten und weiter entwickeln möge. Auch ber beutsche Rundfunk hat sich als ausgezeichnetes Instrument der deutschen Staatsführung erwiesen. Als erste Voraussetzung für bie gesamte Arbeit seines Ministeriums bezeichnete Dr. Goebbels bann die ständigen engsten Kontakte mit dem Volke. Der Propagandaminister muß das Volk kennen, er muß von allem Anfang an mit ih m Niederlage Churchills im Ltuierhaus. Kein Munitionsministerium in England. London, 18. Nov. (DNB.) Die Abstimmung im Unterhaus über den liberalen Antrag auf Einsetzung eines Munitionsmini st e- r i u m s gestaltete sich zu einer großen Niederlage für Churchill. Der „Times" verweist darauf, daß Churchills Appell an 50 Konservative, gegen die Regierung zu stimmen, nur ein äuherst schwaches Echo gefunden und daß außer Churchill nurnochzwei Abgeordnete ihre Stimme gegen die Regierung abgegeben Hütten. Eden unb Lorb Granborne hätten für bie Regierung gestimmt, einige anbere Konservative hätten sich ber Stimme enthalten. Ein Teil ber Abgeorbneten, bie ben Antrag ursprünglich unterzeichneten, habe gleichfalls für bie Regierung gestimmt. Der konservative Antrag, in bem bem Premierminister das Vertrauen ausgesprochen werbe, sei bereits von 220 Abgeordneten unterzeichnet worden Vor der Abstimmung hatte Verteidigungsminister I n s k i p erklärt, in ber Munitionsbelieferung bestünden gegenwärtig keinerlei Schwierigkeiten, so baß kein Grund für die Schaffung eines besonderen Ministeriums vorliege. Man arbeite nach einem Rüstungsprogramm, das sich auf eine Reihe von Jahren erstrecke, und das bis zu feinem gegenwärtigen Zeitpunkt erfüllt worben fei. Man habe auf weiten Gebieten in ben Hanbel eingegriffen, um bas notroenbige Material für bas Aufrüstungspro- gramm möglichst schnell zu erhalten. Man habe beschlossen, das Bauprogramm für Geschütze zu erhöhen. Der Bau von Rüstungsfabriken nähere sich jetzt seinem Höhepunkt. All bas zeige, fo schloß Jnskip, baß die Pläne der Regierung ben Notwen- bigkeiten entsprächen. Wenn sie auch bie Schaffung eines Munitionsministeriums als überflüssige Be- hinberung der ^.Belieferung augenblicklich ablehne, bleibe es doch ihre Pflicht, alle Notwendigkeiten des Programms weiter zu prüfen. Wahlschlappe der englischen Konservativen. London, 18. Nov. (Europapreß.) Die Wahl des bekannten Publizisten und Rundfunksprechers über internationale Fragen, Vernon B a r 11 e 11, als überparteilicher Lmkskandidat im Wahlkreis Bridgewater, ist für die Regierung ein unangenehmer Schlag, zumal, da auch die Neuwahl im Wahlkreis Doncaster eine Erhöhung der bisherigen Mehrheit der Arbeiterpartei um 4000 Stimmen gebracht hatte. Bridgewater war bisher als sicherer konservativer Sitz betrachtet worden. Bei ber letzten Wahl im Jahre 1935 brachten es bie Kanbibaten ber Liberalen unb der Arbeiterpartei zusammen auf 13 600 Stimmen, während der Einheitskandidat dieser beiden Parteien diesmal 19 540 Stimmen auf sich vereinigen konnte und damit den konservativen Abgeordneten um mehr als 2300 Stimmen hinter sich ließ. Dieser Sieg ist der erste sichtbare Erfolg ber Einheitsfronttaktik zwischen Liberalen unb Arbeiterpartei. Bisher konnte sich biese Einheitsfront nur auf verhältnismäßig unbebeutenbe intellektuelle Gruppen ber beiben Oppositionsparteien stützen. Es ist wahrscheinlich, baß nach dem Ergebnis von Bridgewater bie Regierung noch öfters mit solchen Ge- meinschaftskandibaturen rechnen muß. schlug sich, unb bie brei Insassen würben heraus- gefdjleubert Dabei gelang es bem Ingenieur, zu entfliehen. Die zwei Verbrecher wurden von einer S 2t-Streife ge(feilt Cs entspann sich ein heftiger Feuerwechsel, bei bem ber SA.-Sturmführer hebenstreit unb ber SA.-Wunn Zetter getötet wenn dieses allgemeine Achtungsgefühl jeden wurden. Der ältere Bruder des Wörderpaares er-1 ^ünftIer beherrscht, wenn er ein Thema aus bem litt Schußverlehungen. Auch ber jüngere würbe - ' - ~ """ leicht verletzt Die zwei Dlörber, einer von ihnen ist 13 unb ber anbete 20 Iahre alt, würben hieraus feft genommen. Zu ihren Taten hatten sie sich eines Trommelrevolvers unb einer kleinkalibrigen Der englisch-omenkMche Handelsvertrag Berlin, 18.Nov. (DNB.) Der deutsche Bot- dustrie zu schützen? Daß dieser Ausgleich und diese iDr Hans Di7ckhoff7 ist Abstimmung der beiden konkurrierenden Wirtschafts- Me »ur Berichterstattung nach Ser- systeme nicht immer leicht war, zeigen die vielfachen ^rden Unterbrechungen und Stockungen m den Handelsver- * Die Chinesen über Opfer auch noch ein Sittl'chkeitsverbrechen verübt »ozialisten zunächst noch unklar ist. Diele? sen in der Zeit der guten Konjunktur eingedeckt batten. Die politisch wichtigste Frage des neuen Vertragswerts läßt sich dahin zusammenfassen: Wie weit ist es England gelungen, das auf der Wirtschaftskonferenz von Ottawa 1932 geschaffene einheitliche Zoll- und Wirtschaftsgebiet seines Empire (überseeischen Reiches) gegen einen allzu starken Wettbewerb der amerikanischen In- Meyer, hatte diese des öfteren besucht und kleine häusliche Arbeiten für sie erledigt. Auf Grund der von nicht mehr als zehn Schilling je Paar zuge- standerr worden. Man tut der Wichtigkeit des neuen Vertrages1 keinen Abbruch, wenn man von ihm sagt, daß er eben nur im Bereich des Außenhandels beider Staaten eine wichtige unmittelbare Funktion erfüllt, nicht aber, oder wenigstens nicht direkt, in ihrem Binnenhandel. Die Aufmachung, in der sich die feierliche Unterzeichnung des neuen Handelsvertrages vollzogen hat, deutet allerdings auf die Absicht beider Regierungen hin, ihn vor der breitesten Oeffentlichkeit als Auftriebskraft für den noch immer schleppenden Geschäftsgang in beiden Ländern darzustellen. Wir rufen dabei dem deutschen Leser in Erinnerung, daß der im Jahre 1935 und besonders im Jahre'1936 recht lebhatte Koniunktur- aufschwung der Weltwirtschaft Ende März 1937 mit einem gewaltigen Börsenkrach endete, der im Laufe weniger Wochen ein Standardpapier, wie die Aktien des 'Stahltrusts, auf ein Drittel chres Kurswertes vor Eintritt der Börsenkatastrophe zurückschleuderte. Die sehr gute Ernte in den Vereinigten Staaten hat den Preisoerfall für Rohprodukte weiter beschleunigt. Für England ergab sich daraus die Folgerung, daß seine Fabrikanten auf den Rohstoffen sitzenblieben, mit denen sie sich zu hohen Prei- honna Meyer in ihrer Wohnung in Glienicke Mordlmhn) ermordet beraubt und an sein-m Oer deutsche Botschafter in Washington zur Berichterstattung nach Berl n berufen. Veröffentlichungen in der Taaespresse ginaen der Kriminalpolizei aus allen Kreisen der Bevölkerung eine Unmenge Hinweise zu, die alle in mühevoller Kleinarbeit nacbaevrüft wurden. Schließlich aelang es der Kriminalpolizei Zunker überraschend fefhu- nehmen Beamte der Berliner Mordkommission begaben si-h daraufhin nach Trier, um den Verbrecher nach Berlin zurückzubringen. Vollstreckung eines Todesurteils. Am 18. November wurde die 1903 in Viereth bei Bamberg geborene Kunigunde Krämer geb. Reus hingerichtet, die vom Schwurgericht Nürnberg- Fürtb wegen Mordes zum Tode verurteilt worden ist. Die Krämer hat in Nürnberg ihre 73iährige Mutter durch Gas vergiftet, um in den Besitz der Erbichatt zu kommen. Elf Todesopfer bei einem Volksaustauf in Istanbul. In Istanbul entstand vor dem Palast Dolma Baqtsche, in dem Atatürk aufgebahrt liegt, ein riesiges Gedränge. Hunderttausende wollten von ihrem toten Herrscher Abschied nehmen, wobei die Polizeiketten durchbrochen wurden und die Massen auf einmal zu dem Katafalk fluteten. Dabei kamen 11 Personen, zumeist Frauen, ums Leben, die von der Menge zu Boden getreten und zertrampelt' wurden. Aufsehenerregender Radiumdiebstahl in Amerika. Im amerikanischen Rundfunk werden seit einigen Tagen täglich mehrere Sendungen verbreitet, die vor der Erwerbung eines kostbaren Päckchens warnen, dessen Inhalt, Radium, in Laienhand todbringend sein kann. Aus einer Klinik sind fünf in eine Bleiröhre eingeschlossene Radium-Nadeln, die ein Gesamtgewicht von 50 Milligramm Radium enthalten, gestohlen worden. Die Oeffnung dieser Bleiröhre bedeutet für jeden, der mit den hierbei unerläßlichen Vorsichtsmaßnahmen nicht vertraut ist, chwere Gefahren, unter Umständen sogar einen qualvollen Tod. Für den Fall, daß die Diebe sich bereits des Radiums entledigt haben sollten, fordert der amerikanische Rundfunk alle Personen, die verdächtige Verbrennungserscheinungen an ihrem Körper bemerken, auf, sich unverzüglich bei den Behörden zu melden. Der erste See, der zugefroren ist. Während überall seit Tagen vorfrühlingsmäßige Temperaturen herrschen, wird aus Bad Reichenhall gemeldet, daß der 800 Meter hochgelegene Frillen- tragsoerhandlungen. Kanadische Kritik an den neuen Handelsverträgen. London, 19. Nov. (DNB. Funkspruch.) Die „Times" stellt in einer Meldung aus Ottawa fest, daß der Abschluß des englisch-amerikanischen Handelsvertrages, der nur unter schweren Opfern der Dominien möglich gewesen sei, dort keine reine Freude hervorgerufen habe. Auch für das amerikanisch-kanadische Handelsabkommen, das durch den englisch-amerikanischen Handelsvertrag notwendig geworden sei, fehle es nicht an kritischen Stimmen. Besonders beklagten sich die Moto r f a b r i k e n , die einen Rückgang ihrer Aufträge befürchteten. Auch die T e x t i l f a b r i k a n t e n befürchteten eine Ueberschwemmung mit amerikanischen Waren, und die Hafenstädte verlangten die Abschaffung der englischen Vorzugszölle auf Weizen, da ein beträchtlicher Teil des Handels demnächst von kanadischen und amerikanischen Häfen abgezogen werde. Kleine politische Nachrichten. Der Führer besuchte das Gefängnis in Landsberg, in dem er vor 15 Jahren, vom 11. November 1923 bis zum 20. Dezember 1924 in Festungshaft war, ferner den Erweiterungsbau des AugsburgerStadttheaters, den Professor Baumgarten leitet. * Reichsminister Dr. Goebbels begibt sich am heutigen Samstag nachReichenberg,um dort zusammen mit Gauleiter Konrad H e n l e i n in einer Massenkundgebung den W a h l k a m p f für die am 4. Dezember stattfindenden Ergänzungswahlen zum Deutschen Reichstag zu eröffnen. Die Kundgebung, die um 19.30 Uhr in den Reichenberger Messehallen beginnt, wird von den Reichs- sendern BreslauundLeipzig übertragen. Die Eltern des Gesandtschaftsrats vom Rath und die deutsche Botschaft haben über die französische Presse ihren Dank für die zahlreichen Beileidskundgebungen zum Ausdruck gebracht. * König Carol und Kronprinz Michael von Rumänien haben London nach einem dreitägigen Staatsbesuch wieder verlassen. Die rumänischen Gäste verabschiedeten sich im Buckingham-Palast von der Königin und wurden sodann von König Georg auf den Viktoria-Bahnhof begleitet. Von Dover überquerten sie mit dem Zerstörer „Sikh" den Kanal, um sich nach Brüssel und von da nach P a * ris zu begeben. * Dem ägyptischen Königspaar ist in Alerandrien eine Tochter geboren worden, die nach der Mutter des verstorbenen Königs Fuad den Vornamen Ferrial (die Lichtreiche) erhalten wird. Es ist das erste Kind aus der am 22. Januar 1938 geschlossenen Ebe Königs Faruk mit der damals 17jährigen Farida Zulfikar. In Aaram starb im Alter von 74 Jahren Dr. Ante T r u m b i t l cb . nach Mätschek der markanteste kroatische Oppositionsführer und erster jugoslawischer Außenminister. Ans aller Wett. Verhaftung eines Raubmörders. Nach umfanareichen Fahndungen, die sich das ganze Reichsaebiet erstreckten, konnte in Ttier der 53 Jahre aste Peter Zunker feftqenommen werden, her am 3. d. M. die 28iährige Ehefrau Jo- deulliche Oppositionsstellung gehen werden. Daladier kann dann keine Stimme der Rechten mehr entbehren und muß den Wünschen der Rechten, vor allem auch in außenpolitischen Dingen, etwa in der Kolonialfrage, noch viel mehr als bisher Rechnung tragen. Es fragt sich, ob dann diese Regierung auf die Dauer noch den Namen Daladier führen wird, ober ob andere Kräfte stärker sein werden, etwa Paul-Reynaud selbst, der sich jetzt mit seinem dem Lande aufgezwungenen Sanierungs- plan bereits die Stellung eines „Ueberwirtschafts- ministers" gesichert hat. Verteidigungsminister pirow a!S <*aff bei Göring. Berlin, 18. Nov. (DNB.) Ministervräsident Ge- neralfeldmarfchall Göring gab zu Ehren des südafrikanischen Verteidigungsministers Pirow und Frau Pirow ein Frühstück, an dem neben dem südafrikanischen Gesandten und seiner Gattin Generaloberst Milch, Staatssekretär Körner, General Stumpff, General Übet unb die Herren der näheren Umgebung des Feldmarschalls mit ihren Damen teilnahmen. Der Reichsminister des Auswärtigen, von Ribbentrop, empfing am Freitagnachmittag in Anwesenheit des Gesandten Dr. S. F. N. Gie Minister Pirow. Einige Stunden vorher hatte sich Pirow zum Ehrenmal Unter den Linden begeben, wo er einen ’ Kranz niederlegte und die Front einer Ehrenkom- i panie abschritt. Rezept bei Ertä'tung, Gr'pvec-esahr: Erwachsene trinken kurz vor dem Zubettgehen möglichst heifo zweimal je einen Efrlönel.Klosterfrau- Melissengeist und Zucker mit etwa der dovvelten Menge kochenden Wassers gut verrührt. Kindern gebe man die Hälfte. 7103V Daraus schläft man gut und fühlt sich am anderen Morgen meist merklich wohler. Zur Nachkur nehme man noch einige Tage die halbe Menge. Sie erhalten Klosterfrau-Melissengeist m der blauen O'riginal-Packung mit den drei Nonnen in Apotheken und Drogerien in Z-laschen zu RM.2.80, 1.65 und -.90. — Dieses Rezept bitte ausschneiden I Frankreichs Krastanstrengung Von unserem E. I -Korrespondenien. melden Beschießung Kantons. London, 18. Nov. (Europapreß.) Die Londoner chinesische Botschaft erhielt Telegramme aus dem Hauptquartier des Marschalls Tschianakaischek, worin behauptet wird, bah bie chinesischen Truppen bie vor kurzem von den Japanern eroberte Stadt Kanton beschießen. Die japanischen Truppen in Südchina sollen sich in bie Stadt zurückgezogen haben. Japanische Truppenverstärkungen nähern sich, am Perlfluß entlang marschierend, der Stadt. An der Hunan-Front wollen die Chinesen bei einem Gegenangriff während der beiden letzten Tage den Japanern große Verluste beigebracht haben. Die drei wichtigsten Städte der Provinz Kwangsi in Südchina, Naning, Lungtschau und Liutschau, wurden von japanischen Militärflugzeugen mit Bomben belegt. der Grundlaae des qeqenwärtiaen P^undkurses ergibt einen Buchgewinn von 31 Milliarden Franken, ein Betrag, um den sich automatisch die Schuld des Staates bei der Notenbank vermindert, so daß noch etwa 21 Milliarden Franken Schulden des Staates bei der Bank von Frankreich verbleiben. Andererseits hat der Staat noch eine Reihe sonstiger Guthaben btt der Notenbank, die sich zusammen auf etwa zwölf Milliarden Franken belaufen, so daß bis auf weiteres der S^aat nicht an den Kapitalmarkt wr Aistnbm' von Anltt*"m zu appellieren braucht. Auf dem Gebiet des Arbeitsmarktes wer- ......... ben durch den Sanierungsplan verschiedene für. hatte. Zunker ^war ^em Bekannter ^der Famüie Frankreich neuartige Fronen aufgeworfen, so die ™ r‘ "u "x‘ *'** Ma,**a Umschulung von 40000 Eisenbahnern, auf die bie Bahngesellschaft infolge ber Verlängerung ber Arbeitszeit verzichten kann und die künftig für bie Landesverteibigung arbeiten sollen. Daß alle diele Maßnahmen, die für das Leben des einzelen oft sehr weitgehende Einschnitte bedeuten — dazu ge- । es amu hören auch bie Maßnahmen, die die Autorität der N - imei Arbeitgeber gegenüber ihrer Gefolgschaft verstärken _ , U ; Mbffl ©ei- Hotten —, VON den marriftiWen Parteien unb Dr- ®r° M b7r ebe?a‘ttV U r? b jn vernünftiger < oantiafinnen lebhaft angefochten werben durften. Welf- geregelt werben, fo ba6 tunftig ™ mosten i'‘b«" trifft bann schon bas ganze Problem der °?nze Industriezweige >m den S°mm rmonate^ ^„ Stellung der Regierung Daladier zw.- 1 AuMt dieses Iah- fchen den rnarristischen Parteien, Kommunisten und -zeugung auf 55 v.H. Sozialisten auf der einen Seite unb ben Parteien Januar sinken ließ, der Rechten auf der anderen Gegenwärtig hat bie ganuarjtrire nBs Regierung zweifellos bie Unterftuhuna ber aefanv direkten ten Rechten einschließlich ber Rabikallozialisten, *■ t*!? Kommunisten in ausgesprochener Paris, 15. November. Das „Journal Officiel", das am Montag mit dem Datum des 13. November herausgekommen ist, ist ein dickes Buch: die 32 Verordnungen, die in ihm enthalten sind, und die in einer dramatischen Stunde der politischen Geschichte Frankreichs dem weiteren wirtschaftlichen Niedergang des Landes Einhalt gebieten sollen, sind in der Rekordzeit von einer Woche zustandegekommen. Nicht weniger dramatisch waren aber auch die Umstände, unter denen der jetzige Finanzminister Paul-Reynaud Anfang November mit dem Erlaß der Sanierungsmaßnahmen vom Kabinettsrat beauftragt wurde, nachdem der entsprechende Auftrag dem früheren Finanzminister Marchandeau entzogen worden war. Marchandeau hatte sich auf das Gebiet von Zwangsmaßnahmen begeben, die dem Staat weitreichende Aufsichtsrechte in der Wirtschaft und vor allem die Devisenkontrolle übertragen haben würden. Die Mehrheit im Kabinett hat sich mit diesen von der Bürokratie des Finanzministeriums vertretenen Gedankengängen, die zudem noch sozialistischen Ideen entsprachen, nicht anfreunden können. Was jetzt im Zeichen Paul-Reynauds den Sieg davongetragen hat, kann — grob formuliert — als W i r t f ch a f t s- liberalismus bezeichnet werden, wenngleich die Rolle des Staates bei der Lenkung der Wirtschaft auch in Frankreich nicht mehr entbehrt werden kann. Im Hintergrund bei allen diesen Maßnahmen steht die Sorge um die Durchführung des Au frust ungsprogramms, für das im nächsten Jahr 25 Milliarden Franken vorgesehen find. Die Zeit wird zeigen müssen, ob dem Same- rungsprogramm Paul-Reynauds ein größerer Erfolg befdiieben sein wird als früheren Versuchen, die nach dem Zusammenbruch bes Kabinetts Blum unternommen worben waren, im Juli 1937 von dem damaligen Finanzminister B 0 n n e t un Zeichen des Kabinetts Chautemps, und im Anchiayr dieses Jahres in den ersten Zeiten des Kabinetts Daladier. Alle damals unternommenen propagandistisch stark gerühmten Anstrengungen zur Belebung ber französischen Wirtschaft unb zur Besserung ber Staatsfinanzen waren trotz ber mit ihnen oerbunbenen Währungsmanöver erfolglos geblieben, weil sie nach wie vor im Z e i ch e n d e r Volksfront standen und im entscheidenden Punkt, der immer weiter gesunkenen i n b u ft r i e II e n C r = Zeugung, nicht ben Hebel ansetzen konnten Wenn jetzt von Paul-Reynauds Sanierungswerk bessere Ergebnisse erwartet werden, bann vor allem beshalb weil es nach bem offiziellen En de der Volksfront unternommen wird. Durch die Ein- führung von Ueb erstund en wird praktisch mit der 40-Stunden-Woche aufgeräumt; vor aUern roiro mit dem System der F ü n s t a g e w 0 ch e nach dem Schema „Fünfmal acht" gebrochen, und es wird bald in den meisten Industriezweigen k e t r - ’ ™ ’f nanzjahr mit einem Anlechebedarf von 60 Milliarden Franken gerechnet wurde, bleibt noch eine gewaltige Summe zu beschaffen, die nicht allein durch Einsparungen ausgeglichen werden kann, lieber« Haupt ist die neue Belastung des französischen Steuerzahlers der wunde Punkt aller dieser Programme. Schon die letzten Sanierungspläne brachten Steuererhöhungen. Besonders die verschärften indirekten Steuern, die Preiserhöhungen für den Betriebsstoff, Tabakwaren, Wein, Zucker, Kaffee usw. bringen, belasten die Lebenshaltung empfindlich und werden höchstwahrscheinlich neue Lohnbewegungen auslösen. Man hält sogar eine Steigerung der Arbeitslosigkeit in diesem Zusammenhang für möglich, und es wird sich zeigen müssen, ob die Hoffnung, diesen Gefahrenpunkt durch die Belebung der Wirtschaft auf anderen Gebieten ausgleichen zu können, berechtigt ist, Was die Währung betrifft, so sieht Paul-Reynaud, dessen Pläne in der Hauptsache den Wünschen der Großfinanz Rechnung tragen, neue Gefahren nicht für gegeben, da er mit einer Festigung des allgemeinen Vertrauens rechnet. Er hofft im Gegenteil auf Rückkehr von Fluchtkapital aus dem Ausland, und die Börse scheint ihm , zunächst mit der bereits eingetretenen Kurserhöhung für viele Werte Recht zu gehen. In diesem Punkt tragen seine Maßnahmen noch am meisten dem Schlagwort des Wirtschattsliberalismus Rechnung. Dasselbe gilt auch von ber Lockerung der Preiskontrolle für die wichtigsten Großhandelspreise; aber auch hier besteht die Gefahr neuer Preissteigerungen, die ihrerseits wieder Lohnbewegungen zur Folge haben können. Die Neubewertuna des Goldbestan- des der Bank von Frankreich etwa auf London, 18. Nov. (Europapreß.) Aus dem am Donnerstag abgeschlossenen englisch-amerikanischen Handelsabkommen geht hervor, daß die Zugeständnisse für die englische Ausfuhr nach den Vereinigten Staaten von Nordamerika f a ft zwei Drittel ber Waren auf ber Grundlage der Zahlen von 1936 betreffen Für rund ein Viertel der Waren, die bisher nicht mit Zöllen belastet waren, wird der zollfreie Eingang auch für die Zukunft gewährleistet, während für ein weiteres Viertel die bisherigen Zölle herabgesetzt werden. Drei Zwanzigstel werden auf ber bisherigen Höhe stabilisiert. Die Zollherabsetzungen betreten insbesondere den größten Teil der englijchen Textil- a us fuhr nach den Vereinigten Staaten. Für Baumwolltuche betragen die Herabsetzungen im allgemeinen zwischen 20 unb 30 0. H. ber bisherigen Sätze. Von großer Sebeutung ist auch bie Stabilisierung bes im kanadisch-amerikanischen Handelsabkommen von 1935 um 50 v. H. herabgesetzten Whisky-Zolls. Die Whisky-Ausfuhr machte im Jahre 1936 rund 12 0. H. der gesamten englischen Ausfuhr nach den Vereinigten Staaten aus. Für Wolltuche höherer Qualität ist der Wertzoll von 60 auf 35 0. H. herabgesetzt. Für Leinen sind gleichfalls Ermäßigungen durchgesetzt worden, je nach Art der Gewebe wird der Zoll von 30 bzw. 35 v. H. auf 20 v. H. gesenkt. Zollvergünstigungen kommen auch der englischen Baumwollspitzen- und Gardinen-Jn- buftrie im Bezirk von Northingham zugute. Ferner sind in der Liste der Zollvergünstigungen irdene Geschirr-, Porzellan- und Glas-, sowie versilberte Gegenstände, Schreibfedern, Fahrräder, Verbrennungsmotoren und eine ganze Anzahl von Maschinenarten aufgeführt, schließlich auch Schuhe. Die englischen Zugeständnisse für amerikanische Waren erstrecken sich zunächst auf die freie Einfuhr einer Reihe von Rohstoffen, darunter auf Rohwolle, Rohpelze, Harz und Schwefel. Für die Dauer des Abkommens wird der gegenwärtige zehnprozentige Zoll für Harthölzer und Asphalt aufrechterhalten. Die Zugeständnisse für die amerikanischen Fertigwaren kommen etwa einem Viertel der englischen Fertigwareneinfuhr aus den Vereinigten Staaten zugute. Hierunter fällt bie Festlegung bes bestehenden Zolls für große Kraftwagen. Desgleichen bleiben die Zollsätze für landwirtschaftliche Zugmaschinen, für Vaseline, Zelluloid zur Filmherstellung und für Baumwoll-Frauenkleider bestehen. Zollermäßigun- gen, bie in ber Mehrzahl 15 bis 20 v. H. ausmachen, betreffen: Rechen- und Büromaschinen sowie Maschinen für Reinigungsanstalten und Wäschereien, Benzinpumpen, Metallmöbel, elektrische Koch- und Heizapparate, Kühlschränke, Staubsauger, Lautverstärker und Grammophone. Mit Bezug auf den bestehenden 43'/sprozentigen Zoll auf seidene Strümpfe wird die Einschränkung gemacht, daß die Zollsumme 10 v. H. je Paar nicht überschreiten soll. Dies wird eine Zollermäßigung für die teuren Seidenstrümpfe bedeuten. Zollermäßigungen sind schließlich auch für Frauenhandtaschen im Werte bis zu vier Schilling pro Stück, sowie Frauenschuhe und -stiefel im Werte fee am Nordabhang bes Zwiesel mit einer Eisfläche bedeckt ist. Es würben bereits bie ersten Schlittschuhrennen auf der Eisdecke durchgeführt; die Reichenhaller Eisschützen veranstalteten schon bas erste Eisschießen. Der Frillensee liegt ganz im Schlagschatten des Berges und ist in jebem Jahr ber erste See, ber sich mit einer Eisdecke überzieht, die bis in den späten Frühling hinein erhalten bleibt. Wildernde Hunde überfallen einen Schaspferch. Zwischen Ochshausen und der Kasseler Erlenfeld- siedlung drangen nachts zwei Hunde in einen Schafpferch. Sie töteten zehn Schafe und verstümmelten durch Bisse 15 andere Tiere derart, daß sie not- geschlachtet werden mußten. Die Eigentümer ber roilbernben Hunde sind festgestellt. Ein Hund wurde sofort erschossen. Polens Jäger verlangen ein neues Jagdgesetz. Wegen seines reichen Wildbestandes stellt Polen ein Dorado für die Freunde bes edlen Weibwerks bar. Der Wert bes in Polen jährlich erlegten Wil- bes wird auf 15 Millionen Zloty (7,5 Millionen RM.) geschätzt. Das Jagdwesen ist somit ein wichtiger Faktor in der polnischen Volkswirtschaft. Polen fehlt aber ein ben Anforberungen ber heutigen Zeit genügenbes Jagdrecht, das ben Schutz bes Naturreichtums dieses Landes garantieren könnte. Das gegenwärtig verpflichtende Jagdrecht ist veraltet. Eine in Kattowitz in diesen Tagen abgehaltene Zusammenkunft der Jäger ganz Polens verlangte eine Erneuerung des Jagdgesetzes, um dem polnischen Jagdwesen die Bedingungen einer rationellen Entwicklung zu schaffen. Eine finnische Akademie in Rom. Wie die Blätter in Helsinki melden, soll die Gründung einer finnischen Akademin in Rom demnächst Tatsache werden. Der Ausschuß, der sie vorbereitet, ist dieser Tage zusammengetreten. An der Sitzung nahmen der finnische Unterrichtsminister, der italienische Gesandte in Helsinki und zahlreiche führende Persönlichkeiten des finnischen Kulturlebens teil. Der Ausschuß hat offiziell mitgeteilt, daß Mussolini für den Bau der Finnischen Akademie ein Grundstück in Rom zur Verfügung gestellt habe. Die Versammlung sprach der italienischen Regierung Dank und Anerkennung aus. Bärenplage in den französischen Pyrenäen. Das unerwartete Auftreten von Bären in den französischen Pyrenäen, die im letzten Sommer besonders unter den Viehherden des Tales von Ossau im Departement Basses-Pyr^nees großen Schaden anrichteten, hat unter der Bevölkerung um so größere Bestürzung hervorgerufen, als man seit Jahren in dieser Gegend keinen Bären mehr zu Gesicht bekommen hatte. Der Generalrat des Pyrenäendepartements hat zwar jetzt einen Kopfpreis von 500 Franks auf jeden erlegten Bären ausgesetzt, womit aber die Bärenplage kaum aus der Welt geschafft werden dürfte, da die für die Schußprämien verfügbare Summe insgesamt nur 2000 Franken beträgt. Weiierherickt Ein äußerst fräftiger Sturmwirbel ist vom Atlantik zum Nordmeer vorgestoßen und nimmt auch auf unser Wetter Einfluß. Dabei wird der Durchzug einer Störungsfront am Samstag vorübergehend stärkere Regenfälle und böig auffrischende Westwinde bringen. Anschließend setzt sich zunächst Aufheiterung durch, doch bleibt der Gesamtcharakter unbeständig. Vorhersage für Sonntag: Veränderlich mit Aufheiterung und einzelnen Niederschlägen. Bei lebhaften Winden um West Tagestemperaturen um etwa 6 Grad. Später wieder zunehmende Unbeständigkeit. Vorhersage für Montag: Bei Luftzufuhr aus West weitere Unbeständigkeit. Lufttemperaturen am 18. November: mittags 4 Grad Celsius, abends 2,5 Grad; am 19. November: morgens 2 Grad. Maximum 4,1 Grad, Minimum heute nacht 1,8 Grad — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 18. November: abends 5,6 Grad; am 19. November: morgens 4,8 Grad. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für^Politik unb für bie Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigenTeiUErnstBlumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. 21. X. 38: 10013. Druck unb Verlag: Brühlsche UniDerfitätsbruderei R Lange, K.-G.. sämtlich in Gießen Monatsbezugspreis RM.- 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit ber Jllu- ftrierten 15 Pf mehr Einzelverkaufspreis 10 Pf und Samstags 15 Pf., mit ber Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. gleichzeitig ft i 11 g e l e g scheinunq, die beispielsweise im -—o- • , । c. res in ber Eisenindustrie die Erzeugung auf 55 v. H. gegenüber 83 v. H. (1928) im Auf steuerlichem Gebiet sollen durch St°.u eVn StSttuna wüteÄ * unbbie fiab indirekten Steuern vier Milliarden ^r n . Sozialisten zunächst noch unklar ist. Vieles ken weiterer Einnahmen erschlossen werden. Da n rf) u g c r 0 3 Sozialisten ebenfalls in eine den bisherigen Schätzungen für das kommende öM*IPuc9l Da*ul' UUß d 1 utzwolle LÄUFER I,, . . "I Schöne [05172 Vermietungen z-Z.-Wobnung, ■■■■■■■■» mit Küchentlg., Tüchtiges solid. Stüctientlg., an alle inst. nur Allen Verlobten und zukünftigen Eheleuten Praktische Winke und Ratschläge für die Hausfrau [6957 D frei. Marburg.Str.7. |Steilengesuche| Perfekter WIMM | Mietgesuche| Kaufmann Stellenangebote] Tüchtiger, junger Kaufmann 11, d. Sehr gut erhalt. Zigarettenfabrik Verkaufs-Werber chor), Kollekte, KG. Abt. I KG. Abt. II 13. Kirchberg. G.-Abendm. f. 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In dem Roman „Kloster Lugau" schreibt Wil- beim Raabe: „Das Kloster hatte auf dem nächsten Bahnhofe sozusagen seinen eigenen Charon, per für es die Ueberfahrt aus dem Saculum gegen eme billige Taxe unb ein reichliches .Trinkgeld vermittelte. Mit einem Obulus begnügte bieser Charon sich frei» n^mUgan3en griechisch-römischen Altertum glaubte man allgemein baran, ber Tote käme nicht zur Ruhe, wenn er nicht bem Charon, j>em grausen Fergen bes Kahns" (Iuvenal), das Fahrgeld zahlen könne Noch Lukian bemerkt im Zweiten Jahrhundert n. Chr^ „In dieser Vorstellung ist bie große Menge so sehr befangen, baß, wen» einer ihrer Angehörigen stirbt, sie ihm zuerst, einen Heller m ben9 Mund stecken, ber für ben Fahrmann aU Bezahlung für bie Ueberfahrt bestimmt lA WA ebe" ber antike Mensch keine Taschen m seiner Gewan- bung hatte trug er Kleingeld tm Munde bei sich, wie noch heute alte Türken bie kleinen Silberpiaster so verstehen wir, daß man auch ben Toten b Geld nicht in bie Hand, sonbern rn^.P^Gkra» Daß aber bieser Brauch erst nachträglich "te risch wird er uns bei Aristophanes (gejt. 386 a ■) zum erstenmal bezeugt - mit dem To enfuyrer Charon in Beziehung gebracht wurde steht f f, denn die Sitte, dem Toten eine Münze nntzugeve , ist auch bei den Völkern nachzuweisen, die von einem Charon oder einer Ueberfahrt in die Unte - Volkstümliche Weisheit hat sich solche Gedanken über den Tod gemacht. Der Tod ist das Mde aller Not, der Tod scheidet allen Krieg, der Tod ist ein gleicher Richter, dis hin zu bem rabikalsten „Man lobt im Tobe manchen Mann, der Lob im Leben nie gewann". Was aber sagt bas Denken über den Tod? Was tausenb Weise ersonnen und gesagt, was sich vielleicht hundertfach wiberstreiten mag — wollten wir es an einem flachen Allerweltsdenken messen — es enthält boch immer eines: logisches Denken wirb mit allem, was um ben Tod ist, nicht fertig. Es verblaßt vor ber, auch gebanklich faßbaren Wahrheit, baß ber Tod auch der Erlöser ist und nicht bloß der Feind und Zerstörer. Und diese Wahrheit, daß im Tode Versöhnung ist, weitet sich aus zu der anderen und höheren, daß der Tod (wie es auch Goethe meinte) ein lieber» gang ist zu einer höheren Lebens- und Entwicklungsform. Diese Form können wir freilich in keiner'Weise mit unseren üblichen Maßstäben messen. Sie geht über unser Verstehen und Erkennen und über den Gegensatz von Zeit und Ewigkeit. Zeit und Ewigkeit werden in ihr eins. Mehr zu sagen, verbietet uns die Ehrfurcht vor dem Tode. Es gilt Hamlets Wort: der Rest ist Schweigen. Eines aber bleibt- daß wir mit unserem Willen uns für das Leben entscheiden. Vor dem Tod triumphiert das Leben, es gewinnt neuen Gehalt, neuen Sinn und neue Farbigkeit. Ihm zu dienen mit neuer Kraft, heißt zugleich dem Tod die Ehre geben, bie ihm gebührt, und den Tod überwinden. ^Im^'^rabe ^ Childerichs L, des Frankenkönigs (geft 481), fand man über 100 golbene und 200 Urne Münzen; Albrecht dem ta» W “g wurde eine Münze mit dem eigenen Bilde m den Sara mitaeaeben; in Trier fand man m totem färgen des 915. Jahrhunderts Schädel ' /v deren Mundhöhlen kleine Silberrnunzen lagen, iwi 17. Jahrhundert gab man dem.verstorbenen Papst viel Gold- und Silberstücke m das Grab mit, wie er Jahre regiert hatte. Unb noch heute fte in Brcmbenburg, Sachsen, in der Lausitz, Oberpfalz Toten Gelbftücke m ben ffllunb, anbersm gibt man sie ihnen in bie Hand, ms Kiew, m oen Sarg ober ins Grad mit. mmurfi Verschiebens Gründe werden fürd esen Brauch angeführt. Nach antikem Vorbild halt man d,e Munze für ein Fährgeld; lohnen bo« au« n per deutschen Sage die Seelen bei ber Gebers ah ben Rhein ben Fergen mit Geld ab. Oder s fl sollte. e .. „ _ x als Zehrgeld: so erzählt man in der Altmark, M3 feinen Palast habt ihr leichtfertig auf Sand ge- die Toten im Nobiskrug den letzten Sechser oer- i. neue Tätigkeiten, denen analog in welchen wir uns schon erprobt, nicht versagen! Fügt er sodann Erinnerung unb Nachgefühl bes Rechten unb Guten, was wir hier schon gewollt unb geleistet, väterlich hinzu, so würben wir gewiß nur desto rascher in bie Kämme bes Weltgetriebes eingreifen ... Lessing zum Tode seiner Iran. Der Tob hatte Lessing, nach kurzer, wenig mehr als einjähriger Ehe, 1778 seine Frau unb seinen vor wenigen Tagen geborenen Sohn geraubt. Er schreibt seinem Freunde Eschenburg. Meine Frau ist tot, und diese Erfahrung habe ich nun auch gemacht. Ich freue mich, daß mir viel dergleichen Erfahrungen nicht mehr übrig sein können zu machen und bin ganz leicht. — Auch tut es mir wohl, daß ich mich Ihres unb unsrer übrigen Freunde in Braunschweig Beileids versichert halten darf. L s s' Novalis über den Tod seiner Braut. Novalis, selbst vierundzwanzigjährig, verlor 1797 seine Braut Sophie von Kühn im Alter von sechzehn Jahren. Ihre Leiden werd' ich ewig nicht verwinden. Die Martern dieser himmlischen Seele bleiben der Dornenkranz meiner übrigen Tage. Wollte Gott, den ich flehentlich darum gebeten habe, daß sie kurz wären, eine unbestimmte, vielleicht sehr lange Zeit von ihr getrennt zu sein — den Gedanken kann ich noch immer nicht tragen. Wenn meine Wehmut zur leisen Flamme wurde, die mich so verzehrte, daß mich dann ein leichter Luftstoß in einen Haufen Asche verwandelte, sollte Sophie nicht diesen Wunsch unterstützen? Ihr Leben hielt ohnedem meine geistige Existenz zusammen — seit dieser Geist wich, fangen schon die organischen Teile an, sich zu trennen und zu ihren Elementen zurückzukehren. Die Gestalten meines Innern zerbröckeln — ich lebe in Ruinen, unb balb wirb alles bem Erdboden gleich fein. Eins ist mir fränfenb, baß ich so unter ben Lebenbigen, frohen Menschen, wie ein Leichenstein herum- gehen soll unb ihre kurzen Freuden stören. Aber darum will ich auch recht schweigen und ruhig aussehen lernen ... Was Sie von Sophies unsichtbarer Gegenwart reden, ist eine herrliche Wahrheit — ihr Bild fall und will mein besseres Seihst sein — bas Wunde r- bild, bas in meinem Innern von einer ewigen Lampe erleuchtet wirb unb bas mich gewiß retten toirb für fo manchen Anfechtungen bes Bösen unb Unlautern. In bie verklärten Hände hab' ich der Tugend von Herzen gehuldigt — sie soll mir ein Vorbild fein — - Um Tote weht ber Geist bes ewigen Friebens, unb bieser Geist ber Eintracht, Liebe, Herzensgüte, Sanftheit unb Demut soll mich auch umwehn, benn was fehlt mir zum Toten — bin ich nicht so gut wie verstorben? Trost, sagen Sie, kann nur bie Zukunft geben — ja! die wahre Zukunft, nicht die wenigen, mühevollen Jahre — aber was jenseits ist, was uns aus so manchen Naturtönen, aus so manchen ihrer Gestaltungen mit unbeschreiblichen Ahnungen erfüllt. Schelling über den Tod seiner Gattin Caroline Schilling, einst die Gattin August Wilhelm Schlegels, starb am 3. September 1809 auf der Reise in Maulbronn. Lassen Sie mich diese Tage des Schmerzes unb ber schrecklichen Furcht übergehen! Die einzige, wenngleich schwache Beruhigung ist, baß Caroline jebe Art von Wartung unb Hilfe genossen hat, der sie Dem Auge das Beste! 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Die großen Schmerzen, die mit dieser Krankheit verbunden sind, hat sie fast nur einen Tag und mit der edelsten Standhaftigkeit und wahrer Geistesgröße getragen. Ähre letzten Tage waren ruhig; sie hatte kein Gefühl von der Gewalt der Krankheit noch von der Gewalt des Todes. Sie ist gestorben, wie sie sich immer gewünscht hatte. Am letzten Abend fühlte sie sich leicht und froh, die ganze Schönheit ihrer liebevollen Seele tat sich noch einmal auf; die immer schönen Töne ihrer Sprache wurden zur Musik; der Geist schien gleichsam schon frei von dem Körper und schwebte nur noch über der Hülle, die er bald ganz verlassen sollte. Sie entschlief am Morgen des 7. September, sanft und ohne Kampf: auch im Tode verließ sie die Anmut nicht; als sie tot war, lag sie mit der lieblichsten Wendung des Hauptes, mit dem Ausdrucke der Heiterkeit und des herrlichen Friedens im Gesicht. — Ach, solange sie noch dalag, solange ich noch die letzten Reste von ihr mit meinen Tränen benetzen konnte, war ich nicht ganz unglücklich; nie kehrte ich von dem Anblick zurück, ohne gestärkt und getröstet zu fein, so heiter war chr Ausdruck. Ach, endlich mußte ich mich auch von dem letzten trennen; ich begleitete sie zu ihrem Grab, wohin sie mit jeder Feierlichkeit gebracht wurde, die zur Ehre der edlen Verstorbenen gereichte, der ich — leider! — im Leben nicht alle die Ehre hatte erzeigen können, die ich gern wünschte. Nun ruht sie in einem stillen Tale, an dessen romantischen Anblick ihr Auge oft mit stilles Schwermut gehangen hatte, an einer Stätte, wo einst auch meine guten Eltern ruhen werden. Bettina von Arnim über den Tod Karolinen^ von Günderode. Karoline von Günderode hatte, enttäuscht in ihrer Liebe zu Friedrich C r e u z e r, 1806 den Tod bei Winkel am Rhein gesucht. Mir fällt hier in mancherlei Rücksicht das ernste, traurige Schicksal von Troja ein, wie seine jungen Helden die Burg zusammenrissen, um die Burg selbst zu retten. Dem König war aller Mut geweihet, drum mußten sie die Türen und Giebel vom Palast nieder- roerfen, um die Feinde zu zerschmettern, mit goldenen Balken warfen sie in der Zerstörer Schar, um diese zu vernichten, solange bis alles zerstört und nichts mehr war, dann schrien sie: „Troja ist nicht mehr, die herrliche Burg, die wohnlichen Gemächer, wir haben sie aus den Grundfesten gerissen, um ihren Feinden abzuwehren". So steht auch die unglückliche Günderode in ihrem schrecklichen Schicksal da, sie wollte den Feind vernichten, der ihre Freiheit einengte, und mit dem einzigen Versuch, mit dem einzigen Dolchzucken traf sie ihr eigen Herz und warf das, was ihr wert fein sollte, weit von sich und traf mich auch mit dieser Untat, ich werde den Schmerz in meinem Leben mit mir führen, und er wird in viele Dinge mit ein» wirken, es weiß keiner, wie nah es mich angeht, wieviel ich dabei gewonnen und wieviel ich verloren habe. Ich habe den Mut dabei gewonnen und die Wahrheit, vieles zu ertragen und vieles zu erkennen; es ist mir auch vieles dabei zugrunde gegangen, ich werd' mich nicht so leicht mehr an den einzelnen fesseln, und um dieses werd' ich oft mit Schmerz und Trauer zu ringen haben. — Sie wissen wohl gar nichts von allem, wie sie sich am Rhein auf einer grünen Wiese unter Weiden- büschen um zehn Uhr mit lustiger Miene bas starke Messer durch die Brust gestoßen, so nah am Rhein, daß ihre aufgeflochtenen Haare in das Wasser hingen; die ganze Nacht blieb sie da liegen, bis morgens der kühle Tau ihr auf die Brust fiel in die tiefe, tiefe Wunde hinein, die gleich im ersten Moment dem Leben so großen Raum gab, schnell zu entfliehen. Ich war gerade auf einer Rheinreise begriffen; den Tag, nachdem es geschehen war, warf man mir die schreckliche Nachricht ins Herz, ich fuhr in dem kleinen Nachen an der Stelle dicht -vorbei, wo es geschehen war. Wie es mir da gegangen, wie ich gegen alles ein anderes Gefühl gehabt, und wie ich die Natur mit einem eigenen Blicke betrachtet habe — davon sprechen wir, wenn wir uns sehen; es waren Gewitter am Himmel, dunkle, schwere Wolken, Sonnenblicke, und doch war alles so herrlich, ich habe einzig gefühlt, und ich bin froh, daß ich's durchlebt habe. Am „vierten" Von unserem VI. Rom, November 1938. Die erste Massenwanderung italienischer Siedler nach Libyen ist beendet. Die 1800. Bauernfamilien haben sich in ihren weißge- tünchten Häusern eingerichtet und die Bebauung des bereits zur Aussaat vorbereiteten Bodens ihrer künftigen Besitztümer in Angriff genommen. Die Äugend hat auch schon die nachbarliche Fühlung von Haus zu Haus ausgenommen, wozu die vielfach aus der Heimat mitgebrachken Fahrräder gute Dienste leisten. Wenn der Transport der Familien von den Ausfchiffungshäfen zu den Siedlungsgebieten ohne jeden Unfall verlaufen ist, so darf dies neben der bis ins kleinste durchdachten Organisation vor allem dem vorzüglichen Zustand der Straßen zugeschrieben werden, die den endlosen Kraftwagenkolonnen überall zur Verfügung standen, und die die Küstenprovinzen Libyens zu einem geradezu idealen Gebiet für den Automobiloerkehr machen. Die über 1800 Kilometer lange, sieben Meter breite Asphaltstraße von der tunesischen bis zur ägyptischen Grenze, die nur geringe Steigungen, weite Kurven und wenig Kreuzungen aufweist, ermöglicht es dem Autofahrer, mit hohen, gleichmäßigen Geschwin- digkeiten die mitunter einige hundert Kilometer betragenden Entfernungen zwischen den einzelnen Ortschaften zurückzulegen. Bei etwaigen Pannen ist Hilfe nicht weit, denn die geräumigen Wegewärter. Häuser, die in Abständen von etwa dreißig Kilometer an der Straße liegen, sind auf die Unterbringung von Fremden vorbereitet und besitzen meist Werkstätten, in denen kleinere Wagenreparaturen vorgenommen werden können. In allen, auch den kleineren Orten, sind erstklassige Hotels errichtet worden, und man kann ohne Uebertrei'bung sagen, daß man in Libyen heute bequemer reift als in vielen Gegenden Europas. Unter den zahlreichen Fragen, die dem Generalgouverneur Balbo von den ausländischen, vor allem den englischen und französischen Presiever- tretern oorgelegt wurden, kehrt die Frage nach d e m Z w e ck der italienischen Massensiedlung in Nordafrika häufig wieder. Der Marschall erteilte den Wißbegierigen bei einem Abendessen in „Albergo delle Gazzelle" zu Zliten folgende Antwort: „Wir siedeln, weil wir zu Hause zu viel sind. Eigentlich ist das Siedlungswerk nichts weiter als eine hydraulische Mcliorisierung. Ueberbies kostet das Land hier fast nichts. Mit 5000 Lire für den Hektar schasst man hier einen Hof mit Haus, Land, Stall und Vieh. Wenn man von politischen und militärischen Gründen absieht, dann ist das der Hauptgrund dieser Massensiedlung. Die Form der Kolonisierung ist faschistisch; sie ist kollektivistisch, ja vielleicht beinahe kommunistisch, jedoch mit dem Un» I terschied, daß der Kommunismus Land nur verspricht. Denn wir machen nach einer bestimmten Frist den Bauern von der kollektivistischen Organi- sation frei. Ähr könnt bei den Bauern nachfragen: dieses System funktioniert." Das Land, das den Siedlern zur Verfügung gestellt wurde, muhte von den Eingeborenen geräumt werden. Aber es wurde keinem etwas genommen; soweit das Gelände nicht schon vorher Staatsbesitz war, wurde es von der libyschen Regierung ordnungsmäßig angekauft und mit vielen Millionen bezahlt. Auch hier blieb Italien der Politik treu, die es feit der Besetzung Libyens betrieben hat, sich das Vertrauen, die Freundschaft und damit die Treue der eingeborenen Bevölkerung zu erringen, eine Politik, die sich in dem Rahmen der auf die Verständigung mit allen muselmanischen Völkern hinzielenden Gesamtpolitik des Faschismus einfügt, in einem Punkte allerdings hat sich der „totalitäre Faschismus" auch auf kolonialem Boden unbeug» jam gezeigt: er hat jeder Teilung der Macht mit religiösen Behörden auch des Äslam (etwa mit dem Kalifat), deren geistiger Einfluß von dem politischen nicht zu trennen gewesen wäre, ein Ende •bereitet. Mit Erfolg; denn es ist ihm gelungen, der libyschen Bevölkerung die Ueberzeugung beizubrm- gen, daß Italien selbst ihren religiösen Schutz übernehmen kann. Italien sichert die volle Religionsftei- heit der Mohammedaner. Es duldet keine Versuche, die Eingeborenen zu ,/bekehren". Marschall Balbo erklärte uns, daß er im Gegenteil den größten Wert darauf lege, die Mohammedaner bei ihrem Glauben zu erhalten; denn dadurch werde verhindert, daß sie dem Kommunismus zur Beute fallen. Die Kadis üben ihre richterliche Tätigkeit nach den Grundätzen des Korans unbehindert weiter aus. Die Zahl ter arabischen Schulen und der Moscheen ist von der libyschen Regierung beträchtlich vermehrt worden. Äm Verein mit der Außenpolitik Italiens gegenüber den Araberstaaten des Nahen Ostens, die durch zahlreiche Freundschaftsverträge gekennzeichnet wird, hat dieses kluge Verhalten gegenüber ‘ den Mohammedanern Mussolini die Möglichkeit und das Recht gegeben, sich zum „Schirmherrn des Äslam" aufzuwerfen. Daß die libysche Bevölkerung heute, nach kaum zehnjähriger Befriedung des Landes, fest zu Ätalien teht, wird von keinem aufmerksamen Beobachter in Abrede gestellt werden. Die unerschütterliche Treue der Heranwachsenden Generationen zu Italien ist für Marschall Balbo so über jeden Zweifel erhaben, daß er nicht gezögert hat, dieser Äugend eine militärische Ausbildung erteilen zu lassen. Dies geschieht durch die Miliz in der „Arabischen faschistischen Äugend", die 16 Bataillone mit über 10 000 Köpfen umfaßt. Bei der Einweihung der im Bau befindlichen Araberfied- lung El Ätrun durch Marschall Balbo hatten wir Gelegenheit, eine Abteilung dieser Äugendorgani- ation in ihren Kakhi-Uniformen zu bewundern; der militärische Schneid ließ nichts zu wünschen übrig. Nur als Balbo sich von den mohammedanischen Würdenträgern verabschiedete, da brach die Begei- tcrung nach arabischer Sitte durch. Die braunen Burschen umtanzten den Generalgouoerneur unter den einförmigen Klängen der Tambourine und fangen dazu unermüdlich: „Noi siamo soldatini di Benito Mussolini“ — „Wir sind die jungen Soldaten Benito Mussolinis". Die politisch-militärische Bedeutung Libyens, die Marschall Balbo in feiner üben angeführten Erklärung nur flüchtig streifte, ist durch die Massensiedlung und durch die unlängst erfolgte Eingliederung der vier Küstenprovinzen in das Mutterland wesentlich gesteigert worden. An sich ist diese Bedeutung durch die hervorragende strategische Lage des Landes in der Mitte der südlichen Mittelmeerküste gegeben. Libyen, das im Westen in Zuara, im Osten in Tobruk hervorragende Flottenstützpunkte besitzt und infolge seiner Boden- geftultung als ein einziger riesiger Flugplatz betrachtet werden kann, bildet eine vorgeschobene Bastion, von der aus Italien nicht nur das östliche Mittelmeer, sondern auch bis zu einem gewissen Maße den Zugang zum Suezkanal beherrscht. Man braucht, um sich den ungeheuren Wert dieser Position klarzurnachen, nur daran zu denken, daß Marschall Balbo während des Abessinien-Konfliktes die britische Drohung, den Suezkanal zu schließen, mit der sofortigen Zusammenziehung von 100 000 Mann an der libysch- ägyptischen Grenze beantwortete, eine Maßnahme, die einige Hitzköpfe an der Themse schnell zur Besinnung brachte. Dieser Vorgang zeigt, daß Libyen im Ernstfälle berufen sein könnte, nicht nur seine eigene Existenz, sondern darüber hinaus das äthiopische Imperium und sogar das Mutterland in ausschlaggebender Weise zu verteidigen. Neben den beiden Armeekorps, die in Libyen stehen, fällt diese Aufgabe der Landesverteidigung in erster Linie der faschistischen Miliz zu, die gegenwärtig etwa 20 000 Mann stark sein dürste, deren Bestände aber in unablässigem Anwachsen begriffen sind, da jede neu eintreffende Siedlerfamilie zwei bis drei waffenfähige Männer mitbringt. So stellt der Faschismus dem Typ des „Bürger-Soldaten", den er in Italien geschaffen hat, hier draußen den Typ des „Siedler-Soldaten" zur Seite, der neben den Werkzeugen zur Bearbeitung des Bodens das Gewehr und die Uniform aufbewahrt, um im Notfälle diesen Baden und das gesamte Land mit der Waffe in der Hand zu schützen. Die Legionen der Miliz sind mit Lastkraftwagen und Motorrädern ausgerüstet, um sie schnell von einem Ende des ausgedehnten Landes zum anderen werfen zu können. Was für eine derartige Formation die jährliche Zuwanderung von 2 0 0 0 bis 30 0 0 F a - mitten, die Marschall Balbo für die nächsten fünf Äahre vorbereitet, bedeutet, liegt auf der Hand. Die Miliz besorgt im übrigen auch die vormili - tärische Ausbildung ihres Nachwuchses, der Faschistischen Äugend, die vor etwa einem Jahr bereits 12 000 Mitglieder zählte und seitdem aus den gleichen Gründen wie die Miliz selbst im unablässigen Wachstum begriffen ist. Was die Anglieder ung der libyschen Küsten- Provinzen an das italienische Mutterland angeht, so sind gerade auf, politisch-militärischem Gebiet btc Folgen dieser wohlüberlegten Maßnahme für den Außenstehenden nicht leicht a'bzuschätzen. Äm „Cor- riere Padano", der als Organ Balbos gilt, las man darüber: „Dieser Schritt bedeutet, daß wir von heute ab unsere libyschen Provinzen verwalten können, ohne daß ein fremder Staat direkt sich hineinmischen ober sich damit befassen kann, wenn er nicht gegen die Grundsätze des internationalen Rechts und der internationalen Korrektheit verstoßen will, die jede Einmischung in die Innenpolitik anderer Lander untersagen. Der kürzliche typische Fall ter englischen Beschwerden über die Truppenstärke m Libyen kann sich nickt nur nicht mehr wiederholen, sondern könnte nicht einmal hypothetisch in Aus- f"='Musik‘nChaHier I Gegr 1857-Üi65560 • NeuenweglO sicht genommen werden, ebenso wenig wie er für Sizilien oder Piemont vorkommen könnte." Mit anderen Worten: Libyen hat als Best and teN Italiens die Möglichkeit, nach Gutdünken militärische Vorkehrungen zu seiner Verteidigung zu treffen, ohne daß ihm irgendein anderes Land hineinreden kann, wie dies der Fall fein konnte, so lange es eine Kolonie war. Großbritannien, das von Ätalien nach der Beilegung der durch den äthiopischen Konflikt entstandenen Spannung die Derringe- rung der libyschen Streitkräfte von vier auf zwei Armeekorps erlangte, hätte also feine. Hairdhabe, sich in Zukunft über eine Verstärkung der italienischen Truppen in den Kustenprovinzen oder über die Einführung der allgemeinen Wehr- p f 1 i ch t s ü r d i e (Eingeborenen 3U beklagen. Die letztere Maßnahme zum mindesten scheint in absehbarer Zeit zu erwarten zu fein, denn der bereits zitierte „Corriere Padano" schreibt, daß die Bürgerrechte, die den Libyern verliehen werden, nicht nur eine Beteiligung der Eingeborenen an verschiedenen lokalen Behörden und Körperschaften vorsehen, sondern auch die Bildung einer arabischen • Sektion der Faschistischen Partei'— also wohl auch der arabischen Miliz — und die Heranziehung 3um Militärdienst, der damit aufhöre, Söldnerdienst zu . sein. * Das gewaltige Siedlungswerk, das Marschall Balbo im Auftrage des Duce eingeleitet hat und mit unermüdlicher Tratkraft zu Ende führen wird, dient also recht vielseitigen Zwecken. Zunächst einmal der Entlastung der Heimat von einem ländlichen Bevölkerungsüberschuß, der aus ziemlich aussichtslosen Verhältnissen in die glückliche Zukunft eines gesunden Kleinbauernstandes verpflanzt wird. Verbunden damit schwebt über der Massensiedlung als ideales Ziel die Verwirklichung der wirtschaftlichen Selbständigkeit Libyens, eines Landes, das gegenwärtig noch in hohem Maße aUf die Einfuhr aus Ätalien und anderen Ländern angewiesen ist. Und alle diese ineinandergreifenden sozialen und wirtschaftlichen Dinge führen dann ge^ meinfam zu dem hohen Endzweck der ,/militärischen Autarkie" Libyens, zu einer noch nicht abzusehenden Stärkung der Machtposition Italiens im Mittelmeer, das — nach einem Ausspruch Mussolinis — seine Lebensader ist. Eine Brille mit Zweistarkenglasern empfehle ich jedem, dem beim Blickwechsel (Ferne/Nähe) das Auf- und Absetzen der Brille lästig ist Die fachgemäße Anpassung ist meine Spezialität! ßa*A .ELLER der Optiker am Bahahol. Chemie erschließt die" elt. Don den Grundlagen und Aufgaben des chemischen Zeitalters. VI. Der große Lehrer des chemischen Zeitalters. Mit der Entwicklung der chemischen Ändustrie, der Soda, der Schwefelsäure und des Chlors zu Ausgang des 18. und im 19. Jahrhundert, vor allem in England, war der Welt zum ersten Male em großartiges Beispiel gegeben für die schöpferische Zusammenarbeit zwischen chemischer Forschung und Technik. Daß der Aufbau einer Ändustrie der anorganischen Grund« chemikalien zunächst in England begann, hatte seine machtpolitischen und wirtschaftlichen Gründe. Man hatte auf der Änsel Geld. England beherrschte die Meere. Die Briten hatten einen Vorsprung in der Entwicklung der Dampfmaschine, der Ändu- strialisierung der Steinkohle, der Fabrikation von Eisen, Ändustrieanlagen und Apparaten. Deshalb ist es kein Wunder, daß auch der nächste große Antrieb zur weiteren Entwicklung der chemischen Industrie in England erfolgte. Auf der Insel wurde ja 1740 der erste mit Koks betriebene Hochofen errichtet. Wenn man aber Koks gewinnt, fallen als Neven- Produkte Leuchtgas, Steinkohlenteer und Ammoniak ab. 1807 bestaunten die Londoner die erste gasbeleuchtete Straße. Allmählich wurde das Gas vom Nebenprodukt der Koksgewinnung zum Hauptprodukt. Und um so mehr fielen Teer und Ammoniak an. Mit dem Ammoniakwasser mußte man gar nichts anzufangen. Den Teer konnte man wenigstens in beschränktem Umfang an Stelle des Holzteers zum Teeren der Schiffe verwenden. Aber dennoch blieben Berge von Teer liegen. Und so entstand die für die chemische Wissenschaft so wichtige «nb charakteristische Frage: Wie denn sind solche Abfälle zu verwerten, und wie kann man aus einem derartigen Nichts — Gold machen? Auch S a l p e t er gab es in England. Aus dem leer gewinnt man Benzol, aus Salpeter Salpetersäure. Benzol zusammen mit Salpetersäure führt aber unmittelbar zu den Anilinfarben. Die Engländer hatten Geld genug, auch waren sie wagemutige Unternehmer. Und 1856 entdeckte sogar ein Assistent des deutschen Chemikers A. W. Hoffmann in London, William Henry Perkin, das synthetische Anilinblau. Der deutsche Chemiker Bunge war ihm allerdings über 20 Jahre vor- meggegangen. Man muß die Entdeckung des Perkin wohl in diesem Zusammenhang sehen. So ist es historisch richtig. Perkin nun entwickelte auch die technischen Voraussetzungen für die fabrikmäßige Herstellung seiner Anilinfarbe. Aber trotzdem kam es damals in England zu keiner Teerfarbenindustrie. Die Entwicklung stockte. Die Engländer hatten sich noch kein Vertrauen zu dieser schöpferischen Wissenschaft der organischen Chemie erarbeitet. Das war das eine. Und das andere war ein entscheidender wirtschaftlicher Grund, der die Entwicklung hemmte. Wohl hatte England geträumt, die Fabrik der Welt zu werden. Die „Welt" sollte ihm die Rohstoffe und die Nahrungsmittel liefern. So bauten die Engländer vor allen Dingen die Industrie derjenigen anorganischen Chemikalien auf, die zur Verarbeitung der Rohstoffe gebraucht wurden. Aber auf künstlichem Wege nun neue Produkte herzustellen, die man billig aus den Kolonien erhalten konnte, dazu bestand kein Anlaß. Daran hatte das rohstoffreiche England kein Interesse. Wohl aber Deutschland. Dort hatte sich nun rein aus forscherischem Antrieb die neue Wissenschaft aus der organischen Chemie entwickelt. Sie führte in unenblidjen Analysen und methodischen Untersuchungen zur tieferen Erkenntnis und zur theoretischen Beherrschung ter Kohlenstoffverbindungen und schließlich eben zur methodischen Erforschung jener Abfallprodukte, die den Weg des Fortschritts in England blockierten. Man nennt die organische Chemie deshalb die C h e - mie b e r Kohlen st offverbindungen, weil die Anwesenheit des Elementes Kohlenstoff und dessen eigenartige Fähigkeit, besondere und recht kompliziert kombinierte Verbindungen aufzubauen, den organischen Verbindungen ihr besonderes Gepräge verleiht. Schrittweise erfolgte die genauere Erkennt- nis dieser Verbindungen. Der Kolumbus aber dieser Chemie war Friedrich Wöhler. Als er die erste künstliche Zusammensetzung eines organischen Produktes, nämlich des Harnstoffs, fertig brachte, war die Brücke zwischen der Chemie des Anorganischen und des Organischen geschlagen. Es war die Probe auf das analytische Exemwel gelungen, der praktische Beweis geliefert, daß es, entgegen der allgemein verbreiteten Zeitmeinung über eine besondere, die organischen Verbindungen aufbauende mystische „Lebenskraft", gelingen müsse, nach dem Vorbild der anorganischen Chemie Gesetzmäßigkeit, Ordnung und die Dildunasgesetze, auch der organischen Verbindungen, nach sicherem Forschungsplan zu erkennen. 1828 hatte Wöhler das erste künslliche organische Produkt, den Lebenskeim einer kommenden weit- umgestaltenden Wissenschaft, in seiner Retorte. Hundert Äahre später kannte man fast 250 000 Kohlenstoffverbindungen. Von allen anderen Elementen aber kannten mir bis dahin etwa 25 000. Aus dem Steinkohlenteer werden heute eine Reihe wertvoller Rohstoffe hergestellt, Benzol, Toluol, Naphtalin, Anthrazen, Karbolsäure und andere. Aus diesen gewinnen wir gegen 900 Farbstoffe, die gegen 5000 verschiedene Farbenmarken liefern. Ehemals war der Teer ein schmutziger, nutzloser und recht übelriechender Geselle. Er war ein ärgerlicher Abfall, der Teer. Heute bietet er die Quelle unermeßlichen Reichtums, zahlloser organischer Verbindungen, damit der Anilinfarbstoffe, wertvoller Medizinen, Brennstoffe usw. Aus dem schwarzen Teer ist eine Weltmacht geworden. Daß es aber dahin kam, daß Deutschland bann die Führung in ter auf ter organischen Chemie aufgebauten Industrie übernahm, das verdanken wir vor allem dem großen Freund Wöhlers, dem Forscher, Lehrer und Erzieher Justus von Liebig. Er war der große Lehrer des chemischen Zeitalters.,Für die ganze Welt. Als Forscher und Lehrer erkämpfte er eine Unterrichtsreform von aus« schlagebenter Bedeutung. Sein Laboratorium in Gießen war ein Beispiel für die Errichtung anderer in Deutschland. Es war ein Magnet für junge Chemiker aus der ganzen Welt. Geführt von Liebig und in seinem Geist wuchs eine Generation von Chemikern heran, wie nie zuvor geschult, zur laboratoriumsmäßigen Erforschung der Herstellungsbedingungen neuer industrieller Produkte. Das geschah in einer Zeit, in der die wirtschaftlichen Kräfte des Landes gegen die überholten innerdeutschen Zollschranken rebellierten, ein gesundes, unternehmungslustiges Bürgertum aufstieg. Dennoch machte man es Liebig nicht leicht, 3um Reformator des chemijchey Hochschulunterrichtä zu werden. Aber Liebig siegte. Die Einrichtung von mustergültigen Forschunasstellen unb Laboratorien an einer Reihe von deutschen Universitäten war ein wesentlicher Fortschritt über Frankreich und England hinaus. Das Jahr 1825, in dem Liebig fein Gießener Laboratorium einrichtete, ist für die Geschichte der modernen wissenschaftlichen und industriellen Chemie genau so wichtig wie das Jahr 1828, in dem Wöhler das metaphysische Gespenst der Lebenskraft vertrieb und die theoretische Beherrschung, auch der Produkte des Lebendigen, bewies. Allein die Entwicklung hätte auch in Deutschland nicht mit jenem stürmischen Tempo eingesetzt, wenn nicht Liebig in seiner Chemie des Ackers ein grandioses Beispiel für die fruchtbare Anwendung der neuen Wissenschaft gegeben hätte. So wurde die Fruchtbarkeit der Aecker gefördert, trotz anwachsender Bevölkerung, die Ernährung der ar- beitenden Menschen gesichert und die Entwicklung eingeleitet, die aus dem Agrarland Deutschland eben die chemische Fabrik der Welt machte. H. Sch-r. Zeitschriften. — Die Kunstbeilage des Nooemberheftes der im Verlag F. Bruckmann, München, erscheinenden Monatsschrift ,,D i e Sun st" bringt in einem ausge- ,zeichneten, das Original vollendet wiedergebenden Farbdruck einen Ausschnitt aus dem Paumgartner Altar von Albrecht Dürer: „Kopf des hl. Eustachius". Weibliche Plastiken von Ernesto de Fiork sind von einem Essay des Künstlers über „Gute und schlechte Kunst" begleitet. „Der Maler und die Natur" heißt ein Ansatz zu Bildwerken von Otto Geigenberger. Eine interessante Untersuchung von Paul Bender: „Wirklichkeit und Wahrheit im Porträt" stützt sich auf ein Selbstbildnis von Alexander Fischer, auf das Chopin-Bild von Eugene Delacroix die Selbstbildnisrnaske von Ren6 Sinterns, die Büste Olaf Gulbransfon von Bernhard Bleeker u. a. Don der Bedeutung Alfred Kubins spricht Sorg Lampe in einem Aufsatz, dem das Novalis'sche Wort „Das Aeußere ist ein in Geheimniszustand versetztes Inneres" ooransteht. Auf dem neuerdmgs eingeschalteten Textbogen lesen mir einen „Bries über Malerei" von Fritz Hülsmann und hören Caspar David Friedrich über „Äunft und Kunstgeist". „Der Querschnitt" bringt einen Lebensabriß des Malers Geigenberger sowie einen Artikel von Dr. Carl ßinfert „Schärfe" — ein gemeinsames Anliegen der Künste. __ Kür den Büchertisch. Las Lasas vor Karl V in. Durch die Keimt und die weite Wett nur klar dem Völker-Schmelztiegel der bereinigten Staaten. Dos macht das Land aud) so besonders anziehend für Reisende wie Gerd Düesberg, der ebenso unbekümmert wie er einer ihm ins Haus flatternden Jagdeinladung über den Atlantik fast an das an- dere Ende der Welt Folge leistet, nun auch unbc- schwert und voraussetzunaslos sich mit offenen Augen umschaut und das Erlebte mit der frischen Unmittelbarkeit des Jägers berichtet. Es sind keine romantischen, aufregenden Abenteuer berühmter Nimrode, die er zu erzählen hat, trotzdem sind seine Berichte vom Leben in einsamer Jagdhütte weit ab von ben. letzten Spuren menschlicher Zivilisation, von der Pirsch auf Äch und Bär in der unberührten Großartigkeit des Urwaldes für jeden von großem Reiz, der sich aus seiner Bubenzeit den Sinn und die ungestillte Sehnsucht für solche Robinsona- den eines primitiven Jägerlebens im Urwald bewahrt hat. Die weite Fahrt zu diesem idealen Jagdparadies am Kleinen Sklavensee erst auf dem gewaltigen' St.-Lorenzstrom an den kanadischen Großstädten vorbei, dann an den großen Seen entlang durch die unendlichen Weizenfelder Winnipegs und die gigantische Gebirgswelt der Rocky Mountains nach den Wolkenkratzern Vancouvers, seinen herrlichen Obst- und Blumengärten an der warmen Küste des Pazifik, diese lange Hinfahrt hat ebenso wie die weite Rückreise über Neuyork unserem Jägersmann Gelegenheit gegeben, in einener Anschauung wie in vielen Gesprächen interessante Eindrücke zu sammeln, die er in fernem Buch zu einem aufschlußreichen und fesselnden Bericht über das kulturelle und wirtschaftliche Leben Kanadas zusammengefaßt hat. eein besonderes Augenmerk hat er auf das Deutschtum in Kanada gerichtet, über dessen Stellung dort er viel beachtenswerte Einzelheiten beizubringen weiß. So gehört dies lebensnahe Fahrtenbuch mit den vielen interessanten Abbildungen, die der Verfasser nach eigenen Aus- nahmen beigesteuert hat, weit über den Kreis der Freunde der Jagd in die Hand aller derer, die von einem zukunftsreichen auf weite Strecken noch saft unberührten Lande wie Kanada sich ein anschauliches Bild machen möchten. Fr. W. Lange. interessanten Karten würden in anderem karto graphischen Verfahren gewiß einprägsamer sein. Fr. W. Lange. — Reinhold Schneider: Las Cosas vor Karl V., Szenen aus der Kvnquistadorenzeit, Ewiger Schah deutscher Lyrik. — „21 us dem ewigen Schatz deutscher Lyrik" nennt sich eine sorgfältig ausgewählte und liebevoll ausgestattete Buchreihe des Verlages Rütten & Loening in Potsdam, deren erste. Serie bereits vor einiger Zeit herausgekommen und an dieser Stelle angezeigt worden ist. Inzwischen sind eine Anzahl neuer Bändchen erschienen — (322) —, welche die verdienstliche und sehr begrüßenswerte Sammlung ausbauen und fortführen. „Das e w i ge Beginnen" enthält Gedichte von Herder, die allermeist auch dem Gebildeten kaum bekannt sein werden. Unter der gemeinsamen Überschrift „S e - lige Rückkehr" hat der Herausgeber Alfred Gerz Gedichte von Hölderlin, Novalis und Wackenroder (dem Verfasser der „Herzensergießungen eines kunstliebenden Klosterbruders") bewußt zusammen- gefaßt: Hölderlins „Brot und Wein" und die „Hymnen an die Nacht" von Novalis bilden das Kernstück des Bändchens und erscheinen in beziehungsvoller Nebenanderstellung als bedeutendste Zeugnisse früh- romantischer Lyrik in Deutschland. „D a s unendliche Sehnen" mit Gedichten von Tieck, Arnim und den beiden Schlegels führen die Linie weiter; im „Romantischen Regenbogen" finden sich neben so berühmten Namen wie Kleist, E. T. A. Hofsmann und Philipp Otto Runge (den die meisten nur als Maler kennen), neben Fichte und Arndt, Fouque und Chamisso, Jmmermann und Zacharias Werner auch roeiliger populäre Erscheinungen aus dem Kreise der späten Romantik wie D. A. Assing, Feuchtersleben und K. F. G. Wetzel, der vermutliche Verfasser der „Nachtwachen des Bonaventura". Mancher Leser wird überrascht sein, den Verfassern so bekannter Lieder wie „Im Krug zum grünen Kranze", „Am Brunnen vor dem Tore" und „Es ist bestimmt in Gottes Rat" hier zu begegnen. „D a s 3 a über glas" stellt eine Reihe der besten und charakteristischsten Gedichte von Platen und Rückert nebeneinander. Die Schwaben Uhland, Kerner, Schwab, Hauff und Waiblinger begegnen sich in dem Bändchen „Der S om m e rf a d e n": bemerkens- wert, wie vieles von dieser Lyrik heute zum festen Bestand echter Volksliedpoesie gehört. „Das Spiegelbild" enthält Gedichte der Droste, auch minder bekannte als die in fast allen Sammlungen wieder- kehrenden. „Ziel und Grund" endlich bringt eine Auswahl aus der gedankenvollen Lyrik Hebbels. — Jedes der geschmackvollen Bändchen kostet nur 1,20 Mark, jedes ist eine kaum veraltende Bereicherung auch der kleinsten Bücherei. Die Sammlung wird fortgesetzt; mir benutzen den Anlaß, nachdrücklich auf sie hinzuweisen: hier finden sich Schätze aus dem ewigen Vorrat unserer Dichtung, die es verdienen, vom deutschen Volke gekannt, bewahrt und geliebt zu werden. fjans/Thynot. Sinder sotten wachsen. Bei Blutarmut und Appetitlosigkeit geben Sie ihnen Biofmin, das vorzügliche Kräftigungsmittel. Bioferrin leistet besonders auch in Genesungszeiten Kindern und Erwachsenen wertvolle Dienste. 7367V zT\ Za \ (BAYER V G 7 Vr/ der Maya und Inka und der westindischen Indianer unter die Herrschaft der Spanier zu Beginn des 16. Jahrhunderts ist eines der dunkelsten Ka- pitel der Menschheitsgeschichte. Denn hier wurden in ihrer Art hochstehende Völker mit ausgeprägter politischer Organisation, starkem künstlerischem Empfinden und feinausgebildetem religiösem Gefühl unter dem Vorwand, ihnen das Christentum zu bringen und damit der ewigen Verdammnis zu entreißen, aus purer Verständnislosigkeit und nackter Habgier nicht nur materiell vernichtet, sondern auch in ihrer Seele getroffen, ein Schlag, den sie niemals mehr verwunden haben. Es hat schon damals Männer gegeben, die diesen Mißbrauch des göttlichen Wortes ein Verbrechen naimL'u. Der Dominikanermönch Las Casas, der einst selber als junger Ritter im Ausbeuterheer der Konquistadoren mit nach Westindien gezogen war, wurde zum beredtesten Für unsere Kinder. — Griechische Heldensagen. Neu erzählt von Herbert Kranz. 253 S. mit 8 Tafelbildern. Leinen 5,80 Mark. 1938. Franck'sche Verlagshand- lung, Stuttgart. — (413) — Sinn für Einfachheit und Größe früher Dichtung und lebendiges Sprachgefühl bewährt sich in der von Herbert Kranz besorgten Neuausgabe der Griechischen Heldensagen. Mit sicherer Hand scheidet er alles philologische Beiwerk und alle spätere Zutat aus, um den ursprünglichen epischen Gehalt klar herauszuarbeiten, das Bild der Helden und ihrer Taten rein und un- verfälscht wirken zu lassen. Klar und herb ist die Lust, die um die Gestalten des Prometheus, des Herakles, des Perseus und Thefens weht, kühn und abenteuerlich ist der Zug der Argonauten, voll Leben und Farbe der Kampf um Troja, seltsam unmenschlich ergreifend die Irrfahrt des Odysseus. — Arno Reißenweb er: Dem Vater- land will gedienetsein! Dem Leben Ulrichs von Hutten nacherzählt. 192 Seiten. Mit einem Titelband und 30 Bildern im Text von Willy Planck. Ganzleinen 4 Mark. (Herold-Verlag, Stuttgart.1) — (447) — Der Verfasser gibt mit seinem neuen Buche im Huttenjahr eine wertvolle Darstellung des abenteuerlichen und wechselvollen Lebens dieses Helden deutscher Ksistesgeschichte, den besonders unsere Jugend in seinem schweren Kampfe um die Befreiung der deutschen Seele kennenlernen sollte. — Das Buch vom Weihnachtsfest. Nach einer Idee von Irmgard Kerckhofs. Mit Bildern von Lore Friedrich-Gronau. Verse von Herbert Kranz. 1.85 Mark. Josef Scholz Verlag, Mainz 1938. — (433) — Ein Weihnachtsbilderbuch, wie wir es heute für die deutsche Jugend wünschen. Frohe Kinderlust strahlt aus den Versen von Herbert Kranz ebenso wie aus den leuchtenden Bildern von Lore Friedrich- Gronau. Die beliebtesten Weihnachtslieder (mit künstlerisch eingeflochtenem Notensatz) beschließen das Buch. — Dies und Das. Ein Bilderbuch voll lust'ger Sachen von Susanne Harzdorf. (Sütterlinschrist.) 1,80 Mark. Verlag Joses Schal,;, Mainz, 1938. — (433) — Immer wieder werden die Kleinen in diesem unverwüstlichen Bilderbuch von vorne anfangen wollen. Lustig farbig sind 36 Dinge aus dem Lebenskreis der Kleinen humorvoll aneinandergtz- reiht. Die Dreijährigen werden so tun, als ob sie das alles schon lesen könnten, und die Geschwister, die eben zur Schule gekommen sind, werden voll Stolz dieses Buch als erstes Lesebuch benützen. Anwalt der Unterworfenen. Seine von glühendem Bekennermut getragene Propaganda erzwingt eine Aussprache vor dem Indien-Rat Karls V. und schließlich die Entscheidung des Kaisers, die den Eingeborenen der spanischen Kolonien Freiheit und Menschenwürde wieder geben soll. Für Reinhold Schneider, den Dichter und Geschichtsschreiber, spitzt sich der Kampf zu der Frage des Verhältnisses von Staat und Religion zu. Wir kennen eine ähnliche Problemstellung aus seinen früheren Werken „Das Jnselreich" und „Kaiser Lothars Krone". Las Easas glaubt, das Christentum dürfe in Westindien nur mit den Mitteln des Glaubens verbreitet werden, feine Gegner wollen die Indios erst mit der Schärfe des Schwertes dem Staat unterwerfen, bevor man ihnen das Kreuz bringt. Las Echos trifft auf der stürmischen Ueberfahrt nach Spanien, wo er vor den Kaiser treten will, mit einem Ritter zusammen, der, von Fieber geschüttelt, ihm die furchtbare Beichte eines verpfuschten Lebens ablegt. Noch einmal findet der Mönch seine eigenen (Erfahrungen bestätigt von den unmenschlichen Frevel- taten, zu denen sich die spanischen Abenteurer in hemmungsloser Goldgier verleiten ließen unter dem Vorwand, damit ein Gott wohlgefälliges Werk zu tun. Des Las Cafas feurige Beredsamkeit nennt vor dem Jndienrat diese Heuchelei bei Namen und DeuMe Erzähler. — Ernst Adolf Dreyer: Hans Friedrich B l u n ck. Sicht des Werkes. 352 Seiten. Geb. 7,80 RM. Im Alemannen-Verlag, Stuttgart. — (474.) — Der Dichter Hans Friedrich Blunck, der vor kurzem fünfzig Jahre alt und aus diesem Anlaß mit der Goethe-Medaille ausgezeichnet wurde, ist unfern Lesern seit vielen Jahren als ständiger Mitarbeiter am Feuilleton und an der Unterhaltungsbeilage wohlbekannt; manche werden sich auch der persönlicheren Begegnung mit ihm entsinnen, als er im Goethe-Bund bei uns zu Gast war. Bluncks Werk breitet sich, da er auf der Höhe des Ledens steht, mit einer imposanten Vielfalt und dennoch allenthalben spürbaren inneren Geschlossenheit vor uns aus. Dem, der es kennt, und dem, der es sich er chließen möchte, wird ein Buch wie das hier vorliegende erwünscht sein, bas die Vielfalt aus der Einheit der Persönlichkeit begreift, überschaut und erschließt; die Ausgabe stellt eine neu bearbeitete und erweiterte Fassung der 1933 zuerst erschienenen Schrift dar. Dreyer ist seit Jahren mit dem Wesen und Wirken des Dichters vertraut; in der Verbindung einer Darstellung und Deutung von Bluncks Werk mit charakteristischen Beispielen daraus wird das Buch seiner zwiefachen Aufgabe gerecht: den Leser einzuführen und dem Dichter seinen Standort im Raume des deutschen Schrifttums.anzuweisen. — Die eingestreuten Bilder und eine umfängliche Bibliographie am Schluß sind willkommene Beigaben Hans Thynot _ Gottfried Rothacker: Bleib stet! 14 Volksgeschichten. 168 Seiten. Leinen 3,50 9RarE. Verlag Albert Lanaen-Georg Muller, München, 1938 — (406) — Äit jeder dieser Geschichten lernen wir das Land und Volk der Sudetendeut. fchen besser begreifen und heben; fie erschließen uns in Sage, Geschichte und politischen Ereignissen der jüngsten Vergangenheit Geist und Seele dieser deustchen Stammesgemeinschaft. Da geht die Rede von dem Riesen-Dan, der vor Zeiten in den unergründlichen Wäldern hauste, und von dem trotzigen Knecht Jonas, dek als tums feinen Mann stand, da ist das $cIöenI.1 oon dem Opfertod der Brüder Gorenz und den rühmlichen Taten der letzten 3a^r5^nte' aUeb’ samt unvergängliche Beispiele deutscher Kraft uno Größe sind/So erweisen sich'diese ®e$^eit den Worten dessen, der fie lA^b ln Wahrheit „Geschichten, die man erzählt bei den Deustchen, weit draußen im Osten, wo em Ramges Schicks fQf her Drang des eigenen Blutes Jie ginge Mt bat in @«to4tertr«6 ihr«- Volkes". heftigen innerpolitischen Kämpfen feines Landes als klar blickender Politiker bewähren müssen, bis der Zusammenbruch ihn vor den kühnen Entschluß stellte, sein Volk gegen das Diktat von Sevres noch einmal hochzureißen und nach dem Sieg über Griechen und Ententetruppen den Neubau des türkischen Staates zu beginnen. Undurchsichtig, wie die Welt des Ostens überhaupt, ist auch die Persönlichkeit Tschiangkaischeks. Daher ist der kurze Ausschnitt aus dem Werden des großen chinesischen Führers, den der Verfasser an den Schluß seines Buches stellt, besonders interessant und aufschlußreich, seine Laufbahn als Offizier, sein Weg zu Sunyatsen und sein Kampf gegen Moskaus Emissäre in der Kuomintang. Mit der Niederwerfung Tschangtsolins, dem Diktator des Nordens, schließt die Skizze. Der Verfasser hat es verstanden, nicht die politische Idee dieser Kampfer für ihr Volk herauszustellen, sondern bringt uns auch die — E. G. Kolben Heyer: Das gottgelobte Herz. Roman aus der Zeit der deutschen Mystik. 537 Seiten. In Seinen 7,50 Mark. Albert Langen/Georg Müller, München, 1938. — (317) — Kolbenheyers neuer großer Roman schließt innerlich folgerichtig an die früher erschienenen Werke an, welche den Gestalten des Paracelsus und des Jakob Böhme gewidmet waren, — obwohl diese beiden zeitlich viel später in der deutschen Geschichte auftauchen und ihre Spuren hinterlassen. Gemeinsam erscheint aber, daß sich der Erzähler hier wie dort an- gezogen fühlte von einer Zeit höchst merkwürdiger Spannungen sozialer, politischer und vor allem geistig-religiöser Art. Dem durchschnittlich Gebildeten werden, wenn oon deutscher Mystik die Rede ist, die Namen des Meisters Eckhart, Taulers und Susos einfallen; er wird aber mit diesen Namen kaum mehr als die Vorstellung einer eigentümlichen reli- giäfen Steigerung, Entrückung und Verzückung verbinden, die den heuttgen Menschen gemeinhin fremd und jedenfalls sehr historisch anmuten wird ... chon deshalb, weil ihm kaum noch die inneren und äußeren Voraussetzungen gegenwärtig sein werden, welche zu einem derartig gesteigerten Lebensgefühl, einer so leidenschaftlich hingegebenen Vergeistigung und Verinnerlichung führte, daß körperliche Existenz und tägliche Umwelt am Ende nur noch als lästige Bürde und peinlicher Erdenrest empfunden wurden. (Hier deuten sich schon das ungesund Ueberhitzte, die ans Krankhafte grenzenden Auswüchse der Bewegung an.) Kolbenheyer stellt in den Mittelpunkt feines breit angelegten, figuren- und bilderreich ausladenden Romans die Gestalt der Margarete ebner, die zu den bedeutendsten Frauengestalten der Mystik gehört. Aus einem Donauwörther Patrizier- Hause stammend und schon in zarter Kmdhett der Kirche angelobt, nimmt sie nach dem jähen Tode, des Vaters den Schleier und tritt in das Nonnen- klafter zu Maria-Medingen ein. In der stufenweisen, schmerzlich-verzückten Entwicklung, welche die Schwester Margarete in der klösterlichen Einsamkeit, abseits und ausgezeichnet vor ihren Mitschwestern, durchläuft, steigert fie sich zu jenem mystischen Erlebnis der Einswerdung mit Gott, das für die Bewegung charakteristisch genannt werden darf. Wenn auch die entscheidenden Stationen dieses Lebenslaufes das eigentliche Thema Kolbenheyers bilden, so liegt für einen größeren Leserkreis, wie uns scheint, das Schwergewicht feines Buches doch wohl in der Schilderung eines sehr viel breiteren Lebens- raumes, innerhalb dessen sich die (schon damals mit Recht als ungewöhnlich und außerordentlich empfundene) Erscheinung der Ebnerin entfalten konnte: hier lesen wir zwar die äußere und innere Geschichte ihres irdischen Wandels, zugleich aber auch einen Roman aus dem deutschen Mittelalter schlechthin, das sich überaus plastisch, farbenreich und wirklichkeitsnah vor uns auftut. Die Zeit des ausgehenden dreizehnten Jahrhunderts in ihrer politischen, sozialen und religiösen Bewegtheit und Erregung, mit ihren weltlichen, geistlichen, bürgerlichen Sorgen, Händeln und Kämpfen wird lebendig, und es gibt eine Reihe von Szenen und Bildern in dem Roman, welche die Phantasie des Lesers mit einer ganz unmittelbar überzeugenden Kraft der Gestaltung bewegen und anregen: Brand und Berennung einer Stadt; bürgerliche Abendmahlzeit vor dem Osterfest; nächtliche Liebesszene; eine Kinder schul- stunde; Gespräch und Streit der Bürger in der Schenke; die feierliche Einkleidung im Kloster; königliches Hoflager; die Ritterschlacht bei Mühldorf; das Zwiegespräch zwischen Papst Johannes und Meister Eckhart —: dies sind nur einige von zahlreichen Szenen, in denen dem Leser eine sehr ferne Vergangenheit um so näher gerückt wird, je mehr er sich ' mit der oberdeutsch - mittelalterlich getönten Sprache vertraut macht, deren sich Kolbenheyer vor allem in der direkten Rede bedient, und die dem Ganzen auch stilistisch eine eigentümliche Geschlossenheit gibt. Man muß sich hineinlesen, was nicht jedem ganz leicht fallen mag: doch wirb man sich vielfältig angeregt und bereichert finden, wenn man sich auf' den' ersten paar Dutzend Seiten die Mühe nicht hat verdrießen lassen. Hans Thyriot. Politik und Geschichte. fort. 4 80 in Ganzleinen geb. 6,50 IWt. ®erlag Emil Roth in Gießen — (369.) — Daß Manner die Geschichte machen, ist keiner Zeit so « gewesen als der unfrtgen. So ift aud) jeber ■öe such zu begrüßen, der unternommen wird, das Le benswerk der Männer uns nahezubnngen die der politischen Welt von heute 'hr Gestch: geb^en. D Verfasser hat sick) darauf beschrankt, die Kampfzeit von fünf bedeutenden polittschen^ersönlichketten d Gegenwart in scharf umrittenen Skizzen sch'lberm S° s-h-n wir M u s, o l i n i, den Sch°pl°r d-s faschistischen Italiens, in jenem dunklen Fruhiahr 1919 den Entschluß fassen, gegen her. brobenten Bolschewismus die Frontkämpfer mobil zu ma^en wir begleiten ihn in die ©rünbungsoer amirüung der faschistischen Partei, sehen das Wachsen seiner Organisationen und schließlich k>en Psycholog sth Augenblick, in dem der Marsch auf Rom den 4m an die Macht bringt. Weit mehr von den Verhältnissen gedrängt, als durch eigenen bewußten Ent- schluß wurde Franco der Führer des nationalen Spaniens. Wir erleben in der hier gegebenen Skizze seinen Ruhm als Offizier der marokkanischen Truppen, eindrucksvoll ist die Schilderung feines zuwartenden Verhaltens in den Jahren der politischen Umwälzung bis er schließlich die Zeit für gekommen hält, wo nur die Erhebung aller Gutgesinnten Spanien vom bolschewistischen Abgrund zurückzurei- ßen vermag. Als sozialer und politischer Verschwö- rer beginnt Josef P i l s ud s k i, der Begründer des modernen polnischen Staates, seinen Lebensweg, fast ohne Hoffnung, jemals sein Ziel, ein freies Polen, zu erreichen. Der Kampf gegen Rußland führt ihn ins Gefängnis und Irrenhaus. In Galizien stellt er bann die erste Organisation auf die Beine, aus der die polnische Legion erwächst, mit der er 1914 in den Krieg gegen Rußland zieht. Die Auseinandersetzung mit den Mittelmächten und der letzte Kampf mit dem russischen Bolschewismus um Polens Freiheit finden eine packende Darstellung. Auch Kemal Atatürk, der Begründer der modernen Türkei, hat sick) immer wieder in den — Josef Hofmiller: Wanderbilder und Pilgerfahrten: Preis geh. 5,50 Mk. Verlag Karl Rauch in Leipzig- „Wollte man Hof- miller ganz kennenlernen, so müßte man mit ihm eine Wanderschaft machen', so schreibt em guter Freund von ihm, und wer in diesem schönen Buch- lein blättert, wird bald festgehalten werden von der Liebe zur Landschaft, vor allein zu seiner bayerischen Heimat, die aus jeder Zeile dieser Wander- ahrten spricht. Es ist nickst bloß das immense geschichtliche und kunsthistorische Wissen dieses Mannes, sondern vielmehr die Art, wie er sich dieses Wissen selbst erarbeitet und seine Leser an dieser Arbeit teilnehmen läßt. Wir kennen Hofmiller als Meister des Essays aus feinen vielen literarischen Skizzen. In diesen Wanderbildern erschließt er uns mit dem gleichen Feingefühl die oft auch nur bescheidenen'Schönheiten seiner bayrischen Heimat die fernab vom großen Fremdenverkehrssttom wirklich erwandert werden wollen. Es ist besonders dankenswert, daß der Verlag durch diese Neuausgabe das schöne Buch wieder bekannt macht * Fr. W. Lange. Gerd Düesberg: Zur Wildnis ferner Wälder, eine Ferienfahrt nach Kanada, mit 59 Abbildungen nach eigenen Aufnahmen. Preis m Leinen geb. 4,80 Mark. Hugo Bermühle-r Verlag, Berftn-Lichterfelde. — (483) — Der bekannte naturkundliche Verlag stellt eine neue Bücherreihe unter das Motto „Deutsche sehen die Welt". Daß nicht die "Welt der Globetrotter und Gesellschaftsreisen gemeint ist, dafür spricht.schon dieser erstt Band von einer Ferienfahrt nach Kanada. Das britische Dominion, das zu einem guten Teil schon weit in die Region des ewigen Eises hineinragtz aber banf warmer Meeresströmungen an seiner Westkulte eine falt südländische Vegetation entfaltet, hat lange im Schatten der beispiellosen Erschließung ^und wirt- Ichaftlichen Entwicklung der Vereinigten Staaten gestanden. Dem mehr patriarchalischen Zug ^r französischen Kolonialpolitik ist Kanada auch nach der Eroberung durch die Engländer treu geblieben. Das Nebeneinander von Romanen unb Mngelfad}|en m ihren ausgeprägtesten Formen ist für ftanaba Ijeufe nach eigentümlich und unterscheidet es wesentlich von siegt über die von rein politischem Denken eingegebenen Gegengründe des Rechtslehrers Sepulveoa. Reinhold Schneider zeigt sich auch in diesem Buch wieder als ein Meister der Sprache, der in knapper Erzählung die Atmosphäre eines ganzen Zeitalters einfängt. Das verzweifelte Ringen der von den Konquistadoren bedrängten Indios um ihren Glauben an das Gute in des Menschen Seele ist erschütternd erzählt in der Lebensgeschichte der jungen Lucaya. Ungemein packend ist die auch dialektisch formvollendet gestaltete Gegenüberstellung der beiden Meinungen in der Disputation vor dem Indien-Rat und schließlich zeigt der nächtliche Besuch des Mönches bei Karl V. noch einmal Glaube und Skepsis im Abwägen der neuen Zukunft. Fr. W. Lange. Menschen nahe, die oft in hartem Ringen mit den Auffassungen ihrer Umgebung den großen Entschluß faßten, für ihr Volk auch den letzten Einsatz zu wagen. Fr. W. Lange. . , _ u , , v . — Vitalis Pantenburg: Rußlands Preis in Leinen geb. RM. 5,00, Insel-Verlag, Leip- Griff um Nordeuropa mit 32 Lichtbildern -jg. — (302.) — Die Unterwerfung der alten mittel- und 4 Karten im Schwarzhäupter-Verlag, Leipzig, । nsid südamerikanischen Kulturvölker der Azteken, Preis geb. RM. 5,60. — (271.) — Wir wissen we- ~ ' nig von den steten Bemühungen des Bolschewismus, auf der Bahn der traditionellen Politik der russischen Zaren sich im äußersten Norden den Zugang zum eisfreien Meer zu sichern, der ihm im Süden durch den Ausgang des Weltkrieges versagt geblieben ist. Pantenburg verfolgt in knappen an- schaulichen Darlegungen die Vorgeschichte dieser Bemühungen bis zu ihren Ursprüngen, die die Anfänge der russischen Geschichte selbst sind, wenn auch erst Peter der Große „das Fenster nach Europa" öffnet und erst im Weltkrieg der Blick Rußlands auf die Murmanküfte fällt, wo an schmaler Küste die Eisfreiheit lockt, die man seit Jahrhunderten für das ungeheure Reich vergebens sucht. Der Bolschewismus hat hier angelnüpft und mit den gleichen brutalen Methoden wie der Zarismus im Weltkrieg diese Küste erschlossen. Da die Sowjets die Grenzen hermettsch geschlossen haben, ist es schwer, authentisches Material über die wirtschaftliche Ausschließung des Landes und die Rüstungsanlagen zu erhalten. Pantenburg Hot allen Nachrichten darüber nachgespürt und versucht ein zutreffenden Bild von dem zu erhalten, was dort vorgeht. Sicher ist, daß der Bolschewismus hier mit großer Energie und Zähigkeit ohne Rücksicht auf die furchtbaren Opfer an Menschenleben eine strategische Ausfallpforte schafft, die gegebenenfalls der roten Armee, Luftwaffe und Marine den Weg nach Nordeuropa bahnen soll. Finnland ist hier das äußerste Bollwerk des Abendlandes. Pantenburgs fesselndes Buch ist von höchster Aktualität. Mit seinen ausgezeichneten Bildern verdient es durchaus Beachtung. Die beigegebenen Schenkt Gasgeräte Gießen Wunderbar Die gute so ein UU Richard (Scherer: 7495 A, 1. 2. 7. Gießen, den 18. November 1938. 7462C Der Oberbürgermeister: Ritter. Jk fau weite ▲ A418d/38 Gießen, Bahnhofstr. 49, Ruf 3941 18. November 1938 1. Ziehungötag In der heutigen Vormittagsziehung wurden gezogen 99 A 800 RM. 12764 32662 42221 53304 44046 51299 76814 82650 92039 34261 45650 46128 53364 74005 79326 83196 84884 93555 94355 96091 100464 104153 104600 9. je 150 RM. und In der heutigen Nachmittagsziehung wurden gezogen 369925 369758 Keller R92D 59792 51479 GIESSEN Kreuzplatz 3 76714 40328 UfEDRC DRUCKSACHEN VVEHDE Brühl. Gießen 87952 92840 99439 108177 111730 113808 Gemüse — Wiesen Blumen Frei Haus 30 Pfg./SO kg Aufpr. Städt. Betriebe Gießen Gartenstraße 3 Telefon 2058 FÜR KÖHLER Koffer Haben Sie offene Füße? 3. 4. 5. 6. 124093 169490 222151 356316 130387 177782 244613 356538 141669 201861 311621 148154 179177 198021 235827 260475 270463 297057 320454 342036 366243 380006 398013 25595 146858 292861 1.35 RM./50 kg 1.50 RM./50 kg 113927 148350 172401 207095 245834 277541 290417 309148 326659 343272 389367 119509 151183 179971 217457 248969 280425 292092 309278 327349 343798 389742 131385 161359 185799 222295 245506 262667 282219 313602 330500 359049 374361 391649 50000 RM. 3000 RM. 2000 RM. 1000 RM. 134700 181697 302751 142791 164832 190370 234929 255821 265238 284928 314123 334135 360779 375293 392003 137404 163712 185545 236864 258601 289465 300528 316173 330645 370893 395603 147154 165315 196086 235544 259631 270208 286746 320381 335205 362012 375560 394991 100221 147429 208838 315388 144621 166823 194227 237552 259452 289739 303954 316447 336009 378280 399693 126889 148873 182882 203947 241084 261332 277900 298157 325957 347379 369048 381088 I. II. III. IV. V. Ring Ring Ring Ring laden ein zu dem am Dienstag, 22. November 1938 um 20.30 llhr in der Aula der Universität stattfindenden Vortragsabend. - Es spricht: 130202 152175 184870 217604 241924 262370 280038 302488 328040 351217 370707 390971 317020 245986 141586 103498 167234 213577 326182 J. Wellhöfer, Telephon 2313, Mark Str.24. Stückkoks Nußkoks I 353418 387561 112678 218412 Gas-Herd mit Brat- u. Backofen Gas-Heißquell Gas-Badeofen Gas-Heizofen Gas-Waschmaschine Gas-Kühlschrank finden Sie im Fachgeschäft Steinbach Wolkengasse z! Teilzahlungen Reparaturen vccaD Jederzeit anwendbar: z. Saatgut und z. Pflanzenwurzel GASKOKS DER GUTE BRENNSTOFF der kraftvolle NaturHumusdünger Rundfunk Geräte A. 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Gaswerk 6artenstra6e 3 • Ruf 2058/59 ___7470A Leibbinden Bruchbänder Einlagen Anfertigung in eig. Werkstälte Kurt Kling vorm. Begor Nacht. Bandaßistenmeist. Marktstr. 16 Lieferant der Krankenkassen Damen-Bedienung werden, daß durch die Einführung der neuen Stammiete-Eintrittskarten die Einlösung der einzelnen Raten nur noch an der Tageskasse erfolgen kann. Eine Einlösung an der Abendkasse ist in Zukunft nur noch in Aüsnahmefällen möglich. Gießen, den 15. November 1938. Der Oberbürgermeister. Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II Hartbrennholz. ä Wagen 5 Mk., Anmachholz. ä, Wagen 6 Mk., 1 Sack'Anmachholz 1 Mk. frei Eine interessante und lohnende Be* schäftigung für lange Abende sind Kunstlichtaufnahmen: Innenaufnahmen, Stilleben, Porträts Alles, was Sie dazu brauchen orjtho- und panchromatische Filme, Vacublitze- oder Nitraphotlampen, Stative und einige wertvolle Tips bekommen Sie bei Gewinnanszug 2. Klasse 52. Preußisch-Süddeutsche (278. Preuß.) Klassen-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Ude Weserstr. 8. Ratsherren. Haushaltssatzung und Haushaltsplan der Stadt Gießen für 1938. Rechnungsabschlüsse für 1936 Rj. Rechnungsabschlüsse für 1937 (Lyzeum und Gewerbeschule). Erhebung eines Zuschlags zur Grunderwerbssteuer. Altstadtsanierung II u. III (Fluchtlinienfestsetzung) (Seltersweg-Kaplansgasse, Katharinengasse, Löwengasse). Finanzzwischenbericht zum 30. September 1938. Volksbildungsstätte und RSO.-Oozentenbund, Gießen Taschen Giessen, Neustadt 43 Dllolepoer Möbelwerkstätten Wieseck-GieBeo. Ausstellungsräume Gießener Straße. Achtung! Versenkbare Nähmaschinen Marke , .Victoria** vor- u. rückwärtsnähend, mit Garantie. RM.125.- H. Kraft Selters weg 30 Wissenschaftliche Werke Sondergebiet der Brühl'schen Druckerei Mittler überJMlf Schotten ’ Photo-Kino Kreuzplatz 9 Mettenheimer Inh.: W. Menges 6468D Verkaufslager: Biohumwerk und Gaswerk sowie durch alle örtlichen Verteilungsstellen ___________________________________________________7469A 42 Gewinne zu 500 RM. 818 8272 9769 56237 78744 94440 99940 131891 146103 160804 173176 209652 211553 224592 319070 328677 350716 378315 Zum kühlen Grund Inh.: Adolf Schepers 7435° Zu beziehen durch Städt. Betriebe Außerdem wurden 302 Gewinne zu .. .. 4418 Gewinne zu je 90 RM. gezogen. Bekanntmachung. Am Donnerstag, dem 24. November 1938,16 Uhr, findet im Stadthaus Bergstraße 20, Sitzungssaal, eine öffentliche Sitzung der Ratsherren RATEN eine OLYMPIA. 4 Kleinmodelle schon ab RM 119.50 Verlangen Sie Prospekte zur Auswahl einer Goethe-Bund / Kaufmännischer Verein in Verbindung mit dem Volksbund für das Deutschtum im Ausland, Ortsgr. Gießen Montag, 21. November 1938, abends 8 Uhr, Neue Aula Sudetendeoische DicMerslunde Außerdem wurden 338 Gewinne zu je 150 RM. und 4406 Gewinne zu je 90 RM. gezogen. Im Gewinmade verblieben: 2 Gewinne zu se 100 000 RM, 2 zu je 25 000, 4 zu se 10 000, 4 zu je 5000, 6 zu se 3000, 8 zu se 2000, 26 zu je 1000, 50 zu je 800, 96 zu je 500, 342 zu je 300, 760 zu je 150£ 8700 zu je 90 NM. Gta-ttheaier-Miete. Die Einlösung der drillen Rate der Stammiete hat an der Theaterkasse, Johannesstraße 3, zu erfolgen, und zwar: 7444G Mittwoch, den 23. November 1938, für die Mitt« woch-Mieler, Donnerslag, den 24. November 1938, für die Frei- lag-Mieler, Freilag, den 25. November 1938, für die Dienstag- mit folgender Tagesordnung statt: Einführung und Verpflichtung der neu berufenen Schmerzen? Jucken? Stechen? Brennen? Oder sonst offene Wunden? Dann gebr. Sie die seit Jahrzehnten vorzüglich bewährte, schmerzstillende Heiisalbe ßrni-tarin“ Erhältlich in all. ,,UeiH'■ f"r WIESECK Sonntag abend, ab 7 Uhr: TOD Etagenhaus oder Geschäftshaus zu kaufen gesucht. Vermittler nicht erwünscht. Schriftliche Angebote unter 7460V an den Gieß. Anzeig. | Einspaltige | werden zum ermäßigten . Grundpreis von 5 Pf. für die Kleinanzeigen MilHmeterzeile veröffentlicht! Schreibtische an denen zu arbeiten Freude macht. Kräftig, elegant und praktisch, preiswert bei 652bA m SW1 gSS Bilder des •sx t&e* ,n he« M •nbieTet mit uns Ml ”nb. W* Mer über -Ild-t-n "Ud rfult bell« „enotnrnen i ‘«eien ans ~ (jin Glauber Gottes und und Tod. Tc bigen Christe Lebens. Der .wie ehedem, men, leit C hülfen Kur g nifit töten, tausend Nöte Stätten b£ Toten, wie schon hier ' hindurch leg acker, dicht u Friede, etwc unserer ob, unferm alte: in der Mitt Viel mehr c Höfen mit il koppel bei s unwett Liet Wehrkirche im Kreis Bl hier der Gc Gottes bei! andem We' entgegen, d unsere Enk frommen o wie jenes, findet: 3« Sei heilige gräbnisstat ginentä mi and) iffien < gilt der Eri Krieges ruh, zu dem noch das nun ui Ihr ungeh Totensonn^ als Geber darf ein v deutschlan Lebens vc Sie ha Ewigkeit einer öor „Wandere Seelen ifj Ä v'Nkte. es ln eine SQarbacfc Farmland, flfenfeen, l^ht das tn ri9en Stub. nod) alte F, M Belm ^(m Tarter ^eweiden- ^"leuchte bie 8a Ber,en. Biai Um bie ;ebe' die n- g°, ,z?°-ist bi s? b« Ä Sih KÄ'» bet d? «in, Iir.271 Drittes Blatt Gießener Anzeiger tGeneral-Anzeiger für Oberheffen) 10./20. November 1938 ten kann man sie haben. Die Christus-Legenden wurden sogar ins Grönländische übertragen, wobei sich die Schafe der bethlemitischen Hirten in Seehunde verwandelten. Alle Ehren, die die Welt zu vergeben hat, häufte man auf die schlichte, weißhaarige Frau. Sie ist Mitglied der Schwedischen Akademie und Ritter der Französischen Ehrenlegion. Als erste Frau erhielt sie den Nobelpreis, für „edle Idealität, Reichtum der Phantasie und seelenvolle Darstellung". So konnte sie den Wunsch ihres Lebens sich endlich erfüllen: sie kaufte Marbacka zurück. Sie hat einmal geschildert, wie sie in Italien von namenlosem Heimweh gepackt wurde durch den Duft eines Astrachan- Apfels. Er gemahnte sie an den verwilderten Garten von Marbacka, an die alten Apfelbäume, die in der Blütezeit leuchteten „wie eine große Schneewehe im Morgenglanz" — nein, es gibt nichts Besonderes an Marbacka! Der blaue See mit den Floßwäldern, die von den Bergen kommen, ist weit entfernt: das Haus ist einfach und nicht so reich und vornehm wie Rottneros mit seinem Kavalierflügel, das Ekeby der Göfta-Berling-Saga. Aber dennoch wird sie immer fühlen wie die kleine Selma Ottilie Lovisa Lagerlöf, als sie 1873 bei ihren Verwandten in Stockholm ihrem Tagebuch anvertraute: „Dort werde ich alles vergessen, was mich betrübt hat, dort werde ich wieder froh und glücklich sein, denn auf Marbacka gibt es keinen Kummer und keine Sorgen." Walther Schwerdtfeger. Zeitschriften. — „Der Bergsteiger." Deutsche Monatsschrift für Bergsteigen, Wandern und Schiläufen. Herausgegeben vom Deutschen Alpenverein. Alpenverlag F. Bruckmann K. G. & Holzhausen, München-Wien. Die Zeitschrift, die ihren 9. Jahrgang beginnt, ist durch die Beigabe der neuen „Mitteilungen des Deutschen Alpenoereins" umfangreicher geworden, während gleichzeitig der Bezugspreis gesenkt wurde auf 4,80 Mark für Alpenvereinsmit- glicder. bzw. 7,20 Mark für Nichtmitglieder. Das Oktoberheft bringt einen Beitrag: Nanga Parbat 1938, mit einem faksimilierten Brief, den die Expedition bei dem seit vier Jahren im ewigen Eis des Berges ruhenden Willi Merkl gefunden hat. Anschließend erzählen die Erstersteiger der Eiger-Nordwand ihre Erlebnisse. Fahrtenschilderungen, Volkskundliches, Erzählungen, Novellen, Gedichte, Meisteraufnahmen und ein farbiges Bild von Sepp Jnnerkofler als Standschütze runden den Hauptteil ab, während die „Mitteilungen" viel Praktisches für Bergsteiger und Schiläufer enthalten. Aus der Stadl Gießen. Totensonntag. Trübe, graue Novembertage. Die Herbstnebel brauen über dem Land und zaubern gespenstische Formen hervor. Die Blätter gleiten zur Erde nieder. Die Natur schickt sich an, den Winterschlaf zu halten: Bilder des Welkens und Sterbens treten uns entgegen. In diese Zeit fällt die Feier des Totensonntags. Ein Tag des Jahres ist dem Gedächtnis unserer Toten gewidmet. Ehe das alte Kircheniahr zu Ende geht, sammeln wir uns an seinem letzten Sonntag, um das Gedächtnis unserer Toten lebendig werden zu lassen. Tagelang vorher schon und am stärksten am Totensonntag selbst ziehen unabsehbare Scharen au den Ruhestätten der Verstorbenen, um sie zu schmücken. Lebendig wird im Herzen die Erinnerung an die, mit denen wir zusammenstanden, die im Leben mit uns verbunden waren und uns nun entrissen sind. Ehrfürchtig neigen wir uns vor der Macht des Todes. Aber über dem Abschiedsschmerz um die Vollendeten und Heimgegangenen wird uns die Lichtgestalt dessen lebendig, „der dem Tode die Macht genommen und Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht hat durch das Evangelium". Im Glauben fassen wir die Hand des allmächtigen Gottes und sind gewiß: er ist der Herr über Leben unb Tvd. Das Ende dieses Erdenlebens ist dem gläubigen Christen der Anfang eines neuen, des wahren Lebens. Der Tod ist nicht mehr der mächtige Herrscher .wie ehedem, Gewalt und Stachel sind ihm genommen, seit Christus ihn überwunden hat, seitdem dürfen wir getrost singen: Kann uns doch kein Tod nicht töten, sondern reißt unfern Geist aus viel tausend Nöten. Stätten des Friedens sind die Ruheplätze unserer Toten, wie Eingangspforten zum ewigen Leben, schon hier in dieser Welt errichtet. Jahrhunderte hindurch legte man den „Friedhof", den Gottesacker, dicht um die Kirche herum an. Ein wunderbarer Friede, etwas wie Ewigkeitsluft liegt über manchem unserer oberhessischen Kirchhöfe, fo schon über unferm alten Gießener Friedhof, der mit der Kapelle in der Mitte wie eine Insel des Friedens daliegt. Viel mehr gilt das aber von allein liegenden Friedhöfen mit ihren Kapellen, allen voran dem Toten- köppel bei Meiches im hohen Vogelsberg, Oberrod unweit Liederbach bei Alsfeld mit seiner trotzigen Wehrkirche oder dem Friedhof von Aulendiebach im Kreis Büdingen. Unwillkürlich kann den Besucher hier der Gedanke befallen: „Sieh' da, eine Hütte Gottes bei den Menschen. Wie ein Hauch aus einer andern Welt weht es uns da an heiliger Stätte entgegen, die Ahnung dieser künftigen Welt, in die unsere Entschlafenen uns vorangegangen sind, hat frommen oberhessischen Sinn Worte prägen lassen, wie jenes, das sich als Hausinschrift im Hüttenberg findet: Wir bauen hier so feste und sind doch fremde Gäste. Doch, wo wir sollen ewig sein, Da bauen wir gar wenig ein. Heilige Stätten sind uns Kirchhöfe und Begräbnisstätten. Die Liebe, die uns über Tod und Grab hinaus mit den Heimgegangenen verbindet, gilt auch ihren Ruhestätten, und unsere besondere Liebe gilt der Erde, in der die Gefallenen des großen Krieges ruhen und die Toten der Bewegung bis hm zu dem noch frischen Grabhügel des jüngsten Opfers, das nun in heimatlicher Erde bei Dü'seldors ruht. Ihr ungeheures Opfer steht lebendig vor uns am Totensonntag, der ja nach den Befreiungskriegen als Gedenktag für die Kriegsopfer ent-and. Nie darf ein in Glück und Glanz neu erstandenes Großdeutschland der ungeheuren Opfer blühenden lungen Lebens vergessen. Sie haben überwunden, sind uns den Weg zur Ewigkeit vorangegangen. So gilt von ihnen, was einer von ihnen, der Dichter Walter lex, im „Wanderer Mischen beiden Welten" lagt: „Großen Seelen ist der Tod das größte Erleben. Wenn der Lahrestagung des Volkshallenvereins In den nächsten Wochen wird Gasheizung in die Volkshalle eingebaut Am gestrigen Freitagnachmittag fand im Sitzunys- faal des Stadthauses. Bergstraße, die diesjährige Generalversammlung des Volkshallenvereins Gießen unter Leitung des Vereinsführers, Bürgermeister Professor Dr Hamm statt. Zunächst erstattete der Dereinsführer den G e - schäftsbericht für das Jahr 193 7. Darin wird u. a mitgeteilt, daß die Inanspruchnahme der Volkshalle während des Geschäftsjahres 1937, wie in den vorhergehenden Jahren, zufriedenstellend war. Alle größeren Veranstaltungen der Partei und ihrer Gliederungen, der Wehrmacht, der Verbände und großen Vereine fanden in der Dolkshalle statt. Die Ausgaben für das Gebäude wurden auf das Notwendigste beschränkt und Aufwendungen nur für seine Instandhaltung und für die der Einrichtungsgegenstände gemacht. Der in Aussicht genommene Außenputz des Gebäudes konnte noch nicht hergestellt werden Der Besuch der einzelnen Veranstaltungen im Laufe des Berichtsjahres war befriedigend, so daß die Volkshalle, im verkehrstechnischen Sinne gesehen, einen neuen Erfolg zu verzeichnen hat. Sowohl die städtischen Betriebe, als auch das übrige Geschäftsleben hatten durch die vielen auswärtigen Besucher einen erhöhten Vorteil zu verzeichnen. Die Rechnung für 1937 schließt in Einnahme mit 20 032,36 Mark, in Ausgabe mit 19 932,36 Mark ab. Die Rechnung ist von den Rechnungsprüfern, Ratsherren Graylmann und Dr. W o l k e w i tz, geprüft und in Ordnung befunden worden. Hierauf erfolgte die fatzungsgemaße Auslosung der alljährlich fälligen 50Anteilscheine. Das Ergebnis der Auslosung wird in den nächsten Tagen in der Presse zur öffentlichen Kenntnis gebracht werden. Sodann wurde ein für die Dolkshalle bedeutsamer Entschluß gefaßt. Es- soll in den nächsten Wochen eine Gasheizanlage in die Volkshalle eingebaut werden. Diese Gasheizung soll noch im Laufe dieses Winters, voraussichtlich etwa im Januar, betriebsfertig sein, so daß dann die Heizung der Dolkshalle stets in ausreichender Weise erfolgen kann. Ferner wurden einige Jnstand- setzungsarbeiten in der Wohnung des Hausmeisters beschlossen. Als Rechnungsprüfer für die Rechnung 1938 wurden die Ratsherren Grahlmann und Dr. W o l k e w i tz wieder bestimmt. Familienwapprn. Vortragsabend im Oberhessischen Geschichtsverein. Klub Gießen: 10.30 Uhr, vom Universitäts-Sportplatz Waldlauf. Spielplan des Sladltheaters vom 20. bis 27. November. Am Sonntag, 20. November (Totensonntag) findet die 5. Morgenveranstalkung des Stadttheaters statt. Die Morgenfeier bringt von Johann Sebastian Bach „Konzert für zwei Violinen und Streichorchester in d-moll", Lieder aus der Kantate „Gottes Zeit" und die Kantate Nr 56 .Hch will den Kreuzstab gerne tragen". Die Leitung hat Kapellmeister Heinz Markwardt. Pünktlich 11.30 lihr Beginn. Ende der Morgenveranstaltung 12.30 Uhr. — Am Abend findet eine Wiederholung des großen Erfolges „Fidelio", Oper in zwei Aufzügen von Ludwig van Beethoven statt. Musikalilche Leitung Daul Walter, Spielleitung Hermann Schultze-Gries- heirn. Leitung und Einstudierung der Chöre Heinz Markwardt. Die Vorstellung findet außer Miete statt und beginnt um 19 Uhr, Ende 21.30 Uhr Dienstag, 22. November, Anfang 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr': „Fidelio", Oper von Ludwig van Beet- Hoven. Musikalische Leitung Paul Walter. Spielleitung Hermann Schultze-Griesheim. Dienstag- Miete, 8. Vorstellung. Mittwoch, 23. November, Anfang 19.30 Uhr, Ende geaen 22 Uhr: Uraufführung in Anwesenheit des Uebersetzers „Das Weib des Andern", Schauspiel in drei Akten von Lope de Vega, deutsche Nachdichtung von Hans Schlegel. Mittwoch-Miete. 9 Vor- Der Oberhefsische Geschichtsverein in Gießen und die Hessische familiengeschichtliche Vereinigung hatten ihre Mitglieder und'Gäste für den gestrigen Freitag zu einem Vortragsabend in die Aula des Gymnasiums eingeladen. Eine stattliche Anzahl Zuhörer fand sich ein. Studienrat Dr. Glöckner eröffnete den Abend mit einem Hinweis auf die Ziele des Vereins, der der Förderung der Heimatliebe dienen will. Er würdigte die selbstlose Arbeit der Mitglieder im Dienste der Herausgabe der „Mitteilungen des Oberhessischen Geschichtsvereins" und die Mitarbeit im Dienste unserer Universitäts-Bibliothek, der der Geschichtsoerein mit seinem Werk einen ansehnlichen Tauschverkehr ermögliche. Nachdem Dr. Glöckner noch auf einige Neuerscheinungen, insbesondere auf den Band „Die Kunstdenkmäler in Hessen" (Kreis Gießen, nördlicher Teil) hingewiesen hatte, sprach er noch kurz über das Winterprogramm des Vereins. Sodann sprach Reg.-Rat Schäfer (Darmstadt) in grundsätzlichen Ausführungen über „Familienwappen". Nach einleitenden Bemerkungen über die Entstehung der Wappen, die erstmalig als Erkennungszeichen bei mittelalterlichen Turnieren von den Rittern getragen wurden, machte der Vortragende zunächst "mit den Bestandteilen der Wappen (Schild mit Schild'bild, Helm mit Helmdecken und Helmzier) und mit den heraldischen Regeln und Stilarten bekannt. Sodann gab er viele interessante Beispiele von Annahme, Veränderung und Auffindung insbesondere hessischer bürgerlicher Wappen und nannte Literatur über das Wappenwesen. In eingehenden Darlegungen hörte man weiter über den Erwerb und die Berechtigung zur Führung von Familienwappen, wobei der Vortragende besonders hervorhob, daß niemand kurzerhand das Wappen einer fremden Familie, wenn auch gleichen Namens, annehmen dürfe. Das Familienwappen hafte nicht am Namen, sondern am Geschlechte. Zahlreiche bürgerliche Familien führten in früheren Jahrhunderten Familienwappen, die aber im Laufe der Zeit verlorengingen. Um sie wieder zu finden, bedürfe es eifriger familiengeschichtlicher Studien, denn durch Nachforschung in Archioalien, an Grabsteinen der Vorfahren und durch Nachfrage bei Seitenoerwandten könne manches früher geführte Familienwappen ermittelt werden. Erst wenn diesen Bemühungen der Erfolg versagt sei, empfehle es sich, ein neues Wappen anzunehmen. Dabei sei aber zu beachten, daß nicht ein bereits von einer anderen Familie geführtes Wappen gezeigt, sondern ein neues gefunden werde. Selbstverständlich sei Voraussetzung, daß die heraldischen Grundregeln beachtet würden. Es erscheine deshalb zweckmäßig, wenn sich Laien auf diesem Gebiete von zuverlässigen Familienforschern, von Heraldikern ober von einem kamiliengeschichtlichen Verein berufen lassen. Zum Schluß wies der Redner aus die Bedeutung der Familienwappen hin, die darin bestehe, den Familiensinn zu fördern und zu vertiefen, das Familienbewußtsein und damit das Volksbewußtsejn zu verstärken. Dem Redner dankte lebhafter Beifall für feine interessanten Darlegungen. stellung. " Freitag, 25. November, Anfang 20 Uhr, Ende 23 Uhr: „Dichter und Bauer", Operette von Franz von Suppe. Musikalische Leitung Joachim Popelka. Spielleitung Gert Buchheim. Freitag-Miete, 9. Vorstellung. Sonntag, 27. November, Anfang 15 Uhr, Ende 17.30 Uhr: Erstaufführung „Frau Holle", ein Märchen von Walter Osterspey. Spielleitung Hermann Schultze-Griesheim. Musikalische Leitung Heinz Markwardt. Außer Miete. — 19 bis 22 Uhr „Dichter und Bauer", Operette von Franz von Suppe. Außer Miete. Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde. Nächsten Donnerstag Lichtbildervortrag von Dr. Helbig über das Thema „Auf Fußpfaden quer durch Borneo". Das wahre Gesicht der Weltfreimaurerei. In einem am Dienstag, 22. November, um 20.30 Uhr in der Aula der Universität stattfindenden Vortragsabend der Volksbildungsstätte und des NSD.- Dozentenbundes spricht Richard Scherer über das obengenannte Thema. Zwei sudetendeutschc Dichter lesen in Gießen. Ans Einladung des Goethe-Bundes und Kaufmännischen Vereins, sowie des VDA., Ortsgruppe Gießen, werden, wie man uns schreibt, am kommenden Montaa abend die beiden sudetendeutschen Dichter Gottfried Rothacker und Friedrich Boden- re uth aus eigenen Werken lesen. Rothacker und Bodenreuth sind zwei hervorragende Vertreter des sudetendeutschen Schrifttums. Erdentag zur Rüste geht und sich die Fenster der Seele, die farbenfrohen Menschenaugen, verdunkeln wie Kirchenfenfter am Abend, blüht in dem verdämmernden Gottestempel des sterbenden Leibes die Seele wie das Allerheiligste am Altar unter der ewigen Lampe in dunkler Glut auf und füllt sich mit dem tiefen Glanz der Ewigkeit". Ja: der Tod ist verschlungen in den Sieg. —P- Vornotizen Tageskalender für Samstag. Gloria-Palast (Seltersweg): „Stärker als die Liebe". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „grau Sixta". — Oberhessischer Kunstverein: 16 bis 18 Uhr Ausstellung „Das alte und meue Gießen" im Turmhaus am Brand. Tageskalcnder für Sonntag. Stadttheater: 11.30 bis 12.30 Uhr, „Johann Sebastian Bach": 19 bis 21.30 Uhr „Fidelio". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Stärker als die Liebe". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Frau Sixta". — Johanneskirche: 17 Uhr, 30. Musikalische Abendfeier. — Oberhessischer Kunftverein: 11 bis 13 Uhr und 16 bis 18 Uhr, Ausstellung „Das alte und das neue Gießen" im Turmhaus am Brand. — Schi- WHW., Ortsführung Gr'eßen-Süd. Am Montag, 21., Dienstag, 22. und Mittwoch, 23. November findet im Bereich der Ortsgruppe Gießen-Süd die Pfundsammlung für den Monat November durch die NS.-Frauenschaft statt. Die Einwohnerschaft der Ortsgruppe wird gebeten, die Pfundpäckchen bereitzuhalten. WHW. Ortsgruppe Gießen-Mitte. Detr.: Pfundspende. Am Dienstag, 22., und Mittwoch, 23. November, werden die Pfundspenden durch die NS.-Frauen- Marbacka. Z« Telma Lagerlöfs 8V. Geburtstage am 20. November. Marbacka ist ein bäuerlicher Herrenhof oben m Värmland, an einem ausgetrockneten Bett der Frykenseen. Zwischen hundertjährigen Ahornbaumen steht das moosgedeckte Herrenhaus mit Jemen meb« rigen Stuben. SchMall und ®ermb^auier Haben noch alte Feldsfeinmauern von zwei Ellen Dicke, die einer Belagerung Stand halten konnten. Hmter dem Garten dehnen sich Roggenfelder und ^sche Kleeweiden: zwischen den Weckern stehen Birken, Ickmeeleucktend in der Sonne Schwedens. /Reuen weit entfernt ist die eben gebaute Eisenbahnstrecke und die Landstraße mit den schwerfälligen Fuhr- werken. Marbacka ist Stille und Gluck. Um die Mitte des vorigen Jahrhunderts sitzt hiec der Leutnant a D. Lagerlöf: aber an größeren Liebe, die man hier zu Studlen und Buchern hat, merkt man noch immer, daß Marbacka einst em Pfarrhof gewesen ist. Das ist die Welt, in der die kleine Selma Lagerlöf aufwachst. Es ist eine Welt, in der Traum u Wirklichkeit unmerklich memanderfließen. In kwn Arm der verschlossenen Kindermagd Back Kasia ge duckt hört das kleine Mädchen der Großmutter zu, die von Nixen, Trollen und der Jreg aählt Sväter kennt es auch all die tollen Gelcyicyre fö M. der Bater « Värmland in jedermanns Munde sind. Noch eben einige der Helden, mit schwofen Pensionen bet Bauern eingemietet: und manchmal fahr s^ ihren ausgedienten Chaisen mit den uralten Hiep pcrn über Land auf die großen Herrenhose. Gespenster^einernerfunfenen Zeit. Auf dem Dachboden in Marbacka hängt das Bildnis emer schonen Dame mit npnuherfem Haar, tue im Mittelpuntl meier Geschichten stund. Noch dem Bilde steht man.esi an, daß die Ratsherrn, das Domkapitel und alle chutten besttzer Därmlands Polka tanzten au dem Markt- platz von Karlskrona, wenn sie nur mit dr F g winkte. _ Bücher aber sind das Schönste. Da fein heißt „Oceola". Wochenlang erlebt das k eme Mao chen in der Stille von Marbacka Gluck und O W ren edelmütiger Helden und kalter Sch • dieser Stunde an steht es unwiderruflich fest für, ' daß sie Schriftstellerin werden muß. Eines xages -sie war schon die graste Lagerlöf ~ es in einer Bahnhofsbuchhandlung wieder. Erwartung begann sie in diesem Buch zu lesen, das einst ihren Lebensweg bestimmt hatte. Aber der Zauber der Kindheit war verflogen. Es blieb ein kitschiger, schlecht übersetzter englischer Jndianer- schmöker. . Selma Lagerlöf geht die Malmskillnadsgatan m Stockholm herunter. Sie kommt aus einem Kollo- quim über Literaturgeschichte im Seminar; seit eim- (Scherl-Bilderdienst-M.) ¥ 3 . M W ■ i gen Monaten bereitet sie sich auf den Beruf einer Volksschullehrerin vor. In ihren freien Stunden aber schreibt sie Novellen von edelmütigen Helden und kalten Schurken, von romantischen Abenteuern in einer Walter-Scott-Welt. Und sie wartet, dah wie in Andersens Märchen jemand m den Mao- dien aus Marbacka die wirkliche Prinzessin entdeckt. Doch während sie grübelt, warum niemand ihre Geschichten drucken will, geschieht in der nüchternen Stockholmer Geschäftsstraße das Wunder. Don der herbstlich verschleierten Norrbro her kommen die Gestalten der Heimat auf sie zu: der gichtbruchm, Fähnrich, der aus dem Bett kriecht, um die Ca- chucha zu tanzen, der sanfte Lövenborg, der auf dem Holztisch in Verzückung Beethoven fp'elt ipr ift, al« schwankten die grauen Häuser der Malmskillnadsgatan. „3n dieser Stunde beschloß das junge Mädchen, die Geschichte der Därmlandkavaliere zu schreiben, und sie gab diesen Gedanken nie mehr auf. Aber viele lange Jahre währte es, bis der Entschluß zur Ausführung kam." Viele, lange Jahre versucht sie das Unmögliche: in der photographisch realen Prosa der Zeit — es ist die Zen Ibsens und Zolas — jene „Geschichten von Gespenstern und wilder Liebe, von wunderschönen Damen und abenteuerlustigen Kavalieren" zu schreiben. Das Epos von Värmland. Sie ist inzwischen dreißig geworden. Der Vater ist gestorben, Marbacka in andere Hände übergegangen. Und als sie eines Tages den väterlichen Herrenhof wieder- sieht, mit brüchigen Umfassungsmauern und unkrautüberwucherten Gräben, da nimmt sie Abschied von ihrem Traum. Es ist der schwerste Verzicht ihres Lebens. In aller Demut will sie nun ihr Buch schreiben, „die alten Geschichten, den Frieden der sorglosen Tage und der schönen Landschaft mit den langen Seen und den blauen Bergen zu bewahren". Sie bemüht sich nicht mehr, Carlyles ehrfürchtig bewunderten Stil nachzuahmen. Sie schreibt — eine namenlose Schullehrerin in Landskrona — nun „mit ihrer ganzen Kindlichkeit und allen ihren Träumen". Und so schenkt sie, in Enttäuschung und Verzicht, der Welt ein klassisches Werk: die Gösta- B e r l i n g - Saga. Kränklichkeit, Ehelosigkeit, weite Reisen und lebenslange Arbeit mit Büchern hafte die Pastorin- Großtante Wennervik an einem Novemberabend 1858 für das neugeborene kleine Mädchen des Leutnants Lagerlöf geweisfagt, und sie hatte ein wenig gekränkt die Karten wieder in ihrem Ridikül verstaut, als man sich von dieser Zukunft nicht besonders entzückt zeigte. Die Karten der Pastorin haben nicht gelogen. Voll von unermüdlichem Schaffen ist das Leben der Selma Lagerlöf. Sie schrieb den Roman der dalekarlischen Bauern, die von einem Wanderprediger erweckt nach dem Heiligen Lande als Siedler ziehen und sich doch vor Sehnsucht nach den roten Holzhäuschen am Dalülv verzehren. Sie erzählte die innig-zarten Christus-Legenden und die unheimliche Ballade von Herrn Arnes Schatz. Sie zeigte die Schönheiten ihres Vaterlandes, indem sie den kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen durch Schweden reifen ließ. Mit der Reife des Alters und der Kraft der Jugend vollendete sie die Reihe der Lövenskjöld- Romane mit dem „M ä.dchen von Dalarn e". Immer wieder ist ihr Herz bei den Menschen und den sagenumwobenen Herrenhöfen der Heimat. Ack Värmeland, du sköna, du härhga land! Ihre Bücher sind in die seltensten Sprachen übersetzt. In Bengali sowohl wie in armenischen Dialek- Q UAL ITATS-ERZ nuni beru' w eig* . unter* Ehrung verdienter Postbeamten. Die Oberpostschaffner Adam Hofmann, Karl Müller, Heinrich Wolf, Adam H e t ch e und Strack erhielten vom Führer und Reichskanzler für 40jährige treue Dienstzeit das Goldene Treudienst-Ehrenzeichen verliehen. Den verdienten Beamten wurden diese Ehrenzeichen mit einer entsprechenden Urkunde von dem Amtsvorstand, zugleich mit den Glückwünschen des Reichspostministers und des Präsidenten der Reichspostdirektion Frankfurt a. M., ferner mit den Glückwünschen aller Kameraden des Postamts Gießen überreicht. Oer KdF.-Dolkswaoen in Gießen. Am gestrigen Freitagabend sammelte sich auf Oswaldsgarten eine stattliche Menschenmenge. Die KdF.-Wagen wurden erwartet. Diele Hunderte sahen der Ankunft der Wagen mit Spannung ent- Am 10. November fand eine Arbeitsgemeinschaft der Gruppe Reichsmütterdienst im Fröbel- scminar statt. Zur Einleitung wurde ein Absatz aus Ludwig Finkhs „Meine Mutter" vorgelesen. Es folgte ein Vortrag und eine Besprechung von Schwester Emily Jobbers über die Arbeit des Reichs- mütterdienstes und über Möglichkeit der Zusammenarbeit zwischen Mütterschulung und der Arbeitsgruppe des Fröbelseminars. Oer Arbeitseinsatz im Oktober. Lieber eine Million Beschäftigte im Landesarbeitsamtsbezirk Hessen Nach wie vor ungedeckter Bedarf an Arbeitskräften. Gießener Wochen morktpreile. * Gießen, 19. Nov. Aus dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, % kg 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 9, Eier, deutsche, Klasse S 13, Klasse A 12^, Klasse B 12, Klasse C 11%, Klasse D 10%, Kühlhauseier 12, Wirsing, % kg 6 bis 9 Pf., 50 kg 5 bis 6 Mark, Weißkraut, % kg 4 bis 6 Pf., 50 kg 4 Mark, Rotkraut, % kg 7 bis 8 Pf., 50 kg 5 bis 7 Mark, gelbe Rüben, % kg 7 bis 10 Pf.„ rote Ruben 10, Spinat 14 bis 18, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl . 15, Rosenkohl 15 bis 35, Feldsalat, 1/io 8 bis 10, Tomaten, % kg 30 bis 50, Zwiebeln 10 bis 15, Meerrettich 35 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 38, Kürbis 8 bis 9, Kartofseln, % kg 4 Pf., 5 kg 40 Pf., 50 kg 3 bis 3,45 Mark, Aepfel, % kg 30 bis 45 Pf., Birnen 25 bis 40 Pf., junge Hähne 1 bis 1,20 Mark, Suppenhühner 90 Pf. bis 1 Mark, Gänse 1,10 bis 1,20, Enten 1,20 Mark, Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., Blumenkohl 10 bis 50, Salat 5 bis 10, Endivien 5 bis 10, Oberkohlrabi 5 bis 10, Lauch 5 bis 12, Sellerie 10 bis 35, Rettich 10 bis 20, Radieschen, das Bündel 10 bis 12 Pf. * **8 3. Geburtstag. Am kommenden Montag, 21. November, kann der Rentner Johannes M a g e l, Lindenplatz 4 wohnhaft, in guter Gesundheit seinen 83. Geburtstag begehen. Der alte Herr ist seit langen Jahren treuer Bezieher des Gießener Anzeigers. Wir bringen dem Jubilar auch unseren herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag dar. ** Rege Bautätigkeit im südlichen St a d t v i e r t e l. lieber die starke Bautätigkeit im Nordostviertel unserer Stadt wurde von yns wiederholt berichtet. Nunmehr sei auch das Südviertel erwähnt. Im Günthersgraben kamen zwei Einfamilienhäuser zur Ausführung, im oberen Aulweg, Ecke Arndtstraße, hat eine hiesige Baufirma mit dem Bau eines Doppelwohnhauses für die Kerkhoffstif- tung begonnen. Der Eisenbahnerheimstättenverein läßt auf seinem Baugelände Ecke Wartweg und Schlangenzahl ein weiteres Doppelhaus erbauen. In der anschließenden Schubertstraße ist man dabei, den bisher bestehenden Feldweg als Fahrstraße mit beiderseitigen Fußsteigen auszubauen. In der Hän- delstraße hat eine Baufirma ein Mehrfamilienhaus im Rohbau errichtet. Ferner kamen in der Uhland- straße und im Leihgesterner Weg je ein Einfamilienhaus zur Vollendung. ** Stadttheater-Miete. Die Einlösung der dritten Rate der Stadttheater-Miete muS am Mittwoch, Donnerstag und Freitag nächster Woche erfolgen. ** Die BrennstoffbeiHilfe 1938/39 bringt das städtische Sozialamt heute in einer Bekanntmachung den Interessenten zur Kenntnis. Amtsgericht Gießen. Obwohl schon verschiedentlich darauf hingewiesen wurde, daß es verboten ist, im Walde zu rauchen, rauchte der L. F. aus Steinberg im Gießener Walde. Er ließ sich auch nicht davon abbringen, obwohl er verwarnt wurde. Als er nun einen Strafbefehl in Höhe von 15 RM. bekam, legte er gegen diesen Einspruch ein. Damit hatte er aber fein Glück. Der Einzelreichter verurteilte. ihn gleichfalls zu einer Geldstrafe von 15 R M. Anschließend hatte sich der K. St. aus Gießen zu verantworten. Die Delikte dieses Angeklagten bildeten schon einmal vor einiger Zeit den Gegenstand einer Verhandlung. Der Angeklagte legte damals gegen das Urteil Berufung ein. Das Oberlandesgericht wies daraufhin die Sache an das Amtsgericht Gießen zur neuerlichen Verhandlung zurück. Der Angeklagte, der früher als Rechtskonsulent tätig war, wurde vor einigen Jahren von einem ■ Licher Geschäftsmann aufgesucht, der infolge der damaligen schlechten Wirtschaftslage in große Be- > brängnis geraten war Eine Hner Hauptgläubige- - rinnen war eine Frankfurter F-'.ma. Der Angeklagte ■ riet zu einer oergleichsweiseu Erledigung der Am 13. November fand im Hotel Hindenburg eine Tagung der NS. -Kindergruppenleiter i n n e n statt. Nach einem Rückblick über die Sommerarbeit fand eine Besprechung für den Nikolaustag statt. Weitere Anweisungen über die kommende Arbeit folgten, besonders reiche Anregungen für die so wichtige Bastelarbeit gaben den Leiterinnen viel für ihre Kleinen mit nach Hause. Der Arbeitsabend der Abt. Volkswirtschaft- Hauswirtschaft der Ortsgruppe Gießen- Nord stand diesmal im Zeichen der Weihnachts- und Nikolausbäckerei. Es wurden Rezepte und Backanleitungen zur Herstellung von billigem Backwerk besprochen. Außerdem wurden vorgebackene Lebkuchenherzen und 'fterne mit Zuckerglasur und buntem Zucker verziert. Die Frauen waren froh und eifrig bei der Arbeit. schäft eingesammelt. Die Hausfrauen werden gebeten, den Inhalt der Päckchen auf der Umhüllung kenntlich zu machen. Die Pfundsammlung erstreckt sich während der Dauer des WHW. aus alle 2«lks- genosien. kleinen Gaben gehöre die richtige Feststimmung, und diese eben könne nur da aufkommen, wo ein herrliches Gedränge ist, wo man sich unter Einsatz eines Lebens einen Platz am Ladentisch erkämpft und heroisch seine Mitmenschen besiegt. Anderen wieder scheint es ein urkomisches Vergnügen zu bereiten, wenn sie in Resten wühlen, sich ifm die letzten Ladenhüter streiten müssen. Wenn alle in letzter Minute kaufen, wenn der Run auf die Geschäfte in den letzten 14 Tagen vor sich geht, dann ist es für den Kaufmann natürlich kaum noch möglich, neue Ware heranzuschaffen, wenn ein Artikel vergriffen ist. In diesem Jahre kommt weiter hinzu, daß die sonst von fast allen Geschäften für die Weihnachtszeit benötigten Aushilfen nicht mehr zur Verfügung stehen, da diese so gut wie alle in Dauerstellungen vermittelt werden konnten. Nun will „Se. Majestät der Kunde" — und das gilt selbst für sonst ganz friedliche Naturen — beim Weihnachtseinkauf genau so schnell und sorgfältig bedient sein, wie sonst auch. Das kann also in diesem Jahre überall dort, wo zusätzliche Verkaufskräfte nicht zur Verfügung stehen, eine ganz liebliche Drängelei werden. Wem das Spaß macht, bitte schön meine Damen und Herren, wir zählen alle Freuden des spaten Weihnachtseinkaufs auf: 1. Geringe Auswahl und nur solche Dinge, die die Früheinkäufer nicht haben wollten. 2. Aus den Geschenken für Kurt und Fritz kann überhaupt nichts werden, da sie ausverkauft sind. 3. Gekauft wird in Aufregung, wahllos und falsch. Resultat: Vater total pleite. 4. Aerger, Verdruß, im Gedränge beschädigte Schuhe und Kleider, Gesundheitsschaden und hierdurch „stimmungsvolle" Feiertage. Haben wir das nötig? Diese Frage ist eigentlich sehr dumm, denn: „Bedenke vor den Festen — wer früh kaust, schenkt am besten!" —se. sind. Ferner ist es Pflicht der Eltern, ihre Kinder immer wieder auf die Gefahren des Spielens mit Streichhölzern aufmerksam zu machen. Man kann dies an Hand von Beispielen den Kindern erklären und damit vorbeugend wirken. Eltern oder Erziehungsberechtigte, die ihrer Aufsichtspflicht nicht genügen, werden zur Rechenschaft gezogen. Wertvoller Beürog für das WHW. In mehrwöchiger Arbeit, meist in der Freizeit geleistet, haben sich die Beamtinnen der Staatsbetriebe im Kreise Wetterau mit einer tatkräftigen Aktion in den Dienst des Winterhilsswerkes gestellt. In vielstündiaer Handarbeit wurde eine Anzahl von Kleidungsstücken genäht, gestrickt, gehäkelt, Kleidungsstücke mit Stickereien verziert und nunmehr zu einer Ausstellung zusammengetragen, die ein- rrucksvoll die Einsatzbereitschaft der Beamtinnen für las Winterhilfswerk beweist. Neben diesen mit eigener Handarbeit angefertigten Dingen wurde noch aus Geldspenden ein stattlicher Betrag aufgebracht, der dazu verwandt wurde, Bekleidungsgegenstände, Kinderkleider, Mützen, Schuhe, Unterwäsche ufro. anzukaufen und diese Dinge ebenfalls für das WHW. bereitzustellen. Insgesamt wurden durch die etwa 100 Beamtinnen im Kreise Wetterau (den größten Teil der beteiligten Beamtinnen stellt die Post in Gießen) Werte im Gesamtbetrag von etwa 500 Mark zur Verfügung gestellt. Die angefertigten und angekauften Kleidungsstücke wurden zur Uebergabe an das Winterhilfswerk in einem Saale, des Gießener Postamtes (Telegraphenamtes) in einer Schau zusammengestellt, die ein schönes und eindrucksvolles Zeugnis für die anerkennenswerte Opferbereitschaft der Beamtinnen darstellt. — (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) 7ted)heifia einkaufen! V.A. „Wer denkt denn jetzt schon an Weihnachten?' Eine Frage, die man Jahr für Jahr wieder hört. Und nur sehr wenige denken in der Tat früher an das Weihnachtsfeft mit den dazugehörigen Geschenken, als bis mit einem Male der große Trubel da ist. Mancher meint, zum Einkäufen der großen und Orkswaltung Gießeu-Tkord. Die Diensträume der Ortswaltung Gießen-Nord der Deutschen Arbeitsfront befinden sich ab Dienstag, den 15. November 1938, walltorstrahe 16 (früher Ortsgruppe der NSDAP.). Dienststunden: Dienstags und Freitags von 20 bis 22 Uhr. 7333V Mitglied der 2)21$., vergiß bei evtl. woh- nungsveränderung oder Arbeitsplatzwechsel deine Ummeldung nicht.- Sportamt der 71 SG. „Kraft durch $reube“. Schi Trockenkursus. Arn Mittwoch, dem 23. November, abends von 21 bis 22 Uhr, beginnt wieder unser Schi-Trockenkursus, für Männer und Frauen gemeinsam, im Universi- tötsreitinftitut am Brandplatz. Gebühr: 5 Uebungs- stunden 3,— Mark. Schneeschuhe werden gestellt. Anmeldung auf der Kartenverkaufsstelle, Selters- weg 60, erforderlich. 7457V Die Nachbarschaftshilfe ruft auf. NSG. Wie im übrigen Reich, so wird auch im Gau Hessen-Nassau eine „Nachbarschaftshilfe" der NS.-Frauenschaft gegründet, der die Aufgabe gestellt ist, die Famllien erkrankter Hausfrauen zu betreuen und überlasteten Hausfrauen einige Stunden am Tag zu helfen. An alle Mädel und Frauen des Gaues richtet daher «Daufrauenschaftsleiterin Erna Westernacher folgenden Aufruf: „Der Führer hat den Wunsch, daß all denen, die in schwerer Arbeit stehen, einige Stunden Ruhe am Tage verschafft werden. So hat die Reichsfrauen- führerin Frau Scholtz-Klink die „Nachbarschaftshilfe" neu gegründet. Um diesen Gedanken der Nachbarschaftshilfe in die Tat umzusetzen, brauchen wir die Hilfe vieler Frauen und Mädel, die ihre Kraft und ihre Zeit freiwillig zur Verfügung stellen. Was soll geschehen, wenn die Hausfrau erkrankt? Wer wird die Familie betreuen? Hier setzt die Nachbarschaftshilfe ein und schickt im Augenblick der Not eine Hilfe, die die Arbeit der Hausfrau für einige Stunden besorgt. Aber auch der durch die Arbeit überlasteten Hausfrau in Stadt und Land muß Gelegenheit der Ruhe und Erholung gegeben werden. Sie wird durch die Nachbarschaftshilfe geboten. So richten wir an alle Frauen und Mädel, die über freie Zeit verfügen, die herzliche Bitte, sich für die Nachbarschaftshilfe anzumelden. Die HÄfe wird nur für einige Stunden und Tage sein, und die Anmeldung ist unabhängig von der Zugehörigkeit zu einer Organisation. Durch die Nachbarschaftshilfe leisten wir wirklichen Dienst an der Gemeinschaft des deutschen Volles. Anmeldungen nehmen die Dienststellen der NS.- Frauenschaft-des Deutschen Frauenwerkes und der NSV. entgegen." Oeffenttiche Ratsherren-Sihung. Am kommenden Donnerstag, 24. November, findet im Sitzunasfaale des Stadthauses in der Bergstraße eine öffentliche Sitzung der Ratsherren statt. Die Sitzung beginnt um 16 Uhr. Auf der Tagesord- ;g stehen: Einführung und Verpflichtung der neu- -..jfenen Ratsherren; Haushaltssatzung und Haushaltsplan für 1938; Rechnungsabschluß für das Rj. 1936; Rechnungsabschlüsse des Lyzeums und der Gewerbeschule für 1937; Erhebung eines Zuschlags zur Grunderwerbssteuer; Altstadtsanierung II und III (Fluchtlinienfestsetzung Seltersweg - Kaplans- gasse, Katharinengasse, Löwengasse); Finanzzwischenbericht zum 30. September 1938. ! Großen-Linden, 16. Nov. Der Z i verein „H ü t t e n b e r g" vom V H C. nahm am Sonntag bei herrlichstem Herbstwetter seine Novemderwanderung, die diesmal nach dem Gleiberg führte. Bei geselligem Zusammen- ein in den Räumen der Burgwirtschaft wurde der Wanderplan für 1939 festgesetzt, m dem gegen und taten dies mit großer Geduld, denn die Wagen trafen mit Verspätung ein. Im Laufe des Tages waren die KdF.-Wagen in Wetzlar, Weilburg und Usingen gezeigt worden. Gegen 18 Uhr kamen sie in Gießen an. Als ein Lautsprecherwagen der Deutschen Arbeitsfront das Herannahen der KdF.-Wagen meldete, drängte alles an die Absperrung, die von der ff geschaffen war und nur mühsam gehalten werden konnte. Die schnittigen Wagen, denen man ihre gedrungene Kraft förmlich ansieht, wurden, nachdem sie nebeneinander aufgefahren waren, viel bewundert und von vielen Jn- teresfenten eingehend betrachtet. Da von den Begleitern alle Einzelheiten des Wagens gezeigt, auch über den Lautsprecher Erklärungen des Wagens gegeben wurden, konnte sich jedermann ein Bild von der großen technischen Leistung, die der KdF.-Wagen darstellt, machen. Selbstverständlich brachte auch die Jugend den Wagen all ihr fachmännisches Interesse entgeaen. Sicherlich hat diese Auffahrt und die eingehende Betrachtung der Wagen manchen Besucher in dem Gedanken bestärkt, sich ein solches wendiges und mit über 100-Kilometer-Stundengeschwindigkeit autobahnsicheres Fahrzeug anzuschaffen. Kein Feuerzeug in Kinderhand! In letzter Zeit ereigneten sich in auffälliger Weise Brände, die von Kindern durch Spielen mit Streichhölzern verursacht wurden. Zum Beispiel wurde in den letzten Tagen von Kindern an einem Schweine- und Ziegenstall Feuer angelegt, das glücklicherweise noch rechtzeitig entdeckt und gelöscht werden konnte. Das Verschulden an Bränden durch Kinder dürfte zum großen Telle darauf zurückzuführen sein, daß die Erziehungsberechtigten es an der nötigen Aufsicht fehlen lassen. Die Eltern müssen die Streichhölzer so verwahren, daß diese für Kinder nicht erreichbar Den Arbeitsabend für Grenzland-Ausland hielten die Ortsgruppen Gießen-Nord^ und - Mitte zusammen. Frl. Dr. Bloch las aus einem Aufsatz des sudetendeutschen Dichters Bruno Brehm vor, der in packenden Worten die Opferbereitschaft des sudetendeutschen Freikorps schildert. Später erzählte eine Teilnehmerin Interessantes aus den Erlebnissen einer Oesterreicherin in Rußland, die mit einem Deutschen verheiratet ist. Die unhaltbaren Zustände und die völlige Rechtlosigkeit in Rußland wurden durch erschütternde Einzelheiten deutlich, die sich völlig mit dem decken, was auch andere aus Rußland Vertriebene berichten. * Der Arbeitsabend der Abt. Volkswirtschaft- Hauswirtschaft der Ortsgruppe Gießen- Mitte brachte diesmal Rezepte für Tomaten, Gurken, Kürbisse, auch für reichlichere Fischverwertung. Die Leiterin des Abends, Frau Burk, stellte sich das Thema: „Wie ernähre ich meine Familie in dem obstarmen Winter vielseitig?" Lustige Vorträge in hessischer Mundart würzten das Kochthema noch mehr. Gfs. Die Arbeit der einzelnen Ortsgruppen in Gießen war in der letzten Woche besonders lebhaft. Die Ortsgruppe Gießen-Süd berichtet von einem Arbeitsabend der Gruppe Hilfsdienst. Frau Schön (die Ortsgruppenleiterin von Süd) dankte zunächst Schwester Martinius für die vorbildliche Führung dieser Arbeitsgruppe. Frau Piepenhagen übernimmt jetzt die Arbeitsgruppe. Frau Bodenbender sprach dann über Luftschutz. Nach ihren Ausführungen fand eine rege Aussprache statt. Vor allem die neue Gasmaske stand im Mittelpunkt des Interesses. Frau Piepenhagen las noch aus dem „Roten Kampfflieger" vor. In der Arbeitsgruppe Grenzland-Aus- l a n d sprach Frl. E m m e l i u s interessant von der Auswanderung der Deutschen gen Osten, von dem geschichtlichen Geschehen, von ihrer Arbeit und dem Halten ihrer Siedlungen und dem Festhalten an alten Gebräuchen. Es war diesmal ein Volksdeut- fcher-Abend zusammen mit VDA.-Mitgliedern. Eine große Weihnachtsvorfreude hatten die Frauen der Ortsgruppe Süd, als am 14. 11. die Arbeiten für den Weihnachtsmarkt zufammengepackt wurden. Was gab es da nicht alles! Für unsere Kleinsten eine Unzahl von bildhübsch angezogenen Puppen, dann Stofftiere, die recht handfest aus- sehen. Und anziehen können wir unsere Kleinchen! Es ist wirklich herrlich, wie viel Liebe, Schönheitssinn und Fleiß in all den Stricksachen, Kleidchen, Schürzchen, sowohl für Buben, als für Mädelein steckt. Aber auch die Erwachsenen kommen nicht zu kurz. Da gibt es auch für sie besonders schöne Schürzen, Strickdecken, Nachthemdenpassen und schöne Topflappen, die jede Küche zieren. Auch die Wäschebeutel und die nach Nürnberger Muster gearbeiteten Engel sollen nicht vergessen werden. Und als größte Arbeit die Hohlfaumdecke der Abteilung Kultur-Erziehung. Die Abt. Hilfsdienst gab auch noch ganze Säuglingsgarnituren zur Verwendung während der Weihnachtszeit. Die Ortsgruppe Gießen - Ost hatte an chrem Arbeitsabend Kultur - Erziehungs - Schulung als Hauptthema einen Vortrag mit Lichtbildern über Altgermanische Kultur bis zu den ersten Anfängen der Völkerwanderung. Mittelalterliche Volkslieder zur Laute, zwei Gedichte von Lulu von Strauß und Torney: „Braune Erde" und „Ewiges Deutfchland", vereint mit dem interessanten Vortrag, gaben dem Abend einen reichen Inhalt. 12 Monatswanderungen und vier außerordentliche Wanderungen vorgesehen sind, die als größere, mehrtägige Reisen in entferntere Gegenden führen fallen. Vom Gleiberg ging der Weg über Krofdorf, von da durch ein schönes Wiesentälchen, am bunt belaubten Herbstwald des Abhanges vom Watten- - berg (Napoleonsnase) entlang, zurück nasch Gießen, von wo die zahlreichen Wanderer die Bahn benutzten. =■ Lang-Göns, 18. Nov. Die erste Treibjagd im Waldbezirk nach Gambach zu brachte 41 Hasen und 4 Füchse zur Strecke. 5 Steinbach, 19. Nov. Frau Katharina Elisa- betha F i.n k, geb. Balser, Witwe des 1922 verstorbenen Maurers Heinrich Fink, kann am morgigen Sonntag, 20.November, ihren 8 2. Geburtstag feiern. Die alte Frau lebt im Hause ihres Schwiegersohnes Heinrich Häuser, und sie ist ihrer Tocht r, da die Gesundheit der Großmutter noch recht gut ist, noch eine wertvolle Hilfe bei den Arbeiten. * Großen-Buseck, 18. Nov. Am vergangenen Samstagabend fand im kleinen Saale des Gastwirts Wagner ein Kameradschaftsabend aller an der Befreiung Sudetendeutschlands beteiligten eingezogenen Reservisten statt. In herzlichen Worten begrüßte Pg. Pfeiffer alle Kameraden, die, wie sie in den Tagen vor und nach dem 29. September wie eine eiserne Frontkameradschaft standen, nun auch hier wieder alle erschienen. Nur der genialen Politik unseres Führers haben wir es zu verdanken, daß ein Krieg vermieden wurde und man nun einen solchen Abend miteinander verleben durfte. Zum Schluß feiner Ansprache überbrachte er dem Kameraden Willi Wagner die herzlichsten Glückwünsche zu seiner am nächsten Tage stattfindenden Vermählung. Inzwischen hatte sich die allseits beliebte Busecker Hauskapelle Schäfer eingefunden, um für die musikalische Ausschmückung des Abends Sorge zu tragen. Lieder, humoristische Musikeinlagen und frohe Erzählungen aus jenen Tagen ließen den Abend zu schnell verrinnen. # Dau bring en, 18. Nov. In der letzten G e - meinderatssitzung wurde die Rechnung von 1937 geprüft. Die Einnahmen betrugen 74 738 Mark, die Ausgaben 64 762 Mark. Der Ueberschuß betrug 9976 Mark. Beim Vermögen stand einer Einnahme von 19 057 Mark eine Ausgabe von 18 802 Mark gegenüber. O Münster, 19. Nov. Die hiesige Schule wurde heute auf Anordnung des Staatlichen Gesundheitsamtes für zehn Tage geschlossen, um der Gefahr einer immer mehr um sich greifenden Keuchhustenepidemie zu benennen. co Langsdorf, 16. Nov. Dieser Tage bewegte sich ein Trauerzug durch unser Dorf, wie er hier seit langen Jahren nicht mehr vorgekommen war. Der Schütze Karl Schiel, 8. Komv. Jnf.- Rgt. 116, war in Gießen durch einen Unfall aus dem Leben abberufen worden. Er wurde mit miü- I tärischen Ehren bestattet. Spielleute und eine Ehrenkompanie schritten dem Sarge voraus, der, bedeckt mit der Reichskriegsflagge und dem Stahlhelm und Seitengewehr des Verewigten, von Kameraden getragen wurde. Unter den Klängen von „Jesus, meine Zuversicht" und rollendem Trommelwirbel beanb sich der Trauerzug zu dem Grabe. Nach der kultischen Bestattung und einem Lied des Gesangvereins wurden von den militärischen Stellen Kränze niedergelegt, und troar von dem Bataillans- kommandeur, von dem Kompanieführer, den S'u- benkameraden und den Kameraden vom Jnf.-Ra^ 36 in Friedberg, bei dem der Verblichene bis vor kurzem gestanden hatte. Der Ehrensalut und das L'ed vom „Guten Kameraden" schlossen die militärische fteier ab. Namens der SA. l"."te Sturmführer Koch einen Kranz nieder, und der ganze St"-m rief den toten Kameraden zum letzten Apvell. Danach sprach Bürgermeister Kneipp für die Kriegerkameradschaft. den Turnverein und b-en Gesangverein. Heinr. Roth als Kommandant rief den letzten Gruß der Freiwilligen Feuerwehr über das Grab. Die kirchliche Trauerfeier fand anschließend nach dem reformierten Brauch der Gemeinde in der \ überfüllten Kirche statt. äreis Bübinnen k. Schotten, 17. Nov. Verschiedene Haus* - Verkäufe wurden hier in letzter Zeit w'eder ge- : tätigt. Das große Anwesen gegenüber dem Forst- Schuld. Um diese Firma zu einem Vergleich bringen zu können, müsse er ihr in Frankfurt bares Geld anbieten können. Der Kaufmann lieh sich nun bei einem Bekannten 300 RM. Der Angeklagte fuhr nach Frankfurt a. M. Seine Vergleichsbemühungen hatten aber keinen Erfolg. Anstatt das Geld zurückzugeben, zahlte St. es bei einer Gießener Bank auf ein Separatkonto ein. In der Folge hob der Angeklagte aber das ganze Konto ab. Vor einiger Zeit hatte ein Gießener junger Mann eine Schlägerei, in der er einen Zahn einbüßte. Seine Eltern beauftragten den St., der ihnen früher schon gelegentlich behilflich war, ihre Rechte gegenüber dem früheren Gegner ihres Sohnes wahrzunehmen. Der Angeklagte schloß mit diesem jungen Manne einen Vergleich ab, in dem dieser sich zur Zahlung eines kleinen Betrages verpflichtete. Der Angeklagte erhielt das Geld, verbrauchte es aber für sich. Der Angeklagte, der bereits im Jahre 1932 als Rechtskonsulent ein Berufsverbot erhalten hatte, bestritt, sich strafbar gemacht zu haben. Er wurde aber über- ührt und erhielt eine Gefängnisstrafe von echs Monaten und zwei Wochen. Aus der engeren Heimat. Hitler-Jugend Bann 116. Vetr.: Führertagung der Stämme II und III/116 am 20.11. in Lich. Am morgigen Sonntag, 20. November, haben alle Kameradschaftsführer und Hauptscharführer der Stämme II und III/116 um 9 Uhr am HI.-Heim Lich anzutreten. Mitzubringen sind Schreibzeug, Liederbuch, Kompaß, Karte. Landkreis Gießen. Wirtschaft W 10088 EIN NEUER WEGZUNEUER SCHÖNHEIT Gießen, den 19. November 1938. 7451V Wieseck. den 18. November 1938. 74 5P Spielwaren und 7438 V unz£ < pMfHßt aus pf]anz|jchen Bestandteilen { bei ,HÖHENSONNE-^WÄ^ Abführ-Perlen [Pckq RM 030 ü. 1.15, Kutpck. 4?-'tnAppt Briefumschläge bei Brühl, Gießen Zu haben: Med.-Drogerie H. Elges, Se tersweg 68a. Germania-Drogerie C, Seibel, Frankfurter Str, 39. osoiV Apparate von 93.- RM. bis 248 - RM. Verlangen Sie kostenl.Prospekte von Karl Egner, mediz. Fachgeschäft Frankfurter Straße 9. Telephon 37Ö7 Einspaltige Kleinanzeigen werben zum er» mäßigten Grund, preis von 5 Pf. für die Millimeter, »eile veröftenllichl durcfi fine guieSlcißeDon Optikermeister Car! Leisler Gießen 747 1A Neuenweg 16 Lieferant aller Krankenkaffen 7455° ,Ha, ja, ist ein schöner Hund, was?" „3a, ja, das will ich meinen, aber, Herr Dutt, sehen Sie, er müßte eigentlich geschoren werden, glauben Sie nicht auch?" „Ja, ein wenig geschoren werden, das kann ihm nichts schaden!" „Ja, dann Herr Dutt, da werd' ich ihn wohl einmal mitnehmen!" „Nun, ich hab' nichts dagegen!" Nach einer guten Stunde kommt der Hundescherer wieder mit dem Pudel an. Stolz zeigt er Per Dutt sein Werk: ,/Jst er nicht schön geworden, Herr Dutt?" erneut bis zu 1 v. H. unterschritten. Bayr. Motoren verloren in Anpassung an Berlin 1,75 v. H. auf 144,25, und Holzmann gingen um 1,50 v. H. zurück auf 142,50. Am Montanmarkt bröckelten Bereinigte Stahl auf 102,75 (103,13), Mannesmann auf 104,50 (105) und Ilse Genuß auf 131,50 (132) ab, Deutsche Erdöl gut gehalten mit 124,50 (124,25). Bon Maschinenaktien ließen Nheinmetall auf 131 (132), MAN. auf 138,50 (138,75), Moenus auf 124,50 (124,75) und Junghans auf 97 (97,50) nach. Sonst gingen Betula auf 162 (162,50), Gesfürel auf 129 (130), Conti Gummi auf 203,50 (204), DDM. auf ,Ha, das muß ich schon sagen, schön ist er wirklich geworden!" „Und billig ist's Herr Dutt, nur eine Krone!" „Eine Krone? Ja, das ist wirklich billig!" „Ja, ja!" „Soso." „Wie ist's denn Herr Dutt, wollen Sie die Krone nicht bezahlen?" „Ich? Wieso?" „Nun, wo ich J^nen doch den Hund so schön geschoren habe!" „Mir? Habe ich denn gesagt, daß es mein Hund ist? Der gehört gar nicht mir!" IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHIIHII Druckschriften In gefalzten Bogen In Heftform und gebunden Klar In der Schrift, übersichtlich angeordnet und sorgfältig gedruckt, dienen den Belangen von Handel undVerkehr,Industrie und Gewerbe, Behörden, Landwirtschaft und Vereinigungen- Lieferung schnell.gul und preiswert durch Brührsohe Druckerei Schulstr. 7. Ruf 2251 ilillllllllllllllliUlllllllli 173 (174), Westdeutsche Kaufhof auf 101,25 (102,25), Zellstoff Waldhof auf 122,50 (123,50) und Reichsbank auf 191,25 (192) zurück. Behauptet lagen IG. Farben mit 144,50, Scheideanstalt mit 195 und Metallgesellschaft mit 118. Auch Bankaktien zeigten die Mittagskurse. Am Rentenmarkt waren keine Umsätze zu verzeichnen. Sranffurter Schlachtviehmarki. Frankfurt a. M., 18. Noo. Auftrieb: Rinder 1271 (gegen 1340 am 10.11.), darunter 234 (263) Ochsen, 114 (119) Bullen, 677 (680) Kühe, 246 (278) Färsen. Kälber 232 (226), Hümmel und Schafe 154 (221),. Schweine 116 (296). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 44,50 bis 46,50 (43,50 bis 46,50), b) 41 bis 42,50 (40,50 bis 42,50), c) 37,50 (35 bis 37,50), d) 29 (—). Bullen a) 43,50 bis 44,50 (42,50 bis 44,50), b) 40,50 (40,50)/ c) 35,50 (35,50). Kühe a) 41,50 bis 44,50 (43,50 bis 44,50), b) 36,50 bis 40,50 (38 bis 40,50), c) 30 bis 34,50 (28 bis 34,50), d) 20 bis 25 (20 bis 25). Färsen a) 43 bis 45,50 (42,50 bis 45,50), b) 39 bis 41,50 (40 bis 41,50), c) 33,50 bis 36,50 (33 bis 36,50). Kälber a) 62 bis 65 (62 bis 65), b) 55 bis 59 (55 bis 59), c) 45 bis 50 (48 bis 50), d) 35 bis 40 (35 bis 40). Hämmel b2) 46 bis 52 (48 bis 52), c) 43 bis 45 (41 bis 45), d) 28 bis 38 (36 bis 40). Schafe a) 38 bis 42 (38 bis 42), b) 33 bis 36 (33 bis 37), c) 20 bis 29 (20 bis 29). Schweine a) 59 (59), bl) 58 (58), b2) 57 (57), c) 53 (53), d) 50 (50). Sauen gl) 58 (58). Marktverkauf: Rinder, Kälber und Schweine zugeteilt; Hämmel und Schafe mittelmäßig. „Seit einigen Monaten verwende ich jetzt Ihre ausgezeichneten Käoderma-Kosmetik-Präparate und sie haben meiner Haut so bemerkenswert gut getan, daß ich bestimmt dabei bleiben werde. Ich stelle täglich fest, wie gut sie meinem Teint tun“ So urteilt Fräulein Irmgard Mühleck, Schriftstellerin und Vortragskünstlerin, Hamburg 13, Moorweidenstr. 24,deren Bild wir oben veröffentlichen. Diese Zuschrift ist nur eines der uns freiwillig über unsere neuen Kaloderma - Kosmetik - Präparate zugehenden Dankschreiben. Jede Frau, die schön sein und schön bleiben will, muß diese herrlichen Präparate kennenlernen. Alles Nähere erfahren Sie durch unser Heftchen Kaloderma-Kosme- tik,das Sie gegen untenstehenden Gutschein erhalten. Eine „Höhensonne“ als Weihnachts-Geschenk ... wäre dos nidif eine gute Idee I Die neuen Modelleslndim Preise so niedrig geholten, um es jeder Familie zu ermöglichen, sid> eine eigene ,,Höhensonne" für dos Heim onzusdtoffen.Kompl. Fenerwerksartlkel für Wie der Verkäufer ab Lager lieferbar Ernst Weimer, Grohhandlanfi Gießen. Wetzlarer Weg 11. DANKSAGUNG Für die beim Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen erwiesene Anteilnahme und die überaus vielen Kranz- und Blumenspenden sowie die trostreichen Worte des Heim Pfarrers sagen wir unseren Innigsten Dank. — Dies alles war uns ein Trost in den so schweren Tagen. 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S.- KALODERMA TAGESCREME Tuben RM -.50 u. 1.-; Topf RM 2 Wir sprechen hiermit allen denen, die unserem lieben Entschlafenen die letzte Ehre erwiesen, unseren innigsten Dank aus. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Elisabethe Sommeriad, geb. Kern. Mehr Milch, mehr Eier, hochbewertete Kaninchen durch die echte gewürzte Fufferkalkmlschung Iwevs - LNavke Zu haben In den einschlägigen Geschäften DioMrx-Verkauf “ | CHI U Vermieten 7445 A Stimmen Schönau Bahnhofstr. 76, Ruf 3269 Rhein-Mamifche Börse. rNittagsbörse: Aktien weiter schwach. Frankfurt a. M., 18. Noo. Die Rückbildung der Aktienkurse setzte sich bei äußerst kleinen Umsätzen auf den meisten Gebieten fort. Das Angebot hatte wiederum nur geringen Umfang, bei der starken Zurückhaltung der Käufer genügte es aber, um durchschnittliche Einbußen von 1 bis 2 v. H. herbeizuführen. Die Verkäufe dürsten größtenteils auf die Beschaffung von llüssigen Mitteln für die Erwerbung jüdischer Geschäfte zurückzuführen sein. Am Montanmarkt lagen vor allem Rheinstahl mit 130,75 (132,50) und Mannesmann mit 105,75 (107,13) fühlbar schwächer; Vereinigte Stahl gingen auf 104,90 bis 104,50 (105,50) und Hoesch auf 113,75 (114,50) zurück. Im übrigen kamen zunächst nur wenig Erstnotierungen zustande. Zu erwähnen sind IG. Farben mit 145 (146), AEG. mit 115,13 (117), Westdeutsche Kaufhof mit 102,65 (104), Zellstoff Waldhof mit 123,50 (125), Daimler mit 132 (134), andererseits Reichsbank mit 192,75 (191,25). Am Rentenmarkt blieben die Umsätze ebenfalls sehr klein, auch die Kursoeränderungen hielten sich in engen Grenzen. Von den nariaiblen Papieren Ueßen Reichsaltbesitz auf 130,65 (130,75) nach, Reichsbahn-Vorzugsaktien verloren 0,25 v. H. auf 125,25, und im Freioerkehr ermäßigten sich Kom- munal-Umschuldung auf 93,15 (93,30). Am Pfandbriefmarkt blieben die Kurse unverändert, von Liquidationswerten Rheinische 101,10 (100,90), Nassauische 101 (100,90), andererseits Frankf. Hyp. 100,70 (100,90). Stadtanleihen gaben teilweise 0,13 bis 0,25 v. H. nach, und von Industrie-Obligationen bröckelten IG. Farben-Bonds weiter ab auf 119,65 (120). Im Verlaufe kam das Geschäft fast völlig zum Erliegen, so daß weitere Notierungen nur ganz vereinzelt erfolgten, wobei die Haltung schwach blieb. Rheinstahl 130 nach 130,75, Vereinigte Stahl 103,13 nach 104,50, IG. Farben schwankend mit 145,25 bis 144,50 nach 145. Auch die später notierten Papiere lagen zumeist 1 bis 2 v. H. unter gestern, Bemberg verloren 2,50 v. H. auf 132,50 Am Einheitsmarkt schwächten sich die Kurse gleichfalls ab, vornehmlich Großbankwerte wiesen einen weiteren Rückgang um 0,50 v. H. auf. Der Freiverkehr lag mangels Umsatzes behauptet, nur Schuh Berneis gingen mit unverändert 79 bis 81 um. Tagesgeld wieder 2,25 v. H. nach 2,50 v. H. Abendbörse: Weitere Rückgänge. An der Wendbörse kam in verschiedenen Spezialpapieren weiteres, meist nur kleines Angebot heraus, während die Aufnahmebereitschaft überaus gering blieb. Auf den meisten Gebieten wurden daher' die schon weiter ermäßigten Mittagsschlußkurse und doch schafft sie es alleint Ohne Müdigkeit u. Abspannung, Irnmei-Msch In allen Fachgeschäften erhältlich --GUTSCHEIN -- In den nachstehenden Geschäften erhalten Sie gegen Einhändigung dieses Gutscheins unser interessantes Heftchen Kaloderma- Kosmetik — soweit vorrätig auch Proben der Artikel selbst. (Wenn Sie keine Möglichkeit haben, diesen Gutschein bei den genannten Geschäften persönlich einzulösen, schicken Sie ihn uns ein, und Sie werden sofort das genannte Heftchen erhalten.) Drogerie winterhoff, Rreuzplay 9/J0 Med. Drogerie Herm. Elges, Seltersweg 68a Parfümerie Plank, Seltersweg 8 Parfümerie Roch, Seltersweg 75 Seifenhaus Muhl, Mäusburg 8 die leichte Maße^ von £i*&uor. -Thai -***üiessen Friedri chstn7 Lieferant aller Kassen GkatweMpiele in Weilburg a. d. Lahn am 26. 27. Nov. und 3 4. Dez. UM». Beginn der Serien :_Samstags,um 17 u 20HJhr. Sonntags um 14. 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Ueber den Verkauf weiterer jüdischer Häuser schweben Verhandlungen. — Der neue Lehrgang in der Först er schule hat begonnen. 15 neue Schüler werden in der Schule zu ihrem künftigen Beruf herangebildet. — Am Dienstag abend fand im Rathaussaal eine Besprechung über die Gründung eines Gemeinnützigen Bauvereins statt, zu der der Bürgermeister eingeladen hatte. Neubauten und neue Wohnungen müssen geschaffen werden, um dem Wohnungsmangel abzuhelfen, der durch die Verlegung neuer Aemter hierher in Schotten entsteht. Es soll auch das Bauhandwerk eine Be- Icbuna erfahren, und nach der ideellen Seite hin soll jedem Volksgenossen, der sich ein eigenes Heim schaffen will, durch den neuen Verein Hilfe und Unterstützung zuteil werden. Bei der Aussprache ergab sich das große Interesse, das hier herrscht. Sofort traten über 30 Personen aus allen Kreisen der Bevölkerung dem neu zu gründenden Verein, der auf genossenschaftlicher Basis errichtet wird, als Genossen bei. Der Verein wird seine Tätigkeit alsbald aufnehmen 0 Glashütten, 17. Noo. Zu Beginn dieser Woche veranstaltete die Gaufilmstelle im vollbesetzten Scharmannschen Saale einen Filmabend. Die Zuschauer erlebten im Vorprogramm die historischen Führertage in Rom, im Hauptprogramm den herrlichen Tonfilm „Zu neuen Ufern". Damit hat die Gaufilmstelle einen guten Auftakt zu den winterlichen Filmabenden gegeben. — Der an der Straße Glashütten—Hirzenhain gelegene Stein- bruch zeigt in letzter Zeit reges Leben. Unermüdlich werden die Basaltsteine gebrochen und zu Straßenschotter zerkleinert. Die Nachfräge ist so start, daß verlängert gearbeitet werden muß. Um die erhöhten Anforderungen zu befriedigen, ist kürzlich auch im Steinberger Scheidtwald ein Bruch in Betrieb genommen worden, der vorzügliche Steine liefert, die in alle Richtunaen verschickt werden. > Steinberg, 17. Nov. Die durch den nassen Herbst aufgeweichten Straßen unseres Dorfes erfahren jetzt eine umfassende Wiederherstellung. Die Schlaalöcher werden mit Basaltschotter ausgefüllt, die Wegränder sauber abgestochen und die Straßen bann mit Basaltarus überschüttet. Das Dorfbild gewinnt dadurch an Schönheit. L Gedern, 18. Nov. Im Jahre 1933 waren in unserem schönen Vogelsbergstädtchen noch 4 4 Judenfamilien ansässig. Seitdem waren bis April 1937 zwar alle jüdischen Personen verzogen, doch befanden sich noch immer die Geschäftshäuser in ihrem Besitz. Vor kurzem waren die Grundstücke bis auf drei bereits in arische fiänbe überaeaanaen. Auch biefe drei letzten verschwanden. Zwei Geschäftshäuser in ber Hauptstraße würben von Gederner Geschäftsleuten übernommen, ausqebaut und hergerichtet. Das letzte jüdische Anwesen in ber Mühl- straße wirb halb burch eine Zwangsversteigerung auch in arischen Besitz übergehen. Dann ist in Gedern die Jubenfrage vollstänbig gelöst. — Arn Montag führten die Bauern bis im Pferdeversicherungsverein versicherten Pferde vor. Von etwa 300 Pferden wurde der derzeitige Wert auf ungefähr 25 000 Mark geschätzt. 0 Hirzenhain, 17. Nov. Ein beliebter Aus- fluasort für Hirzenhain und Umgegend ist das in der Nähe unseres Dorfes gelegene Strandbad Hillersbäch. Leider besteht für den Kraftwagen- verkehr zum Bade hin nur die Umwegstraße über Lißberg. Diese war durch den Kraftfahroerkehr aus ferneren Städten so in Anspruch genommen, daß sich zum Schluß der diesjährigen Babesaison die Feststellung ergab, daß die Teerdecke abgefahren und die Schotterdecke zum Vorschein gekommen war. Deshalb wurden kürzlich die Löcher ausgesüllt und die Zufahrtstraße mit einer neuen Teerdecke überzogen. Eine direkte Verbindungsstraße wäre auch von Hirzenhain aus sehr erwünscht und für den zunehmenden Wagenverkehr erforderlich. Kreis Wehlar. <> Großrechtenbach, 17. Nov. Dieser Tage fand eine Gemeindeversammlung im Gemeindesaal statt. Bürgermeister Langsdorf berichtete über verschiedene Gemeindeangelegenheiten. Mit dem letztes Bauabschnitt der Wasserleitung soll nunmehr, nachdem die Wirtschaftsgruppe Energieversorgung die erforderlichen Eisenmengen genehmigt hat, sobald als möglich begonnen werden. Die Kanalgebühren sollen neu geregelt und auf alle Anschlußbesitzer gleichmäßig zut Verteilung kommen. Mit den Wegebauarbeiten, die ausschließlich in Gemeindefrondearbeiten durchgeführt werden sollen, soll sofort begonnen werden, damit die Arbeiten noch vor Beginn des Winters beendigt sind. Sodann wurden an sämtliche selbstschlachtende Landwirte die NSV.-Büchsen ausgegeben. Bürgermeister Langsdorf wies hierbei auf den diesjährigen Erntesegen hin und betonte, daß es dem Führer gelungen sei, dem deutschen Volke den Frieden zu erhalten, wofür wir dankbar sein wollen, auch im Geben für das Winterhilfswerk. Ortsbauernführer Dreuth behandelte dann noch einige Neichsnährstands- angelegenheiten. Eine Aussprache über die Milchabsatzregelung der Gemeinde ergab, daß die überwiegende Mehrheit es bei der bisherigen Regelung zu belassen wünscht. Es werden zur Zeit täglich etwa 12—1300 Liter Milch an die Sammelstelle angeliefert und monatlich fast 5000,— RM. ausbezahlt. Die schon im Vorjahre mit gutem Erfolg durchgeführte Sammelbestellung für junge Legehühner soll auch im nächsten Jahre wieder durchgeführt werden. Bis jetzt wurden bereits 500 junge Hühner bestellt, ein erfreulicher Beweis dafür, daß die bäuerliche Geflügelhaltung wieder im Aufwärtsstreben begriffen ist, nachdem im vergangenen Jahr ber Preis der Eier den Kosten der Erzeugung angepaßt worden war. Hierzu wurde mitgeteilt, daß in 1938 im Kreise Wetzlar über 700000 Eier in den örtlichen Eiersammelstellen erfaßt worden sind. Es wurden dann noch verschiedene Punkte behandelt, wobei auch die Teilnehmer reichlich zu Worte kamen. In einem kurzen Schlußwort betonte der Bürgermeister, daß er im Laufe des Winters noch mehrere Gemeindeversammlungen abzuhalten gedenke, um so den Gemeindegliedern Gelegenheit zu geben, mitzuarbeiten an den kommenden Aufgaben im Staate Adolf Hitlers. Mit dem Gruß an den Führer wurde die Versammlung geschlossen. Oie Narrenkappe. Per Dult und der Pudel. Der alte Per Dutt ist als Original bekannt, gemütlich und behäbig und stets dazu aufgelegt, anderen einen Streich zu spielen. Eines Mittags sitzt er am Fenster, unter dem unten ein schöner, weißer Pudel spielt. Da kommt zufällig auch der Hundescherer vorbei, bleibt stehen und beginnt mit Per Dutt zu schwatzen: „Schön guten Tag, Herr Dutt. Na, da haben Sie aber einen schönen weißen Hund!" PFAFF Zick-Zack- Universal- Nähmaschinen em Wunderwerkdeutsch. Technik, ünverblndi. Vorführung I Bequeme Zahlung«- «963D weise H. 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November 1938 befindet sich rtieine Kanzlei Wilhelmstrafeel (Ecke Frankfurter Strafe) W.Rohn,Rechtsanwalt Fernruf 3988. 7289V Hier sind vier Beispiele aus unserer grossen Auswahl. Doppelherz-Verkaufsstell.:Drog.H. Eines, Seltersw.66. C.Seibel, Frankf. Str. 0. Winterhof!, Kreuzplatz 9/10. Grünberg: Karl Schott u. sämtliche Filialen. Lanbach: Solms- Laubacher Droe:. Karl Klein. 434V Einspaltige Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von S Pf. für die Mi111meterzelle veröffentlicht tfeltersweg 20 Seit 20 Saften Qualitäfs - ßPolftermößel — eigener SHßerfiellung — großes 3Ylö6elftofjlager CARL NOWACK GIESSEN hinter- Monte! IkWitatfiii'u/tf Hr.271 viertes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) 19./2V. November 1958 Erster Tag unserer Rekruten. Einzug in die Kaserne: Zivilleben ade! Die Rekruten sind da. Ein Teil von ihnen ist au- Gießen und aus der engeren oberhessischen Heimat gekommen. Viele haben aus anderen Gegenden des Reiches den ersten Bahntransport in ihrem Soldatenleben hinter sich. Jeder der jungen Männer trägt seinen Rekrutenkoffer an der Hand. Manches Gepäckstück ist etwas schwer ausgefallen, denn die Mutter hat für ihren Soldaten gut aufgepackt Viele haben sich mit leichtem Gepäck' begnügt, noch nicht einmal einen Mantel oder einen Hut haben sie mitgenommen. Um so leichter ist das erste .,Heimatpaket", das „die Reste des Zivillebens" aus der Kaserne zum Elternhaus zurückbringt. Auf dem Bahnhofsplatz sammelt sich am Donnerstag die Schar der Einberufenen. Einige Unteroffiziere und Gefreite bringen im Handumdrehen militärische Ordnung in das Gewimmel junger Männer. Dann wird in Dreierreihen in langer Kolonne zur Kaserne marschiert. Frohe Marschlieder singend, geht's durch die Straßen. Mit eisernem Willen wird auch der schwerste Rekrutenkosfer transportiert, einmal rechter Hand einmal linker Hand. Und stramm wird Schritt gehalten. Mit Freude blicken die Volksgenossen auf die jungen Männer. Vor allem die alten Soldaten haben ihre Freude, denn beim Anblick einer solchen Marschkolonne werden vor'ihrem geistigen Auge Erinnerungen an ihre eigene Dienstzeit lebendig. Bald wird das Kasernentor weit geöffnet Die große Marschkolonne hält ihren Einzug in die Kaserne Das Zivilleben versinkt für zwei Jahre hinter den jungen Männern. Eine neue Welt tut sich vor ihren Augen auf ... In den Kasernen bricht der. Tag irüh an. Für manchen der Einberufenen schon zu einer Stunde, da sie sich „daheim" noch einmal auf die andere Seite gelegt hätten. Der erste Frühmorgen mag ihnen nach dieser Richtung hin ungewohnt vorkommen. Aber sie haben einen Trost: alle miteinander stehen nun unter dem gleichen Gesetz des Tages. Und rasch findet man sich auch damit ab, daß man seinen „Kahn" selber bauen muß, daß der Kaffeetisch etwas anders aussieht als bei Muttern, kurz und rund: alles selbst getan werden muß, was man daheim bequem und nett von der Mutter oder von den Geschwistern hergerichtet bekam. Aber der angehende Soldat hat nicht lange Zeit, über diesen Wandel der Dinge sich Gedanken zu machen oder Betrachtungen über das Gestern und das Heute an- Guter Sitz des Mantels muß sein. I 1 Am gestrigen Freitag. Wir besuchen in den Vormittagsstunden das ll. Bataillon unserer 116er in der Verdun-Kaserne. Unser Besuch gilt den Rekruten. Trotz vieler Arbeit widmet sich der Bataillonskommandeur selbst uns auf dem Rundgang, ebenso nimmt sich der gleichfalls vielbeschäftigte Stabszahl- mcister die Zeil, als unser weiterer Begleiter mitzugehen. Zunächst geht es zu einer der Kompanie-Kammern. Unter einer solchen Kammer darf sich die Leserin dieses Berichts nicht etwa einen Raum vorstellen, der sich mit der Hausbodenkammer eines Privathauses vergleichen ließe. Diese „Kammern" sind langgestreckte, hohe und helle Räume im Dachgeschoß eines ganzen Kompanie-Wohnblocks. In dieser „Kammer" ist der Kammerunteroffizier mit einem Hilfsarbeiter tagaus und tagein voll beschäftigt, um alles, was die Bekleidung feiner Kompanie angeht, in bester Ordnung zu halten. Das „Tischleindeckdich" für die Kompanie-Kammern ist die Bataillons-Kammer als Zentrale des gesamten Bekleidungswesens für ein Bataillon, von der aus die Lieferungen an die einzelnen Kompanien erfolgen. Der Bataillonskommandeur und der Stabszahlmeister sind die beiden Männer, die mit den zur Verfügung gestellten Geldmitteln die Anschaffungen für das Bataillon und die Verwaltung der Bestände unter ihrer Verantwortung haben. Der Stabszahlmeister ist dem Bataillonskommandeur für die fachgemäße und sorgsame Führung der Kammergeschäfte verantwortlich. Da muß alles bis zum letzten Hosenknopf und bis zum letzten Stiefelnagel einwandfrei nachgewiesen und in der Verwendung zweckentsprechend bewirtschaftet werden. Die Männer der Kompanien müssen in ihrer ganzen Bekleidung immer einwandfrei aussehen, auf der anderen Seite sind aber die bereitgestellten Geldmittel in der sparsamsten Weise zu verwenden. Beides auf einen Renner zu bringen, ist nicht selten geradezu ein Kunststück, um dessen Gelingen der Bataillonskommandeur und sein Stabszahlmeister sich manchmal ernstlich die Köpfe zerbrechen. Aber wie alles bei der „Familie Preußen", so wird auch diese Aufgabe in guter Weise gelöst. Und so sind denn alle Kompaniekammern jederzeit und nach jeder Richtung hin mit allem ausgezeichnet versehen, was zur Bekleidung und zur Ausrüstung des Soldaten in vielerlei Gestalt erforderlich ist. * Der Kammerunteroffizier hat mit feinem Kammerarbeiter schon seit etlichen Tagen für die Einkleidung der Rekruten weitgehend vorgearbeitet. Da sind an einer Seite der Kammer, in Zeltbahnen zusammengepackt, große Bündel aufgestapelt. Jedes enthält alles das, was der Soldat au Normalstücken seiner Ausstattung notwendig hat (z. B. Tornister, Kochgeschirr, Patronentaschen, Koppel usw.) Dank dieser Vorarbeit geht die Einkleidung schnell voran, so daß eigentlich nur noch das Verpassen der Exerzier- und der Ausgeh-Garnitur, des Stahl- zustellen. Schon bald beginnt der erste Dienst, bei Helms, der Mütze, der Stiefel und der Schuhe vordem die Zivilhaut verschwindet und aus dem Zivi-; zunehmen ist. Dabei wird, schau aus rein dienst- listen wenigstens äußerlich der Soldat wird: hässlichem Interesse, mit größter Sorgfalt darauf ge- Ein kleiden. achtet, daß alle Sachen, ganz besonders die Stiesel Richtiges Einräumen des Spindes — eine wichtige Sache! „Bettenbauen" — der „Kahn" muß tadellos fein. Beim Verpassen der Stiefel. (Aufnahmen |6|: Neuner, Gießener Anzeiger.) und die Schuhe, gut passen. Im Regelfälle sind zur Einkleidung eines Mannes von A bis Z nur etwa zehn Minuten erforderlich, da aber der Kammerunteroffizier und sein Kammerarbeiter bereits vorgearbeitet habeii, wird eine ganze Gruppe von Rekruten in etwa 30 bis 35 Minuten fertig eiugeklei- det Jeder Rekrut erhält aus den reichen Beständen ■ *• W 'r;i Der richtige Helm wird ausgesucht. der Kammern — nebenbei bemerkt: jeder Hausfrau und jedem Hausvater würde das Herz vor Freude lachen, wenn sie eine solche Fülle von Wäsche und sonstigen Kleidungsstücken in ihren Bestanden hätten, die auf den Kammern immer noch vorhanden sind, auch wenn die Einkleidung bereits beendet ist — seine Bekleidungsstücke in so ausgezeichneter Qualität, daß daran auch nicht das mindeste auszusetzen ist. Auf einem Bekleidungsnachweis, den er am Ende der Einkleidung unterschreiben muß, bestätigt er den ordnungsmäßigen Empfang. Dieser Bekleidungsnachweis wandert mit seinen Papieren während der ganzen Dienstzeit, also auch bei Versetzungen, Kommandierungen ober dergleichen mit ihm. Wir kommen gerade zurecht, um beim Verpassen der Röcke, Mützen und Stiefel dabei zu sein. Jeder Rekrut hat seine Zeltbahn mit vielen Sachen darin vor sich liegen. Und immer noch kommt Neues hinzu. Da steht z. B. ein Mann, der „obenherum" schon Soldat ist, „untenherum" aber noch den Zivilisten zeigt; wenige Minuten später,, nachdem wir uns in der Kammer etwas umgeschaut haben, sehen wir diesen Mann wieder, und nun ist der Zivilist (Nachdruck verboten!/ 35 Fortsetzung Es ist lange nach Mitternacht — noch liegen ihnen die Klänge der schmeichelnden Geigen im Ohr, noch schwingt der Rhythmus des Tanzes in ihren Glie- dern. . .. ... Karola huschelt sich in ihren Pelz, den sie über dem Abendkleid trägt, denn es ist kühl. „Fahr du!" sagt sie und springt m den Nebensitz des flinken „Tiltt'. „Ich bin zu müde. Gehorsam setzt sich Karajan ans Steuer. Leise summt er eine jener Melodien, nach der er dort oben im Kabarett noch vor einer Viertelstunde mit Karola getanzt hat. Glücklich. Von allen Mädchen war Karola das schönste. .. , „Wohin befehlen das gnädige FrauleiN? fragt er übermütig und läßt den Anlasser heulen. „Nach irgendwo und nirgendwo. Nur nach nicht nach Hause. Fahr ins Blaue, Herbert. Ich dm so glücklich, ich kann jetzt noch nicht schlafen gehen. Der schmale Sportwagen setzt sich in Bewegung— seltsamer Gegensatz, die beiden Menschen in abendlichen Gewändern in diesem Gesahrt — Doch die zwei sehen und bemerken nichts — sehen uno fühlen nur sich. <«..<. x Karajan muß Obacht geben, daß ihm der Wagen nicht wegläuft, das schnelle Gefährt ist nicht für geruhsame Stadtfahrt gebaut. „Wohin bringst du mich?" fragt Karola, sie aus dem Zentrum der Stadt fahren, als die Straßen immer verlassener werden. „Nach — irgendwo'" wehrt er schmunzelnd ab. „Wirst es bald sehen!" .. Ach, Karola weiß es schon langst — die Gassen kennt sie — sie fahren zu Tantes Grundstück hier geht's zu Karajans Werk. Er fuhrt ste in s Fabrik. Da taucht auch schon der dunkle Block der Nebenbauten auf, imponierend in der " der verhältnismäßig kleinen Ausmaße. Em yoye Eisengitter schließt das Gitter. . „Hier, Karola ist (nein zweites Zuhause, mein Leine M mil Mm Biiii Roman von Kurt Riemann Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa Werk. Ich wußte keinen Ort, an den ich dich lieber gefahren hätte als an diese Stelle." „Du Lieder!" flüstert Karola und drückt ihm heftig die Hand. „Du schenkst mir viel Vertrauen." Leise lacht Karajan auf, während er den Zündschlüssel herauszieht und ihn in seine Tasche verstaut. „Ich würde dir alles anvertrauen, Kind. Alles. Außerdem — was versteht eine Musikstudentin schon von chemischen Vorgängen, von Formeln und Reagenzen von Preßstoffstempeln und Matrizen—?" Karola konnte ein flüchtiges Lächeln nicht verkneifen. Wie gut, daß in der Dunkelheit ihr Gesicht nicht zu erkennen ist. Ach, lieber Herbert, du solltest nur wissen, wieviel ich davon leider verstehen mußte! Und es fällt ihr wieder schwer aufs Herz, daß sie noch immer das Geheimnis vor ihm hat. — Inzwischen ist der Pförtner herausgekommen, ein Hüne von einem Mann. Er erkennt seinen Chef und grüßt stramm und militärisch. „Alles in Ordnung, Westerhausen?" fragt Karajan. „Alles in Ordnung!" erwidert der Pförtner. „Karl — ich meine, Bethge ist auf dem Rundgang in Halle vier und im Labor." . „Danke, Westerhausen. Und das hier ist meine Braut. Fräulein Westner ist der einzige Mensch, der außer den Angehörigen des Werks hier Zutritt hat. Jederzeit. Gucken Sie sich die Dame gut an!" lacht Karajan und hält Karolas Gesicht m den Schein der Torlampe. m r, „Gemacht, Herr Doktor!" schmunzelt Westerhausen. „Hätte die Dame auch so wiedererkannt." -Wieso?" r „ „Na, so etwas hübsches sieht unsereiner nicht alle Tage!" lacht Westerhausen. Errötend hängt sich Karola fester in Karajans Arm. . „Komm — laß uns einen kleinen Streifzug machen, Herbert. Ich bin nun wirklich begierig auf dein Reich." „Wollen sie eine Laterne, Herr Doktor ? „Danke, ich finde mich hier sogar bei Mondfinsternis zurecht." Sie gehen über den weiten Hof. In Halle eins beginnt Herbert feine Führung. Fast geräuschlos öffnet sich das schwere Eisentor. Drinnen i|t s un- h milch, auch als die Ti-istrahl°r mles m blendende Helle tauchen, bleibt die bedruckende Leere. Und nun schreiten sie von Raum zu Raum, von Halle zu Halle, und bald hat Karola den ersten unheimlichen Eindruck vergessen. Der Produktionsgang beginnt sie zu fesseln. Von Schritt zu Schritt erkennt sie, daß hier in der gemeinsamen Arbeit der drei Männer etwas Vorbildliches aufgebaut ist, daß dieses noch immerhin kleine Werk in seiner Geschlossenheit eine Meisteeleistung m jeder Hinsicht bedeutet. Auch Karajan wird gepackt von seiner eigenen Erklärung. Er erlebt im Geiste noch einmal alle die Kämpfe, die Mühen und Sorgen, die überwunden werden mußten, ehe das alles hier stand. „Und hier, Karola, führe ich dich in mein Heiligtum!" sagt er am Ende des Rundgangs und stößt die Tür zum Laboratorium auf. „Hier wird an der letzten Vervollkommnung des „Karolit" gearbeitet, und in diesem Tresor liegen die Pläne zu meiner Erfindung. Nur Wernicke kennt das Schlüsselwort außer mir — Kannst du dir etwa denken, welches Wort den Schrank öffnet?" lächelt er sie an. „Woher soll ich das wissen, Herbert?" gibt sie erstaunt zurück. „Und ich bin auch gar nicht neugierig. Es hat für mich keine Bedeutung." „Für dich nicht, aber für mich! Für mich bedeutet es alles Schöne im Leben! Alles—" Zärtlich küßt er ihre Hand, und schnell schlingt sie beide Arme um seinen Hals. Sie weiß nun, daß ihr Name sogar in diesen Hallen der Arbeit Zauberwort ist, das die geheimsten Pforten öffnet. Das macht sie über alle Maßen glücklich. „Ich bin stolz auf dich, Herbert!" flüstert sie. „Furchtbar stolz — es tut mir nur eins leid: daß dich diese Räume hier viel öfter sehen, als ich es kann. Es ist lächerlich, aber es stimmt — ich bin eifersüchtig auf all die Gläser, Retorten, Maschinen und Prüfstände, zwischen denen du dein Leden verbringst. Warum kann ich nicht immer um dich sein?" „Was hindert dich, mich zu besuchen, jederzeit? Sieh es doch ein, Karola, ich muß hier arbeiten, hart arbeiten, denn ich muß mein Werk durchdrücken gegen den Widerstand einer Industrie, die hundertfach so stark ist wie ich. Das erfordert noch für einiae Zeit viel Kraft. Aber wenn du mich am Abend hier aufsuchst, wenn du mich abholst oder hier oben ein Stündchen bei mir hockst — kann dich das nicht ein wenig entschädigen?" „Ach Herbert, das wäre unendlich viel!" „Ich werde Bescheid sagen, Karola! Hier hast du den Schlüssel zu meinem Labor. Wenn ich im Werk bin, wartest du einfach auf mich. Aber — Kind, Kind!— bewahre ihn gut. Ich kann mir denken, daß er für gewisse Leute fein Gewicht in Gold wert ist — und darüber! Also—!" Er droht ihr scherzhaft mit dem Finger und erschreckt hält Karola inne in der Bewegung, die schon den Schlüssel greifen wollte. „Ist es so gefährlich, Herbert, zu dir zu kommen?" „Unsinn!" lacht er. „Paß nur gut auf, daß ihn kein Fremder in die Hände bekommt." „Darauf kannst du dich verlassen!"-- Seit jenem Besuch ist Karola bei ihm, leistet Gesellschaft, geht ihm unmerklich zur Hand, meist aber entführt sie ihn in ihrem Wagen auf ein Stündchen ins Freie, um ihn ganz für sich zu haben. „Das wird die richtige Frau für den Chef!" sagt Westerhausen, der Pförtner, zu seinem Kollegen. „Die sorgt dafür, daß er in seinem Labor nicht blödsinnig wird!" Womit er ganz den Beifall feines Kollegen findet. * Atemlos lehnt das blasse Mädchen in der gepolsterten Tür. Der Mantel hängt ihr nur halb auf den Schultern, neben ihr steht, verlegen lächelnd, die junge Dame aus Meßdorffs Vorzimmer. „Ich habe sie nicht halten können, Herr Doktor", zuckt sie die Achseln. „Sie ließ sich nicht abweisen!" „Ich laß mich nicht belügen", flüstert das blasse Mädchen. „Ich habe gesehen, wie du vor einer halben Stunde in das Hauptportal hineingingst. Seit drei Tagen stehe ich unentwegt und warte, warte—. Glaubst du, daß ich mich mit der lächerlichen Lüge verjagen lasse, die für dich so bequem und für mich so niederträchtig ist?" Meßdorff steht langsam hinter seinem Schreibtisch auf. „Sie können gehen", nickt er seiner Sekretärin zu, und der Blick, den sie dabei einstecken muß, verheißt wenig Gutes. Sie schaut das blasse Mädchen noch einmal lange an, bann wendet sie sich und geht. Die gepolsterte Tür faucht leise. Stumm sehen sich die beiden Menschen an Es ist unheimlich ruhig. (Fortsetzung folgt!). a- Spannende Handball-Begegnungen AuMlußreicheSpielem derVezirlssiaffel Gießen lingt. Zwei Großkämpse der Gießener Mannschaften 1900: Lang der Ehrenloge bemerkte man rsitzenden des Teutonia: Happel Rundfunkprogramm r- • v cm -c, << .. - —,—*.yuiuu.. xu. vxuuiiiuiuiusLurLÄeti. wxniaae: Im tn r Meisterschaftssrage noch mttreden wollen. Sport des Sonntags. 18: Konzert. 18.45: Hörfolge uxan sollte annehmen, daß die Platzelf sich in der zum 80. Geburtstag von Selma Lagerlöf. .Gruß 1900 — Steinberg. Wetzlar — VfB.R. Däublin H. Schmandt Fett Deutscher Turnsieg in Helsinki. Finnland mit 346/60 : 340,50 Punkten geschlagen. MTB. Gießen — 1900 Gießen, TB. Heuchelheim — MSV. Barbara Gießen, Hörnsheim — Katzenfurt, Münchholzhausen — Garbenheim, Niedergirmes — Lützellinden. . Mit Rüddingshausen empfängt morgen die Lol- larer 1. Elf einen hartnäckigen Gegner, dem man schon einige Aufmerksamkeit zukommen lassen muß. Die Gäste sind dafür bekannt, daß sie bis auf die letzte Minute zäh kämpfen. Selbst der Tabellenführer Großen-Buseck mußte dies erkennen. Es gilt also für die Lollarer auf der Wacht zu sein, wenn auf, ruft uns die Stimme. 12: Musik am Mittag. 13: Mikrophon unterwegs. 13.15: Musik am Mittag. 14: Für unsere Kinder: Wir spielen „Die Wichtelmännchen". 14.30: Konzert. 15.30: Im Heimattal non Hans Thoma. 16: Nachmittagskonzert. Einlage: Raunheim — Frohnhausen. Ehringshausen — Burg. Bei der Begegnung Naunheim — Frohnhausen hält man einen Sieg der Platzbesitzer ttotz der sichtlichen Formverbesserung der Dränier für wahrscheinlicher. Beim Spiel in Ehringshausen, wo die beiden Tabellenletzten zusammentreffen, haben die Burger die gleichen Aussichten, wie die Gastgeber. jetzigen Besetzung und bei einigermaßen gutem Einsatz durchzusetzen versteht. . Die Mannschaft des VfBR. wird wohl nicht stark genug sein, um der Reserve der Männerturner gefährlich zu werden. Londorf muß sich — selbst auf eigenem Platz — strecken, um die junge und verstärkt antretende Mannschaft der Gäste nicht gewinnen zu lassen. Lich sollte auf eigenem Platz einen sicheren Sieg über die neu zusammengestellte Mannschaft der SA.-Kampfspielgemeinschast erringen. Handball-Lokalkampf MTV. — 4900. Am morgigen Sonntagvormittag stehen sich auf dem Mtv.-Platz zwei Gegner gegenüber, die schon oft und mit wechselndem Glück gegeneinander kämpften. Während es den 1900ern im Vorjahre nicht gelang, den Mto. zu schlagen, stehen am kommenden Sonntag die Chancen wieder gut. Das ist allerdings weniger auf die größere Spielstärke der 1900er zurückzuführen, als vielmehr auf den Umstand, daß der Mtv. fast mit der gesamten 2. Garnitur kämpfen muß. Der Sturm ist völlig neu. Mehler, Köpfer und Wagner sind zum Militär eingerückt, Brenner ist verhindert, so bleibt also vom Stamm nur noch Menges. In der Verteidigung fehlt Seipp. Krausch ist vielleicht auch nicht mehr mit von der Partie, denn er wurde nach Berlin abgerufen. Der Mtv. hat ' - • 'l: '■ ' ■' <■ •; !’ r t£2 ’r/ " Herbst Pantok Lippert ötcinhäaer D Urquell M Quick Rensina Hormel Schellhaas Krämer Zeller Löbsack Heuser Buß O. Haas Schmidt Fritsche Hedderich K. Schmandt In einem mitreißenden Kampf schlugen Deutschlands Turner am Freitagabend in der mit 7000 Zuschauern bis auf den letzten Platz gefüllten Messehalle in Helsinki die Riege Finnlands knapp, aber verdient mit 346,60:340,50 Punkten. Damit hat Deutschland den dritten offiziellen Länderkampf gewonnen, nachdem in den beiden voraufgegangenen Begegnungen jedes Land einmal siegreich geblieben war. Diesmal zeigten sich Deutschlands Turner in allen sechs Hebungen überlegen, so daß der Vorsprung sich von Gerät zu Gerat vergrößerte. Bester Einzelturner aber war der finnische Landesmeister Uosikkinen, der bei 58,90 Punkten um 0,05 Punkte unseren Olympiasieger Schwarz mann ! (58,85 P.) hinter sich ließ. Dafür holte sich Schwarzmann als einziger Turner des Länderkampfes mit [einem glänzenden Hechtsprung am Pferd die höchste Note, eine glatte 10. Die reich geschmückte Halle bot beim Einmarsch der beiden Mannschaften ein prächtiges Bild. In finnischen Turnverbandes, den sinmschen Innenminister Kekkonen und den deutschen Gesandten. Nach der Begrüßung und dem Erklingen der Nationalhymnen begann der Kampf mit den Hebungen an den Ringen. Mit 57,25 Punkten setzte sich Deutschland vor Finnland an die Spitze, vergrößerte den Vorsprung am Pferd quer mit 5o,50 Punkten, um bei den Freiübungen mit 48,15 Punkten noch klarer in Front zu ziehen. Schon hier betrug der Abstand 171,90 : 168,55 Punkten. Beim Pferd- jprung war Deutschland mit 58,20 : 57,15 Punkten überlegen, und am Barren bewiesen unsere Vertreter ihr Können mit 58,30 Punkten, während die Finnen nur auf 57,15 Punkte tarnen. Die Entschei- duna fiel schließlich am Reck, wo das Verhältnis 58,20 :57,65 zu unseren Gunsten lautete. Der Gesamtsieg betrug damit 346,60:340,50 Punkte. An jedem Gerät wurden die sechs Besten jedes Landes gewertet, während die beiden schwächsten Turner jeder Riege ausfielen. Leihgestern — Lich. Die Licher Rasenspieler müssen zum fälligen Pflichtspiel zur Spieloereinigung Leihgestern. Die Gastgeber werden den Gästen eine harte Nuß zu knacken geben. Doch sollten die Rasenspieler, wenn sie mit' denselben Leistungen wie in den letzten Pslichtspielen aufwarten, das Spiel knapp für sich nun für die Rekruten dieses Jahrganges begonnen. [______ „ Mögen sie immer und nach jeder Richtung hin gute schäften ziemlich gl deutsche Soldaten fein und sich unseres großen Füh- verteiltes Feldspiel, . _ , rers und Obersten Befehlshabers der Wehrmacht Hinsicht die Zuschauer begeisterte. Besonders Kraft I., Adolf Hitler, des Schöpfers unseres Großdeutsch' der Mittelläufer der Stadtjugend, ragte hervor und land, und der im Weltkrieg an allen Fronten in bot eine fabelhafte Partie. Schließlich kam die schwerem Kampf bewährten Väter und Kameraden | Stadtjugend doch besser ins Spiel. Der Rechtswürdig erweisen. 8. Während mit dem 20. d. M. die Vorrunde in der Staffel V bereits beendet ist, sind in der Staffel IV noch eine Reihe von Spielen nachzuholen. Es ist v ± _ , . , s flAn । aber anzunehmen, daß man auch dort schon in aller Für den oerijinberten Dberturnmarf H. Amend ließ Kürze weiter kommen wird und die Spiele pro- Turnwart W. Rohrsheim in einer obwechl- „ammgemäß obgewickslt werden tönnen. Diesmal lung-vollen Programmsolge dl- einzelnen Abteilun- ,aommt ,u folgenden Begegnungen: gen aufmarschieren, die, angeeifert von dem Bei- > fall der Zuschauer, ihr bestes boten und wieder einmal die Vielseitigkeit ihres Könnens unter Beweis stellten. Erfreulich festzustellen war besonders der Einsatz der Jugend, deren turnerische und sportliche Heranbildung bei systematischer Behandlung zu . , , . den besten Hoffnungen berechtigt. Die Schauturn- Die „Barbara" geht einen schweren Gang. Heuchel« Veranstaltung verlief in bester Ordnung: sie fand heim ist zu Hause ein schwer zu schlagender Gegner, allenthalben die Anerkennung, wie sie dem Turn- Man wird deshalb nicht fehlgehen, wenn man den verein zum Abschluß eines erfolgreichen Turnjahres Gastgebern die größeren Chancen einräumt und auf gebührt. einen knappen, aber sicheren Sieg tippt. Einen Großkampf, der für die weitere Gestaltung tlCUC Jteroröe OtierrontlL der Tabelle von größter Wichtigkeit ist, gibt es in Die oberste Behörde des internationalen Auto- Hörnsheim. Wohl haben die Platzbesitzer ihre der- mobilsportes, die AIACR., hat die von dem eng- zeitige Form verschiedentlich unter Beweis stellen lischen Rennfahrer Major Gardner am 9. Rovern- können. Es wird ihnen aber diesmal besonders fer auf der Reichsautobahn Frankfurt a. M.—Darm- schwer fallen, die Oberhand zu behalten, well Katzenstadt ausgestellten internationalen Automodil-Rekorde furt über eine kampfstarke Elf verfügt, die fähig ist, der Klasse bis 1100 ccm amtlich anerkannt. außen überrannte die Angreifer, gab gut zur Mitte, wo der Halblinke der Stadtjugend nur einzuschie- ben brauchte. Doch dann war auch Land wieder dal Der Mittelstürmer nützte geschickt einen Fehler der Gießener Verteidigung aus und schoß wuchtig zum Nach dem Wechsel war die Landjugend tonangebend Angriff auf Angriff rollte auf das Tor der Stadtjugend. Doch die Läuferreihe und Hintermannschaft lieh nichts durch. Und doch schaffte Meß- lich der Halbrechte der Landjugend den Führungstreffer Nun raffte sich die Stadtjugend auf und nahm das Heft in die Hand. Doch der Sturm stellte sich hilflos an und konnte die Ueberlegenheit nicht in Toren ausdrücken. Wieder wor ein Gedränge vor dem Tor der Landjugend. Der Mittelläufer der Stadt war mit aufgerückt und fchoß entschlossen em 2:2! Die Stadtjugend drängte weiter nach dem Siegestreffer. Der Rechtsaußen wurde unfair gelegt. Wieder war es der Mittelläufer von Stadt, der den verhängten Strafstoß zum Siegestreffer einschoß. Die Läuferreihe der Stadtjugend bot eine gute Leistung! Die Kämpfe der Sauliga Hessen. Kurhesien Kassel — FC. Hanau 93. BE. Sport Kassel — Dunlop Hanau. VfB. Großauheim — VfB. Friedberg. Wenn auch Meister Hanau 93 in Kassel beim Liganeuling zu kämpfen haben wird, so sollte die rein spielerische Überlegenheit des Gastes doch auch zahlenmäßig ihren Ausdruck finden. Den BC. Sport Kassel erwartet man gegen Dunlop Hanau in Front, aber wenn sich die Abwehr der Dunlop-Leute wieder gefunden bat, dann liegt ein Punktgewinn im Bereich der Möglichkeit. Der VfB. Großauheim müßte als typische' Heimmannschaft zu einem Erfolg über den VfB. Friedberg kommen, zumal die Gäste durch die Platzverweise von zwei guten Spielern empfindlich geschwächt sind. noch für manche Ueberraschung zu sorgen. Auch in Münchholzhausen wird es einen harten Kampf geben. Der Neuling will und wird auch gewinnen, wenn die Einheimischen nicht ihre stärkste 1900 — Teutonia Steinberg. Die Begegnung der Blauweißen mit den Teutonen bringt die beiden Manschaften zusammen, die bis jetzt noch keine Niederlage erlitten haben. Welche Leistung unter den noch in bester Erinnerung stehenden Umständen hierzu erforderlich war, brauchen mir wohl nicht näher aufzuführen. Das ist es auch nicht, was interessiert, sondern hier geht es um die Möglichkeiten, die für den sonntäglichen Kamps maßgebend sind. Ganz besonders darum, wer dis besseren Aussichten besitzt. Ob es einen Sieger und Besiegten gibt, oder ob man sich in die Ehren des Tages teilt? Dies im voraus zu bestimmen, ist wohl noch nie so schwer gewesen, als gerade bei diesem Spiel. Hängt doch die Leistung der einzelnen Spieler gerade bei einem so neroenanstrengendem Kamps manchmal von gewissen Umständen und Kleinigkeiten ab, die nicht vorauszusehen sind. Das, was wir im Interesse des Sportes wünschen, ist ein fairer und ritterlicher Kampf, in dem der Bessere Sieger bleiben möge. Die Mannschaften werden voraussichtlich in folgender Aufstellung antreten: Heuchelheim muß in Wißmar auf der Hut sein, dann sollte ein knapper Sieg für die Gäste möglich werden. Garbenteich wird in Hungen vor einer schwer zu lösenden Aufgabe stehen. Man rechnet mit einem knappen Siege der Platzherren. Hart wird es in Leihgestern hergehen, wo Lich antritt. Da es hier um die Tabellenführung geht, werden beide | Mannschaften das Letzte aus sich herausholen. 2)er' Ausgang dieses Spieles ist als durchaus offen zu bezeichnen. Die SA.-Männer werden in Steinbach erwartet, wo mit einem Siege der Gäste zu rechnen ist. Wenig Aussichten auf Punktgewinn hat Oueckborn in Geilshausen. Im Lokalkampf in Flensungen wird erbittert um die Punkte gerungen, vielleicht gibt es ein Unentschieden. Harbach dürfte auch in Göbelnrod sicherer Sieger werden. Londorf empfangt Daubringen und sollte sicherer Sieger werden können. Die Reserve der SA. wird sich kaum gegen Krofdorf durchsetzen können. Lollar I — Rüddingshausen I. Sportverein 05 Wehlar I — DfB.-Reichsbahn L Die Grünweißen müssen aus dem gefürchteten Gelände an der Naudorner Straße antreten Die Gastgeber, die am Buß- und Bettag hier spielten, hatten zwar nicht ihre vollständige erste Garnitur gestellt, jedoch zeigten sie ein flottes Spiel und ließen erkennen, wie schwer es wird, in Wetzlar gegen die komplette Elf zu gewinnen. Die Grünweißen, die in Wetzlar bis jetzt sehr schlecht abgeschnitten haben, lind zwar in der Loge, eine äußerst starke Mannschaft zu stellen, bei der lediglich der Torwart zu ersetzen ist. Spielerisch ist die Mannschaft des VfB.-Reichsbahn dem Gegner jederzeit gewachsen, nur fehlt der Elf der Schwung und Kampfeseifer. Die Grünweißen werden gut tun, sich nicht überraschen zu lassen. 05 Wehlar II — DfB.-R. II. Die Zweite des VfB.-Reichsbahn gilt als sehr spielstark, jedoch ist der Gegner auch sehr ernst zu nehmen. Wir rechnen mit einem knappen Siege der Grünweißen. IHontag, 21. November. 6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werk- pause. 9.40: Kleine Ratschläge für den Garten und die Zimmerpflanzen. 10: Schulfunk. Dom Keller bis zum Dach. Hörszenen. 11.45: Ruf ins Land. 12: Schloßkonzert I. 13: Nachrichten. 13.15: Schloß- konzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Das Stündchen nach Tisch. 15: Für unsere Kinder: Jetzt basteln wir ... 16: Nachmittagskonzert. Opern- und Operettenmusik. Einlage: Artisten der Arbeit. 50 Meter über dem Medial. 18 700 000 Zigarren tn einer Woche. 18.15: Beim NSKK.-Derkehrserziehungs- dienst. 18.30: Großreinemachen am Rhein. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. 20: Nachrichten. 20.15: I. Es war einmal ... II. Musik zum Feierabend. 22: Nachrichten. 22.15: Kamerad, wo bist du? 22.30: Nacht- und Tanzmusik. 24^ Nacht« tonaert L 2 bis. 3; Nachttorrzerl IL Butter zu dem empfangenen Kommißbrot ange- schrieben. Also: Mutter und Vater können beruhigt fein, ihrem jungen Soldaten geht's bei der „Familie Preußen" aut. Ja, mancher von ihnen wird wohl daheim nicht so reichlich und vielseitig zu „futtern" haben, wie hier. Als besonderen Gruß an die Rekruten hat der Bataillonskommandeur für diese Mittagszeit noch die Reaimentsmusik bestelft, die auf dem Kasernenhofe fleißig und gut musiziert, während die jungen Männer „ihren Schlag verdrucken". Schauiurnen im Turnverein Krofdorf. Der zutiefit im dörflichen Volksleben verwurzelte Turnverein Krofdorf marschie-rt nun schon in der zweiten Jahrhunderthälfte seines Bestehens. Die Früchte seiner Arbeit sind offensichtlich erkennbar, und mancher junge Krofdorfer Soldat empfand im alten Heer und empfindet als Angehöriger der neuen Wehrmacht den Vorteil seiner von Haufe mit- gebrachten turnerischen Fertigkeit in der militärischen Ausbildung. Diese Gedanken unterstrich der langjährige Vorsitzende Ehr. Jaeger in der Ansprache beim diesjährigen Schauturnen in der Turnhalle. Ortsgruppenleiter und Bürgermeister Schmidt zollte Turnern und Turnerinnen Anerkennung für ihre Leistungen und ermahnte vor allem die Jugend zu unablässigem Weiterüben. Die Jugendabteilungen hatten im Spätsommer ein Wetturnen durchgeführt, für das nunmehr in feierlicher Weise den Siegern und Siegerinnen angesichts her von Mitgliedern und Gästen vollbesetzten Turnhalle die Ehrendiplome ausgehändigt wurden 1900 II — Steinberg II. Das Spiel der Reserve hat ebenfalls feinen Reiz. Stehen sich doch auch hier zwei Mannschaften gegenüber, die noch keinen Spieloerlust zu verzeichnen haben. Sie Spiele in de» Kreisklassen. I. Sreisklasie. Lollar — Rüddingshausen. Wißmar — Heuchelheim. Hungen — Garbenteich. Großen-Linden — Lollar II. Leihgestern — Lich. Steinbach — SA.°Kampfgemeinschaft. II. Kreisklasse. Geilshausen — Oueckborn. Flensungen — Grünberg. Göbelnrod — Harbach (Ges.-Sp ). Londorf — 2)aubringen (Gcs.-Sp.). Staufenberg — VfB.-R. III. SA. II — Krofdorf. sich jedoch rechtzeittg nach neuen Kräften umgesehen. Man wird das Letzte aus sich herausholen müssen, um ehrenvoll abzuschneiden. Aber die ein- iiestellten Ersatzleute verstehen durchweg zu kämpfen, o daß man mit einem spannenden Spiel rechnen iarf. Für Mtv. spielen: Walter; Krausch (Heil), Winter; Lübte, Klein, Singel; Pfeifer, Menges, Weigand, Bauer, Strack. Die Spielvereinigung 1900 ist gut gerüstet. Wahrscheinlich wird sie sich tn der Hauptsache auf den altbewährten Spielerstamm stützen, der am Vorsonntag in Ockershausen so schön spielte und der zu guten Hoffnungen berechtigt. Die Hauptstütze der Mannschaft werden Birkenstock, Schmittdiehl, Hufsmann, Schüler und nicht zuletzt der Torwart Gengnagel sein. verschwunden, nur noch der Soldat ist da, zunächst allerdings nur ein angehender. Es sind aber nicht nur Sachen für den täglichen militärischen Dienst, die bei der Einkleidung empfangen werden, sondern jeder Rekrut erhäll auch feinen von der Wehrmacht gelieferten Sportanzug, einschließlich schöner Sportschuhe, die jedoch nicht zum Fußballspielen gebraucht werden sollen, was aber auch geschieht, wenn nicht gerade ein Vorgesetzter in der Nähe ist. Ist an Hand des Bekleidungsnachweises und unter sorgsamer Aussicht des Kammerunteroffiziers — auch der Oberfeldwebel (der Spieß), ja auch Offiziere schauen oft nach diesem Betrieb — die Einkleidung beendet, so ziehen die jungen Soldaten mit einem großen ,huckepack" ab zu ihren Stuben, wo alsbald das Einräumen in den Spinden vor sich geht. Nur noch kurze Zeit dauert es nun, bis die gesamte Ein- richlung des jungen Soldaten für feinen neuen, zweijährigen Lebensabschnitt beendet ist. Der Zivilist ist damit „tot", der Soldat „steht" vor uns. Die Unteroffiziere meinen allerdings, das „Gehen" und „Stehen" müjfe den Rekruten erst noch auf dem Kasernenhof oeim Fußexerzieren beigebracht werden, bis sie wirkliche Soldaten feien. Die Einkleidung und alles das, was damit zu- fammenhängt, auch die erneute militärärztliche Untersuchung läßt den Vormittag rasch verstreichen. Der junge Soldat hat mittlerweile rechtschaffenen „Kohldampf" bekommen. Die Küche hat aber gut vorgesorgt. In Begleitung des Bataillonskomman- deurs und des Stabszahlmeisters besuchen wir die Rekruten noch kurz bei ihrem ersten oder auch schon zweiten „Essenfassen" im Speise- saal. Es gibt eine prächtige Brühe mit Gemüse und Fleischstücken, ferner gebackene Fischkoteletts (richtige Zacken) mit Senfsoße und einer ordentlichen Wucht Kartoffeln. Durch eine Schmeckprobe überzeugen wir uns, daß das Essen ganz hervorragend ist, die Köche und die Kochsrauen also volles Lob verdienen. Als Abendmahlzeit stand an der Speisetafel die Ausgabe von Wurst und Die Spiele der Vezirksstaffel Gießen des morgigen Sonntags sind, auch wenn sie noch nicht entscheidenden Charakter tragen, sehr einflußreich auf die Tabellengestaltung. Dies trifft besonders auf die Begegnung auf dem Trieb zu, wo die Teutonen im Falle einer Niederlage die Führung an den Sportverein 05 Wetzlar abtreten müssen, falls diesem ein Erfolg über den VfB.-Reichsbahn Gießen ge- Sonnlag, 20. November. 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.10: Um den Glauben der Jugend. 8.45: Weltanschaulicher Vortrag von Hans Joachim Schaeffer. 9: Deutsche Meister. 9.45: Dich« ter unserer Zeit: Richard Sexau: „Tragödie" Dezember 1889. 10: Konzert. Reger — Wagner. 10.30: Ehorgesang. 11: Du bist beschlossen in meinem Herzen. Brautwerbebriefe von Ludwig Anzengruber, Anton Bruckner, Gottfried Keller und Max Reger. 11-30: Kantate von Johann Sebastian Bach: Wachet Großen-Linden I — SD. Lollar 11 Am Sonntag empfängt Grotzen-Lindens I. die zweite Elf des SV. Lollar zum fälligen Pflichtspiel.. Für die Platzelf gilt.es nun zu beweisen, daß der Sieg über den Lokalgegner nicht von ungefähr tarn und da sie bis jetzt am günstigsten in der Tabelle steht, ist sie bestrebt, möglichst bald die Tabellen- sührung zu übernehmen. Mit der Mannschaft: Schmelz, Größer, Feller, Nürnberger E., Heiß Luh, Menges, Velten, Kolwes Pag und Fischer hofft man auf ein annehmbares Ergebnis. zum 80. Geburtstag von Selma Lagerlöf. „Gruß 'ns Gösta-Becling-Lanb." 19.30: Sportspiegel des Sonntags. 20; Nachrichten. 20.10; Großeg Konzert. Allerdings können die Rekruten zunächst noch nicht ausgehen. Sie müssen ja erst den erforderlichen „Schnick" zum einwandfreien Soldaten bekommen. Wenn sie aber dann ausgehen dürfen, werden sie wohl nicht versäumen, in ihrem Komp^ niegebäube unmittelbar in dem Eingangsflur noch einen Blick in den großen Spiegel zu werfen — . .. was jeder Soldat tun muß! —, um dort im letzten entscheiden können. Augenblick noch festzustellen, ob sie in allen Teilen Staufenberg I — DfB.-K. III. einwandfrei angezogen find, damit sie und ihr Schon einmal mußten die Grünweißen eine deut« Truppenteil nicht „auffallen". Und bevor sie an die- Niederlage auf dem Platze in Staufenberg, fen Spiegel herantreten, werden sie wohl auch aus \^r juncn nidjt siegt, einstecken. Morgen sollten sie einem der langen Korridore noch einmal einen Blick e,ne Niederlage zu verhindern wissen. auf die Soldatenbilder werfen, die dort etwa in , .. , ~ o /«.n halber Mannesgröße an die Wand gemalt sind und HJ.-Sladtmannschaft-HJ.-Landmannfchaft 32. (l.l). die Uniformen der preußisch-deutschen Armee seit Auch die HJ.-Fußballmannschaften setzten sich ein 1813 bis zum heutigen Tage zeigen, damit die jun- für die Winterhilfe. — Ein besonderes Spiel stieg gen Soldaten allezeit in die Erinnerung zurückge- jn Gießen. Man hatte der Stadtjugend die wenige- rufen erhalten, welche große und herrliche Tradi- ren Chancen gegeben und die Aufstellung etwas tion auch sie verpflichtet! skeptisch betrachtet. Dennoch schasste sie es und Ein neuer und bedeutsamer Lebensabschnitt hat konnte die Landmannschaft niederringen. nun für die Rekruten dieses Jahraanges begonnen. Wie das Ergebnis besagt, waren beide Mann- Mogen sie immer und nach jeder Richtung^hin Iute schäften ziemlich gleichstark. Zu Beginn sah man das in technischer und taktischer ?r begeisterte. Besonders Kraft I., Vertretung zur Stelle haben. Ob Lützellinden auf dem gefürchteten Nieder- airmeser Platz gewinnen wird, wird der Endstand beweisen. Zunächst steht der Sieg noch nicht 100%tg fest, weil die Gastgeber, wie erst ihr letztes Spiel gezeigt hat, eine außerordentlich schnelle und gut eingespielte Mannschaft zur Stelle haben. AreMlassen. Grüningen — Dutenhofen, Nauborn — Dillenburg, VsB.-R. Gießen — MTV. Gießen IL TB. Londorf — TB. Krofdorf, TV. Lich —SA. 116 Gießen, TB. Lützellinden II. — TV. Hochelheim. Jn Grüningen treffen sich zwei gleichwertige Mannschaften, die beide Siegesaussichten haben. Es wird sich eben nur fragen, wer das größere Stehvermögen hat und am längsten durchhalten kann. Nauborn kann, nach seiner letzten Leistung zu urteilen, zu Hause ohne weiteres gewinnen.