Ur. 269 Erstes Blatt 188. Jahrgang Donnerstag, zr. November 1938 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monatr-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen Postscheckkonto: Zranlfurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrShIsche Univerfitätsdruckerei «.Lange in Siehe«. Schristieitung und Seschäftrftelle: Schuiftraße 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für \ mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70 mm Breite 50Npf.,Plahvorschrift nach vorh.Derembg.25"/» mehr. Ermähigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzej- gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Die Ausschaltung derZuden aus dem deutschen Wirtschaftsleben. Abfindung in Nentenwerien für jüdische Vermögen.—Neichswirtschafisminifter Funk über die Selbstverwaltung der deutschen Wirtschaft. Berlin, 15. Nov. (DNB.) Im Haus der Flie- aer fand in Anwesenheit des Reichswirtschaftsministers Funk die Amtseinführung des neuen Leiters der Reichsgruppe Industrie, Generaldirektor Wilhelm Zangen, statt. Der Minister führte dabei u. a. aus: Staat und Wirtschaft sind eine Einheit. Sie müssen nach den gleichen Grundsätzen geleitet werden. Den besten Beleg hierfür gibt die jüngste Entwicklung des I u d e n p r o b l e m s in Deutschland. Man kann nicht die Juden aus dem Staatsleben ausschalten, sie aber in der Wirtschaft leben und arbeiten lassen. Don den auf Grund der Verordnung über die Anmeldung des Vermögens von Juden festgestellten Nettovermögen von rund 7 Milliarden Reichsmark sind inzwischen schätzungsweise bereits 2 Milliarden Reichsmark in deutschen Besitz übergeführt worden. Die bisher getroffenen Vorbereitungen ermöglichen es nunmehr, in einiger Zeit die Juden aus dem deutschen Geschäftsleben restlos auszuschalten und den noch vorhandenen jüdischen Besitz gegeneine Abfindung in Rentenwerten in deutsche Hände zu überführen. Hierbei .wird besonders darauf geachtet werden, daß die für uns im Zeichen des Vierjahresplanes so überaus wichtigen und wertvollen Warenvorräte ohne Wert- und Substanzverminderung dem Verbrauch des deutschen Volkes fach- und zweckgemäß zugeführt werden und es muß weiterhin verhindert werden, daß durch die Bewegung und Festlegung großer Kapitalien für die Arisierung der Kapitalmarkt für die notwendigen Investitionen und die Reichsanleihezeichnungen unerträglich eingeengt wird. Eine der wichtigsten Aufgaben der Organisation der gewerblichen Wirtschaft ist es, den staatlichen Derwaltungsorganen mit ihrem Rat auf Grund der praktischen Erfahrungen zur Verfügung zu stehen. Daneben tritt die Förderung der Selbstverant- wortung der Unternehmer und die S t ä r- kung ihrer Initiative. Denn auf diese aus- gösprochenen Unternehmertugenden dürfen wir gerade in einer Zeit nicht verzichten, wo eine weitgehende staatliche Reglementierung des Wirtschaftslebens diese Persönlichkeitswerte z u ersticken droht. Wir wären sehr glücklich, wenn wir das Ministerium auf-die eigentlichen Fuhrungs- vufgaben beschränken könnten und es von all den Einzelentscheidungen entlasten könnten, die nach unserer Meinung sehr wohl von den Selbstverwal- jungsorganisationen der Wirtschaft erledigt werden könnten. Die Organisation der gewerblichen Wirtschaft soll sich der Mittel- und Kleinbetriebe besonders annehmen. Das bedeutet nicht Eintreten für rückständige Betriebe. Wir müssen heute von jedem Betrieb verlangen, daß er leistungsfähig ist. Es sollen die Schwachen gestützt werden, nicht ober die Schwächlinge. Die deutsche Wirtschaft wird nicht versagen, wenn die Männer, hie die deutsche Wirtschaft führen, nicht versagen. Der neue Leiter der Reichsgruppe Industrie, Generaldirektor Zangen, erwiderte: Die von der Staatsführung der Industrie gestellten Aufgaben münden in dem einen großen Ziel: Rationeller Einsatz aller menschlichen und maschinellen Kräfte zur Steigerung der bisherigen Leistung. Wir können heute nur an wenigen Stellen duf Kapazitätsreserven zurückgreifen. Die Erhöhung der Leistungsfähigkeit ist in erster Linie eine Frage der zur Verfügung stehenden Arbeitskräfte. Durch ihren zweckmäßigsten Einsatz muß die Höch st mögliche Leistung erstrebt werden. Es muß durchweg der Grundsatz zur Anwendung kommen, daß jede Arbeitskraft die Arbeit verrichtet, bei der sie am wirksamsten zur Geltung kommt. Wir wollen an dem Grundsatz der S e l b st - Verwaltung der Wirtschaft festhalten und durch eigene Vorschläge und Maßnahmen direkte Dispositionen staatlicher Organe grundsätzlich zu vermeiden suchen. In diesem Grundsatz der Selbstverantwortung liegt die klare Trennung zwischen einer staatlich gelenkten Privatwirtschaft und einer Staatswirtschaft. Die großen jüdischen Vermögen der Neichshaupista-t. Berlin, 15.Ttoo. (DJIB.) Die Juden haben bekanntlich auf Grund einer Verordnung vom 26. April 1938 ihr Vermögen anmelden müssen. In Berlin waren insgesamt 35 802 Juden a n - weldungspflichtig, d.h. diese Juden haben ein Vermögen von 5000 Mark und mehr. Die reich- st en Juden Berlins konnten zahlenmäßig bereits ermittelt werden. Diese Zahlen gelten nur für die Berliner Juden, und das Ergebnis der Ermittlungen beruht ausschließlich auf den eigenen Angaben der anmeldungspflichtigen Juden. Die Zahlen dürften daher eher zu niedrig als zu hoch fein: 894 Berliner Juden besitzen nach Abzug vorhandener Schulden ein Vermögen von 300 000 Mark und mehr: davon besitzen 346 Juden ein Vermögen über eine halbe Million, 125 Juden ein Vermögen von über eine Million, 37 Juden ein Vermögen über zwei Millionen, 17 Juden ein Vermögen über drei Millionen, sieben Juden ein Vermögen über vier Millionen, acht Juden ein Vermögen über fünf Millionen und je ein Jude ein Vermögen über sechs Millionen, sieben Millionen, acht Millionen, zehn Millionen und zwölf Millionen Mark. Neues Verhör -es Mörders Grünspan. Paris, 16. Nov. (DNB.) Bei dem erneuten Verhör des Juden Grünspan durch den Untersuchungsrichter wurde der Lebenslauf des Täters behandelt. Grünspan ist am 28. März 1921 in Hannover geboren, besuchte die Stadtschule bis zum 14. Lebensjahr, um dann in eine Nabbinerschule i n F r a n k f u r t a. M. einzutreten. Nach Hannover zurückgekehrt begegnete er in einer Synagoge einem Freunde, der ihm riet, nach Frankreich zu reisen. Jrn August 1936 überschritt er die Grenze und reiste über Dalenciennes nach Paris, wo er sich bei feinem Onkel und seiner Tante niederließ. Grünspan erklärte: „Ich machte bei ihnen den Haushalt und besorgte Einkäufe, denn ich hatte es für unnötig gefunden, Arbeit zu suchen, da ich nicht die nötige Arbeitskarte hatte." Arn 15. August 1938 wurde ihm ein Ausweisungsbefehl zugestellt. Am Nachmittag begab er sich mit einem Koffer in die Nähe des Ost- baynhofes. Aber man hatte ihn unterrichtet, daß sein Paßduplikat kein Visum trug und daß er unter diesen Bedingungen nicht die Grenze überschreiten könne. Er begab sich dann zu seinen Verwandten in Paris zurück und machte ihnen vor, daß er auf der Präfektur die Zurückziehung des Ausweisungsbefehles beantragen wolle. „Ich habe nicht geschrieben, aber ich habe seinerzeit einen Brief an Präsident Roosevelt geschickt." Von diesem Zeitpunkt ab lebte er in einer Mansarde des sechsten Stockwerkes und ging nur sehr selten und lediglich abends aus. Niemand will die Luden. 3n aller Well wehrt man sich gegen die jüdische Einwanderung. Keiner will die Juden haben, das geht aus den zahlreichen Meldungen hervor, die aus aller Welt eintreffen schon auf die bloße Möglichkeit hin, daß aus Deutschland, Ungarn, Italien ein neuer Zustrom jüdischer Emigranten einsetzen könnte. Diese allgemeine Ablehnung der jüdischen Flüchtlinge wurde bereits auf der internationalen Flüchtlingskonferenz in Evian am Genfer See offenkundig, wo keiner der beteiligten Staaten sich entschließen konnte, für jüdische Emigranten Land und Arbeit zur Verfügung zu stellen. Aber das übervölkerte Deutschland will man zwingen, bve jüdischen Parasiten zu behalten, während selbst so dünn besiedelte Erdte.ile wie Afrika und Australien sich mit aller Entschiedenheit gegen die Zuwanderung der Juden stemmen. So liegt eine ganz infame Heuchelei in der von amerikanischen und englischen Zeitungen betriebenen Hetze gegen Deutschland, denn die gleichen Kreise, die wegen der „armen unterdrückten Juden" gegen Deutschland ein furchtbares Gezeter anstimmen, werden in dem Augenblick seltsam schwerhörig, in dem es sich darum handelt, den jüdischen Emigranten im eigenen Lande praktische Hilfe zu gewähren. Diese Leute wollen nichts anderes, als Deutschlands Wiederaufstieg hemmen. Aber das deutsche Volk wird entschlossen das jüdische Geschwür herausschneiden, von dem es weiß, daß es eine nationale Gefahr bedeutet. Die durchsichtige Haltung der angelsächsischen Presse in dieser Frage findet ihr Gegenstück in den lahmen Entschuldigungen, mit denen man in Londoner Zeitungen gegen die Bloßstellung des englischen Vemichtungsfeldzuges'polemisiert. Wenn man behauptet, daß vor der Vernichtung ganzer Ortschaften in Palästina und an der indischen Nordwestgrenze die Bevölkerung gewarnt werde, so hätte man in London sehr wohl auch zur Kenntnis nehmen können, daß in Deutschland überall dort, wo die Bevölkerung in ihrer gerechten Empörung Synagogen in Brand gesteckt hat, man sich vorher überzeugt hatte, daß sich niemand darin befand. In Deutschland brauchen die Juden immerhin nur ein Achtel ihres Vermögens abzugeben, während in Palästina viele Tausende von Arabern durch das Vernichtungswerk des britischen Militärs mit einem Schlage an den Bettelstab gebracht werden. Die englische Presse kann versichert fein, daß man, sich in Deutschland auch noch für sehr viel internere Angelegenheiten des britischen Reiches interessieren wird, wenn man in London fortfahren sollte, in jenem überheblichen und gouvernantenhaften Ton Dinge zu erörtern, die ausschließlich eine Angelegenheit des deutschen Volkes fmb. Französische Sammelbewegung gegen das Zudenkomplott. Paris, 15.Nov. (DNB.) Die „Antijüdische Sammelbewegung Frankreichs" (Rassemblement anti- juif de France), deren Präsident der Pariser Stadtverordnete Darpuier de Pelleco ix ist, läßt in den Straßen der französischen Hauptstadt Flugblätter verteilen, die die Überschrift tragen: „D a s Judenkomplott gegen den Friede n". Im Text heißt es: Kaum bat sich Dalabier öffentlich für eine Politik der logischen Entwicklung ausgesprochen, da schleudert das internationale Judentum, enttäuscht darüber, daß sein Krieg f e h l g e s chl a g e n ist, eine neue Brandfackel gegen die französisch-deutschen Beziehungen, denn das Attentat des Juden Herschel Seibel Grünspan auf den Gesandtschaftsrat vom Rath hat kein anderes Ziel. Von 1914 bis 1918, da alle Länder in dem Glauben waren, für Recht, Freiheit und Gerechtigkeit zu kämpfen und sich die Toten und Trümmer häuften, hat die Iuden-Internationale dieser Kanonen-, Konserven - und Sarghändler 80 o. H. des Goldes der ganzen Welt e i n g e h e i m st und damit feine wirtschaftliche und politisch? Eroberung aller ausgebeuteten und ruinierten Länder gesichert. Die Juden allein sind die Sieger des Krieges. Seit zehn Jahren aber b e - freien «sich die europäischen Länder eines nach dem andereen aus befh Joch Israels durch Ausweisungen und andere unerläßliche Schutzmaßnahmen. Die Juden aber wollen mit allen Mitteln: Lügen, Korruption, Unruhen, Attentate, Revolutionen und Kriege, die verlorengegangenen Stellungen wieder erobern und sich in den Bastionen verschanzen, die sie noch halten. Alle Fragen der Innen- und Außenpolitik drehen sich allein um dieses Problem der nationalen Verteidigung. Nur nach dieser Befreiung kann die Einigkeit aller Franzosen erzielt werden. Holland weist jüdische Einwanderung zurück. A m st e r d a m , 16. Nov. (D9dB.) Eine offenbar von amtlicher Seite stammende Erklärung, die durch den holländischen Rundfunk verbreitet wurde, richtet sich gegen die, wie es heißt, im Ausland herrschende irrige Auffassung, als habe Holland seine Grenzen den aus Deutschland auswandernden Juden geöffnet. Dies sei durchaus nicht der Fall. Nach wie vor sei jedesmal eine Genehmigung des Justizministeriums notwendig, wenn ein Jude aus Deutschland nach Holland einreifen wolle. Diese Genehmigung könne jedoch nur in beschränktem Um» fange erteilt werden. Fremde Juden ohne eine solche Genehmigung würden an der Grenze zurück g e w i e s e n. Die Grenzbewachung sei in den letzten Tagen verstärkt worden. Auch die Mitnahme von jüdischen Kindern aus Deutschland in holländischen Kraftwagen sei ohne ministerielle Genehmigung nicht gestattet. Wie aus Maastricht gemeldet wird, wurde mehreren hundert Juden, die von Aachen aus versuchten, nach Holland zu gelangen, die Einreise verweigert. Belgische Konzentrationslager für jüdische Einwanderer. Brüssel, 15. Nov. (DNB.) Die belgische Regierung hat neue verschärfte Maßnahmen zur Verhinderung der jüdischen Einwanderung ergriffen. Die Grenzwachen sind in diesem Zusammenhang erneut verstärkt worden. Die von der Regierung beschlossene Einrichtung von Konzentrationslagern für Juden und Emigranten, die sich in Belgien eingeschmuggelt haben, hat bereits zu praktischen Maßnahmen geführt. In der früheren Strafkolonie von M e r x p l a s bei Antwerpen sind in den letzten Tagen und Wochen mehrere hundert Juden untergebracht worden. 'In nächster Zeit soll diese Zahl auf mehrere taufend gesteigert werden. Die Juden werden zum Arbeiten verpflichtet und erhalten dafür kleine Lohnentschädigungen. Weitere Konzentrationslager werden demnächst eingerichtet, unter anderem in Mar- neffe zwischen Namur und Lüttich. 3uben in Australien unerwünscht. London, 17. Nov. (DNB. Funkspruch.) Wie wenig Juden im britischen Empire erwünscht sind, zeigt eine Meldung des „Daily Telegraph" aus Sidney in Australien, in der es heißt, daß dort jede Woche Juden aus Deutschland, Oesterreich und der Tschecho-Slowakei einträfen. Australien habe aber keineswegs d i e Absicht, eine größere Anzahl dieser Juden aufzunehmen. In gut unterrichteten Kreisen heiße es sogar, daß die Regierung nicht einmal die schwach bevölkerten G e b i e t e in Nordaustralien für die Einwdnderung von Juden freigeben wolle. In einer Mitteilung an sämtliche Schiffahrtsgesellschaften Australiens erklärt das australische Innenministerium, daß zahlreiche jüdische Einwanderer, die m i t T o u r i st e n- rückfahrkarten in australischen Häfen landeten, den Versuch machten, d a u er n b im Lande zu bleiben und daß in Zukunft daher Fahrscheine nur noch an solche Reisende ausgegeben werden, die australische Landungsgenehmigung besitzen. Die Sidneyer Zeitung „Sun" unterstrich die Notwendigkeit dieser Maßnahme mit dem Bemer- Volksiag deutscher Kunst. Theater, Lichtspielhäuser und Varietes im ^Dienst nationalsozialistischer Gemeinschaft. Berlin. 15.Nov. (DNB.) Einer Anregung des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda. Dr Goebbels, und des Reichsorgani- falionsleilers der NSDAP.. Dr. Ley. folgend, werden die Theater, die Film- und V a - rietebühnen Großdeutfchlands am 25. November 1938, dem Jahrestag der Gründung der Reichskulturkammer und der RSG. ..Kraft durch Freude", zum erstenmal einheitlich einen Volkstag deutscher Vühnenkunst veranstalten. Die Organisation dieses Volkstages, der es dem schaffenden deutschen Volksgenossen ermöglichen wird, zubillig st enPreisen die Theater, Lichtspielhäuser und Varietes zu 'besuchen, hat die NSG. „Kraft durch Freude" übernommen. Alle Volksgenossen, die an den Vernnstaltunoen dieses Volkstages teilnehmen wollen, wenden sich rechtzeitig an die zuständigen KdF.-Stellen. Zum Volkstag deutscher Kunst erlassen Dr. Goebbels und Dr. Ley folgenden Aufruf: Die Kunst dem Volke! Dieses Bekenntnis ist dem Nationalsozialismus keine leere Phrase. Am 25.November, dem Jahrestag der Gründung der Reichskulturkammer und der NSG. „Kraft durch Freude", werden die deutschen Theater, die deutschen Film- und Varietebühnen in festlichen Aufführungen zum ganzen deutschen Volke sprechen. An diesem Volkstag deutscher Kunst wird das schassende Volk überall im Grohdeutschen Reich an den Darbietungen der deutschen Bühnen teilnehmen. Das deutsche Volk wird seinen Künstlern in Freude und Frohsinn verbunden sein und seinen Dank abstatten für die vielen Stunden der Erbauung. die ihm das deutsche Theater geschenkt hat. fen, das soziale System des Landes dürfe auf keinen Fall durch die Zuführung tiefer stehender Schichten geschwächt werden. Ecuador wendet sich gegen lästige jüdische Einwanderer. Quito, 15.Nov. (DNB.) In Ecuador hatten zahlreiche Juden versucht, unter dem Vorwand, Landarbeit zu verrichten, ein neues Feld für ihre Schachergeschäfte zu erschleichen. Wegen ihres an sich erwünschten Vorhabens wurde ihnen zunächst auch Aufenthaltserlaubnis erteilt. Man mußte jedoch die bittere Erfahrung machen, daß die Juden nicht nur jegliche Arbeit in der Landwirtschaft verschmähten, sondern daß sie auch jede Gelegenheit dazu benutzten, verboteneHandels- manipulationen durchzuführen. Die seit einiger Zeit erlassene Anordnung der Regierung von Ecuador, derartige jüdische Elemente mit kurzer Frist auszuweifen, entspricht dem dringenden Bedürfnis, die Bevölkerung von Ecuador vor jüdi- dischen Hyänen, die unter Mißachtung der Staats- geschäfte ihre eigenen talmudischen Schachermethoden auf dem Rücken arbeitsamer Ecuadorianer zur Anwendung bringen. Kolumbien bringt Antijudengeseh ein. Bogota, 15. Nov. (DNB.) Die ständig wachsende Abwehrbewegung gegen das Judentum in Kolumbien hat jetzt zu der Einbringung eines Gesetzentwurfes geführt, in dem ein Einreiseverbot für Juden und der Schutz der einheimischen Industrie gegen die unlautere jüdische Konkurrenz gefordert wird. Dieser Gesetzentwurf ist von der Bevölkerung mit Erleichterung ausgenommen worden, denn vor allem die Kleingewerbetreibenden und Handwerker sind durch die jüdische Invasion immer mehr in ihrer Existenz bedroht worden. Vor allem in der Hauvtitadt Bogota haben die schmutzigen Geschäftsmethoden der jüdischen Einwanderer zu einer Protestbewegung der Einheimischen geführt, die bald auf andere Städte übersprang. Uruguay stoppt Einwanderung von 500 Iudenfamilien. Montevideo, 15. Nov. (DNB.) Die Regierung von Uruguay hat sich entschlossen, rigorose Maßnahmen gegen die Gefahr einer wachsenden Ueberfrembung durch die Zuwanderung jüdischer Elemente zu treffen. Ein besonderer Ministerausschuß nimmt die Ausarbeitung eines Gesetzes vor, das die notwendigen Abwehrmaßnahmen gegen die Juden zusammenfasien soll Das Landwirtschaftsministerium hat nicht gezögert. 5 00 jüdischen Einwandererfamilien, die Land in Uruguay zu kaufen beabsichtigten, einen abschlägige n Bescheid zu erteilen. Vorsorglich wurde den jüdischen Antragstellern die Einreiseerlaubnis verweigert. Goffanca lehnt Einreisegenehmigungen fUr jüdische Emigranten ab. San I o s €, 15. Nov. (DNB.) Seiner Gesandtschaft in Paris hat das Aukenamt von Costarica strenge Anweisung gegeben, Gesuche jüdischer Emigranten um die Gewährung von Einreifesichtvermerken nach Costarica abzulehnen. Man hat also offenbar nur die schlechtesten Erfahrungen mit den jüdischen Drohnen gemacht und will sich durch diese Maßnahmen vor lästigem Volk schützen, um Herr im eigenen Hause zu bleiben. Ernst vom Raths letzte Fahrt. Das ganze Rheinland huldigt dem Märtyrer für Deutschlands Ehre. 3n Paris. Mitternächtliche Abschiedsstunde am Nordbahnhof. Paris, 16. Nov. (DNB.) Am Dienstag um 23.15 Uhr MEZ. wurde der Sarg des von jüdischer Mörderhand mitten aus seinem Schaffen für Füh- rer und Reich herausgerissenen Gesandtschaftsrats vom Rath von der deutschen evangelisch-lutheri- schen Kirche, wo die Mitglieder der Landesgruppe die Ehrenwache hielten, im Kraftwagen zum Nordbahnhof geleitet. Im Trauergefolge befanden sich der Staatssekretär Fhr. von Weizsäcker, der deutsche Botschafter Graf Welczeck, der Landesgruppenleiter Gesandtschaftsrat Dr. Ehrich und die deutsche Abordnung, die die sterbliche Hülle des Gesandtschaftsrates vom Rath in dem Sonderzug nach Deutschland begleitete. Am Nordbahnhof hatte eine Kompanie Republikanische Garde in Galauniform vom Bahnhofsein-' gang bis vor den Sonderzug Spalier gebildet. Die Republikanische Garde präsentierte das Gewehr, während der Sarg durch die mit Lorbeer und frischem Grün geschmückte Halle zum Sonderzug getragen wurde, wo die deutschen Volksgenossen ihrem dahingeschiedenen Kameraden mit dem deutschen Gruß die letzte Ehre erwiesen. Als Vertreter des französischen Außenministers war der Chef des Protokolls, Saint Martin, erschienen. Um 23.50 Uhr setzte sich der Zug in Bewegung. Schweigend grüßte nochmals die deutsche Kolonie ihren jungen Kameraden, während die Republikanische Garde das Gewehr präsentierte. Der erste Gruß der Heimat. Ergreifende Trauerfeier in Aachen. . Köln, 16. Nov. (DNB.) Nach langer nächtlicher Fahrt durch fremdes Land, in dem sich unter den Kugeln eines jüdischen Verbrechers sein hoffnungsvolles Leben allzu früh vollendete, ist Ernst Eduard vom Rath heimgekehrt in sein deutsches Vaterland. Noch graute kaum der Morgen als der Sonderzug die Grenze erreichte. Kurz hinter dem Ausgang des Gymnischer Tunnels auf deutschem Boden entbot ein Ehrensturm des NSKK. dem toten Kameraden den ersten Gruß der Heimat. Dumpfer Trommelwirbel und das Lied vom guten Kameraden erklang, und während der Trauerzug in langsamer > Fahrt vorbeiglitt, erwiesen die Ehreneinheiten und die zahlreich herbeigeströmten Volksgenossen mit erhobener Hand dem Manne die Ehrenbezeigung, der in pflichtgetreuer Ausübung seines Dienstes sein Leben für Deutschland gab. Wenig später, kurz nach 7 Uhr, traf der Zug i m Aachener Stadtbahnhof ein. Auf dem Bahnsteig war inmitten von vier tannenverkleideten Pylonen, von denen umflorte Lampen gedämpftes Licht spendeten, ein Katafalk, umgeben von weißen Herbstastern und frischem Grün, aufgebaut. Zu beiden Seiten des Katafalks hatten Ehrenkompanien der Wehrmacht mit Spielmannszug und Musik und die Ehreneinheiten der Parteigllederungen Aufstellung genommen. Mit Gauleiter Grohs und dem Chef des Protokolls Freiherrn von Dörnberg hatten sich die führenden Männer der Partei, des Staates und der Wehrmacht eingefunden. Auch der Vater war mit den beiden Brüdern Ernst vom Raths gekommen, um seinen toten Sohn heimzuführen in die Vaterstadt. Als der Zug in die Bahnhofshalle einfuhr, präsentierte die Ehrenkompanie der Wehrmacht das Gewehr. „Ich hott' einen Kameraden" klang es weihevoll, und in tiefer Ergriffenheit grüßten alle den Trauerzug. Beamte des Deutschen Bahnschutzes trugen den mit dem Hakenkreuzbanner bedeckten schlichten Eichensarg auf den Katafalk, zu dessen Seiten je vier Angehörige des Auswärtigen Amtes -in Diplomatenuniform Ehrenposten bezogen hatten. Nach Beethovens Trauermarsch aus der Sonate Opus 26 entbot Gauleiter Grohs dem als Held ins Vaterland heimgekehrten Toten den ersten Gruß der Heimat. Deutschland grüßt dich, du Märtyrer deines Volkes. Heimaterde wird bald das decken, was an dir sterblich war. Dein Geist aber wird ewig weiterleben." Gauleiter Grohs machte sich zum Dolmetsch der Gefühle des ganzen deutschen Volkes, indem er mit Worten des tiefsten Abscheues und der Empörung die schändliche Tat des jüdischen Mörders brandmarkte. „Weil du ein Deutscher warst, wurdest du ermordet. Mit dem Schuß auf Ernst vom Rath wurde dos deutsche Volk getroffen. Aber es irrte sich jenes Verbrechertum. Es kann zwar einen einzelnen Deutschen ermorden, aber das deutsche Volk wird es nie überwinden. In diesem Augenblick dankt Deutschland den Franzosen, die gleich uns von Abscheu erfüllt sind über die gemeine Tat. Du sielst für den Führer und das Reich! Wir grüßen den Führer!" Ernst und verhalten klang das Sieg^Heil aus den Führer, erklangen die Lieder der Nation in den erwachten Morgen, nachdem (Bauleiter Grohs den Kranz weißer Lilien des Führers am Sarge niederlegte. Dann trugen die Männer des Bahnschutzes den Sarg an den auf der anderen Seite bereitstehenden deutschen Sonderzug. Während die Zurückbleibenden ihre Ehrenbezeugung erwiesen, verließ der Zug langsam unter dem Glockengeläut der Kirchen die Halle. 3n Düffeldms. Dfe Fahrt des Trauersonderzuges durch das rheinische Land gestaltete sich zu einer ergreifenden Totenehrung. Das ganze rheinische Volk von Aachen bis Köln und Düsseldorf war in spontaner Einmütigkeit rnsammengeströmt, um den toten Sohn der rheinischen Erde noch einmal zu grüßen. An den Wegen entlang der Eisenbahnstrecke sah man in langer Kette dichte Menschenmassen, die dem Toten huldigten. An den Bahnhöfen der an der Strecke gelegenen Städte und Ortschaften hatten sich Tausende mit den führenden Männern der Partei, des Staates und der Wehrmacht versammelt. Mit Fahnen und Fackeln bildeten auf unübersehbar weiten Strecken die Formationen der Bewegung Spalier. 9.50 Uhr trifft der Zug in Düsseldorf ein. Unter den Klängen des Liedes vom guten Kameraden wird der Sarg aus dem Zug auf den Katafalk getragen. Gauleiter Florian legt den großen Kranz des Führers nieder und führt dabei u. a. folgendes aus: Wir grüßen dich in der Heimat, wir grüßen dich als Kameraden. Du trugst trotz deiner Jugend schon das Braunhemd, als es noch schwer war, Nationalsozialist zu sein. Im Schicksalsjahr 1932, als um die letzten Entscheidungen schwer gerungen wurde, als die Zahl der Opfer groß war und der letzte Einsatz gefordert wurde, tratest du in die Reihen der Kämpfer Adolf Hitlers ein. Seit der Führer die Macht übernahm, hast du auf dem Posten, auf den du gestellt wurdest, still und treu dem Reiche gedient und deine Pflicht getan. Im Dienste für Deutschland haben dich die Schüsse des jüdischen Mörders getroffen. Aber du bist nicht tot, Käme- rab. Gleich den vielen, die in der Standarte Horst Wessels marschieren, lebt dein Geist in uns weiter. Du bleibst bei uns, Ernst vom Rath, als Kamerad und als Mitstreiter im Kampfe um die deutsche Zukunft. Wenn wir Opfer, Mühe und Arbeit auf uns zu nehmen haben im Dienste dep Führers, so wirst du uns zur Seite stehen. Wenn wir im Kampfe gegen die Feinde des Reiches, gegen den jüdischen Ungeist, Härte und Entschlossenheit zu beweisen haben, so werden wir an dich denken und nicht zurückweichen, sondern mutig und einsatzbereit den Weg der Pflicht und des Dienstes für Deutschland gehen. Mit diesem Gelöbnis grüßen wir dich, Ernst vom Rath, in der rheinischen Heimat, der Stadt Albert Leo Schlageters. Die Sargträger heben den Sarg vom Katafalk, indessen aus der Bahnhofsvorhalle die Klänge des Horst-Wessel-Liedes herausdringen, knappe Kommandos hallen über den Bahnhofsvorplatz, worauf unter dumpfem Trommelwirbel der Sarg zur Lafette getragen wird. Der Trauerzug. Dann setzt sich der Trauerzug, eröffnet von einem Spielmannszug und Musikzug der SA., in Bewegung, ein Ehrensturm der SA. schließt sich an, nun kommt der Spielmannszug und das Musikkorps der Wehrmacht und der ^-Verfügungstruppe, der Ehrenhundertschaft der Polizei — sämtlich unter Gewehr — sowie eine Ehrenabordnung des Reichsarbeitsdienstes mit geschultertem Spaten. Der Lafette mit dem mit dem Fahnentuch und dem Degen bedeckten Sarg wird der Kranz des Führers und das Ordenskissen mit Mütze, Armbinde, Ehrendolch und Parteiabzeichen vorangetragen. Die sechsspännige Lafette begleiten beiderseits Angehörige der Auslandsorganisation, des Auswärtigen Amtes und des NSKK. Hinter dem Sarg schreiten Gauleiter Florian und Gauleiter Oberpräsident Terbooen, der Vater Ernst vom Raths, Gauleiter Bohle, Staatssekretär von Weizsäcker, Botschafter Graf Welczeck, der Chef des Protokolls Gesandter von Dörnberg, die Brüder des Ermordeten sowie Landesgruppenleiter Dr. Ehrich. Nun folgten in geschloffenem Block eine Abordnung des Auswärtigen Amtes und der Auslands- orgachf'ation und die übrigen Ehrengäste, unter barten- man auch einen Vertreter des spanischen Fa- lange sieht. Den Schluß bilden Ehrenstürme der Parteigliederungen und die Ortsgruppe Düsseldorf des Faszio. Unübersehbar stehen Hunderttausende unbewegt an den Straßen und grüßen ehrfurchtsvoll den toten Kameraden. DieAusdahrunginderRhemhalle Kurz nach 11 Uhr hat der Trauerzug die Rhein- Halle erreicht. Unter dumpfem Trommelwirbel wird der Sarg m die Halle getragen und auf dem mit schwarzem Samt verkleideten Katafalk abgefetzt. Der Kranz des Führers und das Ordenskissen werden niedergelegt, am Sarge zieht die Ehrenwache auf und in langen Reihen defilieren nun die Trauergäste vor dem inmitten von Blumen und Kränzen aufgestellten Sarge. Den ganzen Mittwoch nachmittag über bis in den späten Abend hinein zog der Strom des Volkes schweigend und ehrfurchtsvoll mit erhobener Hand am Sarg vorbei. Es war nicht nur die Düsseldorfer Bevölkerung, es waren nicht nur die Volksgenossen aus dem Gaugebiet, nein, zahllos waren sie auch aus den benachbarten Gauen gekommen, um dem für Deutschland gefallenen Kameraden die letzte Ehre zu erweisen. Am Sarg halten zwei Angehörige des Auswärtigen Amtes, ein NSKK.-Führer und ein Politischer Leiter die Ehrenwache. Von silbernen Pylonen, die den Sarg umgeben, lodern die Flammen empor. Die große Zahl der herrlichen Kränze zusammen mit vielen frischen Blumen haben die Aufbahrungsstätte in einen Blumenhain verwandelt. Am Fuße des Sarges liegt der riesige Kranz des Führers, daneben das Orbenskissen. Prachtvoll ist auch der Kronz des Reichsministers des Auswärtigen. Der mächtige Kranz des Stellvertreters des Führers wurde am Nachmittag von Gauleiter Bohle in Begleitung von Landesgruppenleiter Dr. Ehrich niedergelegt. Man bemerkte ferner den Kranz des italienischen Außenministers Graf Ciano und den des französischen Außenministers Bonnet. Unter der Fülle der übriaen Kranzspenden befinden sich Kränze der Minister und Reichsleiter, der Parteigliederungen, der Wehrmacht und der Reichs- und Staatsbehörden. Sehr zahlreich sind die Kränze des Deutschtums im Ausland, so von der Landesgruppe der Auslandsorganisation in Britisch- Indien und der Ortsgruppe in Kalkutta. Heute Trauerbeflaggung. Berlin, 15.Rov. (DKB.) Der Reichsminister des Innern und der Reichsminifler für Volksaufklärung und Propaganda geben folgendes bekannt: Am Donnerstag, dem 17. November, 1 938, findet in Düsseldorf die feierliche Bei- fehung des Gefandtschaftsrates Pg. Ernst vom Rath statt. Die staatlichen und kommunalen Der- Wallungen, Anstalten und Betriebe, die sonstigen Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts sowie die öffentlichen Schulen im ganzen Reich sehen aus diesem Anlaß am Donnerstag Trauerbeflaggung. Die Bevölkerung wird gebeten, in gleicher Weife zu flaggen. Das zweite Kabinett Zmredy. Umbildung der ungarischen Regierung nach Besetzung des Oberlandes. Budapest, 15. Nov. (Europapreß.) Ministerpräsident Jmrsdy erklärte im Klub der Regierungspartei, er habe den Rücktritt seiner Regierung eingereicht, weil er seinerzeit nur mit der Führung der Geschäfte Rumpfungarns betraut worden sei. Rumpfungarn habe sich jetzt wesentlich vergrößert. Er habe es daher für notwendig befunden, sein Amt dem Reichsoerweser zur Verfügung zu stellen und auch vor der Regierungspartei die Vertrauensfrage aufzuwerfen. Er verwahrte sich gegen die Behauptungen, daß er ein verfassungswidriges Regime einzuführen gedenke. Es liege ihm auch die Absicht fern, das Parlament auszuschalten. Es müsse ein neues Regierungssystem aufgebaut werden, das auf verfassungsmäßiger und parlamentarischer Grundlage sichere Gewähr dafür biete, daß die dringenden Fragen rascher als bisher gelöst werden könnten. Durch die Rückgliederung des Oberlandes habe sich der Prozentsatz des Judentums in Ungarn erhöht. Die bisherigen Maßnahmen in der Judenfrage müßten einer Ergänzung unterzogen werben. Die Beziehungen zur Achse Berlin — Rom sollten noch weiter ausgebaut werben. Auch das freundschaftliche Verhältnis zu Polen solle erweitert werben. Weiter sei es nötig, die Beziehungen auch zu anderen Staaten, vor allem zu Jugoslawien, in ähnlichem Geiste zu regeln. Die Regierungspartei hat mit allen gegen vier Stimmen dem Ministerpräsidenten Jm- rsdy und seinem Regierungsprogramm das Vertrauen ^ausgesprochen. Damit hat der Ministerpräsident von der Regierungspartei die Zustimmung zu seiner neuen Regierungsliste erhalten, die er sofort dem Reichsverweser von Horthy vorlegte, der die Ernennungsdekrete unterzeichnet hat. Das zweite Kabinett Jmrsdy legte am Mittwoch den Amtseid in die Hand des Reichsoerwesers ab. Der tägliche Terror in Palästina. Jerusalem, 16. Nov. (DNB.) lieber die Stadt Jaffa wurde am Dienstag schon wieder ein s o - fertiges Ausgehoerbot verhängt. Den Vorwand zu dieser einschneidenden Maßnahme lieferte den britischen Militärbehörden die Erschießung eines jüdischen Polizisten durch unbekannte Täter. Im übrigen werden die militärischen Aktionen m i t größter Rücksichtslosigkeit fortgeführt. Im Bezirk Galiläa wurden nicht weniger als 714 Araber „zu weiteren Ermittlungen" festgenommen. Weitere 43 Arader, denen die Verbindung mit Freischärlern zur Last gelegt wird, wurden in Haft genommen. Im Bezirk Samaria wurden zwei Araber erschossen. Im Bezirk Ramallah und bei Jaffa wurden zwei arabische Dörfer von Militär durchsucht. 16 Araber wurden verhaftet. Nach einer Meldung der „Palestine Post" wurde die Durchsuchungsaktion in Untergaliläa bei Nazareth und in Obergaliläa in der Nähe der Libanongrenze von vier Bataillonen fortgesetzt. Bei Feuergefechten in den Bezirken Jerusalem und Gaza sollen die arabischen Freischärler wieder erhebliche Verluste gehabt haben. Bei Gaza wurde eine bri- tische Militärabteilung von Freischärlern beschossen, «die vorher die Schienen der Bahnstrecke durch eine I Minensprengung zerstört Ratten. Zwei Soldaten Die neue Regierung Jmrsdy setzt sich wie folgt zusammen: Ministerpräsident: Adalbert v. Jmrsdy (wie bisher); Aeußeres: Koloman v. Kanya (wie bisher); Inneres: Kereszetes-Fischer (wie bisher); Honvedminister: Feldmarschall-Leutnant Bartha (bisheriger Chef der Präsidialabteilung im Honved-Ministerium); Finanzminister: Re- menyi-Schneller (wie bisher); Justizminister: Tasnady-Nagy (Präsident der Regierungspartei); Kultus- und Unterrichtsminister: Graf Paul Teleki (wie bisher); Landwirtschaft: Graf Michael Teleki (bisher Staatssekretär im Landwirtschaftsministerium); Handel und Industrie: Künder (bisher Handelsminister); Minister ohne Portefeuille für das Oberland: Andor Ja- r o ß (Führer des oberländischen Ungartums). Die Bilduyg des zweiten Kabinetts Jmrsdy wird in politischen Kreisen als weiterer Ruck nach rechts bezeichnet. Dementsprechend wird das neue Kabinett vor allem von der rechtsnationalen Presse begeistert begrüßt. Die vier Abgeordneten, die dem neuen Kabinett ihr Vertrauen versagt haben, sind aus der Regierungspartei ausgetreten. Man rechnet damit, daß ihnen noch weitere Abgeordnete folgen werden. Diese Gruppe hielt bereits eine Zusammenkunft ab, an der auch die drei zurückgetretenen Minister Sztranyavszky, Mikesz und Bornemisza teilnahmen. Diese Gruppe dürfte den Anschluß an die Agrar-Opposition suchen. Dagegen dürste das zweite Kabinett Jmrsdy außer von der rechtsnationalen Mehrheit der Regierungspartei in stärkerem Maße als bisher von dem rechtsnationalen Flügel der Vereinigten christlichen Partei und auch von anderen rechtsnationalen Gruppen unterstützt werden. Als wichtigste Punkte des Programms von Jmrsdy werden die militärische Organisation des Landes, die Hebung des sozialen Wohlstandes der Massen und die radikale Lösung der JrHenfrage genannt. wurden bei dem Gefecht verletzt. In dem Dorfe Domra wurde ein Araber, der angeblich die Postenkette durchbrechen wollte, erschossen. Im Dorfe Iksal sand man bei der Durchsuchung Munition und Freischärleruniformen. In einem Hause des jüdischen Viertels von Jaffa ereignete sich eine schwere Explosion. Zwei Bomben, die offenbar von Juden des Viertels zu Attentaten hergestellt worden waren, gingen in die Luft und beschädigten die Wände und das Dach des Hauses. Größte Entrüstung ter lyrischen Araber Beirut, 16. Nov. (DNB.) Die Meldungen über die stetig steigende Brutalität des Vorgehens der englischen Truppen in Palästina haben in arabischen Kreisen Syriens höchste Entrüstung hervorgerufen. Ungeheure Empörung hat vor allem die Straf- expedition gegen das Dorf Jrtah erregt, wo die englifdjen Truppen aus der wie eine Viehherde zusammengetriebenen Bevölkerung zehn Mann ausgelost und sofort erschossen haben. Später wurden dann noch ein 80jähriger Greis und ein zehnjähriger Knabe in den Straßen niedergeschossen. Zum Schluß wurde das Dorf völlig ausgeplünbert und mit Dynamit in dis Luft gLiRkengt- «= Arccherkreijen wird darauf hingewiesen, daß die täglichen Vorfälle dieser Art die ungeheure Nervosität der englischen Truppen widerspiegelten, die unfähig seien, der arabischen Freischärler Herr zu werden und deshalb ihre ohnmächtige Wut an der wehrlosen Bevölkerung auslie- ß e n. Das gesamte Strebertum Syriens protestiert mit Entrüstung gegen diese unmenschliche Brutalität. 23500 englische Soldaten und Polizisten »befrieden-' Palästina. London, 16. Nov. (DNB.) Kolonialminister TI a c b o n art) gab im Unterhaus die Stärke des englischen Militärs und der englischen Polizei in Palästina bekannt. Danach unterhält England in Palästina zur Zeit 7300 Mann Polizei, 700 Mann der Luftwaffe und 15 500 Mann der Armee. Die Sonderkosten, die durch die Verstärkung des Militärs entstanden sind, bezifferte Mac- donald für die Luftwaffe auf 30 000 Pfund und für das sonstige Militär auf 175 000 Pfund monatlich. Er teilt weiter mit, daß die Regierung von Palä» ftina keinen wesentlichen Beitraa zu diesen Kosten aufbringe. Weiter wurde auf Anfrage mitgeteilt, daß in Palästina im Laufe dieses Jahres 43 Offiziere und Mannschaften gefallen sind. Die Venus aus Leptis Magna. Ein Freundschaftsgeschenk Marschall Balbos für Hermann Göring. B e r I i n , 15. Nov. (DNB.) Am Dienstag wurde Generalfeldmavschall Göring im Auftrage des Marschalls Balbo die marmorne Statue der Venus aus Leptis mit folgendem Schreiben überreicht: „Hochverehrter Marschall und liebster Kamerad! Mit dem deutschen Flugzeug, das morgen von Tri- volis nach Berlin fliegt, kommt zu Euch, als B o t - schafterin .der Freundschaft und der Sympathie, die marmorne Venus aus Leptis, gefunden in den Ausgrabungen der großen Käiserstadt in Libyen. Sie sei in Euerem Heim in Karinhall, — unvergeßlich für einen, der wie ich mit solcher Gastfreundschaft aufgenommen, — nicht nur die erheiternde Bringerin von Grazie, sondern auch die Freundin der idealen Gemeinschaft, die wie in der Vergangenheit so noch fester in der Zukunft die Kultur von Rom, durch den Duce gekräftigt, mit der deutschen Kultur, die der Führer auf die höchsten Ziele geführt, immer mehr, verbindet. Die Venus aus Leptis wird von Professor Caputo überbracht, dem Altertumsforscher und Kulturhistoriker in Libyen; er wirb Euch das klassische Kunstwerk erläutern. Zwei tapfere Atlantikflieger, Oberst Cagna und Major* Vittembesch'i, eskortieren sie auf dem Wege durch die Lüste über das blaue Meer und die beschneiten Alpen. Nehmt meine kameradschaftlichen Grüße entgegen. Euer treuer Balbo." Generalfeldmarschall Göring hat Marschall Balbo für dieses kostbare Freundschaftsgesch e n k telegraphisch in herzlichen Worten gedankt. Die Statue wurde am 18. September 1924 bei Ausgrabungen in den römischen Thermen in Leptis Magna gefunden und stellt Venus im Bade dar. Das Kunstwerk i'st von feltener Schönheit, äußerst sorgfältig und mit genialer Begebung ausgeführt, es ist außerordentlich gut erhalten. Die Skulptur wurde nach dem berühmten Vorbild der Werke des Praxiteles im 2. Jahrhundert des römischen Kaiserreiches geschaffen und, wie man mit Sicherheit annehmen kann, damals vom Kaiser Hadrian in seinen Thermen auf gestellt. In der Kunstgeschichte ist dieses Werk als die Venus von Leptis Magna berühmt. Der englisch-italienische Ofterakkord in Kraft getreten. Das ostafrikanische Imperium anerkannt. Rom, 16. Nov. (DNB.) Im Palazzo Chigi ist am Mittwoch vom italienischen Außenminister Graf Ciano und dem englischen Botschafter Lord Perth eine Erklärung unterzeichnet worden, mit der d i e italienisch-englischen Vereinbarungen vom 16. April d. I. mit dem heutigen Tage in Kraft gesetzt werden. Gleichzeitig haben Graf Ciano und Lord Perth dem ägyptischen Geschäftsträger in Rom zwei getrennte Noten überreicht, um ihn vom Inkrafttreten der am 16. April 1938 unterzeichneten Erklärungen über den Tana - See und den Suez-Kanal zu unterrichten. In Rom wurde folgende amtliche Mitteilung darüber ausgegeben: „Der italienische Außenminister Graf Ciano hat den englischen Botschafter Lord Perth empfangen, der ihm offiziell mitteilte, daß seine Regierung den Beschluß gefaßt habe, die italienische Souveränität über Aethiopien anzu - erkennen. Zu diesem Zweck hat er zur Weiterleitung an den Kaiser dem italienischen Außenminister die neuen Beglaubigungsschreiben überreicht, die ihn als britischen Botschafter beim König von Italien und Kaiser von Aethiopien beglaubigen. Graf Ciano hat von der Mitteilung Kenntnis genommen und Lord Perth gebeten, der britischen Regierung mitzuteilen, daß die faschistische Regierung diese Mitteilung zu schätzen wisse." Rumänischer Königsbesuch in London. Wirtschaftliche Pläne. London, 16. Nov. (Europapreß.) Bei nebligem und regnerischem Wetter fand am Mittwoch in den Mittagsstunden der geplante Staatsbesuch des Königs Carol von Rumänien und des Kronprinzen Michael in der Londoner City statt. Beide begaben sich vom Buckingham-Palast, begleitet von einer Eskorte der Leibgarde, über den Trafalgar- Platz durch die Fleet-Street in die Guild-Hall, wo ein Festbankett stattfand. In seinem Trinkspruch auf den Lordmayor beschäftigte sich König Carol mit wirtschaftspolitischen Magen. Er ging aus von der Waffenbrüderschaft während des Weltkriegs. Es gäbe nichts besseres zur Wahrung des Friedens als eine wirtschaftliche Zusammenarbeit. Die Geschäftsleute seien die zuverlässigsten Botschaft ter des Friedens. Rumänien brauche eine friedliche Atmosphäre zur Stärkung feiner Macht und zur Förderung seines kulturellen Fortschritts. Nach Mitteilung unterrichteter Kreise bildet die Gewährung englischer Anleihen in Höhe von acht Millionen Pfund (rund 100 Millionen Mark) einen der wichttgsten Gegenstände bep B«, MLchungen föpöjfi LKÄ.S is SMas- LrW iW Kck orges Regie ging in Szene. Hie wiesen. Der e- und etwas Sahne = Herauszüchtung wertvoller Eigenschaften. Mit einer festlichen Aufführung von Schillers „Kabale und Liebe" hat das Berliner Schiller- theater feine neue Spielzeit begonnen. Df- Führer und Reichskanzler, durch dessen Förd^ rung die Bühne in einjährigem Umbau eine repräsentative Gestalt erhalten hat, zeichnete die Eröffnungsvorstellung durch seine Anwesenheit aus. In der neueingebauten Führerloge hatten neben ihm Platz genommen der Reichsminister Dr. Goebbels, und als Hausherr der Oberbürgermeister und Stadtpräsident der Reichshauptstadt Dr. Lippert. Ferner sah man in der Umgebung des Führers u. a. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, Reichs- pressechef Dr. Dietrich, Generalbauinspektor Professor Speer, den Reichsbildberichterftatter Prof. Heinrich Hoffmann und den Architekten Prof. Paul Baumgarten., der den ebenso geschmackvollen wie technisch hervorragenden Umbau des Schillertheaters geleitet hat. Dor einer erlesenen Zuschauerschaft sprach der Intendant Staatsschau- lassen worden. Er wurde nunmehr völlig rehabilitiert. * Die englische Regierung gab einen Empfang zu Ehren der in England weilenden deutschen Wirtschaftsschriftleiter. Sir Frederic Leith-Rotz empfing die Gäste, unter denen sich zahlreiche führende Persönlichkeiten des englischen öffentlichen Lebens sowie der deutschen Kolonie befanden. * Königin Maud von Norwegen ist am Mittwoch unerwartet in einem Londoner Krankenhaus einer Unterleibsoperation unterzogen rooroen In einem von fünf Aerzten unterzeichneten Bericht heißt es, daß die Operation zufriedenstellend verlaufen ist, daß der Zustand der Königin für die nächsten Tage jedoch noch ernst sein dürfte. König Haakon ist "in London eingetroffen. Kunst und Wissenschaft. Heueröffnung des Berliner Schiller-Theaters. issenschast im Kamps gegen pflanzenkrankheiien Wie widerstandsfähige und erfragreiche Sorten gezüchtet werden. hatten, daß sie als neue Sorte Eingang finden konnten. In den meisten Fällen genügt der durch Kreuzung entstandene Bastard allerdings noch nicht den Anforderungen, die wir an eine Kulturpflanze stellen müssen. Wenn auch Anlagen beider Eltern in ihm vorhanden sind, so braucht in der ersten Bastardgeneration die Resistenz keineswegs immer in Erscheinung zu treten.' Erst in der zweiten Kreuzungsgeneration können wir nach den Mendel- schen Gesetzen das Herausspalten der eiter- lichen und die freie Kombination aller Eigenschaften erwarten. Wir erhalten also jetzt neben Formen, die nur widerstandsfähig sind, und solchen, die nur ertragreich sind, auch solche, die beide Eigenschaften in einer. Pflanze vereinigen. Das sind die gewünschten Typen! Diese zu finden, so einfach der Weg zu erscheinen mag, ist oft das Ergebnis unendlich langer und mühevoller Arbeit. An einigen Beispielen soll ein solcher Züchtungsweg geschildert werden. Die Kulturpflanze wird mit der Wildform gekreuzt. Auf Grund der oben angegebenen Ziffern über die Schäden, die durch den Erreger der Kraut- faule, Phytophthora infestans, bei den Kartoffeln hervorgerufen werden, bemühte sich die prak- tische Züchtung schon seit langem und die wissenschaftliche Immunitätszüchtung seit geraumer Zeit, widerstandsfähige Sorten zu schaffen. Es gelang, von verschiedenen Expeditionen in die Heimatgebiete der Kartoffel, Mittel- und Südamerika, Wildformen unserer Kulturkartoffel nach Hause zu bringen, die sich vollkommen widerstandsfähig gegen die Krankheit verhielten, jedoch unter unseren An- bauoerhÄtnissen feine Knollen ansetzen. Die aus den Kreuzungen zwischen diesen Wildformen und Kultursorten hervorg»gangenen jungen Sämlinge werden mit den Pilzsporen im Gewächshaus künstlich infiziert. Die anfälligen gehen zugrunde, die widerstandsfähigen werden aufs Feld gepflanzt und die ertragreichsten und besten von ihnen geerntet. Im kommenden Jahre werden diese wiederum mit Kultursorten gekreuzt, die daraus ent- standenen Nachkommen einer weiteren künstlichen Infektion und Selektion ausgesetzt, aufs Feld gepflanzt, geerntet und dieses Perfahren so lange wiederholt, bis in einem Sämling, das heißt einer Pflanze Wider st andsfähigkeit mit guter Leistung gepaart ist. Durch die Knollenoermehrung ist es dann verhältnismäßig leicht, die Pflanze als Sorte in den Handel und zum Groß- anbau zu bringen. Nutzen für die Volkswirtschaft. Der finnische Außenminister Ho l st t wird auf feinen früheren Posten als finnischer Gesandter m der Schweiz zurückkehren. Als fein Nachfolger wird der bisherige Handelsminister Professor B o i o n m a genannt. MAG®* U Einigung in Prag. Die Verhandlungen zwischen Tschechen und Slowaken beendet. Prag, 15. Nov. (DNB.) Die Verhandlungen der Slovaken mit den Vertretern der ehemaligen tschechischen Mehrheitsparteien über die Der assungs- mäßige Verankerung der slowakischen Autonomieforderung sind beendet worden. Es ist eine Einigung in d e n wesentlich st en Punkten erzielt worden. Die Finanzen, die Außenpolitik, das Heereswesen und das Verkehrswesen werden von gemeinsamen Ministerien verwaltet werden. Die slowakische Landesregierung wird vom Präsidenten der Republik ernannt werden. Die meisten Schwierigkeiten hatte es ausgelöst, daß die Slowaken mit „Reparationsforderungen" für die zwanzig Jahre Schäden auftraten, die aus der Verwei- rung der Autonomie entstanden waren. Diese Frage ist dahingehend gelöst worden, daß den Slowaken gewisse Entschädigungen geleistet werden. Die Höhe dieser Entschädigungen wird später festgesetzt werden Die Präsidentenwahl soll Dienstag nächster Woche stattfinden. Es dürfte bei der Kandidatur Chvalkowskys bleiben. Ministerpräsident Sirovy hat beide Kammern der Nationalver- sammlung zur Herbstsession auf den 17. November einberufen. Kleine politische Nachrichten. Reichsminister Dr. Goebbels tat den bisherigen Intendanten des Reichssenders Frankfurt, Fricke, mit der Leitung des Reichssenders B r eslau, dessen Intendant die Geschäfte des Reichssenders Wien führt, beauftragt und den bisherigen Sendeleiter des Reichssenders Hamburg, Werber, zum Intendanten des Reichssenders Frankfurt bestellt. Nachdem die Ueberleitungsmaßnahmen nach Aufhebung der Militärverwaltung im wesentlichen beendet sind, hat Reichsminister Dr. Frick den bisherigen beauftragten Reichskommissar m Aussig, Regierungspräsident Bachmann, Schneidemuhl, von seinen Dienstgeschäften entbunden und den Ministerialrat im Reichsministerium des Innern, Gauleiter a. D. und ^-Oberführer Hans Krebs, mit der Wahrnehmung der Dienstgeschäfte des Regierungspräsidenten in Aussig beauftragt. Aus Anlaß der Wiederwahl des litauischen Staatspräsidenten ist ein Erlaß über die Rückgabe der bürgerlichen Rechte an den Führer der Memel- deutschen Einheitsliste, Dr. Neumann, und die anderen im großen Kriegsgerichtsprozeß Verurteilten erschienen. Dr. Neumann, der 1935 auf Grund seiner Zugehörigkeit zu einer legalen Partei zu Unrecht verurteilt wurde, war 1938 zunächst seine Strafe er- spieler Heinrich Georae den Prolog. Unter Georges Regie ging dann das bürgerliche Trauerspiel in Szene. Die Schauspieler Paul Wegener (Präsident), Heinrich George (Miller), Gisela Uhlen (Luise), Raimund Schelcher (früher in Gießen, als Ferdinand), Else Petersen (Milford), Karl Meixner (Wurm), Ernst Le aal (Kalb) und Ilse Fürstenberg (Frau Miller) wurden viele Male vor den Vorhang gerufen. Am stürmischen Beifall beteiligte sich auch der Führer Aber auch bei den anderen Kulturpflanzen wird durch intensive Züchtungsarbeit versucht, krankheits- widerftandsfähige Sorten auf dem Wege der Kreuzung und der Selektion zu fchaffen. Die Großschädlinge unserer Getreidearten, wie Rost, Brand und Meltau, können radikal auf die Dauer erfolgreich nur auf diesem Wege bekämpft werden. Im Weinbaugebiet werden jährlich Millionen aus- gegeben zur Bekämpfung der verschiedenen Schädlinge, insbesondere des falschen Meltaues. Auch hier hat die Immunitätszüchtung große Aufgaben und nach den bisherigen Erfolgen auch große Aussichten zu widerstandsfähigen Kulturreben zu gelangen. Wir denken weiterhin an die großen Schäden, die durch eingeschleppte Parasiten hervorge- rufen werden, z.B. an den 1907 in ganz Westeuropa aufgetretenen Eichenmeltau. Schließlich gehört zu den Aufgaben der Immunitätszüchtung' aber auch der Kampf gegen tierische Schädlinge. Es sei hier nur an die Reblaus und den Koloradokäfer gedacht. Zum Schluß sei noch ein Beispiel angeführt, das die Ausmaße solcher Schäden nicht nur für die Volks-, sondern auch für die Weltwirtschaft charakterisiert. Nachdem der Großanbau des Zuckerrohres durch eine Mosaikkrankheit nicht mehr möglich war und der Ertragsausfall den Zuckerweltmarkt eingehend geschädigt hatte, gelang es, durch Kreuzung dieser anfälligen Form mit einer Wildform nach verschiedenen 'Kreuzungsexperimenten eine immune Sorte zu erhalten, die auch in bezug auf Zuckergehalt alle alten chinesischen Kultursorten überragte. Diese Pflanzen wurden vegetativ vermehrt und stellen nun den größten Prozentsatz der Gesamtanbaufläche des Zuckerrohres dar. Diese Beispiele mögen genügen, um die durch Krankheiten verursachten Schäden anzudeuten, gleichzeitig aber auch neue Wege aufzuzeigen, die die Wissenschaft in Verbindung mit der Praxis zur Verhütung solcher Schäden und Katastrophen beschreitet. Heinz Lehmann. famtfumme soll der größere Teil für rumänische Rüstungsaufträge beim Vickers-Konzern Der- Wendung finden. Ein weiterer Betrag soll für die Bestellung von K u n st d ü n g e r, der von dem englischen Farbentrust Imperial Chemical Industries geliefert wird, und für die Errichtung von G e - treide-Elevatoren in rumänischen Häfen, die von englischen Firmen gebaut werden sollen, verwendet werden. Etwa ein Fünftel der Anleihe würde Rumänien zur freien Verfügung verbleiben. König Carol empfing am Mittwochabend Premierminister Cha mh erlain im Buckingham-Palast. Wie Preß Association wissen will, habe sich die Unterredung mit Deutschlands wirtschaftlicher Tätigkeit in Rumänien besaßt sowie mit der Möglichkeit, die rumänische Ausfuhr nach Großbritannien zu erhöhen. Auch seien vielleicht Angelegenheiten, die mit rumänischen Oellieferungen in Verbindung ständen, erörtert worden. Oer gesamte Ebro-Bogen wieder in nationaler Hand. Saragossa, 16.Nov. (DNB.) Wie aus dem nationalen Heeresbericht heroorgeht, haben die nationalen Truppen an der Ebro-Front den bolsche- • wistischen Widerstand allenthalben niedergeschlagen. Das gesamte Gebiet des Fatarellas-Gebirges sowie das Montserrat-Gebirge und wichtige Höhen zwischen FÜx und Asco wurden besetzt. Die Ortschaft Llsco wurde von nationalen Abteilungen erobert. In später Nachtstunde wurde auch Flix erobert, womit der gesamte Ebro-Bogen von den Nationalen zurückerobert worden ist. Die Sowjetspanier haben, nachdem das rechte Ebro-Ufter jetzt völlig von den Nationalen in Be» s i tz genommen worden ist, eine ihrer größten Niederlagen erlitten. Von ihnen wurden, so stellt der nationale Heeresbericht fest, rund 20000 Mann durch die Nationaltruppen gefangen genommen. Die Zahl der im Verlaufe der Schlacht auf feiten der Roten Gefallenen wird mit 75 000 angegeben. Die von den Nationalen gemachte Material-Beute ist recht erheblich: 14 Haubitzen, etwa 30 000 Granaten, 45 Mörser, 181 schwere und 213 leichte MG., 24 000 Gewehre, 8000 Bajonette, 18 sowjetrussische Tanks sowie 17 unbrauchbare weitere Tanks, ferner 76 000 Mörsergranaten, 36 000 Handgranaten. An feindlichen Fliegern wurden insgesamt 242 erbeutet ober zerstört; bei 94 roten Flugzeugen steht der Abschuß so gut wie sicher fest. Nationale Flieger haben, wie der Heeresbericht weiter mitteilt, militärische Ziele im Hafen von Cartagena mit Bomben belegt, wobei ein Milize getroffen wurde.. Nachrichten, die aus Katalonien eingetroffen sind, besagen, daß in Barcelona bei den Roten tiefe Niedergeschlagenheit wegen der großön Niederlage an der Ebro-Front herrschen soll. Infolge dieser Schlappe wurden von den verschiedenen roten Richtungen „außerordentliche Sitzungen" einberufen, in denen u. a. wieder einmal das rote Heer neu organisiert werden sollte. Negrin muß schon wieder neue Angriffe der Kommune über sich ergehen lassen, der Befehlshaber der roten Milizen an der Ebro-Front ist zurückgerufen worden. Verschiedene Unterführer, die den Rückzug angeordnet haben, sind verhaftet worden. Ihr Schicksal dürfte bei dem von den Sowjets aupgeüb= ten üblichen Derfahrenswege jetzt schon besiegelt fein. Einen ganz anderen Weg in der Bekämpfung von Pflanzenkrankheiten geht nun die Immunität s - und Resistenzzüchtung. Sie versucht auf indirektem Wege, durch Schaffung krankheits- widerstandsfähiger Sorten, die Krankheiten selbst nicht aufkommen zu lassen. Wie jede Züchtung, so baut sich auch die Immunitätszüchtung auf das Vorhandensein erblicher Eigenschaften und Unterschiede auf. Um resistente Sorten zu erhalten, muß mindestens eine der Elternformen gegen die betreffende Krankheit widerstandsfähig sein. Eine weitere Voraussetzung ist die Kreuzbarkeit dieser Formen mit den anfälligen Sorten. Sofern wir resistentes Ausgangsmaterial schon innerhalb unserer Kultursorten inden (z.B. krebswiderstandsfähige Kartoffelsorten), läßt sich eine Kreuzung in den meisten Fällen leicht durchführen. Schwieriger wird jedoch die Kreuzungsmöglichkeit, wenn innerhalb der Kultursorten keine widerstandsfähigen Formen austreten und wir gezwungen sind, andere verwandtschaftlich entferntere Formen heranzuziehen, d. h. Astkreuzungen oder sogar Gattungskreuzungen durchführen zu müssen. Das Ziel ist also jeweils eine Kombination der gewünschten Eigenschaften — Widerstandsfähigkeit der einen Sorte ober Art und Leistung der anderen — in einer einzigen Pflanze zu erreichen. Es bedeutet z.B. züchterisch keine sehr große Schwierigkeit, zu krebs festen Kartoffeln zu gelangen. Nachdem ein künstliches Infektionsverfahren ausgearbei- tet worden war, stellte sich heraus, daß unter den vorhandenen Sorten schon krebsfeste vorhanden waren, und daß auch die Kreuzung von krebsfesten und krebsanfälligen immer einen Anteil an krebs- festen Nachkommen enthielt. Bei Untersuchung einer genügend hohen Anzahl fanden sich auch Typen, die neben der Krebsfestigkeit einen solchen Ertrag herzlich. <9rof Kuno von Hardenberg f. Am Dienstagabend ftarb in Darmstadt Kuno Ferdinand Graf von Hardenberg, der Chef der Großherzoglichen Haus- und Vermögensverwaltung und der Direktion der großherzoglichen Kunfte fam'mlungen. Genau auf den Tag ein Jahr nach der Katastrophe, von der die großherzogliche Familie betroffen worden ist, ist der langjährige Berater dieses Hauses verschieden. Graf Hardenberg hatte vor einigen Wochen einen schweren Verkehrsunfall, von dem er anscheinend wieder genesen war, denn er ging bereits seinen Dienstobliegenheiten wieder nach. Doch dürfte durch diesen Unfall die Gesundheit des Grafen empfindlich angegriffen gewesen sein. Er hat ein Alter von 68 Jahren erreicht. Auf dem Stammsitz seines Hauses bei Hannover geboren, studierte Hardenberg zunächst Jura in Berlin und Göttingen, wandte sich aber bald, seinen eigentlichen Neigungen folgend, den schönen Künsten zu und beschäftigte sich mit Innenarchitektur, bildender Kunst und Literatur. Zahlreiche Abhandlungen aus diesen Gebieten sind aus Hardenbergs Feder heroorgegangen. Seit 1917 Hofmarschall des Großherzogs Ernst Ludwig, erwies er sich als ein hervorragender Organisator. Er hatte eine besondere Vorliebe für Buchkultur und war Vorsitzender der Gesellschaft Hessischer Bücherfreunde. Bedeutend waren auch seine musealen Fähigkeiten; das Schloß- museum, das Jagdmuseum in Kranichstein und das Porzellanmuseum im Prinz-Georg-Palais zeugen davon. — Die „Heimat im Bild" verdankt Hardenberg wertvolle Mitarbeit. Hauskonzert bei Or. Frick. Wie alljährlich hatten auch an diesjährigen Tag der Hausmusik Reichsminkster Dr. Frick und Gattin Männer der Partei und des Staates, Künstler und Gelehrte zu einem Hauskonze-rt ein geladen. Stunden erlesenen Kunstgenusses vereinten Gastgeber und Gäste in den festlichen Räumen des Reichsinnenministeriums. Ausführende waren: Am Klavier Professor Michael Rauch eisen, das Stroß-Quartett (München) mit Professor Wilhelm Straß, Professor S ch m i d t n e r, Professor Valenten Härtl, Professor Paul (Brümmer und Kammersänger Professor Josef von Mano - war da. Schumanns Klavierquintett Es-dur op. 44 leitete den Abend ein. Sechs Lieder von Schubert, von Josef von Manowarda gesungen und begleitet von Professor Michael Raucheisen, bildeten das Kernstück der Dortragsfolge, die beschlossen wurde von Brahms Klaoierquintett in f-moll op. 34. Stürmischer Beifall dankte den Künstlern, denen Reichsminister Dr. Frick und Gattin am Schluß persönlich den Dank aller Hörer aussprachen. Unter den zahlreichen Gästen de, Reichsinnenministers sah man fast alle in Berlin anwesenden akkreditierten Vertreter der auswärtigen Mächte. Ferner bemerkte man führende Männer aus Staat und Partei, Kunst und Wissenschaft. Aus alter Wett. Einsturzunglück in Rumänien fordert 5 Todesopfer. In der Fabrik Astta in Arad (Rumänien) ereignete sich ein schweres Unglück. Als 25 Arbeiter mit der Anbringung einer neuen Decke in einer Maschinenhalle beschäftigt waren, stürzte die Decke ein und begrub die Arbeiter unter sich. Fünf von ihnen wurden auf der Stelle getötet; die übrigen erlitten leichtere Verletzungen. Autounglück in den Berner Alpen. Bei der Ortschaft Saint Leonard in den Berner Alpen ereignete sich ein schwerer Autounfall, bei dem drei Insassen, Baseler Kaufleute, ums Leben kamen. Die Ursache des Unglücks ist noch ungeklärt. eine delikate Sahnensoße ---------- . . nifcante Zwiebelsoße undeinekLZwIebel-cme P* Senfsoße und ein -°'S«°'5-nt = e me kr s°"°,v„5oße und einige Tomaten - eine Daß Menschen und Tiere von den verschiedenartigsten Krankheiten bedroht werden, daß viele Krankheiten von großer Bedeutung sind und eine Bekämpfung unumgänglich ist, wissen wir alle aus eigenem Erleben und eigener Anschauung. Eine nicht so klare Vorstellung haben wir im allgemeinen über die Art und Bedeutung von Krankheiten im Pflanzenreich. In erster Linie sind es natürlich Nutz- und Kulturpflanzen, deren Krankheiten die Menschen am längsten und meisten interessiert haben und deren Bekämpfung aus wirtschaftlichen Gründen am notwendigsten ist. Je mehr wir heute in der Ernährung auf uns selbst gestellt sind, d. h. je mehr wir von den eigenen Erträgen unserer landwirtschaftlichen Kulturpflanzen abhängen, um so mehr müssen wir versuchen, die Ursachen von schlechten oder gar Mißernten abzustellen. Was beeinflußt nun die Pflanze in ihrer Leistungsfähigkeit und Ertragssicherheit? Die Bedeutung von Düngung, Boden, Feuchtigkeit, Temperatur usw. ist allen bekannt und soll hier nicht erörtert werden. In nicht geringem Grade sind es aber auch die verschiedensten Krankheiten, die regelmäßig oder unregelmäßig unsere Kulturpflanzen befallen. Der durch diese Krankheiten verursachte Schaden ist natürlich sehr unterschiedlich in den einzelnen Jahren. Die Höhe der jährlichen Gesamtschäden wird auf etwa 1 bis 2 Milliarden angegeben, außer in Jahren, in denen einzelne. Fruchtarten besonders versagen. So war der berüchtigte Kohlrübenwinter 1916/17 die Folge einer durch die Krautfäule großenteils vernichteten Kartoffelernte, mit einem Verlust von 1,5 bis 2 Milliarden. Dor einer fast vollständigen Aufgabe des Hopfenbaues stand man 1926, als ein Peronospora-Pilz in außerordentlichem Maße austrat. Man spricht ferner von sogenannten „Rostjahren", in denen die durch Rostpilze verursachten Schäden bei .den Getreidearten besonders hoch find. Es hat sich daher im Laufe der Zeit eine besondere Wissenschaft herausgebildet: die Phytopathologie, die Lehre von den Pflanzenkrankheiten. Welche Bedeutung diesem Forschungszweig beigemessen wird, geht daraus hervor, daß zahlreiche Länder eine ganze Reihe von staatlichen Instituten für solche Untersuchungen unterhalten. Eine der Aufgaben der Phytopathologie ist es, die Grundlagen für eine Bekämpfung der Pflanzen kr an khei- t e n zu schaffen. So ist z. B. notwendig, die Gebens- Verhältnisse der pilzlichen, bakteriellen ober tierischen Parasiten kennenzulernen, das Befallbild des Erregers auf den verschiedenen Wirtspflanzen zu studieren usw., um eine direkte Bekämpfung mit den verschiedenen chemischen Präparaten erfolgreich durchführen zu können. In vielen Fällen haben sich solche Bekämpfungsmaßnahmen als sehr schwierig, in manchen sogar als unmöglich, in allen Fällen jedoch als eine sehr kostspielige Angelegenheit er- Weiterbericht Zwischen dem Hochdruckgebiet über Südosteuropa und einem neu entstandenen Hochdruckkern über der Nordsee hat sich eine Tiefdruckstörung gehalten. Sie bedingt vor allem im südlichen und östlichen Deutschland nur Regen, während sonst neblig-trübe Witterung vorherrscht. Nur auf kleinen Gebieten vermochte sich bisher der Einfluß des Nordfeehochs in Aufheiterung durchzusetzen. Auch für die Folge muß vielfach mit Nebelbildung gerechnet werden, wenn auch nennenswerte Niederschläge kaum wahrscheinlich sind. Vorhersage für Freitag: Besonders morgens vielfach neblig oder dunstig, sonst im allgemeinen trocken und wolkig bis heiter, Temperaturen wenig geändert, veränderliche Winde. VorhersagefürSamstag: Fortdauer der im allgemeinen trockenen, doch vielfach dunstigen Witterung. Lufttemperaturen am 16. November: mittags 11,2 Grad Celsius, abends 6,8 Grad; am 17. November: morgens 4,6 Grad. Maximum 11,2 Grad, Minimum heute nacht 3,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 16. November: abends 8,7 Grad; am 17. November: morgens 7,2 Grad. — Sonnenschein- dauer 6,2 Stunden. Hauptschriftleiter l)r. Friedrich Wilhelm Lange. Stelloertteter des Hauptschriftteiters: Ernst Blum» schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. X. 38: 10 013. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. */> „Alles in Ordnung bis hierher!" meint Grote und sieht zu Karajan hin. Doch der winkt leicht ab. „Bis hierher ist's auch kein Kunststück. Das Kunststück beginnt jetzt erst. Kommen Sie!" Im Nebenraum ist kein Mensch. Sie müssen die Tür auftchließen, denn unter diesem schmalen, langgestreckten Dach sind Karajans Speziallösungen angesetzt, die aus dem gewöhnlichen Preßstoff das universal verwendbare „Karolit" machen! Kein Arbeiter hat zu diesem Raum Zutritt mit Ausnahme derjenigen Leute, die Karajan alle auf Herz und Nieren geprüft hat. Und von denen übersieht auch jeder nur einen bestimmten Teil des Arbeitsprozesses. „Wer das Geheimnis dieses Raumes durchforscht, weiß, wie man „Karolit" herstellt!" meint Karajan nachdenklich. Aber Grote lacht nur: „Das bas nicht geschieht, dafür werden wir schon sorgen, Herr Doktor! Ich werde meine Augen offenhalten!" „Sie sind ein guter Kerl, Grote!" nickt ihm ■ Karajan zu. „Aber — die Gegenpartei wird im • Dunkeln arbeiten. Augen aufhalten nützt da meist t verdammt wenig. Aber nun kommen Sie! Bei den - Pressen sind sie wahrscheinlich soweit." i Es ist lange Mittagszeit, aber die beiden Männer ) denken nicht daran, mm Essen zu gehen. Sie sind 'gefesselt, gefangen. Ihre Augen glänzen—. Die gesagte Unterstützung. Anschließend sprach der Leiter des NSD.-Dozen- tenbundes, Dr. F r e e r k s e n, über den Sinn dieser Vortragsarbeit. Er betonte, daß sie vor allem dazu bienen soll, in breiteren Kreisen bas Verstanb- nis für die Arbeit der Universität zu fördern, insbesondere bei jenen Volksgenossen, die sonst keine Möglichkeit hätten, diese Arbeit kennenzulernen. Dann hielt ber Direktor des Anatomischen In- ftituts, Pr°f. Dr. Elze, in anschaulicher Weis- einen Vortrag über das Thema „Aus der Werkstatt des Anatomen". In einem drastischen Vergleich sprach er vom Motor eines Autos, der, wenn er streikt, einfach untersucht wird, um nachzuforschen, wo bie Ursache des Versagens liegt und der Schaben behoben werden kann. Beim Menschen, bet dem ja nicht eine Kühlerhaube gehoben werden kann, ist die Sache erheblich anders. Für den Arzt sei es erste Voraussetzung, daß er zum Anatom in bie Schule gehe unb ben Bau des menschlichen Körpers genau kennenlerne. Die Anatomie sei die Grundlage aller ärztlichen Tätigkeit. Da das Wissen um den Bau des menschlichen Körpers nicht - - - - . , „ - ohne weiteres am lebenden Menschen erworben 1 ten des Dankes an den Vortragenden. ßen wird uns mitgeteilt: Der beamtete a.o. Professor an unserer Universität Dr. Rudolf Gerber ist von ber Akademie gemeinnütziger Wissenschaften zu Erfurt zum wärtigen Mitglied ernannt worden. SJ.-fpori Reichssportführer stiftet Leistungspreis für Spitzensportler. Reichssportführer von Tschammer und Osten hat für die Spitzensportler aus allen Lagern einen Preis gestiftet, dessen Art und Gestaltung noch bestimmt werden und den zu erringen ein sehr strenger Maßstab angelegt wird. Entscheidend für die Vergebung sind die Leistungen, die unsere Spitzensportler beispielsweise in der Leichtathletik in der Zeit zwischen den deutschen und den Europameisterschaften d. I. vollbracht haben. Wer in dieser Zeit die Leistungen der Olympiaklasse, die das Mittel der Leistungen der je sechs Endkämpfer in Los Angeles und Berlin darstellt, mindestens zweimal ereicht oder gar Überboten hat, wird mit dem Sonderpreis des Reichssportführers ausgezeich- net. In der Leichtathletik sind dies unsere beiden Hammerwerfer Erwin Blast und Karl Hein, Rudolf H a rb i g für feine 400-Meter-Läufe, Ger- Hard Stück und Hans Wällte im Kugelstoßen, sowie der Hamburger Schmidt als Geher. Stock hat die Olympiaklassen-Leistung von 15,80 Meter einmal erreicht und mit 15,83 Meter auch Überboten. Wollte kam auf 15,88 Meter und 16,52 Meter. Harbig lief die 400 Meter in 46,8, sowie des öfteren unter 47,5 Sekunden, der Grenzleistung. Pech^hatte Lt. Holling, unser Rekordmann über 400 Meter Hürden. Hier liegt die Grenze bei 53,5 Sekunden. Holling schuf nun zwar mit 53,1 einen neuen deutschen Rekord, aber seine nächstbeste Zeit heißt erst 53,6 Sekunden, so daß er mit dem Sonderpreis nicht bedacht werden konnte. FachamtSchilauftagteaufderZugspihe Reichsfachamtsleiter Rüther berief im Einvernehmen mit der Reichssportführung die Gau- und Kreisfacbwarte zu einer Arbeitstagung auf der Zugspitze zusammen, um noch einmal alle praktischen und organisatorischen Fragen im Hinblick auf den bevorstehenden Winter durchzusprechen, lieber 100 Teilnehmer waren am Montagvormittag zur feierlichen Flaggenhissung angetreten, die den Kursus einleitete. Unter Leitung erfahrener Lehrkräfte wird in dieser Woche ein abwechslungsreiches Programm erledigt. Reben drei- bis vierstündiger praktischer Arbeit auf den Schneefeldern füllen theoretische Vorträge und die Behandlung organisatorischer Fragen das Tagesprogramm aus. Rach der Eingliederung der Ostmark und des Sudetenlandes ist dos Arbeitsgebiet des Fachamtes Schilauf wesentlich erweitert worden. Vertreter dieser Gaue werden dafür zur Mitarbeit herangezogen. Der Reichsfachamtsleiter gab noch einmal die Richtlinien für den kommenden Winter bekannt und stellte die Sch itouriftik als Werbemittel für die Breitenarbeit in den Vordergrund. Besondere Aufmerksamkeit wird auch der Ausbildung der Lehrwarte und der Förderung unserer Spitzenkönner zugewandt. Weitestgehende Vorbereitungen erfordern die Ausrichtung der großen Meisterschaften, sowie der internationalen Wettbewerbe. Eine endgültige Beschlußfassung über die Teilnahme unserer deutschen Mannschaft im Ausland ist noch nicht erfolgt. Fest steht bis jetzt lediglich der Start bei den Weltmeisterschaften in Zakopane. Ganz auf Gegenseitigkeit wird die Beschickung internationaler Veranstaltungen des Auslandes aufgebaut fein. Rationen, die Läufer zu deutschen Wettbewerben entsenden, dürfen der Teilnahme einer deutschen Expedition bei ihren Veranstaltungen gewiß sein. Lieber 700 Gchiveranstaliungen. Das Reichsfachamt Schilauf im DRL. veröffentlicht jetzt die großdeutschen Schitermine für den nahenden Winter. Genehmigt wurden 663 Veranstaltungen, zu denen noch die des Sudetengaues hin- zukommen, der, mit einer einzigen Ausnahme, feine Termine noch nicht festgesetzt hat. Mit den Vorhaben im Sudetenland dürste die Zahl von 700 Schiveranstaltungen überschritten werden. Die meisten Wettkämpfe bringt wie üblich der Januar (246), während der Februar, auf den die Meisterschaftstermine ent- fallen, „nur" auf 184 kommt. Den Start in den Winter bringt der 27. November. An diesem Sonntag wird auf der Adolph-Schanze in der Nähe der neuen schlesischen Baude (Riesengebirge) und auf dem Zugspitzplatt gesprungen. Des Altreichs höchster Berg, die Zugspitze, wird dann am 11. Juni nächsten Jahres mit einem Torlauf auch den Abschluß dieses Schiwinters erleben. Dazwischen liegt dann die Riesenzahl der großdeutschen Schiwettkämpfe mit den Höhepunkten vom 3. bis 5. Februar in Oberhof und 25. und 26. Februar in Kitzbühel (Deutsche und Wehrmachts-Schimeisterschaften). Die in Großdeutschland international ausgeschriebenen Veranstaltungen sind: Mitte oder Ende Januar Schispringen in Harrachsdorf; 26. bis 29. Januar Internationale Wintersportwoche von Garmisch-Partenkirchen; 5. Februar Großtorlauf Londonderry-Rennen bei Gurgl; 11. bis 12. März II. Arlbergrennen um den Tschammer- Pokal bei St. Anton; 18. bis 19. März Internationales Feldbergrennen. Fußball im Zeichen des Winterhilfswerks. Württemberg gegen Nationalelf 1:1. Das bedeutendste Fußball-Winterhilfsspiel des Bußtages führte in der Stuttgarter Adolf-Hitler- Kampfbahn die mit vielen jungen Kräften durchsetzte deutsche Auswahlmannschaft mit einer Gau- Vertretung Württembergs zusammen. Bei trübem Wetter hatten sich rund 15 000 Besucher eingefunden, die einen von der ersten bis letzten Minute schönen und spannenden Kampf erlebten. Württemberg bot eine sehr gute Gesamtleistung und machte einen wesentlich aeschlosseneren Eindruck als die Nationalelf, bei der das Spiel nicht immer nach Wunsch lief. Die Schwaben hatten im Feld stets kleine Vorteile, und wenn diese Feldüberlegenheit keinen zahlenmäßigen Ausdruck finden konnte, so lag das einmal an der Schußunsicherheft der wärt- tembergischen Stürmer und dann an der ganz famosen Arbeit des Schlußdreiecks der Nationalen. Jakob, Janes und Müsch waren in ganz ausgezeichneter Form und „retteten" der Nationalmannschaft das Unentschieden. Die Läufer der Nationalmannschaft — Gellesch, Tibulski und Manner — traten fast während des ganzen Spiels nur als Abwehrspieler in Erscheinung, wodurch natürlich der Sturm nicht die notwendige Unterstützung fand und deshalb auch nicht die erwartete Wirkung erzielte. Mittelstürmer Schön wurde ganz vorzüglich bewacht und kam ebensowenig zur Geltung wie die beiden Außenstürmer Arlt und Biallas, die nicht geschickt genug eingesetzt wurden. Am besten konnten noch die beiden Halbstürmer Rirsch (Wien) und Fiederer (Fürth) gefallen, und von ihnen hinterließ wiederum der Fürther, der ein großes Talent ist, den besten Eindruck. WHW.-Spielergebniffe im Gan Hessen FC. Hanau 93 — VfR. Mannheim 0:3; SC. 03 Kassel — Schwarzweiß Essen 2:6; VfB. Friedberg gegen SV. Groß-Karben 6:1; Stadtelf Fulda — Wehrmacht Fulda 0:3; Hessen Hersfeld — MSV. Hersfeld/T. Friedlos 8:2; FC. 03 Gelnhausen — Kewa Wachenbuchen 3:4; Spvg. Langenselbold — Dunlop SD. Hanau 0:6; SV. Somborn/SD. Neuses — VfL. Groß-Auheim 3:1. Nach Wiederanpfiff sah man zunächst noch das gleiche Bild. Nach den gebotenen Leistungen traute man keiner Mannschaft ein Tor zu. Nur einige Fernschüsse belebten das Spielgeschehen etwas, aber beide Hintermannschaften waren auf der Hut. In der 65. Minute gelang es dann doch Hormel, seine Elf in Führung zu bringen. Einen hohen Flankenball klatschte Burger ab und Hormel verwandelte tm Nachschuß. Aufgemuntert dadurch, erzwangen nun die Teutonen eine klare Ueberlegenheit, aber wieder scheiterte man am Torwart. Erst als Herbst verletzt zehn Minuten ausscheiden mußte, gelang es Bernhardt einen von der Latte abspringenden Ball ins Netz zu befördern. Bei diesem Erfolg sollte es auch bleiben. In den restlichen Minuten wurde noch tapfer gekämpft, aber zu Erfolgen reichte es nicht mehr. Beide Mannschaften befleißigten sich aller Ritterlichkeit. Heuchelheim I *- Rodheim I 2:1 (0:0). Das Winterhilfsspiel in Heuchelheim brachte den annähernd 500 Zuschauern einen ausgezeichneten Fußball. Die Einheimischen standen mit: Wämser; Römer, Kreiling; Garth, Mandler, Waldschmidt; Christ, F. Arnold, Hofmann, Schmidt, Henkelmann. Auch Rodheim hatte eine ausgezeichnete Mannschaft zur Stelle, die durch großen Kampfgeist und Eifer die überlegene Technik der Blauen auszugleichen versuchte, 3n den ersten Minuten schon folgte ein Angriff nach dem anderen auf das Rodheimer Heiligtum. Fast eine halbe Stunde lang Überboten ich die Heuchelheimer Stürmer in prächtigen Kombinationen, bei denen jedoch der krönende Torschuß ausblieb. Die Gäste überstanden bange Augenblicke in ihrem Strafraum. Radheim fand sich jedoch gegen Ende der ersten Halbzeit und antwortete mit gefährlichen Gegenangriffen. Kurz nach der Pause konnten die Gäste nach einem überraschenden Angriff das Führungstor erzielen. Das brachte die Kombination der Blauen wieder in Schwung; das Rodheimer Tor stand im Belagerungszustand, und endlich, nach einem Eckball lenkte der blaue Halb- linke mit schönem Kopfball zum Ausgleich ein: 1:1. Die Einheimischen beherrschten durch vorbildliche Ballbehandlung das Spielgeschehen, und nur ab und zu konnte Rodheim sich freimachen und durch Gegenangriffe antworten. Ein Schulangriff brachte dann das Siegestor, das der Halblinke auf Flanke von Christ durch die Rodheimer Abwehrmauer hindurch unter dem Jubel der Zuschauer einlenkte. Die Blauen hatten großes Schußpech, auf der anderen Seite besaß Rodheim ein vorzügliches Schlußtrio, das oft nur noch in der letzten Sekunde retten konnte. Alles in allem: ein vorbildlicher, fairen Kampf, der die Zuschauer befriedigte und dem WHW. eine für unseren Ort ansehnliche SummS einbrachte. Vor dem Spiele der ersten Mannschaften lieferten! sich die Jugendmannschaften beider Vereine eirt schönes Spiel, das die Rodheimer mit 3:1 gewann neu. Lollar I — Großen Vuseck II 26:0 (14:0). Ein ausgesprochenes Schützenfest wurde in Lollar veranstaltet. Die Großen-Busecker hatten es vorgezogen, nur mit ihrer zweiten Garnitur anzutreten und obendrein noch mit nur zehn Mann. Dadurch verlor das Spiel schon von vornherein bei den zahlreichen Zuschauern die nötige Spannung. Großen- Buseck hat damit dem guten Zweck nicht sonderlich glücklich gedient. Lollar trat, bis auf zwei verletzte Spieler, komplett an. Die Platzbesitzer sahen das Die Sckukc glänzen, das £idec tlritt uicick, denn £adix putzt und pfbgt Zugteick I QUALITÄTS-ERZEUGNIS DER SIDOL-WERKE Ganze mehr als Trainingsspiel an und übten sich im Torschuß. Daß die Gäste überhaupt nichts zu bestellen hatten, dürfte aus der hohen Torzahl her- vorgehen. Die Zuschauer kamen nicht auf ihre Rechnung. Man hätte von den Gästen mindestens eine bessere und vor allem eine vollzählige Elf erwartet. Garbenleich I — Lich I 0:2. Zum angesetzten Winterhilfespiel weilten die Rasenspieler gestern in Garbenteich. Beide Mannschaften hatten Ersatzspieler in ihren Reihen, die sich in erster Linie bei den Gästen äußerst bemerkbar machten. So hatten die Grün-Weißen ihre liebe Not, die Platzbesitzer mit obigem Resultat, das schon bei Halbzeit feststand, zu schlagen. Lollar HI.-Manrftchafl — Großen Vuseck HZ.- Mannschaft 2:2 (1:0). Die Loklarer Jugendelf mußte drei ihrer besten Spieler an die Land-Jugend-Mannschaft abgeben. Dadurch war die Elf etwas geschwächt und konnte es nicht verhindern, daß die Gäste noch kurz vor dem Schlußpfiff aufholen konnten. M nochmals Handball für das WHW. Das Ergebnis des ersten WHW.-Sonntags konnte nicht restlos gefallen. Aus diesem Grunde sah sich die Kreisspielleitung gezwungen, am Buß- und Bettag weitere Spiele anzusetzen. Die Vorbedingungen waren diesmal etwas besser, so daß auch das Endergebnis wesentlich anders war. Nach den bis jetzt vorliegenden Meldungen kann der Kreis VIII für die Winterhilfe — Dank der tatkräftigen Mithilfe seiner Vereine — einen ansehnlichen Betrag zur Ablieferungen bringen, der das Ergebnis des Vorjahres erheblich übersteigt. Damit ist nicht nur der Zweck des Einsatzes erfüllt, die Bemühungen sind vor allen Dingen belohnt. Es standen sich diesmal gegenüber: Tv. Lützellinden/Tv. Hörnsheim — Stadtmannschaft Gießen 11:3. Tv. Grüningen — Tv. Nauborn 16:7 (8:3). Tv. Krofdorf — Tv. Heuchelheim 13:13 (5:7). Tv. Allendorf(L.) — Tv. Dutenhofen 5:8 (2:3). Tv. Atzbach — Münchholzhausen 11:4 (5:8). Tv. Garbenheim — SA. J 33 Wetzlar 9:2 (5:2). Tv. Dornholzhausen — Tv. Holzheim 9:7. Tv. Hochelheim — Tv. Lang-Göns 13:9 (7:4). Tv. Katzenfurt II — Tv. Ewersbach 14:7 (6:2). SA. 88 Niederscheld — Tv. Dillenburg 8:2 (5:2). Die Gießener Stadtmannschaft konnte, zumal sie mit Ersatz und mit nur 10 Mann antrat, gegen die starke Kombination nicht viel ausrichten. Die Einheimischen zeigten besonders in der Hintermannschaft ein ganz großes Spiel und ließen nur schwer einen Ball „durchrutschen". Der Sturm allerdings war weniger durchschlagskräftig, so daß die Tor- ausbeute nicht die tatsächliche Spielstarke miebergibL Grüningen ist auf eigenem Platz nicht zu schlauen. Das bewies auch die neuerliche Begegnung wieder Es kann aber auch fein, daß man aus der vorsonntägigen Niederlage gelernt hat und für die Folge etwas vorsichtiger zu Werke geht. Krofdorf lieferte gegen den großen Gegner eine ausgezeichnete Partie und konnte zum Schluß ein verdientes Unentschieden sicherstellen. Allerdings waren die Gäste nicht komplett zur Stelle, ihre Mannschaft war aber ttotzdem stark genug, um den recht zahlreichen Zuschauern ein ausgezeichnetes Spiel zu vermitteln. Eine zweite Vorstellung gaben die „alten Herren?' des Tv. Allendorf im Spiel gegen Dutenhofen. Diesmal klappte es wesentlich besser und nur knapp wurde der Endsieg abgegeben. Eine vollkommen unerwartete Niederlage mußte die starke Vertretung des Tv. Münchholzhausen in Atzbach einstecken. Die Platzbesitzer waren allerdings in großer Form. Garbenheim war seinen Gästen jederzeit überlegen und gewann wie es wollte. Wenn auch Holzheim alles daran setzte, um das Treffen für sich zu entscheiden, so war der Endsieg den Platzbesitzern doch nicht zu nehmen. Die Hochelheimer boten auch diesmal wieder eine sehr gute Leistung. Sie schlugen ihren Gegner auch der Höhe nach verdient. Ritterliche Kämpfe auf heimischen Plätzen. Vfv.Reichsbahn I — 05 Wetzlar I 2:4 (1:2). Es hatte sich eine stattliche Zuschauermenge auf dem Waldsportplatz eingefunden, die Zeuge eines spannenden Spieles wurde, dessen Ausgang aber nicht dem Spielverlauf entsprach. Die Grunweißen, die mit zahlreichen Ersatzleuten anzutreten gezwungen waren, lieferten eines ihrer besten Spiele, ledig- lich die Stürmerreihe war schwach. Obwohl die Mannschaft etwas mehr vom Spiel hatte, brachten es die Stürmer nicht fertig, die Ueberlegenheit m Tore auszudrücken. Ein Unentschieden hatte dem Spielverlauf entsprochen. Die Gäste hatten zwar auch vier Ersatzleute in ihren Reihen, ftdvch konnte vor allem die Stürmerreihe vollauf befriedigen. Vom Anstoß an griffen die Wetzlarer stürmisch an und konnten ihre erste Ecke erzielen, bie m der dritten Minute den Führungstreffer der Gaste ergab. Die Grünweißen, die sich erst jetzt zurechtfan- den, erwiderten mit flotten Gegenangriffen und Godglück wurde in aussichtsreicher Position abge- stoppt, den Freistoß schoß Lukaschewstt über bas Tor. Die Grünweißen hatten in ber Folge etwas mehr vom Spiel. Die Wetzlarer Hintermannschaft hatte nunmehr bange Minuten zu überstehen, doch konnten alle Angriffe abgewehrt rve^den. Eine zweite Ecke für die Grünweißen brachte nichts em. In der 19. Minute kam eine schöne flanke von Lehrmund zu Lukaschewski, der wuchtig zum Ausgleich einschoß. Die Grünweißen griffen wieder an und man glaubte den Ball schon im Tor, als Zrel- berg, der routinierte Verteidiger der Wetzlarer, aus - der Linie rettete. Die Gäste konnten m ber Folge das Spiel ausgeglichen gestalten. Die Grunweißen hatten eine große Chance, als Lehrmund kurz vor dem Tore stehend, am Tor vorbeischoß. D'e Gafte erzielten drei Ecken hintereinander, deren letzte den 2Beg ins Retz fand und so den Halbzeitstanb ergab. Rach der Pause hatten zunächst die Grünweißen etwas mehr vom Spiel, ohne jedoch dem Gegner gefährlich zu werden, da der Sturm das Schießen vergaß. Das Tempo wurde etwas langsamer. Verschiedene Ecken für die Grünweißen brachten nichts ein. Obwohl die Grünweißen meistens in der Spielhälfte der Gäste waren, brachte ein überraschender Angriff ber Gäste in der 60. Minute das dritte Tor. Die Grünweißen griffen mächtig an und Gobgluck würbe im Strafraum festgehalten, konnte ledoch den verhängten Elfmeter nicht verwandeln und schoß dem Torwart in die Arme. Nachdem die Grunweißen eine weitere Ecke über das Tor schossen, machten sich die Gäste frei und der Mittelstürmer konnte durch unverhofften Schuß auf 4:1 erhöhen. Mehrere Angriffe der Grünweißen brachten nichts ein, einmal war e$ der Pfosten, ein andrWSl Latte, die den Erfolg vereitelte. Jedoch in der Schlußminute konnte Schlitz einen Handelfmeter verwandeln 'und damit das Ergebnis verbessern. Schiedsrichter war Best (Gießen). Jugend Stadl — Jugend Land 3:2. Das Spiel der Auswahlmannschaften der Jugend von Stadt und Land, das auf dem Waldsportplatz ausgetragen wurde, endete mit einem knappen Sieg ber Stadtjugenb. lieber das Spiel berichten wir noch. Teutonia Steinberg I — 1900 Gießen I 1:1 (0:0). Zum dritten Male hintereinander brachten die Teutonen cs jedesmal nur zu einem Unentschieden. Wäre bereits an den beiden vorhergegangenen Sonntagen ein Sieg durchaus verdient gewesen, so kann man cs vom gestrigen Spiel auch behaupten. Meistens konnte man eine leichte Feldüberlegenheit der Teutonen feststellen, cs wurde auch, trotz der schlüpfrigen Bodenverhältnisse, schöner Fußball gespielt, jedoch der letzte Einsatz vor dem Tor fehlte. Anderseits muß man anerkennen, daß 1900 eine äußerst starke Abwehr besaß, an der Spitze der Tormann Herbst, der die schwierigsten Bälle meisterte. Die Läuferreihe war meistens in der Defensive beschäftigt, und tat vollauf ihre Pflicht. Der Sturm bot kein geschlossenes Bild und wurde auch nie sehr gefährlich. Bei den Teutonen konnte man eine geschlossene Mannschaftsleistung sehen, ohne daß eine überragende Spielweise gezeigt worden wäre. Lediglich oorm Tor fehlte die Uebersicht, um den verdienten Sieg herbeizuführen. Beide Mannschaften traten mit je drei Mann Ersatz an, so daß sich unter der Leitung von P o st (Wieseck) folgende Aufstellungen formierten: 1 90 0: Herbst Pankok Lippert Günther Rensing Schäfer Schellhaas Kochi Theis Hormel Heuser Buß Haas Jung Däublin Bernhardt Fritsche Hederich SchmandtH. Fett Schmandt K. Steinberg: Burger . . Mit dem Anpfiff machte gleich 1900 einige gefährliche Vorstöße und die Steinberger Abwehr hatte zu tun. Einmal hielt Burger in feiner Manier einen scharf geschossenen Ball. Allmählich wurde das Spiel offener und der Teutonen-Sturm versuchte es mit kurzem Kombinationsspiel, der Erfolg blieb aus. Die Steinberger Läuferreihe schickte ihren Sturm immer wieder mit weiten Vorlagen ms Gefecht und mancher Schuß fand das Tor. Doch Herbst war nicht zu schlagen. 1600 wurde nur zwischen- durch gefährlich, aber auch ohne Zahlbares zu erretten. Torlos ging es in die Paufe- Kußball der Kreisklaffen. 1. Preisklasse: Heuchelheim — Lollar 2:1; Großen-Buseck — Klein-Linden 0:1; Wißmar — Rodheim 1:2; Lollar II — Garbenteich 1:2; Muschenheim — Lich 0:2; SA. — Hungen 8:1. 2. Preisklasse: Ettingshausen — Geilshausen 2:4; Saasen — Rieder-Ohmen 1:4; Flensungen — Göbelnrod (Ges.- Spiel) 3:1; DfB.-R. III — Krofdorf 2:4; Grüningen — Treis 2:2. , Wißmar I — Rodheim 1 1:2 (1:1). Zum fälligen Verbandsspiel trafen sich auf dem Wißrnarer Sportplatz die 1. Mannschaft der Fußballabteilung des To. Wißmar und die 1. Mannschaft des To. Rodheim. Etwa nach einer halben Stunde konnte Wißmar durch den Halblinken in Führung gehen. Unglücklicherweise verhalf der Gastgeber den Gästen durch ein Selbsttor zum Ausgleich. Bis zur Pause änderte sich an dem Stande nichts mehr. Rach dem Wechsel kämpften beide Mannschaften verbissen um den Sieg, aber trotz großer Ueberlegenheit der Gastgeber gelang es den Rodheimern, eine halbe Minute vor Schluß, den Siegestreffer anzubringen. Rieder-Ohmen — Saasen 4:1. Am Sonntag spielte der Sportverein 1933 Nie- dcr-Ohmen mit seiner 1. Mannschaft in Saasen. Der Spv. 1933, der schon in den letzten Spielen sehr schöne Leistungen gezeigt hat, kam auch auf döm gefährlichen Gelände in Saasen zu einem überzeugenden Sieg. Sicher arbeitete die Hintermannschaft, die Läuferreihe ließ durch ihr aufopferndes Spiel den Gegner kaum zur Entfaltung kommen und der verjüngte Sturm brachte sich durch schnelles und genaues Spiel zur Geltung. Bereits bei Halbzeit stand der Sieg mit 3:0 sicher. Dieser Stand wurde in der zweiten Hälfte noch auf 4:0 erhöht. Kurz vor Schluß gelang dem Gastgeber ber verdiente Ehrentreffer. Die deutschen Tennis-Ranglisten 1938. In den Ranglisten, die das Fachamt Tennis für das abgelaufene Spieljahr bei den Männern und Frauen aufgestellt hat, konnten die sudetendeutschen Spieler, an ihrer Spitze Roderich Menzel (Reichen- berg) und Frau Hein-Müller (Karlsbad), noch nicht derücksichttgt werden. An der Spitze der Männer steht wieder Henner Henkel (Berlin) vor seinem Davispokalgefährten Georg von Metaxa (Wien), dessen Landsmann Hans Redl und dem Berliner Rolf ©opfert. Bei den Frauen nimmt die Wies- badenefln MarieluHe im wA Irmgard Rost den Platz teilen mußte, allein den ersten Rang ein vor der Leipzigerin A. 1111 ft e i n, der Berlinerin T. Hamel und der Wienerin! R. Kraus. Leipzig gewinnt den Turnstädtekampf. Am Dienstag erlebte Deutschlands bebeutenbsteü Städtekampf im Kunstturnen zwischen Leipzig, Ham« bürg und Berlin in Leipzig seine 35. Austragung Die Leipziger Turner konnten ihren am 15. April d. I. in Berlin errungenen Sieg wiederholen und damit den Ehrenpreis des Hamburger Senats erfolgreich verteidigen. Mit 2521 Punkten gewann Leipzig vor Hamburg (2516 Punkte) und Berlin (2453 Punkte) und kam damit zum 14. Male vor Hamburg (13) und Berlin (8) zum Erfolg. — Bests Einzelturner waren Haustein (Leipzig) und Jürgensen (Hamburg) mit je 331 Punkten. Rundfunkprogramm Freitag, 18. November. Tag der Stadt D a r m ft a b t. 6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. EinlageL Gespräch mit dem Stondortältesten: Darmstadt als Garnisonstadt. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.305 Froher Klang zur Werkpause. 9.30: Aus Darmstadtt Nachrichten. 9.40: Kleine Ratschläge für Küche unÄ Haus. Darmstädter Spezialitäten. 10: Schulfunk, Im Räderwerk der Technik. Eine Hörfolge um bick Technische Hochschule Darmstadt. 10.30: Hörbe nichts aus der motorsportlichen Arbeit der Hitler-Jugend, 10.45: Platzkonzert. Einlage: „Das Ernährungshilfswerk der NSV. in Darmstadt". 12: In den! Domen der Arbeit. 13: Nachrichten. 13.15: Jift Glock en Hof des Schlosses Darmstadt: Platzkonzert« 14: Nachrichten. 14.10: Aus dem Luftschutzbaus, Darmstadt: Frohe Musik. 15: Darmstädter Kom« poniften. 15.30: Aus bem Luftschutzhaus, Darme stabt: BDM.'Werk „Glaube und Schönheit": „Deut# sche Hausmusik". Unsere Mädel musizieren zumk Tag der Stabt Darmftabt. 16: Ein fröhlicher Nachmittag. In Zusammenarbeit mit ber NS-Gemeins schäft. 18: Zeitgeschehen. 19: „Das Tor zur Bergstraße". Hörbild um die Stadt Darmstadt. 20: Nachrichten. 20.15: Aus bem Großen Haus des Heffischenk Landestheaters Darmstadt: Sinfonie-Konzert. 22|f Nachrichten. 22.15: Das Sportleben in Darmftadti 22.30: Kammermusik. Darmstädter Komponisten. 237 Wir tanzen bis Mitternacht. 24 bis 2: Nachtkonzer^ Sprechstunden vcr ron. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 u)r. Samstagnach^ Aus den Gießener Gerichtssä'len. Amtsgericht Gießen. Ms Gerichtsberichterstatter ist man an manches gewöhnt. Die Verhandlung gegen den E. S., W. W. und den K. H., sämtlich aus Lich und alle drei knapp über 18 Jahre alt, grenzte aber ans Unglaubliche. Der Vorsitzende bemerkte gleich eingangs, die Angeklagten hätten jeden Tag Prügel verdient. Wie wir bereits im Gieß. Anz. Nr. 261 vom 7. Nov. berichteten, war zu Beginn dieses Monats von drei jungen Burschen (den jetzigen Angeklagten) auf der vielbefahrenen und kurvenreichen Strecke Lich — Steinbach in der Nähe des Albacher Hofes eine Straßensperre angelegt worden. Die drei Täter konnten damals von beherzten Autofahrern verfolgt und im nahegelegenen Walde festgenommen werden. Die Burschen hatten sich nun, aus der Untersuchungshaft vorgeführt, am Dienstag vor dem Einzelrichter zu verantworten. Die Beweisaufnahme ergab folgendes Bild: Durch Schundliteratur reifte in den Angeklagten der Plan, einen Wildweststreich zu begehen. Am Abend des 2. November nahmen sie auf dem Albacher Hof einen stark gebauten Kastenhandwagen weg. Ganz in der Nähe des Hofes stellten sie vor einer Kurve den Wagen auf die Straße. Sie selbst legten sich in dem angrenzenden Wald auf die Lauer. Es kamen verschiedene Autos, die glatt an dem hinderlichen Wagen vorbeifuhren. Schließlich hielt aber ein Personenkraftwagen an, dessen Fahrer den Wagen die Böschung hinunterwarf. Als der Wagen weiterfuhr, kamen die enttäuschten Burschen aus ihrem Versteck hervor. Sie beluden nun den Handwagen mit Bohnenstangen und stellten das sperrige Hindernis wieder dicht hinter der Kurve auf die Fahrbahn. Kaum hatten sie den Wagen auf die Straße geschoben, da näherte sich auch schon ein Wagen. Es war ein mit Sand beladener Lastwagen eines Unternehmers aus Lich. Wegen der scharfen Kurve bekam der Fahrer die Sperre erst im letzten Moment in seinen Scheinwerfer. Dank seiner Aufmerksamkeit konnte er seinen Wagen noch kurz vor dem Hindernis zum Stehen bringen. Nachdem sich die Fahrer vom Erstaunen erholt hatten, stieg der Beifahrer aus und warf den Handwagen samt Bohnenstangen in den Graben. Dann fuhr das Lastauto weiter. Nun wollten die drei Burschen wieder ihre Sperre aufbauen. Da bekam aber der K. H. Gewissensbisse. Man ließ von dem Vorhaben ab, verabredete sich aber auf den nächsten Abend. Am nächsten Abend waren die drei Taugenichtse mit ihrem Wagen wieder zür Stelle. Kaum hatten sie ihn auf die Straße gestellt, da kam auch schon ein Kraftwagen. Es war das gleiche Sandauto, das bereits am Vorabend gegen die Sperre gerannt wäre, wenn nicht der Fahrer so scharf die Straße beobachtet hätte. Nun waren die drei Angeklagten an die Falschen geraten. Kaum hatte der Fahrer wieder den Handwagen gesehen, da stand auch schon der Wagen. Jetzt sahen der Fahrer und sein Begleiter Gestalten in den nahen Wald flüchten. Sie verfolgten sie und konnten sie festnehmen. In der Hauptverhandlung versuchten sich die drei Angeklagten in Ausflüchten, mußten aber nach einigen Fragen zugeben, daß sie einmal sehen wollten, wie ein Auto auf „ihre Straßensperre" auffahre. Es stellte sich dabei noch heraus, daß die drei ganz „wildwestgerecht" ihre Kleider vertauscht hatten, und daß der Angeklagte H. noch eine Schreckschußpistole trug. Der Staatsanwalt wandte sich in energischen Ausführungen gegen das ruchlose Treiben der Angeklagten und beantragte gegen jeden von ihnen eine Gesamtgefängnisstrafe von sieben Monaten. Das Gericht verurteilte die Angeklagten E. S. und W.W. wegen Vergehens gegen §321 Abs. 1 StGB.und §2 StGB, in Tateinheit mit grobem Unfug und Ueber- tretung der §§ 41 und 49 der Reichsstraßenverkehrs- ordnung, §§ 47, 74 StGB, zu einer Gesamtgefängnisstrafe von je sechs Monaten. Der Angeklagte K. H. erhielt wegen der gleichen Delikte eine Gesamtgefängnisstrafe von fünf Monaten. • Die Angeklagten können von Glück sagen, daß sie so glimpflich davongekommen sind. Wie der Vorsitzende hervorhob, wären sie, wenn man ihnen eine räuberische Absicht hätte nachweisen können, unweigerlich mit dem Tode bestraft worden. Sie hätten dann nicht lediglich vor dem Einzelrichter gestanden. (Bekanntlich wird das Errichten von Straßensperren, wenn dies in räuberischer Absicht geschieht, nach einem neuen Gesetz mit dem Tode bestraft.) Große (Strafkammer Gießen. In der Strafsache gegen die Eheleute V. aus Friedberg fuhr die Große Strafkammer am Dienstag in der Beweisaufnahme fort. Wie in allen solchen Verfahren, gestaltete sich die Beweisaufnahme sehr schwierig. Das Urteil wird gegen Ende der Woche zu erwarten sein. VezirkSschöffengericht Gießen. Am Dienstag hatte sich der K. K. aus Frankfurt a. M. vor dem Bezirksschoffengericht wegen Unterschlagung, Untreue und falscher Anschuldigung zu verantworten. Es ergab sich aber, daß weitere Beweiserhebung erforderlich war. Die Verhandlung wurde deshalb ausgesetzt. Anschließend'hatte sich das Bezirksschöffengericht mit den Ehefrauen M. Sch. und A. H. aus Okarben zu befassen. Die M. Sch. war wegen Abtreibung und die A. H. wegen Beihilfe zur Abtreibung angeklagt. Die Verhandlung fand unter Ausschluß der Öffentlichkeit statt. Nach längerer Verhandlung wurden die beiden Frauen in den Nachmittagsstunden mangels ausreichenden Beweises freigesprochen. Gondergericht in Gießen. Am Dienstag tagte das Sondergericht im Amtsgericht Butzbach. Die Verhandlung mußte in Butzbach anberaumt werden, da in dem Strafverfahren mehrere Insassen des Zuchthauses Marienschloß in Rockenberg als Zeugen auftreten sollten. Angeklagt war der Rolf Winter aus Berlin. Obwohl der Angeklagte noch jung an Jahren ist, kann er trotzdem auf eine stattliche Vorstrafenl । e zurückblicken. Winter, der häufig wegen Diebstahls vorbestraft ist, erhielt im Jahre 1935 durch die Große Strafkammer des Landgerichtes Wiesbaden wegen Diebstahls im Rückfall und verschiedener anderer Delikte eine Gesamtstrafe von drei Jahren Zuchthaus. Seine Strafe büßte der Angeklagte teilmeise im Zuchthaus Marienschloß ab. Hier gab er sich als früherer kommunistischer Jugendführer aus und versuchte sich weiterhin damit interessant zu machen, daß er behauptete, er verbüße wegen eines politischen Deliktes eine Freiheitsstrafe. Der Angeklagte setzte seinem Treiben die Krone auf, als er durch eine ganz unerhörte Aeußerung seinen Mitgefangenen gegenüber das Ansehen der Reichsregierung schwer schädigte. In der Hauptverhandlung versuchte der Angeklagte seine Tat abzüstreiten. Er wurde aber durch zahlreiche Zeugen im Sinne der Anklage überführt. Der Angeklagte erhielt wegen Vergehens gegen § 1 des Heimtückegesetzes vom 20. 12. 1934 eine Gefängnisstrafe von einem Jahre und sechs Monaten. Wegen seines hartnäckigen Leugnens wurde ihm die Untersuchungshaft nicht angerechnet. Wirtschaft. Rhein-Mainische Börse. Mittagsbörse: Ueberwiegend etwas erholt. Frankfurt a. M., 15. Nov. Im Anschluß an die gestrige Abendbörse machte die Erholung der Kurse am Aktienmarkt leichte Fortschritte. Das Kaufinteresse war aber noch klein, so daß sich das Geschäft in engsten Grenzen hielt. Die Unterbrechung des Geschäftsverkehrs durch den morgigen Feiertag mag hierbei mitgewirkt haben. Verkäufe lagen nach dem Abstoppen jüdischer Abgaben kaum noch vor. Im Durchschnitt betrugen die Erholungen 1 bis 2 v. H. Kräftig erhöht waren Aschaffenburger Zellstoff mit 114,25 (110). Von Montanwerten waren Verein. Stahl unter Schwankungen mit 106,75 bis 106,90 bis 106,50 (105,75) etwas belebter, Hoesch zogen auf 115,75 (115) an, dagegen gaben Mannesmann 0,50 v. H. nach auf 109,25. IG. Farben erhöhten sich um 1,75 v. H. auf 147,75. Von Maschinenwerten lagen BMW. 2 v. H- höher mit 146,75, Junghans plus 0,65 v. H. mit 98,90, Daimler unverändert 134,50, ebenso Rheinmetall mit 135. Sonst kamen vorläufig noch Schuckert mit 177,40 (176,25), Westdeutsche Kaufhof mit 103,90 (102,75), Reichsbank mit 191,50 (190,75), andererseits Deutsche Linoleum mit 153,50 (156) zur Notiz. Am Rentenmarkt herrschte bei fast unveränderten Kursen weiterhin fast Geschäftsstille. Reichsanleihe-Altbesitz unverändert 130,80. Reichsbahn- Vorzugsaktien 0,13 v. H. abbröckelnd auf 125,25. Von Industrie-Obligationen stiegen 6 v. H. IG. Farben um 1,25 v. H- auf 121,25. Am Pfandbriefmarkt bröckelten Liquidationswerte z. T. 0,13 v. H. ab, von Kommunal-Obligationen Nass. Landesbank 99,75 (100). Von Stadtanleihen Darmstadt von 1926 98 (98,25), von 1928 97 (97,50), andererseits Mainzer von 1928 97,75 (97,50). Im Freiverkehr Kommunal-Umschuldung 93,40 (93,35), 4proz. Rentenbank-Ablösung 90,50 (90,65). In der zweiten Börsenstunde kam das Geschäft nahezu zum Stillstand, und vielfach ließen die Kurse etwa 0,25 bis 0,50 v. H. nach. IG. Farben 147,50 nach 147,75, Hoesch 115,50 nach 115,75, Bemberg 135 nach 135,50, Aschaffenburger Zellstoff 113,75 nach 114,25. Die erst später notierten Werte waren zumeist 1 bis 2 v. H. erholt. Schwächer lagen jedoch Scheideanstalt mit 198 (200), Holzmann mit 146 (148), ferner nach Pause Feldmühle Papier 120 (122,25), Berger Tiefbau 149 (151). Conti Gummi stärker erholt auf 203,50 (199). Im Freiverkehr nannte man bei ruhigem Geschäft Dingler mit 100 bis 101, Rastatter Waggon mit 49 bis 51, Growag mit 79 bis 81, Elsass. Bad. Wolle mit 89 bis 91, Verein. Fränk. Schuh mit 76,50 bis 78,50 und Ufa mit 85,50. Tagesgeld unverändert 2,25 v. H. Abendbörse still. Die Abendbörse lag nahezu geschäftslos. Größtenteils kamen die Kurse ohne Umsatz und fast unverändert zur Notiz. Kleines Geschäft hatten JG- Farben bei unv. 147,50, Verein. Stahl bei uno. 106,50 und Bemberg zu 135,50 (135). Etwas höher lagen Deutsche Erdöl mit 126 (125,50), Metallgesellschaft mit 119 (118,75), AG. für Verkehr mit 120,65 (120,25) und Conti Gummi mit 204,50 (204). An- derseits gaben DDM. 1 v. H. nach auf 175, Junghans bröckelten 0,65 o. H. ab auf 98,25 und je 0,25 v. H. niedriger kamen Mannesmann mit 109 und von Bankaktien Deutsche Bank mit 118,25 zur Notiz. Sonst wurden noch notiert: Rheinstahl 135, MAN. 141,50, Demag 147,50, Scheideanstalt 198, Licht und Kraft 135 (135,65), Moenus 126, Adca 98, Commerzbank 112,50, Dresdner Bank 111,50. Arankfurler Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 15. Nov. Auftrieb: 401 Kälber (gegen 408 am 8. 11.), 284 (790) Hammel und Schafe, 3040 (2174) Schweine. Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Kälber a) 62 bis 65 (63 bis 65), b) 56 bis 59 (57 bis 59), c) 45 bis 50 (45 bis 50), d) 35 bis 40 (35 bis 40); Hämmel b2) 46 bis 52 (47 bis 52), c) 40 bis 45 (40 bis 45),- d) 36 (30 bis 38); Schafe a) 38 bis 42 (38 bis 42), b) 33 bis 37 (33 bis 37), c) 18 bis 32 (18 bis 32); Schweine a) 59 (59), bl) 58 (58), b2) 57 (57), c) 53 (53), d) 50 (50); Sauen gl) 58 (58). Marktoerlauf: Kälber und Schweine zugeteilt, Hämmel und Schafe mittelmäßig. Gießener Schlachtviehmarkt. Zum Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtvieh- Verteilungsmarkt) cm Dienstag in der Viehversteigerungshalle Rhein-Main in Gießen wurden 6 Ochsen, 6 Bullen, 48 Kühe, 36 Färsen, 128 Kälber, 127 Schweine, 10 Schafe aufgetrieben. Preise 41 bis 45,5 Pf., Bullen 42,5 bis 43,5, Kühe 12 bis 43,5, Färsen 34 bis 44,5, Kälber 30 bis 65, Schafe 20 bis 45 Pf. je 0,5 kg Lebendgewicht. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgende Preise bezahlt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,16 RM., bl (135 bis 149,5 kg) 1,14 RM., b2 (120 bis 134,5 kg) 1,12 RM., c (100 bis 119,5 kg) 1,04 RM.. d—f (unter 100 kg) 0,98 RM., gl (fette Specksauen) und i (Altschneider) 1,14 RM., g2 (andere Sauen) und h (Eber) 1,02 RM. Marktverlauf: Großvieh und Schweine ausverkauft, Kälber und Schafe zugeteilt. VolkshiliuofisiiäüeoüiNSD.DoienlenhuDö Im Rahmen der von der Volksbildungsstätte Gießen und dem NSD.-Dozentenbund veranstalteten Vortragsreihe „Wissenschaft im Dienst am Volk“ spricht am Donnerstag, 17. November, um 20.30 Uhr in dem großen Hörsaal der Universität, Ludwig- straße 23, Prof. Dr. Brüggemann über das Thema: „Die Bedeutung Dermaler Nasenatmung“ Bei einem Eintritt von 10 Pfennig sind alle Volksgenossen zu diesem Vortrag herzlichst eingeladen 7385V Goethe-Bund / Kaufmännischer Verein in Verbindung mit dem Volksbund für das Deutschtum im Ausland, Ortsgr. Gießen Montag, 21. November 1938, abends 8 Uhr, Neue Aula Sudetendeutscbe Dichterslunde Gottfried Röthacker und Friedrich Bodenreuth lesen aus eigenen Werken 7384V Die Mitglieder des Goethe-Bundes und Kanfm. Vereins haben freien Eintritt (G.B. grüner Ausweis, Kontrollabschnitt Nr. 3 - K.V. grüner Ausweis, Kontrollabschnitt Nr. 3). Mitglieder des VDA., Ortsgr. Gieren, wi 60 Pf. Mitglieder der NSDAP., der NS.-Franenschaft, des Landschattsbnndes Volkstum und Heimat erhalten ermäßigte Eintrittskarten zum Preise von 75 Pf. gegen Vorzeigen des Mitgliedsausweises. Nichtmitglieder zu 1.25 RM. bei Challier und an der Abendkasse. 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Gebunden RM.4,80 Ditte verlangen Sie kostenlos unsere bebilderten Werbeblätterl Das Buch ist durch jede Buchhandlung zu beziehen! Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde IIHIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIUIIIIIll Bekanntmachung. Nachstehende Anordnung des Herrn Reichsstatthalters in Hessen — Landesregierung — Darmstadt gebe ich hierdurch bekannt und fordere alle im Stadtkreis Gießen wohnhaften Ruhestandsbeamten, soweit sie im Dienst einer Gemeinde oder eines Gemeindeverbandes gestanden haben, auf, sich bis spätestens 19. d. M. im Stadthaus Bergstraße, Zimmer 30, zu melden. Gießen, den 15. November 1938. Der Oberbürgermeister der Stadt Gießen. Ritter. Bekanntmachung. Zu statistischen Zwecken ist eine Feststellung der in dem Land Hessen vorhandenen Ruhestandsbeamten erforderlich, die mit Ablauf dieses Jahres das 70. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, und der Beamten, die nach § 4 des Gesetzes zur Wiederherstellung des .Perufsbeamtentums vom 7. April 1933 behandelt worden sind. Diese Feststellung beschränkt sich auf Ruhestandsbeamte, die früher als a) Beamte des mittleren, gehobenen mittleren und höheren Dienstes, der allgemeinen und inneren Verwaltung, der Polizei und der Gendarmerie, b) Beamte von Gemeinden (Gemeindeverbänden) einschließlich technische Beamte und Lehrer mit Ausnahme der Beamten, die denen des unteren Dienstes gleichzustellen sind, tätig waren. Ich fordere diese Ruhestandsbeamten auf, sich bei den für ihrön Wohnort zuständigen Behörden sofort zu melden, und zwar in den Kreisen: bei den Kreisdirektoren, in den Stadtkreisen: bei den staatlichen Polizeiverwaltungen, soweit es sich um Beamte handelt, die früher im Dienste des Reiches oder der Länder gestanden haben, bei den Oberbürgermeistern, soweit es sich um frühere Beamte von Gemeinden und Gemeindeverbänden handelt. Von der Meldepflicht sind die Beamten entbunden, die nach § 3 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933 behandelt worden sind. Die Meldung soll persönlich und lediglich im Krankheitsfall durch Dritte erfolgen. Dabei ist folgende schriftliche Angabe erforderlich: Name, Vorname, Amtsbezeichnung, Geburtsjahr, Familienstand, Wohnort und Straße, Zeitpunkt und Grund der Versetzung in den Ruhestand, letzte Beschäftigungsbehörde, Art der letzten dienstlichen Verwendung, Angabe etwaiger derzeitiger Berufstätigkeit, Wünsche etwaiger Wiederverwendung. Es ist nicht beabsichtigt, mit dieser Meldung in bestehende Beschäftigungsverhältnisse einzugreifen. Darmstadt, den 1. November 1938. 7394c Der Reichsstatthalter in Hessen — Landesregierung. __________I. B.: Reiner.________________ Oeffentliche Mahnung. Am 10. bzw. 15. November 1938 waren fällig: 4. Rate Bürgersteuer 1938. 3. Vorauszahlungsrate der Gewerbesteuer 1938. 7./8. Rate Grundsteuer 1938 (Oktober- und Novemberrate). Diese Schuldigkeiten werden hierdurch zur umgehenden Zahlung gemahnt, andernfalls muß ein Säumniszuschlag berechnet und die Beitreibung eingeleitet werden. 7387C Gießen, den 17. November 1938. Stadtkaffe Gießen. Die weltbekannten Blütentropfen ohne Alkohol MAIGLÖCKCHEN - VEILCHEN • ROSE Parfüm RM 1.— und RM 3 — Seife RM -.50 POLAST Heute Donnerstag: £ j ■< Nach dem immer wieder gern gelesenen Roman des Heimatdichters Skowronnek „Die beiden Wildtauben“ entstand ein Film, der die naturverwobene, fesselnde Handlung mit seinen prachtvollen Menschen in lebensnahen Bildern wiedergibt. 7392A Hauptrollen: Karin Hardt / Leny Marenbacfa PaulWegener / Ivan Petrovich Paul Richter / Edu Wesener / Eric Ode BEIPROGRAMM UND UFA-TON-WOCHE Täglich 4, 6 und 8.30 Uhr. Sonntags 3, 5.30 und 8.30 Uhr.