Nr.W Erstes Blatt 188. Zahrgang Dienstag,W.ApriN« Lrschemr tfigltd), außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monatr-Bezugrpretr: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr e -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zerilfprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gieße« Postscheckkonto: Sranffurt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Uniüerfttätsöruderet B. tätige in Kietzen. Schriftieitvng und SeschSftrftelle: Schnlftratze 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer vis 8'/.UHr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Brette 7 Npf., für Textanzeigen von 70 mm Breite 50Nps..Platzvorschrift nach vorh. Dereinbg.25"/^ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-., Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf.. Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Triumph -er Vernunft. Der römische Vertrag ist mehr als ein Wegweiser zur Beseitigung aller zwischen England und Italien feit Ausbruch des Abessinienkrieges entstandenen Meinungsverschiedenheiten. Er ist ein Triumph der Vernunft in einem Augenblick, da es zwischen Krieg und Frieden zu wählen galt. Denn trotz des Gentlemen-Agreements vom 2. Januar 1937, in dem ausdrücklich festgestellt wurde, daß das Mittelmeer für England und Italien gleich lebenswichtig fei und daß beide Parteien eine Aenderung des Status quo in diesem Raume ablehnten, spitzte sich das Verhältnis zwischen den beiden Ländern mehr und mehr zu. Schließlich war man soweit, daß schon eine ganze Reihe von Fronten für den Ernstfall genannt wurden. Ueberall standen Truppen, stand Kriegsmaterial bereit, überall wurde jede militärische Maßnahme der einen Seite mit verdoppelter Wachsamkeit der anderen beantwortet. Man griff aber mit der politischen Arbeit darüber hinaus, schuf neue Reibungsflächen und neue Möglichkeiten, der Gegenseite an irgendeiner Stelle unangenehm werden zu können. So konnte eines Tages irgendwo der erste Schuß fallen, mußte der Augenblick heranrücken, da die Truppen von allein zu marschieren begannen und die Kriegsschiffe sich von selbst aufeinander zu bewegten. Weder England noch Italien hatten Sehnsucht nach diesem „entscheidenden" Augenblick. Sie ließen sich das Instrument der diplomatischen Bereinigung des beiderseitigen Verhältnisses nicht aus der Hand schlagen, so heftig sich auch gewisse Kräfte in dieser Richtung anstrengten. Man wußte genau, daß ein Zusammenprall weder der einen noch der anderen Partei nützen würde. Man war sich auch völlig im klaren darüber, daß ein Waffengang nicht ohne Rückwirkungen auf das übrige Europa und die übrige Welt' bleiben würde. Diese Rückwirkungen konnten für alle nur negativer Natur sein. Aus dieser Erkenntnis heraus, aber auch aus dem Willen, einen Ausgleich herbeizuführen, solange auch nur ein Fünkchen Hoffnung dafür vorhanden ist, kam das italienisch-englische Abkommen zustande, bei dem vom Prestige keine Rede ist, sondern allein von der Notwendigkeit, Ruhe und Frieden im Mittelmeerraum und weitgehende Beachtung der beiderseitigen Interessen sicherzustellen. Dieses Ziel ist erreicht. Dem europäischen Friedens- und Sicherheitsgebäude ist ein neuer Stützpfeiler gegeben worden, der nicht nach Genfer, sondern nach ausschließlich italienisch-englischem Maß zugeschnitten worden ist, wie ja auch die übrigen Sicherheitspfeiler, also die Achse Berlin — Rom oder das deutsch-englische Flottenabkommen, das deutsch-polnische Abkommen und andere von Deutschland mit seinen Nachbarstaaten abgeschlossenen Verträge immer nur die gegenseitigen Bedürfnisse berücksichtigen, damit aber dem gemeinsamen europäischen Ziel, den Frieden zu erhalten und zu untermauern, am nächsten kommen. Infolgedessen wird man die römischen Vertragspartner zu ihrem Werk beglückwünschen können. Es läßt die Geräusche des Waffenklirrens im Mittelmeerraum verstummen, es läßt eine hoffnungsvollere Zukunft Heraufziehen. G. Dr. Goebb-ls spricht. Berlin, 16. April (DftB.) Reichsminister Dr. Goebbels spricht am Vorabend (also heute. D. Schrislllg.) des Geburtstages des Führers von 20 bis 20.15 Uhr über alle deutschen Sender. Flaggen heraus! Berlin, 18. April. (DNB.) Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda fordert die Bevölkerung auf, aus Anlaß des Geburtstages des Führers am 2 0. April ihre Häuser und Wohnungen zu beflaggen. Minister Rust spricht zu den Schulen. Berlin, 16. April. (DNB.) Arn Geburtstag des Führers spricht Reichsminister R u st von 9 bis 9.30 Uhr über alle Sender zu den Schulen im Deutschen Reich. Diese Kundgebung ist mit der Feier, die am gleichen Tage anläßlich des Schulbeginns stattfindet, zu verbinden. Es wird angeordnet, daß die Uebertragung der Rede des Herrn Ministers im Rahmen der Schulfeier in allen Schulen gemeinschaftlich angehört wird. In den Volksschulen nehmen nur die vier oberen Klassen (nicht die vier Grundschulklassen) an der Feier teil. Der deutsche Voffchaster bei Mussolini. R o m, 18. April. (DNB.) Einer Stefani-Meldung zufolge hat Mussolini den neuen deutschen Botschafter beim Quirinal, von Mackensen, empfangen und sich lange mit ihm unterhalten. Mordplan gegen Stalin? Reuter Meldet Verhaftung von sieben Sowjet-Generalen. London, 18. April. (DNB.) Nach einem Reuterbericht aus Helsinki sind auf Veranlassung des GPU.-Chefs Jeschow sieben Sowjet- generale verhaftet worden, die beschuldigt wurden, daß sie Stalin und Woroschilow ermorden wollten. Das englisch-italienische Abkommen unterzeichnet. Rom betont nachdrücklich die Unversehrtheit der Achse Berlin—Rom. Rom, 16. April. (DNB.) Heber die Unterzeichnung des englisch-italienischen Abkommens wurde folgende amtliche Mitteilung ausgegeben: „Außenminister Graf Ciano und der englische Botschafter Lord Perth haben heute 18.30 Uhr im Palazzo Chigi das italienisch-englische Abkommen unterzeichnet. Das Abkommen besteht aus einem Protokoll und acht angeschloffenen Vereinbarungen und Erklärungen und einen Notenwechsel. Außerdem ist zwischen Italien, England und Aegypten ein Abkommen über gute Nachbarschaft betreffend Italienisch-Ostafrika von Außenminister Graf Ciano, dem englischen Botschafter Lord Perth und dem ägyptischen Gesandten Mustafa El-Sadek unterzeichnet worden, die auch einen Notenaustausch voraenommen haben." Das Abkommen wurde in London im Anschluß an die Unterzeichnung veröffentlicht. Es handelt sich um ein umfangreiches Dokument, das sich in drei Teile gliedert: 1. ein Protokoll, 2. einen Austausch von Briefen und 3. ein Abkommen über gute Nachbarschaft zwischen Aegypten und Italien. -I.Teii. Das Protokoll sieht vor, daß folgende acht Erklärungen in Kraft treten sollen, sobald dies die italienische und die englische Regierung gemeinsam fe st setzen: 1. Eine Bestätigung der Erklärung vom 2. Januar 1937 über den Status quo im Mittel- m e e r und der Noten, die am 31. Dezember 1936 ausgetauscht wurden. (Diese Noten bezogen sich auf die Erhaltung des Status quo im westlichen Mi11elmeer.) 2. Ein Abkommen über den Austausch militärischer Informationen. In diesem Abkommen verpflichten sich beide Parteien, sich periodisch über die Verteilung ihrer Streitkräfte im Mittelmeer, im Roten Meer, im Golf von Aden, in Aegypten, im Sudan, in Italienisch-Ostafrika, Britisch-Somaliland, Kenya, Uganda und den nördlichen Teil von Tanganjika zu unterrichten. Beide Parteien kommen hiernach weiter überein, sich im voraus über die Errichtung neuer Flotten- oder Luftstützpunkte im Mittelmeer östlich vom 19. Längengrad und im Roten Meer sowie den Zufahrtswegen zum Roten Meer zu unterrichten. 3. Ein Uebereinfommen über gewisse Gebiete im Nahen Often. Dieses aus acht Artikeln bestehende Uebereinfommen verpflichtet beide Teile, die Integrität und die Unabhängigkeit Saudi- Arabiens und des Iemen zu respektieren. Beide Teile kommen überein, daß es in ihrem gemeinsamen Interesse liegt, daß keine andere Macht die Unabhängigkeit und Integrität dieser beiden Länder in Frage stellt. Bezüglich der Gebiete, die östlich und südlich von Saudi-Arabien und dem Jemen liegen (d. h. also das Gebiet des Protektorats Aden), erklärte die italienische Regierung, daß sie nicht versuchen wird, irgendwelchen politischen (Einfluß in dieser Zone zu erwerben. Die britische Regierung erklärt, daß sie in diesen Gebieten nichts unternehmen wird, was die Unabhängigkeit oder die Integrität Saudi-Arabiens oder des Jemen beeinträchtigen wird. Das Abkommen sieht ferner vor, daß keine von beiden Parteien Inseln im Roten Meer annektieren oder auf ihnen Befestigungen errichten wird. Ferner verpflichten sich England und Italien, in keinem Streit zwischen Saudi- Arabien und dem Jemen zu intervenieren. Das Abkommen klärt ferner gewisse kritische Grenzfragen in dem Bereich dieser beiden Länder. 4. Eine Erklärung über die Propaganda. Die Erklärung bestimmt, daß keines der beiden Länder gegen das andere Presse- oder Propagandamethoden gebrauchen wird, die geeignet sind, die Interessen des anderen Landes zu schädigen oder die unvereinbar mit guten Beziehungen sein würden. 5. Eine Erklärung über den Tanasee. Diese Bestimmung wiederholt die Zusicherungen der italienischen Regierung vom 3. April 1936, wonach die italienische Regierung die britischen Interessen, die mit diesem See Zusammenhängen, respektieren wird. 6. Eine Erklärung über den Militärdienst von Eingeborenen in Italienisch-Ost- afrika. In dieser Erklärung wiederholt die italienische Regierung die Zusicherung an die Genfer Entente vom 29. Juli 19,36. Danach ist Italien bereit, den Grundsatz anzunehmen, wonach Eingeborene in Italienisch-Ostafrika nicht gezwungen werden sollen, Militärdienst zu leisten, wovon nur Polizeidienst ausgenommen ist. 7. Eine Erklärung über die freie Ausübung der Religion und die Behandlung von britischen religiösen Körperschaften in Italienisch- 0 ft a fr ff a. Die Erflärung sichert britischen Staatsangehörigen in Italienisch-Ostafrika die freie Ausübung ihrer Religionstätigkeit zu. 8. Eine Erklärung über den S u e z k a n a l. Die britische Regierung und die italienische Regierung bestätigen hier von neuem ihre Absicht, die Bestimmungen der Suezkanal-Konvention vom 29. Oktober 1888 zu respektieren und innezuhalten. Dieses Abkommen garantierte allen Mächten den freien Gebrauch des Suezkanals zu allen Zeiten, d. h. in Krieg und Frieden. Das Protokoll sieht vor, daß nach dem Inkrafttreten der obgengenannten Erklärungen und Abmachungen Verhandlungen zwischen der ägyptisch en Regierung und der italieni- M: g i * ' v*', < \ f * - •-.••• » z Unser Bild zeigt den Botschafter Großbritanniens, Lord Perth, während der Unterzeichnung. Rechts: Außenminister Graf Ciano, der den Vertrag für Italien unterschrieb. Für Aegypten unterzeichnete der bevollmächtigte Minister Mustapha El Sadek Bey. — (Scherl-Bilderdienst-M.) scheu Regierung stattfinben sollen, um alle Fragen zu regeln, die Aegypten berühren. Ferner sieht das Protokoll vor, daß Wirtschafts - Verhandlungen zwischen Großbritannien und Italien zur Regelung der Wirtschaftsbeziehungen von Italienisch-Ostafrika mit dem britischen Reich sobald wie möglich aufgenommen werden sollen. 2. Teil. Der zweite Teil des Abkommens besteht in einer Anzahl von Briefwechseln. Diese Briefwechsel beziehen sich auf 1. Libyen. In liefern Briefwechsel stellt die italienische Regierung fest, daß sie eine Anweisung für die Verminderung der italienischen Streitkräfte in Libyen gegeben hat und daß Zurückziehungen von 1000 Mann in der Woche bereits begonnen haben. Diese Truppenrückziehungen würden fortgesetzt werden, bis die Friedensstärke der Garnisonen erreicht ist. Dies bedeutet, daß die italienischen Streitkräfte in Libyen seit dem Beginn der Besprechungen um die Hülste vermindert wurden 2. Londoner Flottenvertrag. Die italienische Regierung teilt mit, daß sie die Absicht hat, dem Londoner Flottenvertrag von 1936 beizutreten, sobald das Abkommen in Kraft getreten ist. Bis zu diesem Zeitpunkt will die italienische Regierung sich an die Bestimmungen des Flottenvertrages halten. 3. Spanien. Die italienische Regierung bestätigt, daß sie der britischen Formel für die pro- portionelle Räumung der ausländischen Freiwilligen aus Spanien zugestimmt hat, und daß sie sich verpflichtet, diese Räumung in d e m Augenblick und zu den Bedingungen durchzuführen, wie sie vom Nichteinmischungsausschuß auf der Grundlage dieser Formel festgesetzt werden. Sie verpflichtet sich, falls diese Räumung bei Beendigung des spanischen Bürgerkrieges noch nicht beendet ist, daß alle verbleibenden italienischen Freiwilligen Spanien zu diesem Zeitpunkt verlassen sollen, und daß ebenso alles italienische Material zurückgezogen wird. Die italienische Regierung erklärt, daß Italien keinerlei territorialen oder politischen Ziele und keinerlei privilegierte Stellung in Spanien, auf den Balearen, den spanischen Ueberseebesitzungen ober der spanischen Marokkozone hat, und daß Italien nicht die Absicht hat, irgendwelche bewaffneten Streitkräfte in diesen Gebieten zu unterhalten. Die britische Regierung nimmt von diesen Zusicherungen Kenntnis und wiederholt bei der Gelegenheit, daß sie eine Regelung der spanischen Frage als Voraussetzung für das Inkrafttreten des englisch-italienischen Abkommens ansieht. 4. Abessinien. Die« britische Regierung erklärt, daß sie die Absicht hat, auf der kommenden (genfer Ratssitzung Schritte zu tun, um die Stellung der Mitgliedsstaaten der Genfer Entente in bezug auf die Anerkennung der italienischen Souveränität über Abessinien zu klären, da sie den Wunsch hat, Hindernisse zu beseitigen, welche die Freiheit der Mitgliedsstaaten in bezug auf eine Anerkennung der italienischen Souveränität über Abessinien ändern könnten. 3. Teil. Der dritte Teil des Abkommens ist ein Abkommen über gute Nachbarschaft zwischen Italien und Aegypten. Das Abkommen ist dazu. bestimmt, die Uebergangsperiobe bis zum Inkrafttreten bes Hauptabkommens zu überbrücken, bis bie Ver- hanblungen abgeschlossen sinb, bie über befonbere ostafrikanische Angelegenheiten, bie in dem Protokoll aufgezählt werden, beendet sind. Es handelt sich hier u. a. um bie Innehaltung ber Antisklavereigesetze unb bie Indienststellung von (Eingeborenen in eingeborenen militärischen Formationen. Das Abkommen über gute Nachbarschaft enthält ferner eine Bestätigung, daß die ägyptische Regierung von den englisch-italienischen Abmachungen Kenntnis genommen hat. Telegramm-Austausch. Zum Schluß des Abkommens wird ein Telegrammaustaus ch zwischen Chamberlain und Mussolini veröffentlicht. Das Telegramm Chamberlains an Mussolini lautet: „Ich freue mich, von Lort Perth den erfolgreichen Ausgang der Besprechungen zwischen unseren beiden Regierungen zu erfahren. Ich möchte ausdrücken, wie sehr ich und meine Kollegen den Geist des guten Willens und der Zusammenarbeit schätzen, der in unseren Besprechungen von (Eurer Exzellenz, Graf Ciano, und allen auf der italienischen Seite Beteiligten angewandt wurde. Ich habe die aufrichtige Befriedigung, deren ich auch bei (Eurer Exzellenz sicher bin, daß ein solch umfassendes Abkommen zwischen uns erreicht worden ist. Ich hoffe, daß dieses Abkommen, wenn es voll in Kraft tritt, alle übriggebliebenen Punkte der Meinungsverschiedenheiten zwischen uns beseitigt, und ich erwarte zuversichtlich, daß hiernach die Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern wieder sicher auf dem Vertrauen und der Freundschaft beruhen werden, bie solange in ber Vergangenheit existierten." Die Antwort Mussolinis an Premierminister Chamberlain lautet: „Ich banke Ihnen warm für Ihre Botschaft. Ich freue mich in der Tat, baß- die englisch-italienischen Besprechungen so glücklich geendet haben unb baß bas erzielte Uebereinfommen Sie wie mich voll befriebigt, sowohl hinsichtlich bes Umfangs unb bes Geistes, in bem es geschlossen würbe. (Es ist mir eine Freude, Ihnen zu versichern, baß ich den guten Willen und den herzlichen Geist bes Verstehens, ben Eure Exzellenz gezeigt haben, aufrichtig zu schätzen weiß. Ich schätze ebenso bie Arbeit, bie Lorb Perth unb alle diejenigen geleistet haben, die zu ber Verwirklichung bes Abkommens beigetragen haben. Daburch, daß die .zwischen uns bestehenden Fragen so offen unb vollstän- big geregelt würben, werben die Beziehungen zwischen England und Italien auf. eine solide und dauerhafte Basis gestellt. Ich bin überzeugt, daß nunmehr zwilchen ben beiden Ländern eine neue Periode bes Vertrauens unb ber Freundschaft beginnen kann. Das ist es, was ich unb Sie wünschen unb was mit unseren traditionellen Beziehungen übereinftimmt." Das Scho in Amerika. Neuyork, 18. April. (DNB.) Die Presse würdigt eingehend die Unterzeichnung des englisch, italienischen Abkommens als ein (Ereignis von voraussichtlich weittragender interna- tionaler Bedeutung. Die Blätter sehen in dem Abkommen einen wichtigen Schritt zur Beruhigung der europäischen Atmosphäre. In amtlichen Washingtoner Kreisen wird, der „New Port Times" zufolge, bie Unterzeichnung bes Abkommens als erster Erfolg ber realistischen Außenpolitik Chamberlains begrüßt. Man hoffe in Washington, baß bem Abkommen in vieler Beziehung ein besseres Einvernehmen in Europa folgen werde. Sobald England die italienische (Eroberung Abessi- njens anerkannt habe, werde, so bemerkt das Blatt, diese Frage auch für die Vereinigten Staaten spruchreif. Wenn man in Washington damit auch keine große Eile an den Tag legen werde, so herrsche doch die Auffassung vorO»baß eine Entscheidung hierüber nicht auf unbestimmte Zeit verzögert werden könne. Im übrigen gewinne in Washington die Auffassung an Boden, daß „bie eine ober anbere allzu theoretische Doktrin ber amerikanischen Außenpolitik im Sinne ber realistischen Grunbsätze über kurz ober lang überprüft werben müsse, bie zur Zeit die britische Außenpolitik kennzeichneten". Frankreich strebt nach Anschluß. Wiederbesehung des BotschasterpostenS in 2Rom. Paris, 19.April. (DNB.) Von zuständiger französischer Stelle bestätigt man am Ostermontag, daß der französische Geschäftsträger in Rom bei Außenminister Graf Ciano einen Besuch abgestattet hat. Dieser Besuch, der am Samstaa stattfand, habe die Aufnahme französisch-italienischer Verhandlungen bezweckt, um im Laufe des Monats Mai einen beim Quirinal akkreditierten Botschafter zu ernennen. Wie man weiter erklärt, habe die italienische Regierung ihre Antwort noch nicht bekanntgegeben, sie sei aber demnächst zu erwarten. Der römische Berichterstatter des „In trän - s i g e a n t" schreibt in diesem Zusammenhang, es habe den Anschein, als ob die italienische Regierung sich damit einverstanden erkläre, daß der französische Botschafter er st nach der Genfer Sitzung ernannt werde. Sofort nach dieser Ernennung würden die französisch-italienischen Verhandlungen ausgenommen werden, um alle zwischen beiden Ländern bestehenden Streitfragen zu regeln. Die Blätter begrüßen im allgemeinen die zu- standegekommene Einigung und wollen in ihr den Auftakt für eine weitergreifende Verständigung sehen. Man nennt zunächst Frankreich, dann aber auch Deutschland, in dem man den nächsten Verhandlungspartner Englands erblicken will. Zn den entsprechenden Kreisen hat man allerdings auch die absurde Hoffnung einer Wiederherstellung der Stresafront, d. h. eines Gebildes, das ausschließlich gegen Deutschland gerichtet sein soll. Der Außenpolitiker des „Jour" erklärt, die wichtigste Frage sei, ob der französische Botschafter vor oder nach der Tagung des Genfer Rates ernannt werde. Der römische Berichterstatter des „ M a t i n " ist der Ansicht, daß es eigentlich zwischen Frank, reich und Italien gar keine sogenannten Probleme zu lösen gebe. Eine „an sich unbedeutende Streitigkeit" sei durch die Leidenschaften auf beiden Seiten langsam zu einem europäischen Problem geworden. Zu dem begrenzten Kabinettsrat und dem Ministerrat, die heute und morgen in Paris zusammentreten, schreibt die „Epoque", an erster Stelle stehe neben der Reise Dal ad i er s und Bonnets nach London die Ernennung eines französischen Botschafters in Rom. Bei den wichtigen Besprechungen über den Botschafterposten werde es sich um den ehemaligen Marine-, Finanz- und Kolonialminister Francois P i 6 tr y handeln. „Frieden in Ehren." Oie Würdigung des Abkommens in der englischen presse. London, 18. April. (DNB.) Die Unterzeichnung des englisch-italienischen Abkommens in Rom wird von der gesamten englischen Presse als ein Ereignis von größter Bedeutung angesehen und dementsprechend in spaltenlangen Berichten und Leitartikeln gewürdigt. Bezeichnend für die allgemeine Aufnahme ist die Aeußerung eines Kabinettsmitgliedes gegenüber dem politischen Korrespondenten der „S u n d a y Time s", das dieses Abkommen begrüßt, weil nunmehr die Aussicht bestehe, daß die g l e i ch e M e t h o d e, die bei diesem Abkommen angewandt worden sei, auch s o n st mit Aussicht auf Erfolg angewandt werden könne. Die der Regierung nahestehende Presse weist einmütig auf das Umfassende des Abkommens und den einwandfrei großen Erfolg Chamberlains hin. Die „Time s" erklärt, daß das Abkommen die Grundlage für die Wiederherstellung und Erhaltung der epglisch-italienischen Freundschaft lege. Ulan habe tatsächlich eine Entspannung geschaffen, die den mittleren Osten, den nahen Osten und das Mittelmeer umfasse. In chrem Leitartikel schreibt die „Times", daß den Reibungen, Verärgerungen und dem Mißtrauen ein Ende gesetzt worden sei, und es sei Hoffnung dafür gegeben, daß diese Beseitigung der Spannung sich überall auswirken werde, wie das Halifax erwartet habe. Dieser sei in seinem Vertrauen nicht weniger gerechtfertigt worden als Chamberlain, dessen gesundem Urteil es zu verdanken sei, daß eine Chance, welche die italienische Regierung geboten habe, prompt ergriffen worden sei. Jetzt sei nichts mehr vorhanden, was irgend eine Spannung im Mittelmeer rechtfertige. Das Blatt hebt sodann besonders hervor, daß der Vertrag Möglichkeiten für eine Revision vorsehe. Ml dem Abkommen verwehe ein Nachhall des abessinischen Krieges. Nunmehr trennten Großbritannien und Italien keinerlei unversöhnliche materielle Frage mehr. Der „Daily Telegraph" erklärt, daß einer der wertvollsten Punkte des englisch-italienischen Abkommens die Tatsache sei, daß das ausschließliche Interesse Großbritanniens in Südarabien festgelegt wurde. Das Blatt meint dann, es sei zu erwarten, daß nunmehr Verhandlungen für ein französi - sich-italienisches Abkommen nachdem Muster des britisch-italienischen Vertrages folgen würden. Im Leitartikel erklärt das Blatt, daß mit Ausnahme der Gegner jeglicher Verständigung mit Italien das Abkommen mit tiefer Befriedigung und Erleichterung begrüßt werde. Es handele sich um einen ungewöhnlichen persönlichen Triumph für den Ministerpräsidenten und die Friedenspolitik direkter Verhandlungen, für die er sich trotz bitterer Opposition eingesetzt habe. Das Abkommen bedeute eine umfassende Regelung aller Rieinungsverschiedenheiten zwischen den beiden Landern. Als besonders befriedigend bezeichnet das Blatt sodann die Zusicherungen Italiens in bezug auf Spanien. Es fei im übrigen unmöglich zu behaupten, daß in Anerkennung der italienischen Oberhoheit in Aethiopien die Opferung irgendwelcher Grundsätze bedeute. Die Regelung verdiene daher die Bezeichnung eines „Fr ieöens in Ehre n". Es bestünde im übrigen nicht der geringste Grund, warum das Abkommen die guten Beziehungen ^zwischen Italien und Deutschland, oder zwischen Großbritannien und Frankreich trüben sollte. Die „Daily Mail" erklärt, der Vertrag sei ein Triumph Chauberlains. Die große Aufgabe einer Befriedung Europas werde durch den Vertrag einen starken Anstoß erfahren. Die Zähigkeit des Premierministers und sein Realismus verdienten wärmstes Lob und den aufrichtigsten Dankseiner Landsleute. Im Gegensatz zu diesen vositiven Pressestimmen ist die Opposition völlig ablehnend. Die Oppositionspresse bezeichnet ausnahmslos das Abkommen als einen „Verrat" Großbritanniens an seinen bisherigen Idealen, und bemüht sich, die Bedeutung der neuen Vereinbarungen herabzusetzen. „Line neue Etappe des europäischen Ausbaues." Kommentare der italienischen presse. Rom, 18.April. (DNB.) Das englisch-italienische Abkommen steht am Sonntag im Mittelpunkt des Interesses der römischen Presse, die unter großen Überschriften den Wortlaut des Protokolls und der Zusatzbestimmungen sowie den Telegrammwechsel zwischen den beiden Regierungschefs veröffentlicht. Die Titelseiten der Blätter zeigen Bilder von Mussolini, Chamberlain, Graf Ciano und Lord Perth. In ihren ersten Kommentaren unterstreichen die Blätter übereinstimmend den grundlegenden Wert, der dem Abkommen nicht nur für Italien und England, sondern für ganz Europa und ^bamit für die ganze Welt als entscheidendem Friedenselement zukomme. Der Direktor des halbamtlichen „Giornale d'Jtalia" erklärt in der Sonntagsau^gabe des Blattes, der 16. April 1938 werde zu den denk- würdigsten Tagen in der europäischen Geschichte zählen. „In Europa bildet sich klar neben der unanta ft baren Achse Rom — Berlin und den anderen Freundschaften Italiens, unter denen heute vor allem die mit Jugoslawien und Ja- pan erwähnt werden müsse, ein neues System der Interessen und geordneten Kräfte." Die Beziehungen zwischen Italien und Großbritannien seien mit dem neuen Abkommen auf eine Basis völliger Gleichberechtigung ge- stellt worden, heute seien sich zwei Imperien im Geist und mit dem Willen zu einer gegenseitigen Zusammenarbeit begegnet. Alle Ursachen des Mißtrauens und des Gegensatzes seien ausgeschaltet und die Interessen der beiden Weltreiche auf neue Formen der Zusammenarbeit gerichtet worden. Daraus ergebe sich die Grundlage eines neuen italienisch-englischen Übereinkommens und eines neuen Beitrages zum europäischen Frieden. Hin- sichtlich des Roten Meeres bringe das Abkommen vollkommene Gleichberechtigung der Positionen und Rechte Italiens und Großbritanniens. Ebenso seien wichtige, das Gleichgewicht im Mittelmeer und die imperiale Position Italiens betreffende Fragen im Protokoll und den Zusatzbestimmungen niedergelegt. „Giornale d'Jtalia" betont ausdrücklich, daß das neue englisch-italienische Abkommen ein rein zweiseitiges Abkommen darstelle und jeder Bezugnahme ftuf die Genfer Liga, oder den Interessen anderer Mächte ausweiche und nur die Interessen und die Beziehungen zwischen Italien und England regele. Seine Dauer fei unbegrenzt und werde solange währen, als nicht von einem der beiden Teile ein Revisionsantrag erfolge. „Politisch werden die vertrage sofort in Kraft treten", rechtlich hänge das Inkrafttreten von der Zurückziehung der itatlenifchen Waffen und Freiwilligen aus Spanien und der formellen Anerkennung des italienischen Imperiums von Seiten Englands ab. Die Erfüllung dieser beiden Vorbedingungen mache rasche Fortschritte. Der spanische Krieg nähere sich seinem Ende, und das führe natürlich zu einer Demobilisierung der Streitkräfte. In bezug auf die Anerkennung des italienischen Imperiums habe die englische Regierung schon in der letzten Woche die ersten Schritte in Genf unternommen. Die Atmosphäre, die sich in Europa gebildet habe, banne die Einwände der rechtelnden Opposition und entlarve die Absichten der letzten Widerstrebenden sanktionistischen Typs. „L a d o r o Fascista" erklärt, daß die europäische Sphäre eine entscheidende Klärung erfahren habe. Das Abkommen setze den Schlußpunkt unter die stürmische Periode der europäischen Nachkriegszeit und kündige eine Zeit des friedlichen Gleichgewichts an. „Italien und Deutschland hoben mit eigenen Mitteln die schreiendsten Ungerechtigkeiten wiedergutgemacht, die die wahren Ursachen der Gleichgewichtsstörung zwischen den Mächten Europas waren und damit ein aufrichtiges Ueberein- fommen verhindert haben." „Italien und Deutschland", so fährt das Blatt fort, „haben, ohne an den Besitz Dritter zu rühren, eine Stellung erlangt, die besser ihrer Riacht und Tüchtigkeit entspricht. Die Welt wird einstmals dem liefen Verantwortungsbewußt- fein, das RI u s s o t l n i und Hitler bei dieser Revision bewiesen haben, dankbar sein, ebenso wie sie Mussolini und Ehamber- l a i n für ihr großes Friedenswerk danken wird." Europa könne nur auf der Zusammenarbeit seiner großen nationalen und traditionellen Kultur aufgebaut werden, wobei jeder Hegemonieversuch als unmöglich und verfehlt betrachtet werden müsse. „M e s f a g g e ro" betont den ausschließlich zweise i t i g en Charakter des englisch-italienischen Abkommens. Mit dieser Methode, die der Duce stets gegenüber der zweideutigen Prozedur Genfs empfohlen habe, könnten die Staaten zu jenen lieber» einkommen gelangen, von denen das Gleichgewicht Europas und damit der Frieden abhängt. Die Achse Rom—Berlin erhalle durch diese Millelmeerabkommen einen neuen Wert, da die Achse, wie der Duce sie definiert habe, keine Scheidewand, sondern vielmehr einen Grundpfeiler darftetle, nm den herum die Zusammenarbeit aller jener möglich sei, denen der Frieden und die Interessen der Kultur wirklich am Herzen lägen. „Friede zwischen zwei Imperien", erklärt der Mailänder „Popolo d'Jtali a".Ein großes Abkommen der Zusammenarbeit und des Friedens sei zwischen zwei Imperien abgeschlossen worden. Während drei Jahren der Hochspannung hätte der schicksalsschwere Funke eines Konflikts zünden können, wenn sich nicht ein großer Staatsmann über alle Irrungen und Wirrnisse hinweg den klaren Blick bewahrt hätte. Heute bestätige man das koloniale Recht der europäischen Zivilisation. Die abessinische Frage werde auf den lokalen Rahmen zurückgeführt, so wie sie Italien seit dem Januar 1935 gemeinsam mit der britischen Regierung zu regeln gewünscht habe.' Das italienische Imperium habe sich mit den Waffen durchgeseht, wie sich die anderen Imperien durch Eroberungen gebildet hätten. Man müsse ritterlich das hohe Verdienst Chamberlains anerkennen, der mit Entschlossenheit die Verhandlungen eingeleitet habe. Die Tragweite des Abkommens reiche vomKantabrischenMeer bis zum Indischen Ozean. Die Bedeutung der Vereinbarungen gehe über die Kontinente hinweg, sei aber in erster Linie europäisch. Die Politik Italiens werde in ihren Grundlagen und in ihren Freundschaften dadurch n i ch t g e ä n d e r t. „C o r r i e r e della Ser a" schreibt, mit dem neuen Uebereinfommen habe die englische Politik nichts anderes getan, als sich den mehr als einmal von Mussolini ausgesprochenen Standpunkt zu eigen zu machen. Nachdem man Italien als eine an drei Meeren liegende imperiale Macht anerkannt habe, leite sie daraus auch das Recht ab, jene so weit ausgedehnten Gebiete zu schützen. An Stelle einer Rivalität mit Großbritannien müsse eine gute Nachbarschaft und ein klares Verständnis für die gemeinsamen Interessen treten. Mit aller Energie müsse darauf hingewiesen werden, daß die Achse Rom—Berlin intakt bleibe und sogar durch die neuen Vereinbarungen eine Verstärkung erhalte. Die italienisch- deutsche Freundschaft habe nicht das geringste von den römischen Abmachungen zu fürchten. Die TurineL»„S t a m p a" erklärt, wenn man jetzt zu einer so vollständigen und organischen Verständigung gekommen sei, so sei dies der geänderten Haltung des Foreign Office zu verdanken, das die Fragen hinsichtlich Aethiopiens und Spaniens als gelöst betrachte. Arger in Mskau. Moskau, 18. April. (DNB.) Der Abschluß des englisch-italienischenAbk o m mens wird von der sowjetrussischen Presse — wie nicht anders zu erwarten war — mit unverhohlenem 21 er g er verzeichnet. Die „Prawd a" macht sich in beleidigenden Ausfällen gegen England Luft, das eine „unrühmliche Rolle" gespielt habe. Die Tatsache, daß das neue Abkommen eine rein zweiseitige Angelegenheit ist, paßt den Sowjets absolut nicht in ihr außenpolitisches Ränkespiel, und die „Prawda" zieht denn auch verzweifelt alle Register ihrer Demagogie, um die Genfer Liga und die Fiktionen einer kollektiven Sicherheit in empfehlende Erinnerung zu bringen. Die italienisch-japanische Freundschaft. T o k i o , 18. April. (Oftasiendienst des DNB.) Das Flaggschiff der italienischen Asien flotte, der Kreuzer „M ontecuccolo", ist in Poko - Hama zu einem zehntägigen Besuch eingetroffen. Das italienische Schiff ist von der Bevölkerung Herz- lich empfangen worden. Zur gleichen Zeit ist eine italienische Misst o n, die in den letzten vier Wochen in Japan em umfangreiches Besichtigungsprogramm durchgeführt hatte, nach Mandschukuo und N o r d ch i n a abgereist. Der Leiter der Mission, P a u l u c c i, kündigte bei der Abreise an, daß demnächst eine italienische Wirtschaftsmission zum Besuche Japans, Mandschukuos und Nordchinas eintreffen werde. Amnestie in der Tschechoslowakei. Sudetendeutsche Stellungnahme: Erforschung der Ursachen dringend erforderlich. Prag, 16. April. (DNB.) Staatspräsident Dr. B e n e s ch hat eine A rn n e st i e erlassen, die durch eine Entscheidung der Regierung ergänzt wird, wonach auch alle Polizeistrafen wegen politischer Delikte erlassen werden. Die Amnestie bezieht sich nahezu auf alle Schutzgesetzdelikte, mit Ausnahme der schwersten, die „Anschläge gegen die Republik", „Militärverrat" usw. Die Amnestie bezieht sich ferner auch auf Vorbereitung von Anschlägen gegen die Republik, mit Ausnahme jener Fälle, in denen zu Anschlägen gegen die Republik „bewaffnete oder Hilfskräfte gesammelt wurden". Sie bezieht sich weiter auf „fahrlässigen Militärverrat", auf „Gewalt gegen verfassungsmäßige Faktoren", „Beleidigung des Präsidenten der Republik", „Störung des allgemeinen Friedens", „Aufforderung zur Nichterfüllung. gesetzlicher Verpflichtungen", „Geheimbünde, lei", „Verbreitung unwahrer Nachrichten", „grobe Ungehörigkeit, unerlaubte Berichterstattung und Be- droyung der Verteidigung der Republik", sowie Nichtanzeige von Hochverrat und Spionage. Zum erstenmal erfolgte auch eine Amnestie nach § 176 des Staatsver- teidigungsaesetzes (unerlaubte Anwerbung von Militär). Die Amnestie erstreckt sich weiter auf Übertretungen nach dem Vereins- und Verfammlunvs- aesetz, dem Terror- und dem Pressegesetz. Die. Amnestie bezieht sich nicht auf Personen, die „aus feindseliger Gesinnung gegen die Tschechoslowakei" das Staatsgebiet verlassen haben. -Die „Sudetendeutschen Pressebriefe" veröffentlichen dazu ein Gespräch mit dem Leiter des Amtes für rechtspolitische Kontrolle der Sudetendeutschen Partei, Neuwirth, in dem dieser u. a. erklärt: „Wenn wir es heute vermeiden, durch Erörterungen grundsätzlicher Art einen Mißklang in die Öfter« ftimmung zu bringen, so dürfen aus diesem unserem Verhalten keine falschen Schlüsse gezogen werden. Es darf vielmehr angedeutet werden, oaß jedes Mittel durch allzuhäufige Anwendung sich a b ft u m p f t, oder anders gesprochen, daß mit Symptom- kuren noch kein Kranker dauernd geheilt worden ist. Es wird also notwendig sein, nach den Oster- tagen im verstärkten Maße nach den Ursachen eines solchen Zustandes zu suchen, der jene Häufung von Urteilen und damit eine Belastung der Justiz, aber auch der öffentlichen Meinung im Staate und der innerpolitischen Verhältnisse gebracht hat. Es ist einfach Tatsache, daß die Lage so unerträglich geworden war, daß wieder die Gnade des Präsidenten als letzter verfassungsmäßiger Ausweg gewählt werden muhte. Wem an einer ehrlichen Befriedung der Volksgruppen im Staate gelegen ist, wird sich der notwendigen Erforschung der Ursachen und darüber hinaus der notwendigen Maßnahmen nicht verschließen können, die nur darauf hinauslaufen können, ein faktisches System z u ändern, das in seinen Auswirkungen von der deutschen Bevölkerung im Staate unendlich schwer getragen wurde und das sich vor allem als fruchtlos und zwecklos erwiesen hat." Oer neue Kurs m Rumänien, f Regierung gegen Eiserne Garde. Bukarest, 18.April. (DNB.) Das Innenministerium übergab der rumänischen Presse zahlreiche beschlagnahmte, die Eiserne Garde Codreanus belastende Dokumente zur Veröffentlichung. Darunter befindet sich ein Rundschreiben Codreanus an die Befehlshaber der Eisernen Garde. Codreanu erklärt darin, die Absicht gehabt zu haben, jede Tätigkeit der Eisernen Garde für eine gewisse Zeit einzustellen und unterdes im Auslande am zweiten Teil seines Buches „Für die Legionäre" zu arbeiten. Seine Anhänger hätten üon ihm jedoch die Fortsetzung des Kampfes verlangt. Sie hätten ihn ersucht, jene, die den Kops Codreanus forderten, $u beseitigen und unter Einsatz selbst des Lebens die Bildung einer liberalen Regierung im Rahmen der gegenwärtigen Verfassung zu verhindern. Codreanu habe daraufhin entschieden, daß die Partei „Alles für das Land", unter der die Bewegung in letzter Zeit nach außen hin aufgetreten sei, zwar aufgelöst bleibe, daß aber die Legionen der Eisernen Garde bestehen bleiben. Codreanu selbst habe nicht mehr ins Ausland fahren, sondern den Kamps fortsetzen wollen. Ein in der Bukowina aufgefundenes Rundschreiben fordere die Legionäre auf, sich Uniformen zu beschaffen und auf den Befehl zu einem Marsch auf Bukarest zu warten, da die Stunde des Sieges nahe. In Siebenbürgen sei ein Befehl der Leitung der Eisernen Garde beschlagnahmt worden, demzufolge alle Legionäre aufzufordern seien, sich für den Beginn des bevorstehenden Kampfes eidlich zu verpflichten, Codreanu unter Hintansetzung von Out und Leben Gefolgschaft zu leisten. Berichte von Verwaltungsbehörden an die Regierung besagten, daß Codreanu an feine Anhänger Rundschreiben versandte, in denen er schwere Anschuldigungen gegen den Ministerpräsidenten Christea und den gewesenen Ministerpräsidenten und Staatsminister Professor I o r g a erhebt. Andere be» schlagnahmte Rundschreiben befehlen den fiegio» nären, sich Waffen zu beschaffen und fordern zum A u f ft a n b auf. Der Innenminister hat die große Bukarester nationale Zeitung „Curentul" und die ebenfalls in Bukarest erscheinende Zeitung „Buna Vestire" für unbestimmte Zeit und ohne Angabe von Gründen verboten. „Buna Vestire" galt noch mehr als der „Curentul" als Sprachrohr der Eisernen Garde Codreanus, was aber bei der strengen Pressezenfur seit Inkrafttreten der neuen Verfassung kaum noch zum Ausdruck kommen konnte. In Verbindung mit den Maßnahmen gegen dis Eiserne Garde teilt die Regierung in einer amtlichen Verlautbarung mit, daß bei verschiedenen Anhängern der ehemaligen Partei „Alles für das Land", in welcher Form die Eiserne Garde in letzter Zeit nach außen hin tätig gewesen sei, Maschinengewehre, M i l i t ä rg e w e h ra und Papierböller gefunden worden seien. Die Art der Waffen zeige, daß es sich nicht um Waffen zum Zwecke des persönlichen Schuhes ihrer Besitzer handele. Auf Grund dieser Funde habe das Innenministerium Haussuchungen bei allen führenden Mitgliedern der Eisernen Garde angeordnet. Diese Haussuchungen seien am Samstag ohne Zwischenfall durchgeführt worden. Sie hätten den Verdacht der Regierung gegen die Absichten dieser Bewegung bestätigt. Sämtliche Personen, bei denen Waffen und umstürzlerische Werbeschriften gefunden worden seien, seien verhaftet worden. Die Regierung erwäge gegenwärtig Maßnahmen gegen die Urheber dieser Bewegung. Die Verlautbarung unterstreicht am Schluß, daß die Bewegung über einen Kreis berufsmäßiger Aufwiegler nicht hinausgegangen fei und die Massen der Bevölkerung ihr völlig ferngestanden hätten. Dem ehemaligen Heeresminister General A n • t o n e f c u , dem man gewisse Beziehungen zu einigen Mitgliedern der Eisernen Garde nachsagt, wurde vorn gegenwärtigen Heeresminister ein Urlaub von 30 Tagen gewährt, um sich ins Ausland begeben zu können. Mehrere Beamte und Angestellte der Bukarester Straßenbahngesellschaft wurden wegen ungesetzlicher Tätigkeit für die Eiserne Garde entlassen. Deutsches Lustrecht in Oesterreich. Berlin, 16. April. (DNB.) Der Reichsminister der Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe hat im Einvernehmen mit dem Reichsminister des Inneren eine Verordnung über die Einführung d e s deutschen Lustrechtes in Oesterreich vollzogen, die am 1. April 1938 im Reichsgesetzblatt verkündet worden ist. Danach sind das Luftverkehrsgesetz und die Verordnung über Luftverkehr sowie die Verordnungen über den Reichswetterdienst in Oesterreich als geltendes Recht eingeführt. Gleichzeitig wurde das L u f t a m t Wien errichtet, dessen Zuständigkeitsbereich das ganze Land Oesterreich umfaßt. Aus dem Norden aus dem Süden Aus aller Welt mit Hardy & Co. E. Heimann. Bayer & Heinze. C. G. Trinkaus. L Der Zeichnungspreis beträgt 98%% Sal. Oppenheim jr. & Cie. Badische Bank. I. H. Stein. 1872 V 27. 5. 1938 10. 6. 1938 24. 6. 1938 Oesterreichische Nationalbank i. L. Mendelssohn & Co. Westfalenbank Aktiengesellschaft. Berliner Handelsgesellschaft. Delbrück Schickler & Co. Norddeutsche Kreditbank Aktiengesellschaft. Eichborn & Co Sächsische Staatsbank. H. Aufhäuser. Bayerische Staatsbank. Merck, Finck & Co. Preußische Staatsbank (Seehandlung). Frankfurter Bank. Hallescher Bankverein von Kulisch, Kaemps & Co. Kommanditgesellschaft auf Aktien. Sächsische Bank. Gebrüder Bethmann. Deutsche Effecten- und Wechsel-Bank. B. Metzler seel. Sohn & Co. Vereinsbank in Hamburg. M. M. Warburg & Co. Deutsche Girozentrale — Deutsche Kommunalbank —. Deutsche Zentralgenossenschaftskasse. Aktiengesellschaft. Braunschweigische Staatsbank (Leihhausanstalt). Die Zeichnung kann auch durch Vermittlung aller übrigen Banken, Bankiers, Sparkassen, Girokassen und Kreditgenossenschaften bei den Zeichnungsstellen vorgenommen werden. Früherer Schluß des Zeichnungsgeschäfts bleibt Vorbehalten. 3. Die Zuteilung erfolgt baldmöglichst nach Ablauf der Zeichnungsfrist und bleibt bdm Ermessen der Zeichnungsstellen überlassen. Anmeldungen auf bestimmte Stücke können insoweit berücksichtigt werden, als dies mit dem Interesse der übrigen Abnehmer verträglich erscheint. Ein Anspruch auf Zuteilung kann aus etwa vorzeitig eingezahlten Beträgen nur hergeleitet werden, soweit durch die Zeichnungsstellen die Berücksichtigung der gezeichneten Beträge fest zugesagt worden ist. 4. Die Bezahlung der zugeteilten Schatzanweisungen hat spätestens zuzüglich 4%% Stückzinsen vom 1. 4. 1938 (einschl.)bis zum Zahlungstage Commerz- und Privat-Bank Aktiengesellschaft. Deutsche Bank. Deutsche Landesbankenzentrale Aktiengesellschaft. Dresdner Bank. Oldenburgijche Landesbank (Spar- u. Leihbank) Ä.-G. Mecklenburgische Depositen- u. Wechselbank. Württembergische Bank. Thüringische Staatsbank. Mercurbank. Oesterreichische Creditanstalt — Wiener Bankverein. Explosion, die Zerstörungen an einem Teil der Lei- tuna anrichtete. Fünf bei den Ausbesserungsarbeiten beschäftigte Werksangehörige, darunter der leitende Ingenieur, wurden verletzt. Obwohl die Verletzungen zum Teil schwer sind, soll bei keinem der Verunglückten Lebensgefahr bestehen. Grubenunglück in Nachterstedt fordert 8 Todesopfer. Im Tagebau auf der Braunkohlengrube „Concordia" in Nachterstedt bei Aschersleben rutschte überraschend ein Hang ab, wobei eine Arbeiterkolonne von den Erdmassen begraben wurde. Die Zahl der Toten beläuft sich auf acht. Bisher wurden vier der Verschütteten geborgen: die anderen vier befinden sich noch unter den Erdmassen. Ueber die Ursachen des Erdrutsches konnte noch nichts festgestellt werden. Reichsleiter Dr. Ley hat Gauobmann Knabe der DAF. ein Telegramm übersandt, in dem er, tief erschüttert von dem Unglück ihn ersucht, sofort die Familien der Opfer aufzusuchen und ihnen sein und der DAF. herzlichstes Beileid auszusprechen. Zur Behebung der ersten Not sollen jeder Familie der Toten je lOOCf Reichsmark aus dem Unfallfonds der DAF. überwiesen werden. bei derjenigen Stelle, welche die Zeichnungen entgegengenommen hat, zu erfolgen. Teilzahlungen und Vollzahlung vor diesen Terminen sind zulässig; von den Zeichnungsstellen fest zugesagte Beträge können auch schon vom ersten Zeichnungstage ab beglichen werden. Bei Teilzahlungen werden im allgemeinen nur durch 100 teilbare Nennbeträge abgerechnet. Die Zahlung braucht erst geleistet zu werden, wenn die Summe der fällig gewordenen Teilbeträge wenigstens einen Nennbetrag von RM 100,— ergibt. Auf Wunsch der Zeichner werden jedoch auch geringere Nennbeträge als RM 100,— abgerechnet werden. Die Zeichner erhalten zunächst nichtübertragbare Kassenquittungen, gegen deren Rückgabe später die Stücke durch die Zeichnungsstellen ausgegeben werden. 5. Die Lieferung der 4y2% Reichsschatzanweisungen von 1938, Zweite Folge, erfolgt baldmöglichst. Im April 1938. Berlin, Altona, Bochum, Braunschweig, Bremen, Breslau, Chemnitz, Dresden, Düsseldorf, Frankfurt (Main), Halle (Saale), Hamburg, Karlsruhe (Baden), Köln, Leipzig, München, Oldenburg i. O., Schwerin (Meckl.), Stuttgart, Weimar, Wien. Reichsbank. Bank der Deutschen Arbeit A. G. Von den vorstehend bezeichneten RM 1000000000,— 4%% auslosbaren Schatzanweisungen von 1938, Zweite Folge, sind RM 250000000,— bereits fest gezeichnet worden RM. 750 000 000,- 4%% auslosbare Schatzanweisungen des Deutschen Reichs von 1938, gweile Folge, Werdau hiermit im Auftrage des Reichs durch das unterzeichnete Konsortium zur öffentlichen Zeichnung unter den nachfolgenden Bedingungen aufgelegt. Ieichnungsbedingungen Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Reichs-Kredit-Gesellschaft Westholsteinische Bank. Reichswirtschaftsminister Funk hat dem Grubenvorstand der Gewerkschaft „Concordia" in Nachterstedt telegraphisch sein Beileid zu dem schweren Unglück übermittelt und ihn gebeten, den Angehörigen der verunglückten Bergmänner seine besondere Anteilnahme auszusprechen. Der Grubenvorstand solle sofort die notwendigen Maßnahmen ergreifen, um im Einvernehmen mit der Bergabteilung des Reichswirtschaftsministeriums für die Sicherstellung der Hinterbliebenen Familien Sorge zu tragen. Verbrecherischer Anschlag auf den Schnellzug Algier —Oran. In den frühen Morgenstunden des Ostersonntags entgleise der Schnellzug Algier — Oran infolge eines Anschlages in der Nähe von Attafs zwischen Affreville und Orleansville. Fünf Personen fanden dabei den Tod und zwölf wurden mehr oder weniger schwer verletzt. Die Lokomotive sprang in einer Weiche aus den Schienen und kippte um, während sich der nachfolgende Postwagen querstellte. Auf diesen stählernen Postwagen fuhr ein Schlafwagen auf, in dem sich 15 Reisende befanden. Der hölzerne Schlafwagen wurde wie eine Ziehharmonika zusammengedrückt; die darin befindlichen Todesopfer waren meist bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt. Es handelt sich in der Mehrzahl um Europäer, die in den Protektoratsgebieten einflußreiche Stellungen inne hatten. Die Untersuchung hat ergeben, daß das Unglück auf einen verbrecherischen Anschlag zurückzuführen ist, und zwar war der Francos Vormarsch geht weiter. Der Einbruch zwischen Valencia und Barcelona auf 50 Kilometer erweitert. — Erfolgreicher Lustangriff auf den roten Kriegshafen Kartagena. unter Verrechnung von Stückzinsen (siehe Ziffer 4). Die Börsenumsatzsteuer trägt der Zeichner. 2. Zeichnungen werden in der Zeit vom 19. April bis 4. Mai 1938 bei den in der Anlage zu diesem Angebot genannten Banken, Bankfirmen und deren deutschen Zweigniederlassungen während der üblichen Geschäftsstunden entgegengenommen. „ 20% und „ restl. 20% cn Kartagena । e n abgeworfen. Da- wistischen Kriegshof wurden 80 Tonnen Domo Salamanca, 19. April. (DNB. Funkspruch.) Die nationalspanischen Streitkräfte setzten ihren Vormarsch in den Frontabschnitten an der Mittelmeerküste und in den Pyrenäen während der Osterfeiertage unaufhaltsam weiter fort. Der Heeresbericht vom Montag bestättgt zunächst das Eindringen der Franco-Truppen in die Außenbezirke Djort Tortosa und stellt darüber hinaus fest, daß die Navarra- und die galicischen Brigaden sowie die Legionärformationen in glänzenden Operationen den feindlichen Wider st a n d in den Provinzen Ca §tetlon und Tarragona brachen und allenthalben weitere Fortschritte machten. Südlich von Tor- tosa konnten die Ortschaften Santa Babara, Arn- posta'unü Masos de Barberans besetzt werden. Die Zahl der Gefangenen und die Materialbeute ist außerordentlich groß. Auch in den Pyrenäen geht der Vormarsch weiter. Die Navarra-Brigaden konnten hn Arantal weitere wichtige Stellungen des Gegners überrennen. Im Abschnitt von Guadalaja wurden mehrere nächtliche Angriffe des Feindes ab- gewiesen. Der Frontberichterstatter des Hauptquartters meldet dazu ergänzend, daß der von den nationalen Truppen beherrschte Kü st en st reifen am Mitte l m e e r innerhalb kurzer Zeit von 25 auf 50 Kilometer erweitert werden konnte. Die Truppen des Generals A r a n d a seien im Süd- abschnitt 25 Kilometer tief in die Provinz Castellon vorgedrungen. Im Abschnitt San Mateo konnten die Navarra-Brigaden ihre Frontlinie 10 Kilometer sichwärts vorschieben. Am Ostermontagmittag hatte die Zahl der bei diesen Operationen gemachten Gefangenen bereits 1000 überschritten. An der Mündung des Ebro wurden starke feindliche Artilleriekräfte festgestellt. Am Ostersonntag erzielte die nationale Luftwaffe einen großen Erfolg. Auf den großen bolsche- bei wurde ein rotes Kriegsschiff versenkt. Vier weitere Kriegsfahrzeuge find schwer beschädigt worden. Die Durchführung dieses Luftangriffes widerlegte erneut die bolschewistischen Lügen über eine angebliche Bombardierung offener Städte durch die Nationalen. Gewaltiger Erfolg der Deutschen Architekturausstelluna. Die Erste Deutsche Architektur- und Kun st handwerks-Aus st ellung im Haus der Deutschen Kunst in München, die ursprünglich am Ostermontag geschlossen werden sollte, hatte einen so großen Erfolg, daß sie bis einschließlich 24. April verlängert worden ist. 250 000 Volksgenossen und Gäste aus dem Auslande bestaunten seit der Eröffnung Ende Januar diese großartige Schau nationalsozialistischer Baukunst, die einen überwältigenden Ueberblick über die baukünstlerischen Schöpfungen im Reiche Adolf Hitlers gibt. Rekord- befucherzahlen brachten der Karfreitag, der Ostersonntag und der Ostermontag mit täglich mehr als 12 000 Personen. Am Ostermontag besuchte auch der Führer noch einmal in Begleitung von Architekt Professor Speer die Ausstellung, in der er bereits wiederholt längere Zeit verweilt hatte. Unter den Gästen der letzten Wochen befanden sich besonders viele Volksgenossen aus dem befreiten Oesterreich. Im Mittelpunkt des Interesses standen natürlich die Bauten des Reichsparteitagsgeländes in Nürnberg, die Elbhochbrücke in Hamburg, die Modelle des KdF.-Schiffes „Wilhelm Gustloff", des KdF.-Seebades auf Rügen und des Weltflughafens Berlin-Tempelhof. Berlins 2Haibaum auf dem Wege in die Reichshauptstadt. Der bei Seekirchen im Salzburgischen gefällte M a i b a u m trat am Ostermontag feine Fahrt nach Berlin art. Die Feierlichkeiten bei der Ueber- führung zum Bahnhof bildeten für die Marktgemeinde Seekirchens und den ganzen Salzburger Gau ein festliches Ereignis. Trotz des unfreundlichen Wetters nahm eine vieltausendköpfige Menge an dem Festakt teil. Am Bahnhof wurde der Maibaum vom österreichischen Land- und Forstminister, Lan- desbauernführer R e i n t h a l e r, vom Landesstatthalter von Salzburg, Dr. R e i 11 e r, und Gaubauernführer Krenwallner verabschiedet, die ihm die Grüße des befreiten Oesterreichs mit auf den Weg gaben. Der Waldriese wurde auf vier Eisenbahnwagen verladen. Fünf verletzte bei einem Explosionsunglück. In der Gute Hoffnungshütte in Oberhausen ereignete sich an der zum Martinswerk führenden Koksofen-Gasleitung am ersten Ostertag ein schweres Explosionsunglück. Da an der Leitung Ausbes- ferungen oorgenommen wurden, waren die Anschlüsse verschlossen und die gesamte Leitung ab 6 Uhr früh außer Betrieb gefetzt. Nach Beendigung der Ausbefserungsarbeiten gegen 19 Uhr sollte die Leitung wieder unter Gas gesetzt werden. Hierbei ereignete sich aus bisher unaufgeklärter Ursache eine 40% in der Zeit bis zum 13. 5. 1938 20% „ Allgemeine Deutsche Credit-Anstalt. Bayerische Hypotheken- und Wechsel-Bank. Bayerische Vereinsbank. WlWSWM Zur Fortführung der von der Reichsregierung übernommenen Aufgaben begibt das Deutsche Reich RM. 1000000 000,- 4y2% auslosbare Schatzanweisungen von 1938, gweile Folge. Die Schatzanweisungen lauten über RM 100, 500, 1000, 5000, 10000 und 20000. Sie sind vom 1. April 1938 ab mit 4%% verzinslich. Die Zinsen werden halbjährlich am 1. April und 1. Oktober j. I. gezahlt, erstmalig am 1. Oktober 1938. Die Schatzanweisungen dieser Folge werden mit je % zur Rückzahlung zum 1. April der Jahre 19$3 bis 1958 ausgelost; die Rückzahlung erfolgt zum Nennwert. Die Auslosungen finden in dem vor dem Rückzahlungstag endenden Vierteljahr statt. Sie werden in der Weise bewirkt, daß zur Rückzahlung zum 1. April der Jahre 1953, 1954, 1956, 1957 je 17, zur Rückzahlung zum 1. April der Jahre 1955 und 1958 je 16 der Endziffernpaare 00 bis 99 gezogen werden. Als ausgelost gelten aus jedem Wertabschnitt alle Schatzanweisungen, deren Nummer in den beiden letzten Stellen (Zehner und Einer) eines der gezogenen Ziffernpaare hat. Diese werden im Deutschen Reichsanzeiger bekanntgemacht. Die Kündigung aller Schatzanweisungen dieser Folge oder von Teilen der Schatzanweisungen dieser Folge zu einem früheren Zeitpunkt, jedoch nicht vor dem 1. April 1943, bleibt Vorbehalten. Auf Antrag können die gezeichneten Schatzanweisungen in das Reichsschuldbuch eingetragen werden. Die neuen Schatzanweisungen des Deutschen Reichs sind gemäß § 1807 BGB. mündelsicher. Sie können nach Erscheinen im Lombardverkehr der Reichsbank beliehen werden und sind auch im Lombardverkehr bei der Preußischen Staatsbank (.Seehandlung) als Deckung zugelassen. Die Einführung der 4%% Reichsschatzanweisungen von 1938, Zweite Folge, an den deutschen Börsen wird alsbald nach ihrem Erscheinen veranlaßt werden. M WMM WWUisWen des NWllWsWlM.ZlMM, rückzahlbar zum Nennwert in den Jahren 1953-1958 Zur großen Truppenparade, die am Geburtstag des Führers und Obersten Befehlshabers stattfindet, trafen in der Reichshauptstadt bereits die verschiedenen Ehrenabteilungen ein. Unser Bild links zeigt die Ehrenabordnung der 2. Marine-Unteroffizier-Lehrabteilung Weser- münde in Berlin. — Rechts: Die Ehrenabteilung des früheren oberösterreichischen Infanterie- Regiments 14 aus Linz beim Marsch in die Kaserne in Berlin. — (Scherl-Bilderdienst-M.) ' - K MDOjiM, Saragwa farrton* Ten/fi Afbocicei T/ustefloo ßaUgwi • Undj . D L i ch, 18. April. Anfang dieses Monats wurde mit den sehr umfangreichen Straßenbauarbeiten in der Bahnhofstraße begonnen. Sie erwiesen sich als unbedingt notwendig, nachdem vor einigen Jahren größere Kanalisationsarbeiten die Straßendecke stark mitgenommen hatten und die Straße einen immer größer werdenden Verkehr aufzuweisen hat. Mit Hilfe der Straßendampfwalze wurde die alte Straßendecke aufgerissen und wieder neu eingedeckt. Hydranten müssen versetzt werden und Kanalschächte in den Rand des Bürgersteiges eingebaut werden. Die Straßendecke wird mit Beton fest eingestampft und erhält Kleinpflasterung. Der Zufahrtsweg zum Bahnhof, zum Teil chaussiert und mit Splitt beworfen, zum letzten Teil mit Kleinpflaster eingedeckt, ist schon fertiggestellt und kann benutzt werden. An der etwas tiefer gelegenen Bahnhofstraße sind gegenwärtig sehr viele Arbeitskräfte tätig. Etwa 100 Meter der Straße sind bereits gepflastert. Von dem großen Ausmaße der ganzen Arbeit zeugt der Umstand, daß rund 20 000 Zentner Pflastersteine benötigt werden. Die Bürgersteige -zu beiden Seiten der Straße werden erhöht und erhalten Plattenbelag. Die Anlieger (wie man erfährt, bis auf einen) haben das zum Bürgersteig notwendige Gelände zur Verfügung gestellt. Sie sollen zu der Kostenaufbringung für den ^Bürgersteig herangezogen werden. Den Anliegern entstehen aber selbst sehr recht beträchtliche Kosten durch Herstellung einer sauberen Umzäunung ihrer Grundstücke, soweit dies nicht schon geschehen ist. Sie belaufen sich bei einzelnen auf mehrere hundert Mark. Der Fußgängersteig zum Staatsbahnhof trennt die Bahnhofstraße und den Zufahrtsweg zum Bahnhof. Die Randsteine liegen schon. Ebenso ist der noch herzustellende Grünlandstreifen bereits mit Randsteinen eingefaßt. Er besitzt nach der Stadt zu eine Breite von 4,50 Meter, nach dem Bahnhof zu fast das Doppelte. Sämtliche Arbeiten sollen so beschleunigt werden, daß mit der Fertigstellung der Straße und den Zieranlagen bis zum 100. Stiftungsfest der Sängeroereinigung „Cacilia" an Pfingsten gerechnet werden kann. l2S-lahr-Feier - Großkampftage kameradschaftlicher Freude. Auch die am Bahnhof in die Bahnhofstraße ein» mündende Ringstraße soll ebenfalls hergestellt werden, soweit dies im Interesse der neuen Anlieger notwendig geworden ist. Wenn nun noch das Denkmal des großen Sohnes unserer Stadt, des Komponisten Heinrich N e e b, das vor der neuen Post seine Aufstellung findet, fertig ist, und alle Aufräumungsarbeiten in der Bahnhofstraße bis zum Stadteingang hinein beendet fein werden, so wird der Eindruck, den der Besucher unserer Stadt bei seinem Eintritt empfängt, der denkbar günstigste fein. Oie Wormser Börse judenfrei. LPD. Worms, 18. April. Seit einer Woche ist der Getreidegroßmarkt Worms (Wormser Börsenverein E. D.) judenfrei. „Juden nicht erwünscht!" Dieses Schild hat auch hier seine Wirkung getan. Wetterbericht Im Bereich der außerordentlich mächtigen arktischen Luftmassen, die inzwischen bis zum Mittelmeer vorgedrungen sind, kam es bei uns am Montag zu Schneeschauern. Die Nacht zum Dienstag brachte wieder verbreitete Nachfröste, die teilweise — 6 Grad erreichten. Im Mittel liegen die Temperaturen etwa 6 Grad unter dem jahreszeitlichen Durchschnitt. Von Norden her vordringende mildere Meeresluft brachte am Dienstagmorgen verbreitete Niederschläge. Die Witterung bleibt auch weiterhin meist unbeständig und für die Jahreszeit zu kalt. Aussichten für Mittwoch: Wolkig bis aufheiternd und vereinzelt leichte schauerartige Niederschläge bei Winden um Nord, für die Jahreszeit zu kalt, Nachtfrostgefahr. Lufttemperaturen am 18. April: mittags 5,2 Grad Celsius, abends 1,3 Grad; am 19. April: morgens — 0,8 Grad. — Maximum 5,4 Grad, Minimum heute nacht 4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 18. April: abends 7,6 Grad; am 19. April: morgens 4,1 Grad. — Niederschläge 0 mm. — Sonnenscheindauer 9,1 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum« schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange (verreist), i. V.: Ernst Blumschein; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. 21. III. 38: 10355. Druck und Verlag Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G. sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr Einzelverkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 , gültig. Todesanzeige. Herr Otto Hahn Lina Berlin, geb. Ziegler nach schwerem Leiden im 75. Lebensjahre in die Ewigkeit abzurufen. Londorf, Frankfurt a. M.-Höchst, den 18. April 1938. Beerdigung Mittwoch, den 20. April, 15 Uhr, in Londorf. 26740 nach schwerem Leiden im 68. Lebensjahre durch einen sanften Tod in die Ewigkeit zu nehmen. Statt Karten. Mein geliebter Mann, unser lieber Bruder, Schwager und Onkel fr' Watzenborn Steinberg, den W. April 1938. ist am 16. d. M. im 57. Lebensjahr sanft entschlafen. Heidelberg, den 19. April 1938. Herr Heinrich Eise, Maurermeister 26730 im blühenden Alter von 26 Jahren. werden schnell beseitigt durch Lieh, den 18. April 1938. Katharine Becker, geb. Weller, Alten-Buseck, den 19. April 1938. Zuckerkranke Mehr Freude an der Natur 268001 durch Bermühler-Äücher! X Am 1. Ostertag starb plötzlich und unerwartet nach kurzer Krankheit unser Mitarbeiter, der stellvertretende Oberpfleger Wir werden das Andenken an diesen ausgezeichneten Pfleger und guten Kameraden immer in Ehren halten. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen lieben Mann, unseren guten Vater, Schwiegervater, Großvater. Bruder und Schwager Am Samstag, dem 16. April, entschlief sanft an den Folgen eines Unglücksfalles unser lieber, guter Sohn, Bruder, Schwager, Onkel und Neffe, mein lieber zukünftiger Bräutigam Gott dem Allmächtigen gefiel es heute, meine Hebe Frau, unsere gute, treusorgende Mutter und Großmutter Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Karoline Schwaab, geb. Habenicht Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unseres lieben Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege herzlichen Dank. immer- pressen Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Christine Buß, geb. Brückel. Die Beerdigung findet Mittwoch, 20. April, nachmittags 1/24 Uhr statt. ________________________________________________________________________26760 Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 20. April, um 15.15 Uhr statt _______________________________________________________________________26750 Ludwig Buß Schu hm ach er meist er Baue gut.... mit Abermann Die Einäscherung fand auf Wunsch des Verstorbenen in aller Stille statt. Gießen, den 19. April 1938. Direktor und Gefolgschaft der Psychiatrischen und Nervenklinik Gießen __________________________________________________________________26820 In tiefer Trauer: Familie Heinrich Christian Eise Familie Adolf Schwarz Familie Kurt Rumpf Sannchen VölkeL Die trauernden Hinterbliebenen: Johann Berlin III., Gemeinderechner i. R. Dr. Ludwig Berlin nebst Frau und Kinder. Wilhelm Schwaab städt. Oberbaurat Jetzt oudi 8. extra verst. in Tuben 1.95. Gegen Pickel, Mitesser Venus Stärke A. Beschleunigte Wirkung durch Venus« Gesichtswasser 0.80, 1.35, 2.20. Drog. Bornemann. Bahnhotstr. 17 Großen-Linden: Drogerie Seipp Keine str. Diät erforderlich. Prosp.kostenl Schneidet*KflrUniho E 28, OaifllassttdÄ Empfehlungen die wohlschmeckend» Frühjahrs- Blutrek.igungskur Pr.1,25,2,30. Kurll.3.10 M. Kneipp-Kräuleri aus Jung M&nsbnrg9 3aumptähle Rosenstäbe Latten Dachpappe Karbolineum Happel&Co. XI. Mühlgasse 4 u.6 Ruf 3925 Geschäftsdrucksachen Rechnungen BriefblÄtter Briefumschläge Postkarten Geschäftskarten bei Brühl. Schulstr.7 Vereine Kriegerkameradschaft 1874 Gießen. Zu Führers Ge- burtstag20.Avril 1938 Teilnahme am Avvell des Inf.-Regt. 116. Antreten 10 Uhr anderStadtLich, Licher Str. 267?d Kyffhnuseranzug DieFührerschaft. Anläßlich des (Geburtstage- d. Führers sind mir v. Herrn Stand- ortältesten aufgefordert, zum Appell des L-R. 116 in der s 2ss«o Verdunkaserne eineEhrenabord« nung zu entsenden. - Antreten pünktlich 10 Uhr mit Fahnen vor der //Stadt Lick« Nr. 90 Zweites Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Dienstag, 19. April M8 Aus der Stadt Gießen Narzisse und Iris Keine jütledersparen dunklen Seiten des Lebens nicht sehen will, aber es ist alles andere als das, was die Bildunterschrift oorgibt. Schon zu Veroneses Lebzeiten hat es nicht an Stimmen gefehlt, die den Protest ankündigten und von der Kunst als der Bundesgenossin des erneuerten Katholizismus andere Stoffe, aber auch einen neuen Geist forderten. Nicht weit von Venedig, in Trient, tagte das Konzil, aus dessen Beschlüssen die Gegenreformation geboren wurde und mit ihr jener finstere Geist der Unduldsamkeit und des religiösen Fanatismus, der nun auch die Kunst ergriff und den ewigen Festen der Renaissance ein Ende bereitete. Es war selbstverständlich, daß Veroneses geheimnislose Bilder, in denen die Verweltlichung religiöser Themen auf die Spitze getrieben war, die Aufmerksamkeit der Konzilväter erregen mußten. 1573 wurde er vor das Inquisitionstribunal zitiert, um sich wegen des „Abendmahls", das heute im Louvre hängt, zu verantworten. Damit war ein Signal gegeben, das auch in Venedig verstanden wurde. Zwar hat sich Veronese selbst nicht mehr geändert, aber in Tizians Spätwerk ist der gegenreformatorische Umschwung schon deutlich zu bemerken. Und noch während der unverbesserliche Paolo seine letzten Werke schuf, trat ihm jener andere Maler entgegen, in welchem sich die brünstige Gläubigkeit des beginnenden Barock wie in einem Spiegel betrachten konnte — T i n -- t o r e tt o. Er war der düstere Begleiter und schließlich der Totengräber von Veroneses strahlender Kunst, die nun ins Grab sank, um erst anderthalb Jahrhunderte später in Tiepolo ihre fröhliche Auferstehung zu feiern. Ernst von Niebelschütz. Zu seinem 3S0. Todestage am id.üMprit Don Ernst von Niebelschütz. Unser neuer Roman. Nachdem wir in der Osternummer des Gießener Anzeigers den Abdruck des" Romans „Abenteuer in Paris" von Hans Hirthammer zu Ende geführt haben, beginnen wir in der heute erscheinenden Ausgabe unseres Blattes mit der Veröffentlichung eines neuen großen Romanwerkes, von dem wir uns einen nicht geringeren Erfolg in allen Kreisen unserer Leserschaft in Stadt und Land versprechen dürfen, zumal wir bereits im vorigen Jahre einen Roman der gleichen Verfasserin zum Abdruck gebracht haben/ der allgemein außerordentlichen Anklang fand. Der heute beginnende Roman heißt „Faden hin und her" von Hedda Westenberger und ist ein Familien- und Liebesroman, der in einer gepflegten und liebenswürdigen Schilderung natürlicher Spannung, Gemüt und Humor auf eine weiblich-anziehende Weife vereinigt. Hedda Westen- berger hat mit dem früher bei uns erschienenen Roman „Susannes Tochter" und mit manchen anderen Arbeiten, die zum Teil auch den Weg ins Filmatelier fanden, überzeugend bewiesen, daß sie lebendig und fesselnd zu erzählen versteht und dabei auch den besonderen Erfordernissen des Zeituckgsromans Rechnung zu tragen weiß. Der neue Roman, mit dem wir heute beginnen, wird mit feiner reizvoll geführten Handlung und der farbigen Vielfalt feiner menschlichen Beziehungen und Schicksale allen Leserinnen und Lesern eine von Tag zu Tag mjt freudiger Spannung erwartete, genußreiche und unterhaltsame Lektüre sein. Feierstunde „Soldat und Dichter". Hans Zöberlein liest in Gießen. Man schreibt uns: Am Dienstag, 26. April, wird eine soldatische Feierstunde unter dem Geleitwort „Soldat und Dichter" stattfinden, die von dem Goethe-Bund und Kaufmännischen Verein in Verbindung mit der Arbeitsgemeinschaft der Gießener Soldatenkameradschaften und der Volksbildungsstätte Gießen der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Form der Blätter wegen hat man die Iris Schwertlilie genannt, obschon sie mit der Lilie nichts zu tun hat. Gleich einer bewaffneten Wehr scharen sie sich um de» Blütenschaft, wie um eine Jungfrau der Ritterz'eit, für die noch klirrende Schwerter gekreuzt wurden. Wie eine bewachte Jungfrau steht die wilde, gelbe Wasserlilie am Bach, als warte sie darauf, befreit und erlöst zu werden. Ihre Gartenschwestern blühen hellblau und violett. Ihre Farben erinnern an die Wasser, in denen sich der Himmel hell oder dunkel spiegelt, sie ist der ewige Traum von ihnen. Narzisse und Iris gleichen vielen Menschenherzen, die einsam und in glückloser Sehnsucht sich verzehren und ihren eigenen Frühling welken sehen, während rings um sie sich das liebe frohe Leben erst voll zu entfalten beginnt. P- B. Dornotizen. Tageskalender für Dienstag. der vielen Frühlingsblumen besitzt die adelige Schönheit der Narzisse. Der hoch aufgeschossene blattlose Mütenstengel trägt eine zarte Glocke, Stadttheater: 20 bis 22 Uhr: „Die Weibev von Redditz". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Musketier Meier III". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der unmögliche Herr Pitt". Stadttheater Gießen. Heute abend Wiederholung „Die Weiber von Redditz", Lustspiel in 7 Bildern von Friedrich Forster, Spielleitung Anton Neuhaus. Die Vorstellung findet gleichzeitig als 27. Vorstellung der Dienstag-Miete statt. Anfang 20 Uhr, Ende 22 Uhr. ttS. ftriegsopfertterforgung, Kameradschaft Gießen. Zum Appell der Wehrmacht am Geburtstag des Führers in der Verdun-Kaserne (Waldkaserne): Antreten am 20.4.38, um 10.30 Uhr, vor der Wache der Waldkaserne. 26320 Iungbann 116 Gießen. Verpflichtung der neuen Pimpfe und Jungmädel. Heute, am Vorabend des Geburtstags des Führers, findet um 18 Uhr auf dem Brandpl«tz die feierliche Verpflichtung der neuen Pimpfe und Jungmädel durch Jungbannführer T a e sler statt.______ F7 Leder ist einer der wichtigsten Rohstoffe. Es un» 'm nötig schnell verbrauchen, heißt Devisen weg» werfen. Es schonen, heißt Devisen sparen. Richtige und ausreichende Erdal Schuhpflege putzt nicht nur die Schuhe, sondern pflegt audr das Leder. Die Schuhe halten länger und bleiben länger ftLuer \ "hon durch MB Erdal Nicht ohne Grund könnte man in dem venezianischen Maler Paolo Veronese den Inbegriff dessen sehen, was der italienischen Hochrenaissance als Zielbild vorschwebte. Insbesondere erreicht mit ihm die Malerei Venedigs ihren.Gipfelpunkt, jedenfalls eine Richtung in. ihr, die uns für die Kunst der Lagunenstadt besonders charakteristisch zu sein scheint, so wenig sie die einzige ist. Der Geburt nach gehört allerdings Paolo nicht der venezianischen Schule an; seine Wiege stand vielmehr in Verona, also einer der Republik zwar botmäßigen Stadt, die aber eine eigene künstlerische Ueberlieferung besaß — daher sein kunstgeschichtlicher Name Veronese. Als er jedoch 1555 im Alter von 37 Jahren in die Weltstadt an der Adria übersiedelte, der er bis zu seinem Tode angehörte, wurde er so ganz zum Venezianer, daß wir keinen der unzähligen Meister dieser berühmten Schule zu nennen wüßten, der den Ortsgeist Venedigs so rein und beispielhaft verkörperte wie gerade er. Was ist aber nun dieses „Venezianische", das iit diesem Maße weder Florenz noch Rom noch sonst eine andere Stadt Italiens hat? Nennen wir es Freude" veranstaltet wird. SA.-Oberführer Hans Zöberlein, der vor kurzem mit dem Kulturpreis der SA. für 1938 ausgezeichnet wurde, wird aus eigenen Werken lesen. In dem Buch „Der Glaube an Deutschland" hat Zöberlein dem deutschen Heer der Westfront ein unvergängliches Denkmal gesetzt. Zöberleins neuestes Werk „Der Befehl des Gewissens", ein Roman von den Wirren der Nachkriegszeit und der ersten Erhebung, ist eine großartige Gestaltung des Werdens der nationalsozialistischen Bewegung. Die Feierstunde, die von Vorträgen des Musikzuges der SA.-Standarte 116 umrahmt werden wird, wird für jeden Teilnehmer eine soldatische Weihestunde von tiefem Eindruck sein. SA.-Brigadeftihrer Schwarz von der SA.- Brigade 147 Oberhessen und Bürgermeister Prof. Dr. Hamm werden zu Beginn der Veranstaltung sprechen. die entschlossene und begeisterte Hinwendung zur Welt, wie sie den äußeren Sinnen erscheint, zur Welt in all ihrer Prachtfülle und jnit ihrem Augenreiz, so ist damit zugleich gesagt, daß es unter allen Künsten die Malerei war, die hier ihre üppigste Entfaltung, ihre letzte Blüte und Reife erlebte. Bereits die noch halb mittelalterliche Schule von Murano im 15. Jahrhundert mit ihren goldfunkelnden Hintergründen und ihrer Freude an prunkender Tracht hat diese Neigung zum Festlichen, die sich in den großen Meistern der Hochrenaissance von Bellini bis Tizian zu höchster Malkultur verfeinerte. Der letzte in dieser Reche, in dessen Kunst sich noch einmal die echt venezianische Sorglosigkeit im Genüsse des Daseins ausströmt, ist Veronese. Er ist es so sehr, daß man noch heute jn den Kirchen Venedigs oder im Dogenpalast den Eindruck gewinnt, daß alle Anstrengungen der einzigen Stadt durch zwei Jahrhunderte hindurch allein den Sinn hatten, diesem Zauberer der Farbe, der wie kein anderer wußte, wessen der Genius Venedigs zu seiner Selbstdarstellung be- durfte, den Pfav zu bereiten. Daß es nicht psychologische Vertiefung ist, was seine wahre Stärke ausmacht, weiß jeder, der Venedig kennt; die Probleme, die ihn beschäftigt haben, beziehen sich nicht auf das Unsichtbare, nicht einmal auf die überzeugende innere Verknüpfung der von ihm dargestellten Geschehnisse. Das alles ist ihm Nebensache gegenüber Ü^m zeremoniellen Inhalt und der triumphierenden Pracht der Färbern in welcher er einer der größten Meister der Dekoration aller Zeiten ist. Veronese hat viel und, mit Hilfe einer großen Werkstatt, auch rasch gemalt, nie aber fluchtig, anderenfalls das Kolorit feiner Bilder nicht von der hinreißenden Schönheit wäre, durch die sie noch heute das Auge gefangen nehmen. Das meiste ist in Italien, zumal in Venedig selbst geblieben, doch besitzen alle größeren Galerien Europas Hauptwerke seiner Hand. Jn Deutschland kann man ihn am besten in Dresden kennen lernen, das eine Reihe feiner reichsten und reifsten Altarbilder verwahrt. Von ihnen gilt, was Jakob Burckhardt, einer der genauesten Kenner der italienischen Hochrenaissance, von Veroneses repräsentativen Gemälden überhaupt sagt: „Sie erscheinen als not= wendige höchste Frucht der Existenzmalerei, die hier die letzten historischen Fesseln abschüttelt und nur noch einen Rest von Vorwand braucht, um im ungehemmten Jubel alle Pracht und Herrlichkeit der Erde, vor allem ein schönes und freies Menschengeschlecht im Vollgenusse seines Daseins zu feiern". Freilich steht hier auch, wiewohl mehr zwischen den Zeilen, was Veronese bei allen malerischen Vorzügen/ bte ihm niemand schmälern wird, notwendig fehlt und was auch schon angedeutet wurde. Es ist bei ihm immer ein wenia „Theater" mit im Spiele, Theater allerdings im höchsten Sinne. Die christliche Kunst hat in dieser Malerei, die keine äußeren Schwierigkeiten mehr kennt, einen Punkt der Entwicklung erreicht, wo das Bild aufhört, ein Gegenstand der Andacht und der inneren Versenkung in den heiligen Inhalt zu' sein. Sie wendet sich nyr noch an den ästhetisch gestimmten Betrachter, der von einem Kirchenbilde nicht mehr verlangt, als daß es dem Augensinn ein Fest bereiten soll. Wie leer sind die Gesichter, wie wenig dem biblischen. Geschehen angemessen die Gebärden! Dem frommen Gefühl sagen alle diese kolossalen Aufmärsche festlich bewegter Menschen nichts mehr, am wenigsten die von Veronese so gern und oft gemalten „Gast- mähler" der Evangelien einschließlich des Abendmahls des Herrn, bei dem es zugeht wie bei einem üppigen Schauessen. Hübsche Pagen tragen silberne Schüsseln mit Leckerbissen heran, Hunde und Pfauen beleben die Szenerie, der Schauplatz des Banketts ist eine prächtige Säulenhalle, der Zeremonien- meifter erteilt feine Befehle, und die Tafelrunde besteht aus vornehmen Herren und Damen, die sich den kulinarischen Genügen mit heiterer Lebenslust hingeben und in nichts verraten, wer es ist, der ihnen den Kelch spendet. Das ist Venedig, das reiche üppige Venedig, das im Genüsse schwelgt und die deren Rand in einen sechszipfeligen Stern ausstrahlt. Manche Blüten prangen in leuchtendem Weiß und duften, andere haben etwas vom Strahlengold der Sonne, wie Krokus und Schlüsselblumen, Hahnenfuß und Forsythia. Die weißen nennt der Volksmund Studenblumen, die gelben Osterglocken. Dom Dichter Ovid her weiß man, daß Narzissus, der schöne Sprößling der beiden Flußgötter Cephi- sus und Liriope, von Nymphen und Jünglingen verehrt und geliebt wurde, aber allen gegenüber stolz und kalt blieb. Das erregte den Zorn der Rachegöttin Nemesis, und sie verwünschte den eitlen Toren: Er sollte sich ewig in Liebe verzehren, ohne je geliebt zu werden. Und eines Tages ging der böse Zauber in Erfüllung, da Narzissus in einer Quelle fein Spiegelbild erblickte. Er verliebte sich mit so heftiger Inbrunst in sich selbst, daß er feine Kraft mehr fand, sich von der Stelle zu rühren. Er begann neben der Quelle festzuwurzeln und wurde zur Blume. Etwas von dem Wesen der Narzisse ist in der anmutigen Sage eingefangen: Die langen, halm- artigen Blätter, die in Büscheln um die Blüten stehen, erinnern an Schilf gras und Wassernähe. Feuchten Boden liebt die Blume so sehr, daß sie bei Trockenheit alsbald erschlafft und mit Blättern und Blütenstengel an der Erde liegt. Außerdem entdeckt man in der weißen Blüte der Narzisse noch eine zweite, viel kleinere Blüte eingeschlossen, deren zartes Gelb mehr oder weniger blutrot gesäumt ist. Muß man bei seinem Anblick nicht an ein in stolzer Selbstliebe verkümmertes Herz denken? Auch die Iris trägt einen griechischen Namen, und zwar den gleichen wie die Götterbotin Iris, die auf einer Regenbogenbrücke ^ur Erde eilte. Auch die Iris ist am Wasser beheimatet, und noch breitere Schilfblätter als die der Narzisse bezeugen ihre Vorliebe für Bachufer, Sumpfränder und Tümpel. Der Gießener Gtadttheater. Walter Kollo: „Marietta." Das Motiv ist in der Literatur nicht neu und für eine Operette beinahe zu seriös, denn es enthalt, wie mau an „Schluck und Jau" sehen kann, Ansätze zur echten Komödie. Das Libretto von Robert Bo- dansky und Bruno Hardt-Warden hat nur insoweit davon Gebrauch gemacht, als für Operet- tenverhältnisse tragbar und zu oerantworten war: das Spiel der Verwechslung ist auch musikalisch ergiebig genug; die Herzogin Marietta von Lavarna hat es sich in den Kopf gesetzt, den Herrenreiter Ca- Datiere di Torelli in der Maske einer kleinen Orangenverkäuferin „aufsitzen" zu lassen, weil der sich angeblich einer herrenreitermühigen, aber wenig kavaliersmähigen Aeußerung schuldig gemacht hat. Mittlerweile kommt ihr aber, ganz unschuldig und unbeabsichtigt, ein wirkliches kleines Orangem möbel zuvor, die zu ihrer Verwunderung eine höchst überraschende Standeserhöhung durchmacht und natürlich, nachdem Erscheinen der wahren Herzogin, die ein wenig traurige Rückverwandlung in bas frühere Dasein erleben muß: das ergibt im Msttelakt eine der wirksamsten Szenen, und mit diesem Mittelakt ist auch eigentlich alles gesagt, was hier zu sagen mar. Man muß sich wundern, mit wieviel Ausdauer und Beharrlichkeit die Textbuchautoren das Thema abendfüllend gestreckt und im dritten Akt nach den einzig möglichen Spiel, regeln der Operette und der hier gültigen sozialen Rangordnung ins Reine gebracht haben, so daß der letzte Vorhang über zwei glücklichen Paaren fallen darf. Willi Kollo hat die Gesangstexte verfaßt, Walter Kollo hat in einer für ihn charakteristischen Form die Musik dazu geschrieben: „Was eine Frau im Frühling träumt" und „Warte, warte nur ein Weilchen" sind die beiden Paradeschlager der nicht großen, aber liebenswürdig instrumentierten Partitur. Herr Lindt hatte die Spielleitung und inszenierte die Operette als Lustspiel mit Musik: eine darstellerisch und szenisch geschickt verwaltete Aufführung, in der vor allem der zweite Akt zwischen Sekt- Utzd Tanzlaune und der gedämpften Sentimentalität des Abschiedsschmerzes die richtige Mitte hielt. Kapellmeister Joachim Popelka wirkte am Dirigentenpult und ließ die melodiösen und rhythmischen Werte der Partitur auf eine überzeugendgeschmeidige Weise zur Geltung kommen. Die Tanzgruppe unter Führung von Irmgard Zenner belebte die Szenerie mit mehreren exakten Tanzeinla- gen. Don den Dekorgtionen verdienen der dezent und geschmackvoll ausgestattete .Jnnenraum des Mittelaktes und das originelle Schlußbild über den Dächern von Rom besondere Hervorhebung. Luise Decker spielte a. G. die Rolle der Marietta, Herzogin von Lavarna: eine elegante und kokette Dame von Welt, darstellerisch sehr sicher, gesanglich, ohne großen Einsatz, gepflegt und apart. Marietta, die Orangenverkäuferin, war Friedel F o r n a l l a z, ein munteres und naives Kind des Volkes, vom „Scampolo" zur Herzogin und wieder zurück auf eine luftige und zuletzt beinah traurige Weise verwandelt. Das Duett „Warte, warte nur ein Weilchen" war theatralisch entschieden die ergiebigste Szene des Abends. Herr Waltz gab, stimmlich in erfreulicher Form, mit heiteren Kavaliersgebärden, in fescher blauer Uniform den Cavaliere di Torelli. Herr Lindt spielte mit diskretem Humor und einer sehr sympathischen Art den Straßenmusikanten Nicolo Tromboni. Vom übrigen Ensemble sind in Chargenrollen die Herren Kühne, Geiger, Greif, Bley und Dittmar zu nennen. » Die neue Inszenierung fand am zweiten Feiertag eine freundliche Aufnahme. Hans Thyriot. » Lichtspielhaus: „Der unmögliche Herr Pitt." Zur Feier seines 25jährigen Filmjubiläums bescherte Harry P i e l sich und uns einen neuen Film: in ihm sind alle die Wesenselemente in einer charakteristischen Mischung enthalten, welche Herrn Piel die Gunst und Zuneigung des deutschen Kinobesuchers eingetragen und seine Volkstümlichkeit bewahrt haben: das Abenteuerliche und das Romantische, bas' Lustige und das Unwahrscheinliche, eine Männlichkeit, die ebenso über Muskeln wie über Gemüt verfügt, die üch in unmöglichen Situationen mit Ruhe behauptet und in wüsten Spelunkenkeilereien die Oberhand behält, aber auch einer großen Dame mit der lächelnden Sicherheit des Gentle- man zmbegegnen weiß, und sympathisch und geduldig mit allerlei Tieren, zahmen und wilden gewöhnlichen und ungewöhnlichen, gute Freundschaft halt. So einer ist Harry Piel; ferne Populanta beruht auf ähnlichen Voraussetzungen und Eigenschas- len, wie man sie bei Albers feststellen kann, und so präsentiert er sich auch in seinem Jubilaumsfilm „Der unmögliche Herr Pitt". Zwar spielen die xiere diesmal nur eine verhältnismäßig untergeordnete Rolle, aber sonst finden wir alle die Zuge, die wir eben ausgezählt haben, und was. den Fllm Die Bedeutung des Nagelschmiedes spiegelt sich auch in der Beachtung wider, die der Nagel im deutschen Volkstume findet. Ein anscheinend sehr -altes Sprichwort lautet: „Nägel halten das Hufeisen, Eisen ein Roß, das Roß den Mann, der Mann eine Burg, eine Burg aber das ganze Land." Wenn einer etwas recht gescheit und geschickt ausdrückt, so heißt es anerkennend: „Er hat den Nagel Professor Dr. Gerhard R o h 1 s s , Ordinarius für romanische Sprachen und Literatur an der Univer- fität Tübingen, hat den Auftrag erhalten, den durch die Emeritierung von Geheimrat Professor Dazu gibt es die Bavaria-Wochenschau, einen Be- richt ' von der HJ.-Heimbeschaffung, ein Filmchen Aus Freiersfüßen" und einen Vorspann zum /Rätsel um Beate". Hans Thyriot. Hochschulnachrichten. amüsant macht, ist eben der Gegensatz der äußeren Erscheinungsformen, in welchen Piel hier sein Wesen treibt: ob er als entsprungener Sträfling, scheußlich unrasiert, aus einem nordafritanischen Zwangsarbeitslager ausreißt und mit seinem ebenso festlich angetanen Kameraden bei Nacht und Nebel eine Luxusjacht entert, um mit ihr feine Flucht fortzu- setzen, oder ob er, in einen Kavalier mit tadellosen Umgangsformen verwandelt, mit der eleganten Dame Lucienne Konversation macht, — er ist im- ■frier derselbe, ein Mann mit Herz und Humor, mit Muskeln und Gemüt, und er gefällt uns, und wir mögen ihn. Das Ganze ist aus einem Guß, denn Piel führt auch Regie, und er weiß, welche. Mischung ihm und uns- bekömmlich ist, was unser Zwerchfell kitzelt und unsere Spannung reizt. Unter solchen Umständen können wir gern darauf verzichten, auf die Einzelheiten der Fabel einzugehen, welche auf einem Roman von Georg Mühlen- Schulte beruht; der Autor und Reinhold Meiß - n e r schrieben das Drehbuch. Piels Partner, Spießgeselle und Fluchtgenosse ist Willi Schur, den. man aus vielen Filmen kennt: ein drolliger Bursche mit einer herrlich naiven Galgenvogelphysiognomie. In einem aparten Gegensatz zu beiden: Hilde Meißner vom Berliner Staatstheater (man erinnert sich ihrer vielleicht aus „Amphitryon"; auch hat sie das Gretchen gespielt). Hier ist sie eine elegante, etwas exzentrische junge Dame von bemerkenswerter Schönheit, auch in den ungewöhnlichsten Lebenslagen nicht aus der Fassung geratend. Das übrige Ensemble ist groß, tritt aber nicht sehr m den Vordergrund; wir nennen Hans <5ti ebner, Ursula Grabley und Werner Scharf; die Gießener werden in einer kleinen, Szene auch Herrn Hauer bemerkt haben, der früher hier am Stadttheater wirkte. Uebrigens sieht man eine Reihe sehr malerischer Landschaftsbilder: Karl Puth und Fritz von Friedl standen an der Kamera. Musik von Ernst L e e n e n. — (Terra.) Suren Die ismerinerung von iseyeinuui uiuUl, i» w ....... . " , . ’ o Dr Karl Boßler freigewordenen Lehrstuhl ber | auf den Kopf getroffen , unb in heiklen Lagen ist romanischen Philologie in München zu über-> mancher jroh, wenn sich ihm cm „Notnagel luetet. nehmen. 1 Vom Meister Aagelschmied. Bevor der Mensch es verstand, Metalle zu formen, diente ihm statt des ehernen oder eisernen Nagels der zugespitzte Holzstift. Selbst in ber Bronzezeit verwendeten unsere Urqhnen noch Holz- nieten beim Hausbau, während für Kleingerät und bei der Zusammensügung von Waffen z. B. der Streitaxt — bereits frühzeitig der Bronzenagel benutzt wurde. Erst die Erfassung des Eisens als Nutzmetall gab dem unscheinbaren und unentbehrlichen Nagel die rechte Entwicklung. Immer vielseitiger wurde die Tätigkeit des „Naglers" im deutschen Zunfthandwerk. Hans Sachs vermerkt im Ständebuch den Meister Nagelschmied als einen wichtigen „Stadtgesessnen". Außer Hammer, Amboß und Zange war das Nageleisen vor der Erfindung der maschinellen Hilfsgeräte ein wichtiges Gerät, ja fast ein Wahrzeichen der Nagelschmiede. „Es ist aber ein Nageleisen eines der vornehmsten Werckzeuge derer Nagelschmidie. Es ist mit mancherlei) Löchern durchbrochen, wodurch das glühende Eisen getrieben wird, denen Nägeln die gehörige Dicke und Gestalt zu geben." Die Nagelschmiede biideten Zünfte oder Gilden, die je nach örtlichen Verhältnissen allein oder mit anderen eisenverarbeitenden Gewerken marschiertem In Lübeck gehörten die Nagelschmiede zu dem all- gehieinen „großen Ambte" der Schmiede. In Nürnberg standen sie für sich; da Nürnberg bis heute in der Metall- und Eisenwarenerzeugung sehr rege ist, so ergab es sich ganz von selbst, daß auch die Nagler" sich bald unter eigener Zunftfahne scharten. Sehr strenge Anforderungen stellte dieses Gewerke an seinen Nachwuchs. So verlangte die Nürnberger Nagelscbmiebezunft ein sehr schwieriges Meisterstück. Der Geselle hatte es innerhalb von vier Tagen fertigzustellen. Einmal mußte er das gesamte Werkzeug, womit er die Meisterprobe ablegen wollte, selbst schmieden, also Nageleisen, Hammer, Zange unb derlei. Das war die Arbeit des ersten Tages. DieFeier desGeburtstages desMrersinGießen Am morgigen 20. April, dem Geburtstag des Führers, werden, entsprechend dem Wunsche des Führers und Obersten Befehlshabers der Wehrmacht, bei den Veranstaltungen anläßlich seines Geburtstages weitgehend auf den Osterurlaub der Soldaten Rücksicht zu nehmen, die militärische Feiern nur in kleinem Nahmen durchgeführt. Don einer großen Parade ist daher ausnahmsweise Abstand genommen worden. Statt dessen finden um 11 U h r in der Verdun« (Wald«) Kaserne und in der Bleidorn-sArtillerie-) Kaserne Appelle der Truppen mit anschließendem Vorbeimarsch statt. Den beurlaubten Standortältesten, Generalleutnant O ß w a l d, vertritt Generalmajor W i l l i ch. Die Vertreter und Abordnungen der Partei und ihrer Gliederungen, Vertreter der Behörden und Abordnungen der Kameradschaften der alten Soldaten werden sich an diesen militärischen Feiern beteUi« gen. . Oie Feier der Partei. Aus Anlaß des Geburtstages des Führers findet durch die Kreisleitung Wetterau der NSDAP, morgen abend die Vereidigung von insgesamt 1183 Politischen Leitern, Waltern und Warten der Gliederungen statt. Die Feier der Vereidigung findet für den Kreis Gießen im CafL Leib statt, die Kameraden aus dem Kreise Friedberg werden im Saale des Hotels Trapp zu Friedberg vereidigt. Für_ diese Feiern wird man eine Funksendung aus München hören. Der Stellvertreter des Führers wird sprechen und von allen Politischen Leitern, Wallern und Warten gehört werden. Voraussichtlich werden außerdem in den einzelnen Ortsgruppen Kamerad- fchaftsadende abgehalten werden. Ostem mit Kälte und Gchneefchauern. Das waren Osterfeiertage, die es in mancherlei Hinsicht an sich hatten. Wer auf schönes Wetter und angenehme Ausflugsmöglichkeiten gehofft hatte, der wurde gründlich enttäuscht. Schon am Oster- samstagnachmittag wurde es immer deutticher, daß man die Ostertage am besten „hinter dem Ofen" verbringen würde, llnb in der Tat: die Temperatur an den beiden Feiertagen war derartig kalt, daß man- die gute Freundschaft mit dem „Schwarzen", dem Ofen, immer noch zu schätzen wußte. Es blies schon am ersten Feiertag ein gar kühles Oster- lüftchen aus Nord daher, und am zweiten Feiertag kamen dann auch proqrammäßig die vom Wetterdienst .angekündigten Schneeschauer, die manchmal in so dichtem Treiben einherzogen, daß man eher an den Januar dachte, als an Osterwetter im April. Zwischendurch guckte Frau Sonne gelegentlich auf unsere alle Erde und auf den zarten Blütenschmuck herab, um den es dem Beobachter in der warmen Stube hinter den Fensterscheiben arg bange werden konnte. Dann meldete sich schnell wieder ein Schneeschauer zu Wort, und so vsrllef denn in stetem Wechsel zwischen Sonne und Schneeschauern bei ständig kaltem Wind der zweite Feiertag. Es war mit diesem Wetter ein schreiender Gegensatz zu den Blumenbeet-Hütchen, die man nuf den Köpfen mancher junger kamen spazierengetragen sah und die von arideren Schönen mit sehnsüchtigen Blicken in den Schaufensterauslagen berounbert wurden. Bei alledem war es denn auch nicht verwunderlich, daß der Verkehr der Spaziergänger und der AusfiüAer verhältnismäßig bescheiden war, denn die meisten sagten sich mit gutem Grund, daß es bei eirrem solchen Hundewetter daheim innerhalb der eigenen vier Sßäitbe doch am besten sei. Reiseverkehr nicht sonderlich stark. Der Zugverkehr während der Osterfeiertage war 'm Anbetracht des unfreundlichen Wetters erheblich geringer als z. B. im Vorjahre. Die Dor- und Nachzüge, die zu einer ganzen Anzahl von Zügen gestellt wurden, waren oftmals nur schwach besetzt, und die Reichsbahn war für einen erheblich stärkeren Zustrom gewappnet, als er sich einstellte. Lediglich auf der Nord-Süd-Derbindung waren die Züge besser besetzt, aber auch hier fand der Haupt- reiseoerkehr schon mit dem Freitagabend feinen Abschluß. Der Nahverkehr blieb hinter den Erwartungen zurück. Am ersten Osterfeiertag war es im Gießener Bahnhof ziemlich still. Der zweite Feiertag gestaltete sich dagegen wieder etwas lebhafter, da zum Teil die Rückreisen schon wieder e'msetzten. Unter diesen Voraussetzungen kam es an diesen Osterfeiertagen kaum zu Zugverspätungen, die sonst leicht entfielen können, wenn viele Volksgenossen die Züge benützen und das Aus- uni Einsteigen entsprechend längere Zeit in Anspruch nimmt Schweres Verkehrsunglück bei der Wellersburg. x Zwei junge Männer lot. Betrunkene Autolenker fahren Straßenpaffanten an. Am Ostersamstag gegen 18.30 Uhr ereignete sich kurz hinter der Wellersburg, am Waldrand in der Richtung nach Lollar, ein schweres Verkehrsunglück, bei dem leibet zwei junge Männer — der eine auf der Stelle, der andere einige Stunden später in der Klinik — den Tod fanden. lieber den tragischen Vorfall erfuhren wir folgendes: Die etwa 25 Jahre alttn Erich Gail und Franz Gail, zwei Verwandte, aus Winningen an der Mosel befanden sich mit einem Motorrad unterwegs auf einer Ostersahrt nach Göttingen. Kurz hinter, der Wellersburg kamen sie, jedenfalls infolge Überaus hoher Geschwindigkeit, von der Fahrbahn ab auf den Fußweg, der nur chauffiert ist. Dabei verlor der Lenker des Motorrads die Herrschaft über die Maschine, die mit großer Wucht gegen einen Baum fuhr. Bei dem gewalligen Anprall wurde Erich Gail auf der Stelle getötet. Franz Gail mußte mit sehr schweren Verletzungen in hoffnungslosem Zustand der Chirurgischen Klinik zugeführt werden, wo er in der Nacht zum Ostersonntag verstarb. Soweit bisher bekannt, kommt ein Verschulden dritter Personen bei b«n tragischen Unglücksfall nicht in Betracht. Die Kriminalpolizei Gießen teill mit: Am Karfreitag gegen 15 Uhr gefährdete der Lenker des Perfonenkraftwagens VÖ 63 782 im Schiffenberger Weg infolge Trunkenheit die Straßenpassanten in erheblicher Weffe. Eine Radfahrerin und eine Frau wurden von dem Auto angefahren, ohne daß sich der Autolenker um das Schicksal der angefahrenen Personen bekümmerte, im Gegenteil einfach davon« fuhr. Bei dem Zickzackfahren rannte der Wagen auch gegen zwei auf der rechten und auf bet linken Straßenseite stehende Bäume, wobei diese und der Wagen beschädigt wurden. In der Nacht zum Sonntag konnte der beschädigte Wagen in der Steinstraße vorgefunden und sicher« gesteift werden. Der Besitzer des Wagens, Jean Göbel aus Gießen, Wetzlarer Weg 11 wohnhaft, wurde am ersten Osterfeiertag ermittelt und f e st- genommen. Die vorläufige Fesfftellung ergab, daß Göbel mit vier weiteren Personen eine sog. Sauffahrt unternommen und dabei seine Mitrnen- Arttllenstenireffen in Biedenkopf. Am 21. und 22. Mai fmbet in B i ed e n k o p f die 17. Jahreshauptversammlung der Regiments- vereinigung ehemaliger 4 7er Feld- artilleristen statt. Alle ehemaligen Angehörigen des Regiments, feiner Ersatz- und Kriegsformationen, find zu dieser Feier eingeladen. Meldungen bis 10. Mai an Ernst Thome, Schlossermeister, Lud- wigshütte (Lahn). ©iefcener Wochen Marktpreise. -* Gi eßen, 19. April. Aus dem heutigen Wochen- markt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, % kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das 'Stück 5 bis 10, Eier, deutsche, vollfrisch, Klaffe S 13, Klaffe A 12%, Klaffe B 12, Klasse C 11%, Klaffe D 10%, Wirsing, % kg 15 bis 18, Weißkraut 12, Rotkraut 18, gelbe Rüben und Karotten 10 bis 12, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 10 bis 15, Unterkohlrabi 8, Feldsalat, Vio 8 bis 10, Tomaten, % kg 40 bis 50, Zwiebeln 18, Meerrettich 40 bis 50, Schwarzwurzeln 20 bis 35, Rhabarber 20 bis 25, Kartoffeln, % kg 5 Pf., 5 kg 44 Pf., 50 kg 3,30 bis 3,90 Mark, Aepfel, % kg 15 bis 40 Pf., Blumen- kohl, das Stück 30 bis 50, Salat 10 bis 25, Lauch 5 bis 12, Sellerie 10 bis 30, Rettich 5 bis 15,, Radieschen, das Bündel 10 bis 15 Pf. ♦ ** Der Gesangoerein „ Heiterkeit" ' unternahm — wie man uns fchrecht — feine übliche Karfreitags-Herrenwanderung bei großer Betelli- gung diesmal über die Sabenburg in den zmn Naturschutzgebiet erklärten ,Hangelstein". Begünstigt wurde dieser Ausflug vom besten Wanderwetter. Entrückt aus der Hast des Alltags und abseits des nervösen Betriebes der Landstraße erfreute man sich der im „Hangelstein" besonders üppig erwachendes Natur. Unter kundiger Führung konnte man herrliche Landschaftsbilder, u. a. des schonen Lähn- tales mit feinen altehrwürdigen Burgen und Ruinen zin sich aufnehmen. Paffende Chorgesänge umrahmten die in jeder Hinsicht befriedigende Wanderung in eines der vielen Naturschönhetten unseres engeren Heimatgebietes. Landkreis Gießen. gts. Lollar, 18. April. Auf nielfeitigen Wunsch der Frauen und Mädchen beginnt der Mütter- dienst im Deutschen Frauenwerk hier nach Ostern mit einem Lehrgang in Gesundheitslehre und häuslicher Krankenpflege. Mögen alle die Gelegenheit ergreifen, sich in diesen wichtigen Fragen aufklaren und belehren zu laffen. Die Ortsfrauen« schastsletterin nimmt Anmeldungen entgegen. gfs. Grünberg, 18.Aprll. Hier beginnt gleich nach Ostern ein Lehrgang in Gesundheitslehre und häuslicher Krankenpflege, den der M ü t t e r b i c n ft im Deutschen Frauenwerk durchführt. Anttagstellerinnen des Ehestandsdarlehens sind verpflichtet, die Kurse zu besuchen. Anmeldungen können bei der Ortsfrauenschaftsleitung erfolgen. Rundfunkprogramm Mittwoch, ,20. Aprll: 6 Uhr: Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Früh- konzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.30: Gaunachrichten. 9.40: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 10: Schulfunk. 11.40: Aus dem Kalibergbau. 12: Werks- konzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Wann wir schreiten Sell' an Seit'. 15: Lieder gefallener Komponisten. Dem Gedächtnis im Weltkrieg gefallener deuffcher Kompo« nisten. 15.30: Wenn ich aus der Schule plaudere. Aus dem Tagewerk einer Junglehrerin. 16: Nach- mittagskonzert. — Das Mikrophon unterwegs. — 18: Zellgeschehen. 18.30: Der fröhliche Lautsprecher. 18.45: Fliegendes Deutschland. 19: Nachrichten. 19.10: Aus dem Volke bin ich gewachsen, im Volk bin ich geblieben... Zum Geburtstag des Führers. 21: Stunde der jungen Nation. Der Weg eines unbekannten Soldaten. Hörspiel. 21.30: Kammermusik. 22: Nachrichten. 22.30: Unterhaltung und Tanz. 24 bis 1: Opernkonzert.' Fäden hin und her. Vornan von Hedda Westenberger. Copyright by Carl Duncker Verlag, Berlin W 35. Nachdruck verboten. 1. Eine V a s e geht in Scherben, und Marga Montwill hat es satt. „Jupp, paß auf! Die Tür! Die Vase!" Aber es ist schon zu spät. Der Möbelräumer mit der großen Kiste auf dem Buckel hat die Ladentür natürlich so weit wie möglich aufgestoßen, damit er durch komme; der rückwärtige Türgriff fft infolgedessen gegen den Sockel gestoßen, auf dem die große, rostbraune Keramik- oase steht. Die Vase hat einige Male unschlüssig hin und her gependelt; bann hat sie sich sanft, beinahe elegisch hintenübergelegt. Der zusprinaende Joseph Breda, Jupp genannt, kann nur noch die Scherben auf der Erde zusammen lesen. „Auch bas noch!" sagt Marga Montwill und steht mit hängenden Armen. Der Möbelräumer mit der Kiste dreht sich vor- sichtig einmal um sich selbst, betrachtet die Tür, die Scherben an der Erde, das betrübte Fräulein Montwill und ihren ebenso betrübten Geschäftspartner Breda und räuspert sich teilnehmend: „Tut mir leid, meine Dame, aber ick kann nich dafür. Wer stellt denn ooch sone stoße Vase so dichte bei bie Türe? Und ick — unter die Kiste, ick sehe doch nischt..." Marga Moittwill wendet sich mit einer begütigen« den Geste zu ihm hin. Seine schräg unter der Kiste hervorschielenden, vorwurfsvollen Augen bringen sie beinahe zum Lachen. „Nein, Sie können bestimmt nichts dafür. Ich bin selber schuld. Ich hätte daran denken sollen, daß noch so große Kisten draußen im Wagen sind. Aber ich habe eben nicht daran gedacht." „Und wo soll fe nu hin, die Kiste?" „Ins Lager, bitte, links hinten ans Fenster." Der Mann setzt sich vorsichtig wieder in Bewegung. Er tappt langsam durch den großen Raum, laviert ängstlich zwischen Stapeln von Dekorcllions- ftoffen, zwischen Stahlmöbeln, halbausgepackten Stehlampen, Bücherregalen, Tischen voll Keramiken unb Bildern hindurch und verschwindet dann nebenan ins Lager, wo ihm eine junge Verkäuferin hilf- reich unter die Arme greift. Jiweffeik hat Marga Montwill sich neben Joseph Breda hingekniet, um die kleineren Scherben auf« zusammeln, die der großzügige Joseph natürlich liegengelaffen hat. „Funsundfiebzig Start wieder mal zum Teufel", sagt sie dabei, und um ihren herben, energischen Mund zuckt es ein bißchen. Joseph Breda wirft ihr einen spöttischen Blick zu: „Die Firma Breda & Montwill wird daran zugrunde gehen, Marga. Bestimmt. Ich an deiner Stelle, ich setzte mich erst mal ins Büro und heulte fünf Minuten." „Hast du mich schon mal heulen sehen, Jupp?" „Nee. Aber eben drum." Sie richten sich beide auf, dabei treffen sich ihre Blicke. Da lachen sie beide unb tragen die Scherben einträchtig hinüber zum Papierkorb. Aber später, im Büro, hockt Marga so unglücklich auf ihrem Bürostuhl, baß Breda von seinem Schreibtisch aus mehr als einmal besorgt zu ihr hinuberfchielt: Gibt's nicht doch noch Tränen? Es war ja auch wirklich ein bißchen viel los im letzten halben Jahr, denkt Breda, und feine Augen gehen ehrlich besorgt über St ar gas braunen Schopf hin. Erst die Lungenentzündung der alten Frau Montwill, bann der Einbruch im Geschäft, nachher die Geschichte mit dem durch geb rannten Kassenfräulein, schließlich der Krach mit dem Hauswirt, die hastige Suche nach einem neuen Laden- raum, die angstvollen Bemühungen, aus dem Kon traft zu kommen, unb nun der Umzug. Und wie Marga Montwill schon einmal ist: nichts gibt sie aus der Hand, alles muß sie selber machen, selber begutachten, selber in Ordnung bringen — als ob er, Breda, ein unfähiger, alter Trottel wäre. Dabei ist sie im Kaufmännischen doch, fast ganz auf ihn angewiesen, ohne ihn... Sich auszumalen, was ohne ihn wäre, dazu kommt Joseph Breda aber leider nicht mehr. Denn auf einmal tropft etwas von Margas geteuftem Gesicht hinunter auf die Warenliste, vor der sie sitzt. Es tropft noch einmal, dick unb schwer und rund, ein kleines unterdrücktes Schluchzen wird hörbar, bann finkt der braune Schopf auf bie Tischplatte, unb zwei Arme gruppieren sich kindlich dar- um herum — da haben wir nun bas Malheur: Marga Montwill, Teilhaberin des Ateliers für künstlerische Wohnungseinrichtung, Fräulein Marga Montwill meint. Joseph Breda ist mit einem Satz neben ihr: „Nanu! Marga! Was hast bu denn?" Marga Montwill schluchzt erst ein bißchen weiter hinter der sicheren Festung ihrer Arme; Breda muh noch dreimal fragen, was ihr denn um Gottes willen auf einmal fft. Dann erst hebt sie den Kopf, zieht zugleich auch die Achseln hoch, lächelt mit feuchten Augen und sagt überzeugungsvoll: „Du alter Esel." Breda nickt mit ungerührtem Gesicht: „Ich weiß. Aber abgesehen davon — weshalb bu weinst, wollte ich wissen. Kriegst bu auf einmal Nerven? Oder fühlst du dich verpflichtet, doch noch ein bißchen hinter der Vase herzuheulenL" Marga Montwill schaut eine Weile vor sich hin. lieber ihr hübsches, lebendiges, vor allem gescheites Gesicht haben die geopferten Tränen zwei schmale Bäche gezeichnet; bas gibt ihr einen ganz kindlichen Ausdruck, verstärkt noch durch die heftig zusammen- gezogenen Brauen und bie dunkle Haarsträhne, die sich links über bas Auge gelegt hat. Breba lächelt, schwingt sich auf die Ecke des Schreibtisches unb steckt sich eine Zigarette an. „Nu mal los, Marga!" Marga macht eine vage Handbewegung in bie Luft hinein. „Nu mal los, Marga! Was soll ich denn ba fügen? Ich weiß ja selber nicht, was ich hab'. Ich glaube, ich bin bloß mal fertig, so richtig rundherum fertig, weißt du. Ich kann auf einmal nicht mehr. Ich mag auch nicht mehr. Ich hab nur noch ein rasendes Bedürfnis nach Ruhe... Keine Stadt mehr, keine Menschen mehr, keine Autos, keine Läden, keine Einkäufer, keine Käufer, keine Vertreter, nichts, nichts — nur Ruhe unb ein bißchen Sonne unb spazierengehen ober mit dem Auto fahren, Tapsy neben mir. Verstehst du bas? Ich hab's mal so richtig satt, mein ganzes Leben, weißt du. So richtig bis daher. Und wenn ich mir vorstelle, daß wir morgen hier mit Einräumen fertig sind, und daß es bann w-ieder losgeht, Couches anzupreisen und Vasen zu verschachern unb mit redseligen Fabrikanten zu verhandeln, bann hab ich direkt Alpdrücken." „Hm!" „Sehr teilnehmend, dies Hm! Das muß ich fügen, Jupp." Joseph Breda lacht leise auf. In seinen kühlen grauen Augen springt ein warmes Licht auf; der scharf geschnittene Mund wird im Lächeln fast weich. ,Ach dachte, du wärest nicht für salbungsvolle Trostworte. Unb übrigens hast bu mich nicht aus» reden laffen, liebes Kind. Ich wollte nämlich sagen: „Fahr doch mal weg!" Marga Montwill richtet sich ferzengerade auf: ..Wegfahren? Ich? Ja, wohin denn? Und das hier! Wer soll denn bas weiterführen? Und gerade jetzt, nach dem Umzug, unb wo wir nächste Woche bas neue Heim von dem Dankdirektor in Dahlem ein» richten fallen, unb wo ich..." „Wo bu ganz und gar durchgedreht bist, gibt es nur eins: ab hauen." „Aber ich muß doch ..." „Still, gar nichts mußt bu. Oder glaubst du vielleicht, bu nützt unserer Firma, menn bu dich nächste Woche in der bankdirettorffchen Villa plötzlich ebenfalls hinsetzt unb losheulst, weil irgendein Bild um fällt oder ’ne Glasscheibe zertümmeri wird? Nee, Kind, kommt gar nicht in Frage. Und je mehr ich drüber nachdenke, um so vernünftiger kommt mir meine Idee vor: Du setzt dich in dein Wägelchen und machst ein ziemlich verlängertes Wochenende. schen in unverantwortlicher Weffe gefährdet hatte. Unter den Zechern befand sich auch der Kraftfahrer Otto Winter, Gießen, Rodheimer Straße 35 wohnhaft, der in betrunkenem Zuanbe den Wagen ebenfalls streckenweise gefahren hatte. Winter wurde ebenfalls fest genommen. Beide befinden sich in Polizeihaft. Da die An schifften der beiden angefahrenen Frauen bisher nicht feftgefteHt werden konnten, werden sie gebeten, sich alsbald bei der Kriminalpolizei, Zimmer 67, zu melden. Schwerer ÄertehrSunsatt in der Licher Straße. Am Samstagnachrntttag wurde der Landwirt Js° Hann Jakob aus O b e r«P e f f i n g e n bas Opfer eines schweren Derkehrsunsalles. Jakob paf« fierte mit feinem Leichtmotorrad bie Licher Straße unb wurde dabei von einem Personen* kraftwagen angefahren. Der bedauerns» werte Mann erlitt einen SchädeIhruch und mußte sofort in bie Chirurgische Klinik gebracht werden. Sein Befiriden fft den Umständen entsprechend gut Mit dem Motorrad gestürzt. Der Schneidermeister Rohrbach aus Beuern, der sich am Sonntagabend mit feinem Motorrad auf der Fahrt von Großen-Buseck nach Beuern befand, stürzte kurz vor Beuern so unglücklich mit feiner Maschine, daß er einen Schädelbruch erlitt Nach erster ärztlicher Hilfeleistung mußte er von der Sanitätsbereitschast Gießen der Chirurgffchen Kll« nit in Gießen zugeführt werden. Seinen schweren Verletzungen erlege«. Der Kraftfahrer Heinrich Eise aus L i ch, der vor einigen Tagen in Lich einen Zusammenstoß seiner Maschine mit einem Lastauto hatte And dabei schwer verletzt wurde, ist am Samstagnachmittag in der Chirurgischen Klinik in Gießen an seinen Verletzungen gestorben. ; Aus aller Welt. Kiesiger Oflerreiseverkehr nach Oesterreich. Tausende von Volksgenossen haben die Osterfeker- tage zu einem Besuch der österreichischen Alpenländer, vor allem Tirols und Salzburgs, benutzt Die nach Oesterreich fahrenden Züge waren außerordenllich stark besetzt Auch auf der - Reichsautobahn München—Salzburg, auf der Olympiastraße München—Garmisch-Partenkirchen und auf der Straße nach Kufstein herrschte starker Verkehr. Die Gaststätten in den Tiroler und Salzburger Fremdenverkehrsorten waren ttotz der Ungunst der Witterung voll besetzt. Umgekehrt statteten auch viele Dolksgenoffen aus Oesterreich an den Osterfeiertagen der Hauptstadt der Bewegung einen Besuch ab und besichtigten ihre Sehenswürdigkeiten, vor allem die Parteibauten und die Große Architekturausstellung. Auf den Wiener Dahnhösen wurden an zwei Tagen rund 200 000 Reisende befördert, die Ankunstsziffer beträgt 150 000 Reisende. Bregenz und ganz Vorarlberg erlebte zu den Feiertagen einen Verkehr wie nie zuvor. Zum ersten Male seit Jahren waren alte Gasthäuser in Bregenz überfüllt In Innsbruck stauten sich die Gäste in den Hauptstraßen; seit Freitag waren in den Hotels sämtliche Zimmer besetzt, so baß viele außerhalb Quartier suchen mußten. Auch särnlliche Alpenhütten waren üb erfüllt. Mißglückter Rekordversuch italienischer Flieger. Die vier italienischen Flieger, die am Sonntag den englischen Flugplatz Croydon verließen, um den Rekord Croydon—Kapstadt und zurück zu brechen, sind mit ihrem Flugzeug in der Nähe von Tripolis verunglückt. Die Flieger sind jedoch mit dem Leben davongekommen. Unb ben Kram hier, den erledige ich mal allein. Nein, ruhig, keine Widerrede! Ich weiß schon alles, was bu sagen willst Aber sei versichert, jedes Wort ist Quaffch. Denn mir wird's nicht zu viel, was hier jetzt zu tun ist, unb ich kann bie bankdirektori- sche Wohnung allein bewältigen, und ich werbe mit der Firma Heiersbach fertig, vielleicht noch viel besser als bu. Unb kurz unb gut: Du haust ab! Und wenn du's nicht tust, fasse ich es als persönliche Beleidigung auf. Jawohl. Weil ich — grinse, bitte, nicht so blöd — weil ich aus Gründen der Selbst- beftätigung schon längst mal hätte allein arbeiten und das Geschäft schmeißen müssen. Well es für einen Mann von meinem ... meinem ..." „Format ...* „Jawohl, sehr richtig, also von meinem Format, auf die Dauer unerträglich ist, immer von so einer herrschsüchtigen Frauensperson kommandiert zu werden. Und well es Zeit wird, daß bu mal siehst, was du eigenllich an mir hast!" Marga Montwill legt den Kopf zurück, legt sich auf ihrem Bürohocker weit nach hinten und lacht laut heraus, indes ihr doch die Augen von vorhin noch feucht schimmern. Auch Joseph Breda lacht. Es steht ihm gut; es macht sein hageres, schmales Gesicht mit ben scharfen Backenknochen unb ben ttefliegenben Augen um viele Jahre jünger. „Also gut", sagt Marga Montwill dann, und ihre Stimme hat wieder ben altgewohnten sicheren unb frohen Klang, „also gut, menn bu dir unbedingt mal selber vormachen willst, wie tüchttg du bist, bann bleibt mir ja nichts anderes übrig, als abzuhauen. Aber soll ich nicht lieber warten, bis .. .?* ^Weiter kommt sie nicht. Breda fft mit elegantem Schwung von seiner Schreibtifchpllffte herunter unb zieht Marga energisch von ihrem Bürosttchl hoch. Er .zieht sie in ben Labenraum hinein, bie langen Finger fest und energisch um ihren Oberarm gepreßt, unb führt sie unter nicht endenwollendem Redeschwall von Stück zu Stück, von Tisch zu Tisch: Also, dies wird so gemacht und jenes so, bie Baien ba zeichnet Fräulein Lisa noch heute aus, bie beiben Statuen stellen wir rechts im Schaufenster auf, die Bast'örbe werden zurückaeschickt, bas Bild ba kommt über bie geblümte Couch, bas linke Schaufenster dekoriert er noch heute abend, ins rechte kommt noch der Mahagoni-Rauchtisch, den Teppich da hängt er gleich Nachher auf, und die drei gehämmerten Schalen — still, weiß er alles, weiß er — die gehen zur Ansicht weg, dürfen nicht mehr aufgestellt werden, jawohl, und die Kfften packt Fritz morgen früh aus. Na also? Wozu, weshalb, warum würbe Fräulein Montwill noch benötigt? Alles Einbildung! Alles pure Koketterie! # Es geht ebenso glänzerür ohne sie! Nein, glänzenderl . (Fortsetzung folgt) 1 "■/' -7 ^^MjWKW Runde, in der Dudas dreimal und nur Vor den Ereignissen im Gießener Radsport SchmelingS glänzender k. o.-Sieg in der 5.Runde Lä- Du- das wieder Max vor. Mit der ganzen Unbekümmertheit seiner Jugend versuchte der Amerikaner, dem Kampfverlauf eine Wendung zu geben. Aber Schmeling ließ sich nicht mehr von seinem Vormarsch zurückdrangen. Aus eine gerade Rechte in die Magengrube hin mußte der Amerikaner zu Boden. Ringrichter Otto Griese (Berlin) zählte bis „sechs", als Steve sich wieder erhob. Runde hoch an Schmeling! In der vierten Runde schlug Dudas wild auf den Deutschen ein. So wär es Schmeling gerade recht, der mit schweren Kontern immer wirkungs- nicht mehr so überzeugend, wie nach dem ersten Goygschlag. Mehrmals versuchte er, die Linke Schmelin^s durch Tauchen zu vermeiden, und fprungortig ging er mit seiner eigenen Linken gegen tuch, das seine Freunde in den Ring warfen, chn vor seinem großen Gegner rettete. Unsere Aufnahme zeigt Dudas beim letzten Niederschlag in der fünften Runde. — (Scherl-M.) schen Amateure und ist geben dem deutschen Mei» fter Hasielberg ständiger Vertreter der deutschen Farben in allen Länderkämpfen. Schorn wird, wie im vergangenen Jahre, mit dem Gießener Fahrer Neumann eine Mannschaft bilden. Außerdem wurden die beiden Dortmunder Harre, Grazeck verpflichtet. Auch diese Mannschaft konnte im letzten Jahre auf den west- und süddeutschen Bahnen große ' Erfolge erzielen. — Der Gießener Radfahrer-Verein v. 1885 hat den Meldeschluß für das Eröffnungsbahnrennen auf den 25. April festgelegt. Großer Gtraßenpreis des Gaarlan des. Das größte radsportliche Ereignis des Saarlandes, der „Große Straßenpreis", der in diesem Jahre 1 zugleich als erster Meisterschaftslauf der Berufsfahrer gewertet rmirbe, fand am Ostersonntag wieder die lebhafte Anteilnahme der Saarbevölkerung. Eine mustergültige Organisation und der vom NSKK., der Polizei und Gendarmerie versehene Ordnungsdienst trugen zur reibungslosen Abwicklung des 267 Kilometer langen Rennens, das auf zwei Schleifen von Saarbrücken über Saarlautern, Lebach, Tholey, St. Wendel, Ottweiler. Neunkirchen, Homburg, St. Ingbert, Saarbrücken ausgetragen wurde, bei. — Sieger der Fahrt wurde der Frankfurter Bruno Roth, der zusammen mit dem Chemnitzer Funke dem Felde davongezogen war Und schließlich nach einer Fahrzeit von 8:02,00 Stunden den Chemnitzer unter dem Jubel der zahlreichen Zuschauer im Spurt schlug. cheln beantwortet. Runde für Schmeling Auch zu Beginn der dritten Runde lag im Angriff. Allein sein Ansturm wirkte „Rund um Schotten" nicht am 3., sondern am 10. Jtili. Die ONS. gibt folgende Aenderungen des deutschen Motorsportkalenders bekannt: Das Wachenberg-Rennen der NSKK.-Motor- gruppe Kurpfalz-Saar wurde vom ,11. September auf den 6 Juni, das Hockenheimer Motorradrennen vom T5. Mai auf den 18. September und „Rund um Schotten" vom 3.Juli auf den 10.Juli verlegt. Neu ausgenommen wurde das Bahnrennen von Daglfing um bpn Goldenen Helm von Deutschland am 16. Juni. Termin für das neue Motorradrennen „Preis von Nürnberg, Stadt der Reichsparteitage" ist der 3. Juli Für unsere Ausweisfahrer. Nachwuchsschulung ist dringend notwendig. Der Nachwuchs unserer Motorradrennfahrer kommt aus den Kreisen der Ausweisfahrer. Für sie werden in diesem Jahr wieder zahlreiche Sonderläufe durchgeführt, und Zwar beim neugeschaffenen Preis von Nürnberg (3. Juli), beim „Rund um Schotten" (10. Juli), beim Hohensyburg-Rennen (21. August), beim Mareiberger Dreiecksrennen (4. September) und beim Hockenheimer Rennen (18. September). Deutschlands Sportwagenrennen. Die Förderung des nationalen Sportwagens liegt dem Führer des deutschen Kraftfahrsports, Korpsführer Hühnlein, sehr am Herzen. Aus diesem Grunde finden auch drei Rennen für Sportwagen Aufnahme in den deutschen Motorsportkalender. Es sind das Hamburger Stadtparkrennen am 8. Mai, das Internationale Eifelrennen am 12. Juni und das Hohensyburg-Rennen am 21. August als Rund- ftretfenrennen. Hinzu kommt noch der Große Bergpreis von Deutschland. Gau Mitte wieder Handball-Adlerpreis-Gieger Im Endspiel um den Adlerpreis der Handball- Gaumannschasten standen sich am Sonntag der Verteidiger Mitte und Schlesien vok 4 500 Zuschauern in Danzig gegenüber. Beide Mannschaften lieferten sich einen erbitterten Kampf, aus dem der Gau Mitte mit 7 :5 (3 : 4) als Sieger hervorging. Unter den Augen von Reichsfachamtsleiter Hermann und dem Danziger Gauleiter Forster leistete Schlesien unerwartet harten Widerstand. Aus beiden Seiten überragten die Dorhüter. Die beiden Läufer- reihen zeigten Gleichwerttges. Im Sturm der Den abschließenden Schwergewichtskampf gewann der Düsseldorfer Paul W a l l n e r nach Punkten gegen den italienischen Meister Santa di Leo. Der Punktvorsprung, den Wallner bis zur 5. Runde errungen hatte, reichte zum Endsiege aus, auch als der Italiener dann besser aufkam. 84Spfund im Olympischen Dreilampf. Im Rahmen des Mannschaftskampfes zwischen Spvg. Freising und Augusta Augsburg im aus- oerfauften Colosseum in Freising gelang es der ausgezeichneten Gewichtheber-Mannschaft von Freising, im Olympischen Dreikampf mit 3835 Pfund eine Leistung zu vollbringen, die bisher noch von keiner Vereinsmannschaft erreicht worden ist. In ganz großer Form befand sich wieder Olympiasieger Josef Manger, der seine in Berlin 1936 auf- gestellte Marke von 820 Pfund um 25 Pfund (!) überbot und insgesamt 845 Pfund zur Strecke brachte. Seine Leistungen waren: 275 Pfund (beidarmig Drücken), 250 (Reißen) und 320 (Stoßen). Demnächst nimmt die Gießener Radsportsaison mit einem Eröffnungsbahnradrennen ihren Anfang. Wiederum ist es der Gießener Radfahrer-Verein von 1885, der mit einer Reihe von großen Veranstaltungen an die Öffentlichkeit tritt. Während im Straß en sport neben B e - zirksrennen, der Gaumei st erfchaft, dem Großen Straßenpreis von Gießen" und vor allem der „Deutschen Amateur- mei st erschuft" mehrere Veranstaltungen abgehalten werden, sind im Bahnrennsport zwei Bahnrennen vorgesehen. Schon lange sind die Vorarbeiten im Gange. Aus der Vielzahl der eingeganßenen Meldungen wurde bereits eine Anzahl Fahrer für das erste Bahnrennen verpflichtet. Es sind dies zum arößten Teil Fahrer, die im letzten Jahre und besonders im Winterhalbjahr auf Hallenbahnen erstklassige Erfolge erzielen konnten. Zum ersten Male seit der letzten Jahre der Gießener Bahnrennen erfahrt das Eröffnungs-Bahnrennen internationale B e - fetzung. Charles H o f m a.n n (Holland) ist einer der erfolgreichsten holländischen Amateure des vergangenen Jahres. Sowohl auf feinen Heimatbahnen als auch auf vielen deutschen Bahnen konnte er große Erfolge verbuchen. Im Mannschaftsfahren bildet Hofmann zusammen mit dem Dülkener Klein eine Mannschaft. Letzterer konnte sich im vergangenen Sommer bei 20 Rennen gut placieren. Ein bekannter Fahrer,'der Kölner Jean Schorn, wird auch am Start sein. Schorn stand im letzten Jahre nach Siegen weit an der Spitze aller deut- Der Kamps Aeulel-Ioord Neusel haushoch überlegen. voller landete. Eine kurze Linke des Deutschen zwang den Gegner abermals zu Boden, diesmal nur für zwei Sekunden. Mit Körperhaken wurde der Amerikaner jetzt mehr und mehr eingedeckt und suchte wieder die schützenden Bretter bis „oier" auf. Runde hoch an Schmeling. Zur fünften Runde trat Dudas stark gezeichnet an. Von Schmeling zurückgetrieben, ging er einmal ohne Schlag ju Boden, sprang aber sofort wieder auf. Max mußte auch jetzt noch unerhört scharf auf- paffen, um von seinem Gegner, der schon oroggy war und unberechenbar schlug, nicht getroffen zu werden Eine kurze Rechte brachte den Amerikaner bis „sechs" und bald darauf ein schwerer Brocken bis „neun* zu Boden. Mit Löwenmut stellte sich Dudas immer wieder zum Kampf, sackte aber auf eine scharfe Linke hin erneut zusammen. Sein Betreuer, MacCarney, erfaßte den richtigen Augenblick und warf das Handtuch zum Zeichen der Aufgabe- Unbeschreiblicher Jubel umbrandete Schmeling nach seinem großartigen Siege. Ader auch sein tapferer Gegner erntete Beifall. Schlesier gefiel besonders Ortmann. Hätten die Mitte-Spieler Lüdicke nicht im Tor gehabt, dann wäre es um ihren Sieg sehr schlecht bestellt gewesen. Die besten deutschen Schuhen in Wiesbaden. Der Deutschen Schützenverband ruft seine Spitzenkönner für die Tage vom 23. bis 24 April nach. Wiesbaden zu den Ausscheidungskämpfen für die deutsche Nationalmannschaft in Klein- und Groß- kaliber, freie Pistole und automatische Pistole. Die Besten aus den Gauen sind zur Stelle, um sich einen Platz in der deutschen Ländervertretung für öre bevorstehenden Kämpfe zu exwerben. Am stärksten vertreten ist der Gau Niederrhein-Mittelrhein mit acht Teilnehmern: die gleiche Teilnehmerzahl stellt Thüringen. Nuvolari zieht sich zurück. Am Samstag vor den Feiertagen hat Tazio Nuoolari nach seinem Sprung aus dem brennenden Rennwagen das Krankenhaus in Pau verlassen. Knapp 24 Stunden später kommt aus Mailand die Meldung, daß er fest entschloßen sei, den Rennsport aufzugeben und den Vertrag mit Alfa Corse zu lösen. Oie neueNationalmannschast der Bohn. Unter solch schlechten äußeren Bedingungen, wie sie am Ostermontag bei den Auswahlrennen der Nattonalmannschaft der Bahn im Wannsee-Stadiou herrschten, hat es bisher in Deutschland höchstens Straßenrennen gegeben. Im dichten Schneegestöber kämpften unsere Amateure auf der 477 Meter langen Kalkasphaltbahn um die Mitgliedschaft zur Nationalmannschaft. Hasielberg, Schorn, Kinnle und Horn, die am Vortage noch in Dudenhofen gestartet waren, hatten ihre Maschinen nicht rechtzeitig erhalten und mußten bei den Einzelwettbewerbern zusehen. Sie beteiligten sich erst später am Zweisitzerfahren, und Hasielberg - Schorn konnten sich hier durch ihren Sieg über Jhbe ° Karsch auch qualifizieren. Im Fliegerkampf erwies ich Purann vor Jhbe als Schnellster, und das Ausscheidungsfahren ergab den Ueberrafchungssieg von Krahn vor Mathysiak. Die erste Nationalmannschaft des neuen Rennjahres bilden nunmehr: Purann, Kleinke, Krahn, Schulz (alle Berlin), Jhbe, Karsch (Leipzig), Hasielberg (Bochum), Gronwald. Wiemer, Mathysiak (alle Wehrmacht), Schorn (Köln) und Riemann (Chemnitz). Hamburg und die Hanseatenhalle waren am Öfter» famstag nun schon zum dritten Male der Schauplatz eines Kampfes des deutschen Meisters aller Stoffen. Nach den Begegnungen mit Walter Neusel (Im Jahre 1934) und Ben Foord (am 30 Januar dieses Jahres) stellte sich Max Schmeling jetzt in feinem dritten Aufgalopp vor dem Weltmeisterschaftskampf mit Joe Louis in einem über 15 Runden angesetzten Treffen gegen den Jungen Amerikaner Steve Dudas vor. Die riesige Haifieatenhalle in Rochenburgsort war, entsprechend der Bedeutung der Veranstaltung, großzügig ausaeschmückt worden. Der Ring war in blendendes Licht getaucht Schon zur frühen Abendstunde hatten sich einige tausend Boxsportbegeisterte in der Halle eingefunden. Sie wurden unterhalten durch oter über wenige Runden gehende Dor- kämpfe. Bereits in diesen ersten Begegnungen gab es recht guten Sport Der Berliner Leichtgewichtler'. Bieselt eröffnete den Kampftag gegen den VA Kilogramm schwereren Krefelder Kleinhüt- ten und errang über vier Runden einen verdienten per und zwang seinen Gegner zum Rückzug. Der Südafrikaner, der langsam die Kontrolle über seine Schläge verlor, landete in dieser Runde einen Tiefschlag und erhielt die zweite Verwarnung. Verhältnismäßig gut erholt, nahm der Deutschen den Kampf wieder auf und trieb Foord erneut vor.sich her. In der 6. Runde gerieten beide wieder hart aneinander. Neusel nagelte Foord in der Ringecke fest und feuerte wilde Körperhaken ab. die dem Südafrikaner die letzte Widerstandskraft nahmen. In der 7. Runde war Foord- plötzlich wieder da. Er setzte seine Linke ein, die allerdings nur schwach kam und nicht genau traf. Mit dem Gongschlag zur achten Runde griff der Bochumer sofort wieder an und schickte eine schwere Rechte zum Kopf Foords, der sichtlich jede Widerstandskraft verlor. Schutzlos den Schlägen Neusels ausgesetzt, legte der Südafrikaner noch einmal feine ganze Kraft hinter eine Linke, die klar tief traf und den Deutschen mit schmerzverzerrtem Gesicht in die Knie sinken ließ. Der Ringrichter sprach die dritte Verwarnung aus und disqualifizierte damit Ben Foord. Die ersatzgeschwächte Augsburger Mannschaft fant nur auf 3280 Pfund. Noch immer Wintersport! 83 Meter auf der Schwarzwaldschanze. Schon zweimal mar die Weihe der großen Schanze im neuen Schwarzwald -Schistadion am Fewberg durch Schneestürme verettelt worden. Am Ostermontag endlich konnte sie mtt dem traditio- nellen Osterspringen vorgenommen werden. Aus der Schweiz, Thüringen, Bayern, Oesterreich, Sachsen und dem Schwarzwald selbst waren rund 30 der besten Springer am Ablauf. Sieger und Gewinner des Wanderpokals wurde Paul Häckel (Dresden) mit der Note 224,4 und Sprüngen von 74 und 77 Meter. Sein gefährlichster Gegner war der Oberstdorfer Jungmann Heinrich Klopfer, der zweimal 74 Meter stand. Haus Marr (Bad Reichenhall) und G a I e i t n e r von der Salzburger SA. waren die Nächstbesten. — Die größte Weite erzielte Toni Eisgruber beim Probespringen mit 83 Meter. Beim ersten Wettbewerbssprung stürzte er aber und konnte sich trotz seiner feinen Leistung von 77 Meter nicht mehr placieren. Kiefentorlauf am Iseler. Den Abschluß der diesjährigen Wrntersportzeit im Allgäu bildete der am Ostersonntag am Iseler-Ober- joch bei Hindelang durchgeführte Riesentorlauf mit einem Höhenunterschied von 750 Meter, wobei 15 . Tore zu nehmen waren. Insgesamt passierten 122 Läufer und Läuferinnen die mit ausgezeichnetem Schnee versehene Strecke. Bestzeit des Tages lief der Jmmenstädter Louis Egger mit 2:25 Minuten. Bei den Frauen siegte Hilde 9 o cf) am (Sonthofen) in 5:57 Minuten. £ rutsch - Oesterreichs Olympiakämpfer in Berlin. Auf Einladung des Reichspropagandaministeriums werden der am 20. April im Berliner Ufa-Palast stattfindenden Uraufführung des Olympiafilms auch jene deutsch-österreichischen Olympiakämpfer beiwohnen, die 1936 in Garmisch-Partenkirchen und in Berlin einen der drei ersten Plätze besetzt haben. Es sind dies die Olympiasieger Schäfer, Hradetzky, Kainz, Dorfner, Fein, die Olympia-Zweiten Ilse und Erich Pausin, Hasenöhrl, Kalisch, Steinhuber, ßanbertinger, Profil, Weinstabl und die Fußball- und Hockeymannschaften, ferner die Olympiadritten Kaspar, Stiepl, Ellen Preis und Podhajsky. Der letzte Dorbereitungskampf unseres Meisters aller Klassen, Max Schmelintz, gegen den Amerikaner Steve Dudas endete mit Dem erwarteten, einwandfreien Siege unseres Landsmannes. In der 5. Runde eines unerhört spannenden Kampfes wurde der tapfere Amerikaner nach zahlreichen Niederschlägen aus dem Ring genommen da fein Betreuer, MacCarney, das Handtuch geworfen hatte. Mtt Riesenjubel begrüßt, betraten die beiden Gegner den Ring. Max Schmeling (88,3 kg), schlank, braun und siegessicher, bedankte sich für den Beifall. Dagegen machte Steve Dudas (88,5 kg) keineswegs den zuversichtlichen Eindruck, den man erwartet hatte. Der Deutsche boxte diesmal viel zielbewußter als gegen Foord. Er wollte feinen amerikanischen „Freunden" beweisen, daß er wirklich der erste Anwärter auf den Weltmeisterschafts- kampf mtt Joe Louis ift Schmeling war in Hochform. Wie Schmeling siegte ... Gleich zu Beginn der ersten Runde griff Steve Dudas tapfer an. Er arbeitete sich auf Halbdistanz an Schmeling Hexan und landete feine Linke am Körper. Der Deutsche war schnell auf den Beinen, beherrschte die Lage und kam dreimal mit seiner Rechten durch, die den Amerikaner zurücktaumeln ließ. Die Runde war offen. Nach dem harten, aber überlegenen Kampf gegen Steve Dudas war Max Schmeling fast so frisch wie am Beginn des Kampfes. Hier beglückwünscht Dudas seinen Bezwinger in sportkameradschast- licher Weife zu seinem Siege. — (Scherl-M.) Punktsieg. Im anschließenden Weltergewichtskampf siegte Knoth (Düsseldorf) in der zweiten Runde durch Aufgabe von Schmidt (Kiel). Den dritten Kampf im Halbschwergewicht bestritt Sporer (Dortmund) gegen P a gg e n (Krefeld) und siegte über vier Runden nach Punkten Der Bonner Mittelgewichtler Stern schlug im letzten Borkampf den Hamburger Beiße in der dritten Runde k o. Bor 20 000 Zuschauern. Bis gegen 20 Uhr, dem Beginn der Hauptkämpfe, zeigten die Anfahrtsstraßen jur Hanseatenhalle ein völlig verändertes Bild S3ange Wagenreihen bewegten sich nur langsam vorwärts, unter ihnen zahlreiche holländische, skandinavische und großbritannische Kraftwagen. Ueber 20 000 Zuschauer füllten schließlich die riesige Halle. Den ersten Hauptkampf bestritt der Krefelder Schwergewichtler Jakob Schönrath gegen, den um 5 Kilogramm leichteren italienischen Halbschwergewichtsmeister Precisco M e r l o Nach ackt Runden erhielt der Italiener einen knappen, in schweren Schlagwechseln erkämpften Punktsieg zugesprochen. Gegen 20.45 Uhr betraten die Gegner des zwetten Hauptkampfes den Ring, Walter Neusel (Bochum) und Ben Foord (Südafrika). Neusel landete in diesem Kampf gegen den Südafrikaner durch die Disqualifikationen Ben Foords einen Sieg, der nicht befriedigen konnte, der aber dem Kampfverlauf nach keinen Zweifel lasten konnte an der Ueber« legenhett des Deutschen. - Der von beiden Seiten mit äußerster Derbisten- hett durchgeführte Kampf brachte technisch nicht viel Schönes. Die große Härte des Westfalen und fein unerschütterlicher Siegeswille machten Den Foord bereits lange vor Ablauf der auf zwölf Runden angesetzten Begegnung zum geschlagenen Mann. Nach der offen verlaufenen ersten Runde stach Ben Foord in der zweiten seine Linke pfahlarttg gegen Neusels Kopf. Dafür erschütterte der Deutsche seinen Gegner mehrmals mit wuchtigen Aufwärtshaken. Die dritte Runde konnte der ^Südafrikaner dUrch feine als Haken und Gerade kommende Linke knapp für sich buchen, obwohl er hier die erste Verwarnung erhielt, als er wiederholt das Trenn-Kommando nicht beachtete. In der nächsten Runde schlug der Deutsche beidhändige Serien-gegen Foords Kör- Oer Box-Großkampfiag in Hamburg Zweimal deutscher Sieg. Dudas eröffnete die zw e ite Runde mit linken Haken auf Kopf und Körper. Ein kurzer Schlagwechsel Fuß bei Fuß gab Schmeling Gelegenheit, feine kurze Rechte wirkungsvoll einzusetzen. Ein scharfer Aufwärtshaken durchschüttelte Dudas und wurde von dem Amerikaner mit verlegenem Lä- Oster-Kußball unserer heimischen Mannschaften. 1900 — Sportverein Offenbach 0:4. Durch die Verpflichtung der Offenbacher Gäste wurde klar bewiesen, daß die Spielstarke in anderen Bezirken, hauptsächlich in den südlichen Gauen, weit stärker ist, als bei uns. Obwohl die Gäste ebenfalls wie die Blauweißen mit zahlreichem Ersatz antraten, war ihr Spiel weit zweckmäßiger und als sie den Sieg schon in der Hand hatten weit ideenreicher und gefälliger für das Auge. Die Blauweißen konnten hier nur zu Beginn und gegen Schluß noch einigermaßen mithalten. In der Zwischenzeit machte sich das Pokalspiel vom Vortage sehr bemerkbar. Nach anfänglich ausgeglichenem Feldspiel hatten die Blauweißen etwas mehr vom Verlauf, indem sich auch zwei klare Torchancen boten, die jedoch am Pfosten und an der Latte abprallten. Als die Gäste IX) führten, ließ der Widerstand der Platzbesitzer merklich nach. Die Gäste kamen dadurch nach der Pause zu zwei weiteren Treffern, die es ihnen gestatteten, Fußball in zweckmäßiger Form zu demonstrieren. Eine Viertelstunde vor Schluß rafften sich die Blauweißen nochmals auf und nun sah man von der Mannschaft wieder das gewohnte Spiel. Wenn es trotzdem' nicht zu Gegentoren reichte, dann war dies die Schuld des Sturmes, der selbst einen Ball vorm leeren Tor nicht verwerten konnte. Zn der Zeit der Ueberlegenheit der Platzbesitzer fiel durch einen Fehler der Verteidigung der vierte Offenbacher Treffer. Schiedsrichter war Volkmar (Wetzlar). Loliar in Ober-Ursel zu Gast. Ein schöner und verdienter Sieg. Nach dem Spiele der Reserve-Mannschaften, welches die Platzbesitzer 11:1 gewinnen konnten, sanken die Hoffnungen der Lollar.er für ihre erste Mannschaft auf den Nullpunkt. Doch es sollte anders kommen! Lollar in bester Besetzung, lieferte ein Spiel wie nie und was niemand der zahlreichen Zuschauer für möglich gehalten, trat ein. Lollar verließ als Sieger den Platz! Dem Einsatz jedes einzelnen Spielers ist dieser Erfolg zuzuschreiben. Die Hintermannschaft stoppte immer wieder die gefährlichen Angriffe des guten Ober-Urseler Sturmes ab, und was dann noch zu halten war, hielt Ziegler im Tor, der seine Sache gut machte. Sofort mit dem Anpfiff versuchten die Ober- Urseler in scharfem Tempo die Lollarer zu überrennen. Es gelang nicht. Dann zeigte der Lollarer Sturm ein hervorragendes Zusammenspiel. In der 14. Minute standen zwei Lollarer Stürmer frei vor dem Tor der Platzbesitzer. In höchster Not wollte der linke Verteidiger der Platzbesitzer zum Torwart zurückspielen und er nahm dabei den Lollarer Stürmern die Arbeit ab. Selbsttor! 1:0 für Lollar! Die Verteidigung der Lollarer war dann etwas zu weit aufgerückt und dann hieß es 1:1. Mit, diesem Resultat werden dje Seiten gewechselt. Nach der Pause ging wieder Lollar in Führung. Der rechte Verteidiger der Gastgeber schlug den Ball zur Ecke ab. Der Torwart wollte dies aber vermeiden und klatschte den Ball ins Feld zurück. Doch einer der Lollarer Halbstürmer war da und schoß entschlossen ein. Weiterhin sah man verteiltes Spiel. Die Stürmerreihen wurden gut bedient und bei eipem dieser Angriffe stellte Ober-Ursel durch ein feines Tor das 2:2 her. Nun ging es um den Sieg, den beide Mannschaften durch letzten Einsatz zu erringen versuchten. Lollar gelang es durch seinen Rechtsaußen das letzte und damit das Siegestor Zu schießen. Ein rassiges Spiel ging damit zu Ende, bei dem die Lollarer ihre derzeitige gute Form unter Beweis stellen' konnten. Die Kämpfe in Watzenborn-Steinberg. 1900 aus dempokalwettberb ausgeschieden. Teutonia Steinberg I — 1900 Gießen I 2:1 (2:0). Am 1. Osterfeiertag trafen sich beide Mannschaften zum Pokalspiel. Das Zusammentreffen beider Mannschaften verfehlte auch diesmal seinen Reiz nicht. Zahlreiche Zuschauer umsäumten den Sportplatz an der Neumühle. 1900 erschien nicht mit der kompletten Mannschaft, Sack, Quick und Hormel fehlten, während die Teutonen mittler noch auf Schmidt verzichten mußten. Das Spiel selbst wurde lange nicht mit solchem Eifer durchgeführt, wie etwa das letzte Verbandsspiel. Bei 1900 stellte die bewährte Abwehr auch diesmal ihren Mann, obwohl sie in der ersten Halbzeit auf eine harte Probe gestellt wurde. Der Sturm konnte nie richtig gefährlich werden. Steinberg zeigte in der ersten Halbzeit schönen Fußball. Zn der zweiten Halbzeit ließ der stark aufkommende Wind kein technisches Spiel mehr zu. Dem Schiedsrichter Gutmann (Wetzlar) stellten sich folgende Mannschaften: 1 9 0 0: Fischer; Pankok, Lippert; Erhard, Knauß, Lehrmund; Theiß, Krämer, Günther, Löbsack, Häuser. Steinberg: Happel; Jung, Fett; SHmandt, Schmondt, Naumann; Karl Haas» Däublin, Lang, O. Haas, Buß. Das Spiel begann sofort mit forschen Angriffen der Teutonen. Sie versuchten, die Entscheidung sofort herbeizuführen. Die Stürmerreihe war sofort im Bild. Durch kurzes Paßspiel überlisteten sie immer wieder die gegnerische Deckung. In der 8. Minute schien das Führungstor zu fallen. Lang umspielte Lippert und kurz vor dem Tor stehend trat der Pechvogel daneben. Däublin begeisterte die Zuschauer durch seine ausgefeilte Technik. Immerhin dauerte es noch eine Weile bis Däublin einen abgeprallten Ball aus vollem Lauf wuchtig einschoß. Angefeuert durch die Zuschauer verschärften die Teutonen nun das Tempo. Zehn Minuten nach dem ersten Tor wurde dies mit einem weiteren Tor durch Karl Haas belohnt. Doch 1900 gab sich nicht geschlagen. Manchmal kamen sie in bedenkliche Tornähe, doch der letzte Einsatz fehlte. Wohl versuchten Krämer und Löbsack immer wieder, dem Spiel eine Wendung zu geben, doch vergebens. Steinbergs Abwehr war auf der Hut. Die Gästeverteidigung versuchte alles, um eine höhere Niederlage zu vermeiden. Alle Anstrengungen des Teutonensturmes waren vergebens Bis zur Halbzeit blieb das Resultat bestehen. Allgemein erwarteten die Teutonen-Anhchnger nach dem Wechsel eine höhere Torausbeute, doch'es kam wieder einmal anders. 1900 stellte seinen Sturm um, und wurde entschieden gefährlicher. Der Wind wurde auch immer stärker, so daß die Steinberger Abwehr schwer zu kämpfen hatte. Das flüssige Kombinationsspiel im Sturm vermißte man vollkommen. Wohl hatte Lang noch eine große Gelegenheit, als er die gesamte Deckung umspielt hatte, doch wiederum ging der Ball danehcn. In der 60. Minute erzielte 1900 sein Gegentor. Ein Mißverständnis in der Steinberger Verteidigung und schon flog der Ball von Theiß getreten ins Netz. Die Gießener Schlachtenbummler feuerten nun ihre Mannschaft stark an. Die Teutonen-Abwehr ließ sich nicht verblüffen. Beim Schlußpfiff verließ'Steinberg als verdienter Sieger den Platz. Man darf nun gespannt fein, mit welcher Mannschaft die Teutonen nun in der G a u-. klasse Zusammentreffen. Letztes Derbandsspiel. „Teutonia" Watzenborn-Steinberg I — Steindorf I 1:1 (0:1). Das letzte Verbandsspiel der Teutonen endete mit einer Riesenüberraschung. Die sieggewöhnten Steinberger mußten einen Punkt abgeben, der für den Tabellenplatz von großer Bedeutung fein wird. Keiner der elf Spieler erreichte seine gewohnte Form. S«it langem hatte man die Teutonen nicht so schlecht spielen sehen. Es schien so, als ob ihnen das Spiel gegen 1900'noch stark in den Knochen läge. Steindorf kämpfte mit Wucht und Energie. Die Deckung vollbrachte einen heldenmütigen Abwehrkampf; denn Steinberg hatte weit mehr vom Spiel. Steinberg war komplett bis auf Naumann und Schmitt, aber auch Steindorf hatte feine Spieler nicht alle zur Verfügung. Schiedsrichter war Gerhardt (Annerod). Steinberg hatte Anstoß- und sofort roll(e der erste Angriff aufs gegüerische Tor; doch konnte der Mittelläufer klären. Zn der Folge hatte die Steindorfer Abwehr viel Arbeit zur verrichten, aber es gelang' ihnen, ihr Tor rein zu halten. Der Sturm kam nur vereinzelt über die Mittellinie und konnte nicht gefährlich werden. Aber auch Steinberg erzielte keine Tore. Bei einem ungefährlichen Angriff der Steindorfer brachte Fett den Ball nicht weg. Schon war es geschehen! Steindorf führte 1:0. Trotz größter Anstrengungen gelang den Teutonen bis zur Halbzeit nicht mehr der Ausgleich. Nach dem Wechsel das gleiche Bild. Die Ueberlegenheit der Teutonen wurde immer stärker, doch alles war vergebens. Gegen sieben baumlange Spieler im Strafraum war auch nicht viel auszurichten. Nur einmal konnten sie überlistet werden. Bei einem der vielen Durchbrüche erwischte Däublin kurz vor dem Tor das Leder und schoß ein. Aber dabei sollte es auch bleiben. Gegen Schluß standen alle Spieler im Strafraum und verteidigten verbissen das Unentschieden, so daß sich die Teutonen schließlich mit diesem mageren Ergebnis zufrieden geben mußten. Jahres-Hauptversammlung im $G. „Teutonia" Watzenborn- Steinberg. Arn Samstagabend trafen sich die Mitglieder des FC. „Teutonia" Watzenborn-Steinberg im Vereinslokal, um den Bericht über die geleistete Arbeit im vergangenen Sportjahr zu hören. Zunächst erstatteke Jugendleiter Fischer seinen Bericht. Die Zugendmannschaft konnte einen achtbaren Mittelplatz in der Tabelle belegen. Leider trat sie nur wenig auf den Plan. Sodann verlas Rechner Münch einen günstigen Kassenbericht. Die Rechnungsprüfer fanden die Führung der Geschäfte in Ordnung und erteilten Entlastung. Anschließend verlas Geschäftsführer P i tz den Geschäftsbericht. Eingehend schilderte er die nunmehr 12jährige Geschichte des Vereins. Einige Sportler, die heute meist noch aktiv tätig sind, gründeten 1926 den Verein. Trotz größter Schwierigkeiten wurde der Verein immer größer und gilt heute als achtbares Glied innerhalb des Reichsbundes für Leibesübungen. Die 1. Mannschaft nimmt in der Bezirksklasse einen schönen Mittelplatz ein. Als besonderes Ereignis für den jungen Verein hob Geschäftsführer P i tz das 10jährige Stiftungsfest hervor. Vereinsführer Harnisch widmete seine Worte den Aufgaben der Gegenwart, und zwar der Sorge um die sportliche Erziehung der Zugend, um den notwendigen Nachwuchs für die aktiven Mannschaften sicherzustellen. Er forderte erneut alle Jugendlichen auf, sich dem Verein zur Verfügung zu stellen, damit auch sie später einmal den Verein so repräsentieren, wie es durch die jetzige 1. Mannschaft geschieht. Der seitherige Vereinsführer wurde wieder- gewählt. Zu Rechnungsprüfern wurden Rudolf E i f und Karl Jung I. gewählt. Der Vereinsführer bestimmte nun seine Mitarbeiter, und zwar zu feit nem Stellvertreter und Geschäftsführer Albert P i tz, zum Rechner Heinrich Münch, zum Zugendleitee Erwin Pfaff., zum Dietmar! Hch. Schmandt, zum Spielausschußobmann Otto Happel. Zum Schluß dankte Vereinsführer Harnisch für das wiederum erwiesene Vertrauen und versprach, immer für den Verein das Beste zu tun und forderte jedes Mitglied auf, ihn dabei tatkräftig zu unterstützen. — Für verdienstvolle Arbeit innerhalb des Vereinsgeschehens übereichte er den Mitgliedern Albert Pitz, Otto Happel und Ludwig Buß das silberne Dereinsabzeichen. OieUeberraschung: Schalke geschlagen! Hnv die Deutsche Fußballmeisterschaft 1938. Waren im bisherigen Verlauf der Gruppen-End- spiele um die Deutsche Fußballmeisterschaft im großen und ganzen ganz tolle Ueberraschungen ausgeblieben, so wurde uns am Ostermontag mit der Niederlage des Deutschen Meisters Schalke 04 eine Riesensensation beschert. Die „Knappen" waren als heiße Favoriten in den Kampf gegen Badens Meister V fR. Mannheim gegangen, zumal sie ja noch zu Hause spielen durften, aber vor 40000 Besuchern gelang es den Süddeutschen, den Meister mit 2:1 (0:0) zu schlagen. Der Sieg der großartig kämpfenden Mannheimer war vollauf verdient. Auch in den drei anderen Spielen des Ostermontags blieben die Platzvereine im geschlagenen Feld. Der Stettiner SC., der der Frankfurter Eintracht einen so großen Kampf geliefert hatte, unterlag gegen den Hamburger S V. mit 1:3 (1:2), der Hafenmeister Hanau 93 mußte in Kassel die Ueberlegenheit von Hannover 96 auch im Rückspiel anerkennen, und zwar mit 1:3 (1:1), und das britta 1:3 gab es in Aachen, wo Mittelrheins Meister 211 e* mannia gegen den 1. F C. Nürnberg verlor. Bei der Pause führte der „Club" schon 2:0 und ließ sich den Sieg nicht entgehen. Hohe Niederlage der „Lokinthians". Die bekannte Londoner Amateur-Fußballelf bet „Corinthians" beendete am Montag ihre OsterreifS mit einem Spiel beim Karlsruher FD. Die Engländer, die ihre stärkste Mannschaft nicht zur Stellt hatten, zeigten noch deutliche Ermüdungserscheinungen von den vorangegangenen Spielen. Mitte bet ersten Halbzeit gingen bie Einheimischen burch Mittelstürmer Rapp unb Rechtsaußen Brecht 2 :0 in Führung. Nach dem Wechsel spielten bie Eng- länber etwas eifriger, kamen aber zu keinem Erfolge. Karlsruhe erzielte burch Bolz und Kleinen; zwei weitere Tore, so baß der Kampf vor 4000 Zuschauern unter Leitung von Enverfehrt (Pforzheim), mit einem hohen Siege des KFV. endete. Neues dänisches Schwimmtalent. Für eine große Ueberraschung sorgte beim internationalen Schwiihmfest in Aarhus (Dänemark) bis erst zwölfjährige Schwimmerin Lykke Larsen aus Svendborg, die das 100-Meter-Brustschwimmen für Mädchen in der guten Zeit von 1 : 30,1 Min. gewann und im offenen 200-Meter-Brustschwimmen hinter der Holländerin Jopie Walberg (2:59,5 Min.) in 3:11,3 Min. den zweiten Platz vor der Dänin Jacobsen belegte. Ein Gießener spielt in den Endrunden um die Meisterschaft der Berufsbillardmeister. Zn diesen Tagen fanden in Frankfurt a. M. bei Donhausen die Gauvorrundenspiele zur deutschen Meisterschaft statt zwischen den Billardmeistern Sommer, Gießen (Caf6 Amend), Donhausen, Frankfurt, und Kresnicka, Stuttgart. Von 4 zu spielenden Partien gewarin Sommer . 3 und qualifizierte sich damit für die Endrunden, die im Mai in Gelsenkirchen von den 8 besten Spielern der Gaue bestritten werden. Oie Verlobung unserer Kinder Erika und Meine Verlobung mit Fräulein ' Klaus geben wir bekannt Erika Kippenberger zeige ich an Äergwerksdireklor Äergaffessor Otto Kippenberger u.Frau Martha, geb. Göring llniv.-professor Or. med. Fritz Hildebrandt und Frau Life, geb. Ackermann Gießen im April 1938 2669D Klaus Hildebrandt Referendar z.Z. Diesbaden-Äiebrich 3/pion.-Äall. 52 Die Geburt eines Töchterchens zeigen in dankbarer Freude an Heinrich Trechsler und Frau Gertrud, geb. Wienhold Gießen (Allcenstraße 4), den 17. April 1938 (;. 3- St. Fosephs-Krankenhaus) __01851 HLeupln-Creme u. Seife seit 25 Jahren bewährt bei Pickel autjucken - Ekzem Gesichtsausschlag, Wundsein usw. In den Drogerien: W. Kilbinger Nacht., Seltersweg 79 a; Wint erhoff, Kreuzplatz 10; Bornemann. Bahnhofstr. 17; C. Seibel, Frankfurter Str. 39. 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Mitglieder der NSDAP., der NS.-Franensohaft, des Landschaltsbundes Volkstum und Heimat erhalten ermäßigte Eintrittskarten zum Preise von 75 Pf. Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Gießener Soldatenkameradschaften zu 50 PL gegen Vorzeigen ihres Mitgliedsausweises. Für Angehörige der Garnison: Olfislere BO Pf., Mannschaften 25 Pf. Nichtmltglieder zu Mk. 1.50 bei Chaliier und an der Saalkasse. Studentenkarten zu 40 Pf. bei Hausverw. Becker, Univ.-Gebäude. 86?oD wird immer größer, wenn Sie ein schlechtsitzendes Bruchband tragen. Es kann auch Brucheinklemmung entstehen. Fragen Sie Ihren Arzt. Ein Unterleibsbruch ist nicht ein Riß in der Netzhaut, sondern stellt eine Bauchfellausstülpung'dar und ist besserungsfähig. Viele Bruchleidende haben sich mit Hilfe meinerSpezialaustührungen sogar geheilt. U. a. schreibt Herr Grahn: ^eile Ihnen mit. daß mein doppelseitig. Leistenbrüch trotz meines Alters von 62 Jahren durch das Tragen Ihrer Bandage vollkommen gfeheilt ist. 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Sprechstunden täglich ll‘/i bis 13 Uhr. Fernruf 2129. 1757O Mittwoch, 20. Avril, mitt. 2 Uhr. versteigere ich dabier Neuenweg (bei Hartmetz) bzw. an Ort und Stelle, Bekanntgabe dortselbst, zwangsweise gegen bar: 2683D Haus-, Laden- unb Büromöbel, Näh- u. Schreibmasch., Radios, Klaviere, Bücher, Schreibtischgarnituren, Füllfederhalter, eins goldene Uhr, Federzeichnungen, 1 Poften Mäntel und Kleider. Freihändig: Möbel verschied. Art, Hüte und Mützen, Staubsauger. Avf Gerichtsvollzieher XJlUUlf Schillerstr. 5. Stadttheater 20 bis 22 Uhr Die Weiber von Redditz Preise RM. 0 60-3.- 19.30 bis 22 Uhr 28. Mittwoch- Miete Festvorstellnng znm Geburtstag des Führers Zum letzten Male »yj tiefsten G Kj^unq nicht nur beiv rÄUm W « de ^ern alles T Men unb ui in n^er 3enl ! fiErs* BVS! 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