Nr. 42 Erster Matt 188. Jahrgang §amrtag,19./§onntag,20. gebruar 1938 Lrlchemr tflg ltd), autzer Sonntags und Feiertags Beilagen. Die Illustrierte (Lietzener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monalr-Vezvgrpreir: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 180 Zustellgebühr , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt 5ernsprechanschlüste unter Sammelnummer 225) Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Sietzen postscheclionto: $ranlfurt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger sür Oberhesfen Druck und Verlag: vrühlsche UniverfilätZdruckerei R. Lange in Gießen. Schriflieitvng und Geschöstrstelle: Schulstratze 7 Annahme von Anzeigen für öie 'Mittagsnummer bis 8' ,,Uhr desBormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Nps., für Textanzeigen von 70mm ‘Breite bllNps.,PlatzoorschriN nach vorh Berelnbq 25".„ mehr. Ermäsztgte Grundpreise: Stellen:, ’Beretns», gemeinnützige Anzeigen |omie einspaltige Eelegenheitsanzei- gen 5 Nps., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Npf. Nlengenabschlüsse Staffel B Dreiste Schwindelmanöver Moskaus zur Vertuschung des Kalls Budenko. Unverfrorene Lügen. Moskau, 18. Febr. (DNB.) Ueber den Fall Budenko ist eine sowjetamtliche Verlautbarung verbreitet worden. Darin heißt es, am 17. Februar habe der rumänische Geschäftsträgerin Moskau den Außenkommisfar L i t - winow-Finkelstein aufgesucht und ihm erklärt, daß die rumänische Regierung, welche von Beginn ihres Amtsantrittes an für die Beschleunigung der Untersuchung im Falle Budenko in jeder Weise Sorge getragen habe, es im gegenwärtigen Moment für erwiesen erachte, daß der sowjetrussijche Geschäftsträger in Bukarest freiwillig in das Ausland ab gereist sei. Dafür spreche der Umstand, daß das rumänische Außenministerium ein Schreiben Budenkos aus Bnbapest erhalten habe. In Beantwortung dieser Erklärung habe Lit- winow-Finkelstein folgendes geäußert: Die Sowjetregierung glaube nicht an die Version der freiwilligen Abreise Budenkos. Wenn das erwähnte Schreiben überhaupt von Budenko stamme, so zweifle man in Moskau nicht daran, daß er sich immer noch in der Gewalt seiner Entführer befinde, die mit Drohungen oder Foltern (!) ihn gezwungen hätten, diesen Brief zu schreiben, der dann von den „Verbrechern" nach Budapest gebracht und von dort nach Bukarest geleitet worden sei. Besonders bemerkenswert ist ferner, was Litwi- now-Finkelstein über das Auftreten Budenkos in Rom zu sagen weiß. Die Sowjetregierung habe davon Kenntnis erhalten, so heißt es in der Verlautbarung weiter, daß eine italienische Zeitung - „angebliche Erklärungen" Budenkos veröffentlicht have, und daß dieser sich sogar in Rom befinde und sich ausländischen Journalisten zu weiteren Darlegungen zur Verfügung gestellt habe. Auch in diesem Falle bezweifle man in Moskau nicht, daß die Erklärungen Budenkos erpreßt waren und daß man „irgendeinen russischen Weißgardiste n", der unter dem Namen Budenko jetzt in Italien auftrete, mit dessen Papier en ausgerüstet hätte, während die faschistischen Behörden zur Aufklärung des Sachverhaltes nichts beitragen würden. (An dieser Stelle widerspricht sich die Verlautbarung Finkelsteins besonders kraß, denn logischerweise könnte ja nur das eine oder das andere der Fall sein.) Solange Budenko, so fährt die Verlautbarung fort, sich nicht in einem „freien" Lande befinde und nicht Leuten vorgeführt werde, die ihn persönlich kennen, "könne die Ueberzeugung der Sowjetregierung nicht erschüttert werden, daß Budenko sich noch in Rumänien in der Gewalt seiner Entführer befinde, wenn er nicht von diesen bereits ermordet worden sei. Infolgedessen halte dis Sowjetregierung ihre P r o t e st n o t e vom 10. Februar in vollem Umfange aufrecht und bestehe auch weiter auf der vollständigen Erfüllung ihrer Forderungen. Zugleich habe Litwinow den rumänischen Geschäftsträger gebeten, seine R^ierung davon zu unterrichten, daß die Sowjetregierung ihren Gesandten in Prag, Alexandrowski, nachBukarest beordert habe, um die weitere Untersuchung zu beobachten und nötigenfalls mit der rumänischen Regierung Verhandlungen zu führen. * Die ebenso lächerlichen wie dummdreisten Behauptungen des Juden Litwinow gegenüber dem rumänischen Geschäftsträger in Moskau zum Fall Budenko und die aufschlußreichen Widersprüche, in die sich ein so gerissener Schwindler wie der sowjet- russische Außenkommisfar verwickelt hat, sind in einem Hohngelächter untergegangen, das sogar einige sowjetfreundliche Kreise des Auslandes ansteckte. Es wäre aber falsch, die Offenbarungen Litwinows nur von der komischen Seite zu nehmen. Denn sie zeigen sehr deutlich, wie stark man sich selbst in den robustesten Kreisen des. Bolschewismus durch die Vorgänge in Bukarest und in Rom um Budenko bloßgestellt und lächerlich gemacht suhlt. Wie groß muß die Verwirrung und die Verlegenheit Finkelsteins sein, wenn er gegenüber dem Vertreter Rumäniens in ein derartig albernes Geschwätz verfällt. Man stelle sich vor, ein Geschäftsträger soll von der GPU. entführt und nach Rußland verschleppt werden, entkommt im letzten Augenblick, wird für tot gehalten, taucht dann im Ausland wieder auf und wendet sich mit Abscheu von den Methoden der Sowjets ab, und ein sogenannter Außenminister, der in der Welt noch ernst genommen werden will, fordert mit echt jüdischer Frechheit und Rabulistik vom Gesandten der Macht, bet der der Geschäftsträger akkrediert war, Genugtuung. Genugtuung für da s v e r b r e ch e- rische Treiben der GPU. in Bukarest und Genugtuung dafür, daß es Budenko gelang, der GPU. zu entkommen? Das ist eine beispiellose Frechheit. Aber es kommt noch besser. Im gleichen Augenblick, in dem der Jude Litwinow-Finkelstein behauptet, Budenko sei in Rumänien von Faschisten entführt oder ermordet worden, und dafür Genugtuung fordert, gibt Die Sowjetbotschaft in Rom eine amtliche Erklärung aus nach der der Sowjet-Generalkonsul in Ma^ land festgestellt habe, daß Budenko s t ch n o ch in Bukarest, und zwar dort in den Händen der GPU. befinde. Der in Mailand und wollen. Genugtuung Der Jude Litwinow - Finkelstein beh Rom aufgetauchte Budenko sei also, nicht echt. Dieiderlage des Bolschewismus aufgepackt und ihn auch Sowjetjuden haben vergessen, das Lügen und Be-' für alle ihre Folgen verantwortlich gemacht. Dar- trügen zu organisieren, so daß nun jeder für sich über hinaus aber ergibt sich eine viel bedeutsamere lügt und daraus ein groteskes D u r ch e i n - Frage. In den letzten Tagen sind ganze Listen ander von Widersprüchen entstanden ist. j von erschossenen oder „verschwundenen" Sowjet- Denn abgesehen davon, daß Budenko in Rom e i n- diplomaten durch die Weltpresse gegangen. Eine wandfrei identifiziert worden ist und große Anzahl der sowjetrussischen diplomatischen auch Pariser Bekannte aus der Zeit seiner dortigen Auslandsmissionen hat heute entweder einen un= Tätigkeit ihn erkannt haben, muß die neue Sowjet- vollständigen Personalbestand oder behilft sich mit erklärung geradezu als Gipfel der Unverschämtheit Ersatzleuten, die noch viel fragwürdiger sind als bezeichnet werden. Denn wenn Budenko sich i n ihre Vorgänger. Die letzten Tage haben den ohne- den Händen der GPU. befindet, wie kann ! hin geringen Bestand an „gelernten" Sowjetbiplv- dann Litwinow-Finkelstein behaupten, er fei von maten weiter dezimiert, und die „Abberufung" der F a s ch i st e n entführt worden und von der । letzten sozusagen berufsmäßigen Sowjetbiplornaten rumän .hen Regierung Genugtuung fordern?!ist nur noch eine Frage der Zeit. Das größte An- Der Jude Litwinow - Finkelstein behauptete in alphabethenland der Erde kann nicht in ein paar gleichem Atemzuge, daß Budenko durch die Fa- Wochen oder Monaten „Diplomaten" ausbilden, phisten entführt und in Rom durch Martern und für deren Schulung jedes Kulturland von Rang Erpressungen zu feinen Erklärungen gezwungen eine lange Reihe von Jahren anwendet. Die aus- worden fei, um Dann hinterher sofort' festzustellen, ländischen Sowjetmissionen werden also schon in in Wirklichkeit f e i Budenko gar nicht, kurzer Zeit nur noch Agitationsstätten für Die zwci- in Rom, sondern ein verkleideter Weiß - felhaftesten Gestalten des sowietrussisch-bolschewtsti- garDift sei Dort aufgetreten. Eines von beiDen . schen Verbrechertums bilden. Schon heute gibt es kann doch nur wahr fein! Beides ist erlogen!, sowjetruffifche „Geschäftsträger" usw., Die nicht em- Litwinow-Finkelstein hat anfcheinenD völlig Die mal schreiben können! ........ Nerven verloren. Seine gänzlich ratlose Haltung in D 1 6 ....... v,______n „i Damit muß sich über kurz oder lang für alle der Besprechung mit dem rumänischen Geschäfts- Kulturstaaten die Frage ergeben, wie lange und träger macht Den EinDruck, als wenn er ein immer unter welchen Voraussetzungen sie Diese Sorte von unbehaglicheres Gefühl in seinem Nacken hat. Allem internationalen Verbrechern, Die mit Diplomatischen Anschein nach hat Stalin' ihm in Der Unter- Angelegenheiten schlechterDinas gar nichts mehr reDung, zu Der er ihn nach Der erneuten Haus- zu tun haben, überhaupt noch als Vertreter eines suchung unb Massenverhaftung im Außenkvmmis- Staates ober eines Staatsoberhauptes im mter- fariat befohlen hatte, Die volle Verantwortung für nationalen unD staatsrechtlichen Sinne anerkennen die bisher vielleicht schwerste außenpolitische Nie- wollen. Die Wil. beherrscht Moskaus Außenpolitik. Oie bolschewistische Inteivention in Spanien wird fortgesetzt. — Stalch der wahre Diktator. — Litwinow-Finkelstein ist nur die außenpolitische Staffage für die Demokratien der westlichen Welt. Eine Unterredung mit Budenko Rom, 19. Febr. (DNB.) Der frühere sowjet- russische Geschäftsträger in Bukarest, Budenko, benutzte eine Unterhaltung mit dem römischen Vertreter des DNB., um unter Bezugnahme auf die Behauptung des sowjetrussischen Konsuls in Mailand, Der wahre BuDenko roerDe von Der GPU. noch in Bukarest festgehalten, erneut Darauf hinzuweisen, Daß er sich gegenüber Den italienischen Behörden in aller Form ausgewiesen habe. Er sei in Den Diplomatischen Kreisen von Bukarest trotz seines kurzen Aufenthaltes Durchaus bekannt. Sein in Der Presse veröffentlichtes Bild roerDe Diese Kreise in Bukarest ohne weiteres überzeugen. Im übrigen gebe es genügenD anDere Mittel unD Wege für ihn, um vor Der Öffentlichkeit seine Identität nachzuweisen. Diesen Beweis werde er in Dem Buche liefern. Das er im Frühjahr in mehreren Sprachen zugleich erscheinen lassen roerDe. Auf Die Frage nach Den GrunDsätzen, nach Denen das Außenkommissariat in Moskau hauptsächlich arbeite, erklärte BuDenko, Die GrunD- sätze unD Die Methoden Des Außenkommissariats hätten in Den letzten zwei Jahren große Ver- änDerungen erfahren. Ein großer, Teil Der Beamten Des Außenkommissariats wie' auch Der einzelnen Sorojetmissionen im AuslanDe sei mit Aufgaben betraut, Die keine unmittelbare Beziehung zur Diplomatie als solcher hätten. Heute sei es sehr schwer, zwischen Der Diplomatischen Arbeit SowjetrußlanDs unD jener Der anDeren Kommissariate, Die sich mit Dem AuslanDe befaßten, noch zu unterscheiben. „Tonangebend sind heute die Methoden der G P U.» deren Mitglieder nicht nur zahlen- mäßig in den Sowjetmissionen stark vertreten sind, deren entscheidender Einfluß aber auch sonst in der Sowjetpolitik überhand genommen hat. Diese Methoden sind immer gefährlich, und zwar nicht nur für die Länder, in denen Sowjetmissionen beglaubigt sind, sondern auch für die einzelnen Mitglieder der Sowjetmissionen im Auslande, die andauernd unter dem zermürbenden Verdacht stehen, dem Sowjetregime nicht treu zu sein. Unter diesen Umständen kann man also nur noch von einer Scheindiplomatie Sowjetruhlands sprechen, da die (5^U. in allen Dingen heute entscheidend mitspricht und mitwirkt. Man braucht Dabei nur an Die sowjetpolitik in Spanien zu Denken. Die ganze Welt weiß genau, daß hier nach Den Methoden Der GPU. unD Der Komintern eine offene m i l i t ä r i s ch e Intervention SowjetrußlanDs in Die spanischen Angelegenheiten vorliegt, Die nichts mit Dem Freiwilligensystem zu tun hat. Wenn Diese sowjetrussische Interventionspolitik seit Dem Fall von Bilbao auf wachsenDe Schwierigkeiten stößt, so besteht Doch kein Zweifel, Daß Die Politik Moskaus in Der spanischen Frage unoeränDert gleichgeblieben ist und unverändert weitergeht." Budenko erklärte, Litwinows Stellung sei in Der letzten Zeit roieDer stärker gemorDen. Er könne jedoch nicht mehr als einer Der tatsächlichen Leiter Der Außenpolitik SowjetrußlanDs an- gesprochen roerDen. Er Diene vielmehr mit Rücksicht auf feinen internationalen, hauptsächlich in Genf gewonnenen Namen mehr als symbolische Figur. Wenn Litwinow heute noch auf seinen Posten bleibe, so nur Deswegen, weil seine Ausschiffung auch Das letzte Ansehen Der sowjetrussi- schen Außenpolitik vernichten würDe unD weil er Durch keine anDere international d e - kannte Persönlichkeit ersetzt roerDen könne. Im AuslanDe sei er immer noch am besten angeschrieben. Deshalb roerDe er als Symbol Der bolschewistischen Agitation auf seinem Platz belassen, Doch spiele er keine Rolle mehr in Der sowjetrussischen Außenpolitik, Die ganz unD gar vom Kreml unD von Stalin persönlich geleitet roerDe. Stalin sei Der wahre Dikta- t o r SowjetrußlanDs, ein Diktator, wie ihn Die Weltgeschichte sch 1 imme r noch niemals g e - sehen habe. Hinter Dieser Tatsache trete seine Eigenschaft als Parteiführer vollkommen in Den Hintergrund G ne neue Lock-Methode. Angeblicher Lowjetsekretär versuchte Budenko zu sprechen. Rom, 18. Febr. (DNB.) „Messaggero" berichtet: Gegen 15.30 Uhr sprach im Hotel, in dem B u - D e n k o wohnt, ein elegant gefleibeter Herr vor, Der ein Abgesandter Der Sowjetbot- schäft war. Er stellte sich als „Kulagenkoff, Sekretär Der sowjetrussischen Botschaft in Rom" vor unD versuchte, mit „sentimentalen" Motiven von Bu- Denko empfangen zu roerDen. Er erinnere sich, so sagte er, Der schönen Tage, Die sie zusammen an Der Diplomatischen Akademie in Moskau verbracht hätten und an Die Freundschaft, Die sie oerbinbe. Bu- Denko ließ sich aber nicht ködern: „Ich habe", so erklärte er unwillig, „keinerlei Veranlassung, diesen Herrn zu empfangen. Wenn er hoffe, mich zu überreden, nach Sowjetrußland zurückzukehren, fo ist er allzu naiv. Sollte er über andere Dinge sprechen wollen, so würde er ebenfalls feine Zeit verlieren. Er solle nur fortgehen", was Der Herr Dann auch tat. In einer von Der sowjetrussischen Botschaft in Rom herausgegebenen Mitteilung wird Die Behauptung Litwinow-Finkelsteins a u s r e ch 1 e r h a l t e n, daß' es sich bei Der unter Diesem Namen in Rom aufgetretenen Person nicht um Bubenfo handelt. Der richtige Budenko befinde sich noch immer in Bukarest, wo er von sowjetrussischen GPU.-Agenten festgehalten werde. — Der forojeb russische Generalkonsul in Mailand habe einwandfreie Ermittlungen Darüber treffen können. Ein neuer Ansang. Als ein Symbol Der allseitigen Entschlossenheit, Die aus Den Berchtesgadener Besprechungen Des Führers mit Dem österreichischen Bundeskanzler Dr. Schuschnigg hervorgegangenen, vom gaszen deutschen Volk mit größter Freude begrüßten g'.unb- legenden Maßnahmen Der österreichischen R.s.ie- rung zu einer BesrieDung Des politischen Lebens in Oesterreich auch zu ein.m neuen An ang in Der Entwicklung Der brüderlichen Beziehungen zwischen Den beiden deutschen Staaten werden zu lassen, Darf wohl Der Berliner Besuch Des soeben neuernannten österreichischen Bundesministers Des Innern Dr. Seyß-Jnquart, sein Empfang beim Führer unD feine Teilnahme an Der festlichen Eröffnung Der Internationalen Automobilausstellung in Berlin betrachtet roerDen. Die Besprechung auf Dem Obersalzberg hatte zum Ziel, bei Der Durchführung Des Abkommens vom 11. Juli 1936, Das bestimmt war, eine von allen Gutgesinnten auf beiden Seiten lebhaft beklagte Periode Der Mißverständnisse und Der Entfremdung abzuschließen, aufgetretene Schwierigkeiten zu bereinigen Durch Maßnahmen, Deren Durchführung „ein so enges und freundschaftliches Verhältnis Der beiDen Staaten zueinander" herzustellen vermag, „wie es der Geschichte und dem Gesamtinteresse Des Deutschen Volkes entspricht." Das hier klar herausgestellte Bekenntnis zum gesamtdeutschen Volk, das beide Staaten umfaßt und selbstverständlich auch nicht zuläßt, daß die Träger einer Weltanschauung, die dem einen Staat Gesicht und Charakter gegeben hat, in dem andern diffamiert werden, dieses Bekenntnis ist die Richtung gewesen für die ersten grundlegenden Maßnahmen, die der österreichische Bundeskanzler Dr. Schuschnigg bereits wenige Tage nach Der denk- roürDigen' 'Aussprache auf Dem Obersalzberg mit einer Unbedingtheit durchgeführt hat, für die das deutsche Volk diesseits und jenseits Der Reichsgrenzen ihm Dank und Anerkennung schuldet. Die großzügige Amnestie all der deutschen Patrioten, Die in Oesterreich aus politischen Gründen durch Beschlüsse der Gerichte, der Polizei oder der Disziplinarbehörden bestraft worden waren oder gegen Die Strafverfahren eingeleitet worden waren, weil sie sich zur nationalsozialistischen Weltanschauung bekannt hatten, schließt nach der weit weniger umfangreichen und noch mit bedenklichen Vorbehalten durchgeführten Amnestie nach dem Iuliab- kommen des Jahres 1936 auch Die Zwischenperiode ab, in Der man sich an manchen leitenden Stellen in Wien nicht dazu durchzuringen vermocht hatte, für Den Wunsch nach einem wahrhaft vertrauensvollen Verhältnis zu Dem im Zeichen Des Nationalsozialismus innerlich gesundeten und nach außen erstarkten Deutschen Reich auch ganz eindeutige und folgerichtige Voraussetzungen zu schaffen. Es mußte als schwere und auf die Dauer unerträgliche Belastung des inneren Friedens in Oesterreich sowohl als auch der Beziehungen zwischen den beiden deutschen Staaten empfunden werden, wenn Die nationalsozialistische Weltanschauung, Die Das Reich trägt, in Oesterreich mit allen Mitteln bekämpft unD alle Deutschen in Oesterreich, Die sich zu ihr bekannten, eingekerkert unD ihrer wirtschaftlichen Existenz beraubt roerDen konnten. Man hat in Wien erkannt, Daß Das Durch eine mehr als tausendjährige Geschichte oerbunDene Deutsche Volk auch im Denken unD Fühlen eine unlösbare Einheit bildet und .das Bekenntnis zur nationalsozialistischen Weltanschauung eine gesamtdeutsche Bewegung ist, die man nicht als Staatsverbrechen unterdrücken kann, ohne damit die besten, aktivsten und opferbereitesten Kräfte des politischen Lebens in Oesterreich in eine unfruchtbare Opposition zum Staat zu treiben. Die Amnestie vom 16. Februar, die lediglich die Wiedereinstellung der wegen unerlaubter politischer Betätigung entlassenen Beamten ausschließt und an eine Bewährungsfrist von Drei Jahren geknüpft ist, schafft freie Bahn für Die Heranführung Der bisherigen nationalsozialistischen Opposition an Den Staat. Denn da künftighin das Bekenntnis zur nationalsozialistischen Weltanschauung allen österreichischen Staatsbürgern ebenso freisteht, wie die Betätigung anderer nicht gegen den Staat gerichteten politischen Ueberzeugungen, wird es sich in Zukunft im Rahmen der Verfassung halten und in diesen Rghmen eingebaut werden können. Das wird Die große, vielleicht noch im Einzel- i nen recht schwierige, aber wenn mit klugem Takt ] unb ehrlichem Willen zur Versöhnung Durchgeführt i auch ungemein Dankbare Aufgabe fein, Die Den 'neuen Männern Des umgebilDeten Kabinetts ' Schuschnigg zufällt. Die Ernennung von Dr.Seyß- i 3 n q u a r t zum BunDesminiftcr für Inneres unb i Sicherheitswefen bürfte wohl als sichtbarstes Zei- j chen bes Willens bewertet werben, auch biejenigen । nationalen Kräfte Oesterreichs, bie bisher in offe- ; ner Gegnerschaft ober zumindest abmartenb bem l Kabinett Schuschnigg gegenüberftanben, zur Mit- I arbeit heranzuziehen. Daß bas Sicherheitswefen, , Das bisher unter bem im Amt verbliebenen Staatssekretär S k u b l bem Vunbeskanzler persönlich un= terftanb, während der jetzige Bundesminister, ohne Geschäftsbereich Glaise-Horstenau nur Das Ministerium Des Innern verwaltete, nun wieder mit dem Innenministerium zusammengelegt wurde, Deutet auf Den Wunsch hin. Die vor Dem 16. Fe- jbruar oft vermißte einheitliche Linie sicherzustellen : unD Damit von Anfang an eine Quelle vieler Dif- ■ ferenzen in Der Auffassung unD Auslegung bes Ver- . hältnisses von Verfassung unb Weltanschauung zu verstopfen. Die bislang Der innenpolitischen Befrie- , Dung Oesterreichs hinDerlich gewesen ist. In ihr roirD wirb fernerhin eine wichtige Rolle Der zum 1 Bunbesminifter ohne Geschäftsbereich ernannte 1 bisherige Staatssekretär Guibo Zernatto spie- ■ ■ ^--ar ..,W einen schönen Uebergang zu den vorhandenen purpurnen Farbtönen des Sitzungsraumes. Auch die Umgänge und der Vorraum der Krolloper werden festlich mit Blumen ausgeschmückt und verkleidet werden. Die Außenfassade der Krolloper Blaß, schwächlich, müde! Kinder werden durch die Wintermonate immer etwas mitgenommen. Sie sehen müde und abgespannt aus, essen wenig und gedeihen nicht recht. Geben Sie Ihrem Kinde jetzt das blutbildende B i o f e r r i n , welches in allen Apotheken erhältlich ist. Bioferrin ist ein gutes Kräftigungsmittel, wohlschmeckend und appetitanregend, dabei unschädlich für Magen und Darm. / A \ (BAYER) \ E / \R/ lich und bevölkerungspolitisch notwendige Ä u 2 - gleichsmaßnahme bar. Auf diese habe der Kinderreiche unter bestimmten Voraussetzungen einen Anspruch, als teilweisen Ausgleich der Familienlasten. Im April 1938 werde allen Sozial- 1 nerfichcruna5DfHdifiaen nftn nltm P n h n . n « h Alles für-ieReichstagstagungvorbereitet Festliche Ausgestaltung derKrolloper.-TieuerTribüneneinbau in den Sitzungssaal Die Förderung der Familie in der Steuerpolitik des Dritten Reiches der Hauptmann des Bundesheeres S e e l i g e r werden heute f r e i g e l a s s e n. Dr. Rintelen wird nicht nach Deutschland übersiedeln, sondern sich in seine Heimatstadt Graz begeben, wo er seinen Lebensabend verbringen wird. Dr. Rintelen hatte kurz vor seiner Verhaftung einen Selbstmordversuch verübt, seitdem ist sein rechter Arm gelähmt. Er hofft doch noch Heilung zu finden. Unter den Amnestierten befinden sich zehn zu lebenslänglichem Kerker Verurteilte. Oie Jtcbe des Führers wird von allen österreichischen Sendern übernommen W i e n, 18. Febr. (DNB.) Die R e d e d e s F ü h- re r 5 und Reichskanzlers wird kommenden Sonntag von allen österreichischen Sendern übernommen werden. Berlin, 19. Febr. (DNB.) Der Staatssekretär des Reichsfinanzministeriums Reinhardt sprach über die Durchsetzung der bevölkerungspolitischen Grundsätze des Nationalsozialismus auf dem Gebiete der Steuerpolitik. 1 Er teilte mit, daß von August 1933 bis heute insgesamt 900 000 Ehe- st a n d s d a r l e h e n im Betrage von 560 Millionen Reichsmark ausgegeben worden sind. Die Einlagen der öffentlichen Sparkassen sind von 10 Milliarden im Jahre 1932 auf 18 Milliarden Reichsmark im Jahre 1937 gestiegen. Das Volkseinkommen ist in der gleichen Zeit von 45 Milliarden auf über 38 Milliarden jährlich angewachsen. Die Lohnsumme in der Industrie hat sich innerhalb dieses Zeitraumes sogar verdoppelt. Das Steueraufkommen des Reiches, das von 1929 bis 1932 trotz neuer Steuerbelastungen um 2V2 Milliarden zurückgegangen war, hat sich von 6,8 auf 11,5 Milliarden im Jahre 1936 erhöht und wird sich im noch nicht abgeschlossenen Rechnungsjahr 1937 auf rund 14 Milliarden Reichsmark stellen, obwohl zahlreiche Steuersenkungen erfolgt sind. Der Haushalt des Reiches, so betonte der Redner, befindet sich i m Gleichgewicht und wird unter allen Umständen im Gleichgewicht gehalten. In den nächsten Tagen würden die neuen Veranlagungsrichtlinien für die Einkommen- und Körperschaftssteuer erscheinen. Danach könne die Bewertungsfreiheit ohne Rücksicht auf den Zeitpunkt der Bestellung- oder Herstellung nach wie vor für die folgenden Wirtschaftsgüter in Anspruch genommen werden: für Lastkraftwagen mit einer Nutzlast von 1,1 Tonnen ober mehr, für Zugmaschinen und Schlepper, für Anhänger mit einer Nutzlast von 1,1 Tonnen ober mehr, für Kraftomnibusse mit mehr als 16 Sitzplätzen unb Kraftomnibusanhänger mit mehr als 16 Sitzplätzen, für Beregnungsanlagen in land- unb forstwirtschaftlichen Betrieben, für alle Wirtschaftsgüter, beren Anschaffungs- ober Herstellungskosten 200 Reichsmark nicht überschreiten. Seikbem ab 1. Oktober 1937 ber Kreis ber Beihilfeberechtigten für bie laufende Kinderbeihilfe vergrößert worden ist, hat sich die Zahl der Kinder, für die monatlich 10 RM. gewährt werben, auf runb 500 000 erhöht. Die Kinderbeihilfen stellen nicht Wohlfahrt, sondern eine volkswirtschaft- 33 erlitt, 18. Febr. (DNB.) Die ganze Welt steht in Erwartung der Tammg des Deutschen Reichstages am Sonntag. Alle organisatorischen und technischen Vorbereitungen sind getroffen, um jedem Volksgenossen das Hören der großen Rede des Führers zu ermöglichen. Die frühere Krolloper, in ber roieber die bedeutende Reichstagstagung abgehalten wird, ist zu dem großen Ereignis gerüstet. Reichsbühnenbilbner Benno von Arent hat dem Sitzungssaal durch Einbau einer neuen Tribüne die repräsentative Form gegeben, bie der Bedeutung der Reichstagssitzungen des Dritten Reiches entspricht. Während bei den früheren Reichstagssitzungen Hintergrund und Seiten der Tribüne nur mit rotem Tuch abgedeckt wurden, hat man jetzt eine Lösung gefunden, die dem Sitzungsraum eine würdiges Aussehen verleiht. Den Hintergrund ber neuen Tribüne, von ber der Führer seine große Rede halten wirb und auf der sich wie bisher die Plätze des Führers und ber Reichsregierung befinben, bildet eine riesige golb = gerahmte Sonne, auf der ber Adler des Hoheitszeichens seine Schwingen breitet. Die Wirkung dieser aus seidenartigem, leicht- gefaltetem Stoff geschaffenen Sonne wird noch dadurch erhöht, daß sie von einem unsichtbaren Scheinwerfer noch starker auf- -geleuchtet wird. Die Breite des Adlers ist allein zehn Meter. Er gleicht in feiner eindrucksvollen Ausführung dem von der Feftausschmückung Unter den Linden bekannten Hoheitszeichen. Zu beiden Seiten dieser mächtigen Dekoration zeigt die Wandbekleidung große Hakenkreuze auf terrakott- farbenem Samt. Diese Farbenstimmung schafft Gehaltsempfängern, deren jährliches Arbeitseinkommen 8000 RM. nicht übeureigt, eine Beihilfe von monatlich je 10 Reichsmark für das dritte unb vierte K: nb unb je 20 RM. für bas fünfte unb jebes weitere Kinb gewährt werben. Die Mittel hierfür werben aus bem Auskommen an Arbeitslosenversicherungsbeiträgen genommen, bie nur zugunsten ber So- zialoersicherten verwenbet werben dürfen. Die Summe der Rückflüsse aus den gewährten Ehestandsdarlehen ermögliche auch einen Ausbau der Kinderbeihilfe für die nicht sozial Versicherten, wenn auch nicht in dem Umfange wie bei den Sozkalversicherten. Gegenwärtig erhalten Nicht-Sozial-Versicherungs- pflichtige 10 RM. monatlich für das fünfte unb jebes weitere Kinb unter 16 Jahren, wenn ihr einkommensteuerliches Einkommen im letzten Jahr 2100 RM. nicht überschritten hat. Diese Einkommensgrenze wirb mit Wirkung vom 1. April 1938 auf 8000 Mark erhöht. Die Kinberbeihilsen werben bei ben Nichtversicherungs pflichtigen 20 Mark monatlich für bas 5. unb jebes weitere Kinb betragen. Es können auch Kinber berücksichtigt werben, die Zwar das 16. Lebensjahr, aber noch nicht bas 21. Lebensjahr vollenbet haben, wenn sie sich in ber Schulausbilbung ober in ber Ausbilbung für einen Lebensberuf befinben ober bauernb erwerbsunfähig finb, unb wenn sie nicht eigenes Einkommen von mindestens 30 Mark monatlich haben. Es werden für Kinder, deren befonbere Förberung geboten erscheint, auch g a n,z e ober Teilfreistellen ober Ausbildungshilfen zum Besuch von mittleren ober höheren Schulen, von nationalpolitischen Erziehungsanstalten unb von Fach- ober Hochschulen gewährt werben. Dabei wirb es einerlei fein, ob ber Antragsteller sozialoersicherungspflichtig ist ober nicht, wie groß bas Einkommen bes Antragstellers ist, wie alt bas Kinb ist, für bas bie befonbere Förberung beantragt wirb, ob unter Iß ober 21 Jahren ober barüber. Es wirb jedoch Voraussetzung sein, daß der Antragsteller kinderreich ist und daß die besondere Förderung des Kindes nach nationalsozialistischer Weltanschauung geboten erscheint. Mit Wirkung ab 1. April 1938 wird die Zahl der Kinder, für bie lausende Kinderbeihilfen oder Ausbildungsbeihilfen gewährt werden, mehr als 2 Millionen betragen. Die Maßnahmen werden im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten fortentwickelt werden, bis schließlich ber Uebergang in eine len, der im Kabinett die Angelegenheiten ber 33 a = terländischen Front bearbeitet In ihr haben sich im wesentlichen bie bisher schon hinter dem Bunbeskanzler Dr. Schuschnigg stehenben politischen Kreise vereinigt. Sie soll auch bestehen bleiben, aber künftig wirb man wohl im Interesse einer geb ei h- lichen Entwicklung nicht barauf verzichten können. Vaterländische Front und nationalsozialistische Bewegung in Oesterreich einander näherzubringen. Das kann so schwer nicht sein, da die Vaterländische Front ja heute schon Gruppen recht verschiedener politischer Färbung in sich begreift Die Ernennung des bisherigen Staatssekretärs Rott, eines der führenden Männer ber Sozialen Arbeitsgemeinschaft zum Bunbesminister ohne Geschäftsbereich unb die Berufung bes Staatssekretärs für Arbeiter- unb Angestelltenschutz Watzek, eines früheren So- zialbemokraten, ber sich inbessen in ben letzten Jahren nicht mehr parteipolitisch betätigt hat, beutet auf bie Absicht bes Bunbeskanzlers Dr. Schuschnigg hin, seine großzügige Besriebungsaktion nicht auf bie nationalsozialistische Bewegung zu beschränken, fonbern auch ben Versuch zu machen, anbere Kreise der österreichischen Arbeiterschaft zur Mitarbeit heranzuziehen. Industrie, Gewerbe und Landwirtschaft haben in bem umgebilbeten Kabinett Schuschnigg auch eine ausgeprägtere Vertretung erhalten, so baß man wohl sagen barf, auch sachlich bietet die neue österreichische Regierung bie Gewähr, daß die neben bem wesentlichsten Punkt der innerpolitischen Befriedung zu lösenden immer noch heiklen wirtschaftlichen und finanziellen Probleme des durch das Friebensdiktat von St. Germain sinnwidrig gestalteten österreichischen Staates mit Ernst und Nachdruck angefaßt werden. Daß dabei die durch die Berchtesgadener Beschlüsse hergestellte freundschaftliche politische Atmosphäre zwischen bem Reich unb Oesterreich auch der österreichischen Wirtschaft nur von Vorteil sein kann, versteht sich von selbst. Oesterreich mit seiner hochentwickelten unb stark spezialisierten Industrie, bie für ben zusammengeschrumpsten Wirtschaftskörper zu groß ist und bei der überwiegend landwirtschaftlichen Bevölkerung der österreichischen Alpenländer keinen ausreichenden Binnenmarkt besitzt, ist ganz überroiegenb auf Ausfuhr angewiesen, bejr indessen erhebliche Schwierigkeiten dadurch erwachsen finb, daß bie durch das Pariser Friebensdiktat von Wien abgetrennten Länder — einst das natürliche Absatzgebiet — eigene Industrien aufgebaut haben, namentlich die Tschechoslowakei, und diese durch hohe Einfuhrzölle auf industrielle Fertigwaren zu schützen suchen. Darunter hat Oesterreichs Industrie ebenso zu leiden gehabt, wie der österreichische Handel, der zwischen Mittel- unb Sübosteuropa eine natürliche Vermittlerstellung besitzt, burch bie geringe Kaufkraft der südosteuropäischen Agrarländer, bie sich erst in ben letzten Jahren durch ben 'schwer intensivierten Warenaustausch mit bem Reich gehoben hat, man braucht dabei nur an die sich höchst befriedigend für beide Teile entwickelnden Handelsbeziehungen Deutschlands mit Ungarn und Jugoslawien zu denken. Auch im Außenhandel Oesterreichs steht Deutschland an der Spitze, sehr erheblich vor der Tschechoslowakei und Italien. Im Jahre 1937 ist Oesterreichs Ausfuhr nach Deutschland um 19,6 v. H., die Einfuhr aus Deutschland aber nur um 11,3 v. H. gegenüber bem Vorjahre gestiegen, wesentlich eine Folge ber österreichischen Kontingentierungspolitik gegenüber deutschen Waren wie Maschinen, Kohle, Chemikalien, Kunstdünger und Zellwolle. Dadurch entstand im gegenseitigen Verrechnungsverkehr ein österreichisches Guthaben von rund 35 Millionen Reichsmark, das die Reichsregierung Zwang, die Einfuhr aus Oesterreich für das laufende Jahr 1938 auf 60 v. H. bes Vorjahres zu beschränken. Es schweben Verhanblungen, um auch hier einen Ausgleich zu finben, ber den Interessen beider Teile gerecht wird. Es ist bestimmt nicht von Nachteil, wenn bie mit ber Besprechung auf bem Obersalzberg eingeleitete neue Aera vertrauensvoller Besprechungen ber beiben beutschen Staaten sich auch auf wirtschaftspolitischem Gebjet auswirken konnte unb durch Beseitigung ber hier aufgetauchten Schwierigkeiten auch wirtschaftlich unterbaut mürbe, bei gutem Willen unb vernünftiger Einsicht auf beiden Seiten gewiß keine Unmöglichkeit zwischen zwei Handelspartnern, die auch in ihrer Wirtschaft so enge Verflechtungen aufweisen wie Deutschland und Oesterreich. Mit Recht ist in ber Verlautbarung über bi? Aussprache in Berchtesgaden hervorgehoben worden, daß bie Beschlüsse em wirksamer Beitrag zur friedlichen Entwicklung ber europäischen Lage seien. Das verdient angesichts bes Wiberhalls, den das Ergebnis ber Zusammenkunft von Berchtesgaden und die Maßnahmen der österreichischen Regierung in der Presse des Auslandes, namentlich Frankreichs und Englands gefunden haben, besonders unterstrichen zu werden. Von müder Resignation bis zu heftiger Entrüstung spielt die englische und französische Presse die ganze Skala bes Mißvergnügens wiber, ohne indessen auch nur einen einzigen stichhaltigen Einwand gegen den wahrhaft friebensförbernben Charakter ber Berchtesgadener Beschlüsse erheben zu können. Selbstverständlich sieht die ganze Welt mit der größten Spannung ber angetünbigten großen Rede des Führers auf der Sonntagssitzung bes Reichstags entgegen. Nirgends wird eindrücklicher ber Wanbel in ber Stellung Deutschlands zur Welt sichtbar. Deutschlands Kampf um eine neue sinnvollere Friebensordnung wirb mit Methoden geführt, bie ohne irgendwo rechtmäßige Lebensinteressen fremder Völker zu berühren ober gar zu gefährben, überall klare und vorbildliche Ergebkusse gezeitigt haben. Die deutsch-österreichischen Beschlüsse vom 12. Februar liegen auf dieser Linie wie das Abkommen mit Polen, ber Antikominternpakt mit Italien und Japan, die deutsche Politik in Sübosteuropa. Die Erkenntnis von dem tiefen Friedenswillen der deutschen Außenpolitik, aber auch von ihrer eisernen Folgerichtigkeit, mit ber sie Deutschlands Gleichberechtigung miebergeroonnen hat und sichert, bricht sich in einsichtigen Kreisen des Auslands mehr und mehr Bahn. Das wird die alarmierende Sensationshascherei einer gewissen Presse in Paris und London, die wie jede Tat des Führers so auch bie Berchtesgadener Beschlüsse mit lautem Gezeter begleitet hat, auf die Dauer nicht verhindern können. Dr. Fr. W. Lange. Die Möglichkeit legaler Betätigung. ist wie immer durch eine Grünverkleidung und große Fahnen besonders wirkungsvoll gestaltet. Dom Torbach grüßen golbene Hoheitszeichen. Eine mächtige Goldgirlanbe schwingt sich um bas ganze Portal. Die Wände sind durch frisches Tannengrün verkleibet. Auf dem Tordach erhebt sich ein leuchtendes Fahnenrund. Auch die Siegessäule wird einen festlichen und weithin sichtbaren Fahnenschmuck tragen. 20 Meter lange Fahnentücher werden von der Höhe ber Siegessäule herabfallen. bem Boben ber Verfassung, die politische Parteien nach wie vor ausschließt, in Gleich- tellung mit allen anb er en Gruppen erfolgen. Vom Reiche aus werden in Durchführung bes bestehenben Verbots Maßnahmen getroffen, bie eine Einmischung von Partei st ellen in innerosterreichische Verhältnisse aus schließen, um auch hierburch zu der befriedigenden Entwicklung beizutragen. Die Entlassung der politischen Häftlinge ist in ganz Oesterreich in vollem Gange. Gestern wurden in Wien bereits die Hälfte aller politischen Gefangenen freigelassen. Heute dürfte die restliche Hälfte folgen. Unter ben Gefangenen, bie noch gestern entlassen würben, befinbet sich auch Dr. Tav s. Das Konzentrationslager Wöllersborf ist bereits leer. Der ehemalige Minister Dr. Rintelen, der Polizeikommisiar Gotzmann und Berlin, 18. Febr. (DNB) Auf Grund der am 12. Februar in Berchtesgaden zwischen bem Führer unb Reichskanzler unb dem Bunbeskanzler Dr. Schuschnigg getroffenen Abreben wirb nunmehr der österreichische Nationalsozialist die Möglichkeit legaler Betätigung im Rahmen der Vaterländischen Front unb aller übrigen österreichischen Einrichtungen .......... Ul. haben. Diese Betätigung Fann jedoch nur a u s l versicherungspflichtigen, also allen Lohn- unb große Re ich sfamilien Fasse möglich sein wird Die Errichtung ber Reichsfamilienkasse wird voraussichtlich im Jahre 1942 ober 1943 vorgenom- men werben können. Wenn bie Ehefrau einer kinderreichen Familie entstammt, soll ein Zusatzehe st an bsdar- leben zwischen 300 bis 1000 Mark gewahrt werben. Auch einer Volksgenossin, die im landwirtschaftlichen Betrieb ihrer Eltern beschäftigt ist, kann ein Ehestandsdarlehen gewährt werben. Außerbem ist ber Ausbau ber Sieblungskinberbeihilsen für Landwirte geplant. Eine zweijährige freiwillige Tätigkeit der künftigen Ehefrau im Frauenhklss- bienst des Deutschen Frauenwerks soll als ausreichende Arbeitstätigkeit im Sinne des Gesetzes zur Forderung der Eheschließungen angesehe^l werden. Sie soll ein Ehestandsdarlehen von 1000 Mark erhalten, eine Rückzahlung wirb nicht verlangt. Die Hand der GPU. Anschlag ansöinen früheren Sowjet- diplomaten in Brüssel. v Brüssel, 18. Febr. (DNB.) Auf ben früheren sowjetrussischen Diplomaten unb ehemaligen Abmi- ral Soboleff, ber seinen Wohnsitz in Brüssel aufgeschlagen hat, wurde am Donnerstagabend e i n Anschlag verübt. Als er in feine Wohnung in ber Vorstadt Jxelles zurückkehrte, wurde er i m Treppenhaus überfallen. Er erhielt mit einem Hammer einen Schlag auf ben Kopf. Da bie Verletzung nur leicht war, konnte Soboleff selbst der Polizei Meldung erstatten. Man glaubt, daß es* sich um ein politisches Attentat andelt. Der Angreifer soll ein gewisser Herran Vaelave sein, der sich ohne polizeiliche Genehmigung in Brüssel aufhielt. Soboleff ist einer der Sowjetdiplomaten, die es vor einiger Zeit vorgezogen haben, aus Sicherheitsgründen ihren Dienst zu quittieren. England baut Schlachtschiffe über 42000 Tonnen. Conbon, 19. Febr. (DNB. Funkspruch.) ..Daily Telegraph" teilt mit, daß die Schlachtschiffe, die England in diesem Jahre bauen werde, d i e 42 000 - Tonnen - Grenze überschreiten werde. Dementsprechende Plane seien bereits ausgearbeitet. Es bestehe Grund zur Annahme, daß die künftigen amerikanisch en und französischen Schlachtschiffe ebenfalls größer als 42 0 0 0 Tonnen sein werden. Das Blatt erklärt, daß demgegenüber die Einschränkungsklauseln des Londoner Flottenvertrages, der sich auf die Kreuzer und die Flugzeugmutterschiffe beziehen, weiterhin als in Kraft betrach- f e t würden, es fei denn, daß Japan hinsichtlich dieser Schiffskategorien eine Abänderung verursache. Wenn diese Tatsachen auch eine unangenehme Entwicklung darstellten, so sei dieser Entschluß Englands doch eine Notwendigkeit. Die Unterzeichner des Londoner Flottenvertrages konnten es sich nicht erlauben, ins Hintertreffen zu geraten. Kleine politische Nachrichten. Der österreichische Bunbesminister bes Innern, Dr. Seyß-Jnquart, stattete bem Reichs- unb preußischen Minister bes Innern, Dr. Frick, einen Besuch ab unb folgte einer Einlabung des Reichsministers zu einem Frühstück im kleinen Kreis. * In London wurde eine amtliche Verlautbarung über die Verhandlungen zwischen'C ha m- Iain, Eden und ©ranbi ausgegeben. Sie besagt, daß bie allgemeine internationale Lage unb bie englisch-italienischen Beziehungen erörtert worben seien. Für Samstagnachmittag ist eine S 0 n - bersitzung bes englischen Kabinetts einberufen worben, auf ber außenpolitische Fragen 3ur Debatte stehen. Die Einberufung wirb nicht als Anzeichen einer Krise betrachtet. * Währenb der Verhandlungen über das deutsch- dänische Handelsabkommen für 1938 wurde auch die Frage des Reiseverkehrs vonDeutsch- land nach Dänemark erörtert. Ab 1. Juni wird der Höchstbetrag, der dem einzelnen Reisenden bewilligt werden kann, über den Freigrenzebetrag von 10 Reichsmark Hartgeld hinaus 60 Mark monatlich betragen. Er wird höchstens für drei Monate bewilligt. * Der Internat. Verband für Wohnungswesen unb Otäbtebau hielt seine Generalversammlung in Brüssel ab. Oberbürgermeister Dr. StröIin (Stuttgart) würbe für bie nächsten brei Jahre zum Präsidenten bestellt. Der Geschäftsführenbe Präsident des Deutschen Gemeindetages, Dr. I e s e r i ch , unb Oberbürgermeister Dr. Str 0 Iin würben vom König ber Bel- g i e r in Aubienz empfangen. ♦ In einer Denkschrift an die Erste Kammer ber Generalstaaten stellt ber holländische Außenminister Patijn fest, daß bie nieberlänbische Regierung nicht beabsichtige, biplomatische Beziehungen zur Sowjetunion aufzunehmen, da zwischen der Regierung der Sowjetunion unb der umstürzlerischen Dritten Internationale enge Bande beständen unb bie Sowjetunion bie alten nieberlänbischen Forderungen an Rußland einseitig für nichtig erklärt habe. Kunst und Wissenschaft. Frankfurt ehrt Schopenhauer. Mehr als ein Drittel seines Lebens hat Schopenhauer in Frankfurt a. M. gelebt, auf Dem Frankfurter Hauptfriedhof ist er begraben. So hat die Stadt allen Grund, ihn zu feinem 15 0. G e - burtstage am 22. Februar zu ehren. Am 19. Februar werden die Stadt Frankfurt und bie Freunbe bes Philosophen an seinem Grabe Kränze ber Stadt, der Schopenhauer-Gesellschaft und des Tierschutzoereins, der ben großen Tierfreunb in ihm ehrt, nieberlegen. Das Schopenhauer-Archiv hat seine Schätze zu einer Ausstellung hergegeben. Neben ganz persönlichen Dokumenten wie Schreibzeug, Flöte, Rasiermesser unb Eßbesteck sieht man Schopenhauers Testament, Briefe, Manuskripte. Alle Erstausgaben sind zusammengetragen, sowie alle Ausgaben überhaupt, bie in Deutschland erschienen sind. Kannte; '.XX: ilson die Aufteilungspläne -er Alliierten? Eine vielsagende neue Akten-Veröffentlichung. „Seit Deutschland sich Elsaß-Lothringen angeeignet hat, sind Mittel und Wege gefunden worden, die großen Eisenerzlager Lothringens in einem Ausmaß zu erschließen, daß sie ein sehr beträchtliches Zubehör zur Industriemacht Deutschlands geworden sind. Deutschlands Stärke an Kohle und Stahl ist eine völlig neue Erscheinung seit dem Kriege von 1870; es ist einer der beängstigendsten Faktoren bei seinen Erfolgen in diesem' Krieg .. Man hat mir gesagt, es liege den Franzosen nicht mehr so viel an den beiden Provinzen wie früher. Man hat mir gesagt, daß die Kriegsmüdigkeit in gewissen Kreisen der französischen Gesellschaft infolge ihrer furchtbaren Verluste so groß ist, daß sie, wenn sie einen ehrenvollen Frieden auch ohne El- saß-Lothrinaen oder nur mit einem kleinen Stück von Elsaß-Lothringen haben könnten, auch damit zufrieden sein würden. Für mich wäre es eine große Enttäuschung, wenn dieser Krieg ohne die Wiederher st ellungder alten Grenzen Frankreichs enden würde." So sprach sich der damalige englische Außenminister Balfour in einer Sitzung des britischen Reichskriegsrates am 26. März 1017 aus. Das Dokument wurde am 18. Mai 1917 Wilson, dem amerikanischen Präsidenten, in Abschrift übermittelt. Es ist vor kurzem von einem Amerikaner auf Grund von Senatsuntersuchungen unter Benutzung der amerikanischen Kriegsakten veröffentlicht worden und wurde jetzt von der „Deutschen Allgemeinen Zeitung" auch der deutschen Oesfentlichkeit in vollem Wortlaut zugänglich gemacht. Wir haben aus diesem umfänglichen Protokoll nur eine Stelle einleitend wiedergegeben. Das ganze Protokoll ist nichts anderes als eine Bestands- a u f n ah m e der alliierten Bündnisverträge, die auf die Zerstückelung oder gar Auflösung der Mittelmächte und ihrer Bundesgenossen hinausliefen. Und das Wichtigste ist, daß dieses Dokument dem amerikanischen Präsidenten Wilson bekannt gewesen ist, als er seine schönfärberischen und betrügerischen 14 Punkte auf das leider gutgläubige Deutschland losließ. Wilson hat immer geleugnet, die Kriegsziele der Alliierten gekannt zu haben. Dieser Lug und Trug ist jetzt enthüllt. Jetzt wird auch klar, warum er bei den Waffenstillstands- und Friedensoerhandlungen nicht in Washington blieb, von wo aus er den stärksten Einfluß ausüben konnte, sondern nach Paris gefahren ist, wo er nur ein Friedensmacher unter anderen Friedensmachern war und überstimmt werden mußte. Seine Geheimdiplomatie hat ihn in die Lage gebracht, daß nicht er die Alliierten in der Hand hatte, sondern daß umgekehrt die Alliierten ihn beherrschten, weil sie stets den wahren Wilson mit dem falschen Propheten entlarven konnten! Diese Enthüllungen sind besonders heute von Wert, wo wiederum undurchsichtige und auf Ab- leugnen gestellte Verhandlungen zwischen Washington Tinb London schweben! B. R. Spanische Reise. Don unserem Sonderberichterstatter W. E. Freiherr von Medem. Hauptmann a. D. Walter Eberhard Freiherr can Medem, der schon 1919 als Freikorpsführer im Baltikum Gelegenheit hatte, das Grauen des Bolschewismus kennenzulernen, bereist in unserem Auftrag Spanien. Er wird über seine Eindrücke in einer zwanglosen Folge von Artikeln berichten. I. Symphonie eines Fluges. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Marseille, im Februar 1938. Durch den Bodennebel des Stuttgarter Startplatzes steigt das Lufthansa-Flug- zeug der Strecke M a r s e i l l e—S a l a- manca — Lissabon in den sonnenüberfluteten Luftraum über der Wolkendecke, aus der sich die Gipfel des Schwarzwaldes erheben wie Inseln. Ich sehe» besinnlich herab aus die immer klarer sich ausbreitende Winterlandschaft und denke: „Schönes D e u t s ch l a n d", und als die Schwarzwälder Bauernhäuser heraufgrüßen, heimatlich geborgen in waldgeschützten Tälern wie Kücken bei der Glucke, weiß ich: „Glückliches Deutschland". Vor mir liegt die Morgenzeitung mit den neuesten Meldungen aus Spanien: „Schwere Kämpfe um Teruel, rote Fliegerangriffe auf Sevilla und Salamanca." Morgen mittag wird das Flugzeug, in dem ich behaglich sitze, in Salamanca niedergehen, morgen wird es dann wieder sein wie vor 19 Jahren im Baltikum: Gequältes Land, über das die Geißel des Bolschewismus geht, ein Volk, das sich mit aller Kraft befreit von der roten Pest, blutiger Kampf gegen die satanischen Mächte marxistischer Zersetzung, schwerstes Leid des Bürgerkrieges und das Heldentum der nationalen Befreier. Morgen bin ich in Spanien. Das Flugzeug schwingt eine Kurve über den Bismarckturm des Feldberges. Dicht unter uns fährt übermütige Jugend den schneeweißen Hang auf Skiern im Schuß bergab und wirbelt ihr Skistöcke um die Köpfe als Gruß an den Riesenoogel über ihnen. Fast erkennt man ihre lachenden Gesichter. Jetzt liegt das Wiesental unter uns, Schönau, der Schlaqeterhof, der Kirchhof mit dem Grab des besten Kameraden. Es ist wie ein kurzes Wiedersehen. Der Flug, das Leben braust weiter vorwärts. Herrlich, wenn es der Sieg ist. „Auf den Waffen und den Opfern beruht der Sieg." Auch auf deinem Opfer, alter Freikorpskamerad Schlageterl Ins Rheintal betten sich weiße dichte Wolken wie ein breiter milchiger Strom. Jenseits liegt die Vogesenkette, der Hartmannsweiler Kopf. Jäger und Gebirgsartilleristen des großen Krieges kennen ihn, gleich dem Col di Lana der Dolomiten ist er der Blutberg der Vogesenfront, und doch ein Stück Erinnerungsheimat des Lebens für manchen heute noch. Nun ist schon Basel hinter uns. Immer näher und klarer liegen die hohen Alpen zur Linken. Wie eine großartige Ilferlandschaft säumen sie die silbrige, wieder geschlossene Wolkendecke, über die unser Flugzeug gleitet, wie ein Schnellboot über die Wasserfläche. Eine halbe Stunde noch, dann tauchen wir aus der Sonnenwelt in die immer dunkler werdende Wolkenschicht unter. Jetzt wird eine graue bewegte Wasserfläche sichtbar, der G e n f e r' S e e. Es ist naßkaltes, diesiges Wetter. Die ersten Häuser von Genf zeichnen sich am Ufer aus dem Nebel ab. Die Straßen der Völkerbundsstadt sind wie ausgestor- ben. „Ein trübseliges Wetter", sagt der Beamte, der uns auf dem Flugplatz empfängt. Ein herrlicher Sonnentag ist oben, entgegne ich. Mir war es wie ein Symbol für diesen Ort. Der alte sieche Völkerbund weiß nicht, wie nahe über ihm die Schicksalssonne den jungen vorwärtsstürmenden Völkern lacht. Also wieder aufwärts mit donnernden Motoren. Durch diese naßkalte Waschküche von Nebelschwaden ins Sonnenlicht. Im Nu geschahs. Und nun fliegen wir wieder über der niedrigen silberschimmernden Wolkendecke, — hinein in die Großartigkeit der weißen Hochgebirgswelt. Ich sehe hinüber' zu den Gipfeln des massigen, urwelthaften Montblanc- Massivs, hinein in schweigende Hochtäler. Wir fliegen selbst in einem Hochtal südwärts, hart vorbei an gewaltigen vereisten Felswänden, die senkrecht aus der Tiefe aufsteigen wie ewige Gesetzestafeln vorsintflutlicher Zeiten. Wir gleiten über Gletscherflächen zum Greifen nahe, um mit unserem Blick in der nächsten Sekunde abzustürzen in tiefe Abgründe. Die Sonne strahlt wie seit aber hunderttausend Jahren. Um uns die Faust Gottes, die Felsgebirge hochschleudert aus dem chühenden Schoße der Erde in die Höhe ewigen Eises. Es ist ein Erleben von atemraubender Größe, vor der das Wort versagt und die Form und die Farbe, und vor dem es kein unserem Denken zugängliches Zeitmaß mehr gibt. Es ist, als sähe man hinein in den Schöpfungsakt des Alls, vor dem der Mensch keine Geltung mehr besitzt. Das Donnern der Motoren wird zum Ton, der das Schweigen dieser Urwelt hörbar macht. Hart an einer eisigen Felswand fliegen wir wieder vorbei. Und mir formte sich das Donnern der Motoren zu Musik — die Neunte Symphonie. Plötzlich wußte ich: das muß der blinde Beethoven vor seinem inneren Auge erschaut haben, als er den ersten Satz der Neunten aufwarf wie Felsblöcke unserer Urwelt. Allmählich glätten sich die Berge zu Hügeln, zwischen denen menschliches Leben sichtbar wird. Tiefe Aecker, breite Straßen liegen auf der südfranzösischen Hochebene im Lichte eines nun wolkenlosen Himmels. Ich überdenke ausruhend das Erleben der letzten Stunde: „Werd' ich zum Augenblick sagen, verweile doch, du bist so schön". Das ist es, dieses Goethefche Faustwort. Aber höher noch als die Goethesche Erkenntnis: „Es kann die Spur von meinen Erdentagen nicht in Aeonen untergehn", höher noch ist das Wissen von der Hand Gottes, vor der ein Mensch gar nichts ist und nur das ewige Kampfgesetz der Schöpfung Geltung hat. Vielleicht, habe ich mir gesagt, wird dieses Missen stark für dich fein, wenn du nun unten in Spanien wieder in die Satansfratze des Bolschewismus siehst wie 1919 im Baltikum und Kampf und Leid, Leid und Kamvs erlebst. „Bitte anschnallen" leuchtet es an der Stirnseite der Flugkabine auf. Das Flugzeug dreht eine Kurve zwischen Land und Meer und rollt auf dem Flugplatz von Marseille am Ufer des Mittelmeeres aus. Wetterbericht Die Großwetterlage zeigt wenig Aenderung. Das starke, mit feinem Kern vor Skandinavien liegende Hochdruckgebiet verhindert noch immer em stärkeres Uebergreifen der von Nordskandinavien nach Rußland abwandernden Atlantikwirbel. Aussichten für Sonntag: Vereinzelte Frühnebel, trocken, meist heiter, nachts Frost, mittags mild, Winde um West. Aussichten s ü r Montag: Noch keine wesentliche Aenderung. Lufttemperaturen am 18. Februar: mittags 6,8 Grad Celsius, abends 2,4 Grad; am 19. Februar: »Urquell morgens 0,6 Grad. Maximum 6,8 Grad, Minimum heute nacht 0 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 18. Februar: abends 0,3 Grad; am 19. Februar: morgens 0,2 Grad. — Sonnenscheindauer 7,5 Stunden.' Wintersport-Wetterbericht. Vogelserg. Herchenhainer Höhe: Nebel, —,4 Grad, 20 cm Gesamtschneehöhe' durchbrochen, Ski und Rodel gut. — Hoherodskopf: Bewölkt, —4 Grad, 60 cm Gei'amtschneehöhe, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. Rhön. Wasserkuppe: Heiter, —1 Grad, 50 cm Gesamtschneehöhe, gekörnt, Ski und Rodel sehr gut. Taunus. Kleiner Feldberg: Heiter, —2 Grad, 27 cm Gesamtschneehöhe, verharscht, Ski und Rodel an den Südhängen mäßig, an den Nordhängen noch gut. — Großer Feldberg: Heiter, —3 Grad, 30 cm Gesamtschneehöhe, verharscht, Ski und Rodel gut. Schwarzwald. Feldberg: Heiter, —5 Grad, 250 cm Gesamtschneehöhe, verharscht, Ski und Rodel sehr gut. Alpen. Garmisch - Partenkirchen: Nebel, —4 Grad, 51 cm Gesamtschneehöhe, 4,9 cm Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. An den Südhängen kann mit weiterem Abtauen bzw. Verharschung gerechnet werden. r-Vb-t „Rümpfen, geduldig Entbehrungen tragen HIHI t.\WW und freudig Opfer bringen* © fall Deine Einstellung ium tüfiUJ. fein! Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. I. 38: 11 000. Druck und Verlag: Brühlsche Unioersitätsdruckerei R. Lange, K-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Gewinnauszug o. Klasse 50. Preußisch-Süddeutsche (276; Preuß.) Klassen-Lotlerie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gesellen, und zwar je einer aus die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 10. Ziehungstag 18. Februar 1938 Vn der heutigen Dormittagszlehung wurden gezogen 2 Gewinne zu 5000 RM. 89144 14 Gewinne zu 3000 RM. 60565 60976 114042 172479 216219 285800 315276 18 Gewinne zu 2000 RM. 6789 107305 123602 128285 210728 234708 327199 335656 385929 48 Gewinne zu 1000 RM. 20195 78637 86111 87841 110032 114154 141918 154306 154866 T67033 204034 204148 209245 212971 232027 243406 260367 278467 306935 324162 339826 343968 374967 376246 102 Gewinne zu 500 RM 3849 5875 6450 7475 20319 22857 26764 46820 52516 59993 62413 62647 72735 78999 80995 86423 94982 142263 151943 152053 154271 171681 172386 180068 185381 188400 198347 204750 228667 238523 246453 246793 248051 250842 251371 257155 261221 283621 286351 287932 293639 303780 310021 310783 313510 318380 350454 355379 361557 365566 379029 194 Gewinne zu 300 RM. 2557 17585 25082 29617 35876 36384 40808 44566 45303 68016 60296 63262 73980 75846 79480 88454 89842 92911 94396 96155 96892 97037 99060 104674 106327 115343 116302 120877 126585 128841 129449 135551 145354 148575 150172 163360 164409 174936 176868 182495 188635 190936 212017 215013 216274 218225 219745 222671 223515 227216 227992 228240 228552 231436 233039 233631 240228 245906 255031 257974 259515 260376 273805 273853 278178 283518 306545 308831 309993 312036 314046 316095 316522 320104 321283 323382 329674 337273 339676 339928 348886 350326 350381 352214 360037 365665 367438 368918 374819 376568 378536 381161 381289 388818 392275 393197 398424 In der heutigen Nachmittagsziehung wurden gezogen 2 Gewinne zu 5000 RM. 181968 8 Gewinn- zu 3000 RM. 194202 248270 248843 378749 16 Gewinne zu 2000 RM. 18875 59498 72747 157604 197047 284447 331570 370488 56 Gewinne zu 1000 RM. 4313 23261 36986 54119 74294 89188 98242 108544 116934 118164 152452 159962 176663 178852 187411 215514 240299 249577 297840 310972 311324 311424 345983 348544 349098 356966 386626 392906 74 Gewinne zu 500 RM 4142 15240 58921 65231 68429 68753 98830 126330 136179 137774 140144 147528 194593 198695 214682 216809 225171 230007 233975 270632 275143 293981 298848 311252 321029 321297 322636 322653 337624 344030 347904 362320 367168 369050 382798 394811 396847 166 Gewinne zu 300 RM 4259 6387 1 3211 13918 25345 32221 40094 42813 51174 53288 61399 65668 67938 83142 86195 87105 88707 89527 90112 90234 101969 102990 107095 107610 112651 131873 133508 138084 139460 140562 140832 141210 143525 146237 169340 169517 173320 176382 182429 185748 212823 218524 219712 220504 240646 243305 245136 249347 254487 259665 260224 268436 274661 275430 279144 279948 280003 285179 289274 295174 296302 304408 306069 307355 307393 309590 327889 333246 334255 340186 348053 351443 357327 364537 364948 370302 376279 376992 378004 382742 394390 395552 398686 3m Gewinnrade verblieben: 2 Gewinne zu je 1000000 2 zu je 500000, 2 zu je 300000, 2 zu je 200000 2 zu je 100000, 2 zu je 75000, 4 zu je 50000 6 zu je 30000, 14 zu je 20000, 74 zu je 10000, 140 zu je 5000, 250 zu je 3000, 686 zu je 2000, 1878 zu je 1000, 3250 zu je 500. 6594 zu je 300, 156092 ZU K 150 DM, Wichtige Mitteilung für unsere alten und neuen Kunden Wir haben die Generalvertretung für Frigidaire-Kühlschränke und -Kühlanlagen in dem Bezirk Marburg der Firma Helmut Kühn Fleischkühlraum mit Frigidaire-Deckenkühlung Der neue Frigidaire- Haushaltkühlschrank Marburg, Roter Graben 16 Tel. 2655 übertragen. 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Kamel vertauscht, so steigt auch der mit der Reichspost in die Berge Reisende an bezeichneten Postplätzen vom Rad-Omnibus aus den Raupenschlepper um.' Der kleine Wagen hat nur zehn Plätze, ist aber imstande, Steigungen von 50 o. H. zu überwinden. Die edjau der Reichspost gibt auch einen guten Einblick in die Entwicklung von einheltlichen Bau- mustcrn für tue Beförderung von Post, von Motorrädern für Briefkastenentleerung, Eilbestellung und für Bau und Ueberwachung von Telegraphenlinien und Rundfunknetzen. Die Internationale Autoschau ist reichhaltiger als je zuvor Sie bietet sich dem Beschauer auch gefälliger als bisher, weil zu den bisherigen beiden Hallen ein Teil der neuen Hallen hinzugenommen werden konnte und auch der Umfang des Freigeländes angewachsen ist. Wer in der Ehrenhalle die Riesenkarten der Autobahnen, die Zahl der siegreichen deutschen Rennwagen oder das Modell der bei Braunschweig entstehenden Fabrik des deutschen Volkswagens gesehen und einen Streiszug durch die Stände unternommen hat, wird von der überragenden Stellung der deutschen Motorisierung überzeugt fein, aber auch müde, denn der Weg durch die Hallen macht nicht weniger als zwanzig Kilometer aus. Joachim Boehmer. 8 Opel „Admiral" (3,6 Liter). (Sämtliche Aufnahmen: Werkfoto.) Der Aufschwung der deulschen Aulo-Ädustrie. 4,1 Millionen neueKrastwagenbesitzerinfünfIahren. - Steigerung der Ausfuhr. Die M o t o r f r o n t ist die Gemeinschaft des Kraftverkehrs und aller für die Motorisierung schaffenden Deutschen. Ueber die Arbeiten und Erfolge dieser Gemeinschaft berichtet das Institut für Konjunkturforschung aus Anlaß der Internationalen Automobil- und Motorrad-Ausstellung 1938 in einer im Auftrage des Reichsverkehrsministers gefertigten Flugschrift. Von Mitte 1932 bis Mitte 1937 stieg die Zahl der Personenkraftfahrzeuge in Deutschland von 1,3 auf 2,4 Millionen; seitdem sind also weitere 1,1 Millionen Volksgenossen Kraftfahrzeugbesitzer geworden. Das heißt, daß in diesem halben Jahrzehnt von 32 Millionen Erwerbstätigen jeder 30. ein Kraftfahrzeug neu in Betrieb nahm. Damit hat Deutschland mehr Kraftfahrzeugbesitzer als jedes andere europäische Land, selbst Großbritannien und Frankreich, nur daß bei uns weniger Kraftwagen und sehr viel mehr Krafträder in Gebrauch sind, und daß Deutschland 68 Millionen, Großbritannien nur 47 Millionen und Frankreich 42 Millionerr Einwohner hat, so daß auf 1000 Einwohner in Großbritannien und Frankreich etwa 50, in Deutschland 35 Kraftfahrzeugbesitzer kommen. Aber der Motorisierungsoor- sprung der Vergleichsländer wird nun schrittweise auf geholt, so daß in einigen Jahren auch in bezug aus die Einwohnerzahl in Deutschland ebenso viel Personenkraftfahrzeuge im Verkehr sein werden wie in Großbritannien und Frankreich. Danach bleibt allerdings noch die Aufgabe, den Hunderttausenden von Kraftradbesitzern den Aufstieg zum Kraftwagen zu ermöglichen, eine Aufgabe, die der Volkswagen föfen wird. • RM E Ford V-8-Kombinationswagen „Der praktische Ford" für Personen- und Güterbeförderung. Gegen die Möglichkeit der Volksmotorisierung wird immer wieder ins Feld geführt, daß die Haltungskosten im Verhältnis zu den Einkommen breiter Volksschichten zu hoch find. Man kann aber nicht mit den Haltungskosten von heute operieren, wenn man die Motorisierung von morgen beurteilen und vorausschätzen will. Nach den Darlegungen des Instituts sind die Gesamtkosten der Kleinwagenhaltung im letzten Jahrzehnt um etwa die Hälfte zurückgegangen. Es ist nicht einzusehen, weshalb, nachdem in diesem Zeitabschnitt eine solche Entwicklung möglich war, nun auf einmal überall das äußerste an Einsparung und Kostensenkung erreicht fein sollte. Im Gegenteil, die Kostensenkung kann in den nächsten Jahren wahrscheinlich noch erfolgreicher Dorangetrieben werden als bisher, da das Problem heute einheitlich und planmäßig angefaßt wird. Schon in näherer Zukunft ist beispielsweise mit einer Ermäßigung der Versicherungskosten zu rechnen. Auch auf dem Gebiet der Kraftfahrzeugreparaturen und der Garagenmieten erwartet das Institut weitere Preissenkungen. Hinzu kommt, daß von den Straßen des Führers nun schon Jahr für Jahr 1000 Kilometer dem Verkehr übergeben werden. 1937 wurde der 2000. Kilometer eröffnet, 1938 wird der 3000. Kilometer dem Verkehr übergeben werden. Die Benutzung dieser Bahnen wird das Unkostenkonto des einzelnen Fahrers ebenfalls wesentlich entlasten. Auf dem Gebiet des motorisierten Güterverkehrs erscheinen selbst die schnellen Fortschritte der letzten Jahre noch unzureichend, wenn man sie mit dem gewaltigen Anstieg der Transportausgaben vergleicht. Seit dem Tiefpunkt des Jahres 1932 hat sich der Eisenbahngüterverkehr der Reichsbahn fast verdoppelt. Ebenso steht es mit der Binnenschiffahrt. An alle Verkehrsmittel aber werden im Rahmen des Vierjahresplans noch sehr viel größere Aufgaben gestellt werden als bisher. Um die Lastkraftwagenentwicklung noch schneller voranzutreiben, wird man diesen Verkehrszweig in Kürze wohl kostenmäßig stärker entlasten müssen. Ueber die neuen Ausfuhrerfolge des Jahres 1937 schreibt das Institut: Cs gab Zeiten, in denen eine Steigerung des Jnlandsabsatzes scheinbar gesetzmäßig die Ausfuhr zurückgehen ließ. Im nationalsozialistischen Staat verpflichtet ein gesicherter Inlandsabsatz zu verdoppelten Anstrengungen auf den Auslandsmärkten. Wurde schon 1932 bis 1936 der Kraftfahrzeugexport mehr als verdoppelt, so stieg 1937 die Gesamtausfuhr noch einmal um 75 v. H. und erreichte einschließlich der Motoren- und Teileausfuhr fast 182 Millionen Mark. Im ganzen wurden 1937 etwa 70 000 Kraftwagen in alle Welt gesandt, während vor fünf Jahren der Inlands- und Auslandsabsatz zusammen nur 55 000 Wagen erreichte. Das Institut für Konjunkturforschung erwartet, daß im laufenden Jahr der deutsche Markt mindestens die gleiche Zahl von Kraftfahrzeugen aufnehmen kann wie 1937. Für wenige Länder der Welt läßt sich mit annähernd der gleichen Sicherheit eine ähnliche Prognose feststellen, und dabei ist das Mehr oder Weniger am Umsatz noch nicht einmal das Entscheidende, sondern die Tatsache, daß im Rahmen des Vierjahresplans auch fernerhin mit Einsatz aller Kräfte an der Sicherung der Motorisierung gearbeitet wird. + OPEL 1958 Kadett (1,1 Ltr. 4 Zylinder) Limousine, 2türig ..... RM. 1795.— a. W. Spezial-Limousine .... RM. 2100.- a. W. 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Die Ausgabe der nun kommenden zweiten Epoche lautet: Höchste Auswertung der Leistungsfähigkeit der in dem nationalen Produktionsprozeß Tätigen, d. h. fortgesetzte Verbesserung unserer Produktionsmethoden, um dadurch jene Arbeitskräfte einzusparen, die wir für neue zusätzliche Produktionen benötigen. Dies ist an sich kein neuer Vorgang, sondern die Ursache alles bisherigen menschlichen Fortschrittes. Die Verbesserung bestehender Produktionsmethoden ermöglichte bei gleichbleibender Produktion auf bestimmten Gebieten die Freigabe von Ar- beitsfräften für die Einleitung neuer Produktionsprozesse, und damit für eine zusätzliche Lebensgüter- und Warenerzeugung. Scheinbar ist die Aufgabe, die uns jetzt gestellt ist, eine sehr schwere, allein ich darf sagen, daß sie in keinem Verhältnis steht zu der, die uns vor fünf Die Rede des Führers. „Als ich vor fünf Jahren die Ehre hatte, im Namen des Herrn Reichspräsidenten zum ersten Mal die Automobilausftellung in Berlin eröffnen zu dürfen, waren die Meinungen über den Wert oder Unwert solcher Veranstaltungen geteilte. Die allgemeine wirtschaftliche Lage war trostlos. Die Kaufkraft überall geschwächt, der Kraftwagen selbst galt noch als Luxusmittel. Die Aussichten auf eine Äenderung der Lage zum Besseren schienen kaum irgendwie begründet zu sein. Daß der deutsche Zusammenbruch ein im wesentlichen moralisch, politisch und damit auch psychologisch bedingter war, wurde von den meisten der von ihm Erfaßten nicht verstanden. Andere wieder lehnten solche Erkenntnisse wider das eigene bessere Wissen grundsätzlich ab. Der Versuch, die deutsche Not in erster Linie als eine wirtschaftliche ansehen und sie daher auch mit nur wirtschaftlichen Mitteln lösen zu wollen, war dabei schon zu. oft unternommen worden, als daß das endgültige besonderer Fehler und auch Verbrechen auf verschiedenen Gebieten des Lebens. Sie trat daher auch nach der Machtübernahme an die verschiedenen Probleme nicht als Einzelausgaben heran, sondern versuchte deren Losung im großen Zug einer allgemeinen Wiederbelebung der nationalen Kräfte. Moralische, politische, psychologische und wirtschaftliche Maßnahmen mußten einander ergänzen, um zum gewünschten Gesamtergebnis führen zu können Ich habe vor fünf Jahren anläßlich der Eröffnung der damaligen Ausstellung die Förderung der Entwicklung der Motorisierung Deutschlands als eine wichtige nationalwirtschaftliche Aufgabe erklärt. Ich versuchte dabei, das Problem von einigen Punkten aus anzupacken: Förderung der Motorfreundlichkeit, Verbesserung der Verkehrsanlagen, Erleichterung der Anschaffungsbedingungen und Verbilligung der Haltungskosten. Wenn es sich hier auch scheinbar nur um wenige Aufgaben handelte, so erforderte ihre praktische Lösung doch eine umfangreiche Arbeit. Indem wir heute die Ergebnisse dieser vielfältigen Anstrengungen überblicken, können wir ebensogut sagen, daß die steigende Motorisierung befruchtet wurde durch die allgemeine Wirtschaftsent Wicklung, wie wir umgekehrt nachzuweisen in der Lage wären, daß der allgemeine wirtschaftliche Aufstieg durch die wachsende Mo- torisiernna mitbedinat erscheint. Die Ausgabe des deutschen Volkswagens. Millionen werden der Motorisierung zugeführt.- Der Kraftwagen wird allgemeines Verkehrsmittel des ganzen Volkes. * Berlin, 18. Febr. (DNB.) Vor führenden Männern der Partei und des Staates, der Wirtschaft und Industrie, zahlreichen Mitgliedern des Divlomatischen Korps und einigen hundert Arbeitern der Automobilindustrie fand im Ehrenraum Der Halle I auf dem Berliner Ausstellungsgelande die feierliche Eröffnung der Internationalen Automobil- ui^ Motorradausstellung Berlin 1938 statt. Das Messegeläude ist mit vielen hundert Fahnen geschmückt Zwischen den Hakenkreuzbannern und den Fahnen des NSKK. ,und des DDAC. wehen die Flaggen der an der Ausstellung beteiligten anderen Lander, Oesterreich, Italien, England, Amerika und Frankreich. Viele Tausende umsäumen die Straßenzüge, durch die der Führer zur Ausstellung gelangt Dor der Halle I markieren tue Sturme der Leibstandarte Adolf Hitler und des NSKK auf, braust eine Kraftradschützenkompanie der Wehrmacht an Außerdem tritt der NSKK.-Motorlehr- fturm Berlin, der den Namen des so früh aus dem Leben geschiedenen Rennfahrers Bernd Rose- meyer trägt, an. Der Ehrenraum hat sich mit den Taufenden Gästen der Gröffnunasfeier gefüllt. Man sieht auch den neuen Österreichischen Innenminister Dr Seiß-Jnguart. Gleich darauf erscheint Generalfeldmarschall Goring. Kurz vor 11 Uhr trifft der Führer, begleitet von Korpsfuhrer Hühnlein, auf dem Ausstellungsgelande em. Er schreitet die Front der Panzeplehrabteilung, der Ehrenkompanie der Leibstandarte Adolf Hitler und des NSKK.-Motorlehrsturms „Bernd Rosemeyer" ab und wird, nachdem ein Pimpf dem Führer einen Frühlingsblumenstrauß überreicht hat, von Reichsminister Dr. Goebbels und dem Präsidenten des Reichsoerbandes der Automobilindustrie, Geheimrat Allmers, auf der Ausstellung herzlich willkommen geheißen. Die Führerfanfaren leiten über zum Huldigungsmarsch Richard Wagners des Philharmonischen Orchesters unter Professor Dr. lungen und Vervollkommnungen in Einzelheiten, die aber meist nicht von außen sichtbar sind. Daß wir es jedoch in kurzer Zeit erreicht haben, daß auf den Reichsautobahnen die Wagen jetzt 100-Kilometer-Tempo stundenlang ohne Motorschäden durchhalten, das ist ein Fortschritt — wichtiger als alle Neukonstruktionen. 'Will jemand Neues sehen, so findet er das in Hülle und Fülle in der Masurenhalle, wo wir eine umfassende und vergleichende Uebersicht über die neuen Werkstoffe bringen, soweit sie das Kraftfahrzeug betreffen. Da ist zunächst die U m st e l l u n g von nickellegierten Baustählen auf C h r o m o l y b d e n - S t ä h l e, die sich so bewährt hat, daß man zu Nickellegierungen nicht mehr zurückkehren wird. Kupferlegierungen für Beschlag- und Konstruktionsteile konnten mit Vorteil ersetzt werden durch Aluminium und Magnesium in Verbindung mit einer fortschreitenden Entwicklung der Spritzgußtechnik. Magnesiumlegierungen bewähren sich vortrefflich. Sie sind halb so schwer wie Aluminium, zeichnen sich aus durch gute Formarbest und gute Bearbeitungsmöglichkeit und finden im Kraft- fahrzeugbau immer mehr Verwendung. Wie gespart werden kann, zeigt ein kleines Beispiel: Bei der Nadbefestigungsmutter wurden durch Umstellung auf Stahl in einem einzigen Werk 1937 nicht w e - Niger als 500 000 Kilogramm Messing eingespart. Für Lagerbüchsen aus Bronze verwendet man mit gutem Erfolg solche aus Preß- ftoff. Sie bedürfen keiner Schmierung und zeigen sehr geringe Abnutzung Zellwollezusatz zu Polsterstoffen, Verdeckt"",ügen und Teppichen bewährt sich hervorragend. Eine Einbuße an Lebensdauer und Qualität ist nicht sestzustellen. Aus In diesem Prozeß der Erzeugung zusätzlicher Werte für unser nationales Leben fällt der deutschen Automobil- und Motorenindustrie eine gewaltige Aufgabe zu. Unter Anpassung an die Abstufungen unseres nationalen Volkseinkommens ist es auch die Aufgabe der Automobil- induftrie, ihre Produktion so zu steigern, daß aus dem sich fortgesetzt erhöhenden nationalen Volkseinkommen eine gewisse jährlich wachsende Summe zum Kauf ihrer Produktion angelegt werden kann. Und hier wird vor allem der deutsche Volkswagen eine gewaltige Aufaabe zu erfüllen haben. Wenn wir bisher diese Aufgabe nicht mit jener Vehemenz vorwärtsgetrieben zu haben scheinen, wie Sie das auf anderen Gebieten sicherlich bemerkt haben werden, bann lagen hier zwei Gründe vor, denen ich den wesentlichsten vorausschicken möchte. Es war selbst bei höchster Steigerung unserer nationalen Automobil-Produktionsfähigkeit erst nach Jahren zu erwarten, daß die an sich vorhandene mögliche Kaufkraft unseres Volkes auf diesem Gebiet vollkommen befriedigt werden könnte, d. h., wir haben bisher noch Käuferschichten gehabt, die von unserer normalen Automobilproduktion er st gesättigt werden mußten. Mehr zu produzieren, als diese Käuferschichten aufzukaufen in der Lage waren, erschien aus vielerlei Gründen, die mit der Schwierigkeit der Ankurbelung solcher Produktionen in maschineller und personeller Hinsicht Zusammenhängen, unmöglich. Tat- jächlich konnte auch die bisherige, auf das höchste gesteigerte Produktion an Automobilen der vorhandenen Werke den schon jetzt geforderten Ansprüchen kaum gerecht werden. Es ist aber klar, daß eines Tages ein Zustand eintreten muß, in dem unsere heute schon vorhandene Automobilproduktion den möglichen Bedürfnissen restlos genügt und eine Steigerung nur bann denkbar wird, wenn eine ganz neue ziffernmäßig viel breitere, einkommenmäßig aber auch viel niedriger liegende k ä u f e r s ch i ch t erschlossen wird. Diesem Zeitpunkt nähern wir uns, und daher wird nunmehr mit dem Bau der gewaltigen deutschen Volkswagenfabrik begonnen werden. Es wurden diese vier Jahre verwendet, um in fortgesetzter Verbesserung allmählich einen Typ zu entwickeln, der unserer Ueberzeugung nach nicht nur in der Preislage den gewünschten Bedingungen entspricht, sondern ''er vor allem auch in der Leichtigkeit seiner Produktion die Möglichkeit bietet, m i t einem Minimum an Arbeitskräften ein Maximum an Wirkung zu erzielen. Das Modell, das sich nun aus der jahrelangen Arbeit Dr. Porsches her ns- kristallisiert hat, wird auch in diesem Vbre druck muß hier erklärt werden, daß unsere neuen Werkstoffe g l e i ch w e r t i g , j a z. T. d e n f r u h e- renso überlegen sind, daß unsere ausländische Konkurrenz schon dazu übergegangen ist, manche dieser Materialien, sofern man sie nur hat, ebenfalls zu verwenden. Bei jeder Ausstellung wird gefragt: Was gibt es Neues? Als wenn die Fabriken nichts Besseres zu tun hätten, als jedes Jahr neue Konstruktionen zu bringen. E s gibt Zwei Tatsachen aber mochte ich auf Grund der jetzt vorliegenden Erfahrungen erwähnen: 1. Schon aus der jetzigen Produktion ist zu ersehen, daß der Käufer des Automobils im allgemeinen immer bestrebt ist, so wie es sein eigenes Einkommen ermöglicht, von dem billigen Wagen zu dem teueren, weil natürlich besseren, Überzug e h e n und 2. die Tatsache daß eine weitere Zunahme von Käufern für Wagen, in der wenn auch billigsten, aber jetzt allein möglichen Preislage nicht mehr zu erwarten ist. So wird er st der deutsche Volkswagen, ohne die schon vorhandene Produktion im geringsten zu berühren, eine zusätzliche gewaltige Steigerung der deutschen Motorisierung mit sich bringen Er wird dem Automobil Mill.onen zahlen neuer Käufer mii geringen Einkorn* | mannen deutsche Rennwagen gegen stärkste Konkurrenz in allen internationalen Kreisen. Präziseste technische Vorbereitung, Fahrerkunst und nationaler Ehrgeiz errangen hier Triumphe für die deutschen Fahnen, wie sie vor fünf Jahren noch Kunstharz undJgeliten wird ein Kunstleder gemacht, das alle Vorurteile gegen die früher unter Verwendung von Gummi hergestellten Kunstleder vergessen laßt. Es wird sich bald einführen, da es von echtem Leder nicht zu unterscheiden ist, prachtvoll aussieht, geruchlos ist und nicht wie Naturleder Wasser aufsaugt. Kunstharz hat ein Gebiet unbegrenzter Möglichkeiten erschlossen Wir kannten es schon länger in kleineren Gebrauchsgegenständen und als Radiogehäuse. Nun ist es vervollkommnet, und man verwendet es im Kraftsahrzeugbau zu Armaturentafeln, Fensterrahmen und bergt, ja zu geräuschlosen Zahnrädern.^Die Zeit ist nicht fern, da man solche Preßstoffe für die Außenhaut derKarosserienan Stelle von Stahlblech verwenden wird, wenn et> auch zur Zeit noch keine genügend schweren Heißpressen gibt, um so große Teile mit der ganzen Jnnenversteifung auf einmal formen zu können. Es wird die Karosserien geräuschlos und um die Hälfte leichter machen, bedarf keiner Lackierung, die glänzende Oberfläche ist nahezu unverwundbar. Diese schonen Produkte, zu denen besonders auch die vielseitigen Polymerisate zählen, haben den großen Vorteil, daß ihre Hauptgrundstoffe, Kohle, Kalk, Phenol, im Lande reichlich vorhanden sind. Wissenschaft und deutsche Werkmannsarbeit zerbrechen Weltmonopole und tragen dazu bei, uns wirtschaftlich frei zu machen. Des Führers weit vorausschauender Geist hat die Notwendigkeit der Motorisierung erkannt. Seine Kraft beseitigt die Hemmungen, unter seinem Schutz hat unsere Industrie einen Aufschwung sondergleichen genommen. Schon steht die deutsche Automobilerzeugung in der Weltproduktion an dritter Stelle. Ist erst der deutsche Volkswagen da, so wird sie bald a n d i e zweite Stelle vorrücken. Wir neigen uns in Ehrfurcht und Dankbarkeit vor unserem Führer. SU WJ'tÄ'tÄÄ XSÄ&’SÖ? !L ÄÄ -- der Geschichte dar. In diesem letzten Jahre ge-1 Führer das Wort. Scheitern irgendwie zweifelhaft fain konnte. Die nationalsozialistische Bewegung, die als oppositionelle Idee und Organisation schon vor der Machtübernahme Millionen von Menschen fanatisiert und in ihren Bann gezogen hatte, sah in dem deutschen Zusammenbruch einen Vorgang, der pri- nu vn,*™. -- o — mär nicht aus einem wirtschaftlichen überhaupt in der Automobiltechnik Versagen entstanden war, sondern aus einer der Welt zur Zeit keine Neukonstruk-sSumme al Ig em e i n e r l a N " n Hen, t i o n e n, sondern nur immer Weiterentwick- Der Führer besichtigt die Autoschau ~-r w.hror nnh Reichskanzler, der sofort nach I Modells Erklärungen gaben. Auf dem Stand des Ärt “4-.'-UN 04 allen Kraftfahrh and wer k - g«b der R ch lin Luftkreis 1. * Theater Schumann Udo Statt Karten D*«tschland» grShte» »«riete GLORlfl Musikalische Darbietungenl 1068D Ein Spitzenwerk deutschen Filmschaffens, das niemand versäumen sei to Gemütlichkeit 1070° Bahnliolgaststälteiißießen Mitglied der Elektro-Gemeinschaft DEUTSCHE MÖBEL Bei einem guten Tropfen und Bissen steigt in unseren behaglichen Räumen das Barometer Ihrer Laune weit über „Veränderlich“. Ist’s draußen auch düster und trübe, bei uns ist immer eine anheimelnde Stimmung und herzhafte .. .ond Samslag u. Sonntag zum Tanz Es gibt nichts Nahrhafteres und Gesünderes für Ihren Hund als „Herbst“ Gießener Zoo. Seltersweg 6. Oie glückliche Geburt eines Stammhalters zeigen an Elfriede Schuchard, geb. Paal Georg Schuchard Gießen lz.Z. Kaih. Schwesternhaus), 18. Februar 1938 0726 Berlin, 18. Febr. (DNB.) Nach einer feit einigen Jahren geübten Tradition hatte Reichsminister Dr. Goebbels im Namen des Führers die zur Internationalen Automobil- und Motorradausstellung in Berlin weilenden Arbeiter der Automobilindustrie zu einem Mittagessen in den „Kaiserhof" geladen. Außer 300 Arbeitern der Automobil-, Motorrad- und Zubehörindustrie nahmen auch 30 Arbeiter von den Reichsautobahnen, 25 NSKK.-Männer und 25 Soldaten von der Panzertruppe — also Vertreter aller mit der Motorisierung des deutschen Volkes am engsten verbundenen Volksgenossen — an dem Mittagessen teil. Reichsminister Dr. Goebbels überbrachte ihnen allen die Grüße des Führers und richtete herzliche Worte der Begrüßung an sie. Der grandiose fünfjährige Aufbau im deutschen Automobilschaffen sei dem Gemeinschaftsgeist der ganzen Nation zu danken. Er sei das Ergebnis der großen Planung des Führers, der Begabung und der Unternehmungslust der Arbeitgeber und Ingenieure, aber zum größten Teil das Ergebnis des Fleißes, der Betriebsamkeit und der Präzision des deutschen Hallen. Kleine politische Nachrichten. Im Auftrage von Feldmdrschall Göring hat der Luftattache der deutschen Botschaft in Rom, Oberst Schultheiß Luftmarschall Balbo in Tripolis das ihm vom Führer verliehene Großkreuz des Adlerordens überreicht. Marschall Balbo ließ seine Dankesrede ausklingen in ein Hoch auf die deutsche Nation und ihren Führer. Der Bundesführer des Reichskriegerbun- des (Kyffhäufer), ---Gruppenführer Oberst a. D. Reinhard, hat als Termin für den Reichskriegertag 1938 in Kassel endgültig die Tage vom 11. bis 13. Juni bestimmt. Die Vorbereitungen für den Reichskriegertag 1938 sind bereits m vollem Gange. Mit Wirkung vom 1. Februar 1938 wird befördert zum Generalleutnant der Generalmajor Keller, Kommandierender General und Befehlshaber im Fa brikniederlagen: Drog. H. Elges, Seltersweg 66. C. Seibel, Frankfurt. Str. 0. Winterhof!, Kreuzplatz 9/10. Grünberg: Karl Schott u. sämtliche Filialen. Laubach: Solms- Laubacher Drog. Karl Klein, 434V selbst, daß die Reichsregierung mit dieser Einladung der deutschen Arbeiterschaft insgesamt ihre Dankbarkeit ausspreche. Wenn wir Sie nach Berlin eingeladen haben, dann wollen wir damit, so erklärte Dr. Goebbels unter dem stürmischen Beifall der Gäste, vor dem ganzen Volk und vor der Welt bekunden: Dieses stolze Ergebnis einer fünfjährigen Aufbauarbeit ist dem Gemeinschaftsgeist unseres Volk es und der Schaffenskraft unseres deutschen offene Beine - Krampfadern, Zuckerkrankheit, Beschwerden d. Wechseljahre. Gesunder Schlaf. Verlangen Sie schriftlich kostenlos Aufklärungsschrift über UEBENSQIJELL Anschrift: M. Wicky. Wiesbaden G 1, Nerotal 37, Hans Marienquelle. Färberei Braubach & Fischer Chem. Reinigung Elekt Leuchten: Radio > Der Führer beim Rundgang am Stand der Opel- Werke. Rechts von ihm Geheimrat von Opel. — (Scherl-Bilderdienst-M.) für eröffnet- Des Führers Dank. Arbeiter der Automobilindustrie im „Kaiserhof" zu Gast. IIHIIIIIIIIIII WERBE lllllllllllllll Unsere große Sonder-Abteilung für Deutsche WK-Möbel ist eine Sehenswürdigkeit für alle Freunde zeitgemäßer Wohngestaltung. WK-Möbel sind mustergültig in Form und Arbeit, seil über 20 Jahren bewährt. Verkauf sstelle Honte abend U32d Kappensitzung Waldsportplatz VFB.-B. GER -a*? FRANKFURT AM MAIN gegründet 1829 Das Einrichtungshaus für alle und jeden! DOPPELHEPZ | Noch 2 Tage! Heute und morgen Sonntag! Das große Erlebnis! J Urlaub auf Ehrenwort Arbeiters zu danken. Abschließend bat der Minister seine Gäste, etwas von dem Geist dieses flei- ßiqen, kämpferischen und betriebsamen Berlin mit in die Heimat zu nehmen, der hier seit den Jahren des Kampfes um biß Macht herrsche. Er wünschte ihnen auch im Namen des Führers noch viele frohe Stunden in der Reichshauptstadt Begeistert stimmten die Arbeiter am Schluß seiner Rede in das Si/g-Heil ein, das Dr. Goebbels aus den Führer ausbrachte. Extrablatt vor GoMpitl der großen fiusstommgs- reoue „kalbendes Wien" ist oerlüngertl Frankfurt a. M., 17. 2. 1938. Nicht cndenwollcnder Beifall — tagelang im voraus auSver- kaufte Häuser — unverminderter Sturm auf die Dhealcr- kasic — veranlaßten uns, diese herrliche Bühncnschau weiter auf dem Spiclplan zu halten. Durch Vcrtragsverlcaung ist es uns gelungen, die große Slusstattunasrcvue „Lachendes Wien" Wetter für Frankfurt zu sichern. Damit ist auch dem letzten Freund unseres HauseS die Möglichkeit gegeben, diese großartige Revue zu besuchen. Das Gastspiel der herrlichen, überaus erfolgreichen Revue „Lachendes Wien" ist verlängert. Machen Sie sich diese Gelegenheit zu Nutzen — Wien ruft auch Sie! Schumann Täglich 8.15, Mittwoch u. Sonntag auch 4.15 Telefon 33654/56 PQLOST Giessen. dem Staatsakt die---- - E.., betrat, besichtigte in Begleitung von Korpsfuhrer H ü h n l e i n, dem Motorfachberater Direktor W e r- l i n , Geheimrat A l l m e r s und Oberingenieur Schirz die, einzelnen Hallen und ließ sich hie und da von den Werkführern Erklärungen über die Aus- stellungsobjekte geben. Im Mittelbau der Masuren- Halle waren unterhalb der bildlichen Darstellung innungsmeister für das Kraftfahrzeughandwerk, Stupp, Erläuterungen. In dem einen -Leu der W e r kft o f f s ch a u erläuterte MimsteriaLdirektor NSKK.-Oberführer Brandenburg. Auf dem Stand der Reichspost gab Reichsminister Dr. O h n c- sorge Erläuterungen. Hier besichtigte der Führer einen Reisekonserenzwagen der Reichs- post. Den umfangreichen Stand der Wehrmacht meldete Oberstleutnant Fichtner, Abteilungschef im Heereswafsenamt, während Reichsminister Dr. D o r p m ü l l e r auf der Schau der Reichsbahn einzelne Fabrikate und Karten erklärte. Korpsführer Hühnlein zeigte auf dem interessanten Stand des NSKK. die erste fahrbare Verkehrserziehungs- schule. Der Führer schenkte dem Korpsfuhrer eine zweite Schule derselben Art. In Begleitung des Korpsführers fuhr der Führer dann die Paradeaufstellung der NSKK.- Motorgruppe Berlin ab. Das ganze Führerkorps des NSKK., der Motor-Lehrsturm Bernd Rofemeyer, die Reichssportschule Döberitz-Elsgrune und die Motorsportschule Brandenburg hatten in einem offenen Viereck Aufstellung genommen. Als der Führer um 15 Uhr das Ausstellunasgelände verließ, begleiteten chn stürmische Heilrufe. Auch Reichsminister Generalfeldmarschall Göring verweilte mehrere Stunden in der Schau. Um 14.30 Uhr wurde der größte Teil des Ausstellungsgelan- des f ü r d a s Publikum geöffnet. Sofort strömten Tausende, unter ihnen visle Ausländer, in die Warum Alterserscheinungen ? — Arterienver- Stuhlverstopfung ? - Erfolgreiche Hexenschuß, Rheumatismus, Sonntag, den 20. Februar 1938, 20 Uhr: Familienabend der Lukasgemeinde im Lukassaal Lichtbildervortrag des Pfarrers t R. Böchner Wiehern und das Rauhe Haus kalkune ? - Behandlung von----------- Gicht, Ischias, Asthma, Erkrankung der Luftwege — Nerven-, Magen-, Darm- und Herzbeschwerden — Nieren- und Leberleiden — Sichern Sie sich jetzt schon für Ausflugs- und Gesellschaftsfahrten einen meiner modernen n-2D Reiseomnibussen Hdi. Gärtner Gießen Liebigstraße 41 der Siegesserie deutscher Technik im Jahre 1937 die Rennfahrer Caracciola, Brauchitsch, Lang, Stuck, Müller, Hasse, Henne, Winckler, Fleischmann, Schumann und Kahrmann sowie die Rennletter Neubauer und Dr. Feuereisen angetreten, die vom Führer begrüßt wurden. Der Führer ließ sich von Europameister Caracciola Erfahrungen aus den Rennen berichten. Im Westflügel der Masuren- Halle stellte Reichsorganisationsleiter Dr. Ley die sdrei Architekten der neuen Volks- Arbeiters. So verstehe es sich im Grunde von wagens ab r i k vor, die dem Führer an Hand des^ natür- I.fiWOII Neuen lieh in ^UU W CU weg 28 bei gutbesetzter Musik!! m e n sv erh ä ltn i f s e n erschließen und er wird dabei — wie die Erfahrung zeigt — natürlich immer wieder einen Teil davon abgeben an jene Produktion, die auch heute schon ihre Käufer besitzt. Ich bin aber trotzdem — mehr noch als tm Vorjahre — der Ueberzeugung, daß es auch für die bereits bestehende Fabrikation wichtig ist, immer weitere Typ en Vereinbarungen und damit Vereinfachungen zu treffen. Es ist eine entscheidende Aufgabe für die ganze deutsche Wirtschaft,, durch eine Vereinfachung der Erzeugungsprozesse jene Einsparung an Arbeitskräften und auch an Material vorzunehmen, die ihrerseits dann wieder in der zusätzlichen neuen Produktion verwendet werden können. rr rz . . Und dies muß jeder deutsche Volksgenosse steigend begreifen: Was das Leben für alle Menschen immer schöner sein läßt, sind die Ergebnisse der Arbeit dieses Lebens. Denn nur sie allein schafft Werte, die geeignet sind, das Leben angenehmer zu gestalten. Sie garantiert dem einzelnen Menschen und der ganzen Nation für das gesteigerte Volkseinkommen eine entsprechende gesteigerte Auswertung in Waren- und Gebrauchsgütern. Gerade aus diesem Grunde ist die Produktion des deutschen Volkswagens eine Notwendigkeit. Je mehr das Volkseinkommen anwächst, um so wichtiger ist es, die zusätzliche Kaufkraft auf für uns wirtschaftlich tragbare Gebiete hinzudirigieren, bzw. auf Objekte anzuwenden, die wir selb st zu erzeugen in der Lage sind. Wenn das ganze deutsche Volk sein Einkommen nur veressen wollte, würden wir dies mangels an genügendem eigenem Grund und Boden nicht sicherzustellen in der Lage sein. Jedes Gut aber, das wir aus den Schätzen unserer eigenen Erde und durch den Fleiß unserer Arbeit produzieren, kann im inneren Kreislauf unserer Wirtschaft zur B e f r i e d i g u n g der Kaufkraft dienen. Es ist kein Zweifel, daß die Sehnsucht nach der Maschine und besonders nach dem Motor bei vielen Millionen Volksgenossen vorhanden ist. Es ist weiter erwiesen, daß wir alle Grund- stosse unseres kommenden Automobilbaues aus unserem deutschen Boden durch unsere deutsche Arbeitskraft gewinnen können. Sorgen wir also dafür, daß durch eine gewaltige Zahl billiger deutscher Volkswagen in der Zukunft der Wunsch jener befriedigt wird, die aus Liebe und Lust zum Kraftwagen bereit sind, einen Teil ihres Einkommens dafür anzulegen. Damit wird vor allem der Kraftwagen als solcher aushören, das Kennzeichen einer bestimmten Schicht von höheren Einkommensträgern zu sein; er wird immer mehr zu einem allgemeinen Verkehrsmittel des ganzen deutschen Volkes. Dann wird auch jene gewaltige Propaganda nicht umsonst sein, die wir für die Motorisierung unseres Volkes sachlich und ideell leisten. — Sachlich durch den Bau der besten Straßen der Welt und ideell durch eine sportliche Betätigung, die den Ruhm unserer deutschen Motoren-, Wagen- und Fahrradfabrikation in der ganzen Welt wieder- hergestellt hat. — Es ist für uns alle schmerzlich zu wissen, daß gerade einer der allerbesten und mutigsten dieser Pioniere der Weltgeltung der deutschen Motoren- und Automobilfabrikation, Bernd Rose- Warum krank sein? Gänzlich neue Wege auf d. Gebiet des Natu rheilverfahrens Eeberraschende Erfolge! Wir haben unseren Laden von Seltersweg 63 nach Seltersweg 69 verlegt — Fernruf 2627 tieschattsünjcksachen Rechnungen Briefbiatter Briefumschläge Postkarten Geschäfts karten bei Brühl. Schulstr. ? meyer, sein junges Leben lassen mußte. Allein er und alle die Männer, die in diesen harten Rennen am Steuer unserer Wagen und auf unseren Rädern sitzen, kämpfen mit, dem deutschen Arbeiter Brot zu schaffen, ihm Lohn und Verdienst zu geben, der sich dann wieder in andere Werte umtauschen läßt. Ich habe mich deshalb entschlossen, für die hervorragenden Leistungen und den opfermuttgen Einsatz der Männer des deutschen Kraftfahrsports, die Jahr für Jahr, sei es auf den Rennbahnen der Welt, beim Angriff auf Rekorde, bei Langstrecken- und Zuverlässigkeitsfahrten oder im Kraftfahrgeländesport für deutsches Ansehen und deutsche Geltung kämpfen, als ein äußeres Zeichen meiner und des ganzen deutschen Volkes Anerkennung das „Deutsche Motorsportabzeichen" ZU schaffen. Diese ehrenvollste Auszeichnung soll vor allem für die motorbegeisterte deutsche Jugend ein Ansporn sein. Der Korpsführer Hühnlein als der Führer des Autvsports wird die Ausführungsvorschriften für die Verleihung erlassen. Wie immer erfüllt mich auch dieses Mal die Empfindung eines aufrichtigen Dankes für alle die, deren Arbeit wir hier in wenigen Minuten wieder bewundern können. Es gibt kein Zweifel: Wir verdanken unseren Direktoren, Werkmeistern, Ingenieuren, Arbeitern und Kaufleuten d i e besten Wagen der Welt. Heute bin ich überzeugt: Wir werden in kurzer Zeit auch den billigsten Wagen fabrizieren. Ich glaube aber ebenso, daß es die Pflicht eines jeden Deutschen ist, sich zur Arbeit seiner Volksgenossen zu bekennen. Mit diesem Wunsche erkläre ich die Internationale Automobil- und Motorradausstellung 1938 in Ber- - Hr.42 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberbessen) IO./20. Februar 1958 Untere Soldaten im Gelände der Winterübung bei Gießen. Wieder ein interessanter Manövertag bei den Truppen der Garnisonen in Oberhessen. — Kämpfe vom Morgen bis zur Mrtte des Nachmittags. (23on unterem im Uebungsgelände weilenden Mitglied der Schristlettung) . < Freitag früh 6 Uhr. Hell leuchtend steht der Mond noch am Himmel. Einige Männer der Gießener Presse machen sich m Begleitung des Standortoffiziers bei der 9. Division, Oberstleutnant Lange, in Gießen auf die Fahrt in das Gelände südlich von Gießen zur großen Winterübung der Truppen der Standorte Gießen, Wetzlar, Butzbach, Friedberg, Büdingen und Gelnhausen. Bei der Fahrt in dem offenen Wagen weht ein arg kalter Morgenwind um die Nase, der im Schutze der Waldungen noch einigermaßen erträglich ist, aber im freien Gelände und namentlich auf dem Wege über die Höhen bis ins Gebein erschauern läßt. Dennoch gehts voll froher Erwartung hinaus zum „Schlachtfeld", weil die Pressemänner von ihrem Begleiter bei Beginn der Fahrt hören konnten, daß der Tag interessante militärische Ereignisse bringen werde. ♦ Bereits kurz hinter der Stadtgrenze, in der Nähe der Waldkaserne, treffen wir die ersten Teile unserer Soldaten. Es handelt sich um eine kleinere Abteilung, die für Sonderausgaben nod) im Anmarsch zur Front ist. In der Nähe des Forsthauses Hochwart und am Waldrand der Straße in Richtung e i n b a d) passieren wir die vorderste Linie von Blau, die an dieser wichtigen Stelle zur Sicherung der Straße ein Panzerabwehrgeschütz zum Empfang des Feindes gut getarnt in Stellung gebracht hat. Von dem Feind ist aber zunächst noch nichts zu sehens einstweilen frieren die Männer von unserm JR 116, in der eisigen Morgenlust herumstehend, genau so, wie wir in dem schnell dahinjagenden Wagen auch allerlei Frostbeißen empfinden, lieber Steinbach geht die Fahrt gen L i ch und bei dem Ortseingang gleich rechts herum in Richtung Butzbach. Kurz hinter der Bahnüberführung am Stadtrand von Lich treffen wir, einsam am Rand des Straßengrabens stehend, neben einer Flagge einen Mann unserer 116er als Markie- rungsposten, der dort mit seiner Flagge die vorgeschobenen Teile der angenommenen Frontecke von Blau darstellt. Einige Fragen unseres Begleitoffiziers an den Mann werden von diesem sehr präzis beantwortet, und die Antworten zeigen, daß er über seine Funktion und über den Stand der Lage gut im Bilde ist. Zurück geht die Fahrt über das Städtchen Lich in Richtung Langsdorf, aber zunächst wird noch einmal bei dem vorgeschobenen Poften von Blau am Südostausgang von Lich kurz Halt gemacht, um die Lage an dieser Stelle zu hören. Dann gehts im schneidenden Morgenwind bei anbrechendem Tageslicht weiter bis halbwegs Langsdor f—H ungen, um dort den Anmarsch des als Verstärkung für Rot bestimmten MG.-Batls. 3 aus Büdingen zu beobachten. Wir müssen jedoch an dieser Stelle Fehlanzeige registrieren, denn das Bataillon hat, wie wir erst später auf dem Gefechtsstand der Leitung hören, den Weg quer durch die westliche Wetterau über die Blo- felder Berge nehmen müssen. Unsere Fahrt geht über Birklar zurück nach Kloster Arnsburg und von dort in Richtung E b e r st a d t. Und hier kommen wir kurz nach 7 Uhr in den Aufmarsch des nach Norden in Richtung Dohf-Gill—Garbenteich vorstoßenden MG-Bataillons 3 Büdingen hinein. ♦ Dicht bei Hof-Güll stehen die in Richtung Lich sichernden Postierungen des MG.-Batls. 3 Auf der Straße von Eberstadt und von Münzenberg her sind die Kompanien des Bataillons in flotter Anfahrt zu ihrer Einsatzstelle begriffen. Mit „Tempo- Tempo" sausen die motorisierten Kräfte über Eberstadt nach Dors-Gill und darüber hinaus bis in die Gegend der Autobahn bei Garben- t e i cf). Während wir Pressemänner nach dem Standort der Leitung auf den Steinbergen bei Münzenberg fahren, um dort m der Zentrale den Stand der Lage zu hören, über den der Generalstabsmajor Bork einen aufschlußreichen lieben blick gibt, sind die Kompanien des MG.-Batls. 3 in der Nähe der Bahnstrecke und der Reichsautobahn bei Garbenteich mit den aus Richtung Gießen südlich und südwestlich vorgehenden Kräften des Jnf.- ReHts. 116 gegen 8 Uhr in Gefechtsberührung gekommen. Auf' dem Frontabschnitt sind — die Kriegslage für die Gefechtshandlung haben wir in unserm gestrigen telefonischen Bericht aus Dorf- Gill bereits mitgeteilt — starke Feuerkämpfe im Gange. JDie Maschinengewehre sprechen das maßgebende Wort, aber auch das Schützenfeuer ist kräftig, und öfter mischen sich ferner vbie dicht bei der Reichsautobahn nahe von Garbenteich in Feuerstellung gegangenen Geschütze der Gießener Artillerie in den Chor der Schlacht ein. Panzerspähwagen von Rot sind durch die Schützenlinie von Blau durchgebrochen und vis in die Gegend dicht vor Garbenteich gekommen. Hier werden zwei durch Gefangennahme bzw. Außer- gefechtsetzen erledigt, die andern drei können in starker Schießerei zu ihren Ausgangspunkten zurückgelangen. Da die Kräfte von Blau zahlenmäßig stark überlegen sind, ihnen auch mehr Artillerie zur Oben links: Fern» sprechet beim Leitunglegen in der Nähe von Münzenberg. Nebenstehend oben: Gießener Artillerie in Feuerstellung. Neben st ehend unten: Schütze im Feuergefecht auf verschneitem Acker: Buben geben ihre „sachkundige" Meinung ab. (Aufnahmen s3s: Pfaff, Butzbach.) I Verfügung steht als Rot, ist es unausbleiblich daß das MG.-Ball 3 gegen 9 Uhr seine weit über die Wetter bei Münzenberg vorgeschobene Front von Dorf-Gill und nördlich davon auf das Gelände bei E b e r st a d t zurücknehmen muß Der Vormarsch von Blau (drei Bataillone unserer 116er) ist auf der Front von etwa Grüningen bis etwa in Richtung K l o st e r Arnsburg überall im Gange, jedoch macht Rot zwischen Hos (Süll und der Waloecke bei Kloster Arnsburg Blau durch anhaltendes MG.-Feuer noch allerlei zu schaffen. Gegen 10 Uhr ist in Dorf-Gill lebhafter Feuerkampf im Gange, bei dem MG - und Schützenfeuer einen Mordsspektakel machen. Blau drängt mit starker Kraft weiter in Richtung Münzenberg vor und bringt bis gegen 11 Uhr die Linie Ober- Hörgern—Straßenabzweig in Richtung Münzenberg—Eberstadt—Hos Güll in seinen Besitz. Die Hauptkräfte des MG.-Batls. 3 haben sich nun vom Gegner gelöst, vor dessen Front um Münzenberg herum nur schwache Kräfte der von Rot (Jnf.-Regt 36) vorgeschobenen Spitzengruppe sichern, während ein dünner Schützenschleier in Richtung Trais-Münzen- Dem Auge das Beste! Lassen Sie sich beraten von\ | Optiker Jliagnus dem Optiker Ihres Vertrauens / Seltersweg 33 Kassenlieferant. berg—Muschenheim die Front von Rot darstellt. Die Kompanien des MG.-Batls. 3 sind an den rechten Flügel von Rot beordert worden, wo sie in der Gegend von Bettenhausen—Birklar—Straße Langsdorf—Lich bereitgestellt sind. Der Feuerkampf läßt allmählich nach, da Blau seine in der Nähe der Wetter neugewonnene Front einrichtet und Rot sich abwartend verhält. Nach einem neuen Besuch bei der Leitung auf den Steinbergen bei Münzenberg, wo der Leitende, der Kommandeur der 9. Division, Generalleutnant Oßwald, die Männer der Presse begrüßt, und nach einem neuen Ueberblick über die Gesamtlage fahren wir zum Gefechtsstand des Inf.-Regts. 116 und der Gießener Artillerie-Abteilung 9 auf dem „Schiefer", nördlich von Eberftadt. Dort kommen wir gerade zurecht, als Blau die Vorbereitungen zum Entscheidungskampf in die Wege leitet. Der Führer von Blau, Oberst H e r r l e i n (Gießen), befiehlt den Angriff mit drei Bataillonen gegen den Schlüsselpunkt von Rot (Münzenberg und die Steinberge). Nunmehr haben es die Pressemänner besonders eilig, durch Eberstadt und Münzenberg wieder zu den Steinbergen zu kommen, um von dort aus als einem der höchsten Punkte der Gegend mit weiten Blickmöglichkeiten die Entwicklung der Entscheidungskämpfe zu beobachten. Etwa von 13 Uhr ab lebt die Feuertätigkeit auf der ganzen Kampffront immer mehr auf; auch jetzt wieder ist das MG.-Feuer tonangebend. Im ganzen Kampfabschnitt von Ober-Hörgern bis zur Waldecke bei Kloster Arnsburg gehen die Kompanien von Blau in Richtung Münzenberg und unmittelbar anschließend kräftig vor. Es ist ein außerordentlich fesselndes Bild, das man von der Höhe aus auf diesen Vormarsch hat. Rot leistet nur schwachen Widerstand. Es wird vermutet, daß es im letzten Abschnitt des Kampfes mit einem Gegenstoß vorgehen wird. Später hört man davon aber nichts mehr, sondern es wird bekannt, daß der Führer von Rot, Oberst von Wachter (Friedberg) zwei Kompanien des MG.-Batls. 3 aus der Gegend von Birklar weggenommen und zum Galgenberge südwestlich von Münzenberg gezogen hat, um sie dort als Abwehrsicherung einzusetzen. Dazu kommt es indessen nicht mehr. Etwa gegen 14.45 Uhr sieht sich der Führer von Rot gezwungen, seine Kräfte vor den stark überlegenen Truppen von Blau aus Münzenberg und beiderseits anschließend in eine neue, weiter südlich ausgesuchte Stellung zurückzunehmen. Bei diesem Stand der Gefechtslage läßt der Leitende um 14.50 Uhr die Hebung abbrechen. * Während nun der Leitende, Generalleutnant Oßwald, auf den Steinbergen vor den Dffijieten Gießener Gtadttheater. A^el Ivers: „Parkftratze 13". Vom Autor und über den Autor steht eine Menge im Programmheft, unter anderem dies, daß er Schauspieler und Spielleiter am Deutschen Theater in Wiesbaden sei, daß er niemals neugierig fei, aber die scheußliche Eigenschaft habe, andere neugierig zu machen. Das Uebrige mag der Besucher selbst Nachlesen: zweierlei möchten wir festhalten, den „Hauptberuf" und die scheußliche Eigenschaft: beides wirkt sich spürbar in feinem Kriminalstück aus. Erinnerungen an längst vergangene Zeiten steigen auf, an den „Hexer" und an den „Dreizehnten Stuhl". So ähnlich geht das hier auch zu: in der Villa Parkstraße 13. Da ist eine Abendgesellschaft bei Frau Evelyne Schratts anwesend sind außer der Dame des Hauses: Baronin Bornegg, Herr Molander, der Schauspieler Nordau, der Arzt Dr. Elken und Inspektor Marquardt. (Von der Kriminalpolizei; es ist praktisch und zeitsparend, wenn für etwaige „Fälle" auch die Polizei eingeladen und gleich'im Hause ist.) Alle diese Herrn sind im Frack. Außerdem der Diener Franz. Als die Gesellschaft schon im Gange ist, kommt noch ein Herr, auch im Frack, aber nicht eingeladen, im Gegenteil, außerdem nicht durch die Tür, sondern durchs Fenster, und versteckt sich gleich hinter der Gardine. Jetzt sind sie alle beisammen. x • Der hinter der Gardine ist es nicht gewesen. (Dies für Anfänger.) „Es" ist ein Mord, begangen an einem Gast des Hauses, den wir aufzuzahlen vergaßen, weil er nicht sichtbar wird und auch nicht im Programmheft steht. Alle Herren sind in die Gastgeberin verliebt, aber sie bevorzugt deutlich den, den man nicht zu sehen bekommt. Der hinter der Gardine benutzt einen günstigen Augenblick, um im Innern des Hauses zu verschwinden; später erwischt man ihn — mit blutiger Hand Aber er hatte sich bloß beim Einsteigen än der Fensterscheibe verletzt Außerdem ist der Bornegg ihr ganzer Schmuck gestohlen worden: da haben wir's Der Schmuck (von dem noch nicht einmal alles echt ist) kommt bald wieder zum Vorschein; den mit der blutigen Hand nimmt sich der tüchtige Inspektor vor und sperrt ihn nach dem Verhör' ins Badezimmer, wo der Kerl die Frechheit hat, ein Bad zu nehmen, zum Zeitvertreib. e Aber dann kommt der Diener hereingestürzt, schreckensbleich, und jetzt ist es wirklich ernst: einer der Gäste ist tot aufgefunden worden — ermordet; es ist der Bevorzugte, der nicht im Programmheft steht. Und nun geht es los, es wird geraten, gemutmaßt, verdächtigt, verhört. Einer nach dein andern, keiner wird ausgelassen, und an jedem bleibt etwas hängen. Schließlich sind sie allesamt verdächtig. Jeder könnte es gewesen sein, für jeden wird ein glaubwürdiges Tatmotiv beigebracht. Die Dame des Hauses nicht ausgenommen; sie hat diesem Grund zur Eifersucht gegeben, mit jenem eine heftige Auseinandersetzung gehabt, verschiedene Körbe ausgeteilt, sogar ein überraschendes Geständnis gemacht, das sich allerdings auf den Tod ihres (Satten bezieht. Ueberhaupt dieser Gatte und Evelynes ganze Vergangenheit . .. Sogar der Polizeiinspektor erscheint einen Augenblick fragwürdig. Am unverdächtigsten ist noch der Kerl in 'der Badewanne, der hat bloß den Schmuck gestohlen. Im dritten Akt ist es so weit. Die Gäste, schon längst keine Gäste mehr, sind gründlich zermürbt. Zuguterletzt gibt es noch einen Kurzschluß: im Dunkeln fällt ein Schuß, Molander ist verwundet, nun geht es Schlag auf Schlag, und ehe die andern beispringen können, sinkt einer im Sessel zusammen: der Täter, der sich selbst dem Zugriff der Gerechtigkeit entzogen hat. Wer ist es? Wir haben weder Veranlassung, den Namen auszuplaudern, noch über die Möglichkeiten, Wahrscheinlichkeiten und Voraussetzungen des Falles Betrachtungen anzustellen: hier ist ein Kriminal- stück, das ein Mann vom Bau geschrieben hat, mit viel Geschick, mit sehr erprobten Mitteln, mit der angenehmen Gabe, die Leute neugierig und gruselig zu machen und einen Abend lang spannend zu unterhalten. — Herr Geißler als Spielleiter hatte die aus solchen Eigenschaften sich ergebenden mancherlei Chancen für die Inszenierung genutzt und keinen her mobtoerteilten Efsekte und Pointen verpatzt E- war wirklich aufregend und rätselhaft Herr Löss- l e r hatte die geschmackvolle und zweckdienliche Innendekoration entworfen. Herr Markwardt betreute die dezente und stimmungsvolle Buhnen- musik. $ Uebrigens wurde, wie meist in solchen Stücken, allgemein gut und fließend gespielt./Was die Charakterisierung der darstellerischen Leistungen im einzelnen angeht, so möchten wir uns einiger Zurückhaltung befleißigen, um späteren Besuchern nicht den Tip zu geben, auf den sie selbst kommen mögen. Else Monnard als Frau Schratt: eine Salon- darnen- und Liebhaberinnenrolle von beachtlichen Qualitäten. Ruth-Ines Eckermann als Baronin: amüsante Aufregung einer Hysterikerin. Herr Geißler: alter, erfahrener Medizinmann, nicht aus der Ruhe zu bringen. Herr Weiland: ein ernstlicher Bewerber, der plötzlich mit überraschender Aktivität in den Gang der Ereignisse eingreift. Herr Kühne: der Inspektor, mit rücksichtsloser Energie an der Aufklärung des Falles arbeitend. Herr Lindt: von einer neuen Seite, sehr witzige Komödiantenfigur. Herr Paschen: der hinter der Gardine, dunkler Biedermann in der Klemme. Herr Geiger: ein verdächtig verstörter Diener. — Die Leute unterhielten sich vorzüglich und dankten mit angeregtem Applaus. — * Im Foyer ist gestern eine neue kleine Kunstausstellung eröffnet worden. W. Kroll (Gießen) zeigt einige gute Landschaften von Ortenberg und von Runkel, die wir schon im Kunstverein sahen, ferner einige charakteristische Bildnisse, „Pimpf", „Besuch im Atelier" und „Fräulein L." — Leyde bringt im oberen Wandelgang neben Städtebildern (Gelnhausen, Büdingen) geschmackvoll anziehende Porträtmalerei. Uebrigens werden alle diese Arbeiten erst in einer nicht künstlichen Beleuchtung ihre volle Wirkung haben Hans Thyriot. Auch Rinqe baben ihre Schicksale. Geschichten von Ringen, die verloren gingen und auf seltsame Weise wieder aufgefunden wurden, die ihren Trägern Glück oder Unglück brachten, werden seit dem Altertum, das vom Ring des Polykrates zu berichten wußte, immer wieder erzählt. Aus der Fülle von Beispielen wird in der Leipziger „Jllu- ftrirten Zeitung" eine Anzahl gut beglaubigter herausgegriffen. So erlebte ein Marschbauer aus der Gegend von Nordenham in Nordfriesland im Jahre 1871 etwas Merkwürdiges. Er hatte Futter für sein Vieh zurechtgemacht und vermißte danach plötzlich seinen Trauring mit der Jahreszahl 1860 und dem Namen seiner Frau. Kurz darauf verkaufte er sieben Ochsen, die am 26. Oktober des Jahres auf dem Dampfer „Adler" nach England verschickt wurden. Zwei Tage später fischte der englische Segler „Mary Ann" aus Colchester einen toten Ochsen auf und die Mannschaft entnahm ihm den Talg, um damit Gestänge und Spieren einzufetten Dabei fand man im Magen des Tieres einen goldenen Ring mit den Initialen I. R und her Jahreszahl 1860. Der Kapitän gab den Ring im nächsten Hafen ab und man schickte ihn nach London. Hier konnte festgestellt werden, daß der „Adler" am 28. Oktober einen toten Ochsen über Bord geworfen hatte, und als der Vorfall in der „Shippinggazette" berichtet wurde, kam ein Exemplar des Blattes auch nach Nordenham, wo ein Leser des Blattes zufällig von dem Marschbauern und seinem verlorenen Trauring gehört hatte, so daß dieser sich als Eigentümer des Ringes melden konnte, der seitdem als Talisman in der Familie gehütet wird. In einer englischen Kleinstadt hatte vor längeren Jahren ein Laufbursche, der mit einem kostbaren Ring zum Juwelier geschickt war und der ihn sich genauer ansehen wollte, als er gerade über eine Brücke ging, das Mißgeschick, daß ihm das wertvolle Stück aus der Hand fiel und im Schlamme des Flusses versank. Alles Suchen war umsonst, und in seiner Angst wagte sich der Junge nicht wieder nach Hause, sondern ging davon und zur See. Später ließ er sich in einer Kolonie nieder und gelangte zu Reichtum. In seinem Alter kehrte er in die Heimat zurück und siedelte sich dort an. Eines Tages kam er mit einem Freund ans Ufer nahe der Brücke, von der aus ihm vor langen Jahren der Ring ins Wasser gefallen war. Während er die alte Geschichte erzählte, stieß er mit dem Stock in den Schlamm — als er ihn zurückzog, steckte an der Zwinge der Ring. Eine verhängnisvolle Rolle hat ein Ring gespielt, der in der Familie des englischen Obersten Warner seit über dreihundert Jahren als kostbares Erbstück aufbewahrt wird. Graf Essex hatte ihn von der Königin Elisabeth als Talisman gegen die etwaige Ungnade seiner Herrin erhalten. Königin Elisabeth hatte den glatten Goldreif mit einem herzförmigen Rubin 1565 mit einigen Zeilen von Maria Stuart bekommen, die ihn bei ihrer Vermählung mit Lord Darnley getragen hatte. Als Essex zum Tode verurteilt wurde, gab er den Ring der Lady Nottingham mit der Bitte, ihn der Königin als Erinnerungszeichen zu bringen, da er hoffte, durch diese Erinnerung seine Begnadigung zu erlangen. Die Lady führte den Auftrag jedoch nicht auh^ sondern behielt den Ring für sich. Erst auf j/rcm 'STtrufe» bett hat sie ihr Verschulden eingesta^en, ohne das das Urteil vielleicht nicht vollzogen^ worden wäre. Der Ring gelangte in den Besitz' Sönig Jakobs I., der ihn als Zeichen seiner besonderen Gunst einem hervorragenden Seemann, dem Lapitän Thomas Warner, geschenkt hat. Der kostbar Besitz wird von den Mitgliedern der Familie Warrer nur an ihrem Hochzeitstage getragen. Wß M Zz z I an Im Ar den Begi Lindenplc dem Abb und Lind mann bei alle Arbe Erdboden wenigsten zuhalten 10, früh« kam ctm das Bäcki reits im jetzt noch befanden. Emil Lot fitz der € Zwei gro1 kleinere in den 3i Cejchäfts- Frch'ahr aus, der ö er bei Na Lorbesitzer städtischen l nung. Änt dendos", il 1919 in s fünf Mir früher M sitzer geh! Das Äm der Stad Mietwoh arbeiten begomen die Lhorpw Meinde. - tzir Dortro 26. M11 g 6. $«d OrNSL" di- i«* nimm«« JieöWJ inner, P Hl; M.N- an Do LPD. Landesre tionen dc anstalten^ bildung j ausfichtsr wahren i| fchullehrei Studium Wrenn iurfiige ( Steten, fteium ichule zu bei ZMeifter W das ll jmt an d K“ IriS . Man k 0 untem loten u« Sne 9em CTersti Atenve lchoner? bet h°h bald in gen 13 'Mecker 1 «ine» fe &-« vakultij» Tag ?Un9 Al !*** V,«. 4j«r dk» MI« dB».' bei $1# Eine Ä SittvN>^. Weiten in»« straße, r im < bruar 'IN dem «4 MiM°/ männlW werblichen Aus der Giadi Gießen Am hören. Die Gemein- OMMWMMrM 1 -uciciui uer unsgruppe «Slegen-ucor > Pfundsammlung durchgeführt. Die Hausfrauen i, I den gebeten, die Pfundpäckchen bereitzulegen. wer- Zeitschriften. (Scherl-Bilderdienst-M.) elf Uhr Sieg der V< 1 ich ätz en ist." um 13 Uhr zum ganzen deutschen Volke. Jeder Volksgenosse mutz diese Rede des Führers am Lautsprecher miterleben. Deshalb werden die Besitzer von Rundfunkgeräten aufgefordert, ihre Rachbarn und Bekannten, die nicht im Besitze eines Rundfunkgerätes sind, zum INithören einzuladen. Auherdem ist allen Volksgenossen Gelegenheit gegeben, im Lichtspielhaus in der Bahnhofstratze und in den Gaststätten der Stadt den Führer zu Kreisleitung ^vetterau der NSDAP. Ortsgruppe Gießen-Nord. Vetr.: Reichstagsrede am 20. Februar. Sonntag, 20. Februar, 19 Uhr, findet ein einmaliger Ballettabend der Tanzgruppe des Stoib theaters statt. Der Abend sieht Werke von Mozart, Frankfurter Hof, Lindengasse, Aquarium, Walltorstraße, Cafe Leib, Walltorstraße. Richard Strauß, Dvorak und Tschaikowsky vor. Choreographie: Ballettmeisterin Irmgard Zenner. Musikalische Leitung: Joachim Popelka. Es wirken mit: die Tanzgruppe und das städtische Orchester. Dieser Ballettabend findet zu kleinen Preisen außer Miete statt. Ende der Veranstaltung 21 Uhr. Familienabend der Lukasgemeinde. Am morgigen Sonntagabend veranstaltet die Lukasgemeinde im Lukassaal einen Familienabend. Pfarrer i. R. Böchner wird einen Lichtbilder- vortrag über das Thema „Wichern und das Rauhe Haus" halten. Volksdeutscher Abend der höheren Privalschule. Am heutigen Samstag, 17 Uhr, findet im Katholischen Vereinshaus ein Volksdeutscher Abend und Elternabend statt. Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht ein Vortrag von Berthold W e i ß über seine Heimat Siebenbürgen. Am Montag, 21.> und Dienstag, 22. Februar, wird im Bereich der Ortsgruppe Gießen-Nord die lich diejenigen, denen es gegönnt war, diesen letzten der Kauseure aus dem Zeitalter des vorigen Jahrhunderts zu hören! Er war in dieser Hinsicht ein Zeitgenosse Voltaires, Diderots und Chamforts." Tageseinteilung. Sommer wie Winter pflegte er zwischen sieben und acht morgens aufzustehen; dann wusch er sich den ganzen Oberkörper mit einem großen Schwamm uyd tauchte das Gesicht mit offenen Augen in kaltes Wasser. Dies hielt er zur Stärkung des Sehnervs für nützlich. Den Kaffee bereitete er sich selbst zu. Danach arbeitete er zwei Stunden lang, und niemand durfte ihn in dieser Zeit stören. Von elf UL an war er für Besuche zu sprechen. Nachdem er dann noch eine halbe Stunde Flöte gespielt hatte, rasierte er sich selbst und zog sich zum Mittagessen an. Zu diesem erschien er im Hotel stets in Frack und weißer Binde. Nach dem Essen schlief er eine Stunde zu Hause, trank dann seinen Nachmittagskaffee und unternahm darauf einen weiten Spaziergang, begleitet von seinem Pudel. Wenn es die Jahreszeit irgend erlaubte, badete er am Nachmittag im Main ™ jF ,roar e'" vorzüglicher Schwimmer. Nach der Rückkehr von feinem Spaziergange, auf dem er eine Zigarre immer nur zur Hälfte zu rauchen pflegte da er den feuchten Rest für schädlich hielt, besuchte er das Kasino oder die Lesegesellschaft, genoß m seinem Hotel eine kalte Fleischspeise und ging dann ins Konzert oder das Theater, falls er es nicht vorzog, den Abend daheim bei leichter Lek- An die Vevölkerung der Stadt Gießen. Sonntag, 20. Februar, spricht der Führer 7lSG. „Kraft durch Freude", Kreis Gießen. Theatervorstettung. Samstag, den 19. Februar 1938, Beginn 20 Ahr, KdF.-Miete, Gruppe I (10. Vorstellung) „Lady Windermeres Fächer". Komödie in 4 Akten von Oskar Wilde. Eintrittskarten zu —,90 und 1,— R2N. sind in der Verkaufsstelle Seltersweg 60 und bei den Betriebswarten erhältlich. Omnibusfahrten. Am Sonntag, dem 20. Februar 1938, findet eine Omnibusfahrt nach dem Hoherodskopf statt. Fahrkarten zum Preise von 2,40 RW. sind erhältlich Seltersweg 60. Abfahrtszeit 6'/- Ahr am Stadttheater. Am 28. Februar 1938 fahren Omnibusse zum Rosenmontagszug nach Mainz. Fahrpreis beträgt 4,40 RW. Anmeldungen Seltersweg 60. 1098D WHW., Ortsgruppe Sießen-Aord. ! Lob der Narretei. Die Tage der Narretei stehen jetzt bei vielen Volksgenossen im Vordergrund des Interesses. Viele streifen in diesen Tagen die Würde und Bürde ihrer Jahre, ihre Erfahrungen, das Schwergewicht ihrer Autorität wie ein lästiges Gewand ab und tollen und spielen in buntleuchtenden Kostümen wie Kinder. Prinz Karneval ist ein Allgewaltiger, der mit seiner Narrenmütze die festgefügte Ordnung von 52 Jahreswochen für kurze Zeit umwirft. Und wenn wir die Narren und Närrinnen in den feenhaft geschmückten Sälen hopsen und Ringelreihen spielen sehen, wird das Philosophenwort bewahrheitet: in jedem Manne ist ein Kind versteckt, das will spielen. Es muß einmal spielen, wenn der Erwachsene nicht ein Verwachsener, ein seelisch Verkümmerter werden soll. Wem die Gefahr droht, ein Gefangener seiner eigenen Arbeitsenergie zu werden, entdeckt oft erst an Karneval, daß der Arbeit die Entspannung und Erholung folgen muß. Und in den Tagen des Karnevals mischt man sich eben unter die anderen lachenden, springenden, singenden, scherzenden Menschen. Daß Ernst und Schmerz zusammengehören wie Bruder und Schwester, ist im Rheinland keine neue Lehre. Aber pjer den Expst übertreibt, verliert oft die lebendige Beziehung zur Fröhlichkeit. Und mancher Fröhliche wiederum verdient nicht den Ehrentitel eines weisen Narren. Darum rufen die Narren einen Fürsten der Narretei aus als Vorbild für die rechtverstandene Heiterkeit und Kriegsherrn im Kampf gegen Griesgram und die unfreiwilligen Narren, deren Herz ver- teinert und erstarrt ist im Hagelwetter und Sturm )es Lebens. Die Gabe, das Ernste ernst, und das Heitere heiter zu nehmen, ist vor allem im Rheinland eine weitverbreitete Kunst. Wieso gerade im Rheinland? Das Lachen kommt nicht aus übermütigem Herzen. Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Unter Regen, Donnern und Blitzen, im harten Kampf um den deutschen Rhein, der mehr blutige Tränen kostete als vielleicht in anderen Gauen um den Heimat- boden vergossen werden mußten, ist im Rheinland die Kunst des Fröhlichseins gewissermaßen zur zweiten Natur geworden. Ja, das Lachen darf nicht aus der Welt fliehen. Macht euch das Leben kostbar! Das stärkt die Kraft für die großen Aufgaben der Zeit... 0 Jetzt Möbel billig kaufen im Total-Ausverkauf Möbelhaus KOOS Marktstraße S, 1. Stock 993a Kein Laden ture und einer Pfeife zu verbringen. Er rauchte aus fünf Fuß langen Weichselrohren' der Rauch sollte sich in ihnen gehörig abkühlen. Sein Schlafzimmer durfte nie geheizt werden; nur in eine lachte Decke gehüllt, schlief er auch im Winter stets be. offenem Fenster. In der Führung der Korrespondenz war er ungemein sorgfältig und pünktlich. Peinliche Ordnung herrschte überhaupt in allen seinen persönlichen und geschäftlichen Angelegenheiten. Die Pudel und das Testament. der beteiligten Einheiten ^den Verlauf der Uebung . bespricht, sammeln sich die Truppenteile zur Verpflegung und zur Vorbereitung des Heimmarsches in ihre Garnisonen. Während' des ganzen Tages hatten alle Truppen auf dem verschneiten und zum Teil auch vereisten Gelände große Strapazen auf sich nehmen müssen. Um die Mittagsstunden machte dann noch Tauwetter den Ackerboden rech) „anhänglich". Besonders die Infanterie und die Motorisierten waren wiederum die Träger der Hauptlast des Kampfes. Damit ist aber nicht gesagt, daß den andere^ Männern etwas „geschenkt" worden wäre. Sie alle haben durch ihre große und schneidige Einsatzfreudigkeit erneut dargetan, daß die Waffe auch ihrer Einheiten scharf und schlagbereit ist im ' Dienste für Führer, Volk und Vaterland Und mit diesem starken Gewinn des Uebungstages wird die gestrige Winterübung stets eine schöne Erinnerung für alle Beteiligten bleiben. B. Interessante Maschinen-Neukonstruktion bei Heyligenftaedt. Von der Medizinischen Fakultät: Gibt es einen hormonal gesteuerten Scheidenzyklus beim Neugeborenen? ' Von der Veterinärmedizinischen Fakultät: 23er« gleichend-anatomische und -histologische Untersuchung der Hüftdarmeinmündung und deren Umgebung bei den Haustieren und Versuch einer funktionellen Deutung der Unterschiede. Von der Philosophischen Fakultät: 1. Aus dem Gebiet der Griechischen Philologie: Die Reste der verlorenen Werke des Hesiodos sind zu sammeln, - 3u ordnen und zu erklären. — 2. Aus dem Gebiet der Englischen Philologie: Das Problem der Heranwachsenden Jugend im Spiegel des zeitqenössi- schen englischen Romans. — 3. Aus dem Gebiet der Forstwissenschaft: Der Einfluß der forstlichen Markt- ordnung insbesondere der Holzpreisregelung auf den forstlichen Betnebserfolg ist zu untersuchen. — 4. 2ius dem Gebiet der Nationalökonomie: Die Der- uche zur Schaffung eines gesamtdeutschen Wirt- schaftsraumes seit Friedrich List. — 5. Aus dem Gebiet der Landwirtschaft: Rationelle Eiweißver« Wertung durch neuzeitliche Methoden der Tierzüchtung und Tierernährung. Wer sich um einen Preis bewirbt, muß minde- stens in einem der beiden auf die Stellung der Ausgabe folgenden Semester an der Universität Gie- tzen immatrikuliert gewesen sein. Jede Bewerbunqs- schrist darf nur einen Verfasser haben. Die Bewerbungsschrift ist in der Sprache abzufassen, in ber die Aufgabe gestellt ist. Auf dem Titel ist fcin Kennwort anzubringen. Die Bewerbunqsschrift ist bis zum Io. Februar 1939 einzusenden unter Beifügung eines verschlossenen, mit dem Kennwort der Arbeit versehenen Briefumschlags, der die Aufgabe Schopenhauer persönlich. Zum 150. Geburtstage des Philosophen. Mit freundlicher Genehmigung des Verlages Philipp Reclam jun., Leipzig, veröffentlichen wir folgende Abschnitte aus der Schopenhauer-Biographie von Dr. O. F. Damm (Unioersal-Bibliothek Nr. 5388 bis 5390). Aeußere Erscheinung. 2las einem Bericht des französischen Staatsmannes Foucher de Careil: Als ich Schopenhauer zum ersten Male im Jahre 1839 an der Tadle d'hüte im „Englischen Hofe" zu Frankfurt sah, war er bereits ein Greis. Sein blaues, lebhaftes Auge, seine dünne Lippe, welche ein feines, sarkastisches Lächeln umjpieltb, seine weite, von zwei weißen Haarlocken e-ngerahmte Stirne drückten der von Geist und Boshaftigkeit sprühenden Physiognomie das Siegel des Adels und der Vornehmheit auf. Seine Kleider, seine Spitzenkrause und weiße Krawatte er- innerten an einen Greis aus dem Ende des Zeitalters Ludwig XV.; seine Manieren waren die eines Mannes aus der guten Gesellschaft. Sehr zurückhaltend und von einem oft bis zum Mißtrauen gehenden Naturell, verkehrte er bloß mit seinen intimsten Freunden, ober den Frankfurt besuchenden Fremden. Seine Bewegungen erreichten in der Konversation oft eine außerordentliche Lebhaftigkeit. Ur haßte die eitlen Wortgefechte, dafür aber wußte -er um so mehr den Reiz eines gründlichen und geistvollen Gespräches zu würdigen. Er beherrschte und sprach mit gleicher Fertigkeit vier Sprachen: das Französische, Englische, Deutsche, Jtalieniscbe und so ziemlich auch das Spanische. Wenn er sprach verbrämte er den etwas rauhen deutschen Kanevas mit seinen glanzenden lateinischen, griechischen, fran- zosischen englischen und italienischen Arabe-ken S-m G-Iprach sprudelte nur (o non wltzigen Sin: fQUen, 3UQten und interessanten Details und ließ die Stunden vergessen; manchmal lauschten ihm feine intimen Freunde bis Mitternacht, ohne daß sie ein Augenblick der Müdigkeit überkam oder das Feuer feines Blickes erlosch. Seine ausdrucksvollen Worte fesselten die Zuhörer, sie malten und analy- ^MU-jMerch; em Hauch von Empfindsamkeit vermehrte noch das Feuer seiner Beredtsamkeit Vor allem zeichnete sich sein Gespräch durch eine seltene Klarheit aus. Ein Deutscher, der viel in Abessymen gereift war, war ganz erstaunt, als ihm Schopenhauer die verschiedenen Krokodilarten so detailliert geschildert hatte, 'daß er anfangs glaubte cs mit einem alten Reisegefährten zu tun zu haben. Glück- Schopenhauer hielt sich regelmäßig einen Pudel, Den er „Atma" benannte, der ihn auf allen feinen Spaziergängen begleitete, und den er nach dessen Ableben sofort durch einen neuen ersetzte. Bilder der verschiedenen Pudel — schwarze, weiße und braune — schmückten die Wände seines Arbeitszimmers. Gegenüber der Schlechtigkeit der Men- jchen pries er die Anhänglichkeit der Hunde, deren treuen Blick und Intelligenz. ,Jn feinem Testament bestimmte er ein Kapital von dreihundert Gulden für die Verpflegung seines Hundes. Dieses Geld sollte zuerst seiner alten Haushälterin Margarethe Sch n e p p angeboten werden. Wenn diese bas Tier nicht an sich nehmen wolle unb es auch mehrere namhaft gemachte Freunbe bes Erblassers ablehnten, -für ben Pudel zu sorgen, dann sollte das Geld „irgend einem Ehrenmanne" zufallen, „der mein 2Inbenfen ehrt und meinen Hund zu sich nehmen will". Tatsächlich hat Schopenhauers letzter Pudel an Margarethe Schnepp eine treue Pflegerin qe- runöen. Sie zog mit ihm nach ihrem Geburtsort Heidelberg und verzehrte dort die ihr von dem -Philosophen wegen „ihrer langen und treuen pienfte" ausgesetzte jährliche Leibrente von drei- hilndertfunfzehn Talern. Als mehrere Jahre nach Schopenhauers Tode der mit ihm befreundet ne= roefene Stadtrat B e ck aus Frankfurt nach Heid'el- berg ’am, lief ibm plötzlich aus einer Seitengasse " ""erPudel nach sprang an ihm in die Höhe vor. Freude nicht zu lassen. Bald Ä h ehemalige Haushälterin, begrüßte den etabtrat unb sagte: „Sehen Sie nur bas Vergnügen von bem Tier! Der kennt Sie noch" 'N beweglichen Klagen darüber, wie einsam sie sich nach dem Tode Schopenhauers fühle, und meinte im Andenken an ihren guten Herrn . Leicht hatte sie es bei feinen Lebzeiten übrigens nicht gehabt Sie wußte sich aber in feine ßaunen und die Heftigkeit feines Charakters zu fugen und erklärte einmal demselben Stabtrat Beck Schopenhauer schreie sie wohl manchmal fürchterlich au, aber er meine es nicht böse ... — Die Februarnummer ber „berliner M 0 - natshefte" (Berlin W15, Quaderverlaq August Vach) veröffentlicht einen grundsätzlichen' Beitrag über bas Thema: „Zur deutsch-französischen Ver- Itanbigung über Lehrbücher". Diese Arbeit, die m erfter Linie alle Lehrer angeht, nimmt zu einer tfrage Stellung, die feit Jahren führende Persön- lichkeiten Frankreichs und Deutschlands bewegt Der erste, im Dezember 1935 unternommene Versuch in biefer Richtung, an dem Historiker beider Länder beteiligt waren, um eine Verständigung über die ©runblimen der deutsch-französischen Geschichte ber letzten Jahrhunberte zu finden, ist nur bis zu einem geringen Grab gelungen. Aber immerhin hat bieses Beispiel gezeigt, welche Methoben anwendbar sind unb wo bie Grenze für eine „verpflichtende Erni- aunfi zu suchen ist. Mit Recht wird in dem Aus- aS «esag : „Jedem Volke ist Geschichte das Lied seines 00 kischen Heldentums.Nie wird ber He!b des einen auch der Held bes anbern fein. Nicht in gleich’ machenden Formeln erkennen wir die wirkliche und notwendige Entgiftung. Sie liegt vielmehr in der Besserung des Tones ber Darstellung ber Völkerbeziehungen. Wenn wir erreichen, daß offenkundige &eLf^rba^nt b,e bewillige Herabsetzung und Verächtlichmachung vermieden wird, dann ist ein r^Ä^ber^ Verständigung errungen, ber hoch einzu» WHW. OrtSqruppe Gießen-Off. Belr.: WHW.-Pfundspenbe. Die Sammlung wird Dienstag, 22., und Mittwoch, 23 Februar, von ber NS.-Frauenschaft burdp geführt. Alle Volksgenossen, die in ber Lage sind, bas WHW. zu unterstützen, werben bringend gebeten, sich nicht auszuschließen. Der Inhalt ber Päckchen ist außen sichtbar anzugeben. Es sind in erster Linie zu spenden Mehl, Hülsenfrüchte. Graupen, Nudeln, Makkaroni, Zucker, Grieß, 2Vurstwaren und Konserven. NSDAP., Ortsgruppe Gießen-Nord. Am Montag, 21. Februar, finden um 20.30 Uhr folgende Zellenabende statt: Zelle: 1, 2, 3 im Restaurant „Frankfurter Hof", Lindengasse, Zelle: 6, 9, 10 im Restaurant ,Gambrinus". Wetzsteingasse. Sämtliche Parteigenossen, Parteianwärter und Mitglieder der DÄF., NSV. und NS.-Frauen- schaft innerhalb der Zellenbereiche haben an diesen Abenden teilzunehmen und sich pünktlich in chrem zuständigen Lokal einzufinden. Bund Oeuffdier Mädel. rNädelgruppe 1/116, Gießen-Süd. Belr.: Iugendfilmslunde. Zur Jugendfilmstunde am Sonntag, 20. Februar, um 9.15 Uhr, mit 20 Pf. am „Hessischen Hof". Preisaufgaben der Universität Gießen für das Jahr 1938/39. §ür das Jahr 1938/39 werden folgende Preisaufgaben gestellt: Von der Theologischen Fakultät: Die päpstliche Verdammung Meister Eckharts ist auf Grund der Neuoeröffentlichungen textkritisch und sachkritisch darzustellen und zu beurteilen. Von der Juristischen Fakultät: Die Verantwortlichkeit für den eigenen Geschäftsbereich. Volksgenossen im Bereich der Ortsgruppe Gießen-Nord, die keine Gelegenheit haben, die Uebertragung der Reichstagsrede mit abzuhören, können in nachfolgenden Lokalen zum ~ schastsempfang erscheinen: Schopenhauer-Anekdote. -Als Schopenhauer seine Erstlingsschrift "Ulberxbte ö,erfad)e Wurzel des Satzes vom zureichenden Grunde" beendet hatte und ein Exemplar ^infJ/r‘rner einer damals vielgelesenen Schriftstellerin, überreichte, sagte diese, auf den Titel Mutend: „Das ist wohl etwas für Apotheker?" Schopenhauer entgegnete, man werde seine Bücher noch lesen, wenn von den ihrigen kaum mehr ein Exemplar in einer Rumpelkammer stecken werde Schlagfertig gab ihm die Mutter zurück: „Von den dein,gen wird dann noch die ganze Auflage zu haben stin Das Merkwürdige war, daß in diesem Streit ™«nb Sohn recht behielten. Dreißig Jahre nach dem Erscheinen von Schopenhauers Hauptwerk „Die Welt als Wille und Vorstellung" waren erst wenige Exemplare davon verkauft, und der größte Teil der ersten Auflage wurde zu Makulatur gemacht, damit, wie der Verleger sich ausdrückte, „er doch wenigstens einen Nutzen davon hätte". Wiederum .zehn Jahre spater aber war das Werk weltberühmt geworden. Die neue Gesenkfräsmaschine. — (Werkaufnahme.) In der Werkzeugmaschinenfabrik von Heyligen- staedt am Aulweg ist in außerordentlich schwieriger Konstruktions- und in sorgfältiger Werkmannsarbeit eine neuartige Maschine vollendet worden. Es handelt sich bei der neu konstruierten Maschine um eine Gesenkfräsmaschine nach dem Kellerschen Prinzip. Unter Gesenken versteht man Preß- und Stanzfor- men aus härtestem Stahlmaterial, mit deren Hilfe die mannigfachstes Maschinenteile, wie auch viele andere Gegenstände unseres Bedarfes der Wirtschaft und des Haushaltes in einem Form-, Preßoder Stanzvorgang hergestellt werden können. Diese Gesenke mußten bisher meist in zeitraubender, rein handwerklicher Arbeit aus Stahl herausgearbeitet werden. Mit Hilfe der neuen Maschine können nun diese Gesenke auf vollautomatische mechanische Art hergestellt werden in der Weise, daß ein sehr feinfühliger Taststift das vorliegende Holz- oder Gipsmodell minutiös in drei Dimensionen (senkrecht, waagrecht und in der Tiefe) abtastet, während ber Fräser mit großer Kraft bie vom Stift abgetasteten Formen bes Mobells aus bem Stahlwerkstück herausarbeitet. Die Maschine ist außer- orbentlich kompliziert, sie ist mit sieben Motoren ausgestattet, wirb von einer umfangreichen elektrischen Schaltanlage aus gesteuert, arbeitet nach btm Willen bes bebienenben Meisters ganz langsam ober ganz schnell, sie kann aber auch so eingestellt werden, daß sie nächtelang ohne Aufsicht ihre sorgfältige Arbeit verrichtet. Die Maschine wird jetzt auch auf der Leipziger Messe gezeigt. gis. Hattenrod, 18. Februar. In unserer Gemeinde begann der Reichsmütterdienst einen Kursus in Gesundheitslehre und häuslicher Krankenpflege. Schwester Jofesine Englert wird den Lehrgang durchführen. Bornoiizen. Tageskalender für Samstag. Stadttheater: 20 bis 22.30 Uhr ,£abn Windermeres Fächer". — Gloria-Palast (Seltersweq)- Urlaub auf Ehrenwort". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Geheimnis um Betty Bonn". — Sänger- kranz: Fe—de—Fe, Gesellschctftsverein. — Höhere' Pnoatschule Gießen: 17 Uhr Lichtbildervortraq im Kathol. Vereinshaus von Berthold Weiß „Siebenbürgen". — Deutsche Stdnographenschaft: 20.11 Uhr Cafe Leib, Maskenball. — Gießener Rudergesell- schast: 20.30 Uhr Cafe Schwarz. — Oberhessischer Kunstverein: 17 bis 18 Uhr Ausstellung im Turmhaus am Brand. Tageskalender für Sonntag. Stadttheater: 19 bis 21 Uhr „Einmaliger Tanzabend der Tanzgruppe des Stadttheater". — Gloria- Palast (Seltersweg): „Urlaub auf Ehrenwort". — Lichtsp^lhaus (Bahnhofstraße): „Geheimnis um -öetti) Bonn . — Familienabend der Lukasgemeinde im Lukassaal: 20 Uhr Lichtbildervortrag Pfarrer i. R. Büchner „Wichern und das Rauhe Haus" — Oberhessischer Kunstverein: 11 bis 13 Uhr Ausstellung im Turmhaus am Brand. Stadttheater Gießen. m Heute um 20 Uhr findet eine Widerholung ber Gefellschaftskomöbie „Laby Winbermeres Facher" von Oscar Wilde in der Neubearbeitung von Karl Lerbs statt. Spielleitung Hermann Schultze-Gries- Vorstellung findet gleichzeitig für die H^A%ete Gruppe I (10. Vorstellung) statt. Ende 22.30 Uhr. Heute und morgen: unsere Soldaten im Dienste des WHW.! Um für das Winterhilfswerk weitere „Munition" in Gestalt von Geld , zu beschaffen, tritt unsere Wehrmacht heute und morgen mit mancherlei 23er» anstaltungen an die Oeflentlichkeit. Zunächst wird am yeutigen Samstag ab 15 Uhr ein P r o p a g a n d a m a r s ch eines ganzen Bataillons mit sämtlichen Fahrzeugen von der Bergkaserne aus durch die Stadt vor sich gehen. Mit der Regimentsmusik an der Spitze wird das Bataillon folgende Straßen durchschreiten: Licher Straße, Ludwigstraße, Bleichstraße, fiorft - Wessel - Wall, Bahnhofstraße, Marktstraße, Schulstraße, Sonnenstraße, Seltersweg, Hindenburg- wall, Hitlerwall, Moltkestrahe, Kaiserallee. Auf dem Marsche werden Sammler der NSV. die WHW.- Abzeichen der Wehrmacht an alle Volksgenossen verkaufen. Heute abend ab 20 Uhr findet m der Volkshalle das Groß-Konzert von vier Musikkorps und vier Spielmannszügen statt, das eine erlesene Vortragsfolge bringen wird. Eintrittskarten zu 1 Mark und 50 Pf. sind noch an der Abendkasse zu haben. Das Konzert in der gut geheizten Volkshalle verspricht allen Besuchern einen schönen Genuß. Am morgigen Sonntag müssen infolge der allgemeinen Sportruhe von 11.45 bis 17 Uhr die geplanten sportlichen Wettkämpfe ausfallen. Jedoch linden am V o r m i t t a g in der Berg- und in der Artilleriekaserne militärische Vorführungen statt, die in vielfältiger Weise den Betrieb im Soldatenleben zeigen werden. Den hoffentlich vielen Besuchern wird auch alle Gelegenheit gegeben sein, selbst mit der Waffe in der Hand oder beim Fahren, Reiten usw. in der Kaserne aktiv zu sein. Jedenfalls ist für jedermann, ob Groß oder Klein, ausreichend Gelegenheit gegeben, sich beim Kasernenbesuch in fesselnder Weise zu betätigen und dafür nur eine kleine Opferspende für das WHW. in Gestalt von 20 Pf. Eintrittsgeld zu leisten. Am morgigen Sonntagabend ab 20 Uhr findet in der Volkshalle ein großer Tanzabend statt, bei dem die Militärmusik flott und eifrig zum Tanze aufspielen wird, um insbesondere der Jugend Gelegenheit zu geben, in stundenlanger ausdauernder Arbeit das Tanzbein zu schwingen. Hoffentlich finden alle diese Veranstaltungen unserer Soldaten den stärksten Zuspruch der Bevölkerung, damit ein gutes finanzielles Ergebnis für das Winterhilfswerk zustande kommt. Aufgaben der Eisenforschung. Interessanter Vortragsabend in der Gießener Hochschulgesellschast. Die Gießener Hochschulgesellschaft vereinigte am gestrigen Freitagabend im Saale des Studentenhauses am Leihgesterner Weg ibieber einmal viele ihrer Mitglieder und Freunde zu einer bemerkenswerten Vortragsveranstaltung. Der Vorsitzende der Hochschulgesellschaft, Or. Meesmann. hieß die zahlreichen Teilnehmer gleichzeitig im Namen der Hochschulgesellschaft, wie auch Des Vereins Deutscher Chemiker herzlich willkommen und umriß dann in kurzen Zügen das Streben der Hochschulgesellschaft insbesondere in jüngster Zeit. Dieses Streben gehe darauf hinaus, das Verständnis für die Notwendigkeiten des Vierjahresplanes zu wecken und zu vertiefen. Die bisherigen Vorträge über Deutschlands Fettversorgung, über den Walfischfang, über die Züchtung ertragreicher Nutzpflanzen und über die Versorgung Deutschlands mit Spinnfaserstoffen dienten diesem Ziele. Der heutige Vortragsabend, so schloß der Redner, wolle einmal die Aufgaben der Eisenforschung aufzeigen, die für unsere Wirtschaftsfreiheit von außerordentlicher Bedeutung sind. Sodann sprach der Redner des Abends, Prof. Dr. phil. $. Körber, der Direktor des Kaifer-Wilhelm-Jnstituts für Eisenforschung in Düsseldorf über das Thema: „Aufgaben der Eisenforschung in Gegenwart und Zukunft." In einem kurzen Rückblick auf die Geschichte des Eisenhüttenwesens kennzeichnete der Vortragende deren Entwicklung in den vergangenen Jahrhunderten auf einer rein erfahrungsmäßigen Grundlage. Erst um die Wende des 18. zum 19. Jahrhundert hält mit der Einführung der chemischen Analyse wissenschaftliche Arbeitsmethodik Einzug in die Eisenhütte und schafft die ersten Grundlagen über die Zusammensetzung der Grundstoffe und Erzeugnisse und die stofflichen Aenderungen bei den Erzeugungsprozessen von Eisen und Stahl. Von einer planmäßigen und geschlossenen wissenschaftlichen Forschung kann aber erst auf Grund der seit etwa der letzten Jahrhundertwende sich entwickelnden physikalisch-chemischen Forschung gesprochen werden, auf deren Grundlagen sich die wissenschaftliche Metallkunde und in den letzten Jahren eine Durchforschung der metallurgischen Erzeugungsverfahren entwickelte. Der Vortragende schilderte, wie sich die For- schunasarbeit des Kaiser - Wilhelm - Instituts für Eisenforschung in Düsseldorf in den Rahmen des dadurch bedingten Aufgabenkreises einordnet mit dem Ziel einer planmäßigen Durchforschung der Erzeugungs- und Derarbeitungsgänge der Eisenindustrie und einer Prüfung der Eigenschaften der Erzeugnisse unter Zuhilfenahme der verschiedenen in den modernen Naturwissenschaften entwickelten Arbeitsmöglichkeiten und gewonnenen Erkenntnisse. Er behandelte die Erforschung des Aufbaues der für die Verhüttung in Frage kommenden Erze, die Entwicklung neuer Wege zu deren Vorbereitung für die Verhüttung, die besonders für die eisenarmen deutschen Erze in der heutigen Zeit von überragender Bedeutung sind, durch die Erzabteilung des Instituts. Die Derhuttungsverfahren im Hochofen und im Stahlwerk sind Gegenstand der Arbeiten der metallurgischen Abteilung, deren Bemühungen im Verein mit dem physikalisch-chemischen Laboratorium in erster Linie auf eine Klarstellung der Gesetze des Ablaufs der metallurgischen Grund- reaktione'n und auf eine Verbesserung der Güte der Erzeugnisse durch geeignete Führung der metallurgischen Arbeitsweisen hinzielen. Die mechanisch- technologische Abteilung erforscht die Vorgänge bei der bildsamen Verformung des Stahles bei der Weiterverarbeitung, während die Arbeiten der mechanischen, der physikalischen, der chemischen und der metallographischen Abteilung eine wissenschaftliche Erforschung des Aufbaues und der Eigenschaften der Fertigerzeugnisse und deren Beeinflussung durch mechanische und thermische Behandlung bei der Weiterverarbeitung zum Ziel haben. Der Vortragende hob dabei besonders hervor, wie sich diese Forschungsarbeiten in den durch den Dierjahres- plan dem deutschen Eisenhüttenmann gestellten Aufgabenkreis einorbnen. Die vom Vortragenden gezeigten Lichtbilder vermittelten gleichzeitig einen Einblick in die formschön gestalteten und zweckmäßig eingerichteten Laboratorien und Werkstätten des in den Jahren 1934/35 errichteten Neubaus des Instituts. Die Zuhörer folgten dem Vortrag mit gespannter Aufmerksamkeit und dankten mit herzlichem Beifall. Der Leiter der Hochschulgesellschaft schloß den Abend mit herzlichen Worten des Dankes an den Redner. des Verfassers und seiner Adresse enthält. Die Sendung ist an die F a k u l t ä t zu richten. Bei der feierlichen Rektoratsübergabe am 1. April 1939 verliest der Rektor die Urteile und verkündet die Namen der preisgekrönten Bewerber. Reichsberufswettkampf in Gießen. Eine der größten Wettkampfgruppen, „Der Deut che Handel", beginnt am nächsten Dienstagvormittag mit dem Wettkampf für alle Lehrlinge in Groß-Einzelhandel und Industrie, die im ersten und dritten Lehrjahre stehen, in der Oeffentlichen Handelslehranstalt am Oßwaldsaarten zu Gießen, zu gleicher Zeit auch für die Erwachsenen. Arn Mittwoch, 23. Februar, kämpfen alle Lehrlinge des zweiten Lehrjahres mit den Junggehilfen (Kl. 5) in der Kaufmännischen Berufsschule in der Liebig- straße, ferner am gleichen Tage die Werbefachleute im Hause der Deutschen Arbeitsfront. Der 24. Februar ist für die Handelsschüler vorgesehen, außerdem werden an diesem Tage die praktischen haus- wirtschastlichen Wettkämpfe aller weiblichen kaufmännischen Lehrlinge und Angestellten in der Gewerblichen Berufsschule durchgeführt. Musikalische Abendfeier in der Zohanneskirche. Am Sonntag, 20. Februar, 17 Uhr, findet die 26. Musikalische' Abendfeier statt. Sie bringt von I. S. Bach: Das a-mo!I-Konzert für Violine und Orchester und die Kantate: Jesus nahm zu sich die zwölfe: von Hch. Schütz zwei Werke für Solostimmen und Chvr: Der Pharisäer und Zöllner und der Sämann. Die Solovioline spielt A. Rein. Die Solostimmen werden gesungen von E. Fleischhauer, Paß: F. La un, Tenor; I. Adam, Alt; M. N e b e 1 i n g , Sopran. Das Orchester wird gebildet aus Mitgliedern des Städtischen Orchesters; die Chorpartten singt der Kirchenchor der Gesamt- aemeinde. Die Leitung hat Johannes N e b e l i n g. Die Vortragsfolge kostet 30 Reichspfennig. Abbruch der Häuser am Kirchen- und Lindenplatz. Im Anschluß an unsere gestrige Mitteilung über den Beginn der Abbruchsarbeiten am Kirchen- und Lindenplatz sei noch bemerkt, daß seit gestern mit dem Abbruch der Häuser Kirchenplatz 8, 9 und 10 und Lindenplatz 11 und 12 durch die Firma Aber- mann begonnen wurde, die bis etwa Ende März alle Arbeiten beenden soll. Bevor die Häuser vom Erdboden verschwinden, dürsten einige Einzelheiten, wenigstens aus den letzten dreißig Jahren, fest- zuhaltcn {ein. Das Eckhaus Schloßgafse/Kirchenplatz 10, früher dem Hofkonditor Georg Lind gehörig, kam etwa 1908 in den Besitz der Stadt Gießen, das Bäckereigebäude wurde wegen Baufälligkeit bereits im Jahre 1922 abgebrochen, während sich bis jetzt noch zwei Läden und fünf Wohnungen hier befanden. Kirchenplatz 9, früher dem Kohlenhändler Emil Lotz gehörig, kam ebenfalls 1908 in den Besitz der Stadt Gießen. Im Erdgeschoß befinden sich zwei große Läden, in den oberen Geschossen sechs kleinere Wohnungen. Der südliche Laden wurde in den Jahren 1920 bis 1922 als Lesehalle und als Geschäftszimmer des Verkehrsvereins benutzt. Im Frühjahr 1927 brach in dem Anwesen ein Brand aus, der den ganzen Mock eingeäschert hätte, wenn er bei Nachtzeit entstanden wäre. Kirchenplatz 8, Vorbesitzer Kann, kam etwa zur gleichen Zeit in städtischen Besitz und enthält einen Laden mit Wohnung. Lindenplatz 11, früher Gasthaus „Zum Lindenhof", Vorbesitzer Konrad Heß, kam im Jahre 1919 in städtischen Besitz und wurde nachdem für fünf Mietwohnungen eingerichtet. Lindenplatz 12, früher Musikhaus Busch, hatte vorher mehrere Besitzer gehabt. Der letzte Besitzer war Hch. Schneider. Das Anwesen kam erst Ende 1937 in den Besitz der Stadt Gießen. Es enthält zwei Läden und vier Mietwohnungen. Nach Beendigung der Abbrucharbeiten soll mit dem Bau der neuen Gebäude begonnen werden. Größerer Bedarf an Dolksschullehrerinnen und Lehrern. LPD. Wie der Reichsstatthalter in Hessen — Landesregierung — in einem Erlaß an die Direktionen der öffentlichen und privaten Schulen (Voll- anstalten) bekanntgibt, gehört die zweijährige Ausbildung für den Volksschuldienst weiterhin zu den aussichtsreichsten Studiengängen. In den nächsten Jahren ist mit einem größeren Bedarf an Volks- schullehrerinnen und Lehrern zu rechnen. Das Studium an der Hochschule für Lehrerbildung ist gebührenfrei. Außerdem stehen für besonders bedürftige Studierende Mittel zur Verfügung. Die Aussichten, alsbald nach dem nur viersemestrigen Studium in bezahlte Verwendung an der Volksschule zu kommen, sind sehr günstig. »Es ist zweckmäßig, den Arbeitsdienst vor Beginn des Studiums abzuleisten. Die nächste Einschreibung zum Studium für das Volksschullehramt und für das höhere Lehramt an der Hochschule für Lehrerbildung in Darmstadt findet zu Beginn des Wintersemesters 1938/39 statt. / Fröhliche Fahrt zum Hoherodskopf! Man berichtet uns: Wie im vergangenen Jahre, fo unternahmen auch in diesem Jahre die Professoren und Studenten der medizinischen Fakultät eine gemeinsame Fahrt zum Hoherodskopf. Am Donnerstag gegen 9 Uhr wurde bei herrlichstem Winterwetter gestartet. Gegen 11.30 Uhr war nach schöner Fahrt durch die herrliche Winterlandschaft der Hoherodskopf erreicht. Diejenigen, die ihre Ski mithatten, waren natürlich von diesem Moment an vorerst nicht mehr zu sprechen, während die andern bald in Schneeballschlachten verwickelt waren. Zwischen 13 und .13.30 Uhr war alles bei einer gut-- schmeckenden Erbsensuppe im Restaurant vereint. Hier begrüßte zunächst Professor Herzog, als Organisätor, alle Teilnehmer herzlich und schilderte in einem netten Gedichtchen die Sorgen, aber auch die Freuden bei der Vorbereitung für diese Fahrt. Professor Seifer, als Dekan der medizinischen Fakultät, dankte allen, die zum Gelingen dieses schönen Tages beigetragen hatten, und gab der Hoffnung Ausdruck, daß diese Fahrt von nun an cm dauernder Bestandteil im Programm des Wintersemesters bleiben möge. Darauf ging es hinaus zu sportlichem Wettstreit, denn man hatte nicht versäumt, eine interne Meisterschaft der Fakultät im Lang- und Abfahrtslauf auszuschreiben. Den Langlauf über 2,5 Kilometer gewann bei den Damen Fräulein Herzog vor Fräulein Reuter und Fräulein Hwnig, bei den Herren P. Pitzen vor H. H. Weber und W. Schäfer, den Abfahrtslauf Fräulein K ü b l e r vor Fräulein Pauly. Fräulein C e r m a k und Fräulein Honig, bzw. H. H. W e b e r vor H. Schmidt, P. P i tz e n und Prof. Bernhard. Die „Fußgänger", die Start und Ziel umsäumten, und sich auch zum Teil an der Strecke aufgestellt hatten, sparten natürlich nicht mit eifrigen Anfeuerungen und Beifall. Manchen verbissenen Kampf gab es auf den letzten hundert Meter beim Langlauf und manchen unfreiwilligen Sturz beim Abfahrtslauf. Anschließend vergnügten sich dann alle noch eine Weile bei munterem Spiel, wobei sogar der eine oder andere „Fußgänger" sein kostbares Leben ein Paar Ski anoertraut haben soll, was natürlich jedesmal mit einem bösen Sturz endete. Langsam war es aber draußen doch bitter kalt geworden, und im Restaurant sah man immer mehr verfrorene Gesichter auftauchen. Eine warme Tasse Kaffee half dann schnell über die Kälte hinweg, und als sogar zum Tanz aufgespielt wurde, taute alles wieder richtig auf. So verflog bei gemütlicher Unterhaltung der Rest des schönen Tages allzu schnell, an den sicher alle noch oft zu- rückdenken werden. Um 22 Uhr landete man wohlbehalten, wenn auch etwas müde, wieder in Gießen. Nie Lungenwurmseuche des Wildes. In der zweiten Vorlesung der Vortragsfolge über „Wildkrankheiten" behandelte Prof. Dr. Krause das Gebiet der Invasionskrankheiten, d. h. der Krankheiten, die durch Schmarotzer hervorgerufen werden, also durch Tiere, die in ober auf dem Wilde leben und dort ihre Nahrung suchen. Sie rufen nicht wie die Erreger von Infektionskrankheiten unmittelbar und von vornherein Krankheiten hervor: vielmehr treten diese erst als Begleit- und Folgeerscheinungen des Daseins der Schmarotzer auf. Unter diesen Parasiten verdienen die Lungenwürmer eine besondere Beachtung, die mitunter beim Rehwild und beim Hasen sehr große Verluste verursachen. v In einer Darstellung des Körperbaues und der Entwicklung des Lungenwurmes des Rehes (Dic- tyocaulus viviparus) zeigte der> Vortragende vor allem die „Schwächemomente" im" Entwicklungsgänge auf, in denen eine Bekämpfung die meiste Erfolgsaussicht bietet. Das Vorhandensein der Würmer und der Wurmbrut führt zu Kreislaus- ftörungen, Atmungsbehinderung, wohl auch zur ungünstigen Beeinflussung des Wirtskörpers durch die Ausscheidungsstoffe der Schmarotzer. Diese Er- schienungen aber können zum Kümmern oder Eingehen des Wildes führen. Feuchte und milde Witterung im Herbst und Winter begünstigt die Krankheit, kalter Winter dämmt sie ein. Eine unmittelbare Ueberfragung von Wild zu Wild (Ansteckung) ist nicht möglich. Die Larven müssen immer erst mit der Aesung ausgenommen werden. Chemikalien, wie z. B. Düngesalze, auch Jauche, können die Larven in bestimmten Stadien im Ackerboden ab- töten. Gute Ernährung des Wildes macht dieses widerstandsfähig, kümmernde Stücke sind der Kugel verfallen. Kurz gestreift wurde noch die Lungenwurmseuche des Hasen, dessen Erreger interessanterweise eine Schnecke als Zwischenwirt zu seiner Entwicklung braucht. Wie bei der Bekämpfung der Leberegelseuche kann also der Kampf gegen die Schnecken die Gesundheit des Wildes weitgehend beeinflussen. Die dritte (und letzte) Vorlesung findet am Donnerstag, dem 24. Februar, statt und behandelt das für den Jäger so wichtige Thema der „Seuchenhaften Erkrankungen des Hasen". Gießener wochenmarktpreise. * G i e ß e n, 19. Febr. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, % kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenblttter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 13, Klasse A 12%, Klasse C 11%, Klasse D 10%, Wirsing, V- kg 12, Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 10 bis 12, gelbe Rüben und Karotten 10 bis 12, rote Rüben 12 bis 15, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 15, Rosenkohl 25 bis 28, Feldsalat, Vio 9 bis 10, Tomaten, % kg 40 bis 50, Zwiebeln 9 bis 10, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 40, Rhabarber 25, Kartoffeln, % kg 5 Pf., 5kg 45 Pf., 50 kg 3,25 bis 3,75 Mark, Aepftl, % kg 10 bis 25, Birnen 15 bis 25 Pf., Hähne 1,10 bis 1,25 Mark, Suppenhühner 90 Pf. bis 1 Mark, Enten 1,20 Mark, Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., Blumenkohl 50 bis 60, Salat 20 bis 30, Endivien 10 bis 25, Lauch 5 bis 8, Sellerie 10 bis 35, Rettich 5 bis 10 Pf. ** Aufnahme in die Schule. Die Aufnahme der Mädchen findet am Montag, 28. Februar, von 9 bis 11 Uhr, in der Schillerschule statt und nicht, wie bereits in der Bekanntmachung vom 12. Februar mitgeteilt wurde, am Donnerstag, 24. Februar. Die Aufnahme der Knaben findet am Donnerstag, 24. Februar, von 9 bis 11 Uhr, in der Alten Pestalozzischule statt. ** Die Schädlingsbekämpfung im Dbftbau betrifft eine Bekanntmachung des Oberbürgermeisters, in der zur Beseitigung abgängiger Bäume und Sträucher, zur Bekämpfung von Schädlingen und zur Durchführung der Wmterspritzung aufgefordert wird. ** Neuverpflichtungen im Stadt- theater Gießen. Für die Spielzeit 1938/39 wurden an das Stadttheater Gießen verpflichtet: Kurt Haars vorn Stadttheater Bonn als 1. Charakterkomiker, Hans Schlick vom Nordmark- Landestheater in Schleswig als 1. Chargenspieler: Margot Eickhoff, Berlin, als jugendliche Salon- dame und Heldin, Annelieje Sch lo cd er vom »sradttheater Hagen als Sentimentale, Friedrich Gründ ah l von der Staatlichen Schauspielschule Hamburg als Anfänger. Aus der engeren Heimat. Landkreis Gießen. ch Beuern, 17. Febr. Der 0 b ft- und Gar« tenbauoerein vereinigte seine Mitglieder unter Leitung seines Vereinsführers Baumwart Wilhelm Stein im Lokal des Gastwirts Ranft zur Jahresversammlung. Der Vereinsfiihrer erstattete den Jahresbericht, der Rechner Wilhelm Otto einen günstigen Bericht über den Stand der Vereinskasse. Nach Dankesworten und Entlastung des Vorstandes und des Rechners sprach der Vereinsführer über das Thema „Schädlingsbekämpfung und Vogelschutz". Im weiteren Verlaufe der Versammlung wurde die Durchführung einer Reihe von Maßnahmen zur Schädlingsbekämpfung beschlossen. Die Arbeiten werden auf Kosten der Baumbesitzer aus- geführt. Mit einer Verlosung von Steinobststämmchen wurde die Versammlung geschlossen. Dem Verein gehören zur Zeit 44 Mitglieder an. 4- Grünberg, 18. Febr. Der hiesige Volks- bildungsoerein hielt im Hotel „Hirsch" seine Hauptversammlung ab. Wie der Vorsitzende, Berufsschullehrer Gengnagel, betonte, sieht der Verein seine Hauptaufgabe in der Betreuung der Volksbücherei. Der Büchereileiter, Reallehrer i. R. K a h l b a ch , erstattete Bericht über den Stand der Bücherei, die in einem Zimmer des Rathauses untergebracht ist. Danach sind in den zwei letzten Jahren 44 Bände neu hinzugekommen, so daß der letzte Band der Bücherei die Nummer 1550 trägt. Der tatsächliche Bestand beträgt jedoch nur 1355 Bände, denn eine Anzahl Bücher sind in den 19 Jahren des Bestehens der Bücherei in Verlust geraten, andere mußten infolge zu starker Abnutzung ausgeschieden, ebenso mußten auf Anordnung der staatlichen Landesstelle für das Büchereiwesen eine große Zahl in- RUHL Seilersweg Nr. 67 I adiO Telephon Nr. 3170 I eparaturen l88?ü S folge ihres Inhalts ober ihrer Verfasser entfernt werden. Die Rechnung für 1937 ergab eine Einnahme von 271,02 Mark und eine Ausgabe von 231,41 Mark. Die Stadt hatte einen Zuschuß von 40 Mark gewährt. Es soll darum nachgesucht werden, diesen Betrag jedes Jahr zu erhalten. Da die Zahl der Mitglieder wiederum einen Rückgang auf« weist und gegenwärtig nur noch 23 beträgt, soll eine Werbung neuer .Mitglieder unternommen werden. Der Jahresbeitrag beträgt 2 Mark. Bücherwart Hrch. Schmidt berichtete über seine Tätigkeit. Der Durchschnittssatz der Ausleihungen beträgt etwa 40 Bände. Ausgegeben sind 98 Lesekarten. Erfreulich ist auch die starke Benutzung der Bücherei durch die Jugend. In den Vorstand wurde neu gewählt Studien rat Dr. Fühler. Der Vorsitzende dankte zum Schluß dem Bücherwart Schmidt und seinen beiden Helferinnen Dina Michel und Doris Gengnagel für ihre Arbeit bei der Bücherausgabe. — Auf Veranlassung des Reichskolonialbundes fand in der Turnhalle eine Versammlung statt, in der Prof. Hummel (Gießen) über das Thema „Warum brauchen wir Kolonien?" sprach. Eine Anzahl Lichtbilder, die der Redner vor einer Reihe von Jahren bei einer Forschungsreise in Deutsch-Südwest und Deutsch-Ostafrika ausgenommen hat, diente zur Erläuterung seiner Ausführungen. Der Gesangverein „Sängerkranz" und eine Singgruppe der Frauenschaft verschönten den Abend mit mehreren Chören. Die Versammlung war gut besucht. Holzheim, 17. Febr. Der SA. - Sturm 4 4/116 Holzheim - Lang-Göns veranstaltete einen Kameradschaftsabend, bei dem auch Gäste von der SA.-Brigade und -Standarte in Gießen zugegen waren. Der Musikzug der Standarte 222 aus Butzbach wirkte durch flotte Märsche mit. Unter Leitung des Chormeisters Sarnes brachten SA.-Kameraden aus Holzheim mehrere Lieder zu Gehör. Im Verlaufe des Abends wurden mehrere Ansprachen gehalten, weiter einige kleine Bühnenstücke aufgeführt und im übrigen bie4 Stunben mit mancherlei frohgestimmter Geselligkeit ausgefüllt. — Ueberraschend wurde hier eine Verdunkelungs- Übung durchgeführt, die in allen Teilen ausgezeichnet klappte. Anschließend wurde im Saale von Sarnes ein Film über den Luftschutz gezeigt, bei dem in einer Ansprache auf die Bedeutung des Luftschutzes hingewiesen wurde. * B e 11 e r s t) e i m, 17. Febr. Die 13jährige Schülerin Irmgard Rieb wurde gestern im Walde von einem stürzenden Baumstamm getroffen und mußte mit einer schweren Kopfverletzung in die Chirurgische Klinik gebracht werden. Kreis Marburg. * Sichertshausen, 18. Febr. Schreinermeister Scheld und Frau, geb. Hüft, können am heutigen Samstag, 19. Februar, das Fest der goldenen Hochzeit feiern. Schwere Bluttat in Frankfurt a. M. LPD. Frankfurt a. M., 18. Febr. Zwischen Gästen einer Wirtschaft in der Brückhofstraße kam es in der Nacht zum Freitag zu Streitigkeiten, die sich auf der Straße fortsetzten. Hierbei hat der 25- jährige Oswald Koscheike den 32jährigen Arbeiter Bender erschossen. Der Täter ging flüchtig. Einige Stunden später wurde in der Kruggasse von Hausbewohnern ein Einbrecher bemerkt. Die Leute alarmierten das Überfallkommando, das den Dieb festnahm. Man fand bei ihm zwei Revolver; aus der einen Waffe war, nach dem Puloerschleim zu urteilen, kurz zuvor geschossen worden. Es stellte sich heraus, daß man es bei dem (Einbrecher mit dem Koscheike zu tun hatte. Der Verbrecher wurde steckbrieflich gesucht und hielt sich in Frankfurt unangemeldet auf. Oer „Raubmordversuch" in Neuhof aufgeklärt. Der Wirt hatte selbst Hand an sich gelegt. LPD. Fulda, 17. Febr. Der Raubmordoer s u ch an einem Gastwirt in Neuhof hat durch die (Ermittlungen der Kriminalpolizei feine Aufklärung gefunden. Aus Fingerabdrücken an dem zur Tat benutzten Messer ging einwandfrei hervor, daß sich der Ga st wirt die Verletzungen selbst beigebracht hat; auch war keinerlei Geld gestohlen worden. Auf Grund des Beweis« materiale gab der Wirt schließlich zu, einen Selbstmordversuch unternommen zu haben. Der Mann war in letzter Zett öfters schwermütig. Frau Emilie Stengel, geb. Weil Zur Grohen-Linden, den 19. Februar 1938. 0763 Bekanntmachung der für alle Mädchen: 2. innigsten Dank. Familien Dr. A. Weiß und R. Praß. Großen-Linden, Schotten, den 19. Februar 1938. | Empfehlungen | im Alter von 16 Jahreh von Matthäus Althaus. Gießen f Steinstraße 55), den 19. Februar 1938. 0731 Gießen (Seltersweg 61), den 19. Februar 1938. 1086V TANZSCHULE BÄULKE Wolfstraße 31 M Me W MNM MMlvWer-NAl! 0757 1125A Bettfedern 1073 V :‘k (AWwOenko * FÜR DIE FRÜHJAHRSDÜNGUNG Allen denen, die uns beim Hinscheiden unseres teuren Entschlafenen ihre Teilnahme bewiesen, für die vielen Kranz- und Blumenspenden, sagen wir allen herzlichen Dank. Gießen, Bahnhofstraße 65; den 19. Februar 1938. Heute morgen verschied plötzlich und unerwartet meine liebe Frau, unsere gute Mutter. Schwester. Schwägerin und Tante Industrie-Bedarfsartikel aus Jute Neue und gebrauchte Säcke wendunßszweck Ankauf von gebrauchten Säcken u. Emballagen Heinrich Henkel Anna Henkel Familie Theo Borne Familie Wllh. Haas Gegen FuBbefdhwerden Donnerstag, den 24. Februar 1938, 9 bis 11 Uhr, in der Alten Pestalozzifchule, Wer- nerwall 18; Montag, den 28. Februar 1938, 9 bis 11 Uhr, in der Schillerschule, Schillerstr. 8. Miioigl Kling vormals Ward Markts traßelß Lieferant aller Krankenkassen. Damenbedienung bür die meiner heben Frau, unserer lieben Mutter, Schwiegermutter und Großmutter während ihrer Krankheit und auf ihrem Leidenswege erwiesene Liebe, Verehrung und Freundschaft sowie für die Anteilnahme und die vielen Kranzspenden beim Heimgange spreche ich gleichzeitig namens der übrigen Hinterbliebenen meinen herzlichsten Dank aus. Bei quälendem Asthma Henko H ioi c i Fernsprecher 3835 968V uns gegangen. In tiefer Trauer: Familie Wilh Schreier nebst Angehörigen. bei Ludwig Haas Gießen P/ockstr. 7 Gießen Moan Selbstfahrer zu vermieten Tel. 4335 esstD hat zu erfolgen: für alle Knaben Die Beerdigung findet am Montag, dem 21. Februar, nachmittags 31/, Uhr, vom Trauerhause, Frohnhofstrafie 21, aus statt Mit offenen Augen Drei Jungen und ein Mädel entdecken ihre Waldheimat. Don Werner Siebold 135 Selten Text und 8 fiunftbruditafeln Leinen RM. 2,85 Hugo Dermühler Verlag Berlin - Lichterfelde S l Auslieferungslager Kietzen: Zu den Mühlen Vertreter: Valentin Frey, Gleisen, Neustadt 1, TeL 2394 1095D Henkel's Wasch- und Bleich-Soda Einlagen nach Maß aus dem neuen Fachgeschäft Johann FROHN Marktplatz 19 - Fernruf 3004 Kassenlieferant! 1067 A Tanz- Unterricht! Am Dienstag, dem 22. Februar abends 8 Uhr, beginnt ein neuer TANZKURSUS Gefällige Anmeldungen erbeten. Bei der Anmeldung ist der Impfschein und bei auswärts geborenen Kindern auch der Geburtsschein mitzubringen. Die Schulpflicht besteht für alle Kinder, die bis zum 1. Mai 1938 das 6. Lebensjahr vollendet haben. Es können jedoch zu derselben Zeit auch solche Kinder angemeldet werden, die bis zum 30. September 1938 das 6. Lebensjahr vollenden, und die geistig und leiblich als schulreif erkannt werden. Ein weiterer Termin für die Schulaufnahme findet nicht statt. Gießen, den 9. Februar 1938. Stadtschulamt. I. V.: Nebeling. Für die wohltuenden Beweise herzlicher Anteilnahme beim Heimgange unserer lieben Entschlafenen Frau Anna Walter Wwe. DANKSAGUNG Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unseres lieben Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege unseren aufrichtigsten Dank. Wilhelm, Konrad und Johannes Walter Großen-Buseck, den 19. Februar 1938. Die Beerdigung findet am Montag, dem 21. Februar, nachmittags 2a/. Uhr auf dem Neuen Friedhof statt. 0754 Mult (BtolfW in AMU. Die Anmeldungen der Knäben und Mädchen für die Sexta des kommenden Schuljahres werden vom 24. bis 26. Febr. in der Zeit von 15 bis 18 Tlhr (Ludwigstrahe 1) entgegengenommen. Hierbei sind vorzulegen: Geburtsschein, Impfschein und Abgangszeugnis der Volksschule. Der Leiter der Oberschule in Hungen: Studienassessor Kratz. tohta nach Haß aus dem altbewährten FacliSescMH geb. Gewähr für guten Sitz Rundfunk- Geräte-Röhren Reparaturen durch 75gD AavioKögel Bahnhofstr. 67 kein Laden Fernspr. 2980 Hartbrennholz ä Wagen 5 Mk., Anmachholz ä Wagen 6 Ml., 1 Sack Anmachholz 1 Mk frei Keller. r92d J. Wellhöfer, Televbon 2313, Marli Str. 24. Am Freitagmittag 12 Uhr ist unser lieber Rudi Die Anmeldung der mit Beginn des neuen Schuljahres (21. April 1938) schulpflichtig werdenden Kin- 915C jchronischerDerschleimung,Lufttöhreokatarrh, hartnäefiger Bronchitis und Husten haben sich Dr. Sociher-Tobkettea auch m alten Fällen erfolgreich bewahrt. Erprobtes, nn- schäöliches, kräuterhaltiges Heilmittel. Enthält I erprobte Wirkstoffe. Stark lösend und auswurffordernd. Reinigt, beruhigt u. kräftigt die angegriffenen Gewebe. 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Februar, wird das Brennholz im vorderen hohler bei Lich öffentlich an Ort und Stelle verkauft, und zwar: rm Zcheityolz: Buche 50, Eiche 25; Knüppel: Buche 110, Eiche 40; finüppelreifet: Eiche 25; Reifer: Buche 100, Wellen Buche 1200 (gute Forstwellen!); dazu einiges Kleinnuhholz: wenige Stämmchen Eiche und Ulme, Derbstangen Esthe und Eiche (zu Deichseln); Derbstangen Fichte: 90: 3. Kl., 15: 2. Kl. Zusammenkunft: 10 Uhr Straße Lich—Garbenteich, Eberstädter Schneise. 1109V Dienstag, 1. März, kommt aus den Distrikten: Pfassenhöhler, Kellersberg und Fuchsstrauch zum öffentlichen Verkauf: rm Scheitholz: Buche 92, Eiche 17; Knüppel: Buche 64, Eiche 80; Knüppelreiser: Eiche 60; Reifer: Buche 100, Wellen Buche 1000, außerdem Nulzrollen Esche (1,50 m lang) 3 rm und zirka 200 Fichte-Derb- und -Reisstangen aller Klassen. Zusammenkunft: 10 Uhr Straße Lich—Garbenteich, Grenze. 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Im Haupt- pferdebespannte Wagen, aber auch ein Motorkarren ein, und je näher die Rohre an den Haupt- Im Hauptkanal — am Ducker Bahnhofstraße. Bei der Reinigung des Hauptkanals. — (Aufn. [5]: Neuner, Gieß. Anz.) messer. Unter dem Brandplatz befindet sich eine ge- März erledigt. Dazu werden zum Teil unsere heimi- mauerte Rohrleitung von bereits 1,10 Meter Durch- schen natürlichen Wasserläufe in Anspruch genom- Außerdem gilt es aber noch die Sinkkästen für die Regenwasserabflüsse in allen Straßen zu reinigen. Neber 2200 Sinkkästen dieser Art gibt es Kanals Das geistert Wasser nicht auszugleiten. — Licht der elektrischen großen Handlampen voraus, glänzt an den nassen Wänden: die rauschen und nur hin und wieder fällt kanal werden in vielen Eimern Schlamm- und Um ratmassen durch die Schächte zu Tage gefördert. Für die Kanalarbeiter keine schöne, aber eine für die Allgemeinheit dringend notwendige Arbeit! durch die kleinen Löcher in Kanalschachtdeckeln spärlich das Tageslicht in die Tiefe. Das gesprochene Wort setzt sich im langen Kanal in unzählig ostein Echo fort und die Worte aud) nur eines Mannes, klingen aus der Ferne zurück wie Volksgemurmel. Erst hinter der Biehrnarkthalle, hoch über der Lahn verlassen wir nach dem Einstieg an der Bahnhofstraße wieder das düstere unterirdische Reich. Klar und rein ist die winterliche Luft um uns. Doppelt hell und freundlich empfindet man das Licht der Morgensonne .. Einige Sätze aus Wm Jahresbericht des vergangenen Arbeitsjahres des Kanalbetriebs lassen we- das tun Werk, dem er dient. Wir dürfen es allesamt im Geiste einer stillen Dankbarkeiti den Bezirken außerhalb der Anlagen werden Regenwasser und Schmutzwasser getrennt geführt. Unaufhörlich rinnen in den Röhren die Wässer und führen allen erdenklichen Unrat mit. Schwerere Bestandteile, Sand usw setzen sich in den Röhren ab, zu größerem Teil in den wenig geneigten Strecken, in geringerem Maße in den Röhren mit höherem Gefälle. Im Hauptkanal ist außerdem, nahe der Bahnhofstraße und dicht neben dem Bachlauf der Wiefeck em Dürfet eingebaut, in dem sich ein Teil der schweren Sinkstoffe absetzt; viel Schlamm bleibt aber auch (nachdem in der Kläranlage ein eng gittriger Sandfang eingebaut wurde), im letzten Teil des Hauptkanals selbst liegen Immer wieder und in bestimmten Zeitabständen wird deshalb eine Reinigung des Hauptkanals, wie des gesamten Rohrnetzes notwendig Die Unterhaltung, die Pflege und der weitere Ausbau des Kanalnetzes geschehen durch den K a n albe l r i e b , dessen Leiter (W i l 1 e r s h ä u s e r) für Streckenführung des Kanalnetzes folgt fast stets den Straßenzügen. Innerhalb der Anlagen, also in der Altstadt laufen Regenwasser und Schmutzwasser in einem gemeinsamen Rohrstrang. In Unterwegs im Hauvtkanal. Männer in schwerem Dienst. - Alles für die Volksgesundheit. Unser Samstags-B'ldbericht sei diesmal in o* rvußter Würdigung jenen Männern gewidmet, die in schwerer Arbeit jahraus, jahrein im Dienste unterer Volksgesundheit stehen und — scheinbar ganz am Rande unseres Alltags, oftmals gar nicht bemerkt oder wenigstens nicht sonderlich beachtet, ihre Pflicht tun. Dem Kanalbetrieb unserer Stadt, den Kanalarbeitern seien diese Zeilen gewidmet! lieber den Segen der Kanalisation zur Verfügung. Häufig geschieht diese Arbeil auch zu nächtlichen Stunden. * Merkwürdige Angelegenheit für den Fremdling in den Bezirken der Kanalisation, einmal mit hinabzusteigen in den Hauptkanal (angetan mit Gummistiefeln bis an die Hüften, angetan auch mit einem festen Ueberanzug), hinabzusteigen in Dunst und Nässe, und dann unten zu stehen in rauschendem Schmutzwasser bis an die Knie. Eigenartige Situation, hinter den Männern herzustapfen, im Wasser zu waten, aufmerksam und tonzentriert bemüht, auf der schlüpfrigen und runden Sohle des mittelbar in den Haiipt- kanal münden. Messer, der sich weiter (in der Richtung nach dem „Schipkupaß") auf 2,00 Meter erhöht In dieser stets gleichbleibenden Höhe führt der Hauptkanal über eine Strecke. von vier Kilometer und 850 Meter biszur Kläranlage hinter der Margareten- 6 ütte. Das Gießener Kanalnetz baut sich aus insgesamt etwa 200 Teilstürfen auf, die mittel- oder un- Ni'hezu 120 Kilometer ist das Kanalnetz unserer Stadt lang. Jedes Haus ist angeschlofsen. In jeder Straße liegt, unserem Auge verborgen, die Kanalisation und nur die großen runden Kanaldeckel ganze Stadt durchzieht. Die Rohre, aus denen sich 5^)! Volksgenossen stehen für die Unterhaltung bes foers konstruierten Kratzern ober Greifern heraus- des Jahres, andere viermal, wieder andere, in dieses Netz bildet, haben dabei ganz verschiedene Kanalnetzes ständig im Dienst Sie alle haben keine § geholt, Baumwurzeln, die häufig in die Rohre! stark belebten Stadtteilen, sogar achtmal ausgehoben. Durchmesser. Die Hausanschlüsse münden in Rohr-' leichte, vor allem keine erfreuliche Arbeit. Es ist einwachsen, werden mit einer ebenso einfachen wie! Für den Abtransport der Schlammassen stehen Alljährlici) wird das ganze Kanalnetz einmal kanal heranführen, um so größer wird der Durch- durchgespült. Diese Arbeit wird meistens im braucht hier kaum ein Wort verloren zu werden. Wer konnte sich Gießen ohne Kanalisation denken?! Könnten wir uns heute noch unsere Lebensführung in einem großen Gemeinwesen ohne Kanalisation vorstellen? Schwerlich! So denken wir also nigstens einmal an den Kanalarbeiter und an bie Funktion des G'eßener Kanalsystems verant- j gültige Reinigung übernimmt. wörtlich ist Der Kanalbetrieb untersteht seinerseits, Diese Reinigung geht nicht immer ohne Schmiedern städtischen Hoch- und Iiefbauamt. Erne 2Tn- rigfeit vor sich. Sperrige Dinge werden mit besäumen, die Lahn, die Wie- seck und der Klingelbach In den höher gelegenen Stadtteilen wird die Wasserleitung benützt, d. h. die Hydranten werden mit dem Kanalsystem in Verbindung gebracht. Die Spülung geschieht in kurzen Teilstücken, die jeweils durch Scliütze von Seitenzuflüssen abgeriegelt werden. Da viele Rohrleitun- ’ gen tiefer liegen, als Lahn. Wiefeck und Klingelbach, so läßt sich hinter Schützen viel Wasser stauen, das bann mit großer Gewalt in die Rohre schießt und Schlamm, der sich in den Rohren ab» gefetzt hat. mitreißt. Diese Spülung geschieht immer von den Randbezirken der Stadt her. Und bann folgt in ben Monaten von April bis . i November jebey Jahres I bie Reinigung bes s Kanalnetzes. Dann sehen i wir in ben Straßen ba I unb bort jene bekannten Böcke mit ben Seiltrom- I mein stehen. Von einem Kanalschacht zum anberen wirb gearbeitet. Im Fluß $ ber Abwässer wirb dabei ein Schwimmer (ein Blechlasten) vom höher- zum tiefergelegenenSchachtein- gesührt. Än dem Schwimmer ist eine dünne Leine befestigt, an der wiederum ein Hanf- und dann ein Drahtseil durchgezogen werden — schließlich folgt an diesem Drahtseil eine halbrunde Schaufel, bie genau bem Durchmesser bes Rohres entspricht unb alle feste Be- ftanbteile aus bem Rohre holt. Dann folgt eine Die Mädchen ans der Burgflraße. Vornan von Hilde K Lest. 21 Fortsetzung. (Nachbruck verboten.) Er rief sie ber Reihe nach an unb teilte ihnen in kurzem, schneibigem Befehlston mit, baß sie sich um brei Uhr nachmittags bei Macher einzufinden hätten. Jeder einzelne hatte den Eindruck, bah er allein kommen würbe, lieber bas Warum erfuhr er nichts. Aber hatte man ihm bas Gelb nicht schon versprochen? „Es wirb fürchterlich werben!" sagte Lisbeth. „Haben Sie Angst, bann beurlaube ich Sie." „Ich bleibe", sagte Lisbeth tapfer. „Zum Dank bafür werben Sie etwas zu lachen kriegen." Bis brei Uhr arbeitete er mit ihr in einem Höllentempo bie Akten burch. Um brei Uhr erschien ber erste Gläubiger. Um drei Uhr fünfzehn traf der letzte ein, grüßte mit einem Wortschwall unb legte eine bereits quittierte Empfangsbestätigung auf ben Tisch. „Warten!" fommanbierte Viereck. Die Herren standen in drangvoller Enge. Viereck saß, die Beine übereinandergeschlagen, auf bem Schreibtisch unb ftubierte ihre Gesichter wie ein Raubtierbänbiger, der die Stimmung seiner Bestien ergründet. Die Herren kannten sich offenbar nicht. Sie beäugten sich mißtrauisch. Langsam plaudernd, wie von ungefähr, begann Viereck seine große Rede. Die Herren seien um ihr Geld gekommen. Die Herren nickten erfreut, als sie das Wort Geld vernahmen. „Geld ist eine schöne Sache", fuhr Viereck fort, „wenn man es besitzt" Die Herren zuckten wie unter einem Peitschenknall. „Jedoch", sagte Viereck mit elegischem Augenaufschlag, „Geld kann uns auch zu Tränen rühren, wenn wir es nur deshalb in die Hand bekommen, um es einem anderen weitergeben zu müssen." Einer bi;r Herren räusperte sich unwillig und drängte seine Boxerfigur in bie erste Reihe. .Biereck faßte in die Hosentasche, ließ bie Umrisse eines metallenen Gegenstands sehen, ber einigen Herren burchaus vertraut zu sein schien, unb sprach, zum Boxer gewandt, weiter. Ein ihm außerordentlich befreundeter Herr kassiere beispielsweise mit besonderem Vergnügen Wechsel, erleide aber jedesmal einen Nervenzusammenbruch, wenn er das Geld einem finsteren Schurken abliefern müsse, ber den Wechselbesitzer nur vorschiebt, um das geprellte Opfer hereinlegen zu können Für die große Mühe bes Gelbeintreibens zahle biefer Schurke nur lächerliche i Prozente Freilich fänben sich immer weniger Dumme, bie bereit seien, ihre ehrliche Haut für solche Hintermänner zu Markt zu tragen. „Soll bet heeßn, bet se uns b’n Zaster vorent- halten wollen?" grollte ber Boxer. „Det soll zunächst heeßn", erroiberte Viereck, „baß Herr Bukofzer Ihnen allen, meine Herren, spätestens morgen bas Gelb roteber abnehmen würde, unb zwar alles, auch Ihre Prozente, benn Sie stecken ja längst in Vorschuß bei ihm unb zahlen ihm obenbrein noch Wucherzinsen!" Aus bem Hintergrunb kam ein beifälliges Murmeln. Viereck sprang vom Tisch herab, pflanzte sich unmittelbar vor bem Boxer auf unb sagte mit schnei- benber, völlig oeränberter Stimme: „Meine Herren! Ich stelle Sie hiermit vor eine jEntscheibung: Sie können auf ber Auszahlung bes ! Geldes bestehen! Sie können also hier bei Herrn Macher zu Ende pfänden lassen. Vielleicht können Sie sich dann in den Erlös dieser alten Schreibmaschinen teilen. Geld hat Herr Macher keines unb wirb auch keines haben." „Un bet Kapital von bem neuen Teilhaba — he? Wollnse uns wat vorschwinbeln?" „Das Gelb liegt auf ber Bank — selbstverständlich auf den Namen des Teilhabers unb mithin für Sie unerreichbar. Noch unerreichbarer aber für Herrn Bukofzer, bem Sie es ja boch abliefern müßten. Aber", hier hob Viereck feine Stimme, „erreichbar natürlich für alle, bie freunbschaftlich mitarbeiten wollen an ber Ausnützung ber wirklich großartigen, zukunftsreichen Erfinbung unseres Herrn Macher. Zu biefer Mitarbeit barf ich Sie, mein Herren, ergebens! einlaben. Nun" — Viereck fafcte ben Borer jetzt beim Rockknopf — .wie wär's?" „Wat heest hier mitarbcetn? Keen Jeld krieg-, un arbeetn? Mann, Sc Ham woll ’n Bogel!" „Keine Angst, meine Herren, arbeiten heißt in biesem Fall, uns helfen, baß ber Bukofzer fein Gelb bekommt. Stillhalten heißt in biesem Fall für Sie: Selber verdienen, statt dem Bukofzer alles in den Rachen zu schmeißen" „Wenn det Ihr Ernst wär' .." kam die Stimme aus dem Hintergrund „Wenn ma bet Aas, ben Bukofzer, rinlechn kennten. ." sagte sogar ber Boxer traumselig Viereck hatte die Herren soweit. „Reinlegen wollen wir niemand Wir wollen nur die Ehrlichen von dem Unehrlichen scheiden Aucl) der Bukofzer soll sein Geld haben, aber nicht mehr, als er verauslagt hat " „Sie verdienen bar Geld durch eine Leistung, bie ich Ihnen jetzt vorschlage." Unb bann schloß er nach langem Hin und Her nut ben Herren einen Vertrag, ber fix unb fertig war, ben sie nur zu unterschreiben brauchten. Darin erklärte jeber einzelne, baß er au* bie Einlösung bes in seinem Besitz befindlichen Wechsels verzichte. Die Firma Macher, vertreten burch bie Prokuristin Lenz, 'erklärte sich ihrerseits bereit, ben Herren innerhalb eines Jahres zwanzig Prozent ber ursprünglichen Wechselsumme in bar zu vergüten. Die Herren machten dabei ein glänzendes Geschäft, denn sie brauchten diese zwanzig Prozent nicht an Herrn Bukofzer weiter zugeben Schließlich erklärten sie einander feierlich, daß sie für einander als Zeugen eintreten wollten, falls Herr Bukofzer einen von ihnen oder die Firma Macher gerichtlich belangen würde. Um fünf Uhr gingen sie friedlich bie Treppe hinab, im besten Einvernehmen, wie eine Herrenpartie am Himmelfahrtstag. Viereck riß bie Fenster auf, einesteils, um frische Luft hereinzulassen, anbern- teils, um Lisbeth die obmarschierenbe Kolonne zu zeigen „Sehen Sie, Fräulein Lisbeth, ba haben wir bas, wovor sich ein Bukoszer mehr fürchtet als vor bem Staatsanwalt- ben Ring. Der Ring wird Herrn Bukofzer, unb Herr Bukofzer wirb den R>ng fressen. Und die zwanzig Prozent, die wir für d'e fes Schauspiel bezahlen, sind immerhin besser als bie hundert, bie Sie ben Herrn Assessor zahlen lassen wollten..." „Jcl) habe mid) in bie Verwaltung bes Gelbes überhaupt nicht eingemischt, denn „Ich weiß, das heißt, ich kann es mir denken. | Schließlich ist Lisbeth das einzige unverkäufliche und unpfändbare Objekt in diesem Laden." „Sie wissen auch bas ." sagte Lisbeth, bie Augen nieberschlagend. „Liebes Fräulein Lisbeth, Sie wundern sich viel zu sehr über mich. Ich bin ja nur ein einfacher Mann. Id) habe Ihnen allen nur eines voraus: ich sehe die Dinge im Umkreis ber Mutter Len; weniger verwickelt als Sie. Ich sehe sie sogar sehr einfach." „Sie finb ja aud) der einzig Unbeteiligte." Mein Gott, buchte Viereck, als ihr schönes Gesicht sich fragend zu ihm erhob, wie lange noch! Er sah ihr voll in die Augen, und sie hätte seine Antwort fühlen müssen; Wenn ich erst einmal beteiligt bin, bann darf es auch keine Verwicklungen geben! Lisbeth ging schnell hinaus, um bie Machers zu holen. „Du heilige Einfalt!" rief Frau Hedwig, „da is ja schon wieda ’n neuer!" Viereck verneigte sich. „Jetzt ist es der Endgültige", sagte er, „denn ich habe Ihnen nicht soeben zwanzigtausend Mark gerettet, um morgen wieder abzuhauen. Kommen Sie, Herr Machex, Sie müssen schließlich auch ein Wörtlein mitreden, wenn mir nun darangehen einen großen Mann aus Ihnen zu machen. — Sie, Fräulein Lisbeth, haben jetzt Feierabend. In Ihrer Familie können ja nur noch zwei Verlobungen gefeiert werden." 14. Die abendliche Verlobunasfeier im Hause Lenz sah die Familie nicht vollzählig Carla fehlte. Und ihr Fehlen warf einen Schatten über die Stimmung. Da hatte dieser Prozessor Mollwitz am Mittagstisch gesessen, den Mutter Lenz nicht leiden mochte, und wenn ?r hundertmal eine gute Partie war. Man sprach von der Verlobung, die ältlichen Fräuleins überboten sich in Glückwünsche — „nein, diese Uebcrrafdjung, nein, dieses Glück, nein. Frau Lenz, und nun ist es gerade die Jüngste, die Sie als erste verläßt, nein, es ist heute gar n'cht leicht mit brei Töchtern" —, bas Brautpaar drückte sich glückselig die Hände unter bem Tisch und in dieses Idyll platzte ber gräßliche Professor mit seiner Rebe: er habe zwei besonbers schöne Opernplätze für heute abend besorgt, wie schade, baß nun Fräu- lc»n Carla nicht frei' wäre, *>r hätte sie gebeten, vülznkominen —. (Fortsetzung folgt.) noch manchen anderen Einsatz für die Volksgemein-1 „...160 alte, schlechte Kanaldeckel mit Nahmen schäft erkennen. Da heißt es u. a.: 'wurden ausgewechselt. Mit Spitzeisen und Meißel „3in Januar wurden durch acht Kanalarbeiter, mußten die Rahmen aus Asphalt und Beton her- in 26 Arbeitstagen in 2294 Häusern und Gebäuden ausgehauen werden — eine enorme Arbeit!" — 13 624 Keller ausgebrannt und die Schna-I „130 Hausanschlüsse wurden neu ausgeführt —" ken bekämpft. | „Alle die Unterhaltungsarbeiten, Reparaturen .. Im Mai. Juni, Juli und August wurden usw. und die vielen Nebenarbeiten hier zu erwäh- durch zwei Kanalarbeiter in 13 Arbeitstagen meh-! nen, würde zu weit fuhren" — so schließt der rere Male in sämtlichen stehenden Gewässern die Jahresbericht des Leiters des Kanalbetriebes. Schnakenlarven bekämpft.." | So schließen auch wir! Schließen im Bewußtsein, „. . Die Reinigung der Wieseck, des Klingel-. daß die Männer, die im Dienst an der Betreuung bachs, des Lohmühlbaches und des Stadtringgra-! unserer Kanalisation eine Pflicht tun, die ichwerer bens erforderte eine 14tägige Arbeit durch zehn zu erfüllen ist, wie die manches anderen Volks- Kanalarbciter..." genossen. Im Kanalbetrieb unserer Stadt stehen .....Da sämtliche Guß. und Eisenteike in den Ka- Männer im Dienste an der Volksgemeinschaft, die nälen stark mit Rost ansetzen, werden jedes Jahr seit 10, 20, 25 und 30 Jahren an ihrem Platz aus- die Kanalschieber in einem Stadtteil abgeschraubt, harren. — auseinandergenommen, frisch eingefettet und ge- Hut ab vor diesen Männern! N. strichen —" 392 starten zur Nachtsuchfahrt der Motorgrupve Heften. Daß der Gedanke der Motorisierung und die sportliche Einsatzbereitschaft in immer weitere Kreise unseres Volkes Eingang gefunden haben, beweist wieder das Meldeergebnis der großen Nachtfuch- fahrt, die die NSKK-Motorgruppe Hessen am 19. und 20. Februar von Aschaffenburg, Marburg und Kassel aus nach Fulda Derarqtalfet. lieber 500 Meldungen wurden abgegeben, aber nur 397 konnten berücksichtigt werden, um einen reibungslosen und sportlich einwandfreien Verlauf zu gewährleisten. 150 machen sich von Aschaffenburg aus auf den Weg, 134 starten in Marburg und 113 haben sich Kassel zum Ausgangspunkt gewählt. Erfreulicherweise findet man in der Meldeliste viele Nachwuchsfahrer. Ebenso wie die Zahl der Gesamtnennungen ist auch die Beteiligungsziffer der Hitlerjungen größer geworden. Diesmal starten 54 Angehörige der Motor-HJ. Stark ist auch die Wehrmacht vertreten. Herber-Daier zum dritten Mal Weltmeister Im Berliner Sportpalast wurde am Freitagabend vor etwa 9000 Zuschauern die Weltmeisterschaft der Paare im Eiskunstlauf ausgetragen. Der Sportpalast war mit den Flaggen sämtlicher teilnehmenden Länder geschmückt. Wie nach den bisherigen Leistungen zu erwarten war, verteidigten Herber - Baier ihren Weltmeistertitel mit Erfolg und errangen ihn z u m d r i t t e n M a l e mit 11,62 Punkten. Zweite wurden die Geschwister P a u s i n (Oesterreich) mit 11,46 Punkten und Dritte Inge Koch - Günther Noack (Deutschland) mit 10,93 Punkten. Oeu sckland in öer Sch uhrunde. Um die Eishockey-Weltmeisterschaft. Deutschland hat nach einem Beschluß des Kongresses, der über die Auswahl der zur Endrunde ^gelassenen Nationen zu bestimmen hatte, bereits die Schlußrunde bei der Eishockey-Weltmeisterschaft in Prag erreicht. England schlug Polen 7:1 (3:1, 4:0, 0:0) und wurde damit Gewinner der Gruppe 3. Kanada erreichte den Sieg in Gruppe 2 durch ein mageres l:l-Unentschieden gegen Ungarn. Deutsche Sporthilfe^- Werbeveranstattungen in Ober-Hessen. In jüngster Zeit traten der Reichsbund für Leibesübungen und die Deutsche Sporthilfe mit mehreren Veranstaltungen in Lich, in Staufenberg und in Laubach an die Öffentlichkeit. Diese Veranstaltungen, die für die Aufgaben der Deutschen Sporthilfe um Verständnis werben sollten, wurden durchweg von den örtlichen Organisationen des Reichsbundes ausgerichtet und recht unterhaltsam ausgestaltet. Die Mitarbeiter der Deutschen Sporthilfe sprachen im Rahmen dieser Werbeabende über die Aufgaben und Zielsetzungen der Deutschen Sporthilfe, und im Anschluß daran wurde jeweils der Film gezeigt, der in sehr anschaulicher Weise die Arbeit im Sportsanatorium Hohenlychen vor Augen führt. Im weiteren Verlauf der Veranstaltungen warteten Turner und Sportler mit mannigfachen Darbietungen auf, die starken Beifall fanden. Die durchgeführten Sparglockensammlungen brachten für die Deutsche Sporthilfe erfreuliche Spenden. Die Werbeveranstaltungen gaben außerdem Gelegenheit, auf das kommende große Deutsche Turn- und Sportfest in Breslau hinzuweisen. Handballspiele sämtlich abgesetzt Durch die inzwischen ergangene Anordnung der Reichsführuna des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen ist jeglicher Sportbetrieb am kommenden Sonntag in der Zeit von 11.45 Uhr bis 17 Uhr untersagt. Unter diesen Umständen wurden alle an- gesetzten Pflichtspiele abgesagt, weil sich sonst eine reibungslose Durchführung nicht ermöglichen läßt. Die Gießener Mädchenschulen im Gerätekampf. Einen Höhepunkt der Wintergerätewettkämpfe bildeten die Kämpfe der Gießener Mädchenschule am Freitag. Die Lebendigkeit und Frische und die große Begeisterung, mit der die Mädchen turnten, zeigten, daß diese Art des Wettkampfes überall Anklang gefunden hat. Gleichzeitig war man erstaunt über die gute Ausführung der Uebungen, die zu der Hoffnung berechtigt, daß, wie bei Den Buben, das schöne deutsche Geräteturnen einen nachhaltigen Auftrieb erfährt. Durchweg waren die Leistungen ausgeglichen und den Ausschlag gab fast immer die Ge- meinschaftsubung. Die Ergebnisse. 7. Schuljahr (Höchstpunktzahl 232 Punkte): 1. Neue Pestalozzischule 230 P.; 2. Schillerschule 224 P.; 3. Lyzeum 207 P. 8. Schuljahr (Höchstpunktzahl 254 Punkte): 1. Neue Pestalozzischule 253 P.; 2. Schillerschule 241 P.; 3. Goetheschule 240 P.; 4. Lyzeum 238 P. 5. Schuljahr (Höchstpunktzahl 235 Punkte): 1. Schillerschule 233 P.; 2. Goetheschule 229 P.; 3. Lyzeum 222 P. 6. Schuljahr (Höchstpunktzahl 235 Punkte); 1. Goetheschule 235 P.; 2. Lyzeum 229 P.; 3. Schillerschule 227 P. tzurze Svortrwiizen Die Gerüchte, daß die Auto Union für ihre Rennwagenmannschaft den Engländer Charly Dod- son verpflichten wolle, entsprechen — wie das Chemnitzer Werk mitteilt — nicht den Tatsachen. * B e i Den französischen SkiMeisterschaften in Auron gewann Käthe Grasegger die Titel im Abfahrts- und Torlouf sowie in der alpinen Kombination, während Roman Wörndle bei den Männern als bester Deutscher im Torlauf Zweiter und in der alpinen Kombination hinter Rominger (Schweiz) und Allais (Frankreich) Dritter wurde. Wirtschaft. Der deutsche Außenhandel im Januar. Fwd. Nach einer Steigerung im Dezember des vergangenen Jahres find die Außenhandelsumsätze im Januar wieder gesunken. Die Einfuhr unterschritt mit 483 Millionen Reichsmark das Vormonatsergebnis um 48 Mill. NM.; sie war damit ebenso hoch wie im November 1937. Der Rückgang, Der überwiegend jahreszeitliche Gründe hat, beruht zum ausschlaggebenden Teil auf einet Verminderung des Einfuhrvolumens, jedoch find auch die Einfuhrpreise etwas gesunken. Die Aus f u h r war mit 446 Mill. RM. um 19 o. H. geringer als im Dezember des abgelaufenen Jahres. Das Januarergebnis 1937 wurde jedoch um 7 v. H. überschritten. Der Rückgang der Ausfuhr gegenüber dem Vormonat — er beruht im wesentlichen auf einer Verminderung des Ausfuör- volumens — hat in der Hauptsache jahreszeitliche Gründe. Seit 1931 ist die Ausfuhr ausnahmslos von Dezember zu Januar stark gesunken. Die Handelsbilanz schließt im Januar mit einem Einfuhrüberschuß von 37 Mill. RM. gegenüber einem Ausfuhrüberschuß von 21 Mill. RM. im Dezember ab. ©trofy in der getrerdewirtschastlichen Marktordnung. Fwd. Eine Anordnung des Reichsernährungs- mimstenums zur Aenderung der Verordnung der Getreidewirtschaft bringt die Einbeziehung der stroherzeugenden, laaernden und verteilenden Betriebe in den Mitgliedskreis der Getreidewirtschaft«- verbände. Damit wird die rechtliche Grundlage für eine umfassendere Marktordnung in der deutschen Strohwirtschaft geschaffen. Die genannten strohwirt- schastlichen Betriebe gehören nunmehr prakti ch ebenso wie Die Erzeuger und Verteiler von Brot- und Futtergetreide, Futtermitteln usw. der Hauptvereinigung der Getreide- und Futtermittelwirtschaft und Damit den regionalen GetreiDewirtschaftsver- bänDen an. Demnach kann künftig sowohl Der Absatz als auch der Preis für Stroh durch die Marktordnung des Reichsnährstandes erfaßt und im einzelnen geregelt werden. Rhein-Mainische Börse. Freundlich. Frankfurt a. M., 18. Febr. Ohne daß sich die Umsätze stärker belebt hätten, war die Börse am Aktienmarkt auf kleine Käufe der Kundschaft weiter befestigt. Auch die Kulisse beteiligte sich mit kleinen Käufen, so Daß durchschnittliche Erhöhungen von 0,50 bis 1 v. H. eintraten. Offenbar Dürften einige Rentenaufträge am Aktienmarkt aus- gefuhrt roorDen fein. Guten Eindruck machte auch die aktive Außenhandelsbilanz für Den Monat Januar. Am Montanmarkt erhöhten sich Hoesch unD Rheinstahl um je 1 o. H. unD Verein. Stahl um 0,50 v. H. Von Motorenwerten stiegen Daimler auf 144 (143), ADlerwerke Kleyer auf 119,25 (119), unD von Masch'nenaktien gewannen Demag 1 v. H. auf 147, Rheinmetall unD Moenus lagen unverändert. Am Chemiemarkt lagen IG. Farben 0,40 o. H., Scheideanftalt 0,25 o. H., MetallgeseUschaft 1 v. H. höher. Elektropapiere wurden vernachlässigt, auch Zellstofsaktien waren zunächst ohne Notiz. Bon Bauwerten erholten sich Hplzmann auf 160,75 (159,25). Von Anleihestockwerten waren Reichsbank 0,75 d. H. höher mit 210,50. Am Renten markt blieb die Tendenz anhaltend fest, Die Umsätze waren aber weiterhin beschränkt. Reichsaltbesitz 132,25 (132,13), Kommunal- Umschuldung 95,65 (95,65), 4 v. H. Rentenbank. Ablösung 94,65 (94,60). Am PfanDbriefmarkt rour« Den Goldpfandbriefe vielfach gestrichen ober repartiert. Kommunal-Obligattonen Der Gemeinschafts, gruppe zogen auf 100 (99,75) an, ebenso Preuß. Landesbries-Anstalt. Liquidationspfandbriefe lagen nahezu unverändert, die beiden Frankfurter je 0,13 v H. höher. Stadtanleihen kamen wie gestern zur Notiz, höher jedoch 4,50 v. H. Heidelberg mit 99,40 (99,13) und 4,50 v. H. Wiesbaden mit 99,25 (99). Industrie-Obligationen zeigten die üblichen kleinen Schwankungen. Von Staatsanleihen stiegen 1929er Hessen auf 101 (100,50). Im Verlaufe blieb die Haltung freundlich, das Geschäft konnte sich aber kaum beleben. IG. Farben erhöhten sich auf 161,40 nach 160,90. Die später notierten Werte lagen ebenfalls bis 1 v. H. höher, insbesondere Elektrowerte. Siemens stiegen nach Pause auf 214,50 (211,50), niedriger lagen aber Aus aller Welt. Urteil wurden nicht nur Gefängnisstrafen verhängt, sondern Die Hauptschuldigen wurden zu 20 bzw. 15 Hieben mit der neunschwänzigen Katze verurteilt. Diese Strafmethode ist in England für eine bestimmte Art gewalttätiger Verbrechen noch in Kraft. Fahndung nach jüdischen Gangsters in Polen. Die Warschauer Polizei ist von den amerikanischen Behörden aufgefordert worden, ihnen bei der Verfolgung zweier besonders gefährlicher und ge- meiner jüdischer (3 a n g ft e r s behilflich zu sein. Es handelt sich um die aus Polen stammenden Juden namens Jakob Schapiro unD Louis Bachalter. Für ihre Ergreifung ist von den amerikanischen Behörden eine Belohnung von 2500 Dollar ausgesetzt worden. Die Verbrecher waren Häupter einer Bande, die sich besonders mit Entfuhrun- Leistun^stahi" sein. vorank «mmen, mehr verdienen dazu braucht man gute« Sehen! Uder die tadellos Hn®epaUte Brille von