Nr. 193 Erstes Blaff 188. Jahrgang greitag,19. August 1938 krfchetnt täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle monats«Be$ugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr . , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach* richten: Anzeiger Sietze« Postscheckkonto: Frankfurt am matn 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Univerfitätsdruckerei R. Lange in Siehe«. Schristleitung und SeschästLftelle: Schulstratze 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer vis8V,UhrdesDormittags Srvndpretse für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps., für Textanzeigen von 70mm Breite 50Rpf.,Platzvorschrist nach vorh. Dereinbg.25"/, mehr» Ermäßigte Grundpreise: Stellens, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Roosevelt für Ausdehnung der Monroe-Doktrin. Vorschlag an Kanada. — Versicherung der bedingungslosen Freundschaft der USA. Terror gegen Recht. Während Mr. R u n c i m a n nach wie vor die verschiedensten inneren Fronten des tschechischen Nationalitätenstaates abtastet und dabei unzweifelhaft hochinteressantes, indessen den Alleinherrschaftsanspruch der Tschechen keineswegs stützendes Material zutage fördert, haben die Verhandlungen zwischen der Prager Re g i e r u n g und der Sudeten- deutschen Partei als Sprecherin des gesamten Sudetendeutschtums einen überaus bedeutsamen Abschnitt erreicht. Die SDP. hat durch den Mund ihres Abg. Kundt dargelegt, wie sie zu den in Bruchstücken vorgelegten Vorschlägen der Prager Regierung steht. Dabei hat sie aber den Tschechen nicht den Gefallen getan, sich in Einzelheiten zu verlieren, wie diese es nur zu gern gesehen hätte, sondern sie ist in ihrer Stellungnahme beim Grundsätzlichen geblieben. Sie hat vor allem das Hauptproblem herausgearbeitet, das darin besteht, in dem Kollegium, das die Verhandlungen führt, erst einmal eine gemeinsame Auffassung zwischen der Regierung und der Sudetendeutschen Partei darüber anzustreben, ob und wie der i n n e r st a a t l i ch e Friede gefunden werden kann. Wenn der Abg. Kundt darüber hinaus unter Bezugnahme auf die überreichten unvollständigen tschechischen Vorschläge — es fehlt beispielsweise die überaus wichtige Selbstverwaltung der Gemeinden — die sudetendeutsche Forderung nach uneingeschränkter Gleichberechtigung herausarbeitete, so war das ebenso notwendig, wie eine Unterstreichung der grundsätzlich negativen Einstellung der Regierung, in Prag, die sich täglich durch neue Vorgänge draußen im Lande unter Beweis stellen läßt, absolut eindeutig und klar aber durch die Art in die Erscheinung tritt, wie man am Verhandlungstisch den inneren Frieden wiederherzustellen sucht. Don einem Versuch der Wiederherstellung kann tatsächlich keine Rede sein. Sonst hätte sich Prag bemüht, eine Brücke zum Karlsbader Programm Konrad Henleins zu schlaaen; sonst hätte man auch von Prag aus dafür gesorgt, die Dinge nicht so auf die Spitze zu treiben, daß sich der Abg. Kundt veranlaßt sah, die Tschechen allen Ernstes darauf aufmerksam zu machen, daß die Geduld der sudetendeutschen Bevölkerung ihre Grenze n hat und daß diese Bevölkerung durch das Fehlen von Zeichen des tschechischen guten Willens in ein immer größeres Mißtrauen hineingeführt wird. Dieses Mißtrauen, das dürfte Mr. R u n c i m a n beim Studium der Chronik täglicher Ausschreitungen und Schikanen längst bemerkt haben, kann allerdings kaum noch mehr vertieft werden, als es ohnehin schon ist. Gerade zu der Zeit, da man auf tschechischer Seite bei der Abgabe der Erklärung des Abgeordneten Kundt Aufmerksamkeit heuchelte und sich den Anschein zu aeben versuchte, als sei das schon der sichtbarste Ausdruck ausgesprochener sudetendeutscher Gleichberechtigung, wenn man einem Vertreter der SDP. erlaube, eine lange Erklärung zu oerlfien, wurden in den deutschen Sprachgebieten durch das Tschechentum neue Beweise dafür geliefert, welcher Wind tütsächlich tm tschechischen Nationalitätenstaat weht. Ein Grenzler- blatt in Nordböhmen hielt es für angebracht, sich in der schamlosesten Weise mit Friedrich dem Großen und seinen Soldaten zu beschäftigen, um dann in kaum wiederzugebenden Ausdrücken gegen die Sudetendeutschen zu Hetzen. In Pohlitz kam es unter tschechischer Führung und Beteiligung zu wüsten marxistischen Kundgebungen gegen die Deutschen, wobei man auch das deut- s ch e Staatsoberhauptin der unflätig« ft en Weise a n g r i f f. Der deutschen Bevölkerung dieses Ortes wurdx dagegen die Sonnwendfeier am gleichen Tage untersagt. In Saitz (700 deutsche Einwohner und 100 nach 1918 vom Staate in diesen Ort als Beamte versetzte Tschechen) wurde ein deutscher Kirchentag verboten, weil die Zugewanderten eine tschechisch-national eFeier veranstalteten, bei der natürlich das Deutschtum im Mittelpunkt aller Haßgesänge stand. In Brüx kam es zu tschechisch-marxistischen Attacken auf die deutsche Bevölkerung, die sich aus Anlaß der Einsetzung des neuen Bürgermeisters zu einer Feier zusammengefunden hatte. Besonders' kraß tritt aber in dem Fall des deutschen Bauern Rohrbacher in Nemcic im Bezirk Klaftern der feste Wille des Tschechentums zutage, nicht das leiseste Zugeständnis im Interesse des inneren Friedens zu machen. Diesem Bauern wurden die Hypotheken gekündigt, weil er als aufrechter Deutscher bekannt ist. Von dem Anwalt des Geldinstituts, das ihm nun durch eine Zwang s - Versteigerung den Bauernhof abjagen will, wurde7hm aber gesagt, daß er wegen seiner SDP.- Einstellung noch in diesem Monat von Nemcic weg müsse, ja, es wurde ihm sogar ein gewaltsames Ende prophezeit! Mit völliger Klarheit tritt immer mehr der innere Beweggrund der tschechischen Siebe zur „Demokratie" und zum „demokratischen Parlamentarismus hervor. Sie lieben die Demokratie und den Parlamentarismus, weil beide auf dem Mehrheitsprinzip aufgebaut find. Die Mehrheit heiligt im Namen der Demokratie die Unterdrückung der Sudetendeutschen. Zwar sind die Sudetendeutschen eine Volksgruppe von 3,*5 Millionen, aber ihre geschichtlich gewordene Siedlung bringt es mit sich, daß sie sowohl im Staate, wie in den einzelnen Ländern jener Diktatur ausgeliefert sind, die sich hinter dem Apparat der demokratisch-parlamentarischen Mehrheitsbildung verbirgt. Das ist die Tschechei, das ist die Verständigungsbereitschaft der führenden politischen Kreise: in Prag Scheingefechte, draußen im Lande Terror und sogar die Drohung mit dem Mord! Sbt. Neuyork, 19. Aug. (DNB.) Präsident Roosevelt hielt, wie aus K i n g st o n in Ontario gemeldet wird, bei der Verleihung des Ehrendoktors durch die Queen-Universität vor den versammelten Fakultäten und m Anwesenheit der höchsten kanadischen Beamten, darunter der Premierminister Mackenzie King, eine Rede, die in den ersten Kommentaren der amerikanischen Presse bereits als Ausdehnung der Monroe - Doktrin auf Kanada bezeichnet wird. Roosevelt versicherte Kanada der bedingungslosen Freundschaft der Vereinigten Staa- t e n. Im einzelnen erklärte Roosevelt u. a., USA und Kanada seien wahre Freunde, da beide Nationen ihre Rechte mit Offenheit wahrten und sich keine von beiden der Schliche der Geheimdiplomatie bediene. Beide Länder legten ihre Streitfragen durch Beratungen bei. Der Präsident schilderte bann den engen Zusammenhang d e r Nationen des amerikanischen Erdteils mit den Vorgängen in anderen Ländern. Vor einigen Tagen, so führte er an, fei ein glücklicherweise unwahres Gerücht in die Welt gerast. (Gemeint ist der Schangseng- Konflikt. Die Schriftleitung.) Es habe geheißen, daß Armeen, die sich in bedauerlicher Aufstellung gegenüberständen, in Bewegung gesetzt werden sollten. In wenigen Stunden habe sich die Wirkung dieses Gerüchtes in Montreal, Neuyork, Ottawa, Washington, San Franzisko usw. bemerkbar gemacht. Kanadische und amerikanische Geschäftsleute hätten es in gleichem Maße gespürt und sich gewundert, inwieweit ihr eigenes Leben betroffen wurde. Dies beweise, daß die amerikanischen Länder nicht mehr ein ferner Kontinent seien, für den die Strudel der Kontroversen jenseits der Meere kein Interesse hätten, oder dem sie nichts anhaben könnten. „IBir sind in den amerikanischen Ländern ein Faktor geworden, mit dem jeder Generalstab jenseits der Meere rechnen muß." Roosevelt verwies dabei auf den riesigen Umfang der Naturschätze Amerikas, auf die Kraft seiner Wirtschaft und die Zahl der Bevölkerung. „Dies olles hat die amerikanischen Länder zu lebenswichtigen' Faktoren im Weltfrieden gemacht, und zwar, ob wir wollen oder nicht." Das kanadische Dominium sei ein Teil der Schwesternschaft des Britischen Reiches. „Ich gebe Ihnen die Versicherung, daß das Volk der Vereinigten Staaten nicht müßig dabeistehen wird, wenn die Beherrschung fana- bischen Bodens durch ein anderes Reich droht. Dieser Erdteil soll eine starke Burg bleiben." Von Kingston aus begab sich Roosevelt zur Eröffnungsfeier der internationalen Brücke über die Tausend Inseln des St. Lorenzstromes, wo er sich in kurzer Ansprache für sein Lieblingsprojekt, den Ausbau des St. Lorenzkanals, einsetzte, das von selbstsüchtigen monopolistischen Interessen bislang verhindert worden sei. Gewaltiges Aussehen in Amerika Die amerikanische Wehrmacht interessiert sich für Alaska. Washington, 19. August. (DNB.) Die Rede Roosevelts in Kanada hat hier gewaltiges Aufsehen erregt. Sie wird nicht nur als eine Ausdehnung der Monroe-Doktrin auf das bisher von der panamerikanischen Union ab- seitsstehende Kanada gedeutet, sondern vor allem als Unterstreichung der Ausführungen des Außenministers Hüll am Dienstag betrachtet. Wenn Hüll von einer Kooperation mit anderen friedliebenden Mächten sprach, so ging Roosevelt noch einen großen Schritt weiter, indem er uneingeschränkte Waffenhilfe versprach, wenn Kanada angegriffen werden sollte. Diese Wa^- fenhilfe wird schon jetzt vorbereitet, denn Alaska erfreut sich eines immer größeren Interesses seitens der amerikanischen Wehrmacht, die dort Autostraßen, Fliegerhorste und Seeflughäfen einrichten will. Zum Bau der Autostraßen braucht jedoch Amerika, da diese durch Kanadas Gebiet gehen, dessen Zustimmung. Aus diesem Grunde wohl, nimmt man hier an, hat Roosevelt von einer Hilfe im Kriegsfälle gesprochen. Stimmt das amerikanische Volk zu? London, 19. Aug. (DNB.) Die Londoner Presse beschäfttgt sich stark mit der Roosevelt-Rede in Kingston und hebt besonders seine Versicherungen gegenüber Kanada hervor. Der diplomatische Korrespondent der Preß-As° sociatton meint, man werde mit Roosevelts Feststellung, daß die Vereinigten Staaten einer B e - drohung Kanadas durch,irgendein anderes Reich nicht müßig zusehen würden, sehr zufrieden fein. Manche würden auch an jene Erklärung des Präsidenten, daß Amerika nicht mehr länger ein weit entfernt gelegenes Land sei, dem die Behandlung von Kontro- versen aus Ueberfee weder Vorteile noch Nachteile bringen könnte, Erwägungen -anknüpfen. Trotz alledem sollte den Worten des Präsidenten keine zu große Bedeutung beigemessen werden. Wohl gebe er vielleicht der Ansicht der augenblicklichen amerikanischen Verwaltung Ausdruck, doch seien die USA. ein Land, dessen Polttik gefühlsmäßigen Ausbrüchen gegenüber sehr sensibel fei. Man dürfe vielleicht fragen, ob das amerikanische Volk in feiner Gesamtheit dem Ausblick auf die Zukunft z u- stimme, den Roosevelt in seiner Rede angedeutet habe. Wären alle Amerikaner der gleichen Ansicht, so läge guter Grund vor, sich zu freuen. Man glaube aber," daß ein guter Teil der amerikanischen öffentlichen Meinung jeglichen Bindungen an öie außerhalb der Grenzen der Vereinigten Staaten gelegene Welt scharf ablehnend gegenüberstehe. Trotzdem sei jeder Schritt Amerikas, sich ein wenig näher mit der Außenwelt in Verbindung zu setzen, zu begrüßen. Das Echo in London. Die panamerikanische Idee. London, 19. Aug. (DNB.-Funkspruch.) Die gestrige Rede Roosevelts in Kingston (Ontario) bildet das Hauptthema der Londoner Freitagmorgenpresse. Mit Ausnahme der „Time s", die id) auf die Wiedergabe der Ausführungen Roosevelts beschränkt, enthalten sämtliche Blätter Leitartikel, die sich besonders mit den Garantieerklärungen Roosevelts geg/e nüber Kanada und seinen allgemeinen politischen Aus- ührungen befassen. Verschiedene Blätter drücken da- lei gewisse Befürchtungen aus, daß die Adresse Roosevelts an Kanada möglicherweise auch als eine Anspielung auf die panamerikanische Idee angesehen werden könnte, die ja wiederum einen englisch-amerikanischen Gegensatz in sich schließt. „Daily Telegraph" schreibt, wenn man auch die Ausfüyrungen Roosevelts so auslegen könne, als ob sie im wesentlichen nichts anderes wären als eine erneute Bestätigung der Monroe-Doktrin unter neuen Umständen, so fei es in Wirklichkeit doch das persönliche Glaubensbekenntnis Roosevelts zur tie- e n Verbundenheit der beiden großen Demokratien des amerikanischen Kontinents, zwischen denen es in den grundlegenden Fragen keine Trennung geben könne. „D aily H e r a l d" sieht zwei Gründe für dis Garantieerklärung Roosevelts, und zwar einen strategischen und einen ideellen Grund. Die Sicherheit der Vereinigten Staaten falle mit der Sicherheit Kanadas vor fremder Beherrschung zusammen. Die 5000 Kilometer lange Landgrenze könne nicht unbefestigt bleiben, wenn Kanada ein Stützpunkt für fremde Streitkräfte würde. Zum anderen fei in den Vereinigten Staaten der Glaube an die Demokratie sehr stark, und Kanada gehöre zur demokratischen Gruppe. „Daily Expreß" findet in der Erklärung Roofebelts gegenüber Kanada nichts neues. Sie fet auf der Monroe-Doktrin begründet, dem Eckstein der amerikanischen Außenpolitik feit 1823. Der damalige britische Außenminister habe Amerika vorgeschlagen, eine gemeinsame englisch-amerikanische Erklärung gegen jeden Versuch Spaniens, seine alten Kolonien in Amerika zurückzuerobern, abzusenden. Statt dessen habe Präsident Mo n reo unabhängig von England eine Erklärung abgegeben, daß keine europäische Macht einen amerikanischen Staat das Recht der Weltregierung streitig machen dürfe. Roosevelt bestätige jetzt diese Politik in bezug auf Kanada. Hinsichtlich «der allgemeinen außenpolitischen Erklärungen Roosevelts betont das Blatt, daß das amerikanische Volk hier nicht hinter seinem Präsidenten stehe. Denn etwa 90 v. H. seien für I s o l i e r u n g , b. h. strikte Heraushaltung aus allen Konflikten, die die USA. nicht unmittelbar berühren. „Daily Mail" erklärt, der herzliche Ton der Rede gegenüber England könne Veranlassung geben, aus den Worten Roosevelts mehr zu lesen, als gerechtfertigt sei. Die britische Oefsentlichkeit sollte aber begreifen, daß das amerikanische Volk, obschon es unter den Rückschlägen großer Weltwirren zu leiden haben würde, nicht von seiner Entschlossenheit abgerückt sei, sich aus Unruhen, die andere Kontinente aufwühlen könnten, f e r n z u h a l t e n. Nichts von dem, was Roosevelt oder Hüll erklärt hätten, widerspreche dieser Haltung. General Vuillemin beim Führer. Besuch bei Generalfeldmarschall Göring in Karinhall. ■■ 'K ./■' •7 7 W * •'O ' 'M. < • 7.-7 ä General Vuillemin beim Führer am Donnerstagmittag in der Reichskanzlei in Berlin. Rechts der französische Botschafter in Berlin, Franxois-Poncet. (Preffe-Hoffmann-M.) Berlin, 18.Aug. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler Hal heule mittag den zur Zeil auf Einladung des Reichsministers der Luflfahrl und Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Generalfeldmarschall Göring, in Deutschland weitenden Ehes des Generatstabes der französischen Luftwaffe, General Vuillemin, empfangen. Arn Vormittag war General Vuillemin mit General d' Astier und den übrigen Offizieren seiner Begleitung zusammen mit Staatssekretär der Luftfahrt, General der Flieger Milch, dem Chef des Technischen Amtes im Reichsluftfahrtministerium, Generalmajor Udet, vom Flughafen Tempelhof nach Magdeburg geflogen. Aus dem Flugplatz der dortigen Fliegerschule schritten der französische General und Staatssekretär Milch die Ehrenkompanie ab. Nach einer kurzen Rundfahrt durch den Horst der Fliegerschule fand eine Besichtigung vom Junkers-Motorenbau in Magdeburg, der Junkers-Flugzeug- und Motorenwerke AG. unter Führung von Generaldirektor Koppenberg statt. Am Nachmittag folgte der französische Gast einer Einladung des Generalfeldmarschalls Göring nach Karinhall. Beim Frühstück, an dem der französische Botschafter Francois-Poncet mit dem Luftattachä Oberst de G e f f r i e r und von deutscher Seite Staatssekretär Körner, Staatssekretär General der Flieger Milch, Generalmajor Übet, Generalmajor Bodenschatz, Ministerialdirektor Dr. Gritzbach und die Offiziere des Ehrendienstes der deutschen Luftwaffe teilnahmen, WH» W ■■■ ' z-^ M W:? V ^DM - ■ LWWM.- - -,,-..o zu Lyren General vmllemms in Berlin. 21m Mittwochabend nahm der Generalstabschef der französischen Luftwaffe, General Vuille- P1 *n' seiner Begleitung an einem Empfang teil, den Reichsluftfahrtminister General- seldmarschall Goring ihm zu Ehren im Haus der Flieger gab. Auf unserem Bilde sieht man (von links) den Rektor der Technischen Hochschule in Berlin, Professor von Arnim, den französischen General d'Asti er, Staatssekretär General der Flieger Milch, General der Flieger Kesselring, General V u i l l e m i n, den französischen Botschafter in Berlin, Franxois-Poncet, (rechts hinter ihm) den französischen Militärattache General Renondau und ganz rechts den Generalstabschef der deutschen Luftwaffe, Generalleutnant Stumpfs. — (Presse-Bild-Zentrale-M.) Die Partei rüstet für Nürnberg. Zn allen Gauen wird fieberhaft gearbeitet. Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht bei einer Hebung in Döberitz. Auf dem Truppenübungsplatz Döberitz wohnte der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht am Mittwoch einer Bataillonsübung des Jnfanterie-Lehrregiments Döberitz bei. In seiner Begleitung befanden sich u. a. Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst von Brauch itsch, und der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, General der Artillerie Keitel. Unser Bild aus Döberitz zeigt den Führer am Scherenfernrohr, neben ihm Generaloberst vonBrauchitsch.— (Presse-Hoffmann-M.) Zusammenkunft Henleins mit Runciman. Jede Stunde bringt uns dem Reichspartei- t a g näher, der in wenigen Wochen im Brennpunkt des öffentlichen Interesses nicht nur des Inlandes, sondern auch des Auslandes stehen wird. Wieder werden aus allen deutschen Gauen Hunderttausende getreuer Kämpfer Adolf Hitlers nach Nürnberg eilen, um dort erneut ein einmütiges und geschlossenes Bekenntnis für das Deutschland Adolf Hitlers und aus dem Munde des Führers die Parole für die weitere Marschrichtung entgegenzunehmen. Wenn am 5. September der Reichsparteitag seinen Anfang nimmt, wenn in dem schönen Nürnberg die vielen Hunderttausende zusammengeströmt sind, wenn jeder weiß, welche Aufgaben ihm Zufällen, dann nimmt man es beinahe als selbstverständlich hin, daß alles klappt, eben weil wir es so gewöhnt sind. Die Wenigsten ahnen, eine wie unendlich mühevolle Vorarbeit von Zehntausenden einsatzbereiter Helfer geleistet werden mußte, um einen reibungs- und störungslosen Ablauf dieses großen Geschehens zu ermöglichen. In allen Gauleitungen laufen in diesen Wochen und Monaten die Fäden zusammen, die für den Außenstehenden zunächst ein unentwirrbares Etwas bilden. Die Zahl.der Teilnehmer aus der Partei und den einzelnen Gliederungen, der Transport mit den ^>onderzügen der Reichsbahn, Unterkunft, Ver- psleguna, Antreten zu den einzelnen Appellen und Kundgebungen, das sind — stichwortartig heraus- gegriffen — nur einige der wichtigsten und dring- lichsten Fragen, die gelöst werden müssen. Denn darüber sind sich die verantwortlichen Männer klar, alles auf die Minute klappen muß. Wenn das große Räderwerk des Parteitags auch nur im geringsten gestört wird, dann kann das Gelingen einer ganzen Kundgebung in Frage gestellt werden. . r aussen, daß noch bei keinem Reichsparteitag ein derartiger Zwischenfall sich ereignet hat, sondern daß alles bis in die kleinsten Einzelheiten programmgemäß verlief, eine Tatsache, die nicht zuletzt auch gerade die Bewunderung der ausländischen Presse heroorgerufen hat, welche dieser hervorragenden Or- fonnte" niCmal5 iI)re Anerkennung versagen Wer darf nach Nürnberg fahren, und wie viele aus ledern Gau dürfen es sein? Es liegt auf der Hand, daß die erste Frage in erster Linie von den Gauen direkt geregelt wird, während bei der zweiten selbstverständlich von der Reichsleitung entsprechende Richtlinien gegeben werden müssen. Bleiben wir zunächst bei der Beantwortung der ersten Frage Für die Auswahl der Nürnberg-Teilnehmer muß naturgemäß die Persönlichkeit des einzelnen, ob er nun Politischer Leiter, SA.- oder ff-Mann, Hitler- junge usw. ist, eine Rolle spielen. Wer sich im Dienst der Bewegung besonders hervorgetan hat, wer immer zur Stelle war, wenn er gerufen wurde, der hat selbstverständlich das Anrecht, in erster Linie berücksichtigt zu werden. Nach diesen Gesichtspunkten wird bei der Auswahl der Teilnehmer verfahren. Bei der Frage, wieviel Teilnehmer jeder einzelne Gau stellen darf, spielt die Größe des Gaues'eine Rolle. Ein Gau, wie Berlin, wird natürlich weit mehr Teilnehmer entsenden als ein kleinerer Gau, dessen Bevölkerungszahl unter einer Million liegt. Was bei der Teilnehmerzahl der Politischen Leiter Autrifft, das gilt natürlich auch für die Angehörigen dec SA., dex ff, der Hitler-Jugend ujlv. Die Arbeit, die von den einzelnen Gäuen am Sitz der Gauleitung geleistet wird, wird, je näher der Reichsparteitag heranrückt, mehr und mehr nach Nürnberg verlegt. Schon mehrere Wochen vorher trifft das Vorkommadda mit führenden Persönlichkeiten des Gaues, dem in erster Linie der Gauorga- nisationsleiter angehört, in der Stadt der Reichsparteitage ein, um an Ort und Stelle die notwendigen Maßnahmen zu treffen, die zu dem reibungslosen Ablauf des großen Geschehens erforderlich sind. Die letzten Besprechungen müssen noch mit der Reichsbahn geführt werden, der Einsatz der Sonderzüge wird genau festgelegt, kurzum: eine Unmenge Arbeit gilt es zu leisten, bis dann, wenn der Reichsparteitag seinen Anfang nimmt, die verantwortlichen Männer sich sagen können: Es ist geschafft. In diesen letzten Wochen vor Beginn des Parteitags herrscht auch bei ben Teilnehmern, ganz gleich, welcher Formation der Bewegung sie angehörem außerordentlich reger Betrieb. Ein Appell folgt dem anderen, bei dem sich die Führer überzeugen, ob die Uniform jedes einzelnen Nürnberg-Fahrers in Ordnung ist und ob es bis auf den berühmten letzten Knopf nichts auszusetzen gibt. Selbstverständlich ist, daß in-kleineren und größeren Verbänden auch noch einmal ein Vorbeimarsch geübt wird, kurzum all das, was auf dem Reichsparteitag feine Feuerprobe bestehen soll, wird in den Wochen davor noch einmal bis aufs i-Tüpfelchen worgenommen. So muß zum Reichsparteitag eine Vorbereitungsarbeit geleistet werden, die, mit echt deutscher Gründlichkeit betrieben, restlose Gewähr dafür bietet, daß sich alles exakt und reibungslos abwickelt. Die großen Tage in Nürnberg dann, da j e d e r d e m F u h- rer ins Auge sehen kann, sind der schönste Lohn für all die mühevolle Arbeit, die von den Gefolgsmännern Adolf Hitlers vom Reichsleiter bis zum letzten SA.-Mann geleistet wurde. VesichNgungen in Nürnberg Nürnberg, 18. Aug. (DNB.) Am Donnerstagvormittag wurde das Lager der Wehrmacht durch den Kommandierenden General des XIII. Armeekorps, General der Kavallerie Freiherr von W e i ch s , eingehend besichtigt. General von Weichs leitet den gesamten Einsatz der Wehrmacht am Reichsparteitag. Das große Zeltlager geht seiner Vollendung ent- qegen. Schon in einer Woche werden die 'ersten ^wartet. Das Lager weist wieder wesentliche Vervollkommnungen auf. Der Reichssportführer, SA.-Obergruppenführer vonTschammerundOsten, Chef des Haupt- am.tes Kampfspiele der Obersten SA.-Führung, weilte am Donnerstag in Nürnberg, um sich über den Stand der Vorarbeiten für die NS.-Kampfspiele ÄrU5-Cfcri(^etV Ncich einer Besprechung mit den SA.-Fuhrern tes Kampfspielstabes, wobei ihm Oberführer R u h e vom Stand der Arbeiten Bericht erstattete besuchte der Reichssportführer die Kampf- statten. Anschließend besichtigte er einige Unterkünfte sur die Wettkämpfer in der Umgebung Nürnbergs. Der Chef des Hauptamtes Kampfspiele SÄ.- Obergruppenführer von Tschammer, konnte sich davon überzeugen, daß alle Maßnahmen- getroffen jlnd, um eine reibungslose Durchführung der NS.- Siundenlairge Gespräche, Prag, 18. Aug. (Europapreß.) Nach den Besprechungen, die Lord Runciman am Dienstag mit Staatspräsident Dr. B e n e s ch und am Mittwoch mit Ministerpräsident Dr. H o d z a auf der einen Seite und mit der von Konrad Henlein mit der Führung der nationalitätenrechtlichen Fragen betrauten Abordnung während der späten Abendstunden des Dienstags auf der anderen Seite hatte, ist es am Donnerstagmittag zu einer Zu- ammenkunft zwischen Lord Runciman und Konrad Henlein aekommen Die Zusammenkunft erfolgte auf dem Dem Prinz, n Hohenlohe ge- lörenden Schloß Rothenhaus bei Görkau im Erzgebirge. Der Stellvertreter Konrad Henleins, Karl Hermann Frank, und Abgeordneter Kundt ind gleichfalls nach Schloß Rothenhausen gefahren. Die Zusammenkunft zwischen Lord Runciman und Konrad Henlein bildet zweifellos den Höhepunkt der politischen Verhandlungen der letzten Tage. Sie war unvermeidlich geworden, nachdem ich bei den Verhandlungen zwischen der Regierung und der Sudetendeutschen Partei am Mittwoch ergeben hatte, daß zwischen den Regierungsoor schlügen und den Vorschlägen der Sudetendeutschen Partei zur Lösung des Nationalitätenproblems vorerst unüberbrückbare Gegensätze bestehen. Trotz dieser Feststellung gab allerdings die Sudetendeutsche Partei ihrer Bereitschaft Ausdruck, die Verhandlungen mit der Regierung nicht abzubrechen. Immerhin bedeutet die sich derart ergebende Formel „trotz unüberbrückbarer Gegensätze Verhandlungsbereitschaft beider Verhandlungspartner" das Eintreten einer Phase, die praktisch dem Anlangen der Verhandlungen an einem toten Punkt gleichkommt. In den Besprechungen auf Schloß Rothenhaus hat sich nun Lord Runciman in feiner Eigenschaft als „Vermittler" eingeschaltet, nachdem er zwei Wochen lang seine Funktion als „Ermittler" versah, um festzustellen, ob und auf welche Weise dieser tote Punkt Überwunden werden kann. Ueber den Verlauf der Unterredung berichtet „Die Z e i t", das Hauptorgan der Sudetendeutschen Partei: „Der Schloßherr, Prinz hohenlohe-Langen- burg, Lord und Lady Runciman» und deren Begleiter sowie Konrad Henlein und die Abge- ordneten Frank und Kundt nahmen gemeinsam das Essen ein. Der Nachmittag war den politischen Gesprächen gewidmet, die stellen- weise unter vier Augen zwischen Lord Runciman und Konrad Henlein staltfandea und zum Teil unter vier Augen. bis in die späten Rachmittagsstunden dauerten. Gegen Abend kehrten Lord Runciman und seine Gemahlin im Kraftwagen nach Prag zurück. Aeber den Inhalt der Unterredung wird strengstes Stillschweigen bewahrt, so daß alle darüber geäußerten Vermutungen nur haltlose Kombination darstellen können." Wie verlautet, beabsichtigt Lord Runciman, in absehbarer Zeit sowohl der Prager Regierung als auch der Sudetendeutschen Partei ein Elaborat zu unterbreiten, welches Vorschläge zur Lösung der tschecho-slowakischen Fraae auf Grund seiner bisherigen Studien und Erfahrungen zum Gegenstand hat. Wann das Elaborat, an dem bereits gearbeitet wird, fertiggestellt sein wird, steht noch nicht fest. Auch über den Inhalt ist nichts bekannt. Heute tschecho-slowakische Kabinettssihung. Prag, 18. Aug. (Europapreß.) Am Freitagnach- mittag tritt das tschecho-slowakische Kabinett zu einer Sitzung zusammen, in der Ministerpräsident Hodza einen Bericht über den Stand der Verhandlungen mit der S u d e t e n d e u t s ch e n Partei erstatten wird. Wüster Terror in Vrüx. Tschechen und Marxisten berufen sich auf den Schutz Moskaus. Prag, 18. Aug. (Europapreß.) Gelegentlich des A m t s a n t r i 11 s des neuen, der Sudetendeutschen Partei angehörenden Bürgermeister Professor O 11 kam es in Brüx zu Zwischenfällen, die ein amtlicher Bericht des Tschecho-Slowakischen Preßbüros als völlig unbedeutend hingestellt hat, während aus den eingetragenen Augenzeugenberichten und Protokollen festgestellt werden kann, daß es sich bei diesen Vorfällen um ernste Zusammen st öße zwischen der deutschen und der tschechischen Bevölkerung gehandelt hat. Auf deutscher Seite trugen dabei mehrere Personen zum Teil erhebliche Verletzungen davon. Ein Fackelzug, der am Abend zu Ehren des neu- gewählten Bürgermeisters die Straßen der Stadt durchzog, wurde von Tschechen und Marxi- st e n mit ohrenbetäubendem Gebrüll und wüsten Beschimpfungen empfangen, das sich noch steigerte, als der neugewählte B ü r g e r m e i st e r vom Rat-. wechselten Generalfeldmarschall Göring und General Vuillemin herzliche Trinksprüche. Namens der französischen Luftwaffe überreichte General Vuillemin dem Feldmarschall das französische Militärfliegerabzeichen. General- feldmarschall Göring zeichnete die französischen Gäste durch die Verleihung des deutschen Fliegerabzeichens aus. „Eine ritterliche Zusammenkunft." Paris, 19. Aug. (DNB. Funkspruch.) Auch am heutigen Freitag berichtet die Pariser Morqenpresse in großer Aufmachung über den Aufenthalt des Generals Vuillemin in Deutschland. In den Ueberschriften der Blätter wird ganz besonders der Empfang des Generalstabschefs der französischen Luftwaffe durch den Führer hervorgehoben. Im „Figaro" erklärt d'Ormesson, der Berliner Besuch General Vuillemins habe zu einer deutschfranzösischen Fühlungnahme Gelegenheit geboten, die so zufrieden st eilend wie möglich gewesen sei. Der Empfang, den die Leiter der deutschen Luftwaffe dem französischen General und feinen Begleitern bereitet hätten, habe in Frankreich das beste Echo gefunden. Bei dieser ritterlichen Zusammenkunft seien die vornehmsten Gefühle zum Ausdruck gekommen. Die zwischen Generalfeldmarschall Göring und General Vuillemin ausgetauschten Worte würden von allen gutgeheißen werden, die das Gefühl der Ehre und der gegenseitigen Achtung zwischen Freunden Kampfspiele zu gewährleisten. Der Reichssportführer und die Ueberzeugung von den europäischen und sprach sich anerkennend über die geleistete Ärbeit menschlichen Verantwortlichkeiten besäßen. aus. Balbos Dank an Göring. Berlin, 19. Aug. (DNB.) Nach seiner Rückkehr nach Italien hat Luftmarschall B a l b o an Generalfeldmarschall Göring von Rom aus das nachfolgende Telegramm gerichtet: „Generalfeldmarschall Göring, Berlin In den Tagen herzlicher Kameradschaft, die Eure Exzellenz mir mit solcher Ungezwungenheit angedeihen ließen und die ich in ihrem vollen Wert 311* schätzen weiß, hat unsere langjährige Freundschaft Gelegenheit gehabt, sich n e u z u st ä r k e n und zu bekräftigen Wie sie auch in der Vergangenheit nicht erfolglos blieb, wird sie heute und in Zukunft die Möglichkeit finden, sich noch weiter zu e,ntwickeln,im idealen Rahmen einer noch größeren Freundschaft, wie sie bereits unsere beiden Völker verbindet. Indem ich Eurer Exzellenz einen bewegten, dankbaren Gruß sende, möchte ich erneut meiner begeisterten Bewunderung für den Stand höch ster Bereitschaft Ausdruck verleihen, auf den Sie die deutsche Luftfahrt zu bringen verstanden haben. Marschall B a l b 0." Der Einsatz der ff. 26 000 Mann Absperrmannschafen. 25 000 Mann marschieren. Nürnberg, 18. Aug. (DNB.) Auch in diesem Jahre wird die Schutz staffel die für die geregelte Durchführung der Riesenoeranstaltungen auf dem Reichsparteitag erforderlichen Absperrmaßnahmen treffen. Die zum Sicherungs- und Absperrdienst kommandierten 26000 ff-Männer, die in den Schulen der Stadt Nürnberg untergebracht sind, werden durch den Hilfszug Bayern beköstigt. Außerdem werden Marscheinheiten der ff in einer Gesamtstärke von 25 000 Mann m Nürnberg vertreten sein, unter denen sich zum ersten Male 3000 Kameraden aus der Ostmark befinden Die ff-Marschtruppe, die sich selbst verpflegen wird, ist in 140 Mannschaftszelten einschl den Zubehörzelten auf dem neuen Lagergelände, Das sich augenblicklich zwischen Altenfurt und Fischbach im Aufbau befindet, untergebracht. Das im Frühjahr neugeordnete Lagergelände hat eine Größe von etwa 315 000 Quadratmeter. ^-Oberführer Burghardt -f- München, 18. Aug. (DNB.) In München starb im Alter von 53 Jahren der ff-Oberführer Major a. D. und Mitglied des Reichstages Walter Burghardt. Oberführer Burghardt leitete eines der wesentlichsten Aemter im Stabe des Stellvertreters des Führers und galt nicht nur als einer der unermüdlichsten schöpferischen Arbeiter, sondern auch als Nationalsozialist vorbildlich kameradschaftlichen Geistes. Bei Kriegsausbruch wurde der damalige Leutnant Burghardt im August 1914 bereits schwer verwundet, um nach Genesung Kompanie- und Bataillonsführer und Anfang 1915 Hauptmann zu werden. Abermals verwundet und wieder genesen, wird er Adjutant der 39. Division, dann vorübergehend im Reichskriegsministerium verwendet. 1921 schied er als Major aus der'" Wehrmacht aus, um später als aktiver ff-Führer in der NSDAP, erneut Dienst zu tun. Seit 1936 gehörte er dem Stabe des Stellvertreters des Führers an. Gerüchte um Halifax. Englisches Dementi über Rücktrittsabsichten London, 19. Aug. (Europapreß.) Die im Ausland verbreiteten Gerüchte über einen Rücktritt des englischen Außenministers Lord Halifax werden von zuständiger Stelle eindeutig dementiert. Es wird betont, diese Gerüchte seien vollständig aus der Luft gegriffen. In diesem Zusammenhang wird beftähgt, daß der Außenminister London am Donnerstagabend verlassen habe und nicht vor Mitte Der nächsten Woche in Die Downinq-Street zurückkehren werDe. Vor seiner Abreise hatte LorD Halifax noch eine letzte Unterredung mit Dem Ministerpräsidenten Chamberlain, in Deren Mittelpunkt Die Antwort Der nationalspanischen Regierung auf Den Räumungsplan für Die auslänDischen Freiwilligen geftanDen haben Dürfte. Eine Zusammenfassung dieser Antwort wird im Laufe des Freitag veröffentlicht werden. Haus eine Ansprache an die versammelte deutsche Bevölkerung hielt. In Sprechchören wurde u. a. tschechisch gerufen: „Es lebe Moskau! Uns schützt Moskau!" Die Tschechen, die sich am Rande des Kundgebungsplatzes und in den Seitengassen versammelt hatten, sangen SchmäHlie- der auf die Deutschen und beschimpften in Sprechchören brüllend den Führer und Reichskanzler, sowie das deutsche Volk. Der Lärm war so stark, daß von der Rede des Bürgermeisters, obwohl sie von Lautsprecheranlagen verstärkt wurde, kein Wort zu verstehen war. Die Polizei verhielt sich zunächst den tschechischen Demonstranten gegenüber völlig paff l v und konnte erst durch die Drohung mit einer Beschwerde beim Innenministerium dazu gebracht werden wenigstens auf einer Seite des Kundgebungsplatzes die Demonstranten etwas zurückzudrängen. Daß es nicht schon während der Kundgebung zu Auseinandersetzungen kam, ist lediglich der Disziplin der deutschen Ordner zu verdanken. Bei dem Abmarsch der Kundgebungsteilnehmer wurden diese von den tschechischen Demonstranten, die in den Straßen Spalier gebildet hatten, neuerlich wüst b e - schimpft, bespuckt und mit Steinen beworfen, wobei die sudetendeutschen Ordner von der Polizei daran gehindert wurden, die Angegriffenen vor dem tobenden Mob zu schützen. Die Polizei schritt auch dann nicht ein, als die tschechischen Demonstranten die Fensterscheiben der deutschen Turnhalle einschlugen. Etwa 30 Deutsche wurden meist durch Steinwürfe, Faustschläge, Stockhiebe und Fußtritte verletzt, davon mehrere schwer. Ein Deutscher wollte einen Tschechen, der einem anderen Deutschen einen Fausthieb versetzt hatte, feststellen lassen. Die Staatspolizei verhaftete jedoch daraufhin den Deutschen und brachte ihn in das Polizeipräsidium, wo er von einem Geheimpolizisten erst mehrere Fau st hiebe in das Gesicht erhielt und dann mit dem Gummiknüppel schwer verprügelt wurde. Die in der letzten Zeit an und für sich gespannte Lage in der Karstadt Bilin (Böhmen) hat sich neuerdings dadurch verschärft, daß dort eine Reihe von Deutschen, darunter der Ortsgruppenleiter des Bundes der Deutschen, verhaftet wurden, ohne daß bisher von den Behörden ein Grund für diese Maßnahme angegeben worden ist. Ferner wurde in den Geschäftsräumen des Bundes der Deutschen eine Haussuchung vorgenommen. Ein junger Deutscher, der an seinem Fahrrad einen Wimpel der SDP. angebracht hatte, wurde vor der Biliner Gendarmeriestation von einem Gendarmen angehalten und verhaftet. Die Stange, an der der Wimvel befeftint war, wurde von dem Sicherheitsbeamten mit Gewalt abgebrochen und der Wimpel beschlagnahmt. Der Radfahrer wurde nach einem kurzen Verhör und noch Androhung von Ohrfeigen durch einen Gendarmen wieder entlassen. Die gespannte Lage in Bilin hat mehrere Kurgäste veranlaßt, ihren Aufenthalt in der Kurstadt vorzeitig abzubrechen. Beschwerde bei den Engländern. Prag, 18. Aug. (DNB.) Aus Rothenhaus wird berichtet: Während Lord R u n c i m a n und Konrad Henlein in einer eingehenden Unterredung unter vier Augen die erste Fühlungnahme miteinander herftellten, ereignete sich ein bemerkenswerter Zwischenfall. Im S ch l o ß h o f erschienen drei Vertreter der deutschen Bevölkerung von Brüx, um die englische Abordnung auf die schweren, von Tschechen begangenen Ausschreitungen hinzuweisen. Die Deutschen übermittelten die Bitte der Bevölkerung, es möge mit allen Mitteln dafür gesorgt werden, daß die Ruhe und die Sicherheit der deutschen Bewohnerschaft wiederhergestellt werde. Die Sudetendeutschen wurden von den Begleitern Runcimans, P e t o und G w a t k i n, empfangen und konnten den beiden Engländern aus dem unmittelbaren eigenen Erlebnis heraus eine sehr lebendige Darstellung der Lage der deutschen Bevölkerung in Brüx geben. Diese Darstellung der Augenzeugen und Mitbetroffenen machte auf die englischen Herren starken Eindruck. Welcher Art sind die Vorschläge? London, 19. Aug. (DRB. Funkspruch.) Die gestrige Besprechung zwischen Lord R u n c i m a n und Konrad H e n l e i n .findet in der Londoner Freitagmorgenpresse starke Beachtung. Doch sind die Zeitungen nur auf Vermutungen über den Inhalt der Besprechungen anaewiesen. Im übrigen finden die Kommentare der deutschen Presse zum sudetendeutschen Problem große Aufmerksamkeit. Im übrigen stellen die Blätter Vermutungen darüber an, welcher Art die Vorschläge sein werden, die Lord Runciman ausarbeiten soll. Optimismus — Pessimismus. P a r i s, 19. Aug. (DRB. Funkspruch.) Sämtliche Pariser Morgenblätter veröffentlichen in großer Aufmachung die Meldung von der Zusammenkunft zwischen Konrad Henlein und Lord Runciman. Sehr verschiedenartig sind sie in der Beurteilung der weiteren Erfolgsaussichten der Verhandlungen in der Tschecho-Slowakei. Während die Londoner Berichterstatter und diejenigen Leitartikler, die ihre Informationen vorwiegend aus England beziehen, bei näherem Eingehen auf die noch nicht ausgeräumten Schwierigkeiten noch einen gewissen Optimismus an den Tag legen, sind die von Prag her orientierten Auslassungen gewisser französischer Blätter absolut pessimistisch. Solabier dementiert. Paris, 18. Aug. (DNB.) Ministerpräsident D a l a di e r wandte sich in einer Erklärung an die Presse g e g en die verschiedenen Gerüchte über eine erneute Abwertung des Franken, sowie gegen die Behauptungen über eine angebliche Uneinigkeit in den Reihen der Regierung. Die Regierung stehe sowohl einer Währungskontrolle, als auch einer erneuten Abwertung des Franken äußerst feindlich gegenüber. Schließlich betonte der Ministerpräsident weiter, er halte es für unnütz, die ungenauen und lächerlichen Gerüchte ausführlich zu benentieren, die die Regierung uneinig wissen wollten. Großer Staatsakt in Ungarn. Im Rahmen der St.-Stephans-Woche wurden die tausendjährigen Reichskleinodien, die Krone des heiligen Stephan, Reichsapfel, Zepter und Schwert, im Marmorsaal der königlichen Burg in Budapest zum erstenmal für die Oesfentlichkeit ausgestellt (unser Bild). (Associated-Preh-M.) naue Angaben über die bolschewistische Agitation in Boston und Neuyork, sowie über die kommunistischen Zellen an Bord des Dampfers „Washington". Im Verlaufe der Verhandlungen sagte ein weiterer Amerikaner aus, dem es gelungen ist, aus der rotspanischen Soldateska zu entfliehen. Er erklärte, die Amerikaner, die unter falschen Versprechungen nach Spanien gelockt und dort stets in die vordersten Gräben gesteckt wurden, so daß von den ursprünglich über 3000 Mann kaum noch 1600 übrig- geblieben seien, würden sofort zu General Franco übergehen, wenn sie die Gewißheit hätten, daß er sie gut behandeln und später in die USA. zurück- reifen lassen würde. Die Kommunisten hätten den Angeworbenen in den Vereinigten Staaten versprochen, daß sie nach halbjähriger Dienstzeit zurück- kehren dürften, aber drüben angekommen sei ihnen eröffnet worden, daß es keine Rückkehr gebe. Als die Amerikaner, deren zwei Bataillone in den Internationalen Brigaden so zusammengeschmolzen seien, daß sie zu einem „Washington-Lincoln-Ba- taiUon" zusammengelegt werden mußten, nach hundert Tagen in den ersten Linien einige Ruhetage verlangten, habe die sowjetrussische GPU. Maschinengewehre auf sie gerichtet. Der Zeuge richtete den dringenden Appell an das Komitee, alles zu tun, um den irregeleiteten amerikanischen Jungen die Rückkehr in die Heimat zu ermöglichen. Sie würden nach der Rückkehr bestimmt gute Bürger und eifrige Kämpfer gegen den Bolschewismus werden. Ein anderer Zeuge, der dann über die Wühltätigkeit der Komintern in den USA. vernommen wurde, sagte unter Eid aus, man habe ihn bedroht und tätlich angegriffen, weil er Material über den berüchtigten Kommuniftenhäuptling B r i d g e s enthüllte. Ein Mann mit starkem, jüdischem Akzent habe ihn mehrmals telephonisch bedroht. Außerdem fe? sein Kraftwagen beschädigt worden. Schließlich habe ihm der kommunistische „Ausschuß für Bürgerrechte" 500 Dollar geboten, wenn er das Land verlassen und nicht aussagen werde. Budapest, 18. Aug. (Europapreß.) Der ungarische Reichsverweser Horthy traf am Donnerstagnachmittag in Begleitung seiner Gattin unter dem Glockengeläute aller Kirchen und 101 Salutschüssen in der alten ungarischen Krönungsstadt Stuhlweißenburg ein, um im Hof des alten Rathauses, wo seinerzeit König Stephan Gericht zu halten pflegte, die zum Gedächtnis an den ersten ungarischen König veranstaltete F e st s i tz u n g des ungarischen Reichstages zu eröffnen. Der Reichsoerweser nahm in der Mitte der höchsten Würdenträger mit beip Fürstprimas S e r ed y und den Erzherzogen, sowie den Mitgliedern des Kabinetts Platz. In den Ehrenlogen nahmen die Mitglieder der zur St. Stephan-Jubelwoche entsandten deutschen und italienischen Abordnungen Aufstellung. Das gesamte offizielle Ungarn war vertreten, und auch das Diplomatische Korps war vollzählig erschienen. Die Mitglieder des Oberhauses und des Unterhauses saßen an langen Tischen im Hof, alle in ungarischen Gala- oder Paradeuniformen. Die Festoersammlung wurde mit dem Gesang der ungarischen Nationalhymne eröffnet, worauf der Präsident des Oberhauses, Radvanski, die Ansprache hielt, in der auf den einzigen Gegenstand der Tagesordnung, den Gesetzentwurf über die Erhebung des Namenstages St. Stephans am 2 0. A u g u fb zum S t a a t s f e i e r t a g zur Verewigung des Andenkens des heiligen Königs hinwies. Nach der Verlesung des Gesetzentwurfs durch den Ministerpräsidenten Imredy wurde der Entwurf in allen Lesungen einstimmig angenommen, darauf vom Reichsverweser unterzeichnet und verkündet. Nach dem Schlußwort des Präsidenten, des Abgeordnetenhauses, Prälat Ko miß, formierten sich die Teilnehmer und Gäste der Festversammlung zu einem prunkvollen Zug, der sich zu den Königsgräbern Stuhlweißenburgs begab. Hier legte der Reichsoerweser einen Kranz nieder. Sodann wurden unter großen militärischen Feierlichkeiten der Stuhlweißenburger Garnison in Anwesenheit des Reichsverwesers das in Stuhlweißenburg errichtete St. -Stephans-Denkmal enthüllt. Zu dieser feierlichen Handlung überbrachte eine Stafette aus dem Geburtsort des Königs Stephan, Gran an der Donau, eine brennende Fackel. Damit ging der feierliche Staatsakt des 18. August unter dem erneuten Läuten aller Glocken und dem Abfeuern von 101 Salutschüssen zu Ende. Amerikanische Erlebnisse in Rotspanien. Betrogen und belogen. — Sowjetrussische GpU.-Maschinengewehre als Druckmittel. Washington, 18. Aug. (DNB.) Vor dem Dies-Komitee, das den Einfluß der bolschewistischen Agitation in den Vereinigten Staaten untersucht, sagte heute ein junger Amerikaner aus B o st o n aus, der für den Dienst bei den rotspanischen Truppen gepreßt worden war. Der junge Amerikaner schilderte eingehend, wie er von kommunistischen Agenten für Rotspanien geworben wurde. Man hatte ihm und anderen Leidensgefährten Pässe ausgehändigt und ihnen versichert, daß die Transporte nicht an die spanische Front gehen würden. Auf dem Dampfer „Beren- garia" wurden sie nach Cherbourg gebracht, wo sie im Hauptquartier der Kommunisten, im Hotel „Minerva", für eine Woche untergebradjt wurden. Von Marseille ging dann die Fahrt weiter. Auf dem in rotspanischem Besitz befindlichen Dampfer „Ciudadade Barcelona" wurden die jungen Amerikaner nach Rotspanien geschmuggelt. Am 30. Mai 1937 wurde der Dampfer von einem Unterseeboot torpediert und sank wenig später. Der Amerikaner sagte weiter aus, daß er und der Teil seiner Kameraden, die gerettet worden waren, in das a m e rikanische Bataillon eingereiht wurden. Während ihres Aufenthaltes in dem bolschewistischen Spanien hätten sie Unmenschliches auszuhalten gehabt. Sie hätten nur Betrug, G e - meinheit und Brutalität gesehen. Im Frühjahr 1938 hätte er dieses Leben, das schlimmer als das eines Tieres gewesen sei, nicht mehr aushalten können.' Er sei deshalb geflohen und sei in Le Havre als blinder Passagier an Bord des Dampfers „Washington" gegangen, der ihn nach Amerika zurückbrachte. Der Zeuge machte außerordentlich ge- ■ s Bombenangriff auf den Hafen von Valencia. General Francos Luftwaffe unternimmt ständig Bombenangriffe auf die rotspanifchen Häfen, um die Zufuhr von Kriegsmaterial für die Bolschewisten zu unterbinden. Hier erhielt em Schmuggler chiff im Hafen von Valencia einen Volltreffer. Die Aufnahme wurde don Bord eines englischen Zerstörers aus gemacht. — (Presse-Photo-M.) Oer spanische Froniberichi. Salamanca, 19. Aug. (Europapreß.) Das nationale Hauptquartier erklärt in dem in der Nacht zum Freitag ausgegebenen Heeresbericht: Nach einer glänzenden Operation, die im Laufe des Mittwoch durch die nationalen Truppen am Segre - Fluß begonnen wurde, ist das rechte Ufer des Flusses völlig vorn Feinde befreit worden. Am Donnerstag herrschte vollkommene Ruhe m diesem Abschnitt. Im Kampfabschnitt von E s p a d a n haben die nationalen Truppen einen Angriff auf eine ihrer Stellungen abgewiesen. Der Feind hat dabei beträchtliche Verluste erlitten. In den Kampfabschnitten von Manzanera und des Sala- da-Berges wurden ebenfalls einige feindliche Angriffe zurückgeschlagen. Von den anderen Fronten nichts Neues. Im Verlaufe der Nacht auf den 16. August wurden durch die nationale Luftwaffe die Hochöfen von Sagunto und militärische Ziele im Bahnhof von Hospitalet mit Bomben belegt, am t'ttwoch die Kriegsmaterialfabriken von Aremys d . ir und militärische Ziele im Bahnhof des gleichen Dorfes, sowie in den Häfen von Rosa und Gandia. Auf dem rechten E b r o u f e r haben die 9' o= nalen bei Gandesa am Donnerstag zwei h ze Angriffe zurückgeschlagen. Der erste wurde gegen das rechte Ufer des Matarrama-Fluffes vorgetragen, der zweite, der am heftigsten- war, gegen das Dorf Pobla de Mazaluca, nördlich von Gandesa. In den Nachmittagsstunden des Donnerstag haben die Nationalen versucht, das von ihnen besetzt gehaltene Gelände zwischen dem Canalesa-Fluß und der Straße von Prat del Compte nach Pinell zu erweitern. Die Bolschewisten, die sich an den Ufern des Canalesa verschanzt hatten, wurden aus einigen Stellungen vertrieben, doch ist ihr Widerstand nach wie vor erbittert Unruhiges Palästina. Englische Bomben zur „Beruhigung". Jerusalem, 19. Aug. (Europapreß.) In einem Feuergefecht in der Nähe von Acre wurden zwei englische Soldaten. getötet, ein Offizier und sieben Mann verwundet. Auf arabischer Seite sol- fen 37 Mann gefallen sein. Außerdem machten die englischen Truppen zwei Gefangene. Das Gefecht entwickelte sich bei einer Strafexpedition gegen das Dorf Shaab, dessen Bewohner für die Erschießung eines englischen Offiziers verantwortlich gemacht werden. Im Rahmen dieser Expedition wurden von den Engländern auch mehrere Häufet der Dorfbewohner in die Lust gesprengt. In ihrer Empörung über das Vorgehen der Engländer hatten die Bewohner, wie aus dem amtlichen englischen Bericht hervorgeht, mit bewaffneten Arabern gemeinsame Sache gegen die Engländer gemacht. Außer englischen Truppen nahmen auch englische Flugzeuge an der Strafexpedition teil, und es scheint, als ob die erheblichen Verluste der Araber auf die Tätigkeit dieser Flugzeuge zurückzuführen seien. Im Grenzgebiet zwischen Haifa und Tel Aviv wurde in der Nacht zum Freitag ein Jude durch eine Bombenexplosion getötet und zwei andere schwer verletzt. Mehrere Juden trugen leichtere Verletzungen davon. In Haifa wurden sechs Juden durch eine Bombenexplosion in einem Autobus schwer verletzt. Neue umfangreiche Polizeimaßnahmen in Palästina werden von „Daily Telegraph" angekündigt. Mit diesen Maßnahmen soll künftig die Verwendung von Bomben und Sprengstoffen durch die einander bekämpfenden Parteien in Palästina völlig ausgeschaltet werden. Diese Maßnahmen sind seit der Rückkehr des Kolonialministers Mac- bonalb aus Jerusalem ausgearbeitet worben unb werben voraussichtlich noch in btefer Woche bekanntgegeben unb bamit in Kraft treten. Ob biefe Maßnahmen auch die Verhängung des Belagerungszustandes über Palästina vorsehen, ist nicht bekannt. Englands Rüstung. L o n d o n, 18. Aug. (DNB.) Die britische Admiralität hat im Rahmen des neuen Flottenprogramms 1938 drei Kreuzer der sogenannten Dido-Klasse in Auftrag gegeben. PALMOLIVE - SEIFE . Aus aller Welt. Festaufführung „Glückliches Volk" im Berliner Olympia-Stadion. 'Die von der Reichshauptstadt unter dem zusammenfassenden Titel „Berliner Sommerfreuden" durchgeführten sommerlichen Veranstaltungen fanden ihren Höhepunkt in der Aufführung des großen Festspieles „Frohes, freies, glückliches 23 o 11", das in Anwesenheit von Reichsminister Dr. Goebbels im Olympia- Stadion erstmalig in Szene ging. Unter den rund 100 000 Besuchern sah man zahlreiche Ehrengäste. In der Regierungsloge hatten sich neben Reichsminister Dr. Goebbels Oberbürgermeister und Stadtpräsident Dr. Lippert, Staatssekretär H a nk e und viele hohe Vertreter der Partei, des Staates und der Bewegung eingefunden. Das unter der künstlerischen Gesamtleitung von Dr. Hanns Niedecken-Gebhardt stehende und von ihm verfaßte Festspiel, das in sechs großen Bildern denkwürdige festliche Ereignisse aus dem älteren und neuen Berlin widerspiegelt, gestaltete sich zu einem eindrucksvollen Erlebnis. Die Pracht der Kostüme, der mit allen Mitteln moderner Regie und Technik geschickt gelenkte Masseneinsatz der 8000 Mitwirkenden, der zündende Rhyth- mus der großen Tanzszenen, der Bewegungsspiele und Uniformparaden begeisterte die Zuschauer zu stürmischem Beifall. Altmeister Paul Linke, Berlins populärster. Komponist, schwang temperamentvoll den Dirigentenstab und seine beliebten Schlagermelodien erwiesen aufs neue ihre ungeschwächte Zugkraft. Drei Landesverräter hingerichtet. Berlin, 19. Aug. (DRB. Funkspruch.) Die Iu- stizpressestelle Berlin teilt mit: Heute sind die vom Reichskriegsgericht wegen Landesverrats zum Tode verurteilten Karl W i e s h o f f aus Herne in Westfalen, Peter Heinz aus Zewen (Kreis Trier) und Wilhelm Braun aus Bad Dürkheim h i n g e r rch - t e t worden. Alle drei Verurteilten hatten aus Eha- rakterlosigkeit und Gewinnsucht Verbindung mit dem Nachrichtendienst einer ausländischen Macht ausgenommen. Um schnöden Verräterlohnes willen verrieten sie geheimes militärisches Wissen und ließen sich zu Spionageaufträgen gegen ihr Vaterland verleiten- Die Verräter haben jetzt ihren Treubruch mit dem Tode büßen müssen. hochherzige Spende für die Königin-Elena-Klinik in Kassel. Aus Anlaß ihres Namenstages hat die Königin von Italien der Königin-Elena-Klinik in Kassel-Harleshausen durch einen Sonderkurier aus Ro-m fünf Kisten der italienischen Spezialarznei zur Bekämpfung der Encephalitis (Kopfgrippe) überbringen lassen. Die Arznei soll für die Behandlung unbemittelter Encephalitis-Kranken verwendet werden. Eisenbahnunfall bei Helzen. Die Pressestelle der Reichsbahndirektion Hannover teilt mit: Am 18. 8.1938, gegen 18.40 Uhr, fuhr auf dem Bahnhof Uelzen der einfahrende D 385 Mannheim—Hamburg auf eine Lokomotive auf. 60 Reisende erlitten geringfügige Verletzungen und konnten ihre Reise mit einem späteren Zuge fortsetzen. Die Schuldfrage wird noch geklärt. Der Betrieb ist nicht gestört. Zweimal 200 000 und einmal 100 000 Mark in der Lotterie gezogen. In der gestrigen Nachmittagsziehung wurden bei der Preußisch - Süddeutschen - Lotterie zwei Gewinne von je 200 000 Mark gezogen. Die beiden Gewinne sielen auf die Losnummer 4 0 2 2. Das Los wird in der ersten Abteilung in Achtelteilung in einer Berliner Lotterie-Einnahme, in der zweiten Abteilung, ebenfalls in Achtelteilung, in einer braunschweigischen Lotterie - Einnahme gespielt. Alle glücklichen Besitzer eines Achtelloses erhalten bar 20 000 Mark ausgezahlt. Ferner wurde bei der Preußisch-Süddeutschen Lotterie ein Gewinn von 10 0 0 0 0 Mark auf die Nummer 1 3 5 4 7 0 gezogen. Das Los wird in der ersten Abteilung in Achteln in einer Berliner Einnahme, in der zweiten Abteilung ebenfalls in Achteln in einer schleswig-holsteinischen Einnahme gespielt. Dreizehn Todesopfer beim Absturz eines italienischen Wasserflugzeuges. Ein schweres Flugzeugunglück ereignete sich bei Varese, wo ein italienisches Wasserflugzeug kurz nach Verlassen des dortigen Flughafens aus bisher unbekannten Gründen a b ft ü r z t e. Sämtliche Fahrgäste, darunter der Präfekt von Varese, C h i e s a, und seine Familie sowie die Mitglieder der Besatzung, zusammen 13 Personen, sind bei dem Unglück ums Leben gekommen. Mißglückter Start eines französischen Flugbootes. Das größte französische Flugboot „M a r i n e - leutnant Paris", das zu einem Flug nach Nordamerika aufgestiegen war, kehrte nach kaum viertelstündigem Flug zurück, da einer der Motoren versagt hatte. Der Sta^t erfolgte auf dem See von Biscarosse, südlich von Arcachon an der französischen Atlantikküste. Die Flieger wollen einen Propeller auswechseln. Der neue Abflug ist auf Samstag vormittag festgesetzt worden. ' Lindbergh auf dem Flug nach Moskau. Oberst Lindbergh, der Dienstag in Warschau eine Zwischenlandung unternahm, ist Mittwoch zu seinem Weiterflug nach Moskau gestartet. Polnische Blätter gaben der Vermutung Ausdruck, daß Oberst Lindbergh sich im Auftrage einer amerikanischen Flugzeuggefellschaft nach Moskau begibt, um dort über die Möglichkeit der Einrichtung einer polaren Luftverbindung zwischen der Sowjet- Union und den Vereinigten Staaten Besprechungen zu führen. Die Polarstrecke würde über die Beringstraße, unter Umständen, mit Zwischenlandung auf der Bättninsel führen. Wetterbericht Die vom Atlantik ausgehende Wirbeltätigkeit verstärkt sich weiter. In einem Zwischengebiet setzte sich war bei uns seit Donnerstag zunehmende Wetterbesserung durch, doch wird das am Freitagmorgen über großen Gebieten beobachtete Schönwetter keinen längeren Bestand haben. Aber auch in der Folge wird sich zwischendurch immer wieder Aufheiterung durchsetzen, der Gesamtcharakter der Witterung jedoch unbeständigem Westwetter entsprechen. Vorhersage für Samstag: Zeitweise aufgeheitert, doch wieder unbeständig und zu einzelnen teilweise gewittrigen Regenfällen geneigt. Bei lebhaften Westwinden mäßig warm. Vorhersage für Sonntag: Bei Luftzufuhr aus Westen wechselhaft und zu einzelnen Niederschlägen geneigtes Wetter, «mäßig warm. Lufttemperaturen am 18. August: mittags 19,8 Grad Eelsius, abends 14,4 Grad; am 19. August: morgens 12 Grad. Maximum 20,1 Grad, Minimum heute nacht 8,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 18. August: abends 17,8 Grad; am 19. August: morgens 14 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 4,3 Stunden. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange (in Urlaub), i. 23.: Ernst Blumschein; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck (in Urlaub). Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theod. Kümmel. D.A. VII. 38: 9034. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezügspreis RM.- 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Heute morgen entschlief sanft in Gott dem Allmächtigen unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Urgroßvater und Schwager Konrad Lotz I. im 91. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen. Klein-Linden, den 18. August 1938. Die Beerdigung findet Sonntag, den 21. August, nachmittags 2.30 Uhr statt 5355D T T Ihr Kleiderberater 5348A Führerschein Kl. 2 u.3, verheirat., 35 Jahre, sucht Stellung. Schr. Angebote unter 03767 an den Gießen. Anzeig. Verlobungs-Anzeigen bei Brühl. Schulstr.7 [Stellengesuche| Genaues Gewicht schützt Sie und den Käufer der Ware vor Schaden. — Dazu brauchen Sie aber eine genau Die Deutsche Arbeitsfront NSG. »Kraft durch Freude« Kreis Oberlahn-Usingen Letzte Spieltage der Bauernspiele ESCHBACH mit dem Heimatspiel in 5 Akten von W. Reuter Schinner Hannes am Sonntag, dem 7. August Sonntag, dem 21. August Sonntag, dem 28. August (Schlußvorstellung) auf der Freilichtbühne an den Eschbacher Klippen Spielbeginn jeweils 15 Uhr EINTRITT 50 Pfennig, zuzüglich 5 Pfennig Kulturbeitrag Wagenpflege Tankstellen Lahnstr., Lammstr. Fernsprecher 2278 West-Garagen ProlefiorBfüoinö vom 21. August verreist Vertreter im Schwesternhaus 5347D DOPDELHERZwh&mm- Flasche 1.75, 3.30 und 4.20 Drogerie Bornemann Bahnhofstraße 17. 6352a I UCKSÄCKE । drohe Auswahl niedrige Preise hei 6i2sA Leder-Röhns, GieOeoJtaladt 43 Unsere neuen Kurse in ßmMklsl udö llWnenWen beginnen am Freitag, dem 2. Sevt., in der Oeff. Han- delslehranstalt, Wernerwall 11. Stundenplan wird noch bekanntgegeben. 6346d Deutsche Stenografenschaft Ortsverein Gießen. Wir suchen für Gießen ordentlichen jungen Burschen in Dauerstellung. Angebote mit Zeugnisabschriften an 5363d GchadesFüllgrabe Frankfurt M., Osthafen Mietgesuche Ruhiges veonilen Elielwar suchtverl.Oktob. schöne 3-4-Zimmer- Wohnung Südviert. bevorzugt. Schr. Ang. unt. 03768 a. den Gieß.Anz. erbet. Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Damm: Kleinanzeigen in die Heimatzeitung, den BieflenerAnzeiger [Stellenangebote] Keine Zeugnisse in Urschrift lonbem nur Zeugnisabschriften Dem Bewerbungsschreiben bet» legen I — Lichtbilder unoBewerbungsunte» 'egen müssen zur Ber- meibung von Verlusten aus der Rückseite Ra- men und Anschrift oti Bewerbers tragen l Gießener Großhandlung sucht ver sofort Hrälein oi.8oiilori6 Schrift!. Angeb. unt. 03774 an d. Gießen. Anzeig. 1 tüchtige PnMeilerin unt) [5353D 1 Lehrmädchen für sof. gesucht. ZrauAnnlsaiwarz Gießen Seltersweg 77 8 Ordentliches kinderliebes Mädchen mit Kochkenntnissen für kleinen Haushalt sucht möglichst bald Frau v. Fichte Gießen [03763 Hitlerwall 27 Telefon 3449. 1 Mädchen zur Bedienung der Geschirrspülmaschine, 2 Mädchen fürHausarbeiten gesucht. 5340d Baönhofgaftftötten Sieben. inlShmÖe verbrannt • Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und H 9. Ziehungstag 18. August 1938 In der heutigen Vormittagsziehung wurden gezogen 4 Gewinne zu 1OOOO RM. 185032 354069 4 Gewinne zu 5000 RM. 129042 203498 10 Gewinne zu 3000 RM. 105514 199576 317697 345382 383939 28 Gewinne zu 2000 RM. 14322 46879 68269 73036 78708 78852 109245 109372 109653 113589 184560 189014 192239 372267 48 Gewinne zu 1000 RM. 15999 39292 50502 52989 77864 89590 140717 152302 161816 163321 175842 185492 191389 209815 210100 237856 243843 249471 298244 314424 342755 349173 363418 366745 86 Gewinne zu 500 RM. 22688 27224 42140 45415 76053 85211 86287 87660 88271 101106 102575 106602 110051 129922 132904 134961 139796 170978 182527 192354 225644 228640 231667 247581 254160 263716 266242 280787 281361 281851 293631 316806 320370 331334 338056 349382 355123 361008 368287 383063 384426 390354 397418 10948 11627 13560 287790 295965 305964 324469 349661 365779 390185 132136 169366 174771 208091 256610 276776 301359 311673 328738 351389 375819 i 95413 114152 159576 171687 197767 230924 264137 100927 125235 161135 173851 199895 232600 268435 127536 163304 174157 204533 251528 274435 299687 310446 326092 349879 373095 109590 143288 169904 185865 218796 256817 277746 302386 314814 334157 354036 376168 112238 155276 171680 189964 230850 257254 278328 303234 316389 338581 354743 383321 304594 321979 347217 355844 387418 15414 22615 25309 31273 37639 40288 41433 47589 58528 69125 74851 77773 79084 79671 192 Gewinne zu 300 RM 15414 22615 25309 31 79929 83215 87124 88444 88646 104085 104769 ------ ------ wiegende Dezimalwaage. Solche Waagen, die auch mal einen Stoß vertragen können, bekommen Sie bei J. B. Häuser § Gießen,a.Oswaldsgarten 5 (Parkplatz) ** Fernruf Nr. 2145 — 2146 W JE Gesundes, frört., 19jährig., evang. Mädchen sucht Stelle auf 1. Oktob. in gut bürgerlich.Hause zur weit. Ausbildung im Haushalt. Größerer landwirtschaftl. Betrieb bevorz. Zuschriften an Elsa Groß Vörstetten lMarchstraße 88 b.Freiburg,Bad. Einspaltige Kleinanzeigen werben zum er, mäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die Millimeter, rette veröffentlicht Verkäufe Kindersportwagen zu verkauf. [03762 Am8ugeibergZ4v Verschiedenes JiiogertaD (Kaufmann) 29 Jahre alt, wünscht m. ein. Mädel im Alter von 24 bis 32 I. in schriftl. Verbindung zu tret, zw. svät. Heirat Offerten unter n.f..Friedberg postlagernd.U3,M 5136D Beachten Sie bitte meine Spezial-Ausstellung Markt 16 es immer preiswert bei 16 Markt 16 um nett, gut und gesund gekleidet •4 M % 5349 A Bekanntmachung. Herr Alfred Felix Napora zu Gießen ist auf den Feldschutz verpflichtet worden. 53450 Gießen, den 16. August 1938. Der Oberbürgermeister. I. V.: Nicolaus. Dn der heutigen Nachmittagsziehung wurden gezogen 2 Gewinne zu 200000 RM. 4022 2 Gewinne zu 100000 RM. 135470 2 Gewinne zu 10000 RM. 274120 8 Gewinne zu 5000 RM. 212320 262902 322334 357999 6 Gewinne zu 3000 RM. 16 Gewinne zu 2000 RM. 179700 357535 361137 38 Gewinne zu 1000 RM. 176595 195784 205535 276622 287618 298199 343116 345828 354981 80 Gewinne zu 500 RM. 29625 46166 60851 87001 90772 95250 101009 115481 121379 148467 200965 227933 233683 279142 293641 304127 346923 367252 370883 13309 64854 373896 37042 206272 298503 356815 10321 _____ ____ 67821 68627 80206 ' 113833 171212 248507 346276 61926 154367 168515 234306 242296 309100 337824 384782 392445 54255 247937 169988 172317 396260 54839 143121 226099 253544 307482 330236 214 G «winne zu 300 RM. 1197 2365 480 3 5546 14803 15283 24097 24987 27561 27581 28534 30276 33683 35130 36301 38367 52640 55112 56668 56821 57238 69736 72808 72832 73192 74350 77362 78744 86213 108343 111095 119814 124591 126681 132523 132781 140732 145543 146450 146720 148173 155161 161796 162469 164193 164621 168766 168937 179605 186275 186865 188602 190331 194078 211938 217034 217728 225770 226656 228444 228787 232844 233110 235806 237193 237737 238382 239033 240204 240465 243546 254640 257777 263950 265121 273256 274488 284845 288845 291816 292185 293668 296600 297657 298877 300280 305869 328074 328762 333949 334736 335814 349289 351769 353837 355626 358649 360764 362361 383771 366445 373718 375615 376165 384094 395196 379737 Im Gewinnrade verblieben: 2 Gewinne zu se 1000000, 2 zu se 500000, 2 zu je 300000, 2 zu je 50000, 10 zu je 30000, 16 zu je 20000, 62 zu se 10000, 134 zu je 5000, 274 zu je 3000, 662 zu je 2000, 2042 zu je 1000, 3330 zu je 500, 6636 zu je 300, 159826 zu je 150 RM. Sonntag, den 21. August 1938 Radballspiele um den Walöeslosl-Pokal in Wieseth Gastwirtschaft „Germania' mit Wettbewerben im Kunstfahren I Abends Glühlampen-Reigen! Grobes Gartenfest / Tanz Es ladet ein: S354D Radfahrer-Verein 1900, Wieseck Kataloge bei Brühl, Gießen Vereine Morgen Samstag, 20.30 Uhr Kameradschafts- Appell (Baupt-Versammlung) im Auerhahn Sonnenstr. 635oD Für OmoiMahrl Taunus u. Rhein sind noch einige Plätze frei! Sonntag, den 21. August. H. Gärtner, Wernerwall 33. Tel. 2862. Pflege benötigen, liefert Ihnen preiswert Ihr Fachdrogist " Frohe Kinder sind gesunde Kinder! Was Sie für Ludwigsplatz-Drogerie, Photohaus __________________5351 A Zreitag,19.AuMI9Z8 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Nr. 193 Zweites Blatt Jeanette Andreae, Kostümbildnerin: Reue Siadüheater-MitBeder stellen sich vor (Sämtliche Aufnahmen: Archiv.) Aus der Stadt Gießen Ich bin 1914 in Baden (Schweiz) geboren und studierte — nachdem ich das Abitur gemacht hatte — zunächst an der Handelshochschule und Dolmetscherschule in Mannheim. 1933 wurde ich Schülerin von Margarethe Schellenberg am Staats- thcater Karlsruhe, anschließend arbeitete ich an der Kunstschule von Professor Preetorius in München. Nach Unterbrechung durch den Arbeitsdienst wurde ich für die Spielzeit 1935/36 an die Städtischen Bühnen Frankfurt a. M. als Assistentin des Ausstattungsleiters verpflichtet. Dort erhielt ich meine praktische Ausbildung und kam dann tm August 1936 zum Staatstheater nach Oldenburg, wo ich zwei Jahre als Kostümbildnerin tätig war. ein gedämpftes Schnarchduett Hub an. Einem Mädchen, das mit verzweifelter Anstrengung den toten Punkt zu überwinden suchte, baumelte zuweilen der Kopf wie eine welke Blume im Wind. Sie war übrigens die einzige im Abteil, deren Gesicht im Schlaf nichts von seiner Schönheit einbüßte, vielmehr durch ein geheimnisvolles Lächeln um die zu- ammengepreßten Lippen noch an Reiz gewann. Denn fast alle verzogen den offenen Mund, daß sich die Oberlippe hochschob und man unwillkürlich an einen fetten Karpfen denken mußte. Auch den schweigsam gewordenen Witzbold übermannte der Schlummer. Vorsichtig, daß er nicht an das Bein stieß, erhob er sich, holte seinen Koffer aus dem Gepäcknetz und stellte it)Yi hochkant m den Durchgang neben sich. Dann zog er, nachdem ich seinem fragenden Blick zugenickt hatte, die Verdunkelungsklappen über das Licht und ließ seinen Kopf auf den Koffer sinken. Er war so rasch seiner Umgebung entrückt, daß es Mühe machte, ihn wach zu kriegen, als ein Herr aus dem Nachbarabteil einen dringenden Gang nötig hatte und vorbeiwollte. Verstört und aufstöhnend räkelte sich der Witzbold und wuchtete seinen Koffer wieder ins Netz. Darauf schien das Mädchen nur gewartet zu haben. Es stand auf, breitete seinen Bademantel, m den es sich eingemummt hatte, auf den Boden im Durchgang aus und streckte sich, ein Kissen unter feiern, die im Zusammenhang mit dem Thema der < Woche stehen sollen. Es ist auch beabsichtigt, im i Rahmen dieser Woche an einem Abend drei der । schönsten Gießener Morgenfeiern aus den letzten Spielzeiten zusammenzufassen. Aber auch im allgemeinen Spielplan sollen noch einige wesentliche klassische Werke berücksichtigt werden. Wie stets, wird besonders Shakespeare im Mittelpunkt dieser Arbeit stehen, er soll diesmal mit zwei seiner reifsten Schöpfungen, mit dem „Sommernachtstraum" und „Richard II" vertreten sein. Zu Büchners 125. Geburtstage bringen wir eine Neueinstudierung von „D a n t o n s To d", weiter sind „Das K ä t h ch e n v o n H e i l b r o n n" von Kleist und „M inna von ® a r n f) e l m" von Lessing vorgesehen. Von zeitgenössischen Werken wird vor allem die Erstaufführung des „H o ch v errät e r s" von Langenbeck stärkstem Interesse begegnen. Ein unbekannteres Werk Gerhart Hauptmanns, „Die goldene Harfe" oder „Sch l u ck u n d I a u", eine Neueinstudierung des berühmten Kriegsstückes „Die andere Seite" von Sheriff und das neue Werk von Theodor Haerten werden diesen Spielplan ergänzen. Heber die Uraufführung eines heimatlichen Dichters wird noch verhandelt. Ganz besonders reizvoll und abwechslungsreich wird im kommenden Jahr das Lustspiel und Gesellschaftsstück vertreten sein. Neben ben „ feinen Dialogstücken, wie „Lauter Lügen" von Schweickart, „Dr. med. Hiob Praetorius von Goetz, „Also gut, lassen wir uns scheiden!" von Sardvu, „A i m ee" von Coubier, „Hollywood" von Niewiarowicz, stehen auch einige ganz dem Frohsinn und der Lustigkeit vorbehaltene Stücke: „Einen Sommer lang" von Stoll, „P r i m a n e r i n" von Graff, „Eine Frau wie Jutta" von Möller und Lorenz, „Ein ganzer Kerl" von Buch, „Der M au l - korb" von Spoerl und „Der Frontgockel ""'Anläßlich der 30jährigen Zugehörigkeit Karl 23 o I cf 5 zum Verband des Gießener Stadttheaters wird zu Beginn der Spielzeit Otto Ernsts „F l a ch s- mann als Erzieher" neu einstudiert Die Op e r e t t e wird im wesentlichen besonders bekannte, beliebte und wertvolle Operetten der älteren Lite- । ratur bringen, und zwar von Strauß "Wiener i Blut" und „Die Tänzerin F a n n y E l h - । n e r", von Suppe „Dichter und Bauer , von ' Lehär „Die lustige Witwe", von Linke - K rau Luna" und als Beispiel des modernen > musikalischen Lustspiels „Der s ü ß e st e S ch w l n - ) d e l der Welt" von Robert Stolz. Mit besonderer Sorgfalt werden auch wieder die - M o r g e n f e i e r n in den gesamten Spielplan eingebaut werden. Zwei Uraufführungen sind ange-1 nommen, Eduard Rainachers^ „D e r Narr mit der Hacke" und Hannes Razums „Salz und Brot". Eine wesentliche Erstaufführung wird der „Parzival" des verstorbenen Dramatikers Henry von Heiseler sein. Ein junger deutscher Autor Herse wird mit der „Schlacht der weißen Schiffe zu Worte kommen und Hanns Johst mit dem satirischen Lustspiel „Der Herr Monsieur. An musikalischen Morgenfeiern haben wir von Bonon- cini den „P o l i f e m", von Respighi die szenische Kantate „Maria Egiziaca" angenommen, außerdem ein Singspiel von Wilhelm Busch „Der Vetter a u f B e s u ch" und eine kleine französische Operette von Caspers „Die Tante schläft . Daneben wird ein Vormittag Johann Sebastian Bach, ein anderer „Liebesliederwalzer von Brahms und ein dritter „K l a s s i s ch e S e r e n a - d e n" bringen. Als Tanzmorgenfeier ist die Uraufführung eines heiteren Balletts von Bodart „S u d - früchte" angenommen. Ferner wollen wir des verstorbenen Dichters Rudolf G. Bindmg, des 4o0. Geburtstages von Hutten und des 50. Todestages von Theodor Storm gedenken. Wir sind der Ueberzeugung, daß dieser Spiel- planentwurf in seiner Vielfalt doch einen einheitlichen Geist zeigt, der geeignet ist, unseren künstlerischen Willen deutlich zu beweisen: dieser Wille heißt: junges, lebendiges, künstlerisches Theater zu machen. Wir wünschen, daß auch das Publikum mit der gleichen Freude und Begeisterung, mit der wir an die Arbeit gehen, uns in den kommenden Winter folgt. Kröpfcben übt Wecken. Es ist gut, wenn ein Mensch einen gesunden, festen Schlaf hat, aus dem ihn nicht sogleich etwas hochkriegt. Kröpfchen jedoch litt geradezu an der Tiefschlafkrankheit. Nichts vermochte ihn zu wecken. Selbst wenn man die größte Glocke neben seinem Bett geläutet hätte. Plötzlich brach großes Glück über Kröpfchen herein. Er sollte an einem bestimmten Tag um eine bestimmte Zeit in einer entfernten Stadt einen . schönen Posten antreten. Kröpfchen war selig und wälzte Kursbücher. 6.54 Uhr fuhr der D-Zug. Demnach mußte Kröpfchen 5.30 Uhr aus den Federn. Als Kröpfchen dies : seiner Wirtin mitteilen wollte, auf daß sie ihn wie : üblich wachrüttle, lag in der säuberlich aufgeräumten Küche ein Zettel auf dem Tisch. „Komme erst > morgen abend wieder. Bin über Land. Kaffee ist : noch in der Mühle. Frau Plätzschke." Hannes Razum, Oberspielleiter des Schauspiels: Ostpreußische Bauern sind meine Vorfahren, in der Mark Brandenburg bin ich beheimatet, in Berlin geboren Meine ersten Theatererlebnisse waren Schillers ,Don Carlos" und „Wallenstein", die meinen Lebensweg entscheidend bestimmten. Sie führ-' ten — nach eigenen dramatischen Versuchen — zur Tätigkeit als Schauspieler an einer norddeutschen Truppe Lange Jahre des Universttatsstudiums, das hauptsächlich der Literatur und dem Theater galt, und der praktischen Arbeit in verschiedenen Berufen, folgen, die mit der Promotion zum Dr. phil. ihren Mchluß finden. Neue Lehrjahre als Regieassistent Menschen im Nachtzug. Acht Personen saßen mit mir zusammen in einem Abteil dritter Klasse, dessen Bänke, des Durchganges wegen von und zu den Nachbarabteilen, an der Fensterseite verkürzt waren. Ein Witzbold führte die Unterhaltung und warf immer wieder die Knallerbsen seiner lustigen Einfälle, wenn die müden Gesichter mit dem Schlaf kämpften. Aber da das erwartete Gelächter als verdientes Echo immer dünner wurde und schließlich nur noch eine stumme Grimasse eines erzwungenen Lächelns blieb, fühlte sich der Enttäuschte nicht mehr wohl in seiner Rolle und vertiefte sich in seine Zeitung. Doch gab er das Lesen bald wieder auf, als eine ihm gegenüber- sitzende junge Frau, die ihre wahrscheinlich zu engen und drückende Schuhe mit weichen Pantöffelchen vertauscht hatte, ihn mit mattem Augenaufschlag bat, ihren rechten Fuß neben sein Knie stemmen zu bur= fen. Er hatte natürlich! nichts dagegen, zündete sich ein wenig verwirrt eine neue Zigarette an und gab sich der genießerischen Betrachtung des Beines hin, dessen Besitzerin die Augen schloß und ihren Kops an die Brust ihres Mannes bettete. Ein anderes Paar lehnte sich mit verschränkten Armen zuruck und stützte einander, Wange an Wange geschmiegt. Ihre Köpfe schwangen wie ein Pendel im Rhythmus des Fahrens, ihre Münder öffneten sich, und DerSpielplandesSiMhealers; im kommenden Winter. 1 Von Intendant Hermann Schultze-Griesheim In wenigen Wochen beginnt die neue Spielzeit. Das Werbeheft erscheint in diesen Tagen mit Den Bildern der neuverpflichteten Mitglieder des Stabt- theaters, den Bedingungen für die Platzmiete unD dem Spielplanentwurf. Gegenüber dem Spielpian der vergangenen Jahre sind es besonders zwei wesentliche Neuerungen, die Aufmerksamkeit verdienen. Durch die Gründung des Vereinigten Orchesters Gießen-Bad-Nauheim ist es nun zum ersten Male möglich, die Grundlage für eine weitere Ausgest - tung des Opern-Spielplanes zu schaffen Da es außerdem gelungen ist, eine Reihe von Sangern und Sängerinnen zu verpflichten, die hohen Ansprüchen genügen können, wird im kommenden Win ter zum erstenmal auch die große Oper mii gJ - nen Kräften gegeben werden. Nach der Uraubszeit des Orchesters kommt als Eröffnungsvorstellung der musikalischen Spielzeit anläßlich der Gaukulturwoche Beethovens „F i b e l i o" zur Aufführung, ferner sind vorgesehen zu Weihnachten „A l d a von Verdi, im Februar „D e r R o s en k a v ali e r" von Strauß und zu Ostern „Der fliegende Hvllanoer von Wagner. Don Mozart wird „Don •Juan vorbereitet, von Verdi kommt der ^Rigole tl hinzu, und schließlich soll noch vor Weihnachten die Erstaufführung einer modernen Oper, Bodart „Spanische Nacht", herauskommen. Die zweite große Aufgabe hat sich das Schauspiel gestellt', das zum erstenmal, und zwar voraussichtlich im März, in Verbindung mit dem Goethebund und dem Verkehrsverein der Stadt Gießen eine bedeutende Festwoche in Gießen Deran|tai= ten wird. Unter dem Motto „Unbekannte Dramen der Weltliteratur" werden einige bedeutsame Uraufführungen in Deutschland bisher noch nicht gespielter Dichtungen zur Darstellung kommen. Vorgesehen sind: Eine Neudichtung der e r e n i c von Racine, durch H. Willige, dann das bebeutenoi e Werk der ungarischen Romantik, „Cso>n gor un Tünde" von Vörösmarty in der Hebertragung von F. Klein-Krautheim, ferner die Dramatiiierunfl einer unbekannten Goetheschen Novelle durch fernem Bahr' unter dem Titel .,D e r A u g e n b 11 er und schließlich ein ernstes Stück „D a s Weib de Andern". Umrahmt wird diese Festwoche durch Dichterlesungen, durch die Festansprache eines ve- tannten Kulturpolitikers und durch zwei. Morgen- oon Greiff und an der Opernschule der Wurttember- gischen Hochschule für Musik unter Leitung von Kammersänger Windgassen fort. Neben meiner Opernausbildung habe ich solistisch in Oratorien Kirchenkonzerten und Liederabenden mitgeroirft. Nach Ablegung meiner Bühnenprüfung wurde ich an die Pfalzoper in Kaiserslautern als jugendliche Dramatische und Zwischenfachsängerin verpflichtet. Dort durfte ich u. a. Partien aus „Tiefland , , Martha", „Amelia", „Mädchen aus dem goldenen Westen" (Titelpartie), Agathe im „Freischütz", Sasfi im „Zigeunerbaron" mit großem Presse- und Publl- tumserfolg gestalten. Oiesela Vollert, erste Salondame: In Lübeck bin ich geboren, dort in eine Schule gegangen, Schauspielunterricht gehabt und auch das erstemal auf der Bühne gestanden Dann ging ich ins Engagement nach Hagen, Wilhelmshaven und zwei Jahre in die Tschecho-Slowakei: Eger und Aussig. Von Aussig schloß ich nach Gießen ab, um jetzt wieder für immer in Deutschland zu bleiben. Eduard Coffovel, erster Held: Aufgewachsen unter der heißen Sonne des Südens an der schönsten Küste des Adriatischen Meeres, sollte ich die Uniform eines österreichisch-ungarischen Marineoffiziers tragen. Doch mit dem Kriegsende war dieser Traum bald vorbei. Mein Wirken an deutschen Bühnen began in den sudetendeutschen Gebieten (Gablonz, Brünn), dann auf deut ch-österreichischen Bühnen (Innsbruck, Linz) und auf Bühnen im Reich (Konstanz, Saarbrücken). Wenn ich nun in der kommenden Spielzeit meine Kräfte in den Dienst des Gießener Stadttheaters stellen darf, so hoffe ich, mit meinem Wirken recht vielen Besuchern Freude und Erholung geben zu können. und Dramaturg an den Städtischen Bühnen Frankfurt a. M. Das erste große Arbeitsfeld in verantwortlicher Stellung bietet das Aachener Stadttheater. Inzwischen sind auch die eigenen dramatischen Versuche von Erfolg gekrönt worden: die Städtischen Bühnen Gladbach-Rheydt brachten das Drama „Die Machthaber" zur erfolgreichen Uraufführung, einige Bühnen planen es für die kommende Spielzeit. Zwei weitere Uraufführungen (eine Ueber- setzung aus dem Holländischen und die Bearbeitung einer Klingerschen Tragödie) stehen bevor. Nach zweijähriger Tätigkeit wird die Inszenierung von Lope de Vegas „Die unbekannte Geliebte" der Anlaß zur Verpflichtung nach Gießen. Die geistige Regsamkeit der alten Universitätsstadt, der künstlerische Ruf ihres Theaters. und die Möglichkeit einer ausschließlichen Regietätigkeit erfüllen mich mit großen Erwartungen. Meine Bemühungen sind darauf gerichtet, die Werke der klassischen und zeitgenössischen Dramatik aus dem brennenden Atem der Gegenwart heraus zu inszenieren. Anni Assion, dramatische Sängerin: Geboren 1910 zu Wiesbaden, vidmete ich mich nach Ablegung der Obersekundareife zunächst dem kaufmännischen Berufe. Neben meiner Tätigkeit als Privatsekretärin in einer großen Frankfurter Firma begann ich Klavier- und Gesangsstudien, sang außerdem im Chor der Frankfurter Singakademie und als Solistin in Konzerten in Frankfurt und Ludwigsburg. Meine Studien setzte ich 1934 in Stuttgart bei der Gesangspädagogin Frau Lilly Wie vor den Kopf geschlagen stand Kröpfchen. Er durfte den Zug nicht verpassen! „Keine Rosen ohne Dornen!" murmelte Kröpfchen und machte sich auf ben Weg zum Portier. Der stand erst um sechs Hhr auf". Er hatte aber einen prächtigen Wecker. Mordsding — raffelt wie die Feuerwehr! Kröpfchen klemmte sich den Wecker unter den Arm und man- beite sorgenschweren Hauptes zurück. Nein — ein Wecker würbe nie unb nimmer genügen. Sämtlichen acht Parteien im Hause klagte Kröpfchen seine Not unb hatte nach einer halben Stunbe eine Musterkollektion ber oerschiebenartigsten Wecker an seinem Bett versammelt. Dazu wollten brei brave Ehefrauen, bie sowieso um bie Zeit immer austtanben, bas ihrige tun unb gegen bie Tur , bumsen. .. Ueber eine Stunde lang probierte Kröpfchen nut den acht Weckern herum, ließ sie alle zur gleichen Zeit wecken. Es gab einen Krach, daß die Leute auf der Straße stehenblieben. Hnverzagt machte Kröpfchen weiter Probewecken unb stellte erschüttert fest, baß ihm bas Weckerläuten boch nur wie ferne Kirchenglocken vorkam. Böse Träume verfolgten ihn währenb jener Nacht unb ließen ihn mehrmals ben Zug verpassen. Schweißgebabet wachte Kröpfchen plötzlich auf. Er hatte es "läuten hören! Dabei war es boch erst 5 25! Unb nun läutete es mieber. Die Flurglocke? Kröpfchen schlüpfte in seine Pantoffeln unb hastete zur Tür. _ ., Der Telegrammbote steckte ihm eine Depesche burch ben Briefkasten. Hastig öffnete Kröpfchen. „Antreten Stellung erst in vier Tagen" stand ba. Kröpfchen faßte sich an ben Kopf unb wankte zu seinem Bette. Als er sich hingesetzt hatte unb bas Telegramm zum sounbsovielten Male bud)ft*abierte, ging plötzlich ber Höllenlärm ber acht Wecker los unb brausten wummerte es gegen bie Tür, als wäre irgenbwo Feuer ausgebrochen. Kröpfchen stellte bie Wecker ab und brüllte: „Danke — ich w a r wach!" drehte sich auf die Seite unb war alsbalb in traumlosen Schlummer verfallen. Eine Wieberholung biefes Theaters ist ausgeschlossen, ba Frau Plätzschke nur einmal im Jahr verreist. eiL Hochsckulnachrickten. Don ben amtlichen Verpflichtungen wurden wegen Erreichung der Altersgrenze entbunden die ordentlichen Professoren Dr. Otto Schlüter (Geographie) an der Universität Halle und Dr. Arthur S p i e t h o f f (wirtschaftliche Staatswissenschaften) an ber Universität Bonn. . den Kopf schiebend, der ganzen Länge noch darauf hin. „Gute Nacht!" sagte sie zu dem Witzbold und mir, die sich von dieser Minute an verpflichtet suhlten, ihr zu Häuplen und zu Füßen Schutzengel zu spielen und darauf zu achten, daß kein Vorübergehender an sie stoße. Wir dachten beide an keinen Schlaf mehr. P. Dornotizen. Tageskalender für Freitag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Was tun, Sibylle?" BOM. und ZM.-ilntergauGießen416 Heute Freitag, 19. August, 18.30 Uhr, in der Mül- lerschen Badeanstalt: Schwimmen für den Führerin- nen-Fünfkampf. Sonntag, 21. August, 7.30 Uhr, ab Ludwigsplatz: 25-Kilometer-Wanderung für das BDM.-Leistungs- abzeichen. Dorsicht beim Sammeln von Steinpilzen. Diele Pilzsammler berichten oft, daß ihre Steinpilzgerichte wegen des bitteren Geschmacks ganz ungenießbar seien. Diese unangenehmen Erlebnisse beruhen — wie wir der „Zeitschrift für Pilzkunde" entnehmen — auf einer Verwechslung des guten Steinpilzes mit dem bitter schmeckenden Gallenrährling. Als Hauptunterscheidungsmerkmale seien folgende angeführt: Die zuerst weißlichen Röhren des Steinpilzes werden bald gelblich und dann grünlich, weil das in den Röhrchen gebildete Sporenpulver eine grünliche Farbe hat. Beim Gallenröhrling jedoch sind die Röhrchen zuerst wohl ebenfalls weißlich, werden aber durch die rötlich gefärbten Sporen bald schmutzigrosa. Unterscheidend ist weiterhin auch das beim Gallenröhrling viel tiefgrubigere Netz am Stiel, dessen Spitze meist auch eine auffallend gelbliche Farbe hat, wie man sie beim Steinpilz selten beobachtet. Eine Verwechslung beider Arten ist besonders in der Jugend möglich, wenn die Röhrenschicht noch weißlich gefärbt ist. Doch entscheidet hier immer und rasch der bittere Geschmack. Der Gallenröhrling kommt nur im Nadelwald vor, besonders unter Fichten und Kiefern, während die verschiedenen Steinpilzarten sowohl im Laub- als auch im Nadelwald anzutreffen sind. Die meisten Verwandten des Steinpilzes sind eßbar. Der Nichtkenner hüte sich auch vor den verschiedenen Hexenpilzarten mit rotem Stiel, roten Poren fHutunterseite) und mit'blauverfärben- dem Fleisch. Denn mit den Hexenpilzen kann nämlich der giftige Satanspilz verwechselt werden. Schließlich sei noch verwiesen auf die ebenfalls im Fleisch blauoerfärbenden, bitter schmeckenden Röhrlingsarten (Dickfußröhrlinge), die daher ebenfalls zu meiden sind, weil sie giftig wirken. Auch der kleine, scharf schmeckende Pfeffer-Röhrling mit bräunlichen Röhren und im Stiel satt gelbem Fleisch ist vom Genuß auszuschließen. Muß man zum Schwimmen veranlagt sein? LPD. Es gibt heute noch viele, die nicht schwimmen können, und viele glauben tatsächlich, Schwimmen sei eine Kunst, nur für besonders Interessierte und hochgradig Veranlagte erlernbar und wichtig. Gewiß gehört zum Schwimmen Veranlagung. Denn es sind nicht die Bewegungen der Arme und Beine, die den menschlichen Körper über Wasser halten. Sie dienen nur dazu, das Gleichgewicht zu halten und den Kopf herausragen zu lassen. Das eigentliche Schwimmen besorgt eine andere Kraft: der Auftrieb des Wassers, hervorgerufen durch den Unterschied des spezifischen Gewichts, das beim Menschen etwas größer als das Wasser ist. So müßte der Mensch also knapp unter die Oberfläche sinken und dort in bestimmter Tiefe schweben. Der Mensch ist aber imstande, sein spezifisches Gewicht willkürlich zu beeinflussen, durch seine Lungen. Je mehr Luft sie enthalten, desto geringer wird sein spezifisches Gewicht. Mit vollen Lungen ist jeder Mensch leichter als das Wasser, mit vollen Lungen schwimmt jeder Mensch! Wer tief einatmet und s i ch ins Wasser legt, wird nicht untergehen, bloß die Beine werden mehr oder weniger tief sinken. Besorgt er den Atemwechsel, das Aus- und Einatmen so gleichmäßig, daß die Pause nicht genügt, den Körper sinken zu lassen, so kann er dauernd auf dem Wasser liegen. Es gibt Leute, die dabei auf die Atmung gar nicht achten müssen. Sie sind an und für sich leichter als Wasser. Mancher Dicke kann geradezu sein Mittagsschläfchen auf dem Wasser abhalten. Frauen werden vom Wasser leichter getragen als Männer, weil das weibliche Knochengerüst weniger wiegt als das männliche. Es bestehen wohl Unterschiede zwischen guten und schlechten Schwimmern, aber zum Schwimmen in der einfachsten Form ist jeder Mensch veranlagt, der die Glieder bewegen und Luft einatmen kann. Darum Schwimmen! Kinder sind neugierige Geschöpfe. Damit müssen die Erwachsenen in der Erziehung der Kleinen rechnen. Denn Schutzengel, die Gefahren kindlicher Neugier abwenden könnten, gibt es nicht. Licht lockt. Auch für uns große Leute hat ja die Flamme immer noch etwas Geheimnisvolles. Da steht eine Kerze auf dem Tisch. Nicht hoch genug für das neugierige Kind. Wenn ein Schemel in der Nähe steht und das Kind allein gelassen ist, kann es sehr wohl geschehen, daß das Kind nach der merkwürdigen Kerze ober nach der Lampe greift mit seinen unsicheren Händen. Ost genug fällt dann die Lampe um oder die Kerze entflammt das Kleidchen und ein Unglück ist da. Oft genug! Denn 13 Brände am Tag geschehen in Deutschland durch spielende Kinderhände. Nie ist das unwissende Kind schuld — immer die Erwachsenen. Sie haben ihre Pflicht zur Sorgfalt und zur Aufsicht verletzt. So sind auch sie für die Folgen solcher Fahrlässigkeit verantwortlich. Du bist der Brandstifter, wenn dein Kind etwas angerichtet hat. Und du trägst die Verantwortung. Du ganz allein. Dpos. * ** E i n Vierundachtzig jähriger. Am morgigen Samstag, 20. August, kann ein alter Gießener Einwohner, Karl ©lieber, feinen 84. Geburtstag feiern. Der hochbetagte Mann ist der letzte noch lebende Mitbegründer des Schützenoereins Gießen. Seine Militärdienstzelt hatte er als Einjähriger bei der 8. Kompanie des JR. 116 abgeleistet. Bei den ehemaligen 116ern ift er seit dem Jahre 1928 Ehrenmitglied. Einer seiner Söhne stand ebenfalls bei den 116cm, in deren Verband er im Weltkrieg fiel. In früherer Zeit war der alte Herr bei den Studentenkorps eine bekannte Persönlichkeit. Vor vier Jahren war es Karl S1 ie - ber vergönnt, mit seiner Gattin das Fest der Goldenen Hochzeit zu begehen. Dem Jubilar unsren herzlichen Glückwunsch. ** Nicht identisch! Im Zusammenhang mit unserem Bericht über den zu Gefängnis verurteilten Willy Mattern aus Gießen, der dem Aussichtsbeamten ausrückte und das Weite suchte, werden wir gebeten, darauf aufmerksam zu machen, daß Willy Maltern, Mittelweg 24, mit dem Verurteilten nicht identisch ist. Fwd. Ob st bo um zählung im Septem- b e r. Im September findet auf Anordnung des Reichsminislers für Ernährung und Landwirtschaft im gesamten Reichsgebiet eine Zählung der Obstbäume und Obslslräucher statt. Die unmittelbare Durchführung der Zählung liegt den Gemeindebehörden ob. Die Zählung erstreckt sich auf alle Aepfel-, Birn-, Süßkirsch-, Quitten-, Sauerkirsch-, Pflaumen- und Zwelschenbäume, Mirabellen, Reine- klauden-, Aprikosen-, Pfirsich-, Mandel-, Walnuß- und Edelkaslanienbäume, sowie auf Johannisbeer-, Slachelbeer- und Himbeersträucher. Bereinigung alter Schulden. Ein neues Reichsgesetz. DNB. Ein Gesetz über eine Bereinigung der allen Schulden, das der Führer auf Vorschlag des Reichsminislers der Justiz Dr. G Ü r 1- ner erlassen hat und das soeben im Reichsgesetzblatt verkündet wird, ift ein weiteres Glied in der Kette der Maßnahmen, die darauf gerichtet sind, die Schulden in Ordnung zu bringen, die aus der Zeit des wirtschaftlichen Niederganges mit ihrer drückenden Last ungeregelt zurückgeblieben sind. Durch den gewaltigen Wirlschastsausschwung, den das deutsche Volk seit der Machtübernahme erlebt, ift ein Millionenheer von Volksgenossen, die in der überwundenen Wirlschaslsepoche aus dem Erwerbsleben ausgefloßen waren, wieder zu Arbeit und Brot gekommen. Unter ihnen sind viele, die keine rechte Freude an der neuen Arbeit finden können, weil sie eine unverhältnismäßig große Last aller Schulden niederdrückl. Es sind dies besonders die Volksgenossen, die früher eine Landwirtschaft, einen Handwerksbetrieb, ein kaufmännisches ober anderes Gewerbe, ein Eigenheim, eine Siedlerflelle ober sonstigen Haus- unb Grundbesitz halten, unb bie bisse wirtschaftliche Grundlage ihrer früheren Lebenshaltung seinerzeit unter dem Druck der katastrophalen Wirlschaslsnol zur Befriedigung ihrer Gläubiger haben hingeben müssen. In gleicher Lage sind diejenigen, die in der Zeil, als die Anhänger der nationalsozialistischen Bewegung noch verfolgt und wirtschaftlich boykottiert wurden, infolge ihres Einsatzes für die Bewegung zur Aufgabe ihres Besitzes gezwungen worden sind. Viele dieser Schuldner sind, obwohl sie alles, was sie hatten, zur Befriedigung ihrer Gläubiger hingegeben haben, mit Schulden belastet geblieben, die bei der erzwungenen Vermögensauflöfung nicht getilgt werden konnten. Die alten Schulden dieser Art sind zwar von den Gläubigern in großem Umfange als wertlos abgeschrieben worden und werden nicht mehr gellend gemacht. Es gibt aber auch viele Gläubiger, die mit allen Mitteln versuchten, die allen Forderungen von den Schuldnern rücksichtslos beizulrei- ben. So kommt es, daß Schuldner, die ohne ihr Verschulden schon einmal ihre Existenzgrundlage verloren haben, durch alle Schulden gehindert werden, sich eine neue Lebensstellung aufzubauen, ober zu einer angemessenen Lebenshaltung zu gelangen. Es wiberfprichl dem Gerechligkeilsempfinden, daß ber rücksichtslose Gläubiger Vorteile vor den rücksichtsvollen Gläubigern erlangt. Es war beshalb nicht nur im Interesse ber notleibenben Schuldner, sondern auch im Interesse ber Gläubiger nolwen- big, eine Bereinigung ber alten Schulden herbeizu- führen. Dies ift durch das neue Gesetz geschehen. Das Gesetz gilt für zwei Personenkreise von Schuldnern: 1. Es gilt für Schuldner, bie infolge ber Wirt- schaftsnol bei ber Machtübernahme, ober infolge ihres Einsatzes für die Bewegung bei ber Ausübung eines selbständigen Berufes vor dem 1. Januar 1934 wirtschaftlich zufammengebrochen sind, vorausgesetzt, daß sie im Konkurs, infolge Anordnung der Zwangsversteigerung ihres Grundbesitzes ober Schiffes, ober wegen sich häufenber Vollstreckungen in bas bewegliche Vermögen bie wirtschaftliche Grunblage ihrer felbftänbigen Lebenshaltung zur Befriebigung ber Gläubiger hingegeben haben. Diese Schuldner können eine Bereinigung ber altert Geldschulden erlangen, bie aus ber Zeil vor ihrem wirtschaftlichen Zusammenbruch stammen. 2. Es gilt ferner für Schuldner, bie vor bem 1. Januar 1934 infolge ber Wirtschaftskrise ober infolge ihres Einsatzes für bie Bewegung ihr Eigenheim ober sonstigen Haus- und Grundbesitz infolge Anordnung der Zwangsversteigerung verloren haben. Bei diesen Schuldnern unterliegen der Bereinigung die allen Geldschulden, die an dem früheren Grundbesitz durch Grundpfandrechl gesichert waren, oder durch diesen Grundbesitz verursacht sind. Ausgeschlossen ist die Anwendung des Gesetzes, wenn der Schuldner wegen unehrenhaften oder leichtfertigen Verhallens eines Schutzes nicht würdig ist, oder wenn es aus einem anderen Grunde dem gesunden Volksempfinden widersprechen würde, ihn zu schützen. Auch für die jüdischen Schuldner kommt das Gesetz nicht zur Anwendung. Für bie Bereinigung der allen Schulben stellt bas Gesetz einige wichtige Grundsätze auf. Sie gehen von bem Gemeinschaftsgedanken aus, ber bas Recht auch im Bereich ber Schuldverhällnisse beherrscht und von den Partnern eines Schuldverhällnisses verlangt, baß sie aufeinanber bie Rücksicht nehmen, Dorbildliche Kleinbetriebe erhalten dieses DAF.-LeistungSabzeichen. ■ 1 I -1 ■ Li x r X ! i r i x i > W A ) HV " l ’V XXL/1 L<-t: / L