Hr.219 Erstes Blatt 188. Jahrgang Montag, 19. September 1938 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Drn& und Verlag: vrühlsch« UniverfitStzdruckerei R. Lange In «etzen. Schristleitvng und «eschSfttftelle: Schulsttatze 7 Annahme von Anzeigen fflr die Mittagsnummer vis8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für l mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps., für Text- anzeigen von 70 mm Breite 50 Rps.,Platzvorschrift nach oorh. Dereinbg. 25°/e mehr. LrmShtgte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rps., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Lrschetnt täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monatt-Bezugspretr: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illusttierte e 1.80 Zustellgebühr , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten^ Anzeiger Gieße« poftscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 //Italien Hai seinen Platz bereits gewählt!" Das europäische Verantwortungsgefühl fordert Volksabstimmungen. — Es muß schnell gehandelt werden. Der Duce spricht in Triest )U scheu Volksmassen aus! Moskau wird Euch mit kräqlich gedruckte Aufrufe eingefügt, die in der besonderen .Südwestlichen' helfen. Heil Mos- blutrünstigen Tönen dazu auffordern, die Foschi- kau! Sembritzki." Isten zu schlagen, wo man sie treffe. Dieser Fund friedlichen Lösung unterstrichen, aber dann klar ausgesprochen, daß bei einem Aufmarsch verseilen Charakters Italien seinen Platz reits gewählt habe. Italiens Wahl ist auch uni- b e - also Eine Reihe von Beamten und Staatsbediensteten Hal sich Bedenkzeit erbeten und sich sofort über die Grenze ins Reich geflüchtet. Alle anderen sind gezwungen worden, um ihrer Familie willen die Erklärung zu unterzeichnen. Bisher sind mehr als 100 Beamte und Staatsangestellte i n haft genommen worden, die die Unterzeichn nung verweigert haben. Es ist ganz offenbar be* absichtigt, die Barnen der Beamten und Sfaatsan« gestellten zu politischen Zwecken zu mißbrauchen. Aus diesem Grunde haben in einer außerordentlich großen Zahl Beamte und Staatsangestellte Exemplare dieser Erklärung ins Reich geschafft und die Stellen der Sudetendeutschen Partei auf reichsdeuk- schem Gebiet darauf hingewiesen, daß sie die Erklärung nur unter schwerstem persön- l i ch e n Druck und, um der Verhaftung zu entgehen, unterschrieben hätten. Sie erklärten gleichzeitig ihre unbedingte Treue zur Sude- kendeutschen Partei und ihrer Führung. Binnen kurzem wird die auf dem Vbersalzberg vereinbarte zweite Zusammenkunft zwischen dem Führer und dem englischen Ministerpräsidenten Chamberlain erfolgen. Dieses Treffen beherrscht bereits die gesamte internationale politische Debatte, ohne daß man indessen schon zu prophezeien wagt, welche Ergebnisse diese Begegnung zu Tage fördern wird. Auffallend ist nur, daß namentlich die englische Presse mehr und mehr für die Volksabstimmung wirbt, während in krassestem Gegensatz dazu auch die neuesten Nachrichten aus der Tschecho-Slowakei jede Abstimmung wie überhaupt jede friedliche Lösung der sudetendeutschen Frage ablehnen. Alle Zeitungen, die diese These vertreten, haben ihre Richtlinien unverkennbar von der Regierung erhalten, wie ja auch englische Zeitungen zu berichten wissen, daß Runciman die gleichen Informationen über die Haltung von Benesch und der Prager Regierung nach London mitgebracht hat. lieber den unfriedlichen Charakter der tschechischen Politik gibt es keinerlei Meinungsverschiedenheiten mehr, nachdem die Verfassung außer Kraft gesetzt, der Ausnahmezustand verhängt und eine allgemeine Grenzsperre verfügt worden ist. Die Grenzsperre hat offensichtlich den Zweck, alle militärpflichtigen Männer, die das Land verlassen wollen, aufzufangen, mit anderen Worten also, die Reservisteneinberufungen zu verstärken, deren Parallelstück die Truppenkonzentrierung längs der deutschen Grenze ist. Diese Truppenansammlungen haben die Not der Sudetendeutschen noch um ein Beträchtliches verstärkt. Denn was bisher den tschechischen Terroristen entgangen, ist, gerät nunmehr gen, mit seinem Gesetz, seinen Waffen und seinem König." Als Mussolini von der Forderung nach Volksabstimmungen spricht, dröhnt ein Beifallssturm auf. Der Satz Mussolinis, daß Italien selbstverständlich auf Seiten jener stehe, die gegen Prag Stellung nehmen, wird von einem erneuten brausenden Jubel begleitet. Die Deutschen rufen Mussolini begeisterte Duce-Heil-Rufe zu. Mussolini bemerkt es, er blickt zu der deutschen Gruppe herüber und grüßt sie besonders. Nachdem der Duce geendet hat, dauert es minutenlang, bis die Jubelrufe sich legen. ftimmungen! (Stärkster Beifall, anhaltende Duce-Duce-Rufe und Sieg-Heil-Rufe.) Volksabstimmungen für alle Rationalitäten, d i e f i e verlangen, für die Nationalitäten, die in jenen Staat hineingezwungen wurden, der die große Tschecho-Slowakei fein wollte und sich heute in feiner ganzen organischen Haltlosigkeit offenbart. Aber es ist noch etwas anderes zu jagen: nämlich, daß in einem bestimmten Augenblick die Ereignisse den rasenden Lauf einer Lawine annehmen, weshalb man schnell handeln muh, wenn man Unordnungen und Komplikationen vermeiden will. Daß man schnell handeln muß, mußvomenglischen Premierminister verstanden morde n s e i n , der sich von London nach München begab, da jede Verzögerung der Losung» nicht nüht, sondern den fatalsten Zusammenstoß bestimmt herbeiführt. Die Lösung beginnt bereits trotz der Kampagne Moskaus in den Herzen der europäischen Völker Raum zu gewinnen. Wir wünschen ebenso in diesen letzten Stunden, daß eine friedliche Lösung erreicht werde. Wir wünschen, daß, wenn sie nicht möglich ist, der eventuelle Konflikt b e - grenzt und lokalisiert werde. Denn das aber nicht eintreten sollte und für oder wider Prag ein Aufmarsch universellen Eharakters kommen sollte, dann muß man wissen, daß der Platz 3 l a l i e n 5 bereits gewählt ist. Was die innere Politik anbelangt, so ist die Rass en frage das Problem der brennenden Aktualität. Jene, die glauben machen wollen, daß wir in dieser Frage fremden Einflüsterungen folgten, sind arme Narren, von denen wir nicht wissen, ob wir sie verachten oder bemitleiden sollen. Die Massenfrage ist nicht urplötzlich aufgetaucht. Das Rassenproblem steht mit der Eroberung des Imperiums in Zusammenhang. Die Geschichte lehrt uns, daß Imperien mit der Waffe erobert, aber mit dem Prestige erhalten werden. Für diese Prestige ist ein klares und scharfes R a s sende w ü ß t s e i n erforderlich, das nicht nur Unterschiede, sondern auch die Ueberlegenheit mit aller Deutlichkeit bejaht. Das Judenproblem ist also nichts anderes, als ein Teil dieser Erscheinungen. Unsere Stellung ist durch diese unbestreitbaren Tatsachen bestimmt worden. Trotz unserer Politik der letzten 16 Jahre ist das Judentum der unversöhnliche Gegner des Faschismus. In Italien hat unsere Politik bei den Juden zu dem geführt, was -man heute als einen Wettlauf zur gewaltsamen Inbesitznahme nennen kann oder vielmehr bezeichnen könnte. Immerhin werden die Juden, die italienische Staatsangehörige sind, sofern sie unbestreitbar militärische oder bürgerliche Verdienste gegenüber Italien und dem Re- girtie haben, Verständnis und Gerechtigkeit finden. Für die anderen wird eine Trenn ungspoli- t i k durchgeführt werden. Schließlich wird die Welt sich vielleicht mehr über unseren Edelmut, als über unsere Strenge wundern, es sei denn, daß die Juden jenseits und diesseits der Grenzen und vor allem ihre plötzlich und unerwartet auftauchendev Freunde, die sie von allzu vielen Kanzeln herunter verteidigen, uns zwingen, unsere Wege radikal zu ändern. Was schließlich euch Triester insbesondere angeht, so wird alles getan werden, um euren Handelsplatz, den zweiten Italiens, zu speisen und zu heben. Eure Betriebe und eure Werften, die verdientermaßen Weltruf genießen, werden zu arbeiten haben. Aber für uns Faschisten liegt die Quelle aller Dinge in der ewigen Kraft des Geistes und deshalb bin ich stolz auf das Vorrecht, den zwei Jahrhunderte alten Traum eurer Stadt wahrzumachen, die in wenigen Jahren ihre Universität haben soll. „Trotz räumlicher Ferne ist Rom euch nah, ist auf euren Bergen, auf eurem Meer, ist hier in allen Jahrhunderten, den verflossenen und den zukünfti- Prag, 18. Sept. (DNB.) Die tschechische Regierung hat allen Staatsbediensteten deutscher Nationalität eine Erklärung zur Unterschrift vorgelegt, in der es heißt: „3ch Unterzeichneter als Staatsbürger der tschecho-ftowakischen Republik deutscher Nationalität und Staatsangestellter, bewußt meiner Pflichten, lehne nachdrücklich die hochverräterische Proklamation Konrad h en le ins ad, in welcher er die Treue für die Sudetendeutsche Partei und die Angliederung der von Angehörigen deutscher Nationalität bewohnten Gebiete zum Deutschen Reich verlangt hat. Gleichfalls lehne ich die in demselben Sinne erlassene Erklärung der Sudetendeutschen Partei ab.“ 3m Anschluß daran wird Wiederholung des Diensteides verlangt. Die Staatsbedienstelen werden ausdrücklich dar- zwischen die Mahlsteine des Militärs, das ganze Dörfer rücksichtslos leerfegt und für sich beansprucht. UeberaU herrschen die tschechischen Kommandostellen, überall gibt der tschechische Soldat den Ton an. Er drangsaliert nicht nur die deutsche Bevölkerung, er drangsaliert auch die eingezogenen Männer der verschiedensten Nationalitäten. Namentlich die Deutschen müssen Furchtbares erdulden, sie sind in Strafkompanien zusammengepfercht, denen man angedroht hat, sie im Ernstfall zusammenzu- fchießen. Und auf den Ernstfall steuern die Tschechen mit vollen Segeln zu. Die Knegspartei hat die Oberhand, auf sie gehen die Steuerungen jener Presse zurück, die der Staatsführung nahestehen und die, wie der „Pravo Lidu", kaltschnuäzig feststellt, daß die Tschechen bereit wären, ganz Europa in einen Krieg hineinzutreiben. Auf dieses Kriegstreiben, auf den Versuch, einen europäischen Krieg zu entfesseln, hat am Sonntag Mussolini eine unzweideutige Antwort erteilt. Er hat zwar seinen Wunsch nach einer Am 28.6.1938 wird das nachstehende Schreiben an den Genossen Ernst Kirschner gerichtet: „Genosse Z. hat Dich bereits über die Sendung verständigt. Die Waffen sind an die aktivsten der EW. zu verteilen. Strengste Geheimhaltung. Bei Zuspitzung sofort in Aktion treten und die im L-Schreiben bezeichneten faschistischen Führer sofort erledigen. Nutzt die Verteidigungsbereitschaft der demokratischen Volks- massen. Die Rote Armee wird Euch mit ihrer be» sonderen „Südwestlichen" helfen. Es lebe die Sowjet-Moldaurepublik! Sembritzki." das in diesen Tagen die Well in Atem hält, Hal die Losung nur einen Namen: volksab - Prag, 18. Sept. (DNB.) In der tschechischen Presse erfahren die Pläne zur Lösung der sudeten- deutschen Frage durch eine Volksabstimmung oder durch eine Abtrennung der deutschen Gebiete eine scharfe Ablehnung. Das „Pravo Lidu" schreibt: „Es gibt in den westlichen Demokratien Leute, die glauben, daß sie hier in den deutschen Gebieten eine Volksabstimmung zulassen könnten. Sie wissen allerdings auch, daß die tschechoslowakische Armee dieses Gebiet nie freiwillig verlassen würde und versuchen daher vorzüschlagen, es möge in das sudetendeutsche Gebiet eine internationale Polizei entsandt werden. Jeder weiß aber, was das bedeuten würde. Den Anschluß an das Deutsche Reich, ein verstümmeltes Böhmen und früher oder später einen Krieg und das Ende dertschecho-slowaki- schen Selbständigkeit. Wir lassen aber keine internationale Polizei in die Republik. Wir gestatten keinen Anschluß und keine Volksabstimmung. Darüber werden wir Gleichzeitig sind der Sudetendeutschen Partei eine Reihe von Z e i t u n g s p a f e t e n in die Hände gefallen, die die Adressen enthalten: An Genossen Gefängnisaufseher Emil Naoratil, Benesoo n. Ploutcnia; An Stadtrat Janka, Ufti, Chlumska und An Genosien Ernst Kirschner, Ustek. Udolni- trida. Ferner wurden 250 Karabiner sowie t r u s s i s ch e r Herkunft entdeckt und sichergestellt. Die Zeitungspakete sind in Exemplare der Moskauer Jswestija gehüllt. Innen waren gleichzeitig tschechisch-russische Sprachlehrbücher beige- füat. Als Beilagen waren den Zeitungen nach- Aussig, 17. Sept. (DNB.) Der Sudetendeutschen Partei sind im richtigen Augenblick außerordentlich aufschlußreiche Dokumente in die Hände gefallen, aus denen einwandfrei heroorgeht, daß für den Fall nationaler Regungen der Sudetendeutschen auch die Zuchthäusler bewaffnet und auf die deutsche Bevölkerung los gelassen werden sollten. Am 6.Juli 1938 schreibt die Transportsektion der Kommunistischen Partei der Tschecho-Slowakei, Station 21: „An Genossen Gefängnisaufseher Emil Navra- til in Benesoo n. Ploutcnia. Genosse! Du erhältst hiermit die Waffen für die Gefangenen. Sie sind im gegebenen Augenblick, wie verabredet, zu bewaffnen und auf die im ^-Schreiben bezeichneten Faschisten loszulassen. Beständige Verbindung halten mit L. von der RW.! Es lebe die Sowjet-Moldarepubli! Sembritzki." Am 2. Juli 1938 schreibt die gleiche Stelle: „An Stadtrat Janka, in Ufti, Chlumska. Genosse! Heute die zweite Sendung. Innerhalb der nächsten drei Wochen folgen die weiteren. Dann habt Ihr alles, um loszuschlagen. Nutzt die Verteidigungsbereitschaft der demokrati- Prager Brandstifter ohne Maske. Prag fühtt sich stark genug, um einen europäischen Krieg zu entfesseln weder verhandeln noch überhaupt daran denken. Und wenn wir unerschütterlich hinter unseren Grenzen stehen und aus unserem Recht beharren werden, wird uns die ganze Welt helfen. Vielleicht sind wir nicht stark genug, Deutschland zu schlagen, aber wir sind stark genug, um ganz Europa in einen Krieg hineinzuziehen.“ * Mit diesem Bekenntnis läßt die Tschecho-Slowakei die Maske fallen. Es wird jetzt offen zugegeben, daß man es darauf abgesehen hat, einen allgemeinen europäischen Konflikt heraufzude- schwören und skrupellos Europa in Brand zu ft e cf e n. Diese öffentliche Feststellung des Willens, „ganz Europa in einen Krieg hineinzuziehen", muß gerade in dem Augenblick, in dem alle Staatsmänner bemüht find, die Lösung der unhaltbar gewordenen Lage in der Tschecho-Slowakei zur Erhaltung des Friedens auf dem einzig möglichen Wege zu suchen, wie eine Brand fackel wirken. getroffen. Diese Feststellung ist nützlich, sie wird die Kriegshetzer in allen Lagern eindringlich warnen und jene Staatsmänner, die noch mit den Tschechen sympathisieren, davon abhalten, weiter einen Kurs zu verfolgen, der auf eine Erfüllung der tschechischen Hoffnungen herausläuft. D. S. schob sich eine ungeheure Menschenmenge durch die mit Fahnen und Standarten, mit Prunkteppichen und Spruchbändern reich geschmückte Stadt zum „Platz der Einigkeit", wo zwischen zwei mächtigen Pylonen die Rednertribüne in Form einer Schiffskommandobrücke aufgebaut ist. In riesengroßen Buchstaben stehen dort Worte, die von allen Häusern, von den Bergen der Umgebung der Stadt, vom Kastell hoch über der Stadt und von den Hafenmolen hundertfach Mussolini entgegengrüßen. Vor der Rednertribüne hat ein Wald von Standarten der.faschistischen Organisationen Aufstellung genommen. Vor dem Rednerpult, haben die Studentengruppen mit ihren blauen Halstück-rn und dahinter die Schwarzhemden ihre Plätze. Auf den Tribünen stehen die Mädchenorganisationen in ihren schmucken schwarzweißen Uniformen. Die Triester deutschen Nationalsozialisten werden auf die Ehrenplätze links von der Rednertribüne geleitet. Heil-Hitler- und Eviva-Ruse erschallen zu ihrer Begrüßung über den weiten Platz. Auch die mandschurische Kommission, die sich gerade auf einer Studienfahrt in Italien aufhält, wird mit Eoiva-Rufen begrüßt. Draußen auf dem Meer erscheint der Torpedobootszerstörer „Camicianera" mildem Duce an Bord. Die Sirenen heulen, Salutschüsse ertönen. Der Jubel der Menschenmassen steigert sich. Unter dem Donner der Geschütze des „Camicianera" betritt Mussolini den Boden der Stadt Triest. Als er den Platz der Einigkeit erreicht, dauert es lange, bis sich die'Begeisterung legt und Mussolini das Wort ergreifen kann. Er sagt dann u. a.: 1914 warf die Doppelmonarchie die Würfel, versuchte den höchsten Wurf und verlor. Es kam der Sieg und mit ihm für euch die politische Wiedervereinigung mit Italien. Ich sage die politische Bereinigung, weil ihr geistig immer mit ihm eins ward. Triest hat beherzt den Weg zum Aufstieg aufgenommen. Was in diesen 20 Jahren von euch geleistet worden ist, müssen alle bewundern. Wieder 20 Jahre später, im März 1 938, vollzog sich jenes unaufhaltsame Ereignis, das sich schon seit 1879, wie ihr alle wißt, abgezeichnet hat. Millionen von Menschen haben es gewollt! Niemand hat sich ihm widersetzt. Für Triest ist damit e i n e neue Lage entstanden. Es ist bereit, die damit gestellten neuen Ausgaben anzupacken und zu meistern. Triest weiß, daß die Geographie nicht eine Meinung ist und sich auf lange Sicht an jenen rächt, die sie dafür halten. Triest zählt auf seine Kraft, Triest kann vor den neuen Aufgaben nicht kneifen, kneift nicht und wird niemals kneifen. Es gibt im Leben der Völker Augenblicke m denen die Männer, die sie leiten, vor ihrer Verantwortung nicht zurückschrecken dürfen, sondern sie in vollem Umfange übernehmen müssen. Das, was ich euch jetzt sage, ist nicht nur von der Politik der Achse Rom—Berlin, noch nur von den Freundschaftsgefühlen diktiert, die uns mit den Ungarn, mit den Polen und anderen Nationalitäten in dem Staat, den man den Mosaikstaat Nr. 2 heißen könnte, verbinden. Was ich euch sage, ist diktiert von einem Verantwortungsgefühl, das ich mehr als italienisch, das ich europäisch nennen möchte. Wenn die von der Geschichte gestellten Probleme einen Grad stürmischer Komplikationen erreicht haben, dann drängt sich die einfachste, logische und radikalste Losung auf, die Losung, die wir Faschisten die totalitäre heißen. Gegenüber dem Problem, Sudetendeutsche Beamte unter schwerstem Druck Prag erpreßt Loyalitätserklärungen. - Harte Strafen angedroht. Die Tschechen bereiten Bewaffnung der Zuchthäusler vor! Zusammenarbeit zwischen Prag und Moskau dokumentarisch erwiesen. Triest, 18. Sept. (DNB.) Ein Tag von hellstem! Sonnenschein empfing Mussolini bei seinem Besuchs in Triest. Schon in den frühesten Morgenstunden auf hingewiesen, daß sie im Falle der Verweigerung der Unterzeichnung dieser Erklärung schweren Strafen verurteilt würden. > irnhius |(p i| ag> esatzvm ui aj iiiuöq roh 0DJ& IlDQaq Öüi(t QUrt nvzsoW, ualpjlwk pidjuauiuiu.jng’ svq anj sajiamaF uwj •iacn sauia (pou lunoj sa goq 'haisatzchWnv oj ;]i Dimitroff in -er Benesch-Maske. Europa steht unter dem stärksten Eindruck der Blutgreuel, die der tschechisch-sowjetrussische Bolschewismus in den letzten vier Tagen verursacht hat. Gerade die Vorgänge der letzten 48 Stunden in der Tscheche! haben für die ganze Welt einschließlich der bedingungslosen Tschechenfreunde eine letzte Aufklärung von absoluter Eindeutigkeit gebracht. In der „demokratischen Republik" des Urkundenfälschers, Betrügers und notorischen Lügners B e n e s ch regiert der prominenteste sowjetrussische Mordbrenner D i m>i t r o f f, der bereits Anfang der vergangenen Woche in Prag eintraf. Unter der Führung von Benesch ging die Tscheche! endgültig in das Lager der Staaten bolschewistischer Hörigkeit über, nachdem sie Zeit ihres Lebens niemals Anspruch auf den Rang eines Kulturstaates gehabt und bereits seit dem Abschluß des Paktes mit Moskau eine vorbereitende Zwischenstellung unter der Maske eines Dolk/frontstaates bezogen hatte. Unter der Führung des gleichen Benesch auch werden die erklärten Feinde jedes Staates, die Kommunisten, zusammen mit dem verächtlichsten Straßengesindel aller Schattierungen in eine Bekleidung gesteckt, die sonst überall aus der Welt als ein Ehrenkleid hochgeachtet wird, in die Uniform des Soldaten. Nur ein einziges Merkmal, ein Letztes unterscheidet zur Stunde noch die Tscheche! von einem rein bolschewistischen Staatswesen sowjetrussischer Art: noch teilen sich in die blutige Verbrecherherrschaft der Straße Bolschewisten und Heer, nebst den anderen tschechischen Formationen uniformierter Staatsfunktionäre. Noch! Niemand, am allerwenigsten die Benesch und Konsorten, vermögen zu sagen wie lange Stalins Sondergesandter Dimitroff die Mitherrschaft des tschechischen Heeres und der anderen Formationen noch duldet und wann er ihnen und den Popanzen auf dem Hradschin eine genau so einflußlose Rolle zuweist wie der „Regierung" von Barcelona. Möglich, daß Stalin-Dimitroff die löcherige Stuckfassade der „demokratischen Republik" zu Zwecken weiterer Irreführung der Tschechenfreunde in Westeuropa noch einige Zeit aufrechterhalten wollen. Aber anderseits gibt es zu denken, daß Moskau als obersten Leiter der Aktionen in Bereitet Prag Blutbad unter den Sudetendeutschen vor? Oie Grenzen gesperrt und Verfassung außer Kraft gesetzt. Prag setzt die Verfassung außer Kraft. Persönliche Freiheiten weitgehend aufgehoben. Prag. 18. Sept (DRV) Die Prager Regierung hat für das Gebiet des ganzen Staates auf die Dauer von drei Monaten außerordentliche Maßnahmen beschlossen. Mit diesem Beschluß werden gewisse bürgerliche Rechte, die durch die V e r f a s s u n g s ur k u n d e garantiert sind, aufgehoben bzw. beschränkt. Dies sind insbesondere Eingriffe in die Freiheit der Person, des Hauses und des Briefgeheimnisses, weiter in das koalitions- und Versammlungsrechl. Bei einer Reihe von Straftaten kann die staatliche Sicherheitsbehörde jederzeit auch ohne gerichtlichen Auftrag Hausdurchsuchungen vornehmen, die Beschlagnahme und Oeffnung von Briefen sowie anderer Sendungen ohne richterlichen Antrag anordnen, Vereine einer besonderen behördlichen Aufsicht unterwerfen, Versammulngsverbote erlassen, die Herausgabe und Verbreitung von Zeitschriften einschränken, den Zeitungen Vorzensur auferlegen, Ausnahmevor- schriflen über das Tragen von Waffen und Munition verordnen. Diesmal wird zum erstenmal seit dem Bestehen des Staates von der Verhängung außerordentlicher Verfügungen Gebrauch gemacht. Die Tschecho-Slowakei schließt ihre Grenzen. Ausweisesperre für alle Männe/bis zu 50 Jahren. Prag, 18. Sept. (DNB.) Obwohl die von Paris gemeldete allgemeine Mobilisierung der Tschecho-Slowakei dementiert wurde, ist doch die Tatsache festzustellen, daß seit heute früh nach Mitternacht die Ausreise aus der Tschecho-Slowakei für alle Männer bis zum Alter von 50 Jahren gesperrt ist, ohne daß diese Verfügung verlautbart worden wäre. Aus den Zügen wurden sämtliche Reisenden im Alter unter 50 Jahren her- ausgeholt bzw. beim Uebertreten der Grenze an- gehalten. Roderich Menzel spielt nicht mehr für die Tschechen. Meran, 17. Sept. (DNB.) Beim internationalen Tennisturnier von Meran, das von jeher eine ausgezeichnete internationale Be- setzung aufzuweisen hat, kam es zu einem Zwischenfall Roderich Menzel, der bekannte sudeten- deutsche Tennisspieler, der als vielfacher tschecho-slowakischer Meister schon so oft seiner Zwangsheimat zu Daoispokalerfolgen verhelfen mußte, weigerte sich, im Nationaldoppel um den Mussolini-Pokal mit dem Tschecho-Slowaken C e j n a r zusammenzuspielen, und erklärte, die Farbe der Tschecho-Slowakei nicht vertreten zu können, da er sich nicht mehr als Angehöriger dieses Staates fühle. Hungernde Menschen klagen an. Unbeschreibliches Elend im sudetendeutschen Industriegebiet. Reichenberg, 18. Sepl. (DRV.) Das Sudetenland ist in Blut und Feuer getaucht, grenzenlos das Leid der deutschen Volksgenossen. Ihre Rot stammt aber nicht erst aus diesen Tagen, in denen sich der tschechische Terrorwahnsinn in einen wahren Blutrausch verwandelt hat. hunger, Arbeitslosigkeit und Elend aller Art sind bereits seit langem die gewollten Folgeerscheinungen der tschechischen Unterdrückungspolitik. Am Erschütterndsten aber lst die Llendslage in den sudetendeutschen Jndustrieorken, wo die meisten deutschen Fabriken ihre Tore schließen mußten, da ihnen die Tschechen systematisch alle Aufträge fortnahmen. In Erdlöchern und zerfallenden Rothütten fristen hier deutsche Volksgenossen ein unbeschreibliches Elendsdasein. Und auch diejenigen, die noch einen Arbeitsplatz haben, stehen unter der Gewalt der Rot, die alle drückt. Denn der Lohn den sie für ihre schwere Arbeit erhalten, ist so erbärmlich klein, daß sie davon einfach nicht existieren können. Daher sind sie gezwungen, sich aus dem wilden Kohlenabbau unter ständiger Lebensgefahr zusätzliche Einnahmen zu verschaffen, um überhaupt leben zu können. Wie sollten wohl auch diese armen, gequälten Menschen von einem Arbeitsverdienst auch vegetieren können, der nach unserem Geld oft nicht einmal die höhe von 40 RM. im Monat erreicht oder gar ein deutscher Familienvater mit fünf Kindern mit einer wöchentlichen Unterstützung von zwei M a r k < während ein tschechischer Zöllner für seinen Diensthund die gleiche Summe als Verpflegungssatz erhält? Krankheit, hunger und Trostlosigkeit macht sich überall breit, und die hohlen Wangen der Kinder, gequälten Augen der Frauen sind eine ständige stumme Anklage gegen ein System, das länger zu ertragen auch die Welt diesen vergewaltigten Menschen nicht zumuten kann. Das Gudeiendeutschtum greift zu den Waffen. „Gudetendeutsches Freikorps" von vorerst 40000 Mann in der Aufstellung begriffen. Zn London volle Ltebereinstimmung erzielt. Das Ergebnis der französisch-englischen Besprechungen. Es sei ihm nicht möglich, etwas darüber mitzuteilen, was sich in den Besprechungen ereignet habe, da er Chamberlain sein Wort gegeben habe. Der französische Ministerpräsident und der Außenminister schienen mit den Ergebnissen ihrer Besprechungen sehr zufrieden. Die französische Delegation hat London heute um 8 Uhr im Flugzeug verlassen, um nach Paris zurückzukehren. Fast sämtliche Blätter sprechen die Erwartung aus, daß man jetzt an eine glatte Abtretung der Gebiete der Tschecho-Slowakei denke, in denen die deutsche Bevölkerung die große Mehrheit bildet, während man Volksabstimmungen in den anderen Mischgebie ten abzuhalten gedenke. Die meisten Blätter heben aus der Triester Rede Mussolinis seine Worte über die Volksabstimmungen für alle Nationalitäten und Italiens Zusammengehen mit Deutschland besonders hervor. Die „Times" sagt, wenn volle Einigung über die Mittel und Wege erzielt worden sei, wie man versuchen wolle, den tschechischdeutschen Konflikt auf friedlichem Wege zu beenden, bann werde dieser Schritt von der ganzen Welt begrüßt werden. Englische presse einhellig für Volksabstimmung. „DieStundederVefreiungmht!^ Ein zweit r Aufruf Henleins. Konrad Henlein erläßt folgenden Aufruf: Sudetendeutsche! Roch lastet auf euch die Schreckensherrschaft der hussitisch-bolschewistischen Verbrecher in Prag. 2IfU Maschinengewehren, Tanks und Kanonen versuchen die tschechischen Machthaber, die Freiheit der Sudetendeutschen zu unterdrücken. Unsägliches Leid ist die Folge. Allein, die Stunde der Befreiung naht! Verzagt daher nicht, sondern haltet aus. Leistet Widerstand über Widerstand, hunderttausende sudetendeutsche Volksgenossen strömen in die Reihen des Freikorps. Sie find bereit, ihr Blut und ihr Leben für die Befreiung der Heimat vom tschechischen Joch einzusehen. Das Kommando des sudetendeutschen Freikorps. ♦ Der Zustrom von Sudetendeutschen zum „Sudetendeutschen Freikorps", ist so groß, daß Konrad Henlein den Befehl herausgeben mußte, die Stärke jeder der vier Gruppen, in die das Freikorps gegliedert ist, bis auf weiteres auf 10 000 Mann z u beschränken, so daß die Gesamt- zahl des Freikorps vorläufig 40 000 Mann beträgt. Dazu erfahren wir: Alle jene sudetendeutschen Männer zwischen 18 und 50 Jahren, die als Flüchtlinge die sudetendeutfche Grenze überschritten haben und in das „Sudetendeutsche Freikorps" einkreten wollen, haben sich bei den Flüchtlingssammelstellen entlang der Grenze zu melden. der Tschechei nicht etwa einen hervorragenden Bolschewisten aus der ersten Moskauer Garnitur nach Prag entsandte, wie seinerzeit zu den Aktionen in Spanien den (inzwischen längst erschossenen) „Botschafter" Rosenholz, sondern das für bolschewistische Begriffe überhaupt beste Pferd aus dem Moskauer Stall. Nun kann man zwar von Prag aus über eine Entfernung von knapp 1200 Kilometer, also mit einem Spezialflugzeug in 2V- bis 3 Stunden sich auf sowjetrussischen Boden retten, wenn es notwendig oder nützlich werden sollte, und selbstverständlich hat Herr Dimitroff für den Ernstfall noch ganz andere Fluchtvorbereitungen getroffen als die tschechischen Minister, die bereits ihr Vermögen in die Schweiz verschoben und damit ihren Landsleuten ein überaus tschechisches Beispiel gegeben haben. Aber das ändert nichts an der Tatsache, daß Stalin in Dimitroff seine rechte Hand nach Prag sandte. Daraus geht hervor, daß Moskau dort in schöner Uebereinstimmung mit der bolschewisierten Prager Regierung ein zweites Sowjet-Spanien auf» zuziehen gedenkt. Das einleitende Vorspiel ist bereits da. Die Tschechei bietet mit allen ihren inneren und äußeren Verfallserscheinungen und mit ihrer von Prag amtlich betreuten Mörder- und Pöbelherrschaft ein Bild wie das Rußland vom Oktober 1917 nach dem Zusammenbruch des ersten Volksfront-Experiments, der Kerensky-RegierunA. Auf dem Hintergrund der zerschossenen, ausgebrannten, geplünderten Häuser im Sudetenland, auf dem Grunde der Blutlachen jener Ermordeten, die heute noch nicht einmal der Zahl nach festst.ehen und sich stündlich mehren, erscheinen die Phrasen des verantwortlichen Mannes in Prag, um so schleimiger, um so verlogener. Dieser Benesch, der schon 1908, also vor 30 Jahren, in seinem in Paris erschienenen Buch „Oesterreich und die tsche- cho-slowak!sche Frage" den Satz schrieb: „Ein Verstehen der beiden Rassen in Böhmen ist nur möglich, wenn beide Völker vollkommen autonom sind. Sie müssen sich trennen". Jener Benesch auch, der noch im Oktober 1935 den gequälten Sudetendeutschen von dem „höheren Begriff der tschechischen Vaterlandsliebe" schwatzte, der im August 1936 in drei sudetendeutschen Städten versicherte, daß „die gemachten Fehler sich nicht wiederholen sollen", der einen Monat später in der Preßburger Rede die Deutschen und die Ungarn mit unwahrhaftigen Versprechungen zu ködern versuchte; derselbe auch, der im Oktober 36 „für vernünftige nationale Zusammenarbeit mit-allen unseren Minderheiten" einzutreten vorgab, der an seinem Geburtstag im Mai dieses Jahres gerade den zwangsweise vor ihm aufmarschierten sudetendeutschen Kindern eine „glückliche Zukunft" verhieß und der noch am 2. Jun! Herrn Sauerwein in Prag versicherte: „Die Tsche- cho-Slowakei wird alles tun, um die Forderungen der Volksgruppen zu befriedigen." . Das ist Benesch und seine Tschecho-Slowakei! Sie sind der Schandfleck Europas nicht etwa erst feit ihrer Anzettelung des bolschewistischen Bürgerkrieges, sondern schon seit dem ersten Massenmord unter den Sudetendeutschen vom März 1919. Unb sie blieben die Schande Europas seitdem die Tschechen in zwanzigjähriger Sabotage gegen die einst blühende und leistungsfähige sudetendeutsche Industrie und Wirtschaft das Sudetenland zu einem Hungergebiet machten, das die höchste Selbstmörderzahl in Europa aufwies. Europa kann nicht zusehen, wie in seiner Mitte eine ehrlose Bande von Massenmördern und Betrügern einen Bolschewistenstaat errichtet. Der Fall Spanien genügt vollauf als Warnung. Daß auch Chamberlain die Notwendigkeit äußerster Eile erkannt hat, zeigt seine schnelle Rückkehr nach London und die energische Beschleunigung weiterer vorbereitender Maßnahmen. Er dürfte vom Obersolzberg die Ueberzeugung mitgenommen haben, daß es sich nicht mehr um parlamentarische Kuhhändel handelt, sondern daß ein Volk von 3% Millionen hingemordet werden soll. Das wird unter allen Umständen verhindert werden. Z. R. Asch, 17. Sept. (DNB.) Konrad Henlein hat an- geordnet, daß am heutigen Tage entlang der Grenze der Heimat das „Sudetendeutsche Freikorps" ausgestellt wird. Die Führung der Sudetendeutschen Partei erläßt hierzu folgenden Aufruf: Sudelendeutsche! Am 1. Oktober 1933 wurde das Sudetendeutschtum von Konrad Henlein zur fudetendeut- schen Heimatfront aufgerufen aus der ehrlichen Absicht, die Lebensrechte des Deutschtums im tschechischen Staate durch einen gerechten Ausgleich mit dem tschechischen Volk sicherzustellen. Fünf Jahre lang hat das Sudeten- deutfchtum diese Absicht unter Beweis gestellt, heute muß feslgestellt werden, daß alle Bemühungen, diesen Ausgleich in friedlicher Arbeit zu finden, an dem unversöhnlichen Vernich- tungswillen der tschechischen Machthaber gescheitert sind. Während wir bemüht waren, im Sudetendeutschtum die Bereitschaft zum Zusammenleben zu stärken, wurde auf der tschechischen Seite der haß gegen alles Deutsche planmäßig geschürt. Während weiter die Prager Regierung in Reden, Versprechungen und Verhandlungen in scheinheiligster Weise eine Verständigungsbereitschaft vortäuschte, steigerten die tschechischen Parteien den Chauvinismus des tschechischen Volkes ins Maßlose. Während die Prager Regierung durch Reden, Versprechungen und belanglose Zugeständnisse die Weltöffentlichkeit planmäßig irrezuführen versuchte, wurde gleichzeitig der rücksichtsloseste Vernichtungskampf London, 19. Sept. (Europapreß.) Die französischen Minister Daladier und Bonnet trafen am Sonntagvormittag gegen 9.30 Uhr auf dem Flugplatz Croydon ein. Die französischen Gäste wurden von Chamberlain, Lord Halifax und dem französischen Botschafter (Sorbin empfangen. Kurz nach 11 Uhr begannen in der Downingstreet in der Amtswohnung des Ministerpräsidenten die Besprechungen, daran nahmen Ministerpräsident Chamberlain, Außenminister Lord Halifax, Innenminister Sir Samuel Hoare und Schatzkanzler Sir John S i - m o n teil. Nach 2V-ftündiger Dauer wurden die Ministerbesprechungen unterbrochen. Die französischen Minister waren Gäste des Ministerpräsidenten zu einem Frühstück. Während die Minister nachmittags zur Fortsetzung ihrer Besprechungen zusammentraten, veranstalteten Kommunisten und Juden auf dem Trafalgar Square Kundgebungen gegen den Gedanken einer Volksabstimmung in der Tschecho- Slowakei. Die kommunistischen Hetzer forderten zur Bildung einer „englisch-französisch-sowjetrussischen Front zur Wahrung der tschechischen Unabhängigkeit" auf. Die Kundgebung, die von der Londoner Oefsentlichkeit sehr peinlich empfunden mifrbe, fand kaum Beachtung. Die Besprechungen zwischen ben englischen unb französischen Ministern wurden um 19.40 Uhr abermals unterbrochen unb auf 21.30 Uhr vertagt. Die Beratungen gingen kurz nach Mitternacht zu Ende. Sie haben insgesamt über acht Stunden gedauert. Rach der Sitzung wurde folgendes Kommunique ausgegeben: „Rach voller Erörterung der gegenwärtigen internationalen Lage befinden sich die Vertreter der britischen und französischen Regierung in voller Uebereinstimmung über die Politik, die einzuschlagen ist, um eine friedliche Lösung der tschecho-slowakischen Frage gegen die nichttschechischen Völker unter Einsatz aller Mittel des Staates von den Organen der gleichen Regierung und den zielbewußt unterstützten und von ihr geförderten tschechischen Kampfverbänden weiter- getragen. Allein, in den letzten Wochen haben die tschechischen Machthaber ihre Maske fallengelas- s e n. Die Prager Regierung ist gegenüber den bolschewistisch-hussitischen Elementen des tschechischen Volkes nicht mehr Herr der Lage. Herr Benesch belügt und betrügt auch in diesem Augenblick noch sein Volk über die wahre Situation. Er ist zu feige, vor dem tschechischen Bauern und Arbeiter einen Zusammenbruch feiner Politik einzugestehen. Er sieht seine letzte Hoffnung in einet europäischen Katastrophe. Im vollen Bewußtsein der Folgen läßt er b o l s ch e - wisiisch-hussitische Horden in den Uniformen und in Gestalt der haßerfüllten tschechischen Soldateska auf das wehrlose Sudelendeulschturn los. Rarnenloses Leid ist über unsere sudetendeutsche Heimat gekommen. Zehntausende von Volksgenossen, die nichts anderes gemacht haben, als für ihr Volkstum einzustehen, muhten, um der Vernichtung ihres Lebens oder der Verschleppung als wehrlose Geiseln zu entgehen, über die Grenze flüchten. Millionen aber bleiben der fremden Gewalt ausgeliefert. Der äußerste R o t st a n d ist gegeben. Wir nehmen daher das zu allen Zeiten geübte Rotrecht der Völker für uns in Anspruch, wenn wir zu den Waffen greifen und das ^Sudetendeutfche Freikorps" errichten. herbeizuführen. Die beiden Regierungen hoffen, daß es hiernach möglich fein wird, die Frage einer allgemeinen Bereinigung im Interesse des europäischen Friedens zu prüfen." Die Vorschläge der englischen unb französischen Regierung zur tschechischen Frage werben gleichzeitig in London unb Paris von ben beiden Kabinetten beraten werden. Irgendwelche Einzelheiten über den Plan sind nicht mitgeteilt worben. Es ist unwahrscheinlich, daß etwas mitgeteilt wird, bevor der britische Premierminister den Führer von neuem gesehen hat. Preß Association bemerkt, die Ankündigung, baß sich die. französische unb britische Regierung in voller Uebereinstimmung befänben, werde ein beträchtliches Maß an Entspannung für die Lage mit sich bringen. Das amtliche Kommunique deute an, daß ein sehr o i e l u m f a s s e n b e r e s Gebiet als nur die tschecho-slowakifche Frage erörtert worden sei. Die französischen Minister kehrten nach Abschluß der Besprechungen sofort zur französischen Botschaft zuruck. Daladier erklärte Pressevertretern: Er bedauere, daß er sehr wenig sagen könne. London, 18. Sept. (DNB.) Die Londoner Sonntagspresse beschäftigt sich nur mit der einen Frage: VolksabstiMinung in ber Tschecho-Slowakei oder nicht?' Man kann zum erstenmal feststellen, daß der Volksabstimmungs- gedanke sich so gut wie endgültig durchgesetzt hat, obwohl noch keine Stellungnahme des britischen Kabinetts vorliegt. So schreibt „Sunday Times", man könne die Lage in der Tschecho-Slowakei nicht mehr treiben lassen, und es sei verständlich, daß ber Plan eines Volksentscheides überall ernstlich erörtert werde. „Scrutafor'' schreibt, wenn Frankreich und Groß-Britannien womöglich ihre Jüngsten und Besten opfern und alles wegen der Tschechei auf das Spiel setzen sollten, bann hätten sie ein Recht, ihre Bedingungenzu stellen. Die Tschechei habe dann die Pflicht, diese Bedingungen zu achten. Der „Observer" betont gleichfalls, daß die deutsche Forderung aus Selbstbestimmungs» recht zu einer Volksabstimmung führen müsse. Die Anwendung dieses Grundsatzes würde allerdings bedeuten, daß nicht nur die Sudetendeutschen, son- dern auch b i e anderen Minderheiten das gleiche Recht erhalten müßten. „Wir werden nicht zum Kriege schreiten, nur jim die Tschechen rn den Stand zu setzen, mit Gewalt die protestierenden Kräfte niederzuhalten, die ein Drittel der Bevölkerung der gemischten Republik ausmachen. Die Verhältnisse liegen derart, daß selbst ein siegreicher Krieg nicht die Tschecho- Slowakei in ihrer gegenwärtigen Form erhalten kann." Bezeichnend für die Haltung der Oppositionspresse ist der „People", der sich vor einer Woche noch völlig ablehnend gebärdete. Dieses marxistische Blatt schreibt, Selbstbestimmung sei ein Wort, das sehrvernünftigklinge. Es scheine nur fair zu sein, daß 3,5 Millionen Deutsche das Recht hätten. chre Nationalität selbst zu wählen, und es sei ebenso wahr, daß die tschechische Regierung die Sudetendeutsche viele Jahre lang unfair behandelt habe. Auch habe sie die seit langem versprochenen Verbesserungen bis zur letzten Grenze der Sicherheit verzögert. Selbst auf Runci- mons zwingende Ueberredungen hin habe Pragoersucht, weiter abzuhandeln. In diesem Sinne lauten auch die Mehrzahl der übrigen Kommentare, die ohne Ausnahme die Frage der Volksabstimmung und die Rückgabe der sudetendeutschen Gebiete an Deutschland behandeln. Besonders bezeichnend ist „News of che World", das fragt: „Sollen die Tschechen und Sudetendeutschen sich für immer trennen und j e d e r s e i n en eigenen Weg in Frie- d e n g e h e n , oder sollen E u r o p a und seine Städte zu Ruinen werden, bevor mensch- Sr«8®eto^totaobd3uag9ebefn?"Uf ““ „Kein Zweisel mehr möglich." Starker Eindruck der Rede Musso inis ht Paris. . ? r * 5 , 18. Sept. (Europapreß.) Die Rede Mus- sollnis IN Triest hat hier starken Eindruck gemacht, ^swei Stellen der Rede werden besonders hervorgehoben: die Erklärungen, in denen sich Mussolini sur die Volksabstimmung einsetzte und die Aeuße- rung, daß Italien im Falle eines allgemeinen Konfliktes feine (Stellung bereits gewählt l)abe. In Paris erklärt man, diese Worte des Duce ließen an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Sie könnten damit zur Klärung der Lage wesentlich beitragen. Der „Temps" schreibt, nach der Versicherung, daß Italien seinen Platz gewählt habe, sei kein Zweifel mehr mög- l i ch. Wenn ein Konflikt ausbreche, werde Italien gegen Prag, das heißt auf der Seite Deutschlands sein. Der „Jntransigeant" schreibt, besonders bemerkenswert sei, daß der Duce hinsichtlich der Frage der Volksabstimmung in der Mehrzahl gesprochen habe. Er denke also nicht nur an eine Volksabstimmung der Sudetendeutschen, sondern auch der Magyaren, Ukrainer und Polen. Tatsache sei, daß auch England geneigt sei, die Lösung der Volksabstimmung zu wählen, ja es scheine, daß England diese Lösung bereits gewählt habe. Bekenntnis zu Volk und Heimat. Sozialdemokratische Arbeiter wenden sich von den fatschen Parolen Prags ab. Aussig, 17. Sept. (DNB.) In den Bezirken Aussig, Brüx, Reichenberg, Gablonz, Warnsdorf haben heute große Teile der deutschen Sozialdemokraten und ihrer Jugendorganisation eine Entschließung gefaßt, die als Flugblatt von Hand zu Hand geht und größtes Aufsehen hervorgerufen hat. In ihr heißt es: Wir Funktionäre und Mitglieder der Deutschen Sozialdemokratischen Partei in der Tschecho-Slowa- kei erklären in dieser Stunde höchster Not unserer Heimat, daß wir unserer deutschen Volksgenossen über alle bisherigen Gegensätze hinweg die Hand reichen wollen in dem festen Willen, uns in der Stunde der Gefahr der Stimme des Blutes nicht zu versagen und mit ihnen gemeinsam um die Freiheit unserer Heimat und unser Selbstbestimmungsrecht zu kämpfen. Wir haben 20 Jahre lang unser Ideal darin gesehen, dem werktätigen deutschen Menschen in der Tsche- cho-Slowakei sein Lebensrecht und seinen Lebensraum zu sichern und ehrlich darum gerungen, im Sinne der Völkerversöhnung eine Gemeinschaft aller Schaffenden in der tschecho-slowakischen Republik zum Wohle des Landes hbrzustellen. Genossen! Ihr wißt alle, wie schwer uns die Erfüllung dieser Aufgabe gemacht worden ist und wie gering auf Seiten der tschechischen Chauvinisten aber auch auf Seiten unserer tschechischen Genossen das Verständnis für unser Volkstum und unsere Sprache war. Zu der gleichen Zeit, in der immer wieder auf unseren Parteitagen die tschechischen Genossen von der Solidarität aller Werktätigen sprachen und uns ihrer brüderlichen Gefühle versicherten, nahm uns das Tschechentum Arbeitsplatz um Arbeitsplatz, mußte Werktor um Werktor geschlossen werden, weil man es in Prag so wollte, weil wir dur ch H un g e r auf die Knie und zur Aufgabe unseres Dolksturnes gezwungen werden sollten. Man behandelte uns nicht als gleichberechtigte Bürger der Republik, die auch wir mit unserem Blute zu verteidigen bereit waren, sondern als geduldete Fremdlinge auf unserem eigenen Heimatboden Drüben im Reich vollzog sich eine Entwicklung, die viele von uns nachdenklich machte. Als ehrliche deutsche Arbeiter müssen wir heute zugeben, daß im Deutschen Reich zumindest die Arbeitslosigkeit beseitigt ist und die soziale Lage her Werktätigen einen Stand erreicht hat, del auch wir hoch anerkennen müssen. Heute ist u n f e r e Hei - matinhöchsterNot. Ein Kamps ist entbrannt, der heute alle Völker unserer Republik erfaßt hat. In diesem Kampf kann heute keiner von uns mehr abseits stehen. Jetzt heißt es, sich zu entscheiden, Stellung zu beziehen. Genossen! Wir sind der Meinung, daß in diesem Augenblick die Entscheidung für jeden deutschen Arbeiter gefallen ist. Folgt darum nicht mehr den falschen Parolen ehrgeiziger Streber, die für einen Ministersessel in Prag unser aller Zukunft aufs Spiel zu setzen bereit sind. Bekennt euch mit uns um unseres Landes und unserer Kinder Zukunft willen als werktätige Deutsche feierlich zu Volk und Heimat, und — wie vor 20 Jahren — zum großen gemeinsamen Reich allerDeutschen mit unserer alten Parole: Für Frieden, Freiheit, Arbeit und Brot! Es lebe unser deutsches Volk! Vereits 84000 Flüchtlinge in Deutschland. Berlin, 18. Sept. (DNB.) Der Flüchtlingsstrom aus Sudetendeutschland ist auch am Sonntag nicht abgeebbt. Immer wieder treffen in fast allen Erenzorten lange Züge von verzweifelten Menschen ein, meist Frauen, Kinder und Greise, während die Männer, brutal von ihren Familien gerissen, in Gefangenentransporten in das Innere des Landes geschafft werden. Durch das Anhalten des Flüchtlingsstromes war es in den letzten Tagen notwendig, die in den Grenzgebieten eingetroffenen Flüchtlinge, nachdem man sie dort versorgt hatte, weiter in das Reich zu transportieren, wo sie in von der NSV. schnell hergerichteten Lagern ausgenommen und betreut werden. Eine Zählung der Flüchtlinge am Samstag hat ergeben, daß sich bis Samstagabend in den endgültigen Lagern, ohne die Grenzdurchgangslager, bereits über 8 4 0 00 Flüchtlinge befinden, eine Zahl, die sich infolge des Zuganges am Sonntag noch erhöht hat. Das sudetendeutsche Flüchtlingshilfswerk und die NSV. haben Vorsorge getroffen, daß auch den noch jetzt ins Reich strömenden flüchtenden Sudetendeutfchen der herzlichste Beistand des ganzen deutschen Volkes zuteil wird. Auch die Ungarn fordern Selbstbestimmung. Militär der Minderheitengruppen flüchtet über die Grenze. Stärkster Widerhall in Vudavest. Budapest, 19. Sept. (DNB.) Die Budapester Presse bringt ohne Unterschied der Partei in großer Aufmachung und schärfster Kommentierung die Forderung der Ungarn in der Sl o wa- kei nach Selbstbestimmung und Volksabstimmung sowie die Erklärung der ungarischen Regierung, daß sie sich mit allen Mitteln f ü r die Geltendmachung dieser Forderungen einsetzen werde. „Pester Lloyd" schreibt, es hinge ausschließlich von den heutigen Prager Machchabern ab, wie sich die weitere Entwicklung in dem von Ungarn bewohnten Teil der Tschecho-Slowakei gestalten werde. Allem Anschein nach beabsichtige Prag aber auch hier} b i e Gewaltmi11el des Staates schonungslos anzuwönden. „Wir warnen die Verantwortlichen — so ruft das Blatt — vor den Folgen ihres leichtsinnigen und herausfordernden Vorgehens. 20 Jahre tschechischer Unterdrückung haben die Ungarn in der Tschecho-Slowakei nicht zu zerbrechen vermocht. Sollte ihr Appell ungehört verhallen, dann werden die Magyaren der Slowakei in dem bann unvermeiblich merbenben Kampf um bas Recht ihren Mann stellen." Auch »Pesti Hirlap" unterstreicht bie Kraft ber Ungarn in ber Slowakei, die in der unbeirrbaren Entschlossenheit liege, mit ber bas 20 Jahre lang vorenthaltene Recht ber Selbstbestimmung geforbert werbe Wenn bie Tschechen glaubten, burch Terror ihren Staat vor bem Untergang zu retten, so irrten sie. Die Gerechtigkeit, nicht bie Unterbrückung, werbe den Sieg bavontragen. 5000 Flüchtlinge, darunter Militär, ungarischer, slowakischer, polnischer unb ruthenischer Volkszugehörigkeit, die aus motorisierten Truppeneinheiten geflohen sind, schilbern bie sinnlosen Roheiten unb brutalen Drohungen, benen sie ausgesetzt waren. Slowakische Flüchtlinge erzählen, bie tschechischen Offiziere haben allen Solbaten ber Minberheiten damit gebroht, man würbe sie im Ernstfälle i n den vorder st en Linien einsetzen und dafür sorgen, baß sie weder zurückweichen noch überlaufen könnten Nach weiteren Flüchtlingsberichten bereiten sich die tschechischen Behörden bereits auf eme Flucht in die alttschechischen Gebiete vor, oa sie emzusehen beginnen, daß ihre Lage angesichts der immer drohender werdenden Haltung der von ihnen geknechteten Minderheitenbeoölkerung sehr bald, unhaltbar werden wird. Polen fordert Wiedergutmachung. Warschau, 18. Sept. (DNB.) Die Regierungsblätter erheben die Forderung, die Gewalttat endlich wieder gut zu machen, die bie Tschechen bem polnischen Staat im Jahre 1919 burch den rücksichtslosen Raub polnischen Gebietes zufügten, als Polen alle seine Kräfte zur Abwehr ber bolschewistischen Truppen einsetzen mußte. Gazeta Polska schreibt, die Umstände, unter benen das Land an ber Olsa in tschechische Gewalt kam, seien niemals in Polen vergessen worden. Jetzt, wo der geschichtliche Augenblick für die Wiedergutmachung des nationalen Unrechts, das bie Tschechen verübt haben unb bas ben Frieben Europas bebroht, gekommen sei, jetzt müsse an bie historische und politische Lage des Gebietes an ber Olsa erinnert roerbqi. Vor 18 Jahren hätten bie Tschechen Polens Freiheitskampf gegen die Bolschewisten ausgenutzt unb ein Plebiszit in di e- f e m Gebiete verhinbert. Heute setze bie polnische Öffentlichkeit dieses Problem auf bie Tagesordnung. Die polnische Nation sei heute stärker als jemals, einig in bem Verstänbnis für bie Lösung dieses Probiemes und für die Notwendigkeit der Regelung des Schicksals dieses polnischen Landes, da; vom Mutterlande abgerissen wurde. Das Militärblatt Polska Zbrojna schreibt, keine der Verpflichtungen, die die Tschechen den verschiedenen Nationalitäten im Staate gegenüber übernommen hatten, hätten sie jemals erfüllt. Es gebe keine Nationalität, die mit den Tschechen in einem Staate leben wolle. Dieses Argument überzeuge durch seine unerschütterliche Logik. Die Zeit für Teilkompromisse unb taktische Manöver sei zu Ende. Heute gilt di^e Politik der Selbstbestimmung. Sudetendeutsche Massenkundgebung in Dresden. Dresden, 18. Sept. (DNB.) Die Sudetenbeut- sche Partei veranstaltet fürbieaufreichsbeut- .. <" im Alter von 10 Jahren. 6020 V RM. ■ Lichtspielhaus I Bahnhofstraße Heute Montag Erstaufführung! | GLORIr Heute Montag Erstauffüh rung Das Schicksal einer Ärztin Ein Film für alle! 't 6019 A Beiprogramm - Ufa-Ton-Woche. ■■■ 5 in................................................................................ c Markenkleidung Weltruf iinverkauf ^J/Aünchenfcr von Stunde der Hausfrau! ImAlleinverkauf HllllllHllliiiillllilllililllllillilHIHIllllillllil,,llllillllillllllllllliliiii Dieser «c Eintritt frei! rau —,40 RM. —,20 RM. 50, 40, 16, 12, 10, 6, des auf der internationalen Filmkunstschau in Venedig preisgekrönt. Ufa-Grobfilms tu •- Sag'5 B o s c ÄCu O H 8 e fc fe! nach dem Roman von Alice Lyttkens „Ich komme nicht zum Abendessen“. Drehbuch Thea von Harbou. Spielleitung: Josef vorffcaky. Mag da Schneider • Karin Hardt Hans Söhnker * Ewald Balser Die Erkenntnis eines großen Irrtums muß zu einer Katastrophe führen, der vier wertvolle Menschen erliegen, wenn nicht Unausgesprochenes endlich gesagt, wenn nicht in letzter Stunde die Stimme des Herzens zu Worte kommtl für die I. Rate. . Die Einlösung der 1. Rate muß unbedingt vor der 1. Mietvorstellung erfolgt sein. Durch die Einführung der neuen Stammiete-Em- trittskarten kann die Einlösung der einzelnen Raten nur noch an der Tageskasse erfolgen. Eine Einlösung an der Abendkasse ist in Zukunft nur noch in Ans- nahmefällen möglich. b) Wahlmiete. Die Einlösung der I. Rate mit 11,— RM kann an den oben angegebenen Tagen erfolgen. Gießen, den 15. September 1938. Der Oberbürgermeister. der Bühnenschaffenden im I. und II. Ring III. und IV. Ring in der Zeit von 10 bis 13 Ahr. Rach Einzahlung auf Postscheckkonto Frankfurt am Main 37210, Kasse des Stadttheaters Gießen, erfolgt Ueberfendung der Mietkarten. 6021C Die zu zahlende erste Rate beträgt: Familienlogen mit 5 Plätzen . . Familienlogen mit 4 Plätzen . (d)t-m Boden befindlichen Flüchtlinge am Montag, 19. September, um 20.30 Uhr, im Aus-ftellungspalaftzuDresden eine Massenkundgebung. Auf dieser Kundgebung werden die Abgeordneten der Sudetendeutschen Partei Sand- n e r und Dr. S e b e k o w s k y sprechen. Die Massenkundgebung steht unter der Parole: Un s e r K a m p f um Freiheit und Recht. Sie wird von den Reichssendern Breslau, Leipzig, München, Wien und dem Deutschlandsender übertragen werden. „Keine MunitionS- und Waffen- ttansporte durck Rumänien." Bukarest, 17. Sept (DNB.) Bon amtlicher rumänischer Seite wurde folgende Mitteilung verbreitet: „Die in gewissen Pressekreisen umlaufenden Gerüchte, diedenDurchgangvonMuni- fc5 e PQLßST Giessen 1 o § n 1 S' d 1 Stellvertreter des Führers überzeugte sich davon, daß die Partei, besonders die NSV., mit allen Mitteln für das Wohl der Flüchtlinge — Essen, Kleidung, Unterkunft, ärztliche Betreuung, Säuglingspflege sowie für die Errichtung von Kindergärten — gesorgt hat und sprach den zuständigen Amtsleitern der Bewegung für den Einsatz der Partei bei der Betreuung der Flüchtlinge seine Anerkennung aus. Wetterbericht Die Großwetterlage ist durch ein starkes Hochdruckgebiet über Ost- und Südosteuropa und vom Atlantik ausgehende Wirbeltätigkeit gekennzeichnet. Da diese von England in der Hauptsache nordostwärts führt, ist eine stärkere Einflußnahme auf unser Wetter nicht zu erwarten. Die Neigung zu Nebelbildung wird sich aber verstärken. Auch weiterhin meist freundliches Wetter nicht ausgeschlossen. Edgar BORRMANNi Gießen, Neustadt 5-7, Rn! Nr. 4165 Ufa-Ton-Woche 6oisa Ufa-Kulturfilm Täglich 4.00, 6.00, 8.30 Uhr, Sonntag 3.00, 5.30, 8.30 Uhr Sichern Sie sich Karten im Vorverkauf. — Telefon 4078 Was Vieler Schild für Sie bedeutet Schon vor Zvhrhundecten, als es noch deine „marfeen-Rrtteel" gab, legten Handwerker und Kaufleute, die sich für gepflegte Qualität ein- setzten, fflert darauf, Zhre Klare schon auf den ersten Blich durch ein markantes Zeichen kenntlich zu machen. Ruch wir als gewissenhafte Redleidungs-Zach- leute haben den Qualitätsgeöanfeen auf unser panier geschrieben. Run fanden wir nach langem Bemühen endlich ein Zeichen, das ein würdiges Symbol unserer Brandsätze darstellt. „3hr Riei- öerberater" ist so nicht nur unser Sprecher und mittler, sondern auch Bürge und Repräsentant unseres Haases. EBo sie dieses Zeichen grüßt, können Sie sich auf eine Kleidung verlassen, die stets hält, was sie sie verspricht. 3n jeder Beziehung: Spannungen getragene Film ergreifend echter Gefühle spricht die gewaltige, überall verständliche Sprache - der Heimatl Auf der Bühne: ■ Eccarius Comp I artistische Hochleistungen einer Dame Giadiiheoier-Mieie. a) Sfammiele. Die Einlösung der ersten Rate der Stammiete hat an der Theaterkasse, Johannesstraße 3, zu erfolgen, und zwar: Donnerslag. 22. September 1938, für die Dienstag- Mieter, Freitag, 23. September 1938, für die Mittwoch- Mieter, Samstag, 24. September 1938, für die Freitag- Mieter Hotis- und Waffenzügen über rumänisches Gebiet betreffen, werden von zuständiger Stelle a u f das entschiedenste für falsch erklärt.“ Rudolf Heß bei den sudeien- deuischen Mchllingen. Selb, 18. Sept. (DNB.) Der Stellvertreter des Führers besuchte einige Lager sudetendeutscher Flüchtlinge in der bayrischen Ostmark. Am Bormittag besichtigte er die Unterkunftsstätten der mehr als 2000 Flüchtlinge aus dem Sudetenland, die in Bayreuth untergebracht sind. Dann fuhr Rudolf Heß in Flüchtlings- und Auffanglager, die direkt an der tschechischen Grenze liegen und immer neuen Volksgenossen aus dem Sudetenland als erste Unterkunft auf der Flucht dienen. Der I. Ring II. Ring III. Ring IV. Ring ..... V. Ring........4,— „ Außerdem sind zu zahlen für die Altersversorgung t- 1 ■- tu w R I c „c C *• £ et E =5 ft ® 2 Birnen UNd lo42v6 BoOnen billig abzugeben Wetzsteinstr. 6. Seltene Naturur. Kunden von den Halligen und vom Wattenmeer enthält die Neuerscheinung, die alle Naturfreunde und Dogelliebhaber mit Begeisterung lesen und schauen werden: Unter Sööeitonöölem uJeeWooltien Beobachtungen und Natururkunden aus d. Dogelwelt d. deutschen Nordseeküste. — Don (Eugen Schuhmacher Insgesamt 104 Seiten mit 92 Bildern nach wundervollen Naturaufnahmen. In Leinen gebunden RM. 3.90. Bestellungen nimmt jede Buchhandlung entgegen. Verlangen Sie bitte das aus- führliche Werbeblatt. HugoBermühler Verlag Berlin-Lichterfelde C i25 = <3 cÄ 4. «■Co §8 GLeupin-Creme a. Seife seit 25 Jahren bewährt bei Pickel esichtsausschlag Hautjucken. Ekzem, Wundsein usw. In den Drogerien: W. Kilbinger Nachf.. Seltersweg 79a; Winter- hoff, Kreuzplatz 10; Bornemann, Bahnhofstr. 17; C. Seibel, Frankfurter Str. 39. In Laubach: Solms- Laubacher Drog. K. Klein. gssiV Tüchtig., kräftig. Mädchen für sofort oder zum 1. Oktober gesucht. 6025° Studienrat Schmidt, Altenfeldsweg 25. Fleißig., ehrlich. Wien bei gutem Lohn sofort gesucht. Pink 6021D Franks. Str. 36 Telefon 2103. 5Won Wien Liieren nach der Naturschutzverordnung vom 18. Mürz 1936 (RGBl. I Seite 181) und den ergänzenden Desttmmungen, aus- führlich erläutert von Professor Dr. W. Weber, o. 8. Prof, der Rechte und Referent im Reichs- und Preußischen Ministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, und Pros. Dr. Walther Schoenichen, Leit« der Reichsstelle für Naturschutz. Gebunden RM. 3,60. Bestellungen durch alle Buchhandlungen 6ugo Bermüüier Berlag.Beriln-£Wetf Jwangsvevsteisevuug Dienstag, den 20. d. M., nachmitt. 2 Uhr, sollen im Versteigerungslokal, Neuenweg 28, bzw. an Ort und Stelle (Bekanntgabe in ob. Lokal) zwangsweise gegen sofort. Barzahlung versteigert werden: Haus-, Laden- und Büromöbel aller Art, 1 Schaufenster-Ausstellungs-Einrichtung, 1 Billard, 1 Vervielfältigungs-Avparat, Eisschränke, 1 mitt. Buchrolle, Registrierkassen. Bestimmt werden versteigert: 111 Flaschen Rotwein. 602?D Scharmann Gerichtsvollzieher in Gießen Wiesenstraße 2, Telefon 3108. Vornehm I Geschmackvoll I Persönlich I Diese wesentlichen Eigenschaften der guten Familien-Drucksache bietet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Ausführungsarten und Papieren zu mäBIgen Preisen Brührsche Druckerei, Sckulstr. 7, Ruf 2251 Ein UFA-GROSSFILM nach dem Schauspiel von Hermann Sudermann. Bearbeitet von O. E. Hesse und A. Brennert. — Mit: H. George / Ruth Hellberg Lina Carslens / Pani Hörbiger Leo Slezak / Georg Alexander Spielleitung: Carl Froelich. in allen menschlichen Regungen und Vorhersage für Dienstag: Morgens vielfach neblig, sonst wolkig bis heiter und im all- gemeinen trocken. Etwas aufgeheiterte Tempera- turen, Winde aus Süd bis Südost. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftletters: Ernst Blum- schein Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr Fr W Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thynot; für den.übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der An- zeigen- Theoder Kümmel. D.A.VIII.38: 8916. Druck und Verlag- Drühlsche Universitätsdruckerei R.Lange, K-G. sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illu- strierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig KOHLER Gießen - das große Eckhaus Seltersweg 17 Die gewissenhaften Fachleute mit eigener Uniform- und Zivil-Maßschneiderei IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHIIIIIIIIIIIIIHIIIIHIilllllllllllllllHIHIHIIIIIHIIII Spitzen-Leistungen auf dem Gebiete der Herrenkleider-Kultur stehen in unseren Fenstern jetzt zur Schau I | Verkäufe | BMW.- Maschine m. Seitenwagen 750 cern,generalüberholt, umständehalber zu verkaufen. 04292 Näheres Tankstelle Schanzenstraße 3 Wasserbehälter aus Holz u.Eisen, auch emailliert, in allen Größen, sehr preiswert zu verkaufen. 6022V Gebt. Manss. Kassel-B.. Ochshäuserstr.23 Tel. 20171. r Moderne —- hOfenJl | Vermietungen*! Helle Sclmhmacher- 1 Werkstatt mit groß. Kundenkreis in bester Lagesof.z.verm. Schr.Angeb.unt. 04294 a.d.G.A. 1 [Stellenangebote] Keine Zeugnisse in Urschrift ivnvern nm Zeugnisabschriften dem Bewerbungsschreiben beilegen i — Lichtbilder undBewerbungsunter- Vgen müssen zur Ber- meibung von Verlusten aus ber Rücksette Namen und Anschrift beS Bewerbers Bauen! Mehrere 30116= i gärtner für fof. gesucht. Eberhard Schwarz Gartengestalter AmKugelberg2. Junger Miiitie gesucht. 04287 Fischhaus Cuxhaven. Für sofort oder später erfahrene Baösangeslellie für Küche und Saus gesucht. Zweitm. vorhd. Angeb. anBerg- werksdrr.Witte, Wetzlar, Solm- serplatz 13.5S86D Telephon 3090. Im Restaurant Becker, Wiesecker Weg 44, nnden wieder am Montag, dem 19. Sevtember, und am Dienstag, dem 20. Sevtember, um 16 und 20 Uhr, In tiefer Trauer: Familie Ernst Kluttig. Gießen (Llebigstraße 107), den 19. September 1938. Die Trauerfeier findet in aller Stille statt für immer von uns gegangen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Ley. Plötzlich und unerwartet ist meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Käthe Ley, geb. Metzler Am Freitag, dem 16. September, verschied nach kurzem schweren mit großer Geduld ertragenem Leiden unsere innigstgeliebte Annemarie Wech-Wasch-Vorführunaen der Persil-Werke statt Kein Verkauf? 3017 V Gießen, den 19. September 1938. Die Beerdigung findet in aller Stille statt. Von Beileidsbesuchen bitten wir absehen zu wollen. 04291 C ••