Mittwoch, 19. Januar 1938 188. Jahrgang müsse Ministerpräsident Chautemps. ;n Finanznöte eines reichen Landes ld n n n ie n ?r )e r t 9 n 2» lg s t)t )r l. :e n ar ie n, vc n r« r 1- r« n t. r- t, n je t. Die französischen Sozialdemokraten haben also beschlossen, bei der Haltung zu bleiben, tue der letzte Anstoß zum Sturz des Kabinetts Chautemps gewesen ist, sie haben ihre Minister dem neugebilde- ten Kabinett Chautemps nicht mehr zur Verfügung gestellt. Der wiedergekommene Ministerpräsident war sich also von vornherein darüber im klaren, daß er nur ein M i n d e r h e i t s k a b i - nett aufstellen konnte. Das bedeutet eine Regierung, die erstens zahlenmäßig im Parlament nicht einmal über die bescheidenste Mehrheit verfügt und außerdem von der Gnade und Ungnade der Sozialdemokraten abhängig ist. Die Sozialdemokraten ihrerseits mußten nun zwar auf die Portefeuilles des Inneren und der Justiz und damit auf die Fortsetzung der Enthüllungskomödie des Herrn Dorrnoy über die Kapuzenmänner verzichten. Aber sie werden einem etwas nach der linken Mitte zu verschobenen Kabinett Chautemps gegenüber genau tue* gleiche Stellung einnehmen, wie sie die Kommuni st e n gegenüber dem bisherigen Kab'nett Chautemps hatten, das heißt die Sozialdemokraten werden die neue Regierung „dulden" und dabei seder- zeit die Regierung unter Druck setzen können mit der bloßen Drohung, bei der ersten besten Gelegenheit gegen sie zu stimmen. Diese Lage bringt die Sozialdemokraten in eine machtpolitisch noch stärkere Steilung als bisher, da die Rücksicht auf eigene Minister fortgefallen ist. Dazu kommt nun aber noch die Tatsache, daß die französischen Sozialdemokraten unter immer stärker werdenden kommunistischem Einfluß stehen, wie das ja schon die Regierungs- zeit ihres Parteiführers Leon Blum -ur Genüge gezeigt hat. Da nun ihre Parteileitung erheblichen Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für l mm Höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf.. für Text- anzeigen von 70mm Breite 50 Rps.,Platzvorschrift nach oort). Vereinbg.25°/o mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins«, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzei- gen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B )S ie n 4« Parlament beginnen. Die erste Abstimmung werde vermutlich günstig ausfallen. Die Umklammerung des Marxismus sei gelockert, aber nur'durch eine große Anstrengung der Einigung und des gegenseitigen Verständnisses, lieber einige parteipolitische Gegensätze hinweg könne man jetzt wohl gehaltvolle Ergebnisse von Dauer erwarten. Das rechts eingestellte „Echo de Paris" meint, hinsichtlich des Programms der neuen Regierung müsse man abroarten, einige Besorgnis bleibe. Immerhin hätten die Radikalsozialen nun eine klarere Vorstellung von der großen Verantwortung, die auf ihnen ruhe. Daladier behalte das Landesverteidigungsministerium. Diese Tatsache genüge den französischen Patrioten. — Das „Oeuvr e" (radikalsozial) schreibt, Chautemps selbst habe alles zu vermeiden gesucht, was den Bruch der Volksfront heraufbeschworen hätte, aber Rorffefcuna der englisch-irischen Besprechungen. London, 18. Jan. (DRB.) Preß Association berichtet, daß Mittwoch die englisch-irischen Verhandlungen beendet würden. Zwischen beiden Ländern würde bis auf weiteres kein neues Abkommen abgeschlossen werden. Auch würde keiner der beiden Staaten aus einer der bestehenden Verpflichtungen entlassen werden. Die Lage habe sich also nicht geändert. Wahrscheinlich werde in zwei Monaten eine neue Konferenz einberufen werden. Die Minister seien übereinstimmend der Ansicht, daß die offenstehenden Fraaen e i n e r mehr ins einzelne gehenden Prüfung bedürften, die, wie es wähl am nützlichsten sei, von den zuständigen Sachverständigen vorgenommen werden sollte. So sei ,s. B. für ein Handelsabkommen eine Menge Kleinarbeit erforderlich. Augenblicklich sei kein Grund für einen pessimistischen Ausblick. Die Frage des Zusammenschlusses von Nordirland (Ulster) mit dem bisherigen Irischen Freistaat sei nicht erörtert worden. rfiänmgen über I leldes. Nach der i den 600 00» Diart beschla l l t. Der mitar: igfen, Walter £kl lieber aufgefui^ m Auftrage feit habe. — Die W „Die Waffen sprechen./' Japan lehnt weitere Verhandlungen mit Tschiangkaischek ab. Tokio, 18. Jan. (DNB.) Der japanische Ministerpräsident, Für st Konoe, erklärte, daß die japanische Regierung mit der chinesischen Zentralregierung nicht mehr verhandeln werde, nachdem die letzten Ereignisse sie überzeugt hätten, daß eine Erörterung von Friedensbedingungen mit Marschall Tschiangkaischek nutzlos gewesen wäre. Gegenüber der Zentralregierung hätten „nur noch die Waffen zu spreche n". Japan werde aber im geeigneten Augenblick Verhandlungen mit einer neuen Regierung in Peking auf- . nehmen. Japan erwarte zuversichtlich, daß „das neue Regime in China" sich in kurzer Zeit soweit festige, um im Namen des Großteils Chinas sprechen zu können. Vielleicht werde das neue Regime . sich ähnlich w i e Mandschukuo entwickeln. Wahrscheinlich werde Pekina das Zentrum des neuen Regierungsapparates. Wesentlich sei, daß das neue Regime sich zusammen mit Japan auf den Boden der Antikomintern - Politik stelle. Wirtschaftlich werde eine gewisse staatliche Kontrolle unvermeidlich sein. Japan werde jedenfalls wirtschaftliche Berater nach China entsenden. Ebenso wie die Rechte und Interessen dritter Mächte gewahrt würden, sei auch das Kapital dritter Mächte zum Aufbau willkommen. Der japanische Ministerpräsident erklärte, daß er vorläufig keine Möglichkeit sehe, mit England Verhandlungen aufzunehmen. England werde jfine Haltung wohl ändern, wenn es sich v o r eine neue ßage gestellt sehe. Innenpolitisch könne man an eine Umbildung des Kabinetts oder des Regierungssystems nicht denken. Er befürworte die Verschmelzung politischer Parteien zu einer Einheitspartei, deren Führung er jedoch nicht übernehmen könne, solange er den verantwortungsvollen Posten des Regierungschefs innehabe. n r e z 3 Paris, 18. San. (DNB.) Die Kabinettskrise ist beendet. Chautemps hat ^eine neue Regierung gebildet. Um 22.35 Uhr INEZ, begab er sich, begleitet von seinen Mitarbeitern, ins Elysee, um dem Präsidenten der Republik seine neuen Minister und die Unterstaatssekretäre vorzustellen. Die Minister- liste lautet: Ministerpräsident: Chautemps (Radik. Sen.); Stellvertretender Ministerpräsident, Landesverteidigung und Krieg: Daladier (Radik.Abg.); Stgatsminifter, beauftragt mit der Zusammenfassung der wirtschaftlichen und finanziellen Aktion der Regierung: Bonnet (Radik. Abg.); Staatsminister, beauftragt mit der Dienststelle der Ministerpräsidentschaft: F r o s s a r d (Abg. der Republ.-Soz. Bereinig.); Kriegsmarine: William Bertrand (Radikal. Abg.); Luftfahrt: Guy la Chambre (Radik.Abg.); Inneres: Sarraut (Radik. Sen.); Justiz: Lampinchi (Radik.Abg.); Finanzen: Marchandeau (Radik. Abg.); Aeußeres: D e l b o s (Radik. Abg.); handel: Pierre Lot (Radik.Abg.); Pensionen: Lassalle (Rad. Abg.); Landwirtschaft: C h a p s a l (Radik. Sen.); Erziehung: Jean Zay (Radik. Abg.); Post und Telegraphie: Gentin (Rad.Abg.): Arbeit: Ramabier (Abg. der Republ.-Soz. Berein.); Kolonien: Steeg (Radik. Sen.); Oefsentliche Gesundheit: Rucart (Radik. Abg.); Oefsentliche Arbeiten: Queuille (Radik. Sen.); Handelsmarine: Sibel (Radik. Abg.). Ministerpräsident Chautemps erklärte der Presse, die neue Regierung werde sich bemühen, den Hoffnungen des Landes zu entsprechen, das von ihr Reformen wie soziale Gerechtigkeit, inneren Frieden und Sicherheit erwarte. Schwere Ausgaben warteten der Regierung Sie werde sie mit dem doppelten Ziel anpacken: die wünsche der Wählerschaft zu erfüllen und sie zu versöhnen mit den Notwendigkeiten des nationalen Wohles. Man wird das besondere Interesse bemerkt haben, sagte Chautemps weiter, das ich darauf verwandt habe, um die Dienststellen des Ministerpräsidiums besser zu organisieren, die wirtschastlicheundsinanzielleSchlag- krast der Regierung zusammenzufassen und eine ftrenge Kontrolle der Ausländer auszuüben. Ich bin entschlossen, mit meinem Freund Daladier eine Neuordnung der Geschäftsbereiche der Ministerien für die L a n d e s v e r t e i d i g u n g durchzuführen. Um diese Reform zu erleichtern, haben mir meine Kollegen Lampinchi und Pierre Lot ihre Remter zur Berfügung gestellt. Ich habe sie beide gebeten, die Leitung eines anderen Minlsterialbereiches zu übernehmen. Ich kann sagen, daß mit diesen Aenderungen mein Kabinett in fester Form gebildet ist. Das W/erzeug i ff b e r e i t, es ift stark, und wir werden uns jetzt an die Arbeit machen. Der erste Kabinettsrat der neu gebildeten Regierung wird am Donnerstagnachmittag ffattfinben. Am Freitag früh ver- sammeln sich bie Minister zu einem 2U i n i ft e r r a f und am Freitagnachmittag wird sich die Regierung dem Parlament vorstellen. Gin schmales Fundament. h V nicht gelingt, fein altes Finanzsystem, das einen großen Teil der Staatsausgaben Jahr für Jahr durch Anleihen zu decken sucht, zu überwinden, wird es vor immer neuen Finanzschwierigkeiten stehen, aus denen nur zu leicht ernstere Gefahren für den Staat erwachsen können. B. R. London wenig zuversichtlich. London, 19 Jan. (DNB. Funkspruch.) Die Londoner Blätter heben hervor, daß kaum mit einer langen Lebensdauer des neuen Kabinetts Chautemps zu rechnen sei, denn die Schwierigkeiten, um derentwegen die Krise ausgebrochen sei, blieben unoer ändert beit eben. Die „Times" betont, Chautemps habe eine Mehrheit, die von der Unterstützung der Sozialdemokraten abhängig fei, die er sehr chlecht behandelt hätte. Das Blatt betont, daß verschiedene Sprecher der Sozialdemokraten im Lan-^ desrat ein außerordentlich geringes Verantwortlichkeitsgefühl an den Tag gelegt hätten, als sie sich offen für eine Fortsetzung des Klässe n k a m p f e s in Frankreich einsetzten Blums Autorität bei seinen Gesinnungsgenossen scheine beträchtlich gesunken zu sein. „Daily Telegraph" sieht in dem neuen Kabinett nichts anderes als die frühere Regierung, jedoch ohne Sozialdemokraten. Im übrigen aber bestehe weiterhin die Unklarheit, wie weit' sich die „Freunde der Volksfront" unter f i ch einig feien. Das feien keine guten Vorzeichen für die Stabilität der neuen Regierung. Ohne die Sozialdemokraten werde Chautemps es kaum gelingen können, der Schwierigkeiten Herr zu werden. „Daily Mail" erklärt, die neue französische Regierung könne der besten Wünsche Englands für ihre Bemühungen, Frankreich stark und einig zu machen, sicher sein. Sie werde diese Ausgabe aber nur vollenden können, wenn sie mehr Entschlossenheit gegenüber den „Forderungen, den Agitationen und den Anschlägen dev- Extremisten" zeige. Wert auf die Aufrechterhaltung der Verbindung zu den „übrigen Parteien der Volksfront" legt, und sich grundsätzlich freie H am d .vorbehält, so ist mit einiger Wahrscheinlichkeit anzunehmen, daß sich die Kommunisten keineswegs die Gelegenheit entgehen lassen werden, auf dem Weg über diese nützliche Querverbindung jedem Kabinett der sog. linken Mitte früher ober später ein Bein zu stellen und für die öffentliche Schlappe vom 14. Januar Vergeltung zu üben. Die Distanzierung der Sozialdemokraten von dem neuen Kabinett Chautemps bedeutet für diesen eine „Regierung ohne dauerhafte Riehrheii." OiepresiezumKabinetiChautemps.-,,Oietlrsachendesllebels bestehen weiter/" Die japanische Regierung hat aß Folge des Abbruches ihrer Beziehungen zur chinesischen Zentral- - regierung ihrenBotschafterKawagoeaus Sch anghai abberufen. Anderseits hat der chinesische Botschafter in Tokio Japan verlassen. Paris, 19. Jan. (DNB. Funkspruch.) Das Zustandekommen des neuen Kabinetts Chautemps wird von der Pariser Morgenpresse nicht als überraschend empfunden. „M a t i n" erklärt, auf technischem und verwaltungsmäßigem Gebiet sei eine organisatorische Anstrengung gemacht worden. Jetzt das Kabinett die Schlacht vor dem Zu den gegenwärtigen Schwierigkeiten in Frankreich hat nicht zuletzt die Gestaltung der Staats- f i n a n z e n beigetragen. Die Entwicklung der französischen Staatsfinanzen hat über das rein Finanzielle hinaus eine eminent praktische politische Bedeutung. Das ist auf den ersten Blick überraschend, weil Frankreich auf der einen Seite ein reiches Land ist und auf der anderen Sette keineswegs mit Steuern befonürers hoch belastet ist. Obwohl also an sich genügend Fmanz- quellen vorhanden sind und die Steuerschraube gewiß nicht überdreht ist, gerät das französische Finanzwesen immer wieder aufs neue m Unordnung. Die Erklärung für diese Finanzkalarnttät liegt in dem französischen Steuersystem ober richtiger ge- jagt, in der Einteilung d e - s ranz ° s l - chen Bürgers gegenüber bem öffentlichen Finanzwesen. Wie so vieles andere in Frankreich, geht auch dies auf bie französische Revolution zurück. Die brücfenben Steuerlasten, bie bas "^ncien re§ime ben nichtprivilegierten Klassen bes französischen Volkes auferlegt hatte, waren einer ber wichtigsten (Brünbe für ben Ausbruch ber Revolution gewesen. Seitbem aber bie temperamentvolle Nation ihren Ministern bie Köpfe vor bie Füße gelegt hatte, ist man in Frankreich mit ber Einführung neuer Steuern verstänblicherweise äußerst zurückhaltend. Man empfindet eine tiefe Scheu davor, Seine Majestät, den Steuerzahler, irgendwie direkt anzu pre- chen Groteske Steuermethoden, wie die Besteuerung nach der Anzahl der Fenster, haben die ran- zösischen Finanzkünstler erfunden, um unpersönlich e Steuern erheben zu können und nur ja nicht sich direkt an den Steuerzahler wenden zu muffen. Die im ordentlichen Haushalt verzeichneten Einnahmen deckten immer nur einen Teil des Aus- gabenbedarfes. Die darüber hmausgehenden Ausgaben sind in Frankreich feit über 100 Jahren stets Die neue französische Regierung. Chautemps bildet ein Kabinett ohne Sozialdemokraten.—Kinanz-Gonderaustrag Bonnets r ®eriJ W jS M ®trQitaten ? «e ten, 1,1 ln&ere $jAUl1! inte/« 'Uion Äbc- > 'Hör v »S;K lang e5 nl?5ma' Nm* '»/rp *n PBnlich unerhörter M- rkannien und ( '^ausgaben. Sir * Düssel-° -"wurde bara, tsschkAinge ch ftben $Qt junges D Erektor Ma sagten darauf h ^rbrecher bestn Anwalt fügte |)i °er '-icheruitgsv • Zur Verhandln "wiegender Fach an Esch in sich ttor 600 000 e bei einer Na rma von 1930 i . an Steuerschuld 0 000 Mark 'M ma aber auch J ansch der Stadt; MU hatte, ließ C* stk verbuchen, wo: ■i der Stadt fing, ausgezahlten 600' ng entgegengenr von 8000 Mrk nr.15 Erstes Matt Lrjcherm tägItd), außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle j Monals-Vezugspreis: Mil 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illusttierle . 1.80 Zustellgebühr , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernsprechanfchlüfle unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen poftfchecttonto: $ranffurt am Main 11686 in außerordentlichem Haushalt durch Anleihen aufgebracht worden. Der französische Staat mußte also seit dieser Zeit laufend Schulden machen. Nach dem Weltkrieg hat es in Frankreich eine Wirtschaftsblüte, die den Wohlstand wirklich vermehrte, nicht mehr gegeben. Trotz der enormen Schuldenlast aus dem Weltkrieg wichen die Franzosen aber auch jetzt nicht von dem alten Weg ab, man dachte nicht an Schuldenabdeckung. Das war dem Franzosen auch psychologisch nicht möglich. „Der Boche bezahlt alles", lautete die Parole. Diese Haltung vermochte die Franzosen allerdings nicht vor den Folgen zu schützen. Die französische Wahrung glitt in einer langsamen Inflation immer weiter ab, die unausbleibliche Quittung jeder zu großen Verschuldung. Der Frank wurde auf etwa ein Fünftel seines Wertes reduziert. Als die Dinge kritisch wurden, raffte sich, wie das immer wieder in Frankreich in entscheidender Stunde zu geschehen pflegt, die Nation auf, und. Pomcare rettete die französische Währung und den französischen Staat. Kaum aber war Poincarä gegangen, da hatten bie Franzosen auch bereits mieber die Lehren Der» qefkn und gaben die Schuldentilgung von neuem auf. Die öffentliche Verschuldung wuchs wieder. Und nun hing es einfach davon ab, wann die Verschuldung zu groß oder das öffentliche Vertrauen erschüttert wurde, um neue Gefahren für die Wahrung herbeizuführen. Sobald eines dieser Momente eintrat, mutzte die Finanzierung auf dem Anleihewege ins Stocken geraten und damit das öffentliche Finanzwesen in eine akute Krise kommen. Dem unter kommunistischen Einfluß stehenden Bolkssrontkabinett Leon Blums gelang es sehr schnell, eine solche Vertrauenskrise herbeizuführen. Jetzt ist die französische Schuldenlast auf 500 Milliarden Franks gestiegen. Solange es Frankreich er lehne es künftighin ab, daß die zwischen Sozialdemokraten und Radikalsozialen zustandegekom- mene Einigungsformel von den Kommunisten wieder in Frage gestellt würde. Immerhin dürfe man bie Bebeutung bes ungelöst gebliebenen kommunistischen Problems nicht unterschätzen. Im „Petit Journal" schreibt ber Leiter ber französischen Sozialpartei, Qberst b e la Roque, manche würben es als beruhigend empfinden, daß dem Kabinett weder Sozialdemokraten noch Kommunisten angehören. Sie werden denken, daß Bonnet die kapitalistischen Kreise zu beruhigen und Frossard in sozialen Fragen zu verhandeln verstehen werde. Diese Einstellung sei falsch, denn die Ursachen des Hebels beständen weiter. Gewiß sei die Volksfront aus den Angeln gehoben worden, doch finde man in der Kammer eine feste Mehrheit ebensowenig wie gestern. Auch die Agenten Moskaus hätten nicht auf ihr Ziel verzichtet. Der Franken sei weiter gefährdet und bie außenpolitischen Mißerfolge bestäuben weiter. „Das Bündnis der Politikaster mit reichgewordenen Emporkömmlingen wird sich aufs neue gegen alle Kräfte des Erwachens und der Erneuerung auswirkey." Der rechtsgerichtete „F i g a r o" schreibt, die Stärke der neuen Regierung beruhe darin, daß sich die Ohnmacht der Volksfront erwiesen habe. Die kommunistische Frage stehe nach wie vor im Vordergrund. Der Kommunismus sei nicht eine Partei, sondern ein Ableger der Dritten Internationale. Dieser „Skandal" fuße darauf, daß man seinerzeit den Kommunismus in die Mehrheit einbezogen hatte, was der Sache Frankreichs im Auslände Abbruch getan habe. — Die royalistische „Action fran?aise" bezeichnet das Kabinett Chautemps als eine Eintagsfliege und sieht in der Folge entweder ein Kabinett der nationalen Einigung ober bie Kammerauflösung kommen. Die Möglichkeit wirb angeblich auch bei den Linksparteien für unvermeidlich gehalten, sie hätten erkannt, daß die im Jahre 1936 gewählte Kammer regierungsunfähig fei. — Der sozialdemokratische „P 0 pulaire" schreibt, die radikalsoziale Kammergruppe werde darüber zu wachen haben, daß die Regierung Chautemps das Volksfrontprogramm wahre. Allerdings säßen in der Regierung Persönlichkeiten, die sich bisher durch heftige Angriffe gegen die erste Volksfrontregierung Blum ausgezeichnet hätten. erhebliche Schmälerung feiner parlamentarischen Basis. Aussichten auf Ausgleich etwa aus ber rechten Mitte hat er vorläufig nicht. Im übrigen hat er bestätigt, was wir hier bei seinem Rücktritt betonten, baß nämlich sein Bruch mit den Kommunisten noch keinen Bruch mit ber Volksfront be- beutet; denn Chautemps selbst hatte bem Führer ber Sozialdemokraten Leon Blum bereits einen Ministersessel in seinem neuen Kabinett angeboten, ein Plan, ber sich dann durch die oben genannte Entschließung der sozialdemokratischen Parteileitung zerschlug. B. R. °810- - ,t io 0:1 elt. *4- SeE Tifd)• -0' ,.e JS.1 adeln- * \1$' geschehen^ 1«: E' kling , singen^M- "M Metzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Univerfitatsdruckerei R. Lange in Gießen. Schristleitvng und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 tbatoon. ^ib'\nbVid)teit du i Ähre Frage ber e genau angeben,. es sich handelt, da -ungen der Ben > gemeinden und ior t immer die M ' M gegen das W prud) eingelegt M mtsgericht Termin ■ in diesem Termin 1 c Angelegenheit r nt ein Vergleich rJ reitverfahren eiA # we,n daß Sie jnen, d-r N"-»' [e trotzdem aui - rer Klage keinen ns besteht alsdaiim Aus A-» a[6 auch im ®lr< umungsfriit g" ( i, ber mindesten- ^ ! einer W» ? es boljer auf. « 6nt|pratiie i ier smo & irp^xtung, mit- ine ehme". L 5^ •* •ogramm Oie Assyrer im Irak. Gioja-inowiisch besucht die deutsche Wehrmacht. Von unserem A.Gch.-Äenchtechatter. ' ’ ‘ 1 1 ’ 1 Nachdruck verboten! Bagdad, Dezember 1937. Genf erklärte sich im Herbst außerstande, die Assyrer-Frage zu lösen, die er vier Jahre lang behandelt hatte, und bewies damit erneut seine Unfähigkeit in der Lösung brennender Minderheits- fragen. Das assyrische Problem ist also wieder au demselben Punkt angelangt, wo es vor gut vier Jahren begonnen hatte. Lord Cranborne, Englands Vertreter beim Völkerbund, erledigte die Assyrer-Frage mit folgenden Worten: „Die Regierung Großbritanniens bedauert, daß der Völkerbund keine Lösung der Assyrer-Frage hat finden können, das liegt daran, daß die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse der modernen Welt ein unüberwindliches Hindernis darstellen, die eine Massen - Emigration der Assyrer aus dem Irak und deren Ansiedlung in anderen Ländern unmöglich macht." Die Genfer Liga empfiehlt der irakischen Regierung nunmehr, die Assyrer als einen Teil des irakischen Volkes fest im Irak anzusiedeln und sie so mit zu irakischen Staatsbürgern zu machen. England selbst erklärt sich bereit, aus Staatsmitteln einen großen Teil der benötigten Kosten für die Ansiedlungen beizusteuern." Die Assyrer sollen sich jetzt also in das irakische Staatswesen einfügen und einleben. Das ist keine neue Idee, sondern genau das, was die irakische Regierung schon vor Jahren wollte. Hätte man von Anbeginn an die assyrische Frage in etwas delikaterer Weise behandelt, so wäre vor allen Dingen das große Unglück, das über die Assyrer im Äahre 1933 hereinbrach, und das mit einem furchtbaren Massaker unter ihnen endete, vermieden worden — und die Genfer Liga hätte sich vier Jahre fruchtloser Arbeit sparen können. In der Hauptsache war es England, das während des Weltkrieges alle arabischen Gebiete „politisch durchdrang". Sein tüchtigster Helfer war der berühmte Oberst Lawrence. Durch ihn und andere Mittelsmänner ließ England den Völkern der arabischen Halbinsel die „Freiheits-Idee" einimpfen, um sie gegen den damaligen Beherrscher dieser Gebiete, die Türkei, zu verwenden. Das ist zum großen Teil auch gelungen, und die Araber tonnten als Mitkämpfer auf Seiten der Alliierten das Kriegsglück für England günstig gestalten. Das Versprechen aber, den Arabern für die Waffenhilfe die Unabhängigkeit und Freiheit zu geben, hat England seit dem Kriegsende viel Sorge gemacht. Es ist kein Geheimnis, wenn man verrät, daß Lawrence selbst es mit der Befreiung der Araber von fremdem Joch ernst gemeint hatte. England und Frankreich schufen nach dem Kriege wohl arabische Staaten im arabischen Raum, die sie aber als Mandatsgebiete und wahre Beherrscher sich zllzuschlagen verstanden. Sie gaben den arabischen Völkern eine Schein- Selbständigkeit, mit der die Araber jedoch absolut nicht einverstanden waren. So wurde Jahr um Jahr in all diesen Gebieten weiter gekämpft, Stämme und Völker empörten sich gegen Engländer und Franzosen. Die arabischen Völker setzten sich auch langsam, Schritt für Schritt, durch. England wurde des ewigen Kriegführens im schwierigen arabischen Raume müde — über 50 Millionen Pfund Sterling jährlich, also fast eine Milliarde Mark, kostete England der Nachkrieg in den arabischen Ländern. Tausende englischer Soldaten und Offiziere verbluteten während des Klein- Krieges im Wüstensand. Und dann gab es England auf. Es bildeten sich die Staaten Saudi- Arabien, Pemen, Transjordanien, Syrien-Libanon, Palästina und der Irak, die zum Teil heute selbständig sind und zum Teil noch die Freiheit suchen. Im Irak lebten aber auch die Assyrer, die feit Jahrtausenden in den nördlichen Gebieten des heutigen Iraks, des früheren Mesopotamiens, ansässig sind. Sie waren einstmals die Beherrscher fast des ganzenyarabischen Raumes, sie hatten die Babylonier besiegt und ein großes Kaiserreich errichtet, das einige Jahrhunderte überlebte. Das kulturelle Zentrum war die Hauptstadt Ninive, die später von dem Chaldäer-Fürsten Nebukadnezar zerstört wurde. Und bis zur heutigen Zeit haben sich einige zehntausend Assyrer, die keine Araber und außerdem Christen sind, im arabischen Raum erhalten, besonders in Mesopotamien, dem heutigen Irak. Die Assyrer waren immer ein Volk von hoher Kultur, waren hervorragende Soldaten und Kämpfer. Ihrer bediente sich auch England, als es in Mesopotamien und seinem späteren Mandatsgebiet, dem Irak, die nach ihrer versprochenen Freiheit strebenden Araber zu unterdrücken suchte. Auch im neuen Staat Irak bildeten die Assyrer unter Führung englischer Offiziere die Kerntruppe des Mandat-Staates. Als im Jahre 1932 der Irak nun endlich erreicht hatH, daß das Mandat aufgehoben wurde, um wirklich ein „selbständiger Staat" zu werden — (als äußeres Zeichen dafür trat der Irak in den Völkerbund ein) — verlangte die irakische Regierung unter ihrem ersten König F e i s a l, daß die vorwiegend assyrischen Truppenverbände in a ra- bische Hände übergehen müßten. Das war vom staatspolitischen Standpunkt aus eine berechtigte Forderung Feisals, der selber Araber war und König eines arabischen Staates. Die assyrische Truppe im irakischen Staat konnte zu einer Bedrohung werden. Die Assyrer wollten sich aber von arabischen Offizieren nicht befehligen lassen, und so sah sich die englische Mandatsbehörde, die allmählich den Staatsapparat in die Hände der irakischen Regierung überleitete, gezwungen, die Assyrer kurzerhand aus dem Dien st zu entlassen und ihre Verbände aufzulösen. Ueberrascbend ist nur, daß man den Assyrern die englischen Waffen beließ, mit denen man sie als Soldaten ausgerüstet hatte. Und jetzt entstand das Assyrer-Problem. Die Assyrer verlangten eigene Siedlungsrechte, konnten jedoch keine Einigung mit der irakischen Regierung erzielen, da sie daneben Rechte verlangten,.hie über die der irakischen Staatsbürger hinausgingen. Eines Tages jedoch verlautete, die Assyrer hätten die Absicht, nach Syrien auszuwandern. Sie wollten versuchen, sich dort anzusiedeln. Zu vielen Tausenden zogen sie über die Grenze des Irak ab in das französische Mandatsgebiet Syrien, nachdem vorher mit Frankreich eine Einigung erzielt worden war. An der syrischen Grenze wurden den Assyrern entsprechend der bestehenden Grenzabkommen sämtliche Waffen und Munition abgenommen: Männer, Frauen und Kinder, über 10 000 an der Zahl, wanderten auf syrisches Gebiet über. Ueberraschend erschienen jedoch eines Tages die Assyrer wieder an der syrisch-irakischen Grenze und wollten wieder in den Irak zurück- kehren. Und jetzt geschah etwas ganz Sonder. 3« der Lustkriegsschule Gatow. Jüterbog, 18. Ian. (DNB.) Ministerpräsident Stojadinowitsch stattete einigen Einrichtungen der deutschen Wehrmacht einen Besuch ab. Er besichtigte zunächst die L u s t k r i e g s s ch u l e und die Luftkriegsakademie in Gatow. Hier hießen Staatssekretär General der Flieger Milch, der Chef des Generalstabes der Luftwaffe, Generalleutnant Stump ff, der Kommandeur der Luftkriegsakademie, General der Flieger von Stülp- nagel, und der Kommandeur der Höheren Luftwaffenschule, Generalleutnant Wilberg, den Gast willkommen. Die Führung durch die Anlagen der Luftkriegsschule übernahm deren Kommandeur, Oberst Schulz. Große Artillerieübung in Jüterbog. In den Mittagsstunden nahm Ministerpräsident Stojadinowitsch im Beisein der Oberbefehlshaber des Heeres und der Luftwaffe, der Generalobersten Freiherr von Fritsch und Göring, bei der Artillerieschule in Jüterbog an einem von den drei Abteilungen des Artillerie- Lchrregiments und der Beodachtungs- und Lehrabteilung kriegsmäßig durchgeführten Scharfschießen teil. In der Reihe der ihn begleitenden Generalität sah man den Chef des Generalstabes des Heeres, General der Artillerie Beck, den Inspekteur der Artillerie, Generalleutnant Haase, den Chef des Waffenamtes, Professor Dr. h. c. General der Infanterie Liese, und den Chef der Allgemeinen Heeresabteilung im Reichskriegsministerium, Generalleutnant Fromm. Mit größtem Interesse verfolgte der Ministerpräsident bei der Fahrt durch das Gelände an den schnell feuernden leichten und schweren Feldhaubitzen und am Scherenfernrohr die ausgedehnten, in Zusammenarbeit mit Infanterie, Panzerwagen und Fliegern durchgeführten Kampfhandlungen, die ein eindrucksvolles Bild von der außerordentlichen Wendigkeit und der Einsatz- und Feuerkraft der deutsche,! Artillerie vermittelte. Mit allen verfügbaren Kräften, vom leichten Kaliber bis zum schwersten Mörser, wurden die Stellungen des „Feindes" unter dem zusammengefaßten Feuer der angreifenden blauen Partei vernichtet. Die Leitung hatte Generalmajor Brand, während das Schießen selbst vom Artillerie-Lehrregiment unter Leitung von Oberst Tittel durchgeführt wurde. Bei der Luftwaffe im Fliegerhorst Damm. Nach einem Frühstück im Offizierskasino der Artillerieschule Jüterbog, bei dem herzlich gehaltene i Tischreden zwischen Generaloberst Freiherrn von Fritsch und dem Ministerpräsidenten Stojadinowitsch gewechselt wurden, stattete der Gast dem Fliegerhorst Damm einen Besuch ab. Auf dem Flugplatz schritt nach Meldung durch den Gruppenkommandeur und Kommandanten des Fliegerhorstes, Major Huth, der Oberbefehlshaber der Luftwaffe mit feinem Gast und in Begleitung des Kommandierenden Generals und Befehlshabers im Wehrkreis 2, General der Flieger Kau- p i s ch, zunächst die Front der Ehrenkompanie ab. In Paradeaufstellung standen auf dem Flugfelde 27 Maschinen der zweiten Gruppe des Jagdgeschwaders „Richthofen". Auch der „Große Dessauer" und der Fieseler-„Storch" hatten sich eingefunden. Man sah auch den Chef des Technischen Amtes im Reichsluftfahrtministerium, Generalmajor Übet, und den Höheren Fliegerkommandeur 2, Generalmajor Grauert. Bald war der ganze Luftraum erfüllt von dem donnernden Gedröhn der einzeln und im Verband einherbrausenden schnittigen Maschinen der Luftwaffe, die in wundervollen Staffelflügen und in Turns und Loopings ein Bild ihrer Leistungsfähigkeit gaben. Auch der „Große Dessauer" zog mit eingezogenem Fahrgestell mehrere Ehrenschleifen, während der Fieseler „Storch", wie ein Drachen dahinschwebend, seine erstaunlichen Flugeigenschaften vorführte. Den Beschluß der eindrucksvollen Besichtigungsfahrt bildeten Besuche bei der Fliegertechnischen Schule Jüterbog, in der der fliegerische Nachwuchs handwerklich vielseitig ausgebildet wird, und in einem großen Zeugamt, wo ganze Hallen mit Motoren, Propellern, Tragflächen und Ersatzteilen aller Arten und Typen gefüllt sind. * Während der jugoslawische Ministerpräsident in der Nacht zum Mittwoch die Reichshauptstadt verläßt, um bei Salchau, in der Nähe von Letzlingen (Kreis Gardelegen), an einer Jagd teilzuneh- men^ wird Frau Stojadinowitsch am Mittwochvormittag eine Besichtigung der Einrichtungen des Winterhilfswerkes des deutschen Volkes vornehmen. Die deutsche Ho'zeinsuhr. Ein deutsch-jugoslawischer Forst- und Holzwirtschaftsausschutz. Vom Reichsforstamt wird mitgeteilt, daß ein deutsch-jugoslawischer forst- und holzwirtschaftlicher Ausschuß eingesetzt worden ist, dem Sachverständige aus Kreisen der Erzeuger, Bearbeiter und Verteiler (Handel) der Forst- und Holzwirtschasten beider Länder angehören. Der Ausschuß soll hauptsächlich den beiden Regierungsausschüfsen aus der Praxis heraus Maßnahmen Vorschlägen, die geeignet sind, die forst- und holzwirtschaftlichen Beziehungen der beiden Länder ständig zu verbessern und zu vertiefen. Der Erkenntnis, daß die Wirtschaftsbeziehungen zwischen zwei Völkern nur auf Gegenseitigkeit beruhen können, soll Durchbruch verschafft und dadurch beiden Teilen schädliche Krisen ausgeschaltet werden. Mit 157,6 Millionen Dinar steht Deutschland in der jugoslawischen Holzausfuhr an dritter Stelle. Es sind zweifellos Voraussetzungen sowohl für eine Produktionssteigerung der jugoslawischen Holzwirtschaft, als auch für einen Ausbau der bisherigen deutschen Holzeinfuhr aus Jugoslawien in weitem Maße gegeben. Die erste Tagung des Ausschusses wird vom 26. bis 29. Januar in Eisenach stattfinden. Oeutich-jugoslawische preffevereinbarunq. Berlin, 18. Jan. (DNB.) Der Pressechef der jugoslawischen Regierung, Dr. Lu k o v i t sch, wurde vom Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, Dr. G o e b b e l s , im Beisein von Reichspressechef Dr. Dietrich empfangen. Es bestand volle Einmütigkeit darüber, in noch verstärktem Maße den guten freundschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Jugoslawien auch in der Presse beider Länder Rechnung zu tragen. Es wurde festgestellt, daß es von großem Nutzen ist, wenn der Nachrichtenaustausch noch mehr intensiviert wird. Insbesondere war man sich darüber einig, daß die Presse es vermeiden solle, Nachrichten ober Artikel zu veröffentlichen, bie die guten Beziehungen zu stören geeignet sinb. Die Presse wirb loyal an einer weiteren Annäherung ber beiben Völker mitwirken, indem sie Verstänbnis für die Lebensnotwendigkeiten des anberen Landes zeigt und ihren Willen zu einer vertrauensvollen Mitarbeit beweist zum Wohle ihrer Länder und zum Besten des allgemeinen Friedens. ßrniwurf für ein neues Llrlaubsrecht. bares: die französischen Grenzbehörden gaben den Assyrern ihre volle Ausrüstung: Waffen und Munition beim Grenzübertritt zurück, eine Handlung, die gegen alle Grenzabkommen verstieß. Die Assyrer, denen man in diesem bewaffneten Zustande den Eintritt in den Irak verwehren wollte, überlegten nicht lange, fie griffen bie irakischen Grenzposten an, eroberten einige Polizeistationen, setzten sich selbst darin fest und drangen mit Waffengewalt weiter in den Irak ein. Sie wollten mit Gewalt das erobern, was man ihnen freiwillig nicht gab. König Feisal war zu dieser Zeit in Europa, fein Sohn Ghazi, der heutige König des Irak, war Regent. Er stand einer unangenehmen Situation gegenüber. Ein Assyrer-Ausstand konnte den Bestand des jungen Staates in ernstliche Gefahr bringen, zumal gleichzeitig bie Surben im Nord- often bes Lanbes revolutionäre Absichten zeigten, ba fie sich ebenfalls nicht ohne weiteres in das neue arabische Staatswesen einfügen wollten. Die Armee bes jungen Staates aber war noch im Aufbau begriffen unb wäre schwerlich in ber Lage gewesen, mit Assyrern unb Kurden fertig zu werden. Die irakische Regierung hätte die Engländer um Waffenhilfe bitten müssen, was ein Beweis dafür gewesen wäre, daß die Iraker noch nicht in der Lage seien, ihr Land zu regieren und zu beherrschen. Ungeahnte Folgen hätten aus einer solchen Situation entstehen können — Verlängerung der Mandatszeit, Wiederaufhebung ber Selbstän- bigteit unb ähnliches. Nur schnellstes Handeln konnte den irakischen Staat retten. Die einzige Möglichkeit bestand darin, mit größter Schnelligkeit und Härte den Assyrern entgegenzutreten unb sie vernichtend z u schlagen, um somit alle Weiterungen zu verhindern unb auch ben Kurden ein abschreckendes Beispiel zu geben. Gegen den Willen ber beratenden Engländer beauftragte Ghazi im Juli 1933 ben kürzlich ermordeten Generalstabschef B e k r Sibki, ber berzeit Kommandant von Mossul war, gegen bie Assyrer vorzugehen. Bekr Sibki tat das auch gründlich und hat durch die Ausführung des Befehls den Grundstein zu feiner folgenden großen Karriere gelegt. An dem Schulbeispiel der Ässyrer zeigte es sich, wie hart und rücksichtslos er als Soldat fein konnte, und andererseits, was für ein guter Organisator und Soldat er war. Innerhalb 24 Stunden umzingelte er die über die Grenze eingedrungenen Assyrer, requirierte ämtliche vorhandenen Motorfahrzeuge und warf die sämtlichen verfügbaren Truppenteile den Assyrern entgegen, die völlig eingeschlossen wurden. Don Bagdad aus hätte eine solche militärische Aktion wenigstens drei Tage in Anspruch genommen, dann wäre es vielleicht schon zu spät gewesen. Ohne weitere Befehle von Bagdad abzuwarten, gab Bekr Sibki bereits beim Morgengrauen bes nächsten Tages ben Befehl zum Angriff. Der Be- ehl war unmißverständlich, er lautete, die Assyrer mit jedem Mittel niederzukämpfen. Dann begann das Assyrer-Massaker, bei dem einige tausend Männer, Frauen und Kinder im Laufe eines Tages niedergemetzelt würben. Der Bestaub des irakischen Staates war durch diese Tat sichergestellt, bie kurdische Revolution unterblieb, abgeschreckt burch bieses Beispiel. Bekr Sibki, ber selbst Kurde war, wurde von ben Arabern als Nationalhelb verehrt. Die assyrische Frage eboch blieb ungelöst. Ueber 40000 Assyrer leben noch heute im arabischen Raum. Die Genfer Liga hat zugegeben, daß sie für sie nichts tun kann. Aber die Zeit heilt manche Wunden — unb es hat ben Anschein, als wenn bie heutige irakische Regierung ernstlich daranaehen wird, die assyrijche Frage innerhalb des Landes selbst zu lösen. Man will ben Assyrern Staatsbürgerrechte ein» räumen und ihnen behilflich fein, ihre neuen Siedlungen ayfzubauen, nachdem die Assyrer ihre For- berungen nach Sonberrechten Haden fallen lassen müssen. Unser heutiges Urlaubsrecht gründet sich nicht auf das Gesetz, sondern im wesentlichen auf bie von ben Reichstreuhändern ber Arbeit erlassenen Tarif- orbnungen aber auf weitergeltende Tarifverträge. Maßgebend für die Entscheidung im Einzelfall ist demnach immer bie für das betreffende Arbeitsverhältnis etwa bestehende tarifliche Regelung, unb gerade beim Erholungsurlaub waren bie Treuhänber von Anfang an darauf bedacht, veraltete Regelungen durch bessere, den heutigen Anschauungen entsprechende zu ersetzen. Zur Zeit befaßt sich nun der Arbeitsausschuß der Akademie für De-utfches Recht mit der Urlaubsfrage unb hat einen Entwurf gefertigt, über den in einem Aufsatz der „Zeitschrift Oer Akademie für Deutsches Recht" (2. Januarheft 1938) Professor Dr. Arthur Niki sch (Dresden) berichtet. Der Entwurf ber Akademie schlägt eine Wartezeit von sechs Monaten für ben Erholungsurlaub vor. Um einen Doppelurlaub im gleichen Jahr auszuschließen, versagt ber Entwurf bem Beschäftigten ben Urlaub, der für dasselbe Kalenderjahr bereits Urlaub erhalten hat, und bestimmt weiter, baß ber Beschäftigte, der vor bem 1. Mai ausscheidet, für das laufende Kalenderjahr keinen Urlaubsanspruch gegen seinen bisherigen Unternehmer mehr haben soll. Des weiteren bestimmt ber Entwurf, baß ein Beschäftigtey, der das Urlaubsgelb ein» steckt und während seiner Urlaubszeit bann ander- meitig gegen Entgelt arbeitet, des Urlaubsgelbes verlustig gehen unb es an den Unternehmer, auf dessen Kosten bem Beschäftigten die Erholung geboten werden sollte, zurück zahlen soll. Am 19. Januar kann der Gau Bayerische Ostmark, auf sein fünfzehnjähriges Bestehen zurückblicken. Aus diesem Anlaß empfing der (Bauleiter der Bayerischen Ostmark, Fritz Wächtler, unseren Mitarbeiter zu einer Unterredung über die nationalsozialistische Aufbauarbeit in diesem Grenzland. Wenige Tage vor der Machtergreifung, am 19. Januar 1933, schloß der Führer die beiden nationalsozialistischen Gaue Oberfranken und Niederbayern- Oberpfalz zum Gau Bayerische O st mark zusammen. Wenn damals in Deutschland überhaupt irgendeine Vorstellung mit dem Begriff „Bayerische Ostmark" verbunden wurde, so war es die eines Notgebietes, das nur von der Hilfe des übrigen Reiches (eben konnte. Fünf Jahre harte, zähe Aufbauarbeit haben das Antlitz dieses (Baues grundlegend verändert. Wir sind auf guten Straßen, zuletzt auf der Reichsautobahn, durch die Bayerische Ostmark nach Bayreuth gefahren. Wir haben in modernen, guten Gasthäusern Unterkunft gefunden. Wir hatten allerorten den Eindruck, in einem aufstrebenden, schaffensfrohen Land zu fein. Wir waren überall einer klaren Vorstellung der großen Grenzaufgaben dieses Landes für das ganze Reich begegnet. Nicht mehr „Bayerisch S birien» Wir sprechen in Bayreuth (Bauleiter Wächtler gegenüber von triefen Eindrücken. „Die Bayerische Ost- mark", so erklärte er uns, „hat durch die großen Aufgaben, die ihr ber Führer gestellt hat, erst ihre inneren Kräfte entdeckt und entfalten können. Früher hat man dem Land keine Ausgaben gestellt. Durch abträgliche Bezeichnungen wie ,Baye- risch-Sidirien< usrv-, durch konfessionelle Verengung und jahrzehntelange Vernachlässigung seiner großen natürlichen Kräfte hat man es geradezu unfähig gemacht, seine bedeutsamen Pflichten für das Volks- Diese Vorschläge weichen von der allgemeinen Regelung, die bis 1933 galt, erheblich ab. Nach der früheren Ansicht stellte nämlich der Urlaub einen Teil des Entgelts für die vom Beschäftigten dem Unternehmer geleisteten Dienste dar. Die nicht unwichtigen Folgen »aus dieser Ansicht waren die Bemessung der Wartezeit auf ein ganzes Jahr, ferner der Anspruch auf Auszahlung des Urlaubs gelb es auch bei Treulosigkeit des Beschäftigten, der Ueber- gang des Anspruches auf bie Erden unb die Möglichkeit des Verzichtes des Beschäftigten auf feine Urlaubszeit gegen Abgeltung des Urlaubsanspruches in Form von Geld. Heute haben wir erkannt, daß der Urlaub eines Beschäftigten nicht als Teil des Arbeitsentgeltes aufgefaht werden darf, da wir damit feinem Sinn und feinem Zweck in keiner Weise gerecht werden können. Nicht als Vergütung für ihm in ber Vergangenheit geleistete Dienste, fon- bern im Bewußtsein, baß ihm ein wertvolles persönliches unb nationales Gut anoertraut ist, hat der Unternehmer dem Gefolgsmann einmal im Jahr Gelegenheit zu geben, sich zu erholen und neue seelische und körperliche Kräfte zu gewinnen. Die Dauer des Urlaubs wird deshalb — wie Nikisch aus führt — nicht nach dem Maß ber geleisteten Arbeit, sondern in erster Linie nach ber Erholungs» bebürftigfeit des Beschäftigten bestimmt. Sie geht infolgedessen z. B. bei Schwerbeschädigten, Jugendlichen, Untertagearbeitern wesentlich über das normale Maß hinaus. Aus dieser Anschauung erklären sich die Vorschläge der Akademie für Deutsches Recht, vor allem die verkürzte Wartezeit. ganze zu erfüllen. FünfJahre Aufbau haben bewiesen, daß das Vertrauen, das der Führer dem Grenzland bei der großen Aufgabenstellung bewies, durchaus gerechtfertigt war. Die Bayerische Ostmark hat in diesen Jahren des Ausbaues wohl die Hilfe des ganzen Volkes benötigt. Aber diese Hilfe wäre ergebnislos gewesen, wenn das Grenzvolk nicht s e l b st mit verbissener Zähigkeit zur Selbsthilfe gegriffen hätte." Was geschieht in den nächsten Jahren? Auf die Frage, ob die Bayerische Ostmark heute noch als Notgebiet anzusprechen sei, erwidert uns der (Bauleiter: „Arbeitsbeschaffung und die -gewaltigen Erfolge des Winterhilfswerkes haben den Gau aus dem Zustand des trostlosen Elends herausgeführt, in dem er 1933 übernommen werden mußte. Was aber für die Grenzgebiete des Ostens von der Führung der deutschen Wirtschaftspolitik allgemein festgestellt ist, gilt ganz besonders für die Bayerische Ostmark: Sie ist auftragsbedürftiges Gebiet und wird es wohl noch lange bleiben. Denn wir dürfen nicht vergessen, daß viele Arbeitslose orts- und berufsfremd in Arbeitsstellen vermittelt 'wurden; daß die Lebenshaltung im Grenzland im Durchschnitt noch sehr niedrig ist und daß viele Heimarbeiter — 40 000' zählt die Ostmark insgesamt — Kleinbauern sind. Wir haben die s ch w e r st e Not in der Ostmark überwunden. Die Ausgabe der nächsten Jahre wird es sein, den Wohlstand des Landes zu heben, die V o l k s g e s u n d h e i t zu Derberem und einen möglichst großen Teil der Bevölkerung zu krisenfesten Siedlern zu machen." Der (Bauleiter erzählt uns, wie viel Arbeitslose Sir- beit erhielten, welche großen Erfolge die Erzeugungs- schlacht erzielte, daß rund 30 000 Menschen in fünf Jahren zu bodenständigen Siedlern wurden, daß an die 3000 Kilometer Straßen gebaut ober erneuert wurden und vieles andere. „Dem Reich wurde ein Schild geschmiedet." Eine Unterredung mit dem Gauleiter der Bayerischen Ostmark. Japans Krastreferven T. // - Stein- en Me»? )r. und Zum erstenmal sah man in Yokohama ein Schiff mit der Flagge der neuen Regierung in Nord-China, die aus fünf Farben besteht. — (Atlantic-M.) Richtlinien für die Errichtung neuer Holz verbrauchender Werke. Berlin, 18. Jan. (DNB.) Das Reichsforstamt hat Richtlinien für die Errichtung neuer Werke herausgeaeben, bie sich guf die Aus n u tz u n g des Rohstoffes Holz gründen. Derartige Werke sollen nur dort errichtet werden, wo eine Belieferung mit den benötigten Rohholzmengen zu wirtschaftlich tragbaren Preisen gesichert ist. Die Planung für neue Anlagen erfolgt durch oas sseches ber Ich, murbe und •on Mchz. bestand ' "«totem 'E^ehuygen auch in . 3U tragen. Nutzen usch noch ar man sich reiden solle, )en. die die sind. Die Annäherung Verständnis ren Landes auensvollen , Länder und len Gemeinden erleichtern, die in einer Reihe von Fällen noch notwendige und vom Reichsinnenminister wiederholt als vordringlich bezeichnete Senkung der Tarife, namentlich für Gas, Wasser und Elektrizität herbeizuführen. Der Reichsinnenminister macht es den Gemeindeaufsichtsbehörden zur Pflicht, die Durchführung dieses Erlasses zu überwachen und die Möglichkeit von Personalersparnissen nachzuprüfen. Ausländische Wanderarbeiter. Bor wenigen Tagen ging die Nachricht durch die Presse, daß bei dem letzten Besuche Dr. Leys in Italien der Einsatz von einigen 10 000 italienischen Landarbeitern in der kommenden Bestellungs- und Erntezeit beschlossen worden ist. Dr. Syrup, der Präsident der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung, hat jetzt die Zahl der ausländischen Wanderarbeiter, die 1938 in Deutschland zum Einsatz kommen, auf 200 000 beziffert. Grundsätzlich ist zunächst estzustellen, daß diese Maßnahmen vorübergehender Natur sind, bis die naturgemäß auf lange Frist eingestellte Eigenversorgung mit Landarbeitern sich voll auswirkt. Dem Einsatz ausländischer Arbeitskräfte in Deutschland sind durch die D e o i s e n b i l a n z Schranken gezogen; die ausländischen Arbeiter können natürlich erhebliche Lohnsummen in ihre Heimat zurücknehmen. Der Gesamtbetrag dieser Löhne wird auf 70 Millionen Mark geschätzt Aehnlich wie der relativ billige ausländische Futtermais heimisches Brotgetreide' freisetzt, ersparen diese Löhne den Kauf teueren Getreides. Stadt Steinbeim am Main. art jfbati haben r Führer dem ellung bewies, ^nichevV- T0l)l bie W ese W lren}D°tt wch s-lbsthill- Ks Süfc n beiden yH r gratis JM finit "9tn der l ver- $e Krisen 7 Dinar Jen h°lz- o Zweifel, oduktions. W als y* iinbenD°m allgemeinen ib. Nach der rlaub einen istigten dem , )ie nicht un= ' mn die Bewahr, ferner r/auhsaeldes , , der lieber- die Mögen auf seine ibsanfprufys irtannt, daß ils Teil des da wir Lateiner Weise rgiitung für Dienste, son- ntvolles per« raut ist, hat imal im Jahr m und neue eminnen. Die - wie Nikisch >er geleisteten er Erholungs- mt. Sie geht gten, Jugend- i über das nschauuna er- nie für Deut» Lartezelt. werd-" w* D!'Ä=i- bie rfl’rin Ä»*sS ■t rer- t oder rungen zur Verfügung, und zwar insgesamt etwa 1,7 Milliarden Yen, die durch entsprechende gesetzliche Maßnahmen erfaßt und für die Zahlungsbilanz nutzbar gemacht werden könnten Schließlich ist noch die neuerdings stark forcierte eigene Golderzeugung Japans zu nennen, die annähernd 200 Millionen Yen jährlich liefert. Die Bestrebungen, oie japanische Wirtschaft vom Bezug ausländischer Rohstoffe unabhängiger zu machen, werden auf zahlreichen Gebieten tatkräf- titz vorangetrieben, so daß in absehbarer Zeit beträchtliche Erfolge erwartet werden. Die Zellwolle spielt hierbei eine große Rolle. Die empfindlichste Abhängigkeit besteht für Mineralöl. Die Kohlehydrierung ist zwar ausgenommen, aber noch nicht in nennenswertem Ausmaß entwickelt worden.' Die Nachweise für Japans wirtschaftliche Kraft und ihre Reserven sind um so interessanter, als sie von wirklich sachkundiger Seite her kpmmen. Bekanntlich bildet die Spekulantion auf Japans wirtschaftlichen bzw finanziellen Zusammenbruch schon seit Beginn des neuen Fernostkrieges ein unerschöpfliches Thema in der Presse derjenigen Länder, die ein weiteres Vordringen Sowjetrußlands in China immer noch lieber sähen als die Schaffung geordneter Verhältnisse in Ostasien durch den Autoritätsstaat Japan. B. R. Eine neue Flagge. zeichneten und die Schließung der Schulen ankündigten. Als her Neubau für diese deutschen Anstalten im Frühjahr 1937 unter Dach gebracht werden konnte, verboten die polnischen Behörden den Weiterbau D^onatelange Bemühungen um die Erlaubnis zur Fortsetzung der Bauarbeiten blieben ergebnislos — Die „Deutsche Rundschau in Polen" bemerkt hierzu: „Wenn es einen Fall gibt, der mit dem Geist der Minderheiten - Deklarationen schlechtweg unvereinbar ist, so ist es der Fall des Neubaues des deutschen Prioatgymnasiums und der deutschen Volksschule in Bromberg. Wir können deshalb nur annehmen, daß hier ein uns freilich unbegreifliches Mißverständnis vorliegt, dessen unverzügliche Beseitigung nicht nur dem Wortlaut der feierlichen Minderheitenerklärungen entspräche, sondern auch dem Geist der letzten Rede des Herrn Außenministers Beck Zahlreiche deutsche Eltern und mit ihnen die gesamte Volksgruppe erwarten, daß sie nunmehr beschleunigt von der bangen Sorge um die Zukunft ihrer Kinder befreit werden." In einer von der „Foreign Affairs Association of Japan" herausgegebenen Broschüre sind Aufsätze von maßgeblichen Persönlichkeiten der japanischen Wirtschaft zusammengefaßt, die sich mit den wirtschaftlichen Kraftquellen des Landes unter dem Gesichtspunkt des gegenwärtigen Konfliktes mit China beschäftigen. Einhellig kommt dabei die Ueberzeu- guna zürn Ausdruck, daß die japanische Volkswirtschaft die finanziellen L a st e n , die die Operationen in China ihr auferlegten, ohne Gefahr tragen kann, auch wenn sich eine längere Dauer des Konfliktes ergeben sollte. Bisher sind vom Reichstag für die Operationen in China 2,6 Milliarden Yen bewilligt worden, davon 2,4 Milliarden Yen in Form von Regierungsbonds. Bis Mitte November waren hiervon 500 Millionen Yen emittiert, so i^aß bis Anfang nächsten Jahres (für diesen Zeitraum war die Bewilligung der Mittel vorgesehen) noch 1,9 Milliarden Yen ausgegeben werden können. Von besonderer Interesse sind Berechnungen, die ein namhafter japanischer Wirtschaftspublizist über die äußerste Grenze der finanziellen Leistungsfähigkeit seines Landes auf Grund seines Vergleichs mit den Kriegsausgaben der großen europäischen Länder im Weltkrieg anstellt. Er kommt dabei überraschenderweise auf drei verschiedenen Wegen zu drei ziemlich übereinstimmenden Ergebnissen: Die Kriegführenden in Europa gaben 1914 bis 1918 durchschnittlich 44 v. H. des jeweiligen Volksvermögens aus; das würde, auf heutige japanische Verhältnisse übertragen, bedeuten, daß Japan bei einem Nationalvermögen von reichlich 120 Milliarden Yen 53 Milliarden Yen in vier Kriegsjahren, also etwa 13 Milliarden Yen jährlich, aufbringen könnte. Auf das jährliche Volkseinkommen bezogen, ergibt sich für die Teilnehmer am Weltkrieg ein Durchschnittssatz von 87 v. H. für die jährlichen Kriegskosten, das bedeutet für das heutige Japan bei einem Jahreseinkommen von runbl4 Milliarden Yen eine jährliche Ausgabe von etwas über 12 Milliarden Yen. Schließlich wird das Verhältnis der europäischen Weltkriegskosten zu den jeweiligen laufenden Ersparnissen mit durchschnittlich 5,5:1 angegeben, und nach dieser Rechnung würden sich die jährlichen Finanzleistungen Japans auf 14,5 Milliarden Yen stellen. Der Verfasser kommt schließlich zu dem Ergebnis, daß unter Berücksichtigung der in Korea, Formosa und der Mandschurei zur Verfügung stehenden Hilfsquellen sowie der besonders widerstandsfähigen Struktur der japanischen Volkswirtschaft die tatsächliche äußerste Grenze der Leistungsfähigkeit noch weit höher liege als die berechnete Summe von 12 bis 13 Milliarden Yen. Alle Autoren der Broschüre sind darüber einig, daß von der Seite der Staatsfinanzen keinerlei Gefahren für die Durchführung einer langfristigen kriegerischen Aktion zu befürchten sind. Der schwache Punkt liegt vielmehr in der Entwicklung des Außenhandels, der im laufenden Jahr voraussichtlich einen Einfuhrüberschuß von 800 Mill. Yen aufweisen wird. Die Goldreserve von gegenwärtig 1,4 Milliarden Yen würde, wenn sie zur Bezahlung dieses Passivsaldos herangezogen würde, bald aufgezehrt sein, aber es stehen beträchtliche Reserven in Form von in japanischem Besitz befindlichen ausländischen Wertpapieren sowie Guthaben und Warenoorschüssen in Fremdwäh- Amt für deutsche Roh- und Werkstoffe, dem alle Anträge auf Neugründung Holz verbrauchender Werke zuzuleiten sind. Wenn dort festgestellt ist, daß die wirtschaftliche Notwendigkeit zur Neugründung bestehe, entscheidet der Reichsforstmeister, ob die Anlagen mit Rücksicht auf die Möglichkeit der Holzbelieferung gebaut werden können. Durch diese Maßnahmen werden die neu zu errichtenden chemisch-technischen holzwirtschaftlichen Werke nach den Grundsätzen der Forst- und Holzwirtschaftlichen Marktordnung aufgebaut und betrieben. Deutschland bleibt der ISO-Zahrfeier in Neusüvwales fern. Berlin, 18. Jan. (DNB.) Das 150jährige Gründungsjubiläum Australiens wurde, wie bereits gemeldet, mit einer Feier in Curnell eingeleitet. Deutschland ist amtlich nicht v e r- t r e t"e n , da es in Neusüdwales immer noch diskriminierende Be st im m ungen gegen deutsche Reichsangehörige gibt. Diese Bestimmungen, die aus der Kriegszeit stammen, schließen eine Praxis deutscher Aerzte in Neusüdwales aus. Bei dieser Sachlage sieht sich Deutschland zu seinem Bedauern nicht in der Lage, an der Staatsfeier teilzunehmen. Aehnliche diskriminierende Bestimmungen gegen Reichsdeutsche, die im Kriege auch in anderen australischen Staaten erlassen waren, sind dort inzwischen wieder aufgehoben worden. Deutsche Matrosen in Pretoria. In Pretoria, der Hauptstadt der Südafrikanischen Union, wurde die Abordnung des Schulschiffes der Kriegsmarine „Schleswig-Holst e i n" begeistert empfangen. Im Deutschen Klub fand in Anwesenheit des Verteidigungsministers Pirow und des Bürgermeisters Coke eine herzliche Begrüßung statt. Bei General Hertzog gaben die Offiziere der Abordnung ihre Karten ab. Bürgermeister Coke erklärte: „Wir haben die Rolle, die Sie beim Aufbau dieses Landes gespielt haben, nicht vergessen. Wir haben etwa 20 000 ihrer Landsleute dl5 Mitbürger in der Union. Von Anfang der südafrikanischen Geschichte an finden wir verdiente deutsche Gelehrte, Forscher und Männer. Deutsche Bauern zeigten uns nicht nur, wie man dort zwei Gräser zieht, wo früher nur eins wuchs, sie opferten auch, wenn es sein mußte, ihr Leben und fielen in den Kaffernkriegen für die Zivilisation des weißen Mannes." Der Chef des südafrikanischen Generalstabes, General H. A van Ryineveld, Unterstaatssekretär B r o e k s m a und General Brink empfingen die Offiziere der Abordnung und veranstalteten ein kameradschaftliches Zusammensein mit südafrikanischen Offizieren. Verbot des Weiterbaues der deutschen Schulen in Bromberg Bromberg, 18. Jan. (DNB.) Bor ungefähr zwei Jahren ist in B r o m b e r g mit dem Neubau eines deutschen Privatgymna- s i u m s und einer deutschen Volksschule be? gönnen worden, du die polnischen Behörden die alten Schulgebäude der beiden deutschen Anstalten als für Schulzwecke ungeeignet be- NSG. In einem Erlaß vom 14. Januar 1938 bestimmt der Reichsstatthalter in Hessen, Gauleiter Sprenger, mit Wirkung vom 1 April 1938 den Zusammenschluß der Gemeinden Groß-Steinheim und Klein - Steinheim zur Stadt Steinheim am Mam. Die neue Stadt im Kreise Offenbach wird 6 849 Einwohner zählen und von einem hauptamtlichen Bürgermeister, der noch bestellt wird, geleitet werden. Ihm treten zwei Beigeordnete und etwa zehn Rats- Herren zur Seite. Groß-Steinheim besaß schon sei: 1320 die Stadtrechte. Die schöne Lage tn dem fruchtbaren Maintal mit dem Blick auf den Spessart macht Steinheim am Main besonders zum Sied- lunqsqelände der benachbarten größeren Städte geeignet. Bei einer entsprechenden Verschönerung des Stadtbildes wird auch der Fremdenverkehr nicht an dieser Stadt, in deren Nähe die Reichsautobahn verläuft, vorbeigehen. Für die Zukunft ist ein größeres Siedlungsvorhaben an den früheren Gemeindegrenzen geplant. Dollar für die Modernisierung der Flugzeugträger „L e x i n g t o n" und „S a r a t o g a" zu bewilligen. Neuwahlen in Rumänien. Bukarest, 19. Jan. (DNB.) Das im Dezember vergangenen Jahres gewählte rumänische Parlament ist am Dienstag durch königliches Dekret a u f g e l ö st worden. Die Neuwahlen finden für die Kammer am 2. März und für den Senat am 4. März statt. Das neue Parlament wird am 10. März zu seiner ersten Sitzung zusammentreten. Durch ein königliches Dekret wurde die Wahlordnung dahin abgeändert, daß die Parteien ihre Anmeldung für das ganze Land einheitlich beim Justizminister zu vollziehen haben. Dadurch steht bereits fest, daß die am Ruder befindliche National-Christliche Partei im ganzen Lande an erster Stelle kandidiert. Es folgen die Liberale Partei, die Rumänische Partei, die Partei „Alles ^für das Land" (Eiserne Garde) und die Nationalzaranisten. Ferner wurden einzelne technische Bestimmungen des Wahlgesetzes abgeändert. Die österreichische Regierung bedauert. Wien, 18. Jan. (DNB.) Für st Hohenberg, der das Amtsschild der Generalvertretung der Deutschen Reichsbahn' in Wien zertrümmerte, hat der Polizei erklärt, er hätte die Tat „in angeheitertem Zu st and" begangen. Er hätte weder die Aufschrift auf der Tafel noch das Hoheitszeichen des Reiches bemerkt. Die österreichische Regierung hat der deutschen Gesandtschaft durch Entsendung eines leitenden Beamten des Bundeskanzleramtes ihr Bedauern über den ärgerlichen Zwischenfall aussprechen lassen. Die gegen den Täter erstattete Strafanzeige werde eine Strq,f- oerfolgung durch die' österreichischen Gerichte nach sich ziehen. Bolschewistische Stellungen an der Teruel-^ront genommen. Salamanca, 19. Jan. (DNB. Funkspruch.) Wie der nationalspanische Heeresbericht meldet, dauert die Schlacht bei Teruel an. Bei Gegenangriffen auf die am Vortage eroberten Stellungen wurden die Bolschewisten unter hohen Verlusten zurückgeschlagen. Zwei Tanks wurden außer Gefecht gesetzt. Arn Montag wurden zehn, am Dienstag zwei sowjet-spanische Flugzeuge abgeschossen. Die Frontberichterstatter des nationalen Hauptquartiers melden, daß eine bolschewistische Stellung bei L o s i l l a , nördlich von Celadas, tn der Sierra Palqmera, erstürmt worden sei. Gegenangriffe frischer bolschewistischer Kräfte seien gescheitert. Auch im Abschnitt Alhambra verloren die Bolschewisten einige Stellungen. Schließlich eroberten die nationalen Truppen im Abschnitt Concud nördlich von Teruel die bolschewistische Position Cierro San Miguel, wo ausschließlich internationale Söldnerhaufen eingesetzt waren. Sowjetrussische Werkspionage in Schweden. Stockholm, 18. Jan. (DNB.) In der kleinen Industriestadt F a g e r st a in Mitteljchweden sind 2 Personen wegen Wirtschaftsspionage zugunsten der Sowjetunion f e ft genommen worden. Sie sollen das wertvollste Geheimnis der Fagersta-Stahlwerke, nämlich die Erzeugung des rostfreien H a r t st a h l s „S e c o", den Sowjets preisgegeben haben Beide wurden vor kurzem bereits wegen Photographierens von FabrikeinrichtunZen entlassen und unter Polizeikontrolle gestellt, die bann zu der Feststellung der Spionage zugunsten der Sowjets führte. Die Verhafteten sollen mit der Gesandtschaft der Sowjetunion in Stockholm in enger Verbindung gestanden haben. Dec ältere der beiden „Was hier an Aufbau geschieht", schließt der Gauleiter, „geschieht für das ganze Reich. Denn an den Grenzen der Bayerischen Ostmark haben Slawentum und Bolschewismus ihren westlichsten Punkt beim Vordringen auf die europäische Mitte erreicht. Wehrpolitisch ist die Tschechoslowakei ein 1000 Kilometer langer Korridor der Sowjets nach Zentraleuropa. Hier braucht das Reich einen starken Schild. Nicht nur den Panzer einer schlagkräftigen Wehrmacht, sondern auch einen gesunden Körper und gute Nerven. Volkspolitisch heißt das aber: Eine starke Willenseinheit und ein dicht siedelndes, erbgesundes, bodenständiges Grenzvolk. Sollte aber, was wir hoffen, an der Grenze zwischen Passau und Hof Frieden bleiben, so würde der Bayerischen Ostmark die Aufgabe zufallen — die sie an der Donaustraße schon inne hat — Brücke des Reiches zum Südosten zu fein. Und auch dieser Aufgabe kann nur eine lebensvolle, kräftig durchblutete Landschaft gerecht werden." K. Personalersparnis bei den Gemeinden. Der Reichsminister des Innern ersucht zugleich hn Namen des Reichskommifsars für die Preisbildung in einem Runderlaß die Gemeinden und Gemeindeverbände, in eine Ueberprüfung des PersonalbestandesihrerBetriebeund A n ft a l t en einzutreten mit dem Ziele, alle entbehrlichen Arbeitskräfte schleunigst frei zu machen und sie durch Vermittlung der zuständigen Arbeitsämter zum arbeitsmäßigen Einsatz im Rahmendes Vierjahresplanes zur Verfügung zu stellen. Die Gemeinden und Gemeindeoerbände hatten sich bemüht, im Kampf gegen die Erwerbslosigkeit auch in ihren Betrieben möglichst vielen Volksgenossen wieder Arbeit und Brot zu verschaffen. Da sich inzwischen aber die Verhältnisse auf dem Arbeitsmarkt grundlegend gewandelt haben und in Deutschland heute nicht nur ein ausgesprochener Facharbeitermangel, sondern bereits weitgehend ein allgemeinerArbeitermangel besteht, kann es heute nicht mehr Aufgabe der Gemeinden sein, den Personalbestand ihrer Betriebe und Anstalten unter dem Gesichtspunkt der Schaffung möglichst vieler Arbeitsplätze zu bemessen. Der Erlaß bezeichnet es deshalb als Pflicht, zu prüfen, ob nicht die von den Betrieben durchzuführenden Aufgaben auch mit einem geringeren Personal- stand ohne Einschränkung des Leist ungsgrades durchgeführt und Arbeitskräfte für andere wichtige Aufgabengebiete frei gemacht werden können. Wenn auch in der Regel bei den gemeindlichen Betrieben das notwendige Facharbel- terperfonal keine wesentliche Beschränkung erfahren könne, so werde doch der übrige Personalbestand meist eine Herabsetzung vertragen Eine V e r m i n- derung der Personalausgaben wurde zugleich die von der Reichsregierung erstrebte allgemeine Verbilligung der Lebens- Haltungs- und Produktionskosten wesentlich unterstützen. Sie würde es insbesondere me- Amerikas Flottenaufrüstung. DerNeubau von 22Krieqsdchiffen bewilligt. Washington, 17. Jan. (DNB.) Der Budgetausschuß des Unterhauses billigte den Haushalt des Marineamtes, der 553 Millionen Dollar für das am 1. Juli 1938 beginnende Rechnungsjahr vorletzt. Das bedeutet ein Mehr von 27 Millionen, ^bleibt aber um 11 Millionen Dollar unter dem Voranschlag des Marineministeriums zurück. Der Etat sieht den Neubau von 22 Schiffen vor, und zwar zwei Schlachtschiffe, die etwa 71 Millionen Dollar kosten werden, ferner zwei Kreuzer, acht Zerstörer, sechs Unterseeboote und schließlich vier Hilfsschiffe. Der Ausschuß genehmigte weiter für die Fortsetzung der Arbeiten an 70 Schiffen 138 Millionen Dollar. Diese Summe liegt um 10 Millionen unter dem Voranschlag. Wie man annimmt, dürfte dieses Bauprogramm wesentlich erweitert werden, Admiral Seahy, der Chef des Admiralstabes, erklärte, die internationale Lage sei so ernst, daß die Vereinigten Staaten ihre Verteidigungseinrichtungen weiter in dem Zu st and Höch st er Leistungs- ähigkeit erhalten müßten. Es sei unmöglich, die Mittel für die nationale Verteidigung herabzusetzen, ohne dadurch die nationale Sicherheit zu gefährden. — Konteradmiral Cook, der Leiter des Aeronautischen Büros, erklärte, das Büro erstrebe eine Zahl von 2 0 5 0 Flugzeugen bis zum Jahre 1941 gegenüber der früheren Zielsetzung von 1910 Flugzeugen, um die Stärke einiger Marineflugzeuggeschwader von 12 auf 18 Flugzeuge zu erhöhen sowie weitere Flugzeuge für Ausbildungszwecke anzuschaffen. Das Unterhaus nahm die Vorlage an, 15 Millionen Generalstabskarten des Aufbaus „Wir haben noch für Jahrzehnte große Aufgaben vor uns Die ersten fünf Jahre haben uns den Weg dazu gebahnt, sie anzupacken!" leitet Gau- [eiter Wächtler zu dem kommenden Aufbauvro- gramm über, das alle Lebensgebiete umfaßt. Wirtschaftlich wird vor allem angestrebt: Verbesserung der landwirtschaftlichen Existenzgrundlagen, Ausbau der Ostmark von einem Gebiet der Rohstosförderung zu einer Werkstä11e der Rohstoffverar- beituna, Verbesserung der Standortverhältnisse der Wirtschaft durch den beschleunigten Ausbau der O st mark st raße Passau — Hof und dereinst durch den Rhein-Main-Donaukanal. Die Bayerische Ostmark hat dem ganzen Volk im Vierjahresplan viel zu bieten. An einer Karte zeigt uns der Gauleiter den Verlauf der großen Deichbau- ten an der Donau, die die Produktion eines landwirtschaftlichen Ueberschusses für rund 50 000 Menschen ermöglichen werden; die Standorte der Zellwollefabrikation und der Holzverzuckerungswerke; neu aufgeschlossene bergbauliche Anlagen; die Produktionsstätte der neuen bauwirtschaftlichen Porzella,ne, die ostmärkische Grenzstadt Selb und eine ganze Anzahl von weiteren im Aufbau begriffenen Arbeitsstätten, die sowohl den Aufbau des Grenzlandes als auch das Gelingen des Dierjahresplanes fördern. Das Bild einer gewaltigen Regsamkeit, das wir bei unserer Fahrt durch das Land gewonnen haben, gewinnt hier auf der Generalstabskarte des Gaues plastische Gestalt, gewinnt Leben und Einheit. Wir erkennen, wie alle Einzelheiten, die wir auf unserer Fahrt sahen, Teile eines großen Planes sind, dieses einst vergessene und vernachlässigte Grenzland zu einer organischen Lebenseinheit zu machen, die sich aus eigener Kraft erhalten kann und die mit dem Lebensstrom der ganzen Nation eng verknüpft ist. Gejundheitsburgen gegen Schmutz und Aberglauben. Dann führt uns der Gauleiter noch an eine andere Karte, auf der an die hundert Fähnchen verteilt find — die im Aufbau befindlichen Gesundheitsburgen. Sie sind aus der persönlichen Initiative des Gauleiters heroorgegangen, und ihnen gilt seine besondere Sorge. „Was würde aller Ausbau nützen", erklärt er uns, „wenn er einem sterbenden Volke gelten würde! Die furchtbar hohe Säuglingssterblichkeit; die Verbreitung gefährlicher Volkskrankheiten, insbesondere der Tuberkulose, die fast auf die ganze Jugend verbreiteten schweren Zahnerkrankungen forderten ganze Abhilfemaßnahmen, zumal sie durch Aberglauben aller Art in ihrer Verbreitung gefördert wurden. Aus Mitteln der NSV., also Mitteln, die das ganze Volk gegeben hat, werden zwölf Gesundheitshäuser und an die hundert Schwesternstationen erbaut und dreißig motorisierte Zahnärzte st ationen eingesetzt, die im Namen der Partei die Gesundheitsführung übernehmen. Eine Anzahl dieser Gesundheitsburgen, von denen aus der Kampf gegen Schmutz und Aberglauben rücksichtslos geführt werden wird, sind bereits errichtet. In drei Jahren stehen alle. Sie werden ein Werk für die Volksgesundheit vollbringen, das für Generationen segensreich fein wirb." Wenn wir mit einstigen Osthilfemitteln des ganzen Reiches vergleichen, was hier aus der freiwilligen Hilfsbereitschaft des Volkes allein auf diesem einen Sektor des Aufbaues geleistet wird, dann begreifen wir, warum dieses Land erst im nationalsozialistischen Reich aufblühen konnte. Ein Schild für das ganze Reich. Lchlüters 5t 7-- d-^ Möget eiffr?rin^^i| Ach, bsen, J Niet ^'^arenl ä'iä'M i®1* einem o-Nll «8Äj 'Ulge ^1 ) Lon | Die dAjch/ o ;' len WeuE I ' zettel der jm Ja, und 9fl"3 .embfr 2 Ä Ni»- r< trau leh07 bei der ' ini3aS W mer ro-eder / 6r|0, I Verhalts virt ^^brM ntu lerere ^St ftl die K n wei I stärker^ ^alb rr [ t «ixK. I >-? y»^ I >"Str^6 fl" ®r0.rften neun Im ito fi» i-l " a wi Roqqenm ^ch7,7 I mehl Wx . Perl : Stei«®" , 6^ K :i leninehl ’l1 . ' 9fih'erräuSmintm 1%0000 Tonnen fi doI j' Kein iandwirtichastln wienmeMded. ®rot zu ttetem Ebenio Mrd Fällen an die -teile Weizenmehl treten beim Lerbranch an Eznaechndei breitete Meinung ' lebung über die Da Kaustrast zu einer I Veizengebäck f"rtn \ aber nicht leisten. ? Bodens können als deutet mit anderen nicht möglich ist, c i steigern. Wir kann deren landwirtjcha ; der Erzeugungsjchl uns jedoch von de 1 deutschen Bodens Verhältnisse enge Weizenverbrauch tr tend mit einer Deutschlands in h vom Ausland. 5er gebärf iinb Wei ißlögtidftit nidjl nui fahren, /andern foga Mui l)em iMdjgeb der Msnmttchafl a den letzten Wochen n lich mit grötzeremW des Verbrauchs vo gewirkt werden, um Schweinefleisch sur 1938 zu erwartende fördern. 9e mehr n zehr von Schwein gen, um so gering! allem im Herbst gebot zu erwarten! Bedarfes, der burJ fleischoerbrauchs nil um insbesondere al zehr von Fis^ >n Form von 2 ual der Weihnachts. ml l«9en. Kern FffchveZ Mage gegeben JjJ S? b. h. vor alfl /techl treten. Im 31 Rungslage vor 1 Heringe, SeelI Sinter brinl ?! &t5 ^nqebotesl ^derZch her 3J S" ®‘ lief)- Sie 1 S d-r Saqe. bjl -nahmen der a„- S"« in stellen ZI 1* Augenmerk ! Dulden Wir! !nb ^'eKohlrübI fi*=1 SttJ «ÄiH °“r mW LArkl Cft dell Vs,''nd°nJ «U den n 1- rv'edkW wniq int2; verbiUjW täfe J ®le auf ■ # »eÄn. I Aus aller Welt. öpione soll auch schon einen Sowjetpaß besessen haben, da er nach Sowjetrußland flüchten wollte. Kleine politische Nachrichten. Aus der Tagung sämtlicher Gau- und Kreisschulungsleiter der NSDAP, auf der Ordensburg Sonthofen sprach der Reichsführer ff und Chef der deutschen Polizei, Reichsleiter Himmler, über grundsätzliche Fragen und die Tätigkeit seiner beiden Arbeitsgebiete in Partei und Staat. * NSG. Vom 17. bis 22.Januar finden in sämtlichen Bergbaubetrieben Betriebsappelle statt, bei denen die durch das Gesetz vom 21. Dezember 1937 erfolgte Neuregelung in der Sozialversicherung behandelt wird. Durch dieses Gesetz sind besonders für den deutschen Bergmann fühlbare Beitragserleichterungen und Leistungsverbesserungen in Kraft getreten. Wie „Viitorul" meldet, werden im Voranschlag des nächsten rumänischen Staatshaushaltes keine Unterstützungen mehr für die israelitische Kultusgemeinde eingesetzt. Der Erste Lord der britischen Admiralität Duff Cooper wird drei Tage lang den Flottenstützpunkt Portsmouth sowie die dort liegenden Kriegsschiffe besichtigen. Kunst und Wissenschaft. Wertvolle Neuerwerbung des Frankfurter Schopenhauer-Archivs. _ 3n seinem Testament hat der Philosoph Arthur Schopenhauer durch Vermächtnis von Da- guerrotypien an die Stadtbibliothek Frankfurt diese gleichsam als die Stätte bestimmt, an der in seiner Wahlheimat sein Andenken eine dauernde Pflege finden sollte. Heute stellt das Schopenhauer-Archiv der Stadtbibliothek und der 1911 gegründeten Scho- penhauer-.Gesellschaft die umfassendste Sammlung dar, in der alle auf Schopenhauers Leben, seine Persönlichkeit und seine Philosophie bezüglichen Dokumente und Erinnerungsstücke, sowie seine Werke in allen erreichbaren Ausgaben gesammelt werden, toein 150. Geburtstag am 22. Februar d. I. wird Anlaß geben, die einzigartige Sammlung weitesten Kreisen zugänglich zu machen; sie konnte gerade jetzt um ein bedeutsames Stück vermehrt werden. Die Bibliothek des Malers Wilhelm Trüb n er enthielt als Kostbarkeit Schopenhauers handschriftliche Entwürfe und Zusätze zur dritten Auflage seines Hauptwerkes „Die Welt als Wille und Vorstellung" auf 45 Blättern. Der Schopenhauer-Forschung sind sie bisher, da sie sich in Prioatbesitz befanden, unbekannt geblieben und daher noch unausgewertet. Die Erwerbung wurde durch das großzügige Entgegenkommen des Frankfurter Oberbürgermeisters Staatsrat Dr. Krebs ermöglicht. Furchtbares Brandunglück in einer kanadischen Schule. In Sl. Hyacinthe unweit von Wonlreal in Kanada brach in einer Knabenschule ein Feuer aus, das so schnell um sich griff, daß sich eine Anzahl Schüler nicht mehr retten konnte. Nach den letzten Meldungen sind bei dem Brand des Knabenkonvikts 16 Zungen und ein Lehrer ums Leben gekommen; die Zahl der Vermißten beträgt 29. Es besteht kaum eine Hoffnung, daß von diesen Vermißten noch einer lebend aufgefunden werden kann, lieber das Unglück werden folgende Einzelheiten berichtet: Die Schüler und einer der Patres wurden in den frühen Morgenstunden im Schlaf von den Flammen überrascht. 3m gemeinsamen Schlafsaale der Jungen entstand eine Panik. Einige Knaben versuchten, vom vierten Stock des brennenden Gebäudes auf den Hof zu springen. Die meisten blieben mit zerschmetterten Gliedern auf dem hartgefrorenen Boden liegen. Andere kamen bei dem Versuch, sich durch das Flammenmeer zu retten, ums Leben. Die Arbeiten der Feuerwehr wurden durch die grimmige Kälte sehr erschwert. Erst nach drei Stunden gelang es, den Brand auf feinen Herd zu beschränken. Die Ursachen der Feuersbrunst sind ungeklärt. Ein deutscher holonialpionier. Am 14. Januar verschied in Tanga (Deutsch- Ostafrika) der Oberstleutnant a. D. Hans von R a m s a y im 76. Lebensjahr. Vor 50 Jahren hatte er zum ersten Male den Boden Ostafrikas betreten und sich seitdem als Offizier der Schutztruppe, Forscher und Verwaltungsbeamter auf den mannigfaltigsten Posten hervorragend bewährt. Er war Mitarbeiter des Majors Wißmann, Gründer der ersten deutschen Station am Tanganjika - See und Entdecker des sagenhaften Landes Bamum- in Kamerun. Unermüdlich war er in einer Reihe von kolonialen und wissenschaftlichen Organisationen tätig, darunter auch im Orientalischen Seminar. Der Präsident der Stiftung Kolonial-Kriegerdank im Reichskolonialbund, Adolf Friedrich Herzog zu Mecklenburg, widmet dem verstorbenen Kolonialpionier einen ehrenden Nachruf. INussolsni spendet für deutsche Kriegspferde. Die Ehrung von mehr als 7000 in Deutschland lebenden Kriegspferden und die damit verbundenen Hilfsmaßnahmen für bedürftige Kriegspferdebesitzer, durch die mehr als 2 2 0 0 Kriegspferde mit Haferspenden bedacht wurden und nahezu 1000 vierbeinige Veteranen des Weltkrieges in dauernde Patenschaft genommen werden konnten, hat auch in Italien gro^ ßes Interesse gefunden. Mussolini, ein großer Tierfreund, dessen Energie es gelang, auch in Italien einen ausreichenden Tierschutz zu organisieren, hat dem Schöpfer dieses Werkes, Diplomlandwirt F i n u s in Seeshaupt (Oberbayern), einen n a m - haften Betrag zum Ankauf von Hase r für bedürftige Kriegspferdebesitzer überwiesen. Auch der Führer und Reichskanzler hatte die deutsche Sonderaktion unterstützt. Oer zweite Taa im Esch-prozeß. Düsseldorf, 18. Jan.' (DNB.) Am zweiten Tag des Prozesses Esch wurden Mitglieder der Düsseldorfer Firma vernommen, von der die veruntreuten 600 000 Mark als Gewerbesteuer gezahlt wurden. Nachdem in den Aussagen alle Einzelheiten jenes von Esch groß angelegten Betrugsmanöoers ans Tageslicht gekommen waren, erklärte der damalige Oberbürgermeister Dr. Wagenführ, daß er keine Kenntnis davon gehabt habe, daß der Betrag von 600 000 Mark in bar und auf ein Sonderkonto gezahlt werden sollte. Wohl sei ein Sonderkonto vorhanden gewesen. Es habe sich aber um ein öffentliches und nicht um ein Geheimkonto gehandelt. Jm übrigen seien ihm die genauen Summen überhaupt nicht bekannt gewesen, da es sich um Gewerbesteuern gehandelt habe, mit der die Stadt direkt nichts zu tun habe. Abschließend erklärte der Oberbürgermeister, daß Esch unter keinen Unständen berechtigt gewesen sei, persönlich Geld in Empfang zu nehmen. — Die Verhandlung wurde vertagt. 100 3ahre Mainzer Karneval-Verein. Der Mainzer Karneval-Verein wird 10 0 Jahre alt. Am 19. Januar 1838 tagten im „Römischen König" zu Mainz eine Reihe von ehrsamen Mainzer Bürgern, Handwerkern und Künstlern. Ihr Wortführer war der Sattlermeister Nikolaus Krieger. Er hatte sich in den Kopf gesetzt, das ungebundene Fastnachtstteiben in Mainz in Formen zu bringen, den rheinischen Humor zusammenzufassen unter der Devise .Narrheit — Einigkeit". Bereits 1837 hatten diese Männer zu einem Rosenmontagszug ausgerufen; er wurde ein voller Erfolg. 1837 wurde das Geburtsjahr der Mainzer „Ranzengarde", für die die Bestimmung galt, daß die Gardisten mindestens zwei Zentner wogen, also einen richtigen „Ranzen" hatten. Krieger und seine Freunde hatten die Genugtuung, daß der Verein kurz nach der Gründung bereits 372 Mitglieder zählte. An seiner Wiege, stand, neben Krieger als Vater Karl Michel. Karl Zulehne r, gebürtiger Mainzer, ist der Schöpfer des „Narrhalla-Marsches", der aus dem Getriebe einer karnevalistischen Veranstaltung nicht mehr Hinwegzudenken ist. Zeitschriften. — Jm neuesten Heft der „S i r e n e", der illu- strierten Zeitschrift mit den Mitteilungen des Reichs» luftschutzbundes, berichtet ein Japaner über die aufschlußreichen Erfahrungen der Luftschutz-Organisation seines Volkes. Das Heft bringt außerdem schöne Bildberichte über Pfälzer Mädchen, die ihre Luftschutzkenntnisse bei einem Dorfbrand bewiesen, und über den Schweizer Luftschutz; außerdem drei Seiten Bilder von den Reichsautobahnen, die Fortsetzung des fesselnden Berichts „Wie Frankreich zu seinen Kolonien kam" und vieles andere. Wetterberich,t. Die im Laufe des Mittwoch zu uns vordringende Warmluft wird bereits in der Nacht zum Donnerstag durch einen erneuten Vorstoß kälterer Luftmassen abgelöst, indem es wieder zu einer Wetterbesserung kommen wird. Erneuter Druckfall auf dem Atlantik setzt ein, da der ungefähr 24stündige Wechsel zwischen kühlerer und unter Regenfällen zu uns vordringender warmer Luft zunächst anhalten und uns am Freitag wieder unbeständigeres Wetter bringen wird. Aussichten für Donnerstag: Wolkig, zeitweise aufheiternd, geringe Niederschläge, Tagestemperatur plus 5 Grad, westliche Winde. Aussichten für Freitag: Wieder unbeständig und wärmer. Lufttemperaturen am 18. Januar: mittags 5,8 Grad Celsius, abends 1,0 Grad; am 19. Januar: morgens 1,8 Grad. Maximum 5,8'Grad, Minimum 0,3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 18. Januar: abends 2,0 Grad; am 19. Januar: morgens 1,4 Grad. — Sonnenscheindauer 1,7 Stunden. Wintersport-Wetterbericht. Sauerland, Winterberg: Bewölkt, Temperatur — 5 Grad, Gesamtschneehöhe 28 Zentimeter, Pulverschnee, Ski und Rodel gut. Schwarzwald, Feldberg: Bewölkt, Temperatur + 3 Grad, Gesamtschneehöhe 70 Zentimeter, verharscht, Ski und Rodel gut. Alpen, Garmisch-Partenkirchen: Schneetreiben, Temperatur — 1 Grad, Gesamtschneehöhe 21 Zentimeter, verharscht, Ski und Rodel gut. v Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. XII. 37: 11 000. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Gießen (Kirchenplatz 11), den 19. Januar 1938. 328 D Die Trauerfeier findet Freitag, den 21. Januar, nachm. 2% Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofs statt. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Marie Heppert, geb. Diemer. Montagabend 7% Uhr entschlief nach kurzem, schwerem Leiden mein lieber Sohn, Schwager und Onkel Emil Heppert im 27, Lebensjahre. Nachruf. Inhaber, Geschäftsleitung und Gefolgschaft der Firma Mühlheimer Zementsteinwerk G.m.b.H. Frankfurt am Main. •Unerwartet verschied in der Nacht vom Sonnabend/Sonntag nach kurzer Krankheit der Mitinhaber und Chef unserer Firma Herr Ing. Oscar Gutmann, Gießen. Seit nahezu 20 lahren ist sein Name mit unserer Firma aufs engste verbunden; sein Wirken und sein Interesse galten unserem Werk. Jedem einzelnen von uns stand er persönlich nahe und unsere gemeinschaftliche Zusammenarbeit war durch nichts getrübt Deshalb ist uns sein Hinscheiden um so schmerzlicher. Sein vornehmes Wesen und sein verständnisvolles Eingehen auf alle geschäftlichen und privaten Angelegenheiten sichern ihm in unseren Reihen ein bleibendes Andenken. Das Elektro-Gerät hilft früh und spät. Immer steht es zu Ihrer Verfügung, um schnell warmes Wasser zu bereiten oder für Wärme zu sorgen. Tauchsieder, Wasserkocher, Bügeleisen, Heißluftdusche, Strahlkamin, Heizsonne. Lassen Sie sich diese Geräte zeigen. 332D hWlNllklkl anzustellen. Meldungen nur von Herren, die auch zur Vermittlung von Neugeschäften geeignet sind. — Schriftliche Angebote unter 383V an den Gießener Anzeiger. Inf. Versetzung haben wir eine 3-Zimmer- Wohnung m.Kücheu.allem Zubeh., Gartenanteil, direkt an der Karlsruhe sofort zu vermiet. Näh. Baubüro H W. Ninu G.m.b.H. Hitlerwall 12. MMWNW (Unfall und Haftpflicht) sucht für Gießen und Umgeb. | Mietgesuche | Suche 4-ZimiD.-Woling. zum 15. 2. oder 1.3.38 mit Bad, Zubeh. evtl. Garage in schöner Lage n. Gießen. Schrift!. Ang.m. Preis unt. 336D an d. Gieß. Anz. Gießen, den 19. Januar 1938. 0240 Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgang unseres lieben Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege herzlichsten Dank. Frau Johanna Helfenbein Geschwister Helfenbein. EMIhi. Ludwigstraße 26 1. Stock, zum 1. Avril 1938 zu vermiet. Zu erfr. im Hinterhaus. j Vermietungen | Schöne 6-Zimmer- Wohnung mitZentratheiz., Bad, groß. Balkon und Gartzen- anteil z. 1. April zu vermiet. 339D Näher. Haus- u. Grundvesißer- Berein e. B. Alicenstraße34ll 3-Zimmer- Wohnung mit gr. Veranda sofort zu verm. Schrift!. Anfr. u. 0244 a. d. G. A. Büroräume seither als An waltsbüro benutzt, ab 1. 4. 1938, evtl, auch früher, zu vermieten R133D Näheres Settersweg 64 V. Frau Anna Müller, geb. Diehl im Alter von 42 Jahren. 0238 Dienstag früh 3 Uhr entschlief sanft nach langem, mit größter Geduld ertragenem Leiden meine liebe Frau, meine gute Tochter, unsere treue Schwester, Schwägerin, Tante und Großtante Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen; Wilhelm Müller, Lagerhalter. Gießen (Kaiserallee 46), Essen, Obernierendorf, 18. Januar 1938. Die Beerdigung findet Freitag, den 21. Januar, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. —Alleinmäddien— tüchtig, sauber, an selbständig. Arbeiten gewöhnt, wird z. 1.2. gesucht 327V für Einfamilienhaus,6 Zimmer, 4 Pers. (Wasch-u.Putzfr. vorh.) Bewerbungenmit n.gut.Zeugnissen und Lobnansprüchen an Frau Reifenstein, Frankfurt a.IÜ., Klaus Grothstraße 8. 19.30—22.15 Martha Zuverlässige Frau f Freitag vorm 3 Stunden ges. Alicenstr.611 20.00—22.00 Außer Miete! 3.Orchester« Konzert Solist: Helmut Zernick, Berlin. Mus. Leitung: Paul Walter. Preise: RM. 1.00-3.00. WERRE DRUCKSACHEN WURDE Brühl. 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Anzeigen» n Inhalt der •37: 11000. itätsdruckerei ^natsbezugs» lUstellgebühr, nzelverkaufs» )\; mit der ptember 1937 Angebrannt e .S uppen können wir manchmal retten durch Mitkochen von Lorbeerblättern. Sie nehmen den alle gute Laune schon von weitem verscheuchenden Geruch ganz gut fort. Natürlich geht das nur bei Suppen, wo der Lorbeer-Geschmack hinein paßt. Rührei zu vermehren. Wer ißt nicht gern Rührei? Mutter würde es öfter auf den Tisth bringen, wenn man dazu nur nicht so viele Eier nehmen müßte! Darum will ich ein „Geheimnis" verraten, das mir früher eine liebe Freundin vom Land mitteilte, die alle Bekannten wegen ihrer „gut legenden Hühner" bewunderten, weil sie jedem der kam, Rührei mit Salat, Speck oder Schinken auftischte. Sie nahm für jede Person zwei Löffel Wasser, ein Löffel ganz gute Haferflocken und weichte sie um die Kaffeezeit ein, wenn es zum Nachtessen Rührei geben sollte. Es dürfen j a keine harten, stachligen Flocken sein. Eine halbe Stunde vor dem Essen kommt Salz und für jeden Esser ein Ei dazu und nach der halben Stunde wird das Rührei fertig gemacht. Wer dies ohne Mißtrauen ißt, merkt nichts. W Sempera. Zentimeter, Nt Tempe- Zeniimeter, ^neetreiben he 21 Zentn chen aus Stoff oder buntem Seidenpapier falten. Der Kopf ist eine kleine, festgedrehte Kugel, die man mit einem Faden abbindet. Arme und Beme bestehen aus umwickeltem feinem Draht, das Röckchen muß natürlich eine Krinoline fein. Dann ^erden Paketknebel eingekerbt und ein wenig bemalt, so daß ein Kopf entsteht. In Schulterhöhe durchbohrt man sie vorsichtig, zieht durch das Loch einen feinen Draht, an dem man rechts und links ein Stück Streichholz als Arme befestigt. Das Püppchen klebt man auf eine kleine runde Pappe'oder einen Holzknopf. Bei einiger Geschicklichkeit kann man versuchen, die täglichen Freunde, die Gemüsefrau mit dem Umschlagetuch, den Eismann oder den Schutzmann an der Ecke nachzubllden. Jungen sind für jede Art von Kriegsspiel dankbar. Aber auch das wird manchmal in der Kranke heit langweilig^ und außerdem verstehen die Mütter ja doch nichts davon, fassen womöglich plötzlich mit der Hand in die vorderste Linie. Machen wir also einmal unseren kleinen Patienten zum Gutsherrn. Die Tiere muß er natürlich selbst herstellen, etwa aus kleinen Holzstöcken oder Korken mit weißer Watte umklebt und vier Streichholzbeinen entstehen wollige Schafe. Zusammengeklebte Weinkorken mit großen Ohren aus Abfall von Handsch.uhleder, auf Streichholzbeinen stehend, werden in Schweine verwandelt. Bäume kann man bekanntlich in den verschiedensten Arten aus Stäbchen, aus einen Holzknopf geleimt und oben mit grünen Papierschnitzeln beklebt, herstellen. Giraffen sind besonders lustig aus Zeitungspapier und Bast zu drehen. So kann der ganze Zoologische Garten entstehen. Auch das Schattentheater eignet sich immer zur Unterhaltung im Krankenzimmer. Die Bühne mit Vorhang ist' herrlich selbst zu kleben. Mit Ankleidepuppen'und Schattenbildern kann man dann die schönen Märchen oder gar selbsterdachte Stücke auf- führen. — Bei solchen lustigen Dingen muß man lachen und — gesund werden, und das ist die Hauptsache. p* Unter dem Motto „Tanz im Fasching! zeigen wir Faschingskostüme für 1938. Das Kostüm „C s a r d a s" besteht aus plissierter, weißer Gaze, über das eine Jacke aus blanker, weißer Seide getragen wird, dessen Applikationen in r o t - w e i ß - s i l b e r gehalten sind^ Diesen Farben entsprechen auch der Kopfputz aus Blumen und silbernen Aehren, sowie die langen Seidenbänder. Die Schürze ist silbergrauer Taft mit Applikationen m den entsprechenden Tonen. Stiefel: silber. — Das „T ang o" - Kostüm ist aus s ch w e f e l g e l- bem Seid en samt und schwarzem, grobmaschigem Tüll. Aus Tüll sind auch M a n t i l l a , cher und Handschuhe. Die Blumenranken sind aus schwarzer Seide. Aus Taft in blau (Rock), rot (Taille), gelb (Schürze) und weiß (Weste) ist das Kostüm „R h e i n l ä n d e r". — Die Seidenbander an Schürze und Hut sind schwarz, die Streifen auf Mieder und Schürze bunt. , Aus weißem Tüll ist das "Falzer - Kleid über einem Unterkleid aus rosa Taft. Aus rosa Pailletten sind die Kränze mit den rosa Seidenschleifen Der Hut ist ebenfalls aus Tüll. H. Unsere Ernährung im Zanuar Von Dr. Wolfgang Clauß Die deutsche Ernährüngslage hat sich in den letz-^ ten Wochen nicht wesentlich geändert. Der Küchenzettel der deutschen Hausfrau wird also im großen und ganzen im Januar nicht viel anders aussehen als im Dezember. Das entbindet die deutsche Hausfrau jedoch nicht von der Verpflichtung, sich auch im Januar bei der Führung ihres Haushaltes immer wieder Rechenschaft darüber zu geben, ob ihr Verhalten den Erfordernissen der deutschen Volkswirtschaft entspricht oder nicht. Grundlage un- serer Ernährung muß auch weiterhin in erster Linie die Kartoffel sein. Sie muß es sogar in noch stärkerem Maße werden als bisher. Dies ist insbesondere deshalb möglich, weil es sich inzwischen herausgestellt hat, daß die deutsche Kartosfelernte nicht nur, wie bisher erwartet, 52 Millionen Tonnen, sondern sogar mehr als 55 Mill. Tonnen in diesem Jahr ergeben hat. Volkswirtschaftlich erforderlich ist der verstärkte 'Einsatz der Kartoffel bei der Ernährung vor allem aber, um den Verbrauch an Brotgetreide sparsamer zu gestalten. In den ersten neun Monaten des Jahres 1937 ist nämlich, wie sich jetzt herausgestellt hat, der Verbrauch bei Roggenmehl um 1,7 v. H., bei Weizenmehl sogar um 7,7 v. H. gestiegen. Eine weitere Steigerung des Verbrauchs an Roggen- und Weizenmehl ist im Hinblick auf die geringe Brotgetreideernte des Jahres 1937, die bekanntlich infolge der Auswinterungsschäden im Winter 1936'37 uni 650 000 Tonnen hinter der Ernte des Jahres 1936 zurückblieb, volkswirtschaftlich nicht erwünscht. Kein landwirtschaftliches Erzeugnis ist aber so berufen wie gerade die Kartoffel, an die Stelle von Das hilfreiche Glyzerin. Und andere Tips für die Hausfrau. Haben Sie eine Flasche Glyzerin in Ihrer Hausapotheke stehen oder noch besser gleich neben der Seifenablage in der Küche und am Waschbecken im Badezimmer? Jede Hausfrau, die in ihrer Wirtschaft selbst mit zupacken muß und die nicht darauf achten kann, ihre Hände zu schonen, weil sie vielleicht abends eingeladen ist,' sollte so ein Fläschchen dieses praktischen, nicht teuren und wirksamen Handpflegemittels bereit halten. Die richtige Behandlung ist natürlich entscheidend. So darf man niemals unverdünntes Glyzerin auf die trockene Haut bringen. Das Glyzerin nimmt zu viel Feuchtigkeit aus der Haut und schädigt dadurch. Deshalb mischt man sich am besten Glyzerin, indem man auf ungefähr 100 Gramm drei Eßlöffel Wasser oder zwei Löffel Wasser und ein Löffel Kölnisch Wasser nimmt und alles gut durchschüttelt. Glyzerin ist aber auch ein ebenso unerläßliches Mittel zur Pflege für Gummisachen, also etwa die Badekappe, die Ueberschuhe, die nach dem Säubern, mit Glyzerin eingerieben, besser halten und auch einen schönen Glanz bekommen. Auch die Lackschuhe werden vorteilhaft mit Glyzerin eingerieben, nachdem man sie sofort nach dem Ausziehen auf die Leisten gespannt hat. Bei ihnen soll man das Glyzerin möglichst erst kurz vor dem Gebrauch wieder mit einem weichen Lappen abwischen, da es so vor dem gefürchteten Brüchigwerden schützt. Wer bei Handschuhen und Wollsachen Sorge vor dem „Eingehen" hckt, soll auch dazu Glyzerin benutzen. Waschlederne Handschuhe werden ja bekanntlich nicht in reinem Wasser gespült, sondern in einer sauberen leichten Seifenlauge. Noch wirksamer ist es, wenn man einige Löffel Glyzerin in das Spülwasser gibt. Frühjahrsmode - farbenfroh. Was gibt es Neues ? Im kommenden Frühjahr, für das die Bekleidungsindustrie bereits vorgesorgt hat, wie eine große Modeausstellung der Adesa (Arbeitsgemeinschaft deutsch-arischer Fabrikanten) beweist, werden frohe Farben das Auge erfreuen. Es sind eine Reihe neuer Töne und Tönungen geschaffen worden, die sehr kleidsam sind. Rost- und Zimt- farben, neue Schattierungen in Blau und in Braun, eigenartige gelbe Töne bereichern die Palette Mit vielen neuen Mantelmodeilen tritt die Modeindustrie auf den Plan; besonders reichhaltig vertreten sind Sport- und Laufmäntel, und unter ihnen überwiegen bei weitem die tarierten Stoffe. Klein und großkariert, Karos in den verschiedenen Schattierungen eines oder zweier Töne und sehr bunte Schot'tenkaros wird man zu sehen bekommen. Auch neue Formen wie den Gigger, einen losen Mantel mit gerader breiter Schulterpasse, der sich nach unten verengt. Die schützenden Regencapes aus gummierter Seide und anderen wasserdichten Stoffen werden immer beliebter. Man schmückt sie mit farblich abstechenden Garnituren wie Revers, Aufschlägen usw. Die Nachmittagsmäntel, vielfach in den erwähnten neuen Farbtönen neben! dem klassischen schwarzen Georgette, werden aus weichen Unistoffen, vielfach mit Mo- . hair- und Noppeneffekten hergestellt. Sie sind meist mit ganz schmalen Gürteln zusammengefaßt und stoßen an der vorderen Kante gerade nur zusammen. Das Vormittagskleid hält an der sportlichen Note fest, mit kurzen, geraden, durch Laufe falten geweiteten Röcken. Vielfach wird die ©trenne durch Boleroeffekte oder kleine Capes aufgelockert. Das mit Recht so beliebte C o m p l e t tritt in zwei Formen auf. Als Rockkomplet mit Rock, farbiger Bluse und kurzer, vorn zusammenstoßender Jacke und als Kleidkomplet, das meist in zwei aufeinander abgestimmten Farben gehalten ist. Die Vorderteile des Kleides sind vielfach hochgeführt und zu Kragenwirkungen verarbeitet Sehr beliebt ist Kur- belsti'ckerei oder Soutachegarnierung-, ebenso reiche Biesennäherei. Die meist' dreiviertellangen Jacken dieser Rockkomplets fallen offen und lose. Das Nachmittagskleid liebt-map mit einem engen, gradlinigen Kasak auszustatten zu einem Plissee- oder Tollfaltenrock. Einfarbige Nachmittagskleider haben schräggeschnittene Taillen, wodurch ein besonders guter Sitz und interessante Faltenrasiun- gen möglich werden. Eine sehr reizvolle Neuheit für den Sommer bilden die schlanken, engen Mäntel aus Madeirastickerei-Stoffen. Sie lassen ein meist in starken Farben leuchtendes, geblumtes oder aus Blumenstreifen-Stoff gefertigtes Kleid durchschimmern. Als Garnierung sieht man viel Reißverschlüsse, farbige Paspeln, Stickerei aus Wolle und Seide-, Applikationen aus Tuch, Leder oder Samt. — Die Hüte mäßigen etwas die bizarren Formen, wie sie der Winter zeigte, streben aber immer noch Originalität an. D. S. Kartoffelspätzle mit Apfelsch a u m : 500 ©ramm g-koch't- Sartoffetn »erben gerieberu mit einer Prise Salz, einem Eigelb, einer Tasst Milch unb fo viel Mehl vermischt, baß ein ziemlich fester Teig entsteht, ber gut durchgearbeitet wirb Mit einem Lössel sticht man Herne Me ab. ch- in Salzwasser gekocht werden. — Apfelschaum. 500 A il!u. i. auf, m9Qni’ ,QuNein 'Ö; 'M"; ’ ?le,$Ott. ""reich 5ll Banners. °«r Lust. ? °us bern Dech- ? 1« uns unb res ®rtttr Kolli, [R läge,8,' N'ed-r um 5,8 * yimum J1 T'eje am 1PUqt: mor= >• Stunden. HrWichleit fördert die Genesung Wie beschäftige ich mein trantesKind? „Wann darf ich endlich aufstehen?" Welche Mutter kennt nicht diese Frage, die an jedem Tag wohl unzählige Male gestellt wird, weil die Stunden gar fo quälend langsam dahinschleichen. Da hilft also nur Mutters gute Laune und ihre Geschicklichkeit, Langeweile und Trübsinn zu verscheuchen, denn Frohsinn fördert am besten die Genesung Aber jedes Spiel ist von vornherein verdorben, wenn man keine feste Unterlage haü Alle Zutaten verkrümeln sich in der Bettdecke, Schere, Klebstoff oder Aehnliches richten Unheil an und verärgern Mutter und Kind Da ist das sogenannte Bett- Tischchen, das mit seinen kurzen Beinen aus der Decke steht und auf dem man vorzüglich essen und Spielen kann, der Helfer in der Not. Jede kinderreiche Familie sollte es für vorkommende Krank heitsfälle im Haufe haben. Man kann es sogar leicht selbst Herstellen, indem man em altes Brett lustig anstreicht und an den vier Ecken mit großen oder' doppelt aufeinandergeleimten Garnrollen ver- fleBaim kommt bie große Frage, welches Spiel? Spielsachen, bie im Kinderschrank stehen unb b,e man ieif langem kennt, scheiben meist von vornher- ein aus. Etwas Neues sorgt gleich für gute Stimmung. Außerdem dürfen ja bei ansteckenden Kinderkrankheiten diese Spiele sowieso nicht benutzt werden. Darum sollte sich jede Mutter eilte kleine Sammelkiste anlegen, in der allerlei unscheinbare und wertlose Dinge wie Paketknebel, buntes Seidenpapier, kleine Holzknöpfe, Stäbchen usw. ausoe- wahrt werden. Aus diesen Sachen lassen sich mit etwas Phantasie die nettesten Ueberraschungen her- in ein mit Mehl bestreutes Mundtuch, das man lose zusammenknotet. Das gefüllte Mundtuch hängt man an einen Holzlöffel, den man quer über einen Topf mit kochendem Salzwasser hängt, so daß der Kloß im Wasser schwimmt. Man läßt das Gericht anderthalb Stunden kochen und reicht dazu entweder Fruchttunke oder Obstmus, wie Apfel- oder Quittenmus. Warmer K a r^t o f f e l s a l a t: 500 Gramm geschälte, vom Kerngehäuse befreite, in Würfel geschnittene Aepfel (billige Sorte) vermischt man mit zwei gewiegten Zwiebeln, einer würflig geschnittenen Salzgurke, Salz, Pfeffer, Zucker nach Geschmack, gießt vier Löffel erwärmten Essig darüber, sowie zwei Löffel erwärmtes Schweine- oder Gänseschmalz. Zum Schluß mischt man 1 Kilogramm noch heiße, geschälte unb' in Scheiben geschnittene Pellkartoffeln darunter. entkernt, in Stücke geschnitten, mit wenig Wasser, etwas Vanillezucker und Zucker nach Geschmack gekocht, mit einem Löffel Rum gewürzt. Dann abkühlen lassen, etwa eine halbe Stunde schlagen und Eischnee (von den Spätzle übrig geblieben) unterziehen. Das Obst wird bergartig auf einer Schüssel angerichtet und mit den Kartoffelspätzle umkränzt. Großer Kartoffelkloß mit Obst. Ein altbackenes Weißbrötchen wird würflig geschnitten und in etwas Fett geröstet. 750 Gramm geschälte Kartoffeln kocht man in Salzwasser weich, gießt das Wasser ab (zu Suppe verwenden), zerquetscht .die Kartoffeln, fügt einig/Löffel heiße Milch und so viel Grieß (auch Maisgrieß läßt sich dazu verwenden) hinzu, daß ein nicht zu loser Teig entsteht, den man gut durcharbeitek und eine Stunde ruhen läßt. Dann gibt man ein ganzes Ei, sowie die gerösteten Semmelwürfel zu dem Brei und füllt ihn hr Recht treten. Im Januarxsind auf Grund der Ver- forqunqslage vor allem zu empfehlen. Salzheringe, Seelachs und K a b e I j oin. Der Winter bringt naturgemäß eine Verminderung des Angebotes an Gemüse vor allem bezüglich der Zahl der zur Verfügung stehenden Gemuse- arten mit sich. Die deutsche Scholle ist ,edoch auch ieüt in der Lage, diejenigen Gemusemengen, die im Rahmen der aus gesundheitlichen Gründen zweckmäßigen gemischten Kost erwünscht sind, zur Ver- füauna zu stellen Die deut che Hausfrau sollte da- bei ihr Augenmerk in den nächsten Wochen vor allem auf den Wirsingkohl, den G r u n k o h l und die K o h l r ü b e n dichten. Aber auch die an deren Wintergemüse, insbesondere. Mischer Kopskohl und Karotten stehen m ausreichenderM.nge bereit, obwohl hier eine (Steigerung des Vero.au Hs "^ch"Soo7 5ß auch wieder W-N a^ eine Verminderung des Verbrauchs an Butter, Schmalz, Speck, Margarine, Speiseöl, kurz an allen Fetten gelegt werden. Nach der durch dieAiier- taae eingetretenen Schmälerung des Geldbeutels wird gerade dieses volkswirtschaftliche Erfordernis in diesen Wochen bei den Hausfrauen em oesonders mittiges" Ohr finden. Um diese Fettemtparung zu "İrn ist "wiederum wie in ^n "n«ten auf den verstärkten Berzebr M ° r m e t a d c insbesondere verbilligter Marmelade und «unft- au* weiteren bei den Eiern geboten, bei denen die Produktion jahreszeitlich noch immer gering ist oie ^rooumuH rn, o produktionshemmend S Rindfleisch Hammelfleisch, Kalbfleisch, G llge? Erbsen Änen, Linsen. Aepseln Vollmilch T-igwaren. Honig. Kakao und Zucker ge- stattet die Versorgungslage auch weiterhin einen gleichbleibenden Verbrauch. Die Reichspost im Bezirk Frankfurt im Jahre 1937 Die Belebung der deutschen Volkswirtschaft, die auch im abgelaufenen Kalenderjahr angehalten hat, brachte aei der engen Verbundenheit der Deutschen Reichspost mit dem Wirtschaftsleben auch im B e - zirk der Reichspostdirektion Frankfurt a. M. eine sehr beachtliche Steigerung der Leistungen im Post- und Fernmeldewesen. Bei der B r i e f p o st ist die Zahl der beförderten Briefsendungen von 261 Millionen Stück im Kalenderjahr 1936 auf 285 Millionen, die der Einschreibsendungen von 3,4 Millionen auf 3,9 Millionen Stück gestiegen. Die Zahl der eingelieferten gewöhnlichen P a - ketsend unge n hat sich von 12 auf 12,6 Millionen erhöht. Im L u f t p o st d i e n st ist gegen das Vorjahr eine allgemeine Zunahme festzustellen. Besonders auffällig tritt dies im Dienst mit Südamerika in Erscheinung, hier beträgt die Zunahme mehr als 25 v. S). Die Einzahlungen sind von 15,2 Millionen auf 15,8 Millionen gestiegen. Die eingezahlten Beträge sind mit 963 Millionen Mark um 69,2 Millionen Mark höher als 1936. Aehnlich liegen die Verhältnisse bei den Auszahlungen. Der K r a f t p o st d i e n st hat sich auch im abgelaufenen Kalenderjahr günstig weiterentwickelt. Die Zahl der Kraftpostlinien ist von 126 auf 130 gestiegen mit einer Streckenlänge von 2544 Kilometer, gegen 2404 Kilometer - Ende 1936. Es wurden 5,2 Millionen Kilometer gefahren und 5,2 Millionen Reisende befördert, dagegen im Vorjahr 5,0 Millionen Kilometer und 4,3 Millionen Reisende. Die Zahl der Postscheckkonten ist um 1161 auf 85 835 gestiegen, insgesamt wurden rund 58,6 (55,9) Milionen Buchungen im Betrage von 9351 (8140) Millionen Mark ausgeführt. Im Telegrap hendien st wurden 609 000 Telegramme aufgeliefert; im Eingang betrug die Zahl 690 000 Stück. Im Fernsprechdien st wurden 94,8 (90,1) Millionen Ortsgespräche und 13,7 (12,9) Millionen Ferngespräche vermittelt. Der von der Bevölkerung immer mehr in Anspruch genommene Fernsprechauftragsdienst erledigte 40 445 Aufträge gegen 31 638 im Vorfahr. Die Zahl der Sprechstellen hat sich um 7 050 auf 152 794 erhöht. Beim Rundfunk stieg die Teilnehmerzahl um rund 36 000 (31 600) auf 373 852. Hand in Hand mit dieser erfreulichen Zunahme ging das Bestreben der Deutschen Reichspost, ihre Beförderungsgelegenheiten zu vermehren, ihre Einrichtungen zu verbessern und ihre technischen Anlagen zu vervollkommnen. So wurde u. a. in einer Anzahl kleinerer Ort mit Postagenturen die zweite Ortsbriefzustellung an Nachmittagen eingeführt, der Landpostdienst durch Einrichtung von 15 neuen Poststellen verbessert, die Zahl der Orte, nach denen Postgüter versandt werden können, vermehrt. Wegen Verweigerung der Lustschutzpflicht ins Gefängnis. LPD. Darmstadt, 18. Ian. Daß die Erfüllung der Pflichten, die sich aus dem Luftschutzgesetz ergeben, nicht ohne schwere Folgen böswillig verweigert werden darf, lehrte eine Verhandlung vor dem Schöffengericht Darmstadt. Wegen der Weigerung, an einem Luftschutzlehrgang teilzunehmen, hatte die Ehefrau Kaiser aus Dreieichenhain einen Strafbefehl Über 20 Mark erhalten. Auch die zweite Aufforderung zur Teilnahme an einem andern Luftschutzkursus hatte Frau Kaiser abgelehnt, weil nach ihrer „Bibelforscher"- Einstellung „ihr Leben in Gottes Hand" stehe. Sie war deshalb unter Anklage gestellt worden, und da sie in der Verhandlung auf die Frage des Vorsitzenden, ob sie sich ihrer gesetzlichen Pflicht auch weiterhin entziehen wolle, nur eine ungenügende Antwort gab, beantragte der Staatsanwalt sieben Monats Gefängnis und sofortigen Haftbefehl. Das Verhalten der Angeschuldigten stelle eine offSne Auflehnung gegen den Staat dar und müsse mit einer abschreckenden Strafe geahndet werden. Das Gericht verurteilte die Angeklagte zu vier Monaten Gefängnis. Der Staat könne, wie der Vorsitzende in der Urteilsbegründung ausführte, eine Sabotage feiner für die Sicherheit der Nation ergangenen Gesetze nicht dulden, zumal wenn sie, wie bei der Angeklagten, aus einer grundsätzlich staatsgegnersichen Einstellung heraus begangen werde. Nur mit Rücksicht auf die drei schulpflichtigen Kinder der Angeklagten wurde von dem sofortigen Erlaß eines Haftbefehls Abstand genommen. Die Zwischenrunde um den Neichsbundpokal. In diesen Wochen und Monaten reißen die fußballsportlichen Großveranstaltungen nicht ab. Vor wenigen Tagen kämpften im Kölner Stadion Schalke 04 und Fortuna Düsseldorf um den Tschammer-Pokal und nun stehen wieder vier Begegnungen um den Reichsbundpokal, dem Wettbewerb der Gaumannschaften, bevor. Die acht Vorrundenbegegnungen im Herbst sahen Bayern, Baden, Südwest, Niedersachsen, Nordmark, Sachsen, Schlesien und den Pokalverteidiger Niederrhein erfolgreich, und diese acht Gaue kämpfen nun in vier Spielen der Zwischenrunde am kommenden Sonntag um den Eintritt in die Vorschlußrunde. Folgende Paarungen wurden getroffen: in Schweinfurt: Bayern — Baden, in Saarbrücken: Südwest — Niedersachsen, in Duisburg: Niederrhein — Nordmark, in Breslau: Schlesien 7— Sachsen. Das sind vier Spiele von großem Reiz, und es ist nicht leicht, die Sieger vorauszusagen. In Schweinfurt, Saarbrücken und Duisburg sind Erfolge der Gastgeber Naheliegend, und in. Breslau müßten sich normalerweise die Sachsen durchsetzen, aber in keinem Falle wird man sich auf Siege der Favoriten festlegen dürfen, denn auch die anderen Mannschaften haben als sehr spielstark zu gelten und denken nicht daran, das Feld kampflos zu räumen. So dürfte es überall zu spannenden Pokalkämpfen kommen. Geländelauf gehört zum Heichsberukswetikampf. Zu den Wettkampfaufgaben im Reichsberufswettkampf gehört auch der Sport. Soll das Leistungsergebnis im Wettkampf kein einseitiges fein, so ist die Funktionstätigkeit des Körpers mit einzubeziehen. „In einem gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist"; darum die Totalität der Aufgabenstellung im Reichsberufswettkampf: neben der fachlichen die weltanschauliche und die sportliche Ausgabe. Bewußt soll verhindert werden, daß sich einseitige Strebertypen in den Vordergrund drängen. Der sportliche Wettbewerb bei den Ortswettkämpfen ist festgesetzt für alle Teilnehmer des Reichsberufswettkampfes. Bei den Erwachsenen ist eine Altersgrenze vorgesehen. Frauen haben bis zu 25 Jahren, Männer bis zu 35 Jahren teilzunehmen. Die sportliche Leistung wird allgemein bewertet, nicht nach Punkten wie in den übrigen Fachgebieten. Es wird ein Geländelaus durchgeführt, dessen Streifen je nach Leistungsklasse und Geschlecht 1000 bis 2000 Meter beträgt. Der Lauf wird veranstaltet in ganz Deutschland nach Abschluß der Ortswettkämpfe einheitlich am 27. Februar 1938 mit rund 2,5 Millionen Teilnehmern. Der 27. Februar wird ein sportliches Ereignis sein mit aktiven Teilnehmern in einer Zahl, wie sie bisher noch keine Sportveranstaltung der Welt aufzuweisen hatte. Arbeitstagung im Hochamt Handball. ^Zu einer ernsten Arbeitstagung trafen sich am Sonntag die Schiedsrichter und Anwärter des Fachamts Handball in Gießen. Ueber 50 Vertreter aus fast allen handballtreibenden Vereinen waren anwesend. Nach Begrüßungsworten von Kreisschiedsrichterobmann Becker sprach Kreisfachwart L u h kurz über Aufgaben und Pflichten der Schiedsrichter. Seine Worte, die aus der Praxis gegriffen waren, leiteten über zu einer allgemeinverständlichen Durchsprache der einschlägigen Regeln. Kreisschiedsrichterobmann Becker verstand es, den Anwesenden seine Ausführungen an Hand von Beispielen klarzumachen. Schon allein deswegen war das Interesse wider Erwarten groß, und die anschließende Aussprache bewies mehr als genug, daß man nicht nur die Praxis, sondern auch die Theorie unbedingt braucht. Aus den Plätzen allein lassen sich die bestehenden Mängel nicht beheben. Es gehört dazu in erster Linie eine gründliche Kenntnis des Regelwerkes, das, wie es sich ergeben hat, für viele noch ein Buch mit sieben Siegeln ist. Zum Schluffe dankte Kreisfachwart Luh dem Lehrgangsleiter Becker. Seine Bitte ging dahin, das Erlernte nicht für sich zu behalten, sondern es in die Vereine zu tragen. Denn die reibungslose Durchführung eines Spieles hinge, wie er sagte, nicht von dem Schiedsrichter allein, sondern in den meisten Fällen auch davon ab, wie eine Mannschaft mit den geltenden Regelbestimmungen vertraut fei. Gerade deshalb aber hätten die Schiedsrichter die Pflicht, sich in ihren Vereinen nach dieser Richtung hin weiter, zu betätigen und dafür Sorge zu tragen, daß das allgemeine Spielniveau gehoben und die Spielkultur weiter verbessert werde. Dazu sei es natürlich auch unerläßlich, daß jeder Schiri an sich selbst arbeite, damit der Stamm tüchtiger Spielleiter, mit dem der Handball stehe und falle, erhalten bleibe. döie Arbeitstagung nahm einen ausgezeichneten Verlauf. Die Kreisspielleitung wird öfters derartige Zusammenkünfte abhalten. DieÄtematlonaleWiniersportwochejnGarmisch lieber 70 Ausländer in den Eki-Westbewerben. Wie nach den Vormeldungen kaum anders zu erwarten war, fiel das Nennungsergebnis zu den Ski - Wettbewerben der 2. Internationalen Wintersportwoche in Garmisch-Partenkirchen außerordentlich befriedigend aus; beteiligen sich doch außer einer großen Zahl der besten deutschen Skiläufer und Skiläuferinnen nicht weniger als rund 70 ausgezeichnete Ausländer. Am stärksten find Italien, Oesterreich und der die Tschechoslowakei repräsentierende HdW. vertreten. Weiter haben Norwegen (mit Sigurd Sollid, Olaf Lian usw.)^ USA., Polen, Frankreich (mit Weltmeister Emile Allais), das Land der nächsten Olympischen Spiele, Japan, und Rumänien starke Mannschaften gemeldet. Nimmt man die deutsche Elite mit Franz Pfnür, Johann Pfnür, Christel und Rudi Cranz, Willy Bogner, Andreas Hechenberger, Toni Bader, Oskar Weisheit, Paul Krauß usw. dazu, dann läßt sich ersehen, daß die im Vorjahre schon großartige Besetzung diesmal noch weit Überboten wurde. Die Bobfahrer auf der Olympiabahn. Sehr umfangreich ist auch das Bob-Programm in Garmisch-Partenkirchen. Am Montag und Dienstag, 24. und 25. Januar, werden die deutschen Zweier- und Viererbob-Meisterschaften auf der Olympiabahn abgewickelt, die international ausgeschrieben sind. Man erwartet hier schon die gesamte Weltklasse am Start, während am Samstag und Sonntag, 29. und 30. Januar, die Teilnehmer an der Viererbob-Weltmeisterschaft auf der gleichen Bahn an den Start gehen. Hierfür haben Frankreich, Belgien, USA., Oesterreich, die Schweiz und Deutschland ihre Meldung abgegeben. keine Tanwetlergefahr. Obwohl der Föhn in den letzten Tagen auch im Werdenfelser Land Einzug hielt, erlitt die Scynee- lage rund um Garmisch-Partenkirchen keine wesentliche Einbuße. 20 Zentimeter Schnee selbst in den Jnnenbezirken garantieren auch dann eine einwandfreie Durchführung der Wettbewerbe, wenn bis dahin kein Neuschnee mehr gefallen sein sollte. Inzwischen ist jedoch die Quecksilbersäule wieder gefallen, und die Wetterpropheten stellen Frost in Aussicht. Es wird schon trainiert Einige Mitglieder der deutschen Skimannschaft sind bereits in Garmisch-Partenkirchen eingetroffen unb haben das Training ausgenommen. Die Italiener haben die Reise am Dienstag angetreten und werden am Mittwoch erwartet. Wirtschaft. Das Iahresergebnis der hessen-nassauischen Sparkassen. NSG. Der Spargeb ante unb Sparwille haben dank bes Vertrauens zur Staatsführung unb infolge ■ber Wirtschaftsbelebung im vergangenen Jahre eine weitere starke Zunahme der Spareinlagen bewirkt. Die von den 55 hessen-nassauischen Sparkassen verwalteten Einlagen haben sich im Jahre 1937 von 590,73 Millionen Mark auf 655,65 Millionen Mark erhöht. Der Jahresendbestand von 1937 hat erstmals die Ziffern der Vorkriegsjahre überschritten. Am 30. Juni 1914 verstiaten die hessen-nassauischen Sparkassen über einen Einlagenbestand von 655,3 Millionen Mark. Hand in Hand mit dem Anstieg der Spareinlagen hat sich auch die Zahl der von den hessen-nassauischen Sparkassen geführten Sparkonten erhöht. Am Ende des Jahres 1937 waren in Hessen-Nassau von 100 Einwohnern 64 Sparer bei eier der 55 hessen-nassauischen Sparkassen. Die Sparkonten mit einem Guthaben unter 20 Mark machen in Hessen-Nassau 40 v. H. der Gesamtstückzahl aus, die mit einem Bestand bis zu 100 Mark weitere 20 v. H. Groß-Sparkonten — d. h. solche mit einem Mindestguthalren von 10 000 Mark — sind selten. Ihr prozentualer Anteil an der Gesamtstückzahl errechnet sich auf knapp 2°/oo. Diese Zahlen zeigen, daß die Sparkassen in der Hauptsache kleine und kleinste Beträge verwalten. Sie bleiben damit ihrem alten Grundsatz treu, der die Erziehung des Volkes zur Spartätigkeit und die Pflege des Kleingeschäftes über den Ertrag stellt. Gießener Gchlachtviehniarkt. Zum gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt in der Diehversteigerungshalle Rhein-Main waren 12 Ochsen, 6 Bullen, 17 Kühe, 30 Färsen, 117 Kälber, 206 Schweine und 8 Schafe aufgetrieben. Es wurden folgende Preise erzielt: Ochsen 40—44 Pf., Bullen 38—42 Pf., Kühe 24—42 Pf., Färsen 24 bis 43 Pf., Kälber 38—50 Pf. je Pfund Lebendgewicht. Für Schafe wurden 40-r42 Pf. je Pfund Lebendgewicht bezahlt. Die Schweine wurden zu folgenden Preisen (je Kilogramm Lebendgewicht) abgesetzt: Klasse a (150 Kilogramm und mehr) 1,11 Mark, bl (135 bis 149,5 Kilogramm) 1,09 Mark, b 2 (120 bis 134,5 Kilogramm) 1,07 Mark, c (100 bis 119,5 Kilogramm) 1,03 Mark, d—f (unter 100 Kilogramm) 0,97 Mark, g 1 und 1 (fette Specksauen und Altschneider) 1,05 Mark, g 2 und h (andere Sauen und Eber) 1,01 Mark. Der Markt wurde au sv er kau st. Großvieh und Schweine wurden zugeteilt. In Kälbern war das Geschäft lebhaft. Mein-Mainische Börse. INitlagsbörse etwas erholt. Frankfurt a. M., 18. Jan. Auf kleine Rückkäufe des Handels und kleine Käufe der Kundschaft konnte sich der Aktienmarkt nach den gestrigen Rückgängen leicht erholen und zwar ergaben sich auf den meifteh Marktgebieten Besserungen von etwa 0,50 bis 1 v. H. Die Umsätze waren allerdings ziemlich klein und erfuhren auch später keine Ausdehnung. Anfangs waren auf Teilgebieten noch kleine Abgaben zu erledigen, wobei noch leichte Minderungen eintraten, die aber später zumeist wieder ausgeglichen wurden. Der Erfolg der heute zu Ende gehenden Zeichnung auf die neue Reichsanleihe hat die freundlichere Tendenz unterstützt.. Von. Montanwerten lagen Rheinstahl noch im Angebot, so daß eine Abschwächung auf 145,75 (146,25) eintrat, dagegen erholten sich Hoesch um 1 v. H. auf 116,50, Vereinigte Stahl auf 113,50 (113) und Mannesmann auf 116,65 (116), sowie Deutsche Erdöl auf 145 (144,25). JG.-Farben zunächst 0,25 v. H. niedriger mit 161, später 161,50, Metallgesellschaft 0,50 v. H. leichter mit 145,50. Elektrowerte lagen uneinheitlich. Bekula weiter fest mit 168,75 (167,50), Licht & Kraft und RWE. bis 0,50 v. H. höher, dagegen Gesfürel 147,25 (148) und AEG. 118,25 (118,50). Von Zellstoffaktien gingen Waldhof stärker zurück auf 150,75 (152,25). Sonst notierten u. a. Hanfwerke Füssen mit 132 (131), Holzmann mit 156 (155,50), Reichsbank mit 212,50 (212), Daimler mit 139,75 (139,50), Adlerwerke Kleyer mit 114 bis 114,50 (114,25), Rheinmetall mit 145 (145,75). Verein. Deutsche Metall waren gesucht mit etwa 174 bis 175 (172,50). Der variable Rentenmarkt hatte kleines Geschäft. Reichsaltbesitz 0,13 v. H. höher mit 130.13, Reichsbahn-VA. uno. 129,*50. Kommunal-Umschuldung 95,10 (95,15). Goldpfandbriefe und Kommu- nal-Obligationen notierten bei ruhigem Geschäft unverändert, Liquidationswerte schwankten bis 0,13 v. H. Stadtanleihen lagen unverändert. Von Jn- dustrie-Obligattonen 5proz. Röchling 102,75 (102,40). Von Staatsanleihen 5,5proz. Poung^Anleihe 106.75 (106,50), andererseits 1929er Hessen 100,15 (100^5). Neubesitzanleihen kamen nicht zur Notiz, die Schatzungen bewegten sich um den nunmehr festgesetzten Abfindungskurs von 28,25 v. H. herum. Im Verlaufe stockte das Geschäft fast vollkommen, die Kurse waren im allgemeinen wenig verändert. Noch mäßige Erhöhungen hatten Verein. Stahl mit 113.90 nach 113,50, JG.-Farben mit 162 nach 161 bis! 161,50, Adlerwerke Kleyer mit 115 nach 114 bis 114,50, Daimler mit 140,50 nach 139,75 und Zellstoff Waldhof erholten sich auf 151,25 nach 150,75. Die später notierten Werte brachten zumeist Besserungen um Bruchteile vom Hundert, Buderus jedoch 1,50 v. H. höher mit 128, dagegen Rütgcrs- werke 152,50 (153,25) und Siemens nach Pause 212,50 (214,50). Von Bankaktien Commerzbank 121 (120,90), Franks. Hyp. Bank nach Geldstreichung 126,75 rat. (125). Im Freiverkehr hatten Bürbach Kali größeres Geschäft mit anfangs 72,25 und später mit 74,13 (71,50). Neue Wayß'S- Freytag 1 v. H. niedriger mit 151, Ufa Film 69,75 (70,50). Tagesgeld unverändert 2,50 v. H. Abendbörse wenig verändert. Die Abendbörse war wenig verändert. Auch das Geschäft hatte nur kleinen Umfang, da Aufträge nahezu fehlten. Die freundliche und zuversichtlichere Tendenz hielt aber an. In einzelnen Werten war etwas mehr Geschäft. Die Kurse wichen selten mehr als 0,25 v. H. ab, wobei Besserungen überwogen. Weiter fest Bekula mit 169,50 (168,75), auch Gesfürel 0,75 v. H. höher mit 148. AEG. notierten uno. 119, Schlickert mit 179 (178,75). Von Montanwerken erhöhten sich Buderus auf 128,50 (1?8), während Verein. Stahl 0,25 v. H. nachgaben auf 113,90. JG.-Farben lagen nicht ganz behauptet mit 161,75 (162), jedoch 0,13 ,y. H. über Berlin. Maschinenaktien lagen durchweg unverändert, Adlerwerke 115, Demag 144,50, Moenus 126,75, «aber MAN. 0,50 v. H. fester mit 130,50. Im einzelnen notierten u. a. Bömberg mit 142,50 (143), Deutsche Erdöl nstt 145,50 (145), Schöfferhof mit 207,50 (207), Hapag mit 82,75 (83) und Großbankaktien unverändert. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 18. Jan. Auftrieb: Kälber 393 (gegen 1147 am 11. Januar), Hämmel und Schafe 126 (240), Schweine 4820 (3963). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Kälber a) 61 bis 65 (60 bis 65), b) 55 bis 59 (33 bis 59), c) 41 bis 50 (41 bis 50), d) 35 bis 40 (30 bis 40), Hämmel b2) 46 (46), c) 41 bis 45 (40 bis 45), d) 30 bis 40 (37 bis 38), Schafe a) 39 bis 42 (38 bis 40), b) 34 bis 36 (34 bis 35), c) 23 bi- - ') (18 bis 32), Schweine a) 56,50 (56,50), bl) 55,50 (55,50), b2) 54,50 (54,50), c) 52,50 (52,50), d) 49,50 (49,50), Sauen gl) 53,50 (53,50), g2) — (51,50). — Marktverkauf: Kälber gut, Schafe langsam, Schweine zugeteilt. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v H., Lombardzinsfuß 5 o. H Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schluß- kurs Schluß! Mittag börse Damm 17.L 18.1. 17.1. 18.1. 5% Deutsche Retchsanleihe v. 1927 101,7 101,6 101,6 101,6 4% Deutsche Reichen!, von 1934 4ft% Deutsche Reichsschatzanwei- 99,25 99,25 99,25 99,25 (ungen von 1935 ... ... 4ft% Deutsche Reichsschatzanwei- jungen von 1935, 11. Holge ... 454% Deutsche Reichsschatzanwei- 99,6 99,5 99,6 99,5 jungen von 1936, Hl. «rolge .. 99 99 —— ■— 6ft% Doung Anleihe von 1930 .. 106,5 106,75 106,9 106,75 4V2% Hessische Volksstaat von 1929 4ft% Deutsche Reichspostschatz von 100,25 100,15 100,3 100,3 1934 1...................... 4ft% Deutsche Reichsbahnschah 100,3 100,3 100,5 100,5 von 1936 I.................. 99,9 99,9 99,9 99,9 Reichsanleihe-Altbesitz.......... Oberhessen Provinz-Anleihe mit 130 130,13 130,1 130,25 Auslos.-Rechten............. 4ft% Hess. Landesb!. Darmstadl 138,5 138,5 — - Goldpse. R. 12.............. 5ft% Hess. Landes-Hyp.-Banl 100 100 100 •— Liqu. Goldpse............... 4Y2% Preuß. Landespsdbr.-Anst. 101,9 101,9 — — Goldpse. R. 19............. 100 100 100 100 4ft% Preuß. Gold-Komm. R. 20 4ft% Darmstädter Komm.-Lan- 99,25 99,25 99,25- 99,25 desbankR. 6 ............... Deutsche Komm.-Sammel-Anleihe 99 99 — •— Auslos.-Rechte I.............. 135,25 135,25 135,5 135,75 4ft% Franks. Hyp. Goldpse. R. 15 4ft% Franks. Hyp. Gold-Komm. 100 100 100 100 Obi. 2 3................. 6ft% Franks Hyp. Liquidation 99,25 99,25 — — Goldpse................... 6ft% Rheinische Hyp. Liquidation 101,9 101,9 — — Goldpse..................... 102,25 102,1 102,13 102,25 Steuergutschein-Berrechnungskurs 111,35 111,4 111.5 111,5 A.G. für Verkehrswesen .... «ft 134,75 134,75 134 134,5 Hamburg-Südam. Dampfschiss. o — — — 4* --- Hamburg-Amerika Paket......0 82,25 82,75 83,13 83,13 Norddeutscher Lloyd..........0 84,5 83 84,5 84,5 Deutsche Reichsbahn Vorz.-Akt. 7 129,5 129,65 129,65 129,65 Reichsbank................. 12 212 212,5 211,9 212'25 Berliner Handelsgesellschaft . 6 ft — — 136 136 Commerz- und Privat-Bank ... 5 120,9 121 120,9 121 Deutsche Diskonto............ 6 127 127 127 127 Dresdner Bank........ 4 113,75 113,75 113,75 113,75 Devisenmarkt Berlin 17.Januar 18.Januar Amtlich? WiHietung Amtliche Notierung («elf ’-Hr-'i Geir Briei Buenos Aires............. 0,727 0,731 0,727 0,731 Brüssel................... 41,97 42,05 41,99 42,07 Rio de Janeiro............ 0,136 0,138 0,137 0,139 Polen.................... 47,00 47,10 47,00 47,10 Kopenhagen............... 55.36 55,48 55,38 55 50 Danzig............... ... 47 00 47,10 47.00 47 10 London................... 12'43 12,405 VellingsorS................ Paris.................... M85 5,495 5,485 5495 Holland.................. HR 96 Italien................... 13,09 '13J1 13,09 Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schluß!. Abendbörse Schluß- kurs Schlußk. Mittag» börse Dai nm 17.1. 18.1- 17-1. 18.1. Accumulatoren-Fabrik...... . 14 226 226 — 225,5 Aschaffenburg Zellstoff...... .. 6 140,25 140,25 140,75 140,75 Bemberg................. .. 0 142,5 142,5 142,5 142,5 Bekula................... .. 8 167,5 169,5 168,4 169,75 Buderus Eisen............. .. 5 126,5 128,5 128 128,5 Gement Heidelberg......... .. 7 166,25 166,25" — — Gement Karlstadt.......... .. 6 — — —— —— Conti Gummt............. . 12 191,5 191,5 191,25 - 191,5 Daimler Motoren.......... 6 ft 139,5 140,5 139,25 140,5 Dessauer Gas ............. .. 4 — —— 123 123 Deutsche Eroöl............ .. 5 144,25 145,5 144,5 145,75 Deutsche Gold- und Silber .. .. 9 252,5 253 —— —— Deutsche Linoleum......... . 10 169 168,5 169 169 Elektrische Lieferungen...... .. 6 131,5 132,5 131,5 132,5 Elektrische Licht und Kraft... .. 7 143,5 144 143,5 143,75 I. G. Farben-Jndusirie..... .. 7 161,25 161,75 161 161,65 Felten & Guilleaume....... .. 6 134 134,25 133,5 134 Gesfürel.................. .. 7 148 148 148,13 147,75 Th. Goldschmidt........... .. 6 142 142,25 —— 142,25 Griyner Maschinen......... .. 0 — 49,13 49,9 49,4 Harpener................. 8 ft — 174,75 175 174 Hoesch Eisen............... 3 ft 115,5 116,5 115,75 116,25 Philipp Holz mann......... .. 8 155,5 156 156 156,5 Ilse Bergbau.............. .. 6 — —— 161 161 Ilse Genüsse.............. .. 6 134 134 133 133,75 Kali Aschersleben.......... .. 4 — 114,25 113,5 113,75 Klöcknerwerke ............. 4 ft 120 119,75 119,5 120 Kokswerke und Chemische Fabrik 7 — 158,5 160 Lahm eher ................ .. 6 122,75 123 123 123 Mainkraft................. .. 4 95,75 95,75 Mannesmann............. 4 ft 116 116,75 116 116,65 Mansselder Bergbau....... .. 7 159,5 159 159 158,75 146 Metallgesellschaft........... .. 6 146 145,5 146 Orenstein & Koppel........ .. 0 — — 110,75 110,5 Rheinische Braunkohle...... . 12 —- 231,25 232,75 231,75 Rheinische Elektro.......... .. 6 — 131 Rhetnstahlwerke............ .. 6 146,25 145,75 146,5 146 Rlieinisch-Westfälische Elektro .. 6 125,65 126,5 126 126,75 Rütgersiverke ............. .. 7 153,25 152,5 152,5 152,5 Salzdetfurth Kali.......... .. 6 174,5 174,5 174,5 174,5 Schubert S Co............ .. V 178,5 179 179 179,5 Schultheis Patzenhofer...... .. 4 101,5 101,4 Siemens L Halske ......... .. 9 — 212,5 212 213 Süddeutsche Zucker......... . 10 — —— Bereinigte Stahlwerke...... 4 ft 113 114,13 113,25 113,75 Westdeutsche Kaufhof....... .. U 60,75 60,75 60,9 60,9 Westeregeln Alkali.......... .. 4 113 113 113,5 113,5 Zellstoff Waldhos.......... .. 6 152,25 151,25 152 151 Olavi Minen.............. . 0,6 30,13 30,25 30,13 30,25 — Frankfurt a. M. 17-Januar 18 Januar Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geir Briei Gelt Bne> Japan.................... 0,723 0,725 0,723 0,725 Jugoslawien .............. 5,694 5,706 5,694 5,706 Oslo ................... 62,32 62,44 69 34 Wien..................... 48,95 49'05 48,95 49,05 Lissabon.................. 11,26 11,28 11 ,27 11,29 Stockholm ................ 63,92 64,04 63,94 64,06 Schweiz.................. 57,32 57,44 57,34 57,46 Spanien ................. 14,49 14 51 Prag.................... 8,711 Budaveü ................. Neuyork.................. 2,483 2,487 2,484 2,488 WÄS £ Von Zum des Gie jentn % baW hfigfej 21 geduldig ÄS» jjlitn13U.[ IÄ «ui W et- MlS-i "»Ä1! "£r|U9 il, 6ie m-ni HS Zstz Denn dah NJ" leibet teme 3eit S« ez anqebrachl, ihm e ei en. NH nur gnWiW“15®1 auch noch so, daß es sperrt, her tatsachlu die kostbaren Mmut Jede Gemeinscha Disziplin. In der Disziplin so selbstvk habe ich leine Zei sollten, wenn sie ir Wichtigtuern und i immer deutlich zu die kalte Schulte z was es heißt, sich > 1 lagtsfalt Stadttheater: 19.30 Gloria-PM (Seltn schau". - ßidjtipidha berg". - OberheM Brand: Frankfurter § Peilung von 11 bis 13 gartet Lic. Kreck (? Stabt Aus bem Stabile heute abenb 'M „Martha", romach von Motow, statt. Marquardt, SM, nenbild: Karl Lös l6. Vorstellung bei 19.30 Uhr, Ende 2 Vorkrag ü Prof. Dr. Bür sentlichen Lorträg W, ft rt I'«, I «U’Äi'i ?'s And«, i °°n S, btn» W KKA iö[ Mtf 4' Mf 8on6( 2™ Wn 179 We en Konzerte j, feen bat, bed den Höhe , ' diesen Werken ($en Vollendung z ^tund seine sä dahin w. Mgung der For ^L7?s! Mr? . daydn ße. . ■11011 «L seine Itifunn nn°^ die 1 etWQ 1;4 SSuo% ^t;°mniu, en ?Qh un. «ÄS :15..imosl r'fpf'.' EchS!. ' Wlefa ""«»mniin, 9 verändert "SkMmii ,.- Nach 16] lD nach 114 '«wi 151,25 nadj zumeist lr' A^erus 9kn JRüt^rsa na4 Pause Mank 121 ^streichung M Ny-. ™ später mit 1 vdh. nied- w)- lagesgelb «t 'ert. Auch bas ÖQ Auftrage iuversichtlichere 1 Werten war ?n jklten mehr n überwogen. '5), auch Ges. 5®. notierten Don Montan. 50 (128), mäh. 'en auf 113,90. üet mit 161,75 in. Maschinen- lldlerwerke 115, er MAN. 0,50 notierten u. a. 1'd)e Erdöl nHt ) (207), hapag n unverändert. narft luftrieb: Kälbir Hammel und [3963). Notiert wicht in Mart: I 55 bis 59 (53 i 35 bis 40 (30 bis 45 (40 b:5 • a) 39 bis 42 , c]23bi- 0 50), bl) 55,50 2,50), d) 49,50 I - (51,50). - Hase langsam, Ach. Diütöenbe an. Berlin 17.1. ,25 133,75 133 160 123 140,75 142,5 168,4 128 Schwk- futs .191,5 140,5 123 145,75 169 132,5 143,75 161,65 134 147,75 142,25 49,4 174 116,25 156,5 161 191,25 139,25 123 144,5 169 131,5 143,5 161 133,5 148,13 49,9 175 115,75 156 161 119, 158, 123 MiNag- börk_ 18-1- -225?5 140,75 142,5 169,75 128,5 V' ,25 !,5 25 06 44 05 78 04 44 5> 29 \H 253 8,5 2,5 144 ,75 ,25 148 ,25 ,13 ,75 5.5 156 134 .,25 1,75 123 >,75 >,75 159 15,5 ,25 131 ,75 6,5 2,5 4,5 179 25 ,13 i,75 113 ,25 1,25 '^\'S !tz I '3$ w6*? SNkl «1 48. 11- 63. 57,34 ,49 Iff 2,484 R. ib’. 16- K 1 O'11: 5,70 62.J 49.05 11-29 64, 57- 14.$ . 8,729 Nr.15 Drittes Blatt Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Mittwoch, 19. Januar 1938 Aus der Stadt Gießen. „Leider keine Zeit." Selbstverständlich gibt es für uns alle Augenblicke, wo wir wirklich keine Zeit haben. Frühmorgens zum Beispiel, wenn uns der Weg Mir Arbeitsstätte führt. Oder auf dem Gang zum Bahnhof, wo wir einen bestimmten Zug erreichen müssen. Aber auch sonst passiert es oft, daß man auf die Minute sehen mutz. Doch davon ist hier nicht die Rede. Vielmehr von jenen Herrschaften, die grundsätzlich niemals Zeit haben und sich dabei wunder wie vorkommen. Täglich kann man sie beobachten. Etwa in der Schalterhalle des Postamtes, im Vorzimmer einer Behörde oder Dienststelle, im Warteraum des Arztes oder eines Anwaltes. Während die Schar der übrigen Wartenden geduldig der Zeit das unvermeidliche Opfer bringt, kommen sie gewichtig angerauscht, schauen um sich und beteuern sogleich, datz sie „leider keine Zeit" haben. Während die auf diese Weise summarisch Angeredeten je nach ihrem Temperament ein unbeteiligtes Gesicht äusseren, oder eine spöttische Miene zur Schau tragen, schielt der Mann ohne Zeit auf denjenigen, der als Nächster an der Reihe ist. Wird er ihm den Vortritt laj|bn? Meist ist es ein stummes Spiel mit Blicken, an dem sämtliche Anwesenden gespannt Anteil nehmen. . Die Wahrheit gebietet zu sagen, datz der Mann „ohne Zeit" sehr oft der Sieger ist. Nicht etwa, weil der Nächste an der Reihe über ausgiebige Zeit verfügt. Im Gegenteil, auch bei ihm gibt es Versäumnisse, die manchmal sehr unangenehme Folgen haben können. Ein Arbeiter zum Beispiel spürt den Lohnaussall empfindlich, und ein Geschäftsmann hat auch keine Zeit zu vergeuden. Aber gewöhnlich regt sich in ihnen das Gefühl des Anstandes, und eben diese Gefühlsregung ist es, die dem weniger anständigen Zeitgenossen den Vorteil verschafft. Denn datz der Mann, der bei jeder Gelegenheit „leider keine Zeit" hat, völlig rücksichtslos handelt, dürfte ohne Zweifel sein. Um so weniger erscheint es angebracht, ihm ein besonderes Entgegenkommen zu zeigen. Nicht nur, daß er den ihm eingeräumten Zeitoorsprung gewöhnlich gar nicht braucht, sondern ihn lediglich als Erfolg einer Marotte bucht, es ist auch noch so, datz er damit demjenigen den Weg versperrt, der tatsächlich über keine Zeit verfügt und die kostbaren Minute^ „wie auf Kohlen" verbringen muß. Jede Gemeinschaft bedingt Einordnung und Disziplin. In der Volksgemeinschaft aber ist diese Disziplin so selbstverständlich, daß die Worte „leider habe ich keine Zeit" nur dann gesprochen werden sollten, wenn sie in der Tat am Platze sind. Allen Wichtigtuern und undisziplinierten Zeitgenossen, die immer deutlich zu erkennen sind, sollte man getrost die kalte Schulter zeigen. Vielleicht lernen sie dann, was es heißt, sich in die Reihe zu stellen. Sch. Dornotizen. Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater: 19.30 bis 22.15 Uhr, „Martha". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Abenteuer in Warschau". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Tannenberg". — Oberhessischer Kunstoerein Turmhaus am Brand: Frankfurter Künstler der Gegenwart, Ausstellung von 11 bis 13 Uhr. — Stadtkirche: 20 Uhr, Pfarrer Lic. Kreck (Frankfurt a. M.). Stadttheater Gießen. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute abend findet eine Wiederholung von „Martha", romantisch-komische Oper von Friedrich von Flotow, statt. Musikalische Leitung: Heinz Marquardt, Spielleitung: Wolfgang Kühne. Bühnenbild: Karl Löffler. Die Vorstellung findet als 16. Vorstellung der Mittwoch-Miete statt. Anfang 19.30 Uhr, Ende 22.15 Uhr. Vortrag über herz und Blutdruck. Prof. Dr. B ü r k e r wird im Rahmen seiner öffentlichen Vorträge über Physiologie am kommen- Seim letzten Gießener Seiler in der Werkstatt. Wie so manchem anderem Handwerk, so hat moderne Technik auch dem Seilergewerbe Abbruch getan. Es ist sehr selten geworden, und es bestehen nicht mehr viele Möglichkeiten, den Seiler bei seiner Tätigkeit zu beobachten. Immerhin gibt es in unserer Heimat, allerdings auf weiteren Bezirk gesehen, noch einige Stätten dieses alten Gewerbes, und zwar in Grünberg, in Friedberg, in Homberg an der Ohm, in Homberg an der Efze und — ganz nahe — in Gießen. Diese Gießener Werkstätte befindet sich in der Rodheimer Straße, und der letzte Handwerker seines Zeichens ist Seilermeister Will). N e b h u t h. Uebrigens — sein Bruder ist der Seilermeister in Homberg an der Ohm. Seilermeister Nebhuth weiß manches aus seiner Tätigkeit,zu erzählen. Mit vielen Volksgenossen in Stadt und Land steht er, wenn auch oft über größere Zeiträume, in Verbindung. Die Dreschmaschinenbesitzer wollen von ihm Garbenbindegarn, hier gibt eine Schulverwaltung ein handgedrehtes Seil zum Tauziehen, zum Klettern oder Seile für die Ringe in Auftrag; in Abständen von meist etwa 5 zu 5 Jahren bestellen die Gemeinden Seile für die Turmuhren im Kirchturm des Dorfes, auch Jnduftriewerke und Transportunternehmungen wenden sich an den Meister, wenn sie Lastschlingen brauchen, die für eine ganz bestimmte Leistung berechnet fein müssen. Dabei muß der Meister berücksichtigen, daß nach gesetzlicher Vorschrift Lastschlingen für eine viermal so große Belastung gut fein müssen, wie die Nennleistung besagt. Häufig wird die Lastschlinge aus Hanf ober Jute der Schlinge aus Drahtseilen vorgezogen, weil die Schlinge aus organischem Material eine verbindlichere Arbeit, ein weicheres Anheben und Absetzen gestattet, als je das metallische Seil. — Der Bauer braucht immer auch die Arbeit des Seilers und der Meister sucht deshalb in Abständen seine Landkundschaft immer wieder auf. Die handwerkliche Arbeit des Seilermeisters hat etwas Althergebrachtes und Zünftiges an sich. Die Methoden des Seilwindens sind unverändert in ihrer Technik seit Jahrhunderten, lieber einen festen viergeteilten Klotz laufen unter gleichmäßigem Zug die vorbereiteten vier Seile (aus denen schwerere Taue meist bestehen) unter leichter Drehung zusammen. Der Meister braucht einen langen Werkplatz, meist seinen Hof, um feine Arbeit sachgemäß leisten zu können. Das alte Handwerk wird in unserer Stadt außer von Meister Nebhuth noch von seinem Sohne und von einem Gehilfen ausgeübt. Trotzdem die Zahl der gelernten Seiler sehr gering ist, sind die wenigen doch in einer Innung zusammengeschlossen, deren kleinste organisatorische Einheit allerdings bis in den Odenwald reicht. Es braucht in diesem Zusammenhang nicht geleugnet zu werden, daß das Seilerhandwerk allein, trotz mannigfachen Bedarfs, feinem Träger die Existenz nicht sichern könnte. So mußte man sich nach einer Ergänzung des Betriebes umsehen, die bei unserem Gießener Seilermeister recht glücklich gefunden zu fein scheint. Meister Nebhuth unterhält nämlich ein Durchgangslager für Säcke. Unsere Rohstofflage gestattet nicht, immer nur neue Säcke in Gebrauch zu nehmen, Jute, hauptsächlich über England aus Indien eingeführt, ist naturgemäß rar geworden. Da muß denn das vorhandene Sackmaterial immer wieder verwandt werden und möglichst rasch umlaufen. Im volkswirtschaftlichen Interesse ist der Umlauf der Säcke gesetzlich klar geregelt. Müller, Großhändler, Industrieunternehmen müssen immer wieder über kurze Fristen ihren Bedarf anmelden, der ihnen dann ausdrücklich genehmigt sein muß. Andererseits muß jeder Sack beim Kleinhändler wieder ersaßt und dem Umlauf zugeführt werden. Und hier fetzt Meister Nebhuth mit seinen Helfern, mit feinen „Aufkäufern" ein, die systematisch ein bestimmtes Gebiet bereisen. Auf Lastkraftwagen werden die Säcke zusammengebracht und dann in den Werkstätten an der Rodheimer Straße mit besonderen Klopfmaschinen gereinigt und — wenn es nottut, auch mit der Maschine geflickt. Die gesammelten, gereinigten bzw. geflickten Säcke werden wieder den Großabnehmern zugeführt und geraten so wieder in den Kreislauf. Interessant und volkswirtschaftlich sehr wichtig ist die Tatsache, daß die solchermaßen sorgfälttg behandelten Säcke eine weit höhere Lebensdauer haben, wie zu einer Zeit, da man dem Sack noch nicht solche Bedeutung zuzumessen brauchte, vielmehr manches Stück in irgendeiner Ecke in Staub oder Nässe verkam. In dem Lager in der Rodheimer Straße begegnet man imposanten Stapeln solcher pfleglich behandelter Säcke. Manchmal liegen bis zu 20 000 Säcke in den Lagerräumen beieinander. den Sonntagvormittag im Physiologischen Institut über das Thema „Herz und Blutdruck" sprechen. Großes Interesse für den Vortrag über „Die rote Armee". Wie uns von der NSG. „Kraft durch Freude" mitgeteilt wird, ist das Interesse an dem Vortrag von Oberst a. D. Hayner über „Die rote Armee der UdSSRT" am morgigen Donnerstag ganz außerordentlich stark. Von der Wehrmacht allein werden über 800 Besucher angemeldet, so daß es sich als notwendig erwiesen hat, den Vortrag vor den Soldaten am morgigen Donnerstagnachmittag als geschlossene Veranstaltung im Cafe Leib halten zu lassen. Für alle übrigen Interessenten findet dieser Vortrag, wie angekündigt, morgen abend, im Cafe Leib statt. Die Nachftage nach Eintrittskarten ist andauernd sehr groß, der noch verfügbare Vorrat aber klein, so daß es sich für Interessenten empfiehlt, sich schleunigst Karten zu sichern. Beförderungen im Bereich der 9. Division. Bei den Truppenteilen der 9. Division wurden vom Führer und Reichskanzler befördert: Major Gutzeit, Kommandeur des Kraftfahr - Batls. 9 in Hersfeld, zum Oberstleutnant; Oberleutnant Brede im MG.-Batl. 3 in Büdingen zum- Hauptmann; Oberarzt Dr. Müller, Adjutant des Divisionsarztes, zum Stabsarzt. WHW., Ortsgruppe Gießen-Nord. Am Donnerstag, 20., und Freitag, 21. Januar, wird im Bereich der Ortsgruppe Gießen-Nord die Pfundsammlung durchgeführt. Die Hausfrauen werden gebeten, die Pfundpäckchen bereitzulegen. Einstellung von Sanitätsoffizieren bei der Kriegsmarine. DNB. Bei der Kriegsmarine besteht noch Bedarf an jüngeren Sanitätsoffizieren, so daß eine erneute Einstellung für diese Laufbahn zum 1. April 1938 beabsichtigt ist. Es kommen hierfür in Frage Jungärzte (Alter nicht über 32 Jahre) und Medizinalpraktikanten sowie Studierende der Medizin vom achten Semester an auswärts. Weitere Auskunft über die Einstellungsbedingungen und sonstige Fragen der Laufbahn erteilt die Inspektion des Bil-I dungswesens der Marine in Kiel. Frohe Gäste , der Frauenschast Gießen-Nord. Die Frckuenschaft Gießen-Nord hatte die Freude, am Sonntag die Frauen aus Annerod, die sie im Sommer besucht hatten, als ihre Gäste in Gießen zu sehen. Gleich nach Tisch wurden die Frauen am Ludwigsplatz begrüßt und in die einzelnen Familien geführt. Im Cafe Leib fand dann eine gemeinsame Veranstaltung statt, bei der die Leiterin den Frauen für ihr Kommen dankte und betonte, daß Stadt und Land sich zusammenfinden in dem gemeinsamen großen Ziel: mitzuhelfen am Werk des Führers. Es schloß sich dann ein Vortrag von Prof. Stand fuß an über „Tierkrankheiten und ihre Auswirkung auf die Volksgesundheit und Volksernährung". Der Redner sprach über die verschiedenen Seuchen, ihre Merkmale und ihre Bekämpfung. Besonderes Interesse brachten die Frauen seinen Ausführungen über die Maul- und Klauenseuche entgegen, deren Schäden der Vortragende schilderte und zeigte, wie jeder einzelne bei der Bekämpfung dieser Krankheit und ihrer Verbreitung mithelfen kann. Anschließend wurde ein Film über die Tuberkulose bei Rindern gezeigt, und dabei mitgeteilt, was dagegen getan werden kann. Am Schluß der Zusammenkunft erschienen zwei Frauen in hessischer Bauerntracht und trugen lustige Verse vor von ihren Erlebnissen in der Stadt. Man trennte sich mit dem Wunsche, bald wieder in so froher Gemeinschaft sich wieder- zusehen. F. K. Polizei gegen Verkehrssünder. Die Polizeü schritt in der Zeit vom 7. bis 13. Januar ein: gegen Kraftfahrzeugführer mit 5 Anzeigen und 23 Verwarnungen und Belehrungen; gegen sonstige Fahrzeugführer mit 3 Anzeigen und ~7 Verwarnungen und Belehrungen; (JHL Seltersweg Nr. 67 adiO Telephon Nr. 3170 eparaturen (897D gegen Radfahrer mit 4 Anzeigen und 13 Verwarnungen und Belehrungen; gegen Fußgänger mit einer Verwarnung und Belehrung. TagungdesLebensmittel-Eiuzelhandels in Gießen. Die Wirtfchaftsgruppe Einzelhandel, Fachgruppe Nahrungs- und Genußmittel, Kreisfachgruppe Gießen, führte am Montag im Hotel Schütz, wie man uns berichtet, eine MitgliederversammliLng unter dem Vorsitz von O. Avemann durch, in deren Mittelpunkt die Richtlinien für den Lebensmittel- einzelhandel für die Verbrauchslenkung im Jahre 1938 standen. Ferner wurden dj§ Regelung des Fettbezuges für das Jahr 1938, die zur Zeit laufende Vorratserhebung und die Durchführung von Preisbildungsvorschriften erörtert. Der Geschäftsführer der Kreisgruppe Gießen der Wirtfchaftsa gruppe Einzelhandel, Dr. Kirchner, der in ausführlicher Weife über die vorgenannten Punkte sprach, stellte die wichtigen Aufgaben, die von dem deutschen Lebensmitfeieinzelhandel zu erfüllen sind, klar heraus und forderte die Mitglieder zum restlosen Einsatz auf. Bei der Tagung war der Leitkr der Kreisgruppe, Kaufmann E. Schulte, anwesend, der ebenfalls an die freudige Mitarbeit der Mitglieder appellierte und auf die Verquickung des Einzelhandels mit anderen Wirtfchaftsstufen und Berufsgruppen hinwies. In feinen weiteren Ausführungen streifte er die Wichtigkeit einer geordneten Buchführung und Statistik, auch im Zusammenhang mit der Preisgebarung, und das Ver, hältnis der einzelnen Mitglieder zu ihrer Organisation. **70 Jahre alt. Am heutigen Mittwoch, 19. Januar, kann der Reisende Adam Sch mahl, Bahnhofstraße 8, in körperlicher und geistiger Frische seinen 70. Geburtstag begehen. Der Jubilar diente freiwillig in der ehemaligen kaiserlichen Kriegsmarine, nahm während dieser Dienstzeit an den Kolonialkämpfen teil, schloß sich in den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts der antisemitischen Bewegung Dr. Böckels an und wohnte nach dem Kriege in Limburg. Dort beteiligte er sich aktiv an der Abwehr der Separattsten, wobei er eine schwere Schädelverletzung erlitt. Schon vor der Von Haydn bis iRavet Zum HI. Orchesterkonzert des Gietzener Konzertvereins. Die zwölf Londoner Symphonien, die Haydn in den Jahren 1791 bis 1795 für die von ihm geleiteten Konzerte in der englischen Hauptstadt geschrieben hat, bedeuten für fein symphonisches Schaffen den Höhepunkt, aber auch den Abschluß. Mit diesen Werken hatte er die Symphonie der letzten Vollendung zugeführt, die ihm seine Persönlichkeit und seine Schaffensindividualität ermöglichte. Der Weg dahin war fast gleichbedeutend mit der Festlegung der Form der Symphonie als solcher und ihrem inneren Ausbau. Die verschiedenen Wandlungen, die sein jahrzehntelanges Bemühen um die Symphonie kennzeichnen, die verschiedenen Möglichkeiten der formalen Durchgestaltung wie auch der inhaltlichen Ausprägung ließen ihn zum beherrschenden symphonischen Gestalter werden, der im abgewogenen Gleichmaß treibendes Gefühl und formende Verstandeseinsicht miteinander eint, der eine natürliche Erfindungsgabe in den Dienst kunst- gemäßer Durchdringung mit Zügen persönlicher Ausdeutung stellt und so die innige ausgeglichene Verbundenheit zwischen Form und Inhalt schafft. Haydn läßt seine Symphonie Nr. 9 in c-moll ohne die bei ihm häufige langsame Einleitung unmittelbar mit dem Allegrothema beginnen im straffen unisono. Schon in der Aufstellung der Themen kündet sich, namentlich im Hauptthema, eine bewußte thematische Durchdringung des Satzes an, während das Seitenthema in feiner fast naiven, eingängigen Formung an sich durch feinen Reiz wirkt. Die Durchführung wird vornehmlich durch den ersten Teil des Hauptthemas bestritten. Bei der Wiederkehr wird das Seitenthema klanglich heraus- geftellt und kurz von der Solovioline beleuchtet. — Das Andante erscheint als eine Folge von Variationen, deren erste ebenso wie das Thema nur dem Streichkörper Vorbehalten ist und dem Cello eine führende Stellung gewährt. Der folgenden Abwandlung in Moll geben die Bläser die Akzente und dann löst sich das Thema in reicher Figuration der Violinen auf. — Das Menuett gewinnt durch feine Anmut; von ganz besonderer Wirkung ist hier der harmonische Trugschluß nach der Generalpause; in dem Trio gibt Haydn zum Pizzicato der übrigen Streicher dem Cello als Träger des bewegt figurierten Themas das Wort. Das Finale in C-dur entwickelt mit der kontrapunktifchen Verarbeitung des Hauptthemas innere Gedrängtheit und Verdichtung. * Beethovens Violin-Konzert op. 61 gehört feiner erfolgreichsten Schaffensperiode an; ja, es zählt mit Recht zu feinen ausgeglichensten Werken. In der gesamten Zahl der Diolin-Konzerte nimmt es in seiner harmonischen klassischen Verbindung des musikalisch bedeutungsvollen Inhalts mit der organischen Formung eine Vorrangstellung ein. Obwohl der Begriff des Konzertes an sich den technischen Möglichkeiten des Instruments bis zur virtuosen Auswertung Raum gewährt, läßt Beethoven einzig musikalische Rücksichten sich auswirken, fernab von technischer Brillanz und virtuosem Geltungsbedürfnis. Damit hat er allerdings den Kreis der Interpreten dieses Konzertes auf die wahrhaft musikalischen Vertreter des Soloinstruments beschränkt. Wenn auch Beethoven in der Behandlung des Soloinstrumentes alle Errungenschaften seiner zeitgenössischen Diolintechnik als Ausdrucksmöglichkeiten einbezieht, so weist er doch immer der Geige die Ausgaben zu, die ihrer klanglichen Individualität abgelauscht sind, ausdrucksvolle Gesanglichkeit und individuelle Linienführung. Er stellt das Solo- inftrüment nicht wie etwa in seinen Klavierkonzerten als Klangkörper in Gegensatz zum Orchester, sondern gerade weil die Violine selber ein führender Bestandteil des Orchesters ist, gibt er durch das Soloinstrument dem Ganzen die klangliche Krönung, Veredlung und Verklärung und läßt im gegenseitigen Verweben des Anteils das Ganze zu einer Symphonie für Orchester und Solooioline werden. In einem breit angelegten, durch das rhythmische Pochen der Pauke eingeführten ruhigen Allegrosatz breftet er im Orchester die Themen vor dem Hörer aus, und aus dem Abklingen dieser Einleitung läßt er sich dann die Solooioline entwickeln und beispielsweise den gehaltenen Akkorden des ersten Themas durch weitgeschwungene Figuren ihre endliche Gestalt geben. Von besonders reizvoller Wirkung erweist es sich, wenn das Gesangsthema in seiner ganzen Gestalt erst im Schlußteil nach der Kadenz in klanglicher Verklärung erscheint. Ebenso läßt Beethoven im Larghetto die Solooioline aus dem führenden Thema des Orchesters in feinen Linien sich emporheben und dann in erdgelöster Schönheit die innerste Gesanglichkeit der Solovioline, nur vom Streichkörper unterstützt, unmittelbar sich ausbreiten, ein völliges Verschmelzen von Orchester und Soloinstrument, auch bei den später hinzutretenden Bläsern. Im Schlußrondo stellt Beethoven Soloinstrument und Begleitkörper dialogisierend gegenüber. Das geistvolle gegeneinander Sich-Aeußern, die vornehme Führung des Zwiegesprächs, das gegenseitige Sich-Anregen und An- fpornen, zumal im wechselnden Lichte der Seitengedanken, gibt diesem Finale geflügeltes musikalisches Leben und innere Erfüllung. * Es ist ein unverkennbares Merkmal der Schaffensart von Richard Strauß, daß er zur Erweckung des musikalischen Impulses der Anregung durch außermusikalische Momente bedarf, fei es durch bildhaft Gesehenes, sei es durch eine ihn fesselnde dichterische Gestalt. Andererseits wehrt er sich gegen den Vorwurf des „literarischen" Charakters seiner Musik. Er will nicht etwa eine musikalische Abbildung der dichterischen Vorlage geben, sondern das Dichtwerk erregt ihn zur inneren persönlichen Auseinandersetzung mit der in ihm niedergelegten Idee, und so werden seine an Dichtwerke sich anschließenden Tondichtungen zuiy Ausdruck eines persönlichen Bekennens. Diese Darstellung eigenen, inneren Kämpfens gewinnt ihre formale Gestalt in dem Verfolgen des dichterischen bzw. philosophischem Grundthemas. Sie erweist aber auch ihre Lebensfähigkeit dann, wenn man sie nur nach rein musikalischen Gesichtspunkten wertet. „Will man nun ein in Stimmung und konsequentem Aufbau einheitliches Kunstwerk schaffen, und soll dasselbe auf die Zuhörer plastisch einwirken, so muß das, was der Autor sagen wollte, auch plasttsch por seinem geistigen Auge geschwebt haben. Das ist nur möglich infolge der Befruchtung durch eine poetische Idee, mag diese nun als Programm dem Werke beigefügt werden oder nicht." (An H.v.Bülow.) Für die Auseinandersetzung des vierundzwanzia- jährigen Richard Strauß mit dem „Don-Juan- Problem ging der Anstoß von der Lenauschen Dichtung aus. Er sieht und erlebt in der Gestalt des Don Juan etwas Uebermenschliches, geradezu Faustisches, als den Inbegriff menschlicher Triebhaftig- keit, die für ihr Begehren keine Widerstände und keine Rücksichten kennt, die sich über die gesetzliche Ordnung der Menschengemeinschaft hinwegfetzt und in der ungezügelten Maßlosigleit den eigenen Untergang begründet. So wird die Ueberfteigerung menschlicher Leidenschaft das bewegende philosophische Problem für die Tondichtung „Don Juan". Strauß setzt seiner Partitur Ausschnitte aus der Lenauschen Dichtung voran, die nicht von Geschehnissen handeln, sondern Einblicke in die jeweilige seelische Verfassung des Helden geben. Nicht gefesselt durch einen* Geschehensablauf, vermag so Strauß in großen Zügen der sonst für die Symphonie bestimmenden Sonatenform auch hier zu folgen. Mit besonderen Abweichungen, die stofflich bedingt find, ersteht fo im großen gesehen ein formales Gebilde, das in feinem Ausbau Wagners „Siegfried-Idyll" sich nähert. Bedenken wir, daß dieses Werk vor genau 50 Jahren vollendet wurde (zu Beginn des Jahres 1888) und ziehen die Parallele zu den geistigen Triebkräften jener Zeit in Literatur und bildender Kunst, fo wird das klangliche (hewand ebenso unferm Verständnis näherrücken wie die Kühnheit und sinnliche Leidenschaftlichkeit der musikalischen Konzeption. Der hinreißende Schwung des Werkes wird von den zwei Themen des Haupthelden beherrscht, von denen das zweite erst im Laufe der Entwicklung Gestalt gewinnt, demgegenüber stellen sich inhaltlich ergänzende, gegensätzliche Themen, die den Helden im Lichte seiner weiblichen Gegenspieler erkennen lassen. Besonders dem breit angelegten Gesangsthema, das gern auf die Gestalt der Donna Anna bezogen wird, kommt in feiner feinen figurativen Durchgestaltung und thematischen Kom- bination eine besondere Bedeutung zu. Die Durchführung läßt den Helden im vollsten Ausleben feiner Triebe erkennen. Von besonderer Wirkung ist der Uebergang zur Reprise, gestützt auf einen bannenden Orgelpunkt. Nach höchster Aufsteigerung glühenden Temperaments erfolgt ein Abbrechen mit einem Harfenglisfando. Die Coda läßt schauernd das Ende Don Juans erleben; mit dem grellen Ton der Trompeten gleichsam als Dolchstich ins Herz. Im einzelnen fängt Strauß mit überaus charakteristischer Farbe die Situationen ein, ja, seins Charakterisierungskunst, thematisch wie klanglich gesehen, zeichnet in dieser seiner ersten Tondichtung alle die Züge vor, die für ihn als Musikdramatiker in späterer Zeit bestimmend werden. Mit dem „B o l e r o" gedenkt das Programm des wohl repräsentativsten Vertreters der modernen französischen Musik: Maurice Ravels. Dieser aus den Pyrenäen stammende Musiker (geboren 1875) hatte schon im jugendlichen Alter mit einer Habanera die Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Nach Ueber- roinbung 1 bes Impressionismus, für besten beachtlichsten Vertreter er neben Debussy gelten kann, strebte er einer Neuburchbildung ber klassizistischen Formen zu. In biefem Sinne ist auch sein „Bolero" zu verstehen. Der ständig wiederkehrenbe „Bolero"- Rhythmus burch^zieht wie ein obstinates Thema bas Werk, unb aus dieser Basis heraus entwickeln sich bie melobischen Gebilbe in äußerst bisferenzierter Färbung bes Klanglichen. Das Ganze erscheint als eine ekstatische Tanzszene in staubig wechselnder Beleuchtung. Dieses Orchesterwerk Ravels wurde übrigens zum Anreger für den französischen Film „Bolero", in bem man um diese Musik herum eine Dichtung gruppierte. Dr. Hermann Hering. t r t a i s» n r e i. n t. r- )« n (i. t, n ;e k. n n n ie i- h t- T« N -r ie g 5 )t ir l. e n ?r ie i, >r •r ib 'S ie n i» n r f- Aus den Gießener Gerichtssä'len. Machtübernahme schloß er sich der Partei an, er siedelte b>inn nach Gießen über, wo er bet der Ausstellung der Marine-SA. in deren Reihen eintrat und trotz seines Alters auch heute noch als SA.« Mann Dienst tut. ** Die Wohnungsbauten am Leimen- k a itt c r ro e g , bei denen es sich um 46 Einfarni- lien-Gruppenhäuser handelt, sind jetzt im Rohbau fcrtigaestellt. Die Wohnungen sind für solche Volksgenossen bestimmt, die hohe Mietausgaben nicht zu tragen vermögen. Die Häuser haben hübsche Vor- gärtchen erhalten, die mit Staketzäunen gegen die Straße abgeschlossen sind. Die ganze Anlage macht einen freundlichen Eindruck. ** Neubau „Glas-Kontor". Einen umfangreichen Neu- und Erweiterungsbau hat die Firma „Glas-Kontor" in der Lahnstraße im unmittelbaren Anschluß an ihre bisherigen Gebäudeteile errichten lassen. Der r\eue Gebäudekomplex Der Führerschein des Kraftfahrers Ra. fit fein klireafchild. Verkehrsstrafen find häßliche /lecken darauf. (Wohnhaus, Büro, Lager und Werkstatt) zeigt sich mit seiner der Lahn zugewandten Frontseite sehr repräsentabel und gibt der Sttaße den Charakter der Vollständigkeit. Auch von der gegenüberliegenden Lahnseite her wirkt der Neubau sehr vorteilhaft. ** Zur Richtigstellung. Die musikalische Leitung der Uraufführung des Schwankes „Die Gans" von Steguweit am Sonntag hatte, wie man uns nachttäglich mitteilt, Hartmut Eberle. Die unzutreffende Namensnennung in unserem Bericht ist auf einen versehentlich nicht eingezogenen Aushang im Theater zurückzufuhren. NSG. Meldepflicht für Heil» und Gewürzpflanzen. Auf Grund der Anordnung Nr. 112 der Hauptvereinigung der Deutschen Gartenbauwirtschaft vom 27. April 1937 ist der Anbau von Heil- und Gewürzpflanzen meldepflichtig, wenn di^ angebaute Fläche 10 Ar übersteigt. Da die Hauptoereinigung der Deutschen Gartenbauwirtschaft einen Gesamtüberblick über den derzeitigen Anbau in Heil- und Gewürzpflanzen dringend benötigt, werden sämtliche in Frage kommenden Erzeuger aufgefordert, bis spätestens den 25. Januar dem Gartenbauwirtschaftsverband Hessen-Nassau, Frankfurt a. M., Arndtstraße 28, zu melden, welche Flächen mit Heil- und Gewürzpflanzen 1938 genutzt werden. Die Flächenangabe erfolgt der Einheitlichkeit halber in Ar (— 100 Quadratmeter). Es ist erforderlich, daß die Erzeuger hierbei ihre genaue Postanschrift angeben. Rundfunkprogramm Donnerstag, 20. Januax. 6 Uhr: Morgenspruch, Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Nur Koblenz-Trier: Nachrichten. 10: Schulfunk. Volksliedsingen. Wiederholung des Liederblattes 21. 10.30: Ein froher Morgengruß aus der Westmark. 11.40: Hausfrau hör zu! 11.50: Was. ist uns die Ramifafer? 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert (Fortsetzung). 14: Nachrichten •— Offene Stellen — Nachrichten aus dem Senhe- bezirk. 14.10: Ein frohes Lied — ein heiter Wort! 15: Die braune Schwester. 15.15: Für unsere Kinder. Heute sprechen die kleinen Preisrätseldichter zu uns. 15.45: Allerlei vom Sport der Woche. 16: Zeitgenössische Unterhaltungsmusik. Einlage: Lustige Geschichten von der Eifel. 18: Zeitgeschehen. 19: Nachrichten. 19.10: Bunte Bühne in Spießerhausen. Heitere Szenen. 20.45: Wilhelm Schäfer. Eine Hörfolge zum 70. Geburtstag des Dichters. 21.15: Seele des Menschen, wie gleichst du dem Wasser. Chor- und Orchestermusik nach Dichtungen von Goethe. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk, Sportbericht. 22.20: Aus Washington: Worüber man in Amerika spricht. 22.30: Volks- und Unterhaltungsmusik. 24 bis 1: Nachtkonzert. Große Strafkammer Gießen. Unter der Anklage des Betruges, des Urkunden- verbrechens im Amt, der Untreue und Unterschlagung stand gestern der 44 Jahre alte Reichsbahn- assistent F. B. aus Gießen vor der Großen Strafkammer. Der Angeklagte hatte vor dem Kriege in Gießen im Geschäft seines Vaters gelernt. Er meldete sich 1913 freiwillia zum Militär und kam als akttver Soldat 1914 sofort an die Front. Schon in den ersten Kriegstagen verlor er ein Auge und kam dann nach feiner Heilung nach Gießen zurück. Hier bekleidete er verschiedene Stellungen bei der Post, beim Lebensmittelamt und im Gefangenenlager. Im Jahre 1919 wurde er als Kriegsbeschädigter von der Reichsbahn übernommen und alsbald an» gestellt. Er zeigte sich in diesem Berufe zunächst äußerst gewissenhaft und erwarb sich dadurch das Vertrauen seiner Vorgesetzten. Er rückte im Laufe der Jahre zum Reichsbahnassistenten auf und wurde als solcher beim Reichsbahnverkehrsamt Gießen mit der Bearbeitung der Anträge auf Fahrgeld-Rückerstattung beschäftigt. Er versah diesen Posten vollkommen selbständig. Dies- ging bis zum Sommer 1935 gut. Der Angeklagte, der sich 1927, wie viele andere Kriegsbeschädigte, vom Versor- gungsamt hatte abfinden lassen, begann im Jahre 1928 mit dem Bau eines eigenen Wohnhauses, das ihn rund 24 000 Mark kostete. Mit der ihm vom Versorgungsamt ausgezahlten Summe konnte er kaum den Bauplatz und ein paar Anfangsarbeiten bestreiten, so daß er gezwungen war, zwei Hypotheken aufzunehmen. Das Haus ist heute noch mit rund 19 000 Mark belastet. Durch die im Jahre 1931 erfolgte Notverordnung wurde das Gehalt des Angeklagten von fast 300 Mark auf rund 200 Mark reduziert, so daß es ihm nicht mehr möglich war, seinen laufenden Verpflichtungen nachzukommen. Deshalb stellte der Angeklagte mehrfach Unter- stützungsanttäge bei der Bahn sowie auch beim Versorgungsamt, die teils genehmigt, meistens jedoch abgelehnt wurden. Da der Angeklagte nunmehr fürchtete, fein Haus nicht mehr halten zu können, und auch tatsächlich die Zwangsversteigerung wegen Zinsrückstände bereits betrieben wurde, kam er im Jahre 1935 auf den Einfall, sich an den ihm dienstlich anvertrauten Geldern unrechtmäßig zu bereichern. In feiner dienstlichen Stellung oblag es dem Angeklagten, die Anträge auf Rückvergütung nichtbenutzter Fahrkarten zu bearbeiten. Diese wurden nach Stellung des Anttages in das sogenannte Rückerstattungsverzeichnis eingetragen. Der Angeklagte errechnete darauf den zurückzuerstattenden Betrag und wies die zur Auszahlung kommenden Beträge an. Nach Abschluß des Verfahrens erhielt der Angeklagte die Vorgänge wieder zurück. Dort wurden sie abgelegt, sodann noch zwei Jahre aufbewahrt und dann als Altpapier abgegeben. Der Angeklagte bediente sich nunmehr folgender Methoden: Er entnahm aus den bereits erledigten Anträgen Fahrkarten sowie sonstige Unterlagen der gestellten Rückerstattungsanträge heraus, fälschte die Nummer in dem Verzeichnis sowie die Daten auf der Fahrkarte, verfah sie mit den entsprechenden fingierten Anträgen, was er leicht konnte, weil er im Besitz der erforderlichen Formulare war, und ließ sie erneut über den Dienstweg laufen. Als Erstattungsberechttgte trug er seine Gläubiger sowie Verwandte ein, denen das Geld von der Bahn überwiesen wurde. Er ging aber vorher jeweils zu den Betteffenden und schwindelte diesen vor, es werde demnächst ein Betrag von der Reichsbahn Gießen überwiesen werden, den diese für ihn in Empfang nehmen sollten. Er gab dabei an, es handele sich um Ausfallsentschädigungen und sonstige Auslagen, von deren Auszahlung seine Frau nichts zu wissen brauche. Auf diese Weise konnte er einen Teil feiner Verbindlichkeiten abdecken. Als ihin dieses Manöver ein paarmal geglückt war, wurde der Angeklagte noch dreister. Er fälschte nunmehr Inkassovollmachten gar nicht existierender Personen auf sich, ging damit zur Stationskasse und erklärte dem Kassenbeamten, die Erstattungsberechtigten seien dienstlich unabkömmlich und hätten ihn ermächttgt. das Geld für sie in Empfang zu nehmen. Er nahm das Geld an sich, quittierte sodann mit den entsprechenden Namen und verwandte das Geld ebenfalls für sich. Auf diese Weise ergaunerte sich der Angeklagte auf Kosten der Reichsbahn rund 800 Mark. Da er dieses Manöver in der Folgezeit oft wiederholte, erregte er den Verdacht des Stationskassierers, so daß dieser ihn eines Tages in ferne Wohnung bestellte und ihm feine Verfehlungen auf den Kopf zusagte. Der Angeklagte gab damals für rund 100 Mark Veruntreuungen zu und ersetzte diese Sumem alsbald. Fünf weitere Karten, die er zu dieser Zeit in „Bearbeitung" hatte, vernichtete er, wobei er allerdings nicht bedachte, daß er sich hierdurch eines neuen Vergehens, und zwar desjenigen der Urkundenvernichtung im Amte, schuldig machte. Nach der Entdeckung im Mai 1936 ließ sich der Angeklagte bei der Reichsbahn keine Unregelmäßigkeiten mehr zuschulden kommen. Mit Rücksicht auf seine mißliche finanzielle Lage wurde seitens seines Vorgesetzten von einer strafrechtlichen Verfolgung der Angelegenheit zunächst abgesehen. Da feine Gläubiger jedoch weiter drängten, sah er sich nach einer anderen Gelegenheit um, auf unrechtmäßige Art sich Geld zu verschaffen, und er fand diese in feiner Tätigkeit als Geschäftsführer des VfB.-Reichsbahn Gießen. Als solcher war der Angeklagte zeichnungsberechtigt und verfügte selbständig neben der Hauptkasse über einen gewissen Fonds zur Begleichung der laufenden, in feiner Tätigkeit entstehenden Unkosten. Der Angeklagte führte 285 Mark, die er auftragsgemäß als Miete für Benutzung eine Kegelbahn bezahlen sollte, nicht ab, sondern ließ sie in seine Tasche wandern. Außerdem führte. er den Ueberschuß eines Maskenballs in Höhe von rund 200 Mark nicht an die Hauptkasse ab, sondern verwandte diesen Betrag ebenfalls für persönliche Zwecke. Ebenso leitete er zwei Monats- beitragseingänge, die ihm von dem Unterkassierer ausgehändigt worden waren, nicht ihrem Bestimmungsort zu, sondern verwandte auch dieses Geld für sich. Ja, er scheute sich nicht, einen Betrag, der einem Mitglied des Vereins als Unfallbeihilfe von der „Deutschen Sporthilfe" bewilligt worden war. dem betreffenden Sportler vorzuenthalten und in seine Tasche zu stecken. Aus diese Weise schädigte der Angeklagte den Verein um etwas über 700 Mk. In der gestrigen Hauptverhandlung war der Angeklagte in allen Punkten restlos geständig. Als Entschuldigungsgrund führte er seine mißliche finanzielle Lage an und behauptete, er habe schließlich nicht mehr ein noch aus gewußt und sich in seiner Verzweiflung an diesen Geldern vergriffen. Bezüglich der zum Schaden des VfB.-Reichsbahn veruntreuten Gelder bemerkte der Angeklagte, habe er sich mit Rücksicht auf feine umfangreiche Tätigkeit für berechtigt gehalten, einen gewissen Betrag als persönliche Vergütung einzubehalten. Er habe gehofft, daß ihm dies auch nachträglich von der Generalversammlung genehmigt werden würde, er mußte allerdings selbst zugeben, daß eine Genehmigung über einen derartig hohen Betrag unter keinen Umständen in Frage kam. Schon in der Voruntersuchung hatten sich einige Zweifel über die volle Zurechnungsfähigkeit des Angeklagten ergeben, die das Gericht zur Einholung eines ärztlichen Gutachtens veranlaßten. In diesem Gutachten wurde der Angeklagte allerdings als voll verantwortlich bezeichnet. In der Hauptverhandlung tauchten neue Gesichtspunkte in dieser Richtung auf, die die Möglichkeit nahelegten, daß unter Umständen eine erblich bedingte verminderte Zurechnungsfähigkeit in Frage käme. Festgestellt wurde jedenfalls, daß der Angeklagte mehrfach wegen Nervenkrankheiten in ärztlicher Behandlung und zeitweise dienstunfähig gewesen ist. Der als Zeuge und Sachverständiger vernommene ehemalige Bahn- arzt gab ebenfalls die Möglichkeit einer gewissen Minderung der Verantwortlichkeit zu. Mit Rücksicht hierauf stellte der Verteidiger den Antrag, ein Obergutachten eines Psychiaters einzuholen, der aber nach längerer Beratung vom Gericht abgelehnt wurde. Der Vertreter der Anklagebehörde legte m seinen Ausführungen dar, daß der Angeklagte durch seine groben Vertrauensbrüche eine exemplarische Strafe verdient habe, berücksichtigte jedoch anderseits seine schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse, die ihn, einen bisher vollkommen unbestraften Menschen, auf die Bahn des Verbrechens getrieben haben, und beantragte wegen fortgesetzten Betrugs in Tateinheit mit schwerer Urkundenfälschung und Urkundenver- nichtung im Amte, sowie einer weiteren selbständigen Ürkundenvernichtung im Amte im Falle der Reichsbahn, sodann wegen vierfacher Untreue in Tateinheit mit Unterschlagung im Falle VfB.- Reichsbahn, eine Gesamtstrafe von e i n exm Jahr sechs Monaten Zuchthaus, sowie eine Geldstrafe, die er in das Ermessen des Gerichtes stellte. . Der Verteidiger ging in rein rechtlicher Hinsicht mit dem Vertreter der Anklagebehörde einig, mit der Ausnahme, daß er auch im Falle des VfB -R. eine fortgesetzte Handlung annahm. Er bat das Gericht noch einmal, die Frage der verminderten Zurechnungsfähigkeit zu prüfen, da nur unter diesen Umständen' eine Umwandlung der Zuchthausstrafe in eine Gefängnisstrafe möglich ist. Nach längerer Beratung kam das Gericht, entgegen dem Gutachten des Sachverständigen, zu dem Ergebnis, daß mit Rücksicht auf die zutage getretenen Umstände der Angeklagte zwar nicht als absolut vermindert zurechnungsfähig anzusprechen fei, dennoch einen Fall darstelle, der sehr hart an der Grenze, jedoch schon in der Sphäre einer gewissen verminderten Unzurechnungsfähigkeit liege. Nur diesem Umstand konnte es der Angeklagte verdanken, daß er vor dem Zuchthaus bewahrt blieb. Das Urteil lautete auf eine Gefängnisstrafe von einem Jahr zwei Monaten und 230 RM. Geldstrafe. Diese, sowie sechs Monate der Freiheitsstrafe gelten durch die Untersuchungshaft als verbüßt. Der Angeklagte nahm das Urteil sofort an. * Weiter hatte sich der Karl Kundinger aus Heldenbergen wegen Blutschande zu verantworten. Dem Angeklagten, der schon erheblich vorbestraft ist, wurde zur Last gelegt, sich an seinen zwei Töchtern vergangen zu haben.^ Die Hauptverhand- lung, die unter Ausschluß der Öffentlichkeit statt« sand, ergab einwandfrei die Schuld des Angeklagten, der sich bei seinen gemeinen Handlungen nicht gescheut hatte, bei seinen eigenen Kindern Gewalt anzuwenden. Die Kammer hielt mit Rücksicht auf die außerordentliche Schwere der Tat und sein gesamtes Vorleben eine ganz exemplarische Strafe' für angebracht und verurteilte den Angeklagten wegen Notzucht in Tateinheit mit Blutschande sowie Beleidigung in drei Fällen zu einer Gesamt- strafe von zwei Jahren und neun M o - naten Zuchthaus. Drei Monate der Untersuchungshaft wurden dem Angeklagten mit Rücksicht auf sein Geständnis angerechnet. Darüber hinaus wurden ihm die Bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von zehn Jahren aberkannt. Amtsgericht Gießen. Der E. W. aus Frankfurt a. M. hatte sich, wie schon berichtet,.vor dem Amtsgericht Gießen wegen Körperverletzung und Führerflucht zu verantworten. Der Angeklagte war am 3. September 1937 mit seinem Auto von Rodheim gekommen und wollte in Gießen die Lahnbrücke überqueren. Dabei mußte er einen vorschriftsmäßig rechts fahrenden Rad- fahrer überholen. Nach Ansicht des Angeklagten fuhr dieser aber zu weit links, so daß sich der Angeklagte bemüßigt fühlte, ihm in drastischer Form MamMm-Komödie Vornan von Horst Biernath. 34 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Ich spreche von einem Gleichnis, mein Junge", erwiderte der alte Herr sanft. „Und der fragt auch nicht nach Papa und Mama und Tante Dorothe, sondern der verliebt und verlobt und verheiratet sich nach seinem Geschmack. Und das ist der einzige Nutzen, den Sie aus der Geschichte nach Hause tragen: das Mädel zu heiraten, das Ihnen gefällt, und nicht das, von dem Ihre Eltern meinen, daß Sie es unter Umständen heiraten könnten..." „Ich heirate nicht mehr!" sagte Humphrey störrisch. „Das hab' ich nach der Geschichte mit dem Clown auch gesagt..." „Sie haben ja auch nicht geheiratet, Onkel Paul!" „Aber ich hab' es mehrmals versucht!" sagte der Alte dumpf. „Daß /s mir nicht gelungen ist, gehört auf ein anderes Blatt." Der Steward lief ihnen mit dem Gong entgegen und bat zum Lunch. „Kommen Sie, Humphrey!" befahl der Kapitän und zog Humphrey trotz seines Sträubens und feiner Versicherung, er verspüre auch nicht den geringsten Appetit, mit sich fort zum Speisesaal. „Es nützt Ihnen auch nichts, wenn Sie hungern." „Verraten Sie mir auch noch, wie Sie sich Ihres Zartgefühls entledigt haben!" bat Humphrey und ließ sich schließlich zur Tafel zerren ... „Fehlt Ihnen was, Timperly?" zischelte der kleine Olesson, neben den er zu sitzen kam. „Sie sehen furchtbar mies aus." Er hatte sich seit der Diamantengeschichte einen argwöhnischen Blick und einen merkwürdigen Flüsterton zugelegt. „Ich habe es im Magen", antwortete Humphrey kurz. „Da kenn' ich ein ausgezeichnetes Mittel: einen doppelten Angoftura, einen großen Kurfürsten und beides mit einem Glas Wermut vermischt. Na, ich sage Ihnen--!" „Kopfschmerzen habe ich auch", bemerkte Humphrey abweisend. „Dann ist es sicherlich die Cholera, und Sie gehen besser zum Arzt!" knurrte Olefson verstimmt. Humphrey stocherte unlustig in seinem Geflügelreis herum Der Reis war zwar locker und mürbe und ganz nach feinem Geschmack, die Hühnerschnitzel zart und lecker. Aber wäre es nicht geradezu schamlos gewesen, jetzt mit Genuß zu essen? Mußte er vor Zanten nicht als gefräßig und gefühlsroh erscheinen? Zwar — im Grunde hatte Zanten recht. Der Schiffbruch dieser Liebe war feine eigene Schuld. Die Schuld feiner Schüchternheit, seines Zögerns, seiner Unentschlossenheit und Mutlosigkeit. Es war so klar und einfach wie das kleine Einmaleins. Aber so ist das nun mal: Der Unterschied zwischen dem Einmaleins in der Schule und den kleinen Rechenaufgaben des Lebens liegt darin, daß man ihre Ergebnisse erst bann für wahr und vollgültig anerkennt, wenn man sie am eigenen Leibe erfahren hat ... „Für ’nen Magenkranken entwickeln Sie aber einen ganz hübschen Appetit", stellte Olefson grinsend fest, als Humphrey sich gedankenverloren zum zweitenmal auflegen ließ. „Jedenfalls schmeckt es Ihnen besser als der Lenox und ihren Trabanten." Oh, die Diva sah wirklich stark angegriffen aus. Und Herrn Tuppers Gesichtsfarbe spielte geradezu ins Grünliche. Der Platz des Herrn Scrub war sogar leer. Und auch der sonst so unverwüstliche Konsul Barrett kämpfte mit feiner Portion. „Die haben, gestern abend nämlich ein neues Spielchen erfunden", erläuterte Olefson, „eine hervorragende Gelegenheit für einen Zungenakrobaten, die Getränkekosten zu sparen. Jeder sagt einen schwierigen Satz oder ein Wort her, das die andern reihum blitzschnell fehlerfrei nachsprechen müssen. Stottern kostet eine Runde. Und der Doktor hat sie mit seinen Aufgaben furchtbar hereingelegt. Oder versuchen Sie doch mal, ob Sie's fertigkriegen, in einem Atemzug dreimal hintereinander ,Meß- wechsel Wachsmaske' zu sagen, ja?" „Wie war das?" fragte Humphrey, dessen Teilnahme für die Dinge dieser Welt bei zunehmender Sättigung wieder erwachte. „Dreimal hintereinander Meßwechsel ÄZachs- maske' ..." „Meßwechsel Wachsmaske — Wesmechsel Was- machfte ..." „Armer Timperly! Sie hätten gestern abend Ihres Herrn Vaters kleines Häuschen verspielt!" bedauerte Olefson mitleidig: „Uebrigens hat meine Meinung vom schwachen Geschlecht einen gründlichen Stoß abgekriegt. Es war erstaunlich, was die Lenox in sich hineingeschüttet hat. Ob die Damen beim Film alle so schrecklich saufen?" „Vielleicht gewöhnen sie sich's mit der Zeit an" meinte Humphrey, „wegen der Hitze in den Ateliers. Wir hatten mal eine Köchin, die trank drei Schotten unter den Tisch." Während dieses Erfahrungsaustausches erhob die Lenox sich von der Tafel und verließ den Speise- saal.^Es schien ihr nicht gut zu gehen ... Da aber bie Stewarbs gerabe ben zweiten Gang auftrugen, würbe bas Verfchwinben ber Diva kaum bemerkt. Wenige Minuten später jeboch gab es braußen einen solchen Morbskrach, baß.alles auffnrang unb ZU ben Türen stürzte. Eine Bratenschüssel fiel klir- renb zu Boden. Ein besonders umsichtiger und entschlossener Mann, dessen Persönlichkeit in der allgemeinen Verwirrung nicht festzustellen war, riß für alle Fälle den Handfeuerlöscher von der Wand und benutzte ihn zunächst als Ramme, um sich den Weg zur Tür zu erkämpfen. An den Ausgängen herrschte ein panikartiges Gedränge. Den Fahrgästen aber, denen es gelungen war, sich aus den verkeilten Blöcken herauszuquetschen, bot sich ein höchst merkwürdiger Anblick. Die als verständig und ruhig bekannten Herren Ferguson unb Hooten versuchten mit roher Faustgewalt, bie Filmschauspielerin Lee Lenox in ben Kabinengang zurückzuzerren, währenb bie Diva sich mit Hänben, Füßen, Zähnen, Fingernägeln unb Hilferufen gegen biefcs Vorhaben ber beiben sträubte. x Die Verblüffung unb Verwirrung ,ber Augenzeugen war so groß, baß zunächst ßiemanb auf den Gedanken kam, der Diva zu Hilfe zu eilen und sie aus dem rohen Griff der Unholde zu befreien. Außerdem standen auch die Männer, die den Befreiungsversuch mit einiger Aussicht auf Erfolg hätten unternehmen können, wie etwa Olefson. Humphrey und drei Händler, zu weit hinten und mitten im fürchterlichsten Gedränge. Reverend Smith, der mit dem ersten Schub aus den Gang hinausgedrückt worden war, rief zwar: „Vorwärts, ihr Männer!" behinderte aber gleichzeitig die Nachfolgenden, indem er — noch mit ber Serviette vor ber Brust, als käme er gerabesroegs vom Rasieren — am ganzen Leibe zitternb unb mit ausgebreiteten Armen ben Gang verstellte und nach rückwärts drängte, um nicht als erster den Gegenstoß aufzufangen oder etwa zwischen die Feuer zu geraten. Der Anblick eines so zahlreichen Publikums indessen befeuerte die Kräfte der Diva und lähmte ihre Peiniger. Unter verdoppelter Lautstärke ihrer Notsignale gelang es der Lenox, sich mit einem gewaltigen Ruck vom Zugriff der beiden Wüstlinge zu lösen, und, der heftigen Zugbewegung folgend, stürzte sie mit einigem Schwung dem Reverend un=. mittelbar an bie Brust. Der ehrwürbige Herr preßte sie, vor Empörung wortlos, schützönb an seine Rippen. Ein Zwischenruf in abgrundtiefem Baß, daß „so etwas" am hellen Tage und in unmittelbarer Nähe des Speisesaals denn doch der Gipfel der Frechheit darstelle, veranlaßte die Diva endlich zu der Erklärung, von einem Angriff auf ihre Tugend fei keine Rede, sondern sie habe die beiden Kerle in ihrer Kabine beim Durchstöbern ihres Gepäcks betroffen! Sonderbarerweise flammte die Empörung der Fahrgäste nach dieser Darstellung erst allgemein unb besonbers heftig auf. In biefem Augenblick gelang es Zanten, burch- zubrechen. Er pfiff bie beiben Detektive, bie vor ben brohenb anrücfenben Fahrgästen Schritt für Schritt zurückwichen, hart an: Ob sie völlig verrückt geworben seien? Und wie, in drei Teufels Namen, sie dazu kämen, einer Dame gegenüber handgreif- . lieh zu werden?" Ferguson verteidigte sich wütend: Er habe nur bie Absicht gehabt, ber Dame die Geschichte in aller Ruhe zu erklären, aber bas bumme Frauenzimmer habe wie am Spieß geschrien unb sei nicht in Güte bazu zu bewegen gewesen, ben Munb zu halten und zuzuhören. Der Reverend mußte die Diva zurückhalten, die sich für die unerhörten Beleidigungen auf der Stelle Genugtuung verschaffen wollte. Im Hintergrund reckte Konsul Barrett seine Faust über die Köpfe und erklärte laut, die Dame stünde unter feinem Schutz! Unb wenn Kapitän Zanten nicht Mittel unb Wege fände, eine zarte Frau vor den Angriffen eines Rohlings zu schützen, bann würde er diese Mittel und Wege finden! Leider verschlimmerte Hooten die Lage dadurch, daß er dem Konsul zurief: Da habe er sich was Rechtes zum Schützen ausgesucht —! Der kleine, dicke Konsul drängte ungestüm nach vorn, um den Beleidiger zu ohrfeigen. An diesem Vorhaben hinderte ihn nur der Umstand, daß er zu umfänglich war, um sich durch die von drei Leuten verkeilte Tür hindurchzwängen zu können. Dafür fand Herr Tupper jetzt die Sprache wieder und fragte die beiden Unholde drohenden Tones, ob sie überhaupt wüßten, wen sie vor sich hätten. Es war, als ob Ferguson auf dieses Stichwort nur gewartet hatte. „Plustern Sie sich bloß nicht so mit Ihrer Filmdiva auf!" höhnte er. „Vor acht Tagen war sie nämlich noch Bardame im ,Blauen Krokodil' in Port Elizabeth. Und da flog sie — nicht zum erstenmal in ihrem Leben — 'raus, weil sie auf zehn Pfund grundsätzlich nur für eins herausgibt „William —!" ertönte messerscharf die Stimme der Frau Reverend. Und die ausgebreiteten Arme des Geistlichen fielen herab, als habe er bei einer Freiübung den Befehl zur Grundstellung bekommen. Im Hintergrund gab es einen kurzen, deutlich vernehmbaren Knall. Er rührte nicht von einem Reoolverschuß her, sondern war ein Geräusch, das ber Zweite Offizier Olefson burch einen Schlag mit ber flachen Hanb vor bie Stirn verursachte. „Das .Fleißige Lieschen'!" stammelte er atemlos unb beglückt, als sei ihm enblich bie Lösung eines Rätsels eingefallen, bas ihm schlaflose Nächte bereitet habe. „Jawohl!" rief Hooten. „Sie habens erfaßt! Das .Fleißige Lieschen'! Und bamit Sie auch wissen, wie fleißig bas .Fleißige Lieschen' gewesen ist, will ich Ihnen noch verraten, wieviel ber alte Snybers von ber Wohltätigkeitsveranstaltung abbekommen hat: nämlich fünf Pfunb!" In ber peinlichen Stille, bi? biefen bebeutfamen Enthüllungen folgte, richtete sich Fräulein Lee Lettox auf, zupfte sich bie Locken zurecht, strich sich bas Kleid glatt, stemmte die Hände in die Hüften, zeigte dem Publikum ben Rücken unb sagte laut unb verächtlich über bie Schulter hinweg ein einziges Wort: „Jbioten!", drehte sich um unb ver- «ff Wine" * ‘ET*% [fble Astral iifl lnochit Ä'Sy AgelWten § de" q o I a 0e n‘ WS ( '9- als t Aß mit herausforbq Schauplatz. Ihre gel »en. -aß ihr ti flimmernder Leinwa «ts nicht zum A nJk<Äupper M -Lehn Pfund v/auenMnier für ' schelte er verstört „lupper? Mann.'- Stimme uniJ N auf die Schüttel ™ M «n des Mäl ti durchsichl 7™«"* imeinfSI SrauenJ fj «ÄH I Hllto es mich» KM S So[J *7» fjJ I fe-M b5»'« Än?«n| g? "- bleibt"^chdem I = S, L°ll° 21 SÄ M I W S(«6e richste'^Adenti 2ln-9 kWl ein- lich in rfL ae chmu cin Partei unb fff, ®* 6th-S‘s)t ihimim« ft“ JL J?rti5bauernful>rer: W Sürjerrita MW u»h ÄS'?- einzmchn unb * des Staates unb der damit zum Ausdruc Rechtspflege im Ml in Abgeschlossenheit sondern in steter un dem Bolle unb ben öffentlichen Lebens. Öberamtsrichter Gr prießliches Wirken ich bann in längere ßen unb schönen, al die des Richters ir harrten, unb bie er faßte, baß der nei Hitlers unb ein V möge. Kreisleiter Gori heraus, bah es eine sein mühte, Verblut unb besten Vertraue baß dieses dem nei fingen möge wie feint fer Gelegenheit aud) n len als Drisgruppenm bantte. Kreisbauernführer ö Wunsch nach einer aui fammenarbe'ü zwischen schaß, insbesondere au ttchis, zum Segen be Rach Worten bes vberamtsrichter ®ri Armbrlister im j gestellten des Amtso Dienstaufsichtsrichter I *e eine Mtes cht, ent- i» zu dem ge getre- i als ab« echen (ei, t an bet ^wGn • ftur die. verdanken, • Das Ur= Q!e von 230 RM. der Frei, gshaft als l sofort an. Unb Rt ^ohn. Umsicht 1 Dber. r ober gelebt .kintn seine Strafe 15 seine l- einen N die ° b-an- "einheit 'denver- ^iostan. alle der treue in M. Hinsicht y. mit M'St. das Te. irten Au. er dielen ger ans tfchande so- Gesamt- eun Mo« der Unten [ mit Rück- trüber hin- enrechte auf vorbestraft inen zwei ptverhand- - chkeit statt, des Lnge- Öanblungen lindern Te« lit Rücksicht at und sein - siche Strass. habe nur te in aller itte M wie iefrn wegen oerantwor- mber 1937 i und wollte labei wußte rnden Rad> Angeklagten sich der A- tischer iform ückhalten, die ius der Stelle nicht in Güte )U halten und tt seine Faust Dame stünde pitän 3anten rte Frauvor chützen, dann L dadurch, er sich ®a5 maestüw nach n än »* itan», d°b Mn »rei 6® X können, brache wieder isi Lor acht er'. " Uauen « weil fie rr ,W 6»raue‘ . Stimme ^urfadlte- rn Tt atemlos lose 'S* ,6 ersaßt' habens guch Ä-5'L K» ■" in d>e 'lallt und fa9ejn ein* hi^lind oet' * um einige Belehrungen zuzurusen. Als er sich mit dem Radler auf gleicher Höhe befand, riß er sein Steuer unvermittelt nach rechts, so daß er den Radfahrer streifte. Dieser kam hierdurch zu Fall und zog sich kleinere Verletzungen zu Obwohl der Angeklagte dies genau beobachtet hatte, hielt er es nicht für nötig, sich um den Verletzten zu bemühen, sondern setzte in unvermindertem Tempo seine Fahrt fort, um sich der Bestrafung zu entziehen. In der Hauptverhandlung machte er geltend, er sei durch andere Verkehrsteilnehmer gezwungen gewesen, sehr dicht an dem Radfahrer vorbeizufahren, so daß er den Unfall nicht habe verhüten können. Durch die Beweisaufnahme wurde aber eindeutig festgestellt, daß sich außer den beiden keine anderen Verkehrsteilneh. mer auf der Straße befanden. Das Gericht kam daher zur Bejahung der Schuldfrage und verurteilte den Angeklagten zu einer Gefängnisstrafe von 3 0 Tagen. Aus der engeren Heimat. Amtseinführung des Behördenleiters am Amtsgericht Ulrichstein. Am gestrigen Dienstag wurde der neuernannte dienstaufsichtführende Richter des Amtsgerichts Ulrichstein, Amtsgerichtsrat Harnisch, durch den Landgerichtspräsidenten T h ü r e aus Gießen feierlich in sein Amt eingeführt. An der Feier, die in dem würdig geschmückten Saale des Amtsgerichts Ulrich st ein stattfand, nahmen 'neben den Beamten und Angestellten des Amtsgerichts eine Reihe von Ehrengästen aus Behörden sowie aus der Partei und ihren Gliederungen teil, an ihrer Spitze Kreisleiter G ö r n e r aus Büdingen) Regierungsrat Schwan als Vertreter des Kreisamts Schotten, Oberstaatsanwalt K n a u ß aus Gießen, der Führer der SA.-Standarte 254, Obersturmbannführer Hellwig aus Lauterbach, die Kreisbauernführer von Alsfeld und Büdingen, der Bürgermeister und der Ortsgruppenleiter von Ulrichstein und andere. Landgerichtspräsident Thüre begrüßte zunächst die Gäste und führte dabei aus: Wenn die Reichs- juftizoerwaltung dazu übergegangen fei, die leiten- den Beamten ihrer Gerichte feierlich in ihr Ami einzuweisen und dazu die Vertreter der Bewegung, des Staates und der Gemeinden einzuladen, so soll damit zum Ausdruck gebracht werden, daß die Rechtspflege im Dritten Reich ihr Wirken nicht in Abgeschlossenheit und Überheblichkeit entfalte, sondern in steter und unmittelbarer Fühlung mit dem Volke und den richtungweisenden Kräften des öffentlichen Lebens. Er dankte dem scheidenden Oberamtsrichter Groß für sein zwölfjähriges ersprießliches Wirken in Ulrichstein und verbreitete sich dann in längeren Ausführungen über die großen und schönen, abpr auch schwierigen Aufgaben, Die des Richters im nationalsozialistischen Staate harrten, und die er in die Forderungen zusammen- saßte, daß der neue Richter ein Kämpfer Adolf Hitlers und ein Vorbild seiner Gefolgschaft sein möge. Kreisleiter Görner als nächster Redner stellte heraus, daß es eine der Hauptaufgaben der Justiz sein müßte, Verbindung mit dem Volke zu finden mnd dessen Vertrauen zu gewinnen und wünschte, daß dieses dem neuen Amtsvorstand ebenso gelingen möge wie seinem Vorgänger, dem er bei dieser Gelegenheit auch noch für sein erfolgreiches Wirken als Ortsgruppenamtsleiter der NSV. besonders Dankte. Kreisbauernführer Geiß aus Alsfeld sprach den Wunsch nach einer auch fürderhin gedeihlichen Zusammenarbeit zwischen dem Gericht und der Bauernschaft, insbesondere auf dem Gebiete des Anerben- lechts, zum Segen des Bauerntums aus. Nach Worten des Dankes an den scheidenden Oberamtsrichter Groß versicherte Justizinspektor Armbrüster im Namen der Beamten und Angestellten des Amtsgerichts Ulrichstein den neuen Dienstaufsichtsrichter der treuen Mitarbeit und des Müitecheim Falkenstein. ßtz NU M ■ „r '/Mfe ..X.' NSG. Das Müttererholungsheim Falken st ein im Taunus gewährt seit 1934 j e 60 Müttern einen vierwöchigen Erholungsaufenthalt. In solchen Heimen will die NS.-Volkswohlfahrt die abgewirtschafteten Kräfte kinderreicher und arbeitsamer Mütter erneuern. Wer teilhaben will an den sozialen Taten unserer Zeit, werde Mitglied der NS.-Völkswohlsahrt! steten Vertrauens aller Berufskameraden und sprach die Bitte aus, daß der neue Amtsoorstand gleich seinem Vorgänger in Kameradschaft, Treue und Vertrauen zu seiner Gefolgschaft stehen möge. Amtsgerichtsrat H a r n i f ck dankte allen Rednern für die ihm zu seinem Amtsantritt ausgesprochenen guten Wünsche und versprach, seine ganze Kraft einzusetzen, um die Aufgaben, die ihm in seinem neuen und verantwortungsvollen Amt erwarten, in der rechten Weise lösen zu können. Mit einem gemeinsamen Gelöbnis der Treue zum Führer schloß Landgerichtspräsident Thüre die schlichte aber eindrucksvolle Feier. Landkreis Gießen. • O Wieseck, 18. Jan. Die Sängervereinigung hielt am Sonntagnachmittag im Vereinslokal „Zum kühlen Grund" ihre ordentliche Hauptversammlung ab. Nach Begrüßung der Mitglieder gedachte der Vereinsführer Otto Langenhagen zunächst der im letzten Jahre verstorbenen Mitglieder, deren Andenken in üblicher Weise geehrt wurde. Dann gab er einen kurzen Rückblick über das ab- gelaufene Vereinsjahr. Der Verein beteiligte sich am 6. Juni 1937 in Großen-Buseck am Wertüngssingen und konnte dort einen guten Erfolg buchen. Am 11. Juli erfolgte ein Ausflug nach Bad Ems und Stolzenfels, an dem sich 224 Personen beteiligten. Hier dankte der Vereinsführer für die Organisie. rung dieses Ausfluges. Ferner gedachte die Sängerschar dreier erkrankter Sangesbrüder durch Singen in der Klinik zu Gießen bzw. in der Wohnung. Der Verein war durch ein Mitglied -beim Bundesfeft. in Breslau vertreten. Der Singstundenbesuch war im Durchschnitt des Jahres regelmäßig. Die Sängerzahl stieg von 26 auf 43 Sänger, ein Zeichen dafür, daß im Verein gute Arbeit geleistet wurde. Die Weihnachts- und Siloesterfeier brachten dem Verein einen sehr guten Erfolg. Somit bedeutet das Jahr 1937 für den Verein ein Erfolgsjahr. Dann folgte der Kassenbericht, der einen kleinen lieber« schuß aufwies. Die Kasse wurde in Ordnung befunden, dem Rechner Ernst Scho mb er wurde Entlastung erteilt. Der Vorstand blieb in seiner bisherigen Zusammensetzung bestehen. In diesem Jahre hält der Verein am 5. Februar einen Maskenball ab. Ferner ist ein Ausflug ngch Braunfels vorgesehen. Die Beteiligung am Gaufest in Gießen, sowie die Feier des 25jährigen Dirigenten-Jubiläums von Chormeister PH. Groß, Wieseck, sind die nächsten größeren Aufgaben des Vereins. Wie alftähr- lick, so wurde auch in diesem Jahre ein ansehn- licyer Betrag für das WHW. gestiftet. Der zweite Vorsitzende würdigte noch die Verdienste des Vereinsführers Otto Langenhagen, der trotz seiner beruflichen Tätigkeit immer auf seinem Posten gestanden habe. Die Versammlung wurde in der üblichen Weise geschlossen. Dann hielt die Sängerschar durch Vorträge von Gesangschören ihre inaktiven Mitglieder noch einige Zeit in froher Stimmung beisammen. * Großen-Buseck, 18. Jan. Am Samstag fanden sich die Mitglieder des FC. 19 2 6 Großen-Buseck zum ersten Dietabend im neuen Jahre ein. Nach einem gemeinsam gesungenen Lied sprach Dietwart Schwalb über die Wichtigkeit der Dietarbeit. Im Anschluß daran wurden einige neue Lieder gelernt. Dann verstand es der Dietwart an Hand des Buches „Vom Kaiserhof zur Reichskanzlei" Erinnerungen an die große Zeit der Entscheidungen wachzurufen. Man folgte ihm mit gespannter Aufmerksamkeit. Gedichtworte großer deutscher Dichter beschlossen den Abend. wg. Großen-Buseck, 17. Jan. Der G e - sangverein „5) eitertet t-S ängerkra nz" hielt im Vereinslokal „Germania" seine Generalversammlung ab. Vereinsführer L. Wagner gedachte einleitend der verstorbenen Sangesbrüder W. Häuser und H. H e n ß. Rechner L. S ch e l d erstattete den Kassenbericht, der einen befriedigenden Stand der Kasse auswies. Die Kasse wurde in Ordnung befunden. Vereinsoorfitzender Wagner erstattete sodann den Jahresbericht. Das vergangene Jahr war für den Verein sehr arbeite» und erfolgreich. Der Verein wirkte bei elf Veranstaltungen mit. Ein Ereignis war das Wertungssingen des Sängerkreises Gießen (Gruppe III) in Großen- Buseck, an dem sich 20 Vereine beteiligten. Dem Gesamtvorstand wurde Entlastung erteilt. Der Ge- fangsstundenbefuch im vergangenen Jahre war als gut anzusprechen. Die Sangesbrüder Wilhelm Weiß, Wilhelm Pfeiffer, Wilhelm Stephan, Ernst Jung, Ludwig Wagner fehlten bei keiner Gesangsstunde. Sangesbruder Wilhelm Weiß fehlte in den vergangenen vier Jahren nie. Von einem größeren Ausflug wird in diesem Jahre abgesehen. Der Verein beteiligt sich an der Feier des 75jährigen Bestehens des Gesangvereins „Germania" Großen-Buseck, außerdem am Gausängerfest in Gießen. Nach Schluß des offiziellen Teiles der Versammlung blieb man noch einige Stunden bei froher Unterhaltung beisammen. gfs. Bersrod, 18. Jan. Ueber unsere Kolonien sprach an einem Vortragsabend in der Frauenschaft Frau Hummel aus Gießen. Sechzig Frauen waren anwesend und bekundeten ihre Anteilnahme an diesem Thema durch lebhaften Beifall. Gemeinsamer Gesang beschloß den interessanten Abend. gfs. Reiskirchen, 18. Jan. Zur Einweihung des Saales, der im neuen Hitlerheim für unsere Frauenschaft bestimmt ist, konnten unsere Frauen die Kreisfrauenschaftsleiterin Frau W r e d e in ihrer Mitte begrüßen. Frau W r e d e sprachüber die Arbeit im Frauenwerk. Ihre anfeuernden Worte fanden lebhaftes Echo bei allen Hörerinnen, die gewiß aufs neue die tiefe Verpflichtung fühlten und sich bewußt wurden, daß jede einzelne an sich arbeiten muß, um mithelfen zu können in'der Volks- gememschaft. gfs. Linden st ruth, 18. Januar. In der Frauenschaft fand zum ersten Male nach den Weihnachtsferien ein Vortragsabend statt, an dem Frau Schliephake aus Gießen über gute und schlechte Stofftnuster sprach. Die Vortragende verstand es vortrefflich, dieses für die Frauen so interessante Thema abwechslungsreich zu gestalten, indem sie an praktischen Beispielen die Art der einzelnen Muster erklärte, die verschiedenen Farben zeigte und die Verwendungsmöglichkeiten der Stoffe darlegte. Alle Frnuen folgten mit lebhafter Aufmerksamkeit. gfs. Saasen, 18. Jan. Erziehungsfragen bilden ein Vortragsthema, das unsere Frauen besonders interessiert. Frau Dr. Neumann aus Gießen sprach darüber in der hiesigen Frauenschaft und verstand es, die Aufmerksamkeit der Hörerinnen zu wecken. Sie schilderte die Pflichten der Mutter, in ihrem eigenen täglichen Leben Beispiel und Vorbild zu sein, und sprach von den Eigenschaften, die besonders gefördert werden sollen, um im neuen Staat mitarbeiten zu können in enger Volksverbundenheit. T Saasen, 18.Jan. Bei den Holzhauerarbeiten in den staatlichen Waldungen, wo in diesem Jahre 3000 Festmeter Holz geschlagen werden sollen, konnten bis jetzt nur drei Rotten eingesetzt werden, während in den letzten Jahren mitunter fünf, ja sogar sechs Rotten diese Arbeit verrichteten. Saasen brachte in diesem Jahre nur zwei Rotten, und das zur Försterei Saasen gehörende Lindenstruth nur eine Rotte auf. Die Arbeiten werden meist von Kleinbauern ausgeführt. Diese dürften bis zum Beginn ihrer Feldarbeit lohnende Beschäftigung haben. !’ Großen-Linden, 17. Januar. Die erste Wanderung des Zweigvereins vom VHC. „Hüttenberg" im neuen Jahre führte die Mitglieder — fast alle waren erschienen — am Sonntag von Großen-Linden über Hörnsheim und Hochelheim in das schöne Kleebachtal. Durch das Tauwetter der letzten Tage war der Kleebach sehr stark angeschwollen und bildete an der Wellersmühle einen ganz stattlichen Wasserfall. Die Wanderung war vom schönsten Wetter. begünstigt. In Dornholzhausen wurde eine Kaffeepause eingelegt. ließ, ist ein wertvoller Diamantentransport der Minerva-Mine von einem unbekannten Täter geraubt worden und seitdem spurlos verschwunden!" Zantens oftmals ausgesprochene Befürchtung, der Teufel werde los fein, wenn die Reifenden etwas von dem Diamantendiebstahl erführen, bewahrheitete sich nicht; jedenfalls nicht in dem Sinne, in dem er es gemeint hatte. Seine Erklärungen und Antworten auf die bestürzten Fragen der Fahrgäste, denen er sich schließlich, schweißgebadet und völlig ausgepumpt, unter Vorgabe dienstlicher Verpflichtungen kurzerhand entzog, hatten nicht anders gewirkt, als wenn er seinen lieben Schiffsgenossen eröffnet hätte, an Bord fei ein Fall von Beulenpest entdeckt worden. Die Fahrgäste der „Catharina" rückten plötzlich ooneinänber ab, als befürchteten sie, angesteckt zu werden. Natürlich traute niemand im Ernst Herrn Reverend Shmith oder seiner würdigen Gemahlin den Diamantendiebstahl zu. Aber wußten etwa Konsul Barrett oder Herr Scrub genau, was für argwöhnische Gedanken sich hinter der knochigen Stirn des Reverends verbargen? Und schließlich: Konnte Reverend Smith mit voller Sicherheit behaupten, daß Herr Tupper zum Beispiel nicht bei sich dächte: Hol's der Teufel, aber weshalb eigentlich soll es der Reverend nicht gewesen sein? Der Pfad der Gerechten ist so schmal, daß man um so eher mal stolpert! Konsul Barrett stand dick und breit wie in einem Panzerturm von gutem Gewissen da. Er konnte von sich wenigstens beteuern, er habe es nicht nötig, Diamanten zu stehlen; immerhin eine tröstliche Gewißheit. Herr Scrub schien plötzlich um zehn Zentimeter höher gewachsen zu fein, als wolle er sagen: Bitte, ich habe nichts zu verbergen! Wenn hier einer eine reine Seele hat, dann bin ich's! Ach, die Atmosphäre war vergiftet? Die niederträchtige Tatsache, daß einer aus der Schar der Reisenden ein Dieb fein müßte, verpestete die Luft und verwandelte die Kabinen in Isolierzellen einer moralischen Quarantäne, in die man sich aus Furcht vor den schleichenden Keimen des Argwohns und Mißtrauens aller gegen alle flüchtete und verbarg. Auf dem verödeten Sonnendeck räumte der alte Snyders die Liegestühle zusammen, im Spielzimmer legte sich der Pantrysternard eine verzwickte Patience, und in der Bar unterzog der Mixer seine Nase kosmetischen Manipulationen. Zum Dinner war der Speisesaal gähnend leer. Die wenigen Gäste, die erschienen, gehörten zu den unbekümmerten Gemütern. Es waren zunächst einmal die drei Händler, die ihren alten Stammplatz in der mittleren Seitennische bezogen, Leute, die einen verdächtigenden Blick — gleichviel, von welcher Seite — durch einen Wurf mit dem Suppenteller beantwortet hätten; Leute, denen man im übrigen ansah, dah sie eine ließ mit herausfordernd gackelndem Mittelteil den Schauplatz. Ihre gelassene" Ruhe ließ darauf schließen, daß ihr dieser mißliche Purzelbaum von flimmernder Leinwandhöhe in die erste Reihe des Parketts nicht zum erfteymal widerfuhr... Herr Tupper starrte ihr wie einem Gespenst mach. „Zehn Pfund habe ich diesem — diesem — Frauenzimmer für ihr Autogramm gegeben!" röchelte er verstört. „Tupper! Mann!" rief der Konsul mit volltönender Stimme und legte dem Reisegefährten die Hand auf die Schulter. „Sie haben doch nicht etwa im Ernst an das Märchen vom Film geglaubt on so einen durchsichtigen Schwindel, auf den kein Konfirmand hereinfallen konnte?" Tupper fuhr hoch. Wie von einer Viper gebissen* schnellte er in die Höhe. „Herr!" schrie er mit überschnappender Stimme. „Das wagen Sie mir zu sagen? Sie, der Sie fünfzehn Pfund für das Autogramm der berühmten Lenox hingelegt haben? Sie, der Sie das Frauenzimmer angehimmelt haben, daß einem vom Zusehen übel werden konnte? Sie, der Sie diesem Weibsbild wie ein liebestoller Kater nachgeschlichen sind?" „Herr!" begehrte der Konsul auf und blähte die Brust und stürzte mit geballten Fäusten auf Tupper los. Aber zwei beherzte Männer sprangen dazwischen und trennten die Kampfhähne noch vor Eröffnung der Feindseligkeiten. In den Tumult hinein jedoch fiel schrill und überdeutlich die quietschende Stimme der Frau Reverend Smith: „Sei dem, wie ihm wolle — »vas kümmert es mich? Die Frage aber, beren ®e= entwortung noch immer aussteht, ist die: Was lhatten diese beiden Herren in einer fremden Kabine gu suchen?" „Jetzt ist der Salat fertig!" flüsterte Oleffon feinem Nebenmann Humphrey zu. Zanten schien derselben Meinung zu sein. Er toarf den beiden Unglücksraben Ferguson und Hooten einen vernichtenden Blick zu und fügte sich dann ergebungsooll in sein Schicksal. „Ja, meine Damen und Herren", sagte er laut und folgte da- fcei den langsam in den Speisesaal zurück weichenden Fahrgästen, „nachdem die Dinge nun einmal so liegen, bleibt mir leider nichts anderes ubng, als Ihnen eine sehr unangenehme Botschaft zu übermitteln. Um alle weiteren Mißdeutungen zu unterbinden, erkläre ich Ihnen hiermit, daß die Herren Ferguson und Hooten die Kabine des Fraulein Lenox zwar nicht in meinem Auftrag, wohl aber mit meinem Einverständnis durchsucht habem In der gleichen Weise, nur mit etwas mehr Gluck, haben sie das in den letzten Tagen mit allen Kabinen getan.. An jenem Tage nämlich", fuhr er mit erhobener Stimme fort, da sich inzwischen der Reisenden eine lebhafte Unruhe bemächtigt hatte und entschiedener Widerspruch laut geworden war, „an jenem Tag, als die .Catharina' Kapstadt Der» kühne Sache zu würdigen wußten und nur einen erfolglosen Dieb mit Verachtung straften. ' Zanten ließ sich durch seinen Ersten Offizier vertreten. Herr Tweedle trug seit einigen Tagen die mit leichter Schwermut gemischte frohe Erwartung eines Mannes zur Schau, der demnächst die angenehme Pflicht haben wirb, einem reichen Erbonkel bie Augen zuzubrücken. Dr. Wilkens faß mit nachdenk- lichem Gesicht neben ihm. „Ach, Tweeble", sagte er umwölkt, „wenn ich Sie so ansehe, bann muß ich immer an bie Geschichte von bem berühmten Arzt benfen, ben bie Verwandten eines reichen Junggesellen an besten Sterbelager riefen. Der Arzt erschien, untersuchte den alten Hagestolz lange und gründlich und trat schließlich ernst unter die im Nebenzimmer versammelten Erben: ,Jch muß Ihnen eine betrübende Mitteilung machen, meine Herrschaften', sagte er und putzte seine Brille, »machen Sie sich bitte auf das Schlimmste gefaßt: Der Kranke wird wieder gesund!' ..." Tweedle wurde gelb vor Grimm. „Ich verbitte mir Ihre unpassenden Bemerkungen!" zischte er giftig. „Sie haben eigentlich recht", nickte der Doktor. „Ich an Ihrer Stelle hätte über diese Geschichte auch nicht gelacht. Obwohl Sie zugeben müssen: Gut ist sie!" Damit rückte er einen Platz weiter herunter und las zur kräftigeren Förderung der Magensäfte die Speisekarte... Humphrey Timperly, auf einsamem und verlorenem Posten in der Mitte der schaurig leeren Mitteltafel, erhielt unerwartete Gesellschaft. Denn dreist und heiter, als sei nichts geschehen, rauschte „die Lenox" in den Saal und nahm unbekümmert neben ihm Platz. Sie winkte auch den Herren Ferguson und Hooten, die durch die völlige Ergebnislosigkeit ihrer Anstrengungen zu fast gespenstischen Schatten geworden waren, einen unbefangenen Gruß hinüber und bewies damit ein ungewöhnliches Verständnis für die so häufig verkannte Tatsache, daß Detektive, Polizisten und Gerichtsvollzieher ja schließlich nicht ihrem Privatvergnügen nachjagen, sondern dem harten Zwang der Pflicht dienen. „Ich bedauere die armen Kerle", seufzte sie. „Ein scheußliches Pech! Die Diamanten weg — die Stellung futsch..." „Sie haben ein gutes Herz", bemerkte Humphrey kühl. „Wie wäre es, wenn Sie zugunsten dieser armen Teufel wieder einen Wohltätigkeitsabend mit einer Autogrammversteigerung veranstalten würden?" Die Lenox gab ihm einen sanften Rippentriller. „Ja, das war noch ein Spaß!" kicherte sie. „Die alten Kracher haben sich meinetwegen fast die Beine ausgerissen. Es waren ein paar wundervolle Tage! Ich hab' mich noch niemals in meinem Leben so gut amüsiert ... Und dabei bin ich an dem ganzen Schwindel so unschuldig wie ein neugeborenes Kind!" „Was Sie nicht sagen — „Also hören Sie mal zu! In der ersten Stunde an Bord fällt mir ein Buch aus der Hand. Ein kleiner Dicker springt hinzu und hebt es auf. — .Brechen Sie sich bloß nichts ab?' sage ich. — »Meine Gnädige', sagt er, und bann: »Wir müssen uns unbedingt schon mal gesehen haben!' — .Vielleicht im Kino?' rate ich. — Da schlägt er sich vor die Stirn: .Natürlich? Daß ich nicht gleich darauf kam? Gnädigste sind doch — sind doch --?' — Sage ich ganz schlicht und einfach: ,Lee Lenox!' — Kriegt er Augen wie Veilchen auf Buttermilch und stammelt: »Die Lenox! Die große, berühmte Lenox!' — ,Gott', sage ich bescheiden, .Sie übertreiben, mein Herr! So toll ist es ja nun auch nicht mit meinem Ruhm!' — ,Was?!' meint er, fast beleidigt. ,Das sagen Sie, ein Stern erster Größe?'." Der Doktor hob sein Glas. „Mundus vult de- cipi!“ meinte er und verkniff sich das Lachen. „Die Welt will betrogen fein!" „Für ein neugeborenes Kind haben Sie aber die Rolle so verdammt gut durchgehalten, als ob Sie sich schon ein paarmal darin geübt hätten!" grinste Humphrey. „Es war mein erstes Auftreten als Filmdiva" bekannte das „Fleißige Lieschen" freimütig. „Sonst hab' ich immer auf .Russische Gräfin' gemacht." „Sprechen Sie denn Russisch?" „Nur einige Worte — und ich glaube, nicht die feinsten", seufzte Fräulein Lenox. ,/unb dabei war’s ein russischer Fürst, der sie mir beigebracht hat. Aber er mar schrecklich eifersüchtig." „Aha!" bemerkte der Doktor verständnisvoll ... Im Hintergrund hatte Martini an einem von Kübelpalmen halb verdeckten Tisch Platz genommen. Die düsteren Blicke Humphreys und der Detektive erreichten dort nur seine Lackschuhe. Es mar der Tisch, den sonst das junge Ehepaar Temple bevorzugt hatte. Die Hochzeitsreisenden mären mohl die einzigen Gäste an Bord, die das freiwillige Exil nicht allzu bitter empfanden; sie besaßen außerdem ein Koffergrammophon. Tweedle hatte, in der Hoffnung, der Hunger und die Einsamkeit könnten doch noch einige der Schiffsgäste herbeilocken, den Oberstemard anqeroiefen, das Servieren ein menig hinauszuzögern. Als er schließlich seine Ermartungen enttäuscht sah und das Zeichen zum Aufträgen gab, verließ Martini plötzlich seinen Tisck) und eilte quer durch den Saal zu der kleinen Seitentür des Bootsganges, hinter deren Glasfüllung er Carola entdeckt hatte, die mahrfcheinlich, als sie die Leere bemelrtte, es vorzog, auf das Dinner zu verzichten. Er rief ihren Namen — aber sie hörte nicht und entfernte sich so rasch, daß er sie erst auf der Treppe einholte. „Sie laufen ja mie auf der Flucht!" sagte er etroas atemlos. „Vor mein? Vor was?" Sie stützte sich rücklings auf das Geländer. Ihr Atem ging kurz und schnell. Sie antwortete ihm nicht. (Fortsetzung folgt.) i 5 r t 3 i rt r e z 3 i. n t. n n. st, n ;e b n ii n ie i) b rt» n ?r ;e >9 5 9t >r r» I» :e n ?r ie n, ?r ?r id )5 ie n p n r» r f- gro- alte im Auf Grund des vorliegenden Veweismaterlals legte der Bursche ein Geständnis ab. Wie weiter festgestellt wurde, hat der Täter, ein vor mehreren Wochen in Bad Homburg zugezogener Ausländer, in den Nachkriegsjahren in fast allen europäischen Ländern „Gastrollen" gegeben. Es dürfte sich also um einen internationalen Verbrecher handeln. Die Ermittlungen sind noch im Gange. LPD. Bad Homburg, 17. Ian. In Bad Homburg ist es mit Hilfe der Zivilbevölkerung gelungen, einen Einbrecher fest zunehmen, bei dessen Vernehmung sich herausstellte, daß er bei den in den letzten Wochen vor allem in Gaststätten erfolgten Einbrüchen als Täter in Frage kommt. ßem Beifall ausgenommen. Kreis Wehlar. * Launsbach, 19. Jan. Der 14 Jahre Der Rückweg führte über Lang-Göns nach Großen- Linden. 8. Lang-Göns, 17. Jan. Am Sonntagabend fand m der Turnhalle auf Veranlassung der „KdF." ein Konzert statt, das von einer Gießener Militärkapelle ausgeführt wurde. Der Besuch war recht gut, die Musikstücke fanden lebhaften Beifall. ch Lauter, 18. Jan. Am Sonntag verschied die älteste Einwohnerin unseres Dorfes, Elisabeth R e i d t. Sie stand im 82. Lebensjahr. Ihr Ehe- man steht im 84. Lebensjahr. Im Mai dieses Jahres hätte das Ehepaar das Fest der Diamantenen Hochzeit feiern knnen. An ihrem Grabe trauern vier Kinder, acht Enkel und zwei Urenkel. — Am Donnerstag vollendet Katharine Pfeffer in voller körperlicher und geistiger Frische ihr 70. Lebensjahr. Ihr Ehemann steht im 79. Lebensjahr. Im November vergangenen Jahres feierte das Ehepaar das Fest der Goldenen Hochzeit. — Seit voriger Woche wird in der hiesigen Schule von der hiesigen Untergruppe des R e i ch s l u f t s ch u tz b u n d e s ein Schulungskursus durchgeführt. Zur Teilnahme ist aus jedem Haus eine Person verpflichtet. Kreis Friedberg. stimmung übergeben. Sämtliche Gebäude sind Innern auf das modernste lumgestaltet worden. Internationaler Verbrecher dingfest gemacht. Zeitschriften. Im Januarheft von „Westermanns Monatsheften" umreist Adalbert Forstreuter in seinem Beitrag „Das Weltbild von Ptolemäus bis heute" das Wägen, Sinnen und Träumen bedeutender Forscher'um die Schau unserer Erde. Dr. Erich Chudzinski zeigt in seinem Aufsatz „Der nuar 1918, mitten im schicksalsschweren Ringen des deutschen Volkes, entsprach der in den führenden nationalen Kreisen immer stärker werdenden Einsicht in die damals noch kaum in ihrer ganzen Weite und Tiefe zu ermessende werbende Kraft des Filmbildes, feine Erziehungsund Bildungsmöglichkeiten für das eigene Volk, seine Propagandabedeutung für das Ausland, kurz, in jene entscheidenden geistigen Werte, die in ihrer vollen Bedeutung für die Geisteskultur eines Volkes erst im Deutschland Adolf Hitlers höchste Anerkennung und Förderung gefunden haben. Nicht überall wird es bekannt fein, daß die beiden Heroen des Weltkrieges, die nun beide in der Ewigkeit weilenden Feldherren Hindenburg und Lude n d o r f f, an der Gründung der Ufa maßgeblich beteiligt waren. Die aktive Anteilnahme der Obersten Heeresleitung und des Kriegsministeriums an der Gründung der neuen Gesellschaft ist ein in der deutschen Geschichte nicht eben häufig dastehender Akt verständnisvoller Zusammenarbeit militärischer, wirtschaftlicher und künstlerischer Kreise an einem Werk, das bald in aller Welt bekannt werden und seine Notwendigkeit unter unableugbaren Beweis stellen sollte. Hindenburg schrieb damals- an den Aufsichtsrat der verheißungsvollen Neugründung: „Durch diese Gründung ist ein Unternehmen von großer nationaler, politischer, wirtschaftlicher und kulmreller Bedeutung geschaffen." Die Entwicklung hat dem greisen Feldherrn recht gegeben. Die neue Gesellschaft, die über ein Aktienkapital von 25 Millionen Mark verfügte, begann sofort mit der Erwerbung eigener Uraufführungstheater in Berlin, in anderen Städten des Reiches und nach Kriegsende sehr bald auch im Auslande. Filme der eigenen Produktion, die die ersten Anfänge einer ernsten, die Eigengesetzlichkeit filmischer Regie- und Darstellungskunst erspürenden film- künstlerischen Arbeit erkennen ließen, wurden abwechselnd mit ausgesuchten Produktionen der ausländischen Filmindustrie gespielt. War es anfangs auch ungeheuer schwer, das Wertlose, Törichte, Unzulängliche, das so manchen Filmen jener Zeit in allen Ländern noch anhaftete, < Münzenberg, 17. Jan. Am Samstagabend veranstaltete die' Gaufilmstelle im Gasthaus „Zur Burg" einen Tonfilmabend. Zur Aufführung gelangten der Tonfilm „Vergiß mein nicht" mit Benjamino Gigli in der Hauptrolle, ferner „Mussolini in Deutschland". Noch einmal zogen die Tage des Duce-Besuches vor den Augen der Zu- fchauer vorüber. Die beiden Filme wurden mit Auf Vorposten für deutsche Filmgeltung Die Ufa feiert ihr rojähriges Bestehen. Uon i*rcr Lebensraum der Wikinger" die Gründe für die großen Seefahrten dieses germanischen Volksstammes und zeigt an Hand mustergültiger Bilder die hohe Kulturstufe dieses Volkes. Beachtenswert ist auch der Bericht von Heinz Grothe Über den, „Bordesholmer Altar", das Werk Hans Brügge- manns im Schleswiger Dorn. Neben dem unterhaltenden Teil, der wieder literarisch wertvolle Erzählungen, Aufsätze und Gedichte bringt, verdienen die wissenschaftlichen Aufsätze namhafter Forscher wie Schultze-Naumburg, „Wie vererbt sich Oer Charakter", und Heinrich Guthmann, „Landflucht ünd Vierjahresplan", ein Aufruf zur kulturellen Dorfbetreuung, erwähnt zu werden. Ferner fei die „Kleine Düsseldorfer Kunstgeschichte" mit Wiedergabe von Gemälden lebender Düsseldorfer Maler hervorgehoben. »wjä MU» * Xu t es* sr.8f£ ändert werden M bann sähe es M Frankreichs Zukun etwas Solides, das getastet werden du Frankreichs Dori der stabilsten Napoleon am H- 11 geschaffen, alfl 6. April 1803. M dieser Germinalfr Mgungen ftandge Revolutionen not Aber nach dem ! er sich als nicht yach Beendig ein starker Kurs Ende 1926 eine 3uni 1928 eine erprobten Termin franken in j)i alten Wertes. Dies dauer von gut ad 0 „V völlig auszuschkießen, so muß doch gesagt m eit eit, daß von den ersten Ufafilmen an ein fester Wille zur ernsten künstlerischen Formung zu erkennen war. Viele werden sich noch erinnern, von welchem für ihre Zeit verblüffenden künstlerischen Range die Werke mit den ersten deutschen Filmkünstlern voy Weltbedeutung waren, jene Filme etwa mit Paul Wegener, mit Henny Porten, mit Pola Negri, Hans Albers und vielen andern. Schon in den ersten Jahren gelang es, den Em- fluß fremden Filmschaffens, zunächst des dänischen, des französischen und des italienischen, später des amerikanischen Films, in Deutschland immer starker zu überflügeln. Filme wie das 1919 herausgekommene Werk „Madame Dubarry" mit Pola Negri und Emil Jannings in den Hauptrollen waren große künstlerische und daher auch Kassenerfolge nicht nur im eigenen Lande, sondern auch auf dem Weltmarkt des Films, wo es erst eine gefestigte Position zu erringen galt. Selbst in USA. wurde „Madame Dubarry" ein gewaltiger Erfolg. Und dieser glückhafte Stern ist der Ufa treu geblieben bis auf den heutigen Tag, da sie zusammen mit der Tobis, der „Terra Filmkunst" und den kleineren Gesellschaften in vorderster Linie steht für eine friedliche Eroberung der Welt mit den Mitteln des rastlos schaffenden deutschen Geistes. Es ist unmöglich, über die Ufa Wesentliches auszusagen, wenn man neben den schönen Phantasiegebilden der tragischen und heiteren Filmmuse die bedeutende Leistung ihres Kulturfilm- Schaffens vergäße. In Neubabelsberg, wo eine gewaltige Tonfilmstadt mit allen Mitteln raffiniertester Dechnik Jahr für Jahr aus gediegenen außen- unb innenarchitektonischen Schöpfungen die Spiegelbilder unseres Lebens und unserer Träume Gestalt werden sieht, ist eine besondere Abteilung dem Kulturfilm vorbehalten. Dr. N. Kaufmann, Ulrich K. T. S ch u l z und Junghans schaffen hier an jenen Werken, die die Natur in ihren tiefsten Geheimnissen belauschen. Aus der neuesten Zeit seien nur Filme wie „Wunder des Lebens" oder der Ameisensilm genannt. Mit feinsten Mitteln, mit Zeitlupe und dem hier noch wichtigeren Zeit- raffer wird der Pulsschlag des organischen Lebens > von der Kamera festgehalten. Von Anbeginn an; hat die Ufa dieser Seite des Filmschaffens höchste; Aufmerksamkeit geschenkt. Aber auch Filme von deutscher Landschaft, vom Leben deutscher Men- , schen, ihrer Arbeit und ihrem Brauchtum wurden; geschaffen, daneben Werke, die uns fremde Län-! der und Völker. nahebrachten. Bei internationalen Wettbewerben, so auf der nunmehr jährlich stattfindenden Filmkunst-Ausstellung in Venedig, hat der Ufa-Kulturfilm besondere Auszeichnungen erfahren. - Neben den Stätten rastloser Arbeit in den Ateliers von Neubabelsberg und Tempelhof ist in Neubabelsberg eine in der Filmwelt einzig dastehende Stätte der Forschung geschaffen worden: die Ufa-Lehrschau. Filmschaffende aller Zweige, Künstler, Techniker, Architekten, auch Schriftsteller und Journalisten finden hier in der angegliederten Lehrbücherei alles theoretische und ' praktisch-anschauliche Rüstzeug. Es ist eine kleine Akademie, die hier entstand. Das Werk der Ufa möge weiter wirken zum Besten künstlerischer deutscher Weltgeltung. M a x* I n g o 1 f. SchÄer Heinz Punsch erlitt beim unvorsichtigen Hantieren mit einer Schußwaffe eine Schrot- • schußverletzung am Bauch, die'* seine Ueberführung in die Gießener Klinik erforderlich machte. Oie neue städtische Frauenklinik in Darmstadt. LPD. Darmstadt, 15. Jan: Darmstadt hatte bisher außer einigen kleineren privaten Kliniken keine städtische Frauenklinik. Mit der Schaffung der neuen großen st ä d t i s ch e n F r a u e n k l i n i k in der Hermannstraße ist einem dringenden Bedürfnis abgeholfen worden. Die Um- und Ausbauarbeiten sind so weit beendet, daß die neuen, mustergültig ausgestatteten Räume in einer Vorbesichti- gung der Presse gezeigt werden konnten. Die neue Frauenklinik verfügt insgesamt über 95 Betten und wird Ende Januar in feierlicher Form ihrer Be- Die Entwicklung des deutschen Films aus den Anfängen technisch - artistischer Sensationen mit bänkelsänger-artigem Charakter bis zum hochentwickelten Kunstwerk unserer Tage — Kunstwerk auch dort nach Gehalt und Form, wo es als Kulturfilm Dinge der Natur oder des menschlichen Arbeits- und Gemeinschaftslebens abbildet —, dieser Ausstieg durch vier Jahrzehnte ist ein Werk, das so unvergleichlich nut möglich war durch die Zusammenfassung aller künstlerischen, technischen und wirtschaftlichen Kräfte in Produktionsgemeinschaften, die fähig waren, nicht nur Filmspiele zu gestalten aus dem Geist und dem Formempfinden deutscher Menschen, sondern zugleich in einen fruchtbaren Wettbewerb mit den Filmproduktionen des Auslandes zu treten. Der entscheidende Wendepunkt war die jetzt 20 Jahre zurückliegende Gründung der Universum-Film-ÄG., jener führenden deutschen Filmgesellschaft, die unter dem abgekürzten Namen der Ufa im In- und- Ausland zum Symbol hochwertigen deutschen Filmschaffens geworden ist. k Wenn die Ufa am 20. Januar auf die beiden Jahrzehnte ihres bisherigen Lebenslaufes zurückblickt, so wird bei allen in dem großen Heere der dort künstlerisch, technisch und organisatorisch Schaffenden der schönste und stolzeste Gedanke der sein, nicht nur das Gefühl einer immer stärker sich festigenden Wirtschaftsmacht haben zu dürfen, sondern zugleich einer Produktionsstätte anzugehören, die auf der Grundlage der gesunden Wirtschaft zu einem Herold des deutschen Geistes wurde, einem Vorkämpfer, dessen bleibende Verdienste als B a h n- brecher des künstlerischen Films nicht auf die Werke der eigenen Produktion beschränkt bleiben, sondern als ein Pionierwerk des guten deutschen Filmschaffens schlechthin gewertet werden müssen. Und diese Kulturbedeutung der größten deutschen Filmgesellschaft ist es, die' es rechtfertigt, daß die deutsche Oeffentlichkeit an diesem Jubiläum herzlichen Anteil nimmt mit dem aufrichtigen Wunsch, daß in ihren Werkstätten immer schönere Siege künstlerischer Vollendung erfochten werden mögen! Die Schaffung der Unioersum-Film-AG. im Ja- LICHTSPIELHAUS! Heute Mittwoch = letzter Tag: 337A | SthMLtanM I Ab morgen E das grobe Ereignis! D Greta Garbo: | Die Kameliendame I Lieferungsvergebung. Die bei der Beseitigung des schienengleichen lieber« Hangs bei Block Ober-Mörlen (Reichsstraße 3) fehlenden Kleinpflastersteine sollen auf Grund der Verdingungsordnung für Bauleistungen im öffentlichen Wettbewerb vergeben werden. Es handelt sich um 300 to Kleinpflastersteine 8/io cm. Die Angebotsvordrucke können ab 20. Januar 1938 aus unserem Amt zwischen 8 und 12 Uhr abgeholt werden. Die Angebote sind verschlossen mit der Aufschrift: Angebot auf Lieferung von Kleinpflastersteinen (Block Ober-Mörlen) bis zum 1. Februar 1938, vormittags 11 Uhr, auf unserem Amt in Gießen, Hitler- wall 37, portofrei einzureichen. Die Deffnung der Angebote erfolgt in Gegenwart der etwa erschienenen Bewerber. Zuschlagsfrist 14 Tage. 329D Gießen, den 19. Januar 1938. Hess. Straßenbguamt Gießen. BORRMANN5: Gießen - Neustadt 5 - Ruf Nr. 4165 Ausstellung Neustadt 7 . Waschbrett, ovale verz. Wanne' s Wäscheleine, Wäsch-JigFS w bürste, Klammern, _ Wäschesprenger PWsen, Plättbrett. m y Bel dßwt । ndsttoftuclwii Konfirmanden-Anzüge aus gutem Kammgarn Mk»38.- 44.- 48.- aus strapaziert Melton Mk. 24.- 32.- 36.- Extraanfertigung n. Maßen unt. Berücksichtigung Ihrer Wünsche ohne Mehrkosten - Garantie für Sitz KÖHLER Gießen, Seltersweg Das große Spezial-Haus für gute Herren- und Knaben - Kleidung 30iA Eigene Maßschneiderei Donnerstag, den 20. Januar,20.15 Uhr, im Cate Leib: Vortrag von Oberst a.D. 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Sie ist am Donnerstag in allen Vorstellungen im GLORIA-PALAST persönlich anwesend und wird Sie begrüßen. 323a ■ Autogrammstunde — I Kaufgesuche | WAMS kauft jede Menge nutooenoettong S. SiWlM SlWenb. Weg 40 Postkarte erbet. | Empfehlungen [ MkNWtz in groß. Auswahl Alle Karneval- u. Scberzarlikel Karnbadi Kaplansgasse29 Heu tote Siroh bindfaden- und drahtgepreßt empfielflt 33sD Joh. Müller Landesprodukte Franks. Str. 60 Telefon 3571. - Mündlich können Sie nur wenig eo sagen, schriftlich mehreren, durch eine Kleinanzeige fnoen «Sie es allen Masken- Stoffe Masken- Schnitte Masken- Schmuck Masken- Zutaten Manfred VOLZ Gießen Marktstr. 27 324 A MM aller Art mit Lieferwagen übernimmt billigst Otto ötiimlöt Kanzleiberg 7 0245 Nus 3597. [Verschiedenes] 10000-12000 man auf 1. Hypothek auszuleihen. Geld für Alt- u. Neubauten. 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