Nr.,3 Erstes Blatt 188. Jahrgang Montag, 17, Januar M8 Lrjcheini täg ltd), außer Sonntags und Feiertags Betlagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monats-Bezugrpreir: Mil 4 Beilagen RM.L.9L Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernfprechanfchlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach« richten Anzeiger Gietzev Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Univerfitatsdruckerei R. Lange in Gietzen. Schriftlettvng und Geschäftsstelle: Schulstratze 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8l/«Ul)r des Dormittags Grundpreise für l mm höhe für Anzeigen von 22 mm Brette 7 Rpf.. für Text- anzeigen von 70 mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh Vereinbg.25"/„ met)r. 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Die Grundlage für diese Erfolge waren Die Einhe'it von Volk Reich und Führer und die von Adolf Hitler gegründete Partei. Trotzdem aber hat die Partei noch immer einen dreifachen Kampf zu führen. Sie hat gegen Staatsfeinde aller Art, gegen die Lauheit und Trägheit, die die kompro- mißlofe Erfüllung des -Parteiprogramms hindern und gegen die Kräfte, die den revolutionären Schwung der Bewegung verwässern und verbürokratisieren wollen, zu kämpfen. Der Generalappell soll daher alle Kräfte der Partei für das neue Jahr mobilisieren. Der Führungsanspruch der Partes wird nur in steti - gern Angriff erhalten. Die Mobilmachung der Partei wird von einer großen Versammlungswelle in den kommenden Monaten eingeleitet und durch tue Kreistage, den Gautag und den Reichsparteitag fortgesetzt.- An jeden einzelnen Volksgenossen wird in den kommenden Monaten die Ent-, scheiduna herangetragen, ob er mit oder ohne den Führer Adolf Hitler sein Leben gestalten will. SA.-Obergruppenführer Beckerle erinnerte an die Kreisappelle der Kampfzeit, in denen immer die Einheit und Geschlossenheit der Bewegung und die Einsatzbereitschaft der S A. zum Ausdruck gekommen seien. Es gelte, diese Einigkeit zu erhalten und zu vertiefen. Die SA. habe für ihre Ausrichtung die Ausbildungsgrundlage geschaffen und stehe bereit, 4n die vorderste Linie der politischen Aktivität des Gaues zu treten. Die SA.-Arbeit des kommenden Jahres diene der Vertiefung ber Kameradschaft mit der Politischen Leitung und den anderen Glie- Gerungen und der Menschenführung auf dem Gebiete der körperlichen Ertüchtigung. SA.-Sportabzeichen und SA.-Kampfspiele seien die .besten Beweise dafür. Als drittes gelte es, die SA. für einen jederzeitigen Einsatz im Dienste der Volksgemeinschaft beweglich zu erhalten. Ueber allem aber stehe die Aufgabe, dem Führer und Obersten SA.- Führer in Treue zu dienen. WV\4 Ein Bild vom Führerappell des Groß-Kreises Frankfurt, das den Gaupropagandaleiter Stöhr bei seiner Ansprache zeigt. Auf der ersten Stuhlreihe von links nach rechts: Kreisleiter Schwebet, Gauleiter Sprenger, Obergruppenführer. Beckerle, Stellvertretender Gauleiter Linder, Gruppenführer G r ä n tz , Stellvertretender Gauleiter e. h. Reiner, NSKK.-Gruppenführe'r Richard PrinzvonHesfen. (Aufn.: Schwarz, NSG.) und des WHW. find im Gau Hessen-Nassau geradezu hervorstechend. Wir dürfen aber in der Erfüllung der vielen Aufgaben, die die NSV. übernommen hat, nicht erlahmen. Die Werbung für die NSV. hat nachdrücklichst weiter zu erfolgen. Nach Maßgabe ihres.Könnens muß' bald die Gesamtheit jedes Kreises Mitglied der NSV. sein." Der Gauleiter ging dann auf die volkswirtschaftlichen Aufgaben der deutschen Frau ein, in deren Hand die gesamte Lebensmittelbedarfslenkung liegt. Er forderte dabei die Hoheitsträger auf, den Frauenschaftsleiterinnen bei der Erfüllung ihrer Aufgaben jede Unterstützung zu gewähren. Auf die Stellung der Deutschen Arbeitsfront Übergehend erklärte er: „Die DAF. muß sich nach wie vor ihrer unerhört wichtigen Aufgaben bewußt sein. Wenn der Führer schon heute sagen kann, daß der deutsche Arbeiter dem deutschen Volk zurückgegeben ist, dann ist das eine Anerkennung der Arbeit der DAF. Die DAF. muß sich dessen bewußt sein, daß ihre Arbeit den Arbeiter an die nationalsozialistische Weltanschauung heran- zu führ en vermag. Die Tätigkeit der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" ist im Rahmen des DAF.-Arbeitsgebjetes ganz besonders zu erwähnen. Ich bitte die Hoheitsträger, gerade diese Arbeit nachhaltig mitzubetreuen und zu unterstützen. Wenn „KdF." richtig geleitet wird, wird das gesamte gesellschaftliche Leben richtig gestaltet werden. Dabei muß sich jeder Walter bewußt sein, daß er- im Blickfeld aller steht. Reichsminister Göring hat verkündet, daß mit dem Vierjahresplan auch die nationalsozia- listis'che Wirtschaftsgestaltung begonnen hat. Es gibt nur eine verpflichtende Volkswirtschaft, der die Aufgabe zukommt, in einem Volke die besten Lebensbedingungen zu schaffen. Auch in der Wirtschaft kann niemand machen, was er will. Jeder Wirtschaftsführer hat sich nach den Grundgesetzen der nationalsozialistischen Weltanschauung zu richten." Hierauf behandelte der Gauleiter die großen Projekte des Vierjahresplanes im Gau Hessen-Nassau, um dann auf das Heimstätten- wesen einzugehen. „Wir haben bereits 2800 Arbeiter« wohnstätten geschaffen, so daß wir eine Gesamtzahl von 8000 Arbeiterwohnstätten erreichen. Die Früchte der Siedlungsarbeit sind eine Verbesserung der Lebensbedingungen und eine Erhöhung des Lebensstandards. In Liessen sind bereits drei Lrbhösedörser im Betrieb, neue werden im Frühjahr übergeben. Wir werden aus diesem Gebiet nicht ruhen und rasten, weil wir dadurch nicht nur die Lrnährungsgrundlagen verbreiten, sondern auch Quellen zur Erneuerung des deutschen Volkstums schaffen." Nach Behandlung von verschiedenen Fragen des Reichsnährstandes und des Kolonialproblems betonte er die enge Verbundenheit zw i - 1 d) e n Partei und Wehrmacht, und die enge Zusammenarbeit zwischen Volksgenossen, Partei und Staat, und fuhr fort: „Es ist im nationalsozialistischen Staat kein Raum für verstaubte Ueberkommenheiten. Wir sind nicht engherzig, Vergnügungen können ruhig gefeiert werden, aber nach Berufs st änden auf- geteilte Vergnügungen lehnen wir a b. Der Führer hat erklärt, daß das Gemeinschaftsleben in seinen alten Formen überwunden sei Ich bin der Auffassung, daß das gesellige Leben nach einem Grundsatz geformt werden muß, alle Deutsche sind als Deutsche blutsmäßig gleich. In den nächsten Tagen wird wieder unter der Bezeichnung „Repräsentanten des Volkes" eine solche Veranstaltung stattfinden, in der Vertreter der Alten Garde, der Kriegsbeschädigten und der Opfer der Arbeit mit den führenden Parteigenossen zusammenkommen. Das soll klar zeigen, daß alle, die einst für ihr Volk, für ihren Staat, für den Führer Opfer gebracht haben, auch Anspruch darauf haben, vom Volke als Repräsentanten angesehen und behandelt zu werden. Der Führer hat die Mahnung an uns gerichtet und gesagt, die Stärke einer Nation ist nicht nach Siegesfeiern zu bemessen, sondern wie man Niederlagen erträgt Wenn ein neuer Schicksalsruf an das deutsche Volk ergehen wird, wird es schwer werden, aber nie, sagt der Führer, wird er kapitulieren. Der politische Führer sei stets Soldat. Der Soldat aber ist immer tapfer. Wer nicht tapfer ist, kann nie Soldat Adolf Hitlers sein. Unsere Aufgabe ist es, eine Organisation von Männern zu schaffen, die Beherrschung zeigen und rücksichtslos die Belange der Natton wahrnehmen. Bei solcher Führung wird der beste Staat entstehen, itz dem jeder für sein Volk bereit ist. Jeder Gefolgsmann Ädolf Hitlers", so schloß Gauleiter Sprenger seine die Marschrichtung klar anzeigende Rede, „hat seine Treue täglich aufs Neue durch d i e Tat zu beweisen. Was wir sind, haben wir dem Führer zu verdanken!" Gauleiter Sprenger führte dann folgendes aus: „Ich darf Ihnen allen für den Einsatz im vergangenen Jahr danken. Der Dank des Führers, den er in feiner Neujahrsbotschaft abgestattet hat, muß uns für die bevorstehende Arbeit neuer Ansporn sein. Die Aufgaben des neuen Jahres können nur durch die alte Opferbereitschaft herangetrieben werden. Die Ziele des nationalsozialistischen Programms können nur in äußerst revolutionärer Entwicklung erreicht werden. In Erkenntnis der Vergangenheit müssen wir uns den Boden schaffen, den wir für die Zukunft brauchen. Der Sinn dieses Appells ist daher bei aller Würdigung des Erreichten, die kommende Arbeit auf den allgemeinen Gebieten, die der Partei übertragen find, aufzuzeichnen, damit dem einzelnen der Weg in die Zukunft um so klarer vor Augen tritt. Den Führern in der Partei und ihren Gliederungen obliegt die größte Verantwortung, da ihr Handeln als Tat des Nationalsozialismus angesehen wird. 3m Vordergründe stehl die Personalfüh- rung. Politik machen heißt, die richtigen Männer an den richtigen Platz stellen. Für die nationalsozialistifche Erziehung ist nach wie vor das Vorbild das beste Erziehungsmittel. 3n den Ortsgruppen finden monatlich Schulungen statt, an denen die Politischen Leiter, Walter, warte und die Führer der Gliederungen teilnehmen, wodurch die einheitliche, politische und weltanschauliche Ausrichtung der gesamten Führerschaft gewährleistet ist. Zur Erhärtung der Organisation gehört, daß an allen Stellen M ä n n e r m i t unbeugsamem Willen führend sind. Es ge- hört aber auch dazu, die gute Kameradschaft, die zwischen den Gliederungen der Partei herrscht, noch weiter zu vertiefen. Die N S. ° B e r q t u n g nimmt in her Arbeit der Bewegung eine besondere Stellung ein. Sie ist das Ohr der Partei. Jeder Volksgenosse, der Auskunft haben will, soll zur Partei gehen. Rechtssachen allerdings müssen an die zuständigen Stellen wetterge- leitet werden. Im vergangenen Jahr konnte die Partei das R h e i n - M a i n i s ch e Landes- Orchester gründen. Ihm gehören augenblicklich 46 Mitglieder an. Es wird in nächster Zeit ausgebaut, damit es noch wirksamer in Erscheinung treten kann. Ihm ist die Aufgabe gestellt, national; ozialistisch zu wirken. Die Erfolge der NSV. „Beitrag zur internationalen Befriedung." Oer Reichsaußenminister begrüßt den jugoslawischen Ministerpräsidenten in Berlin. Frhr. von Neurath im Gespräch mit Stojadinowitsch. (Scherl-M.) < 1 n Berlin, 14. Jan. (DNB.) Am Samstagabend veranstalteten der Reichsminister des Auswärtigen und Freifrau von Neurath zu Ehren des königlich jugoslawischen Ministerpräsidenten und Außenministers Dr. Milan Stojadinowitsch und Frau eine Abendtafel, bei der 6er ReichSlwnifler des Auswärtigen seinen Gast mit einer Ansprache begrüßte, in der er u. a. erklärte: Ihr Befuch, Herr Ministerpräsident, ist uns ein lebendiger Beweis dafür, daß Sie und die von Ihnen geleitete Regierung unsere Auffassung von der festen Grundlage unserer Beziehungen teilen, und daß Sie in der Vertiefung unseres Freundschaftsverhältnisses ein natürliches Ziel Ihrer Politik erblicken. Mit Recht können unsere beiden Völker erwarten, daß die politische, wirtschaftliche und kulturelle Freundschaft, die zwischen uns besteht, vom Auslande immer mehr als das gewürdigt wird, was sie ist, nämlich als ein wesentlicher Beitrag zur internationalen Entspannung und Befriedung, eine Freundschaft' niemand zu Lied und niemand zu Leid, mit keiner Sp'itze gegen Dritte, eine Freundschaft, welche alle diejenigen begrüßen müssen, denen die Ruhe in Europa am Herzen hegt. In diesem Geiste hatte ich in Belgrad die Ehre, mit seiner königlichen Hoheit dem Prinzregenten Paul und mit Ihnen selbst, Herr Ministerpräsident, mich auszusprechen. Alle Ihre Unterredungen mit den führenden Männern des Dritten Reiches, die Sie in diesen Tagen treffen, werden von gleicher Gesinnung getragen sein. Ich erhebe mein Glas und trinke auf das Wohl Seiner Majestät König Peters II., Seiner königlichen Hoheit des Prinzregenten Paul, der hohen Regentschaft und auf das Gedeihen des jugoslawischen Volkes, sowie auf das persönliche Wohl Ew. Exzellenz und Ihrer Gemahlin. Ministerpräsident Stojadinowitsch erwiderte: (£s freut mich, daß mir die Gelegenheit geboten wird, auf dieser Reise auch persönlich die große Aktivität, die ba^ deutsche Volk auf allen Gebieten entfaltet und in der seine außerordentlichen Fähigkeiten zum Ausdruck kommen, kennen WKW Reichsaußenminister Frhr. von Neurath in Unterhaltung mit der Gattin des Minister» präfibenten Dr. Stojabinowitjch, — IScherl-Bilderdisnst-M^ zu lernen. Es bereitet mir eine besondere Freude, aus nächster Nähe ein Land kennen zu lernen, welches unter der Leitung seines großen Führers den Weg der Ordnung und der Arbeit, des Fortschrittes und des Friedens geht. Heute ist es jedem klar, daß die Politik des Königreiches Jugoslawien als Hauptziel den Frieden hat. Der Friede ist für uns das höchste und kostbarste Gut, da er uns alle anderen Güter gewährleistet. Jedoch darf der Friede nach unserer Auffassung kein abstrakter Begriff bleiben, sondern er soll der Gegenstand einer ständigen und wachen Tätigkeit, die nicht nur die Wahrung der eigenen, sondern auch das Verständnis und die Beachtung fremder Interessen fordert, sein. Durch solche Grundsätze läßt sich die königliche Regierung in allen ihren außenpolitischen Handlungen leiten. Von solchen Auffassungen sind auch unsere Beziehungen zu der Regierung des Deutschen Reiches, welche bei jeder Gelegenheit ein breites und richtiges'Verständnis für unsere Interessen gezeigt hat, beseelt. Ich hebe mein Glas auf das Wohl des Führers und Kanzlers des Deutschen Reiches, Seiner Exzellenz Herrn Adolf Hitler, auf die Größe und den Fortschritt des deutschen Volkes und trinke auf die Gesundheit und das persönliche Wohlergehen Ew. Exzellenz und Ihrer Gemahlin. Festauffühnmg im Deutschen Opernhaus. Berlin, 17. Jan. (DNB.) Anläßlich der Anwesenheit des jugoslawischen Ministerpräsidenten Dr. Stojadinowitsch hatte der Reichsaußenminister Freiherr v. Neurath zu einer Fest Vorstellung in das Charlottenburger Deutsche Opernhaus geladen. In der ersten Reihe der Ehrenloge hatte der Gast und seine Gattin, Reichsaußenmmi- fter Freiherr von Neurath und der Haus- Herr des Charlottenburger Opernhauses, Reichs- Minister Dr. Goebbels, Platz genommen. Jrn ersten Rang sah man Mitglieder der Reichsregierung, Vertreter von Staat, Partei und* des diplorn. Korps. Zur Aufführung gelangte die „Fledermaus" von Johann Strauß in der bekannten reizvollen Ausstattung mit zahlreichen Balletteinlagen des Deutschen Opernhaus-Balletts. Nach den mit großem Beifall aufgenommenen Darbietungen fand ein Abendessen in dem Foyer der Oper statt. Jugoslawiens MMerpräsidenl ehrt die Gefallenen des Weltkrieges. -; > ;■ ■« ■ 1 Dr. Stojadinowitsch in Begleitung des Berliner Stadtkommandanten Generalmajor Seifert und des jugoslawischen Gesandten in Berlin Markowitsch. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Der erste Weg nach seiner Ankunft in der Reichs- Hauptstadt führte den jugoslawischen Ministerpräsidenten Dr. Stojadinowitsch nach dem Ehrenmal Unter d en Linden, wo er im Gedenken der gefallenen deutschen Helden im großen Völkerringen einen Lorbeerkranz niederlegte. Generalmajor S ei f e r t, der Kommandant von Berlin, begrüßte Ministerpräsident Dr. Stojadinowitsch an der Gedenkstätte und schritt mit ihm, begleitet vom jugoslawischen Gesandten in Berlin, unter den Klängen des Präsentiermarsches die Front der Ehrenkompanie ab. Zwei Soldaten trugen den riesigen Lorbeerkranz, der mit den blauweißroten Streifen des Königreiches Jugoslawien geschmückt war, in den Ehrenraum. Während das Musikkorps das Lied vom guten Kameraden spielte, betrat der Ministerpräsident den Gedenkraum und verweilte hier eine Minute in stillem Gedenken an die Gefallenen des Weltkrieges. Mit dem Vorbeimarsch der Ehrenkompanie schloß die feierliche Totenehrung. * z Besuch bei Göring in Karinhall. Stojadinowitsch erklärt: „Sie haben das Herz eines ganzen Volkes erobert." Am Sonntagvormittag folgte der jugoslawische Ministerpräsident Dr. S t o j a d i n o w i t s ch mit seiner Gattin, den Herren seiner Begleitung und dem jugoslawischen Gesandten in Berlin, Markowitsch, einer Einladung des Ministerpräsidenten Göring nach Karinhall. Waldhörner grüßten die Gäste. Ministerpräsident Göring hieß seine Gäste in Karinhall willkommen und übernahm selbst die Führung durch das herrliche Naturschutzgebiet der Schorf Heide. Die Gäste wurden von dem Zauber der winterlichen märkischen Landschaft mit ihren vielhundertjährigen Wäldern inmitten herrlicher Seen tief beeindruckt. Dor allem aber fesselte den Ministerpräsidenten, der selbst ein begeisterter Jäger ist, Görings Schöpfung, das Paradies der vom Artentod bedrohten deutschen Wildarten. Nach der Besichtigung des Elchgebietes fuhren die beiden Staatsmänner mit ihrer Begleitung im Jagdwaaen noch zur R o t w i l d f ü 11 e r u n g. An dem anschließenden Jagd frühstück nahmen auch die Staats- fefretäre des Ministerpräsidenten und die nächsten Mitarbeiter seines Stabes teil. Der Hausherr brachte dabei auf feinen Gast einen Trinkspruch aus. Görings Trinkspruch. „Eure Exzellenz! Ich begrüße Sie und Ihre hochverehrte Frau Gemahlin hier draußen im deutschen Walde auf das herzlichste. Sie kommen zu mir, wie ich mit Stolz sagen darf, als Freund zu einem Freunde. Uns beide verbindet echte Kameraschaft, die wir heute in unseren Gesprächen wieder erneuern konnten. Unvergessen ist mir und dem ganzen deutschen Volke die stolze Gestalt des großen verblichenen Königs. Unvergessen die Stunde, in der ich tief erschüttert als der Vertreter meines Führers an seiner Bahre stand. Tief beeindruckt hat mich bei meinen Besuchen in Jugoslawien immer die Entschlossenheit, mit welcher Staatsführung und Volk weiter vorwärtsstreben. Es ist mir eine große Freude, sagen zu dürfen, daß Sie als die rechte Hand des Prinzregenten Paul in der Ausrichtung von Politik und Staatsführung an diesem Erfolge so hohen Anteil haben. Exzellenz! Ich schätze mich glücklich, behaupten zu dürfen, Kenner Ihrer schönen Heimat zu sein. Ich habe auf meinen Fahrten das Herz Jugoslawiens, die Schumadija, die Urheimat des stolzen Königsgeschlechts, erlebt. Ich habe in den schwarzen Bergen und an der Adriaküste geweilt. Ich kenne den geraden Sinn und die soldatische Haltung des Jugoslawen, die Denkungsart des letzten Bauern und seine Verbundenheit mit dem Königshause. Nun, Exzellenz, erleben Sie Deutschland! Sie finden ein freies und wehrhaftes Volk, geeint in seiner heißen Liebe und seinem unerschütterlichen Vertrauen zu seinem Führer, der dieses Volk aus tiefer Nacht zu neuen Höhen emporgeführt hat, e i n starkes Reich, das wieder imstande ist, feine Interessen zu wahren und den Frieden zu garantieren. Dieses Dritte Reich hat Ihnen weit und herzlich die Tore geöffnet. Wohin Sie auch kommen werden, überall werden Ihnen die stärksten Sympathien des deutschen Volkes entgegenschlagen. Auf allen Reisen in unseren Grenzen, ob Sie beim Heer ober bei der Luftwaffe weilen ober im Ruhrgebiet, wo sausend die Hämmer deutschen Arbeitswillen künden, überall werden Sie den deutschen Freundschaftswillen finden. Uns trennen keine politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und territorialen Gegensätze. Die Interessen unserer Völker ergänzen sich vielmehr in durchaus glücklicher Art. Daß diese Freundschaft zwischen unseren Völkern sich weiterhin vertiefen möge, ist mein heißer Wunsch und Wille." Ministerpräsident Dr. Stojadinowitsch antwortete: Euer Exzellenz haben anläßlich Ihrer Besuche in Jugoslawien das Herz eines ganzen Volkes erobert. Denn in Ihrem Wesen offenbart sich immer wieder der unerschöpfliche Quell deutscher Kraft, die auch den einfachsten Mann in meinem Lande begeistert hat. Hermann Göring ist in ganz Jugoslawien ein Be- Ministerpräsident Dr. Stojadinowitsch fuhr zusammen mit dem Reichsjägermeister Hermann Göring durch die Schorfheide, um die Hegeanlagen zu besichtigen. — (Scherl-Bilderdienst-M.) A MW - MM i M A WA - V -------- * ■- n# ■ griff, und bis zu den entferntesten Felsennestern ist der Name des treueften Kämpfers Adolf Hitlers, des Schöpfers des neuen Deutschlands, bekannt. Wenn man Ihre Worte in meinem Lande hort, so ist die breiteste Schicht unserer Bevölkerung überzeugt, daß durch Sie, Herr Ministerpräsident, die Seele eines ganzen Volkes zu uns spricht. In diesem Sinne bin ich stolz darauf, unsere persönliche, echte Kameradschaft heute erneut zu spüren. Exzellenz! Ich komme zwar als Ministerpräsident Jugoslawiens zum ersten Male nach Deuffchland, aber aus meiner Jugend kenne ich Ihr Land gut und habe es schon damals schätzen gelernt. Wenn ich an eine immer engere Zusammenarbeit mit dem Deutschen Reiche als Staatsmann glaube, so fühle ich als Mensch die Berechtigung dazu, weil ich weiß, wie oft mein Volk mit dem Ihrigen f chickf alverbunden war. Es waren Raizen, die als lange Kerle vor dem Schlosse Friedrichs des Großen Wache standen, es waren serbische und kroatische Regimenter, die die Fahne Karls von Lothringen trugen, und es war die deutsche Garde des mächtigen Zaren Dusan, welche in einem der glänzendsten Siege des mittelalterlichen Serbiens voranstürmte. Glorreicher noch ist unsere Verbundenheit in der Vergangenheit im geistigen Sinne. Als wir nach jahrhundertelanger Finsternis erwachten, waren es Deutsche, die unsere Lieder und unser Leid vor der Welt als erste anerkannten. Mein Gefühl der Bewunderung für das deutsche Volk hat sich noch verstärkt beim näheren Kennenlernen des grandiosen Aufbaues, den das neue Deutschland Adolf Hitlers erfahren hat. Exzellenz! Es ist mein heißer Wunsch und Wille, daß die Freundschaft zwischen Deutschland und Jugoslawien sich weiterhin »erliefen möge. Wir rechnen es uns als Ehre an, daß gerade Sie, Herr Ministerpräsident, im Auftrage des Führers an diesen freundschaftlichen Beziehungen mitarbeiten. Stojadinowitsch besichtigt Flughafen und Heichslustfahrtministerium. Berlin, 15. Jan. (DNB.) Auf Einladung des Reichsministers der Luftfahrt und Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Generaloberst Goring, besichtigte Ministerpräsident S t o j a d i n o w i ts ch mit feiner Gattin und feiner Begleitung den Neubau des Flughafens Tempel Hof Aul der Fahrt dorthin wurden dem Gast überall lebhafte Sympathiekundgebungen zuteil. Vor dem neuen Abfertigungsgebäude, von dessen Gerüsten neben der deutschen die blauweißrote Flagge Jugoslawiens wehte, hatte ein Ehrensturm des NS.-Fliegerkorps Aufstellung genommen. Bei oem Rundgung durch die Baulichkeiten übernahm Generaloberst Göring, unterstützt von dem Architekten Professor S a gebiet, persönlich die Führung. Anschließend stattete Stojadinowitsch dem Reichsluftfahrtmini- sterium einen Besuch ab. Eine große Menschenmenge begrüßte den Gast in der Wilhelmstraße mit lebhaften Heil-Rufen, als er an der Seite des Oberbefehlshabers der Luftwaffe und des Staatssekretärs M i l ch die Front der Ehrenkompanie abschritt. Die Führung, bei der auch der Chef des Generalstabes der Luftwaffe, ©eweralleutnant Stumpff, und der Chef der Zentralabteilung, General der Flieger, von Witzendorf, zugegen waren und die wiederum der Hausherr selbst übernahm, erstreckte sich insbesondere auf den Fahnenraum, in dem die Fahnen der Berliner Garnison der Luftwaffe untergebracht sind, die Gedenkräume für die Gefallenen der Luftwaffe im Weltkriege und die Toten der deutschen Luftfahrt, den Ehrensaal und den großen Sitzungssaal. Vorbeugende Verbrechensbekämpfung durch die Polizei. Berlin, 15. Jan. (DNB.) Amtlich. Der Reichs- und Preußische Minister des Innern Dr. Frick hat in einem vom Reichsführer ff und Chef der deutfchew^Polizei vorgelegten umfassenden Erlaß die vorbeugende Verbrechensbekämpfung durch die Polizei für das gesamte Reichsgebiet einheitlich geregelt. Die nationalsozialistische Staatsführung hat immer einen ganz besonderen Wert auf eine die Begehung von (Straftaten verhütende Tätigkeit der Polizei gelegt. Bisher wurde in den einzelnen deutschen Ländern nach verschiedenen Gesichtspunkten verfahren. Nunmehr gelten für dieses überaus wichtige Gebiet einheitliche Richtlinien. Der Reichsführer ff hat den Chef der Sicherheitspolizei und das diesem unterstehende Reichskriminalpolizeiamt in Berlin mit der Durchführung im einzelnen beauftragt. Es ist zu erwarten, daß die neue Regelung eine weitere Verminderung der Krimi» nalität zur Folge hat. Oer bausättige Tempel. Don unserem Rbst.-Äerichierstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Genf, Januar 1938. Für bas politische System, besten Mittelpunkt Genf ist, schließt das Jahr 1937 mit einer Krisen^ ftimmung, die im Gegensatz zu früher auch die überzeugten Anhänger dieses Kollektiosystems erfaßt hat. Daran kann auch alle „Jubiläums"-Stim- mungsmadje aus Anlaß der hundertsten Ratstagung nichts ändern. Die überall bestehenden Vor- behalte, Bedenken und Einwende würden wahrscheinlich noch nicht so offen heroortreten, wenn nicht das Vorgehen Deutschlands und Italiens den Nebel der von Genf ausgehenden internationalistischen Ideologie zerrissen hätte. Die Rede Mussolinis vom 11. Dezember und die deutsche Erklärung vom folgenden Tage waren in ihrer vernichtenden Kritik an den Methoden und Idealen der Liga der Nationen eine längst verdiente Zurückweisung des von interessierter Seite gemachten Versuches, die Zugehörigkeit zu dieser Liga, das Opfern in diesem Tempel und die Verehrung der dort angebeteten falschen Götter zu einem P r ü f st e i n internationalen Wohlverhaltens, guter Gesinnung und friedlicher Absichten zu machen. Die Kritik der beiden autoritären Staaten war so berechtigt und treffend, daß in keinem maßgebenden Kreise auch nur erwogen wurde, ihr mit Worten oder Taten entgegenjutreten; die hartbedrängte Genfer Institution hat nicht einmal einen Offizialverteidiger gefunden. Von französischer und englischer Seite ist bemerkenswerterweise jede Art von Vertrauenskundgebung ausgeblieben; die Erwähnung des „Völkerbundes" in den Kommuniques über die Besprechungen des französischen Außenministers in Bukarest, Belgrad und Prag verrät nach Wortlaut und Zusammenhang mehr Verlegenheit als Ueberzeugung, und auch die Unterhauserklärung des englischen Außenministers, „Unter« stützung der Liga innerhalb aller möglichen Grenzen", klingt vorsichtig und entsagungsvoll. Auch Chamberlain hat sich in feiner jüngsten Unterhausrede so reserviert wie möglich ausgesprochen. Es wäre nun freilich verfrüht anzunehmen, datz die bisherigen Befürworter und Nutznießer des Genfer Systems im Begriffe feien, sich daran zit desinteressieren. So wie der Genfer Bund seins letzten Ziele, wenn überhaupt, nur widerstrebend und unvollkommen anbeutet, ebenso scheinen feind Freunbe jeber direkten Aussprache über den Nutzen! und die Ziele des Bundes ausweichen zu wollen. Eine solche Erörterung chüßte nämlich früher obetf später die konkreten realpolitischen Interessen auf- beigen, um derentwillen verschiedene Länder an oiefem Völkerbund gerade wegen feiner „Unvollkommenheit" festhalten. Was besonders die „westlichen Demokratien" betrifft, fo wollen sie zwar ihre Politik durch Genfer Rücksichten nicht behindern lassen, und es mehren sich deshalb die Andeutungen, daß sie nicht unter allen Umständen auf der kollektiven Verhandlungsmethode bestehen wollen; nichts spricht aber vorläufig dafür, daß sie zugleich auch den Begriff der kollektiven „S i ch e r h e i t" preisgeben wollen mit dessen Hilfe der Genfer Bund, erforderlichenfalls unter Anwendung eines entsprechenden politischen Druckes auf die kleineren Mitgliedstaaten jederzeit in eine K r i e g s k o a l i t i o n zum der englisch-französischen Interessen umgewandelt werden kann. Diese Umstellung einer angeblich idealen und. uneigennützigen Einrichtung auf eogoistische Zwecke einzelner Mitglieder hat den Völkerbundsgedanken feit der Versailler Konferenz in der öffentlichen Meinung belastet und kompromittiert, sie ist aber auch für eine Anzahl von Regierungen völlig unerträglich geworden, seitdem die Interessengemeinschaft der Westmächte einen stillen ober vielmehr sehr vorlauten Partner an der Sowjetunion gesunden hat. Die weitere Entwicklung des Genfer Bundes wird im wesentlichen durch diese Jnteressenlage bestimmt werden. England, Frankreich und Rußland können ihn nur dann am Leben erhalten und politisch verwenden, wenn sie die genügende Anzahl von gutgläubigen Mitläufern finden, die der Organisation einen internationalen Charakter sichern und ihr bescheinigen, daß sie im Namen des Rechtes und des Weltgewissens spricht. Nur bann kommen jene Entschließungen zustande, über bie man spotten kann, weil sie für bie praktische Politik anschei- nenb nichts besagen, bie aber gerabe in dieser harmlosen Form bestimmte Ideen verbreiten, Grundsätze aufstellen und Vollmachten erteilen, die eine künftige Schuldfrage schon jetzt entscheiden sollen. Es sind bedeutsame Anzeichen dafür vorhanden, daß dieser planmäßige Mißbrauch des Gedankens der internationalen Solidarität immer gründlicher in denjenigen Ländern erkannt wird, die sich nicht unbedingt davon einen Nutzen versprechen können. Schon auf der Londoner Ratstagung im März 1936 kam es den Polen, Skandinaviern und Niederländern zum Bewußtsein, daß sie durch den Zusammenhang von Locarnovertrag und Völker» dundspakt in Angelegenheiten verwickelt und vor Entscheidungen gestellt worden waren, bie mit ihren eigenen Interessen nichts z u tun haben, deren Tragweite ihnen aber erst durch den Sanktionsfelbzug gegen Italien voll bewußt geworben war. Man hat feitbem in diesen und andern Ländern sehr kritische Stimmen über Genf vernommen, bie noch zahlreicher würben, als ber Sanktionsfelbzug, in ben sich die meisten Völker» bunbsmitglieber vorbehaltlos hatten hineinhetzen lassen, mit einer Niederlage und Blamage für Genf geendet hatte. Die Mißstimmung der sieben Neutralen verdichtete sich am 1. Juli 1936 zu einer in der Dölkerbundsversammlung abgegebenen Erklärung, in ber für bie Zukunft bie Rechtsver- binblichkeit bes Artikels 16 be ft ritten würbe. Es hieß barin: „... inbem wir daran erinnern, baß Richtlinien für bie Anwenbung von Art. 16 im Jahre 1921 angenommen worden find, erklären wir, daß wir uns, solange der Völkerbundsvertrag in seiner Gesamtheit nur unvoll - ständig und nicht folgerichtig angewendet wird, veranlaßt sehen, diesen Umstand bei ber Anwenbung dieses Artikels zu berücksichtigen". Eine weitere Auflockerung des irregeleiteten Soli- baritätsbewußtseins brachte die Haltung Belgiens, das im Frühjahr 1937 fein Verhältnis zu den Restlocarnomächten, zu Deutschland und zugleich auch zu dem Sanktionsartikel des Genfer Paktes vom Standpunkt feiner eigenen Unabhängigkeit und Souveränität neu regelteund dabei die Durchmarschbestimmungen dieses Artikels dahin auslegte, daß ein Durchmarsch durch belgisches Gebiet in jedem Fall nur mit Zustimmung Belgiens erfolgen könne. Am enffchiedensten hat jedoch in den letzten Tagen bt*s alten Jahres bie Schweiz ihre Selbständigkeit gegenüber der Genfer Liga betont. Ihr war schon beim Eintritt durch die Londoner Erklärung vom 13. Februar 1920 zugestanden worden, daß ihre immerwährende Neutralität als nicht unvereinbar mit den Bestimmungen des Lölkerbunds- paktcs betrachtet werden soll. Demgemäß war die Schweiz von der Teilnahme militärischer Sanktionen im voraus befreit worden, die Mitwirkung an wirtschaftlichen Zwangsmaßnahmen hatte man jedoch entsprechend den allgemeinen Auffassungen der damaligen Zeit als ein durchaus friedliches und keineswegs neutralitätswidriges Verhalten betrachtet. Das war die sogenannte disse- r e n z i e l l e Neutralität, die gegenwärtig, nach den Erfahrungen der letzten Fahre wohl von allen Bundesmitgliedern als Mindestmaß von Bewegungsfreiheit in Anspruch genommen wird. Für die Schweiz selbst ist diese Formel aber seit dem Austritt Deutschlands und Italiens so bedenklich geworden daß Bundesrat Motta am 22. Dezember unter allgemeiner Zustimmung feiner Landsleute erklären konnte, die Eidgenossenschaft müsse künftig ohne Zaudern darauf bedacht fein, zum Ausdruck zu bringen, daß sie sich nicht auf eine diffe- renzielle Neutralität beschränken könne, sondern daß diese Neutralität umfassend sein müsse. Damik kehrt die Schweiz zum Grundsatz der absoluten Neutralität zurück, den in andern Ländern sehr beachtliche Stimmen gleichfalls fordern, ohne daß sich die dortigen Regierungen bisher zu einem so entschiedenen Abrücken vom Genfer Kollektivismus entschließen konnten. Die Entwicklung, die durch das deutsch-italienische Vorgehen einen entscheidenden Impuls erhalten hat, lst aber nicht mehr aufzuhalten. Jedes einzelne Land, das der Genfer Liga noch angehört, ist vor eine Entscheidung gestellt. Die Frage: für oder gegen Gens? bezieht sich nicht allein auf die Mitgliedschaft, die in vielen Fällen eine wenig wichtige Aeuherlichkeit ist. Es handelt sich vielmehr darum, ob die einzelnen Länder künftig eine selbständige oder weiterhin in entscheidenden Augenblicken eine unselbständige Außenpolitik treiben wollen, ob sie sich selbst ein Urteil über das Richtige und Zweckmäßige zutrauen oder ob sie dieses Urteil auf dem Umweg über Genf aus Paris und London, womöglich auch aus Moskau beziehen wollen. Je nach dieser Entscheidung werden sie sich zur Methode der direkten Verhandlungen und zum Grundsatz der Neutralität gegenüber fremden Streitigkeiten bekennen oder aber ihr Heil von den Verhandlungen und Beschlüssen eines internationalen Parlamentes abhängig machen, das die organisierte Verantwortungslosigkeit bedeutet. Daß das Mißtrauen gegen Genf auch dort, wo man sich noch nicht zu einer grundsätzlichen Ablehnung des Geistes und der Methoden der Liga durchgerungen hat, sehr groß ist, ergibt sich aus den ver- chiedenen Warnungen der letzten Zeck, z. B. von lolnischer und schweizerischer Seite, vor einer e i n = eitigen weltanschaulichen Festleg u n g, mit andern Worten, vor dem sogenannten Antifaschismus, der mit Hilfe der Genfer Liga das kommunistische Volksfrontideal in die internationalen Beziehungen einführen will. Don den Anhängern der Genfer Liga wird dieser Sachverhalt angesichts solcher Warnungen in der nächsten Zeit nach Möglichkeit vertuscht und vernebelt werden. Das darf nichts ändern an der grundlegenden Erkenntnis: der Genfer Bund sieht seine natürlichen Bundesgenossen in all den Kräften, die auf allen Gebieten gegen eine natürliche Entfaltung des nationalen Selbstbewußtseins arbeiten. Alle Reform, von der letzt wieder gesprochen wird, um die Kritik vom Wesentlichen auf das Unwesentliche abzulenken, mußte bet diesem Ungeist eines destruktiven Internationalismus einsetzen. Andernfalls muß die Genfer Liga damit rechnen, daß ihr Tempel nicht nur wankt, sondern daß er auch noch gestoßen wird, damit er endgültig zusammenfalle. Oer japanische Kurs in China. Eine neue Regierung in China (olt Zusammenarbeit ermöglichen. Tokio. 16.Jan. (DNB.) Die Regierung hat das erwartete M a n i f e st über die zukünftige Haltung Japans gegenüber China erlassen. In dem Manifest heißt es: „Selbst nach der Einnahme Nankings hat die japanische Regierung immer noch Geduld gezeigt, um der chinesischen Nationalregierung eine letzte Gelegenheit für eine Überprüfung ihrer Haltung zu geben. Trotzdem hat die chinesische Regierung ohne Würdigung der wahren Absichten Japans blindlings ihre Opposition gegen Japan fortgesetzt, ohne weder innenpolitisch die elende Lage ihres Volkes noch außenpolitisch den Frieden und die Ruhe ganz Ostasiens in Erwägung zu ziehen. Deshalb wird die japanische Regierung von nun an aufhören, sich überhaupt noch mit jener Regierung zu befaßen. Statt dessen wird Japan die Einrichtung einer neuen ch i ne s i s ch e n Regierung, mit der eine w i r k l i ch e, st a b i l e Zusammenarbeit ermöglicht werden kann, unterstützen. Mit dieser Regierung wird Japan Hand in Hand an der Widerherstelluna der chinesisch-japanischen Beziehungen und an dem Ausbau eines verjüngten Chinas Zusammenarbeiten. Es ist unnötig, zu betonen, daß hierdurch keinerlei Aenderung in der bisherigen japanischen Politik hinsichtlich der Wahrung der Souveränität und der territorialen Unverletzbarkeit Chinas sowie der Rechte und Interessen anderer Mächte in China Die japanische Presse bezeichnet das Manifest als Eröffnung des militärischen und diplomatischen Feldzuges gegen das bisherige Regime in China . Die Lotio Asahi Schimbun" folgert daraus daß de facto wie de jure die diplomatif ch e n B e - Ziehungen zur Regierung Chinas abgebrochen seien. Deshalb werde Botschafter Kawagoe abberufen und der hiesige chinesische Botschafter Tokio verlassen. Japan werde die weitere Entwicklung der vorläufigen R egt e - rung in Peking beachten und sie unterstützen. Nach ihrer Konsolidierung als tatsächliche Zentralregierung werde Japan sie anerkennen und mit ihr ein Programm des Wteder- aufbaues in Zusammenarbeit der drei Lander Japan, China und Mandschukuo durchfuhren Die ,;Hochi Schimbun" weist auf eine mögliche „t n n e n- polltische Umstellung auf die neue Lage hin. Innenminister Admiral Sujetiugu habe tm Kabinett gefordert, daß die gesamte Finanz- und Wirtschaftspolitik auf die Krtegs- z e i t eingestellt und entsprechend im „Knegskabt- nett" eingesetzt werde. Aus Basra am Persischen Meerbusen wird gemeldet, daß fünf große Wasserflugzeuge der britischen Luftwaffe ihren Standort verlassen haben, um sich nach Singapore zu begeben. Das Jnflitut für Seegeltung" in Magdeburg. v Das vom Reichsbund deutscher Seegeltung ins Leben gerufene „Institut für Seegeltung" wurde in Gegenwart des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine, Generaladmiral Dr. h. c. R a e d e r, eröffnet. Man sieht hier den Generaladmiral (Mitte) während des Rundgangs. Links hinter ihm Reichsstatthalter Gauleiter Jordan, und weiter rechts Vizeadmiral v o n T r o t h a, der Leiter des Reichsbundes deutsche Seegeltung. — (Scherl-Bilderdienst-M.) SeWverantwortuug deutschen Studententnms. tei heranbilden. Wir sind gewiß, daß über die Adolf» Hitler-Schulen und über die Ordensburgen d i e jungen Führer in das Volk hinein- wachsen werden. — In fünf Jahren hat die Partei den Weg für die Ewigkeit gefunden und geschmiedet. Unsere Gegner hofften auf den Tag, an dem dieses Kampfgeschlecht aussterbe und an dem kein Nachwuchs mehr vorhanden sei. Mit die- er Hoffnung ist es endgültig vorbei. Durch die Hitler-Jugend wird der Weg der Erziehung zum neuen Menschen gewiesen, wie die Jugend nicht nur angelernt, sondern durch eine harte Schule des Lebens, des Mutes, der Tapferkeit und der Einsatzbereitschaft geformt werden kann. Aus dieser Hitler-Jugend kommt die Auslese für die A d o l f - H i t l e r - S ch ",l e n. Ich sehe den Tag voraus, wir werden es erleben, an dem dieses ganze System der Schulung unseres Führernachwuchses vollendet sein wird. Wenn wir zusammen mit dieser Adolf-Hitler- Schule eine Kreisburg errichten, dann deshalb, um auch damit einen neuen Weg zu weisen. In jedem Kreis soll eine derartige Burg der nationalsozialistischen Weltanschauung gebaut werden. Sa wird auch dieses Werk nicht nur begonnen, sondern mit nationalsozialistischer Zähigkeit gebaut werden. Das ist sichere— Als der Beifall sich gelegt hatte, vollzog der .Reichsorganisationsleiter die feierliche Vermauerung der in künstlerischer Schrift auf Schweinsleder ausgeführten Urkunde/ die folgenden Wortlaut hat: „Um die Erziehung der Heranwachsenden Generation im nationalsozialistischen Glauben zu verbürgen, wurde diese Adolf- Hitler-Schule im 5. Jahre des Führers errichtet. Die Auslese der deutschen Jugend wird hier kostenlos und ohne Rücksicht aus Stand, Besitz und Konfession der Eltern auf'ihre Aufgaben in der Führung des Reiches vorbereitet werden. Gehorsam, Treue und Kameradschaft sind die drei Tugenden, die jeder, der diese Schule verläßt, seinem Volk vorzuleben. hat." Motorsport wird Volkssport. Korpsführer Hühnlein auf dem Münchener Appell des NSKK. Aeichöstudentenführer Or. Scheel auf -er Zehnjahrfeier des ASO.-Studentenbundes Bonn. Bonn, 15. Jan. (DNB/l Die Zehnjahrfeier des NSD.-Studentenb indes, Hochfchulgruppe Bonn, fand ihren Höhepunkt in einer Kundgebung, auf der der Reichsstudentenführer Dr. Scheel über die Erziehungsarbeit der NSDStB. sprach. Das deutsche Studenteütum, so sagte er, habe in den Jahren des Kampfes das Recht erftritten, sich selbst zu führen. Die deutsche Studentenschaft müsse allmählich aus einer Summe unzähliger einzelner nicht faßbarer Studenten zr?einer schlagkräftig organisch gegliederten Mannschaft werden. Heute bereits ständen etwa 80 v. H. der ersten Semester in den Kameradschaften^ es sei nur noch eine Frage der Zeit, wann der freie Stud-ent für immer von der Hochschule verschwinde. Das Studium stelle nichts anderes dar als einen Dienst an der Aufgabe, sich besonders gründlich und gewissenhaft vorzubereiten für die Verantwortung, die man später zu tragen habe. Der Student habe angesichts der Gesamtanspannung aller geistigen Kräfte nicht mehr das Recht, auch nur ein Semester zu verbummeln. Das revolutionäre Element der Kameradschaftserziehung komme in dem politischen Einsatz der Studenten im Landdienst, Fabrikdienst und NSV.-Dienst zum Ausdruck. Wer selbst Menschen führen wolle, müsse das Führen erlernt haben. Es gehe um das Schicksal der deutschen Hochschule überhaupt, um Sein oder Nichtsein eines freien selbstverantwortlichen deutschen Studenten- tums. Ein Ausweg habe nur der fein können, in einer letzten gewaltigen Kraftanstrengung noch einmal zu wagen, alle ausbaufähigen und ausbauwilligen Kräfte zusammenzu- fassen. Man habe diesen Versuch gewagt, weil man nicht glauben konnte, daß das deutsche Stu- dententum und Altherrntum mit seiner stolzen Tradition und seinen geschichtlichen Leistungen dazu verurteilt sein sollte, heute sein Ende zu finden. Man sei überzeugt gewesen, daß ein Weg gefunden werden mußte, die wahren bleibenden Werte der vergangenen Zeit mit dem revolutionären Wollen der nationalsozialistischen Bewegung zu verschmelzen. Er glaube heute mit Recht sagen zu dürfen, daß das fast unmöglich erscheinende Wagnis geglückt sei. Ein neuesLebensgefühl durchströme die deutsche Studentenschaft und das Altherrntum, und an den deutschen Hoch- und Fachschulen vollziehe sich ein erhebender Prozeß der Gesundung. Es sei ein heftiger Kampf, der heute innerhalb der einzelnen Altherrenverbände zwischen der überwiegenden Zahl einsichtiger Alter Herren und jenen Elementen ausgetragen werde, die unter Berufung auf die Tradition letzte kleinbündlerische Tendenzen vertreten. An dieser Frage würden sich die Geister des wirklich ernsthaften Studententums scheiden. Wer über seinen Bund nicht hinauszudenken vermöge und mit kleinlichen Sticheleien das große Werk zu zerstören trachte, in der Hoffnung, daß doch noch einmal die Korporationen wieder auf- gemacht würden, der habe sich selbst gerichtet und sich überdies sehr getäuscht. Eine neue Erziehung. Der Grundstein für die zehn Adolf-Hitler-Schulen gelegt. Waldbröl, 15. Jan. (DNB.) Am Samstagnachmittag fand in Waldbröl die Grundsteinlegung der Adolf-Hitler-Schule des Gaues Köln-Aachen statt, mit der gleichzeitig die Grundsteinlegung von neun weiteren Adolf-Hitler. Schulen, und zwar in Koblenz (Westmark), Mittenwald (Hochland), Hesselberg (Franken), Weimar" (Thüringen), Schneckengrün bei Plauen (Sachsen), Potsdam (Kurmark), Heiligendamm (Mecklenburg), Tilsit (Ostland) und Landstuhl (Saar-Pfalz) verbunden mar. Nach dem Abschreiten der Formationen begann die Kundgebung mit dem gemeinsamen Lied „Ein junges Volk steht auf". Gauleiter Groh 6 hieß den Reichsorganisationsleiter Dr. Ley und den Reichsjugendführer Baldur von Schirach sowie die zahlreichen Gäste auf das herzlichste willkommen. Beichsjugendführer Baldur von Gchirach führte dann als erster u. a. folgendes aus: Unsere Bewegung legt an diesem Tage nicht nur den Grundstein zu neuen Bauten; sie verkündet gleich, zeitig das System der Nationalsozialist ischen Erziehung. Es sind nur wenige Schulen, die im Rahmen dieses erzieherischen Werkes geschaffen werden, aber sie werden in ihrem Ausmaß, und zwar sowohl in ihrem baulichen als auch in ihrem erzieherischen Ausmaß, ein Neues darstellen. Geführt von jungen Erziehern, die Kameraden derselben Gemeinschaft find, der sie selbst angehören, wachsen die Adolf-Hitler-Schüler in einer Welt auf, in der es zwischen Lehrern und Schülern keinen anderen Unterschied gibt als den der natürlichen Autorität. Wir wissen, daß man diese weder durch Examina noch durch Gebot erhalten kann. Die Vergötzung d e s G e i st e s , wie sie Jahrzehnte hindurch in unserem Volk betrieben wurde, führte zur Zerstörung der naturgegebenen Ordnung. Der Weg des geistigen Menschen jener Zeit ging durch das Tor, über'dem „Wissen ist Macht" geschrieben stand, in ein Land der Verneinung. Dem intellektuellen Dünkel galt der Geist mehr als ein Volk Fahne und Vaterland. Gegen diese kalten Rechner erhob sich unsere Bewegung. Sie war und ist eine Revolution der Seele. Sie lebt vom Schlage lebendiger Herzen. In ihr wird jene Macht offenbar, die der Intellektuelle leugnet, weil er sie ebenso wenig zu denken vermag wie den Gott, der sie uns gab: d i e Macht des G e - Wir Nationalsozialisten leugnen nicht die Macht des Wissens, aber wir dienen ihr nicht, sondern wir befehlen ihr. Was die Jugend auf unseren Schulen lernt, das soll sie nicht zu Zweiflern und damit zu Schwächlingen machen, die vor jede gute Tat die feige Frage nach ihrer Rentabilität setzen. Die nationalsozialistische Bewegung war noch vor einem Jahrzehnt eine mehr als unrentable Angelegenheit, und die Menschen, die der Göttin der Vernunft dienten, verachteten sie; dennoch ist unser Glaube größer gewesen als der Geist, der stets verneint. Was in den Schulen Adolf Hitlers heranwächst, wird den Glauben an das Unmögliche erwerben. Die Waffen des Intellekts werden ihrer Generation gegeben und zwar die schärfften und härtesten, aber sie sollen nicht um ihrer selbst willen zu einem törichten und verderblichen Scheingefecht untereinander gebraucht werden, sondern einer höheren Idee dienen, so wie wir heute alles, wa Deutschland an geistiger Kraft besitzt, in den Dien eines guten Glaubens stellen, der uns glücklich macht. Das Neue in der Welt wurde niemals von intellektuellen Bücherweisen geschaffen. Die Bücher gehören zum edelsten Besitz der Völker. Allein es ist wichtig, daß die Jugend nicht nur lieft, sondern auch erlebt. Das ganze Wesen unseres Volkes kann in Büchern beschlossen liegen, das Nibelungenlied und der Faust spiegeln uns ganz, im Guten und im Bösen, in der Schwäche und in der Kraft. Wer aber die heiligen Bücher eines Volkes mit dem Seziermesser intellektueller Analyse - auseinanderschneidet und bann aus dem entseelten Gebilde Buchstaben für Buchstaben herauslöst, eine Dichtung „erklär t" und zum Gegenstand einer mathematischen Gleichung degradiert, hat das Recht, Erzieher zu sein, verwirkt. Wie viele Deutsche sind so um die Seele unserer größten Dichtungen betrogen worden! Was ist ihnen von - Schillers heldischer Dichtung und Goethes nationalem Bekenntnis geblieben? Ein Schulaufsatz, betitelt: Vergleich der Charakterzüge der Jungfrau von Orleans mit dem des Götz von Berlichingen. Genug! Laßt uns den Mörtel mischen! Hier und heute mauern wir den Grundstein zu einem neuen Haus. Heichsorganisationsleiter Or. Ley erklärte dann: Vor viereinhalb Jahren sprach der Führer auf der Tagung einer Ortsgruppe von seinen Sorgen, die er stets meistern konnte und auch in Zukunft meistern wird, und äußerte: Es gibt nur eine Sorge, die mir wirklich Sorge macht, das ist die Frage, ob es der Partei gelingt, d e n Führernachwuchs heranzubilden. Das war vor vier Jahren. Und kürzlich in Sonthofen vor den Kreisleitern und Gauamtsleitern konnte der Führer erklären: Nun haben wir das System g e - f u n b e n, wie wir den Führernachwuchs der Par- München, 16. Jan. (DNB.) Die Motorstan- barte 86 versammelte sich im Kongreßsaal bes Deutschen Museums in München zum Neujahrsappell. Korpsführer Hühnlein erklärte, ent» cheidend fei bie Arbeit an b er Jugend, die in möglichst großer Zahl den Motor beherrschen, Liebe und Begeisterung an der Meisterung bes Kraftfahrzeuges unb Liebe zur Pflege unb' Wartung bes Fahrzeuges aufbringen soll. Das geschehe in ben Schulen bes Korps. Der Korps- Ähre r gab seiner Freude darüber Ausdruck, baß )as Alter für bie Erlangung bes Führerscheines IV, für Krasträber bis 250 Kubikzentimeter, auf 16 Jahre herabgesetzt würbe. Der Vorschlag, wonach biejenigen Jungen, bie sich für diesen Führerschein melden — sofern sie im Korps und in der HI. sind —, bie Verkehrsprüfung in ben Reihen bes Korps ableiften, müsse auf bie ganze Partei übertragen werben. 60 000 Hitlerjungen seien in diesem Jahre aus ben Reihen bes NSKK. geschult unb erzogen worden. Die gesamte Erfassung der HI. fei im Gange. Dabei sei es aber wichtig, baß auch bie richtigen Männer zur Ausbildung hin- aeftellt würden. Nach einem Rückblick auf bie deutschen Erfolge im Rennsport im Jahre 1937 gab der Korpsführer einen Ueberblicf über die großen sportlichen Ereignisse des Jahres. Wenn der Kraft- fahrgelänbesport heute bereits zu einem modernen Volkssport geworden sei, bann sei bies ein Verbienst bes NSKK. Die ©runblage aller Arbeit bleibe bie Arbeit im Sturm. Der Formationsführer müsse im Leben stehen, müsse- in jeher Richtung ben anderen Vorbild fein, dann sei der Erfolg der Arbeit gesichert. Das Gnnnerungstteffen in Lippe. Lemgo, 15. Jan. (DNB.) Die Erinnerung an den denkwürdigen 15. Januar 1933 ist heute in ganz Lippe eine feste Tradition geworden. Kurz nach 19 Uhr traf Reichsinnenminister Dr. Frick in Lemgo ein. Der Minister fuhr unter bim Jubel der Bevölkerung zur „Schützenhalle", wo er eine Rede hielt. Er wandte sich dabei gegen die Vorwürfe, die in letzter Zeit von Vertretern der sogenannten großen Deyiokratien gegenüber dem nationalsozialistischen Deutschland erhoben wurden, unb betonte unter bem Beifall ber Versammlung, baß bie Regierung Aböls Hitlers keine Diktatur fei, sondern die r e i n st e und wahrste Demokratie verkörpere; denn der Führer wolle nur ben Willen bes Volkes voll st recken, unb sein höchstes Ziel sei es, bas deutsche Volk glücklich zu machen. Ueber alle Gegensätze früherer Zeiten hinweg kenne ber Führer nur bas beutsche Volk und feine Lebens» Interessen und nur danach richte sich seine Politik. Ein Beweis dafür sei die restlose Beseitigung ber Arbeitslosigkeit im Rahmen bes ersten Vierjahres- plcmes, bie heute bereits einem ausgesprochenen Arbeitermangel gewichen fei. Der Minister wies auf bie ernste Gefahr ber Lanbf 1 ucht hin und forberte nachbrücklich bie Erhaltung ber deutschen Landbevölkerung gls Lebensquell des deutschen Volkes. Geeignete Maßnahmen feien bereits ergriffen worden, um diese lebenswichtige Forderung wirksam zu unterstützen. Deutschland müsse auch fordern, daß seine Brüder außerhalb ber Grenzen auf kulturellem unb völkischem Gebiet sichergestellt werben. Das sei nicht ausschließlich eine innerpolitische Angelegenheit ber jeweiligen Herbergs- völker, fonbern eine internationale Frage, bie Deutschlanb tief berühre. Genau so könne Deutschlanb als Volk ohne Raum auf seine Kolonien nicht verzichten. Auch bies sei keine Prestigefrage^ fonbern eine Lebensnotwenbig- keit. Der zweite Tag bes Lippe-Treffens brachte am Sonntag eine Reihe größerer Veranstaltungen in beren Mittelpunkt bie Kunbgebung in ben Flugzeughallen stand, in der Reichsleiter Rosenberg mit Schärfe die Auseinandersetzung des deutschen Volkes mit jenen Gegnern von gestern, bie heimlich bie geistige Führung roieber in bie Hänbe zu bekommen trachten, herausstellte. Der Reichsleiter belegte trcffenb bie Rückständigkeit unb Anmaßung jener Kreise, bie schon vor Jahrhunberten bas Volksrecht beiseiteschoben. Eine Richtung, bie sich gegen ben Nationalsozialismus, also in diesem Falle gegen bie Wehrhaftmachung bes beutschen Volkes wendet, müßten wir entschieden ablehnen. Das beutsche Volk tehe höher als bie Konfessionen. Aus biefern Grunde ei bie Erziehung der Jugend aus» chließlich Sache des deutschen Volkes. Dabei lehne es wieder ber Nationalsozialismus ab, sich auf kirchlich-dogmatische Gebiete zu begeben, da hier die Entscheidung jeder selbst nach seinem Ge- wissen treffen müsse. Alfred Rosenberg faßte seine Ausführungen zusammen in dem Bekenntnis, daß unser Aufstieg nur möglich war dank der Geschlossenheit und Kameradschaft der deutschen Volksgenossen. Wer hieran rühre, versündige sich an der deutschen Zukunft. Die zweite Kundgebung sah in der Halle II des Fliegerhorstes ebenfalls Tausende von Volksgenossen versammelt. Reichsorganisationsleiter Dr. L e y zeichnete hier ein Stimmungsbild der Kampfzeit. Dr. Ley warf dann die Frage auf, was vor dem Krieg innerhalb von fünf Fahren an Großem geschehen sei. Es geschah überhaupt nichts sichtbar Aufbauendes, und nach dem Kriege geschah in einem solchen Zeitraum erst recht nichts. Dr. Ley führte dagegen die gewaltigen Großtaten des nationalsozialistischen Deutschen Reiches auf politischem, sozialpolitischem und kulturellem Gebiet auf und kündete w e i t e re soziale Maßnahmen für dieses Jahr an. Entscheidend sei, daß die Gemeinschaft von Staat und Partei dem einzelnen die Kraft gibt, seine Sorgen zu meistern. Die Schicksalsge- m e s n s ch a f t d e s V o l k e s m i t seinem Führer bedeute alles. Es sei nicht das Verdienst der Kirche- sondern allein das Werk des Nationalsozialisten Adolf Hitler, daß dieses Volk wieder zurückgefunden habe zu seinem Gott. Das sei das Größte, was in diesen fünf Jahren geschehen. ist. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley schloß: „Der Führer glaubt, und darum glaube auch ich. Wie der Führer an uns geglaubt hat, so glaube auch ich an den Führer." „Die Zeit" schreibt dazu: „Das Verbot ist ciri weiteres Glied in der Reihe des unverständlichen Vorgehens gegen reichsdeutsche Kulturfaktoren. Kaum ist das mittlerweile widerrufene Auftrittsverbot für den Präsidenten der Reichsmusikkammer, Peter Raabe, aus unliebsamer Erinnerung verschwunden, da müssen die verantwortlichen Stellen schon wieder von sich hören machen. Während Emigranten und bolschewistische Dichter, wie Feuchtwanger und Genossen, in Prag b e g e i st e r t e Aufnahme finden, hat man für diö kulturellen Repräsentanten des großen Nachbarvolkes nur Verbote übrig. Wir wissen, daß es auch auf tschechischer Seite Kräfte gibt, die die bisher auf diesem Gebiete geübte Praxis ablehnen; leider ist deren Einfluß aber noch nirgendwo zur Geltung gekommen. Die „guten Europäer", die noch immer an den entscheidenden Stellen sitzen, führen sich bei diesen, allen internationalen Kultur- und Höflichkeitsgesetzen hohnsprechenden Verboten jedenfalls sehr europäisch auf." Stimmen für Einführung Mm bemüht sich um hie Regiekmigsbildung. Ernste Warnungen gegen eine Einbeziehung der Kommunisten. Paris, 17. Jan. (DNB. Funkspruch.) Bonnet hat nach Ablehnung der Sozialdemokraten auf die Regierungsbildung verzichtet, mit der der Präsident der Republik sodann Leon Blum beauftragt hat. Blum hat sich bemüht, sowohl Vertreter der kommunistischen Partei wie- solche der Mitte zur Mitarbeit heranzuziehen, Paul R e y n a u d , an den er herangetreten war, hat jedoch zur Bedingung gemacht, daß das Kabinett alle Parteien von den Kommunisten vis zur Gruppe Marin (Republikanische Vereinigung) umfasse, Blum war jedoch nicht bereit, diesem Wunsche zu entsprechen. Die Möglichkeit zur Einbeziehung Rey- nauds in das Kabinett ist also hinfällig geworden. Dagegen hat Blum von dem Kommunisten D u c- l o s eine Zusage erhalten. Die Kommunisten sind bereit, an einer reinen Volksfront- Regierung teilzunehmen, sich auch an einer „Regierung der nationalen Sammlung um die Volksfront" zu beteiligen. Sie machen zur Bedingung, daß eine solche Kombination das Volks- frontprogramm anwendet, also sich den kommunistischen Forderungen unterwirft. Man hat den Eindruck, daß die Möglichkeit einer Beteiligung der Kommunisten an der Regierung unter den Radi- kalsozialisten Widerspruch auslösen wird. Von der Haltung der Radikalsozialen wird es ab- hängen, ob Blum es wagen kann, kommunistische Vertreter als Regierungsoertreter hereinzunehmen oder ob er, um die Mitarbeit der Redikalsozialen zu behalten, sich mit der alten Volksfront begnügen muß. * M Vielfach wird die Möglichkeit einer Regierung mit kommunistischen Ministern als Herausforderung empfunden, vor der dringend gewarnt wird. Die Blätter machen vor allem auch auf den Widerhall aufmerksam, den die mühevollen Krisenverhandlungen in Paris im Aus - lande finden. Das „Journal" weist darauf hin, daß die Nachricht von der Beauftragung Leon Blums mit der Kabinettsbildung unsägliches Erstaunen hervorgerufen habe. Der „Figaro" schreibt, wenn man die kommunistische Hypothek, die auf der französischen Mehrheit laste, jetzt noch in eine kommunistische Regierungsbeteiligung umwandeln wolle/ so liefe das auf Landesverrat hinaus. Frankreich würde bann unfehlbar in den Ruin und in den Krieg hinein steuern. Eine nationale Einigung können nicht um den Dolksfrontbegriff erfolgen, sondern nur um den Begriff „Frankreich" schlechthin. Sie könne aber nicht durch die marxistische Inter«, nationale gekrönt werden. Auch die radikalsoziale „Republique schreibt: Soll dieser schlechte Scherz einer Beteiligung der Kommunisten an der französischen Regierung den Bankrott bringen? Sollen die Sparer einem Kommunisten wie Thorez oder Duclos Vertrauen schenken? Soll man mit den Kommunisten, die in die Regierung eingeführt werden, eine Kriegs- gefahr mit einfchmuggeln? Dann wäre es um die Annäherungsbeftrebungen mit den Nachbarstaaten, besonders mit Deutschland, geschehen. Mit den guten Beziehungen zu den mitteleuropäischen Verbündeten wäre es aus, zumal diese schon wegen des französisch-sowjetrussi- schen Paktes beunruhigt seien. Aus wäre es mit dem engen Einvernehmen mit England. Auch die Nichteinmischungspolitik in Spanien wäre gefährdet. „DieSchwache derDemottaüen" Flandin zur Regierungskrise. London, 17. Jan. (DNB. Funkspruch.) Der frühere französische Ministerpräsident Flandin erklärt in der „Daily Mail", die Kommunisten blieben trotz ihrer indirekten Teilnahme an der Re- gierungsDerantroortung eine Partei des Urn- ft u r z e s. Die Sozialdemokraten seien Opfer der kommunistischen Agitation, sie würden von den Massen verantwortlich gemacht für die Nichterfüllung der kommunistischen Versprechungen in der Volksfront. Unterrichete Kreise in Frankreich seien sich wohl über den Ernst der Lage im Klaren, nicht aber die^grotze Masse. Frankreich habe noch ein Zwischen st adium durchzumachen, ehe eine Regierung der nationalen Einigung ans Ruder kommen würde. Es fei eine Schwäche der Demokratien, daß sie ihre Zeit verpaßten, während sich die Ereignisse in der Welt überstürzten. Ihre Führer nähmen schwere Verantwortlichkeit auf sich, wenn sie zögerten, die Wahrheit über die Lage zu sagen und es vorzögen, der öffentlichen Meinung zu folgen, anstatt sie zu führen. Vortrag Blunks in Prag verboten. P r a gv, 16. Januar (DNB.) In Prag wurde ein Vortrag des reichsdeutfchen Dichters Hans Friedrich Blunk behördlich verboten. der allgemeinen Wehrpflicht io England London, 16. Jan. (DNB.) Die Frage der Einführung der allgemeinen Wehrpflicht, die wenig populär in England ist, wird in zwei Sonntagsblättern aufgeworfen. Im „Sunday Expreß" erklärt Lord Lloyd, der frühere Oberkommissar für Aegypten, daß England mehr als nur b ie Aufrüstung haben müsse. Wir müssen uns bie Leistung eines Systems „nationalen Dienstes" ähnlich bem ber Schweiz, auferlegen, ber „fairsten, be= mokratischsten unb wirksamsten Form eines solchen Dienstes". Bei bem heutigen Zustand ber Welt, zu bem unsere Regierung selbst beigetragen habe, gibt es keinen anberen Ausweg. „Sun- bay Chronicle" erklärt: Denjenigen, bie nur zugestehen, baß im Falle ber Not bie allgemeine Wehrpflicht eingeführt werben bürfe, muß man bie Frage vorlegen, ob benn micht jetzt ein solcher Not st an b gegeben sei. Die einzige Frage, bie man aufwerfen müsse, sei bie, ob bie englische Regierung auch bie britische Außenpolitik energisch genug vertrete unb ob sie ben richtigen Gebrauch von ber ihr zur Verfügung gestellten Waffe mache. Kleine politische Nachrichten. Der Jugendführer des Deutschen Reiches, Baldur v. S ch i r a ch , hat anläßlich der feierlichen Grundsteinlegung der ersten zehn Adolf-Hitler-Schulen Reichsleiter Dr. Ley das goldene Ehrenzeichen der Hitler-Jugend verliehen. * Der jugoslawische Prinzreaent Paul und Prinzessin Olga kehrten von Der Hochzeitsfeier ays Athen zurück. In ihrer Gesellschaft befanden sich der H e r z o g v o n K e n t mit. Gattin, eine Schwester ber Prinzessin Olga. Sämtliche in Belgrab an-* wesenben Minister waren zur Begrüßung erschienen. Eine Ehrenkompanie erwies bie Ehrenbezeugungen. + Innerhalb von 60 Tagen müssen sämtliche A u s - länber, bie wiberrechtlich im Laube leben, Brasilien verlassen, andernfalls soll Ausweisung erfolgen. Regierungskreise betonen, baß es sich nicht um Sonbermaßnahmen gegen bas jübische Element hanbele.' In ber mexikanischen Stabt Veracruz stürmten 50 Jungkommunisten bie Christuskirche unb überfielen bort betenbe Katholiken. Die Koni- muniften verletzten zwei Männer unb eine Frau erheblich. Der nationalspanische Heeresbericht besagt: An ber Granaba-Front haben die nationalen Truppen bie Frontlinie a u s g e - glichen. Von ben übrigen Fronten nichts neues. * Auf ber Deutschen Werst in Hamburg lief das neue 15 000 BRT. große H a p a g - M o t o r s ch i f f P a t r i a" vom Stapel. Damit stellt bie Hapagein Schiff in ben Dienst zwischen Europa unb ber Westküste Sübamerikas ein, bas für sich m Anspruch nehmen kann, bas Spitzenschiff biefer Route zu sein. Die neuartige bieselelektrische Maschmenanlage gewahr- leistet eine Durchschnittsgeschwinbigkeit von 17 Seemeilen in ber Stunbe, so baßchie Reise von Hamburg nach Valparaiso nur etwa vier Wochen bauert. Wetterbericht. Ein kräftiger Wirbel hat auf feinem Wege vom westlichen Kanal nach ber Ostsee über Westeuropa einen kräftigen Wirbelluftzustrom ausgelöst, ber sich voraussichtlich in ber Nacht zum Dienstatz mit einem Vorstoß kälterer Luftmassen nach Osten wen- bet. Dabei sinb erneut Regenfälle zu erwarten. In bey höheren Gebirgslagen sinb teilweise auch wieber Schneefälle zu verzeichnen. Im weiteren Verlauf bes Wetters ist allmählich eine Beruhigung zu erwarten. Aussichten für Dienstag: Nach anfänglichen Regenfällen wieber aufheitemb, Tagestemperaturen bei 5 Grab, lebhafte' Winde aus West bis Norbweft. Aussichten für Mittwoch: Bei beginnen- ber Abkühlung bewölkt, geringe Nieberfchläge. Lufttemperaturen am 16. Januar: mittags 7,5 Grab Celsius, abenbs 6,7 Grad; am 17. Januar: morgens 8,1 Grad. Maximum 7,9 Grab, Minimum 5,5 Grab. — Grbtemperaturen in 10 cm Tiefe am 16. Januar: abenbs 4,1 Grab; am 17. Januar: morgens 4,2 Grab. — Nieberfchläge 4,3 mm. — Sonnenscheinbauer 0,8 Stunben. Wintersport-Wetterdienst. Schwarzwald, Felbberg: Bewölkt, Temperatur + 1 GraiH 20 cm Gesamtschneehöhe, Firnschnee, Ski unb Robel noch gut. Es wirb wieber zunehmenb kälter, so baß anzunehmen ist, baß bie Nieberfchläge in Gebirgslagen über 600 Meter wieber in Schnee übergehen. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bes Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik unb für bie Silber: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für ben übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für ben Inhalt ber Anzeigen: Theobor Kümmel. 2). 21. XII. 37: 11 000. Druck unb Verlag: Brühlsche Universitätsbruckerei R. Lange, K -G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit ber Illustrierten 15 Pst mehr. Einzelverkaufs- preis 10 Pf. unb Samstags 15 Pf., mit ber Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Lichtspielhaus GLORlR Heute Montag Gießen, den 17. Januar 1938. 0215 Eine haushalt, d. gu Bezahl, unb mt. e- Beiprogramm u. Ufa-Ton-Woche Postfach 57, Wetzlar. 224° für Spiralschläuche zum baldigen Eintritt gesucht. Schriftliche Bewerbungen unter 254D an den Gießener Anzeiger. 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