ar. N Erstes Blatt 188. Zahrgang Dienstag, 17. md 1938 krfcheim tftgItd), außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monatr.vezugspreis: Mil 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illufttierle , 1.80 Zustellgebühr , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 225) Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Gietzev Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Metzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen DrnÄ und Verlag: vrühlsche UniverfilStsdruckerei 8. Lange in Gießen. 8christlettvng vnd Geschäftrftelle: Schulstratze 1 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bisü'/.UHr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Brette 7 Rps., für Textanzeigen von 70mm Breite 50 Rps.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25°/a mehr. LrmShigte Grundpreise: Stellen-, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenhettsanzei- gen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder», Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Hermann Göring eröffnet den Van des Tauemkrastwerks. Zell am See, 16. Mai. (DNB.) Generalfeldmarschall Göring hat am Montag im Kapruner Tal den ersten Spatenstich zu dem gewaltigsten Kraftwerk des Reiches, dem Tauernkraftwerk, vollzogen. Um 10.30 Uhr trifft der Sonderzug des Generalfeldmarschalls Göring unter Mufikklän- gen der Saalfeldener Reichsbahnkapelle im Bahnhof Zell am See ein. Nach kurzen Begrüßungsworten des Reichsftatthalters Seyß-Jnquart und des Gauleiters Ingenieur Winter st eiger fährt der Generalfeldmarfchall zum Bauplatz. Die Fahrt nach Kaprun bietet, einzigartige Ausblicke auf die majestätische Bergwelt der Hohen Tauern. Links und rechts des Eingangs ins Kapruner Tal stehen gewaltige Bergriefen Wache. Und im Tal grüßt die romantische Ruine Kaprun. Eine scharfe Kurye, die Wagenkolonne durchfährt das schmucke Dörfchen Kaprun, und da grüßen auch schon die Fahnen des Bauplatzes. Der Platz, an dem das künftige Betriebsgebäude des Tauernwerkes erstehen wird, befindet sich etwa 600 Meter westlich des herrlich gelegenen Ortes Kaprun am rechten Hang des weiten oberen Salzachtales. Eine bunte Menschenmenge harrt hier seit Stunden: Bauern, Holzknechte mit Fahnen in herrlichen Trachten, das ganze Volk des Pinzgaues. Die Zeller Trachtenmusik verkürzt den Harrenden das Warten. An der Berglehne ist eine Rednerkanzel gebaut. Unmittelbar auf diese zu läuft eine Fahnen- straße: die Spur der künftigen Druckrohrleitung. Sie wird in einer der Zentralen unten auf dem heutigen Bauplatz einmünden, die die gesamten Wasserkräfte des Kapruner Tales sammeln und sie dann weiter gleich den anderen Zentralen der großen Sammelschiene zuleiten wird. Um 11 Uhr naht die Kraftwagenkolonne des Generalfeldmar- fchalls. Unter brausenden Heilrufen entsteigt Göring dem Wagen. Staatssekretär a. D. Trendelen- bürg begrüßt ihn im Namen der reichseigenen Industrieunternehmung AG. und ihrer Tochtergesellschaft der Alpenwerke AG. Wien. Hierauf tritt Generalfeldmarfchall Göring unter dem Jubel der Menge ans Mikrophon. Göring spricht. ' „In meiner Wiener Rede habe ich", so erklärt tzr, „bereits von dem Bau des großen Wasserkraftwerkes in den Tauern gesprochen. Die Bedeutung des Wasserkraftwerkes für den wirtschaftlichen Auf» bau der Ostmark ist im Vierjahresplan bereits besonders unterstrichen. Die Sünden des Systems, das alles vernachlässigte, sind deshalb um so verwerflicher, weil das Land reich ist an wert- oollenSchätzen und esnurderTatkraft bedarf, um diese zu heben.' Bei den Schätzen des Landes handelt es sich in der Hauptsache um drei Dinge: die Bodenschätze, die in Erzen oller Art in den Bergen liegen, der Holzreichtum und die weiße Kohle durch die Wasserkräfte. Es sind seit langem zahlreiche Projekte aufgestellt worden zur Hebung dieses letzteren Schatzes. Alle Pläne scheiterten, weil die Regierung versagte. Sie hatte.angeblich kein Geld. Nun erweckt das große Reich auch die Ostmark wirtschaftlich mit seiner kraftvollen Energie und entflammt das ganze Volk, mit Hand anzulegen an dem Werke^ Em wichtiger Punkt hierbei ist, daß sich Technik und Schönheit harmonisch vereinen. Alles, was zweckmäßig ist, muß auch schon sein. Dieses Schöne werden wir in dem Werke zu gestalten wissen. Sprechen doch die mächtigen Limen eines Industriewerkes eine gewaltige Sprache, der Schönheit. So wird auch hier die starke Smsome der Arbeit brausen und jedermann sagen: Hier steht Deutstchland. Dieses Werk wird Wohlstand in eure Taler bringen, aber auch manche Unbequemlichkeiten. Das müht ihr in kauf nehmen und Gemütlich, keit auf einige Jahre zurückstellen. Jetzt heißt es, in die Fäuste spucken und arbei- k e n! Wer das große Elend der Ostmark ge- sehen hat, der begreift eines: Nur wer hart anpackt und schuftet, kann eines Tages eine bessere Zukunft erwarten, von nichts kommt nichts. Alle, die bisher arbeitslos waren, müssen sich danach sehnen, letzt ihre Kraft anspannen zu können. Arbeitslosigkeit »st Müßiggang, Müßiggang aber bedeutet Unter- gang. Wir wollen aber nicht untergehen, sondern aufwärtsstreben. Für jeden Mann und jede Frau gibt es nur eine Parole: A n d»e Arbeit! Wir wollen ein gewaltiges Volk, eine mächtige Nation fein. Wir sagen es allen, besonders deutlich aber jenen, die es nicht gern hören wollen: Deutschland über alles. Das Derk wird nicht geschaffen und vollendet durch Reden und Feste, sondern nur harte Arbeit allein führt zum Erfolg. Gewiß, wir feiern die Feste gern wie sie fallen, zuerst aber muß der Dreck weg- gefchafft werden. Dann erst ist die Plattform für die Lebensfreude gegeben. Ich werde dafür sorgen, daß diese hier von Gott so herrlich gestaltete Natur nicht verunstaltet roiro. Wenn oben in den Stauseen sich die Bergwasser der Gletscher vereinigen und sich in ihnen die mächtigen Gipfel widerspiegeln, dann wird die Gegend un- veraleichlich an Schönheit gewinnen. Ein anständiges würdiges Leben soll dest deutschen Menschen auch hier geschaffen werden. Arbeit und Freude sollt ihr erhalten. In diesem Sinne gebe ich jetzt den Befehl zum Beginn der Arbeit. Hier soll die Kraft zum Segen Deutschlands zum Durchbruch kommen. Bon oieser Stunde an soll die Arbeit nicht mehr ruhen, bis das Werk vollendet ist." Die Böller krachten, die Sirenen heulten, die Feldbahn fuhr vor. Der Generalfeldmarfchall griff nach dem Spaten und begann unter dem Jubel der Menge die Arbeit. Ein brausendes Sieg-Heil auf den Führer und die Lieder der Nation beendeten den Baubeginn des Tauernkraftwerks. In Zell am See wurde dem Generalfeldmarfchall vom Bürgermeister im Namen des Pinzgaues und seiner Hauptstadt eine prachtvolle Mineraliensammlung überreicht. Der erste Spatenstich sür vauten der Lnstiv'affe in Oesterreich X Nach den Festlichkeiten in Linz nahm Generalfeldmarschall Göring in den südlichen Vororten Wiens, in Schwechat und auf dem Kunigelberg die Spatenstiche für die neuen Baisten der Luftwaffe vor. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Oie Regierungsumbildung in England. EirKingsleyWoodübernirvmtanSlelleLordSwintonSdasLustfahrtministerium London, 16. Mai. (Europapreß.) Die in den letzten Tagen bereits angekündigte Umbildung der englischen Regierung ist nunmehr Tatsache geworden. Der Luftfahrtminister Lord Swinton und der Kolonialminister Lord S) arte d) (Ormsby-Gore) sind von ihren Aemtern zurückgetreten. Dadurch er» g-hen sich folgende Neubesetzungen: Luftfahrtminister: Sir Kingsley Wood (seither Gesundheitsminister); Kolonialminister: Malcolm Macdonald (seither Dominienminister); Dominienminister: Lord Stanley (seither Unterstaatssekretär im Indian Office); Staatssekretär für Schottland: Oberst Colville (seither Finanzsekretär im Schatzamt); Gesundheitsminister: E l l i o t (seither Staatssekretär für Schottland); Finanzsekretär im Schatzamt: Kapitän Wallace (bisher parlamentarischer Unterstaatssekretär im Handelsministerium); Parlamentarischer Staatssekretär für Indien: Oberst M u i r h e a d (seither parlamentarischer Unterstaatssekretär im Luftfahrtministerium); Parlamentarischer Unterstaatssekretär im Luftfahrtministerium: Kapitän 'Balfour; Parlamentarischer Sekretär im Handelsministerium: Croß. Aus Anlaß des Wechsels im Luftfahrtministerium sind zwischen Ministerpräsident Chamberlain und Luftfahrtminister Lord Swinton Briefe ausgetauscht worden. In dem Schreiben Lord Swintons wird ausgeführt, wie schwierig die Verwaltung eines mit einem großen Haushalt versehenen Ministeriums ist, wenn sich der Leiter desselben, da er dem Lordstand angehört, nicht im Unterhaus persönlich gegen die Angriffe der Opposition wehren kann. Lord Swinton schreibt: „Ich bin zufrieden, diesen Posten zu verlassen, zumal die gegen mich gerichtete Kritik in keinem Verhältnis zu der von mir geleisteten Arbeit steht, cs wird einmal die Zeit kommen, wo es möglich sein wird, die von mir durchgeführten Arbeiten zu beurteilen. Was aber heute nottut, ist die DurchführungdesAuf- rüftungsprogramms und die Herstellung des öffentlichen Vertrauens." Auch der Rücktritt des Kolonialministers erfolgte aus dem gleichen Grunde, da Ormsby-Gore mit dem Tode feines Vaters Lord Harlech dessen Sitz im Oberhaus geerbt hat und daher nicht mehr im Unterhaus sprechen darf. Bekanntlich war dies auch ein Gegenstand der Kritik der Opposition bei der Ernennung von Viscount Halifax zum Staatssekretär des Auswärtigen. Die Morgenpresse hatte angenommen, auch Lord Halifax werde durch einen Minister ersetzt, der dem Unterhaus angehöre. Aber dem-Einfluß des Ministerpräsidenten ist es zu verdanken gewesen, so schreibt die regierungsfreundliche Presse, daß Lord Halifax noch — wenigstens bis zum Abschluß des Königsbesuches in Paris — die Leitung des Außenministeriums beibehalten werde. _ Der Rücktritt Lord Swintons vom Luftfahrtministerium wird von der Presse begrüßt, man nimmt an, daß der neue Leiter dieses Ministeriums, Sir Kingsley Wood, der sich bisher als Gesundheitsminister betätigte, große Verdienste erworben hat, einen noch intensiveren^luf- rüstungskurs verkünden wird. „Daily Telegraph" sagt, das Bild, das sich jetzt zeige, habe eine Stärkung des Kabinetts zur Folge gehabt. Das Blatt hält die Errichtung eines Beschaffungsministeriums zu der Aufrüstung für unbedingt notwendig. „Daily Mail" schließt mit der Aufforde- * Sir Kingsley Wood, her neue britische Luftfahrtminister. — (Scherl-Bilderdienst.) rung an die Regierung, nichts unversucht zu lassen, um die Arbeitgeber und Arbeitnehmer der Rüstungsbetriebe voll und ganz in den Dienst des Landes einzuspannen. Die „Time s" widmet dem neuen Luftfahrtminister besondere Aufmerksamkeit, sie spricht die Hoffnung aus, daß sich die Anzahl der Kampfmaschinen ebenso vermehren möge, wie sich die Zahl der Fernsprechteilnehmer vermehrt hätte, als Sir Kingsley Wood noch das Postministerium leitete. — Auch bei den anderen Veränderungen, so schreibt das Blatt, sei Ministerpräsident Chamberlain davon ausgegangen, den richtigen Mann an den richtigen Ort zu stellen, was 'hm voll und ganz gelungen sei. So sei Malcolm Mac- Donald, 5er als Dominionminister gerade während der englisch-irischen Verhandlungen besonderes Geschick gezeigt hätte, sicher der geeignete Mann für das Kolonialministerium, zumal ihm Augaben, wie die Lösung der Palästinafrage, zufielen, die eine große Geduld erforderten. Oie Schantungschlacht. Von unserem nn.-Äerichterstatier. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Schanghai, Mai 1938. Lini, Lincheng, Tsaochwang, Taierchrang — das alles sind Namen, für den Ostasiaten sogar Begriffe, die jedoch dem Europäer nur bei' ausreichender sinologischer Vorbildung geläufig werden können. Es sind Orte in der chinesischen Küstenprovinz Sch a n t u n g , Brennpunkte in einer einzigen großen Schlacht, die seit Wochen geschlagen wird, die immer wieder in einem Stellungskrieg zu verlaufen droht, um dann erneut von der japanischen oder chinesischen Seite mit Einsatz frischer Truppen wieder ausgenommen zu werden. Diese Schantungschlacht kann durch solchen Einsatz zum Brennpunkt des fernöstlichen Krieges werden, kann eine Entscheidung des Krieges beschleunigen, auch herbeiführen. Darin jedenfalls liegt ihre weitfasfsnde Bedeutung. Für viele, wenn nicht für die meisten, ist dieses Kämpfen, ist im besonderen der erhärtete chinesische Widerstand eine Ueberraschung gewesen. Daß die Chinesen sich zu schlagen verstehen, haben sie bei Schanghai drei Monate lang bewiesen, haben die Japaner, die es am besten beurteilen können, zu wiederholten Malen anerkannt. Doch dann kam der schnelle Rückzug von Schanghai auf Nanking, kam der Fall von Nanking. Gewiß, militärisch-strategisch ließ sich dieser Rückmarsch erklären: die Chinesen mußten einer Umklammerung durch die Japaner vom Westen des Taihu Sees her zu entgehen suchen. Sie mußten versuchen, nördlich des Sees den japanischen Vormarsch wieder aufzuhalten. Doch da lag bereits Nanking, und der verbleibende Verteidigungsgürtel um die chinesische Hauptstadt war nun zu schmal geworden, als daß sie sich nun noch in einer langen Verteidigung zu behaupten vermochte. Wie gesagt: strategisch ist das zu.erklären, doch die psychologische Wirkung auf die Truppen, nachdem sich die besten Divisionen bereits bei Schanghai verblutet hatten, und da es sich jetzt ert - so bereit sei, hlen, und ich in der fern Zweck or einiger fgefordert, mit einer Schädigung 'lonnr. °chen, Note evoln. stellte, ousge, wegen onge, gnuno. er be, ibar nicht , weil sie nb onder« je Regie- i den Ge« Millionen den Pe- asten ver« igemessene fahre ver« nt Corde« -s Wertes besonderen üssen, und nationalen Millionen Summen ch ,obe kann rtr «y- nmärtiflc» len ®o«“f Ä Isen Merj. >°durch le- Die reund. 'faßte, geluna . Ende Sita, reis ge« 1 Erlös iie Ver. >nt, daß ounschte Zwei» uptsäch» schen 5 vH. l'ngton ieuyork r Preis mg der Zu sein, i Regie, bar vor, im" zu sich angehen V-ttel T mach-" listen alle |U ver- ! Boykott 'ein rne^ igen ®.c? rikanllyen - ansehen ,erftto6% d-r "”Ä ff* $5» 5 n« Ql«. u sindk^ V ihnen lnt^/die be- SS .,r «Sbl V156-30$ vielen Uebersetzungen in zwölf verschiedenen ein Mussolini in Ligurien. des In Genua hielt der D u c e auf dem Siegesplatz eine große Rede vor 350 000 Menschen. Als Rednerpodium diente ein symbolischer Schiffsbug, zu dem ein felsiger Hügelrücken, der ein unangenehmes Verkehrshindernis bildete. Jener gewaltige Platz ist heute der Anfang der großen L a st k.r a f t w a g e n- traße von Genua nach der Po-Ebene. Mussolini fuhr bann zum ersten Male auf dieser in riesigen Kehren die Höhe der Apenninen erklimmenden Straße bis nach B u s a l l a , um auch dort das neue Fascio-Haus einzuweihen. Weiter ging die Fahrt in die Berge nach Savignona, wo er eine mit allen modernen Mitteln eingerichtete Anlage zur Erholung von Kindern besichtigte. „Sondern auch der Weisheit Lehren Muß man mit Vergnügen hören." Sranfreid) bestellt 100 amerikanische Jagdflugzeuge. Paris, 16. Mai. (Europapreß.) Der französische Luftfcchrtminister hat 100 amerikanische Jagdflugzeuge des Typs Curtis P 36 bestellt: es handelt sich um den modernsten amerikanischen Iagdflug- zeugtyp. Mit der Lieferung wird im Oktober begon- weiterer Industrieanlagen und von Werken des Fa- : chisrnus im Westen Genuas. Nachdem Mussolini | den Stahlwerken von Cornigliano uhb । der Ansaldo-Werft einen Besuch abgestattet i hatte, weihte er ein neues Haus der Faschistischen - Partei in P ra ein und wohnte in Sampier- । darena einer Parade der Schwarzhemdenmiliz bei. f Der Platz, auf die faschistischen Kämpferscharen auf- \ marschiert waren, war noch vor wenigen Jahren -\ Rach der ungarischen Regierungsumbildung. Die Uebernahme des ungarischen Ministerpräsidiums durch den bisherigen Wirtschaftsminister Dr. Jmredy und der Abgang des bisherigen Ministerpräsidenten D ar a n y i geht auf innerpolitische Motive zurück. Im Laufe des Jahres hat sich in Ungarn eine starke rechtsradikale Bewegung entwickelt, die auf der einen Seite eine entschlossene Bodenreform fordert und auf der anderen Seite das Uebergewicht der Juden im ungarischen Wirtschaftsleben energisch bekämpft. Die Regierung Daranyi hat diesen Strömungen den Wind aus den Segeln zu nehmen versucht, indem sie das Judengesetz einbrachte, das soeben vom un- garischen Abgeordnetenhause angenommen worden ist. Trotzdem blieben starke Gegensätzlichkeiten sowohl auf agrarsozialem Gebiete wie in der Frage der Judengesetzgebung zurück. Sie waren immerhin so erheblich, daß Daranyi zurückgetreten ist, obwohl er, der eher bedächtige Nachfolger des temperamentvollen Gömbös, in den rund zwei Jahren feiner Regierungszeit erhebliche Erfolge erzielt hat. Unter ihm wurden die Machtbefugnisse des Reichsverwesers erweitert, die Stellung des Oberhauses gestärkt, die geheime Wahl auch in den Landbezirken gesetzlich eingeführt, der Fünfjahres- plan, der sowohl den wirtschaftlichen wie den militärischen Interessen Ungarns dient, verkündet und schließlich das Judengesetz eingeführt. Außen. Minister in der neuen Regierung Jmredy bleibt nach wie vor Koloman vo n K a n y a , der früher ungarischer Gesandter in Berlin gewesen ist, wo er sich eine angesehene Stellung geschaffen hatte. Dr. Ho. Säuberung unter den Moskauer Militärfliegern. Moskau, 16. Mai. (Europapreß.) Auf Grund eines Todesurteils durch das Moskauer Kriegstribunal sind der Flieger Rogow, der FluP- Platzkommandeur Baboschin und der Mitarbeiter in der politischen Abteilung des Kriegskommissariats, Ladin, erschossen worden. Sie waren"beschuldigt worden, einen angeblichen Anschlag gegen den Stellvertreter Woroschilows, den politischen Kommissar Mechlis, verübt zu Hyden. Rogow besaß im Kriegskommissariat unbegrenztes Vertrauen. Massenhaussuchungen wurden unter den Offizieren der Moskauer Garnison veranstaltet: zahlreiche Verhaftungen fanden namentlich unter den Fliegern der Hauptstadt statt. Oie Sowjets räumen Grenzzonen. Moskau, 16. Mai. (Europapreß.) Im Bezirk Oranienbaum am Finnischen Meerbusen bei Leningrad wurden 12 000 Bauernfamilien nach Sibirien umgesiedelt, da ihr Boden zur Errichtung von Befestigungsanlagen benötigt wird. 43 000 Chinesen und Koreaner wurden aus der Grenzzone des Fernen Ostens nach Ostsibirien und dem Altaigebiet umgesiedelt, da ihr Boden ebenfalls zu Befestigungszwecken gebraucht -wird. Außerdem sind 26 000 Zwangsarbeitssträflinge zur beschleunigten Fertigstellung von Befestigungsanlagen nach den Grenzgebieten entsandt worden. worden waren, nur noch 22 zur Verfügung. Von den 7500 schulpflichtigen deutschen Kindern können nur noch 1400 deutsche Schulen besuchen, da es in ganz Wolhynien nicht eine einzige staatliche-Sch ule mit deutschem Unterricht gibt> Der Duce in Genua. Sprachen sind Max und Moritz um die Welt gewandert — sondern auch in zahlreichen Urschriften, darunter als kostbarste „Max und Moritz", „Die fromme Helene" und „Der heilige Antonius von Padua". Neben den Blättern, *auf denen die losen Streiche der beiden Buben „abgemalt und ausgeschrieben", nehmen die Kinderbriefe einen breiten Raum ein, die der Spender so vieler fröhlicher Stunden zu seinem 75. Geburtstage aus Deutschland, aus England, Italien und Spanien erhielt. „Ich heiße auch Wilhelm Busch und bin auch am 15. April geboren ...", schreibt so ein kleiner Kerl, und man merkt ihm ordentlich den Stolz auf diese Namens- und Geburtstagsverwandtschaft an. „Hoffentlich kommst Du auch mal in den Himmel, damit Du die Sache dort ein bißchen inter- VIM PUTZT ALLES Genua, 16. Mai. (DNB.) Der letzte Tag Genueser Besuches Mussolinis galt der Besichtigung flhelm Busch - bekannt und unbekannt Besuch in seinem Museum zu Hannover. Von Hans Schirmer. breiter Siegesweg führte, in dem 16 Statuen die Etappen seines Erfolges verkörperten. (Scherl-Bilderdienst-M.) Eine Ehrung Theodor von der Vfordtens. Berlin, 14. Mai.- (DNB.) Der Gau Berlin des Nationalsozialistischen Rechtswahr erbundes veranstaltete vor dem Kammergericht eine Gedächtnisfeier für den am 9. November 1923 vor der Feldherrnhalle gefallenen Parteigenossen Oberlandesgerichtsrat von der P f o r d t e n anläßlich seines 65. Geburtstages. Gauführer Dr. Staege gab ein Bild von der Persönlichkeit Theodor von der PfordtLns. Nach einer Totenehrung sprach Reichsminister Dr. Frank. In Theodor von der Pfordten sei dcktz Vorbild des nationalsozialistischen Rechtskämpfers für alle Zeiten zu sehen. Er habe die Lehre der Rasse und essant machst", schreibt ein anderer, in dessen Vorstellung es im Jenseits anscheinend nicht so lustig zugeht wie in Buschs Geschichten. Damit auch der Ernst nicht fehle, sind hier die Akten des 1870/71 in Baden durchgeführten Prozesses um den „Heiligen Antonius" ausgestellt. Angeklagt — und freigesprochen — ward damals nur der Verleger; Busch selber wäre sicher nicht so glimpflich davongekommen, — wenn es gelungen märe, ihn, den „Ausländer", vor ein badisches Gericht zu bringen. Interessanter noch als dieses Dokument ist aber das Protokoll des österreichischen Abgeordnetenhauses aus dem Jahre 1902 mit einer Anfrage der Alldeutschen Vereinigung. Sie forderte damals anläßlich des 70. Geburtstages von Wilhelm Busch die Freigabe des „Heiligen Antonius", der seinerzeit in Oesterreich (außerdem nur noch in Rußland) verboten war. Damit das Ministerium sich auch ein Bild davon machen konnte, was es zum Ehrentage des gefeierten deutschen Humoristen freigeben sollte, ward dieser Anfrage der gesamte Wortlaut des Textes beigefügt. Solch ein unterhaltsames Protokoll werden Abgeordnete wohl selten in ihren Akten gefunden haben! Am 16. April 1902, also einen Tag nach seinem 70. Geburtstage, konnte Wilhelm Busch die Freigabe mitgeteilt werden. Vermitteln diese Räume einen Eindruck vom Wesen Wilhelm Buschs, der mit philosophischer Gelassenheit die Menschen über ihre großen und Heinen Dummheiten lachen machte, so findet man in den oberen Sälen des Museums Werke, die einen ganz anderen, kaum gekannten Wilhelm Busch zeigen. Nämlich den Maler, der mit Farbe und Pinsel ebenso umzugehen verstand wie mit Bleistift und Feder. Vor allem sind es die Landschaften, die hier den Besucher besonders fesseln. Seine Heimat, das niederdeutsche Flachland, hat er in ihnen festgehalten. Großzügig und schwungvoll, dabei doch die sichere Hand des Zeichners erkennen lassend, hat er die Landschaften gestaltet, die meist auch eine schöne Lichtwirkung aufweisen. Das gleiche Können verraten auch seine Bildnisse, hauptsächlich in den Studien und Skizzen, unter denen manch eindrucksvoller Kops zu finden ist. Damit das Bild sich runde, fehlen in dem Museum auch die persönlichen Andenken nicht. Neben vielen Briefen und zahlreichen Dokumenten aus dem Münchner Künstlerkreis, dem Busch angehörte, und anderen mehr oder minder bedeutsamen Sachen hat man auch die kleinen Dinge des Alltags, seine Bleistifte und sein Arbeitsgerät, seine noch gefüllte Zigarrentasche und anderes mehr liebevoll gesammelt. So spiegelt sich in diesem Museum bas ganze Wesen eines Mannes wiber, den bie Welt nur als Humoristen kannte, unö der auch ein großer Künstler war. Millionenanleihe gegen die Gewährung einer Konzession auf sämtliche Erz- und Erdöl-Vorkommen in Abessinien anbot. Es ist nie eindeutige festgestellt worden, in wessen Auftrag er damals arbeitete, obgleich man vermutete, daß es die Standard Oil wäre. In Mexiko vertritt er nach seiner eigenen Aussage die Interessen des bekannten englischen Bankiers, Schiffahrts- und Oelmagnaten Lord I n - verforth. Aber es besteht genügend Grund zu der Vermutung, daß auch dies nicht ganz stimmt, um so mehr als er zusammen mit einem Neuyorker Finanzmann Smith aufgetreten ist. Rickett hat der mexikanischen Regierung angeboten, den gesamten, für die Ausfuhr zur Verfügung stehenden Produktionsuberschuß von jährlich 25 Millionen Faß Erdöl zu kaufen und sich bereit erklärt, einen Vorschuß von fünf Millionen Dollar zu geben. Die Verhandlungen scheinen bereits zu einem Abschluß über 15 Millionen Faß geführt zu haben. Ricketts angeblicher Auftraggeber, Lord Inver- forth, hat bereits in den zwanziger Jahren einmal eine bedeutende Rolle in der internationalen Mineralölwirtschaft gespielt. Als Hauptaktionär und Begründer des nach ihm benannten Jnverforth- Konzerns, bestehend aus der „British Union Oil Co.", der „British Mexican Petroleum Co.", der „Lago Petroleum Corp." (Venezuela) und der „Aawi Petroleum Corp. Ltd.", London, verband er sich im Jahre 1924 mit der „Standard Oil Co. of Indiana", um gemeinsam mit dieser den gesamten mexikanischen Besitz des amerikanischen Oelmagnaten Dohen zu übernehmen. Als schließlich die „Standart Oel Co. of Indiana" ihren mexikanischen ustd venezolanischen Besitz an die größere „Standard Oil Co. of New Jersey" verkaufte, wurde der Jnverforth-Konzern von dem Standard- Trust rücksichtslos aufgesogen. Jnverforth, der nunmehr durch die von ihm eingebrachten Gesellschaften eine im Vergleich zu dem gewaltigen Kapital der Standard-Gruppe verhältnismäßig nur bescheidene Minorität in dem Standard-Trust besaß, war geprellt und als Konkurrent ausgeschaltet. Es liegt deshalb die Vermutung nahe, daß Lord Jnverforth die Gelegenheit zu benutzen trachtet, die alte Scharte auszuwetzen, die Amerikaner aus Mexiko zu verdrängen und das gesamte mexikanische Oel für England zu sichern. Im Gegensatz zu Rickett scheint W. R. Davis ganz auf eigene Faust zu handeln. Er ist an den englischen Holding- und Vertriebsgesellschaften „Parent Petroleum Interests Ltd.“ und „Crusader Petroleum Industries Ltd.“ offenbar maßgeblich beteiligt und kontrolliert außer einer Anzahl kleinerer Produktionsunternehmen in USA. und Mexiko die schwedische Vertriebsgesellschaft „Skanditank", Malmö, und die „Europäische Tanklager u. Transport AG.", Berlin, die eine eigene, moderne Raffinerie in Hamburg besitzt. Nach seinen eigenen Aussagen .hat Davis bereits mehr als 1 Million Faß Oel gekauft, das er nach Deutschland gegen Röhren und Maschinen zu verkaufen beabsichtigt. Nach anderen Nachrichten aus Mexiko verfügt Davis über 17 Tankschiffe und hat bereits mit den ersten Verschiffungen begonnen. Zwischen Davis und Rickett oder seinen Hintermännern dürfte voraussichtlich die Entscheidung im Kampf um das mexikanische Oel liegen. . , Ein dritter Abnehmer für das mexikanische Oel ■ ist die „ Centralamer ", jene englische Finanz- ' gruppe, die der mexikanischen Regierung im November 1937 einen Kredit von 10 Millionen Dollar gewährte, der zum Ausbau der nationalen Erdölindustrie dienen und durch Dellieferungen abgedeckt werden sollte. Diese Gesellschaft verfügt jedoch weder über Tankschiffe noch über eine eigene Vertriebs- Smfafton. Ob es der mexikanischen Regierung gen wird, die Erdöl-Produktion ohne die Hilfe den Kapitals und ausländischer Arbeitskräfte auf der bisherigen Höhe zu halten, ober ob sie nicht schließlich doch gezwungen sein wird, fremde Hilfe in Anspruch zu nehmen, läßt sich noch nicht Voraussagen. Auf alle Fälle dürfte die weitere Entwicklung des mexikanischen Oelkonfliktes noch manche interessante Ueberraschung bringen. Ein Oelabkommen zwischen Japan und Mexiko? London, 16. Mai. (Europapreß.) Nach Meldungen aus Washington soll zwischen Japan und Mexiko ein Abkommen zum Ankauf von Oel zwischen dem japanischen Gesandten und Präsident Car- benas in Mexiko unterzeichnet worden sein. Die Lieferungen sollen sofort beginnen und aus den Beständen der von Mexiko beschlagnahmten . Der diesen Vers geschrieben hat, war nicht nur lelbjt em Weiser, sondern hatte auch die Gabe, seine Weisheiten so zu sagen, daß es ein Vergnügen ist, |ie zu hören. Man braucht nicht lange zu raten, wer es ist __ bei einem deutschen Zitat kommen im Zweifelsfalle meist nur zwei Dichter in Frage. Unb da der Vers nicht von Schiller ist, so kann er nur von Wilhelm Busch sein, dem niederdeutschen Maler-Dichter, der mehr war als ein Humorist; ihm war es gegeben, in den kleinen Dingen des Alltags das Allgemeingültige zu sehen und dies in denkbar knappster Form äußerst unterhaltsam mitzuteilen. Hannover, die Hauptstadt seiner engeren Heimat Niedersachsen, hat ihm vor einiger Zeit im „W i l - heim - Busch - Museum" ein Denkmal gesetzt. Etwas abseits der Georgstraße, der prächtigen Hauptstraße Hannovers, hat es fein Heim, unweit des monumentalen Opernhauses in. einem schönen alten Patrizierhaus, das einst die Wohnung des Stadtdirektors war, wie früher in Hannover der Oberbürgermeister hieß. Die 1930 gegründete Wilhelm • Busch - Gesellschaft betreut dieses Museum und stellt hier die Schätze ihres Archivs zur Schau. Schon wenn man vor dem schönen Hause am Rustplatz steht, kündet ein kunstvolles schmiedeeisernes Aushängeschild von den Herrlichkeiten, die einen hier erwarten: Es zeigt alte, liebe Bekannte aus der Kindheit, „Max undMori tz", wie sie mit der Angel bewaffnet auf dem Dache stehen und durch den Schornstein Ausschau nach Witwe Boltes lieblich in der Pfanne schmurgelnden Hühnern halten, die sie zuvor so heimtückisch ins Jenseits befördert haben. Das ganze Untergeschoß des Museums füöen die lustigen Bildergeschichten Wilhelm Buschs Man findet sie nicht nur in seltenen Erstausgaben und englischen und amerikanischen Oel- gesellschaften erfolgen. Wie der „Star" meldet, ist diese Nachricht sowohl in Washington als auch in London mit großer Unruhe ausgenommen worden, zumal sich die englische Regierung durch die Abberufung ihres Gesandten in Mexiko nicht in der Lage sieht, nähere Erkundigungen aus Mexiko zu diesem Schritt einzuziehen. polnische Machenschaften gegen eine deutsche Kundgebung in Kattowitz. K a t t o w i tz , 16. Mai. (DNB.) Die Jung- deutsche Partei für Polen hatte das Deutschtum 'Ostoberschlesiens eingeladen, mit ihr in einer öffentlichen Kundgebung den „Tag der deuffchen Arbeit" zu feiern. Als Schauplatz dieser Kundgebung, auf der Senator Wiesner sprechen sollte, war dös große S p o r t st a d i o n des 1. FC. Kattowitz ausersehen. Nach Genehmigung der Polizeibehörde wurden alle Vorbereitungen getroffen. Die Verwaltung der Interefsengemeinschast (frühere Kattowitzer Aktiengesellschaft und Vereinigte Königs- und Laurahütte), die sich jetzt im polnischen Staatsbesitz befindet, drohte dem 1. FC. Kattowitz, der bas Grundstück des Sportplatzes bis 1952 gepachtet hat, die sofortige Wegnahme des Platzes an, falls der Klub das Stadion 3u „nichtsportlichen" Veranstaltungen abgeben sollte. Um den unter Opfern der deuffchen Volksgruppe errichteten Platz nicht zu gefährden, hat sich das Deutschtum gezwungen gesehen, dem Druck nachzu- geben. Wieder vier deutsche privatschulen in Wolhynien geschlossen. Warschau, 14. Mai. (DNB.) Wie der „Deutsche Pressedienst aus Polen" meldet, ist die Schließung von weiteren vier deutschen Schulen in Wolhynien verfügt worden. Damit werden allein in Luck, der Hauptstadt Wolhyniens, rund 250 deutsche Kinder und in Dombrowa 120 deutsche Kinder zu Beainn des neuen Schuljahres ohne deutschen Schulunterricht bleiben. Für die 60 000 Deuffchen in Wolhynien stehen jetzt also von den 29 deutschen Privatschulen, die im Jahre 1932 nach der oorausgegüngenen, Schließung sämtlicher bestehenden 80 deutschen Schulen neu genehmigt Kraft der Arbeit. Nicht weit vom herrlich gelegenen Zell am See hat Hermann Göring den ersten Spatenstich zum größten Wasserkraftwerk des Reiches getan, durch das die Naturkräfte der Hohen Tauern unserer großdeutschen Volkswirtschaft nutzbar gemacht werden. Damit wird ein Werk ins Leben gerufen, bas nur von der Kraft eines großen Reiches übernommen werben kann. Der Generalfeldmarschall hat dabei Gelegenheit genommen, wie vorher schon in Wien, mit aller Offenheit au betonen, daß dem deutschen Volke nichts geschenkt wird. Auch die Kraft der Hohen Tauern kann nur durch die hingehende Arbeit aller Beteiligten gewonnen werden. Welches Elend die Arbeitslosigkeit bringt, hat Deutschland vor sechs Jahren erlebt, wie tief der Lebensstandard eines Volkes sinken muß, hat Oesterreich unter dem System Schuschnigg erfahren. Der österreichische Arbeiter soll genau so gut wohnen unb soviel oerbienen wie jeder andere im Reiche. Dazu ist aber notwendig, daß der Schlendrian der Systemzeit überwunden wird unb jebe Hanb entschlossen zu ihrem Werkzeug greift. Ein Volk wie das deutsche, das sich auf magerem Boden gut kleiden soll und gut ernähren muß, nimmt die Pflicht auf sich, mehr zu arbeiten als andere Völker. Die Frucht dieses Einsatzes einer ganzen Genera- tion wird späteren Geschlechtern zugutekommen. Diese Worte und Gedanken Görings können in Deutschland ausgesprochen werden, weil hier jeder Werktätige verstanden hat, daß in der Einigkeit des Volkes und in der Arbeit seiner Hände die Zukunft liegt. Hermann Göring würde sicherlich nicht dieses herzliche Vertrauen genießen, das chm die Oesterreicher entgegenbringen, wenn er als Prophet paradiesischer Zustände in die Ostmark eingezogen wäre, statt schlicht und einfach zu sagen: Arbeitslosigkeit ist Müßiggang, Gemütlichkeit ist Faulheit! Denn es gibt für keinen Menschen unb insbefonbere nicht für den viel berufenen öfter» reichischen Menschen eine größere Ehre als die, daß man an seinen Leistungswillen und an seine Leistungsfähigkeit glaubt. So hat denn der General- feldmarschall auch in Zell am See wiederum kein Blatt vor den Mund genommen, sondern den Volks- genossen aus der Ostmark zu verstehen gegeben, daß sie ihre Heimat vor allem aus eigener Kraft wieder zur wirtschaftlichen Blüte bringen müßten und daß es noch viel Schweiß und manche Unbequemlichkeit kosten werde, bis bas Ziel eines allgemeinen unb gesicherten Wohlstanbes erreicht sei. Wenn bann Hermann Göring gleichzeitig noch bie manchenorts vielleicht auftauchenbe Befürchtung zerstreute, baß bie Sckönheit des Salzdur - ger Berglanbes durch ben Einbruch der Technik oergeroaüigt werden könne, so werden zahllose Bergfreunbe unb befonbers bie einheimische Bevölkerung diese Erklärung mit großer Freude begrüßen. So wie das neue Deutschland die Arbeit mit der Freude verbunden hat, so überbrückt es auch den Gegensatz zwischen Natur und Technik. Die Reichsautobahnen sind das hervorragendste Beispiel dafür, die Tauern-Kraftwerke werben ein weiteres Zeugnis nicht nur ber deutschen Schaffenskraft, sondern auch dieser Harmonie zwischen technischem Fortschritt unb natürlicher Schönheit sein. D. S. nen werben. Im Frühjahr 1939 sollen bie letzten Flugzeyge abgeliefert fein. Die Flugzeuge sollen zunächst zur Sammlung praktischer Erfahrungen verwendet werden. Einweihung der Heeresunteroffizier- schule in Voisdam-Eiche. Potsdam, 14. Mai. (DNB.) Bei herrlichem Sonnenschein wurde in Potsdam-Eiche die Heeres- unteroffizierfchule eingeweiht. Der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst von Brauchitfch, hielt eine Ansprache. Der Unteroffizier, so sagte er, müsse den Mannschaften stets ein Vorbild sein. Er müsse bedenken, daß ihm das b e st e Gut 3 u r Ausbildung anoertraut sei. Der deutsche Soldat sei von jeher als der beste Soldat der Welt bezeichnet worden. Die Unteroffizierschüler hätten dafür zu sorgen, daß dies so bleibe. Jeder müsse nicht nur das Waffenhandwerk gründlich beherrschen, sondern auch den unbedingten Willen zum Siege in sich tragen. — Mit der Einweihung war eine Wiedersehensfeier ber ehemaligen Unteroffizierfchüler unb -Vorschüler verknüpft. Oie Musikinspizienten der Wehrmacht. Berlin, 16. Mai. (DNB.) Durch Verordnung des Führers unb Obersten Befehlshabers der Wehrmacht ist eine Aenderuna in der Stellung ber Musikinspizienten unb Musikmeister ber Wehrmacht getroffen worben. Hiernach bilden die Musikinspi- Äienteh und Musikmeister eine Ranggruppe für s i ch zwischen Offizieren und Unteroffizieren. Im Dienstgrad und Dienstrang entsprechen künftig: Der Obermu.sikinfpizient dem Oberstleut, nant (Fregattenkapitän), der M u s i k i n s p i z i e n t dem Maior (Korvettenkapitän), der Stabsmusikmeister dem Hauptmann (Kapitänleut- nant), der Obermusikmeister dem Oberleutnant, der Musikmeister dem Leutnant. Die Dienstgradabzeichen sowie die Besoldung werden neu geregelt. Baue gut ..*• mit Abermann G/ESS£N*MHUMUR GIG Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, sich nach einem neuen Bade-Anzug umzusehen. - Und was liegt da näher, als einen Besuch bei Bette zu machen, wo es so viel Neues und Schönes zu sehen gibt* bis 02353 I Vermietungen I I Mietgesuche I । 1 * \______I ____* Junges Ehepaar sucht. Natürlich hat Sofie redit! Schr.AngeL.unt. IStellenangebotel BälbläQSÜlädCh. L—■■■■ • nnon innno mn oder Ne Frao auf der Rückseite Wo» Steuernagel- men und Ünfcfirtft be strabe 8 II. [)386D vewe»ett troaeul men und Ütoschrtst bä Äb unter Karl Internationaler Lhemiekongreß in Rom. Die Arbeiten auf dem 10.Internationalen Chemiekongreß in Rom wurden eingeleitet durch einen Vortrag von Professor Paul Walden (Rostock) über das Thema „Das Credo der wissenschaftlichen Chemie". Der greife Gelehrte, dem ine praktische Chemie grundlegende Erkenntnisse verdankt, gab ein Bild von der Entwicklung jenes Begriffes, den die Forscher durch die Jahrhunderte hindurch, von den kleinsten Baustoffen der stofflichen Welt den Atomen, gehabt haben. Zwei weitere Hauptvorträge hielten die Professoren chrnshel- w o o d (Oxford) und S wie tos la wski (Warschau). Ein dritter chauptvortrag fiel wieder an Deutschland, und zwar auf Dr. D. B e rg i u s (Heidelberg), den erfolgreichen Forscher auf dem Gebiet der Kohleverflüssigung. Dr. Bergius gab einen Ueberblick über den von ihm ausgegrbeiteten chemischen Aufschluß des -Holzes durch Hydrolyse der Kohlehydrate (Holzverzuckerung). Die Vortrage der Professoren I o l i b o i s (Paris) und Geordonl (Rom) beschäftigten sich mit den Zusammenhängen zwischen Chemie und Energiewirtschaft. Line „Simplicissimus"-Oper. Am 23. Mai wird im Düsseldorfer Opernhaus unter der musikalischen Leitung des Kompomsten die Oper „Simplicius Simpli cis si mu s" von Ludwig Maur ick zur Uraufführung gelangen. Maurick hat seinem Werk Grimmelshausens großen Roman aus dem Dreißigjährigen Kriege zugrunde gelegt. Die Oper verfolgt den abenteuerlichen Schicksalsweg des Simplicius, der In der Heide zwischen Klietz und Schollene bei Rathenow brach ein Brand aus, bei dem etwa 1000 Morgen Wald vernichtet wurden. Wehrmacht, Luftwaffe und Reichsarbeitsdienst wurden zur Unterstützung der Feuerwehr herangezogen. Erst nach vielstündigem Kampf konnte den Flammen Einhalt geboten werden. In den großen Waldungen dn der deutsch-holländischen Grenze richtete ein Brand erheblichen Schaden an. Das Feuer entstand auf holländischem Boden in der Nähe des Klosters Flodrop und griff auf die deutschen Grengwälder bei Dalheim über. Zur Bekämpfung des Feuers wurde auch Arbeitsdienst zugezogen. In fünfstündigem hartem Einsatz gelang es ihm, das Feuers Herr zu werden, doch waren bereits 200 Morgen Wald vernichtet. Möbelfabrik eingeäfcherl. In Neuhaus bei Paderborn wütete ein Groß- feuer. In einer Möbelfabrik war ein Brand aus- gebrochen, der sich mit rasender Geschwindigkeit ausbveitete. Trotz aller Löschanftrengungen wurde Haus um Haus der ausgedehnten Fabrikanlagen Keine Zeugnisse in Urschrift Umbern nur Zeugnis- abfd)ritten dem Be- werbungSfchretben beilegen, — Lichtbilder uno Bewerbungsunter. Ngen müffen zur Ver. meidung von Verlusten über mancherlei Verirrungen und Wirrungen zum mannhaften Soldatentum findet. Maurick hat den Text zu feinem Werk selber geschrieben. An der Aufführung, deren Inszenierung durch Oberspielleiter Hubert Franz geschieht, sind fast alle Mitglieder des Düsseldorfer Opernhauses sowie ein Teil der Mitglieder des Schauspielhauses' beteiligt." Furtwängler dirigiert in Salzburg die „Meistersinger" und die Neunte Sinfonie. Wilhelm Furtwängler wird in Salzburg am 23.7., 10. 8., 19. 8.' Und 29. 8. die „Meistersinger" dirigieren, außerdem am 28.8. eine Aufführung der Neunten Sinfonie. Zuml.Aug.1938 2-Zimm.-Wohn. mit Bad gesucht. Angeb. an Frau Else Hammerschmidt Frankfurt a. Mala Hauptschriftleiter Erich Schwarzer, der zur Durchführung anderer Aufgaben nach Wien berufen worden war, hat die Leitung des „Berlin e r Tageblatts" niedergelegt. An feine Stelle ist Dr. Eugen M ü n d l e r getreten, der feit Jahren die „Rheinisch-Westfälische Zeitung" leitete. 19.30-21.30 Uhr 32. Mittwoch- Miete Ein Blas Wasser Lustspiel nach Scribe v. Otto Stockhausen. Preise: RM. 0.60—3.00. 25 Iahte Richard-wagner-Vetem deutscher Frauen in Darmstadt. Aus Anlaß des 25jährigen Bestehens des Richard-Wagner-Vereins deutscher Frauen in Darmstadt fand im Hause von Frau Geheimrat Merck eine Feier statt» zu der Frau Winifred Wagner, ttotz der Vorbereitsarbeiten in Bayreuth, im Flugzeug gekommen war. Auch der Festaufführung der „Meistersinger" im Landestheater, der Stabführung von Generalmusikdirektor Maria Z w i ß l e r wohnte sie bei. Aus aller Wett. Schwere Waldbrände vernichten kostbares Volksgut. Die mit dem Einsetzen der warmen Witterung sich leider wieder mehrenden Meldungen von W a l d - und Wiesenbränden sind eine sehr ernste Mahnung, mit kostbarstem Volksgut pfleglich umzugehen. Wer in Wäldern raucht oder anderweitig Feuer anzündet, muß gewärtig fein, wegen leichtsinniger Gefährdung der Lebensgrundlagen des deutschen Volkes als Schädling empfindlich bestraft zu werden. — Seit einigen Tagen wütet rechts der Hauptverkehrsstraße Bremen—Rehburg- Hannover im Rehburger Forst ein gewaltiger Brand. Das Feuer fraß sich in dem aus getrockneten Boden mit Windeseile weiter und ergriff wertvollen Waldbestand, ohne daß die Feuerwehr es hindern konnte. Zeitweilig geriet auch das Dorf Brekeloh in Bedrängnis. Jetzt ist der Brand eingedämmt. Vereine Eisenbahn-Verein Dieben. Unsere diesjährigen Sornmer- ausstüge stnden am 29. Mai und 12. Juni 1938 nach Bad Kreuznach statt. Ab 18. Mai 38 können unsere Mitglieder Fahrausweise beim Rechner A. Loos, Bahnhof Gießen in Empfang nehmen. Die Ab- fahrt-u.Ankunfts' zeiten der 3üpe werdennoch mitgeteilt. 0234® Der Vereinsleiter. Vom 14. bis 20.Mai findet in Helsinki, der Hauptstadt Finnlands, eine internationale Luftfahrtausstellung statt. Auch Deutfch- land zeigt hier Erzeugnisse seiner Luftfahrtindustrie. Außerdem wird auf Befehl des Reichsmimsters der Luftfahrt und Oberbefehlshabers der Luftwaffe,. Generalfeldmarschall Göring, eine Tief en-Aufkl a - rungsstaffel mit sechs Dornierwal Uo-18-Flug- zeuqen nach dem Ausstellungsort entsandt. Der Staffel ist als Begleitschiff das Flugsicherungsschlf „Hans Ralshoven" zugeteilt. ♦ Zum Fest des Geburtstages des Propheten fanden in allen arabischen Ländern große Volkskundgebungen für den Kampf der Araber Palästinas statt. Die Azhar-Studenten Kairos marschierten zum Judenviertel, wo ihnen jedoch die Polizei den Eintritt verwehrte. In Bagdad wurden Protesttelegramme an die britische Kommission für Vala- ftina, an den englischen Oberkonmussar in 3eru« falem und an die Genfer Liga abgesandt. Kunst und Wissenschaft. Veichsmusiktage in Düsseldorf. Geschäftseröffnung. In der Gailschen Spinnerei (fr. Lager der Firma Herrn. x Heß) in Gießen, Schützenstr. 62, eröffnen wir eine Rohprodukten^, Alteisen- und MetalbGroßhandlung und empfehlen uns für den Bedarfsfall. Ankauf von Rohprodukten aller Art, Altpapier, Eisen- und Gußschrott, Altmetallen u. Abfällen. Übernahme von Abbrüchen von Eisenkonstruktionen u.Maschinenanlagen. Verkauf v.Nutzeisen Born & Co,, Gießen, Schützenstraße 62 Fernsprecher 4243. 20-22,10 Uhr Versprich mir nichts Preise: RM. 0.60-3.00. Hilfe gegen Gicht und Rheumatismus. ' Wer diese Plagegeister am eigenen Körper spüren mußte, wird sich freuen, ein altbewährtes Mittel zu wissen, das schon vielen Tausenden geholfen hat, die an Gicht oder Rheumatismus litten. Ich empfehle Ihnen solch ein Mittel, das feit mehr als fünfundzwanzig Jahren erprobt ist, und Sie sollen es selbst versuchen, ohne daß es Sie etwas kostet. Aber ehe ich Ihnen über die wohltätige Wirkung des Glchtosint mehr sage, lesen Sie folgende Briefe:______ Ein großer Bosch - Kühlschrank braucht nicht mehr Strom als eine schwache Lampel Reich bebildertes Heft kostenlos bei IJ.B. Häuser 8 Gießen, a.Oswaldsgarten t; (Parkplatz) Fernruf Nr. 2145-2146 Miller Minder für sof. gesucht. Gebrflhrhan Lich [o?sm HungenerStr.39 Bodens durch seinen Opfertod geheiligt. Zur gleichen Stunde hatten sich in allen deutschen Gauen die nationalsozialistischen Rechtswahrer vereinigt, um diesen Tag im Gedächtnis an den tapferen Toten ehrend zu begehen. Kleine politische Nachrichten. Nach einer Fahrt durch die obersteierische Landschaft und durch die Stadt Leoben sprach Retchs- organisationsleiter Dr. Ley auf einem Betriebsappell vor 3500 Volksgenossen der Böhlerwerke, einer Gußhütte in Kapfenberg. * - Reichsjustizminister Dr. Gürtner traf in Begleitung der Staatssekretäre Dr. S ch l e g e l b e r g e r und Dr. Freister in Wien ein, wo er in der Aula des Justizpalastes im Auftrage des Führers die Rechte, die dem Reichsjustizminister innerhalb der deutschen Justizverwaltung zustehen, auf den Beauftragten des Reichsjustizministeriums für Oesterreich, Dr. H u e b e r, übertrug. Die Reichsmusiktage, die vom 22. 29 Mai unter der Schirmherrschaft von Reichsminister Dr. Goebbels in Düsseldorf zum ersten Male stattfinden, verwirklichen für die Musik den gleichen Festgedanken, der für die Theater in Reichstheaterwochen und für die bildenden Künste in Ausstellungen im Haus der Deutschen Kunst m München praktisch durchgeführt worden ist. Die Düsseldorfer Kunsttnstttute und ihre Leiter, das Städtische Orchester unter Leitung von Generalmusikdirektor Balzer und die Düsseldorfer Oper unter Leitung von Generalintendant Prof. Otto Krauß, haben einen großen Anteil an der künstlerischen Durchführung der Reichsmusiktage. Drei Sinfoniekonzerte, ein Chorkonzert, die Uraussuh- rung von Mauricks „Simplicius Simplicissimus", eine Festaufführung von Graeners „Don Juans letztes Abenteuer" und Richard Strauß' „Arabella" (unter Leitung des Komponisten) sind Höhepunkte der musikalischen Veranstaltungen. Das Berliner Philharmonische Orchester und der Kittelsche Chor Berlin bringen Beethovens Neunte unter der Leitung von Generalmusikdirektor Abendroth. Zwei Kammerkonzerte (Peter-Quartett, Fehse-Quartett), Chorkonzerte der Männerchöre des Kreises Düsseldorf und der Kölner Männergesangverein unter Leitung von Generalmusikdirektor Papst vervollständigen die Festfolge. Heichstheaterfestwoche in Wien. Die fünfte Reichstheaterfestwoche wird nach Entscheidung von Reichsminister Dr. Goebbels als erste Reichstheaterfestwoche im Großdeutschen Reich vorn 12. bis 19. Juni in Wien statt- finden. Zum ersten Male werden nicht nur die örtlichen Bühnen beteiligt sein, sondern auch die ersten Bühnen der Reichshauptstadt werden mit Ensemble- Gastspielen daran teilnehmen. Die Reihe der Festvorstellungen wird die Staatsoper Wien mit einer Aufführung des „Rosenkavalier" von Strauß eröffnen. Die Berliner Staatlichen Schauspiele bringen im Burgtheater „Hamlet" in der bekannten Berliner Inszenierung mit Gründgens in der Titelrolle. Das Burgtheater Wien zeigt in Neueinstudierungen Goethes „Götz" und Raimunds „Verschwender", während das Deutsche Theater Berlin mit einer Aufführung von Shakespeares „Sturm" im Burgtheater vertreten sein wird. Die klassische Wiener Operette wird mit einer Neuaufführung des „Zigeunerbaron" berücksichttgt. Den Abschluß der Festwoche bildet ein Gesamtgastspiel der Staatsoper Berlin mit dem „Lohengrin" in der Jnsze- rung der Bayreuther Festspiele 1937 unter Leitung von Heinz lief jen. mit etwas Kochkenntnissen oU alleinsteh. Dame für hier gesucht. E. Heinrichs Kathol.Schwest.- Haus, Zimm.27. Ein in Haushalt u. Küche erfahr. MW gesucht. 613S6 Mottkestr. 18 L Die in Deutschland geschützten Pflanzen Nach der Naturschuhverordnung vom 18.3.1936 Don Prof. Dr. Walther Schoenichen Herausgegeden von der Reichsstelle für Naturschutz, Berlin 80 Seiten mit 100 Abbildungen nach Federzeichnungen von Kunstmaler Erich Schröder. Einzelpreis (nur geheftet) :RM. 0,60 Bei Abnahme einer größeren Anzahl gelten Partieprelse, die der Verlag auf Wunsch mitteilt. Diese aufschlußreiche Schrift ist in erster Linie für die Jugend (HF.), ferner als Klassen» lektüre für die Hilfsbüchereien der Schulen gedacht und für Behörden, Beamte, Erzieher, Jugendherbergen, Gasthäuser, Fremdenheime, Wanderer, Natur- und Heimatfreunde als Naturschutz-Kampfschrift bestimmt. Jeder kann sich daher den Besitz dieser inhaltsreichen Flugschrift sichern, um sich vor Vergehen und Strafe zu schützen. Hugo Bermühler Verlag Berlin.Lichterfelde erfaßt. Die reichen Vorräte an gestapeltem oder bereits zu Möbeln verarbeitetem Holz, die Schuppen mit Farben, Lacken und Leim gaben den Flammen so reiche Nahrung, daß man nur noch an die Rettung der umgebenden Gebäude denken konnte. Die gesamte Möbelfabrik mit ihren Werkshallen brannte vollständig nieder. 3m Dienste der Oeffentlichkeik verunglütft Der Unfallwagen der Breslauer Schutzpolizei ist verunglückt. Das Derkehrsunfallkommando war alarmiert worden und fuhr unter ständigen Alarmsignalen eine Hauptverkehrsstraße entlang. Der Unfallwagen mußte einem plötzlich entgegenkommenden Fahrzeug ausweichen, und kippte um. Sieben Pott- zeibeamte wurden schwer verletzt. Zwei von ihnen sind inzwischen im Krankenhaus g e ft o r b e n. Neue deutsche Grönlandexpedition. In Berlin wurde die neue deutsche Grön« landexpedition, deren Teilnehmer Bergingenieur Herdemerten als Leiter, der Arzt Dr. M a g e r ft a e b t und der Student der Naturwissenschaften K n o e s p e l sind, vom Generalforstmeister Staatssekretär Alpers vor ihrer Abreise verabschiedet. Die Expedition wird von der Herman- Göring-Stiftung „Reichsjägerhof" entsandt, um in sechs bis sieben Monaten während der günstigsten Jahreszeit in Grönland hier» und pflanzenkundliche sowie geographische und meteorologische Forschungen durchzuführen. Sie nimmt gewissermaßen nach achtjähriger Unterbrechung die Arbeit der Alfred- Wegner-Expedition wieder auf, der Bergingenieur Herdemerten seinerzeit selbst angehört hat. Wetterbericht Don Südwesten her hat sich eine Störung nach Frankreich hin entwickelt, die dort zu verbreiteten und meist recht ergiebigen Regenfällen Anlaß gibt. Auch für unser Gebiet sind im Verlaufe des Dienstag noch Regenfälle zu erwarten, die vereinzelt gewittriger Natur fein werden. Anschließend kommen wir in den Bereich kühlerer Meeresluft. Aussichten für Mittwoch: Nach verbreiteten, teilweise gewittrigen Regenfällen, die im wesentlichen noch im Laufe des Dienstag einsetzen, wechselnd bewölkt und kühleres Wetter mit einzelnen Niederschlägen, Winde meist um West. Aussichten f ü r Donnerstag: Wolkig dis aufheiternd, aber leicht unbeständig und kühler als bisher. , Lufttemperaturen am 16. Mai: mittags 24 Grad Celsius, abends 16,3 Grad; am 17. Mai: morgens 15,2 Grad. Maximum 24,1 Grad, Minimum heute nacht 11,8 Grad. — Erdtemperatuen in 10 cm Tiefe ; am 16. Mai: abends 19,6 Grad; am 17. Mai: mor- gens 16,7 Grad. — Sonnenscheindauer 8,6 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- : : schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: • Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; ■ für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen- . (eiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der ' Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IV. 38: 9614. Druck und Verlag: Brühlfche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs- . preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, , mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs- : preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der ■ Illustrierten 5 Pf. mehr. . Zur Zett ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 i gültig. RN. 15110— auf 1. Hypothek, größte Sicherheit, fof. gesucht. Schriftl. Angeb. unt. 02345 a. d. Gießen. Anzeig. Rasen und Bleichplätze zum Abmähen werd, übernommen. Schriftliche Angebote unter 02355 a. d. Gieß. Anzeiger erbet. KleineAnzeige« im Gießener Anzeiger Verden von Tcmienvea beachtet und aeleie» Leutenbach, Kr. Waiblingen, den 22.1.1938. Teile Ihnen ganz erfreut mit, daß ich nach 2 Packungen Ihrer Gichtosint-Tabletten, trotz meiner 64 Jahre, wieder meiner Arbeit vorstehen kann. Die 3. Packung habe ich meiner Nachbarin gegeben, welche auch an Rheumatismus leidet, auch sie verspürt schon Besserung. Wilhelm Schneider, Bauer. Durbach Nr. 361, Amt Offenburg Baden, d. 18.11.37. Ich kann Ihnen erfreulicherweise mitteilen, daß Ihr Präparat Gichtosint bei mir staunend gewirkt hat. Ich bin nach schwerem Leiden seither nach 2 Kuren von diesem Uebel befreit. Cyriak Kiefer, Sägemüller. Solche Briefe besitze ich in überaus großer Zahl, und alle sind Aus- druck der Anerkennung und Dankbarkeit dafür, daß Gichtosint geholfen hat. 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Im Wonnemonat Mai beginnt Feld und Wald sich mit jungem Wild aller Art zu beleben. Während Bäume, Sträucher und Blumen in ihrer großen Mehrzahl ihre hohe Zeit, die Blüte, erleben, regt es sich überall im Tierreich und schenkt jungem Nachwuchs das Leben. Es ist zugleich auch die Zeit, da es den Menschen mit Macht wieder hinauszieht in die Natur. Es ist nicht selten, daß der Spaziergänger dabei auf Jungwild stößt und ohne jedes Nachdenken und auch ohne böse Absicht das Wild mitnimmt in dem Glauben, das allein aufgefundene Stück Jungwild sei verwaist, da sich die dazu gehörige Mutter nicht sehen ließ. Das ist grundfalsch. Zuerst ist es strafbar, sich irgendwelches Jungwild anzueignen, gan^ gleich aus welchen Motiven. Dann aber ist es meist für das Jungwild der Tod, der ihm von im Grunde gutmütigen Menschen gebracht wird. Man merke sich: Verwaistes Wild ist draußen in der Natur sehr selten. Namentlich beim Rehwild, das am meisten unter mitleidsvollen Menschen zu leiden hat, ist es oft der Fall, daß man die Kitze allein findet. Die jungen Kitzchen erhalten eine sehr gute Kinderstube. Die alte Ricke kann sich nicht den ganzen Tag um sie kümmern; sie legt sie einfach Unfsre Aufgabe: Dienf! am (eben! Diene mit, werbe Mitglied bei 060. ab, wie der Jäger sagt, und dann geht sie ihre eigenen Wege. Später nimmt sie dann die Kitze von diesem Platz wieder ab, die sich bis dahin still verhalten und nur selten abspringen, das heißt, die Flucht ergreifen, wenn irgend jemand sich dieser Stelle nähert. Sie drücken sich vielmehr fest an die Erde, und Unzählige sind schon so nahe an solchem Jungwild oorbeigegangen, daß sie es mit der Fußspitze berührten. Die Schutzfarbe, die ihnen von der Natur mitgegeben wurde, machte sie für das Auge des U-kimdigen unsichtbar. Aber wir wollen den Fall setzen, daß irgendwelches Jungwild wirklich verwaist ist. Zum Beispiel wurde die Mutter von einem Auto überfahren, und nun stehen die Jungen bei der überfahrenen Mutter. In diesem Falle ist es jedermanns Pflicht, sofort Nachricht an den Jäger, ober an die nächste Polizei- bzw. Forstbehörde zu senden, die es dem Jagdbesitzer sofort zur Verfügung stellen. Hat man Erfahrung mit jungem Wild, dann kann man es gleich mit zu dieser Stelle nehmen. Aber unter keinen Umständen lasse man sich verleiten, selbst hier Eltern spielen zu wollen. Denn wie schon betont: es ist meistens des jungen Wildes Tod, und dann kommt die Strafe und der Schadenersatz noch dazu. Ein weiterer sehr wunder Punkt im Kapitel „Schutz der Natur" ist der Schutz der Vogelbruten. Hier sind es in der Hauptsache Kinder, die unter allen Umständen einmal in das Nestchen hineinsehen wollen, und bis zum Mitnehmen solch schönen kleinen Hänschens ist es dann nicht mehr weit. Auch hier ist der Tod sehr schnell im Gefolge, ganz abgesehen davon, daß häufig die andern Jungvögel erschreckt das Nest verlassen und nun fast immer umkommen. Man soll stets überlegen, wie weit man mit dem Entgegenkommen bei Kindern gehen kann. Ein Blick in ein Vogelnest, wenn dies möglich ist, ohne etwas stören zu müssen, kann für ein Kindergemüt höchste Beglückung sein. Mehr aber lasse man unter feinen Umständen zu und bleibe vor allem mit den Fingern davon. Alle Vögel stehen unter Naturschutz, und einem Vergehen gegen die Naturschutzgesetze folgt heute stets noch ein Verfahren wegen Tierquälerei. Wald und Wild sind ein Teil unseres kostbaren Volksvermögens. Sie zu schützen und zu erhalten, ist jedermanns Pflicht! Nicht Strafen sollen hier erziehend wirken, sondern die selbstverständliche Pflicht, unseren Kindern und Killdeskindern das zu erhalten, was in der Natur kreucht und fleucht. Bi- Neuer Möbelstil im Geiste der HI. In der Ausstellung von HJ.-Heim-Entwürfen und Modellen, die am Sonntag im Studentenhaus gezeigt wurde, konnten die Besucher auch Möbel sehen, die dem Wollen und Streben her HI. entsprechend gearbeitet wurden. Dabei finden die in der heimischen Landschaft wachsenden Hölzer zweckentsprechende Verwendung. Unser Bild zeigt eines dieser schönen Möbelstücke, das den von der HI. vertretenen neuen und geschmackvollen Stil der Inneneinrichtung dar- stellt. — (Aufnahme slj: Halboth, Dorrn. Photo- Pfaff, Gießen.) Das geht alle Volksgenossen an! Wichtige Bestimmungen bei Ausflügen ins Grüne. DNB. Die Hitzeperiode der letzten Tage hat in vielen Gegenden des Reiches Wald-, Heide- und Moorbrände von gewaltigen Ausmaßen im Gefolge gehabt, bei denen beträchtliche Waldbestände und sonstige Werte ein Raub der Flammen geworden sind. Ein große Zahl dieser Brandkatastrophen sind nachweislich dadurch entstanden, daß Ausflügler beim Rauchen und Umgang mit Feuer es an der erforderlichen Sorgfalt fehlen ließen. Gerade in der letzten Woche ist die Zahl der Wald- und Heidebrände mit dem zunehmenden Ausflugs- und Wochenendverkehr ungeheuer angestiegen. Der Reichsführer H und Chef der deutschen Polizei nimmt dies zum Anlaß, in einem Runderlaß die zur Verhütung und Bekämpfung von Wald- und Heidebränden erlassenen gesetzlichen Bestimmungen zusammenfassend in Erinnerung zu bringen. Diese Bestimmungen gehen jeden Volksgenossen an, der bei seinen Wanderungen und Ausflügen Wald-, Heide- oder Moorflächen berührt. Ihr Nichtbeachien hat hohe Geldstrafen, sogar Gefängnisstrafen zur Folge. Wer Wald-, Heide- oder Moorflächen durch verbotenes Rauchen, oder Anzünden von Feuer, oder in sonstiger Weise in Brandgefahr bringt, wird mit Gefängnis bis z u drei Monaten und mit Geldstrafe, oder mit einer dieser Strafen bestraft.. Strafbar macht sich jeder, der in der Zeit vom 1. März bis 31. Oktober im Wald oder auf Moor- und Heideflächen oder in gefährlicher Nähe ohne Erlaubnis des Grundeigentümers Feuer anzündet, bzw. das mit Erlaubnis angezündete Feuer auszulöschen unterläßt. Jeder Volksgenosse ist berechtigt, ja sogar verpflichtet, zur Verhütung und Aufklärung von Wald- und Heidebränden einzugreifen und Hilfe zu leisten. Wird jemand auf frischer Tat betroffen, so ist, wenn seine Persönlichkeit nicht sofort feftgeftellt werden kann, jedermann befugt, i h n festzuneh»- m e n und der nächsten polizeilichen Dienststelle z'ü übergeben. Ferner ist jeder, der den Ausbruch eines Schadenfeuers bemerkt, zur Meldung an die nächste Polizei- oder Feuerwehrdienftstelle verpflichtet. Personen, die dieser Pflicht vorsätzlich nicht nachkommen, werden mit Geldstrafen bis zu 150 RM. bestraft. Es wird unnachsichtlick eingeschritten. Von der Polizeidirektion Gießen wird uns mitgeteilt: Alljährlich werden große Werte deutschen Volksoermögens durch Waldbrände vernichtet. Die beginnende Trockenheit hat bereits im Lande Hessen einige Waldbrände zur Folge gehabt. Die Ursache der Brände ist in den meisten Fällen sträflicher Leichtsinn und Nichtbeachtung gesetzlicher Bestimmungen. Die Polizeiverordnung zum Schutze des Waldes vom 8. Mai 1937 verbietet das Zelten und Errichten von sonstigen Lager- stätten im Wald und in gefährlicher Nähe von Wäldern ohne besondere Erlaubnis der Forstpolizeibehörde. Weiter verbietet der § 2 dieser Verordnung in der Zeit vom 1. März bis 31. Oktober das Rauchen im Walde oder in gefährlicher Nähe von Wäldern. Dieses Verbot gilt auch für die öffentlichen Wege. Der Artikel 36 des Hessischen Forststrafgesetzes verbietet u. a. das Anzünden von Feuer ober Licht und das Mitführen unverwahrten Feuers oder Lichtes im Wald oder in gefährlicher Nähe desselben. Auch dürfen Waldflächen oder Grundstücke, welche an Waldflächen grenzen, ohne Erlaubnis der Forstpolizeibehörde nicht abgebrannt werden. Wer durch verbotswidriges Verhalten Waldflächen in Brandgefahr bringt, wird nach § 310a des Reichs- ftrafgefetzbuches mit Gefängnis bis zu drei Monaten und mit Geldstrafe oder mit einer dieser Strafen bestraft. Die Beamten sind angewiesen, gegen Verstöße unnachsichtlich einzuschreiten. Zur Ueberwachung sind besonder Streifen eingerichtet. Dornotizen. Tageskalender für Dienstag. Stadttheater: 20 bis 22.10 Uhr: „Versprich mir nichts". — Gloria-Palast (Seltersweg)- „Frau Syl- velin". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Es leuchten die Sterne". — Wettbewerb HJ.-Heim, Gießen, Ausstellung der Entwürfe in der Volks- Halle (Empore) von 16 bis 18 Uhr. Lladltheater Gießen. Heute abend findet eine Wiederholung der Komödie „Versprich mir nichts" von Charlotte Rißmann statt. Spielleitung Hermann Schultze- Griesheim, Bühnenbilder Karl Löffler. Die Vorstellung findet gleichzeitig als 31. Vorstellung der Dienstag-Miete statt. Anfang 20, Ende 22.10 Uhr. Balthasar Nuhn f. Am Sonntagnachmittag verstarb in Lollar der Zimmermeister Balthasar Nuhn im 84. Lebensjahre. Mit ihm ist ein Mann heimgegangen, der sich als Handwerksmeister durch unermüdlichen Fleiß und durch berufliche Tüchtigkeit aus kleinen Anfängen zu einer weithin geachteten Stellung im Handwerk emporgearbeitet hatte. Am 16. Dezember 1854 in Treis a. d. Lumda geboren, erlernte Balthasar Nuhn das Zimmerer* Handwerk. Nach mehrjähriger Wanderschaft und nad),feiner Militärdienstzeit beim Jns.-Regt. 115 in Darmstadt machte er sich am 20. Januar 1883 durch Eröffnung seines Zimmerergeschäfts in Lollar selb- tänbig. Im Laufe ber Jahre verbanb er mit bie- em Betrieb eine Sägewerk mit Schreinerei und Glaserei. Dieses Unternehmen betrieb er bis 1922 unter seinem Namen. Dann mürbe bie offene Han- belsgesellschaft in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, beren Vorstcmb Balthasar Nuhn bis zum! Jahre 1932 war. Wegen seines hohen Alters legte er bieses Amt nieber und würbe Vorsitzenber beS Aufsichtsrates. Diele Jahre lang stanb Balthasar Nuhn als Vorsitzenber an ber Spitze bes Ortsgewerbevereins Lollar, zu besten Ehrenvorsitzenben er im Jahr 1923 ernannt würbe. Sein Wirken als Hanbwerksmeister unb für die Gesamtheit bes Hanbwerks in seinem Lebenskreise würbe öffentlich daburch anerkannt, baß ihm im Januar 1933 von ber Hess. Hanbwerks- kammer ber Ehrenmeisterbrief bes hessischen Hanbwerks für 50jährige Meisterschaft verliehen rourbe^ Der Heimgegangene war ber richtige Typ beS echten Hanbwerksmeisters von bestem Schrot und Korn. In Hessen war er ber älteste Zimmermeister. In Lollar unb in Gießen, aber auch barüber hinaus war Balthasar Nuhn als tüchtiger Hanbwerks* meister unb als Mensch von vorbilblicher Gesinnung, ber auch in sozialer Hinsicht bas Herz auf bem rechten Fleck hatte, geschätzt unb beliebt. Das Anbeuten an biefen vortrefflichen Mann bes heimischen Hanbwerks wirb in Ehren fortleben. 3um Beichösporiwettkampf schulfrei. RJP. Am 21. unb 22. Mai finben bie Reichs- sportwettkämpfe ber HI. unb bes Deutschen Jungvolks unb am 28. unb 29. Mai bie Reichssport« . no- iahntieiit Mein« Xubc wettkämpfe des BDM. und der Jungmädel statt. Auf Antrag des Jugendführers des Deutschen Reiches find bie .an biefen Wettkämpfen beteiligten Schüler und Schülerinnen im Alter von 10 bis 14 Jahren sowie bie Führer unb Führerinnen an den in Betracht kommen Samstagen vom Unten richt befreit. Kreisarbeitsgemeinschast des VeichSmütterdiensteS. Die Kreisarbeitsgemeinschaft des Reichsmütter- dienstes, zu ber bie Vertreter aller ©lieberungen ber Partei, Wehrmacht unb Behörben geloben waren, fand am Montagmittag im Hotel Schütz statt. Nach herzlichen Grußworten ber Kreisfrauenschaftsleiterin, Frau Wrebe, sprach bie Kreisabteilungsleiterin für den Reichsmütterbienst, Schwester Emely G o b b e r s, über bie Aufgaben unb Ziele bes Reichsmütterbienstes und die von ihm geleiteten fünf Kurse. Für den verhinderten Kreisleiter, Pg. Backhaus, sprach zum Schlüsse der Kreisgeschäftsführer, Pg. Wagner, und betonte, wie wichtig bie Zusammenarbeit aller Gliebe- rungen und Verbänbe in biefer Sache sei. Eine rege Aussprache schloß sich an. „Frau Sylvelin." Gloria-Palast. Ein aparter Name, Sylvelin, unb bie Frau, ber fer gehört, stellt man sich, zum minbeften äußerlich, genau so vor, wie ber Film sie zeigt: sie trägt diesen Namen, heißt es einmal, wie ein schönes Kleib. Sie trägt viele schöne Kleiber, Frau Sylvelin, ober sie könnte sie tragen, wenn sie wollte, benn sie ist die Gemahlin eines großen Herrn, Präsidenten eines gewaltigen Konzerns; den hat er selber aufgebout: sein Werk, feine Arbeit, ber Inhalt seines Lebens. Dieses Werk, dieser Konzern, bieses Geschäft mit den großzügigen Mitteln und Projekten, füllt ihn ganz aus. Tag und Nacht, immer denkt er daran, immer lebt er darin. Ja, und dann ist da noch bie Frau, Sylvelin, schön unb still, behutsam unb leise, eigentlich paßt sie nicht recht zu einem Mann ber Tat, bes Willens, ber Projekte unb ber Realitäten. Liebt er sie überhaupt, braucht er sie wenigstens? Nur wenn er nicht bamit fertig wirb, sich bie Krawatte zum Frack zu binben, bie sie ihm bann mit leichten Hänben unb einem halben Lächeln richtet. Unb eines Tages ist es so weit, m Denebig, am Libo, baß bie Frau nicht mehr ba ist. abgereist, verschwunben, zu einem anbern Mann, der auch Geschäfte macht unb auch Verträge unterschreibt, ber aber auf Sylvelin eingeht, sie zu nehmen unb zu behanbeln versteht, unb bei dem sie die geheime Sehnsucht ihres Lebens erfüllt zu finben glaubt: fährt also zu ihm unb schreibt ihrem Mann einen Abschiebsbrief. Der bricht fast zusammen, als er ihn erhält, benn siehe, er hat Sylvelin wirklich geliebt, auf seine Weise freilich, unb nicht immer so, wie eine Frau von Sylvelins Art es erhofft unb erwartet unb sogar oerbient hätte. Man erlebt nun auf einmal, wie sehr er an dieser Frau hängt, was sie für ihn bebeutet, nicht nur für ihn persönlich, fonbern auch für feine Arbeit, fein Werk, sein Geschäft: nicht nur ein kostbares, verwöhntes, gehütetes Spielzeug, besten Bilb auf bem wuchtigen Schreibtisch steht, fonbern ein wichtigerer Besitz, eine ßebensnotroenbigfeit schlechthin. Der große, starke Mann broht an solchem Verlust zugrunbe zu gehen unb mit ihm bas Werk, ber Konzern, an bem taufenb Existenzen hängen. Aber Sylvelin müßte nicht bie Flau sein, bie sie ist, wenn sie nicht zu ihm zurückkehrte, als sie erfahren hat, wie es mit ihm bestellt ist. Diese Heimkehr unb bie Wieber- begegnung ber beiden gehört zu den besten Szenen des Films, den Herbert Maisch nach einem Vornan von SÄünttzan jnjzeniertei mit tiin reichen Mitteln, welche bie Ufa für bie Verwirklichung ber großen Welt zur Verfügung zu stellen pflegt, aber auch mit empfinblichem Tastsinn für bie inneren Gewichte unb bie seelische Konstellation, welche bie Voraussetzung zu ber Geschichte bilben. Den befonberen Reiz macht bie Darstellung ber beiben Charaktere aus, bie im Schwerpunkt ber Fabel erscheinen. Maria von Tasnaby ist Frau Sylvelin: ber Name paßt zu ihr, sie ist genau bie Frau, beren Bilb wir mit ein paar flüchtigen Umrißlinien anzubeuten versuchten. Sie trägt ihren Namen wie ein Kleib, still, zart, kultiviert, wartet wie Nora „auf bas Wunberbare" unb finbet es ba, wo sie es nicht zu vermuten hat. George ist ber Mann, ber Herr, ber Präsibent. Auf ihn paßt bie zwar alte, aber schöne und lehrreiche Geschichte von ber auf ber Straße gefunbenen Stecknabel — Sie kennen bie Geschichte sicher? —, man kann sich gut benfen, baß sie ihm passiert ist; bie Mischung {ebenfalls, aus ber er bas Porträt bieses Mannes aufbaut, ist mit einer höchst fpürfinnigen Menschenkennerschaft zusammengesetzt: er hat bie aktive unb impulsive Energie, bie einen Konzern aus bem Boben stampft unb sich burch Rückschläge nicht umwerfen läßt; bie kerngesunbe Zähigkeit bes Selfmabeman, bie einen schwierigen Verhanblungs- partner an bie Wanb brückt; bas ejrplobierenbe Temperament unb bie entroaffnenbe Knabenhaftigkeit unb auch Hilflosigkeit in manchen Augenblicken, baß eine Frau wie Sylvelin mit einer- mütterlichen ©ebärbe barüber lächeln muß; ...man begreift sehr gut ben völligen Zusammenbruch, als ihm biefe Sylvelin eines bösen Tages schreibt: ich komme nicht mehr zu bir zurück. Allein um Georges willen sollte man ben Film gesehen haben; er gibt hier ungleich mehr als neulich im „Biberpelz", unb es sinb auch sonst noch ein paar Darsteller babei, um bie es sich lohnt: Paul Otto vor allem, bann ber verstorbene Alfreb Abel, Paul Richter unb Carla Rust. — (Ufa.) Aus bem Beiprogramm sinb bie eingehenben Bilbderichte vom Nationalfeiertag unb von ber Jtalienfahrt bes Führers hervorzuheben. Hans Thyriot. Hochschulnachrichten. Der Dozent Dr. phil. habil. Hans Jeschke von der Universität Königsberg wurde beauftragt, an ber Universität Tübingen die durch den Weggang von Prof. Rohlfs nach München frei gewordene Professur für romanische Sprachen ver- tretungsmeije zu übernehmen, ___ Sonntag an der Donau. Von Marie Grengg. Zwei, die sich gemhaben seit dem Winter, möchten endlich einen herrlichen, langmächtigen, glücklichen ganzen Sonntag im Grünen, in recht viel Luft und Freiheit sein. Die ganze Woche hocken sie> beide irgendwo in einem Büro oder Geschäftshinterzimmer bei künstlichem Licht, Ausblick: Licht- Hos, Luft: Gestank aus hundert Fenstern, Küchen, Höfen. Grün: ein paar blasse Pelargonienstengel in irgendeinem dieser Fenster. Beide haben die Sehnsucht, den Staub und Schweiß der Woche gründlich in kaltes frisches Wasser unb Sonne einzutauschen. Also bie Donau. Jrgenbwo. abseits unterhalb ber Lobau aber bei Albern, wo man ein stilleres Platz! hat für sich. „Glaubst bu, baß es aushalten wirb mit bem Wetter? Der im Radio sagt: unsicher, aber was weiß benn ber!" Es hält aus, es wirb sogar ber heißeste, sonnigste Tag, ohne auch nur ben Gedanken einer Wolke am italienisch blauen Himmel. Also ziehen sie los; tausend tobsichere Hoffnungen auf eine Unmenge Glück und Liebe und Vergnügen im Rucksack, den Schwimmanzug unter bem Stra- ßengewanb; leudjtenbes Ziel: bas stille Platz! irgenbroo am Donauufer. Zehntausenbe wollen basfelbe stille Platz! an ber Donau, unb so ziehen bie zwei im bichten Strom biefer zehntausenben Wasser- unb Lufthungrigen mit, halten sich bei ber Hanb unb sinb schon jetzt trotz bes Schwarmes um sie allein für sich auf einer Insel. Der Weg heraus aus ben Steinschluchten ber ©assen ist weit, aber enblich sinb sie boch ba, bie turmhohen Silberpappeln unb Weiben, burch bie es burchfunkelt, als blenbe bahinter einer mit einem Riesenspiegel hervor. Das Mäbel rennt bie letzten Schritte burch bie Au wie ein Kinb: ba ist sie, bie Donau, steigt zum Wasser hinunter, taucht bie Hanb hinein, schreit bem jungen Menschen zu: „Bacherl- roarm ist sie!" Dann wirft sie sich oben auf bie Böschung ins Gras, bas spärlich aus ber grauen silbersamtenen Donaulette ber Ufer herauswächst. Er wirft sich neben sie unb streckt sich unb sagt: „Herrgott, ist's ba heut fein". Zehn Schritte rechts fitzt ein altes Paar, bas feinen Hunb unb sogar ben Kanarienvogel mitgenommen hat, zehn Schritte links sitzt wer, ohnebies auch nur ein Liebespaar. Man kann also ben Kopf bes Herzliebsten ganz ungestört auf ben Schoß nehmen, ihm bie Haare ^5 bei Stirne streichen und was man halt jonst noch tut an einem so gottsherrlichen freien Tag, ben man mitsammen verbringen kann. Das Wasser, bas Wasser! Wie es einen mitzieht, wie es einem ben leibigen Kummer unb bie Mühsal einer ganzen verhackten und versorgten Woche mitnimmt. Das Mäbel hat ben Kopf bes jungen Menschen im Schoß, steckt ihm ein Stück Schokolabe in den Mund, aber mit ben Augen ist sie braußen auf bem großen roanbernbtn Strom, und richtige schöne Träume, wie sie einem niemals sonst kommen, steigen auf in ihrem von ber Not ber Zeit verängstigten Herzen. Ein Floß zieht vorbei, nur ganz leise hört man bie Ruder im Wasser, die Möwen wirbeln über den Sandbänken, Zillen fahren herüber unb hinüber unb stromab, Faltboote gleiten herunter unb Schwimmenbe. Die grauen Aubäume plauschen hinter einem unb aus dem Wirtshaus unter den Pappeln kommt Musik her. Ein bayrischer Schlepper stampft und qualmt bergwärts. Das weiße schnittige Eilschiff kommt glitzernd herunter und wirft einen saumgesäumten sausenden Schwall Wasser längs der Ufer hin. Die zwei stürzen sich ins Wasser, schreien vor Vergnügen und lassen sich mitnehmen und treiben. Der Himmel spiegelt blau, so daß es wirklich die schöne blaue Donau ist, die sie mit sich trägt auf ihrer Wanderschaft in die blaue Ferne. Niemals hat es elektrisches Licht und Lichthofe und Angst vor dem Abbau gegeben, niemals — nur das falte gute Wasser gibt es, die Sonne, daß man jung ist und einen neben sich hat, den man gern hat. Affen im Schiffbruch. Mit einer Ladung von mehreren hundert Asfett und Vögeln aus Indien, die für die Zoologischen Gärten Amerikas bestimmt waren, war der Frachtdampfer „Stadt Salisbury" an der Küste vor Boston angekommen, als er in der Nacht auf ein Riff stieß und, buchstäblich in zwei Teile geteilt, schnell zu sinken drohte. Mit größter Schnelligkeit ging die Mannschaft, unterstützt von ben berbeb. geeilten Rettungsbooten ber Küstenstation, baran, bie kostbare Labung, beren Wert auf zwei Millionen Dollar geschätzt wirb, zu bergen. Alle Käfige mußten einzeln in bie Rettungsboote hinabgelassen werben. Wenn es auch sonst bei Schiffbrüchen nicht ruhig zugehen wirb, so kann man chch nicht vorstellen, unter welchem furchtbaren Lärm bie Ret* tung ber Affen, bie aufs Aeußerste erregt waren, burchgeführt würbe. Als ber letzte Käfig von Bord gekommen war, ging bas Schiff mit großem Ge« löse unter. Generalleutnant v. Trotta kommt zum llöer'Regimenls-Appell nach Gießen. Wie wir hören, wird neben vielen anderen Offi- zieren der alten Armee zu der in wenigen Wochen stattfindenden 125jährigen Gründungsfeier des Infanterie-Regiments 116 und zu dem damit verbundenen Regiments-Appell am 18./2O. Juni auch der aus der Vorkriegszeit bekannte Regimentskommandeur unserer 116er, Generalleutnant a. D. von Trotta gen. Treyden, Kassel, kommen. Unter Generalleutnant von Trotta feierte das Regiment im Jahre 1913 seinen lOOjäh- rigen Regimentsgründungstag. Dielen alten 116ern werden diese Festtage des Regiments noch in guter Erinnerung sein. "'aiiif viele Nachfragen nach Plaketten teilt das Regiment mit, daß in Gießen vorsorglich zwei Voroerkaufsstellen für Plaketten eingerichtet wurden. Diese sind: 1. Firma Albold, Gießen, Sel- tersweg 39; 2. Firma C. Röder, Offenbacher Lederwaren, Gießen, Mäusburg 14. Völlige Sperrung des Kirchenplatzes und Lindenplatzes. Der Kirchenplatz und der Lindenplatz werden für die Dauer der Bauarbeiten für sämtlichen Verkehr (einschl. Fußgänger), gesperrt. Der Verkehr erfolgt auf den durch Schilder gekennzeichneten Umleitungswegen. Warnung an alle Schwerhörigen! NSG. Es besteht Anlaß zur Vermutung, daß auch im Gau Hessen-Nassau in diesen Tagen eine Werbung für die sogenannte Breslauer Hör-Kapsel durchgefuhrt werden soll. Wir weisen deshalb auf die nachfolgende Bekanntmachung des Reichs- und Preußischen Ministers des Innern hin, durch die vor dem Ankauf des Apparates gewarnt wird: „Auf Grund der Verordnung zum Schutze der Volksgesundheit vom 22. April 1933 warne ich Schwerhörige vor der Anwendung der Breslauer Hör- kapsel. Sie ist nach dem Urteil von Sachverständigen und des Reichsbundes der Deutschen Schwerhörigen völlig wertlos, unter Umständen sogar gesundheitsschädigend und außerdem geeignet, die Schwerhörigen wirtschaftlich zu benachteiligen." Dreijährige Lehrzeit im Volkswagenwerk. NSG. Das Jugendamt der DAF. hat unter Mitwirkung der Reichsjugendführung und des Amtes für Berufserziehung und Betriebsführung einen Lehrvertrag für das Volkswagenwerk aus- gearbeitet, der von der Reichswirtschaftskammer genehmigt ist. In diesem Lehrvertrag ist erstmalig eine dreijährige Lehrzeit festgesetzt worden. Maßgeblich hierfür war in erster Linie die Tatsache, den immer stärker austretenden Facharbeitermangel gerade in der Eisen- und Metallindustrie zu überwinden, andererseits aber mit jener Sünde der Vergangenheit aufzuräumen, die bei der Bemessung der Lehrzeit auf vier Jahre den minderbegabten Jugendlichen Rechnung trug, die Arbeitsleistung der durchschnittlichen oder über dem Durchschnitt liegenden Arbeitskräfte aber ausnutzte. Vortrag im Sparerbund. Am Samstagnachmittag hielt der Ortsverband Gießen des Sparerbundes im „Burghof" eine Mit- aliederversammlung ab. Ortsverbandsvorsitzender Bankbeamter Lorenz wies die.Annahme zurück, daß die Aufgabe des Sparerbundes nur in der Betreuung der Alffparer und Rentner bestehe und legte dar, wie gerade durch die Förderung des Spargedankens die Verbindung der Interessen der Altsparer und der Neüsparer gegeben ist, die gemeinsam die Erhaltung und Mehrung des deutschen Volksoermögens erstreben. Prokurist Otto König (Berlin) unterstrich dann diese Gedankengänge mit seinen Ausführungen über die Entwicklung der deutschen Wirtschaft. Das Anwachsen des Vertrauens und die Besserung der wirtschaftlichen Lage der arbeitenden Volksschichten lasse sich am deutlichsten aus den steigenden Spar- einlagen ersehen. Die Ueberzeichnung der Reichs- anlechen sei ein Vorgang, der auch im Ausland nicht unbeachtet bleiben werde. Die Auswirkungen dieses Aufschwunges zeigten sich auch auf dem Effektenmarkt, der von dem Aufbauprogramm der Reichsregierung nicht unberührt bleiben konnte. Auch hier hätten sich gegen früher die Verhältnisse stark gewandelt, so daß weit unter Kurs gesunkene Wertpapiere wieder aufgeholt hoben und vielfach wieder pari stehen. Die Reichsreaierung werde auch der Rentnerfürsorge weiterhin ihre Aufmerksamkeit schenken. Das neue Rentnergesetz sei der beste Beweis dafür. Vorträge vor Veterinärmedizinern. Die Veterinärmedizinische Gesellschaft Gießen hielt im Hörsaal des Veterinärhygiemschen und Tierseuchen-Jnstitutes mit ihrer 6. Sitzung die erste wissenschaftliche Veranstaltung des Sommerhalbjahres ab. Nach einleitenden Worten des Vorsitzenden der Gesellschaft, Prof. Dr. C. Krause, und geschäftlichen Mitteilungen, ergriff der Leiter des parasito- logischen Laboratoriums der JG.-Farbenindustrie- AG.-Höchst a. M., Dr. med. vet. habil. Oskar Wagner, das Wort zu seinem Vortrag: „Grundsätzliches zur Entstehung und Bekämpfung der Pali- sodenwurmkrankheit der Pferde (Strongcliasis, Sclerostomiasis)". Die durch Parasiten der verschiedensten Art bei unseren Haustieren hervorgerufenen Erkrankungen spielen eine außerordentlich große wirtschaftliche Rolle. Wird doch der alljährlich mittelbar und unmittelbar durch sie hervorgerufene Schaden allein für das deutsche Reichsgebiet amtlich auf 400 Millionen Reichsmark geschätzt. Die wirksame Parasitenbekämpfung setzt die genaue Kenntnis der Ent- wicklungs- und'Lebensweise der einzelnen Parasiten voraus, die für zahlreiche Arten noch nicht, oder erst lückenhaft bekannt sind und der parasitologischen Forschung ein weites Arbeitsfeld bieten. Durch einen selbstaufgenommenen Filmstreifen unterstützt schilderte Dr. Wagner den Bau und die Entwicklung der Palisadenwürmer (Rundwürmer) der Pferde, und leitete daraus die zu ihrer Bekämpfung Die Feier des Muttertags. Bei der NSKOV.-Kameradschost Gießen. Die in Gießen wohnenden Mütter, die durch die NSKOV. betreut werden, kamen am Sonntag im Kath. Vereinshaus zusammen, um den Muttertag zu feiern. Frau jammert, Hinterbliebenen-Be- treuerin bei der Kameradschaft Gießen, und ihre Helferinnen hatten alles für eine würdige Feier vorbereitet. Kameradschaftsführer Pg. V o n h a r d hieß tn seiner Begrüßungsansprache alle herzlich willkommen. Alljährlich kommen wir zum Muttertag zusammen, um die Mutter zu ehren. An diesem Tage können wir einen kleinen Teil der Dankesschuld an sie abtragen. Zum erstenmal seien auch die Kameradenfrauen mit eingeladen worden, und er freue sich, daß so viele gekommen seien. Er hob hervor, daß es uns vergönnt sei, den Muttertag in so schöner Harmonie und in Frieden feiern zu können, sei unserem Führer Adolf Httler zu verdanken, der um das Wohl eines jeden deutschen Menschen besorgt sei. Bei Kaffee und Kuchen und fröhlichen Liedern der Jungmädelgruppe 1/116 vom Untergau Gießen unter der Führung von Elisabeth Schunk ging die Zeit schnell dahin. Herr Seitz vom Stadttheater bereitete durch kleine Erzählungen viel Freude und Frohsinn. In einem Schlußwort dankte der Kameradschasts- führer allen Mitwirkenden, besonders Herrn Seitz und den, Jungmädels, daß sie alle in so schöner Weise zum Gelingen der Feier bei getragen haben. Mit dem Gruß an den Führer fand die Feier ihren Abschluß. Bei den Westerwäldern. Vom Westerwald-Verein, Ortsgruppe Gießen, wird uns berichtet: Als Auftakt des Muttertages .spielte die Zupfmusikabteilung, und der Gemischte Chor sang Ständchen in der Frauenklinik und auf Iben Frauenstationen der Medizinischen und der Chirurgischen Klinik. Zu Beginn dieser Ständchen sang man unter Begleitung der Zupfmustk „Die Ehre Gottes" von Beethoven. Gesang und Musik wechselten ab. Dankbare Worte der Pattenten und des Personals wurden gesprochen. Man hatte die deutschen Mütter, die nicht zu Hause sein konnten, nicht vergessen, kein Wunder, daß auch Tränen des Dankes rollten. Abends traf man sich im Saale des Vereinslokales. Maiengrün und festtich dekorierte Tische, an denen den Müttern besondere Ehrenplätze hergerichtet waren, schmückten den Saal. Junge und alte Mütter, aber mit dem Herzen noch jung, saßen hier zusammen. Die Hausmusik eröffnete den Abend, und wieder erklangen von Chor und Zupfmusik „Die Himmel rühmen" unter Stabführung von Wander- famerab Barke. Herzliche Begrüßungsworte des Dereinsführers Gg. Mader hießen alle Mütter und Angehörige willkommen. Sodann sprach Dieb wart Pg. K. Holzel. Er ging näher auf die Ehrung der deutschen Mütter,ein und erwähnte besonders, daß die deutsche Mutter im neuen Deutschland unter unserem Führer Adolf Hitler wieder besondere Ehre und Wertschätzung genieße. Volkstänze, Zupfmusik und Vorttäge in oberhessischer Mundart von Inspizient Hs. Seitz, der sich im Sinne der guten Sache zur Verfügung gestellt hatte, wechselten miteinander ab. Sodann wurde jeder Mutter mit herzlichem Händedruck ein kleines Geschenk überreicht. Anschließend tanzte die Jugend einen Ehrentanz, dem eine Polonaise mit den lieben Müttern Doranging. So ging der herrlich verlaufene Muttertag zur Neige, und noch lange wird man der schönen Stunden der großen Wällerfamilie, die ganz im Sinne der Volksgemeinschaft stand, gedenken. erforderlichen, namentlich betriebstechnischen Maßnahmen ab. Den zweiten Vortrag hielt Stabsveterinär Dr. Dittmar (Mansbach) über: „Seuchenbekämpfung in einem modernen Remonteamt unter besonderer Berücksichtigung der Druse". Die der Veterinär- inspektton unterstellten Remonteämter bienerr der sachgemäßen Erziehung des Truppenpferd-Nachwuchses und sind die Orte, an denen die jungen Heerespferde ihre Kinderkrankheiten durchmachen. Die zielbewußte Anlage und Betriebsweffe dieser neuen Remonteämter tragen letzterem Umstand nach den neuesten.Grundsätzen der Tierhygiene und Seuchenbekämpfung Rechnung. Die wichtigste Erkrankung der Remonten ist seit jeher die Druse, eine Infektionskrankheit, die durch einen eiterigen Katarrh der Schleimhäute des Atmungsweges, insbesondere der Nasenschleimhaut, und die nachfolgende Vereiterung der zugehörigen Lymphknoten gekennzeichnet ift? lieber ihre Entstehung und Behandlung konnte der Vortragende aus seinem^ Wirkungsbereich zahlreiche aufschlußreiche Erfahrungen mitteilen, wobei er namentlich auf den eindeutigen und unmittelbaren Einfluß hinwies, den Witterung und Klima auf die Entwicklung und den Verlaus der Druse ausüben. Der mit großem Beifall aufgenommene Vortrag regte zu lebhafter wissenschaftlicher Aussprache an. Gießener Wochenmarktpreffe. * Gießen, 17. Mai. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, % kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 13, Klasse A 12/4, Klasse B 12, Klasse C ll1/», Klasse D 10^, gelbe Rüben und Karotten, % kg 12 bis 15, rote Rüben 12, Spinat 5 bis 10, Spargel, 1. Sorte, 50 bis 60, 2. Sorte 45, 3. Sorte 30 bis 35, Unterkohlrabi 8, Erbsen 28 dis 30, Zwiebeln 20, Schwarzwurzeln 20 bis 35, Rhabarber 15 bis 18, Kartoffeln, alte, % kg 5 Pf., '5 kg 44 Pf., 50 kg 3,30 bis 3,90 Mark, neue, Vt kg 20 Pf., Aepfel 15 bis 40, amerikanische Aepfel 50 bis 60 Pf., Suppenhühner — ...............MHI ■ 1,05 Mark, Blumenkohl, das Stück 60 bis 65 Pf.» Salat 5 bis 25 , Salatgurken 40 bis 70, Oberkohlrabi 20 bis 25, Lauch 5 bis 12, Sellerie 10 bis 40, Rettich 10 bis 15, das Bündel 30, Radieschen, das Bündel 5 bis 8 Pf. * »* 88 Jahre alt. Am morgigen Mittwoch, 18. Mai, wird die Wttwe des in Königsberg i. Pr. verstorbenen Profesiors der Geographie Dr. Zöppritz, Frau Sophie Zöppritz, Liebigstraße 39 wohnhaft, in Frische und Gesundheit 88 Jahre alt. ** Straßensperrung. Wegen Durchführung von Kanalbauarbeiten wird die Marburger Straße zwischen der Sttaße Am Rodtberg und der Bückingstraße in einer Länge von ungefähr 10 Meter für etwa acht Tage halbseitig gesperrt. *♦ Der Hessische Landesverband zur Bekämpfung der Tuberkulose veran- ftattet am kommenden Samstag, 21. Mai, anläßlich des 25jährigen Bestehens der Lupusheilstätte in Gießen im Hörsaal der Hautklinik eine Feierstunde. FEX 4 hättest Du verhindern können I NichtimmeristderStrumpf an der Lauf mosche schuld! Meist ist es das falsche Waschen - mit zu scharfem Waschmittell Ja-Strümpfe wäscht man eben wie alle zarten Sachen aus Kunstseide, Wolle, Zellwolle, wie alle empfindlichen Farben mit dem alkali- freien FEX. FEX wäscht in jedem Wasser - ob warm, kalt, hart oder weich - und ist billig: 40 Liter Waschlösung kosten nur 28 Pf. FEX alkalifrei das neuavti g eSunl i cht-Fel nwasehmiftel Dabei wird der Leiter der Lupusheilstätte, Professor Dr. Schultze, die Gedenkrede halten. Anläßlich dieser Jubiläumsfeier findet am 21. und 22. Mai die 64. Tagung der Vereinigung südwestdeutscher Dermatologen hier statt. Die Tagung wird eine Reihe von Fachvorttägen bringen. ** Balke nbrand. Am Sonntagoormittag ent- stand in dem Hause Kaplansgasse 17 infolge eines schadhaften Kamins ein Balkenbrand, der von der schnell Herbeigeeilten Feuerwache rasch gelöscht wer- den konnte. Durch dieses tatkräftige Eingreifen unserer Feuerwehrmänner war sofort alle Gefahr befestigt. Rundfunkprogramm Mittwoch, 18. Mai: 5 Uhr: Frühmusik. 5.45: Ruf ins Land. 6: Gym- nastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Wertpause. 9.30: Nur Frankfurt: Gaunachrichten. 9.40: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 10: Schulfunk. 11.40: Volk und Wirtschaft. 11.55: Offene Stellen. 12: Aus dem Ueberlandwerk Friedberg: Wertskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Tänzerische Suiten. 15: Kleines Konzert. 15.30: .^Hauptsächlich dient der Mund zum Essen." 16: Nachmittagskonzert. 18: Zeitgeschehen. 18.30: Der fröhliche Lautsprecher. 18.45: Fliegendes Deutschland. 19: Nachrichten. 19.10: Unser singendes, klingendes Frankfurt. 21: Stunde der jungen Nation. Im Maien, im Maien. 21.30: Klang der Landschaft. „Wagner am Rhein." 22: Nachrichten. 22.30: Unterhaltung und Tanz. Fäden hin und her. Vornan von Hedda Westenberger. Copyright by Carl Duncker Verlag, Berlin W 35. 24. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) Da wandern die hübschen Hände von den Ohren zu den Augen, und zwischen den Fingern hindurch tropfen doch wahrhaftig schon wieder die Tränen. Tante Martha steht ratlos und kopfschüttelnd. Was hat nur Marga Montwill diesem Kind getan? Was könnte sie ihm nur getan haben? „Erst fährt sie mit ihrem alten Klapperkasten beinahe den Seppl über den Haufen, beschimpft mich hierauf auf offener Straße und tut, als wenn ich eine dumme Gans wäre, und dann spielt sie sich sogar hier im Hause auf, als ob sich alles nur um sie drehen müßte. Papa ist auch schon nicht mehr ganz normal, und Lenzsch tänzelt um sie herum wie ein verliebter Auerhahn, und überhaupt und wenn sie nicht bald abfährt, gibt’s einen Mordskrach, einen Krach sage ich dir, und der alberne Lenzsch fliegt gleich mit raus." Tante Martha traut ihren Ohren nicht. Ist das die hochmütige, verschlossene Monika, die da so aus sich herausbricht? Das klingt ja, als ob sie ... „Aber, Kind, du bist ja eifersüchtig!" flüstert Tante Martha nach einer Weile. „Du s-tirbst ja vor Eifersucht!" „Ich? Eifersüchtig?" Monikas Hände fallen von ihrem verweinten Gesicht, als hätten sie Feuer berührt. Noch rollen ihre Tränen in runden hellen Kügelchen, aber in ihren Augen blitzt hellste Empörung: „Ich? Eifersüchtig? Tut mir leid, daß" du mich so mißverstanden hast. Aber woher sollst du auch begreifen, um was sich's handelt, wo du ... Und außerdem bist du ja selber ganz verschossen in diese Dame Montwill, du kuppelst ja schon zwischen den beiden! Ja, laß mich nur ausreden. Bitte, hast du mich vielleicht jemals mit Lenzsch allein gelassen, wenn die Gelegenheit dazu nur von dir abhing? Nie! Im Gegenteil, du hast so eifern dabeigefessen, daß es direkt... Aber ich sage ja nicht, daß ich mit diesem Lenzsch jemals allein fein wollte. Pöh, von mir aus kann er... Ich meine nur, wenn ich mit ihm aUeutbätte Jein wollen, so hast immer du mir cirviii' Strich^urch die Rechnung gemacht. Aber jetzt, da Fräulein Äpntwill es ge;n so einrichten wollte, daß sie mit ihm^llein ist, und schon fast zwei Stunden mit ihm allein ist, da hast du plötzlich im Haus zu tun und finPeft es nicht nötig, dabeizusitzen. Und warum? Weil du die beiden miteinander verkuppeln willst, und weil du mir den Lenzsch... Doch das hat ja gar keinen Zweck, darüber zu reden. Macht was ihr wollt---" Und ehe die noch vollkommen fassungslose Tante Martha, der verschiedenes dämmert, Zeit hat, ihr Erstaunen und noch einiges andere zu äußern, hat Monika, deren Hände kräftiger sind, als sie aussehen, sie schon beiseitegeschoben, um an der Tante vorbei die Treppe zu gewinnen. Erst als Monika schon unten in der Diele steht und hinter der Kellertür ihr Rad hervorzerrt, hat Tanta Martha oben ihren Geist wieder so weit in der Gewalt, daß sie die Nichte anrufen kann. Monika schaut ärgerlich hinauf. „Ja doch? was denn? Gib dir nur keine Mühe! Ich hab's satt, ich gehe." „Du kannst ja auch ruhig gehen", ruft Tante Martha spitz über das Geländer hinunter. „Vielleicht ist es sogar gut, wenn du dich draußen ein bißchen austobst. Aber sagen will ich dir nur noch eins: Ich bin zwar eine alte Frau, und zu meiner Zeit hat ein Mädchen überhaupt nicht gezeigt, wenn es verliebt war — aber eins haben wir schon damals gewußt: daß man dem Mann gegenüber, auf den man sein Auge geworfen hat, nicht so lächerlich launisch und s-pröde sein barf. Sieh dir nur mal Fräulein Montwill an! Warum sind sie denn alle so begeistert von ihr, dein Vater und Doktor Lenzsch und wahrscheinlich auch viele Herren in Berlin? Weil sie es glänzend vers-teht, so ein Mannsbild zu nehmen. Sie ist lustig und immer liebenswürdig und ganz gleichmäßig^ freundlich und unterhaltend und amüsant. Und du? Du sitzt herum wie ein S°tock, wie ein S-tock. Laß- dir das nur einmal gesagt sein!" Tante Martha hat in fliegender Hast gesprochen, denn während ihrer Rede hat Monika unten, ohne sich stören zu lassen, in ebenso großer Hast ihre Ausfahrt weiter vorbereitet, und daß sie „wie ein S-tock" herumsitzt, erfährt sie gerade noch zwischen Tür und Angel, dann schlägt die Tür zu, und beide Damen, Tante Martha oben auf der Treppe und Monika draußen auf der Straße, geben einen tiefen und abgrundschweren Seufzer von sich. Hach, bas Kinb! denkt Tante Martha. Und bann packt sie eine empörte Verachtung für sich selbst. Da ist sie boch buchs-täblich zwei Jahre lang blind um» bergegangen! Unb was jetzt? Wenn sie sich dem Pärchen Marga unb Lenzsch hindernb in ben Weg stellt, macht sie Marga unglücklich. Wenn sie aber Lenzsch nicht wieder mit Monika zusammenbringt, macht sie Monika unglücklich. Gott, wie schrecklich schwierig ist doch das Leben! Und Monika tritt indes grimmig ihre Pedale: Na schon, dann sitz' ich eben wie ein S-tock mnher. Aber wartet nur, der S-tock kann vielleicht eines Tages auch anders! Und auch ihr erscheint das Leben schrecklich kompliziert und schwierig. 17. Monika lieft einen Mann vom Boden auf. Monika trampelt also ziemlich verbittert auf ihrem Rad durch die sonntäglich belebten Straßen, und die Einwohner von Eigelstein schütteln hinter ihr her die Köpfe. Diese Aufmachung, dieses Gesicht zu einer Stunde, da andere sich frieolichen Gemüts um die Kaffeekanne gruppieren! Ein sonderbares Fräulein, das Fräulein Hammerbacher. Man wird nicht klug aus ihm. Aber warum sollten auch die Eigelsteiner klug aus einer jungen Dame werden, die nicht einmal selbst aus sich klug wird? Und die, während sie nun dahinfährt, ums Leben gern selber wissen möchte, ob sie ben Lenzsch wirklich zum Teufel wünscht, oder ob sie ganz im Gegenteil... Nein, sie wünscht ihn zum Teufel, Ehrensache, sie wünscht ihn zum Teufel. Sie hat ihn nie gern gehabt, noch weniger war sie verliebt. Er ist ihr völlig gleichgültig, nein, sogar verächtlich ist er ihr, mit seinem spärlichen Haar und dem albernen Getue um alle Damen herum. Wenn sie es genau bedenkt, hat sie ihn ja schon immer abgelehnt, und nur, weil er manchmal so drängte, hat sie ... ist sie ... konnte es passieren, daß sie bann wieder weich wurde und ihm einen Blick zu viel und einen zu innigen Händedruck oder ein zu zärtliches Wort zukommen ließ! Ach, dieser verflixte Märzwind! Er treibt einem richtig die Tränen in die Augen. Man kann gar nicht ordentlich sehen, und wenn man sich erst mal herbeiläßt, bas Taschentuch zu ziehen und über die Augen zu fahren, bann wird es nur noch schlimmer; dann sieht es beinahe aus, als heule man. Aber so ist der Märzwind, so scharf und so ... Monika zieht nicht das Taschentuch. Monika fährt sich mit dem Handrücken energisch über die obere Gesichtshälfte unter besonderer, allerdings verstohlener Berücksichtigung der Augen unb wirft bann energisch ben Kopf nach hinten: Mal an wys anberes benfen. Mal die Sonnenstreifen zwischen ben Bäumen genießen, mal die süßen Kätzchen, die in wenigen Tagen aus der Hülle brechen, betrauten, mal ben feuchten Erbgeruch einatmen unb sich vorstellen, daß in wenigen Wochen wirklich schon wieder Frühling ist. Monika hat die letzten Dillenstraßen nun hiitter sich und biegt in einen stillen, von Birken umsäumten Waldweg ein. Hier hinunter ist sie erst heute früh ntit dem Vater unb mit Lenzsch gelaufen, unb Lenzsch sah so nett aus in feinem Trainings- anzug unb war auch soo nett zu ihr und sie war so glücklich ... „Blöde Gans", sagt Monika plötzlich halblaut zu sich selbst und haut dabei so heftig mit der flachen Hand auf die Lenkstange, baß das Rad einen wilden Schlenker nach links hinüber macht. Mode Gans! Gibt's beim wirklich gar nichts anderes mehr als Lenzsch und Lenzsch und nochmal Lenzsch? Muß man an die Sterne am Himmel ober ben letzten Hallentennisbericht benfen wollen und doch wieder bei Lenzsch landen? Und übrigens, da man schon wieder bei diesem leidigen Thema ist: Tante Martha hat eigentlich recht. Gekämpft um ben Lenzsch, bas hat man ja eigentlich wirklich noch nicht getan. Noch nie. Und es käme vielleicht wirklich auf den Versuch an, ob man, wenn man um ihn kämpfte, diese Marga Montwill nicht boch noch aus bem Felbe schlagen könnte. Man müßte sich zu dieser Unternehmung eine Frist setzen, zum Beispiel bis heute abend um zwölf Uhr — früher wird Lenzsch ja wohl nicht in sein Sanatorium zurückkehren. Und wenn bis dahin Walter Lenzsch nicht reftlos kapituliert hat, bann soll ihn in Gottes Namen die anberc... Aber was tut benn1 der Herr da drüben im Wald? Warum hockt er benn so komisch verbogen auf der Erde unb legt ben Kops so schief? Neugierig verlangsamt Monika ihre Fahrt. Aah, der Mann photographiert! Jetzt legt er sich wahrhaftig ber Länge nach hin, stützt die Ellenbogen gegen die feuchte Erbe unb preßt ben Apparat vor die Augen! Was mag er benn mir ba unten an der Erde knipsen wollen? Uebrigens, ber gute Mann wird ja entzückend aussehen, wenn er wieder auffteht. Wo ber Boden noch so schneefeucht und klebrig ist... unb bie halbverfaulten Blätter. Der wirb ja Saures bekommen, zu Hause, von seiner Frau. Aber wahrscheinlich hat er keine. Nein, natürlich, sich zu bieser Jahreszeit mit bem Sonntagsanzug auf bem Boden umherkugeln, das getraut sich nur ein Junggeselle! Monika steigt ab und schiebt ihr Rad etwas näher zu der Stelle hin, wo der eifrige Photograph liegt So was muß man sich doch aus ber Nähe betrachten, nicht wahr? In diesem Augenblick hebt der am Boden ben Kopf. Monika fährt heftig erschrocken zusammen. Wie fatal, wie gräßlich unangenehm — ber eifrige Photograph ist Robert von Kahl. (Fortsetzung folgt.) SJ.4pori Aufstiegspiele zur Bezirksklasse. Dillenburg — Burgsolms 3:1. Die Spielstarke beider Mannschaften war ziemlich ausgeglichen. Der Platzoerein konnte durch einen schönen Schrägschuß in Führung gehen, Burgsolms glich aus. Ein Elfmeter, der verwandelt wurde, brachte Dillenburg erneut in Führung. Kurz darauf erzielte Dillenburg das dritte Tor, und damit stand der Sieg für die Platzherren fest. Aßlar — Lich 2:0. In jeder Halbzeit erzielten die Aßlarer ein Tor, die Licher Verteidigung war nicht auf der Höhe. Tabellenstand am 15.5. Unentsch. Verl. 6 Aßlar führt die Tabelle auf 2 2 0 0 0 2 2 3 4:2 4:10 3 7 1 5 des Pkte. 6:4 6:4 6:6 0 0 Grund Verein VfB. 24 Aßlar VfB.-R. Gießen Spiele 5 Gew. 3 3 3 FE. 20 Burgsolms Reichsbahn-Tuspo. Dillenburg VfR. Lich „ , , besseren Torverhältnisses. VfB.-R» Gießen steht zwar mit Aßlar punktgleich und hat auch, wie Aßlar, schon fünf Spiele durchgeführt. Dann folgt Burgsolms. DUlenburg hat erst zwei Spiele auf eigenem Platze durckgefichrt. Lich steht an letzter Stelle und kommt für den Aufstieg nicht mehr in Frage. Die Lage ist durchaus noch nicht geklärt. Erst die nächsten Spiele werden zeigen, wer aufsteigt. Unentsch. Verl. II 1 0 1 0 0 1 1 2 4 4 6 6 9 9 Pkte. 19:5 16:8 15:9 12:12 12:12 5:19 5:19 aus- aus- Gew. 9 8 7 6 6 2 2 SV. 33 Grüningen F.'A. Tv. Staufenberg Wißmar wird nun noch mit Muschenheim ein Vor- und ein Rückspiel machen um den Aufstieg zur 1. Kreisklasse. Der Kreisfachwart für Fußball hat die Pflichtspiele Die letzten Pflichtspiele in den Kreistlassen. Lollar n — SA.-Kampfgemeinschaft Gießen I 6:1. Die Lollarer hatten ihre II. Mannschaft durch Einstellung von Spielern der I. Mannschaft verstärkt, und so ist auch der hohe Sieg gegen die SA.-Mann- schaft zu verstehen. Wißmar I — VfB.-R. Gießen III 1:0. Durch diesen Sieg ist Wißmar nun endgültig Meister der 2. Kreisklasse, Gruppe B, geworden. Tabellensiand der Gruppe B, 2. kreisklaffe. Verein F.-A. Tv. Wißmar VfB.-R. Gießen III SC. 21 Dauvringen SA.-K. Gießen II Spv. 20 Heuchelheim der Kreisklassen für beendet erklärt. Die noch • stehenden Spiele können als Gesellschaftsspiele getragen werden. DfD.-Reichsbahn Gießen. Wißmar I. — VfB.-Reichsbahn III. 1:0 (0:0). Zum letzten Meisterschaftsspiel weilte die dritte Mannschaft der Grünweißen in Wißmar, doch war es ihr nicht vergönnt, zu einem durchaus möglichen Siege zu kommen, da der Sturm sich' mm der schlechtesten Seite zeigte. Die Gastgeber wurden in die Verteidigung gedrängt und konnten nur durch ihre Durchbrüche gefährlich werden. Bereits in der ersten Halbzeit hatten die Grünweißen Gelegenheit, sich den Sieg zu sichern, ober die Mannschaft brachte es nicht einmal fertig, einen Elfmeter zu verwandeln. Die Gastgeber sicherten sich durch ein überraschendes Tor den knappen Sieg. Damit hat sich die Mannschaft die Meisterschaft gesichert. Leihgestern I. — Großen-Linden I. 8:1 1:0. Am Sonntag weilte die erste Mannschaft des Turnvereins Großen-Linden in Leihgestern, um das fällige Rückspiel auszutragen. Leihgestern mußte mit zwei Mann Ersatz antreten, konnte ober das Spielgeschehen auf dem Spielfeld trotzdem diktieren. Die Gäste gingen vom Anstoß an mächtig vor das Tor der Einheimischen. Aber die Hintermannschaft der Einheimischen erwies sich als sicher und ließ keinen Treffer der Gäste zu. Langsam wurde dann die bessere Technik der Leihgesterner und größere Erfahrung durch ein Führungstor aus gedrückt, dos der Halbrechte erzielte. Roch weitere schwere „Bdmben" scheiterten an dem aufmerksamen Hüter der Gäste, bis der Halbzeitpfiff ertönte. Noch der Pause schnürte Leihgestern die Gäste in ihre Hälfte ein. Nur hin und wieder sah man einen Angriff der Gäste, die aber ihren Meister in der sicheren Hintermannschaft der Blauweißen fanden. Immerhin dauerte es eine Weile, bis Leihgestern das Ergebnis auf 2:0 erhöhen konnte. Da klappten die Gäste völlig zusammen, und nun spielten nur noch die Leihgesterner, die immer wieder das Gästetor berannten, aber bei der verstärkten Abwehr keine Lücke fanden. Als dann auf 4:0 erhöht werden konnte, sah es für die Gro- ßen-Lindener schlecht aus, und in regelmäßigen Abständen fielen noch weitere vier Treffer, denen gegenüber die Großen-Lindener durch eine harte Elfmeterentscheidung zu ihrem einzigen Treffer kamen. Bei den Leihgesternern zeigte sich der Ersatztormann als sicher, er hatte abfr keine schweren Sachen zu halten. Von der Verteidigung sah man keinen Fehler, die Läuferreihe zeigte ihr gewohnt gutes Spiel. Der beste Mannschaftsteil war diesmal der Sturm. Laux I., der schon zwölf Jahre die Farben der Spielvereinigung vertritt, war in ausgezeichneter Verfassung und erledigte als zurückgezogener Stürmer ein großes Arbeitspensum. Fast olle Tore leitete er ein und beteiligte sich auch diesmal am Toreschießen'. Bon den Gästen, die in stärkster Aufstellung an- traten, war man enttäuscht. Der Hüter verhinderte eine höhere Niederlage. Alle übrigen waren dem besseren Platzbesitzer nicht gewachsen. Handball im Tv. Klein-Linden 1889. Tv. Klein-Linden — Tv. Krofdorf 12 :9 (3:4). Zu einem Freundschaftsspiel hatte am Sonntag die erste Jugend des Tv. Klein-Linden die gleiche des To. Krofdorf eingeladen. Gleich zu Anfang schoß Klein-Linden den Führungstreffer, dem die flinke Mannschaft von Krofdorf wenige Minuten später ein Tor entgegensetzen konnte. Bis zur Pause waren die Gäste überlegen. Zu Beginn der zweiten Halbzeit legte Krofdorf mächtig los und konnte auch längere Zeit, namentlich infolge der Durchbrüche seines sehr flinken Halbrechten, führen. Der Kampfgeist der Klein-Lindener jungen Mannschaft setzte sich jedoch immer wieder durch. In der letzten Viertelstunde spielte Klein-Linden überlegen und wurde schließlich mit 3 Toren Unterschied verdienter Sieger. Schöne Erfolge der Gießener Basketballer in Bad Kreuznach. Die Frauen werden Turniersieger. Dos von insgesamt 20 Mannschaften beschickte Basketballturnier des To. Kreuznach brachte den Gießenern schöne Erfolge. Wenn auch auf Grund ihrer größeren Spielerfahrung die Kreuznacher in der Männerklasse dominierten, so konnten die Hiesigen doch die übrigen Mannschaften schlagen. Hervorragend hielten sich die Frauen, die durch Erfolge über Mainz und Kreuznach den Turniersreg errangen. Ausführlicher Bericht folgt. Sport der Studenten. Am Mittwoch trägt die Gießener Studentenschaft ein Handball- und ein Fußballspiel gegen die Wettkampfmannschaften der Hochschule für Lehrerbildung Darmstadt aus. Die Studenten stellen dazu folgende Mannschaften: Handball: Mayer; Seipp, Bork; Sturm, Krousch, Ringk; Götzelt, Walz, Watz, Winter, Schmidt. Fußball: Rühlmann; Becker, Bill; Weber, Pon- tani, Weyer; Krämer, Lenz, Hanfland, Rößchcn, Jäger. Kurze Sportnotizen. Die großdeutsche Fußballelf spielt am kommenden Mittwoch, 18. Mai, im Düsseldorfer Rheinstadion gegen Aston Villa in folgender Ausstellung: Jakob (Jahn Regensburg); Janes (Fort. Düsseldorf), Streitle (Bayern München); Wagner (Rapid Wien), Mock (Ostmark Wien), Kitzinger (FC. Schweinfurt); Malecki (Hannover 96), Stroh (Ostmark Wien), Lenz (Borussia Dortmund), Neumer (Ostmark Wien), Peffer (Rapid Wien). Deutschlands Amateurboxer, vor allem unsere Nachwuchskräfte, werden künftig stärker beschäftigt und in Ranglisten geführt. Als erste Maßnahme hierzu wurden eine Nationalstaffel und eine Nachwuchsstaffel, bestehend aus je vier Mannschaften, gebildet. Laszlo Hartmann, der ungarische Rennfahrer, ist im Krankenhaus in Tripolis an den beim „Großen Preis von Tripolis" erlittenen Sturzver- letzungen gestorben. Hans Stuck hat jetzt den Rennwagen mit dem Motorboot vertauscht und fuhr auf dem Züricher See den ersten Streckenrekord. Er erzielte auf der Strecke Rapperswil—Zürich 81,9 km/st. Fechten der Frauen. Turnverein von 1846 Gießen bei den Meisterschaften des SauesXII erfolgreich. Am Sonntag fanden in Marburg die diesjährigen Meisterschaften im Fechten der Frauen des Gaues 12 statt. Obwohl die zahlenmäßige Beteiligung gegen die der Vorjahre etwas zurückblieb, war doch in der Kampfstärke der einzelnen Fechterinnen ein erfreulicher Fortschritt zu verzeichnen. Schon in den Vorrunden mußte alles Können eingesetzt werden, um in die Endrunde zu gelangen. Das geht schon daraus hervor, daß bekannte Fechterinnen, die im vergangenen Jahr noch in der Entscheidung mitfochten, Bereits in den Vorrunden ausscheiden mußten. Die 14 Fechterinnen, dse sich zu dem Kampf um den Meistertitel eingefunden hatten, waren aus Kassel, Hanau und Gießen. Leider fehlten in diesem Iaht die Bewerberinnen aus Wetzlar und aus Bad-Nau- heim. Der Turnverein von 1846 Gießen war durch seine Fechterinnen Frau Christel D r e b e s , Frl. Chrissy Castein, Frl. Lotte Hahn und Frl. Else Wirth vertreten. Aus den beiden Vorrunden von je 7 Teilnehmerinnen qualifizierten sich 8 für die Endrunde, und zwar: Frl. Oehlighoff, CT. Kassel, Frau Lengemann, CT. Kassel, Frau Gerlach, Reichsbahn-Sportverein Kassel, Frl. Tillmann, CT. Kassel, Frau Iaenecke, Turn- und Fechtklub Hanau, Frau Drehes, Tv. 1846 Gießen, Frl. Castein, To. 1846 Gießen, M- Hahn, Tv. 1846 Gießen. Frl. Else Wirch, die im vergangenen Jahr bei den Gaumeisterschaften in Gießen den zweiten Platz belegt hatte, focht diesmal unter äußerst ungünstigem Stern und mußte in der Vorrunde bereits ausscheiden. Dafür gelang es den übrigen drei Teilnehmerinnen des Tv. 1846, sich in die Endrunde durchzukämpfen. Es verdient besonders hervorgehoben zu werden, daß es auch diesmal Frl. Lotte Hahn die sich durch eifriges Training in der letzten Zeit ein beachtliches Können aneignete, gelang, in die Entscheidung zu kommen. Den Aufstieg in die Endrunde erkämpfte sie sich in einem Stichkampf gegen Frau Faoreau (Hanau) und Frau Moll (Kassel), da alle drei Fechterinnen mit Sieggleichheit aus der Vorrunde hervorgegangen waren. Ergebnis. 1. Siegerin und Gaumeisterin wurde Frl. Oeh - l i g h o f f (Kassel) mit 6 Siegen. 2. Siegerin Frau Drebes (Tv. 1846 Gießen) mit 5 Siegen. Frau Drehes, die in ausgezeichneter Form focht und wohl als die beste Fechterin des Tages angesehen werden kann, mußte sich in dem Entscheidungskampf gegen Frl. Oehlighoff nur ganz knapp 3:4 geschlagen bekennen. 3. Siegerin Frau Iaenecke (Hanau) 4 Siege. 4. Siegerin Frau Lengemann (Kassel) 4 Siege. Die Entscheidung um den dritten und vierten Platz mußte in einem Stichkampf zwischen Frau Iaenecke und Frau Lengemann gefällt werden, da beide Fechterinnen bei gleicher Siegzahl ein gleiches Trefferverhältnis aufzuweisen hatten. Den Kampf gewann Frau Iaenecke 4:2. 5. Siegerin Frl. Tillmann (Kassel) 3 Siege. 6. Siegerin Frl. Chrissy Castein (Tv. 1846 Gießen) 2 Siege, 21 Treffer. 7. Siegerin Frau Gerlach (Kassel) 2 Siege, 23 Treffer. 8. Siegerin Frl. Lotte Hahn (Tv. 1846 Gießen) 2 Siege, 24 Trcjfex, Handball im Kreis Gießen. Tv. Lesselstadl — Tv. Lützellinden 17:7. Für viele dürste dieses Ergebnis eine nicht geringe Ueberraschung bedeuten. Es geht aber tatsächlich in Ordnung. Lützellinden hat eine Niederlage in Kauf nehmen müssen, die in seiner langjährigen Handhallgeschichte einzig dasteht. An und für sich könnte man nichts gegen den Spielausgang sagen, wenn man nicht wüßte, daß Kesselstadt keineswegs um eine Klasse besser ist, als unser heimischer Meister. Hier müssen andere Gründe mitgespielt haben. Und so ist es denn auch. Die Gaste' hatten Ersatz mitgenommen, der eine — wie sich gezeigt hat — schwerwiegende Umstellung im Gefolge hatte. Dadurch kam die Mannschaft nach gutem Start immer mehr ins Hintertreffen und mußte sich trotz verzweifelter Anstrengungen hoch geschlagen bekennen. Ungewohnt war naturgemäß auch der große Platz, der Lützellinden gar nicht zusagte und der nicht zuletzt das Spiel ausschlaggebend beeinflußte. Wie irregulär das Ergebnis ist, beweist schon die Tatsache, daß Kesselstabi gegen Butzbach nur knapp gewann und daß Lützellinden Butzbach ganz sicher schlagen konnte. Bezirksklasse. In der Bezirksklasse kam kein Spiel zum Austrag, nachdem 1900 Gießen dem VfL. 1860 Marburg die Punkte kampflos überließ und Roth noch üm letzten Augenblick seine Mannschaft zurückzog. Roth muß mit Rücksicht darauf im nächsten Jahre 1. Kreisklasse spielen, so daß wir in der Staffel 4 — wenn alle Mannschaften melden werden — unter Berücksichtigung der beiden Staffelsieger der 1. Kreis- klasse insgesamt 10 Mannschaften haben werden. 2. kreisklasse. Durch die Absage der Mannschaft des Tv. 1846 ist inzwischen die gewünschte Klärung in der Staffel 2 der 2. Kreisklasse eingetreten. Sieger wurde der Tv. Lich, der nunmehr an den weiteren Spielen teilnehmen wird. In der Staffel 3 ist die Entscheidung noch nicht, gefallen. Denn die 2. Mannschaft des To. Wetzlar gewann 7:4 gegen die Kampfspielgemeinschaft j 33. Dadurch wird ein Entscheidungsspiel zwischen Nauborn und der Mannschaft der SA. notwendig. Die Aufstiegsspiele der 2. Kreisklasse werden in zwei Gruppen aufgeteilt, und zwar spielen zusammen in der Gruppe I: To. Wißmar, To. Lich und To. Atzbach. „ II: To. Dillenburg u. der Sieger d. Staffel 3. Wirtschaft. Rhein-Mainische Börse. rNitlagsbörse unregelmäßig. Frankfurt a. M., 16. Mai. Die Börse war 3um Wochenbeginn wieder ohne Anregung vom Publikum, da sich dessen Kaufaufträge in engsten Grenzen hielten und zudem nur wenige Spezial- werte betrafen. Hingegen erfolgten aus jüdischen Kreisen wieder Abgaben, denen sich die Börse nur wenig aufnahmebereit zeigte. Die Umsätze blieben auf allen Gebieten sehr klein. Am Aktienmarkt war die Kursgestaltung uneinheitlich, es überwogen jedoch Abschwächungen. Am Montanmarkt betrugen sie bis 0,75 v. H., nur Verein. Stahl 0,25 v. H. höher mit 109 und von Kohlenwerten Harpener nach Pause 172,40 (170). Schwächer lagen ferner Metallgesellschaft mit 137,25 (139), Rütgerswerke mit 155,50 (156,75), Licht und Kraft mit 141,25 (142,75), Gessürel mit 145,75 (147,25) und Reichsbank mit 197 (197,50). Mafchi- nenaftien lagen gut behauptet, teilweise 0,25 bis 0,50 v. H. höher, so Eßlinger und Adlerwerke. Etwas Interesse verblieb für IG- Farben zu 159,25 (158,90), auch Goldschmidt voll behauptet mit 142,75. Am Rente nmar kt blieb es vorläufig noch sehr still, Abschlüsse erfolgten zunächst nicht. Gold- pfandbriefe waren weiterhin gefragt, das Angebot blieb überaus klein, fo daß vielfach Strichkurse vorlagen und im übrigen repartiert wurde. Von Liquidationswerten Pfälzische nach Pause 101,50 (101,25). Stadtanleihen und Kommunal-Obligationen waren fast unverändert, ebenso wiesen Staatswerte kaum Abweichungen auf. Industrie-Obligationen zeigten die üblichen leichten Schwankungen. In der zweiten Börsenstunde schrumpfte das Geschäft stark ein, und die Aktienkurse bröckelten größtenteils leicht ab. IG. Farben waren etwas an- geboten und gingen auf 158,25 nach 159,25 zurück, andererseits Metallgesellschaft 0,50 v. H. erholt auf 137,75. Die später notierten Werte wiesen Veränderungen von etwa 0,25 bis 0,75 v. H. auf, darüber hinaus gaben Allg. Lokal und Kraft auf 151,50 (153,25) nach. Bemberg wurden zu 150,50 (150) gefragt. Abendbörse geschäfkslos. Die Abendbörse war auf allen Marktgebieten nahezu geschäftslos. Soweit Abschlüsse überhaupt erfolgten, gingen sie über Mindestheträge nicht hinaus. Die wenigen notierten Papiere zeigten kein einheitliches Bild, sie wiche» etwa 0,25 bis 0,50 v. H. ab. Angebot wurde kaum bemerkt, wie auch anderseits keine Nachfrage vorlag. Von Montanwerten bröckelten Mannesmann, Verein. Stahl und Deutsche Erdöl je 0,25 v. H. ab, hingegen kamen Hoesch mit 113,25 (112,75) an. Niedriger waren ferner Adlerwerke mit 120,50 (121), MAN. mit 136 (136,50), Bemberg mit 150,25 (150,50), Metallgesellschaft mit 137,50 (137,75), Rheinmetall mit 146,25 (146,65) und Westdeutsche Kaufhof mit 108,25 (108,75). Anderseits erholten sich Gessürel um 0,25 v. H. auf 146, ebenso um je 0,25 v. H. Hapag mit 77,50 und Betula mit 162. IG. Farben lagen mit 158,25 behauptet, ferner u. a. Licht und Kraft mit 141,25, Moenus mit 135, DDM. mit 176 und Scheideanstalt mit 248,50. Der Rentenmarkt mar völlig geschäftslos. Von den amtlichen Werten kam nichts zur Notiz, und im Freiverkehr hörte man Kommunql- Umschuldung mit 96,20. — Am Einheitsmarkt zogen Faber & Schleicher 0,50 v. H. an auf 108,50. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 16. Mai. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W13 210, W16 213, W 19 217, W 20 219, Roggen R 12 190, R 15 193, R 18 197, R19 199 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste —, Futter- hafer —. Weizenmehl Type 812 W 13 29,50, W 16 29,60, W 19 29,60, W 20 29,95, Roggenmehl Type 11.50 R 12 22,45, R15 22,80, R18 23,30, R19 23,50 plus 50 Pf. Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W 13 10,75, W 16 10,90, W 19 11,10, W20 11,20. Roggenkleie R 12 9,95, R15 10,15, R18 10,40, R19 10,50 Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Soyaschrot —, Palmkuchen —, Erdnußkuchen —, Treber 14,00 Höchstpreis ab Erzeugerstation, Trockenschnitzel —, Heu 5,50, drahtgepreßt —, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt 3,30, gebündelt 3,00 Erzeugerhöchstpreis frei Erzen- gerverladestation. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 17. Mai. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 750 Kälber, 49 Schafe, 4800 Schweine. Es kosteten: Kälber 35 bis 65 Mark, Hämmel 35 bis 50, Schafe 35 bis 42, Schweins 49,50 bis 56,50 Mark. — Marktverlauf: Kälber und Schweine zugeteilt, Hämmel und Schafe mittelmäßig. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbcmkdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. * Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2IL Frankfurt a. M. Berlin Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schluß!. Abendbörse Schluß- kurs Schluß!. Mittag, börse Schlußkurs Schluß!. Abend- börse Schlußkurs Schluß!. Mittag- börse Datum 14-5. 18-5. 14.5. 16-5. Darum 14.5. 16.5. 14-5. 16.5. 6% Deutsche ReichSanleihc v. 1927 102 102 102 102 Accum ulatoren-Fabrik.......14 — — 244,4 241,75 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 4%% Deutsche Reichsschatzanwei- 99,3 99,3 99,3 99,3 Aschaffenburg Zellstoff........6 Bemberg...................O 135,75 150 135,75 150,25 136,5 149,5 136 150 jungen von 1935 ............ 4%% Deutsche ReichSschatzanwm Bekula ................8 BuderuS Eisen...............5 161,5 120,25 162 119,5 162,4 120 162.4 jungen von 1935, II. Folge ... 4V2% Deutsche ReichSichatzanwei- 99,75 99,9 99,75 99,9 Cement Heidelberg........... 8 Conti Gummi.............. 14 159 204,5 159 204,5 204,75 205 sungen von 1936, III. Folge .. •— —— — Daimler Motoren.......... 6>/2 151 150,5 isa, 5 150 514% Doung Anleihe von 1930 .. 104,25 104,25 104,25 —— Dessauer Gar............... 5 —— —— 124,25 123,75 4>/r% Hessische Bolksstaot von 1929 4y>% Deutsche Reichspostschatz von 100,5 100,5 — — Deutsche Erdöl .............. 6 Deutsche Gold- und Silber .... 9 143,25 248,5 142,75 248,5 143,65 142,5 1934 I...................... 4J/2% Deutsche Retchsbahnschatz 100,65 100,65 — 100,75 Deutsche Linoleum..........10 Elektrische Lieferungen........6 173,5 121 173,5 121,5 174 120.75 173,5 122 von 1936 I.................. 100 100 100 100 Elektrische Licht und Kraft.....7 142.75 141,25 142,9 141,75 Reichs anleihe-Altbesitz.......... Lberhessen Provinz-Anleihe mii 133,8 133,75 133,8 133,5 g. G. Farben-Jndustrie.......7 Felten & Guilleaume.........6 158,9 143,75 158,25 143,25 158,9 144,25 158,4 142,75 Auslos.-Rechten.............. 414% Hess. Lan desbk. Darmstad. — — — Gessürel....................7 Th. Goldschmidt............. 7 147,25 142,65 146 142,75 146,75 143 145,4 143 Goldpfe. N. 12............. 5’/2% Hess. Landes-Hhv Bank 100,25 100,25 — - Gritzner Maschinen...........O Harpener................. 4*4 — 172,4 48.65 172,25 48,65 172,75 Ctqu. Goldpse............... 414% Breuß. LandeSpfdbr.-Anst 101 101 — — Hoesch Eisen................. 5 Philipp Holzmann...........8 Ilse Bergbau................ 7 113,5 166 112,75 165,5 113,75 166.5 113 166 Goldpfe. fff. 19.............. 100 100 100 100 — — 164 164 414% Preuß. Gold-Komm. R. 20 4‘/z% Darmstädter Komm.-Lam desbank R. 6................ Deutsche Koinm.-Sammel-Anleihe 100 100 100 100 Jljc Genüsse................ 7 Kalt Aschersleben............4 139 138,13 139,25 107,25 138,5 99,75 99,75 — — Klocknerwerle ............... 5 Kokswerke und Chemische Fabrik 7 — 120 121 157 121,5 156,75 Auslos.-Rechte I.............. 139,5 139,75 140 140,13 Lahmeyer..................6 132,5 132,5 132,5 133 414% Franks. Hyp. Goldpfe. R. 15 4’/j% Franks. Hyp. Gold-Komm 100 100 — Mainkraft...................4 Mannesmann...............L 96,65 114,65 96,65 114 114,9 114,25 £bl. 'S 3.................... 5y2% Franks. Hyp. Liquidation 100 100 — — Mansfelder Bergbau......... 7 Metallgesellschaft.............6 139 137,5 148,75 138,5 148,4. 137,75 Goldpfe..................... b'/r% Rheinische Hyp. Liquidation 101 101 — — Orenftein & Koppel..........O Rheinische Braunkohle.......12 231,5 231,5 116,5 231,5 116,25 Goldpse..................... 101 101 101 101 Rheinische Elektro............6 — 128 127,75 Steuerautschein-Berrechnungskur- 111,45 11M5 111,65 111,65 Rheinstahlwerke............ 6 Rbeinisch-Westfälische Elektro .. 6 143,65 125 142,25 125.65 143,75 125,9 142,75 125.13 A.G. für Verkehrswesen .... 6*4 138,25 137,5 138 137,65 RütgerSwerke ...............7 156,75 155,5 . 156,4 156 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 132,25 — 132,25 Salzdetfurth Kali............6 — — 164,75 Hamburg-Amerika Paket......0 77,25 77,5 77 78 Schlickert L Co...............7 184 — 184,5 184,5 Norddeutscher Lloyd..........v 79,65 78,9 — 79,5 Schultheis Patzenhofer........4 —— 103,5 103 Deutsche Reichsbahn Borz.-Akt. 7 126,5 126,25 126,25 126,5 Siemens & Halske.......... 10 Süddeutsche Zucker.......... 10 218,25 210,25 217,5 211 207,75 212,5 217,75 Reichsbank................. i 197,5 197 197,25 196,75 Vereinigte Stahlwerke........5 108,75 108,5 109,13 108,5 Berliner Handelsgesellschaft . 6 y2 127,5 127,5 127,65 127,65 Westdeutsche Kaufhof.........O 109 108,25 109 108 Commerz- und Privat-Bank ... 6 116 115,9 116 115,9 Westeregeln Mali............4 106,75 106 106 Deutsche Diskonto............ 6 120,25 120,25 120,25 120.25 Zellstoff Waldhof.......... 7 147 146,25 147 146 Dresdner Bank........... 5 113 112,9 113 112,9 Ltavi Minen..............0,65 25,65 25,65 25,75 14.Mai IK.Mal Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld ! Briet Geld I Briet Buenos Aires Brüssel............. Rio de Janeiro Voten.................... Kopenhagen Danzig................... London HelsingforS................ Parti....... ............ Holland ............ Italien 0,651 0,655 0,651 0,655 41,90 41,98 41,93 42,01 0,145 0,147 0,145 0,147 47,00 47,10 47,00 47,10 55,25 55.37 55,19 55,31 47,00 47,10 47,00 47,10 12,375 12.405 12,36 12,39 5,47 5.48 5,46 5,47 6,963 6.977 6.963 6,977 137,80 138,03 137,69 137,97 13,09 13,U 13,03 13,11 14-Aiai 16.Mai Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Briet Geld Bries 3a Dan.................... 0,721 0,723 0,720 0,722 Jugoslawien.............. 5,694 5,706 5,694 5,706 Oslo................ 62,20 62,32 62,12 62,24 Eten..................... — — Lissabon.............. 11,24 11,26 11,23 11,25 Stockholm................ 63,79 63,91 63,71 63,83 Schweiz.................. 56,80 56,92 56,74 56,86 Spanien.................. —— —— Drag.................... Budapest ................ 8,656 3,671 8,656 8,67- NeUyoÄ 2,489 3,4931 M83 M$ Aus der engeren Heimat. 10 Güterwagen im Bahnhof Wetzlar entgleist. Am TNontag um 16.15 Uhr entgleiste im V a h n h o f Wetzlar auf der Strecke Dillenburg— Gießen vor der Lahnbrücke bei der Ausfahrt nach Gießen ein G ü t e r z u g mit dem vorderen Zugteil. Es find etwa 10 Güterwagen entgleist, wodurch großer Sachschaden entstanden ist. Zunächst waren für einige Stunden beide Gleise gesperrt. Der Verkehr wurde auf dem Gleis der Strecke Köln—Gießen aufrechterhalten, die Züge der Strecke Koblenz—Gießen mußten über den Wetzlarer Verschiebebahnhof umgeleitet werden. Um 1.50 Uhr war das Gleis Gießen—Wetzlar wieder befahrbar. Das Gleis Wetzlar—Gießen bleibt vorerst noch für etwa 24 Stunden gesperrt. Die Ursache der Entgleisung muh die Untersuchung ergeben. Es steht aber jetzt schon fest, daß Mängel am Oberbau oder an der F a h r - straß-enprüfung nicht vorgelegen haben. Schwerverletzt am Bahnkörper aufgefunden. * Usingen, 16. Mai. In der Nähe des Eisenbahntunnels bei Grävenwiesbach wurde Montag früh von einem Streckenwärter ein 18 Jahre altes Mädchen aus Naunstadt (Kr. Usingen) m i t schweren Verletzungen neben dem Bahnkörper ausgefunden. Das Mädchen mußte mit Beinbrüchen, einem Beckenbruch und einer Gehirnerschütterung in die Klinik zu Gießen gebracht werden. Bisher war noch nicht festzustellen, ob es sich um einen Unglücksfall oder um ein Verbrechen handelt, da das Mädchen noch keine Aussagen machte. Es unterhielt ein Verhältnis mit einem jungen Manne, das von den Eltern nicht gebilligt wurde. Dieser junge Mann hat sich Montag früh der Polizei in Ufingen zur Verfügung gestellt. Gemeinsamer Selbstmord geplant? Wie wir aus Anfrage bei der Gendarmeriebehörde iw Usingen hören, handelt es sich bei dem jungen Mann um den 19 Jahre alten Albrecht Geiß aus Frankfurt a. M., der als Fürforgezögling der Fürsorgeanstalt in Idstein anvertraut und zur Arbeitsleistung bei einem Einwohner von Ramstadt untergebracht war. Geiß will mit dem Mädchen in der Nacht zum Montag zechend in einer Wirtschaft in Grävenwiesbach gesessen haben, von wo sich beide gegen Mitternacht aus den Weg machten, um — wie Geiß bei der Gendarmerie angab — gemeinsam aus dem Leben zu scheid e n. Sie begaben sich an die obengenannte Stelle des Bahnkörpers, wo sie versteckt warteten, bis der e r st e Zug non Grävenwiesbach nach Wetzlar gegen 4.30 Uhr die fragliche Stelle passierte. Als die Lokomotive vorbei war, wollten beide — so sagt Geiß — vorgesprungen sein, um sich unter den Zug zu stürzen. Dabei sprang das Mädchen voran, und es wurde von dem Zug zur Seite geschleudert. Geiß, der das Mädchen an der Hand hielt, verlor nun den Mut und ließ das Mädchen los. Er machte sich davon, ohne sich um das bedauernswerte Mädchen zu bekümmern. Unterwegs traf er einen Mann, dem er den Vorfall erzählte. Darauf stellte er sich der Polizei in Usingen, die chn der Gendarmerie übergab, von wo er heute dem Amtsgericht vorgeführt wird. Autobrand auf der Landstrabe. ch Großen-Linden, 15. Mai. Am Samstagnachmittag geriet auf der Straße nach Klein- Linden, am sogenannten „Lindener Eck", ein auf der Fahrt nach Gießen befindlicher Transportwagen der Veterinärklinik Gießen während der Fahrt in Brand. Die beiden Insassen, der Fahrer und der Beifahrer, konnten noch schnell die beiden jungen Pferde aus dem Wagen herausholen und in Sicherheit bringen. Die Tiere erlitten nur leichtere Verbrennungen und dürften kaum Schaden davontragen. Der Transportwagen brannte, trotzdem die Motorspritze von Gießen in kurzer Zeit zur Stelle war, völlig zusammen. Die Reste wurden später abgeschleppt. Wegen des an der Unfallstelle sich befindlichen Waldes war die Gefahr sehr groß, daß. sich das Feuer auf den Wald ausdehnen konnte. Infolge des Eingreifens der Motorspritze war diese Gefahr aber bald behoben» 40 ZahreKonitzkystist in Bad-Nauheim. Lpd. Bad-Nauheim, 16. Mai. Das K o - n i tz k y st i f t in Bad-Nauheim ist die größte moderne Herzklinik Deutschlands. Im April konnte das Konitzkystift auf ein 4 0 j ä h r i g e s B e st e h e n zurückblicken. Das gab dem Verwaltungsrat der Anstalt Anlaß, der Stifterin und der Gründung durch eine Feier zu gedenken, die am 17. Mai stattfindet und bei der der Chefarzt Professor Dr. W. L u e g die Festrede halten wird. Am 17. September 1895 stiftete Frau F. Th. K o - nitzky, geborene de Voß, aus Bremen gebürtig, damals in Antwerpen wohnend, Witwe des 1895 gestorbenen Fr. Wilh. Konitzky, 25 000 Mark als Grundstock für den Neubau des Kurhospitals in Bad-Nauheim zum Andenken an ihren Mann, der eine Reihe von Jahren in Nauheim als Kurgast Linderung seines Leidens gefunden hatte. Weitere erhebliche Zuwendungen Frau Konitzkys sicherten die Finanzierung des Baues. Am 29. April 1898 fand die Einweihung des neuen Kurhospitals statt. Es erhielt den Namen Konitzkystift der Stadt Bad- Nauheim. Frau Konitzky, die heute noch in Bremen lebt, wurde vom damaligen Großherzog von Hessen das Ritterkreuz 2. Klasse des Hessischen Lud- wigsordens verliehen. Bei der Feier des 25jährigen Bestehens ernannte die Stadt Bad-Nauheim Frau Konitzky zur Ehrenbürgerin. Im Laufe der Jahre war das alte Haus den erhöhten Anforderungen nicht mehr gewachsen. Nachdem eine Anzahl von Landesversicherungsanftalten, denen sich noch die Reichsbahn-Arbeiterpenfionskasse in Berlin zugesellte, die Gewährung von Darlehen zu Vorzugszinsen zugesichert hatte, beschloß der Stadtrat 1930 den Erweiterungsbau und stellte dafür den Kredit von einer Million Mark zur Verfügung. Der Neu- und Erweiterungsbau ist ein besonderes Verdienst des damaligen Bürgermeisters Dr. Ahl. Am 10. Mai 1932 wurde das-Konitzkystift in seiner heutigen Form mit einer würdigen Feier, der auch die Ehrenbürgerin Frau Konitzky beiwohnte, seiner Bestimmung übergeben. Landkreis Gießen. £ Wieseck, 17. Mai. Gestern starb im Alter von fast 75 Jahren unser früherer Polizeidiener Georg Wilhelm Weller. Während des Krieges, im Juli 1915, wurde ihm der Polizeidienst übertragen, den er bis zum August 1929 ausübte. Während dieser langen Zeit lerrite man in Weller einen gewissenhaften Beamten kennen, der durch sein stets zuvorkommendes Wesen sich die Wertschätzung seiner Vorgesetzten, aber auch darüber hinaus der ganzen Gemeinde erwarb. OO Klein-Linden, 16. Mai. Die Jung- mädelgruppe 17/116, zu denen die Jungmädel von Klein-Linden und Allendorf (Lahn) zählen, hatte für Sonntag Eltern und Freunde zum Besuch einer Werkschau im Hitlerheim eingeladen. Die Jugend zeigte die Arbeit des verflossenen Winters, die in Heim- und Werkabenden gemeinsam geleistet worden war. Man sah Hand- und Bastelarbeiten mannigfacher Art, die alle An-' erfennung der Besucher fanden. Auch die oft künstlerisch ausgestatteten Berichte von gemeinsamem Erleben auf froher Fahrt fanden gebührende Beachtung. Die Ausstellung war gut besucht. A Daubringen, 15. Mai. In einer Kurve am Ausgang des Hanget st ei ns ereignete sich am Samstagnachmittag ein Unglücks fall, der leicht schwere Folgen hätte nach sich ziehen können. Ein junger Mann aus Alten-Bllseck befand sich mit seinem Motorrad, aus Richtung Gießen kommen auf dem Wege zu feiner Arbeitsstätte. Kurz vor Daubringen verlor er in 'einer Kurve die Gewalt über feine Maschine und fuhr einen vor ihm herfahrenden Radfahrer an. Der Radfahrer kam dadurch auf das Vorderrad des Motorrads zu sitzen, und beide stürzten. Glücklicherweise erlitten sie nur leichtere Hautabschürfungen und Prellungen. Nach Anlegung von Notoerbänden konnten die Verunglückten ihre. Fahrt fortsetzen. § Climbach, 16. Mai. Der weithin bekannte Gastwirt und Schreinermeister Johannes Römer wurde dieser Tage zu Grabe getragen. Der fortschrittliche Mann zählte zu den ersten Geschäftsleuten in unserer Gegend, die die Elektrizität in den Dienst des Handwerks gestellt hatten. Von der großen Wertschätzung, deren sich der im 68. Lebensjahre Verstorbene zu Lebzeiten erfreute, legte die große Beteiligung an seiner Beerdigung Zeugnis ab. $ Steinbach, 16. Mai. Am gestrigen Sonntag feierte Frau Elisabetha Becker, geb. Haas, in guter Gesundheit ihren 7 4. Geburtstag. Voriges Jahr konnte sie mit ihrem Manne Ludwig Becker II. die goldene Hochzeit feiern. D Lich, 16. Mai. Auf Grund einer Verfügung des Reichsministers für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung sollen die öffentlichen Büchereien, soweit sie noch vom Volksbildungsverein unterhalten werden, in Gemeindebesitz überführt werden. Der hiesige Volksbildungsverein hat daher seine Auflösung beschlossen. Die Bücherei wird nach Neuordnung den Lesern wieder zugänglich sein. Kreis Friedberg * Gambach, 15. Mai. Im Dachstuhl des Hauses des Schuhmachermeisters Karl Fenchel I. entstand am Samstagabend ein Brand, der von der schnell herbeigeeilten Ortsfeuerwehr rasch niedergekämpft werden konnte. Der Schaden ist glücklicherweise nicht groß. Die Entstehungsursache ist unbekannt. Oer Arbeitseinsatz in Hessen im Monat April. Fwd. Während im Monat März der Beschäftt- gungsanstieg im wesentlichen noch von den Saisongruppen getragen war, trat im Berichtsmonat der Arbeitseinsatz in den mehr von der allgemeinen Wirtschaftsentwicklung abhängigen Wirtschaftszweigen in den Vordergrund. Die Arbeitslosenzahl konnte — nach Ueberwindung der winterlichen Saisonarbeitslosigkeit — wiederum um rund 4000 oder 12,2 v. H. gesenkt werden, davon entfiel nur noch ein Drittel auf die eigentlichen Saisonaußenberufe. Die Zahl der Arbeitslosen ist mit 28 778 Volksgenossen (21751 Männer, 7027 Frauen) auf einem bisher nicht erreichten Tiefstand angelangt, wobei jedoch in den kommenden Monaten noch mit weiterem Rückgang zu rechnen ist. In der Landwirtschaft konnten bisher rund 1400 Italiener eingesetzt werden, womit jedoch der Kräftemangel noch nicht restlos behoben ist. Im Baugewerbe, das im April eine weitere Abnahme um 260 Arbeitslose zu verzeichnen hatte, standen nur noch rund 600 Fachkräfte zur Verfügung, davon 100 nicht voll- einsatzfähige. Das Gastwirtsgewerbe hatte wegen der nahe bevorstehenden Kursaison eine beträchtliche Abnahme der Arbeitslosenzahl (—462) aufzuweisen. Von der Gesamtzahl der bei den Arbeitsämtern gemeldeten Arbeitslosen entfällt über ein Drittel (rund 9800) auf die Gruppe der ungelernten Arbeiter, nach einer Abnahme um rund 1400 im Monat April. In den Angestelltenberufen hat die Beschäftigungslage sich gleichfalls weiter gehoben, Herr Balthasar Nuhn, Zimmermeister Ehrenmeister Wieseck, den 16. Mai 1938. im Alter von 83 Jahren. 3404D Lollar, den 16. Mai 1938. 3394D Herr Wilhelm Grau, Reichsbahnwerkmeister i. R im Alter von 68 Jahren von uns gegangen. 3405D