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Schriftleitvng und Geschäftsstelle: Schulstratze 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer vis8'/,Uhr des Dormittags Grundpreise für I mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70mm Breit« 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh. Dereinbg. 25°/e mehr. Lrmätztgle Grundpreise: Stellen«, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder», Unterrichts» u. behördliche AnzeigenbRpf. Mengenabschlüsse Staffel B Lrschetnt rüg sich, auffei Sonntags and Feiertag» Beilagen: Die Illustrierte Gietzener Familienblättei Heimat im Bild Die Scholle Monotr-Bezugrpretr: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr , -.25 Auch bet Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 225) Anschrift für Drahtnach. richten Anzeiger Gietzev Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 scheint nicht so. Eger, 15. Sept. (DNB.) Auch am Donnerstag haben sich die schweren Unruhen, die im gesamten sudetendeutschen Gebiet durch die Verhängung des Ausnahmezustandes und die ungeheuerlichen tschechischen Terrormaßnahmen von Polizei und Militär heroorgerufen worden sind, fortgesetzt. Die Stimmung ist bis zur Siedehitze gestiegen. Die Bevölkerung greift in ihrer Verzweiflung zu den primitivsten Waffen, um sich gegen den Terror, die zahlreichen Verhaftungen und die sinnlosen Schießereien, die nunmehr schon mehr weit über 30 Blutopfer allein auf sudetendeutscher Seite gefordert haben, zur Wehr zu setzen. Schon Dienstag wurden die Marxisten aus der weiteren Umgebung i n E g e r Unsere Aufnahme vom Mittwoch läßt bereits die drohende Stimmung in Eger erkennen. Man sieht tschechische Gendarmerie mit aufgepflanztem Bajonett vor einem zerstörten deutsches Geschäft. — (Associated-Preß-M.) Prag hofft wohl, daß das Reich in seiner Friedensliebe auch diesmal keine Gegenmaßnahmen treffen werde, wobei man vielleicht auch auf unseren verständlichen Wunsch spekuliert, daß die deutschenglische Aussprache keine Störung erfahren soll. Aber die Verantwortlichen in Prag sollen sich keinen trügerischen Erwartungen hingeben: ein so hinterlistiges Manöver wie das vorn 21. Mai, als man zur Provokation noch die Verleumdung hinzufügte und nach dem Ausbleiben der deutschen Gegenaktion von einer politischen Niederlage des Reiches sprach, wird diesmal bestimmt keinen Erfolg haben. Wir können den Tschechen mit aller Bestimmtheit versichern, daß dies die allerletzte Warnung ist. Möge man sich an* der Moldau der Rede des Führers erinnern, die er auf dem Schlußkongreß des Parteitages gehalten hat. Es heißt darin: „Sie werden verstehen, meine Parteigenossen, daß eine Großmacht ein zweites Mal einen solchen niederträchtigen Uebergriff (wie die tschechische Mobilisation am 21. Mai. D. Schriftltg.) nicht hinnehmen kann ... Ich bin Nationalsozialist und als solcher gewohnt, gegen jeden Angriff sofort zurückzuschlagen. Ich weiß auch ganz genau, daß durch Nachgiebigkeit ein so unversöhnlicher Feind, wie es das Tfchechentum ist, nicht versöhnt, Wie die tschechischen Amtsstellen und der tschechische Pöbel sich zu dem Gebot der Stunde verhalten, kann bei der Neuordnung der Dinge keine Rolle mehr spielen. Auch sie müssen sich den Forderungen des Rechtes, dtzr Menschlichkeit und der Zivilisation, sie müssen sich endlich auch vor den Grundsätzen der Demokratie Heugen, die sie einst so heuchlerisch zu ihrem politischen Prinzip erklärt haben. Es hat sich ia bereits gezeigt, daß im tschechischen Volke die Meinungen über das, was zu geschehen habe und was diesem Volke gut tut, durchaus verschieden sind. Die Brüchigkeit des auf einem öden und seelenlosen Zentralismus beruhenden Prager Regimes liegt nunmehr, da die staatliche Autorität ohye jeden äußeren Anstoß gleichsam automatisch verlorengegangen ist, vor aller Augen klar zutage. Während auf der einen Seite die Angehörigen der tschechischen Viel-Völker-Armee in Hellen Haufen desertieren, , bewaffnet man aus der anderen Seite den roten Mob und bedient sich der Hilfe des Untermenschentums, um das wankende Staatsgebäude zu stützen. Während man in Prag aus der einen Seite durch dummdreiste Lügenmanöver und Hetzfeldzüqe noch einmal versuchte, gegenüber der Weltöffentlichkeit die Schuld von sich auf die Sudetendeutschen abzuschieben, war man doch auf der anderen Seite schon so nahe dem Rande der Verzweiflung und.Ohnmacht, daß man den in diesem Stadium der Entwicklung besonders lächerlichen Versuch machte, sich noch einmal als einen „wertvollen Verbündeten" für Frankreich hinzustellen und den eigenen Volksgenossen einzureden, England, Sowjetrußland und Frankreich ständen mit ihrer kriegsbereiten Macht hinter den Prager Helden. Doch was die tschechische Regierung gegenwärtig denkt und tut, ist nicht so wichtig wie das, was die verantwortlichen Staatsmänner der großen europäischen Kulturmächte beschließen. Der offene Brief, d?n Mussolini an Lord Runciman gerichtet bat wird wohl nicht allein den Demokraten des Westens, sondern auch den tschechischen Heißspornen die Augen darüber geöffnet haben, wie man in den Hauptstädten Europas über die Verwirklichung völkischer Urrechte denkt. Da auch London und Paris in immer deutlicherer Weise gezeigt haben, daß sie dem Prinzip der freien S e l b st b e st i m m u n g die Bahn nicht versperren wollen, stand das bolsche- roifierte Prag im Augenblick der Berchtesaadener Unterredungen bereits allein auf weiter Flur. zusammen gezogen, nach Pilsen befördert und dort ausgerüstet. Mittwochvormittag wurden sie in der Militärkaserne von Eger von Gendarmerie und Polizei vereidigt. Gegen 18.30 Ühr sammelte sich dann eine große Horde bewaffneter und uniformierter Rote. Wehr - Männer der marxistischen P a r 1 e i g a r d e in der Bahnhofsgegend. Plötzlich fielen in rascher Folge Gewehrschüsse. Zu gleicher Zeit rückten drei Tanks gegen die Haupt st elle der Sudetendeut- f ch e n Partei vor. Die Schießerei verstärkte sich, die Tore der Hauptstelle wurden m i t Handgranaten gesprengt, dann traten Maschinengewehre und die Geschütze der Tanks in Tätigkeit. Die Marxisten und Tschechen schossen wahllos auf jeden, der sich zeigte, Flüchtende wurden schonungslos niedergemacht. Zu der gleichen Zeit machten schwerbewaffnete Banden einen Feuerüberfall auf die Bezirks st elle der SDP., wobei der Bezirksleiter hansmann niedergeschofsen wurde. Bewaffnete Banden drangen in die Häuser ein, um Verhaftungen vorzunehmen und ihre Opfer niederzumachen. Das Schießen und Schreien wollte kein Ende nehmen. Dazwischen gellten tschechische Kanonen und Hornsignale. Immer wieder gellten Hilferufe. Mit ganz wenigen kurzen Unterbrechungen ging das so dis nach 22 Uhr. Dann trat einigermaßen Ruhe ein, wenn auch weiter Panzerautos durch die Straßen fuhren und noch immer aus den Häusern Leute geholt wurden. Die Hotels Victoria und Welzl, die Sitze der Hauptstelle der SDP., bieten einen trostlosen Anblick. Das Mauer- Wir wollen heim ins Reich! Proklamation Konrad Henleins an die ganze Welt. Eger, 15. Sept. (DRV.) Der Führer der Sudetendeutschen Parte!, Konrad Henlein, erläßt an das Sudetendeutschtum, an das deutsche Volk und die gesamte Welt folgende Proklamation: Meine Volksgenossen! Als Träger Eures Vertrauens und im Bewußtsein meiner Verantwortung stelle ich vor der gesamten Weltöffentlichkeit fest, daß mit dem Einsatz von Maschinengewehren, Panzerwagen und Tanks gegen das wehrlose Sudetendeutschtum das Unterdrückungssystem des tschechischen Volkes feinen Höhepunkt erreicht. Dadurch hat das tschechische Volk aller Welt vor Augen geführt, daß ein Zusammenleben mit ihm in einem Staate endgültig unmöglich geworden ist. Die Erfahrungen einer 20jährigen Gewaltherrschaft und vor allem die schweren Vlutopfer der letzten Tage verpflichten mich, zu erklären: l. 3m Fahre 1919 wurden wir bei Vorenthaltung des uns feierlichft zugesicherten Rechtes auf Selbstbestimmung gegen unseren Willen in den tschechischen Staat gezwungen. f 2. Ohne jemals auf das Selbstbestimmungsrecht verzichtet zu haben, haben wir unter schwersten Opfern alles versucht, im tschechischen Staat unser Dasein zu sichern. 3. Alle Bemühungen, das tschechische Volk und seine Verantwortungsträger zu einem ehrlichen und gerechten Ausgleich zu bewegen, find tm ihrem unversöhnlichen Vernichtungswillen gescheitert. 3n dieser Stunde sudetendeutscher Rot trete ich vor Euch, das deutsche Volk und die gesamte zivilisierte Welt und erkläre: Wir wollen als freie deutsche Menschen leben! Wir wollen wieder Friede und Arbeit in unserer Heimat! Wir wollen heim ins Reich! Gott segne uns und unseren gerechten Kampf! Heim ins Reich! -Der Zerfall des tschecho-slowakischen Staates, seiner Organe, seiner Einrichtungen und feiner Regierung hat begonnen. Nach der großen Rede von Nürnberg, erst recht aber nach den chaotischen und blutigen Vorgängen der letzten Tage in Böhmen gibt es nur noch eine Meinung in der Welt: dem Selbstbestimmungswillen des sudetendeutschen Volkes muß sein Recht werden! lieber diesem Chor der friedenfordernden Stimmen hinaus tönte aus dem Munde Konrad Henleins der millionenfache Ruf feiner Volksgenossen: Wirwollen heim insReich! Die Tschechen nicht nur, sondern alle Menschen guten Willens, denen die Erhaltung des Friedens am Herzen liegt, waren und sind damit vor eine Entscheidung gestellt, die sich nun auf keine Weise mehr umgehen läßt. Die europäische Landkarte, die einst von den Zufallssiegern des Großen Krieges in Versailles verunstaltet wurde, ist r e i f z u r R e * oifion. sondern nur noch mehr zur Ueberheblichkeit gereizt wird." Man müßte annehmen, daß diese Worte auch in Prag verstanden worden wären. Aber dem ....... H. Ev. Deutschland duldet keinen zweiten 2^. Mai Erneut militärische Vorbereitungen in der Tschecho-Glowakei. — Prag spielt mit dem Feuer. Konrad Henlein. Mrd und Terror in Eger. Oer tschechische Mob wütet mit Gendarmerie und Militär hemmungslos gegen alles Deutsche. Karlsbad, 15. Sept. (DNB) Die Einziehung von Reservisten in der Tschecho- Slowakei hat solche Formen angenommen, daß in vielen Betrieben schon mehr als die Hälfte des Personals zum Heeresdienst eingezogen worden ist. Die Einziehungen erstrecken sich auf das gesamte tschecho-slowakische Staatsgebiet und auf sämtliche Jahrgänge von 18 9 4 ab. Die Kasernen reichen trotz engster Belegung bei weitem nicht mehr aus, und so sind für zahlreiche Truppen Turnhallen usw. requiriert worden, ferner auch z. T. die Schulen. Die Straßen im ganzen Gebiet sind verstopft durch lange motorisierte Truppenteile, unter denen man besonders zahlreich Panzerwagen bemerkt. 3n den unmittelbaren Grenzgebieten herrscht außerordentlich lebhaftes Mliitarifches Treiben in den ausgebauten Stellungen, in die insbesondere zahlreiche Munition s- transporte geleitet werden. Fast alle Brücken und wichtigen Straßenkreuzungen sind wieder wie am 21. Mai militärisch beseht. Es finden überall Passanten- und Wagenkontrollen statt. Fast alle Lastwagen, Omnibusse sowie zahlreiche Personenwagen und Motorräder sind für den Heeresdienst beschlagnahmt worden. Jrn Gebiet Rumburg, Teplitz, Mährisch-Ostrau und Warnsdorf sind viele Straßen durch spanische Reiter und querge ft eilte W a - g e ft gesperrt und gesichert. Sappeure sind dabei, die Straßen aufzureißen und die Sprengkammern an den Brücken zu laden. Aus dem Bahnhof Neuhütte-Lichtenwald an der Strecke Rumburg- Leipa wurden am Mittwochabend zwei Güter- Züge mit Tanks und Kampfwagen entladen. Die Schöder-Stellung, von der aus man etijen beherrschenden Einblick in deutsches Gebiet hat, ist durch zahlreiche Truppenteile besetzt worden. Für den Derpflegungs- und Mumtionstrans- port wurden auch zahlreiche Wagen und Gespanne sudetendeutscher Bauern requirier? Die Familien der tschechischen Beamten und Grenzler sind zum größten Teil ins Landesinnere abtransportiert worden. Lehrer und Beamte wurden bewaffnet und der Gendarmerie zugeteilt. So find z. B. die Steuerämter und Gerichte in zahlreichen Orten geschlossen, weil von den Beamten niemand mehr anwesend ist. In der kleinen Grenzstadt Groslitz befinden sich 400 Mann Militär, 300 Gendarmen und etwa 300 bewaffnete Bahn- und Postbeamte! Am Marktplatz standen zwei Tanks und 15 große Militäi astkraft- wagen. Panzerwagen durchfuhren Silberbach und standen dann vor Schwaderbach. Die Grenzorte' Schwaderbach und Markhausen, die man von reichsdeutscher Seite einsehen kann, gleichen ausgestorbenen Orten. Die Ordner der SDP., die bisher für Ruhe und Ordnung gesorgt hatten, folgten ihren geflüchteten Angehörigen über die Grenze. In die Sperrmauer der Talsperre von Aussig sind Sprengkapseln eingesetzt worden. Da die Talsperre durch die schweren Regenfälle der letzten Zeit vollständig gefüllt ist, würde eine Sprengung der Xab sperre nicht nur für das sudetendeutsche, sondern auch für das sächsische Elbegebiet die verhängnisvollsten Folgen haben. Den Bürgermeistern aller Orte wurden die Mobilisierungsplakate zugesandt, jedoch die Weisung gegeben, sie aus außenpolitischen Gründen vorläufig nicht aus- z u h ä n g e n. Auch zahlreiche sudetendeutsche Bürgermeister haben diese Plakate erhalten. Die angeordneten Maßnahmen dagegen ähneln denen, die am 21. Mai getroffen waren. Prag isi gewarnt. Während der tschecho-slowakische Staat innerlich zusammenbricht, während seine Wirtschaft und seine Finanzen der Katastrophe entgegentreiben, während an allen Ecken und Enden die Völker dieses Staates immer lauter die Forderung nach nationaler Eigenständigkeit erheben, glauben scheinbar die tschechischen Machchaber und Militärgewaltigen noch, dieses zusammenbröckelnde Etwas, das sie ihren Staat nen-nen, durch bewaffnete Aktionen, durch die Entfesselung aller brutalen Instinkte ihrer uniformierten Horden erhalten zu können. Vielleicht glauben sie sogar, das Experiment vom 21. M a i mit Erfolg zu wiederholen. Anders als eine notdürftig verschleierte Mobilmachung kann man jene Maßnahmen kaum noch bezeichnen, die von den tschechischen Kommandostellen während der letzten vierundzwanzig Stunden in überstürzter Eile getroffen wurden. Reservisten-Einziehungen im gesamten Staatsgebiet, massenhafte Truppenbewegungen in Richtung der Grenzgebiete, Munitionsstapelungen und -transporte in den sudetendeutschen Bezirken, Beschlagnahme -aller greifbaren Beförderungsmittel, Anlage von Sprengvorrichtungen an Straßen, Brücken und Talsperren, Flucht der tschechischen Zivilpersonen aus den Grenzbezirken, erneute Beschießung der sudetendeutschen Dörfer und Städte, Feuerüberfälle und Mordtaten — das alles läßt nur den einen Schluß zu, daß man in Prag wiederum planmäßig die Entfesselung des Krieges vorbereitet. Die Aehnlichkeit der Vorgänge mit dem 21. Mai ist zu überzeugend. werk ist mit Geschoßeinschlägen übersät. Die Fenster find zersprungen, die Türen durch Handgranatenwürfe aus dem Rahmen gerissen. In den Zimmern sieht es aus, als ob dort Räuberbanden gehaust hätten. Es ist kein Behälter, der nicht ausgeplündert wäre. Die Möbel wurden sinnlos zerstört, Sofas und Seffel zerschnitten. Einige. Räume wurden widerlich verunreinigt. Ggervon der Außenwelt abgeschlossen. Umfassender und offener Meinungsaustausch aus -em Obersalzberg. Oie Besprechung zwischen dem Führer und Chamberlain wird fortgesetzt werden. Hof, 15. Sept. (DNB.) Deutsche Journalisten und Ausländer, die aus Eger hier eingetroffen sind, berichten, daß dort in allen Straßen Polizei- und Militärposten mit schußbereitem Gewehr standen. Die öffentlichen Gebäude waren mit Maschinengewehren besetzt. Polizei und Militär stürmten den ganzen Tag über durch die Stadt und machten Jagd auf Abzeichen der Sudetendeutschen Partei und auf Kleidungsstücke, aus denen etwa eine Zugehörigkeit zur Sudetendeutschen Partei zu erkennen sein konnte. Die Bevölkerung ist völlig verängstigt und wagt sich nicht mehr auf die Straße. Der Zugverkehr ist nach den meisten Richtungen unterbrochen, desgleichen der Omnibusoerkehr nach Asch, Marienbad und anderen Orten. Das Verlassen der Stadt ist nur unter größter Lebensgefahr möglich. Dor dem Bahnhof und in den verschiedenen Straßen, ferner am Marktplatz befinden sich große Blutlachen, die notdürftig mit Erde bestreut sind. Nach Aussagen der Bevölkerung war es infolge der Unsicherheit des Straßenverkehrs nicht möglich, zahlreiche Verletzte in die Krankenhäuser zu schaffen, so daß sie zunächst ohne ärztliche Hilfe in den Häusern untergebracht sind. Verzweifelte Stimmung bei den Tschechen. Soldaten der fremden Volksgruppen desertieren. Eger, 15. Sept. (DNB.) Die Stimmung der tschechischen Bevölkerung sinkt allmählich auf den Nullpunkt, da sich immer mehr die Erkenntnis durchsetzt, daß die Regierung Benesch sich durch ihre Terrormaßnahmen vor der ganzen Welt ins U n recht gesetzt hat. Die tschechischen Grenzler und Polizeibeamten verlassen in hellen Scharen das sudetendeutsche Gebiet und fahren nach Prag. In den verschiedensten Orten der Tschecho-Slowakei ist es bereits zu Unruhen insbesondere in der bäuerlichen Bevölkerung gekommen, die im Gegensatz zum tschechischen Großstadtpöbel für das. Verhalten der Regierung Benesch kein Verständnis hat. Die Regierung versucht mit allen Mitteln die Stimmung wieder emporzureißen und der Bevölkerung Mut zu neuen Terrormahnahmen zu geben. Bezeichnend dafür ist eine Meldung des Prager Rundfunks: „Die englischen Kriegsschiffe liegen in den Häfen zur Ausfahrt bereit. Tausende von Franzosen liegen in der Magi- not-Linie. 3 Millionen Rotarmisten stehen tatendurstig an der Grenze der Sowjetunion." * Die tschechische Bevölkerung hat keine Möglichkeit, die Richtigkeit dieser Behauptung/ nachzuprüfen. Darauf spekuliert auch der tschechische Rundfunk in der Hoffnung, durch derartige plumpe Drohungen den tschechischen Terroristen noch einmal den Rücken zu stärken und insbesondere auch den tschechischen Heeresformationen Mut zu machen, die in die sudetendeutschen Gebiete in Marsch gefetzt worden sind und bei denen bereits Taufende von Desertionen zu verzeichnen sind. Insbesondere haben Angehörige der in der Tschecho-Slowakei lebenden fremden Volksgruppen ihre Truppenteile verlassen und sich in Sicherheit gebracht, weil sie für die Tschecho-Slowakei und gegen ihre eigenen Brüder nicht zu kämpfen beabsichtigen. So sind in Sachsen 51 tschechisch-slowakische Soldaten slowakischer Volkszugehörigkeit in geschlossener Gruppe über die Grenze getreten und haben sich deutschen Behörden gestellt, da sie nicht auf Sudetendeutsche schießen wollten. Kauspanik und Vankenrun in der Tscheche!. Verdoppelung der Preise. — Die Tschechenkrone fällt. R e i ch e n b e r a (Böhmen), 15. Sept. (DNB ). Die Lage in der Tschecho-Slowakei, so insbesondere die zahlreichen militärischen Maßnahmen, haben zu einer K aufpanik derBevölkerung geführt, die sich insbesondere auf dem Lebensmittelmarkt auswirkt. In erster Linie werden Fett, Konserven und Mehl gehamstert, aber auch Talglichte und andere Gegenstände des täglichen Bedarfs werden in großen Mengen gekauft, so daß in vielen Städten d i e Lebensmittelgeschäfte ausverkauft sind. Die Preise haben sich in wenigen Tagen verdoppelt, ein Zeichen, wie gering das Vertrauen zum Bestand des Staates und dem Wert der tschechischen Währung ist. Der Wert der Krone ist soweit gesunken, daß sie inoffiziell nur noch mit etwa 4 RM. für 100 Kronen gehandelt wird, während der normale Kurswert auf 8,59 RM. steht. Durch die Lebensmittelverknappung und die Verteuerung ist es sowohl in Prag als auch in sonstigen tschechischen ^bieten zu zahlreichen Demonstrationen gegen Geschäftsleute und zur Demolierung von Geschäften gekommen. Auch die Abhebungen bei den Prager Großbanken und ihren Filialen im Lande haben ungeahnte Ausmaße angenommen. An den Schalterräumen der Zentralen und der Depositenkassen forderten zahlreiche Konteninhaber in größter Erregung ihr Geld zurück, wurden aber a b - gewiesen. Die wenigen Bankfilialen, die Auszahlungen überhaupt noch vornehmen konnten, beschrankten die Abhebung auf 2000 Tschechenkronen je Konto. Devisen sind überhaupt nicht mehr zu bekommen. In der Nationalbank fand am Donnerstag eine Sitzung sämtlicher Direktoren der Prager Großbanken statt, die in Gefahr sind, illiquide zu werden, weil zu allem Ueberfluß die Nationalbank sich weigert, Rediskont auf Staatspapiere zu geben Aus unterrichteten Kreisen verlautet, daß die Banken beabsichtigen, ein allgemeines Moratorium zu erklären. Im Gegensatz dazu sind die f u - detendeutschen Danken von diesem Run auf die Kassen nicht betroffen worden; sie gelten als absolut sicher und liquide. Die amtliche Verlautbarung. Berchtesgaden, 15. Sept (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hatte heute au f d em Obersalzberg mit dem britischen Premierminister eine Besprechung, in deren Verlauf ein umfassender und offener Hleinungs- austausch über die gegenwärtige Lage stattfand. Der britische Premierminister fährt morgen nach England zurück, um sich mit dem britischen Kabinett zu beraten. In einigen Tagen findet eine neue Besprechung statt. Ankunst in München. M ü n ch e n , 15. Sept. (DNB.) Der britische Premierminister Neville Chamberlain traf am Donnerstagmittag 12.30 Uhr auf dem Flugplatz München-Oberwiesenfeld in Begleitung von Sir Horace Wilson und Mr. William Strang ein. Er wurde im Auftrage des Führers begrüßt von Reichsminister des Auswärtigen o. Ribbentrop in Begleitung des Staatssekretärs Freiherrn v. Weizsaecker und des Chef des Protokolls, Freiherrn von Doernberg. Ferner waren zur Begrüßung erschienen der britische Botschafter Sir Neville Henderson sowie der deutsche Botschafter in London v. D i r k s e n. Als erster entstieg Chamberlain dem Flugzeug. Botschafter H e n d e r- s o n entbot dem Ministerpräsidenten, der die Anstrengung des ersten Fluges, den er in seinem Leben gemacht hat, offensichtlich aufs beste überstanden hat, den ersten Gruß. Sodann hieß Reichsaußen- minister v. Ribbentrop den englischen Premierminister willkommen. Freundlich lächelnd und in angeregter Unterhaltung verließ Chamberlain das Rollfeld, um sich zu seinem Kraftwagen zu begeben, mit dem die Fahrt zum Bahnhof angetreten wurde. Unterwegs wurde Chamberlain von der Bevölkerung freundlich begrüßt. Im Münchener Hauptbahnhof, der Lorbeer- und Fahnenschmuck trug, wurde der britische Premier im Fürstensalon, der mit der Hakenkreuzflagge und dem Union Jack geschmückt mar, von Staatsminister Gauleiter Adolf Wagner begrüßt, der den Gast sodann zusammen mit Reichsaußenminister v. Ribbentrop auf den Bahnsteig zum Sonderzug geleitete. Auf dem Bahnsteig selbst hatte sich wiederum zahlreiches Publikum eingefunden, das den englischen Besuch herzlich begrüßte. Kurz vor Abgang des Sonderzuges hatte sich auch noch der Reichsstatthalter in Bayern, General Ritter v o n E p p, eingefunden. Als der Zug die Halle verließ, riefen ihm die auf dem Bahnsteig Zurückgebliebenen noch einmal herzliche Heilrufe nach. Auf dem Obersalzberg. Berchtesgaden, 15. Sept. (DNB.) Der britische Premierminister Neville Chamberlain traf heute 16.55 Uhr im Kraftwagen des Führers, vom Grand-Hotel kommend, auf dem Berghof Obersalzberg ein. Der Führer begrüßte seinen Gast, zu dessen Ehren eine Ehrenkompanie der Leibstandarte „Adolf Hitler" angetreten war, auf der Treppe seines Hauses. Staatsminister Dr. Me i ß n e r und Major Schmundt hatten den britischen Premierminister im Auftrage des Führers in Berchtesgaden erwartet und zum Berghof geleitet. Nach der Begrüßung folgte der Premierminister einer Einladung des Führers zu einem Tee in der Halle des Berghofes. Chamberlain von Berchtesgaden abgereist. Berchtesgaden, 16. Sept. (DNB. Funkfpr.) Der britische Premierminister Sir Neville Chamberlain hat Freitag vormittag gegen 9.30 Uhr mit dem Reichsminister des Auswärtigen v o n Ribbentrop und seiner Begleitung Berchtesgaden in Kraftwagen verlassen. Zum Abschied war im Auftrag des Führers der Chef der Präsidialkanzlei Staatsminister Dr. Meißner erschienen. Mit dem Reichsminister des Auswärtigen gaben ferner der britische Botschafter in Berlin Sir Neville Henderson, Staatssekretär Freiherr von Weizsäcker und der Ches des Protokolls Freiherr von Dörnberg dem britischen Premierminister das Geleit bis München. „Ginsth? freundschaftliches Gespräch" Londoner Pressestimmen. Landon, 16. Sept (DRV. Funkspruch.) Nach feiner Unterredung mit dem Führer erklärte Chamberlain dem in Berchtesgaden weitenden diplomatischen Korrespondenten der „Daily TRattw, Wilson Broadbent: , .Es war ein sehr eund - schaftliches Gespräch. Ich kehre morgen nach London zurück, um meinen Kabinettskollegen Bericht zu erstatten. Ich hoffe, nach Deutschland zurückzukehren, um Herrn Hitler in naher Zukunft nocheinmalzu sehen. Das wird in wenigen Tagen, einer Woche oder so herum sein." Der diplomatische Korrespondent der „Times" erklärt zu viel verbreiteten Gerüchten, augenblicklich seien die Spekulationen über einen größeren Meinungsaustausch zwischen den Mächten unbegründet. In der vergangenen Woche habe D a l a d i e r über den französischen Botschafter Eortane mit Chamberlain in engster Fühlungnahme gestanden: es sei zu erwarten, daß nach der Rückkehr Chamberlains dieser Kontakt wieder ausgenommen werde. ♦ Die gesamte Londoner Presie hebt hervor, mit welcher Herzlichkeit Chamberlain in Deutschland begrüßt worden ist. Mit Nachdruck wird hervor- gehoben, daß die Verhandlungen weiter gehen sollen. Daily Telegraph hebt wie auch die Times hervor, wie freundschaftlich die Aussprache zwischen Chamberlain und Hitler gewesen ist. Die liberale News Chronicls meint u. a.: Sollte Chamberlain einen Vorschlag für eine gerechte Bereinigung des tschecho-slowakifchen Problems mit sich " bringen, dann würde .seine Initiative in triumphaler Weise gerechtfertigt sein. Daily Mail erklärt, Chamberlains unerwartet frühzeitige Rückkehr nach London verpflichte zu der Hoffnung, daß eine friedliche Lösung der Krise möglich sei. Sie bestätige weiterhin auch die größten Aussichten auf eine zufriedenstellende Förderung des ganzen Problems. Zur Henlein-Proklamation erklärt das Blatt, jetzt schienen die Dinge endlich klar gestellt zu werden. Mit der Erklärung werde eine große Frage aufgeworfen, sie stelle endlich eine Basis dar, auf der die Staatsmänner jetzt arbeiten könnten. Auf alle Fälle sei die Forderung Henleins auf eine Rückkehr des sudetendeutschen Landes zum Reich eine Angelegenheit, die in irgend einer Weise bereinigt werden müsse, ohne Europa in einen Krieg zu stürzen. Eine Regierung bedarf der Zustimmung der Regierten —' das sei Henlein- Forderung — ein echter demokratischer Grundsatz. Sämtliche Blätter erwarten, daß das Unterhaus höchstwahrscheinlich nächste Woche zu einer außenpolitischen Debatte zusammentr.eten wird. Die Blätter betonen jedoch gleichzeitig, daß die letzte Entscheidung über die vorzeitige Einberufung des Unterhauses b e i Chamberlain liege. Der Eindruck in Paris. Besuch Daladiers in London angekündigt. Paris, 16. Sept. (DNB. Funkspruch.) Der dem Quai d'Orsay nahestehende „Petit Pa r i s i e n" schreibt, daß es sich um einen weitgehenden und freien Meinungsaustausch gehandelt habe, scheine darauf hinzudeuten, daß beide Verhandlungspartner ihre allgemeinen Anschauungen über die Möglichkeiten eines europäischen Gleichgewichts und die Lösung des sudetendeutschen Problems in gegenseitiger Offenheit durchgesprochen haben. Die Ankündigung einer Wiederaufnahme der Besprechungen sei ein günstiges Symptom. — Der „M a t i n" schreibt, wenn die Aussprache in Berchtesgaden auch nur kurz gewesen fei, so sei doch von den Verhandlungspartnern ein großes Terrain erörtert worden. Der „Matin" kündigt- dann an, daß London in den nächsten Tagen den Besuch des Ministerpräsidenten D al ad i er erhalten werde, der wahrscheinlich von Außenminister Bonnet begleitet sein werde. — „Figaro" schreibt, das französische Volk wisse, daß man alles versuchen müsse, um eine europäische Katastrophe zu vermeiden. Wenn es notwendig sei, das sudetendeutsche Problem zu regeln und die europäische Lage ganz allgemein auf der Grundlage der Versöhnung zu bessern, so könne dies nur im Sinne der Wirklichkeiten erfolgen. Es handele sich hier niemals um einen Rückzug oder eine Erniedrigung, diese Vokabeln müßten beiseite bleiben. Verständnis in Fialien. Mailand, 16. Sept. (DNB Funkspruch.) Zu dem Besuch des britischen Ministerpräsidenten Chamberlain beim Führer schreibt „(Sortiere della Sera", diese Geste sei mit fast einstimmiger Sympathie aufgenommen worden. Aber es wäre trotzdem unklug, sie als eine wunderbringende Tat ansehen zu wollen, die imstande wäre, den schrecklichen Streit ohne weiteres zu schlichten, der Europa weiter am Rande des Krieges halte. Die Lage in der Tschecho-Slowakei habe sich leider weiter verschlechtert. Italien verstehe die Gefühle des deutschen Volkes gegenüber den unterdrückten Brüdern und erkenne weiter, das gleiche Unabhängigkeitsbestreben bei dem unter der Prager Fremdherrschaft schmachtenden Polen, Ungarn und Slowaken. Jede Volksgruppe kehre zu der Nation zurück, der sie angehöre, man mache auf diese Weise die Irrtümer der Friedens- Verträge oder wenigstens einige von den zahlreichen Irrtümern gut, die diese Verträge bedauerlicherweise zu wahrhaftigen ,Kriegsverträgen" ummantelten. .. * ' £>VÄ- „ - r - - ' - ’ ■ M M Ä J ?A< fL gp A'-./ - Unser B i l d t e l e g r a m m zeigt Neville Chamberlain nach seiner Ankunft in München mit Reichsaußenminister von Ribbentrop. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Heute Kabinettssißung in London. Lord Runriman nimmt an den Londoner Besprechungen teil. London, 16. Sept. (DNB.) König Georg ist am Donnerstagvormittag programmäßig aus Schottland mieber nach London zurückgekehrt. So- mohl auf dem Bahnhof als auch vor dem Buckingham-Palast begrüßte eine große Menschenmenge den König. Lord Halifax begab sich kurz nach io Uhr in den Buckingham-Palast, um dem König über die Lage Bericht zu erstatten. König Georg empfing gegen Mittag Schatzkanzler Sir John Simon, dann den Verteidigungsminister Sir Thomas I n - scip und den Innenminister Sir Samuel Hoare. Das englische Kabinett ist für Freitagnachmittag einberufen morden. Der Premierminister mird über seine Aussprache mit d e m Führer Bericht erstatten. Auf Einladung Chamberlains fährt Lord R u n c t m a n , begleitet von Mister Ashton-Gwatkin für einige Tage nach London zurück zut Beratung mit dem Premierminister und seinen Kollegen im Zusammenhang mit den Berchtesgadener Besprechungen. Inzmischen appelliert Lord Runciman an alle Parteien und Personen, sich jeder Aktion zu enthalten, melche die bestehende Lage erschwe- ren könnte, solange das Ergebnis der weiteren in naher Zukunft zwischen dem britischen Premierminister und dem Führer beabsichtigten Besprechungen schwebt. Die Presse bezeichnet die Nachricht, daß Chamberlain sich aufs neue mit d e rn Führer treffen rverde, als höchst befriedigend. Von Anfang an fei es klar gewesen, daß ein Problem von derartigen Ausmaßen nicht ohne lange Besprechungen gelöst werden könne. Aber gerade wegen der zahlreichen Schwierigkeiten sei es nicht Überraschend, daß Chamberlain nach London zu- rückkomme, um sich mit seinen Ministerkollegen auszusprechen. Es sei offensichtlich, daß bei einem solchen Problem die Ansichten im britischen Kabinett nicht immer übereinzustimmen brauchten. Es bestehe aber Grund zur Annahme, daß auch weiterhin Erfolge erzielt und Europas Hoffnungen verwirklicht werden würden. Strafanzeige gegen Henlein. Benesch treibt die Entwicklung auf dieSPitze. Prag, 15. Sept. (DNB.) Das politische Kabinett hielt am Donnerstag zwei Sitzungen ab, in denen wie es heißt, „alle weiteren Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung beschlossen und nach allen Richtungen hin angeorbrtet" wurden. Weiter verlautet, daß „im Hinblick darauf, daß Konrad Henlein zwei Kundgebungen an die sudetendeutsche Bevölkerung über den Deutschlandsender verbreiten ließ, bas Einschreiten gegen Konrab Henlein in bieser Angelegenheit ben zustänbigen Staatsorganen übertragen wirb". Das heißt also, baß gegen den Führer der Sudetendeutschen Strafanzeige unter Berufung, auf das berüchtigte „Gesetz zum Schutze der Republik" von der Staatsanwaltschaft erhoben werden wird. Der Landespräsident von Böhmen hat im Einvernehmen mit dem Präsidenten des Obergerichts und dem Oberprokurator Donnerstagnachmittäg auch über die Bezirke Reichenberg, Rumburg und Schluckenau das Standrecht verhängen lassen. Im Amtsblatt vom 16. September wird auf der gleichen gesetzlichen Grundlage auch die Verhängung des Standrechts in den Bezirken Komotau und Warnsdorf ausgesprochen. Somit ist bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt das Standrecht über insgefamtlö Bezirke verhängt worden. Die der Partei des Staatspräsidenten Benesch nahestehende Zeitung „A Zet" verzeichnet die Nachricht, daß ein Haftbefehl gegen Konrad Henlein bereits ausgegeben worden fein soll. Auch fügt es hinzu, daß auf die gesamte Führung der Sudetendeutschen Partei ähnliche Haftbeshle ausgestellt worden sein sollen. Besserung im Befinden Görings. Berlin, 15. Sept. (DNB.) lieber das Befinden des Generalfeldmarschalls Göring wird heute > durch den behandelnden Arzt folgendes bekanntgege- ben: „Die Entzündung des Unterschenkels ist weitest- gehend im Rückgang begriffen, und die zu Beginn der Blutvergiftung stark erhöhte Temperatur nähert sich wieder dem Normalen. Gez.: Dr. Morell." Der Nationalitätenstaat. Eine Karte, die das Völkergemisch in der Tschecho-Slowakei veranschaulicht. — (Scherl-M.) U N POLEN KARPATHO- RUMÄNEN _______ UKRAINER hihi „Schlagen Sie Venesch Offener Brief Mussolinis an Lord Mailand, 15 Sept. (DNB.) Mussolini veröffentlicht im „Popolo d'Italia" unter der Überschrift „Brief an Runciman" folgenden Artikel: Als Sie vor einigen Wochen London verließen, um sich nach Prag zu begeben, hatte die Welt keine klare Vorstellung davon, weshalb, in welcher Eigenschaft und mit welchen Verantwortlichkeiten Sie dorthin gingen. War Ihre Mission offiziell? War sie nicht offiziell? Alles dies blieb wie in einer Art Londoner Nebel verhüllt. Bestand Ihre Aufgabe nur in der Vermittlung, oder sollten Sie in einem gewissen Augenblick als Schiedsrichter auftreten? Jedenfalls stiegen Sie in Prag mit einem Stabe von Mitarbeitern ab, und auf Sie konzentrierte sich die Aufmerksamkeit der ganzen Welt. Alle mußten den Eifer bewundern, mit dem Sie sich der beschwerlichen Mühe unterzogen. Sie werden in diesen Wochen Dutzende von Denkschriften und Hunderte von Briefen gelesen, Dutzende von Personen empfangen und mit den Führern aller Nationalitäten verhandelt haben, denn es besteht nicht nur ein Problem der Sudetendeutschen, sondern auch eines der Ungarn, eines der Polen, eines der Slowaken: So viele Probleme als es Nationalitäten gibt, mit denen in Versailles die Republik Beneschs „inflationiert" wurde. Ich glaube, daß Sie in Ihrem Innern bereits zu folgendem Schluß gekommen sind: So wie es keine tschechoslowakische Kation gibt, so besieht auch kein tschecho-slowa- kischer Staat. Sie, Herr Runciman, sind nicht in eine Familie geraten, in der ein Mindestmaß von Herzlichkeit und Verständnis wie unter Individuen des gleichen Blutes herrscht. Ttein. Die „Komponenten" der tschecho-flowaki- schen Familie bestehen aus verschiedenen R a s f e st ä m rwe n, die sich nicht aus- si e h e n können. Sie sind nicht von einer zum Mittelpunkt zustrebenden, sondern von ihm w e g f l i e h e n d e n Kraft beseelt. Hur der Zwang hält sie zusammen. Menn dieser Zwang aufhören würde, wäre das Phänomen des Auseinanderfallens der Tschechoslowakei unvermeidlich und unaufhaltsam. In Versailles hätte man ein Böhmen — historische Bezeichnung — mit etiter einheitlichen tschecho-slowakischen Bevölkerung schaffen sollen. Man wollte indessen eine TschechoiLlowa- kei — eine Einheit, die Einheit, die niemals existierte, aufblähen und man schuf einen k ü n st l i ch e n Staat, der seit der Entstehung die Elemente'seiner Schwäche und seiner Auflösung in sich trug. Ich glaube, Herr Runciman, daß Sie diese Lage in dem Zustand vorgefunden haben, den. ich geschildert habe. Und vielleicht haben Sie sich gefragt, was da zu tun bleibe. (Man hat in der Tat davon gesprochen, daß Sie nach London zurückkehren würden.) Nein. Nach der Rede Hitlers kommt für Sie, Herr Runciman, das Schöne. Sie können etwas tun und etwas vollbringen, was in die Geschichte eingehen wird. Die Zeit der ^Kompromisse ist vorbei. Karlsbad ist überlebt. Bene sch — als alter Parlamentarier — hat das Rennen verloren. Sie, Herr Runciman, müssen Herrn Benesch einfach die Volksabstimmung Vorschlägen, nicht nur für die Sudetendeutschen, sondern für alle Nationalitäten, die eine solche fordern werden. ■ Volksabstimmung vor!" Runciman. Wird Venefch die Abstimmung zurückweisen? Dann könnten Sie ihn wissen lassen, daß es sich England siebenmal siebenfach überlegen wird, ehe es ohne weiteres in einen Krieg hineingeht, um einen auch in seiner geographischen Form fiktiven und monströsen Staat aufrechtzuerhalten, der so oft als Krokodilstaat oder als Staat in Form eines Darmes bezeichnet wurde. Wenn London sagt, daß es fest bleibe, dann wird sich keiner rühren, auch wenn die freimaurerischen Größen des Großen Orients alles eingefädelt haben. Das Spiel ist wirklich den Einsatz nicht wert. Wenn Hitler verlangen würde, 3Ve Millionen Tschechen zu annektieren, dann hätte Europa recht, sich zu erregen und sich in Bewegung zu setzen. Aber Hitler denkt nicht daran. Der diesen Brie schreibt, ist in der Lage, Ihnen — vertraulich — zu sagen, daß es Hitler höflich, aber entschieden ablehnen würde, wenn ihm 3*/2 Millionen Tschechen als Geschenk angeboten würden. Der Führer beschäftigt und sorgt sich nur um 3V2 Millionen Deutsche' und nur um s i e. Niemand kann ihm ein.solches Recht streitig machen; niemand kann sich der Erfüllung einer solchen Pflicht widersetzen, am wenigsten wir Italiener, die wir Präzedenzfälle in der Materie besitzen. Mut, Mister Runciman, schlagen Sie die Volks- a b st i m m u n g , besser Volksabstimmungen vor. Es ist eine prächtige und delikate Aufgabe. Es gibt kompakte Gebiete, wo die Abstimmung die reine und einfache Angliederung an die Brudervölker bedeuten wird. Es gibt dagegen Gebiete, wo die Stämme untereinander schrecklich vermischt sind und so eine scharfe Trennungslinie unmöglich ist. Hier könnte ein Regime der sogenannten paritätischen Kantonisierung oder etwas ähnliches in Kraft treten, was unter anderem der demokratischen Tradition entsprechen würde. Nachdem die Abstimmungszonen festgelegt sind, würden nur noch der Zeitpunkt, die Modalitäten und die Kontrolle zu bestimmen sein, die einen internationalen Charakter tragen könnten, wie es bereits mit zufriede,nstellenden Ergebnissen bei der Saarabstimmung der Fall war. Ich habe den Eindruck, Mr. Runciman, daß Sie dieser Brief interessieren wird. Wenn die Angelegenheit erledigt ist, gäbe es eine weitere vereinfachende Veränderung in der Landkarte Europas und die Beseitigung eines Herdes der Unord- nung und der Unruhe. Ein auf friedliche Weise „deflationiertes" Prag wäre stärker und sicherer und könnte ungehinderter seinen Weg gehen, weil es nicht mehr mit dem Bleigewicht der feindlich gesinnten Nationalitäten belastet wäre. Während es für Italien praktisch unmöglich ist, heute eine Freundschaftspolitik mit der gegenwärtigen Tschecho-Slowakei zu betreiben, wäre dies mit dem Böhmen von morgen der Fall. So würde die neue politisch-territoriale Lage einen neuen Ausgleich und neue Möglichkeiten schaffen, und vor allem bliebe Europa ein Krieg erspart. Millionen von Menschen sind der Ansicht, daß diese Ersparnis unumgänglich notwendig ist. Mit Tinte gezogene Grenzen können mit anderer Tinte abgeändert werden. Etwas anderes ist es, wenn die Grenzen von der Hand Gottes oder durch das Blut der Menschen gezogen würden. Jagd aus su-eiendeutsche Wehrpflichtige Erschütternde ^lüchtlingsberichte über die Freveltaten des tschechischen Mobs. Chemnitz, 15. Sept. (DNB.) Die „Chemnitzer Tageszeitung" berichtet aus Ehrenfriedersdorf, wo Über 1000 Flüchtlinge aus Sudetendeutschland em- getroffen sind: Die Stadthalle in Ehrenfriedersdorf, in der ein Arbeitsdienstlager von 48 Arbeitsmcnden untergebracht war, dient nun als Durchgangslager für unsere sudetendeutschen Brüder, die vor der zügellosen tschechischen Willkür über die Grenze geflohen sind Im Laufe des Tages sind rund 1000 Flüchtlinge im Lager Ehrenfriedersdorf registriert und verpflegt worden In langen Kolonnen kamen sie unter Führung von Amtswaltern der NSV von Annaberg Buchholz und den umliegenden Ortschaften anmarschiert. Sudetendeutsche Marschlieder ertönten, denn es ist wie em großes Aufatmen durch die Männer ' gegangen, seit sie sich bei ihren deutschen Volksgenossen in Sicherheit wissen und nicht mehr den Kugeln der tschechischen Mörderbande ausgesetzt, sind In den meisten Fällen handelt es sich dei den Flüchtlingen um Sudetendeutsche militärpflichtigen Alters Sie zeigten uns tschechische Einberufungsbefehle, in denen es heißt, daß sie sich binnen einer Stunde zu stel- l e n haben. „Wir dachten gar nicht daran, für die Tschechen die Knarre in die Hand zu nehmen und etwa auf unsere deutschen Brüder zu schießen. Lieber haben wir zu Hause alles stehen und liegen gelassen und sind über die Grenze. Es war höchste Zeit, denn wer nicht schnell genug machte, daß er wegkam, den haben die Tschechen geholt." Roch in der Rächt tauchten in fast allen Dörfern plötzlich Militärkraftwagen und Panzerwagen auf, die den Gemeindevorstehern ganze Pakete von Gestellungsbefehlen überbrachten mit der Weisung, diese sofort — mitten in der Rächt — zuzustellen. UeberaU wurden die sudetendeutschen Volksgenossen aus den Betten geholt und ihnen die außerordentlich kurz befristeten Gestellungsbefehle übergeben Bemerkenswert war, daß diese als Gestellungsort Josefs- ftadl angaben, wo das bei allen Subefen- deutschen berüchtigte Infanterieregiment 48 liegt, das mehrere Strafkompanien für Sn- detendeutsche hat. Rigoros verfuhren die Tschechen mit den sudeten- deutschen Aerzten. Diese wurden in Braunau am Mittwochfrüh von der Gendarmerie mit auf- gepflanztem Bajonett aus den Sprech, zimmern geholt und mit Militärautos unter schärfster Bewachung in ihre Gestellungsorte gebracht. Nicht einmaf ihre gerade laufende BeharG- lung durften sie zu Ende führen Im Flüchtlingslager Alt-Kaemnitz bei Hirschberg trafen zahlreiche Flüchllinge aus Gablonz, Georgen- 15. 7.1938. KM Das ist das Geheimnis der „Astra": ihre genußschenkende und doch leichte Eigenart ist eben natürlich gewachsen und nicht chemisch erzielt. So aromatisch und natürlich leicht sind meist die feinsten Tabakblätter — aber trotzdem ist nicht jedes feine Blatt auch gleich für die „Astra" geeignet. Hier kommt es auf die Meisterschaft der Tabakauswahl und Mischkunst an, die auf der ganzen Welt nur noch im Hause Kyriazi schon in der dritten Generation als Familienüberlieferung lebt. Sie sorgt dafür, daß die „Astra", unabhängig von verschiedenen Ernten und Jahrgängen, immer die gleiche bleibt. Erika Mattison Sekretärin 8. Zt. Libau, Ulichstr. 46, Lettland I Immer die gleiche: Reich an Aroma—besonders leicht! . ~ il l/ 1 1 PTTg n "MA Bis nach Lettland hat mich, diesmal meine Urlaubsreise ge* führt. 18 Stunden war ich unterwegs — auf dieser langen Bahnfahrt habe ich immer wieder zu der köstlichen „Astra“ gegriffen. Gerade hier, wo ich mit Ruhe und Genuß rauchen* konnte, habe ich gemerkt, wie anregend das volle, reiche Aroma der „Astra“ ist und welch’ wunderbare Entspannung diese Cigarette dank ihrer natürlichen Leichtigkeit schenkt.“ ä; - t m V. ■ Ml T UND OHNE MUNDSTUCK KYRIAZ stadt unb anderen sudetendeutschen Ortschaften ein. Abgehärmt und nur notdürftig be- kleidet stehen sie do. Die tschechische Soldateska hatte gemeinsam mit der Kommune geradezu eine M e n s ch e n j a g d auf sie inszeniert, tagelang waren sie in den Wäldern umhergeirrt, wo sie sich oft mit den Händen eingraben mußten, um von den bestialischen Häschern nicht entdeckt zu werden, die blindlings auf alles schossen, was ihnen vor die Flinte kam. 2Ml Entsetzen berichten die Flüchtlinge über das Los der in der Heimat Zurückgebliebenen, ihrer Frauen und Kinder, die der Willkür des rasenden Untermenschentums preisgegeben find. „Hängt sie auf!“, so hatte man ihnen tagelang nachgeschrien und bie Bäume gezeigt, an denen sie hängen würden. Bei Vernehmungen war den Zudetendeutschen hohngrlnsend angedroht worden, daß man mit „ihren Schädeln die Straßen Prags pflastern werde". Tschechenweiber sind mit Pi st ölen ausge- r ü st e t worden und halten auf offener Straße ihre Schießübungen ab. In Albrechtsdorf wur- den hierbei zwei Sudetendeutsche, die lediglich vor ihre Häuser getreten waren, e r - schossen. In den letzten Tagen erhielten die Kommunisten in Postpaketen weitere Munition zugestellt und gehen jetzt mit vorgehaltenem Revolver durch die Ortschaften, um die Zurückgebliebenen zu fragen, wie sie „zur Republik stehen". Wer nicht antwortet, wird rücksichtslos niedergeknallt. Die Tschechen drohen damit, weitere Fluchtversuche der gehetzten Sudetendeutschen -adurch Ju verhindern, daß sie d i e Wälder in Brand st ecken würden, eine Wahnsinnstat, die dem blindwütigen,' fanatischen haß des entmenschten tschechischen Mobs ohne weitere zugetraut werden kann. Erschütternde Berichte über die brutalen Göwalt- maßnahmen, denen die Bevölkerung in Weipert ausgesetzt war, gaben geflüchtete Sudetendeutsche im^ Flüchtlingslager Augustusburg. Die Flüchtlinge, die rinen völlig erschöpften Eindruck machten, schilderten, wie sie seit Togen der unausgesetzten Bedrohung durch tschechisches Militär und Gendarmerie ausaesetzt waren. Tschechische Grenzbeamte hatten Maschinengewehre in Stellung gebracht und eingekleidete Kommunisten zum „Entsatz" herbei- gerufen, deren Vorgehen jeder Beschreibung spottet. Zahllose Sudetendeutsche wurden aus den Häusern und Gaststätten gezerrt, zusammengetrieben und vor den Bajonetten hergejagt. Mit den Worten: „Jetzt haben wir ja Geiseln, nun könnt ihr machen, was ihr wollt", versteckte sich der tschechische Mob feige hinter den wehrlosen Gefangenen und ging in ihrer Deckung gegen die Bevölkerung vor. Den Geiseln war Erschießen ange-- droht für den Fall, daß sie Fluchtversuche unternehmen würden. Einigen gelang es aber doch, über die nahe Grenze zu entkommen. In den späten Abendstunden des Donnerstag wurden bereits über 9000 Flücht- t i n g e gezählt, die der entfesselte tschechische Mob von Haus und Hof vertrieben hat. Was diese völlig verstörten Menschen über ihre Leiden und über die furchtbaren Verbrechen des verrohten tschechischen Pöbels erzählen. bestätigt die Tatsache, daß die Prager Regierung nicht mehr Herr der Situation ist und daß der tschechische Staat durch die Ermöglichung und Duldung dieser bestialischen Menschenquälereien das Recht verwirkt hat. unter die zivilisierten Staaten gerechnet zu werden. Was sich in diesen Tagen in den sudetendeutschen Landen unter den Augen der Prager Machthaber ereignet, ist eine Kulturschande des 20. Iahrhunderts. Die Gemeinschaft der europäischen Kulturstaaten darf diese Zustände nicht mehr länger dulden. Oie epidemische Kinderlähmung. Berlin, 15. Sept. (DNB.) Der Präsident des Reichsgesundheitsamts, Professor Dr. Reiter, erläuterte vor der Presse die Erscheinung der epidemischen Kinderlähmung, ihre Ausbreitung und Bekämpfung. Den Ausführungen Professor Reiters entnehmen wir folgendes: Die epidemische Kinderlähmung tritt von Jahr zu Jahr verschieden gehäuft auf. Charakteristisch ist dabei, daß die Zahl der Krankheitsfälle nach der Erreichung ihres Höhepunkts iiuben folgenden Jahren sehr stark zurückgeht, unF dann in Wellen, deren örtliche Ausdehnung außerordentlich wechselt, später wieder zurückzukehren. Um aber eine ganze Bevölkerung zu durchseuchen, genügt die Zahl der Kinderlähmungserkrankungen auch in Epidemiezeiten nicht, denn die Kinderlähmung ist immer eine verhältnismäßig seltene Krankheit. Dies zeigt ein Vergleich mit anderen Kinderkrankheiten. Im Jahre 1937 betrug im Deutschen Reich die Zahl der Kinderlähmungsfälle 2723, dagegen bi£ Zahl der Diphtheriefälle 146 733. Hieraus folgt, daß der größte Teil der Kinde r entweder für die Ansteckung mit dem Kinderlähmungserreger nicht empfänglich ist oder mindestens auf diese Ansteckung nicht in der Weise reagiert, daß die typische, mit Lähmungen verbundene Erkrankung entsteht. Tatsächlich treten vielfach nur uncharakteristische, etwa grippeähnliche Krankheitszeichen auf, die weit häufiger sind, als die schweren Derlaufsformen der Krankheit. Daß die räumlichen Abstände zwischen den Kinderlähmungswellen in zwei aufeinanderfolgenden Jahren oft groß sind, hängt damit zusammen, daß die Kinderlähmung nur während weniger Monate des Jahres herrscht, also tine Saisonkrankheit ist. Der Anstieg ihrer Erkr'ankungszahlen fällt regelmäßig in den Juli, August und September, vom Oktober ab folgt ein rascher Rückgang. In den Monaten Januar bis Juni treten überhaupt nur vereinzelte Fälle der Krankheit auf. Mit dem Ende der jahreszeitlichen Welle verschwindet in dem befallenen Bezirk in der Regel die Krankheit fast völlig und es ist dann ungewiß, wo sie im nächsten Sommer wieder auftreten wird. Wahrscheinlich wird sie dann die in den Vorjahren am stärksten beteiligten Bezirke nicht wieder befallen. Die Erforschung der zahlreichen noch ungelösten Fragen über das Wesen und die Bekämpfung s m ö g l i ch k e i t der Kinderlähmung hat in der letzten Zelt einen neuen starken Antrieb erhalten. In der Therapie dieser Krankheit wird ein neuer Behandlungsplan an den Kinderlähmungskranken in Berliner Krankenhäusern nach einheitlichen Gesichtspunkten durchgeführt. Aehnliche Behandlungsmaßnahmen sind auch in Hamburg getroffen worden. Beim Institut „Robert Koch" wird durch experimentelle Forschung die Wirkungsweise und der Schutzwert des zur Bekämpfung angewandten Serums untersucht. Eine ebenfalls experimentelle Forschungsaufgabe sind die Versuche, den Erreger (das Virus) der Kinderlähmung näher zu untersuchen. Auch hier werden Paralleluntersuchungen in Hamburg durchgeführt. Die Arbeiten sind nach einheitlichem Plan ausgenommen worden. Ihre Ergebnisse, von denen wir eine Bereicherung der Bekämpfungsmöglichkeiten erwarten dürfen, werden bereits in den nächsten Jahren vorliegen. < Die Lustsperrgebiete im Westen. Berlin, 15. Sept. (DNB.) Zum Schutze der an der Westgrenze eingerichteten Luftsperrgebiete Aachen, Trier, Pfalz und Baden werden vom 20. September an Polizeiflugzeuge des Reichsluftaufsichtsdienstes eingesetzt Durch Patrouillenflüge sichern die schnellen und besonders bewaffneten,' in den Sperrgebieten stationierten Spezialflugzeuge den Luftraum. Hellgrüner Anstrich von Rumpf und Tragflächen kennzeichnen die Polizeiflugzeuge, die an beiden Seiten des Seitensteuers die Reichsdienstflagge tragen und am Rumpfe in weißer Farbe hinter dem Hoheitszeichen die Buchstaben „Pol" mit anschließender Nummer führen. Wie seit Jahren andere inner- und außereuropäische Staaten ihre Grenzen, vor allem ihre Luftsperrgebiete durch Polizeiflugzeuge schützen, so ermöglicht es da^ Befreiungswerk des Führers heute,' den deutschen Luftraum auch im Friere e n mit dem notwendigen Nachdruck zu schützen. Wird der Aufforderung zur Landung keine Folge geleistet, so wird das Flugzeug unter Feuer genommen und nötigenfalls zum Absturz gebracht. Die Warnung des Flugzeugs erfolgt durch Leuchtspurmunition. Die Flugzeuge müssen auf dem kürzesten Wege landen, nach Möglichkeit auf dem nächstgelegenen F4 u g p l a tz außerhalb des Sperrgebietes. Kleine politische Nachrichten. Zur Beseitgung vckn Härten, die sich aus dem Arbeitsausfall durch schlechte Witterung im Winter 1938/39 für die bei den Bauten der öffentlichen Hand beschäftigten Arbeiter ergeben, ist vom Reichsarbeitsminister der mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Reichstreuhänders der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Hessen beauftragte Oberregierungsrat Dr. Schmetter zum Sondertreuhänder der Arbeit bestellt worden. Er soll eine Regelung im Wege eines Reichs- tarifordnung vornehmen. * Das bulgarische Königspaar, das einige Wochen auf Einladung des englischen Königs aus Schloß Balmoral in Schottland weilte, hat London verlassen, um sich über Paris wieder in seine Heimat zu begeben. Zeitschriften. — Im Rahmen ihrer dem Ausland und dem Verständnis seiner Eigenarten gewidmeten Beiträge bringt die neue Nmnmer der „II l ust ri r t e n Zeitung Leipzig" eine Abhandlung über Ka- nada, einen fesselnden Bildbericht „Polizei in der Wüste" über das ägyptische Kamelreiterkorps und mehrere Beiträge über Jugoslawien. — „Landschaft in Eisen" heißt ein Beitrag, der den Reichswerken „Hermann Göring" gewidmet ist und deren Bedeutung in Bild und Wort umreißt. Die farbige Beilage' gibt ein Gemälde „Der Eifelbauer und sein Land" von Josef Steib (der auch in Gießen ausstellte) wieder. Oer gestrandete Walfisch. In einer Entfernung von 80 Kilometer von der See strandete ein Walfisch im Schlamm des Flusses Trent in der englischen Grafschaft Lincolnshire, und nachdem er vergebliche Anstrengungen gemacht hatte, von seinem Ausflug in das Innere des Landes zur offenen See zurückzukehren, wurde er von den Bewohnern der Gegend getötet. Er war etwa acht Meter lang und wog 3,5 Tonnen. Mit der Flut war er vom Humber, in den der Trent mündet, Hereingekommen und dann'den Fluß hinaufgefchwommen. Seit vielen Jahren hatten die Bewohner der Gegend ein derartiges Schauspiel nicht gesehen und strömten nun in Scharen zusammen. Man sah bald, daß das große Tier verloren war. Als der Walfisch sich zum Humber zurückwenden wollte, ragte er etwa 1,50 Meter aus dem Wasser. Dann trat Ebbe ein, und er blieb hilflos liegen, konnte nur heftig um sich spritzen. Eine Anzahl Leute tarn, und ein Mann feuerte 16 Schüsse fisch getötet war Wetterbericht Die am Donnerstag auf dem. Festland eingedrun- genen arktischen Kaltluftmassen haben zum Aufbau eines Hochdruckgebiets geführt. In dessen Bereich setzte Aufheiterung ein, die in der Nacht zum Freitag die Temperaturen bis in Gefrierpunktnähe absinken ließ. Vereinzelt trat bereits der erste Frost ein. Bei England ist ein neuer Wirbel im Entstehen, der auch für uns keine längere Beständigkeit erwarten läßt. Vorhersage für Samstag: Nach meist noch klarer und recht kalter Nacht wieder Uebergang zu unbeständigem Wetter. Späterhin auch Regen. Tagsüber wieder etwas wärmer. Winde aus Süd bis West. Lufttemperaturen am 15. September: mittags 12,7 Grad Celsius, abends 6,8 Grad; am 16. September: morgens 0,4 Grad. Maximum 15,8 Grad, Minimum heute nacht 0,1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 15. September: abends 12,5 Grad; am 16. September: morgens 8,4 Grad. — Sonnenscheindauer 2,1 Grad. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum« schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigenTeil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theoder Kümmel. 2).21. VIII. 38: 8916. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R.Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. im Boot heran, .b. ehe der Wal- 5952D Diese Nacht entschlief mein lieber Mann, Universitätsprofessor i. R. Walter Kinkel unerwartet infolge eines Herzschlages. Im Namen der Hinterbliebenen: Helene Kinkel. Gießen, Dinslaken, Wiesbaden, am 15. September 1938. Die Bestattungsfeier ip der Kapelle des Neuen Friedhofes findet statt am Samstag, dem 17. September, vormittags 11.30 Uhr. Die führende naturkundliche Monatsschrift! Aus der Natur Mer Naturforscher) Bebilderte Monatsschrift für das gesamte Gebiet der Itaiurwlssenschastrn und ihre Anwendung in Naturschutz, Unterricht, Wirtschaft und Technik. Herausgegeben von Obersiudienrat Or.7r.Rein und prof.Or.W.Schoenichen. »Aus der Ilntur" unterrichtet fortlaufend in Bild und Dort über die Ergebnisse der neuesten Beobachtungen und Forschungen aus asten Gebieten der Naturwissenschaften und Technik. Qi ist die verständliche, aber hochwertige naturwissenschaftliche Monatsschrift für geistig Anspruchsvolle, die bei hervorragender Ausstattung nicht auf oberflächlichen Aufputz, sondern auf Gehalt eingestellt ist. Vierteljährlicher Bezugspreis: NM. 2.50. — Verlangen Sie kostenlos ein Probeheft. — Oer Bezug kann durch jede Buchhandlung erfolgen. Hugo Bermühler Verlag / Berlin-Lichterfelde Infolge Wegzug von Gießen habe ich mein Fahrschulunternehmen an die Fahrschule E. Faber, Giefeen, Frankfurter Str. 36, abgegeben und bitte meine verehrliche Kundschaft, das seither mir bewiesene Vertrauen auf diese zu übertragen. Gießen, den 15. September 1938. August Dauster. Mit dem heutigen Tage habe ich die Auto* fabrschule Dauster übernommen und werde bestrebt sein, wie seither in meiner Fahrschule die Ausbildung auf Kraftfahrzeugen aller Klassen gewissenhaft und gründlich auszuführen. Ich bitte, das seither meinem Geschäftsfreund bewiesene Vertrauen auf mich zu übertragen. Gießen, den 15. September 1938. Fahrschule E. Faber, Gießen, Frankf. Str. 36 Fernsprecher 3349. 5g39D S-------------------/ Für den Luftschutz empfehlen wir unsere äußerst preiswerten Verdunkelungs-Rollos Besuch und Preisangebote unverbindlich! Marktstr, 4-8 5938 A 'HAUS DER GUTEN / /QUALITÄTEN | Vermietungen"! |Stellenangebote] | Verkäufe""] [Verschiedenes] Bewerber« treuen l Gieß. Änz. 04221 Kn» 1 1 «I 3-4-3ininier ^iBklnker Ein gebrauchter, gut erhaltener Gabel- Heuwender billig zu verkauf. AnS. Wilke Schlossermeister Marburg.Str.62 3-Zimmer-WoliD. mit Bade zimmer Bodenkammer und 2 Keller, im Aulweg, zum 1. Nov. zu vermiet. 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Bereits im Jahre 1722 wird amtlich erstmalig die Bezeichnung Militäranwärter angewendet. Sie hat also eine geschichtliche Bedeutung und bezeichnet im Gegensatz zu den Gesetzen und Verordnungen der Nachkriegszeit, die an Stelle des Wortes Militäranwärter das Wort Ver)orgungsanwärter schufen, den ausscheidenden Berufssoldaten mit einer aktiven Wchrdienstzeit von 12 und mehr Jahren, der eine Anstellung als Beamter erstrebt, wieder in einer richtigen Form. Die Berechtigung des ausscheidenden Berufssoldaten mit 12- und mehrjähriger Wehrdienstzeit auf Anstellung als Beamter gründet sich nicht auf einen ihm verliehenen Versorgungsschein, sondern ausschließlich auf eine langjährige, ehrenvolle Wehrdienstzeit, auf seine Befähigung, seine Leistungen und seinen Charakter. Gemäß § 37 des Wehrmachtssürsorge- und Versorgungsgesetzes steht der Militäranwärter zum Führer und zum Reich in einem öffentlich-rechtlichen Treueverhältnis. Die Ueberführung in das Militäranwärterverhältnis ist ein Vertrauensbeweis der Staatsführung gegenüber den langdienenden Berufssoldaten. Er wird durch die Aushändigung einer Urkunde (Militäranwärter-Urkunde) begründet, die durch den Truppenteil bei der Entlassung aus dem aktiven Wehrdienst zu erteilen ist. Nach Maßgabe der Bestimmungen der Anstellungsgrundsätze wird ber Militäranwärter in das Beamtenverhältnis überführt. Für ihn gelten auch bereits bis zum Zeitpunkt feiner planmäßigen Anstellung als Beamter die Vorschriften des Deutschen Beamtengesetzes über die Pflichten eines Beamten entsprechend. Diese Anstellungsgrundsätze werden auch das Verfahren bei der Bewerbung, Vormerkung und Einberufung entsprechend den derzeitigen Erfordernissen regeln. Je nach dem Ergebnis der Ausbildung an einer Fachschule der Wehrmacht und nach der Länge der aktiven Dienstzeit erhält der Militäranwärter während der Dauer des Militäranwärteroerhältnisses Militäranwärterbezüge, die durch eine besondere Verordnung festgesetzt werden. Militäranwärter werden, entsprechend dem Ergebnis ihrer Ausbildung an einer Fachschule der Wehrmacht bis zur Anstellung in einer planmäßigen Beamtenstelle bei den Behörden des Reichs, der Länder, der Gemeinden, Gemeindeverbänden, der Reichsbank, der übrigen Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts und den Verbänden von solchen, den öffentlich-rechtlichen Religionsgesellschaften und ihren Verbänden, sowie in den Betrieben der vorher genannten Stellen als Beamte auf Wider- ru: beschäftigt. Die Beschäftigung erfolgt im Aus- bildungs- ober Vorbereitungsbienst ober in ber Eigenschaft als außerplanmäßiger Beamter. Ist die Einberufung bes Militäranwärters als Beamter auf Wiberruf noch nicht möglich, so wirb er einer der vorher genannten Stellen zur Beschäftigung zugewiesen. lieber die Ueberführung des Militäranwärters in die nichtplanmäßigen Beamtenstellen, einschließlich des Ausdildunas- und Vorbereitungsdienstes und in die planmäßigen Beamtenstellen der vorher genannten Verwaltungen und ihre Zuweisung zur Beschäftigung wird die Verordnung über die Ausstellung ber Militäranwärler (Anstellungsgrundsätze) nähere Bestimmungen treffen. Ist auf Grund einer Einberufung in eine Beamtenstelle ober in den Aus- bilbungs- und Vorbereitungsdienst ober für bie Zuweisung zur Beschäftigung ein Umzug ober eine Neue Sladttheater-MWeder stellen sich vor. Hilde Kneip, Chargenspielerin: Hessen, Pfalz unb Rhein-Main Haden laut Ahnenpaß an meiner Wiege Pate gestanden; unb da diese - B plan" zu fassen. Zwei Jahre später durfte ich durch Zufall bei einer Freilichtaufführung mitspielen; ich schrie mich zwar heiser vor Begeisterung dabei, aber es war um mich geschehen. Ich nahm Schauspielunterricht und ging nach Berlin. Jetzt freue ich mich auf meine Arbeit am Gießener Stadttheater! Wiege -mich in Düsseldorf in Empfang nahm, wurde ich zuguterletzt mit echt rheinischem Schwung ins Leden geschaukelt. Das hessisch-pfälzisch-main-rhei- nische Gemisch erwies sich bald als zukünftiges Theaterblut. Trotz dieser offensichtlichen Prädestination wurde mein Weg, der seltsamerweise in einem Kreislauf von den kindlichen „Schauspielen" hinter ber großväterlichen Schmiebe ip Gießen bis zum Erstengagement am Gießener Staottheater führte, weitschweifig und kurvenreich. Abitur in Düsseldorf, zwei Semester Philologie in Frankfurt a. M., em artistisches Lehrjahr als „waschechte Tirolienne" kreuz und quer durch In- unb Auslanb, Westerwäl- ber Keramikmalerin unb schließlich journalistische Tätigkeit als Mitarbeiterin bes „Mittag" in Düsseldorf: bas sind bie wichtigsten Zwischenstationen. Dabei schlief bie Theatersehnsucht nie ein: Immer roieber gelang ein Sprung auf bie Bühne: Revue, Volksstück, Märchen; und dann im Vorjahr der bedeutsamste: Marburger Festspiele. Jetzt steht. am Ende einer ordnungsgemäßen dramatischen Ausbildung (Lehrerin:' Frigga Braut, Düsseldorfer Schauspielhaus) das Stadttheater Gießen, als Ziel und Anfang gleich beglückend. Margot Eickhoff, jugendliche Heldin: Ich bin Bremerin. Meine erste Rolle mjt 14 Jahren war „Hans der Geiger", eine Schulaufführung. Obwohl ich sehr glücklich über diese reizende Rolle, war, hatte ich doch nicht den Mut, einen „Theater-> Hans Schlick, erster Chargenspieler: Wiesbaden ist meine Geburtsstadt. Schon als Knabe spiele ich am Staatstheater in Wiesbaden Kinderrollen, die mir ungeheuer viel Spaß machten. Ich erinnere mich, daß damals die Schauspieler schon einen besonderen Eindruck auf mich machten. Als ich sechzehn Jahre alt war, erklärte ich eines Tages kategorisch, daß ich Schauspieler zu werden wünsche. Wie alles, was sich nicht so erfüllt, wie wir es uns erhoffen, bereitete mir der Hang zur Künstlerlaufbahn mancherlei Schwierigkeiten. Schließlich mußte meine Mutter vermittelnd eingreifen. Gegen den Willen des Vaters besuchte ich zwei Jahre die Schauspielschule. Dann endlich kam der Tag, an dem ich das erste Angebot bekam, und ber künstlerische Werbegang begann. Es folgten Engagements in Meiningen, Hof (Bayern), Königsberg, danach Schleswig. Erwin Bugqe, Bah: Mein zweites Engagement ist Gießen! Die Verpflichtung an dieses Theater als seriöser Baß bedeutet mehr als nur die Erfüllung meines Herzens- Wunsches; sie ist Sieg nach langem Kampf. Es ist mir in keiner Beziehung leicht gemacht worden, während meines langjährigen Gesangstudiums in Berlin und dann an der Weimarer Hochschule für Musik. Viele Opfer, eiserner Fleiß und ein starkes Vertrauen waren notwendig im Kampf gegen innere und äußere Schwierigkeiten. Die Praxis in meiner längeren Tätigkeit als Konzertsänger in Berlin und in meinen Bühnen-Engagement am Grenzlandtheater in Zittau ließ mich erst recht den tiefen Ernst, aber auch bas beglückend Große und Schöne meines herrlichen Berufes erkennen. Glücklich unb ganz bereit mit dem, was ich kann, zu fingen, zu spielen und mitzuarbeiten, komme ich jetzt nach Gießen. (Sämtliche Aufnahmen: Archiv.) getrennte Haushaltsführung notwendig, so werden dem Militäranwärter Urnzugskoftenvergütung und Trennungsentschädigung wie einem versetzten «Beamten gewährt. Dasselbe gilt während der.Ausdil-, dungs- und Vorbereitungsdienstzeit Uber einer .Beschäftigung, wenn aus bienstlichen Gründen ein Umzug ober eine getrennte Haushaltsführung not- menbig ist. Bei ben Behörben bes Reichs, ber fiänber usw. sind bie planmäßigen Beamtenstellen nach folgenber Maßgabe mit Versor - gungsanroärtern zu besetzen: a) bes unteren Dienstes zu 100 v. H., b) des einfachen mittleren Dienstes mindestens zu 90 v. H., c) der Einheitslaufbahn mindestens zu 75 v. H., d) des gehobenen mittleren Dienstes mindestens zu 50 v. H. Von diesen Stellenvorbehalten sind bie Stellen der Beamten auf Zeit, der Ehrenbeamten, der Beamten im Polizeidienst, des Reiches und der Gemeinden außer der Berufsfeuerwehr, sowie solche Stellen, die ihrer Art nach mit weiblichen Beamten besetzt werden müssen, ausgenommen. Für bestimmte Beamtenlaufbahnen ist das Oberkommando der Wehrmacht im Einvernehmen mit den Reichs- miniftern bes Innern unb der Finanzen ermächtigt, allgemeine Abweichungen von den festgesetzten Stellenvorbehalten zu genehmigen. Verletzt ein Militäranwärter schuldhaft die ihm obliegenden Pflichten, fo sind auf ihn die für Dienstvergehen von Beamten geltenden Vorschriften, insbesondere die Reichsdienststrafordnung, entsprechend anzuwenden. An die Stelle ber Entfernung aus dem Beamtendienst tritt die Entfernung aus dem Militäranwärterverhältnis. Als Dienftvor- gesetzter, Einleitungsbehörde und oberste Dienstbehörde im Sinne der Reichsdienststrafordnung gilt der Oberbefehlshaber des Wehrmachtteiles, dem der Militäranwärter bei der Entlassung aus dem aktiven Wehrdienst angehört hat. Die Uebertraqung ber Dienststrafbefugpisse auf nachgeardnete Dienststellen und andere Einleitungsbehörden kann erfolgen. Die als Beamte «uf Widerruf beschäftigten Militäranwärter unterliegen den für Beamte auf Widerruf geltenden Vorschriften bes allgemeinen Beamtenrechts uni) bes Dienststrafrechts. Ist gegen einen als Beamten auf Wiberruf beschäftigten Militäranwärter von der Beschäftigungsbehörde eine Dienststrafe verhängt worden, so kann er in seiner Eigenschaft als Militäranwärter wegen derselben Pflichtverletzung von den Dienststellen der Wehrmacht nicht noch einmal zur Rechenschaft gezogen werden. Entläßt die Beschäftigungsbehörde den Mi- mit Müh' und Not in ber Ehe-Klasse ein Genü- Aussprüche stammen von Ha-Tsi, bem chinesischen hth. hessischer Dichtung gehört. ..Nein", sagt er unb springt cr- abenbs ber Herr bes Hauses heim, etwas rnübe, etwas unwirsch unb stets bereit, einen kleinen Erfrischungszank vom Zaune zu brechen, bann er- Oie Mustergatiin. Im Leben und auf der Leinwand. Harzer Käse leuchtet und buftet mit Rabieschen garniert, unb bie Mustergattin reicht die Hausjoppe herüber. Die Mustergattin geht nicht aus. Sie winkt nicht mit dem Zaunpfahl in solchem ober ähnlichen Dialog: „Weißt bu, Emil, baß wir heute feinsinniger Kenner der hessischen Dichtung, hat Karrillon einmal „Kleinstadtarzt und Weltwande- rer" genannt; ber Mann aus Waldmichelbach ist bis in fein spätes Leben hinein immer der Arzt geblieben, als der er begann; er praktizierte noch im Alter, und da das nicht nur in der Kleinstadt geschah, sondern auch im Amte eines Schistsarztes auf weiten Reisen in alle Welt, erhielt fein Wirken hier auf die natürlichste Weise den Gegenpol und das Gegengewicht: der Dichter des heimatlichen Odenwaldes hat sich, wie aus seinen Reisebüchern zu er stolz fein kann. (Eine wiche ist übrigens Käte von Nagy in dem Film von der kleinen Frau.) Ich glaube, alles dieses durfte ohne Gefährdung der persönlichen und ehelichen Sicherheit des Autors mit der nötigen Vorsicht und eventuellen Bereitschaft alles zurückzunehmen unb nichts behauptet zu haben, gesagt werben. Unb bamit finb die verschiedenen Musterbegriffe (Mustergattin, Mustergatte, Musterehe) wohl geklärt. Für die Ehemänner: i. A.: Hans Erasmus Fischer. Hochschulnachrichten. Prosesior D. Dr. Friedrich Heiler, Ordinarius für vergleichende Religionsgeschichte und Religions- philofophie an der Universität Marburg, ist doh der Universität Glasgow zum Ehrendoktor ernannt worden. ein. Sie weiß auch, schlimmstenfalls erfaßt sie es intuitiv, wann des Holden Kragenknöpfe verschwinden, ob sein linker Absatz etwas müder ist dis sein rechter und dergleichen. Die Mustergattin hat kein Eigenleben. Sie lebt, wie es so schön und sinnig heißt, „in ihm". Aber genau wie der Krug folange zu Wasser geht, bis er bricht, genau so lange ift die Gattin mustergültig, bis ihr eines Tages der zwar leichte, aber uralte Frühlingshut hochgeht. Und dann fällt der Eigenheimpascha aus allen Wolken, dann muß er nicht nur alle Freunde unb Bekannte um Rat interviewen, alle wissenschaftlichen unb medizinischen Werke über Psychologie und Psychiatrie wälzen, sondern muß sich plötzlich mal wieder benehmen wie ein Liebhaber. Und solches ward ihm ungewohnt. Darum sei festgestellt, daß es nicht jedes Mannes Sache ist, eine Mustergattin zu haben. (Kleine Kröche erhalten die Liebe. Wer die Ehe als Hafen betrachtet, kann auch am Pier zerschellen. Der Kleinkrieg ist das Lebenselement der Erotik. Alle drei gend". Worin, woraus und überhaupt besteht nun eine Mustergattin? Erkennt man sie darin, daß sie täglich genau eine halbe Stunde vor dem vom Skatspielen, Kegeln, alkoholischen „Konferenzen" ermüdeten Gatten äufsteht, den Kaffee kocht, ihn genau temperiert, das Eikochen mit der Stoppuhr bewacht, em Blümchen auf dcs Holden Platz stellt, die Zeitung lesebereit zurechtlegt, einen eventuellen Rollmops hurtigen Schrittes aus dem Kolonlal- warenladen holt, um sodann schweigend (damit er beim Zeitunglesen nicht gestört wird), aber mit aufmerksamem Blick seine Morgenmahlzeit überwacht? Daß sie keine törichte Frage tut, wie „Wieso hat Adam KarrMon -f. Der Dichter des Odenwaldes. Im Alter von 85 Jahren ist Adam K a r r i 11 o n , der Odenwälder Volksdichter, in seinem Heim in Wiesbaden, wo er seit einigen Jahren lebte, g e - ft o r b e n. Karrillon wurde am 12. Mai 1853 zu Waldmichelbach im Odenwald als jüngstes von zehn Kindern eines Dorfschullehrers geboren. Der Junge sollte nach bem Wunsch ber Eltern Pfarrer werben und kam schon früh in das Bischöfliche Konvikt in Mainz. Karrillon konnte sich aber für den theologischen Beruf nicht begeistern und studierte Medizin. Er wirkte bann etwa 50 Jahre lang als Arzt. Von 1883 bis 1917 lebte er in Weinheim an der Bergstraße. Dort entstanden feine Odenwälder Romane „Michael Hely" und „Die Mühle zu Huster- loh", das Novellenbuch „Bauerngeselchtes" unb zahlreiche anbere Werke. * Am 12. Mai bieses Jahres ist des Dichters zu seinem 85. Geburtstage an dieser Stelle ausführlich gedacht worden. Fünf Jahre zuvor, zum 80., erhielten das Gymnasium in Mainz und die Schule seines Geburtsortes Waldmichelbach im Odenwald den Namen des Dichters, dessen Schaffen zuvor schon durch die Verleihung bes Hessischen Staatspreises eine höchst ehrenbe Auszeichnung erfahren hatte. Karril- lon gehört in bie Reihe ber hessischen Heimatdichter; er hat bie Lanbschaft bes Odenwalbes in der deutschen Literatur heimisch gemacht. Daß Karrillon es von Anfang an nicht leicht hatte, lehrt die oft berichtete Geschichte seines ersten Romanes „M i1 chael H e l y", die Karrillon (in der Gestalt des Dr. Ebenich, der auch sonst in seinen Büchern uup taucht) „am Stammtisch zum foulen Hobel" zum Besten gegeben hat; es ist fein sehr ermutigender Anfang einer dichterischen Laufbahn gewesen, ober das mit eigener Hand vollzogene Brandgericht an ber sitzengebliebenen ersten Auflage hatte immerhin auch ihr Gutes: auf wunberlichen Umwegen fanb Karillön ben Weg zum Groteschen Verlag in Berlin, ber besser als jener balb bankerott geworbene erste bas Werk betreuen konnte, bas im Laufe eines langen unb wechseloollen Ledens, zu einer und die Eigenart Karrillons. Neben dem „Hely" I Augenblick erhält bie Musterhaftigkeit einen psycho- gehyren die „Mühle v o n H u st e r l o h", „Odo- logischen Stoß. Die Kunst, sich eine Mustergattin zu m i n a m e a“ unb „A b a m s Großvater" vor ! erhalten, liegt darin, sich nicht merken zu lassen, allem in diesen Kreis. In ihnen erscheinen die per-. daß man die seine als eine solche empfindet. Wer fönlich-autobiographischen Züge seines Erzählertums 1 eine Mustergattin hat — a propos und so, sei be- so unverkennbar wie ein angeborener Wirklichkeits-; merkt, daß gar nicht jeder Mann eine haben möchte, sinn und ein eigentümlicher, oft rauher und scharfer — tue^ am besten^ so, als erreiche ^die^ Gattin gerade Humor. Das gilt auch für die „Stammtisch"-Ge- :i """ v ” /T’ —" schichte und das „B a u e r n g e s e l ch t e", die „sechzehn Novellen aus dem Chattenlande". Der verstorbene Will Scheller in Kassel, ein ganzen Reihe von Bänden anwuchs. Wenn man Karrillon einen Heimatbichter und hessischen Erzähler nennt, so geschieht das mit gutem Grunde, weil die Odenwaldlanüschaft immer Mittelpunkt, Schauplatz und Nährboden seiner wichtigsten Bücher geblieben ist; diese Landschaft de- stimmt zu einem wesentlichen Teile den Standort i zückende Stupsnase zu Wenn man selbst im Glashaus ber Ehe sitzt, soll wartet ihn bie Mustergattin mit ihrem liebreizend man eigentlich nicht mit noch so leichten Sternchen! sten Lächeln. Die Zigarre liegt neben bem Feuerwerfen, weil biefe Steinchen die seltsame Angewohn- zeug, die Pantoffeln stehen hineinschlüpfbereit, der heit haben, gleich einem Bumerang zurückzukommen r------...... und einen selbst zu treffen. Ein kluger Mann würde aus Gründen der persönlichen Sicherheit sagen: auf alle Fälle ist meine Frau eine Mustergattm. Wer keine Mustergattin hat, würde es sagen, um sie, sich beide, die Ehe und das gesamte Familienleben Jubiläum haben? ... nicht zu enthüllen und auch, um die Nicht-Muster-1 schreckt auf und laßt alle Ehejubeltage blitzschnell qattin nicht zu einem Zorn zu reizen, bei dem man I an seinem vergeßlichen Hirn vorübersausen. „Doch, doch immer solange unterliegt, bis man seinen Hut, Wir sind heute zum 75. Male hintereinander zu- vom Haken nimmt und hinter bzw. vor der z^ hause." So etwas tut die Mustergattin mitnichten, aeknallten Korridortür verschwindet. Wer dagegen! Sie drängelt auch nicht mit Haushaltsgeld, jagt eine .,xüfterqattin Jein eigen nennt (erkenntlich ans nicht: „Möchtest du heute das Brot lieber links dem gestickten Sofakifsen „Trautes Heim — Glückjoder rechts rum zum Abendessen gerostet?" lEine allein") wird sich hüten, ihr das unter die ent-, sehr geschickte Art, daraus hinzuweisen, datz das - ' reiben, denn in dem gleichen I Haushaltsgeld alle ist!) Die Mustergattin richtet sich erkennen ist, auch als Weltenbummler und „moder- , . nen Kreuzfahrer" gefühlt, Her bald über die engen! schlafen? Seit wann gibt es , . ...... . Grenzen der heimatlichen Umwelt hinaussehen - Schießbudenteddybären?" Eine Mustergattin sagt, hätschele sie, sonst ergeht es ifyn wie jenem Ehe- lernte; aber er hat diese Heimat innerlich nie aus- auch nicht beim Frühstück: „Das Märkische Museum mann in dem neuen Film-Lustspiel „Unsere kleine gegeben er ist immer wieder zu ihr zurückgekehrt. ! hat die Absicht, meinen Hüt für die vorgeschicht- Frau". Er wird mit drastischen Mitteln kuriert: Hier wurzeln bie besten Kräfte seines Wesens unb I Hd)e Abteilung zu erwerben!" Eine Mustergattin morgens kocht ber Kaffee noch in der Tasse, das seines Werkes das seit langem zum festen Bestände wartet auf Tag und Stunde, da der Mann sagt: Ei ist steinern, der abendliche Harzer eine Antiqui- ...... ' . hth. „Mausi, hörst du das Rascheln meiner Reichsmär- töt, die Gattin selbst nicht zuhause, sondern beim ________ ter, komm, wir kaufen dir, was du dir wünschst." > täglichen Bridge oder mit Freundin (Vorsicht!) >m Solange wartet eine Mustergattin, und wenn sie Kino usw. Diese Seelenleben kann sich der kluge dabei goldene Hochzeit feiern muß. Kommt dann'Mann durch das sprichwörtliche „Vorbauen" er- ' • • ' ‘ ' "■ sparen. Dann erst wird^er wirklich eine „Muster- gattin" haben, mit der er glücklich ist unb auf die denn die Konferenz bis 3.30 Uhr gedauert? Warum Vvuawtuujt: jiunuireii uun uem ajmeuiuien hast bu benn vor dem Bett anstatt im Bett ge-1 Weisen.) Hat einer aber eine, so gehe er mit ihr um auf Konferenzen wie mit einer Orchidee. Er hüte sie, pflege sie, Der- litäranwärter wegen eines Dienstvergehens durch Widerruf, so ist dem Oberkommando der Wehrmacht unter Angabe der Gründe des Widerrufs hierüber Mitteilung zu machen. Durch die Anstellung in einer planmäßigen Beamtenstelle wird das Militäranwärterverhältnis beendet. Außer durch Tod endet es ferner durcb Ausscheiden, Entlassung, Eintritt in den Ruhestand als Militäranwärter und Entfernung aus dem Militäranwärterverhältnis. Für die Beendigung des Militäranwärterverhältnisses gelten in den vorher bezeichneten Fällen die Vorschriften für die Beendigung des Beamtenverhältnisses der Beamten auf Lebenszeit entsprechend. Die Entlassung aus dem Militäranwärteroerhältnis hat auch dann zu erfolgen, wenn er ohne Zustimmung des Oberkommandos der Wehrmacht der Einberufung in eine Beamtenstelle oder zum Ausbildungs- und Vorbereitungsdienst für eine Beamtenlaufbahn nicht Folge leistet, eine solche Stelle oder einen solchen Ausbildungs- und Vorbereitungsdienst aufgibt oder eine ihm zugewiesene Beschäftigung im öffentlichen Dienst nicht annimmt oder aufgibt. In diesem Falle kann das Oberkommando der Wehrmacht Fürsorge nach bestimmten Grundsätzen gewähren. Bereits erhaltene Uebergangsbeihilfen, Umzugskostenoergütung und Militäranwärterbezüge sind anzurechnen. Die Militäranwärter-Urkunde ist zurückzugeben. Erfolgt die Entlassung eines früheren Militäranwärters, der in einer planmäßigen Beamtenstelle auf Widerruf angestellt ist, aus einem von ihm nicht zu vertretenden Grunde durch Widerruf, so tritt er mit der Entlassung in seine früheren Rechte als Militäranwärter wieder ein. Stirbt ein Militäranwärter, der zur Zeit des Todes in seiner planmäßigen Beamtenstelle auf Widerruf angestellt war, so erhalten seine Hinterbliebenen eine Versorgung. Die Versorgung des Militäranwärters und ihrer Hinterbliebenen richtet sich nach den Vorschriften für die Versorgung der Beamten auf Lebenszeit. Als ruhegehaltsfähige Dienstbezüge im Sinne des § 80 des Deutschen Beamtengesetzes gelten die Militäranwärterbezüge, und zwar das zuletzt bezogene GrunügehaU, der Wohnungsgeldzuschuß und solche anders gearteten Bezüge, die als ruhegehaltsfähig bezeichnet sind. Mit diesen in kurzen Umrissen gekennzeichneten Bestimmungen über den Militäranwärter tritt ein gesetzlicher Zustand in Kraft, der als vorbildlich bezeichnet werden muß, und der dem 'ausfcheidenden und seinen Hinterbliebenen vom Tage des Ausscheidens ab Sicherungen beamtenrechtlicher Art gibt, die er unter der Wirkung früherer gesetzlicher Bestimmungen meist erst nach einer jahrelangen Wartezeit erreichen konnte und die ihm erst zuteil wurden, nachdem er von seiner Anstellungsbehörde als Beamter lebenslänglich übernommen worden war. E. Däumlingen Der Reubau des Anatomischen Institutes. Von Prof. (5. Elze. Das Anatomische Institut nimmt unter den medizinischen Instituten eine Sonderstellung ein. Wie die übrigen ist es eine Stätte wissenschaftlicher Forschung und wissenschaftlichen Unterrichtes. Aber die Unterrichtsaufgabe spielt in ihm eine weit größere Rolle als in allen übrigen. Dom ersten Semester an bis zu seinem Physikum hat der Student der Medizin täglich mehrere Stunden in Vorlesungen und Uebungen im Anatomischen Institut zu arbeiten, in keinem der übrigen hat er so oft und so viel zu tun. Auch vorlesungsfreie Stunden verbringt er hier, um aus unmittelbarer Anschauung an anatomischen Präparaten zu lernen, was das beste Buch ihm nicht bieten kann. Das Antornifche. Institut steht den Studenten jederzeit offen, die übrigen Institute nur während der eigentlichen Vorlesungs- und Uebungsstunden. Reben Hörsälen, Seziersälen und Mikroskopiersaal muß deshalb ein Anatomisches Institut Arbeits- und Aufenthaltsräume für die Studenten enthalten, in denen sie den ganzen Tag über ein- und ausgehen und nach Luft und Laune allein oder in Gruppen ruhig arbeiten können. Es ist das gemeinsame wissenschaftliche Heim, der Mittelpunkt für alle vorklinischen Medizinstudenten. Mit wirklicher Lust und Freude müssen sie in das Anatomische Institut kommen können. Was sie hier hören, sehen und erfahren ist ihre erste Berührung mit der Medizin und ist richtunggebend für ihre künftige Tätigkeit. Dem Unterrichts- und Lehrinstitut ist in dem geplanten Neubau mehr als die Hälfte des ganzen Gebäudes zugedacht, damit es allen diesen Anforderungen genüge. Deswegen kommt das Forschungsinstitut nicht zu kurz. Es wird alle nötigen Räume und Laboratorien enthalten, die für die sehr verschiedenen Zweige anatomischer Forschung nötig sind. Beide Abteilungen, Lehr- und Forschungsinstitut sind getrennt und haben eigene Eingänge und Treppenhäuser, so daß in der Forschungsabteilung ohne Störung gearbeitet werden kann. Vielen gilt das Anatomische Institut als eine Höhle des Grauens, andere reizt es zur Neugier. Allen wird das neue Institut nur das Bild einer Stätte ernster Arbeit bieten. Da aber fein Platz rings von Kliniken und Wohnhäusern umgeben ist, wird es in einen großen Garten gestellt, der zugleich für den Aufenthalt der Studenten in ihren Zwischenpausen bestimmt ist. Das jetzige Institut hat fast 100 Jahre seinen Dienst getan, seit vielen Jahren freilich völlig unzureichend. Als es eingewe'ht wurde, galt es als eines der besten in Deutschland. Dank der Großzügigkeit der Landesregierung wird es möglich sein, einen Neubau zu errichten, der wiederum für viele Jahrzehnte ausreichen wird. Aasbau dttMdizimschenmdAervknklimkGießeu 13 on Prof. Dr. meb. Reinwein, Direktor der Medizinischen Üniversitäts-Klinik. Der Bau der Medizinischen Klinik mit der sog. Isolierbaracke und der Küche wurde 1887 begonnen. Schon im Herbst 1890 konnten die Gebäude in Betrieb genommen werden. Geheimrat Riegel weist in seiner Arbeit über die klinischen Neubauten der Universität Gießen mit Stolz darauf hin, daß für den Neubau der Medizinischen und Frauenklinik 31 000 Quadratmeter der schönsten und bestgelegen- sten Plätze der Universität von der Stadt umsonst überlassen wurden, und daß diese großzügige Planung für absehbare Zeit eine zu starke Einengung vermeiden würde. Wie Geheimrat Riegel seinerzeit schon 'ausführte, unterscheidet sich eine Klinik von anderen Krankenhäusern dadurch, daß sie nicht nur Heilzwecken, sondern neben diesen auch Lehr- und wissenschaftlichen Zielen zu dienen hat. Da in der Klinik behandelt, gelehrt und geforscht werden soll, müssen auch von vornherein entsprechende Räume dafür zur Verfügung stehen. Die Nachteile, die aus der Verbindung dieser verschiedenen Zwecken dienenden Räume entstehen, können nur dadurch ausgeglichen werden, daß Lehr- und Arbeitsräume von den Krankenräumen zwar scharf getrennt werden, aber anderseits die Zusammengehörigkeit so gewahrt bleibt, daß die Gesamtaufgabe der Klinik nicht gefährdet wird. In dem ursprünglichen Bau wurde dies dadurch erreicht, daß der Mittelbau für Lehr-, Arbeitszwecke und die Poliklinik bestimmt wurde, während die großen. Seitenflügel als Krankenabteilungen dienten. Die Gesamtbettenzahl war auf 126 berechnet, von denen 16 auf die Isolierbaracke entfielen. Trotzdem sich Geheimrat Riegel in vorbildlicher Weise bemüht hatte, auch späteren Bedürfnissen gerecht zu werden, sah sich schon 1907 Geheimrat Moritz gezwungen, die Klinik weiter auszubaven, da einmal die Laboratoriumsräume für die inzwischen stark angestiegenen Bedürfnisse nicht mehr ausreichten und er anderseits für die physikalisch- hydrotherapeutischen Heilzwecke, deren Wert Geheimrat Moritz als einer der ersten erkannte und lehrte, keine entsprechenden Räume hatte. Unter seiner Anleitung wurde daher der alten Klinik ein Teilgebäude angeschlossen (Laboratoriumsflügel Ecke Klinik- und Gaffkystraße), wobei aber leider aus unbegreiflichen Gründen der Aufbau der Stockwerke in diesem Neubau auf einem anderen Niveau als der der alten Klinik erfolgte. Nach der Uebernahme der Klinik durch Geheimrat D o i t ergab sich die Notwendigkeit, der wachsenden Bedeutung der Röntgenologie Rechnung zu tragen. Trotz vielfacher Hinweise des damaligen Leiters der Klinik wurde aber leider die großzügige Planung von Geheimrat Riegel verlassen. Um unnötige Kosten zu vermeiden, wurden nur, einzelne Kran kenzimmer, die nach Lage und Größe in keiner Weise den wachsenden Ansprüchen gerecht werden konnten, lo für die Röntgenabteilung um- refp. eingebaut, daß jede weitere Entwicklung derselben von vornherein unterbunden war. Wegen Raummangels wurden die Röntgendiagnostik und -Therapieabteilung auf verschiedenen Stockwerken untergebracht. Sie behinderten durch ihre Lage die Abteilungen, in denen sie untergebracht waren, belasteten das Pflegepersonal wegen des schwierigen Transports der Kranken, und stellten insbesondere an die Röntgenschwestern und -ärzte höchste Anforderungen betr. Gesundheit, Arbeitskraft und Verantwortung. Als die Medizinische Klinik gebaut wurde, standen für Jnfektionszwecke zwei Säle mit insgesamt 16 Betten in der sog. Isolierbaracke zur Verfügung. Den jahrelangen Bemühungen von Geheimrat Voit gelang es endlich, daß 1928 das sog. Jsolier- haus an der Gaffkystraße errichtet wurde. Da inzwischen die Wohnräume des Pflegepersonals in keiner Weise mehr ausreichten, wurden, statt eine befriedigende Allgemeinlösung zu suchen, nun die infektiösen Kranken im Erdgeschoß des Neubaues untergebracht, während ein Teil der Schwestern das erste Stockwerk als Wohnung angewiesen bekamen.. Die freiwerdenden früheren Jfolierräume dienten mit den zwei großen Sälen der Unterbringung von Tuberkulösen. Kleine Zimmer standen nicht zur Verfügung. Professor Bohnenkamp, der nach der Emeritierung von Geheimrat Voit die Klinik ein Jahr lang führte, plante, um die Raumnot zu beheben und vor allem, um die Röntgenabteilung entsprechend ausbauen zu können, den Bau eines Röntgen- Hauses an Stelle der Isolierbaracke. Eine Teillösung wurde ferner dadurch gesucht, daß die Poliklinik aus der alten Klinik herausgenom- men wurde und ein eigenes Gebäude erhielt. Durch den 1935 erfolgten Auszug der Poliklinik gewann die Klinik vier Zimmer. Es war ferner möglich, durch Renovierung und Umorganisation kleinere Krankenzimmer zu schaffen. Durch die Herausnahme der Schwestern aus dem Jsolierhaus ließ sich die Unterbringung vor allem der tuberkulösen Kranken entsprechend gestalten. Allerdings mußten wegen der Platznot einzelne Schwestern in anderen Kliniken zum Wohnen untergebracht werden. Alle Maßnahmen reichten aber, rote von vornherein zu erkennen und auch erwarten war, in keiner Weise für die Reorganisation der Klinik aus. Geheimrat Riegel rechnete mit einer Jahresbelegung von 1804 Kranken; 1937 betrug sie 4020. Vor 1933 war die durchschnittliche Monatsbelegung 100, zur Zeit sind es etwa 200, in einzelnen Wintermonaten selbst bis 250. Um den durch die kurz ongedeutete Entwicklung der Klinik bedingten Bedürfnissen Rechnung zu tragen, galt es, folgende Fragen zu lösen: 1. Schaffung von ausreichenden Krankenräumen mit entsprechenden Nebenzimmern. 2. Einrichtung einer allen modernen Anforderungen genügenden Röntgenabteilung. Es war hierbei besonderer Wert darauf zu legen, daß jeglicher unnötige Transport der Kranken entfiel und daß anderseits ohne Gefahr von Krankheitsverschleppung auch die Patienten der Jsolierhäuser geröntgt werden konnten. 3. Einrichtung einer endoskopischen Abteilung in engster Verbindung zu den Röntgenräumen, da endoskopische und röntgenologische Untersuchungen in den meisten Fällen zusammen zu geschehen haben. 4. Ausbau der seit 1907 nicht mehr modernisierten physikalisch-hydrotherapeutischen Abteilung, insbesondere dabei Berücksichtigung der modernen Gymnastik und Massage. 5. Schaffung einer allen Anforderungen genügenden Diätküche und deren so gelegene räumliche Unterbringung, daß eine ständige ärztliche Überwachung möglich ist und anderseits der Transport des Essens ohne Schwierigkeit auf jede Abteilung erfolgen kann. 6. Einrichtung von Räumen für elektrokardiogra- phische-, Stoffwechsel- und Leistungsuntersuchungen. 7 Modernisierung der Laboratorien. 8. Schaffung einer entsprechenden Anzahl von Zimmern für die Unterbringung des Pflegepersonals. Durch den von der Hessischen Landesregierung in großzügiger und verständnisvoller Weise genehmigten Ausbau der Medizinischen und Nervenklinik werden alle vordem kurz besprochenen Forderungen erfüllt werden. Zunächst wird mit dem Anbau an das Jnfektionshaus begonnen und dieser in Richtung Klinikstraße fortgeführt, sobald in diesen ersten Neubau das Laboratorium und die Röntgenabteilung überführt sind. In dem gesamten Neubau ist die Unterbringung der einzelnen Abteilungen so gedacht, daß im Kellergeschoß die Bade-, Gymnastik- usw. Abteilungen untergebracht werden, im Erdgeschoß anschließend an das Jnfektionsgebäude die Röntgenabteilung und das Endoskopiezimmer, auf dem nach der Straße zu gelegenen Flügel Krankenzimmer; im ersten Stock des Zwischenbaues werden die Laboratorien eingerichtet, während er »wiederum zur Straßenseite für Krankenzimmer bestimmt ist. Das oberste Stockwerk wird zu Wohnräumen hergerichtet. Die Diätküche kommt in das bisherige Aerztekafino und liegt damit ganz zentral. Nach Fertigstellung dieses kurz geschilderten Ausbaues wird die Klinik in jeder Weise allen modernen Anforderungen betreffs Behandlung, Unterricht und Forschung gewachsen sein. Der Aeubau des physikalischen Instituts. Von Prof. Or. Gerthsen, Direktor des physikalischen Instituts der Universität Gießen. In den letzten Jahrzehnten hat sich der Beruf eines Physikers, der nicht der reinen Lehre und Forschung dient, sondern vielmehr in der Industrie seinen selbständigen Platz errungen hat, immer klarer herausgebildet. Der Physiker hat wesentlich zur Schaffung modernster Industriezweige beigetragen, bei denen mit geringsten Mengen von Rohmaterialien größte Werte geschaffen werden. Wenn auch die Zahl der Physiker verhältnismäßig gering ist, so ist ihr Beitrag zur Arbeitsleistung der Nation von größter Bedeutung. Es ist daher einleuchtend, daß die Durchführung des Vierjahresplans, verbunden mit der allgemeinen Belebung in Industrie und Wirtschaft, zu einem großen Mangel an geeigneten Physikern geführt hat und daß es anderseits die Aufgabe der Hochschule fein muß, die Physiker, die an diesen wichtigen Stellen der Arbeit der Nation eingesetzt werden sollen, so gründlich wie möglich aulf ihren Beruf vorzubereiten. Diese große Bedeutung der Ausbildung des physikalischen Nachwuchses ist von der Landesregierung klar erkannt worden, sie hat daher einen großzügigen Ausbau des Physikalischen Instituts der Landes- unioerfität beschlossen. Die Aufgaben eines Physikalischen Instituts gliedern sich in die Aufgaben der Lehre und der Forschung. Das Physikalische Institut der Universität Gießen ist heute annähernd 40 Jahre alt. Nach seinem Bau galt es lange Zeit als ein Musterinstitut und ist für eine größere Zahl neuerer deutscher Institute in ihrer baulichen Gestaltung Vorbild geworden. Wenn man sich klar macht, daß zur Zeit seines Baues die Physik an der Universität nur die Grunderziehung der Naturwissenschaftler im allgemeinen und im be- fonbern die Ausbildung von Lehrern an Höheren Schulen zu übernehmen hatte, und wenn man anderseits die gewaltige Entwicklung der modernen Physik, welche erst in diesem Jahrhundert eingeleitet worden ist, betrachtet, so darf es nicht wunder- nehmen, daß heute nach 40 Jahren das Institut feinen Aufgaben nicht mehr gewachsen sein kann, zumal, wenn man bedenkt, daß heute der wesentlichste Teil der Unterrichtsaufgaben des Instituts der Ausbildung des technischen Physikers gilt. Es soll daher in dem neuen Institut zunächst ein moderner, allen Anforderungen des Unterrichts genügender Hörsaal geschaffen werden, und vor allem soll die Praktika, in denen die Studierenden in den wichtigen Methoden physikalischen Messens und Prüfens ausgebildet werden, eine umfangreiche Erweiterung erfahren. Gerade im Zusammenhang mit dem Vierjahresplan find hier außerordentlich wichtige Aufgaben zu lösen. Der Physiker wird in der Technik besonders an solchen Stellen eingesetzt, wo es sich um eine-N e u - entwicklung handelt. Seine Arbeiten bilden die Grundlage für die technische Weiterentwicklung. Er arbeitet auf weite Sicht. Sobald die Ergebnisse seiner Arbeit für die Fabrikation reif werden, werden sie im allgemeinen ihm entzogen und in die Hand des Ingenieurs gegeben, der dann als Spezialtechniker die Resultate des Physikers für die Fabrikation verwertet. Es ist infolgedessen für einen Physiker, der mit Erfolg arbeiten will, von entscheidender Bedeutung, daß er selbständiges Arbeiten lernt, daß er also bereits als Studierender vor Ausgaben gestellt wird, deren Lösung noch keinem Lehrbuch entnommen werden können, daß er unmittelbar an die Forschung herangeführt wird. Für die Entwicklung des Gießener Physikalischen Instituts ist es nun sehr erfreulich, daß derReichs- forschungsrat beschlossen hat, das Physikalische Institut in Gießen mit ganz besonderen Aufgaben der modernsten Physik, der sogenannten Kernphysik, unter Bereitstellung von erheblichen Mitteln zu betrauen. Es handelt sich hier um die Probleme der Atom Zertrümmerung, der Erzeugung künstlicher radioaktiver Elemente, also um Aufgaben, deren Lösung von höchstem erkenntnistheoretischem Wert ist, die aber auch von unmittelbarer, wirtschaftlicher Bedeutung in naher Zukunft sein werden. Die Durchführung dieser Ausgaben erfordert die Errichtung eines Hochspannungslaboratoriums, in welchem Gleichspannungen von anderchalb Millionen Volt erzeugt werden können. Es ist daher für den Neubau des Physikalischen Instituts ein solches Hochspannungslaboratorium vorgesehen. Die Fülle von Aufgaben, die hier im Institut gestellt werden, kommt auch der Ausbildung unseres physikalischen Nachwuchses in ganz- besonderem Maße zugute. Der großzügige Entschluß der Hessischen Landesregierung, ein großes und modernes Physikalisches Institut zu errichten, dient daher in gleicher Muse der reinen physikalischen Forschung, wie der Wirtschaft und dem Leben des deutschen Volkes. Kunst und Wissenschaft. Das Winterprogramm des Reichssenders Frankfurt. NSG. Der Reichs sender Frankfurt hat sein Winterprogramm 1938/39 der Oeffent- lichkeit übergeben. Das Programm ist so reichhaltig, daß es dem Geschmack aller Volksgenossen Rech- nun trägt. Es soll Mittler der wertvollsten Kulturgüter sein und auch die notwendige Entspannung geben. In 12 großen Meisterkonzerten sollen Standardwerke deutscher Musik unter der Stabführung hervorragender Dirigenten, u. a. Abend- roth und P f i ij n e r, und unter Mitwirkung erster Solisten gesendet werden. In Zusammenarbeit mit der Gauleitung der NSDAP, und den Gliederungen der Bewegung werden die Konzerte vor den Betreuten des WHW., in wirtschaftlicher Notlage befindlichen Angehörigen der HI-, des BDM., des NSDStB., der Wehrmacht und des Reichs-arbeits- dienstes veranstaltet. Ferner find 12 Sendungen geplant, die das Werk Haydns näherbringen sollen. In einer Liederreihe bekannter Komponisten soll das deutsche Lied gepflegt werden. Neben Uebertragun= gen aus den Opernhäuser werden für den Funk bearbeitete Opernwerke gebracht. Monatlich einmal wird vom BDM.-Werk „Glaube und Schönheit" in Darmstadt die Hausmusik ihre Pflege finden. Das Wort kommt in sechs Uraufführungen nahmhafter deutscher Autoren zur Geltung. Besondere Pflege wird den Sendungen gewidmet, die Freude und Humor bringen sollen. Neben Operettenübertragungen werden zeitgenössische Komponisten zu Wort kommen. Diese Veranstaltungen und die frohen Samstagnachmittage werden in Zusammenarbeit mit KdF. durchgeführt. Mit KdF. werden weiter fröhliche Bunte Abende veranstaltet. Die HI. wird mit ihrer Spielschar zweimal im Monat in die Dörfer gehen und fröhliche Dorfabende veranstalten. Kunstausstellung während der Saukulturwoche 1938. NSG. Die 1937 von der (Bauleitung Hessen-Nassau der NSDAP, erstmalig durchgeführte Gaukul - 1 u r ro o d) e mit einer großen Leistungsschau aller Kulturschaffenden des Gaues in der Festholle zu Frankfurt steht noch in lebendiger Erinnerung. Die ständig wiederkehrende Veranstaltung wird in diesem Jahr vom 22. bis 30. Oktober durchgeführt. Der Landesleiter für bildende Künste beim Landeskultur- roalter Gyu Hessen-Nassau hat für sein Dienstbereich (die Reichskammer der bildenden Künste) die diesjährige Kunstausstellung aus Anlaß der Gaukulturwoche für die Zeit vom 22. bis 30. Oktober in Wiesboden im Nassauischen Landesmuseum angesetzt. Die gesamte Gaukulturwoche steht unter dem Motto: „Rasse und Kultur", wonach die verschiedenartigen Veranstaltungen der einzelnen Sparten der Reichskulturkammer ausgerichtet sind. An der Kunstausstellung beteiligen sich alle Mitglieder der Reichskammer der bildenden Künste im Gau Hessen-Nassau, ausgenommen die Fachgruppen „Architekten", „Gartengestalter", „Jnnenraumgestalter". Der Landesleiter Professor Dr.-Jng. Lieser hat eine Ausstellungsteitung beauftragt, die sich aus folgenden Mitgliedern der Reichskammer zusammen- setzt: Architekt Franz R o e ck l e, Maler Georg Poppe, Bildhauer Ludwig Mergehenn, Kunsthandwerker Jakob Hembus, Maler und Gebrauchsgraphiker Albert W i n d i s ch , Kunsthänd- ter Wilhelm Schumann und Kunstblatthändler Philipp H i m m i g h o f f e n. Die Ausstellungsleitung hat bereits ihre Arbeit ausgenommen und Sammelstellen für die von den Künstlern einzureichenden Werke eingerichtet. Dies erleichtert den Künstlern den An- und Abtransport ihrer Werke erheblich. Die Anmeldung muß bis zum 15. September bei der Kunstausftellungsleitung Gau Hessen- Nassau (Landeskulturwalter Gau Hessen-Nassau) Frankfurt am Main, Kaiserstraße 32, eingehen. Alle aufgeforderten Künstler werden hiermit nochmals auf die Veranstaltung hingewiesen und aufgefor- dert, ihre besten Werke einzureichen. Aus aller Wett. Zweite rverkslättenfahri des „Gras Zeppelin". Bei günstigem Wetter startet das neue Luftschiff "Graf Zeppelin" Freitag vormittag zu einer Zweiten Werkstättenfahrt. Das Luftschiff wird auf dieser Fahrt voraussichtlich auch seinen künftigen Standort Frankfurt begrüßen, aber noch nicht' in Frankfurt landen. Die (Ebernburg soll wieder ausgebaul werden. Die (Ebernburg im Nahetal, die historische Verberge der Gerechtigkeit" Franz von S i ck i n - g e n s und Ulrich von Huttens, die der 1913 gegründeten Ebernburgsstiftung gehört und 1936 auf 15 Jahre an die Landesbauernschaft verpacktet wurde, ist in den letzten Jahren wesentlich urnge« stattet worden. Im früheren Wirtschaftsgebäude hat die Landesbauernschaft Saarpfalz eine Bauern- schule eingerichtet, die vom Reichtzbauernführer den Namen „Bauernschule Franz von Sickin- gen" erhielt. Ein anderes Gebäude wird zu einem Ebernburg--Museum ausgebaut, in der die Ebernburgstiftung Erinnerungen an Sickingen und Hutten und die Geschichte der Burg'der Oeffentlich- keit zugänglich macht. Es besteht der Plan, die Ebernburg in ihren ursprünglichen Umrissen wieder aufzubauen; Reichsbauernführer Darr-» und Reichsführer ff Himmler nehmen an diesen Plänen persönlichen Anteil. palmqlive-seife; s Täglich 2X2 Minuten die ricMtjoflßjQQfudj^ * J Stück 30j *3 stück 85j Oktober Hauptumzugstag 5917 D günstige Preise! 5898 A von 5897 A Seltersweg 20 Seltersweg 20 5945 A Umiugsforgen leicht gemacht 5905A 5899D Wohnungsanzeigen: Gießener Anzeiger 5914h Gießen, Sonnenstraße 31 5894D Waben 'Physik, lthändlil lungslei' r M wird oni künftig । nicht 15 en die "fl. Er seiner nb. des chniker >n ver- er, der andes- Eches nochinak ausgefoi' le oer« , Spar« ih. An n eiB' itert btn T Werik 15. Sek ...und nun den Umzug durch eine Anzeige bekanntgegeben! me der gung e, also itennb unmib ftutunft den er« ugs« nungen en fön« alischen' iforium licr im lilbung Sanitäre Einrichtungen Heinrich Lieh jun. VERPACKUNG LAGERUNG Drogerie KreuzplatzIO Adolph Lyncker Bahnamtliche Spedition Siirs neue Meim aus Ihrem Fachgeschäft Großkampftage stehen manchen Haushaltungen bevor. Tagelang vor dem Gipfelpunkt des Kräfte- einsatzes herrscht von früh bis abends reger Betrieb. Insbesondere die Hausfrau steht als Leiterin und Kämpferin im Mittelpunkt der Geschehnisse. Sie hat in der Tat die Hauptlast des Kampfes zu tragen, den mir kennzeichnend zusammenfassen in den wenigen Worten: Wohnungsumzug am 1. Oktober. Dor Beginn des Winters ist der 1. Oktober der letzte annehmbare Termin für den Wohnungswechsel. Wer zu diesem Tage nicht „zum Zug" kommen kann, drückt sich in der Regel während des Winters genügsam in der bisherigen Wohnung durch. Da aber wohl in Der Transport wertvoller Möbel ist Vertrauenssache. Hier wird ein Flügel verladen. Sorgfältig gehen die Männer zu Werke. Die richtige Adresse^ Rudolf Leisler / Gießen Tapeziermeister, Neuenweg 23 FDFEN Edgar A\ JULIES was Sie nach dem Umzug brauchen: Farben und Lacke streichfertig Tapeten, Stragula-Läuser und -Teppiche Bohnerbesen Alle Mittel für die Möbel- und Fußboden-Pflege. Scheuerartikel Zum Hausputz gut und preiswert 6ano Kernseifen und Schmierseifen Seifenpulver, Scheuerbürsten Bohnerwachs Bohnertücher Scheuertücher, Abseiftücher Spezialität: Putzkissen zur mühelosen Reinigung aller Lackmöbel, nur 30 Pfennig Kleine Ursache - große Wirkung! Für Möbel, Türen, Fenster, Fußböden und was sonst in unserem Heim der „Erneuerung“ bedarf, habe ich Lacke, Farben. 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Es dreht sich aber auch darum, Erneuerungen und Ergänzungen rechtzeitig zu veranlassen, denn niemand wird gerne in seine neue Wohnung hineinziehen und dabei alte Mängel oder Lücken mitnehmen wollen. Bei diesem Teile der Umzugsschlacht spielen Handwerk und Gewerbe eine bedeutsame Rolle. Hier eröffnen sich diesen beiden Gruppen der heimischen Wirtschaft Arbeitsmöglichkeiten, die in ihrem alljährlichen Schaffensprogramm einen ebenso festen und bedeutenden Platz haben, wie beispielsweise die Hochsommermonate für den Fremdenverkehr in den Bade- und Kurorten. Wer sich nicht beizeiten umtut, dem kann es passieren, daß er für den Umzugstermin nicht allein Schwierigkeiten bei der rechtzeitigen Bereitstellung des Spediteurs erhält, sondern daß er auch die begehrte Hilfe der Handwerker, oder eine gute Gelegenheit zur Vornahme von Ergänzungskäufen vermissen muß. Diese Unannehmlichkeiten zu verhüten, ist die Hausfrau vor allen Dingen bestrebt. Sie dringt darauf, daß der Spediteur rechtzeitig verpflichtet wird und die Männer des Handwerks lieber einige Tage früher auf dem Plan erscheinen, als womöglich erst in der letzten Stunde unmittel- Gardinen, Dekorationen vom Spezial-Haus Gebr. Seelbach, Giefeen Stückrath & Bender Gegr. 1878 BÜPO 5 WalltOFStr. 53 Tel. 3519 bar vor Toresschluß ankommen. Die Erfüllung aller dieser Aufgaben macht der Hausfrau viel Kopfzerbrechen, um so mehr, wenn sie noch eine zahlreiche Familie zu betreuen hat und keine oder nur eine geringe Hilfeleistung genießt, oder aber beruflich tätig sein muß. Neben allen diesen Dingen gehen die unvermeidliche große Wäsche und das ebenso selbstverständliche Großreinemachen einher, das be- sonders die letzten Tage vor dem Umzugstermin ausfullt und im Zusammenklang mit allen übrigen Aufgaben eine ungeheure Kräfte- und Nervenan- Ipannung für die Hausfrau, in gewissem Ausmaß auch für den Mann und für die ganze Familie bedeutet. Aber es gibt in diesen Großkampfstunden auch eine gewifse Milderung. Sie kommt von der Tätigkeit tüchtiger Handwerksmeister und sorgsamer Geschäftsleute her, die bestrebt sind, durch gute und flotte Dienstleistung bzw. Lieferung nicht nur dem eigenen Nutzen zu dienen, sondern darüber hinaus den Umzüglern wertvolle Helfer zu sein. Und wenn alle diese Kräfte, frühzeitig mobilisiert, in harmonischer Weise Zusammenwirken, so wird der Umzugsschrecken des 1. Oktober verhältnismäßig glimpflich vorübergehen. Nach dem Sprung über die Barriere, also nach dem 1. Oktober, wenn alles gut gegangen ist, roiro die behagliche Freude an der neuen Wohnung mit allem wieder aussöhnen, was der 1. Oktober an Schwierigem gebracht hat. (Aufn.: Neuner, G. A.) Fahrbahn verbarrikadiert. Lpd. Frankfurt a M., 15. Sept. Am Mittwochabend bemerkte ein Omnibusschaffner, der die Strecke Flughafen Rhein - Main — Hauptbahnhof fährt, als er den Flughafen verlassen wollte, daß die Ausfahrt an der Rehbockschneise verbarrikadiert war. Die Täter hatten eine Bank auf die Fahrbahn gestellt, den Schlagbaum herunter» gelassen und eine zwei Zentner schwere Hinwgistafel aus dem Boden gerissen und quer über den Schlagbaum gelegt. Etwas weiter lag ein sechs Meter langer Baumstamm quer über die Fahrbahn. Nur der Aufmerksamkeit des Omnibusschaffners ist es zu verdanken, daß ein Unglück verhütet wurde. Von der Flughafenverwaltung ist für die Ergreifung der Täter eine Belohnung von 100 RM. ausgesetzt. Spezial-Möbeltransporte Stadt- u. Fernumzüge Verpackung u. 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Wehrheim Fachgeschäft Umänderungen ✓ Neuanlagen Reparaturen Alle Zubehörteile für das Bad Umzugs-Anmeldungen zur Ze itungs zu Stellung nach der neuen Wohnung rechtzeitig erbeten an die Geschäftsstelle Schulstrafee 7 Fernsprecher 2251 Die neue Wohnung (oll schön werden 1 Deshalb Tapeten Gardinen Ceppidtie Bodenbelag Manches ist da zu ergänzen und zu erneuern, wie Zug-Gardinenstangen, Scheibenstangen, Kleiderhaken, Briefkasten, Fußmatten, Badeleisten, Schirmständer, Flur-Garderoben und was sonst in Haus und Küche gebraucht wird, bekommen Sie bei BAB. Häuser kTO Gießen, a. Oswaldsgarten (Parkplatz) 5916a Fernruf Nr. 2145-2146 Karbenhaus Obermann Sonnenstr. 15 / Ecke Schulstr. __________________5895V Flurgarderoben Rohr-und Korbmöbel Wäschetruhen von RM. 6.50 an Julius Henkel Gießen, Sonnenstraße 18 Gegr. 1876 68B6D Ruf 8967 WWsMM Passen Ihre alten Lampen in die neue Wohnung? Haben Sie schon die Strom- svannung der alten und der neuen Wohnung geprüft? Wie üeht's mit dem Radio- amchluß und der Antenne? Sin d Leitungen neu zu legen ? Wünschen Sie neue Lampen, ein neues Radiogerät? Lassen Sie sich rechtzeitig beraten im Beleuchtungshaus Wilh. Aßmann Ludwigstr., Ecke BiSmarckstr. Fernsprecher 3870 644 A Neuanfertigung, Aufarbeiten und Umarbeiten von Polstermöheln und Matratzen B Stückrath&Bender n GIESSEN IBORRMAWN 5 Giefeen ♦ Neustadt 5-7 ♦ Ruf 4165 5904 A Scherben bringen Glück Selbst wenn bei Ihrem Umzug kein Glas in die Brüche geht, fällt Ihnen beim Einräumen ein, was nicht mehr alles vollzählig ist. Ein Satz hübsche Bier- oder Weingläser, ein entzückendes Tee- od.Kaffeeservice. Somanches für die Küche wird letzt sürSie notwendig. Ich habe so viele hübsche Formen, daß Ihnen die Wahl nicht schwer fällt Mettenheimer Inhaber: W. Menges Kreuzplatz 3 - __________________5893D Kautsch. Sessel und Matratzen Löberstraße 17 ________________5946A Herde * Oefen » Waschmaschinen Werkzeuge* Haus-u. 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Reichsaltbesitz unverändert 128,25, ebenso Reichsbahn-Dorzugsaktien mit 123,25. Kommu- nal-Umschuldung waren eine Tönung freundlicher mit 94,10 (94,05). Am Einheitsrentenmarkt war das Geschäft ebenfalls sehr still, und die Kurse wiesen kaum Veränderungen auf. Lediglich Industrie-Obligationen zeigten die üblichen leichten Schwankungen. Der F r e i v e r k e h r lag ebenfalls etwas fester, die Umsätze hatten aber keinen besonderen Umfang. Man nannte Dingler mit 85 bis 87 (84 bis 86), Katz & Klumpp mit 90 bis 92 (88 bis 90), Rastatter Waggon mit 46 bis 47 (45- bis 46,50) und Ufa mit 74' (72). Tagesgeld etwas leichter mit 2,50 (2,75) v.H. Gegen Schluß der Börse setzte eine neue Kn u f- welle ein, die teilweise von lebhaften Umsätzen begleitet war und bei den meisten Werten nochmalige Erhöhungen von 1 bis 1,50 v. H. zur Folge hatte. Die durchschnittlichen Tagesgewinne betrugen schließlich 3 bis 5 v. H. U. a. notierten ÄG. Farben 148,75 nach 147,65, Verein. Stahl 99,75 nach 98,65, Rheinstahl 135,75 nach 133,50, Licht und Kraft 132 nach 130,50, Daimler 128,25 bis 130 nach 129. Deutsche Erdöl 124 nach 122,50, AEG. 110 nach 108,50, Bemberg 129,25 nach 127,25, Conti Gummi 197 nach 195 und Aschaffenburger Zellstoff 113 nach 111,75. Renten blieben still. Abendbörse fest. Im Hsnblick auf den weiteren Ablauf der Ereignisse in der Tfchecho-Slowakei herrschte an der Abendbörse fein größeres Geschäft, doch war die Haltung am Aktienmarkt auf Käufe der Lankenkundschaft und der Berliner Arbitrage weiter fest. Im Durchschnitt stellten sich neue Erhöhungen von 1 bis 1,50 v. H. ein, womit auch die Berliner Schlußnotierungen um bis zu 1 v. H. übet* schritten wurden. Verhältnismäßig lebhaft gingen ZG.-Farben mit 149 (148,75), Verein. Stahl mit 100,25 (99,75), Mannesmann mit 106 (105,25), AEG. mit 110,75 (110) und Bemberg mit 130,50 (129,25) um. Sonst befestigten sich u. a. Goldschmidt auf 128 (125,25), MAN auf 123,50 (122), Bekula au 150,75 (149,25), Deutsche Erdöl auf 125 (124), Adlerwerke auf 105 (104), Licht und Kraft auf 133 (132), Felten auf 130 (128,75), Junghans auf 104,25 (103), Metallgesellschaft auf 124 (123), DDM. auf 162 (161), Reichsbgnk auf 178 (177,50), Braubank auf 120,50 (119,50), Demag auf 141,50 (140,75), Gesfürel auf 130,75 (130), Hoesch auf 106,50 (105,50) und am Einheitsmarkt Chem. Albert auf 108,25 Sranffurter Schlachtviehmorkl Frankfurt a. M., 15. Sept. Auftrieb: Rinder 977 (gegen 1117 am 7. y.), davon 177 (198) Ochsen< 117 (184) Bullen, 477 (522) Kühe, 212 (213) Färsen. Kälber 357 (464), Hämmel und Schafe 205 (169), Schweine 180 (176). Notiert wurden je 50 Kilo- Oeffenttiche Mahnung. Die am 15. d. M. fällige 5. und 6'. Rate Grundsteuer 1938 werden hierdurch zur umgehenden Zah- b) 33 bis 36 (34 bis 37), c) 23 bis 3-2 (20 bis 32). Schweine a) 59 (59), bl) 58 (58), b2) 57 (57), c) 55 (55), d) 52 (52). Sauen gl) 56 (56). Marktverlauf: Rinder, Kälber und Schweine zugeteilt, Hämmel und Schafe mittelmäßig. gen, der dadurch auf 17,1 Milliarden Mark angewachsen ist. Die Gesamteinlagen der deutschen Spar- und Girokassen im Altreich sind also im Berichtsmonat um 334,0 Mill. Mark gewachsen. Einschließlich der Einlagen der österreichischen Sparkassen betragen die Gesamteinlagen der ßpar- und Girokassen in Großdeutschland Ende August 1938 über 21,3 Milliarden Mark. Mein-Mainiscke ^örse. TNittagsbörse kräftig erholt. Wirtschaft. Weiterer Einlagenzuwachs bei den Sparkassen im Vu§ust. Fwd. Wie die Monatsausweise der Sparkassen für August zeigen, hielt sich das Zuwachstempo bei den Spareinlagen im Berichtsmonat wiederum auf dem hohen Niveau der letzten Zeit, das dadurch gekennzeichnet ist, daß der Zuwachs in den einzelnen Monaten stets das Sparergebnis in der Vergleichszeit des Vorjahres übersteigt. Der Einzahlungsüberschuß betrug 106,8 Mill. Mark gegen 88,0 Mill. Mark im August 1937. Wie aus saisonmäßigen Gründen erwartet werden konnte, waren die Umsätze im Sparverkehr gegenüber dem Vormonat zu- rückgegangen. Gegenüber dem Vorjahr hatten sich die Ein- und Rückzahlungen jedoch wiederum beträchtlich erhöht. Die Rückzahlungen liegen um 49,0 Mill. Mark über jenen im August des Vorjahres. Die bereits in den letzten Monaten erkennbare Tendenz, daß die Rückzahlungen jeweils wieder die Vorjahreshöhe überschreiten, hat sich also fortgesetzt, eine Folge des stark wachsenden Spareinlagenbestandes, der Ende August 1938 um 1,9 Milliarden Mark höher als Ende August 1937 ist. Trotz der höheren Rückzahlungen war das Spar- ergebnis aber günstiger als im Vorjahr, denn die Einzahlungen haben sich noch kräftiger als die Rückzahlungen erhöht. Mit 513,1 Mill. Mark liegen sie um 67,8 Mill. Mark über jenen im Vergleichsmonat des Vorjahres. Die Vollbeschäftigung der Wirtschaft und das dadurch steigende Einkommen ermöglichen also fortschreitend eine rege Spartätigkeit. Neben dem Einzahlungsüberschuß haben im Berichtsmonat noch 1,0 Mill. Mark Zinsgutschriften und 16,1 Mill. Mark sonstige Veränderungen zur Erhöhung des Spareinlagenbestandes beigetra- gramm Lebendgewicht in RM.: Ochsen a) 43 bis 45 (42 bis 45), b) 38 bis 41 (39 bis 41), c) 36 (36). Bullen a) 40 dis 43 (40 bis 43), b) 37 bis 39 (37 bis 39), c) 34 (34). Kühe a) 40 bis 43 (41 bis 43k b) 34 bis 39 (34 bis 39), c) 27 dis 33 (27 bis 33), d) 17 bis 2-5 (18 bis 25). Färsen a) 42 bis 44 (41 ' ’ 44), b) 37 bis 40 (38 bis 40), c) 33 bis 35 (33 WBiöweuen Die Lebensgemeinschaft des deutschen Waldes in Bildern 150 Naturaufnahmen aus dem Tier- Und Pflanzenleben des hei- mailichen Waldes auf 128 Kupfertiefdruck- tafeln, mit lebendigem und aufschlußreichem lkinfiihrungstcxt von si.Gcrhard u.G.Wolsi, Preis RM. 4,80. „(Es lebt und webt in dem Buche, und wer es versteht, mit empfänglichen Sinnen die bildgeword. Naturschönheiten in sich aufzunehmen, dem singen u. klingen die Tafeln tausend (Erinnerungen wach an einstmals leibhaft Erschautes." Reclams Universum Verlangen Sie kostenlos unsere bebilderten Werbeblätter Zu beziehen durchlebe Buchhandlung! Hugo Berckühler Verlag Berlin'Lichterfelde für den Herbst in den schönsten Farben und Qualitäten finden Sie in der bekannten Bernard-Auswahl und einer Preiswürdigkeit, die Ihren Einkauf zum Vergnügen werden läßt. * Adolf Mühl K..6. S?tn2 5955/ Baby-Ausstattung von der Firma Frdr. Teipel bereitgelegt haben. Bis zum 15. Lebensjahre können Sie Ihre Kinder gesund und zweckmäßig kleiden — was Sie auch benötigen, finden Sie in großer Auswahl bei 35), d) 28 (25 bis 27). Kälber a) 63 bis 65 (62 bis 59 (56 bis 59), c) 45 bis 50 (46 50), d) 52 (48 bis 52), c) 42 bis 45 (40 bis 45), d) 32 Gießen, Plockstr. 14-16 «sma Samstag, 17., und Sonntag, 18. Sept., nachm. 2 Uhr Kinder- und Familienvorstellung Der lustige Filmteil Märchen vom Schuh Ein Affenscherz Micky-Maus -Wochenschau Auf der Bühne: Gastspiel der berühmten RANTI NI-TRUPPE Woll-Cotete, 95 cm breit, weiche gefällige Ware, Q 4A in modernen Herbstfarben p.m Ue IU Crepe Jacquard & jonr, 130 cm br., modisches Q QE Wollgewebe, im Preis ungemein vorteilhaft. . p.m UeUU Spitzen-Jacquard. 130 cm breit, für ein eie- A A E gantes, schnittiges Wollkleid . p. m. *Te