- V. ' WWj ■ • v® Samstag, 16./$onntag,iL3uIi 1938 188. Zahrgang Nr. 164 Erstes Blatt Chamberlain über Englands Außenpolitik. London, 15. Juli. (DNB.) Ministerpräsident Chamberlain erklärte in Birmingham, er sei davon überzeugt, daß der Einfluß Englands zum Guten oder zum Schlechten ausschlaggebender sei als der irgendeines anderen Landes in der Welt. Das gehe zum Teil auf die ererbte Stärke Englands zurück und auf die vielen Hilfsquellen, die es besitze. Es sei aber auch auf die Tatsache zurückzusühren, daß allgemein die Politik Englands als die eines- Landes anerkannt werde, dessen Politik nicht nur von selbstsüchtigen Interessen geleitet werde, sondern deren Wurzel in der Ueberzeugung liege, daß es keinen Frieden oder Sicherheit oder auch ständiges Glück für alle geben könnte außer unter dem Gesetz des Rechts und der Ordnung, der Vernunft und des Weltfriedens. Derjenige, der nach diesen tiefwurzelnden Grundsätzen das Staatsschiff zu lenken versuche, müsse viele Enttäuschungen auf seinem Wege erwarten. Er müsse damit rechnen, daß sein Weg manchmal falsch verstanden und seine Ehrlichkeit an gezweifelt werde. Aber Männer, die dieses Namens wert seien, ließen sich nicht durch vorübergehende Unbequemlichkeiten noch Belästigungen abbringen. Die Regierung beabsichtige, an 'ihrer Politik der Befriedung der Welt festzuhalten. Die Regierung glaube, durch ihre Bemühungen und das Beispiel, das sie gebe, schließlich doch zu ihrem Ziele zu gelangen. W6nn der Zeitpunkt kommen sollte, die Verantwortung anderen zu übergeben, werde die Regierung bei ihrem Scheiden von ihrem Posten dem Nachfolger eine ruhigere und sichere Welt hinterlassen. krschetttt rüglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießen« Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle MonalS'vezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte e l-80 Zustellgebühr , -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanfchlüfse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach. richten: Anzeiger Sieben Postscheckkonto: gtanlfurt am Main 11686 London, 15. Juli. (DNB.) Der „News Chronicle" bringt zum dritten Male innerhalb von drei Tagen einen gegen Deutschland gerichteten Bericht, dessen Einzelheiten sich das Blatt ganz ohne Zweifel aus den Fingern gesogen hat. Diesmal beschäftigt sich das Blatt, offenbar in der Hoffnung, der Nichleinmischungs- politik Lhamberlains doch noch ein Bein stellen zu können, nach dem Muster der französischen Marokko- Lüge vom Januar 1937 erneut mit angeblicher umfangreicher militärischer Einmischung Deutschlands in Spanien. Wieder einmal wird den Engländern die Bedrohung von Gibraltar durch angebliche deutsche Geschütze in Spanisch-Marokko vor Augen geführt, wird behauptet, daß sich in der spanischen Flotte 5000 Mann deutsches Flotlen- perfonal befänden und werden weiter eine Reihe von Einzelheiten angegeben, die so frisiert sind, daß sie auf den ersten Blick den Anschein der Richtigkeit erwecken sollen. Den Veröffentlichungen des Blattes steht für jeden Kundigen die Lüge an der Stirn geschrieben. Zunächst wird behauptet, daß 50 Messerschmitt- Maschinen, 48 Heinkel-Jagdflugzeuge, 183 moderne Junkers-Bomber, 12 Heinkel-Bomber, 6 Rohrbach- Bomber in Bilbao eingetroffen seien. Die Juukersfabriken hätten in den letzten Monaten 150 Junkers-Flugzeuge nach Spanien geschickt. Um die Behauptungen zu erhärten, wird wahllos eine Reihe von deutschen Orten angeführt, wo nach Meinung des Blattes Flugplätze vorhanden fein müssen. 3a erster Linie große Städte wie Berlin, München und Frankfurt, und es wird dazu kühn behauptet, daß von diesen Flugplätzen aus Spanien mit neuen deutschen Geschwadern versorgt worden sei. Ferner seien F a 11 - schirmpiloten in Spanien angekommen, von denen sich jetzt. 2000 in Spanien befänden; 1200 Mann einer leichten Brigade seien unter Führung ihrer Offiziere in Spanien eingetroffen. Deutsche Kavallerie sei in Marokko gelandet. 12 000 deutsche Techniker bauten Marokko zu einer riesigen F e st u n g und zu einem Zentrum von Munitionsfabriken aus. Neue Lügenkampagne des „News Chronicle" Was tut die englische Regierung gegen die Völkrrverhehung der Marxistenpresse? Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8^/.UHr des Vormittags Grundpreise für 1 mm tzöhe für Anzeigen von 22 mm Brette 7 Rpf., für Text. anzeigen von 70mm Breite 50Rps..Platzvorschrist nach vorh.Dereinbg.25"/«» mehr. ErmStzigte Grundpreise: Stellen-., Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie ein* fpaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts» u. behördliche Anzeigen 6 Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B General Nusso in München «nd Berlin. Herzlicher Empfang des Generalstabschefs der faschistifchen Miliz in der Reichshauptstadt. _______ mem •lies. Xc’1 »El irattitn >li. h 6. Sff ins Land- v- ÄÄ j, ffliÄi i» SfeS "8*'S '«runter 2® Ä.S; rfj! (38 Ä- S z, -V c 2866 ’U v ’ /QQ W ft Sfi»» )IS 5V ,4g bis 48 br- ® 7K i) 38“16c) 30 jäte rS* Feinde des britisch-itälienifchen Ausgleichs in England und Frankreich nun ihre ganze Hoffnung. Sie lassen ebenso wie selbstverständlich auch die Sowjetunion in Barcelona alle Minen springen, um der Verwirklichung des englischen Plans schon von hier aus die ersten Schwierigkeiten zu machen. Gleichzeitig tut die englische Opposition im Unterhaus alles, um die Auseinandersetzung zu verschärfen, die zwischen Chamberlain und General Franco in der Frage entstanden ist, wie weit Franco berechtigt sein soll, die Versorgung der spanischen Bolschewiken mit Kriegsmaterial auf britischen Handelsschiffen durch Angriffe seiner Luftwaffe zu verhindern. Während Chamberlain sich bemüht, die darüber entstandenen Meinungsverschiedenheiten in diplomatischem Notenwechsel und durch Erkundungen des britischen Agenten in Burgos sachlich zu klären, benutzt die Opposition jede Gelegenheit, um von dieser Einzelfrage her den englischen Plan als Ganzes anzugreifen, gegen die Bemühungen Chamberlains um einen Ausgleich mit Italien Sturm zu IGriffen und schließlich die Kritik an der Außenpolitik zu einer Generaloffensive gegen das Kabinett auszuweiten, dem Männer der äußersten Rechten, wie Churchill, in trautem Verein mit der Pinken, wobei ein so ideologisch verbohrter, unbelehrbarer Demagoge wie der alte Lloyd George natürlich nicht fehlen darf, unter agitatorischer Zurschaustellung angeblich drohender Kriegsgefahren sträfliche Vernachlässigung der Aufrüstung Englands und der sonst notwendigen organisatorischen und wirtschaftlichen Vorbereitungen für den Kriegsfall vorwerfen. Das ist einerseits recht unbequem für die Regierung, hilft chr andererseits aber, das riesenhaste Aufrüstungsprogramm durchzuführen, das natürlich auch sehr erhebliche finanzielle Anforderungen an das Land stellt, die nur durch die. sonst sehr unpopulären und von der Opposition im allgemeinen bekämpften Steuererhöhungen bewerkstelligt werden können. Die Opposition sieht sich also in ihrer eigenen Agitation gefangen. Aber mit ihrem demagogischen Kriegsgeschrei sucht sie ihre widerspruchsvolle Politik vor ihrer pazifistischen Anhängerschaft im Lande zu rechtfertigen und erzeugt damit eine Stimmung, in der schließlich jeder „Zwischenfall" die gefährlichsten Auswirkungen haben kann. Die britische Regierung arbeitet ernstlich auf eine internationale Entspannung hin, ungeachtet ihrer Bemühungen, England so stark wie möglich zu machen und ungeachtet der unleugbaren und bedauerlichen Tatsache, daß sie die oben geschilderte Agitation für ihre Rüstungspolitik einzuspannen sucht. Daher das so häufig Widerspruchsvolle und Zweideutige in der britischen Außenpolitik, das ihr oft die Schlagkraft nimmt und bei ihren Gegenspielern Mißtrauen einträgt. Trotz dieser taktischen Rücksichten und Bedingtheiten hat die britische Reaierung in der spanischen Frage ihrem Willen zur Neutralisierung des gefährlichen Krisenherdes praktisch Ausdruck gegeben. Das soeben veröffentlichte Weißbuch über die' Zurückziehung der Freiwilligen macht indessen in beunruhigender Weise deutlich, wie kompliziert der nun in London angenommene Plan ist. wie schwerfällig seine Maschinerie sein wird und welche Fülle von Voraussetzungen erst gegeben sein müssen, bevor diele Maschinerie überhaupt in Gang kommen kann. Wieviel Fußangeln der Plan verborgen hält, hat man offenbar am ersten in Barcelona erkannt. Dort wird die Sabotage seiner Durchführung bereits planrnäßia vorbereitet. Wenn Ueberläufer berichten, daß die auf rotspanischer Seite kämpfenden ausländischen Freiwilligen schon ihre Pässe und sonstigen Papiere gegen solche umtau>/ schen müssen, die sie als spanische Staatsangehörige ausweisen, und daß die „Internationalen Brigaden" zum größten Teil aufgelöst werden, um die bisher darin' kämpfenden Ausländer in rotspanische Formationen einzugliedern, so liegt hier ein Versuch vor. die im englischen Plan vorgesehenen Zähl- Kommissionen auf die schändlichste Meise bint"rs Licht zu führen und damit die Durchführung des Mv^en Manes übechsWt unmöglich.^ mschen. Sa der Welt gehören, während die Mächte, denen sie zu allen Zeiten das zu unterstellen versuchten, was ie heute selbst tun, die Oasen des Friedens inmitten einer kriegerischen Welt sind, und es ihnen zu danken ist, wenn nicht erneut die Welt in das namenlose Unglück eines Weltkrieges gestürzt wurde. Es gibt aber auch zu denken, wenn Staatsmänner westeuropäischer Länder stets vom Frieden reden und die Presse ihrer Länder zum Kriege hetzt, ohne daß der Staat sich jemals darum kümmert und auch nur eine einzige Maßnahme in Erwägung gezogen oder ein Wort der Kritik gefunden hätte, um diesem, die ganze Welt bedrohenden Zustand nun endlich einmal ein Ende zu machen. D. S. München, 15. Juli. (DNB.) Der Generalstabschef der Faschistischen Miliz, Exzellenz Luigi Russo, ehrte am Mahnmal an der Feldherrn-- halle und in den Tempeln der Ewigen Wache am Königlichen Platz die Blutzeugen des 9. November 1923. Dann begab er sich in das Haus der Obersten SA.-Führung. Als Zeichen der engen Verbundenheit der Faschistischen Miliz und der SA. überreichte Stabschef Lutze seinem Gast den Ehrendolch der SA. General Russo nahm mit Worten aufrichtigen Dankes den Ehrendolch entgegen. Im Führerzimmer des Braunen Hauses begrüßte dann derStellvertreterdesFührers, Reichsminister Rudolf Heß, General Russo. Er geleitete den Gast persönlich. auch durch die Räume des Führerbaues. Nach einem Frühstück im Hotel „Vier Jahreszeiten" trat General Russo die Weiterreise nach Berlin an. Auf dem Flugplatz München-Oberwiesenseld hatten Ehrenstürme der Leibstandarte, der Schützengilde 2 und der Standarte München Aufstellung genommen. Nach dem Abschreiten der Front bestiegen der Gast und Stabschef Lutze die braune, die Embleme der SA. tragende dreimotorige Maschine „Horst Wessel", die sich mit zwei weiteren Flugzeugen für die Begleitung des italienischen Gastes zum Fluge nach der Reichshauptstadt erhob. Die Reichshauptstadt bereitete General Russo bei seiner Ankunft einen herzlichen Empfang. Die Standarte „Horst Wessel" stellte auf dem Flugplatz die Ehrenformation. Nach einem herzlichen Willkomm durch Obergruppenführer von Jagow und den Polizeipräsidenten Grafen Helldorf ging es dann zum Hotel „Kaiserhof". 15 000 SA.-Männer, politische Leiter und Mitglieder der DAF. bildeten vom Flughafen bis zum Wilhelmplatz das Ehrenspalier. Vor dem „Kaiserhof" hatten etwa 150 italienische Urlauber, die hier von KdF. betreut werden, Ausstellung genommen. General Russo dankte ihnen für den Empfang. Nach einem kurzen Aufenthalt fuhren die italienischen Gäste zur Reiterschule in Zehlendorf, wo Obergruppenführer Litzrnann den italienischen Gästen Meldung erstattete. — Unser Vilü zeigt General Nusso und den Führer der SA.- fragt. JG-Farbi« it 104,90 blieben ?n sich -olzmm 50. Kleine Ruä- 75 (70), Schuckeli 50 (120,75) unb Bankaktien lagen notiert wurden M. mit 128, mit MAL» 168 Md ar bas Mgt-n s>ch ™ .qsattien at, Jarbtn’B* ulbung galten i» lür Aufklärung, "uß genau da; nnen. Er ist ve hochrot mit : geldlichen Eier m (Belege oer- len in die Erde, )sen die jungen chädlings bringt Millionen Naj- >en werden die pen abgefresjen edeihen, an zer- rtoffeln. Welcher ■ g des Kartoffel. i)t auszurechm shalb das ech damit red)t«^ ' t KalkarseriorÄ! len sind — durch alle Stadien de- flbringt, Mit 'ürgertnt'A- aber von Kar- g eine hülpchr atz aller beten allgemeine Au-, rhindern. Beiriebsappett in ganz Deutschland. Berlin, 15. Juli. (DNB.) Am 1. August finden in allen deutschen Betrieben, die sich am Leistungskampf beteiligen, Betriebsappelle zur Eröffnung des vom Reichs- orgnisationsleiter Dr. Ley und Reichsamtsleiter Hupfauer verkündeten zweiten Leistungs- kampf der deutschen Betriebe statt. Uederall werden die Betriebssührer vor ihren Gefolgschaften die Ziele bekanntgeben, die bis zum 1. Mai 1939 im Betriebe erreicht werden sollen. Dabei werden nicht nur alle in diesem Monat neuangemeldeten Betriebe antreten, sondern auch alle diejenigen Betriebsgemeinschaften, denen schon in diesem Jahre das Gaudiplom für hervorragende Leistungen verliehen wurde und die bereits am ersten Leistungskampf teilgenommen haben. Nach dem Willen des Führers gehen diese Betriebe nun erneut in den Wetstreit um den Ehrentitel „Nationalsozialistischer Musterbetrieb". Betriebsführer und Gefolgschaften der Leistungskampfbetriebe haben sich zu einer engen Gemeinschaft vereint, weil sie erkannt haben, daß nut der gemeinsame Einsatz einen sozialpolitischen Aufbau verwirklichen kann, der untrennbar mit all.en wirtschaftlichen Zielen verbunden ist und zu den Grundlagen einer wirklichen Volksgemeinschaft gehört. Wie das Amt für soziale Selbstverantwortung der DAF. ihitteUt, wird aus den einzelnen Gauen eine starke Beteiligung der Bettiebe am zweiten Leistungskampf gemeldet. Bis zum 1. 8. ist noch allen Betriebsführern die Gelegenheit zur Anmeldung ihrer Betriebe bei den Dienststellen der Deutschen Arbeitsfront ae- geben. W Die Krisenherde. Die englische Regierung betrachtet den Osterakkord mit Italien als den wichtigsten Baustein für eine allgemeine europäische Friedensregelung. Sie macht daher kein Hehl daraus, wie sehr ihr daran gelegen ist, das britisch-italienische Abkommen möglichst bald in Kraft zu setzen. Die wesentlichste Voraussetzung dafür ist die Erfüllung des wechselseitigen Versprechens, die italienischen Freiwilligen vom spanischen Kriegsschauplatz zurückzuziehen und das italienische Imperium in Ostafrika anzuerkennen. DaZ erstere kann Italien auch nach Auffassung der englischen Regierung nur zugemutet werden, wenn die Nichteinmischung wieder für alle Mächte gleichmäßig verbindliche Richtschnur ihrer Politik wird. Die englische Regierung hat deshalb alles darangesetzt, den von ihr vor Jahresfrist ausgearbeiteten Plan zur Zurückziehung der ausländischen Freiwilligen vom stzcmischen Kriegsschauplatz und die Gewährung der Rechte Kriegführender an die spanischen Parteien im Londoner Nichteinmischungsausschuß zur An- nähme zu verhelfen und ihn in Kraft zu setzen. Das erstere ist ihr gelungen, wenn auch gegen außerordentlich heftige Widerstände Moskaus und unter lebhafter Kritik der eigenen Opposition wie der französischen Volksfrontkreise im befreundeten Frankreich, deren Führer Leon Blum sich nicht scheute, den Londoner Plan gerade deshalb zu verwerfen und seine Sabotage anzukündigen, weil er den britisch-italienischen Ausgleich ermöglichen soll, der nach Blums Meinung die Front der Demokratien zerstören werde. Trotzdem ist der englische Plan im Nichtein- mischungsausschuß angenommen worden. Aber um ihn in Kraft zu setzen, bedarf es der Zustimmung , der beiden spanischen Parteien. Hierauf setzen die „Ein gutes Gewissen ist ein sanftes Ruhekissen." Dieses Sprichwort bewahrheitet sich in negativer Weise am „News Chronicle", der von einer Lüge in die andere taumelt, immer in der Hoffnung, daß dadurch die Lüge vom Tage vorher in Vergessenheit geraten werde. Jetzt ist wieder einmal Spanien dran. Diskreditierung Francos in den Augen der Engländer und Schaffung einer für Rotspanien günstigen Stimmung ist der Zweck der neuen Lügenhetze, weil die Durchführung des Londoner Freiwllligen-Abkommens für den Regierungsausschuß der Herren Negrin, Caballero und Konsorten das Ende bedeuten würde. Rotspanien lebt ausschließlich von ausländischen Freiwilligen und ausländischem Material. Sowjetrussische Flugzeuge und Bomben, englische und sowjetrussische Tanks, französische Geschütze und Munition, neben den sowjet- russischen Truppenabteilungen, durch große finanzielle Versprechungen geworbene Freiwillige aus England und Frankreich in großer Zahl, damit allein vermag Rotspanien den Krieg zu führen. Und um diese versteckte Einmischung, die gerade in den letzten Tagen wiederum verschärfte Form angenommen hat. zu verdecken und zu bemänteln, werden die Märchen von umfangreichen deutschen Kriegslieferungen an Franco erfunden. Wir wollen nicht abstreiten, daß General Franco auch Flugzeuge aus deutschen Fabriken verwendet, denn Deutschland verkauft Flugzeuge in die ganze Welt. Und wenn in Francos. Luftwaffe neben Italienern, Engländern, Südamerikanern und anderen auch Deutsche zu \\xv-- den sind, dann auf jeden Fall weniger als allem Engländer und Franzosen auf rotspanischer Sette. Es wäre dem „News Chronicle" nicht zu empfehlen, hier einen Stein aufzuheben. Fallschirmpiloten seien tn Spanien 2000 Mann aus Deutschland. Der Schmock des „News Chronicle" hätte vorher im englischen Luftfahrtmmlste- rium anfragen sollen, wo er ohne Zweifel hatte erfahren können, daß im spanischen Kriege bisher niemals Fallschirmpiloten eingesetzt wurden und angesichts der besonderen Verhältnisse mit einem solchen Einsatz auch nicht zu rechnen ist. Der ganze Zweck des „News Chronicle"-Manövers ist: Storung der Beziehungen zwischen den Völkern, Vergiftung der politischen Atmosphäre und Hetze zum Krieg, an dem dann die Hintermänner des „News Chronicle groß verdienen würden, während die Völker die Zeche bezahlen. Gegen diese Methode kann es unter anständigen Menschen nur noch eine Antwort geben: Ohrfeigen und den Knüppel, denn alle geistigen Argumente schalten hier aus. ^Es würde für das englische Vylk sprechen, wenn sich ein paar Frontkämpfer finden würden, die den Juden des „News Chronicle" die Antwort gäben, die alle anständigen Menschen wünschen. Es ist schon grotesk, wenn heute diejenigen, die sich niemals genug tun konnten in pazifistischen Phrasen, die immer die Vorkämpfer des Friedens sein wollten und die Parole erfanden „Nie wieder Krieg!" tatsächlich zu den gewissenlose st en unb verbrech erjschsten Kriegshetzers Gruppe Berlin-Brandenburg Dvergruppensuyrer v. Jagow, dahinter Stabschef Lutze und den Berliner Polizeipräsidenten Graf H e l l d o r f. In der Mitte sieht man den italienischen Botschafter in Berlin A t t o l i c o. (Scherl-Bilderdienst-M.) Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche llniverfitätsdruckerei R. Lange in Stehen. §chrif1leitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 Weiterhin undurchsichtige Lage in Prag cms- des Schiedsmänner Deutschlands' Erlasses des Führers vom gehender Aussprache Friedensrichter und ins Leben gerufen. pW5 * «mii der Gudetendeutschen. Systematisch betriebene Verarmung der sudetendeutschen Wirtschaft. Pr-aa, 15. Juli. (Europapreß.) Der Leiter Salamanca, 16. Juli. (Europapreß.) Der Heeresbericht des nationalen Hauptquartiers vom Freitag meldet u. a.: Im Abschnitt von Sarrion und im Abschnitt von Manzanera dauert der nationale Vormarsch in einer Breite von mehreren Kilometern an. Die nationalen Truppen haben den Albentosa-Fluß im Norden von Mas de Albentosa überschritten und rücken bis zu einem Punkte vor, wo sie die Straße nach Mora de Rubielos beherrschen. Unmittelbar vor dem Dorfe Albentosa nahmen die nationalen Truppen Fühlung mit dem Gegner. Außerdem wurden von den nationalen Truppen wichtige Stellungen im Süden und im Osten von Manzanera erobert. Die Truppen General Varelas wurden hier in heftige Kämpfe verwickelt, doch gelang es ihnen in dem unwegsamen Gebirgsgelände südlich und westlich dieses Ortes feindliche Stellungen zu erobern. Dabei machten sie über tausend Gefangene und erbeuteten zahlreiches Kriegsmaterial. Die Frontberichterstatter Pariser Blätter, die den Operationen aus nationalspanischer Seite folgen, bezeichnen die ^Offensive, die am 13. Juli einsetzte, als die größte seit der Schlacht am Ebro vom März und April dieses Jahres. Die Legionäre haben an dieser Offensive zum ersten Male seit den Kämpfen bei Tortosa wieder teilgenommen. Der Einnahme von Sarrion am Mittwoch gingen schwere Kämpfe voraus. Zweimal waren die nationalspanischen Tanks bereits in den Ort eingedrungen, mußten ihn jedoch wieder verlassen, da erst die schweren Sowjettanks, die in großer Zahl südlich von Sarrion aufgetaucht waren, durch gerbund zu einem alle ausgeschiedenen Soldaten der drei Wehrmachtteile umfassenden Bund ausgebaut werden soll, ist nunmehr auch die Ueberführung des Luftwaffenvundes in den NS.-Reichskriegerbund in die Wege geleitet worden. Durch eine Verfügung des Reichskriegerführers an die Landesgebietsführer sind die Richtlinien für die Aufnahme aller Wehrpflichtigen des Beurlaubtenstandes der Luftwaffe festgelegt worden. Der Fr« sportwettkall schrecken, diese Verantwortung vor der in- und ländischen Oesfentlichkeit s e st z u st e l l e n. Neue (Srenzverlehung durch tschechische Elieser. keit des Ministerpräsidenten auf nächste Woche verlegt. Am Montag wird der politische Mini- sterausschuß neuerlich zusammentreten unter Teilnahme des Staatspräsidenten Dr. B e n e s ch. Dieser Beratung wird hinsichtlich der Begrenzung des Umfanges der künftigen 'Reformen und der öffentlichen Verwaltung Bedeutung beigemessen. Wachsende Wirtschastsnot Linz, 15. Juli. lDNB.) Ueber der Ortschaft Sonnwald etwa 15 Kilometer von der Bahnstation Aigen-Schlägel im Mühlviertel, ist ein tschechisches Flugzeug über die deutsche Grenze geflogen und etwa einen Kilometer auf deutschem Gebiet gekreist, um dann wieder über die deutsche Grenze nach der Tschecho-Slowakei zurückzukehren. Ein Verfliegen scheint ausgeschlossen, da an der Stelle der Grenzbach auf weite Entfernung das Erkennen der Grenze ermöglicht. Türkische Kriegsschiffsbestellungen in England. Ankara, 15. Juli. (Europapreß.) Die Türkei steht im Begriff, mit englischen Krediten ihre Kriegsmarine zu verstärken. Der Staatssekretär im türkischen Kriegsmarineministerium hat in Begleitung von Marinesachverstandigen die Reise nach London angetreten, um m England Bestellungen auf Kriegsschiffe aufzugeben. Die Türkei beabsichtigt, einen leichten Kreuzer, verschiedene Zerstörer und Kanonenboote zu bestellen. Als Grundlage soll der Kredit von sechs Millionen.englischen Pfund (75 Millionen Mark) dienen, den England der Türkei auf Grund des Londoner Vertrages vom 27. Mai gewährt hat. Eine englische Fünf-Mittionen-Pfund- Anleihe für Polen. Warschau, 15. Juli. (Europapreß.) Die polnische Presse berichtet, daß Polen eine englische Anleihe von fünf Millionen Pfund (rund 60 Millionen Reichsmark) erhalten werde. Die Anleihe soll Verwendung finden, um die Eisenbahnlinie Krakau — Zagopane auf elektrischen Betrieb umzustellen. Ferner ist der Bau von Stark st ronilinien von den Karpathen nach Mittel- und Ostpolen in Aussicht genommen. Die Begebung der Anleihe wird erst im Herbst erfolgen, da die technischen Unterlagen, die von einer Gruppe englischer Ingenieure in Polen gesammelt wurden, erst in London einer Prüfung unterzogen werden. Oie nationalspanische Offensive Schwere Kampfe um Albentosa. ruhe und Mißtrauen zu verbreiten, werde nicht bestritten werden können. . Als geradezu verbrecherisch bezeichnet der Bericht daher jene Versuche, die durch verleumderische Zeitungsmeldungen weitere Unruhe im In- und Ausland Hervorrufen wollten. Während das verarmte Sudetendeutschtum einen Kampf um Arbeit und Brot führe, wollten tschechische und marxistische Kreise der Oesfentlichkeit einreden, daß die Sudetendeutsche Partei einen Generalstreik vorbereite. In die Reihe dieser Versuche trete weiter die tschechische Boykottaktion gegen sudetendeutsche Waren, die sich von Tag zu Tag verschärfe. Jeder Tag bringe neue Flugzettel gegen sudetendeutsche Marktartikel. Während sich in Prag ein marxistischer Ausschuß gegen den angeblichen Henlein-Terror konstituiere, verlören im sudetendeutjchen Gebiet in immer größerem Umfang völkische Arbeiter ihre Arbeitsplätze bei nichtdeutschen Arbeitgebern. — Die Regierung lasse die Betriebsverlegung zahlreicher Fabriken aus dem sudetendeutschen in das tschechische Gebiet zu. Kapitalentzug und Kreditsperre, sowie die Erhebung „freiwilliger" Spenden für den Landesverteidigungsfonds und für die nationale Flugsammlung unter Androhung von Gegenmaßnahmen vervollständigten das Bild einer bewußt betriebenen Verarmung des sudetendeutschen Gebietes. Die Sudetendeutsche Partei sehe es in ihrem Kampf um die Sicherung der Eristenz der sudetendeutschen Volksgruppe als ihre Pflicht an, die zuständigen Stellen für diese Entwicklung verantwortlich zu machen, sie werde nicht davor zurück- Auf Grund des _ , 8'. April 1938, nach dem der N S. - R e i ch s k r i e - fchlofsenen Reichsverband statt. Nach einwurde der „Reichsverband der stungsindustrie zu einem Ausgleich beigetragen. Im großen und ganzen bestehe kein Anlaß zu düsteren Prophezeiungen. Englands materiellen ' geistigen Reserven seien noch immer sehr groß, die Geschichte habe gezeigt, daß England sich Woftod, 1' wegen bes D/i tyultinbern ai r' einem Sapnübei fronte tniebei Ne ersaßt mo .irei schwer oerfi °nmlt, der Om Merläfsiger Kra men über 30 Pei st°Hes Bei ^°gen nicht i i hätten pnurnocfje *r e m s in j p i >< . mit oder ’jMdjt gemefe M jum höl Nefcen ZKN Atz' werde JA Mn n Dfer M JE. habe io. lÄfe? hd |n ■h'Wlei ? von Tw Monate Wä [h M Hi M Mi I s« Neue jüdische Gewalttat in Jerusalem. 12 Araber durch Bombenwurf getötet. Jerusalem, 15. Juli. (DNB.) In der Jerusalemer Altstadt ereignete sich ein neuer schwerer Zwischenfall. Als die Mohammedaner nach Beendigung der Freitagsgebete die Omar-Moschee verließen, warfen jüdische Verbrecher auf dem Gemuse- markt eine Bombe in di e Menge. Die Wirkung war furchtbar. Z w ö l f A r a b e r würben g e - t ö t e t unb und 15 verwundet, davon sieben schwer. Zwei Jüdinnen sind unter dringendem Tatverdacht verhaftet worden. Für Jerusalem ist ab 18 Uhr ein Ausgehverbot erlassen worden. Auch aus Safed werden neue Zwischenfälle gemeldet wobei es Tote und Verwundete gab. Ferner werden neue Fälle von B randst i f tu n g e n gemeldet. und die Geschichte habe gezeigt, baß irngianu jiu; immer wieber durch alle Schwierigkeiten hinDurch- inde. Werin es aber England und der Welt nicht gelinge, Mittel und Wege zu finden, um Dem un- innigen We11rüsten und der sich daraus ergebenden Belastung ein Ende zu machen dann ginge die jüngste Generation Englands einer Zu kunst entgegen, die ihn schaudern mache. Amtes für Industrie- und Wirtschaftsorganisation der Sudetendeutschen Partei, Abgeordneter Ingenieur Richter, erstattete dem Politischen Ausschuß der Partei Bericht über die wirtschaftspolitische Entwicklung der letzten Zeit. Aus seinen Dar- leaungen geht hervor, baß bie Probuktionsverhält- nisse in der sudetendelltschen Industrie sich immer weiter verschlechtern. Eine genaue Analyse der Arbeitslosenziffern ergebe, daß in den Gebieten mit mehr als 80 v. H. sudetendeutscher Bevölkerung die Verhältniszahl der Arbeitslosigkeit etwa 5,4 = mal höher sei als im tschechischen Gebiet. Diese Ziffer findet ihre Bestätigung in der bedeutenden Schrumpfung des Außenhandels und vor allem in dem Rückgang der Fertigwarenausfuhr. Der wirtschaftliche Aufbau des Staates bringe es mit sich, daß gerade dieser Rückgang das su beten deutsche Gebiet treffe. Die Notlage wäre noch katastrophaler, wenn nicht Tausende sudetendeutscher Arbeiter im Reich als Grenzgänger und Auswanderer Arbeit und Brot gefunden hätten. Die Konjunktur des Vorjahres sei als Scheinkonjunktur zusammengebrochen. Das Fehlen wirksamer Exportförderung und die bewußte Vernachlässigung des Deutschland-Geschäftes seien für den Rückschlag verantwortlich zu machen. Daß auch die außerordentlichen militärischen Maßnahmen von Ende Mai dazu beigetragen hätten, Un- SMe Sühne. Prag, 16. Juki. (Europapreß.) Vor dem Prager Kreis-Strafgericht fand die Verhandlung gegen die Personen- statt, die am 19. April gegen die Wohnung des Gesandtschaftsrats der deutschen Gesandtschaft in Prag, Hencke, Steine geworfen hatten, weil sie im Innern der Wohnung eine Hakenkreuzflaggs erblickt hatten. Der Arbeiter S k r a n c, der von dem Kraftwagenführer des Gesandtschaftsrates darauf aufmerksam gemacht worden war, daß es sich um die Wohnung eines Diplomaten handele, und der dennoch mit Gewalt in den Garten des Hauses ein- fratien mit dem Bolschewismus zugedacht hat. Wenn der französische Ministerpräsident D a l a - ' hier eben erst den deutschen Friedenswillen anerkannt und sein festes Vertrauen in das Zusammenwirken aller für Erhaltung des Friedens gesetzt hat, so ist Pflicht der für die Politik ihres Landes verantwortlichen Staatsmänner, die Fronde der Kriegstreiber zur Ordnung zu rufen, deren demagogisches Geschrei die Beziehungen der Völker nicht zur Ruhe kommen läßt. Der Prager Regierung aber kann man nur raten, nicht zu versuchen, mit halben Maßnahmen der Welt Sand in die Augen zu ftreuen und eine ernsthafte und aufrichtige Lösung des sudetendeutschen Problems zu verschleppen, ohne die der tschecho-slowakische Krisenherd nicht beseitigt werden kann. Dr. Fr. W. Lange. Englands Wirtschaftslage. Der Schatzkanzler zur Annahme des Staatshaushalts für 1937/38. London, 15. Juli. (Europapreß.) Nach nahezu achtryöchiger Aussprache wurde der Staatshaushalt für 1937/38 vom Unterhaus angenommen. Schatzkanzler Sir John Simon erklärte, seit Vorlage des Haushalts im April habe sich die in ter- nationale Wirtschaftslage verschlecht tert. Man dürfe jedoch diese Verschlechterung nicht übertreiben. — Sir John Simon glaubte feskstetten zu müssen, die autarkischen Besttebungen gewisser Großmächte sowie die internationale politische Lage seien nicht geeignet, eine Besserung der internationalen Handelsbeziehungen herbeizuführen. Anderseits könne er phne Schönfärberei feststellen, daß die Entwicklung in den großen Rohstoff erzeugenden Ländern heute sehr viel günstiger sei als vor 1931, und wenn auch zugegeben sei, daß in den bereinigten Staaten ein Rückschlag eingetreten sei, so sei auch dort die Lage sehr viel günstiger als vor sieben Jahren. Das gleiche gelte für England, das heute nicht mehr im gleichen Maße mit den Zu- fälligkeiten des Außenhandels rechnen müsse wie vor der großen Krise. Abgesehen von der Schutzzollgesetzgebung habe auch ‘bie heimische Rü- Prag, 16. Juli. (Europapreß.) Die Prager Regierung und die von ihr bestellten Ausschüsse haben den ganzen Freitag hindurch Beratungen abgehalten. Wie am Donnerstag, so sind auch die für Freitag vorgesehenen Besprechungen mit den Volksgruppen abgesagt worden. Die innerpoli- ttsche Lage bleibt also weiterhin völlig un- d u r/ch s i ch t i g. Der Bericht über die Sitzung des Ministerrates enchält zwar eine lange Liste von Beschlüssen, die die Regierung gefaßt hat, doch betreffen diese durchweg nur Derwaltungsangelegen- heiten. Don Belang ist nur der Beschluß, wonach die Regierung der Nationalversammlung einen Gesetzentwurf vorlegen will, der ihr die Ermächtigung geben soll, das staatliche Eisen- und Stahlwerk in Podrezooa und einige Gruben zu verkaufen. Wie am Tage zuvor die Aussprache mit den magyarischen Vertretern so wurde am Freitag auch die Vorsprache der polnischen Vertreter beim Ministerpräsidenten wegen Unabkömmlich- Am Donnerstag ist ein Geschwader der schwedischen Kriegsmarine zu mehrtägigem Besuch in verschiedenen finnischen Häfen cinge- laufen. Im Hafen von Helsinki sind acht Flotteneinheiten, darunter die Panzerkreuzer „Gustav V.N und „Drottning Viktoria", vor Anker gegangen. Gleichzeitig gingen zwölf schwedische Marineflugzeuge im Militär-Wasserflughafen von Helsinki nieder. Hangö roirb, von sieben, Ekenäs von acht Torpedo- und U-Booten besucht. die Artillerie vernichtet werden mußten. Die sowjet- spanischen Gegenangriffe hielten während der ganzen folgenden Nacht und am Donnerstagvormittag an. In zwölf Kilometer Tiefe war von den Sowjetspaniern jede Anhöhe und jeder Hügel zu einer kleinen Festung ausgebaut worden. Im ganzen wurden mehr als 70 Kasematten und betonierte Blockhäuser in den Gebieten rund um Sarrion gezählt. Die Legionäre brauchten drei Tage für ihre Eroberungen. Alle Anstrengungen der Sowjetspanier, die Straße nach Mora de Rubielos freizuhalten, scheiterten. Die Eroberung des zu einer mächtigen Festung ausgebauten Klosters von San Cristobal in einem alpinen Gelände stellte enorme Anforderungen an die Legionäre, die in vielen Fällen auf schmalen Gebirgspfaden im Gänsemarsch vorrücken mußten. Da die schwere Artillerie gegen San Cristobal in diesem Gelände nicht eingesetzt werden konnte, mußte diese Aufgabe Infanterie- und Tankabwehrgeschützen überlassen werden, die die Festung mit einem Hagel von Geschossen eindeckten. Das letzte Wort sprach die Infanterie in Handgranatenkämpfen und schließlich wurden die überlebenden sowjetspqnischen Milizen zum Rückzug auf Albentosa gezwungen. In der Frühe des Freitags versuchte die sowjetspanische Führung nördlich von Albentosa Verstärkungen mit zehn Tanks zu konzentrieren. Nationale Artillerie zer- stteute sie. Ilm 9 Uhr wurde der Bahnhof von Albentosa besetzt, und kurz darauf wurde der Alben- tosa-Fluß auf zwei Brücken überschritten. Kkoi Schritt auf dem Men Reichsp- lchen Volkes zu >r Nburg, Fr an sfeMprechned ftröchszellen außer mit dem F Vermittlung der ’aebe» und v ausgerüstet. Zur . sehfprechdienst ser leger der Fm 21®. benutzt. Dief Gesprächspartnerin der Sekunde o e b e r von Tel lcanzabtafter, wi durck eine sich d in deren Mantel einer Schrauben S roird je r mnttes mef und trifft auf 'f ycfangene Licht besten Stärke d rückgeworfenen schwache Strom aufgedrückt und FernfeMechel peuert. ter Sil. bie Steuerung i Bildes ftatt des | Locher als Flach ? gen gleicht der Biidzeriegung di Zur Wiede Empfangsf sind also die Hoffnungen, die man auf den englischen Plan für eine Isolierung der spanischen Frage gesetzt hat, nidjt allzu rosig, und die Gefahr ist noch keineswegs gebannt, daß der Barcelona- Ausschuß und seine Hintermänner in Paris und Moskau, je mehr sie ihre Felle fortschwimmen sehen, vor nichts zurückschrecken werden, um einen allgemeinen Konflikt zu provozieren, von dem sie sich für ihre immer aussichtsloser werdende Sache noch einmal eine Atempause versprechen können. Hierin liegt eine Gefahr, die allen um die Erhaltung des europäischen Friedens ernsthaft besorgten Staatsmännern die Pflicht auferlegt, alle innerpolitischen Rücksichten fallen zu lassen und gegen Demagogen und Kriegshetzer in einer Front des guten Willens zusammenzustehen. Das ist um so dringender notwendig, als es um den zweiten europäischen Krisenherd, die Tsche- cho-Slorbakei, keineswegs besser bestellt ist. Die Verhandlungen über das Nationalitätenstatut, von dem die tschechische Regierung wenigstens sich eine.innere Befriedung des Landes verspricht, haben bisher keinerlei sachlichen Fortschritte gezeigt. Daß Ministerpräsident Hodza, der mit einem kleinen Gremium von Ministerkollegen bisher die Aussprache mit den Vertretern der, Sudetendeutschen Partei geführt hat, nun anscheinend, bevor die Sudetendeutschen irgendwie festumrissene Vorschläge zu sehen bekommen haben und dazu oiel= lung nehmen konnten, einen Ausschuß der tschechischen Regierungsparteien mit der Frage besaßt hat. deutet auf die Absicht hin, die Sudetendeutschen vor vollendete Tatsachen zu stellen. Ohne sich vorher, wie Hodza es feierlich versprochen hatte, mit Den Sudetendeutschen und den anderen kleineren Volksgruppen über das Nationalitätenstatut ausein- anderzusetzen und ihre Forderungen zu berücksichtigen, will die Regierung anscheinend die ganze Nationalitätenfrage auf den parlamentarischen Karren laden und das Statut erst zwischen Den Regierungsparteien aushandeln lassen. Was dabei dann herauskommt, dürfte zwar nicht mehr den Namen eines Nationalitätenftatuts verdienen, wird aber um so eher die Zustimmung der tschechischen Chauvinisten finden, die man zusammen mit Den Kommunisten für verfassungsändernde Gesetze zur Komplettierung der dafür erforderlichen Dreisunftel- mehrheit braucht, da die Sudetendeutschen und die andern Volksgruppen ja gewiß nicht für Gesetze stimmen werden, die formuliert worden sind, ohne daß ihre Forderungen berücksichtigt worden wären, ja ohne daß sie überhaupt abschließend gehört sind. Der tschecho-slowakische Außenminister K r o f t a hat in einer französischen Zeitung den Schleier des Geheimnisses, mit Dem die Regierung ihre Plane für das schon fast sagenhaft gewordene Nationalitätenstatut umhüllt, an einem Zipfel gelüftet. Er hat wie sein Kollege Hodza wieder viel vom demokratischen Geist der tschechischen Verfassung geschwärmt, von dem die Sudetendeutschen bisher leider nichts gespürt haben als Vergewaltigung uftd Terror, aber er hat auch im gleichen Atemzug die engen Grenzen gezogen, an die man sich in Prag zu halten gedenkt, wenn schon auf Druck von Frankreich und England hin (Krofta nennt es sehr hübsch „Ermutigung") Konzessionen gemacht werden müssen. Jede territoriale Autonomie hält Herr Krofta für undurchführbar. Es soll lediglich die lokale, kommunale," distriktmäßige und landschaftliche Selbstverwaltung verstärkt werden, und vazu will man die alten historischen Landschaften der habsburgischen Monarchie, also Böhmen, Mähren und das ehemals österreichische Schlesien, wieder- erwecken und jede dieser Landschaften mit einem Landtag beglücken, in dem Dann dank dieses überaus .geschickten Schachzuges, der nach Autonomie aussieht, aber keine ist, jeweils eine tschechische Mehrheit sicher ist, die die Sudetendeutschen nach Herzenslust weiter vergewaltigen kann. So sieht also der saubere Plan der tschecho-slo- wakischen Regierung bei Licht besehen aus. Mit solcher Schaumschlägerei werden sich die Sudetendeutschen nicht abspeisen lassen, und auch einer inneren Befriedung der tschecho-slowakischen Republik wäre man um keinen Schritt nähergekommen. Wollte Die Prager Regierung sich mit solchen Ausflüchten begnügen, Die Herr Krofta sehr euphemistisch „wesentliche Zugeständnisse" nennt, so würde sie nur die Geschäfte derer betreiben, Die in dem gegenwärtigen Zustand der Tschecho-Slowakei den europäischen Krisenherd zu erhalten wünschen und einen deutsch-tschechischen Ausgleich geradezu fürchten, weil die Republik ein wesentlicher Stein in ihren kriegerischen Plänen gegen Deutschland' ist. Der Aufsatz des ehemaligen französischen Luftfahrtministers Pierre Cot im „News Chronicle", dessen verbrecherische Tendenz wir bereits gestern hier eindeutig charakterisierten, zeigt ganz klar, welche Rolle man der Tschecho-Slowakei in der Einkreisung Deutschlands durch oas Bündnis Der Demo- gedrungen war und die ganze Aktton angeführt Satte, ämrite zu zehn Monaten schweren Kerkers ohne Bewahrungssrist Derurtellt. (Ein weiterer erhielt sechs Monate schweren Kerkers, ebenfalls ohne Bewährungsfrist. Der in der Nach, barschaft des Gesandtschaftsrates wohnende Inge, nieur S. dessen voller Name nicht veröffentlicht wird, und seine Tochter Olga, die die Arbeiter auf die Hakenkreuzflagge a u f m e r k s a m gern a cht und sie auf gefordert hatten, sich diese „Herausforderung" nicht gefallen zu lassen, wurden zu e vier Monaten Gefängnis mit Bewah- -ungsfrist verurteilt. Die übrigen Angekllagten mürben freigefprochen. Theorie und Praxis. Roosevelt und die Abrüstungsfrage. San Franzisko, 15. Juli. (Europapreß.) Präsident Roosevelt ist bei seinem Eintreffen i n San Franzisko von einer großen Menschenmenge begrüßt worden. Als Der Wagenzug Die neue Brücke über das Goldene Tor passierte, feuerten Die 64 in Der Bucht von San Franzisko vor Anker liegenden Kriegsschiffe Salut. Präsident Roosevelt begab sich Dann an Bord des Kreuzers .^Houston , um eine Parade der Kriegsschiffe abzunehmen. Der Präsident erklärte, bie Vereinigten Staaten seien bereit, bie anderen Großmächte in allen Anstrengungen zu ermutigen, bie zu einer endgültigen Herabsetzung ber Rüstungen führen könnten. • Das Jahr 1939 könne Die Anwendung bestimmter Maßnahmen bringen, bie zu einem dauerhaften Weltfrieden führen würden. Darüber würde sich niemand mehr freuen als Die Amerikaner. Die amerikanische Kriegsmarine stelle nicht lediglich ein Symbol dar, sondern eine potentielle Macht, bie zur Verteidigung Der Vereinigten Staaten bereit sei. Präsident Roosevelt trat von San Franzisko die Weiterreise nach Los Angeles an. Amerikanische 45000 Tonnen- Schlachtsch ffe in Vorbereitung. Washington, 15. Juli. (DNB.) Ds Marine- minifterium forderte einige Prioatwerften auf, bis zum 5. Oktober Bauangebote für drei 35 000 -Tonnen-Sch lacht schiffe einzurei- chen. Ein viertes Schlachtschiff wird von der Re- gierungswerft gebaut werden. Diese vier Schiffe werden Schwesterschiffe der auf Der Regierungswerft bereits im Bau befindlichen Schlachtschiffe „Washington" und „N o r t h Carolin a" sein. Im Marineamt werden die Pläne für 45000-Ton« nen-Schlacht schiffe ausgearbeitet, die ungefähr in einem Jahr fertiggestellt sein dürften. Präsident Roosevelt war vorn Kongreß ermächtigt worben, die 35 0l)0-Tonnen-Grenze nötigenfalls zu überschreiten. Deutschland und Mandschukuo. Berlin, 15. Juli. (DNB.) Anläßlich des Inkrafttretens des am 12. Mai b. I. unterzeichne- ten deutsch-mandschurischen Freundschaftsvertrages hat Seine Majestät der Kaiser von Mandschukuo ein Telegramm an den Führer und Reichskanzler gerichtet, worin er seiner Freude über den Abschluß des Vertrages und die Aufnahme der diplomatischen Beziehungen ausdrückt und die Hoffnung auf eine enge unb dauernde Zusammenarbeit im Kampfe gegen den Kommunismus, zur Erhaltung des Weltfriedens unb zur Förderung der kulturellen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Den beiden Ländern ausdrückt. Der Führer und Reichska n z l e r hat auf diese Botschaft mit einem herzlich gehaltenen Danktelegramm geantwortet, worin er feine volle Zustimmung zu den Gefühlen und Wünschen des Kaisers von Mandschukuo erklärt. Gleichzeitig hat ein freundschaftlicher Telegrammwechsel zwischen Premierminister Chang Ching Hui und Reichsaußenminister von Ribbentrop 'stattgefunden. Meine politische Nachrichten. Der Führer hat Reichsarbeitsführer Hier! zit feinem 45jährigen Militärdienftjubi- läurn telegraphisch seine herzlichsten Glückwünsche ausgesprochen. Der Führer und Reichskanzler übermittelte Dem Oberbefehlshaber der Gruppe 5, Wien, General Der Infanterie List, anläßlich des 40jährigen Gedenktages feines Diensteintritts telegraphisch seine besten Glückwünsche. Am 16. Juli d. I. begeht der jetzige Chef des Heereswaffenamtes im Oberkommando des Heeres und Präsident des Reichsforschungsrates, General der Artillerie, Professor Dr.-Jng. Dr. phil. h. c. Karl Becker, fein 40jähriges Militärjubiläum. Auf der Rückreise von Rom wurde dem Jugendführer des Deutschen Reiches, Baldur von Schirach, von dem zur Zeit in Bled wellenden jugoslawischen Ministerpräsidenten Dr. Stojadino- w'itsch eine Einladung überbracht. Der Reichsjugendführer wird sich daher von Venedig aus nach dem jugoslawischen Badeort Bled begeben. ♦ Im Haus der Deutschen Rechtsftont in Berlin sand eine Reichstagung der Gaubeauftragte n der Friedensrichter und Schiedsmänner Deutschlands zum Zwecke der Zusammenfassung aller Friedensrichter und Schisdsmän- ner in einem dem NS.-Rechtswahrerbund ange- »chrichten. ührer Hiett zU irbienftjubi- ten Glückwünsche dsckukuo. 'läßlich des > 3. unterzeichne- en Freund- Majestät der ein Telegramm anzler gerich- len Abschluß des somatischen Be> sfnung auf eine mmen arbeit amunisnills, d zur Förderns teziehungerW- Der fe!Botf4af( mit imm geantmor- timmuM zu \\pvi von Man« ^eundschaftlicher erminister Chang jter von Nibbem tirbe dem fugend' Lr von S,ch' weMde; B r Stondlno v Der Reichs' begeben- "K'.S* "’n s-'J1' 'N Ä Ä ¥. ■ m o. "r auf 5 m*t ? «• S* * unrn^„^nde^ Lustrnnl^ ÄL- - -"SW J'S’S* $tena6 kis. ^srage. 7 ®=*n "?« »i« S ’ feu«ten bi ,0 °°i An, • s .J)oufton.. Lehmen. Der Maaten feien NZencher. ul)ren konnten • h"öauerljaften , r wunde sich N«f) ein e,ie Mach, '5 Staaten be^ ÖQn Franzisko es an. Tonnen- Leitung. l ) Ds Marine« 'ersten auf, bis e für drei 'Ne einzurei« rd von der Re- e vier Schiffe legierungswerft hlfchiffe „®Q.1 i n a" sein. Än 15000.Ion. stet, die unge« dürften. Präsi« ermächtigt wor- nätigenfalls zu Die Reichssportwettkämpfe der GA Das neue Großflugzeug der Deutschen Hansa Aus aller Welt Das Rostocker Omnibusunglück vor Gericht ladt, mit dem er persönlich befreundet war und der ihm das Gewinnlos verkauft hatte, den Nachweis erbringen konnte, daß der Einspruch unbegründet war. Aber genau an dem Tage, an dem die Lotterre- vgrwaltung die Auszahlung der Millionen an Ca- riaggi anordnen wollte, passierte dem „verhinderten Millionär" ein neues, schwerwiegenderes Mißgeschick. Aus Addis Abeba traf ein neuer und allem Anschein nach berechtigter Einspruch gegen die Auszahlung ein. Auch diesmal ist es wieder ein Kollege Cariaggis, der Kraftfahrer Polvani, der sich der Aushändigung des Gewinns an Cariaggi widersetzte Den späten Zeitpunkt seines Einspruchs begründet Polvani damit, daß er längere Zeit schwer krank im Krankenhaus von Addis Abeba gelegen und erst bei seiner Entlassung von dem Gewinn erfahren habe. Zur Begründung seiner Ansprüche — Polvani verlangt die Hälfte des Gewinnes für sich — hat er von den Gerichtsbehörden in der äthiopischen Hauptstadt die eidesstattlichen Aussagen von etwa einem halben Dutzend Zeugen zu Papier bringen lassen, aus denen heroorgeht, daß er zusammen mit Cariaggi das Los erworben hat. Schon laufen und brummen die vier riesigen Motoren, und in wenigen Sekunden wird sich der Condor, das neue Großflugzeug der Deutschen Lufthansa (FW 200), zu seinem Fluge erheben. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Rostock, 15. Juli. (DNB.) Im Schnellverfahren wegen des Omnibusunglücks, wobei ein mit 30 Schulkindern aus Parchim besetzter Omnibus auf linem Bahnübergang, dessen bereits niedergelc. ?ne Schranke wieder hochgezogen worden war, vom . Zuge erfaßt worden war und ein Kind getötet, !rei schwer verletzt wurden, erklärte der Staats- Anwalt, der Omnibuslenker Rehmer sei kein i»iverlässiger Kraftfahrer, insbesondere nicht für (inen über 30 Personen fassenden Ausflugsomnibus, öein stärkstes Verschulden aber sei, daß er seinen Sagen nicht in Ordnung hatte. Zwei Sach- ?erstandige hätten festgestellt, daß die Bremswir- !mng nur noch etwa 50 v. H. der normalen Bremswirkung betrug. Der Fahrer habe nicht versucht, mit aller Gewalt zu bremsen. Wenn er t er Ansicht gewesen sei, den, Wagen noch vor der Schranke zum Halten bringen zu können, so hätte (ir beim Hochsetzen der Schranke Dar Passieren des Zuges nicht weiterfahren dürfen, bestimmt (ber nicht im 4. Gang. Der angeklagte Schran- lenwärter Hutfilz habe rechtzeitig die Schranken geschlossen. Als Schrankenwärter er aber verpflichtet, a u f die Straße zu echten. Ob Hutfilz das rechtzeitig getan habe, • Herde mit völliger Sicherheit nicht festgestellt werden können. Auch in der Frage, ob der Schrankenwärter die Schranken wieder aufmachen durfte (er habe ja- den Omnibus in einer gewissen not gesehen), sei ein Verschulden mit Sicherheit richt sestzustellen. Selbst der Vorgesetzte der Reichstahn habe darin kein Verschulden gefunden. Der sofort aus dem Luftwege in die Heimat begab, um den Millionengewinn einzustreichen. In Rom mußte Cariaggi jedoch eine Reihe unangenehmer Ueberraschungen erleben. Zunächst wurde er mit einer Flut von Bettelbriefen überschüttet, vor der er sich kaum zu retten wußte. Wenn ich", so erklärte er, „nur einem kleinen Teil der Bittsteller helfen wollte, so würde ich binnen 24 Stunden selbst keinen Pfennig mehr besitzen." Zunächst wäre Cariaggi aber g a r nicht in der Lage gewesen, sich als Wohltäter der Menschheit aufzuspielen, selbst wenn er gewollt hätte, denn als er bei der Lotterieverwaltung feinen Gewinn einstreichen wollte, mußte er erfahren, daß auf Einspruch eines Kollegen in Addis Abeba d e r Betrag gesperrt worden war. Jener Kollege behauptete, daß er der eigentliche Besitzer des Gewinnloses sei und Cariaggi sich auf unrechtmatzige Weise das wertvolle Stück Papier angeeignet habe. .Es dauerte Monate, bis Cariaggi durch das Zeug- ni§ Mes Postbeamten in der abessinischen Haupt- 44 500 Kilometer Aug über Amerika. Mit dem Schnelldampfer „Europa" traf die Besatzung des deutschen Rekordflugzeuges „Taifun" mit ihrem Flugzeug in Bremerhaven ein, wo sie von Elly Rosemeyer-Beinhorn begrüßt wurde. Mit ihrer schnellen Messerschmitt- Maschine haben der Chefpilot Brindinger und d?r. Leiter der Bayerischen Motorenwerke Horst von Salomon, begleitet von der Journalistin Frau Stoeltäng, in Süd-, Mittel- und Nordamerika insgesamt 44 500 Kilometer zurückgelegt. Auf ihrem Fluge, den sie in Argentinien begannen, überflogen sie insgesamt 26mal die Anden. Der Flug von Mexiko nach Neuyork, der den Abschluß bildete, gestaltete sich wegen der Gefahr des Verfliegens besonders schwierig. Die Durchschnittsgeschwindigkeit betrug 273 km/st, womit die „Taifun" alle amerikanischen Passagierflugzeuge an Schnelligkeit übertroffen hat. Professor Dr. Doering vom Deutschen Museum in München, der an dem Schlußflug teilnahm, erklärte, daß die wissenschaftliche Arbeit durch Flugaufnahmen sehr erleichtert würde. Man habe einen guten Plan des Pachamacac, des alten Sonnentempels derJnka, aufgeno-m- men und Chichistenaga überflogen, die alte Mava- Siedlung, die heute noch bewohnt wird und wo sich die alten Sitten und Gebräuche bis zur Gegenwart erhalten haben. Heuer Rekord eines Arado-Reifeflugzeugs. Zum vierten Male innerhalb von vier Wochen hat das Reiseflugzeug AR 7 9 der Arado-Flugzeug-Werke in Brandenburg einen erfolgreichen Rekordversuch hinter sich gebracht. 229,397 Stundenkilometer Geschwindigkeit über eine Strecke von 1000 Kilometer Länge erzielte Flugzeugführer Lueber mit dieser diesmal' als Einsitzer geflogenen Maschine. Damit ist der internationale Rekords in der Klasse der einsitzigen Leichtflugzeuge, der bisher in ausländischem Besitz war, ebenfalls an Deutschland gefallen. Das mit einem I05-R8-Hirth-Motor ausgerüstete deutsche Leichtflugzeug hat bereits den Deutschlandflug und die drei ersten internationalen Rekorde bewältigt Der Rekordflug wurde in der Nähe von Brandenburg auf einer Meßstrecke von 50 Kilometer Länge durchgeführt, di'e zwanzigmal durchflogen werden mußte. Wenn man berücksichtigt, daß bei jeder Wende für die Kurve und das Aufholen der vollen Geschwindigkeit annähernd acht Sekunden Zeitverlust auftraten, so erscheint die erzielte Durchschnittsgeschwindigkeit noch erstounlicher. Die Arado AR 79^ bei deren Konstruktton durch die Anordnung nebeneingnber liegender Sitze und das Vorhandensein eines einziehbaren Fahrgestells die Möglichkeit beguemen und schnellen Reisens im Vordergrund gestanden hat, hat nunmehr folgende internationale Rekorde in deutschen Besitz gebracht: In der Klasse der einsitzigen Leichtflugzeuge Geschwindigkeit über 100 Kilometer und 1000 Kilometer Strecke sowie in der Klasse der mehrsitzigen Leichtflugzeuge ebenfalls über 100 und 1000 Kilometer Strecke. Sie ist zweifellos damit als die hervorragendste internationale Konstruktion ihrer Klaffe anzusehen. Ein seltsames Flugzeugunglück. Wie Havas aus Buenos Aires meldet, ist ein Transportflugzeug, das sich a u f d e m W e g e n a ch B r a f i I ijz n befand, in der Nähe von Jtuzamgo gbgestürzt und a u f e i n I r r e n h a u s g e f a l l e n. Das Gebäude geriet dabei in Brand und wurde vollkommen vernichtet. Etwa 50 Insassen des Irrenhauses sollen dabei ums Leben gekommen fein. Großfeuer in einem oberitalienischen Dorf. Durch ein Großfeuer wurden in der Ortschaft St 0 ro , in der Nähe des Gardasees etwa 3 0 H ä u f e r v o l l st ä n d ig zerstört. Der Brand war in einem Haus im Mittelstück des Dorfes aus» Staatsanwalt sah deshalb von einem Strafantrag .gegen den Schrankenwärter ab. Der angeklagte Omnibusführer sei für den Tod eines Schülers und die Körperverletzungen anderer Kinder verantwortlich. Weiter habe er sich der Transportgefährdung und llebertretungen der Reichsstraßenverkehrsordnung und der Straßenzulassungsordnung schuldig gemacht. Er beantrage deshalb eineinhalb Jahre Gefängnis. Die Verkündung des Urteils wurde bis Mittwoch ausgesetzt, da das Urteil einer sehr gründlichen Vorbereitung bedürfe, weil es die Grundlage für eine Reihe weiterer Verfahren darstellen würde. Nachprüfung sämtlicher Omnibusse auf Verkebrssicherbeit. SetHn, 15. Juli. (DBB.) 3n testet Zeil f>at sich eine Anzahl schwerer Omnibusunfälle ereignet. Der Reichsverkehrsminister hat deshalb die zuständigen Behörden angewiesen, sämtliche Kraftomnibusse einer außerplanmäßigen gründlichen Nachprüfung auf ihre Verkehrssicherheit Zu unterziehen. Zunächst werden diejenigen Omnibusse untersucht werden, mit denen Gesellschaftsreisen, Vereinsfahrten und ähnliche Veranstaltungen (G e - legenheitsverkehr) durchgeführt werden. Reber das Ergebnis der Untersuchung wird die Oeffentlichkeit zu gegebener Zeit unterrichtet werden. Sie setzt die ankommenden elektrischen Bildzeichen in der gleichen Reihenfolge, wie sie bei dem Vorgang der Bildzerlegung entstanden, zusammen und macht sie sichtbar. Zu diesem Zweck wird ein in der Röhre erzeugter feiner Elektronenstrahl im Gleichlauf mit dem Bildgeber über einen Leuchtschirm geführt, der beim Auftreffen des Strahles punktförmig aufleuchtet. Die ankommenden Bildströme steuern die Stärke des Elektronensttahls, so daß die Helligkeit des Aufleuchtens jeweils der Stärke des Bildstroms entspricht. Jedes Bild auf dem Schirm besteht also in Wirklichkeit aus einer großen Zahl (etwa 40 000) von B i l d p ü n k t ch e n, die in schneller Folge aneinandergereiht werden. Infolge der Trägheit des menschlichen Auges wird dieser Vorgang jedoch im einzelnen nicht wahrgenommen, so daß der Eindruck eines vollständigen Bildes entsteht. Die für die Uebermittlung der Fernsehbilder nötigen breiten Frequenzbänder können mit den gewöhnlichen Fernfprechkabeln nicht auf weite Entfernungen übertragen werden, denn auf jeder Fernsprechleitung wächst die Dämpfung mit der Zunahme der Frequenz stark an. Die Dämpfung kann aber herabgesetzt werden einmal durch die Verwendung dickerer Leiter und weiter durch die Benutzung besonderer Isolierstoffe. Mit einem nach diesen Gesichtspunkten gebauten Breitband- kabel, und mit Hilfe geeigneter Verstärkereinrich- tunaen ist man in der Lage, die Fernsehfrequenzbänder auf größte Entfernungen zu übertragen. Breitbandkabel werden zur Zeit von Berlin nach Hamburg, Frankfurt und Köln verlegt. Das Fernsehsprechen überwindet in noch höherem Maße Zeit und Raum als das gewöhnliche Ferngespräch, die Ergänzung der Sprache durch das Bild des I Gesprächspartners gibt diesem neuesten Zweig der Fernmeldetechnik eine persönliche Note, die keinem andern Nachrichtenmittel eigen ist. Rom, Juli 1938. Lotterien sind in Italien eine sensationelle An- Gelegenheit, nicht nur darum, meil sie Monopol Des Staates sind, sondern auch, weil sich das ganze iiolienische Volk für die Gewinner der Hauptpreise inb ihre Schicksale unermüdlich interessiert. Bei per ror einigen Monaten erfolgten Ziehung der Lotte; |ne von Tripolis sind die Italiener mit ihrer leidenschaftlichen Anteilnahme voll und ganz auf ihre Rechnung gekommen. Zuerst gab es allerlei Verwicklungen um den Gewinner des Großen Preises ton 4.5 Millionen Lire; die Blätter hatten bereits lie Interviews und Bilder des angeblich neugebacfe-- ten Millionärs und seiner gesamten Familie ver- tlsentlicht, als sich herausstellte, daß bei der tele- straphischen Uebermittlung des Ziehungsergebnisies ttn Fehler vorgekommen war. Es ergab fuh, daß las Gewinnlos in Abessinien verkauft worden war, und kurz darauf meldete üch auch der Besitzer, ein in bescheidenen Verhältnissen lebender Lraftwagenführer namens Cariaggi. der sich Unter den Zeugen befindet sich wiederum der bereits erwähnte Postbeamte, der aber diesmal gegen Cariaggi auftritt. Der Beamte bestätigt nämlich, daß C a'r i a g g i zusammen mit Pol- oani an feinem Schalter erschienen sei, um Freimarken zu kaufen. Er, der Beamte, habe bei dieser Gelegenheit Cariaggi ein Los der Tripolislotterie zum Kauf angeboten. Cariaggi habe jedoch aus feinen Taschen nur fünf Lire zusammenkratzen können. Nunmehr habe auch Polvani seine Taschen geleert, aber ebenfalls nur fünf Lire zusammengebracht Da das Los zwölf Lire kostete, habe Polvani dann noch eine Freimarke von zwei Lire dazugelegt. Also habe Polvani sieben, Cariaggi aber nur fünf Lire für das Gewinnlos beigesteuert. Da, wie gesagt, diese Darstellung auch noch durch mehrere andere Zeugen eidesstattlich belegt wird, dürfte Cariaggi nichts anderes übrig bleiben, al« die 4,5 Millionen Lire mit Polvani z u teilen, wenn er es nicht auf einen ziemlich aussichtslose!. 'Prozeß oder gar ein Strafverfahren wegen Unterschlagung ankommen lassen will. Jedenfalls hat die Lotterieverwaltung zunächst einmal eine neue Sperre über - den Millionengewinn verhängt, um die Klärung der Besitzverhältnisse abzuwarten. Die umstrittenen Mionen der Tripolislotterie x Don unserem A 6 -Korrespondenten. Die in diesen Tagen erfolgte Ausdehnung des Zernsehsprechdienstes auf München ist ein neuer schritt auf dem Wege, diesen Dienstzweig der deutschen Reichspost zum Allgemeingut des deut- chen Äolkes zu machen. Als nächste Städte sollen famburg, Frankfurt a. M. und Köln an das . Zernsehsprechnetz angeschlossen werden. Die Ge- Iprächszellen der Fernsehsprechzellen sind lußer mit dem Fernsprechapparat für die Uebermittlung der Sprache noch mit einer Bild- : ebe - und B i l d e m p f a n g s e i n r i ch t u n g ausgerüstet. Zur Bildübertragung werden im Fern- ichsprechdienst sendeseitig mechanische Bildzer - leget der Firma Telefunken und der Fernseh- itG. benutzt. Diese Bildzerleger lösen das Bild des Gesprächspartners mittels eines Lichtstrahls 25mal n der Sekunde in 180 Zeilen auf. Beim Bild- :eber von Telefunken, dem sogenannten Linsen- iranzabtaster, wird zu diesem Zweck ein Lichtstrahl , iurch eine sich drehende Zylindertrommel gesteuert, In deren Mantel 180 Mikroobjekttve in zwei Gängen iner Schraubenspirale angeordnet sind. Der Licht- rrahl wird je nach der Helligkeit des abgetasteten Zildpunktes mehr ober weniger hell zurückgeworfen : nd trifft auf Photozellen, in denen durch das auf- : efangene Licht ein Elektronenstrom ausgelöst wird, dessen Stärke den Helligkeitsschwankungen des zu- rii cf geworfenen Lichtstrahls entspricht. Dieser sehr chwoche Strom wird verstärkt, einer Trägerfrequenz : ufgedrückt und über das Breitbandkabel zur fernen tzernsehsprechzelle geführt, wo er den Bildempfänger | heuert. Der Bildgeber der Fernseh-AG. benutzt für t He Steuerung des Lichtstrahls zum Zerlegen des Zildes statt des Zylinders eine Lochscheibe, deren , Löcher als Flachspirale angeordnet sind. Im Übri- on gleicht der Vorgang der Bildauflösung der Zildzerlegung des Linsenkranzabtasters. Zur Wiedergabe des Bildes auf ber : Empfangsfeite dient eine Braunsche Röhre. Der Freitag war der erste Großkampftag bei den Entscheidungen des diesjährigen Reichssportwettkampfes der SA. in Berlin. Zielbild von einem der Vorläufe über 400 Meter. (Scherl-Bilderdienst-M.) ie kommt ein Fernsehgespräch zustande? gebrochen und griff, durch leichten Wind begünstigt, auf die umliegenden Gebäude über. Alle landwirtschaftlichen Vorräte und sämtliches Hab und G uzt der betroffenen Familien wurden ein Raub der Flammen. Der Schaden wird auf über eine Million Lire geschätzt. 160 Personen wurden o b • dachlos. . Zwei holländische Mlilärflugzeuge abgestürzt. Zwei Militärflugzeuge stießen in der Provinz Brabant bei einer Hebung zusammen und stürzten brennend ab. Von den vier Insassen wurden drei auf der Stelle getötet, der vierte lebensgefährlich verletzt. Kohlenstaubexplosion in einer oberilalienischen Grube. In einem Stollen der Kohlengrube von A r s i a kam es zu einer Kohlenstaubexplosion. Mehrere Arbeiter wurden unter dem niederstürzenden Gestein verschüttet. Zwei Arbeiter konnten nur noch als Leichen geborgen werden, sechs andere kamen mit Verletzungen davon. Zndianer-WörterbuchaufGchailplatten Von besonderem wissenschaftlichen Wert ist unter den Ergebnissen der deutschen Amazonas-Expeditton Schulz-Kampfhenkel die Aufnahme eines akustischen Wörterbuches a u f Schall- platten. Als die Forscher sich das Vertrauen der Aparai, die in den Urwäldern am Amazonas wohnen, errungen hatten, bauten sie, wie in der Frankfurter Wochenschrift „Die Umschau" berichtet wird, ihre technischen Geräte auf und hielten zunächst die Gesänge der Indianer und die Melodien ihrer primitiven Instrumente auf Schallplatten fest. Dann oder wurde das akustische Wörterbuck) hergestellt, in dem bekannte Wörter zuerst deutsch, dann von einem Dolmetscher portugiesisch und schließlich von dem Indianer in seiner Sprache in das Mikrophon gesprochen wurden. Diese Schallplatten bedeuten eine große Hilfe für Sprachstudien und werden auch ein späteres Zusammentreffen mit den Urwaldbewohnern wesentlich erleichtern. Wetterbericht Durch einen Vorstoß kühlerer Luftmassen von Westen her, der in der Nacht zum Samstag unter verbreiteten Gewittern Westdeutschland überquerte, hat sich wieder wolkigeres und unbeständigeres Wetter eingestellt. Da jedoch hoher Luftdruck die Oberhand gewinnen wird, wird sich bald wieder Aufheiterung und langsame Besserung durchsetzen. Vorhersage für (Sonntag: Wolkig, aufgeheitertes Wetter, Örtlich noch Ausbildung zum Teil gewittriger Schauer. Tagestemperaturen zwischen 20 und 25 Grad. Schwache Winde. Lufttemperaturen am. 15. Juli: mittags 25,3 Grad Celsius abends 18,5 Grad; am 16. Juli: morgens 18,5 Grad. Maximum 27,1 Grad, Minimum 16,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 15 Juli: abends 22,2 Grad; am 16. Juli: morgens 19 Grad Celsius. — Niederschläge'2,8 mm. — Sonnenscheindauer 12,9 Stunden.___ Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst BluM- schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr Fr.W Lange; für Feuilleton: vr. Hans Thynot (in Urlaub, i. V.: Dr Fr. W. Lange); für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. VI. 38: 9035. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. 4? LOS MU Mietgesuche IM. 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Leipold hat diesmal eine Landschaft „Aus den Elbmarschen" — wo lange feine Wahlheimat war — ausgestellt, und wenn hier auch der symbolische Gehalt etwas zurücktritt, so schwingt doch das Hintergründig-Geistige bedeutend mit. Leipold geht seinem 75. Geburtstag entgegen. Doch beschränkt sich die tatkräftige Steuerung und Förderung, die hinter der Auslese der Kunstschau spürbar ist, selbstverständlich keineswegs auf Künstler, die wie die Genannten der älteren Generation zugehören und Jahre der Lauheit, der Verkennung oder gar Verfemung durchzumachen hatten (hier Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) 164 Zweiter Blatt 633D — rote umfassendster Intelligenz, ein Gemüt, ausgestattet mit einer und ein unerschütterlicher, ziel- der Denker, die sittlich-religiöse geführt. Tin Kopf von !on Bismarck ist überliefert, daß er im Hinblick ein Lenbachbild von sich gesagt habe: das soll Nl -ein, das bin ich nicht; sich umdrehend und auf Bild des sinkenden Petrus weisend: das bin cL ^gt die Quelle aller großen dauernden «ismngen: im Selbstvertrauen aus der Kraft der München, im Juli 1938. .„Das muß wohl noch ein sehr junger Künstler fein!" hörte ich dieser Tage eine Besucherin der Großen Deutschen Kunstausstellung 1938 zu München vor einem Oelgernälde „Mohn" im Saale 35 sagen, „ba steckt soviel jugendliche Kraft und Anschauung drin!" — Es war ein Werk von Friedrich Stahl. Dieses kleine Erlebnis zieht einige Vorhänge auf, die dem Blick des künftigen" Betrachters meistens die Hintergründe verhüllen, mit denen unzählige Volksgenossen eine Kunstaus-stellung besuchen. Aber es zeigt auch gleichzeitig, welche Treffsicherheit die frische, nun wirklich einmal von keinerlei Sachkenntnis getrübte Anschauung gelegentlich in die Erfassung eines Kunstwerks hineinzutragen vermag. Sie hatte ganz recht, die junge Frau, die vor dem Bilde Stahls stand; dieser Mann glüht von Jugend, leuchtet von den Protuberanzen reizbarer Einfühlsamkeit; aber Friedrich Stahl hat im vorigen Jahr in Rom, wo er lebt, seinen 7 5. Geburtstag gefeiert. Bergen auf Rügen, 15. Juli. (DNB.) Der Treuemarsch der deutschen Jugend nach Nürnberg, der Adolf ■ Hitler - Marsch, wurde in diesem Jahr von Rügen aus mit einer Feierst u n d e am Hans - Mellon - Ehrenmal in Bergen eröffnet. Stabsführer Lauterbacher gab den Marschbefehl an die pommersche HI. mit einer kurzen Ansprache, in der er den Marsch als einen Ausdruck der Ehrfurcht und damit der religiösen Gesinnung der deutschen Jugend bezeichnete. Diese Stätte, so erklärte er, von der der Marsch beginnt, birgt einen d er 21 toten Kameraden der HI., die fürFrei- Oie Narrenkappe. In München erlauscht. Wallace Beery, der bekannte amerikanische Filmschauspieler, befand^ sich kürzlich mit seinem kleinen Töchterchen auf einer Vergnügungsreise durch Deutschland. In München hatte es ihm selbstverständlich das Bier angetan. Nach einem ausgedehnten Abendschoppen war der Filmschauspieler die Theatiner Straße entlanggesegelt, hatte glücklich seine Behausung erreicht und fuchtelte mit dem Schlüssel an der Haustür herum Was machens denn da?" wollte em nächtlicher Passant wissen. Worauf Beery aus ttefster Heber- zeugung, schlicht und schwer, die Worte von sich 9 „Ich kämpfe geflen den Alkohol!" Von der korrekten Anpassung einer Brille hängt gutes Sehen ab. Jede auch die einfachste Brille wird nach Mab gefertigt und ist dennoch im Preis nicht teurer bei Der Mols-Wer-Mrsch der deutschen lugend Etabsführer Lauterbacher gibt am Hans-Mallon-Ehrenmal auf Rügen den Marschbefehl. Tatsachen und Taten. Auf der Großen Deutschen Kunstausstellung 1938 zu München. jenes Werk „Mohn", hier hängen, ist also keine bloße Tatsache, sondern es ist eine Tat. Solcher Beispiele nun gibt es nicht wenige auf dieser Ausstellung, und sie sind der Kenntnis der Betrachter oft genug verhüllt. Hier fällt dem Mittler eine wichtige Aufgabe zu, nämlich die, Vorhänge aufzuziehen, den Besucher und — soweit die Dinge von allgemeinerem Belange sind — auch den Nichtbesucher, den in der Ferne Mitlebenden, in die Wesensart der Dinge einzusühren. Gewiß wird das kämpferische Moment nicht beim Auftreten jedes Künstlers im Haus der Deutschen Kunst gleich stark hervorstechen; nicht in jedem Falle wird ein Drama mitschwingen; doch werden wir im Lebenswerk eines jeden, der der Aufnahme für wert befunden wurde, rein und stark die rauschenden Quellen der Zeit vernehmen. Auch Ferdinand Staeger, dessen weiträumige „Hegau"- Landschaft gleich beim Eintritt in den ersten Saal den Besucher empfängt, gehört zu denen, die in den Jahren neroöfer Experimente und falscher Illusionen stark und unbeirrbar auf ihrem Sinn verharrten. Mit feiner Graphik, die sich gern in die Welt des deutschen Märchens und der deutschen Musik vertieft — wir sehen hier eine Radierung „Ballade" oder eine andere „Meistersinger-Kirchenchor" — hat er die Nachfolge der deutschen Romantiker, etwa eines Neureuther, angetreten und ihren Geist in unsere Zeit hinübergerettet. Nicht ganz so bekannt ist den meisten seine monumentale Malerei geworden; ein Oelgernälde „Werksoldaten" zeigt eine Reihe Arbeitsmänner mit geschultertem Spaten in machtvoll gestaltetem Marsch. Der Führer hat den Künstler vor wenigen Wochen mit dem Professorentitel ausgezeichnet Wie Staeger, ist auch Hugo Ho di euer, dessen Temperagemälde „Sein und Vergehen" eine andre Wand des ersten Saales füllt, Sudetendeutscher; man sah Werke beider Künstler, die in München {eben, auf der Sudetendeutjchen Kunstausstellung GELLER Optiker am Bahnhof Lieferant auch Ihrer Krankenkasse I Demut vor der Gewalt und Größe des Geistes. Jedes Pochen auf seine eigene Leistung ist daher ungeistig, geistwidrig; jedes Sichselbstrühmen und einer eigenen Kraft Sünde wider den heiligen Geist des Ganzen. Das ist nichts anderes, als was Bismarck 1870 vor Paris in den verschiedensten Wendungen und an verschiedenen Tagen, am dra- ttschsten aber so ausgedrückt hat: „Nehmen Sie mir den Zusammenhang mit Gott, und ich bin ein Mensch, der morgen einpackt und nach Darzin ausreißt und seinen Hafer baut." Er leitet an derselben Stelle seine „Standhafttgkeit", d. h. das Hewenhafte einer Zivilcourage, zehn Jahre hindurch „gegen lUe möglichen Absurditäten" bewährt, „nur aus einem entschlossenen Glauben" ab Und ganz ebenso ist das Heldenhafte an Moltke und dem alten Kaiser ganz unzertrennbar verbunden mit ihrem Gottvertrauen. Und die Parallelstelle zu dem Pauluswort bei Moltke von der Kraft Gottes, die im Schwachen mächtig ist, findet sich auch bei Bismarck in einer Reichstagsrede vom 16. Februar 1885 in den Worten: „Ich bin im Innersten meines Herzens bei allem Erfolg vor Gott und Menschen stets bemütig geblieben und habe mir denselben nicht zugeschrieben." So ist denn auch Moltkes Sterben gleichsam ein Symbol geworden für die tiefe Bescheidenheit und Stille des ganzen Menschen: er zieht sich, als er den Tod kommen fühlt, leise zurück, um andere nicht im Genuß vorgetragener Musik zu stören, und stirbt unter einem leichten Seufzer, schlicht und sttll, wie 9. ß, loMistt"' WW nimmt noch Vaschstellen an. Zu erfragen i. d. Geschäftsstelle d. Gieß. An;, 03242 pMistik SÄ«. ^Eignete ängf! e erbetertan' Znna E. —Metzlar. Suche ' nteressent Omnibus. Konzession §derNähe der -tadf Gießen, schriftliche' Al- mgebole unter h'(D an den EßenerAMig, Heirat Meinst. Dame, m. schön., kmpl. Ausstattung unö Vermög., tuftil. beirat m. Hem in sicherer, oen- sionsberechtig/er Stellung, Mt unter 45 kennenjulM.- iWa.ö.G.A. heit und Volk gefallen find. Ihr, meine Kameraden, seit der lebende Beweis dafür, daß der Geist dieser Gefallenen in euch roeiterlebt und daß ihr der Toten Vermächtnis in alle Zukunft weitertragen werdet. — Sogleich nach der Feierftunde setzten sich die pommerschen Marscheinheiten in Bewegung. Sie legten bis zum Abend die erste Etappe des etwa 800 Kilometer langen Marsches zurück und bezogen in Metzevitz auf Rügen Quartier. Unsere Karte zeigt die einzelnen Marschstrecken und die Zielpunkte, an denen die einzelnen Kolonnen der HI. ihren Marsch nach Nürnberg beginnen. — (Scherl-Bilderdienst.-M.) wären auch, wenn der Raum es zuließe, Männer wie Max Zaeper, Karl Storch der Aeltere, Raffael Schuster-Woldan, Julius Heß u.a. därzustellen), sondern sie erweist sich als besonders fruchtbringend auch im Kreise der Jugend. Nicht von ungefähr ist auf dem Gemälde, das Adolf Ziegler, der Präsident der Reichskammer der bildenden Künste, der Ausstellung beigesteuert hat, „Die Göttin der Kunst", der Jugend ein herrschender Raum angewiesen; es ist damit wohl auch insofern ein Sinnbild geschaffen, als ausgesagt wird, wie sehr die Göttin der Kunst im neuen Reich die jungen Kräfte zum Schaffen und Wirken aufruft. Tritt nun die Jugend in unsre Betrachtung ein, so erkennen wir eine ganze Schar von Meistern, deren Werden und Wachsen auch mehr als eine bloße Tatsache ist. Namen wie Kaspar oder Dollinger — um heute bei den Malern zu bleiben; ein zweiter Aufsatz über Bildhauer mag folgen — sind erst in den letzten Jahren groß geworden. Wir erinnern uns, daß der tüchtige Hermann Kafpar, getreuer Mitarbeiter Professor Knechts am Festzug zum Tag der Deutschen Kunst, seit der Machtergreifung in immer größere Aufgaben hineingestellt wurde; fein Deckengemälde voll heller Durklänge im Staatlichen Operettentheater am Gärtnerplatz zu München wurde laut begrüßt; feine Mosaiken — diesmal zeigt er einen Wandfries aus dem Marmor- mosaik „Tag und Nacht" — atmen die sanfte Farbigkeit und machtvolle Formensprache antrfer Vorbilder. Karl Heinz Dollinger, wie Kaspar ein Dreißiger, zieht die Aufmerksamkeit immer stärker auf sich durch Wandteppiche voll zeichnerischer Strenge und malerischer Ueppigkeit; fein „Florian Geyer^ ist ein ausgezeichnetes Beispiel für seine Stoffwahl wie seine Arbeitsweise; das Werk ist — wie auch das vorjährige — für ein Kasino der Luftwaffe bestimmt. Zwischen der älteren und jüngeren Generation aber, ein Schaffer auf der Höhe der Jahre nicht nur, sondern auch auf der Höhe der Meisterschaft, ragt Werner feiner auf. Er, den man den „Wegbereiter eines neuen malerischen Stiles" genannt hat, ist, im Anfang der vierziger Jahre stehend, der größten Erfüllung entgegengewachsen, die ein Künstlerleben finden kann: durch die Förderung Hermann Görings durfte er sich in Kronenburg in der Eifel eine Meifterfchule für Malerei einrichten. Hier ist der glückliche, nicht eben häufige Fall eingetreten, daß Schirmherr und Künstler in solcher Begegnung sich gleicherweise ehren. Schon die Grundsätze, nach denen Werner Peiner die Künstlerbildungsstätte in Kronenburg aufgebaut hat, sind bezeichnend für die Strenge seines Schassens; nach alter Meister Weise hat er bestimmt, daß jeder Schüler die Stufen des Lehrlings, des Gesellen und des Meisters zu durchmessen hat: so lernte einst ein Albrecht Dürer in der Werkstatt Wolgemuts zu Nürnberg. Was aber Peiner selber befähigt, die strenge Ge- bundenheit seines Stils von innen her zu lockern und mit Leben zu erfüllen, ist das Expansive, Triebkräftige, Auftreibende seiner Natur, die den Wolken und Wipfeln ein jenseitiges, Pneuma einzuhauchen scheint. Die seltsam starke Deutschheit des Meisters, die in Gegenständen wie den Gobelins „Heinrich V." und „Friedrich II." und den deutschen Landschaften naturgemäß zum Ausdruck kommt, er» schöpft sich dennoch darin nicht. Die Reise, die Pei» ner 1935 nach Afrika machen durfte, hat Tiefangelegtes in einer Fülle von Meisterwerken, ,wie dem „Schwarzen Paradies", zur Reife gebracht. Das wuchernd üppige Wesen der Vegetation, das dichte Umschlossensein des Geschöpfs von der warmen Mutter Natur spricht eine urdeutsche Naturvision aus, die — trotz des exotischen Gegenstandes — von Jakob Böhme Herkommen könnte. Selten ist das Welthafte, Welfmächtige des deutschen Ingeniums in der Malerei so offenbar in Erscheinung getreten wie in diesen afrikanischen Bildern Peiners. Daß dem Meister im Haus der Deutschen Kunst ein ganzer Saal gegeben wurde, fügt zu allen übrigen Tatsachen und Taten in diesem Kreis eine, die der vorbehalttosen Anerkennung sicher fein darf: Werner Peiner — das ist ein Sieg echter Deutschheit. Dr. Hans Arthur Thies. Wfsfen vermählt, gefunden. Weder die Abstraktion des Verstandes noch die te Gefühls konnten einem so stillen, schweigsamen, flau3 von innen heraus denkenden Menschen, wie «s Moltke war, genügen. Diel zu sehr war er sich Le Abhängigkeit von der Kraft und dem Willen Le unendlichen Geistes, der höher ist als alle bloße Amschliche Vernunft, bewußt; übrigens ein Wort, Üa-;. er selbst, in Erwartung des ersehnten Friedens, M 1. Januar 1871 an seinen Bruder Fritz mit Len Wunsche roiebergibt: „Frieden dem ganzen Lmds und den Frieden Gottes, der höher ist als «W Vernunft, jedem einzelnen ..." Diese klare, höchste Einheit von Verstand, Gefühl inti« Wille zu harmonischster Form, dieses Merk- zschen eines klassischen Geistes, sie finbet man schon frg bei ihm, nicht bloß in der Art, wie er arbeitet imf seine Studienfächer wählt; auch nicht alle n, Di. er mit beherrschter Sicherheit verständigen Ge- fiiiLs im reifen Mannesalter seine ganz junge Frau fcjlt, sondern vor allem in der Art, wie er mit der Sicherheit des mit dem Sinn geistiger Erfahrung tirt Anschauung Begabten das Überzeitliche am Linken und an der strategischen Erfahrung Scharn- Lofsts und Clausewitzens von dem zeittich Gebun- ler m scheidet, und wie er aus solchem Erfassen des Di enttich Geistigen an ihnen sich über alles, auch pofi) so überzeugend durch die Napoleonische Auto- lit t lleberlieferte hinwegfetzt und einfach den Um- täuben gemäß agiert und der Strategie so ent» pichend neue Bahnen weist. Wenn er im beson- Lisn, trotz solcher inneren Sicherheit feines strate- fschen Bewußtseins, dennoch grundsätzlich jede Be- imunbung der höheren Unterführung nicht nur Mhnt, sondern ihre in der Einheit des Ganzen lii strategischen Idee gehaltene Freiheit des Ent- fgi eßens und Handelns als Voraussetzung seiner Ctiutegie zu sehen vermag, und wenn er darüber hinius aus der eigentümlichen operativen Form feiner Strategie kein Dogma macht, vielmehr noch in höchsten Älter sich in eine mögliche Abwandlung der Strategie grundsätzlich hineinzudenken vermag fo zeigt dies, wie umfassend sein Geist war uni frei von enger Verstandesbegrenztheit, bog» mischen Vernunftsverallgemeinerungen ober gar phontafievollen Gefühlsunklarheiten. i tzewiß — ein Staatsmann war er nicht. Wie hiße er es auch sein können! Er, der von ber Ansehung bes Geistes zum Feldherrn berufen war, toi Feldherrn neben dem Staatsmanne Bismarck! W, gerade weil er zum Feldherrn neben dem Staatsmann Bismarck berufen war, fo konnte er wiederum nicht — wenn Geschichte die Entwicklung b(» zweckoollen Geistes in der endlichen Wirklichkeit ift — nicht bloßer Stratege ober Feldherr sein. Er Mfte ber Stratege sein mit historischer Schulung uub politischem Blick für politische Zusammenhänge. Ein Feldherr, ber zugleich noch Staatsmann war, tae Friebrich der Große ober Cäsar ober Napoleon, ttiis eine Unmöglichkeit neben Bismarck und schwere Verhängnis gewesen. Doch auch ein Feldherr, der dss politischen Sinnes ganz gebrach, hätte zum Jtjängnis werden müssen. Im übrigen hat es in Weltgeschichte nie einen großen Feldherrn ge- §b-n, for diesen Sinn für das Politische, d. h. für Js Erreichbare und Mögliche, für die Derftochten- unb Bedingtheit alles Wirklichen nicht gehabt G.init M; 10.45-1 -M. äWJ ie"§gredigt w I 166 w ®Utl8e Hit mHlt 5 ^s> eu n , O: » Man möchte meinen, die Erinnerung an den Trimph dieses Meisters auf der Glaspalastausstellung von 1916 sei wenigstens noch in blassem Schimmer jedem geblieben, der das Haus der Deutschen Kunst besucht; doch ist das keineswegs der Fall. Sind ihr nun solche Zusammenhänge nicht bewußt — wie soll die junge Frau wissen, daß außer dem Bilde auch eine Geschichte hier hängt? Ein *,"*«,w'"1 9.30, * Bilde auch eine Geschichte hier hangt? Em Künstler, der nach anfänglicher Anerkennung und Bewunderung bann an ber grauen Schwelle bes Alters das Mißgeschick ber Verkennung erfuhr, ber in bem Verfall ber Nachkriegszeiten von einer gewissen, heute überwundenen Seite der Kunstkritik als „veraltet" abgetan würbe, hat eine späte Ehrenrettung unb Anerkennung gefunben. Das Dritte Reich hat d a s Deutsche im Lebenswerk Friebrich Stahls erkannt und ihn wieder in seine 'Bedeutung eingesetzt. Daß heute drei Arbeiten von ihm, em Porträt, ein Blumenstillebeg und eben bei gut. Vervsl. kann Zunge oder Möchen erhalt. Vennonspr.nach Vereinbarung, ^chr. Anfr. unt. Wtza.d.G.A. er gelebt. Er, der Weltgeschichte gemacht, der im Lärm der Schlachten gestanden unb gesiegt hat wie kaum ein anberer vor ihm! Edle Einfalt, sttlle Größe — wenn je etwas deutsch mar, so war es dies Leben, Handeln und Sterben. Wie es dem echten Deutschen stets im Blute gelegen, das Land ber Griechen mit ber Seele zu suchen, so auch ihm. Ihm, ben man, wie bereits hervorgehoben, einen wahrhaft klastischen Charakter genannt hat; ihm, ber Sparta und Äthen in seinem Wesen und Handeln zu einen gewußt: ihm, ber sein Volk mit seiner ganzen großen Autorität vor der Gefahr gewarnt hat, aus seiner Jugend bloße Spartaner machen zu wollen, und dringend vor ber sogenannten militärischen Jugenberziehung gerabe im Interesse ber Wehrhaftigkeit bes Volkes gewarnt hat Ihm, ber neben Homers Ilias unb zwei anberen Werken die Bibel und Clausewitzens Buch: Dom Kriege als die Bücher bezeichnet hat, die auf ihn von tiefstem Einfluß gewesen sind; der Schiller, Goethe, Shakespeare, Scott, Ranke, Treitschke und Carlyle nebeneinander als solche genannt hat, die er wiederholt mit Freuden gelesen hat Die enge Verwandtschaft mit Scharnhorst und Clausewitz und deren Geist, Streben und ihrer innersten Seelenverfassung ist von auffallender Stärke. Sie stammen alle drei aus dem deutschen Geist, wie ihn Reformation und klassisches Zeitalter aus bem Wesen ber Antike und des Christentums auf bem natürlichen Mutterboben germanischen Freiheitsstrebens ausge-bilbet haben. zottes unb tiefes jenen Humanität, hcvußter Wille; v , Persönlichkeit unb ber Mann der Tat sind in Moltke zu höchster Harmonie verbunden. Gewiß war Moltke in vielem feines Denkens, Fühlens und Wollens urf) ein Kind der Aufklärung. Seine nüchterne, ffore, fast trockene Art zu denken, bis zu mathe- nrtisch-zahlenmähiger Berechnung im Strategischen, (jfcört hierher. Aber wenn schon fein Denken über bi. letzten Dinge aus seinen letzten Lebensjahren kein bloßer verstandesmäßiger Rationalismus, ber ei das rein „Praktisch-Zweckmäßige" ausgeht, war, foroar doch fein strategisches unb religiöses Denken dm Ursprung nach noch sehr viel mehr: So ver- sicndeshell und verftanbesbetont es immer gewesen ifi — ober sollte man boch nicht besser geisteshell itio geisterfüllt sagen? —, man wirb doch bei ticerem Einbringen in die Welt seines Denkens niyt leugnen können: seinem religiösen wie fträte» gichen Denken liegen gerade an ber Schwelle des Bwuhtwerdens irrationale Elemente intuitiven S-auens zugrunde. So wenig man bei Moltke von ir:endwelcher Dämonie, von Besessenheit seines Staffens reden kann — er ist boch sehr weit entfernt von der Derstandesbürre und »stolze der e'igent» fiten Aufklärung. Er war viel zu sehr vom Stre» bei zum Ganzen erfüllt, zu christentums- und geist- Dtbunben, viel zu klassisch in seinem ursprünglichen M sen, als baß er hätte solcher Einseitigkeit über» bcipt je verfallen können. Seine Helle Geifteswach- tfit und die oft trocken anmutenbe, doch warme Gfühlsinnigkeit haben weder etwas mit den ein» femaen Verstandeszergfiederungen noch ben Der» nnfsveraügemeinerungen des 17. und 18. Jahr- hmderts zu tun; noch weniger freilich mit der ebmfo einseitigen pietistischen Gefühls schwärm er ei clt gar der windigen Genialitätsspielerei der Äiimantik. Dem ausgehenden 17. und bem begin» Amben 18. Jahchundert waren solche Einfeittgkeiten bmmders eigen, unb erst die Klassik bes aus« gi-enden 18. unb beginnenben 19. Jahrhunderts hat Wndsätzlich die höhere Einheit im Geist, ber zum Gmzen strebt und in diesem Ganzen Glauben unb Mottke. Den nachfolgenden Auszug haben mir mit Genehmigung des Verlages Scientia AG., Zürich, bem Werke „Vom Geist deutscher Feldherren", Genie unb Technik 1800—1918, entnommen. Dieses von Dr. Sigfrib Mette verfaßte Buch enthält ein Vorwort von bem schweizerischen Oberst- (orpsfommanbanten Ulrich Wille. Das Werk stellt bie Orunbfragen ber Strategie zur Diskussion. Die großen Solbaten bes letzten Jahrhunderts — Scharnhorst, Clausewitz, Moltke, Schlichttng, Schliessen — stehen im Mittelpunkt. Sie sind bie Exponenten unb Träger ihrer Zeit, von ihr gebübet unb sie felbft mitgeftaltenb. Befreit aus ber Isolierung einer ausschließlich militärisch-fachlichen Betrachtungsweise, werden Strategien und Strategen einer neuen Wertung entgegen» Neuer Tarnen «Tänm ,a. d. Anlagen- l dant bei der Be . Mkssvarkasfem Dienst- zwischen 9 u. 10 Uhr vom. stehen gelaßen. Minder,< Herr u. Damesuterkannt u. wird aufgel-!- ; ben Schirm aui । ü. Fundbüro o^. Meuter Damm' KeMaM sileineAmeigen i im Giestwer Areig- ! Anzeigen. jnamki.. Oitiana M//H i xxi fwark. JKob/tm rr.lq W.BbNtne-6 ft-9.___ VTfcaAtn. Xumark Uruirhtyti C 2.8. / XUamacyun Nwovwrx SirUmHrQ lat franutA NeoUMt < ZS* Güstro» 21? M ...... 1 I Rekrulenwerbung mit Lautsprecher in England ■HhWWÄ « tftSÄfi ' :?ä*‘ I '•Sä sehr lohnend für Sie sein." der Weg die auftauchte, stand hinter jedem der beiden ein bäum« Punkel alles in Sei n'8 punkel unienveas leidet schrecklich unter Reisefieber. Wenn Am 17. Juli jährt sich zum 20. Male der Tag, der in der von Blut und Grauen gezeichneten Geschrchte des Bolschewismus stets einen besonderen Platz einnehmen wird: Die Ermordung des Zaren und seiner Familie in Jekaterinburg. Februar 1917! In Rußland gärt es überall, Streiks und Aufstande tragen immer neue Unruhe in das Volk, Arbeiterund Soldatenräte bilden sich, eine unheilvolle Stimmung liegt über dem gewaltigen Reich. Im Hauptquartier des Heeres herrscht Ratlosigkeit. Man weiß nicht recht, was man tun soll. Der Zar, dem ein alter General den Vorschlag macht, an der Spitze treuer Truppen gegen die aufrührerische Hauptstadt zu marschieren, entschließt sich in der Frühe des 27. Februar, nach Petersburg zu fahren. Er kommt nur bis Pskow. Dort empfängt ihn der Oberbefehlshaber der Nordfront, General Ruffkij, und legt chm die eingelaufenen Berichte vor, die von Streiks, Aufständen und Revolution sprechen. Der Zar verlangt Klarheit. Und diese Klarheit wird ihm nach wenigen Tagen zuteil. Die Armeekommandeure, gefragt, wie sie die Dinge beurteilen, geben nahezu völlig übereinstimmend eine Antwort. Und diese Antwort lautet: Abdankung! Der Zar unterschreibt dieses Dokument, er verzichtet zugunsten seines Bruders auf den Thron, ohne in diesem Augenblick zu wissen, daß dieser niemals das Erbe antreten, sondern daß mit ihm das Geschlecht der Romanows für immer ausgelöscht sein wird. Kurz ist der Abschied vom Hauptquartier, man merkt den Offizieren, die so lange mit dem Zaren zusammengearbeitet haben, die tiefe innere Erregung dieser Stunde an. Die letzte Aufforderung ihres obersten Befehlshabers, dem Vaterland auch weiter in Treue zu dienen, wird mit einem stummen Blick beantwortet. Zu den Seinen fährt der Zar nach Zarskoje Selo. Als er an der Toreinfahrt des Schlosses das Auto verläßt, ruft die Wache: „Oeffnen — für den Obersten Romanow!" ♦ Seit dem 21. März ist der Zar mit feiner Familie Gefangenerder „prooisorischenRegie- r u n g". Wenn er auch aller seiner Freiheiten beraubt ist, so hat er doch keinen ausgesprochenen Mangel zu leiden. Er widmet sich ganz seiner Familie, unterrichtet seine Kinder, und nur die Wache, die ihn bei seinen Spaziergängen begleitet, erinnert chn daran, daß er ein Gefangener ist. Am 31. Juli — die letzte russische Offensive ist gerade gescheitert — erscheint der neue Ministerpräsident Kerenski und eröffnet dem Zaren, daß die Regierung beschlossen habe, seinen und seiner Familie Aufenthalt nach Tobolsk in Sibirien zu verlegen. Der Zar fügt sich in das Unvermeidliche und tritt mit seiner Familie die Reise mit dem Dampfer an. Am 19. August ist das Ziel erreicht. Das Haus des Gouverneurs wird ihnen zum Wohnsitz angewiesen. Zwar ist hier die kaiserliche Familie noch mehr eingeengt, aber entschädigt wird sie durch das Verhalten der Bevölkerung, die deutlich zu erkennen gibt, daß sie die Liebe zu dem Herrschergeschlecht noch nicht verloren hat. So fließen die Tage dahin, und wenn nicht die Ungewißheit über den Gefangenen schweben wurde, dann könnte man ihr Los trotz allem noch als er. träglich bezeichnen. Mit einem Schlag jedoch ändern sich die Dinge, als die Sowjets die Macht erringen und in allen Teilen des Landes ein Blutbad anrichten, dem bereits in wenigen Tagen Hundert- tausende zum Opfer fallen. In diesen Tagen hat man auch die Möglichkeit einer Flucht für dke kaiserliche Familie ins Auge gefaßt, aber ganz ener- gisch lehnt Nikolai sie ab: „Ich werde Rußland unter ; fie von der Tie aiigeiid)tetc Ngatd Weicht am 2. und Üamteldter, Negi mj, hat daher den" mit ihm. Als sie neulich in Bad Kr. ankamen, sah sich Frau Punkel schreckerfüllt im Abteil um — die beiden Koffer waren verschwunden, gestohlen. Entsetzt teilt sie ihrem Manne den Tatbestand mit. Der sieht verwirrt um sich, lächelt dann beruhigt und sagt, während er auf seine Westentasche klopft: „Na, laß nur, es kann ja nichts geschehen. Ich hab' ja die Schlüssel. erst gekommen sind", knurrte der Große. „Gewiß, gewiß," sagte Sergeant Greeb. „Und nun möchte ich Sie bitten, sich untersuchen zu lassen." „Untersuchen? Das ist eine Frechheit!" Der Große fuhr herum. „Eine Frechheit!" zischte auch der Kleine. „Frechheit ober nicht", meine Greeb gleichmütig. „Wollen Sie mit auf die Station kommen, ober sollen wir's hier tun?" Der Große ballte Fäuste und starrte den Sergeanten wütenb an. Greeb verzog keine Miene. „Na — immer ruhig!" sagte er. „Ich benke, wir rnachen's gleich hier. Jonny, haben Sie einen geeigneten Raum?" Schweigenb öffnete Jonny eine Tür hinter der Bar, bie in eine kleine Abstellkammer führte. Greeb machte eine einlabenbe Kopfbewegung, und die beiden — der Große und der Kleine — mischten murrend von ihren Sitzen. Alle fünf, auch die beiden Polizisten, verschwanden hinter der Tür Jonny polierte wieder Gläser. Aber seine Gedanken waren nicht bei der Arbeit. Dazu war die Sache zu spannend. Er kannte Greeb und seinen Ruf. Um so erstaunter war er, als sich die Tür nach einer Weile wieder öffnete, und der Große und der Kleine mit triumphierenden Gesichtern herauskamen, während der Sergeant und die Polizisten entschieden niedergeschlagen aussahen. Die beiden nahmen ihre alten Plätze wieder ein, und Greeb lehnte sich wie vorher an bie Bar. „Ich hätte darauf geschworen, daß Sie den Stein haben", sagte er nachdenklich „Na — ein glatter Fehlschlag." Der Große und der Kleine grinsten höhnisch. „Die Sache wird noch unangenehm ‘ür Sie werden, Sergeant", zischelte der Kleine giftig. „Ein Uebergriff, nicht wahr? Ein klarer Uebergrisf? Wir werden uns beschweren." ..Natürlich — Ihr gutes Recht", sagte Greeb ge- lassen und wandte sich ab, um zu gehen. Der Große nahm sein Glas und führte es an den Mund. In diesem Augenblick stieß Jonny einen lauten Schrei aus. „Halt?" schrie er. »Halt, Sergeant'" Greeb fuhr herum Jonny beugte sich blitzschnell vor und riß dem Großen das Glas aus der Hand. „Hierher Sergeant! Verhaften Sie die beiden!" schrie er. Der Große brüllte wütend auf und langte mit der : Faust aus. Aber Jonny duckte sich rasch hinter den Bartisch und entging dem Hieb. Als er wieder Warum Onkel Ferdinand verkannt wurde. Don Peter Purzelbaum. Gut und gern sind es an die vierzig Jahre her, als Onkel Ferdinand, einst Mecklenburgs wildester Nimrod, in Neuenhagen auf den Anschlußzug nach Lauenburg, woselbst er zur Hirschbrunst eingeladcn war, warten mußte. Da saß er nun in der Wirtschaft des Bahnhofs» Hotels und studierte zum dritten Male das Kreis» blatt, als sich eine Dame in den besten Jahren an ihn heranwagte und verlegen knickste: „Herr Doktor — ach, Herr Doktor — würden Sie vielleicht einmal so freundlich sein und zu mei» ner Tochter heraufkommen?" Merkwürdig, dachte Onkel Ferdinand, da er aber niemals ein Spielverderber gewesen war, sagte er sich: Warum denn nicht — und ging hinaus. Die beiden kletterten die Treppe zum ersten Stock, wo die Hotelzimmer lagen, herauf, die Mutter öffnet eine Tür, und im Zimmer lag zwischen spitzenbesetztem Bettzeug ein junges Mädchen. Die Gefühle, bie ben guten Onkel Ferdinand bei diesem Anblick beseelten, können wir heute wohl kaum mehr feststellen, doch so viel wissen wir, daß sein Erstaunen aufs Höchste stieg, als die Frau Mama zu ihrer Tochter sagte: „Nun, Luischen, sag doch dem Herrn Doktor, was dir fehtt?" Und das holde Kind in dem weißen Sinnen stöhnte: „Ach, Herr Doktor, ich habe solche Zahnschmerzen!" „Den Deibel ock, Mamsellken", schrie Onkel Ferdinand, „wat schall ick denn dorbi dauhn?" „Aber Herr Doktor, Sie sind doch Zahnarzt?!" „Nee, Madam — ick bün man blot 'nen ollem hirschgerechten Weidmann..." Nie $en Sonßel verblüfft alle Anwesenden, indem er wie ein Der» rückter daherkommt und schreit: „Wann war die Entdeckung Amerikas — ?" Esch. Menschen nur so zum Besten halten!" „Paddong, Madam — wat hew ick dohn? tom besten Hollen? Ick hew überhaupt seggt...!" Jonny stellte das Glas mit dem Rest Whisky- Soda behutsam vor sich hin. „Sehen Sie, Sergeant", sagte er, ,der Große tat in jedes Glas ein Stückchen Eis. Bei ihm" — er wies mit einer Kopfbewegung auf den Kleine^ — „ist es zergangen. Das Eis in feinem Glas jedoch" — er deutete auf den Großen — „ist nicht gejchmolzen. Merkwürdig, wie? Ich sah es eben, als er trinken wollte." ..Hm", machte Greeb. Mit einer schnellen Bewegung kippte Jonny das Glas um. Der Inhalt flöß heraus, und auf der Marmorplatte des Bartrsches erglänzte ein großer wasserklarer Stein. „Komisches Eis, nicht?" sagte Jonny. „Sehr komisch", bestätigte der Sergeant schmunzelnd, nahm den Stein auf und steckte ihn in die Tasche. „Sie sind ein fixer Kerl, Jonny. Die Herren gehen jetzt am besten." Er ging mit bis zur Tür und sah zu, wie der Große und der Kleine zusammen mit den Polizisten den Eilwagen draußen bestiegen. Dann kam er noch einmal zurück. „Hm — Jonny", sagte er. „Ich rufe Mr. Ryland heut noch an. Noch in dieser Nacht. Ich denke, Sie gehen morgen mal zu ihm rüber. Gehen Sie einfach zu ihm ins Büro und sagen Sie nichts weiter als: ich bin der Mann, der das Eis entdeckt hat? Möglicherweise", schloß der Sergeant Greeb und kniff ein Auge zu. „möglicherweise wird „Aber Sie tragen doch ein ganzes Bündel Zäh ns mit sich herum...!" Und bamit zeigte die Same auf die „Kollektion" Hirschhaken, auf bie Onkel Ferdinand bisher so stolz gewesen. Vor zwanzig Jahren. Wie der letzte Zar starb. - Die Mordtat von Jekaterinburg. Ordnung geht, glaubt er, daß nichts klappt. Wenn er Unsinn macht, sieht er alles wohlgeordnet. Es ist in der Reisezeit kein Auskommen UHL Sellersweg Nr. 67 adiO Telephon Nr. 3170 eparaturen Da wurde die Alte plötzlich tüksch und fuhrwerkte mit Onkel Ferdinand zur Stubentür hinaus: „Unglaublich, unerhört, wie können Sie tert von Südwest, die das kostbare Persianer- pelzwerk liefern, sind bet eigentliche Schatz unseres alten Schutzgebiets geworden, und es braucht kaum gesagt zu werden, daß auch die Karakulzucht nicht erst von der Mandatsregierung, sondern schon von der deutschen Verwaltung nn Lande eingeführt worden ist. lieber die wirklichen Diamanten verfügt ja feit der Errichtung des Man- dats nicht mehr das Land, sondern ine C. D. M. Die Karakuls aber werden von den Farmern gezüchtet, und die größten und besten Herden sind in deutschem Besitz. Heute weiden schon beinahe zwei Millionen Karakuls in Südwestasrrka, und die rund 1,2 Millionen Felle, die im Jahre exportiert werden, haben einen Durchschnittswert von über 20 Schilling pro Stück. Es ist deutsche Arbeit, die hier ihren Lohn findet. Das Windhuker Farmland ist ein Vorfeld des Auasgebirges. Die Bergkette selbst steigt rnauergleich in die Höhe, aber vor chr liegt em ..„istilik Ä Ä*?.i ste tauf« terS*6' Einmal, als Punkel unterwegs war, bekam er Appetit auf eine Tasse Kaffee, als der Zug längere Zett auf einem Bahnhof hielt. Er wagte es, aus- zusteigen und an den Kaffeekiosk zu gehen, merkte sich auch die Nummer seines Wogens: 1492 — HK sich d" Ä Sch»!'- f/l und UyTunwemn 1 Zk-U sr JL vertreten- 5er Mjuer wird fiire Wins-der Tm ffikr sind Sau K uni) vmaussi Mimetischen M UM es den Tur unsere Stadt t M.Menm IM Mnnerturnverei beteiligten zm jtoiou fahren. Don fr firnen werden 17 at snr Breslau \t I I-Mannschaji jnMrmrn und Was bittet nun s Wer greube am fpor unitreifrn M von »Mojes zwischen Lch Htttrta mehr bieten, HStm Ruder-Regatte jnckr Ordnung, hier Ükisimg eines einzeln« «r.- und Achtermam nurte; Training zuf Eg gegeneinander. Nach welchen Ne mderkampse ausgeb -Mn in drei Klassen ''>en und Senioren. Januar des Jahr r rndet, im und ! 6Pe" Rennen gewönne •Januar des Zähre- im 3n= und § lll.SomKapzumAmSgewgeu Windhuk, den 20.Juni 1938. Wir haben es uns nicht nehmen lassen, nach unserer Ankunft in Äapftabt wieder die unvergleichlich schöne Fahrt zum Kap der Guten . Hoffnung zu machen, das trotz der kleinen geographischen Ungenauigkeit nun einmal als bie Südspitze Afrikas und damit der ganzen Kontinentalmasse der alten Welt gilt. Als wir von der mittelsten Spitze des Felsenbreizacks, um ben der Indische und der Atlantische Ozean branden, unsere Schritte wieder zu dem in der Ferne harrenden Auto lenkten, hatten wir das beftiebigenbe Gefühl, nun wirklich unser Vochaben durchgeführt unb Afrika in seiner ganzen Länge von Norben nach Süden durchmessen zu haben. Dazu gehörten 12 000 Auto-, 1000 Flug- und 5000 Eisenbahnkilometer. Vom Kap an ging es endlich wieder nordwärts-heimwärts, und wenn wir jetzt die Rechnung machen, was uns diese 18 000 Kilometer an Eindrücken und Einsichten gebracht haben, so können wir nur sagen: sie waren der Mühe wert, die wir nicht selten auf die Ueberwindung dieser gewaltigen Strecken verwenden mußten. Don Kapstadt nach Windhuk fährt man mit der Eisenbahn 64 Stunden und mit einem Abstecher nach Lüderitzbucht waren es noch 30 Stunden mehr. Solche Strecken lassen sich nur mit der in Südafrika üblichen Technik des Eisenbahnreisens zurücklegen. Man sucht sich nicht selbst bei der Abfahrt seinen Platz im Zuge, sondern man muß rechtzeitig vorher auf der Station das gewählte Ziel der Fahrt angeben, und bann finbet jeber außen am Fenster bes Abteils ein Papvtäselchen mit seinem Namen. Für bie Nacht erhält man einen Platz 3um Schlafen unb Bettzeug für ben Preis von 3 Schilling. Bald nach ber Abfahrt erscheint ber Schaffner unb bietet Heftchen mit Coupons für Frühstück, Lunch unb Dinner an, die zusammen 7,5 Schilling kosten. Außerdem roirb um 6 Uhr, um keinen Bedingungen verlassen; denn ich glaube, wenn wir ins Ausland gingen, würde das letzte Band zerreißen, bas uns noch mit der Vergangenheit verknüpft. Diese wäre dann endgültig und für alle tot." Als der Zar diese Worte sprach, da dachte er wohl noch nicht daran, daß in wenigen Monaten sein und seiner Familie Schicksal auf so furchtbare und grauenvolle Weise besiegelt sein sollte. Am 26. April — wir schreiben inzwischen das Jahr 1918 — befiehlt Moskau, den Zar und seine Familie nach I e k a - terinburg im Uralgebiet' zu schaffen. Bis auf fünf Personen muß das ganze Gefolge zurückbleiben. Hier muß die Famttie den Kelch des Leides bis zur letzten bitteren Neige trinken. Keine Schmach und keine Beleidigung bleiben ihnen erspart, unter den Flüchen und Drohungen ber verhetzten Soldateska gehen die Tage dahin, aber bewundernswert bleibt bie tapfere Haltung biefer Menschen, die noch vor wenig mehr denn einem Jahr von Glanz und Reichtum umgeben waren. Anfang Juli stellte sich ein gewisser I u r o w s k i j an die Spitze der örtlichen Sowjetregierung. Ihm, dem man das Schicksal der letzten Romanows an- vertraut hatte, kam es nur daraus an, den Zaren und seine Familie schnellstens zu beseitigen. Dies geschah in der Nacht zum 17. Juli. Roh werden die Gefangenen aus dem Schlaf gerissen, müssen sich alle in einem großen Raum versammeln, der durch eine spärliche Lampe düster erleuchtet wird. Jurow- skij läßt den Zaren sich in die Mitte stellen, den Zarewitsch auf einen Stuhl neben ihm und rechts davon den Arzt. Die Zarin und die Großfürstinnen müssen sich hinter sie stellen. Darauf spricht Jurow- skij die Worte: „Nikolai Alexandrowitsch, Ihre Anhänger haben den Versuch unternommen. Sie zu befreien. Es ist ihnen nicht geglückt. Sie haben Ihr Leben verwirkt!" Kaurn hat ber Zar noch Zeit, nach der Bebeutung biefer Worte zu fragen, ba peitschen schon 15 Schüsse burch ben Raum. Das Leben Niko- großes Gebiet, in dem die Straße in ununter, brochenem steilen An- und Abstieg sich ftunbeiuneit hinzleht. Wie oft bin ich hier in früheren Jahren im Sattel und im Ochsenwagen langsam vorbei- gezogen unb habe ben Blick, so wie jetzt im sausen- ben Auto nicht von der kühnen Silhouette bes Gebirges wenden können! Prachtvoll ist das Spiel der Schatten auf ihm, wenn die Sonne sich neigt, und märchenhaft sind seine Farben wenn es von den letzten Strahlen der sinkenden Glutscherbe ge- troffen wird. Schon manchem alten Freund aus der Zett des großen Eingeborenenaufstandes und man- chem neuen Bekannten t)abe ich in diesen Tagen bie Hand schütteln können, und auf jeder Farm, m jedem Karakul- und Rinderkraal hatten wir das Gefühl gesunden wirtschastlichen Fortschritts. Deutsche Fundamente, nicht Mandats- fundamente, sind es, auf denen Südwestafrrkas Gedeihen ruht! 11 Uhr unb um 16 Uhr Tee angeboten, der aber besonders bezahlt werden muß. Als ich vor fünf Jahren dieselbe Reise machte, herrschte in ganz Südafrika schon im dritten Jahr eine furchtbare Dürre, unb bas fianb war zur vegetationslosen Wüste geworben. Namentlich t n Sübwestafrika standen die Farmer vor dem Ruin. Wie freuten wir uns, als wir jetzt bei Nakad bie Grenze zwischen ber Union unb Südwest passierten unb überall reichlichen Graswuchs erblickten! Es hat auch dieses Jahr, seit 1934 schon zum fünften Male, gut geregnet. Da bas Betreten der Siamantf elber bei Lüderitzbucht von der englischen C.D.M. (Consolidated Diamond Mines), die jetzt den ganzen Reichtum beherrscht, rücksichtslos verboten ist, so mußten wir uns mit einer schönen Autofahrt zur weit in den Ozean hinausragenden Di az-Spitze begnügen, wo ber große portugiesische Seefahrer, bevor er im Jahre 1484 bas Kap erreichte, sein Streinkreuz aufrichtete, unb wir fanben selbst die Namibwüste voll blühenber Blumen, bie rot, gelb unb weiß aus Sanb unb Felsen hervorleuchteten. Je weiter nach Norben, besto besser wirb bas Weibelanb Sübwestafrikas. Auch im kargen Süden wogte bas ©ras. Der «hohe unb schmale Riegel des Auasgebirges bildet bie Grenze zwischen bem Bastardlanb, das noch zum Süden gehört, und bem Windhuker Gebiet, bem Herzen von Sübwest. Von ba ab gegen Okahanbja beginnt der Norben, in bem reichlicher grüner Busch unb in ben Rivieren auch hoher Baumbestand mit der Grasflur sich mischen. Bald hinter dem Paß über bas Auasgebirge wird von ber Bahn aus Windhuk sichtbar. Es ist eine ber hübschesten Städte im ganzen Innern von Südafrika geworben, unb die Fahrten, die wir in diesen Tagen ins Windhuker Farmgebiet gemacht haben, zeigten uns zu aller landschaftlichen Schönheit auch das Bild wirtschaftlichen Gedeihens. Die K a r a k u l s ch a f e , die schwarzen Diaman- Di- britischen Militärbehörden haben jetzt für die Rekrutenwerbung auf dem Land eine Serie Kreuz unb quer durch den Schwarzen Erdteil Briefe von einer Afrika-Heise. Don Or. Paul Bohrbach. nd *rlf , K«n ' Esi» Zwei Whisky-Goda. (Sine Geschichte von Peter Mattheus. Jonny, der'Mixer der Astor-Bar, Ecke Broadway unb Moore Street, in Neuyork, polierte Gläser. Zwischenburch gähnte er verstohlen unb sah auf seine Armbcmbuhr. Es ging auf zwei. Der Hauptbetrieb dieser Nacht war vorüber. Nur ein paar Tische waren noch besetzt, unb bie hochbeinigen Hocker längs ber Bar ftanben sämtlich leer. Plötzlich schrillte braußen bie Sirene eines Polizeiautos. Fast unmittelbar barauf wurde bie Tür geöffnet. Zwei Männer, tabellos gefleibet, schlenderten burch ben Raum — etwas zu eilig, wie es Jonny scheinen wollte. Der eine war groß, mit massigen Schultern unb kantigem Kinn. Der anbere war klein unb hatte bas Gesicht einer Spitzmaus. Beibe steuerten direkt auf die Bar zu und schwangen sich jeder auf einen Hocker. „Zwei Whisky-Soda", sagte ber Große heiser. „Fix ein bißchen! Wir sind ganz verdurstet." Jonny füllte rasch die Gläser unb schob sie ihnen hin. Lässig fischte ber Große zwei Eisstückchen aus ber Schale, die auf bem Bartisch stand, und ließ *in jedes Glas eins fallen. „Profit!" sagte er zu seinem Gefährten. „Zum Wohle!" antwortete der Kleine. Sie tranken unb stellten bie halbgeleerten Gläser vor sich hin. Wieber wurde bie Tür geöffnet. Diesmal war es ein alter Bekannter, ber eintrat. Detektiv- Sergeant Greeb, gefolgt von zwei Polizisten, kam quer durch ben Raum und stellte sich zwischen die beiden Heren an bie Bar. „Nichts für mich, Jonny", sagte er. „Dienstlich." Dann roanbte er sich bem Großen zu. „Schon lange hier?" „Wieso? Eben erst gekommen." „Aha — dachte ich mir", sagte Greeb unb be- trv^rete „ber Abwechslung halber" ben Kleinen. „Hm." Er roanbte sich abermals bem Großen zu. Bei Rylanb brüben ist eingebrochen worben. Sie kennen bas Geschäft, wie? Juwelen. Einer ber Schaukästen hat dran glauben müssen. Scheibe cin= aebrütft unb’ Sicherheitsgitter burchschnitten. Feine Arbeit. Ein sehr wertvoller, ungefaßter Diamant ist weg. Was sagen Sie dazu?" Der Große sagte nichts. Er zuckte nur die Achseln. „Tja", fuhr Greeb heiter fort. „Natürlich wurde durch ben Einbruch bie Alarmglocke in Tätigkeit gesetzt. Wir waren wie ber Blitz ba unb — sahen Sie beibe über die Straße gehen. Sie unb Ihren Freunb." „Ich hab' Ihnen boch schon erklärt, bah wir eben Utl MCIUCII l lll UUUJIl6 | VLX) UHU.) Ult JLUliUI ItL | U l lltr 4 langer Polizist, unb Greeb lehnte zwischen ihnen. „Aha, Entbeckung Amerikas..." Der Kaffee ift ..Was gibt’s?" fragte er. 1 ausgetrunken, Punkel läuft den Zug entlang unb Schönhe 2 Kundin me .Krr - Sä .ta -er L Antik übt Ä«? 'Hs «tN aar I ' St UnDetD M >l 83? Wer llv ■ Ml Mannschaften zusam- I Emser Regatta international besetzt. Ämb^ehn«" Zur international besetzten ^erregatto in $ a b l nisterpräsident Generalfeldmarschall Göring. Wirffchast -heimische Turner für Breslau startbereit Aias bietet nun eine Ruder-Regatta dem Laien? Die fterne Schönheit hatte schon lange die Ohren Rembrand erwiderte nichts. Er tauchte einen gespitzt, als sie aber das hörte, fühlte sie sich oer- Pinsel in weiße Farbe undi malte innerhalb'wemger raten und verlassen und das Herz brach ihr. Motor- Minuten einen zarten Spitzenschleier über das Bild, defekt nennt man das bei ihren Geschlechtsgenossen, der so täuschend wirkte, daß sich keiner der beeren» Sie blieb mitten auf der Straße stehen und alles lüsternen Spatzen mehr sehen ließ. Der Maler be» Zureden nützte nichts. I Der Fahrer leuchtete mit der Taschenlampe den» Oie Ferne Schönheit. Don Helene Ehristatter. Rur der Erste erhält im Rudersport einen Preis! Und zwar nicht die Mannschaft, sondern der Herein. Die Mannschaft ist im Rudersport alles, der einzelne nichts. nen Rennen gewonnen hat. Senior ist, wer in einem unbeschränkten Rennen einer Hauptregatta gesiegt hat oder wer beim Deutschen Meisterschafts- Der Aktienmarkt erfuhr zu den ersten No» tierungen bei ziemlich kleinen Umsätzen durchschnittliche Rückgänge von 0,50 bis 1 v. H., die sich im Verlaufe teilweise um etwa 0,25 bis 0,50 v. H. ausdehnten. Am stärksten gedrückt waren AEG. mit 112,75 bis 111,50 (113,75), ferner büßten Adler- werke Kleyer 1,25 v. H. auf 111,25 und Deutsche Linoleum 1,25 v. H. auf 154,75 ein. Montanaktien ermäßigten sich bis 0,75 v. H., Buderus 114,25 (115), Hoesch 108,90 (109,75), Verein. Stahl 104,50 (104,90), Mannesmann nahezu behauptet mit 108,65 (108,75). Von chemischen Werten fielen JG.-Farben auf 151,40 bis 151 (152) und Scheideanstalt au 220 (220,50). Im einzelnen setzten u. a. Rhemmetall 0,65, RWE. 0,75, Westdeutsche Kaufhof 0,75 und Zellstoffaktien bis 0,50 v. H. schwächer ein, hingegen konnten sich Cement Heidelberg mit 153,50 und BMW. bei zeitweise etwas mehr Geschäft mit kannte sich reumütig als geschlagen. Bernd Brennecke. , t all-Mannschaft mit zehn Gemeldeten sowie Itoturnern und Turnerinnen zusammen. K. alge zunickbleibg ies Leides bis p ine Schmach ui erspart, unter b letzten Soldate-! mdernrwert blit hen, die noch rc Glanz und Rch er wie ein k ^nuar des Jahres, in dem die Wettfahrt statt- _ —--r- ----- - - - im In- und Auslande noch keine vier offe-'Plätzen der Zuschauer, beginnt der „Endspurt ia dachte er nrä jIT Männerturnverein wird mit insgesamt etwa Monaten sein ie! ; odeteiligten zum Turn- und Sportfest nach surchtbare ie ifrelau fahren. Don diesen 30 Turnern bzw. Tur- lte. Am 26. Ap utrhnen werden 17 aktiv sein. Die Wettkcvmpf-Ab- r 1918 — befikst jtzlling für Breslau setzt sich aus einer Basket- lie nach Jet: - - — r ' r' m1— chaffen. Bis e „Als Schülerin?" fragte ein wenig ungelenk der junge Gelehrte, der galant fein wollte. Sie lachte ihn aus darob. Ihr Lachen klang herzerfrischend. Richt alle Lehrerinnen konnten so hübsch lachen, dachte der Fahrer, und hatten dabei so ein liebes Frauengesicht mit warmen Augen. Man unterhielt sich. Der junge Geoaraph erläuterte die Gegend, wußte von Wasserscheiden und Gesteinsschichtungen zu erzählen, von Ueberresten ehemaliger Vergletscherung und von Hochmooren, die durch starke Luftfeuchtigkeit entstanden waren. Sie hörte aufmerksam zu, tat kluge Fragen. Die Ferne Schönheit lief auf drei Zylindern, 5er Fahrer bemerkte es nicht. Sie knirschte mit dem Hinterrad, dessen Mutterschrauben ausgeleiert waren, er hörte nur das klingende Lachen seiner Gefährtin. In Bühl brauste gerade der Zug ein. ,Lch fahre Sie bis nach Karlsruhe", sagte er schnell. „Ja? Das ist fein." Aber sie errötete ein wenig dabei. Die Ferne Schönheit brummte eifersüchtig und begann zu trödeln. „Da ist wieder die Düse verstopft", sagte der Fahrer ärgerlich. Das Junge Mädchen meinte, man hätte ja Zeit, und lächelte heimlich verträumt vor sich hin. An einer Tankstelle wurde der Schaden behoben. Er hätte es ganz gut selbst machen können, aber aus einem dunklen Gefühl heraus scheute er sich selbst durchzublasen, der Mund roch dann gleich so nach Benzin. Hm ... Run flitzte man wieder dahin. Der Frühlings- abend mit herrlichem Himmelsgold und einem Ru- bingefunkel hinter blühenden Obstbäumen, fand sie am Ausgang des Gebirges. Es wurde dämmerig, es dunkelte. Die Stadt breitete ein helles Lichterband vor ihnen aus. Da wurden sie schweigsam. Der linke Lichtkegel suchte pflichtgemäß die Straße ab, der rechte tat nichts. Die Ferne Schönheit war sichtlich verstimmt. Und plötzlich neigte sich Kopf zu Kopf. Lippe zu Lippe und der Mann meinte, das sei die schönste Fahrt feines Lebens gewesen, und ob sie nicht auch fernerhin so zu zweien fahren i wollten. Sie erwiderte seinen Kuß und gab zu, i daß er ein guter Kamerad sei, und daß sie es । mit ihm versuchen wollte. fragte der Maler spöttisch. Rembrand erwiderte nichts. Er tauchte einen rbinanb be. [bäum- vierzig WJ ftenburfls * schbrM ** h-j! ch sein und Z ; rdinand, da er s Ruderregatta als Mnnschafiskamps 31.Hubernnt nl tyitl unD schlechte Herrscher hervorgebracht hatte. Den» ?Lman auch sagen, Daß unter Der Regierung Ni- II. manche Grausamkeit begangen morDen fr sie mürben tausenD-, ja millionenfach m Den ties n ?Us ki ^iten gestellt Durch Die Ströme von Blut, Die itU r* N unter Der JuDenherrschaft Des Bolschewismus ^?Wnpnb- An der Bremse hängt dein Leben! For Der Fahrt: Kontrolliere Die Bremsanlage, »ei Beginn: Probiere Die Bremse! Whrend Der Fahrt: Fahre so vorsichttg, daß du V. 1846 Giehen mit 28 Teilnehmern. Gütern abenD wurde hn kleinen Rahmen des h nickte -'urnvereins 1 846 die Teilnahme am Deut- ) w m, iien Turn- und Sportfest in Breslau besprochen, schweb» Verein entsendet zu dieser großen Heerschau m „An ®Urk iir deutschen Leibesübung eine Expedition von io iS Teilnehmern. Don diesen 28 sind 18 aktiv an Den AM Qnbert eUämpfen beteiligt. An Den Mehrkämpfen Der ihp6 • er‘ = irrer beteiligen sich Die Turner Reuter, Gut- etn Slutboi Mtz Müller, L. Herbert, Hamel, Vogt . ^chEmel. AußerDem beteiligen sich Die Tur- lAQ9eMatmoi ri!rijnßn Frl. Schmieder, Ziegler, Hauck für Frau Emmerich an Den Mehrkämpfen Der a°.erW ener: «[gerinnen. An Den volkstümlichen Wettkämpfen e Rußland unter MMichel und Arzb ächer beteiligt. Ferner — iriri der Turnverein 1846 durch Ludwig (3er- ii ^72 Halb und Frau Drewes in den Fechtwettbe- 9t. 67 I vertreten. Der bewährte Faustballspieler ln Nr.3170 I •HHnger wird für eine Mannschaft — voraus- I Mch Ems — Der Turm in der Schlacht fein. Als — IR8,L' 1 lMpftichter sind Sauer bei Den Schwimmwett- i-ewrben und voraussichtlich Oberturnwart Erb ich glaube,men* in'?n turnerischen Wettbewerben beteiligt. Hoffent- 5 letzte Band zen ] i gelingt es Den Turnern unD Turnerinnen des rgangenljeit w Jains, unsere Stadt würdig zu vertreten. “nh t’,t “Ie bl' NTV. Gietzen mit 17 Aktiven dabei. aus dem Hause Roma- Die Bremse so wenig wie möglich notwendig hast! " ' Von diesem wichtigen und doch unscheinbaren Teil hängt nicht nur deine Sicherheit und Dein Leben ab, sondern auch das vieler Volksgenossen! Versagt die Bremse bei voller Fahrt, dann wehe denen, die zufällig in der Nähe stehen. Wie groß ist die Bremstrommel? Wie ein Teller, ünd der Rand entspricht Dem Bremsbelag! Mit diesem schmalen Streifen an jedem Rad bremst man mehrere hundert Kilo von 100 km/st auf 20 herab und wundert sich, wenn es mal nicht klappt. Doch nichts ist falscher, als die Bremse zu zaghaft zu benutzen. Sie schleift Dann auf Der Brems- trommel, bremst nicht gut, aber sie erhitzt sich, und bald finD Die Belege oerDorben. Energisch, doch weich ansetzenb, trete Die Bremse! Und im übrigen: Denke immer an deine zehn Pflichten als Kraftfayrer! E. D. (RAS.) de von der Gießener Ruder-Gesellschaft 1877 inet erntete Regatta konnte aus örtlichen Grün- , , .... ^en nicht am 2. und 3. Juli stattfinden. Der Reichs- User 3urom|(i| mtsleiter, Regierungspräsident Pauli (Ber- etregierung. M JU, hat daher den Termin auf den 6. und 7. August n RomonoM D ^st^fetzt. uf an, den Mi 2>as bietet nun eine Ruder-Regatta dem Laien? i beseitigen. Sie- jk, Freude am sportlichen Wettkampf hat, wer sich . Roh Mden öie miteifeen läßt von Der Spannung eines End- iffen, K---ro*A'”" mmeln, ter büK jl s p- -7 Ktauh 811 0« 10,41 . (Arie 0|,l J'fe yv-J * I 7, können | W '* I Imnfes zwischen Achtern, Dem wird eine Ruder- ....... . ,_D_ta mehr bieten, als manche andere Sportart. 'et toirb. Imov ; |ltn Ruder-Regatten sind Mannschaftskämpfe itte stellen, Ordnung. Hier entscheidet nicht die Glanz- ihm und red)» tttsttng eines einzelnen, sondern hier kämpfen 23ie= Großsürstinm er- und Achtermannschaften, durch monatelanges, is spricht Am» ft Es Training zusammengeschweißt, 2000 Meter witsch, Are v Imc gegeneinander. nmen 5ie 3Ubi' ssiach welchen Regeln werden nun solche Wett- iie haben mburtämpfe ausgetragen? Die Mannschaften wer- r noch Zeit, inä l:enin drei Klassen eingeteilt: Jungmannen, Jumo- inpn peitren und Senioren. Jungmann ist, wer vor dem $ ' aebeti W H Joanuar des Jahres, in Dem Die Wettfahrt ftat v i ini> t, im In- unD AuslanDe noch keine zwei offe-- Mo!Rennen gewonnen hat. Junior ist, wer vor Dem mW «MtO DIU 511 hrt/r in hem hto M ■ W M ch guter seiner Wo».« (Groß-Gerau), Treusch (Reichelsheim), Ehret und zweimal derartig heftig auf den Kopf, daß dich schwächliche Person nach Hause getragen roerbfi Sind Sie leicht abgespannt und müde? Wir wurden heute getraut Heilbronn a. N., 16. Iuli 1938, Trappensee-Gaststätten 4762D Gießen (Asterweg 56 II), den 16.3uU 1938 4732D la Speisen und Getränke 4745D Annerod 4733 D KIRMES 5000(0941,1 M0l!lag.18.M tArmeröder Wühlchen) Der Wirt Balser. 4I8ID 03214 und und Sonntag, den 17. Juli, und Montag, den 18.Juli 1938: Gießen/^ahn Wetzsteinstraße 8 Ludwigsburg Im Tambour 207 Für die anläßlich unserer Vermählung erwiesenen Aufmerksamkeiten und für die uns freundlichst überbrachten Glückwünsche sagen wir unseren allerbesten Dank. Ludwig Haas und Frau (Zmma, geb. Wilhelm. Wieseck, den 16. Juli 1938. Schnitzler in Darmstadt. Ein Wandergesellenheim in Frankfurt a. M. Lager Mühlbachtal. — (Aufn.: Weitershaus.) sen und Waldesgrün kleine weiße Tupfen, eins neben dem andern, in offenem Viereck: unser Zeltlager Mühlbachtal. * Nun sind unsere. Fahrtenteilnehmer fast überall in ihren Bauernquartieren angelangt. Hier werden sie noch drei Tage verweilen, den Bauern helfen, Dolksgemeinschaftsabende aufziehen, die Sehenswürdigkeiten und landschaftlichen Schönheiten kennenlernen, und am kommenden Montag geht's der Heimat zu! Lpd. Frankfurt a. M, 15 Juli. Die Deutsche Arbeitsfront, Abteilung Gesellenwandern, errichtet in Frankfurt ein Heim für wandernde Gesellen. Das Gesellenwandern hat im Dritten Reich ein neues Gesicht erhalten. Nur die besten Gesellen werden auf Wanderschaft geschickt, und es geht natürlich nicht an, daß diese in der Herberge zur Heimat eine wenig würdige Aufenthaltsstätte suchen müssen. Deshalb errichtet die Deutsche Arbeitsfront, die die wandernden Gesellen betreut, in den ver- schiedenften Städten des Reiches Wandergesellen- heime. In Frankfurt entsteht eines der ersten dieser Heime, dessen Schaffung durch einen Beitrag der Stadt in der Höhe von 20 000 RM. möglich gewesen ist. Die bauliche Instandsetzung dieses Hauses ist jetzt abgeschlossen. Es wurden vor allem Schlaf- räume geschaffen, daneben aber auch Gemeinschaftsräume, in denen die wandernden Gesellen zusarn- + Orünberg, 16. Juli. Am Montag, 18 N wird der hiesige Spenglermeister Heinrich AvM Pfeffer 88 I ah r e alt. Er ist der zwettaltch Mann Grünbergs und erfreut sich noch guter @fl, sundheit. Anschaulich weiß er noch von ferner War» derzeit als Geselle zu erzählen, die ihn bis in bi> Schweiz führte. Am 27. Dezember 1937 konnte e das seltene Fest der diamantenen Hochzett begehet. Unfern herzlichen Glückwunsch. * Röthges, 16. Juli. Unser Bürgermeister, zirksbauernführer Wilhelm Metzger und Fra« Anna geb. Döpfer, begehen am morgigen Sonntag 17. Juli, das Fest der silbernen Hochzeit. Eines Tages hackte die K. vor ihrem Haust der Kläranlage Holz. Als die Zeugin M. mit ihn« Kinderwagen an der Angeklagten vorüberfuhr, kam es aus einem nicht geklärten Grunde zwischen bti beiden Frauen zu einem Wortstreit. Als die gleich! Zeugin einige Zeit später mit ihrem Kinderwagen wieder an der Angeklagten vorbeifuhr, wurde des Wortwechsel fortgesetzt. Schließlich ergriff die Air geklagte ein Scheit Holz und schlug damit der N Svezial-Reva- raturwerkstätte Aus der Rückfahrt werfen wir noch einmal einen Blick ins Mühlbachtal. Wie ein Spielzeug liegen unten die letzten Häuser von Nassau, und ein Stück den Mühlbach aufwärts lugen zwischen Wie- kreis Wetzlar. <$ Wißmar, 14. Juli. Gegenwärtig liegt im Bürgermeisteramt der Haushaltsplan bei Gemeinde für das Jahr 1938 auf. 2)ti Haushaltsplan sieht für eine Reihe größerer beitsvorhaden der Gemeinde erhebliche Betrage doe Für die Kanalisierung des Ostteils des Dorfes fini 16 000 Mark, für Unterhaltung und Ergänzung beg WasserroHrnetzes 6500 Mark eingesetzt, ferner stehen Mittel bereit für die Beschaffung von Feuerlösch geraten, für Straßeninstandsetzung usw. Don b« Steuereinnahmen in Höhe von 141 273 Mark fufl als Kreisumlage 14 500 Mark und als anteiligen Kostenbeitrag an die Zweckverbandskaffe 4655 Morl abzuführen. Zum Ausgleich für den Haushalt b(eb ben nach Abzug laufender Ausgaben 66 260 Tlarfi Den Einnahmen aus dem Gemeindewald in M von 59 000 Mark stehen im laufenden Rechnung» fahr 25 000 Mark Ausgaben gegenüber. Bemerken, wert ist, daß die gemeindlichen Betriebe einen Uebeo schuß von 1810 Mark abwerfen. Kleine Strafkammer Gießen. Die T. K. aus Gießen war von dem Einzelricht» wegen gefährlicher Körperverletzung in Tateinheit mit Beleidigung zu zwei Monaten und ein« Woche Gefängnis bestraft worden. Oegtr dieses Urteil legte sie Berufung ein, und sie HM sich deshalb gestern wegen der gleichen Delikte mri der Kleinen Strafkammer zu verantworten. Zte' Anklage lag folgender Sachverhalt zugrunde: in Rödgen am 17. und 18. Juli 1938 Erstklassige Musik und erstklassige Lokalitäten 2 Tanzböden Für Speise und Getränke ist gesorgt Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstaqnoch mittag geschlossen „ Erich Müller Elfriede Müller geb. Holzinger Es laden ein Die Burschen Der Gastwirt: Ludw.Schäfer Ihre Vermählung zeigen an Eugen Stöhr, Studienassessor Lotte Stöhr, geb. Wehrheim rnensitzen und ihre Erfahrungen und Erlebnisse aujM wissenschaftlichen und praktischen Gesichtspunkten ausführlnv" läutert und geben damit jedem eine gründliche w» Klärung, der mit dem Naturschutz, mit der Natur üb>^ Haupt, sei es beruflich oder als Liebhaber und turfreund in Berührung steht. Nicht nur die amtlpc® Stellen, nicht nur Wissenschaftler, Lehrende und Lernend«, und Pflanzenfteunde, nicht nur Erzieher, Richter und wälte müssen über die Fragen des Naturschutzes unterrichtet r® sondern auch botanische Vereine, Naturalien- und barien-Handlungen und Lehrmittelgeschäfte, PrE ratoren, Ausstopfer, Pflanzensammler, Sd)mudt<‘ sig-Derkäufer, Kranzbindereien und die mit derm»^ wachung der Markte beauftragten Beamten, vetP Hüter, Polizeiftellen usrv. Bestellungen nehmen alle Buchhandlungen entgegen. Sm Bttmömet Wog. Bln.-tUledt» fommerfefi auf der tfiadenburgl I Großen-linden KilMSaUf bcrpltitie im „Rebstock“ in Apotheken u. Droge- Ws D xV- haste - ftuino- s'Lr schen unh des < in M Ä' was ein- jedweden viel' gute Uebrigens,^ zerbncht' her selbst ne böse s. wrechenh ist jl’** 8 „Segne, fjältft » wirst t sanften Genügsamkeit Worte, hie -~ Mnfutt^aU wenn e und im so Hab Bönen Gem „Armenstock" ju „Eine ( dieselb' Am EHrenpla dort noch keine die zu mancher dert. Aus einer Ebenso bead Spartopses: i „Vor dur mög' um Ein süddeu „Ein der | keine und Besonders decken eine $ gewesen, wie Grenze aus „Ich ha! und wen M b$i unb nxnb schnurrig m inschrist: „0 @i daß! Kernig und: „Xu rei wenn X der mi der hi Ium Cchli — bewußt i stammt aus । Grabstein en „hier W her Schule Zwei Aonia lkrheberrechtsch. '7 'N geie J"' Weil, i Kri "* fein (?er. ft ob eV2(?inQUf Äe °de Hit Je? dahin J'h«i mit W« wf »er fceftan) 2*r, ei, 2". ichwai W war. ,7 ganze St bet io«s’ Unstet ^renbent ®orüh;er JOr»i «1“, ?' ’fo bis? °'l»N l05„; H°chm btjt ®ör9ermeiftn dg°r unb - ^gigfnSo' "^°chj-n .‘«'n Jb ««5$ c. Redaktion. Uhr. ©ametoc ?7,w°rtig lieg -pla/ ; LP38 aus, Ni gröber» ?lche Betrüge. des Doch; und Ergänz^ 9eHt ferner h ng v°n Feuert R ufo. $on 141273 Mart und als antei mbstaffe 4655 5 \en haushal, . gaben 66260 S i neindewald in t j ufenden Rechw ! Müder. B« betriebe einen 11t 3 ur Gich 'N dem Emzck: 4 tzung in Tat^ < natenunöt , lst worden. 6 • g ein, und sie gleichen Delikt - verantworten. $ halt zugrunde: vor ihrem hau Zeugin M. mit : ten vorüberjuhr Zrunde zwischc streit. Als die 9 ihrem Kindew orbeifuhr, wurde glich ergriff du: schlug damit der den Kopf, datz; rse getragen mt- ng 0 ffy^rte wie Da fi4 aben, mrde die ' Körperm/eßunc eimSefängr , ■en verurteilt. ;5,tn,Ä müde Unwohlsein, b schwache Wr[ lrästigen und. hrstillat Kloster 2 SH ZÄS' -SmS-' sO rung " desti"^ M nn. 3.60- AoiM-tz ÄÄ-.tz rJgss S>>K .-«LH WA- 16./17.3ulil938 Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Nr. |64 Drittes Blatt vor» Wenn der Schrankenbaum sich senkt ein vielleicht B. die ein „Zwei hinter Gisela" von Hans Hirthammer Dem Auge das Beste! Lassen Sie sich beraten von Optiker Jlia&nus dem Optiker Ihres Vertrauens / Seltersweg 33 / Kassenlieferant. glas Westdeutschlands ziert: „Segnet Gott dir Trunk und Bissen, hältst du sauber dein Gewissen, wirst du auf dem Ruhekissen sanften Schlafes Trost nicht missen." Genügsamkeit und neidlose Freude verraten Worte, die — mit der Jahreszahl 1741 — Pfeifenfutteral zierten: „Ich liebe, was fein ist, wenn es auch nicht mein ist und mein auch nicht werden kann, so hab ich doch mein Gefallen dran." Schönen Gemeinsinn zeigt der Vers, mit dem „Armenstock" zur Spende einlädt? „Eine Gutthai, die bei Zeit geschicht, Radegast suchte nach einem sicher verschließbaren Aufbewahrungsort. Die Schublade des Tisches erschien ihm geeignet, er brachte die Schriftstücke dort unter. Doch dann mochte ihm einfallen, daß Frau Stadelmann vielleicht einen zweiten Schlüssel zu dieser Schublade besaß. Er nahm die Mappen wieder heraus, barg sie in seinem großen Koffer, schloß ihn sorgfältig ab und verstaute ihn über den Kleiderschrank. Dann goß er Wasser in die Waschschüssel und wusch sich den Reisestaub von Gesicht und Händen. Als er sich einen frischen Kragen umgelegt und sich das Haar sorgfältig gekämmt hatte, zündete er sich eine Zigarette an und trat an das Fenster. Auf dem Hof war beim besten Willen nichts Besonderes zu sehen. Trotzdem starrte Walter Radegast unentwegt hinab, während er Zug um Zug den Rauch der Zigarette tief in sich einsog. Run war also der erste entscheidende Schritt getan. Es gab kein Zurück mehr. Roch heute, gleich nachher, wird man diese Frau Malick aufsuchen, wird ihr die ganze Sache vortragen. Und wenn man zu einer Pereindarung mit ihr gelangte, dann nahmen die Dinge unaufhaltsam ihren Lauf. Wenn aber die Malick ihre Unterstützung verweigerte? Zum Teufel, dann mußten eben andere Möglichkeiten gefunden werden. Man hatte den Beruf, die Stellung auf gegeben, man hatte alles auf diese eine Karte gesetzt, nun hieß es eben mit aller Entschlossenheit sich in das Ziel verbeißen. Sie wird schon mit sich reden lassen, diese Frau Dorothea Malick. Schlimmstenfalls hatte man gewisse Tatsachen in der Hand, um einen sanften Druck auf die Dame ausüben zu können. Walter Radegast drückte die Zigarette aus, schlüpfte in den Mantel, letzte seinen Hut auf und verließ die Pension. Eine knappe Stunde später stand - er vor einem Haus in der Reanderstraße, wohin er sich schließlich durchgefragt hatte. Er mußte drei Treppen emporsteigen, bis er die Wohnung von Frau Malick Er war überrascht, ja beinahe bestürzt, als ihm Frau Malick gegenüberstand. Er hatte sich „die Malick" als eine nicht mehr sehr junge, robuste Person vorgestellt und fand eine ungewöhnlich hübsche, sehr elegant gekleidete junge Dame vor. Seine Sicherheit geriet bedenklich ins Wanken, er war nahe daran, eine Entschuldigung zu stammeln und unverrichteter Dinge das Wette zu suchen. Herr — Radegast, wenn ich recht verstanden habe?" Sie musterte flüchtig seinen Mantel. „Was — verschafft mir das Vergnügen?" Ort: der Bahnübergang in der Frankfurter Straße. Es ist früh am Nachmittag. Der Fußgängerverkehr ist rege im Gange. Auf der Fahrbahn flitzen die Kraftwagen und Motorräder in beiden Richtungen rasch vorüber. Einige Radfahrer, ein Pferdefuhrwerk und zwei Männer mit Handwagen winden sich durch den Trubel hindurch. Kurzum: es herrscht der Hochbetrieb im Verkehr, den wir alle täglich öfter an dieser Stelle beobachten können. Nun tritt der Schrankenwärter der Reichsbahn aus seiner Bude. Ein kurzer Blick nach rechts und nach links, dann richtet sich das Auge mit besonderer Spannung hin zur Strecke von Grünberg her. Mit kräftiger Hand faßt der Mann die Kurbelgriffe der Schrankenbäume. Langsam beginnen sich die beiden mächtigen Sperrbäume zu senken. In diesem Augenblick entsteht — wie so oft am Tage — auf dem Fußweg und auf der Fahrbahn eine Hetzjagd. Jeder versucht, noch, vor dem erwarteten Zug die andere Seite zu gewinnen. Ein Glück, daß der Zug noch ein ansehnliches Stück entfernt ist. Denn.ausgerechnet einer von den Zwergen des Fährverkehrs, ein kleiner Handwagenzieher, hat den unvernünftigen Ehrgeiz, noch unter der fast schon geschlossenen Schranke hindurchzuschlüpfen. Der Schrankenwärter ruft ihm nachdrücklich ein warnendes Wort zu, er läßt ihm aber doch noch — da der Mann sich mitsamt seinem Karren schon auf den Schienen befindet — die Möglichkeit, unter dem tm letzten Augenblick noch festgeftellten jenseitigen Schrankenbaum hiüdurchzukommen. Kaum ist der Mann hinüber und der Schrankenbaum nun geschlossen, da brauft auch schon in flotter Fährt der Zug über den Straßenübergang. Parallel mit dem Handwagenkutscher ereignet sich die gleiche Hetzjagd auf dem Fußgänger-Ueberweg. Auch hier geht, dank der sorgfältigen Aufmerksamkeit des Schrankenwärters, alles gut ab. ' Dieser glückliche Ablauf kann wohl stets überall da als Regel angenommen werden, wo der Schrankenwärter an dem Bahnübergang selbst Dienst tut und alle Vorgänge genau überblicken kann. Anders ist es bei Bahnübergängen an der Peripherie der Stadt ober im freien Feld, die nicht mit einem | Schrankenwärter besetzt sind, sondern von dem näch- Unser neuer Vornan. Nachdem wir in der letzten Nummer des Gießener Anzeigers den Abdruck des Romans „Die Liebesfuge vom Gardasee" von Hans von Hülsen beendet haben, beginnen wir in der heute erscheinenden Ausgabe unseres Blattes mit der Veröffentlichung eines neuen großen Romanwerkes, von dem wir uns einen nicht minder starken und einhelligen Erfolg in allen Schichten unserer Leserschaft in Stadt und Land versprechen dürfen. Der Roman heißt in der Mitte eine genügend breite Fahrbahn Händen fein. Die Fertigstellung der Verbreiterungsarbeiten soll mit möglichster Beschleunigung er- Aus Der Stadt Gießen. Humorvolle Bauernweisheit. Der Bauer würzt seine Philosophie, die aus kern- haster Weltanschauung erwächst, gern mit einem Körnlein Humor. Er hat seine Freude daran, in aller Beschaulichkeit Gedanken zu drechseln und enthält diese seine Meinung über „Gott und die Welt" auch andern nicht vor. So finden wir in der deutschen Bauernkunst an Haus und Gerät manchen Spruch — und zwar, wie es dem Angehörigen des „Volkes der Dichter und Denker geziemt, vorwiegend in Reimen — und manches Kernwort, das mahnend zur Selbstbesinnung und zur besinnlichen Betrachtung Fremder einlädt. So stand z. B. auf einem Milchtopf, der hoffentlich noch nicht in Scherben ging: „Es segne Gott zu jeder Stund', was ein- und ausgeht deinem Mund, jedweden Tropfen Milch im Topf, viel' gute Gedanken und Spruch' im Kopf!" Uebrigens, recht sozial-einsichtig ist — da wir gerade von Scherben sprachen — dieser alte Tellerspruch: „Die Schüssel ist aus Erd' gemacht; wenn sie zerbricht, der Töpfer lacht." Auf einem anderen Eßgeschirr war zu lesen: „Wer nicht traut, hat selbst ’ne böse Haut." Wirklich „moralphilosophisch" im besten Sinne und guter deutscher Denkart entsprechend ist dieser Spruch, der ein ländliches Wein- Verbreiterung der unteren Kaiserallee Brunnenanlage an der Ecke Licher Straße-Kaiserallee entsteht. Der Fremde zögerte. Er blickte blinzelnd an dem Haus empor. Es war ein altes Gebäude, dessen Verputz längst der Erneuerung bedurft hätte. Endlich schien der Mann sich zu einem Entschluß durchgerungen zu haben. Er betrat das Haus und stieg die Treppe empor. Im ersten Stock zeigte ihyi ein weiteres Schild, daß er vor der Tür der „Pension Staüelmann" angelangt war. Er stellte den Koffer ab unb klingelte. Schlürfende Schritte wurden vernehmbar, und bann erschien eine Frau auf der Schwelle, die den Eindruck erweckte, als sei sie eben erst aus, dem Bett gestiegen. Außerdem schien sie mit einem rheumatischen Leiden behaftet, denn sie hielt den unfrisierten Kops ständig schief. Sie musterte den Fremden mit mißtrauischen Blicken, jedoch mochte das ansehnliche Gepäck ihre Bedenken zerstreuen. „Ein Einzelzimmer, vermute ich. Kommen Sie! Der Fremde folgte ihr willenlos und fand sich schließlich in einem halbdunklen Raum, dessen einziges Fenster auf einen engen Hof hinaussah. Die Einrichtung mar altmodisch, keineswegs üppig, aber in einem leidlich sauberen Zustand. „Sie sind von auswärts?" „Ich komme aus Breslau!" „Ach, aus Breslau! — Das Zimmer kostet eine Mark fünfzig pro Nacht. Ohne Frühstück. Wenn Sie für einen ganzen Monat ab schließen, macht es dreißig Mark, zahlbar im voraus." Der Fremde nickte und stellte fein Gepäck ab. „Schön, für einen Monat also. Es kann auch fein, daß ich länger bleibe. Ich habe — geschäftlich in Berlin zu tun. Kann ich die Miete gleich entrichten. Frau Stadelmann tauchte endlich auf. „Gewiß, fehr freundlich! Ich schreibe Ihnen sofort die Quittung aus. Wie ist Ihr werter Name? „Radegast! Walter Radegast!" „Sehr schön, Herr Radegast! Wenn Sie übrigens mit voller Pension--?" , „Nein, danke!" wehrte Radegast ab. „Ich versorge mich selbst!" „Wie Sie wünschen!" , r„ .. . Als Frau Stadslmann das Geld für die Miete an sich genommen und das Zimmer verlassen hatte, begann Walter Radegast in großer Eile [einen Koffer auszupacken. Er verstaute seine Havstlig- keiten im Kleiderschrank und in den Schubfächern des Waschtisches. Der Inhalt der Aktenmappe schien besonders wertvoll zu sein. Er bestand aus mehreren blauen Pappumschlägen, sogenannten Schnellheftern Die wichtige Dokumente und Schriftstücke zu enthalten schienen. folgen. Bei dieser Gelegenheit will die Stadtverwaltung jetzt schon auch eine Verbreiterung des Bürger st ei g es vor dem Gebäude des Gaswerkes und dem Haufe der *i*1 3 Standarte an der Ecke Gartenftraße-Hinben- burgwall dadurch vornehmen lassen, daß vor beiden Gebäuden die Vorgärten beseitigt werden. Man wird also durch diese Verbreiterung auch für den dortigen Brennpunkt des Verkehrs günstigere Ueberfichtsverhältniffe erhalten. Gleichzeitig soll die schon seit längerer Zeit projektierte Brunnenanlage auf der Ge- ländespitze an der Gabelung Kaiser- all e - L i ch e r Straße geschaffen werden. Für dieses Projekt hat die Stadtverwaltung im März einen Wettbewerb zur Erlangung von geeigneten Entwürfen einer Brunnenanlage durch geführt. Mit der nunmehr beginnenden baulichen Neugestaltung wird dem seit einigen Monaten an dieser Stelle bestehenden wenig Erfreulichen Straßenbild ein Ende bereitet. Der jetzige Reklamestand mit der Uhr wird im Zuge der Neugestaltung an die Ecke des Grundstücks an der Kaiserallee zurückversetzt, so daß der Uhrturm künftighin seinen Platz ein Stück hinter der Brunnenanlage haben wird. Der große Gittermast der Stromleitung, der das Bild der Brunnen- anlage Jtören würde, wird in Zukunft fortfallen. sten Posten aus bedient werden. Wenn an einem vlchen Uebergang leichtfertige Menschen trotz der geschlossenen Schranke sich auf dem Bahnkörper befinden, so liegt die Möglichkeit eines Unglücks natürlich sehr nahe. Aber auch an Strahenüber- gängen, die mit Schrankenwärterposten besetzt sind, kann ein Unglück im Handumdrehen passieren, wenn der Passant sich zu dicht an den odjrantenbaum stellt oder wenn er infolge seines Leichtsinns sich in der letzten Sekunde noch innerhalb des cck- gefperrten Raumes zwischen dem Schienenstrang und der Schranke befindet, ein Fall, der in der Regel nicht etwa eine Unachtsamkeit oder ein Verschulden des Schrankenwärters bedeutet, sondern vor allem auf den sträflichen Leichtsinn und auf die unsinnige Minutenjagd allzu hasttger Passanten allein zurückgeführt werden muß. Mark, Suppenhühner —,90 bis 1,05 Mark, Wirsing, grün, 10 bis 15 Pf., Weißkraut 12 bis 15, Rotkraut 30, gelbe Rüben, das Bündel 10 bis 12%, % kg 20, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 20, Römischkohl 8 bis 12, Bohnen, grün, 30 bis 55, Erbsen 18 bis 25, Tomaten 25 bis 50, Zwiebeln, das Bündel 10 bis 15, % kg 15 bis 18, Rhabarber 10 bis 15, Pilze 45 bis 50, Kartoffeln, alte, 5, 5 kg 44 Pf., 50 kg 3,30 bis 3,90 Mark, neue, % kg, 8% bis 9 Pf., 5 kg 85 bis 90, Pfirsiche 45 bis 50, Himbeeren 45 bis 50, Dörrobst 40, Kirschen 60 bis 70, Stachelbeeren 25 bis 45, Johannisbeeren 35 bis 40, Erdbeeren 50 bis 65, Blumenkohl, das Stück, 10 bis 50, Salat 5 bis 10, Salatgurken 30 bis 70, Einmachgurken 5 bis 8, Oberkohlrabi 5 bis 8, Suppengrün 5, Rettich 5 bis 15, Radieschen, das Bündel 5 bis 10 Pf. * ** E i n Fünfundachtzigjähriger. Am kommenden Montag, 18. Juli, kann der Lokomotivführer i. R. Georg Ott, Hinter der. Westanlage 15 ' wohnhaft, in körperlicher und geistiger Frische seinen 85. Geburtstag feiern. , „Ich war bis vor wenigen Tagen beim Notar Kindlmann in Breslau angestellt." „Ah!" Frau Malick hab überrascht und etwas beunruhigt den Kopf. „Dann handelt es sich wohl um diesen gräßlichen Prozeß, der mir schon so viele schlaflose Nächte--" „Ich besitze eine Abschrift der gegnerischen Akten und kann Ihnen vielleicht einige wertvolle Rat- schlüge geben, aber eigentlich komme ich in einer persönlichen Angelegenheit." Frau Malick vollführte eine unnachahmlich liebenswürdige Handbewegung. „Treten Sie dock näher, Herr Radegast! Wollen Sie nicht ablegen? ' Nichts tat Walter Radegast lieber. Das schlanke junge Mädchen, das ihm vorhin die Tür geöffnet hatte, nahm ihm den Mantel ab. Dabei warf es einen heimlichen Blick auf Frau Dorothea. „Herr Kagereit wird bald kommen!" „Führen Sie ihn ins Musikzimmer! Er soll warten!" , „ , . Herr Kagereit mußte sehr lange warten. Er spielte sämtliche Schallplatten von Frau Dorothea durch, verbrauchte eine Unmenge von Nadeln und verqualmte aus Rache sämtliche Zigaretten, die er im Notenschrank gefunden hatte. 2. „Sie sind ein ganz durchtriebener Halunke!" lachte Dorothea Malick, während sie den Scheck ausschrieb. „Fürs erste wird der Betrag genügen. Sie müssen ja überhaupt erst sehen, ob diese junge Dame noch frei ist und Lust hat, sich mit Ihnen einzulassen. Wie hieß sie gleich?" r. __ „Gisela Mertens! Ein hübscher Name, finden 6te nicht?" r „Wenn die Kleine sich aber nun als ausgewachsene Vogelscheuche entpuppt?" „Das wird mich nicht abhalten. Immerhin wollen wir den Teufel nicht an die Wand malen." „Ich höre ja bald von Ihnen. Und kneifen Sie mir morgen- abend nicht aus! Es ist nur vorteilhaft, wenn ich Ihnen einen gewissen großstädtischen Schliff beibringe. Kagereit wird mit dabei fern, von dem können Sie allerhand lernen!" „Ich bin Ihnen aufrichtig dankbar!" sagte Walter Radegast, während er sich von der Zofe in den Mantel helfen ließ. Frau Dorothea duldete großmütig, daß er nnt feinen Lippen ihren Handrücken berührte. Es mar ein sehr verwandelter, sehr selbstbewußter Herr Radegast, der nun, einen Schlager vor sich hinpfeifend, die Treppe hinabschunkelte. Der Scheck knisterte angenehm in seiner Brusttasche. (Fortsetzung folgt!) bieselb' ist doppelt ausgericht't." Am Ehrenplatz im Bauernhaus stand, als man dort noch keine Sparbücher kannte, die Sparbüchse, die zu mancher Überlegfamen Reimerei herausfordert. Auf -einer ist zu lesen: „Diel Zehren und Gasten leert Keller unb Kasten." Ebenso beachtlich ist das Derslein eines anderen Spartopfes: „Dor dummem Zehren und böslichem Sparen mög’ uns der liebe Herrgott bewahren." Ein süddeutsches Gasthaus trägt diese Inschrift: „Ein solcher Gast ist viel wert, der sein Geld mit Lust verzehrt, keinen Streit und Händel macht und aufs Zahlen ist bedacht." Besonders beliebt ist in vergangenen Jahrhunderten eine Inschrift an der Straßenseite des Hauses gewesen, wie z. B. diese von der sächsischcköhmischen Grenze aus dem Jahre 1704: „Ich habe nächst Gott gebaut ein neues Haus, und wenn er will, so muß ich und alle hinaus. Gott behüte diesen Ort und ganzes Land und wende von uns ab Unglück und Brand!" Schnurrig wirkt die folgende niederdeutsche Haus- inschrift: „O Gott bewahre dieses Haus, daß Doctor und Afkaten bleiben raus." Kernig und deutsch ist die folgende Giebelanschrift: „Tu recht, steh fest, kehr dich nicht dran, wenn dich auch tadelt manch ein Mann; der muh noch kommen auf die Wett, der tut, was jedem Norm gefällt." Zum Schluffe noch eine Grabinschrift, die ja oft — bewußt aber unbewußt — humorvoll ist. Sie stammt aus alemannischen Gauen unb schmückt den Grabstein eines Lehrers unb Organisten: „Hier schläft nach langer Arbeit sanft genug, ber Schüler, Orgel, Weib unb Kinder schlug," In ber nächsten Woche wirb die Stadtverwaltung mit den Vorarbeiten zur Verbreiterung der unteren Kaiserallee zwischen Mo'ltke- straße und Lubwigs platz beginnen lasten. Es handelt sich bei dieser Arbeit, -roie wir früher schon berichteten, um die Schaffung günstigerer Verhältnisse für den von der oberen Kaiserallee und von der Reichsautobahn her durch die Licher Straße kommenden bzw. durch beide Straßen nach auswärts führenden erheblich stärkeren Fährverkehr, für den die Fahrbahn in der jetzigen Breite bei weitem nicht mehr genügt Eine Reihe von Grunb- ftütfsanliegern hat in verständnisvoller Welse die dringende Notwendigkeit dieser Maßnahme anerkannt und sich bereitwillig den Belangen der Allgemeinheit dadurch gefügt, daß sie schon nach kurzer Verhandlung sich bereit erklärten, bas Vorgarten- gelänbe für bie Zwecke ber Straßenverbreiterung an bie Stabt abzutreten; soweit von anderen Grundstückseigentümern der gleiche Entschluß bis jetzt noch nicht vorliegt, darf man wohl hoffen, daß auch hier das berechtigte Interesse der Allgemeinheit die gebotene verständnisvolle Würdigung fihöet. Die Verbreiterung zwischen der Mottkestraße unb dem Ludwigsplatz wird.derart geschehen, daß etwa das jetzige Dorgartengelände auf beiden Seiten künftighin Bürgersteig wird und die jetzigen Bürgersteige in die Fahrbahn einbezogen werden, so daß auch die Bäume auf beiden Seiten in Fortfall kommen. Dadurch wird in Zukunft in dieser Straßenstrecke beiderseits ein ausreichender Bürgersteig und und ist genau so fesselnd und temperamentvoll geschrieben roie Die früher bei uns erschienenen Romane des begabten jungen Autors — „Abenteuer in Paris" unb „Skanbal um Doktor Vanbergruen" —, an bie sich viele Leser gewiß noch mit Vergnügen erinnern werben. „Zwei hinter Gisela" ist ein Liebesroman unb ein Kriminalroman zugleich, lebenbig ' unb fpannenb, humorvoll unb dramatisch erzählt, mit vielen Steigerungen unb Überraschungen im Lause der organisch aufgebauten unb schnell fortschreitenden Handlung. Der Liebeshandel und ber Kriminalfall sind auf eine so geschickte und abenteuerliche Weise miteinander verbunden, daß man von der ersten bis zur letzten Fortsetzung von den Begebenheiten in Atem gehalten wird. Wir sind überzeugt, daß alle unsere Leserinnen und Leser' diesen neuen Roman mit wirklichem Vergnügen und ständig wachsender Anteilnahme verfolgen werden. Der Schlußappell unserer Pimpfe. Am nächsten Montag, um 10.30 Uhr, findet zu Beginn der Hessen-Nassau-Fahrt des Jungbannes 116 der große Schlußappell aller 840 Fahrtteilnehmer auf dem Platz vor der Alten Klinik statt. Die Bevölkerung und die Ettern werden herzlich dazu eingeladen. Der Svnderzug, ber die Teilnehmer, in ben Unterlahnkreis bringt, roirh um 11.35 Uhr ab- fahren. Gietzener Wochenmarktpreiie. * Gießen, 16. Juli. Auf bem heutigen Wochen- marft kosteten: Feine Molkereibutter, % kg, 1,52 Mark, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, bas Stück, 4 bis 9, Eier, beutsche, Klasse S 13, Klasse A 12%, Klasse B 12, Klasse C 11%, Klasse D 10%, Enteneier 11% bis 12%, Tauben 50 bis 60 Pf., junge Hähne, % kg, 1,10 bis 1,15 Zwei hinter Gisela Vornan von Hans Hirthammer. Urheberrechtschutz Verlag Oskar Meister, Werdau/Sa. Nachbruck verboten. 1. Er kam mit dem Personenzug um neun Uhr siebzehn auf bem Bahnhof Friebrichstrahe an. Sem Gepäck bestanb aus einem großen Reisekoffer aus Vulkanfiber, einer kleineren Hanbtasche unb einer ledernen, schwarzen Aktenmappe, die ziemlich abgenützt war. Die ganze Strecke von Breslau her hatte er in einem Buch gelesen. Nun steckte er es in bie Aktenmappe, nahm den Kneifer ab, raffte fein Gepäck an sich unb haftete aus dem Zug. Eine Weile ftanb er, fremb, wie verloren, inmitten ber Menschen, bie ben Bahnsteig bevölkerten. Das Drohnen der Stadtbahnzüge, das Zischen der LokomDtiven, das Gedränge der Reisenden, bie dem Ausgang zustrebten, all dies schien ihm ungewohnt zu sein. Es verwirrte ihn, seine Augen glitten ängstlich durch den weiten Raum. Ein Gepäckträger sah ihn stehen und bot ihm seine Dienste an. Der Fremde wehrte beinahe heftig ab, nahm sein Gepäck noch fester an sich und setzte sich aufgeschreckt in Bewegung. Er kam hinaus auf die Straße und wurde sogleich, ob er wollte oder nicht, mit fortgenssen vom Mrbel des Verkehrs, der sich roie ein brausender Strom durch die Friedrichstraße wälzte. Er trieb dahin, willenlos, ohnmächtig, bis es ihm mit großer Anstrengung gelang, sich in eine stillere Seitenstraße zu retten. Aufatmend blieb er stehen, sein Blick hatte etwas Gehetztes, Unstetes, und wer ihn so sah, in dem von der langen Reise oerfnüUten Ulster, mit seinem formlosen Filzhut, der mochte vermuten, daß mit dem Manne nicht alles in Ordnung war. Der Fremde, der sich allem Anschein nach zum erstenmal in Berlin befand, setzte seinen Weg fort, während er sorgfältig die Häuser musterte, an denen er vorüberging. Nach etwa fünf Minuten blieb" er wieder stehen. Sein Blick war auf ein Türschild gefallen, das ferne Aufmerksamkeit erregte. „Pension Stadelmann" ftanb da, in eine große Messingtafel eingraviert. Unb baneben hing eine Papptafel: „Stets billige Einzelzimmer frei!" Dorrwiiren. Tageskalender für Samstag. Gloria-Palast (Settersweg): „Scotland Yard greift ein". Tageskalender für Sonntag. Gloria-Palast (Settersweg): „Scotland Yard greift ein". __ Im eigenen Interesse aller Passanten ber Bahnübergänge — ganz gleich ob Fußgänger, Kraftfahrer, Stäbler ober Hanbroagenzieher — sei hier wieder einmal bie dringende Mahnung ausgesprochen, beim Passieren der Bahnübergänge nicht leichtfinnig zu sein. Hier sollte sich jedermann die Richtlinien zu eigen machen, bie auch bei den Dienststellen der ‘ Reichsbahn gelten: Wenti ber Schrankenbaum s i ch senkt, hat jebes Betreten des Uebergangs zu unterbleiben. Erst wenn die Schranke wieher geöffnet ist,kann ber Uebergang paffiert werben. Wer danach handelt, wird auf bem Bcchnübergang keine Gefahr laufen. Er roirb verschont werben von bem Schicksal, baß er bas Opfer eines Unglücksfalles roirb, nur weil er eine Minute Zeit ersparen wollte! Bäder. Sommerfrischen, Wochenende und Ausflugsorte Durch den Odenwald zum Aeüarlal! lichen Zipfel durchschneidet. Herbstein (Vogelsberg) Alsfeld (Oberhessen) Bad Selters am Vogelsberg Gasthaus Deutsches Haus Gasthaus zum Weißen Roß Bes. Hch.Fortnagel.Fernspr.65. Bes.: Rich.Dabmer. Marktplatz 5. Eigene Metzgerei. Vorzügl. reich!. Fernspr. 19. Eig. Metzgerei. Bad Verpfleg. Bad im Hause. Sonn. Zimmer mit herrlicher Fernsicht. Butzbach (Wetterau) Hoherodskopf Bad-Nauheim Flensungen (Station Mücke) Homberg (Oberhessen) Bad Salzhausen (Oberhessen) Grünberg (Oberhessen) Lauter bei Grünberg Hermann Schmal! Fernruf: Alsfeld 496 Waldlust Bad-Nauheim. Fernspr. 2451. Die Apfelwein-Oase mit einem der schönsten Gärten der Wetterau. — Verschiedene Gesellschaftsräume. — Eigene Metzgerei - gut bürgerliche Küche. Mittwoch, Samstag und Sonntag Unterhaltungskonzert mit Tanzeinlagen. Gesellschaftsreisen und Betriebsfeiern finden vollste Zufriedenheit von Führung und Gefolgschaft. Bes.: Fritz Haag. Pension Schweizerhaus. Landhausneubau, dir. amWald, 3 Zim.m. je 2 Betten, flieh. Mass, reich!, gute Berpsl.,Landwirtsch., 9Iutofi(iTtinen.Bes.K.tieiss.'ZeL14 Gasthaus Zur Erholung Inh.: Frau H.P.DuchardtPZwe., Fernspr. 321. Eigene Metzgerei. Bekannt gute reichliche Verpflegung. Fliebend.Wnsser. Garagen. Wickram aus Kalmar im deutschen Elsaß Anno 1555 die Reiselektüre. Er stellte eine Sammlung von Schwänken zusammen und nannte sie recht passend: „Das R o l l w a g e n b ü ch l e i n", eine Fundgrube alten Volkshumorr und alter Volkskultur! Spater gab man noch eine andere Art von Volksbüchern heraus, die zumal den reisenden Kaufleuten dienten. Sie enthielten Angaben über Entfernungen, Termine von Messen und Märkten, Empfehlungen von Butzbach, die altertümliche Stadt am Nordosthang des Taunus. Hiflor. Marktplatz mit Brunnen u. schön. Fachwerkbauten. Heimat- u.Trachtenmuseum. Geschichtsdenkmäler aus Mittelalter u.Römer- zeit. Ausflüge in die waldreiche Umgebung. Schöner Ausblick vom „Sckren^er" in die Gefilde d. Wetterau. GuteHotels«.Gaststätten. Grttnberg. Die Sommerfrische an Wald und Wasser, malerisch am Fuße des Vogelsberges gelegen. Herrliche Spaziergänge in den Tälern, in prächtigen Tannen- und Laubwäldern, Ausfluge nach dem hoben Vogelsberg. Eisenbahnknotenpunkt. Gute Gaststätten. Großes Waldschwimmbad. Prosv. durch die Stadtverwaltung. Bingmühle. '/«Std.v. Gründ.,Std.v.Laubach.Tel.4( Gründ.) Ausflugsort. Ik» Verpflegung. Pension RM. 9,50. Landwirtschaft. Immer wieder entzückt die holde Verschwiegenheit der kleinen Städte, mit ihrer alten, an den Jahrhunderten gesättigten Kultur, die Lieblichkeit der wechselnden Fluß-, Wald- oder Gebirgslandschaft, in die sie hineingebaut sind wie in einen großen herrlichen Park. Bis Miltenberg, das mit Recht eine der schönsten Städte Deutschlands heißt, begleitet uns der Main zur Rechten, bis wir nach Süden abbiegen. Run müssen wir uW entscheiden, ob wir den weiteren Bogen über Michel- stadt, Erbach, Hetzbach, Beerfelden oder den direkteren Bogen über Amorbach, Ernsttal, Eberbach ins Neckartal hinunter nehmen wollen. Beide sind verlockend genug. In oft schon recht steilen Windungen ziehen sich die ausnahmslos tadellosen Straßen des Odenwaldes durch hohen Buchen- und Laubbestand. Jedem norddeutschen Besucher wird die Ueppigkeit und Dichtheit des Pflanzenwuchses, die gewaltige Höhe und Breite der Baumkronen auffallen. Ver- ........... ‘' ' ' i an den Südab- Hotel Frankfurter Hof.Bes. Hch.Deeg. Fernr. 23 l Homberg). Nachtanschl. Gießen—Homberg. Bad, fließendes Wasser, Garage. Schöner Wochenendaufenthalt. Neue Kraftpostlmien am Bodensee. BV. Vom 11. Juli ab verkehrt eine neue Kraft- postlinie am Bodensee, welche Ueberlingen mit Meersburg verbindet. Die Linie hat täglich Anschluß an die Schwarzwaldpost in Ueberlingen. Im Schwarzwald verkehrt vom 1. Juli ab die Kraft- postlinie Titisee—Saig—Lenzkirch—Schluchsee, eine Linie, die durch landschaftlich reizvolle Gegenden des südlichen Schwarzwaldes führt. im Hause. Garage. Bekannt flute Verpflegung bei mäßig. Prersen. Flensungerhof Christi. Erholungsheim Post und Station Mücke in Oberbessen. - Werbeschrift auf Verlangen. Städtchen Soden mit der hochragenden Stolzen- berger Huttenveste darüber oder von Wächtersbach, von dem eine mittelalterliche Wehrkirche herübergrüßt — die ganze Landschaft trägt ein froh- machendes Gepräge. Wie festlich stimmt der Anblick der' alten Kaiserstadt Gelnhausen, die sich so malerisch an den letzten Ausläufer des Vogelsberges anschmiegt! Hinter dieser Stadt, die uns noch weithin abwärts im Kinzigtale nachblickt, sind es die Schlösser der Herren von Isenburg, die uns zu- wiNken. Ueber fernen Wäldern grüßt der prächtige alte Herrensitz der Isenburger, die Ronneburg. Im weiten, anmutigen Parke liegt nahe des großen Schienenstranges Schloß M e e r h o l z ; unweit davon, ebenfalls Sitz einer Isenburger Fürstenlinie, Schloß Langenselbold, und dann nehmen uns die weitgedehnten, schattigen Waldungen der „Tiefen B u l a u", des alten Reichsforstes, auf, der mit seinen riesigen Baumbeständen einen reizvollen Gegensatz zu den sommerlich glänzenden Kornfeldern und Wiesen des Kinzigtales bietet. An den Bergeshängeri erinnern längst grau gewordene, niedere Stützmauern an einstigen Weinbau; heute ist das Kinzigtal ein großes Obstbaugebiet. Mit seiner heiteren Landschaft, seinen fröhlichen Menschen, gibt es sich als eine angenehme Brücke zwischen Nord und Süd. Kaum 60 Kilometer mißt diese Brücke vom finsteren Tunnelloche bei Schlüchtern bis nach. Hanau, der „Stadt edelen Schmuckes", — aber der Dichter hat recht, wenn er behauptet, sie sei zu allen Zeiten- ein Gottesgarten voll köstlichen Heimatglanzes. Einer der Brüder Grimm hat ein schönes Bekenntnis zu dieser urdeutschen Landschaft, die ihm Heimat war, abgelegt: „Ich habe den ganzen Kinziggrund gar lieb, und ich kenne keinen Ort, wo es mir so märchenhaft, so romantisch und so behaglich vorkommt wie in dieser Gegend!" Erhabene landschaftliche Schönheit ist mit alter, ruhmvoller Geschichte und ehrwürdiger Kultur zu einem harmonischen Ganzen vereint: im blühenden, lachenden Kinzigtal... Homberg (Oberhessen), das fast 1000-jährige Städtchen mit seinen zahlreichen Zeugen alter Baukunst. Im herrlichen Cbm- tal, in der Nähe schöner Buchen- und Tannenwälder gelegen. Beliebt als Sommerfrische u. Wochenendaufenthalt. Gute Unterkunft. Prospekte durch das Verkehrsamt der Stadt Homberg. Hotel Deutsches Haus Die gutgeleitete Gaststätte f.jedermann Inhaber: ---< -------------- doch an irgendeiner Stelle jenseits des Odenwaldes ins Neckartal hinab, das diesen in s ' Das alte, ganz in die Vergangenheit versponnene Wertheim am Südrande des Spessart liegt behäbig am Zusammenfluß von Tauber und Main, mit mächtigen Brückentürmen, engsten winkligsten Gäßchen und einem alten Brunnen aus dem fernen Jahr 1574, dessen Inschrift: „Galt ein Malter Korn siwenthalben Gulden und ein Fuder Wein siwenzig Gulden", noch heute von der Bedeutung der Stadt als mittelalterlicher Umschlagstelle zwischen Nord und Süd und Ost und West Zeugnis ablegt. Das Städtchen ist ein geeigneter Ausgangspunkt für eine Wanderung zu Fuß, zu Rad oder mit Auto, durch den Odenwald hinüber ins Neckartal. Die schönen, vom Verkehr nicht übermäßig belasteten Straßen verlocken förmlich dazu, die reizvolle Landschaft, lieblich und heroisch zugleich, nach allen Richtungen zu durchstreifen, und am Ende kommt man dann, ob man will oder nicht, Zweimal kommt in deutschen Landen der Name eines Flusses Kinzig vor, in Baden und an der Wasserscheide zwischen Rhein und Weser, im Lande um den Distelrasen, wo die alten Städte Schlüchtern, Steinau, Gelnhausen und Hanau liegen, Salmünster, Soden und das Spessart- bad Orb nicht zu vergessen. Von diesen beiden Tälern gleichen Namens ist das Tal der hessischen Kinzig unbestreitbar das bedeutsamere. Vor rund 125 Jahren zog Napoleon hier siegesfroh hinauf, dem Verhängnis von Leipzig zu, und kam als em Ge- chlagener zurück, der es gar eilig hatte. Aber wer wollte den Strom der Menschen zählen, die schon lange vor diesen Zeiten ihren Weg durch das Kinzigtal nahmen: nach Rom, nach Frankreichs milden Gauen, nach den Städten, die einstmals des Reiches Glanz bedeuteten? Ein unaufhörlicher Zug müßte es fein, von den fernen Tagen her, da im Kinzigtal noch der Legionär „Pro Roma Eterna“ auf ernstem Posten stand, bis zur Gegenwart, in der mit der Eisenbahnlinie Betlin—Frankfurt a. M. eine der wichtigsten deutschen Verkehrsstraßen das Tal durchzieht. „Liebliches, lachendes Kinzigtal" hat man diesen Landstrich genannt, den Allmutter Natur mit reichen Gaben ausgeftattet hat. Reiche Felder bis zu den hohen Bergen hinauf, die einstmals guten Wein trugen, satte Wiesen im Tal, Herrensitze und Schlösser, — dies alles überspannt ein milder, fast schon südlich scheinender Himmel, den ferne Wälder begrenzen. Seine höchste Krönung und Vollendung findet dieser Landstrich aber erst in den kleinen Städten, die einst in hoher Geltung standen und in denen heute noch mancher stolze Bau an früheren Glanz erinnert. Ob wir von der alten Klosterstadt Schlüchtern sprechen oder von dem 'Städtchen Steinau, das vor 200 und mehr Jahren mit seiner stolzen Burg der feste Sitz der Hanauer Obergraffchaft gewesen ist und die Jugendzeit der Brüder Grimm umschloß, ob vom altertümlichen Gasthaus u.Metzgerei „StadtWirtshaus“, Bes.: L. Statt. Fernspr. 16. Die alttief, gute Küche zu billig. Preis. Volle Pension. Herbstein, das alte'Bergstädchen (455 m ü. M.), an der Bahnstrecke Lauterbach — Stockheim, umgeben von Wiesen, Weiden und herrlichen Laub- und Nadelwäldern. Bade- und Schwimmgelegenheit in schönen Naturteichen im reizvollen Schalksbachtal. Gute,preiswerte Unterkünfte. Prospekte durch die Bürgermeisterei. 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Nicht leicht kann er dem eigenwilligen Neckar stteitig gemacht werden, der sich in unzähligen Windungen seinen Weg zum Rhem sucht und dabei abwechselnd von hohen bewaldeten Ufern ober weithingedehnten, buntblühenden Wiesenflüchen begleitet wird. Immer läuft die Straße die Kurven des Flusses mit, und das vermittelt dem Wanderer immer neue überraschende Ausblicke auf die alten schönen Städte an Berglehnen oder Fluß. Halbe und dreiviertel Kreise beschreibt der Lauf des Flusses zuweilen, so daß man lange auf die Städte zufährt und sie dabei vor sich hat wie ein altes Bild, in Stein gedruckt. Eb erb ach entzückt jeben Besucher durch das schöne Schwimmbad, das mit seinen hellblauen Bassins wie ein blaues Auge inmitten grüner Wiesenmatten liegt. Herrlich ist das über dem Tal gelegene Wimpfen am Berge, das ein einziges mittelalterliches Märchen mit Türmen, romantischen Burgresten einer ehemaligen Kaiserpfalz und rührend schönen alten Bürgerhäusern ist. Der Zuname „Rothenburg ob dem Neckar" ist wohlverdient, es hat der Patenstadt noch die Unberührtheit und Stille voraus, die alle diese Neckarstädtchen neben ihrer baulichen Schönheit und Eigenart auszeichnet. Hinter Wimpfen verbreitert sich das Tal, ohne jedoch an Schönheit zu verlieren, und nacheinander erreicht man die Neckartöchter Gundelsheim, Neckarsulm und Heilbronn, wo uns ein herrliches Rathaus festhält, dessen dreifach übereinander gelagerte Uhr, mit Himmelsgewölbe, Uhr und Tierkreiszeichen eine Sehenswürdigkeit für sich ist. Dann kommt wieder eine Reihe kleinerer Städte, . sie haben alle die alte Burg, die sie wie ein Wahrzeichen überragt, Lauffen, Kirchheim, Besigheim, Bietigheim und wie sie alle heißen. Eine lieber- raschung ist Ludwigsburg, das Potsdam Württembergs, mit einem Schloß im Versailler Stil, das aus nicht weniger als 15 Einzelschlössern besteht und mit etwa 460 Zimmern und Sälen das größte Schloß Deutschlands ist. Auch wenn man sonst kein Freund von Führungen ist, sollte man sie hier nicht verschmähen, man findet einen eindrucksvollen Thronfaal, jetzt Schauplatz von Mo- zartkonzerten, ein winziges Thectterchen mit alten Kulisfen aus dem 18. Jahrhundert, ein goldgeschmück- * tes Spiegelzimmer und ein in Holz eingelegtes Kabinett. Im tiefen Keller schließlich begegnet man dem riesigen Faß mit 90 000 Liter Inhalt, wahrlich groß genug, um einer Belagerung der Schloßinsassen von vornherein alle Schrecken zu nehmen. Das Neckartal teilt mit so vielen Landschaften der deutschen Mittelgebirge das Schicksal, immer nur D'urchfahrtsgebiet, niemals Station zu sein. Sein mildes Kllma und feine nach Süden abfallenden Berglehnen machen es wie geschaffen für Reisende, die in der frühen oder späten Saison reisen wollen, wo die Alpen noch zu rauh ober schon wieder zu kühl sind. Noch weit in den Herbst hinein von einem frühen Frühjahr an bietet das Neckartal allen denen ungeteilte Sommerfreuden, die seine wechselnd liebliche und malerische Schönheit zu würdigen roip. sen. Dr. Buresch. Hoherodskopf, Herr!. Ausflugs- u. Erholungsort im Vogelsberg. Klubhaus Hoherodskopf. Inh. W.Bender.Tel.188 Schotten. Eig.Konditorei. Vorzügl. Verpfleg. Fremdenzimm. Volle Pension. Bad Salzhausen (Oberh.), 1 Stunde Bahnfahrt von Gießen, das nervenberukuaendeHeilbad: Kohlensäurehaltige Solauellen, Lithium-, Schwefel- und Stablauellen; Inhalatorium, Diathermie, Luft- und Sonnenbäder: über 300 Morgen großer Kurpark. Seit über einem Jahrhundert als äußerst wirksam bewährt bei Herz- und Gefäßleiden, bei Rheuma, Nervenkrankheiten, Erschöpfungszuständen, Katarrhen. Ruhiger, angenehmer, preiswerter Kuraufenthalt; Pauschal- und Vergünstigungskuren! Auskunft erteilt: Hessische Badedirekiion,Fernspr.20, Amt Nidda. 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Manch Zeugnis echter Reiseweisheit findet sich bet unseren Dichtern und Denkern, aber auch der Volksmund weiß gute Reiseregeln, wenn er rät: Wer reifen will, der schweig' fein still, geh' stehen Schritt, nehm' nicht viel mit! So darf er nicht viel sorgen! Ungewandte Leute belasten sich mit allzu viel Gepäck, um später festzustellen, daß sie manches Stück der Ausrüstung überhaupt nicht gebraucht haben. Das „fein still Schweigen" rät dazu, in geistiger Sammlung sich gründlich umzuschauen und so die Wunder der Welt tief in sich aufzunehmen. Denn eine Reise hat ihren rechten Zweck nicht nur in der Licht- und Ortsveränderung, sondern vor allem in der seelischen Anregung, die Entspannung vom Alltage mit sich bringt. - Die Reise ist ein vorzügliches Mittel, Geest und Blick zu erweitern. Diese Erfahrung spiegelt sich im alten Volksbrauche wider. Nicht nur die Sohne reicher Leute wurden in vergangenen Jahrhunderten mit ihrem „Hofmeister" auf weite Reisen geschickt, damit ihre Erziehung vervollkommnet würde, auch die Handwerksburschen gingen auf die Wanderschaft — sie tun es heute wieder — und „erwandern" sich reiche Kenntnisse, die ihrem Fachwissen und zugleich ihrer Allgemeinbildung zugute kommen. Schon I. F. Fi sch art reimte 1577: „Das Reisen ist doch nütze sehr;, man lernt, was man nicht tannf, vorher! Auch Goethe, der große Meister bes Reisens, bekennt: „Die beste Bildung findet ein gescheiter Mensch auf Reisen." Und der Volksmund ergänzt: „Wer wandert in der Jugend, lernt Weisheit, Kunst und Tugend!" Das meinte auch der junge Lessing, als er seiner Mutter aus der Fremde schrieb: „Wenn ich auf meiner Wanderschaft sooft nichts erlernen sollte, so lerne ich doch, mich in die Welt zu schicken! Nutzen genug!" Ein Freund und Künstler des Reisens ist auch Friedrich Hebbel. Dor rund hundert Jahren schrieb er über seine Reise nach München an Hamburger Freunde: „Leben ist Reisen; mit noch größerem Rechte sagt man: Reisen ist Leben! Unermeßlich ift's, was diese Reise mir genützt hat. Der Baum muß umgepflanzt, der Mensch nie eingepflanzt werden!" Und ein andermal sagt unser Dichter: „Eine Reise ist ein Trunk aus der Quelle des Lebens!" Solche Gaben wollen gewürdigt werben. Drum soll man die Reise planvoll anlegen. Doch der Reiseplan darf nie zu eng, zu starr sein. Es ist der Tod der Reisefreude, wenn man ein bestimmtes Programm schematisch abwickelt. Einen Punkt aber sollte jeder Reiseplan für jeden Tag haben: recht viel freie, nicht vorausbesetzte Zeit! Denn so wichtig ein guter Reiseführer ist, so unersetzlich ist die Aufmerksamkeit, die der Reisende dem Unerwarteten schenken soll, wenn er seine Reise wirklich genießen und auskosten will. Ein Ausblick, ein Haus, ein Baum, dem kein Reiseführer ein „Sternchen" gewidmet hat, kann gerade für den aufgeschlossenen Reisenden ein Erlebnis werden. Ein Gespräch mit einem schlichten Unbekannten kann ganze Panoramen — tatsächlich und sinnbildlich — eröffnen. Deshalb sagt Hebbel mit vollem Rechte: „Der Zufall ist der Gott der Reisenden!" Und Goethe scheint die bedauernswerten Kilometerfresser des technischen Zeitalters vorausgeahnt zu haben, als er bemerkte: „Man reift doch nicht nur, um anzukommen!" Auf die Geduld weist auch der Volksmund mit dem Spruche hin: „Wer glücklich reifen will, muß vier Dinge mitnehmen: gute Gesundheit, gut Geld, guten Gefährten und gute Geduld!" Bei den ungünstigen Verkehrsverhältnissen war früher die Geduld besonders wichtig, denn bei holpriger Fahrt auf schlechten Straßen und durch öde Gegenden konnte auch der Aufmerksamste Langeweile bekommen. Dagegen erfand der kluge, reisegewandte Jörg Gasthaus Hessischer Hof. libcshauscn.Jnh.Hch.Oechler. 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Die Karten gelten zur Hinfahrt jeweils zwei Tage vor dem in der Eintrittskarte angegebenen Spieltag zu jeder Tageszeit und am Spieltag selbst, zur Rückfahrt von dem in der Eintrittskarte angegebenen Tag ab 20 Uhr bis zum übernächsten Tag 24 Uhr (Ende der Rückfahrt). Ist dieser Tag ein Samstag, Sonntag oder Feiertag, so Schatten der Berge das Tal umsäumen und das Licht des Mondes märchenhafte Brücken über den deutschen Strom baut. Einen besonderen Reiz aber wird die Landschaft aufweisen, wenn am 6. August bie Künste des Lichtes und des Feuerwerks d i e Loreley, den mächtigen Ruinenbau von Burg Rheinfels, d i e Städte S t. Goar und S t. Goarshausen und die Burgen Katz und Maus märchenhaft verwandeln, wenn rote Flammen Ufer und Höhen strahlend verherrlichen ünd Silberlicht die Silhouetten von Bergen und Burgen mächtig vom nächtlichen Himmel sich abheben läßt. Der Strom selbst wird von dem roten Flammen- lanz widerspiegeln, während Schiffe mit fröhlichen Renschen langsam ihre Bahn ziehen werden. Die 4andesfremdenverkehrsverbände Rheinland in Bad godesberg und Rhein-Main in Frankfurt a. M., ie Landräte und Bürgermeister von St. Goar und 5t. Goarshausen bereiten zusammen dieses nächt- Die Salzburger Festspiele 1938 bringen im Schauspiel zwei Neuheiten, die noch nie in Salzburg gespielt wurden. Als Freilichtspiel in der Felsenreitschule wird Goethes „Egmon t" mit iier Musik von Beethoven aufgeführt, im Hof der Zrzabtei St. Peter finden die Aufführungen von Kleists „Amphitryon" statt. Während die ulte bischöfliche Felsenreitschule schon seit mehreren Fahren ins Festspielgeschehen einbezogen ist, ge-- chieht es zum ersten Mal in der Geschichte der Salzburger Festspiele, daß der H o f in S t. P e 4t er als Rahmen für Aufführungen verwende wird. „Amphitryon" wird auf einem ebenso ro- inantischen wie historischen Fleckchen Salzburgs ge- lpielt werden. Die alte Benediktiner-Erzabtei ist nm 700 vom Heiligen Rupert am Fuße des Mönchsberges, nahe den Katakomben, in denen der Heilige Maximus, mit seinen Genossen das Martyrium erlitt, gegründet worden. Das von Rupert II. — Schiffenberg — Oberer Steinberg Pfahlgraben — Butzbach. undin®PunktErholungdas Waldbaus Kaiomnhle üb. Hünfeld lRhöni. Prospekt vom Bef. Adam Kemler und beim GA. von Atzbach aus über die Lahnbrücke nach Bahnhof Dutenhofen zu gehen, eine halbe Stunde. )___ an der Bahn- An, Weiden mb Schwimm' Schalksbachta!' rnrgermclstew- weißen Ä« ZK bis Gladenbach über Niederwalgern heimfahren. Dauer der Wanderung 6 Stunden. Ehringshausen — Lemptal — Hohensolms — Helfholz — Bieber. Dom Bahnhof Ehringshausen im Dilltal durchschreiten wir das industriereiche Dorf und gehen dem sonnigen -Lemptal aufwärts durch die Orte Kölschhausen und Niederlemp nach dem anmutig liegenden Oberlemp. Wiederholt bietet unser Weg schöne Ausblicke in das Aar- und Lemptal und auf die umliegenden Höhen u. a. die Hörre, den Adlerhorst, Hohensolms und Altenberg. Das seither begonnene Tal verlassend, führt uns unser Weiter- marsch über das stille Dörfchen Bermoll und das am Fuße von Hohensolms gelegene Groß-Altenstädten hinauf nach dem hochgebauten Hohensolms, dessen Schloß uns schon von weitem entgegengrüßt. Nach einer Ruhepause leiten uns schwarze Punkte über den sog. Hals mit herrlicher Fernsicht durch das bewaldete Helfholz hinab in das Tal. Gegenüber der früheren Oberförsterei Strupbach verlassen wir die Zeichen, gehen den Talweg mit hübschem Rückblick auf Königsberg weiter, erreichen die Landstraße und auf dieser an den Mühlen vorbei unser Endziel Bieber. Wanderzeit 5% Stunden. Die Bahn bringt uns zur Station Schiffenberg. Bon da wandern wir durch Watzenborn-Steinberg über den oberen Steinberg zum Sompierstein, dem nördlichsten Punkt des Pfahlgrabens. Bald erreichen wir den Wald und auch in der Nähe der Abzweigung der Straße nach Holzheim (100 Meter nordöstlich vom Wegweiser führt ein Jägerpfad durch die Tannen dahin) das alte Römerkastell, das vor einigen Jahren freigelegt wurde. Wir erkennen noch die umfangreichen Grundmauern. Die Wanderung führt nun ununterbrochen durch Wald. Die Markierung (blaues Dreieck) ist immer rechts des Pfahlgrabens. Wir wechseln aber, indem wir manchmal auf der linken Seite wandern. Da sehen wir zunächst einen alten römischen Wachtturm (Grundmauern), dann weiter oben wenden wir uns zur Waldlichtung, um einen Blick auf Münzenberg und die umliegenden Dörfer zu werfen. Da, wo das Kirch-Gänser Feld den Pfahlgraben berührt, wenden wir uns wieder auf die rechte Seite bis zur Bahnstrecke Gießen—Frankfurt. Hier führt nun ein sehr schöner Weg links des Bahnkörpers bis zum Uebergang (Blockhaus). Wir überqueren die Bahn und wandern nun durch Hochwald, rechts die Me- guin-Werke, über den Bismarckhain, an dem Frei- herrn-vom-Stein-Denkmal vorbei, durch die neue Siedlung Butzbachs nach dem Bahnhof. Heimfahrt mit der Bahn. Gesamtdauer der Wanderung fünf 1. Gießen — Heuchelheim — Kinzenbach — Himberg (Königsstuhl) — Grube Morgenstern — Schwalbenbachtal — Dicke Eiche — Atzbach — Dutenhofen — Gießen. Man kann auf zwei verschiedenen Wegen zur Grube Morgenstern gelangen. Einmal, indem man von Gießen aus an Heuchelheim vorbei (auf dem „Studentenweg" über das Heuchelheimer Mühlchen) nach Kinzenbach, und von hier zum Wald wandert. Auf breiten schattigen Waldwegen geht es nun zum Himberg, von dem man leider nicht mehr die schöne Fernsicht hat, da die Bäume in der Umgebung zu hoch gewachsen sind. Immerhin ist der Königsstuhl ein sehr schönes Plätzchen. Steil ab geht es dann zur Grube Morgenstern, die stillgelegt ist. Wer nicht so viel wandern will, fährt mit der Biebertalbahn bis nach Bieber, von da wandert er in südwestlicher Richtung über Hof und Forsthaus Haina in etwa 3/< Stunden auf einer schönen Wald- straße zur Grube Morgenstern. Hier können sich leicht zwei Gruppen von Wanderern treffen. Empfehlenswerter ist noch der Weg, der von Rodheim auf schönen Waldwegen zum Himberg führt, in etwa derselben Zeit, dann zur Grube Morgenstern. Man muß aber die verschiedenen Wege kennen, sonst kann man sich leicht verlaufen. An der Grube Morgenstern ist eine kleine Quelle. An der Straße rieselt der Schwalbenbach, also der gegebene Platz zum Rasten. Auf den verlassenen Schutthalden des Bergwerkes kann man schön ab- kochen. Der Schwalbenbach selber kommt von Norden. Man überquert hier die Straße, und nun öffnet sich das wunderschöne Wiesental, links und rechts von herrlichem Wald eingeschlossen. Etwa 800 Meter weiter geht links eine Schneise ab, die dann rechts zur Dicken Eiche führt. Der schöne Platz ist ja bekannt. Bis zum Bubenrod (Hof) ist es von hier aus nicht mehr weit. Aber einkehren kann man dort nicht mehr. Den Rückweg nimmt man durch das schöne Schwalbenbachtal, das in Atzbach endet. Nun kann man zu Fuß über Heuchelheim zurückwandern. Die Mittelrheinstrecke zwischen Bingen und KoH > enz haben deutsche Dichter und Sän- er immer wieder als die Heimat der Romantik ge= :ühmt. Freiligrath jubelte dieser von Weinbergen i Michlossenen und burgenüberragten Harzlandschaft je5 Mittelrheins die Verse zu: „Gruß dir, Romantik! Träumend zieh ich ein, in deinen schönsten Zufluchtsort am Rhein! St. Goar galt dieser Gruß Md zugleich dem deutschen Strom, der hier die sagenumwobene und liedumklungene Loreley, die mächtige Festung Rheinfels und die Burgen Katz Md Maus in seinen silbernen Wellen spiegelt. In diesem Teil des Rheintales weben die echten und zauberhaften Stimmungen der Romantik, die mancher Maler in feinen Bildern als Lob seiner Landschaft festgehalten hat. So groß die Pracht des Tages, so wunderreich ist hie Nacht, wenn die hohen Heifeliferatur. — BZ-Sonderkarte Oesterreich. In der Reihe der LZ-Karten (Deutscher Verlag, Berlin) ist eine Sonderkarte des deutschen Alpenlandes erschienen; sie umfaßt ganz Oesterreich, Südbayern und ein gut Teil Oberitalien, also Deutsche Alpen und die Dolomiten. Maßstab 1:600 000. Die klaren Farben und eine geschickte Geländedarstellung machen die Karte zu einem plastischen Reliefbild. Die Straßen find nach Güte und Bedeutung unterschieden, die Entfernungen sorgsam eingezeichnet. Ein Vorzug ist die Kennzeichnung der Bergstrecken mit Angabe der stärksten Steigungen. Eine beigegebene Uebersichtskarte zeigt Deutschlands Lage in Mitteleuropa. Das gut ausgewählte Netz von Hauptstraßen läßt die kürzesten Entfernungen zwischen den wichtigsten Orten sofort erkennen. Ein besonderer Vorzug liegt in den sechs mehrfarbigen Spezialkarten der wichtigsten Reisegebiete (im großen Maßstab!), die mit 22 Stadtplänen (mit Durchfahrten und Sehenswürdigkeiten) auf der Rückseite untergebracht sind. Preis 1,80 Mark. «s C?°uf b Bel.Ausflugsort.SebenSw.Klvsterruine. Vorz.Vervfl. Sommenr Schön.Svayergang lah Babnb Lich 40Min. > dch. d. Gottesackertal Londorf (Rabenau) Londorf im schönen Lumdatal umgeben von Wäldern u. Wiesen. Die bekannt gute und reichliche Verpflegung bei mäßigen Preisen • Gasthaus n. Metzgerei H. Lich. »V-crtir. 11 Irdl. Iremdenz. Gießen an Öet Cahn Karola Peppmöller, geb.Gravelius 4775D 03246 Wieseck, den 16. Juli 1938. 4750V OB FÜR ZU HAUSE ODER FÜR DIE REISE dann wenden Sie sich vertrauensvoll an Schuh-Baier Ist Immer Ihr Begleiter! 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Die Roll- oder Fensterläden werden geschlossen (was falsch und So ist auch unser Gießener Bahnhof gegenwärtig und in dieser Reisezeit der Startplatz der Glücklichen, die in Urlaub fahren. Da bietet sich nun« immer das gleiche Bild: Zeitig genug finden sich die Urlauber ein, stehen mit Koffern am Bahnsteig und harren des Zuaes, der sie in die Ferne tragen soll? Mit epischer Breite und Ruhe werden von einem richtigen Urlauber die Koffer verstaut und, V-Zug-Lokomotive — begeisternd und besonders schön, wenn sie uns zum Urlaub in die deutsche Landschaft trägt. — (Aufn. 16]: Neuner, Gieß. Anz.) zuckt es, dy pumpt und saugt es, je nachdem der Lokomotivführer Hebel bewegt oder an Rädern dreht. Der Führerstand einer Lokomotive wird wohl allen, die nicht vom Fach sind, ein Mysterium bleiben. Und dann fährt der Zug weiter, ves tauchen Berge auf, offnen sich Täler, rücken immer andere Dörfer oder Städte in den Rahmen des Fensters im O-Zugwagen, da ragen die Alpen empor, schneebedeckt noch, unter tiefblauem südlichem Himmel, oder es schimmert die weite Fläche des Sees. Und schließlich ist man am Ziel! Ein rechter Urlauber ist von diesem Zeitseiner sonstigen Umwelt Mainz. 13.15: Mittagskonzert (Fortsetzung). 14: Für unsere Kinder. Gretel ist unzufrieden! Ein lustiges Kasperlspiel von Adolf Frey. 14.30: Uns gehört der Sonntag! Ein Reigen sorgloser Melodien. 15.15: Mädel dreh dich... Ein buntes Bild kurhessischer Volkstänze. 15.40: 1000 BDM.-Mädels aus Hessen- Nassau im Schongau. 16: Nachmittagskonzert. Aufführung der preisgekrönten Werke aus dem Musik- Wettbewerb 1938 in Bad Orb. Sportereignisse des Tages. 18; Fauler Zauber II. 60 heitere Minuten. 19: Abendständchen. 19.30: Sportspiegel des Sonntags. 20: Nachrichten. 20.15: Unterhaltungskonzert. 22: Nachrichten. 22.15: Sportbericht. 22.20: Berichte von der Internationalen Sportwoche. 22.40: Zu Tanz und Unterhaltung. 24 bis 3: Nachtkonzert. Montag. 18. Juli. 5 Uhr: Frühmusik. 5.45: Ruf ins Land. 6: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Bäderkonzert. 9.40: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 9.50: Das Briefgeheimnis in der Ehe. 11.45: Volk und Wirtschaft. Die Grundlagen unserer Arbeitsbeschaffung. 12: Schloßkonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Schloßkonzert. 14: Nachrichten. 14.15: Musikalische Kurzweil. 15: Für unsere Kinder. Jetzt basteln wir... 16: Nachmittagskonzert. — Das Mikrofon unterwegs —.18: Zeitgeschehen. 18.30: Der fröhliche Laut- sprechet. 19.10: Stammverwandte Freunde. Johannes Brahms und Klaus Groth. Eine Hörfolge. 20: Nachrichten. 20.15: Stuttgart spielt auf. Heitere Feierabendmusik. 22: Nachrichten. 22.15: Kamerad, wo bist du? 22.35: Nachtmusik und Tanz. 24 bis 3: Nachtmusik. Das Zeichen zur Abfahrt des Zuges. regierung —, die Geschäftsstelle des Kreises 4/XIII Darmstadt-Groß-Gerau des DRL. sowie die Geschäftsstelle der Ortsgruppe Darmstadt des DRL. Gegenteil sehr scharf darauf geachtet werden, daß wirklich nur Teilnahmeberechtigte die Vorzüge der KdF.-Fahrten gemeßen. Bei dieser Gelegenheit wird eindeutig festgestellt, daß die Reisebüros durch die KdF.-Reisen keine Einbußen erlitten haben. Im Gegenteil, die Fahrten in die von KdF. neu erschlossenen Gebiete lenken auch den Strom der übrigen Reisenden nach dort und beleben so die Tätigkeit der Reisebüros. Jeder KdF.-Urlauber, der jetzt frohe Wochen der Entspannung und Erholung an den schönsten Plätzen der deutschen Gaue verlebt, sollte aber auch einen Augenblick an die ungeheuere Kleinarbeit der Organisation denken, die von den Männern von KdF. geleistet wird. Das Zusammenstellen der Sonderzüge, die Quartierbeschaffung in den Aufnahmeorten, die Regelung der Verpflegungsfrage, sind Ergebnisse wochenlanger Vorarbeiten. Hochbetrieb bei KdF. NSG. Während der Sommermonate herrscht bei den KdF.-Dienststellen des Gaues Hessen-Nassau Hochbetrieb. Täglich gehen zwei Sonderzüge mit ungefähr 1500 bis ,2000 Urlauber aus unserem Gau ab. Die doppelte Zahl Volksgenossen verbringt in unserem Gau ihre Ferien. Gegenüber dem Vorjahr nehmen 1938 = 40 v. H. mehr Arbeitskameraden an den Fahrten der NS-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" teil, die somit von Jahr zu Jahr emen immer größeren Kreis des deutschen Volkes erfaßt. Letzten Samstag-Sonntag erreichte der Urlaubsbetrieb in unserem Gau einen bislang noch nicht dagewesenen Höhepunkt. 22 Sonderzüge mit rund 22 000 Urlaubern wurden innerhalb von zwei Stunden am Frankfurter Hauptbahnhof neben dem normalen fahrplanmäßigen Verkehr abgefertigt. Eine organisatorische Höchstleistung der KdF.-Dienststellen und der Reichsbahn. Der durchschnittliche Samstag- Sonntag-Zugverkehr beläuft sich auf 15 bis 20 ankommende und abgehende KdF.-Sonderzüge. Auch der Schiffsverkehr auf Rhein und Main wird stark in Anspruch genommen. Letzten Sonntag waren z. P. sämtliche verfügbaren Personendampfer der Rheinschiffahrt von der KdF. belegt. Nicht ein Motorboot mehr war zu bekommen. Das starke Ansteigen des KdF.-Reiseverkehrs gegen Wochenende hängt hauptsächlich mit den ein- bis zweitägigen Betriebsausflügen zusammen. Allerdings will man jetzt von diesen kurzen Betriebs- fahrten zugunsten längerer Reisen abgehen. Em großes Automobilwerk unseres Gaues hat den Anfang gemacht. Es wird etwa ein Fünftel seiner Belegschaft auf Werkskosten acht Tage in Urlaub schicken. Eine begrüßenswerte Einrichtung. Der Gau Hessen-Nassau spielt innerhalb des KdF.- Reiseverkehrs als Aufnahmegau eine bedeutende Rolle. Doppelt so groß ist die Zahl derer, die in unserem Gau Aufnahme finden, als die Zahl derer, die aus Hessen-Nassau in andere Gaue fahren. Zur Zeit sind die 32 Aufnahmegebiete des Gaues restlos voll belegt. Etwa 35—40 000 Urlauber suchen in diesen Monaten in Hessen-Nassau Erholung. Erstmalig wurden auch Urlaubsfahrten nach dem Odenwald und den Kreisen Büdingen-Schotten organisiert. Düsseldorfer Arbeitskameraden werden es fein, die erstmalig im Rahmen der KdF. - Reisen die landschaftlichen Schönheiten des Odenwaldes erleben werden. Der Unterwesterwaldkreis wird nächstes lachen, scherzen — weiterfahren! Für den Urlaubsreisenden ist der Mann mit der roten Mütze, der mit Stab und Scheibe dem Lokomotivführer das Zeichen zur Abfahrt gibt, fast ein Symbol. Jedenfalls sieht er ihn mit anderen. Augen an, als jenen Beamten, der ihm (in Gott sei Dank noch weit entfernter Zeit) an der Sperre die abgefahrene Rundreise- oder Urlaubskarte abnimmt. Heroisch wird man sich dann aber damit abfinden, daß Urlaub nur Freiheit zwischen Pflichten, Zeitraum für Erholung und Selbstbesinnung ist, zweckmäßig so verbracht, wie es jeder nach eigener Natur und " ' dH Temperament für not- . A wendig hält. Entweder in gottgesegneter Faulenzest - 7 M *v;i rei oder *m Austoben Erlebnis- N. Rundfunkprogramm Sonntag, 17. Juli. 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.10: Römisch-katholische Morgenfeier. 8.50: Walzerseligkeit. 9.30: Aus Limburg: Chorgesang. 10: Ewiges Deutschland. Dies ist mein Morgen, mein Tag hebt an... 10.45: Sonntagmorgen — ohne Sorgen. 11.50: Unser Kalenderbild: Juli. 12: Mittagskonzert. 13: Ruderregatta in Jahr erfaßt werden. Ueberhaupt hat sich die KdF. um die Erschließung neuer Urlaubsgebiete sehr verdient gemacht. Das im vorigen Jahre erstmal belegte Gebiet der, Eifel konnte dieses Jahr nicht alle Urlauber fassen, die dort ihre Ferien verbringen wollten. Verschiedene Züge nach der Eifel mußten deshalb gesperrt werden. Neu sind natürlich auch die Fahrten nach der befreiten Ostmark. Vier Sonderzüge werden Arbeitskameraden aus Hessen-Nassau nach Oesterreich bringen. Kärnten, Steiermark, Wiener Weinland, Tirol und Salzburg sind die Reiseziele. Zum erstenmal wird mit der Fahrt zur Rundfunkausstellung nach Berlin der Versuch gemacht. KdF.- Reisende längere Zeit — es handelt sich um acht Tage — in einer Großstadt unterzubringen. Der erste Zug ist schon vollkommen ausverkauft, drei weitere sind noch vorgesehen. ' Das Reisen mit „KdF." hat einen gewaltigen Aufschwung genommen. Die Zahlen beweisen es. 40 v. H. KdF. - Urlauber sind in unserem Gau dieses Jahr gegen das Vorjahr mehr gezählt worden. Die etwa noch vorhanden gewesenen Vorurteile gegen eine Reise mit KdF. sind vollkommen geschwunden. Es muß im Darmstadt erhält ein „Haus der Deutschen Leibesübungen" Lpd. Darmstadt, 15. Juli. Dank der Initiative des Führers der deutschen Leibesübungen m Darmstadt DRL.-Kreisführer Ministerialrat Löwer, ist es gelungen, für die Leibeserziehung in Darmstadt ein Zentrum aller beteiligten Organisationen zu schaffen, die in kameradschaftlicher Zusammenarbeit dem gleichen Ziele dienen, das der Führer gesetzt hat, „das deutsche Volk muß em Volk in Leibesübungen werden" Das frühere Heylsche Anwesen in Darmstadt, Weyprechtstraße 6, beherbergt vom 15. Juli ab das Referat Leibesübungen des Reichsstatthalters in Hessen — Landes- Jm Banne der deutschen Landschaft. sofern er Familienvater ist, Frau und Kinder untergebracht. Wer vom Glück begünstigt ist, findet ein leeres Abteil, in dem für die Kinder -und für die ganze Reise die Fensterplätze eisern gegen jeden fremden Ansturm verteidigt werden. So nimmt fast jeder Zug, der in der Reisezeit unseren Bahnhof verläßt, Ferienreisende mit, die gerne einmal der Stadt den Rücken kehren. Darüber hinaus passieren auch viele „KdF."-Sonderf züge unseren Bahnhof. Da ist es ein besonderes Vergnügen, am Bahnsteig zu stehen und zu sehen, wie die Menschen jeglichen Alters und Geschlechts den Wagen verlassen, sich einmal die Beine vertreten, den Erfrischungsstand bestürmen, rufen. „Ja! Wer ist dort?---Hier ist die Lokalschristleitung! Wir möchten gerne Ihren Herrn Müller sprechen!--Nicht da?!--So—0—0! In Urlaub! Und wann kommt er wieder?--- In drei Wochen erst?!" (Der Glückliche!) Im Geiste wünschen wir Herrn Müller gutes Wetter, legen aber trotzdem etwas resigniert den Hörer ab. Andere Leute sind in Urlaub! Nun allerdings besteht für den „Schreiber dieses" kein Anlaß zur Unzufriedenheit, denn e r war bereits in Urlaub! Daß ihm davon die Hälfte der glückseligen Tage, fern dem Bannkreis des Fernsprechers, verregnet wurden, war sein ganz persönliches Pech. Aber nun scheint die Sonne! Und jetzt ist hohe Reisezeit, Urlaubszeit, und man muß notgedrungen einige Gespräche mit negatioefri Ausgang (siehe oben!) hinnehmen! Wer genießt nicht die Tage der Urlaubserwartung in aller Tiefe und Breite aus? Mit welcher Innigkeit versenkt man sich schon Wochen vorher in die Landkarte! Wie groß wird da Deutschland unter unseren Händen und wie vielfältig die Ostmark, die in tiefem Jahre so vielen das Reiseziel geworden ist! Zu solcher Zeit vor dem Urlaub ist man immer wieder erstaunt, was sich aus einer Landkarte alles herauslesen läßt. Und jede deutsche Landschaft ist heute erreichbar, erreichbar für viele und fast für alle. Wer die berühmte Bewegung zwischen Daumen und Zeigefinger nicht nachhaltig genug ausüben kann, wer seine Wünsche vom Geldbeutel abhängig machen muß (und wer, von wenigen Ausnahmen abgesehen, muß das nicht?), nimmt den großen Fahrtenplan der NSG. „Kraft durch Freude" zur Hand, und es müßte mit dem Leibhaftigen zugehen, wenn für ihn nichts darinstünde. Es gibt Heute, die behaupten, die Vorfreude auf den Urlaub fei das Schönste am ganzen Urlaub. Man glaube ihnen nicht! Entweder belügen sie- damit andere, meist aber sich selbst! Jeder Tag Urlaub muß wie eine Wiedergeburt, wie ein Heim- finben zu sich selbst sein. So mancher, der sonst mit Leid und Seele seiner Arbeit, seinem Beruf gehört, merkt auf einmal und erst jetzt, daß sein Hirn noch private Gedanken zu denken vermag. Eine erstaun- Ferien!-Wir reifen mit der Eisenbahn. richtig fein kann), und dann geht es zur Bahn! Der Schlag der Räder auf den Schienenanschlüssen löst dann jenes unbeschreibliche Gefühl der vollkommenen Freiheit aus, in dem der Begriff der „Pflichten im Beruf" zur Schemenhaftigkeit verblaßt. Wenn es dann während der Fahrt irgendwo, auf irgendeinem fremden Bahnhof eine Pause gibt, dann steigt man wohl einmal aus, geht den Zug entlang zur Lokomotive, deren unbändiger Kraft man sich anvertraut hat. Wem da das „Kind im Manne" erhalten geblieben ist, der begeistert sich an ihren Formen und an dem geheimnisvollen, nie Jo. ganz verstandenen Leben, das den stählernen Riesen erfüllt. Da zischt es aus Ventilen, da ruckt und WW i W « MHW OOW ■ ". W • B sÄw i; X < ^WW- M z'-Ws ifi W ;Ä Westmark mit 8:1 (4:0) über Sachsen erfolgreich. nationale über nähme des Wö W - Stall nassen des Lid ihn nur als ihi betrachten. $oi dieser „burdjbn franffiijfyfomje tat um gejetjt flineinlqte ... t delsbeziehungen. kr diplomatische das konservative, lern regierte E n üchste Beziehung Mit diesen Eton nie Herr Eder pathien notorisl Nachdem und Zeitschri gen briiis geällhttl hat» mtnbe JJr fei, wird dic Elisha in nannten ameri chen: ,M ho geschickt, ehrgei autoritär ... s wird i nöi Residenz in ie Schicksale a schlossen werden öa& der 7 Mesen sei habe um Ö?imme J?^5, was te*. M°bh° Szigeti und Oestremau im Münner-Einzel-Endspiel. Bei heißem Wetter fiel am Freitag in Hamburg die Vorentscheidung im Männer - Einz e l. Zuerst zog der Ungar Otto Szigeti m Öre Schlußrunde ein, und zwar durch einen harterkampsten Fünflatzsieg van 3:6, 6:3, 6:4, 3:6, 8:6 über Graf Adam Baworowski (Polen). Die Entscheidung fiel im fünften Satz, als Baworowski bei 6:6 seinen Aufschlag verlor. Beinahe hätte es eine rein ungarische Schlußrunde gegeben, dMn Emil Gabory führte gegen den Franzosen Bernard Destremau 6:3, 6:3. Dann besann sich aber Frankreichs Spitzenspieler auf sein Können und siegte noch nach äußerst hartem Kampf, wobei er die drei letzten Satze 6:1, 8:6, 7:5 gewann. Im Frauen-Einzel sicherte sich die Engländerin Margot Lumb durch einen 6:3-, 6:4- Sieq über die Australierin Nancy Wynne einen Platz in der Schlußrunde. Das Treflen Zwischen Frau Sperling und Miß Scott soll am Samstag stattflnden, doch ist es fraglich, ob die Dänin spielen Gemischten Doppel wurden die Teilnehmer der Vorschlußrunde ermittelt. — Nachzutragen ist noch, daß Rolf ©opfert leider auch am Freitag nicht spielen konnte und somit auch im Doppel, wo Redl der Partner war, streichen mußte. Achte Etappe der „Sour de France". Speicher wegen „Venzinfahrens" aus dem Rennen genommen. Wieder wehen die Flaggen über dem Olympiastadion und den Wettkampfanlagen des Reichssportfeldes. Diesmal zu Ehren der braunen Kämpfer des Führers, die erneut in der Reichshauptstadt zusammengekommen sind, um ihre Besten zu ermitteln, die dann als die sportliche Elite der SA. an den vom Führer geschaffenen NS.-Kampfspielen in Nürnberg teilnehmen. In der Hauptkampfbahn des Olympiastadions hatten die Leichtathleten das Wort, im Schwimmbecken traten die Schwimmer zu ihren Kämpfen an, und den Kuppelsaal hatten die Boxer und Fechter mit Beschlag belegt. Auf den vielen Nebenplätzen begannen di§ großen Wehrsport- Kämpfe, und am Nchmittag traten auch die Fußballer und Kampfballspieler auf den Plan. Unübersehbar war die Zahl der guten Durchschnittsleistungen. Auf der Ehrentribüne des Olympiastadions wohnten den Kämpfen zahlreiche höhere SA.-Füh- rer bei, darunter auch der Reichssportführer. Gewichtheben. Die Kämpfe im Gewichtheben, die auf dem Reichssportfeld durchgeführt wurden, waren hart umstritten. Verlangt wurden die Hebungen des Olympischen Dreikampfes, also beidarmig Drücken, Reißen und Stoßen. Im Bantamgewicht sicherte sich Scharführer Neumann (Hochland) den ersten Platz, im Federgewicht siegte SA.-Mann Mühlberger (Hessen), und im Leichtgewicht war Rof. Th iersch (Thüringen) erfolgreich. unb siegte in 4:02,8 Minuten sicher vor Schars. ( ^°Jm Hoch^p'rung der Klasse A wurde die Höhe l von 1,85 Meter zweimal bewältigt. Sieger wurde ( SAM. Bornhöfft (Sachsen) vor dem letzt- jähriger Sieger Scharf. Häußler Schlesien) — , Im 10000 -Meter-Lauf der Klasse A dem . letzten Wettbewerb des Freitags, traten 23J!aufer ] an Es bildete sich bald eine elfkopfige spitzen- , gruppe, aus der zum Schluß der bekannte Schon- , rod (Mitte) hervorstieß und nut 15 Meter Vorsprung in 32:30,8 Minuten vor dem Berliner Pommerin siegte. Morseprüfung der Nachrichten-SA. Nach den Gelände- und Einsatzübungen am Donnerstag unterzog sich die Nachrichten-SA. am Freitag im Hörsaal des Telegraphen-Schulamtes einer weiteren Prüfung, der Funker-Eignung. Aufnahme und Geben von Morsezeichen wurden Der« langt, wobei ein Minutentempo von 60 fehlerfrei die Höchstpunktzahl einbrachte. Diejenigen Manner, die an dieser Anforderung scheiterten, wurden auf 50 bzw. 40 Zeichen je Minute nochmals geprüft und entsprechend geringer bewertet. Dem Wett- kampf wohnte u. a. auch wieder der Inspekteur der Nachrichtentruppe der Wehrmacht, Generalmajor Fellgiebel, als Gast bei. Schöne Wasserballspiele. Im Schwimmbecken des Olympiastadions wurden die Teilnehmer an den Entscheidungskämpfen ermittelt. Im Kunstspringen fiel bereits die' würzig mild - mit dem bekannten Sch i n k en bi Id !