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In der Absicht, dem deutschen Volke Gelegenheit zu geben, sich in seiner Gesamtheit zu dem durch die Wiedervereinigung Oesterreichs mit dem Deutschen Reich geschaffenen g r o h - deutschen Votksreich zu bekennen, ordne ich an, daß neben der Volksabstimmung im Lande Oesterreich auch im übrigen Reichsgebiet eine Volksabstimmung über die am •13. März 1938 vollzogene W l ed e r v e rei ni - gung Oesterreichs mit dem Deutschen Reich stattfindet. Gleichzeitig löse ich den Reichstag mit Ablauf des 9. April 1938 auf, um den deutschen Volksgenossen in Oesterreich eine Vertretung im grohdeutschen Reichstag zu eröffnen. 2. Volksabstimmung und Reichstagswahl des grotzdeutfchen Volksreiches finden am Sonntag, dem 10. April 1938, statt. Der Führer und Reichskanzler. Adolf Hitler. Der Reichsmlnister des Innern. Frick. Das Wahlverfahren. Ein zweites Gesetz über das Reichstagswahlrecht. Berlin, 19. März. (DNB.) Im Reichsgesetzblatt wird folgendes „Zweites Gesetz über das Reichstags- wahlrecht vom 18. März" veröffentlicht: Die Reichsre^ierung hat das folgende Gesetz beschlossen, das hiermit verkündet wird: § 1 An die Stelle der Kreiswahlvorschläge tritt der Reichswahlvorschlag. § 2 Der Reichswahlvorschlag wird durch einen oder mehrere Bewerber bezeichnet. § 3 Für die Reichstagswahl im Lande Oester- re i ch gelten die allgemeinen Bestimmun- g e n der Reichstagswahlen, soweit nicht die Vorschriften für die Durchführung der Volksabstimmung in Oesterreich am 10. April 1938 eine abweichende Regelung enthalten. § 4. Der Reichsminister des Innern ist ermächtigt, die Bestimmungen über das Wahlverfahren zu ändern, soweit es zur V e r e i n fa ch u n g des Wahlverfahrens erforderlich ist. Berlin, den 18. März 1938. Der Führer und Reichskanzler: Adolf Hitler. Der Reichsminister des Innern: Frick. Dr. Goebbels Letter des propagandakampses. Berlin, 18.März. (DRV.) Zur Durchführung des Propagandakampfes für die Volksabstimmung am 10. April 1938 wurde die Reichspropa- gandaleilung für dievolksabsiimmung unter Führung von Reichspropagandaleiter Dr. Goebbels gebildet. Dr. Goebbels hak zu feinen Stellvertretern den Stabslelter der Reichspropaganda, leitung der RSDAP.» Hugo Fischer, und Reichsamtsleiter Leopold G u t t e r e r ernannt Die Reichs- propagandaleitung für die Volksabstimmung hat ihren Sih in Berlin W 8, Hotel Kaiserhof, Fernsprecher 117 571. Sie ist bis zum Abstimmungstag ununterbrochen Tag und Rächt zu erreichen. Wien hörte den Führer. Tausende auf den großen Plätzen der Donaustadt. Wien, 19. März. (DNB.) Kurz vor 20 Uhr flaute das Leben in den Straßen Wiens ab, wie mit einem Schlage veränderte sich das Straßenbild der Donaustadt. Auf den großen Plätzen sammelten sich die Menschen zu Tausenden. Ein großer Teil suchte die Gaststätten und Lichtspieltheater auf, um die Rede des Führers zu hören. In den Lokalen und Gasthäusern ruhte der Ausschank und die Essenausgabe, da das gesamte Personal an dem Gemeinschaftsempfang teilnahm. Besonders eindrucksvoll gestaltete sich die lieber» tragung vor dem Rathaus, das in seiner festlichen Beleuchtung eine stimmungsvolle Knüffe bildete. In ergriffenem Schweigen standen Schulter an Schulter Tausende von Wienern mit Polizei, Wehrmacht, SA. und ff. Als zum Schluß die Abgeordneten des Reichstages die Nationalhymnen sagen, erklangen auch hier die Lieder des Volkes, ein Bekenntnis Oesterreichs zum großen deutschen Dolksreich. Besonders stark und überwältigend ist der Eindruck der Ankündigung, daß am 10. April nicht nur das deutsche Volk in Oesterreich zur Volksabstimmung gerufen ist, sondern daß gleichzeitig das gesamte deutsche Volk sein Bekenntnis zur deutschen Einheit ablegen wird. Immer mi eiter erklang der Iubelruf: „Ein Volk! Ein Reich! Ein Führer! zum Nachthimmel empor. Heicksstatthalter Eeyß-Inquart vom Führer vereidigt. Berlin, 19. März. (DNB.) Der Reich-statthal- ter in Oesterreich, Dr. Seyh-Jnquarl, ist am Freitag vom Führer und Reichskanzler vereidigt worden. Oer erste Eindruck im Ausland. „Unlösbare Bande." Starker Eindruck der Führerrede in der italienischen Presse. Mailand, 19. März. (DNB. Funkspruch.) Von der norditalienischen Presse werden die Worte des Führers, die sich auf die Freundschaft mit Italien beziehen, besonders hervorgehoben. Der „Popolo d'Jtalia" stellt die Betonung der unlösbaren Bande zwischen Großdeutschland und Italien und die Worte des Führers über die Unverletzlichkeit der italienischen Grenzen in den Vordergrund. Den stärksten Eindruck hat es gemacht, daß Adolf Hitler den Volksentscheid in Oesterreich durch seinen im Reichstag verkündeten Entschluß zu einer Volksbefragung des ganzen deutschen Volkes ausgestaltet hat, wodurch das 75-Millionenvolk des ganzen Reiches vor ber ganzen Welt feierlich seinen Willen kundgeben wird. FreundllcheVusnahmemVelgrad Belgrad, 19. März. (DNB.) Die Rede des Führers vor dem Großdeutschen Reichstag ist in Jugoslawien mit allergrößtem Interesse erwartet worden. Die führenden Persönlichkeiten des Staates, mit Ministerpräsident Dr. Stojadinowitsch an der Spitze, hörten sie am Lautsprecher ab. Die großen Belgrader Zeitungen hatten einen Sonderdienst eingerichtet, um die Rede noch in die Pro- vinzausaaben zu bringen. In maßgebenden politischen Kreisen freut man sich besonders über d i e herzliche Erwähnung Jugoslawiens und empfindet sie als eine Auszeichnung. An der Rede bewunderte man die klaren Formulierungen, ihre Festigkeit im Inhalt und die Abstufung im Ausdruck. Im übrigen zweifelt niemand daran, daß die Wahl am 10. April zu einer einmütigen Kundgebung des ganzen deutschen Volkes für Adolf Hitler werden wird. Großer Andruck in polen. Warschau, 19. März. (DNB. Funkspruch.) Die polnische Presse geht ausführlich auf die gestrige Rede des Führers vor dem Reichstaa ein. In dem Bericht der polnischen Telegraphen-Agentur heißt es, die Rede habe sich durch die große Energie ausgezeichnet, mit der sie vorgetragen wurde. Als Adolf Hitler über die Einigung Großdeutschlands sprach, sei seine Stimme voller Freude gewesen. In den Worten, in denen er sich an die Adresse der ausländischen Gegner dieses Werkes wandte, habe er mit erhobener Stimme und großer Bitterkeit gesprochen. Weiter wird darauf hinqewiesen, daß die Rede oftmals durch stürmische Beifallskundgebungen unterbrochen wurde. Der Hinweis des Führers auf die verständnisvolle Haltung Polens zur Lösung der österreichischen Frage wird von den Blättern besonders heroorgehoben. Am 10. April ein hunderiprozentiges 3a. Das Echo der Zührerrede in der pariser presse. Paris, 19. März. (DNB. Funkspruch.) An erster Stelle bringen die Frühblätter die Rede des Führers. Journal" sagt: „Der Führer weiht die Geburt des Großdeutschen Reiches." Hitler habe in seiner triumphalen Rede mit allem Nachdruck auf die Festigkeit der Achse Rom — Berlin verwiesen. Van jetzt an müßte das Ausland wissen, daß das Deutschland Adolf Hitlers und das Italien Benito Mussolinis wohl aufs aller- engfte verbündete Mächte seien. Durch den Mund des Führers habe das Dritte Reich vor der ganzen Welt versichert, daß wer auch immer Italien oder seine Grenzen beeinträchtigen wolle, es mit der deutschen Wehrmacht zu tun haben würde. Das Markanteste aus der Rede sei die Stelle gewesen: „Hinter mir stehen 75 Millionen Deutsche und vor mir die deutsche Wehrmacht!" Der Beifall bei diesen Sätzen fja’be gedröhnt wie eine Artilleriesalve und ein Wirbelsturm. Die Begeisterung der Abgeordneten sei unbeschreiblich gewesen. Die Dankesworte des Führers an die Nationen, die nach dem Anschluß Deutschland gegenüber eine freundliche Haltung einnahmen, berühre die Eigenliebe der Franzosen, da der Führer an erster Stelle Polen und Jugoslawien genannt habe; zwei Verbündete oder frühere Verbündete Frankreichs. — „Matin" unterstreicht, daß der Führer erneut die Zuverlässigkeit der Grenzen Italiens und Frankreichs garantiert habe. Deutschland wolle den Frieden; aber man denke nicht daran, der Unterdrückung von Millionen Menschen deutschen Blutes teilnahmslos zuzusehen. — „Petit Journal" unterstreicht die erstmalige Anwesenheit der österreichischen Minister auf der Regierungsbank. Man könne sicher sein, daß die Volks- abftimmung vom 1 0. April dem Führer fast hundertprozentig Ja-Stimmen bringen werde. Es gebe keinen Deutschen, der nicht zustimmend auf die gestellte Frage antworten werde, ob er den Anschluß wünsche. — „Petit Parisien" weist besonders darauf hin, daß die Berliner Bevölkerung, die seit der Verwirklichung des Anschlusses auf einen hohen Grad der Beaeisterung gewesen sei, in dichten Scharen auf dem Wege von der Reichskanzlei zur Krolloper gestanden habe. Wenig Verständnis in London. London, 19. März. (DNB. Funkspruch.) Die Rede des Führers findet bei den Londoner Blättern große Beachtung. Besonders heben sie die Ankündigung des Führers hervor, daß die gesamte deutsche Nation jetzt entscheiden werde. In den Kommentaren der Blätter, z. B. des „New Ehronicle", kommt jedoch wenig Verständnis zum Ausdruck. Fast alle Blätter schildern in ihren Berliner Berichten die Begeisterung, mit der die führenden Männer der deutschen Ostmark, besonders Reichsstatthalter Seyß-Jnquart, im Deutschen Reichstag begrüßt wurden. Die „Times" gebärdet sich wieder wie eine der frommen Weltgouvernanten, deren scheinheiliges Getue der Führer gerade erst gestern im Zusammenhang mit der Vergewaltigung des Selbstbestimmungsrecytes der Völker, wenn es sich dabei um Oesterreich handelte, vor aller Welt an den Pranger gestellt hat. Das Blatt sagt, wenn Hitler gewollt hätte, hätte er den Anschluß mit der Einwilligung beider Völker verwirklichen können. Hitler habe jede Gelegenheit gehabt, um dies mit dem „internationalen guten Willen" (!) oder zumindest mit der „internationalen Zustimmung (!) zu machen. Mit solchen Aeußerungen beweist das Blatt nur, daß es bisher noch nicht begriffen hat, daß es nur ein deutsches Volk gibt. „Daily Expreß" hebt in einer Riesenüberschrift die Worte des Führers hervor: „Ich rettete Oesterreich vor dem Schicksal Spaniens". Das Blatt berichtet über die begeisterten Ovationen, die der Reichstag den Vertretern Oesterreichs entgegenbrachte. „Daily Mail" hebt unter der Ueberfchrift „(Bebt mir nochmals vier Jahre Zeit" hervor, daß der Führer zu einem mit Energie geladenen Volk gesprochen habe. Herzliche Begrüßung der deutschen Zronttämpfer in Hom. Rom, 18. März. (DNB.) Die Vereinigung der deutschen Frontkämpferverbände findet im Lande Mussolinis eine Aufnahme, die an Herzlichkeit und Begeisterung kaum Überboten werden kann. Am Freitagvormittag wurden sämtliche Teilnehmer im Hof des Quirinals vom König und Kaiser begrüßt. Von da ging der Marsch zum Grabe des Unbekannten Soldaten, wo der Präsident der Vereinigung, der Herzog von Coburg, in Anwesenheit italienischer Kriegerbünde und des Präsidenten Delcroix einen Kranz niederlegte. Ebenso wurden die gefallenen faschistischen Helden geehrt. Gegen Mittag wurden die deutschen Gäste im Palazzo Venezia vom Duce empfangen, der in deutscher Sprache erwiderte und die Frontkämpfer als Begründer des neuen Italiens und des neuen Deutschlands begrüßte. Sie seien es, die ihre Bereitschaft zum vollen Einsatz für Volk und Staat in Krieg und Frieden bewiesen hätten. Sein Heil! auf die beiden befreundeten Länder löste einen Sturm der Begeisterung aus. Heil dem Führer! Eine Woche von weltgeschichtlicher Bedeutung liegt hinter uns. Ereignisse von unvorstellbarer Größe sind auf uns eingeftürmt. Eindrücke in fast verwirrender Fülle drängten sich uns auf und lassen uns kaum Zeit, die einzelnen Stufen einer sich überstürzenden Entwicklung festzuhalten und zu ordnen. Nur eins haben wir alle erfaßt: Wir durften Zeugen sein der großen Tat eines genialen Staatsmanns, der in blitzschnellem Erkennen des einzigartigen Augenblicks, in richtiger Wertung der weltpolitischen Gesamtlage, in berechtigtem Selbstvertrauen auf die eigene Kraft mit kühnem Entschluß und großartiger Folgerichtigkeit den Traum vorn Großdeutschen Reich erfüllte, für den Generationen hindurch die Besten unseres Volkes gekämpft und gelitten haben, die Deutschen Oesterreichs, die sich einst nicht hatten „hinausdrängen" lassen wollen aus dem Reich, als es sich 1848 als unmöglich erwies, die Reichseinheit zu schaffen zusammen mit dem Dölkerstaat der Habsburger, aber auch viele Deutsche im Reich, die den Bruderkrieg von 1866 als tragisches Verhängnis deutschen Schicksals empfanden und Bismarcks Kleindeutsches Reich nur als provisorische Lösung begreifen konnten, die eines Tages durch den Anschluß Deutsch-Oesterreichs ihre naturnotwendige Ergänzung finden mußte. Bismarck selbst hatte schon durch seine Bündnispolitik diesen großdeutschen Gefühlen Rechnung getragen, die Waffenbrüderschaft des Großen Krieges hatte sie erneut geweckt und gewiß war es eine der bittersten Enttäuschungen der unheilvollen Jahreswende 1918/19, daß einem kraft- und mutlos gewordenen Geschlecht damals nicht einmal das gelang, aus dem Zerfall des Habsburgischen Nationalitätenstaates die Deutsch-Oesterreicher ins Reich zurückzuholen, obwohl sie selbst trotz der furchtbaren Lage Deutschlands den besten Willen dazu hatten. Deutsch- Oesterreich mußte wieder ganz auf sich selbst gestellt seinen Weg antreten in eine bitter und lähmend empfundene „Unabhängigkeit", deren Vevlust heute seltsamerweise gerade von den Mächten am meisten beweint wird, die mehr als ein Jahrzehnt hindurch geglaubt hatten, mit Völkerbundsanleihen einem Lande helfen zu können, dessen natürlichen Blutzu- ftrom man durch das Verbot des Anschlusses brutal und kurzsichtig unterbunden hatte und das damit verurteilt war, hinzusiechen und abzusterben, da$■ sich immer wieder in inneren Gärungen aufbäumte gegen das ihm zugedachte Schicksal, ein Spielball in der Hand ehrgeiziger politischer Intriganten zu werden, und das doch aus eigener Macht sich nicht durchringen konnte zu wirklicher Unabhängigkeit,, für die eben alle natürlichen Voraussetzungen fehlten. Tapfer und treu der Idee, Ostmark des Reiches zu sein, hat der überwiegende Teil der Deutsch- Oesterreicher auch in diesen Jahren auf seinem schweren Posten ausgeharrt, zäh, mutig und unbeirrt wie in dem vorausgegangenen Jahrhundert der Trennung vorn Reich, wo es für die Deutschen galt, sich im erbitterten Kampf der erwachenden Nationalitäten zu behaupten auch gegen die stets zu Kompromissen auf Kosten der deutschen Lebensrechte geneigte Staatsgewalt der Habsburger. Das Deutschtum Oesterreichs hat trotz manch verständnislos ablehnender Kühle aus dem sich saturiert dünkenden, in rein staatlichem Denken befangenen Vorkriegsdeutschland niemals die Hoffnung auf eine endliche Rückkehr ins Reich aufgegeben. Wie erst in Tagen des Unglücks in uns der großdeutsche Gedanke wieder lebendig war, wie dann in den Jahren der inneren Gesundung unseres Volkes in der Schule des Nationalsozialismus, der unser Selbstbewußtsein stählte und uns durch die geniale Führung Adolf Hitlers auf allen Lebensgebieten zu höchsten Leistungen emporriß, auch der Wille zum großdeutschen Reich in uns wuchs, der Wille, nicht das für alle Zeiten als unabänderlich hinzunehmen, was der Siegesrausch verblendeter Politiker einst in Paris diktiert hatte, so überströmend ist heute das Glücksund Dankgefühl des deutschen Volkes, daß durch die weise Staatskunst des Führers nun die großdeutsche Einigung geschichtliche Tatsache geworden ist., Der unbeschreibliche Jubel, der den Führer auf seiner Fahrt durch die österreichischen Lande und in Wien, der altehrwürdigen Hauptstadt der deuffchen Ostmark, begleitete, der triumphale Empfang, den die Reichshaupfftadt dem Führer des geeinten Groß- deutschen Reiches bei feiner Rückkehr von einem Siegeszuge ohnegleichen bereitete, her ohne Schwert^ streich, ohne die Rechte fremher Mächte auch nur zu berühren, die Grenzen des Reichs bis an den Brenner und an die Karawanken vorgeschoben hat, die von tiefster innerer Bewegung zeugende Festes- ftimmung in ganz Deutschland sprechen davon, wie der Führer mit seiner £at der Wiedervereinigung Deutsch-Oesterreichs mit dem Reich den tiefsten Herzenswunsch seines Volkes erfüllt hat. Die größte Vollzugsmeldung seines Lebens hat der Führer selbst in seiner Ansprache an die Bevölkerung Wiens, die Rückführung seiner engeren österreichischen Heimat in den Schoß der Mutter Germania genannt. Und daß es ein Sohn dieser deutschen Ostmark war, der mit dieser Tat ein neues Blatt deutscher Geschichte umschlug, ist es nicht eine Rügung, für die wir besonders dankbar sein müssen? Wie sehr ihn selbst niemals der Gedanke an die Rückkehr feiner Heimat ins großdeutsche Vaterhaus verlassen hat, hat er in seinem Werk „Mein Kampf" mit zu Herzen gebenden Worten geschildert, er kannte die tiefinnere Sehnsucht seiner Landsleute und wie er in diesen epochemachenden Märztagen aus diesem Verstehen heraus mit beispiellosem Mut seine kühnen Entschlüsse faßte und sich damit auch dort die Herzen Deutsch-Oesterreichs im Sturm gewann, wo man bisher vielleicht noch kühl oder gar ablehnend gewefen mar, fo wir in seiner sicheren Hand, in der 5>ani> des geborenen Deutsch-Oesterreichers, die Zukunft des zurückgewonnenen Landes in bester Hut. Er kennt die Seele der deutschen Ostmark und seiner Menschen, er weiß um ihre nicht unberechtigte Empfindlichkeit gegenüber dem kühlen Selbstbewußtsein des Norddeutschen, er weiß, daß erst wieder zueinander- wachsen muß, was so lange getrennt war, er kennt die Wunden, die das Schwert der Geschichte in einem Jahrhundert schlug, aber er weiß auch um den heilenden Balsam. Heinrich Ritter von Srbik, der bedeutende Geschichtsforscher der Wiener Universität, sagt in einem Aufsatz zum 13. März: „Wenn wir nun zum Mutterland mit heißem Jubel zurückkehren, wenn wir uns ehrfurchtsvoll und in Liebe verneigen vor einem einmaligen großen Deutschen, der aus unserem Boden entsprossen ist, so beseelt uns Deutsche in Oesterreich das Bewußtsein ehrlich erfüllter Pflicht, und wir, ziehen mit erhobenem Haupte ein in das Reich voll der Gewißheit,daß wir nicht nur Empfangende, sondern auch Gebende sind." Das wollen wir nicht vergessen, wenn in den nächsten Tagen und Wochen über die gefallenen Grenzen die deutschen Brüder aus Oesterreich dei uns zu Gast sind, Arbeitskamevaden, Soldaten, die vielen Kinder, die in Jahren der Wirtschattskrisis daheim oft bittere Not leiben mußten, und die verdienten Kämpfer der nationalsozialistischen Bewegung. Und wenn wir nun selbst wieder bald ohne Schwierigkeiten der Devisen- und Zollkontrolle uns aufmachen dürfen in die zu uns zurückgekehrte deutsche Ostmark, wollen wir die herrlichen österreichischen Lande, vielleicht die schönsten und mannigfaltigsten unseres neugewonnenen Großdeutschen Reiches, mit einem Gefühl tiefster Dankbarkeit für die Menschen betreten, die hier auf einsamen, oft verloren geglaubten Posten die Wacht gehalten haben am äußersten Bollwerk deutscher Kultur eingedenk ihrer deutschen Sendung im Südosten und die Treue zum Reich im Herzen. Wenn wir an die Mitgift denken, die Oesterreich mit ins Reich einbringt, sind unsere Gedanken nicht in erster Linie bÄ den reichen Bodenschätzen, der ausbaufähigen Landwirtschaft, der entwickelten F^inindustrie, dem hochstehenden Kunstgewerbe, wir wollen uns ebenso sehr bewußt sein, .welche großartigen, unverlierbaren Schätze deutschen Geistes uns die deutsche Ostmark geschenkt hat. Heinrich von Srbik weist in seinem schon genannten Aufsatz mit Recht auf diese gegenseitige Befruchtung hin, die sich zwischen dem Reich und seiner Ostmark im Laufe mehr als eines Jahrtausends deutscher Geschichte ergeben hat von den Nibelungen und Walter von der Dogel- werde bis zu Grillparzer und Stifter, und was wäre die deutsche Musik ohne Haydn und Mozart, Schubert und Bruckner, selbst die Niederdeutschen Beethoven und Brahms gelangten erst in Wien zu ihrer vollen Entfaltung. So sind auch wir dankbar Empfangende, die sich über alle Maßen glücklich preisen, nach der befreienden Tat des Führers mit Oesterreich einen der schönsten und reichsten deutschen Gaue, einen der wertvollsten und erprobtesten deutscher? Stämme im neuen Großdeutschen Reich willkommen heißen zu dürfen. Der Sjolz über diese herrliche österreichische Heimat, die er dem deutschen Volke wiedergeschenkt hat, schwang auch mit in der Rede, in der der Führer gestern die Wiedereingliederuna Oesterreichs dem Deutschen Reichstag bekanntgab. „Welch stolzere Befriedigung kann es", so sagte der Führer, „für einen Mann geben, als die Menschen der eigenen Heimat in die größere Volksgemeinschaft geführt zu haben." Mit eindringlichem Ernst legte der Führer dar, wie das Nationalitätenprinzip das bewegende politische Ideal wurde und nur uns Deutschen das Schicksal es versagt hatte, alle Volksgenossen deutschen Bluts in einem Reich zu einigen. Die Friedensdiktate sollten nach dem Willen ihrer Urheber uns diesen Weg für alle Zeiten versperren. Heute wie damals hatten die Patentdemokraten eine doppelte Auslegung des einst feierlich von ihnen verkündeten Selbstbestimmungsrechts der Völker bereit. Wie man einst die in österreichischen Ländern durchgeführten Abstimmungen beiseiteschob, ja verbot, als die ersten Ergebnisse eine überwältigende Mehrheit für den Anschluß an das Reich gezeigt halten, so will man heute in den westeuropäischen Völkern vom Selbstbestimmungsrecht nichts wissen, da das deutsche Volk in Oesterreich mit beispielloser Freude seinen Befreier von dem brutalen Terror eines volksfremden Regimes und einer ihm durch Diktat aufgezwungenen „Unabhängigkeit" umjubelt und feine Heimkehr ins Reich feiert. Diesen verlogenen Zweideutigkeiten ausländischer Politiker, die nackte Interessen mit falschen demokratischen Phrasen bemänteln, warf der Führer die stolzen Worte entgegen: „Recht muß Recht fein, auch bann, wenn es sich um Deutsche handelt!" Welche Weltmacht, so sagte er, würde es ruhig hinnehmen, wenn Millionen ihrer Volksgenossen außerhalb der Reichsgrenzen immer wieder aufs tiefste g^demütigt und drangsaliert wurden? Und Deutschland ist dank der nationalsozialistischen Erhebung wieder eine Weltmacht geworden, die es mit ihrer Ehre nicht zu vereinbaren vermochte, zuzusehen, wie in Oesterreich Millionen deutscher Volksgenossen auf das brutalste mißhandelt wurden. Dem entsprang die Berchtesgadener Zusammenkunft mit ihrem Vorschlag zur inneren Aussöhnung und Entspannung zwischen den beiden deutschen Ländern. Mit allem Ernst waren Herrn Schuschnigg, wie der Führer noch einmal im Reichstag darlegt, die Folgen eines Scheiterns dieses unwiderruflich letzten Versuchs klargemacht worden. Daß trotz seines beispiellosen Betrugs unendliches Unheil verhütet werden konnte und Oesterreich das Schicksal Spaniens erspart blieb, ist einzig und allein des Führers kühner Entschlußkraft zu verdanken, der mit seiner Befreiung Oesterreichs eine unerträgliche mitteleuropäische Spannung radikal beseitigt hat, wofür gerade die direkt beteiligten Mächte wie Italien, Jugoslawien, Ungarn und auch Polen das stärkste Verständnis gezeigt haben. Mit besonders herzlichen Worten gedachte der Führer der eindeutigen Haltung des faschistischen Italiens, die alle Spekulationen auf eine Belastung der Achse Berlin —Rom zunichte gemacht und „unlösbare Freundschaft" zwischen beide Völker gesetzt hat. Was der Führer in einem Brief an den Duce schon ausgesprochen hat, bekräftigte er feierlich im Namen des deutschen Volkes unter dem Beifall des Reichstags: „Das Land und die Grenzen dieses Freundes sind für uns unantastbar!" Der Duce hat in seiner Rede vor der italienischen Kammer das von tiefer Er- kenntnis der inneren Zusammenhänge und logischen Entwicklungen zeugende Wort geprägt: „Wenn ein Ereignis n a t u r n o t w e n d i g geworden ist, so ist es besser, es geschieht mit un s, als etwa trotz uns, oder noch schlimmer, gegen uns." Es war nach der ganzen Einstellung der maßgebenden Kreise in Pa- ris und London nicht anzunehmen, daß die Westmächte den gleichen nüchternen Tatsachensinn auf- hringen würden, um sich von Illusionen zu lösen, die nicht mehr in eine von Grund auf veränderte Welt passen. Die Zeichen der Verärgerung und des Mißvergnügens müssen wir in Kauf nehmen und uns damit trösten, daß wir auch mit einer ihnen genehmeren Methode schwerlich den Beifall Frankreichs und Englands für die Wiedereingliederung Oesterreichs gefunden hätten. Wenn nun am 10. April die ganze deutsche Nation, die Wahlberechtigten eines beschlossenen 75- Millionen-Volkes nach Dem Willen des Führers antreten werden, um ihr Bekenntnis zum Großdeutschen Reich feierlich abzulegen, so wird in der Volksabstimmung über die Wiedervereinigung Oesterreichs sowohl wie in der Wahl zum ersten groß- »;n Reichstag, der heiße Dank an den Führer usdruck kommen, dessen genialer Staatskunst diese erhabene Krönung eines gigantischen Aufbauwerkes gelang, und der Wille, dies Großdeutsche Reich der Ehre und Freiheit festzuhalten mit allen Fasern unseres Herzens und wenn es nottut, auch zu verteidigen mit der ganzen Kaft und Entschlossenheit eines Volkes, dem Adolf Hitler den Willen zu höchsten Leistungen im friedlichen Wettbewerb der Völker wiedergegeben hat, aber auch Selbstachtung und Selbstvertrauen, den Glauben an fein Recht und feine unverlierbare Ehre. Dr. Fr. W. Lange. Des Führers Tnumphfahrt zum Reichstag. Berlin, 18. März. (DNB.) Ein Jubelschrei ohnegleichen bricht in der Wilhelrnstraße aus, als etwa zehn Minuten vor Sitzungsbeginn der Führer die Fahrt zum Reichstag antritt. Wieder kommt in diesen sich lawinengleich fortpflanzenden unbeschreiblichen Begeisterungsstürmen und Huldi- gungen der heiße und innige Dank der Nation an den Schöpfer Großdeutschlands für seine geschichtliche Tat zum Ausdruck. Von solchem Jubel auf der ganzen Fahrt überschüttet, trifft der Führer vor der Krolloper ein. Vor der Krolloper herrscht reger Betrieb. In langen Zweier- und Dreierreihen fahren die Wagen mit den Mitgliedern der Reichsregierung, den Ehrengästen, den Vertretern der Wehrmacht und Diplomaten vor. Eine Ehrenkompanie des -Totenkopfverbandes „Brandenburg" ist aufmarschiert. Im offenen Wagen erscheint der Präsident des Deutschen Reichstages, Generalfeldmarschall Göring, dem von der Menge stürmische Ovationen dargebracht werden. Kurz danach wird Dr. Goebbels stürmisch begrüßt. Punkt 20 Uhr fährt der Führer vor und schreitet unter den Klängen des Präsentiermarsches und des Deutschlandliedes die Front der Ehrenkompanie ab. Im Eingang der Krolloper wird der Führer vom Präsidenten des Hauses, Generalfeldmarschall Göring, willkommen geheißen. Der Führer betritt den Sitzungssaal. Um 19.45 Uhr ist das Haus voll besetzt. Fast alle Reichsminister, Reichsstatthalter und Staatssekretäre haben sich bereits eingefunden. Im Parkett sind sämtliche Abgeordneten anwesend. Die Zuschauertribünen sind überfüllt. Wenige Minuten vor 20 Uhr erscheinen im Sitzungssaal die Mitglieder der österreichischen Landesregierung mit dem Reichsstatthalter Seyß-Jn- quart an der Spitze, der die Uniform eines ff» Gruppenführers trägt. Laute Heilrufe und Händeklatschen begrüßen die führenden Männer aus der deutschen Ostmark, die heute zum ersten Mal an einer Sitzung des Deutschen Reichstages teilnehmen. Botschafter v o n Papen begrüßt jeden einzelnen der österreichischen Herren mit Handschlag und ihm schließen sich die Mitglieder der Reichsregierung, die führenden Männer von Partei und Staat an. Lautloses Schweigen tritt ein. Sowohl auf der Regierungs-Estrade wie im Parkett der Abgeordneten und auf den Tribünen erwarten alle Anwesenden stehend den Führer, der, als er Punkt 20 Uhr in Begleitung des Reichstagspräsidenten Generalfeldmarschall Göring und Reichsinnen. Minister Frick den Saal betritt, mit lauten Heilrufen empfangen wird. Der Führer nimmt auf der Regierungs-Estrade Platz. Neben ihm fitzen in der ersten Reihe die Reichsminister Heß, von Ribbentrop, Dr. Frick, Dr. Goebbels, Freiherr von Neurath, Graf Schwerin-Krosigk, in der zweiten Reihe die Reichsminister Schacht, Funk, Gärtner, Darrs, Rust, Kerrl, Seldte, Dr. Frank und Dorpmüller. In der dritten und vierten Reihe sieht man Generaloberst von Brauchitsch, (SeneralabmU ral Raeder, den Chef des Oberkommandos der Wehrmacht General der Artillerie Keitel und Staatsminister Meißner, weiterhin die Reichsleiter, Staatssekretäre und weitere führende Männer des Staates und der Partei. Auf der Unken Seite der Regierungsestrade sitzen in der ersten Reihe die Mitglieder der österreichischen Lan- desregierung. Zu beiden Seiten des Redner- pultes nehmen Reichsminister Lammers, Reichspressechef Dr. Dietrich und die beiden Adjutanten des Führers, ff-Gruppenführer Schaub und NSKK.« Gruppenführer Wiedemann, Platz. Wie stark das Interesse der ausländischen Diplomaten ist, kann man daraus ersehen, daß die Diplomaten- I o g e voll besetzt ist. Man sieht die Botschafter der Türkei, von Polen, Spanien, Brasilien und zahlreiche Gesandte, den Geschäftsträger von Italien an Stelle des erkrankten Botschafters, ferner die Geschäftsträger von England und der Sowjetunion sowie einen Vertreter der Botschaft der Vereinigten Staaten. Göring eröffnet die Sitzung. Herzliche Begrüßung der Oesterreicher. Neichstagspräsident Generalfeldmarschall G ö» ring eröffnet die Sitzung. In seiner Ansprache sagt er: Die heutige Sitzung des Deutschen Reichstages ist wohl eine der denkwürdigsten, die wir bisher im neuen Reiche begangen haben. Ich begrüße als der Präsident dieses Reichstages heute zum erstenmal als Gäste auf der Regierungstribüne den ersten Reichs st atthalter in Deutsch-Oesterreich und die deutsch-österreichische Landesregierung. Ich glaube, daß schon allein in dieser Tatsache die ganze gewaltige Umwälzung der letzten Tage zum Ausdruck kommt, und daß darin, daß mir Sie heute hier im Deutschen Reichstag sehen, es dem letzten klar geworden ist, daß nunmehr nur mehr ein Reich und ein Führer das Schicksal der Deutschen gestaltet. Wir begrüßen Deutsch-Oesterreich als ein wertvolles Glied unseres Reiches. Die alte Ostmark ist wieder ins Reich zurückgekehrt. Wir treten jetzt in die Tagesordnung ein. Das Wort hat der Führer und Reichskanzler. Das ganze Deutschland soll es sein. Oer Führer vor dem Reichstag: die ganze deutsche im heutigen großen Vottsreich geeinteRation. soll am 10. April zum erstenmal in der deutschen Geschichte ihr feierliches Bekenntnis ablegen. Abgeordnete! Männer des Deutschen Reichstags! Ich habe Sie zu dieser kurzen heutigen Sitzung rufen lassen, um Ihnen tiefbewegten Herzens einen Bericht zu geben über Ereignisse, deren Bedeutung Sie alle ermessen. Außerdem muß ich Sie in Kenntnis setzen von den Entschlüssen, die das deutsche Volk und den Deutschen Reichstag selbst betreffen. Als ich vor wenigen Wochen zu Ihnen sprechen konnte, empfingen Sie den Rechenschaftsbericht über eine fünfjährige Aufbauarbeit des nationalsozialistischen Staates, die in ihren Gesamtergebnissen wohl als beispiellos bezeichnet werden darf. Aus seiner tiefften moralischen und politischen Erniedrigung, aus wirtschaftlichem Elend und sozialer Zerrissenheit hat unser Volk in kürzester Zeit einen Aufstieg erleben dürfen, wie er selbst von den gläubigsten Anhängern unserer eigenen Bewegung noch vor wenigen Jahren in diesem Ausmaß und tn der Kürze der Zeit als unwahrscheinlich, von all unseren Gegnern für einfach unmöglich gehalten wor- oen wäre. Ich habe im Rahmen dieses Rechenschaftsberichts unter den politischen Problemen auch jene Frage behandelt, die nur von gewissen europäischen Ignoranten in ihrer Gefährlichkeit immer wieder mißachtet werden konnte. Schon im vergangenen Jahrhundert war an die Stelle einer früheren stammesmäßig begrenzten, konfessionell bedingten oder dynastisch festgelegten Staatsauffassung und Lebensgestaltung der Volker ein neues, die Menschen stärker beherrschendes Ideal getreten. Das Nationalitätenprinzip schrieb diesem Zeitalter unserer neueren Geschichte seine Zielsetzung vor. Es ließ aus früheren Bedingungen heraus entstandene staatliche Gebilde zerfallen und formte, dem neuen Ideal entsprechend, die eure» päischen National st aaten. Einer Reihe von Völkern war es bis zur Jahrhundertwende bereits gelungen, ihrem nationalen Zusammenschluß den entsprechenden staatlichen Ausdruck zu geben. Andere Völker trugen dieses Ideal als den entscheidenden Auftrag für ihr Handeln durch den gewaltigsten Krieg aller Zeiten hindurch bis zur endlichen Erfüllung. Das einzige Volk in Europa, dem dieses natürlichste Recht vom Schicksal früher versagt, durch die neuen Ereignisse endgültig abgestritten werden sollte, war das deutsche. Stammesdifferenzen, konfessionelle Zerrissenheit und dynastische Eigensucht hatten es bisher verhindert, dem deutschen Volk die von Generationen ersehnte staatspolitische Einheit zu geben. Der Weltkrieg und sein Ausgang vergrößerten die deutsche Zerrissenheit und schienen zu allem anderen Unglück das Leid der v o l k l i ch e n Trennung wertvoll st er Bestandteile der Nation vom Mutterlande zu verewigen. An Stelle des Wilsonschen Selbstbestimmungsrechtes der Völker, durch das die Waffenniederlegung von unserem Volk mit erreicht worden war, kam die brutal st e nationale Vergewaltigung zahlreicherMillionendeutscherVolks- genossen. Rechte, die man primitivsten kolonialen Stämmen als selbstverständlich zubilligte, wurden einer alten Kulturnation dieser Welt unter ebenso unhaltbaren wie verletzenden Begründungen vorenthalten. Ich habe nun schon in meiner Rede am 20. Februar ausgeführt, daß es eine allseits befriedigende Regelung der völkischen und territorialen Verhältnisse in Europa kaum geben wird, d. h. es ist nicht unsere Auffassung, daß es das Ziel einer nationalen Staatsführung sein soll, nach allen Seiten hin, sei es durch Proteste oder durch Handlungen, territoriale Forderungen zu verwirklichen, die, mit nationalen Notwendigkeiten motiviert, am Ende doch zu keiner allgemeinen nationalen Gerechtigkeit führen können. Die zahllosen völkischen Enklave n, die in Europa liegen, machen es zum Teil einfach unmöglich, eine Grenzziehung zu finden, die den Volks- und Staatsjnteressen überall gleichmäßig gerecht wird. Allein, es gibt staatliche Konstruktionen, die den Charakter des bewußten und gewollten nationalen Unrechtes so sehr in sich tragen, daß auf die Dauer ihre Aufrechterhal- |U!?S nur burA die brutalftc Gewalt möglich e,y kann. So war z. B. die Bildung bei neuen österreichischen Rumpf st aates eine Maßnahme, die die nackle Vergewaltigung des Selbstbestimmungsrechles von 6,5 Millionen Menschen deutscher Volkszugehörigkeit bedingte. Diese Vergewaltigung wurde mit zynischer Offenheit zugegeben. Denn den bekannten Erfindern des Selbstbestimungsrechkes, der Unabhängigkeit und der Freiheit der Völker, sowohl als den überall interessierten frommen Weltgouvernanten, die sonst so sehr um die Gerechtigkeit auf dieser Erde besorgt zu sein vorgeben, bedeutete es einst gar nichts, den freien Willen von 6,5 Millionen Menschen einfach durch die sogenannten FrieDensdiklate abzuwürgen und diese damit durch Gewalt zu zwingen, sich dem Raube ihres Selbstbestimmungsrechtes zu fügen und ihre unnatürliche Trennung von dem großen gemeinsamen Mutterland hinzunehmen. Ja: Als man sich damals in Oesterreich trotzdem entschloß, Abstimmungen für den Anschluß vorzunehmen — und, dies mochte ich besonders den Herren Demokraten in London und Paris in das Gedächtnis zurückrufen, in einer Zeit, da weder in Deutschland noch in Oesterreich ein Nationalsozialismus existierte — und diese Abstimmungen nun über 95 v. H. aller Stimmen für die Vereinigung ergaben, da wurde von den Aposteln des neuen Völkerrechtes einfach mit Hilfe der Macht der brutalen Gewalt auch diese friedliche Daß sich später auch die inneren Handlanger sanden, die bereit waren, durch ihre persönliche Unterstützung einer solchen von außen auf» gegoßenen scheinbar unabhängigen Souveränität sich selbst die Stellung von Regierenden auf Kosten ihrer unglücklichen Völker zu sichern, nimmt den, der einen Einblick in die so oft feststellbare moralische und geistige Unzulänglichkeit der Menschen besitzt nicht wunder. Allein, es darf ebensowenig wund er nehmen, daß sich in der Masse der dadurch betroffenen nationaldenkenden Menschen allmählich eine empörende Verbitterung zu verbreiten begann und daß eine fanatische Entschlossenheit entstand, eine solche naturwidrige und empörende Mißhandlung eines Tages zu beseitigen und an die Stelle einer demokratisch-lügenhaft verbrämten Volksvergewaltigung die heiligeren Rechte des ewigen volklichen Lebens zu setzen (Bei- fall). So wie a6er diese unterdrückten Menschen das ihnen aufgezwungene Los zu ändern versuchen, muß zwangsläufig auch eine weitere Steigerung des Terrors gegen sie ausgelöst werden. Denn nur durch ihn allein sind solche natürlichsten Gefühle und Hoffnungen niederzuhalten. Dies führt dann zu jener sich gegenseitig fortgesetzt steigenden Wechselwirkung zwischen Auflehnung und Unterdrückung. Wer aber geschichtlich nur etwas erfahren ist, kann keinen Zweifel darüber haben, daß, auf die Dauer gesehen, die Beharrlichkeit der Kräfte der völkischen Erhaltung im allgemeinen stärker ist als die Wirksamkeit jeder Unterdrückung. Es kommt noch dazu, daß selbst die eisernste Stirne auf die Dauer nicht von einem „R e ch t" reden kann, wo das Unrecht so furchtbar und klar in Erscheinung tritt, daß man vor allem nicht einen Vorgang, wenn er bestimmten Interessenten paßt, nach Belieben bald als Rechtsgrund- läge des Völkerlebens, bald aber als teuflischen Versuch der Störung des Völkerfriedens bezeichnen kann. Daß das Saargebiet ausgenommen von ein paar taufend Menschen französischer Nationalität nur von Deutschen besiedelt ist, hat die unter internationaler Aufsicht vollzogene Wahl erwiesen. Allein daß diese paar Prozent trotzdem genügten, ein Gebiet unter eine Abstimmung zu zwingen, ehe man seine Wiedervereinigung mrt Dem Reiche zuließ, steht i m kraffesteu Gegensatz zu der Haltung, die Demonstration des wahren Willens Der Unglück« liehen, von ihrem Volk getrennten Menschen kurzer« Hand verboten. Dabei war das Tragische, daß dieser Staat Oesterreich von vornherein ein voll, kommen lebensunfähiges Gebilde darstellle! Die wirtschaftliche Rot war dementsprechend grauenhaft, die jährliche Slerbtich- keitsguote stieg erschreckend. Allein in einer Stadt wie Wien sind im letzten Jahr auf 10 000 Geburten 24 000 Todesfälle gekommen. Ich sage dies nicht in der Meinung, auf die demokratischen Weltbiedermänner damit einen Eindruck zu machen, denn ich weiß, daß ihr Herz solchen Dingen gegenüber völlig gefühlsroh ist. Sie können ruhig zusehen, daß in Spanien eine halbe Million Menschen abgeschlachlet wird, ohne dabei auch nur im geringsten bewegt zu sein. Aber sie können, ohne zu erröten, ebenso tiefste Empörung heucheln, wenn in Berlin oder in Wien einem jüdischen Hetzer seine geschäftlichen Grundlagen entzogen werden. Olein, ich erwähne dies nur, um ganz kalt festzustellen, wie durch die Gewalttäter der Friedensdiktate für Millionen Menschen einfach durch die Tatsache der Schaffung dieses lebensunfähigen Staatsgebildes das sich allmählich vollziehende Todesurteil gesprochen worden war. man bann ein nimmt, wenn es sich um Millionen unD abermals Millionen deutscher Menschen hanbelt. hier wird die Erfüllung des Wunsches der Rückkehr in ihr Vaterland einfach als für die Demokratien inopportun abgelehnt, ja schon die bloße Hoffnung zu einem förmlichen Verbrechen gestempelt. Man kann nun eine solche Rechtsvergewaltigung auf die Dauer nicht mit der durchsichtigen Moral gewisser internationaler Institutionen verbrämen! Recht muß Recht fein, auch dann, wenn es sich um Deutsche handelt! Und wer will sich nun darüber wundern, daß die Völker, denen man dieses Recht beharrlich verweigert, sich endlich gezwungen sehen, sich ihre Menschenrechte selbst zu holen? Die Rationen sind eine Schöpfung nach Gottes Willen und von ewigem Bestand, der Völkerbund aber eine höch st zweifelhafte Konstruktion menschlicher Unzulänglichkeit, menschlicher hab- und Jnteressen- suchl. Und dieses ist sicher: So wie die Völker seit unzähligen Jahrtausenden leben, ohne daß es einen Völkerbund gab, so wird einst wohl schon längst kein Völkerbund mehr existieren, trotzdem die Völker durch die Jahrtausende weiter bestehen werden. Diese Institution hätte nur dann einen befreienden Sinn, wenn s i e ihre Moral in Uebereinstimmung bringen würde mit jener höheren Moral, die einer allgemein gleichen und damit besseren Gerechtigkeit entspricht. Es ist aber klar, daß, wenn ein Staatsqebilde wie Oesterreich, durch Gewalt geschaffen, durch Gewalt an der Verbindung mit dem Mutterland verhindert, schon rein wirtschaftlich zum Tode bestimmt ist, bann auch seine Aufrechterhaltung nur du,rch die permanente Anwendung von Gewalt, gegen Den natürlichen Selbsterhaltungstrieb eines Volkes möglich ist. So lange nun Deutschland selbst in seiner tiefsten Not darniederlag, war seine Anziehungskraft auf die außerhalb des Reiches lebenden Millionenmassen unseres Volkes nur eine begrenzte, obwohl diese auch Damals schon Den Willen hatten, sich trotz Des im Reiche vorhanDenen Elends mit ihm zu vereinen. In eben dem Maße EsOtkeinzweierleMechtsiiremehriiebendesVolk ■ sS s. aäv-iei sHS SZ.M ‘*6*5.1’ «"7,/aber 1 SS« KZ UitD 005 1 * ft refli iner groß . MM dlMW len g« '« ÄwW fnJtrenöarnitJ“"" iimitta führen nwßte, Reiches aut W bann UNM°S A -rglae konnte unter t "Reifere Steigern über müßte dann em eine SroßWcht ion H machen wurde, n «6er sich ,->r habe Herrn Schuss l«||en, daß -- keinen VON nationalem Ach nicht im tiefsten herze’ mit dem deutsch anstreben wird. Ich bem Deutschen Reich i ! lion zu erspare ben ernstesten 2 i führen müßte. Ich einen Weg vor, der Entspannung und ich Aussöhnung nicht m Oesterreich selbst, son deutschen Staaten fü 3d) machte aber h merksam, dah es würde, der von n tarne, und daß I des Mißlingens bii teut/djen Dolles jenen Hinteln auf dieser Lrde seit noi) übriggeb menschliche tzichcht Serechtigkeit versch kratischen Formali anständiges Doll ffimmung.) 3m ii am wenigsten in am meist U habe am 20. j Mdneten, Männer damaligen Bundeska gereicht. Er hat Me meine Hand zur Verpflichtungen aber noch zögernd zu Staaten er propa S aber sind wir f, Jen, daß ein Teil W Lüg-nk ^fteburs her S-» x 6‘Äi GZ & tiÄ Mt.Hn $o l'lunknÄ" W noch M.^e, in d Nach f gab, y»u Irl ®*Pge L" t‘" ®'Ä"? d-n WV1Ä1,SW J"'n btl?e=Wtt W deutsch, K:i,> ÄSotV eAation ablegen. fielet 5laal ein voll, Gebilde wt dement- je Sterblich- n in einer r auf 10000 len. Ich |age ie bemofra- m Sinbrud puog. peilet, Ip'M ®ö. ha: rm erstenM, fernen I ßanbesre^ie. F ^?!er üt. F?ölzuna . kommt, und lim Deutschen Wworden ist, ch und ein [fleltaitet. ®ir Zolles Glied P wieder ins 'n die Tages« er Führet Ry» peitel 5t K*8 raf hi pn i und den Tschech Unterdrückung c Bund der Landll der „aktivistische! Parteien anqekür vor demselben ( sprechenden Sozii zwischen aber mc den deutschen L Instinkt weit ül Sudetendeutsche rung sucht unter ken zum Eintr Das Berhandlul deutschen wie d mit jeder Stuni Ätepotni Warst diploi ftotono, 19. jdjrift „Ultimatii offentlidjt der fr tag nachmittag bi Note. Darin heif den litauisch über Austlärung meidung ähnlich düng ablehnt genügende insbesondere mi nis aller bisher! und Polen Perl lange seinerseits nähme dipl Zur Erfüllung d Regierung eine geräumt, währei Forderung erteil gßn bipioma; und Warschau s r attrebitiert müssen alle litaui^en und d er,Iebj9t werd der Note w °.le polnische For x."derseungn Sr'Sm bL e 19 ß n e n M: ”erlan9t ierner ; h.Orm<,le 8e [e^U mit T 31 LA . Bomber ber Genfer britische LlQbou: Streites ?5!itUr ®c n f e /ln’>n b-Ntjx. , Jt«t ®runb dez"»°?r glichen s?!tl»l lanb im Ä Ser $ Stober lische to e. i e r bsche ißn; '?9len ü^ erun9 i hlQn „ da- Si, 18 Nr. 66 Stnettes Blati Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) 19./20.mär5l938 Umbildung des Prager Kabinetts Prag, 18. März. (DNB.) Verhandlungen um eine Umbildung des Prager Kabinetts, die Ministerpräsident Hodscha am Donnerstag überraschend ausgenommen hatte und die in den Abendstunden soweit gediehen waren, daß man im Laufe der Nacht das Ergebnis erwarten konnte, scheinen auf Schwierigkeiten gestoßen zu sein. Obwohl es sich um keine personellen Veränderungen, sondern nur um einen Ressortaustausch innerhalb der Regierungsmehrheit handelt, in die noch die Tschechische Nationale Vereinigung mit einem Minister ohne Portefeuille ausgenommen werden sollte (Abgordnete Jezek), sind die Verhandlungen noch nicht beendet. Wie aus Andeutungen der Presse zu entnehmen ist, haben sich die Schwierigkeiten im Lager der deutschen Regierungsparteien ergeben. Hier wurde der Ersatz des marxistischen Ministers Czech durch den Abgeordneten Jak sch erörtert. Obwohl die Nachrichten von einem Regierungsaustritt des „B u n d e s der Landwirte" sofort dementiert worden waren und ein solcher auch nicht zu erwarten steht, ist diese deutsche Splitterpartei zu einem Unruheherd in der Regierungsmehrheit geworden. Die deutschen Christlich- Sozialen und die deutschen Marxisten sind über das Ausscheiden des „Bundes der Landwirte" aus der „Aktivistenzentrale ernstlich verstimmt. Die Beratungen gehen weiter, wobei es wesentlich davon abhängt, ob es dem Ministerpräsidenten Hodscha gelingt, die drei deutschen Regierungsparteien zu beruhigen. Die starren Parteigruppierungen in der Tschechei kommen jetzt infolge des großen außenpolitischen Wandels in Bewegung. Es ist für Demokratien bezeichnend, daß, sooft auch die Ministerien wechseln, die grundlegenden Parteien-Gruppierungen starr bleiben, wobei höchstens die eine oder die andere Partei in die Reserve-Stellung der Politischen Erholungspause geht. Konrad Henlein hat soeben einen Aufruf an alle Sudetendeutschen erlassen, die Splitterparteien zu verlassen, die sich „aktivistisch" nannten, weil sie in der tschechischen Regierung mittaten und den Tschechen damit den Wandschirm für die Unterdrückung der Sudetendeutschen stellten. Der Bund der Landwirte hat bereits seinen Austritt aus der „aktivistischen" Zentralstelle der Regierungsparteien angekündigt, die Christlich-Sozialen stehen vor demselben Entschluß, und selbst die deutsch sprechenden Sozialdemokraten schwanken heftig. Inzwischen aber marschieren die bisher abseits stehenden deutschen Wähler, ihren Parteihäuptern an Instinkt weit überlegen, schon massenhaft in die Sudetendeutsche Partei ab. Die tschechische Regierung sucht unter solchen Umständen, die S l o w a - k e n zum Eintritt in die Regierung zu bewegen. Das Verhandlungsgewicht sowohl der Studeten- deutschen wie der oppositionellen Slowaken steigt mit jeder Stunde! Die polnische Rote an Litauen. Warschau fordert Aufnahme diplomatischer Beziehungen. K o w n o , 19. März. (DNB.) Unter der Ueber- schrift „Ultimatum der polnischen Regierung" veröffentlicht der halbamtliche „Lietuoos Aidas" Freitag nachmittag den Inhalt der gestrigen polnischen Note. Darin heißt es, daß die polnische Regierung den litauischen Vorschlag vom 14. März über Aufklärung des Grenzzwischenfalls und Vermeidung ähnlicher Zwischenfälle mit der Begründung a b l e h n t, daß der litauische Vorschlag nicht genügend Garantien für die Sicherheit gebe, insbesondere mit Rücksicht auf das negative Ergebnis aller bisherigen» Bemühungen, zwischen Litauen und Polen Verhandlungen einzuleiten. Polen verlange seinerseits bedingungslos die Aufnahme diplomatischer Beziehungen. Zur Erfüllung dieser Forderung wird der litauischen Regierung eine Frist von 48 Stunden eingeräumt, während der auch eine Antwort auf die Forderung erteilt werden muß, daß die beiderseitigen diplomatischen Vertreter in Kowno und Warschau späte st ens am 3 1. März d. I. akkreditiert fein müssen. Bis zu diesem Termin müssen alle technischen Fragen zwischen dem litauischen und dem polnischen Gesandten in Reval erledigt werden. In der Note wird ferner darauf hingewiesen, daß die polnische Forderung nicht Gegenstand von Auseinandersetzungen sein kann und von der litauischen Regierung unabgeändert angenommen werden muß. Sollte die litauische Regierung keine Antwort erteilen oder Vorbehalte oder Ergänzungen machen, so würde ein solches Verhalten von der polnischen Regierung als Ablehnung betrachtet werden. In diesem Falle würde die polnische Regierung die Interessen ihres Staates m i t eigenen Mitteln s i ch e r st e l l e n. Polen verlangt ferner, daß für seine Vertretung in Kowno normale Bedingungen garantiert werden und vom 31. März ab die Möglichkeit des Verkehrs mit der eigenen Regierung auf dem Land-, Luft- und Wasserwege, ebenso wie der Post-, Telephon- und Telegraphenverkehr zugestanden wird. Dasselbe wird der litauischen Vertretung in Warschau von polnischer Seite zugestanden. Chamberlain hält Cinschaltung der Genfer Liga für unzweckmäßig London, 18. März. (DNB.) Jrn Unterhaus fragte der Labour-Abgeordnete Noel Baker, ob die britische Regierung angesichts des gegenwärtigen Streites zwischen Polen und Litauen sofort den Genfer Rat gemäß Artikel 11, Absatz2, einberufen und vorschlagen wolle, daß der Rat auf Grund des Verfahrens vorgehen solle, das in einem ähnlichen Streit zwischen Bulgarien und Griechenland im Oktober 1925 einen Krieg verhindert habe. Der Premierminister antwortete, die britische Regierung befinde sich mit den beiden betroffenen Regierungen in Fühlung. Die britische Regierung sei aber gegenwärtig nicht d a - von überzeugt, daß das Verfahren, das Noel Baker Vorschläge, schnell genug sei, um wirksam z u sein, und bezweifle auch, daß es sich um das b e ft e Verfahren handele, das man anwenden könnte. Sie beobachte jedoch die Entwicklung genauestens. < Neue Gchnellflugboote für den britischen Fernlustverkehr London, 18. März. (DNB.) Die Imperial Airways, die den Luftverkehr von England ins Empiregebiet versieht, wird für den 10. April eine daß mit der Wiederaufbauarbeit in Oesterreich begonnen werden kann. Während im Reich innerhalb von fünf Jahren die Arbeitslosigkeit praktisch nicht nur vollkommen verschwand, sondern sogar ein Mangel an Facharbeitern eintrat, hatte das selbständige Oesterreich eine Arbeitslosen- Ziffer von rund 3 0 0 0 0 0, wozu natürlich noch die ins Reich wegen ihrer nationalen Gesinnung Geflüchteten, die der Führer auf 40 000 an- gab, zu rechnen waren. Es wird der nationalsozialistischen Energie in verhältnismäßig sehr kurzer Zeit gelingen, allen Oesterreichern ausreichend Brot zu geben und damit unsere deutschen Brüder in den gewaltigen Produktionsprozeß des um die österreichische Wirtschaft erweiterten Vierjahresplans einzubeziehen. Das Prinzip: „Durch Produktions« fteigerung zur Vergrößerung der Güterdecke und des Anteils, den jeder Deutsche an dieser vermehrten Produktion hat" hat sich im Reiche so bewährt, daß seine Uebertragung auf die österreichischen Verhältnisse gerade von den unter Arbeitslosigkeit leidenden Massen als wirtschaftliche und soziale Befreiung begrüßt wird. Der österreichische Erzbergbau, der Kupferbergbau, die Bleigewinnung, die Ausbeutung der ungenutzten Wasserkräfte, die Wiederherstellung und der Neubau von Straßen, Land- und Forstwirtschaft, werden sich jetzt in einem ganz anderen Ausmaß betreiben lassen, so daß das Reich auch den Oesterreichern Brot, Arbeit und eine würdige Gestaltung des Daseins zu geben vermag. rt. Reis eland Oesi erreich imFrüpja' r Wer seinen Urlaub in die Frühjahrsmonate legen kann, wird in Oesterreich auf seine Kosten kommen. Die Gegend zwischen Graz und Klagenfurt, also die untere Steiermark und Kärnten, liegen etwa in derselben Breite wie Genf. Der Zusammenklang in den Farben des Himmels, der Schneeberge, der blauen Wälder in der Ferne, der junggrünen Aecker und Wiesen ist wundervoll. neue Flotte von Flugbooten in Dienst stellen, die eine Stundengeschwindigkeit von 200 Seemeilen entwickeln. Mit diesen Flugzeugen soll es möglich werden, die Linie England — Aegypten in etwas früher als einen Tag, die Linie nach Singapur in fünf Tagen und zwei Stunden und nach Brisbane (Australien) in knapp neun Tagen zu fliegen. Sie Verstärkung der amerikanischen Marine-Lustwaffe. Washington, 19. März. (DNB. Funkspruch.) Das Abgeordentenhaus nahm am Freitag einen Zusatz zur 1,12 - Milliarden - Dollar- Flottenvorlage an, nachdem die in der Vorlage vorgesehene Zahl von 3000 Marineflugzeugen nicht als Höchstzahl, sondern als Mindest zahl gelten soll Die Marine hat zur Zeit 2050 Flugzeuge. Ein Antrag, aus der Flottenvorlaae den Paragraphen zu streichen, der die Fortsetzung der Versuche mit Luftschiffen und die Bewilligung von 3 Millionen Dollar für den Bau eines neuen Luftschiffes als Ersatz für die „Los Angeles" vorfieht, wurde abgelehnt. Olympischer Pokal für die Deutsche Arbeitsfront. Kairo, 18. März. (DNB.) Das Internationale Olympische Komitee beschloß auf seinem auf dem Nildampfer „Victoria" veranstalteten Kongreß, den Olympischen Pokal für das Jahr 1938 der Deutschen Arbeitsfront für ihre hervorragenden Leistungen aus dem Gebiete der Freizeitgestaltung durch die NS.-Gemein- schaft „Kraft durch Freude" zuzuerkennen. Der von dem verstorbenen Ehrenpräsidenten des IOK., Baron Pierre de Coubertin, 1906 gestiftete Pokal wird alljährlich an einen Sportverein oder Sportverband vergeben, der sich auf dem Gebiet der Jugenderziehung besonders hervorgetan hat. Deutschland erhielt den Olympischen Pokal bereits zum dritten Male. 1909 wurde er der Deutschen Tumerschast, 1932 der Hochschule für Leibesübungen und 1938 der Deutschen Arbeitsfront zuerkannt. Erfolgreiche Werstprobe des „Wilhelm Gustloff u u W ■WtSir Hamburg, 16. März. (DNB.) Das neue auf der Werft von Blohm & Voß gebaute „KdF."-- Urlauberschiff „Wilhelm Gustloff", das am Dienstag nachmittag zur Werftprobefahrt in See gegangen war, hat nach zwölfstündiger Fahrt am Mittwochabend an der Ueberseebrücke im Hamburger Hafen festgemacht, wo es bis zur Abnahmeprobefahrt liegenbleiben wird. An der Werftprobefahrt, die in jeder Weise erfolgreich verlaufen ist, nahmen Vertreter der Bauwerft und der Hamburg-Süd, die das Schiff bereedert, sowie Techniker und sonstige Fachleute teil. Das schmucke Schiff war während seiner Fahrt auf der Elbe überall Gegenstand lebhaftester Bewunderung. (Scherl-Bilderdienst-M.) .......)er Tal jetzt auch in Oesterreich Gauleiter Bürstel besuchte Wiener Clendsgebiete. Wien, 18. März. (DNB.) Gauleiter B ü r ck e l stattete den Elendsquartieren von Breitensee — einer der Notsiedlung Wiens — einen überraschenden Besuch ab, um einen unmittelbaren Eindruck von den sozialen Verhältnissen zu gewinnen. Das Bild, das sich dem Gauleiter bot, war grauenerregend. In einer ehemaligen Waschküche, die heute von fünf Personen als Wohnraum benutzt wird, lag ein Schwerkriegsbeschädigter in seinem Bett. Auf die Frage nach seinem Einkommen erklärte er, daß seine kleine Rente (72 Schilling monatlich) für die ganze Familie ausreichen müsse. Da der Hunger mit der Zeit unerträglich wurde und für seine Söhne keine Arbeit zu finden war, habe er einen Vorschuß verlangt. Dieses Gesuch war abgelebt worden. In einer anderen Baracke betrat der Gauleiter eine Wohnung, bestehend aus einer Küche und einem Zimmer. Die Küche diente vier, das Zimmer sechs Personen als Wohnraum. Nur vier von den zehn Personen bezogen die Arbeitslosenunterstützung. Eine andere Baracke in dieser freudlosen Siedlung gehörte einer Jüdin. Sie hat in der einen Hälfte eine Eisfabrik, die zweite Hälfte vermietete sie an arme Teufel. Aus dieser zweiten Hälfte der Baracke bezieht sie eine Miete von 480 Schilling monatlich. (!) Ein junger Mann, der seit Jahren vergebens nach einer Beschäftigung sucht, erzählte, daß er g e - meinsam mit weiteren sechs Personen in einemRaum wohne und daß alle sieben zusammen 22 Schilling an Arbeitslosenunterstützung bezogen. Ein anderer erklärte, daß er mit neun Personen in zwei Räumen wohne, mit 600 Schilling Miete im Rückstand und seit sechs Jahren ausgesteuert sei. Die Aermsten der Armen, die hier in diesen furchtbaren Behausungen ihr klägliches Dasein fristen, grüßten den Gauleiter bei seinem Besuche mit rührender Ergriffenheit. Es ist das erstemal, daß ihnen die Hoffnung auf eine energische Hilfe eröffnet wird. Der Gauleiter und seine Begleiter verließen sichtbar tief beeindruckt diese Stätte des Elends, die bald nur noch ein böser Traum der Vergangenheit sein wird. RUHL Sehersweg Nr. 67 adiO Telephon Nr. 3170 eparaturen l89?L Wer etwa durch den mächtigen Tauern-Tunnel in Nord-Kärnten einfährt, fühlt den Lufthauch einer südlicheren Landschaft, auch wenn gerade dieser Teil Kärntens mitten in den Hochalpen liegt. Drunten aber, in Villach und Klagenfurt, kann sich die Sonne austoben. In der Uebergangszeit vom Vor« ftühling zum „wunderschönen Monat Mai" empfiehl sich auch eine Fahrt mit den Donaudampfern von Regensburg oder Passau oder Linz nach Wien. Das Vor-Älpengebiet mit den hohen Bergen im Hintergrund ist ein Traumland für. den Wanderer, der sich entspannen will, ohne Hochtouren zu machen. Umgliederung des Neichskriegerbundes Berlin, 18. März. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht teilt mit: „Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat eine Umglie- öerung des Reichskriegerbundes (Kyft- Häuser) angeordnet mit der Maßgabe, daß die jetzt bestehenden Bünde der Wehrmacht in den neuen Reichskriegerbund (Kyffhäu- f e r) a u f g e h e n. Dieser neue Reichskriegerbund wird dem Führer unmittelbar unterstehen und von allen sonstigen Bindungen gelöst. Die Umgliederung wird bis zum 30. September 1938 durchgeführt. Ausführungsbestimmungen folgen. — Es soll für die Zukunft durch diese Maßnahmen sichergestellt werden, daß sich alle ehemaligen Soldaten zusammenschließen und kameradschaftlich zusammenhal- t e n. Vater und Sohn gehören dabei künftig dem gleichen Bunde an. Alle, die im Krieg oder Frieden den grauen Rock trugen, werden gemeinsam in Erinnerung an ihre Dienstzeit soldatische Kamerad- schäft pflegen. Zwischen den ausgeschiedenen Angehörigen der alten Armee und Marrne, der Reichswehr und der neuen Wehrmacht wird auf diese Weise ein engerZusammenhang hergestellt, der auch die Pflege der Kameradschaft zwischen dem Stammtruppenteil und seinen ehemaligen Angehörigen ermöglicht. Zum Reichsführer des NS.- Deutschen Reichskriegerbundes (Kyffhäuser) hat der Führer den Oberst a. D. Reinhardt ernannt Der Bund erhält vom Führer und Reichskanzler seine Richtlinien." — Wie zu der Umglied-rung be- kannt wird, wird die NSKOV. von dieser Neu- regelung nicht berührt Arbeit und Vrot für die österreichische Wirtschaft. Die Angleichung der österreichischen Schilling- an die deutsche Markwährung ist vollzogen worden. Für 1 Reichsmark werden 1,50 Schilling gegeben. Dieses Verhältnis wurde gewählt, um frei von allen bisherigen Schwankungen den Schilling a l s stabiles Zahlungsmittel zu sichern, bis etwa am 1. Mai nur d i e Markwährung in ganz Deutschland eingeführt wird. Die währungstechnischen Ueberlegungen, die zur Wahl dieses Verhältnisses führten, waren nicht allein ausschlaggebend, sondern es spielten wirtschaftliche und fojiale Momente hinein. Die Rentner und Pensionäre, die Festbesoldeten und Sparer des alten Oesterreich werden nämlich durch das neue Währungsverhältnis gegenüber dem früheren schwankenden Zustande des Schillings gesichert und etwas besser gestellt als früher. Die österreichische Arbeiterschaft wird ebenfalls große Vorteile von dem neuen Währungsverhältnis haben. An und für sich hatte man die Möglichkeit, entweder durch Lohnerhöhungen die Bewertung des Schillings den veränderten Verhältnisfen anzupassen oder diese allgemein gültige Währungsregelung vorzunehmen. Lohnerhöhungen hätten zu einer Atomisierung der österreichischen Wirtschaft im jetzigen Ueb'ergangsstadium geführt. Was einzelne Gruppen durch diese Lohnerhöhungen gewonnen hätten, hätten andere, wie die Sparer usw., wieder verloren. Mit Lohnerhöhungen ohne Rücksicht auf die Produktion hat man so üble Erfahrungen gemacht, daß man dieses Experiment vermied. Dafür ist aber der Lohn des österreichischen Arbeiters schon in der Uebergangszeit durch die sehr günstige Beziehung des Schillings zur Mark praktisch kaufkräftiger geworden. Die Währungsangleichung hat selbstverständlich das Verschwinden oder vielmehr die Unterstellung der österreichischen Nationalbank unter die Reichsbank zur Folge. Die österreichische Nationalbank wird unter Uebernahme des Personals auf das Reich künftighin nur als Filiale der Reichsbank fungieren. Der Bestand der österreichischen Nationalbank an Gold und Devisen betrug am 28. Februar 1937 242,8, am 28. Februar 1938 aber 243,3 Millionen Schilling. An Schillingnoten waren im Umlauf am 28. Februar 1937 - 892,5, em Jahr später 953,4 Millionen Schilling. Die durch Artikel 3 der bisherigen Bundesverfassung getroffene Maßnahme, nach der nur die österreichische Notenbank schriftlich über die Verbringung in- und ausländischer Valuten ins Ausland entscheidet, wird aufrechterhalten mit der Maßgabe, daß als Ausland selbstverständlich heute nicht mehr das Deutsche Reich gilt. Das hat vor allem die Folge, daß Üer Reiseverkehr nach Oesterreich aus den anderen deutschen Ländern freige- geben wird. Bisher waren die Devisenschwierigkeiten, die für Deutschland sowohl wie für das alte Oesterreich bestanden, ein Hemmnis für die vielen Deutschen, die Oesterreich früher als Reise- und Erholungsland liebten. Darunter hat natürlich das österreichische Beherbergungs- und Fremdenver- kehrsgewerbe schwer gelitten. Jetzt wird der deutsche Touristenstrom, der vor der Devisenregelung in der österreichischen Volkswirtschaft eine hervorragende Stellung einnahm und den Hauptanteil an der Gesamtheit der Oesterreichfahrer bildete, die Fremden- inimftric Oesterreichs zu neuer Blüte bringen. Damit ist selbstverständlich eine Hebung des Umsatzes der österreichischen Bahnen und der sonstigen Verkehrseinrichtungen verbunden. Tirol, Steiermark und Kärnten warten bereits darauf, die Gäste aus den anderen Gebieten des Deutschen Reiches zu empfangen, und die Arbeitslosigkeit gerade in dem Beherbergungsgewerbe wird zurückgehen. Denn auch Oesterreich wird in den Vierjahresplan einbezogen, und die erforderlichen Vorbereitungen sind schon jo weit gediehen. I Die neue Luftschiffhalle im Flughafen Rhein Main. Mit dem Richtfest der neuen Luftschiff- Halle ist eine weitere Etappe im Ausbau des Flughafens Rhein-Main vollendet. In die neue Halle wird das Luftschiff LZ 130 nach feiner Vollendung gebracht werden. Der Luftschiffhafen ist auf 545 Hektar vergrößert worden. Nach einer Bauzeit von etwa eine halben Jahr wird die neue Halle II vollendet fein. Sie ist 305 Meter lang, 60 Meter breit und 56 Meter hoch. Unmittelbar neben der Halle entsteht ein 44 Meter hoher Gas- behälter zur Aufnahme von 14 000 Kubikmeter Heliumgas, eine Heliumreinigungsanlage, Kompressorgebäude usw. — Auf Wunsch des Gauleiters Sprenger werden alle Gebäude der Landschaft architektonisch angepaßt, wobei der Landesleiter der Reichskammer der bildenden Künste, Professor Lieser (Darmstadt) beratend zur Seite steht. Von der am Luftschiffhafen vorüberführenden Reichs- autobahn wird eine Zubringerstrecke nach der neuen Halle gebaut. Wetterbericht Die Wetterlag« zeigt auch weiter nur geringe Storungszonen, öu bisher im Nordwesten der bri- tischen Insel Regenwetter bringen, sie gewinnen aber auf das Festland hin keinen Einfluß. Daher wird über das Wochenende hin noch das vorherrschende Wetter erhalten bleiben, wobei es jedoch in öen Morgenstunden in zunehmendem Maße zu Nebelbildungen kommt. Aussichten für Sonntag: Morgens vielfach Nebel, tagsüber überwiegend heiter, trocken, nach kalter Nachr Tagestemperatur unverändert mild, südwestliche Winde. Lufttemperaturen am 18. März: mittags 14 Grad Celsius, abends ,5 Grad: am 19. März: morgens 1,9 Grad. Maximum 14,4 Grad, Minimum heute nacht 0,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefs am 18. März: abends 8,3 Grad; am 19. Vbärz: mon gens 5,6 Grad Celsius. Kreuz und quer durch den Schwarzen Erdteil. Briefe von einer Afrika-Heise. Lon Dr. Paul Bohrbach. Der Balte Paul Rohrbach, von Haus aus Theologe, hat mit seinem Buch „Der deutsche Gedanke in der Welt" vackend und aufrüttelnd die Blicke seines Volkes schon zu einer Zeit auf die großen weltpolitischen Zusammenhänge, ihre histo- rischen, geopolitischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen, gelenkt und dabei vor allem auch das Problem „Staat und Volkstum" in die richtige Beleuchtung gerückt, als solche weltweiten und doch nicht phantastisch verstiegenen Gedankengänge dem Horizont des Durchschmttsdeutschen noch gänzlich fern lagen. Auf großen Forschungsreisen hat Paul Rohrbach fast die ganze Welt aus eigener An- chauuna kennengelernt. Aber seine besondere Liebe gehört Afrika, dem „Schwarzen Erdteil". Hier n Kamerun hat er zusammen mit dem ver« torbenen Gießener Hygieniker Philalethes Kuhn )ie Bedingungen der Schlafkrankheit erforscht und in Deutsch-Südwest, wo er heute Besitzer einer Farm ist, war er schon vor mehr als 30 Jahren kaiserlicher Kommissar für das Ansiedlungs- wesen. Rach dem Kriege wurde er der unentwegte Vorkämpfer unserer Kolonialforderung. Auf vielen neuen Reisen hat er sich perlönlich Kenntnis vom neuen Stand der Dinge in den uns geraubten afrikanischen Kolonialgebieten verschafft. Er hat darüber in einer Reihe von Reiseskizzen den Lesern des Gießener Anzeigers sachkundig und fesselnd berichtet. Run hat sich der fast Siebzigjährige erneut auf die Reise begeben, die ihn im Laufe des Frühjahrs und Sommers über Frankreichs nordafrikanifche Besitzungen nach den französischen und britischen Kolonien Aequatorialafrikas, dem belgischen Kongo, Deutsch-Ostafrika, der Südafrikanischen Union und Deutsch-Südwest führen wird. Wir haben Dr. Rohrbach gebeten, den Lesern des Gießener Anzeigers über feine Reiseeindrücke laufend zu berichten. Der erste Reisebrief ist uns soeben aus Algier zugegangen. I. Quelle chance! Algier, Ende Februar 1938. Vor ein paar Tagen, als wir in Genf den Wartesaal verließen, um unfern Schlafwagen nach Marseille zu besteigen, hatte mein Sohn Justus noch eine kleine Unterhaltung mit dem Kellner, der gern wissen wollte, wohin wir führen. Die Antwort: „Rach Algier!" entlockte dem jungen Mann die sehnsüchtigen Worte: „Quelle chance!“ Welch eine Aussicht, etwas zu erleben! Unsere Aussicht war zunächst die aus eine französische Zollrevision im Abteil, die sich eine kleine Stunde hinter Genf durchaus liebenswürdig erledigte. Die zweite Aussicht waren einige Stunden Aufenthalt in Marseille; wir konnten sie mit Hilfe eines Taxis und eines sehr gewandten Chauffeurs aut ausnutzen. Marseille ist oft beschrieben, es ist die lebendigste aller französischen Hafenstädte. Die großen Seedampfer liegen unmittelbar vor den großen Häusern am Kai. Für die Stärke des Verkehrs zeugt es, daß breite Erdschüttungen in den Hafen hinein vorgenommen werden, um die Ladegelegenheiten zu verbessern. Die Hauptstraße ist die berühmte Canne- b i ö r e, an deren Anfang, ganz nahe beim Landungsplatz, König Alexander von Jugoslawien und Barthou ermordet wurden. Unser Chauffeur schilderte uns die Schreckensszene, als ob er dabei gewesen wäre; zwei an den Straßenkandelabern angebrachte Tafeln erinnern an das Attentat. Man macht sich seine Gedanken darüber, wie es in Frankreich vielleicht heute aussähe, wenn Barthou Leiter der französischen Politik geblieben wäre. Er war es, der in einem Augenblick, den Spätere vielleicht einmal schicksalhaft nennen werden, nach Deutschland hin das schroffe Rein! sprach, als es sich darum handelte, die deutsche Gleichberechtigung freiwillig anzuerkennen. Als Persönlichkeit besaß er auf jeden Fall einen Fond von Energie, den bisher keiner seiner Nachfolger gezeigt hat. Auch die innere Lage Frankreichs könnte man sich, mit Barthou am Ruder, nicht ganz leicht so problematisch vorstellen, wie sie dem fremden Beobachter heute zu sein scheint. In dem Mittelmeerhafen Marseille ahnt man bereits etwas vom „größeren Frankreich". Die „Ville d'Alger", auf der wir uns vormittags einschifften, macht die mehr als 400 Seemeilen bis Algier in knapp 20 Stunden. Das ist soviel wie die Eisenbahnfahrt von einem Ende Deutschlands bis zum andern. Das Schiff ist modern und bequem, aber ohne Luxus; man fühlt, daß alles nur auf die kurze, schnelle Ueberfahrt von einem Stück Frankreich zum andern eingerichtet ist; daß man auf französischem Boden ist, spürt man an den kulinarisch raffiniert abgetönten Mahlzeiten und dem guten Wein. „Le vin compris“ ist selbstverständliche südfranzösische Art. Spät aoends passierten wir in kurzem Abstand das Feuer von Menorca und machten uns naheliegende Gedanken darüber, wieviel politische Köpfe in Europa sich jetzt wohl mit dieser alten Karthagerinsel beschäftigen, die fest- zuhalten den sowjetspanischen Machthabern bis jetzt noch gelungen ist. Mit dem Morgengrauen kam die „Chance Algier" in Sicht. Algier ist Frankreich, völliges Frankreich. Die alte wirkliche Araberstadt, die sogenannte Kasbah, ist nur noch ein Anhängsel der modernen Großstadt, die von den Franzosen hier geschaffen wurde. Im modernen Algier sind die Araber bloße Staffage. Sie zählen etwa 80 000 gegen mehr als doppelt so viele Europäer. In der Kasbah sind sie unter sich; in den Caf6s in der Europäerstadt sieht man höchstens einmal ein paar arabische Aristokraten in ihrer alten malerischen Tracht in gemessener Unterhaltung. Am Fuß der Kasbah liegt der alte Korsarenhafen, an den sich eine große, das Hafenbecken um ein Vielfaches erweiternde, moderne Mole ansetzt. Ein viereckiger Platz, dicht am alten Hafen, ist der einstige Sklaven- markt, auf dem die menschliche Beute aus den gekaperten Schiffen von haw Europa noch bis vor wenig über hundert Jahren öffentlich versteigert wurde. Die algerischen Korsaren machten alle europäischen Randmeere unsicher (1816 erschienen sie zuletzt vor der Elbe). Die deutschen Hansestädte, das Königreich Sizilien, Portugal und noch einige andere europäische Länder zahlten einen Jahrestribut an den Dey von Algier, damit Schiffe, die ihre Flagge führten, von den algerischen Piraten verschont olieben. In der früheren Burg des Den, des das Land verwaltenden türkischen Paschas, hoch oben in der Kasbah, wird noch im „Pavillon du coup d'6ventail“ der Raum gezeigt, wo der Dey mit seinem Fliegenwedel dem französischen Konsul ins Gesicht schlug. Diese Beleidigung gab 1830 den Anlaß zu der großen Strafexpedition, die zur Eroberung von Algier und zur fortschreitenden Besetzung des ganzen Landes führte. In einem arabischen Palast, dicht beim Sklavenmarkt, den im 18. Jahrhundert ein Dey einer seiner Töchter als Hochzeitsgabe erbauen ließ, sind jetzt die Büros des katholischen Erzbischofs von Algier untergebracht. Die Säulenarchitektur des prachtvollen Jnnenhofs zeigt in ihren Motiven und ihrer Ausführung deutlich italienische Steinmetzarbeit. War ein Schiff mit Besatzung und Passagieren von den Korsaren genommen, so wurde jeder Gefangene nach seinem Handwerk oder seiner Kunst gefragt, und je nach seiner Antwort nahm ihn der Dey für sich oder teilte ihn einem seiner Machthaber zu. Vom Gesamterlös jedes Verkaufs bekam der Dey seine Prozente. Unter dem erzbischöflichen Palast sieht man noch die Gewölbe, in denen die am Bau arbeitenden europäischen Sklaven wie die Hunde untergebracht waren. Solange sie bauten, wurden sie aber gut ernährt. Als die französischen Truppen Algier eroberten, konnten sie Tausende von Christen- f flauen befreien. Das geschah noch zu Goethes Lebzeiten! Die Stadt Algier liegt wunderschön. Die ganze Helle Häusermasse steigt unmittelbar vom Meeresufer so steil in die Höhe, daß die Straßen, die emporführen, in langen Windungen angelegt werden mußten. Im schnellfahrenden Auto sackt man immerfort aus einer Wagenecke in die andere. Der Verkehr, die reich ausgestatteten modernen Läden, die vielen Neubauten, die modernen Wohnhäuser bis zu acht und neun Stockwerken hoch, sind ein Beweis für die rasche wirtschaftliche Entwicklung. Die Produktton des Hinterlandes, Getreide, Wein, Obst, Gemüse usw., ist im Steigen. Der algerische Hartweizen gilt als einer der besten der Welt. Auch für den Fremdenverkehr ist gut gesorgt. Die Rundfahrt durch die malerische Berglandschast, die etwas landeinwärts hoch über die Stadt führt, öffnet Blicke von einer Schönheit, wie sie selbst an den begnadeten Küsten des Mittelmeeres nur selten begegnet. „Quelle chance!“ hatte der kleine Kellner in Genf gesagt, und wir mußten an ihn denken, als wir von der Höhe herab die weiße Stadt mit ihren grünen Gärten vom blauen Mittelmeer her sich aufbauen sahen. In diese Schönheit hinein hat französische Arbeit eine intensive, nicht nur städtische, sondern auch landwirtschaftliche Kultur gebracht: Weingärten, Fruchtbäume, terrassenförmige Gemüsebeete, und einen ganzen großen angepflanzten Wald von Seetiefern und Eukalypten, durch den in scharfen Kehren am Ende der Fahrt der Wagen abwärts rollt. Wirklich, ein kostbares Stück afrika- Nischen Frankreichs, das in täglichem Schnellverkehr Menschen und Güter mit dem Mutterlands tauscht. Wien, die vielbesungene Stadl au der Donau. Ui Seit Jahrhunderten hat Wien, die Stadt an der Donau, eine an Erlebnisien reiche Geschichte, die ihren Höhepunkt in den großen „Tagen des Führers" fand. Die zahlreichen Kirchen, Paläste und schönen Bürgerhäuser geben ihr ein einzigartiges Gepräge. Unsere Zeichnung zeigt das frühere Parlamentsgebäude mit dem davorliegenden nunmehrigen Adoli-Hitler-Platz. Dahinter ragen die Türme des Rathauses und rechts die der Votivkirche yervor. (Zeichnung Reimesch. — Scherl-M.) Die Technik Hilst im Haushalt. Was die Leipziger Messe zeigte. Von unserem Zb.-Sonderberichterstaiter. War ursprünglich die Parole „Kamps dem V e r d e r b/' hauptsächlich auf den Schutz von Nahrungsmitteln vor Verlusten gerichtet, so war d i e Leipziger Messe ein lebendiger Zeuge dafür, daß die Bestrebungen, Rohstoffe und Fertigwaren vor einem frühzeitigen Verderb zu schützen, für alle unsere Produkttonsgüter Bedeutung gewonnen haben. So sind beispielsweise zahlreiche Verfahren entwickelt worden, um Stahl und Eisen vor dem R o it zu schützen. Allein die Reichsbahn verbraucht jährlich Tausende von Tonnen an Anstrichmitteln zur Erhaltung ihrer eisernen Bkücken, Bahnhöfe und Ueberbauten. An Stelle der Oelsarben haben sich die ölarmen Kunstharzanstriche in der Praxis weitgehend eingeführt. Diese Ueberzüge sind dichter und elastischer als Oelanstrich, die Schutzwirkungen daher höher. Außer den Anstrichen sind auch verschiedene chemische Behandlungsverfahren von Eisenblechen und eisernen Bauteilen in Anwendung, die auf der Oberfläche eine Schutzschicht erzeugen, die den Rost abwehrt. Unter dem Namen „attramentieren", „bondern" und „pattem" wird von diesen Verfahren ausgiebig Gebrauch gemacht. Eine andere Art des Korrosionsschutzes besteht darin, den Metallen im Schmelzfluß Stoffe zuzusetzen, die einen Rostschutz bilden. Bei Stahl und Eisen werden Chrom, Vanadium und Molybdän hierfür bevorzugt, bei Leichtmetallen werden Legierungen durch Zusatz von Silizium, Beryllium oder Magnesium in der Oberfläche geschützt. Große Werkstücke der Papier- und Textilindustrie, Kessel und Behälter größter Abmessungen für die Herstellung von Zellstoff oder Kunststoff waren aus der Leipziger Messe ausgestellt, da die Ansprüche an säurebeständige Baustoffe infolge der schnellen Entwicklung chemischer Großanlagen immer höher steigen. Wo alle Legierungen und sonstigen Oberflächenbehandlungen keinen ausreichenden Schutz gegen den Angriff von Säuren und Chemikalien mehr bieten können, dienen keramischeMassen wie Hart st eingut oder Glas als zuverlässige Baustoffe der chemischen Industrie. Leistungsfähig sein, vorankomrpen, mehr verdienen, dazu braucht man gutes SehenI Oder die tadellos angepaßte Brille von Optiker a.Bahnhot Geller Lieferant auch Ihrer Krankenkasse, Bremische Anekdoten und Schwänke. Von Karl Lerbs. Selbsterziehung. Grünkohl, dessen aarte und unmündige Frühlingstriebe man genußsüchtig abschneidet und verzehrt, wird in Bremen „Sprossenkohl" genannt. Dem Bremer gilt er als Gottesgeschenk für den Gaumen. Die Einstellung des Nichtbremers zu ihm ist Glückssache. „Magst du Sprossenkohl?" wurde Tante Doris gefragt. Tante Doris, obzwar höchstprozentige Bremerin, schauderte. „Nee", antwortete sie, „den kann ich ausin Tod nicht verknusen. Dabei bin ich doch sonst gar nich so klistern. Aber ich lass'r mich nich mit her; ich koch'n dschede Woche mal." Nachsicht. Tante Doris hatte Freunde, die im Sommer in der Gegend von Leuchtenburg wohnten. „Wunner- schön", saate sie, „aber’n büschen schwer hinzukom- men." Infolgedessen schickte man ihr, wenn sie mal hinkam, ein „Fuhrwerk" an die Bahn. Als dieses Fuhrwerk, gelenkt von dem Kutscher Fiedchen Pundsack, eines Tages mit Tante Doris unterwegs war, geschah es, daß der den Wagen ziehende Braune nach längerer starker Vorbereitung eine offenbar seit geraumer Zeit fällige Verrichtung hinter sich brachte. Fiedchen Pundsack erblickte darin einen Verstoß gegen die guten Sitten. „Nehmen Se's vielmals nich für ungut, Madam", sagte er errötend. Tante Doris winkte großzügig ab. "Lass'n man", sagte sie. ,Zscha rein menschlich." Das Plüschsofa. Ihr ganzes Leben lang mareii Tante Beta und Tante Meta befreundet, und allen Brandungswellen, die das Schicksal zuweilen selbst in die ruhigsten Daseinsbezirke hinüberspült, hatte diese Freundschaft standgehalten. Kleine Unterschiede des Temperaments hatten die Jahrzehnte langsam eingeebnet; beide waren „gut sitewier" (Tante Beta am besten), beide hatten nicht geheiratet. Tante Beta war genau ein Jahr älter als Tante Meta. Als Tante Meta siebzig wurde, kam Tante Beta zu ihr und sagte in der Rührung, wie der festliche Tag sie mit sich brachte: „Meta, ich werd dscha wohl eher sterben als du, weil ich dscha älter bün. Ich hab ümmer viel von dir gehalten, und du kannst dir dscha auch manches nicht so leisten; deshalb hab ich mir gedacht, mein rotes Plüschsofa, wo wir so oft auf gesessen haben, das sollst du erben. Wenn ich'r denn nich mehr bün, und du sitz'r denn auf, dann denkst du an mich und stellst dir vor, wir säßen'r noch beide." „Beta", sagte Tante Meta unter Tränen, „so was sollst du nich sagen, und ich kann das dscha auch gar nich wieder gutmachen. Du bist dscha immer meine Beste gewesen, und ich meine, unter richtigen Freundinnen soll es keine Geheimnisse geben. Ich hab aber’n Geheimnis m?r dir. All lange." „Zo?" sagte Tante Beta und hörte plötzlich ganz nippe zu. „Dscha. Kannst du dich wohl noch auf unfern Tanzlehrer besinnen?" „Besinnen —!?" antwortete Tante Beta traumverloren. „In den waren wir dscha alle verliebt." „Verliebt — dscha", bestätigte Tante Meta, und in ihrer Stimme schwang ein ganz leiser, ganz heimlicher Triumph. „Verliebt — dscha; aber i ch yab'rwas mit gehabt." Tante Beta fuhr steil auf. „I Dschases!" schrie sie, stülpte ihren Kapott- hut auf und knallte die Tür hinter sich zu. Es krachte wie ein Kanonenschuß auf dem Grabe einer sechsundsechzigjährigen Freundschaft. Tante Beta starb genau ein Jahr vor - Tante Meta. Das rote Plüschsofa hat der Verein zur Rettung Schiffbrüchiger geerbt. Aufgehobene Wirkung. Während drunten auf der Bühne Egmonts und Klärchens Schicksal nach düsterem Gesetz sich vollendete, erhob sich droben im zweiten Rang ein unmäßiges Getöse; es war, wie sich beim Hellwerden ergab, dadurch verursacht worden, daß Frau Tüdel- mann die Vertilgung ihres umfänglichen Abendbrotes vorbereitete und vollzog. Frau Tüdelmann, die sich über die Ursache der auf sie gerichteten vorwurfsvollen Blicke durchaus klar war, sich aber nicht im Unrecht fühlte, gab, liebevoll die auf ihrem Schoß ausgebreiteten Lebensrnittel ordnend, folgende Begründung ihres Verhaltens: „Ich seh dscha gar nicht gern so'ne traurigen Stucke, aber ich hab dscha nu mal das Abonnemang, und denn geh ich'r denn dscha auch hin. Zueers geht es denn dscha auch. Aber wenn es denn so ganz schlimm wird mit die Traurigkeit, denn kann ich das nich ab; und wenn ich'r denn so richtig gegen anefle, denn hör ich nix vom Stück,"____ Das Unglück schreitet schnell. Als der „junge Mohrmann", der durch Mitwirkung im Geschäft seines Vaters einen nicht unbeträchtlichen Teil der östlichen Vorstadt mit „Kolonialwaren" versorgte, in seinem verhältnismäßig biederen Herzen eine Neigung für eine Nachbars- tochter feststellte, kam es eines Morgens im Laden unversehens zu einigen nennenswerten Zärtlichkeiten. Der junge Mohrmann glaubte sich unbeobachtet; aber es ergab sich alsbald, daß Frau Hornkohl „von gegenüber", gedeckt durch den Stapel der Büchsen mit fobenfreien Brechbohnen, den Vorgang mit angesehen hatte. Der junge Mohrmann kriegte einen furchtbaren Schreck. Sein Gewissen war zwar noch rein, und er zielte auf Legitimes. Aber er hatte allen Grund, die Familienlage keineswegs als geklärt anzusehen. Infolgedessen begab er sich ehestens zu Frau Hornkohl und bat sie, die gewonnene Kenntnis einstweilen für sich zu behalten. „Och, dascha schade", sagte Frau Hornkohl mit ehrlichem Bedauern. „Wenn ich das man gewußt hätte! Was mein Tochter Line is, die iffer gerade mit los!" Fallschirmabsprung aus -10200 Meter Höhe. Seinem ersten Absprung mit dem Fallschirm aus 8400 Meter Höhe hat der französische Flieger James Williams auf dem Flugplatz von Chartres einen noch erstaunlicheren Rekord folgen lassen, indem er das Wagnis aus 10 700 Meter Höhe unternahm. Der siebenundzwanzigjährige Franzose, dessen wahrer Name James Niland ist, hat damit den 345. Absprung vollzogen. Er hat sich schon früh diesem Zweig in der Fliegerei gewidmet und sorgfältige Vorbereitungen mit dem ihm befreundeten Ingenieur Alexandre getroffen, mit dem er zusammen die Atmungs- und Meßapparate, die er bei dem Absprung braucht, erprobte. Als man ihn fragte, welche Eindrücke er während der 2 Minuten 50 Sekunden, in denen er aus der Höhe der Stratosphäre auf den Erdboden niederkam, gehabt habe, erzählte er: „Am Morgen hatten wir einen ersten Versuch gemacht, der mißlang. Wir waren auf 9000 Meter gestiegen, aber die Barometer waren mit Reif bedeckt. Am Nachmittag machte ich einen neuen Versuch. Es war 16 Uhr, und der Tag ging langsam zur Neige. Als der Höhenmesser 10 700 Meter anzeigte und ich von Bord gina, war es sehr schön, bi« Sicht pai Ausgezeichnet. Abex ich hatts nicht viel Muße, nach der Erde zu suchen, sondern ich mußte während des Sturzes die Augen fest auf meine Apparate gerichtet halten und genügend Willenskraft bewahren, um nicht ohnmächtig zu werden. Das Wesentliche war, mich in einer guten Lage zu erhalten und in meinem besonderen Atmungsapparat ruhig zu atmen. Da der Russe, der bisher den Rekord in der verzögerten Deffnung des Fallschirms hielt, ihn erst bei 200 Meter vom Boden geöffnet hatte, mußte ich ihn in noch geringerer Hohe öffnen. Es war also bei 90 Meter, daß ich die Schnur zog, und wenige Sekunden darauf landete ich ohne Unfall. Ich bin auch vollkommen gesund. Die Aerzte des Forschungslaboratoriums haben dies bei der Untersuchung festgestellt." Auf die Frage, ob er während des Sturzes in den großen Höhen keinerlei Bedrängnis empfunden habe, erwiderte Williams: „Nein, nicht einen ein. zigen Augenblick. Aber man mußte sich schon zusammennehmen ..." Zeitschriften. — Im Märzheft von „W eftermanns Monatsheften" führt Erich von Hartz aus Anlaß des Richard-Wagner-Gedenkjahres zum Verständnis der Musikdramen des Meisters. Eine reich bebilderte Darstellung vermittelt Kenntnis von bürgerlicher Heraldik. Edith Mikeleitts spricht an Hand ausgezeichneter Bilder über die Bedeutung des menschlichen Auges als Spiegel der Seele. Erwähnt seien noch eine aus der westfälischen Landschaft erwachsene Novelle von Günther Stöwe „Das Gesicht der Nacht", eine Erzählung von Gösta af Gei- jerftam „Die ersten Primeln", ferner Das Wetter der Zukunft, Liebesringe — Schicksalsringe, Zünftig Tracht und Handwerk, Ostfriesische Häfen, Das Gesicht des unbekannten Soldaten, Forschergeist und Forscherglück und zahlreiche Kunstbeilagen. — Dem verstorbenen Altmeister der Rassenforschung Ludwig Schemann widmet im Märzheft der Zeitschrift „Volk und Rasse" (I. F. Lehmanns Verlag, München 15) Dr. Ruttke einen Nachruf, der die Leistungen Schemanns als Kulturphilosoph und Rasseforscher, als politischer Denker, alsKünst- ler und als Mensch schildert. — Dr. Wolfgang Knorr vom Rassepolitischen Amt berichtet in feinem Ausfluß „Praktische Rassenpolitik" über die bisherigen Ergebnisse bei der Verhinderung des Eindringens Fremdrassiaer und bei der Unterbindung der Fortpflanzung Erbuntauglicher. Kleinere Beiträge zeigen „Ein halbes Jahrhundert Geburtenlinie im Reiche und in Sachsen" ober „Deutsch-Südwest. Eine neus Heimat der Nordischen Rasse." 3m Kampf gegen den Verlust von Nahrungsmitteln stellen die Kühlanlagen großer und kleiner Abmessungen ein wertvolles Glied in der Kühlkette Zwischen Erzeuger und Verbraucher dar. Wohl sind Kühlanlagen für Gewerbezwecke und Haushaltungen zu großer technischer Vollkommenheit entwickelt worden. Was noch fehlt, ist eine in Anschaffung und Betrieb so preiswerte Kleinkühlanlage, daß sie auch von dem einfachen Haushalt in Benutzung genommen werden kann. Dem „Kampf dem Verderb" folgt auch die Aktion der Altstoffsammlung. Sammelbehälter für industrielle, gewerbliche und häusliche Abfälle, in denen bereits eine Dorsortierung erfolgen kann, erscheinen in immer größerer Zahl auf dem Markt. Durch Verwendung von Hartpapier und Holzstoff wird die Heranziehung von Sparmetallen für die Fertigung derartiger Behälter vermieden. Der Adolf-Hitler-Platz mit dem Schloßberg von Graz, der Hauptstadt der grünen Steiermark. (Zeichnung Reimesch. — Scherl-M.) MffS d V. wsi Ebenso zeigte die Leipziger Messe eine Anzahl von Maschinen, die auf den Sammelstellen die zusammenfließenden Mengen an Altstoffen durch Zusammenpressen und Zerkleinern in versandfähide Formen bringen. Einrichtungen für die Wiedergewinnung von Zinn aus Weißblech oder die Einschmelzung kleinerer Blechmengen gehören ebenfalls in das Gebiet der Altstoffverwertung. Die von der Deutschen Arbeitsfront in den Vordergrund gerückte Forderung, jedem schaffenden Volksgenossen im Laufe eines Arbeitstages eine warme Mahlzeit zu sichern, läßt sich durch eine Anzahl neuartiger Koch- und Wärmeoorrichtungen für größte und kleinste Betriebe heute überall praktisch verwirklichen. 3n den Großküchen beschleunigen Arbeitsmaschinen die Vorbereitung und Fertigstellung von Gemüse, Fleisch und Kartoffeln, in kleinen Betrieben übernehmen Wärmevorrichtungen die Erhaltung der Genußfähigkeit der vom Schaffenden mitgebrachten Gerichte. Auch die auf dem Prinzip von Isolierflaschen entwickelten Warmhaltegsfäße für Mittagsgerichte sind in Form und Größe neu entwickelt worden. In großem Umfanae ist hierbei besonders die Verwendung von Kunststoffen und Leichtmetallen berücksichtigt worden. Zu den Geräten für die Bereithaltung warmer Mahlzeiten gehören auch die Kaffeemaschinen, die für Groß- und Kleinbetriebe mit automatischer Aufheizung und selbsttätiger Arbeitsweise entwickelt wurden. Als das sicherste Mittel für die Erhaltung der Familie und die Schaffung eines gesunden Nachwuchses ist das Eigenheim zu betrachten. In seiner Form als Siedlerstelle trägt es außerdem dazu bei, die Basis der Nahrungsmittelfreiheit zu verbreitern. Arbeitssparende und zeitver- Oer Großglockner, Deutschlands höchster Berg. M ■ Die Zugspitze, die mit 2963 Meter bisher der höchste Berg Deutschlands war, wurde jetzt entthront. Nach dem Ueberaana Oesterreichs ins Reich ist nunmehr der Großglockner mit einer Gipfelhöhe von 3798 Meter der höchste Berg des Reiches. Am Fuße des Bergriesen sieht man das Glocknerhaus. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Waschküchen mit diesen einfachen Druckknöpfen aus- zustatten, ohne daß im Interesse eines Berührungsschutzes besonders kostspielige und Material verzehrende Installationen erforderlich sind. Bei der Her- Zwischen krank und gesund gibt es einen Zustand der Schwäche und Erschöpfung, der keine rechte Lebensfreude auskommen läßt. Appetitlosigkeit, blasses Aussehen uno Ermüdbarkeit sind die deutlichen Merkmale. Erwachsene und Kinder sollten bei diesen Erscheinungen Bioferrin nehmen, welches eine vorzügliche Wirkung auf den Allgemeinzustand hat. Bioferrin enthält sämtliche Nährstoffe des Blutes. Es ist in allen Apotheken zu haben. ZeX < A > BAYER < E ) XRV kürzende Geräte für die Bearbeitung von Gärten, die Bereitung von Futter für die Kleintiere und die Einbringung der Ernte tragen diesen volkswirtschaftlichen Erfordernissen besonders Rechnung. Auch die von der DAF. entwickelten Musterwoh- n u n g e n, die ganz auf Zweckmäßigkeit und geschickte Raumausnutzung eingestellt sind, dienen dem Gedanken des Eigenheims. Für seine Ausstattung sind eine große Anzahl neuzeitlicher Geräte entwickelt worden. Der für die Beheizung mehrerer Zimmer bestimmte Kachelofen, die kupferfreie elektrische Leitung, das metallfreie Abzugsrohr für Gasyeräte und die emaillierte Dachrinne find einige Beispiele dafür, daß bei der Einrichtung von Eigenheimen der Werkstoffgedanke im Vordergrund steht. Wie sich bei der Einrichtung elektrischer Beleuchtungsanlagen der Aufwand an Leitungsmaterial vermindern und gleichzeitig die Bedienung von Schaltern erleichtern läßt, zeigt eine neuartige Haus- inftallation, bei der das Ein- und Ausfchalten von Lampen durch einen einfachen Druckknopf erfolgt. Die Schalter für sämtliche Hausleuchten sind als kleine Quecksilberschalter ausgebildet und liegen auf der Verteilungstafel des Hauses unmittelbar nebeneinander. Ihre Betätigung erfolgt durch einen Schwachstromkreis, in welchen die Druckknopfschalter eingebaut sind. Für die Schaltleitungen wird eine Spannung von nur 8 Volt verwendet, so daß also die Möglichkeit gegeben ist, auch Baderäume und stellung von Fußböden in Wohn- und Wirtschaftsräumen, von Wandanstrichen, von Tür- und Fensterbeschlägen ist besonders auf die Verminderung der Reinigungsarbeiten und die Erhöhung der Lebensdauer der Einzelteile Rücksicht genommen. Hier lebte und wirkte Joses Haydn. Blick auf die Bergkirche von E i s e n st a d t in Burgenland, wo der große österreichische Musiker des Rokoko Josef Haydn (geboren 1731, aestorben 1809) 30 Jahre als Organist wirkte, und wo er auch bestattet wurde. — (Zeichnung Reimesch. — Scherl-M.) AZ'- K IsB '.M Britische Propaganda in LIGA. Don Ernst A Hepp, Jleuyork. „Warum macht Ihr nicht auch so geschickt Propaganda wie die Engländer?", „Wie kommt es, daß die englische Propaganda i m Weltkri e g so viel wirkungsvoller war wie die deutsche?", „Woran liegt es, daß sich Amerika beinahe protestlos, unbewußt einen ununterbrochenen Strom englischer Propagandisten gefallen läßt, während die Presse gleich Zeter und Mordio schreit, wenn sich heute auch nur eine einzige Stimme zugunsten Deutschlands erhebt?", diese und ähnliche Fragen- bekommt jeder Deutsche in den Vereinigten Staaten dutzendmal zu hören. Ja, warum, wieso? Der waschechte, anständige Amerikaner ist doch zwei- fellos fair, großzügig und stets begierig, d i e Wahrheit zu erfahren, er läßt auch die andere Seite au Worte kommen, er leidet oft buchstäblich unter der einseitigen sogenannten Aufklärung, die unter Hochdruck, ohne daß er zur Besinnung kommen kann, von morgens bis abends auf ihn losgelassen wird, oder er revoltiert hegen Das ist eine Erfahrung, die wir im persönlichen Gespräch mit Amerikanern oft machen müssen. Also, warum finden wir die Pankees immer wieder, oft wider- willih, im politischen Schlepptau Eng- lanos, von dessen geistiger Bevormundung sie sich seit 150 Jahren loszumachen versuchen? Sind die Bande des großen Dölker-Schmelztiegels zum englischen „Mutterland" so innig, daß er immer und ewig für diesen Teil seines geistigen und kulturellen Besitzes tributpflichtig geworden ist, oder könnte es vielleicht sein, daß man ihm systematisch, unausgesetzt diese Dankesschuld einhämmert, damit er sie ja nie vergesse? In einem Aufsatz der bekannten Zeitschrift „American Mercury" finden wir die Antwort auf einige dieser Fragen. Mit rücksichtsloser Offenheit behandelt der Verfasser das Thema britischer Propaganda in den Vereinigten Staaten. Allen denen, die sich des Heeres britischer Propagandisten noch nicht bewußt geworden seien, gibt er den Rat, jeden Morgen eine Neuyorker Zeitung heranzuholen und — nicht die Ueberscbriften der ersten Seite, sondern die Schiffsnachrichten, insbesondere die Spalte „Ankommende prominente Passagiere" genau zu studieren. „Ich kann Ihnen jetzt schon verraten", schreibt er, „daß Sie jedesmal, wenn die internationale Lage irgendwo in der Welt eine britischen Interessen ungünstige Wendung nimmt, erstaunt sein werden über die große Zahl hoher britischer „Weisheitsapostel", die sich die Vereinigten Staaten plötzlich zur Erholung ober zu einer Studienreise oder zum Besuch von Freunden usw. ausgesucht haben. Wenn die Kurve distinguierter britischer Besucher beständig ist, so dürfen wir das als ein sicheres Zeichen annehmen, daß die Engländer nicht weiter beunruhiat sind: steigt sie aber plötzlich an, dann können Sie den letzten Pfennig darauf wetten, daß irgendetwas los ist." Der Verfasser macht sich dann daran, die Reihe dieser englischen Besucher — er nennt sie Presseagenten — sauber in verschiedene Kategorien einzuteilen. Zu der ersten Reihe, zum Stoßtrupp, rechnet er die ganz hohen Würdenträger des Staates und der Kirche, die in England nichts anderes sei als eine Unterabteilung des Staatsdienstes ähnlich wie in den USA. die Post- verwaltung! Er erinnert an das Beispiel des Erz. bischofs von Canterbury, der vor nicht allzulanger Zeit, als es um die englische Sache im Mittelmeer etwas mulmig gestanden habe, in Amerika auftauchte und mehrere vielbeachtete Reden hielt (die der Zeitungskönig Hearst damals als unverblümte politische Einmischungsversuche außerordentlich scharf angriff.). Zum Stoßtrupp zählt er auch den üblichen Strom von Generälen, Lords, Grafen, Baronen, Ministern, wissenschaftlichen Kapazitäten, Rektoren, au denen sich dann und wann aucty ein Prinz geselle. Ihre Hauptaufgabe bestehe barm, einen angenehmen Eindruck zu schaffen, ohne allzuviel zu reden, ähnlich wie Mannequins bei einer Modeschau Hinter diesen Paradepropagandisten rücke die zweite Linie an, schreibt Nock, eine Horde von Journalisten, angeblichen Schriftstellern, Lektoren, Bankiers, Volkswirtschaftlern, Zeitungsverlegern, Austauschprofessoren, Schauspielern, Pfarrern, Parlamentsmitgliedern. Sie haben die Schwerarbeit zu leisten, sie müssen reden, reden und schreiben. Der Verfasser gibt zu, daß sie recht gute Arbeit leisten. Als derzeitigen Häuptling der zweiten Brigade bezeichnet er Sir Arthur Willert, dessen politische Ergüsse häufig in der „New Port Times" und andern führenden Zeitungen gebracht werden, und als feine Hauptstütze Sir George Paish. Unschuldig und ach so harmlos fließen ihre Worte, aber beim genaueren Durchlesen komme man dahinter, daß es Prachtexemplare von „Tendenzschriften" seien (Der Verfasser gebraucht das deutsche Wort). Heber die ganze propagandistische Arbeit der beiden englischen Brigaden stellt der Verfasser das köstliche Gleichnis vom blauen Meer, dessen sich Mark Twain in seiner Kritik an Shelleys Buch über das Leben des Professors Dowden bediente. Mark Twain sagte: „Das Wasser des Meeres ist blau. Sie dürfen darauf schwören. Und doch, wenn Sie Glas um Glas daraus schöpfen, ist jedes ganz farblos, so ist auch jeder Paragraph des Shelleyschen Buches weiß, das zanze Buch aber ist blau vor lauter aufgelösten Verleumdungen." Der Verfasser untersucht bann bie Grünbe, warum bie Engländer, die in der Verfolgung ihrer Ziele nicht besser und nicht schlechter seien als andere Nationen, im Gebrauch ihrer Propaganda s o viel erfolgreicher sind als ihre Nebenbuhler. Ais wichtigsten nennt er natürlich bie Sprache, bie für alle anderen ein großes Hindernis bedeutet. Der Engländer hingegen könne jederzeit auf Anruf |o viele „Presse-Agenten" rekrutieren al« «”• *— Kunst und Wissenschast. Zehn Jahre Deutscher Akademischer Auskauschdienst in London. Die Zweigstelle London des Deutschen Aka - de mischen Austausch dien st es, der die Aufgabe hat, den Austausch von Akademikern, Lehrern und Schülern zwischen Deutschland und England zu fördern, feierte in der Londoner Universität ihr zehnjähriges Bestehen. Englische und deutsche Freunde des Londoner Büros waren außerordentlich zahlreich erschienen. Als Präsident des Deutschen Akademischen Austauschdienstes überbrachte General v o n M a sso w bie Grüße der Berliner Zentrale und würbigte bie erfolgreiche Arbeit bes beutsch-englischen Austauschdienstes während ber zehn Jahre, wobei er hervorhob, baß es sich auch hier um einen Versuch zur Förderung bes Der- stehens zwischen Deutschland und England handele. Der deutsche Geschäftsträger Gesandter Dr. Woer - mann überbrachte die Glückwünsche ber deutschen Botschaft unb die persönlichen Glückwünsche und Grüße des Reichsaußenministers von Ribbentrop. Neuerscheinungen im Verlag Engelhorn. I. Engelhorns Nachf. Verlag Stuttgart kündigt folgende Frühkingsneuigkeiten an: Adolf Sgern a n n , Berufsgeheimnisse und Binsenwahrheiten. Aus den Erfahrungen eines Verlegers. — Mary Britniewa, D i e Sonne sank im O st e n. Einzig berechtigte Uebersekung aus dem Englischen von Cornelia Bruns. — Stijn Streuvels, Die große Brücke. Einzig be* rechtiqte Übersetzung aus dem Flämischen von Karl Jacobs. — Neuauflage: Carl Haenfel und Richard Strahl: Außenpolitisches ABC. 3. vollkommen neu bearbeitete Auflage. — Neuausgaben: Walther Penck, Durch Sandwü st en auf S e ch s t a u f e n b e r in S ü b a m e r i k a. Ein Deutscher auf Kundfahrt. Herausgegeben von Albrecht Penck. — Ralph Walbo Trine, Dom k ö st l i ch st e n Gewinn. Einzig berechtigte Heber* setzung aus bem Englischen von Max Christlieb. FrÜhiahrsneuerscheinunqen des Verlages Gerhard Stalling. Der Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg/Berlin, kündigt folgende Neuerscheinungen an: Georg von der Bring: Der Goldhelm ober das Vermächtnis von Granbcoeur. Roman. — Karl Friedrich Kurz: Ein gesegneter Lügner. Roman. — General Weygand: Ist Frankreich stark genug? — Georg Schönerer. Herausgegeben mit Hnterstützung des Reichsinstitutes für Geschichte des neuen Deutschlands von Eduard Pichl. — Wissenschaft und Glaube. Reden und Ansprachen zur 200-Jahrfeier ber Georg- August-Hniversität zu Göttingen im Juni 1937. Herausgegeben vom Rektor der Universität Profes- or Dr. Fr. Neumann — Oberst Dr. Altrich. ter: Der solbatische Führer. — Hauptmann Fritz Bargmann: Ich diene acht Wochen als Infanterist. — Peter Purzelbaum: Vom Hundert st en ins Tausend st e. Band 3: Töne und Tinte. — Bruno Nelissen < Haken: Das große Hunbespiel, ober Herr Schmidt zieht sage und schreibe fünf junge Haidjer-Dackel groß. wolle. Zweitens habe der Engländer mit dem Amerikaner ganz allgemein die Scheinheiligkeiten, Sittenbegriffe, Vorurteile, Schlagworte usw. der briti- scheu Zivilisation gemeinsam und verstehe daher in jeder Lage auf seine Zuhörer die richtige Dosis leeren Geschwätzes einwirken zu lassen. Das verstünden die anderen eben nicht und wenn sie ihrerseits versuchten, ber amerikanischen Eigenliebe zu schmeicheln, so ziehe bas einfach nicht so wie bet ben Englänbern Wenn z B Herr Eben über „bie Stärkung ber Freundschaftsbanbe zwischen den beiben großen englisch-sprechenben Demokratien" rede, so habe seine Stimme den richtigen Klang. Selbst ein Franzose könne diesen Ton nicht herausbekommen und sollte er es versuchen, bann würden bie Amerikaner sofort den Betrüger riechen. Wenn bageaen ein guter Brite in den Schweiß moralischer Entrüstung ausbreche, so reagiere ganz Amerika spontan darauf, weil diese Art von „Bull" ebenso amerikanische Spezialität sei wie englische. Als dritten Grund dafür, warum der Engländer sich besser auf die amerikanische Geige einzuspielen versteht, führt der Verfasser an, daß die leitende Schicht des amerikanischen Mittelstandes von demselben eingefleischten Snobistentum besessen sei wie diejenige Englands. England unterhalte eine Skelett-Aristokratie, deren Tun und Lassen tägliche Nahrung für das Snobistentum seines eigenen Mittelstandes bilde. Amerika besitze nichts derartiges; wenn deshalb England gelegentlich von seinem Vorrat etwas abgebe, stürzten sich die amerikanischen Snobs mit einer geradezu erbärmlichen und unanständigen Gefräßigkeit darauf. Der Verfasser stellt dann fest, daß weder Deutschland noch Frankreich den Typ des Mittelstand-Snobs haben, also ein weiterer Nachteil für sie. Zum Schluß kommt er auf bie, wie er sich ausbrückt, „begenerierte Aufrichtigkeit" bes Engländers zu sprechen. Dieser Punkt verdient besondere Aufklärung. Jeder Brite, meint er, ob er nun Baron fei ober Lanbstreicher, komme auf bie Welt in bem unerschütterlichen Glauben, bag ber Engländer in allen Lagen unb unter allen Um« stäuben ein natürliches Recht besitze, zu herrschen Er halte bas Empire für das Schwungrad der Zivilisation und sei felsenfest davon überzeugt, daß das Jüngste Gericht anbrechen würde, wenn dieses Rad zu Schaden kommen sollte. Deshalb seien alle Menschen, die dieses Recht anzuzweifeln wagen, einfach höllische Teufel, wie z. B. die Buren in den neunziger Jahren, die Deutschen 1914, die Japaner heute Und aus eben diesem Grunde seien auch alle Maßnahmen, die gegen solche Menschen angewandt würden, selbst die abscheulichsten, wie das Aushungern deutscher Frauen unb Kinber burch bie Blockade im Weltkrieg, bas Bombardieren indischer Dörfer, das in die Luftsprengen arabischer Häuser in Palästina — recht unb lobenswert. Der Engländer fei in biefem Glauben an feine Unfehlbarkeit geboren und darin liege die sonderbare, unanfechtbare Ehrlichkeit, mit der er feine Ansichten vortrage. Diese sind nach Meinung des Verfassers die Hauptgründe für den Erfolg englischer Propaganda in den Vereinigten Staaten Er findet, daß d:ese Propaganda neuerdings wieder ganz besonders intensiv eingesetzt hat — siehe Schiffsnachrichten! Wir sehen, er ist einer ber Wiberwilligen, ber . Protestanten". Ihre Zahl ist aber in ber Minberyeit. Für bie übrigen gilt bas nunmehr geflügelte Wort: Englanb erwartet von jebem Amerikaner, daß er seine Pflicht tut." Ser Gauwettkamps beginnt. 1500 Kreissieger treten an. — Wertvolle Auszeichnungen. LPD. Frankfurt a. M., 18. März. Aus allen Kreisen und Berufsgruppen liegen nunmehr die besten Arbeiten vor, so daß der Gauwettkampfaus- schuß nach nochmaliger Überprüfung die besten 1500 Teilnehmer festgestellt und zum G a u e n t - scheid vo'm 19. bis 2 2. März einberufen hat. 835 Teilnehmer werden in Frankfurt a. M. antreten, und zwar die Gruppen Eisen und Metall mit 346, Handel mit 275, Chemie mit 45, Friseure mit 15, Gesundheit mit 36, Bergbau mit 15, freie Berufe mit 26, Steine und Erden mit 30, Verkehr und öffentliche Betriebe mit 46 Teilnehmern. In Offenbach kämpfen die Lederbranche mit 100, Bekleidungsgewerbe mit 76, Textilien mit 22 und Druck und Papier mit 46, insgesamt 244 Teilnehmern. In Darmstadt sind es das Baugewerbe mit 76, Nährungs- und Genußmittel mit 95, Holzindustrie mit 65, Hausgehilfen mit 146 und Banken und Versicherungen mit 45, zusammen 427 Teilnehmern. Zum erstenmal erhalten die 1500 Kreis-, Gau- und Reichssieger eine besondere Auszeichnung von hohem Wert, die ähnlich wie das SA.-Sportabzei- chen getragen wird. Es handelt sich je nachdem um eine bronzene, silberne oder goldene Plakette, die inmitten eines Lorbeerkranzes die Symbole des Reichsberufswettkampfes und die Hoheitszeichen in Verbindung mit dem Zahnrad der DAF. und dem HJ.-Abzeichen enthalten. Zn 90 Minuten Frankfurt—Berlin. Das Rhein-Main-Gebiet im Sommerflugplan 1938. Lpd. Frankfurt a. M., 18. März. Für das Rhein-Main-Gebiet sieht der ne u e F l u g p l a n folgende Neuerungen vor: Abgesehen von dem fünfmal täglichen Pendelflugdienst Hamburg—Berlin ist Frankfurt die einzige deutsche Stadt, die während der Hauptreisezeit drei direkte Fluglinien nach Berlin besitzt. Auf einer dieser Linien (ab Frankfurt 17.35 Uhr) werden die neuen viermotorigen Großflugzeuge von Fokke-Wulf (26 Fahrgäste) bzw. Junkers („Der große Dessauer" mit über 300 Kilometer Stundengeschwindigkeit und 40 Sitzplätzen) eingesetzt, die für die Strecke F r a n k f u r t—B e r l i n 90 Minuten Flugzeit brauchen. Diese Flugzeuge haben Bewirtschaftung an Bord. Der Rückflug des Spätflugzeuges Berlin—Frankfurt ist um IVt Stunde später gelegt. Zwischen Hin- und Rückflug 10 Stunden Aufenthalt in Berlin: Berlin an 9.30, ab 19.35 Uhr. Nach Halle/Leipzi g—D r e s d e n—B r e s- l a u wird eine neue Vormittagsverbindung, eingerichtet. Flugdauer F r a n k f u r t—B r e s l a u 4 Stunden! Der Sonntagsdienst wird nunmehr auf allen über Frankfurt führenden Auslandsstrecken eingerichtet. Frankfurt erhält künftig 9 Sonntagsstrecken, und zwar: Frankfurt—Brüssel—London, Frankfurt—Rotterdam—Amsterdam, Frankfurt- Köln, Frankfurt—Berlin (2. Verbindung), Frankfurt—München—Wien, Frankfurt—Mailand—Rom, Frankfurt Paris. Insgesamt wird der Flughafen Rhein-Main im Sommer von 30 Flugstrecken (darunter fünf Nachtpoststrecken) und der einmal wöchentlich verkehrenden deutschen Luftpostlinie nach Südamerika berührt. Der Hauptoerkehr spielt sich in den Zeiten 11.30 bis 13.00, 17.00 bis 19.30 (während dieser Zeit starten und landen etwa 20 Flugzeuge) und 0.30 bis 3.00 Uhr ab. In der Flugplangestaltung macht sich die Tendenz verstärkt bemerkbar, im innerdeutschen Fernverkehr vorwiegend die frühen Morgen- und die späten Kinder bringen Freude ins Haus. — Nimm ein Ferienkind der NS. Volkswohlfahrt! Abendstunden für den Flugverkehr auszunutzen. So kann man z. B. ab Frankfurt noch gegen 18 ^Uhr nach 16 Inlands- und 7 Auslandsorten reifen. Ebenso wie im Vorjahre landen wieder englische, französische, italienische, belgische, holländische und schweizerische Flugzeuge in Frankfurt. Die englische Gesellschaft „Imperial Airways" befliegt wieder die Linie London—Brüssel—Frankfurt—Prag— Wien—Budapest mit Frankfurt als einzigem deutschen Zwischenlandehafen. Wie im Vorjahre bestehen füns Nachtstrecken für den Post- und Luftexpreßgutverkehr. Der Start des Südamerika-Luftpostdienstes erfolgt jeden Donnerstag 5 Uhr. Kreis Schotten. 0 Schotten, 15. März. Im „Darmstädter Hof" fand die ordentliche Generalverfammluna des P f e r d e - V e r f i ch e r u n g s v e r e i n s Schot, t e n statt. Vereinsführer August Rausch erstattete den Jahresbericht für 1937, aus dem eine sehr gün. stige Aufwärtsentwicklung des Vereins erkennbar wurde. Die Zahl der Mitglieder ist auf 213, die Zahl der versicherten Pferde auf 322, und das Versicherungskapital auf 205150 Mark gestiegen; weiter konnte berichtet werden, daß dank der zielbewußten Leitung der Verein nun auch in Ulrichstein Fuß gefaßt hat; Pferdeverluste wurden mit insgesamt 4000 Mark entschädigt; mit der lieber» gäbe abgängiger Pferde an die Viehverwertungsgenossenschaft wurden sehr gute Erfahrungen gemacht; der Vorstand hielt im Berichtsjahr sechs Sitzungen; der Reservefonds konnte auf 5000 Mark aufgefüllt werden, eine erfreuliche Folge des sparsamen Wirtschaftens der leitenden Persönlichkeiten. Sodann erfolgte die Rechnungsablage durch den Vereinsrechner Karl Stang, dem für feine gewissenhafte Arbeit Dank ausgesprochen und Entlastung erteilt wurde. Bei der Ersatzwahl eines Vertrauensmannes für den als Vertrauensmann ausgeschiedenen Altbürgermeister Knodt (Eichelsdorf) wurde Ortsbauernführer Hermann Schmitt- berger (Eichelsdorf) bestimmt; dem ausgeschle- denen Vertrauensmann Knodt widmete der Vereinsführer Worte der Anerkennung und des Dankes. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr Samstagnachmittag geschlossen MÖBEL» DAS GROSSE LAGERGESCHÄFT MIT DEN NIEDEREN PREISEN GIESSEN WIESENSTRASSE 6 VETTER 7 31Ä _____________________________ tadttßeater gießen Letzte Aufführung des größten Schauspielerfolges der Spielzeit: Komödie in 4 Akten von Oscar Wilde. Preise 0.80-2.50. 1769V Sonntag, den 20. März, 19-21.30 Uhr Außer Miete! Tv. 1846 - MTV. Gießen Sonntag, den 20. März 1938, in der Volkshalle 6. Hallen-Handball-Turnier Beginn der Vorspiele: Samstag, 20 Uhr, und Sonntag, 7.30 Uhr Beginn der Entscheidungsspiele: 14 Uhr 1761D WeimMMW Am Sonntag, dem 20. März 1938 vormittags 10 Uhr u. nachm. 3 Uhr SiS-iewiel gegen 1742D Weier Biöorö-5iiortoerein im CasS Amend, Bahnhofstraße MWlenvesMlklWsMls Eintrittspreise: mitglieöer u rlWmitglielm M. 0.50 WIESECK Sonntag, den 20. März 1938 T Ä E Z 1744D Zum kühlen Grund Inhaber: A. Schepers. w sollen praktisch und solide gebaut sein, \ damit sie auch wirklich ihren | Zweck erfüllen. - Wir haben .1 stets eine große Auswahl!!' FRANZ VOGT & co. Gießen - Vokohaus Seltersweg 44, Ruf 2464 1937er Nahm) p. Ltr. HM. 0.80, in Fässern jeder Größe u. Kisten von 30 Flaschen an 1937» alkoholfr. TranDensalt per ‘/x Flasche RM. 1.—, in Kisten von 30 Flaschen an, liefert Pet.Bornheinier.Weinkelterei Gensingen bei Bingen a.Rh. Fernsprecher Nr. 24. 1783P macht viel mehr Freude mit den guten und praktischen Geräten, wie: Bodenfräse, Rillenzieher, Kultivator, Särolle, Ziehhacke, Spaten, Grabegabel, Rechen. Lassen Sie sich diese Helfer zur leichteren Arbeit und besseren Ernte mal zeigen bei J.B. 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Juni 1937 stattgefunden hatte. In jener Versammlung wurde ein Ausschuß eingesetzt, dem die beiden Oberforstmeister Nicolaus und Lipp sowie Dr. Meesmann angehörten. Dieser Ausschuß hat als Ergebnis seiner Beratungen Herrn Oberbürgermeister Ritter eine Denkschrift vorgelegt, die neben allgemeinen Grundsätzen für die Anlegung von Spaziergängerwegen auch E i n z e l v o r - schlage, nach Zielpunkten geordnet, enthält: Annerod, Schiffenberg, Bergschenke und Bergwerkswald, Rindsmühle, Gleiberg. Der leitende Gesichtspunkt ist in der Denkschrift in folgendem Satz niedergelegt: „Spazierwege bei einer Stadt sollen keine Promenadenwege wie in einem Kurort sein, sie sollen sich der natürlichen Beschaffenheit des Bodens möglichst anpassen, sie sollen auch bei nassem Wetter mit gewöhnlichem Schuhwerk passierbar und dürfen daher weder mit spitzen Steinen belegt, noch von Pfützen unterbrochen sein, sie sollen möglichst viel Schatten bieten und müssen so angelegt werden, daß sie den Fußgänaer vor den Gefahren des Fuhr-, Auto- und Radfahrverkehrs bewahren." Wie Herr Dr. Meesmann uns weiter schreibt, hat die Bürgermeisterei diese Vorschläge dem Stadtbauamt weitergegeben mit dem Auftrag, einen Kostenooranschlag und einen Arbeitsplan zum Bau der Wege in den nächsten drei Jahren vorzulegen. Wie wir auf Anfrage im Stadthaus hören, sind im Verfolg dieser Denkschrift mancherlei Vorschläge in Bearbeitung genommen, über die demnächst wohl die Entscheidung getroffen werden wird. Von besonderem Interesse dürfte dabei die Schaffung eines Spaziergängerweges vom Wartweg nach dem Bergwerkswald fein. Weiter planen der fachmännische Betreuer unseres Stadtwaldes, Oberforstmeister i. R. Beigeordneter Nicolaus, und Oberforstmeister Lipp etwa von der Landstraße nach Steinbach bzw. vom alten Steinbacher Weg aus neue schöne Spaziergängerwege in Richtung Schiffenberg zu erschließen. Man darf der weiteren Entwicklung dieser Sache, der auch der Herr Oberbürgermeister seine nachhaltige Förderung zuteil werden läßt, mit besonderem Interesse entgegensetzen. Kein falsches Mitleid! Appell an die Frauen und Mütter. — Gebt das Geld der NSV.! In Lollar hat die Gendarmerie am Mittwoch bei einer umherziehenden Zigeunerbande eine große Menge Kleingeld und einen stattlichen Sack voll Silbermünzen vorgefunden. Vor einigen Wochen konnte die Gendarmerie eine andere Zigeunerbande in Watzenborn-Steinberg stellen, bei der etwa 1500 Mark Bargeld, und zwar viel Kleingeld und in Geldscheinen, außerdem eine Menge verschimmelter Wurststücke gefunden wurden. Beide Funde geben Anlaß, in erster Linie unseren Frauen und Müttern als Hüterinnen von Haus und Familie einige Gedanken zur Ueberlegung mitzuteilen. Zigeuner besuch wird allgemein mit Recht als Landplage empfunden. Wenn Zigeuner im Dorfe oder am Rande der Stadt auftauchen, vermeidet es die Hausfrau in der Regel, das Haus oder den Garten unbeaufsichtigt zu lassen. Das hat seinen guten Grund. Daß diese lästige Gesellschaft immer wieder erscheint, hat vor allem seinen Grund in den Geschenken, die ihr auf dem Lande, aber auch am Rande der Stadt stets aufs neue zugewandt werden. Solange diese Geschenke gegeben werden, wird nirgends daran zu denken fein, daß die unerwünschten Besucher wegbleiben. Wenn man sie also los werben will, muß man sich jedes Geschenkes an diese Gesellschaft konsequent enthalten! Mütter müssen sich in solchen Fällen von falschem Mitleid freimachen: sie müssen ihr empfindsames Herz fest in beide Hände nehmen und es nicht zum Rucken und Zucken kommen lassen; sie müssen auch die Kinder anhalten, in solchen Fällen nicht mit Bitten zu kommen und dadurch unbewußt den faulenzenden Landstreichern die Stange zu halten. Wenn überall in Stadt und Land in dieser Weise gehandelt wird, dann werden die meist kräftigen und leistungsfähigen Männer und Frauen der Zigeunerbanden schnell merken, daß sie eben nur durch Arbeit ihren Lebensunterhalt finden können. Für Tagediebe darf es in unseren Landen nirgendwo mehr Raum geben! Die bei jenen Zigeunern vorgefundenen ansehnlichen Geldbeträge und die zum Teil verdorbenen Vorräte an Lebensrnitteln sind ein erneuter Beweis dafür, daß man allerorten immer noch nicht nur Kupfergeld, sondern auch einen Fünfer, einen Zehner oder ein Stück Brot oder Wurst für die bekannten „Künste" der Zigeuner spendet. An einer solchen Stelle ist die Opferbereitschaft aber höchst unangebracht! Man sollte die Fünfer und Zehner besser in einer Sparbüchse sammeln und sie allmonatlich dem Ortsgruppenwalter der NS. - Volkswohlfahrt aushändigen, der sie dem großen und vorbildlichen Hilfswerk der NSV. zuführen wird! Ebenso sollte man es mit Nahrungsmittelspenden halten, wenn man auf diesem Gebiete irgendwie noch etwas locker machen kann. Als bezeichnend sei in diesem Zusammenhänge erwähnt, daß man bei der Durchsuchung der Zigeunerbande in Lollar in den Futterkästen für die Affen nicht nur Brötchen, sondern auch RestevonButterbroten vorfand! Man kann hieraus ersehen, wie falsch derartige Spenden an die Zigeuner sind und wie schmählich diese Gesellschaft wertvolle menschliche Nahrungsmittel behandelt! Wer die Mittel der NSV. immer wieder stärkt, kann das Bewußtsein haben, daß er damit wirklich einen guten Dienst für seine hilfsbedürftigen Volksgenossen leistet. Das ist besser, als die Spenden, auch wenn sie im Einzelfalle nicht groß sind, faulenzenden Zigeunern in die Hand zu geben. Und man erreicht — wenn man sich diesen unliebsamen Besuchern gegenüber völlig zugeknöpft verhält — obendrein noch schnell das gute Ergebnis, ein für allemal von derartigen lästigen Besuchern befreit zu sein! Für die Tiere der Zigeuner findet sich sicherlich eine bessere Pflegstatt, als sie die armen Kreaturen jetzt haben. Die niedlichen Aeff- chen, die in dem Lollarer Falle den Zigeunern die Taschen füllen halfen, würden in einem Zoologischen Garten besser aufgehoben sein, als bei efner so zweifelhaften Gesellschaft, wie die Zigeuner es nun einmal sind. Die Moral von der Geschicht': Gebt den Zigeunern nichts, sondern laßt jede Möglichkeit zurSp^nde der NSV. zugute kommen! B. Aus der Stadt Gießen. Stille Liebe zur Natur. Von Tag zu Tag mehr erwacht die Natur aus ihrem Winterschlaf. Hier eine Knospe, dort neue Schneeglöckchen, lauter wird in der Frühe der Gesang der Vögel... Gerne gehen wir auf kleine oder größere Ent- deckungsrelsen, vieles läßt sich die Natur nur im Schweigen ablauschen, und unsere Liebe zu ihr muß von Stille erfüllt sein. Während des Winters haben wir etwas über das Walten der Natur gelesen. Wer von stärkerer Neigung zur Biologie erfüllt ist, griff wohl zu ausführlicheren Werken, die ihm das Walten der Naturkräfte erschließen können Wir staunen über den Reichtum der Natur, aber ebensosehr über ihre zweckbewußten Kräfte, mit denen sie für ihre Geschöpfe sorgt, auch dann, wenn diese unser Leben bedrohen, Wälder wegfressen, Krankheiten übertragen, unser Haus und unjere Möbel zernagen. Gelehrte neigen zuweilen dazu, ihre Einzelerkenntnisse in große Zusammenhänge hineinzustellen. So hat der führende amerikanische Jnsekten- forscher Howard ein Buch „The menace of man- kind" (Die Bedrohung der Menschheit) geschrieben, in dem er aus führt, wie der Kampf zwischen Mensch und Insekt mit ungefähr gleichen Kräften geführt wird; jedenfalls bedarf es der schärfsten Anspannung aller Jnsektenforscher, um diese Milliarden und Billionen in Schach zu halten. Andere Gelehrte haben gefragt, wie es werden würde, wenn die Vögel infolge der vordringenden Zivili- satton aussterben würden. Sieben Jahre später, so haben sie ausgerechnet, würden die menschlichen Rassen aussterben; denn das Gewürm würde so überhand nehmen, daß aller Pflanzenwuchs zerstört wird. Wir hätten dann kein Getreide, keine Kartoffeln und kein. Obst und könnten auch unseren Haustieren kein Futter mehr geben. Wie unvernünftig, wenn wir das Leben unserer Vögel stören oder zerstören! Jede Krume, die wir im Winter den hungernden Vögeln gegeben haben, stärkt uns im Kampf gegen den Feind des Menschengeschlechtes Besonders gefährlich ist die Nonne. Bei dem riesigen Nonnenfraß im ostpreußischen Rotebuder Revier im Jahre 1854 mußten 84 Quadratkilometer, die völlig kahlgefressen waren, eiligst geschlagen werden — um nicht dem nächsten Feinde, dem Borkenkäfer, riesige Entwicklungsmöglichkeiten zu geben. Diese Fläche entspricht dem zehnten Teil der Fläche Berlins (das an Fläche die fünftgrößte Weltstadt ist). Aber die Kenner wachen. Wer sich mit der Nonne zu befassen hat, wird dafiir sorgen, daß die Schlupfwespen und Raupen, Fliegen oder der Spaltpilz, der in den Nonnen eine Wipfelkrankheit erregt, möglichst gefördert werden; sie sind unsere Helfer im Kampf ums Dasein. So gewinnen wir in der Stille und auf besinnlichen, aufmerksamen Spaziergängen lehrreiche Einblicke in den rastlosen Kreislauf der Natur. H. H. NSDAP., Ortsgruppe Gießen-Mitte. Gauschulungsleiter pg. Kutter (Frankfurt a. 2H.) spricht am 23. März, abends 8.30 Uhr, im Cafe Leib. Der Besuch dieser Versammlung ist für alle Gliederungen der Ortsgruppe Gießen-Mitte Pflicht. „Konto Oesterreich." Sämtliche Dienststellen der JISB. und alle Zahlstellen der Banken nehmen Geldspenden entgegen. Der Reichsbeauftragte für das Winterhilfswerk des deutschen Volkes teilt mit, daß Geldspenden für die Deutschen in Oesterreich auf das „Konto Oesterreich" bei allen Dienststellen der NSV., sowie bei allen Zahlstellen der in der Reichsgruppe Banken zusammengeschlossenen Kreditanstalten (Banken, Girozentralen, Sparkassen, Girokassen, gewerbliche und wirtschaftliche Kreditgenossenschaften) eingezahlt werden können. Oesterreichs deutsche Musik. Von Johannes Jacobi. Durch Oesterreichs Heimkehr ins Reich sind eine Reihe ehrwürdiger Stätten der Obhut des gesamtdeutschen Volkes anoertraut worden, die es als Nationalheiligtümer zu hüten berufen ist, von denen es aber durch eine sinnlose Grenze bisher getrennt war. Auf dem Wiener Zentralfrjedhof ruhen die Gebeine eines Beethoven, Schubert, Brahms, Hugo Wolf und Johann Strauß. Mozart wurde in einem Wiener Armengrab unauffindbar verscharrt. Die Gruft des Sttftes St. Florian birgt die sterbliche Hülle Bruckners. Die Namen beschwören den Glanz und den Ruhm der Musikstadt Wien. Aus dem Reich des deuftchen Geistes ist sie nicht wegzudenken. Was das Weimar Goethes und Schillers für die deutsche Dichtung bedeutet, das ist die „Wiener Klassik" der Musik. Haydn, Mozart Beethoven — dieses Dreigestirn strahlt seinen Glanz noch über das Musikleben der deutschen Gegenwart aus. Zwei dieser Meister waren Oesterreicher, und Beechovens Wahlheimat war seit seinem zweiundzwanzigsten Lebensjahre Wien. Ist uns Bayreuch zum Sinnbild für das romantische Musikdrama Richard Wagners geworden, so führen die Erinnerungen an den Klassiker der Musikbühne, an Mozart, zu seinem Geburtsort, dem österreichischen Salzburg. Was das deutsche Volk Jahrhunderte hindurch als feinen selbstverständlichen Besitz zu empfinden und zu verehren gewohnt ist, war zunächst durch eine „kleindeutsche" Absperrung und dann durch die parteipolitische Erfindung eines „österreichischen Menschen" ausländisches Geistesgut geworden. Im vergangenen Jahr konnte es sogar geschehen, daß einem deutschen Musiker sein gleichzeitiges Wirken in Salzburg und Bayreuth bestritten, daß die beiden Symbole gesamtdeutscher Musiktradition als Gegensätze erklärt wurden. Auf keinem Gebiet der deutschen Kulturgeschichte ist aber der Zusammenhang zwischen dem Reich und seiner südöstlichen Grenzmark sinnfälliger als in der Musik. Die Ausstrahlungen der Klassiker von Haydn bis Schubert, von Hugo Wolf und Bruckner bis in Deutschlands entlegensten Ort und die Bewertung dieses künstlerischen Erbes als „deutsche Musik" im Urteil der Welt beweisen es ebenso, wie der Zug der größten Komponisten aus nördlicheren Bezirken des Reiches nach Wien. Neben den vielen« die vorübergehend dort einkehrten, unb. aus der Berührung mit dem Geiste österreichischen Volkstums oder Wiener Kultur wesentliche Anregung empfinden, seien nur die Namen des in Böhmen ausgewachsenen Bayern Gluck, des Rheinländers Beethoven und Hamburgers Brahms genannt. Wie Gluck in Wien den Boden für feine Reformation der deutschen Oper bereitet fand, so sind aus dem Schaffen Beethovens die Spuren österreichischen Lebens und österreichischer Landschaft nicht wegzudenken — erinnern wir uns nur an Stimmung und Naturlaut seiner Pastoralsymphonie! Als Sinnbild aber darf der fünfunddreißlg- jahrige Aufenthalt von Johannes Brahms in Wien gelten. Für die Muse des spröden Niedersachsen mußte die sinnenfrohe Atmosphäre der Donaustadt als glücklicher Ausgleich wirken. Seine Verehrung für Johayn Strauß und feine Bereitschaft, mit ihm zu tauschen, wenn er eben nicht „der Brahms" wäre, bezeugen diese Ergänzung zweier Landschaftscharaktere im deutschen Raum ebenso, wie manche beglückende Verschmelzung dieser Gegensätze im Schaffen des norddeutschen Meisters. Anderseits fand das Genie des fächfischen Musik- dramatikers Richard Wagner eine ebenbürtige Ausprägung in den künstlerischen Bezirken des Liedes und der Symphonik bei dem Sceiermärker Hugo Wolf und dem Oberösterreicher Anton Bruckner. Die Wechselwirkungen zwischen Reich und Oesterreich fanden in dieser Gruppe während der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts noch einmal eine schöne Bestätigung, und diesmal lief der Kraftstrom von Norden nach Süden. Während für die Pflege der Musik im Wien des ersten Reiches die höfische Kultur der kaiserlichen Residenz und die verfeinerten Lebensverhältnisse der Metropole, vor allem ihre Adelskreise, das soziologische Fundament bildeten und der Musikstadt Wien damit den Vorrang sicherten, so entstammten ihre schöpferischen Kräfte ausnahmslos Dem kräftigen Boden deutschen Volkstums. Ja, es ist ein besonderes Ruhmesblatt in der Geschichte des deutschen Musiklandes Oesterreich, daß seine weltbeherrschende Klassik und seine Romantik unmittelbar von den Söhnen des einfachen Volkes geschaffen wurde. Gluck war das Kind eines Försters und Büchsenspanners, Haydn der Sohn eines armen Hufschmieds und einer Köchin, M o - z a r t s Großvater war Handwerker, Schubert wuchs unter den neunzehn Kindern eines Dorstadt- schulmeisters bei Wien auf, der Vater Hugo Wolfs mußte statt Musiker Sattler werden, Bruckner war ein früh verwaister Lehrtrssohn, und die Väter der zugewayderten Meister Beethoven und Brahms waren als Berufsmusiker ebenfalls „Handwerker" ihres Standes im gesellschaftlichen Sinn des Wortes. Durch die Bindung an das Blut der Ahnen und den eigenen -Lebenskreis verkörpern auch die welttäufigen Schöpfungen der österreichischen Meister noch die reiche Mannigfalttgkeit deutschen Volkstums. lieber alle Stilunterschiede hinweg behauptet sich das ländliche Element in der Musik Haydns und Bruckners, während bei Mozart und Schubert die differenziertere Empfindungswelt städtischer Kultur überall spürbar bleibt. Dennoch vereinigen die Werke eines jeden die ganze Erlebnisweite deutschen Menschentums mit all seiner Gegensätzlichkeit und Lebensfülle. Neben der weltabgeschiedenen Mystik eines Brucknerschen Adagio steht das Scherzo mit seiner bäuerlich-derben Erdennähe. Aus der treuherzigen Männlichkeit Haydns bricht plötzlich die Dämonie hervor, und d.ie spielende Grazie eines Mozart, die blühende Gesanglichkeit eines Schubert- liedes ist nur der goldene Rahmen für das abgründige Wissen um Leid und Tod, für den Schauer vor dem Unendlichen. Ist somit keine Stimmungslage deutschen Lebensgefühls den österreichischen Meistern verschlossen, so ist ihre unbedingte Liebe zum stets siegenden Leben doch der besondere Dienst, den der südlichste Volksstamm des Reiches der Ge- samtnaticm zu erweisen vermag. Von der feierlichen Hymnik Brucknerscher Finalsätze bis zu den schäumenden Klängen heiteren Lebensgenusses in den Werken der Strauß und Lanner fin'ben die deutschen Menschen aller Gaue Lebensanttieb und Aufschwung in der Musik ihrer österreichischen Groß- und Kleinmeister. Oer erfinderische Herr Biedermeier. Einen Einblick in die schrullenhafte Welt der Biedermeier-Erfinder gestatten die Zeitungen und Zeitschriften vor hundert Jahren, die immer wieder Kurioses berichten. So meldete damals die „Tante Voß", daß der Hamburger Professor Danzel auf einer Alsterarche eine hydrauliche Maschine ausgestellt habe, mit der man ein Schiff bei Windstille fortbewegen könne; ja, sogar Luftballons wollte der gelehrte Herr mit diesem Apparat lenken. Dem Hang zur Sparsamkeit kamen die Patentmöbel eines Herrn Eckhard entgegen, bei denen die Stühle umgedreht werden konnten, so daß für den Alltagsgebrauch der schlechtere Bezug, bei Besuch aber der feinere oben war. Merkwürdig war die Erfindung des Nürnberger Stockenschneider. Dieser sinnreiche Mann hatte eine Maschine ersonnen« auf der man angeblich ohne Feuer kochen Vornotizen. Tageskalender für Samstag. Stadttheater, 20 bis 22 Uhr: „Parkstraße 13". Gloria-Palast (Seltersweg): „Das indische Grab- mal". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Die Fledermaus" und die neueste Wochenschau. — Männer-Badeoerein: 20.30 Uhr, „Frankfurter Hof", Generalversammlung. — Tv. 1846/Mtv. Gießen: 20 Uhr, Volkshalle, Vorspiele 6. Hallen-Handball- Turnier. — Ev. Stadtmission, Löberstraße 14: 20.15 Uhr Vortrag. — Oberhessischer Kunstverein: 17 bis 18 Uhr Ausstellung im Turmhaus am Brand. Tageskalender für Sonntag. Stadttheater, 11.30 bis 12.30 Uhr: Maja von Rabenau tanzt. 19 bis 21.30 Uhr: „Lady Windermeres Fächer". — Gloria-Palast (Seltersweg): 11 Uhr, Sonderfilme über die Ereignisse in Oesterreich; zu den bekannten Zeiten: „Das indische Grabmal". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Die Fledermaus" und die neueste Wochenschau. — Tv. 1846/Mtv. Gießen: Volkshalle, 7.30 Uhr, Vorspiele, 14 Uhr, Entscheidungsspiele des 6. Hallen-- Handball-Turniers. — Ev. Stadtmifsion, ßöber- Dem Auge das Beste! Lassen Sie sich beraten von I Optiker Jliagnus dem Optiker Ihres Vertrauens / Seltersweg 33 / Kassenlieferant straße 14: 20.15 Uhr, Vortrag. — Gustav-Adolf- Frauenverein Gießen: 20 Uhr, Stadtkirche, Vortrag „Frauenarbeit in den deutsch-evangelischen Gemeinden Siebenbürgens". — Vauerscher Gesangverein: 16 Uhr, in Der Neuen Aula der Ludwigs- Universität Konzert. — Oberhefsischer Gebirgsverein: Wanderung. — Gießener Billard-Klub: 10 Uhr und 15 Uhr im Eafs Amend Städtefpiel gegen Kasseler Billard - Sportverein. — Oberhessischer Kunstverein: 11 bis 13 Uhr Ausstellung im Turmhaus am Brand. Stadtthealer Gießen. Heute, 20 Uhr, Wiederholung des Kriminalstückes „Parkstraße 13" von Axel Jvers. Spielleitung Hans Geißler, Bühnenbild Karl Löffler. Die Vorstellung findet gleichzeittg für die KdF.-Miete Gruppe I (12. Vorstellung) statt. Freier Kartenverkauf zu Tagespreisen. Ende der Vorstellung 22 Uhr. Sonntag, 20. März, tanzt Maja v. Rabenau im Rahmen der 11. Morgenveranstaltung des Stadt- theaters. Maja von Rabenau ist Solotänzerin der Deutschen Tanzbühne Berlin. Am Flügel: Meinhart Becker, Darmstadt. Die Intendanz macht darauf aufmerksam, daß die Veranstaltung punkt 11.30 Uhr beginnt. Für Zuspätkommende Einlaß nur nach den einzelnen Tänzen. Karten für den Theaterring der Hitler-Jugend nur gegen Ausweis. Ende 12.30 Uhr. — Am Abend, 19 Uhr, zum letzten Male Wiederholung des größten Schaufpielersolges dieser Spielzeit, „Lady Windermeres Fächer", Komödie in vier Akten von Oscar Wilde, Neubearbeitung: Karl Lerbs. Spielleitung Hermann Schultze-Griesheim, Bühnenbilder Karl Löffler. Die Vorstellung findet außer Miete zu Sonntagspreisen statt. Ende 21.30 Uhr. Montag, 21. März, Anfang 19.30, Ende 22.15 Uhr, Theaterring der Hitler-Jugend, 7. Vorstellung, „Wilhelm Tell", Schauspiel von Schiller. Kein freier Kartenverkauf. 126 Wettbewerbsarbeiten für ein HZ -Heim in Gießen. Die Frist zur Einreichung der Arbeiten in dem Preisausschreiben zur Erlangung von Entwürfen für den Bau eines HJ.-Heirnes in Gießen ist am gestrigen Freitagmittag abgelaufen. Wie wir auf Anfrage hören, sind bei diesem Wettbewerb 126 Entwurfsarbeiten eingegangen. Nunmehr werden diese Arbeiten ihre weitere Behandlung durch die vorgesehenen Prüfungsstellen, also das Preisgericht, erfahren. konnte, indem durch Reibung einer gedrehten Scheibe eine Platte erhitzt wurde, die ihre Wärme dem Kochtopf mitteilte. Von musikalischen Suppentellern berichtet im Juli 1829 der „Sächsische Trompeter": „In Schleswig bereitet eine Fayencefabrik Teller, die Musik machen. Die Teller sind hohl und fangen, sowie eine heiße Feuchtigkeit hineinkommt, an zu tönen, und da jeder Teller auch auf einen gewissen Ton gestimmt werden kann, so kann eine suppenessende Gesellschaft sich auf das allerbequemste vortreffliche Tafelmusik verschaffen." Nicht minder originell waren die heizbaren Kleiderstoffe, die in England erfunden waren: „Sie werden aus Wasser und luftdichtem Stoff verfertigt, und hinten ist, wie eine Patronentasche, ein kleiner zierlicher Ofen angebracht, der mit Spiritus geheizt wird und die erwärmte Luft durch die hohlen Zwischenräume des Kleides versendet. Dreht man den Ofen nach vorn hin, so dient er zugleich als Laterne." Der Erfinder- Spleen der Engländer trieb schon' damals seltsame Blüten. So Hütte ein Mr. Birthelm eine Kutsche erfunden, in der man sich in größter Sicherheit befinden sollte, selbst wenn man von einer ganzen Räuberbande umzingelt war. „Rund um den Boden des Kutschkastens befinden sich 100 Schießapparate, und mit einem Fingerdruck entladen sich ebenso viele Feuerschlünde auf die nichtsahnenden Bösewichter." Es war also eine Art Maschinen- gewehrdroschke. Oie Wette. Ein Bewunderer sprach sich einmal zu dem Maler D e g a s äußerst lobend über seine Gemälde aus. Degas hörte schweigend zu, dann meinte er: „Sie loben meine Bilder. Aber loben Sie nicht mehr den Namen, mit dem Sie bezeichnet sind?" Der Besucher widersprach lebhaft. Jeder müsse sehen, meinte er, wie wundervoll diese Bilder gemalt seien, auch wenn der Name des Meisters nicht darauf stände. Degas dachte eine Weile nach und schlug dann eine Wette vor: „ ... Es geht also darum, daß binnen eines Halden Jahres dies neue Bild von mir, das mit meiner Signierung bestimmt 10 000 Franks bringen würde, nicht einmal 500 Franks bringt, wenn ich es ohne meinen Namen in einer Kunstausstellung ausstelle." Die, Wette wurde abgeschlossen. Das Bild ohne Degas' Namen kam in ein ©djaufenfter an einer Pariser Hauptstraße. Es stand ein halbes Jahr in diesem Fenster, ausgezeichnet mit dem Preise von 500 Franks, ohne daß sich ein Käufer dafür gefunden hätte. Degas hatte seine Wette gewonnen E.& Von der Universität Gießen. Von der Pressestelle der Universität Gießen wirt) uns mitgeteilt: Der Führer und Reichskanzler hat am 17. Februar 1938 den Dozenten Dr. Gerhard Tellen- b a ch zum ordentlichen Professor für Mittelalterliche Geschichte in der Philosophischen Fakultät der Universität Gießen und zum Direktor des Historischen Seminars ernannt. Durch Urkunde vom gleichen Tage ist der Dozent Dr. Eduard W i l l e k e zum planmäßigen außerordentlichen Professor für praktische Nationalökonomie in der Philosophischen Fakultät der Universität Gießen ernannt und ihm gleichzeitig die Lehrbefugnis für das Gesamtgebiet der wirtschaftlichen Staatswissenschaft erteilt worden. Nascher Fortschritt im Bau des Militärschwimmbades. Seit einigen Monaten wird — wir berichteten über das Bauvorhaben bereits vor einiger Zeit — an der Grünberger Straße, im Wiesengrund dicht vor Annerod, eifrig am Bau eines großen Militärschwimmbades gearbeitet. Die Arbeiten finb rasch vorangekommen, obwohl die Umstände, unter denen gearbeitet werden mußte, nicht immer günstig waren. Der Boden war bis in die jüngste Zeit sehr feucht, außerdem machten die umfangreichen La^en der schweren und zähen Lette die Arbeit mcht leichter. Die erheblichen Temperaturunterschiede in den vergangenen Tagen waren dem Bauvorhaben auch nicht sonderlich günstig. Trotzdem konnte bisher alle die Arbeit geschasst werden, die bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt erledigt werden sollte. Das Schwimmbecken (16X50 Meter) ist im Rohbau (völlig in Beton) hergestellt. Rings um das Becken läuft ein Fuß-Schwemmbecken von etwa 30 Zentimeter Tiefe, das durchschritten werden muß, bevor man in das Wasser des Schwimmbeckens gelangen kann. Gegenwärtig ist man damit be- schäfttgt, die Grube für das Fundament des Sprungturmes auszuheben, der sich, nach den vorliegenden Plänen zu urteilen, in sehr eleganter Form dar- bieten wird. Im Anschluß an die Schwimmanlage werden umfangreiche Liegewiesen angelegt werden, so daß den Soldaten genug Gelegenheit gegeben sein wird, der Ruhe zu pflegen. Diese Wiesen werden eine ziemlich große Fläche in Anspruch nehmen. Ferner ist ein einstöckiges Gebäudes im Bau begriffen, an das sich dann die Aus- und Ankleide- Kabinen anschließen werden. Wie wir vom Bauführer hören, wird die gesamte Schwimmbadanlage in allen ihren Teilen voraussichtlich bis zum 15. April fix und fertig sein, sodaß sie mit Beginn der Badesaison sofort in Anspruch genommen werden kann. Oesterreicher kommen in den Gau Hessen-Nassau. NSG. Die Eingliederung Oesterreichs in das Deutsche Reich, die jeden Deutschen mit Begeisterung erfüllt hat, legt allen Volksgenossen aus dem alten Reichsgebiet natürlich auch besondere Verpflichtungen auf. Diese bestehen darin, den in langen Jahren der Knechtschaft und der wirtschaftlichen Not zermürbten Kräften unserer österreichischen Brüder Stärkung und Erholung zu bieten. Es wird deshalb jeden unter uns mit Freude erfüllen, daß schon in diesem Jahre in jedem Kreis unsres Gaues Urlauber-Kameradschaften auf Hitler- Freiplatz-Spende und 1500 Kinder durch Kinderlandverschickung aus Oesterreich kommen. Wir sind stolz darauf, unseren Brüdern aus dem neugewonnenen deutschen Land zeigen zu können, welches Ausmaß der wirtschaftliche Aufschwung unserer Heimat in den kurzen Jahren seit der Machtübernahme durch Adolf Hitler angenommen hat. Oesterreichische Kinder und Erwachsene werden den Glauben mit in ihre Heimat nehmen, daß nach dem Anschluß an das Reich der Aufstieg Oesterreichs als deutscher Gau nicht lange auf sich warten lassen wird. Freiplätze werden schon in diesen Tagen durch die NSV. in allen Kreisen des Gaues Hessen- Nassau geworben, und wir sind sicher, daß dieser Werbung ein großer Erfolg beschieden sein wird. WiedecholuWübungsürdasSA.-SpoMeichen Vorbereitungen der SA.-Standarte 116. Am 27. März stehen im ganzen Reich alle SA.» Sportabzeichenträger zum Appell angetreten. Der Stabschef spricht zu seinen Männern, die mit dem Erwerb des SA.-Sportabzeichens den Auftrag übernahmen, sich jederzeit für die körperliche und geistige Wehrhaftigkeit.einzusetzen. Anschließend wird ein 15-km-Marsch mit einer Aufgabe aus der Gruppe III (Geländesport) durchgeführt. Im Bereich der Standarte 116 werden etwa 1 200 Mann an neun verschiedenen Stellen im Kreise Gießen angetreten sein. In Gießen, Lich, Hungen, Laubach, Grünberg, Bersrod, Allendorf und Lollar wird der Gemeinschaftsempfang durchgeführt, an den sich der Abmarsch der neun Marschgruppen anschließt. Männer der SA., Politische Leiter und viele andere Volksgenossen werden sich an diesem Tage durch ihren gemeinsamen Marsch zu dem großen Erziehungsauftrag bekennen, den die Partei und in ihr die SA. übernommen hat. Während des Marsches bearbeitet ein Organisationsstab die Papiere der Teilnehmer. Für jeden wird eine Teilnehmerkarte ausgestellt, in sein Leistungsbuch wird die Teilnahme vermerkt, er wird in die Einzahlungsliste eingetragen, um nach Beendigung des Marsches hier die 50 Rpf. für die SA.- Sportabzeichenurkunde einzuzahlen, die ihm dann später zugestellt wird. Während des Marsches gibt der Marschgruppenführer an Hand einer Ansichtsskizze den Befehl, von ihm angesprochene Entfernungen zu schätzen. Die Schätzungen werden von jedem Teilnehmer auf einen Vordruck ausgeschrieben und später von den Einheitsführern ausgewertet. Den Abschluß des Marsches bildet eine Ansprache des Marschgruppenführers. Nach dieser ersten Wiederholungsübung werden im Bereich der Standarte mehrere SA.- Sportabzeichen-Arbeitsgemeinschaf, t e n aufgestellt, die das SA.-Sportabzeichen auch Volksgenossen zugänglich machen sollen, die noch nicht in der SA. sind. F. F. Erste Wiederholungsübung am 27. März. Antreten 7.30 Uhr, 15-km-Marsch. Mitzubringen ist: Besitzzeugnis des SA.-Sportabzeichens. Leistungsbuch uno 50 Rpf. für die Urkunde. Antreteplätze: Gießen, Hof der Standarte Senckenbergstr. 1. — Großen-Linden, Platz vor der neuen Schule. — Lich, Marktplatz. — Hungen, An der Turnhalle. — Laubach, Marktplatz. — Grün- berg, Marktplatz. — Bersrod, Adolf-Hitler- Platz. — Allendorf (Lumda), Marktstraße. — Lollar, Am Postamt. Es gelang ihm, bis in den Wetzlarer Weg zu entkommen, wo er von seinen schnelleren Verfolgern gefaßt werden konnte. Er wurde der Polizei übergeben und von dieser in Haft genommen. Die polizeilichen Ermittlungen sind im Gange. Kleine Strafkammer Gießen. Durch Urteil des Amtsgerichts Grünberg war der L. H. aus Weimar wegen Diebstahls an Stelle einer Gefängnisstrafe von drei Tagen zu einer Geldstrafe von 15 Mark verurteilt worden. Gegen dieses Urteil hatte der Angeklagte, der von dem Erscheinen in der Hauptoerhandlung entbunden war, Berufung eingelegt. Der Angeklagte hatte im Jahre 1924 die Pflegetochter des heutigen Zeugen R. geheiratet. Als die Pflegeeltern feiner Frau 1927 ein Doppelhäuschen bauten, gab der Angeklagte mehrere Tausend 3um Hausbau. Dafür wohnte er in der Folge mit feiner Frau kostenlos in einer Wohnung des Hauses. 1935 wurde die Che des Angeklagten wegen Alleinverschuldens der Ehefrau geschieden. Nach der Scheidung wurde zwischen dem Angeklagten und dem Pflegevater der ftüheren Ehefrau, dem Zeugen R., ein gerichtlicher Vergleich geschlossen, in dem R. Jetzt Möbel billig kaufen im Total-Ausverkauf Möbelhaus KOOS Marktstraße 8,1. Stock 1747A Kein Laden Industrielle Facharbeiterprüfung. Am Donnerstagvormittag hatten sich die am Abschluß ihrer Ausbildung stehenden gewerblichen Lehrlinge der Industriebetriebe der Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach zur Ableistung des praktischen Teils der Prüfung in verschiedenen Jndu- striebetvisben einzufinden, um vor den Prüfungsausschüssen der Industrie- und Handelskammer Gießen den Nachweis über ihre in der Lehrzeit erworbenen Fertigkeiten und Kenntnisse zu führen. Der Nachmittag vereinte sämtliche Prüflinge in den Räumen der gewerblichen Berufsschule zur schriftlichen, mündlichen und weltanscyaulichen Prüfung. Die Leistungen waren im allgemeinen zufriedenstellend. Der Leiter des Prüfungsamtes für die industrielle Facharbeiterprüfung der Kammer, Direktor Maas (Fa. Heyligenstaedt & Comp. G. m. b. H.), richtete nach Abschluß der Prüfung die ernsthafte Mahnung an die Prüflinge, chre Ausbildung nunmehr nicht als abgeschlossen zu betrachten, sondern diese sowohl in ihrem eigenen Interesse, als auch zum Nutzen der Gesamtheit weiterhin in jeder Weife zu ergänzen und zu vervollkommnen. Der Prüfung wohnten Vertreter der Wirtschaftskammer Hessen und der DAF., Gauwaltung Hessen- Nassau bei. Schulung in der Lehrküche. gfs. In der Lehrküche der Abteilung Volkswirtschaft-Hauswirtschaft findet am Sonntag, 20. März, eine Schulung statt, an der die Leiterinnen der Abteilung des ganzen Kreises Wetterau teilnehmen. Sie werden unterrichtet in der abwechslungsreichen Verwendung der Kartoffel, von Quark und entrahmter Frischmilch sowie in der Zubereitung von Gerichten aus Hammelfleisch. Rezepte und Kostproben werden verteilt. Gießener Wochen Marktpreise. * G i e ß e n, 19. März. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, % kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 13, Klasse A 12^, Klasse B 12. Klasse C 11%, Klasse D 10%, Enteneier 12%, Wirsing, % kg 10 bis 14, Weißkraut 9 bis 12, Rotkraut 14 bis 15, gelbe Rüben und Karotten 10 bis 12, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 15 bis 18, Unterkohlrabi 8,. Grünkohl 15, Rosenkohl 15 bis 35, Feldsalat, V10 8 bis 10, Tomaten, % kg 45 bis 50, Zwiebeln 12 bis 14, Meerrettich 35 bis 55, Schwarzwurzeln 20 bis 35, Kartoffeln, % kg 5 Pf., sich verpflichtete, unter Abgeltung aller Ansprüche 500 Mark an den Angeklagten au zahlen. Nach der Vergleichsverhandlung kam der Angeklagte in großzügiger Weise mit dem Zeugen R. dahingehend überein, daß er, wenn R. ihm 100 Mark sofort gäbe, auf die restlichen 400 Mark verzichten wolle. Daraufhin fuhr der Angeklagte mit seinem Wagen nach Grünberg zurück und nahm aus dem Vorkeller seiner ftüheren Wohnung eine Handlampe mit einer längeren Jsolierschnur mit. Er hatte früher die Lampe mit eigenen Mitteln gekauft, doch war diese durch den Vergleich in das Eigentum des R. über- gegangen. Der Angeklagte, der die Handlampe in ASG. „Äraff durch Freude", kreis Gießen. seiner Garage gut verwenden konnte, glaubte, daß R., nachdem er diesem so entgegengekommen war, „Parkslrahe 13. keinen Wert mehr auf die Lampe, die ohne Birne Als nächste Vorstellung im Stadttheater Gießen im Vorkeller unbeachtet lag, legen würde. Die gelingen wir das Kriminalstück von Axel Jvers schiedene Ehefrau und ihre Pflegemutter bewirkten „Parkstraße 13". aber aus Rache die Sicherstellung der Lampe und Eintrittspreise 90 Pf. und 1,— Mark. 1715D brachten so ein Strafverfahren gegen H. ins Rolkn. ♦ In der gestrigen Hauptverhandlung erklärte R. ** Ernennung beim Kreisamt Gie- selbst, daß er fein Interesse an der Lampe habe, ßen. Kanzlist Ewald beim Kreisamt Gießen Auf Anregung der Staatsanwaltschaft wurde das wurde durch Entschließung des Herrn Reichsstatt- Verfahren, da die Schuld des Täters gering und Halters in Hessen mit Wirkung vom 1.Februar die Folgen der Tat unbedeutend waren, ein» 1938 ab zum Verwaltungsassistenten bei diesem gestellt. Amt ernannt Keinen Erfolg mit ihrer Berufung hatten der H.K. ** Auszeichnung. Dem Holzhändler Wil- und der K. L. aus Frankfurt. Beide waren vom Helm Sell in Gissekberg wurde im Auftrage des Amtsgericht Dllbel wegen Diebstahls zu je einem Reichs- und preußischen Ministers des Innern durch Monat Gefängnis verurteilt worden. Die Anden Bundesführer des Reichskrieaerbundes, ff- geklagten hatten am 8. Juli 1937 mit einem Last- Gruppenführer Oberst a. D. Reinhardt, die Urkunde wagen aus einer Grube im Dilbeler Wald Sand für die Teilnahme an den Freikorpskämpfen in geholt. Auf ihrer Fahrt durch den Wald sahen sie, 1920 in Thüringen gegen die Kommunisten ver- daß am Rande des Kiesgrubenweges größere Men- liehen. gen von Gußeisenblöcken, die bei dem Bau der ** Vor dem Bau der „Bauernschenke" Reichsautobahn als Gegengewicht eines Kranes ge- a n der Viehmarkthalle. Das Städtische dient hatten, lagerten. Sie hielten an und luden un° Hoch- und Tiefbauamt schreibt gegenwärtig die Erd-, gesähr drei bis vier Zentner Gußeisen auf ihren Maurer-, Beton-, Zimmer-, Dachdecker- und Speng- Wagen. Ein Zeuge, der nichtsahnend im Walde lerarbeiten für eine „Bauernschenke" aus, die neben spazieren ging und glaubte, daß die beiden Auto- der Viehversteigerungshalle Rhein-Main erstehen fahrer beauftragt wären, das Gußeisen abzufahren, soll. beobachtete aus einiger (Entfernung, mit welcher ** Polizei gegen Verkehrssünder. Die Mühe die Angeklagten die Eisenblöcke auf ihren Polizei schritt in der Zeit vom 11. bis 17. März ein: Wagen hoben. Der Zeuge erkannte die beiden An- gegen Kraftfahrzeugführer mit 12 Anzeigen und 40 geklagten mit Bestimmtheit wieder. Trotz der glaub» Verwarnungen und Belehrungen; gegen Radfahrer würdigen und beeidigten Aussage dieses Zeugen leug- mit 11 Verwarnungen und Belehrungen; gegen neten die Angeklagten die Täterschaft ab. Das Gericht Fußgänger mit 4 Verwarnungen und Belehrungen, schenkt? aber ihren Ausflüchten keinen Glauben, son- ** Fe st genommen. In einer Wohnung in der dem es hielt sie, indem es der Aussage des Zeugen oberen Frankfurter Straße entdeckte am gestrigen folgte, des Diebstahls für überführt. Die Berufung Freitagabend eine Frau einen unbekannten Mann, wurde als unbegründet zurückgewiesen, und es blieb der sich im Schlafzimmer zu schaffen machte. Auf die bei der durch das erstinstanzliche Gericht erkannten Hilferufe der Frau ging der Eindringling flüchtig. Strafe. 5 kg 44 Pf., 50 kg 3,30 bis 3,90 Mark, Aepfel, % kg 15 bis 25 Pf., Hähne 1 bis 1,25 Mark, Suppenhühner 90 Pf. bis 1,10 Mark, Tauben, das Stüct 50 bis 60 Pf., Blumenkohl 35 bis 50, Salat 10 bis 25, Endivien 8 bis 20, Lauch 5 bis 8, Sellerie IC bis 35, Rettich 5 bis 15, Radieschen, das Bündel 15 bis 20 Pf. „Ofuli — da kommen sie!" Von Karl Scherer. Zwischen den sichtengrünen Ufern der beiden Seen, auf deren blauem Wasser sich schon die weißen Lachrnöven zwischen den letzten morschen Eisschollen schaukeln, liegt das breite Luch über schwarzem Torfboden. Der wasserreiche Grund läßt alljährlich ein üppiges Wachstum aufgrünen; unter Weiden und Sumpffarnen, Erlen und Birken, Riedgras und Teichbinsen wuchern blaugrüne Moospolster, im März vollgesogen wie Schwämme von Schmelzwasser und blasigen Lachen. Dazwischen wachsen Moosbeere und Bruchbeere und rundblätteriger roter Sonnentau. Aus den Staugräben schießt junges Rohr auf, im grauen Gras unter den Eichen- hefftern am Hügelhang sprießen zartgrüne Spitzen, Küchenschelle und Kuhblume leuchten im ersten Blattgrün, und die Sumpfdotter prunkt schon mit goldgelben Blüten und breiten glänzenden Blättern — der leise Atem des Vorfrühlings weht über die Heide und weckt das Leben in Keim und Knospe. Wenn im Osten nach kalter Nacht das Frührot aufsteigt und die Kätzchen der Salweiden sich goldbraun färben, fangen die Heidelerchen an zu bullern, und im Bruch regen sich die Bekassinen; Brachvögel, im Sonnenlicht stetig ihre schönen Farben wechselnd, kreisen hoch über dem Moor, Singdrosseln flöten, Grauammern zirpen, Kibitze gaukeln rufend über die FöhrenkussehG und enblirfj erwacht die ganze weite Heide, uno jubelnde Triller erfüllen die Luft. Sonst ist das Land noch tot, und der Grünrock, der im Morgendämmer um den Hügelfuß biegt, fährt verwundert auf, als aus den Gra'sb lisch ein ein großer Vogel mit klatschendem Schwingenschlag auf» steht und jenseits der Jungeichen verschwindet — Die erste Schnepfe des Jahres ... Wenn an den Syrien und im Niltal, der sonni- gen Winterzuflucht unserer Südlandflieger, die Pflanzenwelt schon in vollem Flor steht, zieht die Schnepfe nach Norden, wo Anemonen und Leber- blümchen beginnen, den grauen Waldboden bunt zu machen, lieber das Mittelmeer und die Gebirge des Balkans geht der Flug in Tagereisen den Donauländern zu; ist der Alpenwall Überwunden, verteilen sich starke Züge über die Doralpengebiete und Flußtäler mit ihren Erlendüschen und Weidenbülten, denn der deutsche Süden, reich an weiten grünen Flächen und Wäldern, ist ein Schnepfen- land; das große Heer aber zieht weiter bis zu den Buchenforsten Dänemarks und der schwedischen Seenplatte — das ist die „Hohe Zeit" des Schnep- fenftrichs, der deutsche Jägerfrühling. Wo Moorstrecken und Ertendickungen zwischen'lichtem Stangenholz und Hochwald liegen, wo ein Wasserlauf durch Waldwiesen und Eschenhorste fließt, dort zieht die Schnepfe gern über Stellungen, Wegen und Schneisen ... Ein leuchtender Märzabend mit klarer kühler Luft. Tagsüber lag schon linde Wärme über Flur und Wald, und am kätzchengrünen Haselbusch tanzten die Mücken, doch der Sonne fehlt noch die rechte Kraft. Glutrot steht sie über dem walddunk- len Hügelland im Westen, violette und grüne Lichter zuckten über den Horizont, und wo sich eine einsame Wolke vor den flammenden Ball schiebt, umranden goldene Schimmerlinien das dunkle Gebilde. Jetzt ein Laut, der dem Weidmann immer wieder ans Herz greift und Auge und Ohr zur Höhe lenkt: hoch am Himmel zieht ein starker Keil Graugänse, die „Lange Eins", nach Norden; bald folgt im ein zweiter, weitab in der Ferne verklingt das heisere Rufen. Draußen im Waldland fällt dumpf und verschwommen der erste Schuß. Wo der Wald mit steiler Böschung zur Wiese abfällt, heulen Mooreulen, und in den Büschen an der Hügellehne zetern Schwarzamseln und Graudrosseln; sie haben den roten Räuber entdeckt, der lautlos durchs Heidekraut schleicht und in der Fichtenfugend, wo die Mäuse pfeifen, untertaucht. Tiefer werden die Schatten. Die Sonne ist hinter den Höhen versunken, roter Glanz steht noch kurze Zeit über den Himmelsrand, bann sinken die grauen Schleier der Dämmerung herab. Kalter Abendwind biegt in leichtem Wehen die Kronen der Eschen- heister im Grunde, und in der Bachsenke steigen dünne weiße Bodennebel auf. Durch die flüsternden Birkenwipfel zieht es quorrenb, und über die verwitterte Gestalt im Wacholderbusch am Schneidenrand schwebt ein dunkler Schatten weg. Der Doppellauf fliegt hoch und senkt sich wieder — die erste ist verpaßt? Ein später Bussard rudert stumm seinem Schlafbaum am windgeschützten Föhrenrücken zu; die Krähenschwärme, den kohlen Buchen der fernen Berge entgegenziehend, wo ihre Horste stehen, sind um so redseliger; als schwarze Punkte verlieren sie sich am Abendhimmel. Im Laub rascheln die Mäuse. Aus der abschüssigen Kiefernschonung schiebt sich ein Dachs heraus, windet lange, klettert durch den Abzugsgraben und macht sich daran, die dürren Laubhaufen unter den Eichen abzusuchen. Ein Lampe hoppelt unter Wind ohne Eile vorüber, ver- hofft kurz vor dem Quieken der Spitzmäuse, die sich! in den saftgrünen Ginsterbüschen jagen, und verschwindet gegen das nahe Feld. Es dunkelt stärker, der Hochwald steht wie eine schwarze Wand. Auf dem Stand am Wiesenrand zerreißt ein Feuerftrahl die Luft, der rollende Hall verebbt in dem weiten Tal; gedämpft klingt es durch den Dämmer: „Such verloren, mein Hund!" Büsche rauschen, dann wieder Stille. Der Mond leuchtet, aber fein bleiches Licht vertieft nur das Dunkel, und der Wald wirft schwarze Schatten über den Weg. Dom Dorf her verlorenes Hundegebell, bann läutet bie Abenbglocke. Da! „Quorr, quorr, psiwitt, 1 Psiwitt" kommt es von links. Ein Doppelschatten gleitet durch die Wipfel und ist schon wieder velflchwunden, ehe der Kolben an der Backe liegt. lieber den fernen Bergen funkeln in wunderbarer Klarheit die Sterne, es weht froftig zwischen den Stämmen der finsteren Kiefern, und über den Gründen lagern schwere Nebelschiffe. Unten an der Wiese blitzt es von neuem auf, diesmal zu kurz. In reißendem Flug kommt ein dunkler Schemen die Schneise heraufgehuscht ... Der Schuß verrollt, und mit dumpfem Aufschlag stürzt der Langschnabel in das Unterholz ... Oer Wecker. Unter dem Titel „Das Kautschbrevier. Gefaßte Prosa und zerstreute Verse" erschien kürzlich bei F. A. Herbig in Berlin von dem aus Kabarett und Film bekannten Plauderer Werner Finck ein unterhaltsames kleines Buch, aus dem wir die folgende Probe wiedergeben: Unter einem Wecker versteht man doch im allgemeinen eine mit einem kleinen Läutewerk versehene Uhr. In London, einer Stadt in England, soll es sogar einen Mann geben, der Wecker von Beruf ist und sich nicht schlecht dabei steht. Ehe denn die Hähne krähen, bringt er in die Wohnungen, aller, die frühzeitig aus den Betten müssen, zieht sie an den Füßen und seinen Profit daraus, daß sie auf mechanische Weckapparate nicht reagieren. (Leute, die im selben Maße von Beruf Staub- fauger sind, ober gar Küstenschoner gehören natür- lich in bas Reich der Fabel, wie es denn überhaupt viele irreleitenben Tättgkeitsbezeichnungen gibt. So ist beispielsweise an einem Geschäft im Westen: „Spezialität: feine Herrenwäsche" zu lesen. Ich möchte aber nicht erleben, wie verständnislos ein Herr an geschaut werden würde, der hineinginge und sagte: „Bitte, waschen Sie mich fein —".) Was nun meinen Wecker betrifft, jo ist er Tischler von Beruf mit einer Werkstatt im Erdgeschoß vom Nachbarhaus. Sein Wirken ist schlag- artta. Das liegt in der Natur des Tischlerhandwerks. Das Ungesunde in unferm Verhältnis zueinander (ich bin ihm hellhörig) besteht in der Art der Uebertragung feiner Hammerschläge. Jedesmal fahre ich erschrocken auf und breche vom Erdgeschoß des Meisters getroffen lautlos zusammen. Ich habe eine genaue Kontrolle, wie viele Nägel er täglich verbraucht. Es gibt nur wenige Minuten in der Woche, da das Klopfen nicht zu vernehmen ist. Dann ist das Haus von einer himmlischen Ruhe erfüllt. Ich habe sogar ein Mittel gefunden, diese Minuten künstlich herbeizuführen. Ich brauche nämlich nur jemanden zum Ohrenzeugen des Geräusches zu machen Solange er lauscht, ist es absolut ruhig. Mäuschenstill. Unser Tischler ist natürlich im Recht. Und daraus pocht er auch. So wird das Klopfen immer unheimlicher. Ich kann also nicht hinuntergehen und sagen: Trete er mir doch seine Werkstatt ab. Ich will's ihm lohnen. — Denn dann würde er mir lediglich antworten: „Ja, wenn das Arbeitsgericht nicht wäre!" — Als ich's das erstemal Hopfen hörte, rief ich noch ahnungslos „Herein!" Ich Tor, zu einem Hammer! Späterhin klopfte ich zurück. Ach, es war ein Klopfen auf den heißen Stein. Zuletzt wandte ich mich an meine Hausverwaltung. Diese wandte sich an den Meister, vieser wand sich wie ein Aal. An meinen Schicksalsschlägen hat sich nichts geändert. . Am ersten April ziehe ich. Und zwar den kürzeren. Hochschulnachrichten. Der Dozent Dr. Alfred W i s k 0 t t an der Universität M a r b u r a wurde unter Berufung in das Beamtenverhältnis zum ordentlichen Professor sowie zum Direktor der Marburger Universitäts-Kinder- klinik und Poliklinik ernannt. — Ferner ist der ao. Professor Dr. Helmuth Kanter zum ordentlichen Professor der Geographie sowie zum Direktor des Geographischen Instituts der Universität Marburg ernannt worden. Professor Dr. Hermann Walter, Ordinarius für Chirurgie und Orthopädie an der Universität Münster, Gaudozentenbundfühver für Westfalen- Nord, ist an den Folgen einer Lungenentzündung g e st 0 rben. Professor Walter, der früher in Würzburg und München wirkte, hat sich durch seine Arbeiten auf dem Gebiet der allgemeinen Chirurgie, insbesondere der Orthopädie und Unfallheilkunde, einen Namen gemacht. SA-Trauerpara-e für Standartenführer Graf Bernhard zu Solms-Laubach. Laubach, 19. März. Am Donnerstagnachmittag holten die Laubacher SA.-Kameraden die.'sterblichen Ueberrests ihres in Berlin verstorbenen Kameraben, SA.-Standartenführers Pg. lLraf Bernhard zu Solms-Laub ach in die Vaterstadt ein. Unter einer Fülle von Kränzen, unter denen sich solche des Stellvertreters des Führers Rudolf H e ß , des Reichsministers Dr. G o e b- b e l s, des Reichskultursenats und des Präsidialrats der Reichst'heaterkammer usw. befanden, wurde der Verewigte in der Kirche aufgebahrt, wo gräfliche Förster die Ehrenwache hielten. Zur Beisetzungsfeierlichkeit am gestrigen Freitagnachmittag war die Kirche bis auf den letzten Platz besetzt. Rach Gemeindegesang und Schriftverlesung gab der Ortspsarrer unter Voranstellung eines von Frühlingsahnung erfüllten Gedichts des Verstorbenen ein kurzes Lebensbild des so früh Entschlafenen, der schon in seiner Jugend den Vater verloren hatte und sein von der Liebe zu den schönen Künsten und seiner oberhessischen Heimat erfülltes Leben dem Führer und dem neuen Deutschland widmete. Der Pfarrer sprach von der Tragik, die die in Berlin erkrankte Gattin des Verstorbenen an der Teilnahme an dieser Trauerfeier ver- hirürerte, und von dem herben Schicksal, das in letzter Zeit oft die Familie heimgesucht hatte, und er sprach Worte des Trostes und der Anteilnahme für die schwergeprüften Angehörigen. Der mit dem Hakenkreuzbanner und der SA.- Mütze des Verstorbenen bedeckte Sarg wurde dann von den Förstern auf den Wagen gehoben. Auf dem Platze vor dem Schloß erwartete die in Paradeaufstellung angetretene Ehrenformation der SA.- Standarte 116 unter dem Kommando des Standartenführers Lutter ihren toten ersten Standartenführer. In den Straßen bis zum Friedhof standen Fackelträger Spalier. Der Musikzug der Standarte setzte mit Trauerweisen ein. Mit dem Feldzeichen der Standarte 116 und den Sturmsahnen, sowie der Fahne der Politischen Leiter des Kreises Wetterau an der Spitze, setzte sich die Trauerparade in Bewegung. Ein Ehrensturm der Sturmführer der Standarte und ein weiterer der- SA.° Mannschaften schritten dem Leichenwagen voraus. Ihnen folgten die Politischen Leiter der Kreise Wetterau uckd Büdingen-Schotten, sowie HI. mit den zahlreichen Kränzen. Den Sarg flankierten SA.- Sturmführer und Förster. Hinter der Gräfin- Mutter und Graf Georg Friedrich zu Solms-Laubach schritten die Verwandten, denen sich die Mitkämpfer des Verstorbenen, der erste Kreisleiter des Kreises Gießen, Pg. Adam Lotz, und einer der ersten vberhefsischen SA.- Führer, Standartenführer (222) Schäfer, Bad- Nauheim, Kreisleiter Backhaus, Gießen, und Kreisleiter G ö r n e r , Büdingen, als Hoheitsträger der Partei, ^-Standartenführer (83) Müller, Gießen, Kreisamtsleiter, Vertreter des NSKK., zahlreiche Freunde aus der Kampfzeit und die Laubacher Bevölkerung anschlossen. Am Friedhof nahmen SA.-Sturmführer den Sarg auf und trugen ihn zum Grab, wo er unter Trommelwirbel und dem Gebet der Pfarrer in die Gruft gesenkt wurde. Im Auftrage des Reichsstatthalters, für die Partei und den Kreis Büdingen- Schotten überbrachte Kreisleiter G ö r n e r, Büdingen, den letzten Gruß und sprach dem guten Kameraden und SA.-Führer, der sich als Kampfredner dis Liebe und Wertschätzung der Oberhessen erworben hatte, Dank aus. Kreisleiter Backhaus, Gießen, sprach das Gelöbnis aus, daß die Bewegung ihren Kameraden und Mitkämpfer nicht vergessen, sondern ihm nacheifern werde für ein großes, freies Deutschland. Im Auftrage des SA.- Grupvenführers Beckerle und des Brigadeführers (147) Schwarz, Gießen, sowie für die Standarte 222 sprach Standartenführer Schäfer, Bad- Rauheim, dem Kameraden und Freund ergreifende Abschiedsworte und versicherte, daß das Andenken an Graf Bernhard im oberhessischen Volke weiterleben werde. Die Standarten 116 Gießen und 145 Büdingen ließen Kränze niederlegen. Bürgermeister H ö g y widmete für die Schulkameraden und für die Stadt Laubach dem Verstorbenen Worte herzlichen Gedenkens. Die Ortsgruppe Münzenberg ehrte ihren Mitarbeiter und Berater. Während das Lied vom guten Kameraden erklang, trat die SA.-Standarte 116 zum Appell für ihren ersten Standartenführer an. Standartenführer Lutter hielt, während an der Friedhofsmauer die Fackeln zusummengeworfen wurden, eine Ansprache, in der er sagte: SA.-Kamerad! Der Kreis deines Lebens und deines Schaffens hat sich geschlossen. Du bist ausgewogen als Kämpfer der Idee deines Führers und oist heimgekehrt in den Schoß der Erde deines Vaterhauses. Als SA.-Mann und -Führer hast du dein ganzes Leben eingesetzt für Führer und Volk, darüber hinaus bist du als Künder unserer Weltanschauung weit hinaus in die deutschen Lande gezogen, und Tausende deutscher Volksgenossen danken dir ihr Erwacken. Als die SA. m Oberhessen wuchs, als deine Arbeit Früchte trug, wurdest du unser erster Standartenführer und hast deine Standarte geführt, bis bei der Machtübernahme der Führer dich vor Aufgaben stellte, die auch den Künstler in dir verlangten. Nie in der ganzen Zeit, wo du fern deiner Heimat, fern deiner alten SA.-Ka- meraden gewirkt hast, nie hast du uns Oberhessen vergessen. Du warst jetzt vom Führer ausersehen, die Gesamtleitung der Theater der Gemeinschaft „Kraft durch Freude" zu übernehmen, wirklich eine Aufgabe, deiner wert, denn dies verlangte nicht nur den Künstler in dir, sondern vor allem den alten SA.-Mann und Kämpfer. Was du für dein Volk getan hast, ist ausgezeichnet in der Geschichte der oberhessischen SA., ist eingetragen in der Geschichte der Standarte 116 und ist verankert in den Herzen deiner Kameraden. Viele von uns sind eingezvgen zur Standarte Horst Wessel, ohne zu wissen oder zu ahnen, ob ihr Kampf vom Sieg gekrönt sein würde, dir aber ist es vergönnt gewesen, das neue Reich erstehen zu sehen, und du kannst als erster SA.-Mann der Standarte Horst Wessel melden, daß Großdeutschland erwacht und Großdeutschland vom Führer geschaffen wurde. Was von dir sterblich war, wird deiner Heimaterde wiedergegeben. Da aber lebst in deinen Kindern und in uns weiter, und solange noch ein SA.-Mann in Oberhessen marschiert, wird dein Name nicht vergessen. Wir aber wollen weitermarschieren und kämpfen, bis auch wir unser Werk vollendet haben, oder in jüngere Hände übergeben. Das sei unser Dank an dich und unser Schwur. Ich rufe auf zum Appell: „Standartenführer Bernhard Graf zu Solms- Laubach!" Wuchtig antworteten, wie ein einziger Mann, die Männer der Standarte 116: i e r!" Zur Bekräftigung fang die Standarte Horst Wessels Kampflied. Nach der Feier rückte die SA. mit klingendem Spiel in die Stadt ein. Am Fridericianum richtete Standartenführer Lutter noch kurze, packende Worte an seine SA.-Männer, denen er den Kamp- fesmut und den Opfersinn des verstorbenen ersten Standartenführers (116) Graf Bernhard zu Solms- Laubach als leuchtendes Beispiel vor Augen stellte und sie aufforderte, diesem Vorbild in Treue nachzueifern. Mit dem Treugruß an den Führer der Deutschen und Obersten SA.-Führer, der in dem Gesang der Nationallieber feierlich ausklang, wurde der Appell geschlossen. Aus der engeren Heimat. Ein Turmhahn berichtet Dorfgeschichte. K Steinbach (Kreis Gießen), 19. März. Die Neudeckung des Tu r m d a ch e s u n f e r e r Ki r ch e ist bei dem günstigen Wetter gut fortgeschritten, sie wird in Kürze vollendet sein. Am Donnerstag wurde der Turmhahn heruntergeholt. Diese Arbeit lockte viele Zuschauer an, die den in der Spitze arbeitenden Meister wohl kaum beneideten. Kreuz urrS Hahn werden gründlich überholt. Dabei stellte sich heraus, daß der Hahn wohl völlig erneuert werden muß, da er zu stark verrostet ist. Im Knauf der Turmspitze fand sich ein Bleiblech, das Urkunden enthielt. Schon von außen her sah man ein vergilbtes Papier, das sich als „Urkunde für die Gemeinde Steinbach in der Nachwelt" — so heißt die Aufschrift — entpuppte. Es ist eine Schrift, die die Handwerker heimlich eingefügt hatten, nachdem die offizielle Urkunde von dem Bauherrn schon eingelegt war. In dieser „Geheim"-Ur- tunde ist zu lesen: „Im Jahre 1847 d. 1. Oktober haben wir Christoph H e y d, Steindecker aus Butzbach, Philipp Göbel, Zimmergesell aus Büttelborn bei Darmstadt, Kreis Groß-Gerau, und Anton Scheibe! aus Nieder ° Mörlen, Zimmergesell, Knopf, Kreuz, Gickel und Zubehör mit Gottes Beistand und Hülfe aufgezogen und aufgesteckt. Wir warnen jeden Steindecker und Zimmergesell vor der Nachwelt, solche Arbeiten zu unterlassen und uns solche Arbeit von der Gemeinde Steinbach schlecht belohnt wurde. Die Unterschrift der drei Beteiligten ..." Ferner fand sich noch eine solche eingeschmuggelte „Urkunde", die aber völlig vergilbt und schwer zu lesen ist. Darin hat der Meister und fein Sohn nebst 17 Gesellen und 1 Lehrling, die die Weißbinderarbeiten in der Kirche gemacht und alle unterschrieben hatten, sich also verewigt: „Wir haben bei der diesjährigen Theuerung erlitten viele Verluste." Die sehr gut erhaltene offizielle Urkunde bemerkt, daß in dem Denkstern im Haupteingang der Kirche rechts eine ausführliche Urkunde über die örtlichen und geschichtlichen Verhältnifie Steinbachs eingelegt ist. Dann werden die Namen der Mitglieder des Kirchen-, Schul- und Gemeinde-Vorstandes ausgezeichnet, auch die Namen des Schullehrers Christian August Praetorius und des Kirchenrechners Jacob Keßler angeführt, Pfarrer K. Th. L. Völker, Bürgermeister Stephan Horn angeführt. Es wird dann besonders ausgezeichnet, daß der Maurer Conrad Heller aus Garbenteich am 2.8.1847 beim Turmbau tödlich verunglückte, „indem dts Seil zerriß, an dem die Steine emporgebracht wurden und einer derselben ihn traf". Darauf werden angegeben: „Im Frühjahr 1847 galt das Malter Weizen 27 Gulden, desgleichen Korn 22 bis 24 Gulden, do, Gerste 19 Gulden, Hafer 9 Gulden und Kartoffel 9 Gulden. Die Bauhandwerker bekamen täglich von 40 Kreuzer bis zu IVa Gulden. Die sämtlichen Baukosten, einschließlich der Orgel und Glocken, beliefen sich über 40 000 Gulden." Den Schluß der Urkunde bildet die Angabe der Bauleitung der Kirche: 1. Oberbaurach Carl Müller, Gießen, dessen Nachfolger Kreisbaumeister Holzapfel, vorher in Grünberg, und der Bauauffeher 1. Klasse Martin Unger aus Hirschhausen an der Bergstraße. Bei der Anlage des Blitzableiters auf Kirche und Turm wurde übrigens der Turmhahn schon einmal heruntergeholt. Dessen wissen sich noch viele Leute zu erinnern. Angeblich sollen damals die Handwerker mit dem Turmhahn von Haus zu Haus gegangen sein, um ihn zu zeigen, die Leute hätten dafür Eier geschenkt. Auch heute ist das Interesse der Dorfbewohner groß, den Hahn einmal in der Nähe zu schauen. Landkreis Gießen. * Großen-Linden, 19. März. Am gestrigen Freitagnachmittag verunglückte auf der Landstraße Klein-Linden —Großen-Linden das Personenauto des Karl Philipp Jung aus Hochelheim dadurch, daß es in einer Kurve, die durch herab- getropfte Baumspritzmittel besonders glatt geworden war, ins Rutschen kam und u m st ü r z t e. Dabei erlitt die Schwester des Autobesitzers, Frau Marie Luise V i e h m a n n aus Hochelheim, einige Schnittwunden am Kopfe, während die übrigen Insassen zum Glück unverletzt blieben. Der Kraftwagen wurde schwer beschädigt. Kurz vorher war an der gleichen Stelle der Mo'toradfahrer Eberhard Kreiling, Heuchelheim, aus der gleichen Ursache gestürzt. Er kam zum Glück mit Pkellungen davon, seine Maschine wurde leicht beschädigt. A Heuchelheim, 18. März. Die NS.-Gemeinschaft „K r a f t d u r ch Freude" ließ in der Turnhalle durch das Volkstheater Darmstadt gestern am Nachmittag das Märchenspiel „Rumpelstilzchen" und am Abend den Schwank „Der Etappenhase" aufführen. Beide Mal war die Turnhalle gut besetzt. gfs. Lollar, 18. März. „Erziehungsfragen" war das Thema eines Vortragsabends in unserer Frauenschaft. Frau Dr. Neumann aus Gießen verstand es vortrefflich, die Aufmerksamkeit für diese wichtigen Fragen in der Erziehung der Jugend, die in den ersten Jahren ausschließlich in den Händen der Mutter liegt, zu wecken. Durch kleine, packende Erzählungen aus dem täglichen Erleben wußte die Rednerin ihre Anregungen praktisch zu gestalten. Reicher Beifall dankte der Rednerin. Der Abend war sehr gut besucht. gfs. Daubringen, 18. März. Die Abteilung Volkswirtjchaft'Hauswirtjchaft gestaltete hier einen interessanten Vortragsabend, bei dem Frau Sch 3- fer aus Gießen über alle Fragen sprach, die unsere Hausfrauen besonders angehen. Die Rednerin brachte im Laufe des Abends eine Fülle von Anregungen und auch praktischen Winken, um der großen Verantwortung der Volkswirtschaft gegenüber gerecht zu werden, daß wohl alle Frauen einen Gewinn an diesem Abend hatten. Es waren 82 Frauen anwesend. gfs. Mainzlar, 18. März. In unserer Frauenschaft sprach am Pflichtabend Frau S ch l i e p h a k e aus Gießen über „Gute und schlechte Stoffe". Sie erklärte durch praktische Beispiele, welche Unterschiede es gibt in geschmackvollen und häßlichen Mustern, an grellen ober angenehmen Farben, sowie die Auswahl zwischen haltbarem, zeitbeständigem Material oder schnell zerreißbarem Schund. Die Rednerin betonte, daß gerade das Auge der Mutter geschult sein muß, um an der eignen Kleidung und auch in der Heimgestaltung Geschmackloses zu vermeiden und dem Wertbeständigen den Weg zu bereiten. Der Vortrag fand großen Anklang. gfs. Lumda, 18. März. Am Pflichtabend der Frauenschaft sprach hier die Kreisftauen- schaftsleiterin Frau Wrede. Ausgehend von der Arbeit, die es auf allen fraulichen Gebieten zu leisten gilt, erklärte die Rednerin den Aufbau des Deuffchen Frauenwerks, das die Aufgaben der Frauenschaft und aller Verbände umschließt. Die Frauen folgten mit lebhafter Aufmerksamkeit. Kreis Alsfeld. ch Deckenbach, 17. März. Am kommenden Dienstag, 22. März, kann die älteste Einwohnerin unseres Ortes, die Witwe Frau Anna Katharine Müller, ihren 8 4. ^u r t s t a g im Kreise ihrer Familie begehe^-r- D^der früheren Wohnung des Försters T r u p'p"wird gegenwärtig ein Koch- kursus abgehalten. Anschließend an diesen Kursus wird im gleichen Hause eine Kleinkinderschule eingerichtet werden. fireis Wetzlar. 0 Groß-Rechtenbach, 17. März. In der jüngsten Gemeinderatssitzung erklärten sich die Gemeinderäte damit einverstanden, daß die Gemeindejagd wieder an den alten Jagdpächter auf weitere neun Jahre, freihändig verpachtet wird. Die Neuoerpachtung der ® e • meindegrundstücke, die von dem Bürger- meister ebenfalls freihändig auf weitere 9 Jahre oorgenommen wurde, wurde van den Gemeinde- röten genehmigt. Dem Erlaß einer neuen Fried- Hofsordnung wurde zugestimmt. Fernerhin beschäftigten sich Die Gemeinderäte mit der Instandsetzung der Schul- und Kirchstraße. Beide Straßen sollen sofort neu instandgesetzt werden. # Wißmar, 18. März. Am heutigen Freitag, 18. März, kann die älteste Einwohnerin unserer Gemeinde, Frau Anna Margarethe Speier, geb. Weil, Bachstraße 248, ihren 8 8. Geburts - t a g feiern. Die Jubilarin ist noch sehr rüstig. Noch jetzt sitzt sie viel am Rocken, um bie Wolle für den häuslichen Bedarf zu spinnen. Amtsgericht Gießen. Der H. Sch. aus Gießen hatte zwei Strafbefehle in Höhe von je 15 RM. erhalten, weil er auf einem fremden Grundstück Meerrettich gegraben und entwendet haben sollte, zum anderen, weil er fein weidendes Schaflamm derart angeseilt hatte, baß es das in einem Nachbargarten stehende Gemüse mit abfraß. Mit diesen beiden Strafen hatte sich der H. Sch. nicht zufriedengegeben. In her Verhandlung vor dem Einzelrichter konnte chm der Diebstahl des Merrettichs nicht einwandfrei nachgewiesen werden. Er wurde insofern freigesprochen. Im zweiten Falle hatte er aber weniger Glück, als diese Strafe im Hinblick OjUf seine Vorstrafen und seine Versuche, vor Gericht die Unwahrheit zu sagen, auf eine Woche Haft erhöht wurde. Wirtschaft. Rhein-Mainische Börje. rNillagsbärse uneinheitlich. Frankfurt a. M., 18. März. Der immer noch recht spärliche Ordereingang gab auch der heutigen Börse das Gepräge. Die Grundtendenz war wohl weiterhin freundlich, und es bestand auch vorwiegend Kaufinteresse der Kundschaft, es beschränkte sich indessen nur auf einzelne Spezialwerte, während das Gros der Aktienwerte vernachlässigt blieb. Ebenso hielten sich die Umsätze nach wie vor in sehr engen Grenzen. Mit großem Interesse sieht man naturgemäß der heutigen Reichstagssitzung entgegen. Starke Beachtung fanden schließlich die Ausgleichsmaßnahmen für die österreichische Wirtschaft, insbesondere die Regierung des Zahlungsverkehrs und die Uebernahme der österreichischen Nationalbank durch die Reichsbank. Die Kursveränderungen bewegten sich zumeist bei Bruchteilen eines Prozentes. Weiterhin fest lagen aus dem bekannten Grunde Demag mit 153,50 bis 155 (152,50), auch andere Maschinenwerte lagen etwas höher, Daimler 142,50 (142), Adlerwerke 120,75 (120,50). Stärker erhöht bei etwas lebhafteren Umsätzen waren sodann Zellstoff Waldhof mit 149 bis 150 (147,50). Siemens kamen nach Pause mit 208,25 (204,75) wieder zur Notiz. Von Montanwerten bröckelten Hoesch und Mannesmann bis 0,50 v. H. ab, Verein. Stahl unv. 114, dagegen Rheinstahl 1 v. H. höher. JG.-Farben unter Schwankungen mit 159,50 bis 160 bis 159,75 (160) lebhafter. Reichsbank-Anteile nicht ganz behauptet mit 198,25 (198,50). Am Rentenmarkt hatten Kornmunal-Um- schuldung lebhaftere Umsätze mit 96,13 (96,10), Reichsaltbesitz ruhig und unv. 132,75. Reichsbahn- VA. 0,13 v. H. höher mit 131,75. Pfandbriefe waren teilweise wieder gestrichen und die notierten zumeist repartiert. Liquidationspfandbriefe und Kommunal- Obligationen unv. Durchweg 0,13 v. H. höher lagen Darmstädter Kommunal-Odligationen. Industrie- Anleihen wenig verändert, 6 v. H. Farben minus 0,25 v. H. auf 130,75. Stadtanleihen und Staatspapiere zeigten zumeist die Vortagsnotierungen, ehemals 6proz. Stadt Frankfurt jedoch 0,40 v. H. niedriger mit 99,40. Abendbörse freundlich. Die Abendbörse nahm zwar einen ruhigen Verlauf, da nur wenig Aufträge eingelaufen waren und auch die Berufskleise etwas Zurückhaltung ^n den Tag legten, die Stimmung war aber weiterhin zuversichtlich und freundlich, was sich auch in meist etwas erhöhten Kursen gegenüber den schon festeren Mittagsschlußnotierungen ausdrückte. Lebhaftere Umsätze verzeichneten auf Käufe einer Großbank Verein. Stahl mit 114,40 (114), Mannesmann 0,13 v. H. höher mit 114,13, aber Rheinstahl knapp gehalten mit 145 (145,25). Von Autowerten BMW. in Anpassung an Berlin 1,25 v. H. fester mit 154,50, die übrigen Maschinenaktien voll behauptet, Adlerwerke 121, Moenus 134,50, MAN. 132, Demag 154,50. Einiges Geschäft verblieb in JG.-Farben zu unv. 160. Leichte Erhöhungen zeigten u. a. Deutsche Erdöl mit 142 (141,75), Deutsche Linoleum mit 172,50 (172), Reichsbank mit 198,75 (198,50) Gcs- fürel mit 147,50 (147,25), Holzmann mit 162,75 (162,50). Großbankwerte notierten unverändert von Jndustriepapieren Aschaffenburger Buntpapier weiter erhöht auf 98 (97,25). In Renten waren die Umsätze bescheiden und die Kurse unverändert, so für 6 v. H. JG.-Farben mit 130,75 und Kommunal- Umschuldung mit 96,10 bis 96,13. -- / Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a. M. Berlin Frankfurt a. M- Berlin Schluß- kurs Schluß?. Abendbörse Schluß- kurs Schluß! Mittag börje Schluß- kurs Schluß!. Abend börse Schluß- kurs Schluß!. Mittag, börie Dalum 17.3 183 17.3. 18-3. Datum 17-3. 173. 17.3- 18 3. 5% Deutsche RetchSanleihe v. 192? 102 102 101,9 101,9 Aceumulatoren-Fabrik...... 14 — 231 — — 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 99,9 99,9 99,9 99,9 Aschaffenburg Zellstoff...... .. 6 142 142 141,5 142 iy.% Deutsche Reichsschatzanwei- Bemberg................. .. 0 146,5 146,5 146,5 146,5 jungen von 1935 . ......... — — — Bekula................... .. 8 164,75 164,75 165,5 165,25 <%% Deutsche Reichsschatzanwei. 99,8 99,8 99,8 99,8 BuderuS Eisen............. .. 6 120,5 120,5 — 120,5 jungen von 1935, II. Folge ... dement Heidelberg......... .. 7 166,5 —— — — ty,% Deutsche Reichsschatzanwei- 99,75 99,9 Gement Karlstadt.......... .. 6 — —— — — hingen von 1936, I I I. Folge .. — ■— Conti Gummi............. 12 213,5 213,25 213,25 213,4 &/2% Doung Anleihe von 1930 .. — —— 105 104,75 Daimler Motoren.......... ey. 142 142,5 142,4 142,9 4Vt% Hessische Bolksstaat von 1929 101 101,25 101 — Dessauer (Rad............. .. 4 — — 120 120,25 4yj% Deutsche Reichspostschatz von 100,6 100,7 100,7 Deutsche Erdöl ............ .. c» 142 142 142,25 142 1934 1...................... 100,6 Deutsche Gold- und Silber .. .. 9 251 251 — — iy2% Deutsche Reichsbahnschatz 100,2 100,1 Deutsche Linoleum......... 10 172,5 172,5 —— 172,5 von 1936 1.................. 100 100 Elektrische Lieferungen...... .. 6 130,5 131 131 130 Reichsanleihe-Altbesitz.......... 132,75 132,75 132,7 132,5 Elektrische Licht und Kraft... .. 7 144 145 144 144,75 Oberhessen Provinz-Anleihe mit 138 3. G. Färben-Industrie..... .. 7 160 160 160,5 160 Auslos.-Rochten............. 138 — Felten & Guilleaume....... .. 6 140 140 140,5 140,5 4y,% Hess. Lan desbk. Darmstad! 100 Gessurel.................. .. 7 148 147,5 148,25 147,9 Goldpfe. R. 12.............. 100 100 *—• Th. Goldschmidt........... .. 6 143,25 142,75 143,25 142,75 5y2% Hess. LandeS-Hyp.-Vanl Ltqu. Goldpfe............... Gritmer Maschinen......... .. 0 — 48,5 48,5 47,65 101,65 101,65 — Haroener................. »'/, 170 169,75 169 170,5 4y2% Preus;. LandeSpfdbr.-Anst. Hoesch Eisen............... 814 114 113,75 113,9 113,65 Goldpfe. R. 19 .-............. — — — — Philipp Holzmann......... .. 8 162,5 162,75 162,5 163 4%% Preuß. Gold-Komm. R. 20 — — 100 100 Ilse Bergbau.............. .. 6 — 162,5 — —— 4y2% Darmstadter Kvmm.-Lan Ilse Genüsse.............. .. 6 142,5 142,5 143,75 143 deübank R. 6 ......... 99,5 99,65 ■— — Kalt Aschersleben.......... .. 4 —— — — 107,25 Deutsche Komm.-Sammel-Anlethe filödnerroerle ............. 4Vt 113 118 118 118 AuSlos.-Rechte 1............ 140 140 140,25 140,5 Kokswerke und Chemische Fabrik 7 — — 159 158,5 4y2% Franks. Hyp. Goldpfe. R. 15 100 — —- — Lahmeyer ................ .. 6 121,5 121,5 121,5 121,13 4y,% Franks. Hyp. Gold-Komm Mainkrasl................. .. 4 95,75 95,75 —- — Öbl. 2 3................. 100 100 — —— Mannesmann............. 4*/i 114,5 114,13 114,65 114 5y»% Franks. Hyp. Liquidation Manöfelder Bergbau....... .. 7 — — — 151 Goldpfe..................... 101,75 101,65 — Metallgelellschaft........... .. 6 138,25 138 138,5 138,25 6y2% Rheinische Hyp Liquidation Crenflein & Koppel........ .. 0 — — 108,25 108,13 Goldpfe..................... 101,65 101,65 101,7 101,65 Rheinische Braunkohle...... 12 233,25 234,5 233,5 233,75 Lteuergulschein-Verrechnungskure 111,4 111,4 111,6 111,6 Rheinische Elektro.......... .. 6 — 129 — 129 Rheinstahlwerke............ .. 6 144,5 145 145 145,25 S.G. für Verkehrswesen .... Hamburg-Siidam. Dampfschiff. 0 Hamburg-Amerika Paket...... 0 134,75 135 76,75 134,9 135,25 77,75 Rheinisch-Westfälische Elektro RüigerSwerke ............. Salzdetfurth Kali.......... Schurken & So............ .. 6 .. ? .. 6 .. 7 127,25 153 166,5 179,75 127,25 153,5 180 126,9 153 166,5 180,5 127,4 152,5 166 180 Norddeutscher Lloyd.......... 0 Deutsche Reichsbahn Borz.-Akt. ? 131.65 131,75 131,75 79 132 Schultheis Patzenhoser...... Siemens & Halske ......... .. 4 .. 8 208,25 94,25 209 94,75 209,25 Süddeutsche Zucker......... . 10 212,5 212,75 213,75 ReichSdant................. 12 198,5 198,75 198,25 198,4 Bereinigte Stahlwerke...... 114 114,4 113,75 114 Berliner Handelsgesellschaft 6% 130 130 130 130 Westdeutsche Kaufhof ....... .. 0 97 96,9 97,5 Commerz- und Privat-Bank .. 6 123,25 123,4 123,25 123,4 Westeregeln Alkali.......... .. 4 106 106 106,5 106,5 Deutsche Diskonto............ 6 128 128 128 128 Zellstoff Waldhof.......... .. 6 147,5 150 148 150 Dresdner Bank..............4 116,4 116,5 116,4 116,5 Ctaoi Minen ............ . 0,6 28 27,65 28 27,75 Detnlenmarfl Berlin — Jtanffurt a. 2TL 17 März 18 März 17.März. 18 Man Amtliche Notterung Amtliche Notierung Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Briet Geld Brief Geld Brtei Geld Bries Buenos Aires............. 0,641 0,645 0,643 0,647 Japan................... 0,721 0,723 0,721 0,723 Brüssel................... Rio de Janeiro............ 41,89 41,97 41,93 42,01 Jugoslawien .............. 5,694 5,706 5,694 5,706 0,144 0,146 0,144 0,146 Cilo ................... 62,15 62,27 62,12 62,24 Solen.................... 47,00 4710 47,00 47,10 toten................. 49,95 50,05 Kopenhagen............... 55,21 55,33 55,18 55,30 Lissabon.................. 11,235 11,255 11,23 11,25 47,00 47,10 47,00 47,10 Stockholm............. 63,68 63,80 63,65 63,77 London .................. 12,365 12,395 12,36 12,39 Schweiz................. 57,15 57,27 57,15 57,27 helsingsorS................ 5,47 5,48 5,47 5,48 Spanten................. Paris.................... 7,712 7,728 7,612 7,628 Prag..................... 8,721 8,739 8,711 8,729 Holland ................. 137,42 137,70 137,74 138,02 Budapest................. 13,09 13,11 13,09 13,11 Aeuyäü.... 2,490 2,494 2,493 2,497 Rundfunkprogramm Sonntag, 20.2Närz. 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.15: Gymnastik. 8.30: Röm.- katholijche Morgenfeier. 9.10: Um den Glauben der Äugend. 9.30: Chorgesang. 10: Man soll uns nicht danach messen, wie viele wir sind, sondern wie treu wir sind. Ansprache: Führer des Gebietes Hessen- Nassau (13) Gebietsführer Brandt. 10.30: Ewiges Deutschland. 11.15: Friedrich Hebbel im deutschen Lied. Eine Hörfolge zu seinem 125. Geburtstag (18. März). 12: Wir Trierer Soldaten singen und musizieren zum „Tag der Wehrmacht". 14: Für unsere Kinder: Moppy, der Filmstar! Ein lustiges Kasperlspiel. 14 30: Uns gehört der Sonntag! Ungarische, italienische und deutsche Blasmusik 15.15: Winkööf im Hessendorf. Hörbild. 16: Nachmittagskonzert. Als Einlage: 17 bis 17.15: Von Leipzig (aus Halle): Internationale Reichsprüfung im Schwimmen in Halle. 18: Heimat und Volkstum: Max von Schillings, ein Sohn des Grenzlandes. Eine Hörfolge. 19: Nachrichten. 19.10: „Darf ich bitten ...!" Peter Jgelhoff spielt und singt seine eigenen Chansons. 19.40: Sportspiegel des Sonntags. 20: Frühling wird es wieder. 21: Aus dem Saalbau zu Frankfurt a. M.: Musikabend der Äugend. 22: Nachrichten. 22.15: Sportbericht. 22.30: Berichte von den Europa-Meisterschaften im Eissegeln. 22.40: Tanz und Unterhaltung. 24 bis 2: Nachtmusik: Der Meister der Oper „Rodelinde". 2Hon(ag, 21. März. 6 Uhr: Präludium und Ricercar von Joh. Krieger. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.40: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 10: Schulfunk: Kinderliedsingen. 11.40: Volk und Wirtschaft: Seife aus Kohle. 12: Schloßkonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Schloßkonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Heißa, das Frühlingsfest feiern wir heut! (Schallplatten.) 15: Bilderbuch der Woche. 15.30: Für unsere Kinder: Jetzt basteln wir ... 16: Tanz und Volksmusik. 17: Dem Opernfreund. (Schallplatten.) 18: Zeitgeschehen. 18.30: Der fröhliche Lautsprecher. (Schallplatten.) 19: Nachrichten. 19.10: Elsässische Volkslieder. 20: Frühlingskinder im bunten Gedränge. 21.15: Blumen-, Frucht- und Dorncnstücke. Eine Hörfolge zum 175. Geburtstag des Dichters Äean Paul. 22: Nachrichten. 22.30: Nachtmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert. Dienstag, 22. März. 6 Uhr: Morgenlied. Morgenspruch. Gymnastik. 630: Frühkonzert. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.40: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 10: Schulfunk: Marienburg, ein deutsches Schicksal. Hörspiel. 11.40: Im Landgestüt Dillenburg. 11.55: Offene Stellen. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: O holde Frau Mufika! 15: Kleines Konzert. 15.30: Deutschlands koloniale Betätigung — eine wirtschaftliche Notwendigkeit für die anderen. 15.50: Ehrendienst der Mädel. 16: Nachmittagskon- zert. Einlage: das Mikrophon unterwegs. 18: Zeitgeschehen. 18.30: Zirkus Nadelstich. Attraktionen aus dem Alltag. 19: Nachrichten. 19.10: Bunte Bühne. 20.20: Aus dem Leben und Schaffen von Johannes Brahms. Von Dr. Adalbert Kutz. 20.30: Großes Konzert. 22: Nachrichten. 22.30: Unterhaltung und Tanz. 24 bis 2: Nachtkonzert. Der Führer will ein gesundes deutsches Volk. — Denen, die ihre Kräfte im Dienste ihrer Volksgenossen verbraucht haben, stellt zur Erholung Freiplahe zur Verfügung! Lokomotivführer i. R. Karl Braun Die trauernden Hinterbliebenen Daabringen, den 19. März 1938. Die Beerdigung findet Montag, den 21. März, nachmittags 4 Uhr statt 01340 Gießen (Am Riegelpfad 76), den 19. März 1938. 1809V Bieber, den 19. März 1938. 01342 Gießen (Roonstraße 29p.), München (Martiusstraße 5 1), 17. März 1938. a 01286 C O Sonnenstraße 15 1763V '4 K 1810 A 3) Große Auswahl Fr.Linkers Sohn Gießen, Ludwig Straße 16 s 1746A .<•-ff bei kaufen Sie immer noch günstig in guter Qualität bei Karl Geller, Bräutigam Familie Ludwig Haus Familie Karl Haus Familie Ernst Haus Katharine Bremer Wwe., geb Haus. Die Beerdigung findet Montag, den 21. März, nachmittags 2 Uhr von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 22. März, um 14 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt Gott dem Allmächtigen, dem Herrn über Leben und Tod, hat es gefallen, unseren lieben Vater, Schwiegervater, Großvater, Urgroßvater, Bruder, Schwager und Onkel, den Die Beerdigung findet am Montag, dem 21. März, nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause aus statt nach längerem Leiden, im blühenden Alter von 28 Jahren, zu sich in sein himmlisches Reich gerufen. In tiefer Trauer: Johannes Haus und Frau nach kurzer Krankheit im 84. Lebensjahre in sein himmlisches Reich heimzuholen. NeWlilche proniniitikiiielioeritiettungsggnongrildioft In tiefer Trauer für alle Hinterbliebenen: Adolf Braun. Für alle trauernd Hinterbliebenen: Adolf Caspari und Frau Johanna, geb. Brück Familie Paul Textor. Donnerstagabend 91/2 Uhr entschlief sanft im 91.Lebensjahre unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter, Schwester u.Tante Frau Agnes Brück Wwe., geb. Kappes Rudolf Leisler • Gießen Neuenweg 23 K Hartbrennlwlz ä Wagen 5 Mk., Anmachholz, ä Wagen 6 Mk., 1 Sack Anmachholz 1 Mk. frei Keller. fi92D J. Wellhöfer, Lelevhon 2313. Marti Str. 24 Nach kurzem schweren Leiden verstarb am 18. März unerwartet unser lieber, treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Pate und Onkel Herr Johann Emil Schäfer Gastwirt, Photograph und Malermeister Im 73. Lebensjahre. GEWERBESCHULE GIESSEN Liebigstraße 16 dreisemestrige, unter Staatsaufsicht stehende Fachschule für Gott der Allmächtige, der Herr über Leben und Tod. hat gestern übend 8 Uhr unsere liebe Tochter, meine liebe Braut, unsere gute Schwester, Schwägerin und Tante Fräulein Lina Haus BtiSSSS." *^**7 bringt die leichte Maßejü!^ von 200 2ES? IHildikühe. uni) DKnitac auf dat: 46.Milchviehversteigerung in Paderborn Viehversteigerungshalle Donnerstag, den 24. März 1938,12 Uhr. Die Tiere stammen aus seuchenfreien Gebieten und sind gegen Seuchen schutzgeimpft. Obligatorische Untersuchung auf Bazillus Bang. Auf dieser Versteigerung kommt die rotbunte Zuchtherde des Gutes Bosenholz bei Salzkotten zum Verkauf. Nähere Auskunft und Katalog (kostenlos): Arbeiisvergebung. Für den Neubau eines Wirtschaftsgebäudes (Bauernschenke) für die Viehoersteigerungshalle Rhein-Main sollen nachstehende Arbeiten vergeben werden: 1801D 1. Erd-, Beton- und Maurerarbeiten. 2. Zimmerarbeiten. 3. Dachdeckerarbeiten. 4. Spenglerarbeiten. Angebote auf Vordruck, die ab Dienstag, den 22. März 1938, bei uns zu haben sind, sind bis zum Samstag, dem 26. März 1938, vormittags 10 Uhr, bei uns einzureichen. Die Zeichnungen liegen bei uns offen. Gießen, den 19. März 1938. Städtisches Hoch- und Tiefbauamt. 9- 23.: Wettlaufe^ e.G.m.b.H., Münster i.W„ Windthorststr. 20, Ruf 26644-45 Ständige Vermittlung von Vieh aller Art: • Fett- und Weidevieh z Ferkel ✓ Läufer z Pferde usv Vor der Milchviehversteigerung lO'/sUhr: Versteigerung von 60 gekörten Ebern und 15 tragenden Erstlingssauen des Landesverbandes westfälischer Schweinezüchter, Münsters Wests.), Engelstraße 40, Telefon 20525. 1746v Baugewerbe • Maschinenbo- Maler und Schreiner Vorbereitungskurse für Elektromeister Schuhmacher-Fachschule Staatliche Abgangsprüfung, Vorbereitung auf die Meisterprüfung. Semesterbeginn: 2. Mai Auskunft und Prospekte kostenlos! Alle ehemaligen Schüler der Gewerbe- und Maschinenbauschule, die unsere Einladung nicht erreichte, sind mit Angehörigen aufs herzlichste zur 100 Jahrfeier am 26. März 38, 20.00 Uhr im Cafö Leib, Gießen, ein geladen. _ ______________1754V Zur Konfirmation und Kommunion jetzt die Erneuerung der Tapeten v„n Farbenhaus Obermann, Giefeen Oeffentliche Ruh- und Brennholzverkäufe des Iorstamls Schiffenberg. 1. Försterei Leihgestern: Mittwoch, den 23.3.38, vormittags 8% Uhr, in der Wirtschaft „Zur Krone" in Leihgestern aus den Forstorten: Altgehegt 20, 50, 53, 67, Töpferkaute 15, Rehhecke 52, 65, 66, 71, Schinderskopf 21, Rabenpfuhl 54, 63, 68: Derbstangen Stück: Kl. 3 Eiche 82; Kl. 2a bis 3d Fichte 265; Ruhrollen (Gartenpfosten): Eiche B, 2,5 m lang, 46; Ruhknüppel (Gartenpfosten): Eiche, 2,5 m lang, 2; Ruhfcheil: Eiche, 1,25 m und 1 m lang, 6. Scheller A rrn: Buche 31, Eiche 75, Kiefer 12, Fichte 22; knorrholz B rrn: Eiche 21, Fichte 12; Knüppelholz A rm: Buche 7, Eiche 22, Kiefer 8, Fichte 9; Reiserknüppel kl. 1 rm: Buche 4, Eiche 126, Kiefer 21, Fichte 47; Reisig kl. 3 (Asireisig) rm: Buche 314, Eiche 92, Fichte 10; Reisig kl. 4 (Schlag- reisig) rm: Kiefer 10, Fichte 73. 2. Försterei Baumgarten: Freitag, den 25.3.38, vormittags 8% Uhr, in der Wirtschaft des Georg Sommer Vl. zu Watzenborn-Steinberg aus den Forstorten: Brauhof 3, Hasenkopf 5, Sommerberg 35, Buchenberg 58, 59, Zellnrod 9, Tempel 10, 11, 27, 47, Dörnergrund 28, Klosterwiese 45, Häuserborn 37, Häuserseite 38: 1770D Derbstangen Stück: Kl. 2 und 3 Esche 15; Kl. 3 Eiche 2; Kl. 2a und 3b Fichte 3; Ruhrollen (Gartenpfosten) rm: Eiche B, 2,5 m lang, 6; Ruhknüppel (Gartenpfosten): Eiche, 1,5 m, 2 m und 2,5 m lang, 7. Scheiter A rm: Eiche 2, Kiefer 37; Knüppelholz A rm: Eiche 46, Hainbuche 15, Kiefer 35, Fichte 1; Abfall B rm: Kiefer 1; Anbruch rm: Weymouths- tiefer 2, Kiefer 8, Fichte 15; Reiserknüppel kl. 1 rm: Buche 16, Eiche 37, Kiefer 58; Reisig kl. 2 (Stangen- reisig) rm Wellen 0,80; Reisig kl. 3 (Astreisig) rm: 1; Reisig kl. 4 (Schlagreisig) rm: Buche 15, Kiefer 40, Eiche 20. Die blau unterstrichenen Nummern werden nicht verkauft. Wer mit Bezahlung von Domanialgefällen aus früheren Jahren im Rückstand ist, kann kein Holz erhalten. Es wird empfohlen, das Holz vorher anzusehen, da nachträgliche Beanstandungen nicht angenommen werden. Auskunft erteilt für Försterei Baumgarten: Revierförster Nagel, Forsthaus Baumgarten, für Försterei Leihgestern: Revierförster Heß, Leihgestern. Gez.: Sußner. MarloM Industrie anerk. Nachbau, abzugeb. |i57sD Unter. Hardtbof Lastwagen Transporte führt aus [oi334 H. Behm, Gießen, Telephon 4039. Alles wird draußen frisch und neu — da darf auch Ihre Wohnung nicht zu- rückstehen! Viel Schönes zum Ausschmücken Ihres Heims bietet bei fachkundiger Beratung preiswert Gebt. Seelbach Gießen, Seltersweg 20 das leistungsfähigste Spezialhaus. 1743 a Einspaltige Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die Millimeterzeile veröffentlich» llr.bb viertes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) ly./2V.Marzty38 Abenteuer in Parts. ZRoman von Hans Hirthammer. Copyright by Verlag Oskar Meister. Werdau i. Sa. 12. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) Kaum hatte Stadler den Raum verlassen, da fielen sie über Claudius her. „Du glaubst wirklich, daß es einer von der Polizei ist? — Ist in Berlin etwas Besonderes vorgefallen? Es war doch verabredet, daß du dort bleiben solltest!" „Jedenfalls besser, daß ich selbst kam anstatt des Spitzels, den die „Sanitas" 'rübergeschickt hatte. Er sollte als Bevollmächtigter LoonÄes auftauchen — und ich wette tausend gegen eins, daß ihr auf den Schwindel hereingefallen wäret. Ihr werdet dafür morgen den jungen Mann begrüßen können!" „Wieso morgen? — Was soll das alles bedeuten?" Claudius erzählte, auf welche Weise es ihm gelungen war, Rulands rechtzeitige Ankunft in Paris zu verhindern. „Ich habe den jungen Mann — übrigens ein bemerkenswert harmloser Knabe — unserem Freund Bargent anoertraut. Er wird ihn einen Tag zurückhalten und ihn dann aus scheinbarer Unachtsamkeit entrinnen lassen. Natürlich wird unser Jüngling nichts Eiligeres zu tun haben, als die Scharte auszuwetzen. Ich nehme an, daß ihr ihm einen würdigen Empfang bereiten werdet." „Darauf kannst du dich verlassen. Aber nun sage mal, glaubst du wirklich, daß dieser Kellner ein Polyp' ist?" „Zum Teufel, ich will's nicht beschwören. Aber laßt nur sehen, ich werde mir bald Gewißheit beschaffen. Sollte mich freuen, wenn ich mich getäuscht hätte!" „Herrgott, wenn es wirklich Maquinot wäre! Der Mann könnte uns---" Stadler kam mit der Speisekarte zurück. „--drei blaue Guineas, bedenke doch! Ganz seltene Fehldrucke! Dafür könntest du mir die Marke wirklich überlassen!" „Ich denke nicht daran. Ein bekannter Sammler bot mir zehntausend Franken. Vielleicht legst du noch einige deiner prächtigen Siam dazu?"' „Bewahre mich der Himmel! — Ah, die Speisekarte! Rasch ein frugales Mittagessen, bevor ich schwach werde!" Stadler reichte ihm die Karte zu und beeilte sich, ein Ragout ä la Provence besonders zu empfehlen. „Es ist die Spezialität des Hauses, mein Herr!" „Gut, mon eher! Aber sorgen Sie dafür, daß ich nicht mehr lange zu warten brauche!" Heinz Stadler beteuerte, daß es höchstens drei Minuten dauern würde, worauf er wiederum enteilte. Claudius warf ihm mißtrauische Blicke nach. „Du hast dich geirrt, mein Lieber! Wenn dieser nette junge Mann ein Polizeibeamter ist, dann will ich ein Pastor werden!" „Hört, hört" rief Claudius. „Unser ,süßer Paule* als Pastor — ein überwältigendes Bild würde das geben. — Warum bist du so nachdenklich? Studierst du schon eine Predigt ein?" „Das nicht, aber ich überlege gerade, ob wir den Burschen nicht doch für uns gewinnen könnten. Wir könnten keinen Besseren finden." „Kannst wohl gar nicht genug Leute haben, um mit ihnen die Beute zu teilen?75 „Was hilft uns die Beute, wenn wir sie nicht zu Geld machen können? Auf Loonde können wir nicht mehr rechnen, denn da hat bereits die Polizei ihre Nase zwischen. Es wäre zu gefährlich, die Verbindung mit ihm aufrechtzuerhalten. Und bevor wir uns an den Halunken Peggs wenden — —" „Hm, was sagst du dazu, Otto?" Czibulka kratzte sich unentschlossen den Kopf. „Im Grunde genommen stimme ich den Ausführungen meines Vorredners zu. Eine andere Frage wäre die, wie der Chef darüber denkt." „Ach, der Chef!" machte Paul Sacher geringschätzig. „Müssen wir denn wegen jeden Quartes diesen hohen Herrn um Erlaubnis bitten?" „Das sage ich auch!" warf Töne Larrings ein. „Macht, was ihr wollt!" rief Claudius ärgerlich. „Ich will damit jedenfalls nichts zu tun haben. Da ich meine Aufgabe erledigt habe, reife ich heute abend wieder nach Berlin zurück." „Sehr schön! Da wirst du morgen dem Chef Bericht erstatten und ifym die Sache wegen Maquinot in Vorschlag bringen." „Das kann geschehen! — Aber jetzt kommt mein Ragout, laßt mich zufrieden mit eurem Kram! — Ich gebe die Marke nicht her und damit basta! — M Y - • ' V z ■ < :■ <■ Besuch beim Finanzamt Gießen Aufklärungen und Schlußfolgerungen. Bodenschätzer bei der Arbeit in der Gemarkung Großen-Linden. Auf großen Plänen werden die Ergebnisse der Bodenschätzung eingetragen. prüfen und die nötigen dem behauptet wird, seine Erklärung sei nicht ein- Teilbild aus dem großen Saal der Finanzkasse des Finanzamtes Gießen. Hier werden auf einer Spezialmaschine Adressenstempel geprägt. auch sum- jedes Staatsbürgers an. Der Staat ist ja nichts anderes als die Zusammenfassung der Aufklärungen, Ergänzungen usw. zu verlangen, um schließlich die richtige Steuer festzusetzen. Sieht man einmal beim Finanzamt während der Erklärungsfrist den Posteingang, mit dem mehrere Beamte stundenlang beschäftigt sind, dann versteht man vielleicht, daß auch einmal Versehen vorkommen können, Erklärungen oder Briefe sich verschieben, an die falsche Stelle geraten und dann plötzlich der Steuerpflichtige ein Mahnschreiben bekommt, in sie ist auch dann fällig, wenn selbst die Absicht, Gewinn zu erzielen, fehlt. Beide Steuern werden in erster Linie nach Erklärungen veranlagt, die der Steuerpflichtige abzugeben hat Weiter steht mit der Einkommensteuer in engem Zusammenhang die Gewerbe st euer, die vom stehenden Gewerbe erhoben wird Hier hat das Finanzamt nur die Grundlagen für die Gewerbesteuer zu ermitteln, d. h. nur den sog. $e= werbeertrag und das Gewerbekapital Aus beiden wird der sog. Steuermeßbetrag ermittelt Die Gewerbesteuer ist heute nur noch Gemeinde- st e u e r ; infolgedessen erheben die Gemeinden verschiedene Sätze von dem vom Finanzamt erhaltenen Steuermeßbetrag. Diese Erklärung mit all ihren vielen Fragen ist nicht ganz leicht auszufüllen, und mancher Stoßseufzer mag wohl in der Zeit der Steuererklärung wieder erklungen sein. Aber man muß sich darüber klar sein, daß eine gerechte Steuerveranlagung von der Erklärung und ihrer sorgfältigen Ausfüllung abhängig ist. Hat aber die Erklärung schon dem Steuerpflichtigen, der seine Verhältnisse doch überschaut, Schwierigkeiten gemacht, so kann man erst recht verstehen, daß der Veranlagungsbeamte des Finanzamts, dem Hunderte von Erklärungen ständig vorgelegt werden, erst recht seine schwere Last hat, sie zu Die Finanzämter bilden den einen Teil der Reichsfinanzverwaltung, sie haben nur die Besitz- und Verkehrs st euern zu verwalten, während die Zölle und Verbrauchssteuern von den Houptzollämtern verwaltet werden. Die Hauptsteuern sind Einkommensteuer und Körper- s ch a f t s st e u e r mit der V e r m ö g e n st e u e r. Dabei ist die Einkommensteuer d i e Steuer, die vom Einkommen jedes Steuerpflichtigen erhoben wird. Er soll von- dem, was er im Schutze des Staates verdient, einen gewissen Betrag an den Staat zur Erfüllung der Staatsaufgaben abliefern. Die Körperschaftssteuer ist die Einkommensteuer der Körperschaften, wie Aktiengesellschaften, Gesellschaften mit beschränkter Haftung usw. Die Vermögensteuer wurde früher als Ergänzungssteuer bezeichnet; sie ist an sich auch nichts weiter als eine zusätzliche Besteuerung des Einkommens, das aus Vermögen fließt, also steuerkräftiger ist als das, das von der Arbeitskraft abhängig ist. Mit der Einkommensteuer steht in einem wesentlichen Zusammenhang die U m s a tz st e u e r , die sich aus dem Warenumsatzstempel entwickelt hat, der seinerzeit als Kriegssteuer erhoben wurde. Sie ist von allen Umsätzen gewerblicher und beruflicher Art zu zahlen ohne Rücksicht darauf, ob bei dem Umsatz ein Gewinn erzielt wird oder nicht, und Es besteht bei den Finanzämtern noch eine weitere Abteilung für die Verkehrs st euern, als da sind: Urkundensteuer (die frühere Stempelsteuer), Grunderwerbssteuer, die vom Uebergang von Grundbesitz gezahlt wird, Erbschafts- und Schenkungssteuer, Kraftfahrzeugsteuer, Versicherungssteuer, Wechselsteuer, Kapitalverkehrssteuer (Gesellschaftssteuer, Wertpapiersteuer und Börsenumsatzsteuer). Gerade in dieser Stelle ist außerordentliche Arbeit zu leisten, daß umfangreiche Kontrollen erforderlich sind. Allein bei der Urkundensteuer müssen jährlich über tausend Stellen in Oberhessen geprüft werden, da das Finanzamt Gießen ein Finanzamt mit erweiterter Zuständigkeit für einzelne Steuern ist. Es wird z. B. auch die Erbschaftssteuer für ganz Oberhessen beim Finanzamt in Gießen bearbeitet. Durch die weit- mierten Kraft aller Bürger, d. h. jeder einzelne Volksgenosse ist Mitträger des Staates und damit auch mitverantwortlich. Erfüllt er feine Staatsbürgerpflicht als Steuerzahler nicht gewissenhaft, dann bürdet er anderen Volksgenossen die von ihm vorenthaltene Leistung auf und verletzt damit die Treuepflicht gegenüber dem Staat, d. h. gegenüber allen Volksgenossen. Daher wird heute das Vergehen der Steuerhinterziehung erheblich schwerer bestraft als früher, außerdem hat es für den Steuersünder weitgehende staatsbürgerliche Folgen die sehr unangenehm sind. Bei dieser Sachlage sollte es sich jeder zur Aufgabe machen, seiner Verpflichtungen als Steuerzahler stets in sorgfältiger Weise gerecht zu werden. Diese Forderung gilt auch für säumige Steuerzahler, denen es ja nicht angenehm sein kann, wenn ihre Namen in der Liste der säumigen Steuerzahler veröffentlicht werden und wenn sie dann bei der Vergebung von Staatsaufträgen nicht mehr in Betracht kommen. Bei dieser Gelegenheit sei auch darauf hingewiesen daß derjenige^ der es bisher mit der Steuerehrlichkeit nicht ernst genommen hat, sich vor empfindlichen Steuer st rasen und weiteren Nachteilen schützen kann, wenn er von sich aus rechtzeitig eine freiwillige Berichtigung seiner falschen Angaben v o r n i m m t! gegangen. Deshalb braucht er sich nicht gleich auf» zuregen und von „Schlamperei" zu reden; bei dem Massenandrang sind derartige Versehen bei der Postoerteilung ohne weiteres entschuldbar. Besonders leicht kommen aber Versehen vor, wenn der Steuerpflichtige seine Wohnung oder seine Steuernummer nicht angibt; denn da die Steuerbezirke nicht mehr nach Buchstaben eingeteilt werden dürfen, sondern nach bestimmten Stadtbezirken, so ist natürlich ein Schreiben, das z. B. lediglich mit „I. Müller" unterzeichnet ist, sehr schwer unterzubringen und an die richtige Stelle zu leiten. Leicht kommt es aber auch vor, daß der Steuerpflichtige selbst seine Steuernummer falsch schreibt und dadurch sich wieder Verwechslungen ergeben. Sind die Steuererklärungen genügend geprüft, dann werden sie, soweit es notwendig ist, mit Sachverständigen durchgesprochen, und schließlich kommt der Steuerzettel hinaus. Buchungsmaschinen als zuverlässige Helfer. (Aufnahmen |5]: Neuner, Gießener Anzeiger.) Das Finanzamt ist eine wenig beliebte Behörde. Das liegt nicht an den Beamten dieser Dienststelle, sondern an der Art ihrer dienstlichen Aufgaben. Steuerzahlen erfreut sich eben nicht der allgemeinen Sympathie. Und doch ist die Erfüllung dieser Staatsbürgerpflicht eine dringende Notwendigkeit! Damit erfährt auch die Arbeit der Finanzbeamten ihre volle sachliche Berechtigung. Es ist unbestreitbar, daß keine Gemeinschaft, also auch nicht das Reich oder die Gemeinde, ohne die erforderlichen Kraftströme zur Erfüllung ihrer öffentlichen Aufgaben bestehen kann. Einer der wichtigsten Kraftströme für Reich und Gemeinde ist die Steuerzahlung. Dafür erhält die Gemeinschaft sehr wertvoll« Gegenleistungen. Man denke z. B. an die Gewährleistung der Sicherheit des Reiches und des Einzeldaseins durch unsere neu ausgebaute Wehrmacht und durch die Polizei; man erinnere sich der Verkehrsannehmlichkeiten durch den Bau und die Unterhaltung unserer Landstraßen und Wege, der Autobahnen usw., der Straßenbeleuchtung und -reinigung; man übersehe nicht die großzügigen Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen; man denke auch an die Erfüllung dringender sozialer Aufgaben, wie z. B. Gesundheitspolizei, Wohlfahrtspflege usw. Das sind nur einige kurze Hinweise, aber sie dürften als Beispiele schon genügen für den ausreichenden Beweis, daß der Staat uns allen als Gegenleistung für unsere Steuerzahlungen viele wertvolle Annehmlichkeiten zuteil werden läßt. Die Finanzbeamten sind dabei wertvolle Helfer im Dienste der Volksgemeinschaft. Mit vollem Recht sieht der nationalsozialistische Staat die gewissenhafte Erfüllung der Steuerpflichten als eine der wesentlichsten Verpflichtungen Hm, sieht wirklich verlockend aus, dieses Ragout ä la Provence!" „Sie werden begeistert sein!" schmunzelte Stadler, während er bedeutungsvoll mit der Zunge schnalzte. Als die illustren Gäste allein waren, stritten sie noch eine Weile hin und her. Schließlich einigte man sich dahin, die Stellungnahme des Chefs abzuwarten. „Du sendest uns sofort eine Depesche, inzwischen werden wir dann dem jungen Herrn, dessen Besuch du uns angekündigt hast, einen entsprechenden Empfang bereiten." Allmählich begannen die vier nun zum Aufbruch zu rüsten; aber bevor sie das Haus verließen, ereignete sich noch ein kleiner Zwischenfall. Heinz Stadler war gerade dabei, die Zeche zu kassieren, und ein ganz scharfer Beobachter hätte bemerken können, daß eine gewisse Nervosität sich seiner zu bemächtigen begann. Er warf verstohlene Blicke nach der Uhr, horchte mehrere Male zur Tür hin und verrechnete sich sogar einmal zu seinem Nachteil. 15. Aber dann hörte er rasche Schritte, die sich von draußen der Tür näherten, und er atmete beruhigt auf. Im nächsten Augenblick betraten drei gutgekleidete Herren den Raum. Obwohl ihr Aussehen em durchaus unauffälliges war, mußte doch etwas Besonderes an ihnen sein, denn die Gesichter der Markensammler erblaßten bei ihrem Anblick. Die Herrschaften mochten auf Grund ihrer Erfahrungen sehr genau wissen, was es zu bedeuten hatte, wenn unversehens einige unauffällig gekleidete Herren in Erscheinung treten. Es wäre gar nicht notwendig gewesen, daß die Eingetretenen ihre Erkennungsmarken zeigten und mit sanfter Stimme sich als Beamte der Kriminalpolizei zu erkennen gaben. „Keine Aufregung, meine Herren!" saaten sie begütigend, während sie mit raschen Schritten auf Heinz Stadler zutraten. „Wir hätten es gerne vermieden, Sie hier zu belästigen; aber der junge Mann hier, dessen nähere Bekanntschaft wir sehr gerne machen möchten, ist ein zu gerissener Bursche, als daß wir auch nur einen Augenblick verlieren wollten. — Herr Maquinot, Sie sind verhaftet!" Die Lriejmarkensreunde ließen saft gleichzeitig ein erlöstes Aufatmen hören, um sich dann mit wahrhafter Besorgnis dem Schicksal ihres jungen Freundes zuzuwenden. Es sollte sich aber schnell zeigen, daß diese Besorgnis unbegründet war, denn Heinz Stadler schien der Situation durchaus gewachsen zu sein. Mit einem verblüffend schnellen Fauschieb streckte er den ersten Beamten zu Boden und sprang über den Tisch, der ihn von der Türe trennte. „Sie Schuft!" zischte er im Vorbeiflitzen dem ver- dutzten Claudius zu. „Das zahle ich Ihnen heim." Der zweite Beamte wollte sich ihm entgegenstellen, aber Stadler überrannte ihn einfach. Er war schon fast an der Tür, da hielt der dritte Beamte ihm die Waffe entgegen. „Ich schieße, wenn Sie noch eine einzige Bewegung machen. Hände hoch!" Stadler rollte ingrimmig die Augen. Er hob zögernd die Arme, er schien das Spiel aufgeben zu wollen. In dieser kritischen Minute mischte sich Otto Czibulka ein. „Um Gottes willen!" rief er mit einer Stimme, als fei er vor Entsetzen gelähmt. „Nicht schießen! Nehmen Sie Rücksicht auf meine Nerven!" Dabei trat er, scheinbar ohne Absicht, so zwischen Stadler und den Beamten, daß der erstere für einen Augenblick gedeckt war. Stadler nützte den Vorteil unverzüglich aus. Er gab, wenig rücksichtsvoll, Herrn Czibulka einen Stoß von hinten, so daß der Arme ziemlich unsanft mit dem Beamten zusammenprallte. In der nächsten Sekunde hatte Stadler die Tür erreicht und war draußen, ehe der Beamte sich von seiner Verblüffung erholt hatte. Der übertölpelte Kriminalbeamte stieß einen wütenden Fluch aus. „Sie Idiot!" rief er unbeherrscht. „Wie konnten Sie sich derart albern benehmen? Ich habe gute Lust, Sie wegen Beihilfe zur Flucht in Haft zu nehmen." Czibulkas ratlose Bestürzung war von überzeugender Echtheit. „Mein Gott, ich wollte doch — Sie müssen tausendmal entschuldigen, mein Herr! Ich bin Kriegsteilnehmer, zweimal verschüttet, ich hätte einen Nervenschock bekommen, wenn Sie qe» schossen hätten." _ (Fortsetzung folgt.) gehende Steuerbefreiung ist die Zahl der Erbschafts- steuerfälle ja stark zusammengeschrumpft, aber es muß natürlich jeder Sterbefall geprüft werden. Eine weitere Veranlagungsstelle umfaßt die sog. Landes st eu er n. Oowohl die Hauptsteuern, Grund- und Gewerbesteuer, vom Land ausschließlich auf die Gemeinden übergegangen sind, hat das Finanzamt doch noch die Hauptarbeit damit, weil die Grundlagen hier festgestellt werden. Die Grundlagen für die Grundsteuer bilden die sog. Einheitswerte, die nach dem Reichsbewertungsgesetz vom Finanzamt festgestellt werden. Es handelt sich immerhin um 30000 Feststellungen. Die Grundlage für die Grundsteuer bilden dann die vom Finanzamt ebenfalls errechneten Steuermeßbeträge, die mit einem Steuermeßbescheid mitgeteilt werden. Auch hier ist das Schreiben von etwa 16 000 Bescheiden eine reichliche Arbeit. Für die Landgemeinden müssen dann noch die Gewerbesteuerbescheide geschrieben werden. Dazu kommt die Veranlagung der Sondergebäudesteuer, die ebenfalls etwa 9000 Posten umfaßt, und schließlich kommen noch nicht zuletzt 23 000 Kirchensteuerbescheide hinzu, die auch vom Finanzamt berechnet und ausgestellt werden. Dazu kommen dann noch die entsprechenden Listen und Sollkarten, die als Unterlage für die Kasse dienen, damit die Zahlungen geleistet werden. Man sieht, daß das allein schon zahlenmäßig eine ungeheure Arbeit bedeutet, die meist innerhalb einer beschränkten Frist geleistet werden muß. Kommen dann noch Krankheiten innerhalb der Beamtenschaft dazu, dann fällt es oft schwer, die Termine einzuhalten. Die einsichtsvollen Steuerpflichtigen werden verstehen, daß bei dieser Massenarbeit auch einmal Versehen vorkommen können und werden, denn alle diese Bescheide müssen ja nicht nur geschrieben, kontrolliert, in die Heblisten usw. eingetragen, sondern auch noch adressiert und zur Post gegeben werden. Sind die Bescheide draußen, dann beginnt bei der Kasse der Hochbetrieb, denn nun müssen die Zahlungen geleistet werden. Die einzelnen Fälligkeitstermine werden natürlich möglichst verteilt, um den Andrang bei der Kasse nicht auf einmal zu groß werden zu lassen. Trotzdem gibt es aber Tage mit Massenandrang, bei denen bei der Kasse ohne Mittagspause durchaearbeitet werden muß. Die Kasse hat zwei Buchungsmaschinen, bei denen alle Zahlungen gebucht werden, die auch selbsttätig addieren und den Abschluß machen. Aber trotz aller technischen Vollkommenheiten bleibt noch eine erhebliche körperliche Leistung für den als Maschinenbucher tätigen Beamten übrig. Handelt es sich doch jährlich um rund 300 000 Buchungen. Diesen Buchungen beim Kassier entsprechen dann Quittungen, weitere Buchungen in den Listen und Sollkarten für die einzelnen Steuerarten und Steuerpflichtigen, ebenfalls in etwa derselben Anzahl. Es ist begreiflich, daß bei dieser Massenarbeit natürlich auch Versehen Vorkommen, daß eine Zahlung auf eine falsche Karte mit gleichem Namen erfolgt und daß manche Mißhelligkeiten dadurch entstehen, die aber, wenn man den Betrieb einmal selbst gesehen hat, menschlich verständlich und begreiflich find. Die Hauptsteuern werden sachlich auf sogenannten Sollkarten verbucht, die aber nur eine bestimmte Gröhe und daher nur einen bestimmt beschränkten Raum haben. Kommen nun öfter Stundungen vor, dann wird es schwer, mit dem Platz auszukommen, die Zahlen müssen sehr klein geschrieben werden, und auch hier gibt es dadurch manchmal Versehen unb Mißverständnisse. Ganz getrennt von der Kasse ist die $ o II« streckungsstelle, die alle die Fälle bearbeitet, in denen nicht rechtzeitig nach bestimmter Frist bei der Kasse bezahlt wurde. Hier muß besonders hervorgehoben werden, daß die Vollstreckungsstelle ganz von der Kasse getrennt ist, denn häufig besteht der Glaube, daß der einzelne Kassenbeamte es in der Hand habe, ob eine Vollstreckung erfolgt oder nicht. Rückständige Posten werden ganz schematisch an bestimmten Terminen herausgezogen und der Vollstreckungsstelle zur weiteren Behandlung übergeben. Viel Schwierigkeiten und Mißverständnisse entstehen dann, wenn nach Abgabe der Sache an die Vollstreckungsstelle die Zahlung nachträglich bei der Kasse eingeht. Bei großer Arbeitsüberlastung kommt dann wohl der Buchhalter nicht sofort dazu, der Vollstreckungsstelle Meldung von der eingegangenen Zahlung zu machen. Die Sache ist nun schon in Händen des Vollziehungsbeamten, der ja ständig draußen und daher nicht einfach erreichbar ist, so daß dann plötzlich, und zwar ohne jedes VerschuLen der Kasse, der Vollziehungsbeamte doch noch erscheint, obwohl der Betrag inzwischen ordnungsgemäß eingegangen ist. Die Vollstreckungsstelle hat im Jahr immerhin rund 30 000 Fälle zu bearbeiten. Durch pünktliche Zahlung, namentlich durch Anweisung an eine Bank, die Steuern lausend zu bezahlen, würde allen viel unnützer Merger vermieden. * Angegliedert ist dem Finanzamt weiter eine B e - triebsp.rüfungsfteHe, die, wie schon der Name sagt, die Betriebe und ihre Buchführung einer Nachprüfung unterzieht. Man hat sich an ihre nachprüfende Tätigkeit auch gewöhnt, uno viele Steuerpflichtige sehen — und das ist auch der Wunsch des Finanzamtsvorstehers — in den Betriebsprüfern Berater, denen sie gern Vertrauen schenken. Viel Arbeit macht eine weitere Dienststelle, die sog. Bewertungsstelle, deren Aufgabe es ist, den gesamten Grundbesitz zu bewerten. Dabei spielt namentlich in der Landwirtschaft der Ertragswert des Grund und Bodens eine große Rolle, und hier ist zur besseren Erfassung dieses Ertragswertes, aber auch überhaupt zur Feststellung der in Deutschland vorhandenen Bodenarten nach dem Bodenschätzungsgesetz ein Ausschuß draußen, der Acker für Acker genau untersucht und die Bodenarten, Tiefe der Ackerkrume usw. feststellt und in Karten festhält. Nach Fertigstellung dieser Schätzung, die noch Jahre in Anspruch nimmt, ist der Ertragswert natürlich er- hsbllch einfacher festzustellen. Außerdem haben wir dann, was für die Ernährungsfrage und den Anbau außerordentlich wichtig ist, eine vollständige Aufnahme des deutschen Ackerbodens nach Bodenarten. ♦ Was nun das Steueraufkommen angeht, so wird manchmal bezweifelt, ob die von der Reichsregierung veröffentlichten Zahlen wirklich in allen Punkten stimmen, weil das Steueraufkommen doch zu sehr gestiegen erscheint. Aber die Zahlen, die beim Finanzamt Gießen erwachsen sind beweisen, daß dieses Aufkommen tatsächlich auch vorhanden ist. So hat sich im Finanzamtsbezirk Gießen die Einkommen st euer mit Lohn- st euer und Körperschafts st euer im Jahre 1 93 6 gegen 1933 um mehr als das Doppelte erhöht. Das Gesamtaufkommen an Reichs ft euern hat s i ch mehr als verdoppelt, wobei zu berück- sichtigen ist, daß .einmal die Kraftfahrzeugsteuer Aufstiegspiel zur Bezirksklaffe. Burgsolms — Lich. Lich geht einen schweren Gang nach Burgsolms. Zwei gleichwertige Mannschaften! Beim Schlußpfiff erft wird der Sieger zu nennen sein. Fußball her Kreisklaffen. 1. Kreisklasse. Rodheim — V f B.- Reichsbahn Gießen L: Bei diesem Spiele sollte VfB. ohne weiteres gewinnen. Großen-Buseck — Klein-Linden: Die spielstarke Mannschaft des Platzbesitzers wird dieses Spiel für sich entscheiden. Garbenteich 1. — Steinberg II.: Das Spiel ist als Lokalspiel zu betrachten und ist eine Vorhersage über den Musgapg nicht zu treffen. 2. Kreisklasse. Heuchelheim II. — VfB.-Reichsbahn Gießen III: Das Vorspiel konnten die VfB.er hoch gewinnen. Doch bei diesem Spiel wird der Platzverein nicht so ohne weiteres die Punkte hergeben. Turnverein Rodheim I — DfB.Reichsbahn I. Die Grünweißen fahren nach Rodheim und tragen damit ihr letztes Spiel der Pflichtferie aus. Da der Mannschaft die Meisterschaft nicht mehr zu nehmen ist und andererseits den Spielern Gelegenheit gegeben wurde, in Urlaub zu fahren, wurde die Mann- sck)aft nicht in stärkster Besetzung aufgestellt. Die liodheimer sind inzwischen auch nicht mehr der gefürchtete Gegner von einst, da die Mannschaft stark veriungt werden mußte. Man rechnet mit einem Scege der Grauweißen. für neue Wagen ganz weggefallen ist, bei der Der- rnögenssteuer ganz bedeutend erhöhte Freigrenzen gegen früher eingeführt wurden, und daß auch bei der Einkommensteuer durch die Kinderermäßigungen bedeutende Vergünstigungen gewährt worden sind. Im Laufe eines Tages gehen bei der Finanz- kaffe natürlich für alle möglichen Steuerkonten Zahlungen ein. Diese werden auf der Buchungsmaschine registriert und anschließend in der Buchhalterei dem einzelnen Steuerpflichtigen gutgeschrieben. Die Gesamtsumme einer Tageseinnahme der Finanzkasse ist natürlich unterschiedlich. Auf allerlei Zehntausende beläuft sich aber doch selbst eine Tages-Minde st einnahm e. Wer nun der Meinung wäre, bei Dienstschluß befände sich eine riesige Geldsumme im Tresor des Finanzamts, der irrt sich sehr. Denn das Amt nimmt nicht ja nur ein, sondern es zahlt auch sofort aus. Vor allem sind es hier die Zahlungsanforderungen anderer Behörden, oder die Zahlungen für öffentliche Aufträge, die täglich große Summen aus der Kaffe des Finanzamts wieder fortnehmen, um das Geld in Gestalt von Gehalts- und Lohnzahlungen, Bezahlung von Handwerkerrechnungen ober dergleichen, Ueberweisungen durch andere Zahlstellen usw. in Umlauf bringen. Das Ergebnis des jeweiligen Tages besteht dann darin, daß auf dem Wege über die Finanzkasse große laufende Zahlungsansprüche an vielerlei andere Stellen erfüllt werden und die Kasse selbst meist noch nicht einmal den bescheidenen Betrag von sage und schreibe zwanzig Mark im Tresor behält. Für Einbrecher also von vornherein eine völlig aussichtslose Sache, bei der noch nicht einmal die „Selbstkosten" der Einbrecherarbeit gedeckt sein würden. * Zusammenfassend kann man sagen: Das Finanzamt ist eine unabweisbare Notwendigkeit. Seine Beamten leisten dem Reiche und damit unserer Volksgemeinschaft wertvolle Dienste. Sie wollen dabei auch Berater und gerechte Sachwalter der Steuerpflichtigen sein. Wenn das Steuerzahlen auch gerade kein Vergnügen ist, so darf deswegen doch niemand dem Finanzamt ober feinen Beamten gram fein. Auch bort herrscht eben nur bas Gebot ber Pflicht! Unb barum wollen wir im Geiste ber rechten Volksgemeinschaft ben Männern, bie uns bie Steuerbeträge abnehmen, ihr pflichtgemäßes Hanbeln erleichtern in bem Bewußtsein, baß wir an biefer Stelle dem Staate geben, was ihm zu Recht zu steht! öJ.-fport Letzte Etappe in her Bezirksklaffe. Der morgige Sonntag bringt nochmals ein volles Programm: B.rg — 1900 Lollar — Frohnhausen Sinn — Steinberg Steindorf — Wetzlar Naunheim — Butzbach. Lollar hat in seinen betben letzten Spielen den Platzvorteil. Ein Vorzug, der sich gegen Frohnhausen bereits vorteilhaft auswirken sollte. Die Teutonen sind nicht ohne Chance bei ihrem letzten auswärtigen Spiel. In Steindorf ist der Sportverein Wetzlar zu Gast. Durch den lokalen Einschlag erhält die Begegnung besondere Bedeutung. Ein Sieg Wetzlars ist zu erwarten, so hoch wie im Vorspiel (11:3) wird er aber nicht ausfallen. Für die Butzbacher ist die auswärtige Aufgabe in Naunheim schwer, zumal sich die Platzbesitzer für die kürzlich erlittene hohe Niederlage im Vorspiel revanchieren wollen. Burg — 1900. Die Blauweißen müssen morgen in Burg zum letzten auswärtigen Spiel antreten. Dabei haben die 1900er die Möglichkeit, durch einen Sieg die Meisterschaftsfrage endgültig zu entscheiden. Leicht wird dies den Blauweißen allerdings nicht fallen. Die Burger, durch Abgänge verschiedener Spieler zwar nicht mehr so schlagkräftig wie zu Beginn der Serie, werden auf ihrem eigenen Gelände sich nochmals besonders anstrengen, um das zu vollbringen, was bis jetzt noch keiner Mannschaft gelungen ist, dem Spitzenreiter beide Punkte abzunehmen. Die Blauweißen müssen sich auf jeden Fall auf einen Kampf gefaßt machen, der den anderen in nichts nachsteht. In ber Aufstellung ber Mannschaft würben beshalb große Veränberungen nicht vorgenommen. Mit ber Besetzung Rahn, Pankok (2/116), Lippert (2/116), Er- Harb, Sack, Quick (7/AR. 9), Schellhaas, Krämer (Zeiler), Hormel (2/116), Löbsack, Heuser hofft man aber, auch diese Klippe zu umschiffen. Wenn nicht, dann bleibt die einzige Möglichkeit, sich im Spiel gegen Butzbach die erforderlichen Punkte zu holen. Sinn I — Watzenborn-Steinberg I. Morgen tragen bie Teutonen ihr letztes auswärtiges Verbandsspiel aus. Man ist sich darüber im klaren, daß Sinn eine äußerst gefährliche Mannschaft ist. Obwohl die Elf in letzter Zeit auch Mißerfolge einstecken mußte, so ist dies kein Grund für die Steinberger, bas Spiel auf die leichte Schulter 3ii nehmen. Sinn wird immer noch stark genug sein, achjbare Gegner auf eigenem Gelände zu schlagen. Vergessen ist nicht der 5:0-Sieg im Vorspiel in Watzenborn-Steinberg, womit Sinn den Teutonen die höchste Niederlage beibrachte. Es heißt also äußerste Vorsicht üben. Eine Niederlage würde sich für Steinberg recht unangenehm im Tabellenstand auswirken. Mit der Mannschaft wie gegen Burg unb Naunheim sollte man jedoch mit Vertrauen bem Spielausgang entgegensehen. FrühjahrSwalhlauf am 27. März. Für die Gruppe Gießen auf dem 1900 - Sportplatz. Als erste Veranstaltung ber diesjährigen Leicht- athletrksaison kommt wieder ber Frühjahrswaldlauf zur Durchführung. Für die Gruppe Gießen (politischer Kreis Gießen) findet er zusammen mit den Bannmeisterschaften ber Hitler-Jugend unb des Jungvolks am 27. März von dem 1900-Sportplatz aus statt. Die Ausschreibung umfaßt, soweit sie die Aktiven angeht, folgende Wettbewerbe: 5000 Meter für Langstreckler unb 3000 für Mittelstreckler. Es wirb im Einzel- unb im Mannschaftslauf gestartet. Eine Mannschaft umfaßt 4 Mann, von denen 3 gewertet werden. Die Meldungen sind bis zum 23. März 1938 zu richten an Kreisfachwart G. Richtberg, Gießen, Am Alten Friedhof 18. Fußball-Spiele um hie Bannmeisterschast. Turnv. Großen-Linden — Turnv. Klein-Linde». Turnv. Wieseck — VfB.-Reichsbahn Gießen. Diese beiden Spiele werden entscheiden, wer von den vier Mannschaften in den engeren Wettbewerb um die LZannmeisterschaft kommt. Es werden wohl die beiden Mannschaften Großen-Linden und VfB.- Reichsbahn sein! Doch haben diese beide Favoriten ihre Gegner am kommenden Sonntag noch ernst zu nehmen. Spiele der Jugendgruppe. Garbenteich — Hungen; Saasen — Großen- Buseck; Butzbach — Lich. — In Garbenteich ist mit einem spannenden Spiel zu rechnen, das die Gäste knapp für sich entscheiden sollten. Saasen empfängt Großen-Buseck und wird sich den Sieg nicht streitig machen. Das Spiel in Butzbach sollte die Platz- besitzer als Sieger sehen. Rodheim 1. Jugend — 1900 1. Jugend. Die 1. Jugend ber Blauweißen bestreitet am Sonntag ein rückständiges Verbandsspiel gegen bie gleiche von Rodheim. Es wirb wohl kaum ber ersten Jugenb ber Spieloereinigung 1900 gelingen, einen Sieg zu erringen. Die Blauweißen finb gezwungen, brei ber bewährtesten Spieler zu ersetzen. BfB.-K 2. Jugend — Steinbach 1. Jugend. Die 2. Jugenb tritt auf bem Walbsportplatz gegen bie Jugend aus Steinbach an. Das Vorspiel ging mit 2:0 Toren verloren. Ob es diesmal zum Siege reichen wird, ist fraglich. Man erwartet die bessere Elf als Sieger. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, ben 20. März. Gießen. Stadlkirche. 9.30 Uhr: Pfr. Becker; 11: Kinderkirche für die Markusgemeinde; Pfr. Becker; 18: Pfr. Schmidt. — Fohanneskirche. 9.30: Pfr. Bech- tolsheimer; 11: Kinderkirche für die ßufasgemeinöe; Pfr. Bechtolsheimer; 18:. Pfr. Ausfeld; 20: Bibelbesprechung; Pfarrasfistent Paetow. — Saal der Reuen Krippe. 11 Uhr: Kinderkirche für die Johannes- und Militärgemeinde. — Kapelle auf dem Alten Friedhof. 9.30: Gottesdienst; 11: Kinderkirche für die Luthergemeinde. — petruskapelle, Wetzlarer Weg 59. 9.30: Gottesdienst; Pfr. Trapp. — Diefeck. 9.45: Kandidat Dr. Germer; 11: Kinderkirche; Kandidat Setzer. Kirchberg. 10: Gottesdienst; 11: Kindergottesdienst. — Lollar. 13: Kindergottesdienst; 14: Gottesdienst. — Baubringen. 10: Gottesdienst; 11: Kindergottesdienst. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienstz 11: Kindergottesdienst (1. Abt.); 13: Kindergottesdienst (2. Abt.) — Klein-Linden. 9: Gottesdienst und hl. Abendmahl für die männliche Jugend; 10.45: Kindergottesdienst. — Watzenborn-Steinberg. 10.30: Kindergottesdienst; 13: Gottesdienst. — Garbenteich. 13: Gottesdienst, anschließend hl. Abendmahl. — Hansen. 10: Gottesdienst, anschließend hl. Abendmahl. — Albach. 12.30: Gottesdienst und Christenlehre. — Steinbach. 10: Gottesdienst. — Lich. 10: Gottesdienst; anläßlich der Volksmissionswoche Kollekte.; 13: Kin- dergottesdienst. — Jlieber-Bef fingen. 13.30: Gottesdienst; anläßlich ber Volksmissionswoche Kollekte; 20: Kirchenmusikalische Passionsfeier.. — Langsdorf. 11: Hauptgottesbienft. — Bettenhausen. 9.30: Gottes- bienft. — Hungen. 10: Gottesdienst; 11: Kindergottes- bienst. — Göbelnrod. 10: Gottesdienst. — Beltershain. 13: Gottesdienst. Sieder ein Zweisronienkamps im Fußball. Ii: 6 A 3n Nürnberg gegen Ungarn. Im Hinblick auf bie Kämpfe um die Fußball- Weltmeisterschaft, die unserer Nationalmannschaft in den nächsten Wochen bevorstehen, bestand die Absicht, in ben diesem Weltmeisterschaftsturnier vorausgehenden ßänberbegegnungen mrt Ungarn, Portugal unb England jeweils bie allerstärtste Elf aufzubieten, um sie auf ihre große Aufgabe vor- zubereiten. Zum 13. Kampf gegen Ungarn, ber am kommenden Sonntag im Nürnberger Stadion vor sich gehen wird, war ursprünglich auch jene deutsche Mannschaft vorgesehen, bie im vergangenen Jayr die imposanten „Zu-Null-Siege" gegen bie skandinavischen Länder erfocht. Leiber konnte aber diese Aufstellung aus verschiedenen Gründen nicht bei» behalten werden, und nun müssen wir mit einer Mannschaft gegen bie guten Magyaren antreten, bie hinsichtlich ber Qualität doch etwas unter ber ber „Skandinavien-Elf" steht. Ungarn ist ein sehr starker Gegner, gegen den wir in 12 ßänberfämpfen bisher nur dreimal siegreich bleiben konnten. Andererseits sind gerade die ungarischen Berufsspieler sehr ost Stimmungen unterworfen, unb man wird sie bann mit Sicherheit schlagen können, wenn man sie nicht „ihr Spiel" spielen läßt. Nun, unsere Mannschaft wird schon die richttge taktische Einstellung mit auf ben Weg bekommen und darüber hinaus mit einer rein kämpferischen Leistung au smarten, bie zusammen hoffentlich in einem schonen Erfolg ihren Ausdruck finden. Deutschland stellt folgende Elf: Jakob; Billmann, Münzenberg; Kitzinger, Goldbrauner, Mengel; Lehner, Kuzorra, Bernd, Siffling, Fath. Zum sechsten Male gegen Luxemburg. Im 6. ßänbertampf gegen ßujemburg, ber in Wuppertal ausgetragen wird, kommt in erster Linie wieder ber Nachwuchs zu Wort. Die deutsche Vertretung wird in Wuppertal ebenfalls auf eine sehr harte Probe gestellt. Luxemburgs Fußball- fport hat sich in ben letzten Jahren schön herausgemacht, und bie Länder elf konnte einige sehr ehrenvolle Ergebnisse erzielen. Die Vertretung, die in Wuppertal antritt, schlug sich am vergangenen Sonntag ttn Weltmeisterschafts-Ausscheibungskampf gegen Belgien ganz hervorragend unb verlor nur knapp mit 2:3 Toren. Die Mannschaft ist vor allem in den Hinteren Reihen recht stark. Von den bisher ausgetragenen fünf Spielen zwischen beiden Ländern konnte Luxemburg Nicht ein einziges gewinnen. Folgende Mannschaft wird in Wuppertal für Deutschland spielen: Klodt; Schulz, Dittgens; Müller, Sold, Schädler; Winkler, Gauchel, Lenz, Seitz, Simetsreiter. Heuchelheim II — DfB.-Relchsbahu III. Dieses Spiel bringt die Vorentscheidung ber ©nippe B. Gewinnt die Dritte des VfB.-R. das Spiel, so ist sie der Meisterschaft sehr nahe gerückt, anderenfalls würde Wißmar Meister werden. Die Heuchelheimer sind zu Hause sehr gefährlich und haben vor, sich für die Niederlage des Vorspiels zu revanchieren. Die Grünweißen müssen einige Spieler ersetzen und werden einen schweren Stand haben. Steinbach I — Leihgestern I. Nächsten Sonntag bestreitet die 1. Elf der Spvgg. 1926 Leihgestern das letzte Derdandsspiel und zwar in Steinbach. Das Vorspiel am vorigen Sonntag konnten die Blauweißen überlegen mit 5:0 gewinnen. Wie nun das sonntägliche Spiel ausgehen wird, ist nicht vorauszusagen, da die Steinbacher auf eigenem Platze gefährlicher finb. Trotzdem dürfen wir aber hoffen, daß auch diesmal ein Sieg, wenn er auch knapp ausfallen dürfte, der Spieloereinigung errungen wird. Leihgestern tritt mit folgender'Aufstellung an: Dutenhöfer; Velten, Laux II.; Wede- mann, Väth, Textor; ßauber (Martini), Arnold, Krick, Lauxl. und Heß. Die Jugendmannschaft ist spielfrei. Geilshausen — 1900 III. Die Junioren der Blauweißen sind in Geilshausen zu Gast. Die Gastgeber sind spielerisch und körperlich im Vorteil, so daß wenig Aussicht für die Blauweißen besteht. Garbenleich I — Steinberg II. Die zweite Elf der Teutonen muß nach Garbenteich. Im Vorspiel siegte sie knapp mit 1:0. Ob es diesmal wieder dazu reicht, ist unwahrscheinlich. Beide Mannschaften kämpften bisher sehr anter- fchiedlich. Montag, den 21. März. Lollar. 20 Uhr: Passionsandacht. Mittwoch, den 23. März. Gießen. Fohanneskirche. 18 Uhr: Passionsandacht; Pfr. Ausfeld. — Klein-Linden. 20: Passionsandacht. — Lich. Passionsandacht; Stiftsdechant Kahn. Freitag, den 25. März. Gießen. Kapelle auf bem Allen Friedhof. 20 Uhr: Passionsandacht. — Pelruskapelle, Wetzlarer Weg 59. 20: Passionsandacht; Pfr. Trapp. — Kirchberg. 20: Passionsandacht. Gemeinschaft innerhalb der Kirche (Landeskirchliche Gemeinschaft), Gutenbergstraße 9. Sonntag, den 20. März. 20.30 Uhr: Evangelisationsstunde. — Mittwoch, 23. März. 20.30: Bibelstunde. — Donnerstag, 24. März. 20.30: Jugendbundstunde. Evangelische Stadtmission, Löberstraße 14. Sonntag, den 20. März. 9.15 Uhr: Morgenandacht; 20.15: Evangelisationsvortrag; Missionsdirektor Veiel u. a. — Mittwoch, 23. März. 20.30: Bibelstunde. — Freitag, 25. März. 20.30: Mitgliederstunde. Christliche Gemeinde, Zu den Mühlen 2. Sonntag, 20. März. 9.45 Uhr: Erbauungsstunde; 11: Sonntagsschule; 20.30: Evangelisation. — Dienstag, den 22. März. 20.30: Bibel- und Gebetstunde. Bund freikirchlicher Christen, Gemeinde Gießen, Großer Steinweg 4 H. Sonntag, den 20. März. 11.30 Uhr: Sonntagschule; 15.30: Bibelstunde; 20.15: Jugendbundstunde. — Mittwoch, 23. März. 20.15: Bibel- und Gebetstunde. Baptislen-Gemeinde, Gartenstraße 13. Sonntag, 20. März. 11 Uhr: Kindergottesdienst; 16: Predigt und Abendmahl. — Mittwoch, den 23. März. 20.15: Bibelstunde. Reuapostolische Gemeinden, Gießen, Händelstraße 1 und Ederstraße 13. Sonntag, 20. März. 9.30 Uhr: Gottesdienst; 16: Gottesdienst. — Mittwoch, den 23. März. 20.30: Gottesdienst. Katholische Gemeinden. Samstag, den 19. März. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichtgelegenheit. Sonntag, den 20. März. 3. Fastensonntag. Gießen. 6.30 Uhr: Beichtgelegenheit; 7: hl. Messe mit hl. Kommunion der Schuljugend; 8: Spendung der hl. Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11.15: Singmesse mit Predigt 20: Fastenpredigt und Andacht. — Lich. 10: Hochamt mit Predigt; 20: Vortrag und Andacht. — Hungen. 8: Hochamt mit Pre- bigt. — Laubach. 10: Hochamt mit Predigt; 14.30: Vortrag und Andacht. — Ridda. 8.15: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. Dienstag, den 22. März. Gießen. 20 Uhr: Fastenandacht; 20.30: Bibelstunde. oeffenllicher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 27!>1, nur in dringende» Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244'45. Notruf Tel- on 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer 1 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Sonntagsdienst für Aerzte. Arzt: Dr. med. Malech, Seltersweg 70. Zahnarzt (nur in dringenden Fällen): Fischer, Seltersweg 65II. Oesterreichs Ehemaliges Bundesheer. Das österreichische Bundesheer hat nach dem verlorenen Kriege schwere Zeiten durchleben müssen. Im Vertrag von St. Germain hat Oesterreich die gleichen schweren Bestimmungen der Wehrlos- machung erleben müssen wie Deutschland. Unter diesen Bestimmungen entstand das Wehrgeseg vom 18. Marz 1920, eine Wehrverfassung, die geradezu als Musterbeispiel dafür angeführt werden kann, wie man eine Wehrmacht nicht aufbauen kann und darf. Daß es dennoch so geschah, ist freilich nicht zu verwundern. Standen doch diesem Wehrgesetz drei Paten an der Wiege, die da hießen: Ein Friedensvertrag, diktiert von rachsüchtigen Feinden, eine Regierung mit marxistischer Mehrheit, und ein bis zum Extrem getriebener Länderföderalismus. Dieses mangelhafte Heer bedeutete außerdem noch für Oesterreich durch lange Zeit hindurch eine schwere Belastung der Staatsfinan- zen. Dazu kam, daß die Gesamtstärke des Heeres auf höchstens 30 000 Mann festgesetzt war, gemessen an einer Gesamtbevölkerung von fast sieben Millionen, kaum die Hälfte eines einzigen Altersjahrganges der männlichen Bevölkerung. Aus der Tatsache, daß die Mannschaften eine zwölfjährige Dienstpflicht auf sich nehmen mußten, ergab sich als weitere Folge, daß die an sich schon viel zu schwache Wehrmacht noch durch mehr als ein Jahrzehnt über fast gar keine ausgebildeten Reserve n verfügte. Im übrigen wies der Vertrag von Saint Germain genau dieselben schweren Bestimmungen auf wie der Vertrag von Versailles auf Bewaffnung und Kampfmittel. Flugzeuge, Panzerwagen und schwere Geschütze waren dem österreichischen Heer genau so verboten, wie sie dem deutschen Heer verboten waren. Hinzu kam aber noch weiter, daß der innere Aufbau des Heeres durch politisch-parlamentarische Einflüsse erschwert wurde. Da gab es im Anfang Kompanie-Vertrauensmänner, die mit den früheren Soldatenräten erschreckende Ähnlichkeit hatten; da gab es ein Zivil-Kommissariat im Staatsamt für Heereswesen und ähnliches. Sektionsrat. Dr. Krones vom Bundesministerium für Landesverteidigung hat darüber merkwürdige Tatsachen mitgeteilt. So war im Anfang zum Beispiel ein Ausrücken bei schlechtem Wetter nur nach eingehender Beratung mit dem Vertrauensmann möglich und als Kuriosum sei angeführt, daß die Frage, ob der Befehl, sich die Haare schneiden zu lassen, nicht eine Verletzung des „staatsbürgerlich gewährleisteten Rechts" auf einen Künstlerschopf bedeute, den Gegenstand heftiger Debatten bildete, und erst auf Grund eines ausführlichen Rechtsgutachtens im Bundesministerium für Landesverteidigung entschieden werden konnte. Das freilich waren Grotesken, die durch den gesunden Sinn der Offiziere und Soldaten des Bundesheeres bald selbst überwunden werden konnten. Schlimmer aber war die Tatsache, daß sich infolge der politischen Streitigkeiten ein Föderalismus breit machte, der die Wehrmacht völlig lähmte. Wurde doch die an sich schon so schwierige Ergänzung der Wehrmacht noch durch Länderkontingente belastet und darüber hinaus jede Versetzung eines Soldaten — damals einschließlich der Offiziere! — in ein anderes Bundesland von der Zustimmung der Landesregierung abhängig gemacht. Auch hier teilt der vorgenannte Sektion^rat im Bundesministerium eine Tatsache mit, die zeigt, bis zu welchen Absonderlichkeiten man gekommen war. Es konnte beispielsweise ein Offizier aus Vorarlberg im Bundesheer ohne Zustimmung einer anderen Landesregierung überhaupt nie Regimentskommandant oder Oberst werden, da das kleine Land ein seiner Bevölkerungszahl entsprechend geringes Kontingent von nur 600 Mann und daher auch kein eigenes Regiment oder höheres Kommando besaß. Mit dem Jahre 1933 wurde das freilich dann langsam anders. Dem Heere gelang es, die parteipolitischen Kräfte zurückzudrängen, auch die außenpolitischen Widerstände begannen allmählich zu erlahmen und der Heiligenschein der Friedensdiktate verblaßte. Am 3. September 1933 wurde eine vorläufige Wehrordnung erlassen, durch die kurzdienende Mannschaften a'ngeworben werden tonnten. Es entstand ein Militär - Assistenz- Korps, in der diese Mannschaften vereinigt wurden. Die Wehrgesetznovlle vom Jahre 1934 beseitigte das Wahlrecht der Militärpersonen und machte die Zugehörigkeit zu Vereinen und Der- sammlungen von der Erlaubnis der vorgesetzten Dienststellen abhängig. Am 1. April 1936 wurde dann das Bundesdienstpflichtgesetz er- lassen, das vorsah, daß jeder Bundesbürger verpflichtet ist, einen Teil seines Lebens, grundsätzlich ein Jahr, dem Dienste für die Allgemeinheit zu widmen. Rach der bisherigen Einteilung gliederte sich die österreichische Wehrmacht in sieben Divisionen und eine Brigade, dazu kommt eine schnelle Division, deren Kommando sich in Wien befindet. Zu dieser schnellen Division gehört die Kraftjägerbrigade Wien, eine Reihe Kavallerie- Regimenter, ein Panzerwagen-Bataillon, ein leichtes Kraftzug-Artillerie-Regiment, eine Kraftfahr- pionier-Kompanie und ein Kraftfahr-Telegraphen- Bataillon. Die Luftstreitkräfte gliedern sich in zwei Flieger-Regimenter, deren erstes in Wien und deren zweites in Graz steht. Daneben gibt es noch eine Reihe heeresunmittelbarer Verbände, so ein selbständiges Artillerie-Regiment, ein Brücken- Bataillon, eine Heeres-Pionierabteilung, eine Heeres-Telcgraphenabteilung und eine Heeres- Remontenahteilung. Das Bundesministerium für Landesverteidigung bildete den Kopf der österreichischen Wehrmacht. Es gliederte sich in drei Sektionen, von denen die erste die Personalangelegenheiten und die Angelegenheiten der Ergänzung behandelte, der zweiten unterstanden die Geräte- abtellung, die Wirtschastsabteilung und unter anderem das Kriegstechnische Amt, die dritte Sektion des Bundesministeriums für Landesverteidigung war die Generalstabs-Sektion. Sie enthielt alle Abteilungen, die für die Behandlung der einschlägigen Fragen notwendig waren. Der Leiter dieser Abteilung war zugleich der Chef des Generalstabes für die bewaffnete Macht. Seit dem Frühsommer 1933 trägt das österreichische Bundesheer wieder die Uniform und die Gradabzeichen (Sterne) der alten k. u. k. Armee und der k. k. Landwehr: feldgraue Kappe und Bluse, dazu eisengraue Hose. Jeder Truppenkörper der Fußtruppen und der Kavallerie hat aus Bluse, Mantel und Waffenrock die gleichen Aufschläge wie jenes Regiment des k. u. k. Heeres oder der k. k. Landwehr, das sich aus demselben Bezirk ergänzte. Ebenso haben Artillerie, technische Truppen, Spezialsormalioncn und Sond.idicnste ihre Aufschlag- und Rockfarben wiedererhalten. Reu geschaffen ist lediglich die Adjustierung der Fliegertruppe und des Panzerwagenbataillons. General Krauß. General der Infanterie Alfred Krauß, der durch den Führer und durch Reichsstatthalter Seyß-Jnquart ausgezeichnet wurde, ist einer der bekanntesten österreichischen Heerführer aus dem Weltkrieg. Der General, der am 26. April 1937 75 Jahre alt wurde, hat im Februar vergangenen Jahres an der Gefallenengedenkfeier und an dem Tag der Ritter des Ordens Pour le merite in Berlin teilgenommen. Im Weltkrieg war er zunächst Kommandant der 29. Jnf.-Truppen-Division und bestätigte schon als solcher den ausgezeichneten Ruf, den er sich bereits in der Friedenszeit als Truppenführer erworben hatte. Infolge seiner hervorragen- den Leistungen wurde er dann Generalstabschef des Erzherzogs Eugen. Januar 1917 wurde er Führer des k. u. k. I. Korps. Seine berühmt gewordene Leistung war der Durchbruch von Flitsch im Feldzug gegen Italien im Oktober 1917, den er im Verband der 14. deutschen Armee ausführte. Der General ist seitdem Träger des Ordens Pour le merite. Vom Mai 1918 ab war er Oberbefehlshaber der österreichischen Ostarmee in der Ukraine. General Krauß hat sich nach seiner Verabschiedung unermüdlich in Wort und Schrift für die gesamtdeutsche Sache eingesetzt, was ihm Haß und Verfolgung durch die Träger des Systems zuzog. Auch als Militärschriftsteller hat er sich einen klangvollen Namen erworben, so durch seine Bücher „Die Ursachen unserer Niederlage", „Das Wunder von Kar- freit", „Der Jrrgang der deutschen Königspolitik" und zuletzt durch das Werk „Theorie und Praxis in der Kriegskunst". Geschichten aus aller Welt. Rauch am Wasserwerk. (ot) Bombay. Zuerst sah man einen feinen blauen Rauch- streifen aus der berühmten Floraquelle aufsteigen. Aus der Floraquelle bezieht das Wasserwerk von Bombay den größten Teil des köstlichen Nasses, das in Indien noch weniger entbehrt werden kann als anderswo. Seit wann aber war die Floraquelle heiß, seit wann schickte sie Rauch gen Himmel? Man alarmierte die Polizei, die vorsichtig durch die Kanäle bis zu der eigentlichen Quelle vordrang. Hier ergab sich nun, daß drei Bettler an der Quelle auf einer erhöhten Plattform ihre Wohnung auf- geschlagen hatten. Sie hausten dort schon seit vielen Wochen, aber sie waren bisher immer so vorsichtig gewesen, kein Feuer anzuzünden und keinen Rauch und kein Licht nach oben dringen zu lassen. Erst als einem von ihnen ein Zündholz auf ein paar Lumpen fiel, entstand ein Brand und verriet die Wohnung der Vagabunden, die sich ausgerechnet an der einst für heilig gehaltenen Floraquelle von Bombay angesiedelt hatten. Die Frau, die in die Schule will. (th) Neuyork. Im Laufe des vergangenen Jahres sind-in Ame- rika zahlreiche Personen verschwunden, von denen freilich die meisten von selbst wieder nach Hause zurückkehrten. Aber unter den schwierigen und merkwürdigen Fällen, die entweder gar nicht oder nur mit vieler Mühe von der Polizei aufgeklärt werden konnten, verdient der Fall der Mrs. Edwards besondere Erwähnung. Mrs. Edwards ist nicht weniger als fünfmal aus ihrem eigenen Haus da- vongelaufen. Sie ist sehr klein und ganz unentwickelt. Sie zog sich als kleines Mädchen an, nahm eine Puppe auf den Arm und lief in die nächste Schule, wo sie sich einfach unter die Schulkinder mischte und sogar am Unterricht teilnahm, ohne daß die Lehrerin etwas merkte. Der Gatte ist ein angefehner Kaufmann, der ein Radiogeschäft hat. Wenn seine Gattin bei seiner Heimkehr verschwunden ist, dann alarmiert er die Polizei, die ihrerseits sofort wieder in den Schulen Umfrage hält, wo Mrs. Edwards denn auch regelmäßig ausfindig gemacht werden kann. Die Mine des John Swift. (th) Cincinnati (USA.). In Kentucky hat ein alter Goldsucher aus Alaska, ein gewisser John Kopf, ein großes Landgebiet für sich abstecken lassen. Er behauptet, den größten Goldfund von Kentucky gemacht zu haben. Schon vor Jahrzehnten ging die Rede von Goldminen in Kentucky. Aber die verschiedenen Expeditionen, die zur Auffindung des Goldes ausgeschickt wurden, kehrten ohne Ergebnis zurück. Jener John Kopf entdeckte eines Tages in einer alten Hütte in Kentucky die Aufzeichnungen eines gewissen John Swift, der von Indianern vertrieben worden war. Als Kopf der Affäre weiter nachging, ergab sich, daß jener Swift irgendwo einen Goldschatz von 40 000 Dollar vergraben hatte, ehe ihn die Indianer in die Flucht schlugen. Nun weiß man nicht in Kentucky, ob John Kopf diesen Goldschatz des alten Swift fand oder die Mine, die einst von den Rothäuten bewacht wurde, und aus der der alte John Swift seine Schätze an das Tageslicht holte. Die allerdicksten Männer. K. London. Unlängst wurde von einem Mann berichtet, der 250 Kilogramm wiegt und für den der Titel des „dicksten Mannes auf Erden" in Anspruch.genommen wurde. Wie weit dies für die Gegenwart stimmt, ist nicht leicht festzustellen. In der Vergangenheit aber hat es dicke Männer gegeben, die ihn bei weitem übertrafen. In einem Buche über „Anomalien und Merkwürdigkeiten der Medizin" führt der Engländer Gould mehrere Fälle von allerdicksten Männer an. Im „Kingas Lynn Museum" kann man die Jacke des berümten Daniel Lambert aus Leicester, von dessen Dicke man in der ganzen Welt redete, noch bewundern; durch ihre Aermel konnte ein kleiner Mann bequem hindurchschlüpfen. Aber mit seinen 327 Kilogramm Gewicht wurde auch er noch übertroffen, und zwar von einer Negerin in Maryland, die angeblich 387 Kilogramm wog, und von einem Mann in Nordkarolina, der 2,30 Meter groß war und angeblich 450 Kilogramm wog. Ihm wird der Ruhm des allerdicksten Mannes auf Erden vielleicht nicht streitig gemacht werden können. Ueberraschendes Kümmelblättchen. (—) Portsmouth. Auf den englischen Bahnen machen sich, genau , wie auf dem europäischen Festland, neuerdings die berühmten Reisenden mit dem „Kümmelblättchen" breit und finden auch häufig ihre Opfer. Spezialbeamte reifen jetzt häufig in den Zügen mit, um den Gaunern das Handwerk zu legen. Einer dieser Beamten wurde Zeuge des folgenden lustigen Vorfalls. Ein kleiner, fröhlich lächelnder kugelrunder Mann stieg in ein Abteil ein, in dem sich drei mit dem Kümmelblättchen befanden. Kaum war der nette Herr auf feinem Platz, als auch schon einer der Männer ein Kartenspiel heroorholte und zu „reizen" begann. Er zwinkerte dem Herrn mit dem dicken Bäuchlein zu. Der zwinkerte zurück. Er war damit einverstanden, daß man ein Freundschafts- spielchen machte. Aber er bat darum, ein eigenes, frisches Kartenspiel benutzen zu dürfen. Und was dann geschah, ließ diesen alten Gaunern die Augen übergehen. Der Herr mit dem Bäuchlein rift sein Kartenspiel auf, mischte die Karten, ließ sie durch die Luft fliegen, fing sie wieder auf, schlug die Volte, ließ alle Assen zusammenmarschieren, zeigte auf Wunsch in jeder beliebigen Reihenfolge die Könige vor. Den Männern mit dem Kümmelblättchen wurde heiß und kalt. Und dann sagte der kleine dicke Mann, während er die Spielkarten wie Soldaten aufmarschieren ließ: „Ich habe diese Kartenspiele gern. Das ist nämlich mein Geschäft. Sie werden es nicht glauben, aber ich kenne alle Tricks... und wenn den Herren jetzt noch ein Spielchen angenehm ist — Ihr alten Spitzbuben — dann könnt Ihr es haben. Im anderen Fall laßt mich in Ruhe, damit ich meine Zeitung lesen kann." Auf dem Eis oder auf dem Wasser? (tr) Amsterdam. Der vergangene Winter hat den Schlittschuhläufern eine recht schöne Saison beschert. Im Anschluß an diese vergangenen Winterfreuden legt nun ein holländischer Physiker Wert auf die Feststellung, daß es entschieden falsch sei, vom Eisläufen zu sprechen. Auf dem Eis könne sich kein Mensch mit Schlittschuhen fortbewegen. Es handele sich um ein Gleiten auf Wasser. Durch die Reibung und durch den Druck schmelze nämlich unterhalb der Metallstreifen des Schlittschuhs das Eis. So entstehe eine ganz dünne Wasserschicht, die es dann ermögliche, auf dem Eis fortzugleiten. Je größer das Gewicht einer Person sei, um so stärker entwickele sich jene Wasserschicht. Und wenn der Schwergewichtler dann noch über die nötige Geschicklichkeit verfüge, müsse er besonders gut imstande sein, auf dem Eis bzw. auf dem Wasser zu laufen. Eine gute Natur. K. Paris. Während des Weltkrieges, am 26. September 1915, wurde der damals 21jährige französische Flieger Marcel Bailleul verwundet in ein Feldlazarett ein geliefert. Obwohl er ein großes Loch in der Brust hatte, wurde er geheilt. Nachdem er aus dem Kriegsdienst entlassen war, ließ er sich als Mechaniker in der Nähe "von Cambrai nieder, verheiratete sich und hatte drei Kinder, die heute 17, 16 und 13 Jahre alt sind. Dor einigen Tagen hatte nun Bailleul an einem Herzanfall zu leiden, und man machte eine Röntgenaufnayme von ihm. Da stellte es sich heraus, daß die Kugel, die er im Jahre 1915 erhalten hatte, immer noch verkapselt dicht am Herzen saß! Das Geschoß, das 17 Gramm wiegt, scheint den Patienten nicht besonders zu stören, „Ich lehne jede Operation ab", erklärte er, ,-das wird dauern, so lange es dauert." „Meine Mutter ist Millionärin." (ob) Amiens. Auf der Chaussee nach Amiens griften Gendarmen einen Vagabunden auf, dessen Papiere aber in Ordnung schienen. Er nannte sich Alberic Ritecher und gab an, aus Peronne zu stammen. Die Poli- zeikonttolle wäre nun ja in Ordnung gewesen. Auf die Frage nach seinem Geldbestand mußte er zugeben, daß er zwei Sous bei sich trug, mit welcher Summe man aber auch nicht als Vagabund zu leben vermag. Man setzte Alberic in Polizeihaft und wollte ihn einige Franken verdienen lassen. Er zeigte sich aber sehr ungehalten über den Zeitverlust und behauptete, daß seine Mutter Millionärin sei. Man hielt das für einen schlechten Scherz, mußte aber erfahren, daß Alberic recht hatte. Seine Mutter hatte vor einem Jahr in der französischen Lotterie eine Million Franken gewonnen. Weshalb nun der Sohn als Vagabund durch das Land zieht? Die Polizei erfuhr seltsame Familienverhältnisse. Alberic war ein Kind aus der ersten Ehe und wurde von dem zweiten Gatten der millionenschweren Mama nicht anerkannt. Der zweite Gatte erreichte sogar, daß nur eine Derpflegungsverfügung zugunsten des Alberic in das Testament ausgenommen wurde, wonach er von einer alten Tante bis zu deren Ableben zu essen bekommensollte. Das wuroe Alberic eines Tages zu dumm. Er wollte sich auf eigene Füße stellen, kam aber nur 150 Kilometer weit. Dann fragten ihn die Gendarmen nach Geld. Seine Mutter hat sich geweigert, Alberic auch nur einen Franken zukommen zu lassen. Nun interessiert sich ganz Frankreich für dieses seltsame Mutterherz und für den jungen Mann auf der Landstraße. Der nervöse Herr und die Ziehharmonikas (sh) Gens. Still und friedlich lebte in einem Mietshaus an der Peripherie von Genf der Rentner Jean Baudry. Er erfreute sich einer gewissen Wohlhabenheit, und alles wäre gut gewesen, aber Herr Baudry ging die Wände hoch, wenn draußen einer eine Ziehharmonika zu spielen begann. Er schickte sein Hausmädchen mit einem Schweizer Franken hinunter und forderte den Musikanten auf, schleunigst das Feld zu räumen. Der Musikant verschwand. Dann kehrte er am anderen Tage wieder und versicherte, daß ihm mindestens zwei Schweizer Franken entgingen, wenn er auf dem Hof jenes Hauses nicht weiterspiele. Er bekam denn auch seine zwei Schweizer Franken. Offenbar haben die Genfer Straßenmusikanten einen geheimen Trust. Jedenfalls wurde der Tip von dem nervösen Jean Baudry, der die Musik des Schifferklaviers nicht vertragen kann, weitergegeben. Tag für Tag, mitunter zweimal oder sogar dreimal, fanden sich die Musikanten vor dem Hause des Jean Baudry ein und machten Musik. Eines Tages riß Jean Baudry die Geduld, er erschien auf dem Balkon seiner Wohnung mit einem Gewehr in der Hand und gab einen Schuß in der Richtung des Musikanten ab. Dieser ließ sein Instrument fallen und rannte zur Polizei. Baudry behauptete zwar, er habe nur mit einer Platzpatrone geschossen, um sich Luft und dem Musikanten Angst zu machen. Aber da man in der Mauer einen Einschlag feststellte, mußte man mit einem scharfen Schuß rechnen. Jean Baudry wird Genf vermutlich verlassen, nachdem die Polizei ihre Untersuchung abgeschlossen hat. Vor seinem Hause werden hundert Genfer Ziehharmonikas in Zukunft vergeblich meinen. Aus aller Welt. Der Führer verleiht Gustav Freussen die Goethemedallle. Der Führer und Reichskanzler hat dem Schriftsteller und Dichter Gustav F r e n s s e n in Barlt (Holstein) in Anerkennung seiner Verdienste um das deutsche Schrifttum die Goethemedaille für Kunst und Wissenschaft verliehen. — Frenssen, der ursprünglich Pfarrer war, ist einer der namhaftesten Vertreter norddeutscher Dichtung. Von seinen Romanen war „Jörn Uhl", der voriges Jahr im 428. Tausend erschien, der größte Erfolg. Frenssens Schrift „Der Glaube der Nordmark" (1936) begründete seine Hinwendung zur Deutschen Glaubensbewegung. Liu Franz-Seldke-Instiluk der Deutschen Akademie für Bauforschung. Auf der Jahreshauptversammlung der Deutschen Akademie für Bauforschung erfolgte die feierliche Einweihung des neuen Forschungsinstituts in Magdeburg. Das Institut wird den Namen „Franz- Seldte-Jnstitut der Deutschen Akademie für Bauforschung" tragen. Reichsarbeitsminister Seldte stellte fest, daß seit 19 3 3 nahezu anderthalb Millionen Wohnungen geschaffen worden seien. Neben den Bedürfnissen der Wehrhaft- machung, des Vierjahresplanes und der repräsentativen Umgestaltung der vom Führer ausgewählten Städte habe auch weiterhin die Befriedigung des allgemeinen Wohnbedarfes und die Behebung de», noch aus den früheren Jahren stammenden Wohnungsnot zu erfolgen. Die Mitarbeit der Deutschen Akademie für Bauforschung sei dabei von besonderer Bedeutung. In Zeiten der größten Baustoffnot vor 18 Jahren gegründet, habe die Akademie die wdrzig'mild - mit dem bekannt en Schinkenbild! Bearbeitung wichtiger Bau frag en durchgeführt. Die Schaffund des Forschungsinstituts gebe ihr jetzt einen wetteren Unterbau, um die großen Aufgaben der Zukunft planmäßig dui^chzuführen. Dänische Arktis-Expedition mit Dornier-Dal-Flugboot Zur Kartierung des bisher unbekannten Landes zwischen Nordgrönland (Pearys-Land) und dem Nordpol wird der dänische Grönlanüforscher Dr. K o ch im April eine Expedition antreten. Die Kartierung soll von dem Dornier-Wal-Flugboot „Samum", das die dänische Luftwaffe von der Deutschen Lufthansa gekauft hat, ausgeführt werden. Außer dem Expeditionsleiter Dr. Koch und zwei dänischen Marinefliegern nimmt ein deutscher Radiotelegraphist an dem Forschungsslug teil. Lin Hamburger Dampfer gesunken. Der Dampfer „Claus Boege" (2300 Bruttoregistertonnen) ist in der Nacht zum Samstag 15 Seemeilen nordwestlich von Hornsriff b e i Esbjerg gesunken. Angeblich ist der Dampfer auf eine alte Treibmine gelaufen. Die 20 Mann starke Besatzung konnte von einem schwedischen Dampfer gerettet werden. Der Kapitän wird jedoch vermißt. Er ist anscheinend ertrunken. Dyr untergegangene Dampfer gehörte der Hamburger Reederei Johannes M. K. Blumenthal. Zwölf Personen von religiösen Fanatikern ermordet. Nach einer Meldung aus Bahia (Brasilien) wurde eine Bande religiöser Fanatiker verhaftet, die im Innern des Landes eine einsam gelegene Farm überfallen und dabei zwölf Personen, darunter ein siebenjähriges Mädchen, ermordet hatten. Die Opfer waren grausam verstümmel worden. Dücheriisch. — Gutes Tanzen — eine Freude für jedermann. Ausführliche Anleitungen für Anfänger und Fortgeschrittene von Fred D i s e I • h o rst. Leipzig, Hesse & Becker Verlag. 165 Seiten mit 23 Bildern und 20 Zeichnungen. In Steifdeckel 2,— RM., in Seinen geb. 3,— RM. — (5.) — Der Tänzer Fred Diselhorst hat ein kurzweiliges Lehrbuch geschaffen. Er führt den Anfänger in Die Tanzkunst ein und gibt dem Fortgeschrittenen allerlei nützliche Ratschläge. Das Merkchen lehrt alle modernen Gesellschaftstänze. Bilder und Zeichnungen veranschaulichen den an sich schon lebendigen Text. — Clausewitz-Katechismus. Von Generalleutnant a. D. Horst von M e tz s ch. Preis 0,90 RM. Buchholz & Weißwange, Verlag, Char- lottenburg 2. — (19.) Das Gedankengut, Das uns Clausewitz hinterlassen hat, ist heute — trotz seiner 14 Auflagen des klassischen Werkes „vom Kriege" nur einem verhältnismäßig kleinen Kreise unseres Volkes vertraut. Man hat gesagt, Clausewitz habe als Meister für .Meister geschrieben. Das heißt, für Leser, die selbst Könner sind und keiner Erläuterung bedürfen. Da das Studium der Clausewitzschen Schrift Zeile um Zeile bei weniger Erfahrenen eher Verwirrung bringen kann, hat General von Metzsch eine Auswahl Clausewitz-Thesen erläutert. Als Meister des Wortes und Kenner der Weisheiten Clausewitz', hat der Verfasser in diesem Büchlein ein kleines Werk geschaffen, das unserer heutigen Zeit angemessen ist. Briefkasten der Bedaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) Zur Anfrage £. DL Gießen. Die in der Miete enthaltenen 17 Prozent für Instandsetzung sind nicht allein für Instandhaltung der Wohnung, sondern auch für die Instandsetzung des Hauses zu verwenden. L. TL in G. Gemäß den §§ 566, 581 BGB. bedarf ein Pachtvertrag über ein Grundstück, der für länger als ein Jahr geschlossen wird, der schriftlichen Form. Wird die Form nicht beobachtet, so gilt der Vertrag als für unbestimmte Zeit geschlossen. Für den Quadratmeter können Sie je nach der Güte des Landes 5 bis 10 Pfennig verlangen. Ct. St H. Da Sie nicht Anlieger der Sttaße sind, haben Sie diese auch nicht zu reinigen. Wer die Straße in dem gegebenen Falle zu reinigen hat, ist in den Ortsstatuten niedergelegt; sehr wahrscheinlich hat der Anwohner, dessen Haus sich an der rechten Straßenseite befindet, für die Reinigung der ganzen Straße Sorge zu tragen. Unter diesen Umständen liegt für Sie kein Grund vor, den Graben und die Gleise zu überfchreitei^ \o daß ein Haftungsgrund nicht gegeben cm •Ja-allen tieSlfh Gießen Plockstr, 14-16 Konturenkrepp-Faconnt breit, in allen Farben gggSÄSÄSSSÄl* Qualität.................. Hpliei-Krepp, 90 cm breit, links verwebte,haltb.Ware, LnchW- H Frühjahrsfarben............ ........p-roZJ5 Ä^MXSnp.m3.1( haltbare Ware in viel. Färb. p,m SÄ'"»*”: SWWÄK mintiktoH, 145 cm breit, englisch^ J ÄKÄ«"'n.51ß u. ™“ t: 1.60 gässÄ« SKSÄfi*’ä„5.10 SÄÄjMSis i Frühjahrsmusterung, auch p.mU«JJ geeignet, äußerst solide Ware. . P Karierte Jackenstoffe_ 15= cm b fabelhaften, ganz neuartig p,mU.ÖJ 1 Stellungen................ sten Frühjahrsfarben......P tA . . spezial- Vevnard^Govn ;Z- z D z .....' 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