Nr. 218 Erstes Blatt 188. Jahrgang Samstag, 17./§onntag,18. September M8 krlcheim tflgltd), außer Sonntags und Feiertags Betlagen: Die Illustriert« Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholl» Qlonat$*Be-iugsprets: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Iustellgebühi , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt üernfprechanschlüfle unter Sammelnummer 225) Anschrift für Drahtnach- richten Anzeiger Giestev poftfchecktonto: Kronlfurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen ________öru&unö Derlag: vrühlsche UnioersttSts-ruckerei R. Lange In Stehen. Schrtstleitnng und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 Annahme von Anzeigen für öie Miltagsnummer vis8'/,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm hohe für Anzeigen von 22 mm Brette 7 Rpf.. für Text- anzeigen von 70mm Breits 50Npf.,Platzoorschrist nach vorh.Dereinbg.25"/„ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins», gemein- nützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder», Unterrichts» u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Kommunistischer Pöbel gegen das Gudetendeuischtum bewaffnei. Gchreckensherrschast der kommunistischen Soldateska. — Keffeltreiben auf sudetendeutsche Amtswalter. — Angehörige von Flüchtlingen als Geiseln verschleppt. Weiters, 17. Sept. (DNB. Funkspruch.) Flüchtlinge, die bei KaLharinaberg und Deutsch-Neudorf über den Grenzbach sprangen, bestätigen die Mitteilungen von geflüchteten Militärpflich-- Ligen aus der Gegend um Görkau über eine planmäßige Militarisierung kommunistischer Terrorbanden. Bereits am Mittwoch, besonders aber am Donnerstag und Freitag, find nach den übereinstimmenden Berichten im sudetendeutschen Gebiet von Teplitz-Schönau bis über Görkau hinaus bis nach Graslitz in einzelnen Orten unerwartet große Militärmannschafts- kraftwagen oder Lastautos erschienen, die alle Kommunisten u nfo' Sozialdemokraten tschechischer Nationalität aufspüren und davonführen. Zuerst glaubten die Su° oetendeutschen, man wolle diese Tschechen nach dem Landesinnern bringen, aber schon nach zwei bis drei Stunden kehrten die Autokolonnen zurück, und zwar mit tschechischem Militär. Nach der ersten Bestürzung erkannte die su- detendeutsche Bevölkerung, daß den Autos die kurz vorher abgeholten Kommuni st en und solche aus tschechischen Orten entstiegen, die man vollständig militärisch eingekleidet und bewaff- n e t hatte. Die ganze Perfidie dieser planmäßigen Bewaffnung des tschechischen Blob im sudetendeutschen Bordböhmen hat sich sehr rasch praktisch ausgewirkt. Die Kommunisten gingen sofort daran, „alte Rechnungen" aus dem politischen Kampf zu begleichen. Sie verhafteten der Reihe nach alle SDP.- Angehörigen, die ihnen besonders verhaßt sind und auf der berüchtigten „schwarzen Liste" stehen. Die Fesf- genommenen werden im Wachraum verhört und sämtlich unmenschlich geschlagen und mitFuhtritten traktiert. Danach wurden die Sudetendeutschen von diesem Pöbel in Uniform ins Landesinuere verschleppt oder den Standgerichten überliefert Diese neue planmäßig dnrch- geführle Maßnahme hat dazu geführt daß nach den ersten Verhaftungen auch die Flucht solcher Sudetendeutscher einsehte, die keine Einziehung zum Militär, wohl aber die Verfolgungen der Kommunisten aus rein politischen Gründen zu fürchten haben. Auch Angehörige von Flüchtlinge', die sich für die SDP. eingesetzt hatten, sind als Geiseln fest genommen und zum Teil schon landeinwärts abgeschoben worden. Im übrigen spielt sich diese kommunistische Soldateska der Bevölkerung gegenüber als Machthaber in undenklicher Weise auf. Die Terroristen machen die Straßen ständig mit Schießereien unsicher, halten nach Gutdünken Haussuchungen ab und beschlagnahmen nach Herzenslust. Daß Frauen und Mädchen von den bewaffneten Horden in der gemeinsten Weise beschimpft werden- wird immer häufiger berichtet. In Braunau sind fünf Panzer- autos stationiert und die tschechische Schule mit 300 bis 400 Mann des tschechischen Artillerie-Regiments 301 belegt. Die tschechische Staatspolizei ver- „anftaltete in den letzten Nächten ein wahres Kesseltreiben auf die sich verborgen haltenden Amtswalter. Auf der Ringelkoppel sind drei schwere Geschütze mit der Mündung auf das deutsche Städtchen Wünschelburg eingebaut worden. Im benachbarten Wekelsdorf sind Flugabwehr und Panzerwagen stationiert worden. In Nachod liegen Minenwerferabteilungen. Die deutschen Staatsbeamten in Braunau arbeiten unter schwerer tschechischer Bewachung und werden in den Amtsstuben w i e Gefangene behandelt. Die Gendarmeriestation wurde, wie überall, durch Militär, eingekleidete tschechische Nationalgardisten, sowie bewaffnete Kommuni st en und Sozialdemokraten verstärkt. Eine Schande Europas. Immer breiter wird der Strom deutscher Flüchtlinge, der sich' aus dem tschechischen „Ordnungsstaat ins Reich hinein ergießt. Bei Nacht und Nebel muffen Männer, Frauen und Kinder flüchten. Glücklich die, die eine Möglichkeit haben, das sichere reichsdeutsche Gebiet zu erreichen, well ihre Wohngemeinden entweder hart an der Grenze liegen oder von ihr nicht weit entfernt find. Anders dagegen das Los der Deutschen in den entfernter liegenden Gebieten oder jenen Gemeinden, die von dem tschechischen Militär umzingelt oder in Heereslager verwandelt sind. Sie sind das Freiwild, auf das die tschechische Soldateska Tag und Nacht Jagd macht, um blutige Ernte zu halten. Wie lange sollen diese Zustande noch dauern, sollen aus den 15 000 Menschen 150 yOU werden, soll der Strom des Elends und Unglücks überhaupt nicht mehr abreißen? Nackt und bloß kommen diese Opfer des tschechischen Terrors zu uns, alles haben sie drüben lassen müssen, aber die meisten nicht nur ihr materielles Eigentum, nein, die einen Frau und Kinder, die anderen die Mutter oder den Vater, die dritten die Geschwister. So stehen sie nun diesseits der Grenzpfähle zwar im Schutze des Reiches, aber mit angstverzerrten Gesichtern blicken sie in chre Heimat zurück, dort, wo ihre Angehörigen geblieben sind, die man nun foltert, quält und drangsaliert, die man grauenhaft behandelt und schließlich hinmordet. Ein Ungeheuerlicher Skandal ist dieser Tschechenterror, eine Schande Europas ist er, das bei passenden Gelegenheiten die Solidarität verherrlicht, in passenden Momenten aber von ihr keinen Gebrauch zu machen wagt oder machen will. Das Blut, das drüben vergossen wird, die Not und das Elend der Flüchtlinge und der drüben gebliebenen Sudetendeutschen ist die Schuld Europas, dieses Kontinents, der es bitter nötig hat, endlich der Gerechtigkeit ^um Siege und damit einer gequälten Menschheit zum Frieden zu verhelfen. D. S. Flucht vor dem tschechischen Terror. Diele tausend Sudetendeutsche sind in den letzten Tagen vor dem tschechischen Terror über die Grenze ins Reich geflüchtet. Unser Bild zeigt ein Flüchtlingslager in Brunndöbra bei Klingenthal, wo die Flüchtlinge behelfsmäßig in einer Schule untergebrqcht wurden. — (Scherl-M.) Bilder grenzenlosen Jammers. Vertreter der Weltpresse besuchten sudetendeutsche Flüchtlingslager. Vei den Opfern des tschechischen Terrors. Bereits 23 000 Flüchtlinge die Neichsgrenze überschritten. R e i ch e n b e r g t. 23., 16. Sept. (DNB.) 32 Auslandsjournalisten aus England, Frankreich, Italien, Schweden, besuchten sudetendeutscheFlücht- lingslager im Voigtland und erlebten aus eigener Anschauung das grsfizenlose Elend der Gestüchteten. In eingehenden Gesprächen ließen sie sich die erschütternden Erlebnisse der Flüchtlinge erzählen, die immer wieder darin ausklangen, daß die tschechischen Soldaten und Polizisten zusammen mit den seit langer Zeit systematisch bewaffneten Kommunisten eine wahre Schreckensherrschaft angezettelt haben. In Reichenbach und in Plauen, wo zur Zeit 350 Frauen und Kinder sowie 800 Männer Aufnahme fanden, stammen die Flüchtlinge vor allem aus der Gegend von Schwaderbach (Aschberg-Gebiet), Habersbirk im Bezirk Reichenau und auch aus der Gegend von Eger, wo der tschechische Blutterror so viele beklagenswerte Opfer deutscher Menschen verursachte. Von den ausländu schen Journalisten besonders beachtet waren die Schilderungen eines Ortsführers der SDP aus einem nahen Grenzort, wo der sattsam bekannte Gendarm B a r t o s ch eine furchtbare Gewaltherrschaft ausübte. Allein in diesem kleinen Ort wurden fünf SDP. - Männer erschossen und vier erheblich verletzt, von denen zwei einige Stunden später starben. Nach dem Bericht eines Einwohners aus Gossengrün hat dort ein Gendarm und seine Frau (!) vom Fenster der Polizeiwache aus, auf die auf der Straße versammelten Sudetendeutschen geschossen. Nachdem es gelungen war, die tschechische Gendarmerie in das Innere der Polizeiwache zurückzudrängen, damit sie kein weiteres Unheil anrichten könne, erschien auch hier Militär und Kommunisten auf Lastkraftwagen, ausgerüstet rtiit Handgranaten sowie Panzerwagen, die wildschießend durch die inzwischen leeren Straßen fuhren. Am Freitagabend erreichte die Zahl der Flüchtlinge, die die Reichsgrenze überschritten haben, bereits 23 000. Die aus ihrer Heimat vertriebenen Sudetendeutschcn berichten von unglaublichen Bestialitäten der tschechischen Banden. Auf tschechischer Seite ist man jetzt dazu übergegangen, sich an den zurückgebliebenen Angehörigen der sich dem tschechischen Militärdienst entzogenen Sudetendeutschen in gemeinster Weise zu rächen. Man hat sogar die Eltern junger geflüchteter Sudetendeutscher erschossen. Nach Mitteilung der Flüchtlinge, die Freitagabend an der Fürther Senke über die Grenze gekommen sind, haben im Laufe dieses Tages mehrere solcher Erschießungen stattgefunden. Viele Flüchtlinge, die einen verschüchterten und niedergeschlagenen Eindruck machen, sind daher banger Sorge und Ungewißheit über das Schicksal ihrer Angehörigen. Opser des Standrechts. Bier Sudetendeutsche als Deserteure erschossen. Eger, 17. Sept. (DNB.) In Eger fand am Freitag eine Sitzung des Standgerichts unter Vorsitz des Tschechen Dusanik statt Als zweiter Vorsitzender fungierte ein Tscheche namens Dit- telbach, als Beisitzer u. a. der Gerichtsrat Zuber aus Eger. Den Verhafteten wurde nahegelegt, Aufrufe zu unterzeichnen, die angeblich zur Beruhigung der Bevölkerung im Grenzgebiet beitragen sollen. Dafür wurden ihnen Haftvergünstigungen, gegebenenfalls sogar Freilassung in Aussicht gestellt. Bei einbrechender Dämmerung wurde im Hof der Jnfanteriekaserne in Eger eine Reihe von Salven gehört. Soldaten slowakischer Nationalität teilten mit, daß vierSudetendeutsche als Deserteure erschossen worden seien, nachdem das Militärgericht sie zum Tode verurteilt habe. Die Leichen wurden noch nachts beigesetzt. 100000 Sudetendeutsche in Amerika an Konrad Henlein. Neuyork, 16. Sept. (DNB.) Der Bund der Sudetendeutschen in Amerika hat an Konrad Henlein nachstehendes Telegramm gerichtet: „100 000 Sudetendeutsche in Amerika hof° f e n auf die Vereinigung ihrer alten Heimat mit dem deutschen Mutterland und erklären sich fänden Anschluß an Großdeutschland. Wir bekunden Ihnen als Leiter der Geschicke unserer alten Heimat das vollste Vertrauen." Prager Vabanquespiel. Noch keine Woche ist vergangen, daß der Führer in seiner großen Schlußrede auf dem Nürnberger Parteikongreß die Welt nicht darüber in Zweifel gelassen hat, daß er ein zweites Palästina im Herzen Mitteleuropas nicht dulden werde. Aber die Nachrichten, die nun. Tag für Tag aus dem Sudetenland zu uns dringen, berichten leider von viel grauenhafteren Zuständen, wie wir sie je aus Palästina vernommen haben. Das Sudetendeutschtum ist zum wehrlosen« Objekt einer zügellosen tschechischen Soldateska geworden, die in engstem Zusammenwirken mit dem kommunistischen Mob einen wahren Vernichtungsfeldzug gegen die um ihr Selbstbestimmungsrecht kämpfenden Angehörigen der sudetendeutschen Volksgruppe eröffnet hat und in ihrem sadistischen Blutrausch auch vor hilflosen Greisen, Frauen und Kindern nicht haltmacht. Die Verhängung des Standrechts in den meisten sudetendeutschen Bezirken, mit dem die Prager Regierung kurzsichtig genug die Freudenkundgebungen der sudetendeutschen Bevölkerung nach der Nürnberger Rede des Führers beantwortet hat, hat dem fanatischen Deutschenhaß der tschechischen Grenzler und ihrer kommunistischen Kumpanei die Zugel schießen lassen. Die Führung der Sudetendeutschen Partei hatte dies kommen sehen und deshalb von der Regierung die Aufhebung des Standrechts, Zurückziehung der Staatspolizei und Kasernierung des Militärs verlangt. Aber die für die Erfüllung der Forderung gesetzte Frist verstrich, ohne daß man sich in Prag zu Maßnahmen entschloß, die das Schlimmste hätten verhüten können. Man gab vielmehr Polizei und Militär die Straße frei. Daß damit für die Sudetendeutsche Partei jede Möglichkeit zur Fortsetzung der Verhandlungen beseitigt war, nahm man in Prag mit in Kauf. Man wollte nicht mehr verhandeln, die Waffen sollten sprechen. Und sie haben gesprochen! Mit Panzerwagen und Tanks wurde in Eger die Hauptleitung der Sudetendeutschen Partei gestürmt, um dort eine „Haussuchung" vorzunehmen, ein Verfahren, das in zivilisierten Ländern bislang beispiellos gewesen ist. Aber alle Begleitumstände deuten darauf hin, daß auf diesen Ehrentitel die Tschecho-Slowakei keinen Anspruch mehr macht. Alles, was deutsch spricht, ist heute dort zum Freiwild für den tschechischen Pöbel geworden, der unter Führung der „Organe der Staatsgewalt" Jagd macht auf die Amtswalter der Sudetendeutschen Partei und die deutschen Militärpflichtigen, die man festsetzen möchte, um die Sudetendeutschen ihrer Führung zu berauben und ihre Widerstandskraft zu brechen und dann im Südeten- land um so hemmungsloser rauben und plündern zu können. Und die Prager Regierung läßt dies alles nicht nur zu, sie gibt durch den Haftbefehl gegen Konrad Henlein und feine Mitarbeiter in der Führung der Sudetendeutschen Partei dem staatlich organisierten und uniformierten Strauchrittertum geradezu das Stichwort für sein verbrecherisches Vorgehen. Tausende von sudetendeutschen Flüchtlingen, die, um ihren tschechischen Peinigern zu entgehen, unter unsäglichen Mühsalen die Reichsgrenze überschritten haben, wissen kaum Faßbares an satanischen Greueln zu berichten, denen die sudetendeutsche Bevölkerung wehrlos preisgegeben ist, seit im Zeichen des Standrechts brutale Willkür und fanatischer Haß die Straße beherrschen und schon ungezählte Todesopfer gefunden haben. Und das in einem Staatswesen, das sich bislang in verblendeter Selbstüberschätzung vor aller Welt als „demokratisches Musterländle" brüsten durfte. Heute freilich wächst sogar in Paris und London von Stunde 311 Stunde die Erkenntnis, daß es damit nie weit her gewesen sein kann, und daß nach' den entsetzlichen Ereignissen der letzten Tage der Fortbestand dieses Staatswesens in seiner bisherigen Form eine Unmöglichkeit ist, da es in seiner wichtigsten Funktion, ein geordnetes und friedliches Zusammenleben aller seiner Bewohner auf dem Boden der Gleichberechtigung zu verbürgen, kläglich versagt hat. So hat Konrad Henleins Pro- klamation nur die Gedaüken klar und unzweideutig ausgesprochen, die heute überall in den europäischen Kabinetten sowohl wie in der öffentlichen Meinung der ganzen zivilisierten Welt sich zum Licht durchringen: das tschechische Volk hat nunmehr aller Welt vor Augen geführt, daß ein Zusammenleben mit ihm in einem Staate endgültig unmöglich geworden ist. Henlein weist auf den bitteren Leidensweg seiner sudetendeutschen Volksgenossen hin, die immer wieder unter schwersten Opfern alles versucht haben, um durch einen ehrlichen und gerechten Ausgleich im tschechischen Staat ihr Dasein zu sichern, aber alle diese Versuche sind an dem unversöhnlichen Vernichtungswillen der Tschechen gescheitert. Und so steht Konrad Henlein nicht an, heute feierlich vor aller Welt zu erklären: „Wir wollen als freie deutsche Menschen leben, wir wollen wieder Friede und Arbeit in unserer Heimat, wir wollen heim ins Reich!" Diese erschütternden Worte des Sprechers der Sudetendeutschen stehen am Ende eines Leidensweges, an dessen Anfang in diesem Staat der Friedensmacher von Versailles die 52 Toten des 4. März 1919 in ihrem Blute lagen. Damals schon hatten die Deutschen in Böhmen, die im alten habsburgischen Kaiserstaat in einem durch die Jahrhunderte und besuchte dann eine Reihe von Verletzten hielt mit Amtswaltern der SDP. Eger und dem Egerland Besprechungen ab. späten Rachmittag verlieh Konrad Henlein Stadt Eger wieder in unbekannter Richtung. und aus Am die haben beute sudetendeutsche Ortsgruppen Kreise besuch). Die Ratten verlassen das Schiff. Tschechische Minister verschieben ihr Vermögen nach der Schweiz. Eger, 17. Sept. (DNB.) Das deutsche K o n s u - l a t in Eger versuchte zahlreiche Male vergeblich, eine telephonische Verbindung milder deutschen Gesandtschaft in Prag oder mit dem Auswärtigen Amt in Berlin zu erhalten. Das Fernamt erklärte, die Gesandtschaft sei nicht erreichbar, da sie sich nicht melde und die Leitung nach Berlin sei auf deutschem Gebiet gestört. Beide Behauptungen sind unwahr. Die Telephonzentrale der Gesandtschaft ist Tag und Nacht besetzt und es lagen f e i- nerlei Störungen vor. Ebenso hat es auf deutschem Gebiet niemals Telephonstörungen gegeben. Auch von deutscher Seite war das deutsche Konsulat in Eger mit Blitzgesprächen nicht zu erreichen. Das Fernamt in Eger erklärte den deutschen Stellen in Berlin, daß das Konsulat s i ch nicht m e [j) e, obwohl Tag und Nacht das Telephon besetzt war. Es handelt sich hier ganz Zweifel«, los um eine systematische Unterbindung setzten Stelle. Die Tschecho-Slowakei hat damit zu Methoden gegriffen, die im diplomatischen Leben der Völker einzigartig dastehen, offenbar um zu verhindern, daß die Wahrheit über die Vorgänge in Eger in Deutschland bekannt werde. schäft die Nachricht eingeschlagen, daß der Eisen- bahnminister Bechyne, ein tschechischer Sozialdemokrat, und der Justizmirrister Derer, der der gleichen P-artei angehört, ihre gesamten Vermögenswerte auf Schweizer Ban- ken überwiesen haben. Auf einer Versammlung der Bankangestellten wurde mitgeteilt, daß auch zahlreiche a n d e r e ' Regierungs- Mitglieder und führende Parlamentarier ihr Vermögen bereits ins Ausland geschafft hätten. Wegen der verstärkten Abhebungen bei den Banken ist die Auszahlungsböhe auf 3000 bis — in besonders begründeten Fällen — 5000 tschechische Kronen festgesetzt worden, wäh- rend außerhalb von Prag fast ausschließlich statt 2000 nur noch 1000 tschechische Kronen pro Kopf zur Auszahlung gelangen. Die Großbanken, die bereits in Gefahr waren, illiquide zu werden, sind durch Zurverfügungstellung größerer Barmittel zu diesen Auszahlungen in der Annahme noch einmal instand gesetzt worden, daß es durch scharfe Regie- rungsmaßnahmen gelingen werde, die umfangrei- Von der Haupt siel le der Sudetendeutschen Partei, die inzwischen ihren Sih. wenn auch getarnt, wieder nach Eger verlegt hat, und in den nächsten Tagen in einen anderen Ort des sudetendeutschen Gebietes verlegen wird, wird darauf hingewiesen, daß der tschechische Rundfunk die sudetendeutsche Gefolgschaft durch die Behauptung unsicher zu machen versucht, die Führer des Sudetendeutschtums seien in das Deutsche, Reich geflüchtet. Demgegenüber wird festgestellt, daß sich fast die gesamte Führung der SDP. auch weiterhin auf sudetendeutschem Gebiete befindet, wenn auch ihre Aufenthaltsorte aus erklärlichen Gründen nicht öffentlich angegeben werden können. So hat schon am Freitag z. V. der Stellvertreter Konrad Henleins, Abg. Frank, das Gebiet von Falkenau und E h o d a u besucht und dort mit verschiedenen Stellen der Sudetendeutschen Partei Füblung genommen. Auch andere Abacordnete und Senatoren chen Abhebungen, die bis zu 40 v. H. der Guthaben betragen hatten, obzustoppen. Ein Bata-Oirektor soll die Stimmung heben. Prag, 17. Sept. (DNB. Funkspruch.) Don be- sonderer Seite erfährt das DNB.: Die Prager Re- gierung hat ein Agitationskomitee errietet das die spezielle Aufgabe haben wird, d i e Stimmung in der Tschechoslowakei zu heben und für Vertretung der tschechischen Interessen i n der Auslandspresse zu sorgen. Zum Leiter des Büros wurde unter Ernennung zum Minister der Bata-Direktor V a v r e ck a, früher einmal Gesandter in Wien, ernannt. Insbesondere hat Dao- recka sich der Aufgabe zu unterziehen, dem wanken- den Kabinett und der gefährdeten Stellung Beneschs einen Rückhalt zu verschaffen. Die Neueinrichtung beweist die Fortsetzung einer Politik, welche versucht, den verheerenden Eindruck ihrer Staats- mahnahmen durch Worte, die das Gegenteil besagen, zu kompensieren. Olplomattsche Verbindung lahmgeleg». Tschechische Soldateska provoziert Zwischenfall mit deutschen Diplomaten. Die Sudetendeulsche Pariei aufgelöst. Steckbrief gegen Henlein. - Die sudetendeutschen Führer weiter im Lande. - Trotz Waffenverbot» Bewaffnung de» tschechischen Mobs. klebt und lediglich Polizei- und Militärpatrouillen stehen bleiben, um ihn zu lesen. Auf die Meldung, daß aus Prag eine Gruppe von ausländischen Korrespondenten nach Eger kommen werde, wurden plötzlich sämtliche Militärposten eingezogen. Auch die Maschinengewehre verschwanden von den Straßen. Gleichzeitig gingen Gendarmerie-Patrouillen von Ladengeschäft zu Ladengeschäft und erklärten den Besitzern, daß sie die Geschäfte sofort zu öffnen hätten, widrigenfalls sie verhaftet würden. Offenbar soll durch die verlogenen Maßnahmen nach dem Muster der bekannten sowjetrussischen Fremdenführungen den ausländischen Korrespondenten das Bild einer ruhigen Stadt vorgetäuscht werdem Am Nachmittag bemerkte man zwei Journalisten von ausländischem Typ, die von Gendarmen begleitet wurden und die Schaufenster von zwei jüdisch-tschechischen Geschäften photographierten, die bei den Zusammenstößen zertrümmert worden sind. Am Nachmittag wurden zahlreiche Geschäftsinhaber darauf aufmerksam gemacht, daß das Schließen der Geschäfte vor 19 Uhr verboten sei und schwere Strafen im Gefolge haben würde. Mehrere Geschäfte, deren Inhaber flüchten mußten, wurden von der Polizei erbrochen, geöffnet und provisorisch tschechische Verkäufer in die Geschäfte gestellt. wies weiter darauf hin, daß die Tschecho-Slowakei sich bis zum Augenblick noch als „demokratischer Staat" betrachte. Daher hätten Beschlüsse der Regierung keine Gesetzeskraft: vor allem müßte die Auflösung der SDP. ohne Rechts- ,..... . Wirksamkeit sein. Abg. Kundt erklärte, daß er es für der Verständigung zwischen der Gesandtschaft und seine Pflicht halte, die Interessen der 3V- Millionen der Außenstelle in Eger und ihrer Berliner vorge- Deutschen, die im geschlossenen tschechischen Sprachgebiet wohnen, solange wahrzunehmen, bis ihn Gewalt daran hindere. Die Arbeit werde ihm von der mit wachsender Erbitterung geführten NationaNtäten- kampf Haß und Vernichtungswillen der Tschechen zu spüren bekommen hatten, ihre ganze Hoffnung auf das von Wilson pomphaft verkündete Selbstbestimmungsrecht der Völker gesetzt, wurden aber sehr schnell eines anderen belehrt, als im November 1918 tschechische Truppen im Sudetenland eine Schreckensherrschaft etablierten. In letzter Stunde forderten die Sudetendeutschen am 13. Dezember 1918 in aller Form eine Volksabstimmung über die politische Zukunft ihres Siedlungsgebietes und bekannten sich, als die Entente ihnen diese auf die Einflüsterungen von Masaryk und Benesch verweigerte, um aus der Tschecho-Slowakei einen Sturmbock gegen Deutschland zu machen, in gewaltigen Massenkundgebungen vor aller Welt einmütig zu ihrem Deutschtum. Damals, an jenem 4. März 1919, fielen die ersten Blutzeugen des Selbstbestimmungswillens der Sudetendeutschen unter den Kugeln einer blindwütigen tschechischen Soldateska. Heute weiß die Welt, daß ein starkes Deutsches Reich es nicht zulassen wird, daß vor seinen Grenzen 3Vr Millionen Menschen deutschen Blutes mit den verbrecherischsten Mitteln brutalster Unterdrückungspolitik um ihr Recht der freien Selbstbestimmung gebracht und in ein Staatswesen gezwungen werden, in dem ihnen das Leben zur Hölle gemacht worden ist. Darüber hat der Führer nicht den geringsten Zweifel gelassen, und daß er überall in der Welt — mit Ausnahme von Prag — sehr wohl verstanden worden ist, beweist, wie jetzt in der Diskussion der sudetendeutschen Frage, eine freie, durch internationale Kontrolle gesicherte Volksabstimmung der in der Tschecho-Slowakei zwangsweise zusammengeschlossenen Nationalitäten immer mehr als der gangbarste Weg aus der Krisis, in den Vordergrund tritt. Mussolinis offener Brief an Lord Runciman war in dieser Debatte ein rechtes Wort zur rechten Stunde. Schonungslos deckt er die Schuld der Pariser Friedensmacher auf, die mit der Tschecho-Slowakei einen künstlichen Staat geschaffen haben, der seit seiner Entstehung die Elemente seiner Schwäche und seiner Auslösung in sich trug, weil die in ihm durch Zwang vereinigten Nationalitäten nur von einer Kraft beseelt sind, aus ihm herauszukommen, und sobald der Zwang wegfiele, den Staat zum Aus- einanderfall bringen müßten. Mussolini sagt es deutlich, daß ein Krieg um die Erhaltung dieses „fiktiven und monströsen Staates" den Einsatz nicht lohnen würde, auch für England nicht, und daß es darum gehe, zu erkennen, daß die Zeit der Kompromisse vorbei sei. Mit dem klaren Blick für politische Realitäten, der den Duce, wie alle großen Staatsmänner, immer ausgezeichnet hat, schlägt er eine Volksabstimmung unter internationaler Kontrolle vor, wie sie sich bereits bei der Saarabstimmung bewährt hat. Ein für den europäischen Frieden stets bedrohlicher Unruheherd würde beseitigt und ein wirklicher Tschechenstaat geschaffen, in dem die Tschechen auf ihre Fasson selig werden könnten, ohne fremde Volksgruppen zu drangsalieren, die nichts mit ihnen zu tun haben wollen. Wir sind sicher, daß die Anregungen Mussolinis die größte Beachtung gefunden haben werden überall dort, wo man sich um eine wirkliche Lösung bemüht. Denn die Diskussion kann nicht mehr lange in der Theorie steckenbleiben. Die Prager Regierung, in völliger Verkennung der politischen Situation, in die sie sich hineinmanövriert hat, verrennt sich zusehends in eine nackte Gewaltpolitik und treibt damit eine Entwicklung auf die Spitze, die eine schnelle und klare.Entscheidung gebieterisch fordert. Das ist auch offenbar dem englischen Kabinett deutlich geworden und der britische Premierminister Neville Chamberlain, der schon durch sein entschlossenes Verlassen des intransigenten Eden- Kurses und den Osterakkord mit dem italienischen Imperium der Neuordnung Europas einen Dienst geleistet hat und dabei ebenso viel Zivilcourage wie Vorurteilslosigkeit bewiesen hat, hat unter Verzicht auf alle konventionellen Förmlichkeiten von heute auf morgen eine persönliche Aussprache mit dem Führer und Reichskanzler herbei- geführt, die nach der amtlichen Verlautbarung einen „umfassenden und offenen Meinungsaustausch über die gegenwärtige Lage" gebracht hat und in einigen Tagen fortgesetzt werden soll. Wenn also, wie wir hoffen dürfen, durch diese Begegnung auf dem Ober» salzberg, über die sich auch der französische Ministerpräsident D a I a b i e r durchaus positiv geäußert hat, die Erörterungen über die zuverlässigsten Methoden einer grundsätzlichen Lösung ddr sudetendeutschen Frage in Gang kommt — sie kann nach allem Vorangegangenem ja nur in der Gewährung des freien Selbstbestimmungsrechts liegen — so darf doch in keinem Augenblick übersehen werden, welche unmittelbare Gefahr die Prager Katastrophen- politiker mit dem von ihnen entfesselten schrankenlosen Vernichtungsfeldzug gegen das Sudetendeutsch' tum heraufbeschworen haben. Auch die wieder überall aus den Grenzgebieten gemeldeten militärischen Vorbereitungen deuten darauf hin, daß man in Prag offenbar völlig den Kopf verloren hat oder törichterweise glaubt, nur noch durch die verbrecherische Anzettelung einer allgemeinen Katastrophe nach Moskauer Muster die Partie retten zu können. Die Welt weiß seit der Führerrede in Nürnberg, daß Deutschland diesem Vabanquespiel politischer Bankrotteure in Prag nicht ruhig zuschauen wird. Dr. Fr. W. Lange. Steigende Unzufriedenheit in praa. Dresden, 17. Sept. (DNB.) Der nach Prag entsandte Sonderberichterstatter' der Dresdener Nachrichten berichtet: Die Dolksstimmung in Prag und im tschechischen Gebiet ist auch am Freitag weiter abgesunken und außerordentlich nervös. Ganz besonders groß ist die Unzufriedenheit wegen der Verknappung der wichtigsten Lebensrnittel und der Verdoppelung der Preise, so daß die Arbeiterschaft mit ihren Löhnen nicht einmal mehr die nötigen Lebensrnittel zu kaufen in der Lage ist. UeberaU stehen große Gruppen debattierender Menschen zusammen und besprechen die Lage und die Zukunftsaussichten. Man erzählt sich ganz offen und mit genauen Angaben, in welchem Maße sich besonders die Prager Juden mit Lebensrnitteln eingedeckt hätten, während das Volk hungern müsse. Wie eine Bombe hat in der tschechischen Arbeiter» Die Angst vor der Wahrheit. Die ausländische Presse meldet aus Prag, daß die tschechischen Bauern ihre Verwandten auffordern, zu ihnen auf das Land hinauszukommen und die „Prager Gefahrenzone" zu verlassen. Die Meldung sagt alles. Dem Tschechen ist unwohl in seiner Haut. Nur der Unterschied der'Temperamente wirkt sich verschieden aus: Der eine wird mit seiner gedrückten Stimmung im Stillen fertig und der an- dere macht Radau. Aber in einem sind sich heute alle Tschechen gleich: hinter ihnen steht das leibhaftige böse Gewissen. Sie wissen, daß sie Kriegsgewinnler sind, daß sie ihrem Staat einer Konjunktur, einem Zufall und nicht dem eigenen Verdienst verdanken. Davon macht auch die tschechische Regierung keine Ausnahme und eben darum schwingt sie mit dieser Heftigkeit Flinte und Säbel. Die chauvinistische „Narodni Politika" hat den Besuch Chamberlains beim Führer auf der ersten Seite gebracht: das Blatt wurde beschlagnahmt. Der Brie Mussolinis an Runceman wird entweder gar nicht gebracht oder als Fälschung bezeichnet. Das tschechische Volk sieht die Umwelt nur als Luftspiegelung einer Regierung, die die Wahrheit fürchtet Trotzdem bricht der Angstinstinkt jäh durch. Die Hamsterwut hat sich zu Ladenstürmereien gesteigert, die Staatspapiere werden angeboten wie saures Bier, die Banken sind belagert. B. R. Generalstreik im Sudelenland. Polizei erzwingt in Eger die Oeffnung der Ladengeschäste. — Ausländischen Journalisten soll das Bild einer friedlichen Stadt vorgetäuscht werden. Regierung äußerst erschwert: es sei ihm z. B. bis heute noch nicht einmal eine telephonische Verbindung mit feiner Frau und feinen drei Kindern gestattet worden. „Ich denke nicht daran, Prag zu verlassen, sondern verbleibe, was auch immer die tschecho-slowakische Regierung beschließen möge." Kundt erklärte dann, daß Europa sich von 'ber Rechtsunwirksamkeit der Beschlüsse der Prager Regierung werde überzeugen müssen. Es gehe jetzt allerdings auch nicht darum, ob Parteien bestehen oder nicht bestehen, sondern es gehe darum, ob den Menschen, denen Recht gebührt, auch Recht zuteil wird. Konrod Henlein in Eser. Eger, 17. Sept (DRV.) Konrad Henlein stattete gestern in den frühen Rachmittagsstunden incognito der Stadt Eger einen Besuch ab. Er würde dabei von zwei Abgeordneten der SDP. begleitet. Ls gelang Konrad Henlein trotz der scharfen Bewachung der Stadt auf Rebenwegen unerkannt in das Stadtinnere zu gelangen. Er besichtigte zunächst von außen die noch von der Polizei besetzten Hotels Delzl und Victoria, den letzten hauptsih der SDP., Wie der „Völkische Beobachter" aus Eger meldet, hat sich die tschechische Sodateska eine neue freche Herausforderung geleistet. Auf einer Autofahrt von Prag nach Eger, auf der sich der Vertreter des V. B. in Begleitung der beiden Mitglieder der deutschen Gesandtschaft in Prag, des Presseattaches Dr. Gregory und des Attaches Betz, befand, wurde der Wagen von einer tschechischen Feldwache angehalten und d i e deutsche Hoheitsfahne unter wüsten Beschimpfungen abgerissen, obwohl das Auto als Diplomatenmagen gekennzeichnet war und die beiden Mitglieder der Gesandtschaft sofort ihre Ausweise vorwiesen. Wachsende Besorgnis in London. Unter dem Eindruck der letzten Ereignisse. London, 17. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die Londoner Blätter verfolgen-die letzten Ereignisse in der Tschecho-Slowakei mit Besorgnis. Die meisten Morgenblätter berichten meistens in Prager Meldungen, daß die Tschechen sich einem Volksentscheid mit allen Mitteln „widersetzen" würden. „Daily Mail" veröffentlicht eine Unterredung Ward Prices mit dem stellvertretenden Führer der Sudetendeutschen Partei, Frank. Dieser habe erklärt, daß die Dinge im Sudetenlande nicht schlimmer aussehen konnten, als augenblicklich. Nach den Schießereien in Eger könne man die Zahl der Toten überhaupt nicht einmal abschätzen. Er habe die Nacht vom Dienstag zu Mittwoch im Hotel Viktoria in Eger in Konferenz mit Ashton- G w a t k i n verbracht. 12 Stunden später hätten die Tschechen mit Panzerwagen und Maschinengewehren gegen das Hotel Sturm gelaufen und hätten sogar ein Feldgeschütz eingesetzt. Er habe das Gebäude als letzter verlassen und zehn Minuten später lag es in Schutt und Asche. Es sei ihm aber gelungen, nach Asch zu entkommen. Mittlerweile sei aber ein Haftbefehl gegen ihn und die anderen Führer der Sudetendeutschen erlaßen worden. Bis gestern sei er zusammen mit Henlein in Asch geblieben. Würden ihn die Tschechen gefunden haben, würde er, ebenso wie alle anderen Führer der Sudetendeutschen, keine Rettung mehr gefunden haben. Gestern aber sei es ihnen gelungen, ungesehen über d i e Grenze nach Deutschland zu gelangen. Sie seien herübergekommen genau an derselben Stelle, über die während des Krieges der damalige Hochverräter Benesch floh, um dann jene Agitation unter den Alliierten zu entfachen, die schließlich zu der Bildung der tschecho-slowakischen Republik führte. Um den Unruhen ein Ende zu machen, könne nur eines getan werden, und das müsse auch sofort geschehen, nämlich die Zurückziehung der tschechischen Polizei und des tschechischen Militärs aus dem gesamten sudetendeutschen Lande. Das Interesse der Blätter dreht sich um die Frage, was zwischen Hitler und Chamberlain besprochen worden ist. „Times" erklärt, aus dem Verhalten der deutschen Oeffentlichkejt gegenüber Chamberlain gehe offensichtlich hervor, daß man deutscherseits von Herzen der Friedensmission Chamberleins Erfolg wünsche. Die Furcht, daß Benesch und sein Kabinett versuchen könnten, eine sich anbahnende Einigung über den Haufen zu werfen und die Westmächte vor vollendete Tatsachen zu stellen, zieht sich durch alle Kommentare. Sie ist um so stärker, als alle Prager Berichterstatter melden, daß die tschechoslowakische Regierung sich eindeutig gegen jede Volksabstimmung und gegen jede Grenzregulierung ausgesprochen habe. Wenn der Grundton aller KoM' mentare daher im allgemeinen pessimistisch ist. so ist dies anscheinend vor allem auf eine ausgesprochene Angst vor übereilten Beschlüssen Präsident De- neschs zurückzuführen. Die „Times" erinnert Prag daran, daß die tschecho-slowakische Regierung von jeher hinter der Entwicklung hergehinkt sei und stets alle Gelegenheiten zur Befriedung des Landes verpaßt habe. Wenn die Prager Regierung vor zehn Iabren den Sudetendeutschen nur einen Teil der Zugeständnisse gemacht Eger, 16. Sept. (DNB.) Nachdem in Mährisch-Schlesien und Ostböhmen schon am Donnerstag fast die gesamte deutsche Arbeiterschaft aus Protest gegen die tschechischen Unterdrückungsmaßnahmen und gegen die rigorosen Reservistenem- ziehungen in den General st veik getreten waren, ist nunmehr am Freitag auch in Eger und Nord- und Westböhmen der General- treik erklärt worden. In den meisten Betrieben wird nicht gearbeitet. Ebenso sind die meisten Ge- chäfte geschlossen, weil trotz aller Zusicherungen auch in der Nacht zum Freitag es wiederum zu wilden Panik schießereien des tschechi- ch e n Militärs gekommen ist, das offenbar auf diese Weise die Bevölkerung einschüchtern und mürbe machen will. Weiterhin wurden in der gesamten Stadt Leibesvisitationen, Haussuchungen und Verhaftungen vorgenommen, das Militär versieht mit aufgepflanzten Seitengewehr in der ganzen Stadt Streifendienst. Die Polizei hat e i n en Aufruf an die Bevölkerung veröffentlicht, der in erstek Linie auf die nach Eger gekommenen Ausländer wirken oll, und der widerrechtlich mit der Unterschrift des deutschen Bürgermeisters versehen wurde. In dem Aufruf wird feftgefteüt, daß alles ruhig fei und die Bevölkerung in erster Linie die Geschäfte wieder öffnen solle, denn es bestehe kein Grund zu Be- ürchtungen. Es wirkt wie ein Hohn, daß dieser Aufruf in den menschenleeren Straßen Prag, 16. SepL (DRV.) Amtlich wird verlautbart: „Auf Beschluß der tschecho-slowakischen Regierung wurde die Sudetendeutsche Partei aufgetö st. Gegen andere umstürzlerische Organisationen wurde bereits früher durch die zuständigen Behörden vorgegangen." Wie die klerikale „Lidove Listy" meldet, wurde in der Rächt zum Freitag vom RNnisterrat beschlossen, die Schuhorganisation der Sudetendeut- chen Partei, die die nach dem 21.2Hai vom Innenministerium bewilligt worden war, auf- ; ulösen. Die Staatsanwaltschaft in Eger hat einen Steckbrief gegen Konrad Henlein erlassen und diesen Steckbrief im Zirkularwege allen Kriminalzentralen der Welt zugeführt. Das Gerücht, daß Konrad Henlein und seine 2Uif- arbeiter auf Grund des gegen sie erlassenen Haftbefehls von den Tschechen fe st genommen worden seien, ist vollständig erfunden. Konrad Henlein ist nicht verhaftet. * Eine Verordnung der Landesbehörde in Prag hat zum Ziel, die Sudetendeutschen völlig hilflos dem bewaffneten Mob zu überantworten. Die Verordnung verlangt unter Androhung drakonischer Strafen, daß alle Waffen oder waffenähnlichen Instrumente einer Exekutive ausgeliefert werden, die schon längst als Gefahr der öffentlichen Sicherheit anzusehen ist. Die Verordnung bestätigt überdies, daß tschechisches und kommunistisches Gesindel eben von jener Exekutive aufs fchwerste bewaffnet und mit Maschinengewehren ausgerüstet werden: denn diese Leute werden von der Waffenablieferung ausdrücklich befreit. Dagegen sollen in allen sudetendeutschen Bezirken selbst jene Sudetendeutschen gemaßregelt werden, die- sich im Besitz verrosteter Jagdflinten befinden. Aus den sudetendeutschen Straßen und Plätzen tobt unter § dem Schutz des Standrechtes ein sich in wilden Ausschreitungen gebärdender Pöbel. Die Sudetendeutschen aber sollen selbst in ihren Wohnungen ungeschützt sein, wenn bewaffnetes Gesindel und tschechische Soldateska Hausfriedensbrüche ohne Zahl und fchänd- l'*e fflreueltaten verüben. DieAuflysunsverfassvnaswidrig Die sudetendeutschen Abgeordneten bleiben in Prag. Prag, 17. Sept. (DNB.) Die marxistische und tschechische Presse hat die unverschämte Verleumdung verbreitet, daß die in Prag verbliebenen sudetendeutschen Abgeordneten Kundt, Dr. Neuwirth und Dr. Beters geflohen feien. Dem Vertreter eines deutschen Blattes'erklärte Abg. Kundt am Freitagabend, ebenso wie die Abgeordneten Dr. Peters und Dr. Neuwirth, daß er unter gar keinen Umständen daran dächte, Prag zu verlassen. Die Auflösung der Sudetendeut- schen Partei habe keine gesetzliche Grundlage, da das Parieien-Auflösungsgesetz am 31. Dezember 1937 abgelaufen sei und seine Verlängerung im verfassungsrechtlichen Ausschuß des Parlaments verhindert worden fei. Abg. Kundt platz sofort zu den Besprechungen hinzugezogen 1< nach Downing-Street Nr. 10. Kurz zuvor wurde Ehamberlains Aufenthalt in München 1 Wenn es 1' l> A S Hcvmburger ben bald in Fast unmittelbar nach der Rückkehr des Minister- Palast dauerte weit über eine Stunde. Wie bei der Präsidenten in die Downing-Street begannen die Abfahrt von der Downing-Street und der Ankunft t lu. lich, Palastes von einer bis. in die späten Abendstunden wartenden Menge begeistert begrüßt. ■ HM d urm 96‘ mb # Asche- tommen. egen P chen er« men mit e »' wie alle Buntes Allerlei. Merkwürdiges Fuhrwerk im Postmuseum. Mit der Wiederaufnahme des Postkutschenverkehrs in Deutschlands schonten Gauen erwacht auch das Interesse für die technischen Einrichtungen, die unsere Groß- und Urgroßväter einst ersannen, um den Postverkehr über Land sicher zu gestalten. Da gibt es im Hamburger Postmuseum ein merkwürdiges Fahrzeug, das m- dieser Form allerdings bestimmt nicht wiÄerkehren wird: die Kugel kutsche. Es ist ein kleiner Wagen- wie sie ehemals zwischen Hamburg und Altona zu verkehren pflegten. Sein zur Aufnahme der Brief- und sonstigen Post dienender Lasten" ist nicht kastenförmig, sondern kugelrund gestaltet. Mit gutem Grund! So war es nämlich Landstreichern und anderen übertrieben sparsamen Reisenden unmöglich, die Postfahrt als blinde Passagiere mitzumachen; die Kuael bot ihnen keinerlei Handhabe, sich hinten anzuhängen oder heraufzustellen. Die seltsame Kutsche soll übrigens von der dänischen Post erfunden worden sein, die damals den Verkehr zwischen Hamburg und Altona besorgte. Hamburg baut Wein. Unser Hannburger Mitarbeiter schreibt: Wer wird es glauben wollen, daß an der rauhen See Reben gedeihen? Weindörfer um Hamburg — wer meint da nicht, daß man ihm einen Bären aufbinden will. Tatsächlich ist es einem Manne gelungen, den Gedanken Des Weinbaues in Norddeutschland voranzutreiben. Der Gärtner Seibt, gebürtiger Schlesier, der sich gründlich mit der Weinzucht befaßt hat, hat Den Gedanken propagiert. Die Hauswände um Hamburg für Weinbau auszunutzen und die Bahndämme zu Weinbergen zu machen. Auf seinem eigenen Grund hat Seibt eine Zahl Weinstöcke stehen und gewinnt aus der Hauptsorte Trauben im Gewicht von ein bis anderthalb Pfund. Diese Sorte hat ihren Namen Black Hamburgh daher, daß ein Londoner Kaufmann Anfang des 17. Jahrhunderts Die Zucht in Hamburg entdeckte und sie von dort nach London mitnahm, wo er ihr den englischen Na- men gtfb. Man sieht, der Hamburger Weinbau hat sogar schon eine Geschichte. Außer dieser Sorte ist noch eine Reihe anderer für den Anbau im Freien tauglich, darunter auch Die Gros Colmann, Deren Trauben ein Gewicht von drei bis vier Pfund er- John Simo-n, Sir Robert Vansittart und Präsident auch beim'Verlassen des Buckingham- der Staatssekretär* im Außenamt, Sir Alexander C a d o g a n , hatten sich schon vor der Ankunft Des | Weiterbericht Das durch die eingedrungene arktische Kaltlust aufgebaute Festlands-Hochdruckgebiet hat sich ostwärts verlagert. Da aber die bei England ankommenden atlantischen Störungsgebiete in der Hauptsache nordostwärts wandern, ist eine stärkere Einflußnahme auf unser Wetter nicht wahrscheinlich. Trotz zeitweisem Aufkommen von Bewölkung bleibt das Wetter überwiegend herbstlich freundlich. Vorhersage für Sonntag: Stellenweise . Frühnebel, sonst heiter bis wolkig, weiter ansteigende Temperaturen. Winde um Süd. Lufttemperaturen am 16. September: mittags 15,9 Grad Celsius, abends 6,3 Grad, am 17. September: morgens 1,4 Grad. Maximum 16,4 Grad, Minimum heute nacht 1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 16. September: abends 13,8 Grad; am 17. September: morgens 12,8 Grad. — Sonnen« scheindauer 10,2 Stunden. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theoder Kümmel. 2). 21. VIII. 38: 8916. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R.Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM.< 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültia te 5* ,rl°" lei««1” H * eben* eft utig « dl« ° . egen JJ 1«. *4 rutifl »i-S 1- Aus aller Wett. „<5raf Zeppelin" auf der zweiten Probefahrt. Nach der ersten, in allen Teilen gut gelungenen Probefahrt hat das neue Luftschiff „Graf Zeppelin" heute (Samstag) morgen um 8.03 Uhr feine zweite Probefahrt angetrefSn. Unter Führung Dr. Eckeners wird „Graf Zeppelin" auf der etwa 24 Stunden dauernden Fahrt die deutschen Gaue besuchen. Außer Der Besatzung nehmen leitende Ingenieure des Luftschiffbaues sowie Angehörige der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt und des Reichsluftfahrtministeriums an der Fahrt teil. „Graf Zeppelin" verließ in nördlicher Richtung feinen heimatlichen Hafen. Am Svnntaavvrmittag wird auf dem Löwentaler Flugplatz die Landung erfolgen. Oas neue Bundesabzeichen des NG.-lie chskriegerbundes. Berli^n, 16. Sept. (DNB.) Vom 1. Oktober 1938 an ist der NS.-Reichskriegerbund die einzige Organisation aller gedienten Soldaten. Es gibt also bann keine soldatischen Verbände oder Vereine mehr außerhalb des NS.-Reichskriegerbundes. Nur die NSKOV. bleibt neben Dem NS.-Reichskriegerbund bestehen und hat eine Sonderausgabe zu erfüllen. Das in Schildform gehaltene neue Abzeichen enthält das Fahnenmotiv Der vom Führer 1935 verliehenen Bundesfahne und stellt in emaillierter Ausführung Das Eiserne Kreuz auf rotem Felde mit dem Hakenkreuz im weißen Spiegel dar. Der Stabsführer des NS.-Reichskrie- gerbunbes; ^-Brigadeführer Major a. D. von Behr, veröffentlicht im „Kyffhäufer" einen Aufsatz, in dem es heißt, daß die Kyffhäuser-Männer von nun an im NS.-Reichskriegerbund mit den ausscheidenden Soldaten der Wehrmacht, den Mündern der Soldatenbünde, der Waffenringe, der Offiziersverbände ufw. unter einet Fahne und einer Führung stehen. Alle werden sie das gleiche Abzeichen tragen — das eiferne Kriegskreuz mit Dem Sonnenzeichen Des nationalsozialistischen Sieges — wie sie eines Geistes sind als KameraDen Des großen Krieges und Der neuen Wehrmacht. UnterschieDslos in Rang und Waffe werden diese Männer von nun an tn alle Zukunft hinein gemeinsam marschieren; immer wieder werden sich ihre Reihen mit den Jüngeren füllen, werden Väter und Söhne hier nebeneinanderstehen mit dem gleichen Gelöbnis der Treue zur Gemeinschaft des deutschen Volkes. Ohne die Alterserscheinungen aller früheren Organisationen wird der NS.-Reichskrie- gerbund nie neben der Zeit stehen, sondern in seiner Zeit wirken. Er wird das nationälsozialistische Gedankengut immer mehr vertieft von einer Sol- batengeneration zur anberen geben und bunh bie Familienkreise seiner Mitglieber zum gewaltigen Volksbund des soldatischen Glaubens an das ewige deutsche Volk werden. 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Horthy, der neue 10 000-Tonnen-Kreuzer „P r i n z E u g e n" oo>m Stapel gelaufen, der Dritte einer Reihet von c der „B lüche r" und „Admiral Hipper" bereits schwimmen und der Fertigstellung entgegengehen. Die Bewaffnung dieser Schiffe ist mit acht 20,3-Zentimeter- und zwölf 10,5-Zentimeter-Geschüt- zen angegeben. Der neue Kreuzer stammt von Krupp-Germania in Kiel, die beiden anderen von Blohm & Voß, Hamburg, bzw. Deutsche Werke, Kiel. Die Kreuzer dieser Art, bei uns als „Schwere Kreuzer" bezeichnet, in den Flottenverträgen als „Leichte Ueberwasserfahrzeuge, Unterklasse A", haben in den internationalen Verhandlungen eine bedeutende Rolle gespielt. Im ersten Flotten - v ertrage, Washington 1922, hatte man die Größengrenze für Kreuzer auf 10 000 Tonnen und ihr größtes Geschützkaliber auf 20,3 Zentimeter festgesetzt, und zwar auf den Wunsch Eng- l a n d s, das einige Kreuzer etwa dieser Größe Der Hochverräter. Der Beschluß des Prager Kabinetts, gegen Konrad He nie In den Haftbefehl zu erlassen, ihn also für vogelfrei zu erklären und samt der ganzen sudetendeutschen Führerschaft der tschechischen Haßjustiz auszuliefern, zeugt von einer so weitgehenden Verwirrung aller Rechtsbegriffe, daß es notwendig erscheint, den größenwahnsinnigen Urhebern dieses Erlasses einmal den Spiegel' vorzu- halten. Darüber, daß die ' Proklamation Konrad Henleins mit ihrer Anschlußforderung keinen Hochverrat, sondern die Aeußerung eines unabdingbaren Lebensrechtes darstellt, brauchen wir uns mit den tschechischen Geschichtsfälschern nicht erst zu unterhalten, denn alle Welt weiß, daß die Sudetendeutschen nur durch militärische Gewalt in den Tschechenstaat hineingezwungen wurden, daß sie seit Zwanzig Jahren unentwegt dagegen protestieren bzw. vergeblich versucht haben, wenigstens bis Prager Gewaltherrscher zur Einlösung ihres Autonomieoersprechens zu bewegen. Die Haltung der Sudetendeutschen ist also immer die gleiche geblieben, und wo nichts zu verraten ist, kann es auch keine Verräter geben. Dagegen ist das Jonglieren mit dem Hochoerratsparagraphen gerade für Herrn Bene sch und Konsorten höchst gefährlich. Die ganze Geschichte des Tschechentums besteht ja nur aus einer einzigen Reihe von Vorrats- und Rohheitsakten, angefangen von dem Zeitpunkt, da die Tschechen nicht etwa als Herren und Eroberer, sondern als botmäßiges Troß- volk der asiatischen Avaken um 600 in das vordem germanisch besiedelte Böhmen eindrangen und dort nach Abzug der avarischen Horden h'ängenblieben, bis zu den Hussitenkriegen, den berüchtigten Dokumentenfälschungen des vorigen Jahrhunderts (Kö- niginhofer Handschrift), den Massendesertionen in der alten österreich-ungarischen Armee, dem Vertrauensbruch der tschechischen Legion an dem russischen General Koltschak, den auf Lügen aufgebauten „Memoranden" an die Versailler Friedenskonferenz bis zu den gebrochenen Zusagen an die unterdrückten Völker der Deutschen, Slowaken, Ungarn und sonstiger Minderheiten. Immer wieder springen die typischen Eigenschaften des tschechischen Volkscharakters ins Auge: Eine liebedienerische Unterwürfigkeit, wenn der Tscheche in der Minderheit ist, und eine hemmungslose Brutalität, sobald er sich in der Mehrheit fühlt oder irgendeine Staatsmacht hinter sich glaubt. Bei jeder Gelegenheit schlägt die unehrliche Kriecherei in einen wütenden Fremdenhaß um. Das war so bei den Hussitenkriegen vor 500 Jahren, die unter dem Deckmantel einer religiösen Reform doch nichts anderes bedeuteten als Raub, Verwüstung, Mord, Brandschatzung und Vernichtung des Deutschtums in einem Unvorstellbaren Maße. Das war auch so 1918, als die österreich-ungarische Doppelmonarchie zusammenbrach und dem vorher von den Habsburgern verhätschelten Tschechentum Gelegenheit gab, seine Undankbarkeit zu beweisen und wahre Orgien der Brutalität zu feiern. Des Tschechen größte nationale Kraftanstrengung, der Hussitensturm, hat lediglich z e r st ä r t, er hat zahllose blühende deutsche Städte in Böhmen vernichtet, aber nur ein einziges tschechisches Städtchen selber gegründet. Menn trotzdem die heutigen tschechischen Politiker und offiziellen Geschichtsschreiber diese Hussitenkriege als die „Glanzzeit des tschechischen Volkes" rühmen, dann ist das nur ein weiterer Beweis dafür, daß der Ungeist der Anarchie in den Tschechen des zwanzigsten Jahrhunderts lebendiger ist denn je zuvor. Hätten deshalb die Tschechen allgemein schon alle Ursache, bei der Anwendung von Begriffen wie Humanität, Demokratie, Staatsautorität und Hochverrat sich höchster Zurückhaltung zu befleißigen, so ist dies insbesondere Herrn Eduard Benesch anzuraten. Denn er ist es ja, der in seiner Person dem tschechischen Volke das beste Beispiel eines Hochverräters vorgelebt hat. Er mar es, der 1908 mit feiner Doktordissertation über Das österreichische Problem und die tschechische Frage" für die Erhaltung des alten Oeltereich ckls Föderativ- Chamberlain auf -em Obersalzberg Unser Bild zeigt den Führer und den britischen Premierminister Chamberlain, der eben den Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, Generaloberst Keitel begrüßt. — (Presse-Jllustrationen-Hoffmann-M.) I ^at eintrat, um dann neun Jahre später, als er sm ""oe des Verrats gekommen sah, mitten im • 1 it16^ Propagandaschrift „Zerstört Oesterreich-Ungarn!" zu veröffentlichen. Er suchte das L i nv e r n e h m e n mit dem Feinde, um den langen Monaten schwer ringenden österreichi- u11- ~ruPPen aus dem Hinterhalt seine Zersetzungsarbeit entgegenzusetzen. Aus seinen Erinne- r “ n 9 e n , die im Jahre 1928 unter dem Titel: * -15 ^ufflanb der Ration" auch in deutscher Sprache Mäzenen, brauchen wir nur folgende Stellen als Beweise exquisiten Kriegs-, Hoch- und Landesverrats wiedergeben: Benesch schreibt: ,,Jch hatte (vor der Flucht in das Ausland) ermit- telt, daß bei der Besatzung in Asch Dr. Amerling, eitLj?iubien.r°^e von mir, Militärarzt war, und entschloß mich, ihn aufzusuchen und zu bitten, mich unter demSchutze seiner Militäruni- i o r m über die Grenze zu geleiten. Ich wollte den österreichischen Behörden den Paß, den ich bei mir führte und der auf Miroslav Sicha, Geschäftsreisender in optischen Apparaten, lautete, nicht vorlegen, da ich fürchtete, mich zu verraten, dagegen nahm ich an, daß die deutschen Behörden bei meinem Ueber- gang in die Schweiz den falschen Paß mit gc= ringerer Wahrscheinlichkeit erkennen würden. Meine Annahme war richtig." — An anderer Stelle heißt es: „Ich trachtete daher, Wege zur Beschaffung von Pässen ausfindig zu machen. Redakteur Hajek weihte mehrere seiner tfreunbe in unsere Arbeit ein. Dem Gymnasialprofessor Dr. Butter in Reu-Bydschow gelang es, in der Bezirkshauptmannschaft mehrere P a ß b ü ch e r zu ergattern, die er nach Prag sandte. Außerdem wurden an verschiedenen Orten alte österreichische und fremde (bulgarische) Pässe gekauft. Aus diesem Material wurden neue Pässe her gestellt und dazu Visa beschafft." — Und' schließlich: „Eines Tages im Anfang November (1914, also vor der eigenen Flucht von Benesch) erschien Professor Masaryk plötzlich bei mir. £r teilte mir mit, das es nötig fei, sofort z u Machar- nach Wien zu reifen und von ihm Nachrichten zu übernehmen. (Josef Svatopluk Machar war von Haus aus Dichter und wurde nach 1918 Kriegsminister der neuen tschechischen Armee.) Ich fuhr am selben Tage. Am folgenden Tage kam ich mit Machar in seiner Wohnung zusammen. Er erzählte mir, roie Kovanda des Nachts die S ch r i f t st ü ck e a b s ch r i e b , die der (österreichische) Innenminister H einold täglich zu s e i- ner Information über die Ereignisse und die politische Lage nach Hause zu bringen pflegte. Machar machte mich mit Kovanda (Ko- oanda war Diener Heinolds und nützte seine Dienststelle zur Spionage aus) bekannt, damit wir unter Umständen auch persönlich Zusammenarbeiten konnten. Seit jener Zeit holte ich die Schriftstücke in Wien ab. Dabei erfuhr ich manches, was mir später im Ausland vorzüglich zustatten kam. Das dauerte eine Reihe von Monaten. Die Gefahr, in der Kovanda schwebte, veranlaßte chn im zweiten Kriegsjahr, eine andere Stellung zu suchen. Aber wir hatten in einzigartiger Weise Gelegenheit er- chalten/ Einblick zu nehmen in die Plane, Ziele, Anschauungen und politischen Methoden der Wiener Regierung, was uns bei unserer Arbeit von großem Nutzen war." Hier sprach Benesch, der heutige Staatspräsident der Tschechei, der heute mit dein Hochverratsparagraphen gegen Konrad Henlein winkt. Benesch hat im Kriege heimlich das Einvernehmen mit dem Feinde gesucht; Konrad Henlein hat im Frieden das S e l b st b e st i m m u n g s r e ch t seines Volkes proklamiert und nur an ein unerfülltes Versprechen erinnert, das Benesch gegeben, aber gebrochen hat. Ein Mann, der eines so schnellen Gesinnungswandels fähig ist und der heute die alten Hussitengreuel wieder aufleben läßt, sollte sich hüten, die deutsche Dolkstreue irgendwie zu diskreditieren. Der Hochverräter Benesch hat kein Recht, die von ihm belogenen und betrogenen Völker und ihre Führer als Verräter anzuklagen. D. S. L 'M Dem Auge das Beste! Lassen Sie sich beraten von I k Optiker Jfäiagnus dem Optiker Ihres Vertrauens / Seltersweg 33 / Kassenlieferant. („Hawkins"-Klasse, 9 800 Tonnen, sieben 19-Zenti- meter-Geschütze) besaß und mit ihnen einverstanden war. Die Folge dieser Größenregulierung war aber, daß die Seemächte begannen, da die Menge ihrer Schlachtschiffe durch den Vertrag gebunden war, in der Kreuzerklasse mehr und mehr Schiffe zu bauen. Es entstand ein W e 11 r ü ft e n , das man 1927/28 vergebens zu beschwichtigen versuchte, besonders da England und Amerika verschiedener Meinung über ihren Bedarf an solchen Schweren Kreuzern waren. Amerika wünschte darin einen möglichst hohen Bestand, da es mangels auswärtiger Stützpunkte eine zu langen Reisen befähigte Flotte von starken Einheiten braucht. England dagegen legte mehr Wert auf eine möglichst große Zahl von Kreuzern, auch leichterer Art, zur Bewachung feiner ausgedehnten Handelswege und sah das Anwachsen der fremden schweren Kreuzerflotten ungern. Nach einer vorübergehenden Hochspannung von 1928, die zu- scvmmenfiel mit englisch-amerikanischen Oel- und Gummikämpfen und verstärkter Handelskonkurrenz, gab es dann im Flottenvertrag von 1930 eine Einigung, die Amerika 18, England 15 und Japan 9 Schwere Kreuzer zusprach,'während Frankreich und Italien ihre Unabhängigkeit wahrten. Zur Zeit besitzen beide je 7 Schwere Kreuzer. Nach dem deutsch-englischen Flottenvertrag vom 18. 6.1935, der uns rechnungsmäßig 35 v. H. der britischen Schiffsstärke zur Verfügung stellt, in dieser Schiffsklasse also fünf, verkündete die Reichsregierung am 9. 7.1935, daß zunächst folgende Schiffe auf Stapel gelegt seien bzw. würden: 2 Schlachtschiffe zu je 26 000 Tonnen mit 28-Zentimeter-Geschützen, 2 Kreuzer zu je 10 000 Tonnen mit 20,3-Zentimeter-Ge- schützen, 16 Zerstörern und 28 U-Boote. Der Bau dieser Schiffe begann danach planmäßig. Im Jahre 1936 gab es aber in London einen neuen Flottenvertrag, als Ersatz für den abgelaufenen von 1930, nur wurde diesmal nicht wieder versucht, den Mächten Verhältnisstärken vorzuschreiben. Statt dessen wurden die oberen Größengrenzen fürbie Schiffsklassen erneuert. Schlachtschiffe 35 000 Tonnen mit 35,6- bzw. 40,6-, Flugzeugträger 23 000 Tonnen mit 15,5-, Unterseeboote 2000 Tonnen mit 13-Zentimeter-Ge- schützen. Bei dieser Gelegenheit wurde der Schwere Kreuzer au's geschaltet. Denn die künftige Grenze soll fein für „Leichte lieber- Wasserfahrzeuge": 8000 Tonnen und 15,5-Zenti- meter-Geschütze, und bis Ende 1942 soll fein Rückzug ins Männerabteil. Von Peter Bamyi. (Nachdruck verboten.) Die Fähigkeit des Menschen, das Auftreten von irgend etwas zu bemerken, ist weit entwickelter als feine Fähigkeit, das Verschwinden von irgend etwas zu bemerken. Daß auf einer Gesellschaft ein neuer Gast auftritt, findet stets allgemeine Aufmerksamkeit. Aber wenn einer verschwindet, wird es fast nie von irgend jemandem wahrgenommen. Neue Groschen bemerken wir alle. Aber daß der alte Taler nicht mehr da ist, das ist uns nie bewußt geworden. Tausende der großartigsten Bärte, Ehrenbiber, die man mit der Gartenscheere schneiden konnte, sind verschwunden. Niemals haben wir uns die Veränderung, die die Welt dadurch erlitten hat, vollständig klargemacht. Aber wenn jetzt ein junger Mann es auf der Wange sprießen läßt, dann bleiben wir auf der Straße stehen und nehmen Notiz. Wenn wir also jetzt die Tatsache ins Auge fassen wollen, daß die amerikanischen Eisenbahngesellschaften „Männerabteile" auf ihren Strecken eingeführt haben, so können wir das erst tun, nachdem wir uns darüber klargeworden sind, daß auf unseren Eisenbahnen die „Frauenabteile" verschwunden sind. Die Philosophen haben sich von Alters her damit beschäftigt, die unübersehbare Menge der Menschen in einer Weise einzuteilen, die sie ein wenig übersehbarer macht. Sie teilten sie in Fröhliche und Traurige, oder m Bürger, Freigelassene und Sklaven, oder in Griechen und Barbaren. Ungezahlte Arten der Einteilung haben sie abgelöst im Lause der Jahrhunderte. Eine der merkwürdigsten von allen diesen Einteilungen ist zweifellos die, die die Eisenbahnoerwaltungen aufgestellt haben. Die Ellenbahnmenschheit zerfällt in Raucher, Nichtraucher, Reisende mit Hunden, Frauen und Reisende mit Traglasten. Diese Einteilung wird den Forderungen der Philosophie natürlich ebenso wenig gerecht wie denen der menschlichen Würde. Aber in der Prclxis hat sie sich offenbar bewährt. Vor einiger Zeit — unkr niemand von uns vermöchte zu sagen, wann das eigentlich gewesen ist find die Frauenabteile abgeschafft worden. In der Tat waren sie einer Vorstellung von der Welt entsprungen, die eher ins 13. als in 20. Jahrhundert gehörte, die Vorstellung nämlich, daß die Frauen in der Welt eine besondere Stellung einnähmen, die eines Schutzes sowohl durch die Männer als vor den Männern bedürfte. Die Frauenabteile sind deshalb eingegan'gen, well sie von den Frauen nicht mehr benutzt wurden. Damit haben die Frauen sich ein ebenso schönes Zeugnis ausgestellt wie uns. Sich haben sie das Zeugnis ausgestellt, daß sie eines Schutzes durch uns nicht mehr bedürfen. Und uns haben sie das Zeugnis ausgestellt, daß sie eines Schutzes vor uns nicht mehr bedürfen. Offenbar also macht die Welt doch Fortschritte, und wir sind zivilisierter geworden. Die Einführung der „Männerabteile" in Amerika nun zeigt, daß dorten die Männer eines Schutzes vor den Frauen bedürfen. In der Tat, die amerikanischen Männer haben es nicht leicht. Einige Lustren wurde ihnen der sanfte Knabe vorgeführt von der Art Ramon Novarros oder Robert Taylors. Und auf alle Weise wurde ihnen beigebracht, daß man so sanft und so schön sein müßte, um dem Ideal zu entsprechen, das die Frauen von den Männern haben. Und dem Ideal zu entsprechen, die Frauen von den Männern haben, ist ja unser aller ebenso streng geleugnetes wie streng befolgtes Ziel im Leben. Die harten Amerikaner, tüchtige Leute, energisch, arbeitssam und fröhlich, gaben sich also alle Mühe, sanft und-schön zu werden. Nachdem sie darin einige Fortschritte gemacht hatten, wechselte unglücklicherweise das Ideal der amerikanischen Frauen, und was sie sich nun von den Männern wünschten, waren Clark Gable und William Powell. Möglicherweise haben einige amerikanische Männer sich entschlossen, umzuschalten. Aber Männer tun das ganz im allgemeinen nicht sehr gerne. Ja, sie neigen dazu, an ihren Idealen um so hartnäckiger festzuhalten, je weiter das Leben sie davon entfernt. Je dicker der Bauch wird, um so fester wird der Vorsatz, mit Turnen anzufangen. Und je schwieriger es wird, Robert Taylor ^u fein, um so dumpfer ist der Wille, es zu werden. Wenn man einem schlanken Jüngling sagt, er sei schlank, wird er gar nicht wissen, was man meint. Wenn man aber einem dicken Herrn sagt, er sei schlanker geworden, wird er sanft und glücklich lächeln. Zwischen Robert Taylor und Clark Gable, zwischen dem Ideal von gestern und dem Ideal von morgen, haben die amerikanischen Männer sich grollend, ins Männerabteil zurückgezogen. Das Männerabteil ist das Symptom einer Kulturkrise, von der wir noch nicht wissen können, wie sie ausgehen wird. Wenn die Frauen die Ideale wechseln, werden mir unruhig. Doch haben wir bei aller Sorge noch eine Hoffnung. . , Niemand nämlich kann auch nur im allergeringsten voraussagen, wie lange die Frauen an Clark Gable und William Powell festgehalten werden. Eines schönen Tages werden sie ihr Ideal von neuem wechseln. Und vielleicht kommen sie dann auf den Einfall, Gable durch Falstaff zu ersetzen. Dann wäre es unsere Aufgabe, dick und witzig zu werden. Und mancher bekäme die eine Chance, deren Vorzüge heute nur von einer stillen Kneipe geschätzt werden. Hoffen wir auf diesen wünschenswerten Wandel. Und indem wir auf die Hoffnung einen Vorschuß nehmen, wollen wir uns noch einen genehmigend Un — nous pouvons encorel Einen könn' wir noch! Sven HedinS letzte Expedition . nach Zentralasien. Heber seine größte, und an wissenschaftlicher Ausbeute reichste Expedition nach Zentralasien, die sich über einen Zeitraum von acht Jahren erstreckt, erstattet Dr. Sven Hedin, der berühmte schwedische Forschungsreifende in der Monatsschrift „Atlantis" Bericht. Das Unternehmen bestand in einer ganzen Reihe von Forschungsreisen, die von verschiedenen Mitgliedern seines Stabes durchgeführt wurden und ein Gebiet von Zentralasien umfaßten, das siebenmal größer ist als Großdeutschland. Der äußere Ablauf der Expeditionen gestaltete sich durch die ständigen Bürgerkriege zwischen den verschiedenen Generalen in China und durch die politischen Umwälzungen oft sehr dramatisch. Die anfänglichen Schwierigkeiten, die zunächst die Lage hoffnungslos erscheinen ließen, lösten sich jedoch, die Expedition kam ohne besondere Abenteuer nach Paolo, und von dort aus gelang es auf gemieteten Kamelen nach den Teilen der inneren Mongolei zu kommen, wo der Bürgerkrieg sie nicht erreichte. Die Behinde- ! rungen, die ein mit den Gelehrten in Peking ge- । fchlosfener Kontrakt enthielt, nach dem nur Karten in kleinem Maßstab gezeichnet werden durften und alle Sammlungen in China bleiben sollten, erwiesen sich bald bei der Art der Chinesen als nicht so schwerwiegend, und auch die Zusammenarbeit mit den chinesischen Gelehrten selbst verlief zufriedenstellend. Erst als Sven Hedin 1934 die Provinz Slnkiang erreichte, in der voller Kriegszustand herrschte, wurde die Lage der Forscher ernster. Sven Hedin wurde dreimal gefangen genommen, und er war mit zwei anderen Schweden und einem Chinesen nahe daran, erschossen zu werden. Es war dasselbe Gebiet, in dem zwei deutsche Expeditionen, die des Freiherrn von G ablenz und Dr. Filchners, 1937 ebenfalls gefangen genommen wurden. Es war aber ein Glück für die Expedition Sven He- dins, daß sie ihre Arbeiten und Abenteuer zum Schluß führen konnte, bevor der Japanisch-Chinefische Krieg seinen Anfang nahm. Sie erreichte es auch, daß ihre Sammlungen und wissenschaftlichen Ergebnisse in Sicherheit kamen, und einige Sammlungen, die nach Uebereinfommen von chinesischen Gelehrten bearbeitet werden, find außer Gefahr. Bemerkenswert ist ein Urteil Sven Hedins über die Wandlungen, die die Forschungsreisen heute erfahren haben: „Gleich so wie der Krieg, im blühenden Zeitalter der Maschinen und der Technik, seinen malerischen Glanz und seine Ritterlich- keit verloren hat, die durch persönlichen Einsatz geschaffen wurden, so fängt auch der romantische und für die Phantasie bezaubernde Moment bei den Entdeckungsreisen zu bleichen an. Die Kamele und die Pferde weichen mehr und mehr den Automobilen, und unbekannte Gebiete, die man früher unter Mühen und Gefahren mit Karawanen durchzog, fönneij nun aus der Luft kartographisch aufgenommen werden, lieber die Gebiete in Hindukusch und Pamir, wo ich vor 24 Jahren Monate brauchte, um vorwärts zu kommen, flog v. Gablenz in wenigen Stunden! Jedoch hat der'Kontakt mit der Exde, die vertrauliche Berührung mit den Menschen und die gründliche Erforschung von schwer zugänglichen Gebieten doch nichts von den Maschinen zu fürchten. Die wissenschaftliche Arbeit im Felde ist ihrer Natur nach langsam und bedarf nicht der nervösen Eile der Neuzeit." Sven Hedin gibt eine Uebcrsicht über die umfassende Reihe von Spezialwerken, von der bisher neun Bände herausgekommen find und deren Zahl wohl vierzig erreichen wird. Alle wissenschaftlichen Ergebnisse der großen Reisen werden dann von Sven Hedin und seinen Mitarbeitern zusammen eine eingehende Schilderung des Lop-norGe- bietes und arbeitet an einer fortlaufenden Schilderung des Verlaufes und der Geschichte der Erpedi- tion, die als orientierende Einleitung zu den Sve- zialwerken dienen soll. Der schwedische Reichstag hat für das umfassende Werk eine große, wenn auch noch nicht ausreichende Summe bewilligt. Hochschulnachrichten. Die Königs. Gesellschaft der Aerzte in Budapest hat die Professoren Dr. Heinrich Martims (Frauenheilkunde), Dr. Hermann Rein (Physiologie) und Dr. Theodor Lochte (gerichtliche Medizin) an der Universität Göttingen zu korrespondierenden Mitgliedern ernannt. Professor Dr. Theodor Döring, Ordinarius für angewandte Chemie, an der Bergakademie Freiberg, ist wegen Erreichung der Altersgrenze von den amtlichen Verpflichtungen entbunden worden. Schwerer Kreuzer oder etwas ähnliches zwischen 8000 und 17 500 Tonnen gebaut werden. Aus die Gründe hierzu wird noch einzugehen sein. Von diesem Vertrag hatte sich Japan ferngehol- tcn, und Italien verweigerte seine Unterschrift bis zur Anerkennung seines Imperiums (es vollzog seinen Beitritt Ostern 1938). Hierauf war England bemüht, auch die anderen Mächte einzubeziehen, vor allem Deutschland und Rußland. Letzteres jedoch erhob Schwierigkeiten, verweigerte u. a. den im Vertrage geforderten freien Nachrichtenaustausch über Neubauten „für den Fernen Osten" und auch Beschränkungen für solche Bauten, solange auch Japan sie nicht beachte, und verlangte darüber hinaus das Baurecht für 7 Kreuzer einer Mittelklasse zu 8000 Tonnen mit 18-Zentimeter-Gc- schützen, das ihm zugeftanden wurde. Der erste davon, „Kiro w", ist jetzt fertig. Daraufhin trat auch Deutschland dem Vertrage am 17.7.1937 bei mit dem Vorbehalt, die Baupause für Schwere Kreuzer nach Bedarf zu kündigen und der Mitteilung, daß es zunächst drei davon bauen werde. Der dritte läuft jetzt vom Stapel. Man sieht also, daß ein großer politischer Aufwand sich in all diesen Jahren um diese Kreuzerfrage gedreht hat und forscht nach den Gründen. Der Schwere Kreuzer ist gedacht für d e n Hochsee-Handelskrieg, in, Angriff wie Verteidigung, und die führenden Seemächte waren es, nach dem Ausgleich ihrer Gegensätze von 1930, zufrieden, davon eine genügende Anzahl zu besitzen. Aber England mußte bemerken, daß seine zwischen 1926 und 1929 gebauten Exemplare von den späteren französischen, italienischen und amerikanischen technisch stark überholt wurden,, besonders im Panzerschutz- und mußte bei den weiteren Neubauten mit immer steigender Entwertung seiner Schiffe rechnen. Gleichzeitig hatte sich das allgemeine Interesse wieder stärker den Schlachtschiffen zugewandt, die auf Vorgang Italiens und Frankreichs jetzt mit solcher Geschwindigkeit aus« gestattet wurden, daß die beherrschende Rolle des Schweren Kreuzers im Hochseekrieg dagegen verblaßt. Beides wirkte zusammen, um eine Baupause für die letzteren nahezulegen. Wenn Deutschland daraus einging, mit jenem Vorbehalt im Hinblick auf die sowjetrussischen Bauten, so war dies ein weiterer Beweis für das Entgegenkommen in seiner Marinepolitik, auf dessen Wert für die Gestaltung der deutsch-englischen Beziehungen Premierminister Chamberlain erst vor kurzem nachdrücklich hinwies. Für die weitere Entwicklung der Frage bleibt eine gewisse Unsicherheit bestehen, insofern als Japan allen Abmachungen ferngeblieben ist und von gewisser Seite verdächtigt wird, nicht nur übergroße Schlachtschiffe von 45 000 bis 50 000 Tonnen, sondern auch überschwere Kreuzer zu bauen, womit, wenn die Vermutungen zutreffen sollten, alle Abmachungen wieder in Frage gestellt wären. Und damit der bescheidene Rest aller bisher gelungenen Abrüstungs- oder Rüstungsbeschränkungsversuche. Beisetzung des Prinzen von Connaught. London, 16. Sept. (Europapreß.) Der Anfang der Woche verstorbene Prinz von Connaught, ein Vetter des Königs, wurde am Freitag in der St.- Georgs-Kapelle auf Schloß Windsor beigesetzt. Der Sarg wurde auf einer Geschützlafette vom Bahnhof von Windsor zur Kapelle übergeführt. Auf dem Wege zum Schloß bildeten Truppen Spalier, hinter denen sich eine nach Tausenden zählende Menschenmenge drängte. Während der Uebersüh- rung wurde ein Trauersalut von 21 Schüssen abgegeben, während gleichzeitig sämtliche Kirchenglocken läuteten. D e r K ö n i g , in der Uniform eines Generalfeldmarschalls, ging unmittelbar hinter dem Sarg, gefolgt von seinen Brüdern und dem Sohn des Verstorbenen, Lord Macduff. Während der Beisetzung hatten sämtliche öffentlichen Gebäude in London sowie zahlreiche Privathäuser Halbmast geflaggt. Der Verstorbene war der älteste Sohn des im 89. Lebensjahr stehenden Feldmarschalls Herzogs Arthur von Connaught und Stra- thern, des letzten noch lebenden Sohns der Königin Viktoria, der mit der Prinzessin Luise Margarete von Preußen vermählt war. Unbekanntes Hintennbien. Von unserem W-st. ii. Saigon wirtschaftlich und modisch Singapur, Sommer 1938. Die Franzosen sind keineswegs besonders begabte und bewährte Kolonialherren, und I n d o ch i n a ist keineswegs die beste französische Kolonie. Der Weg dorthin ist weit, und obwohl das Gebiet der Königreiche Annam, Cambodqa und Laos zusammen mit der Kolonie Cochinchina, dem Protektorat von Tonkin und dem Pachgebiet Kuang Tseuwan, die zusammen den Besitz Jndochina ausmachen, das Mutterland weit übertrifft, haben sich nur 7000 Franzosen — man möchte sagen, dorthin verirrt, um einem zivilen Beruf nachzugehen. Die gesamte Bevölkerung Jndochinas beläuft sich auf über 21 Millionen Menschen, also immerhin mehr als die Hälfte der Einwohnerzahl Frankreichs, aber nur weniger als 50 000 davon find Franzosen und die meisten von ihnen wiederum sind Militärs und Beamte. Zur Heimat ist Jndochina den wenigsten geworden. Man verdient dort Geld, um zu sparen und denkt an die Rückkehr nach Frankreich. Die Annamiten mit über 15 Millionen sind als Grubenbesitzer und Bauern der wichtigste Teil der Bevölkerung auch in der Erzeugung, die hauptsäch- ,Sonderberichterstatter. deshalb so appetitlich und frisch, weil sie kaum Haarwuchs zeigen und die Hautfarbe im Sonnenlicht, noch mehr aber im abendlichen Lichtschimmer der orientalisch lebendigen Straßen in ihrer nichts- tuerischen Geschäftigkeit nach Sonnenuntergang leuchtend hell erscheint. Zu den schlanken, wohlgeformten Körpern paßt die Fröhlichkeit der Mienen, die gebändigte Behendigkeit der Bewegungen. Die annamitischen Frauen und Mädchen besitzen die eleganteste Volkstracht, die in der farbenfreudigen exotischen Welt des heutigen, von westlich modischen Begriffen beeinflußten, aber nicht eroberten Asien gefunden werden kann. Schneeweiße weite Hosen aus seidenem Chinakrepp, Damast-Atlas oder billigem Baumwollstoff umhüllen die schlanken Beine, sie verschwinden überm Knie in einer kunstvoll auf den Körper geschnittenen langen Jacke aus glänzender Seide, gewöhnlich in Schwarz, oft auch in satten schönen Farben, etwas grün oder lila. Kein Hut deckt das wohlfrisierte schwarze Haar, aber ein Sonnenschirm schützt die Schöne vor den sengenden Strahlen. Dieser Anzug trägt alle Merkmale einer raffinierten Eleganz in Stoff, Schnitt, Farbe, Verarbeitung und wirkt durch seine vornehme Schlichtheit. Die schwarze Glanzseide, eine Spezialität Hinterindiens, ist Hauserzeugnis. Sie wirkt fast wie Leder oder Wachstuch und gewinnt ihren knitterigen Schimmer dadurch, daß sie bei der Bearbeitung harten Schlägen mit Holzknüppeln ausgesetzt wird. Der japanische Kimowo, mit denen die Frauen des Jnselreichs einen Luxus treiben, der den verehrlichen' Ehemännern dort nicht weniger Sorge macht als die Ansprüche einer Modedame in Europa, ist ein Kleid, das durchaus als Tracht und nur bedingt als schön außerhalb seines Rahmens empfunden wird. Das charakteristische Kleid der modernen Chinesin: in einer einzigen eng an den schlanken Körper gearbeiten Linie vom hochgeschlossenen Halskragen abwärts bis auf die Fersen, aber fast halbweltmäßig zu beiden Seiten bis ans ober übers Knie geschlitzt, ist em echter Kompromiß zwischen Ost iMd West. Der — ubrufens in gleicher Art auch von Männern getragene — Rock der Siamesin ist luftig und originell aber sicher weder schön noch elegant. Er besteht aus einer etwa drei Meter langen Stoffbahn, die man um Leib und Oberschenkel schlingt, knotet, zu einer Wurst zusammendreht, durch die Beine zieht und schließlich mit dem Ende im Rücken hinter den Gürtel steckt. Die Ventilationsverhältnisse dieses Kleidungsstückes bezeichnen Kenner als hervorragend günstig. Von der verworrenen Schleierfülle der Inderin, der Protzigkeit der Brokate orientalischer Jüdinnen, den traurigen Verhüllungen mohammedanischer Frauen braucht nicht gesprochen zu werden. Die Annamitin verdient den asiatt- schen Modepreis. lich in Reis besteht. Den Handel im Inneren haben hier, wie fast überall im Südostraum des Pazifik, die Chinesen in der Hand. Mit einem Minimum an Kapitalaufwand hat man die Wirtschaftskraft so weit entwickelt, daß das Mutterland wichtige Kolonialrohstoffe, Reis, Mais, Kautschuk, Oel, Kopra, Stocklack, beziehen und Fertigwaren, Baumwollartikel, Maschinen, Zigaretten dorthin verkaufen kann. Durch ein resolutes Zollsystem hat Französisch-Jndo- china sich die sonst allenthalben in Asien fühlbare japanische Konkurrenz vom Leibe gehalten. Frankreich nimmt etwa 40 v. H. des Exports auf und liefert etwa 60 v. H. der Einfuhr. Beträchtliche Gewinne fließen aus diesem Außenhandel nach dem Mutterland, woran die Schiffahrt gehörig beteiligt ist. In den letzten 25 Jahren hat sich der Warenumschlag in den drei wichtigsten Häfen Saigon, Haifon und Hongay verfünffacht. Der Ueberschuß des Haushalts kommt dem französischen Imperium zugute. Saigon mit seinen 120 000 Einwohnern spielt im Handel die erste Rolle. Industrielle Unternehmungen kennt das Land nicht, wenn man von einigen Reis- und' Oelmühlen, Sägewerken und dem „Arsenal" absieht. Don den Bodenschätzen wird Kohle in bescheidenem Umfang und Zink, beides zur Ausfuhr, gewonnen. Die bedeutendste Leistung der Kolonialverwaltung liegt vielleicht in der Anlegung und Unterhaltung eines Netzes vorzüglicher Autostraßen. Saigon ist in seinem europäischen Teil eine nette, etwas schäbige Provinzstadt mit einigen klimatischen Eigentümlichkeiten. Wo immer man heute in unserem industrialisierten Zeitalter in eine Siedlung kommt, wo Frauen dem Dämon Mode huldigen, gibt es Geschäfte, die in lockender Form Strümpfe darbieten. Schneller als Colbertson in der Lage ist, die Bridgeregeln für die ihm hörige internationale Klientel zu ändern, dieser brutalste aller Diktatoren, der für den Hausfrieden unzähliger bridgebesessener Ehepartner vernichtend wirkt, ändern sich die Mode- schattierungen der Damenstrümpfe in aller Welt. Saigon, Kleinparis der Tropen, modischer Einkaufsplatz für schöne Seiden, von denen die Ladys aller Hautschattierungen in Hongkong, Schanghai, Manila und Singapur gern träumen, zeigt keinerlei Interesse an Bembergaktien. Es gibt keine Strumpfgeschäfte dort, aus dem einfachen Grunde, weil niemand Strümpfe trägt. In englisch, noch mehr aber in den holländisch bestimmten Kolonien hält man auf den „Evening- Dreß", zu dem auch Strümpfe getragen werden müssen. In Saigon allein scheint dies nicht notwendig zu sein. Die glatten Leiber der gelben Menschen, deren Nacktheit zumeist nur eine Baumwollhose unterbricht, wirken gegenüber schwarzen und braunen Körpern Von unterem nd-Miiarbeiier. Kalkutta, im September. Der deutsche Kaufmann in Indien steht vor einem dreifachen Problem. Er hat mit einer englischen Regierung zu tun und einer auf allen Gebieten der Verwaltung und Wirtschaft führenden englischen Oberschicht. Er steht weiter vor dem indischen Volk mit seinen 350 Millionen Menschen, seinen vielen verschiedenen Religionen und Rassen. Und er ist endlich der Vertreter Deutschlands, dessen geschäftliche Interessen er nach bestem Wissen und Gewissen wahrzuttehmen hat. Das verpflichtet ihn, seine Haltung nach jeder Richtung hin zu begrenzen, niemals darf sie in dem einen ober anderen Sinne parteiisch sein, seine Aeußerungen, fein Umgang und Auftreten müssen in jedem Falle als taktvoll empfunden werden. Die Nachrichten, die über Deutschland nach Indien gelangen, sind spärlich, und wenn sie kommen, häufig von wenig freundlichen Kommentaren begleitet. Sowohl die englische als auch die indische Presse hier draußen hängt vollkommen vom Reuter-Büro ab, nur ganz wenige Blätter machen sich die Mühe, den Inhalt der Reutermeldungen durch das Radio zu kontrollieren. So herrschen über Deutschland recht mißverständliche Meinungen. Die Möglichkeiten, die Deutschland, die dem deutschen Handel in Indien heute offenstehen, sind, wenn auch nicht unbegrenzt, so doch viel größer als in den meisten anderen Ländern. Indien befindet sich in einem wirtschaftlichen Umschichtungsprozeß erster Ordnung. Eine sich ausbreitende Stahl- und Eisenindustrie, Zementfabriken, Zuckerfabriken, Fabriken für Wirkwaren, Glühstrümpfe, kleine Dieselmotoren, elektrische Lampen, Glühbirnen, Streichhölzer, Gummireifen, Jute-, Seide- und Baumwollverarbeitung haben Indien heute schon unter die acht wichtigsten Industrieländer der Erde gerückt. Die Errichtung dieser Industrien aber schafft dauernd neue Märkte. Pumpen, Werkzeugmaschinen, Radioapparate, Lichtspielfilme, Rohfilme, Schreibmaschinen, große Dieselmotoren, Telephone, elektrische Artikel werden in steigendem Maße benötigt. Im Süden macht die Ausnutzung von Wasserkräften, die mit dem Bau des Metpur- Dammes schon große Formen annimmt, dauernden Fortschritt, Fahrradfabriken, sogar Autofabriken sind geplant. Der deutsche Importeur hat sich umstellen müssen. Das ist ihm in weitem Maße gelungen, der deutsche Anteil am Import Indiens ist, verglichen mit dem letzten Vorkriegsjahr, von 6 auf 9,2 v.H. gestiegen, im Export dagegen von 10 v. H. auf 6 v. H. zurückgegangen. Der Aufbau von Industrien beschränkt sich natürlich nicht auf die Bestellung von Anlagen. Erhöhter Bedarf an ausländischen Monteuren, Technikern und Spezialisten ist die Folge. Deutschland ist heute in Indien gut vertreten, aber nicht reichlich genug. Die deutschen Häuser in Bombay und Kalkutta sind fast ohne Ausnahme Verkaufsniederlassungen deutscher Werke wie Siemens, Krupp, JG.-Farben. Zeiß-Jkon usw. Was in Indien fehlt, ist das große deutsche Export- und Jmporthaus, Firmen wie wir sie in Ost- asien und Südamerika heute noch haben. Die Eng- RU HL Seltersweg Nr. 67 M adio Telephon Nr. 3170 | eparaturen 189'/ D BB länder sowohl als auch die Japaner haben diese Regelung in Indien bis heute beibehalten und sind gut dabei gefahren. Nur so ist es auch möglich, den deutschen Export auf eine breitere Basis zu stellen. Bei der jetzigen Handhabung finden in der Hauptsache nur Deutschlands Spezialartikel Absatz, während viele nicht so bekannte Produkte überhaupt keine Möglichkeit haben. Das indische Geschäft zerfällt in ein Behörden- und in ein Baargeschäft. Gerade in letzterem wäre viel zu machen. Die schon früher geschilderte Reaktion gegen die mangelhafte Qualität vieler japanischer Waren, die Regierungs- Übernahme vieler Provinzregierungen durch die nationalistische Partei schaffen für einen verstärkten Absatz deutscher Basar-Waren eine psychologisch günstige Basis. Freilich bedingt das einen starken persönlichen Einsatz, der bei aller Notwendigkeit indischer Mitarbeiter doch imtner nur von jungen Deutschen geführt werden kann. Viele deutsche Häuser draußen klagen heute über Nachwuchsschwierigkeiten, es sind kaum noch junge Kaufleute für lieberfee zu bekommen. Vielleicht täten manche Firmen gut daran, höhere Angebote zu machen und den ersten Vertrag nicht über drei Jahre auszudehnen. Anderseits sollte der junge Kaufmann zu Hause berücksichtigen, daß er hier eine große und dankbare Ausgabe hat. Er kann im wahrsten Sinne des Wortes seinem Volke dienen, deutschen Arbei- Gchifflem fahren laffen. 23 on Otto Anthes. Mein Heimatstädtch.n windet sich, nur zwei Häuserreihen lief, lang und schmal zwischen dem Rhein und dem dahinter aufsteigenden Felsen dahin. In der Vorderreihe wohnen die Schiffer und Lotsen, und ihre Fenster sehen auf den Rhein hinaus, von dem ihnen ihr Wohlstand kommt. An den steilen Hang geklemmt stehen dn der zweiten Reihe die Häuserchen der Bergleute, die den Fels nach abbaufähigem Schiefer durchwühlen. Fast hinter jeder der kümmerlichen Hütten ist ein Stollen in den Berg getrieben. Die meisten dieser urtümlichen Bergwerksanlagen sind länast nicht mehr im Betriebe; entweder weil überhaupt nichts darin gesunden wurde, oder weil das Wenige, das darin war, ausgebeutet ist. Man benutzt sie j^tzt, so gut es geht, als Keller oder auch als Ziegenstall. Meine liebsten Freunde waren die zwei Buben des Bergmanns Lang. Auch bei ihrem Hause gab es ein „Bergloch". Aber es war gar nichts mehr damit anzufangen, weil es ersoffen war; das schwarze Wasser leckte bis in den engen Hof, in dem wir spielten. Ich weiß nicht mehr, wie wir dahinter kamen, daß das Wasser des Berglochs sich in einem ununterbrochenen, unendlich langsamen, dem Auge kaum bemerkbaren Kreisstrom bewegte. Wenn man ein Stück Holz auf der rechten Seite hineinwarf, zog es langsam und stetig derg- eickwärts, blieb mehrere Tage unsichtbar und kam dann, ebenso langsam und stettg, auf der linken Seite wieder zurück. Sobald wir das heraus hotten, waren wir auch darüber einig, daß eine regelmäßige Schiffahrt in die schwarze Finsternis hinein und wieder ans Tageslicht eingerichtet werden müßte. Jeder von uns dreien rüstete ein Fahrzeug. Wilhelm, der älteste, der den ^Kopf voll technischer Pläne hatte und mit einem zähen Fleiß begabt war, schuf sich in schweißreicher Mühe aus einem Stück Eichenholz eine mächtige Fregatte, die er den „Admiral" nannte. Sie lag - schwer und tief im Wasser, aber sie hielt auch trotz ihrer hohen, kunstgerecht getakelten Masten das Gleichgewicht im höchsten Wellengang. Anton, der Jüngere, ein lustiger Faselhans, machte sich die Sache leicht. Ein vorne zugespitztes Brett spickte er ringsum am Rande mit Nägeln, setzte einen Stock in die Mitte und zog von seiner Spitze Bindfäden nach allen Seiten. Mein Schiftlein aber ward ein phantastisches Bauwerk. Eine blecherne, außer Gebrauch gesetzte Barbierschüssel meines Vaters belegte ich mit einem Verdeck aus dünnen Brettchen, schnitt Luken hinein und setzte Aufbauten in reicher Mannigfaltigkeit darauf: eine Kommandobrücke, ein Steueryäuschen und auf dem Hinterdeck einen Salon mit durchbrochenen Wänden, denen nur die Glasscheiben fehlten. Das alles strich ich mit unterschiedlichen Farben an. Bei der Takelung fragte ich weniger nach Richtigkeit und Zweckmäßigkeit als danach, daß auch sie luftig und vielfältig geriete. Eine besondere Güte tat ich mir in Wimpeln, die rot, blau und grün von allen Stengeln wehten. Die Hoffnung" sollte das Schifflein heißen; Wilhelm, der Techniker, betrachtete mein Machwerk . mit Mißbilligung. Aber das störte mich nicht. Ich sah mit stolzer Freude, daß mein Schiff!rin leicht und wiegend auf dem schier unbewegten Wasser tänzelte, wie ein edles Roß, das sich vor Tatendrang nicht zu lassen weih. Nun also sollte die Fahrt ins Dunkle beginnen. Um den Reiz zu erhöhen, stachelten wir uns mit ausgesetzten Preisen. Jeder mußte zehn Pfennige beisteuern. Fünfzehn sollte der erhalten, dessen Fahrzeug zuerst zurückkehrte; dem Zweiten war sein Einsatz zugesichert; und der Letzte sollte immerhin noch fünf Pfennige als Trostpreis erhalten. An einem Sonntag in der Früh setzten wir die Schiffe ins Wasser des Berglochs. Zuerst bemerkten wir kaum eine Bewegung an ihnen. Dann aber, als wir länger zusahen, wurde es klar, daß meine „Hoffnung" die Spitze nahm. Antons Schute legte sich baß) quer ins Fahrwasser und trieb liederlich und ohne Eifer hinterher. Ernst und seines Weges sicher folgte zuletzt der „Admiral". Den ganzen Sonntag saßen wir, mit kurzen Unterbrechungen, vor dem Bergloch, sahen unsere Schifflein langsam, langsam in die Finsternis segeln und unterhielten uns von den Abenteuern und Gefahren, die ihrer warteten. Denn es gab Ratten in dem Loch, das wußten wir. Auch Klippen und UhHefen mochten drohen; und Wilhelm träumte gar von einem Strudel, der ganz hinten im Stollen sein mußte und der ihm den Kreislauf des Wassers erklären sollte. Am anderen Tag nach der Schule rannten wir spornstreichs wieder hin. Aus leerem schwarzen Auge sah uns die Höhle an; unsere Schiffe waren verschwunden. Noch einmal leuchtete unsere Neugier in das Dunkel hinein. Anton hatte von der letzten Kirmes ein wenig bengalisches Feuer übrig behalten. Das zündete er an und hielt's auf einem Brett, so weit sein Arm reichte, in den Stollen hinein. Und da erblickten mir ganz in der Tiefe, flüchtig sich im roten Schein erhebend, ein paar Masten. Dann erlosch das Feuer. Und mir warteten. Wir faßen stundenlang vor dem Loch, und stierten hinein; glaubten einen Schiffskörper herandunkeln zu sehen und erkannten, daß wir uns getäuscht hatten; jübeiten auf und bangten weiter. Am vierten Tage endlich, frühmorgens, wurde es zur Gewißheit, daß der Schatten, den wir schon am Abend vorher zu sehen gemeint, ein wirkliches Etwas war; und zu Mittag stand es fest, daß es Antons Schute war. Liederlich, wie sie hineingetrieben war, trieb sie wieder heraus; das Hintere Ende zuvörderst, mit schiefem Mast, den sie wohl an die Felswand gedrückt hatte, ganz unrühmlich und ohne Haltung. Aber Anton lobte sie höchlichst um ihren Erfolg und nahm strahlend, ohne Bedenken, die fünfzehn Pfennige in Empfang. Noch ein ganzer Nachmittag verging und noch eine ganze Nacht, da tauchte der „Admiral" auf. In schwerfälligem Stolz, ohne jede Havarie, mit unversehrter Takelung und sicherem Kurs, genau wie er davongezogen war, so näherte er sich dem Ziel. Und Wilhelm fühlte keinen Neid auf feines Bruders Glück. Daß sein Schiff die Probe auf feine Tüchtigkeit bestanden hatte, war ihm genug. Meine „Hoffnung" kam niemals wieder. Noch ein Vierteljahr nachher ging ich manchmal heimlich an das Bergloch, die zage Erwartung im Herzen, es möchte doch noch ein Wunder geschehen sein. Aber es war alles vergebens. Die „Hoffnung" blieb verschollen. Ob die Ratten sie gekapert hatten, ob sie leicht und lustig, die Mastspitzen in die Luft gestreckt, ahnungslos in den Strudel getänzelt war — wer weiß es? Aber Wilhelm sagte, wenn die Rede darauf kam: „Sie war nicht ordentlich getakelt. Zuviel Brimborium daran. Das tut nicht gut." OaS Hamlet-Museum in Helsingör. 'Die „Harnlet"-Aufführungen bei den zweiten Jahresfestspielen in Helsingör haben wieder eine besonders große Schar von Besuchern zu dem Schloß Kronborg geführt, von denen viele genauere Mitteilungen über den berühmten Prinzen von Dänemark zu erhalten wünschten. Bisher konnte ihnen in Kronborg wenig gezeigt werden, aber jetzt sind Pläne in Bearbeitung, einen der Türme des Schlosses in ein Hamlet-Museum zu verwandeln. Die Räume sollen mit Bildern und Skulpturen des Prinzen und der Ophelia geschmückt werden, und vor allem will man Darstellungen der verschiedenen „Hamlet"-Aufführungen zeigen. Auch eine Bibliothek über das Hamlet-Thema ist ins Auge gefaßt. Man hat ferner vorgeschlagen, eine Tafel an den Mauern des Schlosses Krynborg anzubringen mit der Inschrift: „Der jütische Prinz, Amlethus, lebt» in Jütland in der Wikingerzeit und wurde in Am- melhede begraben. Sara Grammaticus berichtete seine Geschichte im Mittelalter. William Shakespeare machte seine Taten in der Renaissancezeit durch ein Drama unsterblich und erhielt seinen Namen dadurch für alle Zeit." Gegen diese Inschrift werden aber lebhafte Einwände erhoben, da besonders die alte Ueberlieferung, daß Amlethus in Ammeihede begraben wurde, nicht bewiesen werden kann. „Warum den Geist der Touristen ober der Shakespeare-Forscher beunruhigen, indem man eins der sieben Hamlet-Gräber als geschichtliches erwähnt?" schreibt „Ekstrabladet". „Niemand weiß sicher, ob Shakespeares Hamlet oder richtiger (5aros Hamlet in Ammelhede begraben liegt. Shakespeares Hamlet gehört feinem besonderen Ort. Er ist eine Verschmelzung von Saxo, Francois de Bellefvrest, Firdusi, Edda und der irischen Sagen. Aus diesen Bestandteilen ist ein Prinz von Dänemark geschaffen, der in Helsingör zu Hause ist, weil Shakespeare hier ein Schloß für ihn schuf. Dort liegt er, bildlich, begraben. Dort schwebt sein Geist über dem Wasser, und dort steht dauernd das Schloß, das jetzt alljährlich immer enger mit seiner unsterblichen Gestalt verknüpft wird. Würde es nicht weiser und jedenfalls geschichtlich richtiger fein, zu schreiben: „William Shakespeare machte Hamlet, Prinzen von Dänemark, Sohn eines Königs in Helsingör unsterblich und bewahrte seinen Namen für alle Zeit?" Hochschulnachrichten. Geh. Regierungsrat Professor Dr. Karl von A u • ro e r s , früher lange Jahre hindurch Direktor des Chemischen Instituts der Universität Marburg, vollendete am 16. September fein 7 5. Lebensjahr. Karl v. Auwers habilitierte sich an der Heidelberger Universität. Dort wurde er zunächst planmäßiger und 1900 außerplanmäßiger Extraordinarius und siedelte in dieser Eigenschaft nach Greifswald über. 1913 folgte er bann einem Ruf nach Marburg und lehrte hier bis zu feiner am 1. Oktober 1928 erfolgten Emeritierung. Die Technische Hochschule Dresben ernannte ihn zum Ehrendoktor. Seit 1907 ist Professor von Auwers Korr. Mitglied der Physikalisch-Medizinischen Sozietät zu Erlangen, seit 1909 Mitglied der Leopoldina in Halle unb seit 1920 Korr. Mitglied der Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen. Professor Dr. Wilhelm B l a s ch k e, Ordinarius für Mathematik an der Universität Hamburg, wurde von der Kgl. Akademie der Wissenschaften m Neapel zum korrespondierenden Mitglied gewählt. tätigkeit. und Jiefe pii den len. ipi- upt 1X1 tat Hob nur Siele todi- tauV täte e M W- nonn ! UNd Sinne Irbei« lebte Am- ichtete -hake- icezeit nA- -schrist beson- \ Am« lerden >r der n eins es er« weiß Sa^os peares [t eine , efvrest, diesen >(peare Dlich' Lasser, injfite Gestalt jeden« ,Mil« / van jr un- 3«l? nül«; or * bürg- bens' .er F st P 0"' !ard'N @reif5/ uf 1.M chniD ;>js flä i-N-' )ll»t A» Ankauf von Rohprodukten aller Art Lumpen, Knochen, Papier, Gummi, Flaschen Alteisen * Verkauf von Not »eisen Abbrüche von Maschinenanlagen usw. Born <& Co., Giefcen (früher Firma Hermann Heß) Schützenstraße 62 Telephon Nr. 4243 Bestellungen werden durch Sammler abgeholt. fee. Unsere junaen Deutschen allem aber in Kalkutta In Geschichten aus aller Welt Herz- und Nervenbeschwerden gebessert! I ' “ ä».ääbääm"®™s*»scnopiie 3 »e6» mä« ichm'it Lollar, im September 1938. 5993D Die Gießen, den 17. September 193S 5985V Fernruf 2674 6003D 6009 D Rechtso! 5975V 1 ügrfehrs- üßrein Josef Zoll und Frau Magdel, geb. Kutscher Große Laboratorien Lehrfabrik f. Praktikanten Köln d. Ith. Dirchowstraße 8 Gießen Dilhelmsiraße 24 Für die uns anläßlich unserer Vermählung erwiesenen Aufmerksamkeiten danken wir herzlich. tern Brot vermitteln. Er muß ferner berücksichtigen daß zu große Ansprüche im Anfang nicht angemessen sind. Jeder Neuherüberkommende ist für die Firma, die seine Ueberfahrt bezahlt, ein Risiko, man weiß nicht, wie er geschäftlich einschlagen, das Klima vertragen wird. Und auch für längere Zeit bleibt er nur ein Lernender, denn mit einem Land von der Große und Verschiedenheit Indiens macht man sich nicht hon einem Tag auf den anderen vertraut. Schließlich sollte, wer in ein englisch verwaltetes und trotz anderer Nationalität vielfach aud) englisch denkendes Land geht, den Sport nicht vergessen. Ein guter Schwimmer, ein Tennis- und Golfspieler, ein Fußballer, ein guter Leichtathleth macht sich draußen am schnellsten bekannt. Große englische Firmen suchen immer wieder bekannte Sportsleute zu engagieren und geben ihnen gern gute und hochwollte nicht auf das Meer hinaus, sondern zog bett Frieden ihres Hauses vor, wo sie, wie sie erklärte, essen kann, was sie will, ohne sich in Staat zu werfen. Lady Twyford stellte auch fest, daß ihr Gatte in den acht Jahren, seitdem er im Mansion House, dem Rathaus, tätig ist, an Tausenden von offiziellen Frühstücken und Mahlzeiten teilnehmen mußte. In den vier Jahren, in denen er Alderman der City war, konnte er es sich leisten, jede offizielle oder private Einladung abzulehnen; das wurde schon sehr viel weniger möglich in den drei Jahren, in denen er ' * lieber Naturschutz und Naturkunde mit den allgemeinverständlichen Büchekn des Hugo Bermühier Verlages, Derlin- pichterfelde. -Bitte verlangen Sie noch heute von Ihrem Gießener Buchhändler bas ausführliche bebilderte Werbeblatt „Freunde der Natur sind Freunde guter Bücher'- bei Frankfurt am Main. Teleton 214 Mäßige Preise. S.-R. Dr. M. Schulie-Kahleyss, Nervenarzt Frisch u. gesund das Aussehen, gut der Appetit, stark die Nerven, kraftvoll der ganze Mensch durch Lebens-Elixir „Dr.Schieffer“ den blutbildenden, nervennährenden Kräftigungstrank für Abgearbeitete und Nervöse, jung und alt. Der Gehalt an Lecithin und Eisen macht’sl Gr Flasche RM.2.75 Kurfl. RM.4.90 Engel-Apotheke, Gießen. E)nlich, bis ein Detektiv auf den Gedanken kam, daß das Mädchen damit habe Pferde füttern wollen, und man herumfragte, wer von ihren Freunden ein Pferd besaß. Es kamen in Neuyork nur drei Arten oon Leuten als Pferdebesitzer in Betracht, Landwirte aus der Umgebung, Leute, die einen Pferdestall hielten, und schließlich die berittenen Polizisten. Es war bald klar, daß sich Personen der ersten beiden Arten nicht im Freundeskreis der O'Brian befunden hatten, es.blieben also nur die berittenen Po- lizisten. Zufällig hatte jemand Alice O'Briand zusammen mit einem Polizisten in einem grünen Auto gesehen, und nun war es' nicht schwer, festzustellen daß es in Neuyork nur sechs berittene Polizisten gab, die einen grünen Kraftwagen besaßen. Die Sechs wurden einem Verhör unterworfen, leugneten aber alle entschieden, Beziehungen zu der Töten gehabt zu haben. Darauf untersuchte man die grü- nen Kraftwagen genau, und man entdeckte an einem den Einschuß eines Geschosses, der sorgfältig verstopft war. Jetzt wußte man, daß der Besitzer dieses Kraftwagens mit der Sache zu tun hatte, und als der Polizist in die Enge getrieben wurde, ge- ftanb er schließlich ein, daß ihm zufällig aus seinem Dienstreoolver ein Schuß losgegangen sei, der das Mädchen getötet hat. Aber er' kannte diese Darstellung nicht aufrecht halten, sondern es gelang, ihn 3u überführen, daß er der Toten versprochen hatte, sie zu heiraten, während er sich mit einer anderen verlobt hatte. Das Motiv der Tat war nun festgestellt, andere Beweise kamen noch hinzu, und so endete der Prozeß mit der Verurteilung des Polizisten wegen Mordes zum elektrischen Stuhl. Mitternächtlicher Boxkampf > auf dem Bahnhof. AS. Warschau. Der Bromberger Bahnhof wurde kürzlich zu mitternächtlicher Stunde der Schauplatz eines ungewöhnlichen Zwischenfalles. Einem Sonderzuge, der oon Gdingen nach dem polnischen Wallfahrtsort Tschenstochau fuhr und in Bromberg längeren Aufenthalt hatte, entstiegen zwei Männer von athletischem Körperbau. Der eine von ihnen war der Tschenstochauer Doxmeister Becker, der andere der bekannte Obinger Faustkämpfer Cierpialowski. — „Behauptest du noch immer", schrie Seeler aufgeregt, „daß ich mich nicht in Form befinde?" „Das werde ich dir gleich beweisen" war die Antwort. Das war die Einleitung zu einem hochklassigen Boxkampf, der vor den zahlreichen Passagieren des Sonderzuges ausgetragen wurde. Sogar ein Schieds- rid)ter war in der Person eines sachverständigen alteren Herrn zur Stelle, der in Hausschuhen am- Or. med. Gerhard Rauimann Ruch Rauimann, geb. Heid Vermählte Or. Heinz Eger Ooreite Eger, geb. Kirchhof Vermäh lte Ausbildung in allen Klassen Neuzeitliche Lehrmittel Verkehrsfilme Technische Filme Fahrschule W. Müller Frankfurter Strafte 34 Büchertisch. — Geschmack und Phantasie für all die reizenden Kleinigkeiten und launischen Spielereien mit Nähten, Raffungen, Besätzen, Garnituren, die ein Kleid schmücken, jedoch keine großen modischen Umwälzungen, — das sind die Kennzeick)en der kommenden Wintersaison. Beyers Modeführer Herbst/Winter 1938/39, Band I, Damenkleidung (Verlag Otto Beyer, Leipzig-Berlin, Preis L6O RM), gibt in 280 durchweg farbigen Abbildungen einen anschaulichen Ueberblick über Kleid und Modefarbe. Jede Frau kann gut und vorteilhaft aussehen, wenn sie aus der Fülle des Gebotenen das richtige Kleid wählt. Außer Mänteln, Kostümen und Abendkleidern interessiert besonders das Nachmittagskleid. An die Jungen und Aelteren, an die Schlanken und weniger Schlanken wurde gedacht, an bescheidene Börsen und an wohlgefüllte. 26 Modelle sind auf dem beigefügten Schnittbogen des nützlichen Bandes enthalten. Band II, Kinderkleidung (Preis 1.— RM.) bringt auf 24 Seiten über 230 Modelle Kinderkleidung für Mädchen und Knaben von 1 bis 15 Jahren. Der heiligende Schnittmusterbogen enthält 32 Modelle aller Art. — Hans Friedrich Blunck: Jtalieni- f ch e s Abenteuer. Erzählung. „Die Kleine Bücherei", Nr. 92. Geb. 80 Pf. Albert Langen/Georq Müller, München 1938. — (243) — Wie ein ländliches Abenteuer hebt es an, als der deutsche Student Scheper die scheue Hirtin Bianca trifft, aber bann wächst bie Geschichte dieser Liebe zu einem unerbittlichen Schicksal heran, das so tragisch endet, wie es heiter und unbeschwert begann? Mit eindringlicher Lebendigkeit erstehen bie Menschen vor uns, leuchtet bas Meer burch die Olivenhänge, strahlt die Sonne über dem Golf von Neapel, ragt in der Ferne bie Rauchsäule bes Vesuv zum Himmel. istwieMglidi in Betrieb Otto Seipp IL Drescherei 5963D OberhörgeTD,' Tel. Miinzenlierg 40 Me Stegen. Bleiche Stubenhocker, mögen sie Rechner sein, passen nicht nach Ueber- fe Unsere jungen Deutschen in Bombay, vor hab^-r Ln " lku11a hoben bas erkannt. Sie haben letzt ihren eigenen Sportklub, wo sie Fußball Sviele'on^? ""t Rutschen Schiffsmannschaften Spiele austragen. Der Erfolg ist schon ba, plötzlich ninn«h?an rD0” I^.en- Ein hoher englischer Regie- eurfi9 r' fagte mir neulich: Ich kann CFr^n^eU -*4.C mcy v^slehen, ihr jammert, baß euer Cjport nicht groß genug ist, unb hier in Jnbien, lf)r s?o>el Möglichkeiten habt, nutzt ihr nur wc- Pnnerhnfh ein Körnchen Wahrheit. Unb innerhalb des Gegebenen unb bei genügender Liebe hur*^ri>Unb oe(Uten können Deutsche und Inder ourch stärkere Zusammenarbeit noch viel gewinnen l weniger möglich in den drei Jahren, - Sheriff mar; aber seit er zum Lord Mayor ernannt wurde, kommt es überhaupt nicht mehr in Frage. Dazu ist bie Ueberlieferung zu streng, bie ben Lora Mayors oon Lonbon viele Verpflichtungen auferlegt, an erster Stelle bie, baß er eine Einlabung zum Frühstück ober zum Mittagessen von einer jeben Gilbe in der Stadt, von Dielen Bürgermeistern der Bezirke Londons und auch von manchen Behörden der Regierung annehmen muß. Dazu kommt, daß der Lord Mayor diese Ein- < ladung auch erwidern myß. Rechnet man ferner die offiziellen Bankette der politischen Welt, die Empfänge des Königshofes, der diplomatischen Vertretung und der Ausländer, die bie englische Hauptstadt besuchen, hinzu, so begreift man, daß kaum ein Tag vergeht, an dem der Lord Mayor nicht genötigt ist, ein Frühstück von wenigstens fünf Gängen oder ein Festesten von ackst oder zehn Platten zu sich zu nehmen. Sir Harry hat aber in ben acht Monaten tapfer seinen Mann geftanben und mit stoischem Gleichmut alle Einladungen angenommen und erwidert. Nur einmal war es ihm nicht möglich, als er noch einem ganz besonders ermüdenden Tage das Bett hüten mußte. fierte. Der Tschenstochauer Champion bewies, daß er sich „in der Form seines Lebens" befand, und schlug Cierpialowski mit einigen wohlgezielten rechten Haken schwer „groggy" Ein Eisenbahnbeamter, der den Kampf für eine gewöhnliche Schlägerei hielt, und die Boxer trennen wollte, erhielt oon Vecler einen so furchtbaren Kinnhaken, daß er der Gänge nach auf ben Bahnsteig stürzte. Auch ein Polizist, ber herbeieilte, ging im Nu k. o. Der Kampf fand ein unvorhergesehenes Enbe. Ein Eisenbahner, der die Achsen ber Wagen abklopfte, eilte ergrimmt mit seinem Diensthammer auf die Boxer zu unb versetzte jebem von ihnen einen Hieb auf ben Schädel. Der Tschenstochauer Boxmeister mußte ins Krankenhaus geschafft werben. Sein Gegner konnte die Reise fortfetzen. Der traurige Abschluß dieser Geschichte wird dadurch gemildert, daß der „Schiebs- richter", der sich durch seine Beihilfe beim Abtransport des verwundeten Boxers verspätet hatte, in Socken einen Wettlauf mit dem Zuge veranstaltete, den er natürlich verlor. Der Zug wurde aber zum Stehen gebracht und auch dieser Teilnehmer des Kampfes noch mitgenommen. „Miß Finnland." C. K. Kopenhagen. In Kopenhagen hat die Wahl der „Miß Europa" ftattgefunben, unb sie ist auf „Miß Finnland" gefallen. 5000 Zuscl)auer waren im Stadion der dänischen Hauptstabt versammelt, um der Wahl beizu- wohnen. Als bas Ergebnis verkündet wurde, erschien, durch die Begeisterung der Menge ganz verwirrt, mit einem großen Blumenstrauß im Arm Shirka Salonen, ein junges Mädchen aus dem Darf Perasconafoki, wo ihr Vater Dorfschullehrer ist und die 20jährige selbst sich für den Lehrerinnenberuf vorbereitet. Sie ist eine junge Schönheit mit aschblondem Haar, graublauen Augen, sehr zurückhaltend und bescheiden in ihrem Benehmen. Gerade ihre Verwirrung und ihre Bescheidenheit, ber Einbruck eines vollkommenen jungen Mädchens hatte bie Jury bestimmt, ihr nach einer sehr lebhaften Diskussion ben Vorzug vor 14 Mitbewerberinnen zu geben. Shirka Salonen ist niemals geschminkt, unb auch bas hatte bei ber Jury sehr für sie gewirkt. Als man „Mjß Europa", bie nur wenig spricht, aber der beutschen Sprache mächtig ist, fragte, warum sie an dem internationalen Schönheitswettbewerb teil« genommen hätte, antwortete sie: „Weil es bei uns in Finnlanb eine Redensart gibt: bie Schönheitswettbewerbe sind der Sport der jungen Mädchen. Ich bin zwar kein Sportmädchen, aber ich habe doch, um dieser Vorschrift meines Landes treu zu fein, ben Schönheitswettbewerb mitmachen wollen. Ich versichere Sie, baß ich nicht bar an bachte zu gewinnen." Am Abend zog „Miß Europa" bei einem Feste die Lose aus der Tombola der dänischen Journalisten. Wenige Tage später wird sie in ihr Land, nach Perasconafoki, zuxückkehren und ihr einfaches Leben wieder aufnehmen, im Gegensatz zu vielen früheren Schönheitsköniginnen nickst im geringsten geblendet durch den Glanz, der auf sie gefallen ist. 400 Festessen ht acht Monaten. K. London. Der Lord Mayor (Erster Bürgermeister) von London, Sir Harry Twyford, hat kürzlich seinen wohlverdienten Anspruch auf Urlaub geltend gemacht, nachdem er in acht Monaten an über 400 Festessen hat teilnehmen müssen. Er erklärte den Berichterstattern, ein Lord Mayor „müsse ben Derdauungsappa- rat eines Straußes haben", und bann begab er sich auf eine Kreuzfahrt zur See, während der er strengste vegetarische Diät beobachten will. Auch seine Gattin hat sich Urlaub genommen, aber sie Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Der Walfisch Willy. (nn) San Franzisko. Vor einigen Wochen machte Willy, der Wal, viel von sich reden. Er war durch einen unberechenbaren Zufall in die Bucht von San Franzisko hineingekommen und fand nun nicht mehr den Ausweg. Da er aber in feiner Angst verschiedenen großen und kleinen Schiffen gefährlich zu werden drohte, verpflichtete man einen alten Waljäger, dem dicken Willy den Garaus zu machen. Nachdem Willy nun einmal kunstgerecht getötet war, dachte mqn in San Franzisko angestrengt darüber nach, wie man ihn nutzbringend für,bie Stabt verwerten könne. Man ist nun zu folgendem Entschluß gekommen: Für die Ausstellung bes Jahres 1939 braucht man eine kleine Attraktion — Original San Franzisko. Diese Sensation soll ber bicke Willy als Skelett sein. Die Experten von Amerika wurden befragt, wie man am besten ein so großes Tier von seinem überflüssige Fleisch befreie. Die Fachleute wurden sich über folgenden Ausweg einig: Der tote Willy bekommt zwei Ketten um den Bauch und wird an einer durch Bojen gekennzeichneten Stelle in die Tiefe des Meeres versenkt. Krabben und große unb kleine Meerlebewesen werden Gelegenheit haben, das Skelett vollkommen rein zu fressen. Es werde auf diese Weise schöner gesäubert — als wenn man es in einem irdischen Kochkessel putzen würde. Fünf Monate räumt man den Helfern ber Tiefe als Freß- zeit ein. Dann geht man bqran, Willy eine neue Außenhaut zu geben, damit er in strahlender Schönheit eine Attraktion werden kann. Sechs Stückchen Zucker... 8 Washington. Von einem Neuyorker Gericht wurde ein Polizist wegen Mordes zum Tode verurteilt, dessen lieber- suhrung auf merkwürdige Weise gelungen war. Vor einigen Monaten war in einer einsamen Straße des Negerviertels oon Hartem ein bewußtloses, schwer verwundetes Mädchen gefunden, das im Krankenhaus starb, ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu haben. In ihrer Tasche fand sich kein Papier, aus dem ihre Persönlichkeit festaestellt werden konnte, aber es gelang nach einiger Bemühung, die Tote als die 24jährige Schneiderin Alice O'Brian zu ermitteln. Die Nachforschungen waren sehr mühsam, weil das Mädchen einen großen Bekanntenkreis gehabt hatte, und ein Anzeichen, das man hätte verfolgen können, fehlte. Merkwürdig war mir bie Tatsache, baß in ber Tasche ber Toten sechs Stücke Zucker gefunben würben. Das schien unge- Koblenz Gießen Grenadierstraße Genckenbergstraße 25 17. September 1935 C/. A Elektrotechnik y Masch... Auto. Flugzeugbau rt.:r£ cri;oTto “ \ Die tstjoige zu danken, die ich mit Klosterfrau-Melissen- Rinff/rVr?• ff lltt-Herz-und Nervenbeschwerden. Nach Gebrauch von iA ff\nffprVrmt m er f?ei f -Äte- ^Besserung. Auch bei meinen Kindern verwende L '-s^au-Melissengeist bei allen geeigneten Anlässen." urtet}f ?,ePni”c Heldmann, Stiftsdame, Detmold, Weinberg- f1?! 1 *1^988: ''Zuleide seit vielen Jahren an einem schweren ner- ?°nnte. schlecht schlafen. Nun nehme ich seit einigen Wochen ^-O.^^ou-Melissengeist und suhle mich bedeutend Wohler, sodaß ich Klosterfrau- Melissengeist in meinem Bekanntenkreise gern empfehle" ftnrunAP« LeL Herzbeschwerden und damit verbundenen GesundheitS- SniMrA,.tofntr"f?o Kopfschmerzen oder nervösen Magenbeschwerden ist Klosterfrau-Melissengeist seit ie em ausgezeichnetes Mittel. Als Heilkräuter-Destillat übt er eine allgemein beruhigende und kräftigende Wirkung auf grundlegende • Vi? n Organismus aus, besonders auf Herz- und Nerven- mtr Deshalb beseitigt er, regelmäßig nach Gebrauchsanweisung genommen, Mrcht nur Kraniheltserichelnungen, sondern wirkt auch auf die einzelnen Ursachen ein. au(5 ©ie unter ähnlichen Beschwerden, so sollten Sie einmal eine Kur mit Klosterfrau-Melissengeist r,$r echten Klosterjrau-Melissengeist in der blauen Packung mit den drei Nonnen! Sre erhalten ihn tn Apotheken und Drogerien tn Flaschen zu RM 2.80,' 1.65 und 0 90. 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Wirtschaft 121,50, 123,65, Kommunal-Umschuldung unverändert 94,05. Rundfunkprogramm derung der Ausfuhr im August insgesamt mit 12,5 5771 A twcm >ei, Trup; 5765 V Häßliche Spuren an den Händen nach der Küchen- und Hausarbeit, das ist der ewige Kummer so vieler fleißiger Hausfrauen, die LUHNS Spezial-Handseife noch nicht kennen. Mit ABRADOR dagegen gibt es keine Küchenhände mehr, denn ABRADOR wäscht schnell und mühelos auch die schmutzigsten Hände rillensauber. Obst- u. Gemüseflecken, Ofen- oder Herdputz, ja sogar Farbe, Schmiere, Harz und Teer, verschwinden im Nu. ABRADOR bekommen Sie überall wo es gute Seifen gibt. Stück 18 Pfg. Darüber hinaus pflegt ABRADOR auch gleichzeitig die Hände und macht die Haut so schön frisch, glatt und samtweich. Buchacker Staatl. Lotterieeinnahme Gießen, Neuen Bäne 11. Flimm Staatl. Lotterieeinnabme Gießen, Walltorstraße 63 Wann« bifl Do noch nidjl Mitgtteö Ser ns.-Colkemohlfflhrtl nach bester Möglichkeit zu unterstützen. Die Sammlung und Wiederverwertung von Alteisen ist in allen industriellen Ländern eine Selbstverständlichkeit, auch dort, wo man über reiche nationale Eisenerzvorräte verfügt. Das Alteisen, zum Sammelbegriff „Schrott" gehörig, ist neben dem Eisenerz der wichtigste Rohstoff der eisenerzeugenden Industrie. Bei derStahlerzeugungistder Schrott überhaupt nicht zu entbehren. Unser augenblicklicher Schrottbedarf beläuft sich auf jährlich auf etwa 10 Millionen Tonnen, die einem Bezug von Fertigwaren war gegenüber dem Vormonat kaum verändert. Von der Steigerung der Gesamteinfuhr im August entfallen 26,7 Mill. RM. auf europäische Länder und 12,7 Mill. RM. auf Außereuropa. Im letzteren Fall haben sich die Bezüge aus Amerika (plus 10,5 Mill. RM.) — und zwar- hauptsächlich aus Nord- omerik-a —, sowie aus Australien erhöht. Die asiatischen Lieferungen waren insgesamt etwas geringer als im Juli. Die Einfuhr aus Afrika war kaum verändert. In der Ausfuhr des A l t r e i ch s folgte dem vergleichsweisen starken Auftrieb im Juli im August wieder ein Rückgang. Mit 419,3 Mill. RM. lag die Ausfuhr dem Werte nach um 20,1 Mill. RM., d. h. nicht ganz 5 v. $)., unter dem Juli-Ergebnis. Ab- genommen hat hauptsächlich die Ausfuhrmenge, jedoch ist auch der Ausfuhrdurchschnittswert etwas gesunken. Von den einzelnen Warengruppen sind in der Hauptsache Enderzeugnisse durch den Rückgang betroffen worden (—21,1 Mill. RM.). Darüber hinaus hat lediglich die Ausfuhr von Rohstoffen (Kohlenabgenommen. Bei Halbwaren und Vorerzeugnissen ist der Juliabsatz dagegen leicht überschritten worden. Die europäischen Länder waren an der Vermin- Der deutsche Außenhandel im August. Fwd, Im Außenhandel Großdeutschlands betrug im August die Einfuhr 509,5 Mill. RM., die Ausfuhr 445,0 Mill. RM. Gegenüber dem Vormonat ist die Einfuhr um 37,0 Mill. RM. gestiegen, während die Ausfuhr um 25,0 Mill. RM. abgenommen hat. Die Handelsbilanz Großdeutschlands, die im Vormonat annähernd ausgeglichen war, schließt im August mit einem Einfuhrüberschuß von 64,5 Mill. RM. Die Einfuhr des A l t r e i ch s , die in den Vormonaten stärker abgenommen hatte, stieg von 417,3 Mill. RM. im Juli auf 457 Mill. RM. im August, d. h. um fast 10 v. H. an. Die Erhöhung des Einfuhrwerts beruht zum ausschlaggebenden Teil auf einer jahreszeitlich bisher nicht üblichen Zunahme des Einfuhrvolumens, jedoch hat sich auch der Einfuhrdurchschnittswert nach einer Senkung im Juli wieder leicht erhöht. An der Steigerung der Gesamteinfuhr waren in erster Linie Rohstoffe und Halbwaren beteiligt. Die Einfuhr von Rohstoffen war um 14,4 Mill. RM. und von Halbwaren um 17,1 Mill. RM. höher als im Juli. Auch im Bereich der Ernährungswirtschast wurde das Vormonatsergebnis im ganzen übertrof- Monlag, 19. September. 5 Uhr: Frühmusik. 5.45: Ruf ins Land. 6: Gym» nastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. Operettenzauber. 9.40: Kleine Ratschläge für den Garten. 9.45: ... und was sagt der Mann dazu? Ein Zwiegespräch. 10: Schulfunk. 11.45: Volk und Wirtschaft: Am falschen Arbeitsplatz? 12: Schloßkonzert. 13: Nachricht ten. 13.15: Schloßkonzert. 14: Nachrichten. 14.15: Musikalische Kurzweil. 15: Für unsere Kinder: Jetzt basteln wir... 16: Nachmittagskonzert. Das Mikrophon unterwegs. 18: Die Chemie im Dienste der Nation. 18.30: Der fröhliche Lautsprecher. 19.15: Wer die Heimat liebt, wie du ... Theodor Fontane zum 40. Todestag. Hörfolge. 20: Nachrichten. 20.15: Stuttgart spielt auf. Heitere Feierabendmusik. I. Alt-Wien. 22: Nachrichten. 22.15: Kamerad, wo bist du? 22.30: Nacht- und Tanzmusik. 24: Nachtmusik. V. A. Seit dem 1. Juli führt die SA. im gesamten Reichsgebiet auf Veranlassung und in Zusammenarbeit mit dem Reichskommissur für Altmaterialverwertung eine Sammelaktion zur Erfassung von Alteisen auf dem flachen Lande durch. Veranlassung zu dieser Aktion ist der stark gestiegene Schrottbedarf der deutschen Wirtschaft, mitbedingt durch die großen Aufgaben des Vierjahresplanes. Die Durchführung soll unter möglichster Anpassung an die örtlichen Verhältnisse erfolgen, was sich bisher ohne Schwierigkeit bewerkstelligen ließ. Die Alteifenerfassung ist noch bis zum 1. Oktober d. J. vorgesehen. Jeder Gab führt nach Festsetzung der. Sammelter- mine durch die Gaubeauftragten für Altmaterialerfassung sowie durch die zuständigen SA.-Gruppen die Sammlung selbständig durch Das gesammelte Altmaterial wird von der SA. an bestimmte Verladebahnhöfe gebracht, von denen der Abtransport erfolgt. Die Weiterleitung ist Sache anderer sachverständiger Stellen. Die Fortschaffung des auf dem flachen Lande herümliegenden Alteisens dient auch der Dorfverschönerung. Deshalb haben auch der Reichsnährstand sowie das Amt „Schönheit der Arbeit" in der DAF. ihre Mitglieder aufgefordert, sie Sofern dies überhaupt als ein Opfer empfunden wird, kann es für eine sehr kurze Zeit im Hinblick der Sache sicher ohne weiteres über- einzelt erfolgten. Die Entwicklung war nicht ganz einheitlich, weitere Rückgänge traten kaum noch ein, teilweise wurden solche durch mäßige Erhöhungen päter wieder ausgeglichen. JG.-Farben stellten sich auf 147,75 nach 147,13, AEG. auf 110,50 nach 110, andererseits Deutsche Erdöl auf 123,25 nach 123,75. Bei den später notierten Werten betrugen die Abweichungen 1 bis 2 v. H.: niedriger waren u. a. Aschaffenburger Zellstoff mit 111 (113), Adlerwerke Kleyer mit 102 (105), Westdeutsche Kaufhof nut 91,65 (93,75), Rütgerswerke mit 142 (144), andererseits Salzdetfurth Kali 139 (137,50), Berger Tiefbau 143,50 (141), RWE. 118 (117) und nach Pause Allg. Lokal & Kraft mit 137,25 (133,50). Im Freioerkehr war die Haltung teilweise schwächer. So Dingler mit 84,50 bis 85,50 (85 bis 87) 'unö Katz & Klurnpp mit 89 bis 91 (90 bis 92), im übrigen nannte man die letzten Kurse. Tagesgeld unverändert 2,50 v. H. Abendbörse sehr ruhig. Die Abendbörse lag sehr ruhig und wenig verändert. Nennenswerte Aufträge fehlten nach beiden Seiten, so daß auch die Kulisse Zurückhaltung übte. Die Grundstimmung war weiterhin zuversichtlich und nicht unfreundlich. In den meisten Fallen war die Kursfeststellung nominell, nur in wenigen Werten kamen Mindestabschlüsse zustande. Die Abweichungen hielten sich bei 0,25 bis 0,50 o. H. Montanwerte lagen dabei nur knapp gehalten. Verein. Stahl 98 (98,25), Hoesch 104,25 (104,40), Mannesmann 103,75 (104,13), Buderus 107,50 (107,65), Deutsche Erdöl 0,25 v. H. höher mit 124. Don Motorenwerten bröckelten BMW. und Daimler je 0,50 v. H. ab auf 142,50 bzw. 128, Adlerwerke unverändert 102. IG. Farben gingen 0,25 v. H. zurück auf 147,50, ebenso Metallgesellschaft auf 123,75. Am Elektromarkt lagen MG. 0,40 v. H. leichter mit 110,25, Gesfürel —0,50 v. H. auf 129,50, Bekula unverändert 150,50 und Licht und Kraft unverändert 133,50. Sonst notierten u. a. Demag mit 139 (138,50), Bemberg mit 127,25 (127), Kaufhof mit 91,50 (91,65), Junghans mit 103 (103,25), Eonti Gummi mit 195,50 (195,75), MAN. mit 122, Rhein- metall mit 124, VDM. mit 161 und Moenus mit 120,50. Renten lagen völlig geschäftslos. Farben- Bonds wurden 0,13 v. H. niedriger gefragt mit -OPEL- 2,5 Ltr. 6 Zyl. »Super 6« von RM. 3350.- an ab Werk kurzfristig lieferbar Motorwagen- Verkaufsges. m. b.H. Gießen Frankfurter Str. 52 / Ruf 2847 . ... *r ftir Reichsbahn - Vorzugsaktien unverändert MM bie A/a V’H'mmt nod • wmen!" ' Öd5 gab b I M das Olufb M Mer £ ßrings. 2)u f Wn“ Ich ! Wen auf : M N raij" Aufnahme für das Winterhalbjahr in die l-n.^jähngen Klassen Beginn 19. Oktober 1938. Anmeldungen u. Auskunft n Gießen, Goethestr. 32, jederzeit. Ruf 2486 6887a Sonntag, 18. September. 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.10: Evangelische Morgenfeier. 8.45: Um den Glauben der Jugend. 9: Deutsche Meister. 9.45: Dichter unserer Zeit. Ernst Wurm: „Leonore", 10: Wie schön ist so ein Feiertag! Frohsinn auf Schallplatten. 10.30: Chorgesang. 11: Berg- bauern in Osttirol. Hörfolge. 12: Musik am Mittag. 13: Sportereignisse des Tages. Im Wettbewerb des guten Willens. 13.15:, Musik am Mittag. 14: Kinderstunde: Kasperle unter den Seepiraten. 14.30: Uns gehört der Sonntag! Ein Reigen sorgloser Melodien. 15.30: Das Lied vom großen Vaterland. Gedanken ,3um Tag des deutschen Volkstums. 16: Machmittagskonzert. ' 18: Abends unferm Weizenkranz ist im Wirtshaus Erntetanz. Eine Sendung der Jugend. 18.30: Ein Junggeselle schüttet sein Herz aus. Kurzer Einblick ins Leben des möblierten Herrn. 19.30: Sportspiegel des Sonntags. 19.45: Erste Leichtathletik-Europameisterschaften der Frauen. 20: Nachrichten. 20.10: Unterhaltungskonzert. 21.15: „O kommet doch, o kommt, ihr Ballsirenen" — Wir laden ein zmn Tanz! 22: Nachrichten. 22.15: Sportbericht. 22.30: Tanzmusik. 24: Nachtkonzert. ____ letzteren Fall ist hauptsächlich der Absatz nach Südamerika sowie nach Afrika gesunken. Nur nach Asien hat die Ausfuhr gegenüber dem Vormonat zugenommen. Die Handelsbilanz des Altreichs schließt im August mit einem Einfuhrüberschuß von 37,6 Mill. RM., gegenüber einem Ausfuhrüberschuß von 22,1 Mill. RM. im Juli ab. Mein-Mainische Börse. IHittagebörfe: Ruhiger und etwas schwacher. Frankfurt a. M., 16. Sept. In Reaktion auf die gestrigen etwas überstürzten Steigerungen war die Börse bei wesentlich ruhigerem Geschäft an den Aktienmärkten überwiegend etwas schwächer. Man übte mit Rücksicht auf die weitere Entwicklung der weltpolitischen Lage Zurückhaltung. Es erfolgten seitens der Berufskreise kleine Glattstellungen, dazu kamen auch mäßige Abgaben der Kundschaft. Im Durchschnitt ergaben sich Abschwächungen von 1 bis 2 v. H., doch -waren einige gestern stärker gestiegene Papiere auch 4 v. H. niedriger. Andererseits erfolgten auch noch einige Käufe. Stärker rückläufig waren Bemberg auf 126,50 (130,50), Harpe- ner auf 136,50 (140,50), Klöckner auf 110,65 (114) und Hoesch auf 103,90 (106,50). Verein. Stahl senkten sich auf 98,25 (100,25), Mannesmann auf 104,13 (106) und Deutsche Erdöl auf 123,75 (125). Von chemischen Werten fielen JG.-Farben auf 147,13 (149) und Goldschmidt auf 127 (128) zurück, Metall- gesellschaft gut behauptet mit 124,25 (124), ebenso Scheideanstalt mit unv. 203. Am Elektromarkt bröckelten AEG. und Gesfürel bis 1 v. H. ab, dagegen Schuckert 169,25 (168) und Siemens 190,25 (190). Etwas fester lagen Reichsbank mit 179 (178), Deutscher Eisenhandel mit 136,75 (136), Rheinmetall mit 124 (123,50), Feldmühle Papier mit 128,50 (128) und nach Pause BMW. mit 143 (139). , Am Diente nmar ft war die Haltung weiterhin ruhig und die Kurse nahezu unverändert. Reichsbahn-VA. 123,65, Kommunal-Umschuldung abbröckelnd auf 94,05 (94,13). Am Pfandbriefmarkt wiesen nur einzelne Liquidationswerte geringe Veränderungen auf, daZ Geschäft war sehr ruhig wie auch im übrigen der Einheitsrentenmarkt still lag. Industrie-Obligationen schwankten bis zu 0,50 v. H. Im Verlaufe schrumpfte das Geschäft weiter stark zusammen, so daß weitere Abschlüsse nur noch verschon mancher hat es dazu g6- 11 ‘ ‘flurüi ein Klassenlos! Darum in der neuen Lotterie mit» spielen! — Die neuen Lose sind schon heute zu haben bei 5976* ! tu? Ner kV"4 li-z 1' äir k!"en ° ier blanke; Ä«, SÄ foiitv. . U gung des hock-wertigen Siemens-Martin-Stahls zugesetzt, der mit etwa 55 v. H. an unserer gesamten Stahlerzeugung beteiligt ist. Ungefähr ein Zehntel des deutschen Schrottbedarfs hat bisher noch nicht aus dem Inland gedeckt werden können, was aber zweifellos auch auf Lücken in der früheren Sammeltätigkeit zurückzuführen ist. Die nationale Sicherstellung unseres Schrottbedarfs macht es also für jeden Deutschen zu einer selbstverständlichen Pflicht, jede auch noch so kleine Schrottmenge durch den Rohproduklen- handel der eisenschaffenden Industrie zuleUen zu lassen. Es ist ermittelt worden, daß auf dem Lande durchweg etwa 45 v. H. des abgängigen Eisens bisher ungenutzt blieben; in den Städten waren es immer noch 20 v. H., obgleich hier die Beförderungsmöglichkeiten viel günstiger sind. Es sind vor allem diese wahrscheinlich verlorengehenden Schrottmengen, die durch die Sammelaktion ersaßt werden müssen, um unserer Unabhängigkeit m der Schrottversorgung näherzukommen. Auf dem flachen Lande wird es dabei vielfach an Fahrzeugen fehlen, um den Transport bis zum Bahnhof billig durchzuführen. Der Leiter der Reichswirtschaftskammer hat deshalb die Besitzer von Kraftwagen und Fuhr- werken ersucht, den Kameraden der SA. dadurch zu helfen, daß sie Lastwagen, Kraftwagen oder Pferdefuhrwerke während der Aktion den Männern der SA. für die Erledigung ihrer Aufgabe möglichst kostenlos zur Verfügung stellen. finite" I L Mt ! '*« bel i -‘i1 «f1 «eilten® l1“ Zerkauen it ■ ßa5 j* ""V L bi nut W märe * ßeiefjtfini Sfini »(«"■. ® In darf. " M r» p Meten tat, M Es wird ki Giraten. 3m Me auf ®*n ■ >:e Lecken n | *i wachen a Mrgeln gab's I ftr Frchf! ■ gar, wie ■ u) her ande | $r das Ba I 'ch Uwech | Ms war I nein bißck I Men jun I 5d)uluni H Hier tadelt! neunter aud nute, kam Ipio.r... I ^BeinvSpi [ fpät, und rr flTrainingsa' i Sport am! J „Du muj ■ teilungsfühi > melden! Ka Strafdienst ! schwer nerb „W he s.rtz die g ihr wißt, i hoste, daß i 2lm anbei ^ooiant, Ä W)en. Sin\ tu fjimmel p!5 sah sei /1® überrasc Waldweg nJu oerbar ^gsjacke mit w Stoppen Jtte", höhnt« ui den Wei il b!“ Es war ai du iu yyiiuiuiieii -luiuich, uie um..i . ujhv, Geldwert von ungefähr 250 Millionen Reichsmark auf den Zweck entsprochen. Schrott wird vor allem bei der Erzen-1 tragen werden. Wenn der Frühling Kommt... müßten Sie als Naturfreund die wichtigsten heimischen Singvögel an ihren Gesängen erkennen können. Es ist ja heute spielend leicht durch: Gefiederte Meistersänger Das erste tönende Lehr- und Hilfsbuch zur Beobachtung und Bestimmung der heimischen Bogelwelt von Dr. OskarHeinroth. Taschenbuch mit über 100 Naturaufnahmen auf 20 bunten und 24 einfarbigen Kunstdrucktafeln, 3 Schallplatten, doppelseitig, mit naturgetreuen einzelnen Rusen und Gesängen von 25 heimischen Dogeiarten nach Natur-Aufnahmen Alles in geschmackvollem Schubkasten Reichsmark 19.- Geleitwort des Herrn Reichsforst- und Reichsjägermeifters: Dieses tönende Vogelbestimmungsbuch ist einzigartig. 3n Verbindung mit den Schallplatten hat es eine bisher nie gegebene Möglichkeit geschaffen, die Kenntnis unserer wichtigsten, einheimischen Singvögel allen denen gleichzeitig durch Auge und Ohr zu übermitteln, die der Natur entfremdet sind. Besonders für unsere in den Groß- itädten Heranwachsende Jugend ist hier ein völlig neuartiges und unentbehrliches Hilfsmittel entstanden, das die Liebe zu unseren gefiederten Sängern und das Verständnis für die Natur überhaupt wecken und erhalten wird. Die'e wunderbare Natururkunde wird vielen Dolksgenoffen die Schönheit unserer herrlichen deutschen Heimat von neuem erschließen. Ministerpräsident Hermann Göring Verlangen Sie ausführliches Werbeblatt von Ihrer Buchhandlung oder vom Hugo Bermühler Verlag • Berlin-Lichterfelde p im Reg UM wir M Mittagessen i fen. Zugenommen hat die Einfuhr von pflanzlichen derung der Ausfuhr im August insgesamt mit 12,5 und tierischen Nahrungsmitteln; dagegen wurde bei I Mill. RM. beteiligt. Nach Ueberfee ist die Ausfuhr Genußmitteln die Julieinfuhr unterschritten. Der gleichzeitig um 7,6 Mill. RM. zurückgegangen. Im Schmerzen? Jucken? Stechen? Brennen? Oder sonst offene Wunden? Dann gebr. Sie die seit Jahrzehnten vorzüglich bewährte, schmerzstillende Heil salbe fiantapin“ Erhältlich in all. „UCIIlCHIII . Apotheken. 2569V Einspaltige Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die Millimeterzeile veröffentlicht r,>n. • H M Ihm wurde sein ganzes Monatsgehalt gestohlen! Als er eine Rechnung bezahlen wollte, entdeckte er seinen Verlust. — In Zukunft wird er sich wohl hüten, sein ganzes Geld in der Tasche zu tragen! Ihr Geld ist keinen Gefahren ausgesetzt und Sie können doch jederzeit darüber verfügen — wenn Sie ein Bankkonto haben! Sie brauchen keine größeren Barbeträge bei sich zu tragen. Und wenn Sie etwas bezahlen wollen, stellen Sie einfach einen Scheck aus. EINIGE VORTEILE DES BANKKONTOS: I. Ihr Geld ist in sicherer Verwahrung 2, Ihr Geld ist stets zu Ihrer Verfügung 3. Ihr Geld bringt durch Zinsen Gewinn 4. Sie haben ein eigenes Scheckbuch 5. Die Bank erledigt Ihre Zahlungs- aufträge 6, Die Bank berät Sie in allen Geldangelegenheiten 7. Die Bank gibt Ihrem gesunden Unternehmen Kredit Ein Bankkonto lohnt sich auch für Sie! °Uetltau. 22)ewtet ^cutlud. 2)einem funklet Haben Sie offene Füße? Küchenhände abgeschafft! LUHNS Seifen-u.Glycerin-Fabriken, Wuppertal (Rhld.) Vogtsche Piivat-Handelsschule Gießen, Goethestr ,32 Ur. 218 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Aineiaer für Gberheffen) 17./18. September 1938 Junge deutsche Nation. Vier Querköpfe. Erinnerungen an das Sommerlager. K^lheinz hatte bisher noch nie gezeigt, daß er großen Wert auf sein Aeußeres legte. Das drückte sich am deutlichsten in seiner Uniform aus, die, wie Hein bestätigte, ein getreues Spiegelbild seiner selbst war. Nicht etwa, daß sie schmutzig oder noch öreckig war vom Geländedienst, nein, aber sie saß immer unordentlich, und immer fehlten ein paar Kleinigkeiten. Sauber war sein Braunhemd, auch die kurze Hose und die Strümpfe; die Schuhe waren meistens stumpf. Er selbst, das hatte er Willi im Vertrauen mal gesagt, habe sich die Schuhe noch nie geputzt. „Das macht meine Schwester", hatte Karlheinz gesagt, und Willi gab zur Antwort: „Aus Mitleid sicher, damit du nicht zu sehr auffällst?" Das wäre ja an sich alles nicht so schlimm gewesen, wenn, ja wenn nicht noch eine große Portion Leichtsinn bei Karlheinz hinzugekommen wäre. Wir sind alle keine Musterknaben, und wollen auch keine sein. Aber man muß wissen, wie tieit man gehen darf. Man muß wissen, was es heißt, einem Befehl zu folgen, oder, wie es Karlheinz mit drei anderen tat, den Gehorsam zu verweigern. Es wird keinem im Lager eine „Extrawurst" gebraten. Im Lager essen alle das gleiche, schlafen alle auf Stroh und frieren olle zusammen, wenn die Decken nicht kameradschaftlich geteilt werden. Da machen auch alle den gleichen Dienst mit. Zu nörgeln gab's bei uns im Ostseelager gar nichts! Der Frühsport mit dem Waschen in der See war, wie Hein sich ausdrückte, eine prima Sache, und der andere Dienst im Lager, Sport, und Spiel oder das Baden am Strand brachten ihinter lebhafte Abwechslung. Alles war in bester Ordnung, und jeder brauchte nur ein bißchen Disziplin aufzubringen, damit das Antreten zum Frühsport, zur Flaggenparade oder zur Schulung recht schnell ging. Es klappte auch inmer tadellos, bis auf die vier. Einer von ihnen, larunter auch Karlheinz, kam immer in letzter Minute, kam dann, wenn alles schon angetreten Ivar... Beim Sportdienst kam Heinz zum drittenmal zu pät, und was noch schlimmer war, er hatte seinen Trainingsanzug an, während die Turnhose zum Sport am Strand befohlen war. „Du mußt doch immer auffallen", sagte der Ab- !?ilungsführer. „Ab", winkte er. „Nachher bei mir Treiben! Karlheinz hatte am nächsten Tag zweimal Strafdienst in der Küche mitzumachen und war ichwer verbittert. „Also herhören", verkündete Helmut. „Morgen feigt die ganztägige Fahrt durch den Darß! Wie □r wißt, ist der Darß Naturschutzgebiet, und ich 'vffe, daß ihr euch entsprechend verhaltet!" Am anderen . Morgen bekommen wir um fünf Uhr Urooiant, Brot für einen Tag und Tee in die Feldsaschen. Singend marschierten wir durch Prerow, ler Himmel war durch dunkle Wolken verdeckt, nvb es sah sehr nach Regen aus. Der erste Platzten überraschte uns dann auch auf einem schrna- bn Waldweg im Darß. „Au verdammt, wenn ich doch nur meine Trai- Iriingsjatfe mitgenommen hätte!" jammerte ein klei- i?r Stoppen. — „Und daß sie sich vollgesaugt iitte", höhnte Willi grinsend und stellte sich mitten >1 f den Weg. „Die Bäume halten sowieso nichts : i»!" Es war auch wirklich toll. Hinter uns kamen noch nei Gruppen. Der Abteilungsführer überlegt, lht im Regen auf und ab. „Es hat keinen Zweck, :ß wir zurückmarschieren", sage ich ihm. „U ;cr Mittagessen wird doch -erst am Abend fertig — und inn die Blamage, wenn wir bei Sonnenschein, der -stimmt noch kommen wird, ins Lager zurück- immen!" Das gab den Rest. „Gut", sagte Helmut und äff das Aufbruchssignal. „Wir marschieren weiter um Darßer Leuchtturm und dann zur Jagdhütte orings. Du kümmerst dich um die zwei hinteren Iruppen." Ich blieb zurück und ließ die verregneten äimeraben auf dem weichen Weg vorbeizichen. „Wir marschieren weiter!" sage ich. — „Bei dem Letter?" — „Bei den Wegen?" — „Sicher, es m.rb auch noch schön werden!" munterte ich auf. hiÄ "K der letzten Gruppe bekam ich bann r^n9 Dom Zeiten Zeltführer. „Vier Jungen yaven sich gewetgert, bei dem Wetter weiterzumar- schteren. 0 ,,©o, und?" — „Ich fjabe ihnen den Befehl gegeben, wetterzumarschieren. Habe sie darauf aufmerksam gemacht, daß sie Befehlsverweigerung begehen, wenn sie- nicht mitkommen!" ySo! Und der Anstifter?" — „War Horst. Bei dem Regenwetter", sagte er, „marschieren wir nicht! Ste wollten es vor dem Lagerführer verantworten." Ich habe den Vorfall dem Abteilungsführer be- rtchtet. Das Wetter besserte sich bald wieder, und als wir am Leuchtturm ankommen, knallte die Sonne um die Mittagszeit so heiß, daß die Hemden trocken wurden und die Zeltmannschaften im Schat- ten großer Bäume ihr Mittagbrot verzehrten. Vom Leuchtturm aus konnten wir weit über den Darß blicken und sahen in weiter Ferne den Badestrand vor unserem Zeltlager, hinter dem in Dunst und Bäumen liegenden Prerow. Die Geschichte von den vier Meuterern hatte sich inzwischen herumgesprochen. „Mensch, werden die Wochenlang waren die Marscheinheiten der Hitler- Jugend mit den Bannfahnen aus dem ganzen Reich unterwegs, und ihnen folgten in diesem Jahr Kameramänner und Tonmeister mit ihren Geräten. Der Reichsjugendführer selbst hat die Anregung dazu gegeben, einen Normaltonfilm vom Adolf- Hitler-Marsch zu drehen, und die Jugend hat diese Aufgabe mit Stolz übernommen. Zum erstenmal wird hier ein Film entstehen, an dem ausschließlich Mitarbeiter der Reichsjugendführung mitwirken. Drehbuchverfasser, Kameraleute, der Dialogregisseur, Komponist und Schnittmeister, sie alle kommen aus den Reihen der Hitler-Jugend. Der Film vom Adolf-Hitler-Marsch wird die erste filmische Gemeinschaftsarbeit der deutschen Jugend sein. Die Jugend will aber keinen dokumentarischen Film schaffen und sich nicht mit dem Registrieren der Ereignisse begnügen, sondern die Idee des gewaltigen B^kenntnismarsches mit filmischen Mitteln gestalten. 40000 Filmmeter. Die Mitarbeiter an dem Film sind sich der Schwierigkeit der Aufgabe vollkommen bewußt. Sie wissen, daß sie an den Verlauf des Marsches gebunden sind, daß sie ihre Szenen nicht wie im Atelier beliebig wiederholen können, und daß das Wetter alle ihre Pläne zunichte machen kann. 40 000 Meter Film müssen ausgenommen werden, um aus beim Material die 2000 bis 3000 Meter eines abrndfüllen- ben Filmes, herausschneiben zu können. Ein Stab von zehn Kameraleuten begleitete bie einzelnen Marschkolonnen, um die schönsten Erlebnisse des Marsches auf bem Filmstreifen festz uh alten. Jebe dieser Filmtruppen ist mit allen technischen Hilfsmitteln ausgerüstet. Als Tonapparatur wirb zum erstenmal bei einem normalen Tonfilm bie von ber Klangfilm herausgebrachte, leicht transportable „Minicorb"-Apparatur verwendet. Ebenso wird die Verwertung des Filmes, der im Auftrag der Reichsjugendführung von der „Deutschen Filmgesellschaft"' hergestellt wird, völlig neuartig fein. Nach einer öffentlichen Uraufführung am Anfang des kommenden Jahres wird ber Film in ben Jugendfilmstunden ber HI., von ben Gaufilmstellen ber Partei unb in ben staatspolitischen Schulfilmpflichtoeranstaltungen gezeigt werben. Aber auch schon währenb ber Schnittarbeit wirb ber Film bei ben biesjährigen „Reich s- filmtagen ber H I." in einer geschlossenen Vorführung im Ausschnitt gezeigt. Eine Gemeinschaftsarbeit Die Vorarbeiten zu dem Film, ber ben vorläufigen Titel „Marschtritt Deutschland" erhielt, haben schon Ende Mat begonnen. Als erstes Werk ber Gemeinschaftsarbeit entstaub das Drehbuch, das Dampf haben! Bei schönem Wetter werden sie ins Lager kommen." „Mr haben den Anschluß an die Kolonne verloren", sagten die vier bem Lagerführer. Unb am Abenb kam ber wahre Sachverhalt, als mir ins Zeltlager zurückkehrten, heraus. Beim Verteilen ber Poff würben die vier herausgerufen. ,^hr habt" sagte der Lagerführer, „einen Befehl verweigert und mich belogen. Es ist ganz klar, daß dies ein Verstoß gegen die Lagergemeinschaft ist. Ich schließe euch hiermit von der Lagergemeinschaft aus. Keiner wird mit euch bis zum Ende des Lagers sprechen, und ihr werdet entsprechenden Strafdienst bekommen!" Drei Tage vor Schluß des Lagers kamen die vier zum Abteilungsführer und baten um Entschuldigung. Die Tage waren für sie hart gewesen. Der Abteilungsführer sprach mit dem Lagerführer. Am Abend wurden sie wieder in ihre Zelte ausgenommen und die Sache war vergessen. Am andern Tag nähte sich Karlheinz sein HJ.-Abzeichen am Braunhemd fest, und seine Schuhe waren zum Appell immer tadellos geputzt. H. Z. allein schon erkennen läßt, wie vielseitig bie Gestaltungsmöglichkeiten bieses Filmes finb. Während bie Bewohner ber Stäbte unb Dörfer, burch die bie Marscheinheiten kommen, immer nur kleine Epi- fobert unb bie Jungen selbst ein Vielfaches bavon erleben, soll durch den Film einmal die Erlebnisse aller Marscheinheiten aus bem ganzen Reich zusammengetragen werben. Alle deutschen Munbanen werben ba gesprochen, unb bie schönsten Landschaf- ten vom Meer bis zu ben Alpen,, kleine winkelige Städtchen mit fröhlichen Menschen unb gewaltige Industrieanlagen ergeben ein getreues Spiegelbild der deutschen Gaue und ihrer Menschen. Dabei wirb der Rhythmus des Marsches immer wieder zu spüren sein, und das Lied vom Adolf-Hitler- Marsch wird um ganzen Film klingen. Wochenlang unterwegs. UeberalJ marschierten die Fahnenträger der Jugend. Sonne lachte über ihnen, und Regen machte ihnen den Weg schwer. Und überall zogLn mit ihnen die Kameramänner. Bald hatten stch die Jungen daran gewöhnt, und der Kamerad an der Kamera konnte unbemerkt Szenen auf den Filmstreifen bannen: Da will ein Junge einen Apfel vom Baum reißen. Stundenlang marschiert die Einheit nun schon, und immer unter Apfelbäumen; aber es ist ihnen streng verboten, Obst zu pflücken. Diesen Kamps des Jungen mit sich selbst hat auch der Kameramann gesehen und festgehalten. Dann ziehen die Jungen wieder im Regen dahin, und Kilometer um, Kilometer wird abgezählt. Dazwischen kommen Rasttage, an denen die Jungen für ihr Leistungsabzeichen trainieren. Van Dorf zu Dorf marschieren die Jungen, und immer wieder erleben sie die Liebe des Volkes. Quartiereltern wollen ihre Jungen nicht mehr weglassen; sie überhäufen sie mit Geschönten. Oft müssen die Jungen Pakete mit der Post nach Hause schicken, da sie kein Platz mehr im Tornister haben. Aus einer Fülle von Erlebnissen müssen bie Kameraleute auswählen. Ihre Arbeit war nicht leicht. Von Zeit kamen bie Mitarbeiter zu einer Besprechung zusammen. Da wurden bie Filmstreifen, bie sofort nach ber Aufnahme an bie Kopieranstalt geschickt würben, vorgeführt, ber neue Drehplan festgelegt, unb roieber ging es ans Werk. Der Abolf-Hitler-Marsch ist beenbet. Die Hauptarbeit am Film aber beginnt erst jetzt. Aus ber Fülle des Materials muß bas Charakteristische unb Interessante ausgeiöählt und bie Reihenfolge ber einzelnen Szenen und Schnittstücke festgelegt werben. Der Film wird dann im Rohschnitt einem namhaften Regisseur vorgeführt, ber mit bem Filmschaffen ber Jugend eng verbunden ist, unb in gemeinsamer Arbeit wirb so ber Film seine endgültige Form erhalten. S. Hartwanger. Der Arve. Nun hatte unsere Schar also Zuwachs bekommen. Schorsch, ein untersetztes „Münchner Kindl", wurde bei uns eingereiht. Es paßte uns gar nicht, daß ein Neuer kam. Außerbem hatten wir gehört, daß bie Bayern einen furchtbar harten „Dicktopf" hätten Unsere Meinung faßte „Heini" mit folgenden Wor- ten zusammen: „Mensch, der kommt doch bei uns janid) uff de Bretta. Der kann in Jrunewold sehen, Pilze schießen und Rehe pflücken, aber nich in unsere Schar kommen." Die erste Fährt, die wir mit Schorsch zusammen machten, war gleich die Großfahrt. Als einige Zeit zuvor gefragt wurde, wer alles mitkäme, meldete sich der „Neue" zu allererst. Das mißfiel uns sehr. Wir waren gewohnt, an jeder neuen Sache erst ein bißchen herumzumeckern, ehe wir uns bazu ent- schieben. Es war aber auch zum Verzweifeln; denn es konnte kommen, was wollte, Alarm oder sonstige Scherze, er war immer einer der ersten. Obwohl wir im Raufball nur das eine Ziel hatten, besagten Knaben tüchtig zu verrollen, holten wir uns immer blutige Nasen. Hatte man wirklich einmal etwas bei ihm gesunden, was äußerst selten vorkam, so wurde er sofort „über den Acker" geschickt. Aber auch der gröbste Schliff machte ihm nichts aus. Mit einem kleinen hochmütigen Zug um bie fest zusammengepreßten Lippen trat er roieber in die Reihe, als ob nichts aeschehen wäre. Er war wirklich ein Pfunds-Pimpf! So kam das Sommerlager heran. Vom Bahnhof aus hatten wir noch ungefähr drei Stunden in glühender Sonne zu tippeln. Kein Wunder, daß ba verschiedene schlapp machen wollten. Wortlos, als ob nichts b-abei wäre, schnappte sich Schorsch die beiden Tornister seiner Nebenmänner und stampfte nun mit drei Affen beladen weiter. Zu unserem stillen Aerger bemerkten wir, daß der „Neue" immer mehr Eindruck machte. Dann kam das Entscheidende: Es wurde ein großes Sportfest im Lager abgehalten, zu dem auch die Bevölkerung der Umgegend geladen war. Unser Fähnlein ging mit den größten Siegesaussichten in ben 3000-Meter-Lauf. Wir hatten Helmuth und Schorsch gemeldet. Der erste war der Favorit des Rennens, Schorsch hatten wir nur aus Verlegenheit gemeldet, ha wir zwei Mann stellen mußten. Bald fällt der Startschuß, und ab geht die Post. Die ersten Runden legt das Feld, geschloffen zurück. Dann aber löst sich Helmuth vom Feld und hat bald bie Spitze allein inne. Größer und größer wird fein Vorsprung, nur fein größter Gegner, der Lange von der Gefolgschaft 3, kann ihm einigermaßen folgen. Es war ganz groß, zu sehen, wie unser Mann 'immer mehr Vorsprung herausholte. Doch, was war das? Als er gerade in die vor- MJtc Runde gehen will, vermindert er das Tempo und wirft sich lang ins Gras. Unser Helmuth, ber moralische Sieger, mußte wegen eines ganz gewöhnlichen Wabenkrampfes ausgeben. Wir, bie Gefolgschaft 2, ließen nun bie Köpfe hängen und bliesen Trübsal. Plötzlich bemerken wir, wie unser Schorsch, ber bis dahin im Mittelfelb lag, Boden gewinnt. Zwar hat ber Führende noch einen gro- hen Vorsprung, aber unser Mann kommt näher. Als es in bie letzte Runde geht, ist alles aufgesprun- gen, und ein Schrei erfüllt bie Luft: „Schorsch, Mineh??" Die Entfernung zwischen bem Langen ber Gefolgschaft 3 und unserem Mann wird immer für» 3er, und es ist nur noch eine halbe Runde zu lausen. Da beginnt Schorsch feinen Endspurt. Es ist begeisternd, zu sehen, wie er sich Meter um Meter heranschiebt. Längst brüllen wir von ber Gefolg- fchaft 2 nicht mehr allein, sondern Freund und Feind und selbst die Bevölkerung schreit, schreit und schreit Und nun geschieht das Wunder: drei Meter vor bem Ziel kämpft Schorsch seinen Gegner nieder unb zerreißt mit Brustbreite als Sieger bas Zielbanb. Unsere Schar ist die erste, die ihm als Sieger gratuliert. Jetzt weiß er genau, daß er für immer in die Kameradschaft unserer Schar ausgenommen worben ist, und seine Augen leuchten. Den schönsten Lohn ieboch bekam er von unserem Bannführer. Drei Worte waren es/nur, bie er sprach, doch bie batten es in sich: „Gratuliere, Kameradschafts, f u h r e r Schorsch!" Marschner. Ö3. gestaltet einen Film. Mit Kamera und Tongerät auf dem Adolf-Hitter-Marfch. Sm Tag im Landsr w. NSG. Leichter Morgennebel liegt noch über ben Liesen unb Feldern. Die ersten Sonnenstrahlen ics Tages gleißen silbern über bie hügelige Land- ftciffc Noch liegt ringsum alles im tiefsten Frieda. Dor bem mächtigen alten Schloß, däs nun dpn feit fünf Jahren Landjahrlager ist, geht ber Listen feinen vorgeschriebenen Gang .. auf unb Der blanke Spaten blitzt in der Sonne. plötzlich gellt ein Hornsignal durch bie morgenb- 14 e Stille: Wecken! Ein Blick auf die Uhr in iei Wachstube — genau 6 Uhr. Kurz barauf schrillt iie Pfeife des Führers vom Dienst burch ben ►$au", unb Va knapp brci Minuten stehen bie tabert Jungen der Lagerbesatzung zum Frühsport W1 bem Hof angetreten. Nach einem Walblauf ^'schwindet bie letzte Mübigkeit aus ben Knochen, •ni> ber „eiferns Dienst" kann beginnen — Wa- öm, Betten- unb Spinbebau, Stubenreinigung tnb Hausbienst. Lange Zeit bleibt freilich nicht, im den Strohsack in eine eckige Form zu bringen ben Bezug „plättbrettartig glatt zu streicheln , schon roieber erklingt ber schrille Ton der wfe, bie sich im Lager nicht gerabe- einer großen iebtheit erfreut, unb alles flitzt blitzartig an fein wi, in ber stillen Hoffnung, baß beim Appell 'Hf vergessene Falte im Bettbezug bem gestrengen M des Führers vom Dienst (F. v. D.) entgeht, ästens trügt diese Hoffnung und dann, ja, dann «iegt das Bett auseinander". ,2er Appell ist vorbei. Die Jungen treten auf den. J°l zum Flaggengruß an.. Der F. v. D. meldet > rpi Lagerführer die Mannschaft, unb feierlich geht .bem Kommanbo „Heißt Flagge!" bas Banner Mast empor. Hell schmettern bie Fanfaren in tn Morgen ... .Noch bem Kaffee,, für ben es auch Milchsuppen । marschiert ein Zug zum Arbeitsdienst: Garten-i ®^it, Hausbienst, Werkarbeit unb Bauernbienst, j währenb ber anbere Zug in den großen Ta ges- raum zur Schulung einrückt. Pünktlich auf bie Sekunbe wird ber Dienstplan j eingehalten. Um 12 Uhr steht alles wieder zum großen Sauberkeitsappell angetreten. Der Blick des , F. v. D. geht unerbittlich über jeden Einzelnen. Das Auge schweift vom Scheitel über Ohren, Hals, Fingernägel bis zu ben Schuhen, unb ein offener Knopf trägt bem „Sünder" bie Warnung vor einer „schweren Lungenentzündung" ein. Nach bem Mittagessen unb ber anschließenden Freizeit geht es zum Sport, bem beliebtesten Dienst des Tages! Boxen unb Kampfspiele wechseln mit Leichtathletik unb Geländebienst ab. Die Bewegung in ber frischen Luft macht hungrig, unb freubig rückt bie Mannschaft roieber zum Kaffee ins Lager ein. Jeder ißt, bis er orbentlich satt ist, denn ber Dienstplan kündigt einen großen Gepäckmarsch an, zu dem eine „gebiegene Grundlage" erwünscht scheint. Aber auch dieser Marsch endet wieder im 'Lager, wo nun in feierlicher Form die Lagerfahne eingeholt wird. Der eigentliche Dienst des Tages ist beendet. Nach dem Abendessen kommt bie Lagermannschaft noch einmal zur lustigen Abendrunde zusammen. Eine „zünftige" Lagerkapelle sorgt für musikalische Unterhaltung, bie durch heitere Vorträge und fröhliche Lieber unterbrochen wirb. Die „Locke" bes Hornisten beenbet am frühen Abenb bie fröhliche Stunde. Ungern hören sie in ihrem luftigen Spiel auf, aber früh müssen sie roieber ausstehen. Schnell rennen bie Jungen nochmals in ben Waschraum unb nach grünblicher Reinigung verschwinbet alles in „sämtliche Buntkarierten". Die neue Wache wird „vergattert" unb ber Zapfenstreich kündet bie nächtliche Ruhe. Wieber hallt nur noch ber Schritt bes Postens durch bie Stille ber Nacht. Balb liegt alles im liefen qefunben Schlaf, ber bie Jungen stärkt für die Arbeit, bie sie für ihr Volk unb Daterlanb erfüllen. Der Flieger. Paul unb Karl gingen spazieren. Sie erzählten sich von diesem und jenem. Unter anderem auch vom Fliegen. „Weißt du, ich möchte gern fliegen", sagte Paul. „Ach!" meinte Karl. „Fliegen ist nicht schön." „Wieso?" fragte Paul. „Hast bu etwa Angst?" „Das hat gar nichts mit Angst zu tun, Knabe. Wenn einer so fliegt, baß einem babei beinahe bie Knochen kaputt gegangen wären, dann hat man schon für eine Weile genug." „Hast bu benn schon einmal in einer Kiste drin gesessen?" fragte Paul von neuem. „Unb ob!" Karl schien keine schönen Erinnerungen zu haben; denn er verzog sein Gesicht zu einer Grimasse. „Du warst tatsächlich schon einmal in einer Kiste?" Paul wollte es kaum glauben. „Ich sagte doch bereits, baß ich in einer Kiste gesessen habe unb bann geflogen bin." „Mensch, hast du ein Glück! Bist du wenigstens hoch geflogen?" „Wieso hoch?" wollte Karl wissen. „Ich meine, wieviel tausend Meter bu mit deiner Kiste in bie Luft geflogen bist!?" erklärte Paul näher. „Hoch bin ich nicht geflogen, fonbern runter", sagte Karl. „Natürlich, als bu schon oben warst", meinte Paul. „Wieso oben? Ich war niemals oben! Wenigstens nicht in ber Luft", sagte Karl. „Du mußt boch aber oben gewesen sein, als bu runter geflogen bist!?" „3a, ja! Natürlich", meinte Karl, „drei Treppen hoch!" „Drei Treppen hoch?" Paul glaubte, Karl sei ohne Verstand. „Stimmt! Ich war bei der Kolonialwarenhandlung Wilhelm Krause beschäftigt. Oben im dritten Stock auf bem Boben bes Hauses ftanb eine leere Kiste, in ber ich mittags pennte. Eines Tages überraschte mich ber Chef, holte mich heraus unb schlug mir eine runter! Ich verlor bas Gleichgewicht unb stürzte bie Treppen hinunter. Ich flog ..." „Au!" fagte Paul. digü. Eierkuchen... „Kinber, ich habe eine Ueberraschung für euch'" fagte unser Smutje, unb seine Augen leuchteten vor Freube. „Es gibt heute noch Eierkuchen!" trompetete Smutje m die sternenklare Nacht. „Donnerwetter!" riefen wir. „Wo hast du benn bie Eier her?" fragte Wilhelm. „Die habe ich von einem Bauern geschenkt bekommen, auch Speck und Butter!" antwortete Smutje unb reckte sich stolz in bie Höhe. „Und das Mehl?^' war meine Frage. „Das habe ich drüben in der Scheune gefunden! Auch das' hat mir der Bauer gegeben, als ich ihn darum bat", sagte Smutje und verschwand. Bald vernahmen wir ein Bruzzeln, das uns angenehm in den Ohren klang. Wilhelm gab inzwischen einige Lieder auf feiner Gitarre zum besten. Plötzlich hielt er inne und schnupperte in der Luft herum. „Das stinkt ja so verdächtig", bemerkte er nach einer Weile. „Der Smutje wird doch nicht den Eierkuchen haben anbrennen lassen?" Wilhelm sprang auf und rannte zum Smutje. Wir hinter drein. Vor feiner Pfanne stand Smutje mit bedeppertem Gesicht und jammerte: „Ich weiß nicht, was mit dem Mehl los ist!" „Gib mal die Tüte her!" forderte Wilhelm. Als Smutje sie gebracht hatte, kostete Wilhelm von ihrem Inhalt. Kaum hatte er ihn im Munde, als er auch schon sein Gesicht verzog und im hohen Bog«n spuckte. „Gips!" sagte Wilhelm lakonisch und sah den Smutje strafend an ... 633 D SerSrü im 73. d Gießen Fr, Sagen Heute Frau, i Schwä Fürdi die E|. Min; statt E Der Freitag, als zweiter Uebungstag unseres Re- aiments 116, bringt schon früh wieder rege Bewegung in die Truppe. Zunächst geben sich alle Manner Mühe, sich nach der überstandenen kalten Nacht mit 1 Grad unter Null auf den Biwaksplätzen wieder warm zu machen. Dann gehts im Morgengrauen in die neuen Gefechtsstellungen. Der zweite Uebungstag bringt eine völlig neue Aufgabe. Während am ersten Tage die Aufgabe der Truppe „Durchbruch durch die /feindliche Front heißt steht die Uebung Les zweiten Tages unter der Parole „Hinhaltender Widerstand gegen anruckenden starken Feind". Nach der Uebungsannahme steht die 9. Deoision (Blau) im Rahmen des IX. Armeekorps zur Verteidigung in der Linie Grünberg Beuern—Staufenberg mit offener linker Flanke, die sich an die Lahn anlehnt. Der Gegner (Rot) ist im Angriff von Nordosten am Tage vorher vor der Hauptkampflinie liegengeblieben. Neue Kräfte von Rot (angenommen) sind im Raume Cölbe—Wetter— Sterzhausen ausgeladen worden. Nach der Uebungs- Annahme wird dem Feind (Rot) die Absicht eines Durchbruches über das Westufer der Lahn in Richtung Gießen zugeschrieben, um dadurch in den Rücken des (angenommenen) IX. Armeekorps zu stoßen. Um dieses Vorhaben zu vereiteln, ist das Infanterie-Regiment 116 zum hinhaltenden Widerstand westlich der Lahn eingesetzt. Es hat als erste Widerstandslinie die Waldhöhen südlich der Linie Damm—Lohra—Mornshausen besetzt. Bei dieser Ausgangslage der Uebung beginnt die Gefechtshandlung des Tages. Blau wird vom Regimentskommandeur, Oberst H e r rl e i n .«selbst geführt, Rot steht unter der Führung von Hauptmann Osann, die Uebung leitet Oberstleutnant Wiese. Der Vormittag hat unfern 116ern schönes Spätsommerwetter gebracht, das den ganzen Tag über anhält und eine gewisse Entschädigung für die kalte Nacht vorher bietet. Auf unserer Fahrt in das Uebungsgelänbe machen wir zunächst Besuch bei Blau, das als Verteidiger die Aufgabe des hinhaltenden Widerstandes zu erfüllen hat. Die ersten Postierungen treffen wir am östlichen Ortsausgang von Altenvers an. Dann gehts, an der langen Kolonne der Bagage vorbei, über Rollshausen hinauf zum südlichen Waldrand des Höhenzuges vor Damm und Lohra. Nach kurzem Derweilen auf dem Regimentsgefechtsstand setzen wir die Fahrt durch den Wald in Richtung Lohra fort. Beiderseits der Straße im Schutze des Waldes, soweit man von der Landstraße zu blicken vermag, Truppen in ziemlicher Anzahl bcreitgefteöt. Plötzlich braust, von Lohra herauf, ein Panzerspähwagen von Rot heran. Er kann ziemlich tief in die blaue Klasse S 13, Klasse A 12%, Klasse B 12, Klasse C 11%, Klasse D 10%, ausländische 11 bis 12%, Wirsing, % kg 8 bis 10, Weißkraut 8, Rotkraut 10, gelbe Rüben und Karotten 10, rote Rüden 10 bis 12, Spinat 20 bis 25, Römischkohl 8 bis 12, Bohnen, grün 30, gelb 30, Tomaten 20 bis 35, Zwiebeln 10 bis 15, Meerrettich 45 bis 60, Rhabarber 12, Kürbis 6 bis 8, Pilze 30 bis 50, Kartoffeln, % kg 4 Pf., 5 kg 40 Pf., 50 kg 3,30 Vis 4 Mark, Aepfel, % kg 25 bis 45 Pf., Falläpfel 14 bis 15, Brombeeren 40 bis 55, Preiselbeeren 40, Birnen 25 bis 40, Hauszwetschen 17 bis 21, Edelzwetschen 35 bis 40 Pf., junge Hähne 1,10 bis 1,20 Mark, Suppenhühner 80 Pf. bis 1,05 Mark, Tauben, das Stück 50 bis. 60 Pf., Blumenkohl 10 bis 50, Salat 8 bis 15, Endivien 5 bis 15, Salatgurken 10 bis 30, Einmach- gurken 2 bis 6, Oberkohlrabi 5 bis 10, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 35, Rettich 5 bis 15, Radieschen, das Bündel 8 bis 10 Pf. * ** Unfall. Dieser Tage erlitt ein hiesiger Pferdepfleger einen schweren Unfall. Er wurde durch, den Hufschlag eines Pferdes fo unglücklich am Kops' getroffen, daß er einen Schädelbruch erlitt. s? Zehn Gebote für die behelfsmäßige Herrichtung von Lufischutzräumen. Aus her Siadi Gießen. Kleine Herbstouvertme. Feuchte Nebel, die sich abends wie weißer Rauch senken und noch die Gärten und Häuser am Rande der Stadt einhüllen, verflüchtigen sich langsam in der Morgenhelle. Wie von einem starken Alern zu- rückgeblasen ziehen sie sich nach dem Horizont zu, der wie weiße Seide schimmert. Ein dichtes Seiden- । geroebe scheint der ganze Himmel zu sein, aus dem sich die eingesponnene Sonne nur schwer befreit und sieghaft zu neuem Leben, zum irdischen Tag durch- b richt. . Wenn ihre schrägen Strahlen sich endlich Raum ; geschasst haben, atmet die Erde wie von einem Alpdruck erlöst auf. Noch liegt, wie der Hauch eines ' Mundes auf kaltem Spiegelglas, die Spur der Nebel ' als schwere Nässe auf den halmgebeugten Wiesen, und es bedarf vieler Sonnenkrast, bis sie getrocknet und zu wehender Leichtigkeit und Lichtfreude auf- gerichtet sind. Dann träumen vielleicht noch einmal die letzten Blüten an ihrem Saum und an Den Hängen, kleine, weiße Lichtnelken und die schon nicht mehr ganz unversehrten Goldschirme der Rainfarne, zumal wenn ein leuchtender Weißling, ein funkelndes Pfauenauge sie überfliegt, es sei doch noch nicht zu Ende mit aller Sommerherrlichkeit. Aber den Weißling treibt ein dunkler Drang nach den Kraut- köpsen der Gärten, an deren Blätter er feine Eier- häufchen klebt, ehe er wie ein welkes Blatt an die Erde torkelt und erstarrt, und das Pfauenauge ist auf der Flucht vor den kalten Nächten und frischen Frühen, auf der Suche nach einer bergenden Spalte, einem rettenden Unterschlupf als Asyl für einen langen Winter. Könnte den .kleinen Blüten der Wind erzählen, so wüßten sie, daß bereits die Herbstzeitlosen prangen, deren Blüten kalt und bläulich sind wie die Lippen Fröstelnder, daß ringsum die braunen Stengel rascheln, und verhutzelte Schoten, gesprengte Kapseln rasseln, bis sie ihre letzten Samen ausgeschuttelt ^An Brombeer- und Holunderhecken sammeln Mädchen und Frauen in Eimer und Körbe saftreiche schwarze Früchte, die, eingekocht, als Brotaufstrich von köstlichem Aroma sind und an die Blütensuße des Honigs erinnern. Knaben bewerfen einander mit Kletten, die sich in Strümpfe und Haare hängen, und mit den knallenden Schneebeeren, die wie aus totem Wachs gedreht seltsam fremd in schon ange- . roftetem Laube sitzen, in dem bereits die ersten Funken aus des Herbstes lodernder Fackel welter- glimmen. , Diese Fackel brennt unsichtbar, aber ihre Glut fliegt, wohin sie will, und wo sie einfällt, züngelt und flammt es, von unseren Blicken wie ein Wunder bestaunt, in allen Farbentönen auf. Schon schwelt es im Geblätter der Birken golden und schwefelgelb, in den Aesten des Ahorns ocker- und rostfarben, und blutrot feuert es in den Wipfeln der Buchen. Kein Weg, auf dem unser Fuß nicht an ein verfärbtes Blatt stößt, das mit dem Verlust feines Grüns auch feine Kraft verlor, sich in Sonne und Wind zu wiegen. Unaufhörlich tropft das Laub zur Erde und nur, weil es zunächst noch vereinzelt geschieht, merken wir es kaum und beachten es nicht, obschon dieses Fallen der Beginn des unaufhaltsamen Scheidens und Gehens, des großen Verlierens und Einsamwerdens ist. Durch Busch und Waldung, wo man leise erschreckt, wenn ein paar reife Eicheln aus braunen Bechern auf den Boden stürzen, als habe ein Kobold nach einem geworfen, streifen in kleinen unruhigen Schwärmen zirpende Meisen, als suchten sie in den leergewordenen Laubhallen nach ihren sangesfrohen Sommerkameraden. Aber die sind längst, einsam und in geordneten Luftgeschwadern, ohne daß wir ihre fluchtartige Abreise bemerkten, nach dem sonnigeren Süden aufgebrochen. Früh fällt die Nacht über den Wald, und bald wird sich in seine ausgeplunberten Wipfel die Schwermut einnisten und das bange Frösteln vor dem langen Dunkel. P. B. Sornotiien. Tageskalender für Samstag. Gloria-Palast (Seltersweg) 14 Uhr: Kinder- und Familienvorstellung: Der lustige Filmteil. Zu den bekannten Zeiten „Diskretion Ehrensache". Bei allen Vorführungen auf der Bühne: Rantini-Truppe. — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Verwehte Spuren". — Aquarien- und Terrarienfreunde: 20 Uhr „Zur " Stadt Wetzlar", Versammlung mit Filmvortrag. Tageskalender für Sonntag. Gloria-Palast (Seltersweg) 14 Uhr: Kinder- und Familienvorstellung: Der lustige Filmteil. Zu den bekannten Zeiten „Diskretion Ehrensache". Bei allen Vorführungen auf der Bühne: Rantini-Truppe. Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Verwehte Spuren . — Kameradschaft ehern. 116er, Gießen: Familien- ausflug nach Wieseck, Ludwigsburg. Ein Abend mit Johann Strauß. c; ie Ilde in der Optiker am Bahnhof Lieferant auch Ihrer Krankenkasse! p* Mlie Gefechislärm im hessischen Hinterland Der zweite Tag der Herbstübungen unserer 116 er. (Eigener Serichi unseres im Gelände weilenden Mitgliedes der Schristleitung.) tiS; 5 $l«r6i a *r, .» * •□ob E Vidieren fongenepj stiedenl^ «Worten i Der 2Ing mi die b1 WJ M m a MS gerne c) xriniwunti, WUCU3IIUU»', Verbandzeug "V sind in ausreichender Menge beim Aufsuchen 0 Luftschutzräume mitzubringen. d) Für etwa je 20 Insassen ist ein Notabort öjr zusehen. Hierfür können Eimer bereitgestellt weroc Sand ober Erde ist zum Einschütten in den EM zur Vermeidung von Geruchbelästigung bereu, ten. Der Notabort ist gegen den übrigen Raum a zutrennen. Hi-erfür können Vorhänge, Tücher, Papff' tafeln verwendet werden. e) Abdichtungsmittel, wie Papier, Pappe, ©W streifen, Isolierband, Kitt, Leim, «rettftürf? Werkzeuge (Hammer, Beil, Zange, Brechsta U- + @rün । d?r TageM I V Siatsherr Siirgermei i lagen, daß <' ienn die nei II Jengen g I lii es gelun I Wiegen. I rtadtrechi I Wen ü || chln die I Wen Rnb I ausgleich zr | gibt sich eir | lagen. Die | 5658 Wart Größere j bei der jid I Mark Ein | höhere Ei H ertrag; I einer natf I zum anbei | dienen. D Mark dies T tit im Ie: W wird Lie Rui I 'Einnahme || 18056,34 5 I ü Wei ber . I A fidj eine W Betrag P ?Hhung I. .'^melausg 11 M auf bi I 3n Rubri W Mark Npfung i Luftschutz a ili Bei G es ist die Schi Die Äub Mark Ausi neuen $ a) Für jeden Insassen muß eine Sitzgelegenheit vorhanden sein. Nach Möglichkeiet sind auch Liege:' gelegenheiten und ein Tisch vorzusehen. b) Die Luftschutzräume sind durch Taschenlampe zu beleuchten. Beleuchtung durch Petroleumlampen Kerzen ober sonstiges offenes Licht ist verboten. c) Trinkwasser, Lebensrnittel, Verbandzeug W“. Aufbewahren!' des Gebäudes liegenden Türöffnungen der Lust» schutzräume und Gasschleusen zu sichern. Dies kanni durch Anschütten und Feststarnpsen von (Erbe, Sand sackpackungen, Steinpackungen ober Holzbalken geschehen. Diese Schutzvorrichtungen sinb burch Befestigen mit Draht, Bretterwänden ober anderen. Hilfsmitteln zu sichern. b) Die Türen ber Gasschleuse, die Notausgange: unb Fenster sinb g a s b i d) t auszubilden. Zu diesem Zweck sind alle Löcher, Ritzen, Schlüssellöcher: usw. ber Türen unb Fenster zu verkitten ober M verstopfen unb mit Papier zu überkleben. Die Glasscheiben von Fenstern unb Türen sind mit Hal? ober Pappe zu benageln unb mit Papier zu überkleben. Die -Fugen zwischen Türen, Fenstern unD ihren Anschlagflächen sinb mit Papierstreifen W überkleben. Die Anschlagflächen ber für bas Betreten ber Luftschutzräume bestimmten Türen sind mili Stoff-, Filz- oder Gummistreifen, oder Streifen aus zusammengefaltetem Zeitungspapier zu benageln ober zu bekleben. Alle sonstigen Deffnungen uB Unbichtigkeiten (Kamin- unb Luftschachtöffnungen- Durchführungsstellen von Rohrleitungen burch dasi Mauerwerk, Unbichtigkeiten im Mauerwerk) W gleichfalls zu verstopfen und mit Papier zu Überkleben. c) Die Decken ber Luftschutzräume unb ber Ga-- schleusen sinb nach Möglichkeit zum Schutz fleaenn Bautrümmer mit Holz abzusteifen. Dabei sollen vor allem bie in ber Decke vorhanbenen eisernem Träger, Deckenbalken, Unterzüge durch einen oben mehrere Stiele gestützt werden. Die Stiele werdeir auf je zwei breite Holzkeile gesetzt unb mit dm Holzkeilen gegen bie Decke getrieben, bis sie ftp stehen. 9. Innere Einrichtung der Luftschuhräume. Die Tagung der Gruppen des Kreises Friedberg : und der Stadsrnitglieder des Untergaues Gießen am Sonntag, 18.9., in Bad-Nauheim ist abgesagt l worden. Sie findet am 9. Oktober statt. Mil Krast durch Freude zum Staatsakt auf dem Bückeberg. NSG. Als im Jahre 1933 bas ganze deutsche Volk nach dem Willen des Führers zum erstenmal in der Geschichte einen gemeinsamen deutschen Erntetag feierte, der seinen Höhepunkt in einem auf dem Bückeberg abgegebenen Bekenntnis Adolf Hitlers zum Blut und Boden und zum deutschen Bauerntum fand, wurde die Arbeit des Bauern als Dienst am Gesamtvolke gewürdigt. In diesem Jahre wird sich am Sonntag, 2. Oktober, die Nation wiederum unter den Erntekronen versammeln, und erstmalig werden sich jetzt 75 Millionen deutscher Männer und Frauen in Stadt und Land im Geiste engster Volksverbundenheit die Hände reichen und den deutschen Erntedanktag begehen. Wie in den Vorjahren, wird auf dem Buckeberg der Führer zu allen deutschen Bauern und darüber hinaus zum gesamten deutschen Volke sprechen. Hunderttausende deutscher Bauern, Landwirte und Landarbeiter aus allen Gauen des Reichs werden der Staatsfeier beiwohnen, um dem Führer zuzujubeln. Um auch den Volksgenossen aus dem Gau Hessen- Nassau die Möglichkeit zu geben, an dem Staatsakt anläßlich des ersten Erntedanktages Großdeutschlands teilzunehmen, hat die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" Gau Hessen-Nassau einen Sonderzug eingesetzt. Der Sonderzug verläßt am 1. Oktober um 21.50 Uhr- Frankfurt und trifft in Hameln am 2. Oktober um 6.23 Uhr ein. Die Rückfahrt erfolgt von Hameln am 3. Oktober um 1.37 Uhr morgens. Um 9.41 Uhr kommt der Sonderzug wieder in Frankfurt an. Bei Bedarf wird noch ein weiterer Zug eingelegt. Anmeldungen zur Fahrt mit dem Sonderzug nach dem Bückeberg nehmen sämtliche Orts- und Kreisdienststellen der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" Gau Hesien-Nassau entgegen. An ber Fahrt kann jeber Volksgenosse teilnehmen. Das schönste Geschenk — eineplatzmiete Aus bem Büro des Stadttheaters wird uns geschrieben: Durch die neue Preisgestaltung wirb es in Der kommenden Spielzeit im Stadttheater Gießen möglich sein, baß jeder Dolksaenosse sein Theater besuchen kann, und so hat unser Stadttheater das Ziel erreicht, Volkstheater zu sein. Jedem wird es möglich sein, als Platzmieter an allen Vorstellungen teilzunehmen, denn die Platzmiete muß das unzertrennliche Band einer wahren und echten Kunstgemeinde sein, der ideale Ausdruck des notwendigen Treuverhältnisses zwischen der Bühne und ihren Freunden. Der Spielplan der kommenden Spielzeit umfaßt die zugkräftigsten Werke der Musik, der klassischen und der modernen Weltliteratur. Außerdem finden wieder literarisch wertvolle Morgenfeiern und interessante Gastspiele statt. Wie bie große Zahl der Neuanmeldunaen für bie Spielzeit 1938/39 beweist, werben bie Leistungen unseres Stabttheaters anerkannt, unb man verspricht sich für die Eommenbe Spielzeit so viel genußreiche Theaterabenbe, baß keiner gern abseits stehen möchte. Gießener Wochen morktprelte * G i e ß e n , 17. Sept. Auf bem heutigen Wochen- > markt kosteten: Deutsche seine Molkereibutter, % kg • 1,52 Mark, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, bas Stück 4 bis 9, Eier, deutsche, Ausschneiden! 1. Notwendigkeit der Luftschuhräume. Zum Schutz gegen die Wirkungen von Luftangriffen müssen für alle Volksgenossen in nächster Nahe der Wohnungen unb Arbeitsstätten Luftschutzraume geschaffen werden. Die Luftschutzräume sind so schnell wie möglich herzurichten. 2. Wer muh bei der Herrichtung der Luftschuhräume mithelfen? Jeder Volksgenosse hat bei der Herrichtung des für ihn bestimmten Lustschutzraumes durch seine eigene Arbeitskraft, Bereitstellung von Baumitteln, Einrichtungsgegenständen, Geldspenden usw. nach seinen Kräften beizutragen. 3. Wie groß müssen die Luftschuhräume sein? Die Luftschutzräume müssen so groß sein, daß die in dem Gebäude wohnenden oder arbeitenden Menschen vollzählig untergebracht werden können. Für jede Person ist ein Luftraum von 3 cbm vorzusehen. 4. Auswahl geeigneter Räume im Keller- oder Erdgeschoh. Luftschutzräume werden im Keller angelegt. Falls keine Kellerräume vorhanden sind, müssen die Luftschutzräume im Erdgeschoß, besonders in den Mittelfluren, hergerichtet werden. Erdgeschoßräume, die an den Außenwänden des Gebäudes liegen, sind weniger geeignet. Luftschutzräume sollen möglichst wenig Fenster und Türen haben. Räume, in denen sich Gas-, Dampf- und Heißwasserleitungen befinden, sind zu vermeiden. Ungeeignet sind Räume, in denen Dampfkessel, Heizkessel usw. aufgestellt sind, oder explosions- ober feuergefährliche Stoffe gelagert werden. 5. Gasschleuse. Dem Zugang zum Luftschutzraum soll ein Raum als Gasschleuse vorgelagert sein. Diese kann burch einen Vorhang, ber in 1 Meter (Entfernung von ber Eingangstür angebracht wird unb am Boden unb seitlich der Tür gut anliegt, ersetzt werben. 6. Rotausgange. Die Luftschutzräume müssen außer dem Zugang entweder einen Notausgang burch anschließende Räume in bas Freie, ober Notausstiege burch ein Fenster haben. 7. Leerung der ausgewählten Räume. Die ausgewählten Räume sind völlig zu entleeren. Nur Gegenstände, bie zur Benutzung ber Luftschutzräume verwendet werben können, z. B. Kisten als Sitzgelegenheiten, können im Raum belassen werben. 8. Herrichtung der Luftschuhräume. a) Zum Schutz gegen Bombensplitter sind bie Fensteröffnungen unb bie an den Außenwänden Verteidigungslinie vorstoßen. Ein Interessantes Ge- fechtsbild. Wir fahren herunter nach Lohra und betrachten uns von der Landstraße Lohra—Mornshausen aus das Gelände der blauen vordersten Widerstandslinie. Große Waldungen geben der Verteidigung von Blau eine starke Stütze. In den gegenüberliegenden großen Waldungen, nördlich der Straße, sitzt Rot ebenso günstig verdeckt. Im beiderseitigen Vorfeld ist kaum Bewegung zu erkennen. Hier und da taucht einmal ein Melder auf, vorder Stellung von Rot sieht man auch einmal zwei Reiter eines Reiterspähtrupps. Die Gegner halten natürlich scharf Ausschau. ~ .. nx. Unser Ziel ist zunächst der linke Flügel von Blau in den Waldungen südlich von Mornshausen. Die Bereitstellung der blauen Kräfte ist so vortrefflich erfolgt, daß man die in den Kartoffel- und Rübenäckern vorgeschobenen Postierungen von Schützen und leichten Maschinengewehren kaum bemerkt, ebenso am Waldrand gewissermaßen bis auf einen Schritt vor die Mündung der Maschinengewehre oder der Panzerabwehrkanonen herankommt, ehe man bie im bichten Unterholz gefechtsbereit liegenben Männer sehen kann. Blau hat in dem günstigen Gelände am voraussichtlich entscheidenden Brennpunkt des Gefechts, am linken Flügel, eine starke Verteidigung aufgebaut. Die gleiche Wahrnehmung machen wir später am rechten Flügel von Blau in dem dichten Walde südostwärts von Lohra. Gegen 15 Uhr wird es plötzlich auf der ganzen Front außerordenllich lebendig. Rot geht zum Angriff vor. In gewaltigen Sprüngen laufen die Männer, die Maschinengewehrtrupps und die Träger der Kennzeichen eines markierten Feindes über die Aecker und die Wiesen. Im Handumdrehen ist ein gewaltiger Feuekkampf im Gange. Blau gibt aus allen Rohren feiner MG. starkes Abwehrfeuer. Rot bleibt die Anwort nicht schuldig. An den beiden Flügeln ist der Feuerkampf besonders heftig. Dann muß aber doch Blau vor den stark überlegenen (zum Teil nur angenommenen und markierten) Kräften von Rot zurückgehen. Die erste Widerstandslinie wird also geräumt. Gegen Abend geht es durch den dichten Wald, entsprechend dem Uebungsplan, zurück zu der vorbereiteten zweiten Widerstandslinie südwärts von Reimers hau se n—R o11shause n—S eel - bach. Wir begleiten die Truppe auf ihrem be« schwerlichen Marsch bie (teilen Berghöhen hinan unb durch den dichten Wald in Richtung Seelbach. Für bie motorisierten Fahrzeuge ist es oft eine halsbrecherische Fahrt, die da vollbracht werden muß. Es ist ein außerordentlich interessantes militärisches Bilb, bas sich bei diesem Stellungswechsel vor den Augen des Besuchers entrollt. Ein Jnfanterie--Geschützzug ist gerade bei unserm Erscheinen beim Aufprotzen und Abmarsch. Männer und Pferde leisten dabei ein tüchtiges Stück Arbeit. Nicht minder hervorragend ist die Leistung der motorisierten Waffen und Fahrzeuge ber 14. Kompanie. Aber auch bie Schutzen aller anberen Kompanien vollbringen Leistungen, bie ber alte Solbat nur mit aufrichtiger Anerkennung vermerken kann. In kurzer Zeit ist in den dichten Waldungen ein kolossaler Betrieb. Auf allen Seiten tauchen die Truppen auf, denn überall geht s mit Mann und Fahrzeugen -der zweiten Widerstandslinie zu, selbstverständlich unter entsprechender Abwehr und Sicherung gegen den nachdrängenden „Feind". Zwischen 18 und 19 Uhr wird bie zweite Widerstandslinie erreicht, unb schon lebt ber Feuerkampf allmählich roieber auf. Dann wirb bie Dämmerung immer starker, und bie Nacht bricht herein. Aber Ruhe gibts nicht, denn bas Gefecht geht weiter. Wir besuchen eine Reihe Wie steht es mit Ihren Augen? — — Sehschärfe und hiermit Leistungsfä higkeit und Wohlbennden lassen sich durch eine Brille steigern, sprechen Sie doch einmal persönlich mit mir darüber. Der ehemalige k. u. k. Hofballniusikdirektor Johann Strauß aus Wien kommt am Samstag, 24. September, mit feinem eigenen Walzer-Orchester nach Gießen in bie Volkshalle. Es ist bas letzte Gastspiel bes nunmehr 74jährigen Johann Strauß auf seiner triumphalen Adschiebstournee durch Europa. Johann Strauß spielt und dirigiert selbst. Er kommt soeben aus Amerika zurück, wo er u. a. beim Deutschen Tag in Chikago ein Großkonzert leitete, bas von über 55000 Ausländsdeutschen besucht war unb mit außer- orbentlidjem Beifall aufgenommen würbe. Strauß muhte im Auto zwölfn)al eine Ehrenrunbe um bas riesige Solbiersfielb fahren, in bem bas Konzert statt- fanb. Anläßlich bes Jubiläums bes Walzers „An ber schönen blauen Donau" ist Johann Strauß zu einer letzten Europatournee aufgebrochen, unb letztmals wirb er ber musikbegeisterten Welt ben Hymnus bes %-Taktes in altem Glanze lebenbig machen. Sparaktion der Hitler-Jugend 1937/38. Um eine restlose unb reibungslose Abwicklung der Sparaktion zu gewährleisten, ist es bringend erforderlich, baß jeber Hitlerjunge unb jeber Pimpf bie noch in seinem Besitz befindliche Sparkarte an seinen zuständigen Gefolgschafts- oder Fähnleingeld- verwalter zur Auszahlung einreicht. Ansprüche auf Rückzahlung, bie nach bem 1. Oktober 1938 gestellt werben, können nicht mehr anerkannt werden. Die Geldverwalter ber Gefolgschaften unb Fähnlein sinb verpflichtet, alle Rückzahlungsansprüche unverzüglich an bie Verwaltungsstelle bes Bannes 116 „Wet- terau", Gießen, weiterzumelben. BOM.-Llntergau 116 Gießen. Die Überweisung in die NS.-Frauenschaft und in die NSDAP, ist vom 25.9. auf den 16.10. verlegt worden. weiterer Stellungsabschnitte und Ortschaften, lieber* all herrscht reger militärischer Betrieb. Spat am Abend verweilen die Pressemänner mit ihrem Begleiter inmitten vorgehender Infanterie, die gerade neue Weisungen empfängt. Nur spärliches Taschen- lampenlicht gibt auf knapp einen Meter, d. h. von Mann zu Mann, schwache Sichtmöglichkeit. Im übrigen ist alles in ber Dunkelheit versunken. Aber marschiert wird, und die Maschinengewehre geben auch feihe Ruhe. Die motorisierten Fahrzeuge ber 14. sind natürlich auch stramm dabei. Kurzum, allenthalben Betrieb. * Dann machen wir uns auf den Heimweg. Die Truppe wird das Gefecht noch weiterführen. Eine kurze Ruhepause, selbstverständlich unter völlig kriegsmäßigen Bedingungen, d. h. jederzeit kampfbereit in der erreichten Linie, wird ihr ja auch im Verlaufe der Nacht beschieden sein. Kalt werden es die Männer auch da wieder haben. Am Samstag- früh wird die Hebung ihren Abschluß finden. Hierauf werden die Kompanien für bas Wochenende 'und über Sonntag Ortsunterkunft in der Ge- gend von Krumbach, Altenvers, Kirchners usw. beziehen. B. Naphpiif! In treuem Gedenken rufe ich hiermit iiUUUl Uli meinem verstorbenen Meister Herrn Ernst Seibt sen. aus tiefstem Herzen ein ,,Ruhe sanft“ zu. Er war mir in meiner Lehrzeit ein guter, anständiger und väterlicher Freund. Ich werde die bei ihm verbrachten Lehrjahre, in denen ich nur Gutes und Tüchtiges von ihm lernte, nicht vergessen und stets in Liebe und Ehrfurcht seiner gedenken. 04266 Werner Krause, Treis (Hessen). Wanzen und jedes and. Unaeziefer bekämpft sachgemäß. Bebördl. Dankschreiben. Kammerjäger Schont her jetzt Schiffenbg. Weg 33. Sach, verst. i. Gerichts- angelegenh. oirrr (Sine Offenbarung für jeden Tierfreund! Tiere mit Gefühl und Verstand. i£ine allgemeinverständliche Darstellung der F-or» -chungseryebnisse über das Seelenleben der Tiere mit prattii eben Beriuchsanleitungen vonTr. Werner 3tft6el. Leiter der yorschungsstelle für Tieneelen' unde am Westfalischen Zool. Garten au Münster. 140 Seiten mit 100 Abbildungen, in Leinen geb. 3-30 — ftn ieber Gießener Bucbbandhmg erhältlich. ömönMierMlUMlin-WelWe (s. Vorsicht, bew.) Aus der engeren Heimat 1 063 818,90 Mk. 36 474,*- W Gott hat es gewollt, meinen lieben Vater ipierr I Gießen (Marburger Straße 49), den 15. September 1938. Frau Anna Köhler, geb. Mobs sagen wir hierdurch unseren herzlichsten Dank. 5995V Bischofsreut-Gießen, im September 1938. 04262 Arhläoeö von 3 bis 20 v. H. erhalten Sie bei wieder- holten Veröffentlichungen einer Anzeige 1 Für die liebevolle Anteilnahme an unserem Schmerz, sowie die Ehrung unserer lieben, unvergeßlichen Entschlafenen 52 250,- 41 901,- IV. sein die Ge- Runz - fy’e/lgtr rüe ÜM am lppenhühnil W -50 bis bis 15, Tn- ), &nmoä)! ßaud) 5 bis Mieschen, Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Otto Köhler, Bez.-Zollkommissar (G.) Mark 334 920,— 28 000,— 575 500,— 96 120,— 28 778,90 Gießen, im September 1938. (Marktplatz) Allen, die dem bis zum Tage seiner Erkrankung ehrlich schaffenden Meister als Kunden treue Freunde waren, danke ich besonders! Ich übernehme das Geschäft nunmehr im eigenen Namen und werde stets bemüht sein, im Sinne meines Vaters meine Kunden bestens zu bedienen! Emst Seibt jun. auch im Namen meiner Mutter. Die Einäscherung findet auf Wunsch der Entschlafenen in aller Stille statt Es wird gebeten, von Beileidsbesuchen Abstand zu nehmen, 04255 schiedentlich Katzen mit verletzten Läufen zu ihren empörten Besitzern nach Hause zurück. Der Angeklagte erhielt durch richterlichen Strafbefehl wegen Jagdfrevels eine Gefängnisstrafe von drei Monaten. Gemäß § 295 StGB, wurden außerdem die beiden Fangeisen eingezogen. Gegen diesen Strafbefehl legte F. Einspruch ein. Bor dem Einzelrichter in Alsfeld wurde er wieder des Jagdvergehens gemäß § 292 I und II StGB, für schuldig Wenn die Heringsfänger in der kleinen norwegischen Hafenstadt von ihrer schweren Arbeit zurück- . kehren, dann yibt es wohl öfter einmal einen tüchtigen Rausch. Segelt da wieder einmal ein Fischer die Straße entlang, immer in kühnen Bogen von der einen Seite zur anderen hinüber, als ihm eine junge Frau entgegenkommt. Sie sieht schon von weitem, was los ist, und will einen respektvollen . Bogen um ihn beschreiben. Da bleibt der Mann aber stehen und sagt treuherzig: „Lassen Se man. ja auch werden i Sams? nben. as in ber Stipers P. ö. Nägel usw.) müssen im Luftschutzraum zu Ausbesserungszwecken vorhanden sein. 10. Durchlüftung der Cuftschuhräume. Nach jeder Benutzung des Luftschutzraumcs ist für schnelle Durchlüftung durch Oeffnen der Türen oder Fenster zu sorgen. Kleine (Strafkammer Gießen. 1. Gebäude 2. Feldgüter 3. Waldungen 4. Wasserwerk 5. Schwimmbad papiere -e) Rücklagen: 1. allgem Rücklage 59 908,— 2. Betriebsmittel- ?On r-9rl8e,62 9narf enthalt Zuschüsse der Landes- seuerloschkasse und Erlös der verkauften Motorspritze. Die Armenpflege zeigt einen Ausgabenbetrag von 9358 Mark. Beim Kapitel Schulen machen sich bei der Volksschule die auf 2000 Mark erhöhten Stellenbeitrage für je eine Schulstelle an den Staat bemerk- bor ©rofjere Beträge mußten auch für die Instandsetzung des Schulgebäudes eingesetzt werden. Bei der Oberschule für Jungen entfällt auf die Ge- membe ein Drittel der persönlichen Kosten mit etwa 24 000 Mark, die übrigen zwei Drittel entfallen auf Kreis und Staat. Allein zu tragen hat die Stadt außerdem noch die rund 5000 Mark ausmachenden solchen Kosten. Bei der Landwirtschaftlichen Schule ist in der Ausgabe die Herrichtung eines Saales für eine Mädchenklasse mit 1500 Mark vorgesehen. Im einzelnen ergeben die Schulen mit ihren Einnahmen und Ausgaben folgendes Bild: Volksschule: Einnahme 2549,04 Mark, Ausgabe 19 092,26 Mark; Oberschule für Jungen: Einnahme 2300 Mark, Ausgabe 29 221,56 Mark: Landwirtschaftliche Schule: Einnahme 1814,90 Mark, Ausgabe 5837,01 Mark. Die Rubrik Straßen zeigt 15023,79 Mark Ausgabe; darin ist der Ausbau der Hindenburg- straße mit 3500 Mark vorgesehen, außerdem sind hier Mittel für die Umänderung der Straßenbeleuchtung enthalten. Bei Kanälen ergibt sich eine Einnahme von 3400 Mark und eine Ausgabe von 4897,87 Mark. Die soziale Fürsorge zeigt eine Ausgabe oon 13 478,40 Mark, denen als Einnahme die vom Bezirksfursorgeverband zu ersetzende Hälfte dieser Kosten mit 6515,50 Mark gegenüberstehen. Die von der Stadt unter Rubrik Sond erst e u e r n seither erhobenen mittelbaren Steuern mit 28 370 Mark in Einnahme verliert jetzt durch Wegfall der Biersfeuer und der gemeindlichen Zuschläge zur Grunderwerbsteuer etwa 5000 bis 6000 Mark, während die seither staatliche Hundesteuer mit 480 Mark hinzutritt. An Reichssteueranteilen (Einkommen-, Körperschafts- und Umsatzsteuer) betragt die Zuteilung rund 12 000 Mark weniger. Die Getneindeumlagen für 1938 sind mit 106 240 Mark vorgesehen. Dieser Betrag stellt die zu erhebende Grund- und Gewerbesteuer dar, die ab 1938 nur noch von der Gemeinde, nicht mehr vom Staat, er- Bei Gesundheitspflege mit 2572,32 Mark ft die Schwesternstation enthalten. Die Rubrik Feuerlöschwesen mit 6675,09 Mark Ausgabe enthält die Anschaffung einer neuen K r a f t f e u e r s p r i tz e , bie Ginn me <£ Frankenbach, 16. Sept. Rachbem der bisherige Gemeinderechner Johannes Brück..... Amt nieb" zelegt hatte, würbe nunmehr meinbekafse bem neuen Kassenverwalter Heimer übergeben. Herrn Ernst Seibt sen. Metzgermeister nach kurzer Krankheit durch plötzliche Lungenentzündung aus diesem Leben abzurufen. Ich danke, vom Grabe des Verstorbenen heimgekehrt, allen, die dem teuren Toten die letzteTreue, Ehre und Liebe erwiesen haben. Oie Narrenkappe. Herr heinerich der Achte... Als ber Kannnerbiener Heinrichs bes Achten von England eines Morgens bem Kreise der wartenden Höflinge berichtete, daß der hohe Herr eine schlechte Rocht gehabt habe, weil ihm der Betthimmel auf den Kopf gefallen sei, rief einer der Peers nur aus: „Gerechter Himmel ...!" Ein tüchtiger Seemann. Mn!» m du W' || n. Di«,101II I ib । oder M I ftotausF Iben.yl SchlM •itten oH ,en. D'ch liersire'U ür öas '; 'iiren ss> r Streif zu W nfnungen । Ni gen dm , iuerwer[l ipier 3U Äh l l-n de° Ä <11e- ^ll geht'. n SBiber. pstchendtt Agenden «W, iVPlinr. 6. Gemeindewaage 500,— b) Kapitalwert nutzbarer Rechte (Fischerei und Schafweiden) c) bewegliches Vermögen f d) Kapitalvermögen (Hypotheken, Darlehensforderung. u. Wert- itib ist «A -H. Ul’« V, OerSrünberger Haushaltsvoranschlag für 1938. + Grünberg, 16. Sept. Als einziger Punkt der Tagesordnung stand auf der jüngsten Sitzung der Ratsherren der H aush altsplan 1938. Bürgermeister Krämer erklärte, es lasse sich sagen, daß die Gemeinde keinen Ausfall erleide, denn die neu zufallenden Steuern kämen etwa den seitherigen gleich. Dank der Hilfe des Stadtrechners sei es gelungen, einen ausgeglichenen Voranschlag vorzulegen. Stadtrechner Gehringer gab dann einen ausführlichen Bericht zum Voranschlag und erläuterte einzeln die Einnahmen und Ausgaben der wichtigsten Rubriken. Durch den Finanz- und Lastenausgleich zwischen Land, Kreis und Gemeinden er« S?- ""d W, denn ll*e Näh, iehsclM befinden «K* ER Bihnhe| kenkassej -——' len. liefe .Spät & ihrem & t’ie gerck § Ta/'chen, o h. von 3m übri» Iber mar- eben au* er 14. W ilenthalben erklärt und zu einer Gefängnisstrafe von drei Mo- @*inefiehimnr hlIt ^Eitechin wurde auch wieder auf Hr^ii ? ^er 9agt)gerate erkannt. Gegen dieses S aflte Berufung ein.9 Die Kleine Strafkammer in Gießen war aurh Tatbestand hf6 ^geklagte objektiv den rirtil hM? ^agdsrevels erfüllt hatte. Das Ge- «'ünTx* k" -rwiesen. daß der An- h J- , m ^em direkten oder wenigstens hemtenunter Verletzung Silt ^ugdrechtes dem Wild nachgestellt habe w r lusbesondere die schwierige Frage ^liehmpihö' ,°b ^^halle auf der 'umfriedeten befriedeten Bezirken des § 7 unh^nuf9bh9e Cfee5x fle^Ort' auf denen die Jagd ruht verlöt demgemäß kein fremdes Jagdrecht ?nnn^ ^%au5ifein Jagdfrevel begangen werden verneinte das Dorliegen oon § 7 Reichsiagdgesetz. Da es, wie erwähnt, nicht der Äuf- rnffung war baß ber Angeklagte wußte, baß bie ??p,peI Tx §aIIe ornem Hemden Jagbrecht unter« !^?rVUnb öer Angeklagte biefes Jagbrecht vor- 8 9Q? £9.ieIt es ben Tatbestand des 9 292 StGB, nicht für gegeben. Bestärkt würbe es in seiner Ansicht durch bie Ausführungen bes Kreis- jagermeisters. Der Angeklagte hatte sich aber, da er Tellereisen "^gestellt hatte in denen sich Wild fangen kann, gemäß § 35 I Ziffer 8 und § 60 %b\a% II Ziffer 8 strafbar gemacht. Er wurde zu einer G e l d st r a f e D o," 40 Mark, Hilfsweise 35 Tage Haft, verurteilt. Die Tellereisen wurden eingezögen. Da der Angeklagte verurteilt ist, hat er auch die Kosten des gesamten Verfahrens zu tragen. gibt sich eine Umgestaltung der finanziellen Grundlagen. Die Kreisumlagen haben eine Erhöhung von . 5658 Mark auf etwa 20 000 Mark erfahren. Größere Eistnahm-n erbringt die Rubrik „Wald", liei der sich infolge der erhöhten Holzfällung 91 916 Mark Einnahmen ergeben. Die daraus herriihrenbe -höhere Einnahme wird einer zu bildenden Waldertragsrücklage zugeführt und soll einmal einer nachhaltigeren Bewirtschaftung des Waldes, Zum andern zu erwartenden Ausfällen für später dienen. Daher ist hier bei der Ausgabe von 54 044,66 Mark diese Rücklage mit 22 000 Mark enthalten, il Die im Teil II „Vermögen" des Voranschlags über« ! fuhrt wird. L Die Rubrik Wasserversorgung schließt in M Einnahme mit 18 611,93 Mark, in Ausgabe mit 1 18 056,34 Mark ab. Bei der Allgemeinen Verwaltung ergibt sich eine Ausgabe von 39 665,25 Mark. Dieser hohe Betrag enthält auch die Kosten für die Jn- I ftandsetzung des Rathauses und noch verschiedene ' Sammelausgaben, nach deren Abzug nur 26 213,41 Mark auf die Verwaltung entfallen. In Rubrik Oeffentliche Sicherheit mit II 1320 Mark sind Beträge für Maßnahmen zur Bell Dämpfung der Maul- und Klauenseuche und für I Luftschutz ausgeworfen. rücklage 20 000,— 79 908,— „ Gesamtsumme des Vermögens 1 274 351,90 Mk. Die dem Voranschlag beigefügte Haushaltssatzung schließt im ordentlichen Haushalt (Abt. I: Betrieb) mit 297 106,91 Mark (293 713,78 Mark in 1937) in Einnahme und Ausgabe ab; im außerordentlichen Haushalt (Abt. II: Vermögen) sind die entsprechenden Zahlen 57 801,17 Mark (43 363,71 Mark in 1937). Die vorgesehenen Hebesätze sind folgende: Grundsteuer: a) vom land- und forstwirtschaftlichen Vermögen mit einem Hebesatz von 213 v. H. des festgesetzten Steuermeßbetrages: b) Grundstücke mit einem Hebesatz von 99 v. H. des festgesetzten Steuermeßbetrages. Gewerbesteuer (Ertrag und Kapital): 281 v. H. des festgesetzten Steuermeß- betrages> Z w e i gst e l l e n - (Filial-) st e u e r 365 v. H. Bürgersteuer 500 o. H. 3n den Brunnen gestürzt. * Lumda, 17. Sept. Ein hiesiger Einwohner stürzte sich in selbstmörderischer Absicht in einen tiefen Brunnen und ertrank. Erst nach mehrstündiger Arbeit gelang es der Feuerwehr, die Leiche des Mannes zu bergen, der anscheinend in einem Anfall von Schwermut den verzweifelten Schritt unternahm. Schadenfeuer in Haarhausen. neu waren. Zur Bekämpfung des Feuers wurden außer der einheimischen Wehr auch die Feuerwehren von Gontershausen, Ober-Ofleiden, Mardorf und Homberg herbeigerufen. Die Wehren waren in kürzester Zeit zur Stelle. Durch ihr tatkräftiges Eingreifen war es möglich, den Brand auf feinen Herd zu beschränken. Unfälle auf dem Lande. Durch einen unglücklichen Sturz von einer Lore erlitt der an der Reichsautobahn beschäftigte Josef Botsel aus Lang-Göns einen Bruch des linken Fußes. — Der Landwirt Julius Kuhn aus Weickartshain erlitt durch einen Sturz von einer Leiter schwere Prellungen und Rippenbrüche unb mußte durch die Sanitätsbereitschaft Gießen in ärztliche Behandlung nach Gießen gebracht werden. Die Verunglückten wurden in die Chirurgische Klinik aufgenommen. Landkreis Gießen * Klein-Linden, 16. Sept. Rach langem Krankenlager verstarb das ättefte Glied u n - ferer Gemeinde Frau Margarete Hof. Sie stammte aus Hartenrod im hessischen Hinterland und hätte im Februar kommenden Jahres ihr 9 7. Lebensjahr vollendet. <£ Leihgestern, 17. Sept. Ihren 81. G e - b u r t 5 t a g kann am morgigen Sonntag, 18. September, Frau Christine Keßler Wwe. in guter Gesundheit begehen. Unfern herzlichen Glückwunsch. # Allendorf (Lahn), 16. Sept. Die Mühlstraße in ihrer Verlängerung bis auf die Hauptstraße Gießen—Koblenz soll demnächst mit Teer ein« gedeckt werden. Mit diesem Ausbau geht ein lange gehegter Wunsch der Einwohnerschaft, insbesondere ber Arbeiterschaft, die die Straße passieren muß, in Erfüllung. — Im Anwesen eines hiesigen Steinbruchbesitzers hat dieser Tage ein Apfelbäumchen sein Blätterkleid abgeworfen, prangt aber nun in schönster vorfrühlingshafter Blüte. Kreis Friedberg. = Butzbach, 16. Sept. Im Laufe des Jahres war die Bautätigkeit hier sehr lebhaft. Eine ganze Anzahl Wohnhäuser, darunter auch einige Kleinsiedlungen, sind bezugsfertig geworden und geben nunmehr einigen Straßen ein abgerundetes Bild. Eine weitere Zahl ist noch im Bau begriffen und soll im Herbste fertiggestellt werden. Im Stadt- inneren sind Geschäftshäuser umgebaut worden bzw. gehen der Vollendung entgegen. Die Stadtverwal- tung ließ einige eigne Bauten, so die vorläufige Jugendherberge, vollkommen erneuern und die Kleinkinderschule innen umgestalten. Zahlreiche weitere Um» und Anbauten sind in Arbeit und werden im Laufe des Herbstes fertiggestellt. Dadurch ist das Baugewerbe völlig mit Arbeit versehen. Der Markt- platz hat eine Erweiterung seines schönen Bildes burch die Herrichtung eines weiteren Fachwerkbaues, des Ferberschen Hauses, erfahren. Kreis Wehlar. Heute entschlief nach langem, schwerem Leiden meine liebe, gute Frau, unsere stets treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwägerin, Tante und Kusine Frau Käthe Schlößer, geb. Stroh im 73. Lebensjahre. *■ Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Martin Schlößer, Lokführer L R. hoben werden. Die planmäßige Schuldentilgung betrögt 13 373,26 Mark. 3n Abteilung II: Vermögen sind Mittel vorgesehen für Geländeerwerb zur Verlängerung der Hindenburgstraße und den Ankauf eines Grundstückes neben der Volksschule für ein später zu errichtendes neues Volksschulgebäude. Auch für die Erweiterung des Friedhofes ist der Erwerb einer angrenzenden Scheuer und deren Niederlegung vorgesehen. Schließlich sind hier auch die Kosten für die Fertigstellung des städtischen Schießstandes mit 7974 Mark angegeben. Ein Ueberblick über Vermögen und Schulden der Gemeinde ergibt folgendes Bild: Mark Schulden aus Aufwertungsdarlehen 27 177,— Neuverschuldung seit 1924 255 287,27 m Sa. 282 958,27 Darunter sind 3738,84 Mark unverzinsliche Schulden und 9267,01 Mark innere Darlehen. Die Neuverschuldung ist entstanden durch: 1. Errichtung eines Gendarmenwohnhauses: 2. Erweiterung des Wasserwerkes und Errichtung eines Hochbehälters auf der Warte; 3. Erbauung eines Schwimmbades; 4. Erweiterung des Gebäudes der Oberrealschule; 5. Ankauf und Ausbau eines Gebäudes für das Landwirtschaftsamt und die Landwirtschaftliche Schule; 6. Straßenbauten; 7. Kanalisation verschiedener Straßen. Vermögen: a) unbewegliches Vermögen: und t><< |en. 5-5 ebenen * rch uni «J n, fl mrneg. 6 chren. Gim nter doD'i|I zeit kanip B Der O. F. aus Billertshausen mußte im Winter vorigen Jahres feststellen, daß ein Marder ihm einige Hühner getötet hatte. Kurz darauf sah er auf seiner damals schneebedeckten Viehkoppel Marderspuren. Die Viehkoppel liegt unmittelbar am Dorfrande und ist umzäunt. Nun legte F. in der auf feiner Koppel befindlichen Viehhölle Eier aus, um den Marder fangfertig zu machen. Nachdem seines Erachtens der Marder angeködert war, stellte er zwei Fangeisen aus. Er fing auch tatsächlich einen Marder. Ob er aber den Marder in bet Vieh- halle oder, wie er angibt, in seinem Hausgarten fing, konnte nicht geklärt werden. Bald wurde im Dorfe bekannt, daß der Angeklagte auf Marder Jagd machte. Man hatte ihn verschiedentlich beim Revidieren der Eisen beobachtet, er hatte einen gefangenen Marder gezeigt, und schließlich kamen v'er- *Haarhausen (Ohm),, 17. Sept. Am vergangenen Donnerstag brach in unserem Orte Feuer aus, dem .Scheuer und Stallung des Bürgermeisters und Ortsbauernführers Lyncker zum Opfer fielen. Die Scheune und der anschließende Stall wurden bis auf die Grundmauern vernichtet. Die in der Scheune lagernde Ernte ging völlig in Flammen auf. Das Vieh konnte glücklicherweise gerettet werden. Landwirtschaftliche Maschinen, ein Erntewagen und ein Lauterbacher Wagen fielen ebenfalls den Flammen 3um Opfer. Der entstandene Schaden ist um so höher M„v ZU bewerten, als die niedergebrannten Gebäude fast Fräulein, die Bogen mach ich. Trinkt Ming-Nlelchior-Sier, das gute! Watzenborn-Steinberg KIRMES nach eigener Wahl. 5971D Zum freundlichen Besuch laden ein: Georg Häuser Karl Philipp Karl Mandler Georg Sommer Ludwig Schmandt 5977V Tanz-Unterricht Ruf Nr. 3835 Wo fstraße 31 5639D Eine zuverlässige Armbanduhr Gießen - Bahnhofstraße 49 - Ruf 3941 vom Dhrenspezialbans Leuning FhwTMM \ - !■ 59790 Tel. 60139 Siebolds Buch bestimmt das Richtige treffen. Gießener Anzeiger HugoBermühler Verlag, Berlin-Lichterfelde icöenko EG 62 q ’ Frankfurt a. M., Zeil, Ecke Stiftstr. Wissen Sie, dafe Sie schon für 80 Pfennige einen guten Stammplatz haben können? 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Dabei hat er ;u guter Letzt so kleine Preise eingesetzt, daß in der lat sich jedermann modern und richtig kleiden kann. So grüßt Sie Nadelmann und heißt als unseres Nauses guter Seist in unserem Namen Sie willkommen Sie werden freundlich aufgenommen! Nr.A8 viertes Blaff Ebener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) l7./l8.5epfemberiyZ8 Staatliche Gehörlosenschule Friedberg. fianbfertigfeitC’Unterricf)t. Mit viel Liebe sind die Mädchen bei der Sache und Arbeitsfähigkeit kostet dem Staat erheblich weniger Geld, als die Erhaltung eines Menschen, der nicht arbeiten und sich mit seiner Umgebung nicht verständigen kann. Nach den starken Eindrücken von jener Gehör- losen-Tagung in unserer Stadt lag es nahe, einmal einer Anstalt einen Besuch abzustatten, in der die wichtigste Vorarbeit dafür geleistet wird, daß gehörlose Kinder in die Volksgemeinschaft hineinwachsen und in ,hr be-. stehen können. Eine solche Anstalt ist die Staatliche Gehörlosenschule in Friedberg, die im vorigen Jahre auf ein lOUjähriges Bestehen zurückblicken konnte. Früher hieß sie „Taubstum- Am vergangenen Sonntag fielen in unserer Stadt Volksgenossen auf, die sich durch die Art der Verständigung von anderen Volksgenossen unterschieden. Die Gehörlosen tagten in Gießen. Mancher Blick des Mitgefühls folgte jenen Volksgenossen, die als „taubstumm" erkannt wurden. ..Minderwertig" mag auch mancher Volksgenosse gedacht haben, und es mag ihm dabei nicht bewußt gewesen sein, daß er damit ein hartes Vorurteil gefällt hatte Reichsverbandslelter A l b r e g h s (Berlin) widerlegte schon in jener Versammlung und Feier am vergangenen Sonntag jenes Vorurteil eindeutig, indem er. sagte, daß es dank nationalsozialistischer Initiative möglich geworden sei fast alle „Taubstumme" bis auf etwa 3 bis 4 v. H. in Arbeit und Brot zu bringen. In der Krisenzeit bis 1933 waren sie fast alle erwerbslos gewesen. Es wurde also eindeutig bewiesen, daß auch Gehörlose wertvoll und als schaffende Deütsche itibcr Volksgemeinschaft stehen und ihr nicht z u r L a st fallen. Es ist allerdings keine Erscheinung von ungefähr, wenn Gehörlose Umgangs- und arbeitsfähig find; das setzte vielmehr eine sorgfältige und liebevolle pädagogische Arbeit voraus, eine Arbeit, die übrigens im Dritten Reich eine verständnisvolle Förderung erfährt. Diese Förderung geschieht, wenn auch aus Gründen menschlichen Mitgefühls, so doch in der Hauptsache aus Zweckmäßigkeitsgründen Die Ausbildung eines taubstummen Kindes zur Umgangs- ß. . v men-Anstalt"! Etwa 100 Kinder, aus dem ganzen Land Hessen, werden dort unterrichtet. Irrtum, zu glauben, daß es dort recht gedrückt, recht unerbaulich zugehe. Die Kinder lachen, scherzen, spielen, turnen wie andere auch, sie rasen ebenso die Treppen hinab in den Schulhof, wenn es zur Pause klingelt — erfreuen und ärgern ihre Lehrer, lernen mehr oder weniger gut und freuen sich ihres ^Lebens. In der Gemeinschaft der vom gleichen Schicksal Betroffenen wird ihnen häufig genug gar nicht bewußt, was ihnen die Natur' oörent- halten hat. Nur wer die Art, in der sie lernen müssen, vergleicht mit der Art jener Kinder, denen alle natürliche Sinne gegeben sind, weiß und er- sährt, wie sehr viel schwerer ihnen, den gehörlosen Kindern, das Lernen fallen muß Mit unendlich viel größerer Aufmerksamkeit müssen sie dem Lehrer folgen. Für sie gibt es keinen Augenblick Zeit, sich dem Unterricht zu entziehen, vielleicht unter der dank eine Jndianergeschichte durchzuschmökern, Tauschgeschäfte mit dem Banknachbarn abzuschlie- ßen, mit Papierkugeln heimlicherweise in die Gebend zu schießen und was dergleichen Späße mehr sind, die jeder rechte Junge für Ehrensache hält, solange er glaubt, daß er nur für den Lehrer lernt. 3n der Staatlichen Gehörlosenschule ist die Lehrtechnik eine notwendig ganz andere, als in einer^ Schule schlechthin. Die meisten Kinder haben nie Sprache gehört, haben, wenn sie 7jährig in die Engste Lehr- und Lerngemeinschaft ist das besondere Kennzeichen der Schule. > Anstalt kommen, gar keinen Begriff von dem, was Sprache überhaupt ist. Daß was Kinder sonll in die Schule schon mitbringen, das müssen diele Kinder erst lernen: die Sprache und das Sprechen! Da liegt es in der Natur der Sache, daß die Klaffen klein sein müssen Höchstens zwölf Kinder können von einem Lehrer unterrichtet werden Alle müssen sie genau aus den Lehrer achten, alle Kinder müssen einander gegenseitig beobachten! In der ,A r 11 k u 1 a t i o n s k l a s s e" beginnt es! In räumlich engstem Kreis sitzen Schüler und Lehrer beieinander Der Lehrer zeigt jede Mund- stellung für jeglichen Selbst- und Mitlaut, die Kinder ahmen nach, überprüfen mit Hilfe eines beweglichen Spiegels die eigene Mundstellung, beobachten genau die Mundstellung des Lehrers und der Mitschüler, sprechen Laute aus, hörba-r für andere, nie für sich selbst — formen allmählich Worte. Und jeder Buchstabe wird gedruckt und geschrieben gezeigt, Worte welchen aus einzelnen Buchstaben (auf Pappe gedruckt) auf einer Tafel zusammengesetzt und ausgesprochen und zu all dem muß das Bild und die natürliche, Anschauung, * <5 0 A-v W-xa-vvwi. -yjj Auf sinnfälligste Weise werden in der „Artikulationsklasse" Begriffe und Vorstellungen vermittelt. kommen, lieber das. Wort, gedruckt oder geschrieben, ausgesprochen und aus der bildlichen Darstellung dessen, was das Wort bedeutet, — aus all dem erst formt sich der Begriff als bleibender Besitz. Verständlich, daß auf solche Art ein sehr reicher Wortschatz nur schwerlich erworben werden kann. Verständlich, daß das ausgesprochene Wort nie so farbig klingen kann, wie das Wort, das ein hörender Mensch in allen Spielarten und jeglicher Betonung auszusprechen vermag! Fehlt doch den Kindern immer wieder das Korrektiv, die Vergleichsmöglichkeit durch das Gehör. Aber — und das ist das Großartige an den Kindern, die die Anstalt der Gehörlosen in Friedberg verlassen, sie können fast alle so sprechen, daß jeder Mensch, der guten Willens ist, sie verstehen kann!. Sie sind also nicht mehr taubstumm! Sie waren taubstumm! Sie sind nach acht Jahren des Unterrichts nur noch taub! Und wenn dann die Sprache gelernt ist, in Grundzügen zunächst, dann wird sie über den ganzen Zeitraum der Schulzeit hinweg aus- »WWk Vor 100 Jahren begründete Dr. G. I. R o l l e r die „Taubstummenanstalt Friedberg". Wiedergabe nach einer zeitgenössischen Lithographie. (Aufnahmen |5|: Neuner, Gießener Anzeiger.) gebaut: die Kinder lernen einwandfreie deutsche Sätze sprechen, lernen lesen, schreiben, kurzum, sie vermögen sich ihrer Umgebung verständlich zu machen, ohne die Hände zu unterstützender Geste in Anspruch nehmen zu müssen. Hier liegt auch ein wichtiges Ziel der Schule: Die Kinder sollen selbst im Gespräch unter Jid) auf die Geste verzichten lernen — sie sollen dem anderen, sie sollen — das ist das Jdeas — jedem Menschen das Wort (im wahrsten Sinne des Worts) „vom Munde ablesen" können. Der «Unterricht beschränkt sich nicht auf die Sprache, auf Lesen und Schreiben. Die Kinder lernen rechnen, werden in Geschichte, in Geographie, Naturkunde usw. unterrichtet: selbstverständlich werden sie auch mit den gegenwärtigen politischen Verhältnissen vertraut gemacht, und wir konnten Zeuge sein, wie sich die Fortgeschrittenen unter ihnen in lebhaftem Frage- und Antwortspiel zwischen Lehrer und Schülern mit dem Schicksal der Sudetendeutschen beschäftigten. Und wir konnten uns davon überzeugen, daß unter ihnen mancher geschickte Zeichner ist, denn, da ihnen das Gehör versagt ist, ijt das Auge doppelt geschärft. Selbstverständlich, daß die Mädchen Handarbeitsund Handfertigkeitsunterricht genießen, stricken, nähen und sticken lernen, daß für alle Kinder regelmäßig Leibesübung gepflegt wird, und daß sie auch an den Lebensformen der deutschen Jugend, der Fröhliche Plauder- und Spielstunde mit der BDM.-Führerin. / - V'FE -WWW Kannst du zuM, Dore? JRoman von Dedda Lindner. Copyright by Carl Düncker Verlag, Berlin W 35. 17. Fortsetzung (Nachdruck verboten!) „So, jetzt gehst du in deine Hütte und legst dich hin", befahl er. „Die Binde behältst du um, bis ich sie dir abmache: es darf kein Licht an deine Augen, sonst wirst bti blind Hast du verstanden? — Dann ist es gut. Hier hast du noch einen Whiskys am besten schläfst du die nächsten vierundzwanzig stunden durch." jawohl, bana!" „Gut, bringt ihn in die Hütte", befahl Ashton den 'Begleitern. Er sah ihnen nach, wie sie den Kranken fortbrachten und ließ sich mit einem Seufzer der Erleichterung wieder in seinen Stuhl fallen. „Das hätte schlimmer kommen können." „Merkwürdig. Ich bin fast sechs Monate hier und habe noch keine Schlange gesehen", meinte Gerald. „Sei'froh! Wenn man sie sieht, ist es meist zu spät, wenigstens bei der Puffotter. Das ist das Gemeine an dem Biest, daß sie unbeweglich liegt und wie ein dürrer Baumaft aussieht, kommt man aber aus Versehen mit dem Fuß dran, ist man auch schon gebissen." „Und der Biß ist tödlich?" „Meist. Wir haben ein Serum, aber es muß sofort angewendet werden, möglichst gleichzeitig mit viel Alkohol, sonst hat es keinen Zweck. Ich habe schon recht üble Fälle erlebt." Sein Onkel war unter dem Eindruck des Vorfalles redseliger, als es sonst seine Art mar. „Weißt du", fuhr er fort, „so wie ihr euch drüben das Tropenleben denkt — 'ch habe manchmal lachen müssen, wenn ich es mitanhörte: „König in feinem Reich" und so, jawohl, das ist man hier noch, aber zu den Untertanen gehören neben manchmal recht schwer zu regierenden Schwarten auch noch Moskitos, Schlangen, Sand- flöhe, Skorpione und ähnlich liebliches Getier, und da muß man sich erst daran gewöhnen." „Aber schön ist.es doch." Geralds Blick ging hinüber zum Kilimandscharo, der Schneegipfel des Kibo leuchtete unter dem durchsichtig klaren Himmel, auch der Mawensi zeichnete sich in scharjen Umrissen ab. Zum Greifen nahe schienen die Gipfel und lagen doch Tausende von Metern über ihnen. Ashton war seinem Blick gefolgt. „Gewiß ist es schön. Ich möchte nicht mehr fort.", „Ich möchte am liebsten auch immer hier bleiben", sagte Gerald nachdenklich. „Und wer nimmt Rehwaldau, wenn der alte Cle- mehs stirbt?" Gerald zuckte die Achseln. „Mein Vetter Günther wahrscheinlich." „Günther ist kein Heßling." „Onkel kann ihn ja adoptieren." „Ich kannte deine Tante Vera und habe auch ihren Bengel mal gesehen. Hübsch oder oberflächlich, aber fein Herr für Rehwaldau. Und du bist.zu schade, dich hier zu vergraben " „Zu schade?" fragte Gerald verblüfft. „Das sagst du?" „Weil ich hier sitze? — Das ist ganz etwas anderes. Ich hatte in England nichts, gar nichts. Weder Aussichten noch Pflichten. Du hast in Deutschland beides, das bindet dich." Gerald klopfte feine Pfeife aus. „Willst du mich losfein?" Das klang em klein wenig hochmütig. „Unsinn. Aber ich habe den Eindruck, als ob drüben einer ist, der d i ch los sein will. Kann mir nicht denken, daß du da kapitulierst." Er griff nach der Flasche. „Donnerwetter, noch öfter Schlangenbisse, und mein Whisky ist alle, Boy!" Nackte Sohlen klatschten leise auf dem Zement' des Bodens. „Bana?" „Lete Whisky — und vergiß den Sikru nicht." „Soll ich nicht draußen aufmachen?" fragte der Boy diensteifrig. „Das kenne ich, der erste Schluck für dich Gibt's nicht, du bringst die Flasche wie sie ist, ich mache selber auf." Wehmütig kam der schwarze Khamisi dem Befehl nach und stellte die Flasche nebst Korkenzieher auf den Tisch. Gerald öffnete und schenkte ein. Dann griffen sie ihre Zeitungen und lasen weiter. Aber Gerald war nicht mehr recht dabei, im Grunde war es ja auch ziemlich gleichgültig, wer das nächste Fußballmatch in Glasgow gewinnen würde. Er starrte zu dem weißen Gipfel des Kibo hinüber, und wieder erging es ihm ganz seltsam. Der Gipfel verwandelte sich in eine Kette von Schneebergen — das war der Eiger — der Mönch — das Jungfraumassiv. Und er sah große, tränen- jchimmernde Augen in einem blassen, verängstigten ®ehd)t und horte leises, fassungsloses Weinen. Merkwürdig — jedesmal, wenn er länger zum Kibo hinubersah, tauchte dieses Bild vor ihm auf. Zuerst batte er es zornig von sich geschoben wie etwas Lästiges, Störendes, aber es kam wieder, immer wieder, und feine Abwehr wurde schwächer. Lag nicht in diesem einen Augenblick mehr echtes Gefühl, mehr Wahrheit als in den ganzen Jahren seiner Ehe — ob Dore ihn auch so im Stich gelassen hätte? — grübelte er weiter und wußte nicht, daß sich damit die Wunde zu schließen begann, an der er einmal glaubte verbluten zu müssen. Nun er imstande war, eine andere Frau neben Carola zu stellen, verlor diese ihre Macht über ihn. Die Zeit begann ihr heilendes Werk, die Zeit und — Dore. War der Gedanke an Carola anfangs rasender Schmerz, irrsinnige Verzweiflung, so wurde er allmählich tödliche Verachtung und erstarb schließlich in eisiger Gleichgültigkeit. War der Gedanke an Dore anfangs nur eine winzige, kaum geduldete Erinnerung,' so trat er von Tag zu Tag Heller in den Vordergrund. Sie war die Frau, die er zuletzt im Arm gehalten hatte — hatte er denn nie gefühlt, daß in ihrer Hingabe viel mehr lag als Dankbarkeit, als großzügiges Eingehen auf den exzentrischen Wunsch ihres 'Lebensretters? Als Gerald soweit war, gab er es auf, sich qeqen Dore zu wehren. Nun er seelisch zu gesunden begann, rückte langsam eine andere Seite der Angelegenheit in den Vordergrund. Die Bemerkung, die sein Onkel an jenem Nachmittag gemacht hatte — „ob drüben einer ist, der dich los sein will" —, war im Augenblick nicht sonderlich von ihm beachtet worden. Aber irgendwie hatte sich dieser Satz doch in seiner Erinnerung festgehakt und begann ihn zu beschäftigen. Wenn damals nicht zufällig der Förster gekommen märe, so hätte die Sache für ihn ein übles Ende nehmen müssen, trotz aller Schuldlosigkeit: die äußeren Tatsachen sprachen gegen ihn, er war vernünftig genug, sich das selber zuzugeben. Eine Verurteilung hätte ihn erledigt, gesellschaftlich und moralisch, auch wenn er nach Jahren wieder freigekommen wäre. Darum war es, nicht von der Hand zu weisen, daß dieser Schuß indirekt ihm gegolten hatte, ihm, der jemand im Wege war. Aber wem konnte er im Wege fein — der nächste Agnat war sein Vetter Günther, der aber ritt an jenem Schicksalstage ein Nennen in Düsseldorf und märe auch niemals einer solchen Ungeheuerlichkeit fähig geroefen. Und Carola — er konnte tatsächlich an diesen Namen denken, ohne das geringste zu verspüren — mar in der Kreisstadt, um Besorgungen zu machen. Die Polizei hatte alles getan, was möglich mar — es mar also doch wohl ein Landstreicher gewesen, und er hatte einfach Pech gehabt, ein so fiebriges, ekelhaftes Pech, mic es sich nur an Leute wagt, die zu schlapp sind, das Leden zu meistern. War er ein Schwächling? — Nur roeil er einmal sein ganzes Herz an eine Frau gehängt hatte, dis er nicht mert mar — „Du hast Pflichten drüben", hatte Onkel Glen gesagt. Ein Mann, der seins Pflichten in Stich ließ, meil eine Frau ihn verraten hatte — mar der nicht doch ein Schmächling? Sie maren nicht leicht, diese Wochen des seellschen Gesundungsprozesses. Gerald hatte Augenblicke genug, in denen es entschlossen mar, Heimat Heimat sein zu lassen und sein Leben auf Kma Ngoma zu verbringen. Aber roeil er gesundete, wuchs die innere Unruhe, wuchs auch der Zorn gegen den unbekannten Gegner, der feinen guten Namen mit solch schmählichem Verdacht belastet hatte. Es war Monate nach dem Vorfall mit der Schlange — Nasoro lief längst wieder gesund und munter herum —, da fragte mährend der gemahnten Ruhestunde auf der Veranda Gerald plötzlich: „Sag mal ehrlich, Onkel Glen, hältst du mich nicht im Grunde für einen verflucht schlappen Hund?" Sein Onkel schien durch diese merfroürbige Frage weder überrascht nach aus der Fassung gebracht. Eher ging ein Ausdruck über sein Gesicht, den man als Schmunzeln bezeichnen konnte. „Und modurch sollte ich zu diesem schmeichelhaften Urteil gekommen fein?" fragte er dagegen "Weil ich mich bei dir verkrieche, statt dem Kerl, der auf Onkel Clemens geschossen hat, das Genick umzudrehen", knurrte Gerald. „Du weißt ja gar nicht, wer es ist?" - (Fortsetzung folgt!) ■ffcWw ■ W M ■ . ... :;., - > • '. , . w » asK ,z - v * * ««• Linner einbarte und dein ewigen. tniernah dessen fd diese ist nur, und mefli in krasses! richten ai mu über deutschen These oei bar von lische Ze> die gleid Jenesch mitgebra der tsche verschied außer K und eine Die d militari wollen, Reserv' rallelst deutsch haben Beträc chischer ftl«*" G>O^tG ItM1 Sirtze»' Aana j»43J Sud) b von h» kn»?1" rw 1 ■fiy Im Wiener Stadion werden heute und morgen die Europameisterschaften für Frauen in der Leichtathletik ausgetragen. Unsere Aufnahmen zeigen einige der aussichtsreichsten Teilnehmerinnen. Don links': Gisela Mauer meyer (Deutschland), die im Diskuswurf nicht zu schlagen sein wird; die Italienerin Claudia T e st o n i, die, da die Olympiasiegerin Dalla und die Olympiazweite Anni Steuer fehlen, im 80-m-Hürdenlauf siegen dürfte; die Polln Stella W a l a s i e w i c z , die mit dem Ruhm eines neuen Weitsprung-Weltrekords noch Wien kommt und auch im 100-m-Lauf kaum geschlagen werden en. (Scherl-Bilderdienst und Schirner-M.) Sprechstunden ver Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnach« mittag gefchlosien , Ober 8 Millionen Mitglieder ermöglich- len durch ihre veilröge die Sofort- N S i hilft der NSV. in veulfch-vfleeeeich. werde auch Du llSV.» Mitglied. kann. Ganz rechts: die Deutsche Dora Ratjcn, deren Leistungen im Hochsprung gerade in der letzten Zeit so viel von sich reden machten. 9 10/116 ein Pimpfensportfest. Dazu waren alle Gießener Fähnlein eingeladen und rege dieser Einladung gefolgt. Aus Gießen allein kamen 79 Meldungen. Die Organisation der Wettkämpfe unter Leitung von Jungzugführer Rinn klappte sehr gut. Das Sport- Die Jugendmannschaft trifft vor dem Spiel der I. Mannschaften auf die Jugendmannschaft des SD. Ober-Mörlen. Wie dieses Spiel ausgehen wird, ist nicht vorherzusagen. 1. FC. 1926 Großen-Buseck — 1. Spv. Heuchelheim. Am kommenden Sonntag weilt die Erste des Sportvereins Heuchelheim in Großen-Buseck, um einer Rückspielverpflichtung aus der Verbandsrunde 37/38 nachzukommen. Das Vorspiel in Heuchelheim konnten die Busecker sehr deutlich mit 3:0 gewinnen, ob es aber in diesem Spiel gelingen wird, bleibt abzuwarten, denn Buseck probiert Leute für die kommenden Meisterschaftsspiele aus. Außerdem muß man noch immer auf einen der Besten, Mittelläufer Harbach, verzichten. Die Mannschaft, die aller Voraussicht nach mit Koch; Brück, Dambmann; Pimpfensportfest des Fähnleins -10/146. Dieser Tage veranstaltete das Fähnlein Dundestvanderpreisleaeln in Wieseck. Dieser Tage waren die einzelnen Vereine zur Austragung des Bundespreises auf die Bundesbahn bei Gastwirt Heinrich Braun eingeladen. Erschienen waren zehn Vereine, die mit je einer Fünfer- Mannschaft auf zwei Bahnen (Asphalt und Schere) je 100 Kugeln zu schieben hatten. Es gelang dem vorjährigen Sieger, ,Gut Holz" Lollar, den wertvollen Wanderpreis wieder zu erringen Die Ergebnisse: 1. Kegelklub „Gut Holz" Lollar, 483 Holz; 2. „Bahn frei" Lollar, 469 Holz; 3. „Alle Neun" Wieseck, 460 Holz. In der Einzelbewertung erzielten (bei je zehn Kugeln) Bestleistungen: Auf der Scherenbahn: August Niemeier, „Vorwärts" Wieseck, 66 Holz; Ernst Weimer, „Gut Holz" Lollar, 63 Holz; Willi Rupp, „Vorwärts" Wieseck, 60 Holz. Auf Asphaltbahn: L. Leidner, „Gut Holz Alten-Buseck, 54 Holz; W. Damm, „Gut Holz" ReiskircheN7 51 Holz; K. Hildebrand, Alle Neun" Wieseck, L. Forbach, „Vorwärts" Wieseck, L. Schmidt, „Gut Holz" Lollar, je 49 Holz. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) P. t. Sie können entweder quittieren: „Von Herrn I (Name des Mieters) 32,40 RM einschließlich 8 RM. gezahlten Mietzuschuß für Monat September erhalten , oder: „Von Herrn I (Name des Mieters) 24,40 RM. zuzüglich 8 RM. gezahlten Mietzuschuß für Monat September erhalten." fest war ein großer Erfolg. In vielen Kämpfen gab es dramatische Entscheidungen und gute Ergebnisse. So lief z. B. Nordmann, 3/116, die 100 Meter in der für einen Pimpf sehr guten Zeit von 12,9 Sek. auf einer Naturbahn, und Menges, 10/116, sprang bei sehr schlechter Anlaufbahn 1,40 Meter hoch. Erfolgreichstes Fähnlein war 3/116, das 8 erste, 3 zweite und 4 dritte Siege erkämpfte. Die Ergebnisse. 100-Meter-Lauf: 1. Nordmann (3/116) 12,9 Sek.; 2. Stiller (2/116) 13,2 Sek.; 3. Lynker (3/116) 13,2 Sek. Nordmann lief hier im Fahrwasser seines Kameraden Nachtigall eine gute Zeit heraus. 1000 Meter Geländelauf: 1. Feußer (2/116) 3:33,6 Min.; 2. van Bentheim (3/116) 3:35,3 Min.; 3. Herzberger (10/116) 3:38,9 Min. Für die schwere Strecke, bergauf bergab, gute Zeiten. Weitsprung: 1. Balser (3/116) 4,75 Meter; 2. Rinn (10/116)'4,70 Meter; 3. Menges (10/116) 4.65 Meter. Balser (3/116) schlug hier die drei Ersten des Jungbannsportfestes. Hochsprung: 1. Menges (10/116) 1,40 Meter, 2. Parr (3/116) 1,30 Meter; 3. Pfann (21/116), Bal- ser (3/116), Nachtigall (2/116), Herzberger (10/116) je 1,25 Meter. Menges Sprungkraft und Technik sind hervorragend. Kugelstoßen: 1. Rinn (10/116) 9.46 Meter; 2. Pfann (21/116) 8,39 Meter; 3, Balser (3/116) 8,31 Meter. Rinn siegte auf Grund seiner Körperkraft. Diskuswerfen: 1. Pfann (21/116) 22,25 Meter; 2. Rinn (10/116) 20,70 Meter; 3. Lang (4/116) 19,95 Meter. Pfann wurde hier verdienter Sieger. Ballweitwurf: 1. Nordmann (3/116) 66 Meter; 2. Förster (10/116) 66 Meter; 3. Gernondt (10/116) 64 Meter. Der vielseitige Nordmann (3/116) gewann im Stichkampf. 4 X 1 00-Meter-Sta ffel: 1.3/116 (erste Mannschaft) 57.0 Sek.; 2. 10/116 58.0 Sek.; 3 3/116 (zweite Mannschaft) 60,2 Sek. Der Jungbannmeister lief hier nicht voll aus, sondern beschränkte sich auf seine vom Startmann erkämpfte 10-Meter-Führung, die er bis ins Ziel hielt. Ergebnisse der Führerklasse. 100 Meter: 1. Nachtigall (3/116) 12,4 Sek.: 1000 Meter Geländelauf: 1. Storck (3/116) 3:28,4 Min.; Weitsprung: 1. Herold (3/116) 4,87 Meter; Hochsprung: 1. Nachtigall (3/116) 1,40 Meter, 2. Herold (3/116) 1,30 Meter. Eisenacher, W. Harbach, O. Need; Hofmann, E. Gans, E. Höchstem, Balser, W. Suboruski; erscheinen wird, wird alles daransetzen müssen, um ein ehrenvolles Ergebnis herauszuholen. Steinbach 1 — 1900 Gießen II. Am morgigen Sonntag empfängt die erste Mannschaft des FSp. 1926 Steinbach die zweite Mannschaft von der Spv. 1900 Gießen. Die stark verjüngte Mannschaft des FSp. 1926 soll am kommenden Sonntag unter Beweis stellen, ob sie bereit ist für die bevorstehenden Meisterschaftsspiele. 1900 1. Jugend — Klein-Linden 1. Jugend. Nachdem sich die 1. Jugend der Blau-Weißen von der empfindlichen Niederlage in Leihgestern erholt bat, trägt sie am morgigen Sonntag ein weiteres Freundschaftsspiel gegen die 1. Jugend von Klein- Linden aus. In letzter Zeit hat sich die 1. Jugend von Klein-Linden mehr und mehr herausgemacht. Trotz alledem gibt man der 1. Jugend der Blau- Weißen die größeren Gewinnchancen. Vielleicht könnte der Platzvorteil ausschlaggebend fein. Mtzlein und Ramillon siegreich. Internationale Meisterschaften der Tennislehrer. Nachdem der Franzose Ramillon und der Duisburger Probst bereits am Donnerstag bei den Internationalen Meisterschaften der Tennislehrer in Berlin in die Schlußrunde gekommen waren, zogen Hans Nüßlein und Ramillons Landsmann Visiault am Freitagmorgen ebenfalls in die Endrunde ein. Nüßlein gewann fein wegen Dunkelheit abgebrochenes Spiel gegen den Kölner Gulcz klar 6:4, 6:3, 6:4; härter zu kämpfen hatte dagegen Vis- fault, bis er BleNk (Chemnitz) 6:2, 5:7, 6:3, 11:9 bezwungen hatte. Die beiden Sieger trafen dann im ersten Schlußrundenkampf zusammen. Der Deutsche siegte zwar 6:4, 6:2, 4:6, 6:2, doch leistete dyr Franzose erheblichen Widerstand, der erst gebrochen war, als er stürzte und zum vierten Satz mit bandagiertem Knöchel antreten mußte. Wesentlich glatter fertigte Ramillon den Duisburger Probst 6:1, 7:5, 6:1 ab. Nur im zweiten Satz, als der Franzose seine Stärke, das Netzspiel, vernachlässigte, kam Probst heran, ohne allerdings feinen Gegner gefährden zu können. Spiel um den Weltrekords Auf dem Salzfee bei Bonneville im amerikanischen Staate Utah geht die Hetzjagd um den absoluten Geschwindigkeits-Weltrekord für Automobile weiter. Zwei Engländer sind es, die jetzt fast bei jedem Versuch phantastischere Geschwindigkeiten erzielen. Kaum 24 Stunden bestand der neueste Weltrekord von John Cobb, da stieg sein Landsmann Capt. Eyston, der den Rekordkampf eröffnet hatte, wieder in seinen 6000 PS „Blitzstrahl", um eine neue, fast unglaubliche Geschwindigkeit zu schaffen. Die Zeitnehmer errechneten nämlich aus Hin- und Rückfahrt die neue Weltrekord-Geschwindigkeit von 575,340 km/st Roch immerFteundschMampse aus breiler Front Fußball der heimischen Mannschaften. ist der Lohn, wenn ein Kind sprechend und für sein Leben dem Lehrer dankbar die Schule verläßt. Innig ist das Verhältnis zwischen Lehrern und Schülern, denn enger sind sie in ihren kleinen Gemeinschaften verbunden, als es in den Schulen der Hörenden möglich ist. . _ . . So steht die staatliche Gehörlosenschule in Friedberg in wichtigem, sozialem Dienst, der still und ohne sonderliches Aufsehen an der Volksgemeinschaft geleistet wird. Eine Atmosphäre der Liebe, des Glaubens, der Hoffnung und öe? Vertrauens beherrscht bas Haus, bas man nicht verläßt, ohne auf eine besondere Art bereichert worden zu sein. N. Hitler-Jugend, allen Anteil nehmen. Sie gehören dem Reichsbann Gehörgeschädigte (G) an, her unmittelbar der Reichsjugendführung unterstellt ist. Sie erleben in ihrer Gemeinschaft Heimabend, Wanderuna, Fahrt- und Zeltlagerleben wie die Hitler-Jugend sonst auch! Bleibt noch ein Wort der Lehrerschaft zu widmen! Der Dienst ist für den Lehrer an her Gehörlosenanstalt unendlich schwer. Die Dienst ist fast nur in „Passion" zu leisten und zu bewältigen. Unendliche Geduld ist erste Voraussetzung, pädagogisches Geschick unerläßlich und gründliche Vorbildung für diesen Dienst absolute Notwendigkeit. Aber schön und reich Dank für vorbildlichen Einsatz. Kreis 8 (Lahn-Dill) im RfL. erhält vom Gau ein Sonbetlob. Am vergangenen Sonntag fanden sich Kreisführerstab, Fachamtsleiter und schließlich auch Der- einsführer im Reichsbund für Leibesübungen (Bezirk Gießen) zu einer Versammlung ein, zu der auch die Gauführung aus Kassel Vertreter angesagt hatte. Es erschienen hierzu Gauamtmann Engelhardt (Kassel) und Gausachbearbeiter Willing (Kasiel). Man beschäftigt sich zunächst mit einigen Erörterungen über die Arbeit in den Fachämtern; außerdem wurden in großen Zügen die Richtlinien für die weitere Arbeit im Reichsbund für Leibesübungen bekanntgegeben. Dabei wurden Erfahrungen und Anregungen zugrunde gelegt, die aus dem Deutschen Turn» und Sportfest in Breslau gewonnen wurden. Den Kreisfachwarten wurde aufgegeben, die gegebenen Richtlinien an die Vereine weiterzugeben und für deren Durchführung zu foraen. Im Verlaufe der Versammlung überbrachte Gauamtmann Engelhard die Grüße des Gauführers, SA.-Brigadeführer Schmidt (Kassel), und konnte bann dem Kreisführerstab und den Mitarbeitern im Kreis 8 die erfreuliche Mitteilung machen, daß der Kreis 8 beim Deutschen Turnfest in Breslau leistungsmäßig am besten von allen Kreisen des Gaues abgeschlossen habe. Insbesondere könne man im Kreis 8 die Genugtuung haben, daß der Kreis zahlenmäßig fast am stärksten von allen hessischen Kreisen (ausgenommen Kasiel) vertreten mar und nicht zuletzt damit dazu beitrug, daß der 15au Hessen jo stattlich und leistungsmäßig so hervorragend auftreten konnte. Reichsbundkreisführer Staffelführer Dr. Schaefer dankte im Namen des Kreises für die ausgesprochene Anerkennung, ließ aber wissen, daß diese Anerkennung nicht Anlaß sein könne, nun auszuruhen, sondern vielmehr eine Aufforderung und Verpflichtung bedeute, auch weiterhin in gleichem Geiste und mit gleicher Energie weiterzuarbeiten. Im Anschluß daran fand eine Zujammenkunst mit Dereinsführern statt, in der eine Reihe von Fragen erörtert wurde, die die Vereine als solche bewegen. SA.-Kampfgemeinschaft im Versuch um dieBereinsmeisterschaff. Die SA.-Kampfspielgemeinscbaft Gießen unternimmt am (Sonntag*einen Versuch um die Deutsche Vereinsmeisterschaft der Leichtathletik in der Klasse B. Leider muß der Versuch als Alleingang ausgetragen werden, da die anderen Gießener Vereine dusch Aufstellungsschwierigkeiten an der Teilnahme verhindert sind. Doch verliert die Veranstaltung dadurch nicht an Interesse, denn, um die Wettkämpfe interessanter zu machen, wurden sämtliche verfügbaren Leichtathleten der Gießener und Heuchelheimer Vereine eingeladen. Somit sind vor allem in den Läufen harte und schöne Kämpfe zu erwarten. Durchgeführt werden folgende Konkurrenzen: 200-m-, 800-m- und 3000-m-Lauf, 4 X 100-m-Stasfel, Hochsprung, Weitsprung, Speerwerfen und Diskuswerfen. Gewertet werden immer die beiden Ersten in jeder Disziplin. Man darf gespannt sein, ob sich die junge Leichtathletikabteilung der SA.-Kampfspiel- gemeinschaft Gießen mit einem guten Punktergebnis einen ehrenvollen Platz unter den B-Klasse-Vereinen Deutschlands sichern kann. 300 Meldungen für das Llnterkreisturnen in Holzheim. Die Vorbereitungen für das Unterkreisturnen in Holzheim sind beendet. Heber 300 Wettkämpfer haben ihre Meldungen abgegeben. Der Turnverein Holzheim begeht gleichzeitig die Feier seines 30jährigen Bestehens. Den Auftakt bildet am Samstag die Jubelfeier. Die Kreisriege unter Leitung von Kreis- mannerturnroart K Reuter (Gießen) wird ihr Können an den Geräten zeigen. Die Turnerinnen von Holtheim bringen Keulenübungen. Für 25jährige treue Mitgliedschaft werden einige Turner geehrt werden. Am Sonntagmorgen beginnen die Wettkämpfe. Es kommen ein Zehn- und ein Siebenkampf zum Austrag. ttzrenzball-Wettspiele der Schulen. Am Donnerstag wurden auf dem Sportplatz Staufenberg die Grenzballwettspiele der Schulen Ruttershausen, Staufenberg und Mainzlar ausgetragen. Bei den Knaben war Mainzlar Sieger. Für die Mädchen steht die Entscheidung noch aus. Die Einzel-Resultate waren folgende: Mädchen: Ruttershausen — Staufenberg 10:0; Mainzlar — Staufenberg 11:0; Ruttershausen — Mainzlar 6:5. Knaben: Staufenberg — Ruttershausen 6:3; Ruttershausen — Mainzlar 1:14; Staufenberg — Mainzlar 4:10. Erste Punktekämpfe der Bezirksstaffel Gießen. Wie in allen anderen Kreisen des Gaues Hessen beginnen auch im Sportkreis Gießen am morgigen Sonntag die Kämpfe in der Bezirksstaffel. Zwar sind es nur drei Spiele, mit denen der Anfang gemacht wird, aber die Zusammensetzung derselben läßt sofort das größte Interesse erwecken, da die Kämpfe teilweise lokalen Charakter tragen. Naunheim — Wehlar Frohnhausen — Sinn Blssenberg — Burg. Die Begegnung Naunheim — Wetzlar nimmt die größte Aufmerksamkeit für sich in Anspruch. Und dies besonders, weil der Ausgang vollkommen offen ist. Läßt doch der Verlauf der letzten ausgetragenen Gesellschaftsspiele einen Rückschluß auf irgendeinen Vorzug des einen oder anderen nicht zu. Die Dränier erwarten den BC. Sinn, gegen den sie im vergangenen Jahre nur knapp 3:2 unterlagen. Diesmal soll der Spieß umgedreht werden. Eine Möglichkeit, mit der man auch in Sinn rechnet, da über die Leistung der eigenen Elf, in der verschiedene Hosten neu besetzt wurden, noch Unklarheit herrscht. Bissenberg beginnt auch diesmal gegen Burg. 4:2 war das Resultat der verflossenen Serie. Der Platzvorteil kann ebenso wie im Vorjqhr dafür ausschlaggebend sein, daß der Gastgeber seine ersten Punkte erringt. Klein-Linden II — Großen-Buseck II. Erstmalig im neuen Spieljahr tritt in Klein-Linden eine II. Mannschaft auf den Plan. Sie ist teilweise aus aufgerückten Jugendlichen und teils aus erfahreneren aktiven Spielern zusammengestellt und wird den Gästen auc Großen-Buseck mindestens einen gleichwertigen Gegner abgeben. Klein-Linden wird aber mit allem Ernst bei der Sache sein müssen, wenn ein Sieg errungen werden soll. Grohen-Linden I — SB. 1920 Lollar I. Morgen empfängt die erste Mannschaft von Gro- ßen-Linden die gleiche des VS. Lollar zum fälligen Rückspiel. Im Vorspiel mußte sich die Platzelf nach einer heroischen Abwehrleistung mit 3:0 geschlagen bekennen, Lollar ist gegenwärtig wieder in der Form wie vor zwei Jahren als gefürchteter Be- zirksklassenverein. Die Platzbesitzer müssen schon ein gutes Spiel zeigen, wenn sie in Ehren bestehen wollen. Lollar dürfte als Sieger anzusehen sein. Vorher spielen die Jugendmannjchaften beider Vereine. Da die Spielstärke der Gäste wenig bekannt ist und die neue Jugend von Großen-Linden sich noch nicht zu einer geschlossenen Leistung auf« raffen konnte, ist der Ausgang des Spiels offen. SB. Ober-Blöden I — Spog. 26 Leihgestern I. Die Spvg. Leihgestern trägt am Sonntag ein fälliges Rückspiel gegen SV. Ober-Morlen auf dessen Platz aus. Die Leihgesterner, die zu diesem Spiel mit Ersatz antreten, müssen sich sehr anstrengen, wenn sie ehrenvoll bestehen wollen, denn die Ober» Mörler haben in der vorigen Saison einen recht beachtlichen Platz in der Bezirksklasse Gruppe Friedberg erobert. Die Spieloereinigung fährt sehr wahrscheinlich mit Dutenhöfer (Krämer); Velten, K. Laux; Wedemann, Väth; Funk; Martini, Schäfer, Arnold, G. Laux, Sommer. Kegeln in Großen-Linden. Der von den Gastwirten Faber und Schaum gestiftete Wanderpreis wurde in diesem Jahre zum zweiten Male ausgekegelt. Sieger war wie im ver. gangenen Jahre der Kegelklub „Alle Neun", Gro» ßen-Linden Es wurden von jeder Mannschaft 1000 Kugeln geworfen „Alle Neun" brachte es auf 6160 Holz gegenüber „Gut Holz", welche es nur auf 5892 Holz bringen konnten Der beste Einzelkegler war Heinrich Weinandt vom Kegelklub „Alle Neun . Kurze (^portnotizen Dis ,To ur d e France" 1 938 bat nun doch noch ein Nachspiel gehabt. Der Franzose Speicher und der Hannoveraner Heide wurden wegen „Benzinfahrens" auf ein Jahr gesperrt. Allerdings wurde ihnen Bewährungsfrist bewilligt m dem Sinne, daß sie nach Ablauf von sechs Monaten ab 19. März wieder Rennen fahren können. ♦ Eine Spielruhe bis zum 1. November 1938 hat die Reichssportführung (Fachamt Tennis) für unsere Davispokalspieler Henkel, von Me - taxa und ©opfert angeordnet. , Steinhäger- Urquell jyfc? würzig mit d‘- mit dem bekannten S ch in k en bild !